Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Masterflex SE Annual Report 2016

Mar 27, 2017

276_10-k_2017-03-27_5948ab05-6c29-4ce3-b59b-6be6ff6a8793.pdf

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

{# SEO P0-1: filing HTML is rendered server-side so Googlebot sees the full text without executing JS or following an iframe to a Disallow'd CDN path. The content has already been sanitized through filings.seo.sanitize_filing_html. #}

MASTERFLEX GROUP

Wesentliche Kennzahlen

In T€ 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014
Konzernumsatz 66.486 64.112 62.466
EbitDA 8.811 7.672 9.172
Ebit (operativ) 6.097 4.870 6.317
Ebit (bereinigt) 5.897 4.870 6.317
EBT 4.574 3.872 5.194
Konzernergebnis aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
3.418 2.252 3.232
Konzernergebnis aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen
-555 -374 -154
Konzernergebnis 2.928 1.948 3.043
Konzern-Eigenkapital 28.701 26.012 23.835
Konzern-Bilanzsumme 60.412 54.484 51.982
Konzern-Eigenkapitalquote (%) 47,5% 47,7% 45,9%
Mitarbeiter 601 609 567
Ebit-Marge (%) 9,2% 7,6% 10,1%
Nettoumsatzrendite (%) 5,1% 3,5% 5,2%
Konzernergebnis pro Aktie (€)
aus fortgeführten Geschäftsbereichen 0,40 0,26 0,36
aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -0,06 -0,04 -0,02
aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,34 0,22 0,34

Kursentwicklung der Masterflex-Aktie im Vergleich zum S-DAX

Januar bis Dezember 2016

Auf Basis der Tagesschlusskurse

Marken

Spiralschläuche und Verbindungssysteme für alle industriellen Anwendungen

Profilextrudierte Schläuche · Clipschläuche · Folienschläuche · Heizschlauch templine®

Vulkanisierte Formteile und Schläuche für die Luft- und Raumfahrt und die Automobilindustrie Spezialschläuche · Absaugschläuche · Elastomerschläuche · Faltbälge

Thermoplastische Formteile und Glattschläuche für Medizintechnik und Industrie

Pneumatikschläuche · Druckluftspiralen · Formschläuche · Medizinschläuche

Spritzgussformteile und Komponenten für die Medizintechnik

Medizinische Klemmen · Kundenspezifische Artikel · Schlauchverbinder · Gehäuse-Bauteile

Spiralschläuche und Verbindungssysteme sowie Klima- und Lüftungsschläuche

Spiralschläuche · Glattschläuche · Lüftungs- & Klimaschläuche · Folien- & Clipschläuche

Schläuche aus Fluorkunststoffen mit ausgeprägter chemischer Beständigkeit

Glattschläuche · Schrumpfschläuche

4 Geschäftsbericht 2016 Vorwort des vorstandsvorsitzenden

Die lösungsorientierte Entwicklung von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen hat in einer immer anspruchsvoller werdenden industriellen Produktionslandschaft ein großes Zukunftspotenzial.

Dr. Andreas Bastin

Vorstandsvorsitzender seit 2008. Promovierter Diplom-Ingenieur mit der Fachrichtung Maschinenbau

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre,

ein intensives, arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns. Sehr vieles ist gelungen. Das Wichtigste zuerst: Das Geschäft der Masterflex Group, die Entwicklung, Produktion und der beratungsorientierte Verkauf von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen, ist im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent gestiegen. Damit schließen wir wieder an die Wachstumsraten aus der ersten Hälfte der Dekade an.

Unser operatives Ergebnis (Ebit) konnte sich gegenüber 2015 deutlich verbessern und ist von 4,9 Mio. Euro auf 6,1 Mio. Euro gestiegen. Selbst nach Bereinigung von Sondereffekten von 0,2 Mio. Euro, die aufgrund von Reorganisationsmaßnahmen und notwendigen Gewährleistungen im operativen Geschäft außergewöhnlich angefallen waren, liegt das bereinigte Ebit immer noch um gut 20 Prozent über dem des Vorjahres.

All dies zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die kunden- und lösungsorientierte Entwicklung von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen hat in einer immer anspruchsvoller werdenden industriellen Produktionslandschaft ein großes Zukunftspotenzial. Das wollen wir für uns nutzen. Voraussetzung ist, dass wir unseren Kunden Verbindungslösungen offerieren, die in dieser zunehmend komplexen Produktionsumgebung nicht nur mithalten, sondern darüber hinaus auch Mehrwert bieten können. Getreu unserem Slogan – Connecting Values – haben wir daher schon seit dem Jahr 2015 die Entwicklung von sog. intelligenten Schläuchen initiiert. Denn wir wollen als erstes Unternehmen auf dem Markt überhaupt für unser gesamtes Schlauchprogramm vernetzungsfähige und intelligente Varianten anbieten. Und dies unter einem neuen, zukunftsweisenden, international registrierten Markennamen AMPIUS.

Was macht nun einen Schlauch intelligent? Mit dieser Frage und mit realisierbaren technischen Lösungen haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Wir verstehen unter intelligenten Schläuchen flexible Verbindungen aus Kunststoffen oder Geweben, die über digital auslesbare Daten wichtige Informationen zu ihrem Betriebszustand an den Anlagenbetreiber kommunizieren. Das mag eine Information darüber sein, ob dieser Schlauch direkt verbaut werden kann. Das mag ein Hinweis für eine anstehende Wartung sein. Das kann sogar eine Warnung vor einem bevorstehenden Ausfall sein. Eine Vielzahl von digitalisierbaren Informationen kann beim Transport von Materie wichtig werden. Dies wollen wir nun zusammen mit unseren Kunden erproben und weiterentwickeln.

Neben diesem überaus spannenden Großprojekt konnten wir im Jahr 2016 auch einige weitere Innovationen in den Markt einführen, so etwa die Entwicklung eines Folienschlauches mit Trinkwasserzulassung oder den Master-PUR L-F Trivolution®, ein neues Premiumprodukt für einfache Absauganwendungen. Auch andere Konzernmarken waren in Sachen Innovationen erfolgreich, wie etwa Novoplast Schlauchtechnik mit einem neuen Schlauch für die Lackierindustrie, der eine spezielle Ableitfähigkeit und eine besondere Oberflächenbeschaffenheit in seinem Inneren besitzt. In der Medizintechnik konnten wir mit der neu eingesetzten Technologie der Doppelschlauchextrusion erfolgreich einen Mehrfachschlauch entwickeln; die Markteinführung erfolgt in diesem Jahr.

Arbeitsintensiv war das Jahr 2016 auch aufgrund der vielen Projekte. Das größte war ohne Zweifel unser Erweiterungsbau, in den wir für Gebäude und neue Maschinen, darunter auch sog. Industrie-4.0 fähige Anlagen, gut 7 Mio. Euro investiert haben. Der zweigeschossige Neubau in Gelsenkirchen erweitert unsere Produktionskapazität für Spiralschläuche um bis zu 2.400 qm und unsere Lagerkapazität um rund 3.700 qm. Daneben sind dort funktionale Büros, ein innovatives Labor und eine neue Werkstatt untergebracht. Obendrein haben wir in hochmoderne Anlagen investiert, mit denen wir unsere Lieferfähigkeit deutlich erhöhen werden. Auch haben wir den Umweltschutz nicht vernachlässigt. Ein kleines Beispiel: Neue Wärmerückgewinnungsanlagen, mit denen sich im Idealfall Energieeinsparungen von bis zu 95 Prozent erreichen lassen.

Zudem konnten wir im zurückliegenden Geschäftsjahr einem namhaften Originalausrüstungshersteller (OEM) aus dem Bereich Maschinenbau mit der Neuentwicklung eines kundenspezifischen Schlauches die Lösung für ein internes Problem liefern. Diese gemeinsame Entwicklung von neuen Schläuchen mit OEM-Kunden wollen wir künftig intensivieren und als eigenständige Leistung unter dem Namen "Engineering Services" vermarkten.

Für unsere Innovationskraft bzw. für unsere Marktstellung wurden wir im Jahr 2016 mehrfach ausgezeichnet. Die Universität St. Gallen verortete uns mit unseren Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen als einen der "Weltmarktführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz 2016". In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "WirtschaftsWoche" stufte uns die Unternehmensberatung "Munich Strategy Group" als einen der 100 innovativsten deutschen Mittelständler ein. Zudem wurde die Masterflex Group im Sommer 2016 mit dem Preis "TOP 100" ausgezeichnet. Damit werden mittelständische Unternehmen vom Institut für Entrepreneurship der Wirtschaftsuniversität Wien gewürdigt, die über besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge verfügen. Wir freuen uns, in diesen erlesenen Kreis aufgenommen zu sein!

Innovation braucht jedoch nicht nur kluge Köpfe und einen gut getakteten, verzahnten Prozess, sondern auch eine solide Finanzierung. Daher haben wir uns im Sommer entschieden, die guten Konditionen am Kapitalmarkt – auch aufgrund unserer weiter gestiegenen Bonität – festzuschreiben. Mit den uns bereits seit einigen Jahren gut bekannten Banken haben wir einen neuen Konsortialkredit über bis zu 45 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Juni 2021 abgeschlossen. Die Struktur des Kredits haben wir an unsere etwas veränderten Investitionsbedürfnisse – Stichworte Erweiterungsbau und Akquisitionen – angepasst. Somit ist das Thema Fremdkapitalfinanzierung für uns auf mittlere Sicht solide und gut gelöst.

Größter Wermutstropfen des vergangenen Jahres war ohne Zweifel das Urteil des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Danach wurden wir verpflichtet, einen Betrag von 0,9 Mio. Euro plus Zinsen an eine Investorengruppe zu zahlen, die im Jahr 2011 den Anteilskauf der ehemaligen Tochtergesellschaft CAB und Velo Drive finanziert hatte. Das Urteil hatten wir aufgrund unserer eingehenden Prüfung der Rechtslage nicht erwartet; daher haben wir Rechtsmittel (Nichtzulassungsbeschwerde) eingelegt. Gleichwohl schmälern diese urteilsbedingten einmaligen Belastungen aus aufgegebenem Geschäft unser Ergebnis um rund 0,6 Mio. Euro oder 6 Cent je Aktie. Aber, und das ist ebenfalls ein sehr schöner Aspekt des Geschäftsjahres 2016: Das Ergebnis je Aktie liegt trotz dieses Gerichtsurteils aufgrund unserer operativen Erfolge mit 0,34 Euro deutlich über dem des Vorjahres (0,22 Euro).

Auch bei der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie konnten wir im vergangenen Jahr erneut einen großen Schritt nach vorne machen. Sie erinnern sich sicher: Wir wollen nachhaltig und profitabel wachsen; unsere Vision ist die Position als Technologie- und Marktführer auf allen von uns adressierten Märkten. Dieses langfristige Ziel wollen wir über die fortgesetzte Internationalisierung, fortlaufende Innovationen und zudem über Akquisitionen im Schlauchmarkt erreichen.

Und während wir seit dem Jahr 2011 bei den beiden Strategie-Säulen Internationalisierung und Innovation schon sehr erfolgreich waren, konnten wir im Jahr 2016 erstmalig ein Unternehmen aus dem Schlauchmarkt für uns gewinnen. Wenige Tage vor Weihnachten haben wir den Kaufvertrag für alle Geschäftsanteile an der APT Advanced Polymer Tubing GmbH, einem vormaligen Familienunternehmen mit Sitz in Neuss, unterzeichnet. Das Unternehmen hat sich in wenigen Jahren einen hervorragenden Ruf als Anbieter von Glatt- und Schrumpfschläuchen aus ganz- oder teilfluorierten Kunststoffen aufgebaut. Deren Schläuche mit Durchmessern von 0,2 mm bis 130 mm können dauerhaft bei Temperaturen von minus 200 Grad bis plus 260 Grad eingesetzt werden; zudem sind sie dauerhaft beständig gegenüber fast allen Chemikalien und Stoffen. Aufgrund dieser Eigenschaften sind APT-Produkte sehr interessant für den Einsatz in der Medizintechnik ebenso wie im Lebensmittel- oder im Industriegeschäft.

Das Unternehmen erwirtschaftet eine sehr gute Profitabilität mit einer zweistelligen Ebit-Marge, und die vormaligen Eigentümer sind weiterhin in der Geschäftsführung aktiv. Für das Jahr 2017 erwarten wir erste gemeinsame Projekterfolge, vor allem im Medizinbereich. Ab dem Jahr 2018 werden wir den Vertrieb von APT-Produkten, der bislang aufgrund zu geringer Größe des vormaligen Familienunternehmens auf die DACH-Region beschränkt war, sukzessive weltweit auf alle Standorte der international tätigen Masterflex Group ausdehnen. Daher freuen nicht nur wir uns über unsere neue Markengesellschaft und das hervorragende Geschäftspotenzial, sondern sicherlich auch viele unserer globalen Kunden, wenn auch der Bezug solcher Spezialitäten künftig aus einer Hand erfolgen kann.

Diese Zuversicht spiegelt sich auch in unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2017 wider: Wir erwarten einen Umsatzzuwachs von sechs bis zehn Prozent und eine wieder zweistellige Ebit-Marge. Dies setzt natürlich Stabilität in unseren wichtigen Absatzmärkten voraus.

Ein Wort noch zum Thema Effizienz, das uns seit Ende 2015 umtreibt. Neben der großen Maßnahme, dem Erweiterungsbau in Gelsenkirchen, der schon nachhaltig für den Abbau von Komplexität bei der Logistik und der Lagerhaltung am Zentralstandort Gelsenkirchen sorgt, haben wir viele, teilweise sehr kleinteilige Maßnahmen identifiziert und eingeleitet. Ein Teil davon ist schon erfolgreich beendet. Ein Teil davon geht leider nicht von heute auf morgen, wird aber nach und nach beharrlich abgearbeitet. Und natürlich bleiben wir nach den gestarteten internen Reorganisationsprozessen nicht auf halbem Wege stehen, sondern machen weiter und rollen diesen Prozess und die adäquaten Maßnahmen auf alle Standorte aus. Letztlich geht es darum, die Masterflex Group für die Zukunft mehr und mehr zu einer integrierten Unternehmensgruppe zu ertüchtigen, bei der Synergien und Qualitäten konsequent im Sinne der Kunden weiterentwickelt werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir so unsere Zukunft als sehr profitabel agierender Anbieter festigen können. Und zwar pointiert anders und besser als der Wettbewerb: Eben als "Connecting Values".

Lassen Sie uns darüber, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, am 27. Juni 2017 auf der Hauptversammlung in Schloss Horst diskutieren. Mein Finanzkollege Mark Becks und ich freuen uns darauf!

Gelsenkirchen, den 14. März 2017

Dr. Andreas Bastin Vorstandsvorsitzender

INHALT

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden 4

1 Zusammengefasster 10 LAGEBERICHT DES masterflex Konzerns und DER masterflex SE Für das Geschäftsjahr 2016

A GRUNDLAGEN DES KONZERNS 10
I Geschäftsmodell 12
II Vision, Ziele und Strategien 13
III Steuerungssystem 14
IV Forschung und Entwicklung 15
V Der Markt für Hightech-Schläuche 17
VI Markenauftritt und Produkte 19
B WIRTSCHAFTSBERICHT 22
I Gesamtwirtschaftliche
Rahmenbedingungen
24
II Geschäftsverlauf 25
III Wichtige Ereignisse im
Geschäftsjahr 2016
26
IV Lage 27
V Gesamtaussage zur
wirtschaftlichen Lage
33
VI Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
der Masterflex SE
34
VII Nicht-finanzielle Informationen 40
C CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT 42
I Erklärung zur Unternehmensführung
nach § 289 a und § 315 HGB
44
II Vergütungsbericht 45
III Sonstige Angaben nach § 289
und § 315 HGB
48
D CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 52
I Chancen- und Risikomanagement
system für eine wertorientierte
Unternehmensführung
54
II Chancen 54
III Das Risikomanagement-System 55
IV Einzelne Risiken 57
V Sonstige Einzelrisiken 63
VI Zusammenfassung und Gesamtaussage
zur aktuellen Risikosituation des Konzerns
63
VII Die Organisation des Compliance-Systems 64
E Prognosebericht 66
I Ausblick 68
II Zusammenfassende Aussage zur
voraussichtlichen Entwicklung des
Konzerns
70

INHALT

72 4 KONZERNANHANG 86
77 Konzern-Anlagenspiegel 130
78 5 Erg
änzende
Angaben
134
80 Bilanzeid 135
82 Bestätigungsvermerk des
Abschlussprüfers
136
83 Bericht des Aufsichtsrats 137
84 Glossar 142
85 Impressum 143

| Spiralschläuche

FOOD-Schläuche von Masterflex kommen in den unterschiedlichsten lebensmittelverarbeitenden Industrien zum Einsatz. Dabei erfüllen sie nicht nur die hohen Anforderungen der Branche, sondern sorgen auch dafür, dass alles im Fluss bleibt – ob nun bei der Zusammenstellung eines Müslis, beim Backen leckerer Waffeln oder bei der Mixtur von Schokolade.

© Masterflex

Zusammengefasster Lagebericht DES Masterflex KonzernS und DER masterflex SE

A GRUNDLAGEN DES KONZERNS 10
I Geschäftsmodell 12
II Vision, Ziele und Strategien 13
III Steuerungssystem 14
1. Organe 14
2. Unternehmensinternes Steuerungssystem 14
IV Forschung und Entwicklung 15
V Der Markt für Hightech-Schläuche 17
VI Markenauftritt und Produkte 19

A Grundlagen des Konzerns

I GESCHÄFTSMODELL

Die Masterflex SE, Gelsenkirchen, ist die Muttergesellschaft des Masterflex-Konzerns (hier als Masterflex Group bezeichnet). Die Geschäftstätigkeit der Masterflex SE sowie des Konzerns konzentriert sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen für vielfältigste Anwendungen in Industrie und verarbeitendem Gewerbe. Dieses Geschäft ist seit Gründung vor nahezu 30 Jahren das kontinuierlich ertragreiche Standbein der Masterflex Group. Künftig werden daneben auch die Beratung und Entwicklung von Schläuchen und Verbindungssystemen als eigene Leistung vermarktet werden.

Hauptproduktionsstandorte der international tätigen Masterflex Group mit seit Anfang 2017 13 operativen Tochtergesellschaften und fünf Unternehmensmarken sind Gelsenkirchen, Halberstadt, Norderstedt und Houston (USA). Daneben verfügt die Masterflex Group an verschiedenen Standorten in Europa, Amerika und Asien über Niederlassungen mit zum Teil kleinen Produktionslinien und Vertriebspartnerschaften.

Die Struktur des Konzerns ist in nachfolgender Grafik dargestellt.

Konzernstruktur

Seit dem Jahr 2000 werden die Aktien der Masterflex SE (Wertpapier-Kennnummer 549 293) an der Frankfurter Börse im Segment mit den höchsten Transparenzanforderungen, dem Prime Standard, gehandelt.

II VISION, ZIELE UND STRATEGIEN

Wir sind Anbieter von Produkten, Systemen und Beratungs-Knowhow für die Lösung von Verbindungsaufgaben. Unsere besondere Kompetenz liegt in der Verwendung von anspruchsvollen Kunststoffen. Unsere Vision ist die globale Marktführerschaft in allen von uns adressierten Märkten.

Die Entwicklung, Produktion und die Engineering-orientierte Vermarktung von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen birgt erhebliche Wachstumspotenziale. Wir schaffen Werte durch qualitativ hochwertige Produkte und bieten unseren Kunden Verlässlichkeit, Sicherheit und Service. Diese beratungsorientierte Spezialmarktstrategie, die unter dem Slogan Connecting Values zusammengefasst wird, differenziert uns von anderen Schlauchherstellern. Wir verfolgen nachhaltig das Ziel eines überdurchschnittlichen, rentablen Wachstums. Unsere Wachstumsstrategie stützt sich auf zwei Pfeiler: Internationalisierung und Innovation.

Internationalisierungsstrategie

Seit Beginn dieser Dekade streben wir ein wertorientiertes, langfristig ausgerichtetes Wachstum in allen von uns adressierten Märkten an. Dabei wollen wir den Schwerpunkt unserer Tätigkeit, der heute noch in Europa liegt, sukzessive erweitern und einen größeren Umsatzanteil vor allem auf dem amerikanischen und auch auf dem asiatischen Kontinent erzielen. Darüber hinaus bearbeiten wir über Kooperationen eine Reihe von Märkten, die an unsere Schwerpunktregionen angrenzen oder in enger Beziehung zu diesen stehen. Zudem liegt unser Fokus seit einiger Zeit darauf, die gesamte Produktpalette der Masterflex Group auf allen adressierten Märkten anzubieten.

Auf dem amerikanischen Doppelkontinent fokussieren wir uns vor allem auf Nordamerika, und hier auf die Vereinigten Staaten (USA). In dieser hochentwickelten Volkswirtschaft sehen wir ein großes Potenzial für unsere Hightech-Verbindungsprodukte, welches wir über unsere Tochtergesellschaft Masterduct weiter ausbauen wollen. Im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, Umsatz und das operative Ergebnis (Ebit) wieder deutlich zu steigern. Zudem versprechen die aktuell politisch erörterten Investitionen in die US-Infrastruktur und für neue regionale Industrieansiedlungen weitere Wachstumsfelder für unsere Produkte.

In Südamerika konzentrieren wir uns auf den brasilianischen Markt, den wir mit unserer bei Sao Paulo beheimateten Tochtergesellschaft bearbeiten. Seit unserem Start im Jahr 2010 haben sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten deutlich anders entwickelt als anfangs erwartet. Daher haben wir dort im vergangenen Jahr eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Effizienz zu stärken. Denn Brasilien bleibt schon aufgrund des hohen Grades an Industrialisierung eine interessante Region für uns. Wir erwarten, nach weiteren Anpassungen zur Vermeidung prohibitiv hoher Einfuhrzölle dort in 2017 zu einem ausgeglichenen Ergebnis zu kommen. Auf Grundlage des bislang Erreichten, den geschäftlichen Perspektiven und der allmählich nachlassenden Rezession werden wir mittelfristig Ergebnisbeiträge aus diesem großen Markt generieren können.

In Asien konzentrieren wir uns bei unserer Internationalisierungsstrategie auf den chinesischen Markt. Dort konnten wir unsere Aktivitäten im Jahr 2016 weiter ausbauen und festigen. Der Umsatz auf diesem riesigen und für uns weiterhin als sehr interessant eingeschätzten Markt ist nun nachhaltig deutlich siebenstellig.

Den russischen Markt bearbeiten wir nunmehr mit einer exklusiven Partnerschaft, nachdem wir unsere Beteiligung im Jahr 2015 aufgrund der massiv veränderten Rahmenbedingungen in Russland erfolgreich beendet hatten. Das Geschäft mit unserem vormaligen Joint-Venture verlief im ersten Jahr der Partnerschaft gut. Mit dieser veränderten Geschäftsstruktur partizipieren wir weiterhin von den Chancen dieses großen Marktes.

Innovationsstrategie

Unsere Innovationsstrategie beruht darauf, fortwährend neue Produkte und Verfahren zu konzipieren, zu testen und in den Markt einzuführen sowie unsere vorhandenen Produktionsprozesse beständig zu verbessern.

