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MBB SE Annual Report 2012

Apr 15, 2013

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2012 MBB Industries AG . Berlin

Geschäftsjahr 2009 2010 2011 2012 Ů 2012 / IFRS fortgeführter Bereich IFRS fortgeführter Bereich IFRS fortgeführter Bereich IFRS Ergebniszahlen T€ T€ T€ T€ % Umsatzerlöse 80.630 99.940 109.627 204.876 86,9 Betriebsleistung 80.406 100.066 109.761 205.641 87,4 Gesamtleistung 86.721 104.553 113.543 211.934 86,7 Materialaufwand -56.027 -70.351 -71.406 -134.562 88,4 Personalaufwand -15.867 -20.300 -23.536 -41.412 76,0 EBITDA 7.930 -3.157 9.240 24.315 163,1 EBITDA-Marge 9,9% -3,2% 8,4% 11,8% 40,5 EBIT 4.979 -7.015 5.673 19.439 242,7 EBIT-Marge 6,2% -7,0% 5,2% 9,5% 82,7 EBT 4.045 -7.961 4.599 17.896 289,1 EBT-Marge 5,0% -8,0% 4,2% 8,7% 107,1 Ergebnis des fortge führten Geschäftsbereichs 3.667 -7.415 3.297 13.439 307,6 Ergebnis des aufge gebenen Geschäftsbereichs -121 571 39 0 Konzernergebnis nach Minderheiten 3.546 -6.844 3.336 13.439 302,8 Anzahl Aktien 6.600.000 6.600.000 6.600.000 6.600.000 EPS in € * 0,54 -1,04 0,51 2,08 Dividende in T€ 3.300 2.178 2.841 3.228 13,6

MBB Industries in Zahlen

Bilanzzahlen 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2012
T€ T€ T€ T€ %
Langfristige Vermögenswerte 41.865 39.445 37.232 46.573 25,1
Kurzfristige Vermögenswerte 60.074 52.304 48.565 102.079 110,2
Darin enthaltene liquide Mittel*** 35.314 33.147 30.278 45.234 49,4
Gezeichnetes Kapital 6.600 6.600 6.600 6.456 -2,2
Sonstiges Eigenkapital 48.986 10.833 39.100 50.955 30,3
Eigenkapital insgesamt 55.586 17.433 45.700 57.411 25,6
Eigenkapitalquote 54,5% 51,7% 53,3% 38,6% -27,6
Langfristige Schulden 22.157 22.632 21.987 37.733 71,6
Kurzfristige Schulden 24.196 21.684 18.110 53.508 195,5
Bilanzsumme 101.939 91.749 85.797 148.652 73,3
Nettofinanzschulden
(net debt (-) / net cash (+)) *** 10.725 14.846 13.654 31.464 130,4
Mitarbeiter 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2012 %
1.122 665 714 998 39,8%

Dividende pro Aktie in € ** 0,50 0,33 0,44 0,50 13,6

* Bezogen auf die bei Veröffentlichung des Berichts durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien.

** Bezogen auf die bei Veröffentlichung des Berichts im Umlauf befindlichen Aktien.

*** Dieser Wert versteht sich inklusive des physischen Goldbestands.

Inhaltsverzeichnis

MBB Industries in Zahlen 1
Inhaltsverzeichnis 3
Grußwort des Vorstands 5
Bericht des Aufsichtsrats 6
Lage- und Konzernlagebericht 8
Geschäfts- und Rahmenbedingungen 8
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 14
Vergütungsbericht 16
Bericht über Chancen 16
Bericht über Risiken 17
Grundzüge des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen
internen Kontrollsystems
17
Erklärung zur Unternehmensführung 18
Angaben gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB 20
Nachtragsbericht 22
Prognosebericht 22
Zusammenfassung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen gemäß § 312 AktG
22
Kurzfassung des Jahresabschlusses 2012 der MBB Industries AG 23
IFRS-Konzernjahresabschluss 2012 24
Anhang des Konzernjahresabschlusses 2012 30
I. Methoden und Grundsätze 30
II. Erläuterungen zur Konzernbilanz 44
III. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung 54
IV. Segmentberichterstattung 57
V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung 61
VI. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements 61
VII. Sonstige Pflichtangaben 63
Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2012 67
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 68
Finanzkalender 69
Kontakt 69
Impressum 69

Grußwort des Vorstands

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre,

unser Unternehmen MBB hat im Geschäftsjahr 2012 seinen langfristigen Wachstumstrend mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis eindrucksvoll bestätigt. Grund dieser Entwicklung ist einerseits ein hervorragend aufgestelltes Portfolio von Unternehmen, die teils schon mehr als zehn Jahre zu uns gehören und andererseits die Übernahme der MBB Fertigungstechnik zu Beginn des Geschäftsjahres 2012. Aber mehr noch ist der Grund für den Erfolg der engagierte Einsatz unserer 1.000 Mitarbeiter, die sich rund um den Globus unermüdlich für die Interessen der MBB Unternehmensgruppe einsetzen. Als Aktionäre und Management des Unternehmens gilt ihnen unser sehr herzlicher Dank.

205 Mio. € Umsatz – so viel wie nie zuvor – wurde in sechs Unternehmen erzielt. Keines der Unternehmen hat dabei weniger erwirtschaftet als im Vorjahr und jedes der Unternehmen hat positiv zum Rekordergebnis von 13,4 Mio. € beigetragen. OBO als kleinstes Unternehmen ist auf dem Weg, seinen Umsatz seit 2009 zu verdoppeln. Hanke bleibt 2012 unser margenstärkstes Unternehmen. CT Formpolster erzielt wieder ein kleines positives Ergebnis. Die Delignit wächst und entschuldet sich durch den starken Cash-Flow nahezu vollständig, DTS setzt die Expansion im sich konsolidierenden IT Markt fort und überschreitet deutlich die 30 Mio. € Umsatzmarke und - last but not least - begrüßt die MBB Fertigungstechnik ihren neuen Gesellschafter mit einem Rekordjahr bei Umsatz und Ergebnis.

Wir wollen, dass diese Entwicklung anhält. Wir investieren deshalb in unsere Töchter und wollen weiterhin neue Unternehmen kaufen. Die Investition in eine neue Papiermaschine in Polen oder die Gründung einer Tochtergesellschaft der MBB Fertigungstechnik in China sollen bereits 2014 zum organischen Wachstum beitragen. Allein von 2005 bis 2012 hat sich der MBB Umsatz von 37 Mio. € auf 205 Mio. € mehr als verfünffacht – wobei dies nur ein Indikator für die Wertentwicklung ist, die unangefochten im Kern unseres Interesses liegt und sich fortsetzen soll.

Wertentwicklung gab es auch 2012 reichlich: Um über 150 % ist der Aktienkurs gestiegen. Unser Unternehmen war damit im Prime Standard eine der Aktien mit dem höchsten Kursanstieg und wird seit Überschreiten der 100 Mio. € Grenze bei der Marktkapitalisierung noch stärker vom Kapitalmarkt wahrgenommen. Wir wollen dafür sorgen, dass dies so bleibt und intensivieren daher Roadshowaktivitäten und die Teilnahme an Kapitalmarktkonferenzen.

Ebenfalls auf Rekordniveau bewegt sich unsere Dividende von 50 €-Cent/Aktie. Damit wurde die Dividende wieder einmal erhöht - dies allerdings nicht im Gleichschritt mit der Steigerung der Ergebnisse. Warum? Uns liegt daran, eine langfristige Dividendenpolitik zu etablieren, bei der Ausschüttungen auch in schwächeren Jahren nicht sinken und in guten Jahren erhöht werden können. Wir sehen unsere Aufgabe zuerst darin, die Attraktivität Ihrer Investition durch weiteres Wachstum zu gewährleisten. Die Dividendenpolitik ist eine bedeutende - aber eben auch nur eine - Nebenbedingung.

MBB bietet als Aktie im Prime Standard mittlerweile einen einzigartigen Zugang zum global erfolgreichen deutschen Mittelstand. Der mehrheitliche Familieneinfluss sichert die Freiheit, die Entwicklung der MBB langfristig und nachhaltig zu gestalten. Zum Ausdruck kommt dies nicht zuletzt durch den Wechsel von Gert-Maria Freimuth in den Aufsichtsrat, womit zukünftig Vorstand und Aufsichtsrat von den Gründern des Unternehmens geführt werden. Wir freuen uns, dass Sie die MBB als Aktionärin oder Aktionär auf Ihrem Weg begleiten und uns somit Ihr Vertrauen schenken. Auch zukünftig werden wir hart arbeiten, um Ihnen vergleichbar erfolgreiche Geschäftsjahre und eine verlässliche Unternehmensentwicklung bieten zu können.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Christof Nesemeier Gert-Maria Freimuth

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz und Satzung sowie den Regelungen des deutschen Corporate Governance Kodex auferlegten Aufgaben und Zuständigkeiten kontinuierlich über die geschäftliche und strategische Entwicklung der Gesellschaft informiert, den Vorstand beratend begleitet und dessen Geschäftsführung überwacht. So hatte der Aufsichtsrat stets Kenntnis über die Strategie, die Geschäftspolitik, die Planung, die Risikolage sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowohl der MBB Industries AG als auch des MBB-Konzerns.

Dies geschah sowohl in persönlichen Gesprächen des Aufsichtsratsvorsitzenden mit den Mitgliedern des Vorstands, durch regelmäßige Informationen des Vorstands zum Gang der Geschäfte als auch im Rahmen der am 26. März, 18. Juni, 25. September und 30. November 2012 durchgeführten Aufsichtsratssitzungen, an denen jeweils sämtliche Aufsichtsratsmitglieder und Vorstandsmitglieder der Gesellschaft teilgenommen haben. Die Aufsichtsratssitzung am 25. September 2012 fand am Standort der Tochtergesellschaft MBB Fertigungstechnik GmbH in Beelen statt, so dass der Aufsichtsrat einen detaillierten Einblick in die Geschäftstätigkeit dieses im Geschäftsjahr erworbenen Beteiligungsunternehmens erhielt.

Im Rahmen der einzelnen Sitzungen hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand die laufende Geschäftsentwicklung analysiert und über die strategische Ausrichtung beraten. Sofern einzelne Geschäfte gemäß Satzung oder aufgrund gesetzlicher Bestimmungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, hat der Aufsichtsrat diese geprüft und über seine Zustimmung entschieden. Die Beratungen erstreckten sich sowohl auf die wirtschaftliche Lage der MBB Industries AG als auch auf die der einzelnen Tochtergesellschaften.

Ausführlich wurden zwischen Aufsichtsrat und Vorstand insbesondere der Erwerb der CLAAS Fertigungstechnik GmbH (heute firmierend unter MBB Fertigungstechnik GmbH) und deren Integration in den MBB-Konzern, das Kapitalanlagegeschäft sowie bestehende gesamtwirtschaftliche Risiken diskutiert. Der Aufsichtsrat war somit stets in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden.

Ferner beschloss der Aufsichtsrat die Verlängerung der Amtszeit der Vorstandsmitglieder Dr. Christof Nesemeier und Gert-Maria Freimuth für den Zeitraum 1. Juli 2012 bis 30. Juni 2015. Jedoch hat Gert-Maria Freimuth dem Vorstand und Aufsichtsrat am 14. Februar 2013 mitgeteilt, dass er nach 17-jähriger Geschäftsführungs- und Vorstandstätigkeit zur Hauptversammlung 2013 aus dem Vorstand ausscheiden wird und in den Aufsichtsrat wechseln möchte, dessen Vorsitz er anstrebt. Aufsichtsrat und Vorstand unterstützen einvernehmlich die Änderungen in ihren Gremien und wollen diese zur Hauptversammlung umsetzen.

Ebenso befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Thema Corporate Governance und dem Deutschen Corporate Governance Kodex. Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um den Empfehlungen des Kodex weitgehend zu entsprechen. Die wenigen Ausnahmen werden in der gemeinsam mit dem Vorstand gemäß § 161 AktG abgegebenen Erklärung aufgeführt und begründet. Diese Erklärung ist im Geschäftsbericht sowie auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.mbb.com veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat ist personell unverändert und besteht aus insgesamt drei Personen. Diese Zahl an Aufsichtsratsmitgliedern ist nach Ansicht des Aufsichtsrats der Unternehmensgröße angemessen; eine Bildung von Ausschüssen ist daher nicht zweckmäßig und wurde aus diesem Grund vom Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2012 nicht vorgenommen.

Der Aufsichtsrat hat den Prüfungsauftrag für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2012 ordnungsgemäß an die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Verhülsdonk & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, erteilt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung nach Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Die Erklärung bestätigt, dass keine beruflichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits bestehen, die Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen könnten.

Der Jahresabschluss der MBB Industries AG zum 31. Dezember 2012 und der gemeinsame Lagebericht für die MBB Industries AG und den MBB-Konzern wurden nach HGB-Grundsätzen, der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und von der durch die Hauptversammlung gewählten und vom Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragten Verhülsdonk & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk vom 20. März 2013 versehen.

Des Weiteren wurde auch der Bericht des Vorstands der MBB Industries AG über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) von der Verhülsdonk & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und am 20. März 2013 folgender uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung sind gegen den Bericht keine Einwendungen zu erheben. Wir erteilen gemäß § 313 Abs. 3 AktG folgenden Bestätigungsvermerk:

Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

    1. die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,
    1. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,
    1. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, den gemeinsamen Lagebericht für die MBB Industries AG und den MBB-Konzern, den Gewinnverwendungsvorschlag, den Konzernabschluss und den Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG geprüft und mit dem Abschlussprüfer in der Sitzung am 20. März 2013 persönlich erörtert. Alle Fragen des Aufsichtsrats wurden vom Abschlussprüfer umfassend beantwortet. Den Bericht des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat rechtzeitig vor der Bilanzsitzung erhalten. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat vorgenommenen Prüfung sind gegen den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Abhängigkeitsbericht und den Konzernabschluss keine Einwendungen zu erheben. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss wurden vom Aufsichtsrat am 20. März 2013 gebilligt. Der Jahresabschluss der MBB Industries AG ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat teilt die Lagebeurteilung des Vorstands im gemeinsamen Lage- und Konzernlagebericht. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns an.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MBB-Konzerns für die große Einsatzbereitschaft und die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten guten Ergebnisse.

Berlin, den 20. März 2013

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter Niggemann Vorsitzender

Lage- und Konzernlagebericht

Die MBB Industries AG (im Folgenden "MBB-AG") ist eine familiengeführte mittelständische Unternehmensgruppe, die mit ihren Portfoliounternehmen den MBB-Industries-Konzern (im Folgenden "MBB-Konzern") bildet. Der Einzelabschluss der MBB-AG wird nach den Vorschriften des HGB, der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS") erstellt.

Seit dem 31. März 2012 verstärkt die MBB Fertigungstechnik GmbH, früher CLAAS Fertigungstechnik GmbH, den MBB-Konzern und trägt seitdem deutlich zum Konzernumsatz und Konzernergebnis bei.

Der MBB-Konzernumsatz belief sich in 2012 auf 204,9 Mio. €, nach 109,6 Mio. € in 2011. Dies ist der höchste Konzernumsatz seit Bestehen des MBB-Konzerns. Der MBB-Konzern hat 2012 mit seinen Portfoliounternehmen ein Konzernergebnis in Höhe von 13,4 Mio. € erwirtschaftet, gegenüber 3,3 Mio. € im Vorjahr.

Der MBB-Konzern weist zum 31. Dezember 2012 einen Nettofinanzmittelbestand (liquide Mittel und kurzfristige/langfristige Wertpapiere minus Bankverbindlichkeiten) von 31,5 Mio. € aus; dieser Wert versteht sich inklusive des physischen Goldbestands von 2,2 Mio. €. Trotz der Ausschüttung einer Dividende, Rückkauf eigener Aktien, Erwerb der MBB Fertigungstechnik GmbH und den Nettoinvestitionen in das Beteiligungsportfolio betrug der Liquiditätsbestand inklusive Gold 45,2 Mio. € zum 31. Dezember 2012.

In 2012 wurde eine Dividende für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 2,8 Mio. € (44 €-Cent pro Aktie) ausgeschüttet. Darüber hinaus wurden Anfang des Jahres insgesamt 144.201 eigene Aktien zu durchschnittlich 6,9347 € pro Aktie erworben, das Gesamtvolumen des Aktienrückkaufs betrug 1,0 Mio. €. Das Eigenkapital des MBB-Konzerns erhöht sich auf 57,4 Mio. €, die Eigenkapitalquote beträgt somit 38,6 % und liegt unter der Eigenkapitalquote des Vorjahres, da aufgrund des Erwerbs der MBB Fertigungstechnik GmbH (vormals CLAAS Fertigungstechnik GmbH) die Bilanz deutlich ausgeweitet wurde.

Für 2013 prognostiziert die MBB steigende Umsätze und ein mit 2012 vergleichbares operatives Ergebnis.

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Strategische Ausrichtung

Die MBB-AG ist eine auf den deutschen Mittelstand fokussierte Industrieholdinggesellschaft. Die Gesellschaft wächst organisch durch die Entwicklung der Konzernunternehmen und durch den mehrheitlichen Kauf von mittelständischen Industrieunternehmen mit einem Umsatz größer 10 Mio. €. Eine ungelöste Nachfolge, Finanzierungsfragen sowie Veräußerungsabsichten in Konzernen sind ideale Zeitpunkte für den Einstieg der MBB-AG.

Ziel ist es, den Wert des jeweiligen Beteiligungsunternehmens nachhaltig zu steigern. Die Beteiligungen erhalten hierzu von der MBB-AG neben Kapital auch Zugang zu exzellenter Managementerfahrung und einem engagierten und hoch qualifizierten Team sowie dem Netzwerk der MBB-AG. Diese Faktoren bestimmen den Erfolg der MBB-Unternehmen und sichern eine für die Anteilseigner attraktive Rendite auf das eingesetzte Kapital.

Marktentwicklung

Die Gesellschaft ist im Wesentlichen auf dem deutschen Markt tätig. Gleichwohl besitzt das Unternehmen wegen ausländischer Beteiligungsunternehmen und aufgrund der globalen Marktaktivitäten internationale Präsenz und Erfahrung. Aufgrund des großen Angebots von in Deutschland zur Veräußerung anstehender Unternehmen konzentriert sich die MBB-AG bei Unternehmenskäufen weiter auf diesen Markt.

Die Verbesserung der Konjunktur und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch fiskal- und geldpolitische Maßnahmen insbesondere durch die Länder und Notenbanken in den entwickelten Volkswirtschaften führten in den letzten Monaten zu deutlich mehr Vertrauen, Investitionsbereitschaft und verbesserter Stimmungslage von Haushalten und Unternehmen. Ebenso ist durch das weiterhin niedrige Zinsniveau und die expansiv ausgerichtete Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken durch die Zentralbanken die Fähigkeit und Bereitschaft gestiegen, Unternehmenskäufe zu finanzieren. Die erhöhte Nachfrage führt gleichsam zu mehr Wettbewerb und somit zu steigenden Preisen von Unternehmen.

Der konjunkturelle Aufschwung trägt wesentlich zu einer soliden Entwicklung der Beteiligungen und damit der MBB-Gruppe als Ganzes bei. Für Deutschland prognostiziert die OECD eine Zuwachsrate des

Bruttoinlandsprodukts 2013 bzw. 2014 i.H.v. 0,6 % bzw. 1,9 % bei einer vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit von 5,5 % bzw. 5,6 %. Für sämtliche Länder der OECD werden an gleicher Stelle 1,4 % bzw. 2,3 % Wachstum erwartet.1 Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2012 hat die operative Geschäftsentwicklung im deutschen industriellen Mittelstand nach dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Einbruch eine erfreuliche Entwicklung genommen. So konnte der Mittelstand die positive Umsatz- und Gewinnentwicklung der zurückliegenden Jahre fortführen. Darüber hinaus weisen prognostizierte Wachstumsraten, Konjunkturklimamessungen und erwartete Unternehmensgewinne auf eine nachhaltige wirtschaftlich positive Entwicklung hin. Diese Tendenzen können in den Unternehmen des MBB-Konzerns nachvollzogen werden. Gleichwohl bleibt die Situation speziell im Euro-Raum durch eine latente Fragilität gekennzeichnet und Möglichkeiten abrupter Veränderungen durch politische Unwägbarkeiten bleiben bisweilen bestehen.

Die Lage an den Rohstoffmärkten stellt beachtliche Anforderungen an das Management der Beteiligungen. Wir rechnen in unseren Betrachtungen weiterhin mit einer hohen Volatilität dieser Märkte, die in unserem Fall im Wesentlichen die Themen Holz, Zellulose und petrochemische Rohstoffe betrifft. Die teils abrupten Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten, die vereinzelt sogar mit Rohstoffknappheit zusammenfallen, stellen bei der Weitergabe an die eigenen Kunden eine große Herausforderung dar, die häufig nicht vollständig und nur mit Zeitverzug gelingt.

In der durch den Kauf der MBB Fertigungstechnik GmbH für den Konzern bedeutsamen Automotive-Industrie stellt sich der Bedeutungszuwachs Asiens mehr und mehr heraus. Als logische Konsequenz wird gegenwärtig der Aufbau einer eigenen Tochtergesellschaft vorangetrieben, um Nähe zu Absatzmärkten und Kunden zu schaffen. Während die PKW-Verkaufszahlen in Europa rückläufig sind, liegen die Zuwachsraten in China bei 7,1 % für das Jahr 2012. Nach Zahlen der Internationalen Automobilherstellervereinigung wurden im Vergleich zu 2009 in China sogar 5,2 Mio. mehr PKWs verkauft, was einem Anstieg um 50,0 % entspricht.2

In den für den MBB-Konzern relevanten Absatzmärkten erwarten wir eine konstante Nachfrage nach Polyurethan-Boards und nach Tissue-Produkten. Ferner erwarten wir im Bereich Automotive sowohl bei den Investitionsgütern als auch bei den Laderaumausstattungen für Nutzfahrzeuge ein weiterhin hohes Nachfrageniveau. Schließlich rechnen wir für das Schaumstoffgeschäft der CT Formpolster mit einer konstanten Nachfrage. Insgesamt stellen wir fest, dass einerseits die Diversifikation des Portfolios den MBB-Konzern vor Verwerfungen einzelner Märkte schützt und andererseits die positiven Entwicklungen auf den Absatzmärkten die Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten überkompensieren, so dass der MBB-Konzern insgesamt deutlich von der Marktentwicklung profitiert.

