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MBB SE Annual Report 2022

Apr 27, 2023

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2022 MBB SE, Berlin

MBB in Zahlen

Geschäftsjahr 2022 2021 Δ 2022
/ 2021
Ergebniszahlen (bereinigt*) T€ T€ %
Umsatzerlöse 896.453 680.329 31,8
Betriebsleistung 900.775 681.723 32,1
Gesamtleistung 939.471 706.412 33,0
Materialaufwand -550.874 -369.348 49,1
Personalaufwand -233.927 -206.328 13,4
EBITDA 93.166 79.574 17,1
EBITDA-Marge 10,3% 11,7%
EBIT 53.335 46.868 13,8
EBIT-Marge 5,9% 6,9%
EBT 49.024 40.659 20,6
EBT-Marge 5,4% 6,0%
Konzernergebnis nach Nicht beherrschen
den Anteilen
16.766 11.691 43,4
EPS in € 2,88 1,98 45,5
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Ak
tien
5.814 5.912 -1,7
Ergebniszahlen (IFRS) T€ T€ %
EBITDA 87.978 55.897 57,4
Konzernergebnis nach Nicht beherrschenden Antei 11.764 -11.570 201,7
len
EPS in € 2,02 -1,96 203,1
Bilanzzahlen (IFRS) 31.12. 31.12.
T€ T€ %
Langfristige Vermögenswerte 359.831 483.383 -25,6
Kurzfristige Vermögenswerte 761.697 668.937 13,9
Darin enthaltene liquide Mittel** 512.978 622.503 -17,6
Gezeichnetes Kapital 5.804 5.847 -0,7
Sonstiges Eigenkapital 763.723 802.632 -4,8
Eigenkapital insgesamt 769.527 808.479 -4,8
Eigenkapitalquote 68,6% 70,2%
Langfristige Schulden 105.454 125.447 -15,9
Kurzfristige Schulden 246.546 218.394 12,9
Bilanzsumme 1.121.527 1.152.320 -2,7
Nettofinanzmittel (net cash (+) / net debt (-))** 445.204 534.563 -16,7
Mitarbeiter (Stichtag) 3.571 3.541 0,8

* Hinsichtlich der Bereinigungen verweisen wir auf die Ausführungen innerhalb der Ertrags -, Finanz- und Vermögenslage des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts.

** Dieser Wert versteht sich inklusive des physischen Goldbestands und der Wertpapiere.

MBB in Zahlen 1
Inhaltsverzeichnis2
Grußwort der Geschäftsführung 3
Bericht des Verwaltungsrats5
Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht 7
Geschäfts- und Rahmenbedingungen 8
Marktentwicklung 9
Marktposition 12
Börsennotiz 12
Forschung und Entwicklung 12
Tochterunternehmen 13
Segmente 14
Mitarbeiter 18
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 19
Steuerungssystem 26
Bericht über Chancen und Risiken26
Grundzüge des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystems 29
Erklärung zur Unternehmensführung 29
Bericht zur Corporate Governance 31
Angaben gemäß § 289a und § 315a HGB 32
Nicht-finanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB und § 315b HGB 33
Prognosebericht 40
Kurzfassung des Jahresabschlusses 2022 der MBB SE 41
IFRS-Konzernabschluss 2022 42
Anhang des Konzernabschlusses 2022 49
I. Methoden und Grundsätze49
II. Erläuterungen zur Konzernbilanz 70
III. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung 87
IV. Segmentberichterstattung90
V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung93
VI. Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten 94
VII. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements 96
VIII. Sonstige Pflichtangaben 98
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 106
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 107
Finanzkalender 114
Kontakt 114
Impressum 114

Grußwort der Geschäftsführung

Liebe Mitaktionäre,

der gesamtwirtschaftliche Start in die 2020er Jahre verlief nicht gerade disruptionsfrei. Nach Lockdowns und Lieferengpässen kamen ein Krieg in Europa, explodierende Energiepreise und eine 180°-Wende der Zentralbankpolitik mit deutlich steigenden Zinsen hinzu.

Die operative Leistung der MBB-Unternehmen erwies sich hingegen auch im vergangenen Geschäftsjahr als ausgesprochen robust. Den makroökonomischen Herausforderungen konnten wir mit unserer Fokussierung auf langfristige Trends, wie Energiewende, Elektromobilität und IT-Sicherheit, erfolgreich begegnen. Das neue Zinsumfeld wird die relative Position von MBB weiter deutlich stärken.

Die operative Leistung der MBB-Unternehmen

Der Umsatz der MBB-Gruppe wuchs 2022 um 32 % auf 896 Mio. €, das bereinigte EBITDA stieg um 17 % auf 93 Mio. €. Lediglich die Nettoliquidität des Konzerns nahm vor dem Hintergrund eines starken Working Capital Aufbaus und der Aktienrückkäufe um 17 % ab, erreichte mit 445 Mio. € aber immer noch den zweithöchsten Wert der Unternehmensgeschichte.

Das Service & Infrastructure Segment trug mit einem Umsatzanstieg von 33 % auf 477 Mio. € maßgeblich zum Wachstum der Gruppe bei. Das bereinigte EBITDA des Segments ging jedoch um 2 % auf 67 Mio. € zurück. Grund für den Rückgang war die Entwicklung des Energieinfrastrukturanbieters Friedrich Vorwerk im vierten Quartal des Geschäftsjahres. Nachdem die Aufträge für die Anbindung der LNG-Terminals kurzfristig erweitert wurden und auf eine ohnehin vollausgelastete Organisation trafen, mussten die Kapazitätslücken durch Subunternehmen gedeckt werden, was die Marge signifikant belastete. Der Umsatz übertraf hingegen bei weitem die Erwartungen, da in der Planung von einem geringeren Projektvolumen ausgegangen wurde. Betrachtet man das Gesamtjahr, konnte Friedrich Vorwerk seinen Umsatz um 32 % auf 368 Mio. € steigern, das bereinigte EBITDA ging jedoch um 13 % auf 50 Mio. € zurück. Ganz anders war die Entwicklung beim IT-Security Spezialisten DTS: Hier konnte der Umsatz um 36 % auf 109 Mio. € gesteigert werden, das bereinigte EBITDA stieg sogar überproportional um sagenhafte 53 % auf 17 Mio. €. Die steigende Investitionsbereitschaft der Unternehmen in ihre IT-Sicherheit trug dabei signifikant zum rasanten Umsatzwachstum des Unternehmens bei.

Im Segment Technological Applications stieg der Umsatz um 25 % auf 313 Mio. €. Das EBITDA konnte sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifachen und erreichte 16 Mio. €. Stärkster Wachstumstreiber des Segments war Aumann, die mit ihren Automatisierungslösungen um 34 % auf 215 Mio. € Umsatz wuchs. Gleichzeitig gelang dem Unternehmen mit 9 Mio. € bereinigtem EBITDA auch der profitabilitätsseitige Turnaround. Der Auftragseingang erreichte mit 295 Mio. € ein neues Allzeithoch und auch die Nettoliquidität von mehr als 112 Mio. € schafft eine hervorragende Grundlage für weiteres Wachstum. Auch Delignit konnte mit seinen auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Systemlösungen um 10 % auf 75 Mio. € Umsatz wachsen. Das bereinigte EBITDA des Unternehmens stieg um 17 % auf 7 Mio. €. Im zweiten Halbjahr lag das Wachstum von Umsatz und EBITDA noch deutlich höher, musste aber den etwas schwächeren Jahresstart kompensieren. OBO trug bis zu ihrem Verkauf Ende November 2022 rund 22 Mio. € zum Segmentumsatz und 0,6 Mio. € zum EBITDA bei. Durch den Verkauf der OBO wird die Ausrichtung des Segments deutlich nachhaltiger. Die beiden verbleibenden Unternehmen tragen mit ihrer Bedeutung für die Elektromobilität bzw. durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe signifikant zur Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmensgruppe bei.

Das Segment Consumer Goods konnte seinen Umsatz um 48 % auf 107 Mio. € steigern. Anders als in den anderen beiden Segmenten ist jedoch ein großer Anteil dieses Anstiegs auf Preiseffekte zurückzuführen. Umso erstaunlicher ist daher die Steigerung des bereinigten EBITDA, welche bei 77 % lag. Da die Abschreibungen des Segments nur um 11 % stiegen, hat sich das EBIT des Segments sogar mehr als verdoppelt. Der Tissuehersteller Hanke konnte seinen Umsatz um unglaubliche 66 % auf 70 Mio. € steigern. Auf den Matratzenhersteller CT Formpolster entfiel ein Umsatz von 37 Mio. €, was einem Wachstum von 23 % entspricht.

Die makroökonomischen Herausforderungen

Vor einem Jahr führten wir an dieser Stelle fünf makroökonomische Herausforderungen auf: Covid-19, die Lieferkettenengpässe, den Krieg in der Ukraine, die Energieversorgung und die steigende Inflationsrate. Tatsächlich haben uns alle dieser fünf Herausforderungen im Geschäftsjahr 2022 begleitet.

Für das Jahr 2023 erwarten wir, dass Covid-19 für unsere Tochterunternehmen kein wesentliches Risiko mehr darstellt. Auch die Situation der Lieferketten hat sich für die MBB-Unternehmen in den letzten Monaten zunehmend stabilisiert. Der Krieg in der Ukraine, welcher nun seit über einem Jahr anhält, ist eine humanitäre Katastrophe auf europäischem Boden. Wirtschaftlich betrachtet haben sich die direkten Auswirkungen des Krieges auf die MBB-Gruppe jedoch im Rahmen gehalten. Dennoch wird die Energieversorgung in Europa und insbesondere in Deutschland weiterhin ein makroökonomisches Risiko bleiben. Innerhalb der MBB-Gruppe stellt die Volatilität der Energiepreise insbesondere für Hanke eine Herausforderung dar. Die Sorge um die Versorgungssicherheit hat sich jedoch deutlich gelegt, seit Deutschland bewiesen hat, den Winter auch ohne den Zufluss russischen Gases überstehen zu können.

Die aus heutiger Sicht wichtigsten makroökonomischen Einflussfaktoren im Geschäftsjahr 2023 werden die anhaltend hohe Inflation sowie die steigenden Zinsen sein. Als MBB glauben wir, unsere relative Marktposition in einem Umfeld hoher Zinsen aus drei Gründen verbessern zu können: Erstens werden sogenannte Leveraged Buyouts (LBOs) von Private Equity Firmen im Vergleich zu den für MBB-typischen eigenkapitalfinanzierten Unternehmensakquisitionen weniger attraktiv. Dies stärkt unsere Position im M&A-Markt. Zweitens können sich unsere eigenkapitalstarken Tochterunternehmen weiter auf den operativen Erfolg konzentrieren, während ihre Wettbewerber mit steigenden Finanzierungskosten kämpfen müssen. Dies stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Tochterunternehmen. Drittens wird die hohe Liquiditätsposition der MBB SE, welche zuletzt eher als Anachronismus wahrgenommen wurde, wieder zum wertvollen Unterscheidungsmerkmal. Unsere finanzielle Solidität wird somit wieder wertgeschätzt und dient uns umso mehr als wichtiges "Asset" in volatilen Zeiten.

Der Ausblick

Auch wenn die steigenden Zinsen absolut betrachtet ein Risiko für die Wirtschaft darstellen, sollte sich die relative Position der MBB-Gruppe in diesem Umfeld also verbessern. Die Nachhaltigkeitstrends, an denen die MBB-Unternehmen ausgerichtet sind, gewinnen gleichzeitig weiter an Bedeutung. Die Nachfrage im Zusammenhang mit der Energiewende, der Elektromobilität, der IT-Sicherheit und nachwachsenden Rohstoffen wird in den nächsten Jahren wieder deutlich steigen. Dieser Rückenwind sollte der MBB-Gruppe eine Fortsetzung ihrer Erfolgsgeschichte ermöglichen.

Für das Jahr 2023 erwarten die meisten MBB-Unternehmen ein deutliches Umsatzwachstum bei in Summe stabiler EBITDA-Marge. Eine Ausnahme stellt hierbei Friedrich Vorwerk dar. Nachdem dem Unternehmen im zweiten Halbjahr 2022 seine Kapazitätsgrenzen aufgezeigt wurden, nimmt sich Friedrich Vorwerk für 2023 einen niedrigeren Umsatz vor und plant die Organisationsstrukturen auf die bevorstehende Wachstumswelle im Zuge der Energiewende vorzubereiten. Durch den Verkauf der OBO im November letzten Jahres hat sich außerdem der Konsolidierungsumfang verringert. Daher erwarten wir für 2023 einen Gruppenumsatz von 850 - 900 Mio. € bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 9 - 11 %. Das Umfeld für neue Akquisitionen schätzen wir als ausgesprochen interessant ein.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg auch weiterhin begleiten.

Berlin, den 29. März 2023 Die Geschäftsführenden Direktoren der MBB

Dr. Constantin Mang Dr. Jakob Ammer Chief Executive Officer Chief Operating Officer

Chief Investment Officer Executive Chairman

Torben Teichler Dr. Christof Nesemeier

Bericht des Verwaltungsrats

Der Verwaltungsrat hat sich im Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz und Satzung sowie den Regelungen des deutschen Corporate Governance Kodex auferlegten Aufgaben und Zuständigkeiten kontinuierlich über die geschäftliche und strategische Entwicklung der Gesellschaft informiert, die Geschäftsführenden Direktoren beratend begleitet und die Geschäftsführung überwacht. So hatte der Verwaltungsrat stets Kenntnis über die Strategie, die Geschäftspolitik, die Planung, die Risikolage sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MBB-Konzerns.

Dies geschah sowohl in persönlichen Gesprächen der Verwaltungsratsmitglieder untereinander und mit den Geschäftsführenden Direktoren, durch regelmäßige Informationen der Geschäftsführenden Direktoren zum Gang der Geschäfte, als auch im Zuge der am 31. März, 10. Juni, 15. September und 21. Dezember 2022 durchgeführten Verwaltungsratssitzungen, an denen jeweils sämtliche Verwaltungsratsmitglieder persönlich oder per Videokonferenz teilgenommen haben.

Im Rahmen der einzelnen Sitzungen hat der Verwaltungsrat gemeinsam mit den Geschäftsführenden Direktoren die laufende Geschäftsentwicklung analysiert und über die strategische Ausrichtung beraten. Die Beratungen erstreckten sich sowohl auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als auch auf die der einzelnen Tochtergesellschaften. Neben der operativen Entwicklung der Gruppe wurden auch Fragen der Kapitalanlage und M&A-Themen auf den Sitzungen des Verwaltungsrats diskutiert. Sofern einzelne Geschäfte gemäß Satzung oder aufgrund gesetzlicher Bestimmungen der Zustimmung des Verwaltungsrats bedurften, hat der Verwaltungsrat diese geprüft und über seine Zustimmung entschieden.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Beratungen zur Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 lag auf den Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise sowie den Materialpreisverteuerungen. Zudem hat der Verwaltungsrat die Auswirkungen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine und mögliche Absicherungsmaßnahmen wiederholt diskutiert. Im Bereich der Kapitalanlage wurde insbesondere das volatile Kapitalmarktumfeld besprochen und über die Anlage der liquiden Mittel entschieden. Im Bereich M&A wurde zu mehreren Investitionsopportunitäten und Due Diligence Ergebnissen beraten. Darüber hinaus wurde der Verkauf der OBO-Werke GmbH nach ausführlicher Diskussion beschlossen.

Der Verwaltungsrat hat zusätzlich zu den Beratungen in voller Besetzung auch innerhalb unterschiedlicher Ausschüsse getagt. Das Audit Committee (Prüfungsausschuss) hat die Prüfung des Konzernabschlusses der MBB für das Geschäftsjahr 2022 eng begleitet. Das Accounting Committee hat auch außerhalb der Aufstellung des Jahresabschlusses die Rechnungslegungsprozesse im Konzern verfolgt und in Zweifelsfällen Entscheidungen getroffen. Das Compensation Committee hat die Vergütungs - und Incentivierungspraxis innerhalb der MBB-Gruppe geprüft und über neue Long-Term-Incentive Programme in den Tochterunternehmen entschieden. Das Nomination Committee hat im letzten Jahr nicht getagt, da keine Neubesetzung im Geschäftsführenden Direktorium anstand.

Der Verwaltungsrat hat sich außerdem im abgelaufenen Geschäftsjahr mit der Diversität und gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen befasst. Derzeit sind sämtliche Mitglieder des Verwaltungsrates der MBB SE (vier Personen) als auch des Geschäftsführenden Direktoriums (vier Personen inkl. dem delegierten Mitglied des Verwaltungsrats) männlich. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsführenden Direktoren streben eine stärkere Vertretung von Frauen in Führungspositionen an. Der Verwaltungsrat der MBB SE hat daher am 14. April 2021 beschlossen, mittelfristig einen Frauenanteil von 20 % für Mitglieder des Verwaltungsrats und des Geschäftsführenden Direktoriums zu erreichen. In den Aufsichtsgremien der börsennotierten Tochtergesellschaften Friedrich Vorwerk, Aumann und Delignit konnte der Frauenanteil innerhalb der letzten zwei Jahre bereits deutlich gesteigert werden .

Die Corporate Governance der MBB-Gruppe sowie die Einhaltung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) haben für den Verwaltungsrat der MBB SE einen hohen Stellenwert. Die Weiterentwicklung des DCGK wurde vom Verwaltungsrat daher fortlaufend beobachtet. Die MBB SE entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit den Besonderheiten, welche sich aufgrund des monistischen Systems der MBB SE ergeben. Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.mbb.com veröffentlicht und in diesem Bericht enthalten.

Der Verwaltungsrat hat den Prüfungsauftrag für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie für den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2022 ordnungsgemäß an die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, erteilt. Der Abschlussprüfer ist der jährlichen Bestätigung der Unabhängigkeit gegenüber dem Verwaltungsrat und der fallbezogenen Berichtspflicht des Abschlussprüfers gegenüber dem Verwaltungsrat gemäß Aktiengesetz nachgekommen. Die Erklärung bestätigt, dass keine beruflichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits bestehen, die Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen könnten.

Der Jahresabschluss der MBB SE zum 31. Dezember 2022 und der zusammengefasste Lagebericht für die MBB SE und den MBB-Konzern wurden nach handelsrechtlichen Grundsätzen, der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und von der durch die Hauptversammlung gewählten und vom Verwaltungsratsvorsitzenden beauftragten RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk vom 29. März 2023 versehen.

Der Verwaltungsrat hat den von den Geschäftsführenden Direktoren aufgestellten Jahresabschluss, den gemeinsamen Lagebericht für die MBB SE und den MBB-Konzern, den Gewinnverwendungsvorschlag und den Konzernabschluss geprüft und mit dem Abschlussprüfer in der Sitzung am 29. März 2023 erörtert. Vor der Sitzung hat der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Ergebnisse der Abschlussprüfung mit dem Abschlussprüfer besprochen. Alle Fragen des Verwaltungsrats wurden vom Abschlussprüfer umfassend beantwortet. Den Bericht des Abschlussprüfers hat der Verwaltungsrat vor der Bilanzsitzung erhalten. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Verwaltungsrat vorgenommenen Prüfung sind gegen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Konzernabschluss keine Einwendungen zu erheben. Der Konzernabschluss wurde vom Verwaltungsrat am 29. März 2023 gebilligt. Der Jahresabschluss der MBB SE ist festgestellt.

Der Verwaltungsrat teilt die Lagebeurteilung der Geschäftsführenden Direktoren im gemeinsamen Lageund Konzernlagebericht und schließt sich dem Vorschlag der Geschäftsführenden Direktoren über die Verwendung des Bilanzgewinns an.

Der Verwaltungsrat dankt den Geschäftsführenden Direktoren, den Geschäftsführungen der Tochterunternehmen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MBB-Konzerns für die enorme Einsatzbereitschaft in diesen sehr unsicheren Zeiten und die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten guten Ergebnisse.

Berlin, den 29. März 2023

Der Verwaltungsrat

Dr. Christof Nesemeier Vorsitzender des Verwaltungsrats

Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht

Die MBB SE ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das mit seinen Tochterunternehmen den MBB-Konzern bildet.

Der Einzelabschluss der MBB SE wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) un d des Aktiengesetzes (AktG), der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) einschließlich der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) zu den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst neben dem MBB-Konzern (nachfolgend auch "der Konzern" oder "MBB") auch das Mutterunternehmen, die MBB SE mit Sitz in Berlin, Deutschland. Er wurde nach den Vorschriften des HGB sowie unter Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) Nr. 20 aufgestellt. Die Berichterstattung zur Lage des Konzerns entspricht grundsätzlich der Berichterstattung der MBB SE. Ergänzende Angaben zum Jahresabschluss der MBB SE sind in der Ertrags -, Finanzund Vermögenslage aufgeführt.

In einem von Inflation und Materialengpässen geprägten Geschäftsjahr erreichten sowohl Umsatz als auch EBITDA des MBB-Konzerns 2022 neue Höchststände. Ungeachtet eines gestiegenen Working Capitals und einer regen Investitionstätigkeit verfügt MBB über eine hohe Eigenkapitalquote und Nettoliquidität, welche in Zeiten steigender Zinsen und makroökonomischer Herausforderungen an Stellenwert gewinnt.

Der MBB-Konzernumsatz belief sich 2022 auf 896,5 Mio. €, nach 680,3 Mio. € im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA beträgt 93,2 Mio. € (vor Bereinigungen 88,0 Mio. €), während das Konzernergebnis nach Nicht beherrschenden Anteilen bei 16,8 Mio. € bzw. 2,88 € je Aktie (vor Bereinigungen 11,8 Mio. € bzw. 2,02 € je Aktie) liegt.

Im Geschäftsjahr wurde das EBITDA um einmalige Geschäftsvorfälle in Höhe von 5,2 Mio. € bereinigt. Die Bereinigungen betreffen mit 3,4 Mio. € den Verlust aus der Entkonsolidierung der OBO sowie mit 2,2 Mio. € Personalaufwand aus den Aktienoptionsprogrammen der MBB SE und Aumann. Gegenläufig wurden bei Aumann sonstige Erträge von 0,4 Mio. € bereinigt, die sich aus dem Verkauf von sonderabgeschriebenen Sachanlagen ergaben.

Außerdem wurden Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von 3,6 Mio. € bereinigt, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen aktiviert wurden. Bereinigungen unterhalb des EBIT betreffen mit -2,5 Mio. € Effekte aus der Neubewertung von bedingten Gegenleistungen aus Put-Optionen, sowie mit -1,3 Mio. € Bereinigungen auf Nicht beherrschende Anteile und Steuern.

Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Nettofinanzmittelbestand (Bankguthaben und Barmittelbestand, kurz- und langfristige Wertpapiere und physische Goldbestände abzüglich Bank- und Leasingverbindlichkeiten) 445,2 Mio. € (31. Dezember 2021: 534,6 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine erneut gestiegene Basisdividende in Höhe von 0,99 € pro Aktie zuzüglich einer Sonderdividende von 0,99 € pro Aktie, in Summe also 1,98 € pro Aktie bzw. 11,5 Mio. € gezahlt. Es wurde wie in den Vorjahren unvermindert in das Wachstum aller Tochtergesellschaften investiert.

Das Eigenkapital des MBB-Konzerns hat sich von 808,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 769,5 Mio. € gemindert, die Bilanzsumme reduzierte sich um -2,7 % auf 1.121,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote sank von 70,2 % auf 68,6 %. Der Rückgang des Eigenkapitals resultiert im Wesentlichen aus der Wertpapierentwicklung, dem Anteilserwerb von zusätzlichen 4,69 % an Aumann sowie Gewinnausschüttungen, die zum Teil durch das gesteigerte Ergebnis nach Steuern kompensiert wurden.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsführenden Direktoren schlagen vor, den Bilanzgewinn des Jahres 2022 zunächst auf neue Rechnung vorzutragen und zu einer möglichen Gewinnausschüttung rechtzeitig vor der Hauptversammlung erneut zu beraten. Davon unberührt haben Verwaltungsrat und Geschäftsführende Direktoren am 9. Februar 2023 ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 12 Mio. € beschlossen.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet MBB einen Umsatz von 850 – 900 Mio. € bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 9 – 11 %. MBB sieht sich auch weiterhin, insbesondere durch seine komfortable Liquiditätsausstattung, gut für die Zukunft aufgestellt.

Alle Angaben in diesem Bericht beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf den 31. Dezember 2022 bzw. auf das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022. Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten.

Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher oder Sprachformen sonstiger Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten, sofern nicht anders dargestellt, für alle Geschlechter.

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Strategische Ausrichtung

Die MBB SE ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das auf den Erwerb und die Entwicklung mittelständischer Unternehmen mit hoher Technologie- und Ingenieurskompetenz fokussiert ist. Das außerordentliche Umsatz- und Wertewachstum der MBB basiert auf sechs Erfolgsfaktoren:

Wachstum

Seit ihrer Gründung konnte MBB ein überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen. Gerechnet ab dem Börsengang im Jahr 2006 wuchs der Umsatz um durchschnittlich 21 % pro Jahr. Organisch und durch Kauf von Unternehmen will MBB diesen Wachstumskurs fortsetzen.

Entwicklung Konzernumsatz zum Abschlussstichtag in Mio. €

Technologiekompetenz

MBB steht für Messerschmitt-Bölkow-Blohm und ist heute das einzige unabhängige, unmittelbar aus dem ursprünglichen MBB-Konzern hervorgegangene Unternehmen, das diesen Namen trägt. MBB war im Nachkriegsdeutschland das Synonym für Ingenieurskunst. Dieser Tradition verpflichtet, verfügen unsere Unternehmen teils über Jahrhunderte an Erfahrungen in ihren Märkten. Wir streben auch heute nach überlegener Technologiekompetenz und sind überzeugt, dass der Standort Deutschland weltweit einmalige Rahmenbedingungen bietet, um sich damit auf den globalen Märkten zu behaupten.

Mittelstand

Unsere Unternehmen sind in selbständigen Einheiten von rund 100 bis 1.700 Mitarbeitern organisiert und gehören dem deutschen Mittelstand an. Tradition, regionale Identität und Verpflichtung für Ausbildung, Mitarbeiter und das Gemeinwohl sind wesentliche Eckpfeiler für uns. Über 27 Jahre erstklassige mittelständische Referenzen sind unsere Visitenkarte bei der Suche nach neuen Tochterunternehmen.

Kapitalmarkt

Die MBB SE ist im Prime Standard der Deutschen Börse notiert und erfüllt damit höchste Transparenzund Compliance-Anforderungen. 17 Jahre außerordentliche Aktienkurs- und Dividendenentwicklung haben MBB nicht nur einen großen internationalen Aktionärskreis erschlossen, sie erhöhen auch die Attraktivität von MBB als Arbeitgeber und Geschäftspartner. Die Börsennotiz bietet damit den idealen Rahmen für unsere außerordentlichen Wachstumspläne.

Familienunternehmen

Gert-Maria Freimuth (Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats) und Dr. Christof Nesemeier (Executive Chairman) haben das Unternehmen 1995 gegründet und halten langfristig die Mehrheit des Aktienkapitals. Wir sind überzeugt, dass der persönliche Einsatz und die Kontinuität im Management wesentliche Eckpfeiler des Erfolgs der MBB sind und dem Unternehmen Verlässlichkeit und Identität stiften.

Nachhaltigkeit

In der Unternehmensstrategie der MBB spielt nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln eine zentrale Rolle. Dies äußert sich nicht nur in den langfristig orientierten Halteperioden unseres investierten Kapitals, sondern auch im fortwährenden Bestreben, bei sämtlichen unternehmerischen Entscheidungsund Beteiligungsprozessen auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards und Werte zu achten.

Marktentwicklung

Grundsätzlich ist der regionale Fokus der MBB der deutschsprachige Raum. Gleichwohl gewinnt die MBB durch weltweite Märkte und Kunden sowie ausländische Tochterunternehmen in zunehmendem Maße internationale Präsenz.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nachdem eine weitgehende Lockerung der Corona-Maßnahmen und umfassende politische Unterstützungsprogramme zu Beginn des Jahres 2022 noch Aussicht auf ein kräftiges Wachstum der Weltwirtschaft gegeben hatten, trübte sich die Wirtschaftslage mit der unerwarteten russischen Invasion in die Ukraine schlagartig ein. Aufgrund der Kriegshandlungen sowie der damit verbundenen politischen Handelsbeschränkungen und Sanktionen kam es weltweit zu erheblichen Logistik- und Lieferkettenunterbrechungen und teils dramatischen Preissteigerungen an den internationalen Rohstoff- und Energiemärkten. Zeitgleich sorgte die stringent verfolgte Null-Covid-Strategie in China für deutliche Einschränkungen in sämtlichen Wirtschaftsbereichen und verursachte dadurch weitere Störungen im Welthandel. Als Reaktion auf die steigende Inflation schwenkten die Zentralbanken außerdem auf eine restriktivere Geldpolitik um, welche die Konjunktur zusätzlich belastete. Trotz dieser makroökonomischen Herausforderungen geht der Internationale Währungsfonds für das Gesamtjahr 2022 von einem Zuwachs des weltweiten Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,4 % aus, wobei die konjunkturelle Entwicklung regional und im Jahresverlauf sehr unterschiedlich ausfällt. Im Vorjahr war das BIP weltweit noch um 6,2 % gewachsen. Die weltweite jährliche Inflationsrate wird auf durchschnittlich 8,8 % beziffert und liegt damit deutlich über dem bereits hohen Vorjahreswert von 4,7 %.

Die Europäische Union (EU) ist aufgrund ihrer geografischen Nähe und der hohen Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland besonders stark vom Kriegsausbruch in der Ukraine betroffen. Auf Ganzjahressicht errechnet die EU-Kommission für die Europäische Union (EU-27) eine Steigerung des BIP um 3,5 % und damit ein deutlich geringeres Wachstum verglichen mit dem Vorjahreswert von 5,4 %. Wesentlicher Treiber des weiterhin positiven Wachstums ist dabei vor allem das erste Halbjahr, in dem Haushalte ihre Ausgaben, insbesondere für Dienstleistungen, nach der Aufhebung der COVID-19-Maßnahmen noch kräftig erhöhten. Das zweite Halbjahr zeigte sich aufgrund der gestiegenen Unsicherheit, der sich verschärfenden Energiekrise sowie der spürbaren Kaufpreisverluste bei Privathaushalten indes deutlich schwächer und mündete in einer Stagnation des BIP im vierten Quartal. Besonders stark ins Gewicht fallen hierbei die anhaltend hohen Inflationsraten, insbesondere im Bereich der Energie, die bei Unternehmen wie auch Privathaushalten zu spürbarer Investitionszurückhaltung führen und die Europäische Zentralbank zu einer deutlichen Anhebung der Leitzinsen veranlassen. Für das Gesamtjahr 2022 weist die EU-Kommission eine durchschnittliche Inflationsrate von 8,5 % aus, nach einem Vorjahreswert von 2,9 %, geht jedoch gleichzeitig davon aus, dass die Inflationsentwicklung damit ihren Höhepunkt vorerst erreicht haben dürfte. Der Arbeitsmarkt erweist sich derweil als außergewöhnlich robust mit anhaltend hohen Beschäftigungs- und Erwerbsbeteiligungszahlen sowie einer vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote von 6,1 % zum Jahresende.

In Deutschland ist das Bruttoinlandsprodukt in 2022 um 1,9 % gestiegen, nach einem Wachstum von 2,6 % im Vorjahr. Auch hierzulande belasteten die gestiegenen Energiepreise, der sich verschärfende Fachkräftemangel und anhaltende Lieferkettenprobleme die Wirtschaft erheblich und führten vor allem in den industrieintensiven Wirtschaftszweigen zu einer deutlich geminderten Produktionsleistung. Gleichzeitig kletterten die Inflationsraten im Jahresverlauf auf neue Rekordstände und erreichten mit einem durchschnittlichen Jahreswert von 7,9 % auf Ganzjahressicht den höchsten Wert seit den Achtzigerjahren. Erst im letzten Quartal des Jahres zeichnete sich eine graduelle Verbesserung der konjunkturellen Lage ab. Zwar ging die Wirtschaftsleistung um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal zurück, gleichzeitig konnte der ifo Geschäftsklima-Index ab September jedoch kontinuierlich zulegen und erreichte zum Dezember einen Wert von 88,6, gegenüber dem Jahrestiefpunkt von 84,3 im September. Grund für die wachsende Zuversicht waren zum einen die Beschlüsse der Bundesregierung zur Gas- und Strompreisbremse, die für Unternehmen wie auch Privathaushalte als eine Art Absicherung gegen allzu hohe Ausschläge bei den Energiekosten wirken. Zum anderen verzeichnen die Unternehmen nach wie vor kräftige Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen und verfügen über hohe Auftragsbestände, die mit abnehmenden Produktionshemmnissen sukzessive abgearbeitet werden können. Des Weiteren zeigt auch die Teuerungsrate zum Jahresende erste Anzeichen einer schrittweisen Stabilisierung. Zwar blieben die Verbraucherpreise mit einer Inflationsrate von 8,6 % im Dezember gegenüber dem Vorjahreswert auf sehr hohem Niveau, im Vergleich zum Vormonat zeigten sich die Preise jedoch leicht rückläufig, was im Wesentlichen auf eine Stabilisierung der Energiepreise zurückzuführen ist. Dadurch besteht insgesamt die Hoffnung, dass die eingesetzte Rezession am Ende doch milder verlaufen könnte, als es bisher erwartet wurde.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die für die MBB relevanten Teilmärkte entwickelten sich im Berichtsjahr unterschiedlich.

Automobilbranche

Der Automobilsektor war auch in 2022 stark durch die gesamtkonjunkturelle Lage beeinflusst, die ihrerseits ganz im Zeichen der geopolitischen Rahmenbedingungen stand. Im ersten Halbjahr wurden nahezu alle Automobilhersteller stark durch den Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs und die damit verbundenen Lieferketten- und Logistikstörungen getroffen. Durch die Drosselung der Produktionskapazitäten und eine merkliche Kaufzurückhaltung bei Betrieben und Haushalten kam es über die großen Märkte hinweg zu stark sinkenden Zulassungszahlen. Erst im zweiten Halbjahr schwächten sich diese Effekte graduell ab und ermöglichten so eine deutliche Steigerung der Produktion und Zulassungen. Trotz dieser Aufholeffekte zeigten sich die Märkte in der Europäischen Union und den USA auf Ganzjahressicht gegenüber dem Vorjahr in Saldo rückläufig. In den USA ging die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 7,9 % auf 14,1 Mio. Fahrzeuge zurück, in der Europäischen Union sank die Zahl der Registrierungen im selben Zeitraum um 4,6 % auf 9,3 Mio. Fahrzeuge. Der chinesische Markt konnte im Gegensatz hierzu ein leicht positives Wachstum ausweisen. Laut der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) wurden in 2022 mit 26,9 Mio. verkauften Pkw etwa 2,1 % mehr Fahrzeuge verkauft, als im Vorjahr. In allen Hauptmärkten konnten die Elektrofahrzeuge auf dem Rücken umfassender staatlicher Förderprogramme dabei erneut signifikante Marktanteile gegenüber Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor gewinnen.

Auch der deutsche Markt für Pkw konnte sich in dem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld behaupten und legte verglichen mit 2021 leicht zu. Mit 2,65 Mio. Einheiten stieg die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge um 1,1 % gegenüber dem Vorjahreswert von 2,6 Mio. Fahrzeugen. Nach einem Abwärtstrend in den ersten neun Monaten legten die Zulassungen insbesondere im letzten Quartal erheblich zu und führten so in Summe zu einem leichten Plus. Der starke Jahresendspurt liegt dabei zum einen auch hierzulande an einer höheren Produktionsleistung seitens der Automobilhersteller infolge einer graduellen Stabilisierung der Lieferketten. Zum anderen dürfte auch die Absenkung der Förderprämien für Plug -in-Hybride und Elektrofahrzeuge ab 2023 einen deutlichen Kaufimpuls zum Jahresende gesetzt haben. Dies belegen auch die hohen Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge zum Jahresende. Im Dezember überstieg die Zahl der neu zugelassenen reinen Elektrofahrzeuge erstmalig 100.000 Fahrzeuge und lag damit etwa doppelt so hoch wie die Vorjahreszahl. Gemeinsam mit Plug-in Hybriden lag der Anteil der Fahrzeuge mit Alternativantrieb damit deutlich über 50 %. Auf Ganzjahressicht war nahezu jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug in Deutschland entweder ein reines Elektro- oder ein Plug-in Hybrid-Fahrzeug. Dies bedeutet einen Zuwachs der Zulassungszahlen von über 22 % gegenüber dem Vorjahreswert.

Der Markt für die leichten Nutzfahrzeuge zeigte sich in 2022 insgesamt stark rückläufig. In der Europäischen Union sank die Zahl der zugelassenen Fahrzeugeinheiten auf Ganzjahressicht um 18,1 % auf 1,3 Mio. Fahrzeuge. Im Vorjahr waren noch 1,6 Mio. Fahrzeuge angemeldet worden. Zwar konnten zum Ende des Jahres einige der großen Absatzmärkte im Zuge der Entspannung der internationalen Lieferketten deutlich aufholen. So konnten die Zulassungszahlen in Deutschland und Spanien im Dezember beispielsweise um 19,0 %, beziehungsweise um 12,4 % zulegen. Der Jahresendspurt reichte jedoch nicht, um die teils drastischen Einbrüche in den ersten drei Quartalen auszugleichen. Auch in Deutschland zeigte sich der Markt für leichte Nutzfahrzeuge in Summe stark rückläufig. Waren im Vorjahr noch 266.000 Anmeldungen verzeichnet worden, waren es in 2022 mit 231.000 Fahrzeugen 13 % weniger.

Für die Automobilindustrie stehen in 2023 die Zeichen unter der Annahme einer Fortsetzung der Lieferkettenentspannung sowie einer Stabilisierung der Inflationsraten wieder auf Wachstum. So rechnet das Center Automotive Research (CAR) damit, dass in 2023 weltweit etwa 74 Mio. Pkw und somit, erstmalig seit Beginn der Covid-Pandemie, wieder mehr Fahrzeuge verkauft werden, als im Vorjahr. Für 2024 rechnet das Institut gar mit einem Plus von rund 4 %. Für den europäischen Markt prognostiziert der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) ein Wachstum der Pkw-Zulassungszahlen um 5 %, von 9,3 Mio. auf 9,8 Mio. Fahrzeuge. Auch in den USA und China wird mit einer Rückkehr der Automobilindustrie auf den Wachstumspfad gerechnet. In sämtlichen Regionen soll es zudem zu einem deutlichen Ausbau der Marktanteile von Elektroantrieben kommen. Allein in Deutschland, so die Studie des CAR, könne der Marktanteil aufgrund geringerer Fördersummen und hoher Strompreise zeitweise sinken.

Der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA) hingegen erwartet 2023 für seine Unternehmen einen leichten Produktionsrückgang von rund 2 %, nach einem leichten Wachstum von 1 % in 2022. Einen wesentlichen wachstumshemmenden Faktor bildet dabei der anhaltende Fachkräftemangel. So gaben 97 % der im Herbst durch den VDMA befragten Maschinenbaufirmen an, Engpässe bei der geplanten Stellenbesetzung zu verzeichnen.

Informationstechnologie

Der deutsche Markt für IT-Sicherheitslösungen hat nach Einschätzung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (bitkom) ein weiteres Wachstumsjahr hinter sich. Laut einer Erhebung von Check Point Research (CPR) hat die Anzahl der Cyberattacken auf deutsche Unternehmen in 2022 gegenüber dem Vorjahr um 27 % zugenommen. Insbesondere die Erpressung umsatzstarker Unternehmen mit verschlüsselten oder entwendeten Daten mittels Ransomware hat dabei – auch im Kontext des Russland-Ukraine-Kriegs – weiter stark zugelegt. Im November 2022 war mit Friedrich Vorwerk erstmals auch ein Unternehmen des MBB-Konzerns davon betroffen. Die Folgen blieben auch dank des unmittelbaren Eingriffs der DTS vergleichsweise überschaubar. Bitkom schätzt, dass der deutschen Wirtschaft ein jährlicher Schaden von rund 203 Mrd. € durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten, Spionage und Sabotage entsteht. Vor dem Hintergrund der insgesamt veränderten geopolitischen Sicherheitslage und dem rasanten Anstieg von Cyberangriffen sind die Ausgaben der Unternehmen für Hardware, Software und Services für IT-Sicherheit in 2022 deutlich überdurchschnittlich, um 13 % auf 7,8 Mrd. €, gestiegen. Den größten Anteil an den Ausgaben in 2022 haben mit etwa 3,6 Mrd. € (+14 %) Dienstleistungen rund um IT-Sicherheit, gefolgt von Ausgaben für Sicherheitssoftware (3,2 Mrd. €, +12 %). Weitere 1,0 Mrd. € entfielen auf IT-Sicherheits-Hardware (+14 %). Die Ausgaben für IT-Sicherheit werden Ihren Wachstumskurs aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. So geht bitkom aktuell davon aus, dass die Ausgaben in den kommenden Jahren um jeweils rund 10 Prozent steigen werden. Bis zum Jahr 2025 sollen die Ausgaben dadurch auf über 10 Mrd. € steigen.

Energiewirtschaft

Der Markt für Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Energieinfrastruktur stand in 2022 weiterhin im Zeichen der fortschreitenden Energiewende. Sowohl die EU, als auch die einzelnen Mitgl iedsstaaten, haben sich verbindlich zu ambitionierten Klimazielen bekannt. In der Europäischen Union sollen bis zum Jahr 2030 55 Prozent der Treibhausgase im Vergleich zu 1990 eingespart werden, in 2050 soll Europa vollständige Klimaneutralität erreichen. In Deutschland soll die Treibhausgasneutralität bereits in 2045 erreicht werden, fünf Jahre früher als bisher geplant und als auf gesamteuropäischer Ebene.

Um diese Ziele zu erreichen tätigen die europäischen Länder, darunter auch Deutschland, massive Investitionen in den Auf- und Umbau ihrer Energieinfrastruktur. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schätzt die Energiewirtschaft vor diesem Hintergrund als eine der investitionsstärksten Branchen Deutschlands ein, in die bis 2030 über 320 Mrd. € an Investitionen fließen sollen. Er prognostiziert, dass die Branche wichtige konjunkturelle Impulse setzt, die die Wertschöpfung in Deutschland um 0,6 % jährlich steigen lässt. Allein die Ausgaben für den Ausbau des Stromübertragungsnetzes soll en laut Netzentwicklungsplan bis 2035 ein Volumen von 76 Mrd. € übersteigen. Hierbei nehmen vor allem die großen Nord-Süd-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen einen bedeutenden Teil ein. Auch das deutsche Gasübertragungsnetz soll im Zeitraum bis 2030 mit Investitionen von ungefähr 9 Mrd. € erweitert werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Wasserstoffwirtschaft erlebt aktuell nicht nur auf deutscher, sondern insbesondere auch auf europäischer Ebene einen rasanten Anstieg der Investitionsvolumina. Zur Erreichung der im Rahmen der Europäischen Wasserstoffstrategie gesteckten Ziele wird mit Gesamtinvestitionen von bis zu 430 Mrd. € bis 2030 gerechnet. Die Realisierung des knapp 40.000 km langen paneuropäischen Wasserstoff-Backbones soll bis zu 81 Mrd. € in Anspruch nehmen. Zusätzlich dazu hat die deutsche Bundesregierung in ihrer nationalen Wasserstoffstrategie weitere 9 Mrd. € an Fördersummen in Aussicht gestellt.