Die Ideen für neue Produkte werden häufiger durch Anfragen unserer Kunden initiiert. Aus der Vielfalt von Hochleistungskunststoffen und Herstellungsverfahren entwerfen, testen und produzieren unsere Techniker neue Produkte, die traditionelle Verbindungslösungen oder deren Werkstoffe zum Vorteil unserer Kunden ersetzen können. Diese Produkte werden kontinuierlich auf dem Markt eingeführt. Dank dieser Innovationsstrategie halten wir auf dem Spezialmarkt für Hightech-Schläuche unsere führende Marktposition als Technologieführer, was unsere Preissetzungsmacht positiv beeinflusst.

Details zu der Innovationsstrategie aus dem Jahr 2016 finden sich in Abschnitt A IV.

III STEUERUNGSSYSTEM

Die Masterflex SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft, für die gemäß der SE-Verordnung das deutsche Recht der Aktiengesellschaft ergänzend angewandt wird.

Das Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungsprinzip aus Vorstand und Aufsichtsrat, die beide eigene Kompetenzen haben.

1. Organe

Vorstand

Die Masterflex Group wird von einem zweiköpfigen Vorstand geleitet. Seit dem Jahr 2008 bekleidet Dr.-Ing. Andreas Bastin das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Aktiengesellschaft. Diplom-Wirtschaftsingenieur Mark Becks ist seit 2009 Finanzvorstand.

Aufsichtsrat

Der dreiköpfige Aufsichtsrat der Masterflex SE setzt sich seit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Juni 2016 aus dem Vorsitzenden Georg van Hall, seinem Stellvertreter Dr. Gerson Link und dem Mitglied Jan van der Zouw zusammen.

Aufgrund des bewusst klein gehaltenen Aufsichtsrats gibt es keine gesonderten Aufsichtsratsausschüsse. Wichtige Themen werden auch außerhalb der Sitzungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in Telefonkonferenzen oder in kurzfristig einberufenen Gesprächen behandelt. Darüber hinaus informiert sich der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig über den Geschäftsverlauf und anstehende Projekte der Gesellschaft.

2. Unternehmensinternes Steuerungssystem

Ansatzpunkt der strategischen Unternehmensplanung ist eine jährlich aktualisierte Fünfjahresplanung mit Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Investitionen und Liquidität. Aus dieser strategischen Planung wird die Budgetplanung für das folgende Geschäftsjahr abgeleitet und auf Einzelmonate aufgeteilt. Im Rahmen der monatlichen Plan-Ist-Abweichungsanalysen wird der Konzern gesteuert. Voraussagen werden quartalsweise erstellt und erlauben so eine rollierende Ergebnisprognose in die Zukunft. Auf wöchentlicher Basis wird das Management über den Umsatz und den Auftragseingang der Vorwoche informiert. Im Rahmen eines monatlichen Reportings wird an den Gesamtvorstand das operative Ergebnis (Earnings before interests and taxes, kurz Ebit) für den gesamten Konzern berichtet.

In der Masterflex Group stehen Kennzahlen und deren Entwicklung im Vordergrund, die sich stärker an der Liquidität und dem Unternehmenswert orientieren und die Unternehmensstrategie unterstützen. Diese sind insbesondere:

  • der Umsatz im Vergleich von Ist, Soll (Budget) und Vorjahr sowie
  • die Entwicklung des Ebit auf Konzern-Ebene.

IV Forschung und Entwicklung

Als Weltmarktführer und Technologietreiber für technische Schläuche und Verbindungslösungen ist der Bereich Forschung und Entwicklung (F & E) ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Masterflex Group. Durch die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren sind wir in der Lage, Schläuche und individuelle Verbindungslösungen für höchste Anforderungen anzubieten. Zudem ist der Bereich F & E die Basis für die Vermarktung von ingenieursmäßig erstellten Verbindungslösungen, die künftig auch als Dienstleistung – "Engineering Services" – vermarktet werden sollen.

Die im Vorjahr bereits begonnene Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Produktmarken und Standortgesellschaften wurde intensiviert, um den Ressourceneinsatz für eine nahtlos ineinandergreifende Entwicklung zu optimieren. Seit Anfang des Jahres 2017 stehen Forschung & Entwicklung von Masterflex, Novoplast Schlauchtechnik und Fleima-Plastic unter einheitlicher Leitung. Auch wurde das Entwicklungsteam personell verstärkt. Zudem wurde ein intensivierter Austausch mit den Auslandsstandorten vorbereitet. Mit der Entsendung eines unserer Entwicklungsingenieure in die USA wird dies im Jahr 2017 auch auf der Ebene von Personalaustausch erstmalig realisiert werden.

Der bereits im Vorjahr neu strukturierte Innovationsprozess (Stage-Gate-Prozess) zur Verkürzung von Durchlaufzeiten von neuen Produkten hat sich bewährt. In regelmäßig stattfindenden Innovationsrunden werden Entwicklungen sowohl markt-, technik- und kundenseitig als auch mit Blick auf deren wirtschaftliche Relevanz erörtert und geprüft. Dazu werden externe Partner aus Forschungsinstituten oder ausgewählten Lieferanten hinzugezogen. Auf diese Weise wird eine multipolare Blickweise auf mögliche Innovationen gewährleistet, und zwar sowohl von der Marktseite als auch mit Blick auf neue Technologien und Rohstoffe.

Wichtige Projekte in 2016

Der Schwerpunkt unserer Produktentwicklung im Bereich der Spiralschläuche stand im Jahr 2016 ganz im Zeichen von "Industrie 4.0". Denn die Digitalisierung und die damit mögliche Vernetzung aller Stufen der Wertschöpfungskette in der gesamten Industrie werden auch den Markt für Hightech-Schläuche massiv verändern.

Was macht nun einen Spiralschlauch intelligent oder eben digital? Mit dieser Frage, also den Anforderungen an solche Schläuche, und mit jetzt schon realisierbaren technischen Lösungen haben wir uns im Jahr 2016 intensiv auseinandergesetzt. Dabei verstehen wir unter intelligenten Schläuchen flexible Verbindungen aus Kunststoffen oder Geweben, die digital über die kundenseitig vorhandene IT-Peripherie Informationen zu ihrem Betriebszustand an den Anlagenbetreiber kommunizieren, bspw. ob dieser Schlauch direkt verbaut werden kann, oder eine Wartung benötigt wird oder gar auszufallen droht. So gewährleisten wir, dass unsere Produkte ihren Beitrag zur Digitalisierung und Optimierung der Produktionsprozesse unserer Kunden leisten.

Aufgrund der erfolgreichen Vorarbeiten im Jahr 2016 haben wir zu Beginn dieses Jahres beschlossen, unsere Produkte und Produktgruppen mit digitalen Funktionen unter der Marke AMPIUS auf den Markt einzuführen. Mit AMPIUS, dieser eigenen, international registrierten Marke, wollen wir unsere technologische Marktführerschaft noch deutlicher unterstreichen und am Markt herausstellen

Neben diesem überaus wichtigen Zukunftsthema wurden eine Reihe weiterer Produktneuerungen erarbeitet. Im Jahr 2016 konnten wir die Entwicklung eines Folienschlauches mit Trinkwasserzulassung (für Kaltund Warmwasser) abschließen. Die Vermarktung wird im Jahr 2017 starten. Darüber hinaus haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr den Master-PUR L-F Trivolution®, ein neues Premiumprodukt für einfache Absauganwendungen, erfolgreich in den Markt eingeführt.

Zudem konnten wir im zurückliegenden Geschäftsjahr einem namhaften Originalausrüstungshersteller (OEM) aus dem Bereich Maschinenbau mit der Neuentwicklung eines kundenspezifischen Schlauches die Lösung für ein internes Problem liefern. Diese gemeinsame Entwicklung von neuen Schläuchen mit OEM-Kunden wollen wir künftig intensivieren und als eigenständige Leistung unter "Engineering Services" vermarkten.

Im Bereich der industriell eingesetzten Glattschläuche hat unsere Gesellschaft Novoplast Schlauchtechnik u.a. einen neuen Schlauch für die Lackierindustrie entwickelt. Die Herausforderung hier waren Eigenschaften wie besondere Ableitfähigkeit und besondere Oberflächenbeschaffenheit im Inneren des Schlauches. Das Produkt ist gut vom Kunden aufgenommen worden.

In der Medizintechnik konnte beispielsweise mit einem neu entwickelten Doppelschlauch ein wichtiges Projekt in die Serienfertigung gehen. Bislang schon stellte Novoplast Schlauchtechnik Mehrfachschläuche für die medizinische Anwendung her; allerdings wurden diese Produkte bislang in der Regel im Reinraum parallel verklebt. Durch die neu eingesetzte Technologie der Doppelschlauchextrusion entfällt der Arbeitsschritt des Verklebens; damit können größere Schlauchlängen realisiert und die Produktion vereinfacht werden. Dieser Doppelschlauch wird ab dem Jahr 2017 vermarktet werden.

Darüber hinaus wurden in der Medizintechnik auch im Jahr 2016 wieder einige Großprojekte von unseren Gesellschaften Novoplast Schlauchtechnik und Fleima-Plastic mit unseren Kunden gemeinsam realisiert. Dafür baute Fleima-Plastic, unser Spritzgussexperte, zunächst das notwendige Werkzeug für die Einzelteile der medizintechnischen Komponenten und stimmte sie aufeinander ab. Die im Reinraum gefertigten Artikel wurden anschließend mittels unterschiedlicher Klebeverfahren – darunter auch auf einer Ultraschallschweiß-Anlage – zu Komponenten assembliert. Die hierbei eingesetzten Schläuche werden von Novoplast Schlauchtechnik geliefert.

Unsere Markengesellschaft Matzen & Timm aus Norderstedt bei Hamburg hat für einen Luftfahrtkunden mehrere leitfähige Formteile entwickelt, welche im Tankbelüftungsbereich eingesetzt werden. Hier wurden bis zum finalen Design in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Kunden mehrere Varianten entwickelt, simuliert und ausgewertet. Für einen weiteren Luftfahrtkunden wurden Faltenbälge entwickelt. Hier waren die sehr hohen Bewegungsanforderungen eine Herausforderung. Der Bauraum war sehr beengt und somit waren wir in der Länge der sog. Bellows sehr eingeschränkt. Hier wurden die vom Kunden vorgeschlagenen Bauteile mit Hilfe unserer FEM-Software soweit optimiert und das Design so verändert, dass die Anforderungen erfüllt werden konnten.

Für unsere F & E Aktivitäten verlassen wir uns nicht nur auf unser eigenes Wissen. Um an der Spitze der Technologie zu bleiben, pflegen wir einen engen Kontakt zu Lieferanten wie auch zu Hochschulen und Forschungsinstituten wie etwa das Fraunhofer-Institut. Einige dieser Kooperationen wurden auch vertraglich geregelt. Dabei ging es etwa um die Optimierung von Werkzeugen, aber auch um Materialien mit besonderen Eigenschaften oder um neue Produktionsprozesse zur Optimierung der Fertigung.

Externe Bewertungen

Die Innovationskraft der Masterflex Group wurde im vergangenen Jahr wiederum von mehreren Organisationen bestätigt.

Anfang des Jahres 2016 veröffentlichte die Universität St. Gallen die Übersicht "Weltmarktführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz 2016", in dem die Masterflex Group mit ihrem Geschäftsmodell "Schläuche und Verbindungssysteme aus Hightech-Kunststoffen" als Weltmarktführer verzeichnet ist.

Die erstmals im Vorjahr veröffentlichte Bewertung der Unternehmensberatung "Munich Strategy Group", die Masterflex Group sei einer der 100 innovativsten deutschen Mittelständler, wurde Ende 2016 wiederum erneuert.

Zudem wurde der Masterflex Group im Sommer 2016 eine weitere Ehrung zuteil: Die Gruppe wurde mit dem Preis "TOP 100" ausgezeichnet. Dieser Preis geht – nach einem anspruchsvollen, wissenschaftlichen Auswahlprozess, bei dem das Innovationsmanagement und der Innovationserfolg untersucht wurden – an die 100 innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Seit 1993 wird das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien vergeben.

Aufgrund unserer Innovationskompetenz können unsere Produkte nicht leicht durch andere Produkte substituiert werden. Gleichwohl bieten die von uns verarbeiteten Hightech-Kunststoffe erhebliches Substitutionspotenzial für konventionelle Werkstoffe vor allem für Stahl und Gummi. Wir machen keine Lohnfertigung; nahezu alle Produkte und Leistungen werden von unseren Ingenieuren und Facharbeitern entwickelt und weitgehend selbst produziert.

Bei unseren Produktinnovationen prüfen wir jeweils im Einzelfall, ob es für den Schutz unseres geistigen Eigentums erforderlich und rechtlich möglich ist bzw. im Rahmen unserer Unternehmensstrategie sinnvoll erscheint, Patente oder andere Schutzrechte anzumelden. Die Masterflex Group verfügt heute über eine Reihe von geistigen und gewerblichen Schutzrechten in einer steigenden Zahl von Staaten.

V Der Markt für Hightech-Schläuche

Der Markt für Hightech-Schläuche und -Verbindungssysteme besteht weltweit aus vielen, eher regional orientierten Spezialmärkten, die von zumeist mittelständischen Unternehmen bedient werden. Die Kunden kommen in erster Linie aus dem verarbeitenden Gewerbe inkl. industrieller Anwendungen (B2B Markt); sie reichen von global tätigen Konzernen über den Großhandel und mittelständischen Industriebetrieben bis hin zu regional aufgestellten Kleinbetrieben. Aufgrund der nicht einfach zu erwerbenden Material-, Verarbeitungs- und Anwendungskompetenz und der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der anspruchsvollen Kunststoffe ist es ein attraktiver und profitabler Markt. Gekennzeichnet ist dieser Markt durch kleine Losgrößen sowohl in der Produktion als auch im Vertrieb wie auch durch Beratungsintensität und Entwicklungskompetenz für kundenspezifische Lösungen. Hingegen zielt der in der Öffentlichkeit eher bekannte Markt für Schläuche als Massenware eher auf den Endkunden und ist von umfangreichen Losgrößen, geringeren Margen und großen internationalen Anbietern geprägt.

Aufgrund der eher inhomogenen und nicht einfach abgrenzbaren Struktur gibt es wenig belastbare Daten über den Gesamtmarkt. Daher hat die Masterflex Group schon im Jahr 2008 damit begonnen, eine systematische Datenanalyse über den Weltmarkt und seine Teilnehmer aufzubauen. Dieses inzwischen umfangreiche Wissen stellt Know-How der Masterflex Group dar, welches sie für ihre Differenzierung im Produktportfolio gegenüber ihrem Wettbewerb nutzt. Zudem kommt dieses Spezialwissen bei ihrer M&A-Strategie zum Einsatz. Auf diesem internen Datenfundus basierend, schätzen wir die Größe des Marktes in allen von uns adressierten Regionen auf ein Volumen von rund 2 Mrd. Euro ein.

Künftig werden die Einsatzmöglichkeiten von Hightech-Schläuchen weiter steigen. Der allgemeine Trend im verarbeitenden Gewerbe – immer anspruchsvoller werdende industrielle Produktionsprozesse – wird dies beflügeln. Insbesondere drei Parameter treiben die Nachfrage nach Verbindungslösungen, die einer Vielzahl von Ansprüchen gerecht werden können: Erstens die zunehmende Geschwindigkeit eines Herstellungsprozesses, zweitens der Wunsch nach dessen hoher Flexibilität in Bezug auf kleine Endprodukt-Volumina mit häufigen Variationen in der Produktion und drittens die Qualitätsanforderungen an das herzustellende Endprodukt.

18 Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Grundlagen des Konzerns

Die Einsatzgebiete für Hightech-Schläuche sind branchenmäßig sehr breit gefächert: Im Maschinenbau, in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, bei Energieunternehmen oder bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln, von pharmazeutischen Produkten wie auch in der Medizinwirtschaft gewinnen flexible Verbindungslösungen zunehmend an Bedeutung. Zusammen mit dem herausragenden Know-how in der Verarbeitung von anspruchsvollen Kunststoffen ermöglichen uns diese unterschiedlichen Anwendungsgebiete, Verbindungslösungen zu designen und zu produzieren, die mit konventionellen Materialien nur unzureichend oder überhaupt nicht zu realisieren sind.

VI Markenauftritt und Produkte

Bis zum Jahresbeginn 2017 trat die Masterflex Group mit fünf Unternehmensmarken auf, die zugleich ihre wichtigsten operativen Gesellschaften mit eigenen Produktionskapazitäten sind. Seit Januar 2017 gehört zu dieser Marken-Familie die neu erworbene Gesellschaft APT als Produkt-Marke für fluorisierte Kunststoff-Verbindungen. Die sechs Marken sind mit ihrem jeweiligen Produktportfolio Bestandteile des vereinheitlichten Marktauftritts unter der Dachmarke MASTERFLEX GROUP. Neben diesen Marken-Gesellschaften gibt es acht weitere operative Tochtergesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien, die Produkte dieser Marken vertreiben und teilweise auch vor Ort herstellen.

Der Slogan Connecting Values drückt unsere Kernkompetenz aus: Ganzheitliche Verbindungslösungen, die an kundenspezifische Anforderungen angepasst werden; verbunden mit deutschem Engineering, das in weltweiter Produktion eingesetzt wird, und mit großer Kundennähe bei Beratung, Service, Verlässlichkeit und Sicherheit. Zusammengefasst bedeutet Connecting Values: Wir verbinden Werte; dies ist ein Mehrwert für unsere Kunden.

Das Geschäft mit Spiralschläuchen ist die Kernkompetenz der Marke Masterflex mit Produktionsschwerpunkt in Gelsenkirchen. Neben extrudierten Spiralschläuchen werden Clipschläuche und Folienschläuche entwickelt, produziert und vertrieben. Verbindungselemente wie Muffen, Flansche, Gewindestutzen, Schellen und weitere Zubehörteile runden die Palette an Lösungen für flexible Verbindungsaufgaben ab bzw. lassen zum Teil einzigartige Systemlösungen entstehen.

Das umfangreiche Sortiment bietet Produkte, die individuelle Anforderungen und anspruchsvolle Aufgaben erfüllen. Unabhängig davon, ob sehr abrasive Feststoffe, aggressive Chemikalien, gasförmige Medien, bis zu +1.100 °C, oder auch zum Beispiel Lebensmittel transportiert werden müssen: Die Schläuche aus Hightech-Kunststoffen und -Geweben stellen immer eine anwendungs- und kundenorientierte, flexible Lösung dar.

Die Markengesellschaft Matzen & Timm ist ein renommierter und internationaler Hersteller von Spezialschläuchen, Faltenbälgen und Formteilen aus hochwertigen

synthetischen Kautschuk-Materialien wie beispielsweise Silikon. Die Produkte werden zu einem großen Teil in industrieller Handarbeit gefertigt und kommen überall dort zur Anwendung, wo Präzision und besondere Belastbarkeit gefordert sind. Dazu gehören insbesondere die Luftfahrtbranche, der Automobilsektor und der Schienenverkehr. Produziert wird in Norderstedt bei Hamburg sowie in Plana (Tschechische Republik). Die Spezialschläuche finden sich etwa in der Klimaanlage des A 380 sowie des A 350, unter der Motorhaube eines Rennwagens bei der DTM oder in modernen Zugsystemen. Als Hersteller mit eigener Entwicklungsabteilung umfasst die Wertschöpfungskette alle Teilschritte vom Design, der Simulation (FEM) und der Qualifizierung beim Kunden, über die Herstellung von Prototypen bis hin zur Serienfertigung. Fast alle Produkte sind kundenspezifische Sonderanfertigungen.

Matzen & Timm zählt nicht zuletzt wegen seines versierten Umgangs mit unterschiedlichsten Qualifikationsanforderungen sowie einer hohen Entwicklungskompetenz seit mehr als 50 Jahren zu den bedeutenden Lieferanten für die Luft- und Raumfahrtindustrie, den Sonderfahrzeug- und den Maschinenbau. Innovative Produkte wie der gewichtsreduzierte und/oder elektrisch leitfähige Schlauch oder der Schutzschlauch für die Kraftstoffleitung in Flugzeugen erfüllen höchste Anforderungen an Sicherheit und Funktion.

Die Markengesellschaft Novoplast Schlauchtechnik GmbH in Halberstadt ist auf die Extrusion von Schläuchen und Profilen im Durchmesserbereich 0,5 bis 50 mm

für industrielle sowie für medizintechnische Anwendungen spezialisiert. Mitunter werden diese Produkte auch weiterverarbeitet, etwa durch Thermofixierung oder durch weitere spezielle Montage- und Formprozesse. Mit der Thermofixierung können Formschläuche mit komplexen Geometrien und Biegeradien gemäß Kundenwunsch und mit hoher Präzision in 2D- oder 3D-Varianten hergestellt werden. Gerade diese Fähigkeiten eröffnen bislang wenig bekannte Einsatzfelder, etwa bei der Substitution von Metallrohren durch geräuscharme oder durch vibrationsfreie Kunststoffverbindungen.

Die Schlauch- und Profilextrusion erfolgt auf modernsten Anlagen. Regelmäßig wird das große Materialspektrum um weitere Sondermaterialien ergänzt. Für die Produktion in der Medizintechnik sind Reinräume der ISO-Klasse 6, 7 und 8 eingerichtet.

Novoplast Schlauchtechnik arbeitet eng mit der Schwestergesellschaft FLEIMA-PLASTIC GmbH, Hersteller von medizintechnischen Präzisions-Spritzgussteilen, zusammen. Dadurch ist es möglich, Kunden medizinische Gesamtlösungen aus einer Hand anzubieten, bestehend aus Schlauch und medizinischen Komponenten wie etwa Luerlock-Konnektoren, Tropfkammern oder Rollenklemmen.

Die 1974 gegründete Markengesellschaft FLEIMA-PLASTIC GmbH aus Wald-Michelbach/Odenwald gehört seit dem Jahr 2004 zur Masterflex Group. Produziert werden qualitativ hochwertige Spritzgussteile und montierte Baugruppen aus Kunststoffen, schwerpunktmäßig für die Bereiche Medizintechnik, Kosmetik und Lebensmitteltechnik. In dem modernen Werk werden Spritzgusskomponenten – auch in Mehr-Komponenten-Technik – gefertigt, montiert bzw. veredelt unter anderem in Reinräumen der ISO-Klassen 7 und 8. Große Erfahrung besitzt man darüber hinaus im Bau von Präzisions-Spritzgusswerkzeugen im eigenen Formenbau und in der Erstellung von Prototypen in allen gängigen Rapid-Prototyping-Verfahren.

In Nord- und Südamerika wird die Masterflex Group durch die Masterduct Holding, Inc., eine 100-prozentige Tochter der Masterflex SE, repräsentiert. Zur Masterduct Holding zählen drei operative Tochterunternehmen: Masterduct Inc. sowie die Flexmaster U.S.A. Inc., beide ansässig in Houston, Texas, sowie die Masterduct Brasil Comércio de Dutos LTDA in Sao Paulo, Brasilien.

Die in Nord- und Südamerika tätigen Gesellschaften Masterduct sowie Flexmaster U.S.A. fungieren auch als Markengesellschaften mit einem entsprechenden Produktportfolio.

