Annual Report (ESEF) • Sep 13, 2022
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Download Source FileDie MEDION AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktie wird seit dem 20. Juni 2012 im regulierten Markt (General Standard) geführt. MEDION ist seit einem freiwilligen Übernahmeangebot im Juli 2011 Teil der internationalen Lenovo-Gruppe. Lenovo ist mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat der MEDION AG vertreten. Als Mehrheitsaktionär hält die Lenovo Germany Holding GmbH zum 31. März 2022 eine Gesamtzahl von 38.771.280 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Dieser Vertrag ist im Handelsregister des Amtsgerichts Essen für die MEDION AG eingetragen.
Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags durch Zahlung der Lenovo Germany Holding GmbH erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie. Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen.
In dem 2012 eingeleiteten Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungsangebot und Ausgleichszahlung hat das zuständige Landgericht Dortmund im August 2019 die Anträge der außenstehenden Aktionäre vollumfänglich zurückgewiesen. Zu den von außenstehenden Aktionären eingelegten Rechtsmitteln ist bis zum 8. Juni 2022 keine Entscheidung ergangen.
Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheitsprodukte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.
MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern – weit darüber hinausgehend – die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette – von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung, Bewerbung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service – konzipiert und kontrolliert. Die Vermarktung beginnt hier demnach bereits vor der Produktion. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen mit Projektcharakter strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern stattfinden. Die entsprechenden Waren lässt MEDION in Auftragsfertigung produzieren. Zusätzlich zu diesen Vertriebsaktivitäten mit Aktions- oder Projektcharakter vertreibt MEDION Produkte im eigenen Online-Handel und in einem unternehmenseigenen Outlet auf dem Firmengelände (MEDION Fabrikverkauf).
Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist und mittlerweile den größeren Ergebnisanteil generiert. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.
Das operative Geschäft des MEDION-Konzerns wird überwiegend direkt durch die MEDION AG, Essen, gesteuert und in dieser – auch auf internationalen Märkten – erwirtschaftet. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen. Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzernergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, insbesondere in Australien. Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH sowie zentrale IT-Aktivitäten in der MEDION Shared Services GmbH gebündelt.
Nach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes – auch im Ausland – aus der MEDION AG heraus realisiert.
Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten bei Bedarf auch im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern. Dies gilt im Rahmen des Direktgeschäftes insbesondere für das Mobilfunkgeschäft in Australien. Beim Ausbau der digitalen Produkt- und Vertriebsbereiche werden zwar aus Gründen lokaler rechtlicher Rahmenbedingungen zunehmend Geschäfte über die internationalen Tochtergesellschaften abgewickelt, die operative Steuerung erfolgt dennoch in der Regel aus der MEDION AG heraus. Der operative Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften ist außer in Australien sehr gering.
Der Konsolidierungskreis des MEDION-Konzerns umfasst die folgenden in- und ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG:
Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte.
Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung einen treuen Kundenstamm aufzubauen und ein dauerhaft hohes Kundenkontakt-Aufkommen zur Generierung eines verlässlichen Basisumsatzes zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrendes Geschäft gekennzeichnet, das man als verlässliches Grundgeschäft bezeichnen kann. Den hier ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten direkt zum Endkonsumenten steuert.
Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell liegt der Fokus darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. An diesem Fokus richten sich auch die MEDION Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aus. MEDION verfügt über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich sogenannter Basistechnologien für IT-Produkte (Betriebssysteme, Chipsätze, Grafikkarten usw.). MEDION arbeitet jedoch mit Partnern auf der Lieferantenseite daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen und daraus marktreife Produkte zu entwickeln. Dieses Prinzip gilt auch für die verschiedenen Angebote im Bereich der digitalen Dienstleistungen, die gemeinsam mit weltweit agierenden Partnern und dabei teilweise auch nur mit speziell für MEDION designten Lösungen weiterentwickelt werden.
Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten sowie der Vernetzung von stationären Produkten mit webbasierten Cloud-Lösungen ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen, den Zugriff auf weltweite Einkaufsverbindungen von Lenovo und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können. Sowohl bei Lenovo als auch bei MEDION gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen. Der kontinuierliche Ausbau des sogenannten Private Label Business im Ausland während des Berichtsjahres ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung. Auf der anderen Seite ist es wichtig, den in den Vorjahren gewonnenen Schwung beim Ausbau digitaler Produkte und Kanäle beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Darüber hinaus stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen oder auch Technologien zu Vernetzungen digitaler Produkte und Online-Aktivitäten im Fokus. Diese Aktivitäten sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Anteil am Gesamtumsatz mittelfristig weiter erhöhen. Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen nicht ausgeschlossen. Investitionen sind dabei beispielsweise für die weitere Automatisierung der nationalen und internationalen After-Sales-Kapazitäten und insbesondere in die IT-Struktur und neue Software-Applikationen vorgesehen. Insgesamt sieht sich MEDION bei der Verfolgung der strategischen Ziele im Plan. Im Bereich des klassischen MEDION-Geschäftes wurden Geschäftsbeziehungen zu Handelsketten weiter stabilisiert und ausgebaut und der Ausbau digitaler Kanäle durch Internationalisierung wurde weiter vorangetrieben.
Der MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele fest. Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mit Verantwortlichen innerhalb der EMEA-Organisation. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem mit sowohl finanziellen als auch nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (z.B. Mitarbeiterkennzahlen, Mitarbeiterzufriedenheit, Kennzahlen zum Kundenservice) zurück. Die GuV-Kennzahlen Umsatz und EBIT sind dabei die bedeutsamsten Steuerungsgrößen, die regelmäßig Plan-Ist-Vergleichen zugrunde liegen. Außerdem werden als Leistungsindikatoren der Rohertrag, das Working Capital und die Eigenkapitalquote ermittelt.
Das Jahr 2021 war für die deutsche Wirtschaft erneut ein turbulentes Jahr. Bis ins Frühjahr hinein war die wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch die Pandemie und entsprechende Eindämmungsmaßnahmen gekennzeichnet. Die Impfkampagne ermöglichte zum Sommer hin eine Erholung nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Lieferengpässe und Materialknappheiten spielten im Jahresverlauf allerdings eine zunehmende Rolle. Im Herbst 2021 kam es dann abermals zu einer deutlichen Zunahme der Infektionszahlen, in deren Folge die wirtschaftliche Erholung im Schlussquartal einen spürbaren Dämpfer hinnehmen musste. Im Ergebnis stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 mit einer Rate von 2,7 %. Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr spürbar auf jahresdurchschnittlich 3,1 % erhöht, während sie im Vorjahr bei nur 0,5 % gelegen hatte (Quelle: BMWi Jahresbericht 2022). Im März 2022 betrug der Verbraucherpreisindex 115,3 %. Dies wirkt sich belastend auf das Konsumverhalten der privaten Haushalte aus (Quelle: de.statista.com/statistik/daten/studie/38504/umfrage/verbraucherpreisindex-in-deutschland/).
Nach einem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 und einer daraus resultierenden außergewöhnlich großen Nachfrage nach Home Electronics-Produkten, zeigte der Markt im Jahr 2021 insgesamt eine weiterhin positive Entwicklung – allerdings auf abgeschwächtem Niveau. Der aktuelle Home Electronics Market Index für das Gesamtjahr 2021 zeigt Umsatzzuwächse in den Produktkategorien Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte. So ist der Home Electronics Markt in 2021 um 3,1 Prozent auf € 49 Mrd. angestiegen (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix-2021/).
Der Markt für TV-Geräte in Deutschland musste für das Gesamtjahr 2021 einen Rückgang bei den Stückzahlen von 20 % auf knapp 5,8 Mio. verkaufte Geräte hinnehmen. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte um 16 % auf 677 Euro deutlich. Dennoch entwickelte sich der Umsatz rückläufig: € 3,9 Mrd. Gesamtumsatz im TV-Bereich bedeuten einen Umsatzrückgang von 7 % für das Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang bei den Stückzahlen zeigte sich bereits im ersten Quartal 2021 und steigerte sich im Verlauf des Jahres auf insgesamt 20 %.# 5.2.1 Marktentwicklung
Im Vorjahr entwickelte sich der Markt pandemiebedingt außergewöhnlich positiv, so dass Branchenkenner einen Rückgang im Jahr 2021 erwartet hatten. In der Pandemie fokussierten sich viele Verbraucher:innen auf eine Freizeitgestaltung in den eigenen vier Wänden und investierten in Home Electronics-Produkte. Verglichen mit 2019, dem Jahr vor der Pandemie, ergibt sich im Markt für TV-Geräte für 2021 allerdings noch immer ein Umsatzplus von 10%. Der bereits länger anhaltende Trend zu TV-Geräten mit größeren Bilddiagonalen und hochwertiger Ausstattung verstärkte sich in den Pandemie-Jahren nochmal deutlich. So beträgt der Umsatz mit Fernsehgeräten, die eine Bilddiagonale von 55 Zoll (140 cm) und mehr haben, bereits mehr als 65 %. Die noch relativ junge Produktgruppe der OLED-Geräte erreichte 2021 erstmals die Marke von € 1 Mrd. Umsatz. OLED-TVs erzielten 2021 einen Durchschnittspreis von mehr als € 1.600. Diese beiden Entwicklungen hatten zur Folge, dass der Stückzahlrückgang nicht zu einem noch stärkeren Umsatzrückgang führte (Quelle: gfu.de/markt-fuer-tv-in-deutschland-2021/).
Die verkaufte Stückzahl von Desktop-PCs verringerte sich um 11 % auf 989.000 Stück bei einem ebenfalls gesunkenen Umsatz von € 907 Mio. (-0,9 %). Ebenso verminderte sich die verkaufte Stückzahl von Notebooks auf 4,286 Mio. (-12,3 %) bei einem gesunkenen Umsatz von € 3,474 Mrd. (- 2,8 %). Dagegen erhöhte sich die verkaufte Stückzahl bei Tablet-PCs um 19,2 % auf 5.448 Mio. auf einen Umsatz von € 2,185 Mrd.(+ 26,4 %). Der Durchschnittspreis der Desktop-PCs erhöhte sich um + 11,3 %, € 917, ebenso stieg er auch bei den Notebooks um + 10,8 %, auf € 811 und bei Tablet-PCs um + 6 % auf € 401 an (Quelle: gfu.de/hemix-home-electronics-markt-index-q1-4-2021/).
Auch der Durchschnittspreis der Smartphones stieg an, um 11,2 % auf € 555. Beim Umsatz erzielten Smartphones ein Plus von € 11,9 Mrd. (+ 6,3 %) mit knapp 21,5 Mio. Stück (- 4,4 %) (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix/-q1-4-20210).
Die Zahl der aktiven SIM-Karten hat 2021 die Marke von 150 Mio. überschritten. Etwa 9 % der Ende 2021 aktiven persönlichen Mobilfunk-SIM-Karten ermöglichen es den Kunden, Mobilfunknetze der fünften Generation zu nutzen. Das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro Nutzer wächst 2021 im Vergleich zum Vorjahr auf deutlich über drei Gigabyte pro Monat (Quelle: VATM_TK-Marktstudie_281021).
Australien hat einen der wettbewerbsfähigsten und reifsten Telekommunikationsmärkte der Welt. Der Australia Telecoms Industry Report prognostiziert, dass die Mobilfunkverträge im Zeitraum 2022-2027 weiter wachsen werden, während die Festnetz-Breitband-Abonnenten im gleichen Zeitraum voraussichtlich auch mit einer etwas niedrigeren durchschnittlichen Rate wachsen werden (Quelle: Australien Telekommunikations-Branchenbericht - 2022-2027 (researchandmarkets.com).
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Bei der Erläuterung der Ertragslage werden alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen, sofern nicht anders vermerkt, in Mio. € angegeben und sind kaufmännisch gerundet. In Einzelfällen können sich daher bei der Addition von Einzelwerten zum Summenwert Differenzen in der Größenordnung von € 1 Mio. (oder 1 %) ergeben.
| Leistungsindikator | GJ 2020/2021 | Erwartung GJ 2021/2022 | +/- |
|---|---|---|---|
| Mio.€ | Mio.€ | Mio.€ | % |
| Gesamtumsatz Konzern | 984 | Rückgang auf rd. € 830 Mio. (entspricht -16 %) | 1.039 |
| Umsatz Projektgeschäft | 492 | Bis zu -21 % | 522 |
| Umsatz Direktgeschäft | 476 | Bis zu -10 % | 499 |
| Sonstige Umsätze | 16 | Bis zu -13 % | 18 |
| EBIT Konzern | 55 | Rückgang auf rd. € 39 Mio. oder bis zu -30 % | 47 |
| EBIT Projektgeschäft | 15 | Bis zu -80 % | 7 |
| EBIT Direktgeschäft | 40 | Bis zu -10 % | 39 |
Die im Ausblick des Geschäftsberichtes zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 dargestellten Erwartungen über den Geschäftsverlauf wurden umsatz- und ergebnisseitig deutlich übertroffen. Während für das erste Geschäftshalbjahr noch moderatere Rückgänge im Umsatz von bis zu -5 % erwartet wurden, war für das zweite Geschäftshalbjahr ein Rückgang der Umsätze von bis zu -25 % geplant. Hintergrund dieser Erwartungen war die Annahme, dass die positiven Kaufimpulse aus dem Winterhalbjahr 2020/2021 kontinuierlich zurückgehen aufgrund eines allgemein erwarteten Rückganges der Corona-Infektionen und damit einhergehend einer Veränderung des Kauf- bzw. Konsumverhaltens der Verbraucher. Die positiven Kaufimpulse blieben jedoch im ersten Geschäftshalbjahr noch deutlich spürbar. Dem erwarteten Rückgang (bis zu -5 %) steht ein weiteres Umsatzwachstum von rd. +15 % gegen. Auch im zweiten Geschäftshalbjahr blieben die positiven Impulse insgesamt bestehen, sodass statt des erwarteten Umsatzrückganges (bis zu -25 %) ein Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau realisiert werden konnte, wobei die Umsätze im dritten Quartal leicht über, die Umsätze im vierten Quartal leicht unter den Vorjahsumsätzen blieben, allerdings immer noch deutlich über den Erwartungen. Beim EBIT verhält es sich im ersten Geschäftshalbjahr ähnlich. Mit einem Anstieg um rd. +30 % lag das EBIT deutlich über den Erwartungen (rd. +15 %). Im zweiten Geschäftshalbjahr hingegen lag das EBIT mit rd. -30 % über den Erwartungen (rd. -45 %), aber eben deutlich unter dem Vorjahr. Die Erwartungen waren u.a. deshalb geringer, weil im Vorjahreszeitraum einmalige Sondereffekte realisiert wurden. Wie bereits im Vorjahr war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 das Projektgeschäft unerwartet das umsatzstärkste Segment. Dem erwarteten Umsatzrückgang von bis zu -21 % steht ein Wachstum von +6 % gegenüber. Beim Direktgeschäft steht dem erwarteten Umsatzrückgang von bis zu -10 % ein Umsatzwachstum von +5 % gegenüber.
| Ertragslage | Mio. € | % | Mio. € | % | Mio. € | % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.04.2021-31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||||
| Umsatz | 1.038,5 | 100,0 | 983,7 | 100,0 | 54,8 | 5,6 |
| Materialeinsatz | -796,5 | -76,7 | -730,5 | -74,3 | -66,0 | -9,0 |
| Rohertrag | 242,0 | 23,3 | 253,2 | 25,7 | -11,2 | -4,4 |
| Personalaufwand | -68,6 | -6,6 | -69,9 | -7,1 | 1,3 | 1,9 |
| Sonstige Aufwendungen und Erträge | -123,7 | -11,9 | -123,4 | -12,5 | -0,3 | -0,2 |
| Abschreibungen | -3,1 | -0,3 | -4,5 | -0,5 | 1,4 | 31,1 |
| EBIT | 46,6 | 4,5 | 55,4 | 5,6 | -8,8 | -15,9 |
| Finanzergebnis | -0,7 | -0,1 | -0,4 | 0,0 | -0,3 | -75,0 |
| EBT | 45,9 | 4,4 | 55,0 | 5,6 | -9,1 | -16,5 |
| Steuern | -14,1 | -1,4 | -17,0 | -1,7 | 2,9 | 17,1 |
| Konzernergebnis | 31,8 | 3,0 | 38,0 | 3,9 | -6,2 | -16,3 |
| Mio. € | % | Mio. € | % | Mio. € | % |
|---|---|---|---|---|---|
| 01.04.2021-31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | |||
| Projektgeschäft | 521,4 | 50,2 | 491,9 | 50,0 | 29,5 |
| Direktgeschäft | 499,1 | 48,1 | 475,7 | 48,4 | 23,4 |
| Sonstige | 18,0 | 1,7 | 16,1 | 1,6 | 1,9 |
| Umsatz | 1.038,5 | 100,0 | 983,7 | 100,0 | 54,8 |
| Mio. € | % | Mio. € | % | Mio. € | % |
|---|---|---|---|---|---|
| 01.04.2021 - 31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | |||
| Deutschland | 622,6 | 60,0 | 601,3 | 61,1 | 21,3 |
| Übriges Europa | 206,1 | 19,8 | 207,6 | 21,1 | -1,5 |
| Australien | 162,4 | 15,6 | 132,0 | 13,4 | 30,4 |
| Übriges Ausland | 47,4 | 4,6 | 42,8 | 4,4 | 4,6 |
| Umsatz | 1.038,5 | 100,0 | 983,7 | 100,0 | 54,8 |
Das entgegen den Erwartungen von Rückgängen bis zu -16 % (rd. € -150,0 Mio.) erwirtschaftete Umsatzwachstum von € 983,7 Mio. im Vorjahr auf € 1.038,5 Mio. (+5,6 % oder € +54,8 Mio.) im abgelaufenen Geschäftsjahr ist maßgeblich auf das wieder erstarkte Projektgeschäft zurückzuführen. Wie bereits im Vorjahr konnte das Projektgeschäft nicht nur stabilisiert werden, sondern überdurchschnittlich wachsen und wurde mit einem Umsatzanteil von 50,2 % wie bereits im Vorjahr wieder das umsatzstärkere Geschäftssegment (davor zuletzt im Geschäftsjahr 2014/2015). Den größten Anteil am Umsatzwachstum von € 491,9 Mio. um € +29,5 Mio. (+6,0 %) auf € 521,4 Mio. hatten erneut PC-Produkte aufgrund der Nachfrage für Home-Office und Home-Schooling. Zwar sank die Gesamtstückzahl an verkauften PCs leicht um -7 %, jedoch war ein Rückgang von bis zu -19 % geplant und es gab eine deutliche Verschiebung vom sogenannten Educational-Bereich (Lieferungen an Bildungs- und öffentliche Einrichtungen) im unteren Preissegment (-46 %) hin zu höherwertigeren Office-PCs (+24 %). Das Direktgeschäft übertraf zwar mit einem Umsatzwachstum von +4,9 % (€ +23,4 Mio.) von € 475,7 Mio. auf € 499,1 Mio. die Erwartungen (bis zu -10 %), jedoch gab es innerhalb des Segmentes im Vergleich zum Vorjahr gegensätzliche Entwicklungen. Während bei digitalen Dienstleistungen durch die Einschränkungen der Mobilität im Wege der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung ein Umsatzrückgang von bis zu -10 % erwartet wurde, konnten diese um +10 % wachsen. Bei den Online-Handelsaktivitäten gingen die Umsätze erwartungsgemäß zurück (-8%; Erwartung -10%). Insbesondere der Bereich Notebooks verzeichnete hier einen deutlichen Rückgang, was jedoch durch stabile Umsätze bei PCs und Home Appliances abgefedert werden konnte. Die sonstigen Umsätze, die im Berichtszeitraum ausschließlich Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern beinhalten, konnten entgegen den Erwartungen (bis zu -13 %) wachsen (+ 12 %). Deutschland bleibt mit 60,0 % Umsatzanteil (Vorjahreszeitraum: 61,1 %) wichtigster Markt, wenn auch mit leicht abnehmendem Umsatzanteil. Der Umsatz stieg von € 601,3 Mio. im Vorjahr um € +21,3 Mio. (+3,5 %) auf € 622,6 Mio. Der Umsatz im übrigen Europa blieb hingegen nahezu unverändert und ging um -0,7 % auf € 206,1 Mio. (Vorjahr € 207,6 Mio.) zurück. Ein Rückgang in Iberia infolge verringerter Mengen bei Educational-PCs konnte durch Wachstum in Benelux und den Nordics kompensiert werden. Der Umsatzanstieg außerhalb Europas konnte überwiegend in Australien erzielt werden. Der Umsatz stieg hier von € 132,0 Mio. im Vorjahreszeitraum um € +30,4 Mio.auf € 162,4 Mio. Aber auch im übrigen Ausland konnte der Umsatz von € 42,8 Mio. auf € 47,4 Mio. (€ +4,6 Mio.) gesteigert werden. Maßgeblicher Wachstumstreiber war der asiatische Markt für Educational Devices.
Der erwirtschaftete Rohertrag liegt trotz Umsatzanstieg um +5,6 % mit € 242,0 Mio. um € -11,2 Mio. (-4,4 %) unter dem Vorjahreswert von € 253,2 Mio. Begründet ist dies hauptsächlich durch den überproportionalem Anstieg des mit geringeren Roherträgen behafteten Projektgeschäftes. Zudem war der Rohertrag im letzten Geschäftsjahr durch einmalige Sondereffekte bei den Lizenzrückstellungen positiv beeinflusst. Aber auch im Direktgeschäft haben sich Preisdruck und Wettbewerbsintensität wieder verstärkt, sowohl bei digitalen Dienstleistungen als auch im klassischen Onlinehandel. Die Rohertragsmarge hat sich entsprechend insgesamt von 25,7 % auf 23,3 % verringert.