Durch den Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde die Dringlichkeit dieser energiepolitischen Maßnahmen weiter erhöht. Infolge des unerwarteten Wegfall Russlands als verlässlicher und günstiger Energielieferant sah sich die Bundesrepublik Deutschland, wie viele andere europäischen Länder auch, mit der Herausforderung konfrontiert, in Rekordtempo alternative Energiequellen zu erschließen und die hierfür notwendige Infrastruktur zu schaffen. Allen voran ist hierbei der Aufbau einer funktionierenden Importinfrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) zu nennen, der mithilfe des LNG-Beschleunigungsgesetzes in 2022 im Eiltempo vorangetrieben wurde und für die die Bundesregierung in den kommenden zehn Jahren bis zu 3 Mrd. € an Investitionen zugesagt hat. Im Dezember wurde mit dem Terminal in Wilhelmshaven das erste schwimmende LNG-Terminal in Betrieb genommen, im Januar 2023 in Lubmin und Brunsbüttel bereits zwei weitere. In Stade befinden sich ein weiteres Großprojekt in der Umsetzung. Perspektivisch sollen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit in Deutschland bis zu elf Flüssigerdgasterminals entstehen. Neben den Milliardenausgaben für die Importterminals selber erfordert der Aufbau erhebliche Zusatzinvestitionen in große Anbindungspipelines, die eine landseitige Einspeisung des importierten Erdgases in das bestehende Netz erlauben. Gleichzeitig wird durch den Wegfall der russischen Energielieferungen auch massiver Druck auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den schnellen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ausgeübt. Dadurch wird es im Markt für Energieinfrastrukturlösungen in den kommenden Jahren vermutlich zu einer weiteren Beschleunigung des Wachstums kommen.

Marktposition

Die Position der MBB-Unternehmen in ihren jeweiligen Märkten hat sich 2022 weiter verbessert. Friedrich Vorwerk konnte durch sein starkes Umsatzwachstum von 32 % erneut eine Führungsrolle im Markt für Energieinfrastruktur einnehmen. Aumann hat mit einem Wachstum von 34 % ebenso seinen Führungsanspruch im Markt für E-Mobilitäts-Automatisierungstechnologien unter Beweis gestellt. DTS konnte mit 36 % Wachstum stärker als der IT-Security Markt wachsen.

Auch die Positionierung der MBB im Markt für Nachfolgelösungen ist exzellent. Aufgrund der mehr als zwei Jahrzehnte langen Unternehmenshistorie kann MBB für unterschiedlichste Szenarien beim Kauf mittelständischer Unternehmen Referenzen vorweisen. Diese Referenzen erstrecken sich auf Familienunternehmer und vormalige Gesellschafter, Führungskräfte, Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften, Kreditinstitute sowie Kernkunden und -lieferanten. Die MBB SE ist aufgrund dieses Erfahrungshintergrunds, des bestehenden Netzwerks, des Bestands profitabel wachsender Unternehmen und der Kapitalmarktnotierung eine der führenden Industrieholding-Gesellschaften im deutschen Mittelstand.

Die Nettoliquidität im MBB-Konzern beträgt zum Bilanzstichtag 445,2 Mio. €, von denen 336,3 Mio. € allein auf die Holding MBB SE entfallen. Mit dieser Liquiditätsausstattung verfügt MBB über eine solide Grundlage, um die Konzernunternehmen in die Zukunft zu führen. Zusammen mit den oben erwähnten Referenzen bietet die Liquiditätsausstattung außerdem gute Voraussetzungen für anorganisches Wachstum. Die relative Marktposition von MBB beim Zukauf von Unternehmen könnte sich aufgrund einer steigenden Zahl von Unternehmen ohne Nachfolgelösung und steigender Zinsen für Fremdfinanzierungen sogar verbessern.

Das vergangene Geschäftsjahr hat erneut gezeigt, dass MBB-Unternehmen immer wieder von makroökonomischen Trends profitieren können. So konnte Friedrich Vorwerk im Jahr 2022 etwa mehrere Großaufträge für LNG-Anschlussleitungen gewinnen und damit mittelbar von den Folgen der europäischen Energiekrise profitieren. Aumann profitiert neben dem Trend zur E-Mobilität auch von der stärkeren Lokalisierung von Produktionsprozessen.

Börsennotiz

Die MBB SE ist seit 2006 an der Börse und seit 2008 im Prime Standard notiert. Die Gründer der MBB SE halten zum 31. Dezember 2022 nach wie vor mit etwa 66 % die Mehrheit des Aktienkapitals und sichern so eine nachhaltige, mittelständisch und unternehmerisch geprägte Entwicklung der MBB.

Der Kurs der MBB SE war im Geschäftsjahr 2022 durch die Eintrübung der Weltwirtschaft belastet: der XETRA-Schlusskurs zum 31.12.2022 lag bei 91,80 € und damit rund 33 % unter dem Vorjahresschlusskurs in Höhe von 137,80 €.

Forschung und Entwicklung

Innovation, sowie ständige Weiterentwicklung unserer Produkte, Produktionstechnologien und -lösungen sind zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie aller unserer Tochterunternehmen.

So arbeitet beispielsweise Aumann sehr eng mit Kunden zusammen, um Fertigungsanlagen und schlussendlich die mit ihnen hergestellten Produkte weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dabei wird der Entwicklung von innovativen Produktionslösungen, Digitalisierung und Automatisierung ein hoher Stellenwert beigemessen. Die Neu- und Weiterentwicklung von Technologien im Segment E-mobility stellt hierbei einen wichtigen strategischen Fokus dar. In den letzten zwei Jahren wurden hier insbesondere im Bereich der Batteriefertigung neue Automatisierungslösungen entwickelt. Aumann ist zudem seit Jahren im zukunftsträchtigen Segment Wasserstoff aktiv und hat hier beispielsweise ein Konzept entwickelt, das die Produktionsgeschwindigkeit von typischen Brennstoffzellen-Stacks vervielfachen kann.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Friedrich Vorwerk sind, ähnlich wie die von Aumann, projektbasiert und werden in den meisten Fällen gemeinsam mit einem Kunden durchgeführt, um bestehende Lösungen zu optimieren oder neue Produkte und Lösungen für kundenspezifische Bedürfnisse zu entwickeln. Friedrich Vorwerks Bemühungen im Bereich Forschung und Entwicklung zielen darauf ab, Innovationen mit hoher Marktakzeptanz, schnellem Adoptionspotenzial und weitreichendem Upgrade -Potenzial für bestehende Infrastrukturen zu liefern. Um ihre Position als führender Anbieter von EnergieInfrastruktur zu festigen, arbeitet Friedrich Vorwerk an einer Reihe neuer Technologien wie wasserstofftauglichen Durchflussmess- und -regelsystemen, besonderer Wirbelrohrleitungssystemen, speziellen oberflächennahen HDD-Bohrverfahren, angepassten Biogasaufbereitungssystemen und wasserstofftauglichen Sicherheits-und Regelarmaturen.

Bei DTS liegt der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf der Entwicklung eigener IT-Softwareprodukte im Bereich IT-Security. DTS konnte dadurch in den Bereichen Managed Detection & Response (MDR), Identity & Access Management (IAM) und Network Access Control (NAC) innovative Produkte zur Marktreife entwickeln. Hinzu kommen innovative Dienstleistungen im Bereich des Security Operations Centers (SOC), welches in Verbindung mit den eigenen Softwareprodukten eine maximale IT-Sicherheit gewährleistet.

Ähnlich wie bei Friedrich Vorwerk, DTS und Aumann verfolgen wir auch in unseren anderen Tochterunternehmen die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Produktionstechnologien mit dem Ziel den größtmöglichen Kundennutzen zu erreichen.

Wenn die Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind, werden die Entwicklungskosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden im MBB-Konzern Entwicklungskosten in Höhe von 3,5 Mio. € aktiviert. Davon entfallen 3,3 Mio. € auf Aumann, wo der Großteil technischer Entwicklungen grundsätzlich im Rahmen der Abwicklung von Kundenaufträgen stattfindet.

Tochterunternehmen

Zum Geschäftsjahresende 2022 verfügte die MBB SE über sechs unmittelbare Tochterunternehmen. Da die unmittelbaren Tochtergesellschaften der MBB SE jeweils wieder über Tochter- und Enkelgesellschaften verfügen, besteht der Konsolidierungskreis neben der MBB SE zum 31. Dezember 2022 aus insgesamt 40 Unternehmen. Die Gesellschaften werden im Folgenden unter Zuordnung zur jeweiligen Beteiligungslinie und der multiplikativ verknüpften Beteiligungsquote genannt:

Einbezogene Unternehmen
Name und Sitz der Gesellschaft
Beteiligungs
quote in %
Verbundene Unternehmen (Vollkonsolidierung)
Aumann AG, Beelen, Deutschland 44,74
Aumann Beelen GmbH, Beelen, Deutschland 44,74
Aumann Berlin GmbH, Beelen, Deutschland 1 44,74
Aumann Winding and Automation Inc., Clayton, USA 44,74
Aumann Espelkamp GmbH, Espelkamp, Deutschland 44,74
Aumann Immobilien GmbH, Espelkamp, Deutschland 42,46
Aumann Limbach-Oberfrohna GmbH, Limbach-Oberfrohna, Deutschland 44,74
Aumann Technologies (China) Ltd., Changzhou, China 44,74
CT Formpolster GmbH, Löhne, Deutschland 100,00
Delignit AG, Blomberg, Deutschland 75,47
Blomberger Holzindustrie GmbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Hausmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Delignit Immobiliengesellschaft mbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Delignit North America Inc., Atlanta, USA 75,47
DHK automotive GmbH, Oberlungwitz, Deutschland 75,47
DTS IT AG, Herford, Deutschland 80,00
DTS CLOUD SECURITY MonEPE, Athen, Griechenland 80,00
DTS Systeme GmbH, Herford, Deutschland 80,00
DTS Systeme Münster GmbH, Münster, Deutschland 80,00
DTS Systeme Wien GmbH in Liqu., Wien, Österreich 80,00
ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH, Bochum, Deutschland 64,27
Friedrich Vorwerk Group SE, Tostedt, Deutschland 36,00
Friedrich Vorwerk Management SE, Tostedt, Deutschland 36,00
Friedrich Vorwerk SE & Co. KG, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Anlagenbau Holding GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Service und Anlagentechnik GmbH, Wiesmoor, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Bau Holding GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Bau GmbH, Wiesmoor, Deutschland 32,42
EAS Einhaus Anlagenservice GmbH, Geeste, Deutschland 32,42
Einbezogene Unternehmen Beteiligungs
Name und Sitz der Gesellschaft quote in %
European Pipeline Services GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Gottfried Puhlmann GmbH, Marne, Deutschland 24,32
Gottfried Puhlmann GmbH Havelländische Bauunternehmung, Berlin, Deutschland 31,27
Gottfried Puhlmann Hamburg GmbH, Tostedt, Deutschland 2 32,42
Hempel Aluminiumbau GmbH, Storkow (Mark), Deutschland 32,42
KORUPP GmbH, Twist, Deutschland 32,42
Vorwerk - ASA GmbH, Herne, Deutschland 32,42
Vorwerk-EEE GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Vorwerk Pipeline- und Anlagenservice GmbH, Petersberg, Deutschland 32,42
Vorwerk Verwaltungs GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Hanke Tissue Sp. z o.o., Küstrin, Polen 94,08

1 Die operative Geschäftstätigkeit der Aumann Berlin GmbH wurde Ende 2020 eingestellt.

2 Vormals: SKS Straßenbau GmbH

Segmente

Die einzelnen Segmente, in denen MBB-Gesellschaften tätig sind, haben unterschiedliche Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit, die im Folgenden kurz beschrieben werden. Um nachteilige Effekte auf die Geschäftstätigkeit der einzelnen Unternehmen auszuschließen, werden detaillierte Angaben zu einzelnen Tochtergesellschaften nicht veröffentlicht, wobei unsere börsennotierten Tochtergesellschaften ihren eigenen Veröffentlichungspflichten jeweils umfänglich nachkommen.

Die Zusammensetzung der Geschäftssegmente zum Bilanzstichtag ist wie folgt:

  • Service & Infrastructure: DTS IT AG und Friedrich Vorwerk Group SE
  • Technological Applications: Aumann AG und Delignit AG
  • Consumer Goods: CT Formpolster GmbH und Hanke Tissue Sp. z o.o.

Konzernumsatz nach Segmenten in Mio. €

Service & Infrastructure

Das Segment Service & Infrastructure umfasst die auf IT-Security spezialisierte DTS sowie die im Bereich der Energieinfrastruktur tätige Friedrich Vorwerk.

Die Kunden von DTS profitieren im Bereich IT-Security von spezialisierten Produkten und Dienstleistungen, welche die Sicherheit in Unternehmensnetzwerken erhöhen. Dazu zählt seit 2018 das sogenannte Security Operations Center (SOC), in dem Sicherheitsspezialisten von DTS rund um die Uhr die Systeme der Kunden auf Anomalien und Angriffe überwachen. Dies ist besonders wichtig, da gerade nachts viele

Netzwerkangriffe stattfinden, jedoch die meisten Unternehmen keine eigene 24/7-Überwachung gewährleisten können.

Das Stammhaus der DTS in Herford wurde 1983 gegründet und beherbergt das größte Rechenzentrum des Unternehmens. Mit Vertriebs- und Service-Büros in Bensheim, Berlin, Bochum, Bremen, Hamburg, Hannover, Köln, München und Nürnberg wurde seit der mehrheitlichen Übernahme durch MBB im Jahr 2008 das deutsche Vertriebsnetz flächendeckend ausgebaut. Im August 2010 wurde die DTS Systeme Münster GmbH (vormals: ICSmedia GmbH) mit Sitz in Münster erworben, die dort ebenfalls ein Rechenzentrum betreibt und in enger Zusammenarbeit mit der DTS Systeme GmbH moderne Cloud-Computing-Lösungen auf höchstem Qualitätsniveau und hochwertige Beratungsdienstleistungen anbietet. Im Jahr 2018 wurde das europäische Engagement mit der Gründung der DTS CLOUD SECURITY MonEPE in Athen erweitert. Hochspezialisierte Experten arbeiten von Griechenland aus mit ihren deutschen Kollegen in internationalen und interdisziplinären Teams zusammen, um die IT-Landschaften ihrer Kunden vor Angriffen zu schützen, Netzwerkaktivitäten zu analysieren und unmittelbar Gegenmaßnahmen einzuleiten, sollte ein Angriff entdeckt werden. Am Standort in Athen sind außerdem zahlreiche Softwareentwickler der Gruppe angesiedelt.

Im Februar 2019 erwarb die DTS IT AG 66 % der Gesellschaftsanteile an der ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH und stockte diese im ersten Quartal 2021 auf 80,34 % auf. ISL ist ein führender deutscher Software-Hersteller im Bereich der IT-Security mit Fokus auf Netzwerkzugangskontrolle (NAC). Namhafte Unternehmen aus Industrie und Handel sowie Banken, Behörden und Forschungseinrichtungen setzen auf die von ISL entwickelte Software ARP-GUARD, um ihre IT-Infrastruktur vor dem unbemerkten Eindringen nicht autorisierter Geräte sowie vor internen Angriffen zu schützen. Innerhalb des Marktes für IT-Security gewinnt der Bereich Netzwerkzugangskontrolle mit einer erwarteten jährlichen Marktwachstumsrate von mehr als 30 % immer größere Bedeutung. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist dabei das Internet of Things (IoT), welches die Anzahl der vorhandenen Geräte in Unternehmensnetzwerken deutlich ansteigen lässt.

Nach einem bereits starken Wachstum in den vergangenen Jahren hat DTS ihren Umsatz im Jahr 2022 abermals deutlich steigern können. So belief sich der Umsatz im Berichtsjahr auf 109,1 Mio. € gegenüber 80,2 Mio. € im Vorjahr. Das Unternehmen trägt damit 12,2 % (Vorjahr: 11,7 %) zum Umsatz des MBB-Konzerns bei. Der wesentliche Grund des hohen Wachstums von 36 % ist die gestiegene Nachfrage nach IT-Security-Lösungen. Vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Sicherheitslage in Europa und einer stark zunehmenden Zahl von Cyberangriffen investieren zahlreiche Unternehmen in die Stärkung ihrer IT-Sicherheit und sorgen so für ein deutliches Auftragsplus bei DTS. Dies betrifft insbesondere das Geschäft mit spezialisierten Softwarelösungen, die DTS ihren Kunden zur Beobachtung und Absicherung ihrer Systeme bietet. Das zweistellige Profitabilitätsniveau aus dem Vorjahr konnte ebenfalls weiter gesteigert werden.

Friedrich Vorwerk ist mit rund 1.700 Mitarbeitern ein führender Anbieter im Bereich der komplexen Energieinfrastrukturlösungen und damit ein wesentlicher Profiteur der europäischen Energiewende. Seit nunmehr 60 Jahren steht der Name Friedrich Vorwerk für hohe technische Kompetenz, branchenweit führende Innovationskraft und disziplinierte Projektumsetzung in der Konzeption, Realisierung und Betriebsführung von Energieinfrastruktur in ihren drei Kernmärkten Erdgas, Strom und Wasserstoff. Durch einen ganzheitlichen Turnkey-Ansatz sowie eine Vielzahl proprietärer Komponenten und Systeme ist Friedrich Vorwerk in der Lage, ihren Kunden nachhaltige und maßgeschneiderte Lösungen aus ei ner Hand zu bieten. Zahlreiche Energieversorger, Netzbetreiber, Industrieunternehmen und Kommunen zählen aus diesem Grund bereits seit Jahrzehnten auf die Kompetenzen von Friedrich Vorwerk.

Als eines der leistungsfähigen deutschen Unternehmen in den Bereichen Planning & Design (Planung & verfahrenstechnische Auslegung), Energy Grids (Pipeline- und erdverlegter Stromkabelbau), Energy Transformation (komplexer Anlagenbau) sowie Service & Operations (Service & Betrieb) deckt Friedrich Vorwerk alle wesentlichen Schritte der Wertschöpfung ab. Damit unterstützt Friedrich Vorwerk ihre Kunden nicht nur dabei, verlässliche und kosteneffiziente Energieinfrastruktur zu errichten und zu betreiben, sondern trägt maßgeblich zur energetischen Versorgungssicherheit in Europa bei.

Das Geschäftsjahr 2022 war erneut von zahlreichen Großprojekten geprägt, die parallel zueinander umgesetzt wurden. So konnten neben dem Auftrag zur Realisierung einer Fernwärmeleitung in Hamburg zwei Großaufträge für die Realisierung von Anschlussleitungen für die Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel gewonnen werden. Die Verlegung der Wilhelmshavener Anschlussleitung konnte bereits im vierten Quartal fertiggestellt werden und ermöglichte dadurch die zeitgerechte Inbetriebnahme des ersten schwimmenden Flüssiggasterminals in Deutschland am 21.12.2022. Darüber hinaus erfolgte die Beauftragung für die Kabellegung und -logistik im Rahmen der geplanten Höchstspannung-Übertragungsleitung SuedLink. Positiv hervorzuheben ist zudem die Beauftragung der zweiten und nunmehr exklusiven Projektphase für die Realisierung der neuen Gleichstromverbindung A-Nord durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Im Falle einer erfolgreichen Einigung sowie einer anschli eßenden Beauftragung der nächsten Projektphase durch Amprion wird das Gesamtauftragsvolumen für die insgesamt acht Parteien

voraussichtlich im Bereich von 850 bis 1.100 Mio. € liegen, an dem Friedrich Vorwerk einen Anteil von mindestens 30 % hätte.

Insgesamt erzielte Friedrich Vorwerk einen Umsatz von 368,2 Mio. €, was 41,1 % des Konzernumsatzes (Vorjahr: 41,0 %) und einem Anstieg von 31,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Vorjahr: 279,1 Mio. €) entspricht. Der deutliche Anstieg ist maßgeblich auf die hohen Umsatzbeiträge der Großprojekte zurückzuführen. Alleine die im Eilverfahren vergebene und umgesetzte Wilhelmshavener Anschlussleitung steuerte in 2022 über 40 Mio. € an Umsatz bei, gefolgt von weiteren Großprojekten, wie zum Beispiel der Verdichterstation in Legden oder den Fernwärmeleitungen in Hamburg und Bremen. Darüber hinaus leistete auch die Ende 2021 erworbene Gottfried Puhlmann Gruppe einen deutlichen Beitrag zum Umsatzwachstum. Das bereinigte EBITDA blieb mit 50,1 Mio. € unter dem Vorjahresniveau und war insbesondere durch den verstärkten Einsatz von Nachunternehmerleistungen im vierten Quartal, teils signifikante Kostensteigerungen in der Materialbeschaffung sowie die anhaltende Optimierung der Gottfried Puhlmann Gruppe belastet. Der Auftragseingang lag im Berichtszeitraum bei 370,5 Mio. €, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 29,8 % entspricht (Vorjahr: 285,3 Mio. €). Der deutliche Anstieg des Auftragseingangs resultiert im Wesentlichen aus der Beauftragung Friedrich Vorwerks im Rahmen der vorstehend genannten Großprojekte.

Die im Segment Service & Infrastructure getätigten Investitionen betrugen im Berichtsjahr 42,4 Mio. € (Vorjahr: 30,8 Mio. €).

Sowohl DTS als auch Friedrich Vorwerk blicken somit in einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld auf ein Rekordjahr mit jeweils dem höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte zurück. Beide Unternehmen profitieren dabei von starken und nachhaltigen Wachstumstreibern in ihren Märkten, sei es der wachsende Bedarf nach IT-Sicherheit in einem geopolitisch unsicheren Umfeld oder die Notwendigkeit einer entschiedenen und schnellen Energiewende inmitten einer globalen Energiekrise. Die steigende Nachfrage in den Märkten trifft dabei auf einen begrenzten Pool an qualifizierten Fachkräften, der nur sehr langsam erweitert werden kann. Hierdurch kann es vorkommen, dass die Unternehmen trotz erheblicher Marktpotenziale Projekte zeitweise nicht annehmen oder nur zeitverzögert abarbeiten können. Vor dem Hintergrund der begrenzten Personalressourcen und der laufenden Vorbereitung der für 2024 erwarteten Großprojekte im Strombereich erwartet Friedrich Vorwerk für das Geschäftsjahr 2023 ein niedrigeres Umsatzniveau von über 300 Mio. €. Die EBITDA-Marge wird auf dem Niveau des Vorjahres erwartet, das EBIT-Niveau wird auf Grund der getätigten Investitionen voraussichtlich unterhalb des Vorjahresniveaus liegen. Insgesamt sind unsere Wachstumsaussichten für das Service & Infrastructure Segment weiterhin sehr gut.

Technological Applications

In diesem Segment sind Tochterunternehmen mit technischen Produkten und industriellen Kunden zusammengefasst. Das Segment besteht aus den Gesellschaften der Aumann und der Delignit. Die Anteile an der OBO-Werke GmbH wurden zum 24. November 2022 mehrheitlich veräußert und die Gesellschaft damit nicht mehr in den Konsolidierungskreis des MBB-Konzerns einbezogen. Umsatz und Ergebnis der OBO fließen bis zum Veräußerungszeitpunkt in das Segment ein.

Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität. Weltweit setzen führende Automobilhersteller auf Lösungen von Aumann zur Serienproduktion von Elektromotoren und Batteriesystemen für rein elektrische und hybride Fahrzeuge, sowie auf Lösungen zur Fertigungsautomatisierung. Aumann verfügt in Deutschland über Standorte in Beelen, Espelkamp und Limbach-Oberfrohna. Seit Juni 2013 besteht daneben ein Standort in Changzhou (China). Ziel des chinesischen Standortes ist es, für Kunden der deutschen Aumann-Gesellschaften Anlagen für chinesische Produktionsstätten lokal herzustellen und zu warten. Zusätzlich bedient die lokale Gesellschaft asiatische Kunden, welche nicht zum Kundenkreis der deutschen Gesellschaften gehören, jedoch technologisch anspruchsvolle Anlagenlösungen zur Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte benötigen.

Aumann zeichnet sich im Bereich E-mobility dadurch aus, hochautomatisierte Produktionslinien für die Gesamtmontage und die Herstellung aller wesentlichen Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs aus einer Hand anbieten zu können: Batteriemodul, Batteriepack, Batteriewanne, Brennstoffzelle, Rotor und Stator. Daneben bietet Aumann im Bereich Classic automatisierte Fertigungslinien für die Produktion von Komponenten des klassischen Antriebsstrangs sowie Montagelösungen für die Bereiche Elektrotechnik, Verbraucherelektrik und spezifische Lösungen für andere Sektoren an.

Im Jahr 2022 ist der Umsatz von Aumann um 33,6 % auf 215,3 Mio. € (Vorjahr: 161,1 Mio. €) gestiegen. Dies entspricht einem Anteil von 24,0 % (Vorjahr: 23,7 %) am Konzernumsatz der MBB SE. Der Auftragseingang im Gesamtjahr lag mit 295,3 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 236,6 Mio. €). Der Auftragseingang im E-mobility Segment hat mit erfreulichen 230,5 Mio. € und einem Anteil von knapp 78,1 % am gesamten Auftragseingang historische Höchststände erreicht. Die größten Treiber der hervorragenden Auftragslage waren erneut Projekte im wachstumsstarken Bereich der Batteriemontage.

Aumann hat sich hier mit seinem Kompetenzzentrum am Standort Beelen eine hervorragende Marktposition erarbeitet, sodass namhafte Automobilhersteller bereits in einer frühen Entwicklungsphase Pilotanlagen bestellen, um neue Prozesse zu erproben. Auch der Standort in Limbach-Oberfrohna konnte im vergangenen Jahr mit innovativen Technologien zur Montage von Invertern und zur Demontage von Brennstoffzellen Erfolge erzielen und in Espelkamp sorgte die anhaltende Nachfrage nach Wickeltechnologien für eine durchgängig hohe Auslastung.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand der Aumann vor dem Hintergrund der starken Auftragslage ein Wachstum des Konzernumsatzes auf über 250 Mio. € bei einer EBITDA-Marge von 6 bis 7 %. Damit setzt das Unternehmen seinen eingeschlagenen Wachstumskurs und die schrittweise Erholung des Profitabilitätsniveaus weiter fort. Zudem stellt eine Liquiditätsposition in Höhe von 120,6 Mio. € und eine Eigenkapitalquote von 60,5 % das zukünftige Wachstum auf eine solide Basis.

Delignit entwickelt und fertigt seit über 200 Jahren ökologische, überwiegend laubholzbasierte Werkstoffe und Systemlösungen. Delignit ist anerkannter Entwicklungs- und Projektpartner sowie Serienlieferant für Technologiebranchen, wie der Automobil- und Schienenverkehrsindustrie. Die Produkte verfügen über besondere technische Eigenschaften und werden beispielsweise als Einbausysteme bei Nutzfahrzeugen, brandschutzsichere Gebäudeausstattungen oder als Innovation in der Fördertechnik eingesetzt. Der Delignit-Werkstoff basiert in der Regel auf Buchenholz, ist in seinem Lebenszyklus CO2-neutral und somit nichtregenerativen Werkstoffen wie Kunststoff und Stahl ökologisch überlegen.

Der Umsatz der Delignit betrug im Berichtsjahr 75,4 Mio. € (Vorjahr: 68,3 Mio. €), was einem Anteil von 8,4 % (Vorjahr: 10,0 %) am Konzernumsatz der MBB SE entspricht. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres war stark von den Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs überschattet. Infolge von akuten Lieferkettenstörungen und handelsrechtlichen Einschränkungen kam es bei wichtigen OEM-Kunden zu umfangreichen Werksschließungen, die auch die Delignit zu meist kurzfristigen Produktionsunterbrechungen zwangen. Im zweiten Halbjahr erlebte das Unternehmen im Zuge einer sukzessiven Lieferkettenentspannung jedoch eine sehr dynamische Nachfragesituation und konnte große Teile der Umsatzausfälle des ersten Halbjahres dadurch kompensieren. Trotz des herausfordernden Marktumfelds und teils signifikanter Preisanstiege und Materialengpässe konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 eine EBITDA-Marge von 8,9 % erreichen und damit die ursprüngliche Prognose eines im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 8,0 %) niedrigeren EBITDA-Niveaus übertreffen. Auch für das Geschäftsjahr 2023 verfügt Delignit über volle Auftragsbücher, insbesondere im Kerngeschäft in der Ausstattung für leichte Nutzfahrzeuge und Reisemobile. Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand eine Fortsetzung des Wachstumskurses und strebt eine deutliche Steigerung des Umsatzniveaus auf 88 Mio. € bei einer EBITDA-Profitabilität auf Vorjahresniveau an.

OBO erzielte bis zum Abgang aus dem Konsolidierungskreis einen Umsatz von 22,4 Mio. € (Vorjahr: 20,3 Mio. €), was einem Anteil von 2,5 % (Vorjahr: 3,0 %) am Umsatz des MBB-Konzerns entspricht.

Die im Segment Technological Applications getätigten Investitionen betrugen im Berichtsjahr 7,7 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €).

Für die Unternehmen des Segments Technological Applications rechnen wir im Geschäftsjahr 2023 mit einem kräftigen Wachstum und einer weiteren Verbesserung der Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr.

Consumer Goods

Das Segment Consumer Goods beinhaltet die Tochterunternehmen, deren Produkte vorwiegend von Privatverbrauchern genutzt werden. Dementsprechend fassen wir in diesem Segment die Tochterunternehmen Hanke und CT Formpolster zusammen.

Hanke produziert Tissue-Rohwatte sowie Servietten, Taschentücher, Toilettenpapier und Haushaltsrollen. Unter dem Namen "aha" besteht im osteuropäischen Konsumgütermarkt eine eigene Verbrauchermarke. Darüber hinaus wird weißes und farbiges Tissue-Papier und Endprodukte für zahlreiche Private-Label-Anbieter in Europa gefertigt.

Hanke hat seit der Übernahme durch MBB im Jahr 2006 hohe Investitionen in den Maschinenpark und die Gebäude getätigt. Dies hat dazu geführt, dass das Unternehmen deutlich wachsen konnte und seine Marktstellung ausgebaut hat. Durch kontinuierliche Investitionen soll in den nächsten Jahren insbesondere der Anteil konvertierter Endprodukte steigen, was sich positiv auf die Marge des Unternehmens auswirken wird.

Im Jahr 2022 hat Hanke mit 69,7 Mio. € (Vorjahr: 41,9 Mio. €) etwa 7,8 % (Vorjahr: 6,2 %) zum Konzernumsatz beigetragen. War der Umsatz im Vorjahr noch durch die pandemiebedingten Einschränkungen belastet, ist das starke Wachstum 2022 maßgeblich auf die erfolgreiche Weitergabe höherer Energie- und Rohstoffkosten in Form von Preiserhöhungen an die Kunden zurückzuführen. Nachdem Hanke im Geschäftsjahr 2021 aufgrund der außerordentlichen Energiepreissteigerungen lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis beitrug, konnte die EBITDA-Marge in 2022 deutlich gesteigert werden. Für das Geschäftsjahr 2023 plant Hanke einen weiteren Umsatzanstieg, der weitere Geschäftserfolg bleibt jedoch eng an die Entwicklung an den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten gekoppelt.

CT Formpolster fertigt Matratzen und andere Produkte aus Polyurethan-Schaumstoff. Seit der Übernahme durch MBB im Jahr 2010 hat sich CT Formpolster schrittweise zum One-Stop-Shop für Online-Matratzen-Händler entwickelt. Im Zuge des digitalen Umbruchs in der Matratzenbranche suchen zahlreiche Anbieter nach innovativen Angeboten, um den sich wandelnden Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. CT Formpolster zeichnet sich dadurch aus, komplette Kundenprodukte zu entwerfen, in Serie herzustellen und innerhalb weniger Stunden oder Tage in kompakten Kartons direkt an Verbraucher zu liefern.

Der Umsatz von CT Formpolster stieg von 30,1 Mio. € im Vorjahr auf 37,1 Mio. € im Berichtsjahr. Der Anteil der CT Formpolster am MBB-Konzernumsatz beträgt damit 4,1 % (Vorjahr: 4,4 %). Der starke Umsatzanstieg von 23,3 % ist sowohl auf Mengen- als auch auf Preissteigerungen sowie den Ausbau des Neukundengeschäfts zurückzuführen. Die EBITDA-Profitabilität lag infolge von gestiegenen Material- und Personalkosten dahingegen leicht unter dem Vorjahresniveau. Im Geschäftsjahr 2023 wird mit einem moderaten Wachstum bei einer stabilen EBITDA-Marge gerechnet.

Die im Segment Consumer Goods getätigten Investitionen betrugen im Berichtsjahr 1,4 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €).

Die Unternehmen des Segments Consumer Goods wurden im Geschäftsjahr 2022 stark von den Preissteigerungen an den Rohstoff- und Energiemärkten getroffen. Deren weitere Entwicklung sowie der Erfolg bei der Weitergabe von Kostensteigerungen an Kunden werden auch künftig einen wesentlichen Einfluss auf Umsatz- und Profitabilitätsniveau haben. Für das kommende Jahr rechnen wir nachfrage- und preisbedingt mit einer moderaten Umsatzsteigerung sowie einer stabilen Margensituation.

Mitarbeiter

Für die MBB SE waren Ende 2022 elf Personen tätig, diese Zahl schließt die vier Geschäftsführenden Direktoren ein. Neben den Geschäftsführenden Direktoren waren im Jahr 2022 Mitarbeiter für die Bereiche Finanzen, M&A, Operations, Financial Funds, IT sowie Office Management beschäftigt.

Ziel des Managements der MBB SE ist eine nachhaltige Wertentwicklung des MBB-Konzerns. Die Gründer Dr. Christof Nesemeier und Gert-Maria Freimuth halten zum 31. Dezember 2022 mehr als zweidrittel des ausstehenden Aktienkapitals der MBB SE. Angemessene Fixvergütungen werden durch am Erfolg orientierte kurz- und mittelfristige variable Bestandteile sowie langfristige Anreizprogramme ergänzt, die auch aktienbasiert sein können. Abfindungs- oder Pensionsvereinbarungen existieren nicht.

Der MBB-Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 3.622 Mitarbeiter (ohne Auszubildende), der vergleichbare Wert des Vorjahres betrug durchschnittlich 3.422 Mitarbeiter.

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 beschäftigte der MBB-Konzern 3.571 Mitarbeiter (Vorjahresstichtag: 3.541) in den folgenden Segmenten:

  • Service & Infrastructure: 1.960 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.915)
  • Technological Applications: 1.196 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.200)
  • Consumer Goods: 415 Mitarbeiter (Vorjahr: 426)

Anzahl der Mitarbeiter nach Segmenten

Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen im Segment Service & Infrastructure ist auf den Geschäftsausbau bei DTS und Friedrich Vorwerk zurückzuführen. Bei Friedrich Vorwerk hat außerdem die Akquisition der Hempel Aluminiumbau GmbH einen kleinen Beitrag zum Personalanstieg geleistet.

Im Segment Technological Applications wurde der durch den Abgang der OBO-Werke GmbH aus dem Konsolidierungskreis bedingte Rückgang an Mitarbeitern durch Neueinstellungen bei Aumann größtenteils kompensiert.

Die Länderbetrachtung ergibt zum Stichtag 31. Dezember 2022 (bzw. 31. Dezember 2021) die folgende Verteilung:

  • 3.134 Mitarbeiter in Deutschland (Vorjahr: 3.116)
  • 315 Mitarbeiter in Polen (Vorjahr: 309)
  • 82 Mitarbeiter in China (Vorjahr: 82)
  • 40 Mitarbeiter in Griechenland (Vorjahr: 34)

Die MBB sieht im Fördern und Fordern der Mitarbeiter einen bedeutenden Erfolgsfaktor. Das Management und leitende Mitarbeiter der Tochterunternehmen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Geschäftstätigkeit haben, erhalten variable Gehaltsbestandteile, die ebenfalls von den erzielten Ergebnissen und dem Wertzuwachs der Unternehmen abhängig sind.

Die Mitarbeiterzahl im Konzern wird im Geschäftsjahr 2023 wachstumsbedingt über Vorjahresniveau erwartet, wobei es in einzelnen Tochterunternehmen auslastungsbedingt zu unterschiedlichen Entwicklungen kommen kann.

Die Tochtergesellschaften der MBB SE verstehen sich traditionell als Ausbildungsbetriebe. So befinden sich zum 31. Dezember 2022 insgesamt 261 Personen in Ausbildung oder in einem dualen Studiengang (Vorjahr: 263). Dies sichert auch in Zeiten knapper werdender Verfügbarkeit von qualifizierten Kräften unseren Nachwuchs. Auch hinsichtlich des bestehenden Personals bemüht sich der MBB-Konzern ständig, die Qualität der Mitarbeiter durch Weiterbildungsmaßnahmen zu verbessern.

Im gesamten Konzern wird in Recruiting-Prozessen auf Diversität geachtet. Wir berücksichtigen stets Bewerber männlichen, weiblichen und diversen Geschlechts und stellen bei der finalen Besetzung die fachliche und persönliche Qualifikation der jeweiligen Person in den Vordergrund. Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 14. April 2021 beschlossen, mittelfristig einen Frauenanteil von 20 % für Mitglieder des Verwaltungsrats und des Geschäftsführenden Direktoriums zu erreichen. Ähnliche Zielgrößen verfolgen wir für unsere Tochterunternehmen, wobei die Aufsichtsräte der Friedrich Vorwerk Group SE, Aumann AG und Delignit AG bereits jeweils ein weibliches Mitglied haben.

Insgesamt stellt die Entwicklung und Rekrutierung von qualifiziertem Personal eine immer größer werdende Herausforderung für das Management im MBB-Konzern dar. Das Wachstum unserer Unternehmen bei gleichzeitig schwieriger demographischer Entwicklung verschärft diese Situation zunehmend. Der MBB-Konzern investiert deshalb mit höchster Priorität in den Ausbau eines überlegenen Personalmanagements als wesentlichen Eckpfeiler der Zukunftssicherung.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die MBB SE und der MBB-Konzern blicken auf ein erfolgreiches und profitables Geschäftsjahr 2022 zurück.

Der kontinuierliche Wertzuwachs – etwa hinsichtlich des Eigenkapitals von 15,5 Mio. € in 2005 auf 769,5 Mio. € in 2022 oder der Nettofinanzmittelbestände von -13,8 Mio. € (net debt) in 2005 auf 445,2 Mio. € (net cash) Ende 2022 – belegt den nachhaltigen Erfolg unseres Geschäftsmodells und die hohe Investitionsqualität. Dabei stützt der hohe Finanzmittelbestand des MBB-Konzerns sein Geschäftsmodell und ermöglicht, auch zukünftig Unternehmenskäufe unabhängig und aus eigenen Mitteln zu tätigen. Deshalb ist auch weiterhin mit wertsteigernden Neuakquisitionen des MBB-Konzerns zu rechnen.

Im Folgenden wird zunächst auf die MBB SE und dann auf den MBB-Konzern näher eingegangen.

Erläuterungen zum Einzelabschluss der MBB SE (HGB)

Der Jahresabschluss der MBB SE für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) erstellt.

Ertragslage

Die MBB SE erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 1,8 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €). Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Erbringung von Managementdienstleistungen an die Tochterunternehmen. Im Vorjahr wurden Vergütungen für die Beratung im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen weiterberechnet, weshalb die Umsatzerlöse im Berichtsjahr gesunken sind.

Zudem erwirtschaftete die MBB SE Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 2,6 Mio. € (Vorjahr: 18,9 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf 1,0 Mio. € (Vorjahr: 217,3 Mio. €). Hierin enthalten sind im Wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnungen von 0,8 Mio. €. Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen den Brutto-Emissionserlös des Börsengangs der Friedrich Vorwerk Group SE von 216,0 Mio. €.

Demgegenüber standen Personalaufwendungen in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 20,7 Mio. €), die die Vergütung des Managements und des Teams der MBB SE betreffen. In den Personalaufwendungen des Vorjahres waren Sonderboni im Zusammenhang mit dem Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE von 17,1 Mio. € enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen sind in Höhe von 8,7 Mio. € (Vorjahr: 19,3 Mio. €) angefallen. Sie umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus dem Abgang von Wertpapieren in Höhe von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €), Aufwendungen aus dem Abgang von Beteiligungsvermögen von 0,8 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €), Aufwendungen aus Währungsumrechnungen von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €), Aufwendungen für Miete und Leasing in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) und Aufwendungen für Versicherungen von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Im Vorjahr waren zudem die Transaktionskosten des Börsengangs der Friedrich Vorwerk Group SE von 9,0 Mio. € enthalten.

Abschreibungen sind im Berichtsjahr in Höhe von 8,3 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) angefallen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf Wertberichtigungen von Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens. Dem gegenüber stehen 3,4 Mio. € an nicht realisierten Kursgewinnen, die nach HGB nicht gezeigt werden.

Im Geschäftsjahr 2022 sind Erträge aus Wertpapieren in Höhe von 27,3 Mio. € (Vorjahr: 11,1 Mio. €) sowie Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) realisiert worden. Nach Berücksichtigung des Zinsaufwandes in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) und des Steuerertrags von 0,0 Mio. € (Vorjahr: Steueraufwand von 1,7 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 12,9 Mio. € (Vorjahr: 206,1 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage

Das Eigenkapital verringerte sich von 392,5 Mio. € im Vorjahr auf 389,5 Mio. € zum 31. Dezember 2022.

Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Zahlung der Dividende an die Aktionäre der MBB sowie dem Erwerb eigener Anteile. Gegenläufig wirkte sich der Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres aus. Die Eigenkapitalquote zum Stichtag beträgt 99,4 % (Vorjahr: 98,5 %).

Die Bilanzsumme hat sich von 398,5 Mio. € auf 391,8 Mio. € zum Bilanzstichtag verringert. Auf der Aktivseite resultiert der Rückgang im Wesentlichen aus der Nettoveränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens. Auf der Passivseite resultiert die Bilanzverkürzung primär aus dem Rückgang des Eigenkapitals und sonstigen Rückstellungen gegenüber Personal.

Der Finanzmittelbestand der MBB SE, inklusive der Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens sowie des Bestands an physischem Gold, betrug zum Geschäftsjahresende 334,4 Mio. € (Vorjahr: 355,3 Mio. €). Der Nettofinanzmittelbestand verringerte sich ebenfalls auf 334,4 Mio. € (Vorjahr: 355,3 Mio. €). Der Rückgang liegt im Wesentlichen in der Zahlung der Dividende an die Aktionäre der MBB, dem Anteilserwerb von zusätzlichen 4,69 % an Aumann und dem Erwerb eigener Anteile begründet. Nicht realisierte Kursänderungen der physischen Goldbestände sowie der Wertpapiere sind in dieser Ergebnis- und Finanzmitteldarstellung nicht berücksichtigt, weshalb der Betrag von dem nach IFRS ausgewiesenen Nettofinanzmittelbestand der Holding MBB SE in Höhe von 336,3 Mio. € abweicht.

Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 0,99 € pro Aktie zuzüglich einer Sonderdividende in gleicher Höhe, also 1,98 € pro Aktie (Vorjahr: 1,76 €), oder 11,5 Mio. € ausgeschüttet.

MBB-Konzern

Ertragslage

Der MBB-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 896,5 Mio. € (Vorjahr: 680,3 Mio. €). Das Wachstum von 31,8 % ist segmentübergreifend entstanden und insbesondere auf die stark erhöhte Nachfrage im Bereich der Energieinfrastruktur (Friedrich Vorwerk), E-mobility (Aumann) und IT-Security (DTS) zurückzuführen.

