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Medigene AG Management Reports 2021

May 2, 2022

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Medigene AG DER MEDIGENE AG, PLANEGG, ORTSTEIL MARTINSRIED, FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 1 GESCHÄFTSVERLAUF 1.1 Unternehmensüberblick Die Medigene AG (im Folgenden „Medigene“ oder „Unternehmen“) zusammen mit ihren konsolidierten Tochter- gesellschaften (im Folgenden „Konzern“), ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Planegg, Ortsteil Martinsried bei München. Neben der Muttergesellschaft, der Medigene AG in Planegg, Ortsteil Martinsried, gehört zum Konzern seit der Akquisition im Januar 2014 die 100%ige Tochtergesellschaft Medigene Immuno- therapies GmbH, Planegg, Ortsteil Martinsried, sowie die 100%ige Tochtergesellschaft Medigene, Inc., San Diego, Kalifornien, USA, die im Jahr 2001 erworben wurde. Die Konzernleitung liegt beim Vorstand der Muttergesell- schaft, der Medigene AG. Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften besteht aus Mitgliedern des Konzern- vorstands. Mit wissenschaftlicher Expertise arbeitet Medigene an der Entwicklung innovativer Immuntherapien zur Steigerung der T-Zell-Aktivität gegen solide Krebserkrankungen in Bereichen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf. Medigene verfolgt die Strategie, eigene Therapieansätze bis zum klinischen Machbarkeitsnachweis voranzubringen. Zudem bietet das Unternehmen auf Basis seiner firmeneigenen Technologieplattformen ausgewählten Partnern Möglichkeiten zur Entdeckung und Entwicklung von Therapieansätzen an. Im Gegenzug dazu erwartet Medigene Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Erstattung von Forschungs- und Entwicklungskosten und künftige Umsatzbeteiligungen. 1.2 Branchenumfeld Das politische, gesundheitspolitische und wirtschaftliche Umfeld wurde auch im Jahr 2021 von der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie (SARS-Cov-2) beherrscht, die im ersten Halbjahr 2021 mehr Todesopfer forderte als im gesamten Jahr 2020.1 Im Laufe des Jahres wurden weltweit mehr als 9 Milliarden COVID-19-Impfdosen verab- reicht und eine Reihe von umgewidmeten Medikamenten zur Behandlung von COVID-19-Infektionen oder zur Vorbeugung vor einer möglichen Ansteckung zugelassen2. Die ersten SARS-Cov-2-spezifischen oralen antiviralen Medikamente wurden im Dezember 2021 zugelassen3. Während diese Zeit für die Gesellschaft, die Regierungen und die Volkswirtschaften weiterhin schwierig ist, hat die Stärke der Grundlagen- und angewandten Wissenschaften in den Bereichen Biopharmazie und Medizintechnik wichtige Diagnostika, therapeutische Medikamente und Impfstoffe hervorgebracht. 1.2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Trotz der Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika führte das Auftreten der Delta- und Omicron-Varianten von SARS-Cov-2 zu einer erneuten Verschärfung der wirtschaftlichen Restriktionen, wobei viele Formen sozialer Interaktionen stark eingeschränkt und Anpassungen der Arbeitsabläufe vorgenommen wurden. Die meisten 1 Wall Street Journal: 10. Juni 2021: Covid-19 Deaths This Year Have Already Eclipsed 2020’s Toll; https://www.wsj.com/articles/covid-19- deaths-this-year-have-already-eclipsed-2020s-toll-11623350773 2 RAPS COVID-19 therapeutics tracker; https://www.raps.org/news-and-articles/news-articles/2020/3/covid-19-therapeutics-tracker 3 https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/coronavirus-covid-19-update-fda-authorizes-first-oral-antiviral-treatment- covid-19 Volkswirtschaften erholten sich und erreichten fast das Wachstumsniveau von vor der Pandemie4, und das in einem solchen Ausmaß, dass die Inflation insbesondere in Nord- und Südamerika und in den Entwicklungs- ländern zu einem Hauptproblem wurde5. Die verringerte Produktivität und die Kosten der Pandemie-bedingten Maßnahmen haben die Verschuldung insbesondere in den ärmeren Ländern auf ein Rekordniveau getrieben6 und die Gefahr einer weit verbreiteten wirtschaftlichen Form des „Long COVID“ aufkommen lassen. 1.2.2 Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche Der Enthusiasmus der Anleger für den Life-Sciences-Sektor hielt im ersten Quartal 2021 an, schwächelte über den Sommer und ließ dann gegen Ende des Jahres nach. Zwei Drittel der börsennotierten Biotechnologie- unternehmen beendeten das Jahr 2021 mit einer niedrigeren Marktbewertung als zu Beginn des Jahres.7 Der NASDAQ-Biotech-Index, ein Schlüsselindikator für die weltweite Aktienperformance, fiel im Jahresverlauf um 0,6%, während breitere Industrieindizes wie der S&P 500 um etwa 25% stiegen, was zum Teil auf die Erholung von Aktien aus Bereichen außerhalb des Gesundheitswesens zurückzuführen ist. In Europa schnitten die Biotech-Unternehmen auf den öffentlichen Märkten gut ab: 39 Firmen warben Geld durch Börsengänge ein. Allerdings war eine klare Zweiteilung auf den Finanzmärkten zu beobachten. Etwa ein Drittel der europäischen Biotech-Börsengänge (13) erzielte mehr als 100 Millionen Dollar, alle bis auf einen an den US-Märkten; eine ähnliche Anzahl (11) erzielte an europäischen Börsen weniger als 10 Millionen Dollar.8 Die Risikokapitalinvestitionen im Gesundheits- und Biotechnologiesektor hielten sich auf hohem Niveau und übertrafen das Rekordniveau von 20209, wobei jedoch nur rund 17% des Kapitalflusses auf europäische Unternehmen entfielen.10 1.2.3 Entwicklungen im Bereich der Immunzelltherapien gegen Krebs Nach Angaben des Cancer Research Institute11 stieg die Zahl der aktiven Zelltherapien in der Entwicklung von 1.483 im Jahr 2020 auf 2.073 im Jahr 2021 (einschließlich akademischer und industrieller Gruppen), wobei mehr als die Hälfte davon als chimäre Antikörper-Rezeptor (CAR)-T-Zell-Programme kategorisiert wurden (1.164). Von besonderem Interesse für Medigene ist die Beobachtung, dass TCR-T-Zell-Programme die zweitgrößte Kategorie aktiver Zelltherapien hinter CAR-Ts mit 214 Programmen in der Entwicklung darstellen (151 in der präklinischen Entwicklung, 29 in Phase-I und 34 in Phase-II), noch vor alternativen Ansätzen wie Natürlichen Killerzellen (NK- Zellen), NKT-Zellen und Tumor-infiltrierenden Lymphozyten (TILs). 1.3 Wichtige Ereignisse auf Unternehmensebene 1.3.1 Arbeiten in Zeiten einer weltweiten Pandemie Auch für Medigene war das Jahr 2021 in Bezug auf die Arbeitsabläufe stark durch die andauernde Pandemie geprägt. Wo immer möglich haben die Kolleginnen und Kollegen von zu Hause gearbeitet, Meetings wurden virtuell abgehalten, das Laborpersonal war überwiegend abwechselnd anwesend und konnte sämtliche Büroräume nutzen, um die erforderliche soziale Distanz zu wahren. Allen Mitarbeitern wurden kontinuierlich 4 https://www.worldbank.org/en/news/feature/2021/12/20/year-2021-in-review-the-inequality-pandemic 5 McKinsey & Company; The coronavirus effect on global economic sentiment, Dezember 2021; https://www.mckinsey.com/business- functions/strategy-and-corporate-finance/our-insights/the-coronavirus-effect-on-global-economic-sentiment 6 https://www.mckinsey.com/business-functions/strategy-and-corporate-finance/our-insights/the-coronavirus-effect-on-global-economic- sentiment 7 https://www.biocentury.com/article/641716/valuations-could-get-investors-acquirers-hunting-for-opportunities 8 BCIQ Datenbank, Zugriff am 26. Januar 2022 9 https://www.evaluate.com/vantage/articles/insights/venture-financing/2021-it-paid-stay-private-when-chips-were-down 10 BCIQ Datenbank, Zugriff am 26. Januar 2022 11 https://www.cancerresearch.org/scientists/immuno-oncology-landscape/cancer-cell-therapy-landscape, Zugriff am 26. Januar 2022 Selbsttests und Schutzmasken zur Verfügung gestellt und über den Betriebsarzt wurden COVID-19-Impftermine angeboten. Medigene profitiert davon, dass das Unternehmen selbst in der medizinischen Forschung tätig ist und dass alle Kolleginnen und Kollegen ein ausgeprägtes Verständnis für Gesundheits- und Schutzmaßnahmen haben. Mit all den getroffenen Maßnahmen konnte sichergestellt werden, dass auch im Jahr 2021 die internen Projekte sowie die Arbeiten im Rahmen der Partnerschaften weitgehend unbeeinflusst von der Pandemie vorangeschritten sind. Auch Lieferengpässe, wie sie in anderen Sparten wie der produzierenden Industrie oder im Handel festzustellen waren, haben Medigene nicht betroffen. 1.3.2 Veränderungen im Vorstand Ende März 2021 hat Dr. Kai Pinkernell, ehemaliger Vorstand für die klinische Entwicklung und Produktentwick- lung (CMO & CDO), aus persönlichen Gründen den Vorstand der Gesellschaft verlassen. Seither übt Dr. René Goedkoop funktional die Rolle des CMO aus und ist für die Fortführung der klinischen Projekte von Medigene zuständig, primär die Finalisierung des Phase-I-Teils der klinischen Studie mit MDG1011 in Patienten mit AML, MDS oder MM. Dr. Goedkoop hatte zuvor mehrere CMO-Positionen in internationalen biopharmazeutischen Unternehmen wie Sensimed S.A., Lausanne, Schweiz, EryDel S.p.A., Bresso (Mailand), Italien, oder Pharnext S.A., Paris, Frankreich, inne und ist seit Januar 2019 als Vice President Clinical Affairs federführend mit Medigenes klinischen Studien vertraut. Dr. Pinkernell hat Medigene bis Ende September 2021 in beratender Funktion unterstützt. 1.3.3 Verlängerung der Finanzierungsreichweite bis in das vierte Quartal 2024 Medizinische Forschung ist langwierig und kostspielig. Medigenes Projekte befinden sich derzeit in der präklinischen oder klinischen Entwicklung, so dass den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) keine signifikanten Einnahmen aus Produktverkäufen gegenüberstehen. Das bedeutet, dass die kontinuierliche Finanzierung der Entwicklungsprojekte für Medigene den wirtschaftlich bedeutendsten Faktor darstellt, um letztendlich schwerstkranken Patienten neue und wirksame Therapieoptionen bieten zu können. Im Jahr 2021 kamen finanziell die im September 2020 ergriffenen strategischen und Einsparungsmaßnahmen zu tragen. Alle künftigen präklinischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf die Entwicklung funktionell verbesserter TCR-T-Zellen zur Behandlung von soliden Tumoren. Dieser Fokus stellt nach Unternehmensmeinung die aussichtsreichste kommerzielle Geschäftsmöglichkeit für Medigene dar. Im dritten Quartal 2021 hat Medigene alle verbleibenden Anteile an der Immunocore Holdings Ltd. (Immunocore) für rund 4,7 Mio. US-Dollar (4,0 Mio EUR) veräußert und im Oktober 2021 floss dem Unternehmen eine Meilensteinzahlung in Höhe von 2 Mio. US-Dollar (1,7 Mio. EUR) aus der Partnerschaft mit Cytovant Sciences HK Limited zu, einem von Roivant Sciences gegründeten biopharmazeutischen Unternehmen (Roivant/Cytovant). Einschließlich der erhaltenen Vorabzahlung in Höhe von 26 Mio. € aus der im Februar 2022 unterzeichneten neuen Partnerschaft mit BioNTech nun bis in das vierte Quartal 2024 finanziert. Weitere Informationen zu den angesprochenen Partnerschaften finden Sie in Abschnitt 1.4.3 ab S. 9. 1.4 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Medigene ist ein forschendes Unternehmen. Medigene entwickelt zellbasierte Immuntherapien gegen verschiedene Arten von Krebs. Forschung und Entwicklung und das damit verbundene Knowhow in Form von Spezialkenntnissen der Mitarbeiter (in den Jahren 2021 70% und 2020 79% im F&E-Bereich tätig) gesichert in 54 erteilten und 98 ausstehenden Patenten (2020: 47 erteilten und 58 ausstehenden Patenten) bildet das Fundament all unserer Aktivitäten. Der Anstieg von 2020 auf 2021 ist auf die Einreichung neuer Patentanmeldungen, die Nationalisierung von Patentfamilien und die Erteilung ausstehender Patente zurückzuführen. In den folgenden Abschnitten werden die Fortschritte bei den wichtigsten Projekten dargestellt. Kooperationsverträge werden von der Medigene Immunotherapies GmbH und fremden Dritten abgeschlossen, jedoch von der Medigene AG gesteuert bzw koordiniert. 1.4.1 T-Zell-Rezeptor modifizierte T-Zell (TCR-T) -Therapien + Dieser Abschnitt samt Unterüberschriften ist ungeprüft. + Im Mittelpunkt von Medigenes Therapieansätzen stehen T-Zellen. Mit Medigenes Immuntherapien sollen die körpereigenen Abwehrmechanismen des Patienten aktiviert und T-Zellen für den Kampf gegen Tumorzellen bereitgemacht werden. Medigenes Therapien zielen darauf ab, körpereigene T-Zellen des Patienten mit Tumor- spezifischen T-Zell-Rezeptoren (T cell receptor, TCR) auszurüsten. Die so entstandenen T-Zell-Rezeptor modifizierte T-Zellen (TCR-T-Zellen) sollen dadurch in die Lage versetzt werden, Tumorzellen zu erkennen und effizient zu zerstören. Medigenes Entwicklung verbesserter TCR-T-Zellen machte sowohl auf der Ebene der TCRs als auch der Werkzeuge, die die zelluläre Funktion und Persistenz verbessern, Fortschritte. Zusammengenommen haben diese Fortschritte die Anwendungsmöglichkeiten von TCR-T-Zellen erweitert und einen potenziellen Wettbewerbsvorteil bei der Behandlung von soliden Krebserkrankungen geschaffen. In diesem Zusammenhang wurde die strategische Entscheidung getroffen, die Ressourcen von Medigene auf die Weiterentwicklung der Programme gegen solide Krebserkrankungen zu konzentrieren. Infolgedessen werden die Entwicklungsprogramme des Unternehmens im Bereich Blutkrebs in Abhängigkeit vom Erreichen entscheidender Datenpunkte nur noch mit Partnern fortgesetzt. Basierend auf den Patientenzahlen und dem ungedeckten medizinischen Bedarf glaubt Medigene, dass Immuntherapien gegen solide Krebserkrankungen die bedeutendste kommerzielle Chance für ihre klar differenzierten Technologien sein wird. 1.4.1.1 Einzigartige Tumor-spezifische Antigene (TSAs) – die „dunkle Materie“ unseres Erbguts Im Januar 2020 ist Medigene mit der Université de Montréal und IRICoR, einem pan-kanadischen Zentrum zur Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen aus der Arzneimittelforschung, eine Forschungskooperation für neuartige Krebsantigene für hochspezifische Immuntherapien eingegangen, die Im Dezember 2021 ausgeweitet wurde. Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung hat Medigene Zugang zu 47 potenziellen Tumor-spezifischen Antigenen (TSAs) erhalten, die aus nicht-codierenden Regionen unseres Erbguts stammen – sogenannter „dunkler Materie“ in unserer DNA. Die Peptide kommen in Proben von mehreren Patienten mit soliden Tumoren unterschiedlichen Ursprungs, wie Eierstock-, Brust- und Lungenkrebs, gemeinsam vor, konnten in gesundem Gewebe aber nicht nachgewiesen werden. Dies verleiht ihnen den Charakter von TSAs und macht sie hoch interessant für die Entwicklung künftiger effektiver und sicherer Krebsimmuntherapien. Wie auf der virtuellen Tagung der American Association for Cancer Research (AACR) im März 2021 gezeigt, konnten durch Medigenes Hochdurchsatz-Screening-Technologie zehn Peptide davon als immunogen identifiziert werden, das heißt, dass sie spezifisch von T-Zellen erkannt werden. TCRs von T-Zell-Klonen, die diese neuartigen Peptide erkennen, wurden durch Gensequenzierung bestimmt und ihre fortlaufende weitere Charakterisierung wurde auf der virtuellen Tagung der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT) im Mai 2021 vorgestellt. Bis heute hat Medigene mehr als 20 TCRs isoliert, die diese neuartigen TSAs erkennen und das Potenzial haben, TCR-T-Therapiekandidaten der nächsten Generation zu werden. Derzeit werden diese weiter hinsichtlich Funktionalität und Sicherheit charakterisiert. Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Krebsimmuntherapie (Society for Immunotherapy of Cancer, SITC) hat Medigene im November 2021 beispielsweise Daten zur Validierung von TCR-Kandidaten aus drei gesunden Spendern präsentiert. Medigenes TCR-T-Zellen, die spezifisch gegen ein TSA gerichtete TCRs exprimieren, haben in der Zellkultur um mehrere Größenordnungen stärker auf Zellen aus Eierstockkrebs reagiert als auf normale Eierstockzellen. 1.4.1.2 PRAME – etabliertes und validiertes Krebsantigen PRAME (PReferentially expressed Antigen in MElanoma) ist ein mittlerweile schon recht gut untersuchtes Tumorantigen aus der Familie der Krebs-Testis-Antigene, das in verschiedenen soliden Tumoren und Blutkrebs überexprimiert wird. Die Expression in gesundem Gewebe ist auf den Hoden beschränkt, der selbst ein immunprivilegiertes Gewebe ist, das normalerweise nicht von körpereigenen Immunzellen angegriffen werden kann. Dadurch eignet sich PRAME sehr gut als Zielantigen für TCR-T-Therapien. 1.4.1.2.1 MDG1011 – klinisch validierte TCR-T-Therapie gegen PRAME in Blutkrebs “MDG1011“ ist Medigenes erster eigener gegen PRAME gerichtete TCR-T-Immuntherapie-Kandidat und befindet sich bereits in klinischer Entwicklung. In einer multizentrischen, offenen Phase-I/II-Studie wird MDG1011 in Blutkrebspatienten untersucht, die unter akuter myeloischer Leukämie (AML), myelodysplastischem Syndrom (MDS) oder multiplem Myelom (MM) in fortgeschrittenem Stadium leiden. Im Phase-I-Teil (3+3 Dosis-Eskalations-Teil) haben die Patienten nach einer üblichen Vorbehandlung MDG1011 als einmalige intravenöse Infusion in festgelegten Dosisstufen von 0,1, 1 oder 5 Millionen TCR-T-Zellen pro kg Körpergewicht erhalten. Die primären Studienziele waren die Bewertung der Sicherheit, Verträglichkeit und Machbarkeit der Herstellung von MDG1011 TCR-T Zellen. Darüber hinaus wurden neben weiteren sekundären Studienzielen erste Anzeichen für die klinische Wirksamkeit und Daten zum Immunmonitoring untersucht. Im Juni 2021 wurde der letzte Patient in die dritte Dosiskohorte aufgenommen, im Dezember 2021 berichtete Medigene über die Sicherheit, Verträglichkeit und Machbarkeit und im Februar 2022 wurden erste Daten zu Wirksamkeit und Immunmonitoring veröffentlicht. MDG1011 konnte erfolgreich für 12 der 13 stark vorbehandelten Patienten hergestellt werden (92,3%). Vier Patienten erlagen ihrer Krankheit, bevor die Behandlung durchgeführt werden konnte, was dem Schweregrad der Grunderkrankung der Studienpatienten entsprach. Daher haben neun Patienten im Phase-I-Teil der Studie MDG1011 erhalten. Insgesamt erwies sich MDG1011 als sicher und gut verträglich. Alle Patienten hatten handhabbare Nebenwirkungen, wobei die behandlungsbedingten Nebenwirkungen (treatment emergent adverse events, TEAEs) aufgrund der zugrunde liegenden Krebserkrankungen überwogen. Bei zwei Patienten trat ein vorübergehendes Zytokin-Freisetzungssyndrom (cytokine release syndrome, CRS) des Grades 1 oder 2 auf, das auf MDG1011 zurückgeführt werden konnte. Dies ist ein direkter Beweis für die biologische Aktivität der infundierten T-Zellen. Es wurden weder Immun-Effektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome, ICANS) beobachtet noch Dosis-limitierende Toxizitäten (DLT) gemeldet. Ein Patient, der mit der höchsten Dosis behandelt wurde, blieb auch sechs Monate nach der Verabreichung von MDG1011 ohne erkennbare Progression und ist weiterhin unter Beobachtung. Bei einem weiteren Patienten, der mit der niedrigsten Dosis behandelt wurde, kam es in der vierten Woche nach der Behandlung zu einer vollständigen Remission; dieses klinische Ansprechen war jedoch nicht von Dauer und die Krankheit schritt acht Wochen danach weiter fort. Das Immunmonitoring der Patienten umfasste den Nachweis von PRAME-spezifischen T-Zellen (MDG1011 TCR- T-Zellen) im Blut, um deren Beständigkeit über die Zeit hinweg zu bestimmen, sowie die Überwachung des Biomarkers PRAME im Knochenmark und/oder Blut als Indikator für verbleibende Krebszellen. Die resultierenden Daten haben die Ergebnisse zur klinischen Wirksamkeit und biologischen Aktivität untermauert. Im Einklang mit der Fokussierung auf solide Tumore, hat das Unternehmen entschieden, dass der Phase-II-Teil der Studie, abhängig von den finalen Ergebnissen des Phase-I-Teils, nur mit oder von einem Partner durchgeführt werden soll. 1.4.1.2.2 MDG10XX – Identifizierung und Charakterisierung von TCRs gegen PRAME in soliden Tumoren Im Rahmen des PRAME-Programms hat Medigene mithilfe ihrer Hochdurchsatz-TCR-Screening-Plattform einen weiteren hoch spezifischen TCR-Kandidaten aus einem gesunden Spender isoliert. Die Spezifität und Aktivität dieses TCR-Kandidaten – TCR-4 –wurde sowohl in vitro (u.a. gegen eine Vielzahl von soliden Krebsarten wie Lungenkrebs, Uteruskarzinom, Melanom und Eierstockkrebs) als auch in einem in-vivo-Modell gegen Melanom gezeigt. Daraus resultierten Präsentationen auf den virtuellen Tagungen der AACR im März und der CIMT im Mai, des TCR-based Therapies Summits im Juni und der European Society for Medical Oncology (ESMO) im September 2021. Der TCR-4 wurde im Februar 2022 im Rahmen einer neuen, umfassenden TCR-T- und Technologie-Partnerschaft an die BioNTech SE (BioNTech) kommerziell erfolgreich veräußert. Weitere Details zu dieser Partnerschaft entnehmen Sie bitte Abschnitt 1.4.3.1 auf Seite 9. 1.4.1.3 MDG1021 – TCR-T-Therapie gegen das Blutkrebs-Antigen HA-1 Mitte 2020 wurde eine Phase-I-Studie mit der gegen das Antigen HA-1 gerichteten TCR-T-Therapie MDG1021 am Leiden University Medical Center (LUMC) in den Niederlanden begonnen. Medigene hatte den HA-1-spezifischen TCR Ende 2018 vom LUMC einlizenziert. Die Studie sollte Patienten einschließen, die nach einer allogenen (kör- perfremden) hämatopoetischen Stammzelltransplantation an einer rezidivierten (wiedergekehrten) oder persis- tierenden (andauernden) Blutkrebserkrankung leiden. Im Einklang mit der Entscheidung des Unternehmens, seine Entwicklungsanstrengungen auf solide Tumore zu konzentrieren, wurde das Entwicklungsprogramm „MDG1021“ im Januar 2021 eingestellt und die Patienten- rekrutierung der Studie ausgesetzt. Alle Rechte am HA-1-spezifischen TCR sowie die Sponsorenschaft der Phase- I-Studie wurden im Juli 2021 an Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG (Miltenyi) übertragen. 