Die im Geschäftsjahr im MEDION-Konzern durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) liegen mit 1.021 leicht (+1,0 %) über dem Vorjahr (1.011). Der Personalaufwand sank hingegen leicht von € 69,9 Mio. um € -1,3 Mio. auf € 68,6 Mio. Geringeren Zuführungen zu Pensionsrückstellungen (Minderaufwand rd. € 2,0 Mio.) stehen leicht höhere Aufwendungen für Sozialabgaben gegenüber.
| GJ 2021/2022 | GJ 2020/2021 | |
|---|---|---|
| Personalaufwand, gesamt in T€ | 68.575 | 69.890 |
| Durchschnittliche Mitarbeiterzahl | 1.021 | 1.011 |
| Personalaufwand pro Mitarbeiter in € | 67.164 | 69.130 |
Im laufenden Geschäftsjahr wurden nur noch geringfügige Unterstützungsleistungen für Kurzarbeit durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vereinnahmt. Die Kurzarbeit wurde im Juli 2021 eingestellt.
Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen liegt mit € 123,7 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 123,4 Mio.).
| Sonstige Betriebliche Aufwendungen UND Erträge | Mio. € 01.04.2021 - 31.03.2022 | Mio. € 01.04.2020 - 31.03.2021 | Mio. € GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | % GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 |
|---|---|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | ||||
| Vertriebsaufwendungen | -103,1 | -104,7 | 1,6 | 1,5 |
| davon Marketing | -20,3 | -22,0 | 1,7 | 7,7 |
| davon Kundenservice | -16,8 | -16,3 | -0,5 | -3,1 |
| davon Provisionen & Gebühren | -41,7 | -41,6 | -0,1 | -0,2 |
| davon Frachtkosten | -12,0 | -13,4 | 1,4 | 10,4 |
| davon Sonstiges | -12,3 | -11,4 | -0,9 | -7,9 |
| Verwaltungsaufwendungen | -23,1 | -21,3 | -1,8 | -8,5 |
| Betriebsaufwendungen | -3,7 | -3,9 | 0,2 | 5,1 |
| Übrige | -1,3 | -4,3 | 3,0 | 69,8 |
| Gesamt Aufwendungen | -131,2 | -134,2 | 3,0 | 2,2 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 7,5 | 10,8 | -3,3 | -30,6 |
| Saldo | -123,7 | -123,4 | -0,3 | -0,2 |
Innerhalb der Vertriebsaufwendungen gab es wenige Veränderungen. Der leichte Rückgang der Marketingaufwendungen von € 22,0 Mio. auf € 20,3 Mio. erklärt sich hauptsächlich durch geringere Messe- und Event-Aktivitäten. Der Rückgang der Frachtkosten von € 13,4 Mio. auf € 12,0 Mio. (€ - 1,4 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus den Rückgängen im Geschäftsvolumen des Onlinehandels. Der leichte Anstieg der sonstigen Vertriebsaufwendungen von € 11,4 Mio. auf € 12,3 Mio. ist hauptsächlich durch Aufwendungen für Verpackungen begründet. Trotz Umsatzanstieg, auch und insbesondere im serviceintensiven Multimediabereich, blieben die Aufwendungen für Kundenservice mit € 16,8 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 16,3 Mio.). Hintergrund ist, dass serviceintensivere Produkte (insbesondere Haushalts-Großgeräte) im Laufe des Geschäftsjahres aus der Menge der unter Garantie befindlichen Geräte im Markt herausgefallen sind. Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen auf € 23,1 Mio. (Vorjahr € 21,3 Mio.) betrifft gestiegene Kosten für Zahlungstransaktionen, Rechts- und Beratungskosten sowie Versicherungsbeiträge. Der Rückgang der übrigen Aufwendungen begründet sich durch Risikovorsorge bei ausstehenden Forderungen im Vorjahr, die im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich waren. Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich deutlicher (-30,6 %) von € 10,8 Mio. auf nur noch € 7,5 Mio. Dieses hängt mit unerwartet hohen Erträgen im Vorjahr zusammen, im Wesentlichen aus Sachbezügen (Minderertrag in 2021/2022: € -1,3 Mio.) und der Herabsetzung von Wertberichtigungen nach IFRS 9 (Minderertrag € -2,2 Mio.), die im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht mehr in der Höhe realisiert wurden.
Der Rückgang der Abschreibungen von € 4,5 Mio. auf € 3,1 Mio. erklärt sich durch Wertminderungen für eine digitale Vertriebsplattform im Vorjahr. Nach wie vor entfallen die Abschreibungen mehrheitlich auf Software.
Trotz des Umsatzanstieges konnte das Vorjahres-EBIT erwartungsgemäß nicht realisiert werden. Auch wenn es mit € 46,6 Mio. deutlich über den Erwartungen liegt (€ 39,0 Mio.), bleibt es um € 8,8 Mio. unter dem Vorjahreswert. Dennoch wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber den Vorjahren (vor Corona) wieder Skaleneffekte erzielt. Das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere EBIT erklärt sich auch dadurch, dass im Vorjahr, im Wesentlichen im Projektgeschäft, Einmalerträge durch Veränderungen bei den Lizenzrückstellungen angefallen sind.
| Mio. € 01.04.2021-31.03.2022 | % | Mio. € 01.04.2020 - 31.03.2021 | % | Mio. € GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Projektgeschäft | 7,1 | 15,2 | 15,0 | 27,1 | -7,9 | -52,7 |
| Direktgeschäft | 38,9 | 83,4 | 39,9 | 72,0 | -1,0 | -2,5 |
| Sonstige | 0,6 | 1,4 | 0,5 | 0,9 | 0,1 | 20,0 |
| EBIT | 46,6 | 100,0 | 55,4 | 100,0 | -8,8 | -15,9 |
Die Umsätze von Projekt- und Direktgeschäft werden gesondert erfasst, auch der Großteil der Aufwendungen kann den Segmenten eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die segmentübergreifend mehrere Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet (beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen). Das im Direktgeschäft erwirtschaftete EBIT liegt mit € 38,9 Mio. nur um € -1,0 Mio. unter dem Vorjahresniveau von € 39,9 Mio. und ist mit einem Rückgang von -2,5 % besser als erwartet (Rückgang bis zu -10 %). Es bleibt weiterhin wichtigster Ergebnisträger (Anteil >80 %, Vorjahr >70 %), jedoch haben sich hier Änderungen in der Produktnachfrage und steigender Preisdruck spürbar negativ auf die Profitabilität der digitalen Dienstleistungen ausgewirkt. Das unerwartete Umsatzwachstum in diesem Segment konnte diese Effekte nicht kompensieren. Das Projektgeschäft trägt zwar nach wie vor den geringeren Beitrag zum Konzern-EBIT bei, durch das außergewöhnlich starke Wachstum und die gegenwärtig geringere Preissensitivität im Hardwarebereich konnten jedoch Skaleneffekte realisiert werden. Zwar ging das erwirtschaftete EBIT von € 15,0 Mio. um € -7,9 Mio. auf € 7,1 Mio. zurück (-52,7 %). Jedoch war ein deutlich höherer Rückgang von bis zu -80 % erwartet, der sowohl durch den geplanten Umsatzrückgang, aber auch durch die Tatsache, dass das EBIT des Projektgeschäftes im Vorjahr einmalige periodenfremde Erträge enthielt, begründet war. Die Sonstige Umsätze verblieben der Umsatzentwicklung entsprechend bei einem Ergebnisbeitrag in Höhe von € 0,5 Mio. auf Vorjahresniveau.
| Mio.€ GJ 2021/2022 | Mio.€ GJ 2020/2021 | |
|---|---|---|
| Erträge aus Geldanlage | 0,22 | 0,48 |
| Sonstige Erträge | 0,02 | 0,03 |
| Gesamt Zinserträge | 0,24 | 0,51 |
| Zinsaufwand | - | -0,36 |
| Gebühren | - | -0,24 |
| Sonstige Aufwendungen | -0,39 | -0,31 |
| Gesamt Zinsaufwendungen | -0,95 | -0,96 |
| Finanzergebnis | -0,71 | -0,45 |
Das weiter niedrige Zinsniveau und ein geringeres Anlagevolumen führten erneut zu einer Halbierung der Zinserträge von € 0,51 Mio. im Vorjahr auf € 0,24 Mio. Bei nahezu unveränderten Zinsaufwendungen ergibt sich somit auch eine Verschlechterung des Finanzergebnisses von € - 0,45 Mio. auf € -0,71 Mio.
| Mio.€ GJ 2021/2022 | Mio.€ GJ 2020/2021 | |
|---|---|---|
| Effektiv zahlungswirksame Steuern | 9,2 | 7,1 |
| Steuerumlage vom Organträger | 3,4 | 1,0 |
| Steuerumlage vom Organträger Vorjahre | - | 0,5 |
| Zahlungsunwirksame Steuern gem. IAS 12 | 2,3 | 1,3 |
| Latente Ertragsteuern | -0,8 | 8,1 |
| Ertragsteueraufwand | 14,1 | 17,0 |
Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen hauptsächlich die Tochtergesellschaften der MEDION AG. Die Änderung der latenten Steuern (Ertrag: € 0,8 Mio.; Vorjahr: Aufwand € 8,1 Mio.) ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr aktive temporäre Differenzen entsprechend vermindert wurden. Bedingt durch einen Steuerumlagevertrag mit der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG werden bei MEDION € 3,4 Mio. als Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr (Vorjahr: € 1,0 Mio.) ausgewiesen. Eine Steuerumlage für Vorjahre gab es nicht (Vorjahr: € -0,5 Mio.). Die zahlungsunwirksamen Steuern sind auf den Stand Alone Approach gemäß IAS 12 zurückzuführen.
Bei unveränderter Steuerquote (30,7 %; Vorjahr 30,9 %) ergibt sich aufgrund des niedrigeren erwirtschafteten operativen Ergebnisses ein um € -6,2 Mio. (-16,3 %) niedrigeres Konzernergebnis von € 31,8 Mio. (Vorjahr € 38,0 Mio.).# Vermögens- und Finanzlage
| Mio.€ | % | Mio.€ | % | Mio.€ | % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||||
| Sachanlagen | 26,6 | 3,3 | 27,1 | 3,3 | -0,5 | -1,8 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2,6 | 0,3 | 3,2 | 0,4 | -0,6 | -18,8 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 0,4 | 0,1 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige langfristige andere Vermögenswerte | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Aktive latente Steuern | 6,9 | 0,9 | 6,8 | 0,8 | 0,1 | 1,5 |
| Langfristige Vermögenswerte | 36,6 | 4,6 | 37,6 | 4,6 | -1,0 | -2,7 |
| Vorräte | 269,7 | 34,3 | 185,1 | 22,5 | 84,6 | 45,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 220,9 | 28,0 | 219,4 | 26,7 | 1,5 | 0,7 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 69,7 | 8,8 | 151,3 | 18,4 | -81,6 | -53,9 |
| davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln | 30,0 | 3,8 | 110,0 | 13,4 | -80,0 | -72,7 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 41,1 | 5,1 | 52,7 | 6,4 | -11,6 | -22,0 |
| Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte | 10,8 | 1,4 | 9,0 | 1,1 | 1,8 | 20,0 |
| Zahlungsmittel / -äquivalente | 140,7 | 17,8 | 166,7 | 20,3 | -26,0 | -15,6 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 752,9 | 95,4 | 784,2 | 95,4 | -31,3 | -4,0 |
| Summe Aktiva | 789,5 | 100,0 | 821,8 | 100,0 | -32,3 | -3,9 |
| Eigenkapital | 470,5 | 59,6 | 472,1 | 57,4 | -1,6 | -0,3 |
| abzgl. erworbener eigener Aktien | -46,4 | -5,9 | -46,4 | -5,6 | 0,0 | 0,0 |
| Bilanzielles Eigenkapital (IFRS) | 424,1 | 53,7 | 425,7 | 51,8 | -1,6 | -0,4 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 26,9 | 3,4 | 27,9 | 3,4 | -1,0 | -3,6 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 165,2 | 20,9 | 177,7 | 21,6 | -12,5 | -7,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 45,4 | 5,8 | 31,3 | 3,8 | 14,1 | 45,0 |
| davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung | 36,5 | 4,6 | 29,3 | 3,6 | 7,2 | 24,6 |
| Steuerverbindlichkeiten | 1,6 | 0,2 | 1,1 | 0,1 | 0,5 | 45,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 71,5 | 9,1 | 71,1 | 8,7 | 0,4 | 0,6 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 36,3 | 4,6 | 70,1 | 8,5 | -33,8 | -48,2 |
| Sonstige kurzfristige andere Verbindlichkeiten | 18,5 | 2,3 | 16,9 | 2,1 | 1,6 | 9,5 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 338,5 | 42,9 | 368,2 | 44,8 | -29,7 | -8,1 |
| Summe Passiva | 789,5 | 100,0 | 821,8 | 100,0 | -32,3 | -3,9 |
Die Bilanzsumme des MEDION-Konzerns hat sich zum 31. März 2022 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € -32,3 Mio. (-3,9 %) auf € 789,5 Mio. vermindert (31. März 2021: € 821,8 Mio.). Mit dem gewachsenen Geschäftsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr und einem hohen Auftragsvolumen für das neue Geschäftsjahr auf der einen Seite, sowie mit den globalen Lieferkettenproblemen auf der anderen Seite, die zu längeren Zwischenlagerzeiten führen, einher geht entsprechend auf der Aktivseite der Anstieg des Vorratsvermögens um € +84,6 Mio. auf € 269,7 Mio. (Vorjahr € 185,1 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit € 220,9 Mio. nahezu unverändert (Vorjahr € 219,4 Mio.). Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um € -11,6 Mio. auf € 41,1 Mio. (Vorjahr € 52,7 Mio.) erklärt sich maßgeblich durch niedrigere Forderungen aus Lieferantengutschriften (€ -8,0 Mio.) und niedrigere Fair Value-Bewertungen der Finanzderivate (€ -2,6 Mio; IFRS 9). Der nochmals deutliche Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um € -81,6 Mio. auf € 69,7 Mio. (Vorjahr: € 151,3 Mio.) resultiert aus der deutlich geringeren Bereitstellung liquider Mittel (€ 30,0 Mio.; Vorjahr: € 110,0 Mio.) aufgrund des erhöhten kurzfristigen Liquiditätsbedarfs zur Vorfinanzierung des operativen Geschäftes. Die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und -äquivalente verminderten sich um € -26,0 Mio. auf € 140,7 Mio. (Vorjahr: € 166,7 Mio.). Inklusive der im Lenovo-Konzern angelegten, jederzeit kurzfristig rückrufbaren liquiden Mittel ergibt sich ein Rückgang der Gesamt-Liquidität zum Bilanzstichtag von € 276,7 Mio. um € -106,0 Mio. auf € 170,7 Mio. Auf der Passivseite gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € -12,5 Mio. auf € 165,2 Mio. zurück (Vorjahr € 177,7 Mio.). Insgesamt erhöhte sich demnach die Mittelbindung durch das Working Capital (Vorratsvermögen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) zum 31. März 2022 um € +98,6 Mio. auf € 325,4 Mio. (Vorjahr: € 226,8 Mio.). Die Erhöhung der kurzfristig im Working Capital gebundenen Liquidität entspricht somit nahezu dem Rückgang der kurzfristig verfügbaren freien Liquidität. Zu den von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien wird gemäß § 315 Abs. 2 S. 2 HGB und § 289 Abs. 2 S. 2 HGB auf die im Anhang der MEDION AG im Abschnitt 4.3.1 „Angaben zur Bilanz“ und „Eigenkapital“ gemachten Angaben gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen. Das bilanzielle Eigenkapital liegt mit € 424,1 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 425,7 Mio.), aufgrund der verminderten Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote leicht von 51,8 % im Vorjahr auf 53,7 % zum 31. März 2022 und liegt damit nach wie vor stabil über 50 %. Die sonstigen Rückstellungen sind mit € 71,5 Mio. ebenfalls unverändert (Vorjahr: € 71,1 Mio.) und beinhalten nach wie vor im Wesentlichen Rückstellungen für Gewährleistungen (€ 19,3 Mio.; Vorjahr € 20,9 Mio.) sowie für Lizenzen und Schutzrechte (€ 24,1 Mio.; Vorjahr € 24,9 Mio.). Für Verpflichtungen aus Gewährleistungen sind zusätzlich € 11,2 Mio. (Vorjahr € 11,9 Mio.) in den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Verminderung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von € 70,1 Mio. um € -33,8 Mio. auf € 36,3 Mio. resultiert nahezu ausschließlich aus einem geringeren Saldo des Factoring-Programmes (€ 30,6 Mio.; Vorjahr € 64,9 Mio.). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 45,4 Mio. zum 31. März 2022 (Vorjahr: € 31,3 Mio.) sind neben Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung (€ 36,5 Mio.; Vorjahr € 29,3 Mio.) auch Verbindlichkeiten aus dem Bezug von Servicematerialien enthalten.
| Mio.€ | Mio.€ | Mio.€ | % | |
|---|---|---|---|---|
| 01.04.2021 - 31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||
| Betriebsergebnis (EBIT) | 46,6 | 55,4 | -8,8 | -15,9 |
| Planmäßige Abschreibungen sowie andere zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | 2,0 | 8,2 | -6,2 | -75,6 |
| Brutto Cashflow | 48,6 | 63,6 | -15,0 | -23,6 |
| Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen | -80,8 | -57,7 | -23,1 | -40,0 |
| Veränderungen der übrigen Rückstellungen | -0,3 | -5,9 | 5,6 | 94,9 |
| Auszahlungen für Steuern | -8,8 | -6,5 | -2,3 | -35,4 |
| Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit | -41,3 | -6,5 | -34,8 | < -100,0 |
| Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit | 78,3 | 75,9 | 2,4 | 3,2 |
| Auszahlung Ergebnisabführung Vorjahre | -29,3 | -18,2 | -11,1 | -61,0 |
| Netto-Zahlungen Finanzverbindlichkeiten | -35,3 | -11,0 | -24,3 | < -100,0 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | -64,6 | -29,2 | -35,4 | < -100,0 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -27,6 | 40,2 | -67,8 | < -100,0 |
| Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds | 1,6 | 5,2 | -3,6 | -69,2 |
| Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres | 166,7 | 121,3 | 45,4 | 37,4 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 140,7 | 166,7 | -26,0 | -15,6 |
Der auf € -41,3 Mio. erhöhte Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit (Vorjahr € -6,5 Mio.) erklärt sich durch das stark gewachsene und vorzufinanzierende Hardwaregeschäft und damit zusammenhängende Mittelbindungen. Die Zeitspannen notwendiger Vorfinanzierungen haben sich durch die globalen Lieferkettenprobleme verlängert. Dieser negative operative Cashflow ist gedeckt durch Rückflüsse aus den dem Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellten liquiden Mitteln, die als Investitionstätigkeit in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen werden. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit entspricht im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr einem Rückfluss aus der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern. Der im Vergleich zum Vorjahr um € -35,4 Mio. höhere Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€ ‑64,6 Mio.; Vorjahr € -29,2 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus dem zum 31. März 2022 bilanzierten geringeren Verkauf von Forderungen im Rahmen eines Factoring-Programmes. Insgesamt ergibt sich somit eine Verminderung des Finanzmittelfonds von € 166,7 Mio. im Vorjahr um € -26,0 Mio. auf € 140,7 Mio. Aufgrund der vereinbarten Finanzierungsrahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird dem Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Abzüglich der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Verbindlichkeiten aus einem Factoring-Programm ergibt sich eine Minderung der Netto-Liquidität um € -71,7 Mio. von € 211,8 Mio. im Vorjahr auf € 140,1 Mio. zum 31. März 2022.
| Mio.€ | Mio.€ | |
|---|---|---|
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
| In Bilanz ausgewiesene Liquidität | 140,7 | 166,7 |
| Zuzäglich im Konzern angelegter Mittel | 30,0 | 110,0 |
| Gesamt-Liquidität | 170,7 | 276,7 |
| Abzüglich Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung | -30,6 | -64,9 |
| Netto-Liquidität | 140,1 | 211,8 |
Die Finanzierung des MEDION-Konzerns einschließlich des erforderlichen Working Capitals für das laufende Geschäft war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets sichergestellt. Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive Netto-Liquidität. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen bilanziellen Eigenkapital von € 424,1 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 54,5 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 30,0 Mio.) von € 170,7 Mio. über weiterhin sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen im Prognosezeitraum.# 5.2.2.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns
Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich das operative Ergebnis (EBIT) aufgrund des stärker als erwartet gewachsenen Geschäftsvolumens positiv und liegt mit € 46,6 Mio. über den Erwartungen. Dabei konnte sowohl das operative Ergebnis im Direktgeschäft mit € 38,9 Mio. entgegen den Erwartungen (Rückgang auf bis zu € 36,0 Mio.) nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden, als auch das operative Ergebnis im Projektgeschäft, welches mit € 7,1 Mio nur um rd. -50 % bei einem erwarteten Rückgang von bis zu -80 % zurückgegangen ist.
Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2021/2022 (zusammengefasster Lagebericht) sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Da das MEDION-Geschäft weitestgehend über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns.