Konzernumsatz im Vergleich in Mio. €

Die bereinigte Konzern-Gesamtleistung erhöhte sich ebenfalls von 706,4 Mio. € im Vorjahr auf 939,5 Mio. € im aktuellen Geschäftsjahr. Die bereinigten sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 22,6 Mio. € (Vorjahr: 19,6 Mio. €) beinhalten Erträge aus aktivierten Eigenleistungen (4,8 Mio. €), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (3,5 Mio. €), Erträge aus Verkäufen von Anlagevermögen (2,7 Mio. €), Erträge aus Wertpapieren (2,6 Mio. €), Erträge aus der Verrechnung von Sachbezügen (2,5 Mio. €), Wechselkursgewinne (1,3 Mio. €), Erträge aus Vermietung und Verpachtung (1,2 Mio. €), Erträge aus Erstattungen (0,8 Mio. €), Versicherungs- und andere Entschädigungen (0,3 Mio. €), Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (0,2 Mio. €), periodenfremde Erträge (0,1 Mio. €) sowie übrige sonstige Erträge (2,6 Mio. €).

Erträge aus at-equity Beteiligungen, welche die anteiligen Ergebnisse aus Arbeitsgemeinschaften umfassen, betrugen im Geschäftsjahr 16,1 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €).

Der Materialaufwand beläuft sich im Berichtsjahr auf 550,9 Mio. € (Vorjahr: 369,3 Mio. €). Die Quote des Materialaufwands zur Betriebsleistung ist von 54,2 % im Vorjahr auf 61,2 % gestiegen.

Der bereinigte Personalaufwand ist von 206,3 Mio. € im Vorjahr auf 233,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 angestiegen.

Die bereinigten sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Berichtsjahr auf 61,5 Mio. € (Vorjahr: 51,2 Mio. €). Hierin sind vor allem Instandhaltungsaufwendungen, Reisekosten, Rechts- und Beratungskosten, Mieten und Pachten, Werbekosten, Versicherungsprämien und Aufwendungen für Telekommunikation enthalten.

Der MBB-Konzern erzielte damit im Geschäftsjahr 2022 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 93,2 Mio. € (Vorjahr: 79,6 Mio. €). Die bereinigte EBITDA-Marge beträgt 10,3 % (Vorjahr: 11,7 %). Das EBITDA vor Bereinigungen beträgt 88,0 Mio. € (Vorjahr: 55,9 Mio. €).

Im Geschäftsjahr wurden Verluste im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH von 3,4 Mio. €, Personalaufwendungen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) aus Aktienoptionsprogrammen der MBB SE und der Aumann AG sowie sonstige Erträge von 0,4 Mio. € bereinigt, die sich aus dem Verkauf von Sachanlagen bei Aumann ergaben, die im Vorjahr im Rahmen des Restrukturierungsprojekts sonderabgeschrieben und bereinigt wurden. Im Vorjahr wurden im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE von 21,0 Mio. € bereinigt, davon 19,9 Mio. € Personalaufwand und 1,1 Mio. € sonstige Kosten.

Bereinigtes Konzern EBITDA im Vergleich in Mio. €

Bei den bereinigten Abschreibungen in Höhe von 39,8 Mio. € (Vorjahr: 32,7 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um planmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen sowie auf immaterielle Vermögenswerte. Bereinigt wurden Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €), die im Rahmen von Kaufpreisallokationen aktiviert wurden.

Hieraus resultiert ein bereinigtes EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) in Höhe von 53,3 Mio. € (Vorjahr: 46,9 Mio. €). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 5,9 % (Vorjahr: 6,9 %). Das EBIT vor Bereinigungen beläuft sich auf 44,6 Mio. € (Vorjahr: 19,0 Mio. €).

Das bereinigte Finanzergebnis beträgt -4,3 Mio. € gegenüber -6,2 Mio. € im Vorjahr. Der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen beträgt -2,1 Mio. € (Vorjahr: -2,9 Mio. €). Bereinigt wurden mit - 2,5 Mio. € Effekte aus der Neubewertung von bedingten Gegenleistungen aus Put-Optionen (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Darüber hinaus werden im Finanzergebnis auch die bereinigten Ergebnisanteile der Nicht beherrschenden Gesellschafter der Friedrich Vorwerk SE & Co. KG in Höhe von -2,2 Mio. € (Vorjahr: -3,4 Mio. €) erfasst.

Das hieraus resultierende Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt 49,0 Mio. € (Vorjahr: 40,7 Mio. €).

Der ausgewiesene bereinigte Steueraufwand beläuft sich im Geschäftsjahr auf 19,2 Mio. € (Vorjahr: 13,1 Mio. €) und entfällt im Wesentlichen auf laufende Steuern sowie latente Steuern. Die Bereinigung des Steueraufwands korrespondiert mit den oben erläuterten Bereinigungen.

Insgesamt ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis in Höhe von 29,8 Mio. € (Vorjahr: 27,5 Mio. €).

Das bereinigte Konzernergebnis setzt sich aus dem Ergebnis der Anteilseigner der Muttergesellschaft in Höhe von 16,8 Mio. € (Vorjahr: 11,7 Mio. €) und dem Ergebnis Nicht beherrschender Gesellschafter in Höhe von 13,0 Mio. € (Vorjahr: 15,8 Mio. €) zusammen. Die Anzahl der durchschnittlich ausgegebenen Aktien im Berichtszeitraum beträgt 5.814.059 (Vorjahr: 5.911.913). Das bereinigte Ergebnis je Aktie beträgt 2,88 € (Vorjahr: 1,98 €) bzw. 2,02 € (Vorjahr: -1,96 €) vor Bereinigungen.

Das IFRS Gesamtergebnis des MBB-Konzerns von -6,7 Mio. € (Vorjahr: 45,0 Mio. €) setzt sich aus dem unbereinigten Ergebnis nach Steuern von 24,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) sowie aus dem Sonstigen Ergebnis von -30,8 Mio. € (Vorjahr: 43,9 Mio. €) zusammen. Im Sonstigen Ergebnis sind Verluste aus der Aktienbewertung zum beizulegenden Zeitwert von -34,7 Mio. € (Vorjahr: 42,0 Mio. €) sowie der Bewertung von Anleihen und Gold von -2,3 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) enthalten. Davon entfallen auf die MBB SE -29,4 Mio. € Verluste aus der Bewertung von Aktien (Vorjahr: Gewinn von 34,6 Mio. €) sowie auf die Bewertung von Anleihen und Gold -2,3 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €).

Herleitung der bereinigten Ergebniskennzahlen

Bereinigtes Konzern EBIT im Vergleich

in Mio. €

Wie im Kapitel Steuerungssystem beschrieben, bieten die bereinigten Ergebniskennzahlen einen transparenteren Blick auf die tatsächliche Unternehmensentwicklung. Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der IFRS-Ergebniskennzahlen auf die bereinigten Ergebniskennzahlen.

01.01. - 01.01. -
31.12.2022 31.12.2021
An
hang T€ T€
Umsatzerlöse III.1. 896.453 680.329
Erhöhung (+) / Verminderung (-) des Bestands an unfertigen und
fertigen Erzeugnissen 4.322 1.394
Betriebsleistung 900.775 681.723
Erträge aus Equity-Beteiligungen III.2. 16.057 5.122
Sonstige betriebliche Erträge und Erträge aus Erstkonsolidierung III.3. 23.077 24.466
Bereinigt um folgende Effekte:
Erträge aus Verkauf vormalig wertberichtigter Sachanlagen
Auflösung im Vorjahr bereinigter Rückstellungen
-438
0
0
-4.696
Erträge aus Erstkonsolidierung 0 -203
Gesamtleistung 939.471 706.412
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -318.419 -228.620
Aufwendungen für bezogene Leistungen -232.455 -145.780
Materialaufwand -550.874 -374.400
Löhne und Gehälter -186.945 -187.665
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung -49.195 -41.084
Personalaufwand -236.140 -228.749
Sonstige betriebliche Aufwendungen III.4. -64.917 -52.265
Bereinigt um folgende Effekte:
Verlust aus Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH 3.412 0
Aufwendungen aus dem IPO der Friedrich Vorwerk Group SE 0 20.969
Einmalaufwendungen für auslastungssichernde Aufträge bei
Aumann 0 5.052
Nicht operative Aufwendungen 2.213 2.555
Bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschrei 93.166 79.574
bungen (EBITDA)
Abschreibungen
Bereinigt um folgende Effekte:
III.5. -43.407 -36.894
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenszusammen
schlüssen erworbene Vermögenswerte 3.576 4.187
Bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 53.335 46.868
Finanzerträge III.6. 3.898 112
Finanzierungsaufwendungen III.7. -3.550 -2.963
Ergebnisanteile Nicht beherrschender Gesellschafter -2.013 -3.177
Finanzergebnis -1.665 -6.028
Bereinigt um folgende Effekte:
Zinsen aus nicht-operativen Geschäftsvorfällen -2.491 26
Nicht beherrschende Anteile auf bereinigte Geschäftsvorfälle -155 -206
Bereinigtes Ergebnis vor Steuern (EBT) 49.024 40.659
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag III.8. -17.862 -10.704
Sonstige Steuern III.8. -889 -1.222
Bereinigt um folgende Effekte:
Latente Steuern auf bereinigte Geschäftsvorfälle -466 -1.208
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 29.806 27.525
./. Nicht beherrschende Anteile 12.391 12.619
Bereinigt um folgende Effekte:
Nicht beherrschende Anteile auf bereinigte Geschäftsvorfälle
-649 -3.214
Bereinigtes Konzernergebnis nach Nicht beherrschenden
Anteilen 16.766 11.691
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in €) III.9. 2,88 1,98

Zielerreichung des Konzerns

Kennzahlen Prognose
2022
Prognose
2022
Erreicht
2022
publiziert
März 2022
aktualisiert
November
2022
Bereinigter Umsatz (Mio. €) > 740 > 800 896,5
Bereinigte EBITDA-Marge (%) > 10 > 10 10,3

Vermögenslage

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 769,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 808,5 Mio. €). Der Rückgang in Höhe von -4,8 % resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung von Wertpapieren, dem Anteilserwerb von zusätzlichen 4,69 % an Aumann sowie Gewinnausschüttungen, die zum Teil durch realisierte Gewinne aus Wertpapieren und das gesteigerte Ergebnis nach Steuern kompensiert wurden. Bezogen auf die Konzernbilanzsumme von 1.121,5 Mio. € beträgt die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag entsprechend 68,6 % (Vorjahr: 70,2 %). Der MBB-Konzern verfügt nach Ansicht der Geschäftsführenden Direktoren über eine gute Eigenkapitalausstattung.

Die immateriellen Vermögenswerte betragen zum Bilanzstichtag 70,3 Mio. € (Vorjahr: 70,5 Mio. €). Zugänge von 8,9 Mio. € und konsolidierungskreisbedingte Zugänge von Geschäftswerten (2,6 Mio. €) wurden durch Abschreibungen (10,8 Mio. €) ausgeglichen. MBB hat die Geschäfts- und Firmenwerte einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Werthaltigkeitstest bestätigte die Werthaltigkeit aller aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte.

Das Sachanlagevermögen ist von 183,7 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 190,9 Mio. € zum 31. Dezember 2022 angestiegen. Zugänge von Nutzungsrechten und aus Investitionen von 49,4 Mio. € wurden teils durch planmäßige Abschreibungen (31,8 Mio. €) und konsolidierungskreisbedingte Abgänge aus der Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH (4,8 Mio. €) kompensiert.

Die Finanzanlagen haben sich von 211,5 Mio. € im Vorjahr auf 84,3 Mio. € zum 31. Dezember 2022 verringert. Hierin enthalten sind im Wesentlichen Aktien (66,0 Mio. €) und die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die at-equity bilanziert werden (17,1 Mio. €). Der Rückgang steht zum Teil in Zusammenhang mit dem Anstieg des Buchwertes der Wertpapiere des Umlaufvermögens, der sich von 0,3 Mio. € im Vorjahr auf 79,8 Mio. € zum 31. Dezember 2022 erhöht hat. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Unsicherheiten haben die MBB SE sowie Aumann den Aktienbestand um 84,4 Mio. € reduziert und im Geschäftsjahr 2022 in kurzlaufende Anleihen in Höhe von 82,6 Mio. € investiert. Die weitere Veränderung der Finanzanlagen ist im Wesentlichen auf die Bewertung von Aktien (-51,1 Mio. €) sowie auf die Zunahme der Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die at-equity bilanziert werden (+8,2 Mio. €) zurückzuführen.

Die Vorräte betragen zum Bilanzstichtag 65,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 46,0 Mio. €). Die Veränderung des Bestands ist maßgeblich auf Aumann zurückzuführen.

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte von 201,7 Mio. € auf 249,4 Mio. € zum 31. Dezember 2022 geht hauptsächlich auf höhere projektbezogene Forderungen in einzelnen Großprojekten zurück.

Bankguthaben und Barmittel haben sich im Berichtsjahr auf 362,7 Mio. € (31. Dezember 2021: 416,8 Mio. €) verringert. Informationen zum Rückgang des Bestands an liquiden Mitteln sind nachfolgend in der Finanzlage dargestellt.

Die Bank- und Leasingverbindlichkeiten im Konzern belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 67,8 Mio. € (31. Dezember 2021: 87,9 Mio. €). Der Rückgang ist maßgeblich auf Tilgungen von -33,4 Mio. € und konsolidierungskreisbedingte Abgänge aus der Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH (-5,0 Mio. €) zurückzuführen. Gegenläufig wirkte die Aufnahme von Kreditverbindlichkeiten (13,3 Mio. €) und der Abschluss neuer Leasingverhältnisse (5,9 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Nicht beherrschenden Gesellschaftern haben sich von 6,3 Mio. € im Vorjahr auf 4,8 Mio. € zum Bilanzstichtag reduziert.

Vertragsverbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen haben sich von 34,4 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 48,8 Mio. € zum Bilanzstichtag erhöht. Die Erhöhung ist vornehmlich bedingt durch die bei Aumann gestiegenen Auftragseingänge und die hiermit verbundenen, bei Auftragseingang direkt eingeholten erhaltenen Anzahlungen.

Die Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter haben sich von 23,6 Mio. € auf 35,7 Mio. € erhöht. Der Anstieg ist überwiegend auf höhere Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen zurückzuführen.

Die Pensionsrückstellungen haben sich insbesondere durch den unterjährigen Anstieg des Rechnungszinses auf 18,6 Mio. € (Vorjahr: 28,3 Mio. €) reduziert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich von 53,4 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 66,6 Mio. € zum Bilanzstichtag erhöht.

Der Nettofinanzmittelbestand (Bankguthaben und Barmittel, kurz- und langfristige Wertpapiere und physische Goldbestände abzüglich Bank- und Leasingverbindlichkeiten) beträgt somit zum Bilanzstichtag 445,2 Mio. € (Vorjahr: 534,6 Mio. €). Der Rückgang des Nettofinanzmittelbestands ist größtenteils auf Nettoinvestitionen in Sachanlagen (-36,3 Mio. €) und immaterielle Vermögenswerte (-8,0 Mio. €), den Anteilserwerb von zusätzlichen 4,69 % an Aumann (-11,6 Mio. €), Gewinnausschüttungen an Gesellschafter der MBB SE (-11,5 Mio. €) und an Nicht beherrschende Gesellschafter (-7,1 Mio. €) sowie dem Erwerb eigener Anteile (-5,2 Mio. €) zurückzuführen. Der MBB-Konzern verfügt nach Ansicht der Geschäftsführenden Direktoren damit nach wie vor über eine sehr gute Finanzmittelausstattung.

Finanzlage

Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds beträgt im Berichtsjahr -54,0 Mio. € (Vorjahr: 206,8 Mio. €) und setzt sich wie folgt zusammen:

Der Nettomittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich von 59,1 Mio. € im Vorjahr auf 35,4 Mio. € im Berichtsjahr verringert. Der Nettomittelzufluss setzt sich im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft der Tochterunternehmen und den hieraus erfolgten Einzahlungen zusammen. Ferner sind hier die Veränderungen der Aktiva und Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind, enthalten. Die Abnahme resultiert maßgeblich aus Working Capital Veränderungen in Höhe von -21,4 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €). Wesentliche Effekte entstanden bei Friedrich Vorwerk, dessen deutlich erhöhtes Niveau im Net Working Capital neben dem starken Umsatzwachstum im Wesentlichen aus höheren Vertragsvermögenswerten, die aufgrund von vertraglichen Meilensteinen bei mehreren Großprojekten noch nicht abgerechnet wurden, sowie aus einem höheren Lagerbestand an Materialien zur Abfederung potentieller Lieferengpässe resultiert.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt -26,7 Mio. € (Vorjahr: -85,1 Mio. €). Er entsteht zum einen aus Nettoinvestitionen in Sachanlagen (-36,3 Mio. €) und immaterielle Vermögenswerte (- 8,0 Mio. €). Zum anderen besteht ein positiver Cashflow aus Finanzanlagen und Wertpapieren von 17,9 Mio. €. Dieser beinhaltet die vor dem Hintergrund der konjunkturellen Unsicherheiten durch die MBB SE sowie Aumann getätigte Reduzierung des Aktienbestands und damit verbundene Nettoeinzahlungen (100,2 Mio. €) sowie Investitionen in kurzlaufende Anleihen von 82,6 Mio. €.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf -62,6 Mio. € (Vorjahr: 232,8 Mio. €). Die wesentlichen Effekte setzen sich aus der Auszahlung von Dividenden an Aktionäre der MBB SE und an Nicht beherrschende Gesellschafter in Höhe von -11,5 Mio. € bzw. -7,1 Mio. €, dem Anteilserwerb von zusätzlichen 4,69 % an Aumann (-11,6 Mio. €), dem Erwerb eigener Anteile (-5,2 Mio. €), sowie aus Tilgungen von Kredit- und Leasingverpflichtungen von -36,3 Mio. € zusammen. Gegenläufig wirkte die Aufnahme von Kreditverbindlichkeiten (13,3 Mio. €). Im Vorjahr war der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit insbesondere durch den Bruttoerlös aus dem Börsengang und der Kapitalerhöhung der Friedrich Vorwerk Group SE von 306,0 Mio. € sowie gegenläufigen Auszahlungen von IPO Transaktionskosten von -33,7 Mio. € geprägt.

Alle Konzerngesellschaften konnten im Berichtsjahr jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich nachkommen.

Gesamtaussage

Die Geschäftsführenden Direktoren beurteilen die Entwicklung des MBB-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 positiv. Konzernumsatz und das bereinigte EBITDA haben im Jahr 2022 erneut Höchststände erreicht. Daneben wurden in allen Tochterunternehmen wichtige Investitionen getätigt.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Grundzüge der Finanzpolitik des Konzerns legen die Geschäftsführenden Direktoren fest. Oberste Ziele unseres Finanzmanagements sind die Sicherung der Liquidität und die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken. Darüber hinaus ist es unser Ziel, aus der freien Liquidität des Konzerns eine Rendite zu erzielen. Insofern werden diese Mittel zum Teil in Wertpapieren angelegt, bis sie benötigt werden, um neue Akquisitionen zu finanzieren.

Transaktionen innerhalb des Konzernkreises werden üblicherweise auf Euro-Basis durchgeführt. Da die Tochterunternehmen außerordentliche Fremdwährungspositionen selbstständig absichern, sind ungesicherte Positionen des operativen Geschäfts in bedeutendem Umfang auf Konzernebene bisher nicht aufgetreten. Der MBB-Konzern betreibt daher grundsätzlich keine wesentliche, aktive Kurssicherung gegen-

über anderen Währungen auf Konzernebene. In besonderen Konstellationen können Devisentermingeschäfte eingesetzt werden. Die Steuerung von Bonitätsrisiken unserer Vertragspartner obliegt ebenfalls den einzelnen Tochterunternehmen. Ein Monitoring auf Konzernebene sichert jedoch bei Bedarf rechtzeitige Interventionen.

Wesentliche Quelle zur Unternehmensfinanzierung ist unsere Geschäftstätigkeit mit den daraus generierten Mittelzuflüssen. Langfristige Investitionen sind dabei jedoch mit langfristigen Darlehen finanziert.

Steuerungssystem

Die konsequente Ausrichtung des MBB-Konzerns auf die Steigerung des Unternehmenswertes spiegelt sich auch in unserem internen Steuerungssystem wieder. Hierzu haben wir ein Patenkonzept implementiert, bei dem jeweils ein Mitarbeiter oder Geschäftsführender Direktor der MBB SE als Pate eines oder mehrerer Tochterunternehmen agiert. In dieser Rolle ist der Pate erster Ansprechpartner für die jeweilige Geschäftsführung vor Ort und ist eng in die strategische, operative und finanzielle Ausrichtung des Tochterunternehmens eingebunden. Darüber hinaus werden alle relevanten Entwicklungen i n den Tochterunternehmen und in der MBB SE in der monatlich stattfindenden Sitzung der Geschäftsführenden Direktoren besprochen. Ferner werden in diesem Kreis potenzielle Investitionsmöglichkeiten sowie die freien, zu Investitionszwecken verfügbaren liquiden Mittel diskutiert. Dabei wird die Entwicklung verschiedener Kennzahlen, insbesondere Auftragseingänge, Umsätze und EBITDA, aber auch Nachhaltigkeitsinformationen der einzelnen Konzernunternehmen analysiert. Die MBB SE definiert dabei den Konzernumsatz u nd das EBITDA als prognoserelevante finanzielle Leistungsindikatoren.

In der Regel wird spätestens mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts auch die Prognose für das folgende Geschäftsjahr veröffentlicht. Diese basiert auf detaillierten Bottom-up-Planungen der einzelnen Konzerngesellschaften. Die veröffentlichte Prognose wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf von den Geschäftsführenden Direktoren angepasst. Die Ergebniskennzahlen enthalten IFRS-bedingte Bewertungseffekte. Dazu zählen beispielsweise negative Unterschiedsbeträge aus Unternehmenszusammenschlüssen und –abgängen sowie Abschreibungen auf stille Reserven, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen aufgedeckt werden. Diese Effekte werden durch nicht vorhersehbare (Des -)Investitionen ausgelöst und sind insofern nicht prognostizierbar. MBB prognostiziert daher ein um diese und sonstige nicht operative Erträge und Aufwendungen bereinigtes Ergebnis, das die operative Ertragskraft und Entwicklung des Unternehmens wesentlich transparenter und nachhaltiger widerspiegelt. Die im Prognosebericht enthaltene Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2023 basiert ebenfalls auf den bereinigten Ergebniskennzahlen.

Zur Steuerung der Finanz- und Vermögenslage wird als Kennzahl zum einen der Saldo aus liquiden Mitteln (inkl. aller Zahlungsmitteläquivalente) und Finanzverbindlichkeiten (net cash bzw. net debt) und zum anderen der Cashflow herangezogen. Der operative Cashflow wird in Übereinstimmung mit IAS 7 nach der indirekten Methode erstellt. Zinsausgaben werden dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugerechnet, während Zins- und Dividendeneinnahmen im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit enthalten sind.

Bericht über Chancen und Risiken

Die MBB SE unterliegt in ihrer Geschäftsentwicklung grundsätzlich den gleichen Chancen und Risiken wie der gesamte Konzern. Insofern werden nachfolgend im Wesentlichen Chancen und Risiken aus Sicht des MBB-Konzerns dargestellt.

Chancen

Dem MBB-Konzern bieten sich nach Einschätzung der Geschäftsführenden Direktoren zukünftig Chancen insbesondere in folgenden Bereichen:

Mergers & Acquisitions:

  • MBB verfügt über einen hohen Finanzmittelbestand, den sie überwiegend in weiteres Wachstum durch Akquisitionen investieren will.
  • Eine weiterhin hohe Zahl zum Verkauf stehender mittelständischer Unternehmen bietet Chancen für wertsteigernde Akquisitionen.
  • Mit der Beteiligung an der Wertsteigerung von mittelständischen Unternehmen können im Erfolgsfall überdurchschnittliche Renditen erzielt werden.
  • Die relative Marktposition von MBB beim Zukauf von Unternehmen könnte sich aufgrund einer reduzierten Zahl potentieller Käufer, fehlender Fremdfinanzierungen sowie Liquiditätsnot möglicher Zielunternehmen im Zuge eines restriktiveren Zinsumfeldes verbessern.
  • Die langjährig profitable Entwicklung der MBB erhöht deren Attraktivität als Gesellschafter, Kreditnehmer oder Geschäftspartner und wird die Bedeutung der MBB SE als Holdinggesellschaft für den Mittelstand in Deutschland fördern.
  • Die Erfahrung und das Netzwerk des aktuellen Managements bieten eine gute Ausgangssituation für weiteres Wachstum des MBB-Konzerns.

Investitionen:

  • Die starke Investitionstätigkeit der Konzerngesellschaften bietet Chancen für weiterhin profitables Wachstum.
  • Die konsequente Investitionsfokussierung auf nachhaltige sowie strukturelle Wachstumsfelder und -märkte bietet überdurchschnittliches Wachstumspotenzial.
  • Mit der Substanz und dem Wachstum der Konzerngesellschaften steigt auch die Attraktivität ihrer Aktien für große, globale Kapitalanlagegesellschaften und damit die Chance auf attraktivere Bewertungen.

Diversifikation in strukturellen Wachstumsmärkten:

  • Die Diversifikation des MBB-Konzerns wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet, wodurch mögliche Auswirkungen von abrupten Nachfrageveränderungen in Einzelmärkten auf den Gesamtkonzern signifikant verringert wurden.
  • Friedrich Vorwerk ist ein wesentlicher Profiteur der Energiewende und dank ihrer herausragenden technologischen Kompetenz, ihrer exzellenten Reputation und Kundenbeziehungen sowie ihres vollintegrierten Geschäftsmodells ideal positioniert, um von den signifikanten Investitionen in ihren Kernmärkten des erdverlegten Erdgas-, Wasserstoff und Stromleitungsbaus sowie der dazugehörigen Anlagenbauprojekte (z. B. GDRM Anlagen, Verdichterstationen, Kavernenspeicher und Umspannwerke) nachhaltig zu profitieren.
  • Aumann ist ein Profiteur der Mobilitätswende und zeigt deutlich oberhalb des Umsatzniveaus im Geschäftsjahr liegende Auftragseingänge insbesondere im strategisch bedeutenden E-mobility Segment und hat somit Chancen, weiter deutlich zu wachsen. Zudem ergeben sich aus der, auch rechtlich forcierten, Umstellung auf elektrische Antriebe signifikante Investitionsbedarfe auf Seiten der OEMs, welche Aumann durch seine hochtechnologischen Lösungen in dieser Transformation unterstützt.
  • DTS profitiert als Spezialist für IT-Security Lösungen von einer signifikanten Nachfrage nach spezialisierten Produkten und Dienstleistungen, welche die Sicherheit in Unternehmensnetzwerken erhöhen. Dazu zählt seit 2018 auch das sogenannte Security Operations Center (SOC), in dem Sicherheitsspezialisten von DTS rund um die Uhr die Systeme der Kunden auf Anomalien und Angriffe überwachen. Spätestens mit Beginn des Krieges in der Ukraine hat die Relevanz und der Bedarf an IT - Sicherheitslösungen nochmals zugenommen.

Zusammengefasst bieten sich der MBB erhebliche Chancen aus der operativen Geschäft stätigkeit der einzelnen Tochterunternehmen sowie aus möglichen Erweiterungen des Unternehmensportfolios.

Risiken

Der MBB-Konzern ist nach Einschätzung der Geschäftsführenden Direktoren insbesondere folgenden Risiken ausgesetzt:

Exogene Risiken

Aus Sicht der MBB bestehen derzeit insbesondere folgende wesentliche exogene Risiken:

  • Eine Wirtschafts- und Finanzkrise könnte ein bisher unbekanntes Ausmaß haben und könnte einzelne Tochtergesellschaften in ihrer Existenz gefährden. Die Wirtschafts- und Finanzkrise könnte zu starken Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit allen denkbaren negativen Folgen und dem möglicherweise gleichzeitigen Auftreten einer Vielzahl der in Folge genannten Einzelrisiken führen.
  • Eine nachhaltig hohe oder erneut zunehmende Inflation und insbesondere eine sich festsetzende Lohn-/Preisspirale könnte zu einem Zeitverzug bei der Weitergabe von Preiserhöhungen führen und sich nachteilig auf das Profitabilitätsniveau auswirken.
  • Lieferkettenengpässe, insbesondere im Bereich Halbleiter, und damit zusammenhängende Teuerungen könnten dafür sorgen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden können.

Darüber hinaus bestehen aus Sicht der MBB unter anderem folgende weitere Risiken:

Krieg oder kriegerische Auseinandersetzungen könnten den Wirtschaftskreislauf erheblich stören und einzelne Beteiligungsunternehmen in ihrer Existenz gefährden.

  • Eine lang anhaltende Abkühlung der Konjunktur könnte zu sinkenden Umsätzen und sinkenden Ergebnissen der bestehenden Tochterunternehmen der MBB SE führen.
  • Einzelne Tochterunternehmen können von branchenspezifischen Markteintrübungen getroffen werden.
  • Eine Intensivierung der Wettbewerbssituation in den Kernmärkten unserer Tochterunternehmen könnte zu einer Verschlechterung der Ertrags- und Profitabilitätssituation führen.
  • Die kurzfristige Veränderung politischer Rahmenbedingungen können zur Unwirtschaftlichkeit einzelner Geschäftsmodelle der Tochterunternehmen führen.
  • Die COVID-19 Pandemie könnte sich erneut verschärfen oder neue andersartige Gesundheitsrisiken könnten auftreten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark beeinträchtigen.
  • Ein neuerlicher Anstieg der Energiepreise, Probleme bei der Energieverfügbarkeit oder gar nicht funktionierende Energiemärkte könnten sich negativ auf die Profitabilität auswirken oder vorübergehend zu Produktionsunterbrechungen führen.

Finanzielle Risiken

Aus Sicht der MBB bestehen derzeit insbesondere folgende wesentliche finanzielle Risiken:

  • Aufgrund einer abrupten Zinswende unterliegen die variabel verzinslichen Finanzschulden des Konzerns einem Zinsänderungsrisiko.
  • Das aktuell inflationäre Umfeld, eingeschränkte Lieferketten, Deglobalisierungstendenzen sowie die Abwicklung von Großprojekten können zur Bindung eines höheren Working Capitals führen.

Offene Forderungen könnten verspätet beglichen werden oder vollständig ausfallen.

Darüber hinaus bestehen aus Sicht der MBB unter anderem folgende weitere Risiken:

  • Die finanziellen Mittel, die in Wertpapieren angelegt sind, können hohen Wertschwankungen unterliegen und eine nachhaltige Wertminderung erfahren.
  • Als international tätiger Konzern unterliegt die MBB Wechselkursschwankungen an den Devisenmärkten.
  • Die liquiden Mittel könnten nicht ausreichen, um finanzielle Verpflichtungen in bestimmter Höhe und zu einem bestimmten Zeitpunkt begleichen zu können.
  • Die Refinanzierung neuer Unternehmenskäufe könnte nicht gelingen.
  • Bankeninsolvenzen könnten zur Folge haben, dass gesetzlich nicht abgesicherte Einlagen gekürzt oder abgeschrieben werden müssen.

Haftungsrisiken

Aus Sicht der MBB bestehen derzeit insbesondere folgende wesentliche Haftungsrisiken:

  • Trotz eines umfassenden Risikomanagements unterliegen die Konzernunternehmen den allgemeinen Risiken ihrer Geschäftstätigkeit. Insbesondere die Fertigungsunternehmen des Konzerns könnten sich zum Beispiel Gewährleistungsfällen, Fällen von Umweltbelastungen oder Produktionsausfällen ausgesetzt sehen.
  • Die MBB SE könnte Risiken aus Kaufvertragsgewährleistungen, die Tochterunternehmen könnten Risiken aus Produkthaftung oder sonstigen rechtlichen Haftungsrisiken ausgesetzt sein.
  • Mit der MBB SE, der Friedrich Vorwerk Group SE, der Aumann AG und der Delignit AG sind mittlerweile vier Konzernunternehmen börsennotiert, was zu zusätzlichem Aufwand sowie kapitalmarktspezifischen Haftungsrisiken führt.
  • Die MBB SE haftet langfristig gemäß WpPG im Rahmen des Börsengangs der Aumann AG sowie der Friedrich Vorwerk Group SE.

Sonstige Risiken

Aus Sicht der MBB bestehen derzeit insbesondere folgende wesentliche sonstige Risiken:

  • Cyber-Security Angriffe haben insbesondere seit dem Ukraine Krieg zugenommen und können zu temporären Einschränkungen der IT-Systeme sowie finanziellen Risiken führen.
  • Umweltrisiken umfassen die Risiken, die mit durch den Konzern verursachten Treibhausgas-Emissionen, Abfällen sowie den Verbrauch von Ressourcen einhergehen.
  • Das weitere Wachstum des Konzerns hängt davon ab, insbesondere auf Ebene der Tochterunternehmen, leistungsstarke und qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.
  • Die Abwicklung von langandauernden und komplexen Großprojekten in einzelnen Tochtergesellschaften ist mit spezifischen Projektrisiken behaftet.
  • Hohe Kaufpreiserwartungen möglicher Verkäufer können die Anzahl attraktiver Beteiligungsmöglichkeiten und somit das Wachstum des Konzerns begrenzen.

Die Gesamtbeurteilung der gegenwärtigen Chancen- und Risikosituation zum Bilanzstichtag ergibt, dass keine den Fortbestand des Konzerns gefährdenden Risiken bestehen.

Grundzüge des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems

Der MBB-Konzern trägt den genannten Risiken durch ein Risikomanagementsystem Rechnung. Es werden frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um Nachteile von den Konzernunternehmen abzuwenden. Hierzu zählen unter anderem:

  • Ein integriertes Beteiligungscontrolling, das mittels eines monatlichen Businesscontrollings kontinuierlich Soll-, Ist- und Forecast-Daten auf Ebene der Tochterunternehmen sowie auf Ebene der MBB SE abgleicht
  • Ein Projektcontrolling, welches die Optimierungsmaßnahmen im Konzern und in jedem einzelnen Unternehmen definiert, weiterentwickelt und deren Umsetzung verfolgt
  • Regelmäßige Managementmeetings innerhalb der MBB SE und mit dem jeweiligen Management der Tochterunternehmen
  • Regelmäßig stattfindende externe oder interne Revision, welche im Vorfeld festgelegte Schwerpunkte prüft
  • Strukturierte Merger & Akquisition Werkzeuge, anhand derer der Anbahnungs- und Akquisitionsprozess organisiert und auf Erfolg geprüft wird sowie die Pflege und der kontinuierliche Ausbau des MBB-Netzwerks an M&A-Vermittlern und potenziellen Verkäufern
  • Ein zentrales Konzern-Monitoring wesentlicher Vertragsrisiken oder Rechtsstreitigkeiten durch das Management und bei Bedarf die Beauftragung qualifizierter Rechtsanwaltskanzleien

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagements der MBB. Seine Hauptziele bestehen darin, die zutreffende Abbildung aller Geschäftsvorfälle in der Berichterstattung sicherzustellen und Abweichungen von internen oder externen Regelungen zu unterbinden. Bezogen auf die externe Rechnungslegung bedeutet das, die Konformität der Abschlüsse mit den jeweils geltenden Regelwerken zu gewährleisten. Dazu ist das interne Kontrollsystem wie das Risikomanagement entsprechend der Einheiten, die Rechnung legen, gegliedert. Es bestehen einheitliche Regelungen zur Rechnungslegung in den Tochterunternehmen des MBB-Konzerns, deren Einhaltung fortlaufend kontrolliert wird. Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und ggf. Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse. Dafür sind bereits in den Reportingtools bzw. dem Konsolidierungssystem automatische Kontrollmechanismen und Plausibilitätsprüfungen hinterlegt. Zur Steuerung einzelner Risiken der Rechnungslegung, zum Beispiel bei versicherungsmathematischen Bewertungen, werden fallweise externe Spezialisten hinzugezogen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Der Verwaltungsrat berichtet gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß § 315d HGB i. V. m. § 289f HGB über die Unternehmensführung sowie über die Corporate Governance. Die im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung gemachten Angaben sind nicht Gegenstand der Abschlussprüfung.

Erklärung gemäß § 161 AktG

Am 29. März 2023 gab der Verwaltungsrat die jüngste Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ab. Sie lautet:

Die Geschäftsführenden Direktoren und der Verwaltungsrat der MBB SE haben die letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG am 31. März 2022 abgegeben und ihr mit den dort genannten Abweichungen entsprochen. Die nachfolgende Erklärung erneuert diese Entsprechungserklärung mit den unten dargestellten Besonderheiten aufgrund des monistischen Systems der MBB SE. Der Verwaltungsrat erklärt am 29. März 2023, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (im Folgenden "Kodex") in der Fassung vom 28. April 2022 mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch zukünftig entsprochen wird:

Als europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea - SE) verfügt die Gesellschaft über eine monistische Führungs- und Kontrollstruktur. Der Verwaltungsrat leitet die Gesellschaft, bestimmt die Grundlinien ihrer Tätigkeit, überwacht deren Umsetzung und hat die weiteren, sich aus § 22 SEAG ergebenden Aufgaben und Befugnisse. Die Geschäftsführenden Direktoren führen die Geschäfte der Gesellschaft, indem sie die Grundlinien und Vorgaben umsetzen, die der Verwaltungsrat aufstellt.

Die MBB SE bezieht die für den Aufsichtsrat geltenden Regelungen des Kodex grundsätzlich auf den Verwaltungsrat und diejenigen betreffend den Vorstand auf die Geschäftsführenden Direktoren. Hiervon gelten, im Hinblick auf die gesetzliche Ausgestaltung des monistischen Systems, folgende Ausnahmen:

  • Gemäß § 22 SEAG obliegt dem Verwaltungsrat die Aufgabe der Entwicklung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.
  • Gemäß § 40 SEAG können Mitglieder des Verwaltungsrats zu Geschäftsführenden Direktoren bestellt werden, sofern die Mehrheit des Verwaltungsrates weiterhin aus nicht-geschäftsführenden Mitgliedern besteht.

Die Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website unter http://www.mbb.com/investor-relations/corporate-governance.html veröffentlicht und als Download verfügbar.

Zusammensetzung des Verwaltungsrats

Der Verwaltungsrat soll die beiden Gründer- und Mehrheitsaktionärsfamilien mit jeweils einem Sitz vertreten, die Expertise sehr wichtiger Managementmitglieder nach Ausscheiden dauerhaft sichern, mindestens ein unabhängiges Mitglied mit hoher Qualifikation für die Geschäftstätigkeit der MBB haben und die Diversität der Gesellschaft hinreichend repräsentieren. Die derzeitige Zusammensetzung des Verwaltungsrats erfüllt diese Zielsetzung. Die Dauer der Zugehörigkeit jedes Mitglieds zum Verwaltungsrat ist im Kapitel VIII.1 Gesellschaftsorgane dargestellt. Bei Neubesetzungen soll die angestrebte Frauenquote von 20 % sowie Nachhaltigkeitskriterien beachtet werden.

Die folgende tabellarische Qualifikationsmatrix gibt einen Überblick über das Kompetenzprofil des Verwaltungsrates:

Fachliche Kompetenz Dr. Christof
Nesemeier
Executive Chair
man
Gert-Maria
Freimuth
Stellvertretender
Vorsitzender
Anton
Breitkopf
Mitglied
Dr. Peter
Niggemann
Mitglied
Unternehmensführung und -
kontrolle
x x x x
Mergers & Acquisitions / Corporate
Finance
x x x x
Rechnungslegung und Ab
schlussprüfung
x x x -
Personal & Soziales - x x x
Digitalisierung und IT x - x x
Nachhaltigkeit x x - x
Recht / Compliance / Corporate
Governance
x x x x

Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet und im Geschäftsjahr 2021 ein Nominierungsausschuss (Nomination Committee). Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist Anton Breitkopf. Als ehemaliger CFO der MBB SE verfügt Herr Breitkopf über umfangreiche Erf ahrungen in allen Fragen der Rechnungslegung, Abschlussprüfung und internen Kontrollverfahren. Sein Schwerpunkt im Prüfungsausschuss liegt auf der Abschlussprüfung. Die finale Freigabe aller Zahlungen, die die MBB SE tätigt, obliegt Herrn Breitkopf. Weiteres Mitglied des Prüfungsausschusses ist Dr. Christof Nesemeier mit den Schwerpunkten Prüfung der Rechnungslegung, Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und internes Revisionssystem. Diese implementierten Systeme werden als angemessen und wirksam erachtet. Darüber hinaus verfügt auch er, als Gründer und langjähriger CEO der MBB SE, über weitreichende Erfahrungen in der Wirtschafts- und Abschlussprüfung. Als treibende Kraft hinter der Ausrichtung des MBB Portfolios auf die nachhaltigen Wachstumsfelder Emobility, Energiewende und IT Security, ist Dr. Christof Nesemeier zudem designierter Nachhaltigkeitsexperte im Verwaltungsrat. Die Abschlussprüfung, Compliance-relevante Themen sowie nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen werden mit allen Verwaltungsratsmitgliedern diskutiert. Der Vorsitzende des Nomination Committees ist Gert-Maria Freimuth. Ihm obliegt die Verantwortung, dem Verwaltungsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Verwaltungsratsmitgliedern zu benennen sowie die Realisierung der angestrebten Diversitätsziele im Verwaltungsrat.

Nachfolgeplanung

Die Altersgrenze für Mitglieder des Verwaltungsrats und des geschäftsführenden Direktoriums beträgt 85 Jahre. Das Geschäftsführungsgremium weist mit einem Durchschnittsalter von 40 ein vergleichsweise geringes Alter auf. Zudem ist MBB ein hoch attraktiver Arbeitgeber für qualifizierte und hochmotivierte Nachwuchskräfte. Der Verwaltungsrat sieht eine qualifizierte Besetzung des Geschäftsführungsgremiums zu jeder Zeit gegeben.

Selbstbestätigung

Der Verwaltungsrat sieht sich in seiner Arbeit durch den Erfolg des Unternehmens seit Gründung vor mehr als 28 Jahren bestätigt.

Bericht zur Corporate Governance

Aktienbestände von Organmitgliedern

Die Aktienbestände der Organmitglieder sind im Anhang des Jahresabschlusses und im Konzernanhang unter II. Erläuterungen zur Konzernbilanz, Ziffer 11.1 dargestellt.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Im Berichtsjahr sind bei den Geschäftsführenden Direktoren und den Mitgliedern des Verwaltungsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Hinzuweisen ist darauf, dass der Verwaltungsrat Beratungsverträge mit Gert-Maria Freimuth und Anton Breitkopf abgeschlossen hat. Die vereinbarten Tätigkeiten gehen über den Umfang hinaus, der aufgrund der Organstellung ohnehin geschuldet ist. Für nähere Informationen verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Aktienrückkaufprogramm

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 21. Februar 2022 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 23. Februar 2022 bis zum 30. April 2022 hat die MBB SE 42.640 eigene Aktien der Gesellschaft zu einem durchschnittlichen Kurs von 121,65 € (exkl. Erwerbsnebenkosten) an der Börse erworben.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die MBB SE erstellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes. Der Konzernabschluss wird nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB geforderten Erläuterungen aufgestellt.

Der Lagebericht der MBB SE und der Konzernlagebericht wurden gemäß §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst.

