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Mayr-Melnhof Karton AG Annual Report 2020

Apr 7, 2021

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Annual Report

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JAHRESFINANZBERICHT MAYR-MELNHOF KARTON AG

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht

  • 2 Die Positionierung des Mayr-Melnhof Konzerns und der Divisionen
  • 9 Entwicklung im Jahr 2020
  • 20 Forschung und Entwicklung
  • 25 Risikomanagement
  • 33 Angaben nach § 243 a Abs 1 UGB
  • 34 Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung nach § 267 a UGB
  • 35 Ausblick

37 Konzernabschluss

131 Lagebericht und Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG

  • 167 Corporate Governance-Bericht
  • 177 Erklärung des Vorstandes

Konzernlagebericht

1 ––– DIE POSITIONIERUNG DES MAYR-MELNHOF KONZERNS UND DER DIVISIONEN

KONZERN

Kartonverpackungen für Konsumgüter im Fokus

Die Produktion und der Verkauf von Karton sowie die Verarbeitung von Karton zu Faltschachtelverpackungen für Konsumgüter sind die beiden Kerngeschäftsbereiche der Mayr-Melnhof Gruppe. Sie werden als zwei Divisionen mit eigenständiger Ergebnisverantwortung geführt, die einander zu Marktkonditionen beliefern. Die Division MM Karton ist größter Kartonproduzent in Europa mit einer führenden Position bei Recyclingkarton und einer wachsenden Position im Bereich Frischfaserkarton. Die Division MM Packaging ist der größte Faltschachtelproduzent in Europa und hält darüber hinaus eine führende Marktposition in mehreren Ländern außerhalb Europas. Karton wird im Wesentlichen als Rohstoff für die Erzeugung von Faltschachtelverpackungen eingesetzt. Faltschachteln sind neben Kunststoff das bedeutendste Primärverpackungsmittel für Konsumgüter des täglichen Bedarfes. Neben der attraktiven Präsentation des Konsumgutes und dessen Schutz zeichnen sich Faltschachtelverpackungen im Besonderen durch eine nachhaltige Produktion aus erneuerbaren und vielmals recyclebaren Faserstoffen aus. Verantwortungsvolle Kreislaufwirtschaft ist damit ein immanenter Teil des Geschäftes der Mayr-Melnhof Gruppe. Die Nachfrage nach Karton und Kartonverpackung korreliert mit der Entwicklung des Privatkonsums, vor allem von Gütern des täglichen Bedarfes, und weist damit eine relative Resilienz auf. Dem Faltschachtelgeschäft kommt aufgrund von Transportkosten und Serviceanforderungen im Wesentlichen regionaler Charakter zu. Demgegenüber konzentriert sich das Kartongeschäft großteils auf die einzelnen Kontinente (Europa, Asien, Amerika), wodurch dem globalen Kartonhandel nur eine untergeordnete Bedeutung zuteilwird.

Integriertes Geschäftsmodell als zwei Profit-Center

MM Karton lieferte im Jahr 2020 mit rund 13 % des Kartonabsatzes leicht mehr als im Vorjahr zu Marktkonditionen an MM Packaging. Der überwiegende Teil der Kartonproduktion wird jedoch an Faltschachtelproduzenten außerhalb des Konzerns und damit an Mitbewerber von MM Packaging verkauft.

MM Packaging bezog in 2020 nahezu unverändert rund ein Viertel der verarbeiteten Tonnage intern von MM Karton. Der überwiegende Kartonbedarf wird von Dritten zugekauft. Wesentliche Gründe hierfür sind das zur Zeit noch limitierte interne Angebot von Zellstoffkarton, der freie Zukauf zu Marktkonditionen sowie die Vorgabe spezifischer Kartonsorten durch die Kunden.

Regionaler Schwerpunkt Europa

Geografischer Schwerpunkt unserer Unternehmenstätigkeit ist der gut entwickelte und nachhaltige europäische Markt, auf dem wir in beiden Divisionen seit Langem die führende Marktposition halten und weiteres Wachstum planen. Außerhalb Europas ist die MM Gruppe im weltweiten Kartonexport tätig sowie mit Packaging-Standorten in einzelnen Märkten Lateinamerikas, des Mittleren Ostens und Asiens.

Wachstum durch Effizienz und Innovation nachhaltiger Produkte

Wachstumsrichtung ist zum einen die weitere Durchdringung bestehender Marktsegmente, zum anderen die Erschließung neuer Absatzbereiche mit innovativen, nachhaltigen Produkten. Dazu setzen wir zum einen auf gezielte Investitionen in bestehende Werke mit dem Ziel, über hohe Effizienz und konzentrierte Produktausrichtung Marktanteile zu steigern. Zum anderen soll die Akquisition von effizienten und innovativen Standorten, wie zuletzt der angekündigte Erwerb der beiden Frischfaserkartonwerke Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, die Position der MM Gruppe in wachsenden Märkten erweitern und den Einstieg in neue Produkte ermöglichen.

Durch Wachstum im Kerngeschäft und Fokussierung auf bestimmte Produktgruppen sind wir bestrebt, zusätzliche Synergien für die nachhaltige Positionierung der Mayr-Melnhof Gruppe als Markt-, Kosten- und Technologieführer in ihren Segmenten auszuschöpfen. Über Nachhaltigkeit und Innovation Mehrwert zu schaffen, ist klare Ausrichtung für die weitere Markterschließung, insbesondere auch beim Plastikersatz, mit der Zielsetzung, schneller als der Markt mit hohem Return auf das eingesetzte Kapital zu wachsen.

MAYR-MELNHOF KARTON

Führender Kartonproduzent

Die Division MM Karton ist mit einer Jahreskapazität von mehr als 1,7 Millionen Tonnen größter Kartonproduzent in Europa. An sechs europäischen Standorten wird eine große Vielfalt an Kartonprodukten für ein breites Einsatzspektrum im Verpackungsbereich gefertigt. Zum Jahresende 2020 entfallen rund 80 % der Produktion auf gestrichenen Recyclingkarton sowie rund 20 % auf den Bereich Frischfaserkarton, der nach Abschluss der Ende 2020 und Beginn 2021 bekanntgegebenen Akquisitionen in Finnland und Polen bedeutend ausgebaut werden wird. Zielsetzung ist es, die Wettbewerbsposition von MM Karton neben Recyclingkarton in einem wachsenden europäischen Frischfaserkartonmarkt durch mehr Innovation, Nachhaltigkeit und Effizienz zu stärken. Recyclingfasern, die extern zugekauft werden, blieben auch in 2020 wesentlichster Rohstoff mit einem Anteil von rund 75 % an den eingesetzten Faserstoffen. Rund 19 % des Fasereinsatzes entfallen auf Holzschliff, der zum Großteil in den Kartonwerken und im divisionseigenen Faserwerk FollaCell in Norwegen selbst erzeugt wird. Zellstoff kommt mit rund 6 % des Faserbedarfes untergeordnete Bedeutung zu.

Karton – breites Einsatzspektrum bei Konsumgüterverpackungen

Die Kartonprodukte von MM Karton werden in einer Vielzahl von Konsumgütermärkten des täglichen Bedarfes als Verpackungsmaterial eingesetzt. Einsatzschwerpunkte sind die Fast Moving Consumer Goods (FMCG) inklusive E-Commerce, auf welche mehr als 90 % des Absatzes entfallen. Hierzu zählen insbesondere Lebensmittelverpackungen sowie Verpackungen für Haushalts- und Hygieneprodukte. Als Schlüsselfaktor für weiteres Wachstum ist ein abgestimmter Prozess zwischen Innovationstätigkeit, Produktentwicklung und Kommerzialisierung eingerichtet. Im Zentrum stehen die kontinuierliche Verbesserung bestehender Lösungen und Prozesse sowie die Erschließung neuer Einsatzmöglichkeiten und Marktpotentiale. MM Karton verfolgt dabei einen Ansatz, welcher Aspekte aus der gesamten Wertschöpfungskette zur Differenzierung auf dem Markt berücksichtigt. Hohe Qualität, Funktionalität und Sicherheit unserer Produkte sowie umfassende Kompetenz und modernste Serviceleistungen zeichnen unser Angebot im Bereich Karton aus. Um den individuellen Anforderungen einzelner Marktsegmente bestmöglich zu entsprechen, sind die Produkthauptgruppen von MM Karton – Recyclingkarton, Frischfaserkarton und weiß gestrichener Recycling-Liner (hochwertig bedruck- und veredelbare Deckenlage für Wellpappenprodukte in niedriger Grammatur) – als eigene Units in der Verkaufsorganisation eingerichtet. Mit der Liefermöglichkeit gleicher Produkte aus mehreren Kartonwerken (MultiMill-Konzept) nehmen wir Verantwortung hinsichtlich der Versorgungssicherheit für unsere Kunden wahr.

"Plastiksubstitution" – unser nachhaltiges Ziel

Kunststoff ist das bedeutendste Konkurrenzprodukt von Karton im Verpackungsbereich in vielfältigen Ausprägungen und Anwendungen mit hoher Abhängigkeit vom Erdölpreis. Im Zuge steigender Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen hat sich der Trend zu "Plastiksubstitution" in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt und hält weiter an. Ziel von MM Karton ist es, neue Möglichkeiten im Austausch von Kunststoffverpackungen durch umweltfreundliche innovative Kartonverpackungen zu schaffen und die Funktionalitäten von Kartonverpackung weiter zu erhöhen. Dies betrifft neue Anwendungsbereiche sowohl für Recycling- als auch Frischfaserkarton. Ein messbarer Einfluss dieses Trends auf den Kartonabsatz ist auch heute noch schwer einzuschätzen. Ambition von MM Karton ist es, diesen strategisch zu nutzen, um schneller als der Markt zu wachsen.

Unser Hauptmarkt – Europa

Der europäische Kartonmarkt wird aufgrund der Transportkosten, hoher logistischer Anforderungen in Bezug auf die kurzfristige Bereitstellung des Produktes beim Kunden sowie der stark spezifischen Endfertigung von Karton in individuellen Formaten zum überwiegenden Teil aus Europa beliefert.

Der geografischen Aufstellung von MM Karton mit sechs europäischen Produktionsstandorten entsprechend ist Europa der Hauptmarkt, in welchen 2020 rund 84 % der Verkaufsmenge abgesetzt wurden. Mit einem Exportanteil von 16 % in Länder außerhalb Europas hält MM Karton neben der führenden Position in Europa auch jene des größten Kartonexporteurs aus Europa. Mehr als 1.000 Kunden werden in rund 100 Ländern weltweit beliefert. Dies sind insbesondere Druckereibetriebe der mittelständisch geprägten und stark fragmentierten europäischen Faltschachtelindustrie. Darüber hinaus gewinnt der Einfluss von Konsumgüterproduzenten und Einzelhandel auf die Einkaufsentscheidung bei Karton seit Jahren an Bedeutung, auch als direkte Kontaktpartner. MM Karton ist in dieser Entwicklung mit einem darauf abgestimmten Produkt- und Serviceangebot, der Unternehmensgröße sowie spezifischem Knowhow sehr gut aufgestellt.

Fortschritt durch Digitalisierung

Mit "MMK digital", dem digitalen Verkaufs- und Service-Kanal, ist MM Karton ungebrochen weiter Vorreiter bei der Digitalisierung in der Kartonindustrie und setzt neue Maßstäbe durch laufende Erweiterungen des Angebotes. So stellte "MMK digital" ab Herbst 2020 seinen Nutzern eine neue Funktion zur Verfügung, die es ermöglicht, Reklamationen schnell und intuitiv digital abzuwickeln. Auch eine nahtlose Änderungsfunktion von Bestellungen wurde eingerichtet. Der mittlerweile sehr hohe Anteil von Kundenanbindungen unterstreicht die hohe Akzeptanz im Markt. Digitalisierung wird neben der Kundenkommunikation künftig insbesondere auch verstärkt zur Beschleunigung der Logistik und Warenbewegung eingesetzt, wobei die hieraus resultierenden Effizienzen und Erhöhungen des Servicegrades vor allem bei größeren Standorten gegeben sind.

Leistungsstarke Standorte

MM Karton hat 2020 im Zuge der Schließung des kleinsten Kartonstandortes im österreichischen Hirschwang die bereits während der letzten drei Jahrzehnte eingeschlagene Konzentration der Produktion auf leistungsstarke Standorte fortgesetzt. Zum Jahresende 2020 wird auf acht leistungsstarken Kartonmaschinen an sechs europäischen Standorten in den vier Ländern Deutschland, Österreich, Slowenien und den Niederlanden produziert. Die Maschinen sind jeweils auf bestimmte Produktqualitäten ausgerichtet: drei auf Recyclingkarton, zwei auf Frischfaserkarton, eine auf weiß gestrichenen Recycling-Liner. Darüber hinaus produzieren zwei weitere Kartonmaschinen flexibel sowohl Recycling- als auch Frischfaserkartonqualitäten. Die Kartonmaschinen werden kontinuierlich auf dem Stand der Technik mit Fokus auf Wachstumspotential und Wettbewerbsstärke weiterentwickelt. Die bekanntgegebenen Akquisitionen von Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, signalisieren eine Fortsetzung der Konzentration auf große leistungsstarke Werke.

Recyclingfaser – nachhaltig verfügbar

Altpapier ist der strategisch bedeutendste Rohstoff bei der Produktion von gestrichenem Recyclingkarton. Holzschliff, Energie, Chemikalien und Logistik sind wesentliche weitere Kostenfaktoren. Die hochqualitative Bedruckbarkeit von Karton wird durch die Applikation eines Striches aus Kalk, Füllstoffen und Bindemittel auf der Kartonaußenfläche erreicht.

MM Karton bezieht Recyclingfasern zur Gänze aus Europa, vorwiegend auf dem Spotmarkt. Ferner werden in kleinerem Ausmaß längerfristige Bezugsmöglichkeiten von Kommunen und Entsorgern genutzt. Aufgrund des guten europäischen Altpapieraufkommens infolge hoher Recyclingquoten und bestehender Aufkommensreserven sowie zurückgegangener Altpapier-Exporte aus Europa nach Asien erachten wir die Verfügbarkeit des Rohstoffes Altpapier als nachhaltig gegeben und die Versorgung unserer Kartonwerke als gesichert. Wie die Covid-19-Situation zeigte, kann es jedoch zu temporären Schwankungen im Altpapieraufkommen infolge staatlicher Maßnahmen kommen.

Starker Wettbewerb in der Kartonindustrie

MM Karton ist der einzige Anbieter mit jeweils mehreren Standorten in der Recycling- und Frischfaserkartonproduktion und darüber hinaus der einzige europäische Kartonerzeuger mit einem weiteren substanziellen Standbein in der Faltschachtelerzeugung. Die drei größten skandinavischen Anbieter sind ausschließlich im Bereich Frischfaserkarton tätig.

Bei Recyclingkarton erfolgt der Kapazitätszuwachs in Europa seit mehr als zwei Jahrzehnten lediglich durch die laufende technologische Modernisierung bestehender Anlagen ("creeping capacity increase"). Bei Frischfaserkarton führte insbesondere der strukturbedingte Wechsel von grafischen Papieren hin zu Verpackungskartonprodukten in den letzten Jahren zu Neukapazitäten, welche zum Teil auch außerhalb Europas abgesetzt werden.

MAYR-MELNHOF PACKAGING

Führender Faltschachtelproduzent

Faltschachtelverpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes stehen im Zentrum des Geschäftes von MM Packaging. Im Jahr 2020 wurden rund 703.000 Tonnen Recycling- und Frischfaserkarton sowie 144.000 Tonnen Papier verarbeitet und Umsatzerlöse von 1.594,2 Mio. EUR erzielt. MM Packaging ist damit nicht nur der führende Faltschachtelproduzent in Europa, sondern auch einer der größten weltweit.

Die Produktion von Wellpappe ist eine gegenüber Karton und Faltschachtel unterschiedliche Industriesparte mit anderen Produkten und Märkten, in der MM Packaging nicht tätig ist. Eine Überschneidung besteht bei Konsumgüterverpackungen aus Feinwelle (Mikrowelle), welche auch an einigen spezialisierten Standorten von MM Packaging produziert werden. Diese verbinden die Stabilität der Welle mit der ausgezeichneten Bedruckbarkeit von Karton.

Internationales Standortnetzwerk stets nahe am Kunden

Aufgrund von Transportkosten und Serviceanforderungen haben Faltschachtelverpackungen einen begrenzten Lieferradius und sind dadurch als vorwiegend regionales Produkt definiert. Geografischer Schwerpunkt des Standortnetzes aus 44 Werken in 18 Ländern ist Europa. Hier bietet MM Packaging ein in der Branche einzigartiges gesamteuropäisches Lieferkonzept. Darüber hinaus wird auch in einzelnen Ländern des Mittleren Ostens, Südamerikas und in Fernost eine führende Position gehalten. Neben der breiten lokalen Präsenz schaffen wir durch die Spezialisierung unserer Standorte auf spezifische Markt- bzw. Produktsegmente aus den Bereichen Fast Moving Consumer Goods (FMCG) und E-Commerce sowie Premium Wettbewerbsvorteile durch entsprechendes Know-how und kontinuierliche Weiterentwicklung. Dazu investieren wir stetig in mordernste Hochleistungstechnologie und Kosteneffizienz. Auf den Hauptabsatzmarkt Europa entfallen rund 82 % der Umsatzerlöse, auf die Märkte Mittlerer Osten/Asien 11 % sowie auf Nord- und Südamerika 7 %. Zielsetzung unserer Standortpolitik ist es, die Expansion unserer Kunden mit großen modernen Produktionsbetrieben in attraktiven Märkten zu begleiten.

Balance und Potential durch Belieferung eines breiten Branchenspektrums

MM Packaging deckt bei Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ein breites Branchenportfolio ab und schafft damit sowohl Potential als auch ein gewisses Maß an Resilienz. Dabei tragen die Märkte "FMCG" und "Premium" zu etwa gleichen Teilen zum Umsatz von MM Packaging bei. Das hoch spezialisierte Premiumgeschäft umfasst die Bereiche Health, Beauty & Personal Care, Cigarette und Luxury. Mit dieser Kombination aus Vielfalt und effizienter Unternehmensgröße ist MM Packaging in Europa einzigartig aufgestellt.

Die Organisation von MM Packaging in auf einzelne Absatzbranchen und Produktfelder spezialisierte Business Units ermöglicht es, den individuellen Markt- und Produktanforderungen mit hoher Wettbewerbsstärke zu entsprechen. Der überwiegende Teil des Geschäftes wird mit großen multinationalen Konsumgüterproduzenten erwirtschaftet, auf die rund 80 % der Umsatzerlöse entfallen. Die Vergabe des Bedarfes über Tenderverfahren und mehrjährige Bezugsvereinbarungen sind die Regel im internationalen Großkundengeschäft. Der übrige Teil des Absatzes erfolgt an lokale Kunden. Insgesamt beliefert MM Packaging weltweit über 1.700 Kunden.

Wachstum – organisch und über Akquisitionen

Die Nachfrage nach Faltschachtelverpackungen korreliert ähnlich wie der Kartonmarkt mit dem Privatkonsum. Infolge des Schwerpunktes auf Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ist diese im reifen Hauptmarkt Europa von hoher Kontinuität geprägt. Ziel von MM Packaging ist es, hier sowohl durch verstärkte Wettbewerbskraft als auch die gezielte Ausrichtung auf Zukunftsmärkte, wie E-Commerce, organisch bzw. durch Akquisitionen weiterzuwachsen.

Außerhalb Europas verfolgen wir weiterhin die Strategie, in Zukunftsmärkten zeitgerecht eine bedeutende Position einzunehmen, um größtmögliches Potential bei überschaubarem Risiko zu sichern. Bei den bestehenden außereuropäischen Produktionsstandorten liegt der Schwerpunkt auf Optimierung der Betriebsgröße durch weiteres Wachstum.

Wie bisher wird MM Packaging den Expansionskurs risikobewusst und wertorientiert mit dem Anspruch auf eine nachhaltig hohe Ergebnisqualität fortsetzen. Der Forcierung von Kartonverpackung als eine besonders nachhaltige und innovative Verpackungsform kommt im aktuellen Marktumfeld großes Augenmerk zu.

Best Industrial Practice – Anspruch Technologieführerschaft

Die Produktion von Faltschachtelverpackungen ist ein mehrstufiger Prozess, der sich vereinfacht wie folgt darstellt: Karton wird bedruckt, im darauffolgenden Stanzvorgang gerillt und in einzelne Verpackungszuschnitte geteilt, welche individuell nach Anspruch der Abnehmerbranche in der abschließenden Prozessstufe gefaltet und verklebt werden. Darüber hinaus kommt eine große Vielfalt von Verfahren zur Verpackungsveredelung zum Einsatz. Der Versand und Transport der Verpackungen erfolgt in der Regel in gefaltetem Zustand in Überkartons. Die Verpackungsbefüllung mit Konsumgütern findet weitgehend an den Abpackanlagen durch den Kunden statt.

Mit dem Anspruch auf Best Industrial Practice setzt MM Packaging sämtliche gängigen Preprint-, Druck- und Veredelungstechnologien auf dem Stand der Technik ein. Effizienz und Qualität unserer Produkte und Prozesse verbessern wir einerseits durch einen laufenden Leistungsabgleich zwischen den einzelnen Produktionslinien, andererseits durch kontinuierliche Investitionen in neue Technologien. Räumen für Innovation, oft in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden, geben wir stets Platz, mit der Zielsetzung operativer und technologischer Führerschaft im Markt. Schwerpunkte liegen aktuell auf der verstärkten Spezialisierung von Standorten, Automatisierung und Digitalisierung sowie der Entwicklung innovativer nachhaltiger Verpackungen.

Karton – strategischer Rohstoff

Die Faltschachtelproduktion setzt an Karton als zentralem Rohstoff auf. Dieser ist sowohl bedeutendster Input- als auch Kostenfaktor. Die Wahl des eingesetzten Kartons richtet sich zum einen nach der Funktionalität der Verpackung, zum anderen nach den individuellen Anforderungen einzelner Konsumgüterbranchen bzw. -hersteller. Dem divisionalen Profit-Center-Prinzip des Konzerns entsprechend kauft MM Packaging den Bedarf an Recycling- und Frischfaserkarton über eine eigene Beschaffungsorganisation zu. Im Geschäft mit internationalen Konsumgütererzeugern wird der Kartonbezug auch vom Kunden entschieden bzw. verhandelt. Bedeutende Kartonpreisänderungen werden in der Regel im Rahmen längerfristiger Liefervereinbarungen durch entsprechende Klauseln, die sich auf Referenzwerte beziehen, berücksichtigt.

Neben Karton und Papier sind Farben, Lacke und Werkzeuge weitere bedeutende Rohstoffe von MM Packaging. Die Personalintensität liegt durchwegs über jener der Kartonproduktion.

Kostenführerschaft und industrielle Exzellenz

MM Packaging setzt seit Langem strategisch auf Differenzierung durch industrielle Fertigung in der großteils gewerblich strukturierten europäischen Faltschachtelbranche. Wesentliche Charakteristika sind dabei die Nutzung von Kostenvorteilen aus Standortgröße und geografischer Standortlage sowie dem Einsatz von Hochleistungstechnologie, wie Automatisation und Digitalisierung, in Produktion und Logistik.

Zur Sicherstellung industrieller Exzellenz sind die Grundprozesse in hohem Maße standardisiert und werden auf Basis eines kontinuierlichen Leistungsmonitorings zwischen den Maschinen und Werken laufend auf dem Stand der Technik verbessert. Darüber hinaus setzen wir für einzelne Business Units marktspezifische Innovations- und Spezialisierungsinitiativen mit der Zielsetzung, in diesen Kosten-, Technologie- und Innovationsführerschaft zu behaupten. Dies ist entscheidend zur Sicherung nachhaltiger Wachstumsfähigkeit und Ertragskraft.

Die Markteintrittsbarrieren sind in der Faltschachtelbranche im Vergleich zur Kartonindustrie niedriger, wodurch das Geschäft durch anhaltend intensiven Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet ist.

2 ––– ENTWICKLUNG IM JAHR 2020

ALLGEMEINE WIRTSCHAFTSLAGE

Die Weltwirtschaft war in 2020 infolge der Covid-19-Pandemie durch einen Einbruch historischen Ausmaßes mit folgenschweren Auswirkungen auf viele Wirtschaftsbereiche gekennzeichnet. In Europa waren die Volkswirtschaften unterschiedlich betroffen mit dem stärksten Rückgang des BIP vor allem in Frankreich, Spanien und Italien und einem etwas geringeren Abschwung z. B. in Deutschland und Polen. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, insbesondere "Lockdowns" und Reisebeschränkungen, führten in vielen Branchen zu einem drastischen Anstieg bei Arbeitslosenquote und Kurzarbeit sowie temporären Produktionsstillständen und Beeinträchtigungen von Lieferketten. Demgegenüber wurden im Zuge expansiver Geld- und Fiskalpolitik zahlreiche Hilfsprogramme implementiert, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu reduzieren. Das Konsumverhalten verzeichnete mit einem deutlichen Nachfrageanstieg bei Produkten des täglichen Bedarfes und Rekordumsätzen in der E-Commerce-Branche signifikante strukturelle Veränderungen. Zog die wirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal durch Lockerung der Maßnahmen wieder temporär an, führte die zweite Pandemiewelle ab Herbst abermals zu deutlichen Einschränkungen. Sämtliche Prognosen unterliegen weiter außergewöhnlichen Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Ausbreitung des Virus, Umfang und Dauer der Eindämmungsmaßnahmen sowie das Vertrauen von Konsumenten, Unternehmen und Finanzmärkten.

BRANCHENENTWICKLUNG

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft war die Nachfrage auf den europäischen Karton- und Faltschachtelmärkten insgesamt durch eine gewisse Resilienz gegenüber der Pandemie gekennzeichnet. Während sich die Nachfrage für Verpackungen von Gütern des täglichen Bedarfes sehr robust und jene im E-Commerce dynamisch zeigten, war der Absatz in Märkten wie Duty-free, Kosmetik, aber auch Food-Service (Fast Food) durch temporär deutlichen Rückgang gekennzeichnet, welcher im Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden konnte.

Die Faserstoffmärkte verzeichneten nach dem Preisrückgang für gemischte Altpapierqualitäten zu Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg im Zuge reduzierten Aufkommens während des ersten Lockdowns im Frühjahr, dem nach einer Entspannung während der Sommermonate ein neuerlicher Preisauftrieb infolge verschärfter Pandemiemaßnahmen folgte. Dagegen zeigten die Preise für frischfaserbasierte Produkte wie Zellstoff erst ab dem vierten Quartal eine Aufwärtsbewegung nach lang anhaltender Seitwärtsbewegung. Während der Markt für Recyclingkarton von Kontinuität geprägt war, entwickelte sich jener für Frischfaserkarton leicht besser als im Jahr zuvor, wobei die Preise in beiden Bereichen recht fest blieben. Kapazitätserhöhungen in der europäischen Kartonindustrie konzentrierten sich auch 2020 vor allem auf laufende Investitionstätigkeit in bereits bestehende Anlagen. In der Gruppe der größten europäischen Kartonproduzenten waren die Ankündigungen von MM hinsichtlich des Erwerbes von Kotkamills im Dezember 2020 und IP Kwidzyn im Februar 2021 die bedeutendsten Veränderungen. Die Auslastung der Branche entwickelte sich insgesamt auf gutem Niveau.

Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen, insbesondere die Substitution von Kunststoff, ist in 2020 weiter ins Zentrum gerückt und wird von allen Teilnehmern in der Wertschöpfungskette, Karton- und Faltschachtelproduzenten sowie Konsumgüterherstellern und Einzelhandel proaktiv vorangetrieben. Gleichzeitig hat sich der Trend zur Spezialisierung und Erhöhung der Funktionalität von Kartonverpackung fortgesetzt.

Die Konsolidierung in der europäischen Faltschachtelindustrie setzt sich fort, wobei sich Low-Cost-Produktion und der spezifische Fokus auf einzelne Marktsegmente wie FMCG, Health, Personal Care, Spezialverpackungen etc. als Hauptstoßrichtungen abzeichnen. Die Anbieterstruktur bleibt insgesamt weiter von starker Fragmentierung geprägt.

GESCHÄFTSVERLAUF 2020

KONZERN

Die Mayr-Melnhof Gruppe konnte das Geschäftsjahr 2020 trotz herausfordernder Rahmenbedingungen mit einer soliden Mengen- und Cash-Flow-Entwicklung abschließen. Die Konzentration des Geschäftsportfolios auf Karton und Kartonverpackungen für Güter des täglichen Bedarfes ermöglichte eine gewisse Resilienz.

Während die Umsatzerlöse wieder nahezu das Niveau des Vorjahres erreichten, lagen die Ertragszahlen erwartungsgemäß infolge von Einmaleffekten vor allem aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen unter dem Vorjahr. Diese belasten das operative Ergebnis 2020 mit 64,0 Mio. EUR, wobei ein Großteil auf Wertminderungen von kurz- und langfristigen Vermögenswerten sowie Personalaufwendungen entfällt.

Die Kartondivision profitierte im laufenden Geschäft insbesondere von vorteilhaften Rohstoff- und Energiekosten. Die Packagingdivision zeigte sich vor allem aufgrund der insgesamt guten Mengenentwicklung solide.

Kostenoptimierung und vertiefte Marktdurchdringung bzw. Erschließung neuer Märkte stehen im strategischen Fokus der MM Gruppe. Zielsetzung ist es, Wachstum mit nachhaltigen und innovativen Verpackungsprodukten und hohe Ertragskraft langfristig sicherzustellen. Die jüngst geschlossenen Vereinbarungen zum Erwerb von Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, im Frischfaserkartonbereich und das intensivierte Investitionsprogramm 2021 – 2022 in Standorte mit Kostenvorteilen sind transformative Meilensteine auf diesem Weg, mit attraktivem Potential.

Der soliden Ergebnisentwicklung entsprechend wird der 27. Ordentlichen Hauptversammlung am 28. April 2021 eine zum Vorjahr stabile Dividende in Höhe von 3,20 EUR je Aktie (2019: 3,20 EUR) für das Geschäftsjahr 2020 vorgeschlagen.

Konzerngewinn- und -verlustrechnungen

Konzerngewinn- und -verlustrechnungen (Kurzfassung)

(in Mio. EUR) 2020 2019 +/-
Umsatzerlöse 2.528,4 2.544,4 - 0,6 %
Betriebliches Ergebnis 231,4 255,3 - 9,4 %
Finanz- und Beteiligungsergebnis (9,4) (4,2) + 124,7 %
Steuern vom Einkommen und Ertrag (59,8) (60,9) - 1,8 %
Jahresüberschuss 162,2 190,2 - 14,7 %

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns erreichten 2.528,4 Mio. EUR und lagen damit nahe am Vorjahresniveau (2019: 2.544,4 Mio. EUR). Einem mengenbedingten Umsatzanstieg in der Packagingdivision stand ein preisbedingter Rückgang in der Kartondivision gegenüber. Die geografische Verteilung der Umsatzerlöse blieb mit 55,2 % auf Westeuropa, 28,3 % auf Osteuropa und 16,5 % auf den Märkten außerhalb Europas weitgehend konstant (2019: 54,6 %; 28,5 %; 16,9 %). Die konzerninternen Umsätze stiegen leicht auf 116,6 Mio. EUR (2019: 111,8 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen Lieferungen von MM Karton an MM Packaging.

Konzernumsatz nach Regionen

(in %) 2020 2019
Westeuropa (exkl. Österreich) 53,3 % 52,5 %
Österreich 1,9 % 2,1 %
Osteuropa (inkl. Türkei) 28,3 % 28,5 %
Asien und MENA 10,2 % 10,2 %
Nord- und Südamerika 4,9 % 5,3 %
Sonstige 1,4 % 1,4 %
Gesamt 100,0 % 100,0 %

Herstellungskosten

Anteil an den Umsatzerlösen
(in Mio. EUR) 2020 2019 +/- 2020 2019
Materialaufwand und bezogene Leistungen 1.317,9 1.362,1 - 3,2 % 52,1 % 53,5 %
Personalaufwand 363,3 350,2 3,7 % 14,4 % 13,8 %
Abschreibungen1) 144,0 112,5 28,0 % 5,7 % 4,4 %
Sonstiger Aufwand 88,7 92,7 - 4,3 % 3,5 % 3,7 %
Herstellungskosten 1.913,9 1.917,5 - 0,2 % 75,7 % 75,4 %

1) inkl. Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die Herstellungskosten zur Erbringung der betrieblichen Leistung lagen mit 1.913,9 Mio. EUR nahe am Vergleichswert des Vorjahres (2019: 1.917,5 Mio. EUR). Dem gesunkenen Materialaufwand, vor allem infolge niedrigerer Faserkosten, standen Einmalaufwendungen aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen gegenüber. Damit belief sich der Anteil an den Umsatzerlösen nahezu unverändert auf 75,7 % (2019: 75,4 %).

Anteil an den Umsatzerlösen
(in Mio. EUR) 2020 2019 +/- 2020 2019
Personalaufwand 163,2 146,6 11,4 % 6,4 % 5,8 %
Abschreibungen1) 23,5 21,8 7,8 % 0,9 % 0,9 %
Sonstiger Aufwand 216,2 215,1 0,5 % 8,6 % 8,4 %
Vertriebs- und Verwaltungskosten,
sonstige betriebliche Aufwendungen
402,9 383,5 5,1 % 15,9 % 15,1 %

Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen

1) inkl. Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich insbesondere infolge von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Stilllegung von MM Karton Hirschwang sowie der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen CEO von 383,5 Mio. EUR auf 402,9 Mio. EUR. Ihr Anteil an den Umsatzerlösen veränderte sich von 15,1 % auf 15,9 %.

Das EBITDA erhöhte sich um 2,4 % bzw. 9,3 Mio. EUR auf 398,9 Mio. EUR (2019: 389,6 Mio. EUR), die EBITDA Margin auf 15,8 % (2019: 15,3 %). Mit 231,4 Mio. EUR lag das betriebliche Ergebnis um 9,4 % bzw. 23,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr (2019: 255,3 Mio. EUR). Hierin sind Einmalaufwendungen in Höhe von 64,0 Mio. EUR insbesondere aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen enthalten. Davon entfallen 40,2 Mio. EUR auf die Kartondivision und 23,8 Mio. EUR auf die Packagingdivision. Abschreibungen inklusive Wertminderungen erhöhten sich dadurch von 134,3 Mio. EUR auf 167,5 Mio. EUR. Dem Ergebnis nahe am Vorjahresniveau der Packagingdivision stand ein Rückgang in der Kartondivision gegenüber. Die Operating Margin des Konzerns belief sich somit auf 9,2 % (2019: 10,0 %), der Return on Capital Employed auf 13,7 % (2019: 15,4 %).

Finanzerträgen in Höhe von 1,7 Mio. EUR (2019: 1,4 Mio. EUR) standen Finanzaufwendungen von -7,9 Mio. EUR (2019: -8,4 Mio. EUR) gegenüber. Das "Sonstige Finanzergebnis – netto" veränderte sich vor allem aufgrund von Änderungen im Fremdwährungsergebnis auf -3,2 Mio. EUR (2019: 2,8 Mio. EUR).

Das Ergebnis vor Steuern lag demnach mit 222,1 Mio. EUR um 11,6 % unter dem Vorjahr (2019: 251,1 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 59,8 Mio. EUR (2019: 60,9 Mio. EUR), woraus sich ein effektiver Konzernsteuersatz von 27,0 % (2019: 24,3 %) ergibt.

Jahresüberschuss, Gewinn je Aktie

Der Jahresüberschuss betrug 162,2 Mio. EUR (2019: 190,2 Mio. EUR), die Umsatzrentabilität lag damit bei 6,4 % (2019: 7,5 %). Im Berichtsjahr befanden sich unverändert 20.000.000 Aktien im Umlauf, sodass sich ein Gewinn je Aktie von 8,06 EUR (2019: 9,49 EUR) bezogen auf den den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnenden Jahresüberschuss in Höhe von 161,2 Mio. EUR (2019: 189,7 Mio. EUR) errechnet.

Vermögen, Kapitalausstattung, Liquidität

Konzernbilanzen (Kurzfassung)

(in Mio. EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Langfristige Vermögenswerte 1.397,9 1.442,2
Kurzfristige Vermögenswerte 1.001,7 980,5
Summe Aktiva 2.399,6 2.422,7
Eigenkapital 1.547,1 1.508,3
Langfristige Verbindlichkeiten 397,2 419,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 455,3 494,6
Summe Passiva 2.399,6 2.422,7

Das Gesamtvermögen des Konzerns belief sich per 31. Dezember 2020 auf 2.399,6 Mio. EUR und lag damit um 23,1 Mio. EUR unter dem Wert zum Ultimo 2019 (2.422,7 Mio. EUR). Das Konzerneigenkapital stieg von 1.508,3 Mio. EUR (31. Dezember 2019) auf 1.547,1 Mio. EUR, wobei dem ergebnisbedingten Anstieg die Dividendenzahlung und Fremdwährungseffekte mindernd gegenüberstanden. Die Eigenkapitalquote blieb mit 64,5 % (31. Dezember 2019: 62,3 %) auf hohem Niveau. Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 10,6 % nach 13,1 % im Vorjahr.

Die Finanzverbindlichkeiten, welche überwiegend langfristigen Charakter haben, reduzierten sich tilgungsbedingt von 345,4 Mio. EUR zum Jahresende 2019 auf 268,4 Mio. EUR zum 31. Dezember 2020. Darin sind Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 in Höhe von 46,6 Mio. EUR enthalten (31. Dezember 2019: 53,7 Mio. EUR).

Bei verfügbaren Zahlungsmitteln des Konzerns in Höhe von 146,2 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 126,8 Mio. EUR) verringerte sich die Nettoverschuldung von 218,6 Mio. EUR auf 122,2 Mio. EUR zum Jahresende 2020. Dem Konzern standen ferner jederzeit ausnutzbare Kreditlinien und -rahmen in Höhe von 902,5 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 446,0 Mio. EUR) zur Verfügung.

Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich, vor allem infolge der marktbedingten Wertminderungen in beiden Divisionen, von 1.442,2 Mio. EUR auf 1.397,9 Mio. EUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 1.001,7 Mio. EUR über dem Wert zum Jahresende 2019 (980,5 Mio. EUR).

Cash Flow-Entwicklung

Konzerngeldflussrechnungen (Kurzfassung)

(in Mio. EUR) 2020 2019
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 318,2 331,4
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (142,9) (380,6)
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (150,8) (87,1)
Einfluss von Wechselkursänderungen (5,1) 2,1
Veränderung der Zahlungsmittel 19,4 (134,2)
Zahlungsmittel zum Jahresende 146,2 126,8

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit lag mit 318,2 Mio. EUR um 13,2 Mio. EUR unter dem Vergleichswert (2019: 331,4 Mio. EUR). Diese Veränderung resultiert aus einem niedrigeren cashwirksamen Ergebnis sowie höheren Auszahlungen für Ertragsteuern.

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von -380,6 Mio. EUR auf -142,9 Mio. EUR. Diese Differenz resultiert insbesondere aus der Bezahlung des Kaufpreises für den Erwerb der Tann-Gruppe in Höhe von 267,7 Mio. EUR im Vorjahr. Einer Erhöhung der Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten von 136,1 Mio. EUR auf 152,8 Mio. EUR stand ein Mittelzufluss aus der Gewährung öffentlicher Zuwendungen in Höhe von 6,2 Mio. EUR gegenüber.

Investitionsauszahlungen von MM Karton in Höhe von 93,5 Mio. EUR (2019: 75,1 Mio. EUR) betrafen vor allem technische Modernisierungen und Erweiterungen mit Schwerpunkten an den Standorten Gernsbach, Deutschland, Kolicevo, Slowenien, und Frohnleiten, Österreich.

Schwerpunkte der Investitionsauszahlungen von MM Packaging in Höhe von 59,3 Mio. EUR (2019: 61,0 Mio. EUR) lagen bei technologischen Neuerungen und Erweiterungen im Iran, in Österreich, Frankreich, Rumänien und der Türkei.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich von -87,1 Mio. EUR auf -150,8 Mio. EUR. Dies ist im Wesentlichen auf Darlehenstilgungen in 2020 zurückzuführen.

Weitere Informationen

Im Dezember 2020 hat die Mayr-Melnhof Gruppe eine Vereinbarung getroffen, Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills") von den bisherigen Eigentümern zu einem Unternehmenswert von rund 425 Mio. EUR abzüglich der zu übernehmenden Nettoverschuldung zu erwerben; dies entsprach zuletzt ca. dem 7,8-fachen EBITDA.

Kotkamills betreibt am integrierten Standort in Kotka (Südfinnland) zwei Karton-/Papiermaschinen: eine FBB/FSB-Kartonmaschine, die 2016 nach einer Investition von mehr als 180 Mio. EUR in Betrieb genommen wurde, mit einem aktuellen Verkaufsvolumen von rund 260.000 Tonnen und einer geplanten Kapazität von 400.000 Tonnen; eine Maschine für Saturated Kraft Paper/Imprägnierpapier mit 170.000 Tonnen Kapazität, durch die das Unternehmen ein weltweit führender Anbieter ist. Kotkamills beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von ca. 380 Mio. EUR ein EBITDA von ca. 55 Mio. EUR.

Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2021 erwartet.

Mitte Februar 2021 hat die Mayr-Melnhof Gruppe eine Vereinbarung getroffen, die International Paper (Poland) Holding sp. z o. o. ("Kwidzyn") von International Paper für rund 670 Mio. EUR ("debt and cash free") zu erwerben und zusätzlich Leasingverbindlichkeiten von rund 33 Mio. EUR zu übernehmen.

Am integrierten Zellstoff- und Papierstandort in Polen betreibt Kwidzyn eine Zellstofffabrik mit einer Jahreskapazität von rund 400.000 Tonnen und vier verbundenen Karton-/ Papiermaschinen: Kernstück ist eine FBB-Kartonmaschine mit 260.000 Tonnen Kapazität p.a.. Darüber hinaus ist Kwidzyn vor Kurzem durch den Umbau einer Papiermaschine in den Bereich MF-Kraftpapier eingestiegen, um die wachsende Nachfrage für flexible Papierverpackungen zu bedienen. Die Produktion an dieser Maschine soll bis zu einer Kapazität von 75.000 Tonnen p.a. gesteigert werden. Ferner betreibt Kwidzyn zwei der attraktivsten Kopierpapiermaschinen (UWF) in Europa mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 410.000 Tonnen. Im Werk arbeiten ca. 2.300 Mitarbeiter. Im Jahr 2020 wurde ein bereinigtes EBITDA von rund 92 Mio. EUR bei einem Umsatz von rund 510 Mio. EUR erwirtschaftet.

Das Closing des Erwerbes wird für das dritte Quartal 2021 erwartet.

Durch die Unternehmenserwerbe wird die Wettbewerbsposition von MM Karton auf dem attraktiven Markt für hochqualitativen Frischfaserkarton (FBB) und Food Service Board (FSB) mit innovativen, nachhaltigen Qualitäten sowie mehr Effizienz gegenüber den beiden Marktführern gestärkt und die etablierte Marktposition bei Recyclingkarton ergänzt. Der Einstieg in neue Geschäftsfelder und die Integration von Zellstoff und Papier an einem Standort schaffen zusätzlich neue Perspektiven. Innovationen für umweltschonende Verpackungslösungen zur Substitution von Kunststoff weiter voranzutreiben, ist ein wesentlicher Teil der Wachstums- und Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns.

Die Akquisitionen werden durch die Begebung von Darlehen in Form von Schuldscheinen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 1 Mrd. EUR finanziert und stehen unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Definition der Kennzahlen

Cash Earnings

Jahresüberschuss vor Abschreibungen und vor Wertminderungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte sowie vor nicht cashwirksamen und latenten Steuern.

Cash Earnings Margin

Cash Earnings dividiert durch die Umsatzerlöse.

EBITDA (Earnings before Interest, Income Taxes, Depreciation and Amortization)

Betriebliches Ergebnis zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

EBITDA Margin

EBITDA dividiert durch die Umsatzerlöse.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital dividiert durch die Bilanzsumme.

Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE)

Jahresüberschuss dividiert durch das durchschnittliche Eigenkapital.

Mitarbeiter

Mitarbeiterstand zum Jahresende inklusive Lehrlingen und aliquot berücksichtigter Teilzeitkräfte.

Nettoverschuldung/Nettoliquidität

Kurz- und langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Sofern ein Überhang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente über die Finanzverbindlichkeiten besteht, liegt eine Nettoliquidität vor.

Operating Margin

Betriebliches Ergebnis dividiert durch die Umsatzerlöse.

Return on Capital Employed (ROCE)

Betriebliches Ergebnis dividiert durch die Summe aus durchschnittlichem Eigenkapital, aus den durchschnittlichen kurz- und langfristigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16, aus den durchschnittlichen langfristigen Rückstellungen (exklusive Personalrückstellungen) und aus den durchschnittlichen gemäß IAS 32 zu bilanzierenden Verpflichtungen gegenüber nicht beherrschenden (Minderheits-) Gesellschaftern sowie abzüglich des durchschnittlichen Bestandes an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.

Umsatzrentabilität

Jahresüberschuss dividiert durch die Umsatzerlöse.

Sämtliche Kennzahlen wurden ausschließlich auf Basis der Angaben im Konzernabschluss berechnet.

GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN DIVISIONEN

MM Karton

Die Nachfrage auf den europäischen Kartonmärkten war im Jahr 2020 trotz eines bewegten Verlaufes insgesamt durch Robustheit gekennzeichnet. Verstärkter Ordertätigkeit zu Beginn der Pandemie folgten gegen Jahresmitte sukzessive Normalisierung und im letzten Quartal zunehmend verhaltenere Planung der Kunden. Trotz hoher Preisdisziplin gelang es MM Karton, seine Marktanteile durch eine selektive Absatzpolitik gut zu behaupten. Der durchschnittliche Auftragsstand lag mit rund 100.000 Tonnen über dem Vergleichswert des Vorjahres (2019: 68.000 Tonnen). Wie im Vorjahr belief sich die Kapazitätsauslastung auf 97 %. Ungeachtet der Coronasituation konnten die Investitionen für weiteres Wachstum und Qualität durch die technologische Entwicklung unserer Werke fortgesetzt werden.

Auf den Beschaffungsmärkten verzeichneten die Preise für gemischte Altpapiersorten nach einem sprunghaften Anstieg infolge von Sammelengpässen während des Lockdowns im Frühjahr eine volatile Bewegung auf niedrigem Niveau. Seit dem vierten Quartal befinden sich die Preise jedoch aufgrund weiterer Lockdowns und guter Nachfrage der verarbeitenden Industrien wieder deutlich im Steigen. Demgegenüber entwickelten sich die Preise für Frischfaserprodukte und Energie insgesamt stabiler und unter Vorjahresniveau.

Die Produktion lag mit 1.710.000 Tonnen leicht (0,8 %) unter 2019 (1.723.000 Tonnen). Davon entfielen 1.365.000 Tonnen (80 %) auf Recyclingkarton und 345.000 Tonnen (20 %) auf Frischfaserkarton (2019: 1.382.000 Tonnen bzw. 80 % und 341.000 Tonnen bzw. 20 %). Bezogen auf den durchschnittlichen Mitarbeiterstand wurden 693 Tonnen (2019: 687 Tonnen) pro Mitarbeiter erzeugt. Der Kartonabsatz entwickelte sich mit 1.704.000 Tonnen stabil zum Vorjahr (2019: 1.705.000 Tonnen).

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.050,8 Mio. EUR preisbedingt leicht unter dem Vergleichswert (2019: 1.078,3 Mio. EUR). Mit einem Anteil von rund 66 % in Westeuropa (2019: 65 %) und 22 % in Osteuropa (2019: 22 %) wurde wieder mehr auf den europäischen Märkten abgesetzt, wodurch der Verkaufsanteil in Länder außerhalb Europas auf 12 % (2019: 13 %) zurückging.

MM Packaging war mit einem Lieferanteil von rund 13 % bzw. 226.000 Tonnen (2019: 12 % bzw. 201.000 Tonnen) unverändert größter Kunde von MM Karton.

Während das laufende Geschäft von hoher Kontinuität unter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt war, war 2020 auch ein Jahr bedeutender Transformation für MM Karton.

So musste am kleinsten Kartonstandort im österreichischen Hirschwang die 70 Jahre alte, wettbewerbsschwache Maschine infolge hoher anstehender Ausgaben, die nicht zu rechtfertigen waren, Anfang November stillgelegt werden.

Demgegenüber wurde für MMK Frohnleiten, Europas größtes Recyclingkartonwerk, ein umfassendes Erneuerungs- und Ausbauprogramm mit einem Investitionsvolumen von insgesamt über 100 Mio. EUR für die Jahre 2021 – 2022 verabschiedet. Im Zentrum stehen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kapazitätserweiterungen zur Zukunftssicherung unter Einsatz modernster Technologien. Innovative voll digitalisierte Prozesse werden die Effizienz in der Stoffaufbereitung deutlich erhöhen und gleichzeitig den spezifischen Verbrauch von Energie und Wasser senken. Neueste Produktionstechnologien in der Kartonfertigung steigern Produktqualität und Kapazitäten als Voraussetzung für weitere Einsatzmöglichkeiten von Recyclingkarton z. B. auch im Plastikersatz. Hochautomatisierte Logistik wird die Warenbewegung signifikant beschleunigen.

Das betriebliche Ergebnis reduzierte sich infolge von Einmaleffekten in Höhe von 40,2 Mio. EUR, die zu einem Großteil aus der Schließung des Kartonwerkes Hirschwang und marktbedingten Wertminderungen im 2. Quartal resultierten, auf 86,7 Mio. EUR (2019: 110,5 Mio. EUR). Die Operating Margin betrug 8,3 % (2019: 10,2 %), der Return on Capital Employed 14,5 % (2019: 18,7 %). Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit erreichte 126,3 Mio. EUR nach 155,3 Mio. EUR im Jahr zuvor.

(in Mio. EUR) 2020 2019 +/-
Umsatzerlöse1) 1.050,8 1.078,3 - 2,6 %
Betriebliches Ergebnis 86,7 110,5 - 21,5 %
Operating Margin (%) 8,3 % 10,2 % - 199 bp
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 126,3 155,3 - 18,7 %
Return on Capital Employed (%) 14,5 % 18,7 % - 424 bp
Verkaufte Tonnage (in Tausend t) 1.704 1.705 0,0 %
Produzierte Tonnage (in Tausend t) 1.710 1.723 - 0,8 %

Divisionskennzahlen MM Karton

1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den Divisionen

Im Dezember 2020 und Februar 2021 folgten mit dem Erwerb von Kotkamills und Kwidzyn zwei historische Vertragsabschlüsse mit transformativem Charakter. Zielsetzung ist es, neben dem angestammten Recyclingkartongeschäft im wachsenden, hochqualitativen Frischfaserkartonbereich mit innovativen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Qualitäten die Position gegenüber den beiden Marktführern auszubauen.

MM Packaging

Die europäischen Faltschachtelmärkte waren in 2020 ähnlich wie der Kartonmarkt insgesamt durch ein hohes Maß an Kontinuität gekennzeichnet. Nach einem Rekordniveau beim Auftragseingang zu Beginn der Pandemie verzeichnete MM Packaging auch im weiteren Jahresverlauf eine Entwicklung auf gutem Niveau. Vor allem das Geschäft in den Bereichen FMCG und E-Commerce war von einer im Vergleich zum Vorjahr starken Auslastung und Umsatzentwicklung geprägt. Dem stand jedoch ein Rückgang in einigen Premiummärkten wie Duty-free und Kosmetikartikeln gegenüber.

Werksstillstände infolge der Coronasituation gab es nur kurzzeitig an vereinzelten Produktionsstandorten. Kostensenkungsprogramme, Investitionen und notwendige strukturelle Anpassungen wurden konsequent weiterverfolgt und umgesetzt. Hierzu zählen insbesondere auch Projekte der Automatisierungen und Digitalisierungen zur Erhöhung von Effizienz und Qualität in den Werken. Mit "MMP digital" verfügt MM Packaging seit 2020 über einen digitalen Verkaufs- und Servicekanal für eine 24/7- Anbindung von Kunden.

Die verarbeitete Tonnage Karton und Papier erhöhte sich vor allem bedingt durch Veränderungen im Produktmix um 7,9 % auf 847.000 Tonnen (2019: 785.000 Tonnen).

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.594,2 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau (2019: 1.578,0 Mio. EUR). Diese verteilten sich zu 50 % und 32 % auf West- und Osteuropa sowie zu 18 % auf außereuropäisches Geschäft (2019: 49 %; 33 %; 18 %). MM Packaging beliefert in verschiedenen Konsumgüterbranchen mehr als 1.700 Kunden. Hauptmärkte sind FMCG und E-Commerce sowie Premiummärkte der Bereiche Health, Beauty & Personal Care sowie Cigarette und Luxury. Ein bedeutender Anteil des Geschäftes entfällt infolge der hohen Konzentration in den Abnehmerindustrien auf multinationale Großkunden, wobei 2020 mit den top fünf Kunden rund 40 % (2019: 41 %) der Umsatzerlöse erwirtschaftet wurden.

Das betriebliche Ergebnis blieb mit 144,7 Mio. EUR (2019: 144,8 Mio. EUR) trotz Einmaleffekten in Höhe von 23,8 Mio. EUR, welche insbesondere aus strukturellen Anpassungen resultierten, am Vorjahresniveau. Die Operating Margin belief sich entsprechend auf 9,1 % (2019: 9,2 %). Der Return on Capital Employed betrug 13,2 % (2019: 13,6 %), der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 191,9 Mio. EUR nach 176,1 Mio. EUR in 2019.

Im Zentrum des intensivierten Investitionsprogrammes von MM Packaging stehen die verstärkte Ausrichtung auf Wachstumsmärkte, wie E-Commerce, sowie Großstandorte mit vorteilhafter Kostenstruktur. Zielsetzung ist es, durch Effizienz und Innovation den Marktanteil mit nachhaltigen Faltschachteln zu erhöhen.

In diesem Zusammenhang wurde 2020 für die Faltschachtelproduktion Neupack am österreichischen Standort Hirschwang ein umfangreiches Zukunftsprogramm in Höhe von 18 Mio. EUR verabschiedet. Investitionen in Gebäude und Maschinen sollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes bei E-Commerce-Verpackung und hochwertig bedruckter Konsumgüterverpackung in Feinwelle (Mikrowelle) für Produkte wie Lebensmittel, Tiernahrung und elektrische Haushaltsgeräte deutlich erhöhen.

(in Mio. EUR) 2020 2019 +/-
Umsatzerlöse1) 1.594,2 1.578,0 + 1,0 %
Betriebliches Ergebnis 144,7 144,8 - 0,1 %
Operating Margin (%) 9,1 % 9,2 % - 10 bp
Return on Capital Employed (%) 13,2 % 13,6 % - 36 bp
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 191,9 176,1 + 9,0 %
Verarbeitete Tonnage (in Tausend t) 847 785 + 7,9 %

Divisionskennzahlen MM Packaging

1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den Divisionen

3 ––– FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die nachhaltige Sicherung und Stärkung der Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit des Mayr-Melnhof Konzerns steht im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.

Grundlage ist unsere strategische Zielsetzung, auf Basis von industrieller Führerschaft bei Kosten, Technologie und Innovation nachhaltig Mehrwert zu schaffen. Wir haben dabei den Anspruch, Markt- und Zukunftstrends frühzeitig zu identifizieren und für unsere Kunden und das Unternehmen wertbringend zu nutzen. Damit dies langfristig gelingt, greifen wir auf ein breites Ressourcenspektrum in und außerhalb unserer Organisation zurück, schaffen regelmäßig Raum und Anreize, damit sich Neues entwickeln kann, und investieren kontinuierlich in Fortschritt und die Zukunft unseres Unternehmens. Unsere Neuerungen folgen einem holistischen Ansatz und schließen regelmäßig Aspekte der gesamten Supply Chain sowie der relevanten Stakeholdergruppen mit ein.

Innovation – interdisziplinäre Zusammenarbeit im Konzern

Basis unserer F&E-Aktivitäten ist das Zusammenwirken von Experten aus verschiedenen Bereichen des Konzerns unter Rückgriff auf neueste Erkenntnisse und die langjährige Wissensbasis im Unternehmen. Anlassbezogen werden darüber hinaus externe Spezialisten und Forschungseinrichtungen miteinbezogen. Ein laufend weiterentwickelter Innovationsprozess stellt sicher, dass Neuerungen von der Ideenfindung bis zur Umsetzung zielgerichtet mit den notwendigen Ressourcen begleitet werden. Unser gemeinsames Ziel ist es, Innovationen stets zügig umzusetzen und dabei den Anforderungen hinsichtlich modernster technologischer Funktionalität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen. Dazu verfolgen wir einen proaktiven Ansatz, der sowohl Aspekte der Grundlagenforschung als auch visionäre Konzepte und Ideen miteinbezieht. Unsere enge Zusammenarbeit mit den Gremien der Normung und Gesetzgebung stellt sicher, dass zukünftige Regelungen in unseren Entwicklungen bereits frühzeitig berücksichtigt werden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Nachhaltige, plastikfreie Verpackungen, ein natürlicher Auftritt, Convenience und Sicherheit sowie die perfekte Einbindung in Onlinevertrieb und -kommunikation sind aktuell prägende Trends und Anforderungen in der Verpackung. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden erarbeiten wir individuelle Lösungen unter diesen Vorgaben und achten auf höchstmögliche Performance und Effizienz bei der Umsetzung.

Wir verarbeiten vorwiegend nachwachsende Rohstoffe und setzen modernste Hochleistungstechnologien ein, um ressourcenschonend überzeugende Druck- und Verpackungsprodukte zu fertigen. Diese können nach Gebrauch stofflich vollständig wiederverwertet werden. Somit sind Nachhaltigkeit und die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft seit jeher auch fester Bestandteil der Entwicklungs- und Innovationstätigkeit der Mayr-Melnhof Gruppe.

EU-Kreislaufwirtschaftspaket – Motor für umweltfreundliche Verpackungen aus Karton

Sowohl die Corona-Pandemie als auch der Klimawandel führen uns vor Augen, dass Sicherheit und Wohlstand davon abhängen, wie wir Gemeingüter, wie öffentliche Gesundheit und Klimastabilität, langfristig erhalten: Die Gesellschaft und Wirtschaft müssen widerstandsfähig, nachhaltig und klimafreundlich aufgebaut sein. Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket mit der Einweg-Kunststoffrichtlinie (Single Use Plastics Directive, SUPD) und der Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Directive, PPWD) können hier unterstützen und neben ökologischen (Entlastung der Umwelt von Abfall und Ressourcenverbrauch) auch wirtschaftliche (Investitionen und Wachstum) und soziale Aspekte (Schaffung von Arbeitsplätzen) abdecken. Beide Direktiven werden künftig wesentliche Auswirkung auf die Wahl des Verpackungsmaterials haben, Karton sollte dadurch als umweltfreundliche Verpackung an Bedeutung gewinnen. Die Chance liegt darin, Kunden dahingehend zu unterstützen, Plastik mit innovativen, aber auch bewährten Lösungen aus Papier und Karton zu ersetzen.

Unsere innovativen Leistungen im Bereich Klimaschutz wurden im Geschäftsjahr 2020 besonders geschätzt und gewürdigt. So wurde die Mayr-Melnhof Gruppe für ihren Beitrag durch innovative Kartonverpackung mit dem neu eingeführten GreenTech Award der ÖGSV (Österreichische Gesellschaft für Verbraucherstudien) ausgezeichnet.

Fortschreitende Digitalisierung im Konzern

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Digitalisierung mit "MMK digital" (digitaler Verkaufsund Servicekanal) insbesondere auf den Verkaufsbereich, wo MM Karton als Vorreiter weiterhin in der Kartonindustrie neue Maßstäbe setzt. In 2020 wurde "MMK digital" um mehrere innovative und hilfreiche Bereiche erweitert wie z. B. eine benutzerfreundliche Reklamationsabwicklung und eine nahtlose Änderungsfunktion von Bestellungen. Auch die direkte Kundenanbindung über elektronischen Datenaustausch war eines der Fokusthemen in diesem Jahr. Mit der Verleihung des international angesehenen PPI Awards für IoT & Digitalisierung erfuhr die digitale Vorreiterrolle der Kartondivision eine besondere Würdigung durch eine hochkarätige Jury.

Mayr-Melnhof Packaging ist 2020 diesem Erfolgskonzept gefolgt und hat mit "MMP digital" eine neue Verkaufs- und Serviceplattform auf den Markt gebracht, die das Auftragsmanagement einfacher denn je gestaltet. "MMP digital" eröffnet eine neue Ära der Effizienz administrativer Geschäftsprozesse, die nun in Sekundenschnelle, online, transparent und 24/7 durchgeführt werden können. Mit "MMP digital" ist Mayr-Melnhof Packaging federführend in der Verpackungsindustrie und setzt neue Maßstäbe in Geschwindigkeit und Kommunikation.

In der Fertigung erfährt die Automatisation von Arbeitsabläufen in beiden Divisionen fortschreitende Durchdringung mit dem Ziel, neue Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Damit einher geht auch die Entstehung einer Vielzahl neuer qualifizierter Funktionen im Konzern.

Infolge der Corona-Pandemie hat sich 2020 insbesondere auch die Digitalisierung unserer Kommunikationsprozesse im Konzern deutlich beschleunigt. Der Einsatz modernster Onlinekommunikations- sowie E-Learning-Tools erweist sich als sehr effektiv und bestimmt eine neue Form der Zusammenarbeit innerhalb der MM Gruppe und mit Geschäftspartnern.

Innovationstätigkeit 2020 in der Division MM Karton

Die Innovationsaktivitäten von MM Karton umfassten insbesondere stetige Verbesserungen der Produkte und ihrer Eigenschaften. Erhöhung der Produktqualität und Ausweitung der Funktionalitäten zielen darauf ab, neue Anwendungsfelder zu besetzen. Schwerpunkte lagen auf Steigerung von Steifigkeit und Glätte sowie der Entwicklung einer neuartigen Fettbarriere. Im Zeichen der, unter anderem auch durch die "Single Use Plastic Directive", gesteigerten Nachfrage von nachhaltigen und umweltverträglichen Lebensmittelverpackungen setzt unsere Forschung und Entwicklung auf neue Lösungen zur Ausweitung der Kreislaufwirtschaft von faserbasierten Verpackungsmaterialien.

Grundlegende Innovationsarbeit wird vom Forschungs- und Entwicklungszentrum in Frohnleiten erbracht. Hier ist vor allem die unmittelbare Nähe von Wissenschaft und Produktion von Vorteil, da Erkenntnisse und Ergebnisse praxisnahe gewonnen und umgesetzt werden können. Darüber hinaus war auch 2020 durch bedeutende Technologiekooperationen mit externen Forschungseinrichtungen und Kunden gekennzeichnet.

Anteil junger Produkte weiter gestiegen

Das umfangreiche Know-how und Leistungsspektrum der Kartonwerke ermöglicht es, unser Produktportfolio stetig auf Verbesserungen zu prüfen und diese auch betriebsintern durchzuführen. Im Fokus steht die bestmögliche Bedienung wachsender Kundenanforderungen, entsprechend eng ist die Zusammenarbeit zwischen der Vertriebsorganisation und den Kartonwerken. Das Produktentwicklungsprogramm stellt dabei sicher, dass Projekte systematisch durch einen Prozess geführt werden – von der Idee bis zur Markteinführung. Daraus hervorgegangene Produkte, die nicht älter als fünf Jahre sind, machten im Jahr 2020 über 20 % des Gesamtabsatzes der Kartondivision aus.

Die in 2020 entwickelte GC2-Frischfaserkartonqualität Excellent TopTM Strong des deutschen Frischfaserwerks Baiersbronn kombiniert hohe Steifigkeit mit ausgezeichneter Verarbeitungseffizienz bei gewohnt konstanter Qualität. Mit zusätzlich möglicher Freeze-Behandlung eignet sich Excellent TopTM Strong auch für gekühlte bzw. tiefgekühlte Lebensmittel. Aufgrund der optischen Eigenschaften sowie ausgezeichneter Inkjet- und Laser-Codiermöglichkeiten ist die neue Qualität zudem ideal für anspruchsvolle Verpackungslösungen im Pharmasegment einsetzbar. Für den Digitaldruck werden perfekte Ergebnisse z. B. bei personalisierten Faltschachteln im Kosmetik- und Körperpflege-Bereich ermöglicht.

Multicolor Mirabell FungizidTM, ein Karton mit Fungizidbehandlung auf der Rückseite aus dem österreichischen Kartonwerk Frohnleiten, wurde speziell für das Segment Hygiene- und Körperpflege entwickelt, in dem der Schutz vor Schimmelbefall eine besondere Herausforderung darstellt. Wurden Faltschachtel in der Vergangenheit für diesen Bereich auf beiden Seiten mit Polyethylen (PE) beschichtet, entspricht die neue Lösung klar dem Konzept der Circular Economy.

Innovationstätigkeit 2020 in der Division MM Packaging

MM Packaging Innovationsnetzwerk

Zielsetzung des Innovationsnetzwerkes von MM Packaging ist es, in jeder Phase des Innovationsprozesses relevante und überzeugende Lösungen für den Erfolg unserer Kunden zu entwickeln. Es setzt sich aus folgenden internen Einheiten zusammen: PacProject, dem kreativen Innovationszentrum in Hamburg, dem Premium Printing Center in Trier sowie dem Technical Competence Center zur Koordination gezielter Kundenbriefings mit den lokalen Packaging-Development-Centern und einzelnen Werken. In 2020 wurde das Innovationsnetzwerk um das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tann-Gruppe erweitert. Um auch die Bedürfnisse beim Kunden hinsichtlich technischer Ausrichtung bzw. Ausstattung zu berücksichtigen, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Divisional Technical Support Team.

Der Innovationsprozess bei MM Packaging reicht von der Trendstudie bis zu den Ideenworkshops. Bei PacProject in Hamburg werden in enger Abstimmung mit dem Kunden Konzeptstudien bis hin zu ersten Prototypen erstellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technical Account Management wird bereits in diesem Stadium eine erste Machbarkeitsanalyse durchgeführt. Im Premium Printing Center in Trier kommen hochinnovative Technologien zur Anwendung, um Verpackungsdesigns mit außergewöhnlichen Effekten in kürzester Zeit zu realisieren.

Aktuelle Innovationsschwerpunkte

Die Innovationstätigkeiten von MM Packaging waren in 2020 insbesondere auf die Themen Nachhaltigkeit und E-Commerce gerichtet.

Die Reduktion bzw. der Ersatz von Plastik bei Verpackungen in unterschiedlichsten Bereichen des täglichen Bedarfes bleibt ein wesentlicher Innovationsschwerpunkt. In Zusammenarbeit mit Kunden, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen wurde an der Optimierung kreislaufgerechter Verpackungen sowie an der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet. Von Elektronikverpackungen über Tissueboxen bis hin zu Obst- und Gemüseverpackungen erstreckte sich das breit gefächerte Innovationsfeld.

Für plastikfreie Obst- und Gemüseverpackung wurden in 2020 folgende Verpackungslösungen auf den Markt gebracht: MM Easybox, MM Clickbox und MM Basket. Diese Produkte sind in drei Look-Konfigurationen verfügbar, was die individuelle Gestaltung und Anpassungsfähigkeit erlaubt. Die Recyclingfähigkeit wurde mit über 98 % bewertet.

Um die Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Entwicklung eines Produktes zu berücksichtigen und Kostenvorteile für die Kunden vorzulegen, wurde "Cost-Initiative in advance" eingeführt. Bei dieser Initiative handelt es sich um die Berechnung der Kosten für bestellte Produkte bereits bei der Planung mit der Beachtung des Nachhaltigkeitsaspektes. Vor Beginn eines neuen Projektes werden verschiedene Varianten mit Rücksicht auf die technischen Aspekte, Marktanforderungen, Design und Kosten des neuen Produktes berechnet und dem Kunden zur Auswahl präsentiert.

Natural Look hat in 2020 noch mehr an Bedeutung in der Verpackungsbranche gewonnen. In gemeinsamen Workshops mit Kunden wurden die technischen Möglichkeiten zur Entwicklung von Produkten mit einem natürlichen Erscheinungsbild aufgezeigt und umgesetzt. Vor allem das Zusammenspiel von unterschiedlichsten Kartonoberflächen, Artwork, Lacken und auf die Oberfläche abgestimmten Druckfarben ermöglicht es, Faltschachtelverpackungen im Natural Look zu präsentieren.

E-Commerce

Coronabedingt hat die Nachfrage nach E-Commerce-Verpackungen in 2020 signifikant zugenommen. Darüber hinaus trugen Projekte für den Ersatz von Kunststoffen und Plastik, die von allen E-Commerce-Plattformen und Marktplätzen umgesetzt wurden, zum Nachfrageanstieg bei. MM Packaging ist ein wichtiger Lieferant von E-Commerce-Verpackungsartikeln aus Vollpappe und investiert in neue Produktionskapazitäten sowie die Konzeption wettbewerbsfähiger neuer Verpackungslösungen und die Etablierung eines paneuropäischen Logistiknetzwerkes. Auf E-Commerce spezialisierte Werke befinden sich aktuell in Rumänien, Österreich und Polen.

Auszeichnungen für besondere Nachhaltigkeit

Bei den European Carton Excellence Awards, dem renommiertesten Wettbewerb für Kartonverpackungen, wurde MM Karton für eine Anwendung der Qualität Excellent TopTM mit einem Gold Award für Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit ausgezeichnet.

Ferner konnte sich MMP Austria über einen Platin-Award für eine Verpackung im Auftrag eines namhaften Kunden freuen. Die Verpackungslösung wurde für ein Beauty-Care-Produkt gestaltet, um den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen hervorzuheben.

4 ––– RISIKOMANAGEMENT

Der Mayr-Melnhof Konzern steht im Rahmen seiner globalen Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von allgemeinen sowie branchenspezifischen Risiken gegenüber. Infolge der Korrelation der Nachfrage nach Kartonverpackungen mit dem Privatkonsum hat vor allem die konjunkturelle Entwicklung wesentlichen Einfluss auf die Risikosituation des Konzerns. Durch den geografischen Geschäftsschwerpunkt in Europa und den aufgrund von Transportkosten und Service vorwiegend regionalen Charakter von Karton und Kartonverpackung kommt den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den großen europäischen Volkswirtschaften besondere Bedeutung zu. Auf der Beschaffungsseite ist vor allem die Entwicklung auf den Faserstoff- und Energiemärkten bei der Risikobetrachtung relevant.

Im Geschäftsjahr 2020 standen insbesondere die Covid-19-Pandemie und damit verbundene Unsicherheiten im Zentrum des Risikomanagements. Die einzelnen Risiken und Auswirkungen wurden innerhalb der bestehenden Risikofelder der Mayr-Melnhof Gruppe betrachtet und bewältigt. Da der Konzern umgehend zahlreiche effektive Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und zur Aufrechterhaltung der Lieferkette und des Betriebes eingeleitet hat, war keine Änderung in den Risikoklassifizierungen erforderlich. Die mit einer Pandemie in Zusammenhang stehenden Herausforderungen und Risiken konnten im Konzern durch das vorhandene Instrumentarium weitgehend abgefedert werden. Infolge der Systemrelevanz von Karton und Kartonverpackungen für die Versorgung mit Konsumgütern des täglichen Bedarfes bestand eine gewisse Resilienz.

Zum überwiegenden Teil ist die Risikosituation des Konzerns für das Geschäftsjahr 2020 sowie den Jahresbeginn 2021 als unverändert einzustufen. Aufgrund des weltweit zunehmenden Aufkommens von Cyber-Angriffen, als auch in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von IT-Risiken jedoch höher ein als in den Vorjahren. Zudem werden im Bereich Altpapierbeschaffung Schadenspotential und Eintrittswahrscheinlichkeit nach Einsatz von Maßnahmen etwas höher eingestuft als bisher. Unter Berücksichtigung der bereits im Einsatz befindlichen Sicherungsund Steuerungsinstrumente sowie der Frühwarnindikatoren sind zurzeit allerdings keine wesentlichen bestandsgefährdenden oder die Entwicklung beeinträchtigenden Risiken erkennbar.

Durch die jahrelange klare Fokussierung auf die Kerngeschäftsbereiche verfügt der Konzern über eine solide Grundlage, potentielle Risiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Folgen daraus in adäquater Weise einzuschätzen. Der Umgang mit Risiken ist in einem Risikomanagementprozess dargelegt. Er umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von wesentlichen, den Bestand des Konzerns potentiell gefährdenden und/oder dessen Entwicklung beeinträchtigenden Ereignissen und Risiken. Den Begriff Risiko definieren wir als eine negative Abweichung von den Unternehmenszielen, die durch ein Ereignis, welches mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in der Zukunft eintritt, hervorgerufen wird. Das Risikomanagementsystem zielt darauf ab, wesentliche Risiken durch geeignete Maßnahmen auf ein akzeptables Maß zu begrenzen. Der Bestand sowie die Wertschöpfungsfähigkeit des Konzerns sollen dadurch nachhaltig abgesichert werden.

Für jedes identifizierte und für den Konzern als wesentlich erachtete Risiko werden unter Berücksichtigung der konzernweiten Risikopolitik spezifische Kontroll-, Steuerungs- und Sicherungsmaßnahmen zur Bewältigung bestimmt. Diese Maßnahmen werden kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt bzw. ergänzt. Sie sind darauf ausgerichtet, die Risikosituation des Konzerns zu verbessern, ohne aber mögliche Chancen zu mindern.

Der Vorstand ist für das Risikomanagement des Konzerns verantwortlich. Er gibt die Risikopolitik, die insgesamt von einer konservativen Haltung geprägt ist, vor und legt die Rahmenbedingungen des konzernweiten Risikomanagements fest. Risikovermeidung und Risikoreduktion stehen im Vordergrund und werden, soweit wirtschaftlich vertretbar, durch geeignete Steuerungsmaßnahmen erzielt sowie durch das Versicherungsprogramm des Konzerns ergänzt.

Die Stabsstelle "Risk Management Compliance" berichtet direkt an den Vorstand und stellt sicher, dass das Risikomanagement im Auftrag und im Sinne des Vorstandes umgesetzt und betrieben wird. Jedem als wesentlich erachteten Risikofeld ist ein Risikofeldverantwortlicher mit entsprechendem Expertenwissen zugeordnet, in dessen Aufgabenfeld die Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der jeweiligen Risiken fallen. Der Risikomanagementprozess findet somit nicht isoliert statt, sondern als integraler Bestandteil der Organisation und ihrer Abläufe. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt hinsichtlich des möglichen Schadenspotentials und der Eintrittswahrscheinlichkeit sowohl vor als auch nach der Durchführung von Sicherungs- und Steuerungsmaßnahmen.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements und berichtet darüber an den Aufsichtsrat und Vorstand.

Nachstehend werden die für den Konzern als wesentlich erachteten Risikofelder sowie Maßnahmen zu deren Bewältigung beschrieben.

Verkauf

Der Bedarf an Kartonverpackungen korreliert mit dem Privatkonsum, insbesondere mit der Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfes. Marktrisiken können daher vor allem aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie den regulativen und politischen Rahmenbedingungen in einzelnen Absatzmärkten erwachsen.

Die Absatzmärkte der Karton- und Packagingdivision sind aufgrund ausreichend vorhandener Kapazitäten der Anbieter von intensivem Wettbewerb geprägt. Der Konzern verfolgt daher nachhaltig die Strategie, durch Kosten-, Technologie- und Innovationsführerschaft sowie Nachhaltigkeit die führende Marktposition beider Divisionen langfristig zu behaupten und weiter auszubauen.

Der Konzern zählt insgesamt mehrere Tausend Kunden. Die Kartondivision verkauft Rohkarton zum Großteil an die mittelständisch geprägte europäische Faltschachtelindustrie und erwirtschaftet mit den 20 Hauptkunden, inklusive MM Packaging, rund 51 % des Divisionsumsatzes. Die Packagingdivision liefert bedruckte Kartonverpackungen an Konsumgüterproduzenten und erzielt rund 80 % des Divisionsumsatzes mit multinationalen Kunden. Die Abhängigkeit von Einzelkunden wird dabei weiterhin als überschaubar beurteilt.

Die Kunden unterziehen ihr Standortnetz sowohl zur Kostenoptimierung als auch zur Nutzung von Wachstumsmöglichkeiten laufenden Evaluierungen, wodurch es zu geografischen Verlagerungen von Geschäft kommen kann. Die breite Aufstellung des Konzerns in vielen Marktsegmenten und geografische Streuung der Marktpräsenz tragen jedoch zur Risikominimierung bei.

Zur Sicherung der Marktanteile und Generierung von neuem Geschäft befindet sich ein breites, gut etabliertes Maßnahmenpaket im Einsatz. Hierzu zählen enger Kontakt mit den Kunden, laufendes Monitoring, Marktanalysen, Kooperationen in Forschung und Entwicklung, nachhaltiges Qualitäts- und Kostenmanagement, kontinuierliche Investitionstätigkeit sowie der systematische Ausbau der Kundenbasis und die regelmäßige Teilnahme an Ausschreibungen. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung werden Potentiale zur Kundenbindung vor allem in der Geschäftsabwicklung und im Service genutzt.

Das verstärkte öffentliche Interesse an Nachhaltigkeit und Gesundheit geht damit einher, dass auch die Anforderungen seitens Kunden, Interessenvertretungen und Gesetzgebung in Bezug auf nachhaltige Verpackungslösungen sowie deren Produktqualität und -sicherheit zunehmen. Für MM ist es von besonderer Priorität, diesen Anforderungen zu entsprechen, um dadurch ein mögliches Absatz-, Compliance- oder Reputationsrisiko zu minimieren. Eingebettet in einen institutionalisierten Rahmen, setzen beide Divisionen kontinuierlich F&E-Aktivitäten, die laufend weiterentwickelt werden. Dadurch gelingt es, nachhaltig marktadäquate, sichere und innovative Produkte anzubieten. Den hohen Produktsicherheits- und Qualitätsanforderungen begegnet MM unter anderem durch Zertifizierung aller Produktionsstandorte nach ISO 9001 und regelmäßige Qualitätssicherungsmaßnahmen und -kontrollen. So sind 100 % aller MM Kartonsorten bezüglich ihrer Auswirkung auf Gesundheit und Sicherheit von Konsumenten überprüft. Speziell im Bereich Lebensmittelverpackung stellen eine Vielzahl von effektiven Maßnahmen die Einhaltung der strikten gesetzlichen Reglementierungen und Kundenvorgaben sicher und tragen damit zur Compliance, Kundenzufriedenheit und Absatzsicherung bei. Dazu zählen die flächendeckende Zertifizierung nach Lebensmittelsicherheits- bzw. Hygienestandards, laufende F&E-Tätigkeiten und Qualitätskontrollen bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Verpackung und Füllgut (Migrationsuntersuchungen) sowie Maßnahmen zur Erfüllung von Auflagen zur Rückverfolgbarkeit von Produkten (Traceability).

In Bezug auf nachhaltige, umweltfreundliche Verpackungslösungen profitiert MM insgesamt von einer positiven Wahrnehmung von Karton als Verpackungsmaterial in der breiten Öffentlichkeit und bei den Kunden. Besonderer Stellenwert kommt dabei aktuell Substitutionsmöglichkeiten für Kunststoffverpackungen durch Kartonanwendungen zu, die proaktiv und kundenorientiert aufgegriffen werden. Entsprechend dem Trend zu leichteren Kartonverpackungen hat MM Karton das Angebot an Qualitäten mit niedriger Grammatur ausgebaut.

Der Markt für Zigarettenverpackungen unterliegt durch Nichtraucher- und Jugendschutz einem regulatorischen Risiko, das mit potentiellen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung einhergeht. Davon kann die Menge betroffen sein wie auch die Wertigkeit derselben. Denn weltweit schreiben immer mehr Staaten "Plain Packaging", nämlich Einheitspackungen ohne Markenlogo, vor. Die Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union haben die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD2) umgesetzt, die größere Warnhinweise fordert. Die Auswirkung auf den relevanten Absatz der Division MM Packaging kann noch nicht quantifiziert werden, das Risiko wird aber durch den breiten globalen geografischen Absatz und durch enge Kooperation mit den Zigarettenproduzenten minimiert. Für diesen Produktbereich tätige Unternehmen können in der öffentlichen Wahrnehmung diskriminiert werden.

Produktion

Die Produktionsanlagen und -prozesse im Konzern werden systematisch am Stand der Technik weiterentwickelt bzw. erneuert. Eine nachhaltig verantwortungsvolle Produktion unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte steht im Mittelpunkt, mit der Zielsetzung, für unsere Stakeholder, insbesondere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre, nachhaltig Nutzen zu schaffen.

Dies bedeutet in erster Linie einen sparsamen Ressourceneinsatz (vor allem bei Fasern, Karton, Energie, Wasser, Chemikalien und Transport) bei der Herstellung unserer Produkte, hohe Lösungskompetenz und Qualität bei gleichzeitiger Verfolgung einer soliden finanziellen Gebarung. Dabei setzen wir auf laufendes Leistungsbenchmarking zwischen den Standorten, Innovationen und nachhaltige Investitionen in neueste Technologie. Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung werden aktiv aufgegriffen und umgesetzt. Zielsetzung ist es, konzernweit nach bestmöglichen Standards zu produzieren.

Eine hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen (Betriebsbereitschaft) ist sowohl bei der Karton- als auch in der Faltschachtelerzeugung entscheidend. Kontinuierliche elektronische Überwachung einzelner Maschinen bzw. Maschinenabschnitte, Revisionen, Instandhaltung und Zertifizierungen sowie ein Risk Engineering in Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen zählen zu den wesentlichsten vorbeugenden Maßnahmen für die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Betriebes. Divisionsweite Back-up-Konzepte sichern darüber hinaus die Lieferbereitschaft auch bei längerfristigen Betriebsunterbrechungen. Die Möglichkeit, einzelne Produkte an verschiedenen Standorten herzustellen, ist dabei Kernbestandteil.

Die Erfüllung von geforderten Qualitätsstandards und Normen, insbesondere in den Bereichen der Produktsicherheit und im Lebensmittelkontakt, ist grundlegende Voraussetzung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität unseres Produkt- und Serviceangebotes. Kontinuierliche Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang der Wertschöpfungskette dokumentieren die Einhaltung hoher Standards und ermöglichen die Rückverfolgbarkeit von Produkten. Laufende Investitions- sowie F&E-Tätigkeit, Marktbeobachtung und langjährige Mitarbeit in den nationalen und internationalen Gremien der Normung sowie Interessenvertretungen geben uns die Möglichkeit, neue Erkenntnisse und Interpretationen sowie bevorstehende Entwicklungen zeitnah evaluieren und berücksichtigen zu können.

Durch die Konzentration auf unsere Kernkompetenzen begrenzen wir Risiken im Zusammenhang mit Investitionen, technischen Neuerungen sowie der Integration von Akquisitionen. Investitionsvorhaben durchlaufen standardmäßig vor der Realisierung einen mehrstufigen Genehmigungsprozess sowie ein klar definiertes Ausschreibungsverfahren unter Einbindung der betroffenen Fachabteilungen. Ferner werden Investitionsprojekte über ein laufendes Controlling sowohl hinsichtlich qualitativer als auch quantitativer Aspekte begleitet. Neuerungen an Produkten und Prozessen werden umfangreichen Testphasen unterzogen und in der Regel vor der Ausrollung in Pilotprojekten erprobt.

Beschaffung

Für die Leistungserbringung beider Divisionen ist der Einsatz bestimmter wesentlicher Rohstoffe und Inputfaktoren notwendig, welche zum überwiegenden Teil extern bezogen werden. Für die Division MM Karton sind dies vor allem Faserstoffe, insbesondere Altpapier und Holzschliff, sowie Energie, Chemikalien und Logistikdienstleistungen. Für die Division MM Packaging sind es insbesondere Karton und Papier sowie Druckfarben, Lacke, Leim und Veredelungsmaterialien, aber auch Werkzeuge und Verpackungsmaterialien. Grundsätzlich bestehen in der Beschaffung vor allem ein Verfügbarkeitsrisiko hinsichtlich Menge und Qualität sowie ein Preisrisiko. Dem Verfügbarkeitsrisiko begegnen wir insbesondere durch kontinuierliche Markt- und Bedarfsbeobachtung sowie den laufenden Kontakt zu einer Mehrzahl von Lieferanten. Konformität mit den vereinbarten Eigenschaften sichern wir durch Wareneingangskontrollen, laufendes Qualitäts-Monitoring und Lieferantenbesuche. Soweit sinnvoll und möglich, werden Ausschreibungen für vorliegende Einkaufsvolumina durchgeführt.

Altpapier ist wesentlichster Rohstoff von MM Karton und in Europa ausreichend verfügbar. Die Division bezieht diesen über eine eigene europäische Einkaufsorganisation, großteils über Monats- oder Spotaufträge, aber auch über längerfristige Liefervereinbarungen. Durch laufendes Monitoring und geeignete Sicherungsmaßnahmen, wie Kapazitätsreservierungen, Langfristverträge und Backup-Konzepte, gelingt es teilweise, dem derzeit erhöhten Verknappungs- und Preisrisiko aufgrund weltweit gestiegener Nachfrage entgegenzuwirken und kurzfristig auftretende Preisspitzen abzufedern. Die Versorgung mit Altpapier sehen wir aufgrund hoher Recyclingquoten in Europa und bestehender Aufkommensreserven grundsätzlich gesichert. Aufgrund regulativer Maßnahmen kann es zu Verschiebungen im Angebot kommen. Der darüber hinaus benötigte Holzschliff wird zum überwiegenden Teil in den Kartonwerken sowie unserem norwegischen Faserwerk FollaCell intern erzeugt.

In enger Zusammenarbeit von Produktion und Technik setzen wir auf modernste Maßnahmen zur Verbrauchssteuerung und Optimierungen im Rohstoffeinsatz. Hierbei werden auch regelmäßig Möglichkeiten der Substitution und Anpassungen von Rezepturen evaluiert.

Der Karton- und Papiereinkauf der Division MM Packaging erfolgt dem Profit-Center-Prinzip entsprechend über eine eigene Einkaufsorganisation unter fortwährendem Screening mehrerer Karton- und Papierproduzenten.

Wesentliche Preisänderungen von strategisch bedeutenden Inputfaktoren werden im Rahmen längerfristiger Vereinbarungen durch entsprechende Klauseln berücksichtigt.

Energie (Gas und Strom) hat vor allem für die Division MM Karton als Inputfaktor strategische Bedeutung. In der Risikobetrachtung sind der Einkaufspreis sowie die grundsätzliche Verfügbarkeit und Abnahmemöglichkeit wesentliche Parameter. Letztere beziehen sich auf die physische Disponibilität von Energie, welche insbesondere von der politischen Stabilität in Erzeuger- und Durchleitungsländern abhängt. In Energieverträgen sind zum Teil Mindestabnahmemengen definiert. Wird in diesen durch Stillstände oder technische Gebrechen die Bandbreite unterschritten, sind Ausgleichszahlungen fällig (Take-or-pay-Regelung). Zur Risikobewältigung setzen wir auf den Abschluss längerfristiger Rahmeneinkaufskontrakte, laufendes Monitoring der Preisentwicklung und bestehender Absicherungskontrakte sowie die Verknüpfung der Produktions- und Absatzplanung mit dem Energieeinkauf. Die mittelfristige Einkaufspolitik wird durch regelmäßige Abstimmung zwischen dem Management und einem gruppenweit verantwortlichen Energieeinkauf gesteuert. Ferner werden kontinuierlich Maßnahmen zur Senkung des spezifischen Energieverbrauches gesetzt.

Aufgrund der politischen Zielsetzung, Treibhausgasemissionen in der Industrie zu reduzieren, sind alle Werke der Kartondivision mit einem regulatorischen Risiko betreffend die Verfügbarkeit von Emissionsberechtigungen (CO2-Zertifikaten) konfrontiert, die nach dem "Cap & Trade"-Prinzip restriktiv vergeben werden. Dank energieeffizienter Anlagen und dementsprechend guter Ergebnisse im Benchmarking profitiert MM Karton nach wie vor von einer teilweise unentgeltlichen Zuteilung von Emissionsberechtigungen und verfügt derzeit über ausreichend CO2-Zertifikate. Um Anreize für weitere Emissionssenkungen zu schaffen, ist damit zu rechnen, dass die EU die freien Zuteilungen sukzessive reduzieren wird. Im Bedarfsfall kann MM Karton fehlende Zertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems auf dem freien Markt beschaffen, wobei ein Preisrisiko zu beachten ist. Auch für MM Packaging besteht das Risiko einer indirekten Emissionsbepreisung. Basierend auf der Europäischen Klimaschutzverordnung bzw. dem Brennstoffemissionshandelsgesetz in Deutschland werden bestimmte Sektoren (Wärme und Verkehr) mit einer CO2-Abgabe konfrontiert, die aufgrund von Weiterverrechnung Auswirkungen auf die Kostenseite beider Divisionen haben kann. Mit dem "Green Deal" hat die EU-Kommission einen Plan gefasst, der eine klimaneutrale EU bis 2050 zum Ziel hat. Weitere Details zu Treibhausgasemissionen finden sich im konsolidierten nichtfinanziellen Bericht.

Human Resources

Die Erbringung der Unternehmensleistung erfordert im Konzern qualifizierte, motivierte und leistungsorientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf allen Ebenen. Um unsere Beschäftigten langfristig an das Unternehmen zu binden und geeignete Leistungsträger für offene Stellen zu finden, fördern wir die nachhaltige Zusammenarbeit durch kontinuierliche Personalentwicklung, Ausbildung, angemessene Entlohnungs- und Prämiensysteme sowie eine gelebte Werte- und Unternehmenskultur. Die Attraktivität als Arbeitgeber sichern wir durch gezielte Maßnahmen im Personalmarketing.

Die Stabsstelle "Group Human Resources" agiert als strategischer Partner des Managements und verantwortet nicht nur die operativen Personalthemen in der Konzernzentrale, sondern erarbeitet auch zielgruppenspezifische Standards für die gesamte Mayr-Melnhof Gruppe. Durch ein vielfältiges Angebot von Entwicklungs- und Ausbildungsprogrammen schaffen wir systematisch Rahmenbedingungen, unter welchen sich Talente entfalten können und modernes Know-how dem Unternehmen nachhaltig zur Verfügung steht.