Ergänzende Erläuterungen zu wesentlichen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:
| 01.04.2021-31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio. € | % | Mio. € | % | Mio. € | % | |
| Umsatz | 891,5 | 100,0 | 872,3 | 100,0 | 19,2 | 2,2 |
| Materialeinsatz | -685,9 | -76,9 | -651,6 | -74,7 | -34,3 | -5,3 |
| Rohertrag | 205,6 | 23,1 | 220,7 | 25,3 | -15,1 | -6,8 |
| Personalaufwand | -37,1 | -4,3 | -39,6 | -4,5 | 2,5 | 6,3 |
| Sonstige Aufwendungen und Erträge | -147,4 | -16,5 | -144,8 | -16,6 | -2,6 | -1,8 |
| Abschreibungen | -2,7 | -0,3 | -4,2 | -0,6 | 1,5 | 35,7 |
| EBIT | 18,4 | 2,1 | 32,1 | 3,7 | -13,7 | -42,7 |
| Finanzergebnis | 22,4 | 2,5 | -1,4 | -0,2 | 23,8 | 1.700,0 |
| EBT | 40,8 | 4,6 | 30,7 | 3,5 | 10,1 | 32,9 |
| Steuern | -4,3 | -0,5 | -1,4 | -0,2 | -2,9 | -207,1 |
| Ergebnis MEDION AG vor Gewinnabführung | 36,5 | 4,1 | 29,3 | 3,4 | 7,2 | 24,6 |
Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 23,1 % auf Niveau der Konzern-rohertragsmarge (23,3 %) und genau wie der Konzernwert unter dem Vorjahresniveau (25,3 %; 25,7 % im Konzern). Hintergrund des geringeren Rohertrages ist entsprechend derselbe wie im Konzern, das starke Wachstum des durch niedrigere Rohmargen geprägten Projektgeschäftes, das ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird.
Der Personalaufwand der MEDION AG ist im Vorjahresvergleich um € -2,5 Mio. gesunken. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) der MEDION AG liegt hingegen mit 426 leicht über dem Vorjahr (Vorjahr 421). Höheren Gehaltsaufwendungen aufgrund der gestiegenen FTEs stehen geringere Aufwendungen für Prämien und Sachbezüge sowie geringere Zuführungen zu Pensionsrückstellungen (Minderaufwand rd. € 1,6 Mio.) gegenüber.
| GJ 2021/2022 | GJ 2020/2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||
|---|---|---|---|---|
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | % | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | ||||
| Vertriebsaufwendungen | -122,2 | -129,5 | 7,3 | 5,6 |
| davon Marketing | -40,0 | -46,0 | 6,0 | 13,0 |
| davon Kundenservice | -30,2 | -28,7 | -1,5 | -5,2 |
| davon Provisionen & Gebühren | -21,8 | -24,1 | 2,3 | 9,5 |
| davon Sonstiges | -30,2 | -30,7 | 0,5 | 1,6 |
| Verwaltungsaufwendungen | -33,2 | -30,4 | -2,8 | -9,2 |
| Betriebsaufwendungen | -2,2 | -2,5 | 0,3 | 12,0 |
| Übrige | -0,7 | -4,0 | 3,3 | 82,5 |
| Summe Sonstige betriebliche Aufwendungen | -158,3 | -166,4 | 8,1 | 4,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 10,9 | 21,6 | -10,7 | -49,5 |
| Saldo | -147,4 | -144,8 | -2,6 | -1,8 |
Da im MEDION-Konzern der maßgebliche Anteil des Geschäftes durch die MEDION AG realisiert wird und sich die Organisationsstrukturen entsprechend hauptsächlich in der AG befinden, lässt sich auch die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge teilweise mit der des Konzerns vergleichen. Insgesamt liegt der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge mit € -147,4 Mio. um € -2,6 Mio. (-1,8 %) über dem Vorjahr (€ -144,8 Mio.).
Aufgrund der unterschiedlichen Behandlung von zweckgebundenen Werbekostenzuschüssen im Hinblick auf den Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB und IFRS liegen die Aufwendungen für Marketing in Höhe von € 40,0 Mio. (Vorjahr: € 46,0 Mio.) um € 19,7 Mio. (Vorjahr: € 24,0 Mio.) über dem Wert im Konzern (€ 20,3 Mio.; Vorjahr: € 22,0 Mio.). Der größere Rückgang in der MEDION AG um € -6,0 Mio. (-13,0 %) resultiert maßgeblich aus geringeren Werbeaktivitäten in Print- und Funkmedien, denen etwas höhere Aufwendungen für Online- und TV-Werbung entgegenstehen.
Wie im Vorjahr hat der Herausfall von serviceintensiven Produktmengen aus der Gewährleistungszeit das starke Wachstum servicerelevanter Mengen im abgelaufenen Geschäftsjahr überkompensiert. Der leichte Anstieg der Serviceaufwendungen betrifft hauptsächlich die weiterbelastbaren Service-Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern. Insgesamt liegen die Aufwendungen für Kundenservice um € 13,4 Mio. (Vorjahr € 12,4 Mio.) über dem Konzernwert. Hintergrund ist, dass in der MEDION AG die durch Tochtergesellschaften weiterbelasteten Personalaufwendungen für den Kundenservice als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst werden.
Der Rückgang der Provisionen und Gebühren resultiert überwiegend aus der Einstellung des Fotoservices in Deutschland.
Die Verwaltungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für IT (€ 9,7 Mio.; Vorjahr € 9,2 Mio.) sowie konzerninterne Verwaltungsumlagen (€ 14,5 Mio.; Vorjahr: € 13,2 Mio.).
Nach höheren Auflösungen von Rückstellungen aufgrund von Lizenzvereinbarungen und Abgabenbescheiden im Vorjahr, im Wesentlichen für die Zeiträume 2015 bis 2019, reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Erträge von € 21,6 Mio. im Vorjahr auf € 10,9 Mio.
Das gegenüber dem Vorjahr (€ -1,4 Mio.) mit € +22,4 Mio. deutlich verbesserte Finanzergebnis erklärt sich durch eine Gewinnausschüttung der australischen Tochtergesellschaft.
Aufgrund des Steuerumlagevertrages zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH und der MEDION AG sind im Steueraufwand der MEDION AG (€ 4,3 Mio.; Vorjahr € 1,4 Mio.) Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von € 3,4 Mio. (Vorjahr € 1,0 Mio.), aber keine für Vorjahre (Vorjahr noch € -0,5 Mio. für Jahre vor 2020/2021) enthalten.
Bei der MEDION AG erhöhte sich das im Geschäftsjahr erwirtschaftete Ergebnis vor Gewinnabführung von € 29,3 Mio. um € 7,2 Mio. (+24,6 %) auf € 36,5 Mio.
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio.€ | % | Mio.€ | % | Mio.€ | % | |
| Anlagevermögen | 36,3 | 5,2 | 37,5 | 5,2 | -1,2 | -3,2 |
| Langfristige Vermögensgegenstände | 36,3 | 5,2 | 37,5 | 5,2 | -1,2 | -3,2 |
| Vorräte | 268,7 | 38,8 | 184,3 | 25,3 | 84,4 | 45,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 213,5 | 30,8 | 211,1 | 29,0 | 2,4 | 1,1 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 72,1 | 10,4 | 155,9 | 21,4 | -83,8 | -53,8 |
| Flüssige Mittel | 58,8 | 8,5 | 86,9 | 11,9 | -28,1 | -32,3 |
| Übrige Vermögensgegenstände | 43,1 | 6,3 | 51,9 | 7,1 | -8,8 | -17,0 |
| Kurzfristige Vermögensgegenstände | 656,2 | 94,8 | 690,1 | 94,8 | -33,9 | -4,9 |
| Summe Aktiva | 692,5 | 100,0 | 727,6 | 100,0 | -35,1 | -4,8 |
| Eigenkapital | 366,1 | 52,9 | 366,1 | 50,3 | 0,0 | 0,0 |
| Langfristige Rückstellungen | 14,9 | 2,2 | 13,1 | 1,8 | 1,8 | 13,7 |
| Sonstige Rückstellungen | 88,3 | 12,8 | 87,0 | 12,0 | 1,3 | 1,5 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 124,8 | 18,0 | 143,4 | 19,7 | -18,6 | -13,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 51,9 | 7,5 | 38,6 | 5,3 | 13,3 | 34,5 |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | 46,5 | 6,7 | 79,4 | 10,9 | -32,9 | -41,4 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 311,5 | 45,0 | 348,4 | 47,9 | -36,9 | -10,6 |
| Summe Passiva | 692,5 | 100,0 | 727,6 | 100,0 | -35,1 | -4,8 |
Die Bilanzsumme der MEDION AG zum 31. März 2022 hat sich im Vorjahresvergleich von € 727,6 Mio. um € -35,1 Mio. auf € 692,5 Mio. verringert. Die Verringerung der Bilanzsumme entspricht in etwa dem Konzernwert (€ -32,3 Mio.). Da das Working Capital-intensive Projektgeschäft ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird, haben sich aufgrund des Wachstums in diesem Segment dem Konzern entsprechend auch die Vorräte um € +84,4 Mio. erhöht. Unter Berücksichtigung der mit € 213,5 Mio. fast unveränderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr € 211,1 Mio.) und der um € -18,6 Mio. auf € 124,8 Mio. verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr € 143,4 Mio.) ergibt sich eine um € +105,4 Mio. höhere kurzfristige Mittelbindung im Working Capital (€ 357,4 Mio.; Vorjahr € 252,0 Mio.). Analog dem Konzern entspricht diese erhöhte Mittelbindung in etwa der Veränderung der freien Liquidität (unter Berücksichtigung der im Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellten Liquidität). Der Rückgang der übrigen Vermögensgegenstände resultiert dem Konzern entsprechend maßgeblich aus niedrigeren Lieferantengutschriften. Aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme liegt die Eigenkapitalquote zum 31. März 2022 mit 52,9 % über der Vorjahresquote von 50,3 % und nach wie vor stabil über 50 %.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die Aussichten für die Weltwirtschaft und bringt große politische Unsicherheit mit sich. Anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie der Ausfall von Nahrungsmittel- und Düngemittelexporten aus der Ukraine und Russland sind wahrscheinliche Folgen. Insbesondere in der Europäischen Union wird sich das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen. Vor allem die hohe Abhängigkeit von russischen Energieimporten stellt ein beträchtliches Risiko für einige Mitgliedstaaten dar. Nicht zuletzt können ein Lieferstopp oder ein Importembargo für russische Energieträger nicht ausgeschlossen werden. Vor Ausbruch des Krieges zeigte sich die weltweite konjunkturelle Entwicklung robust.# 5.3.1.1 Konjunkturelle Entwicklung
Zwar hatte die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus (SARS-CoV-2) in vielen Staaten zu neuen Höchstständen bei den Neuinfektionen geführt. Die ökonomischen Auswirkungen der Pandemiewellen fallen aber zunehmend geringer aus. Dagegen verschärfen der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die im Gegenzug ergriffenen Sanktionen die Störungen weltweiter Wertschöpfungsketten und erhöhen den inflationären Druck. Diese angebotsseitigen Schwierigkeiten treffen voraussichtlich noch auf eine weiterhin robuste Konsumnachfrage. Insbesondere die kontaktintensiven Dienstleistungen dürften sich im Sommerhalbjahr 2022 weiter erholen. Im Zuge einer weiteren Normalisierung der Konsumstruktur zwischen Gütern und Dienstleistungen sollten zumindest die pandemiebedingten Engpässe im Verlauf des Jahres an Einfluss verlieren. Wachstumsimpulse dürften durch den teilweisen Abbau ungeplanter pandemiebedingter Ersparnisse und einen soliden Arbeitsmarkt entstehen. Der Sachverständigenrat prognostiziert im Euro-Raum für die Jahre 2022 und 2023 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 2,9 %. Für die Prognose unterstellt der Sachverständigenrat, dass die Energiepreise im Prognosezeitraum erhöht bleiben, es jedoch nicht zu einem Stopp russischer Energielieferungen kommt. Das deutsche BIP dürfte im Jahr 2022 um 1,8 % und im Jahr 2023 um 3,6 % zulegen. Der Sachverständigenrat erwartet für den Euro-Raum Inflationsraten von 6,2 % und 2,9 % (HVPI) in den Jahren 2022 und 2023 und von 6,1 % und 3,4 % (VPI) für Deutschland. Die große Abhängigkeit von russischen Energielieferungen birgt das erhebliche Risiko einer geringeren Wirtschaftsleistung bis hin zu einer Rezession bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten (Quelle: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/Konjunkturprognosen/2022/KJ2022_Gesamtausgabe.pdf).
Der Markt für Consumer Electronics umfasst elektronische und digitale Geräte für den Privatgebrauch zu Unterhaltungs- (Fernseher, Radio, Smart Speaker, etc.) und Kommunikationszwecken (Telefone, Smartphones etc.) sowie zur Ausführung von Heimbüro-Tätigkeiten (Drucker, Kopierer etc.). Der Umsatz im Markt Consumer Electronics im für MEDION unverändert wesentlichen Markt Deutschland beträgt nach einer aktuellen Prognose 2022 etwa € 21,29 Mrd. Das größte Marktsegment ist das Segment Telefonie mit einem wertmäßigen Marktvolumen von rd. € 7,72 Mrd. in 2022. Im Jahr 2022 werden voraussichtlich 56,0 % des Gesamtumsatzes im Markt Consumer Electronics online erwirtschaftet (Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/consumer-electronics/deutschland). Aufgrund immer noch gestörter Lieferketten sowie weiteren Logistikproblemen und damit verbundenen Versorgungsengpässen bei Komponenten und manchen Rohmaterialien sowie der aktuellen Krisensituation ist eine weitergehende seriöse Prognose der Marktentwicklung für das Jahr 2022 derzeit nicht möglich (Quelle: Home Electronics Markt - onlinemarktplatz.de).
Der weiterhin stabile Absatz von Smartphones sorgt für einen anhaltenden Trend der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten im Postpaid und Prepaid Bereich. Im Mobilfunk wird unverändert in den Ausbau der Übertragungstechnik und die Glasfasernetze sowie den neuen 5G-Standard investiert. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Angebote und das im Zuge der Corona-Pandemie veränderte Einkaufsverhalten im stationären Handel werden auch die nächsten Jahre bestimmen. Digitale Dienstleistungen werden insbesondere vor dem Hintergrund vom Home-Office weiterhin stark nachgefragt werden.
Die zukünftige Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2022/2023 als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Verknappung von Komponenten, Lieferketten und Logistikproblemen und der Ukraine Krise entwickeln. Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens in das Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten. Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung im Telekommunikationsmarkt zu berücksichtigen sein. Der rasche technologische Wandel im Telekommunikationssektor erfordert hohe Investitionen, um Netzinfrastrukturen der nächsten Generation auszubauen. Der Ausbau von 5G-Netzen geht zügig voran und hat von den Netzbetreibern hohe Investitionen erfordert. Dies kann sich auch auf die für MEDION relevante Preisgestaltung der verfügbaren Angebote der Diensteanbieter im Jahr 2022 und 2023 auswirken. Ebenso wie beim Wettbewerb ist nicht konkret einzuschätzen welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen die aktuelle geopolitische Lage auf das Konsumverhalten der Verbraucher haben wird. Aktuell sind noch keine Auswirkungen auf die Auftragslage nennbar.
Da MEDION konzernweit einen großen Teil seines Hardwaregeschäftes als Projektgeschäft betreibt, welches längere Vorlaufzeiten aufgrund der kundenindividuellen Produktentwicklungen hat, ist bereits ein hoher Anteil des für das kommende Geschäftsjahr 2022/2023 geplanten Geschäftes im Projektgeschäft mit Kundenaufträgen hinterlegt. Zusätzlich bietet bei den digitalen Dienstleistungen im Direktgeschäft die seit Jahren hohe Grundstabilität (wiederkehrendes Geschäft) eine gewisse, mindestens kurzfristige Prognosesicherheit. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung, insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr 2022/2023, geschäftsmodellspezifisch mit geringerer Zuverlässigkeit prognostizierbar ist. Es ist nach wie vor schwierig abzuschätzen, inwieweit die seit Anfang 2020 regelmäßig eingeleiteten gesellschaftlichen und politischen Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie bezüglich Verkaufs- und Kontaktbeschränkungen mittel- und langfristig wirken. Auch wenn die Maßnahmen gegenwärtig flächendeckend heruntergefahren werden, ist ein dauerhafter Normalzustand nicht vorherzusehen. Weiterhin muss ein lediglicher Vorholeffekt zum Kauf von Elektronik-Produkten mangels alternativer Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus können intensiver werdende öffentliche Diskussionen über Umweltverträglichkeiten von Produkten oder Energieressourcen die Ausgabenentscheidungen der Konsumenten nachhaltig beeinflussen. Als besonderer Unsicherheitsfaktor kommt der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine hinzu, dessen mögliche Auswirkungen auf den Alltag und das Wirtschaftsleben nicht nur in Deutschland und Europa überhaupt noch nicht vollständig einzuordnen sind. Je länger die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs gegenwärtig angespannte Situation anhält, desto stärker gehen wir von einem Wechsel der Ausgaben- und Investitionsprioritäten aus. Es besteht die Gefahr, dass das bis Anfang 2020 (Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen) vorherrschende konjunkturelle Umfeld für Produktbereiche, die auch durch MEDION bedient werden, der Trend rückläufiger Durchschnittspreise und das Fehlen bedeutender Produktinnovationen nicht nur wieder einen bekannten Druck auf Margen ausübt, sondern dieser deutlich verstärkt wird. Durch den aktuellen Trend der Euro-US-Dollar-Parität kann neben den schwierigen Rahmenbedingungen ein weiterer negativer Effekt entstehen, wenn steigende Preise nicht direkt an den Markt weitergegeben werden können. Andererseits besteht aber auch weiterhin eine Chance darin, dass das Verbraucherverhalten sich insofern nachhaltig ändern wird, als es einen Trend zu qualitativ hochwertigeren wie langlebigeren und damit teureren Elektronikgeräten gegeben hat. Anbietern wie MEDION wird dadurch eine gewisse Anpassungsfähigkeit und Innovationsmöglichkeit durch finanzielle Flexibilität eingeräumt. Ebenso ist der steigende Trend zur Nutzung digitaler Vertriebswege, wovon MEDION profitieren kann, positiv. Unter Berücksichtigung der Annahmen in Bezug auf verringerte Rohmargen, wenn Kunden die Einhaltung der vereinbarten Vertragskonditionen erwarten und Sonderkosten nicht an Endkunden weitergeleitet werden können, durch knappe Logistikressourcen beeinflusste Frachtpreise, Inflationserwartungen und damit zusammenhängenden veränderten Ausgabenpräferenzen oder mögliche Nachfrageveränderungen und mit dem Verweis auf die beschriebenen Risiken und Chancen plant MEDION für das kommende Geschäftsjahr ein mit rd. € 1.000 Mio. Umsatz nur geringfügig rückläufiges (rd. -3 %) Geschäftsvolumen. Im Berichtssegment Projektgeschäft plant MEDION einen Umsatzrückgang von rd. -9 %. Für das PC-Geschäft wird bei einem nahezu unveränderten Stückvolumen ein Umsatzrückgang von rd. -6 % erwartet, da mit einem wieder steigenden Anteil von Educational-Geräten geplant wird (nach Rückgängen im abgelaufenen Geschäftsjahr). Im Berichtssegment Direktgeschäft stehen die digitalen Dienstleistungen insgesamt, nicht nur der Bereich Mobilfunk, zwar erneut unter hohem Wettbewerbsdruck.# 5.3.2 Risikobericht
Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Es dient dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder im Konzern laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können.
Kernelemente des MEDION-Risikomanagementsystems sind:
Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, den eigenen Aufgabenbereich zu überwachen, die Risikoausprägungen zu beurteilen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten Risikosachverhalte oder auch Chancen in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontroll- bzw. Berichtssysteme an das Risikomanagement und Controlling sowie bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung.
Unterstützt wird der Berichtsprozess und entsprechende Dokumentationen auch durch eine Software. Diese Risikoeinschätzungen können qualitativer und quantitativer Natur sein, werden entsprechend ihrer Charakteristik in Risikocluster zusammengeführt und bewertet. Die Einordnung von dokumentierten Risiken und Chancen (inkl. Maßnahmen) erfolgt in einer Risikomatrix gemäß einer Eintrittswahrscheinlichkeit und einer potenziellen Schadenhöhe.
Dabei unterscheidet MEDION folgende Eintrittswahrscheinlichkeiten:
Bei der Quantifizierung von Risiken und Chancen hat MEDION – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in der Geschäftsplanung wesentliche Trends bereits berücksichtigt sind und das dritte Geschäfts- bzw. das vierte Kalenderquartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes nach wie vor das wichtigste Geschäftsquartal ist – relativ niedrige Abweichungen vom Ergebnisziel (Konzern-EBIT) zwecks einer Einstufung definiert. Diese Risiko-Einstufung ist wie folgt:
Die identifizierten Risiken sind weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für einen Zeitraum von einem Jahr ab dem Abschlusstichtag 31. März 2022 bestandsgefährdend in Form einer möglichen Illiquidität oder Überschuldung.
Das IKS umfasst überwachende und präventive Kontrollen und Analysen aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Die Richtlinien zur Erfassung von Geschäftsvorfällen und Erstellung von Abschlüssen sind zentral vorgegeben und überwacht. Dabei geht es sowohl um inhaltliche auch als zeitliche Vorgaben. Dieses geschieht durch eigenes Personal, welches regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt, sowie (vornehmlich im Ausland) durch die Hinzuziehung externer Fachkräfte. Hierdurch sollen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie internationaler Rechnungslegungsvorschriften gewährleistet werden.