Die Flexmaster U.S.A. ist als Schlauchspezialist für Heizung, Ventilation und Klimaanlagen (kurz HVAC) im Klima- und Lüftungsbereich etabliert und führend bei Anwendungen im öffentlichen Bau, etwa in Krankenhäusern, Schulen, Sportstätten und Universitäten. Flexmaster U.S.A. ist ein bevorzugter Anbieter im Gesundheitssektor, weil die Produkte keinerlei Klebe- oder Lösemittel enthalten. Zudem werden schall-isolierende Schläuche zur Schalldämmung anstelle von Metallverbindungen eingesetzt, da sie kostengünstiger, flexibler und stärker schallschluckend sind.

Masterduct vertreibt das Portfolio der Marken Masterflex und Novoplast Schlauchtechnik auf dem amerikanischen Markt unter seiner Marke. Der Kundenkreis reicht von der Holzindustrie, dem Maschinenbau und der Kunststoffindustrie über die Luftfahrt- und Serviceindustrie bis hin zur US-Regierung.

Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Grundlagen des Konzerns

21

Zum Anfang des Jahres 2017 haben wir die Gesellschaft APT Advanced Polymer Tubing GmbH aus Neuss erworben. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Glatt-

und Schrumpfschläuche aus ganz- oder teilfluorisierten Kunststoffen. APT-Schläuche können dauerhaft bei Temperaturen von minus 200 bis plus 260 Grad Celsius eingesetzt werden. Zudem sind sie beständig gegenüber sehr vielen, in industriellen Verarbeitungsprozessen genutzten Chemikalien. Diese Fähigkeiten verdanken APT-Produkte den verarbeiteten Rohstoffen FEP (Fluoriertes Ethylen-Propylen), PFA (Perfluoralkoxy) und PTFE (Polytetrafluorethylen). Diese Fluorkunststoffe erfordern ein sehr spezielles Verarbeitungs-Know-How sowie einen dafür ausgelegten, hochwertigen Maschinenpark. Über dieses Spezialwissen verfügt die Masterflex Group seit dem Erwerb von APT.

AMPius Unter dem im Februar 2017 auf dem Markt eingeführten Markennamen AMPIUS werden künftig alle vernetzungsfähigen, intelligenten Schläuche und Verbindungslösungen der Masterflex Group vermarktet. Die Digitalisierungsmöglichkeiten von Schläuchen und Verbindungen werden zunächst insbesondere in der Betriebsüberwachung von industriellen Produktionsprozessen eine bedeutsame Rolle spielen. Der Umfang und der Einsatz digitaler Datengewinnung und -Nutzung bei Schläuchen werden den individuellen Kundenanforderungen angepasst. Mit diesen neuen sog. "smart products" nimmt die Masterflex Group eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von digitalisierten Verbindungslösungen ein.

| Spezialschläuche

Diese vorgeformten und mit Spiraldraht verstärkten Spezialschläuche werden in Verkehrsflugzeugen verbaut. Sie kommen beispielsweise in den Vakuum-Toiletten-Systemen oder den Kühlungs- und -Belüftungssystemen der Galley (Bordküche) zum Einsatz. In Flugzeugen werden in der Regel Vakuum-Toilettensysteme eingesetzt, weil damit der Wasserverbrauch stark reduziert wird, Airlines somit Gewicht einsparen und dann wirtschaftlicher fliegen können.

© Masterflex

Zusammengefasster Lagebericht Des Masterflex KonzernS und der masterflex SE

B WIRTSCHAFTSBERICHT 22
I Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 24
II Geschäftsverlauf 25
III Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2016 26
IV Lage 27
1. Ertragslage
2. Vermögenslage
3. Finanzlage
27
30
32
V Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage 33
VI Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
der Masterflex SE
34
VII Nicht-finanzielle Informationen 40
1. Mitarbeiter und gesellschaftliches
Engagement
40
2. Umweltschutz 41

B Wirtschaftsbericht

I Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Leistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, stieg im Jahr 2016 in Deutschland mit plus 1,9 Prozent durchaus nennenswert an; dies traf auch für die Euro-Zone mit plus 1,7 Prozent und in der gesamten EU mit plus 1,8 Prozent zu. Allerdings verzeichneten einige von uns adressierte nationale Märkte wie Großbritannien (plus 2,0 Prozent nach 2,2 Prozent in 2015) oder Schweden (3,2 nach 3,9 Prozent in 2015) einen gegenüber dem Vorjahr geringeren Anstieg.

Auch das weltweite Wirtschaftswachstum lag mit 2,8 Prozent Steigerung sowohl unter der Vorjahresrate (3,1 Prozent) als auch unter unseren eigenen Erwartungen vom Jahresbeginn (2,9 Prozent). Hierbei macht sich vermutlich die etwas schwächere US-Wirtschaft (Wachstumsrate von nur 1,6 Prozent gegenüber 2,6 Prozent im Vorjahr) oder die schärfer als erwartete Rezession in Brasilien (minus 3,4 Prozent) bemerkbar. In China blieb die Wachstumsrate stabil auf hohem Niveau von 6,7 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent).

Die Ursachen für den regional stärker unterschiedlichen, insgesamt leicht niedrigeren Anstieg der Wirtschaftsaktivitäten können wohl vor allem in den regionalen Konflikten, unerwarteten Wahl- Entscheidungen in großen Ländern der westlichen Welt wie auch in den sich verändernden Währungsparitäten gesehen werden.

Die seit Jahren unterschiedlichen Wachstumspfade von Europa, Amerika und Asien bestärken uns weiterhin in unserer Internationalisierungsstrategie. Unsere breite regionale Aufstellung ist unabdingbar, um die Masterflex Group als einen von Einzelzyklen, -Branchen und -Regionen weitgehend unabhängigen, breit aufgestellten und profitablen Konzern zu positionieren. Zudem ist diese Internationalisierung auch kundenseitig gewünscht: Nicht nur unsere Großkunden, auch die für uns so wichtigen europäischen Hidden Champions, beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, verlangen von uns als Zulieferer und Lösungsanbieter zunehmend globale Präsenz. Somit beeinflussen unsere internationalen Aktivitäten die Geschäftsentwicklung in Europa und Deutschland positiv.

Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Wirtschaftsbericht

25

Wirtschaftswachstum in Staaten mit eigener Präsenz der Masterflex Group

Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in Prozent

Staat 2016 2015
Euro-Zone 1,7 2,0
Deutschland 1,9 1,7
Frankreich 1,5 1,2
EU gesamt 1,8 2,2
Großbritannien 2,0 2,2
Schweden 3,2 3,9
Tschechische Republik 2,4 2,9
Welt 2,8 3,1
Brasilien -3,4 -3,8
China 6,7 6,8
Singapur 1,3 0,9
USA 1,6 2,6

Quelle: Commerzbank AG

Der Umsatz der kunststoffverarbeitenden Industrie ist in Deutschland im Jahr 2016 um 3,2 Prozent auf 60,8 Mrd. Euro gestiegen. Die Menge der verarbeiteten Rohstoffe belief sich mit 14,1 Mio. Tonnen auf dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Beschäftigten in den überwiegend mittelständischen Betrieben stieg erneut etwas von 316.000 auf 317.000 Beschäftigte.

Mit etwas Sorge weist der Branchenverband Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Industrie auf die hohen Stromkosten in Deutschland hin, die die Wettbewerbsfähigkeit belasten könnten. Auch leide eine wachsende Zahl von Unternehmen der Branche unter Problemen bei der Gewinnung von Auszubildenden, Fachkräften und Ingenieuren. Gleichwohl ist die Stimmungslage bei den Branchenunternehmen zum Jahresbeginn 2017 weiterhin von verhaltenem Optimismus geprägt.

II GESchäftsverlauf

Der Umsatz der Masterflex Group ist im Jahr 2016 um gegenüber dem Vorjahr von 64,1 Mio. Euro um 3,7 Prozent auf 66,5 Mio. Euro gestiegen.

Das Ziel unserer Internationalisierungsstrategie, eine breitere kontinentale Umsatzverteilung, konnten wir im Berichtsjahr erfüllen. Der Umsatz außerhalb von Deutschland stieg spürbar stärker an als im Durchschnitt des Konzerns von 3,7 Prozent. So ist unser Umsatz in der Region übriges Europa um 10,9 Prozent auf 16,7 Mio. Euro gestiegen. Das Geschäft in Drittländern stieg um 4,7 Prozent auf 19,2 Mio. Euro.

Denn in Europa haben sich einige Marken und Regionen gut bis überaus positiv entwickelt. Dazu gehören die Novoplast Schlauchtechnik vor allem mit ihrem Medizinbereich, die Masterflex Skandinavien und die Matzen & Timm mit der operativ verbundenen Masterflex Cesko. Etwas verhaltener verlief das Jahr für uns insbesondere in Großbritannien und in Frankreich; hier spielen die allgemeine Wirtschaftslage und ein stärkerer Wettbewerb eine Rolle.

Von den Regionen der Drittländer haben wir in Asien, wo wir seit einigen Jahren in China und Singapur aktiv sind, mit unseren Produkten 'engineered in Germany' eine inzwischen gute Marktausgangsstellung mit einem stabilen Umsatz erreicht. Der Fokus des Jahres 2017 wird auf einer Steigerung der Profitabilität in dieser Region liegen.

In Nordamerika hat sich unser Kerngeschäft unter der Marke Masterduct im vergangenen Jahr deutlich positiv entwickelt. Dies führen wir vor allem auf die positiven Effekte unserer Mitte 2015 eingeleiteten personellen und organisatorischen Umstrukturierungen zurück. Allerdings ist unser Umsatzanteil in dieser großen Region weiterhin noch recht gering, so dass wir insbesondere in den USA weiterhin große Wachstumschancen sehen. Auch die Entwicklung des HVAC-Geschäfts unter der Submarke Flexmaster U.S.A. präsentierte sich im vergangenen Jahr deutlich besser, sowohl umsatz- als auch ertragsseitig.

Unsere langfristig angelegte Internationalisierungsstrategie verfolgen wir konsequent weiter. Denn die wirtschaftliche Perspektiven in Europa sind zwar positiver als noch vor einigen Jahren. Allerdings liegen die prognostizierten Wachstumsraten immer noch hinter denen von Nordamerika und insbesondere Asien zurück.

Unsere Innovationsstrategie wird in den nächsten Jahren eines der zentralen Themen sein. Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft nachhaltig. Daran wollen wir mit innovativen Produkten teilhaben und vermarkten diese "smart hoses" sogar unter der eigenen, international angemeldeten Marke AMPIUS.

III Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2016

Die Masterflex Group hat im vergangenen Jahr ihre Lager- und Produktionskapazitäten am Standort Gelsenkirchen deutlich ausgebaut. Zum Jahresende 2016 konnte ein zweigeschossiger Multifunktionsbau mit einer Bruttogeschossfläche von 7.700 qm plangerecht fertig gestellt werden. Bereits im ersten Quartal war eine Lagerhalle von rund 850 qm Größe in Betrieb genommen worden. Heute verfügt die Masterflex Group somit über zusätzliche Flächen für die Produktion von bis zu 2.400 qm und für das Lager von knapp 4.600 qm; hinzu kommen neue Büroräume, ein modernes Labor, eine neue Werkstatt sowie vergrößerte Sozialräume. Auch konnten die Be- und Entladungszonen auf dem Gelsenkirchener Betriebsgelände deutlich verbessert sowie ein reibungslos abzuwickelnder Kreisverkehr für schwere Fahrzeuge realisiert werden. Zudem sind heute alle Außenläger an einem Standort zentralisiert. Für die gesamte Standorterweiterung investiert die Masterflex Group rund 7,6 Mio. Euro in neue Gebäude und Maschinen, darunter auch moderne, Industrie 4.0-fähige Anlagen.

Im Juni 2016 fällte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in dem Rechtsstreit Clean Air Mobility GmbH gegen die Masterflex Entwicklungs GmbH sein Urteil. Nach einem erstinstanzlich noch abgelehnten Schadenersatz wurde die Masterflex SE von der Berufungsinstanz auf die Rückzahlung des Kaufpreises plus Zinsen, insgesamt dann rund 1,1 Mio. Euro, verurteilt. Da die bilanzielle Vorsorge von 0,5 Mio. Euro nicht ausreichte und aufwandserhöhend weitere Rückstellungen über 0,6 Mio. Euro zu bilden waren, wurde der Kapitalmarkt per Adhoc-Mitteilung am 16. Juni 2016 über dieses Urteil und seine Auswirkungen auf die Ertragslage der Masterflex Group informiert. Gegen das Urteil hat die Gesellschaft Rechtsmittel (Nichtzulassungsbeschwerde gegen die vom OLG nicht zugelassene Revision) eingelegt, über die bislang nicht entschieden ist.

Im gleichen Monat konnte die Masterflex SE mit vier Kreditinstituten einen neuen Konsortialkredit von bis zu 45 Mio. Euro abschließen. Damit konnte die Konzernfinanzierung zu attraktiven Konditionen für weitere fünf Jahre fixiert werden. Dieser Konsortialkredit besteht aus vier Tranchen – darunter auch eine nur für diesen Zweck einsetzbare Akquisitionslinie – und hat eine Laufzeit bis Juni 2021. Diese Vereinbarung ersetzt den vorigen, bis 2018 laufenden Konsortialkredit. Analog der vorher bestehenden Regelung sind wiederum Klauseln (Covenants) für die Eigenmittelquote, die Zinsdeckung und den Verschuldungsgrad Teil der Vereinbarung; Details hierzu finden sich im Risikobericht (Abschnitt D IV).

Zudem wurde die Masterflex Group im Juni 2016 als einer der TOP 100-innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands ausgezeichnet. Zuvor hatte der Schlauchkonzern einen anspruchsvollen wissenschaftlichen Auswahlprozess durchlaufen müssen. Dabei waren insbesondere das Innovationsmanagement und der Innovationserfolg untersucht worden. Seit 1992 wird dieser Preis unter wissenschaftlicher Leitung des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien öffentlich verliehen. Weitere Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Verband BVMW.

Im Dezember 2016 vereinbarte die Masterflex SE, alle Anteile an der APT Advanced Polymer Tubing GmbH aus Neuss zu erwerben. Der Erwerb der Anteile zu einem Kaufpreis im oberen einstelligen Mio.-Euro-Bereich erfolgte dann Anfang Januar 2017. Für diese Akquisition sprach vor allem das hervorragende Know-how von APT im Bereich von Hightech-Kunststoffen wie FEP, PFA, PTFE und anderen, voll- und teilfluorierten Polymeren. Solche Schläuche gab es bislang im Produktportfolio der Masterflex Group nicht. Zudem eröffnet die Akquisition den Zugang zu weiteren Marktpotenzialen in Deutschland und Europa. Die Verkäufer der Anteile, die bisherigen Geschäftsführer, werden APT weiterhin führen und somit Know-how und Branchen-Verankerung von APT gewährleisten. Die Finanzierung dieser Übernahme erfolgte durch Fremdkapital.

IV Lage

1. Ertragslage des Konzerns

2016 2015 Abweichung
in T€ in % in T€ in % in T€ in %
Umsatzerlöse 66.486 99,2 64.112 97,4 2.374 3,7
Bestandsveränderungen -174 -0,3 1.461 2,2 -1.635 -111,9
Aktivierte Eigenleistungen 763 1,1 236 0,4 527 223,3
Gesamtleistung 67.075 100,0 65.809 100,0 1.266 1,9
Übrige Betriebserträge 1.041 1,6 1.558 2,4 -517 -33,2
Betriebsleistung 68.116 101,6 67.367 102,4 749 1,1
Materialaufwand -20.804 -31,0 -20.827 -31,6 23 -0,1
Personalaufwand -26.496 -39,5 -25.958 -39,4 -538 2,1
Abschreibungen -2.714 -4,0 -2.802 -4,3 88 -3,1
Übriger Betriebsaufwand -11.740 -17,2 -12.614 -19,2 874 -6,9
Sonstige Steuern -265 -0,4 -296 -0,4 31 -10,5
Betriebsaufwand -62.019 -92,1 -62.497 -94,9 478 -0,8
Operatives Betriebsergebnis = operatives Ebit 6.097 9,1 4.870 7,4 1.227 25,2
Finanzergebnis -1.323 -998 -325
Nicht operative Effekte -200 0 -200
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.574 3.872 702
Ertragsteuern -1.156 -1.620 464
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführter Tätigkeit 3.418 2.252 1.166
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebener Tätigkeit -555 -374 -181
Konzern-Jahresergebnis 2.863 1.878 985
davon Ergebnisanteile nicht beherrschende Gesellschafter -65 -70 5
davon Ergebnisanteile der Masterflex SE 2.928 1.948 980

*Aufgrund des Ausweises von nicht operativen Effekten in Höhe von 200 TEuro erfolgte eine Anpassung bei den Umsatzerlösen von 111 TEuro sowie dem übrigen Betriebsaufwand von 89 TEuro.

1.1 Umsatzentwicklung

Im Jahr 2016 hat die Masterflex Group mit der Produktion und dem Vertrieb von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen 66,5 Mio. Euro umgesetzt; dies ist ein Wachstum von 3,7 Prozent.

Bis auf die Standorte in Frankreich und in Großbritannien trugen alle Konzerngesellschaften zu diesem Wachstum bei. Besonders stark war das Wachstum bei der Masterflex SE, der Novoplast Schlauchtechnik und in Amerika. Prozentual ist das Geschäft am stärksten in Skandinavien gewachsen, wo wir mit einem Zuwachs von rund 60 Prozent einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht haben. Auch mit unseren asiatischen Gesellschaften wuchsen wir gesamtheitlich um rund 20 Prozent.

1.2 Ergebnisentwicklung

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit vor aufgegebenen Geschäftsbereichen und nicht operativen Erträgen und Aufwendungen) belief sich auf 6,1 Mio. Euro nach 4,9 Mio. Euro im Jahr 2015. Dies entspricht einer auf die Gesamtleistung bezogenen Ebit-Marge von 9,1 Prozent (Vorjahr 7,4 Prozent). Die Entwicklungen der einzelnen Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden im Folgenden kurz erläutert.

Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat sich im Jahr 2016 aufgrund der Zusammenlegung von Lagerkapazitäten um 0,2 Mio. Euro verringert. Die aktivierten Eigenleistungen sind aufgrund der Forcierung von Entwicklungsaktivitäten von 0,2 Mio. Euro auf 0,8 Mio. Euro gestiegen. Die Sonstigen Erträge gingen gegenüber dem Vorjahr um 33,2 Prozent auf 1,0 Mio. Euro zurück. Der stärkere Rückgang liegt insbesondere an Sondereffekten im Vorjahr, vor allem dem Verkauf der russischen Beteiligung.

Die Materialkosten betrugen annähernd stabil 20,8 Mio. Euro (Vorjahr 20,8 Mio. Euro). Daraus leitet sich eine Materialeinsatzquote (Materialkosten im Verhältnis zur Gesamtleistung) von 31,0 Prozent ab. Dieser erneute Rückgang gegenüber Vorjahr (31,6 Prozent) ist vor allem auf eine günstigere Rohstoffbeschaffung, die Verkürzung von Rüstvorgängen und einer niedrigeren Ausschussquote zurückzuführen.

Der Aufwand für Personal beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 26,5 Mio. Euro und liegt damit in erster Linie aufgrund von jährlichen Lohn- und Gehaltsanpassungen um 2,1 Prozent über dem Aufwand des Vorjahres (26,0 Mio. Euro). Der leichte Anstieg der Personalkostenquote (Personalkosten im Verhältnis zur Gesamtleistung) auf 39,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (39,4 Prozent) ist in erster Linie auf Lohnsteigerungen zurückzuführen. Im Jahr 2016 waren durchschnittlich 601 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Masterflex Group beschäftigt (Vorjahr 609).

Der übrige Betriebsaufwand beträgt 11,7 Mio. Euro, 6,9 Prozent unter dem des Vorjahres (12,6 Mio. Euro). Trotz erhöhter Raumkosten am Standort Gelsenkirchen aufgrund der vorübergehenden Anmietung von Kapazitäten konnten Einsparungen im Marketing, bei Reise- und Beratungskosten erzielt werden.

Die Abschreibungen sind mit einem Betrag von 2,7 Mio. Euro aufgrund des planmäßigen Auslaufs von Abschreibungen von wesentlichen technischen Anlagen leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahresaufwand von 2,8 Mio. Euro. Der Erweiterungsbau wurde zum Ende des Jahres fertig gestellt.

Das operative Konzernergebnis (Ebit) ist von 4,9 Mio. Euro um 25,2 Prozent auf 6,1 Mio. Euro gestiegen. In dieser wieder deutlich erhöhten Profitabilität spiegeln sich insbesondere eine verbesserte Geschäftsentwicklung, ausgebaute aktivierte Eigenleistungen, Kosteneinsparungen sowie die Ausgrenzung von einmaligen Sondereffekten wider.

Nach Berücksichtigung einmaliger Sonderbelastungen von 0,2 Mio. Euro aus Gewährleistungen über 0,1 Mio. Euro, die sich auf Vorjahre beziehen, sowie juristischem Beratungsaufwand von 0,1 Mio. Euro im Zusammenhang mit Reorganisationsmaßnahmen beläuft sich das bereinigte Ebit auf einen Betrag von 5,9 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis ist um 32,6 Prozent von minus 1,0 Mio. Euro (Vorjahr) auf minus 1,3 Mio. Euro gesunken. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die Nebenkosten für den alten Konsortialkredit sowie auf die insgesamt zugenommenen Finanzverbindlichkeiten für das Investment des Erweiterungsbaus zurückzuführen.

Der Aufwand für Ertragsteuern von 1,2 Mio. Euro ist gegenüber dem Vorjahr um fast 0,5 Mio. Euro gesunken. In diesem Posten sind laufende Ertragsteuern von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr 0,8 Mio. Euro) sowie Aufwand aufgrund von Verbrauch latenter Steuern von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,8 Mio. Euro) enthalten.

Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen beträgt 3,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr (2,3 Mio. Euro) ist dies eine Steigerung von 51,8 Prozent. Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen beläuft sich auf minus 0,6 Mio. Euro nach minus 0,4 Mio. Euro im Vorjahr. Dies ist ausschließlich auf die Erhöhung der Rückstellung aus aufgegebenen Geschäftsbereichen aufgrund des Gerichtsurteils des OLG Düsseldorf zurückzuführen.

Das Konzernergebnis beläuft sich auf 2,9 Mio. Euro nach einem Vorjahreswert von 1,9 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile an zwei Konzerngesellschaften entfallen auf die Masterflex SE 2,9 Mio. Euro (Vorjahreswert: 1,9 Mio. Euro). In den nicht beherrschenden Anteilen sind die Eigentumsverhältnisse bei der Tochtergesellschaft in Frankreich (Masterflex SE: 80 Prozent) und bei der Masterflex Asia Holding GmbH (Masterflex SE: 80 Prozent) erfasst.

Das Ergebnis pro Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen ist von 0,26 Euro auf 0,40 Euro angestiegen. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses pro Aktie aus aufgegebenem Geschäft (minus 0,06 Euro) beläuft sich das gesamte Ergebnis je Aktie im Jahr 2016 somit auf 0,34 Euro.