Das betriebliche Gesundheitswesen unterstützt unsere Beschäftigten durch vielfältige Förder- und Präventionsmaßnahmen mit dem Ziel, die Gesundheit und Leistungskraft das ganze Berufsleben hindurch hoch zu halten.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie liegt besonderes Augenmerk auf den erforderlichen Maßnahmen, um den Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter diesen außergewöhnlichen Rahmenbedingungen bestmöglich zu gewährleisten. Erhöhte Sicherheitsstandards, Homeoffice-Möglichkeiten und der Einsatz modernster Online-Kommunikations- sowie E-Learning-Tools leisteten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Pensionen/Abfertigungen/Altersteilzeit

Der Großteil der Arbeitnehmer im Konzern ist im Rahmen der gesetzlichen Altersversorgung beitragsorientiert versichert. Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmern auf Basis von Einzelzusagen und Betriebsvereinbarungen leistungs- und beitragsorientierte Pensionszusagen erteilt. Ferner bestehen leistungs- und beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen im Rahmen der gesetzlichen Altersteilzeit. Zur Risikoüberwachung und -minimierung wird insbesondere ein klar strukturierter Prozess der Datenbereitstellung, -plausibilisierung und -überprüfung auf Ebene der Einzelgesellschaften bzw. im Konzern verfolgt und ein Monitoring von Einzelzusagen durch die Konzernzentrale eingesetzt.

Durch Nutzung von Rückdeckungsversicherungen in Österreich und Deutschland, Pensionsfonds in Großbritannien und auf den Philippinen sowie einer Sammelstiftung in der Schweiz zur Deckung des Vermögens wird einem Liquiditätsrisiko entgegengewirkt. Die Anlage birgt ein Veranlagungsrisiko. Die Veranlagung des externen Fondsvermögens erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglichst konservativ (niedriger Aktienanteil, Unternehmens- statt Staatsanleihen).

Das anhaltend niedrige Zinsniveau führt methodisch zu einem niedrigen Diskontierungszinssatz, der den versicherungsmathematischen Barwert der Verpflichtungen ansteigen lässt. Der sich daraus ergebende Abzugsposten im Eigenkapital ist im Verhältnis zum Eigenkapital als absolut überschaubar einzustufen. Der prognostizierte Pensions- und Abfertigungsaufwand bleibt stabil.

Finanzielle Risiken

Die Unternehmensplanung basiert auf professionellen Prognosen, Einschätzungen und Annahmen bezüglich zukünftiger wirtschaftlicher und finanzieller Entwicklungen im Konzern. Dem Risiko einer Fehleinschätzung begegnen wir durch enges Zusammenwirken zwischen den Werken und den Fachabteilungen von Konzern und Divisionen im Rahmen eines klar festgelegten, mehrstufigen Planungsprozesses.

Risiken in der Finanzierung und Liquiditätsausstattung des Konzerns bewältigen wir insbesondere durch ein zentral gesteuertes Cash- und Credit-Management, sorgfältige Auswahl und ständiges Monitoring der nationalen und internationalen Bankpartner sowie jederzeit ausreichende Verfügbarkeit von Kreditlinien.

Währungsrisiken werden kontinuierlich systemunterstützt überwacht und durch geeignete Absicherungsmaßnahmen begrenzt bzw. reduziert. Der Fokus ist dabei auf natürlichen Risikoausgleich durch Herstellen eines Gleichgewichtes von Forderungs- und Verbindlichkeitspositionen auf der Ebene einzelner Tochtergesellschaften bzw. des Konzerns sowie auf Devisentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte gerichtet. Währungsabsicherungen werden vorwiegend über eine zentrale Devisenhandelsplattform vorgenommen. Währungen, gegenüber deren Kursschwankungen Absicherungen getätigt werden, sind insbesondere das britische Pfund, der US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in der Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen reduziert. Derivative Finanzinstrumente werden weder zu Handels- noch zu Spekulationszwecken eingesetzt.

Die laufende Optimierung des Working Capitals sowie die Minimierung von Werthaltigkeitsrisiken beim Vorratsvermögen erfolgen über ein zentrales Managementsystem. Das Ausfallrisiko bei Kundenforderungen wird durch laufende Bonitätsprüfung sowie Kundenkreditversicherungen für alle Kunden, mit Ausnahme von ausgewählten internationalen Kunden höchster Bonität, niedrig gehalten.

Rechnungslegung

Der Vorstand ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Finanzberichterstattung und die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich. Dieses gewährleistet die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit von Finanzinformationen. Darüber hinaus werden die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen sichergestellt.

Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungslegungsrelevanten Informationen vollständig, richtig und zeitgerecht erfasst und verarbeitet werden und die Abbildung in der Finanzberichterstattung den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards entspricht.

In der Aufbau- und Ablauforganisation sind klare und eindeutige Verantwortungen bezogen auf die Einzelgesellschaften und den Konzern vorgegeben. Den zentralen Funktionsbereichen "Corporate Accounting" sowie "Planning and Reporting" obliegen dabei die Ausgestaltung einheitlicher Konzernrichtlinien auf dem neuesten fachlichen Stand sowie die Organisation und Kontrolle der Finanzberichterstattung im Konzern.

Die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah. Die Übereinstimmung mit konzerninternen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird kontinuierlich kontrolliert. Die eingesetzten Datenverarbeitungssysteme werden gezielt weiterentwickelt und laufend optimiert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden regelmäßig auf mögliche Risiken geprüft. Verbesserungsmaßnahmen werden schnellstmöglich eingeleitet und rasch umgesetzt. Schwerpunktprüfungen erfolgen durch Wirtschaftsprüfer und interne Revision.

Informationstechnologie

Das zentrale IT-Risikomanagement basiert auf ISO 31000, die Informationssicherheit der zentralen IT auf ISO 27001. Das Risiko eines Ausfalls der zentralen Datenverarbeitung begrenzen wir durch ein geografisch getrenntes Ausfallrechenzentrum sowie durch eine Vielzahl an weiteren Vorsorge- und regelmäßigen Prüfungsmaßnahmen. Dem Risiko in Bezug auf die Informationssicherheit begegnen wir durch eine große Bandbreite an Sicherungsmaßnahmen, die in ein konzernweites Informationssicherheitsmanagement System (ISMS) eingebettet sind. Der Funktion des Informationssicherheitsbeauftragten obliegt die konzernweite Etablierung sowie laufende Aktualisierung von Sicherheitsstandards. Der allgemein steigenden Cyberkriminalität begegnen wir durch laufend verfeinertes Präventions-, Erkennungs- und Kontinuitätsmanagement. In regelmäßigen Security-Trainings werden die Mitarbeiter geschult und auf hohe Achtsamkeit trainiert.

Andere Risiken

Compliance-Risiken aus der möglichen Nichteinhaltung von Normen, Gesetzen, Verhaltensregeln sowie gegebenenfalls Selbstverpflichtungserklärungen werden insbesondere durch Absicherungsmaßnahmen in den Systemen, regelmäßiges, systematisches Compliance-Monitoring, das Vier-Augen-Prinzip sowie gruppenweite Richtlinien, wie beispielsweise Code of Conduct (auf unserer Website abrufbar unter https://www.mayr-melnhof.com/ueber-uns/verantwortung/code-of-conduct/), Rechnung getragen. Darüber hinaus ist die Funktion eines Compliance-Officers eingerichtet, welcher auch die Compliance-Schulung sowie die interne und externe Berichterstattung verantwortet.

Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance-Bericht ist auf unserer Website unter https://www.mayr-melnhof.com/ueber-uns/verantwortung/corporate-governance/ abrufbar.

Dem Risiko "Legal Compliance" begegnen wir insbesondere durch die Funktion eines Legal Managers, der für die Überwachung und Steuerung des Risikofeldes verantwortlich ist, sowie im Bedarfsfall durch Beiziehung externer Experten. Ziel ist die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, die bestmögliche vertragliche Ausgestaltung von Geschäftsbeziehungen sowie schließlich die Einhaltung dieser vertraglichen Vorgaben. Dadurch soll nicht zuletzt den zunehmenden Risiken einer Rechtsverletzung und möglicher Sanktionen aufgrund immer stärkerer Regulierung vorgebeugt werden.

Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken können für den Konzern noch weitere Risiken bestehen. Gegenwärtig sind uns solche Risiken nicht bekannt bzw. werden diese als unwesentlich eingestuft.

5 ––– ANGABEN NACH § 243 A ABS 1 UGB

Zusammensetzung des Kapitals, Aktiengattungen

Es wird auf die Angaben im Konzernabschluss unter Anhangangabe 13 a) verwiesen.

Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte bzw. der Übertragung von Aktien

Rund 57 % der Aktien werden von den Kernaktionärsfamilien in einem Syndikat gehalten. Es besteht ein Syndikatsvertrag, welcher die Übertragbarkeit der Aktien innerhalb des Syndikates und nach außen regelt. Angelegenheiten, die die Hauptversammlung betreffen, beschließt das Syndikat mit 65 % der Stimmen. Änderungen des Syndikatsvertrages bedürfen 90 % der Stimmen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 vom Hundert betragen

Nach den der Gesellschaft bekannt gegebenen Informationen bestanden per Jahresende 2020 folgende Beteiligungen von mindestens 10 Prozent am Kapital:

MMS Mayr-Melnhof-Saurau Beteiligungsverwaltung KG CAMA Privatstiftung

Die Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten und eine Beschreibung dieser Rechte Es bestehen keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Die Art der Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer, wenn sie das Stimmrecht nicht unmittelbar ausüben

Es besteht kein derartiges Kapitalbeteiligungsmodell für Mitarbeiter.

Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft

Es bestehen keine Bestimmungen dieser Art.

Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstandes, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Es bestehen keine Befugnisse dieser Art.

Alle bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden, sowie ihre Wirkungen; ausgenommen hiervon sind Vereinbarungen, deren Bekanntmachung der Gesellschaft erheblich schaden würde, es sei denn, die Gesellschaft ist zur Bekanntgabe derartiger Informationen aufgrund anderer Rechtsvorschriften ausdrücklich verpflichtet

Es wird von der Schutzklausel hinsichtlich der Bekanntgabe Gebrauch gemacht. Die Größenordnung des betroffenen Geschäftes ist als überschaubar einzustufen.

Bestand und wesentlicher Inhalt von Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes

Es bestehen keine Vereinbarungen dieser Art.

6 ––– KONSOLIDIERTE NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG NACH § 267 A UGB

Es wurde die Option gewählt, den Verpflichtungen gemäß § 267 a UGB nachzukommen, indem ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird.

7 ––– AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

Dieser Ausblick entspricht den Einschätzungen des Vorstandes zum 15. März 2021 und berücksichtigt keine Auswirkungen von Akquisitionen, Veräußerungen oder anderen strukturellen Änderungen innerhalb des Jahres 2021. Die vorangegangenen und nachfolgenden vorausblickenden Aussagen unterliegen sowohl bekannten als auch unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen können.

Die Covid-19-Pandemie und Maßnahmen zu ihrer Eindämmung werden auch im laufenden Jahr die gesamtwirtschaftliche Situation in unseren Absatzmärkten trotz angelaufener Impfprogramme stark belasten. Die konjunkturelle Erholung scheint geringer als erwartet auszufallen. Ausmaß und Zeitbezug bleiben weiter schwer abschätzbar. Aufgrund des Geschäftsportfolios der MM Gruppe mit Schwerpunkt auf systemrelevanten Verpackungsprodukten für Güter des täglichen Bedarfes sollte jedoch auch weiterhin eine gewisse Resilienz in der Nachfrage gegeben sein. Die aktuelle Entwicklung der Auftragsstände beider Divisionen signalisiert jedenfalls Kontinuität.

Demgegenüber befinden sich die Preise für den strategischen Rohstoff Altpapier stark im Steigen. Parallel steigen auch die Preise für Zellstoff, Energie, Chemikalien und Logistik, weshalb MM Karton die Preise für Recyclingkarton erhöht hat, was sich ab dem zweiten Quartal auswirkt.

Aufgrund des aktuell starken Drucks auf die Kartonmargen, ist eine Behauptung der Ertragsniveaus des Vorjahres eine Herausforderung für 2021.

Der Fokus auf Optimierung der Kostenstrukturen und Erhöhung der Marktdurchdringung mit nachhaltigen und innovativen Verpackungsprodukten wird konsequent fortgesetzt. Darauf gerichtete Investitionstätigkeiten werden 2021 – 2022 intensiviert und sollen das Wachstum in den Folgejahren sicherstellen. Dabei setzt MM insbesondere auf E-Commerce und Circular-Economy durch Innovation im Plastikersatz sowie Digitalisierung.

In zahlreichen Werken von MM Packaging werden Investitionen zur Kapazitäts- und Effizienzsteigerung durchgeführt. Bei MM Karton stehen neben dem Großprojekt Frohnleiten mit Umbauten in Neuss und Kolicevo insbesondere Hochleistungsstandorte im Fokus. Dementsprechend ist für Investitionen in 2021 und 2022 statt der üblichen rund 150 Mio. EUR von einer Bandbreite von 250 – 300 Mio. EUR p.a. auszugehen.

Bei den Akquisitionen Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, deren Closing für Jahresmitte bzw. im dritten Quartal 2021 erwartet wird, steht für die nächsten zwei Jahre die Integration im Mittelpunkt.

Die Finanzierung des Investitionsprogrammes und der Akquisitionen erfolgt über per Ende Februar 2021 aufgenommene Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen, zugesagte Kreditlinien und Cash Flow.

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand

MMag. Peter Oswald e. h.

Dr. Andreas Blaschke e. h. Mag. Franz Hiesinger e. h.

Konzernabschluss

  • 38 Konzernbilanzen
  • 39 Konzerngewinn- und -verlustrechnungen
  • 40 Konzerngesamtergebnisrechnungen
  • 40 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
  • 41 Konzerngeldflussrechnungen

Konzernanhang

  • 42 (1) Grundlegende Informationen
  • 42 (2) Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses
  • 45 (3) Grundsätze der Rechnungslegung
  • 48 (4) Ermessensentscheidungen, Annahmen und Einschätzungen
  • 51 (5) Änderungen des Konsolidierungskreises und weitere wesentliche Ereignisse
  • 54 (6) Entwicklung des Anlagevermögens
  • 64 (7) Angaben zu Finanzinstrumenten
  • 77 (8) Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen
  • 79 (9) Steuern vom Einkommen und Ertrag
  • 84 (10) Vorräte
  • 85 (11) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • 86 (12) Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte
  • 86 (13) Eigenkapital
  • 89 (14) Finanzverbindlichkeiten und Leasing
  • 92 (15) Langfristige Rückstellungen
  • 100 (16) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • 101 (17) Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
  • 101 (18) Kurzfristige Rückstellungen
  • 103 (19) Segmentberichterstattung
  • 106 (20) Sonstige betriebliche Erträge
  • 107 (21) Aufwendungen nach Aufwandsarten
  • 108 (22) Personalaufwand
  • 109 (23) Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer
  • 109 (24) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
  • 109 (25) Finanzerträge
  • 109 (26) Finanzaufwendungen
  • 110 (27) Sonstiges Finanzergebnis netto
  • 110 (28) Ergebnis je Aktie
  • 111 (29) Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen
  • 112 (30) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
  • 113 (31) Erläuterungen zur Konzerngeldflussrechnung
  • 115 (32) Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und weitere Informationen
  • 116 (33) Beteiligungsliste
  • 121 (34) Organe

122 Bestätigungsvermerk

Konzernbilanzen

(alle Beträge in Tausend EUR) Anhang 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
AKTIVA
Sachanlagen 6 996.472 1.034.471
Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 6 346.347 358.996
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und 8
sonstige Finanzanlagen 7.404 6.227
Latente Steueransprüche 9 47.700 42.454
Langfristige Vermögenswerte 1.397.923 1.442.148
Vorräte 10 349.621 363.539
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11 415.804 418.733
Forderungen aus Ertragsteuern 12.158 7.924
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 5 5.230 3.739
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12 72.593 59.763
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31 146.241 126.807
Kurzfristige Vermögenswerte 1.001.647 980.505
SUMME AKTIVA 2.399.570 2.422.653
PASSIVA
Grundkapital 13 80.000 80.000
Kapitalrücklagen 13 172.658 172.658
Gewinnrücklagen 13 1.564.165 1.466.884
Sonstige Rücklagen 13 (274.477) (216.508)
Den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnende Eigenkapitalbestandteile 1.542.346 1.503.034
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile 13 4.752 5.275
Eigenkapital 1.547.098 1.508.309
Finanzverbindlichkeiten 14 215.511 232.540
Langfristige Rückstellungen 15 143.001 147.539
Latente Steuerverbindlichkeiten 9 38.684 39.692
Langfristige Verbindlichkeiten 397.196 419.771
Finanzverbindlichkeiten 14 52.915 112.843
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9 19.809 27.185
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16 220.437 219.562
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 17 140.183 122.793
Kurzfristige Rückstellungen 18 21.932 12.190
Kurzfristige Verbindlichkeiten 455.276 494.573
Summe Verbindlichkeiten 852.472 914.344
SUMME PASSIVA 2.399.570 2.422.653

Konzerngewinn- und -verlustrechnungen

(alle Beträge in Tausend EUR, außer Gewinn je Aktie und Aktienanzahl) Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse 19 2.528.399 2.544.409
Herstellungskosten 21 (1.913.879) (1.917.524)
Bruttoergebnis vom Umsatz 614.520 626.885
Sonstige betriebliche Erträge 20 19.808 11.882
Vertriebskosten 21 (244.758) (244.427)
Verwaltungskosten 21 (158.074) (138.926)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (116) (143)
Betriebliches Ergebnis 231.380 255.271
Finanzerträge 25 1.712 1.465
Finanzaufwendungen 26 (7.863) (8.394)
Sonstiges Finanzergebnis – netto 27 (3.155) 2.787
Ergebnis vor Steuern 222.074 251.129
Steuern vom Einkommen und Ertrag 9 (59.844) (60.910)
Jahresüberschuss 162.230 190.219
Davon entfallend auf:
Aktionäre der Gesellschaft 161.188 189.743
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile 13 1.042 476
Jahresüberschuss 162.230 190.219
Gewinn je Aktie für den auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden
Anteil am Jahresüberschuss:
Unverwässerte und verwässerte durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien 28 20.000.000 20.000.000
Unverwässerter und verwässerter Gewinn je Aktie 28 8,06 9,49

Konzerngesamtergebnisrechnungen

(alle Beträge in Tausend EUR) Anhang 2020 2019
Jahresüberschuss 162.230 190.219
Sonstiges Ergebnis:
Versicherungsmathematische Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen 13 (583) (19.843)
Auswirkungen Ertragsteuern 9 (784) 5.309
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden (1.367) (14.534)
Währungsumrechnungen1) 13 (59.690) 9.199
Auswirkungen Ertragsteuern 9 2.948 0
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden (56.742) 9.199
Sonstiges Ergebnis (netto) (58.109) (5.335)
Gesamtergebnis 104.121 184.884
Davon entfallend auf:
Aktionäre der Gesellschaft 103.219 184.430
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile 13 902 454
Gesamtergebnis 104.121 184.884

Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.

1) Im Geschäftsjahr 2020 wurden Tsd. EUR -133 (2019: Tsd. EUR -12) von den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisbestandteilen in den Jahresüberschuss umgegliedert.

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnende Eigenkapitalbestandteile
Sonstiges Ergebnis
(alle Beträge in Tausend EUR) Anhang Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Währungs
umrech
nungen
Versicherungs
mathematische
Effekte
Sonstige
Rücklagen
Gesamt Nicht be
herrschende
(Minderheits-)
Anteile
Gesamtes
Eigen
kapital
Stand am 1. Jan. 2019 80.000 172.658 1.341.132 (159.784) (51.411) (211.195) 1.382.595 2.164 1.384.759
Jahresüberschuss 0 0 189.743 0 0 0 189.743 476 190.219
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 9.204 (14.517) (5.313) (5.313) (22) (5.335)
Gesamtergebnis 0 0 189.743 9.204 (14.517) (5.313) 184.430 454 184.884
Transaktionen mit
Anteilseignern:
Dividenden 13 0 0 (64.000) 0 0 0 (64.000) (1.047) (65.047)
Veränderung von
Mehrheitsbeteiligungen
5 0 0 9 0 0 0 9 3.704 3.713
Stand am 31. Dez. 2019 80.000 172.658 1.466.884 (150.580) (65.928) (216.508) 1.503.034 5.275 1.508.309
Jahresüberschuss 0 0 161.188 0 0 0 161.188 1.042 162.230
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 (56.593) (1.376) (57.969) (57.969) (140) (58.109)
Gesamtergebnis 0 0 161.188 (56.593) (1.376) (57.969) 103.219 902 104.121
Transaktionen mit
Anteilseignern:
Dividenden 13 0 0 (64.000) 0 0 0 (64.000) (1.196) (65.196)
Veränderung von
Mehrheitsbeteiligungen
5 0 0 93 0 0 0 93 (229) (136)
Stand am 31. Dez. 2020 80.000 172.658 1.564.165 (207.173) (67.304) (274.477) 1.542.346 4.752 1.547.098

Konzerngeldflussrechnungen

(alle Beträge in Tausend EUR) Anhang 2020 2019
CASH FLOW AUS DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT:
Jahresüberschuss 162.230 190.219
Anpassungen zur Überleitung des Jahresüberschusses auf den Cash Flow aus
der Geschäftstätigkeit vor Zins- und Steuerzahlungen:
Steuern vom Einkommen und Ertrag 9 59.844 60.910
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6 135.964 134.329
Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6 31.517 0
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 20 263 (623)
Finanzerträge 25 (1.712) (1.465)
Finanzaufwendungen 26 7.863 8.394
Ergebnisanteile von sonstigen Beteiligungen 27 (344) (283)
Sonstige Anpassungen 31 (10.105) (145)
Cash Flow aus dem Ergebnis 385.520 391.336
Veränderungen im Working Capital:
Vorräte 10 (1.316) 20.035
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11 (18.017) (18.702)
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12 (7.221) 18.115
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16 6.598 (8.247)
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 17 15.148 (2.844)
Kurzfristige Rückstellungen 18 12.222 (269)
Veränderungen im Working Capital 7.414 8.088
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit vor Zins- und Steuerzahlungen 392.934 399.424
Bezahlte Steuern vom Einkommen und Ertrag (74.750) (68.003)
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 318.184 331.421
CASH FLOW AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT:
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 2.214 1.794
Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (inkl. geleisteter
Anzahlungen) 16 (152.772) (136.086)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 31 6.150 0
Auszahlungen für Tochterunternehmen bzw. sonstige Geschäftseinheiten abzüglich
der übernommenen Zahlungsmittel (2020: Tsd. EUR 0; 2019: Tsd. EUR 19.392) 0 (248.326)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen bzw. sonstigen
Geschäftseinheiten 500 0
Einzahlungen aus Wertpapieren und sonstigen Finanzanlagen 155 595
Auszahlungen für Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen (1.226) (246)
Erhaltene Dividenden 27 344 283
Erhaltene Zinsen 1.775 1.432
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (142.860) (380.554)
CASH FLOW AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT:
Bezahlte Zinsen (7.857) (8.129)
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 31 642 189.019
Tilgung von verzinslichen Finanzverbindlichkeiten 31 (69.934) (194.810)
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 31 (8.322) (8.160)
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteilen (136) (14)
An die Aktionäre der Gesellschaft gezahlte Dividende 13 (64.000) (64.000)
An nicht beherrschende (Minderheits-) Gesellschafter gezahlte Dividenden 13 (1.196) (1.047)
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (150.803) (87.141)
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente (5.087) 2.099
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19.434 (134.175)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang
(laut Konzernbilanz)
126.807 260.982
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende
(laut Konzernbilanz)
146.241 126.807

Konzernanhang

1 ––– GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN

Der Mayr-Melnhof Konzern

Die Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen ("der Konzern") sind in der Herstellung und dem Verkauf von Karton und Faltschachteln mit Schwerpunkt in Europa tätig. Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die Mayr-Melnhof Karton AG, welche ihren Sitz in Österreich, Brahmsplatz 6, 1040 Wien hat. Die Aktien der Gesellschaft notieren an der Wiener Börse.

Segmentinformation

Der Konzern wird in zwei operativen Segmenten (siehe Anhangangabe 19) geführt: Mayr-Melnhof Karton ("MM Karton") und Mayr-Melnhof Packaging ("MM Packaging"). MM Karton produziert und vermarktet eine vielfältige Palette an Kartonsorten, hauptsächlich gestrichenen Faltschachtelkarton auf Basis von Recyclingfasern sowie auch Frischfaserkarton. MM Packaging verarbeitet Karton zu Faltschachteln hauptsächlich für die Nahrungsmittel- (z. B. Frühstückszerealien, Trockennahrung, Zucker- und Backwaren, hochwertige Süßwaren) und sonstige Konsumgüterindustrie (z. B. Kosmetika, Hygieneprodukte, Waschmittel, Haushaltsartikel, Tabakprodukte, Spielwaren und Pharmaprodukte).

Wesentliche Ereignisse mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Unter schwierigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen infolge der Covid-19-Pandemie verzeichnet der Konzern insgesamt einen soliden operativen Geschäftsverlauf. Bei stabilen Umsatzerlösen belasteten allerdings Einmalaufwendungen aufgrund von im Geschäftsjahr beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen (siehe Anhangangabe 5) und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte inkl. Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6) die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mayr-Melnhof Konzerns.

2 ––– GRUNDLAGEN DER AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Rechnungslegungsgrundlagen und Übereinstimmungserklärung

Der Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Anwendung von § 245 a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board ("IASB") verlautbarten International Financial Reporting Standards und deren Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die zusätzlichen Anforderungen des § 245 a Abs. 1 UGB wurden erfüllt.

Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme bestimmter Posten, wie z. B. bestimmter Finanzinstrumente sowie leistungsorientierter Versorgungsverpflichtungen, auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt.

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020 und wurde mit Datum 15. März 2021 vom Vorstand unterzeichnet und vom Aufsichtsrat festgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Beträge mit Ausnahme der Aktienanzahl und der Angaben je Aktie in Tausend Euro angegeben.

Anwendung von neuen und geänderten Standards

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS und IFRS, soweit sie bis zum 31. Dezember 2020 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:

Geänderte Standards Inhalt Anzuwenden ab
IAS 1/IAS 8 Angabeinitiative Wesentlichkeit 2020
Verweise auf das Rahmenkonzept der IFRS 2020
IFRS 9/IAS 39/IFRS 7 Reform des Referenzzinssatzes – Phase 1 2020
IFRS 3 Definition Geschäftsbetrieb 2020
IFRS 16 Leasingverhältnisse – Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen 06/2020

Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Aus den oben angeführten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Mit den Änderungen in IAS 1 und IAS 8 wird in den IFRS ein einheitlicher und genauer umrissener Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen und durch begleitende Beispiele ergänzt. In diesem Zusammenhang findet eine Harmonisierung der Definitionen aus dem Rahmenkonzept, IAS 1, IAS 8 und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements" statt. Daraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.

Die Änderungen in IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 betreffen insbesondere bestimmte Erleichterungen bezüglich der Hedge-Accounting Vorschriften und sind verpflichtend für alle Sicherungsbeziehungen anzuwenden, die von der Reform des Referenzzinssatzes betroffen sind. Zusätzlich sind weitere Angaben darüber vorgesehen, inwieweit die Sicherungsbeziehungen der Unternehmen von den Änderungen betroffen sind. Der Konzern wendet kein Hedge-Accounting an.

Mit den Änderungen in IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Geschäftsbetrieb eine Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten, die dann zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen (Output) zu produzieren. Im Geschäftsjahr 2020 gab es keine Unternehmenszusammenschlüsse. Der Konzern erwartet aus der Anwendung der Änderungen auch für zukünftige Erwerbe keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da die erworbenen Unternehmen sowohl nach der bisherigen als auch der geänderten Definition einen Geschäftsbetrieb darstellen.

Die Änderungen in IFRS 16 gewähren Leasingnehmern eine Befreiung von der Beurteilung, ob aufgrund der Coronavirus-Pandemie eingeräumte Mietkonzessionen (z. B. mietfreie Zeiten oder vorübergehende Mietsenkungen) eine Leasingmodifikation darstellen. Von dieser Erleichterungsregel wurde kein Gebrauch gemacht.

Darüber hinaus wurden bis zum 31. Dezember 2020 folgende geänderte Standards in EU-Recht übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2020 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

Geänderte Standards Inhalt Anzuwenden ab
IFRS 4 Vorübergehende Befreiung von IFRS 9 2021

Weiters wurden bis zum 31. Dezember 2020 folgende neue bzw. geänderte Standards vom IASB veröffentlicht, aber noch nicht in EU-Recht übernommen:

Neue Standards Inhalt Anzuwenden ab
IFRS 17 Versicherungsverträge verschoben auf 2023
Geänderte Standards Inhalt Anzuwenden ab
IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig verschoben auf 2023
IFRS 9/IAS 39/IFRS 7/
IFRS 4/IFRS 16
Reform des Referenzzinssatzes – Phase 2 2021
IFRS 3 Verweise auf das Rahmenkonzept der IFRS 2022
IAS 16 Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung 2022
IAS 37 Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung 2022
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2018 – 2020 2022

Aus den oben angeführten Neufassungen bzw. Änderungen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.

3 ––– GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG

Die im Konzern angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind bei der entsprechenden Anhangangabe erläutert.

Konsolidierungsgrundsätze und -methoden

Der Konzernabschluss umfasst die Mayr-Melnhof Karton AG ("die Gesellschaft") sowie deren Tochterunternehmen. Das sind alle Unternehmen, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht dann, wenn der Konzern die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen einer Gesellschaft zu partizipieren, und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 % gegeben. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung vorliegt, werden auch Existenz und Auswirkung potentieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt. Das Vorliegen von Beherrschung wird auch dann vom Konzern überprüft, wenn weniger als 50 % der Stimmrechte gehalten werden. Der Konzern verfügt bei allen beherrschten Unternehmen über eine Anteils- und Stimmrechtsmehrheit. Zusätzliche Vereinbarungen, die einer Beherrschung entgegenstehen, bestehen nicht.

Tochterunternehmen, sofern diese für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind, werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, zu dem die Beherrschung auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Beherrschung des Konzerns endet bzw. wenn der Konzern ein Tochterunternehmen als unwesentlich erachtet.

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung dieses Tochterunternehmens führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen (Veränderung von Mehrheitsbeteiligungen) bilanziert und haben daher keine Auswirkung auf die Konzerngewinn- und -verlustrechnung.

Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und am gesamten Jahresergebnis bei Tochterunternehmen des Konzerns. Diese Anteile werden innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen.

Die Effekte aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden vollständig eliminiert.

Währungsumrechnung

Vermögenswerte inkl. Geschäfts(Firmen)werten und Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die Jahresdurchschnittskurse werden als arithmetisches Mittel der einzelnen Stichtagskurse am Monatsende ermittelt, wobei als 1. Stichtagskurs immer der Wechselkurs des 31.12. des Vorjahres herangezogen wird. Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung bei den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber der Umrechnung des Vorjahres werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste aus Fremdwährungstransaktionen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Geschäftsfälle der Gesellschaft, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung erfolgen, werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Monetäre Posten in Fremdwährung werden zu jedem Bilanzstichtag mit dem dann geltenden Wechselkurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ebenso wie die Effekte bei Realisierung erfolgswirksam erfasst.

Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, werden zunächst als separater Bestandteil des Eigenkapitals angesetzt und erst bei beabsichtigter Tilgung bzw. Veräußerung der Nettoinvestition im Ergebnis erfasst.

Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse nicht im Euro-Währungsgebiet vertretener Länder haben sich wie folgt entwickelt:

Mittelkurs am
31. Dez.
2020
Mittelkurs am
31. Dez.
2019
Jahresdurch
schnittskurs
2020
Jahresdurch
schnittskurs
2019
Land: Währung: 1 EUR = 1 EUR = 1 EUR = 1 EUR =
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
Chile CLP 871 832 899 791
China CNY 8,03 7,82 7,89 7,73
Großbritannien GBP 0,90 0,85 0,89 0,88
Jordanien JOD 0,87 0,80 0,81 0,80
Kanada CAD 1,56 1,46 1,53 1,49
Kolumbien COP 4.200 3.679 4.213 3.690
Norwegen NOK 10,47 9,86 10,69 9,85
Philippinen PHP 58,69 56,35 56,69 58,00
Polen PLN 4,61 4,26 4,45 4,30
Rumänien RON 4,87 4,78 4,84 4,74
Russland RUB 90,68 69,34 82,03 72,54
Schweiz CHF 1,08 1,09 1,07 1,11
Tschechische Republik CZK 26,24 25,41 26,39 25,66
Tunesien TND 3,31 3,14 3,21 3,27
Türkei TRY 9,01 6,65 7,88 6,33
Ukraine UAH 34,74 26,42 30,61 28,87
Vietnam VND 28.517 26.066 26.667 26.116

Unternehmenszusammenschlüsse

Die Bilanzierung von neu erworbenen Tochterunternehmen bzw. Geschäftseinheiten wird nach der Erwerbsmethode durchgeführt.

Die Anschaffungskosten eines Erwerbes, welcher sich als Geschäftsbetrieb klassifiziert, bemessen sich nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt (Wert der übertragenen Gegenleistung).

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene identifizierbare Vermögenswerte und Schulden werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Je nach Art und Wesentlichkeit des Erwerbes werden Grundstücke, Gebäude und Maschinen grundsätzlich auf Basis externer unabhängiger Gutachten bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden in Abhängigkeit ihrer Art und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes entweder auf Basis externer unabhängiger Bewertungsgutachten oder intern unter Verwendung angemessener Bewertungsmethoden ermittelt. Anteile von nicht beherrschenden (Minderheits-) Gesellschaftern am erworbenen Unternehmen werden anhand des proportionalen Anteiles am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam verbucht, wenn sie anfallen.

Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgliche Änderungen einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet und ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust wird im Jahresüberschuss erfasst.

Der Überschuss der übertragenen Gegenleistung und des Betrages des nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteils an dem erworbenen Unternehmen über dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen identifizierbaren Reinvermögens wird als Geschäfts(Firmen)wert bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Beurteilung direkt erfolgswirksam erfasst.

4 ––– ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN, ANNAHMEN UND EINSCHÄTZUNGEN

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode und die bilanzierten Werte zum Bilanzstichtag beeinflussen. Die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns unterliegt verschiedenen Ermessensausübungen des Managements und die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen. Schätzungen werden umsichtig vorgenommen und die diesen zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft und prospektiv erfasst. Diese Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und sonstigen Faktoren einschließlich Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Ereignisse, die den Konzern finanziell beeinflussen können und die unter den gegebenen Umständen als sachgerecht gelten.

Der Konzernabschluss beinhaltet folgende wesentliche Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde liegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:

Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten

Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungsbzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards, Vertragsdauer und Veränderungen in der Nachfrage berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer eines Vermögenswertes nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende kürzere Nutzungsdauer abgeschrieben werden, woraus höhere jährliche Abschreibungsbeträge resultieren (siehe Anhangangabe 6).

Bilanzierung von Unternehmenserwerben

Als Folge von Unternehmenserwerben werden Geschäfts(Firmen)werte in der Konzernbilanz angesetzt oder negative Unterschiedsbeträge nach nochmaliger Überprüfung erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Erstkonsolidierung eines Unternehmenserwerbes werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Insbesondere die Bewertung immaterieller Vermögenswerte basiert grundsätzlich auf der Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash Flows und ist eng mit den Annahmen des Managements bezüglich deren künftiger Weiterentwicklung sowie mit den zugrunde gelegten Entwicklungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes verbunden (siehe Anhangangabe 5).

Wertminderung von Vermögenswerten

Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung werden Geschäfts(Firmen)werte auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Des Weiteren werden langfristig genutzte Vermögenswerte auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den erzielbaren Betrag überschreiten könnte. Im Rahmen dieser Überprüfung liegen der Bewertung der langfristigen Vermögenswerte auch die Unternehmensplanung, die unter Berücksichtigung der markt- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten abgeleiteten Diskontierungszinssätze sowie die erwarteten Wachstumsraten und EBITDA Margin/Kostenentwicklungen zugrunde. Die hierzu getroffenen Annahmen können Änderungen unterliegen, die zu Wertminderungen in zukünftigen Perioden führen könnten (siehe Anhangangabe 6).

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Im Zuge der Umsetzung des Kyoto-Protokolls trat mit Wirkung zum 1. Januar 2005 in der Europäischen Union die Emissionshandelsrichtlinie RL 2003/87/EG in Kraft. Auf Basis dieser Richtlinie (und deren Folgeregelungen) ist der Konzern verpflichtet, für die bei der Kartonerzeugung anfallenden Kohlendioxid-Emissionen spezielle Emissionszertifikate einzulösen. Diese Emissionszertifikate wurden den betroffenen Anlagen des Konzerns innerhalb der Europäischen Union für den Zeitraum 2013 bis 2020 unentgeltlich zugeteilt. Die Kohlenstoffdioxid-Zuteilungsbescheide für die Periode 2021 bis 2025 sind bis zum 3. Quartal 2021 zu erwarten. Zudem ist ab 2021 von einer dynamischen CO2-Allokation auszugehen, wodurch eine Zuteilungsänderung bei einer Aktivitätsänderung von +/-15 % bezogen auf einen Basiszeitraum ausgelöst wird. Demgemäß sind Aktivitätsdaten, insbesondere Produktionsdaten, ab dem Jahr 2020 im Rahmen einer Überwachungsmethodik zu verfolgen.

Da nach der Zurücknahme von IFRIC 3 "Emissionsrechte" durch das IASB eindeutige Regelungen zu der bilanziellen Behandlung von Emissionszertifikaten fehlen, werden sie gemäß IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" als solche im kurzfristigen Bereich unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte" ausgewiesen und mit den Anschaffungskosten von null, sofern sie unentgeltlich zugeteilt wurden, bewertet. Übersteigen die tatsächlichen Kohlendioxid-Emissionen während der Berichtsperiode die Anzahl der zum Bilanzstichtag vorhandenen Zertifikate, so ist eine Rückstellung für die fehlenden Zertifikate in Höhe ihres Marktwertes anzusetzen. Weder zum 31. Dezember 2020 noch zum 31. Dezember 2019 lag im Konzern eine Unterdeckung vor.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden dementsprechend nur Aufwendungen aus der Verwendung von entgeltlich erworbenen Zertifikaten sowie Erträge aus der Veräußerung von überzähligen Zertifikaten erfasst.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt daher in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Die Bestimmung der weltweiten Steuerverbindlichkeiten erfordert wesentliche Beurteilungen, die dazu führen können, dass der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten von der ursprünglichen Einschätzung abweicht und Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben kann (siehe Anhangangabe 9).

Realisierung latenter Steueransprüche

Die Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis jener Steuersätze, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet wurden und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruches bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird, sowie auf Basis einer Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit. Von den Annahmen abweichende künftige steuerliche Ergebnisse können dazu führen, dass die Realisierung latenter Steueransprüche unwahrscheinlich wird und eine Schätzungsänderung von aktiven latenten Steuern der diesbezüglichen Aktiva zu erfolgen hat (siehe Anhangangabe 9).

Laufzeit von Leasingverhältnissen

Der Konzern bestimmt die Laufzeit der Leasingverhältnisse unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben. Bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, werden Ermessensentscheidungen getroffen. Es werden alle relevanten Faktoren, die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, in Betracht gezogen. Diese werden anlassbezogen hinterfragt und neu evaluiert, was zu einer Anpassung der Leasingdauer und damit zu Anpassungen der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechtes führen kann. Die relevanten Annahmen bei der Bestimmung der Laufzeit, vor allem bei den wesentlichen geleasten Bürogebäuden und Lagern mit unbefristeten Verträgen, werden aufgrund der strategischen Ausrichtung, Lage und Kosten getroffen (siehe Anhangangabe 14).

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder

Der versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgeldern liegen Annahmen über Diskontierungszinssätze, Gehalts- und Pensionsanpassungen, Lebenserwartung und Pensionseintrittsalter zugrunde. Für Jubiläumsgelder wird zusätzlich eine dienstzeitabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit angesetzt. Diese Annahmen können aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und einer veränderten Marktlage von den tatsächlichen Daten abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung dieser langfristigen Rückstellungen sowie des Eigenkapitals führen (siehe Anhangangabe 15).

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung von sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis der bestmöglichen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Ressourcenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den am Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der tatsächlich eintretende Ressourcenabfluss kann insofern von dem am Bilanzstichtag angesetzten Rückstellungsbetrag abweichen (siehe Anhangangabe 15 und 18).

5 ––– ÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES UND WEITERE WESENTLICHE EREIGNISSE

a ––– Änderungen des Konsolidierungskreises in 2020

Im Geschäftsjahr 2020 gab es mit Ausnahme von unwesentlichen Änderungen bei einzelnen Tochterunternehmen, die der Anhangangabe 33 zu entnehmen sind, keine Änderungen des Konsolidierungskreises.

b ––– Änderungen des Konsolidierungskreises in 2019

Im Januar 2019 hat die Division MM Packaging 100 % der Anteile an der Eurasia Invest Holding AG inklusive ihrer Tochterunternehmen, kurz Tann-Gruppe, erworben. Die Tann-Gruppe, mit Hauptsitz in Traun, Österreich, veredelt im Tiefdruckverfahren zugekauftes Rohpapier zu Zigarettenfilterpapier (Tipping Paper) und ist Weltmarktführer in diesem Bereich. Durch die Akquisition erweitert MM Packaging die bestehende Produktion von Faltschachtelverpackungen um die technologieverwandte Herstellung von Tipping Paper. Aufgrund der Technologieverwandtschaft und der bestehenden langjährigen Zusammenarbeit mit denselben Top-Kunden fügt sich das Unternehmen strategisch passend in die Division MM Packaging ein. Ziel ist es, durch die Ausweitung der Wertschöpfung die Ertragskraft der Division zu stärken. Zudem soll durch die Entwicklung der Standorte neues Potential genutzt werden.

Der in bar bezahlte Kaufpreis beträgt Tsd. EUR 267.718 und wurde sowohl durch Barbestände als auch die Ausnutzung von Kreditlinien in Höhe von Tsd. EUR 120.000 finanziert. Die Einbeziehung in den Konzern bzw. in die Division erfolgte am 15. Januar 2019.

Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizulegenden Zeitwerte stellten sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 15. Jan. 2019
Sachanlagen 98.485
Immaterielle Vermögenswerte 114.204
Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen 357
Latente Steueransprüche 2.894
Vorräte 33.301
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29.520
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12.476
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19.392
Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile (3.727)
Latente Steuerverbindlichkeiten (34.681)
Langfristige Rückstellungen (11.241)
Finanzverbindlichkeiten (90.615)
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (3.212)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (12.084)
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten (17.847)
Geschäfts(Firmen)wert 130.496
Nettovermögen 267.718

Beizulegende Zeitwerte nach IFRS

Die beizulegenden Zeitwerte für Maschinen und technische Anlagen wurden von einem unabhängigen externen Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten oder valorisierten Anschaffungskosten für vergleichbare Maschinen ermittelt. Die Immobilien wurden von externen unabhängigen Gutachtern abhängig von verfügbaren Marktdaten entweder nach dem marktbasierten oder einkommensbasierten Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalteten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 112.861, der auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von bis zu 21 Jahren abgeschrieben wird.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassten Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von Tsd. EUR 30.196, wovon Tsd. EUR 676 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizulegende Zeitwert von Tsd. EUR 29.520 ergab. Bei den Forderungen aus Steuern in Höhe von Tsd. EUR 5.945 sowie den sonstigen Forderungen in Höhe von Tsd. EUR 5.776 entsprachen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfristigen Charakters der Forderungen ging der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt.

Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 130.496 spiegelte im Wesentlichen die erwarteten Synergien aus der Erweiterung des Portfolios, Verbundeffekte aus den erworbenen Standorten sowie die führende Marktposition im Bereich Tipping Paper wider. Durch finale Bewertungen im Rahmen der Kaufpreisallokation kam es zu Anpassungen der Bilanzpositionen und des verbleibenden Geschäfts(Firmen)wertes um Tsd. EUR 1.432 im Vergleich zu den Werten zum 30. Juni 2019. Die nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile von Tsd. EUR 3.727 wurden als proportionaler Anteil am identifizierbaren Nettovermögen der jeweiligen Tochtergesellschaften ermittelt. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert war für Steuerzwecke nicht abzugsfähig.

Von den erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 1.388 wurden Tsd. EUR 983 im Geschäftsjahr 2018 und Tsd. EUR 405 im Geschäftsjahr 2019 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division betrugen im Geschäftsjahr 2019 Tsd. EUR 213.504 bzw. Tsd. EUR 22.256. Das Ergebnis vor Steuern wurde durch einen Einmaleffekt von Tsd. EUR 4.808 belastet, welcher aus der im Zuge der Kaufpreisallokation durchgeführten Bewertung der Vorräte sowie des Auftragsstandes resultiert und im ersten Halbjahr in den Herstellungskosten realisiert wurde. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar 2019 erfolgt, hätte die Tann-Gruppe zusätzlich Tsd. EUR 7.481 zum Konzernumsatz bzw. Tsd. EUR 1.320 zum Konzernergebnis vor Steuern beigetragen.

Darüber hinaus gab es einen Erwerb von Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen (siehe Anhangangabe 8) sowie weitere unwesentliche Änderungen bei einzelnen Tochterunternehmen.

c ––– Sonstige wesentliche Ereignisse in 2020

Restrukturierungsmaßnahmen in 2020

In beiden Divisionen kam es in 2020 an einzelnen Standorten zu Restrukturierungsmaßnahmen.

In der Kartondivision wurde bei der Mayr-Melnhof Karton GmbH am Standort in Hirschwang, Österreich, die 70 Jahre alte, wettbewerbsschwache Kartonmaschine infolge hoher anstehender Ausgaben, die nicht zu rechtfertigen waren, Anfang November stillgelegt. Im Zuge der Beendigung der Produktion hat sich ein Wertminderungsbedarf auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte des Standortes sowie die Vorräte ergeben. Im Zusammenhang mit dem notwendigen Mitarbeiterabbau wurde ein Sozialplan ausverhandelt. Außerdem ergeben sich Aufwendungen aus Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten. Insgesamt sind aus der Werksschließung des Kartonwerks in Hirschwang Aufwendungen in Höhe von Tsd. EUR 23.486 entstanden. In diesem Zusammenhang wurden langfristige Vermögenswerte in Höhe von Tsd. EUR 5.230, im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen, als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und entsprechend umgegliedert.

