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MEDION AG

Annual Report (ESEF) Sep 13, 2022

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5 Zusammengefasster Lagebericht der MEDION AG

5.1 Grundlagen des Konzerns

5.1.1 Verbindung zu Lenovo und Geschäftsmodell

Gesellschaftsrechtliche Struktur und Verbindung zu Lenovo

Die MEDION AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktie wird seit dem 20. Juni 2012 im regulierten Markt (General Standard) geführt. MEDION ist seit einem freiwilligen Übernahmeangebot im Juli 2011 Teil der internationalen Lenovo-Gruppe. Lenovo ist mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat der MEDION AG vertreten. Als Mehrheitsaktionär hält die Lenovo Germany Holding GmbH zum 31. März 2022 eine Gesamtzahl von 38.771.280 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Dieser Vertrag ist im Handelsregister des Amtsgerichts Essen für die MEDION AG eingetragen.

Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags durch Zahlung der Lenovo Germany Holding GmbH erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie. Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

Spruchstellenverfahren

In dem 2012 eingeleiteten Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungsangebot und Ausgleichszahlung hat das zuständige Landgericht Dortmund im August 2019 die Anträge der außenstehenden Aktionäre vollumfänglich zurückgewiesen. Zu den von außenstehenden Aktionären eingelegten Rechtsmitteln ist bis zum 8. Juni 2022 keine Entscheidung ergangen.

MEDION-Geschäftsmodell

Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheitsprodukte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.

MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern – weit darüber hinausgehend – die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette – von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung, Bewerbung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service – konzipiert und kontrolliert. Die Vermarktung beginnt hier demnach bereits vor der Produktion. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen mit Projektcharakter strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern stattfinden. Die entsprechenden Waren lässt MEDION in Auftragsfertigung produzieren. Zusätzlich zu diesen Vertriebsaktivitäten mit Aktions- oder Projektcharakter vertreibt MEDION Produkte im eigenen Online-Handel und in einem unternehmenseigenen Outlet auf dem Firmengelände (MEDION Fabrikverkauf).

Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist und mittlerweile den größeren Ergebnisanteil generiert. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.

Das operative Geschäft des MEDION-Konzerns wird überwiegend direkt durch die MEDION AG, Essen, gesteuert und in dieser – auch auf internationalen Märkten – erwirtschaftet. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen. Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzernergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, insbesondere in Australien. Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH sowie zentrale IT-Aktivitäten in der MEDION Shared Services GmbH gebündelt.

Beteiligungen

Nach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes – auch im Ausland – aus der MEDION AG heraus realisiert.

5.2 Wirtschaftsbericht

5.2.1 Rahmenbedingungen

5.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

5.2.1.2 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen

5.2.2 Ertragslage

5.2.2.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

5.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

5.3.1 Prognosebericht

5.3.1.1 Konjunktureller Rahmen

5.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

5.3.1.3 Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2022/2023

5.3.1.4 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG im Geschäftsjahr 2022/2023

5.3.2 Risikobericht

5.3.2.1 Risikomanagement-Organisation

5.3.4 Chancenbericht

5.4 Ergänzende Berichterstattungselemente

5.4.1 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB

5.4.2 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB (ungeprüft)# 5.1.1 Unternehmensgegenstand und Geschäftsfelder

Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten bei Bedarf auch im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern. Dies gilt im Rahmen des Direktgeschäftes insbesondere für das Mobilfunkgeschäft in Australien. Beim Ausbau der digitalen Produkt- und Vertriebsbereiche werden zwar aus Gründen lokaler rechtlicher Rahmenbedingungen zunehmend Geschäfte über die internationalen Tochtergesellschaften abgewickelt, die operative Steuerung erfolgt dennoch in der Regel aus der MEDION AG heraus. Der operative Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften ist außer in Australien sehr gering.

TOCHTERGESELLSCHAFTEN DER MEDION AG

Der Konsolidierungskreis des MEDION-Konzerns umfasst die folgenden in- und ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG:

  • Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen
  • MEDION Shared Services GmbH, Essen
  • MEDION Service GmbH, Essen
  • MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China
  • MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien
  • MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich
  • MEDION B.V., Panningen, Niederlande
  • MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien
  • MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien
  • MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich
  • MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien
  • MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien
  • MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark
  • MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz
  • MEDION USA Inc., Delaware, USA
  • MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd., Shenzhen, Volksrepublik China

Projektgeschäft

Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte.

Direktgeschäft

Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung einen treuen Kundenstamm aufzubauen und ein dauerhaft hohes Kundenkontakt-Aufkommen zur Generierung eines verlässlichen Basisumsatzes zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrendes Geschäft gekennzeichnet, das man als verlässliches Grundgeschäft bezeichnen kann. Den hier ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten direkt zum Endkonsumenten steuert.

Forschung und Entwicklung

Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell liegt der Fokus darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. An diesem Fokus richten sich auch die MEDION Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aus. MEDION verfügt über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich sogenannter Basistechnologien für IT-Produkte (Betriebssysteme, Chipsätze, Grafikkarten usw.). MEDION arbeitet jedoch mit Partnern auf der Lieferantenseite daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen und daraus marktreife Produkte zu entwickeln. Dieses Prinzip gilt auch für die verschiedenen Angebote im Bereich der digitalen Dienstleistungen, die gemeinsam mit weltweit agierenden Partnern und dabei teilweise auch nur mit speziell für MEDION designten Lösungen weiterentwickelt werden.

5.1.2 Ziele und Strategien

Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten sowie der Vernetzung von stationären Produkten mit webbasierten Cloud-Lösungen ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen, den Zugriff auf weltweite Einkaufsverbindungen von Lenovo und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können. Sowohl bei Lenovo als auch bei MEDION gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen. Der kontinuierliche Ausbau des sogenannten Private Label Business im Ausland während des Berichtsjahres ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung. Auf der anderen Seite ist es wichtig, den in den Vorjahren gewonnenen Schwung beim Ausbau digitaler Produkte und Kanäle beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Darüber hinaus stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen oder auch Technologien zu Vernetzungen digitaler Produkte und Online-Aktivitäten im Fokus. Diese Aktivitäten sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Anteil am Gesamtumsatz mittelfristig weiter erhöhen. Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen nicht ausgeschlossen. Investitionen sind dabei beispielsweise für die weitere Automatisierung der nationalen und internationalen After-Sales-Kapazitäten und insbesondere in die IT-Struktur und neue Software-Applikationen vorgesehen. Insgesamt sieht sich MEDION bei der Verfolgung der strategischen Ziele im Plan. Im Bereich des klassischen MEDION-Geschäftes wurden Geschäftsbeziehungen zu Handelsketten weiter stabilisiert und ausgebaut und der Ausbau digitaler Kanäle durch Internationalisierung wurde weiter vorangetrieben.

5.1.3 Unternehmenssteuerung

Der MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele fest. Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mit Verantwortlichen innerhalb der EMEA-Organisation. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem mit sowohl finanziellen als auch nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (z.B. Mitarbeiterkennzahlen, Mitarbeiterzufriedenheit, Kennzahlen zum Kundenservice) zurück. Die GuV-Kennzahlen Umsatz und EBIT sind dabei die bedeutsamsten Steuerungsgrößen, die regelmäßig Plan-Ist-Vergleichen zugrunde liegen. Außerdem werden als Leistungsindikatoren der Rohertrag, das Working Capital und die Eigenkapitalquote ermittelt.

5.2 Wirtschaftsbericht

5.2.1 Rahmenbedingungen

5.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Jahr 2021 war für die deutsche Wirtschaft erneut ein turbulentes Jahr. Bis ins Frühjahr hinein war die wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch die Pandemie und entsprechende Eindämmungsmaßnahmen gekennzeichnet. Die Impfkampagne ermöglichte zum Sommer hin eine Erholung nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Lieferengpässe und Materialknappheiten spielten im Jahresverlauf allerdings eine zunehmende Rolle. Im Herbst 2021 kam es dann abermals zu einer deutlichen Zunahme der Infektionszahlen, in deren Folge die wirtschaftliche Erholung im Schlussquartal einen spürbaren Dämpfer hinnehmen musste. Im Ergebnis stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 mit einer Rate von 2,7 %. Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr spürbar auf jahresdurchschnittlich 3,1 % erhöht, während sie im Vorjahr bei nur 0,5 % gelegen hatte (Quelle: BMWi Jahresbericht 2022). Im März 2022 betrug der Verbraucherpreisindex 115,3 %. Dies wirkt sich belastend auf das Konsumverhalten der privaten Haushalte aus (Quelle: de.statista.com/statistik/daten/studie/38504/umfrage/verbraucherpreisindex-in-deutschland/).

5.2.1.2 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen

Nach einem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 und einer daraus resultierenden außergewöhnlich großen Nachfrage nach Home Electronics-Produkten, zeigte der Markt im Jahr 2021 insgesamt eine weiterhin positive Entwicklung – allerdings auf abgeschwächtem Niveau. Der aktuelle Home Electronics Market Index für das Gesamtjahr 2021 zeigt Umsatzzuwächse in den Produktkategorien Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte. So ist der Home Electronics Markt in 2021 um 3,1 Prozent auf € 49 Mrd. angestiegen (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix-2021/).

TV und Audio

Der Markt für TV-Geräte in Deutschland musste für das Gesamtjahr 2021 einen Rückgang bei den Stückzahlen von 20 % auf knapp 5,8 Mio. verkaufte Geräte hinnehmen. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte um 16 % auf 677 Euro deutlich. Dennoch entwickelte sich der Umsatz rückläufig: € 3,9 Mrd. Gesamtumsatz im TV-Bereich bedeuten einen Umsatzrückgang von 7 % für das Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang bei den Stückzahlen zeigte sich bereits im ersten Quartal 2021 und steigerte sich im Verlauf des Jahres auf insgesamt 20 %.# 5.2.1 Marktentwicklung

TV-Geräte

Im Vorjahr entwickelte sich der Markt pandemiebedingt außergewöhnlich positiv, so dass Branchenkenner einen Rückgang im Jahr 2021 erwartet hatten. In der Pandemie fokussierten sich viele Verbraucher:innen auf eine Freizeitgestaltung in den eigenen vier Wänden und investierten in Home Electronics-Produkte. Verglichen mit 2019, dem Jahr vor der Pandemie, ergibt sich im Markt für TV-Geräte für 2021 allerdings noch immer ein Umsatzplus von 10%. Der bereits länger anhaltende Trend zu TV-Geräten mit größeren Bilddiagonalen und hochwertiger Ausstattung verstärkte sich in den Pandemie-Jahren nochmal deutlich. So beträgt der Umsatz mit Fernsehgeräten, die eine Bilddiagonale von 55 Zoll (140 cm) und mehr haben, bereits mehr als 65 %. Die noch relativ junge Produktgruppe der OLED-Geräte erreichte 2021 erstmals die Marke von € 1 Mrd. Umsatz. OLED-TVs erzielten 2021 einen Durchschnittspreis von mehr als € 1.600. Diese beiden Entwicklungen hatten zur Folge, dass der Stückzahlrückgang nicht zu einem noch stärkeren Umsatzrückgang führte (Quelle: gfu.de/markt-fuer-tv-in-deutschland-2021/).

Desktop-PC, Notebook und Tablet

Die verkaufte Stückzahl von Desktop-PCs verringerte sich um 11 % auf 989.000 Stück bei einem ebenfalls gesunkenen Umsatz von € 907 Mio. (-0,9 %). Ebenso verminderte sich die verkaufte Stückzahl von Notebooks auf 4,286 Mio. (-12,3 %) bei einem gesunkenen Umsatz von € 3,474 Mrd. (- 2,8 %). Dagegen erhöhte sich die verkaufte Stückzahl bei Tablet-PCs um 19,2 % auf 5.448 Mio. auf einen Umsatz von € 2,185 Mrd.(+ 26,4 %). Der Durchschnittspreis der Desktop-PCs erhöhte sich um + 11,3 %, € 917, ebenso stieg er auch bei den Notebooks um + 10,8 %, auf € 811 und bei Tablet-PCs um + 6 % auf € 401 an (Quelle: gfu.de/hemix-home-electronics-markt-index-q1-4-2021/).

Smartphones

Auch der Durchschnittspreis der Smartphones stieg an, um 11,2 % auf € 555. Beim Umsatz erzielten Smartphones ein Plus von € 11,9 Mrd. (+ 6,3 %) mit knapp 21,5 Mio. Stück (- 4,4 %) (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix/-q1-4-20210).

Mobilfunkdienstleistungen

Die Zahl der aktiven SIM-Karten hat 2021 die Marke von 150 Mio. überschritten. Etwa 9 % der Ende 2021 aktiven persönlichen Mobilfunk-SIM-Karten ermöglichen es den Kunden, Mobilfunknetze der fünften Generation zu nutzen. Das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro Nutzer wächst 2021 im Vergleich zum Vorjahr auf deutlich über drei Gigabyte pro Monat (Quelle: VATM_TK-Marktstudie_281021).

Australien hat einen der wettbewerbsfähigsten und reifsten Telekommunikationsmärkte der Welt. Der Australia Telecoms Industry Report prognostiziert, dass die Mobilfunkverträge im Zeitraum 2022-2027 weiter wachsen werden, während die Festnetz-Breitband-Abonnenten im gleichen Zeitraum voraussichtlich auch mit einer etwas niedrigeren durchschnittlichen Rate wachsen werden (Quelle: Australien Telekommunikations-Branchenbericht - 2022-2027 (researchandmarkets.com).

5.2.2 Ertragslage

Geschäftsentwicklung im zweiten Pandemiejahr

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Bei der Erläuterung der Ertragslage werden alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen, sofern nicht anders vermerkt, in Mio. € angegeben und sind kaufmännisch gerundet. In Einzelfällen können sich daher bei der Addition von Einzelwerten zum Summenwert Differenzen in der Größenordnung von € 1 Mio. (oder 1 %) ergeben.

Leistungsindikator GJ 2020/2021 Erwartung GJ 2021/2022 +/-
Mio.€ Mio.€ Mio.€ %
Gesamtumsatz Konzern 984 Rückgang auf rd. € 830 Mio. (entspricht -16 %) 1.039
Umsatz Projektgeschäft 492 Bis zu -21 % 522
Umsatz Direktgeschäft 476 Bis zu -10 % 499
Sonstige Umsätze 16 Bis zu -13 % 18
EBIT Konzern 55 Rückgang auf rd. € 39 Mio. oder bis zu -30 % 47
EBIT Projektgeschäft 15 Bis zu -80 % 7
EBIT Direktgeschäft 40 Bis zu -10 % 39

Die im Ausblick des Geschäftsberichtes zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 dargestellten Erwartungen über den Geschäftsverlauf wurden umsatz- und ergebnisseitig deutlich übertroffen. Während für das erste Geschäftshalbjahr noch moderatere Rückgänge im Umsatz von bis zu -5 % erwartet wurden, war für das zweite Geschäftshalbjahr ein Rückgang der Umsätze von bis zu -25 % geplant. Hintergrund dieser Erwartungen war die Annahme, dass die positiven Kaufimpulse aus dem Winterhalbjahr 2020/2021 kontinuierlich zurückgehen aufgrund eines allgemein erwarteten Rückganges der Corona-Infektionen und damit einhergehend einer Veränderung des Kauf- bzw. Konsumverhaltens der Verbraucher. Die positiven Kaufimpulse blieben jedoch im ersten Geschäftshalbjahr noch deutlich spürbar. Dem erwarteten Rückgang (bis zu -5 %) steht ein weiteres Umsatzwachstum von rd. +15 % gegen. Auch im zweiten Geschäftshalbjahr blieben die positiven Impulse insgesamt bestehen, sodass statt des erwarteten Umsatzrückganges (bis zu -25 %) ein Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau realisiert werden konnte, wobei die Umsätze im dritten Quartal leicht über, die Umsätze im vierten Quartal leicht unter den Vorjahsumsätzen blieben, allerdings immer noch deutlich über den Erwartungen. Beim EBIT verhält es sich im ersten Geschäftshalbjahr ähnlich. Mit einem Anstieg um rd. +30 % lag das EBIT deutlich über den Erwartungen (rd. +15 %). Im zweiten Geschäftshalbjahr hingegen lag das EBIT mit rd. -30 % über den Erwartungen (rd. -45 %), aber eben deutlich unter dem Vorjahr. Die Erwartungen waren u.a. deshalb geringer, weil im Vorjahreszeitraum einmalige Sondereffekte realisiert wurden. Wie bereits im Vorjahr war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 das Projektgeschäft unerwartet das umsatzstärkste Segment. Dem erwarteten Umsatzrückgang von bis zu -21 % steht ein Wachstum von +6 % gegenüber. Beim Direktgeschäft steht dem erwarteten Umsatzrückgang von bis zu -10 % ein Umsatzwachstum von +5 % gegenüber.

Ertragslage Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2021-31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Umsatz 1.038,5 100,0 983,7 100,0 54,8 5,6
Materialeinsatz -796,5 -76,7 -730,5 -74,3 -66,0 -9,0
Rohertrag 242,0 23,3 253,2 25,7 -11,2 -4,4
Personalaufwand -68,6 -6,6 -69,9 -7,1 1,3 1,9
Sonstige Aufwendungen und Erträge -123,7 -11,9 -123,4 -12,5 -0,3 -0,2
Abschreibungen -3,1 -0,3 -4,5 -0,5 1,4 31,1
EBIT 46,6 4,5 55,4 5,6 -8,8 -15,9
Finanzergebnis -0,7 -0,1 -0,4 0,0 -0,3 -75,0
EBT 45,9 4,4 55,0 5,6 -9,1 -16,5
Steuern -14,1 -1,4 -17,0 -1,7 2,9 17,1
Konzernergebnis 31,8 3,0 38,0 3,9 -6,2 -16,3

Umsätze nach Segmenten

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2021-31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Projektgeschäft 521,4 50,2 491,9 50,0 29,5
Direktgeschäft 499,1 48,1 475,7 48,4 23,4
Sonstige 18,0 1,7 16,1 1,6 1,9
Umsatz 1.038,5 100,0 983,7 100,0 54,8

Umsätze nach Regionen

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Deutschland 622,6 60,0 601,3 61,1 21,3
Übriges Europa 206,1 19,8 207,6 21,1 -1,5
Australien 162,4 15,6 132,0 13,4 30,4
Übriges Ausland 47,4 4,6 42,8 4,4 4,6
Umsatz 1.038,5 100,0 983,7 100,0 54,8

Umsatzerlöse

Das entgegen den Erwartungen von Rückgängen bis zu -16 % (rd. € -150,0 Mio.) erwirtschaftete Umsatzwachstum von € 983,7 Mio. im Vorjahr auf € 1.038,5 Mio. (+5,6 % oder € +54,8 Mio.) im abgelaufenen Geschäftsjahr ist maßgeblich auf das wieder erstarkte Projektgeschäft zurückzuführen. Wie bereits im Vorjahr konnte das Projektgeschäft nicht nur stabilisiert werden, sondern überdurchschnittlich wachsen und wurde mit einem Umsatzanteil von 50,2 % wie bereits im Vorjahr wieder das umsatzstärkere Geschäftssegment (davor zuletzt im Geschäftsjahr 2014/2015). Den größten Anteil am Umsatzwachstum von € 491,9 Mio. um € +29,5 Mio. (+6,0 %) auf € 521,4 Mio. hatten erneut PC-Produkte aufgrund der Nachfrage für Home-Office und Home-Schooling. Zwar sank die Gesamtstückzahl an verkauften PCs leicht um -7 %, jedoch war ein Rückgang von bis zu -19 % geplant und es gab eine deutliche Verschiebung vom sogenannten Educational-Bereich (Lieferungen an Bildungs- und öffentliche Einrichtungen) im unteren Preissegment (-46 %) hin zu höherwertigeren Office-PCs (+24 %). Das Direktgeschäft übertraf zwar mit einem Umsatzwachstum von +4,9 % (€ +23,4 Mio.) von € 475,7 Mio. auf € 499,1 Mio. die Erwartungen (bis zu -10 %), jedoch gab es innerhalb des Segmentes im Vergleich zum Vorjahr gegensätzliche Entwicklungen. Während bei digitalen Dienstleistungen durch die Einschränkungen der Mobilität im Wege der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung ein Umsatzrückgang von bis zu -10 % erwartet wurde, konnten diese um +10 % wachsen. Bei den Online-Handelsaktivitäten gingen die Umsätze erwartungsgemäß zurück (-8%; Erwartung -10%). Insbesondere der Bereich Notebooks verzeichnete hier einen deutlichen Rückgang, was jedoch durch stabile Umsätze bei PCs und Home Appliances abgefedert werden konnte. Die sonstigen Umsätze, die im Berichtszeitraum ausschließlich Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern beinhalten, konnten entgegen den Erwartungen (bis zu -13 %) wachsen (+ 12 %). Deutschland bleibt mit 60,0 % Umsatzanteil (Vorjahreszeitraum: 61,1 %) wichtigster Markt, wenn auch mit leicht abnehmendem Umsatzanteil. Der Umsatz stieg von € 601,3 Mio. im Vorjahr um € +21,3 Mio. (+3,5 %) auf € 622,6 Mio. Der Umsatz im übrigen Europa blieb hingegen nahezu unverändert und ging um -0,7 % auf € 206,1 Mio. (Vorjahr € 207,6 Mio.) zurück. Ein Rückgang in Iberia infolge verringerter Mengen bei Educational-PCs konnte durch Wachstum in Benelux und den Nordics kompensiert werden. Der Umsatzanstieg außerhalb Europas konnte überwiegend in Australien erzielt werden. Der Umsatz stieg hier von € 132,0 Mio. im Vorjahreszeitraum um € +30,4 Mio.auf € 162,4 Mio. Aber auch im übrigen Ausland konnte der Umsatz von € 42,8 Mio. auf € 47,4 Mio. (€ +4,6 Mio.) gesteigert werden. Maßgeblicher Wachstumstreiber war der asiatische Markt für Educational Devices.