In Ergänzung zum rein kennzahlenbezogenen operativen Berichtswesen werden für Verantwortungsbereiche an der Unternehmensgrenze Finanz-Berichte nach rechnungslegungs-spezifischen Kriterien erstellt (u.a. monatliche vollständige GuV’s), um Auffälligkeiten und Tendenzen festzustellen und etwaige Abweichungen von konzernweiten Bilanzierungs-Richtlinien zu identifizieren.
Unabhängig von der Wesentlichkeit eines Geschäftsbereiches oder einer Gesellschaft erfolgen Berichterstellungen grundsätzlich in SAP-basierten Systemen. SAP ist die konzernweit ausschließlich genutzte Rechnungslegungssoftware für die Erstellung von Einzelabschlüssen. Eine Zusammenführung lokaler Abschlüsse und Daten erfolgt vollständig durch ein zentrales Konsolidierungssystem mit einheitlichen Kontenplänen, die an der Bilanzierung nach IFRS ausgerichtet sind. Durch die konzernweit einheitlichen Softwaresysteme und Richtlinien wird die notwendige Transparenz und damit das notwendige Verständnis geschaffen für die Aufdeckung möglicher rechnungslegungsrelevanter Risiken.
Insgesamt sieht sich MEDION aufgrund der verschiedenen Elemente der Risikomanagement-Organisation und der definierten Risikocluster gut aufgestellt, kritische Tendenzen frühzeitig zu erkennen und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken zu vermindern. Das Risikomonitoring konzentriert sich auf die tatsächliche Risikolage nach Berücksichtigung der Maßnahmen der Risikoreduzierung bzw. -vermeidung. Durch die frühzeitige Identifikation von Risiken und Maßnahmen ist es möglich, deren Effekte in den Geschäftsplanungen zu berücksichtigen. Dennoch gibt es natürlich Sachverhalte, die aufgrund ihrer zeitlichen oder inhaltlichen Unsicherheit oder fehlenden Konkretheit nicht oder nicht in Gänze nachvollziehbar in Planungsrechnungen zum Zwecke der Unternehmenssteuerung berücksichtigt werden können. Solche Einzelrisiken werden nachfolgend erläutert.
Auch wenn die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin eher zu positiven Impulsen beim Absatz von Hardwareprodukten im Großhandel und im eigenen Online-Handel, nicht nur bei PC-Produkten, geführt haben, geht MEDION nach wie vor nicht von dauerhaft positiven Impulsen aus. Je mehr Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wegfallen und je weniger schwerwiegendere Gesundheitsrisiken durch Covid-Erkrankungen durch neue Virus-Varianten auftreten, desto schneller können die Ausgabepräferenzen der Verbraucher einen hohen Nachholbedarf bei Ausgaben für Freizeitgestaltung zu Lasten der Ausgaben für Unterhaltungselektronik zeigen.# 5.3.2 Risikoberichterstattung
Dabei wird auch nicht mit einer zeitnahen Entspannung der gegenwärtigen Verknappungen von Logistik- und Produktionskapazitäten gerechnet, schon gar nicht mit daraus möglicherweise folgenden Preisnormalisierungen im Vergleich zum Vorjahr. Dieses hängt auch mit den gegenwärtig anhaltenden und einschränkenden Zero-Covid-Strategien der asiatischen Produktionsstandorte, insbesondere in China, zusammen. Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind weitgehend in der Geschäftsplanung berücksichtigt (vgl. nachfolgende Erläuterungen). Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie vergleichbare Unsicherheiten durch den Kriegsbeginn in der Ukraine Ende Februar 2022 in Bezug auf Produktions- und Logistikkapazitäten oder Inflationstrends und damit zusammenhängenden Änderungen in der Nachfrage durch die Verbraucher sind nicht in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Bis zum Bilanzstichtag 31. März 2022 ergaben sich noch keine konkreten Hinweise in Form von Auftragsstornierungen o.ä., dennoch stellen diese beiden geopolitischen Rahmenbedingungen Risiken dar. Die sich daraus ergebenden finanziellen Folgen auf Umsatz und EBIT, wenn die in der Planung berücksichtigten Annahmen unzutreffend sind, können sich wie folgt zeigen:
- Verringerte Rohmargen, wenn Kunden die Einhaltung der vereinbarten Vertragskonditionen erwarten und sich nicht an Sonderkosten beteiligen, die nicht an Endkunden weitergeleitet werden können
- Erhöhte Frachtkosten, wenn nur durch kurzfristige Sonderfrachten Liefertermine bei Produktionsverzögerungen eingehalten werden können
- Vertragsstrafen, die Kunden bei Lieferverzögerungen mangels offiziellem Force Majeurs (aus politischen Gründen in Asien) geltend machen
- Verringerte Verfügbarkeit von Ersatzteilen aufgrund geschlossener Fabriken
Hohe Unsicherheiten bestehen auch bezüglich der Logistikkapazitäten. Grundsätzlich begegnet MEDION diesem Risiko durch frühzeitige Abstimmungen mit Handelskunden mit Bezug auf Liefer- und Vermarktungszeitpunkte und die Auswahl von bestmöglichen Transportwegen und –arten sowie durch seinen hohen Grad an Flexibilität bei der Auswahl von Produzenten und Liefer- und Leistungsbeziehungen. Daher sind Frachtkostenerhöhungen grundsätzlich in der Planung berücksichtigt. Dennoch bestehen darüber hinausgehende Risiken in Form von Leerfrachten, die mit den kurzfristigen Absicherungen von Transportkapazitäten zusammenhängen. Diese Leerfrachten treten ein, wenn verbindlich reservierte Transportzeiten aufgrund von Produktionsverzögerungen nicht in Anspruch genommen werden können. Bei diesem Risiko gehen wir von einem sehr wahrscheinlichen Eintrittsrisiko aus, jedoch – aufgrund möglicher Maßnahmen – mit sehr geringem Schadensausmaß. Im Falle von Vertragsstrafen gehen wir aufgrund aktueller Beobachtungen im Markt von einem sehr wahrscheinlichen Eintritt des Risikos mit einer materiellen Schadensauswirkung aus. Im Falle der Nichtverfügbarkeit von Servicematerialien gehen wir ebenfalls von einem sehr wahrscheinlichen Eintrittsrisiko aus, jedoch – aufgrund eines Maßnahmenkatalogs – mit sehr geringem Schadensausmaß.
Durch Cyber-Attacken drohen insbesondere Betriebsunterbrechungen oder Schäden durch Datendiebstahl. Zur Vermeidung bzw. Abwehr solcher Attacken hat MEDION einen umfangreichen Katalog technisch organisatorischer Maßnahmen (TOMs) im Rahmen eines Business Continuity Managements entwickelt. Daher schätzen wir Cyber-Risiken zwar als sehr wahrscheinlich, aber mit einem sehr geringen Schadensausmaß ein.
MEDION unterscheidet für den Einsatz etwaiger Sicherungsinstrumente folgende Risikofelder:
* Kreditrisiken
* Liquiditätsrisiken
* Währungsrisiken
* Zinsrisiken
* Sonstige Preisrisiken
Die bedeutsamsten für das MEDION-Geschäftsmodell sind dabei Kredit- und Währungsrisiken. Kreditrisiken werden bei MEDION durch verschiedene Maßnahmen gesteuert. Die Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner wird regelmäßig analysiert und führt zu einer Einstufung in drei Risikocluster (A, B und C sowie gesondert Lenovo). Grundsätzlich werden Geschäftsbeziehungen durch Kreditversicherungen abgesichert. Darüber hinaus werden auch Garantien und Zahlung per Vorkasse als risikomindernde Maßnahmen genutzt. Der größte Anteil der Debitoren hat in der aktuellen Einschätzung eine sehr gute Kreditwürdigkeit. Ein wesentliches Nettorisiko im Sinne eines Zahlungsausfalles besteht aufgrund der Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld eines Geschäftes in der Regel nicht. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.
Als international agierendes Unternehmen ist MEDION permanent Währungsrisiken ausgesetzt. Insbesondere auf der Beschaffungsseite fallen Zahlungsströme in ausländischer Währung an, da die überwiegende Zahl der Lieferanten in Asien beheimatet ist und die Transaktionen daher in US-Dollar abgewickelt werden. MEDION sichert sich gegen die Risiken aus Fremdwährungsschwankungen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von marktüblichen Devisentermingeschäften und teilweise ergänzenden Swap-Geschäften ab. Dieses geschieht nach Konzern-Richtlinien innerhalb des Lenovo-Konzerns. Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Der Einsatz von Währungssicherungsinstrumenten ist im Wesentlichen gekoppelt an die Auftragsstruktur des Projektgeschäftes, d.h. die Sicherungsinstrumente sind mit ihren Kosten und Effekten Bestandteil des Angebotes, welches zu einer Auftragsbestätigung werden kann. Aufgrund dieser Verzahnung von Geschäfts- und Sicherungselementen ist das Risiko von Liquiditätsrisiken minimiert. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.
Die übrigen Risikofelder Liquiditäts-, Zins- und sonstige Preisrisiken haben für MEDION eher untergeordnete Bedeutung. Aufgrund umfangreicher Sicherungsmaßnahmen und dem Built-to-Order-Prinzip sind Liquiditätsrisiken begrenzt, mangels langfristiger Anlagen und Sicherungsgeschäfte haben Zinsrisiken de facto keine Auswirkung. Auch hier verweisen wir zu weiteren Details auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.
Neben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegenkommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen. Es handelt sich um allgemeine, mittel- oder langfristig erwartete Markttrends, die MEDION beobachtet und schrittweise in seinen Geschäftsüberlegungen berücksichtigt.
Produkte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können. Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise gleichen sich mittlerweile mehrmals täglich an. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen von dem Vertrauen in den Händler. Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White-Label-Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale. MEDION hat seit vielen Jahren neben dem Vertrieb von Produkten unter dem eigenen Markennamen auch Erfahrungen als Lieferant von White-Label-Elektronik und ist für diesen Markttrend entsprechend aufgestellt. Entsprechend den schwierigen Marktentwicklungen im Multimedia-Segment hat sich auch die Strategie von MEDION, die Produktkategorien in den Bereichen Consumer-Electronics und Haushaltselektronik zu stärken und auszubauen, bewährt. Insbesondere der Zugang zu großen internationalen Handelsketten bietet hier attraktive Möglichkeiten.
Eine Weiterentwicklung bzw. Modifizierung des Private Label-Modells ist der Bereich Educational Devices. Hier werden bewährte Technologien und Produkte, unter vergleichbaren Anforderungen an Zuverlässigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis, speziell an Bedürfnisse im Bildungssektor angepasst und entsprechend konzipierte Geräte vertrieben. MEDION konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Kundenbeziehungen festigen und ausbauen. So entfiel u.a. erneut ein Großteil des PC-Absatzes auf Educational Devices. Auch zukünftig gehen wir davon aus, dass sich dieser Bereich unserer Geschäftsaktivitäten dynamisch fortentwickeln wird.
Nicht zuletzt wegen des weltweiten Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION vermittelt seit mehreren Jahren erfolgreich Telekommunikationsdienstleistungen und hat dadurch in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die gewonnenen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden.# 5.4 Ergänzende Berichterstattungselemente
Die nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB gibt die aktuelle Entsprechenserklärung des Vorstandes und des Aufsichtsrates der MEDION AG gemäß § 161 AktG wieder und enthält eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und besonderen Qualifikationen des Aufsichtsrates. Ferner enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und Erläuterungen zum Diversitätskonzept von MEDION. Darüberhinausgehende Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen sind in dieser Erklärung enthalten. Alle in dieser Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB enthaltenen Angaben geben den Stand vom 08. Juni 2022 wieder.
Grundsätze
Die Unternehmensführung von MEDION – als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft – wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance - das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung - ist für MEDION ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Transparente Berichtserstattung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller relevanten Akteure ausgerichtete Unternehmensführung, die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat als auch der Mitarbeiter untereinander sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten. Ein wesentliches Element der Corporate Governance deutscher Aktiengesellschaften ist die Trennung von Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem sogenannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.
Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Die MEDION AG mit Sitz in Essen hat einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat.
Vorstand
Bei der Zusammensetzung des Vorstandes soll sichergestellt werden, dass seine Mitglieder jederzeit über die für die ordnungsgemäße Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die notwendige Erfahrung verfügen. Dementsprechend ist bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder zu berücksichtigen, dass diese gemeinsam über eine ausreichende Expertise und Vielfalt im Sinne unserer oben genannten Ziele verfügen. Ferner soll der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Der Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstandes sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes. Zu den wesentlichen Führungsaufgaben des Vorstandes zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung des Konzerns, dessen Steuerung und Überwachung sowie die Unternehmensplanung. Darüber hinaus sichert der Vorstand die Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, entscheidet über deren Vergabe innerhalb des Konzerns und ist verantwortlich für die Gewinnung und Förderung hoch qualifizierter Führungskräfte. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstandes von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstandes zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrates vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstandes. Die Altersgrenze für die Mitglieder des Vorstandes beträgt 65 Jahre. Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung bzw. dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Vertrieb, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Personal und Strategie enthalten sind. Die sogenannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Der Vorstandsvorsitzende, Gerd Brachmann, verantwortet die Bereiche Vertrieb, Einkauf, Marketing, E-Commerce, digitale Dienstleistungen und Forschung und Entwicklung und ist bis zum 31.03.2023 bestellt.# Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Christian Eigen, verantwortet die Bereiche Finanzen, IT, Logistik, After-Sales-Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Personal und Recht und ist bis zum 31.03.2023 bestellt.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt.
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt.
MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.
Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär Lenovo abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung bzw. Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen.
Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstandes festgelegt. Außerdem gibt es Regelungen zur Altersgrenze und strenge Wettbewerbsverbote für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel.
Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer individuellen Leistungsbeurteilung festgelegt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates informiert die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung.
Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstandes erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert nach den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie unterteilt nach Zuwendungen und Zuflüssen. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Vorstandes und Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.
Der auf der virtuellen Hauptversammlung am 23. November 2021 wieder- und neugewählte Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrates nach außen wahr.
Das von der Hauptversammlung 2020 gewählte Aufsichtsratsmitglied Gianfranco Lanci hat auf Grund seines Ausscheidens aus dem Lenovo Konzern wegen Erreichens der Altersgrenze sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 23. November 2021 niedergelegt. Auf der Hauptversammlung am 23. November 2021 wurde Herr Francois Bornibus, Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Raubling, Deutschland, in den Aufsichtsrat gewählt.
Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Wesentliche Elemente der Nachfolgeplanung sind die Ausrichtung an den speziellen Erfordernissen des Geschäftsmodells von MEDION und die Gewährleistung einer kontinuierlichen Vorstandsarbeit. Daher sollen freiwerdende Vorstandspositionen zunächst grundsätzlich von einer geeigneten Kandidatin odern einem Kandidaten aus dem Unternehmen besetzt werden und es sollen die beiden Vorstandsmandate nicht gleichzeitig sondern mit mindestens 24 Monaten Zeitversatz neu besetzt werden. Darüber hinaus muss eine durch die bisherige Tätigkeit belegbare besondere Kompetenz zur Mitarbeit in internationalen Konzernstrukturen bestehen und nach Möglichkeit auch Führungserfahrung in einer börsennotierten Aktiengesellschaft gegeben sein.
Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Für die Mitglieder des Aufsichtsrates besteht eine Altersgrenze von 80 Jahren. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind.
Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. In seiner Sitzung vom 11. März 2022 hat sich der Aufsichtsrat auch als Prüfungsausschuss konstituiert, um den Anforderungen des Corporate Governace Kodex und dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) insoweit zu entsprechen. Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf.
Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Kein Mitglied des Aufsichtsrates von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.
Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrates erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.
Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates.
Der Aufsichtsrat hat im März 2022 die in Ziffer D.13 des DCGK empfohlene Selbstbeurteilung der Arbeit des Aufsichtsrats durchgeführt. Die Bewertung erfolgte im Wesentlichen auf Grundlage von ausführlichen Fragebögen zur Arbeit des Aufsichtsrates. Die Ergebnisse der Bewertung wurden am 11. März 2022 abschließend im Aufsichtsratsplenum besprochen und verabschiedet.
Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass Aufsichtsrat und Vorstand einen hohen Standard erreicht haben und insbesondere an der ausreichenden fachlichen Qualifikation, der persönlichen Zuverlässigkeit und der zeitlichen Verfügbarkeit der Mitglieder von Vorstand sowie Aufsichtsrat keine Bedenken bestehen.
Gemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand erstmals im Kalenderjahr 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen.
Die MEDION AG hat am 15. Juni 2020 veröffentlicht, dass bis zum 30. Juni 2023 aufgrund der besonderen Struktur der Gesellschaft im Vorstand und Aufsichtsrat keine Frauen vertreten sein werden und der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 30 % betragen soll. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden diese Zielgrößen mit nachfolgender Abweichung erreicht. Auf Grund einer Restrukturierung ist der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 22 % gesunken. Es wird jedoch angestrebt, den Frauenanteil wieder auf die Zielgröße zu erhöhen. Daher gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Die Zusammensetzung des Vorstandes ist seit dem Börsengang unverändert und danach ausgerichtet, dass das besondere Geschäftsmodell im Interesse aller Stakeholder der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt wird.# Bisher bestand keine Veranlassung, diese Zusammensetzung nach anderen Kriterien auszurichten. Damit gab es im Geschäftsjahr 2021/2022 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2022/2023 keine Möglichkeit, einen Frauenanteil im Vorstand zu berücksichtigen. MEDION nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil.
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind nach der seit dem 3. Juli 2016 geltenden europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex besteht aus drei verschiedenen Elementen. Zum einen beschreibt er gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung), die im Wesentlichen im Aktiengesetz geregelt sind. Als weitere Elemente enthält er international und national anerkannter Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, in Form von Empfehlungen und Anregungen. Die Empfehlungen werden im Text des Kodex mit "soll" und die Anregungen mit "sollte" gekennzeichnet. Der Kodex besitzt über die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG eine gesetzliche Grundlage. Danach sind im Gegensatz zu gesetzlichen Vorschriften die Empfehlungen und Anregungen zwar nicht verbindlich, allerdings sind Abweichungen zu den Empfehlungen zu begründen und mit der jährlich abzugebenden Entsprechenserklärung zu veröffentlichen - „Comply or Explain“. Neben der Formulierung der aktuellen Best Practice der Unternehmensführung hat der Kodex zum Ziel, das deutsche Corporate Governance System transparent und nachvollziehbar zu machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften fördern.
Essen, 24. November 2021
MEDION AG
Für den Aufsichtsrat:
Dr. Rudolf Stützle
Für den Vorstand:
Gerd Brachmann
Die Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam.# Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012.
Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt. In der jährlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten im Geschäftsjahr 2021/2022 vor und während der virtuellen Hauptversammlung am 23. November 2021 bis zum Ende der Generaldebatte erteilt werden. Auch während der kommenden Hauptversammlung - geplant am 22. November 2022 - in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben. Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Webseite verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht.
Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen sogenannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden.
Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden.
Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen. Eine Beschlussfassung über die Gewinnverwendung findet während der Wirksamkeit des Gewinnabführungsvertrages mit der Lenovo Germany Holding GmbH nicht statt.
Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass die Aktionäre an der Hauptversammlung auch ohne Anwesenheit an deren Ort und ohne einen Bevollmächtigten teilnehmen und sämtliche oder einzelne ihrer Rechte ganz oder teilweise im Wege elektronischer Kommunikation ausüben können. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen.
Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass Hauptversammlungen ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten stattfinden, sofern das Aktiengesetz oder ein anderes Gesetz dies ermöglicht und nach näherer Ausgestaltung des entsprechenden Gesetzes. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen.
Über wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist. Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und sonstige Meldungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst.
Da die MEDION AG nicht zu Quartalsmitteilungen verpflichtet ist, informiert sie unterjährig neben dem Halbjahresfinanzbericht in geeigneter Form über die Geschäftsentwicklung, insbesondere über wesentliche Veränderungen der Geschäftsaussichten sowie der Risikosituation.
Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Im Berichtsjahr sind der MEDION AG folgende Stimmrechtsmitteilungen zugegangen: Am 09. Dezember 2021, HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH (3,0004%), am 14. Dezember 2021, Paul E. Singer (2,99%) und am 14. Dezember 2021, Elliott International Limited (2,99%). Weiterhin hielt Lenovo unverändert rd. 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2022.
Informationen zu Geschäften mit nahestehenden Dritten sind im Konzernanhang unter dem Kapitel 8.3.7 „Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen“ enthalten.
Der MEDION-Vorstand verpflichtet sich zur Einhaltung der geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften. Das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem sowie das Compliance-System sind Bestandteile der MEDION Corporate Governance. Compliance ist bei MEDION fest verankert – nicht nur durch interne Prozesse. Das Compliance-System soll unseren Mitarbeitern helfen, risikobasierte Entscheidungen zu treffen. Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken.
Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert.
Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im zusammengefassten Lagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht.
Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen. Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten.
MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden.
Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Corporate Affairs. MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus sogenannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2021/2022 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.
Alle betroffenen Mitarbeiter wurden über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung sogenannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche gezielt geschult.
Seit März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt. Die Teilnahme an einer jährlichen Compliance Unterweisung mit Abschlusstest ist für die Mitarbeiter verpflichtend. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 wurden die Inhalte der Compliance Schulung aktualisiert und die Führungskräfte auf einer Veranstaltung im März 2022 nochmals gesondert unterwiesen.
Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert.# 7 Konzernabschluss der MEDION AG
| Anmerkung im Anhang | 01.04.2021 - 31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|
| 1 Umsatzerlöse (1) | 1.038.513 | 983.728 | |
| 2 Sonstige betriebliche Erträge (2) | 7.476 | 10.765 | |
| 3 Materialaufwand (3) | -796.514 | -730.468 | |
| 4 Personalaufwand (4) | -68.575 | -69.890 | |
| 5 Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) | -3.069 | -4.477 | |
| 6 Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) | -131.250 | -134.218 | |
| 7 Betriebsergebnis (EBIT) | 46.581 | 55.440 | |
| 8 Finanzierungserträge (6) | 240 | 507 | |
| 9 Finanzierungsaufwendungen (6) | -952 | -957 | |
| 10 Ergebnis vor Steuern (EBT) | 45.869 | 54.990 | |
| 11 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (7) | -14.105 | -17.004 | |
| 12 Konzernergebnis | 31.764 | 37.986 | |
| Ergebnis je Aktie in € (un-/verwässert) | 0,71 | 0,85 | |
| Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (un-/verwässert) | 44.681.430 | 44.681.430 |
| Anmerkung im Anhang | 01.04.2021 -31.03.2022 | 01.04.2020 -31.03.2021 | |
|---|---|---|---|
| 1. Konzernergebnis | 31.764 | 37.986 | |
| 2. Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | |||
| +/- Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen (15) | 1.644 | -849 | |
| +/- Latente Steuern aus der Pensionsbewertung | -536 | 277 | |
| 3. Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | |||
| +/- Währungsumrechnungsdifferenzen | 1.633 | 5.260 | |
| +/- Überschuss / Fehlbetrag aus Cashflow-Hedges | -9.768 | 2.505 | |
| +/- Latente Steuern aus Cashflow-Hedges | 893 | -817 | |
| 4. = sonstiges Ergebnis, nach Steuern (Summe aus 2. und 3.) | -6.134 | 6.376 | |
| 5. Gesamtergebnis nach Steuern | 25.630 | 44.362 |
| Anmerkung im Anhang | 01.04.2021 - 31.03.2022 | 01.04.2020 - 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|
| 1. Betriebsergebnis (EBIT) (25) | 46.581 | 55.440 | |
| 2. +/- Wertminderungen / Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) | 3.069 | 4.477 | |
| 3. +/- Zunahme / Abnahme der Pensionsrückstellungen | -1.070 | 3.704 | |
| Brutto Cashflow (25) | 48.580 | 63.621 | |
| 4. -/+ Abnahme / Zunahme der übrigen Rückstellungen | -264 | -5.916 | |
| 5. -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten | 11 | 3 | |
| 6. -/+ Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordnen sind | -76.927 | -93.050 | |
| 7. -/+ Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordnen sind | -3.867 | 35.363 | |
| 8. +/- Ein- / Auszahlungen für Ertragsteuern (Saldo) | -8.784 | -6.500 | |
| 9. = Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit (Summe aus 1 bis 8) | -41.251 | -6.479 | |
| 10. + Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 111 | - | |
| 11. - Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Finanzanlagen | -1.999 | -5.319 | |
| 12. + Einzahlungen aus der kurzfristigen Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo | 190.000 | 90.000 | |
| 13. - Auszahlungen für die kurzfristige Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo | -110.000 | -10.000 | |
| 14. + Einzahlungen aus Zinsen | 167 | 1.190 | |
| 15. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 10 bis 14) | 78.279 | 75.871 | |
| 16. +/- Nettoeffekt aus der Factoring-Finanzierung (24) | -34.284 | -10.863 | |
| 17. - Auszahlung für Gewinnabführung Vorjahre (24) | -29.310 | -18.201 | |
| 18. - Auszahlungen für Zinsen (24) | -994 | -187 | |
| 19. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 16 bis 18) (24) | -64.588 | -29.251 | |
| 20. Zahlungswirksame Änderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 9, 15, 19) | -27.560 | 40.141 | |
| 21. +/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 1.597 | 5.223 | |
| 22. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 166.702 | 121.338 | |
| 23. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 20 bis 22) (22) | 140.739 | 166.702 |
| Anmerkung im Anhang | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Sachlagen (8) | 26.569 | 27.076 | |
| Immaterielle Vermögenswerte (9) | 2.566 | 3.215 | |
| Beteiligungen | 28 | 28 | |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (12) | 445 | 423 | |
| Sonstige langfristige andere Vermögenswerte (12) | 112 | 77 | |
| Aktive latente Steuern (7) | 6.851 | 6.771 | |
| Langfristige Vermögenswerte, gesamt | 36.571 | 37.590 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) | 220.904 | 219.364 | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen (11) | 69.726 | 151.264 | |
| davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln | 30.005 | 110.020 | |
| Vorräte (13) | 269.697 | 185.112 | |
| Ertragsteuererstattungsansprüche | 42 | 99 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (12) | 41.108 | 52.694 | |
| Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte (12) | 10.764 | 8.981 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 140.739 | 166.702 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt | 752.980 | 784.216 | |
| Aktiva, gesamt | 789.551 | 821.806 |
| Anmerkung im Anhang | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital (14) | |||
| Gezeichnetes Kapital | 48.418 | 48.418 | |
| davon auf Stammaktien entfallend | 48.418 | 48.418 | |
| Kapitalrücklage | 170.899 | 168.644 | |
| Eigene Aktien | -46.358 | -46.358 | |
| Gewinnrücklagen | 248.597 | 252.269 | |
| Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals | 2.520 | 2.731 | |
| Eigenkapital, gesamt | 424.076 | 425.704 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | |||
| Sonstige langfristige andere Verbindlichkeiten (20, 21) | 1.763 | 84 | |
| Sonstige langfristige Rückstellungen (19) | 11.216 | 11.899 | |
| Passive latente Steuern (7) | 88 | 1.215 | |
| Pensionsrückstellungen (15) | 13.883 | 14.651 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen, gesamt | 26.950 | 27.849 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (16) | 165.180 | 177.705 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (17) | 45.357 | 31.296 | |
| davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung | 36.544 | 29.310 | |
| Steuerverbindlichkeiten (18) | 1.628 | 1.136 | |
| Sonstige Rückstellungen (19) | 71.492 | 71.078 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (20, 21) | 36.739 | 70.102 | |
| Sonstige kurzfristige andere Verbindlichkeiten (20, 21) | 18.129 | 16.936 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen, gesamt | 338.525 | 368.253 | |
| Passiva, gesamt | 789.551 | 821.806 |
| Gesamtergebnis | Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals | |
|---|---|---|
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden |
Werte in# Konzernanhang der MEDION AG
Die MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichtes Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt.
Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten.
Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheits-Produkte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.
Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.
Das MEDION-Geschäft wird in den beiden Segmenten Projekt- und Direktgeschäft gesteuert. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt 8.3.2 dieses Anhangs.
Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen „International Financial Reporting Standards (IFRS)“ und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2021/2022 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden.
Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres. Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angewandt.
Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden – soweit nicht anders dargestellt – in T€ angegeben. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. Aus Rundungen können in Höhe von +/- einer Einheit (T€; %) Differenzen auftreten.
Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn die Realisierung des jeweiligen Vermögenswertes bzw. die Erfüllung der Schuld innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird.
Im Abschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 waren erstmals folgende überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften anzuwenden:
| Nummer und Name des Standards oder der Standardänderung | Datum der Übernahme in europäisches Recht |
|---|---|
| IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 16 Phase 2: Änderungen der Reform des Referenzzinssatzes | 13.01.2021 |
| IFRS 16 Covid 19: Mietkonzessionen nach dem 30.06.2021 | 01.04.2021 |
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 16 Die Anpassungen behandeln die Folgewirkungen von Änderungen an Finanzinstrumenten durch die IBOR-Reform, Vorschriften bzgl. der Bilanzierung des Hedge Accounting sowie die begleitenden Angabevorschriften. Der MEDION-Konzern wird voraussichtlich bei der Derivatenbewertung beeinflusst. Es haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns ergeben. Aus der erstmaligen Anwendung der restlichen oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.
Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards, Standardänderungen sowie Interpretationen wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2021/2022, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wird für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.
| Name des Standards, der Standardänderungen oder der Interpretation | Datum der Übernahme in europäisches Recht | Anwendung verpflichtend/ voraus- sichtlich im Geschäftsjahr |
|---|---|---|
| IFRS 4 Änderungen in Bezug auf den festen Zeitpunkt des Auslaufens des Aufschubansatzes | 15.12.2020 | 2023 / 2024 oder später |
| IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. im Juni 2020 veröffentlichter Änderungen | 19.11.2021 | 2023 / 2024 oder später |
| IAS 1 Änderungen der Klassifizierung von Schulden (kurzfristig vs. langfristig) sowie von Angaben von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 02.03.2022 | 2022 / 2023 |
| IAS 8 Definition von Schätzungen | 02.03.2022 | 2022 / 2023 |
| IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen _1 | 2022 / 2023 | |
| IFRS 10, IAS 28 Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen _1 | 2022 / 2023 | |
| IFRS 3 Änderung zur Aktualisierung eines Verweises auf das Rahmenkonzept | 28.06.2021 | 2022 / 2023 |
| IAS 16 Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage | 20.05.2020 | 2022 / 2023 |
| IAS 37 Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung | 14.05.2020 | 2022 / 2023 |
| IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16, IAS 41 Jährliche Verbesserung der IFRS (Zyklus 2018-2020) | 28.06.2021 | 2022 / 2023 |
_1 Da die Standards, die Standardänderungen oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.
Kapitalflussrechnung
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Eigene Aktien | Gewinnrücklagen | Cashflow-Hedges | Währungs- umrechnungs- differenzen | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. April 2020 | 48.418 | 167.316 | -46.358 | 244.168 | 507 | -4.724 | 409.327 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 37.986 | 0 | 0 | 37.986 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 0 | -572 | 1.688 | 5.260 | 6.376 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 37.414 | 1.688 | 5.260 | 44.362 |
| Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage | 0 | 3 | 0 | -3 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Vorteil aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH | 0 | 1.325 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.325 |
| Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Gewinnabführungs- vertrag abgef ührter Gewinn | 0 | 0 | 0 | -29.310 | 0 | 0 | -29.310 |
| Stand 31. März 2021 | 48.418 | 168.644 | -46.358 | 252.269 | 2.195 | 536 | 425.704 |
| Stand 1. April 2021 | 48.418 | 168.644 | -46.358 | 252.269 | 2.195 | 536 | 425.704 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 31.764 | 0 | 0 | 31.764 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 0 | 1.108 | -8.875 | 1.633 | -6.134 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 32.872 | -8.875 | 1.633 | 25.630 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind | 0 | 0 | 0 | 0 | 7.031 | 0 | 7.031 |
| Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Vorteil aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH | 0 | 2.255 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2.255 |
| Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Gewinnabführungs- vertrag abgef ührter Gewinn | 0 | 0 | 0 | -36.544 | 0 | 0 | -36.544 |
| Stand 31. März 2022 | 48.418 | 170.899 | -46.358 | 248.597 | 351 | 2.169 | 424.076 |
Aus der erstmaligen Anwendung der oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.
In den Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen Bestandteile am Eigenkapital aus. Jeder entstehende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet.
| Name und Sitz | Stamm- kapital zum 31.03.2022 | Stamm- kapital zum 31.03.2021 | Beteiligung | Erwerbszeitpunkt | Erste Einbeziehung in den Konzernabschluss |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen („AMS") | EUR 25.000 | EUR 25.000 | 100,0 % | Gründung | 2002 ab 1. Dezember 2002 |
| 2. MEDION Service GmbH, Essen („MSG") | EUR 25.000 | EUR 25.000 | 100,0 % | Gründung | 2004 ab 1. September 2004 |
| 3. MEDION Shared Services GmbH, Essen ("MSSG"), ehemals MEDION Mobile GmbH | EUR 1.500.000 | EUR 1.500.000 | 100,0 % | Erwerb | 2014 ab 1. Januar 2018 |
| 4. MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China („MEDION AP") | HKD 10.000.000 | HKD 10.000.000 | 100,0 % | Gründung | 2005 ab 1. April 2016 |
| 5. MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien („MEDION Australia") | AUD 10.000 | AUD 10.000 | 100,0 % | Gründung | 2003 ab 1. November 2003 |
| 6. MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich („MEDION AT") | EUR 50.000 | EUR 50.000 | 100,0 % | Gründung | 2002 ab 1. Dezember 2002 |
| 7. MEDION B.V., Panningen, Niederlande („MEDION NL") | EUR 650.000 | EUR 650.000 | 100,0 % | Gründung | 2001 ab 1. Juli 2001 |
| 8. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien („MEDION Slowenien") | EUR 8.763 | EUR 8.763 | 100,0 % | Gründung | 2006 ab 1. Juli 2007 |
| 9. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien („MEDION UK") | GBP 400.000 | GBP 400.000 | 100,0 % | Gründung | 1998 ab 1. Juli 2000 |
| 10. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich („MEDION France") | EUR 180.000 | EUR 180.000 | 100,0 % | Gründung | 1998 ab 1. Juli 1999 |
| 11. MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien („MEDION Iberia") | EUR 5.000 | EUR 5.000 | 100,0 % | Gründung | 2001 ab 1. Juli 2001 |
| 12. MEDION ITALIA S.R.L., Mailand, Italien, („MEDION ITALIA") | EUR 50.000 | EUR 50.000 | 100,0 % | Gründung | 2018 ab 1. Januar 2019 |
| 13. MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark („MEDION Nordic") | DKK 500.000 | DKK 500.000 | 100,0 % | Erwerb | 2002 ab 1. Juli 2002 |
| 14. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz („MEDION Schweiz") | CHF 600.000 | CHF 600.000 | 100,0 % | Gründung | 2004 ab 1. Februar 2004 |
| 15. MEDION USA Inc., Delaware, USA, („MEDION USA") | USD 10.100.000 | USD 10.100.000 | 100,0 % | Gründung | 2001 ab 1. April 2001 |
| 16. MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd. Shenzhen, Volksrepublik China („MEDION SZ") | RMB 1.000.000 | RMB 1.000.000 | 100,0 % | Gründung | 2016 ab 1. April 2016 |
Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022. Zwei ausländische Tochtergesellschaften der MEDION AG sowie ein inländisches Tochterunternehmen (vgl. unter „8.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen“) wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren. Aus der Kapitalkonsolidierung entstehen im Konzernabschluss der MEDION AG keine Geschäftswerte. Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet. Zwischengewinneliminierungen waren mit Ausnahme von Ergebnisausschüttungen nicht erforderlich.
Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung (Euro) umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst. Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit („Foreign Entity“) anzusehen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Unternehmen betreiben ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht grundsätzlich selbstständig, so dass ihre jeweilige Landeswährung die funktionale Währung darstellt. Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der sogenannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position „Währungsumrechnungsdifferenzen“ im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
| 31.03.2022 Bilanz Stichtagskurs | 31.03.2021 Bilanz Stichtagskurs | 2021/2022 GuV Durchschnittskurs | 2020/2021 GuV Durchschnittskurs | |
|---|---|---|---|---|
| 1 € = | ||||
| Australien | AUD 1,4815 | AUD 1,5408 | 1,5725 | 1,6259 |
| Dänemark | DKK 7,4383 | DKK 7,4374 | 7,4379 | 7,4458 |
| Schweden | SEK 10,3373 | SEK 10,2240 | 10,2357 | 10,3512 |
| Großbritannien | GBP 0,8454 | GBP 0,8526 | 0,8505 | 0,8925 |
| Schweiz | CHF 1,0261 | CHF 1,1068 | 1,0681 | 1,0761 |
| USA | USD 1,1096 | USD 1,1735 | 1,1628 | 1,1670 |
| Hong Kong | HKD 8,6873 | HKD 9,1230 | 9,0513 | 9,0473 |
| China | CNY 7,0463 | CNY 7,7003 | 7,4658 | 7,8977 |
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten und Anschaffungskostenminderungen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung:
Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren.
Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten (Schuldinstrumente) richtet sich gemäß IFRS 9 (Finanzinstrumente) nach dem Geschäftsmodell zur Steuerung und den Eigenschaften der Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte von MEDION werden nach dem Geschäftsmodell „Halten“ gesteuert und die zugrundeliegenden Zahlungsströme führen ausschließlich zu Tilgungs- und Zinszahlungen, so dass die Bilanzierung dieser finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt.
Die Buchwerte der nicht finanziellen Vermögenswerte des Konzerns – mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen – werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes seinen/ihren erzielbaren Betrag übersteigt.Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Bei nicht finanziellen Vermögenswerten, mit Ausnahme von Goodwill, wird ein Wertminderungsaufwand nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Wertminderungen (Vorjahr: T€ 855) erfasst worden. Demzufolge werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen als finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Das „Expected credit loss model“ des IFRS 9 sieht grundsätzlich eine dreistufige Erfassung von Wertberichtigungen vor. Auf der 1. Stufe sind Wertminderungen im Umfang der innerhalb der nächsten zwölf Monate nach Abschlussstichtag erwarteten Zahlungsausfälle des Finanzinstrumentes zu erfassen. Auf der 2. Stufe sind die über die Vertragslaufzeit insgesamt erwarteten Zahlungsausfälle eines Portfolios gleichartiger Instrumente zu berücksichtigen, sofern es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte handelt oder wenn das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant gestiegen ist und ein gewisses Ausfallrisiko übersteigt. Auf der 3. und letzten Stufe sind Wertminderungen aufgrund von zusätzlichen objektiven Hinweisen auf eine beeinträchtigte Bonität hinsichtlich des einzelnen Finanzinstruments zu erfassen. MEDION wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das sogenannte vereinfachte Modell an und berechnet diese über die Gesamtrestlaufzeit der Forderungen. Erwartete Kreditausfälle werden kollektiv für Kundengruppen (nach abnehmender Bonität in die drei Bonitätstypen A, B, C und Lenovo als Einzelbetrachtung) ermittelt. Für Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die nicht unter das vereinfachte Modell fallen, wird das allgemeine Modell angewendet und ein erwarteter Kreditausfall innerhalb der kommenden 12 Monate ermittelt. Aus Sicht der MEDION weisen diese Forderungen ein geringes Ausfallrisiko auf, da das Kreditrisikorating der verbundenen Unternehmen der weltweiten Definition von „Investment Grade“ entspricht. Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, berücksichtigt MEDION angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. MEDION nimmt an, dass das Ausfallrisiko signifikant angestiegen ist, wenn sich das Kreditrisiko um zwei Ratingstufen verschlechtert hat. Die erwarteten Ausfallquoten werden dabei anhand von Ratinginformationen, unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter makroökonomischer Indikatoren, abgeleitet. MEDION schätzt zu jedem Abschlusstichtag ein, ob die finanziellen Vermögenswerte in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes auftreten. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, können bspw. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Vertragsbruch sein. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt ihre Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos. Im Rahmen des Verkaufs von Forderungen aus Factoring Finanzierung werden finanzielle Vermögenswerte verkauft. Die Risiken werden in Form von Kaufpreisabschlägen berücksichtigt. Die Abschläge betreffen Risiken für Verwässerung, Transaktionskosten und Bonität. Da entsprechend IFRS 9 3.2.6 (b) die wesentlichen Chancen und Risiken zurückbehalten werden, werden die in den Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung einbezogenen finanziellen Vermögenswerte weiterhin bei der Gesellschaft bilanziert.
Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich Anschaffungskostenminderungen angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde. Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um sonstige finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IFRS 9 der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten mit den zum Stichtag umgerechneten fortgeführten Anschaffungskosten.
Wenn im Eigenkapital ausgewiesenes Kapital zurückgekauft wird, wird der gezahlte Betrag einschließlich der direkt zurechenbaren Kosten vom Eigenkapital abgezogen. Die erworbenen Anteile werden als eigene Aktien klassifiziert und separat im Eigenkapital ausgewiesen. Werden eigene Anteile später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Ein etwaiger Differenzbetrag ist innerhalb der Kapitalrücklagen zu berücksichtigen.
Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. bzw. 64. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit oder wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird wie im Vorjahr auf die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten – Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet – ausgewiesen.
Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Ver-pflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.
Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Rückstellung für Gewährleistungen wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen: Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3).
Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechsel-kursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrundeliegenden Einkaufsgeschäften und erfüllen das Critical Terms Match Kriterium.# H1
Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Voraussetzungen nach IFRS 9 für die Anwendung von Cashflow Hedge Accounting. Die Regelungen zum Hedge Accounting, die u.a. ein Wahlrecht zur Designation von Komponenten vorsehen, werden durch MEDION prospektiv auf alle Sicherungsbeziehungen zu 100% effektiv angewendet. Im Rahmen der Abbildung der neuen Sicherungsbeziehungen wird ausschließlich die Kassaveränderung mit einer Sicherungsquote von 1 zu 1 designiert und bis zur Lieferung des Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Terminkomponente und der Währungsbasis-Spread sind von der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen und werden direkt erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen in den Anschaffungskosten der Vorräte erfasst. Die Devisentermingeschäfte werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Die Derivate mit einem positiven oder negativen Marktwert werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- und Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und –abschlägen. Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum jeweiligen Erfüllungszeitpunkt, Derivate werden zum Handelszeitpunkt angesetzt.
Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von physischen Produkten sowie Erlöse für digitale Dienstleistungen oder Produkte werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an einen Kunden übertragen wird. Art und Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung seitens MEDION sind abhängig vom gewählten Vertriebskanal. Hierzu dient folgende Tabelle als Überblick. Sämtliche Umsatzerlöse werden zeitpunktbezogen realisiert.
| Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung sowie Zahlungsbedingungen | Methode der Erlösrealisierung |
|---|---|
| Projektgeschäft | |
| Der Übergang der Verfügungsgewalt bestimmt sich nach den jeweils mit dem Kunden vereinbarten Incoterms, die variieren können. Die überwiegend vereinbarten Bedingungen sind DDP (Delivered Duty Paid). Die Zahlungsbedingungen unterscheiden sich in den einzelnen Kundenbeziehungen und Produktkategorien und variieren zwischen 30 und 60 Tagen. Die Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich angemeldeter Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen. Verpflichtungen aus der Erstattung des Kaufpreises aus angemeldeten Retouren werden in den Rückstellungen erfasst. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Verpflichtungen aus Garantien oder Gewährleistungen betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen. | |
| Einzel-/ Onlinehandel (Direktgeschäft) | |
| Der Übergang der Verfügungsgewalt bei Leistungsverpflichtung gegenüber einem privaten Verbraucher erfolgt, auch wenn diese im Rahmen einer Dienstleistung seitens MEDION für einen Handelspartner (White Label-Shops) geschieht, bei Übergabe der Ware. Die Rechnungen sind im Wesentlichen bei einem privaten Verbraucher bei Bestellung fällig. Entsprechende Zahlungsmethoden werden angeboten. Beim als B2B-Geschäft betriebenen Onlinehandel werden Zahlungsbedingungen wie im Projektgeschäft individuell vereinbart. Die Fälligkeiten variieren zwischen 15 Tagen (bei Produkten mit hohen Transaktionsvolumina) und 60 Tagen. Die Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Verpflichtungen aus Garantien betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen. | |
| Digitale Dienstleistungen (Direktgeschäft) | |
| Digitale Dienstleistungen werden überwiegend über Handelspartner vermittelt. Die Verfügungsgewalt geht im Zeitpunkt des Abrufs der Dienstleistung durch einen Kunden des Handelspartners über. Sofern MEDION die Leistung als Prinzipal erbringt, werden die Umsätze im Zeitpunkt der Nutzung der digitalen Dienstleistung durch den Endkunden realisiert. Die Zahlungsbedingungen betragen in der Regel 30 Tage, bei Geschäftspartnern mit gegenseitigen Lieferverpflichtungen sind 90 Tage möglich. Die Umsätze aus dem Verkauf von digitalen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. |
Bei der Erbringung der digitalen Dienstleistungen bestimmt MEDION, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt. Die Darstellung der Umsatzerlöse richtet sich danach, ob der Konzern vor der Weiterübertragung Verfügungsgewalt über eine spezifische Dienstleistung erlangt. MEDION bestimmt auf Basis der folgenden Analyseschritte, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt: - Identifikation der spezifizierten Dienstleistungen - Prüfung, ob die Beurteilung auf Basis des allgemeinen Prinzips der Verfügungsgewalt eindeutig ist - Andernfalls sind die erweiterten Prinzipal- / Agent-Indikatoren heranzuziehen - Schlussfolgerung auf Basis des Gesamtbilds der Umstände. Im Falle der Prinzipalstellung wird der erzielte Erlös als Umsatz erfasst, während im Falle der Agentenstellung das Vermittlungsentgelt als Umsatz ausgewiesen wird.
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn die notwendigen Bedingungen für den Erhalt erfüllt sind. Öffentliche Aufwandszuschüsse, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen im Fall von Kurzarbeit, werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Ausgleich sie zugesprochen wurden, anfallen.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag und daraus resultierende Forderungen oder Erstattungsansprüche sowie Verpflichtungen enthalten sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. Auf Grundlage des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags vom 01. April 2012 und des Steuerumlagevertrags vom 31. März 2013 (beide mit der Lenovo Germany Holding GmbH) bilanziert die MEDION die jeweiligen Steuerumlagen; der Ausweis erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag als Umlage vom Organträger. Darüber hinaus trägt die MEDION AG die Steuer für die Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter. Der jährliche Steueraufwand hieraus beträgt T€ 775 und ist ebenfalls unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der MEDION ausgewiesen. Weitere Steuern fallen für die MEDION AG aufgrund des Organschaftsverhältnisses nicht an. Dies führt dazu, dass der abgebildete Steueraufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum IFRS Ergebnis steht. Um die Steuerbelastung wirtschaftlich zutreffend abzubilden, werden die tatsächlichen und latenten Steuern so ermittelt und bilanziert, wie sie anfallen würden, wenn die MEDION AG nicht Organgesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH wäre (sogenannter „Stand Alone Approach“). Der Differenzbetrag zwischen der Steuer gemäß Stand Alone Approach und dem Umlagebetrag wird dabei als tatsächlicher Steueraufwand erfasst und in gleicher Höhe gegen die Kapitalrücklage gebucht. In den Steuerforderungen werden als wahrscheinlich einzustufende Ansprüche gegen die Finanzverwaltung berücksichtigt. Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe des erwarteten Zahlungsmittelabflusses erfasst. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern (auch auf Verlustvorträge) werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Steuerliche Verlustvorträge (vororganschaftliche Verluste) der MEDION AG sind aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaften/ des Konzerns zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive als auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.# 8.1.5 Steuern (Taxes)
Actual taxes are the expected tax liability or tax claim on the taxable income or tax loss for the fiscal year, based on tax rates that are applicable or will be applicable shortly at the balance sheet date, as well as adjustments to the tax liability for prior years. The amount of the expected tax liability or tax claim reflects the best estimate, taking into account tax uncertainties, if any. The Ukraine war has no impact on the accounting and valuation methods of the consolidated financial statements as of March 31, 2022.
In the preparation of the consolidated financial statements, judgments have been made and estimates have been used that have affected the recognition and amount of the reported assets, liabilities, income, and expenses. These assumptions and estimates with significant impact on the present consolidated financial statements relate essentially to:
The subsequent judgment with a significant impact on the present consolidated financial statements relates essentially to:
The actual values may deviate from the assumptions and estimates made in individual cases. Changes are recognized in profit or loss at the time of better insight.
The objectives of MEDION's capital management strategy are to secure business operations, increase enterprise value, and create a solid capital base to finance future growth. To this end, MEDION also collaborates with Lenovo's Capital Management division. Liquidity management is carried out via Group Treasury, which is responsible for ensuring solvency. MEDION AG's excess liquidity is interest-bearing, held within the framework of a short-term intercompany loan agreement with the parent company Lenovo. In addition, bilateral credit lines have been negotiated with Deutsche Bank and Commerzbank, which are used in daily business for issuing letters of credit and guarantees for suppliers. Furthermore, contracts exist for the sale of receivables from factoring financing. The balance sheet structure that has existed for years, with an equity ratio exceeding 50%, no long-term bank liabilities, and the possibility of temporary use of debt financing (guarantee lines) for project business, is to be maintained.
Capital management essentially comprises working capital and the balance sheet items of liabilities to affiliated companies (provision of liquid funds) as well as other liabilities. The working capital balance results from the balance sheet items: receivables from deliveries and services plus inventories less liabilities from deliveries and services. In the Direct Business segment, no debt financing is used due to the business structure, unchanged from previous years. MEDION has not issued any bonds or other debt instruments, with the exception of the sale of receivables from factoring financing, and does not plan to do so.
There are agreements for the sale of receivables from factoring financing through monthly revolving sales for receivables from deliveries and services. Since the essential risks (credit risks and late payment risks) and opportunities remained with MEDION AG, this did not lead to the derecognition of the sold receivables from the balance sheet. As of the balance sheet date, receivables from deliveries and services in the amount of T€ 43,750 (previous year: T€ 81,097) have been sold. MEDION has received T€ 30,594 (previous year: T€ 64,878) from the acquirer as part of a credit transaction, which are shown under other short-term financial liabilities. In the amount of T€ 13,156 (previous year: T€ 16,219), there is still a retention payment related to the acquisition, which will be paid out to MEDION depending on the payment received by the acquirer. The retentions from the sale of receivables from factoring financing relate to calculated purchase price discounts for dilution, transaction costs, and a discount for credit risks. Settlement is made after the end of each transaction.
(1) Sales revenue is broken down by region as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Germany | 622,628 | 601,286 |
| Europe | 206,106 | 207,627 |
| thereof Netherlands | 30,185 | 27,485 |
| thereof Belgium | 29,953 | 22,891 |
| thereof Austria | 29,684 | 35,867 |
| Other foreign countries | 209,779 | 174,815 |
| thereof Australia | 162,381 | 132,034 |
| thereof Hong Kong | 34,040 | 35,274 |
| 1,038,513 | 983,728 |
Sales revenue by source of income and segments is as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Revenues from sale of goods | 655,812 | 636,735 |
| thereof in project business | 521,391 | 491,945 |
| thereof in direct business | 134,421 | 144,790 |
| Revenues from services | 382,701 | 346,993 |
| thereof in direct business | 364,723 | 330,920 |
| thereof other revenues | 17,978 | 16,073 |
| 1,038,513 | 983,728 |
Sales revenue exclusively relates to sales revenue from contracts with customers in accordance with IFRS 15.
(2) Other operating income is composed as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Income from in-kind benefits | 2,333 | 3,606 |
| Prior-period income | 2,115 | 1,339 |
| Income from damages/insurance reimbursements | 1,286 | 725 |
| Income from release of value adjustments (IFRS 9) | 412 | 2,602 |
| Other | 1,330 | 2,493 |
| 7,476 | 10,765 |
Prior-period income essentially includes income from the reimbursement of copyright fees for the years 2018/2019 and from the write-off of statute-barred liabilities regarding unexercised credits.
(3) Material expenses represent expenses for procurement or contract manufacturing in the areas of PC/multimedia, consumer electronics, and services, including ancillary acquisition costs and services rendered.
(4) Personnel expenses are composed of the following items:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Wages and salaries | 58,914 | 59,027 |
| Social security contributions | 9,086 | 8,236 |
| Pension provisions | 575 | 2,627 |
| 68,575 | 69,890 |
Personnel expenses decreased slightly from € 69.9 million to € 68.6 million. Lower contributions to pension provisions are offset by slightly increased social security contributions. In the fiscal year 2021/2022, the average number of employees was 1,068 (previous year: 1,057). In the current fiscal year, minor support payments for short-time work due to measures to contain the Corona pandemic in the amount of € 0.06 million (previous year: € 0.5 million) were still received. Of this, € 0.02 million (previous year: € 0.2 million) relates to the reimbursement of social security contributions for the German companies. The foreign subsidiaries received no grants in the fiscal year 2021/22 (previous year: € 0.3 million). Short-time work was discontinued in July 2021. In terms of full-time equivalents, the average number of employees developed as follows:
| Employees by group | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Sales | 467 | 445 |
| Service | 373 | 392 |
| Administration | 181 | 174 |
| 1,021 | 1,011 |
(5) Other operating expenses are composed as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Selling expenses | 103,096 | 104,738 |
| Administrative expenses | 23,083 | 21,279 |
| Operating expenses | 3,739 | 3,937 |
| Other expenses | 1,332 | 4,264 |
| 131,250 | 134,218 |
The main item under other operating expenses are selling expenses, which are broken down as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Commissions and fees | 41,707 | 41,621 |
| Marketing | 20,325 | 21,988 |
| Customer service expenses | 16,815 | 16,261 |
| Freight costs | 11,975 | 13,414 |
| Call center costs | 2,868 | 2,774 |
| Returns | 2,758 | 3,126 |
| Packaging material | 2,259 | 1,135 |
| Disposal costs | 1,283 | 1,444 |
| Temporary employment | 1,161 | 1,334 |
| Samples, designs | 608 | 573 |
| Other | 1,337 | 1,068 |
| 103,096 | 104,738 |
Administrative expenses can be broken down as follows:
| Values in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| IT expenses | 10,854 | 10,214 |
| Transaction costs | 3,307 | 3,019 |
| Legal and consulting costs | 3,299 | 2,803 |
| External services | 2,231 | 2,118 |
| Insurance and contributions | 2,159 | 1,791 |
| Communication | 563 | 619 |
| Other | 670 | 715 |
| 23,083 | 21,279 |
The fees for the auditor recorded within administrative expenses pursuant to § 314 (1) No.# HGB gliedern sich wie folgt:
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 321 | 307 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 13 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 37 | 27 |
| Gesamt | 371 | 334 |
Es wurden ausschließlich Leistungen erbracht, die mit der Tätigkeit als Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG vereinbar sind. Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezieht sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der MEDION AG einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen. In dem Honorar für Abschlussprüfungsleistungen in H€ 321 sind T€ 55 für das Vorjahr enthalten. In den anderen Bestätigungsleistungen wird das Honorar für die freiwillige Jahresabschlussprüfung eines deutschen Tochterunternehmens ausgewiesen. Sonstige Leistungen betreffen Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Implementierung des Berichtsformats „ESEF“ und einem Readiness Assessment im Zusammenhang mit dem IDW PS 340 n.F. Die Nichtprüfungsleistungen wurden durch den Aufsichtsrat der MEDION AG vor Erbringung der Leistung genehmigt.
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Mieten und Leasing | 1.421 | 1.449 |
| Reparaturen | 845 | 1.062 |
| Mietnebenkosten | 783 | 744 |
| Übrige Betriebsaufwendungen | 690 | 682 |
| Gesamt | 3.739 | 3.937 |
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Zuführung von Wertberichtigungen | 280 | 2.467 |
| Periodenfremde Aufwendungen | 194 | 147 |
| Kursdifferenzen | 177 | 144 |
| sonstige Steuern | 188 | 84 |
| Vertragsstrafen | 143 | 696 |
| Übrige | 350 | 726 |
| Gesamt | 1.332 | 4.264 |
Die Veränderung der Zuführung von Wertberichtigungen ist auf einen Sondersachverhalt im Vorjahr zurückzuführen.
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| - Zinserträge | 240 | 507 |
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten | 240 | 507 |
| Finanzierungserträge | 240 | 507 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| - Zinsaufwendungen | -453 | -488 |
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten | -345 | -430 |
| davon zum beizulegenden Zeitwert - Sicherungsinstrumente | -108 | -58 |
| Finanzierungsaufwendungen - sonstige | -499 | -469 |
| davon für Akkreditive und Avale | -197 | -241 |
| davon Zinsen aus Pensionsrückstellungen | -302 | -228 |
| Finanzierungsaufwendungen | -952 | -957 |
| Finanzergebnis | -712 | -450 |
Das Nettofinanzergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| MEDION AG | ||
| Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag/Gewerbesteuer | -4.126 | -1.281 |
| davon: Umlage vom Organträger lfd. Jahr | -3.351 | -1.022 |
| davon: Umlage vom Organträger Vorjahre | - | -515 |
| Stand-alone Steueraufwand gem. IAS 12, nicht zahlungswirksam | -2.255 | -1.325 |
| Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag Vorjahre | - | -1 |
| Gesamt MEDION AG | -6.381 | -2.605 |
| Tochtergesellschaften | -8.559 | -6.296 |
| Latente Steuern | 835 | -8.103 |
| Gesamt | -14.105 | -17.004 |
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 45.869 | 54.990 |
| Konzern-Steuersatz in % | 32,625 | 32,625 |
| Erwartete Steuer | -14.965 | -17.941 |
| Steuern auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben | -29 | -393 |
| Steuererträge/-aufwendungen für Vorjahre | - | -516 |
| Steuern auf Beteiligungsergebnisse | -391 | -12 |
| 12 | 337 | 77 |
| Differenzen aus unterschiedlichen Steuersätzen | 984 | 688 |
| Effekte aus gewerbesteuerlichen Korrekturen | -41 | 61 |
| Tatsächlicher Ertragsteueraufwand | -14.105 | -17.004 |
| Tatsächlicher Ertragsteuersatz in % | 30,749 | 30,923 |
Der Konzernsteuersatz von 32,625 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,80 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %.
| Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021 |
|---|---|---|
| Latenter Steuerertrag (+) /-aufwand (-) | 835 | -8.103 |
| davon aus: Temporären Differenzen | 835 | -8.103 |
| Gesamt | 835 | -8.103 |
Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 2.848 (Vorjahr: T€ 2.848) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 2.125 (Vorjahr: T€ 2.125) sowie ausländische Verlustvorträge in der MEDION USA von T€ 5.968 (Vorjahr: T€ 5.988) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Die Verluste sind zeitlich unbegrenzt verrechenbar. Latente Steuern auf die Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar sind. Für MEDION USA werden ebenfalls keine latenten Steuern gebildet, da kein ausreichend positives steuerliches Ergebnis erwartet wird. Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen von Tochterunternehmen und dem korrespondierenden steuerlichen Beteiligungsbuchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 2.554 (Vorjahr: T€ 2.665) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist.
Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021
---|---|---|---|---
| aktivisch | passivisch | aktivisch | passivisch
Cashflow-Hedges | - | 61 | - | 1.196
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | - | (170) | - | (1.063)
Pensionsrückstellungen | 2.359 | - | 2.781 | -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | (1.041) | - | (1.577) | -
Übrige Rückstellungen | 2.384 | - | 2.027 | -
Vorrats- und Forderungen | 1.729 | - | 1.497 | -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | (1.014) | - | (1.014) | -
Anlagevermögen | 379 | 27 | 466 | 19
Gesamt | 6.851 | 88 | 6.771 | 1.215
Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021
---|---|---|---|---
| in der GuV | im sonstigen Ergebnis | in der GuV | im sonstigen Ergebnis
Cashflow-Hedges | 227 | 893 | -28 | -817
Pensionsrückstellungen | 114 | -536 | 566 | 277
Übrige Rückstellungen | 357 | - | -6.974 | -
Vorrats- und Forderungen | 232 | - | -1.594 | -
Anlagevermögen | -95 | - | -73 | -
Gesamt | 835 | 357 | -8.103 | -540*
| Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 223.289 | 222.231 |
| Wertberichtigungen | -2.385 | -2.867 |
| Gesamt | 220.904 | 219.364 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne.
| Werte in T€ | Einzelwertberichtigungen | Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand 1. April 2021 | 2.645 | 222 | 2.867 |
| Zuführungen | 103 | 7.528 | 7.631 |
| Inanspruchnahmen | -631 | - | -631 |
| Auflösungen | - | -7.482 | -7.482 |
| Endbestand 31. März 2022 | 2.117 | 268 | 2.385 |
| Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 70.055 | 152.034 |
| Wertberichtigungen | -329 | -770 |
| Gesamt | 69.726 | 151.264 |
| Werte in T€ | Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust | Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand 1. April 2021 | 660 | 110 | 770 |
| Zuführungen | - | 277 | 277 |
| Inanspruchnahmen | - | - | - |
| Auflösungen | -480 | -238 | -718 |
| Endbestand 31. März 2022 | 180 | 149 | 329 |
Werte in T€ | gesamt | davon kurzfristig | gesamt | davon kurzfristig
---|---|---|---|---|
| 31.03.2022 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2021
Ausstehende Lieferantengutschriften | 38.517 | 38.517 | 47.465 | 47.465
Derivate mit Sicherungsbeziehung | 1.146 | 1.146 | 3.433 | 3.433
Derivate ohne Sicherungsbeziehung | 1.010 | 1.010 | 1.411 | 1.411
Ausgereichte Darlehen | 776 | 358 | 689 | 294
Wertberichtigungen | -307 | -307 | -299 | -299
Übrige finanzielle Vermögenswerte | 411 | 384 | 418 | 390
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 41.553 | 41.108 | 53.117 | 52.694
Rechnungsabgrenzungsposten | 7.610 | 7.498 | 5.447 | 5.370
Sonstige Steuerforderungen | 3.266 | 3.266 | 3.611 | 3.611
Summe sonstige andere Vermögenswerte | 10.876 | 10.764 | 9.058 | 8.981
Gesamt | 52.429 | 51.872 | 62.175 | 61.675
Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen vertraglich vereinbarte, periodengerecht abgegrenzte noch zu erwartende Preisgutschriften für gelieferte Produkte, zweckgebundene Werbekostenzuschüsse, die als Kostenerstattung mit den Marketingaufwendungen verrechnet werden, sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen abgegrenzte Grundbesitzabgaben, Versicherungsaufwendungen, Servicekosten, Provisionen, Wartungs- und Mietvorauszahlungen sowie diverse Umsatzabgrenzungen im Zusammenhang mit Mobile Australien ausgewiesen. Die Vertragsvermögenswerte belaufen sich zum 31.03.2022 auf T€ 5.857 (Vorjahr: T€ 3.982).Je nach Art des Vertragsvermögenswertes sind die Vorjahreswerte im abgelaufenen Geschäftsjahr entweder im Materialaufwand oder unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst worden. Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf. Die Risikovorsorge der finanziellen Vermögenswerte betrifft Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis (erwartete Kreditverluste).
| Werte in T€ | Buchwert vor Wertberichtigungen | Wertberichtigungen am 31.03.2022 | erwartete Ausfallrate über 12 Monate in % | Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit in % |
|---|---|---|---|---|
| A-Kunden | 201.001 | 262 | 0,000 | 0,230 |
| B-Kunden | 20.660 | 5 | 0,000 | 0,150 |
| C-Kunden | 1.628 | 0 | 0,000 | 0,004 |
| Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 223.289 | 267 | ||
| Lenovo | 40.050 | 149 | 0,000 | 0,600 |
| Lenovo Darlehen | 30.005 | 180 | 0,600 | 0,000 |
| Summe Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 70.055 | 329 | ||
| Summe Gesamt | 293.344 | 596 |
Es werden Wertberichtigungen für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Forderungen gegen verbundene Unternehmen vorgenommen. Einzelwertberichtigungen i.H.v. T€ 2.118 entfallen im Wesentlichen auf B-Kunden. Kreditversicherte Forderungen werden keiner Risikovorsorge unterworfen. Die Aufwendungen und Erträge aus den Veränderungen für erwartete Kreditverluste werden in den übrigen Aufwendungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegen Dienstleister, vorrangig im Bereich des Kundenservice, mit denen aufgrund einer Vielzahl von kleinteiligen Warenbewegungen vierteljährliche oder jährliche Abrechnungen unabhängig von der konkreten Fälligkeit erfolgen. Darüber hinaus sind Forderungen aus Jahresvereinbarungen mit Lieferanten enthalten, die ebenfalls nur viertel-, halb- oder sogar jährliche Abrechnungszyklen haben.
Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 102 (Vorjahr: T€ 612). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung. Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.
(13) Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf:
| Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021 |
|---|---|---|
| PC/ Multimedia | 177.075 | 116.588 |
| Vorräte für digitale Dienstleistungen | 23.038 | 27.103 |
| Haushaltselektronik | 46.189 | 26.766 |
| Unterhaltungselektronik | 23.396 | 14.655 |
| Gesamt | 269.698 | 185.112 |
Zum 31.03.2022 sind Wertminderungen auf die Vorräte in Höhe von T€ 21.352 (Vorjahr: T€ 19.994) enthalten. Die Veränderung der Wertminderung in Höhe von T€ 1.358 (Vorjahr: T€ 1.820) wurde im Geschäftsjahr im Materialaufwand berücksichtigt. Es bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte.
(14) Eigenkapital
Das Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2021: 44.681.430 Aktien) im Umlauf.
Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilte und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10% des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt:
| Rückkauf- programm | Anzahl der Aktien/Betrag des Grundkapitals (€) | Anschaffungs- kosten (€) | Anteil des Grundkapitals | Zeitpunkt des Erwerbs | Gründe des Erwerbs: Hauptversammlungsbeschluss vom |
|---|---|---|---|---|---|
| I | 1.670.551 | 25.788.127 | 3,45% | 2007 | 11. Mai 2007 |
| I | 750.369 | 12.094.224 | 1,55% | 2008 | 11. Mai 2007 |
| I | 2.420.920 | 37.882.351 | 5,00% | ||
| II | 484.184 | 3.645.833 | 1,00% | 2008 | 14. Mai 2008 |
| III | 264.000 | 1.496.018 | 0,55% | 2008 | 14. Mai 2008 |
| III | 704.368 | 4.213.491 | 1,45% | 2009 | 14. Mai 2008 |
| III | 968.368 | 5.709.509 | 2,00% | ||
| Gesamt | 3.873.472 | 47.237.693 | 8,00% |
Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt. Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2022 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital).
Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 170.899 (Vorjahr: T€ 168.644) beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG. Darüber hinaus wird hier der latente Steuereffekt aus der wirtschaftlichen Betrachtungsweise für das steuerliche Organschaftsverhältnis mit der Gesellschafterin erfasst. Wir verweisen auf die Ausführungen zu den latenten Steuern in Abschnitt 8.2.1 Ziffer 7.
Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS Standards in Vorjahren in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 ist eine Ergebnisabführung in Höhe von T€ 36.544 an die Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages eigenkapitalmindernd berücksichtigt worden. Daneben haben T€ 1.633 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital erhöht (Vorjahr: Verringerung um T€ 5.260). Sie resultieren aus den Tochtergesellschaften, insbesondere Australien. Die Bewertung der Cashflow-Hedges führte zu einer Minderung des Eigenkapitals um T€ 1.844 (Vorjahr Erhöhung von T€ 1.688). Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf das Kapitel 7.5 dieses Berichtes.
Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2022 eine Gesamtzahl von 38.771.280 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.
(15) Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:
| Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021 |
|---|---|---|
| Stand 1. April | 14.651 | 10.948 |
| Finanzierungsaufwand | 301 | 228 |
| laufender Dienstzeitaufwand | 575 | 635 |
| nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - | 1.991 |
| Verrechnete Verluste (+)/Gewinne (-) aus Neubewertungen | -1.644 | 849 |
| Stand 31. März | 13.883 | 14.651 |
Auf Basis von Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorständen, verpflichtet sich MEDION zur Zahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei MEDION ausscheidet. Das monatliche Ruhegeld beträgt 50% des im Monat vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes (bezogen auf das feste Jahresgehalt).
Die versicherungsmathematischen Gewinne aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2021/2022 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (2,22 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (1,58 % p.a.) in Höhe von T€ -1.644 (Vorjahr: Verlust in Höhe von T€ 849). Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer Deutschland GmbH entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31. März 2022 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG.
Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
| Werte in % | 31.03.2022 | 31.03.2021 |
|---|---|---|
| Diskontierungssatz | 2,22 | 1,58 |
| Gehaltstrend | 0,00 | 0,00 |
| Rententrend | 2,00 | 2,00 |
Bei einer um ein Jahr höheren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 376 (Vorjahr: T€ 427) höhere Rückstellung. Bei einer um ein Jahr niedrigeren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 236 (Vorjahr: T€ 279) niedrigere Rückstellung.
Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 1.118 (Vorjahr: T€ 1.297) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 1.262 (Vorjahr: T€ 1.475) höhere Rückstellung.
Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 953 (Vorjahr: T€ 1.052) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Paramentern eine um T€ 1.055 (Vorjahr: T€ 1.168) höhere Rückstellung.
Zur Bestimmung der Sensitivitätsangaben wurden die Verpflichtungswerte mit demselben Verfahren berechnet, das auch zur Berechnung der Verpflichtung am Bilanzstichtag herangezogen wurde. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss der Gesamtbetrag nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderung dieser Annahmen entsprechen.
Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, so dass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 18,0 Jahre (Vorjahr: 19,0 Jahre).Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO). Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt:
| Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2020 | 31.03.2019 | 31.03.2018 |
|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungsbarwert | 13.883 | 14.651 | 10.948 | 11.036 | 9.325 |
Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken. Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen. Die Beiträge zur Rentenversicherung belaufen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf T€ 3.402 (Vorjahr: T€ 3.175).
Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 165.180 (Vorjahr: T€ 177.705) waren T€ 146.638 (Vorjahr: T€ 162.180) zum Abschlussstichtag nicht fällig.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus der Verpflichtung zur Gewinnausführung (€ 36,5 Mio.; Vorjahr: € 29,3 Mio.) gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH sowie aus dem Bezug von Servicematerialien.
Die Steuerverbindlichkeiten entfallen ausschließlich auf die Tochtergesellschaften der MEDION AG (insbesondere MEDION Australien).
| Werte in T€ | 01.04.2021 | Inanspruchnahme | Auflösung | Zuführung | Währungskursdifferenzen | 31.03.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewährleistungen | 32.788 | 14.056 | 988 | 13.715 | - | 31.459 |
| davon langfristig | 11.899 | - | - | - | - | 11.216 |
| davon kurzfristig | 20.889 | - | - | - | - | 20.243 |
| Lizenzen und Schutzrechte | 24.918 | 1.433 | 3.387 | 4.050 | - | 24.148 |
| Personal | 11.605 | 9.291 | 312 | 10.264 | 67 | 12.333 |
| Rückstellungen für Reklamationen | 7.107 | 4.811 | - | 4.164 | - | 6.460 |
| Rückstellungen für Boni | 2.099 | 1.562 | - | 2.665 | - | 3.202 |
| Übrige Rückstellungen | 4.459 | 2.112 | 131 | 2.785 | 105 | 5.106 |
| Gesamt | 82.976 | 33.265 | 4.818 | 37.643 | 172 | 82.708 |
Die sonstigen Rückstellungen sind kurzfristiger Natur, soweit nicht anders dargestellt und entwickelten sich wie folgt:
Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt. MEDION erwartet, dass im folgenden Geschäftsjahr T€ 20.243 in Anspruch genommen werden.
Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte umfassen laufende Verpflichtungen für geltend gemachte Lizenzansprüche und Urheberrechtsabgaben. Die Rückstellungen wurden auf Basis erwarteter Stück- und Lizenzkosten gebildet. Der Zeitpunkt der Mittelabflüsse ist abhängig vom Abschluss der Verhandlungen. Die Auflösung der Rückstellungen für Schutzrechte und Lizenzen in Höhe von T€ 3.387 steht überwiegend im Zusammenhang mit einer Schätzungsänderung für Lizenzen für weiter zurückliegende Zeiträume bis einschließlich heute und ist im Materialaufwand erfasst.
In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen, Jubiläen, Mehrarbeitsvergütungen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden im Wesentlichen im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen.
Die Rückstellungen für Boni betreffen akzeptierte Bonusvereinbarungen für den Zeitraum bis März 2022, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen.
Die Rückstellungen für Reklamationen betreffen im Wesentlichen Retouren aufgrund von akzeptierten Reklamationen für den Zeitraum bis März 2022, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen.
Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abschlusskosten, Rechts- und Beratungskosten und Aufsichtsratsvergütungen, die auch voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen werden.
Auflösungen von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit operativen Geschäftsvorgängen der Warenbeschaffung und des Vertriebes von Produkten stehen, werden in den entsprechenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, über die sie gebildet wurden.
Die sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| Werte in T€ | gesamt 31.03.2022 | davon kurzfristig 31.03.2022 | gesamt 31.03.2021 | davon kurzfristig 31.03.2021 |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung | 30.594 | 30.594 | 64.878 | 64.878 |
| Kreditorische Debitoren | 4.040 | 4.040 | 3.710 | 3.710 |
| Lizenzverpflichtungen | 1.685 | 1.685 | 1.512 | 1.512 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung | 4 | 4 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung | 416 | 416 | - | - |
| Übrige | - | - | 2 | 2 |
| Summe Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 36.739 | 36.739 | 70.102 | 70.102 |
| Sonstige Steuerverbindlichkeiten | 8.622 | 8.622 | 9.708 | 9.708 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 7.862 | 7.862 | 5.729 | 5.729 |
| Übrige | 3.408 | 1.645 | 1.583 | 1.499 |
| Summe sonstige andere Verbindlichkeiten | 19.892 | 18.129 | 17.020 | 16.936 |
| Gesamt | 56.631 | 54.868 | 87.122 | 87.038 |
Bei den Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, die im Rahmen des Factoring-Vertrages revolvierend zurückgezahlt werden. Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Umsatz-, Lohn- und Kirchensteuer. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten Umsatzabgrenzungen im Rahmen des Mobilfunkgeschäftes in Australien. Vertragsverbindlichkeiten zum 31.03.2021 sind im Geschäftsjahr in Höhe von T€ 5.470 als Umsatzerlöse erfasst worden.
In den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| Werte in T€ | Buchwert 31.03.2022 | Tilgung 31.03.2022 | Buchwert 31.03.2021 | Tilgung 31.03.2021 |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung | 30.594 | 30.594 | 64.878 | 64.878 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 420 | 420 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 165.180 | 165.180 | 177.705 | 177.705 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 45.357 | 45.357 | 31.296 | 31.296 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 5.725 | 5.725 | 5.224 | 5.224 |
| Gesamt | 247.276 | 247.276 | 279.103 | 279.103 |
Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur und nicht zinstragend. Die Tilgung der entsprechenden Beträge wird innerhalb eines Jahres erfolgen.
Kategorien nach IFRS 9 und Überleitung auf Bilanzposten
| Werte in T€ | Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert | Hedge Accounting | Klassen und Überleitung auf Bilanzposten |
|---|---|---|---|
| 31.03.2022 | Wertansatz nach IFRS 9 | ||
| Aktiva | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 140.739 | 140.739 | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 220.904 | 220.904 | - |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 69.726 | 69.726 | - |
| Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte Kredite und Forderungen | 38.517 | 38.517 | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte mit Sicherungsbeziehung | 1.146 | - | 1.146 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne Sicherungsbeziehung | 1.010 | - | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 880 | 880 | - |
| Gesamt | 472.922 | 470.766 | 1.146 |
| Passiva | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 165.180 | 165.180 | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 45.357 | 45.357 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung | 4 | - | |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung | 416 | - | 416 |
| Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung | 30.594 | 30.594 | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 5.725 | 5.725 | - |
| Gesamt | 247.276 | 246.856 | 416 |
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 720.198 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 445 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig.
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert | Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert | Hedge Accounting | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | Wertansatz nach IFRS 9 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
| - | - | 166.702 | 166.702 | - | - |
| - | - | 219.364 | 219.364 | - | - |
| - | - | 151.264 | 151.264 | - | - |
| - | - | 47.465 | 47.465 | - | - |
| 1.146 | 3.433 | - | 3.433 | 1.146 | 3.433 |
| 1.010 | 1.010 | 1.411 | - | 1.010 | 1.411 |
| - | - | 808 | 808 | - | - |
| 2.156 | 4.443 | 587.018 | 588.838 | 2.156 | 4.844 |
| - | - | 177.705 | 177.705 | - | - |
| - | - | 31.296 | 31.296 | - | - |
| - | - | 4 | 4 | - | - |
| - | - | 416 | - | - | - |
| - | - | 64.878 | 64.878 | - | - |
| - | - | 5.224 | 5.224 | - | - |
| - | - | 279.523 | 279.107 | - | - |
Die Voraussetzungen für eine Saldierung von Finanzinstrumenten nach IAS 32.42 (a) und (b) sind im Konzernabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen.## 8.2.3 Konzernanlagenspiegel
| Werte in T€ | Zugänge | Abgänge | Umbuchung | Differenz aus Währungsumrechnung | Stand 31.03.2022 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Grundstücke und Bauten | 318 | - | - | - | 36.087 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 451 | 22 | - | 44 | 17.226 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 86 | - | - | - | 151 |
| Sach anlagen | 855 | 22 | - | 44 | 53.464 |
| Lizenzen | - | - | - | - | 7.880 |
| EDV-Software | 1.143 | - | - | 55 | 40.230 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | - | 109 | - | - | - |
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.143 | 109 | - | 55 | 48.110 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | - | - | 516 |
| Beteiligungen | - | - | - | - | 28 |
| Finanzanlagen | - | - | - | - | 28 |
| Gesamt | 1.998 | 131 | - | 99 | 102.118 |
| Werte in T€ | Zugänge | Abgänge | Umbuchung | Differenz aus Währungsumrechnung | Stand 31.03.2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Grundstücke und Bauten | 366 | - | 5.991 | - | 35.769 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 392 | 14 | 66 | 18 | 16.753 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 2.262 | - | -6.057 | - | 65 |
| Sachanlagen | 3.020 | 14 | - | 18 | 52.587 |
| Lizenzen | - | - | - | - | 7.880 |
| EDV-Software | 2.025 | - | 359 | 108 | 39.032 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 274 | - | -359 | - | 109 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2.299 | - | - | 108 | 47.021 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | - | - | 516 |
| Beteiligungen | - | - | - | - | 28 |
| Finanzanlagen | - | - | - | - | 28 |
| Gesamt | 5.319 | 14 | - | 126 | 100.152 |
| Werte in T€ | Zugänge | Abgänge | Differenz aus Währungsumrechnung | Stand 31.03.2022 | Stand 31.03.2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| Grundstücke und Bauten | 904 | - | - | 11.184 | 10.280 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 467 | 10 | 23 | 15.711 | 15.231 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | - | 151 | 65 |
| Sachanlagen | 1.371 | 10 | 23 | 26.895 | 25.511 |
| Lizenzen | 6 | - | - | 7.853 | 7.847 |
| EDV-Software | 1.692 | - | 40 | 37.691 | 35.959 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - |
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.698 | - | 40 | 45.544 | 43.806 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | - | 516 | 516 |
| Beteiligungen | - | - | - | 28 | 28 |
| Finanzanlagen | - | - | - | 28 | 28 |
| Gesamt | 3.069 | 10 | 63 | 72.955 | 69.833 |
| Werte in T€ | Zugänge | Abgänge | Differenz aus Währungsumrechnung | Stand 31.03.2021 | Stand 31.03.2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Abschreibungen | |||||
| Grundstücke und Bauten | 793 | - | 1 | 10.280 | 9.486 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 420 | 10 | 26 | 15.231 | 14.795 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | - | 65 | 3.860 |
| Sachanlagen | 1.213 | 10 | 27 | 25.511 | 24.281 |
| Lizenzen | 15 | - | -1 | 7.847 | 7.833 |
| EDV-Software | 3.249 | - | 61 | 35.959 | 32.649 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | - | 109 | 194 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.264 | - | 60 | 43.806 | 40.482 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | - | 516 | 516 |
| Beteiligungen | - | - | - | 28 | 28 |
| Finanzanlagen | - | - | - | 28 | 28 |
| Gesamt | 4.477 | 10 | 87 | 69.833 | 65.279 |
Die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu-/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Schecks, Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. T€ 600 dienen als Sicherheitsleistungen für die Zollkasse und sind somit verfügungsbeschränkt. Die Zinserträge sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 9 (Vorjahr: T€ 34) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. Die Zinsaufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme der abgegrenzten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 19 (Vorjahr: T€ 31), des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von von T€ 302 (Vorjahr: T€ 228) sowie des Zinseffektes aus der Fair Value-Bewertung in Höhe von T€ 108 (Vorjahr: T€ 58) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. (25)
Die Überleitung der Finanzverbindlichkeiten auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit gem. IAS 7.44A stellt sich wie folgt dar:
| Werte in T€ | Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten | Finanzverbindlichkeiten | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.04.2021 | 29.310 | 64.878 | 5.224 | 99.412 |
| Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit | ||||
| Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung | - | -34.284 | - | -34.284 |
| Ergebnisabführung GJ 2020/2021 | -29.310 | - | - | -29.310 |
| Gezahlte Zinsen | - | - | -994 | -994 |
| Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit | -29.310 | -34.284 | -994 | -64.588 |
| Sonstige Änderungen | ||||
| Ergebnisabführung GJ 2021/2022 | 36.544 | - | - | 36.544 |
| Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten | - | - | 1.495 | 1.495 |
| Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen | 36.544 | - | 1.495 | 38.039 |
| Stand 31.03.2022 | 36.544 | 30.594 | 5.725 | 72.863 |
| Werte in T€ | Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten | Finanzverbindlichkeiten | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.04.2020 | 18.201 | 75.741 | 4.660 | 98.602 |
| Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit | ||||
| Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung | - | -10.863 | - | -10.863 |
| Ergebnisabführung GJ 2019/2020 | -18.201 | - | - | -18.201 |
| Gezahlte Zinsen | - | - | -187 | -187 |
| Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit | -18.201 | -10.863 | -187 | -29.251 |
| Sonstige Änderungen | ||||
| Ergebnisabführung GJ 2020/2021 | 29.310 | - | - | 29.310 |
| Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten | - | - | 751 | 751 |
| Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen | 29.310 | - | 751 | 30.061 |
| Stand 31.03.2021 | 29.310 | 64.878 | 5.224 | 99.412 |
Nach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem sogenannten Management-Approach zu berichten. Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft und Direktgeschäft. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Geschäftsaktivitäten im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Beim Projektgeschäft handelt es sich grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte, die an international groß aufgestellte Handelsketten verkauft werden. Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Bei den digitalen Dienstleistungen handelt es sich um Mobilfunkdienstleistungen (MEDIONmobile), um Fotoservicedienstleistungen und um weitere Onlinedienste wie die digitale Distribution von Downloads und digitalen Gutschein-PINs. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet. Den in diesem Segment ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten zum Endkonsumenten steuert und in der Regel keine physischen oder digitalen Produkte bei Handelskunden zwischengelagert sind. Neben den steuerungsrelevanten Segmenten weist MEDION unter den Sonstigen Umsätzen Geschäftstätigkeiten aus, die keinem der beiden anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr betreffen die hier ausgewiesenen Umsätze jedoch ausschließlich die in Vorjahren als eigenständiges Segment ausgewiesenen Konzerndienstleistungen für den Lenovo-Konzern. Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen: Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Gewinnung der Segmentinformationen zugrunde gelegt wurden, entsprechen den Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses. Konzerninterne Transaktionen zwischen den Segmenten lagen im Berichtsjahr nicht vor. Für die interne Steuerung des MEDION-Konzerns ist der Vorstand der MEDION AG verantwortlich. Das entscheidende Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des MEDION-Konzerns sowie für die Erfolgsbeurteilung und die Ressourcenallokation ist das EBIT. Der Segment-Cashflow ermittelt sich auf Basis der jeweiligen Segmentbetriebsergebnisse zuzüglich der Segmentabschreibungen sowie der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge. Das Segmentvermögen umfasst die Aktiva, die zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses des jeweiligen Segments eingesetzt werden. Die Segmentschulden ergeben sich aus dem jeweiligen zugehörigen Fremdkapital. Unter Investitionen werden die Zugänge des laufenden Geschäftsjahres in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt. (26)
| Werte in T€ | Projektgeschäft 01.04.2021 - 31.03.2022 | Projektgeschäft 01.04.2020 - 31.03.2021 | Direktgeschäft 01.04.2021 - 31.03.2022 | Direktgeschäft 01.04.2020 - 31.03.2021 | Sonstige 01.04.2021 - 31.03.2022 | Sonstige 01.04.2020 - 31.03.2021 | Überleitung Konzern 01.04.2021 - 31.03.2022 | Überleitung Konzern 01.04.2020 - 31.03.2021 | Konzern 01.04.2021 - 31.03.2022 | Konzern 01.04.2020 - 31.03.2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsätze | 521.391 | 491.945 | 499.144 | 475.710 | 17.978 | 16.073 | 0 | 0 | 1.038.513 | 983.728 |
| EBIT | 7.141 | 15.033 | 38.913 | 39.902 | 527 | 505 | 0 | 0 | 46.581 | 55.440 |
| Abschreibungen auf Anlagevermögen | 816 | 752 | 2.253 | 3.725 | 0 | 0 | 0 | 0 | 3.069 | 4.477 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | -353 | 1.407 | -717 | 2.297 | 0 | 0 | 0 | 0 | -1.070 | 3.704 |
| Brutto Cashflow | 7.604 | 17.192 | 40.449 | 45.924 | 527 | 505 | 0 | 0 | 48.580 | 63.621 |
| Segmentvermögen | 379.693 | 378.598 | 363.331 | 402.465 | 45.942 | 40.215 | 585 | 528 | 789.551 | 821.806 |
| Segmentschulden | 199.019 | 231.836 | 138.289 | 140.339 | 2.553 | 1.684 | 25.615 | 22.243 | 365.476 | 396.102 |
| Investitionen | 557 | 1.573 | 1.442 | 3.747 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.999 | 5.320 |
Das Segmentvermögen betrifft mit T€ 35.533 langfristige Vermögenswerte i.S.d.# IFRS 8.33 (b) die in Deutschland gelegen sind und T€ 1.038, die im Ausland gelegen sind. Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden mit einem Kunden Umsätze im Segment Direktgeschäft realisiert, die mehr als 10% des Konzernumsatzes ausmachen (T€ 148.220; Vorjahr: T€ 142.719). Mit einem weiteren Kunden wurden in beiden Segmenten Direktgeschäft und Projektgeschäft Umsätze realisiert, die zusammen mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen (T€ 126.657; Vorjahr: T€ 109.339). Die Überleitung der Segmentschulden betrifft im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 8.622 (Vorjahr: T€ 9.708), Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von T€ 7.862 (Vorjahr: T€ 5.729) sowie die kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 4.040 (Vorjahr: T€ 3.710).