Strukturelle Anpassungsmaßnahmen wurden in der Packagingdivision unter anderem bei MM Graphia Bielefeld GmbH in Bielefeld und bei R + S Stanzformen GmbH in Niederdorfelden, beide in Deutschland, angekündigt.

Mit der geplanten Stilllegung einer Tiefdrucklinie in Bielefeld beabsichtigt der Konzern eine Fokussierung auf seine Hochleistungsstandorte in dieser Drucktechnologie. Dabei entstehen Aufwendungen vor allem für Wertminderungen von Sachanlagen und Vorräten. Außerdem kommt es zu einem Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für den ein Sozialplan auszuverhandeln ist. Das Ergebnis des Konzerns wird aus dieser Stilllegung mit Tsd. EUR 6.702 belastet.

Bei der R + S hat der Konzern bislang Stanzformen als Werkzeuge zur Verwendung in der Packagingdivision selbst produziert. Diese Produktion wird eingestellt, woraus sich vor allem Aufwendungen für Wertminderungen von Sachanlagen und Vorräten sowie einen Sozialplan ergeben. Diese Werksschließung hat Aufwendungen in Höhe von Tsd. EUR 5.871 verursacht.

Details zu den Restrukturierungsmaßnahmen finden sich in den Anhangangaben 6, 15 und 18.

Darüber hinaus gab es weitere für den Konzern unwesentliche Restrukturierungsmaßnahmen.

Weitere wesentliche Ereignisse in 2020

Im Februar 2020 wurde durch einen Brand in Hirschwang ein großes Lagergebäude und darin befindliche Vorräte irreparabel zerstört. Die Neupack Ges. m. b. H. in der Packagingdivision vereinnahmte in diesem Zusammenhang eine Versicherungsentschädigung in Höhe von Tsd. EUR 8.750 (weitere Details siehe Anhangangaben 6 und 20).

Aus der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden wurden insgesamt Tsd. EUR 7.206 in den Verwaltungskosten zu gleichen Teilen in den Divisionen aufwandswirksam erfasst.

6 ––– ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

a ––– Sachanlagen inklusive Leasingverhältnissen

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Abnutzbare Sachanlagen werden linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:

Gebäude 10 – 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 – 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 20 Jahre

Im Konzern werden wesentliche Erneuerungsinvestitionen in Sachanlagen sowie Investitionen in Mietobjekte aktiviert. Kosten für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Die laufenden Instandhaltungs- und Reparaturkosten werden sofort aufwandswirksam erfasst.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen die jeweiligen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen.

Entwicklung der Sachanlagen 2020

Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte
Technische
Anlagen und
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
Anlagen
(in Tausend EUR) und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Sachanlagen
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2020 669.816 1.819.449 190.085 78.676 2.758.026
Währungsumrechnungen (14.229) (34.797) (3.269) (951) (53.246)
Zugänge 9.364 61.784 10.640 66.976 148.764
Abgänge (2.635) (18.303) (7.638) (804) (29.380)
Umbuchungen 4.485 (9.464) (3.769) (69.345) (78.093)
Stand am 31. Dez. 2020 666.801 1.818.669 186.049 74.552 2.746.071
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2020 294.171 1.286.173 143.211 0 1.723.555
Währungsumrechnungen (4.099) (20.914) (2.156) 0 (27.169)
Abgänge (1.931) (17.034) (6.904) (18) (25.887)
Abschreibungen des Geschäftsjahres 22.213 89.394 13.821 0 125.428
Wertminderungen 12.667 14.898 933 1.225 29.723
Umbuchungen (10.720) (59.729) (5.602) 0 (76.051)
Stand am 31. Dez. 2020 312.301 1.292.788 143.303 1.207 1.749.599
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2020 354.500 525.881 42.746 73.345 996.472
Buchwerte am 31. Dez. 2019 375.645 533.276 46.874 78.676 1.034.471

Entwicklung der Sachanlagen 2019

(in Tausend EUR) Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen
in Bau
Sachanlagen
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2019 550.254 1.690.388 176.808 54.127 2.471.577
Erfassung Nutzungsrechte aus der Erstanwendung IFRS 16 49.279 1.413 2.263 0 52.955
Angepasster Stand am 1. Jan. 2019 599.533 1.691.801 179.071 54.127 2.524.532
Währungsumrechnungen 3.274 3.623 537 310 7.744
Änderungen des Konsolidierungskreises 48.824 45.288 2.825 1.548 98.485
Zugänge 10.845 60.693 11.182 71.246 153.966
Abgänge (2.576) (17.793) (5.195) (17) (25.581)
Umbuchungen 9.916 35.837 1.665 (48.538) (1.120)
Stand am 31. Dez. 2019 669.816 1.819.449 190.085 78.676 2.758.026
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2019 271.103 1.213.908 133.959 0 1.618.970
Währungsumrechnungen 1.051 2.066 490 0 3.607
Abgänge (1.458) (15.640) (4.701) 0 (21.799)
Abschreibungen des Geschäftsjahres 23.491 86.064 13.475 0 123.030
Wertminderungen 0 0 0 0 0
Umbuchungen (16) (225) (12) 0 (253)
Stand am 31. Dez. 2019 294.171 1.286.173 143.211 0 1.723.555
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2019 375.645 533.276 46.874 78.676 1.034.471
Buchwerte am 31. Dez. 2018 279.151 476.480 42.849 54.127 852.607

Leasingverhältnisse

Der Konzern ist Leasingnehmer von Leasingverhältnissen. Mit der Erstanwendung von IFRS 16 wurden in 2019 die unten stehenden Posten in die Bilanz aufgenommen. Die Tabellen enthalten zusätzliche Informationen für diese Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:

(in Tausend EUR) Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Sachanlagen
Stand am 1. Jan. 2020 51.469 3.363 1.743 56.575
Währungsumrechnungen (283) (88) (26) (397)
Zugänge 990 736 802 2.528
Abgänge (575) (142) (99) (816)
Abschreibungen des Geschäftsjahres (6.667) (1.269) (844) (8.780)
Wertminderungen 0 0 0 0
Umbuchungen (1.000) 0 0 (1.000)
Stand am 31. Dez. 2020 43.934 2.600 1.576 48.110
(in Tausend EUR) Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Sachanlagen
Stand am 1. Jan. 2019 3.066 2.621 0 5.687
Erfassung Nutzungsrechte aus der Erstanwendung IFRS 16 49.279 1.413 2.263 52.955
Angepasster Stand am 1. Jan. 2019 52.345 4.034 2.263 58.642
Währungsumrechnungen 219 (41) 22 200
Änderungen des Konsolidierungskreises 3.236 0 131 3.367
Zugänge 4.355 616 135 5.106
Abgänge (1.073) 0 (23) (1.096)
Abschreibungen des Geschäftsjahres (7.613) (1.246) (785) (9.644)
Wertminderungen 0 0 0 0
Stand am 31. Dez. 2019 51.469 3.363 1.743 56.575

In den Abgängen von Nutzungsrechten sind auch Vertragsanpassungen und Änderungen von Laufzeitannahmen enthalten.

b ––– Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 5 – 10 Jahre
Kundenstämme und sonstige immaterielle Vermögenswerte 5 – 21 Jahre

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des immateriellen Vermögenswertes in den Herstellungs-, Vertriebs- oder Verwaltungskosten erfasst.

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2020

(in Tausend EUR) Konzessionen,
gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
Geschäfts-
(Firmen)werte
Kundenstämme
und sonstige
immaterielle
Vermögenswerte
Immaterielle
Vermögenswerte
inklusive
Geschäfts-
(Firmen)werten
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2020 66.825 245.898 144.282 457.005
Währungsumrechnungen (298) (2.390) (1.348) (4.036)
Zugänge 2.222 0 0 2.222
Abgänge (418) 0 (3.286) (3.704)
Umbuchungen (1.035) 0 0 (1.035)
Stand am 31. Dez. 2020 67.296 243.508 139.648 450.452
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2020 56.569 9.048 32.392 98.009
Währungsumrechnungen (215) (8) (1.198) (1.421)
Abgänge (413) 0 (3.286) (3.699)
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.805 0 7.731 10.536
Wertminderungen 14 0 1.780 1.794
Umbuchungen (1.114) 0 0 (1.114)
Stand am 31. Dez. 2020 57.646 9.040 37.419 104.105
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2020 9.650 234.468 102.229 346.347
Buchwerte am 31. Dez. 2019 10.256 236.850 111.890 358.996
(in Tausend EUR) Konzessionen,
gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
Geschäfts-
(Firmen)werte
Kundenstämme
und sonstige
immaterielle
Vermögenswerte
Immaterielle
Vermögenswerte
inklusive
Geschäfts-
(Firmen)werten
ANSCHAFFUNGS- BZW. HERSTELLUNGSKOSTEN:
Stand am 1. Jan. 2019 62.898 115.510 31.838 210.246
Währungsumrechnungen (10) (108) (417) (535)
Änderungen des Konsolidierungskreises 1.343 130.496 112.861 244.700
Zugänge 2.236 0 0 2.236
Abgänge (267) 0 0 (267)
Umbuchungen 625 0 0 625
Stand am 31. Dez. 2019 66.825 245.898 144.282 457.005
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN UND
WERTMINDERUNGEN:
Stand am 1. Jan. 2019 54.086 9.046 24.246 87.378
Währungsumrechnungen (13) 2 (410) (421)
Abgänge (247) 0 0 (247)
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.743 0 8.556 11.299
Wertminderungen 0 0 0 0
Stand am 31. Dez. 2019 56.569 9.048 32.392 98.009
BUCHWERTE:
Buchwerte am 31. Dez. 2019 10.256 236.850 111.890 358.996
Buchwerte am 31. Dez. 2018 8.812 106.464 7.592 122.868

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2019

Die in den Posten "Sachanlagen" und "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" erfassten Abschreibungen und Wertminderungen betragen für das Geschäftsjahr 2020 Tsd. EUR 167.481 (2019: Tsd. EUR 134.329). Bei den Abschreibungen und Wertminderungen auf den Posten "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen von Kundenstämmen, die in den Vertriebskosten erfasst sind, sowie Abschreibungen von Softwarelizenzen, die in den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten gebucht wurden.

Es wurden keine im Eigentum des Konzerns stehenden Sachanlagen zur Absicherung von Verbindlichkeiten verpfändet.

c ––– Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten

Langfristig genutzte Vermögenswerte werden auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den erzielbaren Betrag überschreiten könnte. In diesem Fall wird der Buchwert mit dem höheren Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten oder dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cash Flows aus der Nutzung des Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten verglichen. Der sich aus dem Vergleich der Buchwerte mit dem erzielbaren Betrag ergebende Wertminderungsaufwand wird anteilig den Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswertes zugeordnet. Die einzelnen Vermögenswerte werden hierbei nicht unter ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herabgesetzt. Entfällt der Grund für die Wertminderung, wird eine Zuschreibung vorgenommen.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet und planmäßig abgeschrieben. Der Konzern beobachtet anhand externer und interner Informationsquellen Ereignisse und veränderte Umstände, die auf eine Wertminderung dieser Vermögenswerte hindeuten könnten (z. B. technisches oder physisches Veralten der Vermögenswerte oder ungeplante Stillstandszeiten sowie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen).

Bei Eintritt von solchen Ereignissen oder Umständen wird der Nutzungswert anhand des Barwertes der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) für das betroffene Tochterunternehmen bestimmt. Im Bedarfsfall werden zusätzlich externe Gutachten zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten eingeholt. Liegt der unter Anwendung dieser Verfahren ermittelte erzielbare Betrag (Nutzungswert bzw. beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) unter dem jeweiligen Buchwert der Gruppe von Vermögenswerten, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen.

In 2020 hat der Konzern beurteilt, ob aufgrund der Covid-19-Pandemie mit den damit verbundenen Unsicherheiten ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegt. Es wurden sowohl externe als auch interne Informationsquellen für die Analyse herangezogen. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen erwartet der Konzern keine wesentlichen negativen Effekte auf die zukünftigen Zahlungsströme seiner operativen Divisionen MM Karton und MM Packaging.

Aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einzelner temporärer Werksstillstände wurden jedoch bei einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die zukünftigen Cash Flow-Prognosen geringer eingeschätzt. Darüber hinaus wurde beim Kartonwerk Frohnleiten eine Gruppe separierbarer Vermögenswerte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Zur Ermittlung des Wertminderungsaufwandes wurde der jeweilige erzielbare Betrag der getesteten zahlungsmittelgenerierenden Einheit festgestellt und mit den Buchwerten verglichen. Neben diesen marktbasierten Bewertungen kam es aufgrund strukturbedingter Anpassungsmaßnahmen in beiden Divisionen zu vermögensspezifischen Abwertungen.

Basierend auf den aktuell vorliegenden Einschätzungen und Annahmen waren Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 31.517 zu verbuchen, wovon Tsd. EUR 29.723 auf Sachanlagen entfielen und im Wesentlichen in den Herstellungskosten erfasst wurden sowie Tsd. EUR 1.794 auf immaterielle Vermögenswerte, die in den Vertriebskosten zu verbuchen waren.

In der Kartondivision wurde beim österreichischen Kartonwerk Frohnleiten eine Gruppe separierbarer Vermögenswerte einem Wertminderungstest unterzogen, da die Marktnachfrage einer Produktlinie deutlich unter den Erwartungen geblieben ist und die Absatzprognosen für die nächsten Jahre als rückläufig eingeschätzt werden. Der ermittelte Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (Diskontierungszinssatz 8,93 %; Wachstumsrate -3 %) betrug Tsd. EUR 20.173. Die Gruppen von Vermögenswerten wiesen demgegenüber Buchwerte in Höhe von Tsd. EUR 33.324 auf und wurden folglich auf den niedrigeren erzielbaren Betrag wertgemindert. Der gänzlich auf Sachanlagen entfallende Wertminderungsaufwand von Tsd. EUR 13.151 wurde in den Herstellungskosten verbucht. Darüber hinaus kam es durch die Stilllegung der Kartonmaschine in Hirschwang, Österreich, zu einem Wertminderungsbedarf auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Tsd. EUR 10.584, der im Wesentlichen in den Herstellungskosten erfasst wurde.

Die Wertminderungen in der Packagingdivision in Höhe von Tsd. EUR 7.782 betrafen vor allem den Produktionsstandort in Amman, Jordanien, und einen polnischen Standort in Bydgoszcz. Der sich aus dem Vergleich der Buchwerte der Gruppe von Vermögenswerten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ergebende Wertminderungsaufwand wurde anteilig den Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswertes zugeordnet. Die einzelnen Vermögenswerte wurden hierbei nicht unter ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herabgesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten wurden durch externe Gutachter auf Basis international anerkannter Bewertungsverfahren ermittelt. Beim polnischen Produktionsstandort wurde neben Wertminderungen auf Sachanlagen auch der zugehörige Kundenstamm vollständig abgeschrieben. Neben marktbasierten Bewertungen beinhalten die Wertminderungen in der Packagingdivision auch unwesentliche Beträge aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen vor allem in Deutschland.

Aufgrund des Brandes in Hirschwang (siehe Anhangangabe 5) belief sich der beizulegende Zeitwert des Gebäudes abzüglich Veräußerungskosten auf Null. Der Wertminderungsaufwand in Höhe von Tsd. EUR 125 auf langfristige Vermögenswerte ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Herstellungskosten ausgewiesen.

Geschäfts(Firmen)werte

Geschäfts(Firmen)werte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und grundsätzlich einmal jährlich zum 31. Dezember oder zu jenem Zeitpunkt, zu dem Anzeichen dafür bestehen, dass eine wesentliche Wertminderung eingetreten sein könnte, auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft.

Zuordnung der Geschäfts(Firmen)werte

Geschäfts(Firmen)werte innerhalb des Konzerns werden auf Ebene der operativen Segmente MM Karton bzw. MM Packaging überwacht (siehe Anhangangabe 19). Die Prüfung auf Wertminderung erfolgt auf dieser Organisationsebene. Die Geschäfts(Firmen)werte werden den operativen Segmenten wie folgt zugeordnet:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Geschäfts(Firmen)werte MM Karton 4.612 4.612
Geschäfts(Firmen)werte MM Packaging 229.856 232.238
Geschäfts(Firmen)werte im Konzern 234.468 236.850

Eine dabei allfällig festgestellte Wertminderung würde in jener Höhe zu erfassen sein, in welcher der Buchwert des jeweiligen operativen Segmentes inklusive der diesem Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist dabei als der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten der jeweiligen Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten definiert. Dem Impairment-Test wird die Berechnung eines Nutzungswertes für jedes operative Segment zugrunde gelegt.

Ermittlung des Nutzungswertes

Der Nutzungswert für das jeweilige operative Segment wird anhand des Barwertes der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) unter Anwendung folgender Grundannahmen (Parameter) bestimmt:

Diskontierungszinssatz Der Diskontierungszinssatz entspricht den durchschnittlichen gewichteten Kosten des Eigen- und
Fremdkapitals (Weighted Average Cost of Capital – WACC) des Konzerns vor Steuern und beträgt für das
aktuelle Geschäftsjahr 9,95 % (2019: 9,98 %) für das Segment MM Karton sowie 12,90 % (2019: 12,99 %) für
das Segment MM Packaging. Die Eigenkapitalkosten leiten sich dabei aus einer allgemeinen Risikoprämie
ab, wobei das konzernspezifische Risiko mittels Anwendung eines Betafaktors sowie länderspezifischer
Risikofaktoren berücksichtigt wird. Der Betafaktor sowie die Fremdkapitalkosten werden anhand von Peer
Group-Informationen vom Kapitalmarkt abgeleitet.
Detailplanungszeitraum Der Detailplanungszeitraum beträgt fünf Jahre (2019: fünf Jahre). Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch
für die Cash Flows jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer
Annahmen für die ewige Rente modifiziert.
Free Cash Flow Die Free Cash Flows im Detailplanungszeitraum basieren auf den Schätzungen der mittelfristigen
Unternehmensplanung der beiden Segmente, die vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Darin fließen Annahmen
zu Mengen- und Ertragsentwicklungen ein, die aus externen Prognosen, Erfahrungswerten der Vergangenheit
sowie Einschätzungen des Managements zum Marktumfeld, wie Rohstoff- und Absatzpreisen, und internen
Inputfaktoren wie Investitions- und Personalplanung abgeleitet wurden.
Wachstumsrate In den Free Cash Flows nach dem fünfjährigen Detailplanungszeitraum wird eine kontinuierliche Wachstums
rate von 1,5 % p. a. (2019: 1,5 % p. a.) unter Einbeziehung einer Thesaurierungsquote berücksichtigt.
EBITDA Margin/
Kostenentwicklung
Ausgehend von der Erwartungshaltung des Unternehmens wird von einer stabilen EBITDA Margin bzw.
Fixkostenentwicklung ausgegangen. Geplanten Investitionen werden Abschreibungen in angemessener
Höhe gegenübergestellt.

Liegt der unter Anwendung dieses Verfahrens sowie der zugrunde liegenden Grundannahmen ermittelte jeweilige erzielbare Betrag (Nutzungswert) unter dem jeweiligen Buchwert des zahlungsmittelgenerierenden operativen Segmentes inklusive der diesem jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen.

Der Konzern hat seine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember 2020 bzw. 31. Dezember 2019 durchgeführt. Weder im Geschäftsjahr 2020 noch im Geschäftsjahr 2019 war auf dieser Basis eine Wertminderung von Geschäfts(Firmen)werten gegeben.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Hinsichtlich der die Ermittlung des Nutzungswertes beeinflussenden Parameter wurden die oben genannten Annahmen getroffen. Aus heutiger Sicht ist nach vernünftigem Ermessen keine derartig signifikante Änderung einer oder mehrerer der zur Bestimmung der Nutzungswerte der beiden operativen Segmente getroffenen Annahmen zu erwarten, die im folgenden Geschäftsjahr dazu führen könnte, dass der Buchwert des jeweiligen operativen Segmentes inklusive der diesem Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den jeweils erzielbaren Betrag übersteigt.

Jener Diskontierungszinssatz vor Steuern, bei dem zum 31. Dezember 2020 der Nutzungswert dem Buchwert entspräche, beträgt 17,91 % (31. Dezember 2019: 17,25 %) für das operative Segment MM Karton sowie 17,63 % (31. Dezember 2019: 15,64 %) für das operative Segment MM Packaging.

Eine Verminderung der Free Cash Flows um 5,0 %-Punkte bzw. der Wachstumsrate um 0,5 %-Punkte würde weder zum 31. Dezember 2020 noch zum 31. Dezember 2019 zu einer Wertminderung in einem der beiden operativen Segmente führen.

Zum 31. Dezember 2020 betrugen die Marktkapitalisierung des Konzerns Tsd. EUR 3.300.000 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 2.392.000) und der Buchwert des Eigenkapitals Tsd. EUR 1.547.098 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.508.309).

7 ––– ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

a ––– Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten und werden für die Bilanzierung in unterschiedliche Kategorien eingestuft, welche die Bewertungsmethode und damit auch die Arten der daraus entstehenden Erträge und Aufwendungen festlegen. Im Folgenden werden die Finanzinstrumente den einzelnen Kategorien zugeordnet. Danach wird gezeigt, welche in der Bilanz enthaltenen Buchwerte auf die jeweiligen Kategorien entfallen. Abschließend wird dargestellt, welche Erträge und Aufwendungen aus den unterschiedlichen Kategorien entstehen.

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Wertpapiere, sonstige Finanzanlagen, Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte (ausgenommen jedoch bestimmte Posten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Forderungen bezüglich Steuern und anderer Abgaben), Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem Saldo.

Finanzielle Vermögenswerte werden wie folgt klassifiziert und bewertet:

Kategorie Beispiele im MM Konzern
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Derivate

In der Folge werden die Kategorien von finanziellen Vermögenswerten näher erläutert.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten werden finanzielle Vermögenswerte bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten.
  • Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie alle sonstigen finanziellen Forderungen werden im Konzern dieser Kategorie zugeordnet. Auch alle Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, wie Festgelder, fallen unter diese Bewertungskategorie.

Ein Schuldinstrument ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (als Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden) zu bewerten, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht.
  • Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Der Konzern hält keine Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wird, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies trifft z. B. auf gehaltene Schuldinstrumente zu, die nicht die beiden Geschäftsmodellbedingungen erfüllen (z. B. Handelsportfolio) und/oder bei denen nicht nur Zins- und Tilgungszahlungsströme vorliegen.

Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente (Beteiligungen) sind grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wenn beim erstmaligen Ansatz keine unwiderrufliche Designierung zur erfolgsneutralen Bewertung bei fehlender Handelsabsicht erfolgt. In wenigen Fällen können auch die Anschaffungskosten eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes für (nicht notierte) Eigenkapitalinstrumente sein. Dies kann der Fall sein, wenn nicht genügend aktuellere Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen oder wenn es eine große Bandbreite von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt und die Anschaffungskosten der besten Schätzung des beizulegenden Zeitwertes innerhalb dieser Bandbreite entsprechen. Im Konzern gibt es Eigenkapitalanteile an nicht konsolidierten Gesellschaften. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeutung für die Gruppe, auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet.

Finanzielle Vermögenswerte, die im Konzern erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen Forderungen aus Finanzderivaten mit einem positiven beizulegenden Zeitwert sowie bestimmte Wertpapiere. Für Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, besteht das Wahlrecht, diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Der Konzern macht von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch.

Ansatz und Ausbuchung

Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat.

Bewertung

Finanzielle Vermögenswerte, die in die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" fallen, werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine wesentliche Finanzierungskomponente aufweisen, werden bei erstmaligem Ansatz mit dem Betrag der unbedingten Gegenleistung erfasst. Im Konzern werden finanzielle Vermögenswerte nicht nach der Effektivzinsmethode bewertet, deshalb weist der Konzern kein Ergebnis nach dieser Methode im Gesamtergebnis aus.

Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören, werden bei erstmaliger Erfassung zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.

Wertminderung

Finanzielle Vermögenswerte sind an jedem Abschlussstichtag auf den erforderlichen Wertminderungsbedarf zu überprüfen. Das Wertminderungsmodell von IFRS 9 beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im Konzern wurde eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter belastbare Ergebnisse liefert. Eine genauere Beschreibung dieses Modells ist in dieser Anhangangabe im Abschnitt c) unter Kredit- und Ausfallrisiko zu finden.

Die übrigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen potentiellen Wertminderungsbedarf als unwesentlich.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten (ausgenommen jedoch bestimmte Posten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Verbindlichkeiten bezüglich Steuern und anderer Abgaben) sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem Saldo.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden wie folgt klassifiziert und bewertet:

Kategorie Beispiele im MM Konzern
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Derivate
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, Transaktionskosten werden im Aufwand verbucht. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt.

In den Folgeperioden werden die finanziellen Verbindlichkeiten entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet.

Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Vermögenswerte eingestuft werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:

Erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten2)
Gesamt
(in Tausend EUR) Buchwerte per 31. Dez. 2020
Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen1) 1.774 936 2.710
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 415.804 415.804
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte inkl. Derivaten3) 2.663 8.128 10.791
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 146.241 146.241
Gesamt 4.437 571.109 575.546
Buchwerte per 31. Dez. 2019
Wertpapiere und sonstige Finanzanlagen1) 1.682 969 2.651
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 418.733 418.733
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte inkl. Derivaten3) 1.660 8.262 9.922
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 126.807 126.807
Gesamt 3.342 554.771 558.113

1) Für die Bewertung von "sonstigen Finanzanlagen", die als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" qualifiziert sind, siehe Anhangangabe 7e.

2) Die ausgewiesenen Beträge der finanziellen Vermögenswerte, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

3) siehe Anhangangabe 12

Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten eingestuft werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:

Erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten1)
Gesamt
(in Tausend EUR) Buchwerte per 31. Dez. 2020
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 0 221.792 221.792
Leasingverbindlichkeiten 0 46.634 46.634
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 220.437 220.437
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Derivaten2) 2.625 9.812 12.437
Gesamt 2.625 498.675 501.300
Buchwerte per 31. Dez. 2019
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 0 291.720 291.720
Leasingverbindlichkeiten 0 53.663 53.663
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 219.562 219.562
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Derivaten2) 1.840 10.144 11.984
Gesamt 1.840 575.089 576.929

1) Die ausgewiesenen Beträge der finanziellen Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Der beizulegende Zeitwert der fixverzinslichen Finanzverbindlichkeiten kann der Anhangangabe 14a entnommen werden. 2) siehe Anhangangabe 17

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten Gesamt (in Tausend EUR) Erträge und Aufwendungen 2020 Im Jahresüberschuss enthalten 1.351 1.341 2.692 Zinsen/erhaltene Dividenden 344 1.712 2.056 Zeitwert-/Buchwertanpassungen 1.007 (371) 636 Im sonstigen Ergebnis erfasst 0 0 0 Zeitwertänderungen 0 0 0 Nettogewinn/-verlust 1.351 1.341 2.692

Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten nach Kategorien bzw. Bewertungsmethoden geordnet:

Erträge und Aufwendungen 2019
Im Jahresüberschuss enthalten 1.238 1.524
2.762
Zinsen/erhaltene Dividenden 283 1.465 1.748
Zeitwert-/Buchwertanpassungen 955 59 1.014
Im sonstigen Ergebnis erfasst 0 0 0
Zeitwertänderungen 0 0 0
Nettogewinn/-verlust 1.238 1.524 2.762

Sämtliche Erträge und Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten
Gesamt
(in Tausend EUR) Erträge und Aufwendungen 2020
Im Jahresüberschuss enthalten (785) (7.698) (8.483)
Zinsen 0 (7.863) (7.863)
Zeitwert-/Buchwertanpassungen (785) 165 (620)
Nettogewinn/-verlust (785) (7.698) (8.483)

Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nach Kategorien bzw. Bewertungsmethoden geordnet:

Erträge und Aufwendungen 2019
Im Jahresüberschuss enthalten (877) (8.229)
(9.106)
Zinsen 0 (8.394) (8.394)
Zeitwert-/Buchwertanpassungen (877) 165 (712)
Nettogewinn/-verlust (877) (8.229) (9.106)

b ––– Derivate

Derivative Finanzinstrumente erfasst der Konzern als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Sicherungsbeziehungen als Absicherung von Zahlungsströmen oder Zeitwerten mit einzelnen Grundgeschäften reduzieren das Währungsrisiko im Konzern.

Dabei kommen Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte zur Verminderung der kurzfristigen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen zur Anwendung.

Die wichtigsten Fremdwährungen, gegen deren Schwankungen sich der Konzern absichert, sind das britische Pfund, der US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die Änderungen der Marktwerte dieser Derivate werden unter dem Posten "Wechselkursgewinne und -verluste – netto" ausgewiesen (siehe Anhangangabe 27). Die Abwicklung der Geschäfte und der Handel erfolgen in der Regel durch das Corporate Treasury.

Zum 31. Dezember 2020 bestanden im Konzern Forderungen aus Devisentermin- und Devisenswapgeschäften mit einem Nominalbetrag von Tsd. EUR 205.290 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 178.668) und Verbindlichkeiten mit einem Nominalbetrag von Tsd. EUR 205.072 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 178.891) mit einem positiven Marktwert von insgesamt Tsd. EUR 38 (31. Dezember 2019: negativer Marktwert von Tsd. EUR 180).

Bezüglich der angeführten derivativen Finanzinstrumente wurden in der Konzernbilanz unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte" ein kurzfristiger Vermögenswert in Höhe von Tsd. EUR 2.663 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.660) bzw. unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" eine kurzfristige Verbindlichkeit in Höhe von Tsd. EUR 2.625 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.840) erfasst.

Da im MM Konzern kein Hedge Accounting besteht, kommen die entsprechenden Regelungen des IFRS 9 nicht zur Anwendung.

c ––– Finanzrisikomanagement

Der Konzern ist verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt, die sich aus dem operativen Geschäft sowie der Finanzierungsstruktur ergeben. Dazu zählen insbesondere das Kredit-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsänderungsrisiko. Diese Risiken werden durch ein zentrales Risikomanagement begrenzt, das im gesamten Konzern Anwendung findet. Neben der Identifizierung, Analyse und Bewertung der Finanzrisiken erfolgen auch die Entscheidungen über den Einsatz von Finanzinstrumenten zum Management dieser Risiken grundsätzlich durch die Konzernzentrale.

Kredit- und Ausfallrisiko

Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann. Das im Grundgeschäft immanente Ausfallrisiko mit Geschäftspartnern wird im Konzern durch Kreditversicherungen bzw. bankmäßige Sicherheiten wie Garantien und Akkreditive größtenteils abgesichert. Die anzuwendenden Kriterien zur Bonitätsbeurteilung sind in den Verträgen mit Kreditversicherern sowie in internen Richtlinien festgelegt.

Die Kredit- und Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den Ansatz von entsprechenden Wertminderungen bzw. Rückstellungen vorgesorgt. Bei der Beurteilung des Gesamtrisikos werden bestehende Versicherungsdeckungen sowie eventuelle Garantien bzw. Akkreditive berücksichtigt. Zu den Finanzinstrumenten, die im Konzern in bestimmten Fällen eine Konzentration des Finanzrisikos verursachen können, zählen vor allem Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beziehen sich auf eine breite und diversifizierte Kundenstruktur mit unterschiedlicher Bonität. Die Kontrolle des Finanzrisikos im Zusammenhang mit Kunden erfolgt durch eine laufende Bonitätsprüfung der Kunden. Darüber hinaus schließt der Konzern Ausfallversicherungen ab, um Schäden aus einer möglichen Uneinbringlichkeit bestimmter Forderungen und bereits produzierter Ware abzudecken.

Zudem werden Wertminderungen auf Basis des zu erwartenden Verlustes für das gesamte Forderungsvolumen gebildet. Sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen einen Ausfall versichert und wird eine Wertberichtigung notwendig, so ist nur jener Betrag anzusetzen, der nicht von der Versicherung gedeckt wird. Im Konzern werden entweder Einzelwertberichtigungen oder pauschalierte Einzelwertberichtigungen gebildet bzw. wird auf Konzernebene das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 angewendet. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im Konzern wurde eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter belastbare Ergebnisse liefert. Zur Ermittlung gibt es das vereinfachte Modell in Form einer Wertberichtigungsmatrix, welches die wahrscheinlichkeitsgewichteten gesamten Kreditausfälle berücksichtigt ("Lifetime-Expected-Loss-Modell"). Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle werden auf Grundlage von Erfahrungen mit tatsächlichen Kreditausfällen der letzten vier Jahre separat für die Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und MENA berechnet. Um zukunftsorientierte Informationen in der Ermittlung zu berücksichtigen, werden CDS Spreads für die Berechnung verwendet, da diese das zukünftige Ausfallrisiko widerspiegeln. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen potentiellen Wertminderungsbedarf als unwesentlich.

Aufgrund der breiten und diversifizierten Kundenstruktur sowie der bestehenden Kreditversicherungen liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen hauptsächlich mit Kunden, die einer Kreditversicherung unterliegen, und Kunden, die eine sehr gute Bonität aufweisen, entsprechend war der Forderungsausfall in der Vergangenheit unwesentlich.

Der Konzern tätigt außerdem Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte. Alle diesbezüglichen Vertragspartner sind namhafte internationale Finanzinstitute, mit denen der Konzern in laufenden Geschäftsbeziehungen steht. Dementsprechend betrachtet der Konzern das Risiko der Nichterfüllung durch einen Vertragspartner und damit das Risiko diesbezüglicher Verluste als gering.

Geldmarktveranlagungen werden mit Geschäftsbanken, die über ein Rating im Investment-Grade-Bereich verfügen, abgeschlossen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, jederzeit die erforderlichen Zahlungsmittel zur fristgerechten Begleichung von Verbindlichkeiten aufbringen zu können. Die Finanzierungspolitik des Konzerns ist auf eine langfristige Finanzplanung ausgerichtet und wird zentral gesteuert und laufend überwacht. Basierend auf einer fristgerechten Liquiditätsplanung ist die ausreichende Liquidität aller Gesellschaften des Konzerns durch die Verfügbarkeit entsprechender Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie nicht ausgenutzter und sofort verfügbarer Kreditlinien gewährleistet. Die Gesellschaften des MM Konzerns werden überwiegend konzernintern finanziert. Dazu stehen insbesondere Intercompany-Kreditverträge und ein mit Finanzierungslimits versehenes Cash-Pooling-System zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko wird somit als gering eingestuft.

Die folgende Tabelle zeigt die undiskontierten zukünftigen Abflüsse aus verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsverpflichtungen und Zahlungsansprüchen aus derivativen Finanzinstrumenten sowie Zinsen für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten nach Fälligkeitsklassen, basierend auf der verbleibenden Restlaufzeit am Bilanzstichtag bzw. bezogen auf die vertraglich vereinbarte Endfälligkeit.

(in Tausend EUR) Bis zu 3 Monate 3 Monate bis zu
1 Jahr
1 − 2 Jahre 2 − 5 Jahre Über 5 Jahre
Stand am 31. Dez. 2020
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 2.484 43.359 23.685 102.264 50.000
Zinsen für verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten
217 3.305 3.345 7.301 1.350
Leasingverbindlichkeiten 1.973 5.099 5.562 11.254 22.746
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten 362 1.011 1.209 2.907 12.745
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
212.470 7.951 16 0 0
Zahlungsverpflichtungen aus
derivativen Finanzinstrumenten
196.311 8.761 0 0 0
Zahlungsansprüche aus
derivativen Finanzinstrumenten
(196.571) (8.719) 0 0 0
Stand am 31. Dez. 2019
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 47.570 56.924 13.928 103.298 70.000
Zinsen für verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten
437 3.782 3.721 9.346 2.839
Leasingverbindlichkeiten 1.866 6.483 7.074 12.966 25.274
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten 389 1.123 1.346 3.214 13.544
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
178.516 40.923 123 0 0
Zahlungsverpflichtungen aus
derivativen Finanzinstrumenten
167.206 11.685 0 0 0
Zahlungsansprüche aus
derivativen Finanzinstrumenten
(167.137) (11.530) 0 0 0

Währungsrisiko

Als Währungsrisiko bezeichnet man jenes Risiko, das sich aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten durch Wechselkursschwankungen ergeben kann. Dieses Risiko besteht dort, wo Geschäftsfälle in einer anderen Währung als der funktionalen (lokalen) Währung der Gesellschaft abgewickelt werden. Dies ist insbesondere für Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten in britischen Pfund, US-Dollar und Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, der Fall. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in der Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen sowie durch Devisentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte reduziert.

Hätte sich der Kurs der unten angeführten Währungen, bezogen auf kurzfristige und langfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, zum Stichtag 31. Dezember 2020 (31. Dezember 2019) um den unten angeführten Prozentsatz ("Volatilität") verändert, wären der Jahresüberschuss und damit das Eigenkapital, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, um die folgenden Beträge höher bzw. niedriger ausgefallen.

Auswirkung auf Jahresüberschuss
und Eigenkapital in Tausend EUR
Währung Volatilität 2020 2019
EUR1) +/- 5 % -/+ 425 -/+ 253
GBP +/- 5 % +/- 143 +/- 198
USD +/- 5 % -/+ 63 -/+ 439

1) Aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der EUR ist.

Zinsänderungsrisiko

Unter Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass durch Änderungen des Marktzinssatzes Wertschwankungen von Bilanzposten oder Schwankungen von Zahlungsströmen entstehen. Für festverzinsliche Bilanzposten besteht im Wesentlichen das Risiko von Wertschwankungen (Kursrisiko). Für den Fall, dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch der (Bar-)Wert von Finanzinstrumenten mit fest vereinbarten Zinszahlungen. Durch diese Wertschwankungen kann ein Gewinn oder Verlust entstehen, der insbesondere dann realisiert wird, wenn das Finanzinstrument vor Fälligkeit veräußert wird. Für variabel verzinste Bilanzposten besteht im Wesentlichen das Risiko schwankender Zahlungsströme. Für den Fall, dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch die Höhe der zu leistenden oder zu empfangenden Zinsen von Finanzinstrumenten mit variabel vereinbarten Zinszahlungen. Solche Veränderungen würden die laufenden Zinszahlungen und somit auch den Zinsertrag und Zinsaufwand ändern. Zum 31. Dezember 2020 finanziert sich der Konzern sowohl variabel als auch fix und hält nahezu ausschließlich variabel verzinsliche finanzielle Vermögenswerte.

Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2020 (31. Dezember 2019) um zehn Basispunkte (d. s. 0,1 %) höher bzw. niedriger gewesen, wären der Jahresüberschuss und das Eigenkapital, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um die folgenden Beträge höher oder niedriger ausgefallen:

Veränderung
des Zinssatzes
Auswirkung auf Jahresüberschuss
und Eigenkapital in Tausend EUR
2020 2019
Aus variabel verzinslichen Vermögenswerten +/- 0,1 % +/- 39 +/- 25
Aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten +/- 0,1 % -/+ 103 -/+ 151

d ––– Kapitalmanagement

Das eingesetzte Kapital umfasst das Eigenkapital des Konzerns sowie die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Das Kapitalmanagement zielt daher insbesondere auf die Sicherstellung einer für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns angemessenen Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung einer kontinuierlichen Dividendenpolitik sowie die dafür erforderliche Absicherung der Liquiditätsreserven ab.

Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Eigenkapital 1.547.098 1.508.309
Bilanzsumme 2.399.570 2.422.653
Eigenkapitalquote 64,5 % 62,3 %

Die Zielsetzung des Kapitalmanagements für die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr unverändert in einer Bandbreite von 50 % bis 70 %. Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapital-Anforderungen. Die Mayr-Melnhof Karton AG unterliegt den Mindestkapital-Anforderungen des österreichischen Aktiengesetzes. Satzungsmäßige Kapitalerfordernisse bestehen nicht.

Die Liquiditätsreserven des Konzerns werden durch die Kennzahl der Nettoverschuldung widergespiegelt. Diese ermittelt sich zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019 wie folgt:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 146.241 126.807
Finanzverbindlichkeiten (268.426) (345.383)
Nettoverschuldung (122.185) (218.576)

Für die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurden teilweise mit den Kreditgebern Financial Covenants vereinbart. Die Financial Covenants orientieren sich hauptsächlich an der Eigenkapitalquote und an der Quote aus Nettoverschuldung zu EBITDA. Sämtliche dieser Klauseln wurden im Geschäftsjahr eingehalten.

e ––– Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Eine Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte sowie finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind, lautet wie folgt:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Finanzielle Vermögenswerte:
Derivative Finanzinstrumente (Stufe 2) 2.663 1.660
Wertpapiere (Stufe 1) 371 367
Finanzielle Verbindlichkeiten:
Derivative Finanzinstrumente (Stufe 2) 2.625 1.840

Bewertungsmethoden

In Abhängigkeit davon, ob ausreichend Informationen über Marktpreise vorhanden sind oder nicht, verwendet der Konzern folgende Hierarchie zur Bestimmung der Bewertungsmethode und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten:

Verfügbarkeit der Information, nach Stufen geordnet Angewandte Bewertungsmethode
Stufe 1 – Notierte Marktpreise sind verfügbar Bewertung auf Basis notierter Marktpreise für identische
Finanzinstrumente
Stufe 2 – Notierte Marktpreise für identische Instrumente sind nicht
verfügbar, aber alle benötigten Bewertungsparameter
können von aktiven Märkten abgeleitet werden
Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren unter Verwendung
von direkt oder indirekt beobachtbaren Marktdaten

Die beizulegenden Zeitwerte für Wertpapiere (Stufe 1-Bewertung) werden auf Grundlage notierter Preise auf aktiven Märkten ermittelt.

Die beizulegenden Zeitwerte für derivative Finanzinstrumente (Stufe 2-Bewertung) werden im Wesentlichen anhand der Kassakurse am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung von laufzeitadäquaten Terminaufbzw. -abschlägen ermittelt.

Grundsätzlich gibt es auch Finanzinstrumente, bei denen die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 3- Bewertung), erfolgt. Im Konzern gibt es derzeit keine derartigen Finanzinstrumente, bei denen diese Bewertungsmethode anzuwenden wäre.

In den als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifizierten sonstigen Finanzanlagen sind am 31. Dezember 2020 Eigenkapitalanteile an nicht konsolidierten Gesellschaften in Höhe von Tsd. EUR 1.403 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.315) enthalten. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeutung für die Gruppe, auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet.

8 ––– NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN, WERTPAPIERE UND SONSTIGE FINANZANLAGEN

Anteile an assoziierten Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen, in denen der Konzern einen maßgeblichen, aber nicht beherrschenden Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben kann, werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % der Fall. Der Konzern hält zudem Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Ihre Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von untergeordneter Bedeutung.

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben.

Wertpapiere

Der Konzern bewertet seine Wertpapiere überwiegend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Agios bzw. Disagios auf Schuldtitel werden über die Laufzeit des Wertpapiers verteilt und erfolgswirksam im Posten "Finanzerträge" bzw. "Finanzaufwendungen" erfasst.

Wertpapiere sind als langfristig einzustufen, wenn ein Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate ab dem Bilanzstichtag nicht beabsichtigt ist bzw. nicht erfolgen wird. Andernfalls sind die Wertpapiere als kurzfristig zu klassifizieren. Aktuell hält der Konzern keine kurzfristigen Wertpapiere.

Sonstige Finanzanlagen

Sonstige Finanzanlagen umfassen sonstige Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige Finanzinvestitionen. Sonstige Beteiligungen sind der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet, ihre Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von untergeordneter Bedeutung.

Die Buchwerte der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, der langfristigen Wertpapiere und der sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Anteile an assoziierten Unternehmen 2.057 2.104
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen 2.637 1.472
Sonstige Beteiligungen 1.403 1.315
Nicht an die Begünstigten verpfändete Rückdeckungsversicherungen 813 848
Langfristige Wertpapiere 494 488
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, Wertpapiere und
sonstige Finanzanlagen
7.404 6.227

Zum 31. Dezember 2020 waren in den langfristigen Wertpapieren des Konzerns Investmentfonds sowie festverzinsliche Wertpapiere mit einem Buchwert in Höhe von Tsd. EUR 494 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 488) enthalten.

Der Konzern hält 45 % der Anteile an der Société Tunisienne des Emballages Modernes (STEM), Tunis, Tunesien (siehe Anhangangabe 33). Die Anteile an diesem Unternehmen stellen ein für sich genommen unwesentliches assoziiertes Unternehmen dar, das nach der Equity-Methode bilanziert wird.

Der Konzern hält 40 % der Anteile an Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd., Quzhou City, China (siehe Anhangangabe 33). Die Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten müssen einstimmig erfolgen. Die Anteile an diesem Unternehmen stellen demnach ein Gemeinschaftsunternehmen dar, das für sich genommen unwesentlich ist und nach der Equity-Methode bilanziert wird.

Folgende Tabelle fasst die Finanzinformationen zusammen:

Anteile an assoziierten
Unternehmen
Anteile an
Gemeinschaftsunternehmen
(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Anteil am Jahresergebnis1) 74 (230) 210 (64)
Anteil am sonstigen Ergebnis2) (121) 198 (94) 1
Anteil am Gesamtergebnis (47) (32) 116 (63)

1) ausgewiesen im "Sonstigen Finanzergebnis – netto"

2) Anteil an Währungsumrechnungsdifferenzen in der Konzerngesamtergebnisrechnung

9 ––– STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG

Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen und wird unter Anwendung der Steuervorschriften jener Länder, in denen die Tochterunternehmen des Konzerns jeweils tätig sind und wo sie daher ihr zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet.

Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet. Latente Steuern werden unter Anwendung jener Steuersätze bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruches bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernder Gewinn für deren Nutzung verfügbar sein wird. Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt. Wurden in der laufenden Periode oder der Vorperiode Verluste erlitten, werden nur bei substanziellen Hinweisen auf ein zukünftig zu versteuerndes Ergebnis, wie z. B. grundlegenden strukturellen Änderungen bei Tochterunternehmen, latente Steueransprüche angesetzt.

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung dieser temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Das ist im Konzern z. B. bei Dividenden, welche einer Quellenbesteuerung unterliegen bzw. nicht unter das internationale Schachtelprivileg fallen, der Fall.

Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die den Ausgleich auf Nettobasis herbeiführen können, erhoben werden. Dies ist insbesondere für Tochtergesellschaften der Fall, die der österreichischen Steuergruppe angehören, bzw. für Unternehmen der MM Gruppe, welche einer steuerlichen Organschaft angehören.

Der Effekt von Steuersatzänderungen auf aktive und passive latente Steuerposten spiegelt sich im Ertragsteueraufwand bzw. in der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode der Gesetzesänderung wider.

a ––– Bilanziell erfasste latente Steuern

Die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten aufgrund von temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen setzen sich an den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Immaterielle Vermögenswerte 1.772 1.666
Sachanlagen 10.862 10.234
Vorräte 7.591 6.650
Pensionspläne und sonstige Rückstellungen 28.870 28.465
Ausleihungen, Beteiligungen und Wertpapiere 2.372 1.862
Verlustvorträge 11.614 11.970
Finanzverbindlichkeiten 12.079 13.500
Sonstige 4.222 2.968
Latente Steueransprüche – brutto 79.382 77.315
Nicht angesetzte latente Steueransprüche (8.907) (9.408)
Latente Steueransprüche – netto 70.475 67.907
Saldierung (22.775) (25.453)
Latente Steueransprüche laut Bilanz 47.700 42.454
Immaterielle Vermögenswerte (25.913) (28.313)
Sachanlagen (22.831) (25.488)
Vorräte (1.108) (797)
Pensionspläne und sonstige Rückstellungen (4.919) (3.728)
Sonstige (6.688) (6.819)
Latente Steuerverbindlichkeiten – netto (61.459) (65.145)
Saldierung 22.775 25.453
Latente Steuerverbindlichkeiten laut Bilanz (38.684) (39.692)

Die nicht angesetzten latenten Steueransprüche in Höhe von Tsd. EUR 8.907 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 9.408) beinhalten Tsd. EUR 7.904 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 8.252) aus nicht angesetzten Verlustvorträgen.

Die folgende Tabelle zeigt die voraussichtliche Realisation der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Latente Steueransprüche, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden 15.194 12.740
Latente Steueransprüche, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden 55.281 55.167
Latente Steueransprüche 70.475 67.907
Latente Steuerverbindlichkeiten, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden (3.433) (2.834)
Latente Steuerverbindlichkeiten, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden (58.026) (62.311)
Latente Steuerverbindlichkeiten (61.459) (65.145)

Latente Steuerverbindlichkeiten, die aus Unterschieden zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital (Outside-Basis-Differences) resultieren, wurden für bestimmte Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nicht angesetzt, da es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird. Der Betrag der diesbezüglichen thesaurierten Gewinnanteile beläuft sich am 31. Dezember 2020 auf Tsd. EUR 1.226.492 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.273.295). Für jene thesaurierten Gewinnanteile, die zur Ausschüttung vorgesehen sind, wurde die Bewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten entsprechend der bei Durchführung der Ausschüttung anfallenden Kapitalertrag- bzw. Quellensteuer angepasst.

Der Konzern ist diversen Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft sowie von nationalen und internationalen Bestimmungen ableiten lassen. Nach detaillierten Analysen potentieller Risiken ist der Konzern der Ansicht, dass aufgrund der fehlenden Vorhersehbarkeit hinsichtlich der Würdigung durch steuerliche Behörden im In- und Ausland, diese Unsicherheiten zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung ausreichend berücksichtigt zu haben.

b ––– Steuerliche Verlustvorträge

Eine Übersicht über die zum jeweiligen Bilanzstichtag im Konzern bestehenden steuerlichen Verlustvorträge stellt sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Beschränkt vortragsfähige Verlustvorträge 21.074 25.100
Unbeschränkt vortragsfähige Verlustvorträge 28.463 24.240
Verlustvorträge 49.537 49.340
(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Angesetzte Verlustvorträge 14.997 15.453
Nicht angesetzte Verlustvorträge 34.540 33.887
Verlustvorträge 49.537 49.340

Die beschränkt vortragsfähigen Verlustvorträge verfallen, sofern zwischenzeitlich keine Nutzung erfolgen sollte, ab 2021 bis 2025.

Die Überprüfung der Ansatzfähigkeit der Verlustvorträge führte zu dem Ergebnis, dass für Tsd. EUR 14.997 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 15.453) aktive latente Steuern in Höhe von Tsd. EUR 3.710 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 3.718) angesetzt wurden. Für die verbleibenden Tsd. EUR 34.540 31. Dezember 2019: Tsd. EUR 33.887) wurden die darauf entfallenden aktiven latenten Steuern in Höhe von Tsd. EUR 7.904 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 8.252) in der Bilanz nicht angesetzt. Die Verfallsdaten dieser nicht angesetzten Verlustvorträge stellen sich dabei wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 2020 2019
1 Jahr 2.571 2.480
2 Jahre 2.516 2.103
3 Jahre 5.607 7.473
4 Jahre 2.494 8.065
5 Jahre 6.228 3.370
Nach 5 Jahren 1.170 0
Unbeschränkt vortragsfähig 13.954 10.396
Summe 34.540 33.887

c ––– Erfolgswirksam erfasste "Steuern vom Einkommen und Ertrag"

Der Posten "Steuern vom Einkommen und Ertrag" setzt sich wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Laufende Steuern:
Aktuelle Periode 63.240 74.544
Aufgrund der Nutzung von bisher nicht angesetzten Verlustvorträgen (285) (154)
Vorperioden 1.222 6.649
Latente Steuern:
Aufgrund temporärer Differenzen (3.827) (18.989)
Aufgrund steuerlicher Verlustvorträge der aktuellen Periode (285) (2.086)
Aufgrund des Verbrauches angesetzter Verlustvorträge 503 1.254
Aufgrund steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren (243) 0
Aufgrund von Schätzungsänderungen von aktiven latenten Steuern 0 (39)
Aufgrund von Steuersatzänderungen (481) (269)
Steuern vom Einkommen und Ertrag 59.844 60.910

d ––– Angaben zu steuerlichen Auswirkungen auf das "Sonstige Ergebnis"

Grundlage für den Betrag der Ertragsteuern, der direkt dem sonstigen Ergebnis gutgeschrieben wurde, sind die in 2020 gebuchten versicherungsmathematischen Verluste sowie Währungsumrechnungen aus den Nettoinvestitionen in Höhe von Tsd. EUR 5.225 (2019: Tsd. EUR 18.604). Darauf entfallen im Geschäftsjahr 2020 Ertragsteuern von Tsd. EUR 2.164 (2019: Tsd. EUR 5.309). Die versicherungsmathematischen Verluste und die Verluste aus Währungsumrechnungen nach Steuern betragen Tsd. EUR 3.061 (2019: Tsd. EUR 13.295).

e ––– Konzernsteuersatz

Eine Überleitung vom anzuwendenden Steuersatz, der sich aus der geografischen Ergebnisgewichtung zu den in den einzelnen Steuerjurisdiktionen jeweils geltenden Nominalsteuersätzen ergibt, auf den effektiven Steuersatz, mit dem das Ergebnis vor Steuern tatsächlich belastet wurde, ermittelt sich wie folgt:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Ergebnis vor Steuern 222.074 251.129
Theoretischer Steueraufwand 25 % 55.519 62.782
Anpassungen von ausländischen Steuersätzen (1.271) (2.376)
Nicht abzugsfähige Aufwendungen bzw. steuerfreie Erträge 130 (1.664)
Nicht angesetzte Verlustvorträge des Geschäftsjahres 1.459 729
Ansatzänderung von Verlustvorträgen aus Vorjahren (297) (2.085)
Nutzung von nicht angesetzten Verlustvorträgen (285) (155)
Schätzungsänderungen von aktiven latenten Steuern 0 (39)
Kapitalertrag- und Quellensteuer 1.496 3.197
Steuersatzänderungen (481) (269)
Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) 3.541 820
Sonstige Effekte 33 (30)
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 59.844 60.910
Effektiver Steuersatz 26,95 % 24,25 %

10 ––– VORRÄTE

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert wird dabei aus den erwarteten Verkaufspreisen unter Berücksichtigung der noch anfallenden Kosten zur Fertigstellung sowie der geschätzten Vertriebskosten abgeleitet. In der Kartondivision wird zur Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren im Wesentlichen das gewogene Durchschnittspreisverfahren unter Berücksichtigung der Absatzmarktsituation angewandt. In der Packagingdivision erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren grundsätzlich nach der tatsächlichen Verbrauchsreihenfolge (Identitätspreisverfahren). Der Wert der in der Bilanz ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe basiert auf den Daten der manuellen Inventur bzw. des Bestandsführungssystems. Eine Abwertung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt abhängig vom jeweiligen Einzelfall.

Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten neben den direkten Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten. Wertminderungen für schwer verkäufliches bzw. veraltetes Vorratsvermögen werden auf Basis der Lagerdauer und unter Einbeziehung der Absatzsituation vorgenommen.

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 202.889 204.795
Unfertige Erzeugnisse 26.746 26.565
Fertige Erzeugnisse und Waren 156.119 165.090
Gesamt 385.754 396.450
Wertminderungen (36.133) (32.911)
Vorräte – netto 349.621 363.539

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 9.485 (2019: Tsd. EUR 9.876) bzw. Wertaufholungen in Höhe von Tsd. EUR 1.655 (2019: Tsd. EUR 464) erfolgswirksam als Teil der Herstellungskosten erfasst. Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte betrug Tsd. EUR 8.340 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 8.529).

Die in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung unter den Herstellungskosten ausgewiesenen Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Materialaufwand 1.288.624 1.329.150
Aufwendungen für bezogene Leistungen 29.264 32.968
Gesamt 1.317.888 1.362.118

11 ––– FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, also dem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen, bilanziert.

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 417.274 420.124
Wertberichtigungen (1.470) (1.391)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – netto 415.804 418.733

Die überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019 in die folgenden Zeitbänder:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Bis zu 30 Tage überfällig 5.306 6.883
31 − 60 Tage überfällig 3.400 4.093
61 − 365 Tage überfällig 2.317 2.993
Mehr als 365 Tage überfällig 265 500
Summe der überfälligen, nicht wertberichtigten Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
11.288 14.469

Zur Erläuterung der Faktoren, die bei der Feststellung der Wertberichtigungen berücksichtigt wurden, wird auf die Ausführungen zum Kredit- und Ausfallrisiko verwiesen (siehe Anhangangabe 7).

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres 1.391 1.387
Währungsumrechnungen (41) 17
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 676
Verbrauch (251) (633)
Auflösung (124) (370)
Zuführung 495 314
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 1.470 1.391

12 ––– RECHNUNGSABGRENZUNGEN, SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE

Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Umsatzsteuerforderungen 19.652 19.873
Sonstige Steuerforderungen 14.639 11.819
Aktive Rechnungsabgrenzungen 10.989 10.198
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen 8.551 2.235
Forderungen aus Finanzderivaten 2.663 1.660
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16.099 13.978
Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte 72.593 59.763
Davon finanzielle Vermögenswerte 10.791 9.922
Davon nicht-finanzielle Vermögenswerte 61.802 49.841

Im Vorjahr war unter den sonstigen Vermögenswerten ein Grundstück als "zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" enthalten, welches nun im Sinne der Klarheit als separater Posten in der Bilanz ausgewiesen ist.

13 ––– EIGENKAPITAL

a ––– Grundkapital/Kapitalrücklagen

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert.

Unverändert zum Vorjahr beträgt das voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft Tsd. EUR 80.000 und ist in 20.000.000 Stück genehmigte und ausgegebene nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt EUR 4,00. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Die Kapitalrücklagen resultieren aus dem Agio der im Rahmen des Börsenganges 1994 erfolgten Kapitalerhöhung und aus der Einziehung eigener Aktien abzüglich der Erhöhung des Grundkapitals aus der gebundenen Kapitalrücklage in 2008 und 2010 und entsprechen betraglich der gebundenen Kapitalrücklage der Gesellschaft.

Der Vorstand wurde von der 25. Hauptversammlung ermächtigt, eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals mit Wirksamkeit bis 24. Oktober 2021 zu erwerben. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bis zum 31. Dezember 2020 keinen Gebrauch gemacht.

b ––– Gewinnrücklagen/Dividende

Die Gewinnrücklagen enthalten thesaurierte Ergebnisse aus Vorjahren.

Nach dem österreichischen Aktiengesetz ("AktG") bemisst sich die an die Aktionäre ausschüttbare Dividende nach dem Bilanzgewinn, der gemäß österreichischem Unternehmensgesetzbuch ("UGB") im Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG ausgewiesen wird. Zum 31. Dezember 2020 beträgt der ausschüttungsfähige Bilanzgewinn Tsd. EUR 130.000 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 75.000).

Auszug aus dem Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG

(in Tausend EUR) 2020 2019
Bilanzgewinn zu Beginn des Geschäftsjahres 75.000 65.000
Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres 132.106 69.602
Rücklagenveränderung (13.106) 4.398
Dividende (64.000) (64.000)
Bilanzgewinn am Ende des Geschäftsjahres 130.000 75.000

Für das Geschäftsjahr 2020 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung die Auszahlung einer Dividende von EUR 3,20 nach EUR 3,20 für 2019 pro stimmberechtigter Aktie vorgeschlagen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 2020 eine Dividende von Tsd. EUR 64.000. Die Dividende 2019 in Höhe von Tsd. EUR 64.000 wurde termingerecht am 13. Mai 2020 ausbezahlt (siehe Entwicklung des Konzerneigenkapitals).

c ––– Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile

Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und am gesamten Jahresergebnis von Tochterunternehmen der Mayr-Melnhof Karton AG. Die nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile werden zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung als Anteil am Nettovermögen (Eigenkapital) des jeweiligen Unternehmens bzw. der Geschäftseinheit bilanziert und unter Berücksichtigung von Ergebnisanteilen, ausbezahlten Dividenden sowie Kapitalein- und -auszahlungen fortgeschrieben.

Die zusammenfassenden Informationen hinsichtlich der Tochterunternehmen des Konzerns, an denen nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile bestehen, sind nachfolgend gegeben. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor konzerninternen Eliminierungen. Weitere Angaben zu diesen Tochterunternehmen sind der Anhangangabe 33 zu entnehmen.

31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
(in Tausend EUR) MM Karton MM Packaging MM Karton MM Packaging
Langfristige Vermögenswerte 527 53.324 592 54.723
Kurzfristige Vermögenswerte 3.109 59.702 3.210 66.836
Langfristige Verbindlichkeiten 687 33.242 848 28.683
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.319 16.809 1.145 33.813
Nettovermögen 1.630 62.975 1.809 59.063
Buchwerte der nicht beherrschenden
(Minderheits-) Anteile
646 4.106 704 4.571
2020 2019
Umsatzerlöse 6.067 80.379 6.027 68.982
Jahresüberschuss 524 11.480 1.190 6.695
Davon entfallen auf nicht beherrschende
(Minderheits-) Anteile
178 864 364 112
Gesamtergebnis 749 10.920 1.496 6.540
Davon entfallen auf nicht beherrschende
(Minderheits-) Anteile
189 713 346 108
Bezahlte Dividende an nicht beherrschende
(Minderheits-) Anteile
247 949 357 690
Veränderung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0 561 0 16.996

d ––– Sonstiges Ergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung

In den sonstigen Rücklagen werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen. Dies sind im Einzelnen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen, Letztere nach Berücksichtigung der darauf entfallenden werthaltigen latenten Steuern.

In 2020 beinhalten die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassten Ergebnisbestandteile Währungsumrechnungen mit einem negativen Betrag von Tsd. EUR 59.690 (2019: positiver Betrag von Tsd. EUR 9.199) sowie versicherungsmathematische Verluste in Höhe von Tsd. EUR 583 (2019: Tsd. EUR 19.843). Darauf entfallen im Geschäftsjahr 2020 Ertragsteuern (siehe Anhangangabe 9d) in Höhe von Tsd. EUR 2.164 (2019: Tsd. EUR 5.309). Die hohen Währungsumrechnungen im laufenden Geschäftsjahr resultieren insbesondere aus der Abwertung des russischen Rubel, der türkischen Lira, und des polnischen Zloty.

14 ––– FINANZVERBINDLICHKEITEN UND LEASING

Die Finanzverbindlichkeiten umfassen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Dieser Wert errechnet sich aus der ursprünglich ausbezahlten Nominale abzüglich Tilgungen und zuzüglich aufgelaufener Zinsen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 175.949 187.226
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 39.562 45.314
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 215.511 232.540
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 45.843 104.494
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.072 8.349
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 52.915 112.843
Finanzverbindlichkeiten 268.426 345.383

a ––– Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2020 und zum 31. Dezember 2019 bestanden die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften. Diese Finanzverbindlichkeiten zu aktuellen Zinssätzen gliedern sich wie folgt:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020
0,596 % EUR Kredit(e) fällig 2021 42.674
6,082 % CNY Kredit(e) fällig 2021 685
0,806 % EUR Kredit(e) fällig 2022 23.000
6,082 % CNY Kredit(e) fällig 2022 685
6,473 % CNY Kredit(e) fällig 2023 2.138
1,811 % EUR Kredit(e) fällig 2024 80.000
5,715 % CNY Kredit(e) fällig 2024 126
0,552 % EUR Kredit(e) fällig 2025 20.000
2,673 % EUR Kredit(e) fällig 2026 50.000
Ausgeschöpfter Finanzierungsrahmen 2.484
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 221.792
Davon langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 175.949
Davon kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 45.843
(in Tausend EUR) 31. Dez. 2019
0,789 % EUR Kredit(e) fällig 2020 55.688
9,450 % JOD Kredit(e) fällig 2020 1.573
6,524 % CNY Kredit(e) fällig 2020 1.235
0,750 % EUR Kredit(e) fällig 2021 12.693
6,524 % CNY Kredit(e) fällig 2021 1.235
0,691 % EUR Kredit(e) fällig 2022 20.000
6,524 % CNY Kredit(e) fällig 2022 1.235
6,524 % CNY Kredit(e) fällig 2023 2.063
1,846 % EUR Kredit(e) fällig 2024 80.000
0,691 % EUR Kredit(e) fällig 2025 20.000
2,673 % EUR Kredit(e) fällig 2026 50.000
Ausgeschöpfter Finanzierungsrahmen 45.998
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 291.720
Davon langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 187.226
Davon kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 104.494

Zum 31. Dezember 2020 betrug der gewogene Durchschnittszinssatz für diese Finanzverbindlichkeiten 1,614 % (31. Dezember 2019: 1,610 %).

Zum 31. Dezember 2020 standen dem Konzern kurzfristige verzinsliche Finanzierungsrahmen in Höhe von Tsd. EUR 2.484 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 45.998) zur Verfügung, wovon ein Betrag von Tsd. EUR 2.484 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 45.998) zum Bilanzstichtag ausgeschöpft wurde. Zum 31. Dezember 2020 betrug der gewogene Durchschnittszinssatz dieser kurzfristigen, von ausländischen Tochterunternehmen genutzten Finanzierungen 1,279 % (31. Dezember 2019: im Wesentlichen von Tochterunternehmen in Österreich genutzten Finanzierungsrahmen: 1,239 %). Die genannten Finanzierungen unterliegen üblichen Bankkonditionen.

Von den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten unterliegen Kredite in Höhe von Tsd. EUR 118.328 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 141.171) einem fixierten Zinssatz, deren beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2020 Tsd. EUR 126.929 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 149.023) beträgt. Dieser errechnet sich als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme diskontiert mit der aktuell beobachtbaren Zinsstrukturkurve (Stufe 2). Die fortgeführten Anschaffungskosten stellen für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Für die angeführten Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Besicherungen. Zum 31. Dezember 2020 stehen dem Konzern zudem nicht ausgeschöpfte langfristige Kreditlinien in Höhe von Tsd. EUR 900.000 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 400.000) zur Verfügung.

Zum 31. Dezember 2020 sind in den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten kurzfristig revolvierende Bankkredite in Höhe von Tsd. EUR 37.980 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 37.980) enthalten.

b ––– Leasing

Der Konzern ist bei Leasingtransaktionen überwiegend Leasingnehmer. Bis einschließlich 2018 wurden Leasingverhältnisse über Sachanlagen entweder als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Seit dem 1. Januar 2019 werden Leasingverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Alle Verträge, die zum 31. Dezember 2018 unter IAS 17 identifiziert wurden, wurden in den Bestand gemäß IFRS 16 übernommen.

Leasingverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden mit dem Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen bewertet.

Grundsätzlich wird mit dem impliziten Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, abgezinst, sofern dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d. h. dem Zinssatz, den ein Leasingnehmer für vergleichbare Transaktionen zahlen müsste.

Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von technischen Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeugen und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden nicht in der Bilanz, sondern als Aufwand erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten.

Der Konzern mietet und least vor allem Gebäude, Grundstücke, Lagerräume, Büro- und sonstige Einrichtungen, die für den operativen Betrieb notwendig sind. Eine Reihe von Immobilien-Leasingverträgen des Konzerns enthält Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Der Konzern hat diese abgewogen und entsprechend berücksichtigt. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, um die maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf die vom Konzern genutzten Vermögenswerte zu erhalten. Die Mehrheit der bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen kann nur durch den Konzern und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber ausgeübt werden.

Eine Übersicht über die in der Bilanz erfassten Leasingverbindlichkeiten im Konzern zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019 stellt sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 39.562 45.314
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.072 8.349
Leasingverbindlichkeiten 46.634 53.663

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse in 2020 betrugen Tsd. EUR 9.907 (2019: Tsd. EUR 9.833).

Aufwendungen für Leasingverhältnisse, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt wurden, stellen sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen 5.283 5.637
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 1.414 1.329
Aufwendungen für Leasingverhältnisse von Vermögenswerten von geringem Wert 526 399

15 ––– LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Leistungsorientierte Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtungen werden gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") versicherungsmathematisch bewertet. Der Barwert der Anwartschaften wird aufgrund der geleisteten Dienstzeit, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der vertraglich bzw. gesetzlich verpflichtend vorgesehenen Rentenanpassungen berechnet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzierten Rückstellung werden im "Sonstigen Finanzergebnis − netto" erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld bereits enthalten sind, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden für kollektivvertragliche bzw. auf Basis von Betriebsvereinbarungen erworbene, langfristige Ansprüche der Arbeitnehmer in Zusammenhang mit der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"– laufendes Einmalprämienverfahren) versicherungsmathematisch bewertet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzierten Rückstellung werden im "Sonstigen Finanzergebnis − netto" erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19 in den Gewinn- und Verlustrechnungen erfasst.

Rückstellungen für Altersteilzeit werden sowohl bei Abschluss von einzelvertraglichen als auch für zukünftig wahrscheinliche Altersteilzeitvereinbarungen gebildet, wenn die Arbeitnehmer aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen einen Anspruch auf Altersteilzeit haben. Die zur Abdeckung der Altersteilzeitverpflichtungen gesetzlich vorgeschriebenen Wertpapierbesicherungen werden entsprechend dem Verwendungszweck mit den Rückstellungen für Altersteilzeit saldiert, sofern diese die Voraussetzungen als Planvermögen erfüllen.

Der Posten "Sonstige" beinhaltet im Wesentlichen Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten, welche im Sinne der Klarheit nunmehr als langfristig klassifiziert und von den kurzfristigen in die langfristigen Rückstellungen umgegliedert wurden.

a ––– Entwicklung der langfristigen Rückstellungen

Im Geschäftsjahr 2020 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:

(in Tausend EUR) Pensionen Abfertigungen Jubiläums
gelder
Altersteilzeit Sonstige Gesamt
Stand am 1. Jan. 2020 85.010 44.113 14.933 576 2.907 147.539
Währungsumrechnungen (810) (450) 0 0 0 (1.260)
Umbuchungen 0 0 (36) 0 2.816 2.780
Verbrauch (4.780) (9.998) (1.048) (368) (5) (16.199)
Auflösung 0 0 (2.020) 0 (699) (2.719)
Zuführung 2.083 2.628 1.977 109 4.615 11.412
Erfolgsneutrale Bewertung nach IAS 19 (411) 991 0 0 0 580
Versorgungszahlungen aus und Beiträge
ins Planvermögen
868 0 0 0 0 868
Stand am 31. Dez. 2020 81.960 37.284 13.806 317 9.634 143.001

Im Geschäftsjahr 2019 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:

(in Tausend EUR) Pensionen Abfertigungen Jubiläums
gelder
Altersteilzeit Sonstige Gesamt
Stand am 1. Jan. 2019 72.926 31.550 10.646 359 428 115.909
Währungsumrechnungen 698 (133) 0 0 0 565
Änderungen des Konsolidierungskreises 367 8.474 2.400 0 0 11.241
Verbrauch (4.248) (3.319) (747) (286) (4) (8.604)
Zuführung 3.849 2.880 2.634 503 2.483 12.349
Erfolgsneutrale Bewertung nach IAS 19 14.786 4.661 0 0 0 19.447
Versorgungszahlungen aus und Beiträge
ins Planvermögen
(3.368) 0 0 0 0 (3.368)
Stand am 31. Dez. 2019 85.010 44.113 14.933 576 2.907 147.539

Zum 31. Dezember 2020 wurden im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung zur Besicherung von Rückstellungen für Altersteilzeit Wertpapiere mit einem Marktwert in Höhe von Tsd. EUR 1.356 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.341) als Sicherheit gewidmet, welche sowohl zum 31. Dezember 2020 als auch zum 31. Dezember 2019 verwendungskonform als Planvermögen von der zugrunde liegenden Verpflichtung in Abzug gebracht wurden.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden im Zuge der Stilllegung der Kartonmaschine in Hirschwang, Österreich, Rückstellungen für Nachsorgeverpflichtungen von Altlasten gebildet. Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine wesentlichen Aufwendungen aus Umweltangelegenheiten.

b ––– Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Der Großteil der Arbeitnehmer des Konzerns ist im Rahmen der gesetzlichen Altersvorsorge versichert, wobei die laufenden Beitragszahlungen in diese gesetzlichen Versorgungseinrichtungen im Zeitpunkt der Zahlung aufwandswirksam erfasst werden. Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmern leistungs- oder beitragsorientierte Pensionszusagen erteilt. Diese Leistungszusagen hängen von den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ab und richten sich in der Regel nach der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der begünstigten Arbeitnehmer.

Im Rahmen der beitragsorientierten Versorgungspläne leistet der Konzern fest vereinbarte Beiträge an externe Versorgungsträger, ohne dass der Konzern eine die Zahlung übersteigende Leistungsverpflichtung gegenüber dem Arbeitnehmer eingeht. Diese laufenden Beitragszahlungen werden als Teil des Pensions- und Abfertigungsaufwandes der jeweiligen Periode ausgewiesen und betragen im Geschäftsjahr 2020 Tsd. EUR 6.396 (2019: Tsd. EUR 6.008).

Die leistungsorientierten Personalverpflichtungen im Konzern setzen sich aus Pensionen und Abfertigungen zusammen. Derartige Verpflichtungen bestehen in verschiedenen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt, im Wesentlichen jedoch in Deutschland, Österreich und Großbritannien.

Die Verpflichtungen aus Pensionen umfassen die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung für aktive und nach Erfüllung der Unverfallbarkeitsfristen für ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen sind dies Führungskräfte sowie Mitarbeiter, bei denen entsprechende Zusagen, die aus der Zeit vor dem Erwerb eines solchen Tochterunternehmens stammen, vom Konzern übernommen wurden. Die Verpflichtung besteht demnach sowohl gegenüber Mitarbeitern in bestehenden Arbeitsverhältnissen als auch ausgetretenen sowie pensionierten Mitarbeitern.

Die aufgrund der Pensionspläne vorgesehenen Zahlungen können sowohl auf dem im letzten Beschäftigungsjahr als auch auf dem im Durchschnitt mehrerer Jahre bezogenen Gehalt eines Mitarbeiters beruhen und sind in der Regel von der Beschäftigungsdauer abhängig. Die Versorgungsleistungen sind als Einmalzahlung oder als monatliche Rentenzahlung zu gewähren. Im Fall von Rentenzahlungen trägt der Konzern das Risiko der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund von Rentenanpassungen in vollem Umfang.

Der Konzern unterhält in Großbritannien einen Pensionsfonds, welcher durch ein Kuratorium, bestehend aus Gesellschaftsvertretern und den Begünstigten des Pensionsfonds, verwaltet wird. Die Verantwortung für Investmententscheidungen und Beitragspläne obliegt der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium.

Die Verpflichtung aus der Abfertigung von Mitarbeitern umfasst gesetzliche und vertragliche Ansprüche auf einmalige Abfertigungszahlungen des Konzerns an Arbeitnehmer, die aufgrund bestimmter Anlässe wie Arbeitgeberkündigung, einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method" – laufendes Einmalprämienverfahren) bewertet und bilanziert. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche versicherungsmathematisch berechnet. Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen und Einschätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Diskontierungszinssatz, die geschätzte Lebenserwartung, künftige Gehalts- bzw. Pensionsanpassungen sowie das Pensionseintrittsalter.

Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aufgrund von Änderungen im Bestand der Versorgungsberechtigten und Abweichungen der tatsächlichen Trends gegenüber den der Berechnung zugrunde gelegten Annahmen ergeben, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
(in %) Pensionen Abfertigungen Pensionen Abfertigungen
Diskontierungszinssatz 1,02 % 1,35 % 1,18 % 1,23 %
Gehaltstrend 2,51 % 2,85 % 2,53 % 2,66 %
Rententrend 2,00 % - 2,16 % -

Der Bewertung der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wurden die folgenden versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:

Die oben stehenden Angaben stellen den gewichteten Durchschnitt über alle relevanten Gesellschaften des Konzerns dar.

Die Berechnung für die Lebenserwartung erfolgte auf Basis lokaler Sterbetafeln. Diese sind im Wesentlichen für Österreich AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt" (2019: AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt"), für Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G (2019: 2018 G), für Großbritannien Post Retirement und Pre Retirement: S3PA CMI_2019_M/F [1,25 %] (2019: S3PA CMI_2018_M/F [1,25 %]). Das Pensionseintrittsalter entspricht in aller Regel den jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Bestimmungen.

Folgende Aufwendungen wurden für leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungszusagen erfasst:

2020 2019
(in Tausend EUR) Pensionen Abfertigungen Pensionen Abfertigungen
Aufwand für im Geschäftsjahr erworbene
Versorgungsansprüche
1.074 2.040 1.557 1.939
Zinsaufwand auf die in der Bilanz ausgewiesene
Nettoverpflichtung
877 517 1.430 964
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 47 0 153
Planänderungen (27) 24 727 (176)
Verwaltungskosten aus der Anlage von Planvermögen 159 0 135 0
Nettoaufwand für Pensionen und Abfertigungen 2.083 2.628 3.849 2.880

Die Anwartschaftsbarwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt:

2020 2019
(in Tausend EUR) Pensionen Abfertigungen Pensionen Abfertigungen
Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres 146.887 44.113 126.100 31.550
Währungsumrechnungsdifferenzen (2.176) (450) 1.983 (133)
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 2.515 8.474
Aufwand für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche 1.074 2.040 1.557 1.939
Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche 1.685 517 2.676 964
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 47 0 153
Wertveränderungen (557) 991 15.577 4.661
Davon (Gewinne)/Verluste aus der Änderung von demografischen
Annahmen (z. B. Lebenserwartung, Pensionseintrittsalter)
(87) 89 (979) (479)
Davon (Gewinne)/Verluste aus der Änderung von finanziellen
Annahmen (z. B. Diskontierungszinssatz, Gehaltstrend, Rententrend)
651 803 17.470 4.452
Davon erfahrungsbedingte versicherungsmathematische
(Gewinne)/Verluste (Abweichung Istwerte von Planwerten)
(1.121) 99 (914) 688
Versorgungszahlungen (4.780) (9.998) (4.248) (3.319)
Planänderungen (27) 24 727 (176)
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 142.106 37.284 146.887 44.113
Pensionen
(in Tausend EUR) 2020 2019
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 61.877 53.174
Währungsumrechnungsdifferenzen (1.366) 1.285
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 2.148
Zinsertrag 808 1.246
Verwaltungskosten (159) (135)
Wertveränderungen (146) 791
Davon Rendite des Planvermögens nach Abzug des im
Nettozinsergebnis erfassten Ertrages
(146) 791
Beiträge der Arbeitgeber 1.483 5.024
Versorgungszahlungen aus dem Plan (2.351) (1.656)
Marktwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 60.146 61.877

Eine Übersicht über die geografische und divisionale Verteilung des Nettoaufwandes für leistungsorientierte Pensionen und Abfertigungen, des Anwartschaftsbarwertes sowie des Marktwertes des Planvermögens stellt sich für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 wie folgt dar:

2020
MM Karton MM Packaging
(in Tausend EUR) Deutschland Österreich Restliche
Länder1)
Gesamt Deutschland Österreich Restliche
Länder
Gesamt
Nettoaufwand für Pensionen und
Abfertigungen
363 981 562 1.906 818 1.057 930 2.805
Anwartschaftsbarwert am Ende des
Geschäftsjahres
24.197 46.094 42.347 112.638 34.842 22.451 9.459 66.752
Marktwert des Planvermögens am
Ende des Geschäftsjahres
902 29.835 24.685 55.422 809 3.531 384 4.724

1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds in Großbritannien inkludiert.

2019
MM Karton MM Packaging
(in Tausend EUR) Deutschland Österreich Restliche
Länder1)
Gesamt Deutschland Österreich Restliche
Länder
Gesamt
Nettoaufwand für Pensionen und
Abfertigungen
535 1.730 1.315 3.580 997 1.047 1.105 3.149
Anwartschaftsbarwert am Ende des
Geschäftsjahres
26.195 52.049 42.947 121.191 37.211 23.979 8.619 69.809
Marktwert des Planvermögens am
Ende des Geschäftsjahres
920 29.245 27.321 57.486 717 3.280 394 4.391

1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds in Großbritannien inkludiert.

Für das Geschäftsjahr 2021 werden im Konzern Arbeitgeberbeiträge in das Planvermögen in Höhe von Tsd. EUR 3.186 erwartet. Darin enthalten ist eine Verpflichtung zur Aufstockung des Planvermögens und für sonstige Aufwendungen in Großbritannien in Höhe von Tsd. EUR 3.059.

Zusammensetzung des Planvermögens

In Österreich und Deutschland besteht Planvermögen für Pensionsverpflichtungen in Form von Rückdeckungsversicherungen, die an die jeweiligen Begünstigten verpfändet wurden. Die Rückdeckungsversicherungen werden bedarfsgerecht durch den Konzern aufgestockt.

Weiteres Planvermögen ist einem Pensionsfonds in Großbritannien zuzurechnen und wird durch ein externes Vermögensmanagement gemäß den Richtlinien des dafür zuständigen Kuratoriums veranlagt. Die derzeitigen Richtlinien sehen eine anteilige Investition von 30 % bis 40 % in Eigenkapitalinstrumente und 60 % bis 70 % in Fremdkapitalinstrumente vor; zur Streuung des Ausfallrisikos ist eine Mindestdiversifikation vorgeschrieben, indem einzelne Investments auf den Wert von 2 % des Portfolios und die Summe aller Investments in ein Unternehmen auf den Wert von 4 % des Portfolios limitiert sind. Investments in Private Equity Funds und Hedge Funds sind untersagt. Ziel des Vermögensmanagements ist die Renditemaximierung bei einem angemessenen Risikoniveau; zur Messbarkeit der Zielerreichung werden dem Vermögensmanagement indexbasierte Benchmarks vorgegeben. Der Konzern ist dazu verpflichtet, entsprechend einem mehrjährigen Beitragsplan laufende Einzahlungen in das Planvermögen in Großbritannien zu leisten. Des Weiteren besteht Planvermögen in Form eines Pensionsfonds auf den Philippinen und einer Sammelstiftung in der Schweiz.

Die Portfoliostruktur des Planvermögens an den Bewertungsstichtagen 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019 stellt sich wie folgt dar:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 in % 31. Dez. 2019 in %
Eigenkapitalinstrumente:
– Entwickelte Märkte 7.460 8.497
– Schwellenländer 969 1.409
Gesamt 8.429 14 % 9.906 16 %
Fremdkapitalinstrumente:
– Unternehmensanleihen 12.311 13.855
– Staatsanleihen 1.987 782
Gesamt 14.298 24 % 14.637 24 %
Verpfändete Rückdeckungsversicherungen 36.309 60 % 35.822 58 %
Geldmarktveranlagungen/Bankguthaben 1.110 2 % 1.469 2 %
Gesamt 60.146 100 % 61.834 100 %

Alle Instrumente der Kategorien Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden auf aktiven Märkten gehandelt. Die Ratings der Investments in Fremdkapitalinstrumente entsprechen mindestens einem "Investment Grade".

Marktpreisrisiken des Planvermögens

Die Rendite des Planvermögens ist gemäß IAS 19 in Höhe des Diskontierungssatzes für die zugrunde liegenden Verpflichtungen anzunehmen. Dies entspricht der Rendite von Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Sofern dabei die tatsächliche Rendite des Planvermögens den angewandten Diskontierungszinssatz überschreitet (unterschreitet), vermindert (erhöht) sich die Nettoverpflichtung aus den bestehenden Plänen. Aufgrund der Aktienquote im Planvermögen in Großbritannien kann einerseits die tatsächliche Rendite langfristig über der Rendite von Unternehmensanleihen guter Bonität liegen, sich aber andererseits eine kurzfristig höhere Volatilität des Planvermögens ergeben. Das diesbezügliche Kursrisiko erachtet der Konzern aber aufgrund des niedrigen Aktienanteiles am gesamten Planvermögen als überschaubar. Zudem können die in den kommenden Jahren fällig werdenden Verpflichtungen aus dem laufenden Cash Flow des Konzerns und den übrigen Bestandteilen des Planvermögens bedient werden.

31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
(in Tausend EUR) Pensionen Abfertigungen Pensionen Abfertigungen
Anwartschaftsbarwert 142.106 37.284 146.887 44.113
Davon durch Rückstellungen gedeckte
Versorgungsansprüche
57.210 37.284 61.740 44.113
Davon fondsfinanzierte Versorgungsansprüche 84.896 0 85.147 0
Abzüglich Marktwert des Planvermögens (60.146) 0 (61.877) 0
Als langfristige Rückstellung bilanzierte
Nettoverpflichtung
81.960 37.284 85.010 44.113

Die Nettoverpflichtung aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen und die Überleitung zu den Bilanzwerten stellen sich wie folgt dar:

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Rückstellungen aus Pensionen und Abfertigungen wurden die Auswirkungen resultierend aus möglichen Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Auswirkung auf Anwartschaftsbarwert 2020
(in %) Veränderung der
Annahme um
Erhöhung der Annahme Verminderung der
Annahme
Diskontierungszinssatz 0,25 % Abnahme um 3,6 % Anstieg um 3,8 %
Gehaltstrend 0,25 % Anstieg um 0,8 % Abnahme um 0,7 %
Rententrend 0,25 % Anstieg um 2,5 % Abnahme um 2,4%
Erhöhung der Annahme
um 1 Jahr
Pensionseintrittsalter Abnahme um 0,8 %
Lebenserwartung Anstieg um 3,0 %
Auswirkung auf Anwartschaftsbarwert 2019
(in %) Veränderung der
Annahme um
Erhöhung der Annahme Verminderung der
Annahme
Diskontierungszinssatz 0,25 % Abnahme um 3,6 % Anstieg um 3,8 %
Gehaltstrend 0,25 % Anstieg um 0,9 % Abnahme um 0,8 %
Rententrend 0,25 % Anstieg um 2,5 % Abnahme um 2,3 %
Erhöhung der Annahme
um 1 Jahr
Pensionseintrittsalter Abnahme um 0,8 %
Lebenserwartung Anstieg um 3,0 %

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag 14,8 Jahre (31. Dezember 2019: 14,8 Jahre).

Bezogen auf die tatsächlichen Auszahlungen hinsichtlich der Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen stellen sich die erwarteten Fälligkeiten in den nächsten zehn Jahren zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019 wie folgt dar:

(in Tausend EUR) Weniger als 1
Jahr
Zwischen 1 − 2
Jahren
Zwischen 2 − 5
Jahren
Zwischen 5 − 10
Jahren
Gesamt
Zum 31. Dez. 2020
Versorgungspläne 6.705 5.989 19.943 42.432 75.069
Zum 31. Dez. 2019
Versorgungspläne 5.256 9.620 21.782 44.276 80.934

16 ––– VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Kurzfristige Verbindlichkeiten werden im Regelfall mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 220.437 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 219.562) sind zum 31. Dezember 2020 Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 21.521 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 19.398) enthalten, welche in der Konzerngeldflussrechnung im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit als nicht zahlungswirksame Transaktionen berücksichtigt wurden, sowie erhaltene Anzahlungen von Kunden in Höhe von Tsd. EUR 2.609 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.100).

17 ––– RECHNUNGSABGRENZUNGEN UND SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

Abgegrenzte Schulden stellen Schulden dar, bei denen der Zeitpunkt der Inanspruchnahme und/oder die Höhe nicht vollständig sicher, jedoch mit einem hohen Grad an Sicherheit bestimmbar sind. Auch wenn zur Bestimmung ihrer Höhe oder ihres zeitlichen Eintretens gelegentlich Einschätzungen erforderlich sind, ist der Bestimmtheitsgrad bei abgegrenzten Schulden deutlich höher als bei Rückstellungen. Daher werden sie je nach Zugehörigkeit unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (siehe Anhangangabe 16) und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, vor allem im Personal- und Sozialbereich, dargestellt.

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich 91.275 82.158
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 14.339 13.290
Verbindlichkeiten für Kundenrabatte und -boni 13.266 10.782
Passive Rechnungsabgrenzungen 7.194 3.133
Sonstige Verbindlichkeiten 14.109 13.430
Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 140.183 122.793
Davon finanzielle Verbindlichkeiten 12.437 11.984
Davon nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 127.746 110.809

Die Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich umfassen vor allem Prämien und Tantiemen an Mitarbeiter, nicht konsumierte Urlaube sowie sonstige abgegrenzte Verpflichtungen aus dem Personalbereich.

Die Berechnung der Verbindlichkeiten für Kundenrabatte und -boni erfolgt auf Basis der in den geltenden Kundenvereinbarungen enthaltenen Bonus- bzw. Rabattansprüche. Boni sind so ausgestaltet, dass Kunden rückwirkend eine Rückerstattung erhalten, wenn innerhalb einer Abrechnungsperiode ein gewisses Abnahmevolumen erreicht wurde.

18 ––– KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen werden gebildet, soweit der Konzern gegenüber Dritten eine gegenwärtige − rechtliche oder faktische − Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Einschätzung des Erfüllungsbetrages der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag.

Wenn eine Vielzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht – wie im Fall der gesetzlichen Gewährleistung −, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensminderung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf eine einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtung gering ist.

(in Tausend EUR) Absatzbereich Sonstige Rückstellungen Gesamt Stand am 1. Jan. 2020 4.363 7.827 12.190 Währungsumrechnungen (190) (69) (259) Umbuchungen 0 (2.816) (2.816) Verbrauch (2.041) (1.393) (3.434) Auflösung (132) (268) (400) Zuführung 2.036 14.615 16.651 Stand am 31. Dez. 2020 4.036 17.896 21.932

Im Geschäftsjahr 2020 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:

Im Geschäftsjahr 2019 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:

(in Tausend EUR) Absatzbereich Sonstige
Rückstellungen
Gesamt
Stand am 1. Jan. 2019 3.935 7.954 11.889
Währungsumrechnungen (7) 4 (3)
Änderungen des Konsolidierungskreises 412 192 604
Verbrauch (1.766) (2.785) (4.551)
Auflösung (317) (258) (575)
Zuführung 2.106 2.720 4.826
Stand am 31. Dez. 2019 4.363 7.827 12.190

Die Rückstellungen im Absatzbereich werden für Produkthaftung und Gewährleistungen sowie Warenrückgaben gebildet. Die Rückstellung für Produkthaftung und Gewährleistungen basiert sowohl auf gesetzlichen als auch auf vertraglichen Grundlagen. Für die Berechnung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit ermittelt.

Der Posten "Sonstige Rückstellungen" beinhaltet im Wesentlichen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von Tsd. EUR 11.208 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 15), Rechtsstreitigkeiten und Prozesskosten sowie für sonstige Steuern.

Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten werden im Sinne der Klarheit nunmehr als langfristig klassifiziert und in die "Langfristigen Rückstellungen" umgegliedert (siehe Anhangangabe 15).

19 ––– SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen sind in zwei Geschäftsbereichen, der Kartonerzeugung (Division MM Karton) und der Herstellung von Faltschachteln bzw. Verpackungen (Division MM Packaging), tätig. Der Konzern ist diesen Geschäftsbereichen entsprechend organisiert und wird auf Basis der für die beiden Geschäftsbereiche erstellten Finanzinformationen vom Vorstand geleitet. Daher entsprechen die Segmente den beiden Geschäftsbereichen.

In der Division MM Karton werden zahlreiche Kartonsorten, überwiegend gestrichener Faltschachtelkarton auf Basis von Recyclingfasern, hergestellt und vertrieben.