Die Währungskursveränderungen des Euro zu den für den MBB-Konzern bedeutenden Währungen US-Dollar, britisches Pfund und polnischer Zloty werden in ihrer Höhe und Geschwindigkeit bedeutsam bleiben und damit auch in 2013 hohe Anforderungen an das Finanzmanagement des MBB-Konzerns stellen.

Den Entwicklungen auf den Finanzmärkten begegnet der MBB-Konzern mit einer konservativen Finanzierungsstruktur, die aktuell durch eine Net-Cash-Position und einen hohen Liquiditätsbestand gekennzeichnet ist. Wir versprechen uns davon, sowohl jederzeit unabhängig einen Unternehmenskauf durchführen zu können als auch eine geringe Anfälligkeit gegenüber erwarteten Zinssteigerungen. Die freie Liquidität wird derweil als Sichteinlage, in Anleihen guter Bonität mit einer geringen Laufzeit, in physischem Gold und vereinzelt in Aktien gehalten. Letzteres allerdings nur dann, wenn diese Aktien den Kriterien genügen, die die MBB-AG auch beim Kauf mittelständischer Firmen zu Grunde legt.

Marktposition

Die MBB-AG ist im Markt der Beteiligung an mittelständischen Unternehmen seit über 15 Jahren erfolgreich tätig. Mittlerweile können wir für die allermeisten denkbaren Fälle von Unternehmensverkäufen im Mittelstand Referenzen bieten. Diese Referenzen erstrecken sich auf vormalige Eigentümer und Konzerngesellschafter, das Management, Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften, Kreditinstitute sowie auch Kernkunden und -lieferanten. Die MBB-AG ist aufgrund dieses Erfahrungshintergrunds, des bestehenden Netzwerks, des Bestands an Beteiligungsunternehmen und der Kapitalmarktnotierung eine der führenden Industrieholdinggesellschaften im deutschen Mittelstand für Unternehmensgrößen ab 10 Mio. €. Diese Marktposition hat sich aufgrund des steigenden Bekanntheitsgrads weiter verbessert.

1 Vgl.: http://www.oecd.org (Abruf: März 2013)

2 Vgl.: http://oica.net (Abruf: März 2013)

Insbesondere die Übernahme der MBB Fertigungstechnik GmbH (vormals CLAAS Fertigungstechnik GmbH) hat der MBB-AG den Sprung in eine neue Größenordnung gebracht, was das Geschäftsmodell weiter befördert.

Die einzelnen MBB Gesellschaften sind etablierte Mittelstandsunternehmen, die sich durch eine solide Substanz und nachhaltiges Wachstum auszeichnen. Unternehmen wie die MBB Fertigungstechnik, Hanke oder auch Delignit sind Marktführer in ihren jeweiligen Märkten.

Börsennotiz

Teil der genannten strategischen Entwicklung war der 2006 vollzogene Börsengang der MBB-AG und der Wechsel in den Prime Standard im Jahr 2008. Ein Anteil von 73,5 %, den der Vorstand vor dem später noch zu erläuternden in 2012 erfolgten Aktienrückkauf am Aktienkapital der MBB-AG zum 31. Dezember 2012 hält, sichert eine nachhaltige, mittelständisch und unternehmerisch geprägte Entwicklung der MBB.

Beteiligungsunternehmen

Zum Geschäftsjahresende 2012 verfügte die MBB-AG über sechs unmittelbare, aktive Beteiligungen. Da die unmittelbaren Beteiligungen der MBB-AG jeweils wieder über Tochter- und Enkelgesellschaften verfügen, besteht der Konsolidierungskreis neben der MBB-AG zum 31. Dezember 2012 aus insgesamt 15 Unternehmen sowie drei at-equity-Beteiligungen. Die Gesellschaften werden im Folgenden unter Zuordnung zur jeweiligen Beteiligungslinie, der jeweiligen Beteiligungsquote und unter Hinweis auf die Konsolidierung genannt:

  • ƒ Delignit AG (76,08 %)
  • ƒ Hausmann Verwaltung GmbH (100 %)
  • ƒ Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG (100 %)
    • Ɠ S.C. Cildro Plywood Srl. (49 % at equity)
  • Ɠ S.C. Cildro S.A. (42,9 % at equity)
    • Ɠ S.C. Cildro Service Srl. (100 % at equity)
  • ƒ Hanke Tissue Sp. z o.o. (100 %)
  • ƒ CT Formpolster GmbH (100 %)
  • ƒ OBO Modulan GmbH (100 %)
  • ƒ OBO-Werke Verwaltungsgesellschaft mbH (100 %)
  • ƒ OBO-Werke GmbH & Co. KG (100 %)
    • ƒ OBO-Industrieanlagen GmbH (100 %)
  • ƒ DTS IT AG (80 %)
  • ƒ DTS Systeme GmbH (100 %)
  • ƒ ICSmedia GmbH (100 %)
  • ƒ eld datentechnik GmbH (100 %)
  • ƒ MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH (100 %)
  • ƒ MBB Fertigungstechnik GmbH (100 %)

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 wurde die DTS Beteiligungen Verwaltungs GmbH auf die eld datentechnik GmbH verschmolzen.

Am 9. März 2012 hat die MBB Industries AG über die Jade 1414. GmbH alle Anteile an der CLAAS Fertigungstechnik GmbH, Beelen, einschließlich Gewinnbezugsrecht ab dem 1. Januar 2012 von der CLAAS KGaA mbH zu einem Kaufpreis von 13,3 Mio. € unter aufschiebenden Bedingungen übernommen. Nach Erfüllung der im Kaufvertrag genannten aufschiebenden Bedingungen ist der rechtliche Übergang und der Übergang der Kontrolle zum 31. März 2012 erfolgt. Die Jade 1414. GmbH wurde am

  1. März 2012 in MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH umfirmiert. Der Kaufpreis wurde in Höhe von 10 Mio. € im April und der Restbetrag im Dezember 2012 vollständig im Geschäftsjahr gezahlt.

Am 9. März 2012 hat die in MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH umfirmierte Jade 1414. GmbH zudem das Betriebsgrundstück mit Gebäuden der CLAAS Fertigungstechnik GmbH von der CLAAS KGaA mbH erworben. Der Kaufpreis von 7,7 Mio. € wurde zunächst durch die Verkäuferin finanziert. Im Dezember 2012 hat die MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH die komplette Restschuld gegenüber der CLAAS KGaA mbH beglichen. Die Refinanzierung erfolgte durch eine zehnjährige Bankfinanzierung des Grundstücks und Gebäudes zu 2,85 %, deren Abruf jedoch erst im Januar 2013 vorgenommen wurde.

Im Mai 2012 wurde die CLAAS Fertigungstechnik GmbH in MBB Fertigungstechnik GmbH umbenannt. Die Umfirmierung wurde am 29. Mai 2012 in das Handelsregister eingetragen.

Segmente

Die einzelnen Segmente, in denen MBB-Gesellschaften tätig sind, haben unterschiedliche Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit, die im Folgenden kurz beschrieben werden. Um nachteilige Effekte auf die Geschäftstätigkeit der einzelnen Beteiligungen auszuschließen, werden detaillierte Angaben zu einzelnen Tochtergesellschaften nicht veröffentlicht.

Verteilung des Konzernumsatzes 2012 nach Segmenten in Mio. €

Es werden die folgenden Unternehmens-Segmente betrachtet:

Technische Applikationen

In diesem Segment sind die Beteiligungen zusammengefasst, deren Geschäftsmodell einen hohen Anteil kundenspezifischer Vorgaben berücksichtigt und in denen der mit dem Produkt verkaufte Know-howund Beratungsanteil einen maßgeblichen Teil der erbrachten Leistung darstellt.

Seit dem 31. März 2012 verstärkt die MBB Fertigungstechnik GmbH das Segment Technische Applikationen. Die MBB Fertigungstechnik GmbH ist ein führender, internationaler Anlagenbauer von Schweißund Montageanlagen für die Automobilindustrie. Darüber hinaus werden Dienstleistungen rund um den Werkzeugbau, innovative Transporttechniken für das exakte Positionieren sowie Inline-Messanlagen angeboten. Weitere Branchen sind General Industry und CleanTech. Die Montagetechnik entwickelt kundenspezifische Anlagen zur Verarbeitung einzelner Komponenten oder Module zu fertigen Produkten oder mehreren komplexen Baugruppen. Dieser Bereich ist spezialisiert auf gebaute Nockenwellen, Lenksysteme, Antriebswellen und CleanTech. Das Know-how der Verbindungstechnik reicht vom konventionellen thermischen Schweißen über Kaltschweißverfahren (CMT) für den Leichtbau mit einem Fokus auf Chassis-Komponenten (Achsen), Cross-Car-Beams und CleanTech bis hin zur Fertigung von schweren Einbauten und Transportfahrzeugen (MC Drive). Zusätzlich zu den Schweiß- und Montagelinien entwickelt und produziert die MBB Fertigungstechnik GmbH eigene projektspezifische Spezialmaschinen für Schweißanlagen oder Fertigungsstraßen, die ihre Kunden nicht anders auf dem Markt beschaffen können und in dieser Form und Spezifikation einzigartig sind. Seit der Zugehörigkeit zum MBB-Konzern hat die MBB Fertigungstechnik GmbH 86,2 Mio. € zum Konzernumsatz beigetragen, das entspricht einem Anteil von 42,0 % des Konzernumsatzes.

Die vor über 200 Jahren gegründete Delignit-Gruppe entwickelt und fertigt ökologische, überwiegend laubholzbasierte Werkstoffe und Systemlösungen. Sie ist anerkannter Entwicklungs- und Projektpartner sowie Serienlieferant für Technologiebranchen wie etwa die Automobil- und Luftfahrtindustrie als auch Sicherheitstechnik. Die Produkte verfügen über besondere technische Eigenschaften und werden u.a. als Einbausysteme bei Nutzfahrzeugen, brandschutzsichere Gebäudeausstattungen oder als Innovation in der Fördertechnik eingesetzt. Der Delignit-Werkstoff basiert in der Regel auf Buchenholz, ist in seinem Lebenszyklus CO2-neutral und somit nichtregenerativen Werkstoffen wie Kunststoff und Stahl ökologisch überlegen. Im Geschäftsjahr 2012 hat die Holzwerkstoffaktivität der Delignit einen Anteil am Umsatz des MBB-Konzerns von 16,4 % gegenüber 27,5 % im Geschäftsjahr 2011. Der Außenumsatz des Delignit-Konzerns stieg um 11,5 % von 30,2 Mio. € in 2011 auf 33,6 Mio. € in 2012.

Industrieproduktion

Das Segment Industrieproduktion beinhaltet die Beteiligungsunternehmen, deren Stärken vor allem in der industriellen Fertigung ihrer Produkte liegen und deren Produkte dabei relativ standardisiert sind. Dementsprechend fassen wir in diesem Segment die Beteiligungen Hanke, CT Formpolster und OBO zusammen.

Hanke produziert Tissue-Rohwatte sowie Servietten, Taschentücher, Toilettenpapier und Haushaltsrollen. Unter dem Markennamen "aha" besteht im osteuropäischen Konsumgütermarkt eine starke Wettbewerbsposition. Darüber hinaus wird weißes und farbiges Tissue-Papier für zahlreiche Privat-Label-Anbieter in Europa gefertigt. Kern der Aktivitäten ist das Unternehmen Hanke Tissue Sp. z o.o. in Küstrin, Polen, welches 2006 durch die MBB-AG erworben wurde.

Hanke hat in den Jahren seit Übernahme durch die MBB-AG hohe Investitionen in den Maschinenpark und die Gebäude getätigt. Dies hat dazu geführt, dass das Unternehmen kontinuierlich wachsen konnte, die Marktstellung ausgebaut hat und heute das relativ profitabelste Unternehmen des MBB-Konzerns ist. Die Expansion wird durch ein im Sommer 2011 verabschiedetes Investitionsprogramm in Höhe von 10 Mio. € auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Hanke hat mit einem Außenumsatz von 22,2 Mio. € (2011: 21,8 Mio. €) einen Anteil von 10,8 % (2011: 19,9 %) am Gesamtumsatz des Konzerns.

Die CT Formpolster GmbH fertigt Polyurethan-Weichschaumstoffe. Das Leistungsspektrum reicht von der Material- und Produktentwicklung über die Schaumherstellung bis hin zur Konfektionierung und JIT-Belieferung. Das Sortiment umfasst außer Standardschäumen auch hochelastische, flammgeschützte, antistatische, biomassehaltige und intensiv eingefärbte Typen. Die Produkte der CT Formpolster GmbH werden als Matratzen- oder Sitzmöbelkerne insbesondere in den Branchen Möbel, Caravan oder Büro vermarktet. Weiterhin werden Blockschäume an weiterverarbeitende Betriebe verkauft.

Die CT Formpolster hat mit einem Außenumsatz von 18,5 Mio. € (2011: 18,4 Mio. €) 9,0 % (2011: 16,7%) zum Gesamtumsatz des Konzerns beigetragen.

OBO ist ein weltweiter Anbieter von Polyurethan-Hartschaumplatten für den Modell-, Formen- und Werkzeugbau und ist mit einem Marktanteil von ca. 8 % einer der fünf führenden Anbieter der Branche. Das Unternehmen ist seit 2003 Teil des MBB-Konzerns. Die OBO beliefert überwiegend die Modellbaubranche aber auch Automobilhersteller, Gießereien und andere verarbeitende Betriebe direkt.

Die Beteiligung hatte im Jahr 2012 einen Anteil von 5,5 % (2011: 9,0 %) am Umsatz des MBB-Konzerns. Der Außenumsatz betrug im Geschäftsjahr 2012 11,2 Mio. € (2011: 9,8 Mio. €) und ist damit um 13,7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Handel & Dienstleistung

Handel & Dienstleistung umfasst mit dem DTS-Konzern Unternehmen, die spezialisierte Dienstleistungen erbringen beziehungsweise Handel betreiben. Der DTS-Konzern ist fokussiert auf IT-Dienstleistungen aus der Cloud. Ein eigenes Rechenzentrum am Stammsitz in Herford ermöglicht ihm ein breites Leistungsspektrum von klassischen Systemhausleistungen wie Beratung, Konzeption, Beschaffung, Implementierung und Betrieb von IT-Umgebungen, welche kombiniert werden mit IAAS-, PAAS- und SAAS-Cloud-Lösungen mit Schwerpunkt im Bereich IT-Security.

Das Stammhaus DTS Systeme GmbH wurde 1983 gegründet und hat seinen Sitz in Herford sowie Büros in Bochum, Bremen, Berlin und Hannover. Im August 2010 wurde die ICSmedia GmbH mit Sitz in Münster erworben, die dort ebenfalls ein Rechenzentrum betreibt und in enger Zusammenarbeit mit der DTS Systeme GmbH moderne Cloud-Computing-Lösungen auf höchstem Qualitätsniveau und hochwertige Beratungsdienstleistungen anbietet.

Seit Oktober 2011 gehört die eld datentechnik GmbH, Fellbach, zum DTS-Konzern, ein deutschlandweit tätiger IT-Distributor, spezialisiert auf die Bereiche IP-Access und Storage. Die eld datentechnik GmbH ergänzt damit vertikal das Leistungsspektrum der übrigen DTS-Töchter.

Die DTS-Gruppe hat im Jahr 2012 32,7 Mio. € (2011: 28,2 Mio. €) zum Umsatz des MBB-Konzerns beigetragen, was einem Anteil von 15,9 % (2011: 25,6 %) entspricht.

Mitarbeiter

Für die MBB-AG waren im Jahr 2012 acht Personen tätig; diese Zahl schließt die Vorstände ein. Während das Management auf Basis von Dienstleistungsverträgen mit der MBB-AG verbunden ist, waren im Jahr 2012 eine Mitarbeiterin im Office-Management und ein Mitarbeiter im Konzernrechnungswesen beschäftigt. Seit Oktober 2012 verstärken ein Analyst und eine Juristin das MBB Team.

Ziel des Managements der MBB-AG ist eine nachhaltige Wertentwicklung des MBB-Konzerns. Das vierköpfige Managementteam arbeitet seit mehr als 15 Jahren zusammen und hält zum 31. Dezember 2012 insgesamt über 75 % des Aktienkapitals der MBB-AG. Angemessene Fixvergütungen werden durch am Erfolg orientierte variable Bestandteile ergänzt, die jeweils mit einer Obergrenze versehen sind. Abfindungs- oder Pensionsvereinbarungen existieren nicht.

Der MBB-Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2012 durchschnittlich 921 Mitarbeiter, der vergleichbare Wert des Vorjahres betrug durchschnittlich 700 Mitarbeiter.

Zum Stichtag 31. Dezember 2012 (bzw. 31. Dezember 2011) beschäftigte der MBB-Konzern 998 Mitarbeiter (Vorjahresstichtag: 714) in den folgenden Segmenten:

Technische Applikationen: 486 Mitarbeiter (Vj.: 207)

Industrieproduktion: 382 Mitarbeiter (Vj.: 385)

Handel & Dienstleistung: 130 Mitarbeiter (Vj.: 122)

Bei Betrachtung der Verteilung auf Länder ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2012 (bzw. 31. Dezember 2011) die folgende Verteilung:

747 Mitarbeiter in Deutschland (Vj.: 459)

251 Mitarbeiter in Polen (Vj.: 255)

Mitarbeiter (Köpfe) nach Segmenten zum Stichtag 31.12. 2012

Die MBB sieht im Fördern und Fordern der Mitarbeiter einen bedeutenden Erfolgsfaktor. Das Management und leitende Mitarbeiter der Unternehmen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Geschäftstätigkeit haben, erhalten variable Gehaltsbestandteile, die ebenfalls von den erzielten Ergebnissen und dem Wertzuwachs der Unternehmen abhängig sind.

Die Mitarbeiterzahl der in 2012 zum Konzern gehörenden Gesellschaften wird aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens im Geschäftsjahr 2013 zunehmen, wobei es in einzelnen Beteiligungsunternehmen auslastungsbedingt zu unterschiedlichen Entwicklungen kommen kann. Die Tochtergesellschaften der MBB verstehen sich traditionell als Ausbildungsbetriebe. So befinden sich insgesamt 57 Personen zum 31. Dezember 2012 in Ausbildung. Insbesondere seit der Zugehörigkeit der MBB Fertigungstechnik GmbH zum Konzern ist der Anteil der Mitarbeiter mit akademischem Abschluss deutlich gestiegen. Um das angestrebte Wachstum zu erreichen, bemüht sich der MBB-Konzern ständig, die Qualität der Mitarbeiter durch Weiterbildungsmaßnahmen zu verbessern. Darüber hinaus werden aktuell verstärkt qualifizierte Mitarbeiter extern gesucht.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

MBB-AG und MBB-Konzern blicken auf ein erfolgreiches und sehr profitables Geschäftsjahr 2012 zurück. Die Geschäftstätigkeit der Unternehmen verbesserte sich und die Auftragsbestände und -eingänge zeigen eine Fortsetzung dieser Entwicklung für das Geschäftsjahr 2013. Es bestehen somit neben der erstmalig ganzjährigen Konsolidierung der MBB Fertigungstechnik GmbH gute Voraussetzungen, den Umsatz im Jahr 2013 abermals deutlich zu steigern.

Der weiterhin hohe Finanzmittelbestand stützt die Attraktivität des MBB-Geschäftsmodells und ermöglicht auch künftig Zukäufe unabhängig und aus eigenen Mitteln zu tätigen. Der kontinuierliche Substanzzuwachs über die Jahre – z. B. sichtbar bei der Entwicklung des Eigenkapitals von 15,5 Mio. € in 2005 auf 57,4 Mio. € in 2012 oder der Nettofinanzmittelbestände von minus 13,8 (Net Debt) in 2005 auf plus 31,5 (Net Cash) in 2012 – belegt den nachhaltigen Erfolg unseres Geschäftsmodells und die hohe Investitionsqualität. Weiterhin ist deshalb mit wertsteigernden Neuakquisitionen des MBB-Konzerns zu rechnen.

Im Folgenden wird zunächst auf die MBB-AG und dann auf den MBB-Konzern näher eingegangen.

MBB-AG

Die MBB-AG hat mit der Erbringung von Managementdienstleistungen an Konzerngesellschaften im Jahr 2012 Umsatzerlöse von 1,0 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €) erzielt. Zusammen mit den Umsatzerlösen gegenüber Dritten und den sonstigen betrieblichen Erträgen ergab sich eine Gesamtleistung von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €).

Demgegenüber standen Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr 0,9 Mio. €), die die Vergütung des Managements der MBB-AG betreffen.

Unter Berücksichtigung der Personal- und der Gemeinkosten ergibt sich ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Beteiligungserträgen und Erträgen aus Wertpapieren in Höhe von -0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).