Die Hauptversammlung der MBB SE hat die RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer der MBB SE gewählt. Geschäftliche, finanzielle, persönliche oder sonstige Beziehungen zwischen der Prüfungsgesellschaft und ihren Organen und Prüfungsleitern einerseits und der MBB SE und ihren Organmitgliedern andererseits, die Zweifel an der Unabhä ngigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begründen können, haben zu keinem Zeitpunkt bestanden. Auf Basis der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung erteilt der Verwaltungsrat der MBB SE dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und trifft mit ihm die Honorarvereinbarung. Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrags vereinbart der Verwaltungsrat mit dem Abschlussprüfer auch die Berichtspflichten gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

Der Abschlussprüfer nimmt an den Beratungen des Verwaltungsrats über den Jahres- und Konzernabschluss teil und berichtet über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung.

Langfristiges Bonusprogramm/wertpapierorientierte Anreizsysteme

Wegen der Einzelheiten des laufenden langfristigen Bonusprogramms wird auf das Kapitel "3. Bezüge der Organe" unter Punkt "VIII. Sonstige Pflichtangaben" verwiesen.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht wurde in diesem Jahr gemäß § 162 AktG gesondert erstellt und ist auf unserer Website unter https://www.mbb.com/ir/corporate-governance.html einsehbar.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Mitglieder des Verwaltungsrats und die Geschäftsführenden Direktoren führen die Geschäfte des Unternehmens mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Unternehmensleiters nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung der MBB SE, der maßgeblichen Geschäftsordnung, der Regelungen der für sie geltenden Anstellungsverträge sowie gefassten Beschlüsse. Darüber hinaus gehende, öffentlich zugängliche kodifizierte Unternehmensführungspraktiken bestehen bisher nicht.

Arbeitsweise von Geschäftsführenden Direktoren und Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat leitet die Gesellschaft, bestimmt die Grundlinien ihrer Tätigkeit, überwacht deren Umsetzung und hat die weiteren, sich aus § 22 SEAG ergebenden Aufgaben und Befugnisse. Die Geschäftsführenden Direktoren führen die Geschäfte der Gesellschaft, indem sie die Grundlinien und Vorgaben umsetzen, die der Verwaltungsrat aufstellt. Die Verträge der Geschäftsführenden Direktoren wurden vom Verwaltungsrat mit einer Laufzeit vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2025 geschlossen. Der MBB-Konzern ist nicht mitbestimmt; alle Mitglieder des Verwaltungsrats sind daher Vertreter der Aktionäre.

Die einzelnen Tochtergesellschaften haben jeweils ein eigenständiges, operatives Management, das in einzelnen Fällen auch Gesellschaftsanteile hält. Das Management der MBB SE und das der Tochterunternehmen arbeiten bei der Entwicklung des betreffenden Unternehmens eng zusammen.

Diversitätskonzept

Bei der Besetzung von Positionen im Management der MBB SE sowie in den beiden Führungsebenen unterhalb des Geschäftsführenden Direktoriums wird auf Vielfalt geachtet und es werden stets Bewerber des männlichen, weiblichen und diversen Geschlechts berücksichtigt. In erster Linie kommt es für den Verwaltungsrat den aktienrechtlichen Anforderungen entsprechend darauf an, dass der Kandidat die für die Arbeit der Geschäftsführung erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen mitbringt.

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 14. April 2021 beschlossen, mittelfristig einen Frauenanteil von 20 % für Mitglieder des Verwaltungsrats und des Geschäftsführenden Direktoriums zu erreichen. Die erweiterte Führungsebene der MBB SE umfasst die Positionen der Stufe "Vice President". Zum Bilanzstichtag gab es eine Vice President Position, die durch eine Frau besetzt war.

Angaben gemäß § 289a und § 315a HGB

Gemäß §§ 289a und 315a HGB muss der Lagebericht die nachfolgenden Punkte beinhalten:

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das in der Bilanz zum 31. Dezember 2022 aus 5.940.751 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien bestehende Grundkapital in Höhe von 5.940.751,00 € ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag 136.554 eigene, nicht stimmberechtigte, nicht dividendenberechtigte Aktien.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend

Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen bestehen nicht.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten sind im Anhang des Jahresabschlusses und im Anhang unter II. Erläuterungen zur Konzernbilanz, Ziffer 11.1 dargestellt.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Entsprechende Arbeitnehmerbeteiligungen bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Geschäftsführenden Direktoren und über die Änderung der Satzung

Geschäftsführende Direktoren werden gemäß §§ 84 f. AktG bestellt und abberufen. § 6 der Satzung regelt Bestellung und Abberufung der Geschäftsführenden Direktoren wie folgt:

"Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführende Direktoren. Einzelne Mitglieder des Verwaltungsrats können zu Geschäftsführenden Direktoren bestellt werden, sofern die Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder weiterhin aus nicht-geschäftsführenden Mitgliedern besteht.

Die Bestimmung der Anzahl sowie die Bestellung der Geschäftsführenden Direktoren, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung erfolgen durch den Verwaltungsrat. Geschäftsführende Direktoren dürfen für eine Amtszeit von höchstens sechs Jahren bestellt werden und können jederzeit vor Beendigung dieser Amtszeit durch den Verwaltungsrat abberufen werden.

Falls mehrere Geschäftsführende Direktoren bestellt sind, kann der Verwaltungsrat einen Geschäftsführenden Direktor zum Sprecher oder Chief Executive Officer (CEO) ernennen. Der Verwaltungsrat kann auch stellvertretende Geschäftsführende Direktoren ernennen.

Die Geschäftsführenden Direktoren führen die Geschäfte gemeinschaftlich nach Maßgabe von Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den Weisungen des Verwaltungsrats. Sie setzen die Grundlagen und Vorgaben um, die der Verwaltungsrat aufstellt. Ist nur ein Geschäftsführender Direktor bestellt, führt er die Geschäfte nach diesen Maßgaben allein.

Die Geschäftsführenden Direktoren erhalten eine vom Verwaltungsrat gemäß § 87 AktG festzusetzende Vergütung."

Gemäß § 179 Abs. 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 24 der Satzung benötigen Satzungsänderungen - soweit gesetzlich zulässig - eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der Hauptversammlung, wobei Stimmenthaltung nicht als Stimmabgabe gilt.

Der § 11 Abs. 2 der Satzung regelt darüber hinaus: "Der Verwaltungsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung betreffen. Insbesondere ist der Verwaltungsrat ermächtigt, die Fassung der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals anzupassen."

Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Die Hauptversammlung vom 28. Juni 2018 hat das Genehmigte Kapital 2015/I aufgehoben und ein neues Genehmigtes Kapital 2018 geschaffen. Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, dass Grundkapital der Gesellschaft bis zum 27. Juni 2023 einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 3.300.000,00 € gegen Barund/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018).

Die Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 hat die Gesellschaft ermächtigt, in dem Zeitraum bis zum 27. Mai 2024 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen, und zwar bis zur Höhe von 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt dieser Ermächtigung. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals, ausgeübt werden. Der Erwerb kann auch durch von der Gesellschaft abhängige Konzernunternehmen oder für ihre Rechnung durch Dritte durchgeführt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Die durch die Hauptversammlung vom 28. Juni 2018 unter Tagesordnungspunkt 9 erteilte Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien wurde mit Wirksamwerden dieser Ermächtigung aufgehoben.

Die Hauptversammlung vom 24. August 2020 hat die Gesellschaft zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsprogramm 2020), zur Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020/I ermächtigt und dazu notwendige Satzungsänderungen beschlossen.

Das Aktienoptionsprogramm ermächtigt den Verwaltungsrat bis zum 30. Juni 2025 bis zu 240.000 Bezugsrechte auf bis zu 240.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft an Bezugs berechtigte im Sinne des § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG zu gewähren (Details siehe im gesondert nach § 162 AktG erstellten Vergütungsbericht).

Das Grundkapital der Gesellschaft wird um bis zu 240.000 € durch die Ausgabe von bis zu 240.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Ansprüchen aus dem Eigenkapitalbasierten Aktienoptionsprogramm 2020.

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 21. Februar 2022 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 23. Februar 2022 bis zum 30. April 2022 hat die MBB SE 42.640 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse mit einem Gesamtwert von 5.207.479,45 € erworben.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Solche Vereinbarungen bestehen nicht.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern

Solche Entschädigungsvereinbarungen bestehen nicht.

Für die nach § 160 AktG Abs. 1 Nr. 2 erforderlichen Angaben verweisen wir auf den Anhang des Jahresabschlusses und auf das Kapitel II.11.1 Eigenkapital im Anhang zum Konzernabschluss.

Nicht-finanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB und § 315b HGB

Nachhaltigkeit ist eine zentrale unternehmerische Aufgabe für MBB. Entsprechend sind verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte in die Unternehmensstrategie, das konzernweite Controlling und auch die regelmäßig stattfindenden Sitzungen der Geschäftsführenden Direktoren integriert. Wirtschaftlich orientiertes Handeln bei gleichzeitiger Verantwortung für Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft prägen die Philosophie der MBB. In unserem täglichen Bestreben nach Höchstleistungen bringen wir nachhaltigkeitsbezogene Zielsetzungen mit den ökonomischen Aspekten in Einklang.

Aufgrund des Gesetzes zur Stärkung der nicht-finanziellen Berichterstattung (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) vom 11. April 2017 veröffentlicht die MBB hiermit die nicht-finanzielle Erklärung für die Gesellschaft und den Konzern gemäß § 289b HGB und § 315b HGB. Der Berichtszeitraum für die nicht-finanzielle Erklärung ist das Geschäftsjahr 2022. Die Angaben umfassen alle vollkonsolidierten Tochterunternehmen des MBB-Konzerns. Die im Rahmen der Nicht-finanziellen Erklärung gemachten Angaben sind nicht Gegenstand der Abschlussprüfung.

In Einklang mit § 289d HGB haben wir geprüft, welche nationalen, europäischen oder internationalen Rahmenwerke für die Erstellung der nicht-finanziellen Erklärung eingesetzt werden könnten. Aktuell wird auf die umfängliche Anwendung eines Rahmenwerks jedoch verzichtet, da dies für die Unternehmensstruktur der MBB in keinem sinnvollen Aufwand-Nutzen-Verhältnis stünde und wir die existierenden Rahmenwerke als nicht für uns geeignet betrachten.

Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung ist die MBB dazu verpflichtet, Angaben zu Umsatzerlösen, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx) zu machen, die mit ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind. Gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung wird über die Umweltziele "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel" berichtet. Für eine tabellarische Übersicht verweisen wir auf das Ende dieses Abschnitts.

Geschäftsmodell

MBB ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das auf Erwerb und Management mittelständischer Unternehmen mit hoher Technologie- und Ingenieurskompetenz fokussiert ist. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell sowie zu den einzelnen Segmenten und Tochterunternehmen sind im Abschnitt "Segmente" innerhalb des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts 2022 der MBB zu finden.

Stakeholder

Familieneigentümer: Die Familiengesellschafter Gert-Maria Freimuth und Dr. Christof Nesemeier sind die wesentlichen Eigenkapitalgeber der MBB SE. Ihr Fokus liegt auf verantwortungsvollem Handeln sowie nachhaltiger Wertsteigerung.

Investoren: Auch die übrigen Aktionäre erwarten von der MBB nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln, eine klare strategische Ausrichtung sowie eine transparente Berichterstattung.

Kunden der Tochterunternehmen: Die Kunden unserer Tochterunternehmen suchen verlässliche Partner, die Ihnen zuverlässig mit innovativen Lösungen zur Seite stehen und dabei ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.

Mitarbeiter: Unsere Mitarbeiter schätzen einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz, an dem sie ihre Fähigkeiten entsprechend ihrer Ausbildung einbringen können. Fortbildungen und Förderungen der Mitarbeiter gehören zur nachhaltigen Personalpolitik von MBB.

Mit allen Stakeholdergruppen steht MBB in regelmäßigem Austausch. Während die Familiengesellschafter durch ihre Funktionen als Verwaltungsratsmitglieder und Geschäftsführender Direktor die Nachhaltigkeitsstrategie der MBB entscheidend mitbestimmen, werden die anderen Interessengruppen auf verschiedenen Wegen einbezogen, beispielsweise über den direkten Dialog, über die regelmäßige Finanzberichterstattung oder über Konferenzen und Roadshows.

Wesentlichkeitsanalyse

Im Rahmen der erstmalig im Jahr 2017 durchgeführten und regelmäßig aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse wurden die Bereiche "Arbeitnehmerbelange" und "Umweltbelange" als Kernthemen der MBB Nachhaltigkeitsstrategie identifiziert. Auf diese Aspekte wird nachfolgend detaillierter eingegangen. Ferner ist auf die Themenkomplexe "Sozialbelange", "Achtung der Menschenrechte" und "Bekämpfung von Korruption und Bestechung" einzugehen. Da diese Themen zwar wichtig, aber aus unserer Sicht für die Nachhaltigkeitsstrategie der MBB von untergeordneter Bedeutung sind, werden diese Themen nur knapp behandelt. Für eine Übersicht wesentlicher nicht-finanzieller Kennzahlen verweisen wir auf die Tabelle am Ende dieses Abschnitts.

Umweltbelange

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist auf allen Ebenen der MBB-Gruppe ein wichtiges Thema, denn operative Entscheidungen in unseren Tochterunternehmen haben immer auch ökologische Folgen. Dies gilt für den Rohstoff- und Materialeinsatz sowie für die Energieeffizienz der einzelnen Tochterunternehmen, aber insbesondere auch für die Auswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen auf die Umweltschutzziele unserer Kunden. Viele MBB-Unternehmen leisten durch den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen sowie durch eine hohe Energieeffizienz einen wichtigen

Beitrag zum Umweltschutz und haben daher schon aus strategischen Erwägungen ein hohes Interesse an diesem Thema.

Friedrich Vorwerk verfolgt in seinem Projektgeschäft einen ganzheitlichen Ansatz und betreut Projekte durch sämtliche Phasen des Projektzyklus. Dadurch können langfristige Nutzungs- und Umweltaspekte berücksichtigt werden. Da Infrastrukturprojekte per Definition Eingriffe in bestehende Strukturen zur Folge haben, beeinflussen unsere Aktivitäten Mensch und Umwelt unmittelbar. Um die resultierenden Belastungen so gering wie möglich zu halten, legen wir besonders großen Wert auf eine vorausschauende und umfassende Planung. Zu den Umwelteinflüssen gehören Flächenverbrauch, Bodenaushub, Eingriffe in den Wasserhaushalt, der Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen sowie das Entstehen von Lärm, Staub, Erschütterungen, Emissionen, Abwasser und Abfall. Diese Faktoren variieren je nach Art und Umfang eines Projekts. Als Spezialist im Horizontalbohrverfahren ist Friedrich Vorwerk zum Beispiel in der Lage, Stromtrassen für das Landschaftsbild minimal invasiv zu verlegen. Ziel ist es, das natürliche Umfeld bestmöglich zu schützen und zu bewahren, indem die Besonderheiten jedes Projekts in ein individuelles Projektmanagement integriert werden. Die umfangreichen Aktivitäten im Umweltschutz, die bei den von Friedrich Vorwerk durchgeführten Großprojekten erforderlich sind, sind in der Regel im Rahmen eines landschaftspflegerischen Begleitplans rechtlich verbindlich festgeschrieben. Dieser Plan stellt in Deutschland die Maßnahmen dar, die bei einem Projekt, das Eingriffe in die Natur und Landschaft erfordert, im unmittelbaren Bereich des Projekts oder seiner näheren Umgebung zur Kompensation oder Minimierung dieser Eingriffe geplant sind. Diese Maßnahmen sind Bestandteil der Planungsunterlagen, die zur Genehmigung eines Projekts erforderlich sind und mit Planfeststellungsbeschluss des Projekts rechtsverbindlich werden. Als Maßnahmen bei größeren Projekten sind hier z.B. umfängliche Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen sowie Landschaftspflege zu nennen, bei kleineren Projekten aber z.B. auch die Durchführung von Baumschutzmaßnahmen insbesondere im innerstädtischen Bereich, die ebenfalls in Abstimmung mit den Grünflächenämtern getroffen werden.

Des Weiteren verfolgt Friedrich Vorwerk das Ziel, die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz des Fuhrparks und der technischen Anlagen zu steigern. So werden der Kraftstoffverbrauch und Stillstandzeiten stetig analysiert und das Flottenmanagement entsprechend angepasst. Es werden permanent alte Fahrzeuge, Maschinen und Geräte gegen neue leistungsfähigere und emissionsärmere ausgetauscht, wodurch sowohl Schadstoffausstoß als auch Geräuschemissionen reduziert werden.

Bei der Beschaffung von Material werden Energieeffizienz und Nachhaltigkeit berücksichtigt und von unseren Lieferanten und Dienstleistern erwarten wir, dass sie die gleichen Umweltstandards erfüllen wie wir. Dazu werden Umweltzertifikate und –kennzahlen im Einkaufsprozess von potenziellen Lieferanten angefordert und neben Qualität, Lieferzeit und Preis im Beschaffungsprozess bewertet.

Friedrich Vorwerk stellt durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter aller Unternehmensbereic he sicher, dass diese über ein hohes Umweltbewusstsein verfügen, die Systeme für Abfalltrennung und -entsorgung beachten, grundsätzlich sparsam mit allen Ressourcen umgehen und die geltenden Betriebsanweisungen für den Umgang mit gefährlichen und wassergefährdenden Stoffen einhalten.

Bei Delignit spielen strategische Erwägungen zum Umweltschutz ebenfalls eine zentrale Rolle: Holz ist als Werkstoff und Energierohstoff ökologisch einzigartig und stellt die Hauptrohstoffquelle für Delignit dar. Entsprechend unterstützt die Delignit die Initiative "Holz verantwortungsvoll nutzen" des Verbands der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. Hierdurch und insbesondere auch bedingt durch den nachwachsenden Charakter dieses Hauptrohstoffs entspricht die Delignit der Definition von ökologischer Nachhaltigkeit in vorbildlicher Weise. Zudem ist der Einsatz von Holz als Substitut für Produkte aus nichtnachwachsenden Rohstoffen aktiver Klimaschutz. So wiegt die Buche bei gleicher Bemessung nur 1/10 von Baustahl, hat aber 1/3 seiner Festigkeit. Der Einsatz von Delignit-Buchenholz in der Automobilindustrie vermindert somit den CO2-Ausstoß fossiler Ressourcen. Für viele unserer Kunden spielt die Umweltbilanz eine wesentliche Rolle. Stehen unterschiedliche Anwendungslösungen basierend auf verschiedenen Materialien und Werkstoffen zur Auswahl, kann die Nachhaltigkeit des Delignit-Produktes den Ausschlag geben.

Auch Aumann leistet einen erheblichen Beitrag zur Emissionsreduktion und zum Umweltschutz. Aumann bietet Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslösungen, mit denen Automobilhersteller z. B. hocheffiziente und technologisch fortschrittliche E-Motoren mit überlegenem Leistungsgewicht in Massenfertigung herstellen können. Neben Lösungen für E-Motor Komponenten bietet Aumann auch Spezialmaschinen und Fertigungslinien für die Herstellung von automobilen Energiespeichersystemen und Hybridmodulen sowie kompletten elektrischen Antriebssträngen. Aber auch im klassischen Geschäftsbereich von Aumann wird ein wesentlicher Beitrag zur Emissionsreduzierung geleistet. So leisten die Anlagen von Aumann für die Produktion von Antriebskomponenten für Verbrennungsmotoren, wie z. B. Getriebe, gebaute Nockenwellen, Zylinderaktivierungs- und Deaktivierungsmodule oder Leichtbaukomponenten einen erheblichen Beitrag zu einer Reduzierung des Flottenverbrauchs und der CO2-Emissionen ihrer Kunden.

Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Kundennachfrage leisten die übrigen Unternehmen unserer Gruppe ihren Beitrag für unsere Umwelt und werden damit der Forderung nach verantwortungsvollem Handeln und nachhaltigen Produkten gerecht. So sind die Schäume der CT Formpolster nach ÖkoTex 100, Klasse 1 für Babys zertifiziert. Darüber hinaus besitzen zahlreiche Schäume das Prüfzeichen "LGA tested". Auch bei der Abfallverwendung und -beseitigung gehen unsere Tochterunternehmen mit gutem Beispiel voran. Der Großteil der Abfälle der CT Formpolster wird einer sinnvollen Verwendung, beispielsweise als Unterteppichmaterial, zugeführt. Hanke erarbeitet und implementiert kontinuierlich Maßnahmen zur Verringerung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie zum Recycling von Ausschussmaterial.

Die DTS, als Betreiber von eigenen nach ISO 27001 zertifizierten Hochleistungsrechenzentren, legt ein besonderes Augenmerk auf eine effiziente Energienutzung. In der Vergangenheit wurden beispielsweise Anlagen zur Kälteerzeugung durch moderne hocheffiziente Turboverdichter ersetzt, welche den Energieverbrauch deutlich gesenkt haben. Bei jeder Erweiterung der eigenen Rechenzentrumskapazität werden die aktuellsten Erkenntnisse der Klimatechnik mit Blick auf maximale Effizienz berücksichtigt.

Wesentliche Umweltrisiken, die mit den Produkten und Dienstleistungen der Tochterunternehmen verbunden sind, resultieren aus unwahrscheinlichen, aber nicht komplett auszuschließenden Unfällen und Havarien. Dem theoretischen Fall eines Unfalls mit Auswirkungen auf Umweltaspekte begegnen wir durch etablierte Prozesse in den einzelnen Tochterunternehmen. Auf hohe Qualitätsanforderungen an unsere Lieferanten sowie hohe Qualitätsstandards legen wir besonderen Wert.

Bei allen Tochterunternehmen der MBB sind Gesellschaften ISO 50001 zertifiziert und erfüllen damit die international anerkannten Grundprinzipien eines Energiemanagementsystems. Das entspricht über 90 % des Konzernumsatzes und -EBITDA. Vier unserer Töchter, und damit über 80 % des Konzernumsatzes und -EBITDA, sind ISO 14001 zertifiziert und entsprechen damit zusätzlich den einschlägigen Standards im Bereich Umweltmanagement.

Arbeitnehmerbelange

Der Schutz und Respekt von jedem Menschen hat im MBB-Konzern höchste Priorität. So ist die Einhaltung der international gültigen Menschenrechte und Arbeitsstandards für uns selbstverständlich. Wir verurteilen jegliche Form von Diskriminierung, etwa aus Gründen der ethnischen Herkunft, der Religion, der politischen Einstellung, des Geschlechts, der körperlichen Konstitution, des Aussehens, des Alters oder der sexuellen Gesinnung.

Die wichtigste Ressource unserer Unternehmensgruppe sind unsere Mitarbeiter. Daher ist die Gewinnung von neuen, motivierten Mitarbeitern sowie eine hohe Zufriedenheit und Motivation als auch eine geringe Fluktuation der bestehenden Mitarbeiterschaft ein zentraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir wollen für Mitarbeiter und Nachwuchskräfte ein attraktiver Arbeitgeber sein.

Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter ist aus Sicht der MBB die größte Herausforderung, der wir aktiv begegnen. Neben klassischen Stellenausschreibungen und dem Einsatz von Personalberatern gelingt uns dies zunehmend auch mittels sozialer Medien und der Positionierung von MBB und der einzelnen Tochterunternehmen als attraktiven Arbeitgeber. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weitergehen. Derzeit sind 3.571 Mitarbeiter in unserer Gruppe angestellt. Darüber hinaus beschäftigen wir zum 31. Dezember 2022 164 Leiharbeiter, von denen wir in der Vergangenheit regelmäßig – grundsätzliche Eignung vorausgesetzt – eine Vielzahl in ordentliche Beschäftigungsverhältnisse übernommen haben.

Die MBB sieht im Fördern und Fordern der Mitarbeiter einen bedeutenden Erfolgsfaktor. Die Qualifizierung unserer Mitarbeiter erfolgt durch eine Aus- und Weiterbildung in allen Konzernbereichen, sowie durch hohe Arbeitsschutzstandards und gezielte Förderung des Führungsnachwuchses. So beschäftigt MBB derzeit 261 Auszubildende bzw. Auszubildende in einem dualen Studiengang (Vorjahr: 263). Dabei ist die Verteilung pro Tochterunternehmen unterschiedlich, das Verhältnis der Auszubildenden zu den Festangestellten bei DTS liegt bei erfreulichen 18 %. Wir haben grundsätzlich das Ziel, alle Auszubildenden (inkl. derjenigen in einem dualen Studiengang), die ihre Ausbildung bei uns abgeschlossen haben, in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Dies spiegelt sich in beeindruckenden Ergebnissen wider: So rekrutieren sich beispielsweise bei DTS rund ein Drittel der Mitarbeiter aus ehemaligen Auszubildenden und dualen Studenten.

Um ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben, investieren alle unsere Tochterunternehmen in ihre Mitarbeiter, sei es durch direkte Förderung von Mitarbeiterweiterbildungen oder durch das moderne Ausbildungszentrum bei Aumann. Die pandemiebedingte, flächendeckende Einführung der Heimarbeit in allen Abteilungen, in denen Präsenz nicht zwingend erforderlich war, hat gezeigt, dass die geforderten Hygieneregelungen umsetzbar waren, ohne den Normalbetrieb der Unternehmen zu stören. Nach Bedarf werden die Möglichkeiten zur Heimarbeit unseren Mitarbeitern, soweit möglich, auch über die Pandemie hinaus bestehen bleiben. Des Weiteren stellen einige Tochterunternehmen ihren Mitarbeitern kostenloses Obst zur Verfügung und bieten den Beschäftigten in Kooperation mit diversen Krankenkassen gesundheitsfördernde Workshops an.

Ein besonderes Anliegen ist für uns die Gleichberechtigung der Geschlechter. Frauen, Männer und Intersexuelle haben in unseren Unternehmen die gleichen Chancen. Wir streben auf allen Hierarchieebenen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern an. Aufgrund der geschäftsmodellinhärenten fachlichen Fokussierung auf technische Berufe sind Frauen sowohl im Studium als auch in den Bewerbungsverfahren immer noch unterrepräsentiert, weshalb Letzteres eine Herausforderung bei der Besetzung von Stellen darstellt.

Die Geschäftsführenden Direktoren achten bei der Auswahl von Führungskräften stets auf Vielfalt und berücksichtigen dabei männliche und weibliche Bewerber sowie Bewerber diversen Geschlechts. Bei der finalen Besetzung steht immer die fachliche und persönliche Qualifikation der jeweiligen Person im Vordergrund.

Der MBB-Konzern beschäftigt derzeit 12,7% weibliche Mitarbeiter. In der ersten Führungsebene wurden zwei Personen weiblichen Geschlechts beschäftigt, während in der zweiten Führungsebene 27 Personen weiblichen Geschlechts beschäftigt sind.

Für MBB hat die Gestaltung einer sicheren Arbeitsumgebung, vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Tochterunternehmen im produzierenden Gewerbe tätig ist, einen sehr hohen Stellenwert. Mitarbeiter in der Produktion sind grundsätzlich einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Daher setzen wir hohe Maßstäbe bei der Sicherheit, insbesondere im Umgang mit Gefahrstoffen und weiteren Gefahrenquellen, an. Wir fördern die Kompetenzen und das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für ein sicheres Arbeiten, indem wir regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen anbieten.

Meldepflichtige Arbeitsunfälle werden in regelmäßigen Abständen erfasst und ausgewertet. Die Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle hat sich von 130 im Vorjahr auf 91 im abgelaufenen Geschäftsjahr gemindert. Die Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle liegt wie im Vorjahr bei null. Unser Ziel ist es, die Anzahl von Arbeitsunfällen durch die Einführung neuer und Weiterentwicklung bestehender Sicherheitskonzepte zu reduzieren.

Beispielsweise hat Friedrich Vorwerk in 2021 die Abteilung HSEQ (Health, Safety, Environment and Quality) grundlegend umstrukturiert. Neben der Bündelung der konzernweiten Ressourcen in einer Abteilung konnten weitere Fachkräfte für Arbeitssicherheit hinzugewonnen werden. Vorrangige Aufgabe dieser Abteilung ist die Pflege und Weiterentwicklung des gemeinsamen integrierten Managementsystems und die Schaffung und Umsetzung einheitlicher Standards und Methoden in den Bereichen Qualität, Arbeits - und Gesundheitsschutz sowie Umwelt und Energie. Wurde bisher aufgrund der bundesweiten Präsenz auf Projekten in der Regel zu einem nicht unwesentlichen Anteil auf externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit gesetzt, kann Friedrich Vorwerk in der Zukunft die Betreuung fast aller Projekte sowie aller Unternehmensbereiche durch eigene Kräfte sicherstellen. So kann das für die Entwicklung dieser wichtigen Themen notwendige Vertrauensverhältnis zu unseren Mitarbeitern weiter gestärkt und die nachhaltige Weiterentwicklung der HSEQ-Kultur erreicht werden.

Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Sozialbelange: Der respektvolle und soziale Umgang mit unseren Stakeholdern auf Kunden- und Lieferantenseite stellt einen Grundsatz unseres Handelns dar. Wir sind der festen Überzeugung , dass kontinuierliche Produktinnovationen, der faire Umgang mit Lieferanten und der ständige Dialog mit unseren Kunden eine wichtige Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg sind. Die Unternehmen der MBB engagieren sich in freiwilligen sozialen Projekten auf kommunaler Ebene. Neben der Rolle als Arbeitgeber tragen diese beispielsweise durch Kooperationen mit Schulen oder Sportvereinen zu einer Gemeinwohlsteigerung bei. Diese gesellschaftlichen Aktivitäten unterliegen keinem zentralen Steuerungsprozess, so ndern werden dezentral von den Verantwortlichen der Tochterunternehmen organisiert.

Achtung der Menschenrechte: Die Tochterunternehmen der MBB sind tief in Deutschland und Europa verwurzelt und achten im Geschäftsalltag die Menschenrechte der Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner. Risiken einer nicht marktüblichen Entlohnung, unangemessener Arbeitszeiten, der Einschränkung der Versammlungsfreiheit oder der Gleichberechtigung sehen wir weder bei unseren Tochterunternehmen noch bei deren Lieferanten. MBB bekennt sich zur Einhaltung international anerkannter Standards für Menschenrechte und toleriert keine Formen von Sklaverei, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Menschenhandel oder Ausbeutung in der eigenen Geschäftstätigkeit oder Lieferkette.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung: Die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Richtlinien sowie das korrekte Verhalten im Geschäftsverkehr sehen wir schon immer als zentralen Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmensführung. Um an dieser seit jeher gelebten Maxime festzuhalten, wurden in den Konzerngesellschaften Compliance Management Systeme etabliert, welche kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die vorhandenen Verhaltenskodizes und die jeweils geltenden Antikorruptionsrichtlinien dienen als Rahmen, um den Umgang im Unternehmen und gegenüber Dritten zu regeln. Der jeweilige Verhaltenskodex wird durch Richtlinien und Handlungsanweisungen konkretisiert und weiter ausgestaltet. Mittels zyklischer Berichtsstrukturen ist das jeweilige Management der verschiedenen Konzerngesellschaften verpflichtet, regelmäßig über die Effektivität des jeweiligen Compliance Management Systems

und ggf. über eingetretene Vorfälle an die Geschäftsführenden Direktoren der MBB SE Bericht zu erstatten.

Negative Auswirkungen und Risiken aus der Geschäftstätigkeit

Nach unserer Einschätzung bestehen keine wesentlichen Risiken aus unserer Geschäftstätigkeit, unseren Produkten oder unseren Dienstleistungen, die schwerwiegende negative Auswirkungen für Arbeitnehmer, Umwelt- und Sozialbelange haben oder zu einer Verletzung von Menschenrechten und Korruption führen könnten.

Übersicht wesentlicher nicht-finanzieller Kennzahlen nach § 289 Abs. 3 HGB

2022 2021
Arbeitnehmerbelange
Anzahl weiblicher Führungskräfte (erste und zweite Führungsebene) 29 31
Anteil weiblicher Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft 12,7% 19,2%
Anteil Leiharbeiter im Verhältnis zu eigenen Mitarbeitern 4,6% 1,5%
Anzahl Auszubildende 216 218
Anzahl Auszubildende in einem dualen Studiengang 45 45
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 73 130
Tödliche Arbeitsunfälle 0 0
Umweltbelange
Energieintensität in MWh / Mio. € Umsatz 167 275
Gesamtwasserentnahmeintensität in m3 / Mio. € Umsatz 348 418
Abfallintensität in t / Mio. € Umsatz 4,5 5,2
Sozialbelange
Spenden und Sponsoring lokal in T€ (Kultur, Bildung, Sport, Soziales) 45 69

EU Taxonomie

Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung sowie den ergänzenden delegierten Rechtsakten weist die MBB den Anteil taxonomiefähiger und taxonomiekonformer konzernweiter Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben für das Geschäftsjahr 2022 bezogen auf die derzeit in der EU-Taxonomie ausgearbeiteten Umweltziele "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel" aus.

Ziel der EU-Taxonomie ist es, Investitionsströme aus dem Finanzsektor an Unternehmen zu fördern, die sich mit ökologisch nachhaltigen Aktivitäten beschäftigen. Sie soll damit der EU helfen, den europäischen Green Deal umzusetzen. Dabei soll die EU-Taxonomie ein gemeinsames Verständnis der ökologischen Nachhaltigkeit von Aktivitäten und Investitionen schaffen. Weiterhin verpflichtet die Verordnung Unternehmen zur Berichterstattung über diese Wirtschaftstätigkeiten. In der EU-Gesetzgebung wurden Mitte 2021 die ersten Taxonomie-Umweltziele "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel" mit Kriterien hinterlegt.

Für das Geschäftsjahr 2022 sind zusätzlich zur Darstellung der Taxonomiefähigkeit eine Überprüfung und Angaben zur Taxonomiekonformität für die Umweltziele "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel" vorzunehmen.

Vorgehensweise bei der Betroffenheitsanalyse

Zur Ermittlung der Taxonomiefähigkeit wurden im ersten Schritt unter Bezugnahme auf die Definitionen in den Annexen 1 und 2 des Rechtsakts zur Verordnung (EU) 2020/852 referenzierten NACE Codes die im MBB-Konzern taxonomiefähigen Aktivitäten ermittelt. Zudem wurden die im Annex 1 zur Verordnung aufgeführten Definitionen der Kennzahlen Umsatzerlöse, Betriebsausgaben (OpEx) und Investitionen (CapEx) analysiert und die Daten für die jeweiligen Bezugsgrößen (Nenner der Kennzahl) erhoben. Insbesondere im Bereich der Betriebsausgaben wurden die hier relevanten Kostenarten identifiziert. Für die taxonomiefähigen Aktivitäten wurden anschließend Ansätze zur Abschätzung und Erhebung der entsprechenden Umsatzerlöse, Betriebsausgaben und Investitionen festgelegt.

Aufgrund der fortlaufenden, dynamischen Entwicklungen im Hinblick auf die Ausformulierung der EU-Taxonomie-Verordnung bestehen derzeit noch Auslegungsunsicherheiten in Bezug auf die enthaltenen Formulierungen und Begriffe. Daher kann es in Zukunft zu Anpassungen der Betroffenheitsanalyse kommen.

Identifizierte taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten

Folgende Wirtschaftsaktivitäten wurden als taxonomiefähig identifiziert:

Friedrich Vorwerk

  • Übertragung und Verteilung von Elektrizität
  • Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare CO2-arme Gase
  • Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie
  • Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, behandlung und -versorgung
  • Fernwärme- /Fernkälteverteilung

Die Europäische Kommission hat durch den sogenannten delegierten Rechtsakt vom 2. Februar 2022 die Aufnahme von Atomkraft und Erdgas in die Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten erlassen. Die für Friedrich Vorwerk relevanten Aktivitäten im Bereich Erdgas sind jedoch an strenge Bedingungen geknüpft, die die zum heutigen Zeitpunkt gegeben sein müssen, um als taxonomiefähig zu gelten.

Ob die aus Sicht unserer Geschäftspartner getätigten Investitionen taxonomiekonform sind, kann daher zum aktuellen Zeitpunkt nicht final geklärt werden. Solche Aktivitäten werden daher gemäß des delegierten Rechtsaktes vom 2. Februar 2022 pauschal als nicht taxonomiefähig ausgewiesen. Hierunter fallen weite Teile der Aktivitäten von Friedrich Vorwerk, die gleichwohl im Einklang mit den Umweltzielen der Europäischen Union stehen können.

Aumann

Herstellung von CO2-armen Verkehrstechnologien

Delignit

Herstellung von CO2-armen Verkehrstechnologien

Analyse und Berechnung

Die Prüfung der Umsatzerlöse auf Taxonomiefähigkeit erfolgt auf Basis der Umsatzerlöse, wie sie im Konzernabschluss definiert und ausgewiesen sind.

Die Definition der EU-Taxonomie für die Ermittlung der relevanten Betriebsausgaben umfasst Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur sowie andere direkte Aufwendungen im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Sachanlagen, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

Bei Friedrich Vorwerk wurde zur Ermittlung des Anteils der taxonomiefähigen Betriebsausgaben für ein Projekt, das taxonomiefähige Umsatzerlöse aufweist, die dazugehörigen Betriebsausgaben anteilig als taxonomiefähig angerechnet.

Die Investitionsausgaben beinhalten Zugänge zu Sachanlagen sowie immateriellen Vermögenswerten (inklusive Akquisitionen, ohne Goodwill, gemäß EU-Taxonomie). Taxonomiefähige Investitionsausgaben beziehen sich auf Vermögenswerte und Projekte, die mit den taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Darüber hinaus wurden einzelne Investitionsausgaben aus dem Erwerb von Anlagen aus taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten und der Umsetzung von Einzelmaßnahmen zur Erreichung der Klimaziele berücksichtigt. Die verschiedenen taxonomiefähigen Investitionsausgaben wurden zu den im Geschäftsbericht ausgewiesenen Investitionen ins Verhältnis gesetzt.

Technische Screening Kriterien determinieren die Taxonomiekonformität der jeweiligen Wirtschaftsaktivitäten. Informationen zur Prüfung und Bewertung dieser Kriterien liegen zu einem Großteil nicht vor, so dass die Taxonomiekonformität der Wirtschaftsaktivitäten mit 0% angegeben wurde.

Ergebnisse der Analyse

In der folgenden Tabelle werden die Kennzahlen zur Taxonomiefähigkeit für den MBB-Konzern aufgeführt.

EU-Taxonomie Gesamt Taxonomie- Taxonomie
in Mio. € fähig, nicht fähig, nicht
taxonomie- taxonomie
konform konform
(in Mio. €) (in %)
Umsatzerlöse 896,5 292,2 32,6%
Investitionsausgaben (CapEx) 51,6 18,1 35,1%
Betriebsausgaben (OpEx) 26,2 7,3 27,9%

Prognosebericht

Die MBB SE erwartet für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 850 – 900 Mio. € bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 9 – 11 %. Darüber hinaus sieht MBB für 2023 sehr gute Chancen für weitere Unternehmenskäufe und plant sowohl durch Zukäufe als auch durch Akquisitionen in neuen Geschäftsbereichen zu wachsen.

Berlin, den 29. März 2023

Die Geschäftsführenden Direktoren der MBB SE

Kurzfassung des Jahresabschlusses 2022 der MBB SE
-- -- ---------------------------------------- -- -- ------------ --
Gewinn- und Verlustrechnung (HGB) 2022
geprüft
2021
geprüft
T€ T€
Umsatzerlöse 1.774 2.149
Sonstige betriebliche Erträge 1.036 217.310
Personalaufwand 3.520 20.651
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens
Sonstige betriebliche Aufwendungen
47
8.675
93
19.274
Erträge aus Beteiligungen 2.608 18.945
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagever
mögens 27.345 11.108
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.267 103
Abschreibungen auf Wertpapiere 8.278 966
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 585 811
Steuern 10 1.705
Jahresüberschuss (+) / -fehlbetrag (-)
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
12.915
366.265
206.113
181.856
Dividendenausschüttung -11.492 -10.441
Aufwand aus der Einziehung von Aktien 0 0
Kauf eigener Anteile -5.165 -11.263
0 0
Bilanzgewinn 362.523 366.265
Bilanz (HGB) 2022 2021
Aktiva geprüft geprüft
T€
0
T€
0
Immaterielle Vermögensgegenstände 30 2
Sachanlagen 157 94
Finanzanlagen 109.719 158.678
Anlagevermögen 109.906 158.774
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.999 9.277
Wertpapiere 82.556 204
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
Umlaufvermögen
189.353
281.908
230.237
239.719
Rechnungsabgrenzungsposten 28
0
22
0
Summe Aktiva 391.842
0
398.515
0
Passiva T€ T€
Eigenkapital 389.499 392.540
Rückstellungen 1.989 4.581
Verbindlichkeiten
Summe Passiva
354
0
391.842
1.395
0
398.515

Ergebnisverwendung

Der handelsrechtliche Jahresüberschuss in Höhe von 12.915.005,47 € wird zusammen mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 366.265.031,57 € und abzüglich der Abflüsse aus dem Kauf eigener Aktien in Höhe von 5.164.839,45 € und der Dividendenausschüttung von 11.492.310,06 € als Bilanzgewinn ausgewiesen. Über die Verwendung des Bilanzgewinns des Jahres 2022 in Höhe von 362.522.887,53 € haben die Geschäftsführenden Direktoren und der Verwaltungsrat im Vorfeld der Sitzung des Verwaltungsrates am 29. März 2023 beraten. Die Geschäftsführenden Direktoren und der Verwaltungsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn zunächst auf neue Rechnung vorzutragen und über eine Gewinnausschüttung rechtzeitig zur Hauptversammlung vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage erneut zu beraten.