Die Division MM Packaging verarbeitet Karton zu bedrucktem Faltschachtelkarton, der von einem breiten Kundenspektrum wie der Nahrungsmittelindustrie oder Konsumgüterproduzenten abgenommen wird (z. B. Verpackungen für Frühstückszerealien, Trockennahrung, Zucker, Süß- und Backwaren, Kosmetika, Waschmittel, Haushaltsartikel, Spielwaren, Tabakprodukte, Pharmaprodukte und hochwertige Süßware).

Die Daten aus dem Managementinformationssystem, die der Segmentberichterstattung zugrunde liegen, basieren grundsätzlich auf den im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Zentralbereiche werden analog zur Vorgehensweise im Managementinformationssystem mithilfe eines Umlageverfahrens vollständig auf die Segmente verteilt. Ergebnisse aus Transaktionen zwischen den Segmenten werden bereits in den Segmentergebnisgrößen eliminiert.

Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des betrieblichen Ergebnisses und des Jahresüberschusses, so, wie sie in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung dargestellt werden.

Die Umsätze innerhalb der Segmente finden zu fremdüblichen Konditionen statt.

Die Umsätze werden nach dem Bestimmungslandprinzip jenen Ländern zugerechnet, in welche die Waren geliefert werden. Langfristig nutzbare Vermögenswerte werden nach den Standorten der jeweiligen Einheiten aufgeteilt.

Investitionen bzw. Abschreibungen und Wertminderungen bezeichnen den Erwerb bzw. die Amortisation und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6).

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des Mayr-Melnhof Konzerns resultieren, und umfassen Erträge aus Verkäufen von einer vielfältigen Palette an Kartonsorten sowie Faltschachteln. Die unter bestimmten Voraussetzungen geforderte Trennung von Leistungsverpflichtungen kann in Abhängigkeit von den im Einzelfall mit den Kunden vereinbarten Lieferkonditionen zu separierende Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen ergeben, die im MM Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Im Übrigen gibt es im Konzern keine wesentlichen Mehrkomponentenverträge, die z. B. neben Warenlieferungen auch Dienstleistungen beinhalten. Werkzeuge, wie z. B. Stanzformen und Gravuren, werden nicht als einzelne Leistungsverpflichtung betrachtet, da diese zur Vertragserfüllung notwendig sind.

Die Gegenleistung, zu deren Erhalt der Konzern im Austausch für die Lieferung seiner Waren berechtigt ist, setzt sich aus dem Preis der zu liefernden Güter und einer etwaigen variablen Komponente, in Form von Kundenrabatten und -boni, zusammen und ist auf Ziel zahlbar. Eine Finanzierungskomponente liegt aufgrund der vereinbarten Zahlungsziele nicht vor. Die variable Komponente wird als "Verbindlichkeit für Kundenrabatte und -boni" berücksichtigt. Die Höhe dieser Verbindlichkeit richtet sich nach dem wahrscheinlichen Anspruch des Kunden und wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst.

Die Erfassung der Umsatzerlöse aus der Herstellung und dem Verkauf von Karton und Faltschachteln erfolgt auf Basis der vereinbarten Lieferkonditionen (Incoterms) zeitpunktbezogen.

2020
(in Tausend EUR) MM Karton MM Packaging Eliminierungen Konzern
Außenumsätze 934.501 1.593.898 0 2.528.399
Konzerninterne Umsätze 116.251 318 (116.569) 0
Gesamte Umsatzerlöse 1.050.752 1.594.216 (116.569) 2.528.399
Betriebliches Ergebnis 86.695 144.685 0 231.380
Finanzerträge 421 1.593 (302) 1.712
Finanzaufwendungen (3.158) (5.007) 302 (7.863)
Ergebnis vor Steuern 83.346 138.728 0 222.074
Steuern vom Einkommen und Ertrag (24.987) (34.857) 0 (59.844)
Jahresüberschuss 58.359 103.871 0 162.230
Investitionen 95.022 62.617 0 157.639
Abschreibungen1) (54.262) (81.702) 0 (135.964)
Wertminderungen1) (23.735) (7.782) 0 (31.517)
Segment-Aktiva 1.218.682 1.421.188 (240.300) 2.399.570
Segment-Verbindlichkeiten 378.009 714.763 (240.300) 852.472
Mitarbeiter zum 31. Dezember 2.417 7.521 9.938

Die Segmentberichterstattung des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

2019
(in Tausend EUR) MM Karton MM Packaging Eliminierungen Konzern
Außenumsätze 967.219 1.577.190 0 2.544.409
Konzerninterne Umsätze 111.078 765 (111.843) 0
Gesamte Umsatzerlöse 1.078.297 1.577.955 (111.843) 2.544.409
Betriebliches Ergebnis 110.436 144.835 0 255.271
Finanzerträge 421 1.363 (319) 1.465
Finanzaufwendungen (3.079) (5.634) 319 (8.394)
Ergebnis vor Steuern 106.317 144.812 0 251.129
Steuern vom Einkommen und Ertrag (27.449) (33.461) 0 (60.910)
Jahresüberschuss 78.868 111.351 0 190.219
Investitionen 84.757 66.243 0 151.000
Abschreibungen1) (51.750) (82.579) 0 (134.329)
Wertminderungen1) 0 0 0 0
Segment-Aktiva 1.195.247 1.486.206 (258.800) 2.422.653
Segment-Verbindlichkeiten 380.896 792.248 (258.800) 914.344
Mitarbeiter zum 31. Dezember 2.516 7.498 10.014

1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die folgende Aufstellung zeigt die Verteilung der Umsatzerlöse nach den jeweiligen Bestimmungsländern sowie der langfristig nutzbaren Vermögenswerte und der getätigten Investitionen nach Unternehmensstandorten:

2020 2019
(in Tausend EUR) Umsatzerlöse Langfristige
Vermögens
werte
Investitionen Umsatzerlöse Langfristige
Vermögens
werte
Investitionen
Österreich 47.387 488.216 44.551 52.686 511.304 34.200
Deutschland 428.202 316.134 42.619 435.898 312.984 51.426
Frankreich 273.938 74.546 8.033 273.151 79.128 8.330
Großbritannien 231.991 15.237 3.652 222.443 14.239 6.700
Weitere westeuropäische Länder 415.486 78.885 12.915 405.505 75.311 11.042
Osteuropa (inklusive Türkei) 715.985 231.644 35.959 726.173 244.263 27.558
Asien und MENA 256.693 100.649 7.224 258.885 112.165 8.085
Nord- und Südamerika 123.859 37.508 2.686 134.515 44.073 3.659
Sonstige 34.858 0 0 35.153 0 0
Gesamt 2.528.399 1.342.819 157.639 2.544.409 1.393.467 151.000

Langfristig nutzbare Vermögenswerte sowie Investitionen beinhalten die Posten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6) sowie geleistete Anzahlungen (siehe Anhangangabe 12).

20 ––– SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

(in Tausend EUR) 2020 2019
Versicherungserträge 6.645 2.982
Mieterträge 1.641 1.409
Veräußerungsgewinne und -verluste aus Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerten – netto
625 623
Sonstige Erträge – netto 10.897 6.868
Sonstige betriebliche Erträge 19.808 11.882

Die Versicherungserträge beinhalten eine Versicherungsentschädigung im Zusammenhang mit dem Brand in Hirschwang, die, soweit zulässig, mit den kausal zusammenhängenden Aufwendungen saldiert wurde (siehe Anhangangabe 5).

Die "sonstigen Erträge – netto" enthalten Erträge aus Schadensvergütungen in Höhe von Tsd. EUR 2.090 (2019: Tsd. EUR 2.692), öffentliche Zuwendungen in Höhe von Tsd. EUR 1.356 (2019: Tsd. EUR 427), Energieeffizienzrückvergütungen in Höhe von Tsd. EUR 2.479 (2019: Tsd. EUR 846) sowie eine Vielzahl von Einzelsachverhalten.

21 ––– AUFWENDUNGEN NACH AUFWANDSARTEN

Die Darstellung der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Die nachfolgenden Tabellen zeigen eine Aufgliederung nach Aufwandsarten für das Geschäftsjahr 2020 bzw. das Geschäftsjahr 2019:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Materialaufwand und bezogene Leistungen 1.317.888 1.362.118
Personalaufwand 526.548 496.774
Abschreibungen1) 135.964 134.329
Wertminderungen1) 31.517 0
Sonstiger Aufwand 304.910 307.799
Summe Herstellungskosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten,
sonstige betriebliche Aufwendungen
2.316.827 2.301.020
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
(in Tausend EUR) 2020 2019
Materialaufwand und bezogene Leistungen 1.317.888 1.362.118
Personalaufwand 363.329 350.236
Abschreibungen1) 114.716 112.502
Wertminderungen1) 29.237 0
Sonstiger Aufwand 88.709 92.668
Herstellungskosten 1.913.879 1.917.524
1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen 402.948 383.496
Sonstiger Aufwand 216.201 215.131
Wertminderungen1) 2.280 0
Abschreibungen1) 21.248 21.827
Personalaufwand 163.219 146.538
(in Tausend EUR) 2020 2019

1) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

22 ––– PERSONALAUFWAND

Der Personalaufwand setzt sich über alle Bereiche des Konzerns wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Bruttolöhne 224.767 222.030
Bruttogehälter 176.034 167.879
Aufwendungen für Abfertigungen 25.540 3.928
Aufwendungen für Altersversorgung 7.116 7.577
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
82.917 82.473
Sonstige Sozialaufwendungen 10.174 12.887
Gesamt 526.548 496.774

Die durchschnittlichen Personalstände stellen sich wie folgt dar:

(Anzahl der Personen) 2020 2019
Arbeiter 7.689 7.857
Angestellte 2.287 2.315
Gesamt 9.976 10.172

Vergütung des Managements

Das Management in den Schlüsselpositionen des Konzerns besteht aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Die Vergütungen des Managements sind nachfolgend dargestellt:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen (inkl. Aufsichtsratsvergütungen) 10.196 10.698
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 575 5.546
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 6.716 763
Gesamt 17.487 17.007

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes setzen sich wie folgt zusammen:

(in Tausend EUR) 2020 2019
Fixbezüge 3.500 2.756
Variable Vergütung 5.999 7.445
Gesamt 9.499 10.201

Die Rückstellung für die noch nicht ausbezahlten variablen Vergütungen betrug zum 31. Dezember 2020 Tsd. EUR 7.376 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 8.101).

An ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene wurde im Geschäftsjahr 2020 die Firmenpension von Tsd. EUR 328 (2019: Tsd. EUR 97) bezahlt.

Die Bezüge der von der Kapitalgeberseite entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2020 Tsd. EUR 697 (2019: Tsd. EUR 497).

23 ––– AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER

Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH wurde von der 26. Ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2020 zum Jahres- und Konzernabschlussprüfer der Mayr-Melnhof Karton AG bestellt und prüft darüber hinaus die Einzelabschlüsse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften. Im Geschäftsjahr 2020 betragen die Aufwendungen für Leistungen der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH in Österreich Tsd. EUR 461 (2019: Tsd. EUR 397), davon entfallen Tsd. EUR 405 (2019: Tsd. EUR 376) auf Prüfung und andere Bestätigungsleistungen und Tsd. EUR 56 (2019: Tsd. EUR 21) auf sonstige Leistungen.

24 ––– FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWENDUNGEN

Aufwendungen für Forschungstätigkeiten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Weder zum 31. Dezember 2020 noch zum 31. Dezember 2019 wurden Entwicklungskosten aktiviert.

Die während des Geschäftsjahres 2020 in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfassten Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf Tsd. EUR 2.777 (2019: Tsd. EUR 2.997).

25 ––– FINANZERTRÄGE

(in Tausend EUR) 2020 2019
Zinserträge aus Bankguthaben 1.592 1.359
Sonstige Finanzerträge 120 106
Summe Finanzerträge 1.712 1.465

26 ––– FINANZAUFWENDUNGEN

(in Tausend EUR) 2020 2019
Zinsaufwand aus Finanzverbindlichkeiten (4.786) (5.301)
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten (1.585) (1.673)
Sonstige Finanzaufwendungen (1.492) (1.420)
Summe Finanzaufwendungen (7.863) (8.394)

Die sonstigen Finanzaufwendungen beinhalten auch die Bereitstellungsprovision für nicht ausgenützte Kreditlinien.

27 ––– SONSTIGES FINANZERGEBNIS – NETTO

(in Tausend EUR) 2020 2019
Wechselkursgewinne und -verluste – netto (2.758) 5.226
Nettozinsaufwand aus Personalverpflichtungen (1.499) (2.605)
Dividendenerträge 344 283
Zinseffekt aus langfristigen sonstigen Rückstellungen 305 0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen 284 (294)
Übrige sonstige Finanzerträge 169 177
Sonstiges Finanzergebnis – netto (3.155) 2.787

28 ––– ERGEBNIS JE AKTIE

Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Demnach sind zwei Kenngrößen, der unverwässerte und der verwässerte Gewinn je Aktie, zu berechnen und auszuweisen. Der unverwässerte Gewinn je Aktie wird durch die Division des auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden Anteiles am Jahresüberschuss durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an ausstehenden Aktien während des Geschäftsjahres ermittelt. Da es weder zum 31. Dezember 2020 noch zum 31. Dezember 2019 verwässerungsfähige Aktienbezugsrechte gibt, war eine Berechnung des verwässerten Gewinnes je Aktie nicht erforderlich. Dieser entspricht somit dem unverwässerten Gewinn je Aktie.

Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.

2020 2019
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis (in Tausend EUR)
161.188 189.743
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stammaktien 20.000.000 20.000.000
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens
zuzurechnendes unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR)
8,06 9,49

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2020, unverändert zum Vorjahr, 20.000.000 Stück.

29 ––– EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Verpflichtungen aus anhängigen Verfahren bzw. ähnliche Ansprüche

Gegen den Konzern sind verschiedene Verfahren sowie andere Ansprüche anhängig, die sich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben. Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen geht der Konzern davon aus, dass alle Verfahren bzw. Ansprüche keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage oder das konsolidierte Ergebnis haben werden, obwohl der Ausgang einzelner Verfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann.

Umweltverpflichtungen

Der Konzern unterliegt in Umweltangelegenheiten verschiedenen staatlichen Auflagen und Gesetzen in den jeweiligen Ländern. Ausgaben für jene Maßnahmen, die der Behebung von Umweltangelegenheiten aus der vergangenen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind und die keinen nennenswerten zukünftigen Nutzen erwarten lassen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Sofern ein Aufwand wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet der Konzern Rückstellungen für Umweltrisiken und Nachsorgeverpflichtungen (siehe Anhangangabe 15).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus verbindlich kontrahierten Investitionsprojekten für Sachanlagen innerhalb eines Jahres betragen zum 31. Dezember 2020 Tsd. EUR 169.987 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 36.059). Diese Entwicklung ist insbesondere auf geplante konzernweite Investitionsprogramme mit Fokus auf Ausbau und Erneuerung zurückzuführen.

Darüber hinaus ist der Konzern eine Vereinbarung zum Erwerb der Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills") eingegangen (siehe Anhangangabe 32).

30 ––– ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Der Aufwand für von sonstigen nahestehenden Unternehmen bezogene Rohstoffe für die Kartonerzeugung betrug im Geschäftsjahr 2020 Tsd. EUR 5.919 (2019: Tsd. EUR 7.268). Zum 31. Dezember 2020 bestanden gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 810 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 1.100).

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Umsatzerlöse mit assoziierten Unternehmen in Höhe von Tsd. EUR 949 (2019: Tsd. EUR 1.549) erzielt. Zum 31. Dezember 2020 bestanden gegenüber assoziierten Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen in Höhe von Tsd. EUR 312 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 468) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 0 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 311).

Der Aufwand für von Gemeinschaftsunternehmen bezogene Rohstoffe betrug im Geschäftsjahr 2020 Tsd. EUR 1.048 (2019: Tsd. EUR 409). Zum 31. Dezember 2020 bestanden gegenüber Gemeinschaftsunternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 0 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 297).

Die Geschäfte mit diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.

Als nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns (aktive Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Mayr-Melnhof Karton AG) und deren nahe Angehörige anzusehen. Für Informationen zu Managementvergütung siehe Anhangangabe 22.

Der Aufwand für von zwei Aufsichtsratsmitgliedern erbrachte Beratungsleistungen betrug im Geschäftsjahr Tsd. EUR 120 (2019: Tsd. EUR 30). Zum 31. Dezember 2020 bestanden in diesem Zusammenhang Verbindlichkeiten in Höhe von Tsd. EUR 41 (31. Dezember 2019: Tsd. EUR 0). Es wurden marktübliche Sätze für derartige Beratungsleistungen in Rechnung gestellt.

Für Informationen zu Beiträgen in den britischen Pensionsplan siehe Anhangangabe 15.

31 ––– ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Schecks und kurzfristig veranlagte Sichteinlagen bei Kreditinstituten mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Zahlungsmittel in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet. Die so definierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente liegen der Konzerngeldflussrechnung zugrunde und beinhalten:

(in Tausend EUR) 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019
Festgeld 38.857 24.447
Bank- und Kassenbestand 107.330 102.292
Sonstige gebundene Bankguthaben 54 68
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 146.241 126.807

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode vom Konzernabschluss abgeleitet, die Cash Flows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden hingegen direkt anhand der Geldzu- und -abflüsse ermittelt.

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit verringerte sich von Tsd. EUR 331.421 auf Tsd. EUR 318.184. Diese Veränderung resultiert aus einem niedrigeren cashwirksamen Ergebnis sowie höheren Auszahlungen für Ertragsteuern.

Die sonstigen Anpassungen im Cash Flow aus dem Ergebnis im Geschäftsjahr 2020 resultieren vor allem aus der Veränderung der langfristigen Rückstellungen sowie Effekten aus Wechselkursänderungen.

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von Tsd. EUR -380.554 auf Tsd. EUR -142.860. Diese Differenz resultiert im Wesentlichen aus der Bezahlung des Kaufpreises für den Erwerb der Tann-Gruppe im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2020 stand höheren Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ein Mittelzufluss aus der Gewährung öffentlicher Zuwendungen in Höhe von Tsd. EUR 6.150 gegenüber.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich von Tsd. EUR -87.141 auf Tsd. EUR -150.803, was im Wesentlichen auf Darlehenstilgungen in 2020 zurückzuführen ist.

(in Tausend EUR) Langfristige
verzinsliche
Finanzverbind
lichkeiten
Kurzfristige
verzinsliche
Finanzverbind
lichkeiten
Gesamt
Stand am 1. Jan. 2020 232.540 112.843 345.383
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 514 128 642
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten 0 (78.256) (78.256)
Summe zahlungswirksamer Veränderungen 514 (78.128) (77.614)
Wechselkurseffekte (576) (331) (907)
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen (16.967) 18.531 1.564
Summe nicht zahlungswirksamer Veränderungen (17.543) 18.200 657
Stand am 31. Dez. 2020 215.511 52.915 268.426

Die folgende Aufstellung zeigt eine Überleitung der Finanzverbindlichkeiten aus zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen:

In den sonstigen nicht zahlungswirksamen Veränderungen sind im Wesentlichen Zugänge in den Leasingverbindlichkeiten enthalten, denen der Erwerb von Vermögenswerten in gleicher Höhe gegenübersteht.

(in Tausend EUR) Langfristige
verzinsliche
Finanzverbind
lichkeiten
Kurzfristige
verzinsliche
Finanzverbind
lichkeiten
Gesamt
Stand am 1. Jan. 2019 177.348 34.334 211.682
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 870 188.149 189.019
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (943) (202.027) (202.970)
Summe zahlungswirksamer Veränderungen (73) (13.878) (13.951)
Erwerb von Tochterunternehmen 32.040 58.575 90.615
Wechselkurseffekte 127 77 204
Erstanwendung IFRS 16 46.155 6.800 52.955
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen (23.057) 26.935 3.878
Summe nicht zahlungswirksamer Veränderungen 55.265 92.387 147.652
Stand am 31. Dez. 2019 232.540 112.843 345.383

32 ––– WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG UND WEITERE INFORMATIONEN

Mit der im Dezember 2020 abgeschlossenen Vereinbarung der Mayr-Melnhof Gruppe mit den bisherigen Eigentümern von Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills") erwirbt der Konzern deren Anteile zu einem Unternehmenswert von rund 425 Mio. EUR abzüglich der zu übernehmenden Nettoverschuldung. Durch die Übernahme von Kotkamills wird MM Karton die Position auf dem attraktiven Markt für Frischfaserkarton (FBB) und Food Service Board (FSB) ausbauen und die etablierte Marktposition bei Recyclingkarton ergänzen.

Kotkamills betreibt am integrierten Standort in Kotka (Südfinnland) zwei Karton-/Papiermaschinen und ist insbesondere mit der Maschine für Saturated Kraft Paper (Imprägnierpapier) ein weltweit führender Anbieter. Kotkamills beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von rund 380 Mio. EUR ein EBITDA von rund 55 Mio. EUR.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der Abschluss der Transaktion und Einbeziehung des Unternehmenszusammenschlusses in den Konzernabschluss wird für Mitte 2021 erwartet.

Am 12. Februar 2021 hat die Mayr-Melnhof Gruppe eine Vereinbarung getroffen, die International Paper (Poland) Holding sp. z o. o. ("Kwidzyn") von International Paper für rund 670 Mio. EUR ("debt and cash free") zu erwerben und zusätzlich Leasingverbindlichkeiten von rund 33 Mio. EUR zu übernehmen. Die Akquisition von Kwidzyn ist Teil der Strategie des Konzerns, im hochqualitativen Frischfaserkartonbereich (FBB) mit innovativen, nachhaltigen und kostengünstigen Qualitäten zu wachsen, und schafft attraktives Entwicklungspotential. Die geplante Transaktion wird sich unmittelbar ertragssteigernd auswirken. Am integrierten Zellstoff- und Papierstandort in Polen betreibt Kwidzyn eine Zellstofffabrik mit vier verbundenen Karton-/Papiermaschinen. Im Werk arbeiten ca. 2.300 Mitarbeiter. Im Jahr 2020 wurde ein bereinigtes EBITDA von ca. 92 Mio. EUR bei einem Umsatz von ca. 510 Mio. EUR erwirtschaftet.

Die Transaktion steht unter Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen. Das Closing der Transaktion wird für das dritte Quartal 2021 erwartet.

Beide Akquisitionen werden in die Division MM Karton integriert werden. Die Auswirkungen beider Unternehmenszusammenschlüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns hängen vorbehaltlich eines Closings grundsätzlich von den Ergebnissen der Kaufpreisallokation und der damit einhergehenden Marktwertbewertung der Vermögenswerte und Schulden ab und können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingeschätzt werden.

Zur Finanzierung der Akquisitionen hat die Mayr-Melnhof Karton AG im Februar 2021 Darlehen in Form von Schuldscheinen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 1.000 Mio. EUR aufgenommen. Die Laufzeiten der zu marktüblichen Konditionen verzinsten Darlehen betragen zwischen 5 und 15 Jahren.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Ereignisse eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

33 ––– BETEILIGUNGSLISTE

2020 2019
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Mayr-Melnhof Karton
Aktiengesellschaft, Wien (AUT)
EUR 80.000 - VK1) Mayr-Melnhof Karton
Aktiengesellschaft, Wien (AUT)
EUR 80.000 - VK1)
Mayr-Melnhof Service GmbH,
Wien (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1) Ultimatec Engineering GmbH,
Wien (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1)
MM KARTON MM KARTON
Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
EUR 2.050 100,00 % VK1) Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
EUR 2.050 100,00 % VK1)
- - - - - CartPrint AG i. L.,
Vaduz (LIE)
EUR 50 100,00 % VK1)
CP (CartPrint) International Trading AG,
Worb (CHE)
CHF 100 100,00 % VK1) CP (CartPrint) International Trading AG,
Worb (CHE)
CHF 100 100,00 % VK1)
free-com solutions GmbH,
Wien (AUT)
EUR 35 51,00 % VK1) free-com solutions GmbH,
Wien (AUT)
EUR 35 51,00 % VK1)
FS-Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
EUR 7.500 100,00 % VK1) FS-Karton GmbH,
Baiersbronn (DEU)
EUR 7.500 100,00 % VK1)
Industriewater Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 143 37,50 % NE2) Industriewater Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 143 37,50 % NE2)
Kolicevo Karton Proizvodnja
kartona, d. o. o., Domzale (SVN)
EUR 12.828 100,00 % VK1) Kolicevo Karton Proizvodnja
kartona, d. o. o., Domzale (SVN)
EUR 12.828 100,00 % VK1)
Lokalbahn Payerbach-Hirschwang
Gesellschaft m. b. H.,
Reichenau/Rax (AUT)
EUR 190 100,00 % VK1) Lokalbahn Payerbach-Hirschwang
Gesellschaft m. b. H.,
Reichenau/Rax (AUT)
EUR 190 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Cartonboard
International GmbH, Wien (AUT)
EUR 5.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Cartonboard
International GmbH, Wien (AUT)
EUR 5.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 7.300 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Eerbeek B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 7.300 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH,
Gernsbach (DEU)
EUR 9.205 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH,
Gernsbach (DEU)
EUR 9.205 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Karton
Gesellschaft m. b. H., Frohnleiten (AUT)
EUR 7.500 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Karton
Gesellschaft m. b. H., Frohnleiten (AUT)
EUR 7.500 100,00 % VK1)
MM Karton FollaCell AS,
Follafoss (NOR)
NOK 10.000 100,00 % VK1) MM Karton FollaCell AS,
Verran (NOR)
NOK 10.000 100,00 % VK1)
MM Karton Turkey Ticaret Limited
Sirketi i. L., Istanbul (TUR)
TRY 10 100,00 % VK1) MM Karton Turkey Ticaret Limited
Sirketi, Istanbul (TUR)
TRY 10 100,00 % VK1)
Stort Doonweg B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 18 50,00 % NE2) Stort Doonweg B. V.,
Eerbeek (NLD)
EUR 18 50,00 % NE2)
2020 2019
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Handels- und Vertriebs
gesellschaften von MM Karton
Handels- und Vertriebs
gesellschaften von MM Karton
Austria Cartón S. A.,
Barcelona (ESP)
EUR 60 75,00 % VK1) Austria Cartón S. A.,
Barcelona (ESP)
EUR 60 75,00 % VK1)
Keminer Remmers Spiehs
Kartonhandels GmbH,
Gernsbach (DEU)
EUR 1.280 100,00 % VK1) Keminer Remmers Spiehs
Kartonhandels GmbH,
Gernsbach (DEU)
EUR 1.280 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Cartonboard UK Limited,
Theale-Reading (GBR)
GBP 1.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Cartonboard UK Limited,
Theale-Reading (GBR)
GBP 1.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof France SARL,
Paris (FRA)
EUR 8 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof France SARL,
Paris (FRA)
EUR 8 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Italia S. R. L.,
Mailand (ITA)
EUR 51 75,00 % VK1) Mayr-Melnhof Italia S. R. L.,
Mailand (ITA)
EUR 51 75,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Karton Polska Sp. z o. o.,
Posen (POL)
PLN 50 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Karton Polska Sp. z o. o.,
Posen (POL)
PLN 50 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Mediterra SARL,
Tunis (TUN)
TND 80 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Mediterra SARL,
Tunis (TUN)
TND 80 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Benelux B. V.,
Amstelveen (NLD)
EUR 91 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Benelux B. V.,
Amstelveen (NLD)
EUR 91 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof & Wilfried Heinzel
Tehran Co., Teheran (IRN)
IRR 100.000 36,00 % NE2) Mayr-Melnhof & Wilfried Heinzel
Tehran Co., Teheran (IRN)
IRR 100.000 36,00 % NE2)
MM Guang Zhou Yue Ran
Paper Co., Ltd. i. L., Guangzhou (CHN)
CNY 1.500 100,00 % NK4) MM Guang Zhou Yue Ran
Paper Co., Ltd., Guangzhou (CHN)
CNY 1.500 100,00 % NK4)
MM Karton Bulgaria EOOD,
Sofia (BGR)
BGN 5 100,00 % VK1) MM Karton Bulgaria EOOD,
Sofia (BGR)
BGN 5 100,00 % VK1)
MM Karton Praha s. r. o.,
Prag (CZE)
CZK 820 100,00 % VK1) MM Karton Praha s. r. o.,
Prag (CZE)
CZK 820 100,00 % VK1)
MM Karton Russia LLC,
Moskau (RUS)
RUB 14.290 100,00 % VK1) MM Karton Russia LLC,
Moskau (RUS)
RUB 14.290 100,00 % VK1)
MM Kartonvertrieb GmbH,
Neuss (DEU)
EUR 26 100,00 % VK1) MM Kartonvertrieb GmbH,
Neuss (DEU)
EUR 26 100,00 % VK1)
MM Prodaja Kartona, trgovina s
kartonom d. o. o., Domzale (SVN)
EUR 30 100,00 % VK1) MM Prodaja Kartona, trgovina s
kartonom d. o. o., Domzale (SVN)
EUR 30 100,00 % VK1)
Varsity Packaging Limited,
Theale-Reading (GBR)
GBP 300 100,00 % VK1) Varsity Packaging Limited,
Theale-Reading (GBR)
GBP 300 100,00 % VK1)
2020 2019
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
MM PACKAGING MM PACKAGING
Al-Ekbal Printing & Packaging Co. i. L.,
Amman (JOR)
JOD 3.500 86,94 % VK1) Al-Ekbal Printing & Packaging Co. i. L.,
Amman (JOR)
JOD 3.500 86,94 % VK1)
Beaucrest Limited,
Hong Kong (HKG)
HKD 1 100,00 % NK4) Beaucrest Limited,
Hong Kong (HKG)
HKD 1 100,00 % NK4)
C. P. Schmidt GmbH,
Kaiserslautern (DEU)
EUR 3.000 100,00 % VK1) C. P. Schmidt GmbH,
Kaiserslautern (DEU)
EUR 3.000 100,00 % VK1)
C. P. Schmidt Verpackungs-Werk
Beteiligungsgesellschaft mbH,
Kaiserslautern (DEU)
EUR 180 100,00 % VK1) C. P. Schmidt Verpackungs-Werk
Beteiligungsgesellschaft mbH,
Kaiserslautern (DEU)
EUR 180 100,00 % VK1)
Danubia International,
Kiew (UKR)
UAH 1 100,00 % NK4) Danubia International,
Kiew (UKR)
UAH 1 100,00 % NK4)
Gundlach GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 52 100,00 % VK1) Gundlach GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 52 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Graphia Izmir Karton
sanayi ve ticaret anonim sirketi,
Izmir (TUR)
TRY 24.613 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Graphia Izmir Karton
sanayi ve ticaret anonim sirketi,
Izmir (TUR)
TRY 24.613 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Gravure GmbH,
Trier (DEU)
EUR 7.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Gravure GmbH,
Trier (DEU)
EUR 7.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging
Austria GmbH, Wien (AUT)
EUR 3.050 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging
Austria GmbH, Wien (AUT)
EUR 3.050 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging Iberica SL,
Valencia (ESP)
EUR 7.500 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging Iberica SL,
Valencia (ESP)
EUR 7.500 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging
International GmbH, Wien (AUT)
EUR 5.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging
International GmbH, Wien (AUT)
EUR 5.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging International
GmbH /Jordan PSC, Amman (JOR)
JOD 5.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging International
GmbH /Jordan PSC, Amman (JOR)
JOD 5.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging Marinetti
Limitada, Santiago de Chile (CHL)
CLP 5.000 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging Marinetti
Limitada, Santiago de Chile (CHL)
CLP 5.000 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging
Romania S. R. L., Blejoi (ROU)
RON 5.504 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging
Romania S. R. L., Blejoi (ROU)
RON 5.504 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Packaging UK Limited,
Deeside (GBR)
GBP 9.700 100,00 % VK1) Mayr-Melnhof Packaging UK Limited,
Deeside (GBR)
GBP 9.700 100,00 % VK1)
Mayr-Melnhof Printing and Packaging
Tehran Company, Private Joint Stock,
Teheran (IRN)
IRR 514.800.000 99,56 % VK1) Mayr-Melnhof Printing and Packaging
Tehran Company, Private Joint Stock,
Teheran (IRN)
IRR 514.800.000 99,56 % VK1)
MM Graphia Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
EUR 5.538 100,00 % VK1) MM Graphia Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
EUR 5.538 100,00 % VK1)
MM Graphia Bielefeld GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 526 100,00 % VK1) MM Graphia Bielefeld GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 526 100,00 % VK1)
MM Graphia GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 25 100,00 % VK1) MM Graphia GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 25 100,00 % VK1)
MM Graphia Innovaprint GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1) MM Graphia Innovaprint GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1)
MM Graphia Trier GmbH,
Trier (DEU)
EUR 3.500 100,00 % VK1) MM Graphia Trier GmbH,
Trier (DEU)
EUR 3.500 100,00 % VK1)
2020 2019
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
MM Packaging Behrens GmbH,
Alfeld (Leine) (DEU)
EUR 3.000 100,00 % VK1) MM Packaging Behrens GmbH,
Alfeld (Leine) (DEU)
EUR 3.000 100,00 % VK1)
MM Packaging Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1) MM Packaging Beteiligungs- und
Verwaltungs GmbH, Bielefeld (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1)
MM Packaging Caesar GmbH,
Traben-Trarbach (DEU)
EUR 3.000 100,00 % VK1) MM Packaging Caesar GmbH,
Traben-Trarbach (DEU)
3.000 100,00 % VK1)
MM Packaging Colombia S. A. S.,
Santiago de Cali (COL)
COP 84.000.000 100,00 % VK1) MM Packaging Colombia S. A. S.,
Santiago de Cali (COL)
COP 97.000.000 100,00 % VK1)
MM PACKAGING France S. A. S.,
Monéteau (FRA)
EUR 7.289 100,00 % VK1) MM PACKAGING France S. A. S.,
Monéteau (FRA)
EUR 7.289 100,00 % VK1)
MM Packaging GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 26 100,00 % VK1) MM Packaging GmbH,
Bielefeld (DEU)
EUR 26 100,00 % VK1)
MM Packaging Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 71.500 100,00 % VK1) MM Packaging Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 71.500 100,00 % VK1)
MM Packaging Schilling GmbH,
Heilbronn (DEU)
EUR 2.500 100,00 % VK1) MM Packaging Schilling GmbH,
Heilbronn (DEU)
EUR 2.500 100,00 % VK1)
MM Packaging Ukraine LLC,
Cherkassy (UKR)
UAH 56.896 100,00 % VK1) MM Packaging Ukraine LLC,
Cherkassy (UKR)
UAH 56.896 100,00 % VK1)
MM Packaging Vidon Limited Liability
Company, Ho Chi Minh City (VNM)
VND 280.000.000 100,00 % VK1) MM Packaging Vidon Limited Liability
Company, Ho Chi Minh City (VNM)
VND 280.000.000 100,00 % VK1)
MM Polygrafoformlenie Packaging LLC,
St. Petersburg (RUS)
RUB 565.851 100,00 % VK1) MM Polygrafoformlenie Packaging LLC,
St. Petersburg (RUS)
RUB 565.851 100,00 % VK1)
MM Polygrafoformlenie
Rotogravure LLC, St. Petersburg (RUS)
RUB 33.000 100,00 % VK1) MM Polygrafoformlenie
Rotogravure LLC, St. Petersburg (RUS)
RUB 33.000 100,00 % VK1)
MMP Neupack Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 28.700 100,00 % VK1) MMP Neupack Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 28.700 100,00 % VK1)
MMP Packetis SAS,
Chazelles (FRA)
EUR 1.677 100,00 % VK1) MMP Packetis SAS,
Chazelles (FRA)
EUR 1.677 100,00 % VK1)
MMP Premium Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 26.000 100,00 % VK1) MMP Premium Polska Sp. z o. o.,
Bydgoszcz (POL)
PLN 26.000 100,00 % VK1)
MMP Premium Printing Center GmbH,
Trier (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1) MMP Premium Printing Center GmbH,
Trier (DEU)
EUR 500 100,00 % VK1)
MMP Premium SAS,
Ancenis (FRA)
EUR 6.686 100,00 % VK1) MMP Premium SAS,
Ancenis (FRA)
EUR 6.686 100,00 % VK1)
MPC Besitzgesellschaft mbH,
Traun (AUT)
EUR 3.700 100,00 % VK1) MPC Besitzgesellschaft mbH,
Traun (AUT)
EUR 3.700 100,00 % VK1)
Neupack Gesellschaft m. b. H.,
Reichenau/Rax (AUT)
EUR 1.820 100,00 % VK1) Neupack Gesellschaft m. b. H.,
Reichenau/Rax (AUT)
EUR 1.820 100,00 % VK1)
OOO TANN Nevskiy,
Pskov (RUS)
RUB 230.000 100,00 % VK1) OOO TANN Nevskiy,
Pskov (RUS)
RUB 230.000 100,00 % VK1)
PacProject GmbH,
Hamburg (DEU)
EUR 26 100,00 % VK1) PacProject GmbH,
Hamburg (DEU)
EUR 26 69,77 % VK1)
Private Aktiengesellschaft "Graphia
Ukraina", Cherkassy (UKR)
UAH 5.880 94,78 % VK1) Private Aktiengesellschaft "Graphia
Ukraina", Cherkassy (UKR)
UAH 5.880 94,78 % VK1)
R + S Stanzformen GmbH,
Niederdorfelden (DEU)
EUR 260 100,00 % VK1) R + S Stanzformen GmbH,
Niederdorfelden (DEU)
EUR 260 100,00 % VK1)
Société Tunisienne des Emballages
Modernes, Tunis (TUN)
TND 9.640 45,00 % EK3) Société Tunisienne des Emballages
Modernes, Tunis (TUN)
TND 9.640 45,00 % EK3)
Superpak Ambalaj sanayi ve ticaret
anonim sirketi, Izmir (TUR)
TRY 116.331 100,00 % VK1) Superpak Ambalaj sanayi ve ticaret
anonim sirketi, Izmir (TUR)
TRY 116.331 100,00 % VK1)
2020 2019
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
Name der Gesellschaft Währung Nennkapital in 1.000
Währungseinheiten
Beteiligungsausmaß in % Konsolidierungsmethode
Angewandte
TANN ARGENTINA S.A.,
Buenos Aires (ARG)
ARS 12 100,00% NK4) TANN ARGENTINA S.A.,
Buenos Aires (ARG)
ARS 12 100,00% NK4)
Tann Beteiligungs GmbH,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1) sigmavista it consulting gmbh,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1)
TANN Colombiana S.A.S.,
La Ceja/Medellin (COL)
COP 351.000 100,00 % VK1) TANN Colombiana S.A.S.,
La Ceja/Medellin (COL)
COP 351.000 100,00 % VK1)
TANN GERMANY GmbH,
Glinde (DEU)
EUR 512 100,00 % VK1) TANN GERMANY GmbH,
Glinde (DEU)
EUR 512 100,00 % VK1)
TANN Holding GmbH,
Traun (AUT)
EUR 70 100,00 % VK1) TANN Holding GmbH,
Traun (AUT)
EUR 70 100,00 % VK1)
TANN Invest GmbH,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1) TANN Invest GmbH,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1)
TANN Longyou Ltd.,
Longyou (Zhejiang) (CHN)
CNY 97.245 95,69 % VK1) TANN Longyou Ltd.,
Longyou (Zhejiang) (CHN)
CNY 97.245 95,69 % VK1)
TANN PAPER Limited,
Woodstock (New Brunswick) (CAN)
CAD 600 100,00 % VK1) TANN PAPER Limited,
Woodstock (New Brunswick) (CAN)
CAD 600 100,00 % VK1)
TANN Philippines, Inc.,
Santo Tomas (Batangas) (PHL)
PHP 470.000 100,00 % VK1) TANN Philippines, Inc.,
Santo Tomas (Batangas) (PHL)
PHP 470.000 100,00 % VK1)
TANN Service GmbH,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1) TANN Service GmbH,
Traun (AUT)
EUR 35 100,00 % VK1)
TANN Shanghai Co., Ltd.,
Shanghai (CHN)
CNY 31.522 51,00 % VK1) TANN Shanghai Co., Ltd.,
Shanghai (CHN)
CNY 31.522 51,00 % VK1)
TANNPAPIER GmbH,
Traun (AUT)
EUR 1.000 100,00 % VK1) TANNPAPIER GmbH,
Traun (AUT)
EUR 1.000 100,00 % VK1)
TBG Development Philippines, Inc.,
Makati City (Metro Manila) (PHL)
PHP 53.320 100,00 % VK1) TBG Development Philippines, Inc.,
Makati City (Metro Manila) (PHL)
PHP 53.320 100,00 % VK1)
VTV Verpackungstechnische Verfahren
GmbH, Kaiserslautern (DEU)
EUR 200 100,00 % VK1) VTV Verpackungstechnische Verfahren
GmbH, Kaiserslautern (DEU)
EUR 200 100,00 % VK1)
Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd.,
Quzhou (CHN)
CNY 50.000 40,00 % EK3) Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd.,
Quzhou (CHN)
CNY 50.000 40,00 % EK3)

Der Stimmrechtsanteil weicht von den Eigentumsanteilen nicht ab. Das Mutterunternehmen hält keine Vorzugsanteile an den Tochterunternehmen.

1) VK ... voll konsolidiertes Unternehmen

2) NE ... Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziiertes Unternehmen, jedoch aufgrund von Unwesentlichkeit nicht "at equity"-bilanziert

3) EK ... "at equity"-bilanziertes Unternehmen

4) NK ... aus Unwesentlichkeit nicht konsolidiertes Unternehmen

34 ––– ORGANE

Die Organe der Gesellschaft setzten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

Vorstand

MMag. Peter OSWALD (Vorsitzender, seit 1. April 2020) Dr. Andreas BLASCHKE (Mitglied des Vorstandes) Mag. Franz HIESINGER (Mitglied des Vorstandes) Dr. Wilhelm HÖRMANSEDER (Vorsitzender, bis 31. März 2020)

Aufsichtsrat

Dipl.-Ing. Rainer ZELLNER (Vorsitzender) Mag. Johannes GOESS-SAURAU (1. Stellvertretender Vorsitzender) Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN (2. Stellvertretender Vorsitzender) o. Univ.-Prof. Dr. Romuald BERTL (Mitglied des Aufsichtsrates, bis 29. April 2020) Dr. Guido HELD (Mitglied des Aufsichtsrates, bis 29. April 2020) Dr. Alexander LEEB (Mitglied des Aufsichtsrates) MMMag. Georg MAYR-MELNHOF (Mitglied des Aufsichtsrates) Mag. Ferdinand MAYR-MELNHOF-SAURAU, MSc (Mitglied des Aufsichtsrates, seit 29. April 2020) Univ.-Prof. Dr. Klaus RABEL (Mitglied des Aufsichtsrates, seit 29. April 2020) Ing. Franz RAPPOLD (Mitglied des Aufsichtsrates, seit 29. April 2020) Andreas HEMMER (Arbeitnehmervertreter) Gerhard NOVOTNY (Arbeitnehmervertreter)

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand

MMag. Peter Oswald e. h.

Dr. Andreas Blaschke e. h. Mag. Franz Hiesinger e. h.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus den Konzernbilanzen zum 31. Dezember 2020, den Konzerngewinn- und -verlustrechnungen, den Konzerngesamtergebnisrechnungen, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und den Konzerngeldflussrechnungen für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245 a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerkes weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • Verweis auf weitergehende Informationen

1. Restrukturierungsmaßnahmen in Österreich und Deutschland im Jahr 2020

Sachverhalt

Im Geschäftsjahr 2020 kam es in beiden Divisionen der Gruppe aufgrund der vom Vorstand getroffenen und vom Aufsichtsrat genehmigten Grundsatzentscheidung einzelne Standorte bzw. Sparten zu schließen, zu Restrukturierungsmaßnahmen.

In der Kartondivision wurde bei der Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H., Frohnleiten, Österreich, am Standort in Hirschwang, Österreich, die Produktion Anfang November eingestellt. Im Zuge der Stilllegung des Kartonwerkes in Hirschwang ergab sich ein Wertminderungsbedarf auf die Sachanlagen und die Vorräte des Standortes. Durch den notwendigen Mitarbeiterabbau wurde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan vereinbart. Des Weiteren wurden Rückstellungen für Nachsorgeverpflichtungen für an diesem Standort bestehende Altlasten gebildet. Die im Rahmen der Werksschließung in Hirschwang angefallenen Aufwendungen des Geschäftsjahres belaufen sich auf Tsd. EUR 23.486.

In der Packagingdivision wurde angekündigt, bei der MM Graphia Bielefeld GmbH, Bielefeld, Deutschland, die Tiefdrucksparte zu schließen und bei der R+S Stanzformen GmbH, Niederdorfelden, Deutschland, die Produktion einzustellen bzw. den Standort ebenfalls zu schließen. Neben Aufwendungen für Wertminderungen von Sachanlagen und Vorräten kommt es an diesen beiden Standorten zu einem Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die aus Wertminderungen von Sachanlagen und Vorräten und der Bildung einer Restrukturierungsrückstellung für Kosten aus einem noch zu verhandelnden Sozialplan resultierenden Aufwendungen für die Stilllegung der Tiefdrucksparte bei der MM Graphia Bielefeld GmbH belaufen sich auf Tsd. EUR 6.702 und bei der R+ S Stanzformen GmbH auf Tsd. EUR 5.871.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die erfassten Wertminderungen für Sachanlagevermögen und Vorräte nicht vollständig oder der Höhe nach nicht angemessen sind und die vom Management geschätzten Kosten für die am Stichtag passivierten Rückstellungen, insbesondere solche für die noch nicht verhandelten Sozialpläne in Deutschland, nicht vertretbar sind.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Für Zwecke des Verständnisses der im Geschäftsjahr beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen haben wir die entsprechenden Vorstands- und Aufsichtsratsbeschlüsse der Gesellschaft gelesen und uns ein Verständnis über die beschlossenen Maßnahmen verschafft. Aufbauend darauf haben wir Detailunterlagen vom Management erhalten und die Auswirkungen der vom Vorstand getroffenen Entscheidungen auf die den jeweiligen Standorten zuzuordnenden Vermögenswerte und zu bildenden Rückstellungen geprüft.