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 beträgt die durchschnittliche Anzahl an Aktien 44.681.430. In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potenziellen Stammaktien ergeben.
| 2021/2022 | 2020/2021 | |
|---|---|---|
| Gewichteter Durchschnitt der ausgegebenen Aktien | 44.681.430 | 44.681.430 |
| Konzernergebnis (T€) | 31.764 | 37.986 |
| Ergebnis je Aktie (un-/verwässert, in €) | 0,71 | 0,85 |
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge. Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Werte in T€ | ≤ 1 Jahr | ≤ 1 Jahr | 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre | 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre | > 5 Jahre | > 5 Jahre |
| Geschäfts- und Lagerräume | 1.090 | 998 | 997 | 706 | 0 | 0 |
| Sonstige Leasingverhältnisse | 419 | 427 | 468 | 475 | 0 | 0 |
| Gesamt | 1.509 | 1.425 | 1.465 | 1.181 | 0 | 0 |
Unter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Im MEDION-Konzern können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Wert der nicht kreditversicherten Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 117.794 (Vorjahr: T€ 103.100) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert. Für Kundenforderungen, die im Rahmen vom Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung veräußert werden, besteht ein maximales Ausfallrisiko von 3 %. Die Fälligkeiten und Überfälligkeiten werden kontinuierlich überwacht und monatlich an den Vorstand gemeldet. Die Risikominderung erfolgt über Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf Portfoliobasis. MEDION erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem am Kapitalmarkt als finanzkräftig eingestuften Mutterkonzern Lenovo oder mit Kreditinstituten hoher Bonität abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln (T€ 140.739; Vorjahr: T€ 166.702) und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 69.726; Vorjahr: T€ 151.264), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 2.156; Vorjahr: T€ 4.844). Im Geschäftsjahr wurden für diese Posten keine Wertminderungsaufwendungen erfasst.
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten ist unter Abschnitt 8.2.2 Ziffer 21 erfolgt.
Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert werden und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag:
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Werte in T€ | USD | USD | GBP | GBP | HKD | HKD | AUD | AUD |
| Zahlungsmittel | 2.025 | 1.209 | 2.431 | 2.595 | 1.202 | 1.724 | 73.100 | 70.672 |
| Forderungen | 24.239 | 33.897 | 2.763 | 1.673 | 111 | 106 | 2.049 | 2.354 |
| Verbindlich- keiten | -44.751 | -58.848 | -509 | -1.048 | -1.088 | -270 | -33.499 | -29.284 |
| Saldo | -18.487 | -23.742 | 4.685 | 3.220 | 225 | 1.560 | 41.650 | 43.742 |
Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 131,0 Mio. (Vorjahr: USD 199,0 Mio.). Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag negative Marktwerte in Höhe von T€ 420 (Vorjahr: T€ 0), die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, sowie positive Marktwerte in Höhe von T€ 2.156 (Vorjahr: T€ 4.844), die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden. Zum 31. März 2022 haben die in das Hedge Accounting einbezogenen Derivate einen Buchwert von T€ 1.736 (Vorjahr: T€ 3.434), davon wurden T€ 521 (Vorjahr: T€ 3.258) als effektiver Teil in die Bewertungsrücklage im Eigenkapital und T€ 188 (Vorjahr: T€ 176) als nicht designierter Anteil im Zinsergebnis ausgewiesen. Auf den Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 170 (Vorjahr: T€ 1.063). Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD-Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten und nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und ‑verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 525 (Vorjahr: T€ 153) ergebniswirksam erfasst.
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|
| Nominal- wert TUSD | Markt- wert T€ | |
| Währungsbezogene Geschäfte | ||
| Devisentermingeschäfte in USD | 83.000 | 595 |
| Davon erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet (brutto) | - | 521 |
| Zu-/ abzüglich latenter Steuern | - | -170 |
| Cashflow-Hedges | - | 351 |
| Durchschnittlicher Sicherungskurs | 1,1235 |
Das Nominalvolumen der im Cashflow Hedge Accounting designierten USD-Devisentermingeschäfte beträgt zum Stichtag TUSD 83.000 (Vorjahr: TUSD 138.000) und der durchschnittliche EUR/USD Sicherungskurs beträgt 1,1235 (Vorjahr: 1,2113). Die Devisentermingeschäfte werden innerhalb eines Jahres fällig. Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs des Abschlussstichtages abgeleitet. Die MEDION AG legt grundsätzlich nur in Euro an bzw. nimmt grundsätzlich nur Gelder in Euro auf. Aus diesem Grund nutzt die MEDION AG Devisenswaps, um Überhänge in Fremdwährungen bis zum nächsten Zeitpunkt, an dem diese Währungen benötigt werden, in Euro zu konvertieren und somit eine Geldanlage oder -aufnahme in diesen Währungen zu vermeiden.
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|
| Nominal- wert in Fremdwährung | Markt- wert T€ | |
| SWAP-Geschäfte | ||
| SWAPS in TUSD | 1.200 | 4 |
Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen der Konzern am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln. MEDION ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2022 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Eigenkapitalrücklage für Cashflow-Hedges die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Werte in T€ | USD | USD | GBP | GBP | AUD | AUD |
| Abwertung um 10% | -4.582 | -7.203 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwertung um 10% | 5.040 | 7.923 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Aus der Fremdwährungsumrechnung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmitteln in Fremdwährung ergeben sich Risiken auf das Währungsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2022 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Währungsergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Werte in T€ | USD | USD | GBP | GBP | AUD | AUD |
| Abwertung um 10% | -79 | 203 | -426 | -293 | -3.786 | -3.977 |
| Aufwertung um 10% | 87 | -223 | 469 | 322 | 4.165 | 4.374 |
Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein.
Mit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.# 8.3.5 Finanzielle Risiken und deren Management
Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko. Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung. Da die Laufzeit eines Projektes maximal 6 Monate beträgt, ist aufgrund dieser kurzen Laufzeit das etwaige Zinsänderungsrisiko nur von marginaler Auswirkung auf das Projektergebnis, weshalb keine Zinssicherung für die Finanzierung des Projektes durchgeführt wird.
Als sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen infrage. Zum 31. März 2022 hat MEDION keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinne, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt.
Bis zum 08. Juni 2022 (Freigabe des Abschlusses durch den Vorstand zur Veröffentlichung und Weitergabe an den Aufsichtsrat) ergaben sich keine berichtspflichtigen Ereignisse.
| Name und Sitz | Stammkapital zum 31.03.2022 | Prozentsatz der Beteiligung | Jahres- ergebnis in T€ | Ergebnis- Vorjahr in T€ |
|---|---|---|---|---|
| 1 Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen | EUR 25.000 | 100,0% | 339 | 328 |
| 2 MEDION Service GmbH, Essen | EUR 25.000 | 100,0% | 192 | 196 |
| 3 MEDION Shared Services GmbH, Essen | EUR 1.500.000 | 100,0% | 340 | 240 |
| 4 MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China | HKD 10.000.000 | 100,0% | 170 | 116 |
| 5 MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien | AUD 10.000 | 100,0% | 18.056 | 13.209 |
| 6 MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich | EUR 50.000 | 100,0% | 103 | 257 |
| 7 MEDION B.V., Panningen, Niederlande | EUR 650.000 | 100,0% | 410 | 461 |
| 8 MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien | EUR 8.763 | 100,0% | 54 | 71 |
| 9 MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, United Kingdom | GBP 400.000 | 100,0% | 96 | 102 |
| 10 MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich | EUR 180.000 | 100,0% | 73 | 46 |
| 11 MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien | EUR 5.000 | 100,0% | 33 | -6 |
| 12 MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien | EUR 50.000 | 100,0% | 16 | 15 |
| 13 MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark | DKK 500.000 | 100,0% | 63 | 103 |
| 14 MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz | CHF 600.000 | 100,0% | 151 | 113 |
| 15 MEDION USA Inc., Delaware, USA | USD 10.100.000 | 100,0% | 11 | 3 |
| 16 MLAP GmbH, Stuttgart | EUR 25.000 | 100,0% | 87 | 40 |
| 17 MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd., Shenzhen, Volksrepublik China | RMB 1.000.000 | 100,0% | 29 | 40 |
| 18 MEDION International (Far East) Ltd., Hongkong, Volksrepublik China | HKD 10.000 | 100,0% | nicht operativ, ruhend | nicht operativ, ruhend |
| 19 LIFETEC International Ltd., Hongkong, Volksrepublik China | HKD 10.000 | 100,0% | nicht operativ, ruhend | nicht operativ, ruhend |
Transaktionen und Salden zwischen konsolidierten Einheiten werden eliminiert, mit nicht konsolidierten Beteiligungsunternehmen bestehen keine wesentlichen Salden und Transaktionen.
Neben den genannten Gesellschaften sowie Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates („Management in Schlüsselpositionen“) und deren Familienmitgliedern gelten darüber hinaus auch sämtliche Gesellschaften des Lenovo-Konzerns als nahestehende Unternehmen. Mutterunternehmen der MEDION AG ist die Lenovo Germany Holding GmbH mit Sitz in Essen. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Lenovo Group Limited mit Sitz in Hongkong. Der Konzernabschluss der Lenovo Group Limited ist am Sitz der Gesellschaft bzw. über www.lenovo.com erhältlich.
Aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH hat sich die MEDION AG verpflichtet, während der Vertragsdauer ihren ganzen, nach Maßgabe der handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Damit ist auch das Recht der Aktionäre der MEDION AG entfallen, über die Verwendung eines Ergebnisses zu entscheiden.
Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs ist in dem Unternehmensvertrag festgelegt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH zur Zahlung eines jährlichen Ausgleichsbetrages an die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG verpflichtet ist. Diese Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Der Steuerabzug ist nur bei Gewinnen der MEDION AG vorzunehmen, die der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen. Damit entspricht die Ausgleichszahlung bei der zurzeit gültigen Körperschaftsteuerbelastung einem Betrag von € 0,69 je MEDION-Aktie.
Im Berichtsjahr bestanden folgende Geschäftsbeziehungen gemäß IAS 24 zu Unternehmen des Lenovo-Konzerns. Es bestehen vertragliche Vereinbarungen.
Werte der Geschäftsvorfälle (Werte in T€)
| 2021/2022 | 2020/2021 | |
|---|---|---|
| UNTERNEHMEN DES LENOVO-KONZERNS | ||
| Lenovo PC Hong Kong Ltd. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 15.869 | 13.577 |
| Warenlieferung an MEDION AG | -41.247 | -16.403 |
| geleistete Dienstleistungen | 2.490 | 3.678 |
| bezogene Dienstleistungen | -1.480 | -909 |
| Rabatte und Nachlässe | 7.638 | 7.337 |
| Forderungen aus Schadensfällen | 903 | 359 |
| Intercompany-Darlehen | -80.015 | -80.012 |
| Derivate Nominalwert in TUSD | 441.000 | 541.000 |
| Lenovo (Deutschland) GmbH | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 178 | 178 |
| Warenlieferung an MEDION AG | -14.636 | -8.590 |
| geleistete Dienstleistungen | 329 | 427 |
| Vermietung | 145 | 118 |
| Sonstige | 1 | 12 |
| Lenovo Germany Holding GmbH (Mutterunternehmen) | ||
| Sonstige Forderungen | -1.716 | 16.508 |
| Ergebnisabführungsvertrag | -36.544 | -29.310 |
| LC Future Center Ltd. | ||
| Warenlieferung an MEDION AG | 0 | -8 |
| Lenovo Global Technology HK Ltd. | ||
| Warenlieferung an MEDION AG | -41 | -57 |
| Lenovo Services B.V. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 764 | 821 |
| Lenovo Technology B.V. Wien | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 4 | 0 |
| Lenovo Group Beijing | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 201 | 0 |
| Lenovo Belgium | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 4 | 0 |
| Lenovo (Unit Stated) Inc. | ||
| Sonstige Forderungen | 83 | 0 |
| Lenovo Manufacturing Hungary Kft. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 9 | 0 |
| Lenovo Argentinia SRL | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 2 | 0 |
| Lenovo Spain & Portugal | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 0 | 1 |
| Motorola Mobility LLC | ||
| Sonstige Forderungen | 44 | 95 |
Forderungen/Verbindlichkeiten (-) (brutto) (Werte in T€)
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|
| UNTERNEHMEN DES LENOVO-KONZERNS | ||
| Lenovo PC Hong Kong Ltd. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 8.122 | 11.343 |
| Warenlieferung an MEDION AG | -8.580 | -2.265 |
| geleistete Dienstleistungen | 6.530 | 4.416 |
| bezogene Dienstleistungen | 0 | 0 |
| Rabatte und Nachlässe | 1.849 | 2.934 |
| Forderungen aus Schadensfällen | 347 | 100 |
| Intercompany-Darlehen | 30.005 | 110.020 |
| Derivate Nominalwert in TUSD | 131.000 | 199.000 |
| Lenovo (Deutschland) GmbH | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 53 | 109 |
| Warenlieferung an MEDION AG | -1.718 | -1.913 |
| geleistete Dienstleistungen | 167 | 247 |
| Vermietung | 43 | 85 |
| Sonstige | 0 | 6 |
| Lenovo Germany Holding GmbH (Mutterunternehmen) | ||
| Sonstige Forderungen | 23.545 | 25.261 |
| Ergebnisabführungsvertrag | -36.544 | -29.310 |
| Lenovo Global Technology HK Ltd. | ||
| Warenlieferung an MEDION AG | -6 | -2 |
| Lenovo Services B.V. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 920 | 194 |
| Lenovo (Unit Stated) Inc. | ||
| Sonstige Forderungen | 83 | 0 |
| Lenovo Manufacturing Hungary Kft. | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 9 | 0 |
| Lenovo Argentinia SRL | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 2 | 0 |
| Motorola Mobility LLC | ||
| Sonstige Forderungen | 11 | 5 |
Keiner der Salden ist gesichert. Im Geschäftsjahr wurde eine Auflösung aus der Wertminderung des Expected Credit Loss für die Forderungen gegen den Lenovo-Konzern in Höhe von T€ 441 (Vorjahr: T€ 2.522) erfasst. Im Wesentlichen bezieht sich der Ertrag aus dem Intercompany Darlehen gegenüber der Lenovo PC Hong Kong Ltd. in Höhe von T€ 480 (Vorjahr: T€ 2.380). Garantien wurden weder gewährt noch erhalten. Im laufenden Jahr und im Vorjahr wurde kein Aufwand für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen im Hinblick auf die Beträge erfasst, die von nahestehenden Unternehmen und Personen geschuldet werden. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.
Werte der Geschäftsvorfälle (Werte in T€)
| 2021/2022 | 2020/2021 | |
|---|---|---|
| Vorstand Gerd Brachmann | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 12 | 16 |
| Christian Eigen | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 4 | 5 |
Forderungen/Verbindlichkeiten (-) (brutto) (Werte in T€)
| 31.03.2022 | 31.03.2021 | |
|---|---|---|
| Vorstand Gerd Brachmann | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 0 | 1 |
| Christian Eigen | ||
| Verkäufe von MEDION AG | 1 | 1 |
Die Beziehungen zu Vorstand und Aufsichtsrat betreffen die Vergütung, wie auch den Kauf von MEDION-Produkten durch den Vorstand und sind in den folgenden Abschnitten dargestellt. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Im Berichtsjahr betrugen die für kurzfristig fällige Leistungen erfassten Aufwendungen an Vorstand und Aufsichtsrat T€ 2.031 bzw. T€ 170 (Vorjahr: T€ 1.989 bzw. T€ 170) sowie T€ 611 (Vorjahr: T€ 719) für andere langfristige Leistungen. Für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurde ein Dienstzeitaufwand im Geschäftsjahr in Höhe von T€ 326 (Vorjahr: T€ 634) für Herrn Brachmann und T€ 249 (Vorjahr: T€ 1.993) für Herrn Eigen erfasst.
Im Berichtszeitraum gehörten folgende Herren dem Vorstand an:
Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Vorsitzender des Vorstandes, zuständig für Vertrieb, Einkauf, Marketing, E-Commerce, digitale Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung)
Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (stellv.# Vorsitzender des Vorstandes, zuständig für Finanzen, IT, Logistik, After-Sales-Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Personal und Recht) Mitglied des Aufsichtsrates der FUNKE Mediengruppe GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Gesellschafterausschusses der FUNKE Management GmbH, beide Essen, vom 01.07.2017 bis 10.08.2021
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/2022 ohne die Veränderung der Pensionsrückstellungen (T€ -768; Vorjahr: T€ 3.704) auf insgesamt T€ 3.139 (Vorjahr: T€ 2.077). Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben zu den Vorstandsbezügen sind im Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG dargestellt und werden auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht. Der Vorstand hielt zum 31. März 2022 keine Aktien der MEDION AG.
Im Berichtsjahr waren folgende Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft:
Das von der Hauptversammlung 2020 gewählte Aufsichtsratsmitglied Gianfranco Lanci hat auf Grund seines Ausscheidens aus dem Lenovo Konzern wegen Erreichens der Altersgrenze sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 23. November 2021 niedergelegt. Auf der Hauptversammlung am 23. November 2021 wurde Herr Francois Bornibus, Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Raubling, Deutschland, in den Aufsichtsrat gewählt.
Herr Dr. Rudolf Stützle erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021/2022 eine Vergütung in Höhe von T€ 160 (Vorjahr: T€ 160). Dieser Betrag wurde nur an Vorsitzenden des Aufsichtsrates geleistet, da die anderen Aufsichtsratsmitglieder nach der Satzung keinen Anspruch auf eine Vergütung haben. Zusätzlich wurde an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates eine Pauschale gemäß § 11 Abs. 1 der Satzung für seine Reise- und Bürokosten in Höhe von T€ 10 (Vorjahr: T€ 10) gezahlt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2021/2022 auf T€ 160 (Vorjahr: T€ 160). Für das Berichtsjahr sind Aufwandsentschädigungen T€ 10 (Vorjahreszeitraum: T€ 10) vereinbart. Die Mitglieder des Aufsichtsrates Wai Ming Wong und Gianfranco Lanci erhalten satzungsgemäß keine Bezüge jedoch hat die Gesellschaft die Prämien für eine D&O-Versicherung übernommen.
| GJ 2021/2022 (Werte in €) | Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) | Wai Ming Wong (Stellv. Vorsitzender) | Gianfranco Lanci (Mitglied) (01.04.2021-23.11.2021) | Francois Bornibus (Mitglied) (23.11.2021 - 31.03.2023) | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Vergütung | 160.000 | 0 | 0 | 0 | 160.000 |
| Pauschale Reise- und Bürokosten | 10.000 | 0 | 0 | 0 | 10.000 |
| Gesamtsumme | 170.000 | 0 | 0 | 0 | 170.000 |
| GJ 2020/2021 (Werte in €) | Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) | Wai Ming Wong (Stellv. Vorsitzender) | Gianfranco Lanci (Mitglied) | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Vergütung | 160.000 | 0 | 0 | 160.000 |
| Pauschale Reise- und Bürokosten | 10.000 | 0 | 0 | 10.000 |
| Gesamtsumme | 170.000 | 0 | 0 | 170.000 |
Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2022 unverändert keine Aktien. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020 bildet der Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 die Grundlage für die zu fassenden Entsprechenserklärungen. Am 24. November 2021 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und am 24. November 2021 den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Auch frühere Erklärungen zur Corporate Governance der MEDION AG sind auf der Homepage zugänglich. https://www.medion.com/investor/die_ag/corporate_governance.php
Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein verteilungsfähiger Bilanzgewinn zur Verfügung. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am dritten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2022, die über das Geschäftsjahr 2021/2022 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 22. November 2022 statt.
Essen, 08. Juni 2022
Gerd Brachmann
Vorsitzender des Vorstandes
Christian Eigen
Stellv. Vorsitzender des Vorstandes
1 Die mit dem Wort „ungeprüft“ gekennzeichneten Abschnitte wurden vom Abschlussprüfer inhaltlich nicht geprüft.
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