1.3 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

Für das Geschäftsjahr 2016 hatten wir eine Umsatzsteigerung prognostiziert, die oberhalb des – damals mit 2,9 Prozent erwarteten – Weltwirtschaftswachstums liegen sollte. Tatsächlich ist das Wachstum der Weltwirtschaft mit 2,8 Prozent leicht niedriger ausgefallen. Dennoch konnten – bis auf Großbritannien und Frankreich – alle Konzerngesellschaften eine Ausdehnung der Geschäfte erreichen; somit stieg unser Umsatz um 3,7 Prozent an. Damit haben wir unser selbstgestecktes Umsatzziel übertroffen.

Ergebnisseitig hatten wir für das Geschäftsjahr 2016 eine deutliche Steigerung unseres operativen Ergebnisses (Ebit) gegenüber dem Vorjahr (4,9 Mio. Euro) erwartet. Tatsächlich ist das operative Ergebnis vor Sondereffekten um 25,2 Prozent auf 6,1 Mio. Euro angestiegen. Damit haben wir auch unsere Ergebnis-Prognose voll erreicht.

Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Wirtschaftsbericht

30

2. Vermögenslage

2.1 Vermögensstruktur

31.12.2016 31.12.2015 Abweichung
Aktiva in T€ % in T€ % in T€ in %
Immaterielle Vermögenswerte 4.499 7,4 3.967 7,3 532 13,4
Sachanlagen 29.033 48,1 23.435 43,0 5.598 23,9
Finanzanlagen 91 0,2 266 0,5 -175 -65,8
Sonstige Vermögenswerte 74 0,1 0 0,0 74
Latente Steuern 1.463 2,4 1.840 3,4 -377 -20,5
Langfristig gebundenes Vermögen 35.160 58,2 29.508 54,2 5.652 19,2
Vorräte 13.562 22,4 13.558 24,9 4 0,0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 7.696 12,8 7.421 13,6 275 3,7
Kurzfristig gebundenes Vermögen 21.258 35,2 20.979 38,5 279 1,3
Liquide MIttel 3.994 6,6 3.997 7,3 -3 -0,1
60.412 100,0 54.484 100,0 5.928 10,9

Die Summe aller Aktiva ist zum Bilanzstichtag von 54,5 Mio. Euro um 10,9 Prozent auf 60,4 Mio. Euro gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf den zum Jahresende fertig gestellten Erweiterungsbau in Gelsenkirchen zurückzuführen.

Dabei stiegen die langfristigen Aktiva von 29,5 Mio. Euro um 5,7 Mio. Euro auf 35,2 Mio. Euro zum Jahresultimo 2016 an. Neben dem Standortausbau in Gelsenkirchen (Gebäude, Technische Anlagen, Lager) ist dies auch auf die im Wesentlichen durch Entwicklungsleistungen erhöhten Immateriellen Vermögenswerte zurückzuführen. Hingegen sanken die aktiven latenten Steuern um gerundet 0,4 Mio. Euro aufgrund des Verbrauchs von steuerlichen Verlustvorträgen auf 1,5 Mio. Euro (Vorjahr 1,8 Mio. Euro).

Nur leicht gestiegen sind hingegen die kurzfristig gebundenen Aktiva um 1,3 Prozent oder 0,3 Mio. Euro auf 21,3 Mio. Euro. Dazu beigetragen haben in erster Linie die Erstattungsansprüche aus Ertragsteuer von 0,4 Mio. Euro aufgrund von Vorauszahlungen. Hingegen hat sich die Erhöhung des Bestands an fertigen Erzeugnissen auf 6,3 Mio. Euro (Vorjahr 6,1 Mio. Euro) mit dem Rückgang der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe über 6,4 Mio. Euro (Vorjahr 6,5 Mio. Euro) und unfertiger Erzeugnisse und Leistungen von jetzt 0,9 Mio. Euro (Vorjahr 1,0 Mio. Euro) nahezu kompensiert. Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sind in Summe mit 7,7 Mio. Euro etwas gestiegen: Hier standen stichtagsbezogenen niedrigeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 6,2 Mio. Euro (Vorjahr 6,5 Mio. Euro) gestiegene Sonstige Vermögenswerte von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr 0,8 Mio. Euro) gegenüber. Ebenfalls nahezu unverändert blieben die Barmittel mit 4,0 Mio. Euro (Vorjahr 4,0 Mio. Euro).

Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Wirtschaftsbericht

31

2.2 Kapitalstruktur

31.12.2016 31.12.2015 Abweichung
Passiva in T€ % in T€ % in T€ in %
Konzerneigenkapital 29.033 48,0 26.059 47,8 2.974 11,4
Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile -332 -0,5 -47 -0,1 -285 606,4
Eigenkapital 28.701 47,5 26.012 47,7 2.689 10,3
Rückstellungen 197 0,3 158 0,3 39 24,7
Finanzverbindlichkeiten 20.694 34,3 11.153 20,5 9.541 85,5
Sonstige Verbindlichkeiten 977 1,6 1.119 2,1 -142 -12,7
Latente Steuern 849 1,4 672 1,2 177 26,3
Langfristige Schulden 22.717 37,6 13.102 24,1 9.615 73,4
Rückstellungen 2.135 3,6 2.160 4,0 -25 -1,2
Finanzverbindlichkeiten 2.432 4,0 8.958 16,4 -6.526 -72,9
Sonstige Verbindlichkeiten 4.427 7,3 4.252 7,8 175 4,1
Kurzfristige Schulden 8.994 14,9 15.370 28,2 -6.376 -41,5
60.412 100,0 54.484 100,0 5.928 10,9

Das Eigenkapital der Masterflex Group stieg von 26,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 28,7 Mio. Euro zum 31. Dezember 2016. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) von 47,5 Prozent gegenüber einer Quote von 47,7 Prozent im Vorjahr. Der absolute Anstieg der eigenen Mittel beruht im Wesentlichen auf dem Konzernergebnis von 2,9 Mio. Euro; daneben waren Währungsdifferenzen sowie Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zu verarbeiten. Der marginale Rückgang der Eigenkapitalquote beruht in erster Linie auf der Bilanzverlängerung aufgrund des höheren Sachanlagevermögens und der damit ebenfalls angestiegenen Finanzverbindlichkeiten.

Die langfristigen Schulden der Masterflex Group stiegen von 13,1 Mio. Euro um 73,4 Prozent auf 22,7 Mio. Euro. Wesentlich hierfür ist die Neuordnung des Konsortialkredits, die einherging mit einer Umwidmung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in langfristige Darlehen und der Aufnahme weiterer Tilgungsdarlehen zur vollständigen Finanzierung des Erweiterungsbaus. Daher stiegen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 9,5 Mio. Euro auf 20,7 Mio. Euro, während die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 9,0 Mio. Euro um 6,5 Mio. Euro auf 2,4 Mio. Euro zurückgingen. Zudem sind die Ertragsteuerverbindlichkeiten aufgrund rückläufiger Steueraufwendungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten gesunken. Gegenläufig hierzu haben sich insbesondere die Lieferantenverbindlichkeiten mit einem stichtagsbezogenen Stand von 2,2 Mio. Euro (Vorjahr 1,5 Mio. Euro) entwickelt. Der Aufbau dieser Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen bei der Masterflex SE entstanden. Es handelt sich um einen Stichtagseffekt und nicht um eine Veränderung in der Zahlungsweise.

Die Verbindlichkeiten aus aufgegebenem Geschäft sind von 0,5 Mio. Euro auf 1,0 Mio. Euro zum Jahresende 2016 gestiegen. Dies ist ausschließlich auf die Erhöhung der Rückstellungen aufgrund des Urteils des OLG Düsseldorf zurückzuführen, mit dem Masterflex im Wesentlichen auf die Rückzahlung des Kaufpreises für die Jahr 2011 verkauften Tochtergesellschaften CAB und VeloDrive verurteilt wurde, und bei dem die bilanzielle Vorsorge von 0,5 Mio. Euro nicht ausreichte.

3. Finanzlage

3.1 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die kurz- bis mittelfristigen Ziele des Finanzmanagements konnten im Jahr 2016 erreicht werden. Dies waren insbesondere:

  • Neustrukturierung der Konsortialfinanzierung unter Berücksichtigung der Standorterweiterung,
  • die langfristige Sicherung des Zinsniveaus und
  • eine weitere Stärkung unseres Eigenkapitals.

Im Juni 2016 haben wir mit vier Kreditinstituten einen neuen Konsortialkredit von bis zu 45 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Juni 2021 abgeschlossen. Damit konnte die Konzernfinanzierung zu attraktiven Konditionen für weitere fünf Jahre fixiert werden. Diese Vereinbarung ersetzt den vorigen, bis 2018 laufenden Konsortialkredit. Auch hier sind wieder Klauseln für die Eigenmittelquote, die Zinsdeckung und den Verschuldungsgrad (Covenants) Teil der Vereinbarung.

Mit dieser Konsortialfinanzierung und einer trotz Bilanzverlängerung nahezu konstant gebliebenen Eigenkapitalquote haben wir unsere Ziele im Finanzmanagement erreicht.

3.2 Finanzierungsanalyse

Zum 31. Dezember 2016 betrugen die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 23,1 Mio. Euro und lagen damit um 3,0 Mio. Euro über dem Jahresendwert 2015.

Die liquiden Mittel der Masterflex Group beliefen sich Ende 2016 auf 4,0 Mio. Euro (Vorjahr 4,0 Mio. Euro). Damit lag die Nettoverschuldung Ende 2016 bei 19,1 Mio. Euro (Vorjahr 16,1 Mio. Euro). Somit betrug das Verhältnis Nettoverschuldung zum EbitDA zum Jahresende 2,2. Diese Kennzahl stellt ein Maß für den Verschuldungsgrad des Konzerns dar und ist ein Indikator dafür, wie schnell die Verschuldung zurückgeführt werden kann. Die drei Covenant-Regelungen aus dem Konsortialkredit wurden vollständig eingehalten (siehe Abschnitt D. IV.10).

Die Struktur der finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 23,1 Mio. Euro setzt sich aus den lang- und kurzfristigen Tranchen aus dem Konsortialkreditvertrag zusammen (Vorjahr 20,1 Mio. Euro); sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gab es Ende 2016 nicht (Vorjahr 0,1 Mio. Euro aus Leasing).

Die bereitgestellten Fremdmittel sind im Wesentlichen besichert.

Wesentliche außerbilanzielle Finanzierungen bestehen – außerhalb geschäftsüblicher Aktivitäten wie etwa Fahrzeugleasing – nicht.

3.3 Liquiditätslage

Der Kassen- und Bankbestand blieb stichtagsbezogen konstant bei 4,0 Mio. Euro zum Jahresende.

Darin spiegeln sich im Wesentlichen folgende Vorgänge wider:

  • das positive Ergebnis vor Abschreibungen (EbitDA, + 8,8 Mio. Euro)
  • Investitionen in das Sachanlagevermögen sowie immaterielle Vermögensgegenstände (-8,8 Mio. Euro)
  • Auszahlungen von Bankdarlehen saldiert + 3,0 Mio. Euro
  • Zinsausgaben (-1,4 Mio. Euro)
  • Ausgaben für Ertragsteuern (-1,2 Mio. Euro)
  • Sonstiges (- 0,5 Mio. Euro).

Die Kapitalflussrechnung, die die Überführung des Kassen- und Bankbestands im abgelaufenen Geschäftsjahr darstellt, findet sich in Abschnitt 3 (Konzern-Abschluss, Konzern-Kapitalflussrechnung).

Die Zahlungsfähigkeit des Masterflex-Konzerns war im Jahr 2016 zu jeder Zeit gegeben. Zudem stand der Masterflex SE zum Jahresultimo 2016 ein freier, nicht ausgenutzter Kreditrahmen – unter Einhaltung von definierten Covenants – aus dem Konsortialkreditvertrag in Höhe von 19,6 Mio. Euro zur Verfügung, davon 3,5 Mio. Euro kurzfristige Kontokorrentlinien und 16,1 Mio. Euro aus der Akquisitionslinie.

V Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt betrachtet das Konzern-Management die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Masterflex Group zum Bilanzstichtag vor dem Hintergrund

  • des Wachstums vor allem auf den internationalen Märkten,
  • einer mittelfristig gesicherten Konzernfinanzierung,
  • der Stabilität des Konzern-Eigenkapitals sowie
  • einer Relation von Nettoverschuldung zu EbitDA von 2,2

als zufriedenstellend und als solide Basis für die weitere Entwicklung der Masterflex Group.

In den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017 hat sich der Umsatz der Masterflex Group weiter positiv entwickelt. Die gemäß Prognose angestrebten Wachstumsziele werden bislang erreicht. Auch das operative Ergebnis (Ebit) liegt im Zielkorridor. Die Integration der APT verläuft planmäßig positiv.

VI Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Masterflex SE

Ergänzend zur Berichterstattung über die Masterflex Group, erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Masterflex SE.

Die Masterflex SE ist das Mutterunternehmen der Masterflex Group und hat ihren Sitz in Gelsenkirchen, Deutschland. Ihre Geschäftstätigkeit umfasst im Wesentlichen die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen aus Hochleistungskunststoffen in Deutschland sowie die Steuerung der weltweiten Aktivitäten des Konzerns, der Masterflex Group. Die Masterflex SE produziert ihre Schläuche und Verbindungssysteme am Sitz Gelsenkirchen sowie über den Konzern in in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Der Vertrieb erfolgt über das Vertriebssystem der Masterflex SE, über inund ausländische Tochtergesellschaften sowie über ausgesuchte Vertragspartner der Masterflex Group.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Masterflex SE wird im Wesentlichen von ihrem Produktions- und Vertriebserfolg sowie von ihren operativ tätigen Tochtergesellschaften und der Entwicklung der Kundenbranchen geprägt. Das Beteiligungsergebnis aus Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Beteiligungen ist neben dem Umsatzerfolg der Masterflex SE von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Lage der Masterflex SE. Demnach gelten insbesondere die Aussagen im Abschnitt D Chancen- und Risikobericht im Wesentlichen auch für die Masterflex SE.

Der Jahresabschluss der Masterflex SE wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Umsatz und Ertrag der Masterflex SE

Gewinn- und Verlustrechnung der Masterflex SE nach HGB (Kurzform)

2016 2015 Abweichung
in T€ in % in T€ in % in T€ in %
Umsatzerlöse* 19.011 97,2 18.667 96,5 344 1,8
Bestandsveränderungen 20 0,1 592 3,1 -572 -96,6
Andere aktivierte Eigenleistungen 522 2,7 92 0,4 430 > 100
Gesamtleistung 19.553 100,0 19.351 100,0 202 1,0
Übrige Betriebserträge 113 0,5 861 4,2 -748 -86,9
Betriebsleistung 19.666 100,5 20.212 104,2 -546 -2,7
Materialaufwand -6.820 -34,9 -6.980 -36,1 160 -2,3
Personalaufwand -8.371 -42,8 -8.013 -41,4 -358 4,5
Abschreibungen -492 -2,5 -504 -2,6 12 -2,4
Übriger Betriebsaufwand -3.855 -19,7 -4.087 -21,1 232 -5,7
Sonstige Steuern -43 -0,2 -65 -0,3 22 -33,8
Betriebsaufwand -19.581 -100,1 -19.649 -101,5 68 -0,3
Betriebsergebnis 85 0,4 563 2,7 -478 84,9
Finanzergebnis 2.169 2.599 -430
Nicht operative Effekte -200 0 -200
Neutrales Ergebnis 14 110 -96
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.068 3.272 -1.204
Ertragsteuern -508 -957 449
Jahresergebnis 1.560 2.315 -755

*Aufgrund des Ausweises von nicht operativen Effekten in Höhe von 200 TEuro erfolgte eine Anpassung bei den Umsatzerlösen von 111 TEuro sowie dem übrigen Betriebsaufwand von 89 TEuro.

Die Ertragslage der Masterflex SE wird wesentlich durch das Geschäft mit Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen des Standortes Gelsenkirchen sowie die Ausschüttung und Ergebnisabführung der operativ tätigen Tochtergesellschaften bestimmt, die dieses Geschäft an den weiteren nationalen und internationalen Standorten betreiben.

Der Umsatz der Masterflex SE lag mit 19.011 TEuro um 1,8 Prozent etwas über dem Vorjahresumsatz (18.667 TEuro). Zwar ist der Umsatz gegenüber Drittkunden um rund 4 Prozent gestiegen, jedoch ging der Umsatz mit Tochterunternehmen zum Vorjahr deutlich zurück. Dies ist im Wesentlichen auf die schwache Dynamik in England und Frankreich zurückzuführen.

Gegenüber Vorjahr wurden die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in deutlich geringerem Umfang aufgebaut. Damit war die Bestandsveränderung um 572 TEuro geringer als im Vorjahr. Hingegen stiegen die aktivierten Eigenleistungen stärker von 92 TEuro auf jetzt 522 TEuro an; hier spiegeln sich im Besonderen unsere verstärkten Entwicklungsaktivitäten wider. Die Gesamtleistung belief sich somit auf 19.553 TEuro, 1,0 Prozent über der des Vorjahres.

Die übrigen Betriebserträge sind gegenüber dem Vorjahr um 86,9 Prozent auf nunmehr 113 TEuro gesunken. Diese Veränderung ist in erster Linie auf den Sondereffekt des Verkaufs des russischen Joint Venture im Vorjahr von 633 TEuro zu erklären. Daher ergibt sich somit eine um 2,7 Prozent leicht reduzierte Betriebsleistung von 19.666 TEuro (Vorjahr 20.212 TEuro).

Bei den Betriebsaufwendungen war der Materialaufwand rückläufig; er lag mit 6.820 TEuro um 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres (6.980 TEuro). Dies entspricht einer verbesserten Materialeinsatzquote von 34,9 Prozent (Vorjahr 36,1 Prozent), was insbesondere auf günstigere Rohstoffbeschaffung, die Verkürzung von Rüstvorgängen und eine niedrigere Ausschussquote zurückführen ist. Der Aufwand für Personal stieg um 4,5 Prozent auf 8.371 TEuro; daraus leitet sich eine Personaleinsatzquote von 42,8 Prozent (Vorjahr 41,4 Prozent) ab. Die Zunahme ist auf normale Lohnsteigerungen und auf eine leicht erhöhte Zahl von Mitarbeitern in Produktion und Logistik zurückzuführen. Deutlicher gesunken ist der übrige Betriebsaufwand: Gegenüber dem Vorjahr (4.087 TEuro) sank er um 5,7 Prozent auf 3.855 TEuro. Hierin spiegeln sich unsere Bemühungen zur Sachkostenreduktion insbesondere in der Zentrale wider; zudem wurden Abgrenzungen von einmaligen, nicht operativen Sondereffekten vorgenommen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sanken leicht um 2,4 Prozent auf 492 TEuro (Vorjahr 504 TEuro).

Aufgrund der unterproportionalen Umsatzsteigerung sowie dem Sondereffekt des Vorjahres, dem Verkauf des russischen Joint Venture, reichen die Einsparungen bei Material- und sonstigen Kosten sowie Abschreibungen gegenüber dem erhöhten Personalaufwand nicht aus, so dass das Betriebsergebnis auf einen Betrag von 85 TEuro (Vorjahr 563 TEuro) zurückging.

Das Finanzergebnis, bestehend im Wesentlichen aus Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen über 3.185 TEuro (Vorjahr 2.363 TEuro), Zinsaufwendungen von 1.449 TEuro (Vorjahr 1.064 TEuro), Erträgen aus Beteiligungen über 212 TEuro (Vorjahr 490 TEuro) sowie Erträgen aus Finanzanlagen über 260 TEuro (Vorjahr 721 TEuro) sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen von 40 TEuro (Vorjahr 0 TEuro), war um 430 TEuro oder 16,5 Prozent auf nunmehr 2.169 TEuro rückläufig.

Nicht operative Effekte beliefen sich im Jahr 2016 auf 200 TEuro (Vorjahr 0). Dazu gehört ein mit 111 TEuro vergleichsweise hoher Aufwand aus Gewährleistungen, der die Vorjahre betrifft, sowie Kosten für Rechtsstreitigkeiten über 89 TEuro aufgrund von Reorganisationsmaßnahmen. Das neutrale Ergebnis ging vor allem aufgrund der im Vorjahr höheren Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen um 96 TEuro auf 14 TEuro zurück.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern liegt mit 2.068 TEuro um 1.204 TEuro unter dem des Jahres 2015. Der Aufwand für Ertragsteuern halbierte sich nahezu aufgrund des geringeren Ergebnisses und der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge von 957 TEuro auf nunmehr 508 TEuro. Der Jahresüberschuss der Masterflex SE reduzierte sich um knapp ein Drittel auf nunmehr 1.560 TEuro.

Mit einer Wachstumsrate von 1,8 Prozent ist unsere Prognose für die Masterflex SE, im Jahr 2016 ein im Vergleich mit der Weltwirtschaft (+ 2,9 Prozent) stärker zunehmendes Umsatzwachstum zu erzielen, nicht ganz erreicht worden. Dies ist insbesondere auf das im Vorjahresvergleich rückläufige Geschäft in Großbritannien und in Frankreich zurückzuführen.

Das operative Ergebnis, definiert als Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), lag mit 85 TEuro unter dem Vorjahreswert (563 TEuro); dies entspricht weitestgehend unserer Prognose, dass dieses Ergebnis unter dem des Vorjahrs liegen würde.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der Masterflex SE

Bilanz der Masterflex SE nach HGB (Kurzform)

31.12.2016 31.12.2015 Abweichung
Aktiva in T€ in % in T€ in % in T€ in %
Immaterielle Vermögenswerte 970 1,4 516 0,9 454 88,0
Sachanlagen 12.516 18,2 6.153 9,9 6.363 103,4
Finanzanlagen 42.234 61,3 42.711 68,7 -477 -1,1
Aktive latente Steuern 1.393 2,0 1.805 2,9 -412 -22,8
Langfristig gebundenes Vermögen 57.113 82,9 51.185 82,4 5.928 11,6
Vorräte 3.094 4,5 3.200 5,1 -106 -3,3
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 7.010 10,2 6.113 9,8 897 14,7
Rechnungsabgrenzungsposten 402 0,6 301 0,5 101 33,6
Kurzfristig gebundenes Vermögen 10.506 15,3 9.614 15,4 892 9,3
Liquide Mittel 1.257 1,8 1.389 2,2 -132 -9,5
Gesamtaktiva 68.876 100,0 62.188 100,0 6.688 10,8

Zum 31. Dezember 2016 lag die Bilanzsumme mit einem Wert von 68.876 TEuro um 10,8 Prozent über der des Vorjahres (62.188 TEuro). Dazu beigetragen hat insbesondere das langfristig gebundene Vermögen, das um 11,6 Prozent auf einen Wert von 57.113 TEuro gestiegen ist.