In Bezug auf die Prüfung der vom Vorstand vorgenommenen Wertminderungen der Sachanlagen und Vorräte haben wir uns von der Vollständigkeit der betroffenen Vermögenswerte der Standorte überzeugt und die den Wertminderungsaufwendungen zu Grunde liegenden Wertannahmen überprüft. Bei Sachanlagen, welche auch nach Stilllegung noch einen beizulegenden Zeitwert aufweisen, wurde auf den jeweiligen beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgewertet. Diesbezüglich hat sich der Vorstand einzelner externer unabhängiger Gutachter bedient, welche auftragsgemäß die niedrigeren beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten ermittelt haben. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und die Objektivität der beauftragten Gutachter kritisch gewürdigt. Unter teilweiser Einbeziehung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Inputparameter sowie die sachgerechte Bewertung beurteilt. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir auf Übereinstimmung mit den relevanten bilanziellen Bewertungsgrundsätzen untersucht.

Bezüglich der Restrukturierungsrückstellungen für Sozialpläne haben wir uns ein Verständnis über die Struktur der freigesetzten bzw. freizusetzenden Mitarbeiter verschafft und haben neben der Vollständigkeit der in den Sozialplan einbezogenen Personen die wesentlichen Annahmen des Managements hinsichtlich der an die Mitarbeiter zu leistenden voraussichtlichen Zahlungen überprüft.

Die im Geschäftsjahr für den Standort Hirschwang gebildete Rückstellung für Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten haben wir dem Grunde und der Höhe nach überprüft. Wesentliche Annahmen des Vorstands unter Beiziehung externer Gutachter haben wir auf Vollständigkeit, Plausibilität und Angemessenheit geprüft. Zudem haben wir die Kompetenz, Fähigkeiten und die Objektivität der beauftragten Gutachter kritisch gewürdigt.

Abschließend haben wir beurteilt, ob die Angaben im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 im Zusammenhang mit den Restrukturierungen vollständig und sachgerecht sind.

Das der Ermittlung der Wertminderungen für Sachanlagen und Vorräte zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden bilanziellen Vorschriften. Die wesentlichen vom Management getroffenen Annahmen für die Ermittlung der Wertminderungen als auch die Ermittlung der rückgestellten Beträge für Sozialpläne und Nachsorgeverpflichtungen sind vertretbar. Die erfassten Wertminderungen und Aufwendungen für Kosten aus den Sozialplänen sind vollständig. Die Darstellung der Restrukturierungsmaßnahmen in Österreich und Deutschland im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 entspricht den Vorgaben der IFRS und ist im Verhältnis zur Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns angemessen.

Verweis auf weitergehende Informationen

Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 unter Anhangangabe 5 – "Änderungen des Konsolidierungskreises und weitere wesentliche Ereignisse" in Unterpunkt c – "Sonstige wesentliche Ereignisse in 2020" sowie unter Anhangangabe 6, 15 und 18.

2. Wertminderung von Vermögenswerten – Werthaltigkeit der Sachanlagen bzw. der Buchwerte zahlungsmittelgenerierender Einheiten

Sachverhalt

Im Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2020 werden Sachanlagen in Höhe von Tsd. EUR 996.472 (Vorjahr: Tsd. EUR 1.034.471) ausgewiesen. Der Vorstand beurteilt bei Vorliegen von Anhaltspunkten gemäß IAS 36, ob die Sachanlagen bzw. die Buchwerte einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wertgemindert sein könnten.

Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, soweit der Buchwert eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Bei der Beurteilung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, sind externe und interne Informationsquellen zu berücksichtigen. Der Konzern ermittelt den Nutzungswert mittels eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens (DCF-Methode). Neben Prognosen der zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern ist insbesondere auch der Kapitalisierungszinssatz (WACC) als stark ermessensbehaftet einzustufen. Da sich bereits geringfügige Änderungen im Kapitalisierungszinssatz wesentlich auf den erzielbaren Betrag auswirken können, bestehen im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswerts und somit die Werthaltigkeit der Sachanlagen, der Gruppe von Vermögenswerten bzw. des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erhebliche Schätzungsunsicherheiten. Sollte bei Vorliegen von Anhaltspunkten eines möglichen Wertminderungsbedarfs der Nutzungswert unterhalb der Buchwerte eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegen, ermittelt das Management unter Beiziehung von externen unabhängigen Gutachtern den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten des Vermögenswertes, der Gruppe von Vermögenswerten und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, wobei die einzelnen Vermögenswerte nicht unter ihren jeweiligen Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wertgemindert werden. Im Geschäftsjahr 2020 kam es zu der Erfassung von Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 31.517 (Vorjahr: Tsd. EUR 0).

Die Bewertung des erzielbaren Betrags ist komplex und bedarf entsprechender Expertise und ist in wesentlichem Ausmaß abhängig von bedeutsamen Annahmen und ermessensbehafteten Entscheidungen. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die dem Wertminderungstest zugrunde liegenden Bewertungsannahmen bei einer nicht angemessenen Ermittlung der erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, der Gruppe von Vermögenswerten bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu einer nicht identifizierten und bilanziell erfassten Wertminderung führen können.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben die vom Vorstand beobachteten Anhaltspunkte möglicher Wertminderungserfordernisse überprüft und die Buchwerte der hierbei identifizierten risikobehafteten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten hinsichtlich eines Wertminderungsbedarfs untersucht. Darüber hinaus haben wir beurteilt, ob alle relevanten internen und externen Informationsquellen durch das Management berücksichtigt wurden. Die vom Vorstand im Geschäftsjahr erfassten Wertminderungen haben wir dahingehend beurteilt, ob die Verteilung der ermittelten Wertminderungen begrenzt auf den niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten der (wertgeminderten) Vermögenswerte sachgerecht erfolgte.

Unter teilweiser Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Inputparameter sowie die Bewertung der Nutzungswerte und, wo relevant, die beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten überprüft. Hierbei haben wir uns insbesondere von der Angemessenheit der getroffenen Annahmen zu der geplanten Entwicklung der zukünftigen Zahlungsströme vor Steuern überzeugt. Die zur Anwendung gelangenden Kapitalisierungszinssätze und deren Ableitung haben wir sowohl hinsichtlich der einzelnen Annahmen und Parameter auf Basis verfügbarer Marktdaten als auch vor dem Hintergrund einer kritischen Gesamtbeurteilung im Vergleich zu Vergleichsunternehmen der Verpackungsindustrie gewürdigt. Die vom Management getroffenen Annahmen in Bezug auf die Höhe der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten der zu testenden Vermögenswerte haben wir nachvollzogen und mit den uns von dem externen Gutachter zur Verfügung gestellten Informationen abgeglichen. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen der Regelungen der IFRS geprüft.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Sachanlagen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vollständig und sachgerecht sind. Die vom Management identifizierten, auf Wertminderungen zu testenden Buchwerte der Sachanlagen bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind vollständig und sachgerecht. Die hierbei getroffenen wesentlichen Annahmen und Ermessensentscheidungen sind nachvollziehbar und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. Die im Geschäftsjahr erfassten Wertminderungen sind dem Grunde und der Höhe nach sachgerecht erfolgt. Die Angaben im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 in Bezug auf die Werthaltigkeit der Sachanlagen bzw. der Buchwerte zahlungsmittelgenerierender Einheiten sind vollständig und ordnungsgemäß.

Verweis auf weitergehende Informationen

Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 unter Anhangangabe 6 – "Entwicklung des Anlagevermögens" in Unterpunkt a – "Sachanlagen inklusive Leasingverhältnissen", Unterpunkt b – "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" und in Unterpunkt c – "Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten".

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzernabschluss oder mit unserem während der Prüfung erlangten Wissen gibt oder diese Informationen sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245 a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.

Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhaltes aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt, enthält zutreffende Angaben nach § 243 a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 29. Juli 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frédéric VILAIN.

Wien, am 15. März 2021

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

Frédéric VILAIN e. h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Lagebericht

y

gem. § 243 UGB der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft über das Geschäftsjahr 1. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

Die Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft ist die geschäftsleitende Holdinggesellschaft des Mayr-Melnhof Konzerns, der in zwei operativen Segmenten geführt wird: Mayr-Melnhof Karton ("MM Karton") und Mayr-Melnhof Packaging ("MM Packaging").

MM Karton produziert und vermarktet eine vielfältige Palette an Kartonsorten, hauptsächlich gestrichenen Faltschachtelkarton auf Basis von Recycling- und Frischfasern. MM Packaging verarbeitet Karton zu Faltschachteln, hauptsächlich für die Nahrungsmittel-, Zigaretten- und sonstige Konsumgüterindustrie. Die von der Gesellschaft wahrgenommenen Führungs- und Steuerungsaufgaben umfassen die Bereiche Strategie, Investitionen, Rechnungswesen, Controlling, Steuern, Finanz- und Risikomanagement, Investor Relations, Qualitätswesen, Einkauf, Informationstechnologie und Human Resources.

1 ––– GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DES UNTERNEHMENS IN 2020

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft war die Nachfrage auf den europäischen Karton- und Faltschachtelmärkten insgesamt durch eine gewisse Resilienz gegenüber der Pandemie gekennzeichnet. Während sich die Nachfrage für Verpackungen von Gütern des täglichen Bedarfes sehr robust und jene im E-Commerce dynamisch zeigten, war der Absatz in Märkten wie Duty-free, Kosmetik, aber auch Food-Service (Fast Food) durch temporär deutlichen Rückgang gekennzeichnet, welcher im Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden konnte.

Die Faserstoffmärkte verzeichneten nach dem Preisrückgang für gemischte Altpapierqualitäten zu Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg im Zuge reduzierten Aufkommens während des ersten Lockdowns im Frühjahr, dem nach einer Entspannung während der Sommermonate ein neuerlicher Preisauftrieb infolge verschärfter Pandemiemaßnahmen folgte. Dagegen zeigten die Preise für frischfaserbasierte Produkte wie Zellstoff erst ab dem vierten Quartal eine Aufwärtsbewegung nach lang anhaltender Seitwärtsbewegung. Während der Markt für Recyclingkarton von Kontinuität geprägt war, entwickelte sich jener für Frischfaserkarton leicht besser als im Jahr zuvor, wobei die Preise in beiden Bereichen recht fest blieben. Kapazitätserhöhungen in der europäischen Kartonindustrie konzentrierten sich auch 2020 vor allem auf laufende Investitionstätigkeit in bereits bestehende Anlagen. In der Gruppe der größten europäischen Kartonproduzenten waren die Ankündigungen von MM hinsichtlich des Erwerbes von Kotkamills im Dezember 2020 und IP Kwidzyn im Februar 2021 die bedeutendsten Veränderungen. Die Auslastung der Branche entwickelte sich insgesamt auf gutem Niveau.

Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen, insbesondere die Substitution von Kunststoff, ist in 2020 weiter ins Zentrum gerückt und wird von allen Teilnehmern in der Wertschöpfungskette, Karton- und Faltschachtelproduzenten sowie Konsumgüterherstellern und Einzelhandel proaktiv vorangetrieben. Gleichzeitig hat sich der Trend zur Spezialisierung und Erhöhung der Funktionalität von Kartonverpackung fortgesetzt.

Die Konsolidierung in der europäischen Faltschachtelindustrie setzt sich fort, wobei sich Low-Cost-Produktion und der spezifische Fokus auf einzelne Marktsegmente wie FMCG, Health, Personal Care, Spezialverpackungen etc. als Hauptstoßrichtungen abzeichnen. Die Anbieterstruktur bleibt insgesamt weiter von starker Fragmentierung geprägt.

a ––– Geschäftsverlauf 2020 in den Divisionen

MM Karton

Die Nachfrage auf den europäischen Kartonmärkten war im Jahr 2020 trotz eines bewegten Verlaufes insgesamt durch Robustheit gekennzeichnet. Verstärkter Ordertätigkeit zu Beginn der Pandemie folgten gegen Jahresmitte sukzessive Normalisierung und im letzten Quartal zunehmend verhaltenere Planung der Kunden. Trotz hoher Preisdisziplin gelang es MM Karton, seine Marktanteile durch eine selektive Absatzpolitik gut zu behaupten. Der durchschnittliche Auftragsstand lag mit rund 100.000 Tonnen über dem Vergleichswert des Vorjahres (2019: 68.000 Tonnen). Wie im Vorjahr belief sich die Kapazitätsauslastung auf 97 %. Ungeachtet der Coronasituation konnten die Investitionen für weiteres Wachstum und Qualität durch die technologische Entwicklung unserer Werke fortgesetzt werden.

Auf den Beschaffungsmärkten verzeichneten die Preise für gemischte Altpapiersorten nach einem sprunghaften Anstieg infolge von Sammelengpässen während des Lockdowns im Frühjahr eine volatile Bewegung auf niedrigem Niveau. Seit dem vierten Quartal befinden sich die Preise jedoch aufgrund weiterer Lockdowns und guter Nachfrage der verarbeitenden Industrien wieder deutlich im Steigen. Demgegenüber entwickelten sich die Preise für Frischfaserprodukte und Energie insgesamt stabiler und unter Vorjahresniveau.

Die Produktion lag mit 1.710.000 Tonnen leicht (0,8 %) unter 2019 (1.723.000 Tonnen). Davon entfielen 1.365.000 Tonnen (80 %) auf Recyclingkarton und 345.000 Tonnen (20 %) auf Frischfaserkarton (2019: 1.382.000 Tonnen bzw. 80 % und 341.000 Tonnen bzw. 20 %). Bezogen auf den durchschnittlichen Mitarbeiterstand wurden 693 Tonnen (2019: 687 Tonnen) pro Mitarbeiter erzeugt. Der Kartonabsatz entwickelte sich mit 1.704.000 Tonnen stabil zum Vorjahr (2019: 1.705.000 Tonnen).

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.050,8 Mio. EUR preisbedingt leicht unter dem Vergleichswert (2019: 1.078,3 Mio. EUR). Mit einem Anteil von rund 66 % in Westeuropa (2019: 65 %) und 22 % in Osteuropa (2019: 22 %) wurde wieder mehr auf den europäischen Märkten abgesetzt, wodurch der Verkaufsanteil in Länder außerhalb Europas auf 12 % (2019: 13 %) zurückging

MM Packaging war mit einem Lieferanteil von rund 13 % bzw. 226.000 Tonnen (2019: 12 % bzw. 201.000 Tonnen) unverändert größter Kunde von MM Karton.

Während das laufende Geschäft von hoher Kontinuität unter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt war, war 2020 auch ein Jahr bedeutender Transformation für MM Karton.

So musste am kleinsten Kartonstandort im österreichischen Hirschwang die 70 Jahre alte, wettbewerbsschwache Maschine infolge hoher anstehender Ausgaben, die nicht zu rechtfertigen waren, Anfang November stillgelegt werden.

Demgegenüber wurde für MMK Frohnleiten, Europas größtes Recyclingkartonwerk, ein umfassendes Erneuerungs- und Ausbauprogramm mit einem Investitionsvolumen von insgesamt über 100 Mio. EUR für die Jahre 2021 – 2022 verabschiedet. Im Zentrum stehen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kapazitätserweiterungen zur Zukunftssicherung unter Einsatz modernster Technologien. Innovative voll digitalisierte Prozesse werden die Effizienz in der Stoffaufbereitung deutlich erhöhen und gleichzeitig den spezifischen Verbrauch von Energie und Wasser senken. Neueste Produktionstechnologien in der Kartonfertigung steigern Produktqualität und Kapazitäten als Voraussetzung für weitere Einsatzmöglichkeiten von Recyclingkarton z.B. auch im Plastikersatz. Hochautomatisierte Logistik wird die Warenbewegung signifikant beschleunigen.

Das betriebliche Ergebnis reduzierte sich infolge von Einmaleffekten in Höhe von 40,2 Mio. EUR, die zu einem Großteil aus der Schließung des Kartonwerkes Hirschwang und marktbedingten Wertminderungen im 2. Quartal resultierten, auf 86,7 Mio. EUR (2019: 110,5 Mio. EUR). Die Operating Margin betrug 8,3 % (2019: 10,2 %), der Return on Capital Employed 14,5 % (2019: 18,7 %). Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit erreichte 126,3 Mio. EUR nach 155,3 Mio. EUR im Jahr zuvor.

Im Dezember 2020 und Februar 2021 folgten mit dem Erwerb von Kotkamills und Kwidzyn zwei historische Vertragsabschlüsse mit transformativem Charakter. Zielsetzung ist es, neben dem angestammten Recyclingkartongeschäft im wachsenden, hochqualitativen Frischfaserkartonbereich mit innovativen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Qualitäten die Position gegenüber den beiden Marktführern auszubauen.

MM Packaging

Die europäischen Faltschachtelmärkte waren in 2020 ähnlich wie der Kartonmarkt insgesamt durch ein hohes Maß an Kontinuität gekennzeichnet. Nach einem Rekordniveau beim Auftragseingang zu Beginn der Pandemie verzeichnete MM Packaging auch im weiteren Jahresverlauf eine Entwicklung auf gutem Niveau. Vor allem das Geschäft in den Bereichen FMCG und E-Commerce war von einer im Vergleich zum Vorjahr starken Auslastung und Umsatzentwicklung geprägt. Dem stand jedoch ein Rückgang in einigen Premiummärkten wie Duty-free und Kosmetikartikeln gegenüber.

Werksstillstände infolge der Coronasituation gab es nur kurzzeitig an vereinzelten Produktionsstandorten. Kostensenkungsprogramme, Investitionen und notwendige strukturelle Anpassungen wurden konsequent weiterverfolgt und umgesetzt. Hierzu zählen insbesondere auch Projekte der Automatisierungen und Digitalisierungen zur Erhöhung von Effizienz und Qualität in den Werken. Mit "MMP digital" verfügt MM Packaging seit 2020 über einen digitalen Verkaufs- und Servicekanal für eine 24/7-Anbindung von Kunden.

Die verarbeitete Tonnage Karton und Papier erhöhte sich vor allem bedingt durch Veränderungen im Produktmix um 7,9 % auf 847.000 Tonnen (2019: 785.000 Tonnen).

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.594,2 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau (2019: 1.578,0 Mio. EUR). Diese verteilten sich zu 50 % und 32 % auf West- und Osteuropa sowie zu 18 % auf außereuropäisches Geschäft (2019: 49 %; 33 %; 18 %). MM Packaging beliefert in verschiedenen Konsumgüterbranchen mehr als 1.700 Kunden. Hauptmärkte sind FMCG und E-Commerce sowie Premiummärkte der Bereiche Health, Beauty & Personal Care sowie Cigarette und Luxury. Ein bedeutender Anteil des Geschäftes entfällt infolge der hohen Konzentration in den Abnehmerindustrien auf multinationale Großkunden, wobei 2020 mit den top fünf Kunden rund 40 % (2019: 41 %) der Umsatzerlöse erwirtschaftet wurden.

Das betriebliche Ergebnis blieb mit 144,7 Mio. EUR (2019: 144,8 Mio. EUR) trotz Einmaleffekten in Höhe von 23,8 Mio. EUR, welche insbesondere aus strukturellen Anpassungen resultierten, am Vorjahresniveau. Die Operating Margin belief sich entsprechend auf 9,1 % (2019: 9,2 %). Der Return on Capital Employed betrug 13,2 % (2019: 13,6 %), der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 191,9 Mio. EUR nach 176,1 Mio. EUR in 2019.

Im Zentrum des intensivierten Investitionsprogrammes von MM Packaging stehen die verstärkte Ausrichtung auf Wachstumsmärkte, wie E-Commerce, sowie Großstandorte mit vorteilhafter Kostenstruktur. Zielsetzung ist es, durch Effizienz und Innovation den Marktanteil mit nachhaltigen Faltschachteln zu erhöhen.

In diesem Zusammenhang wurde 2020 für die Faltschachtelproduktion Neupack am österreichischen Standort Hirschwang ein umfangreiches Zukunftsprogramm in Höhe von 18 Mio. EUR verabschiedet. Investitionen in Gebäude und Maschinen sollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes bei E-Commerce-Verpackung und hochwertig bedruckter Konsumgüterverpackung in Feinwelle (Mikrowelle) für Produkte wie Lebensmittel, Tiernahrung und elektrische Haushaltsgeräte deutlich erhöhen.

b ––– Geschäftsverlauf der Gesellschaft im Jahr 2020

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete die Gesellschaft verglichen zum Vorjahr gestiegene Beteiligungserträge, denen die Dividendenzahlung für 2020 gegenüberstand.

Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft war vor allem durch die Ausübung der Holdingfunktionen sowie der Verwaltung der Anteile an verbundenen Unternehmen gekennzeichnet.

(in EUR) 2020 2019
Finanzergebnis 149.956.435,68 80.209.270,49
Umsatzerlöse 31.022.820,32 34.874.189,64
Betriebsergebnis (20.086.034,55) (12.340.381,90)
Cash Earnings 132.467.574,51 68.397.589,08
Eigenkapitalausstattung 93,88 % 94,50 %
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 130.523.219,60 69.005.771,40
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit (823.431,62) (308.499,64)
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit (64.334.236,42) (148.576.500,44)

c ––– Finanzielle Leistungsindikatoren

d ––– Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Personal

Die Gesellschaft beschäftigt keine Arbeitnehmer.

Umweltbelange

Nachhaltigkeit ist seit jeher bestimmender Erfolgsfaktor in der Ausrichtung und Führung der MM Gruppe. Langfristiges, verantwortliches Wirtschaften steht im Zentrum unserer Tätigkeit, abseits von Moden und Trends. Durch den Einsatz vorwiegend nachwachsender Rohstoffe in der Produktion hochwertiger Kartonverpackungsprodukte, die nach dem Gebrauch stofflich wieder vollständig verwertet werden können, ist die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft immanenter Teil unseres Geschäftes. In unserem Wertschöpfungsprozess übernehmen wir dabei gesamthaft Verantwortung, mit dem Ziel, Mehrwert und Chancen sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch für unsere Mitarbeiter, die Umwelt und die Gesellschaft zu schaffen.

Als Grundlage und Orientierung dienen die langfristige strategische Positionierung des Unternehmens als Marktführer auf Basis von Kosten-, Technologie- und Innovationsführerschaft sowie die Verhaltensregeln der MM Gruppe. Diese sind in unserem Unternehmenskodex (Code of Conduct) zusammengefasst. Dieser Ausrichtung folgen laufende Zielsetzungen und die Ressourcenallokation im Konzern. So sichern wir Nachhaltigkeit und eine erfolgreiche Zukunft der MM Gruppe.

Im aktuellen Trend hin zu nachhaltigen Verpackungsformen ist Kartonverpackung infolge der hohen Kreislauffähigkeit und natürlichen Erneuerung der Faserstoffe sehr gut positioniert.

e ––– Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.

2 ––– DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS

a ––– Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens in 2021

Dieser Ausblick entspricht den Einschätzungen des Vorstandes zum 15. März 2021 und berücksichtigt keine Auswirkungen von Akquisitionen, Veräußerungen oder anderen strukturellen Änderungen innerhalb des Jahres 2021. Die vorangegangenen und nachfolgenden vorausblickenden Aussagen unterliegen sowohl bekannten als auch unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen können.

Die Covid-19-Pandemie und Maßnahmen zu ihrer Eindämmung werden auch im laufenden Jahr die gesamtwirtschaftliche Situation in unseren Absatzmärkten trotz angelaufener Impfprogramme stark belasten. Die konjunkturelle Erholung scheint geringer als erwartet auszufallen. Ausmaß und Zeitbezug bleiben weiter schwer abschätzbar. Aufgrund des Geschäftsportfolios der MM Gruppe mit Schwerpunkt auf systemrelevanten Verpackungsprodukten für Güter des täglichen Bedarfes sollte jedoch auch weiterhin eine gewisse Resilienz in der Nachfrage gegeben sein. Die aktuelle Entwicklung der Auftragsstände beider Divisionen signalisiert jedenfalls Kontinuität.

Demgegenüber befinden sich die Preise für den strategischen Rohstoff Altpapier stark im Steigen. Parallel steigen auch die Preise für Zellstoff, Energie, Chemikalien und Logistik, weshalb MM Karton die Preise für Recyclingkarton erhöht hat, was sich ab dem zweiten Quartal auswirkt.

Aufgrund des aktuell starken Drucks auf die Kartonmargen, ist eine Behauptung der Ertragsniveaus des Vorjahres eine Herausforderung für 2021.

Der Fokus auf Optimierung der Kostenstrukturen und Erhöhung der Marktdurchdringung mit nachhaltigen und innovativen Verpackungsprodukten wird konsequent fortgesetzt. Darauf gerichtete Investitionstätigkeiten werden 2021 – 2022 intensiviert und sollen das Wachstum in den Folgejahren sicherstellen. Dabei setzt MM insbesondere auf E-Commerce und Circular-Economy durch Innovation im Plastikersatz sowie Digitalisierung.

In zahlreichen Werken von MM Packaging werden Investitionen zur Kapazitäts- und Effizienzsteigerung durchgeführt. Bei MM Karton stehen neben dem Großprojekt Frohnleiten mit Umbauten in Neuss und Kolicevo insbesondere Hochleistungsstandorte im Fokus. Dementsprechend ist für Investitionen in 2021 und 2022 statt der üblichen rund 150 Mio. EUR von einer Bandbreite von 250 – 300 Mio. EUR p.a. auszugehen.

Bei den Akquisitionen Kotkamills, Finnland, und Kwidzyn, Polen, deren Closing für Jahresmitte bzw. im dritten Quartal 2021 erwartet wird, steht für die nächsten zwei Jahre die Integration im Mittelpunkt.

Die Finanzierung des Investitionsprogrammes und der Akquisitionen erfolgt über per Ende Februar 2021 aufgenommene Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen, zugesagte Kreditlinien und Cash Flow.

Aus heutiger Sicht rechnet die Gesellschaft mit Beteiligungserträgen auf Vorjahresniveau.

b ––– Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Gesellschaft ist als geschäftsleitende Holding mit einer Anzahl von Risiken konfrontiert, die ein systematisches und kontinuierliches Risikomanagement erforderlich machen. Zu den Finanzinstrumenten, die in der Gesellschaft in bestimmten Fällen eine Konzentration des Finanzrisikos verursachen können, zählen vor allem liquide Mittel, Wertpapiere und Forderungen aus Beteiligungserträgen. Die Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen werden im Rahmen des Risikomanagements erhoben, analysiert und auf Basis der definierten Risikopolitik bewältigt. Ziel ist es, die im Rahmen unserer Tätigkeit entstehenden potenziellen Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten, ihre Folgen abzuschätzen und geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.

Finanzinstrumente sind auf Vertrag basierende wirtschaftliche Vorgänge, die einen Anspruch auf Zahlungsmittel beinhalten. Dabei unterscheidet man einerseits originäre Finanzinstrumente wie liquide Mittel, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu auch die derivativen Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen eingesetzt werden.

Ein aktives Cash- und Credit-Management stellt sicher, dass ausreichend Liquidität (eigene Mittel bzw. jederzeit ausnutzbare Kreditlinien) verfügbar ist, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen ausschließlich gegenüber verbundenen Unternehmen. Für diese wurden daher keine Kundenkreditversicherungen abgeschlossen.

Die sonstigen Forderungen bestehen im Wesentlichen gegenüber verbundenen Unternehmen und resultieren großteils aus konzerninternen Cash Pool-Vereinbarungen. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation wird das Risiko als gering angesehen, da sich die verbundenen Unternehmen jederzeit am Markt refinanzieren können.

Für unser Geschäft können zusätzlich zu den aufgeführten Risiken weitere Risiken bestehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind solche Risiken nicht bekannt oder werden diese von uns für vernachlässigbar gehalten.

Die Gesamteinschätzung der Risikosituation der Gesellschaft weist keine bestandsgefährdenden Elemente auf. Derartige Risiken sind auch im kommenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten.

3 ––– FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Gesellschaft selbst betreibt keine Forschung und Entwicklung. Die nachfolgendenden Ausführungen beziehen sich auf den Mayr-Melnhof Konzern. Im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten des Mayr-Melnhof Konzerns steht die nachhaltige Sicherung und Stärkung der Wettbewerbsund Wachstumsfähigkeit durch Fortschritt in den beiden Divisionen MM Karton und MM Packaging.

Grundlage ist unsere strategische Zielsetzung, auf Basis von industrieller Führerschaft bei Kosten, Technologie und Innovation nachhaltig Mehrwert zu schaffen. Wir haben dabei den Anspruch, Markt- und Zukunftstrends frühzeitig zu identifizieren und für unsere Kunden und das Unternehmen wertbringend zu nutzen. Damit dies langfristig gelingt, greifen wir auf ein breites Ressourcenspektrum in und außerhalb unserer Organisation zurück, schaffen regelmäßig Raum und Anreize, damit sich Neues entwickeln kann, und investieren kontinuierlich in Fortschritt und die Zukunft unseres Unternehmens. Unsere Neuerungen folgen einem holistischen Ansatz und schließen regelmäßig Aspekte der gesamten Supply Chain sowie der relevanten Stakeholdergruppen mit ein.

Basis unserer F&E-Aktivitäten ist das Zusammenwirken von Experten aus verschiedenen Bereichen des Konzerns unter Rückgriff auf neueste Erkenntnisse und die langjährige Wissensbasis im Unternehmen. Anlassbezogen werden darüber hinaus externe Spezialisten und Forschungseinrichtungen miteinbezogen. Ein laufend weiterentwickelter Innovationsprozess stellt sicher, dass Neuerungen von der Ideenfindung bis zur Umsetzung zielgerichtet mit den notwendigen Ressourcen begleitet werden. Unser gemeinsames Ziel ist es, Innovationen stets zügig umzusetzen und dabei den Anforderungen hinsichtlich modernster technologischer Funktionalität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen. Dazu verfolgen wir einen proaktiven Ansatz, der sowohl Aspekte der Grundlagenforschung als auch visionäre Konzepte und Ideen miteinbezieht. Unsere enge Zusammenarbeit mit den Gremien der Normung und Gesetzgebung stellt sicher, dass zukünftige Regelungen in unseren Entwicklungen bereits frühzeitig berücksichtigt werden.

Nachhaltige, plastikfreie Verpackungen, ein natürlicher Auftritt, Convenience und Sicherheit sowie die perfekte Einbindung in Onlinevertrieb und -kommunikation sind aktuell prägende Trends und Anforderungen in der Verpackung. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden erarbeiten wir individuelle Lösungen unter diesen Vorgaben und achten auf höchstmögliche Performance und Effizienz bei der Umsetzung.

Wir verarbeiten vorwiegend nachwachsende Rohstoffe und setzen modernste Hochleistungstechnologien ein, um ressourcenschonend überzeugende Druck- und Verpackungsprodukte zu fertigen. Diese können nach Gebrauch stofflich vollständig wiederverwertet werden. Somit sind Nachhaltigkeit und die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft seit jeher auch fester Bestandteil der Entwicklungs- und Innovationstätigkeit der Mayr-Melnhof Gruppe.

Sowohl die Corona-Pandemie als auch der Klimawandel führen uns vor Augen, dass Sicherheit und Wohlstand davon abhängen, wie wir Gemeingüter, wie öffentliche Gesundheit und Klimastabilität, langfristig erhalten: Die Gesellschaft und Wirtschaft müssen widerstandsfähig, nachhaltig und klimafreundlich aufgebaut sein. Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket mit der Einweg-Kunststoffrichtlinie (Single Use Plastics Directive, SUPD) und der Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Directive, PPWD) können hier unterstützen und neben ökologischen (Entlastung der Umwelt von Abfall und Ressourcenverbrauch) auch wirtschaftliche (Investitionen und Wachstum) und soziale Aspekte (Schaffung von Arbeitsplätzen) abdecken. Beide Direktiven werden künftig wesentliche Auswirkung auf die Wahl des Verpackungsmaterials haben, Karton sollte dadurch als umweltfreundliche Verpackung an Bedeutung gewinnen. Die Chance liegt darin, Kunden dahingehend zu unterstützen, Plastik mit innovativen, aber auch bewährten Lösungen aus Papier und Karton zu ersetzen.

Unsere innovativen Leistungen im Bereich Klimaschutz wurden im Geschäftsjahr 2020 besonders geschätzt und gewürdigt. So wurde die Mayr-Melnhof Gruppe für ihren Beitrag durch innovative Kartonverpackung mit dem neu eingeführten GreenTech Award der ÖGSV (Österreichische Gesellschaft für Verbraucherstudien) ausgezeichnet.

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Digitalisierung mit "MMK digital" (digitaler Verkaufsund Servicekanal) insbesondere auf den Verkaufsbereich, wo MM Karton als Vorreiter weiterhin in der Kartonindustrie neue Maßstäbe setzt. In 2020 wurde "MMK digital" um mehrere innovative und hilfreiche Bereiche erweitert wie z.B. eine benutzerfreundliche Reklamationsabwicklung und eine nahtlose Änderungsfunktion von Bestellungen. Auch die direkte Kundenanbindung über elektronischen Datenaustausch war eines der Fokusthemen in diesem Jahr. Mit der Verleihung des international angesehenen PPI Awards für IoT & Digitalisierung erfuhr die digitale Vorreiterrolle der Kartondivision eine besondere Würdigung durch eine hochkarätige Jury.

Mayr-Melnhof Packaging ist 2020 diesem Erfolgskonzept gefolgt und hat mit "MMP digital" eine neue Verkaufs- und Serviceplattform auf den Markt gebracht, die das Auftragsmanagement einfacher denn je gestaltet. MMP digital eröffnet eine neue Ära der Effizienz administrativer Geschäftsprozesse, die nun in Sekundenschnelle, online, transparent und 24/7 durchgeführt werden können. Mit MMP digital ist Mayr-Melnhof Packaging federführend in der Verpackungsindustrie und setzt neue Maßstäbe in Geschwindigkeit und Kommunikation.

In der Fertigung erfährt die Automatisation von Arbeitsabläufen in beiden Divisionen fortschreitende Durchdringung mit dem Ziel, neue Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Damit einher geht auch die Entstehung einer Vielzahl neuer qualifizierter Funktionen im Konzern.

Infolge der Corona-Pandemie hat sich 2020 insbesondere auch die Digitalisierung unserer Kommunikationsprozesse im Konzern deutlich beschleunigt. Der Einsatz modernster Onlinekommunikations- sowie E-Learning-Tools erweist sich als sehr effektiv und bestimmt eine neue Form der Zusammenarbeit innerhalb der MM Gruppe und mit Geschäftspartnern.

a ––– Innovationstätigkeit 2020 in der Division MM Karton

Die Innovationsaktivitäten von MM Karton umfassten insbesondere stetige Verbesserungen der Produkte und ihrer Eigenschaften. Erhöhung der Produktqualität und Ausweitung der Funktionalitäten zielen darauf ab, neue Anwendungsfelder zu besetzen. Schwerpunkte lagen auf Steigerung von Steifigkeit und Glätte sowie der Entwicklung einer neuartigen Fettbarriere. Im Zeichen der, unter anderem auch durch die "Single Use Plastic Directive", gesteigerten Nachfrage von nachhaltigen und umweltverträglichen Lebensmittelverpackungen setzt unsere Forschung und Entwicklung auf neue Lösungen zur Ausweitung der Kreislaufwirtschaft von faserbasierten Verpackungsmaterialien.

Grundlegende Innovationsarbeit wird vom Forschungs- und Entwicklungszentrum in Frohnleiten erbracht. Hier ist vor allem die unmittelbare Nähe von Wissenschaft und Produktion von Vorteil, da Erkenntnisse und Ergebnisse praxisnahe gewonnen und umgesetzt werden können. Darüber hinaus war auch 2020 durch bedeutende Technologiekooperationen mit externen Forschungseinrichtungen und Kunden gekennzeichnet.

Das umfangreiche Know-how und Leistungsspektrum der Kartonwerke ermöglicht es, unser Produktportfolio stetig auf Verbesserungen zu prüfen und diese auch betriebsintern durchzuführen. Im Fokus steht die bestmögliche Bedienung wachsender Kundenanforderungen, entsprechend eng ist die Zusammenarbeit zwischen der Vertriebsorganisation und den Kartonwerken. Das Produktentwicklungsprogramm stellt dabei sicher, dass Projekte systematisch durch einen Prozess geführt werden – von der Idee bis zur Markteinführung. Daraus hervorgegangene Produkte, die nicht älter als fünf Jahre sind, machten im Jahr 2020 über 20 % des Gesamtabsatzes der Kartondivision aus.

Die in 2020 entwickelte GC2-Frischfaserkartonqualität Excellent TopTM Strong des deutschen Frischfaserwerks Baiersbronn kombiniert hohe Steifigkeit mit ausgezeichneter Verarbeitungseffizienz bei gewohnt konstanter Qualität. Mit zusätzlich möglicher Freeze-Behandlung eignet sich Excellent TopTM Strong auch für gekühlte bzw. tiefgekühlte Lebensmittel. Aufgrund der optischen Eigenschaften sowie ausgezeichneter Inkjet- und Laser-Codiermöglichkeiten ist die neue Qualität zudem ideal für anspruchsvolle Verpackungslösungen im Pharmasegment einsetzbar. Für den Digitaldruck werden perfekte Ergebnisse z. B. bei personalisierten Faltschachteln im Kosmetik- und Körperpflege-Bereich ermöglicht.

Multicolor Mirabell FungizidTM, ein Karton mit Fungizidbehandlung auf der Rückseite aus dem österreichischen Kartonwerk Frohnleiten, wurde speziell für das Segment Hygiene- und Körperpflege entwickelt, in dem der Schutz vor Schimmelbefall eine besondere Herausforderung darstellt. Wurden Faltschachtel in der Vergangenheit für diesen Bereich auf beiden Seiten mit Polyethylen (PE) beschichtet, entspricht die neue Lösung klar dem Konzept der Circular Economy.

b ––– Innovationstätigkeit 2020 in der Division MM Packaging

Zielsetzung des Innovationsnetzwerkes von MM Packaging ist es, in jeder Phase des Innovationsprozesses relevante und überzeugende Lösungen für den Erfolg unserer Kunden zu entwickeln. Es setzt sich aus folgenden internen Einheiten zusammen: PacProject, dem kreativen Innovationszentrum in Hamburg, dem Premium Printing Center in Trier sowie dem Technical Competence Center zur Koordination gezielter Kundenbriefings mit den lokalen Packaging-Development-Centern und einzelnen Werken. In 2020 wurde das Innovationsnetzwerk um das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tann-Gruppe erweitert. Um auch die Bedürfnisse beim Kunden hinsichtlich technischer Ausrichtung bzw. Ausstattung zu berücksichtigen, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Divisional Technical Support Team.

Der Innovationsprozess bei MM Packaging reicht von der Trendstudie bis zu den Ideenworkshops. Bei PacProject in Hamburg werden in enger Abstimmung mit dem Kunden Konzeptstudien bis hin zu ersten Prototypen erstellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technical Account Management wird bereits in diesem Stadium eine erste Machbarkeitsanalyse durchgeführt. Im Premium Printing Center in Trier kommen hochinnovative Technologien zur Anwendung, um Verpackungsdesigns mit außergewöhnlichen Effekten in kürzester Zeit zu realisieren.

Die Innovationstätigkeiten von MM Packaging waren in 2020 insbesondere auf die Themen Nachhaltigkeit und E-Commerce gerichtet.

Die Reduktion bzw. der Ersatz von Plastik bei Verpackungen in unterschiedlichsten Bereichen des täglichen Bedarfes bleibt ein wesentlicher Innovationsschwerpunkt. In Zusammenarbeit mit Kunden, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen wurde an der Optimierung kreislaufgerechter Verpackungen sowie an der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet. Von Elektronikverpackungen über Tissueboxen bis hin zu Obst- und Gemüseverpackungen erstreckte sich das breit gefächerte Innovationsfeld.

Für plastikfreie Obst- und Gemüseverpackung wurden in 2020 folgende Verpackungslösungen auf den Markt gebracht: MM Easybox, MM Clickbox und MM Basket. Diese Produkte sind in drei Look-Konfigurationen verfügbar, was die individuelle Gestaltung und Anpassungsfähigkeit erlaubt. Die Recyclingfähigkeit wurde mit über 98 % bewertet.

Um die Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Entwicklung eines Produktes zu berücksichtigen und Kostenvorteile für die Kunden vorzulegen, wurde "Cost-Initiative in advance" eingeführt. Bei dieser Initiative handelt es sich um die Berechnung der Kosten für bestellte Produkte bereits bei der Planung mit der Beachtung des Nachhaltigkeitsaspektes. Vor Beginn eines neuen Projektes werden verschiedene Varianten mit Rücksicht auf die technischen Aspekte, Marktanforderungen, Design und Kosten des neuen Produktes berechnet und dem Kunden zur Auswahl präsentiert.

Natural Look hat in 2020 noch mehr an Bedeutung in der Verpackungsbranche gewonnen. In gemeinsamen Workshops mit Kunden wurden die technischen Möglichkeiten zur Entwicklung von Produkten mit einem natürlichen Erscheinungsbild aufgezeigt und umgesetzt. Vor allem das Zusammenspiel von unterschiedlichsten Kartonoberflächen, Artwork, Lacken und auf die Oberfläche abgestimmten Druckfarben ermöglicht es, Faltschachtelverpackungen im Natural Look zu präsentieren.

Coronabedingt hat die Nachfrage nach E-Commerce-Verpackungen in 2020 signifikant zugenommen. Darüber hinaus trugen Projekte für den Ersatz von Kunststoffen und Plastik, die von allen E-Commerce-Plattformen und Marktplätzen umgesetzt wurden, zum Nachfrageanstieg bei. MM Packaging ist ein wichtiger Lieferant von E-Commerce-Verpackungsartikeln aus Vollpappe und investiert in neue Produktionskapazitäten sowie die Konzeption wettbewerbsfähiger neuer Verpackungslösungen und die Etablierung eines paneuropäischen Logistiknetzwerkes. Auf E-Commerce spezialisierte Werke befinden sich aktuell in Rumänien, Österreich und Polen.

Bei den European Carton Excellence Awards, dem renommiertesten Wettbewerb für Kartonverpackungen, wurde MM Karton für eine Anwendung der Qualität Excellent TopTM mit einem Gold Award für Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit ausgezeichnet.

Ferner konnte sich MMP Austria über einen Platin-Award für eine Verpackung im Auftrag eines namhaften Kunden freuen. Die Verpackungslösung wurde für ein Beauty-Care-Produkt gestaltet, um den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen hervorzuheben.

4 ––– DIE WESENTLICHEN MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Vorstand ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Finanzberichterstattung und die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich. Dieses gewährleistet die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit von Finanzinformationen. Darüber hinaus werden die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen sichergestellt.

Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungslegungsrelevanten Informationen vollständig, richtig und zeitgerecht erfasst und verarbeitet werden und die Abbildung in der Finanzberichterstattung den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards entspricht.

In der Aufbau- und Ablauforganisation sind klare und eindeutige Verantwortungen bezogen auf die Einzelgesellschaften und den Konzern vorgegeben. Den zentralen Funktionsbereichen "Corporate Accounting" sowie "Planning and Reporting" obliegt dabei die Ausgestaltung einheitlicher Konzernrichtlinien auf dem neuesten fachlichen Stand sowie die Organisation und Kontrolle der Finanzberichterstattung im Konzern.

Die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah. Die Übereinstimmung mit konzerninternen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird kontinuierlich kontrolliert. Die eingesetzten Datenverarbeitungssysteme werden gezielt weiterentwickelt und laufend optimiert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden regelmäßig auf mögliche Risiken geprüft. Verbesserungsmaßnahmen werden schnellstmöglich eingeleitet und rasch umgesetzt.

5 ––– ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN

Zusammensetzung des Kapitals, Aktiengattungen

Es wird auf die Anhangangabe 3f verwiesen.

Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte bzw. der Übertragung von Aktien

Rund 57 % der Aktien werden von den Kernaktionärsfamilien in einem Syndikat gehalten. Es besteht ein Syndikatsvertrag, welcher die Übertragbarkeit der Aktien innerhalb des Syndikates und nach außen regelt. Angelegenheiten, die die Hauptversammlung betreffen, beschließt das Syndikat mit 65 % der Stimmen. Änderungen des Syndikatsvertrages bedürfen 90 % der Stimmen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 vom Hundert betragen

Nach den der Gesellschaft bekannt gegebenen Informationen bestanden per Jahresende 2020 folgende Beteiligungen von mindestens 10 Prozent am Kapital:

MMS Mayr-Melnhof-Saurau Beteiligungsverwaltung KG

CAMA-Privatstiftung

Die Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten und eine Beschreibung dieser Rechte

Es bestehen keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Die Art der Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer, wenn sie das Stimmrecht nicht unmittelbar ausüben

Es besteht kein derartiges Kapitalbeteiligungsmodell für Mitarbeiter.

Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft

Es bestehen keine Bestimmungen dieser Art.

Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstandes, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Es bestehen keine Befugnisse dieser Art.