1.4.2 Werkzeuge zur Verbesserung von TCR-T-Therapien + Dieser Abschnitt samt Unterüberschriften ist ungeprüft. + Neben der Optimierung der Identifizierung und Charakterisierung neuer TCRs, entwickelt Medigene zahlreiche innovative Werkzeuge, um TCR-T-Therapien speziell zur Anwendung gegen solide Tumore noch sicherer, spezifischer und effektiver zu machen. Außerdem wird erforscht, wie die TCR-T-Zellen noch länger in Patienten aufrechterhalten bleiben könnten, und es wird kontinuierlich daran gearbeitet, den Herstellungsprozess von TCR-T-Zellen schneller, effizienter und kostengünstiger zu gestalten. 1.4.2.1 PD1-41BB Switch-Rezeptor Der PD1-41BB Switch-Rezeptor ist das am weitesten fortgeschrittene Werkzeug zur Verbesserung von TCR-T- Therapien, welches Medigene derzeit entwickelt. Solide Tumore können sich der Kontrolle des Immunsystems entziehen, indem sie eine Reihe von Mechanismen nutzen, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken und T- Zellen zu umgehen oder den Angriff der T-Zellen aktiv zu unterdrücken. Zu diesen Mechanismen gehört die Expression des Checkpoint-Moleküls PD-L1 auf der Oberfläche der Tumorzellen. PD-L1 interagiert mit seinem Gegenstück PD-1 auf T-Zellen und sendet ein Signal, das die Funktion der T-Zellen ausschaltet. Medigenes PD1- 41BB Switch-Rezeptor wird auf TCR-T-Zellen exprimiert und wandelt das von PD-L1 auf Tumorzellen an die TCR- T-Zellen gesendete Off-Signal stattdessen direkt in ein Aktivierungssignal um. In aktuellen Ansätzen werden TCR-T-Zellen mit Checkpoint-Inhibitor-Antikörpern, die in die PD-1:PD-L1-Achse eingreifen, kombiniert, um eine Hemmung der TCR-T-Zellen durch PD-L1 zu vermeiden. Mit unserem Verfahren sind solche Kombinationstherapien nicht erforderlich und erhöhte Nebenwirkungen und Therapiekosten könnten vermieden werden. Wie auf den virtuellen Tagungen der AACR und der CIMT im März bzw. Mai 2021 gezeigt wurde, hat die Zugabe des PD1-41BB Switch-Rezeptors die Effektorfunktionen von TCR-T-Zellen verbessert, die den TCR-4 tragen. Dies wurde in einer in vitro-Umgebung mit wiederholter Exposition gegenüber Tumorzellen gezeigt, was die reale Situation bei soliden Krebserkrankungen nachahmt. Mit der Präsentation auf dem digitalen TCR-based Therapies Summit im Juni 2021 wurden diese Beobachtungen schließlich auch in vivo bestätigt. Die neuen Daten stammten von einem anspruchsvolleren Modell eines aggres- siv wachsenden, PD-L1-positiven Melanoms und zeigten, dass nur TCR-T-Zellen, die die Kombination von sowohl TCR-4 als auch PD1-41BB tragen, Tumoren mit diesen stark immunsuppressiven Eigenschaften eliminieren konnten. Auf dem ESMO Kongress wurde im September 2021 die Zytokin-Analyse der doppelt ausgestatteten TCR-T-Zellen präsentiert. Unter ihnen fand sich ein deutlich höherer Anteil an polyfunktionalen T-Zellen, die vier bis zehn Zytokine – Botenstoffe für Immunzellen – gleichzeitig freisetzen konnten. Besonders verstärkt war die Expression von Effektor- und stimulierenden Zytokinen sowie von chemo-attraktiven Zytokinen, die den T-Zellen helfen, zu ihrem Zielgewebe im Körper zu wandern. Im Februar 2022 hat Medigene BioNTech eine nicht-exklusive Lizenz an dem PD1-41BB Switch-Rezeptor erteilt. Weitere Details zu dieser Partnerschaft entnehmen Sie bitte Abschnitt 1.4.3.1 auf Seite 9. 1.4.2.2 Precision-Pairing Bibliothek TCRs bestehen aus einer alpha- und einer beta-Kette, die gemeinsam als Rezeptor auf der Zelloberfläche von T- Zellen sitzen. Mit Hilfe von Medigenes Precision-Pairing Bibliothek soll die Funktionalität und Sicherheit der TCR- T-Zellen verbessert werden. Das geschieht, indem die Anzahl der TCRs auf der Zelloberfläche erhöht und/oder dafür gesorgt wird, dass die TCR-T-Zellen möglichst nur den gewollten, neu eingebrachten TCR auf ihrer Oberfläche tragen, nicht aber willkürliche Kombinationen aus Einzelketten des neuen und des ursprünglich in der Empfänger-T-Zelle enthaltenen TCRs. Im Februar 2022 hat Medigene BioNTech eine nicht-exklusive Lizenz an der Precision-Pairing Bibliothek erteilt. Weitere Details zu dieser Partnerschaft entnehmen Sie bitte Abschnitt 1.4.3.1 auf Seite 9. 1.4.2.3 iM-TCR Medigene hat mit dem induzierbaren Medigene TCR (iM-TCR) eine Technologie entwickelt, um die Sicherheit von TCR-T-Therapien zu verbessern. iM-TCRs werden so modifiziert, dass die Oberflächenexpression des TCRs vollständig kontrolliert werden kann. Dadurch wird eine Aktivität gegenüber Tumorzellen ermöglicht, während eine potenzielle unerwünschte Toxizität gegenüber normalen Zellen bei Bedarf durch feine Regulierung kontrolliert werden kann. Diese Eigenschaft wäre beispielsweise bei Hirn- oder Leberkrebs hoch interessant, da diese Organe durch eine andauernde entzündliche T-Zell-Reaktion geschädigt werden könnten. TCRs, die die iM-TCR-Signatur enthalten, erscheinen nur auf der Oberfläche von TCR-T-Zellen, wenn dem Patienten Tamoxifen, ein vergleichsweise kostengünstiges, etabliertes, gut charakterisiertes und seit Jahren zugelassenes Medikament gegeben wird. Auf der virtuellen Tagung der CIMT im März 2021 hat Medigene gezeigt, dass iM-TCR-exprimierende Zellen durch die Dosis und den Zeitpunkt der Tamoxifen-induzierten Expression eng kontrolliert werden können, was dem Arzt potenziell die Möglichkeit gibt, die TCR-T-Aktivität fein zu regulieren oder sogar je nach Bedarf ein- und auszuschalten. Auf dem ESMO Immunonkologie Kongress im Dezember 2021 wurden neue Sicherheitsdaten veröffentlicht, die zeigen, dass das iM-TCR-System nur korrekt gepaarte TCRs bildet und keine Fehlpaarungen mit anderen potenziell ursprünglich in den TCR-T-Zellen enthaltenen TCR-Einzelketten entstehen. 1.4.2.4 Dendritische Zell (DC)-Technologie Dendritische Zellen (dendritic cells, DCs) sind ein essenzieller Bestandteil von Medigenes Plattform zur Identifizierung und Charakterisierung von künftigen TCR-Kandidaten. DCs dienen als Antigen-präsentierende Zellen, um T-Zellen zu aktivieren, die spezifisch gewünschte Antigen erkennen. Neben dem kontinuierlichen Einsatz der DCs im Hochdurchsatz-TCR-Screening-Prozess, hat Medigene eine neue Generation von Impfstoffen entwickelt und klinisch untersucht, die auf Antigen-spezifischen DCs basieren. Die positiven Ergebnisse der abgeschlossenen offenen Phase-I/II-Studie in AML-Patienten wurden, wie im Februar 2021 berichtet, auch nach mehr als 3,5 Jahren medianer Nachbeobachtung bestätigt. Die Daten weisen darauf hin, dass Patienten, die den DC-Impfstoff erhalten haben, potenziell beständigen klinischen Nutzen haben könnten, ohne dass es zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (serious adverse events, SAEs) im Zusammenhang mit der Behandlung kam. Da Medigenes Entwicklungsschwerpunkt allerdings auf TCR-T-Therapien liegt, sollen DC-Impfstoffe für sich genommen als eigenständige Therapie nur im Rahmen von Partnerschaften fortgeführt werden, wie sie beispielsweise für den asiatischen Raum mit Cytovant Sciences HK Limited, einem von Roivant Sciences gegründeten biopharmazeutischen Unternehmen (Roivant/Cytovant) besteht. Kürzlich wurde jedoch ein konkurrierendes Produkt als Erhaltungstherapie für Patienten mit AML in den USA und Europa zugelassen und Medigene geht davon aus, dass demnächst ähnliche Zulassungen auch in anderen Regionen einschließlich China erteilt werden. Diese aktuellen Geschehnisse beeinflussen die Entwicklung des DC-Impfstoffs im Rahmen der bestehenden Partnerschaft sowie Medigenes weitere Verpartnerungsbestrebungen. Im Rahmen von Medigenes klinischen Blutkrebs-Studien mit MDG1011 TCR-T-Zellen und DC-Impfstoffen wurden für beide Zelltypen die Prozesse etabliert, die erforderlich sind, um patientenspezifische TCR-T-Zellen oder DCs aus dem Leukapherese-Material der Patienten herzustellen. Beide Herstellungsverfahren erhielten die behördliche Zulassung, um in der jeweiligen Studie angewendet zu werden, und die Machbarkeit der Herstellung von qualitativ hochwertigen Zellprodukten wurde in den beiden klinischen Studien nachgewiesen. Medigene untersucht derzeit, ob TCR-T-Therapien und DC-Impfstoffe in Zukunft möglicherweise kombiniert werden könnten, um sicherzustellen, dass TCR-T-Zellen durch einen Booster mit dem DC-Impfstoff über längere Zeiträume in den Patienten erhalten bleiben und sich vermehren. Die Entwicklung einer solchen Kombinationstherapie würde dadurch vereinfacht, dass beide Zellprodukte aus demselben Leukapherese- Ausgangsmaterial hergestellt werden könnten. 1.4.3 Entwicklungspartnerschaften 1.4.3.1 Neue umfassende TCR-T- und Technologie-Partnerschaft mit BioNTech Eines der wichtigsten Projekte, an welchem zahlreiche Abteilungen im Jahr 2021 beteiligt waren und das im Februar 2022 seinen Abschluss fand, ist die Unterzeichnung der weltweiten, strategischen Partnerschaft mit BioNTech, um TCR- basierte Immuntherapien gegen Krebs zu entwickeln. Im Rahmen der Vereinbarung hat Medigene eine Vorabzahlung in Höhe von 26 Mio. € erhalten und die entstehenden Forschungs- und Entwicklungskosten werden für die Dauer der Zusammenarbeit erstattet. Die Forschungskollaboration wird mehrere Zielstrukturen umfassen und hat eine anfängliche Laufzeit von drei Jahren. Medigene wird ihre unternehmenseigene TCR-Entdeckungsplattform nutzen, um TCRs gegen verschiedene von BioNTech ausgewählte Zielstrukturen zu entwickeln, die eine Vielzahl solider Tumore adressieren. BioNTech wird anschließend für die globale Entwicklung verantwortlich sein und die exklusiven weltweiten Vermarktungsrechte für alle aus der Zusammenarbeit hervorgehenden TCR-Therapien besitzen. BioNTech hat Medigenes TCR-4 aus dem MDG10XX-Programm erworben, der gegen das Krebsantigen PRAME gerichtet ist. BioNTech hat außerdem die exklusive Option, weitere bestehende TCRs aus Medigenes Forschungspipeline zu erwerben und hat Lizenzen an Medigenes PD1-41BB Switch-Rezeptor sowie an der Precision-Pairing-Bibliothek erhalten. Diese Technologien bieten die Möglichkeit, die Wirksamkeit von TCR- Zelltherapien weiter zu erhöhen und können auf alle Zelltherapieprogramme von BioNTech angewendet werden. Medigene hat Anspruch auf Entwicklungs-, regulatorische und kommerzielle Meilensteinzahlungen in Höhe eines bis zu dreistelligen Millionenbetrags je Programm. Hinzu kommen gestaffelte, latente Optionszahlungen auf den weltweiten Nettoumsatz von Produkten, die auf TCRs aus der Kooperation basieren, sowie Umsatzbeteiligungen auf Produkte, die mindestens eine der lizenzierten Technologien enthalten. 1.4.3.2 TCR-T-Partnerschaft mit 2seventy bio (vormals: bluebird bio) Im Jahr 2016 haben Medigene und bluebird bio, Inc. (bluebird bio) eine strategische Forschungs- und Entwick- lungspartnerschaft sowie eine Lizenzvereinbarung für TCR-T-Immuntherapien abgeschlossen, die gegen vier Zielmoleküle gerichtet sind. Dieser Vertrag wurde im Jahr 2018 auf sechs Zielmoleküle ausgeweitet. Im Novem- ber 2021 hat bluebird bio seine Onkologiesparte in das neu gegründete Unternehmen 2seventy bio, Inc. (2seventy bio) ausgegliedert und alle mit Medigene abgeschlossenen Verträge sind auf 2seventy bio übergegangen. Die präklinischen Arbeiten seitens Medigene im Rahmen der Partnerschaft verliefen im Jahr 2021 unbeeinträch- tigt von der andauernden COVID-19-Pandemie. Das am weitesten fortgeschrittene Projekt der Zusammenarbeit ist ein TCR, der spezifisch für ein Peptid ist, das vom MAGE-A4-Protein stammt, einem Tumorantigen aus der Familie der Krebs-Testis-Antigene. Dieser TCR unterscheidet sich von MAGE-A4-spezifischen TCRs, die von anderen Unternehmen entwickelt werden. Er funktioniert unabhängig von der Signalübertragung durch den Co-Rezeptor CD8, der sich auf so genannten Killer- T-Zellen befindet. Auf diese Weise können auch mit dem MAGE-A4-TCR von Medigene ausgestattete Helfer-T- Zellen, welche CD4 und nicht CD8 exprimieren, Krebszellen erkennen und abtöten, die das MAGE-A4-Antigen auf ihrer Oberfläche präsentieren. Die Forschungsarbeit, die die Auswahl und Aktivität dieses TCRs beschreibt, wurde im Journal for ImmunoTherpay of Cancer (JITC) veröffentlicht und von der SITC mit dem „Best Immune Cell Therapies and Immune Cell Engineering Paper Award“ ausgezeichnet. 1.4.3.3 TCR-T- und DC-Partnerschaft mit Roivant/Cytovant Im Jahr 2019 ging Medigene Lizenz- und Kooperationsverträge mit Roivant/Cytovant ein, die einen gegen das Tumorantigen NY-ESO-1 gerichteten TCR, zwei TCR-T-Entwicklungsprojekte sowie Medigenes DC-Impfstoff für Asien inklusive China, Hong Kong, Macao, Taiwan, Südkorea und Japan umfassen. Die präklinischen Arbeiten seitens Medigene im Rahmen dieser Partnerschaft schreiten von der Pandemie unbeeinflusst voran, wohingegen Roivant/Cytovant mitteilte, dass sich ihre Entwicklungstätigkeiten Pandemie- bedingt geringfügig verzögern würden. 1.4.4 Ausweitung des Patentportfolios Medigene weitet beständig ihr Patentportfolio bezüglich neuer Technologien und bestehende Patente auf weitere Regionen aus. Im Januar 2021 hat Medigene bekanntgegeben, dass sie Patente für ihre Technologien in wichtigen Gebieten erhalten hat, darunter die USA und Europa. Das US-Patent US10,858,760 schützt Medigenes Bausteinbibliothek für TCRs, die eine schnelle Rekonstruktion und Analyse neu entdeckter menschlicher TCR-Sequenzen ermöglicht. Das europäische Patent EP3394247A1 wird die CrossTAg-1-Technologie von Medigene schützen und das US- Patent US10,882,891 deckt die Verwendung der CrossTAg-Technologie in DCs und DC-Impfstoffen ab. Diese Technologie ermöglicht die Kreuzpräsentation von Antigenen auf humanen Leukozytenantigen-Molekülen (HLA) der Klasse I und II und stimuliert dadurch sowohl Killer- als auch Helfer-T-Zellen. Diese wichtigen Untergruppen von T-Zellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort, einschließlich derjenigen gegen Krebs. 1.4.5 Sonstige Projekte 1.4.5.1 T-Zell-spezifische Antikörper (TAB) Die T-Zell-spezifische Antikörper (T cell-specific antibody, TAB) Plattform könnte als Methode für besseres Immunmonitoring, bessere Diagnose, Qualitätskontrolle und potenzielle Sicherheitsanwendungen bei den firmeneigenen TCR-Verfahren dienen. Im Rahmen der strategischen Entscheidung, die Ressourcen des Unternehmens auf die Entwicklung von TCR-T-Therapien im Bereich solider Tumore zu verwenden, wurde das präklinische TAB-Projekt, das sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, bis auf weiteres angehalten. 1.4.5.2 RhuDex® Der Medikamentenkandidat RhuDex® stammt aus der Zeit vor der Akquisition von Medigene Immunotherapies im Januar 2014 und Medigenes Ausrichtung auf die Entwicklung von zellulären Immuntherapien. Seit 2014 besteht eine exklusive globale Lizenzvereinbarung mit dem Pharmaunternehmen Dr. Falk Pharma GmbH (Falk Pharma) in den Indikationen Hepatologie und Gastroenterologie. In diesen Bereichen übernimmt Falk Pharma die Verantwortung und sämtliche Kosten für die künftige Entwicklung und Vermarktung von RhuDex®. Im Jahr 2021 gab es keine signifikanten Ereignisse bezüglich RhuDex® und, nach Medigenes aktuellem Kenntnis- stand, hatte die COVID-19-Pandemie keinen Einfluss auf die entsprechenden Geschäftstätigkeiten von Falk Pharma. 1.5 Finanzielle Leistungsindikatoren Zur internen Steuerung werden die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis der Gesellschaft betrachtet. Diese Kennzahlen finden sich auch in der Finanzprognose wieder. 2 ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE In diesem Abschnitt wird eine allgemeine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auf Basis des handelsrechtlichen Einzelabschlusses der Medigene AG präsentiert. Finanzielle Leistungsindikatoren, vor allem die, die zur internen Steuerung des gesamten Konzerns herangezogen werden, werden vom Vorstand der Medigene AG auf Konzernebene gemessen und analysiert. Für die Umsatzerlöse wurde ein leichter Rückgang prognostiziert. Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die Medigene AG Umsatzerlöse in Höhe von 9.795 T€, welche um 10.840 T€ unter dem Vorjahreswert von 20.635 T€ liegen, weshalb die Prognose verfehlt wurde. Aufgrund von Effizienzmaßnahmen erwartete die Gesellschaft ein leicht verbessertes Jahresergebnis gegenüber 2020. Mit einem Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2021 von -5.951 T€ (Vorjahr: -23.372 T€), wurde ein gegenüber der Prognose besseres Ergebnis erzielt. 2.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse des Unternehmens aus dem Kernbereich Immuntherapien sanken im Berichtszeitraum auf 9.795 T€ (2020: 20.635 T€) aufgrund geringerer Konzernverrechnungen mit der Medigene Immunotherapies GmbH. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich von 2.253 T€ auf 1.408 T€. Grund für den Rückgang sind im Vorjahr enthaltene Erträge aus abgetretenen Lizenzentgeltansprüchen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht angefallen sind. Die Aufwendungen für Roh-Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren lagen mit 26 T€ leicht unter dem Vorjahresniveau (33 T€). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 2.692 T€ (Vorjahr: 5.458 T€) beziehen sich auf die Konzernverrechnungen mit der Medigene Immunotherapies GmbH und bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen für die klinische und präklinische Entwicklung sowie für regulatorische Aufwendungen und Beraterkosten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen verringerten sich im Berichtszeitraum aufgrund geringerer Ausgaben im Rahmen der klinischen Studien. Im Berichtszeitraum ging der Personalaufwand um 39 % auf 3.910 T€ (Vorjahr: 6.407 T€) zurück. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der durchgeführten Neuausrichtung sowie Effizienzmaßnahmen. Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2021 durchschnittlich 29 (Vorjahr: 42), davon 23 Mitarbeiter in allgemeiner Verwaltung, 1 in Geschäftsentwicklung und 5 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung. Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens reduzierten sich auf 0 T€ (Vorjahr: 3.118 T€) und beinhalteten im Vorjahr die Wertberichtigung einer Forderung gegen Dritte. Die Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens beinhalten Erträge aus dem Verkauf der Anteile an Immunocore Ltd. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 4.689 T€ (Vorjahr: 5.319 T€) beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Rechtsberatung in Höhe von 438 T€ (Vorjahr: 1.375 T€) sowie Aufwendungen für Consulting in Höhe von 1.600 T€ (Vorjahr: 1.435 T€). Hinzu kommen Kosten für die Börsennotierung in Höhe von 99 T€ (Vorjahr: 250 T€). Das Jahresergebnis betrug im Berichtsjahr 2021 -5.951 T€ (Vorjahr: -23.372 T€). Dieses wird durch die Verlustübernahme aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH in Höhe von -6.041 T€ (Vorjahr: -23.402 T€) erheblich beeinflusst. Der Rückgang des Aufwands aus dem Ergebnisabführungsvertrag ist insbesondere auf die Neuausrichtung des operativen Geschäfts und Effizienzmaßnahmen zurückzuführen. 2.2 Finanz- und Vermögenslage Das Anlagevermögen hat sich in 2021 von 19.208 T€ auf 15.271 T€ verringert. Grund hierfür sind vor allem Anpassungen, planmäßige Abschreibungen sowie der Verkauf von Wertpapieren. Das Umlaufvermögen betrug zum 31. Dezember 2021 28.970 T€ (Vorjahr: 49.693 T€). Der Rückgang ist zum einen auf den Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 10.835 T€ auf 9.795 T€ (Vorjahr: 20.630 T€) und zum anderen auf eine Verringerung des Kassenbestandes und der Guthaben bei Kreditinstituten zum 31. Dezember 2021 auf 18.846 T€ (Vorjahr: 28.034 T€) zurückzuführen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen veränderten sich dabei aufgrund gesunkener interner Dienstleistungen gegenüber der Medigene Immunotherapies GmbH auf 9.795 T€ (Vorjahr: 20.630 T€). Der Rückgang des Eigenkapitals zum 31. Dezember 2021 um auf 31.054 T€ (Vorjahr: 37.006 T€) beruht auf dem Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 5.951 T€. Der kumulierte Bilanzverlust zum 31. Dezember 2021 beträgt von 451.225 T€ (Vorjahr: 445.274 T€). Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 von 27.114 T€ auf 9.939 T€ ist hauptsächlich auf die Verlustübernahme aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH zurückzuführen. 