Rohertrag

Der erwirtschaftete Rohertrag liegt trotz Umsatzanstieg um +5,6 % mit € 242,0 Mio. um € -11,2 Mio. (-4,4 %) unter dem Vorjahreswert von € 253,2 Mio. Begründet ist dies hauptsächlich durch den überproportionalem Anstieg des mit geringeren Roherträgen behafteten Projektgeschäftes. Zudem war der Rohertrag im letzten Geschäftsjahr durch einmalige Sondereffekte bei den Lizenzrückstellungen positiv beeinflusst. Aber auch im Direktgeschäft haben sich Preisdruck und Wettbewerbsintensität wieder verstärkt, sowohl bei digitalen Dienstleistungen als auch im klassischen Onlinehandel. Die Rohertragsmarge hat sich entsprechend insgesamt von 25,7 % auf 23,3 % verringert.

Personalaufwand

Die im Geschäftsjahr im MEDION-Konzern durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) liegen mit 1.021 leicht (+1,0 %) über dem Vorjahr (1.011). Der Personalaufwand sank hingegen leicht von € 69,9 Mio. um € -1,3 Mio. auf € 68,6 Mio. Geringeren Zuführungen zu Pensionsrückstellungen (Minderaufwand rd. € 2,0 Mio.) stehen leicht höhere Aufwendungen für Sozialabgaben gegenüber.

GJ 2021/2022 GJ 2020/2021
Personalaufwand, gesamt in T€ 68.575 69.890
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.021 1.011
Personalaufwand pro Mitarbeiter in € 67.164 69.130

Im laufenden Geschäftsjahr wurden nur noch geringfügige Unterstützungsleistungen für Kurzarbeit durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vereinnahmt. Die Kurzarbeit wurde im Juli 2021 eingestellt.

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen liegt mit € 123,7 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 123,4 Mio.).

Sonstige Betriebliche Aufwendungen UND Erträge Mio. € 01.04.2021 - 31.03.2022 Mio. € 01.04.2020 - 31.03.2021 Mio. € GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 % GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -103,1 -104,7 1,6 1,5
davon Marketing -20,3 -22,0 1,7 7,7
davon Kundenservice -16,8 -16,3 -0,5 -3,1
davon Provisionen & Gebühren -41,7 -41,6 -0,1 -0,2
davon Frachtkosten -12,0 -13,4 1,4 10,4
davon Sonstiges -12,3 -11,4 -0,9 -7,9
Verwaltungsaufwendungen -23,1 -21,3 -1,8 -8,5
Betriebsaufwendungen -3,7 -3,9 0,2 5,1
Übrige -1,3 -4,3 3,0 69,8
Gesamt Aufwendungen -131,2 -134,2 3,0 2,2
Sonstige betriebliche Erträge 7,5 10,8 -3,3 -30,6
Saldo -123,7 -123,4 -0,3 -0,2

Innerhalb der Vertriebsaufwendungen gab es wenige Veränderungen. Der leichte Rückgang der Marketingaufwendungen von € 22,0 Mio. auf € 20,3 Mio. erklärt sich hauptsächlich durch geringere Messe- und Event-Aktivitäten. Der Rückgang der Frachtkosten von € 13,4 Mio. auf € 12,0 Mio. (€ - 1,4 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus den Rückgängen im Geschäftsvolumen des Onlinehandels. Der leichte Anstieg der sonstigen Vertriebsaufwendungen von € 11,4 Mio. auf € 12,3 Mio. ist hauptsächlich durch Aufwendungen für Verpackungen begründet. Trotz Umsatzanstieg, auch und insbesondere im serviceintensiven Multimediabereich, blieben die Aufwendungen für Kundenservice mit € 16,8 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 16,3 Mio.). Hintergrund ist, dass serviceintensivere Produkte (insbesondere Haushalts-Großgeräte) im Laufe des Geschäftsjahres aus der Menge der unter Garantie befindlichen Geräte im Markt herausgefallen sind. Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen auf € 23,1 Mio. (Vorjahr € 21,3 Mio.) betrifft gestiegene Kosten für Zahlungstransaktionen, Rechts- und Beratungskosten sowie Versicherungsbeiträge. Der Rückgang der übrigen Aufwendungen begründet sich durch Risikovorsorge bei ausstehenden Forderungen im Vorjahr, die im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich waren. Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich deutlicher (-30,6 %) von € 10,8 Mio. auf nur noch € 7,5 Mio. Dieses hängt mit unerwartet hohen Erträgen im Vorjahr zusammen, im Wesentlichen aus Sachbezügen (Minderertrag in 2021/2022: € -1,3 Mio.) und der Herabsetzung von Wertberichtigungen nach IFRS 9 (Minderertrag € -2,2 Mio.), die im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht mehr in der Höhe realisiert wurden.

Abschreibungen

Der Rückgang der Abschreibungen von € 4,5 Mio. auf € 3,1 Mio. erklärt sich durch Wertminderungen für eine digitale Vertriebsplattform im Vorjahr. Nach wie vor entfallen die Abschreibungen mehrheitlich auf Software.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Trotz des Umsatzanstieges konnte das Vorjahres-EBIT erwartungsgemäß nicht realisiert werden. Auch wenn es mit € 46,6 Mio. deutlich über den Erwartungen liegt (€ 39,0 Mio.), bleibt es um € 8,8 Mio. unter dem Vorjahreswert. Dennoch wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber den Vorjahren (vor Corona) wieder Skaleneffekte erzielt. Das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere EBIT erklärt sich auch dadurch, dass im Vorjahr, im Wesentlichen im Projektgeschäft, Einmalerträge durch Veränderungen bei den Lizenzrückstellungen angefallen sind.

EBIT NACH SEGMENTEN

Mio. € 01.04.2021-31.03.2022 % Mio. € 01.04.2020 - 31.03.2021 % Mio. € GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021 %
Projektgeschäft 7,1 15,2 15,0 27,1 -7,9 -52,7
Direktgeschäft 38,9 83,4 39,9 72,0 -1,0 -2,5
Sonstige 0,6 1,4 0,5 0,9 0,1 20,0
EBIT 46,6 100,0 55,4 100,0 -8,8 -15,9

Die Umsätze von Projekt- und Direktgeschäft werden gesondert erfasst, auch der Großteil der Aufwendungen kann den Segmenten eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die segmentübergreifend mehrere Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet (beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen). Das im Direktgeschäft erwirtschaftete EBIT liegt mit € 38,9 Mio. nur um € -1,0 Mio. unter dem Vorjahresniveau von € 39,9 Mio. und ist mit einem Rückgang von -2,5 % besser als erwartet (Rückgang bis zu -10 %). Es bleibt weiterhin wichtigster Ergebnisträger (Anteil >80 %, Vorjahr >70 %), jedoch haben sich hier Änderungen in der Produktnachfrage und steigender Preisdruck spürbar negativ auf die Profitabilität der digitalen Dienstleistungen ausgewirkt. Das unerwartete Umsatzwachstum in diesem Segment konnte diese Effekte nicht kompensieren. Das Projektgeschäft trägt zwar nach wie vor den geringeren Beitrag zum Konzern-EBIT bei, durch das außergewöhnlich starke Wachstum und die gegenwärtig geringere Preissensitivität im Hardwarebereich konnten jedoch Skaleneffekte realisiert werden. Zwar ging das erwirtschaftete EBIT von € 15,0 Mio. um € -7,9 Mio. auf € 7,1 Mio. zurück (-52,7 %). Jedoch war ein deutlich höherer Rückgang von bis zu -80 % erwartet, der sowohl durch den geplanten Umsatzrückgang, aber auch durch die Tatsache, dass das EBIT des Projektgeschäftes im Vorjahr einmalige periodenfremde Erträge enthielt, begründet war. Die Sonstige Umsätze verblieben der Umsatzentwicklung entsprechend bei einem Ergebnisbeitrag in Höhe von € 0,5 Mio. auf Vorjahresniveau.

Finanzergebnis

Mio.€ GJ 2021/2022 Mio.€ GJ 2020/2021
Erträge aus Geldanlage 0,22 0,48
Sonstige Erträge 0,02 0,03
Gesamt Zinserträge 0,24 0,51
Zinsaufwand - -0,36
Gebühren - -0,24
Sonstige Aufwendungen -0,39 -0,31
Gesamt Zinsaufwendungen -0,95 -0,96
Finanzergebnis -0,71 -0,45

Das weiter niedrige Zinsniveau und ein geringeres Anlagevolumen führten erneut zu einer Halbierung der Zinserträge von € 0,51 Mio. im Vorjahr auf € 0,24 Mio. Bei nahezu unveränderten Zinsaufwendungen ergibt sich somit auch eine Verschlechterung des Finanzergebnisses von € - 0,45 Mio. auf € -0,71 Mio.

Ertragsteuern

Mio.€ GJ 2021/2022 Mio.€ GJ 2020/2021
Effektiv zahlungswirksame Steuern 9,2 7,1
Steuerumlage vom Organträger 3,4 1,0
Steuerumlage vom Organträger Vorjahre - 0,5
Zahlungsunwirksame Steuern gem. IAS 12 2,3 1,3
Latente Ertragsteuern -0,8 8,1
Ertragsteueraufwand 14,1 17,0

Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen hauptsächlich die Tochtergesellschaften der MEDION AG. Die Änderung der latenten Steuern (Ertrag: € 0,8 Mio.; Vorjahr: Aufwand € 8,1 Mio.) ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr aktive temporäre Differenzen entsprechend vermindert wurden. Bedingt durch einen Steuerumlagevertrag mit der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG werden bei MEDION € 3,4 Mio. als Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr (Vorjahr: € 1,0 Mio.) ausgewiesen. Eine Steuerumlage für Vorjahre gab es nicht (Vorjahr: € -0,5 Mio.). Die zahlungsunwirksamen Steuern sind auf den Stand Alone Approach gemäß IAS 12 zurückzuführen.

Konzernergebnis

Bei unveränderter Steuerquote (30,7 %; Vorjahr 30,9 %) ergibt sich aufgrund des niedrigeren erwirtschafteten operativen Ergebnisses ein um € -6,2 Mio. (-16,3 %) niedrigeres Konzernergebnis von € 31,8 Mio. (Vorjahr € 38,0 Mio.).# Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur (IFRS)

Mio.€ % Mio.€ % Mio.€ %
31.03.2022 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Sachanlagen 26,6 3,3 27,1 3,3 -0,5 -1,8
Immaterielle Vermögenswerte 2,6 0,3 3,2 0,4 -0,6 -18,8
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 0,4 0,1 0,4 0,0 0,0 0,0
Sonstige langfristige andere Vermögenswerte 0,1 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0
Aktive latente Steuern 6,9 0,9 6,8 0,8 0,1 1,5
Langfristige Vermögenswerte 36,6 4,6 37,6 4,6 -1,0 -2,7
Vorräte 269,7 34,3 185,1 22,5 84,6 45,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 220,9 28,0 219,4 26,7 1,5 0,7
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 69,7 8,8 151,3 18,4 -81,6 -53,9
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 30,0 3,8 110,0 13,4 -80,0 -72,7
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 41,1 5,1 52,7 6,4 -11,6 -22,0
Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte 10,8 1,4 9,0 1,1 1,8 20,0
Zahlungsmittel / -äquivalente 140,7 17,8 166,7 20,3 -26,0 -15,6
Kurzfristige Vermögenswerte 752,9 95,4 784,2 95,4 -31,3 -4,0
Summe Aktiva 789,5 100,0 821,8 100,0 -32,3 -3,9
Eigenkapital 470,5 59,6 472,1 57,4 -1,6 -0,3
abzgl. erworbener eigener Aktien -46,4 -5,9 -46,4 -5,6 0,0 0,0
Bilanzielles Eigenkapital (IFRS) 424,1 53,7 425,7 51,8 -1,6 -0,4
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 26,9 3,4 27,9 3,4 -1,0 -3,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 165,2 20,9 177,7 21,6 -12,5 -7,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45,4 5,8 31,3 3,8 14,1 45,0
davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 36,5 4,6 29,3 3,6 7,2 24,6
Steuerverbindlichkeiten 1,6 0,2 1,1 0,1 0,5 45,5
Sonstige Rückstellungen 71,5 9,1 71,1 8,7 0,4 0,6
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 36,3 4,6 70,1 8,5 -33,8 -48,2
Sonstige kurzfristige andere Verbindlichkeiten 18,5 2,3 16,9 2,1 1,6 9,5
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 338,5 42,9 368,2 44,8 -29,7 -8,1
Summe Passiva 789,5 100,0 821,8 100,0 -32,3 -3,9

Die Bilanzsumme des MEDION-Konzerns hat sich zum 31. März 2022 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € -32,3 Mio. (-3,9 %) auf € 789,5 Mio. vermindert (31. März 2021: € 821,8 Mio.). Mit dem gewachsenen Geschäftsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr und einem hohen Auftragsvolumen für das neue Geschäftsjahr auf der einen Seite, sowie mit den globalen Lieferkettenproblemen auf der anderen Seite, die zu längeren Zwischenlagerzeiten führen, einher geht entsprechend auf der Aktivseite der Anstieg des Vorratsvermögens um € +84,6 Mio. auf € 269,7 Mio. (Vorjahr € 185,1 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit € 220,9 Mio. nahezu unverändert (Vorjahr € 219,4 Mio.). Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um € -11,6 Mio. auf € 41,1 Mio. (Vorjahr € 52,7 Mio.) erklärt sich maßgeblich durch niedrigere Forderungen aus Lieferantengutschriften (€ -8,0 Mio.) und niedrigere Fair Value-Bewertungen der Finanzderivate (€ -2,6 Mio; IFRS 9). Der nochmals deutliche Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um € -81,6 Mio. auf € 69,7 Mio. (Vorjahr: € 151,3 Mio.) resultiert aus der deutlich geringeren Bereitstellung liquider Mittel (€ 30,0 Mio.; Vorjahr: € 110,0 Mio.) aufgrund des erhöhten kurzfristigen Liquiditätsbedarfs zur Vorfinanzierung des operativen Geschäftes. Die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und -äquivalente verminderten sich um € -26,0 Mio. auf € 140,7 Mio. (Vorjahr: € 166,7 Mio.). Inklusive der im Lenovo-Konzern angelegten, jederzeit kurzfristig rückrufbaren liquiden Mittel ergibt sich ein Rückgang der Gesamt-Liquidität zum Bilanzstichtag von € 276,7 Mio. um € -106,0 Mio. auf € 170,7 Mio. Auf der Passivseite gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € -12,5 Mio. auf € 165,2 Mio. zurück (Vorjahr € 177,7 Mio.). Insgesamt erhöhte sich demnach die Mittelbindung durch das Working Capital (Vorratsvermögen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) zum 31. März 2022 um € +98,6 Mio. auf € 325,4 Mio. (Vorjahr: € 226,8 Mio.). Die Erhöhung der kurzfristig im Working Capital gebundenen Liquidität entspricht somit nahezu dem Rückgang der kurzfristig verfügbaren freien Liquidität. Zu den von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien wird gemäß § 315 Abs. 2 S. 2 HGB und § 289 Abs. 2 S. 2 HGB auf die im Anhang der MEDION AG im Abschnitt 4.3.1 „Angaben zur Bilanz“ und „Eigenkapital“ gemachten Angaben gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen. Das bilanzielle Eigenkapital liegt mit € 424,1 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 425,7 Mio.), aufgrund der verminderten Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote leicht von 51,8 % im Vorjahr auf 53,7 % zum 31. März 2022 und liegt damit nach wie vor stabil über 50 %. Die sonstigen Rückstellungen sind mit € 71,5 Mio. ebenfalls unverändert (Vorjahr: € 71,1 Mio.) und beinhalten nach wie vor im Wesentlichen Rückstellungen für Gewährleistungen (€ 19,3 Mio.; Vorjahr € 20,9 Mio.) sowie für Lizenzen und Schutzrechte (€ 24,1 Mio.; Vorjahr € 24,9 Mio.). Für Verpflichtungen aus Gewährleistungen sind zusätzlich € 11,2 Mio. (Vorjahr € 11,9 Mio.) in den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Verminderung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von € 70,1 Mio. um € -33,8 Mio. auf € 36,3 Mio. resultiert nahezu ausschließlich aus einem geringeren Saldo des Factoring-Programmes (€ 30,6 Mio.; Vorjahr € 64,9 Mio.). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 45,4 Mio. zum 31. März 2022 (Vorjahr: € 31,3 Mio.) sind neben Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung (€ 36,5 Mio.; Vorjahr € 29,3 Mio.) auch Verbindlichkeiten aus dem Bezug von Servicematerialien enthalten.

Kapitalflussrechnung und Liquiditätslage

Mio.€ Mio.€ Mio.€ %
01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Betriebsergebnis (EBIT) 46,6 55,4 -8,8 -15,9
Planmäßige Abschreibungen sowie andere zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 2,0 8,2 -6,2 -75,6
Brutto Cashflow 48,6 63,6 -15,0 -23,6
Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen -80,8 -57,7 -23,1 -40,0
Veränderungen der übrigen Rückstellungen -0,3 -5,9 5,6 94,9
Auszahlungen für Steuern -8,8 -6,5 -2,3 -35,4
Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit -41,3 -6,5 -34,8 < -100,0
Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit 78,3 75,9 2,4 3,2
Auszahlung Ergebnisabführung Vorjahre -29,3 -18,2 -11,1 -61,0
Netto-Zahlungen Finanzverbindlichkeiten -35,3 -11,0 -24,3 < -100,0
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -64,6 -29,2 -35,4 < -100,0
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -27,6 40,2 -67,8 < -100,0
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 1,6 5,2 -3,6 -69,2
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 166,7 121,3 45,4 37,4
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 140,7 166,7 -26,0 -15,6

Der auf € -41,3 Mio. erhöhte Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit (Vorjahr € -6,5 Mio.) erklärt sich durch das stark gewachsene und vorzufinanzierende Hardwaregeschäft und damit zusammenhängende Mittelbindungen. Die Zeitspannen notwendiger Vorfinanzierungen haben sich durch die globalen Lieferkettenprobleme verlängert. Dieser negative operative Cashflow ist gedeckt durch Rückflüsse aus den dem Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellten liquiden Mitteln, die als Investitionstätigkeit in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen werden. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit entspricht im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr einem Rückfluss aus der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern. Der im Vergleich zum Vorjahr um € -35,4 Mio. höhere Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€ ‑64,6 Mio.; Vorjahr € -29,2 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus dem zum 31. März 2022 bilanzierten geringeren Verkauf von Forderungen im Rahmen eines Factoring-Programmes. Insgesamt ergibt sich somit eine Verminderung des Finanzmittelfonds von € 166,7 Mio. im Vorjahr um € -26,0 Mio. auf € 140,7 Mio. Aufgrund der vereinbarten Finanzierungsrahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird dem Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Abzüglich der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Verbindlichkeiten aus einem Factoring-Programm ergibt sich eine Minderung der Netto-Liquidität um € -71,7 Mio. von € 211,8 Mio. im Vorjahr auf € 140,1 Mio. zum 31. März 2022.

Mio.€ Mio.€
31.03.2022 31.03.2021
In Bilanz ausgewiesene Liquidität 140,7 166,7
Zuzäglich im Konzern angelegter Mittel 30,0 110,0
Gesamt-Liquidität 170,7 276,7
Abzüglich Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung -30,6 -64,9
Netto-Liquidität 140,1 211,8

Die Finanzierung des MEDION-Konzerns einschließlich des erforderlichen Working Capitals für das laufende Geschäft war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets sichergestellt. Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive Netto-Liquidität. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen bilanziellen Eigenkapital von € 424,1 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 54,5 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 30,0 Mio.) von € 170,7 Mio. über weiterhin sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen im Prognosezeitraum.# 5.2.2.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich das operative Ergebnis (EBIT) aufgrund des stärker als erwartet gewachsenen Geschäftsvolumens positiv und liegt mit € 46,6 Mio. über den Erwartungen. Dabei konnte sowohl das operative Ergebnis im Direktgeschäft mit € 38,9 Mio. entgegen den Erwartungen (Rückgang auf bis zu € 36,0 Mio.) nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden, als auch das operative Ergebnis im Projektgeschäft, welches mit € 7,1 Mio nur um rd. -50 % bei einem erwarteten Rückgang von bis zu -80 % zurückgegangen ist.

MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB)

Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2021/2022 (zusammengefasster Lagebericht) sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Da das MEDION-Geschäft weitestgehend über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns.

Ergänzende Erläuterungen zu wesentlichen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:

Ertragslage MEDION AG nach HGB

01.04.2021-31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Mio. € % Mio. € % Mio. € %
Umsatz 891,5 100,0 872,3 100,0 19,2 2,2
Materialeinsatz -685,9 -76,9 -651,6 -74,7 -34,3 -5,3
Rohertrag 205,6 23,1 220,7 25,3 -15,1 -6,8
Personalaufwand -37,1 -4,3 -39,6 -4,5 2,5 6,3
Sonstige Aufwendungen und Erträge -147,4 -16,5 -144,8 -16,6 -2,6 -1,8
Abschreibungen -2,7 -0,3 -4,2 -0,6 1,5 35,7
EBIT 18,4 2,1 32,1 3,7 -13,7 -42,7
Finanzergebnis 22,4 2,5 -1,4 -0,2 23,8 1.700,0
EBT 40,8 4,6 30,7 3,5 10,1 32,9
Steuern -4,3 -0,5 -1,4 -0,2 -2,9 -207,1
Ergebnis MEDION AG vor Gewinnabführung 36,5 4,1 29,3 3,4 7,2 24,6

Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 23,1 % auf Niveau der Konzern-rohertragsmarge (23,3 %) und genau wie der Konzernwert unter dem Vorjahresniveau (25,3 %; 25,7 % im Konzern). Hintergrund des geringeren Rohertrages ist entsprechend derselbe wie im Konzern, das starke Wachstum des durch niedrigere Rohmargen geprägten Projektgeschäftes, das ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird.