Die Ausweitung des Anlagevermögens spiegelt in erster Linie den Erweiterungsbau in Gelsenkirchen wider. Dadurch haben sich die Sachanlagen, und hier insbesondere die Grundstücke & Gebäude sowie die Technischen Anlagen und Maschinen, auf einen Betrag von 12.516 TEuro mehr als verdoppelt. Daneben gab es Erhöhungen aufgrund verstärkter Entwicklungsaktivitäten bei den Immateriellen Vermögensgegenständen von 516 TEuro auf 970 TEuro. Die Finanzanlagen waren mit einem Wert von 42.234 TEuro leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr (42.711 TEuro) vor allem aufgrund von Tilgungen von Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Ebenfalls rückläufig waren im Rahmen des Verbrauchs von steuerlichen Verlustvorträgen die aktiven latenten Steuern mit einem Wert von nunmehr 1.393 TEuro (Vorjahr 1.805 TEuro).

Auch das kurzfristig gebundene Vermögen hat zur Ausdehnung der Bilanzsumme beigetragen. Es ist um 9,3 Prozent oder 892 TEuro auf nun 10.506 TEuro gewachsen. Der Anstieg ist insbesondere auf die stichtagsbezogen gewachsenen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (7.010 TEuro, Vorjahr 6.113 TEuro) zurückzuführen. Gegenläufig entwickelten sich die Vorräte aufgrund der systematischen Verbesserung unserer Lager- und Bestandshaltung und sanken um 3,3 Prozent auf 3.094 TEuro.

Die liquiden Mittel reduzierten sich plangemäß von 1.389 TEuro auf 1.257 TEuro.

Geschäftsbericht 2016 · Zusammengefasster LAGEBERICHT Wirtschaftsbericht

37

31.12.2016 31.12.2015 Abweichung
Passiva in T€ in % in T€ in % in T€ in %
Gezeichnetes Kapital 8.732 12,7 8.732 14,0 0 0,0
Kapitalrücklage 21.067 30,6 21.067 33,9 0 0,0
Gewinnrücklagen 4.115 6,0 4.115 6,6 0 0,0
Bilanzgewinn 5.676 8,2 4.116 6,6 1.560 37,9
Eigenkapital 39.590 57,5 38.030 61,1 1.560 4,1
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
21.000 30,5 11.250 18,1 9.750 86,7
Langfristiges Fremdkapital 21.000 30,5 11.250 18,1 9.750 86,7
Steuerrückstellungen 72 0,1 272 0,4 -200 -73,5
Sonstige Rückstellungen 2.061 3,0 1.469 2,4 592 40,3
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
2.505 3,6 9.028 14,5 -6.523 -72,3
Lieferantenverbindlichkeiten 1.024 1,5 318 0,5 706 > 100
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
2.519 3,6 1.700 2,8 819 48,2
Sonstige Verbindlichkeiten 105 0,2 121 0,2 -16 -13,2
Kurzfristiges Fremdkapital 8.286 12,0 12.908 20,8 -4.622 -35,8
Gesamtpassiva 68.876 100,0 62.188 100,0 6.688 10,8

Das Eigenkapital wuchs dank des Jahresüberschusses von 1.560 TEuro auf 39.590 TEuro (Vorjahr 38.030 TEuro). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 57,5 Prozent nach 61,1 Prozent zum Jahresende 2015.

Zum 31. Dezember 2016 bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge in Höhe von insgesamt 1.788 TEuro, von denen 1.393 TEuro auf aktive latente Steuern und 395 TEuro auf die Aktivierung von Entwicklungskosten entfallen.

Das langfristige Fremdkapital ist um 9.750 TEuro auf 21.000 TEuro per 31. Dezember 2016 gestiegen. Hier spiegelt sich der neue Konsortialvertrag wider, mit dem die Konzernfinanzierung zu attraktiven Konditionen für weitere fünf Jahre fixiert werden konnte. Teil dieses neuen Vertrags ist ein langfristiges Tilgungsdarlehen von 7 Mio. Euro. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind hingegen um 6.523 TEuro oder 72,3 Prozent auf 2.505 TEuro gesunken. Auch hier kommt der neue Konsortialkredit zum Ausdruck, bei dem bisher kurzfristig gewährte Banklinien überwiegend in zwei langfristige Tilgungsdarlehen umgewandelt wurden.

Die Sonstigen Rückstellungen haben sich um 40,3 Prozent auf 2.061 TEuro erhöht. Dies ist in erster Linie auf die erhöhten Rückstellungen aufgrund des oben beschriebenen OLG-Urteils vom Sommer 2016 zurückzuführen. Darüber hinaus sind hier ausstehende Rechnungen und Mitarbeiter-Prämien erfasst, aber keine Rückstellungen für Altersvorsorge, da die Masterflex SE ihren Mitarbeitern ausschließlich beitragsorientierte betriebliche Altersvorsorge anbietet. Gestiegen sind zudem die Lieferantenverbindlichkeiten auf 1.024 TEuro sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 819 TEuro auf 2.519 TEuro.

Die Struktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten besteht ganz überwiegend aus dem in 2016 neu vereinbarten Konsortialvertrag. Zum Jahresende 2016 lagen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei 23.505 TEuro. Die bereitgestellten Fremdmittel sind im Wesentlichen mit Sicherungsübereignungen von Gebäuden und Lagerbeständen sowie Geschäftsanteilsverpfändungen besichert.

Finanzlage der Masterflex SE

Die liquiden Mittel sind im Berichtsjahr um 9,5 Prozent auf 1.257 TEuro gegenüber einem Bestand von 1.389 TEuro zum Jahresstichtag 2015 gesunken. Es sind derzeit keine liquiden Mittel verpfändet.

in T€ 2016 2015
Jahresüberschuss vor nicht operativen Aufwendungen 1.760 2.315
Nicht operative Aufwendungen -200 0
Abschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens 436 408
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 56 96
Abschreibungen auf Finanzanlagen 40 0
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge -3 -37
Cashflow nach DVFA/SG 2.089 2.782
Zunahme der mittel- und kurzfristigen Rückstellungen 393 264
Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -4.212 -3.484
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 1.509 483
Zinsaufwendungen 1.193 256
Sonstige Beteiligungserträge -218 -493
Ertragsteueraufwand 508 957
Ertragsteuerzahlungen -421 -305
-1.248 -2.322
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 841 460
Auszahlungen für Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände -529 -64
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -6.799 -1.102
Einzahlungen aus dem Abgang von verbundenen Unternehmen 0 -633
Einzahlungen aus dem Abgang Finanzanlagen Verbund 0 788
Einzahlungen aus Rückführungen Finanzanlagen 4.190 2.545
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen -314 -1.028
Erhaltene Zinsen 2 90
Erhaltene Dividenden 584 680
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.866 1.276
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen
und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 28.500 3.500
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -25.250 -3.750
Gezahlte Zinsen -1.357 -1.014
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.893 -1.264
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands -132 472
Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahrs 1.389 917
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahrs 1.257 1.389
Zusammensetzung des Finanzmittelbestands am Ende des Geschäftsjahrs
Zahlungsmittel 1.257 1.389

Positiv auf die liquiden Mittel wirkte sich im Wesentlichen aus:

  • die Auszahlung des neu vereinbarten Konsortialkredits über 28.500 TEuro,
  • Rückzahlungen von Tochtergesellschaften über 4.190 TEuro,
  • Erhaltene Dividenden von 584 TEuro,
  • das Betriebsergebnis von 145 TEuro,
  • Abbau von Vorräten über 106 TEuro.

Negativ auf die liquiden Mittel wirkte sich im Wesentlichen aus:

  • Die Rückzahlung des vormaligen Konsortialkredits über 25.250 TEuro,
  • Investitionen in das Sachanlagevermögen über 6.799 TEuro,
  • Zinszahlungen von 1.357 TEuro,
  • Aufbau von Forderungen über 897 TEuro und
  • Steuern von 421 TEuro.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2016 von 5.676 TEuro auf neue Rechnung vorzutragen.

I-Konnektoren

Aus der modernen Medizintechnik nicht wegzudenken: Transparente Konnektoren für die Herz-Lungen-Maschine aus Polycarbonat in I-Form. Als Standardware im Spritzguss unter Reinraum-Konditionen der Klassen 7 und 8 hergestellt.

VII Nicht-finanzielle INFORMATIONEN

1. Mitarbeiter und gesellschaftliches Engagement

Für die erfolgreiche Umsetzung unserer Unternehmensstrategie sind engagierte, zufriedene Mitarbeiter ein sehr wichtiger Faktor. Die Internationalisierung und die Entwicklung von innovativen Produkten konnten wir dank unserer engagierten Mitarbeiter vorantreiben. Mit einer kontinuierlich ausgebauten Personalgewinnung und -entwicklung wollen wir uns dieses Engagement erhalten und uns zudem die Talente auf dem Arbeitsmarkt für die Herausforderungen der nächsten Jahre sichern.

Auch in 2016 haben wir unsere Personalmarketing-Maßnahmen verstärkt. Dazu haben wir nicht nur die gezielte Ansprache von potentiellen Fach- und Nachwuchskräften auf Karrieremessen und über elektronische Medien und Praktika ausgebaut. Zudem binden wir unsere Auszubildenden nun in diese Personalgewinnungsmaßnahmen ein. Dazu erhalten unsere jungen Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der zuständigen IHK Nord-Westfalen ein Training als "Ausbildungsbotschafter", um über die Ansprache gleichaltriger und gleichgesinnter Jugendlicher möglichst früh Talente für uns zu gewinnen. Zudem wird die Anwerbung von Frauen sowie von Mitarbeitern, die nicht in Deutschland geboren wurden, in allen Unternehmensbereichen angestrebt.

Nach wie vor können wir eine niedrige Fluktuationsrate von durchschnittlich rund 3 Prozent an unseren deutschen Standorten verzeichnen. Dies deutet auf eine große Zufriedenheit unserer Mitarbeiter hin. Die Gründe hierfür sehen wir neben einer fairen und leistungsorientierten Vergütung auch in der Unternehmenskultur in unserer Gruppe, die durch Offenheit, Toleranz und gegenseitigen Respekt geprägt ist. Diese Akzeptanz als Arbeitgeber wollen wir uns erhalten. Daher haben wir auch unsere Personalgewinnung und -entwicklung weiter verstärkt. Es gilt, auf dem Arbeitsmarkt insbesondere die guten Talente für die Herausforderungen der nächsten Jahre zu sichern.

In unserer Personalentwicklung steht die zielgerichtete Mitarbeiterentwicklung im Vordergrund. Jährlich stattfindende Mitarbeitergespräche dienen der Leistungsbeurteilung wie auch der Festlegung der persönlichen Ziele für das kommende Jahr, die dann Bestandteil für die variable Vergütung sind. Zudem werden hier individuelle Entwicklungsziele festgestellt und dazu passende Maßnahmen entwickelt. Dies können externe Weiterbildungsmaßnahmen sein, aber auch ein internes Mentoring. Wir fördern unsere Mitarbeiter finanziell wie auch durch fallweise Freistellung, wenn diese sich berufsbegleitend weiterbilden möchten. So konnten wir inzwischen bereits mehrfach Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzen. Im Rahmen dieser Personalentwicklung fördern wir die gezielte Besetzung von Leitungspositionen durch Frauen, und dies nicht nur in allen kaufmännischen und administrativen Bereichen, sondern auch im Bereich Technik. Nicht zuletzt im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung werden potenzielle Führungskräfte mit internationalem Hintergrund gefördert.

Seit 20 Jahren bilden wir junge Schulabgänger im kaufmännischen und gewerblichen Bereich aus; dazu haben mehr als ein Dutzend unserer Mitarbeiter/innen die Ausbildereignung erworben. Im vergangenen Jahr konnten wir erstmalig zwei weitere Ausbildungsberufe anbieten. Auf diese Weise beugen wir dem mitunter schon spürbaren Fachkräftemangel vor.

Zum Jahresende 2016 beschäftigten wir 20 Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen ihrer dualen Ausbildung an unseren deutschen Standorten. Vier junge Mitarbeiter hatten ihre Ausbildung erfolgreich im Jahr 2016 abgeschlossen; einer der erfolgreichen Absolventen erweitert nun – mit unserer Unterstützung - seine berufliche Qualifizierung noch um eine weitere gewerbliche Ausbildung. Allen anderen wurde von der Masterflex SE die Übernahme angeboten. Zudem haben wir zum wiederholten Mal einem langjährigen Mitarbeiter ohne Berufsabschluss die Teilnahme an einer externen Bildungsmaßnahme durch temporäre Freistellung ermöglicht, so dass dieser in dem kommenden Jahr seine Prüfung von der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen in einem anerkannten Ausbildungsberuf ablegen wird.

Der ständige Kontakt zu Bildungseinrichtungen und Berufs- und allgemeinbildenden Schulen macht uns als attraktiven Arbeitgeber bekannt. Auch im Jahr 2016 konnten wir Schülern und Studenten Praktikumsplätze anbieten. Zudem haben wir an mehreren Tagen Schülerinnen und Schülern im Rahmen von Praxistagen den Einblick in die Berufswelt gewährt.

Wir ermöglichen den bei uns beschäftigten Müttern und Vätern, Familie und Beruf zu vereinbaren, indem wir flexible Arbeitszeitmodelle sowie Teilzeitbeschäftigungen ermöglichen. Die ermöglicht uns, die Erfahrungen und Kompetenzen dieser Mitarbeiter/innen zu erhalten.

Im Bereich der betrieblichen Altersversorgung bietet die Gesellschaft weiterhin jedem Mitarbeiter den Abschluss einer Direktversicherung bzw. die sonst üblichen Vertragsgestaltungen im Rahmen der privaten Alterssicherung an.

Leitende Mitarbeiter und Vertriebsmitarbeiter, die den Unternehmenserfolg in überdurchschnittlichem Maße beeinflussen, werden zur besonderen Motivation (Incentivierung) in Form von Tantiemen am Gewinn beteiligt.

Gerne arbeiten wir an einigen Standorten mit externen Organisationen zusammen, die sich die Inklusion von Menschen mit Handicaps im Arbeitsmarkt als Ziel gesetzt haben. Die größte Bedeutung entfällt hier auf die Kooperation von Matzen & Timm mit den Elbe-Werkstätten in Hamburg. Neun Elbe-Mitarbeiter werden derzeit bei Matzen & Timm in Norderstedt eingesetzt und üben dort leicht qualifizierte Tätigkeiten aus. Das Modell läuft seit sechs Jahren zu beiderseitiger absoluter Zufriedenheit.

2. Umweltschutz

Wir sind uns unserer ökologischen Verantwortung sehr bewusst. Diese ist für uns ebenso maßgeblich wie die hohen Qualitätsansprüche an unsere Produkte und Prozesse. Die Einhaltung und regelmäßige Überwachung der gesetzlichen Umweltschutzauflagen sowie Beratungen zu den Umsetzungsmöglichkeiten werden durch interne Projektverantwortliche und durch externe Beauftragte permanent sichergestellt.

Die Masterflex SE verfolgt als Ökoprofit-Betrieb grundsätzlich das Ziel, durch ökologisch sinnvolle Maßnahmen nachhaltig Ressourcen einzusparen und einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten.

Im Rahmen unseres neuen Erweiterungsbaus konnten wir am Standort Gelsenkirchen einige Projekte realisieren, die nicht nur Umweltbelastungen reduzieren, sondern über sinkende Kosten auch unsere Effizienz verbessern. In zwei neuen Wärmerückgewinnungsanlagen wird die durch Produktionsprozesse aufgeheizte Hallenluft über Wärmetauscher geführt. Anschließend heizen die aufgeladenen Wärmetauscher die zugeführte frische Außenluft so weit auf, so dass in den Produktionshallen ein angenehm temperiertes und gleichwohl gutes Luftklima herrscht. Im Idealfall lassen sich mit diesen Wärmerückgewinnungsanlagen Energieeinsparungen von bis zu 95 Prozent erreichen. Nach Einbau der beiden Anlagen werden wir diese Effekte erstmalig im Jahr 2017 messen können.

Zudem wurden im Jahr 2016 fast alle Produktions- und Lagerhallen auf kostengünstige LED Beleuchtung umgestellt. Die noch nicht umgerüsteten Bestandshallen werden in der nächsten Zeit ebenfalls mit dieser modernen Technik ausgerüstet. Davon versprechen wir uns Einsparungen von bis zu 50 Prozent der Beleuchtungsstromkosten in unserer Zentrale.

Bei der Produktion unserer Schläuche werden hauptsächlich Polymere verarbeitet, die keine toxischen Bestandteile beinhalten. Bei der Produktion unserer profilextrudierten PUR-Schläuche entsteht kaum Abfall. Ausschuss, der beim Anlauf und beim Beenden der Produktion anfällt, wird weitestgehend recycelt: Drähte und Polyurethan werden voneinander getrennt und weiterverkauft.

| Glattschläuche

Ein guter Autositz sollte möglichst in Höhe, Tiefe sowie in der Neigung von Sitzfläche und Lehne verstellbar sein. In hochwertigen Automodellen wird idealerweise die Wirbelsäule in ihrer Form durch eine pneumatische Lordose in der Sitzlehnensteuerung unterstützt. Hierbei werden Glattschläuche von Novoplast Schlauchtechnik eingesetzt.

© Masterflex

Zusammengefasster Lagebericht

C CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
(zugleich Bericht gemäß Ziffer 3.10
Deutscher Corporate Governance Kodex)
42
I Erklärung zur Unternehmensführung
nach § 289 a and § 315 HGB
44
1. Entsprechenserklärung zur Corporate
Governance gemäß § 161 Aktiengesetz
44
2. Relevante Angaben zu
Unternehmensführungspraktiken
44
3. Beschreibung der Arbeitsweise von
Vorstand und Aufsichtsrat
44
4. Verhaltenskodex 44
II Vergütungsbericht 45
1. Vorstandsbezüge 45
2. Aufsichtsratsbezüge 47
III Sonstige Angaben nach § 289
Absatz 4 und § 315 Absatz 4 HGB
48

C Corporate Governance-Bericht

(zugleich Bericht gemäß Ziffer 3.10 Deutscher Corporate Governance Kodex)

I Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 a und § 315 HGB

1. Entsprechenserklärung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz

Für die Masterflex SE hat Corporate Governance einen hohen Stellenwert. Die Unternehmensgrundsätze von der Masterflex beruhen auf einer verantwortungsbewussten und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Wesentliche Aspekte dieser Corporate Governance sind eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die Achtung von Aktionärsinteressen sowie die Offenheit und Transparenz in der Unternehmenskommunikation.

Gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG) sind Vorstand und Aufsichtsrat verpflichtet, jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Diese Entsprechenserklärung ist den Aktionären dauerhaft zugänglich zu machen. Die aktuelle Entsprechenserklärung wurde im Dezember 2016 von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet und steht seither im Internet unter www.MasterflexGroup.com unter Investor Relations/Corporate Governance zur Einsichtnahme zur Verfügung.

Ein zentraler Compliance-Officer unterstützt die Umsetzung des Verhaltenskodex im Konzern und berichtet regelmäßig im Vorstand und an den Aufsichtsrat. Unter seiner Führung wird als Teil guter Corporate Governance auch das konzernweite Compliance Managementsystem ständig weiterentwickelt. Er wird dabei durch dezentral angesiedelte und entsprechend ausgerichtete Compliance-Beauftragte unterstützt, die an allen Standorten der Masterflex Group eingerichtet sind.

2. Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Strukturen der Unternehmensleitung und Überwachung der Masterflex Group sind in der Satzung sowie in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Die Satzung der Gesellschaft ist unter www.MasterflexGroup.com unter Investor Relations/ Hauptversammlung ebenfalls im Internet einzusehen.

3. Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Masterflex SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft, für die gemäß der SE-Verordnung das deutsche Recht der Aktiengesellschaft ergänzend angewandt wird. Das Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungsprinzip aus Vorstand und Aufsichtsrat, die beide eigene Kompetenzen haben.

Die Details der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sind auf der Internetseite der Gesellschaft (www.MasterflexGroup.com unter Investor Relations/Corporate Governance/Corporate Governance-Bericht) dargelegt.

4. Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex der Masterflex Group ist die Basis des Compliance-Management-Systems und gibt einerseits einen Überblick über die für die Masterflex Group relevanten rechtlichen Themenbereiche und andererseits setzt er (Mindest-) Standards für ethisches und gesetzeskonformes Verhalten. Er ist jederzeit in Deutsch und Englisch zum Download verfügbar. Mit diesen Verhaltensgrundsätzen verdeutlichen wir den Anspruch, den wir an das Verhalten unserer Mitarbeiter und Vorstände sowie unserer Geschäftspartner stellen, und machen gleichzeitig die wesentlichen Prinzipien unseres Geschäftsverhaltens bekannt. Wir verstehen diese Verhaltensgrundsätze als Mindestmaßstab für die Zusammenarbeit und das Miteinander mit Kunden, Lieferanten, Wettbewerbern, Aktionären und Behörden.

Mit der Umsetzung dieses Kodexes im geschäftlichen Alltag bekennen wir uns zugleich zum Engagement gegen jede Form von unlauterem Wettbewerb, Korruption und Irreführung.

Den Führungskräften kommt bei der Vermeidung von Rechtsverstößen eine besondere Verantwortung zu. Hierzu bekennen sich alle Führungskräfte der Masterflex Group durch eine schriftliche Erklärung und verpflichten sich, ihre Mitarbeiter über Inhalt und Bedeutung des Verhaltenskodex zu informieren und für Rechtsrisiken zu sensibilisieren. Führungskräfte haben aus eigener Initiative regelmäßig die Beachtung der Verhaltensgrundsätze zu überprüfen und suchen hierzu das Gespräch mit ihren Mitarbeitern.

Führungskräfte und Mitarbeiter werden systematisch über die Grundlagen von Compliance geschult. Ergänzend zu diesen Grundlagenschulungen werden zielgruppenspezifische Trainingsmaßnahmen zu bestimmten Compliance-Themen durchgeführt.

Die Fortentwicklung und konzernweite Etablierung eines effektiven Compliance-Management-Systems sehen wir als wesentlichen Beitrag nicht nur zur Risikovermeidung im Konzern, sondern auch als Ausdruck des Selbstverständnisses der Masterflex SE und ihres Bekenntnisses zu fairem, verantwortungsvollem und rechtmäßigen Handeln an – weltweit.

II Vergütungsbericht

Die Masterflex SE entspricht den Empfehlungen des Corporate Governance-Kodex und veröffentlicht die individualisierte Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Vergütung der Mitglieder von Vorstand enthält fixe und variable Bestandteile; die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten ausschließlich eine fixe Vergütung.

1. Vorstandsbezüge

Die transparente und verständliche Darstellung der Vorstandsvergütung ist für die Gesellschaft seit Jahren ein wesentliches Element guter Corporate Governance. Für die Festlegung der individuellen Vorstandsvergütung ist das Plenum des Aufsichtsrats gemäß gesetzlichen Vorgaben sowie einer – schon lange vor Inkrafttreten des Gesetzes verankerten – Regelung in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zuständig.