Zudem erwirtschaftete die MBB-AG Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 0,8 Mio. €, Erträge aus Wertpapieren von 0,3 Mio. € sowie Zinsen und sonstige Erträge von 0,4 Mio. €. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen von 0,1 Mio. €, des Zinsaufwandes von 0,2 Mio. € und eines Steuerertrages von 0,1 Mio. € ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 1,1 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2012 wurde wie in den Vorjahren eine Dividende ausgeschüttet, die in 2012 44 €-Cent pro Aktie oder 2,8 Mio. € betrug. Darüber hinaus wurden im Jahr 2012 im Rahmen des Aktienrückkaufsprogramms 144.201 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 6,9347 € über die Börse zurückgekauft. Das Gesamtvolumen des Aktienrückkaufes betrug 1,0 Mio. €. Das Eigenkapital der MBB-AG verminderte sich somit zum Bilanzstichtag auf 36,9 Mio. € (Vorjahr 39,5 Mio. €) und führt zu einer konstant hohen Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme von 87,1 %. Der Finanzmittelbestand der MBB-AG betrug zum Geschäftsjahresende und somit nach dem Erwerb der MBB Fertigungstechnik GmbH 12,1 Mio. € (Vorjahr 25,3 Mio. €) inklusive der Wertpapiere des Anlagevermögens sowie des Bestands an physischem Gold. Der Nettofinanzmittelbestand verminderte sich auf 8,3 Mio. € (Vorjahr 21,4 Mio. €). Nicht realisierte Kursgewinne bei den physischen Goldbeständen als auch bei den Wertpapieren sind in dieser Ergebnis- und Finanzmitteldarstellung nicht berücksichtigt.

MBB-Konzern

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 wurde nach den International Financial Reporting Standards aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union Anwendung finden ("IFRS").

Der konsolidierte Umsatz des MBB-Konzerns im Geschäftsjahr 2012 betrug 204,9 Mio. € gegenüber 109,6 Mio. € im Vorjahr. Gleichzeitig stieg auch die Gesamtleistung von 113,5 Mio. € in 2011 auf 211,9 Mio. € in 2012. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 4,6 Mio. € beinhalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus dem Verkauf von Aktien, Erträge aus Währungskursdifferenzen sowie sonstige Erträge. Die Auflösung des aus der Erstkonsolidierung der MBB Fertigungstechnik GmbH resultierenden passivischen Unterschiedsbetrages in Höhe von 1,7 Mio. € ist als Ertrag gesondert ausgewiesen.

Entwicklung des Konzernumsatzes fortgeführter Geschäftsbereich (jeweiliger Abschlussstichtag; in Mio. €)

Der Materialaufwand stieg im Verhältnis zur Betriebsleistung von 65,1 % auf 65,4 % leicht an. Die Personalaufwandsquote an der Betriebsleistung hingegen ist von 21,4 % im Jahr 2011 auf 20,1 % in 2012 gefallen. Die Ursache hierfür liegt in der geringeren Fertigungstiefe der MBB Fertigungstechnik GmbH im Vergleich zu den übrigen Beteiligungen.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erreicht eine Höhe von 24,3 Mio. € und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 9,2 Mio. €.

Die Abschreibungen betragen 4,9 Mio. € und sind damit deutlich höher als der Vorjahreswert von 3,6 Mio. €. In 2012 erfolgten Investitionen in das Anlagevermögen von 12,7 Mio. € nach 2,8 Mio. € im Vorjahr.

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) des MBB-Konzerns betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 19,4 Mio. € und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 5,7 Mio. €.

Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von minus 1,5 Mio. € ergibt sich das EBT (Ergebnis vor Steuern) in Höhe von 17,9 Mio. € (Vorjahr 4,6 Mio. €), das entspricht 8,7 % (Vorjahr 4,2 %) der Betriebsleistung.

Ertragssteuern sind in Höhe von 3,8 Mio. € angefallen, darüber hinaus sonstige Steuern in Höhe von 0,2 Mio. €.

Das Konzernergebnis nach Ergebnisanteilen fremder Gesellschafter in Höhe von 13,4 Mio. € liegt ebenfalls über dem des Vorjahres von 3,3 Mio. €.

Das Konzernergebnis trägt in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012 zu einem Eigenkapital in Höhe von 57,4 Mio. € (Vorjahr 45,7 Mio. €) bei. Bezogen auf die Konzernbilanzsumme in Höhe von 148,7 Mio. € weist der MBB-Konzern damit eine Eigenkapitalquote von 38,6 % (Vorjahr 53,3 %) aus. Der MBB-Konzern verfügt nach Ansicht des Vorstandes somit trotz der deutlichen Ausweitung der Bilanzsumme durch die Erstkonsolidierung der MBB Fertigungstechnik GmbH über eine fortwährend solide Eigenkapitalausstattung.

Zum 31. Dezember 2012 verfügte der MBB-Konzern über Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 13,8 Mio. € (Vorjahr 16,6 Mio. €) und über liquide Mittel, kurzfristige/langfristige Wertpapiere sowie physisches Gold (2,2 Mio. €) in Höhe von 45,2 Mio. € (Vorjahr 30,3 Mio. €). Der Nettofinanzmittelbestand (liquide Mittel, kurzfristige/langfristige Wertpapiere und physische Goldbestände minus Bankverbindlichkeiten) liegt mit 31,5 Mio. € deutlich über dem Wert des Vorjahres, in dem 13,7 Mio. € ausgewiesen wurden. Diese Entwicklung war trotz der gezahlten Dividende von 2,8 Mio. €, der Investitionen in das Anlagevermögen und des Erwerbs neuer bzw. des Ausbaus bestehender Beteiligungen möglich. Sowohl ein starker operativer Cashflow als auch ein hoher - teils geschäftsmodellimmanenter - Liquiditätsbestand der MBB Fertigungstechnik GmbH ermöglichten diese Steigerung. Der MBB-Konzern verfügt nach Ansicht des Vorstands damit aktuell über ausreichend Finanzierungsspielraum für die Geschäftstätigkeit.

Sicherungsgeschäfte

Transaktionen innerhalb des Konzernkreises werden üblicherweise auf Euro-Basis durchgeführt. Da die Beteiligungen außerordentliche Fremdwährungspositionen selbstständig absichern, sind ungesicherte Positionen in bedeutendem Umfang auf Konzernebene bisher nicht aufgetreten. Der MBB-Konzern betreibt deshalb bis heute keine aktive Kurssicherung gegenüber anderen Währungen auf Konzernebene. Ein Monitoring auf Konzernebene sichert jedoch bei Bedarf rechtzeitige Interventionen.

Vergütungsbericht

Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus einer fixen und einer variablen Komponente zusammen. Die Vorstände erhalten zudem Auslagenerstattung gegen Beleg. Des Weiteren wurde eine D&O-Versicherung, seit Wirksamwerden der neuen Vorstandsverträge zum 1. Juli 2012 mit Selbstbeteiligung, sowie eine Unfallversicherung abgeschlossen. Darüber hinaus sind keine Leistungen (z. B. Altersgeldansprüche, Direktzusagen oder Abfindungen) vereinbart. Ebenso existieren keine Vereinbarungen für den Fall der vorzeitigen oder regulären Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied sowie in Folge eines Kontrollwechsels (Change of Control) bei der Gesellschaft.

Das Management der MBB-AG hat für das Geschäftsjahr 2012 Anspruch auf eine variable Vergütung von zusammen 9,0 % des Betrages, um den das Eigenkapital der MBB-AG am Ende eines jeden Geschäftsjahres (Endwert) das Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres (Anfangswert) übersteigt. Das Eigenkapital zum Zwecke des vorgenannten Bonussystems umfasst jeweils die Positionen des § 266 Abs. 3 A. HGB. Maßgeblich für die Berechnung von Anfangswert und Endwert sind die jeweiligen testierten Jahresabschlüsse, jedoch mit folgenden Modifikationen:

Aktiva, die einen Börsenpreis haben, sind mit dem Börsenpreis anzusetzen; dies gilt nicht für Anteile an Unternehmen, an denen die Gesellschaft mehr als 5 % der Stimmrechte hält. Dem Endwert sind die unterjährigen Dividendenausschüttungen und Rückzahlungen von Eigenkapital hinzuzurechnen und Einlagen auf das Eigenkapital hiervon abzuziehen. Sind in einem oder mehreren Geschäftsjahren die Bemessungsgrundlagen negativ, wird der sich ergebende Negativbetrag auf die folgenden Geschäftsjahre vorgetragen und gegen die künftigen Mehrbeträge verrechnet, bis die vorgetragenen Negativbeträge ausgeglichen sind. Ein Anspruch auf eine variable Vergütung entsteht erst wieder, wenn diese Negativbeträge ausgeglichen sind.

Die Höhe des dem Management zustehenden Bonus ist auf 5 % des vorgenannten Endwerts begrenzt. Ein über diese 5 % hinausgehender Betrag wird auf das Folgejahr vorgetragen und dann entweder ausgeschüttet, bei erneutem Überschreiten der 5 % wiederum vorgetragen oder mit entsprechenden Verlusten verrechnet.

Der Aufsichtsrat erhält ein Sitzungsgeld. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache des Sitzungsgeldes jeweils zuzüglich Auslagenerstattung. Zudem wurde für die Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen. Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 30. Juni 2010 erhält der Aufsichtsrat seit dem Geschäftsjahr 2010 zusätzlich eine variable Vergütung von zusammen 1 % der vorgenannten Erhöhung des Eigenkapitals. Ferner darf die Summe aus variabler Vergütung zuzüglich Sitzungsgeld für alle Aufsichtsratsmitglieder pro vollem Geschäftsjahr den Betrag von 100.000,00 € nicht übersteigen. Aus den beschriebenen Zusagen einer variablen Vergütung für Management und Aufsichtsrat ist ein Anspruch auf eine variable Vergütung für 2012 entstanden.

Die detaillierte Beschreibung des Vergütungssystems als auch eine Aufschlüsselung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Anhang des Konzernabschlusses.

Bericht über Chancen

Dem MBB-Konzern bieten sich nach Einschätzung des Vorstandes zukünftig folgende Chancen:

  • y Die starke Investitionstätigkeit der Konzerngesellschaften bietet Chancen für weiterhin profitables Wachstum.
  • y Eine weiterhin hohe Zahl zum Verkauf stehender mittelständischer Unternehmen bietet Chancen für wertsteigernde Akquisitionen.
  • y Mit der Beteiligung an und der Wertsteigerung von mittelständischen Industrieunternehmen können im Erfolgsfall überdurchschnittliche Renditen erzielt werden.
  • y Die langjährig profitable Entwicklung der MBB erhöht deren Attraktivität als Gesellschafter, Kreditnehmer oder Geschäftspartner und wird die Bedeutung der MBB als Holdinggesellschaft für den industriellen Mittelstand in Deutschland fördern.

  • y Die Erfahrung und das Netzwerk des aktuellen Managementteams bieten eine gute Ausgangssituation für ein weiteres Wachstum des MBB-Konzerns.

  • y Die Diversifikation des MBB-Konzerns schmälert mögliche Auswirkungen von abrupten Nachfrageveränderungen in Einzelmärkten auf den Gesamtkonzern.
  • y Der Ausbau der internationalen Tätigkeit der MBB-AG, insbesondere durch die geplante Neugründung einer Tochtergesellschaft der MBB Fertigungstechnik GmbH in China, führt zu einer stärkeren Kundennähe und damit verbundenen höheren Wachstumschancen.

Bericht über Risiken

Die Vielzahl der genannten Chancen und die aktuelle Ausgangssituation sprechen mittelfristig für eine erfolgreiche Entwicklung des MBB-Konzerns. Demgegenüber bestehen die folgenden Risiken:

  • y Einzelne Beteiligungen werden besonders hart von einer Wirtschaftskrise getroffen.
  • y Die Refinanzierung einzelner Beteiligungen oder neuer Unternehmenskäufe gelingt nicht.
  • y Eine weitere und lang anhaltende Abkühlung der Konjunktur führt zu sinkenden Umsätzen und/oder sinkenden Ergebnissen der bestehenden Beteiligungen der MBB-AG.
  • y Die internationale Tätigkeit der MBB-AG führt zu Beteiligungsengagements im Ausland, die mit landespezifischen Risiken behaftet sind. Insbesondere die geplante Neugründung einer Tochtergesellschaft der MBB Fertigungstechnik GmbH in China kann zu damit verbundenen, spezifischen Risiken wie z.B. Anlaufverlusten führen.
  • y Seit dem Erwerb der MBB Fertigungstechnik GmbH werden wieder Projektgeschäfte im Anlagebau getätigt, was zu spezifischen Projektrisiken und erhöhter Ergebnisvolatilität führen kann.
  • y Trotz eines umfassenden Risikomanagements unterliegen die Konzernunternehmen den allgemeinen Risiken ihrer Geschäftstätigkeit. Insbesondere die Fertigungsunternehmen des Konzerns könnten sich zum Beispiel Gewährleistungsfällen, Fällen von Umweltbelastungen oder Produktionsausfällen ausgesetzt sehen.
  • y Die MBB-AG könnte Risiken aus Kaufvertragsgewährleistungen, die Beteiligungen könnten Risiken aus Produkthaftung oder sonstigen rechtlichen Haftungsrisiken ausgesetzt sein.
  • y Kaufpreisvorstellungen möglicher Verkäufer können die Anzahl attraktiver Beteiligungsmöglichkeiten und somit das Wachstum des Konzerns begrenzen.

Grundzüge des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems

Der MBB-Konzern trägt den genannten Risiken durch ein Risikomanagementsystem Rechnung. Es werden frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um Nachteile von den Konzernunternehmen abzuwenden. Hierzu zählen unter anderem:

  • y Ein integriertes Beteiligungscontrolling, das einerseits mittels eines Tagescontrollings (DAC) und andererseits eines monatlichen Businesscontrollings (BUC) kontinuierlich Soll-, Ist- und Forecast-Daten auf Ebene der Beteiligungen sowie auf Ebene der MBB-AG abgleicht.
  • y Ein Projektcontrolling (PUC), welches die Optimierungsmaßnahmen im Konzern und in jedem einzelnen Unternehmen definiert, weiterentwickelt und deren Umsetzung verfolgt.
  • y Regelmäßige Managementmeetings innerhalb der MBB-AG (MIC) und mit dem jeweiligen Management der Beteiligungsunternehmen (RAP).
  • y Strukturierte Merger & Akquisition Werkzeuge, anhand derer der Anbahnungs- und Akquisitionsprozess organisiert und auf Erfolg geprüft wird (MAC) sowie der kontinuierliche Ausbau des MBB-Netzwerks an M&A Vermittlern und potenziellen Verkäufern.
  • y Ein zentrales Konzern-Monitoring (LOC) wesentlicher Vertragsrisiken oder Rechtsstreitigkeiten durch das Management und bei Bedarf qualifizierte Rechtsanwaltskanzleien.

Das interne Kontrollsystem ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagements der MBB. Seine Hauptziele bestehen darin, die zutreffende Abbildung aller Geschäftsvorfälle in der Berichterstattung sicherzustellen und Abweichungen von internen oder externen Regelungen zu unterbinden. Bezogen auf die externe Rechnungslegung bedeutet das, die Konformität der Abschlüsse mit den jeweils geltenden Regelwerken zu gewährleisten. Dazu ist das interne Kontrollsystem wie das Risikomanagement entsprechend der Einheiten, die Rechnung legen, gegliedert. Es bestehen einheitliche Regelungen zur Rechnungslegung in den Unternehmen des MBB-Konzerns, zum Beispiel Bilanzierungsrichtlinien deren Einhaltung fortlaufend kontrolliert wird. Zur Steuerung einzelner Risiken der Rechnungslegung, zum Beispiel bei versicherungsmathematischen Bewertungen, werden fallweise externe Spezialisten hinzugezogen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß § 289a des deutschen Handelsgesetzbuches über die Unternehmensführung. In diese Erklärung zur Unternehmensführung nach § 298a HGB und zur Corporate Governance sind aufzunehmen:

    1. Die Erklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes;
    1. Der Bericht zur Corporate Governance;
    1. Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden, nebst Hinweis, wo sie öffentlich zugänglich sind;
    1. Eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen; sind die Informationen auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich, kann darauf verwiesen werden.

Zu 1.: Erklärung gemäß § 161 AktG

Am 20. März 2013 gaben Vorstand und Aufsichtsrat die - bei Erstellung dieses Lageberichts - jüngste Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG ab. Sie lautet:

"Vorstand und Aufsichtsrat der MBB Industries AG haben die letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG am 26. März 2012 abgegeben und ihr mit den dort genannten Abweichungen entsprochen. Die nachfolgende Erklärung erneuert diese Entsprechungserklärung und bezieht sich auf den Deutschen Corporate Governance Kodex (im Folgenden "Kodex") in der Fassung vom 15. Mai 2012.

Vorstand und Aufsichtsrat der MBB Industries AG erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" mit den folgenden Abweichungen entsprochen wird:

  • y Ziffer 3.8: D&O-Versicherung: Die D&O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder sieht keinen Selbstbehalt vor. Wir haben keine Zweifel daran, dass unsere Organe wie auch unsere Mitarbeiter ihre Aufgaben mit der größtmöglichen Sorgfalt wahrnehmen. Den Selbstbehalt für Aufsichtsräte erachten wir in Anbetracht der relativ geringen Höhe der fixen Aufsichtsratsvergütungen für nicht angemessen. Der Selbstbehalt für Vorstände ist in den Neufassungen der Vorstandsdienstverträge, die mit Wirkung zum 1. Juli 2012 in Kraft getreten sind, umgesetzt worden.
  • y Ziffer 4.2.1: Zusammensetzung des Vorstands: Der Aufsichtsrat ist der Meinung, dass die Gesellschaft aufgrund ihrer Größe und Managementstruktur auch von einem Alleinvorstand geführt werden kann.
  • y Ziffer 5.1.2: Zusammensetzung des Vorstands: Bei der Besetzung von Positionen im Vorstand der MBB Industries AG kommt es für den Aufsichtsrat den aktienrechtlichen Anforderungen entsprechend darauf an, dass die Kandidatin oder der Kandidat die für die Arbeit des Organs erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen mitbringt. Demgegenüber hält der Aufsichtsrat Kriterien wie das Geschlecht der Kandidatin oder des Kandidaten, auch wenn die Vielfalt ausdrücklich begrüßt wird, für nachrangig.
  • y Ziffer 5.3: Aufsichtsratsausschüsse: Der Aufsichtsrat der MBB Industries AG besteht aus drei Mitgliedern, so dass keine Ausschüsse gebildet werden können. Die Anzahl an Aufsichtsratsmitgliedern erachten wir im Hinblick auf die Unternehmensgröße und Bedeutung der Gesellschaft als ausreichend.
  • y Ziffer 5.4.1: Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt worden. Im Hinblick auf das Alter der Aufsichtsratsmitglieder und die verbleibende Amtszeit besteht hierfür unseres Erachtens auch keine Veranlassung.
  • y Ziffer 5.4.4: Aufsichtsratsvorsitz: Der Aufsichtsrat ist der Meinung, dass die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden in jedem Fall Angelegenheit des Aufsichtsrats ist.
  • y Ziffer 7.1.2: Veröffentlichungen: Konzernabschluss und Zwischenberichte werden im Rahmen der gesetzlichen und von der Deutschen Börse für den Prime Standard festgelegten Fristen veröffentlicht. Als Industrieholding mit dem Fokus auf Mehrheitsbeteiligungen an mittelgroßen Industrieunternehmen hat die MBB Industries sowohl eine Vielzahl einzelner Gesellschaften zu konsolidieren als auch regelmäßig Erst- und Entkonsolidierungen vorzunehmen. Die Einhaltung der im Kodex vorgeschlagenen Fristen würde deshalb zu einem deutlich erhöhten Aufwand bei der Gesellschaft führen."

Zu 2.: Bericht zur Corporate Governance

Aktienbestände von Organmitgliedern

Die Aktienbestände der Organmitglieder sind im Anhang unter II. Erläuterungen zur Konzernbilanz, Ziffer 10.1 dargestellt.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Im Aufsichtsrat sollen praktische Erfahrung bei der Unternehmensführung, Branchenerfahrung sowie betriebswirtschaftliche und juristische Kenntnisse vertreten sein. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats erfüllt diese Zielsetzung.

Aktienrückkaufprogramm

Das vom 12. Januar 2012 bis zum 10. Februar 2012 durchgeführte Aktienrückkaufprogramm ist im Anhang unter II. Erläuterungen zur Konzernbilanz, Ziffer 10.1 dargestellt.

Abschlussprüfer

Die Hauptversammlung der MBB Industries AG hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Verhülsdonk & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer der MBB Industries AG gewählt. Geschäftliche, finanzielle, persönliche oder sonstige Beziehungen zwischen der Prüfungsgesellschaft und ihren Organen und Prüfungsleitern einerseits und der MBB Industries AG und ihren Organmitgliedern andererseits, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begründen können, haben zu keinem Zeitpunkt bestanden. Verhülsdonk & Partner berät die Gesellschaft auch in Steuerfragen. Auf der Basis der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung erteilt der Aufsichtsrat der MBB Industries AG dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und trifft mit ihm die Honorarvereinbarung. Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrags vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer auch die Berichtspflichten gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

Der Abschlussprüfer nimmt an den Beratungen des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss teil und berichtet über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung.

Aktienoptionsprogramm/wertpapierorientierte Anreizsysteme

Aktienoptionsprogramme beziehungsweise wertpapierorientierte Anreizsysteme waren für das Jahr 2012 - wie in den vorhergehenden Jahren - nicht vereinbart.

Zu 3.: Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Der Vorstand der MBB-AG hält sich an die geltenden Gesetze. Darüber hinausgehende, öffentlich zugängliche kodifizierte Unternehmensführungspraktiken bestehen nicht. Der Vorstand wird prüfen, ob in Zukunft konzernweit gültige Regeln sinnvoll kodifiziert und veröffentlicht werden sollten.