Der Personalaufwand der MEDION AG ist im Vorjahresvergleich um € -2,5 Mio. gesunken. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) der MEDION AG liegt hingegen mit 426 leicht über dem Vorjahr (Vorjahr 421). Höheren Gehaltsaufwendungen aufgrund der gestiegenen FTEs stehen geringere Aufwendungen für Prämien und Sachbezüge sowie geringere Zuführungen zu Pensionsrückstellungen (Minderaufwand rd. € 1,6 Mio.) gegenüber.

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge der MEDION AG nach HGB

GJ 2021/2022 GJ 2020/2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Mio. € Mio. € Mio. € %
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -122,2 -129,5 7,3 5,6
davon Marketing -40,0 -46,0 6,0 13,0
davon Kundenservice -30,2 -28,7 -1,5 -5,2
davon Provisionen & Gebühren -21,8 -24,1 2,3 9,5
davon Sonstiges -30,2 -30,7 0,5 1,6
Verwaltungsaufwendungen -33,2 -30,4 -2,8 -9,2
Betriebsaufwendungen -2,2 -2,5 0,3 12,0
Übrige -0,7 -4,0 3,3 82,5
Summe Sonstige betriebliche Aufwendungen -158,3 -166,4 8,1 4,9
Sonstige betriebliche Erträge 10,9 21,6 -10,7 -49,5
Saldo -147,4 -144,8 -2,6 -1,8

Da im MEDION-Konzern der maßgebliche Anteil des Geschäftes durch die MEDION AG realisiert wird und sich die Organisationsstrukturen entsprechend hauptsächlich in der AG befinden, lässt sich auch die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge teilweise mit der des Konzerns vergleichen. Insgesamt liegt der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge mit € -147,4 Mio. um € -2,6 Mio. (-1,8 %) über dem Vorjahr (€ -144,8 Mio.).

Aufgrund der unterschiedlichen Behandlung von zweckgebundenen Werbekostenzuschüssen im Hinblick auf den Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB und IFRS liegen die Aufwendungen für Marketing in Höhe von € 40,0 Mio. (Vorjahr: € 46,0 Mio.) um € 19,7 Mio. (Vorjahr: € 24,0 Mio.) über dem Wert im Konzern (€ 20,3 Mio.; Vorjahr: € 22,0 Mio.). Der größere Rückgang in der MEDION AG um € -6,0 Mio. (-13,0 %) resultiert maßgeblich aus geringeren Werbeaktivitäten in Print- und Funkmedien, denen etwas höhere Aufwendungen für Online- und TV-Werbung entgegenstehen.

Wie im Vorjahr hat der Herausfall von serviceintensiven Produktmengen aus der Gewährleistungszeit das starke Wachstum servicerelevanter Mengen im abgelaufenen Geschäftsjahr überkompensiert. Der leichte Anstieg der Serviceaufwendungen betrifft hauptsächlich die weiterbelastbaren Service-Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern. Insgesamt liegen die Aufwendungen für Kundenservice um € 13,4 Mio. (Vorjahr € 12,4 Mio.) über dem Konzernwert. Hintergrund ist, dass in der MEDION AG die durch Tochtergesellschaften weiterbelasteten Personalaufwendungen für den Kundenservice als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst werden.

Der Rückgang der Provisionen und Gebühren resultiert überwiegend aus der Einstellung des Fotoservices in Deutschland.

Die Verwaltungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für IT (€ 9,7 Mio.; Vorjahr € 9,2 Mio.) sowie konzerninterne Verwaltungsumlagen (€ 14,5 Mio.; Vorjahr: € 13,2 Mio.).

Nach höheren Auflösungen von Rückstellungen aufgrund von Lizenzvereinbarungen und Abgabenbescheiden im Vorjahr, im Wesentlichen für die Zeiträume 2015 bis 2019, reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Erträge von € 21,6 Mio. im Vorjahr auf € 10,9 Mio.

Das gegenüber dem Vorjahr (€ -1,4 Mio.) mit € +22,4 Mio. deutlich verbesserte Finanzergebnis erklärt sich durch eine Gewinnausschüttung der australischen Tochtergesellschaft.

Aufgrund des Steuerumlagevertrages zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH und der MEDION AG sind im Steueraufwand der MEDION AG (€ 4,3 Mio.; Vorjahr € 1,4 Mio.) Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von € 3,4 Mio. (Vorjahr € 1,0 Mio.), aber keine für Vorjahre (Vorjahr noch € -0,5 Mio. für Jahre vor 2020/2021) enthalten.

Bei der MEDION AG erhöhte sich das im Geschäftsjahr erwirtschaftete Ergebnis vor Gewinnabführung von € 29,3 Mio. um € 7,2 Mio. (+24,6 %) auf € 36,5 Mio.

Bilanzstruktur der MEDION AG nach HGB

31.03.2022 31.03.2021 GJ 2021/2022 zu GJ 2020/2021
Mio.€ % Mio.€ % Mio.€ %
Anlagevermögen 36,3 5,2 37,5 5,2 -1,2 -3,2
Langfristige Vermögensgegenstände 36,3 5,2 37,5 5,2 -1,2 -3,2
Vorräte 268,7 38,8 184,3 25,3 84,4 45,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 213,5 30,8 211,1 29,0 2,4 1,1
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 72,1 10,4 155,9 21,4 -83,8 -53,8
Flüssige Mittel 58,8 8,5 86,9 11,9 -28,1 -32,3
Übrige Vermögensgegenstände 43,1 6,3 51,9 7,1 -8,8 -17,0
Kurzfristige Vermögensgegenstände 656,2 94,8 690,1 94,8 -33,9 -4,9
Summe Aktiva 692,5 100,0 727,6 100,0 -35,1 -4,8
Eigenkapital 366,1 52,9 366,1 50,3 0,0 0,0
Langfristige Rückstellungen 14,9 2,2 13,1 1,8 1,8 13,7
Sonstige Rückstellungen 88,3 12,8 87,0 12,0 1,3 1,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124,8 18,0 143,4 19,7 -18,6 -13,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 51,9 7,5 38,6 5,3 13,3 34,5
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 46,5 6,7 79,4 10,9 -32,9 -41,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 311,5 45,0 348,4 47,9 -36,9 -10,6
Summe Passiva 692,5 100,0 727,6 100,0 -35,1 -4,8

Die Bilanzsumme der MEDION AG zum 31. März 2022 hat sich im Vorjahresvergleich von € 727,6 Mio. um € -35,1 Mio. auf € 692,5 Mio. verringert. Die Verringerung der Bilanzsumme entspricht in etwa dem Konzernwert (€ -32,3 Mio.). Da das Working Capital-intensive Projektgeschäft ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird, haben sich aufgrund des Wachstums in diesem Segment dem Konzern entsprechend auch die Vorräte um € +84,4 Mio. erhöht. Unter Berücksichtigung der mit € 213,5 Mio. fast unveränderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr € 211,1 Mio.) und der um € -18,6 Mio. auf € 124,8 Mio. verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr € 143,4 Mio.) ergibt sich eine um € +105,4 Mio. höhere kurzfristige Mittelbindung im Working Capital (€ 357,4 Mio.; Vorjahr € 252,0 Mio.). Analog dem Konzern entspricht diese erhöhte Mittelbindung in etwa der Veränderung der freien Liquidität (unter Berücksichtigung der im Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellten Liquidität). Der Rückgang der übrigen Vermögensgegenstände resultiert dem Konzern entsprechend maßgeblich aus niedrigeren Lieferantengutschriften. Aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme liegt die Eigenkapitalquote zum 31. März 2022 mit 52,9 % über der Vorjahresquote von 50,3 % und nach wie vor stabil über 50 %.

5.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

5.3.1 Prognosebericht

5.3.1.1 Konjunktureller Rahmen

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die Aussichten für die Weltwirtschaft und bringt große politische Unsicherheit mit sich. Anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie der Ausfall von Nahrungsmittel- und Düngemittelexporten aus der Ukraine und Russland sind wahrscheinliche Folgen. Insbesondere in der Europäischen Union wird sich das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen. Vor allem die hohe Abhängigkeit von russischen Energieimporten stellt ein beträchtliches Risiko für einige Mitgliedstaaten dar. Nicht zuletzt können ein Lieferstopp oder ein Importembargo für russische Energieträger nicht ausgeschlossen werden. Vor Ausbruch des Krieges zeigte sich die weltweite konjunkturelle Entwicklung robust.# 5.3.1.1 Konjunkturelle Entwicklung

Zwar hatte die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus (SARS-CoV-2) in vielen Staaten zu neuen Höchstständen bei den Neuinfektionen geführt. Die ökonomischen Auswirkungen der Pandemiewellen fallen aber zunehmend geringer aus. Dagegen verschärfen der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die im Gegenzug ergriffenen Sanktionen die Störungen weltweiter Wertschöpfungsketten und erhöhen den inflationären Druck. Diese angebotsseitigen Schwierigkeiten treffen voraussichtlich noch auf eine weiterhin robuste Konsumnachfrage. Insbesondere die kontaktintensiven Dienstleistungen dürften sich im Sommerhalbjahr 2022 weiter erholen. Im Zuge einer weiteren Normalisierung der Konsumstruktur zwischen Gütern und Dienstleistungen sollten zumindest die pandemiebedingten Engpässe im Verlauf des Jahres an Einfluss verlieren. Wachstumsimpulse dürften durch den teilweisen Abbau ungeplanter pandemiebedingter Ersparnisse und einen soliden Arbeitsmarkt entstehen. Der Sachverständigenrat prognostiziert im Euro-Raum für die Jahre 2022 und 2023 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 2,9 %. Für die Prognose unterstellt der Sachverständigenrat, dass die Energiepreise im Prognosezeitraum erhöht bleiben, es jedoch nicht zu einem Stopp russischer Energielieferungen kommt. Das deutsche BIP dürfte im Jahr 2022 um 1,8 % und im Jahr 2023 um 3,6 % zulegen. Der Sachverständigenrat erwartet für den Euro-Raum Inflationsraten von 6,2 % und 2,9 % (HVPI) in den Jahren 2022 und 2023 und von 6,1 % und 3,4 % (VPI) für Deutschland. Die große Abhängigkeit von russischen Energielieferungen birgt das erhebliche Risiko einer geringeren Wirtschaftsleistung bis hin zu einer Rezession bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten (Quelle: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/Konjunkturprognosen/2022/KJ2022_Gesamtausgabe.pdf).

5.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

Der Markt für Consumer Electronics umfasst elektronische und digitale Geräte für den Privatgebrauch zu Unterhaltungs- (Fernseher, Radio, Smart Speaker, etc.) und Kommunikationszwecken (Telefone, Smartphones etc.) sowie zur Ausführung von Heimbüro-Tätigkeiten (Drucker, Kopierer etc.). Der Umsatz im Markt Consumer Electronics im für MEDION unverändert wesentlichen Markt Deutschland beträgt nach einer aktuellen Prognose 2022 etwa € 21,29 Mrd. Das größte Marktsegment ist das Segment Telefonie mit einem wertmäßigen Marktvolumen von rd. € 7,72 Mrd. in 2022. Im Jahr 2022 werden voraussichtlich 56,0 % des Gesamtumsatzes im Markt Consumer Electronics online erwirtschaftet (Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/consumer-electronics/deutschland). Aufgrund immer noch gestörter Lieferketten sowie weiteren Logistikproblemen und damit verbundenen Versorgungsengpässen bei Komponenten und manchen Rohmaterialien sowie der aktuellen Krisensituation ist eine weitergehende seriöse Prognose der Marktentwicklung für das Jahr 2022 derzeit nicht möglich (Quelle: Home Electronics Markt - onlinemarktplatz.de).

Mobilfunk und digitale Dienstleistungen

Der weiterhin stabile Absatz von Smartphones sorgt für einen anhaltenden Trend der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten im Postpaid und Prepaid Bereich. Im Mobilfunk wird unverändert in den Ausbau der Übertragungstechnik und die Glasfasernetze sowie den neuen 5G-Standard investiert. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Angebote und das im Zuge der Corona-Pandemie veränderte Einkaufsverhalten im stationären Handel werden auch die nächsten Jahre bestimmen. Digitale Dienstleistungen werden insbesondere vor dem Hintergrund vom Home-Office weiterhin stark nachgefragt werden.

5.3.1.3 Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2022/2023

Wirtschaftliche Entwicklung von MEDION

Die zukünftige Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2022/2023 als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Verknappung von Komponenten, Lieferketten und Logistikproblemen und der Ukraine Krise entwickeln. Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens in das Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten. Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung im Telekommunikationsmarkt zu berücksichtigen sein. Der rasche technologische Wandel im Telekommunikationssektor erfordert hohe Investitionen, um Netzinfrastrukturen der nächsten Generation auszubauen. Der Ausbau von 5G-Netzen geht zügig voran und hat von den Netzbetreibern hohe Investitionen erfordert. Dies kann sich auch auf die für MEDION relevante Preisgestaltung der verfügbaren Angebote der Diensteanbieter im Jahr 2022 und 2023 auswirken. Ebenso wie beim Wettbewerb ist nicht konkret einzuschätzen welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen die aktuelle geopolitische Lage auf das Konsumverhalten der Verbraucher haben wird. Aktuell sind noch keine Auswirkungen auf die Auftragslage nennbar.

5.3.1.4 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG im Geschäftsjahr 2022/2023

Da MEDION konzernweit einen großen Teil seines Hardwaregeschäftes als Projektgeschäft betreibt, welches längere Vorlaufzeiten aufgrund der kundenindividuellen Produktentwicklungen hat, ist bereits ein hoher Anteil des für das kommende Geschäftsjahr 2022/2023 geplanten Geschäftes im Projektgeschäft mit Kundenaufträgen hinterlegt. Zusätzlich bietet bei den digitalen Dienstleistungen im Direktgeschäft die seit Jahren hohe Grundstabilität (wiederkehrendes Geschäft) eine gewisse, mindestens kurzfristige Prognosesicherheit. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung, insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr 2022/2023, geschäftsmodellspezifisch mit geringerer Zuverlässigkeit prognostizierbar ist. Es ist nach wie vor schwierig abzuschätzen, inwieweit die seit Anfang 2020 regelmäßig eingeleiteten gesellschaftlichen und politischen Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie bezüglich Verkaufs- und Kontaktbeschränkungen mittel- und langfristig wirken. Auch wenn die Maßnahmen gegenwärtig flächendeckend heruntergefahren werden, ist ein dauerhafter Normalzustand nicht vorherzusehen. Weiterhin muss ein lediglicher Vorholeffekt zum Kauf von Elektronik-Produkten mangels alternativer Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus können intensiver werdende öffentliche Diskussionen über Umweltverträglichkeiten von Produkten oder Energieressourcen die Ausgabenentscheidungen der Konsumenten nachhaltig beeinflussen. Als besonderer Unsicherheitsfaktor kommt der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine hinzu, dessen mögliche Auswirkungen auf den Alltag und das Wirtschaftsleben nicht nur in Deutschland und Europa überhaupt noch nicht vollständig einzuordnen sind. Je länger die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs gegenwärtig angespannte Situation anhält, desto stärker gehen wir von einem Wechsel der Ausgaben- und Investitionsprioritäten aus. Es besteht die Gefahr, dass das bis Anfang 2020 (Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen) vorherrschende konjunkturelle Umfeld für Produktbereiche, die auch durch MEDION bedient werden, der Trend rückläufiger Durchschnittspreise und das Fehlen bedeutender Produktinnovationen nicht nur wieder einen bekannten Druck auf Margen ausübt, sondern dieser deutlich verstärkt wird. Durch den aktuellen Trend der Euro-US-Dollar-Parität kann neben den schwierigen Rahmenbedingungen ein weiterer negativer Effekt entstehen, wenn steigende Preise nicht direkt an den Markt weitergegeben werden können. Andererseits besteht aber auch weiterhin eine Chance darin, dass das Verbraucherverhalten sich insofern nachhaltig ändern wird, als es einen Trend zu qualitativ hochwertigeren wie langlebigeren und damit teureren Elektronikgeräten gegeben hat. Anbietern wie MEDION wird dadurch eine gewisse Anpassungsfähigkeit und Innovationsmöglichkeit durch finanzielle Flexibilität eingeräumt. Ebenso ist der steigende Trend zur Nutzung digitaler Vertriebswege, wovon MEDION profitieren kann, positiv. Unter Berücksichtigung der Annahmen in Bezug auf verringerte Rohmargen, wenn Kunden die Einhaltung der vereinbarten Vertragskonditionen erwarten und Sonderkosten nicht an Endkunden weitergeleitet werden können, durch knappe Logistikressourcen beeinflusste Frachtpreise, Inflationserwartungen und damit zusammenhängenden veränderten Ausgabenpräferenzen oder mögliche Nachfrageveränderungen und mit dem Verweis auf die beschriebenen Risiken und Chancen plant MEDION für das kommende Geschäftsjahr ein mit rd. € 1.000 Mio. Umsatz nur geringfügig rückläufiges (rd. -3 %) Geschäftsvolumen. Im Berichtssegment Projektgeschäft plant MEDION einen Umsatzrückgang von rd. -9 %. Für das PC-Geschäft wird bei einem nahezu unveränderten Stückvolumen ein Umsatzrückgang von rd. -6 % erwartet, da mit einem wieder steigenden Anteil von Educational-Geräten geplant wird (nach Rückgängen im abgelaufenen Geschäftsjahr). Im Berichtssegment Direktgeschäft stehen die digitalen Dienstleistungen insgesamt, nicht nur der Bereich Mobilfunk, zwar erneut unter hohem Wettbewerbsdruck.# 5.3.2 Risikobericht

5.3.2.1 Risikomanagement-Organisation

Grundprinzipien der Risikomanagement-Organisation

Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Es dient dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder im Konzern laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können.

Kernelemente des MEDION-Risikomanagementsystems sind:

  • Ein integratives Management-Informationssystem, welches durch Verzahnung verschiedener Managementberichte operative Kennzahlen zur täglichen Kurzfriststeuerung bereitstellt.
  • Eine Balanced Scorecard zur Darstellung von Trends spezifischer Steuerungskennzahlen.
  • Arbeiten einer Internen Revision; hier entscheidet entweder der Aufsichtsrat über einen durch den Vorstand vorgelegten Revisionsplan mit Themen zu prozessunabhängigen Kontrollen in allen Unternehmensbereichen, Themen werden durch die Lenovo-Konzernrevision angekündigt oder MEDION entscheidet proaktiv über freiwillige Audits (beispielsweise im Rechnungswesen oder in der IT). Die hier ausgewählten Themen werden vorzugsweise durch auf diese Themen spezialisierte externe Dienstleister bearbeitet.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, den eigenen Aufgabenbereich zu überwachen, die Risikoausprägungen zu beurteilen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten Risikosachverhalte oder auch Chancen in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontroll- bzw. Berichtssysteme an das Risikomanagement und Controlling sowie bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung.

Unterstützt wird der Berichtsprozess und entsprechende Dokumentationen auch durch eine Software. Diese Risikoeinschätzungen können qualitativer und quantitativer Natur sein, werden entsprechend ihrer Charakteristik in Risikocluster zusammengeführt und bewertet. Die Einordnung von dokumentierten Risiken und Chancen (inkl. Maßnahmen) erfolgt in einer Risikomatrix gemäß einer Eintrittswahrscheinlichkeit und einer potenziellen Schadenhöhe.

Dabei unterscheidet MEDION folgende Eintrittswahrscheinlichkeiten:

  • Sehr gering und gering (bis 10 % bzw. 33 %)
  • Moderat (bis 67 %)
  • Wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich (über 67 % bzw. über 90 %)

Bei der Quantifizierung von Risiken und Chancen hat MEDION – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in der Geschäftsplanung wesentliche Trends bereits berücksichtigt sind und das dritte Geschäfts- bzw. das vierte Kalenderquartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes nach wie vor das wichtigste Geschäftsquartal ist – relativ niedrige Abweichungen vom Ergebnisziel (Konzern-EBIT) zwecks einer Einstufung definiert. Diese Risiko-Einstufung ist wie folgt:

  • Geringe oder moderate Abweichung vom Ergebnisziel (bis 2 % bzw. bis 5 % oder bis € 1,5 Mio. Schadenhöhe)
  • Bedeutsame Zielabweichung (bis 10 % oder € 3,0 Mio. Schadenhöhe)
  • Hohe Zielabweichung (bis 15 % oder € 4,5 Mio. Schadenhöhe)
  • Risiken, welche geeignet sind, eine höhere Zielabweichung als 15 % oder eine Schadenhöhe von mehr als € 4,5 Mio. zu begründen, werden als Sonderrisiko eingestuft.

Die identifizierten Risiken sind weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für einen Zeitraum von einem Jahr ab dem Abschlusstichtag 31. März 2022 bestandsgefährdend in Form einer möglichen Illiquidität oder Überschuldung.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontroll-System

Das IKS umfasst überwachende und präventive Kontrollen und Analysen aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Die Richtlinien zur Erfassung von Geschäftsvorfällen und Erstellung von Abschlüssen sind zentral vorgegeben und überwacht. Dabei geht es sowohl um inhaltliche auch als zeitliche Vorgaben. Dieses geschieht durch eigenes Personal, welches regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt, sowie (vornehmlich im Ausland) durch die Hinzuziehung externer Fachkräfte. Hierdurch sollen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie internationaler Rechnungslegungsvorschriften gewährleistet werden.

In Ergänzung zum rein kennzahlenbezogenen operativen Berichtswesen werden für Verantwortungsbereiche an der Unternehmensgrenze Finanz-Berichte nach rechnungslegungs-spezifischen Kriterien erstellt (u.a. monatliche vollständige GuV’s), um Auffälligkeiten und Tendenzen festzustellen und etwaige Abweichungen von konzernweiten Bilanzierungs-Richtlinien zu identifizieren.