Grundsätzlich setzt sich die Vergütung für die Vorstandsmitglieder aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus dem Fixum und Nebenleistungen. Die erfolgsbezogenen, variablen Komponenten setzen sich aus einem sofort wirksamen und einem mit langfristiger Anreizwirkung ausgestalteten Teil zusammen. Die kurzfristige Tantieme, die etwa zwei Drittel der gesamten variablen Vergütung ausmacht, wird nach Feststellung der umgesetzten Erfolgsparameter und deren Erfüllungsgrade durch den Aufsichtsrat ausgezahlt. Der zweite, längerfristig angelegte Teil der Tantieme, der rund ein Drittel der gesamten variablen Vergütung umfasst, verbleibt für weitere zwei Jahre bei der Gesellschaft und wird nur dann ausgezahlt, wenn die Erfolgsparameter über den gesamten Drei-Jahres-Horizont nachhaltig gewährleistet wurden. Werden diese Parameter über diesen Zeitraum hingegen nicht erfüllt, verfällt dieser Anteil entsprechend ganz oder teilweise. Entgegen üblicher Praxis in vergleichbaren Unternehmen erhalten die Mitglieder des Vorstandes bisher keine Pensionszusagen. Eine Überprüfung der Gesamthöhe sowie der Parameter findet regelmäßig alle zwei Jahre statt.

Das geltende Vergütungssystem wurde durch den Aufsichtsrat im Jahr 2010 verabschiedet und durch Beschluss der Hauptversammlung im Jahr 2011 sowie nochmals im vergangenen Geschäftsjahr durch die Hauptversammlung am 14. Juni 2016 entsprechend § 120 Absatz 4 AktG gebilligt.

Kriterien für die Angemessenheit der Vorstandsvergütung sind die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die in der Gesellschaft gilt. Die erfolgsbezogenen Komponenten – die Tantieme – enthalten Bestandteile mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage. Sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize und richten die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung aus. Weitergehende, aktienbasierte Anreizsysteme, wie etwa ein Aktienoptionsprogramm, bestehen bei der Gesellschaft nicht.

Die Gesamtbezüge des Vorstands im Jahr 2016 sowie ihre Aufteilung in fixe und variable Bezüge sind den nachfolgenden, vom Corporate-Governance-Kodex empfohlenen Tabellen zu entnehmen.

Vergütung des Vorstands (Zuwendungsbetrachtung)

Dr. Andreas Bastin
Vorstandsvorsitzender
seit 1. April 2008
Mark Becks
Finanzvorstand
seit 1. Juni 2009
2015 2016 2016 2016 2015 2016 2016 2016
in T€ Ausgangs
wert
Ausgangs
wert
Minimum Maximum Ausgangs
wert
Ausgangs
wert
Minimum Maximum
Festvergütung 337 342 342 342 233 237 237 237
Nebenleistungen 33 31 31 31 39 41 41 41
Summe 370 373 373 373 272 278 278 278
Einjährige
variable Vergütung
Tantieme 112 137 0 158 61 75 0 86
Mehrjährige
variable Vergütung
Tantieme 2016 - 2018 71 0 82 38 0 44
Tantieme 2015 - 2017 58 0 82 31 0 44
Gesamtvergütung 540 581 373 695 364 391 278 452

Vergütung des Vorstands (Zuflussbetrachtung)

Dr. Andreas Bastin
Vorstandsvorsitzender
seit 1. April 2008
Mark Becks
Finanzvorstand
seit 1. Juni 2009
2015
Ausgangs
2016
Ausgangs
2016 2016 2015
Ausgangs
2016
Ausgangs
2016 2016
in T€ wert wert Minimum Maximum wert wert Minimum Maximum
Festvergütung 337 342 342 342 233 237 237 237
Nebenleistungen 33 31 31 31 39 41 41 41
Summe 370 373 373 373 272 278 278 278
Einjährige
variable Vergütung
Tantieme 138 111 0 158 75 60 0 86
Mehrjährige
variable Vergütung
Tantieme 2013 - 2015 29 0 82 16 0 44
Tantieme 2012 - 2014 41 0 82 22 0 44
Gesamtvergütung 549 513 373 695 369 354 278 452

Im Geschäftsjahr 2016 wurden fixe und erfolgsabhängige Vergütungen an den Vorstand gewährt. Die variablen Vergütungsbestandteile beschloss der Aufsichtsrat auf Basis der zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres vereinbarten Tantiemeregelungen mit den Mitgliedern des Vorstands. Im abgelaufenen

Geschäftsjahr wurden nicht alle Ziele gemäß Vertragsvereinbarung erreicht und entsprechend dem Zielerreichungsgrad die variable Vergütung in Ansatz gebracht.

Die Vorstandsmitglieder erhalten ferner Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus Versicherungsprämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, aus einer Todesfallabsicherung sowie der privaten Dienstwagennutzung.

Die Vorstandsverträge sehen für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung vor. Sie ist auf weniger als die maximal zulässigen zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Für den Fall eines Kontrollwechsels und einer daraufhin vorzeitig beendeten Vorstandstätigkeit (sog. Change of Control-Regelung) bestehen Zusagen für Leistungen in entsprechender Weise und Höhe.

2. Aufsichtsratsbezüge

Das zuletzt im Jahr 2015 geänderte Vergütungssystem des Aufsichtsrats trägt den Anforderungen des Corporate Governance-Kodex Rechnung. Satzungsgemäß umfasst die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats seither eine nach Funktionen gestaffelte, fixe Vergütung. Mit dieser Ausgestaltung wird den neueren Empfehlungen des Corporate Governance-Kodex gefolgt.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner Auslagen eine jährliche feste Vergütung, fällig jeweils zum Ende eines Geschäftsjahres. Die feste Vergütung des Vorsitzenden beträgt 30.000 Euro pro Jahr, die des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden 25.000 Euro pro Jahr und die eines einfachen Mitglieds des Aufsichtsrats 20.000 Euro pro Jahr. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehören, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihrer Zugehörigkeit. Daneben werden Sitzungsgelder in Höhe von 500 Euro pro Sitzung an die Aufsichtsräte vergütet.

Auszahlungs
relevante Gesamt
vergütung
15 1 16
(32)
15 1 16
(0)
13 1 14
(25) (2) (27)
13 1 14
(0)
10 1 11
(22)
11
(0)
76
(75)
6
(6)
82
(81)
Fixum
(30)
(0)
(0)
(20)
10
(0)
Sitzungsgeld
(2)
(0)
(0)
(2)
1
(0)

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats sowie ihre Aufteilung im Jahr 2016 sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

III Sonstige Angaben nach §§ 289 Absatz 4 und 315 Absatz 4 HGB

Das Grundkapital der Masterflex SE beträgt 8.865.874 Euro und ist eingeteilt in 8.865.874 auf den Inhaber lautende Stammaktien in Form von nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro je Aktie. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand der Gesellschaft nicht bekannt.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn Prozent der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft in zwei Fällen bekannt:

  • Bei der SVB GmbH & Co. KG/Familie Schmidt handelt es sich um einen langfristigen und anlageorientierten Investor aus Deutschland, der nach letzter Kenntnis der Gesellschaft 19,9 Prozent der Anteile an der Masterflex SE hält. Die letzte Mitteilung gemäß § 27a WpHG vom 22. Dezember 2010 findet sich auf der Internet-Seite der Gesellschaft unter: www.MasterflexGroup.com/investor-relations/nachrichten/stimmrechts-mitteilungen.
  • Bei der Stichting Administratiekantoor Monolith handelt es sich um einen langfristig und ertragsorientierten Investor aus den Niederlanden, der nach letztem Wissen der Gesellschaft 14,4 Prozent der Anteile an der Masterflex hält. Deren letzte Mitteilung gemäß § 27a WpHG vom 12. November 2014 findet sich auf der Internet-Seite der Gesellschaft unter: www.MasterflexGroup.com/investor-relations/nachrichten/stimmrechts-mitteilungen.

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Nach § 76 AktG sowie nach § 7 der Satzung der Masterflex SE besteht der Vorstand aus mindestens einer Person. Gemäß § 84 AktG und § 7 der Satzung ernennt der Aufsichtsrat den Vorstand und bestimmt die Zahl der Mitglieder. Dem Vorstand steht im Fall eines Kontrollwechsels unter bestimmten Voraussetzungen ein Sonderkündigungsrecht verbunden mit einer der Höhe nach begrenzten Abfindungszahlung zu.

Jede Satzungsänderung bedarf eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf gemäß § 179 AktG einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst. Die Satzung kann eine andere Kapitalmehrheit, für eine Änderung des Gegenstands des Unternehmens jedoch nur eine größere Kapitalmehrheit, bestimmen. Gemäß § 18 der Satzung werden Beschlüsse der Hauptversammlung, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit gefasst. Falls das Gesetz außerdem zur Beschlussfassung eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt – soweit gesetzlich zulässig – die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals. Dies gilt auch für Änderungen der Satzung. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 14 Absatz 5 der Satzung befugt, Änderungen der Satzung vorzunehmen, die nur ihre Fassung betreffen.

49

Erwerb eigener Aktien

Die Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates ab dem 15. Juni 2016 bis zum 14. Juni 2021 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert niedriger ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit den anderen eigenen Aktien insgesamt zu keinem Zeitpunkt zehn Prozent des Grundkapitals übersteigen und nicht für Handelszwecke eingesetzt werden. Der Erwerb eigener Aktien erfolgt über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots.

Der Vorstand wurde auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre an Dritte gegen Sachleistung zu veräußern oder/und die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Barzahlung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern. Zudem wird der Vorstand ermächtigt, eigene Stammaktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft im Sinne des § 18 Aktiengesetz gemäß den Options- oder Anleihebedingungen zu liefern. Des weiteren wird der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Er ist im Rahmen der Einziehung ferner ermächtigt, die Einziehung von Stückaktien entweder im Rahmen einer Kapitalherabsetzung oder aber ohne Kapitalherabsetzung vorzunehmen. Ferner wird der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zur Durchführung einer Aktiendividende durch Veräußerung gegen Übertragung von Dividendenansprüchen von Aktionären zu verwenden.

Vorstand und Aufsichtsrat haben von diesen Ermächtigungen im Jahr 2016 keinen Gebrauch gemacht.

Genehmigtes Kapital 2016

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital bis zum 14. Juni 2021 durch Ausgabe von bis zu 4.432.937 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 4.432.937 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Der Vorstand kann das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:

  • für Spitzenbeträge;
  • bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere zur Gewährung von Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie sonstigen Vermögensgegenständen und Abwicklung einer Aktiendividende (scrip dividend);
  • bei Bareinlagen bis zu einem Betrag von zehn Prozent der Ermächtigung und des Grundkapitals unter der Voraussetzung, dass der Ausgabebetrag der Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet, wobei auf die zehn Prozent-Grenze solche Aktien anzurechnen sind, die unter Ausübung der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien erworben wurden und unter Ausschluss des Bezugsrechts wieder ausgegeben oder zur Bedienung von Options- oder Wandlungsrechten eingesetzt worden sind;
  • um Inhabern der von der Gesellschaft zuvor etwa ausgegebenen Options- bzw. Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder nach Erfüllung einer Options- bzw. Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde.

Die Summe der unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien darf 20 Prozent des Grundkapitals im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder – falls dieser Wert geringer sein sollte – des im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung existierenden Grundkapitals nicht übersteigen.

Die Summe der unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bareinlagen ausgegebenen jungen Aktien, deren Ausgabepreis den Börsenpreis der bereits zugelassenen Alt-Aktien nicht wesentlich unterschreitet, darf 10 Prozent des Grundkapitals im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder – falls dieser Wert geringer sein sollte – des im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung existierenden Grundkapitals nicht übersteigen. Auf diese Grenze werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen ebenfalls unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben werden.

Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung des § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals und, falls das Genehmigte Kapital bis zum 14. Juni 2021 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt worden sein sollte, nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben von diesen Ermächtigungen bislang keinen Gebrauch gemacht.

Bedingte Kapitalerhöhung

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 4.432.937 Euro durch Ausgabe von 4.432.937 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Sicherung der Gewährung von Optionsrechten und der Vereinbarung von Optionspflichten nach Maßgabe der Optionsanleihebedingungen an die Inhaber bzw. Gläubiger von Optionsscheinen aus Optionsanleihen bzw. der Sicherung der Erfüllung von Wandlungsrechten und der Erfüllung von Wandlungspflichten nach Maßgabe der Wandelanleihebedingungen an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelanleihen, die jeweils aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. Juni 2014 von der Gesellschaft oder von unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheits-Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23. Juni 2019 begeben werden. Die Aktionäre haben auf von der Gesellschaft begebene Schuldverschreibungen grundsätzlich ein gesetzliches Bezugsrecht. Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen für den Einzelfall auszuschließen. Die neuen Aktien nehmen jeweils vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben von diesen Ermächtigungen im Jahr 2016 keinen Gebrauch gemacht.

In der Luftfahrtindustrie wird der feuerbeständige Faltenbalg in APU-(Auxiliary Power Unit) Systemen eingesetzt. In diesen Systemen, in denen elektrische Energie und Druckluft für die Versorgung der Kabine erzeugt wird, dient der Faltenbalg aus synthetischem Kautschuk zur Kompensation von Bewegungen.

© Masterflex

© Masterflex

Zusammengefasster Lagebericht des Masterflex Konzerns und der masterflex SE

D CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 52
I Chancen- und Risikomanagementsystem für
eine wertorientierte Unternehmensführung
54
II Chancen 54
1. Chancen durch eine positive Marktentwicklung
2. Chancen durch Effizienzsteigerung
3. Chancen durch Internationalisierung
4. Chancen durch Forschung und Entwicklung
5. Chancen durch Personalmanagement
54
54
54
55
55
III Das Risikomanagement-System 55
IV Einzelne Risiken 57
1. Ökonomische, politische und gesellschaftliche
Risiken
57
2. Personelle Risiken
3. IT-Risiken
4. Produktionsrisiken
5. Akquisitionen und Desinvestitionen
6. Beschaffungsmarktrisiken
7. Rechtliche Risiken
8. Risiken durch Effizienzverschlechterung
9. Steuerliche Risiken
10. Finanzielle Risiken
11. Absatzmarktrisiken
12. Technologie- und Qualitätsrisiken
57
57
58
58
59
59
60
60
60
62
62
13. Regulatorische Risiken 62
V Sonstige Einzelrisiken 63
VI Zusammenfassung und Gesamtaussage zur
aktuellen Risikosituation des Konzerns
63
VII Die Organisation des Compliance-Systems 64

D Chancen- und Risikobericht

I Chancen- und Risikomanagementsystem für eine wertorientierte Unternehmensführung

Grundsätzlich ist unternehmerisches Handeln immer mit Chancen und Risiken verbunden. Unter einem Risiko ist eine mögliche künftige Entwicklung oder ein Ereignis zu verstehen, das zu einer für das Unternehmen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen kann. Als Chance definieren wir dem gegenüber eine mögliche künftige Entwicklung oder ein Ereignis, das zu einer für uns positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen kann.

Bei allen Geschäften, die wir eingehen, müssen die Chancen die Risiken klar überwiegen. Bei bestehenden Risiken sind wir bestrebt, diese auf ein akzeptables, tragbares Niveau zu begrenzen. Dazu nutzen wir unter anderem Versicherungen und vertragliche Gestaltungen.

Die Masterflex Group agiert in einem dynamischen Marktumfeld, welches durch viele, in der Regel kleinere Wettbewerber, weit gefächerte Zielbranchen, große Kundenvielfalt, technische Lösungskompetenz, enge Verzahnung mit Kunden und Lieferanten sowie hohe Material- und Verarbeitungskompetenz geprägt ist.

Im Rahmen unseres Chancenmanagements werten wir Marktdaten aus, analysieren unsere Wettbewerber und hinterfragen die Ausrichtung unseres Produktportfolios, die Effizienz unserer Organisation und Ressourceneinsätze sowie die Änderungen der Kundenanforderungen. Hieraus werden Marktchancen abgeleitet, deren Übererfüllung zusätzliche Chancen darstellen. Sowohl im Planungsprozess als auch durch regelmäßige monatliche Rücksprachen mit dem Management werden die Chancen auf Erreichbarkeit, notwendige Investitionen und Risikopotenziale analysiert und verfolgt.

II Chancen

1. Chancen durch eine positive Marktentwicklung

In unseren Planungsannahmen gehen wir von weitgehend stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen (siehe Ausblick im Lagebericht) aus. Sollte sich die Weltwirtschaft jedoch nachhaltiger und dynamischer entwickeln als von uns angenommen, wird dies positive Einflüsse auf unsere Umsätze und unser operatives Ergebnis (Ebit) in den nächsten Jahren haben.

2. Chancen durch Effizienzsteigerung

Wir arbeiten forciert an der Optimierung unserer Abläufe und Prozesse, um die Effizienz unserer weltweiten Organisation zu verbessern. Dazu hat es auch im vergangenen Jahr Personalwechsel gegeben. Bei der Optimierung setzen wir anerkannte Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse ein.

Diese Methoden nutzen das Know-how und die Erfahrungen aller beteiligten Mitarbeiter aus den betroffenen Bereichen, um die Geschäftsabläufe im Sinne der Unternehmensziele ständig zu verbessern. Partiell arbeiten wir hierfür auch mit externen Beratern zusammen. In regelmäßigen Workshops werden Maßnahmen zur Optimierung und Umsetzung erarbeitet, die darauf abzielen, unsere Effektivität zu verbessern, Ineffizienzen zu vermeiden und unsere Effizienz kontinuierlich zu steigern.

3. Chancen durch Internationalisierung

Der Schwerpunkt unseres Umsatzes liegt weiterhin in Deutschland und Europa. Diese Regionen weisen prognostisch Wachstumsraten von 1,5 bis 1,8 Prozent aus. Unsere Internationalisierungsstrategie unterstellt überwiegend höhere Wachstumsraten in den von uns adressierten weltweiten Zielmärkten China sowie Nordamerika.

Sollte es uns gelingen, die Internationalisierungsschritte schneller umzusetzen, insbesondere den Markterfolg des Vertriebs zu beschleunigen und so schneller Umsatz zu generieren, dann wird das Wachstum in diesen Regionen über unserer Prognose liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird darin liegen, alle in Deutschland vertriebenen Produkte weltweit verfügbar zu machen. Hier sehen wir weiterhin großes Wachstumspotenzial in allen Regionen der Welt.

4. Chancen durch Forschung und Entwicklung

Unsere strategische Planung basiert auf den zwei strategischen Eckpfeilern: Innovation und Internationalisierung. Die Fortsetzung unseres Wachstumskurses hängt auch maßgeblich davon ab, fortlaufend innovative Lösungen auf den Markt zu bringen, um Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen.

Wir arbeiten kontinuierlich an unserem Innovationsmanagement. Sollten wir in der Lage sein, deutlich mehr Innovationen als planerisch unterstellt in einer deutlich schnelleren Zeit auf den Markt zu bringen, so wird dies einen positiven Einfluss auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage haben.

5. Chancen durch Personalmanagement

Basis unseres Erfolges sind die Mitarbeiter. Sie sind Quelle der Wertschöpfung, Ideengeber für Innovationen und Partner für unsere Kunden und Lieferanten und somit die Triebfeder für unser Wachstum und die Verbesserung der Profitabilität.

Weiterhin werden wir einen Schwerpunkt auf die Entwicklung unserer Mitarbeiter und damit die Effizienzsteigerung unserer weltweiten Organisation setzen. Sollte uns das schneller gelingen als unterstellt, hat dies insbesondere positive Auswirkungen auf den Umsatz, die Ebit-Marge und den Cashflow.

III Das Risikomanagement-System

Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass unsere Jahres-, Konzern- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung ihrer Adressaten haben. Wir haben deshalb ein rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem (IKS) entwickelt, das darauf abzielt, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Dieses Interne Kontrollsystem erstreckt sich auf die gesamte Masterflex Group und wird permanent weiterentwickelt. Die wichtigen Grundlagen der Rechnungslegung sind in einem Bilanzierungshandbuch für den Konzern dokumentiert, das ebenfalls laufend weiterentwickelt und an neue gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst wird.

Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation unserer Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse. Eine der Kernfunktionen dieser Prozesse ist die Steuerung des Konzerns und seiner operativen Einheiten. Ausgangspunkt sind die vom Konzern-Vorstand entwickelten Zielvorgaben. Aus ihnen und aus den monatlichen Forecast-Planungen zur operativen Entwicklung wird eine rollierende Mittelfristplanung erarbeitet. Mindestens einmal im Jahr wird das IKS umfassend auf seine Wirksamkeit und Effizienz überprüft.

Wir identifizieren Risiken der Finanzberichterstattung auf Ebene der einzelnen Bereiche anhand quantitativer, qualitativer und prozessualer Kriterien. Fundament des IKS sind unsere allgemein verbindlichen Richtlinien und ethischen Werte. In einem jährlichen Regelprozess weisen wir nach, ob die notwendigen Kontrollmaßnahmen tatsächlich stattfanden und korrekt vorgenommen wurden. Dies geschieht durch externe Wirtschaftsprüfer, einen internen Risikoverantwortlichen und durch die für die Durchführung der Kontrollen verantwortlichen Geschäftsführer bzw. Bereichsleiter.

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und seine Wirksamkeit sind regelmäßiger Bestandteil der Aufsichtsratssitzungen.

Auf dieser Basis versteht die Masterflex Group unter Risikomanagement die gezielte Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotenziale, zugleich aber auch die zielgerichtete Bewältigung bekannter Risiken. Unser Risiko-Managementsystem umfasst die Risikoerkennung, -bewertung, -kontrolle und -steuerung. Zudem haben wir die Kommunikationswege für die wesentlichen Chancen und Risiken in den zentralen Abteilungen und den operativen Einheiten eingerichtet. Durch diesen kontrollierten Umgang mit Risiken wird die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns gesichert. Das Risikomanagement der Masterflex Group ist in vorhandene Strukturen eingebettet und damit ein untrennbarer Bestandteil der Unternehmenssteuerung und der Geschäftsprozesse. Die strategische Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen und das Interne Kontrollsystem sind neben dem Risikohandbuch die Kernelemente des Risikomanagementsystems.

Unser Risikomanagement ist standardisiert und konzernweit gültig. Dies stellt sicher, dass alle Risiken systematisch, einheitlich und konzernübergreifend analysiert und bewertet werden. Im Zentrum steht die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, den Risikofeldern zugeordnet und bewertet. Die dadurch geschaffene Risikotransparenz hilft uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen.

Unsere Risikobewertung setzt sich aus den beiden Komponenten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe zusammen.

Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos unterscheiden wir in die Kategorien 'unwahrscheinlich' (Wahrscheinlichkeit kleiner 30 Prozent), 'möglich' (Wahrscheinlichkeit größer oder gleich 30 Prozent und kleiner 60 Prozent) sowie 'wahrscheinlich' (Wahrscheinlichkeit größer bis gleich 60 Prozent).

Bei der Schadenshöhe unterscheiden wir in 'geringe', 'mittlere' oder 'schwerwiegende' Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage und den Cashflow.

In der Kombination beider Komponenten unterscheiden wir in

  • Hohes Risiko >> Handlungsbedarf
  • Mittleres Risiko >> gegebenenfalls Handlungsbedarf
  • Geringes Risiko >> kein akuter Handlungsbedarf.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht diese Zusammenhänge:

Schadenshöhe (in Klassen)

Im Folgenden haben wir wesentliche Risikofelder aufgeführt, die sowohl unsere Geschäftsentwicklung als auch die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage maßgeblich beeinflussen können. Hinzu kommen Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind, sowie Risiken, die wir jetzt noch als weniger bedeutsam erachten, die sich bei veränderter Sachlage jedoch nachteilig auf unsere Gruppe auswirken könnten.