IFRS-Konzernabschluss 2022

IFRS-Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Anhang 01.01. -
31.12.2022
01.01. -
31.12.2021
T€ T€
Umsatzerlöse III.1. 896.453 680.329
Erhöhung (+), Verminderung (-) des Bestands an unfertigen
und fertigen Erzeugnissen
4.322 1.394
Betriebsleistung 900.775 681.723
Erträge aus Erstkonsolidierung 0 203
Erträge aus Equity-Beteiligungen III.2. 16.057 5.122
Sonstige betriebliche Erträge III.3. 23.077 24.263
Gesamtleistung 939.909 711.312
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -318.419 -228.620
Aufwendungen für bezogene Leistungen -232.455 -145.780
Materialaufwand -550.874 -374.400
Löhne und Gehälter -186.945 -187.665
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und
für Unterstützung
-49.195 -41.084
Personalaufwand -236.140 -228.749
Sonstige betriebliche Aufwendungen III.4. -64.917 -52.265
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (E
BITDA)
87.978 55.897
Abschreibungen III.5. -43.407 -36.894
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 44.571 19.003
Finanzerträge III.6. 3.898 112
Finanzierungsaufwendungen III.7. -3.550 -2.963
Ergebnisanteile Nicht beherrschender Gesellschafter -2.013 -3.177
Finanzergebnis -1.665 -6.028
Ergebnis vor Steuern (EBT) 42.906 12.975
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag III.8. -17.862 -10.704
Sonstige Steuern III.8. -889 -1.222
Ergebnis nach Steuern 24.154 1.049
davon entfallen auf:
- Gesellschafter der MBB SE 11.764 -11.570
- Nicht beherrschende Anteile 12.391 12.619
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) III.9. 2,02 -1,96
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) III.9. 2,19 -1,61
IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung Anhang 01.01. -
31.12.2022
01.01. -
31.12.2021
T€ T€
Ergebnis nach Steuern 24.154 1.049
Posten, die künftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umge
gliedert werden können
Zeitwertänderungen Anleihen und Gold III.10 -2.299 270
Währungsumrechnungsdifferenzen II.11.4 -481 367
Posten, die künftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden können
Zeitwertänderungen Aktien III.10 -34.652 41.966
Rücklage Pensionen II.11.4 9.427 1.962
darauf entfallende latente Steuern -2.825 -622
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -30.830 43.942
Konzerngesamtergebnis -6.676 44.991
Davon entfallen auf
- Gesellschafter des Mutterunternehmens -19.248 26.876
- Nicht beherrschende Anteile 12.572 18.115
Bilanz Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Aktiva (IFRS) geprüft geprüft
T€ T€
Langfristiges Vermögen
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte
II.3. 21.577 24.344
Firmenwert II.2. 48.726 46.141
Geleistete Anzahlungen II.3. 41 4
Immaterielle Vermögenswerte 70.344 70.489
Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf frem
den Grundstücken
II.4. 86.728 90.756
Technische Anlagen und Maschinen II.4. 62.297 62.862
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung II.4. 33.072 27.067
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau II.4. 8.794 2.999
Sachanlagen 190.890 183.684
Equity-Beteiligungen II.5. 17.059 8.900
Übrige Beteiligungen II.5. 1 1
Wertpapiere des Anlagevermögens II.5. 66.039 201.309
Sonstige Ausleihungen II.5. 1.184 1.310
Finanzanlagen 84.283 211.519
Aktive latente Steuern II.10.1 14.314 17.691
359.831 483.383
Kurzfristiges Vermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe II.6. 26.867 20.890
Unfertige Erzeugnisse II.6. 9.851 8.399
Fertige Erzeugnisse und Waren II.6. 10.241 11.210
Geleistete Anzahlungen 18.068 5.497
Vorräte 65.027 45.996
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen II.7. 65.469 58.447
Vertragsvermögenswerte II.8. 161.830 119.168
Ertragsteuerforderungen II.10.2 12.326 9.615
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte II.9. 9.785 14.466
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige kurzfristige Vermögenswerte 249.410 201.695
Gold II.5. 4.394 4.153
Wertpapiere II.5. 79.839 266
Derivative Finanzinstrumente II.5. 321 52
Finanzielle Vermögenswerte 84.554 4.471
Kasse V. 63 108
Bankguthaben V. 362.644 416.668
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 362.706 416.775
761.697 668.937
Summe Aktiva 1.121.527 1.152.320
Bilanz Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Passiva (IFRS) geprüft geprüft
T€ T€
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital II.11.1 5.804 5.847
Kapitalrücklage II.11.2 475.240 479.089
Gesetzliche Rücklage II.11.3 61 61
Gewinn- und sonstige Rücklagen II.11.4 61.436 96.124
Nicht beherrschende Anteile II.11.5 226.987 227.357
769.527 808.479
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten II.13. 30.396 40.563
Leasingverbindlichkeiten II.16. 10.484 13.488
Verbindlichkeiten aus Genussrechten II.13. 10.213 10.213
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesellschaftern II.13. 2.231 1.304
Sonstige Verbindlichkeiten II.14. 2.970 5.111
Rückstellungen für Pensionen II.12. 18.615 28.255
Sonstige Rückstellungen II.15.1 3.709 2.447
Passive latente Steuern II.10.1 26.835 24.067
105.454 125.447
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten II.13. 18.759 25.437
Leasingverbindlichkeiten II.16. 8.136 8.452
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen II.13. 66.571 53.364
Vertragsverbindlichkeiten II.13. 48.783 34.421
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesellschaftern II.13. 2.534 4.997
Sonstige Verbindlichkeiten II.14. 38.422 30.737
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter II.15.1 35.673 23.634
Ertragsteuerschulden II.10.2 13.816 12.939
Sonstige Rückstellungen II.15.1 13.851 24.414
246.546 218.394
Summe Passiva 1.121.527 1.152.320
Konzern- Kapitalflussrechnung 01.01. - 01.01. -
31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
1. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 44.571 19.003
Abschreibungen 43.407 36.894
Zunahme (+), Abnahme (-) der Rückstellungen -12.642 -3.316
Verluste (+), Gewinne (-) aus Anlageabgängen -2.295 -436
Ergebnis aus Equity-Beteiligungen -16.057 -5.122
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 6.887 -220
Berichtigungen um zahlungsunwirksame Vorgänge 19.301 27.801
Zunahme (-), Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie anderer Aktiva
-71.024 -7.058
Abnahme (-), Zunahme (+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis
tungen sowie anderer Passiva
49.631 13.288
Veränderung des Working Capital -21.393 6.230
Gezahlte Ertragsteuern -16.950 -19.600
Erhaltene Zinsen 533 112
Einzahlungen aus Dividenden von Equity-Beteiligungen 9.309 4.496
Ausweiskorrektur (Umgliederung) 0 21.080
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 35.370 59.122
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Investitionen (-), Desinvestitionen (+) immaterielles Anlagevermögen -8.033 -8.917
Investitionen (-), Desinvestitionen (+) Sachanlagevermögen -36.270 -29.584
Investitionen (-), Desinvestitionen (+) Finanzanlagen und Wertpapiere 17.924 -43.424
Unternehmenserwerbe (abzgl. erhaltener finanzieller Mittel) -181 -3.196
Unternehmensverkäufe (abzgl. abgehender finanzieller Mittel) -137 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -26.697 -85.122
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Zuflüsse aus Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE 0 306.000
Auszahlungen für ergebniswirksame Transaktionskosten aus der Ausgabe von
Eigenkapitalinstrumenten
0 -21.080
Auszahlungen für erfolgsneutrale Transaktionskosten aus der Ausgabe von Ei
genkapitalinstrumenten
0 -12.650
Gewinnausschüttung an Gesellschafter -11.492 -10.441
Auszahlungen an Nicht beherrschende Gesellschafter -7.139 -10.609
Auszahlungen für Zugänge (-), Einzahlungen (+) aus dem Abgang von Gesell
schaftsanteilen ohne Änderung der Kontrolle
-12.341 -2.016
Erwerb eigener Anteile -5.207 -11.349
Zahlungseingänge aus der Aufnahme von Finanzkrediten 13.296 23.633
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten -26.858 -14.746
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten -9.394 -10.420
Zinsauszahlungen -3.495 -3.475
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -62.630 232.849
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensumme 1-3) -53.956 206.849
Auswirkungen von Wechselkursänderungen (nicht zahlungswirksam) -113 198
Finanzmittelfonds zu Beginn der Berichtsperiode 416.775 209.728
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 362.706 416.775
Konzern- Kapitalflussrechnung 01.01. -
31.12.2022
01.01. -
31.12.2021
T€ T€
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Kasse 63 108
Guthaben bei Kreditinstituten 362.644 416.668
Überleitung zum 31.12.
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 362.706 416.775
Gold 4.394 4.153
Wertpapiere 145.878 201.574
Liquiditätsbestand am 31.12. 512.978 622.503
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Gewinn-
und sonstige Rücklagen
Gezeich Kapital Gesetz Währungs Rücklage Rücklage Sonstige Gewinn Anteil der Nicht be Konzern
netes rücklage liche umrech für Zeit für Pen Rücklage rück Aktionäre herrschen Eigen
Kapital Rücklage nungsdif wertän sionen lagen der de Anteile kapital
ferenz derungen MBB SE
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
01.01.2021 5.932 253.180 61 -2.072 16.748 -3.010 -2.274 86.291 354.856 144.835 499.692
Zahlungen an Gesellschafter 0 0 0 0 0 0 0 -10.441 -10.441 -8.837 -19.278
Direkt im Eigenkapital erfasste Beträge 0 0 0 0 37.769 614 0 0 38.383 5.192 43.575
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 0 63 0 0 0 0 63 303 367
Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 0 0 0 -11.570 -11.570 12.619 1.049
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 63 37.769 614 0 -11.570 26.876 18.115 44.991
Erwerb eigener Anteile -85 -11.263 0 0 0 0 0 0 -11.349 0 -11.349
Börsengang und Kapitalerhöhung Friedrich Vorwerk Group SE 0 247.680 0 0 0 0 0 0 247.680 58.320 306.000
Transaktionskosten aus ausgegebenen Eigenkapitalinstrumenten 0 -11.431 0 0 0 0 0 0 -11.431 -1.218 -12.650
Sonstiges 0 924 0 39 0 7 1.336 -17.377 -15.071 16.142 1.071
31.12.2021 5.847 479.089 61 -1.970 54.517 -2.390 -937 46.903 581.120 227.357 808.479
Zahlungen an Gesellschafter 0 0 0 0 0 0 0 -11.492 -11.492 -3.554 -15.047
Direkt im Eigenkapital erfasste Beträge 0 0 0 0 -33.895 3.288 0 0 -30.607 258 -30.349
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 0 -404 0 0 0 0 -404 -77 -481
Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 0 0 0 11.764 11.764 12.391 24.154
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 -404 -33.895 3.288 0 11.764 -19.248 12.572 -6.676
Erwerb eigener Anteile -43 -5.165 0 0 0 0 0 0 -5.207 0 -5.207
Kapitaltransaktionen mit Änderung der Beteiligungsquote 0 0 0 24 413 -124 0 -3.463 -3.151 -9.191 -12.341
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -811 -811
Sonstiges 0 1.315 0 -198 28 -95 -734 202 517 614 1.132
31.12.2022 5.804 475.240 61 -2.548 21.063 678 -1.672 43.913 542.539 226.987 769.527

Anhang des Konzernabschlusses 2022

I. Methoden und Grundsätze

1. Grundlegende Informationen zur Bilanzierung

1.1 Informationen zum Unternehmen

Die MBB SE hat ihren Sitz in der Joachimsthaler Straße 34, 10719 Berlin, Deutschland. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Nummer HRB 165458 eingetragen. Die MBB SE ist seit dem 9. Mai 2006 börsennotiert und seit dem 20. Juni 2008 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer A0ETBQ notiert. Sie ist Muttergesellschaft des MBB-Konzerns.

Die MBB SE ist ein familiengeführter mittelständischer Konzern, der seit seiner Gründung durch organisches Wachstum und Kauf von Unternehmen nachhaltig wächst. Kern des Geschäftsmodells ist die langfristige Wertsteigerung der einzelnen Unternehmen und der Gruppe als Ganzes .

Der Konzernabschluss der MBB SE für das Geschäftsjahr 2022 wird am 29. März 2023 durch den Verwaltungsrat der MBB SE gebilligt und am 30. März 2023 veröffentlicht.

1.2 Rechnungslegungsgrundsätze

Die MBB SE stellt aufgrund der Zulassung zum regulierten Markt ihren Konzernabschluss nach IFRS auf. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Die Bezeichnung IFRS umfasst die noch gültigen International Accounting Standards (IAS), die International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC). Der Konzernabschluss stimmt mit den vom IASB herausgegebenen IFRS überein. Der Konzernabschluss wurde um einen zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht gem. § 315 HGB sowie um zusätzliche Erläuterungen gem. § 315e HGB ergänzt.

Alle Angaben in diesem Bericht beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf den 31. Dezember 2022 bzw. auf das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022. Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten.

Anwendung von neuen und geänderten Standards

Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine wesentlichen Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften, die sich auf diesen Konzernabschluss auswirken.

Folgende geänderte Standards waren im Geschäftsjahr 2022 erstmalig anzuwenden.

Regelung Bezeichnung Auswirkungen
IAS 16 Sachanlagen - Erträge vor der geplanten Nutzung keine
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept keine
IAS 37 Rückstellungen - Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung keine
IFRS 16 Leasing - Bilanzierung von Zugeständnissen aufgrund der Corona-Pandemie keine
Annual Improvements 2018 - 2020 keine

Die folgenden neu herausgegebenen Standards bzw. Standards, die endorsed wurden, oder Änderungen von Standards oder Interpretationen, die nicht verpflichtend anzuwenden waren, wurden im vorliegenden Konzernabschluss nicht vorzeitig angewendet. Sofern die Änderungen die MBB betreffen, werden die künftigen Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch geprüft oder sind nicht wesentlich.

Regelung Bezeichnung Anwendung Auswirkungen
IAS 1 Änderung - Klassifizierung von Schulden 1/1/2023 keine wesentlichen
IAS 8 Rechnungslegungsmethoden 1/1/2023 keine wesentlichen
IAS 12 Ertragsteuern 1/1/2022 keine wesentlichen
IFRS 16 Leasing 1/1/2024 keine wesentlichen
IFRS 17 Versicherungsverträge 1/1/2023 keine wesentlichen

Etwaige Standards, die in der Übersicht nicht aufgeführt sind, sind für die MBB von untergeordneter Bedeutung.

1.3 Unternehmenszusammenschlüsse

Im Geschäftsjahr wurde ein Unternehmenszusammenschluss durchgeführt:

Hempel Aluminiumbau

Mit Datum vom 27. April 2022 wurde ein Kaufvertrag über den Erwerb von 100 % der Anteile an der Hempel Aluminiumbau GmbH, Storkow (Mark), unterzeichnet. Die Hempel Aluminiumbau GmbH ist ein Anbieter von Aluminiumschaltschränken, die Gesellschaft wird im Segment Service & Infrastructure erfasst. Die Erstkonsolidierung der Gesellschaft erfolgte zum 30. April 2022. Aus diesem Unternehmenszusammenschluss ist ein positiver Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) in Höhe von 150 T€ entstanden.

Die Anschaffungskosten können den erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden, bewertet zu deren beizulegenden Zeitwerten, wie folgt zugeordnet werden:

Hempel Aluminiumbau GmbH Buchwert vor
Kaufpreisallo
kation
Beizu
legender Zeit
wert gemäß
PPA
in T€
Vermögenswerte und Schulden
Immaterielle Vermögenswerte 0 5
Sachanlagen 68 82
Kurzfristige Vermögenswerte 190 192
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 149 149
Schulden und Rückstellungen 233 246
Passive latente Steuern 0 2
Identifiziertes erworbenes Nettovermögen 174 180
Ermittlung des Unterschiedsbetrags
Kaufpreis für erworbene Anteile 330
Gesamtkaufpreis 330
Identifiziertes erworbenes Nettovermögen (100 %) 180
Geschäfts- oder Firmenwert (+) 150
Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb 181

Der Unternehmenszusammenschluss wurde unter Anwendung der Erwerbsmethode durchgeführt. Der Wert des neubewerteten Eigenkapitals betrug zum Erstkonsolidierungszeitpunkt 180 T€. Die im Rahmen der Transaktion übernommenen kurzfristigen Forderungen, die sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen, haben einen beizulegenden Zeitwert von 83 T€, der gleichzeitig dem Bruttowert der Forderungen entspricht. Die im Erwerbszeitpunkt vorgenommene beste Schätzung der vertraglichen Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, beläuft sich auf 0 T€. Des Weiteren lagen keine Eventualforderungen oder -verbindlichkeiten vor. Die Transaktionsnebenkosten beliefen sich auf 5 T€. Seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung wurden Umsatzerlöse in Höhe von 772 T€ und ein Gewinn in Höhe von 90 T€ aus dem erworbenen Unternehmen erfasst. Wäre das Unternehmen bereits Anfang des Jahres 2022 in den Konzern einbezogen worden, wären nach Hochrechnungen Umsatzerlöse in Höhe von 976 T€ und ein Verlust in Höhe von 83 T€ aus diesem Unternehmen im Konzernabschluss enthalten. Der Kaufpreis für die erworbenen Anteile betrug 330 T€ und wurde vollständig in Zahlungsmitteln entrichtet.

Der entstandene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert im Wesentlichen aus Effizienz- und Synergiegewinnen. Für den aus dem Erwerb resultierenden Geschäfts- oder Firmenwert wird keine steuerliche Abzugsfähigkeit erwartet.

Die für die Erstkonsolidierung zu Grunde gelegte Kaufpreisallokation ist vorläufig, da sich nach Erstellung der Kaufpreisallokation noch Erkenntnisse ergeben können, die zu einer nachträglichen Anpassung innerhalb eines Jahres nach Erwerb führen würden. Die Änderungen können sich insbesondere bei der Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und der latenten Steuern ergeben.

Gesamtauswirkungen des Unternehmenszusammenschlusses

Im Konzernergebnis sind Gewinne in Höhe von 90 T€ aus der im Geschäftsjahr erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft enthalten. Die Umsatzerlöse beinhalten 772 T€ aus dem im Geschäftsjahr erstkonsolidierten Tochterunternehmen. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar 2022 erfolgt, hätten sich nach Hochrechnungen der Konzernumsatz um 204 T€ erhöht und das Konzernergebnis um 173 T€ (jeweils vor Nicht beherrschenden Anteilen) verringert.

Aus dem Unternehmenszusammenschluss wurde in Summe ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 150 T€ erfasst. Die Konsolidierung für erstmals einbezogene Unternehmen erfolgt zu einem zeitnahen Stichtag, sofern sich hieraus keine wesentlichen Änderungen gegenüber einer Einbeziehung zum Erwerbseitpunkt ergeben.

Finalisierung der Kaufpreisallokation der Gesellschaften Gottfried Puhlmann GmbH und Gottfried Puhlmann GmbH Havelländische Bauunternehmung

Innerhalb des Bewertungszeitraums im Sinne des IFRS 3.45 hat Friedrich Vorwerk die Kaufpreisallokation aufgrund der nun finalisierten Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und Schulden (Auftragsbestand) angepasst. Gegenüber der vorläufigen Kaufpreisallokation und der innerhalb des Geschä ftsberichts 2021 veröffentlichten Darstellung haben sich die immateriellen Vermögenswerte um 361 T€ und die Vertragsvermögenswerte um 766 T€ verringert sowie die Schulden um 3.014 T€ erhöht. Unter Berücksichtigung von latenten Steuern und einer Verringerung der Nicht beherrschenden Anteile ergibt sich eine Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 2.434 T€ auf 3.812 T€.

1.4 Gesellschaftsrechtliche und strukturelle Änderungen in 2022

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 21. Februar 2022 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 23. Februar 2022 bis zum 30. April 2022 hat die MBB SE 42.640 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse mit einem Gesamtwert von 5.207.479,45 € erworben. Der Nennwert der erworbenen eigenen Aktien von 42.640 € wird vom gezeichneten Kapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag (5.164.839,45 €) zwischen den Anschaffungskosten der eigenen Anteile und dem Nennwert der erworbenen eigenen Anteile wurde mit den Kapitalrücklagen verrechnet.

Die MBB SE hat im ersten Quartal 2022 insgesamt 715.321 Aktien der Aumann AG zu einem Kaufpreis von 11,6 Mio. € über die Börse erworben. Die Anteilsbesitzquote der MBB zum Bilanzstichtag beträgt 44,74 % (31. Dezember 2021: 40,05 %).

Mit notariell beurkundetem Gesellschafterbeschluss vom 22. Juni 2022 wurde die Auflösung der DTS Systeme Wien GmbH, Wien, beschlossen und das Liquidationsverfahren am 20. Oktober 2022 eröffnet. Das im Geschäftsjahr in geringem Maße bestehende Geschäft wurde auf die DTS Systeme GmbH, Herford, übertragen.

Die Friedrich Vorwerk SE & Co. KG hat am 12. Oktober 2022 die verbleibenden Anteile in Höhe von 50 % an der Gottfried Puhlmann Hamburg GmbH (vormals: SKS Straßenbau GmbH) erworben. Die Gesellschaft wurde bereits seit dem 1. Januar 2021 aufgrund einer Stimmrechtsvereinbarung vollständig in den Konzernabschluss einbezogen.

Im November 2022 hat die MBB 89,9 % ihrer Anteile an der OBO-Werke GmbH verkauft. Die MBB übt keine Beherrschung mehr über die OBO-Werke GmbH aus und besitzt keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik der Gesellschaft. Aus der Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH ergibt sich ein Aufwand in Höhe von -3.412 T€, an dessen Höhe die Bewertung der einbehaltenen Anteile an der Gesellschaft zum beizulegenden Zeitwert keinen Anteil hatte. Dieser Ergebniseffekt ist in dem Posten sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.

2. Konsolidierungskreis

Neben der MBB SE als Mutterunternehmen sind die unten aufgeführten Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Beteiligungsquoten werden durch Multiplikation der jeweiligen Gesellschaftsanteile ermittelt. Die in Fettdruck aufgeführten Unternehmen halten direkt oder indirekt Beteiligungen an den jeweils darunter genannten Gesellschaften.

Einbezogene Unternehmen Beteiligungs
Name und Sitz der Gesellschaft quote in %
Verbundene Unternehmen (Vollkonsolidierung)
Aumann AG, Beelen, Deutschland 44,74
Aumann Beelen GmbH, Beelen, Deutschland 44,74
Aumann Berlin GmbH, Beelen, Deutschland 1 44,74
Aumann Winding and Automation Inc., Clayton, USA 44,74
Aumann Espelkamp GmbH, Espelkamp, Deutschland 44,74
Aumann Immobilien GmbH, Espelkamp, Deutschland 42,46
Aumann Limbach-Oberfrohna GmbH, Limbach-Oberfrohna, Deutschland 44,74
Aumann Technologies (China) Ltd., Changzhou, China 44,74
CT Formpolster GmbH, Löhne, Deutschland 100,00
Delignit AG, Blomberg, Deutschland 75,47
Blomberger Holzindustrie GmbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Hausmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Delignit Immobiliengesellschaft mbH, Blomberg, Deutschland 75,47
Delignit North America Inc., Atlanta, USA 75,47
DHK automotive GmbH, Oberlungwitz, Deutschland 75,47
DTS IT AG, Herford, Deutschland 80,00
DTS CLOUD SECURITY MonEPE, Athen, Griechenland 80,00
DTS Systeme GmbH, Herford, Deutschland 80,00
DTS Systeme Münster GmbH, Münster, Deutschland 80,00
DTS Systeme Wien GmbH in Liqu., Wien, Österreich 80,00
ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH, Bochum, Deutschland 64,27
Friedrich Vorwerk Group SE, Tostedt, Deutschland 36,00
Friedrich Vorwerk Management SE, Tostedt, Deutschland 36,00
Friedrich Vorwerk SE & Co. KG, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Anlagenbau Holding GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Service und Anlagentechnik GmbH, Wiesmoor, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Bau Holding GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Bohlen & Doyen Bau GmbH, Wiesmoor, Deutschland 32,42
EAS Einhaus Anlagenservice GmbH, Geeste, Deutschland 32,42
European Pipeline Services GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Gottfried Puhlmann GmbH, Marne, Deutschland 24,32
Gottfried Puhlmann GmbH Havelländische Bauunternehmung, Berlin, Deutschland 31,27
Gottfried Puhlmann Hamburg GmbH, Tostedt, Deutschland 2 32,42
Hempel Aluminiumbau GmbH, Storkow (Mark), Deutschland 32,42
KORUPP GmbH, Twist, Deutschland 32,42
Vorwerk - ASA GmbH, Herne, Deutschland 32,42
Vorwerk-EEE GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Vorwerk Pipeline- und Anlagenservice GmbH, Petersberg, Deutschland 32,42
Vorwerk Verwaltungs GmbH, Tostedt, Deutschland 32,42
Hanke Tissue Sp. z o.o., Küstrin, Polen 94,08

1 Die operative Geschäftstätigkeit der Aumann Berlin GmbH wurde Ende 2020 eingestellt.

2 Vormals: SKS Straßenbau GmbH

Die folgende Tabelle zeigt die in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Die Beteiligungsquoten sind aus Sicht der jeweiligen Teilkonzernmutter angegeben.

Name und Sitz der Gesellschaft Beteiligungs
quote in %
Gemeinschaftsunternehmen (Arbeitsgemeinschaften)
ARGE Bavaria Loop Süd 33,33
ARGE CCP II Step 1 50,00
ARGE DOW Ohrensen K28 50,00
ARGE EGL 442 58,00
ARGE EmCo KÜA 50,00
ARGE ETL 178 Walle - Wolfsburg 50,00
ARGE EUGAL Los 7+8 37,50
ARGE Flugplatz WTM IT-Ltg 50,00
ARGE Glasfaserbau Kronprinzenkoog 33,33
ARGE Kabeltrasse GSH 40,00
ARGE Kabeltrasse WMC 40,00
ARGE Katharina 50,00
ARGE LNG Brunsbüttel 25,00
ARGE NEP Werne RB 33,33
ARGE NWKG - 3. BA 50,00
ARGE NWKG K301/K603 50,00
ARGE NWKG K302/K308 50,00
ARGE RamBO SuedLink 50,00
ARGE Reha Südfeld Los 2 BA 3+4 33,33
ARGE STORAG ETZEL VT 8 / VT 16 50,00
ARGE VS Würselen - MCC-I 45,00
ARGE VS Würselen - Vorabmaßnahmen 50,00
ARGE Werne-Schlüchtern 50,00
ARGE Zeelink 3+5 (Beistellung) 50,00
Dach-ARGE Abschnittsweise Außerbetriebsnahme FGL 201.09 & 103.02 50,00
Dach-ARGE BORWIN 5 50,00
Dach-ARGE Elbchaussee 1. BA 36,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 50,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 2021 - Stationssanierung AS Asbeck 50,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 2021 - Stationssanierung AS Frömern, AS Bötersen 50,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 2021 - Stationssanierung Campus Rehden 50,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 2021 - Umbau K 460 BASF 50,00
Dach-ARGE Fehlstellensanierung 2021 - Umhüllungen 50,00
Dach-ARGE FGL 105 50,00
Dach-ARGE GDRM Anlagen Zeelink 50,00
Dach-ARGE HD-Leitung Iserlohn 52,34
Dach-ARGE HD-Leitung Kaisersesch 50,00
Dach-ARGE Kabeltrasse Ganderkesee - St. Hülfe 50,00
Dach-ARGE Kabeltrasse WMC 50,00
Dach-ARGE KoRü BAB 14 FGL 064/110/302 60,00
Dach-ARGE RV Ruhrtalleitung BA 2+3 45,00
Dach-ARGE Stadtbeleuchtung II 50,00
Dach-ARGE TAV 50,00
Dach-ARGE Technische Dienstleistung Gasunie Deutschland 33,30
Dach-ARGE Thyssengas STEAG Leitung 63,70
Dach-ARGE ZEELINK Los 3 - (bis) 5 25,00
Dach-ARGE Zollvereinring 33,33
JV Baltic Pipe 33,33
Name und Sitz der Gesellschaft Beteiligungs
quote in %
Assoziierte Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten
S.C. Cildro Plywood S.R.L., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 24,00
S.C. Cildro S.A., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 17,90
S.C. Cildro Service S.R.L., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 17,90
Anteile zu fortgeführten Anschaffungskosten
OBO-Werke GmbH, Stadthagen, Deutschland 10,10

An der Aumann AG und der Friedrich Vorwerk Group SE bestehen wesentliche Nicht beherrschende Anteile. Zum Bilanzstichtag beträgt die Beteiligungsquote an der Aumann AG 44,74 % (Vorjahr: 40,05 %) und an der Friedrich Vorwerk Group SE 36,00 % (Vorjahr: 36,00 %).

Hinsichtlich der Vollkonsolidierung der Aumann AG und der Friedrich Vorwerk Group SE verweisen wir auf Abschnitt I.3.1 des Konzernanhangs.

Hinsichtlich der Finanzinformationen der Aumann AG verweisen wir auf den veröffentlichten Geschäftsbericht der Aumann AG unter https://www.aumann.com/investor-relations/finanzberichte/.

Hinsichtlich der Finanzinformationen der Friedrich Vorwerk Group SE verweisen wir auf den veröffentlichten Geschäftsbericht der Friedrich Vorwerk Group SE unter https://www.friedrich-vorwerk.de/de/investor-relations/finanzberichte.html.

3. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der MBB SE und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Abschlussstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist der 31. Dezember des jeweils geltenden Geschäftsjahres.

3.1 Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind die Unternehmen, über die die MBB SE Beherrschung ausübt. Beherrschung liegt vor, wenn ein Unternehmen Verfügungsgewalt über ein anderes Unternehmen hat. Dies ist der Fall, wenn Rechte bestehen, die die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten verleihen. Maßgebliche Tätigkeiten sind die Tätigkeiten, die die Rendite eines Unternehmens wesentlich beeinflussen. Die Vollkonsolidierung der Tochterunternehmen beginnt zu dem Zeitpunkt, zudem die Möglichkeit der Beherrschung besteht und sie endet, wenn die Beherrschungsmöglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Die Kapitalkonsolidierung wird gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Nach dieser Methode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am Eigenkapital des erworbenen Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Dabei werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu ihrem Zeitwert angesetzt und in die Konzernbilanz übernommen. Ein Überschuss der Anschaffungskosten über den Zeitwert des auf den Konzern entfallenden Reinvermögens wird als Geschäfts - oder Firmenwert aktiviert.

Ist der Zeitwert des auf den Konzern entfallenden Reinvermögens höher als die Anschaffungskosten der Anteile, ergibt sich ein passivischer Unterschiedsbetrag. Sollte ein solcher nach einer erneuten Überprüfung der Kaufpreisverteilung bzw. Bestimmung der Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verbleiben, so ist dieser sofort erfolgswirksam zu erfassen. Falls nicht al le Anteile eines Tochterunternehmens erworben wurden, werden Nicht beherrschende Anteile zum Erwerbszeitpunkt zunächst mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegenseitig verrechnet. Dies gilt auch für die Zwischenergebnisse sowie die konzerninternen Umsätze, Erträge und Aufwendungen. Die Ergebnisse der im Laufe des Geschäftsjahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des Erwerbs oder bis zum Abgangszeitpunkt in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung einbezogen.

Die MBB SE konsolidiert sowohl die Aumann AG als auch die Friedrich Vorwerk Group SE obwohl der jeweilige Anteil an den Gesellschaften unter 50 % liegt. Für die Entscheidung zur Vollkonsolidierung stellt IFRS 10 nicht nur auf die Beteiligungsquote, sondern auch auf die tatsächliche Beherrschung ab.

Im Falle der Aumann AG ist das Kriterium der Beherrschung nach IFRS 10 erfüllt, weil die MBB SE bei der Hauptversammlung der Aumann AG die absolute Stimmrechtsmehrheit besitzt und eine weitere Aufstockung des Anteils an Aumann beabsichtigt.

Im Falle der Friedrich Vorwerk Group SE ist das Kriterium der Beherrschung erfüllt, weil zwischen den beiden größten Aktionären, der MBB SE, die 36,00 % der Anteile hält, und der ALX Beteiligungsgesellschaft mbH, die 18,00 % der Anteile hält, eine Vereinbarung zur einheitlichen Stimmrechtsausübung besteht.

3.2 Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt zunächst mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

3.3 Assoziierte Unternehmen

Unternehmen, an denen MBB zwischen 20,0 % und 50,0 % des Stammkapital hält, werden als assoziierte Unternehmen klassifiziert, wenn MBB einen maßgeblichen, aber keinen beherrschenden Einfluss ausübt. Unternehmen mit einer Beteiligungsquote der MBB zwischen 20,0 % und 50,0 % am Stammkapital werden vollkonsolidiert, wenn MBB einen beherrschenden Einfluss ausübt. Diese Beherrschung kann sich z. B. aus der Tatsache ergeben, dass die MBB die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder bei börsennotierten Gesellschaften stellt oder über die Präsenzmehrheit auf der Hauptversammlung verfügt.

Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Danach werden anteilige Gewinne und Verluste des assoziierten Unternehmens dem bilanziellen Beteiligungsansatz zu- bzw. abgeschrieben. Die Höhe der Verlustzurechnung ist dabei grundsätzlich auf die Höhe der Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens beschränkt. Erwirtschaftet das Beteiligungsunternehmen Verluste, nachdem der Beteiligungsbuchwert bis auf einen Erinnerungswert von 1,00 € reduziert ist, werden diese Verluste in einer Nebenrechnung erfasst. Für Akquisitionen von assoziierten Unternehmen wird analog die Erwerbsmethode verwendet. Assoziierte Unternehmen, die im Verlauf des Geschäftsjahres erworben oder veräußert wurden, werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Veräußerungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen, die aufgrund von Unwesentlichkeit nicht at-equity angesetzt werden, werden mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

3.4 Gemeinsame Vereinbarungen

Gemeinschaftsunternehmen sind solche, bei denen der Konzern gemeinsam mit einem dritten Unternehmen eine gemeinschaftliche Führung ausübt. Gemeinschaftliche Führung besteht dann, wenn die Bestimmung der Geschäfts- und Finanzpolitik die einstimmige Zustimmung aller an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordert. Gemeinschaftsunternehmen werden bei MBB nach der Equity -Methode bilanziert und unter dem Posten Finanzanlagen ausgewiesen. Gemeinschaftsunternehmen, die aufgrund von Unwesentlichkeit nicht at-equity angesetzt werden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und ebenfalls unter dem Posten Finanzanlagen ausgewiesen.

Arbeitsgemeinschaften sind insbesondere in Deutschland üblich und hier am häufigsten im Baugewerbe zu finden. Gemäß einer Stellungnahme des deutschen IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) erfüllt die typische deutsche Arbeitsgemeinschaft die Voraussetzungen für eine Klassifizierung als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture). Ergebnisse aus Arbeitsgemeinschaften werden anteilig unter dem Posten Erträge aus Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitsgemeinschaften enthalten insbesondere Ein- und Auszahlungen sowie Leistungsverrechnungen und werden unter den Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. unter den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

4. Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.1 Allgemeines

Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme der Neubewertung von bestimmten Finanzinstrumenten auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Historische Anschaffungsoder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung.

Die Bilanz wurde nach kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden strukturiert. Die Gesamtergebnisrechnung wird zur Ermittlung des Konzernjahresergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

4.2 Berichtswährung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, da den überwiegenden Konzerntransaktionen diese Währung zu Grunde liegt. Sofern nichts anders angegeben wird, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (Tsd.) auf- oder abgerundet. Die Betragsangaben erfolgen in Euro (€), Tausend Euro (T€) und Millionen Euro (Mio. €).

4.3 Fremdwährungsumrechnung

Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.

Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebes entstehenden Geschäfts- und Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebes resultieren, werden zum Stichtagskurs umgerechnet.

Stichtagskurs Durchschnitts
31.12.2022 kurs 2022
Polnischer Zloty (PLN) 4,6808 4,6845
Chinesischer Renminbi (CNY) 7,3582 7,0798
US-Dollar (USD) 1,0666 1,0538
Stichtagskurs Durchschnitts
31.12.2021 kurs 2021
Polnischer Zloty (PLN)
Chinesischer Renminbi (CNY)
4,5969
7,1947
4,5640
7,6351
US-Dollar (USD) 1,1326 1,1851

4.4 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögensgegenstands, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt.

Immaterielle Vermögenswerte werden dann angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern der künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und die Anschaffungs - oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig gemessen werden können.

Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.

Entwicklungskosten werden beim kumulativen Vorliegen der folgenden Kriterien als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des Projekts ist gegeben.
  • Die Absicht und die Fähigkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes sowie dessen Nutzung bzw. des Verkaufs sind gegeben.
  • Es wird davon ausgegangen, dass mit dem immateriellen Vermögenswert voraussichtlich ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erzielt wird.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über die technischen, finanziellen und sonstigen Ressourcen, um die Entwicklungsarbeiten abzuschließen und es besteht die Fähigkeit, die dem Projekt direkt zurechenbaren Ausgaben verlässlich zu bestimmen.

Bei Nichterfüllung der Kriterien erfolgt eine Erfassung der Entwicklungskosten als Aufwand in der Periode ihrer Entstehung.

Für Zwecke der Folgebewertung werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen (ausgewiesen in den Abschreibungen). Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) werden linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum und die Abschreibungsmethode werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft.

Der Konzern verfügt mit Ausnahme der Firmenwerte über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer.

Die Anschaffungskosten neuer Software werden aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert behandelt, sofern diese Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren linear abgeschrieben.

Aktivierte Entwicklungsleistungen werden über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren linear abgeschrieben.

Patente werden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben.

Kosten, die entstanden sind, um den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen, den die Gesellschaft ursprünglich erwartet hatte, wiederherzustellen oder zu bewahren, werden als Aufwand erfasst.

Gewinne und Verluste aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert abgeht, erfolgswirksam erfasst.

4.5 Geschäfts- oder Firmenwert

Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben sich als Residualgröße aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit mittels eines Impairment-Tests überprüft. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("ZGE") des Konzerns zugeordnet, die einen Nutzen aus dem Zusammenschluss ziehen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird dann außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner als der Buchwert dieser Einheit ist. Ein einmal erfasster Wertminderungsbedarf für den Geschäfts- oder Firmenwert wird in künftigen Perioden nicht wieder zugeschrieben.

Wird ein Tochterunternehmen veräußert, wird der auf das Tochterunternehmen entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.

4.6 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen den Kaufpreis und weitere im Zusammenhang mit dem Erwerb anfallende, nicht-erstattungsfähige Erwerbsteuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert an seinen Standort und in einen betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene Verwendung zu bringen. Nachträgliche Ausgaben wie Wartungs- und Instandhaltungskosten, die entstehen, nachdem die Vermögenswerte des Anlagevermögens in Betrieb genommen wurden, werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst. Wenn es wahrscheinlich ist, dass Ausgaben dazu führen, dass dem Unternehmen ein über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des vorhandenen Vermögenswertes hinaus zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, werden die Ausgaben als zusätzliche Anschaffungskosten aktiviert.

Die Bewertung von im Rahmen von Unternehmenserwerben neu identifizierten Vermögenswerten erfolgt zum im Erwerbszeitpunkt ermittelten Zeitwert (Marktwert), der in den Folgeperioden planmäßig abgeschrieben wird.

Abschreibungen werden linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer unter Annahme eines Restwertes von 0,00 € berechnet. Für die einzelnen Anlagegruppen werden folgende geschätzte Nutzungsdauern herangezogen:

Gebäude- und Außenanlagen: 5 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen: 1 bis 21 Jahre
Computerhardware 3 Jahre
Sonstige Büroausstattung: 2 bis 23 Jahre

Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer, die Abschreibungsmethode für Sachanlagen sowie die Restwerte werden periodisch überprüft.

Geleistete Anzahlungen und im Bau befindliche Sachanlagen werden bis zur Fertigstellung nicht planmäßig abgeschrieben.

Werden Gegenstände des Sachanlagevermögens veräußert oder verschrottet, werden die entsprechenden Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen ausgebucht; ein realisierter Gewinn oder Verlust aus dem Abgang wird in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Der sich aus dem Verkauf einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes; er wird erfolgswirksam erfasst.

4.7 Leasing

Als Leasingverhältnisse gelten alle Verträge, die das Recht zur Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum gegen Entgelt übertragen. Dies gilt auch für Verträge, bei denen die Übertragung eines solchen Rechts nicht ausdrücklich beschrieben ist. Der Konzern nutzt als Leasingnehmer insbesondere Immobilien, Kraftfahrzeuge und sonstige technische Anlagen und Maschinen.

Der Konzern bilanziert als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

  • Feste Zahlung, einschließlich de facto feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber noch zu leistender Leasinganreize
  • variablen Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind
  • erwartete Beträge, die aufgrund von Restwertgarantien voraussichtlich zu zahlen sind
  • den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird
  • Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen angenommener Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird

Die Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. MBB wendet grundsätzlich den Grenzfremdkapitalzinssatz an. Dieser Grenzfremdkapitalzinssatz als risikoadjustierter Zinssatz wird laufzeit- und währungsspezifisch abgeleitet und berücksichtigt darüber hinaus die Bonität der einzelnen Konzernunternehmen.

Zum Bereitstellungsdatum wird das Nutzungsrecht zunächst zu den Anschaffungskosten bewertet. Diese setzen sich aus dem Betrag der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit, den zu oder vor dem Datum des Vertragsbeginns geleisteten Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, den anfänglichen direkten Kosten des Leasingnehmers und den geschätzten Kosten zusammen, die der Konzern für Demontage und Beseitigung des zugrundeliegenden Vermögenswerts, die Wiederherstellung des Standorts, an dem sich dieser befindet, oder die Rückversetzung des zugrundeliegenden Vermögenswerts in den in den Vertragsbedingungen festgelegten Zustand entstehen werden. Danach wird das Nutzungszurecht zu den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Grundsätzlich wird das Nutzungsrecht linear über die Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben.

Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird grundsätzlich eine Trennung dieser Komponenten vorgenommen.

Einige Leasingverträge, insbesondere von Immobilien, enthalten Verlängerungsoptionen. Diese Vertragskonditionen bieten dem Konzern größtmögliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Leasingvertragslaufzeit werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen bieten. Bei der Festlegung der Laufzeit werden solche Optionen nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Die Beurteilung, ob die Optionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden, hat Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingvertrags und kann daher die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten bzw. der Nutzungsrechte erheblich beeinflussen.

MBB macht von der IFRS 16-Regelung im Hinblick auf die Nichtbilanzierung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten im Rahmen von Leasingverträgen mit geringem Wert (d.h., der Wert des zugrundeliegenden Vermögenswerts beträgt bei Neuanschaffung 5.000 € oder weniger) und kurzfristigen Leasingverträgen (Restlaufzeit kürzer als zwölf Monate) Gebrauch. Die mit diesen Leasingverträgen verbundenen Leasingraten werden linear über die Laufzeit des Leasingvertrags als Aufwand erfasst.

In seltenen Fällen fungiert MBB als Leasinggeber, wenn ein Konzernunternehmen Unterleasingverträge über Immobilien mit Dritten abschließt. Diese Verträge sind für den Konzernabschluss der Gesellschaft unwesentlich.

MBB hat keine als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

4.8 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, die Fremdkapitalkosten fallen für den Erwerb, den Bau oder die Herstellung qualifizierter Vermögenswerte an. In dem Fall werden die Fremdkapitalkosten den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Zinsaufwendungen werden für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert.

4.9 Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Nicht-finanzielle Vermögenswerte werden auf eine Wertminderung hin überprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes nicht erzielbar sein könnte. Für die Werthaltigkeitsprüfung ist der erzielbare Betrag ("recoverable amount") des Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("ZGE") zu ermitteln. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ("fair value less costs to sell") und dem Nutzungswert ("value in use"). Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist definiert als der Preis, der im Rahmen des Verkaufs eines Vermögenswerts oder einer ZGE zwischen zwei sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern abzüglich der Veräußerungskosten erzielt werden kann. Der Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer ZGE wird durch den Barwert eines im Rahmen der gegenwärtigen Verwendung geschätzten, erwarteten Cashflows ermittelt. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert erfolgt in Höhe der Di fferenz eine sofort erfolgswirksame Abschreibung.

Eine ertragswirksame Korrektur einer in früheren Jahren für einen Vermögenswert (außer für Firmenwerte) aufwandswirksam erfassten Wertminderung wird vorgenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Wertminderung nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte. Die Wertaufholung wird als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Werterhöhung (bzw. Verringerung der Wertminderung) eines Vermögenswertes wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre (unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte).

4.10 Finanzinstrumente – erstmalige Erfassung und Folgebewertung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

I) Finanzielle Vermögenswerte

Erstmaliger Ansatz und Bewertung

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert.

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zu seinem beizulegenden Zeitwert sowie im Falle eines finanziellen Vermögenswerts, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis bewertet.

Damit ein finanzieller Vermögenswert als zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet klassifiziert und bewertet werden kann, dürfen die Cashflows ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen (solely payments of principal and interest – SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Diese Beurteilung wird als SPPI-Test bezeichnet und auf der Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Das Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte spiegelt wider, wie ein Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert, um Cashflows zu generieren. Je nach Geschäftsmodell entstehen die Cashflows durch die Vereinnahmung vertraglicher Cashflows, den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte oder durch beides.

Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Folgebewertung

Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in vier Kategorien klassifiziert:

  • zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte mit Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste (Schuldinstrumente)
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung (Eigenkapitalins trumente)
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten.
  • Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

Der Konzern bewertet Schuldinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht, und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Bei Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, werden Zinserträge, Neubewertungen von Währungsumrechnungsgewinnen und -verlusten sowie Wertminderungsaufwendungen oder Wertaufholungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und so berechnet wie bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Die verbleibenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Ausbuchung wird der im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfassten Schuldinstrumente des Konzerns enthalten börsennotierte Anleihen, die unter den kurzfristigen Wertpapieren ausgewiesen werden.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente)

Beim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren, wenn sie die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument.

Gewinne und Verluste aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden niemals in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht, es sei denn, durch die Dividenden wird ein Teil der Anschaffungskosten des finanziellen Vermögenswerts zurückerlangt. In diesem Fall werden die Gewinne im sonstigen Ergebnis erfasst. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht auf Wertminderung überprüft. Der Konzern hat sich dafür entschieden, grundsätzlich seine börsennotierten Eigenkapitalinstrumente in diese Kategorie einzuordnen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte, finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, oder finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Diese Kategorie umfasst derivative Finanzinstrumente und börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, bei denen sich der Konzern nicht entschieden hat, sie als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet zu klassifizieren. Dividenden aus börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten werden ebenfalls als sonstiger Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn ein Rechtsanspruch auf Zahlung besteht.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, entsprechen wie im Vorjahr im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten.

Ausbuchung

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird hauptsächlich dann ausgebucht (d. h. aus der Konzernbilanz entfernt), wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
  • Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertragen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer sog. Durchleitungsvereinbarung übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.

Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht, bewertet er, ob und in welchem Umfang die mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken bei ihm verbleiben. Wenn er im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält noch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert überträgt, erfasst er den übertragenen Vermögenswert weiterhin im Umfang seines anhaltenden Engagements. In diesem Fall erfasst der Konzern auch eine damit verbundene Verbindlichkeit. Der übertragene Vermögenswert und die damit verbundene Verbindlichkeit werden so bewertet, dass den Rechten und Verpflichtungen, die der Konzern behalten hat, Rechnung getragen wird.

Wenn das anhaltende Engagement der Form nach den übertragenen Vermögenswert garantiert, so entspricht der Umfang des anhaltenden Engagements dem niedrigeren Betrag aus dem ursprünglichen Buchwert des Vermögenswerts und dem Höchstbetrag der erhaltenen Gegenleistung, den der Konzern eventuell zurückzahlen müsste.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern erfasst bei allen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste (ECL). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind.

Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen (12- Monats-ECL). Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfassen, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt (Gesamtlaufzeit-ECL).

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der Gesamtlaufzeit-ECL. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und um zukunftsbezogene Faktoren angepasst wird, sofern mit vertretbarem Aufwand für den Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifische zukunftsbezogene Faktoren ermittelt werden können.

Bei Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, wendet der Konzern die Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko an. Dabei beurteilt er zu jedem Abschlussstichtag unter Heranziehung aller angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne einen unangemessenen Kosten- oder Zeitaufwand verfügbar sind, ob das Schuldinstrument ein geringes Kreditrisiko aufweist. Außerdem berücksichtigt er, dass ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos vorliegt, wenn vertragliche Zahlungen mehr als 30 Tage überfällig sind.

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewerteten Schuldinstrumente des Konzerns bestehen ausschließlich aus börsennotierten Anleihen, die seitens des Managements als Investitionen mit geringem Kreditrisiko angesehen werden. Der Konzern bewertet die erwarteten Kreditverluste bei diesen Instrumenten auf 12-Monats-Basis. Ist hingegen seit dem erstmaligen Ansatz das Kreditrisiko signifikant gestiegen, basiert die Wertberichtigung auf den Gesamtlaufzeit-ECL. Der Konzern stützt sich auf die Credit Default Spreads der Emittenten um zu bestimmen, ob das Kreditrisiko bei einem Schuldinstrument signifikant gestiegen ist, und um die erwarteten Kreditverluste zu schätzen.

Der Konzern geht bei einem finanziellen Vermögenswert von einem Ausfall aus, wenn vertragliche Zahlungen 90 Tage überfällig sind und eine hierauf folgende Detailüberprüfung des Schuldners nicht zu anderen Erkenntnissen führt. Außerdem kann er in bestimmten Fällen bei einem finanziellen Vermögenswert von einem Ausfall ausgehen, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Konzern die ausstehenden vertraglichen Beträge vollständig erhält, bevor alle von ihm gehaltenen Kreditbesicherungen berücksichtigt werden. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine begründete Erwartung besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisiert werden.

II) Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmaliger Ansatz und Bewertung

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen, als Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert.

Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten, sonstige Verbindlichkeiten und Darlehen einschließlich Kontokorrentkrediten.

Folgebewertung

Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Diese Kategorie umfasst auch vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente in Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 designiert sind. Getrennt erfasste eingebettete Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind.

Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.

Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" erfolgt zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung, sofern die Kriterien gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Der Konzern hat nur in geringem Umfang finanzielle Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert wurden.

Darlehen und Verbindlichkeiten

Nach der erstmaligen Erfassung werden diese finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, außerdem im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.

Ausbuchung

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finan zielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

III) Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

4.11 Andienungsrechte von Nicht-beherrschenden Gesellschaftern

Andienungsrechte sind, sofern sie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstehen und bedingte Gegenleistungen darstellen, zum Zeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Bedingte Gegenleistungen, die als Vermögenswert oder Schuld klassifiziert sind, sind zu jedem Berichtsstichtag zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bewerten.

4.12 Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern verwendet in geringem Umfang derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, Zinsswaps oder Rohwarenswaps zur Sicherung gegen Rohstoffpreisrisiken aus bestehenden und zukünftigen Grundgeschäften. Diese derivativen Finanzinstrumente werden grundsätzlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Fol geperioden wiederum mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn er negativ ist. Diese derivativen Finanzinstrumente werden nicht als Sicherungsbeziehung designiert, sondern als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert.

4.13 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert (abzüglich notwendiger Vertriebskosten) unter Berücksichtigung der geplanten Verwendung angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittspreismethode oder zu niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet. In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind neben den Kosten für Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten unter der Annahme einer Normalauslastung eingerechnet. Für Bestandsrisiken aus der Lagerdauer und einer verminderten Verwertbarkeit wurden angemessene Wertabschläge vorgenommen.

4.14 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Bauaufträge von Kunden (Segment Service & Infrastructure)

Bei Bauaufträgen von Kunden wird gemäß den Vorschriften des IFRS15 grundsätzlich eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung vorgenommen, da die Bauvorhaben auf Grundstücken der Kunden errichtet werden und diese somit stets die Kontrolle über die geschaffenen bzw. verbesserten Vermögenswerte haben. Die Bauausführung erfolgt auf Basis von Einzelverträgen. Die Allokation des Transaktionspreises auf separate Leistungsverpflichtungen erfolgt auf Basis der Arbeitskalkulation. Für die Bestimmung des Transaktionspreises von Bauaufträgen im MBB-Konzern wird die mit dem Auftraggeber vereinbarte Auftragssumme herangezogen.

Die zeitraumbezogene Erlösrealisierung bei Bauaufträgen erfolgt nach der Output-orientierten Methode auf Basis der bereits erbrachten Leistung. Die Ermittlung der erbrachten Leistung und der damit korrespondierenden Umsatzerlöse erfolgt auf Ebene der Einzelpositionen gemäß Arbeitskalkulation. Die direkte Ableitung des Leistungsfortschritts aus den tatsächlich geleisteten Arbeiten stellt aufgrund von unvorhergesehenen Abweichungen der Plankosten den besten Indikator dar. Die direkte Leistungsermittlung ist vom Baustellenteam monatlich zwingend durchzuführen.

Der Vertragsvermögenswert stellt den Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung aus Bauverträgen mit Kunden dar. Wenn der Vertragsvermögenswert eines Bauauftrags die hierauf erhaltenen Anzahlungen übersteigt, erfolgt der Ausweis aktivisch unter den Vertragsvermögenswerten. Im umgekehrten Fall erfolgt ein gesonderter passivischer Ausweis unter den Vertragsverbindlichkeiten.

Zahlungen für Bauaufträge erfolgen üblicherweise parallel zur Leistungserbringung auf Basis von regelmäßigen Abrechnungen. Anzahlungen vor Leistungserbringung sind teilweise im Anlagenbau üblich.

Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Herstellungskosten die erzielbaren Erlöse übersteigen, wird gemäß den Vorschiften des IAS 37 eine Drohverlustrückstellung gebildet. Diese wird auf Basis einer Einzelfallbetrachtung mit dem Betrag angesetzt, der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung aus dem Bauauftrag erforderlich ist. In solchen Fällen wird bis zur Höhe des jeweiligen Vertragsvermögenswerts eine Wertminderung vorgenommen bzw. - bei Überschreiten des Vertragsvermögenswerts - auf der Passivseite unter den kurzfristigen Rückstellungen eine Drohverlustrückstellung ausgewiesen.

Noch nicht verbaute, aber bereits auf den Baustellen vorhandene Vorräte werden separat unter den Vorräten ausgewiesen. Bereits in Rechnung gestellte Teilleistungen werden als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanziert.

Unter Nachträgen im Zusammenhang mit Bauaufträgen versteht man Leistungen, die aufgrund der bestehenden vertraglichen Vereinbarungen nicht verrechnet werden können, sondern über deren Verrechenbarkeit bzw. Anerkenntnis noch Einvernehmen mit dem Auftraggeber hergestellt werden muss. Während die Kosten sofort bei Anfall ergebniswirksam erfasst werden, erfolgt die Erlösrealisierung von Nachträgen grundsätzlich erst nach Vorliegen des schriftlichen Anerkenntnisses des Auftraggebers bzw. mit Bezahlung der Nachträge, falls der Zahlungseingang vor der schriftlichen Anerkenntnis erfolgt.

Erlöse im Anlagenbau (Segment Service & Infrastructure)

Die Gegenleistung für Erlöse im Anlagenbau, die auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistungen zeitraumbezogen realisiert werden, wird im Posten Vertragsvermögenswerte erfasst. Der Vertragsvermögenswert stellt den Anspruch des Konzerns dar.

Eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung ist dann vorzunehmen, wenn durch eine vertragliche Vereinbarung keine alternative Nutzungsmöglichkeit vorhanden ist und ein Vergütungsanspruch samt Gewinnmarge auf die erbrachte Leistung gegeben ist. Die Ausführungen zu den Bauaufträgen von Kunden gelten sinngemäß.

Die hierauf erhaltenen Anzahlungen werden aktivisch vom Vertragsvermögenswert abgesetzt. Übersteigen die erhaltenen Anzahlungen den Vertragsvermögenswert, erfolgt ein Ausweis auf der Passivseite unter den Vertragsverbindlichkeiten. In diesem Segment sind Anzahlungen beim Anlagenbau vor Leistungserbringung projektindividuell üblich.

Fertigungsaufträge (Segment Technological Applications)

Bei langfristigen Fertigungsaufträgen im Segment Technological Applications wird grundsätzlich eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung vorgenommen, wenn keine alternative Nutzungsmöglichkeit besteht und ein Vergütungsanspruch samt Gewinnmarge auf die erbrachte Leistung gegeben ist. Dabei werden – wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich geschätzt werden kann – die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Fertigstellungsgrad am Abschlussstichtag erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (cost-to-cost-Verfahren).

Die über einen Zeitraum bilanzierten Fertigungsaufträge werden entsprechend den zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinns als Vertragsvermögenswert abzüglich hierauf erhaltener Anzahlungen erfasst. Auftragsänderungen, Nachforderungen oder Leistungsprämien werden insoweit berücksichtigt, wie sie mit dem Kunden bereits verbindlich vereinbart wurden. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Die Auftragskosten werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, werden die erwarteten Verluste unmittelbar als Aufwand erfasst.

4.15 Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Zahlungsströme

In der Bilanz abgebildete Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Der Finanzmittelfonds in der Konzern-Kapitalflussrechnung wird entsprechend der obigen Definition abgegrenzt.

Erhaltene Zinsen und Dividenden werden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Zinsauszahlungen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt.

4.16 Eigenkapital

Die Bestandteile des Eigenkapitals werden nach den Vorschriften des IAS 32 – Finanzinstrumente: Darstellung bilanziert. Stammaktien sind als Eigenkapital klassifiziert.

Eigene Anteile werden als Abzug vom Eigenkapital bilanziert. Der Nennwert der eigenen Anteile wird vom Gezeichneten Kapital, die danach verbleibende Differenz zum Kaufpreis wird von der Kapitalrücklage abgezogen.

4.17 Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche ode r faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Mitteln führt, die einen wirtschaftlichen Nutzen darstellen und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.

Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtig beste Schätzung angepasst. Der Rückstellungsbetrag entspricht dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben, wenn der entsprechende Zinseffekt wesentlich ist. Die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung wird als Zinsaufwand erfasst.

Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter werden für solche Verpflichtungen gebildet, bei denen ein Leistungsaustausch stattgefunden hat und die Höhe der Gegenleistung mit hinreichender Sicherheit feststeht. Der Ausweis der Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter erfolgt innerhalb der Verbindlichkeiten.

4.18 Aktienoptionsprogramm

Der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung von Aktienoptionen an Berechtigte wird als Aufwand mit einer entsprechenden Erhöhung der Kapitalrücklage über den Zeitraum erfasst, in dem die Berechtigten einen uneingeschränkten Anspruch auf die Optionen erwerben.

4.19 Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die Pensionsverpflichtungen werden in Übereinstimmung mit IAS 19 erfasst. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden als Aufwand erfasst. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen wird die Verpflichtung als Pensionsrückstellung in der Bilanz erfasst. Die Pensionszusagen werden hierbei als "defined benefit plan" angesehen und daher mittels der "projected unit credit method" versicherungsmathematisch bewertet.

Die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der aus der Aufzinsung der Pensionen resultierende Zinsaufwand wird im Finanzergebnis berücksichtigt.

4.20 Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden mit dem Betrag erfasst, der bei Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden, der Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält.

Verkauf von Waren und Erzeugnissen, Erbringung von Dienstleistungen

Die Verfügungsmacht erhält der Kunde in der Regel mit Lieferung der Waren und Erzeugnisse bzw. mit der Endabnahme beim Kunden. Umsätze aus Dienstleistungsgeschäften werden nur dann erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der mit dem Geschäft verbundene wirtschaftliche Nutzen zufließen wird. Dies erfolgt in der Bilanzierungsperiode, in der die jeweiligen Dienstleistungen erbracht werden, wodurch der Kunde die Verfügungsmacht über die Dienstleistung erhält.

Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen (Segment Technological Applications)

Umsatzerlöse aus langfristigen Fertigungsaufträgen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 15 grundsätzlich zeitraumbezogen realisiert. Die zeitraumbezogene Erlösrealisierung erfolgt nach der Input-orientierten Methode.

Für weitere Details wird auf die Ausführungen zu den Vertragsvermögenswerten verwiesen.

Umsatzerlöse aus Bauaufträgen von Kunden (Segment Service & Infrastructure)

Umsatzerlöse aus Bauaufträgen von Kunden werden gemäß den Vorschriften des IFRS 15 grundsätzlich zeitraumbezogen realisiert. Die zeitraumbezogene Erlösrealisierung erfolgt nach der Output-orientierten Methode auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistung.

Für weitere Details wird auf die Ausführungen zu den Vertragsvermögenswerten verwiesen.

Die Ergebnisrealisierung bei Aufträgen, die in Arbeitsgemeinschaften ausgeführt werden, erfolgt zeitraumbezogen entsprechend der zum Bilanzstichtag tatsächlich erbrachten Leistung. Drohende Verluste aus dem weiteren Projektverlauf werden durch entsprechende Abwertungen berücksichtigt.

Umsatzerlöse aus Projekten im Anlagenbau (Segment Service & Infrastructure)

Umsatzerlöse im Anlagenbau werden zeitraumbezogen auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistung realisiert, wenn durch eine vertragliche Vereinbarung für den MBB-Konzern keine alternative Nutzungsmöglichkeit gegeben ist und die vertragliche Vereinbarung einen Vergütungsanspruch inklusive Gewinnmarge auf die bereits erbrachte Leistung vorsieht.

Zinserträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, das heißt des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes abgezinst werden).

Dividenden

Erträge werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

4.21 Steuern

a) Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

b) Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt gemäß IAS12 unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie für steuerliche Verlustvorträge.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- und Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können. Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, werden nicht angesetzt.

Investitionsabhängige Steuergutschriften werden in analoger Anwendung der Vorschriften des IAS 12 bilanziert. Eine Verrechnung mit der entsprechenden Investition erfolgt nicht.

Bei einzelnen Gesellschaften werden die aktiven und passiven latenten Steuern saldiert, soweit sie künftigen Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit haben werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern die materiellen Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.

Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Latente Steuern und Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Verrechnung bzw. Aufrechnung der Steuererstattungsansprüche gegen Steuerschulden hat und sie sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

4.22 Eventualschulden und Eventualforderungen

Eventualschulden sind entweder mögliche Verpflichtungen, die zu einem Abfluss von Ressourcen führen können, deren Existenz aber durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer zukünftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, oder gegenwärtige Verpflichtungen, die nicht die Ansatzkriterien einer Schuld erfüllen. Sie werden im Anhang separat angegeben, es sei denn die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist unwahrscheinlich. Im Geschäftsjahr bestehen neben den Haftungsverhältnissen keine Eventualschulden.

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden Eventualschulden nach IFRS 3.23 passiviert, wenn der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann.

Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden jedoch im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

4.23 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden planmäßig in den Perioden als Gewinn oder Verlust erfasst, in denen die entsprechenden Aufwendungen angesetzt werden und angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die im Zusammenhang mit den Zuwendungen bestehenden Bedingungen erfüllt werden.

Die erhaltenen Zuwendungen werden in der Bilanz als passivischer Abgrenzungsposten unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

4.24 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet die MBB, soweit möglich, am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:

Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden

Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

4.25 Klassifizierung von Aufwendungen

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen werden nach dem Gesamtkostenverfahren nach Art der Aufwendungen gegliedert.

Sonstige Steuern umfassen Steuern außerhalb von Ertragsteuern und werden separat im Posten "Sonstige Steuern" dargestellt.

5. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS müssen vereinzelt Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden. Diese haben Einfluss auf die ermittelten Beträge von Vermögenswerten, Schulden und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie auf den Ausweis von Aufwendungen und Erträgen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

a) Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Schätzung des Nutzungswerts bewertet das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit und wählt einen angemessenen Abzinsungssatz, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.

b) Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Abzinsungssätzen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten.

c) Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und der zum Bilanzstichtag bekannten Umstände. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen.

d) Aktive latente Steuern

Für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und auf temporäre Differenzen werden aktive latente Steuern in dem Maße gebildet, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine Ermessensausübung der Geschäftsführung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.

e) Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Gesellschaften von Aumann und Friedrich Vorwerk tätigen einen großen Teil ihrer Geschäfte als zeitraumbezogene Fertigungsaufträge, bei denen die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad und dem Leistungsfortschritt auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads umfassen die wesentlichen Schätzungen die bereits erbrachten Leistungen, die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Die Schätzungen werden kontinuierlich vom Management der Gesellschaft überprüft und gegebenenfalls angepasst. Gerade bei technisch komplexen und anspruchsvollen Projekten besteht das Risiko, dass die Einschätzung der Gesamtkosten von den tatsächlich anfallenden Kosten erheblich abweicht.

f) Bilanzierung der Goldbestände

Die MBB SE besitzt physische Goldbestände, die als Liquiditätsreserve gehalten und beim Liquiditätsbestand ausgewiesen werden. Trotz einer Vielzahl von Regelungen sieht das IFRS-Regelungswerk keine eindeutige Regelung für solch einen Sachverhalt vor. Eine Bilanzierung der Goldbestände nach IAS 2 scheidet aus, da die Goldbestände nicht für einen Produktionsprozess gehalten werden. Eine Bilanzierung nach IFRS 9 ist problematisch, da Gold nicht die Definition eines finanziellen Vermögenswertes nach IAS 32.11 erfüllt und dadurch nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fällt. Andere IFRS-Standards sind auch nicht einschlägig.

Für die Bilanzierung von physischen Goldbeständen besteht somit nach IFRS eine Regelungslücke, die der MBB-Konzern durch analoge Anwendung der Regelungen des IFRS 9 schließt. Die physischen Goldbestände werden im Zugangszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die Folgebewertung werden die Wertänderungen der Goldbestände erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

II. Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Langfristige Vermögenswerte

1.1 Anlagenspiegel des MBB-Konzerns zum 31. Dezember 2022

Vortrag
Anschaf
fungs-
und
Herstel
lungs
Zugänge
des Ge
schäfts
jahres
Zugänge
aus Erst
konsoli
dierung
Umbu
chung
Abgänge
des Ge
schäfts
jahres
Abgänge
aus Ent
konsolidi
erung
Währungs
kursdiffer
enzen
Abschrei
bungen in
ihrer ge
samten
Höhe
Buchwert
am Ende
des Ge
schäfts
jahres
Buchwert
am Ende
des Vor
jahres
Abschreib
ungen
des Ge
schäfts
jahres
Abgänge
Abschrei
bungen
aus Ent
konsolidie
Abgänge
Abschrei
bungen
(Sonstige)
Währungs
kursdiffer
enzen
kosten rung
31.12.2022 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerb
liche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und
Werte 37.952 5.361 0 44 -1.214 -896 -28 -30.444 10.774 13.091 -7.404 701 1.103 17
2. Entwicklungskosten 14.209 3.461 0 0 -740 0 0 -6.220 10.710 9.945 -2.697 0 740 0
3. Kundenstamm 885 0 0 -3 0 -882 0 0 0 297 -90 678 0 0
4. Auftragsbestand 11.059 0 -356 0 0 0 0 -10.609 93 1.011 -562 0 0 0
5. Firmenwert 46.141 0 2.585 0 0 0 0 0 48.726 46.141 0 0 0 0
6. Geleistete Anzahlungen 4 38 0 0 0 0 0 0 41 4 0 0 0 0
110.249 8.860 2.229 41 -1.955 -1.778 -28 -47.273 70.344 70.489 -10.753 1.379 1.844 17
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bau
ten einschließlich der
Bauten auf fremden
Grundstücken 116.353 5.384 0 417 -5.268 -3.681 -298 -26.179 86.728 90.756 -5.053 1.546 2.856 68
2. Technische Anlagen
und Maschinen 125.063 16.273 18 1.551 -6.654 -5.912 -696 -67.348 62.297 62.862 -15.098 3.746 5.782 423
3. Andere Anlagen, Be
triebs-
und Geschäftsaus
stattung 62.976 18.173 64 450 -4.782 -3.305 -34 -40.471 33.072 27.067 -11.610 2.905 4.118 26
4. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau 3.044 9.546 0 -2.459 -1.225 -60 0 -50 8.794 2.999 -6 0 0 0
307.436 49.376 82 -41 -17.929 -12.958 -1.028 -134.048 190.890 183.684 -31.766 8.197 12.756 517
Gesamt 417.685 58.236 2.311 0 -19.884 -14.736 -1.056 -181.321 261.234 254.173 -42.519 9.576 14.599 534

1.2 Anlagenspiegel des MBB-Konzerns zum 31. Dezember 2021

Vortrag
Anschaf
fungs-
und
Herstel
lungs
kosten
Zugänge
des Ge
schäfts
jahres
Zugänge
aus Erst
konsoli
dierung
Umbu
chung
Abgänge
des Ge
schäfts
jahres
Währungs
kursdiffer
enzen
Abschrei
bungen in
ihrer ge
samten
Höhe
Buchwert
am Ende
des Ge
schäfts
jahres
Buchwert
am Ende
des Vor
jahres
Abschrei
bungen
des Ge
schäfts
jahres
Abgänge
Abschrei
bungen
Währungs
kursdiffer
enzen
31.12.2021 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte 29.912 7.048 2 1.316 -327 1 -24.861 13.091 10.545 -5.774 281 -1
2. Entwicklungskosten 12.460 1.749 0 0 0 0 -4.263 9.945 9.518 -1.321 0 0
3. Kundenstamm 882 0 4 -1 0 0 -588 297 392 -98 0 0
4. Auftragsbestand 10.550 0 508 0 0 0 -10.047 1.011 1.277 -774 0 0
5. Firmenwert 44.449 0 1.692 0 0 0 0 46.141 44.449 0 0 0
6. Geleistete Anzahlungen 1.149 167 0 -1.312 0 0 0 4 1.149 0 0 0
99.403 8.963 2.206 3 -327 1 -39.760 70.489 67.330 -7.967 281 -1
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bau
ten auf fremden Grundstücken 99.684 5.616 3.138 9.968 -1.949 -103 -25.597 90.756 77.091 -4.812 1.799 9
2. Technische Anlagen und Maschinen 109.491 15.609 5.412 2.901 -8.054 -296 -62.201 62.862 52.544 -13.030 7.589 187
3. Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsaus
stattung 57.225 10.346 2.878 424 -7.913 16 -35.909 27.067 23.816 -9.853 7.364 -11
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.606 4.857 0 -13.295 -127 2 -44 2.999 11.575 -13 0 0
278.006 36.428 11.428 -3 -18.042 -381 -123.752 183.684 165.026
0
-27.708 16.752 185
Gesamt 377.409 45.391 13.634 0 -18.369 -380 -163.512 254.173 232.356 -35.675 17.033 184

2. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Buchwert der Geschäfts- und Firmenwerte beträgt 48.726 T€ (Vorjahr: 46.141 T€).

Die Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwerts resultiert aus der Anpassung der Erstkonsolidierung der im Vorjahr erworbenen Gottfried Puhlmann GmbH und den unter Punkt 1.3. beschriebenen Erwerb der Hempel Aluminium Bau GmbH. Die Zunahme von insgesamt 2.585 T€ ist dem Segment Service & Infrastructure zugeordnet.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurden die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. Diese umfassen Aumann Limbach-Oberfrohna (28.426 T€), Aumann EBI (10.057 T€), welche die Gesellschaften Aumann Espelkamp GmbH und die Aumann Immobilien GmbH enthält, ISL (4.149 T€), Gottfried Puhlmann (3.812 T€), DTS (1.180 T€), Hanke Tissue (637 T€), Korupp (314 T€) und Hempel (151 T€). Die ZGE Aumann Limbach-Oberfrohna und Aumann EBI sind dem Segment Technological Applications, die ZGE ISL, DTS, Gottfried Puhlmann, Korupp und Hempel dem Segment Service & Infrastructure und die ZGE Hanke Tissue dem Segment Consumer Goods zugeordnet.

Die Werthaltigkeitsprüfung zum 31. Dezember 2022 bestätigte die Werthaltigkeit der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten Aumann Limbach-Oberfrohna und Aumann EBI

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Aumann Limbach-Oberfrohna wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Prognosen basieren auf einer vom Management für die Jahre 2023 bis 2027 genehmigten Mittelfristplanung. Im Anschluss an die Mittelfristplanung wird die Berechnung unter Berücksichtigung einer dauerhaften Wachstumsrate von unverändert 1,0 % in die ewige Rente überführt. Bei der Ermittlung der Planzahlen wurden gegenwärtige und zukünftige Wahrscheinlichkeiten, die erwartete wirtschaftliche Entwicklung sowie sonstige Umstände berücksichtigt. Die ermittelten Cashflow-Prognosen wurden mit einem gewichteten Kapitalkostensatz nach Steuern (WACC) in Höhe von 7,8 % (Vorjahr: 6,03 %) diskontiert. Der gewichtete Kapitalkostensatz vor Steuern belief sich auf 10,3 % (Vorjahr: 8,16 %). Zur Diskontierung wurde der Gesamtkapitalkostensatz verwendet, der auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2,0 % und auf einer Marktrisikoprämie in Höhe von 7,3 % basiert. Darüber hinaus erfolgte die Ermittlung des Beta -Faktors sowie die Gewichtung der Eigen- und Fremdkapitalkosten anhand der Kapitalstruktur, die aus einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen abgeleitet wurde.

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Aumann EBI wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Prognosen basieren auf einer vom Management für die Jahre 2023 bis 2027 genehmigten Mittelfristplanung. Im Anschluss an die Mittelfristplanung wird die Berechnung unter Berücksichtigung einer dauerhaften Wachstumsrate von unverändert 1,0 % in die ewige Rente überführt. Bei der Ermittlung der Planzahlen wurden gegenwärtige und zukünftige Wahrscheinlichkeiten, die erwartete wirtschaftliche Entwicklung sowie sonstige Umstände berücksichtigt. Die ermittelten Cashflow-Prognosen wurden mit einem gewichteten Kapitalkostensatz nach Steuern (WACC) in Höhe von 7,8 % (Vorjahr: 6,03 %) diskontiert. Der gewichtete Kapitalkostensatz vor Steuern belief sich auf 8,4 % (Vorjahr: 8,08 %). Zur Diskontierung wurde der Gesamtkapitalkostensatz verwendet, der auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2,0 % und auf einer Marktrisikoprämie in Höhe von 7,3 % basiert. Darüber hinaus erfolgte die Ermittlung des Beta-Faktors sowie die Gewichtung der Eigen- und Fremdkapitalkosten anhand der Kapitalstruktur, die aus einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen abgeleitet wurde.

Zahlungsmittelgenerierende Einheit ISL

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ISL wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Prognosen basieren auf einer vom Management für die Jahre 2023 bis 2027 genehmigten Mittelfristplanung. Im Anschluss an die Mittelfristplanung wird die Berechnung unter Berücksichtigung einer dauerhaften Wachstumsrate von unverändert 1,0 % in die ewige Rente überführt. Bei der Ermittlung der Planzahlen wurden gegenwärtige und zukünftige Wahrscheinlichkeiten, die erwartete wirtschaftliche Entwicklung sowie sonstige Umstände berücksichtigt. Die ermittelten Cashflow-Prognosen wurden mit einem gewichteten Kapitalkostensatz nach Steuern (WACC) in Höhe von 10,6 % (Vorjahr: 5,3 %) diskontiert. Der gewichtete Kapitalkostensatz vor Steuern belief sich auf 14,7 % (Vorjahr: 7,0 %). Zur Diskontierung wurde der Gesamtkapitalkostensatz verwendet, der auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 1,8 % und auf einer Marktrisikoprämie in Höhe von 7,5 % basiert. Darüber hinaus erfolgte die Ermittlung des Beta-Faktors sowie die Gewichtung der Eigen- und Fremdkapitalkosten anhand der Kapitalstruktur, die aus einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen abgeleitet wurde.

Grundannahmen für die Berechnung des Nutzungswerts und Sensitivitätsanalyse zu getroffenen Annahmen

Bei der Berechnung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugrunde gelegten Annahmen, bestehen die größten Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich:

  • EBITDA-Margen
  • Abzinsungssätze
  • Umsatzentwicklungen

EBITDA-Margen: Die EBITDA-Margen basieren auf der Mittelfristplanung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Ein Rückgang der EBITDA-Marge um 1,0 Prozentpunkte würde für keine der ZGE zu einer Wertminderung führen.

Abzinsungssätze: Die Abzinsungssätze stellen die Markteinschätzungen hinsichtlich der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils zuzuordnenden spezifischen Risiken dar; hierbei werden der Zinseffekt und die spezifischen Risiken der Vermögenswerte, für die die geschätzten künftigen Cashflows nicht angepasst wurden, berücksichtigt. Die Berechnung des Abzinsungssatzes berücksichtigt die spezifischen Umstände des Konzerns und seiner Geschäftssegmente. Zur Ermittlung eines Abzinsungssatzes vor Steuern wird der Abzinsungssatz um den entsprechenden Betrag und Zeitpunkt steuerlicher Zahlungsströme bereinigt. Ein Anstieg des Abzinsungssatzes vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte würde für die jeweiligen ZGE nicht zu einer Wertminderung führen.

Umsatzentwicklungen: Die prognostizierten Umsatzentwicklungen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf Wachstumsannahmen der Zielmärkte der jeweiligen ZGE. Der Konzern erkennt an, dass mögliche neue Wettbewerber oder ein verändertes Marktumfeld die Annahmen der Umsatzentwicklungen wesentlich beeinflussen könnten. Solch eine Entwicklung könnte zu einer anderen nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Entwicklung für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führen. Eine Abweichung von den prognostizierten Umsatzentwicklungen um 2 Prozentpunkte würde für die jeweiligen ZGE nicht zu einer Wertminderung führen.

3. Immaterielle Vermögenswerte

Bezüglich der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die Darstellung im Anlagenspiegel.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der MBB Gruppe bestehen bei Aumann im Wesentlichen aus auftragsbezogenen Projekten. Die im Geschäftsjahr entstandenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belaufen sich auf 3.301 T€ (Vorjahr: 1.741 T€) und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den aktivierten Eigenleistungen ausgewiesen.

4. Sachanlagen

Bezüglich der Entwicklung des Sachanlagevermögens verweisen wir auf die Darstellung im Anlagespiegel. Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr wurden Fremdkapitalkosten für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert.

Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die aktivierten Nutzungsrechte pro Anlagenklasse zum 31. Dezember 2022:

Nutzungsrechte 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Grundstücke und Gebäude 4.732 5.075
Technische Anlagen und Maschinen 6.366 7.197
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.934 3.898
Summe 14.033 16.171

Die hier separat dargestellten Nutzungsrechte sind ebenfalls im Anlagenspiegel in Absatz II.1 enthalten. Die Zugänge zu den Nutzungsrechten im Geschäftsjahr 2022 betrugen 5.785 T€ (Vorjahr: 7.326 T€), wovon 14 T€ (Vorjahr: 3.055 T€) auf Unternehmenszusammenschlüsse entfallen. Die Abgänge von Nutzungsrechten im Geschäftsjahr 2022 betrugen 791 T€ (Vorjahr: 534 T€), wovon 27 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf Abgänge aus dem Konsolidierungskreis entfallen. Auf Nutzungsrechte sind im Geschäftsjahr 2022 Abschreibungen von 7.134 T€ entfallen (Vorjahr: 6.718 T€).

5. Finanzanlagen

Finanzanlagen 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Wertpapiere des Anlagevermögens 66.039 201.309
Equity-Beteiligungen 17.059 8.900
Sonstige Ausleihungen 1.184 1.310
Übrige Beteiligungen 1 1
Buchwert zum 31.12. 84.283 211.519

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist in den folgenden Tabellen dargestellt.

Wertpapiere des Anlagevermögens 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Buchwert am 1.1. 201.309 116.005
Zugänge der Periode 33.911 67.950
Abgänge der Periode -118.034 -16.287
Neubewertung -51.146 33.640
Buchwert am 31.12. 66.039 201.309
Equity-Beteiligungen 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Buchwert am 1.1. 8.900 8.715
Zugänge Konsolidierungskreis 0 84
Anteilige Jahresergebnisse 17.922 7.498
Auflösung von stillen Reserven -768 -2.714
Ausschüttungen -8.996 -4.359
Zu- und Abgänge der Periode 2
0
-325
0
Buchwert am 31.12. 17.059 8.900

Angaben zu Arbeitsgemeinschaften

Im Konzern werden Bau-Arbeitsgemeinschaften als Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert und deren Ergebnisse im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2022 enthält die nachstehende Tabelle die in Bezug auf die Leistung zehn größten Arbeitsgemeinschaften.

Arbeitsgemeinschaften Beteiligungs
quote in %
(BPI) Joint Venture ENERGINET Funen (Baltic Pipe) 33,33
(442) ARGE EGL 442 58,00
(ELB) Dach-ARGE Elbchaussee 1. BA 36,00
(FEH) Dach-ARGE Fehlstellensanierung 50,00
(GAZ) Dach-ARGE GDRM Anlagen Zeelink 50,00
(RTL) Dach-ARGE RV Ruhrtalleitung BA 2+3 45,00
(ZVR) Dach-ARGE Zollvereinring 66,66
(WWO) ARGE ETL 178 Walle - Wolfsburg 50,00
(KOR) Dach-ARGE KoRü BAB 14 FGL 064/110/302 66,66
(BRU) ARGE LNG Brunsbüttel 50,00

Die Finanzinformationen zu diesen Arbeitsgemeinschaften für das Geschäftsjahr 2022 sind jeweils zu 100 % dargestellt.

ARGE Umsatzer
löse
Langfristige
Vermögens
werte
Kurzfristige
Vermögens
werte
davon liquide
Mittel
Langfristige
Schulden
Kurzfristige
Schulden
T€ T€ T€ T€ T€ T€
(BPI) 98.487 261 10.571 2.992 0 4.705
(442) 34.387 46 176.105 7.648 0 157.580
(ELB) 11.951 0 2.169 1.101 0 2.173
(FEH) 6.925 0 3.386 1 0 3.387
(GAZ) 6.874 0 153.183 55 0 153.609
(RTL) 6.716 0 446 233 0 446
(ZVR) 6.196 0 14.128 0 0 14.130
(WWO) 6.190 0 25.898 727 0 15.976
(KOR) 6.159 0 1.713 9 0 1.713
(BRU) 5.835 0 20.747 8.535 0 19.867

Angaben zu kumulierten Verlusten von Equity-Beteiligungen

Im Geschäftsjahr wurden alle anteiligen Verluste aus Equity-Beteiligungen ergebniswirksam erfasst.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte des MBB-Konzerns beinhalten physische Goldbestände und Wertpapiere. Die Höhe der physischen Goldbestände beträgt 4.394 T€ (Vorjahr: 4.153 T€). Die Zunahme resultiert in voller Höhe aus der Bewertung zum Marktpreis am 31. Dezember 2022.

Von den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren, Aktien und Anleihen in Höhe von insgesamt 145.878 T€ (Vorjahr: 201.574 T€) werden 66.039 T€ (Vorjahr: 201.309 T€) im langfristigen Vermögen und 79.839 T€ (Vorjahr: 266 T€) im kurzfristigen Vermögen ausgewiesen. Für erwartete Kreditverluste auf Schuldinstrumente (Anleihen) wurden Wertminderungen von 119 T€ (Vorjahr: 0 T€) unter den Abschreibungen erfasst.

6. Vorräte

Vorräte 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.867 20.890
Unfertige Erzeugnisse 9.851 8.399
Fertige Erzeugnisse und Waren 10.241 11.210
Geleistete Anzahlungen 18.068 5.497
Buchwert zum 31.12. 65.027 45.996

Bei den Vorräten bestanden zum Stichtag Wertminderungen in Höhe von 1.373 T€ (Vorjahr: 1.953 T€). Es bestanden zum Stichtag Wertaufholungen auf Vorräte von 13 T€ (Vorjahr: 438 T€).

7. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Buchwert zum 31.12. 65.469 58.447
abzüglich Expected credit loss -37 -44
abzüglich Einzelwertberichtigungen -6.342 -4.132
Forderungen gegen Arbeitsgemeinschaften 1.313 7.714
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 70.535 54.909
T€ T€
31.12.2022 31.12.2021

Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Hinweisen auf Ausfallrisiken einzelwertberichtigt. Indikatoren für Wertberichtigungen sind ausbleibende Zahlungseingänge und Informationen über Änderungen der Bonität von Kunden. Eine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos besteht aufgrund der Breite des Kundenstammes nicht. Die Einzelwertberichtigungen entfallen überwiegend auf die Verrechnung von Forderungen der Friedrich Vorwerk gegenüber denjenigen Arbeitsgemeinschaften, die zum Bilanzstichtag kumuliert negative Ergebnisse erzielt haben.

8. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Die Vertragsvermögenswerte umfassen die Vergütungsansprüche aus Bauaufträgen von Kunden und Anlagenbauprojekten für die am Stichtag bereits erbrachten Leistungen. Übersteigen die hierauf erhaltenen Anzahlungen den Vergütungsanspruch, erfolgt der Ausweis unter den Vertragsverbindlichkeiten.

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Vertragsvermögenswerte brutto 448.570 380.548
hierauf erhaltene Anzahlungen -286.740 -261.380
Vertragsvermögenswerte 161.830 119.168
Vertragsverbindlichkeiten (inkl. Anzahlungen) 48.783 34.421

Die Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren, beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 34.421 T€.

9. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte, deren Fristigkeit innerhalb eines Jahres liegt, gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Forderungen aus Factoring 2.021 0
2.405
Transitorische Rechnungsabgrenzungsposten 1.580 3.892
Forderungen gegen Personal 1.295 2.459
Zinsforderungen 764 0
Forderungen aus sonstigen Steuern 560 2.322
Übrige sonstige Vermögenswerte 3.566 3.387
Buchwert zum 31.12. 9.785 0
14.466

Die Forderungen aus Steuern beinhalten Vorsteueransprüche von 560 T€ (Vorjahr: 2.322 T€). Die Forderungen gegen Personal beinhalten im Wesentlichen Arbeitnehmerdarlehen.

10. Ertragsteuern

10.1 Latente Steuern

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern aus temporären Differenzen zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung.

Saldo -12.522 -6.376
Passive latente Steuern 26.835
0
24.067
0
Aktive latente Steuern 14.314 17.691
T€ T€
31.12.2022 31.12.2021
31.12.2022 31.12.2021
31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Temporäre Differenzen aus:
Immateriellen Vermögenswerten 6.821 6.790
Verbindlichkeiten 4.444 6.020
Pensionsrückstellungen 3.144 4.846
Ungenutzten steuerlichen Verlustvorträgen 2.967 2.196
Rückstellungen 1.598 2.860
Steuervorteil aus Sonderwirtschaftszone 1.390 1.994
Sachanlagen 1.334 1.101
Forderungen 648 802
Sonstige Vermögenswerte 126 133
Vorräte 34 41
Wertpapiere 1 5
Sonstiges 1 32
Saldierung -8.194 -9.129
Aktive latente Steuern 14.314 17.691
31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Temporäre Differenzen aus:
Forderungen 15.865 16.299
Sachanlagen 6.779 8.369
Finanzanlagen 5.186 2.936
Immateriellen Vermögenswerten 4.367 5.245
Pensionsrückstellungen 1.203 53
Vorräte 1.177 185
Rückstellungen 179 79
Wertpapiere 158 0
Verbindlichkeiten 3 0
Sonstiges 112 30
Saldierung -8.194 -9.129
Passive latente Steuern 26.835 24.067

Der Steuervorteil aus der Sonderwirtschaftszone bei den Aktiven latenten Steuern betrifft die Hanke Tissue Sp. z o.o. in der Sonderwirtschaftszone Kostrzyn (Küstrin) in Polen. Die Sonderwirtschaftszone fördert Investitionen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen indem bis zu 50 % der Investitionssumme mit der fälligen Einkommensteuer auf Erträge, welche in der Sonderwirtschaftszone erwirtschaftet werden, verrechnet werden können.

10.2 Tatsächliche Ertragsteuern

Die Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerschulden ergeben sich wie folgt:

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Körperschaftsteuer 10.931 6.309
Gewerbesteuer 1.088 1.772
Sonstige Ertragsteuern 307 1.534
Ertragsteuerforderungen 12.326 9.615
Körperschaftsteuer 6.804 7.012
Gewerbesteuer 7.012 5.927
Ertragsteuerschulden 13.816 12.939

11. Eigenkapital

Bezüglich der Eigenkapitalentwicklung verweisen wir auf die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung.

11.1 Grundkapital

Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Grundkapital der MBB SE 5.940.751,00 € und ist voll eingezahlt. Es ist eingeteilt in 5.940.751 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag).