Unabhängig von der Wesentlichkeit eines Geschäftsbereiches oder einer Gesellschaft erfolgen Berichterstellungen grundsätzlich in SAP-basierten Systemen. SAP ist die konzernweit ausschließlich genutzte Rechnungslegungssoftware für die Erstellung von Einzelabschlüssen. Eine Zusammenführung lokaler Abschlüsse und Daten erfolgt vollständig durch ein zentrales Konsolidierungssystem mit einheitlichen Kontenplänen, die an der Bilanzierung nach IFRS ausgerichtet sind. Durch die konzernweit einheitlichen Softwaresysteme und Richtlinien wird die notwendige Transparenz und damit das notwendige Verständnis geschaffen für die Aufdeckung möglicher rechnungslegungsrelevanter Risiken.

5.3.2.2. Einzelrisiken

Insgesamt sieht sich MEDION aufgrund der verschiedenen Elemente der Risikomanagement-Organisation und der definierten Risikocluster gut aufgestellt, kritische Tendenzen frühzeitig zu erkennen und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken zu vermindern. Das Risikomonitoring konzentriert sich auf die tatsächliche Risikolage nach Berücksichtigung der Maßnahmen der Risikoreduzierung bzw. -vermeidung. Durch die frühzeitige Identifikation von Risiken und Maßnahmen ist es möglich, deren Effekte in den Geschäftsplanungen zu berücksichtigen. Dennoch gibt es natürlich Sachverhalte, die aufgrund ihrer zeitlichen oder inhaltlichen Unsicherheit oder fehlenden Konkretheit nicht oder nicht in Gänze nachvollziehbar in Planungsrechnungen zum Zwecke der Unternehmenssteuerung berücksichtigt werden können. Solche Einzelrisiken werden nachfolgend erläutert.

Risiken durch Aus- und Nachwirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges

Auch wenn die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin eher zu positiven Impulsen beim Absatz von Hardwareprodukten im Großhandel und im eigenen Online-Handel, nicht nur bei PC-Produkten, geführt haben, geht MEDION nach wie vor nicht von dauerhaft positiven Impulsen aus. Je mehr Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wegfallen und je weniger schwerwiegendere Gesundheitsrisiken durch Covid-Erkrankungen durch neue Virus-Varianten auftreten, desto schneller können die Ausgabepräferenzen der Verbraucher einen hohen Nachholbedarf bei Ausgaben für Freizeitgestaltung zu Lasten der Ausgaben für Unterhaltungselektronik zeigen.# 5.3.2 Risikoberichterstattung

Dabei wird auch nicht mit einer zeitnahen Entspannung der gegenwärtigen Verknappungen von Logistik- und Produktionskapazitäten gerechnet, schon gar nicht mit daraus möglicherweise folgenden Preisnormalisierungen im Vergleich zum Vorjahr. Dieses hängt auch mit den gegenwärtig anhaltenden und einschränkenden Zero-Covid-Strategien der asiatischen Produktionsstandorte, insbesondere in China, zusammen. Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind weitgehend in der Geschäftsplanung berücksichtigt (vgl. nachfolgende Erläuterungen). Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie vergleichbare Unsicherheiten durch den Kriegsbeginn in der Ukraine Ende Februar 2022 in Bezug auf Produktions- und Logistikkapazitäten oder Inflationstrends und damit zusammenhängenden Änderungen in der Nachfrage durch die Verbraucher sind nicht in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Bis zum Bilanzstichtag 31. März 2022 ergaben sich noch keine konkreten Hinweise in Form von Auftragsstornierungen o.ä., dennoch stellen diese beiden geopolitischen Rahmenbedingungen Risiken dar. Die sich daraus ergebenden finanziellen Folgen auf Umsatz und EBIT, wenn die in der Planung berücksichtigten Annahmen unzutreffend sind, können sich wie folgt zeigen:
- Verringerte Rohmargen, wenn Kunden die Einhaltung der vereinbarten Vertragskonditionen erwarten und sich nicht an Sonderkosten beteiligen, die nicht an Endkunden weitergeleitet werden können
- Erhöhte Frachtkosten, wenn nur durch kurzfristige Sonderfrachten Liefertermine bei Produktionsverzögerungen eingehalten werden können
- Vertragsstrafen, die Kunden bei Lieferverzögerungen mangels offiziellem Force Majeurs (aus politischen Gründen in Asien) geltend machen
- Verringerte Verfügbarkeit von Ersatzteilen aufgrund geschlossener Fabriken

Hohe Unsicherheiten bestehen auch bezüglich der Logistikkapazitäten. Grundsätzlich begegnet MEDION diesem Risiko durch frühzeitige Abstimmungen mit Handelskunden mit Bezug auf Liefer- und Vermarktungszeitpunkte und die Auswahl von bestmöglichen Transportwegen und –arten sowie durch seinen hohen Grad an Flexibilität bei der Auswahl von Produzenten und Liefer- und Leistungsbeziehungen. Daher sind Frachtkostenerhöhungen grundsätzlich in der Planung berücksichtigt. Dennoch bestehen darüber hinausgehende Risiken in Form von Leerfrachten, die mit den kurzfristigen Absicherungen von Transportkapazitäten zusammenhängen. Diese Leerfrachten treten ein, wenn verbindlich reservierte Transportzeiten aufgrund von Produktionsverzögerungen nicht in Anspruch genommen werden können. Bei diesem Risiko gehen wir von einem sehr wahrscheinlichen Eintrittsrisiko aus, jedoch – aufgrund möglicher Maßnahmen – mit sehr geringem Schadensausmaß. Im Falle von Vertragsstrafen gehen wir aufgrund aktueller Beobachtungen im Markt von einem sehr wahrscheinlichen Eintritt des Risikos mit einer materiellen Schadensauswirkung aus. Im Falle der Nichtverfügbarkeit von Servicematerialien gehen wir ebenfalls von einem sehr wahrscheinlichen Eintrittsrisiko aus, jedoch – aufgrund eines Maßnahmenkatalogs – mit sehr geringem Schadensausmaß.

Cyber-Risiken

Durch Cyber-Attacken drohen insbesondere Betriebsunterbrechungen oder Schäden durch Datendiebstahl. Zur Vermeidung bzw. Abwehr solcher Attacken hat MEDION einen umfangreichen Katalog technisch organisatorischer Maßnahmen (TOMs) im Rahmen eines Business Continuity Managements entwickelt. Daher schätzen wir Cyber-Risiken zwar als sehr wahrscheinlich, aber mit einem sehr geringen Schadensausmaß ein.

5.3.3 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

MEDION unterscheidet für den Einsatz etwaiger Sicherungsinstrumente folgende Risikofelder:
* Kreditrisiken
* Liquiditätsrisiken
* Währungsrisiken
* Zinsrisiken
* Sonstige Preisrisiken

Die bedeutsamsten für das MEDION-Geschäftsmodell sind dabei Kredit- und Währungsrisiken. Kreditrisiken werden bei MEDION durch verschiedene Maßnahmen gesteuert. Die Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner wird regelmäßig analysiert und führt zu einer Einstufung in drei Risikocluster (A, B und C sowie gesondert Lenovo). Grundsätzlich werden Geschäftsbeziehungen durch Kreditversicherungen abgesichert. Darüber hinaus werden auch Garantien und Zahlung per Vorkasse als risikomindernde Maßnahmen genutzt. Der größte Anteil der Debitoren hat in der aktuellen Einschätzung eine sehr gute Kreditwürdigkeit. Ein wesentliches Nettorisiko im Sinne eines Zahlungsausfalles besteht aufgrund der Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld eines Geschäftes in der Regel nicht. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.

Als international agierendes Unternehmen ist MEDION permanent Währungsrisiken ausgesetzt. Insbesondere auf der Beschaffungsseite fallen Zahlungsströme in ausländischer Währung an, da die überwiegende Zahl der Lieferanten in Asien beheimatet ist und die Transaktionen daher in US-Dollar abgewickelt werden. MEDION sichert sich gegen die Risiken aus Fremdwährungsschwankungen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von marktüblichen Devisentermingeschäften und teilweise ergänzenden Swap-Geschäften ab. Dieses geschieht nach Konzern-Richtlinien innerhalb des Lenovo-Konzerns. Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Der Einsatz von Währungssicherungsinstrumenten ist im Wesentlichen gekoppelt an die Auftragsstruktur des Projektgeschäftes, d.h. die Sicherungsinstrumente sind mit ihren Kosten und Effekten Bestandteil des Angebotes, welches zu einer Auftragsbestätigung werden kann. Aufgrund dieser Verzahnung von Geschäfts- und Sicherungselementen ist das Risiko von Liquiditätsrisiken minimiert. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.

Die übrigen Risikofelder Liquiditäts-, Zins- und sonstige Preisrisiken haben für MEDION eher untergeordnete Bedeutung. Aufgrund umfangreicher Sicherungsmaßnahmen und dem Built-to-Order-Prinzip sind Liquiditätsrisiken begrenzt, mangels langfristiger Anlagen und Sicherungsgeschäfte haben Zinsrisiken de facto keine Auswirkung. Auch hier verweisen wir zu weiteren Details auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang unter Ziffer 8.3.5.

5.3.4 Chancenbericht

Neben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegenkommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen. Es handelt sich um allgemeine, mittel- oder langfristig erwartete Markttrends, die MEDION beobachtet und schrittweise in seinen Geschäftsüberlegungen berücksichtigt.

White Label/Private Label und Educational Devices

Produkte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können. Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise gleichen sich mittlerweile mehrmals täglich an. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen von dem Vertrauen in den Händler. Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White-Label-Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale. MEDION hat seit vielen Jahren neben dem Vertrieb von Produkten unter dem eigenen Markennamen auch Erfahrungen als Lieferant von White-Label-Elektronik und ist für diesen Markttrend entsprechend aufgestellt. Entsprechend den schwierigen Marktentwicklungen im Multimedia-Segment hat sich auch die Strategie von MEDION, die Produktkategorien in den Bereichen Consumer-Electronics und Haushaltselektronik zu stärken und auszubauen, bewährt. Insbesondere der Zugang zu großen internationalen Handelsketten bietet hier attraktive Möglichkeiten.

Eine Weiterentwicklung bzw. Modifizierung des Private Label-Modells ist der Bereich Educational Devices. Hier werden bewährte Technologien und Produkte, unter vergleichbaren Anforderungen an Zuverlässigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis, speziell an Bedürfnisse im Bildungssektor angepasst und entsprechend konzipierte Geräte vertrieben. MEDION konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Kundenbeziehungen festigen und ausbauen. So entfiel u.a. erneut ein Großteil des PC-Absatzes auf Educational Devices. Auch zukünftig gehen wir davon aus, dass sich dieser Bereich unserer Geschäftsaktivitäten dynamisch fortentwickeln wird.

Digitale Dienstleistungen

Nicht zuletzt wegen des weltweiten Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION vermittelt seit mehreren Jahren erfolgreich Telekommunikationsdienstleistungen und hat dadurch in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die gewonnenen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden.# 5.4 Ergänzende Berichterstattungselemente

5.4.1 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB

  1. Das € 48.418.400,00 betragende Grundkapital der MEDION AG ist in die entsprechende Anzahl auf den Inhaber lautende Stückaktien (48.418.400) eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Es bestehen keine Vorzugsrechte oder andere besondere Rechte.
  2. Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte oder der Übertragbarkeit der Aktien bestehen nach der Satzung der Gesellschaft nicht und sind darüber hinaus auch nicht bekannt.
  3. Am Kapital der MEDION AG ist der international tätige und börsennotierte Lenovo-Konzern, Hong Kong, seit 2011 mehrheitlich beteiligt. Die Lenovo Germany Holding GmbH, Am Zehnthof 77 in 45307 Essen, eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Lenovo, Hong Kong, hält als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG zum 31. März 2022 eine Gesamtzahl von 38.771.280 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Stück (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen Eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Der MEDION AG sind außerhalb des Mehrheitsbesitzes von Lenovo folgende Stimmrechtsmitteilungen zugegangen: Am 09. Dezember 2021 Meldungen über den Stimmrechtsbesitz von HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH (3,0004 %), am 14. Dezember 2021 von Herrn Paul E. Singer (2,99 %) und am 14. Dezember 2021 von Elliott International Limited (2,99%) Stimmrechtsanteil an der MEDION AG. Durch die MEDION AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind auf der Webseite unter MEDION AG - Stimmrechtsmitteilungen gemäß WpHG abrufbar.
  4. Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind Aktionären nicht eingeräumt.
  5. Es gibt keine vom Gesetz abweichenden Regelungen zur Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind.
  6. Die Satzung der MEDION AG legt in § 6 Ziff. 1 und 2 fest, dass der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen zu bestehen hat und die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie eventueller stellvertretender Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung und die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat erfolgen. Darüber hinaus enthält die Satzung keine Regelungen zur Bestellung und zum Widerruf der Bestellung von Mitgliedern des Vorstandes sowie zum Abschluss und zur Beendigung von Anstellungsverträgen, so dass die Vorschriften der §§ 84, 85 AktG maßgeblich sind. Einschlägig für Satzungsänderungen der MEDION AG sind die Bestimmungen des § 10 Ziff. 7 und des § 15 Ziff. 4 und 5 der Satzung in Verbindung mit den §§ 179 ff. AktG.
  7. Es gibt keine Befugnisse des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
  8. Bei der MEDION AG gibt es keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.
  9. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes sind mit den Mitgliedern des Vorstandes oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen worden.

5.4.2 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB (ungeprüft¹)

Die nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB gibt die aktuelle Entsprechenserklärung des Vorstandes und des Aufsichtsrates der MEDION AG gemäß § 161 AktG wieder und enthält eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und besonderen Qualifikationen des Aufsichtsrates. Ferner enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und Erläuterungen zum Diversitätskonzept von MEDION. Darüberhinausgehende Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen sind in dieser Erklärung enthalten. Alle in dieser Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB enthaltenen Angaben geben den Stand vom 08. Juni 2022 wieder.

Grundsätze

Die Unternehmensführung von MEDION – als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft – wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance - das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung - ist für MEDION ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Transparente Berichtserstattung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller relevanten Akteure ausgerichtete Unternehmensführung, die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat als auch der Mitarbeiter untereinander sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten. Ein wesentliches Element der Corporate Governance deutscher Aktiengesellschaften ist die Trennung von Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem sogenannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.

Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Die MEDION AG mit Sitz in Essen hat einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat.

Vorstand

Bei der Zusammensetzung des Vorstandes soll sichergestellt werden, dass seine Mitglieder jederzeit über die für die ordnungsgemäße Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die notwendige Erfahrung verfügen. Dementsprechend ist bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder zu berücksichtigen, dass diese gemeinsam über eine ausreichende Expertise und Vielfalt im Sinne unserer oben genannten Ziele verfügen. Ferner soll der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Der Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstandes sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes. Zu den wesentlichen Führungsaufgaben des Vorstandes zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung des Konzerns, dessen Steuerung und Überwachung sowie die Unternehmensplanung. Darüber hinaus sichert der Vorstand die Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, entscheidet über deren Vergabe innerhalb des Konzerns und ist verantwortlich für die Gewinnung und Förderung hoch qualifizierter Führungskräfte. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstandes von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstandes zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrates vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstandes. Die Altersgrenze für die Mitglieder des Vorstandes beträgt 65 Jahre. Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung bzw. dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Vertrieb, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Personal und Strategie enthalten sind. Die sogenannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Der Vorstandsvorsitzende, Gerd Brachmann, verantwortet die Bereiche Vertrieb, Einkauf, Marketing, E-Commerce, digitale Dienstleistungen und Forschung und Entwicklung und ist bis zum 31.03.2023 bestellt.# Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Christian Eigen, verantwortet die Bereiche Finanzen, IT, Logistik, After-Sales-Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Personal und Recht und ist bis zum 31.03.2023 bestellt.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt.

MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär Lenovo abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung bzw. Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen.

Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstandes festgelegt. Außerdem gibt es Regelungen zur Altersgrenze und strenge Wettbewerbsverbote für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel.

Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer individuellen Leistungsbeurteilung festgelegt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates informiert die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung.

Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstandes erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert nach den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie unterteilt nach Zuwendungen und Zuflüssen. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Vorstandes und Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat

Der auf der virtuellen Hauptversammlung am 23. November 2021 wieder- und neugewählte Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrates nach außen wahr.

Das von der Hauptversammlung 2020 gewählte Aufsichtsratsmitglied Gianfranco Lanci hat auf Grund seines Ausscheidens aus dem Lenovo Konzern wegen Erreichens der Altersgrenze sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 23. November 2021 niedergelegt. Auf der Hauptversammlung am 23. November 2021 wurde Herr Francois Bornibus, Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Raubling, Deutschland, in den Aufsichtsrat gewählt.

Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Wesentliche Elemente der Nachfolgeplanung sind die Ausrichtung an den speziellen Erfordernissen des Geschäftsmodells von MEDION und die Gewährleistung einer kontinuierlichen Vorstandsarbeit. Daher sollen freiwerdende Vorstandspositionen zunächst grundsätzlich von einer geeigneten Kandidatin odern einem Kandidaten aus dem Unternehmen besetzt werden und es sollen die beiden Vorstandsmandate nicht gleichzeitig sondern mit mindestens 24 Monaten Zeitversatz neu besetzt werden. Darüber hinaus muss eine durch die bisherige Tätigkeit belegbare besondere Kompetenz zur Mitarbeit in internationalen Konzernstrukturen bestehen und nach Möglichkeit auch Führungserfahrung in einer börsennotierten Aktiengesellschaft gegeben sein.

Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Für die Mitglieder des Aufsichtsrates besteht eine Altersgrenze von 80 Jahren. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind.

Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. In seiner Sitzung vom 11. März 2022 hat sich der Aufsichtsrat auch als Prüfungsausschuss konstituiert, um den Anforderungen des Corporate Governace Kodex und dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) insoweit zu entsprechen. Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf.

Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Kein Mitglied des Aufsichtsrates von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrates erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates.

Der Aufsichtsrat hat im März 2022 die in Ziffer D.13 des DCGK empfohlene Selbstbeurteilung der Arbeit des Aufsichtsrats durchgeführt. Die Bewertung erfolgte im Wesentlichen auf Grundlage von ausführlichen Fragebögen zur Arbeit des Aufsichtsrates. Die Ergebnisse der Bewertung wurden am 11. März 2022 abschließend im Aufsichtsratsplenum besprochen und verabschiedet.

Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass Aufsichtsrat und Vorstand einen hohen Standard erreicht haben und insbesondere an der ausreichenden fachlichen Qualifikation, der persönlichen Zuverlässigkeit und der zeitlichen Verfügbarkeit der Mitglieder von Vorstand sowie Aufsichtsrat keine Bedenken bestehen.

Diversitätskonzept von Vorstand und Aufsichtsrat

Gemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand erstmals im Kalenderjahr 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen.

Die MEDION AG hat am 15. Juni 2020 veröffentlicht, dass bis zum 30. Juni 2023 aufgrund der besonderen Struktur der Gesellschaft im Vorstand und Aufsichtsrat keine Frauen vertreten sein werden und der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 30 % betragen soll. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden diese Zielgrößen mit nachfolgender Abweichung erreicht. Auf Grund einer Restrukturierung ist der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 22 % gesunken. Es wird jedoch angestrebt, den Frauenanteil wieder auf die Zielgröße zu erhöhen. Daher gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Die Zusammensetzung des Vorstandes ist seit dem Börsengang unverändert und danach ausgerichtet, dass das besondere Geschäftsmodell im Interesse aller Stakeholder der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt wird.# Bisher bestand keine Veranlassung, diese Zusammensetzung nach anderen Kriterien auszurichten. Damit gab es im Geschäftsjahr 2021/2022 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2022/2023 keine Möglichkeit, einen Frauenanteil im Vorstand zu berücksichtigen. MEDION nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil.

Der Aufsichtsrat soll nach dem Diversitätskonzept so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandates ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden.

Im Aufsichtsrat sind im Geschäftsjahr 2021/2022 weiterhin keine Frauen vertreten, da der nur mit drei Personen besetzte Aufsichtsrat seit langem nahezu unverändert besteht, um in dem herausfordernden Marktumfeld eine kontinuierliche und effektive Arbeit zu gewährleisten. Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängiges Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren war Herr Gianfranco Lanci seit dem 19. Dezember 2013 Mitglied des Aufsichtsrates. Herr Gianfranco Lanci war im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC (Personal Computer) und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig. Das von der Hauptversammlung 2020 gewählte Aufsichtsratsmitglied Gianfranco Lanci hat im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund seines Ausscheidens aus dem Lenovo-Konzern wegen Erreichens der Altersgrenze sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 23. November 2021 niedergelegt. Die Wahl seines Nachfolgers, Herrn Francois Bornibus, erfolgte nach § 8 der Satzung der Gesellschaft und gemäß § 102 AktG für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024/2025 beschließt. Herr Francois Bornibus ist Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, und wohnhaft in Raubling, Deutschland. Die MEDION AG ist Teil der EMEA Organisation von Lenovo.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind nach der seit dem 3. Juli 2016 geltenden europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt.

Der Aufsichtsrat der MEDION AG hielt zum 31. März 2022 unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Zum Stichtag 31. März 2022 hielt der Vorstand unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Veröffentlichungspflichtige Geschäfte werden auf der Website des Unternehmens unter www.medion.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

Corporate Governance

Der Deutsche Corporate Governance Kodex besteht aus drei verschiedenen Elementen. Zum einen beschreibt er gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung), die im Wesentlichen im Aktiengesetz geregelt sind. Als weitere Elemente enthält er international und national anerkannter Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, in Form von Empfehlungen und Anregungen. Die Empfehlungen werden im Text des Kodex mit "soll" und die Anregungen mit "sollte" gekennzeichnet. Der Kodex besitzt über die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG eine gesetzliche Grundlage. Danach sind im Gegensatz zu gesetzlichen Vorschriften die Empfehlungen und Anregungen zwar nicht verbindlich, allerdings sind Abweichungen zu den Empfehlungen zu begründen und mit der jährlich abzugebenden Entsprechenserklärung zu veröffentlichen - „Comply or Explain“. Neben der Formulierung der aktuellen Best Practice der Unternehmensführung hat der Kodex zum Ziel, das deutsche Corporate Governance System transparent und nachvollziehbar zu machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften fördern.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex beinhaltet international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen. Ziel ist, die in Deutschland geltenden Regeln für die Unternehmensleitung und –überwachung transparenter und besser nachvollziehbar zu gestalten.