IV Einzelne Risiken

1. Ökonomische, politische und gesellschaftliche Risiken

Die globale Wirtschaft, die Finanzmärkte wie auch die politischen Rahmenbedingen sind weltweit von einer hohen Unsicherheit geprägt. Ereignisse wie eine globale Wirtschaftskrise, die Gefährdung der Euro-Zone, eine Rezession in unseren Zielländern, eine nicht mehr tragbare Erhöhung der Staatsschulden sowie signifikante Steuererhöhungen und Naturkatastrophen können sich negativ auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken. Wachsender Nationalismus, richtungsweisende Wahlen, zunehmender Protektionismus und Terrorgefahren bedeuten ebenfalls steigende politische und wirtschaftliche Risiken. Eine Instabilität der wirtschaftlichen und politischen Lage könnte somit negativen Einfluss auf unsere Ertrags-, Vermögensund Finanzlage haben.

Der Konzern-Vorstand ergreift Maßnahmen, um die potenziellen negativen Auswirkungen beim Eintritt dieser Risiken zu mindern. Dies sind im Wesentlichen die Konzentration auf konjunkturunabhängigere Branchen, die Internationalisierung hinsichtlich Absatz- und Beschaffungsmärkten, die Flexibilisierung von Kosten verbunden mit einem laufenden Kostenmanagement, die Vereinfachung von Prozessen und Organisationsstrukturen, die Produktion in den jeweiligen Kontinenten sowie die Sicherstellung einer langfristigen Finanzierung.

Trotz der eingeleiteten Maßnahmen können wir den Eintritt dieses Risikos nicht ausschließen. Wir stufen das Risiko als hohes Risiko ein, da der Eintritt deutliche negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ebit-Ziele haben könnte.

2. Personelle Risiken

Für den wirtschaftlichen Erfolg und die zukünftige Entwicklung der Masterflex Group sind die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter von höchster Bedeutung. Dem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte und den damit verbundenen Risiken in Form von Know-how-Verlust durch Mitarbeiterfluktuation begegnen wir mit attraktiven Qualifizierungsmöglichkeiten, familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen und einem leistungsgerechten Vergütungssystem. Der Verlust von Know-how-Trägern oder langjährigen Fach- und Führungskräften stellt eines der größten Risiken im Konzern dar, auch wenn derzeit keine solchen Tendenzen zu erkennen sind.

Zunehmend bedeutsam wird künftig auch die Fähigkeit der Masterflex Group sein, junge Fach- und Führungskräfte an das Unternehmen zu binden. Die hierfür notwendigen Schritte wurden in der Personalentwicklung unternommen; dazu gehören eine leistungsgerechte Vergütung, das Führen von jährlichen Mitarbeitergesprächen, die Weiterqualifikation von Mitarbeitern und die Erarbeitung von Zukunftsperspektiven wie auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten. Diese Bemühungen werden in Zukunft intensiviert. Um diesen Maßnahmen weiteren Schub zu verleihen und das Potenzial für neue Fachund Führungskräfte für die Masterflex Group zu erweitern, werden auch gezielt Frauen sowie Personen mit internationalem Hintergrund oder höherem Alter angesprochen und in ihren Qualifikationen weiterentwickelt. Angesichts des spürbaren Fach- und Führungskräftemangels sehen wir als mittelständisches Unternehmen hierin auch die Chance, mögliche Wettbewerbsnachteile auf dem Personalmarkt gegenüber Großunternehmen auszugleichen.

3. IT-Risiken

Eine ständige Verfügbarkeit der IT-Systeme ist unabdingbare Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes an den einzelnen Standorten. Interne und externe Experten arbeiten daher fortlaufend an der Optimierung der zentral und dezentral angelegten Informationssysteme, ihrer Verfügbarkeit und Sicherheit. Gegen mögliche Betriebsstörungen von außen, etwa durch das Eindringen von Schadsoftware in das IT-System, werden grundsätzlich die aktuell verfügbaren Hard- und Software-Komponenten eingesetzt. Zu den technischen Schutzmaßnahmen gehören unter anderem der Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie umfassende Zugangs- und Zugriffskontrollen. Die Masterflex SE und einige ihrer Tochtergesellschaften bedienen sich zur Erfüllung dieser Ansprüche der Dienstleistungen eines externen Rechenzentrums.Gleichwohl sind Angriffe von außen oder Betriebsstörungen der IT nicht auszuschließen. Wir sehen die Wahrscheinlichkeit auch vor dem Hintergrund der Diskussion zu Fragen von Datensicherheit und -Spionage oder externen Angriffen als durchaus möglich an. Diese hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage, so dass wir hier ein hohes Risiko sehen.

4. Produktionsrisiken

Möglichem Produktionsausfall, verursacht etwa durch Katastrophen oder Brandschaden, treten wir mit Maßnahmen der vorbeugenden Instandhaltung, Vorhaltung von wichtigen Ersatzkomponenten, Aktivitäten im Bereich des Brandschutzes, Schulung der Mitarbeiter sowie dem Aufbau eines Netzwerkes von externen Lieferanten als auch innerhalb der Masterflex Group entgegen. Gegen dennoch eintretende Schadensfälle sind wir in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang versichert. Zudem ist unsere Produktion nicht auf einen Standort begrenzt.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit hinsichtlich einer Katastrophe sehen wir aufgrund der Erfahrung der Vergangenheit als gering an. Die Auswirkungen wären bei Eintritt in einer Übergangsphase schwerwiegend, so dass wir das Risiko als hohes Risiko einstufen

5. Akquisitionen und Desinvestitionen

Die Strategie der Masterflex Group beinhaltet die Stärkung des Schlauchgeschäftes durch Unternehmenszusammenschlüsse oder -käufe.

Unternehmenszusammenschlüsse und -käufe sind trotz sorgfältiger Planung und Prüfung mit Risiken behaftet, die sich negativ auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage auswirken können. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass durch solche Maßnahmen erhebliche Kosten entstehen können. Unternehmenskäufe können unsere Finanzierungsstruktur als übernehmendes Unternehmen belasten. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Abschreibungen auf langfristige Vermögensgegenstände einschließlich von Geschäfts- oder Firmenwerten aufgrund nicht geplanter Entwicklungen notwendig werden könnten.

Unternehmenskäufe stellen immer ein erhebliches Risiko dar. Wir begegnen diesem durch eine Vielzahl von methodischen und organisatorischen Maßnahmen. So werden wir eine technische, operative, finanzielle und rechtliche Due-Diligence-Prüfung möglicher Akquisitionsziele vornehmen. Hinsichtlich der Prozessbeherrschung gehen wir von einem geringen Risiko aus. Eine Akquisition hätte erheblichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage. Daher stufen wir dieses mögliche zukünftige Ereignis als ein mittleres Risiko ein.

Derzeit sind keine Desinvestitionen geplant. Akquisitionen, die die Strategie der Masterflex Group stützen, können auch in den nächsten Jahren folgen. Um diesen Prozess professionell und strukturiert bearbeiten zu können, verfügt die Masterflex Group über die notwendige personelle Kompetenz. Im Dezember 2016 ist ein bindender Kaufvertrag zur Übernahme der APT Advanced Tubing GmbH abgeschlossen worden. Die Firma APT verfügt über hervorragendes Know-how im Bereich von voll- und teilfluorierten Polymeren. Die Masterflex Group verfügt noch nicht über dieses Material- und Einsatz-Know-how und erachtet die Abrundung des Produktportfolios daher für strategisch sinnvoll. Zudem eröffnet die Akquisition in guter Weise den Zugang zu weiteren Marktpotenzialen in Deutschland und Europa. Mögliche Risiken, wie der Know-how-Abfluss der Geschäftsführer, sind durch arbeits- und gesellschaftsrechtliche Maßnahmen wie etwa Wettbewerbsklauseln abgesichert. Die kaufvertragliche Begleitung ist durch Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater erfolgt.

59

6. Beschaffungsmarktrisiken

Auf der Beschaffungsseite stellt die Verfügbarkeit von Rohstoffen sowie von Vor- und Zwischenprodukten als auch die Entwicklung der Einkaufspreise für unser Unternehmen ein Risiko dar. Diese Preis- und Bezugsrisiken versuchen wir durch einen internationalen Einkauf, langfristige Lieferverträge und die kontinuierliche Optimierung des Lieferantenportfolios zu verringern. Bei der Auswahl der Lieferanten setzt die Masterflex Group auf Leistungsfähigkeit und Qualität. Bei bedeutenden Einkaufsteilen oder -mengen streben wir eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten an und beziehen diese bei Neuentwicklungen schon in einem frühen Stadium in das Projekt mit ein. Durch diese Kooperationen entstehen für die Masterflex Group auch Risiken, die sich in einem Abhängigkeitsverhältnis vom Zulieferer äußern können. Zur Risikobegrenzung wird grundsätzlich eine sogenannte Second Source-Strategie verfolgt, um die Abhängigkeit von einem Lieferanten zu vermeiden.

Das Risiko hinsichtlich der Verfügbarkeit von Rohstoffen, dem Wegfall von Lieferanten als auch eine ungünstige Entwicklung der Einkaufspreise schätzen wir als mittleres Risiko mit möglichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage bei mittlerer Wahrscheinlichkeit ein.

7. Rechtliche Risiken

Rechtsstreitigkeiten, die einen nennenswerten Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Masterflex-Konzerns haben könnten, sind uns nur in zwei Fällen bekannt.

Der Erwerber der beiden zur ehemaligen Mobility-Gruppe gehörenden Gesellschaften, Clean Air Bike GmbH und Velodrive GmbH, verklagte die Masterflex SE, im Wesentlichen auf die Rückabwicklung des Unternehmenskaufvertrages. Erstinstanzlich wurde diese Forderung abgewiesen. Das zuletzt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf anhängige Gerichtsverfahren ist am 16. Juni 2016 beendet worden. Danach ist die Masterflex SE verurteilt worden, an die Klägerin 880.827,82 € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 9. November 2012 zu zahlen. Die Kosten des Rechtsstreits beider Instanzen wurden gegeneinander aufgehoben. Die Masterflex SE konnte diesem Urteil nicht folgen und legte Rechtsmittel (Nichtzulassungsbeschwerde) vor dem Bundesgerichtshof ein. Da die Masterflex SE in ihrem Konzern- und Jahresabschluss eine bilanzielle Vorsorge von 0,5 Mio. € für diese Rechtsauseinandersetzung gebildet hatte, betrifft sie das Urteil in Höhe von rund 0,6 Mio. € für das Geschäftsjahr 2016 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen. In gleicher Höhe wird somit der Konzerngewinn bzw. der Gewinn je Aktie beeinflusst werden, nicht jedoch das operative Ebit.

Darüber hinaus klagt der ehemalige Geschäftsführer der französischen Tochtergesellschaft gegen die Begründung seiner Kündigung und verklagt die Masterflex S.a.r.L. auf Schadenersatz in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Das Verfahren befindet sich vor dem Arbeitsgericht Bourg en Bresse/Frankreich, ist derzeit ausgesetzt und zur Prüfung an das Sozialgericht weitergeleitet worden. Aufgrund unserer Dokumentenlage und der Entscheidung, das Verfahren auszusetzen, sehen wir gute Gewinnaussichten, so dass derzeit keine Notwendigkeit für eine Rückstellung besteht. Sollte es in einem der beiden Gerichtsverfahren zu einem anderen, von uns nicht erwarteten Urteil kommen, besteht das Risiko, dass die Kosten hierfür unsere bilanzielle Vorsorge aufzehren oder übersteigen.

Auch künftig können darüber hinaus Risiken aus weiteren Rechtsstreitigkeiten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Für anhängige oder drohende Rechtsstreitigkeiten wurde Vorsorge in angemessenem und ausreichendem Umfang getroffen. Gleichwohl ist auch hier nicht ausgeschlossen, dass die bilanzielle Vorsorge nicht ausreicht. Zur Vermeidung neuer Rechtsrisiken werden Verträge, die eine wirtschaftliche Bedeutung für die Masterflex Group haben, von externen Juristen vor Vertragsabschluss geprüft.

Insgesamt sehen wir hier eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken, gepaart mit möglichen hohen Auswirkungen, so dass wir in Summe von einem mittleren Risiko ausgehen.

8. Risiken durch Effizienzverschlechterung

Durch eine Reihe von Effizienzmaßnahmen konnten im Berichtsjahr Einsparungen erzielt werden, die sich insbesondere im Personalbereich – Straffung der Leitungsstrukturen, weniger Personaleinsatz aufgrund von Prozessverbesserungen –, bei den Materialkosten durch Hebung von Synergieeffekten im Einkauf, der Verkürzung von Rüstvorgängen, einer niedrigeren Ausschussquote und Design-to-cost-Maßnahmen sowie in den sonstigen betrieblichen Kosten widerspiegeln. Dennoch sind an verschiedenen Standorten auch Personalkostensteigerungen (insbesondere im produktiven Bereich) zur Verbesserung der Lieferfähigkeit und im Rahmen der Standorterweiterung durch Auslagerung eines Teiles des Lagers entstanden. Sollte es nicht gelingen, diese Personalmaßnahmen nachhaltig weiterzuentwickeln und die Personaleinsatzquote zu optimieren, werden die allgemeinen Kostensteigerungen die Effekte der bereits umgesetzten Maßnahmen wieder aufzehren.

Wir stufen dieses Risiko insgesamt als mittel ein, da die erzielten Einsparungen zwar zeigen, dass wir uns hier auf gutem Weg zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung befinden, die Effizienzmaßnahmen jedoch in allen Bereichen nachhaltig umzusetzen sind und nicht durch Gegeneffekte wieder aufgezehrt werden dürfen.

9. Steuerliche Risiken

Aufgrund von künftigen Betriebsprüfungen existiert das Risiko von Steuernachzahlungen. Steuernachzahlungen würden die Liquidität des Konzerns beeinträchtigen.

Aufgrund der niedrigen Auswirkungen auf den Cashflow bei einer als niedrig angenommenen Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir die steuerlichen Risiken insgesamt als niedrig ein.

10. Finanzielle Risiken

Unter finanziellen Risiken erfassen wir Liquiditäts-, Marktpreis- und sogenannte Forderungsausfallrisiken. Diese Risiken können aus Transaktionen im operativen Geschäft, deren Absicherung, Finanzierungsentscheidungen sowie Wertänderungen von Finanzposten in der Bilanz resultieren. In der Masterflex Group werden die Konzernfinanzierung wie auch die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken zentral gesteuert und überwacht.

Die Art der eingesetzten Finanzierungsinstrumente, die Höchstgrenzen für deren Abschluss sowie der beteiligte Bankenkreis sind verbindlich geregelt. Die exakte Einhaltung aller Regelungen wird ständig überprüft und überarbeitet. Das Adressenausfallrisiko wird durch das konsequente Einholen von Bonitätsauskünften, das Setzen von Kreditlimits sowie ein aktives Debitorenmanagement einschließlich Mahnwesen und Inkasso reduziert. Gleichwohl können einzelne – auch größere – Ausfälle von Kundenforderungen nicht ausgeschlossen werden.

Die grundlegenden Risikostrategien für das Zins-, Währungs- und Liquiditätsmanagement werden zentral durch den Vorstand festgelegt. Finanzierungs- und Absicherungsentscheidungen werden auf Basis der Finanz- und Liquiditätsplanungen aller Unternehmenseinheiten getroffen.

Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten in Fremdwährungen liegen mit Ausnahme von Einzelkunden nicht in nennenswertem Umfang vor. Bei Einzelkunden bzw. Einzelsachverhalten evaluiert die Masterflex Group die potenziellen Wechselkursrisiken unter Berücksichtigung aller wesentlichen Variablen (u.a. Größenordnung des Geschäfts, Laufzeit, Wechselkursentwicklung) und sichert sich gegebenenfalls durch Einsatz konservativer Sicherungsinstrumente gegen diese Risiken ab. Derzeit existiert nur ein solcher Fall innerhalb der Masterflex Group.

Mit Wirkung zum 8. Juni 2016 wurden von Matzen & Timm zwei Devisenoptionsgeschäfte über jeweils 0,75 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Die Optionsvereinbarungen haben eine Laufzeit bis zum 28. Juni 2017. Beiden

Optionsgeschäften liegt keine Sicherungsbeziehung zugrunde. Aufgrund der ungünstigen Kursentwicklung geht die Geschäftsführung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von dem Verfall der Optionsgeschäfte zum Erfüllungstermin aus. Der Marktwert der jeweils nominal mit 0,6 Mio. Euro dotierten Optionsgeschäfte beträgt am Bilanzstichtag 1,4 TEuro. Der beizulegende Zeitwert der Devisenoption wurde auf Basis einer Black Scholes Bewertung ermittelt.

Währungsraumübergreifende Finanzierungen innerhalb des Konzerns, die naturgemäß zu Devisenpositionen im Konzern führen, liegen aktuell nicht in nennenswertem Umfang vor. Translationsrisiken, die aus der Umrechnung von originär in Fremdwährung bestehenden Bilanzposten herrühren, werden im Konzern nicht abgesichert. Ebenso sichert die Masterflex SE ihre Reinvermögensansprüche aus Konzerngesellschaften außerhalb der Euro-Zone nicht ab.

Durch den im Jahr 2016 abgeschlossenen vereinbarten Konsortialkreditvertrag der Masterflex SE mit einer Restlaufzeit von viereinhalb Jahren sowie geringer Fremdwährungsgeschäfte als auch der relativen Kleinteiligkeit des Geschäftes werden die finanziellen Risiken in der Masterflex Group als gering angesehen.

Auch das Zinsänderungsrisiko ist aufgrund der Regelungen im Konsortialkreditvertrag sowie dem kreditvertraglich obligatorischen Abschluss einer Zinssicherung (Zins-Cap) deutlich begrenzt. Der Zins-Cap sichert die Restschuld aus den verschiedenen Tranchen des Konsortialkredits über deren gesamte Laufzeit gegen einen Anstieg des vereinbarten Referenz-Zinssatzes über den vereinbarten Basiswert ab. Somit vergibt sich die Masterflex Group nicht die Chance, von dem aktuell niedrigen Zinsniveau zu profitieren. Darüber hinaus bestehen in der Masterflex Group keine nennenswerten variabel verzinslichen Finanzierungen.

Der Zins-Cap wurde mit Wirkung zum 30. September 2016 von der Masterflex SE abgeschlossen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2021. Der Marktwert des nominal mit 13,3 Mio. Euro (Vorjahr 15,3 Mio. Euro) dotierenden Zins-Caps beträgt am Bilanzstichtag 0,03 Mio. Euro (Vorjahr 0). Der beizulegende Zeitwert des Zins-Caps wurde auf Basis einer Black Scholes Bewertung ermittelt.

Im Konsortialkreditvertrag sind drei sogenannte Covenant-Regelungen vereinbart. Hierbei verpflichtet sich die Masterflex SE auf Konzernebene zur Einhaltung von definierten Finanzkennzahlen: dem Verschuldungsgrad, der Eigenmittelquote und dem Zinsdeckungsgrad. Bei einer Nichteinhaltung dieser Kennzahlen sind die Kreditgeber berechtigt, die Gesamtkreditzusage zu kündigen.

Auf Basis der aktuellen wie auch der geplanten Geschäftsentwicklung wurden die Finanzkennzahlen eingehalten. So lag die vertraglich vorgeschriebene Obergrenze für die Kennziffer 'Verschuldungsgrad' (Berechnung gemäß Konsortialkreditvertrag auf Konzernebene) im Jahr 2016 bei einem Wert von 3,0. Demgegenüber hatte die Masterflex SE zum Jahresbeginn 2016 einen Verschuldungsgrad von weniger als 2,2. Zum Bilanzstichtag 2016 lag diese Kennziffer bei 2,4.

Die Untergrenze der zweiten Kennziffer, 'Eigenmittelquote' (berechnet nach den Vorgaben aus dem Konsortialkreditvertrag, in dem das bilanzielle Eigenkapital um bestimmte Aktiva korrigiert wird), lag im Jahr 2016 bei einem Wert von 30 Prozent. Demgegenüber erreichte die Masterflex SE im Jahr 2016 eine Eigenmittelquote von anfangs 44,7 Prozent bis zum Bilanzstichtag 2016 von 44,8 Prozent und lag damit stets deutlich über den vorgeschriebenen Untergrenzen. Die Untergrenze der dritten Kennziffer, 'Zinsdeckungsgrad' (berechnet nach den Vorgaben aus dem Konsortialkreditvertrag, in dem der bereinigte EbitDA durch den bereinigten Netto-Zinsaufwand geteilt wird), lag im Jahr 2016 bei einem Wert von 7,0. Demgegenüber erreichte der Masterflex-Konzern im Jahr 2016 einen Zinsdeckungsgrad von anfangs 10,6 und bis zum Bilanzstichtag 2016 von 9,1 und lag damit stets über den vorgeschriebenen Untergrenzen. Somit könnten die Covenants nur bei einer deutlichen Verschlechterung künftiger Ergebnisse nicht eingehalten werden.

11. Absatzmarktrisiken

Auf der Absatzmarktseite können uns langjährige Bestandskunden wegfallen.

Da die Masterflex Group in vielen Branchen und Märkten aktiv ist und zudem viele unterschiedliche Kunden beliefert, gibt es keine Abhängigkeit von einer Branche oder einem einzigen Kunden.

Dem allgemeinen Kundenrisiko (etwa Wegfall oder Insolvenz von Großkunden, Zunahme des Preisdrucks aufgrund einer Vormachtstellung im Markt) wird durch diese breite Streuung der Kundenstruktur entgegengewirkt. Zudem bauen wir insbesondere unsere Aktivitäten in denjenigen Branchen aus, die relativ unabhängig von konjunkturellen Schwankungen sind, wie etwa der Medizintechnik oder der Lebensmittelindustrie.

Einer möglichen Zunahme des Wettbewerbsdrucks in unseren Produktgruppen begegnen wir durch die ständige Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen sowie unserer Geschäftsprozesse. Das Niveau unserer Absatzpreise könnte unter dem aggressiven Verhalten unserer Wettbewerber leiden. Dem wirken wir durch ein stetiges Überprüfen unserer Kostenstrukturen als auch durch die Entwicklung neuer, einzigartiger Produkte mit Alleinstellungsmerkmal entgegen.

Aufgrund unserer breiten Kunden- und Branchenstreuung sehen wir dieses Risiko als gering an, da der Wegfall von einzelnen Kunden nur einen begrenzten Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage hätte.

12. Technologie- und Qualitätsrisiken

Als Technologieführer, der international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anbietet, ist die Masterflex Group dem Risiko ausgesetzt, diese Position aufgrund von nachlassender Innovationskraft oder auch menschlichen Fehlern sowie Know-how-Verlust zu verlieren. Zur Vermeidung forcieren wir einen ständigen, strukturierten Forschungs- und Entwicklungsprozess, um die Kundenanforderungen erfüllen zu können. Durch entsprechende Geheimhaltungs- und Erfindungsschutzvereinbarungen sowie der Sensibilisierung der Mitarbeiter im Umgang mit vertraulichen Informationen steuern wir dem Risiko des Know-how-Verlustes entgegen. Darüber hinaus werden schützenwerte Daten nur einem ausgewählten und begrenzten Personenkreis zugänglich gemacht. Um dies auch zukünftig zu gewährleisten, gibt es seit einigen Jahren einen Innovationsmanagement-Prozess, der im vergangenen Jahr weiter optimiert wurde: Ein internes Expertengremium entscheidet nach klaren Prozess- und Bewertungsmaßgaben (sog. Stage-Gate-Prozess) über Weiterentwicklungen. Die Mitglieder treffen Entscheidungen insbesondere auf der Basis von Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen.