3 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Erfolg bedeutet für Medigene, geschäftliche Chancen zu nutzen sowie Risiken einzugehen, und dementspre- chend verantwortungsbewusst zu handeln. Neben den unternehmerischen Chancen, die sich Medigene bieten und deren Nutzung eine nachhaltige Wertschöpfung für das Unternehmen und seine Aktionäre nach sich zieht, identifiziert und evaluiert das Management von Medigene ebenso die möglichen und für Medigene relevantes- ten Risiken. Die relevantesten Chancen und die sich aus deren Nutzung möglicherweise ergebenden Risiken werden nachfol- gend erläutert. Hierin enthalten sind auch wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanage- mentsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess gemäß §§ 289 Absatz 4 bzw. 315 Absatz 4 HGB. Sowohl Chancen als auch Risiken werden aus Konzernsicht dargestellt, da diese für die Medigene AG sowie für den Medigene Konzern identisch sind. 3.1 Chancen und Risiken der Medikamentenentwicklung 3.1.1 Immuntherapien in der Onkologie In Übereinstimmung mit ihrer Gesamtstrategie hat sich Medigene auf die TCR-T-Immuntherapie fokussiert und beabsichtigt, ihre Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen weiterhin auf diese Technologie zu konzentrieren, die darauf abzielt, T-Zellen zur Erkennung und Bekämpfung von Krebs einzusetzen. Obwohl mehrere TCR-T-basierte Produktkandidaten von Dritten entwickelt werden, ist nach Kenntnis von Medigene bisher keiner davon für den Verkauf in der EU oder den USA zugelassen worden. Medigene unterliegt den typischen Branchen- und Marktrisiken bei der Entwicklung pharmazeutischer Produkte mittels neuer Technologien. Die Entwicklung der TCR-T-Technologie befindet sich noch in einem frühen Stadium, und es liegen bisher nur wenige Daten aus klinischen Studien vor. Jegliche Fehlschläge oder Rückschläge bei Anwendung der TCR-T-Technologie, ob von Medigene oder Dritten entwickelt, einschließlich unerwünschter Nebenwirkungen, könnten sich nachteilig auf die Entwicklungskandidaten und die Forschungspipeline von Medigene auswirken. Wenn die TCR-T-Technologie nicht sicher ist, könnte Medigene gezwungen sein, alle ihre derzeitigen Entwicklungsprojekte aufzugeben oder neu zu beginnen, was erhebliche nachteilige Auswirkungen auf das Geschäft, die Betriebsergebnisse, die finanzielle Lage und die Aussichten von Medigene haben könnte. Die Entwicklung eines neuartigen Produkts dauert in der klassischen Medikamentenentwicklung erfahrungs- gemäß bis zu 15 Jahre. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass einzelne oder alle Therapeutika von Medigene nicht erfolgreich entwickelt und vermarktet werden können. Es ist möglich, dass sie die zur Vermarktung oder Weiterentwicklung erforderliche Zulassung durch die Behörden nicht erhalten, dass einer oder alle Medikamentenkandidaten sich als bedenklich oder wirkungslos erweisen, dass die Entwicklung von Therapien nicht ausreichend finanzierbar ist und dass die Produkte in großen Mengen nicht herstellbar, nicht wirtschaftlich zu vermarkten oder nicht ausreichend wettbewerbsfähig sind. Weiterhin können die Eigentumsrechte Dritter der Vermarktung von Therapeutika entgegenstehen oder Dritte überlegene beziehungsweise kostengünstigere Produkte auf den Markt bringen. Experten gehen nach wie vor davon aus, dass Krebsimmuntherapien angesichts der zunehmenden Belege für ihre Wirksamkeit und der attraktiven Geschäftsabschlüsse zwischen Pharma- und Biotech-Unternehmen zu einem der am stärksten beobachteten Bereiche sowohl für Wissenschaftler als auch für Investoren werden.12 Marktanalysen zufolge wird der weltweite Markt für Krebsmedikamente mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,5% wachsen und im Jahr 2026 mehr als 319 Mrd. $ erreichen. Innerhalb dieses Segments werden immunonkologische Produkte voraussichtlich ein wichtiger Umsatzträger sein.13 3.1.2 Arzneimittelentwicklung und -zulassung Hochinnovative Therapieformen, wie zelluläre Immuntherapien gegen Krebserkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf, durchlaufen die klinische Entwicklung teilweise schneller als klassische pharmazeutische Produkte. Dabei haben Behörden, die in verschiedenen Ländern für die Arzneimittelzulassung zuständig sind (insbesondere die US-amerikanische FDA und die europäische EMA) in etlichen Fällen verkürzte Zulassungs- verfahren etabliert. Besonders wenn für sonst unheilbar kranke Patienten keine verfügbaren Behandlungs- optionen existieren, können neuartige Therapieansätze wie die von Medigene möglicherweise zu solchen beschleunigten Verfahren führen. Dennoch müssen auch Medigenes Medikamentenkandidaten präklinische Entwicklungsschritte und verschiede- ne Phasen der klinischen Studien durchlaufen. In diesen Studien werden die Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Präparate untersucht. Verzögerungen der klinischen Studien und Verzögerungen bei der Rekrutierung von Patienten können zu steigenden Kosten führen und den Markteintritt verschieben. Weiter sind in klinischen Studien zahlreiche Partner involviert, wie Dienstleister und Prüfzentren, deren Ausfall weitreichende Folgen auf den Fortschritt, den zeitlichen Ablauf oder die Finanzierung einer Studie hätte. 12 Fierce Pharma Special report: The top 10 largest biopharma M&A deals in 2021, https://www.fiercepharma.com/special-report/top-10- biopharma-m-a-deals-2021 13 EvaluatePharma® World Preview 2021, Outlook to 2026 14th Edition – July 2021; https://info.evaluate.com/rs/607-YGS- 364/images/WorldPreviewReport_Final_2021.pdf Ebenso lassen positive Resultate vorangegangener Studien keine exakten Prognosen über künftige Studien- ergebnisse zu. Die Ergebnisse präklinischer und klinischer Studien sind nicht vorhersagbar und können sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Zahlreiche Pharma- und Biotechnologieunternehmen haben in klinischen Studien selbst nach vielversprechenden Ergebnissen in früheren Phasen Rückschläge erlitten. Im Bereich der zellulären Immuntherapien zeigten Studien einzelner anderer Unternehmen oder akademischer Einrichtungen bei einigen Patienten erhebliche Nebenwirkungen, die in Einzelfällen zum Tod führten. Negative Studienergebnisse können zu Verzögerungen oder gar zum Abbruch von einzelnen Studien oder Entwicklungsprogrammen führen. Umgekehrt müssen starke Nebenwirkungen oder auch einzelne therapiebedingte Todesfälle in Studien mit schwerstkranken Patienten ohne Therapiealternativen nicht unbedingt zu einem Abbruch einer Studie oder eines Entwicklungsprojekts führen. Die getesteten Therapien können bei einem insgesamt positiven Sicherheits- Wirksamkeits-Profil unter Umständen dennoch erfolgreich weiterentwickelt werden, wie Beispiele anderer Unternehmen verdeutlichen. Medigene arbeitet mit den Zulassungsbehörden zusammen und unterzieht alle Projekte in der Diskussion mit internen und externen Experten einer jährlichen Risikoabschätzung. Da Zelltherapien auf noch neuartigen Technologien basieren, könnten sich möglicherweise Änderungen in den regulatorischen Anforderungen ergeben. Diese könnten zu Verzögerungen der klinischen Entwicklung und der Zulassungsprozesse für Medigenes Therapien führen. Bei positivem Verlauf der präklinischen und klinischen Studien kann der Antrag auf Zulassung zur Vermarktung bei den entsprechenden Behörden gestellt werden. Nach Prüfung des Antrags und der vorgelegten Daten entscheiden die Behörden über die Zulassung eines Produkts zur Vermarktung. Es besteht das Risiko, dass Therapeutika aufgrund der eingereichten Daten nicht zugelassen werden, dass eine Zulassung unter Auflagen erteilt wird oder dass weitere Daten zur Zulassungserteilung erforderlich sind. Weiterhin besteht das Risiko, eine erteilte Marktzulassung ganz oder teilweise zu verlieren, wenn nachträglich schwerwiegende Qualitätsmängel oder Sicherheitsrisiken festgestellt werden. 3.1.3 Wettbewerb Medigene steht bei der Finanzierung, Entwicklung und Kommerzialisierung ihrer Immuntherapien im Wettbewerb mit anderen Unternehmen der Biotechnologie- und Pharmabranche. Dabei stellen unter anderem die klare Positionierung im Bereich der Immuntherapie, die hauseigene Technologie in diesem Bereich, die breite Patentposition sowie etablierte Kollaborationen mit anerkannten Firmen nach Medigenes Auffassung eine gute Wettbewerbsposition dar. Aus dieser Position heraus ist es Medigene bislang erfolgreich gelungen, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren, die Verpartnerung eigener Technologien voranzubringen, sowie Fortschritte bei der Entwicklung ihrer Immuntherapien zu erzielen. Sollten dennoch Wettbewerber vergleichbare Therapieansätze schneller und mit besseren Ergebnissen entwick- eln und vermarkten, könnte Medigene künftig nicht ausreichend in der Lage sein, Investoren und Geschäfts- partner für das Unternehmen zu gewinnen. Ebenso könnten schwerwiegende Rückschläge bei Wettbewerbern mit ähnlichen Therapieansätzen zu einem Vertrauensverlust auch gegenüber Medigenes Therapien und Techno- logien führen. Das Gebiet der Immuntherapie gegen Krebserkrankungen entwickelt sich schnell und dynamisch. Weitere Unternehmen werden in diesem Feld zunehmend aktiv und könnten Medigene möglicherweise ein- oder überholen. 3.1.4 Zusammenarbeit mit externen Entwicklungsdienstleistern Die Herstellung von zellbasierten Immuntherapeutika erfordert Spezialwissen und -erfahrung. Medigene ist davon überzeugt, dass ihre Mitarbeiter über ein hohes Maß an Kenntnissen in diesem Bereich verfügen, was einen strategischen Technologievorsprung darstellt. Medigene besitzt und betreibt derzeit allerdings keine Herstellungseinrichtungen zur Produktion ihrer zellulären Immuntherapien und ist deshalb speziell für die Durchführung klinischer Studien von Lohnherstellern abhängig. Diese Abhängigkeit von externen Lieferanten und Herstellern birgt Risiken für Medigene. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge und Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen. Außerdem könnten bestehende Verträge mit Herstellern nicht verlängert werden, Medigene keine geeigneten Partner finden und/oder Medigenes Partner keine ausreichenden Kapazitäten zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Dies könnte zu Verzögerungen oder zu einem Stopp bei der Herstellung des für die Entwicklung und Vermarktung der Therapien notwendigen Materials führen. Außerdem ist Medigene bei der präklinischen und der klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisa- tionen (clinical research organizations, CROs) abhängig. Medigene legt großen Wert darauf, erfahrene und renommierte Dienstleister zur Durchführung klinischer Studien heranzuziehen. Dennoch ist es möglich, dass ein Dienstleister eine Studie nicht in jeder Hinsicht sachgemäß durchführt oder der Vertrag gekündigt wird, was ebenfalls Verzögerungen in der Entwicklung oder höhere finanzielle Aufwendungen für klinische Studien nach sich ziehen oder sogar zum Abbruch einer Studie führen könnte. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf die Medigene im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat. Wenn die CROs ihren Verpflichtungen gegenüber Medigene nicht ordnungsgemäß und erfolgreich nachkommen, ist das Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage, eine behördliche Zulassung für seine Produktkandidaten zu erhalten. 3.2 Chancen und Risiken aus gewerblichen Schutzrechten, Lizenzverträgen und Partnerschaften 3.2.1 Gewerbliche Schutzrechte Gewerbliche Schutzrechte sowie geheim gehaltenes Know-how stellen einen wesentlichen Wert – insbesondere der Forschungs- und Entwicklungsprojekte – des Unternehmens dar. Medigene verfügt bereits über ein umfang- reiches Patentportfolio im Bereich der Immuntherapien. Neue Erfindungen durch Mitarbeiter werden umgehend gemeldet, bezüglich Relevanz und Verwertbarkeit geprüft und ggf. rechtsicher an Medigene übertragen, um sie zum Patent anzumelden. Medigenes Fähigkeit, jetzt und zukünftig Lizenzen auf ihre Technologie oder spezifische Projekte zu vergeben, beruht auf diesem Ansatz, der als wichtige geschäftliche Chance gesehen und daher konsequent verfolgt wird. Medigenes Erfolg hängt damit auch von der Fähigkeit ab, möglichst umfassenden Patentschutz für Technologien und Produkte zu erreichen, Geschäftsgeheimnisse zu wahren, sich gegen Rechtsverletzungen wirksam zu vertei- digen und die eigenen Rechte durchzusetzen, ohne dabei Rechte Dritter zu verletzen. Medigene verwendet zum Schutz der rechtlich geschützten Technologien und Produkte zusätzlich Vertraulichkeitsvereinbarungen und vertragliche Nutzungsbeschränkungen gegenüber Kooperationspartnern, Mitarbeitern, Beratern sowie anderen Vertragspartnern. Es kann keine Gewähr dafür übernommen werden, dass Patente nicht angefochten, für ungültig erklärt oder umgangen werden oder dass diese der Gesellschaft keinen kommerziellen Vorteil verschaffen werden. Die Gesellschaft beabsichtigt, gegen Rechtsverletzungen in angemessenem Umfang vorzugehen und das eigene Technologie- und Produktportfolio zu erweitern. In den betreffenden Bereichen könnten Dritte jedoch rechtlich geschützte Interessen aufgrund von gewerblichen Schutzrechten oder Kooperations-, Forschungs- und Lizenzvereinbarungen geltend machen. 3.2.2 Einlizenzierungen Medigene hat Lizenzen für geistiges Eigentum und Technologien erworben, die ihrer Meinung nach für das Unternehmen wichtig sind, insbesondere die Patentfamilie für TCR-Ts und DC-Impfstoffe, die vom Helmholtz Zentrum München einlizenziert wurden. Wenn Medigene ihre Verpflichtungen aus diesen oder anderen Vereinbarungen, einschließlich der Zahlungs- und Sorgfaltsbedingungen, nicht einhält, haben ihre gegenwärtigen und zukünftigen Lizenzgeber möglicherweise das Recht, diese Vereinbarungen zu kündigen. Darüber hinaus sind die Vereinbarungen, in denen Medigene Lizenzen für geistiges Eigentum oder Technologien von Dritten erhält, im Allgemeinen komplex, und spezielle Bestimmungen in solchen Vereinbarungen können unterschiedlich interpretiert werden. Meinungsverschiedenheiten bei der Vertragsauslegung, die Beendigung dieser Vereinbarungen oder die Einschränkung oder Beseitigung der Rechte von Medigene im Rahmen dieser Vereinbarungen können dazu führen, dass das Unternehmen Vereinbarungen zu möglicherweise nicht entsprechenden Bedingungen oder überhaupt nicht nachverhandeln oder neue Vereinbarungen aushandeln kann, oder dass es seine Rechte im Rahmen dieser Vereinbarungen verliert, einschließlich seiner Rechte an geistigem Eigentum oder Technologien, die für seine Entwicklungsprogramme wichtig sind. In diesem Fall ist Medigene möglicherweise nicht in der Lage, ein Produkt zu entwickeln oder herzustellen das von diesen Vereinbarungen abgedeckt ist, oder es drohen andere Strafen im Rahmen dieser Vereinbarungen. Dies könnte sich erheblich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit, die finanzielle Lage, die Betriebsergebnisse und die Prognose von Medigene auswirken. 3.3 Vermarktungs- und Kooperationsvereinbarungen Aufgrund der erheblichen finanziellen Mittel, die benötigt werden, um ein neues Medikament zur behördlichen Zulassung zu bringen und es anschließend erfolgreich vermarkten zu können, ist Medigene in verschiedenen Stadien der Entwicklung auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen in der Branche angewiesen. Solche Partnerschaften zur Entwicklung und/oder Vermarktung von Medigenes Therapien stellen eine attraktive Geschäftschance dar, da sie die Technologien des Unternehmens validieren und üblicherweise zu einer zeitnah- en Entlohnung für die bereits geleistete Entwicklungsarbeit im jeweiligen Kooperationsgebiet beitragen und darüber hinaus Medigene am zukünftigen Erfolg bei der Entwicklung und späteren Vermarktung partizipieren lassen. Solche Partnerschaften können somit einen signifikanten positiven Einfluss auf die Ertragslage des Unternehmens herbeiführen. Auch verringert sich mit entsprechenden Partnerschaften gegebenenfalls die Notwendigkeit für Medigene, sich regelmäßig über den Kapitalmarkt refinanzieren zu müssen. Eine so erlangte finanzielle Stärkung kann mitunter in Zeiten eines schwierigen Kapitalmarktumfelds zu einem entscheidenden Vorteil erwachsen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich Kollaborationspartner zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund interner strategischer und anderer Überlegungen entscheiden, erworbene Rechte teilweise oder vollständig an Medigene zurückzugeben oder entsprechende Projekte nicht weiter zu entwickeln. Zudem besteht das Risiko, dass in Partnerschaften vereinbarte Ziele bzw. Meilensteine nicht erreicht werden oder Medigene von solchen Erfolgen keine Kenntnis hat, wenn sie eintreten, und damit entsprechende erfolgsabhängige Zahlungen verzögert werden oder ganz ausbleiben. Auch kann nicht garantiert werden, dass bestehende oder künftige Partnerunternehmen die Medikamente in dem von Medigene erwarteten Umfang vermarkten und vertreiben können. Dies könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nachteilig beeinflussen, die weitere Entwicklung betroffener Programme substanziell verzögern sowie einen Vertrauensverlust in der Industrie und bei Investoren nach sich ziehen. Für die Erforschung und Entwicklung der Immuntherapien strebt Medigene neben den bereits existierenden Kollaborationen weitere Verbindungen mit potenziellen Entwicklungs- bzw. Kooperationspartnern an. Gelingt der Abschluss solcher Kooperationsvereinbarungen nicht, könnte dies die Fähigkeit der Gesellschaft zur Entwick- lung ihrer Immuntherapie-Plattformen verzögern, verhindern oder unangemessen verteuern. Dies könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nachteilig beeinflussen. 3.4 Chancen und Risiken aus RhuDex® Zunächst konzentrierte Medigene seine Geschäftstätigkeit auf die Erforschung und Entwicklung verschiedener Arten von Medikamenten zur Behandlung verschiedener Krankheiten. Seit 2014 hat Medigene seine Altproduk- te, darunter RhuDex®, veräußert oder auslizenziert. Der Lizenznehmer ist für die weitere Entwicklung des Medikamentenkandidaten RhuDex® verantwortlich und Medigene hat Anspruch auf Zahlungen bei Erreichen bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Meilensteine sowie auf Umsatzbeteiligungen nach der Zulassung. Unter bestimmten Umständen ist der Lizenznehmer jedoch berechtigt, die Entwicklung des Arzneimittelkandidaten zu stoppen oder zu verschieben. Sollte die Entwicklung des Arzneimittelkandidaten nicht erfolgreich verlaufen oder verzögert oder gestoppt werden, kann Medigene Meilensteinzahlungen oder Umsatzbeteiligungen verspätet oder gar nicht erhalten. RhuDex® wurde im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung an den beizulegenden Zeitwert angepasst. Auf Vermögenswerte, die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens könnten sich die genannten Risiken negativ auswirken. 3.5 Finanzielle Chancen und Risiken 3.5.1 Finanzierungsbedarf für die Produktentwicklung Seit der Gründung der Medigene AG im Jahr 1994 hat das Unternehmen in fast jedem Geschäftsjahr operative Verluste ausgewiesen, da die F&E-Aufwendungen die jeweiligen Umsätze bzw. das jeweilige Bruttoergebnis überstiegen. Das künftige Erreichen der Profitabilität hängt von operativen Fortschritten sowie von strategischen Entscheidungen des Unternehmens ab und ist noch nicht gesichert. Medigene finanziert seine gegenwärtigen Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu einem hohen Maß durch Eigenkapital. Die Möglichkeit sich zu gegebener Zeit bei Investoren durch Kapitalmaßnahmen finanzieren zu können, hängt dabei sowohl von der Gesamtentwicklung des Kapitalmarkts ab als auch von operativen Fort- schritten des Unternehmens sowie von Medigenes Fähigkeit, sich bei Investoren als attraktives Investitionsziel darzustellen. Hierfür präsentiert Medigene regelmäßig bei Investorenveranstaltungen und sucht unter anderem in persönlichen Gesprächen den intensiven Dialog mit Investoren. Kapitalmarktphasen, in welchen eine positive Grundstimmung die Möglichkeit zur Refinanzierung ermöglicht, werden dabei konsequent genutzt, um die Liquiditätslage des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern. Voraussetzung für erfolgreiche Kapitalmaßnahmen ist eine positive Entwicklung des Aktienkurses, dessen Wert von Fortschritten oder auch möglichen Rückschlägen in der Produktpipeline sowie von weltweiten Branchen- und Kapitalmarktentwicklungen abhängig ist. Eine weitere Quelle für zusätzliche Finanzmittel sind Entwicklungspartnerschaften mit, sowie Auslizenzierungen oder Verkäufe von Produktkandidaten an andere in der Branche tätige Unternehmen. Im Rahmen solcher Verträge erhält Medigene üblicherweise Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- oder kommerzieller Ziele, Erstattung der Kosten für Forschung und Entwicklung und Umsatzbeteiligungen. Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss neuer Partnerschaften um beispielsweise direkt höhere Summen als Vorabzahlung zu erhalten sind Medigenes wissenschaftlicher Ruf in der Branche und die Fähigkeit, qualitativ hochwertige wissenschaftliche Daten zu generieren und dem Fachpublikum neue Technologien zu präsentieren. Spätere Zahlungen, z.B. Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen, unterliegen den branchenüblichen Risiken der Produktentwicklung (siehe Abschnitt 3.1 ab S. 12). Es besteht das Risiko, dass Medigene nicht immer ausreichende Mittel zu akzeptablen Bedingungen zur Verfügung stehen. In diesem Fall müsste Medigene möglicherweise Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder Verwaltung reduzieren. Der Vorstand ist derzeit jedoch der Ansicht, dass die für die Finanzierung des Unternehmens erforderlichen Mittel rechtzeitig aufgebracht werden können. 