Zu 4.: Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt die Gesellschaft über eine duale Führungs- und Kontrollstruktur.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat bestellt und leiten den Konzern in eigener Verantwortung. Die Aufgabenfelder des Vorstands sind wie folgt verteilt: Dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Christof Nesemeier obliegen die Bereiche Strategie, Beteiligungsmanagement, Investor Relations und Finanzen. Gert-Maria Freimuth ist als stellvertretender Vorstandsvorsitzender verantwortlich für die Bereiche Mergers & Acquisitions, IT, Recht und Corporate Identity. Zwei weitere Mitglieder des Managementteams sind verantwortlich für die Bereiche Finanzen sowie IT und Prozesse. Die Vorstände sind jeweils bis zum 30. Juni 2015 bestellt.

Der Aufsichtsrat der MBB-AG besteht aus dem Vorsitzenden Dr. Peter Niggemann, dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Jan C. Heitmüller sowie Dr. Matthias Rumpelhardt. Der Aufsichtsrat ist in seiner derzeitigen Zusammensetzung von der Hauptversammlung am 7. Juli 2011 wiedergewählt worden und wurde bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung bestellt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt; so dass in der in 2016 stattfindenden Hauptversammlung ein neuer Aufsichtsrat zu wählen ist. Der MBB-Konzern ist nicht mitbestimmt; alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind daher Vertreter der Aktionäre. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand und überwacht seine Geschäftsführung.

Die einzelnen Beteiligungen haben jeweils ein eigenständiges, operatives Management, das in einzelnen Fällen auch Gesellschaftsanteile an den Beteiligungen hält, wobei die MBB-AG die Schwelle von 75,1 % nach Möglichkeit nicht unterschreitet. Das Management der MBB-AG und das der Beteiligungen arbeiten bei der Entwicklung des betreffenden Unternehmens eng zusammen.

Aufgrund der Anzahl der Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder wurden im Berichtsjahr weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat Ausschüsse gebildet.

Angaben gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB

Gemäß §§ 289 und 315 HGB muss der Lagebericht die nachfolgenden Punkte beinhalten:

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das in der Bilanz zum 31. Dezember 2011 aus 6.600.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien bestehende Grundkapital in Höhe von 6.600.000,00 € ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend

Die im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2012 erworbenen 144.201 eigenen Aktien der Gesellschaft sind gemäß § 71 b Aktiengesetz nicht stimmberechtigt.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten sind im Anhang unter II. Erläuterungen zur Konzernbilanz, Ziffer 10.1 dargestellt.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Entsprechende Arbeitnehmerbeteiligungen bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung

Vorstandsmitglieder werden gemäß §§ 84 f. AktG bestellt und abberufen. § 6 der Satzung regelt Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands wie folgt: "Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen. Die Bestimmung der Anzahl sowie die Bestellung der Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung erfolgen durch den Aufsichtsrat. Falls der Vorstand aus mehreren Personen besteht, kann der Aufsichtsrat ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden bzw. Sprecher und eines zum stellvertretenden Vorsitzenden bzw. Sprecher des Vorstandes ernennen."

Gemäß § 179 Abs. 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 24 der Satzung benötigen Satzungsänderungen - soweit gesetzlich zulässig - eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der Hauptversammlung, wobei Stimmenthaltung nicht als Stimmabgabe gilt.

Der § 11 Abs. 2 der Satzung regelt darüber hinaus: "Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung betreffen. Insbesondere ist der Aufsichtsrat ermächtigt, die Fassung der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital I (§ 4 Absatz 4 der Satzung) oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital I anzupassen."

Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2010 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2015 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 3.300.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010). Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

  • y für Spitzenbeträge,
  • y wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet; auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die seit dem 1. Juli 2010 unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2010

bereits ausgegeben wurden oder aufgrund seit dem 1. Juli 2010 begebener Options- oder Wandlungsrechte bzw. seither begründeter Wandlungspflichten bezogen werden können, soweit bei Ausnutzung des genehmigten Kapitals bzw. bei der Begebung der Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen das Bezugsrecht der Aktionäre gemäß bzw. entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird; weiter ist der anteilige Betrag am Grundkapital von eigenen Aktien anzurechnen, die die Gesellschaft auf der Grundlage einer Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG seit dem 1. Juli 2010 erworben und an Dritte gegen Barzahlung ohne Einräumung eines Bezugsrechts der Aktionäre veräußert hat, es sei denn, dass diese Veräußerung über die Börse oder aufgrund eines öffentlichen Angebotes an die Aktionäre erfolgt ist;

  • y soweit es erforderlich ist, den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten aus Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen ein Bezugsrecht zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechtes bzw. einer Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde,
  • y bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010 festzulegen.

Des Weiteren wurde die Gesellschaft ermächtigt, ab dem 01. Juli 2010 bis zum 29. Juni 2015 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien bis zu einer Höhe von 10 % des Grundkapitals zu erwerben und zu verkaufen. Unter Aufhebung dieses Beschlusses hat die Hauptversammlung vom 18. Juni 2012 beschlossen, die Gesellschaft zu ermächtigen, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ab dem 1. Juli 2012 bis zum 29. Juni 2017 eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen, und zwar bis zur Höhe von 10 % des Grundkapitals. Auf diesen Betrag wird der rechnerische Anteil am Grundkapital von Aktien angerechnet, die ab dem 1. Juli 2012 bei der Ausnutzung genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden oder seither von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen bezogen werden können, soweit bei deren Begebung das Bezugsrecht der Aktionäre entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird.

Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, bei teilweiser Ausübung auch mehrmals bis zur Erreichung der Höchstgrenze, für einen oder mehrere Zwecke ausgeübt werden. Sie darf nicht zu dem Zweck des Handelns mit eigenen Anteilen ausgeübt werden.

Der Erwerb hat über die Börse zu erfolgen. Der Kaufpreis für eine Aktie darf den durch die Eröffnungsauktion im Xetra-Handel (oder einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystems an der Frankfurter Wertpapierbörse) ermittelten Kurs der Aktie der Gesellschaft an dem Erwerbstag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen Aktien, ganz oder teilweise, Dritten im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen und/oder Unternehmensbeteiligungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auf diese eigenen Aktien anzubieten und/oder die erworbenen Aktien ohne Fassung eines gesonderten Hauptversammlungsbeschlusses ganz oder teilweise einzuziehen. Der Preis, zu dem die Aktien an Dritte abgegeben werden, darf den Durchschnittswert, der durch die Mittagsauktion im Xetra-Handel (oder einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystems an der Frankfurter Wertpapierbörse) ermittelten Kurse der Aktie der Gesellschaft, an den drei dem Unternehmens- bzw. Beteiligungserwerb vorausgehenden Börsentagen um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.

Außerdem wurde der Vorstand am 30. Juni 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2015 auf den Inhaber und/oder Namen lautende Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen mit einem Gesamtbetrag von bis zu 66.000.000,00 € und mit einer Laufzeit von höchstens 10 Jahren auszugeben. Das Grundkapital der Gesellschaft wird um bis zu 3.300.000,00 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Diese bedingte Kapitalerhöhung dient der Ausgabe von Aktien an die Gläubiger von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen. Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, wie die Gläubiger ihr Wandlungsrecht ausgenutzt haben oder einer Wandlungspflicht unterliegen.

Am 11. Januar 2012 hat die MBB Industries AG beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2010 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG Gebrauch zu machen und im Zeitraum vom 12. Januar bis zum 10. Februar 2012 ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Solche Vereinbarungen bestehen nicht.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern

Solche Entschädigungsvereinbarungen bestehen nicht.

Nachtragsbericht

Am 14. Februar 2013 hat Gert-Maria Freimuth, Vorstand und Mehrheitsaktionär der MBB Industries AG, mitgeteilt, dass er nach 17-jähriger Geschäftsführungs- und Vorstandstätigkeit zur Hauptversammlung 2013 aus dem Vorstand ausscheiden wird und in den Aufsichtsrat wechseln möchte. Aufsichtsrat und Vorstand unterstützen einvernehmlich die Änderungen in ihren Gremien und wollen diese zur Hauptversammlung 2013 umsetzen. Das Management von MBB Industries wird unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Christof Nesemeier auch zukünftig aus drei weiteren Mitgliedern bestehen.

Prognosebericht

Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012 sehen wir als solide Grundlage für die weitere Entwicklung des MBB-Konzerns. Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 prognostiziert der Vorstand einen steigenden Umsatz für das bestehende Beteiligungsportfolio und ein insgesamt positives Ergebnisniveau - vorausgesetzt der aktuelle Konjunkturverlauf setzt sich fort. Der MBB-Konzern dürfte schon aufgrund der beschlossenen Investitionen 2013 und 2014 deutlich wachsen.

Die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung betrachtet der Vorstand als gute Voraussetzung, um einerseits im aktuellen Marktumfeld organisch sowie durch die Zukäufe neuer Beteiligungsunternehmen zu wachsen und andererseits auch beim Aufkommen neuer globaler Krisen jederzeit handlungsfähig zu sein.

Zusammenfassung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG

Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen, nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass diese Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.

Berlin, den 20. März 2013

Dr. Christof Nesemeier Gert-Maria Freimuth Vorstandsvorsitzender Vorstand

Kurzfassung des Jahresabschlusses 2012
der MBB Industries AG
Gewinn- und Verlustrechnung (HGB) 2012 2011
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Umsatzerlöse 1.505 1.685
Sonstige betriebliche Erträge 835 1.012
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.136 891
Personalaufwand 189 184
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen 50 33
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.156 1.168
Erträge aus Beteiligungen 752 843
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens 286 205
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 412 591
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere
des Umlaufvermögens 4 335
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 165 132
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.090 1.593
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -96 397
Sonstige Steuern 3 48
Jahresüberschuss 1.183 1.148
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 14.024 15.717
Kauf eigener Anteile -856 0
Bilanzgewinn 14.351 16.865

Ergebnisverwendung

Der Jahresüberschuss in Höhe von 1.182.392,17 € wird zusammen mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 14.024.359,86 € abzüglich des den Nennbetrag übersteigenden Anteil beim Erwerb eigener Aktien als Bilanzgewinn ausgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung wie in den Vorjahren die Auszahlung einer Dividende vorschlagen. Diese soll 3.227.899,50 € bzw. 50 €-Cent (bezogen auf die bei Veröffentlichung des Berichts im Umlauf befindlichen Aktien) betragen.

Bilanz (HGB) 31.12.2012 31.12.2011
Aktiva geprüft geprüft
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Immaterielle Vermögensgegenstände 142 62
Sachanlagen 89 104
Finanzanlagen 33.658 24.848
Anlagevermögen 33.889 25.014
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.992 2.243
Wertpapiere 3.639 6.804
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.804 11.466
Umlaufvermögen 8.435 20.513
Rechnungsabgrenzungsposten 13 1
Summe Aktiva 42.337 45.528
Passiva T€ T€
Eigenkapital 36.860 39.518
Rückstellungen 1.086 1.054
Verbindlichkeiten 4.391 4.956
Summe Passiva 42.337 45.528

IFRS-Konzernjahresabschluss 2012

IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung Anhang 01.01.- 01.01.-
31.12.2012 31.12.2011
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Umsatzerlöse III.1. 204.876 109.627
Erhöhung (+) / Verminderung (-) des Bestands
an unfertigen und fertigen Erzeugnissen 765 134
Betriebsleistung 205.641 109.761
Auflösung passivischer Unterschiedsbetrag
aus der Kapitalkonsolidierung I.1.3. 1.737 0
Erträge aus Entkonsolidierungen 0 475
Übrige betriebliche Erträge III.2. 4.556 3.307
Gesamtleistung 211.934 113.543
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -110.116 -52.364
Aufwendungen für bezogene Leistungen -24.446 -19.042
Materialaufwand -134.562 -71.406
Löhne und Gehälter -31.931 -19.451
Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung -9.481 -4.085
Personalaufwand -41.412 -23.536
Sonstige betriebliche Aufwendungen III.3. -11.645 -9.361
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) 24.315 9.240
Abschreibungen II.1. -4.876 -3.567
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 19.439 5.673
Abschreibungen Wertpapiere II.8. -15 -346
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge III.4. 542 601
Zinsen und ähnliche Aufwendungen III.5. -2.070 -1.329
Finanzergebnis -1.543 -1.074
Ergebnis vor Steuern (EBT) 17.896 4.599
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag III.6. -3.831 -990
Sonstige Steuern III.6. -216 -146
Periodenergebnis 13.849 3.463
Ergebnisanteil Minderheiten (fortgeführter Bereich) -410 -166
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 13.439 3.297
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 39
Konzernjahresüberschuss 13.439 3.336
Ergebnis je Aktie (in €) III.7. 2,08 0,51
IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung Anhang 01.01.- 01.01.-
31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Konzernergebnis 13.439 3.336
Ergebnisanteil Minderheiten 410 166
Periodenergebnis 13.849 3.502
Im Eigenkapital erfasste Veränderungen
aus der Währungsumrechnung II.10.4 658 -796
Nettogewinn (+) / -verlust (-) aus der Neubewertung
von finanziellen Vermögenswerten
der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" II.10.4 1.045 -48
Veränderung aus Erwerb Unterbeteiligung 0 -2.000
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 1.703 -2.844
Gesamtergebnis der Berichtsperiode 15.552 658
Davon entfallen auf
- Gesellschafter des Mutterunternehmens 15.263 1.278
- Nicht-kontrollierende Gesellschafter 289 -620
Bilanz Anhang 31.12.2012 31.12.2011
Aktiva (IFRS) geprüft geprüft
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Langfristiges Vermögen
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte II.3. 3.038 2.209
Firmenwert II.2. 1.816 1.816
Geleistete Anzahlungen 84 242
Immaterielle Vermögenswerte 4.938 4.267
Grundstücke und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken II.4. 22.275 14.700
Technische Anlagen und Maschinen II.4. 7.644 8.581
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung II.4. 3.297 2.394
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau II.4. 2.392 482
Sachanlagen 35.608 26.157
Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens II.8. 4.932 5.477
Sonstige Ausleihungen 162 275
Finanzanlagen 5.094 5.752
Aktive latente Steuern II.9. 933 1.056
46.573 37.232
Kurzfristiges Vermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe II.5. 4.907 4.052
Unfertige Erzeugnisse II.5. 2.905 2.178
Fertige Erzeugnisse II.5. 7.082 7.106
Geleistete Anzahlungen 3.468 0
Vorräte 18.362 13.336
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen II.6. 17.588 7.751
Forderungen aus Auftragsfertigung II.6. 22.721 0
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 115 90
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte II.7. 2.991 2.587
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 43.415 10.428
Gold und Rohstoffe II.8. 2.245 2.121
Wertpapiere II.8. 8.188 7.037
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 10.433 9.158
Kasse V. 10 8
Bankguthaben V. 29.859 15.635
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 29.869 15.643
102.079 48.565
Summe Aktiva 148.652 85.797
Bilanz Anhang 31.12.2012 31.12.2011
Passiva (IFRS) geprüft geprüft
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Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital II.10.1 6.456 6.600
Kapitalrücklage II.10.2 14.395 15.251
Gesetzliche Rücklage II.10.3 61 61
Gewinnrücklagen II.10.4 34.164 21.742
Minderheitenanteile II.10. 2.335 2.046
57.411 45.700
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten II.12. 11.224 13.050
Sonstige Verbindlichkeiten II.13. 732 829
Rückstellungen für Pensionen II.11. 18.173 4.836
Sonstige Rückstellungen II.14.1 4.153 581
Passive latente Steuern II.9. 3.451 2.691
37.733 21.987
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten II.12. 2.116 3.574
Erhaltene Anzahlungen II.12. 12.305 20
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen II.12. 10.957 7.972
Sonstige Verbindlichkeiten II.13. 4.864 3.734
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter II.14.1 11.225 2.148
Steuerrückstellungen II.14.2 3.421 362
Sonstige Rückstellungen II.14.1 8.620 300
53.508 18.110
Summe Passiva 148.652 85.797
Konzern-Kapitalflussrechnung 01.01.- 01.01.-
31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
1. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 19.439 5.673
Berichtigungen um zahlungsunwirksame Vorgänge:
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.876 3.567
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen 3.228 -909
Ertrag (-) / Verlust (+) aus der Entkonsolidierung 0 -475
Ertrag aus der Erstkonsolidierung -1.737 0
Verluste (+) / Gewinne (-) aus Anlageabgängen -186 0
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge 300 -2
6.481 2.181
Veränderung des Working Capital:
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -1.904 -1.442
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Passiva -3.392 1.018
-5.296 -424
Gezahlte Ertragsteuern -1.267 -928
Erhaltene Zinsen 542 601
-725 -327
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 19.899 7.103
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Investitionen (-) / Desinvestitionen (+) immaterielles Anlagevermögen -612 -314
Investitionen (-) / Desinvestitionen (+) Sachanlagevermögen -12.715 -2.095
Investitionen (-) / Desinvestitionen (+) Finanzanlagevermögen 113 88
Investitionen (-) / Desinvestitionen (+) in zur Veräußerung gehaltene
Finanzanlagen und Wertpapiere 330 474
Einnahmen aus Sachanlageabgängen 186 0
Erwerb Unterbeteiligung 0 -2.640
Verkauf (+)/ Erwerb (-) von konsolidierten Unternehmen -13.328 513
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -26.026 -3.974
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Gewinnausschüttung an Gesellschafter -2.841 -2.178
Erwerb eigener Anteile -1.000 0
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten -3.284 -1.588
Zinsauszahlungen -1.606 -1.328
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -8.731 -5.094
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds
(Zwischensumme 1-3) -14.858 -1.965
Auswirkungen von Wechselkursänderungen (nicht zahlungswirksam) 39 -36
Änderungen des Konsolidierungskreises 29.045 0
Finanzmittelfonds zu Beginn der Berichtsperiode 15.643 17.644
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 29.869 15.643
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Kasse 10 8
Guthaben bei Kreditinstituten 29.859 15.635
Überleitung zum Liquiditätsbestand am 31.12. 2012 2011
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 29.869 15.643
Gold 2.245 2.121
Wertpapiere 13.120 12.514
Liquiditätsbestand am 31.12. 45.234 30.278
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Gewinnrücklagen
Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gesetzliche
Rücklage
Währungs
umrechnungs
differenz
Zum Verkauf
zur Verfügung
stehende
finanzielle
Vermögens
werte
Erwirt
schaftetes
Konzern
Eigen
kapital
Anteil der
Aktionäre
der
MBB AG
Minder
heiten
anteile
Konzern
Eigen
kapital
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
01.01.2011 6.600 15.251 61 218 605 21.819* 44.554 2.368 46.922
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0 0 -2.178 -2.178 0 -2.178
Zwischensumme 6.600 15.251 61 218 605 19.641 42.376 2.368 44.744
Direkt im Eigenkapital erfasste Beträge 0 0 0 0 -48 0 -48 0 -48
Währungsumrechnungsdifferenz 0 0 0 -1.035 0 0 -1.035 239 -796
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 3.336 3.336 166 3.502
Veränderung aus Erwerb Unterbeteiligung 0 0 0 0 0 -975 -975 -1.025 -2.000
Konzerngesamtergebnis (Total Comprehensive Income) 0 0 0 -1.035 -48 2.361 1.278 -620 658
Minderheiten DTS IT AG 0 0 0 0 0 0 0 440 440
Veränderung aus der Entkonsolidierung 0 0 0 0 0 0 0 -142 -142
31.12.2011 6.600 15.251 61 -817 557 22.002 43.654 2.046 45.700
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0 0 -2.841 -2.841 0 -2.841
Zwischensumme 6.600 15.251 61 -817 557 19.161 40.813 2.046 42.859
Direkt im Eigenkapital erfasste Beträge 0 0 0 0 1.045 0 1.045 0 1.045
Währungsumrechnungsdifferenz 0 0 0 779 0 0 779 -121 658
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 13.439 13.439 410 13.849
Konzerngesamtergebnis (Total Comprehensive Income) 0 0 0 779 1.045 13.439 15.263 289 15.552
Erwerb eigener Anteile -144 -856 0 0 0 0 -1.000 0 -1.000
31.12.2012 6.456 14.395 61 -38 1.602 32.600 55.076 2.335 57.411

* Korrektur um Anpassung latente Steuern in 2010

Anhang des Konzernjahresabschlusses 2012

I. Methoden und Grundsätze

1. Grundlegende Informationen zur Bilanzierung

1.1 Informationen zum Unternehmen

Die MBB Industries AG (im Folgenden "MBB" oder "MBB-AG") hat ihren Sitz in der Joachimstaler Straße 34, 10719 Berlin, Deutschland. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Nummer HRB 97470 eingetragen. Die MBB Industries AG ist seit dem 20. Juni 2008 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer A0ETBQ notiert. Sie ist Muttergesellschaft des MBB-Konzerns.

Die MBB Industries AG ist ein familiengeführter mittelständischer Konzern, der seit seiner Gründung durch organisches Wachstum und Kauf von Unternehmen nachhaltig wächst. Kern des Geschäftsmodells ist die langfristige Wertsteigerung der einzelnen Unternehmen und der Gruppe als Ganzes.

Der Konzernabschluss der MBB Industries AG für das Geschäftsjahr 2012 wird voraussichtlich am 20. März 2013 durch den Aufsichtsrat der MBB Industries AG gebilligt und am 15. April 2013 veröffentlicht.

1.2 Rechnungslegungsgrundsätze

Die MBB Industries AG stellt aufgrund der Zulassung zum regulierten Markt ihren Konzernabschluss nach IFRS auf. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS), die International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Der Konzernabschluss wurde um einen Konzernlagebricht gem. § 315 HGB sowie um zusätzliche Erläuterungen gem. § 315a HGB ergänzt.