Die aktuelle Erklärung wurde am 24. November 2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dauerhaft auf der MEDION AG Homepage zugänglich. https://www.medion.com/investor/die_ag/corporate_governance.php

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von MEDION sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020 bildet der neue Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 von nun an die Grundlage für die zukünftig zu fassenden Entsprechenserklärungen.

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der MEDION AG vom 24. November 2021 zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG

1. Die MEDION AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 3. Dezember 2020 sämtlichen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der am 20. März 2020 durch Bekanntmachung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers in Kraft getretenen aktuellen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend DCGK 2020 genannt), die für die MEDION AG gelten, mit den nachfolgend genannten und erläuterten Ausnahmen zu den Ziffern C.7 / C.10 / D.2 / D.4 / D.5 / G.10 und G.11 entsprochen und wird diesen auch zukünftig mit diesen Ausnahmen entsprechen.

* Ziffer C.7: Die Empfehlungen zur Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat passen nicht für die MEDION AG, die eine über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit einem Mehrheitsaktionär verbundene Gesellschaft ist. In dem aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat nehmen zwei Anteilseignervertreter Organfunktionen in der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs wahr.

* Ziffern C.10 / D.2 / D.4 / D.5: Die MEDION AG hat einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende aufgrund seiner Funktion als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats auch die Funktion des Vorsitzenden des Audit Committee wahrnimmt. Weitere Ausschüsse der in den Ziffern C.10 / D.2 und D.5 des DCGK 2020 genannten Art bildet MEDION aufgrund der derzeitigen Größe der Gesellschaft und des Aufsichtsrates nicht. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Effizienz der Beratungs- und Überwachungstätigkeit eines nur aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats durch zusätzliche Ausschüsse nicht sinnvoll gesteigert werden kann.

* Ziffer G.10: Es werden lediglich die den Vorstandsmitgliedern von der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs gewährten langfristig variablen Vergütungsbeträge aktienbasiert gewährt. Auch die kurzfristig variablen Vergütungsbeträge jährlich aktienbasiert zu gewähren, würde in Anbetracht der Tatsache, dass die MEDION AG eine über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem kontrollierenden Aktionär verbundene Gesellschaft ist, keine angemessenen oder nachvollziehbaren Berechnungsparameter liefern.

* Ziffer G.11: Es ist nur bei der den Vorstandsmitgliedern von der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs gewährten langfristig variablen aktienbasierten Vergütung die Möglichkeit vertraglich vorgesehen, in begründeten Fällen die langfristig variable aktienbasierte Vergütung einzubehalten oder zurückzufordern. Die Gesellschaft hält es für ausreichend und angemessen, ausschließlich bei der langfristig variablen aktienbasierten Vergütung in dieser Weise auf besondere Umstände reagieren zu können. Im Übrigen kann bei relevanten Pflichtverstößen auf die allgemeinen gesetzlichen Regeln und die Bestimmungen der Vorstandsverträge zurückgegriffen werden.

Essen, 24. November 2021
MEDION AG

Für den Aufsichtsrat:
Dr. Rudolf Stützle

Für den Vorstand:
Gerd Brachmann

Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet-Informationen

Die Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam.# Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012.

Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt. In der jährlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten im Geschäftsjahr 2021/2022 vor und während der virtuellen Hauptversammlung am 23. November 2021 bis zum Ende der Generaldebatte erteilt werden. Auch während der kommenden Hauptversammlung - geplant am 22. November 2022 - in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben. Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Webseite verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht.

Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen sogenannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden.

Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden.

Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen. Eine Beschlussfassung über die Gewinnverwendung findet während der Wirksamkeit des Gewinnabführungsvertrages mit der Lenovo Germany Holding GmbH nicht statt.

Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass die Aktionäre an der Hauptversammlung auch ohne Anwesenheit an deren Ort und ohne einen Bevollmächtigten teilnehmen und sämtliche oder einzelne ihrer Rechte ganz oder teilweise im Wege elektronischer Kommunikation ausüben können. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen.

Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass Hauptversammlungen ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten stattfinden, sofern das Aktiengesetz oder ein anderes Gesetz dies ermöglicht und nach näherer Ausgestaltung des entsprechenden Gesetzes. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen.

Transparenz

Über wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist. Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und sonstige Meldungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst.

Da die MEDION AG nicht zu Quartalsmitteilungen verpflichtet ist, informiert sie unterjährig neben dem Halbjahresfinanzbericht in geeigneter Form über die Geschäftsentwicklung, insbesondere über wesentliche Veränderungen der Geschäftsaussichten sowie der Risikosituation.

Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Im Berichtsjahr sind der MEDION AG folgende Stimmrechtsmitteilungen zugegangen: Am 09. Dezember 2021, HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH (3,0004%), am 14. Dezember 2021, Paul E. Singer (2,99%) und am 14. Dezember 2021, Elliott International Limited (2,99%). Weiterhin hielt Lenovo unverändert rd. 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2022.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu Geschäften mit nahestehenden Dritten sind im Konzernanhang unter dem Kapitel 8.3.7 „Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen“ enthalten.

Werte und Compliance

Der MEDION-Vorstand verpflichtet sich zur Einhaltung der geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften. Das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem sowie das Compliance-System sind Bestandteile der MEDION Corporate Governance. Compliance ist bei MEDION fest verankert – nicht nur durch interne Prozesse. Das Compliance-System soll unseren Mitarbeitern helfen, risikobasierte Entscheidungen zu treffen. Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken.

Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert.

Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im zusammengefassten Lagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht.

Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen. Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten.

MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden.

Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Corporate Affairs. MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus sogenannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2021/2022 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.

Compliance-Aufklärung und Whistleblower Hotline

Alle betroffenen Mitarbeiter wurden über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung sogenannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche gezielt geschult.

Seit März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt. Die Teilnahme an einer jährlichen Compliance Unterweisung mit Abschlusstest ist für die Mitarbeiter verpflichtend. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 wurden die Inhalte der Compliance Schulung aktualisiert und die Führungskräfte auf einer Veranstaltung im März 2022 nochmals gesondert unterwiesen.

Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert.# 7 Konzernabschluss der MEDION AG

7.1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anmerkung im Anhang 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
1 Umsatzerlöse (1) 1.038.513 983.728
2 Sonstige betriebliche Erträge (2) 7.476 10.765
3 Materialaufwand (3) -796.514 -730.468
4 Personalaufwand (4) -68.575 -69.890
5 Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) -3.069 -4.477
6 Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -131.250 -134.218
7 Betriebsergebnis (EBIT) 46.581 55.440
8 Finanzierungserträge (6) 240 507
9 Finanzierungsaufwendungen (6) -952 -957
10 Ergebnis vor Steuern (EBT) 45.869 54.990
11 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (7) -14.105 -17.004
12 Konzernergebnis 31.764 37.986
Ergebnis je Aktie in € (un-/verwässert) 0,71 0,85
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (un-/verwässert) 44.681.430 44.681.430

7.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Anmerkung im Anhang 01.04.2021 -31.03.2022 01.04.2020 -31.03.2021
1. Konzernergebnis 31.764 37.986
2. Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen (15) 1.644 -849
+/- Latente Steuern aus der Pensionsbewertung -536 277
3. Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Währungsumrechnungsdifferenzen 1.633 5.260
+/- Überschuss / Fehlbetrag aus Cashflow-Hedges -9.768 2.505
+/- Latente Steuern aus Cashflow-Hedges 893 -817
4. = sonstiges Ergebnis, nach Steuern (Summe aus 2. und 3.) -6.134 6.376
5. Gesamtergebnis nach Steuern 25.630 44.362

7.3 Konzern-Kapitalflussrechnung

Anmerkung im Anhang 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
1. Betriebsergebnis (EBIT) (25) 46.581 55.440
2. +/- Wertminderungen / Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) 3.069 4.477
3. +/- Zunahme / Abnahme der Pensionsrückstellungen -1.070 3.704
Brutto Cashflow (25) 48.580 63.621
4. -/+ Abnahme / Zunahme der übrigen Rückstellungen -264 -5.916
5. -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten 11 3
6. -/+ Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordnen sind -76.927 -93.050
7. -/+ Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordnen sind -3.867 35.363
8. +/- Ein- / Auszahlungen für Ertragsteuern (Saldo) -8.784 -6.500
9. = Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit (Summe aus 1 bis 8) -41.251 -6.479
10. + Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten 111 -
11. - Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Finanzanlagen -1.999 -5.319
12. + Einzahlungen aus der kurzfristigen Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo 190.000 90.000
13. - Auszahlungen für die kurzfristige Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo -110.000 -10.000
14. + Einzahlungen aus Zinsen 167 1.190
15. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 10 bis 14) 78.279 75.871
16. +/- Nettoeffekt aus der Factoring-Finanzierung (24) -34.284 -10.863
17. - Auszahlung für Gewinnabführung Vorjahre (24) -29.310 -18.201
18. - Auszahlungen für Zinsen (24) -994 -187
19. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 16 bis 18) (24) -64.588 -29.251
20. Zahlungswirksame Änderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 9, 15, 19) -27.560 40.141
21. +/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 1.597 5.223
22. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 166.702 121.338
23. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 20 bis 22) (22) 140.739 166.702

7.4 Konzernbilanz

Aktiva

Anmerkung im Anhang 31.03.2022 31.03.2021
Langfristige Vermögenswerte
Sachlagen (8) 26.569 27.076
Immaterielle Vermögenswerte (9) 2.566 3.215
Beteiligungen 28 28
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (12) 445 423
Sonstige langfristige andere Vermögenswerte (12) 112 77
Aktive latente Steuern (7) 6.851 6.771
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 36.571 37.590
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) 220.904 219.364
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (11) 69.726 151.264
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 30.005 110.020
Vorräte (13) 269.697 185.112
Ertragsteuererstattungsansprüche 42 99
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (12) 41.108 52.694
Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte (12) 10.764 8.981
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 140.739 166.702
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt 752.980 784.216
Aktiva, gesamt 789.551 821.806

Passiva

Anmerkung im Anhang 31.03.2022 31.03.2021
Eigenkapital (14)
Gezeichnetes Kapital 48.418 48.418
davon auf Stammaktien entfallend 48.418 48.418
Kapitalrücklage 170.899 168.644
Eigene Aktien -46.358 -46.358
Gewinnrücklagen 248.597 252.269
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 2.520 2.731
Eigenkapital, gesamt 424.076 425.704
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Sonstige langfristige andere Verbindlichkeiten (20, 21) 1.763 84
Sonstige langfristige Rückstellungen (19) 11.216 11.899
Passive latente Steuern (7) 88 1.215
Pensionsrückstellungen (15) 13.883 14.651
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen, gesamt 26.950 27.849
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (16) 165.180 177.705
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (17) 45.357 31.296
davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 36.544 29.310
Steuerverbindlichkeiten (18) 1.628 1.136
Sonstige Rückstellungen (19) 71.492 71.078
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (20, 21) 36.739 70.102
Sonstige kurzfristige andere Verbindlichkeiten (20, 21) 18.129 16.936
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen, gesamt 338.525 368.253
Passiva, gesamt 789.551 821.806

7.5 Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gesamtergebnis Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden

Werte in# Konzernanhang der MEDION AG

8.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

8.1.1 Aufstellungsgrundsätze

Die MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichtes Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt.

Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten.

Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheits-Produkte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.

Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.

Das MEDION-Geschäft wird in den beiden Segmenten Projekt- und Direktgeschäft gesteuert. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt 8.3.2 dieses Anhangs.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen „International Financial Reporting Standards (IFRS)“ und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2021/2022 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden.

Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres. Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angewandt.

Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden – soweit nicht anders dargestellt – in T€ angegeben. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. Aus Rundungen können in Höhe von +/- einer Einheit (T€; %) Differenzen auftreten.

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn die Realisierung des jeweiligen Vermögenswertes bzw. die Erfüllung der Schuld innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird.

Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

Erstmalig im Geschäftsjahr angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Im Abschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 waren erstmals folgende überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften anzuwenden:

Nummer und Name des Standards oder der Standardänderung Datum der Übernahme in europäisches Recht
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 16 Phase 2: Änderungen der Reform des Referenzzinssatzes 13.01.2021
IFRS 16 Covid 19: Mietkonzessionen nach dem 30.06.2021 01.04.2021

IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 16 Die Anpassungen behandeln die Folgewirkungen von Änderungen an Finanzinstrumenten durch die IBOR-Reform, Vorschriften bzgl. der Bilanzierung des Hedge Accounting sowie die begleitenden Angabevorschriften. Der MEDION-Konzern wird voraussichtlich bei der Derivatenbewertung beeinflusst. Es haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns ergeben. Aus der erstmaligen Anwendung der restlichen oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.

Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2021/2022 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards, Standardänderungen sowie Interpretationen wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2021/2022, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wird für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.

Name des Standards, der Standardänderungen oder der Interpretation Datum der Übernahme in europäisches Recht Anwendung verpflichtend/ voraus- sichtlich im Geschäftsjahr
IFRS 4 Änderungen in Bezug auf den festen Zeitpunkt des Auslaufens des Aufschubansatzes 15.12.2020 2023 / 2024 oder später
IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. im Juni 2020 veröffentlichter Änderungen 19.11.2021 2023 / 2024 oder später
IAS 1 Änderungen der Klassifizierung von Schulden (kurzfristig vs. langfristig) sowie von Angaben von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 02.03.2022 2022 / 2023
IAS 8 Definition von Schätzungen 02.03.2022 2022 / 2023
IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen _1 2022 / 2023
IFRS 10, IAS 28 Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen _1 2022 / 2023
IFRS 3 Änderung zur Aktualisierung eines Verweises auf das Rahmenkonzept 28.06.2021 2022 / 2023
IAS 16 Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage 20.05.2020 2022 / 2023
IAS 37 Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung 14.05.2020 2022 / 2023
IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16, IAS 41 Jährliche Verbesserung der IFRS (Zyklus 2018-2020) 28.06.2021 2022 / 2023

_1 Da die Standards, die Standardänderungen oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.


Kapitalflussrechnung

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Aktien Gewinnrücklagen Cashflow-Hedges Währungs- umrechnungs- differenzen Gesamt
Stand 1. April 2020 48.418 167.316 -46.358 244.168 507 -4.724 409.327
Konzernergebnis 0 0 0 37.986 0 0 37.986
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 -572 1.688 5.260 6.376
Gesamtergebnis 0 0 0 37.414 1.688 5.260 44.362
Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage 0 3 0 -3 0 0 0
Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Vorteil aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH 0 1.325 0 0 0 0 1.325
Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Gewinnabführungs- vertrag abgef ührter Gewinn 0 0 0 -29.310 0 0 -29.310
Stand 31. März 2021 48.418 168.644 -46.358 252.269 2.195 536 425.704
Stand 1. April 2021 48.418 168.644 -46.358 252.269 2.195 536 425.704
Konzernergebnis 0 0 0 31.764 0 0 31.764
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 1.108 -8.875 1.633 -6.134
Gesamtergebnis 0 0 0 32.872 -8.875 1.633 25.630
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind 0 0 0 0 7.031 0 7.031
Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage 0 0 0 0 0 0 0
Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Vorteil aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH 0 2.255 0 0 0 0 2.255
Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Gewinnabführungs- vertrag abgef ührter Gewinn 0 0 0 -36.544 0 0 -36.544
Stand 31. März 2022 48.418 170.899 -46.358 248.597 351 2.169 424.076

8.1.2 Konsolidierungskreis

8.1.3 Konsolidierungsmethoden

8.1.4 Grundsätze der Währungsumrechnung

8.1.5 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

8.1.6 Verwendung von Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen

8.1.7 Kapitalmanagement

8.1.8 Übertragung von Forderungen an Factoringdienstleister

8.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

8.2.1 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

8.2.2 Angaben zur Bilanz

8.2.3 Konzernanlagenspiegel

8.3 Ergänzende Angaben

8.3.1 Angaben zur Kapitalflussrechnung

8.3.2 Segmentberichterstattung

8.3.3 Ergebnis je Aktie

8.3.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

8.3.5 Risikomanagement und Finanzderivate

8.3.6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

8.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen Anteilsbesitz

8.3.8 Vorstand

8.3.9 Aufsichtsrat

8.3.10 Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG

8.3.11 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens# 8. Rechnungslegungsgrundsätze

8.1. Wesentliche Rechnungslegungs- und Bewertungsmethoden

Aus der erstmaligen Anwendung der oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.

8.1.1 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen Bestandteile am Eigenkapital aus. Jeder entstehende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet.

Name und Sitz Stamm- kapital zum 31.03.2022 Stamm- kapital zum 31.03.2021 Beteiligung Erwerbszeitpunkt Erste Einbeziehung in den Konzernabschluss
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen („AMS") EUR 25.000 EUR 25.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
2. MEDION Service GmbH, Essen („MSG") EUR 25.000 EUR 25.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. September 2004
3. MEDION Shared Services GmbH, Essen ("MSSG"), ehemals MEDION Mobile GmbH EUR 1.500.000 EUR 1.500.000 100,0 % Erwerb 2014 ab 1. Januar 2018
4. MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China („MEDION AP") HKD 10.000.000 HKD 10.000.000 100,0 % Gründung 2005 ab 1. April 2016
5. MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien („MEDION Australia") AUD 10.000 AUD 10.000 100,0 % Gründung 2003 ab 1. November 2003
6. MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich („MEDION AT") EUR 50.000 EUR 50.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
7. MEDION B.V., Panningen, Niederlande („MEDION NL") EUR 650.000 EUR 650.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
8. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien („MEDION Slowenien") EUR 8.763 EUR 8.763 100,0 % Gründung 2006 ab 1. Juli 2007
9. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien („MEDION UK") GBP 400.000 GBP 400.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 2000
10. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich („MEDION France") EUR 180.000 EUR 180.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 1999
11. MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien („MEDION Iberia") EUR 5.000 EUR 5.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
12. MEDION ITALIA S.R.L., Mailand, Italien, („MEDION ITALIA") EUR 50.000 EUR 50.000 100,0 % Gründung 2018 ab 1. Januar 2019
13. MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark („MEDION Nordic") DKK 500.000 DKK 500.000 100,0 % Erwerb 2002 ab 1. Juli 2002
14. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz („MEDION Schweiz") CHF 600.000 CHF 600.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. Februar 2004
15. MEDION USA Inc., Delaware, USA, („MEDION USA") USD 10.100.000 USD 10.100.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. April 2001
16. MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd. Shenzhen, Volksrepublik China („MEDION SZ") RMB 1.000.000 RMB 1.000.000 100,0 % Gründung 2016 ab 1. April 2016

Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022. Zwei ausländische Tochtergesellschaften der MEDION AG sowie ein inländisches Tochterunternehmen (vgl. unter „8.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen“) wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

8.1.2 Konsolidierungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren. Aus der Kapitalkonsolidierung entstehen im Konzernabschluss der MEDION AG keine Geschäftswerte. Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet. Zwischengewinneliminierungen waren mit Ausnahme von Ergebnisausschüttungen nicht erforderlich.

8.1.3 Grundsätze der Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung (Euro) umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst. Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit („Foreign Entity“) anzusehen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Unternehmen betreiben ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht grundsätzlich selbstständig, so dass ihre jeweilige Landeswährung die funktionale Währung darstellt. Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der sogenannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position „Währungsumrechnungsdifferenzen“ im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

31.03.2022 Bilanz Stichtagskurs 31.03.2021 Bilanz Stichtagskurs 2021/2022 GuV Durchschnittskurs 2020/2021 GuV Durchschnittskurs
1 € =
Australien AUD 1,4815 AUD 1,5408 1,5725 1,6259
Dänemark DKK 7,4383 DKK 7,4374 7,4379 7,4458
Schweden SEK 10,3373 SEK 10,2240 10,2357 10,3512
Großbritannien GBP 0,8454 GBP 0,8526 0,8505 0,8925
Schweiz CHF 1,0261 CHF 1,1068 1,0681 1,0761
USA USD 1,1096 USD 1,1735 1,1628 1,1670
Hong Kong HKD 8,6873 HKD 9,1230 9,0513 9,0473
China CNY 7,0463 CNY 7,7003 7,4658 7,8977

8.1.4 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten und Anschaffungskostenminderungen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung:

  • Gebäude und Außenanlagen: 10 - 46 Jahre
  • Mietereinbauten: 3 - 20 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 - 23 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren.

Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten (Schuldinstrumente) richtet sich gemäß IFRS 9 (Finanzinstrumente) nach dem Geschäftsmodell zur Steuerung und den Eigenschaften der Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte von MEDION werden nach dem Geschäftsmodell „Halten“ gesteuert und die zugrundeliegenden Zahlungsströme führen ausschließlich zu Tilgungs- und Zinszahlungen, so dass die Bilanzierung dieser finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt.