3.5.2 Risiken in Bezug auf Steuern Medigene unterliegt in mehreren Jurisdiktionen, in welchen sie tätig ist, unterschiedlichen Formen der Besteuerung. Die zu zahlende Einkommenssteuer kann auf der Grundlage von Verrechnungspreisregeln oder Gewinnzuteilungsregeln festgesetzt werden, die möglicherweise nicht zwischen den verschiedenen Jurisdiktionen abgestimmt sind und dadurch möglicherweise eine Doppelbesteuerung auslösen. Das Steuerrecht und die Steuerverwaltung sind komplex und erfordern oft, dass Medigene durch seine externen Steuerberater subjektive Entscheidungen trifft. Änderungen der Steuergesetze oder deren Auslegung oder Anwendung oder Änderungen der Höhe der Steuern, die den Unternehmen auferlegt werden, könnten die zukünftige Steuerlast von Medigene erhöhen. Jegliche Änderungen der Steuergesetze oder deren Auslegung könnten auch den Betrag an Finanzmitteln, den Medigene erhält oder verdient, den Wert der steuerlichen Verlustvorträge und den Betrag des Cash-Flows von Medigene verringern und wesentliche nachteilige Auswirkungen auf das Geschäft, die Finanzlage und das Betriebsergebnis von Medigene haben. Steuerbehörden auf der ganzen Welt prüfen Transaktionen immer strenger und stimmen möglicherweise nicht mit den Feststellungen überein, die Medigene durch seine externen Steuerberater in Bezug auf die Anwendung des Steuerrechts trifft. Als Ergebnis laufender oder zukünftiger Steuerprüfungen oder anderer Überprüfungs- maßnahmen durch die zuständigen Finanz- oder Steuerbehörden könnten die internen Steuerbescheide von Medigene, wie sie von ihren externen Steuerberatern erstellt werden, einschließlich der Auslegung und Anwen- dung von Steuergesetzen, wie z.B. ihre Steuerpositionen in Bezug auf bestimmte immaterielle Vermögenswerte (z.B. ihre Rechte an geistigem Eigentum) oder in Bezug auf Steuerabzüge, wie z.B. diejenigen, die mit Finanzierungskosten verbunden sind, angefochten werden, und infolgedessen könnten revidierte und zusätzliche Steuern, einschließlich Zinsen und Strafzahlungen, in Bezug auf zukünftige oder frühere Steuerveranlagungszeiträume festgesetzt werden. 3.5.3 Planungsrisiken Medigenes Management erstellt mindestens einmal jährlich einen ausführlichen Geschäftsplan, in welchen die Ergebnisse der Portfoliosteuerung und -bewertung einfließen. Dieser Plan beinhaltet zahlreiche Annahmen, unter anderem bezüglich des Projektfortschritts, des Ausgangs klinischer Studien, des Abschlusses neuer Lizenz- vereinbarungen und Entwicklungspartnerschaften, der Entwicklung von Produktumsätzen sowie der damit verbundenen Aufwendungen und der Rahmenbedingungen innerhalb der relevanten pharmazeutischen Marktsegmente. Die getroffenen Annahmen können erheblich von der zukünftigen Entwicklung abweichen. Wichtige Voraussetzungen für das Erreichen der Finanzziele sind der erfolgreiche Verlauf von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Fortschritte in der Kommerzialisierung von Medikamenten und Medikamentenkandidaten. Indirekt könnte die Planung auch nicht unerheblich von den Aktivitäten der Kooperationspartner beeinflusst werden. Es kann nicht garantiert werden, dass Medigene die für das Erreichen der Finanzziele notwendigen Fortschritte erzielt und die Partner wie erwartet ihrerseits geschäftlich erfolgreich sind. Medigenes Planungen basieren auf Annahmen hinsichtlich zukünftiger Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sowie auf Einschätzungen zum Markt- und Wettbewerbsumfeld. Diese Annahmen können sich als unzutreffend erweisen und so einen negati- ven Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben. 3.6 Allgemeine und organisatorische Chancen und Risiken 3.6.1 Personal Qualifizierte Mitarbeiter und ein erfahrenes Führungspersonal sind elementare Faktoren für Medigene. Persön- lichkeiten mit herausragenden Kompetenzen und Fähigkeiten langfristig an das Unternehmen zu binden, wird sich positiv auf die Unternehmens- und Finanzziele auswirken. Medigene bleibt zuversichtlich, auch künftig bei Bedarf wichtige Mitarbeiter gewinnen zu können. Dennoch herrscht ein intensiver Wettbewerb insbesondere um Mitarbeiter mit branchenspezifischem Know- how. Der wirtschaftliche Erfolg von Medigene wird auch in Zukunft davon abhängen, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter für diese Bereiche zu finden und an das Unternehmen zu binden sowie angemessene Maßnahmen zur Weitergabe von Spezialwissen zu ergreifen. Das Risiko kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern oder der Verlust von Führungspersonen mit Schlüsselkompetenzen zu einem Wachstumshemmnis für Medigene wird, was sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Medigene auswirken könnte. 3.6.2 Rechtliche Risiken und Haftungsrisiken Es sind aktuell keine gerichtlichen Rechtsstreitigkeiten anhängig, die einen erheblichen Einfluss auf die wirt- schaftliche Lage der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaften haben können. Für die Zukunft können Rechtsstreitigkeiten nicht ausgeschlossen werden. Diese könnten sich z.B. aus möglichen Klagen wegen behaup- teter Patentverletzungen oder Klagen von Studienteilnehmern oder Klagen aus Produkthaftung ergeben, aus Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von kapitalmarktrechtlichen Vorschriften oder aus Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit existierenden Lizenz- oder Kollaborationsverträgen. Medigene ist dem Risiko erheblicher Schadenersatzforderungen ausgesetzt, falls ein Patient in klinischen Studien oder bei der Behandlung mit von Medigene entwickelten Therapien erhebliche Nebenwirkungen erleidet. Insbesondere könnten sich bei Nebenwirkungen Schadenersatzforderungen ergeben, welche die vorhandene Versicherungsdeckung von Medigene übersteigen und sich deshalb nachteilig auf die Finanz- und Ertragslage sowie den Barmittelbestand der Gesellschaft auswirken könnten. 3.6.3 IT- und Datensicherheitsrisiken Medigene ist von informationstechnischen Systemen, Infrastrukturen und Daten abhängig. Die Vielzahl und Komplexität der Computersysteme von Medigene machen sie von Natur aus anfällig für Unterbrechung oder Zerstörung von Diensten, böswilliges Eindringen und zufällige Angriffe. Ebenso können Datenschutz- oder Sicherheitsverletzungen durch Dritte, Mitarbeiter, Auftragnehmer oder andere ein Risiko darstellen, dass sensible Daten, einschließlich des geistigen Eigentums von Medigene, Geschäftsgeheimnisse oder persönliche Informationen von Mitarbeitern, Patienten oder anderen Geschäftspartnern, unbefugten Personen oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Cyberangriffe nehmen in ihrer Häufigkeit, Raffinesse und Intensität zu. Cyberangriffe können den Einsatz von schädlicher Malware, Denial-of-Service, Social Engineering und andere Mittel beinhalten, um die Zuverlässigkeit von Diensten zu beeinträchtigen und die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten zu bedrohen. Medigenes Geschäfts- und Technologiepartner sind mit ähnlichen Risiken konfrontiert, und jede Verletzung der Sicherheit ihrer Systeme könnte sich negativ auf die Sicherheitslage von Medigene auswirken. Obwohl Medigene in den Schutz ihrer Daten- und Informationstechnologie-Infrastruktur investiert hat und weiterhin investiert, kann nicht garantiert werden, dass ihre Bemühungen oder die Bemühungen ihrer Partner und Lieferanten Serviceunterbrechungen verhindern oder Verletzungen ihrer Systeme identifizieren, die sich negativ auf ihr Geschäft und ihre Betriebsabläufe auswirken und/oder zum Verlust kritischer oder sensibler Informationen führen könnten, was zu finanziellen, rechtlichen, geschäftlichen oder rufschädigenden Einbußen für Medigene führen könnte. 3.6.4 Höhere Gewalt einschließlich Epidemien, Krieg, Klima und Umwelt Die rasche weltweite Ausbreitung eines neuartigen Coronavirusstammes (SARS-CoV-2, verursacht die COVID-19- Erkrankung) und immer wieder neu auftretende Varianten haben zu einer erheblichen Volatilität auf den globalen Finanzmärkten und zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Verhängung von beispiellos weitreichenden Kontrollmaßnahmen durch viele Länder (inklusive Deutschland) geführt, einschließlich vorübergehender Veranstaltungs- und Reiseverbote, der Schließung von Schulen, Restaurants, anderen Geschäften und Landesgrenzen sowie Verbote von öffentlichen und privaten Versammlungen. Die Dauer und die geografische Auswirkung der Geschäftsunterbrechung und der damit verbundenen finanziellen Auswirkungen, die aus der laufenden COVID-19-Pandemie resultieren, können nicht vernünftig abgeschätzt werden, und Medigenes Geschäft bleibt anfällig für negative Auswirkungen von der Pandemie. COVID-19 könnte die Mitarbeiter von Medigene oder die Mitarbeiter von Drittanbietern von Dienstleistungen betreffen, was den Betrieb oder die Einrichtungen von Medigene oder deren Mitarbeiter beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus könnte sich der Einschluss von Patienten in klinische Studien von Medigene oder ihren Partnern aufgrund von COVID-19 verzögern, da Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen möglicherweise Ressourcen umverteilen. Medigene ist auf CROs und andere Drittanbieter angewiesen, die das Unternehmen bei der Verwaltung, Überwachung und anderweitigen Durchführung der präklinischen und klinischen Studien unterstützen. Die Pandemie kann ihre Fähigkeit beeinträchtigen, ausreichend Zeit und Ressourcen für die Programme von Medigene aufzuwenden. Medigene ist auch auf Drittlieferanten und Vertragshersteller (contract manufacturing organization, CMO) angewiesen, um die Produktkandidaten herzustellen, die Medigene in klinischen Studien verwendet, und die Pandemie kann zu Verzögerungen bei der Lieferung der Produktkandidaten führen. Infolgedessen kann sich der erwartete Zeitrahmen für den Erhalt der Daten aus den präklinischen und klinischen Studien von Medigene und bestimmten behördlichen Einreichungen negativ auswirken, was sich negativ auf das Geschäft von Medigene auswirken würde. Zudem können sich hieraus Auswirkungen auf die zukünftigen Jahres- und Konzernabschlüsse ergeben, wie beispielsweise die Bewertung und Werthaltigkeit der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte, der finanziellen Vermögenswerte aus Eigenkapitalinstrumenten oder langfristigen anderen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte. Außerdem könnte sich die Umsatzrealisierung aus den passivierten Vertragsverbindlichkeiten dadurch verzögern, wenn die Forschungsperiode verlängert bzw. der Beginn der Forschungsperiode verschoben werden sollen. Kriege und speziell die aktuelle Situation im Rahmen der Ukraine-Krise haben keinen Einfluss auf das Geschäft von Medigene und die Entwicklungsprojekte und wirken sich nicht nachteilig auf die Finanz- und Ertragslage sowie den Barmittelbestand der Gesellschaft aus. Basierend auf Medigenes Geschäftsmodell bestehen bei Medigene keine potenziellen Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Klimawandel und Wasserknappheit. Daher erwartet die Gesellschaft gegenwärtig auch keine wesentlichen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rechnungslegung. 3.7 Risikomanagement und internes Kontrollsystem 3.7.1 Grundsätze der Risikoerfassung und des Risiko-Controlling Medigenes Management setzt bei der Geschäftssteuerung ein Risikomanagementsystem ein, das flexibel an neue Situationen angepasst und stetig überprüft wird. Die sich aus der geschäftlichen Tätigkeit ergebenden Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit und dem möglichen Verlustpotential systematisch erfasst und bewertet. Das darauf basierende Informationsmanagement beinhaltet eine regelmäßige Berichterstattung der verantwortlichen „Risk-Manager“ an den Vorstand zu neu aufgetretenen Risiken, eine mindestens vierteljährlich stattfindende Evaluierung sämtlicher Unternehmensrisiken analog der vom Vorstand erlassenen Risikodefinition und das Erfordernis der sofortigen Berichterstattung bei unternehmensgefährdenden Risiken. Dabei sind alle Mitarbeiter ermutigt, offen, vollständig und zeitnah über alle geschäftlichen Vorfälle zu berichten, die poten- zielle Risiken beinhalten und diese dann vollumfänglich und offen mit dem Vorstand zu diskutieren. Eine umfassende Information zu den berichteten Risiken erfolgt seitens des Vorstands an den Aufsichtsrat im Rahmen der mindestens vier Mal im Jahr stattfindenden Sitzungen. Diese regelmäßige Kommunikation ermög- licht es dem Vorstand, eventuelle Risiken zu identifizieren, Auswirkungen auf Medigene zu evaluieren und angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten. Eine weitere wichtige organisatorische Sicherungsmaßnahme ist die Vermeidung insbesondere von finanziellen Risiken, vor allem durch Funktionstrennung. Risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle sollen nie von einem Mitarbeiter allein durchgeführt werden – vielmehr sind für die Entscheidungsfindung und Entscheidung grundsätzlich mehrere Personen verantwortlich. Standardisierte Arbeitsanweisungen und Arbeitsabläufe sowie deren Protokollierung stellen sicher, dass Arbeitsschritte einheitlich und nachvollziehbar ausgeführt werden. EDV-Risiken sind durch klar geregelte und regelmäßig überprüfte Zugriffsbeschränkungen sowie Regelungen für Systementwicklung und -pflege beschränkt. Dabei dienen Formulare, Arbeitsblätter und Laborbücher der voll- ständigen Erfassung und Dokumentation von Daten und Geschäftsabläufen. Medigenes Controlling verantwortet die zielorientierte Koordination der Planung, Informationsversorgung, Steuerung und Kontrolle. Um Abweichun- gen in der Geschäftsentwicklung aufzuzeigen, durchlaufen alle Projekte monatlich einen Soll-Ist-Vergleich auf Basis der jeweiligen Planzahlen, dessen Ergebnis regelmäßig mit den Projektleitern und dem Vorstand bespro- chen wird. 3.7.2 Interne Strategieüberprüfung Medigene überwacht in regelmäßigen Abständen die mittel- bis langfristige Strategie des Unternehmens, da sich aus dieser die Priorisierung von geschäftlichen Chancen und damit der therapeutischen Entwicklungsprojekte ergibt. Dabei wird evaluiert, ob identifizierte Chancen in der Geschäftsentwicklung in Bezug zu den sich hieraus ergebenden Risiken in Einklang zu bringen sind. Als Resultat dieser regelmäßigen Überwachung der Unterneh- mensstrategie werden gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen und langfristige Unternehmensziele defi- niert. Informationen zur Unternehmensstrategie finden sich im → Abschnitt 1.1 „Unternehmensüberblick“ auf S. 1. 3.7.3 Portfoliostrategie zur Verminderung des Gesamtrisikos Das Gesamtrisiko bezüglich des Bestands und Erfolgs von Medigene wird im Wesentlichen durch die Einzelrisiken aus den verschiedenen Unternehmensbereichen bestimmt. Sowohl der Unternehmenserfolg als auch der zukünftige Bestand von Medigene hängen maßgeblich von der erfolgreichen Arzneimittelentwicklung, Verpartnerung, Produktvermarktung sowie den Kapitalmarktbedingungen ab. Chancen und Risiken, die sich aus der klinischen Entwicklung und Produktvermarktung sowie durch den Abschluss strategischer Partnerschaften mit der Biotech-/Pharmaindustrie und der Finanzierung des Unternehmens ergeben, fließen in die Gesamtbewertung ein. Medigene begegnet dem prinzipiell hohen Ausfallrisiko einzelner Projekte durch einen Portfolio-Ansatz, der auf verschiedenen, voneinander unabhängigen technologischen und wissenschaftlichen Projekten und Partnerschaften zur Verbreiterung des eigenen Portfolios an T-Zell-basierten Therapien sowie neuen Technologien beruht. Medigenes Projektportfolio wird aktiv gesteuert und regelmäßig bewertet. Zur Steuerung zählt die Erstellung von Entwicklungsplänen für die einzelnen Projekte, die vom Vorstand verabschiedet und überwacht werden. Die regelmäßige Bewertung der einzelnen Projekte basiert auf der Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken. Neben den technischen Entwicklungsrisiken werden die Patentposition und die wissenschaftlichen Fortschritte potenzieller Wettbewerber, sowie das allgemeine Geschäftsumfeld der Pharmaindustrie im Bereich der Onkolo- gie kontinuierlich analysiert und bewertet. Zusätzlich fließen Überlegungen zur klinischen Entwicklung, zu den Zulassungsbedingungen und der Prozessentwicklung hinsichtlich der Portfoliostrategie in die Bewertung ein. Ein wesentliches Element nach Ermessen des Managements ist außerdem die Analyse der aktuellen und zukünf- tigen Entwicklung des spezifischen Segments Onkologie als Sub-Sektor des Arzneimittelmarktes sowie in der allgemeinen Gesundheitspolitik. Hierbei werden insbesondere Entwicklungen im Bereich der Kostenerstattung im Gesundheitswesen sowie Richtlinien zur Behandlung von Krebserkrankungen kontinuierlich betrachtet. Die Ergebnisse werden in einer Szenarien-Analyse zusammengefasst, die eine wirtschaftliche Bewertung einzel- ner Projekte auf der Basis abgezinster Barmittelflüsse einschließt. Diese Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeits- studie fließt dann in die Entscheidung über Medigenes Gesamtportfolio und die zukünftige strategische Ausrich- tung des Unternehmens ein. 3.7.4 Geschäftsplanung und -prognose Das Management erstellt mindestens einmal jährlich einen ausführlichen Geschäftsplan. Dieser Plan beinhaltet zahlreiche Annahmen, unter anderem bezüglich der Projektfortschritte, des Ausgangs klinischer Studien, des Abschlusses neuer Lizenzvereinbarungen, der Entwicklung der Kapitalausstattung und Finanzsituation sowie der Rahmenbedingungen innerhalb der relevanten pharmazeutischen Marktsegmente. Die getroffenen Annahmen können erheblich von der zukünftigen Entwicklung abweichen. Um das Unternehmen trotz der sich hieraus erge- benden Unsicherheiten erfolgreich steuern zu können, werden bezüglich der wesentlichen Annahmen unter- schiedliche Szenarien entwickelt, die zum Ziel haben, die unter Chancen- und Risikogesichtspunkten erfolgver- sprechendste Strategie zu verfolgen und dabei die Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen. Die Einhaltung des Geschäftsplans wird fortlaufend überwacht. Die Steuerung des Unternehmens basiert auf monatlichen Soll-Ist-Vergleichen. Der Geschäftsplan wird außerdem angepasst, sobald sich Änderungen bezüg- lich der getroffenen Annahmen ergeben. Zudem erfolgt monatlich eine Liquiditäts- und Eigenkapitalplanung. 3.7.5 Rechnungslegungsbezogenes Kontrollsystem Medigene versteht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und lehnt sich an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, zum rechnungslegungs- bezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem an. Unter einem internen Kontroll- system werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind und die folgenden Ziele verfolgen: → die Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen), → → die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, Bereiche und Abteilungen eingebunden. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen und im Konzern. Medigene erachtet solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht maß- geblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente: → → → Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den konzernweiten Rechnungslegungsprozess; Kontrollen zur Überwachung des konzernweiten Reportingsystems und deren Ergebnisse auf den Ebenen der Bereiche und Abteilungen sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften; Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbe- zogenen Gesellschaften, Einheiten und Bereiche, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und der Anwendung vordefinierter Genehmigungsprozesse in relevanten Bereichen; → interne Prüfung des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems durch das Management. Der Konzern hat darüber hinaus in Bezug auf den konzernweiten Rechnungslegungsprozess ein Risikomanage- mentsystem implementiert, dass Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses sicherzustellen. 