Anwendung von neuen und geänderten Standards

Im Geschäftsjahr 2012 sind folgende IAS/IFRS/IFRIC erstmals anzuwenden. Sie haben überwiegend geringe oder keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der MBB Industries AG, sofern nicht anders angegeben:

Regelung Bezeichnung Auswirkungen
IFRS 7 Angaben - Übertragung finanzieller Vermögenswertes gering
IAS 12 Realisierung der zugrundeliegenden Vermögenswerte gering
IFRS 1 Hyperinflation und fester Umstellungszeitpunkt keine

Folgende neu herausgegebene Standards bzw. Standards, die in 2012 endorsed wurden, oder Änderungen von Standards oder Interpretationen, die nicht verpflichtend anzuwenden waren, wurden im vorliegenden Konzernabschluss nicht vorzeitig angewendet. Sofern die Änderungen die MBB betreffen, werden die künftigen Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch geprüft.

Regelung Bezeichnung Veröffentlichung Anwendung Endorsement Auswirkungen
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 erweiterte Anhangsangaben
IFRS 7 Angaben - Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 16.12.2011 01.01.2013 13.12.2012 erweiterte Anhangsangaben
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine wesentlichen Änderungen
IFRS 11 Gemeinschaftliche Tätigkeiten 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine wesentlichen Änderungen
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 erweiterte Anhangsangaben
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 16.06.2011 01.01.2013 05.06.2012 Ausweis- und Anhangsänderungen
Annual Improvements 2012 17.05.2012 01.01.2013 nein gering
IAS 32 Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 16.12.2011 01.01.2014 13.12.2012 keine wesentlichen Änderungen
IFRS 9 Finanzinstrumente - Klassifizierung und Bewertung 28.10.2010 01.01.2015 nein Veränderte Erfassung von Fair Value Änderungen
IFRS 1 Kredite der öffentlichen Hand 13.03.2012 01.01.2013 nein keine wesentlichen Änderungen
IFRS 9 Finanzinstrumente 16.12.2011 01.01.2015 nein wird noch geprüft
IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung 31.10.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine Auswirkungen
IFRIC 20 Darstellung des Abschlusses 31.10.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine Auswirkungen
IAS 27 Einzelabschlüsse 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen 12.05.2011 01.01.2013 11.12.2012 keine Auswirkungen

1.3 Gesellschaftsrechtliche und strukturelle Änderungen in 2012

Am 9. März 2012 hat die MBB Industries AG über die Jade 1414. GmbH alle Anteile an der CLAAS Fertigungstechnik GmbH, Beelen, einschließlich Gewinnbezugsrecht ab dem 1. Januar 2012 von der CLAAS KGaA mbH zu einem Kaufpreis von 13,3 Mio. € unter aufschiebenden Bedingungen übernommen. Nach Erfüllung der im Kaufvertrag genannten aufschiebenden Bedingungen ist der rechtliche Übergang und der Übergang der Kontrolle zum 31. März 2012 erfolgt.

Die CLAAS Fertigungstechnik GmbH ist ein führender internationaler Anlagenbauer von Produktionstechnik für die Automobilindustrie und weiterer Branchen. Die Gesellschaft firmiert seit dem 29. Mai 2012 unter dem Namen MBB Fertigungstechnik GmbH und verstärkt das Segment Technische Applikationen.

Zum Erwerbszeitpunkt wurden folgende Vermögenswerte und Schulden übernommen:

Vermögenswerte und Schulden
CLAAS Fertigungstechnik GmbH T€
Kurzfristige Vermögenswerte
Kasse und Bankguthaben 29.045
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 33.363
Vorräte 2.746
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 645
Sachanlagen 1.026
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.673
Sonstige Verbindlichkeiten 11.036
Erhaltene Anzahlungen 14.394
Rückstellungen 4.236
Langfristige Verbindlichkeiten
Pensionsrückstellungen 13.497
Passive latente Steuern 737
Sonstige Rückstellungen 6.215
Vermögen 15.037

Die Bewertung der ausgewiesenen Forderungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Sie betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Auftragsfertigung in Höhe von 23,1 Mio. € und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7,9 Mio. €. Von den zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesenen finanziellen Mitteln sind 8,7 Mio. € als Sicherheit für Avalkredite bei Banken und Versicherungen verpfändet. Zum 31. Dezember 2012 betragen die verpfändeten Sicherheiten für Avalkredite 10,0 Mio. €.

Die MBB Fertigungstechnik GmbH hat seit dem Erwerbszeitpunkt 86,2 Mio. € zu den Umsatzerlösen und 6,8 Mio. € zum Konzernüberschuss beigetragen. Hätte der Unternehmenserwerb zum Jahresbeginn stattgefunden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns 225,5 Mio. € und der Konzernüberschuss 14,2 Mio. € betragen.

Zum 31. Dezember 2012 ist der Kaufpreis bezahlt. Die Transaktionskosten in Höhe von 92 T€ wurden als Aufwand erfasst und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sowie in der Kapitalflussrechnung bei dem Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit berücksichtigt.

Der Kaufpreis von 13,3 Mio. € ist das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen Käufer und Verkäufer, in dem eine Vielzahl von Aspekten, wie z.B. die unsichere Akzeptanz der Firmenumbenennung durch Kunden, der Ausgang kurzfristig zu vergebender Aufträge sowie die Struktur des Managements einbezogen worden sind. Diese bilanziell nicht erfassbaren Risiken, die nach der Übernahme zu Belastungen für das Unternehmen hätte führen können, wurden im Kaufpreis berücksichtigt, so dass der Kaufpreis etwas geringer als das übernommene Vermögen ist. Als Folge ergibt sich aus der Kapitalkonsolidierung ein passivischer Unterschiedsbetrag (bargain purchase) von 1,7 Mio. €, der nach erneuter Beurteilung des Ansatzes und der Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden durch die MBB erfolgswirksam als sonstiger Ertrag erfasst wurde.

Am 9. März 2012 hat die in MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH umfirmierte Jade 1414. GmbH zudem das Betriebsgrundstück mit Gebäuden der CLAAS Fertigungstechnik GmbH von der CLAAS KGaA mbH erworben. Der Kaufpreis von 7,7 Mio. € wurde zunächst durch die Verkäuferin finanziert. Im Dezember 2012 hat die MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH die komplette Restschuld gegenüber der CLAAS KGaA mbH beglichen. Die Refinanzierung erfolgte durch eine zehnjährige Bankfinanzierung des Grundstücks und Gebäudes zu 2,85 %, deren Abruf jedoch erst im Januar 2013 vorgenommen wurde.

Die am 1. Dezember 2011 von der eld datentechnik GmbH übernommene DTS Beteiligungen Verwaltungs GmbH wurde mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 auf die eld datentechnik GmbH verschmolzen.

2. Konsolidierungskreis

Neben der MBB Industries AG als Mutterunternehmen sind die unten aufgeführten Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Beteiligungsquoten werden durch Multiplikation der jeweiligen Gesellschaftsanteile ermittelt. Die in Fettdruck aufgeführten Unternehmen halten direkt oder indirekt Beteiligungen an den jeweils darunter genannten Gesellschaften.

Einbezogene Unternehmen Beteiligungs
Name und Sitz der Gesellschaft quote in %
Verbundene Unternehmen (Vollkonsolidierung)
OBO Modulan GmbH, Stadthagen, Deutschland 100,00
OBO-Werke Verwaltungsgesellschaft mbH, Stadthagen, Deutschland 100,00
OBO-Werke GmbH & Co. KG, Stadthagen, Deutschland 100,00
OBO-Industrieanlagen GmbH, Stadthagen, Deutschland 100,00
Delignit AG, Blomberg, Deutschland 76,08
Hausmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Blomberg, Deutschland 76,08
Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG, Blomberg, Deutschland 76,08
MBB Fertigungstechnik Beelen GmbH, Berlin, Deutschland 100,00
MBB Fertigungstechnik GmbH, Beelen, Deutschland 100,00
Hanke Tissue Sp. z o.o., Küstrin, Polen 100,00
DTS IT AG, Herford, Deutschland 80,00
DTS Systeme GmbH, Herford, Deutschland 80,00
ICSmedia GmbH, Münster, Deutschland 80,00
eld datentechnik GmbH, Fellbach, Deutschland 80,00
CT Formpolster GmbH, Löhne, Deutschland 100,00

Die folgende Tabelle zeigt die Unternehmen, die nicht vollkonsolidiert werden.

Beteiligungs
Name und Sitz der Gesellschaft quote in %
Assoziierte Unternehmen
S.C. Cildro Plywood Srl., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 49,00
S.C. Cildro S.A., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 42,90
S.C. Cildro Service Srl., Drobeta Turnu Severin, Rumänien 42,90

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes wird als Anlage zum Anhang beigelegt.

3. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der MBB Industries AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Abschlussstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist der 31. Dezember des jeweils geltenden Geschäftsjahres.

3.1 Tochterunternehmen

Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Nach dieser Methode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am Eigenkapital des erworbenen Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Dabei werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu ihrem Zeitwert angesetzt und in die Konzernbilanz übernommen. Ein Überschuss der Anschaffungskosten über den Zeitwert des auf den Konzern entfallenden Reinvermögens wird als Firmenwert aktiviert.

Ist der Zeitwert des auf den Konzern entfallenden Reinvermögens höher als die Anschaffungskosten der Anteile, ergibt sich ein passivischer Unterschiedsbetrag. Sollte ein solcher nach einer erneuten Überprüfung der Kaufpreisverteilung bzw. Bestimmung der Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verbleiben, so ist dieser sofort erfolgswirksam zu erfassen. Der auf die Minderheitsgesellschafter entfallende Anteil der Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des Tochterunternehmens wird ebenfalls zum Zeitwert angesetzt. Ein Firmenwert wird jedoch nur insoweit ausgewiesen, als er auf den Konzern entfällt. Die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegenseitig verrechnet. Dies gilt auch für die Zwischenergebnisse sowie die konzerninternen Umsätze, Erträge und Aufwendungen. Die Ergebnisse der im Laufe des Geschäftsjahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des Erwerbs oder bis zum Abgangszeitpunkt in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung einbezogen.

3.2 Assoziierte Unternehmen

Unternehmen mit einer Beteiligungsquote der MBB zwischen 20,0 % und 50,0 % am Stammkapital, auf welche die MBB einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden als assoziierte Unternehmen klassifiziert. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Danach werden anteilige Gewinne und Verluste des assoziierten Unternehmens dem bilanziellen Beteiligungsansatz zu- bzw. abgeschrieben. Die Höhe der Verlustzurechnung ist dabei grundsätzlich auf die Höhe der Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens beschränkt. Erwirtschaftet das Beteiligungsunternehmen Verluste, nachdem der Beteiligungsbuchwert bis auf einen Erinnerungswert von 1 € reduziert ist, werden diese Verluste in einer Nebenrechnung erfasst.

Für Akquisitionen von assoziierten Unternehmen wird analog die Erwerbsmethode verwendet. Assoziierte Unternehmen, die im Verlauf des Geschäftsjahres erworben oder veräußert wurden, werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Veräußerungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen.

4. Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.1 Allgemeines

Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme der Neubewertung von bestimmten Finanzinstrumenten auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung.

Die Bilanz wurde nach kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden strukturiert. Die Gesamtergebnisrechnung wird zur Ermittlung des Konzernjahresergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

4.2 Berichtswährung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, da den überwiegenden Konzerntransaktionen diese Währung zu Grunde liegt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (T€) auf- oder abgerundet. Die Betragsangaben erfolgen in Euro (€), Tausend Euro (T€) und Millionen Euro (Mio. €).

4.3 Fremdwährungsumrechnung

Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.

Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebes entstehenden Geschäfts- und Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebes resultieren, werden zum Stichtagskurs umgerechnet.

2012 Stichtagskurs 31.12. 2012 Durchschnittskurs 2012
Polnischer Zloty (PLN) 4,0882 4,1852
2011 Stichtagskurs 31.12. 2011 Durchschnittskurs 2011
Polnischer Zloty (PLN) 4,4168 4,1190

Folgende Kurse wurden berücksichtigt (für 1,00 €):

4.4 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögensgegenstands, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt.

Immaterielle Vermögenswerte werden dann angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft der künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig gemessen werden können.

Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.

Entwicklungskosten werden beim kumulativen Vorliegen der folgenden Kriterien als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert:

  • y Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des Projekts ist gegeben.
  • y Die Absicht und die Fähigkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes sowie dessen Nutzung bzw. des Verkaufs sind gegeben.
  • y Es wird davon ausgegangen, dass mit dem immateriellen Vermögenswert voraussichtlich ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erzielt wird.

y Darüber hinaus verfügt der Konzern über die technischen, finanziellen und sonstigen Ressourcen, um die Entwicklungsarbeiten abzuschließen und es besteht die Fähigkeit, die dem Projekt direkt zurechenbaren Ausgaben verlässlich zu bestimmen.

Bei Nichterfüllung der Kriterien erfolgt eine Erfassung der Entwicklungskosten als Aufwand in der Periode ihrer Entstehung.

Für Zwecke der Folgebewertung werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen (ausgewiesen in den Abschreibungen). Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) werden linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum und die Abschreibungsmethode werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft.

Der Konzern verfügt mit Ausnahme der Firmenwerte über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer.

Die Anschaffungskosten neuer Software werden aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert behandelt, sofern diese Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren linear abgeschrieben.

Die Patente werden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben.

Kosten, die entstanden sind, um den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen, den die Gesellschaft ursprünglich erwartet hatte, wiederherzustellen oder zu bewahren, werden als Aufwand erfasst.

Gewinne und Verluste aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert abgeht, erfolgswirksam erfasst.

4.5 Geschäfts- oder Firmenwert

Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben sich als Residualgröße aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit mittels eines Impairment-Tests überprüft. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("ZGE") des Konzerns zugeordnet, die einen Nutzen aus dem Zusammenschluss ziehen.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird dann außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner als der Buchwert dieser Einheit ist. Ein einmal erfasster Wertminderungsbedarf für den Geschäfts- oder Firmenwert wird in künftigen Perioden nicht wieder zugeschrieben.

Wird ein Tochterunternehmen veräußert, wird der auf das Tochterunternehmen entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.

4.6 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen den Kaufpreis und weitere im Zusammenhang mit dem Erwerb anfallende, nicht erstattungsfähige Erwerbsteuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert an seinen Standort und in einen betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene Verwendung zu bringen. Nachträgliche Ausgaben wie Wartungs- und Instandhaltungskosten, die entstehen, nachdem die Vermögenswerte des Anlagevermögens in Betrieb genommen wurden, werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst. Wenn es wahrscheinlich ist, dass Ausgaben dazu führen, dass dem Unternehmen ein über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des vorhandenen Vermögenswertes hinaus zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, werden die Ausgaben als zusätzliche Anschaffungskosten aktiviert.

Die Bewertung von im Rahmen von Unternehmenserwerben neu identifizierten Vermögenswerten erfolgt zum im Erwerbszeitpunkt ermittelten Zeitwert (Marktwert), der in den Folgeperioden planmäßig abgeschrieben wird.

Abschreibungen werden linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer unter Annahme eines Restwertes von 0,00 € berechnet. Für die einzelnen Anlagegruppen werden folgende geschätzte Nutzungsdauern herangezogen:

Gebäude- und Außenanlagen: 10 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen: 10 bis 12 Jahre
Computerhardware: 3 Jahre
Sonstige Büroausstattung: 5 bis 13 Jahre

Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer, die Abschreibungsmethode für Sachanlagen sowie die Restwerte werden periodisch überprüft.

Werden Gegenstände des Sachanlagevermögens veräußert oder verschrottet, werden die entsprechenden Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen ausgebucht; ein realisierter Gewinn oder Verlust aus dem Abgang wird in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Der sich aus dem Verkauf einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes; er wird erfolgswirksam erfasst.

4.7 Leasing

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasinggeschäft darstellt oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt.

Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasingverträgen, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, werden zu Beginn des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstandes oder, sofern dieser Wert niedriger ist, mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. Die Vermögenswerte werden planmäßig abgeschrieben.

Leasingzahlungen werden in ihre Bestandteile Finanzierungsaufwendungen und Tilgung der Leasingschuld aufgeteilt, indem der verbleibende Restbuchwert der Leasingschuld mit einem konstanten Zinssatz verzinst wird. Die verbleibenden Leasingverpflichtungen zum Bilanzstichtag werden entsprechend ihrer Fristigkeit gesondert in der Bilanz ausgewiesen. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzern tritt nicht als Leasinggeber auf.

4.8 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, die Fremdkapitalkosten fallen für den Erwerb, den Bau oder die Herstellung qualifizierter Vermögenswerte an. In dem Fall werden die Fremdkapitalkosten den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Im Berichtsjahr wurden von der MBB qualifizierte Vermögenswerte weder erworben noch produziert.

4.9 Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Nicht-finanzielle Vermögenswerte werden auf eine Wertminderung hin überprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes nicht erzielbar sein könnte. Für die Werthaltigkeitsprüfung ist der erzielbare Betrag ("recoverable amount") des Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("ZGE") zu ermitteln. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ("fair value less costs to sell") und dem Nutzungswert ("value in use"). Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist definiert als der Preis, der im Rahmen des Verkaufs eines Vermögenswerts oder einer ZGE zwischen zwei sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern abzüglich der Veräußerungskosten erzielt werden kann. Der Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer ZGE wird durch den Barwert eines im Rahmen der gegenwärtigen Verwendung geschätzten, erwarteten Cashflows ermittelt. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert erfolgt in Höhe der Differenz eine sofort erfolgswirksame Abschreibung.

Eine ertragswirksame Korrektur einer in früheren Jahren für einen Vermögenswert (außer für Firmenwerte) aufwandswirksam erfassten Wertminderung wird vorgenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Wertminderung nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte. Die Wertaufholung wird als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Werterhöhung (bzw. Verringerung der Wertminderung) eines Vermögenswertes wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre (unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte).

4.10 Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen oder als zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen klassifiziert. Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Designation der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien hängt von ihrer Art und dem Verwendungszweck ab und erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Umwidmungen werden, sofern diese zulässig und erforderlich sind, zum Ende des Geschäftsjahres vorgenommen.

Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2012 über ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswertes eingegangen ist, erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, sind solche, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder Marktkonventionen festgelegten Zeitraumes vorschreiben.

Ausgereichte Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine der drei übrigen Kategorien eingestuft sind. Bei den zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren erfolgt ein Ausweis im langfristigen Vermögen, wenn im Zugangszeitpunkt von einer Veräußerung innerhalb eines Jahres nicht auszugehen ist.

Nach dem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Gewinne oder Verluste in einer separaten Position des Eigenkapitals erfasst werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Finanzinvestition ausgebucht wird oder an dem eine dauerhafte Wertminderung für die Finanzinvestition festgestellt wird, wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch Bezugnahme auf den an der Börse notierten Geldkurs am Bilanzstichtag ermittelt. Für die von dem Konzern zum 31. Dezember 2012 und zum 31. Dezember 2011 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte lagen Marktwerte vor.

Finanzielle Vermögenswerte werden zu jedem Bilanzstichtag auf Wertminderung überprüft. Ist es wahrscheinlich, dass die Gesellschaft bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten nicht alle laut Vertragsbedingungen fälligen Beträge von Darlehen, Forderungen oder von bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen eintreiben kann, wird eine Wertminderung oder Wertberichtigung auf Forderungen ergebniswirksam erfasst. Der Wertminderungsverlust ist definiert als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows bewertet mit der Effektivzinsmethode. Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn die nachfolgende teilweise Werterholung (bzw. Verringerung der Wertminderung) objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird jedoch nur insoweit erfasst, als sie den Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ergeben hätte, wenn die Wertminderung nicht erfolgt wäre. Eine Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts erfolgt, wenn dieser als uneinbringlich eingestuft wird.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechen wie im Vorjahr im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten.

4.11 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert (abzüglich notwendiger Vertriebskosten) angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittspreismethode oder zu niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet. In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind neben den Kosten für Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten unter der Annahme einer Normalauslastung eingerechnet. Für Bestandsrisiken aus der Lagerdauer und einer verminderten Verwertbarkeit wurden angemessene Wertabschläge vorgenommen.

4.12 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

In der Bilanz abgebildete Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten.

Der Finanzmittelfonds in der Konzern-Kapitalflussrechnung wird entsprechend der obigen Definition abgegrenzt.

4.13 Finanzielle Verbindlichkeiten

Darlehen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet. Sie werden nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert.

Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfolgswirksam erfasst wird.

Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen passiviert.

Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die entsprechenden Verpflichtungen des Konzerns beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

4.14 Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung auf Grund eines vergangenen Ereignisses hat, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Mitteln führt, die einen wirtschaftlichen Nutzen darstellen und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.

Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtig beste Schätzung angepasst. Der Rückstellungsbetrag entspricht dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben, wenn der entsprechende Zinseffekt wesentlich ist. Die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung wird als Zinsaufwand erfasst.

Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter werden für solche Verpflichtungen gebildet, bei denen ein Leistungsaustausch stattgefunden hat und die Höhe der Gegenleistung mit hinreichender Sicherheit feststeht. Der Ausweis der Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter erfolgt innerhalb der Verbindlichkeiten.

4.15 Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften ermittelten Pensionsverpflichtungen werden nach IAS 19 bewertet. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden als Aufwand erfasst. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen wird die Verpflichtung als Pensionsrückstellung in der Bilanz erfasst. Die Pensionszusagen werden hierbei als "defined benefit plan" angesehen und daher mittels der "projected unit credit method" versicherungsmathematisch bewertet.

Die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste werden sofort ergebniswirksam vereinnahmt.