Erwerb eigener Aktien

Die Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 hat die Gesellschaft ermächtigt, in dem Zeitraum bis zum 27. Mai 2024 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen, und zwar bis zur Höhe von 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt dieser Ermächtigung. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals, ausgeübt werden. Der Erwerb kann auch durch von der Gesellschaft abhängige Konzernunternehmen oder für ihre Rechnung durch Dritte durchgeführt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 18. März 2020 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 20. März 2020 bis zum 8. April 2020 hat die MBB SE 8.498 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse mit einem Gesamtwert zum Kaufzeitpunkt von 424.782,67 € erworben .

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 1. Juni 2021 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 14. Juni 2021 bis zum 31. Dezember 2021 hat die MBB SE 85.416 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse mit einem Gesamtwert von 11.348.586,22 € erworben.

Der Verwaltungsrat der MBB SE hat am 21. Februar 2022 beschlossen, von der auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Im Zeitraum vom 23. Februar 2022 bis zum 30. April 2022 hat die MBB SE 42.640 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse mit einem Gesamtwert von 5.207.479,45 € erworben.

Genehmigtes Kapital und bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung vom 28. Juni 2018 hat das Genehmigtes Kapital 2018 geschaffen. Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, dass Grundkapital der Gesellschaft bis zum 27. Juni 2023 einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 3.300.000,00 € gegen Bar-und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018).

Die Hauptversammlung vom 24. August 2020 hat die Gesellschaft zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsprogramm 2020) und zur Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020/I ermächtigt und dazu notwendige Satzungsänderungen beschlossen.

Das Aktienoptionsprogramm ermächtigt den Verwaltungsrat bis zum 30. Juni 2025 bis zu 240.000 Bezugsrechte auf bis zu 240.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft an Bezugsberechtigte im Sinne des § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG zu gewähren. Zum Bilanzstichtag wurden 230.000 Bezugsrechte ausgegeben. Für Details zu den gewährten Aktienoptionen verweisen wir auf Kapitel "3. Bezüge der Organe" unter Punkt "VIII. Sonstige Pflichtangaben".

Das Grundkapital der Gesellschaft wird um bis zu 240.000 € durch die Ausgabe von bis zu 240.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Ansprüchen aus dem Eigenkapitalbasierten Aktienoptionsprogramm 2020.

31.12.2022 31.12.2021 in Stück in % in Stück in % MBB Capital Management GmbH1 2.003.193 33,720% 1.995.881 33,596% MBB Capital GmbH2 1.900.613 31,993% 1.900.613 31,993% Anton Breitkopf 45.000 0,757% 45.000 0,757% Dr. Peter Niggemann 38.534 0,649% 38.534 0,649% Dr. Constantin Mang 7.200 0,121% 5.680 0,096% Dr. Jakob Ammer 1.588 0,027% 1.488 0,025% Torben Teichler 1.550 0,026% 1.550 0,026% Eigene Anteile 136.554 2,299% 93.914 1,581% Sonstige 1.806.519 30,409% 1.858.091 31,277% Gesamt 5.940.751 100,00% 5.940.751 100,00%

Die Geschäftsanteile der MBB SE werden wie folgt gehalten:

1 100 % der Anteile an der MBB Capital Management GmbH werden von Herrn Dr. Christof Nesemeier gehalten.

2 100 % der Anteile an der MBB Capital GmbH werden von Herrn Gert-Maria Freimuth gehalten.

11.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt 475,2 Mio. € (Vorjahr: 479,1 Mio. €).

Die Kapitalrücklage umfasst

  • das der Gesellschaft zugeflossene Agio aus der Erstausgabe von Aktien im Jahr 2006
  • Agien und Transaktionskosten, die aus Börsengängen von Tochterunternehmen entstanden sind
  • Auswirkungen von Aktienrückkäufen sowie die Einziehung von Aktien
  • Effekte aus der Bilanzierung der anteilsbasierten Vergütungen.

Im Berichtsjahr erhöhte sich die Kapitalrücklage durch die Aktienoptionsprogramme der MBB SE und der Aumann AG um 1.132 T€.

Gemindert wurde die Kapitalrücklage durch den Erwerb eigener Aktien in 2022. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Nennwert der erworbenen eigenen Anteile in Höhe von 5.165 T€ wurde mit den Kapitalrücklagen verrechnet.

11.3 Gesetzliche Rücklage

Aus dem Jahresüberschuss 2006 des Mutterunternehmens wurden 5 % in die gesetzliche Rücklage eingestellt.

11.4 Gewinn- und sonstige Rücklagen

Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung

Die Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ist Folge der Umrechnung nach der modifizi erten Stichtagsmethode.

Die Differenz ergibt sich aus der Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der Tochtergesellschaften, die in Fremdwährung bilanziert haben, zum Durchschnittskurs sowie der Bilanzposten zum Stichtagskurs einerseits und des Eigenkapitals der jeweiligen Tochtergesellschaften zum historischen Kurs andererseits.

Rücklage für Zeitwertänderungen

Die Rücklage für Zeitwertänderungen resultiert aus der Bewertung finanzieller Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag. Für die Gesamtergebnisrechnung erfolgt im sonstigen Ergebnis eine Unterteilung danach, ob diese Bewertungsgewinne oder –verluste bei Realisierung in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert werden können.

Rücklage für Pensionen

Nach IAS 19 (rev. 2011) werden versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (nach Berücksichtigung der damit verbundenen latenten Steuereffekte) in der Rücklage für Pensionen und in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst.

Sonstige Rücklage

Am 19. Februar 2019 hat die MBB SE über die DTS IT AG 66 % der Geschäftsanteile an der ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH, Bochum, erworben. Im Rahmen der Transaktion wurden wechselseitig Putund Call-Optionen über die restlichen 34 % der Geschäftsanteile vereinbart. Aus der Put-Option wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die zu Lasten des Eigenkapitals gebildet wurde. Nach Berücksichtigung von latenten Steuereffekten wurde eine sonstige Rücklage in Höhe von -2.090 T€ gebildet. Nach Berücksichtigung von Nicht beherrschenden Anteilen beträgt der Wert des Ausgleichspostens -1.672 T€.

Die DTS IT AG hat im Februar 2021 weitere 14,34 % der ausstehenden Geschäftsanteile an der ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH erworben und damit ihre Beteiligungsquote von 66 % auf 80,34 % erhöht. Die erfasste Rücklage wurde anteilig zum 31.03.2021 ausgebucht.

Gewinnrücklagen

Diese Position enthält die vom Konzern erwirtschafteten Gewinne abzüglich der ausgeschütteten Gewinne. Die Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr um insgesamt 2.990 T€ gemindert. So wurde eine Dividende in Höhe von 11.492 T€ (1,98 € pro Aktie) an die Aktionäre der MBB SE ausgezahlt.

Weiterhin erhöhte das Konzernergebnis von 11.764 T€ die Gewinnrücklagen.

Die weitere Abnahme der Gewinnrücklagen von 3.463 T€ entfällt auf die unter Ziffer I.1.4 (Gesellschaftsrechtliche und strukturelle Änderungen in 2022) beschriebenen Veränderungen von Anteilsbesitzquoten an Tochterunternehmen.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsführenden Direktoren schlagen vor, den Bilanzgewinn der MBB SE zunächst auf neue Rechnung vorzutragen und zu einer möglichen Gewinnausschüttung rechtzeitig vor der Hauptversammlung erneut zu beraten.

11.5 Nicht beherrschende Gesellschafter

Anteile Nicht beherrschender Gesellschafter im MBB-Konzern entstehen aus den Beteiligungen an der Aumann AG, der Delignit AG, der DTS IT AG, der Friedrich Vorwerk Group SE und an der Hanke Tissue Sp. z o.o. Die Anteile Nicht beherrschender Gesellschafter haben sich im Geschäftsjahr um 371 T€ gemindert.

Im Wesentlichen erhöhte der den Nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehende Anteil am Konzerngesamtergebnis von 12.572 T€ die Anteile Nicht beherrschender Gesellschafter. Gegenläufig wirkten die unter Ziffer I.1.4 (Gesellschaftsrechtliche und strukturelle Änderungen in 2022) beschriebenen Veränderungen von Anteilsbesitzquoten an Tochterunternehmen mit 9.191 T€ sowie Ausschüttungen von 3.554 T€ an die Nicht beherrschenden Anteile.

Die Anteile der Nicht beherrschenden Gesellschafter der Friedrich Vorwerk SE & Co. KG werden gemäß IAS 32 nicht im Eigenkapital, sondern innerhalb der kurz- und langfristigen Schulden ausgewiesen.

12. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Aufgrund des Geschäftsmodells der MBB SE sind Ansprüche der Arbeitnehmer auf Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht auf Konzernebene geregelt. Regelungen zu Pensionen erfolgen auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften, was dazu führt, dass unterschiedliche Betriebsvereinbarungen bestehen. Gemeinsam ist allen Verpflichtungen, dass der Anspruch entsteht, wenn auch ein Anspruch auf die gesetzliche Rente besteht. Die Pensionsverpflichtungen bestehen bei der Blomberger Holzindustrie GmbH, bei der CT Formpolster GmbH, bei der Aumann Beelen GmbH, der Aumann Limbach - Oberfrohna GmbH, Friedrich Vorwerk SE & Co. KG und der Gottfried Puhlmann GmbH. Die Pensionsvereinbarungen sind geschlossen, d. h. bei Neueinstellungen werden keine betrieblichen Pensionsvereinbarungen mehr getroffen.

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Pensionsrückstellungen zum Beginn des Geschäftsjahres 28.710 28.612
Zunahme durch Unternehmenserwerb 0 2.343
Inanspruchnahme -889 -851
Zuführung zu Rückstellungen (service cost) 390 431
Zuführung zu Rückstellungen (interest cost) 256 144
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -9.432 -1.969
Pensionsrückstellungen am Ende des Geschäftsjahres 19.035 28.710
- Planvermögen 420 455
Bilanzansatz 18.615 28.255

Die versicherungsmathematischen Gewinne resultieren zu -7 T€ aus erfahrungsbedingten Anpassungen und zu -9.425 T€ aus versicherungsmathematischen Anpassungen.

Folgende versicherungsmathematischen Annahmen wurden zu Grunde gelegt:

2022 2021
Rechnungszins 3,12 - 3,80 % 0,50 - 1,10 %
Gehaltstrend 0,00 - 2,00 % 0,00 - 2,00 %
Rententrend 1,00 - 2,00 % 1,00 - 2,00 %

Die Leistungspläne sind nicht kapitalgedeckt. Die Verbindlichkeiten entsprechen der Verpflichtung (DBO).

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen und Erträge stellen sich wie folgt dar:

Summe -646 -575
Zuführung zu Rückstellungen (interest cost) -256 -144
Zuführung zu Rückstellungen (service cost) -390 -431
T€ T€
31.12.2022 31.12.2021

Die erwarteten Pensionszahlungen aus den Pensionsplänen für 2023 betragen 1.069 T€.

Die Sensitivität der Gesamtpensionsverpflichtung auf Änderungen in den gewichteten Hauptannahmen kann sich (maximal) wie folgt gestalten:

Auswirkung auf die Verpflichtung
Veränderung
der Annahme
Erhöhung der
Annahme
Verminderung
der Annahme
Abzinsungssatz 0,25 % -3,8 % +3,6 %
Künftige Rentensteigerung 0,50 % +2,0 % -2,2 %
Lebenserwartung + 1 Jahr +4,4 % -

Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung zu versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet, mit der der Wert der Pensionsrückstellung in der Bilanz ermittelt wird. Die Sensitivitätsanalyse basiert auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieses in der Realität ereignet. Veränderungen in einigen Annahmen können korrelieren.

13. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten weisen folgende Fristigkeiten auf:

bis zu 1
Jahr
mehr als
1 und bis
zu 5 Jah
ren
über 5
Jahre
Gesamt
31.12.2022 T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 18.759 24.811 0
5.585
49.155
Leasingverbindlichkeiten 8.136 9.657 827 18.620
Verbindlichkeiten aus Genussrechten 0 0 10.213 10.213
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.571 0 0 66.571
Vertragsverbindlichkeiten 48.783 0 0 48.783
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesellschaftern 2.534 0 2.231 4.765
Sonstige Verbindlichkeiten 38.423 2.970 0 41.393
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 35.673 0 0 35.673
Stand 31.12.2022 218.880 37.438 18.856 275.174
bis zu 1
Jahr
mehr als
1 und bis
zu 5 Jah
ren
über 5
Jahre
Gesamt
31.12.2021 T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25.437 32.085 8.478 66.000
Leasingverbindlichkeiten 8.452 13.130 358 21.939
Verbindlichkeiten aus Genussrechten 0 0 10.213 10.213
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 53.364 0 0 53.364
Vertragsverbindlichkeiten 34.421 0 0 34.421
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesellschaftern 4.997 0 1.304 6.301
Sonstige Verbindlichkeiten 30.737 4.665 446 35.847
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 23.634 0 0 23.634
Stand 31.12.2021 181.042 49.880 20.799 251.720

Die auf Investitions- und Betriebsmittelkredite entfallenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden sowohl zu festen als auch zu variablen Zinssätzen zwischen 0,65 % und 7,03 % (Vorjahr: 0,55 % und 5,60 %) verzinst. Der gewichtete Durchschnittszinssatz für 2022 beträgt 1,69 % (Vorjahr: 1,65 %).

Als Sicherheiten wurden Grundstücke und Gebäude, Technische Anlagen und Maschinen sowie Vorräte verpfändet. Der Buchwert der verpfändeten Vermögensgegenstände beträgt zum Abschlussstichtag 70.564 T€ (Vorjahr: 70.222 T€), davon beziehen sich 58.884 T€ auf Sachanlagen (Vorjahr: 59.501 T€) und 11.680 T€ auf Vorräte (Vorjahr: 10.721 T€).

Zum Bilanzstichtag wird ein Genussrechtskapital in Höhe von insgesamt 10.213 T€ (Vorjahr: 10.213 T€) ausgewiesen, das die Friedrich Vorwerk SE & Co. KG ausgegeben hat. Die Genussrechte gewähren eine Garantieverzinsung in Höhe von 2,5 % über dem jeweils gültigen 3-Monats-EURIBOR. Darüber hinaus partizipiert die Genussrechtsinhaberin in Form einer variablen Verzinsung an der Profitabilität von Friedrich Vorwerk. Die Gesamtverzinsung der Genussrechte im Berichtsjahr beträgt 3,5 % (Vorjahr: 4,2 %). Die Genussrechte sind erstmalig mit Wirkung zum 31. Dezember 2039 kündbar.

Anteile Nicht beherrschender Gesellschafter an Personengesellschaften bestehen ausschließlich an der Friedrich Vorwerk SE & Co. KG. Die Verbindlichkeiten gegenüber Nicht beherrschenden Gesellschaftern setzen sich aus den Gewinnanteilen der Nicht beherrschenden Gesellschafter zusammen. Die entnahmefähigen Ansprüche werden kurzfristig ausgewiesen.

14. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Kurzfristig
ARGEN 14.695 3.296
Umsatzsteuer 7.598 12.072
Lohnsteuer 2.765 3.111
Löhne und Gehälter 2.057 1.925
Kreditorische Debitoren 1.970 1.394
Sozialversicherung 1.646 1.330
Rechnungsabgrenzungsposten 1.640 1.449
Assoziierte Unternehmen 183 183
Provisionen 26 132
Kapitalertragsteuer 0 781
Derivative Finanzinstrumente 0 16
Übrige 5.842 5.047
38.422 30.737
Langfristig
Erhaltener Investitionszuschuss 1.369 898
Bedingte Gegenleistungen aus Put-Optionen 901 3.366
Unterstützungskasse 92 92
Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 609 755
2.970 5.111
Summe 41.393 35.847

Im Rahmen des zum 19. Februar 2019 erfolgten Erwerbs von 66 % der Anteile an der ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH, Bochum, durch die DTS IT AG, Herford, wurde vereinbart, dass die Altgesellschafter das Recht haben, ihre verbleibenden Anteile (34 %) der DTS IT AG anzudienen (Put-Option). Gleichzeitig hat die DTS IT AG das Recht, die Anteile der Altgesellschafter zu erwerben (Call-Option). Die Call- und die Put-Option haben eine identische Ausgestaltung. Die Ausübung der Option kann frühestens ab dem 1. Januar 2025 erfolgen. Der Ausübungspreis basiert auf dem durchschnittlichen EBIT der ISL. Aus der Put-Option wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Bei der Berechnung der finanziellen Verbindlichkeit wurde davon ausgegangen, dass die Option zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausgeübt wird. Die Verbindlichkeit aus der Put-Option wird zum Bilanzstichtag mit 901 T€ bewertet (Vorjahr: 3.366 T€) und ist unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

15. Rückstellungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rückstellungen während des Geschäftsjahres.

Die langfristigen Bonusrückstellungen enthalten im Wesentlichen den erwarteten Aufwand für den Steuerausgleich aus den Aktienoptionsprogrammen der MBB SE und der Aumann AG von insgesamt 2.398 T€.

Die Rückstellungen für nachlaufende Kosten betreffen Projekte von Aumann und Friedrich Vorwerk, die bereits abgeschlossen und schlussgerechnet sind, für die aber noch Kosten für die Nachbereitung und Mängelbeseitigung anfallen.

Der Ressourcenabfluss für die kurzfristigen Rückstellungen wird im folgenden Geschäftsjahr erwartet.

Seite 84
in T€ 31.12.2021 Umgliederung Erstkonsolidi
erung
0
Verbrauch Auflösung Zuführung Währungseffekte Entkonsolidi
erung
31.12.2022
Langfristige Rückstellungen
Bonusprogramm 1.313 0 0 0 -2 1.087 0 0 2.398
Altersteilzeit 862 0 0 -300 0 485 0 0 1.047
Jubiläen 260 0 0 -30 0 22 0 -1 251
Sterbegeld 12 0 0 0 0 1 0 0 13
2.447 0 0 -330 -2 1.595 0 -1 3.709
Kurzfristige Rückstellungen
Ausstehende Rechnungen 10.737 180 0 -9.355 0 19.883 3 -283 21.164
Urlaub 5.592 0 154 -4.103 -242 6.054 -4 -38 7.414
Nachlaufende Kosten 5.570 0 0 -4.717 0 3.597 -15 0 4.435
Garantie (kurzfristig) 4.269 0 0 -854 -1.000 1.199 -2 0 3.613
Variables Gehalt und Provisionen 6.632 0 46 -5.345 -727 2.563 0 -5 3.164
Gleitzeit 2.987 0 18 -835 0 949 0 -25 3.094
Drohverluste 6.031 0 3.014 -6.570 0 21 0 0 2.496
Berufsgenossenschaft 431 0 0 -340 -91 744 0 -6 738
Jahresabschluss-
und Prüfungskosten
935 0 0 -780 -71 603 0 -36 651
Personalkosten 1.013 0 0 -896 -3 519 0 -12 621
Rechtsstreitigkeiten und Schadensbeseiti
gung 279 0 0 -65 -7 46 0 0 252
Bonusprogramm 796 0 0 -725 0 0 0 0 70
Erlösminderungen 40 0 0 -31 0 45 0 0 54
Restrukturierung 215 0 0 -215 0 0 0 0 0
Sonstige 2.520 -180 4 -230 -1.337 1.203 0 -222 1.759
48.048 0 3.236 -35.063 -3.478 37.427 -18 -627 49.525
Summe 50.495 0 3.236 -35.393 -3.480 39.022 -18 -628 53.234
in T€ 31.12.2020 Umgliederung Erstkonsolidi
erung
Verbrauch Auflösung Zuführung Währungseffekte 31.12.2021
Langfristige Rückstellungen 0
Bonusprogramm 318 0 0 0 0 996 0 1.313
Altersteilzeit 861 0 0 -578 -1 579 0 862
Jubiläen 276 0 0 -140 0 124 0 260
Sterbegeld 13 0 0 -13 0 11 0 12
1.468 0 0 -731 -1 1.711 0 2.447
Kurzfristige Rückstellungen
Ausstehende Rechnungen 14.550 -156 250 -13.132 -536 9.756 5 10.737
Variables Gehalt und Provisionen 2.446 -725 0 -1.272 -353 6.535 0 6.632
Drohverluste 2.104 0 0 -1.428 0 5.320 34 6.031
Urlaub 5.352 0 477 -5.119 -69 4.954 -2 5.592
Nachlaufende Kosten 9.844 0 0 -9.078 0 4.682 122 5.570
Garantie (kurzfristig) 4.615 0 262 -1.331 -847 1.554 17 4.269
Gleitzeit 3.093 0 0 -2.844 0 2.738 0 2.987
Personalkosten 590 0 0 -317 -50 790 0 1.013
Jahresabschluss-
und Prüfungskosten
947 0 47 -710 -181 833 0 935
Bonusprogramm 40 0 0 0 0 756 0 796
Berufsgenossenschaft 643 -336 52 -289 -118 479 0 431
Rechtsstreitigkeiten und Schadensbeseitigung 1.561 -1.026 232 -339 -105 -45 0 279
Restrukturierung 7.517 0 0 -2.606 -4.696 0 0 215
Erlösminderungen 66 0 0 -51 0 26 0 40
Sonstige 408 2.243 535 -1.128 -362 825 0 2.520
53.777 0 1.855 -39.644 -7.317 39.203 176 48.048
Summe 55.245 0 1.855 -40.375 -7.318 40.913 176 50.495

16. Leasingverhältnisse

Es ergeben sich zum Bilanzstichtag insgesamt folgende Leasingverbindlichkeiten:

Leasingverbindlichkeiten nach Nutzungsrecht 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Grundstücke und Gebäude 4.795 5.136
Technische Anlagen und Maschinen 6.423 7.232
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.954 3.922
Summe 14.172 16.289

Unter Berücksichtigung der als Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing bilanzierten Verträge ergeben sich zum Bilanzstichtag insgesamt folgende Leasingverbindlichkeiten:

Leasingverbindlichkeiten nach Fristigkeit 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Langfristig 10.484 13.488
Kurzfristig 8.136 8.452
Summe 18.620 21.939

In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst:

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste Beträge 2022 2021
T€ T€
Abschreibungen 8.839 8.180
davon für Gebäude 1.768 1.600
davon für Technische Anlagen und Maschinen 4.521 4.024
davon für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.550 2.556
Zinsaufwand 343 267
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 10.293 6.249
Aufwand für geringwertige Leasinggegenstände 114 944
Summe 19.589 15.640

Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse (inklusive Zahlungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse) belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt 20.144 T€ (Vorjahr: 17.879 T€).

III. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr 2022 betragen die Umsatzerlöse 896,5 Mio. € (Vorjahr: 680,3 Mio. €). Von den Umsatzerlösen entfallen 562,8 Mio. € (Vorjahr: 416,9 Mio. €) auf zeitraumbezogene Verträge mit Kunden.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse wird im Lagebericht erläutert. Die Segmentberichterstattung enthält eine Gliederung, in der die Umsatzerlöse primär nach Geschäftssegmenten und sekundär nach geografischen Segmenten aufgeteilt sind.

2. Erträge aus Equity-Beteiligungen

2022 2021
T€ T€
Im Finanzanlagevermögen erfasstes Ergebnis aus Equity-Beteiligungen
In Forderungen und Verbindlichkeiten erfasstes Ergebnis aus Equity -Beteiligun
17.922 7.498
gen -1.865 -2.376
Summe 16.057 5.122

Anteile des MBB-Konzerns an kumulierten Gewinnen von als Gemeinschaftsunternehmen eingestuften Arbeitsgemeinschaften werden im Finanzanlagevermögen unter den Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Erlöse des Konzerns aus Lieferungen und Leistungen an bzw. Leistungen für Arbeitsgemeinschaften werden unter den Umsatzerlösen erfasst. Das in eine Arbeitsgemeinschaft einbezahlte Kapital wird zusammen mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber den Arbeitsgemeinschaften nach Abzug von Kapitalentnahmen und kumulierten Verlusten unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw., wenn sich per Saldo ein Passivposten ergibt, unter den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

3. Sonstige betriebliche Erträge

2022 2021
T€ T€
Aktivierte Eigenleistungen 4.760 2.688
Auflösung von Rückstellungen 3.480 7.317
Anlagenabgänge 3.185 546
Wertpapiere 2.626 5.059
Verrechnung von Sachbezügen 2.522 2.326
Währungskursgewinne 1.304 781
Vermietung und Verpachtung 1.172 1.181
Erstattungen 769 1.041
Versicherungsentschädigungen und Ersatzleistungen 343 311
Auflösung von Wertberichtungen auf Forderungen 212 319
Fördermittel und Investitionszuschüsse 160 403
Periodenfremd 137 82
Erträge aus Beteiligungen 0 23
Sonstige 2.408 2.186
Summe 23.077 24.263

Die Erträge aus Anlagenabgängen beinhalten den Gewinn aus dem Verkauf eines ungenutzten Grundstücks sowie Gebäudes in Höhe von 1.687 T€. Im Halbjahresfinanzbericht 2022 wurden diese Vermögenswerte in den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten dargestellt.

Die Erträge aus Erstattungen sowie die Erträge aus Fördermitteln und Investitionszuschüssen beinhalten erfolgsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 859 T€ (Vorjahr: 745 T€). Diese umfassen Erstattungen der Sozialversicherungsbeiträge während der Kurzarbeit in Deutschland im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in Höhe von 50 T€ (Vorjahr: 227 T€), Erstattungen in Zusammenhang mit sonstigen Steuern und Löhnen sowie öffentliche Fördermittel. Es gibt keine unerfüllten Bedingungen oder andere Erfolgsunsicherheiten, die mit den Zuwendungen verbunden sind.

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2022 2021
T€ T€
Instandhaltungsaufwendungen -15.650 -14.089
Miete, Pachten, Leasing -10.512 -8.328
Reise- und KFZ-Kosten -6.398 -5.811
Entkonsolidierungsverlust -3.412 0
Recht und Beratung -3.351 -3.741
Sonstige Dienstleistungen -2.893 -3.078
Versicherungen -2.748 -2.606
IT- und Lizenzkosten -1.869 -1.311
Gebühren und Beiträge -1.855 -1.337
Sonstige personalbezogene Aufwendungen -1.764 -1.017
Werbekosten -1.384 -713
Telefon, Porto, Datenfernübertragung -1.361 -1.344
Aus- und Weiterbildung -1.267 -1.206
Forderungsverluste und Wertberichtigungen auf Forderungen -1.153 -1.045
Aufwand aus dem Abgang von Anlagevermögen -1.121 -110
Währungskursverluste -969 -233
Nebenkosten Geldverkehr -641 -535
Bürobedarf -629 -553
Aufwand aus Wertpapier-Geschäften -362 -99
Periodenfremde Aufwendungen -85 -131
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen -5.493 -4.980
Summe -64.917 -52.265
5. Abschreibungen
Summe -43.407 -36.894
Wertminderungen auf Sachanlagen 0 -40
Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte -119 0
Auflösung stiller Reserven von Equity-Beteiligungen -768 -1.219
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -42.519 -35.635
T€ T€
2022 2021
  1. Finanzerträge
Summe 3.898 112
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 686 97
Erträge aus Wertpapier-Geschäften 721 15
Erträge aus der Bewertung von Finanzverbindlichkeiten 2.491 0
T€ T€
2022 2021

7. Finanzierungsaufwendungen

2022 2021
T€ T€
Bankzinsen -1.943 -1.859
Avalprovisionen -356 -334
Zinsaufwand aus Pensionen -256 -144
Zinsaufwand aus Leasing -343 -267
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -651 -359
Summe -3.550 -2.963

8. Steuern

Einzelangaben zu den gebildeten aktiven bzw. passiven latenten Steuern sind dem Gliederungspunkt I.4.18 b) "Latente Steuern" zu entnehmen. Bei der Bildung der latenten Steuern wird der zukünftige lokale Ertragsteuersatz zu Grunde gelegt. Der Ertragsteuersatz in Polen liegt bei 19 % und in China bei 25 %.

Die Überleitungsrechnung zwischen dem Ertragssteueraufwand und dem Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem anzuwendenden Steuersatz des Konzerns für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 stellt sich wie folgt dar:

2022 2021
T€ T€
Gewerbesteuer -7.472 -8.069
Körperschaftsteuer -5.601 -7.032
Latente Steuern -4.790 4.397
Summe -17.862 -10.704
2022 2021
T€ T€
Ergebnis vor Steuern (EBT) 42.906 12.975
Sonstige Steuern -889 -1.222
Konzernergebnis vor Ertragsteuern und Nicht beherrschenden Anteilen 42.017 11.753
Steuern vom Einkommen und Ertrag -17.862 -10.704
Tatsächliche Ertragsteuerquote 42,5% 91,1%
2022 2021
T€ T€
Ergebnis vor Steuern (EBT) 42.906 12.975
Sonstige Steuern -889 -1.222
Konzernergebnis vor Ertragsteuern und Nicht beherrschenden Anteilen 42.017 11.753
Anzuwendender (gesetzlicher) Steuersatz 30,0% 30,0%
Erwarteter Ertragsteueraufwand 12.605 3.526
Effekte auf Grund der Änderung nicht bilanzierter Verlustvorträge 1.992 2.226
Steuereffekt für steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 1.165 2.045
Steuereffekt aus Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE 0 3.111
Effekte aus steuerfreien Erträgen -18 -914
Periodenfremde Steuern 1.898 -149
Effekte aufgrund von Abweichungen zum erwarteten Ertragsteuersatz 5 -5
Sonstige Steuereffekte 215
0
864
0
Tatsächlicher Ertragssteueraufwand 17.862 10.704

9. Ergebnis je Aktie

Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.

Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird gemäß IAS 33.32 das Konzernergebnis um Aufwand und Ergebnis im Zusammenhang mit Verwässerungseffekten bereinigt und dann durch die Anzahl ausstehender Stammaktien inklusive Verwässerungseffekten geteilt.

Den einzigen Verwässerungseffekt im Geschäftsjahr 2022 stellt das Aktienoptionsprogramm 2020 der MBB SE dar. Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde der im Geschäftsjahr angefallene Personalaufwand im Zusammenhang mit dem Aktienoptionsprogramm 2020 der MBB SE in Höhe von 1.462,7 T€ (Vorjahr: 1.657,9 T€) aus dem Konzernergebnis bereinigt. Außerdem wurden 230.000 (Vorjahr: 230.000) ausgegebene Optionsrechte in der gewichteten durchschnittlichen Anzahl von Stammaktien berücksichtigt.

2022 2021
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergeb
nis vor Bereinigungen (in T€)
11.764 -11.570
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien zur Berechnung des Er
gebnisses je Aktie (in Tsd.)
5.814 5.912
Ergebnis je Stammaktie (in €) - unverwässert 2,02 -1,96
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergeb
nis nach Bereinigungen (in T€)
13.226 -9.912
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien zur Berechnung des Er
gebnisses je Aktie - nach Verwässerungseffekten (in Tsd.)
6.044 6.142
Ergebnis je Stammaktie (in €) - verwässert 2,19 -1,61

10. Sonstiges Ergebnis

Das IFRS Gesamtergebnis des MBB-Konzerns von -6.676 T€ (Vorjahr: 44.991 T€) setzt sich aus dem Ergebnis nach Steuern von 24.154 T€ (Vorjahr: 1.049 T€) sowie aus dem Sonstigen Ergebnis von -30.830 T€ (Vorjahr: 43.942 T€) zusammen. Im Sonstigen Ergebnis sind Verluste aus der Aktienbewertung zum beizulegenden Zeitwert von -34.652 T€ (Vorjahr: 41.966 T€) sowie der Bewertung von Anleihen und Gold von -2.299 T€ (Vorjahr: 270 T€) enthalten. Davon entfallen auf die MBB SE Verluste in Höhe von -29.413 T€ aus der Bewertung von Aktien (Vorjahr: Gewinn von 34.563 T€) sowie Verluste in Höhe von -2.302 T€ (Vorjahr: Gewinn von 259 T€) auf die Bewertung von Anleihen und Gold.

IV. Segmentberichterstattung

1. Informationen nach Segmenten

Die Segmentberichterstattung wurde unter Anwendung von IFRS 8 (Geschäftssegmente) erstellt. Hiernach stellen Geschäftssegmente Komponenten eines Unternehmens dar, zu denen getrennte Finanzinformationen verfügbar sind und die regelmäßig durch die oberste Führungskraft des operativen Bereiches überprüft werden, um zu entscheiden, wie Ressourcen zu verteilen und deren Leistungsfähigkeit zu beurteilen ist.

Die Zusammensetzung der Geschäftssegmente ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert und stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Technological Applications

In diesem Segment sind Tochterunternehmen mit technischen Produkten und industriellen Kunden zusammengefasst. Das Segment besteht aus den Gesellschaften von Aumann und Delignit. Die Ergebniskennzahlen umfassen zudem die Werte der OBO bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Konsolidierungskreis zum 24. November 2022.

Consumer Goods

Das Segment Consumer Goods beinhaltet die Tochterunternehmen, deren Produkte vorwiegend von Privatverbrauchern genutzt werden. Dementsprechend fassen wir in diesem Segment die Tochterunternehmen Hanke und CT Formpolster zusammen.

Service & Infrastructure

Das Segment Service & Infrastructure umfasst die Unternehmen von DTS, die auf IT-Security und Cloud-Dienstleistungen spezialisiert sind und die Unternehmen von Friedrich Vorwerk, einem führenden Anbieter im Bereich des Pipeline- und Anlagenbaus für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.

Segment-Zahlen

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei der Segmentberichterstattung entsprechen den unter Punkt I. 4 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Das Segmentergebnis basiert auf dem bereinigten EBITDA der einzelnen Segmente (Vorjahr: EBIT der Segmente), da darüber die Steuerung der Segmente erfolgt. Die Verrechnungspreise zwischen den operativen Segmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Segmentzahlen - Berichtsjahr 2022 2021 ∆ 2022 / 2021
T€ T€ T€ in %
Service & Infrastructure
Umsatzerlöse 477.192 359.290 117.902 32,8%
EBITDA (bereinigt) 66.699 68.286 -1.587 -2,3%
Vermögenswerte des Segments 273.837 201.724 72.113 35,7%
Schulden des Segments 100.246 90.349 9.897 11,0%
Technological Applications
Umsatzerlöse 313.057 249.762 63.295 25,3%
EBITDA (bereinigt) 16.231 3.756 12.475 332,1%
Vermögenswerte des Segments 226.923 239.929 -13.006 -5,4%
Schulden des Segments 117.253 104.542 12.711 12,2%
Consumer Goods
Umsatzerlöse 106.779 71.934 34.845 48,4%
EBITDA (bereinigt) 10.102 5.713 4.389 76,8%
Vermögenswerte des Segments 60.447 53.059 7.388 13,9%
Schulden des Segments 20.564 13.352 7.212 54,0%
Überleitung - konzerninterne Umsatzerlöse
Technological Applications 0 0 0 0,0%
Consumer Goods -92 -102 11 -10,5%
Service & Infrastructure -484 -554 71 -12,8%
Umsatzerlöse -575 -657 81 -12,4%
EBITDA (bereinigt) 134 1.819 -1.686 -92,6%
Konzern
Umsatzerlöse Dritte Service & Infrastructure 476.708 358.736 117.972 32,9%
Umsatzerlöse Dritte Technoligical Applications 313.057 249.762 63.295 25,3%
Umsatzerlöse Dritte Consumer Goods 106.688 71.832 34.856 48,5%
Umsatzerlöse 896.453 680.329 216.124 31,8%
EBITDA (bereinigt) 93.166 79.574 13.591 17,1%

Die Segmentvermögenswerte beinhalten keine aktiven latenten Steuern, kurzfristigen Finanzmittel und Finanzanlagen. Die Segmentschulden beinhalten keine passiven latenten Steuern, Steuerrückstellungen, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Überleitung EBITDA zum Konzernergebnis 2022 2021
T€ T€
Summe EBITDA (bereinigt) der Segmente 93.032 77.755
Bereinigungseffekte EBITDA -5.188 -23.677
Überleitung auf EBITDA des Konzerns 134 1.819
EBITDA des Konzerns 87.978 55.897
Abschreibungen -43.407 -36.894
Finanzergebnis -1.665 -6.028
Ergebnis vor Steuern (EBT) 42.906 12.975
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -17.862 -10.704
Sonstige Steuern -889 -1.222
Ergebnis nach Steuern 24.154 1.049
Nicht beherrschende Anteile -12.391 -12.619
Konzernergebnis 11.764 -11.570
Überleitung Vermögenswerte der Segmente zu Aktiva des Konzerns 2022
T€
2021
T€
Segment Service & Infrastructure 273.837 201.724
Segment Technological Applications 226.923 239.929
Segment Consumer Goods 60.447 53.059
Summe Segmentvermögen 561.207 494.713
Aktive latente Steuern 14.314 17.691
Kurzfristige Finanzmittel 447.260 421.246
Finanzanlagen 84.283 211.519
Sonstige Aktiva 14.464 7.152
Summe Aktiva 1.121.527 1.152.320
Überleitung Schulden der Segmente zu Passiva des Konzerns 2022 2021
T€ T€
Segment Service & Infrastructure 100.246 90.349
Segment Technological Applications 117.253 104.542
Segment Consumer Goods 20.564 13.352
Summe Segmentschulden 238.063 208.243
Eigenkapital 769.527 808.479
Passive latente Steuern 26.835 24.067
Steuerrückstellungen 13.816 12.939
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 49.155 66.000
Leasingverbindlichkeiten 18.620 21.939
Sonstige Passiva 5.512 10.653
Summe Passiva 1.121.527 1.152.320

Die "Bereinigungseffekte EBITDA" umfassen im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen Verluste im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der OBO-Werke GmbH von 3.412 T€, Personalaufwendungen von 2.213 T€ (Vorjahr: 2,0 Mio. €) aus Aktienoptionsprogrammen der MBB SE und der Aumann AG sowie mit gegenläufigem Effekt sonstige Erträge von 438 T€, die sich aus dem Verkauf von Sachanlagen bei Aumann ergaben, die im Vorjahr im Rahmen des Restrukturierungsprojekts sonderabgeschrieben und bereinigt wurden. Im Vorjahreszeitraum wurden im Wesentlichen einmalige Personalaufwendungen in Höhe von 20,0 Mio. € sowie sonstige Kosten in Höhe von 1,1 Mio. € bereinigt, die jeweils im Zuge des Börsengangs der Friedrich Vorwerk Group SE anfielen.

In der Überleitung zum Ergebnis (EBITDA) des Konzerns werden Konsolidierungseffekte zwischen den Segmenten sowie die Erträge und Aufwendungen der Holding, die nicht auf Geschäften mit Tochterunternehmen beruhen, erfasst. Dazu zählen insbesondere Erträge und Aufwendungen aus Wertpapieren sowie die Vergütung des Personals der Holding.

2. Informationen nach Regionen

2.1 Erlöse von externen Kunden

2022 2021
T€ T€
Deutschland 659.034 480.122
Europa 189.325 155.263
China 15.293 13.830
USMCA1 25.335 23.148
Übrige 7.465 7.965
Summe 896.453 680.329

1 Die Region USMCA umfasst Kanada, Mexiko und die Vereinigten Staaten von Amerika.

2.2 Langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte des MBB-Konzerns befinden sich überwiegend in Europa. Die langfristigen Vermögenswerte unserer Tochtergesellschaften in China und den USA betragen zum Jahresende 237 T€ (Vorjahr: 427 T€).

3. Informationen über Hauptkunden

In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 gab es keinen einzelnen Kunden, der mehr als 10 % zum Konzernumsatz beigetragen hat.

V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist in einer gesonderten Rechnung dargestellt. Sie zeigt die Veränderungen des Finanzmittelfonds im MBB-Konzern. Die ausgewiesenen liquiden Mittel unterliegen keiner Verfügungsbeschränkung durch Dritte. Der Konzern hat keine Zahlungen für außerordentliche Geschäftsvorfälle geleistet. Zahlungen für Ertragsteuern und Zinsen sind gesondert ausgewiesen. Die Kapitalflussrechnung wurde in Übereinstimmung mit IAS 7 erstellt und gliedert die Veränderungen der liquiden Mittel nach Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode.

Die folgende Tabelle stellt die Änderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit dar.

Langfristige
Verbindlich
keiten
gegenüber
Kreditinsti
tuten
Kurzfristige
Verbindlich
keiten
gegenüber
Kreditinsti
tuten
Langfristige
Leasingver
bindlich
keiten
Kurzfristige
Leasingver
bindlich
keiten
Sonstige
Darlehen
Summe
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Bilanz zum 01.01.2021 37.441 17.495 13.213 9.449 2.812
Aufnahmen 12.200 11.433 0 0 0 23.633
Tilgungen -5.262 -9.483 -583 -9.837 0 -25.165
Zahlungswirksame Verän
derungen 6.938 1.950 -583 -9.837 0 -1.532
Wechselkursänderungen -19 -64 -5 0 0
0
-88
Umgliederungen -4.932 4.932 -5.109 5.109 0 0
Änderungen Konsolidi
erungskreis 1.136 1.315 3.752 802 0 7.004
Neue Leasingverhältnisse 0 0 2.546 3.146 0 5.692
Ausbuchungen 0 0 -326 -218 0 -544
Zinsabgrenzungen 0 -189 0 0 0 -189
Nicht zahlungswirksame
Veränderungen -3.815 5.993 858 8.839 0
0
11.874
Bilanz zum 31.12.2021 40.563 25.437 13.488 8.452 2.812
Bilanz zum 01.01.2022 40.563 25.437 13.488 8.452 2.812
Aufnahmen 0 12.314 982 0 0 13.296
Tilgungen -4.727 -19.319 -548 -8.846 -2.812 -36.251
Zahlungswirksame Veränder
ungen -4.727 -7.005 435 -8.846 -2.812 -22.955
Wechselkursänderungen -38 -153 -19 -20 0 -229
Umgliederungen -4.465 4.465 -6.133 6.133 0 0
Änderungen Konsolidi
erungskreis -938 -3.999 -6 3 0 -4.939
Neue Leasingverhältnisse 0 0 2.735 3.180 0 5.915
Ausbuchungen 0 0 -16 -766 0 -782
Zinsabgrenzungen 0 14 0 0 0 14
Nicht zahlungswirksame
Veränderungen -5.440 327 -3.439 8.530 0 -22
Bilanz zum 31.12.2022 30.396 18.759 10.484 8.136 0

VI. Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Finanzinstrumente setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

31.12.2022
T€ Bewertungs
kategorie
nach IFRS 9*
Buchwert Fair Value
Aktiva 0
Wertpapiere des Anlagevermögens
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Wertpapiere (Schuldinstrumente)
Derivate ohne Hedge Beziehung
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
FVTOCI
AC
FVTOCI
FVTPL
AC
66.039
65.469
79.839
321
362.706
66.039
n/a
79.839
321
n/a
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten aus Genussrechten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesell
FLaC
FLaC
FLaC
49.155
10.213
66.571
47.265
13.607
n/a
schaftern
Bedingte Gegenleistungen aus Put-Optionen
Derivate ohne Hedge Beziehung
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
FLaC
FVTPL
FVTPL
FLaC
4.765
901
0
14.879
n/a
901
0
n/a
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Aktiva AC
FVTOCI
FVTPL
428.176
145.878
321
n/a
145.878
321
Passiva FLaC
FVTPL
145.583
901
n/a
901
31.12.2021
Bewertungs
kategorie Buchwert Fair Value
T€ nach IFRS 9*
Aktiva 0
Wertpapiere des Anlagevermögens FVTOCI 201.309 201.309
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 58.447 n/a
Wertpapiere (Schuldinstrumente) FVTOCI 266 266
Derivate ohne Hedge Beziehung FVTPL 52 52
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten AC 416.775 n/a
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaC 66.000 67.849
Verbindlichkeiten aus Genussrechten FLaC 10.213 17.451
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaC 53.364 n/a
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherrschenden Gesell
schaftern FLaC 6.301 n/a
Bedingte Gegenleistungen aus Put-Optionen FVTPL 3.366 3.366
Derivate ohne Hedge Beziehung FVTPL 16 16
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLaC 3.479 n/a
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Aktiva AC 475.222 n/a
FVTOCI 201.574 201.574
FVTPL 52 52
Passiva FLaC 139.357 n/a
FVTPL 3.382 3.382

* FVTPL: Fair Value through P&L (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet); FVTOCI: Fair Value through OCI (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet); AC: Amortized Cost (Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten); FLaC: Financial Liabilities at amortized cost: Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten

Bei Finanzinstrumenten, bei denen die Buchwerte einen angemessenen Näherungswert für die beizulegenden Zeitwerte darstellen, erfolgt keine gesonderte Angabe des Fair Value.