Die Buchwerte der nicht finanziellen Vermögenswerte des Konzerns – mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen – werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes seinen/ihren erzielbaren Betrag übersteigt.Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Bei nicht finanziellen Vermögenswerten, mit Ausnahme von Goodwill, wird ein Wertminderungsaufwand nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Wertminderungen (Vorjahr: T€ 855) erfasst worden. Demzufolge werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen als finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Das „Expected credit loss model“ des IFRS 9 sieht grundsätzlich eine dreistufige Erfassung von Wertberichtigungen vor. Auf der 1. Stufe sind Wertminderungen im Umfang der innerhalb der nächsten zwölf Monate nach Abschlussstichtag erwarteten Zahlungsausfälle des Finanzinstrumentes zu erfassen. Auf der 2. Stufe sind die über die Vertragslaufzeit insgesamt erwarteten Zahlungsausfälle eines Portfolios gleichartiger Instrumente zu berücksichtigen, sofern es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte handelt oder wenn das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant gestiegen ist und ein gewisses Ausfallrisiko übersteigt. Auf der 3. und letzten Stufe sind Wertminderungen aufgrund von zusätzlichen objektiven Hinweisen auf eine beeinträchtigte Bonität hinsichtlich des einzelnen Finanzinstruments zu erfassen. MEDION wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das sogenannte vereinfachte Modell an und berechnet diese über die Gesamtrestlaufzeit der Forderungen. Erwartete Kreditausfälle werden kollektiv für Kundengruppen (nach abnehmender Bonität in die drei Bonitätstypen A, B, C und Lenovo als Einzelbetrachtung) ermittelt. Für Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die nicht unter das vereinfachte Modell fallen, wird das allgemeine Modell angewendet und ein erwarteter Kreditausfall innerhalb der kommenden 12 Monate ermittelt. Aus Sicht der MEDION weisen diese Forderungen ein geringes Ausfallrisiko auf, da das Kreditrisikorating der verbundenen Unternehmen der weltweiten Definition von „Investment Grade“ entspricht. Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, berücksichtigt MEDION angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. MEDION nimmt an, dass das Ausfallrisiko signifikant angestiegen ist, wenn sich das Kreditrisiko um zwei Ratingstufen verschlechtert hat. Die erwarteten Ausfallquoten werden dabei anhand von Ratinginformationen, unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter makroökonomischer Indikatoren, abgeleitet. MEDION schätzt zu jedem Abschlusstichtag ein, ob die finanziellen Vermögenswerte in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes auftreten. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, können bspw. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Vertragsbruch sein. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt ihre Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos. Im Rahmen des Verkaufs von Forderungen aus Factoring Finanzierung werden finanzielle Vermögenswerte verkauft. Die Risiken werden in Form von Kaufpreisabschlägen berücksichtigt. Die Abschläge betreffen Risiken für Verwässerung, Transaktionskosten und Bonität. Da entsprechend IFRS 9 3.2.6 (b) die wesentlichen Chancen und Risiken zurückbehalten werden, werden die in den Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung einbezogenen finanziellen Vermögenswerte weiterhin bei der Gesellschaft bilanziert.

Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich Anschaffungskostenminderungen angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde. Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um sonstige finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IFRS 9 der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten mit den zum Stichtag umgerechneten fortgeführten Anschaffungskosten.

Wenn im Eigenkapital ausgewiesenes Kapital zurückgekauft wird, wird der gezahlte Betrag einschließlich der direkt zurechenbaren Kosten vom Eigenkapital abgezogen. Die erworbenen Anteile werden als eigene Aktien klassifiziert und separat im Eigenkapital ausgewiesen. Werden eigene Anteile später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Ein etwaiger Differenzbetrag ist innerhalb der Kapitalrücklagen zu berücksichtigen.

Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. bzw. 64. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit oder wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird wie im Vorjahr auf die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten – Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet – ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Ver-pflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Rückstellung für Gewährleistungen wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen: Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3).

Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechsel-kursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrundeliegenden Einkaufsgeschäften und erfüllen das Critical Terms Match Kriterium.# H1

H2

Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Voraussetzungen nach IFRS 9 für die Anwendung von Cashflow Hedge Accounting. Die Regelungen zum Hedge Accounting, die u.a. ein Wahlrecht zur Designation von Komponenten vorsehen, werden durch MEDION prospektiv auf alle Sicherungsbeziehungen zu 100% effektiv angewendet. Im Rahmen der Abbildung der neuen Sicherungsbeziehungen wird ausschließlich die Kassaveränderung mit einer Sicherungsquote von 1 zu 1 designiert und bis zur Lieferung des Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Terminkomponente und der Währungsbasis-Spread sind von der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen und werden direkt erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen in den Anschaffungskosten der Vorräte erfasst. Die Devisentermingeschäfte werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Die Derivate mit einem positiven oder negativen Marktwert werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- und Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und –abschlägen. Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum jeweiligen Erfüllungszeitpunkt, Derivate werden zum Handelszeitpunkt angesetzt.

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von physischen Produkten sowie Erlöse für digitale Dienstleistungen oder Produkte werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an einen Kunden übertragen wird. Art und Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung seitens MEDION sind abhängig vom gewählten Vertriebskanal. Hierzu dient folgende Tabelle als Überblick. Sämtliche Umsatzerlöse werden zeitpunktbezogen realisiert.

Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung sowie Zahlungsbedingungen Methode der Erlösrealisierung
Projektgeschäft
Der Übergang der Verfügungsgewalt bestimmt sich nach den jeweils mit dem Kunden vereinbarten Incoterms, die variieren können. Die überwiegend vereinbarten Bedingungen sind DDP (Delivered Duty Paid). Die Zahlungsbedingungen unterscheiden sich in den einzelnen Kundenbeziehungen und Produktkategorien und variieren zwischen 30 und 60 Tagen. Die Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich angemeldeter Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen. Verpflichtungen aus der Erstattung des Kaufpreises aus angemeldeten Retouren werden in den Rückstellungen erfasst. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Verpflichtungen aus Garantien oder Gewährleistungen betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen.
Einzel-/ Onlinehandel (Direktgeschäft)
Der Übergang der Verfügungsgewalt bei Leistungsverpflichtung gegenüber einem privaten Verbraucher erfolgt, auch wenn diese im Rahmen einer Dienstleistung seitens MEDION für einen Handelspartner (White Label-Shops) geschieht, bei Übergabe der Ware. Die Rechnungen sind im Wesentlichen bei einem privaten Verbraucher bei Bestellung fällig. Entsprechende Zahlungsmethoden werden angeboten. Beim als B2B-Geschäft betriebenen Onlinehandel werden Zahlungsbedingungen wie im Projektgeschäft individuell vereinbart. Die Fälligkeiten variieren zwischen 15 Tagen (bei Produkten mit hohen Transaktionsvolumina) und 60 Tagen. Die Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Verpflichtungen aus Garantien betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen.
Digitale Dienstleistungen (Direktgeschäft)
Digitale Dienstleistungen werden überwiegend über Handelspartner vermittelt. Die Verfügungsgewalt geht im Zeitpunkt des Abrufs der Dienstleistung durch einen Kunden des Handelspartners über. Sofern MEDION die Leistung als Prinzipal erbringt, werden die Umsätze im Zeitpunkt der Nutzung der digitalen Dienstleistung durch den Endkunden realisiert. Die Zahlungsbedingungen betragen in der Regel 30 Tage, bei Geschäftspartnern mit gegenseitigen Lieferverpflichtungen sind 90 Tage möglich. Die Umsätze aus dem Verkauf von digitalen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte.

Bei der Erbringung der digitalen Dienstleistungen bestimmt MEDION, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt. Die Darstellung der Umsatzerlöse richtet sich danach, ob der Konzern vor der Weiterübertragung Verfügungsgewalt über eine spezifische Dienstleistung erlangt. MEDION bestimmt auf Basis der folgenden Analyseschritte, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt: - Identifikation der spezifizierten Dienstleistungen - Prüfung, ob die Beurteilung auf Basis des allgemeinen Prinzips der Verfügungsgewalt eindeutig ist - Andernfalls sind die erweiterten Prinzipal- / Agent-Indikatoren heranzuziehen - Schlussfolgerung auf Basis des Gesamtbilds der Umstände. Im Falle der Prinzipalstellung wird der erzielte Erlös als Umsatz erfasst, während im Falle der Agentenstellung das Vermittlungsentgelt als Umsatz ausgewiesen wird.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn die notwendigen Bedingungen für den Erhalt erfüllt sind. Öffentliche Aufwandszuschüsse, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen im Fall von Kurzarbeit, werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Ausgleich sie zugesprochen wurden, anfallen.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag und daraus resultierende Forderungen oder Erstattungsansprüche sowie Verpflichtungen enthalten sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. Auf Grundlage des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags vom 01. April 2012 und des Steuerumlagevertrags vom 31. März 2013 (beide mit der Lenovo Germany Holding GmbH) bilanziert die MEDION die jeweiligen Steuerumlagen; der Ausweis erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag als Umlage vom Organträger. Darüber hinaus trägt die MEDION AG die Steuer für die Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter. Der jährliche Steueraufwand hieraus beträgt T€ 775 und ist ebenfalls unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der MEDION ausgewiesen. Weitere Steuern fallen für die MEDION AG aufgrund des Organschaftsverhältnisses nicht an. Dies führt dazu, dass der abgebildete Steueraufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum IFRS Ergebnis steht. Um die Steuerbelastung wirtschaftlich zutreffend abzubilden, werden die tatsächlichen und latenten Steuern so ermittelt und bilanziert, wie sie anfallen würden, wenn die MEDION AG nicht Organgesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH wäre (sogenannter „Stand Alone Approach“). Der Differenzbetrag zwischen der Steuer gemäß Stand Alone Approach und dem Umlagebetrag wird dabei als tatsächlicher Steueraufwand erfasst und in gleicher Höhe gegen die Kapitalrücklage gebucht. In den Steuerforderungen werden als wahrscheinlich einzustufende Ansprüche gegen die Finanzverwaltung berücksichtigt. Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe des erwarteten Zahlungsmittelabflusses erfasst. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern (auch auf Verlustvorträge) werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Steuerliche Verlustvorträge (vororganschaftliche Verluste) der MEDION AG sind aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaften/ des Konzerns zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive als auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.# 8.1.5 Steuern (Taxes)

Actual taxes are the expected tax liability or tax claim on the taxable income or tax loss for the fiscal year, based on tax rates that are applicable or will be applicable shortly at the balance sheet date, as well as adjustments to the tax liability for prior years. The amount of the expected tax liability or tax claim reflects the best estimate, taking into account tax uncertainties, if any. The Ukraine war has no impact on the accounting and valuation methods of the consolidated financial statements as of March 31, 2022.

8.1.6 Use of assumptions, estimates, and judgments

In the preparation of the consolidated financial statements, judgments have been made and estimates have been used that have affected the recognition and amount of the reported assets, liabilities, income, and expenses. These assumptions and estimates with significant impact on the present consolidated financial statements relate essentially to:

  • The valuation of inventories with regard to a net realizable value below the acquisition costs (see section 8.2.2 number 13).
  • The valuation of provisions for warranties with regard to the number of warranty cases and the costs for fulfilling warranty claims (see section 8.2.2 number 19).
  • The valuation of provisions for licenses and protective rights, for the infringement of patents and protective rights. The valuation of these provisions is based on the status of negotiations and, in the case of negotiations not yet conducted, on a risk assessment made by the Management Board (see section 8.2.2 number 19).

The subsequent judgment with a significant impact on the present consolidated financial statements relates essentially to:

  • The assessment of whether an agent or principal status exists in digital services and the resulting impact on the timing and amount of revenue recognition.

The actual values may deviate from the assumptions and estimates made in individual cases. Changes are recognized in profit or loss at the time of better insight.

8.1.7 Capital management

The objectives of MEDION's capital management strategy are to secure business operations, increase enterprise value, and create a solid capital base to finance future growth. To this end, MEDION also collaborates with Lenovo's Capital Management division. Liquidity management is carried out via Group Treasury, which is responsible for ensuring solvency. MEDION AG's excess liquidity is interest-bearing, held within the framework of a short-term intercompany loan agreement with the parent company Lenovo. In addition, bilateral credit lines have been negotiated with Deutsche Bank and Commerzbank, which are used in daily business for issuing letters of credit and guarantees for suppliers. Furthermore, contracts exist for the sale of receivables from factoring financing. The balance sheet structure that has existed for years, with an equity ratio exceeding 50%, no long-term bank liabilities, and the possibility of temporary use of debt financing (guarantee lines) for project business, is to be maintained.

Capital management essentially comprises working capital and the balance sheet items of liabilities to affiliated companies (provision of liquid funds) as well as other liabilities. The working capital balance results from the balance sheet items: receivables from deliveries and services plus inventories less liabilities from deliveries and services. In the Direct Business segment, no debt financing is used due to the business structure, unchanged from previous years. MEDION has not issued any bonds or other debt instruments, with the exception of the sale of receivables from factoring financing, and does not plan to do so.

8.1.8 Transfer of receivables to factoring service providers

There are agreements for the sale of receivables from factoring financing through monthly revolving sales for receivables from deliveries and services. Since the essential risks (credit risks and late payment risks) and opportunities remained with MEDION AG, this did not lead to the derecognition of the sold receivables from the balance sheet. As of the balance sheet date, receivables from deliveries and services in the amount of T€ 43,750 (previous year: T€ 81,097) have been sold. MEDION has received T€ 30,594 (previous year: T€ 64,878) from the acquirer as part of a credit transaction, which are shown under other short-term financial liabilities. In the amount of T€ 13,156 (previous year: T€ 16,219), there is still a retention payment related to the acquisition, which will be paid out to MEDION depending on the payment received by the acquirer. The retentions from the sale of receivables from factoring financing relate to calculated purchase price discounts for dilution, transaction costs, and a discount for credit risks. Settlement is made after the end of each transaction.

8.2 Explanation of items in the income statement and balance sheet

8.2.1 Information on the income statement

(1) Sales revenue is broken down by region as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Germany 622,628 601,286
Europe 206,106 207,627
thereof Netherlands 30,185 27,485
thereof Belgium 29,953 22,891
thereof Austria 29,684 35,867
Other foreign countries 209,779 174,815
thereof Australia 162,381 132,034
thereof Hong Kong 34,040 35,274
1,038,513 983,728

Sales revenue by source of income and segments is as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Revenues from sale of goods 655,812 636,735
thereof in project business 521,391 491,945
thereof in direct business 134,421 144,790
Revenues from services 382,701 346,993
thereof in direct business 364,723 330,920
thereof other revenues 17,978 16,073
1,038,513 983,728

Sales revenue exclusively relates to sales revenue from contracts with customers in accordance with IFRS 15.

(2) Other operating income is composed as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Income from in-kind benefits 2,333 3,606
Prior-period income 2,115 1,339
Income from damages/insurance reimbursements 1,286 725
Income from release of value adjustments (IFRS 9) 412 2,602
Other 1,330 2,493
7,476 10,765

Prior-period income essentially includes income from the reimbursement of copyright fees for the years 2018/2019 and from the write-off of statute-barred liabilities regarding unexercised credits.

(3) Material expenses represent expenses for procurement or contract manufacturing in the areas of PC/multimedia, consumer electronics, and services, including ancillary acquisition costs and services rendered.

(4) Personnel expenses are composed of the following items:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Wages and salaries 58,914 59,027
Social security contributions 9,086 8,236
Pension provisions 575 2,627
68,575 69,890

Personnel expenses decreased slightly from € 69.9 million to € 68.6 million. Lower contributions to pension provisions are offset by slightly increased social security contributions. In the fiscal year 2021/2022, the average number of employees was 1,068 (previous year: 1,057). In the current fiscal year, minor support payments for short-time work due to measures to contain the Corona pandemic in the amount of € 0.06 million (previous year: € 0.5 million) were still received. Of this, € 0.02 million (previous year: € 0.2 million) relates to the reimbursement of social security contributions for the German companies. The foreign subsidiaries received no grants in the fiscal year 2021/22 (previous year: € 0.3 million). Short-time work was discontinued in July 2021. In terms of full-time equivalents, the average number of employees developed as follows:

Employees by group 2021/2022 2020/2021
Sales 467 445
Service 373 392
Administration 181 174
1,021 1,011

(5) Other operating expenses are composed as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Selling expenses 103,096 104,738
Administrative expenses 23,083 21,279
Operating expenses 3,739 3,937
Other expenses 1,332 4,264
131,250 134,218

The main item under other operating expenses are selling expenses, which are broken down as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
Commissions and fees 41,707 41,621
Marketing 20,325 21,988
Customer service expenses 16,815 16,261
Freight costs 11,975 13,414
Call center costs 2,868 2,774
Returns 2,758 3,126
Packaging material 2,259 1,135
Disposal costs 1,283 1,444
Temporary employment 1,161 1,334
Samples, designs 608 573
Other 1,337 1,068
103,096 104,738

Administrative expenses can be broken down as follows:

Values in T€ 2021/2022 2020/2021
IT expenses 10,854 10,214
Transaction costs 3,307 3,019
Legal and consulting costs 3,299 2,803
External services 2,231 2,118
Insurance and contributions 2,159 1,791
Communication 563 619
Other 670 715
23,083 21,279

The fees for the auditor recorded within administrative expenses pursuant to § 314 (1) No.# HGB gliedern sich wie folgt:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Abschlussprüfungsleistungen 321 307
Andere Bestätigungsleistungen 13 0
Sonstige Leistungen 37 27
Gesamt 371 334

Es wurden ausschließlich Leistungen erbracht, die mit der Tätigkeit als Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG vereinbar sind. Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezieht sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der MEDION AG einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen. In dem Honorar für Abschlussprüfungsleistungen in H€ 321 sind T€ 55 für das Vorjahr enthalten. In den anderen Bestätigungsleistungen wird das Honorar für die freiwillige Jahresabschlussprüfung eines deutschen Tochterunternehmens ausgewiesen. Sonstige Leistungen betreffen Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Implementierung des Berichtsformats „ESEF“ und einem Readiness Assessment im Zusammenhang mit dem IDW PS 340 n.F. Die Nichtprüfungsleistungen wurden durch den Aufsichtsrat der MEDION AG vor Erbringung der Leistung genehmigt.

Die Betriebsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Mieten und Leasing 1.421 1.449
Reparaturen 845 1.062
Mietnebenkosten 783 744
Übrige Betriebsaufwendungen 690 682
Gesamt 3.739 3.937

Die übrigen Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Zuführung von Wertberichtigungen 280 2.467
Periodenfremde Aufwendungen 194 147
Kursdifferenzen 177 144
sonstige Steuern 188 84
Vertragsstrafen 143 696
Übrige 350 726
Gesamt 1.332 4.264

Die Veränderung der Zuführung von Wertberichtigungen ist auf einen Sondersachverhalt im Vorjahr zurückzuführen.

(6) Das Finanzergebnis stellt sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Finanzielle Vermögenswerte
- Zinserträge 240 507
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten 240 507
Finanzierungserträge 240 507
Finanzielle Verbindlichkeiten
- Zinsaufwendungen -453 -488
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten -345 -430
davon zum beizulegenden Zeitwert - Sicherungsinstrumente -108 -58
Finanzierungsaufwendungen - sonstige -499 -469
davon für Akkreditive und Avale -197 -241
davon Zinsen aus Pensionsrückstellungen -302 -228
Finanzierungsaufwendungen -952 -957
Finanzergebnis -712 -450

Das Nettofinanzergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.

(7) Die Steuern vom Einkommen und Ertrag (-/+ Aufwand/Ertrag) setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
MEDION AG
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag/Gewerbesteuer -4.126 -1.281
davon: Umlage vom Organträger lfd. Jahr -3.351 -1.022
davon: Umlage vom Organträger Vorjahre - -515
Stand-alone Steueraufwand gem. IAS 12, nicht zahlungswirksam -2.255 -1.325
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag Vorjahre - -1
Gesamt MEDION AG -6.381 -2.605
Tochtergesellschaften -8.559 -6.296
Latente Steuern 835 -8.103
Gesamt -14.105 -17.004

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom theoretisch erwarteten Steueraufwand zum Ertragsteueraufwand gemäß IAS 12.79 ff.:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 45.869 54.990
Konzern-Steuersatz in % 32,625 32,625
Erwartete Steuer -14.965 -17.941
Steuern auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -29 -393
Steuererträge/-aufwendungen für Vorjahre - -516
Steuern auf Beteiligungsergebnisse -391 -12
12 337 77
Differenzen aus unterschiedlichen Steuersätzen 984 688
Effekte aus gewerbesteuerlichen Korrekturen -41 61
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -14.105 -17.004
Tatsächlicher Ertragsteuersatz in % 30,749 30,923

Der Konzernsteuersatz von 32,625 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,80 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %.

Die latenten Steuern (-/+ Aufwand/Ertrag) haben sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 2021/2022 2020/2021
Latenter Steuerertrag (+) /-aufwand (-) 835 -8.103
davon aus: Temporären Differenzen 835 -8.103
Gesamt 835 -8.103

Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 2.848 (Vorjahr: T€ 2.848) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 2.125 (Vorjahr: T€ 2.125) sowie ausländische Verlustvorträge in der MEDION USA von T€ 5.968 (Vorjahr: T€ 5.988) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Die Verluste sind zeitlich unbegrenzt verrechenbar. Latente Steuern auf die Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar sind. Für MEDION USA werden ebenfalls keine latenten Steuern gebildet, da kein ausreichend positives steuerliches Ergebnis erwartet wird. Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen von Tochterunternehmen und dem korrespondierenden steuerlichen Beteiligungsbuchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 2.554 (Vorjahr: T€ 2.665) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist.

Die latenten Steuern entfallen auf folgende wesentliche Bilanzposten:

Werte in T€ | 31.03.2022 | 31.03.2021
---|---|---|---|---
| aktivisch | passivisch | aktivisch | passivisch
Cashflow-Hedges | - | 61 | - | 1.196
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | - | (170) | - | (1.063)
Pensionsrückstellungen | 2.359 | - | 2.781 | -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | (1.041) | - | (1.577) | -
Übrige Rückstellungen | 2.384 | - | 2.027 | -
Vorrats- und Forderungen | 1.729 | - | 1.497 | -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital | (1.014) | - | (1.014) | -
Anlagevermögen | 379 | 27 | 466 | 19
Gesamt | 6.851 | 88 | 6.771 | 1.215

Die Veränderungen der latenten Steuern sind wie folgt erfasst:

Werte in T€ | 2021/2022 | 2020/2021
---|---|---|---|---
| in der GuV | im sonstigen Ergebnis | in der GuV | im sonstigen Ergebnis
Cashflow-Hedges | 227 | 893 | -28 | -817
Pensionsrückstellungen | 114 | -536 | 566 | 277
Übrige Rückstellungen | 357 | - | -6.974 | -
Vorrats- und Forderungen | 232 | - | -1.594 | -
Anlagevermögen | -95 | - | -73 | -
Gesamt | 835 | 357 | -8.103 | -540*

  • incl. Währungseffekten

8.2.2 Angaben zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

(8) Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich des Sachanlagevermögens belief sich in 2021/2022 auf T€ 856 (Vorjahr: T€ 3.020). Die Investitionen erfolgten in Gebäude sowie in Büro- und Geschäftsausstattung.