4.16 Ertragsrealisierung

Erträge werden realisiert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung abzüglich gewährter Skonti und Rabatte sowie der Umsatzsteuer oder anderer Abgaben bewertet. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus.

a) Verkauf von Waren und Erzeugnissen, Erbringung von Dienstleistungen

Erträge werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Erzeugnissen verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit Lieferung der Waren und Erzeugnisse bzw. mit der Endabnahme beim Kunden ein. Umsätze aus Dienstleistungsgeschäften werden nur dann erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der mit dem Geschäft verbundene wirtschaftliche Nutzen zufließen wird. Dies erfolgt in der Bilanzierungsperiode, in der die jeweiligen Dienstleistungen erbracht werden.

b) Fertigungsaufträge aus dem Anlagenbau

Seit dem 31. März 2012 wird im Zuge der Übernahme der MBB Fertigungstechnik GmbH, früher CLAAS Fertigungstechnik GmbH, die Percentage-of-Completion-Methode (PoC) gem. IAS11 bei der Auftragsfertigung angewendet. Dabei werden – wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich geschätzt werden kann – die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Leistungsfortschritt (Fertigstellungsgrads) am Abschlussstichtag erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (cost-to-cost-Verfahren). Nach der PoC-Methode bilanzierte Fertigungsaufträge werden entsprechend den zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinns in den Forderungen aus Auftragsfertigung erfasst. Auftragsänderungen, Nachforderungen oder Leistungsprämien werden insoweit berücksichtigt, wie sie mit dem Kunden bereits verbindlich vereinbart wurden. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Die Auftragskosten werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, werden die erwarteten Verluste unmittelbar als Aufwand erfasst.

c) Zinserträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, das heißt des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes abgezinst werden).

d) Dividenden

Erträge werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

4.17 Steuern

a) Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

b) Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- und Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.

Bei einzelnen Gesellschaften werden die aktiven und latenten Steuern saldiert, soweit sie künftigen Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit haben werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern die materiellen Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.

Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Latente Steuern und Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Verrechnung bzw. Aufrechnung der Steuererstattungsansprüche gegen Steuerschulden hat und sie sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

4.18 Eventualschulden und Eventualforderungen

Eventualschulden sind entweder mögliche Verpflichtungen, die zu einem Abfluss von Ressourcen führen können, deren Existenz aber durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer zukünftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, oder gegenwärtige Verpflichtungen, die nicht die Ansatzkriterien einer Schuld erfüllen. Sie werden im Anhang separat angegeben, es sei denn die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist unwahrscheinlich. Im Geschäftsjahr bestehen neben den Haftungsverhältnissen keine Eventualschulden.

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden Eventualschulden nach IFRS 3.23 passiviert, wenn der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann.

Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden jedoch im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

4.19 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden planmäßig in den Perioden als Gewinn oder Verlust erfasst, in denen die entsprechenden Aufwendungen angesetzt werden und angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die im Zusammenhang mit den Zuwendungen bestehenden Bedingungen erfüllt werden.

Die erhaltenen Zuwendungen werden in der Bilanz als passivischer Abgrenzungsposten unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Investitionsabhängige Steuergutschriften werden zum Zeitpunkt der Erfüllung der Voraussetzungen steuermindernd berücksichtigt.

5. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS müssen vereinzelt Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden. Diese haben Einfluss auf die ermittelten Beträge von Vermögenswerten, Schulden und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie auf den Ausweis von Aufwendungen und Erträgen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, auf Grund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

a) Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Schätzung des Nutzungswerts bewertet das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit und wählt einen angemessenen Abzinsungssatz, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.

b) Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Abzinsungssätzen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten.

c) Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und der zum Bilanzstichtag bekannten Umstände. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen.

d) Aktive latente Steuern

Für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und auf temporäre Differenzen werden aktive latente Steuern in dem Maße gebildet, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine Ermessensausübung der Geschäftsführung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.

e) Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Die MBB Fertigungstechnik GmbH tätigt einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Die Schätzungen werden kontinuierlich vom Management der Gesellschaft überprüft und gegebenenfalls angepasst.

II. Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Langfristige Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens ist aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel ersichtlich.

1.1 Anlagenspiegel des MBB-Konzerns zum 31. Dezember 2012

Gesamte An
schaffungs
und
Herstellungs
kosten
Zugänge des
Geschäfts
jahres
Zugänge
aus Erst
konsoli
dierung
Um
buchung
Abgänge aus
Entkonsoli
dierung
(zu Brutto
buchwerten)
Abgänge des
Geschäfts
jahres
Währungs
kurs
differenzen
Abschreibun
gen in ihrer
gesamten
Höhe
Buchwert am
Ende des
Geschäfts
jahres
Buchwert am
Ende des
Vorjahres
Abschreibun
gen des
Geschäfts
jahres
Abgänge
Abschreibun
gen
Währungs
kurs
differenzen
31.12.2012 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte 4.301 537 645 230 0 0 12 2.687 3.038 2.209 586 0 9
2. Firmenwert 3.643 0 0 0 0 0 0 1.827 1.816 1.816 0 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 242 72 0 -230 0 0 0 0 84 242 0 0 0
8.186 609 645 0 0 0 12 4.514 4.938 4.267 586 0 9
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten
einschließlich der
Bauten auf fremden
Grundstücken 21.838 8.024 0 19 0 0 480 8.086 22.275 14.700 840 0 108
2. Technische Anlagen
und Maschinen 27.394 353 109 503 0 0 885 21.601 7.643 8.581 2.120 0 668
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 11.183 1.267 900 63 0 36 43 10.122 3.298 2.394 1.330 35 38
4. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau 482 2.464 18 -585 0 17 30 0 2.392 482 0 0 0
60.897 12.108 1.027 0 0 53 1.438 39.809 35.608 26.157 4.290 35 814
Gesamt 69.083 12.717 1.672 0 0 53 1.450 44.323 40.546 30.424 4.876 35 823

1.2 Anlagenspiegel des MBB-Konzerns zum 31. Dezember 2011

Gesamte An
schaffungs
und
Herstellungs
kosten
Zugänge des
Geschäfts
jahres
Zugänge
aus Erst
konsoli
dierung
Um
buchung
Abgänge aus
Entkonsoli
dierung
(zu Brutto
buchwerten)
Abgänge des
Geschäfts
jahres
Währungs
kurs
differenzen
Abschreibun
gen in ihrer
gesamten
Höhe
Buchwert am
Ende des
Geschäfts
jahres
Buchwert am
Ende des
Vorjahres
Abschreibun
gen des
Geschäfts
jahres
Abgänge
Abschreibun
gen
Währungs
kurs
differenzen
31.12.2011 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte 3.585 125 600 14 14 0 -9 2.092 2.209 1.756 276 5 -8
2. Firmenwert 3.643 0 0 0 0 0 0 1.827 1.816 1.816 0 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 36 206 0 0 0 0 0 0 242 36 0 0 0
7.264 331 600 14 14 0 -9 3.919 4.267 3.608 276 5 -8
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten
einschließlich der
Bauten auf fremden
Grundstücken 21.890 20 0 472 0 0 -544 7.138 14.700 15.239 583 0 -96
2. Technische Anlagen
und Maschinen 27.648 156 0 990 0 338 -1.062 18.813 8.581 9.524 1.967 312 -966
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 10.549 804 40 93 54 101 -148 8.789 2.394 2.323 741 136 -42
4. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau 935 1.550 0 -1.569 0 152 -282 0 482 935 0 0 0
61.022 2.530 40 -14 54 591 -2.036 34.740 26.157 28.021 3.291 448 -1.104
Gesamt 68.286 2.861 640 0 68 591 -2.045 38.659 30.424 31.629 3.567 453 -1.112

2. Geschäfts- oder Firmenwert

Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus dem Erwerb der Hanke Tissue Sp. z o.o., Küstrin, Polen, (Segment Industrieproduktion) und der DTS-Gruppe (Segment Handel & Dienstleistung).

Für die Geschäfts- oder Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("ZGE") wurden Impairment-Tests durchgeführt, die keinen Abwertungsbedarf ergaben.

Grundlage der Impairment-Tests zur Bestimmung der erzielbaren Beträge waren jeweils die Nutzungswerte der ZGEs, deren Berechnungen auf prognostizierten Erträgen aus einer Fünfjahresplanung abgeleitet wurden. Bei der Ermittlung der Planzahlen wurden gegenwärtige und zukünftige Wahrscheinlichkeiten, die erwartete wirtschaftliche Entwicklung und sonstige Umstände berücksichtigt. Für das Normjahr (ewige Rente) wurden die Planzahlen des letzten Planjahres angesetzt. Als Diskontierungssatz wurde (wie im Vorjahr) ein Zinssatz von 12 % verwendet, auf die Berücksichtigung eines möglichen Wachstums im Normjahr wurde aus Vorsichtsgründen verzichtet.

Die durchgeführten Impairment-Tests führten nicht zu einer Wertminderung bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Aus Sicht des Vorstands führen vernünftigerweise denkbare Änderungen der Grundannahmen nicht dazu, dass der jeweilige Buchwert den erzielbaren Betrag der jeweiligen ZGE übersteigt.

3. Immaterielle Vermögenswerte

Bezüglich der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die Darstellung im Anlagenspiegel. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten unter anderem im Geschäftsjahr 2010 aktivierte Entwicklungskosten von 401 T€, die über 10 Jahre abgeschrieben werden. Zum Bilanzstichtag werden aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 321 T€ (Vorjahr: 361 T€) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden 40,1 T€ (Vorjahr: 40,1 T€) abgeschrieben.

4. Sachanlagen

Bezüglich der Entwicklung des Sachanlagevermögens verweisen wir auf die Darstellung im Anlagespiegel.

5. Vorräte

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.907 4.052
Unfertige Erzeugnisse 2.905 2.178
Fertige Erzeugnisse 7.082 7.106
Geleistete Anzahlungen 3.468 0
Buchwert zum 31.12. 18.362 13.336

Bei den Vorräten wurden während der Berichtsperiode Wertminderungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 14 T€ (Vorjahr: 616 T€) vorgenommen. Wertaufholungen auf Vorräte wurden in Höhe von 34 T€ (Vorjahr: 0 T€) vorgenommen.

6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.248 8.156
abzüglich Einzelwertberichtigungen -1.660 -405
Buchwert zum 31.12. 17.588 7.751

Die dargestellten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen zuzurechnen, ihre Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden je nach Bedarf einzelwertberichtigt. Indikatoren für Wertberichtigungen sind ausbleibende Zahlungseingänge und Informationen über Änderungen der Bonität von Kunden. Eine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos besteht aufgrund der Breite des Kundenstammes nicht.

Die nach der PoC-Methode bilanzierten Forderungen aus Fertigungsaufträgen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Zum Bilanzstichtag angefallene Auftragskosten
zuzüglich (abzüglich) erfasster Gewinne (Verluste) 86.172 0
Teilabrechnungen 63.451 0
Saldo
aktivisch: Forderungen aus Auftragsfertigung 22.721 0
passivisch: Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen 0 0

7. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte, deren Fristigkeit innerhalb eines Jahres liegt, gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Forderungen aus Steuern 894 811
Forderungen aus Factoring 654 609
Darlehensforderungen 611 524
Übrige sonstige Vermögenswerte 599 508
Transitorische Rechnungsabgrenzungsposten 233 135
Buchwert zum 31.12. 2.991 2.587

8. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte des MBB-Konzerns beinhalten physische Goldbestände und Wertpapiere. Der Wert der physischen Goldbestände beträgt 2.245 T€ (Vorjahr: 2.121 T€). Die Zunahme von 124 T€ resultiert aus der Bewertung zum Marktpreis.

Von den zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren, Aktien und Anleihen in Höhe von insgesamt 13.120 T€ (Vorjahr: 12.514 T€) werden 4.932 T€ (Vorjahr: 5.477 T€) im langfristigen Vermögen und 8.188 T€ (Vorjahr: 7.037 T€) im kurzfristigen Vermögen ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen bei Aktien von 0 T€ (Vorjahr: 138 T€) und bei Anleihen von 15 T€ (Vorjahr: 208 T€) vorgenommen. Demgegenüber standen Erträge aus Wertpapieren von 1.013 T€ (Vorjahr: 305 T€), die unter sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden.

9. Latente Steuern

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern aus temporären Differenzen zum 31. Dezember 2012 und 31. Dezember 2011 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung.

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Latente Steuerforderungen 933 1.056
Latente Steuerschulden -3.451 -2.691
Summe -2.518 -1.635
31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Temporäre Differenzen aus:
Immateriellen Vermögenswerten 90 120
Ungenutzten steuerlichen Verlusten 329 488
Pensionsrückstellung 470 390
Rückstellungen 44 58
Latente Steuerforderungen 933 1.056
31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Temporäre Differenzen aus:
Immateriellen Vermögenswerten 96 108
Sachanlagen 2.655 2.538
Forderungen 770 18
Rückstellungen -70 27
Latente Steuerschulden 3.451 2.691

Die im Jahr 2010 auf die aufgelaufenen Verlustvorträge der Blomberger Holzindustrie aktivierten latenten Steuern in Höhe von 511 T€ sind durch eine Fehlerkorrektur nach IAS 8 korrigiert worden, da die Verlustvorträge nicht der Gesellschaft sondern den Gesellschaftern zuzuordnen waren. Die Anpassung der latenten Steuern 2010 wurde gegen den Ergebnisvortrag 2010 korrigiert.

10. Eigenkapital

Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf die gesonderte Anlage "Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für 2012" zu diesem Anhang.

10.1 Grundkapital

Das Grundkapital der MBB beträgt 6.600.000,00 € und ist voll eingezahlt. Es ist eingeteilt in 6.600.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag).

Das Grundkapital wurde im Geschäftsjahr 2006 im Zuge einer Kapitalerhöhung aus Mitteln der Kapitalrücklage um 4.838.000,00 € und durch Ausgabe neuer Aktien um weitere 1.600.000,00 € von 162.000,00 € auf 6.600.000,00 € erhöht.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2010 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2015 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 3.300.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010). Des Weiteren wurde die Gesellschaft ermächtigt, ab dem 1. Juli 2010 bis zum 29. Juni 2015 eigene Aktien bis zu einer Höhe von 10 % des Grundkapitals zu erwerben und zu verkaufen.

Außerdem wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2015 auf den Inhaber und/oder Namen lautende Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen mit einem Gesamtbetrag von bis zu 66.000.000,00 € und mit einer Laufzeit von höchstens 10 Jahren auszugeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft kann um bis zu 3.300.000,00 € bedingt erhöht werden (Bedingtes Kapital 2010). Diese bedingte Kapitalerhöhung dient der Ausgabe von Aktien an die Gläubiger von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der vorstehend genannten Ermächtigung bis zum 29. Juni 2015 begeben werden können. Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, wie die Gläubiger ihr Wandlungsrecht ausgenutzt haben oder einer Wandlungspflicht unterliegen.

Am 11. Januar 2012 hat die MBB Industries AG beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2010 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG Gebrauch zu machen. Im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms vom 12. Januar 2012 bis zum 10. Februar 2012 hat die MBB Industries AG 144.201 eigene Aktien, dies entspricht 2,18 Prozent des Grundkapitals, zu einem Durchschnittspreis von 6,9347 € mit einem Gesamtwert von 999.996,67 € durch ein Kreditinstitut über die Börse erworben.

Gemäß § 71b AktG stehen der Gesellschaft aus eigenen Aktien keine Rechte zu, also insbesondere kein Dividendenbezugsrecht und auch kein Stimmrecht, so dass sich die Anzahl der tatsächlich stimm- und dividendenberechtigten Aktien auf 6.455.799 Stück verringert hat.

31.12.2012 31.12.2011
in in in in
Stück % Stück %
MBB Capital Management GmbH 2.425.500 36,750 2.425.500 36,750
MBB Capital GmbH 2.425.500 36,750 2.425.500 36,750
Eigene Anteile 144.201 2,185 0 0,000
Tolea GmbH 121.769 1,845 130.200 1,973
Dacapo 2 GmbH 60.000 0,909 60.000 0,909
Dr. Peter Niggemann 30.000 0,455 30.000 0,455
Dr. Jan C. Heitmüller 10.000 0,152 10.000 0,152
Dr. Matthias Rumpelhardt 2.000 0,030 2.000 0,030
Freefloat 1.381.030 20,924 1.516.800 22,982
Gesamt 6.600.000 100,000 6.600.000 100,000

Die Geschäftsanteile wurden wie folgt gehalten:

100 % der Anteile an der Tolea GmbH werden von Herrn Anton Breitkopf gehalten.

100 % der Anteile an der Dacapo 2 GmbH werden über eine weitere Gesellschaft von Herrn Dr. Matthias Rumpelhardt gehalten.

Die Geschäftsanteile an der MBB Capital Management GmbH sowie an der MBB Capital GmbH befinden sich vollständig im Besitz der MBB Capital Group GmbH. An der MBB Capital Group GmbH sind Gert-Maria Freimuth und Dr. Christof Nesemeier zu jeweils 50% beteiligt.

Gemäß §§ 21 ff. WpHG werden die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien dem Mehrheitsaktionär zugerechnet, mithin haben die MBB Capital Group GmbH, Gert-Maria Freimuth und Dr. Christof Nesemeier der Gesellschaft am 13. Februar 2012 mitgeteilt, dass sie unter Hinzurechnung dieser eigenen Aktien nunmehr über 75,68 % der Stimmrechte verfügen.

Am 18. Juni 2012 hat die Hauptversammlung beschlossen, den Hauptversammlungsbeschluss vom 30. Juni 2010 zum Erwerb eigener Aktien aufzuheben. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, ab dem 1. Juli 2012 bis zum 29. Juni 2017 eigene Aktien bis zur Höhe von 10 % des Grundkapitals zu erwerben und zu verkaufen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise, bei teilweiser Ausübung auch mehrmals bis zur Erreichung der Höchstgrenze, für einen oder mehrere Zwecke ausgeübt werden. Sie darf nicht für den Zweck des Handelns mit eigenen Anteilen ausgeübt werden.

10.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt 14.395 T€ (Vorjahr: 15.251 T€). Die Kapitalrücklage ist entstanden durch das der Gesellschaft zugeflossene Agio aus der Ausgabe neuer Aktien im Jahr 2006. Die Minderung im Geschäftsjahr 2012 von 856 T€ beinhaltet den Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und den Anschaffungskosten der im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms erworbenen eigenen Anteile.

10.3 Gesetzliche Rücklage

Aus dem Jahresüberschuss 2006 des Mutterunternehmens wurden 5 % in die gesetzliche Rücklage eingestellt.

10.4 Gewinnrücklagen

Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung

Die Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ist Folge der Umrechnung nach der modifizierten Stichtagsmethode.

Die Differenz ergibt sich aus der Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der Tochtergesellschaften, die in Fremdwährung bilanziert haben, zum Durchschnittskurs sowie der Bilanzposten zum Stichtagskurs einerseits und des Eigenkapitals der jeweiligen Tochtergesellschaften zum historischen Kurs der Erstkonsolidierung andererseits.

Rücklage für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Die Rücklage für zum Verkauf zur Verfügung stehende finanzielle Vermögenswerte resultiert aus kumulativen Gewinnen oder Verlusten aus der Neubewertung von den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Diese werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst.

Rücklage für erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Diese Position enthält die vom Konzern erwirtschafteten Gewinne abzüglich der ausgeschütteten Gewinne. Am 18. Juni 2012 wurde an die Aktionäre eine Dividende in Höhe von 44 €-Cent pro Aktie bzw. insgesamt 2,8 Mio. € ausbezahlt.

11. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Aufgrund des Geschäftsmodells der MBB Industries AG sind Ansprüche der Arbeitnehmer auf Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht auf Konzernebene geregelt. Regelungen zu Pensionen erfolgen auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften, was dazu führt, dass unterschiedliche Betriebsvereinbarungen bestehen. Gemeinsam ist allen Verpflichtungen, dass der Anspruch entsteht, wenn auch ein Anspruch auf die gesetzliche Rente besteht. Die Pensionsverpflichtungen bestehen bei der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG, bei der CT Formpolster GmbH und bei der MBB Fertigungstechnik GmbH. Die Pensionsvereinbarungen sind geschlossen, d.h. bei Neueinstellungen werden keine betrieblichen Pensionsvereinbarungen mehr getroffen.

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Pensionsrückstellungen zum Beginn des Geschäftsjahres 4.836 5.164
Änderung Konsolidierungskreis 13.497 -225
Inanspruchnahme -778 -452
Zuführung zu Rückstellungen (service cost) 126 62
Zuführung zu Rückstellungen (interest cost) 252 238
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste 249 58
Pensionsrückstellungen am Ende des Geschäftsjahres 18.182 4.845
- Planvermögen 9 9
Bilanzansatz 18.173 4.836
Folgende versicherungsmathematischen Annahmen wurden zu Grunde gelegt:
2012 2011
Rechnungszins 3,30 - 3,80 % 4,80 - 5,40 %
Gehaltstrend 2,00 - 3,00 % 2,00 %
Rententrend 1,00 - 2,00 % 1,00 - 2,00 %
Fluktuation 0,00 - 5,00 % 0,00 - 5,00 %

Die Leistungspläne sind nicht kapitalgedeckt. Die Verbindlichkeiten entsprechen der Verpflichtung (DBO).

31.12. 2012 31.12. 2011
T€ T€
Zuführung zu Rückstellungen (service cost) -126 -62
Zuführung zu Rückstellungen (interest cost) -252 -238
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste -249 -58
Total -627 -358

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen und Erträge stellen sich wie folgt dar:

Die erwarteten Pensionszahlungen aus den Pensionsplänen für 2013 betragen 0,6 Mio. €.

12. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten weisen folgende Fristigkeiten auf:

bis zu
1 Jahr
mehr als 1
und bis zu
5 Jahren
über
5 Jahre
Gesamt
31.12.2012 T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.116 9.969 1.255 13.340
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.957 0 0 10.957
Sonstige Verbindlichkeiten 4.864 732 0 5.596
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 11.225 0 0 11.225
Erhaltene Anzahlungen 12.305 0 0 12.305
Stand 31.12.2012 41.467 10.701 1.255 53.423
bis zu
1 Jahr
mehr als 1
und bis zu
5 Jahren
über
5 Jahre
Gesamt
31.12.2011 T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.574 12.419 631 16.624
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.972 0 0 7.972
Sonstige Verbindlichkeiten 3.734 829 0 4.563
Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 2.148 0 0 2.148
Erhaltene Anzahlungen 20 0 0 20
Stand 31.12.2011 17.448 13.248 631 31.327

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden sowohl zu festen als auch zu variablen Zinssätzen zwischen 2,53 % und 8,75 % (Vorjahr: 3,62 % und 9,0 %) verzinst.

Als Sicherheiten wurden Grundstücke und Gebäude, Technische Anlagen und Maschinen sowie Vorräte und Forderungen verpfändet. Der Buchwert der verpfändeten Vermögensgegenstände beträgt zum Abschlussstichtag 28.333 T€ (Vorjahr: 19.616 T€).

13. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Kurzfristig
Löhne und Gehälter 964 534
Lohnsteuer 696 359
Kreditorische Debitoren 646 159
Boni 406 121
Umsatzsteuer 256 726
Sozialversicherung 278 188
Leasingverbindlichkeiten 196 140
Erhaltener Investitionszuschuss 93 205
Steuerverbindlichkeiten 0 946
Übrige 1.329 356
4.864 3.734
Langfristig
Unterstützungskasse 270 281
Leasingverbindlichkeiten 234 230
Erhaltener Investitionszuschuss 228 318
732 829
Total 5.596 4.563

14. Rückstellungen

14.1 Sonstige Rückstellungen

Die lang- und kurzfristigen sonstigen Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:

31.12.
2011
Erstkon
soli
dierung
Verbrauch Auflösung Zuführung 31.12.
2012
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Langfristige Rückstellungen
Prozessrisiken 0 1.915 29 0 57 1.943
Altersteilzeit 345 1.436 781 0 232 1.232
Rückstellung für Vertragsrisiken 300 810 0 600 0 510
Jubiläen 136 164 8 0 76 368
Übrige 100 0 0 0 0 100
881 4.325 818 600 365 4.153
Kurzfristige Rückstellungen
Nachlaufende Kosten 0 3.864 1.890 769 4.783 5.988
Ausstehende Rechnungen 168 1.886 1.197 2 4.930 5.785
Gewährleistung 0 2.749 866 659 1.408 2.632
Personalkosten 521 1.588 1.036 128 1.553 2.498
Variables Gehalt und Provisionen 127 739 863 2 1.152 1.153
Urlaub 271 725 579 0 565 982
Jahresabschluss- und Prüfungskosten 183 19 170 11 280 301
Berufsgenossenschaft 63 0 59 3 92 93
Gleitzeit 14 0 14 0 24 24
Altersteilzeit 125 0 125 0 0 0
Übrige 676 36 473 46 196 389
2.148 11.606 7.272 1.620 14.983 19.845
3.029 15.931 8.090 2.220 15.348 23.998

Die Rückstellung für nachlaufende Kosten betrifft verschiedene Projekte der MBB Fertigungstechnik GmbH, die bereits abgeschlossen und schlussgerechnet sind, für die aber noch Kosten für die Nachbereitung und Mängelbeseitigung anfallen.

Der Ressourcenabfluss für die kurzfristigen Rückstellungen wird im folgenden Geschäftsjahr erwartet.

14.2 Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen ergeben sich wie folgt:

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Körperschaftsteuer 1.757 210
Gewerbesteuer 1.664 152
Buchwert zum 31.12. 3.421 362

15. Verpflichtungen aus Leasing und Miete

15.1 Operating Lease und Miete

31.12.2012 31.12.2011
T€ T€
Zum Bilanzstichtag hat der Konzern offene Verpflichtungen aus
unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen, die wie folgt fällig sind:
Bis zu einem Jahr 1.295 159
Mehr als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 376 271
Über fünf Jahre 0 0
1.671 430
Zum Bilanzstichtag hat der Konzern offene Verpflichtungen aus
Mietverhältnissen, die wie folgt fällig sind:
Bis zu einem Jahr 2.098 999
Mehr als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 3.395 2.417
Über fünf Jahre 1.253 1.764
6.746 5.180
Aufwendungen im Berichtsjahr aus Operating Lease und Miete 1.927 1.633

Die Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen betreffen im Wesentlichen die Nutzung von PKWs. Die Leasingverhältnisse werden mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 36 Monaten abgeschlossen.

15.2 Finance Lease

Folgende Vermögenswerte werden im Rahmen von Finance-Leasingverhältnissen genutzt:

2012 2011
T€ T€
Technische Anlagen und Maschinen
Anschaffungskosten 01.01. 3.886 3.816
Zugänge 149 70
Abgänge -160
Anschaffungskosten 31.12. 3.875 3.886
Abschreibungen 01.01. -2.431 -2.276
Abschreibungen lfd. Jahr -262 -155
Abgänge Abschreibungen 0 0
Abschreibungen 31.12. -2.693 -2.431
Buchwert zum 31.12. 1.182 1.455
Geschäfts- und Betriebsausstattung
Anschaffungskosten 01.01. 321 521
Zugänge 0 0
Abgänge -107 -200
Anschaffungskosten 31.12. 214 321
Abschreibungen 01.01. -89 -239
Abschreibungen lfd. Jahr -33 -50
Abgänge Abschreibungen 0 200
Abschreibungen 31.12. -122 -89
Buchwert zum 31.12. 92 232

Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen für die oben beschriebenen Finance-Leasingverhältnisse betragen:

bis zu
1 Jahr
Zwischen 1
und 5 Jahren
Mehr als
5 Jahre
T€ T€ T€
Leasingzahlungen 228 301 0
Abzinsungsbeträge 32 67 0
Barwerte 196 234 0

III. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr 2012 betragen die Umsatzerlöse 204,9 Mio. € (Vorjahr: 109,6 Mio. €). Von den Umsatzerlösen entfallen 86,2 Mio. € auf die Anwendung der PoC-Methode bei der MBB Fertigungstechnik GmbH. Die Erfolgsbeiträge der MBB Fertigungstechnik GmbH werden ab dem Erwerbszeitpunkt mit in den Erfolgszahlen erfasst.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse wird im Lagebericht erläutert. Die Segmentberichterstattung enthält eine Gliederung, in der die Umsatzerlöse primär nach Geschäftssegmenten und sekundär nach geografischen Segmenten aufgeteilt sind.

2. Sonstige betriebliche Erträge

2012 2011
T€ T€
Erträge aus
Wertpapieren 1.013 305
der Auflösung von Rückstellungen 949 1.298
Währungskursgewinnen 453 110
Ergänzungsvereinbarung 419 0
der Auflösung von Investitionszuschüssen 277 276
der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 228 13
Verkäufen Anlagevermögen 168 134
Versicherungsentschädigungen / Entschädigungen 163 39
anderen Perioden 139 0
anderen aktivierten Eigenleistungen 32 0
Vermietung 4 53
Weiterberechnung an aufgegebene Geschäftsbereiche 0 125
Übrige 711 954
Summe 4.556 3.307

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2012 2011
T€ T€
Instandhaltungsaufwendungen 2.708 1.725
Miete, Pachten, Leasing 1.927 1.633
Sonstige Dienstleistungen 1.389 902
Reisekosten / KFZ-Kosten 1.144 902
Recht und Beratung 970 1.003
Nebenkosten Geldverkehr 754 248
Versicherungen 507 319
Werbekosten 493 278
Forderungsverluste und Wertberichtigungen auf Forderungen 431 207
Telefon, Porto, Datenfernübertragung 341 237
Aufwand aus Wertpapier-Geschäften 236 347
Gebühren und Beiträge 206 264
Aus- und Weiterbildung 174 116
Bürobedarf 159 39
Aufwand aus dem Abgang von Anlagevermögen 2 98
Übrige 204 1.043
Summe 11.645 9.361

4. Finanzerträge

2012 2011
T€ T€
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge aus Wertpapier-Geschäften 488 405
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 45 17
Bankzinsen 9 179
Summe 542 601

5. Finanzierungsaufwendungen

2012 2011
T€ T€
Bankzinsen 1.032 1.087
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.026 21
Zinsaufwand aus Finanzierungsleasing 12 221
Summe 2.070 1.329

6. Steuern

Einzelangaben zu den gebildeten aktiven bzw. passiven latenten Steuern sind dem Gliederungspunkt I.4.17 b) "Latente Steuern" zu entnehmen. Bei der Bildung der latenten Steuern wird ein Ertragssteuersatz von 30 % für die inländischen Tochterunternehmen und für die ausländischen Tochterunternehmen der zukünftige lokale Steuersatz zu Grunde gelegt.

Die Überleitungsrechnung zwischen dem Ertragssteueraufwand und dem Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem anzuwendenden Steuersatz des Konzerns für die Geschäftsjahre 2012 und 2011 stellt sich wie folgt dar:

2012 2011
T€ T€
Gewerbesteuer 1.946 405
Körperschaftsteuer 1.731 425
Latente Steuern 154 160
Übriger Steueraufwand 216 146
Summe 4.047 1.136
2012 2011
T€ T€
Konzernergebnis vor Ertragsteuern und Minderheiten 17.896 4.599
Steuern vom Einkommen und Ertrag 3.831 990
Tatsächliche Steuerquote 21,4% 21,5%
2012 2011
T€ T€
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 17.896 4.599
Sonstige Steuern -216 -146
Anzuwendender (gesetzlicher) Steuersatz 30,0% 30,0%
Erwarteter Steuerertrag/-aufwand 5.304 1.336
Differenzen aus ausländischen Steuersätzen und
steuerlichen Sonderprogrammen -651 -439
Steuerlich unwirksame Erträge
aus dem Verkauf von Wertpapieren -238 -143
Erträge aus der Kapitalkonsolidierung -521 0
Sonstige Steuereffekte -63 236
Tatsächlicher Ertragssteueraufwand (-) / -ertrag (+) 3.831 990

Das steuerliche Sonderprogramm beinhaltet die Besteuerung der Hanke Tissue Sp. z o.o in der Sonderwirtschaftszone Kostrzyn (Küstrin) in Polen. Voraussetzung für die Steuerbefreiung in der Sonderwirtschaftszone ist die Durchführung von Neuinvestitionen durch das Unternehmen. Dabei müssen eine bestimmte Höhe an Investitionsausgaben vorliegen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Höhe der Steuerbefreiung hängt vom Wert der Investitionsausgaben des Unternehmers und den Zweijahresarbeitskosten für die durch den Unternehmer im Rahmen der vorgenommenen Investition eingesetzten Arbeitskräfte ab. Die Grenze für die öffentliche Förderung (einschließlich Steuerbefreiung) wird als Prozentsatz der Investitionsausgaben ermittelt. Die investitionsabhängige Steuerbefreiung wird als Abzug von der Steuerschuld berücksichtigt. In 2012 beträgt der Effekt aus der investitionsabhängigen Steuerbefreiung 342 T€ (Vorjahr: 313 T€).

7. Ergebnis je Aktie

Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.

2012 2011
T€ T€
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis 13.439.439 3.335.939
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien zur
Berechnung des Ergebnisses je Aktie 6.466.057 6.600.000
Ergebnis je Aktie (in €) 2,08 0,5

IV. Segmentberichterstattung

1. Informationen nach Segmenten

Die Segmentberichterstattung wurde unter Anwendung von IFRS 8 (Geschäftssegmente) erstellt. Hiernach stellen Geschäftssegmente Komponenten eines Unternehmens dar, zu denen getrennte Finanzinformationen verfügbar sind und die regelmäßig durch die oberste Führungskraft des operativen Bereiches überprüft werden, um zu entscheiden, wie Ressourcen zu verteilen und deren Leistungsfähigkeit zu beurteilen ist.

Das Management der MBB grenzt die Segmente intern wie folgt ab:

Technische Applikationen

In diesem Segment sind die Beteiligungen zusammengefasst, deren Geschäftsmodell einen hohen Anteil kundenspezifischer Vorgaben berücksichtigt und in denen der mit dem Produkt verkaufte Know-howund Beratungsanteil einen maßgeblichen Teil der erbrachten Leistung darstellt.

Seit dem 31. März 2012 verstärkt die MBB Fertigungstechnik GmbH das Segment Technische Applikationen. Die MBB Fertigungstechnik GmbH ist ein führender, internationaler Anlagenbauer von Schweißund Montageanlagen für die Automobilindustrie. Darüber hinaus werden Dienstleistungen rund um den Werkzeugbau, innovative Transporttechniken für das exakte Positionieren sowie Inline-Messanlagen angeboten. Weitere Branchen sind General Industry und CleanTech. Die Montagetechnik entwickelt kundenspezifische Anlagen zur Verarbeitung einzelner Komponenten oder Module zu fertigen Produkten oder mehreren komplexen Baugruppen. Dieser Bereich ist spezialisiert auf gebaute Nockenwellen, Lenksysteme, Antriebswellen und CleanTech. Das Know-how der Verbindungstechnik reicht vom konventionellen thermischen Schweißen über Kaltschweißverfahren (CMT) für den Leichtbau mit einem Fokus auf Chassis-Komponenten (Achsen), Cross-Car-Beams und CleanTech bis hin zur Fertigung von schweren Einbauten und Transportfahrzeugen (MC Drive). Zusätzlich zu den Schweiß- und Montagelinien entwickelt und produziert die MBB Fertigungstechnik GmbH eigene projektspezifische Spezialmaschinen für Schweißanlagen oder Fertigungsstraßen, die ihre Kunden nicht anders auf dem Markt beschaffen können und die in dieser Form und Spezifikation einzigartig sind.

Die vor über 200 Jahren gegründete Delignit-Gruppe entwickelt und fertigt ökologische, überwiegend laubholzbasierte Werkstoffe und Systemlösungen. Sie ist anerkannter Entwicklungs- und Projektpartner sowie Serienlieferant für Technologiebranchen wie etwa die Automobil- und Luftfahrtindustrie als auch Sicherheitstechnik. Die Produkte verfügen über besondere technische Eigenschaften und werden u.a. als Einbausysteme bei Nutzfahrzeugen, brandschutzsichere Gebäudeausstattungen oder als Innovation in der Fördertechnik eingesetzt. Der Delignit-Werkstoff basiert in der Regel auf Buchenholz, ist in seinem Lebenszyklus CO2-neutral und somit nichtregenerativen Werkstoffen wie Kunststoff und Stahl ökologisch überlegen.

Industrieproduktion

Das Segment Industrieproduktion beinhaltet die Beteiligungsunternehmen, deren Stärken vor allem in der industriellen Fertigung ihrer Produkte liegen und deren Produkte dabei relativ standardisiert sind. Dementsprechend fassen wir in diesem Segment die Beteiligungen Hanke, CT Formpolster und OBO zusammen.

Kern der Aktivitäten des Segments ist das Unternehmen Hanke Tissue Sp. z o.o. in Küstrin, Polen, welches 2006 durch die MBB-AG erworben wurde. Hanke produziert Tissue-Rohwatte sowie Servietten, Taschentücher, Toilettenpapier und Haushaltsrollen. Unter dem Markennamen "aha" besteht im osteuropäischen Konsumgütermarkt eine starke Wettbewerbsposition. Darüber hinaus wird weißes und farbiges Tissue-Papier für zahlreiche Privat-Label-Anbieter in Europa gefertigt.

Hanke hat in den Jahren seit Übernahme durch die MBB-AG hohe Investitionen in den Maschinenpark und die Gebäude getätigt. Dies hat dazu geführt, dass das Unternehmen kontinuierlich wachsen konnte, die Marktstellung ausgebaut hat und heute das relativ profitabelste Unternehmen des MBB-Konzerns ist. Die Expansion wird durch ein im Sommer 2011 verabschiedetes Investitionsprogramm in Höhe von 10 Mio. € auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Die CT Formpolster GmbH fertigt Polyurethan-Weichschaumstoffe. Das Leistungsspektrum reicht von der Material- und Produktentwicklung, über die Schaumherstellung bis hin zur Konfektionierung und JIT-Belieferung. Das Sortiment umfasst außer Standardschäumen auch hochelastische, flammgeschützte, antistatische, biomassehaltige und intensiv eingefärbte Typen. Die Produkte der CT Formpolster GmbH werden als Matratzen- oder Sitzmöbelkerne insbesondere in den Branchen Möbel, Caravan oder Büro vermarktet. Weiterhin werden Blockschäume an weiterverarbeitende Betriebe verkauft.

OBO ist ein weltweiter Anbieter von Polyurethan-Hartschaumplatten für den Modell-, Formen- und Werkzeugbau und ist mit einem Marktanteile von ca. 8 % einer der fünf führenden Anbieter der Branche. Das Unternehmen ist seit 2003 Teil des MBB-Konzerns. Die OBO beliefert überwiegend die Modellbaubranche aber auch Automobilhersteller, Gießereien und andere verarbeitende Betriebe direkt.

Handel & Dienstleistung

Handel & Dienstleistung umfasst mit dem DTS-Konzern Unternehmen, die spezialisierte Dienstleistungen erbringen beziehungsweise Handel betreiben. Der DTS-Konzern ist fokussiert auf IT-Dienstleistungen aus der Cloud. Ein eigenes Rechenzentrum am Stammsitz in Herford ermöglicht ihm ein breites Leistungsspektrum von klassischen Systemhausleistungen wie Beratung, Konzeption, Beschaffung, Implementierung und Betrieb von IT-Umgebungen, welche kombiniert werden mit IAAS-, PAAS- und SAAS-Cloud-Lösungen mit Schwerpunkt im Bereich IT-Security.

Das Stammhaus DTS Systeme GmbH wurde 1983 gegründet und hat seinen Sitz in Herford sowie Büros in Bochum, Bremen, Berlin und Hannover. Im August 2010 wurde die ICSmedia GmbH mit Sitz in Münster erworben, die dort ebenfalls ein Rechenzentrum betreibt und in enger Zusammenarbeit mit der DTS Systeme GmbH moderne Cloud-Computing-Lösungen auf höchstem Qualitätsniveau und hochwertige Beratungsdienstleistungen anbietet.

Seit Oktober 2011 gehört die eld datentechnik GmbH, Fellbach, zum DTS-Konzern, ein deutschlandweit tätiger IT-Distributor, spezialisiert auf die Bereiche IP-Access und Storage. Die eld datentechnik GmbH ergänzt damit vertikal das Leistungsspektrum der übrigen DTS-Töchter.

Segment-Zahlen

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei der Segmentberichterstattung entsprechen den unter Punkt I. 4 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Das Segmentergebnis basiert auf dem EBIT der einzelnen Segmente, da darüber die Steuerung der Segmente erfolgt. Die Verrechnungspreise zwischen den operativen Segmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Die folgenden Segmentangaben für die einzelnen berichtspflichtigen Segmente des Konzerns erfolgen für die fortgeführten Geschäftsbereiche.

01.01. - 31.12.2012 Technische Industrie- Handel & Überleitung Konzern
Applikatio- produktion Dienstleis
nen tung
T€ T€ T€ T€ T€
Umsatzerlöse Dritte 119.799 51.921 32.657 499 204.876
Andere Segmente 510 213 126 -849 0
Summe Umsatzerlöse 120.309 52.134 32.783 -350 204.876
Ergebnis (EBIT) 15.852 3.180 361 46 19.439
Abschreibungen 1.492 2.382 948 54 4.876
Investitionen 9.315 2.405 1.013
Anteile an assoziierten
Unternehmen* 0 0 0
Vermögenswerte des Segments 61.617 29.549 7.879
Schulden des Segments 57.252 8.271 4.187

* Die Anteile an den rumänischen Gesellschaften werden im Segment Technische Applikationen ausgewiesen.

01.01. - 31.12.2011 Technische Industrie- Handel & Überleitung Konzern
Applikatio- produktion Dienstleis
nen tung
T€ T€ T€ T€ T€
Umsatzerlöse Dritte 30.155 50.067 28.199 1.206 109.627
Andere Segmente 478 279 20 -777 0
Summe Umsatzerlöse 30.633 50.346 28.219 429 109.627
Ergebnis (EBIT) 1.375 2.302 939 1.057 5.673
Abschreibungen 692 2.105 734 36 3.567
Investitionen 47 2.058 638
Anteile an assoziierten
Unternehmen* 0 0 0
Vermögenswerte des Segments 13.577 28.853 8.560
Schulden des Segments 5.341 1.933 3.430

Die Segmentschulden beinhalten keine passiven latenten Steuern, Steuerrückstellungen, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Überleitung EBIT zum Jahresüberschuss 2012 2011
T€ T€
Summe EBIT der Segmente 19.439 5.673
Finanzergebnis -1.543 -1.074
EBT 17.896 4.599
Steuern vom Einkommen und Ertrag -3.831 -990
Sonstige Steuern -216 -146
PAT (Profit After Tax) 13.849 3.463
Minderheiten -410 -166
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 13.439 3.297
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich 0 39
Konzernjahresüberschuss 13.439 3.336
Überleitung Vermögenswerte zu Aktiva 2012 2011
T€ T€
Segment Technische Applikationen 61.617 13.577
Segment Industrieproduktion 29.549 28.853
Segment Handel & Dienstleistung 7.879 8.560
Summe Segmentvermögen 99.045 50.990
Aktive latente Steuern 933 1.056
Kurzfristige Finanzmittel 40.302 24.801
Finanzanlagen 4.932 5.477
Sonstige Aktiva 3.440 3.473
Summe Aktiva 148.652 85.797
Überleitung Schulden der Segmente zu Passiva 2012 2011
T€ T€
Segment Technische Applikationen 57.252 5.341
Segment Industrieproduktion 8.271 1.933
Segment Handel & Dienstleistung 4.187 3.430
Summe Segmentschulden 69.710 10.704
Konzerneigenkapital 57.411 45.700
Passive latente Steuern 3.451 2.691
Steuerrückstellungen 3.421 362
Verbindlichkeiten Kreditinstitute 13.340 16.624
Verbindlichkeiten Leasing 430 370
Sonstige Passiva 889 9.346
Summe Passiva 148.652 85.797

2. Informationen nach Regionen

2.1 Erlöse von externen Kunden

2012 2011
T€ T€
Europa 179.832 104.578
Nordamerika 9.362 3.020
Übrige 15.682 2.029
Summe 204.876 109.627

2.2 Langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte des MBB-Konzerns befinden sich ausschließlich in Europa.

V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach IAS 7 erstellt. Die Zahlungsströme der Kapitalflussrechnung sind getrennt nach den Teilbereichen "Laufende Geschäftstätigkeit", "Investitionstätigkeit" und "Finanzierungstätigkeit" dargestellt, wobei die Summe der Zahlungsmittelbewegungen aus diesen drei Teilbereichen der Änderung des Finanzmittelfonds entspricht.