3.8 Risikoeinschätzung Nach Evaluierung der Gesamtrisikolage wurden die sich aus der Geschäftstätigkeit ergebenden wichtigsten Risikokomplexe systematisch nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem möglichen Verlustpotenzial (Bruttobetrachtung) bewertet. Aufgrund von Medigenes anhaltender Abhängigkeit vom Kapitalmarkt zur Sicherung seiner Finanzierung, werden bei der Risikobewertung neben ihren möglichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage stets auch die möglichen Auswirkungen auf den Aktienkurs bzw. auf Medigenes Wahrnehmung durch Kapitalmarktteilnehmer bewertet. Es wird zwischen kurz- und mittelfristigen Risiken unterschieden. Nach Managementermessen ist das Unternehmen 6 Hauptrisiken ausgesetzt, die sich teilweise wiederum aus Unterkategorien zusammensetzen. Unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit, des potenziellen Verlusts und der intern bereits getroffenen Gegenmaßnahmen beurteilt das Management prozentual, in welchem Maße die Unterkategorien zum Hauptrisiko beitragen und wie sich die Hauptkategorien im Verhältnis zueinander auf das gesamte unternehmerische Risiko auswirken. Die Zusammenfassung, welche sich in den oben beschriebenen Chancen und Risiken widerspiegelt und ergänzend zeigt, welche Chancen und Risiken sich auf welche Risiko-Kategorien auswirken, ist in der folgenden Tabelle dargestellt: Gewichtung Kurzfristig (1 Jahr) Mittelfristig (3 Jahre) HAUPT- KATEGORIEN UNTER- KATEGORIEN EINTRITTS- WAHRSCHEIN- LICHKEIT MÖGLICHES VERLUST- POTENZIAL EINTRITTS- WAHRSCHEIN- LICHKEIT MÖGLICHES VERLUST- POTENZIAL RISIKO-KATEGORIE 1) Forschung und Entwicklung 35% ●●● ●●● ●●● ●●● Strategische Ausrichtung des Unternehmens (4.1.1) TCR-T Produktentwicklung inkl. Marktzulassung (4.1.1, 4.1.2) Entwicklung von Werkzeugen und Technologien (4.1.1) Wettbewerb (4.1.1, 4.1.3) Abhängigkeit von Dritten (4.1.2, 4.1.4) 30% 25% ●●● ●●●●● ●●● ●●●●● ●●● ●●● ●●● ●●● 20% 20% 5% ●● ●● ●●●●● ●●● ●● ●● ●●●●● ●●● ●●●● ●●● ●●●● ●●● 2) Geistiges Eigentum und Lizenzen (4.1.1, 4.2.1, 4.2.2, 4.6.2) 5% ●● ●●● ●● ●●● 3) Bestehende und künftige Partnerschaften zur Kollaboration und Vermarktung (4.1.3, 4.3) 4) RhuDex® inkl. 20% ●●● ●●●● ●●● ●●●● Abschreibungspotenzial immaterieller Vermögenswerte (4.4) 5% ●●●● ●● ●●●● ●● 5) Finanzsituation 20% ●●● ●●●● ●●● ●●●● Künftige Finanzierung (4.3, 4.5.1) Sonstige finanzielle Risiken inkl. Steuern und Planungssicherheit (4.5.2, 4.5.3) 85% 15% ●●●● ●●●● ●●●● ●●●● ●● ●●●● ●● ●●●● 6) Allgemeines und Organisatorisches 15% ●●● ●● ●●● ●● Personal (4.6.1) 40% 60% ●●● ●●● ●●● ●●● Sonstige Risiken inkl. IT- Sicherheit, Rechtsstreitigkeiten und COVID-19 (4.6.2, 4.6.3, 4.6.4) ●● ●● ●● ●● Gewichtete Gesamtbeurteilung der Hauptrisikokategorien zueinander ●●● ●●● ●●● ●●● Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliches Verlustpotential Sehr wahrscheinlich (größer als 75%) Wahrscheinlich (zwischen 50% und 75%) Mittlere Wahrscheinlichkeit (zwischen 25% und 50%) Unwahrscheinlich (zwischen 10% und 25%) Sehr unwahrscheinlich (geringer als 10%) ●●●●● ●●●● ●●● ●● ●●●●● ●●●● ●●● ●● Sehr hoch (mehr als 20 Mio. €) Hoch (zwischen 10 und 20 Mio. €) Mittel (zwischen 5 und 10 Mio. €) Gering (zwischen 1 und 5 Mio. €) Sehr gering (unter 1 Mio. €) ● ● Auf Basis der evaluierten Risiken ist der Vorstand der Ansicht, dass trotz bestehender relevanter Risiken, die grundsätzlich mit der Entwicklung von Medikamenten und Therapien im Bereich Immuntherapien einhergehen, die Chancen und positiven Zukunftsaussichten für das Unternehmen überwiegen. Die aktuelle Risikobewertung hat unter Berücksichtigung der derzeit vom Vorstand geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmte Risiken identifiziert, die einzeln oder in Kombination den Fortbestand von Medigene kurz- oder mittelfristig gefährden könnten. Medigene ist sich dieser Risiken bewusst und der Vorstand ist der Ansicht, dass er angemessene Maßnahmen zu deren Minderung ergreift. Neben kurz- und mittelfristigen Risiken bestehen auch langfristige Risiken, die gegebenenfalls im Extremfall eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zur Folge haben könnten. Hierzu zählen insbesondere der Reihenfolge nach: 1.) Erfolglose Finanzierung der Entwicklungsprojekte des Unternehmens durch den Kapitalmarkt und/oder durch Kollaborationen 2.) Mangelnder Erfolg bei der klinischen Entwicklung und bei regulatorischen Zulassungs- verfahren der eigenen Entwicklungsprojekte 3.) Veränderung des Wettbewerbsumfelds, die möglicherweise dazu führen könnte, dass Medigenes Produkte nicht mehr als attraktiv angesehen werden könnten, z.B. durch Entwicklungen der Wettbewerber, die Medigenes Technologie obsolet machen würden 4.) Ungenügende Produktivität der eigenen Forschung, die dazu führen könnte, dass zukünftig keine klinischen Entwicklungskandi- daten identifiziert werden 5.) Akquisition der Medigene durch einen Wettbewerber, was die eigenständige Zukunft des Unternehmens gefährden würde. Die Risikotragfähigkeit des Unternehmens wird aufgrund des Geschäftsmodells anhand der Finanzierungssitua- tion bewertet. Zum 31. Dezember 2021 betrugen die liquiden Mittel 22.417 T€. Einschließlich der erhaltenen Vorabzahlung in Höhe von 26 Mio. € aus der im Februar 2022 unterzeichneten neuen Partnerschaft mit BioNTech, ist Medigene basierend auf der aktuellen Planung bis in das vierte Quartal 2024 finanziert. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hatte sich die Risikolage des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr nicht signifikant verändert. Seit Beginn des Jahres 2022 hat sie sich jedoch reduziert. Einerseits wird durch die neue Partnerschaft mit BioNTech die finanzielle Ausstattung deutlich verbessert und somit das Finanzierungsrisiko vermindert. Zudem trägt die Partnerschaft ebenfalls zur Minderung der Risiken bezüglich Forschung und Entwicklung bei, da im Rahmen der Forschungskollaboration mehrere neue Zielstrukturen untersucht werden und so Medigenes Technologie-Portfolio verbreitert wird. Andererseits wurde der letzte Patient für die dritte Dosiskohorte des Phase-I-Teils der klinischen Studie mit MDG1011 rekrutiert und erste Daten bezüglich Sicherheit, Verträglichkeit, Machbarkeit und biologischer und/oder klinischer Aktivität im Dezember 2021 bzw. Februar 2022 veröffentlicht, so dass Risiken einschließlich finanzieller Risiken diesbezüglich minimiert wurden. 4 ERLÄUTERNDER BERICHT UND CORPORATE GOVERNANCE 4.1 Angaben nach § 289a Absatz 1 HGB sowie erläuternder Bericht 4.1.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2021 24.562.658,00 € und ist eingeteilt in 24.562.658 auf den Namen lautende, nennwertlose Stückaktien auf die ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von 1,00 € je Aktie entfällt. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren sämtliche 24.562.658 Aktien im Handels- register eingetragen. Ein Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer Anteile ist ausgeschlossen, soweit nicht eine Verbriefung nach den Regeln einer Börse erforderlich ist, an der die Aktien zum Handel zugelassen sind. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Gesellschaft als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung und den gleichen An- teil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG, sowie aus der Satzung der Gesell- schaft. 4.1.2 Beschränkungen des Stimmrechts oder der Übertragung von Aktien In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien von Gesetzes wegen ausgeschlos- sen. Sonstige Beschränkungen, die die Stimmrechtsausübung oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn der Gesellschaft. 4.1.3 Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) muss jeder Anleger, der direkt oder indirekt durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Anzeigepflicht beträgt 3%. Medigene sind zum Ende der Berichtsperiode direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Medigene AG, die 10% der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, nicht gemeldet worden und auch nicht bekannt. 4.1.4 Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen, wurden von der Gesellschaft nicht ausgegeben. 4.1.5 Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die Aktien der Medigene AG halten, üben ihr Kontrollrecht wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Regelung und der Satzung aus. Es besteht keine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben. 4.1.6 Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung Der Vorstand der Gesellschaft besteht gemäß § 7 Absatz 1 der Satzung aus einer Person oder aus mehreren Per- sonen und wird gemäß § 7 Absatz 2 der Satzung und § 84 Absatz 1 AktG vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat ernennt eines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands. Der Aufsichts- rat kann gemäß § 84 Absatz 3 AktG die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorstandsvor- sitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Solche Gründe sind namentlich grobe Pflichtverlet- zung, Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung – es sei denn, dass das Vertrauen aus offensichtlich unsachlichen Gründen entzogen worden ist. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, wird das Mitglied nach § 85 AktG in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten gerichtlich bestellt. Die Änderung der Satzung ist in den §§ 179, 133 AktG geregelt. Jede Satzungsänderung bedarf danach eines Be- schlusses der Hauptversammlung, dem mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals zustimmen müssen, es sei denn, dass die Satzung eine andere Kapitalmehrheit bestimmt. Die Satzung der Gesellschaft bestimmt in § 18 Absatz 1, dass Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst werden, soweit nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften eine größere Mehrheit erforderlich ist. Dies ist beispielsweise bei der Schaffung genehmigten Kapitals (§ 202 Absatz 2 Satz 2 AktG) oder bedingten Kapitals (§ 193 Absatz 1 Satz 1 AktG) und der Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien (§ 182 Absatz 1 Satz 1 und 2 AktG) der Fall, wofür jeweils eine Mehrheit von drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals erforderlich ist. Der Aufsichtsrat ist nach § 15 der Satzung der Gesellschaft berechtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. 4.1.7 Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Der Vorstand hat gemäß § 76 Absatz 1 AktG die Gesellschaft unter eigener Verantwortung zu leiten, vertritt die Gesellschaft gemäß § 78 Absatz 1 AktG gerichtlich und außergerichtlich und hat die Möglichkeit, Aktien auszuge- ben oder zurückzukaufen. Die Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital und bedingten Kapitalia in Verbindung mit den dazugehörigen Ermächtigungsbeschlüssen zur Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuld- verschreibungen sollen den Vorstand in die Lage versetzen, einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Durch die Möglichkeit, im Einzelfall auch den Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen oder von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen durch die Ausgabe von Aktien der Gesellschaft an den Veräußerer zu bezahlen, kann die Gesellschaft eine Expansion ohne Belastung ihrer Liquidität durchführen. Die durch das bedingte Kapital gesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Vorstandsmit- gliedern in deutschen Aktiengesellschaften. Der Vorstand darf in den in § 71 Absatz 1 AktG genannten Fällen für die Gesellschaft eigene Aktien erwerben. Der Vorstand ist derzeit nicht zum Rückkauf eigener Aktien gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. Die Gesellschaft hält gegenwärtig keine eigenen Aktien. 4.1.8 Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels in Folge eines Übernahmeangebots stehen Solche Vereinbarungen existieren nicht. 4.1.9 Entschädigungsvereinbarung mit den Vorstandsmitgliedern oder den Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots Für die aktuellen Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Dolores Schendel (Beginn der Amtszeit: 1. Mai 2014, seit 1. Feb- ruar 2016 Vorstandsvorsitzende) und Axel Sven Malkomes (Beginn der Amtszeit: 1. April 2019), sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Kai Pinkernell (Amtszeit vom 1. April 2018 bis 31. März 2021) wurden in deren Vorstandsanstellungsverträgen für den Fall eines Kontrollwechsels Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch für die jeweiligen Vorstandsmitglieder vereinbart und bestimmte Entschädigungsvereinbarungen getroffen. Ein Kontrollwechsel im Sinne der Vorstandsdienstverträge liegt vor, wenn (i) ein Bieter, der zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Vertrages keine oder weniger als 5% der Stimmrechte der Gesellschaft hält, durch das Halten von mindestens 30% der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach § 30 WpÜG zuzurechnenden Stimmrechte) an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne von § 29 WpÜG erworben hat oder (ii) mit der Gesellschaft als abhängi- gem Unternehmen einen Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen und dieser wirksam geworden ist oder (iii) die Gesellschaft nach § 2 UmwG mit einem anderen Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 30% des Werts der Gesellschaft. Endet die Anstellung der Vorstandsmitglieder im Falle eines Kontrollwechsels auf Grund der Ausübung eines Sonderkündigungsrechts durch die Gesellschaft oder durch ein Vorstandsmitglied, hat das jeweilige Vorstands- mitglied Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung. Diese darf grundsätzlich nicht das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Bruttovergütung übersteigen. Für die Vorstandsmitglieder wurden jeweils in deren Vorstandsanstellungsverträgen für den Fall eines Kontrollwechsels („Sonderkündigungsgrund“) Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch für die Vorstandsmitglieder vereinbart. Der Gesellschaft sowie jeweils den Vorstandsmitgliedern steht für den Zeitraum von drei Monaten ab dem Zeitpunkt des Kontrollwechsels ein solches Sonderkündigungsrecht zu. Endet die Anstellung eines Vorstandsmitglieds aufgrund der Ausübung des oben dargestellten Sonderkündi- gungsrechts der Gesellschaft, hat es Anspruch auf: → → → → Zahlung einer Abfindung in Höhe der Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum regulären Ende des Vorstands- anstellungsvertrags, eines zeitanteiligen Bruttobonus (ohne Aktienoptionen) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstel- lungsvertrags und einer Abfindung in Höhe der 2,5-fachen geschuldeten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung, ohne Aktienoptionen). Abfindungs-Cap: Die Abfindung darf dabei das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) nicht übersteigen. Im Falle einer Sonderkündigung durch ein Vorstandsmitglied hat dieses Anspruch auf: → Abfindung in Höhe eines 3-fachen Bruttomonatsbetrags für jedes vollendete volle Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Gesellschaft. Der Bruttomonatsbetrag setzt sich aus einem Zwölftel der bei Beendigung des Vorstandsdienstvertrags aktuellen Bruttovergütung und einem Zwölftel des Durchschnittsjahresbonus zusammen, → → jedoch mindestens in Höhe von zwölf Bruttomonatsbeträgen (Untergrenze). Abfindungs-Cap: Die Abfindung darf das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) nicht übersteigen (Obergrenze). ÜBERSICHT ABFINDUNGEN BEI AUSÜBUNG SONDERKÜNDIGUNGSRECHT VORSTAND KÜNDIGUNG DURCH: ABFINDUNGSANSPRUCH AUF: CAPS Prof. Dr. Dolores Schendel, Vorstandsvorsitzende Gesellschaft 1. Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum regulären Ende, 2. Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und 3,0-fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) 3. 2,5-fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0-facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0-fache jährliche Vergütung und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch 2. Mindestens 12 Bruttomonatsbeträge (Untergrenze) (Fixgehalt und Bonus) Dr. Kai Pinkernell (bis 31. März 2021) Gesellschaft 1. Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum regulären Ende, 2. Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und 3,0-fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) 3. 2,5-fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0-facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0-fache jährliche Vergütung und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch 2. Mindestens 12 Bruttomonatsbeträge (Untergrenze) (Fixgehalt und Bonus) Axel Sven Malkomes Gesellschaft 1. Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum regulären Ende, 2. Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und 3,0-fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) 3. 2,5-fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0-facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0-fache jährliche Vergütung und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch 2. Mindestens 12 Bruttomonatsbeträge (Untergrenze) (Fixgehalt und Bonus) 4.2 Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB wird auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.medigene.de/investoren-medien/corporate-governance/corporate-governance-bericht öffentlich zugänglich gemacht. 5 PROGNOSEBERICHT 5.1 Unternehmensausblick Auch im Jahr 2022 wird Medigene daran arbeiten, die Entwicklung ihrer Immuntherapien weiter voranzutreiben. Der Schwerpunkt der Unternehmensziele wird dabei weiterhin im Bereich der T-Zell-basierten Therapien zur Behandlung von soliden Tumoren liegen. Dieser Fokus stellt nach Unternehmensmeinung die aussichtsreichste kommerzielle Geschäftsmöglichkeit für Medigenes differenzierte Technologien dar. Medigene wird damit fortfahren, neue Ziel-Antigene (unter anderem im Rahmen der Partnerschaft mit der Université de Montréal und TCR-Kandidaten für zukünftige Studien zu charakterisieren und präklinische Daten zur Vorbereitung weiterer klinischer TCR-Studien zu erheben. Außerdem sollen die unternehmenseigenen Werkzeuge zur Verbesserung von TCR-T-Therapien mit weiteren fundierten wissenschaftlichen Daten untermauert und kontinuierlich ausgereift werden. Wissenschaftler des Unternehmens werden weiterhin Ergebnisse zur Präsentation auf kommenden wissenschaftlichen Konferenzen einreichen. Der letzte Patient wurde in die dritte Dosiskohorte des Phase-I-Teils der Phase-I/II-Studie mit MDG1011 in AML, MDS und MM rekrutiert und vorläufige Ergebnisse wurden veröffentlicht. Abhängig von den finalen Ergebnissen des Phase-I-Teils würde das Unternehmen beabsichtigen, das Projekt vor Beginn des Phase-II-Teils der Studie zu verpartnern. Medigene plant die erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen ihrer bestehenden Partnerschaften fortzuführen und beständig neue Partnerschaftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit ihrem Portfolio an Produktkandidaten und Technologien zu evaluieren, um den Wert des Unternehmens zu maximieren. 5.2 Finanzprognose 2022 Die Finanzprognose 2022 reflektiert die Fokussierung und die Fortschritte des Unternehmens im Kerngeschäft Immuntherapien. Nicht enthalten in diesen Schätzungen sind potenzielle künftige Meilensteinzahlungen aus bestehenden oder zukünftigen Partnerschaften oder Transaktionen, da das Eintreten solcher Ereignisse bzw. deren Zeitpunkt und Umfang zu einem großen Teil von externen Parteien abhängen und daher von Medigene nicht zuverlässig prognostiziert werden können. Derzeit erwartet das Unternehmen keine wesentlichen Auswirkungen aufgrund von COVID-19 oder der Ukraine- Krise auf Umsatzerlöse und Jahresergebnis. Zudem ist das Unternehmen bei der Erstellung der Finanzprognose 2022 davon ausgegangen, dass es keine signifikanten Ereignisse gibt, die einen wesentlichen Einfluss oder eine dauerhafte Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit haben könnten, wie z.B. höhere Gewalt (z.B. Feuer, Überschwemmung, Erdbeben, Streik oder Krieg) oder außergewöhnliche wirtschaftliche Ereignisse. Medigene erwartet im Jahr 2022 einen moderaten Rückgang der Umsatzerlöse gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 sowie ein leicht positives Jahresergebnis. Auf Basis der derzeitigen Planungen ist das Unternehmen bis in das vierte Quartal 2024 finanziert. Dennoch plant Medigene keine Gewinnausschüttungen. Mittelfristig wird Medigene die zur Verfügung stehenden liquiden Mittel in die Entwicklung ihrer Medikamentenkandidaten investieren. Die Ausschüttung einer Dividende ist somit zunächst nicht zu erwarten. Der Vorstand Planegg, Ortsteil Martinsried, den 15. März 2022 Medigene AG Prof. Dolores J. Schendel Vorstandsvorsitzende (CEO/CSO) Axel Sven Malkomes Mitglied des Vorstands (CFO/CBO) Medigene AG, Planegg, Ortsteil Martinsried Aktiva 31.12.2021 31.12.2020 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Lizenzen 2. Software 3.281.270,33 4.551.439,25 18.282,86 44.388,43 3.299.553,19 4.595.827,68 II. Sachanlagen 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 613.172,90 613.172,90 1.486.820,54 1.486.820,54 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Wertpapiere des Anlagevermögens 11.358.258,00 0,00 11.358.258,00 11.358.258,00 1.766.639,26 13.124.897,26 15.270.984,09 19.207.545,48 B. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 106.857,45 40.447,10 € 0,00 ; Vorjahr € 0,00 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. sonstige Vermögensgegenstände 9.795.361,75 221.576,05 20.630.029,09 988.557,40 10.123.795,25 18.846.169,74 28.969.964,99 242.687,80 21.659.033,59 28.034.345,94 49.693.379,53 284.356,17 II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten 44.483.636,88 69.185.281,18 Passiva 31.12.2020 31.12.2021 A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital Bedingtes Kapital 24.562.658,00 24.562.658,00 € 12.020.664,00 ; Vorjahr € Vorjahr € 12.020.664,00 12.280.713,00 Genehmigtes Kapital € 12.280.713,00 ; II. Kapitalrücklage III. Bilanzverlust 457.717.421,20 -451.225.617,24 457.717.421,20 -455.274.400,12 31.054.461,96 2.733.943,88 37.005.679,08 B. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2. sonstige Rückstellungen 32.808,00 2.701.135,88 337.946,00 2.781.025,04 3.118.971,04 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 364.293,22 337.047,31 € 364.293,22 ; Vorjahr € 337.047,31 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 9.939.264,69 391.673,14 27.113.696,34 1.609.887,42 € 9.939.264,69 ; Vorjahr € 27.113.696,34 3. sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern € 64.849,14 ; Vorjahr € 113.085,63 10.695.231,05 44.483.636,88 29.060.631,07 69.185.281,18 Medigene AG, Planegg, Ortsteil Martinsried Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 2021 In € 2020 1. Umsatzerlöse 2. sonstige betriebliche Erträge davon aus Währungsumrechnung 9.795.361,75 1.408.223,52 20.635.204,09 2.253.564,04 € 72.317,07 Vorjahr € 42.729,29 11.203.585,27 -2.718.095,99 22.888.768,13 3. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebs- stoffe und bezogene Waren -25.689,48 -2.692.406,51 -32.621,85 -5.457.986,50 -5.490.608,35 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -3.425.221,31 -484.591,00 -5.796.637,73 -610.153,50 b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung € -141.145,04 Vorjahr € -23.852,55 -3.909.812,31 -6.406.791,23 5. a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens -2.063.650,36 0,00 -2.325.589,47 -3.118.262,77 6. sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Währungsumrechnung -4.689.412,37 -5.319.397,67 € -111.127,26 Vorjahr € 13.064,83 0,00 7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 8. Zinsen und ähnliche Erträge 2.228.269,80 79.512,00 0,00 62.691,37 davon aus verbundenen Unternehmen € 0,00 Vorjahr € 9. Aufwendungen aus Verlustübernahme -6.041.317,93 -39.518,09 -23.401.843,06 -161.212,37 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon aus verbundenen Unternehmen € 0,00 davon Aufwendungen aus der Aufzinsung -39.218,00 Vorjahr € Vorjahr € 0,00 € -33.054,00 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12. Ergebnis nach Steuern -777,14 -5.951.217,12 -100.000,00 -23.372.245,42 -23.372.245,41 -421.902.154,71 -445.274.400,12 13. Jahresfehlbetrag -5.951.217,12 14. Verlustvortrag aus den Vorjahren 15. Bilanzverlust -445.274.400,12 -451.225.617,24 1. VORBEMERKUNGEN Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 der Medigene AG, Planegg, Ortsteil Martinsried, (im Folgenden »Medigene« oder »Gesellschaft« und zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften »Konzern«) wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften der Satzung und des Aktiengesetztes aufgestellt. Die Gesellschaft gilt als große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Medigene AG ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Planegg OT Martinsried, Deutschland. Das Unternehmen entwickelt hoch innovative Immuntherapien zur Behandlung verschiedener Formen und Stadien von Krebs. Medigene konzentriert sich auf personalisierte T-Zell-basierte Therapien mit dem Fokus auf die T-Zell- Rezeptor-modifizierten T-Zellen (TCR-Ts) und entsprechenden Projekten in der präklinischen und klinischen Entwicklung. Die Medigene AG wurde 1994 in Planegg OT Martinsried als GmbH gegründet. 1996 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Hauptniederlassung befindet sich in der Lochhamer Straße 11, 82152 Planegg OT Martinsried, Deutschland. Eingetragen ist die Firma im Handelsregister des Amtsgerichts München, HRB 115761. Die Medigene AG ist seit Juni 2000 börsennotiert (Deutsche Börse: Geregelter Markt, Prime Standard; WKN A1X3W0; Kürzel MDG1, ISIN DE000A1X3W00). Neben der Muttergesellschaft, der Medigene AG in Planegg OT Martinsried, gehört zum Konzern seit der Akquisition im Januar 2014 die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH (im Folgenden „Medigene Immunotherapies“), Planegg OT Martinsried, sowie die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene, Inc., San Diego, Kalifornien, USA, die im Jahr 2001 erworben wurde. Die Konzernleitung liegt beim Vorstand der Muttergesellschaft, der Medigene AG. Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften besteht aus Mitgliedern des Konzernvorstands. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. 2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer bzw. der Patentlaufzeit der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die aktivierten Lizenzen betreffen zum größten Teil den Medikamentenkandidaten RhuDex und werden über 14 Jahre abgeschrieben.  Software 3-5 Jahre Technische Ausrüstung und Laborausstattung Mietereinbauten 3 - 13 Jahre 3 - 7 Jahre Bei Vorliegen voraussichtlich dauerhaft niedrigerer beizulegender Werte erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 € sind im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als 250 € bis 1.000 € wurde der jährlich steuerlich zu bildende Zugang zum Sammelposten in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 53 T€) aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschalierend jeweils mit 20 % per annum im Zugangsjahr und den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Geleistete Anzahlungen werden grundsätzlich zum Nennwert bilanziert. Finanzanlagevermögen Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Anschaffungskosten für das erworbene Unternehmen bemessen sich zum Erwerbszeitpunkt nach der Gegenleistung des erwerbenden Unternehmens. Der Tag, von dem an das erwerbende Unternehmen das erworbene Unternehmen beherrscht, wird als Erwerbszeitpunkt definiert. Aufschiebend bedingte künftige Kaufpreiszahlungen werden als Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten bilanziert und zum Erwerbszeitpunkt mit dem Barwert angesetzt. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung des Finanzanlagevermögens wird der niedrigere beizulegende Wert angesetzt. Soweit die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen, wurde eine Zuschreibung nach § 253 Abs. 5 HGB durchgeführt. Wertpapiergebundene Pensionszusagen werden nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere bewertet. Der beizulegende Zeitwert des Wertpapiers leitet sich aus dem Börsenkurs zum Bilanzstichtag ab. Soweit der garantierte Mindestbetrag (diskontierter Erfüllungsbetrag der Garantieleistung) höher als der beizulegende Zeitwert ist, wird die Pensionszusage mit ihrem Mindestwert angesetzt. Die Voraussetzung für die Saldierung der Wertpapiere mit der Verpflichtung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB liegt nicht vor. Werthaltigkeit des wesentlichen Anlagevermögens Die aktivierten Lizenzen unter den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen zum größten Teil den Medikamentenkandidaten RhuDex®. Die Anteile an verbundenen Unternehmen unter den Finanzanlagen beinhalten überwiegend die Anteile an Medigene Immunotherapies GmbH, die im Bereich personalisierter T-Zell-gerichteter Therapieansätze forscht. Die Bestimmung der Werthaltigkeit sowohl für die immateriellen Vermögensgegenstände als auch für die Anteile an verbundenen Unternehmen stützt sich auf eine Werthaltigkeitsanalyse und die in deren Rahmen geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse („Cashflows“) aus den zuzuordnenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Zur Schätzung der voraussichtlichen künftigen Cashflows der einzelnen Projekte muss das Management die Chancen einer erfolgreichen Entwicklung der zugrundeliegenden Projekte beurteilen und einen angemessenen Abzinsungssatz ermitteln. Aufgrund der Länge der betrachteten Planungszeiträume von bis zu 19 Jahren unterliegen die hiermit verbundenen Annahmen und Vorhersagen 2 signifikanten Unsicherheiten. In die verwendeten Cashflow-Prognosen fließen detaillierte Annahmen zur Markteintrittswahrscheinlichkeit, zum künftigen Wettbewerb, zum Projektfortschritt, zum Produktprofil und dessen Lebenszyklus sowie zum Marktanteil des zukünftigen Medikamentenkandidaten ein. Die Cashflows nach Steuern wurden unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern abgezinst (geschätzt auf 10,0 % zum 31. Dezember 2021), der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des Zinsniveaus und die gesellschafts- bzw. produktspezifischen Risiken widerspiegelt, für die die geschätzten künftigen Cashflows in den jeweiligen Modellen nicht adjustiert wurden. Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen jeweils der Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen auf internen Planungsszenarien sowie auf externen Informationsquellen und Marktinformationen. Dabei stützt sich das Management auch auf die Einschätzung externer Beratungs- und Bewertungsspezialisten. Darüber hinaus hat das Management bestimmte Sensitivitätsberechnungen durchgeführt, um die Auswirkungen der Grund- bzw. projektspezifischen Annahmen auf den resultierenden Wert zu prüfen. Zum 31. Dezember 2021 war keine dauerhafte Wertminderung dieses wesentlichen Anlagevermögens auszuweisen. Vorräte Zum Stichtag waren keine Vorräte vorhanden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten oder dem niedrigeren beizulegenden Teilwert angesetzt. Langfristige Forderungen sind zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nominalwerten angesetzt. Festverzinsliche Geldanlagen (sog. Festgelder) mit einer unlimitierten Laufzeit, die innerhalb 3 Monate kündbar und daher kurzfristig verfügbar sind, werden dieser Kategorie zugeordnet. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, werden als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der PUC-Methode (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Verwendung der Heubeck-"Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,87 % (Vj. 2,71%) gemäß § 253 Absatz 2 Satz 1 und 2 HGB verwendet. Erwartete Rentensteigerungen sind mit 1 % bzw. 2 % je nach vertraglicher Gestaltung berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen sind teilweise durch Rückdeckungsversicherungen abgesichert. Der Wert der Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen wird nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, der sich aus dem von der Versicherung dargelegten Aktivwert bzw. Rückkaufwert der Versicherung ermittelt. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2021 beträgt 1.272 T€. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen, Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Der Zeitwert der Verpflichtungen beläuft sich zum 31.Dezember 2021 auf 1.356 T€ (Vj. 1.698 T€). Für die mittelbaren Pensionsverpflichtungen ist nach Art. 28 Abs. 1 EGHGB keine Rückstellung gebildet worden. Aus der Verzinsung der Pensionsrückstellung wird ein Zinsaufwand in Höhe von 39 T€ (Vj. 52 T€) ausgewiesen, der mit dem Zinsertrag aus der Verzinsung des Deckungsvermögens nach § 246 Abs. 2 Satz 2 zweiter Halbsatz HGB in Höhe von 80 T€ (Vj. 19 T€) saldiert wurde. Sonstige Rückstellungen Bei der Bemessung des notwendigen Erfüllungsbetrages der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung angemessen und ausreichend Rechnung getragen. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Sonstige Verbindlichkeiten Das Management übt seinen Ermessensspielraum aus, wenn es festlegt, ob es sich bei bestimmten Transaktionen anstelle von Verkaufsgeschäften im Wesentlichen um Finanzierungsvereinbarungen handelt, durch die folglich keine Umsatzerlöse erzielt werden. Latente Steuern Latente Steuern werden nach § 274 HGB gebildet. Die aktiven latenten Steuern entfallen auf sonstige Vermögensgegenstände sowie steuerliche Verlustvorträge. Die passiven latenten Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz bei Pensionsrückstellungen. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein Mischsteuersatz von 26,68 % zugrunde, der sich wie folgt zusammensetzt: Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15 %, Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer in Höhe von 10,85 %. Das Management hat entschieden, aktive latente Steuern in dem Maße, in dem sie passive latente Steuern übersteigen, nicht anzusetzen, da die Erwirtschaftung eines zu versteuernden Einkommens in der Zukunft mit einer zu großen Unsicherheit behaftet ist. Dementsprechend werden keine latenten Steuern ausgewiesen. Währungsumrechnung Währungsforderungen und Währungsverbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit dem aktuellen Kurs am Transaktionstag umgerechnet. Die Folgebewertung am Bilanzstichtag erfolgt grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs. Bei einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wird dabei das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) und das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) außer Acht gelassen. Umsatzrealisierung Die Umsätze aus Konzernverrechnungen beziehen sich auf Management Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Produktion des klinischen Materials, Begleitung der klinischen Studien sowie auf regulatorisches Projektmanagement. 4 3. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Umsatzerlöse Im Berichtszeitraum gingen die Umsatzerlöse um 53 % auf 9.795 T€ (Vorjahr: 20.635 T€) zurück. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.408 T€ (Vorjahr: 2.253 T€) enthalten im Wesentlichen Erträge aus den 2012 abgetretene Lizenzentgeltansprüchen für Medigenes ehemaliges Medikament Eligard im Zusammenhang mit dem Vertrag mit dem US-Finanzinvestor Cowen Healthcare Royalty Partners II, L.P., USA (im Folgenden „Cowen“) in Höhe von 576 T€ (Vorjahr: 1.484 T€) sowie periodenfremde Erträge aus Zahlungen auf im Vorjahr abgeschriebene Forderungen in Höhe von 229 T€. Im Vorjahr waren Erträge aus dem Verkauf des dermatologischen Medikaments Veregen® an das US-Unternehmen Fougera Pharmaceuticals Inc. aus dem Jahr 2017 in Höhe von 700 T€ enthalten. Materialaufwand Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren in Höhe von 26 T€ im Berichtsjahr sind im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 33 T€) leicht zurück gegangen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 2.692 T€ (Vorjahr: 5.458 T€) beziehen sich auf die Konzernverrechnungen mit der Medigene Immunotherapies GmbH und bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen für die klinische und prä-klinische Entwicklung sowie für regulatorische Aufwendungen und Beraterkosten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen verringerten sich im Berichtszeitraum aufgrund geringerer Ausgaben im Rahmen der klinischen Studien. Personalaufwand Im Berichtszeitraum ging der Personalaufwand um 39 % auf 3.910 T€ (Vorjahr: 6.407 T€) zurück infolge von im Vorjahr durchgeführten Restrukturierungen. Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2021 durchschnittlich 29 (Vorjahr: 42), davon 14 Mitarbeiter in allgemeiner Verwaltung, 1 in Geschäftsentwicklung und 9 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung. Abschreibung In der abgelaufenen Berichtsperiode beliefen sich die planmäßigen linearen Abschreibungen auf 2.064 T€ (Vorjahr: 2.326 T€). Die im Vorjahr ausgewiesenen Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens 0 T€ (Vorjahr: 3.118 T€) beinhalteten die Wertberichtigung einer Forderung gegen Dritte. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 4.689 T€ (Vorjahr: 5.319 T€) beinhalten im Wesentlichen Kosten für Rechtsberatung in Höhe von 438 T€ (Vorjahr: 1.375 T€), Aufwendungen für Consulting in Höhe von 1.600 T€ (Vorjahr: 1.435 T€) sowie Raumkosten in Höhe von 541 T€ (Vorjahr 470 T€). Hinzu kommen Kosten für die Börsennotierung in Höhe von 99 T€ (Vorjahr: 250 T€). Aufwendungen aus Verlustübernahme Im Jahr 2021 wurde ein Aufwand aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit Medigene Immunotherapies GmbH in Höhe von -6.041 T€ (Vorjahr: -23.402 T€) übernommen. Die Verminderung ist insbesondere auf die Kostenreduktion hinsichtlich der Neuausrichtung auf die Entwicklung von TCR-T-Zellen zur Behandlung von soliden Tumoren (MDG10XX) und den damit verbundenen Effizienzsteigerungen der Medigene Immunotherapies GmbH zurückzuführen. 4. ANGABEN ZUR BILANZ Aktiva Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021 ist dem beigefügten Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) zu entnehmen. Verbundene Unternehmen Zum 31. Dezember 2021 umfassen die Anteile an verbundenen Unternehmen die folgenden Gesellschaften: VERBUNDENE UNTERNEHMEN NAME SITZ ANTEIL IN % EIGENKAPITAL PER 31.12.2021 IN T€ JAHRESERGEBNIS 2021 BUCHWERTE ZUM 31.12.2021 IN T€ IN T€ Medigene, Inc.1) Medigene Immunotherapies GmbH 1) San Diego, USA 100 100 2.729 20 -78 0 1.489 9.869 Planegg/Martinsried 1) HB-II Werte Die Medigene AG stellt als Mutterunternehmen des größten und kleinsten Konzernkreises einen IFRS- Konzernabschluss auf. Die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene, Inc., die im Jahr 2001 erworben wurde, und die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH, die im Januar 2014 erworben wurde, sind in den Konzernabschluss der Medigene AG einbezogen. Die Medigene Immunotherapies hat die Befreiungsmöglichkeiten nach § 264 Abs. 3 HGB im Hinblick auf die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis 31.12.2021 vollumfänglich in Anspruch genommen und verzichtet daher auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses einschließlich Anhang und Lagebericht 2021. Wertpapiere des Anlagevermögens Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertpapiere des Anlagevermögens bestanden ausschließlich aus den Anteilen an dem britischen Biotechnologie-Unternehmen Immunocore Ltd., Großbritannien, die zum 31.12.2020 1.767 T€ betrugen und im August 2021 für rd. 4,7 Mio. USD (4,0 Mio. €) veräußert wurden. Aus der Transaktion wurde ein Buchgewinn in Höhe von 2.228 T€ erzielt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 107 T€ (Vorjahr: 40 T€). Die sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich in der abgelaufenen Geschäftsperiode auf 222 T€ (Vorjahr: 989 T€) und sind alle kurzfristig. 6 Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr beinhalten zum 31. Dezember 2021 Forderungen aus Konzernverrechnungen mit der Medigene Immunotherapies GmbH in Höhe von 9.795 T€ (Vorjahr: 20.630 T€). Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 18.846 T€ (Vorjahr: 28.034 T€) sind vorwiegend als kurzfristige Einlagen angelegt. Ein Guthaben in Höhe von 286 T€ (Vorjahr: 286 T€) dient als Sicherheit für Mietkautionsbürgschaften und hat eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen Vorauszahlungen für Forschungsleistungen, Lizenzen und Wartungsverträge in Höhe von 243 T€ (Vorjahr: 284 T€). Zinsabgrenzungen nach § 250 Abs. 3 HGB sind nicht enthalten. Passiva Eigenkapital Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt: EIGENKAPITAL IN T€ 31.12.2021 31.12.2020 Gezeichnetes Kapital Stand 01.01 24.562 Stand 31.12 24.562 24.562 Kapitalrücklage Stand 01.01. 457.717 Stand 31.12. 457.717 457.717 Bilanzverlust Verlustvortrag Jahresfehlbetrag Stand 31.12. -445.274 -5.951 -451.225 31.054 -445.274 37.006 Eigenkapital gesamt Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital war zum 31. Dezember 2021 in 24.562.658 nennwertlose, auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt, die zum Bilanzstichtag ausgegeben und frei handelbar waren. Das gezeichnete Kapital betrug zum 31. Dezember 2021 24.562.658,00 €. Bedingtes Kapital Das Grundkapital der Gesellschaft war zum 31. Dezember 2021 um insgesamt bis zu 12.020.664 €, eingeteilt in insgesamt bis zu 12.020.664 Stammaktien (48,9% des Grundkapitals zum 31.12.2021), bedingt erhöht. Die verschiedenen zugrundeliegenden bedingten Kapitalia sind in der folgenden tabellarischen Übersicht zusammen- gefasst: AUFGLIEDERUNG DES BEDINGTEN KAPITALS NACH AKTIENOPTIONEN UND WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN (STAND NACH SATZUNG) (NR.) ANZAHL 31.12.2021 VERWENDUNGSZWECK: ZUR BEDIENUNG VON IN € XVIII 228.034 OPTIONSRECHTEN XXIII 145.216 347.414 1.475.000 9.825.000 12.020.664 OPTIONSRECHTEN OPTIONSRECHTEN OPTIONSRECHTEN 2016/II 2018/I 2020/I GESAMT WANDLUNGS- UND OPTIONSRECHTEN Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2021 keine Aktien aus dem bedingten Kapital ausgegeben. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage enthält ausschließlich Bestandteile gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 HGB. Genehmigtes Kapital Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Dezember 2020 hat Medigene ein genehmigtes Kapital in Höhe von 9.825.000,00 €, welches am 23. Dezember 2020 in das Handelsregister eingetragen wurde (Genehmigtes Kapital 2020/I). Der Vorstand der Medigene ist durch den Beschluss ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Medigene bis zum 15. Dezember 2025 gegen Bar- oder Sacheinlage einmal oder mehrmals, um insgesamt bis zu 9.825.