(9) Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte von insgesamt T€ 1.143 (Vorjahr: T€ 2.299) betreffen Software. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist dem Konzernanlagenspiegel in Abschnitt 8.2.3 Ziffer 23 zu entnehmen.

Kurzfristige Vermögenswerte

(10) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2022 31.03.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 223.289 222.231
Wertberichtigungen -2.385 -2.867
Gesamt 220.904 219.364

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzt sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ Einzelwertberichtigungen Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit Gesamt
Stand 1. April 2021 2.645 222 2.867
Zuführungen 103 7.528 7.631
Inanspruchnahmen -631 - -631
Auflösungen - -7.482 -7.482
Endbestand 31. März 2022 2.117 268 2.385

(11) Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Lenovo PC Hong Kong Ltd., Hong Kong, aus der kurzfristigen Bereitstellung von liquiden Mitteln (T€ 30.005; Vorjahr: T€ 110.020), Forderungen gegen die Lenovo Germany Holding GmbH, Essen, aus Steuerumlagen sowie Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern.

Werte in T€ 31.03.2022 31.03.2021
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 70.055 152.034
Wertberichtigungen -329 -770
Gesamt 69.726 151.264

Die Entwicklung der Wertberichtigungen für Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit Gesamt
Stand 1. April 2021 660 110 770
Zuführungen - 277 277
Inanspruchnahmen - - -
Auflösungen -480 -238 -718
Endbestand 31. März 2022 180 149 329

(12) Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ | gesamt | davon kurzfristig | gesamt | davon kurzfristig
---|---|---|---|---|
| 31.03.2022 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2021
Ausstehende Lieferantengutschriften | 38.517 | 38.517 | 47.465 | 47.465
Derivate mit Sicherungsbeziehung | 1.146 | 1.146 | 3.433 | 3.433
Derivate ohne Sicherungsbeziehung | 1.010 | 1.010 | 1.411 | 1.411
Ausgereichte Darlehen | 776 | 358 | 689 | 294
Wertberichtigungen | -307 | -307 | -299 | -299
Übrige finanzielle Vermögenswerte | 411 | 384 | 418 | 390
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 41.553 | 41.108 | 53.117 | 52.694
Rechnungsabgrenzungsposten | 7.610 | 7.498 | 5.447 | 5.370
Sonstige Steuerforderungen | 3.266 | 3.266 | 3.611 | 3.611
Summe sonstige andere Vermögenswerte | 10.876 | 10.764 | 9.058 | 8.981
Gesamt | 52.429 | 51.872 | 62.175 | 61.675

Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen vertraglich vereinbarte, periodengerecht abgegrenzte noch zu erwartende Preisgutschriften für gelieferte Produkte, zweckgebundene Werbekostenzuschüsse, die als Kostenerstattung mit den Marketingaufwendungen verrechnet werden, sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen abgegrenzte Grundbesitzabgaben, Versicherungsaufwendungen, Servicekosten, Provisionen, Wartungs- und Mietvorauszahlungen sowie diverse Umsatzabgrenzungen im Zusammenhang mit Mobile Australien ausgewiesen. Die Vertragsvermögenswerte belaufen sich zum 31.03.2022 auf T€ 5.857 (Vorjahr: T€ 3.982).Je nach Art des Vertragsvermögenswertes sind die Vorjahreswerte im abgelaufenen Geschäftsjahr entweder im Materialaufwand oder unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst worden. Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf. Die Risikovorsorge der finanziellen Vermögenswerte betrifft Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis (erwartete Kreditverluste).

Werte in T€ Buchwert vor Wertberichtigungen Wertberichtigungen am 31.03.2022 erwartete Ausfallrate über 12 Monate in % Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit in %
A-Kunden 201.001 262 0,000 0,230
B-Kunden 20.660 5 0,000 0,150
C-Kunden 1.628 0 0,000 0,004
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 223.289 267
Lenovo 40.050 149 0,000 0,600
Lenovo Darlehen 30.005 180 0,600 0,000
Summe Forderungen gegen verbundene Unternehmen 70.055 329
Summe Gesamt 293.344 596

Es werden Wertberichtigungen für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Forderungen gegen verbundene Unternehmen vorgenommen. Einzelwertberichtigungen i.H.v. T€ 2.118 entfallen im Wesentlichen auf B-Kunden. Kreditversicherte Forderungen werden keiner Risikovorsorge unterworfen. Die Aufwendungen und Erträge aus den Veränderungen für erwartete Kreditverluste werden in den übrigen Aufwendungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegen Dienstleister, vorrangig im Bereich des Kundenservice, mit denen aufgrund einer Vielzahl von kleinteiligen Warenbewegungen vierteljährliche oder jährliche Abrechnungen unabhängig von der konkreten Fälligkeit erfolgen. Darüber hinaus sind Forderungen aus Jahresvereinbarungen mit Lieferanten enthalten, die ebenfalls nur viertel-, halb- oder sogar jährliche Abrechnungszyklen haben.

Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 102 (Vorjahr: T€ 612). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung. Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.

(13) Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf:

Werte in T€ 31.03.2022 31.03.2021
PC/ Multimedia 177.075 116.588
Vorräte für digitale Dienstleistungen 23.038 27.103
Haushaltselektronik 46.189 26.766
Unterhaltungselektronik 23.396 14.655
Gesamt 269.698 185.112

Zum 31.03.2022 sind Wertminderungen auf die Vorräte in Höhe von T€ 21.352 (Vorjahr: T€ 19.994) enthalten. Die Veränderung der Wertminderung in Höhe von T€ 1.358 (Vorjahr: T€ 1.820) wurde im Geschäftsjahr im Materialaufwand berücksichtigt. Es bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte.

(14) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2021: 44.681.430 Aktien) im Umlauf.

Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilte und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10% des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt:

Rückkauf- programm Anzahl der Aktien/Betrag des Grundkapitals (€) Anschaffungs- kosten (€) Anteil des Grundkapitals Zeitpunkt des Erwerbs Gründe des Erwerbs: Hauptversammlungsbeschluss vom
I 1.670.551 25.788.127 3,45% 2007 11. Mai 2007
I 750.369 12.094.224 1,55% 2008 11. Mai 2007
I 2.420.920 37.882.351 5,00%
II 484.184 3.645.833 1,00% 2008 14. Mai 2008
III 264.000 1.496.018 0,55% 2008 14. Mai 2008
III 704.368 4.213.491 1,45% 2009 14. Mai 2008
III 968.368 5.709.509 2,00%
Gesamt 3.873.472 47.237.693 8,00%

Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt. Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2022 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital).

Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen und Rücklagen

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 170.899 (Vorjahr: T€ 168.644) beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG. Darüber hinaus wird hier der latente Steuereffekt aus der wirtschaftlichen Betrachtungsweise für das steuerliche Organschaftsverhältnis mit der Gesellschafterin erfasst. Wir verweisen auf die Ausführungen zu den latenten Steuern in Abschnitt 8.2.1 Ziffer 7.

Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS Standards in Vorjahren in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 ist eine Ergebnisabführung in Höhe von T€ 36.544 an die Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages eigenkapitalmindernd berücksichtigt worden. Daneben haben T€ 1.633 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital erhöht (Vorjahr: Verringerung um T€ 5.260). Sie resultieren aus den Tochtergesellschaften, insbesondere Australien. Die Bewertung der Cashflow-Hedges führte zu einer Minderung des Eigenkapitals um T€ 1.844 (Vorjahr Erhöhung von T€ 1.688). Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf das Kapitel 7.5 dieses Berichtes.

Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2022 eine Gesamtzahl von 38.771.280 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.

(15) Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2022 31.03.2021
Stand 1. April 14.651 10.948
Finanzierungsaufwand 301 228
laufender Dienstzeitaufwand 575 635
nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - 1.991
Verrechnete Verluste (+)/Gewinne (-) aus Neubewertungen -1.644 849
Stand 31. März 13.883 14.651

Auf Basis von Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorständen, verpflichtet sich MEDION zur Zahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei MEDION ausscheidet. Das monatliche Ruhegeld beträgt 50% des im Monat vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes (bezogen auf das feste Jahresgehalt).

Die versicherungsmathematischen Gewinne aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2021/2022 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (2,22 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (1,58 % p.a.) in Höhe von T€ -1.644 (Vorjahr: Verlust in Höhe von T€ 849). Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer Deutschland GmbH entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31. März 2022 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG.

Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Werte in % 31.03.2022 31.03.2021
Diskontierungssatz 2,22 1,58
Gehaltstrend 0,00 0,00
Rententrend 2,00 2,00

Bei einer um ein Jahr höheren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 376 (Vorjahr: T€ 427) höhere Rückstellung. Bei einer um ein Jahr niedrigeren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 236 (Vorjahr: T€ 279) niedrigere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 1.118 (Vorjahr: T€ 1.297) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 1.262 (Vorjahr: T€ 1.475) höhere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 953 (Vorjahr: T€ 1.052) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Paramentern eine um T€ 1.055 (Vorjahr: T€ 1.168) höhere Rückstellung.

Zur Bestimmung der Sensitivitätsangaben wurden die Verpflichtungswerte mit demselben Verfahren berechnet, das auch zur Berechnung der Verpflichtung am Bilanzstichtag herangezogen wurde. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss der Gesamtbetrag nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderung dieser Annahmen entsprechen.

Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, so dass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 18,0 Jahre (Vorjahr: 19,0 Jahre).Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO). Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2019 31.03.2018
Verpflichtungsbarwert 13.883 14.651 10.948 11.036 9.325

Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken. Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen. Die Beiträge zur Rentenversicherung belaufen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf T€ 3.402 (Vorjahr: T€ 3.175).

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen (16)

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 165.180 (Vorjahr: T€ 177.705) waren T€ 146.638 (Vorjahr: T€ 162.180) zum Abschlussstichtag nicht fällig.

(17)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus der Verpflichtung zur Gewinnausführung (€ 36,5 Mio.; Vorjahr: € 29,3 Mio.) gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH sowie aus dem Bezug von Servicematerialien.

(18)

Die Steuerverbindlichkeiten entfallen ausschließlich auf die Tochtergesellschaften der MEDION AG (insbesondere MEDION Australien).

Werte in T€ 01.04.2021 Inanspruchnahme Auflösung Zuführung Währungskursdifferenzen 31.03.2022
Gewährleistungen 32.788 14.056 988 13.715 - 31.459
davon langfristig 11.899 - - - - 11.216
davon kurzfristig 20.889 - - - - 20.243
Lizenzen und Schutzrechte 24.918 1.433 3.387 4.050 - 24.148
Personal 11.605 9.291 312 10.264 67 12.333
Rückstellungen für Reklamationen 7.107 4.811 - 4.164 - 6.460
Rückstellungen für Boni 2.099 1.562 - 2.665 - 3.202
Übrige Rückstellungen 4.459 2.112 131 2.785 105 5.106
Gesamt 82.976 33.265 4.818 37.643 172 82.708

(19)

Die sonstigen Rückstellungen sind kurzfristiger Natur, soweit nicht anders dargestellt und entwickelten sich wie folgt:

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt. MEDION erwartet, dass im folgenden Geschäftsjahr T€ 20.243 in Anspruch genommen werden.

Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte umfassen laufende Verpflichtungen für geltend gemachte Lizenzansprüche und Urheberrechtsabgaben. Die Rückstellungen wurden auf Basis erwarteter Stück- und Lizenzkosten gebildet. Der Zeitpunkt der Mittelabflüsse ist abhängig vom Abschluss der Verhandlungen. Die Auflösung der Rückstellungen für Schutzrechte und Lizenzen in Höhe von T€ 3.387 steht überwiegend im Zusammenhang mit einer Schätzungsänderung für Lizenzen für weiter zurückliegende Zeiträume bis einschließlich heute und ist im Materialaufwand erfasst.

In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen, Jubiläen, Mehrarbeitsvergütungen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden im Wesentlichen im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen.

Die Rückstellungen für Boni betreffen akzeptierte Bonusvereinbarungen für den Zeitraum bis März 2022, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen.

Die Rückstellungen für Reklamationen betreffen im Wesentlichen Retouren aufgrund von akzeptierten Reklamationen für den Zeitraum bis März 2022, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen.

Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abschlusskosten, Rechts- und Beratungskosten und Aufsichtsratsvergütungen, die auch voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen werden.

Auflösungen von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit operativen Geschäftsvorgängen der Warenbeschaffung und des Vertriebes von Produkten stehen, werden in den entsprechenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, über die sie gebildet wurden.

(20)

Die sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ gesamt 31.03.2022 davon kurzfristig 31.03.2022 gesamt 31.03.2021 davon kurzfristig 31.03.2021
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 30.594 30.594 64.878 64.878
Kreditorische Debitoren 4.040 4.040 3.710 3.710
Lizenzverpflichtungen 1.685 1.685 1.512 1.512
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung 4 4 - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung 416 416 - -
Übrige - - 2 2
Summe Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 36.739 36.739 70.102 70.102
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 8.622 8.622 9.708 9.708
Vertragsverbindlichkeiten 7.862 7.862 5.729 5.729
Übrige 3.408 1.645 1.583 1.499
Summe sonstige andere Verbindlichkeiten 19.892 18.129 17.020 16.936
Gesamt 56.631 54.868 87.122 87.038

Bei den Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, die im Rahmen des Factoring-Vertrages revolvierend zurückgezahlt werden. Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Umsatz-, Lohn- und Kirchensteuer. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten Umsatzabgrenzungen im Rahmen des Mobilfunkgeschäftes in Australien. Vertragsverbindlichkeiten zum 31.03.2021 sind im Geschäftsjahr in Höhe von T€ 5.470 als Umsatzerlöse erfasst worden.

(21)

In den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

Werte in T€ Buchwert 31.03.2022 Tilgung 31.03.2022 Buchwert 31.03.2021 Tilgung 31.03.2021
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 30.594 30.594 64.878 64.878
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 420 420 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 165.180 165.180 177.705 177.705
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.357 45.357 31.296 31.296
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 5.725 5.725 5.224 5.224
Gesamt 247.276 247.276 279.103 279.103

Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur und nicht zinstragend. Die Tilgung der entsprechenden Beträge wird innerhalb eines Jahres erfolgen.

(22)

Kategorien nach IFRS 9 und Überleitung auf Bilanzposten

Werte in T€ Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert Hedge Accounting Klassen und Überleitung auf Bilanzposten
31.03.2022 Wertansatz nach IFRS 9
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 140.739 140.739 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 220.904 220.904 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 69.726 69.726 -
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte Kredite und Forderungen 38.517 38.517 -
Derivative finanzielle Vermögenswerte mit Sicherungsbeziehung 1.146 - 1.146
Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne Sicherungsbeziehung 1.010 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 880 880 -
Gesamt 472.922 470.766 1.146
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 165.180 165.180 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.357 45.357 -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung 4 -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung 416 - 416
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 30.594 30.594 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5.725 5.725 -
Gesamt 247.276 246.856 416

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 720.198 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 445 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig.

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert Hedge Accounting Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert
31.03.2022 31.03.2021 Wertansatz nach IFRS 9 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
- - 166.702 166.702 - -
- - 219.364 219.364 - -
- - 151.264 151.264 - -
- - 47.465 47.465 - -
1.146 3.433 - 3.433 1.146 3.433
1.010 1.010 1.411 - 1.010 1.411
- - 808 808 - -
2.156 4.443 587.018 588.838 2.156 4.844
- - 177.705 177.705 - -
- - 31.296 31.296 - -
- - 4 4 - -
- - 416 - - -
- - 64.878 64.878 - -
- - 5.224 5.224 - -
- - 279.523 279.107 - -

Die Voraussetzungen für eine Saldierung von Finanzinstrumenten nach IAS 32.42 (a) und (b) sind im Konzernabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen.## 8.2.3 Konzernanlagenspiegel

Stand 01.04.2021 - 31.03.2022

Werte in T€ Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2022
Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 318 - - - 36.087
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 451 22 - 44 17.226
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 86 - - - 151
Sach anlagen 855 22 - 44 53.464
Lizenzen - - - - 7.880
EDV-Software 1.143 - - 55 40.230
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 109 - - -
Immaterielle Vermögenswerte 1.143 109 - 55 48.110
Geschäfts- oder Firmenwert - - - - 516
Beteiligungen - - - - 28
Finanzanlagen - - - - 28
Gesamt 1.998 131 - 99 102.118

Stand 01.04.2020 - 31.03.2021

Werte in T€ Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2021
Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 366 - 5.991 - 35.769
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 392 14 66 18 16.753
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.262 - -6.057 - 65
Sachanlagen 3.020 14 - 18 52.587
Lizenzen - - - - 7.880
EDV-Software 2.025 - 359 108 39.032
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 274 - -359 - 109
Immaterielle Vermögenswerte 2.299 - - 108 47.021
Geschäfts- oder Firmenwert - - - - 516
Beteiligungen - - - - 28
Finanzanlagen - - - - 28
Gesamt 5.319 14 - 126 100.152

Werte in T€ Zugänge Abgänge Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2022 Stand 31.03.2021
Abschreibungen und Wertminderungen
Grundstücke und Bauten 904 - - 11.184 10.280
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 467 10 23 15.711 15.231
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - 151 65
Sachanlagen 1.371 10 23 26.895 25.511
Lizenzen 6 - - 7.853 7.847
EDV-Software 1.692 - 40 37.691 35.959
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - - - -
Immaterielle Vermögenswerte 1.698 - 40 45.544 43.806
Geschäfts- oder Firmenwert - - - 516 516
Beteiligungen - - - 28 28
Finanzanlagen - - - 28 28
Gesamt 3.069 10 63 72.955 69.833

Werte in T€ Zugänge Abgänge Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2021 Stand 31.03.2020
Abschreibungen
Grundstücke und Bauten 793 - 1 10.280 9.486
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 420 10 26 15.231 14.795
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - 65 3.860
Sachanlagen 1.213 10 27 25.511 24.281
Lizenzen 15 - -1 7.847 7.833
EDV-Software 3.249 - 61 35.959 32.649
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - 109 194
Immaterielle Vermögenswerte 3.264 - 60 43.806 40.482
Geschäfts- oder Firmenwert - - - 516 516
Beteiligungen - - - 28 28
Finanzanlagen - - - 28 28
Gesamt 4.477 10 87 69.833 65.279

8.3 Ergänzende Angaben

8.3.1 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu-/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Schecks, Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. T€ 600 dienen als Sicherheitsleistungen für die Zollkasse und sind somit verfügungsbeschränkt. Die Zinserträge sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 9 (Vorjahr: T€ 34) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. Die Zinsaufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme der abgegrenzten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 19 (Vorjahr: T€ 31), des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von von T€ 302 (Vorjahr: T€ 228) sowie des Zinseffektes aus der Fair Value-Bewertung in Höhe von T€ 108 (Vorjahr: T€ 58) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. (25)

Die Überleitung der Finanzverbindlichkeiten auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit gem. IAS 7.44A stellt sich wie folgt dar:

GJ 2021/2022

Werte in T€ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Gesamt
Stand 01.04.2021 29.310 64.878 5.224 99.412
Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung - -34.284 - -34.284
Ergebnisabführung GJ 2020/2021 -29.310 - - -29.310
Gezahlte Zinsen - - -994 -994
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -29.310 -34.284 -994 -64.588
Sonstige Änderungen
Ergebnisabführung GJ 2021/2022 36.544 - - 36.544
Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten - - 1.495 1.495
Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen 36.544 - 1.495 38.039
Stand 31.03.2022 36.544 30.594 5.725 72.863

GJ 2020/2021

Werte in T€ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Gesamt
Stand 01.04.2020 18.201 75.741 4.660 98.602
Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung - -10.863 - -10.863
Ergebnisabführung GJ 2019/2020 -18.201 - - -18.201
Gezahlte Zinsen - - -187 -187
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -18.201 -10.863 -187 -29.251
Sonstige Änderungen
Ergebnisabführung GJ 2020/2021 29.310 - - 29.310
Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten - - 751 751
Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen 29.310 - 751 30.061
Stand 31.03.2021 29.310 64.878 5.224 99.412

8.3.2 Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem sogenannten Management-Approach zu berichten. Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft und Direktgeschäft. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Geschäftsaktivitäten im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Beim Projektgeschäft handelt es sich grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte, die an international groß aufgestellte Handelsketten verkauft werden. Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Bei den digitalen Dienstleistungen handelt es sich um Mobilfunkdienstleistungen (MEDIONmobile), um Fotoservicedienstleistungen und um weitere Onlinedienste wie die digitale Distribution von Downloads und digitalen Gutschein-PINs. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet. Den in diesem Segment ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten zum Endkonsumenten steuert und in der Regel keine physischen oder digitalen Produkte bei Handelskunden zwischengelagert sind. Neben den steuerungsrelevanten Segmenten weist MEDION unter den Sonstigen Umsätzen Geschäftstätigkeiten aus, die keinem der beiden anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr betreffen die hier ausgewiesenen Umsätze jedoch ausschließlich die in Vorjahren als eigenständiges Segment ausgewiesenen Konzerndienstleistungen für den Lenovo-Konzern. Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen: Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Gewinnung der Segmentinformationen zugrunde gelegt wurden, entsprechen den Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses. Konzerninterne Transaktionen zwischen den Segmenten lagen im Berichtsjahr nicht vor. Für die interne Steuerung des MEDION-Konzerns ist der Vorstand der MEDION AG verantwortlich. Das entscheidende Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des MEDION-Konzerns sowie für die Erfolgsbeurteilung und die Ressourcenallokation ist das EBIT. Der Segment-Cashflow ermittelt sich auf Basis der jeweiligen Segmentbetriebsergebnisse zuzüglich der Segmentabschreibungen sowie der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge. Das Segmentvermögen umfasst die Aktiva, die zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses des jeweiligen Segments eingesetzt werden. Die Segmentschulden ergeben sich aus dem jeweiligen zugehörigen Fremdkapital. Unter Investitionen werden die Zugänge des laufenden Geschäftsjahres in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt. (26)

Werte in T€ Projektgeschäft 01.04.2021 - 31.03.2022 Projektgeschäft 01.04.2020 - 31.03.2021 Direktgeschäft 01.04.2021 - 31.03.2022 Direktgeschäft 01.04.2020 - 31.03.2021 Sonstige 01.04.2021 - 31.03.2022 Sonstige 01.04.2020 - 31.03.2021 Überleitung Konzern 01.04.2021 - 31.03.2022 Überleitung Konzern 01.04.2020 - 31.03.2021 Konzern 01.04.2021 - 31.03.2022 Konzern 01.04.2020 - 31.03.2021
Außenumsätze 521.391 491.945 499.144 475.710 17.978 16.073 0 0 1.038.513 983.728
EBIT 7.141 15.033 38.913 39.902 527 505 0 0 46.581 55.440
Abschreibungen auf Anlagevermögen 816 752 2.253 3.725 0 0 0 0 3.069 4.477
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -353 1.407 -717 2.297 0 0 0 0 -1.070 3.704
Brutto Cashflow 7.604 17.192 40.449 45.924 527 505 0 0 48.580 63.621
Segmentvermögen 379.693 378.598 363.331 402.465 45.942 40.215 585 528 789.551 821.806
Segmentschulden 199.019 231.836 138.289 140.339 2.553 1.684 25.615 22.243 365.476 396.102
Investitionen 557 1.573 1.442 3.747 0 0 0 0 1.999 5.320

Das Segmentvermögen betrifft mit T€ 35.533 langfristige Vermögenswerte i.S.d.# IFRS 8.33 (b) die in Deutschland gelegen sind und T€ 1.038, die im Ausland gelegen sind. Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden mit einem Kunden Umsätze im Segment Direktgeschäft realisiert, die mehr als 10% des Konzernumsatzes ausmachen (T€ 148.220; Vorjahr: T€ 142.719). Mit einem weiteren Kunden wurden in beiden Segmenten Direktgeschäft und Projektgeschäft Umsätze realisiert, die zusammen mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen (T€ 126.657; Vorjahr: T€ 109.339). Die Überleitung der Segmentschulden betrifft im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 8.622 (Vorjahr: T€ 9.708), Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von T€ 7.862 (Vorjahr: T€ 5.729) sowie die kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 4.040 (Vorjahr: T€ 3.710).