Die liquiden Mittel sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapiere basieren die Zeitwerte auf dem an einem aktiven Markt notierten Marktpreis. Die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente werden überwiegend erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet. Zum Bilanzstichtag bestanden ausschließlich erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente. Dieser Ausweis basiert auf strategischen Managemententscheidungen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Laufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Genussrechten sowie der Bedingten Gegenleistungen aus Put-Optionen werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Zur Diskontierung werden auf die entsprechenden Fristigkeiten und Bonitäten bezogene marktübliche Zinssätze verwendet.

Die beizulegenden Zeitwerte für Finanzinstrumente, die zum Fair Value bilanziert werden, wurden wie folgt ermittelt:

31.12.2022
T€ Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Aktiva 0
Wertpapiere des Anlagevermögens 66.039 66.039
Wertpapiere (Schuldinstrumente) 79.839 79.839
Gesamt 145.878 145.878
Passiva
Bedingte Gegenleistungen aus Put
Optionen 901 901
Gesamt 901 901
31.12.2021
T€ Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Aktiva
Wertpapiere des Anlagevermögens 201.309 201.309
Wertpapiere (Schuldinstrumente) 266 266
Gesamt 201.574 201.574
Passiva
Bedingte Gegenleistungen aus Put
Optionen 3.366 3.366
Gesamt 3.366 3.366

Ein Wechsel zwischen den Leveln hat weder im aktuellen noch im abgelaufenen Geschäftsjahr stattgefunden.

Die Bedingten Gegenleistungen aus Put-Optionen resultieren aus dem Erwerb der Internet Sicherheitslösungen GmbH, Bochum, und wurden im Geschäftsjahr 2019 erstmalig erfasst. In der Berichtsperiode wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 26 T€ (Vorjahr: 40 T€) aus der Aufzinsung der Bedingten Gegenleistungen sowie ein Ertrag aus der Neubewertung in Höhe von 2.491 T€ (Vorjahr: 372 T€) auf Grund des geminderten Zeitwertes der ausstehenden Anteile erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet wurde.

Finanzinstrument Bewertungstechnik Wesentliche, nicht beobachtbare
Inputfaktoren
Wertpapiere Der beizulegende Zeitwert basiert auf
dem Marktpreis der Eigenkapital- und
Schuldinstrumente zum 31. Dezember
2022.
Nicht anwendbar
Bedingte Gegenleistungen aus
Put-Optionen
Diskontierte Cashflows auf Basis ver
traglich fixierter Mechanismen
Performance der ISL
Der beizulegende Zeitwert der Verbind
lichkeiten aus bedingten Gegenleistun
gen würde sinken, wenn die Perfor
mance der ISL niedriger wäre.

VII. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

1. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die im Konzern hauptsächlich bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Genussrechten, kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie lang- und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns bestehen im Wesentlichen aus liquiden Mitteln, Wertpapieren sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte abzüglich Wertminderungen stellt das maximale Ausfallrisiko dar. Er beträgt insgesamt 678.667 T€ (31.12.2021: 604.218 T€). Geschäftsverbindungen werden lediglich mit kreditwürdigen Vertragspartnern eingegangen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen eine Anzahl von auf unterschiedliche Branchen und Regionen verteilte Kunden. Hinsichtlich des finanziellen Bestands der Forderungen werden ständige Kreditbeurteilungen durchgeführt. Üblicherweise wird ein Zahlungsziel von 30 Tagen ohne Abzug gewährt. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche zum Bilanzstichtag überfällig waren, wurden keine Wertberichtigungen gebildet, wenn keine wesentlichen Veränderungen in der Kreditwürdigkeit der Kunden festgestellt wurden und mit einer Zahlung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.

Zu den Fristigkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Gliederungspunkt II.13. "Verbindlichkeiten" bzw. II.14. "Sonstige Verbindlichkeiten".

Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden der MBB-Gruppe ist unter dem Gliederungspunkten I.4.10 Finanzinstrumente – erstmalige Erfassung und Folgebewertung dargestellt.

2. Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital (Eigenkapital plus Schulden abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) mit dem Ziel, durch finanzielle Flexibilität seine Wachstumsziele bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungskosten zu erreichen. Die diesbezügliche Gesamtstrategie ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Das Management überprüft die Kapitalstruktur mindestens halbjährlich. Dabei werden die Kapitalkosten, die gegebenen Sicherheiten sowie die offenen Kreditlinien und Kreditmöglichkeiten überprüft.

31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital in T€ 769.527 808.479
- in % vom Gesamtkapital 68,6% 70,2%
Schulden in T€ 352.000 343.841
- in % vom Gesamtkapital 31,4% 29,8%
Kurzfristige Schulden in T€ 246.546 218.394
- in % vom Gesamtkapital 22,0% 19,0%
Langfristige Schulden in T€ 105.454 125.447
- in % vom Gesamtkapital 9,4% 10,9%
Nettoverschuldungsgrad* -0,6 -0,7

Die Kapitalstruktur stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

* Berechnet als Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel, Wertpapiere und physischer Goldbestände im Verhältnis zum Eigenkapital.

Durch die Vereinbarung von mehreren Financial Covenants bei der Aufnahme von Darlehen sind einzelne Tochterunternehmen zur Einhaltung von bestimmten Eigenkapitalquoten angehalten.

3. Finanzrisikomanagement

Die Überwachung des Finanzrisikos wird zentral durch das Management gesteuert. Die einzelnen Finanzrisiken werden mindestens vierteljährlich überprüft.

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Liquiditäts- und Kreditrisiken. Geschäftsverbindungen werden grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Vertragsparteien abgeschlossen.

Zur Bewertung der Kreditwürdigkeit insbesondere von Großkunden werden Bewertungen von unabhängigen Ratingagenturen, andere verfügbare Finanzinformationen sowie eigene Handelsaufzeichnungen herangezogen. Darüber hinaus werden die Forderungsbeträge laufend überwacht, so dass der MBB-Konzern keinem wesentlichen Kreditrisiko ausgesetzt ist. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den jeweiligen in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert der Vermögenswerte begrenzt.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Vertragsvermögenswerte werden unter Anwendung des vereinfachten Ansatzes bestimmt.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Überwachung und Pflege der Kreditvereinbarungen sowie Planung und Abstimmung der Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse.

4. Marktrisiken

Marktrisiken können sich aus Änderungen von Wechselkursen (Wechselkursrisiko) oder Zinssätzen (Zinsrisiko) ergeben. Wechselkursrisiken werden dadurch weitgehend vermieden, dass der Konzern im Wesentlichen in Euro bzw. lokaler Währung fakturiert. Zur auftragsbezogenen Absicherung wurden bei Aumann Devisentermingeschäfte zu Nominalwerten in Höhe von 1.074 TUSD und 525 TGBP abgeschlossen. Der Marktwert dieser Devisentermingeschäfte zum Bilanzstichtag beträgt -21 T€.

Der Konzern ist durch die Aufnahme von Finanzmitteln zu variablen Zinssätzen Zinsrisiken ausgesetzt. Das Risiko wird im MBB-Konzern durch ein angemessenes Verhältnis zwischen festen und variablen Zinsvereinbarungen gesteuert. Die Absicherung durch Derivate (z. B. Zinsswaps oder Zinstermingeschäfte) erfolgt in Ausnahmefällen. Zum Abschlussstichtag bestanden variabel verzinsliche, nicht abgesicherte Verbindlichkeiten in Höhe von 11.014 T€ (Vorjahr: 20.228 T€). Absicherungsgeschäfte bestanden in Form von drei Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 4.366 T€ und zwei Zinsfloors mit einem Nominalvolumen von 3.750 T€. Falls die Zinsen ceteris paribus bei Unterstellung einer entsprechenden durchschnittlichen Verschuldung 2 Prozentpunkte höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Vorsteuerergebnis um 312 T€ niedriger (höher) ausgefallen.

5. Kursrisiko

Die börsennotierten Eigenkapital- und Schuldinstrumente, die vom Konzern gehalten werden, sind anfällig für Marktpreisrisiken, die sich aus der Unsicherheit künftiger Wertentwicklungen dieser Wertpapiere ergeben. Der Konzern steuert das Kursrisiko durch Diversifikation und durch Beschränkungen bei der Investition in einzelne Instrumente. Dem Management des Konzerns werden regelmäßig Berichte zum Portfolio zur Verfügung gestellt. Die Unternehmensleitung überprüft und genehmigt sämtliche Entscheidungen über die Investitionen in diese Instrumente.

6. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass der Konzern nicht in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Liquiditätsrisiken aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich aufgrund des hohen Bestands an Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten nicht. In l etzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement bei den Geschäftsführenden Direktoren und bei den Vorständen und Geschäftsführern der Tochterunternehmen, die jeweils ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen aufgebaut haben. Der Konzern und die Tochterunternehmen steuern Liquiditätsrisiken sowohl durch das Halten von angemessenen Rücklagen und durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme als auch durch Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

IFRS 7 verlangt weiterhin eine Fälligkeitsanalyse für finanzielle Verbindlichkeiten. Die nachfolgende Fälligkeitsanalyse zeigt, wie die nicht diskontierten Cashflows im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2022 die zukünftige Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen.

31.12.2022 Buchwert
31.12.2022
bis zu 1 Jahr mehr als 1
und bis zu 5
Jahren
über 5 Jahre
Art der Verbindlichkeit T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin
stituten 49.155 19.566 26.009 5.733
Leasingverbindlichkeiten 18.620 8.527 10.090 826
Verbindlichkeiten aus Genussrechten 10.213 775 2.863 19.069
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 66.571 66.571 0 0
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherr
schenden Gesellschaftern 4.765 2.534 0 2.231
Bedingte Gegenleistungen aus Put
Optionen 901 0 974 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 14.879 14.879 0 0
Summe 165.103 112.852 39.936 27.859
31.12.2021 Buchwert
31.12.2021
bis zu 1 Jahr mehr als 1
und bis zu 5
Jahren
über 5 Jahre
Art der Verbindlichkeit T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin
stituten
66.000 26.237 33.573 8.695
Leasingverbindlichkeiten 21.939 8.810 13.558 360
Verbindlichkeiten aus Genussrechten 10.213 459 2.002 17.388
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
53.364 53.364 0 0
Verbindlichkeiten ggü. Nicht beherr
schenden Gesellschaftern
6.301 4.997 0 1.304
Bedingte Gegenleistungen aus Put
Optionen
3.366 0 3.470 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.479 3.479 0 0
Summe 164.663 97.347 52.603 27.747

Falls der Vertragspartner eine Zahlung zu verschiedenen Zeitpunkten abrufen kann, wird die Verbindlichkeit auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Die Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung werden auf Basis von Terminzinssätzen ermittelt. Bei einer erfolgsabhängigen Verzinsung wird grundsätzlich von der Verzinsung des Berichtsjahres ausgegangen, es sei denn, es liegen bessere Erkenntnisse vor. Die Cashflows der Finanz- und Leasingverbindlichkeiten setzen sich aus deren nicht diskontierten Zins- und Tilgungszahlungen zusammen.

VIII. Sonstige Pflichtangaben

1. Gesellschaftsorgane

MBB SE wird unter Anwendung des monistischen Systems durch einen Verwaltungsrat und die Geschäftsführenden Direktoren vertreten. Bei einem monistischen System ist die Geschäftsleitung nicht institutionell von der Überwachung getrennt, sondern beide Funktionen können von dem Verwaltungsrat wahrgenommen werden.

Verwaltungsrat

  • Dr. Christof Nesemeier, Diplom-Kaufmann, Vorsitzender und Executive Chairman (Verwaltungsrat seit dem 9. März 2015)
  • Gert-Maria Freimuth, Diplom-Kaufmann, Stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender des Nominierungsausschusses (Verwaltungsrat seit dem 9. März 2015)
  • Dr. Peter Niggemann, Rechtsanwalt, Mitglied (Verwaltungsrat seit dem 9. März 2015)
  • Anton Breitkopf, Diplom-Betriebswirt, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (Verwaltungsrat seit dem 18. Juli 2018)

Dr. Christof Nesemeier ist Aufsichtsratsvorsitzender der Friedrich Vorwerk Group SE und der Friedrich Vorwerk Management SE.

Gert-Maria Freimuth ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Aumann AG, der Delignit AG und der DTS IT AG.

Anton Breitkopf ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DTS IT AG und der Delignit AG.

Alle bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats wurden durch die Hauptversammlung am 24. August 2020 neu bestellt. Ihre Bestellung läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des jeweiligen Mitglieds des Verwaltungsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, längstens jedoch bis zum 23. August 2026.

Geschäftsführende Direktoren

  • Dr. Constantin Mang, Ökonom, Chief Executive Officer (CEO)
  • Dr. Jakob Ammer, Betriebswirt, Chief Operating Officer (COO)
  • Torben Teichler, Betriebswirt, Chief Investment Officer (CIO)
  • Dr. Christof Nesemeier, Diplom-Kaufmann, Executive Chairman

Dr. Constantin Mang verantwortet als CEO (Chief Executive Officer) die Bereiche Strategie, Mergers & Acquisitions, Finanzen, Investor Relations und IT. Dr. Jakob Ammer verantwortet als COO (Chief Operating Officer) die Entwicklung des Beteiligungsportfolios sowie die Prozessoptimierung. Torben Teichler verantwortet als CIO (Chief Investment Officer) die Bereiche Kapitalanlage, Treasury, Compliance und Recht.

Dr. Constantin Mang ist außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der DTS IT AG.

2. Vergütungsbestandteile

Bezugnahme auf das Vergütungssystem und langfristige Unternehmensentwicklung

Die Vergütung der Geschäftsführenden Direktoren und des Verwaltungsrats der MBB SE basieren auf dem Vergütungssystem der MBB SE und wird damit nach den Vorgaben des Aktiengesetzes unter Berücksichtigung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) festgesetzt. Die Struktur und Angemessenheit der Vergütung der Geschäftsführenden Direktoren der MBB SE werden regelmäßig vom Verwaltungsrat überprüft. Dabei wird auch die Vergütungshöhe von Vorständen, Geschäftsführern und Arbeitnehmern innerhalb des MBB Konzerns berücksichtigt. Verwaltungsratsmitglieder sind dabei für Entscheidungen, die die Höhe ihrer eigenen Vergütung betreffen, nicht stimmberechtigt.

Der Verwaltungsrat legt einen Schwerpunkt auf die Förderung der Geschäftsstrategie sowie die langfristige Unternehmensentwicklung. Dabei soll insbesondere der Unternehmenswert und damit der Wert für die Aktionäre langfristig gesteigert werden. Durch die Anknüpfung der variablen Vergütungsbestandteile an die Entwicklung des handelsrechtlichen Eigenkapitals, die Entwicklung des Aktienkurses der MBB SE sowie an Börsenpreise gehaltener Eigenkapitaltitel wird eine Kongruenz zwischen den Interessen und Erwartungen der Aktionäre und der Vergütung der Geschäftsführenden Direktoren hergestellt. Der Verwaltungsrat hat den Anteil der mehrjährigen Vergütungsbestandteile entsprechend hoch gewichtet, was dazu beiträgt, dass das Handeln der Geschäftsführenden Direktoren im laufenden Geschäftsjahr auch auf die langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet ist.

Vergütungsbestandteile der Geschäftsführenden Direktoren

Die Vergütungsbestandteile des Vergütungssystems umfassen für die Geschäftsführenden Direktoren der MBB SE:

Feste Vergütungsbestandteile

  • Grundgehalt
  • Nebenleistungen

Variable Vergütungsbestandteile

  • Jährliche variable Vergütung
  • Aktienbasiertes Long-Term Incentive Programm mit mehrjähriger Laufzeit (LTIP)

Eine Möglichkeit der Rückforderung jährlicher variabler Vergütungsbestandteile durch die MBB SE ist gemäß dem zugrundliegenden Vergütungssystem nicht vorgesehen. Während der Laufzeit des aktienbasierten Long-Term Incentive Programms können auftretende Forderungen der MBB SE gegen Arbeitnehmer aufgrund von grober Pflichtverletzung mit den Ansprüchen aus dem Aktienoptionsprogramm verrechnet werden.

Grundgehalt und Nebenleistungen

Das Grundgehalt umfasst jährlich fixierte Bezüge, die in zwölf gleichen Teilbeträgen monatlich nachträglich gezahlt werden und schließt sozialversicherungsrechtliche Beträge ein, sofern der Geschäftsführende Direktor nicht von der Sozialversicherungspflicht befreit ist. Die Sachbezüge umfassen die Nutzung eines Firmenwagens.

Die Geschäftsführenden Direktoren sind außerdem in der Gruppen-Unfallversicherung und der konzernweiten Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) eingeschlossen.

Jährliche variable Vergütung

Die jährliche variable Vergütung der Geschäftsführenden Direktoren ist vom Eigenkapitalzuwachs der MBB SE abhängig. Bemessungsgrundlage ist dabei ein Prozentsatz desjenigen Betrages, den das Eigenkapital der MBB SE am Ende eines jeden Geschäftsjahres das Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres übersteigt. Das Eigenkapital umfasst jeweils die Positionen des § 266 Abs. 3 A. HGB. Grundlage der Berechnung sind die testierten Jahresabschlüsse, wobei das Eigenkapital mit bestimmten Modifikationen berechnet wird. So werden beispielsweise Aktiva, die einen Börsenpreis haben, mit dem Börsenpreis angesetzt und Verkäufe von Aktiva, an denen MBB SE mehr als 5 % hält, werden nur in definierten Einzelfällen berücksichtigt.

Ist in einem oder mehreren Geschäftsjahren die Bemessungsgrundlage negativ, wird der sich ergebende Negativbetrag auf die folgenden Geschäftsjahre vorgetragen und gegen die künftigen Mehrbeträge verrechnet, bis die vorgetragenen Negativbeträge ausgeglichen sind.

Die Verteilungsquote ist für jedes einzelne Mitglied des Geschäftsführenden Direktoriums vertraglich festgelegt unter Orientierung an Vergütungssystem, Aufgaben, Verantwortung, Erfolg und Betriebszugehörigkeit. Die Feststellung von Anspruch und Höhe einer variablen Vergütung erfolgt nach billigem Ermessen durch den Verwaltungsrat, in der ersten Verwaltungsratssitzung, die dem Geschäftsjahresende folgt.

Der Verwaltungsrat kann für Erlöse aus Verkäufen von nicht-börsennotierten Beteiligungen oder Umplatzierungen im Rahmen von Börsengängen bei Unternehmen, an denen MBB SE mehr als 5 % hält, zusätzliche Anreize setzen. Dies ist beispielsweise im Rahmen des Börsenganges der Friedrich Vorwerk Group SE geschehen, in dessen Zusammenhang die Geschäftsführenden Direktoren im Geschäftsjahr 2021 einen Bonus von insgesamt 13.309.325,11 € und im Geschäftsjahr 2022 einen Bonus von insgesamt 2.473.558 € erhalten haben. Dieser Sonderbonus reflektiert den Eigenkapitalzuwachs der MBB SE im Geschäftsjahr 2021 von 185.170.112,23 €, der insbesondere auf den Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE zurückzuführen ist. Für das Geschäftsjahr 2021 war durch diesen Sonderbonus außerdem die jährliche variable Vergütung abgegolten, sodass die oben beschriebene jährliche variable Vergütung erstmals wieder im Jahr 2022 Anwendung fand. Aufgrund der Bewertungseffekte börsennotierter Finanzanlagen fiel die Bonusbemessungsgrundlage für das Geschäftsjahr 2022 negativ aus, sodass für das Geschäftsjahr 2022 kein variabler Bonus an die Geschäftsführenden Direktoren geflossen ist.

Aktienbasiertes Long-Term Incentive Programm mit mehrjähriger Laufzeit (LTIP)

Das Geschäftsmodell der MBB SE baut wesentlich auf den Einsatz qualifizierter, engagierter Führungspersonen, die mit diesen Modellen einerseits einen langfristigen Anreiz erhalten sollen, den Wert der MBB dauerhaft und nachhaltig zu erhöhen und andererseits dem Unternehmen langfristig verbunden zu bleiben. Im Jahr 2020 hat die MBB SE ein eigenkapitalbasiertes Aktienoptionsprogramm 2020 aufgelegt, welches am 26. August 2024 endet.

Mit Beschluss vom 24. August 2020 hat die Hauptversammlung den Verwaltungsrat ermächtigt, bis zum 30. Juni 2025 bis zu 240.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft an Bezugsberechtigte gemäß des § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG zu gewähren.

Das Optionsprogramm basiert auf der Kursentwicklung der MBB SE Aktie im Zeitraum des Aktienoptionsprogramms. Die Höhe der Ausübbarkeit von ausgegebenen Aktienoptionsrechten wird anhand eines Kurs-Kriterien-Modells ermittelt.

Das Aktienoptionsprogramm 2020 setzt sich aus einem Kriterium A (Überschreiten von Kurs-Schwellen) und einem Kriterium B (erreichter Durchschnittskurs) zusammen. Jedes Kriterium ermittelt eine prozentuale Ausübbarkeit bezogen auf die ausgegebenen Aktienoptionsrechte.

Das Kriterium A basiert auf dem Erreichen eines Kurs-Schwellenwertes. Der jeweilige Schwellenwert gilt als erfüllt, wenn dieser Wert innerhalb der Laufzeit des Aktienoptionsprogramms per 90 XETRA-Handelstagen (nicht zwingend aufeinander folgend und als gleitender Durchschnitt auf Basis des jeweiligen Tages - Schlusskurses) erreicht oder überschritten und in diesem Zeitraum in Summe mindestens 90.000 Aktien auf XETRA gehandelt wurden. Es gelten folgende Kurs-Schwellenwerte:

Kurs-Schwellenwert Kumulierte prozentuale Ausübbarkeit ausgegebener Aktienopti
onsrechte
77,00 € 1,8 %
88,00 € 4,8 %
99,00 € 9,0 %
111,00 € 14,4 %
122,00 € 21,0 %
133,00 € 28,8 %
144,00 € 37,8 %
155,00 € 48,0 %
166,00 € 60,0 %

Das Kriterium B bewertet am Ende des Aktienoptionsprogramms den erreichten Durchschnittskurs mit seiner Steigerung gemessen an der Zielvorgabe. Die Zielvorgabe ist ein Durchschnittskurs am Ende der Wartezeit in Höhe von 110,00 €, woraus sich eine Kurssteigerung in Höhe von 50,00 € zum Ausübungspreis in Höhe von 60,00 € als weiterer Zielwert ergibt.

Die rechnerischen Ergebnisse beider Kriterien werden addiert, wobei die maximale Ausübbarkeit der ausgegebenen Aktienoptionen auf 100 % begrenzt ist.

Der geldwerte Vorteil der ausgeübten Aktienoptionsrechte wird durch die MBB SE versteuert.

Der absolute Höchstbetrag je Bezugsberechtigten für ausübbare Aktienoptionsrechte beträgt 199,00 € abzüglich des Ausübungspreises je Aktie, danach multipliziert mit der Gesamtanzahl der jeweils dem

Bezugsberechtigten zugeteilten Aktienoptionsrechte. Sofern die Voraussetzungen für die Ausübung der Optionsrechte vorliegen, können diese insbesondere nur dann ausgeübt werden, wenn ein zwölfmonatiges, unterbrechungsfreies und ungekündigtes Beschäftigungsverhältnis des Bezugsberechtigten mit der MBB SE vorliegt und die Wartefrist von vier Jahren zuzüglich eines Werktages beginnend ab dem Tag der Ausgabe abgelaufen ist. Ferner ist die Ausübung nur dann möglich, wenn der Verwaltungsrat die Ausübbarkeit, die Gesamthöhe der ausübbaren Aktienoptionsrechte sowie den Ausübungspreis durch Beschluss festgestellt hat.

Tritt ein Bezugsberechtigter vor Ende der Laufzeit des Programms aus dem Unternehmen aus, endet die Zuführung in die Kapitalrücklage und Rückstellung an seinem Austrittsdatum. Die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses während der Laufzeit hat eine reduzierende Auswirkung auf die Höhe ausübbarer Aktienoptionsrechte.

Die Bezugsrechte wurden mit einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der absoluten Erfolgsziele bewertet. Folgende Parameter sind in die Bewertung der Bezugsrechte eingeflossen:

Parameter
Bewertungsstichtag 8/24/2020
Ausübungspreis 60,00 €
Aktienkurs 72,40 €
Risikoloser Zinssatz -0,73 %
Dividendenrendite 1,32 %
Erwartete Volatilität 41,84 %
Laufzeit 4,1 Jahre
Beizulegender Zeitwert 16,57 €

Die Schätzungen für die erwartete Volatilität wurden aus der historischen Aktienkursentwicklung der MBB SE abgeleitet. Als Zeitfenster wurde die Restlaufzeit der Optionsrechte herangezogen.

Aus dem Aktienoptionsprogramm wurden zum Bilanzstichtag insgesamt 230.000 Bezugsrechte gewährt.

Vergütungsbestandteile des Verwaltungsrats

Die Vergütung des Verwaltungsrats basiert auf dem Vergütungssystem der MBB SE und nimmt Bezug auf die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Die Vergütungsbestandteile des Vergütungssystems umfassen für die Mitglieder des Verwaltungsrats der MBB SE:

Feste Vergütungsbestandteile

  • Sitzungsgelder
  • Aufsichtsratsvergütung in der MBB Gruppe
  • Beratungsleistungen

Sitzungsgelder

In dem derzeit bestehenden Vergütungssystem erhält jedes Mitglied des Verwaltungsrats eine feste Vergütung pro Sitzung, welche sich auf 5.000,00 € zuzüglich etwaiger Umsatzsteuer beläuft. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats erhält das Dreifache, der Stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache dieser Vergütung, jeweils zuzüglich etwaiger Umsatzsteuer.

Aufsichtsratsvergütung in der MBB Gruppe

Die Verwaltungsratsmitglieder der MBB SE beziehen zum Teil zusätzliche Vergütungen aus ihrer Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglieder bei Tochtergesellschaften der MBB SE, die unter dem Kapitel "Gesellschaftsorgane" aufgeführt sind.

Aufsichtsratsvergütungen von Vorständen für konzerninterne Mandate werden gemäß der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex mit der Vergütung aus der Eigenschaft als Geschäftsführender Direktor verrechnet. Dies gilt für alle ab dem 1. Juli 2021 neu abgeschlossenen Dienstverträge der Geschäftsführenden Direktoren.

Beratungsleistungen

Es bestehen Beratungsverträge mit Gert-Maria Freimuth und Anton Breitkopf für konkrete Einzelprojekte, die über den Umfang hinausgehen, der aufgrund der Organstellung ohnehin geschuldet ist. Herr Gert-Maria Freimuth erhält dafür einen Tagessatz in Höhe von 2,0 T€ bei einem Jahresbudgetrahmen von 140,0 T€, Herr Anton Breitkopf erhält einen Tagessatz in Höhe von 1,5 T€ bei einem Jahresbudgetrahmen von 150,0 T€.

Nebenleistungen

Der Verwaltungsrat ist eingeschlossen in der konzernweiten Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung).

3. Bezüge der Organe

Eigenkapitalbasiertes Aktienoptionsprogramm 2020

Die eigenkapitalbasierten Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2020 wurden zum Ausgabezeitpunkt einmalig bewertet und der ratierlich auf das Geschäftsjahr 2022 entfallene, beizulegende Zeitwert im Personalaufwand und in der Kapitalrücklage mit 744,1 T€ (Vorjahr: 846,6 T€) erfasst. Für den Ausgleich des Steueraufwands wurde im Geschäftsjahr 2022 die entsprechende Rückstellung um 718,6 T€ erhöht (Vorjahr: 811,3 T€).

Die Anzahl ausgegebener Optionen sowie die Rückstellung aus der Versteuerung des geldwerten Vorteils haben sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Optionen aus Aktienoptionspro
gramm 2020
Ausgegebene Optionen Rückstellung Versteuerung geld
werter Vorteil
1.1.2022 31.12.2022 1.1.2022 Zuführung 31.12.2022
Stück Stück T€ T€ T€
Dr. Christof Nesemeier 100.000 100.000 505.713 373.654 879.367
Dr. Constantin Mang 50.000 50.000 297.355 219.706 517.061
Klaus Seidel 50.000 50.000 158.675 0 158.675
Dr. Jakob Ammer 10.000 10.000 59.471 43.941 103.412
Torben Teichler 10.000 10.000 50.571 37.365 87.937
Team 10.000 10.000 57.147 43.941 101.088
Gesamt 230.000 230.000 1.128.933 718.608 1.847.540

Die Zuführung in die Kapitalrücklage und Rückstellung für die Klaus Seidel zugeteilten Aktienoptionsrechte endete mit seinem Austritt am 30. Juni 2021. Sein vorzeitiger Austritt wird einen reduzierenden Effekt auf die Anzahl der ausübbaren Optionsrechte zum Ausübungszeitpunkt haben.

Vergütung der Organe

Die folgende Tabelle stellt die Gesamtbezüge der Geschäftsführenden Direktoren und des Verwaltungsrats für das abgelaufene Geschäftsjahr sowie für das Vorjahr gemäß § 285 Nr. 9 HGB dar. Für weitere Details wird auf den gesondert nach § 162 AktG erstellten Vergütungsbericht verwiesen.

Gesamtbezüge der Organe
2022 2021
Geschäftsführende Direktoren 3.537 12.626
Verwaltungsrat 402 383

4. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen werden Unternehmen und Personen betrachtet, die über die Möglichkeit verfügen, den MBB-Konzern zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auf dessen Finanz- und Geschäftspolitik auszuüben.

4.1 Nahestehende Personen

Die MBB SE berichtet gemäß IAS 24 auch über Geschäftsvorfälle mit ihr nahestehenden Personen und deren Familienangehörigen. Als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 wurden die Geschäftsführenden Direktoren, der Verwaltungsrat und deren Familienangehörige definiert. Geschä ftsvorfälle mit Familienangehörigen lagen weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr vor.

Die nach IAS 24 anzugebende Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen umfasst die Vergütung der aktiven Geschäftsführenden Direktoren und des Verwaltungsrats.

Diese wurden wie folgt vergütet:

Summe 3.939 13.009
Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen
Aktienbasierte Vergütungen
3.939
0
13.009
0
T€ T€
2022 2021

Geschäftsführende Direktoren und Verwaltungsrat

Es wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht der MBB SE verwiesen. Außer den genannten Bezügen wurden keine Geschäfte mit dem MBB-Konzern getätigt.

Mitteilung von Geschäften mit Aktien der MBB SE

Personen mit Führungsaufgaben, insbesondere die Geschäftsführenden Direktoren und die Mitglieder des Verwaltungsrats der MBB SE, sowie mit diesen in einer engen Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte mit Aktien der MBB SE oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offen zu legen. Mitteilungen über entsprechende Geschäfte sind auf unserer Internetseite unter https://www.mbb.com/investor-relations/corporate-governance.html veröffentlicht.

4.2 Nahestehende Unternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen und nicht-einbezogenen verbundenen Unternehmen sind als nahestehende Unternehmen zu betrachten. Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und seinen Tochterunternehmen wurden im Wege der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert bzw. sind von untergeordneter Bedeutung und branchenüblich. Als nahestehende Unternehmen sind weiterhin Unternehmen zu betrachten, die als verbundene Unternehmen der bereits erwähnten nahestehenden Personen zu bezeichnen sind. Im Laufe des Jahres führten Konzerngesellschaften die folgenden Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen durch, die nicht dem Konzern angehören:

Die MBB SE vergütet die Beratungstätigkeit von Herrn Gert-Maria Freimuth über die MBB Capital GmbH, Münster. Die Beratungstätigkeit von Herrn Anton Breitkopf wird über die Tolea GmbH, Köln, abgerechnet.

Hinsichtlich der Arbeitsgemeinschaften wird auf Absatz II.5 (Angaben zu Arbeitsgemeinschaften) sowie auf die Absätze II.7 (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und II.14 (Sonstige Verbindlichkeiten) verwiesen.

5. Arbeitnehmer

Die im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr beschäftigten Mitarbeiter teilen sich wie folgt auf:

2022 2021
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl Köpfe Köpfe
Segment Service & Infrastructure 1.936 1.694
Segment Technological Applications 1.257 1.288
Segment Consumer Goods 429 440
Summe 3.622 3.422
Zum Stichtag 31.12.2022
Köpfe
31.12.2021
Köpfe
Segment Service & Infrastructure 1.960 1.915
Segment Technological Applications 1.196 1.200
Segment Consumer Goods 415 426
Summe 3.571 3.541

Zum 31. Dezember 2022 sind 261 Personen (Vorjahr: 263) im MBB-Konzern in Ausbildung bzw. dualem Studium, welche in den oben genannten Mitarbeiterzahlen nicht enthalten sind.

6. Kosten Abschlussprüfer

Das für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2022 erfasste Honorar gliedert sich wie folgt:

2022 2021
T€ T€
Abschlussprüfungsleistungen 559 487
Steuerberatungsleistungen 0 0
Andere Bestätigungsleistungen 0 70
Sonstige Leistungen 0 0
Summe 559 557

Bei den anderen Bestätigungsleistungen des Vorjahres handelt es sich um andere Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit dem Börsengang der Friedrich Vorwerk Group SE.

7. Eventualverbindlichkeiten und außerbilanzielle Geschäfte

In der Bauindustrie und im Anlagenbau ist die Ausstellung von verschiedenen Garantien zur Absicherung der vertraglichen Verpflichtungen üblich und notwendig. Diese Garantien werden üblicherweise von Banken bzw. Kreditversicherungsunternehmen ausgestellt und umfassen im Wesentlichen Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsgarantien. Im Fall der Garantieziehung bestehen Regressansprüche der Banken gegenüber dem Konzern. Ein Risiko einer Garantieinanspruchnahme besteht nur dann, wenn den zugrundeliegenden vertraglichen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird. Der Konzern wurde weder im Geschäftsjahr noch in der Vergangenheit hieraus in Anspruch genommen.

Verpflichtungen bzw. wahrscheinliche Risiken aus solchen Garantien sind in der Bi lanz als Verbindlichkeiten oder Rückstellungen berücksichtigt.

Darüber hinaus besteht branchenüblich bei Arbeitsgemeinschaften, an denen Gesellschaften des MBB-Konzerns beteiligt sind, eine gesamtschuldnerische Haftung mit den anderen Partnern.

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Verpflichtungen bestehen hauptsächlich aus Kauf-, Miet- und Leasingverpflichtungen, die nicht nach IFRS 16 als Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit erfasst wurden und stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:

Sonstige finanzielle Verpflichtungen 31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
Innerhalb eines Jahres 4.104 5.959
Zwischen einem und fünf Jahren 1.213 1.073
Über fünf Jahre 1.149 30
Summe 6.466 7.062

9. Erklärung gemäß § 161 AktG

Die MBB SE hat als börsennotierte Aktiengesellschaft gemäß § 161 AktG eine Erklärung abzugeben, inwieweit sie der Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entspricht. Der Verwaltungsrat hat diese Erklärung am 29. März 2023 letztmalig abgegeben. Sie ist im Internet unter www.mbb.com veröffentlicht.

10. Vorgänge nach Ende des Geschäftsjahres

MBB hat am 9. Februar 2023 beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG Gebrauch zu machen. Das Unternehmen beabsichtigt, ab dem 14. Februar 2023 eigene Aktien mit einem Volumen von maximal 12,0 Mio. € bis zu einem Preis von 96,00 € pro Aktie über die Börse zurückzukaufen. Das Aktienrückkaufprogramm soll spätestens am 26. April 2023 enden.

Die MBB SE hat im ersten Quartal 2023 weitere 3,26 % der Anteile an der Tochtergesellschaft Aumann AG erworben. Die Beteiligungsquote hat sich damit von 44,74 % auf 48,00 % erhöht.

Berlin, den 29. März 2023

Die Geschäftsführenden Direktoren der MBB

Dr. Constantin Mang Dr. Jakob Ammer

Chief Investment Officer Executive Chairman

Chief Executive Officer Chief Operating Officer

Torben Teichler Dr. Christof Nesemeier

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der angewandten Grundsätze ordnungsgemäßer Konzernberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Berlin, den 29. März 2023

Die Geschäftsführenden Direktoren der MBB

Dr. Constantin Mang Dr. Jakob Ammer

Torben Teichler Dr. Christof Nesemeier Chief Investment Officer Executive Chairman

Chief Executive Officer Chief Operating Officer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MBB SE, Berlin

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der MBB SE und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MBB SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
  • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandtei le des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflic hten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

  • Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
  • Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

    1. Sachverhalt und Problemstellung,
    1. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse,
    1. Verweis auf weitergehende Informationen.

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

    1. Im Konzernabschluss der MBB SE werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 48,7 Mio. € ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Geschäfts- oder Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu. Die Geschäftsoder Firmenwerte werden jährlich zum Bilanzstichtag oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest ("Impairment Test") unterzogen. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Grundlage dieser Bewertungen ist regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zuzuordnen ist. Den Bewertungen liegen die Planungsrechnungen der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde, die auf den vom Management genehmigten Finanzplänen beruhen. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung ist.
    1. Um dieses Risiko zu adressieren, haben wir die Annahmen und Schätzungen des Managements kritisch hinterfragt und dabei unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir uns ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zum Impairment Test verschafft und das methodische Vorgehen zur Durchführung des Impairment Tests nachvollzogen.
  • Wir haben uns davon überzeugt, dass die den Bewertungen zugrundeliegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die verwendeten Diskontierungszinssätze insgesamt eine sachgerechte Grundlage für die Impairment Tests der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bilden.
  • Bei unserer Einschätzung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie umfangreiche Erläuterungen des Managements zu den wesentlichen Werttreibern der Planungen sowie Abgleich dieser Angaben mit den aktuellen Budgets aus der vom Verwaltungsrat gebilligten Planung gestützt.
  • Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswertes haben können, haben wir uns mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital") beschäftigt und das Berechnungsschema der Gesellschaft nachvollzogen.
  • Ferner haben wir ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ein mögliches Wertminderungsrisiko bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer wesentlichen Annahme der Bewertung einschätzen zu können. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert.

Wir haben festgestellt, dass die jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte und insgesamt die Buchwerte der relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind.

  1. Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Textziffer I.4.5 und II.2. des Anhangs enthalten.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen

  1. Ein wesentlicher Teil der Geschäftstätigkeit des Konzerns wird über Fertigungsaufträge und Bauaufträge abgewickelt. Die Realisierung des Umsatzes nach IFRS 15 ist abhängig von der Erfüllung der Leistungsverpflichtung und muss auf Basis der zugrundeliegenden Verträge evaluiert werden. Aufgrund der Komplexität der Umsatzrealisierung ist die Umsatzrealisierung ein Bereich mit einem bedeutsamen Risiko wesentlich falscher Darstellungen (einschließlich des möglichen Risikos, dass Führungskräfte Kontrollen umgehen) und damit ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt. Von den Umsatzerlösen entfallen 562,8 Mio. € auf zeitraumbezogene Verträge mit Kunden in 2022. Zum 31. Dezember 2022 sind 161,8 Mio. € Vertragsvermögenswerte und 48,8 Mio. € Vertragsverbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen ausgewiesen.

    1. Um dieses Risiko zu adressieren, haben wir die Annahmen und Schätzungen des Managements kritisch hinterfragt und dabei unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:
  2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den unternehmensintern festgelegten Methoden, Verfahren und Kontrollmechanismen des Projektmanagements in der Angebots- und Abwicklungsphase von Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen auseinandergesetzt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und Wirksamkeit der rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen durch Nachvollziehen von auftragsfertigungsspezifischen Geschäftsvorfällen von deren Entstehung bis zur Abbildung im Konzernabschluss sowie durch Testen von Kontrollen beurteilt.
  3. Auf Basis risikoorientiert ausgewählter Stichproben haben wir die von den gesetzlichen Vertr etern vorgenommenen Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Einzelfallprüfungen beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen beinhalteten unter anderem die Durchsicht der vertraglichen Grundlagen sowie Vertragskonditionen einschließlich vertraglich vereinbarter Regelungen über Teillieferungen beziehungsweise -leistungen, Kündigungsrechte, Verzugs- und Vertragsstrafen sowie Schadenersatz. Für die ausgewählten Projekte haben wir uns zur Beurteilung der periodengerechten Ertragsermittlung auch mit den zum Stichtag abrechenbaren Umsatzerlösen sowie den zugehörigen, erfolgswirksam zu buchenden Umsatzkosten unter Zugrundelegung des Fertigstellungsgrads befasst sowie die bilanzielle Abbildung zugehöriger Bilanzpositionen untersucht.
  4. Ferner haben wir Befragungen des Projektmanagements (sowohl kaufmännische als auch technische Projektmanager) zur Entwicklung der Projekte, zu den Gründen bei Abweichungen zwischen geplanten Kosten und Ist-Kosten, zur aktuellen Beurteilung der bis zur Fertigstellung voraussichtlich noch anfallenden Kosten sowie zu den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter zu möglichen Auftragsrisiken durchgeführt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen ergeben.

  1. Die Angaben der Gesellschaft zu den im Rahmen der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen und Bauaufträgen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sind in Textziffer I.4.14; I.4.20, II.7, II.8 und III.1 des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Verwaltungsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

  • die Erklärung zur Unternehmensführung,
  • die nicht-finanzielle Erklärung nach § 315b HGB i.V.m. § 289b HGB,
  • die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks und
  • die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht.

Der Verwaltungsrat ist für den Bericht des Verwaltungsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der im Lagebericht enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Verwaltungsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines

Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen,

dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

  • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die rel evanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei [MBB_SE_IFRS_2022] enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF -Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und der für die Überwachung Verantwortlichen für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF -Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die für die Überwachung Verantwortlichen sind verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF -Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
  • beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegiertenverordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden durch Beschluss der Hauptversammlung der Muttergesellschaft am 30. Juni 2022 als Konzernabschlussprüfer bestellt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer des Konzerns tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Verwaltungsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt– Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschl uss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF -Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestel lten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortliche Wirtschaftsprüferin

Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Katrin Peters.

Düsseldorf, den 29. März 2023

RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Grabs Wirtschaftsprüfer

Peters Wirtschaftsprüferin

Finanzkalender

Quartalsbericht Q1 2023 15. Mai 2023

Hauptversammlung 2023 12. Juni 2023

Halbjahresbericht 2023

  1. August 2023

Commerzbank & ODDO BHF Corporate Conference

      1. September 2023

Berenberg and Goldman Sachs Twelfth German Corporate Conference

      1. September 2023

Quartalsbericht Q3 2023

  1. November 2023

Deutsches Eigenkapitalforum 27. bis 29. November 2023

Ende des Geschäftsjahres 31. Dezember 2023

Kontakt

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