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 9.825.000 Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I). Der Vorstand der Medigene ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre einmalig oder mehrmals u.a. dann auszuschließen, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlagen ausgegeben werden. Des Weiteren hat Medigene gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Mai 2019 ein genehmigtes Kapital in Höhe von 2.455.713,00 €, welches am 29. Mai 2019 in das Handelsregister eingetragen wurde (Genehmigtes Kapital 2019/I). Der Vorstand der Medigene ist durch den Beschluss ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Medigene bis zum 21. Mai 2024 gegen Bareinlage einmal oder mehrmals, um insgesamt bis zu 2.455.713,00 € durch Ausgabe von bis zu 2.455.713 Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Der Vorstand der Medigene ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre einmalig oder mehrmals u.a. dann auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis von Aktien gleicher Ausstattung nicht wesentlich unterschreitet und die gemäß oder in sinngemäßer Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 des Aktiengesetzes gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreiten. Der Vorstand der Medigene AG hat sich jedoch selbst verpflichtet, von dem Genehmigten Kapital 2020/I bzw. der im § 5 Absatz 4 der Satzung vorgesehenen Ermächtigung sowie von dem Genehmigten Kapital 2019/I bzw. der im § 5 Absatz 9 der Satzung vorgesehenen Ermächtigung insoweit keinen Gebrauch zu machen, dass die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen sowohl gegen Bareinlagen als auch gegen Sacheinlagen ausgegebenen Aktien 20% des Grundkapitals – berechnet auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder der Ausübung der Ermächtigung, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist – nicht überschreiten. Auf die vorgenannte 20%-Grenze sind anzurechnen (i) Aktien, die aufgrund sonstiger genehmigter Kapitalien unter einem Bezugsrechtsausschluss während der Wirksamkeit dieser Ermächtigungen ausgegeben werden sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, deren Ermächtigungsgrundlagen zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigungen bestehen oder von derselben Hauptversammlung, welche diese Ermächtigungen beschlossen hat, beschlossen werden, während der Wirksamkeit dieser Ermächtigungen auszugeben sind, sofern die Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2021 keine Aktien aus Genehmigten Kapital ausgegeben, somit von den entsprechenden Ermächtigungen durch die Hauptversammlung keinen Gebrauch gemacht. 8 Am 31. Dezember 2021 stand noch ein Genehmigtes Kapital 2020/I in Höhe von 9.825.000,00 € (9.825.000 Aktien) sowie ein Genehmigtes Kapital 2019/I in Höhe von 2.455.713,00 € (2.455.713 Aktien) zur Verfügung (entspricht rund 50% des Grundkapitals zum 31. Dezember 2021). Ausschüttungssperre Gemäß § 268 Abs. 8 HGB besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von 255 T€ aus der Bewertung des Deckungsvermögens von Pensionsverpflichtungen. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 11 T€ zwischen dem Ansatz der Altersversorgungsrückstellungen mit dem neuen durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren und der bisherigen Regelung von sieben Jahren. Pensionsrückstellungen Die Pensionsrückstellungen in Höhe von 33 T€ (Vorjahr: 338 T€) wurden auf Grund von erteilten Einzelzusagen für die zwei der aktiven Vorstandsmitglieder sowie für die ehemaligen Vorstände und Abteilungsleiter gebildet. Die Höhe der Pensionsrückstellung von 1.356 T€ zum 31. Dezember 2021 (saldiert mit Deckungsvermögen in Höhe von 1.272 T€ zum 31. Dezember 2021) ergibt sich aus versicherungsmathematischen Gutachten. Für ehemalige Vorstände bestanden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.253 T€. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 2.701 T€ (Vorjahr: 2.781 T€) wurden im Wesentlichen für die Verbindlichkeiten für klinische Studien und Zulassung 266 T€ (Vorjahr: 573 T€), Boni 1.011 T€ (Vorjahr: 696 T€), für den langfristigen Anteil von Vorstandsboni 499 T€ (Vorjahr: 469 T€), , Abschlussprüfungskosten 139 T€ (Vorjahr: 309 T€), Urlaubsansprüche 133 T€ (Vorjahr: 124 T€), sowie Restrukturierungskosten 0 T€ (Vorjahr: 522 T€) gebildet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 364 T€ (Vorjahr: 337 T€) bestehen in Form von offenen Rechnungen, die hauptsächlich für von Medigene in Anspruch genommene Dienstleistungen in Rechnung gestellt wurden. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 9.939 T€ (Vorjahr: 27.114 T€) beinhalten Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Medigene Immunotherapies GmbH sowie mit 965 T€ Verbindlichkeiten aus Konzernverrechnungen gegenüber der Medigene Inc. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten in Gesamthöhe von 392 T€ (Vorjahr: 1.610 T€) beinhalten im Wesentlichen die Verbindlichkeit dem Finanzierungsleasing in Höhe von 179 T€ (Vorjahr: 356 T€), darunter mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 103 T€ (Vorjahr: 236 T€) und mit einer Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren 76 T€ (Vorjahr: 120 T€). Darüber hinaus bestehen die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten ausschließlich mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr aus Verbindlichkeiten für betriebliche Steuern in Höhe von 18 T€ (Vorjahr: 0 T€) und für Lohn- und Kirchensteuer in Höhe von 48 T€ (Vorjahr: 104 T€). SONSTIGE ANGABEN 5. Optionsrechte Aktienoptionen wurden im Geschäftsjahr nach Maßgabe des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 15. Mai 2018 (Bedingtes Kapital 2018/I) im Rahmen entsprechender Mitarbeiter-Optionsprogramme an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des Konzerns ausgegeben. Die Optionen haben eine Laufzeit von sieben Jahren ab dem Ausgabetag. Die AG hat keinerlei gesetzliche oder faktische Verpflichtung zum Rückkauf bzw. zum Barausgleich der Optionen. Der Ausübungspreis der Optionen wird zum Zeitpunkt der Zuteilung festgelegt und entspricht jeweils dem ungewichteten Durchschnittsschlusskurs der letzten 30 Handelstage auf dem XETRA-Handelssystem der deutschen Börse vor dem Tag der Zuteilung. Ausübbar sind die Optionen durch die Bezugsberechtigten frühestens nach Ablauf einer gesetzlichen Wartezeit von vier Jahren, beginnend mit dem Zuteilungstag des jeweiligen Bezugsrechts. Voraussetzung für die Ausübung eines Optionsrechts ist, dass der ungewichtete Durchschnitt der Schlusspreise der Aktie der Gesellschaft in einem Zeitraum von 30 (dreißig) aufeinanderfolgenden Börsenhandelstagen (Prüfzeitraum) mindestens 120 % des Ausübungspreises beträgt (Erfolgsziel). Relevant sind nur die Prüfzeiträume, welche am letzten Tag der Wartezeit oder später enden. Sofern diese Voraussetzung nach Ablauf der Wartezeit vorliegt, ist die Ausübung innerhalb der Laufzeit der Optionsrechte unabhängig von der weiteren Kursentwicklung der Aktie der Gesellschaft möglich. Sofern das Anstellungsverhältnis eines Mitarbeiters aufgrund einer Kündigung aus personen- oder verhaltensbedingten Gründen oder aufgrund einer Eigenkündigung des Optionsinhabers vor Ablauf der jeweiligen Wartefrist endet, verfallen anteilig bereits zugeteilte Optionsrechte, ersatz- und entschädigungslos, sofern die Wartefrist noch nicht abgelaufen ist. Im November und Dezember 2021 wurden gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2018 (Bedingtes Kapital 2018/I) 60.000 Aktienoptionen an Vorstände ausgegeben (2020: 30.000). Im November 2021 wurden weiterhin gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2018 (Bedingtes Kapital 2018/I) 44.217 Aktienoptionen an Mitarbeiter ausgegeben (2020: 101.861). Für ausgegebene Aktienoptionen wird handelsrechtlich kein Aufwand erfasst. Die Aktienoptionen werden nur bei der Ausübung bilanziert. In den Jahren 2021 und 2020 wurden folgende Optionen ausgegeben bzw. gewandelt: GESAMTVERÄNDERUNG AUSSTEHENDER AKTIENOPTIONEN 2021 DURCH- 2020 DURCH- ANZAHL ANZAHL SCHNITTLICHER AUSÜBUNGS- PREIS IN € SCHNITTLICHER AUSÜBUNGS- PREIS IN € Ausstehende Aktienoptionen, Stand 1.1. 7,96 3,57 8,34 4,12 907.595 104.217 -102.759 -15.415 893.638 7,49 8,89 3,58 7,37 872.398 131.861 -25.998 -70.666 907.595 7,96 Ausgegeben Verwirkt Verfallen 11,88 Ausstehende Aktienoptionen, Stand 31.12. Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis je Option in € 10 Zum 31. Dezember 2021 wurden die ausstehenden Aktienoptionen nach Ausübungspreis, Anzahl ausgegebener Optionen, Restlaufzeit und noch wandelbaren Optionen wie folgt gegliedert: AKTIENOPTIONEN AUSÜBUNGSPREIS ANZAHL IM UMLAUF BEFINDLICHER OPTIONEN RESTLAUFZEIT IN JAHREN ANZAHL AUSÜBBARER OPTIONEN1) IN € 4,20 3,64 4,05 5,88 6,33 6,97 8,94 12,12 13,46 10,26 9,03 5,71 3,58 3,61 3,21 16.620 14.768 39.062 47.829 10.000 10.000 70.119 207.439 20.000 59.561 50.000 135.379 108.644 84.217 20.000 893.638 1 2 3 4 5 5 5 6 4 4 5 5 6 7 7 16.620 14.768 39.062 47.829 10.000 10.000 70.119 207.439 0 0 0 0 0 0 0 415.837 1) Vorausgesetzt, die gesetzliche Wartefrist ist erfüllt Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der im Umlauf befindlichen Aktienoptionen beträgt 5 Jahre. Sonstige außerbilanzielle finanzielle Verpflichtungen Es bestehen außerbilanzielle finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen für Labor- und Büroräume, Laborgeräte, Fahrzeuge sowie für sonstige Bürogeräte in Höhe von insgesamt 6.776 T€ (Vorjahr: 8.168 T€). Diese Verpflichtungen beinhalten die für die Labor- Büroräume Miete vertraglich festgestellten Nebenkostenvorauszahlungen und verteilen sich auf die nächsten Jahre wie folgt: IN T€ MIET-/LEASINGZAHLUNGEN 1.339 1.232 1.195 1.135 1.875 6.776 2022 2023 2024 2025 2026 und folgende Mindestverpflichtung, inkl. vertragliche Nebenkostenvorauszahlungen gesamt Unterdeckung Unterstützungskasse Die externe Unterstützungskasse weist zum 31. Dezember 2021 ebenso wie zum 31. Dezember 2020 keine Unterdeckung aus. Die nach Artikel 28 Abs.1 EGHGB nicht passivierte Verpflichtung beträgt 566 T€ (Vorjahr: 593 T€). Deutscher Corporate Governance Kodex Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Medigene AG haben mit der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG vom 24. März 2021 bestätigt, dass die Medigene AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß den Empfehlungen des Kodex in der jeweils aktuellen Fassung mit den genannten und begründeten Ausnahmen entsprochen hat und den Empfehlungen des Kodex in seiner gültigen Fassung mit den genannten Ausnahmen entspricht bzw. entsprechen wird. Die jeweiligen Empfehlungen des Kodex, welche die Medigene AG nicht umsetzt, werden in der Entsprechenserklärung erläutert und begründet. Diese Erklärung ist auf der Webseite der Medigene AG http://www.medigene.de/investoren-medien/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ in deutscher und englischer Sprache zugänglich. Die Entsprechenserklärungen der Medigene AG stehen jeweils für mindestens fünf Jahre auf der Unternehmenswebsite zur Verfügung. Vergütung der Abschlussprüfer der Medigene AG Für das abgeschlossene Geschäftsjahr wurden Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer wie folgt vergütet: VERGÜTUNG DER ABSCHLUSSPRÜFER/KONZERNABSCHLUSSPRÜFER IN T€ 2021 2020 288 35 200 0 Abschlussprüfungsleistungen Davon Mehraufwand aus der Vorjahresprüfung Andere Bestätigungsleistungen Gesamt 37 0 325 200 6. ANGABEN ZU ORGANEN Vorstand Die Gesamtvergütung setzt sich aus festen und variablen Bestandteilen sowie sonstigen Bezügen zusammen, die nachfolgend beschrieben sind: a) Feste Vergütung Jedes Vorstandsmitglied erhält eine erfolgsunabhängige feste Vergütung, die in monatlichen Raten ausbezahlt wird. Die Höhe der festen Vergütung wird auf der Grundlage der im Lagebericht dargestellten Grundsätze festgelegt. b) Variable Vergütung 1) Jahreserfolgsvergütung Neben der festen Vergütung haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Erreichung mehrerer durch den Aufsichtsrat vorab festgelegter Erfolgsziele. Die Jahreserfolgsvergütung beläuft sich derzeit bei 100 %iger Zielerreichung der kurzfristigen und langfristigen Erfolgsziele auf 50 % der festen Vergütung und kann maximal 75 % der festen Vergütung betragen. (1) Festlegung der Erfolgsziele Vom Aufsichtsrat werden jährlich sowohl einheitliche Ziele für alle Vorstandsmitglieder als auch gegebenenfalls darüber hinaus für jedes Vorstandsmitglied individuell geltende Ziele festgelegt. Die Ziele werden vom Aufsichtsrat untereinander gewichtet. (2) Ermittlung der Höhe der Jahreserfolgsvergütung Der bis zum 30. April 2019 geltende Vorstandsdienstvertrag mit Frau Prof. Dr. Dolores Schendel ordnet für die einzelnen durch den Aufsichtsrat festgelegten Ziele jeweils drei Szenarien der Zielerreichung zu: »low case«, »base 12 case« und »best case«. → → Das Erreichen des »low case« entspricht einer Zielerreichung von 50 %, das Erreichen des »base case« von 100 % und das Erreichen des »best case« von 150 %. Im Falle einer Zielerreichung unterhalb des »low case« wird keine variable Vergütung gezahlt. Bei einer Zielerreichung im Bereich zwischen dem »low case« und dem »base case« sowie dem »base case« und »best case« steigt die variable Vergütung linear entsprechend der Zielerreichung an. Eine Zielerreichung jenseits des »best case« wird nicht vergütungserhöhend berücksichtigt; die variable Vergütung ist insoweit nach oben begrenzt. → Aus dem Grad der Zielerreichung, bezogen auf die einzelnen Ziele unter Berücksichtigung der diesem Ziel zugeordneten Gewichtung, errechnet sich die Höhe der Jahreserfolgsvergütung. Der ab dem 01. Mai 2019 für Frau Prof. Dr. Dolores Schendel geltende Vorstandsdienstvertrag sowie die Vorstandsdienstverträge von Dr. Kai Pinkernell und Herrn Axel-Sven Malkomes sehen keine wie oben beschriebenen Szenarien für die Ermittlung der Erfolgsvergütung vor. Die Höhe der Erfolgsvergütung wird arithmetisch, gegebenenfalls mit einer entsprechenden Gewichtung der Ziele ermittelt, wobei bei Erreichung aller vereinbarten Ziele die Zielerreichung von 100 % festgestellt wird. Jedoch kann der Aufsichtsrat im Rahmen seines Ermessensspielraums bis zu weiteren 50 % zu der Zielerreichung der kurzfristigen Ziele von 100 % hinzurechnen, insbesondere für Leistungen, die nicht in den Zielen zu Jahresbeginn formuliert waren, die aber zum Unternehmenserfolg signifikant, objektiv und nachweisbar beigetragen haben. Die variable Vergütung ist insoweit nach oben begrenzt. (3) Kurzfristige und langfristige Komponenten der Jahreserfolgsvergütung → Es werden für Frau Prof. Dr. Dolores Schendel und für Herrn Axel-Sven Malkomes 65 % und für Dr. Kai Pinkernell 50 % der erreichten Jahreserfolgsvergütung nach der Feststellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft für das betreffende Geschäftsjahr ausbezahlt. Die Auszahlung der verbleibenden 35 % (Prof. Dr. Schendel und Axel-Sven Malkomes) bzw. 50 % (Dr. Pinkernell) der in einem Geschäftsjahr erreichten Jahreserfolgsvergütung wird für die Dauer von drei Jahren, beginnend mit dem Zeitpunkt der Mitteilung der Zielerreichung, die bis zum 31. März des Folgejahres stattfindet, zurückgestellt. Der für Dr. Kai Pinkernell ab dem 01. April 2020 geltende Vorstandsdienstvertrag sieht ebenfalls eine Quote von 65 % für den kurzfristigen Bonusanteil und 35 % für den langfristigen Bonusanteil vor. → Am Ende dieses Drei-Jahres-Zeitraums wird durch den Aufsichtsrat entschieden, ob und inwieweit eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung zu bejahen ist. Abhängig davon wird vom Aufsichtsrat entschieden, ob und in welcher Höhe die verbleibenden 35 % (Prof. Dr. Schendel und Axel-Sven Malkomes) bzw. 50 % (Dr. Pinkernell) der jeweiligen Jahreserfolgsvergütung an das jeweilige Vorstandsmitglied angemessen verzinst ausbezahlt werden. So wird die z.B. für das Geschäftsjahr 2019 einschlägige langfristige Komponente nach Feststellung der kurzfristigen Ziele für 2019 im darauffolgenden Geschäftsjahr 2020 für einen Zeitraum von drei weiteren Jahren zurückgestellt und ggf. dann im Geschäftsjahr 2023 ausbezahlt. Der für Dr. Kai Pinkernell ab dem 01. April 2020 geltende Vorstandsdienstvertrag sieht ebenfalls eine Quote von 35 % für den langfristigen Bonusanteil vor. → Die Entscheidung des Aufsichtsrats über die nachhaltige positive Unternehmensentwicklung orientiert sich überwiegend an der langfristigen Entwicklung des Unternehmenswerts und somit unter anderem auch am Aktienkurs der Gesellschaft. Daher nehmen die Vorstandsmitglieder mit diesem Vergütungsanteil an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens teil und tragen gegebenenfalls negative Entwicklungen mit. 2) Aktienoptionen → Darüber hinaus erhalten die Vorstände Aktienoptionen auf der Grundlage des im Zeitpunkt der Ausgabe gültigen Aktienoptionsprogramms der Gesellschaft. Aktienoptionen stellen weitere langfristige variable Vergütungskomponenten dar. Hierdurch sollen Leistungsanreize geschaffen werden, die auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Unternehmenserfolgs, gemessen an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft, ausgerichtet sind. → Die Ausgabe von Optionen an das jeweilige Vorstandsmitglied erfolgt gemäß der vertraglich vereinbarten Anzahl pro Jahr (derzeit maximal 20.000 Optionen) entweder in einer Tranche oder mehreren Tranchen. Die Anzahl der auszugebenden maximalen 20.000 Optionen pro Jahr richtet sich nach der Zielerreichung für die kurzfristige Erfolgsvergütung im vorangehenden Kalenderjahr. Ferner kann der Aufsichtsrat der Gesellschaft aufgrund zusätzlicher, besonderer, persönlicher Leistungen eines Vorstandsmitglieds diesem weitere bis zu 20.000 Aktienoptionen pro Jahr als besondere Anerkennungsprämie gewähren. → In Abweichung zu der vorhergehenden Darstellung ist für Frau Prof. Dr. Schendel für den Zeitraum in der Berichtsperiode bis 30. April 2019 anteilig eine Optionshöhe angeboten worden, welche nicht an die Zielerreichung für die kurzfristige Erfolgsvergütung im vorangehenden Kalenderjahr gekoppelt ist, da der entsprechend bis 30. April 2019 geltende Vorstandsdienstvertrag solch eine Koppelung nicht vorsah. Des Weiteren sind in Abweichung zu der vorhergehenden Darstellung Herrn Axel-Sven Malkomes einmalig insgesamt 50.000 Aktienoptionen zu Beginn seiner Amtszeit am 01. April 2019 vertraglich angeboten worden. → → Der Ausübungspreis entspricht dem Durchschnittsschlusskurs der letzten 30 Handelstage vor Ausgabe der Aktienoptionen (Zuteilungstag). Die Vorstandsmitglieder können die Optionsrechte frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend mit dem Zuteilungstag des jeweiligen Bezugsrechts ausüben. Des Weiteren ist erforderlich, dass der Durchschnittsschlusskurs an den 30 Handelstagen vor der jeweiligen Ausübung 120 % des Ausübungspreises beträgt (Erfolgsziel). Relevant sind nur die Prüfzeiträume, welche am letzten Tag der Wartezeit oder später enden. Die Optionen haben eine vertragliche Laufzeit von zehn Jahren und für ab 2018 ausgegebene Optionen von sieben Jahren ab Zuteilung. c) Nebenleistungen Über die genannten Vergütungsbestandteile hinaus werden den Mitgliedern des Vorstands gegebenenfalls folgende Nebenleistungen gewährt, insbesondere → → Zahlung eines festen Betrags zur Verwendung für die Altersversorgung Bereitstellung eines Dienstwagens oder alternativ Erhöhung des Betrags zur Verwendung für die Altersversorgung → → Erstattung von Kosten in Zusammenhang mit doppelter Haushaltsführung Zuzahlung zu einer bestehenden Krankenversicherung, maximal in Höhe des Arbeitgeberanteiles der gesetzlichen Krankenversicherung → → → Erstattung der Kosten von Dienstreisen Abschluss einer Unfallversicherung und diesbezügliche Zahlung der Versicherungsbeiträge Einschluss in die bestehende Organhaftpflichtversicherung („D&O-Versicherung“) mit Selbstbehalt entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe Durch die anteilige Ausgestaltung der Jahreserfolgsvergütung mit einer insgesamt dreijährigen Nachhaltigkeitskomponente (wobei eine Feststellung und Auszahlung erst im vierten Jahr nach dem Jahr erfolgt, auf das sich die langfristige variable Vergütung bezieht) sowie die Ausgestaltung der Aktienoptionen mit einer vierjährigen Wartezeit vor Ausübung werden erhebliche Anreize für eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung gesetzt, so dass insgesamt eine ausgewogene Mischung kurz- und langfristiger Vergütungskomponenten erreicht wird. d) Abfindung bei Beendigung der Anstellung aufgrund eines Kontrollwechsels Die Vorstandsdienstverträge enthalten für den Fall eines Kontrollwechsels unter bestimmten Voraussetzungen Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch jeweils für die Vorstandsmitglieder (siehe dazu unten (e)). Ein Kontrollwechsel im Sinne der Vorstandsdienstverträge liegt vor, wenn (i) ein Bieter, der zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Vertrages keine oder weniger als 5 % der Stimmrechte der Gesellschaft hält, durch das Halten von 14 mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach § 30 WpÜG zuzurechnenden Stimmrechte) an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne von § 29 WpÜG erworben hat oder (ii) mit der Gesellschaft als abhängigen Unternehmen einen Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen und diese wirksam geworden ist oder (iii) die Gesellschaft nach § 2 UmwG mit einem anderen Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 30 % des Werts der Gesellschaft. Endet die Anstellung der Vorstandsmitglieder im Falle eines Kontrollwechsels auf Grund der Ausübung eines Sonderkündigungsrechts durch die Gesellschaft oder durch ein Vorstandsmitglied, hat das jeweilige Vorstandsmitglied Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung. Diese darf grundsätzlich nicht das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Bruttovergütung übersteigen. In dem bis 30. April 2019 für Frau Prof. Dr. Schendel geltenden Vorstandsdienstvertrag war die Abfindung zusätzlich auf das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrages vorgesehenen Vergütung begrenzt und es wurde eine absolute Obergrenze individuell festgelegt. e) Sonderkündigungsrecht für den Fall des Kontrollwechsels Für die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Dolores Schendel und Dr. Kai Pinkernell sowie für das ab 01. April 2019 in den Vorstand bestellte Mitglied Axel-Sven Malkomes wurden jeweils in deren Vorstandsanstellungsverträgen für den Fall eines Kontrollwechsels („Sonderkündigungsgrund“) Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch für die Vorstandsmitglieder vereinbart. Hinsichtlich Frau Prof. Dr. Dolores Schendel werden nachfolgend die Einzelheiten zu dem bis zum 30. April 2019 geltenden Vorstandsdienstvertrag nicht dargestellt, sondern lediglich die Regelungen, welche in dem ab dem 01. Mai 2019 geltenden Vorstandsdienstvertrag vereinbart wurden. Der Gesellschaft sowie jeweils den Vorstandsmitgliedern steht für den Zeitraum von drei Monaten ab dem Zeitpunkt des Kontrollwechsels ein solches Sonderkündigungsrecht zu. → Endet die Anstellung eines Vorstandsmitglieds aufgrund der Ausübung des oben dargestellten Sonderkündigungsrechts der Gesellschaft, hat es Anspruch auf:    Zahlung einer Abfindung in Höhe der Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags, eines zeitanteiligen Bruttobonus (ohne Aktienoptionen) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags und einer Abfindung in Höhe der 2,5-fachen geschuldeten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung, ohne Aktienoptionen).  