Die Ermittlung der Konzernkapitalflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode.

Von den ausgewiesenen liquiden Mittel sind zum 31. Dezember 2012 10,0 Mio. € als Sicherheit für erhaltene Avalkredite verpfändet, der Rest unterliegt keiner Verfügungsbeschränkung durch Dritte. Die Unternehmensgruppe hat keine Zahlungen für außerordentliche Geschäftsvorfälle geleistet. Zahlungen für Ertragsteuern und Zinsen sind gesondert ausgewiesen.

VI. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

1. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die im Konzern hauptsächlich bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie lang- und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns bestehen im Wesentlichen aus liquiden Mitteln, Goldbeständen, Wertpapieren sowie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte abzüglich Wertminderungen stellt das maximale Ausfallrisiko dar. Er beträgt insgesamt 62.821 T€ (Vorjahr: 38.029 T€). Geschäftsverbindungen werden lediglich mit kreditwürdigen Vertragspartnern eingegangen. Zur Bewertung der Kreditwürdigkeit, insbesondere von Großkunden, werden verfügbare Finanzinformationen sowie eigene Handelsaufzeichnungen herangezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegenüber einer Anzahl von über unterschiedliche Branchen und Regionen verteilte Kunden. Ständige Kreditbeurteilungen werden hinsichtlich des finanziellen Bestands der Forderungen durchgeführt. Üblicherweise wird ein Zahlungsziel von 30 Tagen ohne Abzug gewährt. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche zum Bilanzstichtag überfällig waren, wurden keine Wertberichtigungen gebildet, wenn keine wesentlichen Veränderungen in der Kreditwürdigkeit der Kunden festgestellt wurden und mit einer Zahlung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.

Zu den Fristigkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Gliederungspunkt II.12. "Verbindlichkeiten" bzw. II.13. "Sonstige Verbindlichkeiten".

Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden der MBB-Gruppe ist unter den Gliederungspunkten I.4.10 "Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte" sowie I.4.13 "Finanzielle Verbindlichkeiten" und in den Erläuterungen zu den allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen dargestellt.

Von der Fair-Value-Option macht der Konzern für Wertpapiere sowie für die physischen Goldbestände Gebrauch, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert wurden. Über erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten verfügte der Konzern weder am aktuellen noch am letzten Abschlussstichtag. Derivate und Sicherungsgeschäfte wurden nicht eingegangen. Neueinstufungen wurden weder 2012 noch 2011 vorgenommen.

2. Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital (Eigenkapital plus Schulden abzüglich Zahlungsmittel) mit dem Ziel, durch finanzielle Flexibilität seine Wachstumsziele bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungskosten zu erreichen. Die diesbezügliche Gesamtstrategie ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Das Management überprüft die Kapitalstruktur mindestens halbjährlich. Dabei werden die Kapitalkosten, die gegebenen Sicherheiten sowie die offenen Kreditlinien und Kreditmöglichkeiten überprüft.

Die Kapitalstruktur stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

31.12.2012 31.12.2011
Eigenkapital in T€ 57.411 45.700
- in % vom Gesamtkapital 38,6% 53,3%
Schulden in T€ 91.241 40.097
- in % vom Gesamtkapital 61,4% 46,7%
Kurzfristige Schulden in T€ 53.508 18.110
- in % vom Gesamtkapital 36,0% 21,1%
Langfristige Schulden in T€ 37.733 21.987
- in % vom Gesamtkapital 25,4% 25,6%
Nettoverschuldungsgrad* -0,5 0,2

* berechnet als Schulden abzüglich flüssige Mittel, Wertpapiere und physische Goldbestände im Verhältnis zum Eigenkapital

Durch die Vereinbarung von mehreren Financial Covenants bei der Aufnahme von Darlehen sind der Konzern sowie einzelne Beteiligungen zur Einhaltung von bestimmten Eigenkapitalquoten angehalten.

3. Finanzrisikomanagement

Die Überwachung des Finanzrisikos wird zentral durch das Management gesteuert. Die einzelnen Finanzrisiken werden mindestens vierteljährlich überprüft.

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Liquiditäts- und Kreditrisiken. Geschäftsverbindungen werden grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Vertragsparteien abgeschlossen.

Zur Bewertung der Kreditwürdigkeit insbesondere von Großkunden werden Bewertungen von unabhängigen Ratingagenturen, andere verfügbare Finanzinformationen sowie eigene Handelsaufzeichnungen herangezogen. Darüber hinaus werden die Forderungsbeträge laufend überwacht, so dass der MBB-Konzern keinem wesentlichen Kreditrisiko ausgesetzt ist. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den jeweiligen in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert der Vermögenswerte begrenzt.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Überwachung und Pflege der Kreditvereinbarungen sowie Planung und Abstimmung der Mittelzu- und -abflüsse.

4. Marktrisiken

Marktrisiken können sich aus Änderungen von Wechselkursen (Wechselkursrisiko) oder Zinssätzen (Zinsrisiko) ergeben. Aufgrund der Einschätzung der Wechselkursrisiken für den Konzern waren zum 31. Dezember 2012 keine Devisenkontrakte abgeschlossen. Wechselkursrisiken werden dadurch weitgehend vermieden, dass der Konzern im Wesentlichen in Euro bzw. lokaler Währung fakturiert.

Der Konzern ist durch die Aufnahme von Finanzmitteln zu variablen Zinssätzen Zinsrisiken ausgesetzt. Das Risiko wird im MBB-Konzern durch ein angemessenes Verhältnis zwischen festen und variablen Zinsvereinbarungen gesteuert. Die Absicherung durch Derivate (z. B. Zinsswaps oder Zinstermingeschäfte) erfolgte nicht. Zum Abschlussstichtag bestanden variabel verzinsliche Verbindlichkeiten in Höhe von 8.182 T€. Falls die Zinsen ceteris paribus bei Unterstellung einer entsprechenden durchschnittlichen Verschuldung 2 Prozentpunkte höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Vorsteuerergebnis um 163,4 T€ niedriger (höher) ausgefallen.

5. Zeitwertrisiko

Die nicht zum Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente des MBB-Konzerns umfassen in erster Linie Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Buchwert der Zahlungsmittel kommt ihrem Zeitwert auf Grund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Bei Forderungen und Schulden, denen normale Kreditbedingungen zu Grunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe.

VII. Sonstige Pflichtangaben

1. Vorstand

Folgende Personen gehörten dem Vorstand der MBB im Geschäftsjahr 2012 an:

  • y Dr. Christof Nesemeier, Diplom-Kaufmann, Vorstandsvorsitzender (Bereiche: Strategie, Finanzen, Investor Relations und Beteiligungsmanagement)
  • y Gert-Maria Freimuth, Diplom-Kaufmann, Vorstand (Bereiche: Mergers & Acquisitions, Recht, IT und Corporate Identity)

Dr. Christof Nesemeier ist Aufsichtsratsvorsitzender der Delignit AG, Aufsichtsratsvorsitzender der bmp Beteiligungsmanagement AG und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der InVision Software AG. Gert-Maria Freimuth ist Aufsichtsratsvorsitzender der DTS IT AG, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Delignit AG, und Vorsitzender des Aufsichtsrats der United Labels AG.

2. Aufsichtsrat

Folgende Personen gehörten dem Aufsichtsrat der MBB im Geschäftsjahr 2012 an:

  • y Dr. Peter Niggemann, Aufsichtsratsvorsitzender
  • y Dr. Jan C. Heitmüller, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
  • y Dr. Matthias Rumpelhardt, Aufsichtsrat

Dr. Matthias Rumpelhardt ist zudem stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der RIB Software AG, Stuttgart.

Am 7. Juli 2011 wurde der gesamte Aufsichtsrat für eine weitere Periode von fünf Jahren wiedergewählt.

3. Bezüge der Organe

a) Vorstand

Die Vergütung des Vorstandes setzt sich aus einer fixen und einer variablen Komponente zusammen. Der Vorstand erhält zudem Auslagenerstattung gegen Beleg. Des Weiteren wurde eine D&O-Versicherung mit Selbstbeteiligung sowie eine Unfallversicherung abgeschlossen. Darüber hinaus sind keine Leistungen (z. B. Altersgeldansprüche, Direktzusagen oder Abfindungen) vereinbart. Ebenso existieren keine Vereinbarungen für den Fall der vorzeitigen oder regulären Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied sowie in Folge eines Kontrollwechsels (Change of Control) bei der Gesellschaft.

Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Aufwand für die fixe Vergütung:

  • y Dr. Christof Nesemeier, Vertragspartner MBB Capital Management GmbH, 267.000,00 €
  • y Gert-Maria Freimuth, Vertragspartner MBB Capital GmbH, 243.000,00 €

Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 21. Dezember 2009 erhält das obere Management ab dem Geschäftsjahr 2010 eine zusätzliche variable Vergütung von zusammen 9 % des Betrags um den das Eigenkapital der MBB Industries AG am Ende eines jeden Geschäftsjahres (Endwert) das Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres (Anfangswert) übersteigt. Das Eigenkapital umfasst jeweils die Positionen des § 266 Abs. 3 A HGB. Maßgeblich sind die jeweiligen testierten Jahresabschlüsse mit folgenden Modifikationen: Aktiva, die einen Börsenpreis haben, sind mit dem Börsenpreis anzusetzen; dies gilt nicht für Anteile an Unternehmen, an denen die Gesellschaft mehr als 5 % der Stimmrechte hält. Dem Endwert sind die unterjährigen Dividendenausschüttungen und Rückzahlungen vom Eigenkapital hinzuzurechnen und Einlagen auf das Eigenkapital hiervon abzuziehen. Sind in einem oder mehreren Geschäftsjahren die Bemessungsgrundlagen negativ, wird der sich ergebende Negativbetrag auf die folgenden Geschäftsjahre vorgetragen und gegen die künftigen Mehrbeträge verrechnet, bis die vorgetragenen Negativbeträge ausgeglichen sind. Ein Anspruch auf eine variable Vergütung entsteht erst wieder, wenn diese Negativbeträge ausgeglichen sind. Die variable Vergütung ist in der absoluten Höhe auf 5 % des jeweiligen Endwerts begrenzt. Damit steht Vorstand und Management für 2012 eine variable Vergütung in Höhe von 351.732,14 € zu. Davon erhalten Herr Dr. Christof Nesemeier 116.071,61 € und Herr Gert-Maria Freimuth 80.898,39 €.

Die Vorstandsmitglieder Herr Dr. Nesemeier und Herr Freimuth erhalten persönlich eine Aufsichtsratsvergütung der Delignit AG für 2012 in Höhe von 20.000,00 € bzw. 15.000,00 €.

b) Aufsichtsrat

Die Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2012 fixe Vergütungen in Höhe von 18.000,00 € erhalten. Die fixe Vergütung verteilt sich auf die Mitglieder wie folgt:

  • y Vorsitzender, Dr. Peter Niggemann, 8.000,00 €,
  • y Stellvertretender Vorsitzender, Dr. Jan C. Heitmüller, 6.000,00 €,
  • y Mitglied, Dr. Matthias Rumpelhardt, 4.000,00 €.

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 30. Juni 2010 erhält der Aufsichtsrat ab dem Geschäftsjahr 2010 eine zusätzliche variable Vergütung von zusammen 1 % des Betrags um den das Eigenkapital der MBB Industries AG am Ende eines jeden Geschäftsjahres (Endwert) das Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres (Anfangswert) übersteigt. Das Eigenkapital umfasst jeweils die Positionen des § 266 Abs. 3 A HGB. Maßgeblich sind die jeweiligen testierten Jahresabschlüsse mit folgenden Modifikationen: Aktiva, die einen Börsenpreis haben, sind mit dem Börsenpreis anzusetzen; dies gilt nicht für Anteile an Unternehmen, an denen die Gesellschaft mehr als 5 % der Stimmrechte hält. Dem Endwert sind die unterjährigen Dividendenausschüttungen und Rückzahlungen vom Eigenkapital hinzuzurechnen und Einlagen auf das Eigenkapital hiervon abzuziehen. Sind in einem oder mehreren Geschäftsjahren die Bemessungsgrundlagen negativ, wird der sich ergebende Negativbetrag auf die folgenden Geschäftsjahre vorgetragen und gegen die künftigen Mehrbeträge verrechnet, bis die vorgetragenen Negativbeträge ausgeglichen sind. Ein Anspruch auf eine variable Vergütung entsteht erst wieder, wenn diese Negativbeträge ausgeglichen sind. Die Summe aus variabler Vergütung zuzüglich Sitzungsgeld für alle Aufsichtsratsmitglieder darf jedoch pro vollem Geschäftsjahr den Betrag von 100.000,00 € nicht übersteigen. Der Aufsichtsrat erhält für 2012 eine variable Vergütung von 39.081,34 €. Davon erhält der Aufsichtsratsvorsitzende 40 % und die anderen beiden Mitglieder jeweils 30 %.

4. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen werden Unternehmen und Personen betrachtet, die über die Möglichkeit verfügen, den MBB-Konzern zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auf dessen Finanz- und Geschäftspolitik auszuüben.

4.1 Nahestehende Personen

a) Vorstand und Aufsichtsrat

Es wird auf die Ausführungen zu den Bezügen der Organe verwiesen. Außer den genannten Bezügen wurden keine Geschäfte mit dem MBB-Konzern getätigt.

b) Mitteilung von Geschäften gem. § 15a WpHG

Personen mit Führungsaufgaben, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der MBB Industries AG, sowie mit diesen in einer engen Beziehung stehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, Geschäfte mit Aktien der MBB Industries AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offen zu legen. Mitteilungen über entsprechende Geschäfte im Jahr 2012 sind auf unserer Internetseite www.mbb.com veröffentlicht.

4.2 Nahestehende Unternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen und nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen sind als nahestehende Unternehmen zu betrachten. Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und seinen Tochterunternehmen wurden im Wege der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert bzw. sind von untergeordneter Bedeutung und branchenüblich. Als nahestehende Unternehmen sind weiterhin Unternehmen zu betrachten, die als verbundene Unternehmen der bereits erwähnten nahestehenden Personen zu bezeichnen sind. Im Laufe des Jahres führten Konzerngesellschaften die folgenden Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen durch, die nicht dem Konzern angehören:

Die MBB Capital Group GmbH, Münster, ist mittelbar über ihre jeweils 100 %igen Tochtergesellschaften MBB Capital Management GmbH, Berlin, und MBB Capital GmbH, Münster, an der MBB beteiligt.

Die MBB Industries AG vergütet der MBB Capital Management GmbH, Berlin, gemäß Rahmenvertrag vom 30. Dezember 2009 bzw. Rahmenvertrag vom 26. März 2012 monatlich die Vorstandstätigkeit von Herrn Dr. Christof Nesemeier. Der MBB Capital GmbH, Münster, wird monatlich durch die MBB Industries AG gemäß Rahmenvertrag vom 30. Dezember 2009 bzw. Rahmenvertrag vom 26. März 2012 die Vorstandstätigkeit von Gert-Maria Freimuth vergütet.

Zur Höhe der variablen und fixen Vergütung wird auf die obigen Ausführungen verwiesen.

5. Arbeitnehmer

Die im Geschäftsjahr 2012 und 2011 im fortgeführten Geschäftsbereich durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter teilen sich wie folgt auf:

Summe 921 700
Handel und Dienstleistung 123 133
Industrieproduktion 379 378
Technische Applikationen 419 189
Durchschnittliche Mitarbeiter Köpfe Köpfe
2012 2011
31.12. 2012 31.12. 2011
Zum Stichtag Köpfe Köpfe
Technische Applikationen 486 207
Industrieproduktion 382 385
Handel und Dienstleistung 130 122
Summe 998 714

6. Kosten Abschlussprüfer

Das für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2012 erfasste Honorar gliedert sich wie folgt:

2012
T€
Abschlussprüfungsleistungen 174,0
Steuerberatungsleistungen 12,0
Summe 186,0

7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 14. Februar 2013 hat Gert-Maria Freimuth, Vorstand und Mehrheitsaktionär der MBB Industries AG, mitgeteilt, dass er nach 17-jähriger Geschäftsführungs- und Vorstandstätigkeit zur Hauptversammlung 2013 aus dem Vorstand ausscheiden wird und in den Aufsichtsrat wechseln möchte. Aufsichtsrat und Vorstand unterstützen einvernehmlich die Änderungen in ihren Gremien und wollen diese zur Hauptversammlung 2013 umsetzen. Das Management der MBB Industries AG wird unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Christof Nesemeier auch zukünftig aus drei weiteren Mitgliedern bestehen.

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bezüglich der sonstigen finanziellen Verpflichtungen verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter Punkt II.15.1 "Operating Lease und Miete".

9. Eventualverbindlichkeiten

An der polnischen Gesellschaft Hanke Tissue Sp. z o.o., Küstrin, Polen, besteht ein Unterbeteiligungsverhältnis (in Form sogenannter "Phantom Shares") gegenüber dem Geschäftsführer der Gesellschaft. Dem Unterbeteiligten stehen sowohl 3 % vom Gewinn als auch eines eventuellen Veräußerungs- oder Liquidationserlöses zu.

Im Zusammenhang mit der Veräußerung einer Enkelgesellschaft hat die MBB Industries AG eine selbstschuldnerische Bürgschaft zur Absicherung eventueller Gewährleistungsrisiken in Höhe von insgesamt 350 T€ gegenüber dem Erwerber abgegeben. Die Bürgschaft reduzierte sich vereinbarungsgemäß zum 31. Dezember 2008 auf 75 T€. Der verbleibende Betrag verjährt 60 Monate nach Übergabestichtag. Der Vorstand geht nicht von einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft aus.

10. Erklärung gemäß § 161 AktG

Die MBB Industries AG hat als börsennotierte Aktiengesellschaft gemäß § 161 AktG eine Erklärung abzugeben, inwieweit sie den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governace Kodex" entspricht. Vorstand und Aufsichtsrat haben diese Erklärung erneut am 20. März 2013 abgegeben. Sie kann auf der Internetseite www.mbb.com eingesehen werden.

11. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der angewandten Grundsätzen ordnungsgemäßer Konzernberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Berlin, den 20. März 2013

Dr. Christof Nesemeier Gert-Maria Freimuth Vorstandsvorsitzender Vorstand

Kapital- Währung Eigenkapital Ergebnis
Gesellschaft Sitz anteil TLW TLW
Delignit AG Blomberg 76,08% EUR 9.183 294
Blomberger Holzindustrie
B. Hausmann GmbH & Co. KG Blomberg 100,00% EUR -1.122 559
Cildro Plywood Srl. Drobeta Turnu Severin 49,00% RON 13.785 -1.645
Cildro S.A. Drobeta Turnu Severin 42,90% RON 27.081 -3.222
Cildro Service Srl. Drobeta Turnu Severin 100,00% RON -1.078 228
Hausmann Verwaltung GmbH Blomberg 100,00% EUR 102 1
OBO Modulan GmbH Stadthagen 100,00% EUR 134 -3
OBO-Werke GmbH & Co. KG Stadthagen 100,00% EUR 1.216 155
OBO-Industrieanlagen GmbH Stadthagen 100,00% EUR 228 37
OBO-Werke Verwaltungs GmbH Stadthagen 100,00% EUR 35 1
Hanke Tissue Sp. z o.o. Küstrin 100,00% PLN 34.884 6.839
DTS IT AG Herford 80,00% EUR 1.818 -383
DTS Systeme GmbH Herford 100,00% EUR 1.098 396
ICSmedia GmbH Münster 100,00% EUR 450 44
eld datentechnik GmbH Fellbach 100,00% EUR 637 12
CT Formpolster GmbH Löhne 100,00% EUR 754 -185
MBB Fertigungstechnik Beelen
GmbH
Berlin 100,00% EUR 10.082 57
MBB Fertigungstechnik GmbH Beelen 100,00% EUR 24.561 6.771

Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2012

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

"Wir haben den von der MBB Industries AG aufgestellten IFRS Konzernabschluss – bestehend aus Konzernbilanz, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, Konzernkapitalflussrechnung, Konzernsegmentberichterstattung und Konzernanhang sowie den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht – für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht und Konzernlagebericht nach den IRFS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstandes der MBB Industries AG. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den IFRS Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den IFRS Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im IFRS Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des IFRS Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes und Konzernlageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der IFRS Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem IFRS Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Düsseldorf, den 20. März 2013

Verhülsdonk & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

gez. gez. Grote Weyers Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Finanzkalender

Quartalsbericht Q1/2013

  1. Mai 2013

Hauptversammlung 2013

  1. Juni 2013, 10:00 Uhr in den Räumlichkeiten des Ludwig Erhard Hauses, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin

Halbjahresbericht 2013

  1. August 2013

Analystenkonferenz Deutsches Eigenkapitalforum Frankfurt am Main

      1. November 2013

Quartalsbericht Q3/2013

  1. November 2013

Ende des Geschäftsjahres

  1. Dezember 2013

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Impressum

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