Alle bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden, sowie ihre Wirkungen; ausgenommen hiervon sind Vereinbarungen, deren Bekanntmachung der Gesellschaft erheblich schaden würde, es sei denn, die Gesellschaft ist zur Bekanntgabe derartiger Informationen aufgrund anderer Rechtsvorschriften ausdrücklich verpflichtet

Es wird von der Schutzklausel hinsichtlich der Bekanntgabe Gebrauch gemacht. Die Größenordnung des betroffenen Geschäftes ist als überschaubar einzustufen.

Bestand und wesentlicher Inhalt von Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes

Es bestehen keine Vereinbarungen dieser Art.

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft

MMag. Peter OSWALD e.h.

Dr. Andreas BLASCHKE e.h. Mag. Franz HIESINGER e.h.

Bilanz

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Gewinn- und Verlustrechnung

(in EUR) 2020 2019
1. Erträge aus Beteiligungen
a) Verbundene Unternehmen 150.000.000,00 80.000.000,00
b) Übrige 302.400,00 242.200,00
150.302.400,00 80.242.200,00
2. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
a) Verbundene Unternehmen 9.503,63 4.030,74
b) Übrige 0,05 0,24
9.503,68 4.030,98
3. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
a) verbundene Unternehmen (5.592,53) (776,07)
b) übrige (349.875,47) (36.184,42)
(355.468,00) (36.960,49)
4. Zwischensumme aus Z 1 bis 3 (Finanzergebnis) 149.956.435,68 80.209.270,49
5. Umsatzerlöse 31.022.820,32 34.874.189,64
6. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme
der Finanzanlagen 11.461,64 5.049,86
b) Übrige 184.553,90 725.461,52
196.015,54 730.511,38
7. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen (27.870.992,08) (29.878.334,04)
(27.870.992,08) (29.878.334,04)
8. Personalaufwand
a) Gehälter (13.387.676,27) (9.352.280,17)
b) Soziale Aufwendungen (4.116.882,41) (2.874.229,98)
davon Aufwendungen für Altersvorsorgen (576.104,02) (1.833.215,57)
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (2.665.398,56) (510.196,53)
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben
und Pflichtbeiträge
(632.705,69) (530.817,88)
cc) Sonstige Sozialaufwendungen (242.674,14) 0,00
(17.504.558,68) (12.226.510,15)
9. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (100.668,73) (70.728,43)
(100.668,73) (70.728,43)
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen (1.714,36) (1.714,35)
b) Übrige (5.826.936,56) (5.767.795,95)
(5.828.650,92) (5.769.510,30)
11. Zwischensumme aus Z 5 bis 10 (Betriebsergebnis) (20.086.034,55) (12.340.381,90)
12. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 4 und Z 11) 129.870.401,13 67.868.888,59
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.235.807,28 1.733.031,96
davon latente Steuern EUR -264.881,92 (2019: EUR 1.275.059,90)
14. Jahresüberschuss 132.106.208,41 69.601.920,55
15. Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 4.398.079,45
16. Zuweisung zu Gewinnrücklagen (13.106.208,41) 0,00
17. Jahresgewinn 119.000.000,00 74.000.000,00
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 11.000.000,00 1.000.000,00
19. Bilanzgewinn 130.000.000,00 75.000.000,00

Anhang der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 1. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

1 ––– ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Der vorliegende Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, Bilanzierung und der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Die Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches in der zum Bilanzstichtag geltenden Fassung stellen die Grundlage dieses Jahresabschlusses dar.

Bei der Bilanzierung und Bewertung wurde den allgemein anerkannten Grundsätzen Rechnung getragen. Dabei wurden die in § 201 Abs. 2 UGB kodifizierten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ebenso beachtet wie die Gliederungs- und Bewertungsvorschriften für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB.

Die im vorjährigen Jahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie der Ausweis gegenüber dem Vorjahr sind unverändert geblieben.

Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen gemäß § 189a Z 6 UGB des Mayr-Melnhof Konzerns und stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen auf.

Die rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 238 Abs. 1 Z 20 UGB werden nicht angegeben, da sie dem Unternehmen oder einem verbundenen Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen würden.

Der Grundsatz der Vollständigkeit wurde bei der Erstellung des Jahresabschlusses eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und entsprechend der Holdingfunktion der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft so dargestellt, dass der Finanzerfolg an den Anfang der Gewinn- und Verlustrechnung gestellt wird.

2 ––– BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

a ––– Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die Zugänge sind mit Anschaffungs- zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bewertet.

Die unter diesem Posten ausgewiesenen Softwarelizenzen sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden planmäßig auf 10 Jahre linear abgeschrieben.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungs- zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bewertet. Zinsen für Fremdkapital zur Finanzierung der Herstellung von Gegenständen des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Die Ermittlung der planmäßigen Abschreibung erfolgt linear unter Anwendung folgender Nutzungsdauern:

Gebäude 10 - 40 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 7 Jahre

Geringwertige Vermögensgegenstände mit Einzelanschaffungskosten unter EUR 800,00 (31. Dezember 2019: EUR 400,00) werden gem. § 204 Abs. 1a UGB im Jahr ihrer Anschaffung oder Herstellung voll abgeschrieben.

Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Gegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßig auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag abgeschrieben. Sofern die dafür maßgeblichen Gründe nicht mehr bestehen, gilt die Verpflichtung, den Betrag der außerplanmäßigen Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahresabschluss sind keine Beträge aus solchen Zuschreibungen enthalten.

Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Voraussichtlich dauerhafte und wesentliche Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Als verbundene Unternehmen werden alle Tochterunternehmen bezeichnet, die von der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden (§ 189 Z 7 und 8 UGB).

In den Wertpapieren des Anlagevermögens sind Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen auf Grund von Pensionszusagen enthalten. Der Ansatz dieser Ansprüche erfolgt mit dem Deckungskapital.

Die Gesellschaft hat eine Rückdeckungsversicherung für ihre Pensionsverpflichtung gegenüber den Begünstigten abgeschlossen. Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung wurden an die Anspruchsberechtigten verpfändet und unter Beachtung der Vermögensobergrenze mit der entsprechenden Gesamtpensionsverpflichtung saldiert.

Bei Finanzanlagen, die keine Beteiligungen sind, erfolgt die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden (Zeit-) Wert. Bei Finanzanlagen dürfen solche Abschreibungen auch vorgenommen werden, wenn die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist. Sofern die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen, gilt die Verpflichtung, den Betrag der außerplanmäßigen Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahresabschluss sind keine Beträge aus solchen Zuschreibungen enthalten.

b ––– Umlaufvermögen

Bei Gegenständen des Umlaufvermögens erfolgt gegebenenfalls eine Abschreibung, um sie mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Abschlussstichtag anzusetzen. Sofern die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen, gilt die Verpflichtung, den Betrag der Abschreibung im Umfang der Werterhöhung zuzuschreiben. Im vorliegenden Jahresabschluss sind keine Beträge aus solchen Zuschreibungen enthalten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

c ––– Rückstellungen

Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet.

Die Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden gemäß der Stellungnahme 27 des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC) "Personalrückstellungen (UGB)", Stand März 2018, bilanziert. Bei der Berechnung, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") erfolgt, werden zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen in Form einer langfristigen Prognose berücksichtigt. Der Zinssatz wird nach dem aktuellen langfristigen Zinssatz am Kapitalmarkt zum Bilanzstichtag bemessen.

Der Berechnung der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen sowie die biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt" (2019: AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt") zugrunde gelegt. Für Vorstandsmitglieder wird ausschließlich auf die Dauer des Vorstandsmandats abgestellt.

Pensionszusagen, die durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen gedeckt sind und für die die Gesellschaft wirtschaftlich somit kein Risiko trägt, werden in der Bilanz saldiert ausgewiesen.

Bei der Bilanzierung der Rückstellung für Abfertigungen, Pensionen, Jubiläumsgelder sowie der sonstigen langfristigen personenbezogenen Verpflichtungen wird vom Wahlrecht, die rechnungsmäßigen Zinsen im Finanzergebnis auszuweisen, Gebrauch gemacht.

d ––– Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

e ––– Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen sowie die Zahlungsmittel in Fremdwährungen sind mit dem Anschaffungskurs bzw. dem niedrigeren Devisenkurs zum Bilanzstichtag bewertet worden.

Die Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem Anschaffungskurs bzw. dem höheren Devisenkurs zum Bilanzstichtag bewertet worden.

3––– ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

BILANZ

a––– Anlagenspiegel gemäß § 226 UGB

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1) Von verbundenen Unternehmen wurden im Berichtsjahr immaterielle Vermögensgegenstände um EUR 17.647,08 erworben (2019: EUR 0,00).

2) Im Jahr 2020 sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 4.184,55 zu- und abgegangen.

b ––– Aufgliederung der Anteile an verbundenen Unternehmen

31.12.2020 Geschäftsjahr 2019
(in EUR) Anteil in % Eigenkapital Jahresergebnis
Mayr-Melnhof Service GmbH (vormals Ultimatec Engineering GmbH)
Wien (AUT) 1)
100,00 32.391,26 k. A
Lokalbahn Payerbach-Hirschwang Gesellschaft m.b.H.,
Reichenau/Rax (AUT) 1)
100,00 3.306.109,28 k. A
Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH,
Wien (AUT) 1)
100,00 266.739.996,04 k. A
Mayr-Melnhof Packaging International GmbH,
Wien (AUT) 1)
100,00 474.250.206,91 k. A

1) Hinsichtlich der Angabe der Jahresergebnisse wird von der Schutzklausel gemäß § 242 Abs. 2 UGB Gebrauch gemacht.

c ––– Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens

Unter Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens sind die Rückdeckungsversicherungen, die im Wesentlichen zugunsten der Pensionsberechtigten verpfändet sind, saldiert mit den Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

d ––– Forderungen

Zum 31. Dezember gliedern sich die Forderungen wie folgt:

(in EUR) 31.12.2020 31.12.2019
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
a) aus Lieferungen und Leistungen 9.140.030,46 7.163.188,55
b) aus sonstigen Forderungen 292.142.413,06 227.189.622,62
301.282.443,52 234.352.811,17
2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 18.952.516,74 10.162.194,46
Gesamt 320.234.960,26 244.515.005,63

In den sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind auch Forderungen aus Cash Pooling-Vereinbarungen in Höhe von EUR 290.255.861,80 (31. Dezember 2019: EUR 224.932.442,46) sowie aus Steuerumlagen in Höhe von EUR 1.884.507,03 (31. Dezember 2019: EUR 2.947.529,47) ausgewiesen.

Wie im Vorjahr sind in den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen Erträge von unwesentlicher Höhe enthalten, welche erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

e ––– Latente Steuern

Der latente Steueranspruch aus dem Saldo der aktiven und passiven latenten Steuern beträgt zum 31. Dezember 2020 EUR 1.638.631,53 (31. Dezember 2019: EUR 1.903.513,45).

Die aktiven latenten Steuern wurden auf Unterschiede zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz zum Bilanzstichtag, unter Zugrundelegung eines Körperschaftsteuersatzes von 25 %, für folgende Posten gebildet:

2020 2019
Aktive latente
Steuern
Passive latente
Steuern
Aktive latente
Steuern
Passive latente
Steuern
Rückstellungen für Abfertigungen X
Rückstellungen für Pensionen X X

Die aktiven latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

(in EUR) 2020 2019
Aktive latente Steuern 01.01. 1.903.513,45 628.453,55
Auflösung (278.636,25) 0,00
Zuführung 13.754,33 1.275.059,90
Aktive latente Steuern 31.12. 1.638.631,53 1.903.513,45

f ––– Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 80.000.000,00 ist in 20.000.000 Stück nennbetragslose Stückaktien eingeteilt, von denen jede am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist.

Der Vorstand wurde von der 25. Hauptversammlung ermächtigt, eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals mit Wirksamkeit bis 24. Oktober 2021 zu erwerben. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bis zum 31. Dezember 2020 keinen Gebrauch gemacht.

g ––– Rückstellungen

Abfertigungs-und Pensionsverpflichtungen

Die Rechenparameter zu den jeweiligen Stichtagen stellen sich wie folgt dar:

31.12.2020 31.12.2019
(in %) Abfertigungen Pensionen Abfertigungen Pensionen
Abzinsungsfaktor 0,85 % 0,85 % 1,90 % 1,90 %
Langfristige Gehaltssteigerungsraten 2,50 % 2,50 % 2,50 % 2,50 %
Langfristige Rentensteigerungsraten - 2,00 % - 2,00 %

Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aufgrund von Änderungen im Bestand der Versorgungsberechtigten und Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den der Berechnung zugrunde gelegten Annahmen ergeben, werden zur Gänze erfolgswirksam erfasst.

Die Anwartschaftsbarwerte betreffend Abfertigungs- bzw. Pensionsverpflichtungen sowie die Überleitungen zum bilanzierten Rückstellungsbetrag stellen sich wie folgt dar:

(in EUR) Abfertigungen Pensionen
Bilanzierte langfristige Rückstellung 31.12.2019 1.951.557,00 11.514.779,93
Zuführung Dienstzeitaufwand 2020 66.786,00 183.650,00
Zuführung Zinsaufwand 2020 17.164,00 100.456,00
Auszahlungen 2020 (2.274.000,00) (344.677,00)
Versicherungsmathematische Verluste bzw. (Gewinne) 2020 238.493,00 445.967,73
Bilanzierte langfristige Rückstellung 31.12.2020 0,00 11.900.176,66
Deckungskapital (10.130.171,66)
Saldierte Pensionsverpflichtung 1.770.005,00

Der Zinsaufwand ist unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" im Finanzergebnis ausgewiesen.

Der Wert der Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung beträgt EUR 10.130.171,66 (31. Dezember 2019: EUR 9.535.516,30). Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung wurden an die Anspruchsberechtigten verpfändet und daher, unter Beachtung der Vermögensobergrenze, mit der entsprechenden Gesamtpensionsverpflichtung in Höhe von EUR 11.900.176,66 (31. Dezember 2019: EUR 11.514.779,93) saldiert.

Sonstige Rückstellungen

Neben der Rückstellung für die variablen Vorstandsbezüge des laufenden Jahres in Höhe von EUR 7.375.971,00 (31. Dezember 2019: EUR 8.160.000,00) enthalten die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand und die Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit.

h ––– Verbindlichkeiten

Zum 31. Dezember gliedern sich die Verbindlichkeiten wie folgt:

(in EUR) 31.12.2020 Davon
Restlaufzeit
über 5 Jahre
31.12.2019 Davon
Restlaufzeit
über 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten aus Leistungen 440.118,55 0,00 234.855,87 0,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
a) aus Lieferungen und Leistungen 3.005.771,67 0,00 114.038,00 0,00
b) aus sonstigen Verbindlichkeiten 7.230.178,55 0,00 0,00
10.235.950,22 0,00 114.038,00 0,00
3. Sonstige Verbindlichkeiten
a) Steuern 11.988,56 0,00 13.201,95 0,00
b) Soziale Sicherheit 12.340,69 0,00 9.246,00 0,00
c) Übrige 3.185,91 0,00 3.467,39 0,00
27.515,16 0,00 25.915,34 0,00
Gesamt 10.703.583,93 0,00 374.809,21 0,00

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen von unwesentlicher Höhe enthalten, welche erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Aufgrund des saldierten Ausweises von Forderungen und Verbindlichkeiten einzelner Konzerngesellschaften sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auch Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 15.901,55 (31. Dezember 2019: EUR 0,00) enthalten.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

a ––– Nettoerlöse nach geografischen Märkten

(in EUR) 2020 2019
Verbundene Unternehmen
Österreich 7.621.927,52 6.472.388,08
Andere EU-Länder 16.288.908,05 21.980.952,00
Nicht EU-Länder 7.111.984,75 6.420.849,56
Gesamt 31.022.820,32 34.874.189,64

b ––– Personalaufwand

Die unter den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen enthaltenen Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse betragen EUR 74.676,88 (2019: EUR 71.416,53).

Die Aufwendungen an ausgelagerte Einheiten in Form von beitragsorientierten Plänen betragen EUR 499.999,98 (2019: EUR 133.311,00).

Der Gesamtbetrag der Aufwendungen und Erträge für Abfertigungen inklusive Zinsergebnis und Altersversorgung für den Vorstand gliedert sich wie folgt:

(in EUR) 2020 2019
Anpassung der Abfertigungsrückstellung und Abfertigungszahlungen 2.665.398,56 466.357,00
Anpassung der Pensionsrückstellung (209.258,63) 1.931.462,06

Aus der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden wurden insgesamt EUR 7.206.296,93 aufwandswirksam erfasst.

c ––– Sonstige betriebliche Aufwendungen

Zu den Aufwendungen, die im Geschäftsjahr auf die Tätigkeit des Abschlussprüfers entfallen, wird auf die Angaben im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft verwiesen.

d ––– Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Dezember 2005 hat die Gesellschaft als Gruppenträger einen Antrag auf Feststellung einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 mit nachfolgend angeführten verbundenen Unternehmen als Gruppenmitglieder zum Zwecke der Gruppenbesteuerung ab dem Veranlagungsjahr 2005 eingebracht. Es wurde ein Steuerumlagevertrag abgeschlossen, der die Belastungsmethode vorsieht.

Die Gruppenmitglieder sind:

Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H., Frohnleiten Mayr-Melnhof Cartonboard International GmbH, Wien Mayr-Melnhof Packaging International GmbH, Wien Neupack Gesellschaft m.b.H., Reichenau an der Rax Mayr-Melnhof Packaging Austria GmbH, Wien free-com solutions GmbH, Wien

Aufgrund des Umlagevertrages zwischen den inländischen Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2020 EUR 3.824.819,78 (2019: EUR 1.553.072,81) an die Gruppenmitglieder weiterverrechnet.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weisen im Jahr 2020 einen Ertrag von EUR 2.500.689,20 (2019: Ertrag EUR 457.972,06) auf.

e ––– Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 130.000.000,00 eine Dividende von EUR 3,20 je Aktie auszuschütten.

4 ––– SONSTIGE ANGABEN

a ––– Angaben über Organe und Mitglieder

Die Gesellschaft beschäftigt keine Arbeitnehmer.

Bezüge des Vorstandes

An die aktiven Vorstandsmitglieder wurden die nachfolgend dargestellten Vergütungen gewährt:

(in EUR) 2020 2019
a) von der Gesellschaft 8.995.147,30 8.689.612,54
b) von verbundenen Unternehmen 503.493,25 1.511.694,40
Gesamt 9.498.640,55 10.201.306,94
Davon
a) fixe Bezüge 3.499.878,55 2.756.079,96
b) variable Vergütung 5.998.762,00 7.445.226,98
Gesamt 9.498.640,55 10.201.306,94

An ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene wurden im Geschäftsjahr 2020 Gesamtbezüge von EUR 7.043.479,43 (2019: EUR 859.381,00) gewährt.

Bezüge des Aufsichtsrates

(in EUR) 2020 2019
von der Gesellschaft 697.500,00 497.000,00
Gesamt 697.500,00 497.000,00

Die Organe der Gesellschaft setzten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

Vorstand

MMag. Peter OSWALD (Vorsitzender seit 1. April 2020) Dr. Andreas BLASCHKE (Mitglied des Vorstandes) Mag. Franz HIESINGER (Mitglied des Vorstandes) Dr. Wilhelm HÖRMANSEDER (Vorsitzender bis 31. März 2020)

Aufsichtsrat

Dipl.-Ing. Rainer ZELLNER (Vorsitzender) Mag. Johannes GOESS-SAURAU (1. Stellvertretender Vorsitzender) Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN (2. Stellvertretender Vorsitzender) o. Univ.-Prof. Dr. Romuald BERTL (Mitglied des Aufsichtsrates, bis 29. April 2020) Dr. Guido HELD (Mitglied des Aufsichtsrates, bis 29. April 2020) Dr. Alexander LEEB (Mitglied des Aufsichtsrates) MMMag. Georg MAYR-MELNHOF (Mitglied des Aufsichtsrates) Mag. Ferdinand MAYR-MELNHOF-SAURAU, MSc (Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020) Univ.-Prof. Dr. Klaus RABEL (Mitglied des Aufsichtsrates, seit 29. April 2020) Ing. Franz RAPPOLD (Mitglied des Aufsichtsrates, seit 29. April 2020) Andreas HEMMER (Arbeitnehmervertreter) Gerhard NOVOTNY (Arbeitnehmervertreter)

b ––– Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Mit der im Dezember 2020 abgeschlossenen Vereinbarung der Mayr-Melnhof Gruppe mit den bisherigen Eigentümern von Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills") erwirbt der Konzern deren Anteile zu einem Unternehmenswert abzüglich der zu übernehmenden Nettoverschuldung von rund EUR 425 Millionen.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der Abschluss der Transaktion und Einbeziehung des Unternehmenszusammenschlusses in den Konzernabschluss wird für Mitte 2021 erwartet.

Am 12. Februar 2021 hat die Mayr-Melnhof Gruppe eine Vereinbarung getroffen, die International Paper (Poland) Holding sp. z o. o. ("Kwidzyn") von International Paper für rund EUR 670 Millionen EUR zu erwerben und zusätzlich Leasingverbindlichkeiten von rund 33 Millionen EUR zu übernehmen.

Die Transaktion steht unter Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen. Das Closing der Transaktion wird für das dritte Quartal 2021 erwartet.

Zur Finanzierung der Akquisitionen hat die Mayr-Melnhof Karton AG im Februar 2021 Darlehen in Form von Schuldscheinen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 1.000 Millionen EUR aufgenommen. Die Laufzeiten der zu marktüblichen Konditionen verzinsten Darlehen betragen zwischen 5 und 15 Jahren.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Ereignisse eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand

Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft

MMag. Peter OSWALD e.h.

Dr. Andreas BLASCHKE e.h. Mag. Franz HIESINGER e.h.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • Verweis auf weitergehende Informationen

Organbezüge – Bewertung der Rückstellungen für variable Bezüge

Sachverhalt

Die variablen Bezüge der Vorstandsmitglieder stellen Erfolgsbeteiligungen am Konzernergebnis des jeweiligen Geschäftsjahres der Gesellschaft dar. Sie werden auf Basis des für das aktuelle Geschäftsjahr aufgestellten Konzernabschlusses der Gesellschaft zum jeweiligen Stichtag ermittelt und entsprechend rückgestellt. Zum 31. Dezember 2020 betragen die Rückstellungen für variable Bezüge der aktiven und unterjährig ausgetretenen Vorstandsmitglieder EUR 7.375.971,00 (Vorjahr: EUR 8.160.000,00). Die Höhe der variablen Bezüge ist maßgeblich vom Erreichen der vertraglich vereinbarten, vom Vergütungsausschuss festgelegten Konzernkennzahlen abhängig. Für unterjährig ausgeschiedene Vorstandsmitglieder wurden entsprechend der mit der Gesellschaft getroffenen Auflösungsvereinbarung die Ansprüche aufwandswirksam erfasst bzw. die noch nicht ausgezahlten Ansprüche rückgestellt. Fehler in der Ermittlung der Konzernkennzahlen können wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für variable Bezüge und damit auf den Jahresabschluss haben.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir von den zum Stichtag aktiven Vorstandsmitgliedern die Vorstandsverträge gelesen, mit den vom Vergütungsausschuss genehmigten Regelungen zu den variablen Bezügen abgestimmt und die von der Gesellschaft erstellte Berechnung der Rückstellungen für variable Bezüge nachgerechnet. Die für die Rückstellungsermittlung relevanten Konzernkennzahlen haben wir mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 abgestimmt. Für unterjährig ausgeschiedene Vorstandsmitglieder haben wir neben dem Abgleich der Berechnung für die Ermittlung der Höhe der variablen Bezüge mit dem Vorstandsvertrag auch die mit der Gesellschaft geschlossene Auflösungsvereinbarung eingeholt und gelesen. Den, darin dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied, zugesagten Anspruch auf Erfolgsbeteiligung, in Abhängigkeit von der Höhe der Konzernkennzahlen des Geschäftsjahres 2020, haben wir nachgerechnet und unter Berücksichtigung der vor dem Stichtag erfolgten Auszahlungen auf den Rückstellungsbetrag übergeleitet. Abschließend haben wir die von den §§ 238 und 239 UGB geforderten Anhangangaben zu den Organbezügen mit den zu Grunde liegenden Daten und Informationen abgestimmt.

Aufgrund unserer Prüfungshandlungen konnten wir die sachgerechte, mit dem Vergütungsausschuss der Gesellschaft vereinbarte Ermittlung der Rückstellungen für variable Bezüge im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 feststellen. Die bei der Ermittlung der Höhe der variablen Bezüge zur Anwendung gelangten Konzernkennzahlen wurden entsprechend der in den Vorstandsverträgen bzw. mit dem Vergütungsausschuss vereinbarten Ermittlung der Kennzahlen von dem von uns geprüften Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 abgeleitet. Die von den entsprechenden Regelungen der §§ 238 und 239 UGB geforderten Angaben sind vollständig und zutreffend.

Verweis auf weitergehende Informationen

Weitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Anhang des Jahresabschlusses unter Anhangangabe 3 – "Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung" im Unterpunkt g – "Rückstellungen" sowie in Anhangangabe 4 – "Sonstige Angaben" im Unterpunkt a – "Angaben über Organe und Mitglieder".

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.

Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben dazu keine Art der Zusicherung.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 29. Juli 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frédéric Vilain.

Wien 15. März 2021

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

Frédéric Vilain e.h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Corporate Governance-Bericht

Die Mayr-Melnhof Gruppe verfolgt eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmenstätigkeit. Um dies langfristig zu gewährleisten, sorgen wir dafür, dass Corporate Governance in allen Unternehmensbereichen konsequent gelebt und weiterentwickelt wird. Sie umfasst das gesamte System der Leitung und Kontrolle des Unternehmens mit dem Ziel, das Vertrauen von Mitarbeitern, Aktionären, Kunden, Lieferanten und der Öffentlichkeit in die MM Gruppe zu fördern sowie ein hohes Maß an Transparenz zu festigen.

Im vorliegenden Bericht werden die in den §§ 243 c und 267 b UGB vorgeschriebenen Angaben zusammengefasst.

BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Seit Inkrafttreten des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) im Jahr 2002 hat sich die Mayr-Melnhof Karton AG freiwillig selbst zu dessen Einhaltung in der jeweils geltenden Fassung verpflichtet. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börsen- und Kapitalmarktrechtes, EU-Empfehlungen sowie die OECD-Richtlinie für Corporate Governance in ihren Grundsätzen. Der Kodex wird vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Entwicklungen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Der aktuelle ÖCGK ist im Internet auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar. Jährlich wird die Einhaltung des Corporate Governance Kodex einer internen Evaluierung durch die Mayr-Melnhof Karton AG unterzogen. Darüber hinaus findet alle drei Jahre eine externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln statt, welche zuletzt turnusmäßig für 2018 durchgeführt wurde.

Die Umsetzung und Evaluierung für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte auf Basis der Kodexversion vom Januar 2021. Wie bisher entspricht die Mayr-Melnhof Karton AG allen rechtlichen Vorschriften ohne Einschränkungen. Darüber hinausgehende C-Regeln sowie R-Regeln (Recommendations), welche bei Abweichung keiner Begründung bedürfen, wurden nahezu vollständig eingehalten.

Die Gesellschaft gibt zu Abweichungen von C-Regeln für das Jahr 2020 folgende Erklärungen ab:

Regel 27a Im Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes wird nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages abgegolten. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird nicht berücksichtigt. Erklärung: Inhalt der aktuellen Vorstandsverträge

ZUSAMMENSETZUNG DER ORGANE

DER VORSTAND

MMag. Peter OSWALD Vorsitzender Mitglied des Vorstandes seit 1. April 2020 bestellt bis 31. März 2025 geboren 1962

Mag. Franz HIESINGER Mitglied des Vorstandes seit 1. Oktober 2017 bestellt bis 30. September 2025 geboren 1965

Dr. Andreas BLASCHKE Mitglied des Vorstandes seit 14. Mai 2002 bestellt bis 30. April 2025 geboren 1961

Dr. Wilhelm Hörmanseder, geboren 1954, gehörte dem Vorstand von 9. März 1994 bis 31. März 2020 an und war Vorstandsvorsitzender von 14. Mai 2002 bis 30. März 2020. MMag. Peter Oswald folgte Dr. Wilhelm Hörmanseder per 1. April 2020 in den Vorstand als Vorstandsvorsitzender.

Die Mitglieder des Vorstandes halten keine Mandate in konzernexternen Aufsichtsräten. Dr. Wilhelm Hörmanseder war als Mitglied des Vorstandes auch Mitglied des Verwaltungsrates der Krono Holding AG, Luzern, Schweiz.

DER AUFSICHTSRAT

Dipl.-Ing. Rainer ZELLNER Vorsitzender seit 29. April 2015 geboren 1947 Selbstständiger Unternehmer; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Leoben

Mag. Johannes GOESS-SAURAU 1. Stellvertretender Vorsitzender seit 7. Mai 2008 Mitglied des Aufsichtsrates seit 18. Mai 2005 geboren 1955 Geschäftsführer in diversen eigenen Gesellschaften

Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN 2. Stellvertretender Vorsitzender seit 26. April 2017 Mitglied des Aufsichtsrates seit 28. April 2010 geboren 1969 Rechtsanwalt und Partner der Ankershofen Goëss Hinteregger Rechtsanwälte OG; Mitglied im Aufsichtsrat der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Leoben; Vorstand in diversen Privatstiftungen

Dr. Alexander LEEB Mitglied des Aufsichtsrates seit 7. Mai 2008 geboren 1959 Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Plansee Holding AG, Reutte; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Andritz AG, Graz; Stiftungsratsvorsitzender der LGT Venture Philanthropy Foundation, Vaduz

MMMag. Georg MAYR-MELNHOF Mitglied des Aufsichtsrates seit 7. Mai 2008 geboren 1968 Angestellter der Erzdiözese Salzburg

Mag. Ferdinand MAYR-MELNHOF-SAURAU, MSc Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020 geboren 1987 Geschäftsführender Gesellschafter in diversen Immobilieninvestment- und Immobilienentwicklungsgesellschaften; Mitglied des Vorstandes der Oskar Vogl Privatstiftung, Graz

Univ-Prof. Dr. Klaus RABEL Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020 geboren 1961 Wirtschaftsprüfer und Steuerberater; Universitätsprofessor für Unternehmensbewertung und wertorientierte Unternehmensführung am Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre an der Karl Franzens-Universität Graz; stv. Vorsitzender des Fachsenats für Betriebswirtschaft der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Wien; Mitglied des Europe MSR Board des International Valuation Standards Council (IVSC), London; Vorstand von österreichischen Familienprivatstiftungen und Aufsichtsrat in österreichischen Familiengesellschaften

Ing. Franz RAPPOLD Mitglied des Aufsichtsrates seit 29. April 2020 geboren 1952 Geschäftsführender Gesellschafter der RAFRA Consulting GmbH; Mitglied des Aufsichtsrates der Polo Handels AG, Wien; Mitglied des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Leoben; Mitglied des Vorstandes einer Privatstiftung; ehem. Mitglied des Vorstandes der Mayr-Melnhof Karton AG

Andreas HEMMER Mitglied des Aufsichtsrates seit 20. Oktober 2009 geboren 1968 Arbeitnehmervertreter

Gerhard NOVOTNY Mitglied des Aufsichtsrates seit 10. Mai 1995 geboren 1963 Arbeitnehmervertreter

o. Univ.-Prof. Dr. Romuald BERTL Mitglied des Aufsichtsrates von 2. März 1994 bis 29. April 2020 geboren 1953

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater; Ordentlicher Universitätsprofessor für Unternehmensrechnung und Revision an der Wirtschaftsuniversität Wien; Vorstand des Institutes für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität Wien; Präsident des Österreichischen Rechnungslegungsbeirates (AFRAC); Vorstand von österreichischen Familienprivatstiftungen und Aufsichtsrat in österreichischen Familiengesellschaften

Dr. Guido HELD Mitglied des Aufsichtsrates von 7. Mai 2008 bis 29. April 2020 geboren 1944 Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter in der hba Rechtsanwälte GmbH; Mitglied des Vorstandes in verschiedenen Privatstiftungen; Mitglied der Geschäftsführung in verschiedenen Gesellschaften Die aktuelle Mandatsdauer sämtlicher vom Kapitalgeber entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates endet mit der 31. Ordentlichen Hauptversammlung in 2025, welche über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschließt. Die Mandate der Arbeitnehmervertretung sind von unbestimmter Dauer.

Mitglieder in den Ausschüssen des Aufsichtsrates

Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten) Dipl.-Ing. Rainer ZELLNER, Vorsitzender Mag. Johannes GOESS-SAURAU Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN

Prüfungsausschuss o. Univ.-Prof. Dr. Klaus RABEL, Vorsitzender seit 29. April 2020 Dipl.-Ing. Rainer ZELLNER Mag. Johannes GOESS-SAURAU Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN Gerhard NOVOTNY o. Univ.-Prof. Dr. Romuald BERTL, Vorsitzender bis 29. April 2020

Aufsichtsratsmitglieder mit weiteren Aufsichtsratsmandaten in börsennotierten Gesellschaften

Dr. Alexander LEEB Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates, Andritz AG, Graz

Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder

Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Festlegung der Kriterien für die Bewertung der Unabhängigkeit seiner Mitglieder an den Leitlinien des Österreichischen Corporate Governance Kodex:

Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 (Verträge der Gesellschaft mit Mitgliedern des Aufsichtsrates außerhalb ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat) führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.

Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.

Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied einer anderen Gesellschaft sein, von der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.

Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitgliedes, leitenden Angestellten, Abschlussprüfers oder Angestellten der prüfenden Prüfungsgesellschaft sein.

Gemäß diesen Kriterien haben sich sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates für unabhängig erklärt. Dies gilt somit auch für die Ausschüsse des Aufsichtsrates.

Interessenvertretung von Anteil > 10 % an der Mayr-Melnhof Karton AG

Im Aufsichtsrat der Mayr-Melnhof Karton AG gibt es zwei unabhängige Mitglieder, die einen Anteilseigner mit mehr als 10 % Anteilsbesitz vertreten:

Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN

Mag. Ferdinand MAYR-MELNHOF-SAURAU, MSc

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern mit der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2020 lagen folgende zustimmungspflichtige Verträge zwischen der Mayr-Melnhof Karton AG und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vor:

Dr. Nikolaus ANKERSHOFEN

Ankershofen Goëss Hinteregger Rechtsanwälte OG, in welcher Dr. Nikolaus Ankershofen Rechtsanwalt und Partner ist, wird auf Basis von Ad hoc-Beauftragungen für die Mayr-Melnhof Karton AG als Rechtsberater tätig. Diese Beauftragungen betreffen vorwiegend die arbeitsrechtliche Beziehung der Vorstandsmitglieder der Mayr-Melnhof Karton AG zur AG. Ankershofen Goëss Hinteregger Rechtsanwälte OG verrechnet auf Basis von für Rechtsanwälte üblichen Stundensätzen. Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein Honorar von insgesamt Tsd. EUR 45 abgerechnet.

Ing. Franz RAPPOLD

RAFRA Consulting GmbH erbringt auf Basis eines Beratungsvertrages mit der Mayr-Melnhof Karton AG Beratungsdienstleistungen, welche außerhalb der Tätigkeit des Herrn Ing. Franz Rappold als Mitglied des Aufsichtsrates stehen. Die Laufzeit des Beratungsvertrages beträgt insgesamt 3 Jahre und endet mit 30. Juni 2022. Das vertraglich vereinbarte Beratungshonorar beläuft sich auf Tsd. EUR 100 pro Kalenderjahr und allfälliger Barauslagen.

ANGABEN ZUR ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Kompetenzverteilung im Vorstand

MMag. Peter OSWALD, Vorstandsvorsitzender, CEO

(Mitglied des Vorstandes seit 1. April 2020)

Strategische und ergebnisverantwortliche Leitung der Gesamtgruppe und insbesondere die Bereiche:

  • Konzernstrategie
  • Konzernorganisation
  • Personalwesen der Gruppe sowie Organe der Tochtergesellschaften
  • Externe und interne Kommunikation sowie Investor Relations
  • Kommunikation mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und den Großaktionären
  • Nachhaltigkeit inklusive Arbeitssicherheit
  • Festlegung der Vertreter bei Verbänden sowie
  • Primäre Ergebnisverantwortung für die Division Karton (inklusive Verkauf und Marketing, Produktion, Innovation und Produktentwicklung)
  • Einkauf

Mag. Franz HIESINGER, Finanzvorstand, CFO

  • Finanzwesen und alle Finanzierungsangelegenheiten
  • Konzernberichtswesen und -rechnungslegung sowie Controlling
  • Merger- und Akquisitionsangelegenheiten
  • Risikomanagement, Versicherungen
  • Rechts- und Steuerwesen inklusive Compliance
  • IT
  • Interne Revision

Dr. Andreas BLASCHKE, Vorstandsmitglied Packaging

Primäre Ergebnisverantwortung für die Division Packaging (inklusive Verkauf und Marketing, Produktion, Innovation und Produktentwicklung)

Dr. Wilhelm HÖRMANSEDER, Vorstandsvorsitzender, CEO (Mitglied des Vorstandes bis 30. März 2020)

Der Vorstand führt die Geschäfte aufgrund der Gesetze, der Geschäftsordnung und der Satzung der Gesellschaft. Die Geschäftsordnung des Vorstandes regelt die Geschäftsverteilung wie auch die Zusammenarbeit im Vorstand und beinhaltet einen Katalog von Geschäftsfällen, welche einer vorangegangenen Genehmigung durch den Aufsichtsrat bedürfen. Die Mitglieder des Vorstandes arbeiten kollegial zusammen und unterrichten einander laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Geschäftsbereichen. Der Vorstand der Mayr-Melnhof Karton AG hält regelmäßig Vorstandssitzungen über wesentliche konzern- bzw. segmentrelevante Themen. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Leitung und Vorbereitung der Sitzungen sowie der Austausch mit dem Aufsichtsrat.

Art und Entscheidungsbefugnis der Ausschüsse des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat aus seinen Reihen folgende Ausschüsse eingerichtet:

Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten)

Aufgabe des Präsidiums ist vor allem die laufende Diskussion von Strategie und Unternehmensausrichtung sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrates in allen strategischen Belangen. Es trifft ferner Entscheidungen in Vorstandsangelegenheiten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und nimmt auch die Funktionen des Nominierungs- und Vergütungsausschusses wahr. Langjährige Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich der Vergütungspolitik sichern die diesbezügliche Qualität in der Ausschussarbeit.

Prüfungsausschuss

Die Entscheidungsbefugnisse ergeben sich aus den gesetzlichen Vorgaben. Langjährige Erfahrungen und Kenntnisse im Finanz- und Rechnungswesen und in der Berichterstattung sichern die diesbezügliche Qualität in der Ausschussarbeit.

Es ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse in dringenden Fällen zeitnah Entscheidungen fällen können. Jeder Ausschussvorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des Ausschusses.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2020 zu acht Sitzungen unter Teilnahme des Vorstandes zusammengekommen und hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen.

Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder haben an mindestens sechs Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Schwerpunkte lagen neben der Auseinandersetzung mit der laufenden Geschäftsentwicklung insbesondere auf strategischen, organischen und akquisitiven Wachstumsoptionen. In diesem Zusammenhang wurde einerseits das bislang umfassendste Investitionsprogramm zur Stärkung der Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit ausgewählter bestehender Standorte erörtert. Andererseits stand die potentielle Erweiterung der Position von MM Karton im Bereich Frischfaserkarton im Zentrum der Auseinandersetzungen zu anorganischen Wachstumsmöglichkeiten, welche schließlich in erfolgreiche Vereinbarungen zum Erwerb von Kotkamills, Finnland, im Dezember 2020 und IP Kwidzyn, Polen, im Februar 2021 mündeten. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen und der neuen Personalsituation im Vorstand wurden Neuerungen in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet sowie Organisationsthemen vertieft behandelt. Darüber hinaus wurden Projekte für notwendige strukturelle Anpassungen begleitet sowie Themen der Finanzierung, Risikoevaluierung, Corporate Governance, Compliance und Nachfolgeplanung erörtert. Anlassbezogen lag ein besonderes Augenmerk des Aufsichtsrates auf der Covid-19-Pandemie und ihrem Einfluss auf die Geschäftsgebarung, Personalsituation und Wertschöpfungskette.

Der Aufsichtsrat hat für das Geschäftsjahr 2020 eine Selbstevaluierung durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass die Tätigkeit des Aufsichtsrates als insgesamt effizient bewertet wird. Die überarbeitete Geschäftsordnung, der regelmäßige Informationsaustausch sowie die Behandlung von Schwerpunktthemen tragen gemeinsam mit der Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer maßgeblich dazu bei. Mit der Digitalisierung des Berichts- und Abstimmungsmanagements im Aufsichtsrat wurde ein neues Maß an Effizienz erreicht.

Die Diskussionen in den Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen waren auch 2020 durch Offenheit und hohe Konstruktivität geprägt. Alle Teilnehmer hatten ausreichend Möglichkeit zu Fragestellungen und Erörterungen.

Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrates

Das Präsidium (Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten) kam im Jahr 2020 zehnmal zusammen. Es wurden vor allem die Konzernstrategie, insbesondere Themen der Transformation durch Akquisitionen und Investitionen, sowie Angelegenheiten in Bezug auf den Vorstand behandelt und die Sitzungen des Aufsichtsrates vorbereitet.

Für die Umsetzung und Überprüfung der Vergütungspolitik sowie die Berichterstattung über die Vergütung wird Sorge getragen (siehe Vergütungsbericht 2020 unter https://www.mayr-melnhof.com/fuerinvestoren/berichte/).

Der Prüfungsausschuss kam 2020 seinen gesetzlich vorgegebenen Verpflichtungen nach und trat in zwei Sitzungen zusammen. Einen Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit dem Konzern- und Einzelabschluss 2019 sowie die Vorbereitung des Konzern- und Einzelabschlusses 2020. In diesem Zusammenhang wurden auch der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht gemäß § 267 a UGB und dessen Prüfung erörtert sowie Details betreffend Umfang der Nicht-Prüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer und die besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) festgelegt.

Aufgrund des wiederholten Austausches zwischen dem Prüfungsausschussvorsitzenden und dem Abschlussprüfer außerhalb der Sitzungen gab es für ein Gespräch während der Sitzungen ohne Anwesenheit der teilnehmenden Vorstandsmitglieder keinen Bedarf.

MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN UND BESCHREIBUNG DES DIVERSITÄTSKONZEPTES

Das Diversitätskonzept der MM Gruppe ist im Code of Conduct angeführt. Dort wird festgehalten, dass wir uns allerorts im Konzern dafür einsetzen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das von Offenheit und gegenseitiger Achtung geprägt ist. Diversität ermöglicht Sichtweisen aus verschiedenen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erfahrungen, die wir als Bereicherung werten, um unsere Aufgaben noch effektiver und innovativer erfüllen zu können. Wir setzen auf Chancengleichheit, unabhängig von nationaler/ethnischer Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion oder Lebenssituation. Mitarbeiter/innen und Bewerber/innen werden dem Grundsatz der Gleichbehandlung entsprechend beurteilt.

Gegenwärtig besteht der Aufsichtsrat aus zehn Männern und der Vorstand aus drei. Bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in der 26. Ordentlichen Hauptversammlung wurde auf die fachliche und persönliche Qualifikation, Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidaten sowie auf eine gut balancierte Zusammensetzung geachtet. Ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis im Aufsichtsrat bleibt Zielsetzung.

Die MM Gruppe folgt der Empfehlung des Gleichstellungsgesetzes, generell bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen auf Vielfalt zu achten und dabei insbesondere eine angemessene Verteilung von Geschlecht, Alter und Kompetenz anzustreben. Innerhalb der MM Gruppe nehmen Frauen insbesondere in den Bereichen Human Resources, Recht, Informationsmanagement, Verkauf, Finanzwesen sowie Produktentwicklung und -sicherheit leitende Funktionen ein. Strategisches Ziel ist es, auf oberster Führungsebene bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil in Führungspositionen weiter zu steigern. Durch die Flexibilisierung der Arbeitsgestaltung wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt. Aufgrund der Tätigkeit des Konzerns in der Schwerindustrie und in Schichtsystemen ist die Frauenquote im Konzern und in der Rekrutierung insgesamt jedoch tendenziell niedrig. Ein attraktiver Arbeitgeber für Frauen auch in technischen Berufen zu sein, ist unser langfristiger Anspruch.

Details zur Mitarbeiterförderung finden sich im Kapitel "Mitarbeiter" des nichtfinanziellen Berichtes.

EXTERNE EVALUIERUNG

Der Kodex (ÖCGK) sieht eine regelmäßige (mindestens alle drei Jahre) externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln (Comply or Explain) durch das Unternehmen vor. Diese erfolgte zuletzt im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2018 durch die Grant Thornton Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft. Die Prüfung der Einhaltung jener Regeln des Kodex, die die Abschlussprüfung betreffen, erfolgte durch Univ.-Prof. Dr. Georg Eckert, Universität Innsbruck. Die Evaluierung der Prüfer ergab, dass die von der Mayr-Melnhof Karton AG abgegebene Erklärung zur Einhaltung der Corporate Governance den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Die nächste externe Evaluierung ist für den Corporate Governance-Bericht über das Jahr 2021 vorgesehen.

VERÄNDERUNGEN NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG

Es ergeben sich zwischen dem Abschlussstichtag und dem Zeitpunkt der Aufstellung des Corporate Governance-Berichtes keine Veränderungen von berichtspflichtigen Sachverhalten.

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand

MMag. Peter Oswald e. h.

Dr. Andreas Blaschke e. h. Mag. Franz Hiesinger e. h.

Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 15. März 2021

Der Vorstand

MMag. Peter Oswald e. h. Vorsitzender des Vorstandes

Dr. Andreas Blaschke e. h. Mitglied des Vorstandes

Mag. Franz Hiesinger e. h. Mitglied des Vorstandes