Abfindungs-Cap: Die Abfindung darf dabei das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) nicht übersteigen. → Im Falle einer Sonderkündigung durch ein Vorstandsmitglied hat dieses Anspruch auf:  eine Abfindung in Höhe eines 3-fachen Bruttomonatsbetrags für jedes vollendete volle Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Gesellschaft. Der Bruttomonatsbetrag setzt sich aus einem Zwölftel der bei Beendigung des Vorstandsdienstvertrags aktuellen Bruttovergütung und einem Zwölftel des Durchschnittsjahresbonus zusammen,  jedoch mindestens in Höhe von zwölf Bruttomonatsbeträgen (Untergrenze). Abfindungs-Cap: Die Abfindung darf das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung (Fixgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) nicht übersteigen (Obergrenze). f) Übersicht von Abfindungen für Vorstandsmitglieder aufgrund Ausübung eines Sonderkündigungsrechtes (Kontrollwechsel) ÜBERSICHT ABFINDUNGEN BEI AUSÜBUNG SONDERKÜNDIGUNGSRECHT VORSTAND KÜNDIGUNG DURCH: ABFINDUNGSANSPRUCH AUF: CAPS Prof. Dr. Dolores Schendel, Vorstandsvorsitzende Gesellschaft 1. Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt regulären Ende, und Bonus) 2. Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und 3. 2,5fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch und Bonus) 2. Mindestens (Untergrenze) 12 Bruttomonatsbeträge Dr. Kai Pinkernell (bis 31. März 2021) Gesellschaft 1.Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt regulären Ende, und Bonus) Vorstand für die klinische 2.Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und Entwicklung und Produktentwicklung 3.2,5fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch und Bonus) 2. Mindestens 12 (Untergrenze) Bruttomonatsbeträge Axel-Sven Malkomes (seit 01. April 2019) Vorstand für Finanzen Gesellschaft 1. Bruttovergütung (Fixgehalt) bis zum 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt regulären Ende, und Bonus) 2. Zeitanteiliger Bonus (ohne Optionen) bis zum regulären Ende, und 3. 2,5fache jährliche Vergütung (ohne Optionen) Vorstand 1. 3.0facher Bruttomonatsbetrag (Fixgehalt 3,0fache jährliche Vergütung (Fixgehalt und Bonus) für jedes volle Jahr, jedoch 2. Mindestens 12 Bruttomonatsbeträge (Untergrenze) und Bonus) 16 Die Gesamtvergütung setzt sich aus festen und variablen Bestandteilen sowie sonstigen Bezügen zusammen, die nachfolgende Tabelle zeigt die gewährten Zuwendungen, die für das Geschäftsjahr 2021 1.218 T€ betrugen (2020: 1.402T€). VERGÜTUNG DES VORSTANDS IN T€ 2021 700 227 927 123 48 2020 935 Fixe Vergütungskomponente (Grundvergütung) Kurzfristig variable Vergütungskomponente Kurzfristig fällige Leistungen 183 1.118 148 Mittelfristig variable Vergütungskomponente Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Dienstzeitaufwand aus Versorgungsansprüchen) Anteilsbasierte Vergütung 76 120 1.218 60 1.402 Gesamt Die ausgezahlten Zuwendungen der Vorstandsvergütung betrugen für das Geschäftsjahr 2021 869T€ (2020: 1.280 T€). Die Mitglieder des Vorstands sind in keinen Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Gremien tätig. Aufsichtsrat Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen im Jahr 2021 auf 175 T€ (2020: 192 T€). Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine fixe Vergütung sowie Sitzungsgelder. Darüber hinaus werden Auslagen erstattet. Der größere Tätigkeitsumfang des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters wird durch eine entsprechend höhere Vergütung berücksichtigt. Vorschüsse an Organmitglieder wurden nicht gewährt. Aufsichtsratsmitglieder der Medigene AG: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht zum 31. Dezember 2021 aus sechs Mitgliedern. Die Amtszeit von Ronald Scott und Dr. Gerd Zettlmeissl endet mit der Beendigung der Hauptversammlung, welche über das zweite Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, also am Tage der Hauptversammlung 2021. Die Herren Ronald Scott und Dr. Gerd Zettelmeissl wurden in der Hauptversammlung am 24. Juni 2021 erneut in den Aufsichtsrat gewählt, die Amtszeit endet mit der Beendigung der Hauptversammlung, welche über das zweite Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, also am Tage der Hauptversammlung 2023. Die Amtszeit von Antoinette Hiebeler-Hasner, Dr. Keith Manchester und Dr. Frank Mathias endet mit der Beendigung der Hauptversammlung, welche über das dritte Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt, also am Tage der Hauptversammlung 2022. Die Amtszeit von Dr. Anthony Man endet mit der Beendigung der Hauptversammlung, welche über das dritte Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt, also am Tage der Hauptversammlung 2023. Dr. Gerd Zettlmeissl Selbstständiger Berater Immunoprophylaxe/-therapie Deutsche Aufsichtsrats-/Beiratsmandate: keine Auslandsmandate: • MSD Wellcome Trust Hilleman Laboratories, Neu Delhi, Indien (Non-Profit), Vorsitz • Themis Bioscience GmbH, Wien, Österreich, Vorsitz Antoinette Hiebeler-Hasner Geschäftsführerin der Vistra GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln Deutsche Aufsichtsrats-/Beiratsmandate: • Grob Aircraft SE, Tussenhausen-Mattsies, Vorsitz • Ventuz Technology AG, Grünwald, Vorsitz Auslandsmandate: keine Dr. Keith Manchester Partner und Leiter Life Sciences der QVT Financial LP, New York, NY, USA Deutsche Aufsichtsrats-/Beiratsmandate: keine Auslandsmandate: • Arbutus Biopharma Corporation, Kanada (börsennotiert) • Roivant Sciences, Inc., Delaware, USA und Roivant Sciences Ltd., Bermuda Dr. Frank Mathias Vorstandsvorsitzender der Rentschler SE, Laupheim Deutsche Aufsichtsrats-/Beiratsmandate: • • • • Mediatum AG, Heidelberg, Vorsitz Leukocare AG, Martinsried August Faller GmbH & Co. KG, Waldkirch, Vorsitz leon-Nanodrug GmbH, München Auslandsmandate: keine Dr. Anthony Man Global Clinical Development Head, Communicable Diseases, Global Health Development Unit bei der Novartis Pharma AG Aufsichtsrats-/Beiratsmandate: keine DIRECTORS’ HOLDINGS« UND ERLÄUTERUNGEN ZU BEZUGSRECHTEN ANZAHL AKTIEN / AKTIENOPTIONEN AKTIEN 31.12.2021 OPTIONEN 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2020 Dr. Gerd Zettlmeissl 0 0 0 0 Antoinette Hiebeler-Hasner 0 0 0 0 0 0 Prof. Dr. Horst Domdey (bis 16. Dezember 2020) Dr. Yita Lee (bis 16. Dezember 2020) Dr. Anthony Man 39.125 39.125 0 0 0 0 0 0 0 0 Dr. Keith Manchester1) Dr. Frank Mathias 0 20.187 0 0 20.197 0 0 0 46.089 0 46.0892) 0 Ronald Scott Gesamt Aufsichtsrat 59.322 846.296 0 59.322 846.296 0 46.089 137.500 73.438 95.000 305.938 46.089 97.500 73.438 75.000 245.938 Prof. Dolores J. Schendel, Vorstandsvorsitzende3) Dr. Kai Pinkernell, Vorstand (bis 31. März 2021) Axel Sven Malkomes, Vorstand Gesamt Vorstand 0 0 846.296 846.296 1) Dr. Manchester ist Partner und Leiter of Life Sciences QVT Financial LP, New York, USA. Die von QVT geführten Fonds halten gem. letzter Stimmrechtsmitteilung vom 08.06.2018 1.072.879 Aktien an der Medigene AG. 2)Die angegebene Optionsanzahl entspricht einer Optionszahl von 124.839 vor Kapitalherabsetzung im Jahre 2013. 3)Prof. Dr. Schendel hält 846.296 Medigene-Aktien mittelbar in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der DJSMontana Holding GmbH, die alle direkt Prof. Schendel zuzuordnen sind. 7. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE Zum 31. Dezember 2021 bestanden keine Haftungsverhältnisse. 8. EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE Nach Einschätzung des Managements hat die COVID-19-Pandemie derzeit keinen Einfluss auf die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte und der Beteiligungswerte. Medigene steht mit sämtlichen Geschäftspartnern in regelmäßigem engem Austausch um eventuelle COVID-19-Implikationen entsprechend zu antizipieren. Der Krieg in der Ukraine stellt ein wertbegründendes Ereignis dar und hat daher grundsätzlich keine Auswirkung auf den Jahresabschluss 2021. Aktuell sind keine wesentlichen Risiken daraus für das aktuelle Geschäftsjahr erkennbar. 18 Neue umfassende TCR-T- und Technologie-Partnerschaft mit BioNTech SE, Mainz Eines der wichtigsten Projekte, an welche zahlreichen Abteilungen im Jahr 2021 beteiligt waren und das im Februar 2022 seinen Abschluss fand, ist die Unterzeichnung der weltweiten, strategischen Partnerschaft zwischen der Medigene Immunotherapies GmbH und BioNTech, um TCR- basierte Immuntherapien gegen Krebs zu entwickeln. Im Rahmen der Vereinbarung hat Medigene eine Vorabzahlung in Höhe von 26 Mio. € erhalten und die entstehenden Forschungs- und Entwicklungskosten werden für die Dauer der Zusammenarbeit erstattet. Die Forschungskollaboration wird mehrere Zielstrukturen umfassen und hat eine anfängliche Laufzeit von drei Jahren. Medigene wird ihre unternehmenseigene TCR-Entdeckungsplattform nutzen, um TCRs gegen verschiedene von BioNTech ausgewählte Zielstrukturen zu entwickeln, die eine Vielzahl solider Tumore adressieren. BioNTech wird anschließend für die globale Entwicklung verantwortlich sein und die exklusiven weltweiten Vermarktungsrechte für alle aus der Zusammenarbeit hervorgehenden TCR-Therapien besitzen. BioNTech hat Medigenes TCR-4 aus dem MDG10XX-Programm erworben, der gegen das Krebsantigen PRAME gerichtet ist. BioNTech hat außerdem die exklusive Option, weitere bestehende TCRs aus Medigenes Forschungspipeline zu erwerben und hat Lizenzen an Medigenes PD1-41BB Switch-Rezeptor sowie an der Precision- Pairing-Bibliothek erhalten. Diese Technologien bieten die Möglichkeit, die Wirksamkeit von TCR-Zelltherapien weiter zu erhöhen und können auf alle Zelltherapieprogramme von BioNTech angewendet werden. Medigene hat Anspruch auf Entwicklungs-, regulatorische und kommerzielle Meilensteinzahlungen in Höhe eines bis zu dreistelligem Millionenbetrag je Programm. Hinzu kommen gestaffelte, latente Optionszahlungen auf den weltweiten Nettoumsatz von Produkten, die auf TCRs aus der Kooperation basieren, sowie Umsatzbeteiligungen auf Produkte, die mindestens eine der lizenzierten Technologien enthalten. 9. MELDUNG NACH WERTPAPIERHANDELSGESETZ § 33, 34, 38, 39 WPHG UND VERÖFFENTLICHUNG GEMÄß § 40 ABS.1 WPHG Für das Geschäftsjahr 2021 liegen folgende Mitteilungen gemäß § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des WpHG (in der Fassung bis 02. Januar 2018) vor. Die genannten Prozentzahlen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der jeweilig letzten Mitteilung: Veröffentlichung gem. § 40 Abs. 1 WpHG MEDIGENE AG: KORREKTUR EINER VERÖFFENTLICHUNG NACH § 40 ABS. 1 WPHG VOM 16.11.2020 Planegg/Martinsried (pta/18.11.2020/20:30) Veröffentlichung einer Stimmrechtsmitteilung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Medigene AG Name: Legal Entity Identifier (LEI): 391200I33JD2DKZGDX06 Straße, Hausnr: Lochhamer Straße 11 82152 Planegg/Martinsried, Deutschland PLZ: Ort: 2. Grund der Mitteilung Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Aviva Plc. Registrierter Sitz, Staat: London, Vereinigtes Königreich 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 13.11.2020 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte Anteil Instrumente in % (Summe 7.a.) in % (Summe 7.b.1.+ in % (Summe Summe Anteile Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG 7.a. + 7.b.) 7.b.2.) neu letzte Mitteilung 2,67 3,85 0,00 2,67 24.562.658 0 3,85 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) absolut direkt (§ 33 WpHG) absolut zugerechnet (§ direkt in % (§ zugerechnet in % (§ ISIN 34 WpHG) 33 WpHG) 34 WpHG) DE000A1X3W00 0 Summe: 657.051 657.051 0,00 2,67 2,67 b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG Art des Instruments Stimmrechte in % Fälligkeit / Verfall Ausübungszeitraum / Laufzeit Summe: Stimmrechte absolut b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG Art des Instruments / Verfall Barausgleich oder physische Abwicklung Summe: Fälligkeit Ausübungszeitraum / Laufzeit Stimmrechte Stimmrechte absolut in % 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen UNTERNEHMEN Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Life Holdings UK Limited Aviva Life & Pensions UK Limited -- Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Investors Holdings Limited Aviva Investors Global Services Limited 20 Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher 9. Bei Vollmacht gem ä (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) Datum der Hauptversammlung: N/A 10. Sonstige Informationen: Datum 17.11.2020 1. Angaben zum Emittenten Medigene AG Name: Legal Entity Identifier (LEI): 391200I33JD2DKZGDX06 Straße, Hausnr: Lochhamer Straße 11 82152 Planegg/Martinsried, Deutschland PLZ: Ort: 2. Grund der Mitteilung Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Aviva Plc. Registrierter Sitz, Staat: London, Vereinigtes Königreich 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 13.11.2020 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte Anteil Instrumente in % (Summe 7.a.) in % (Summe 7.b.1.+ in % (Summe Summe Anteile Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG 7.a. + 7.b.) 7.b.2.) neu letzte Mitteilung 2,67 3,85 0,00 2,67 24.562.658 0 3,85 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) absolut direkt (§ 33 WpHG) absolut zugerechnet (§ direkt in % (§ zugerechnet in % (§ ISIN 34 WpHG) 33 WpHG) 34 WpHG) DE000A1X3W00 657.051 Summe: 0 2,67 0,00 2,67 657.051 b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG Art des Instruments Stimmrechte in % Fälligkeit / Verfall Ausübungszeitraum / Laufzeit Summe: Stimmrechte absolut b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG Barausgleich oder physische Abwicklung Summe: Art des Instruments / Verfall Fälligkeit Ausübungszeitraum / Laufzeit Stimmrechte Stimmrechte absolut in % 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen 22 UNTERNEHMEN Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Life Holdings UK Limited -- Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Investors Holdings Limited Aviva Investors Global Services Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher 9. Bei Vollmacht gem ä (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) Datum der Hauptversammlung: N/A 10. Sonstige Informationen: Datum 16.11.2020 1. Angaben zum Emittenten Name: Legal Entity Identifier (LEI): 391200I33JD2DKZGDX06 Medigene AG Straße, Hausnr: Lochhamer Straße 11 PLZ: Ort: 82152 Planegg/Martinsried, Deutschland 2. Grund der Mitteilung Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Aviva Plc. Registrierter Sitz, Staat: London, Vereinigtes Königreich 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 20.10.2020 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte Anteil Instrumente Summe Anteile Gesamtzahl der in % (Summe 7.a.) in % (Summe 7.b.1.+ in % (Summe Stimmrechte nach § 41 WpHG 7.a. + 7.b.) 7.b.2.) neu letzte Mitteilung 3,85 4,91 0,00 3,85 24.562.658 0 4,91 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) absolut direkt (§ 33 WpHG) absolut zugerechnet (§ direkt in % (§ zugerechnet in % (§ ISIN 34 WpHG) 33 WpHG) 34 WpHG) DE000A1X3W00 0 Summe: 945.325 945.325 0,00 3,85 3,85 b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG Art des Instruments Stimmrechte in % Fälligkeit / Verfall Ausübungszeitraum / Laufzeit Summe: Stimmrechte absolut b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG Barausgleich oder physische Abwicklung Art des Instruments / Verfall Fälligkeit Ausübungszeitraum / Laufzeit Stimmrechte Stimmrechte absolut in % Summe: 24 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen Summe in %, wenn 5% oder höher UNTERNEHMEN Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Life Holdings UK Limited Aviva Life & Pensions UK Limited - Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Investors Holdings Limited 3,85 Aviva Investors Global Services 9. Bei Vollmacht gem ä (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) Datum der Hauptversammlung: N/A 10. Sonstige Informationen: Datum 21.10.2020 1. Angaben zum Emittenten Medigene AG Name: Legal Entity Identifier (LEI): 391200I33JD2DKZGDX06 Straße, Hausnr: Lochhamer Straße 11 82152 PLZ: Ort: Planegg, Deutschland 2. Grund der Mitteilung Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Aviva Plc. Registrierter Sitz, Staat: London, Vereinigtes Königreich 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. Aviva Life & Pensions UK Limited 5. Datum der Schwellenberührung 01.05.2019 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte Anteil Instrumente in % (Summe 7.a.) in % (Summe 7.b.1.+ in % (Summe Summe Anteile Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG 7.a. + 7.b.) 7.b.2.) neu 4,91 5,06 0,00 0,15 4,91 5,21 24.560.324 letzte Mitteilung 26 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) absolut zugerechnet direkt in % (§ zugerechnet in % absolut direkt ISIN DE000A1X3W00 0 1.205.238 0,00 4,91 Summe: 1.205.238 4,91 b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG Art des Instruments Fälligkeit / Verfall Ausübungszeitraum / Laufzeit Stimmrechte absolut Stimmrechte in % Fälligkeit / Verfall Barausgleich oder physische Abwicklung Ausübung szeitraum / Laufzeit Stimmrechte absolut Stimmrechte in % 0 0,00 Summe: 0 0,00 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen Summe in %, wenn 5% oder höher Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher UNTERNEHMEN Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Life Holdings UK Limited Aviva Life & Pensions UK Limited 3,99 - Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva France SA - Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Investors Holdings Limited Friends Life Funds Limited - Aviva Plc. Aviva Group Holdings Limited Aviva Investors Holdings Limited Aviva Investors Global Services Limited 4,91 28 MEDIGENE AG, PLANNEGG/MARTINSRIED ANLAGE 1/3 9. Bei Vollmacht gemꢀß § 34 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) Datum der Hauptversammlung: N/A 10. Sonstige Informationen: Datum 03.05.2019 10. VERLUSTVERWENDUNGSVORSCHLAG Der Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. DER VORSTAND Planegg/Martinsried, den 15. März 2022 Medigene AG Prof. Dr. Dolores J. Schendel Vorstandsvorsitzende (CEO/CSO) Axel-Sven Malkomes Mitglied des Vorstands (CFO/CBO) 29 Anlage 3 MediGene Aktiengesellschaft, Planegg / Martinsried Entwicklung des Anlagevermögens Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 01.01.2021 Zugang Abgang 31.12.2021 01.01.2021 Zugang Abgang 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 € € € € € € € € € € I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Lizenzen 17.782.365,50 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 17.782.365,50 13.230.926,25 1.270.168,92 26.105,57 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 14.501.095,17 3.281.270,33 4.551.439,25 44.388,43 0,00 2. Software 3. geleistete Anzahlungen 438.745,82 0,00 18.221.111,32 438.745,82 0,00 18.221.111,32 394.357,39 0,00 13.625.283,64 420.462,96 0,00 14.921.558,13 18.282,86 0,00 3.299.553,19 1.296.274,49 4.595.827,68 II. Sachanlagen 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaussta 2. geleistete Anzahlungen 7.786.217,52 0,00 30.553,14 0,00 782.731,00 0,00 7.034.039,66 0,00 6.299.396,98 0,00 767.375,87 0,00 645.906,09 0,00 6.420.866,76 0,00 613.172,90 0,00 1.486.820,54 0,00 7.786.217,52 30.553,14 782.731,00 7.034.039,66 6.299.396,98 767.375,87 645.906,09 6.420.866,76 613.172,90 1.486.820,54 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen davon an Medigene, Inc. davon an Medigene Immunotherapies GmbH 143.166.317,30 133.297.059,30 9.869.258,00 0,00 1.766.639,26 144.932.956,56 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 143.166.317,30 133.297.059,30 9.869.258,00 0,00 0,00 143.166.317,30 131.808.059,30 131.808.059,30 0,00 0,00 0,00 131.808.059,30 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 131.808.059,30 131.808.059,30 0,00 0,00 0,00 131.808.059,30 11.358.258,00 1.489.000,00 9.869.258,00 0,00 0,00 11.358.258,00 11.358.258,00 1.489.000,00 9.869.258,00 0,00 1.766.639,26 13.124.897,26 2. Ausleihungen 2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 1.766.639,26 1.766.639,26 170.940.285,40 30.553,14 2.549.370,26 168.421.468,28 151.732.739,92 2.063.650,36 645.906,09 153.150.484,19 15.270.984,09 19.207.545,48