8.3.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 beträgt die durchschnittliche Anzahl an Aktien 44.681.430. In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potenziellen Stammaktien ergeben.

2021/2022 2020/2021
Gewichteter Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 44.681.430 44.681.430
Konzernergebnis (T€) 31.764 37.986
Ergebnis je Aktie (un-/verwässert, in €) 0,71 0,85

8.3.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge. Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Werte in T€ ≤ 1 Jahr ≤ 1 Jahr 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre > 5 Jahre > 5 Jahre
Geschäfts- und Lagerräume 1.090 998 997 706 0 0
Sonstige Leasingverhältnisse 419 427 468 475 0 0
Gesamt 1.509 1.425 1.465 1.181 0 0

8.3.5 Risikomanagement und Finanzderivate

1. Kreditrisiken

Unter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Im MEDION-Konzern können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Wert der nicht kreditversicherten Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 117.794 (Vorjahr: T€ 103.100) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert. Für Kundenforderungen, die im Rahmen vom Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung veräußert werden, besteht ein maximales Ausfallrisiko von 3 %. Die Fälligkeiten und Überfälligkeiten werden kontinuierlich überwacht und monatlich an den Vorstand gemeldet. Die Risikominderung erfolgt über Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf Portfoliobasis. MEDION erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem am Kapitalmarkt als finanzkräftig eingestuften Mutterkonzern Lenovo oder mit Kreditinstituten hoher Bonität abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln (T€ 140.739; Vorjahr: T€ 166.702) und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 69.726; Vorjahr: T€ 151.264), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 2.156; Vorjahr: T€ 4.844). Im Geschäftsjahr wurden für diese Posten keine Wertminderungsaufwendungen erfasst.

2. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten ist unter Abschnitt 8.2.2 Ziffer 21 erfolgt.

3. Marktrisiken/Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert werden und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag:

31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Werte in T€ USD USD GBP GBP HKD HKD AUD AUD
Zahlungsmittel 2.025 1.209 2.431 2.595 1.202 1.724 73.100 70.672
Forderungen 24.239 33.897 2.763 1.673 111 106 2.049 2.354
Verbindlich- keiten -44.751 -58.848 -509 -1.048 -1.088 -270 -33.499 -29.284
Saldo -18.487 -23.742 4.685 3.220 225 1.560 41.650 43.742

Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 131,0 Mio. (Vorjahr: USD 199,0 Mio.). Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag negative Marktwerte in Höhe von T€ 420 (Vorjahr: T€ 0), die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, sowie positive Marktwerte in Höhe von T€ 2.156 (Vorjahr: T€ 4.844), die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden. Zum 31. März 2022 haben die in das Hedge Accounting einbezogenen Derivate einen Buchwert von T€ 1.736 (Vorjahr: T€ 3.434), davon wurden T€ 521 (Vorjahr: T€ 3.258) als effektiver Teil in die Bewertungsrücklage im Eigenkapital und T€ 188 (Vorjahr: T€ 176) als nicht designierter Anteil im Zinsergebnis ausgewiesen. Auf den Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 170 (Vorjahr: T€ 1.063). Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD-Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten und nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und ‑verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 525 (Vorjahr: T€ 153) ergebniswirksam erfasst.

31.03.2022 31.03.2021
Nominal- wert TUSD Markt- wert T€
Währungsbezogene Geschäfte
Devisentermingeschäfte in USD 83.000 595
Davon erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet (brutto) - 521
Zu-/ abzüglich latenter Steuern - -170
Cashflow-Hedges - 351
Durchschnittlicher Sicherungskurs 1,1235

Das Nominalvolumen der im Cashflow Hedge Accounting designierten USD-Devisentermingeschäfte beträgt zum Stichtag TUSD 83.000 (Vorjahr: TUSD 138.000) und der durchschnittliche EUR/USD Sicherungskurs beträgt 1,1235 (Vorjahr: 1,2113). Die Devisentermingeschäfte werden innerhalb eines Jahres fällig. Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs des Abschlussstichtages abgeleitet. Die MEDION AG legt grundsätzlich nur in Euro an bzw. nimmt grundsätzlich nur Gelder in Euro auf. Aus diesem Grund nutzt die MEDION AG Devisenswaps, um Überhänge in Fremdwährungen bis zum nächsten Zeitpunkt, an dem diese Währungen benötigt werden, in Euro zu konvertieren und somit eine Geldanlage oder -aufnahme in diesen Währungen zu vermeiden.

31.03.2022 31.03.2021
Nominal- wert in Fremdwährung Markt- wert T€
SWAP-Geschäfte
SWAPS in TUSD 1.200 4

Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen der Konzern am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln. MEDION ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2022 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Eigenkapitalrücklage für Cashflow-Hedges die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Werte in T€ USD USD GBP GBP AUD AUD
Abwertung um 10% -4.582 -7.203 0 0 0 0
Aufwertung um 10% 5.040 7.923 0 0 0 0

Aus der Fremdwährungsumrechnung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmitteln in Fremdwährung ergeben sich Risiken auf das Währungsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2022 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Währungsergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Werte in T€ USD USD GBP GBP AUD AUD
Abwertung um 10% -79 203 -426 -293 -3.786 -3.977
Aufwertung um 10% 87 -223 469 322 4.165 4.374

Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein.

4. Marktrisiken / Zinsrisiken

Mit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.# 8.3.5 Finanzielle Risiken und deren Management

Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko. Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung. Da die Laufzeit eines Projektes maximal 6 Monate beträgt, ist aufgrund dieser kurzen Laufzeit das etwaige Zinsänderungsrisiko nur von marginaler Auswirkung auf das Projektergebnis, weshalb keine Zinssicherung für die Finanzierung des Projektes durchgeführt wird.

5. Marktrisiken / Sonstige Preisrisiken

Als sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen infrage. Zum 31. März 2022 hat MEDION keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinne, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt.

8.3.6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Bis zum 08. Juni 2022 (Freigabe des Abschlusses durch den Vorstand zur Veröffentlichung und Weitergabe an den Aufsichtsrat) ergaben sich keine berichtspflichtigen Ereignisse.

8.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen

Anteilsbesitz

Name und Sitz Stammkapital zum 31.03.2022 Prozentsatz der Beteiligung Jahres- ergebnis in T€ Ergebnis- Vorjahr in T€
1 Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 339 328
2 MEDION Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 192 196
3 MEDION Shared Services GmbH, Essen EUR 1.500.000 100,0% 340 240
4 MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000.000 100,0% 170 116
5 MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien AUD 10.000 100,0% 18.056 13.209
6 MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich EUR 50.000 100,0% 103 257
7 MEDION B.V., Panningen, Niederlande EUR 650.000 100,0% 410 461
8 MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien EUR 8.763 100,0% 54 71
9 MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, United Kingdom GBP 400.000 100,0% 96 102
10 MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich EUR 180.000 100,0% 73 46
11 MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien EUR 5.000 100,0% 33 -6
12 MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien EUR 50.000 100,0% 16 15
13 MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark DKK 500.000 100,0% 63 103
14 MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz CHF 600.000 100,0% 151 113
15 MEDION USA Inc., Delaware, USA USD 10.100.000 100,0% 11 3
16 MLAP GmbH, Stuttgart EUR 25.000 100,0% 87 40
17 MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd., Shenzhen, Volksrepublik China RMB 1.000.000 100,0% 29 40
18 MEDION International (Far East) Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000 100,0% nicht operativ, ruhend nicht operativ, ruhend
19 LIFETEC International Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000 100,0% nicht operativ, ruhend nicht operativ, ruhend

Transaktionen und Salden zwischen konsolidierten Einheiten werden eliminiert, mit nicht konsolidierten Beteiligungsunternehmen bestehen keine wesentlichen Salden und Transaktionen.

Weitere nahestehende Unternehmen

Neben den genannten Gesellschaften sowie Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates („Management in Schlüsselpositionen“) und deren Familienmitgliedern gelten darüber hinaus auch sämtliche Gesellschaften des Lenovo-Konzerns als nahestehende Unternehmen. Mutterunternehmen der MEDION AG ist die Lenovo Germany Holding GmbH mit Sitz in Essen. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Lenovo Group Limited mit Sitz in Hongkong. Der Konzernabschluss der Lenovo Group Limited ist am Sitz der Gesellschaft bzw. über www.lenovo.com erhältlich.

Aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH hat sich die MEDION AG verpflichtet, während der Vertragsdauer ihren ganzen, nach Maßgabe der handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Damit ist auch das Recht der Aktionäre der MEDION AG entfallen, über die Verwendung eines Ergebnisses zu entscheiden.

Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs ist in dem Unternehmensvertrag festgelegt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH zur Zahlung eines jährlichen Ausgleichsbetrages an die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG verpflichtet ist. Diese Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Der Steuerabzug ist nur bei Gewinnen der MEDION AG vorzunehmen, die der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen. Damit entspricht die Ausgleichszahlung bei der zurzeit gültigen Körperschaftsteuerbelastung einem Betrag von € 0,69 je MEDION-Aktie.

Im Berichtsjahr bestanden folgende Geschäftsbeziehungen gemäß IAS 24 zu Unternehmen des Lenovo-Konzerns. Es bestehen vertragliche Vereinbarungen.

Werte der Geschäfts­vorfälle (Werte in T€)

2021/2022 2020/2021
UNTERNEHMEN DES LENOVO-KONZERNS
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 15.869 13.577
Warenlieferung an MEDION AG -41.247 -16.403
geleistete Dienstleistungen 2.490 3.678
bezogene Dienstleistungen -1.480 -909
Rabatte und Nachlässe 7.638 7.337
Forderungen aus Schadensfällen 903 359
Intercompany-Darlehen -80.015 -80.012
Derivate Nominalwert in TUSD 441.000 541.000
Lenovo (Deutschland) GmbH
Verkäufe von MEDION AG 178 178
Warenlieferung an MEDION AG -14.636 -8.590
geleistete Dienstleistungen 329 427
Vermietung 145 118
Sonstige 1 12
Lenovo Germany Holding GmbH (Mutterunternehmen)
Sonstige Forderungen -1.716 16.508
Ergebnisabführungsvertrag -36.544 -29.310
LC Future Center Ltd.
Warenlieferung an MEDION AG 0 -8
Lenovo Global Technology HK Ltd.
Warenlieferung an MEDION AG -41 -57
Lenovo Services B.V.
Verkäufe von MEDION AG 764 821
Lenovo Technology B.V. Wien
Verkäufe von MEDION AG 4 0
Lenovo Group Beijing
Verkäufe von MEDION AG 201 0
Lenovo Belgium
Verkäufe von MEDION AG 4 0
Lenovo (Unit Stated) Inc.
Sonstige Forderungen 83 0
Lenovo Manufacturing Hungary Kft.
Verkäufe von MEDION AG 9 0
Lenovo Argentinia SRL
Verkäufe von MEDION AG 2 0
Lenovo Spain & Portugal
Verkäufe von MEDION AG 0 1
Motorola Mobility LLC
Sonstige Forderungen 44 95

Forderungen/Verbindlichkeiten (-) (brutto) (Werte in T€)

31.03.2022 31.03.2021
UNTERNEHMEN DES LENOVO-KONZERNS
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 8.122 11.343
Warenlieferung an MEDION AG -8.580 -2.265
geleistete Dienstleistungen 6.530 4.416
bezogene Dienstleistungen 0 0
Rabatte und Nachlässe 1.849 2.934
Forderungen aus Schadensfällen 347 100
Intercompany-Darlehen 30.005 110.020
Derivate Nominalwert in TUSD 131.000 199.000
Lenovo (Deutschland) GmbH
Verkäufe von MEDION AG 53 109
Warenlieferung an MEDION AG -1.718 -1.913
geleistete Dienstleistungen 167 247
Vermietung 43 85
Sonstige 0 6
Lenovo Germany Holding GmbH (Mutterunternehmen)
Sonstige Forderungen 23.545 25.261
Ergebnisabführungsvertrag -36.544 -29.310
Lenovo Global Technology HK Ltd.
Warenlieferung an MEDION AG -6 -2
Lenovo Services B.V.
Verkäufe von MEDION AG 920 194
Lenovo (Unit Stated) Inc.
Sonstige Forderungen 83 0
Lenovo Manufacturing Hungary Kft.
Verkäufe von MEDION AG 9 0
Lenovo Argentinia SRL
Verkäufe von MEDION AG 2 0
Motorola Mobility LLC
Sonstige Forderungen 11 5

Keiner der Salden ist gesichert. Im Geschäftsjahr wurde eine Auflösung aus der Wertminderung des Expected Credit Loss für die Forderungen gegen den Lenovo-Konzern in Höhe von T€ 441 (Vorjahr: T€ 2.522) erfasst. Im Wesentlichen bezieht sich der Ertrag aus dem Intercompany Darlehen gegenüber der Lenovo PC Hong Kong Ltd. in Höhe von T€ 480 (Vorjahr: T€ 2.380). Garantien wurden weder gewährt noch erhalten. Im laufenden Jahr und im Vorjahr wurde kein Aufwand für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen im Hinblick auf die Beträge erfasst, die von nahestehenden Unternehmen und Personen geschuldet werden. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

Management in Schlüsselpositionen

Werte der Geschäfts­vorfälle (Werte in T€)

2021/2022 2020/2021
Vorstand Gerd Brachmann
Verkäufe von MEDION AG 12 16
Christian Eigen
Verkäufe von MEDION AG 4 5

Forderungen/Verbindlichkeiten (-) (brutto) (Werte in T€)

31.03.2022 31.03.2021
Vorstand Gerd Brachmann
Verkäufe von MEDION AG 0 1
Christian Eigen
Verkäufe von MEDION AG 1 1

Die Beziehungen zu Vorstand und Aufsichtsrat betreffen die Vergütung, wie auch den Kauf von MEDION-Produkten durch den Vorstand und sind in den folgenden Abschnitten dargestellt. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Im Berichtsjahr betrugen die für kurzfristig fällige Leistungen erfassten Aufwendungen an Vorstand und Aufsichtsrat T€ 2.031 bzw. T€ 170 (Vorjahr: T€ 1.989 bzw. T€ 170) sowie T€ 611 (Vorjahr: T€ 719) für andere langfristige Leistungen. Für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurde ein Dienstzeitaufwand im Geschäftsjahr in Höhe von T€ 326 (Vorjahr: T€ 634) für Herrn Brachmann und T€ 249 (Vorjahr: T€ 1.993) für Herrn Eigen erfasst.

8.3.8 Vorstand

Im Berichtszeitraum gehörten folgende Herren dem Vorstand an:

Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Vorsitzender des Vorstandes, zuständig für Vertrieb, Einkauf, Marketing, E-Commerce, digitale Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung)
Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (stellv.# Vorsitzender des Vorstandes, zuständig für Finanzen, IT, Logistik, After-Sales-Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Personal und Recht) Mitglied des Aufsichtsrates der FUNKE Mediengruppe GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Gesellschafterausschusses der FUNKE Management GmbH, beide Essen, vom 01.07.2017 bis 10.08.2021

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/2022 ohne die Veränderung der Pensionsrückstellungen (T€ -768; Vorjahr: T€ 3.704) auf insgesamt T€ 3.139 (Vorjahr: T€ 2.077). Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben zu den Vorstandsbezügen sind im Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG dargestellt und werden auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht. Der Vorstand hielt zum 31. März 2022 keine Aktien der MEDION AG.

8.3.9 Aufsichtsrat

Im Berichtsjahr waren folgende Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft:

  • Dr. Rudolf Stützle, Essen (Vorsitzender) (Ehem. Managing Director der Deutsche Bank AG, Global Banking, Frankfurt am Main)
    Herr Dr. Stützle nimmt keine Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften wahr. Bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen übt Herr Dr. Stützle vergleichbare Mandate aus: Carl Spaeter GmbH, Duisburg (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
  • Wai Ming Wong (stellv. Vorsitzender), Executive Vice President und Chief Financial Officer, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Discovery Bay, Lantau, Hongkong, Volksrepublik China
    Herr Wong ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten. Herr Wong übt jedoch bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbare Mandate aus: China Unicom (Hong Kong) Limited, Hongkong, Volksrepublik China
  • Francois Bornibus (Mitglied), Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Raubling, Deutschland
    Herr Bornibus ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten oder übt vergleichbare Mandate bei in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen aus.
  • Gianfranco Lanci (Mitglied)
    Corporate President und Chief Operating Officer, Lenovo Group Ltd., mit Sitz in Hongkong, wohnhaft in Lugano, Schweiz
    Herr Lanci ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten oder übt auch keine vergleichbaren Mandate bei in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen aus.

Das von der Hauptversammlung 2020 gewählte Aufsichtsratsmitglied Gianfranco Lanci hat auf Grund seines Ausscheidens aus dem Lenovo Konzern wegen Erreichens der Altersgrenze sein Mandat im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 23. November 2021 niedergelegt. Auf der Hauptversammlung am 23. November 2021 wurde Herr Francois Bornibus, Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Raubling, Deutschland, in den Aufsichtsrat gewählt.

Herr Dr. Rudolf Stützle erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021/2022 eine Vergütung in Höhe von T€ 160 (Vorjahr: T€ 160). Dieser Betrag wurde nur an Vorsitzenden des Aufsichtsrates geleistet, da die anderen Aufsichtsratsmitglieder nach der Satzung keinen Anspruch auf eine Vergütung haben. Zusätzlich wurde an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates eine Pauschale gemäß § 11 Abs. 1 der Satzung für seine Reise- und Bürokosten in Höhe von T€ 10 (Vorjahr: T€ 10) gezahlt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2021/2022 auf T€ 160 (Vorjahr: T€ 160). Für das Berichtsjahr sind Aufwandsentschädigungen T€ 10 (Vorjahreszeitraum: T€ 10) vereinbart. Die Mitglieder des Aufsichtsrates Wai Ming Wong und Gianfranco Lanci erhalten satzungsgemäß keine Bezüge jedoch hat die Gesellschaft die Prämien für eine D&O-Versicherung übernommen.

GJ 2021/2022 (Werte in €) Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) Wai Ming Wong (Stellv. Vorsitzender) Gianfranco Lanci (Mitglied) (01.04.2021-23.11.2021) Francois Bornibus (Mitglied) (23.11.2021 - 31.03.2023) Gesamt
Vergütung 160.000 0 0 0 160.000
Pauschale Reise- und Bürokosten 10.000 0 0 0 10.000
Gesamtsumme 170.000 0 0 0 170.000
GJ 2020/2021 (Werte in €) Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) Wai Ming Wong (Stellv. Vorsitzender) Gianfranco Lanci (Mitglied) Gesamt
Vergütung 160.000 0 0 160.000
Pauschale Reise- und Bürokosten 10.000 0 0 10.000
Gesamtsumme 170.000 0 0 170.000

Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2022 unverändert keine Aktien. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

8.3.10 Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020 bildet der Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 die Grundlage für die zu fassenden Entsprechenserklärungen. Am 24. November 2021 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und am 24. November 2021 den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Auch frühere Erklärungen zur Corporate Governance der MEDION AG sind auf der Homepage zugänglich. https://www.medion.com/investor/die_ag/corporate_governance.php

8.3.11 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein verteilungsfähiger Bilanzgewinn zur Verfügung. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am dritten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2022, die über das Geschäftsjahr 2021/2022 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 22. November 2022 statt.

Essen, 08. Juni 2022

Gerd Brachmann
Vorsitzender des Vorstandes

Christian Eigen
Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

1 Die mit dem Wort „ungeprüft“ gekennzeichneten Abschnitte wurden vom Abschlussprüfer inhaltlich nicht geprüft.

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