Darüber hinaus wird eine enge Zusammenarbeit mit Kunden angestrebt, um frühzeitig neue Anwendungen und Märkte erschließen zu können. Weitere Einzelheiten zu diesem Prozess sind im Abschnitt A IV. Forschung und Entwicklung zu finden.

Die anerkannte Qualität unserer Produkte und eine hohe Lieferfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für unseren Erfolg. Um solche Risiken im Rahmen der Leistungserstellung zu steuern, nimmt die Qualitätssicherung bei uns einen hohen Stellenwert ein. Durch anspruchsvolle Qualitätsmaßstäbe in der Entwicklung, intensive Prüfungen über die gesamte Prozesskette hinweg sowie ständigen Kontakt mit den Zulieferern werden die qualitätsrelevanten Risiken in der Gruppe konsequent eingegrenzt.

Aufgrund der Vielzahl der Produkte und damit der Unabhängigkeit von einem Produkt oder Fertigungsverfahren sowie geringen Gewährleistungsfällen in der Vergangenheit sehen wir die Technologie- und Qualitätsrisiken hinsichtlich des Einflusses auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage als gering an.

13. Regulatorische Risiken

Die Strategie der Masterflex Group beruht auf den Säulen Innovation und Internationalisierung. Dies bedeutet, dass der Konzern zukünftig mit eigenen Mitarbeitern und Gesellschaften an vielen Orten der Welt tätig ist.

Darüber hinaus nehmen Anzahl und Komplexität von zu beachtenden Regeln und Gesetzen auf nationaler wie auch internationaler Ebene zu. Das regulatorische Umfeld hat sich in den letzten Jahren signifikant verschärft. Eine Nichteinhaltung von solchen Vorschriften oder auch nur der Vorwurf eines Gesetzesverstoßes könnten sich negativ auf unser Ansehen und den Börsenkurs auswirken.

Zusammen mit den uns begleitenden Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern informieren wir uns laufend über neue gesetzliche Anforderungen, angewandte Rechtsprechungen sowie Neuerungen bei Compliance-Themen.

Der Verhaltenskodex der Masterflex SE steckt den ethisch-rechtlichen Rahmen für unser wirtschaftliches Handeln ab. Unser Compliance-Management-System soll sicherstellen, dass unser wirtschaftliches Handeln weltweit im Einklang mit Recht und Gesetz sowie unseren innerbetrieblichen Ausführungsregelungen steht. Dieses Ziel verfolgen wir unter anderem durch Schulungen der Mitarbeiter. Wir arbeiten kontinuierlich daran, Compliance in unserem Konzern weiter zu verstärken und Compliance-Risiken zu reduzieren.

Trotz des umfassenden Compliance-Programms und vorhandener interner Kontrollen kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass Mitarbeiter die Kontrollmechanismen umgehen, gegen Gesetze und interne Verhaltensregeln verstoßen oder sich zu ihrem eigenen Vorteil betrügerisch verhalten. Auch wenn wir den Eintritt dieses Risiko als gering einstufen, können wir es nicht ganz ausschließen. Ein Verstoß könnte erhebliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie auch für das Ansehen des Unternehmens haben. Wir stufen dieses Risiko als gering ein, auch wenn eine exakte Bewertung aufgrund der Menge an relevanten rechtlichen Regelungen und einer ebenso großen Vielzahl an möglichen Verstößen schwierig ist.

V Sonstige Einzelrisiken

Sonstige Einzelrisiken, die den Bestand der Gesellschaft gefährden, sind uns derzeit nicht bekannt.

VI Zusammenfassung und Gesamtaussage zur aktuellen Risikosituation des Konzerns

Neben den globalen Risikofaktoren kann die erwartete positive Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Masterflex Group durch negative oder gar rezessive Geschäftsentwicklungen einzelner Branchen oder Volkswirtschaften spürbar negativ beeinträchtigt werden.

Auch ein möglicher Abgang einer größeren Zahl von Fach- und Führungskräften innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums würde uns in unserer weiteren Entwicklung negativ beeinflussen. Das gilt auch für den Fall von erheblichen Betriebsstörungen unserer IT-Systeme. Im Bereich Personal werden wir alle Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Die IT-Risiken versuchen wir, durch Optimierung der zentral und dezentral angelegten Informationssysteme, ihrer Verfügbarkeit und ihrer Sicherheit zu minimieren.

Zudem kann unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage in Zukunft erheblich beeinträchtigt werden, wenn es der Masterflex Group nicht hinreichend gelingen sollte, die Effizienz ihrer internen Prozesse zu steigern. Das Gleiche gilt, wenn sich die Masterflex Group nicht hinreichend an Veränderungen der Märkte anpassen könnte – insbesondere dann, wenn keine neuen qualitativ hochwertigen Produkte entwickelt, hergestellt und vertrieben werden können. Eine solche Fehlentwicklung könnte zu außerordentlichen Abschreibungen auf selbsterstellte Anlagen wie auch immaterielle Vermögensgegenstände führen.

Derzeit sieht der Konzernvorstand die Masterflex Group bei der Beherrschung der bekannten Risiken als gut aufgestellt. Sowohl prozessseitig als auch aufgrund der kurzen Kommunikationswege werden neue Risiken schnell beim Vorstand bekannt und dort zielgerichtet behandelt.

VII. Die Organisation des Compliance-Systems

Compliance ist für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Masterflex Group von zentraler Bedeutung und eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Masterflex Group. Compliance beschreibt die Maßnahmen, die gewährleisten, dass Vorstand und Aufsichtsrat sowie das gesamte Management und alle Mitarbeiter der Masterflex Group sich rechtmäßig verhalten.

Als international ausgerichtete Unternehmensgruppe unterliegt die Masterflex Group einer Vielzahl von Gesetzen, Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen. Dazu hat sie zum Anfang des Jahres 2015 das Unternehmensleitbild durch einen für alle Bereiche und Standorte umfassenden, konzernweit gültigen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter und Führungskräfte ergänzt. Diese Verhaltensgrundsätze setzen Standards für ethisches und gesetzeskonformes Verhalten.

Gegenüber ihren Aktionären, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Wettbewerbern und der Gesellschaft setzt sich die Masterflex Group für die Einhaltung der höchstmöglichen ethischen und rechtlichen Standards ein. Sie sind als essenzieller Bestandteil der Unternehmenskultur verankert und werden verstärkt in operative Prozesse integriert.

Compliance ist eine der Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften und den Erfolg der Masterflex Group. Diese Auffassung teilt die Unternehmensführung ausdrücklich. Im Berichtsjahr unterstrich der Konzernvorstand die Bedeutung von Compliance für die Fachbereiche und für die gesamte Unternehmensgruppe auch durch die Verabschiedung des Verhaltenskodex für die Masterflex Group weltweit. Jeder neu eingestellte Mitarbeiter der Masterflex Group erhält hiervon ein eigenes Exemplar und wird schriftlich angewiesen, die Verhaltensgrundsätze zum verbindlichen Maßstab für das eigene Handeln zu machen.

Vorstand, Aufsichtsrat und alle Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion und unterstützen ihre Mitarbeiter kontinuierlich, die geltenden Vorschriften einzuhalten. Selbst der bloße Anschein unkorrekten Verhaltens von der Unternehmensleitung oder Mitarbeitern soll in der gesamten Geschäftstätigkeit der Masterflex Group vermieden werden.

Die Masterflex Group hat ein Compliance-Management-System (CMS) etabliert, das einen präventiven Compliance-Ansatz verfolgt und eine Unternehmenskultur anstrebt, die die Mitarbeiter sensibilisiert und aufklärt und so potenzielle Regelverstöße bereits im Vorfeld erkennt und ausschließt.

Die Compliance-Organisation wird vom Chief Compliance Officer (CCO) geleitet, der dem Vorstandsvorsitzenden der Masterflex SE regelmäßig und unmittelbar über alle Compliance-relevanten Themen berichtet, insbesondere über die Schritte der Weiterentwicklung des Masterflex Group CMS sowie über bekannt gewordene Verstöße, deren Sanktion sowie Korrektur- und Präventionsmaßnahmen. Der Vorstand wiederum berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig und gegebenenfalls auch ad hoc über den aktuellen Status der Compliance-Aktivitäten in der Masterflex Group.

Im Berichtsjahr wurden Schulungen zu Compliance und Verhaltensgrundsätzen, Antikorruption und weiteren relevanten Compliance Themen durchgeführt, die darauf abzielen, rechtmäßiges und ethisch fundiertes, eigenverantwortliches Handeln sicherzustellen. Darüber hinaus sind spezielle Maßnahmen für Mitarbeiter durchgeführt worden, die in besonderem Maße Risiken ausgesetzt sind, sowie Schulungen für alle neuen Führungskräfte zum Verhaltenskodex der Masterflex Group.

In 2016 ist das CMS der Masterflex Group durch die Einberufung und Schulung von lokalen Compliance Beauftragten weiter ausgebaut worden. Die Aufgabe der lokalen Compliance Beauftragten besteht darin, zusammen mit dem CCO sicherzustellen, dass das CMS der Masterflex Group, in dem Maßnahmen, Prozesse, Kontrollen und Berichterstattung konzipiert sind, lokal umgesetzt wird, um systematisches und individuelles Fehlverhalten am Standort zu vermeiden und Compliance Risiken von der Masterflex Group abzuwenden bzw. zu reduzieren.

Durch die Kommunikation Compliance-relevanter Themen an betroffene Mitarbeiter in den einzelnen Konzern-Gesellschaften bietet die Compliance-Organisation stets Unterstützung, gibt Orientierungshilfe, sensibilisiert und klärt auf. Somit ist Compliance in der Masterflex Group ein integraler Bestandteil in operativen Prozessen und Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften.

Zusammengefasster Lagebericht des Masterflex Konzerns und der masterflex SE

E Prognosebericht 66
I Ausblick 68
1. Voraussichtliche gesamtwirtschaftliche
Entwicklung
68
2. Voraussichtliche Entwicklung der
Masterflex Group
69
3. Voraussichtliche Entwicklung der
Masterflex SE
70
II Zusammenfassende Aussage zur 70
voraussichtlichen Entwicklung
des Konzerns

E Prognosebericht

Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf der Masterflex Group und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Märkten und Branchen basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen als zurzeit realistisch ansehen. Diese sind jedoch vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfeldes mit gewissen Unsicherheiten behaftet und bergen daher das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten werden.

I Ausblick

1. Voraussichtliche gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die volkswirtschaftlichen Experten der Commerzbank AG, deren Prognosen über die weltwirtschaftliche Entwicklung wir für unsere künftige Planung heranziehen, gehen für die Jahre 2017 und überwiegend auch für 2018 von einer besseren wirtschaftlichen Dynamik aus (siehe Tabelle "Prognostiziertes Wirtschaftswachstum"). Insbesondere für das Wirtschaftswachstum in Deutschland, Großbritannien und China sind die Experten jedoch etwas zurückhaltender als gegenüber dem Vorjahr.

Außerhalb des europäischen Kontinents war, ist und bleibt das Wirtschaftswachstum in den von der Masterflex Group adressierten Regionen nach Ansicht der Wirtschaftsexperten stärker ausgeprägt. Dies gilt insbesondere für die großen Wirtschaftsräume von Nordamerika und Asien: Dort werden Zuwachsraten von 2,3 Prozent (USA) und 6,5 Prozent (China) erwartet. Alles in allem, rechnen die Volkswirte mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent im Jahr 2017, das sich im Jahr 2018 noch leicht auf 3,4 Prozent erhöhen sollte.

Prognostiziertes Wirtschaftswachstum in Staaten mit Präsenz der Masterflex Group

(Veränderung gegenüber Vorjahr, in Prozent)

Staat 2017 2018
Euro-Zone 1,8 1,6
Deutschland 1,6 1,5
Frankreich 1,6 1,7
EU gesamt 1,8 1,7
Großbritannien 1,6 1,7
Schweden 2,0 1,9
Tschechische Republik 2,5 2,6
Welt 3,3 3,4
Brasilien 0,8 2,1
China 6,5 6,3
Singapur 1,7 1,7
USA 2,3 2,3

Quelle: Commerzbank

2. Voraussichtliche Entwicklung der Masterflex Group

Seit Beginn der Dekade basiert die Wachstumsstrategie der Masterflex Group auf zwei Säulen: auf fortgesetzter Internationalisierung sowie Innovation.

Die Masterflex Group erschließt internationale Märkte

Wir streben ein wertorientiertes, nachhaltiges Wachstum auf allen von uns adressierten Märkten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien an. Erste Meilensteine waren die Aufnahme von Aktivitäten in Brasilien, China und Singapur sowie in Russland. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen decken wir den russischen Markt inzwischen über eine exklusive Kooperation ab.

Im Geschäftsjahr 2017 legen wir den Fokus auf die weiter intensivierte Bearbeitung der Märkte in Nordamerika und China sowie von Teilen von Europa, in denen wir noch wenig präsent sind. Hier ist es unser Ziel, über unsere Standorte wie auch durch eine Ausweitung der Exporte weiter zu wachsen. Die Fokussierung auf bestimmte Regionen bedeutet jedoch nicht, dass wir weitere regionale Markteintritte künftig ausschließen werden, wenn wir attraktive Chancen hierfür sehen.

Die Masterflex Group wächst mit Innovationen

Die Ansprüche unserer Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen sind ein wichtiges Maß für unsere Produktentwicklung. Gemeinsam mit ihnen realisieren wir an den großen Produktionsstandorten weiterentwickelte oder gänzlich neu konzipierte Produkte. Dazu greifen wir auch auf das Know-how ausgewählter Zulieferer zurück. Auch künftig werden wir anspruchsvolle Produkt- und Materiallösungen entwickeln und unsere hohe Werkstoff-, Anwendungs- und Technologiekompetenz im Geschäft mit Verbindungssystemen nutzen.

Über den Kauf von Unternehmen aus dem Schlauch- und Verbindungsmarkt kann es uns darüber hinaus gelingen, zu dem intern bereits vorhandenen Know-how hinaus neue Technologien und Expertise von externer Seite zu erlangen. Die neue Markengesellschaft APT, die wir zum Anfang des Jahres 2017 gekauft haben, ist ein Beispiel für diese Vorgehensweise.

Ein Schwerpunkt unserer Produktinnovationen wird im Jahr 2017 bei digital auslesbaren Schläuchen, den sog. intelligenten Schläuchen, liegen. Hier ist die Zusammenarbeit mit den Kunden besonders fokussiert, da nicht nur der Schlauch mit seinen speziellen Eigenschaften, sondern auch die digitale Anbindung an die Kundenperipherie zum Funktionieren solcher Verbindungen wichtig sind. Diese Produkte vermarkten wir unter der Marke AMPIUS.

Die wirtschaftlichen Aussichten in den von uns bedienten Regionen und Staaten unterscheiden sich seit Jahren signifikant. In Deutschland, wo wir Marktführer für Hightech-Schläuche und -Verbindungssysteme sind, gehen wir von einem weiterhin guten, wenn auch nicht mehr so starken Wachstum wie im Jahr 2016 aus. Gleiches erwarten wir für den Euro-Raum. In Großbritannien wird die wirtschaftliche Dynamik aufgrund der veränderten politischen Rahmenbedingungen wohl etwas gedämpfter ausfallen.

Gute Chancen rechnen wir uns verstärkt auf dem Markt für Medizintechnik aus. Schon in den letzten fünf Jahren konnten wir den Anteil dieses Geschäfts von 13 Prozent auf 15,3 Prozent steigern. Künftig erwarten wir einen weiteren Ausbau: Denn mit unserer neuen Markengesellschaft APT und ihren fluorierten Polymerprodukten haben wir unsere Produktpalette sehr gut gerade für diesen Markt ausbauen können.

Einer der strategisch wichtigsten Märkte der nächsten Jahre wird Nordamerika und zwar speziell die USA für uns sein. Hier sind die Perspektiven gut; zugleich haben wir hier noch größeren Nachholbedarf. Nach den Weichenstellungen der letzten beiden Jahre erwarten wir hier weiter steigende Umsatz- und Ergebnisbeiträge.

Unsere Erwartungen für unsere Aktivitäten in Brasilien sind aufgrund der dort noch herrschenden Rezession deutlich zurückhaltender. Allerdings ist unser Geschäftsvolumen dort auch noch vergleichsweise niedrig. Hier wird es in diesem Jahr darauf ankommen, die Profitabilität weiter zu verbessern.

Zusammengefasst erwarten wir, dass sich unser langfristiger Wachstumspfad fortsetzen wird. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist unser Geschäft ohne Zukäufe um rund 5 Prozent jährlich gewachsen. Seit dem Jahr 2017 gehört der Fluorpolymer-Experte APT zur Masterflex Group. Allein hieraus erwarten wir eine deutliche Umsatzsteigerung. Insgesamt gehen wir davon aus, dass unser Umsatz im Jahr 2017 um sechs bis zehn Prozent steigen wird. Dies setzt freilich Stabilität in unseren wichtigen Absatzmärkten voraus.

Die weitere Verbesserung unserer Profitablität wird der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2017 sein. Dazu haben wir schon Ende 2015 mit einer Reihe von Maßnahmen zur Optimierung der innerbetrieblichen Abläufe begonnen und im Jahr 2016 beharrlich ausgedehnt und intensiviert. Aufgrund dieser – teils sehr kleinteiligen und teils zeitlich länger dauernden – Schritte konnten wir die umsatzbezogene Ebit-Marge im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 mit 9,2 Prozent schon wieder deutlich verbessern. Dieser Prozess wird weiter fortgesetzt und über alle Standorte erstreckt. Denn wir wollen im Geschäftsjahr 2017 eine wieder etwas oberhalb von zehn Prozent liegende Ebit-Marge erreichen. Mittelfristig wollen wir wieder an Rentabilitätskennziffern von deutlich oberhalb der 10-Prozent-Marke aufschließen.

3. Voraussichtliche Entwicklung der Masterflex SE

Im Jahr 2016 ist der Umsatz der Masterflex SE um 1,8 Prozent gestiegen. Im Jahr 2017 erwarten wir eine Wachstumsrate auf etwa gleichem Niveau. Dies setzt jedoch eine vergleichsweise stabile wirtschaftliche Entwicklung ohne größere Beeinträchtigungen von außen voraus. Ergebnisseitig werden wir uns auf eine verbesserte Effizienz unseres Geschäfts konzentrieren. Trotz der Zentralisierung von Gruppenaufgaben erwarten wir daher ein operatives Ergebnis (Ebit), das stärker über dem des Jahres 2016 von 0,1 Mio. Euro liegen wird.

II Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Zusammengefasst sieht der Vorstand die Masterflex Group bei ihrem langfristigen Wachstumskurs auf gutem Weg. Mit einem Wachstum von 3,7 Prozent schließen wir wieder an die Zuwachsraten vom Anfang dieser Dekade an. Die Potenziale für unsere innovativen Verbindungssysteme sind auf unseren Märkten überwiegend ausgezeichnet. Mit der aktiven Digitalisierung unserer Lösungen unter der Marke AMPIUS werden wir unsere Technologieführerschaft und die Bindung an strategische Kunden intensivieren. Schon seit einiger Zeit treiben wir darüber hinaus die notwendigen strukturellen und prozessualen Veränderungen voran, um die Masterflex Group auf ein deutlich wachsendes Szenario einzustellen. Damit wollen wir nachhaltig gute operative Erträge sowie einen steigenden Konzernjahresüberschuss erreichen. Dies wird die Möglichkeit einer Dividendenzahlung in dem Ziele-Kanon einer rückläufigen Verschuldung, der Finanzierung weiteren Wachstums und der Finanzierung möglicher neuer Unternehmenskäufe dauerhaft unterstützen.

Gelsenkirchen, 14. März 2017

Dr. Andreas Bastin Mark Becks (Vorstandsvorsitzender) (Vorstand)

Master-PUR L Food A

Der Spiralschlauch, ein leichter PU-Absaug- und Förderschlauch mit sehr guter Flexibilität, ist lebensmittelecht (FDA) und permanent antistatisch. Ideal für den Anschluss an Rohrleitungen in der Lebensmittelmittelindustrie oder der Pharmazie: Die Combiflex Food-Anschlusselemente schaffen flüssigkeitsdichte Verbindungen.

© Masterflex

| Glattschläuche

Die pneumatischen Schläuche werden als Rollenware oder als Formschläuche in Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw, Busse, Bahnen und Traktoren sowie Off-Road-Fahrzeuge eingesetzt. Dank der Luftfederung sind die Sitze ergonomisch, bedienerfreundlich, komfortabel und sicher.

© Masterflex

Finanzkalender 2017 77

Aktieninformationen

ISIN-Code DE0005492938
WKN 549 293
Aktiengattung Inhaber-Stammaktien
Börsenkürzel MZX
Bloomberg-Kürzel MZX GR
Reuters-Kürzel MZXG.DE
Marktsegment Prime Standard
Bestandteil folgender Indizes CDAX
Prime All Share Index
Classic All Share Index
Prime Industrial Index
Designator Sponsor ICF Bank AG
Aktienzahl 8.865.874
Rechnerischer Wert am Grundkapital 1,00 €

Die Masterflex Aktie

Das Börsenjahr

Das Jahr 2016 war aus Sicht eines Masterflex-Aktionärs überdurchschnittlich erfolgreich. Unsere Aktie stieg im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent auf einen Schlusskurs von 6,57 Euro. Der S-Dax, mit dem wir unsere Performance vergleichen, stieg dagegen nur um 6,5 Prozent. Dabei bewegte sich die Masterflex-Aktie im ersten Drittel des Jahres vergleichsweise wenig, während die Börse insgesamt insbesondere im Februar 2016 stärker nachgab. Nach den Zahlen des ersten Quartals stieg unsere Aktie dann auf Kurse bis zu rund 6,40 Euro im Herbst. Im vierten Quartal pendelte sich die Aktie bei vergleichsweise lebhaften Umsätzen – nach einem kurzen Ausbruch bis nahe einem Kurs von 7 Euro Mitte November – auf ein Niveau zwischen 6,55 und 6,70 Euro ein.

Insgesamt schwankte unsere Aktie im vergangenen Jahr zwischen einem Tief von 5,453 Euro (Januar 2016) und einem Höchstkurs von 6,99 Euro im November 2016. Im neuen Jahr konnte die Aktie weiter zulegen und sich im März nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen auf einem Niveau von rund 6,90 Euro einpendeln.

Kursentwicklung der Masterflex-Aktie im Vergleich zum S-DAX

Januar bis Dezember 2016

Auf Basis der Tagesschlusskurse.

Ungeachtet der guten Performance war die Liquidität in dem Masterflex-Titel im Jahr 2016 geringer ausgeprägt als im Vorjahr. Der Aktienumsatz lag mit einem Volumen von gut 0,9 Mio. Stück auf allen deutschen Börsen unter dem Niveau des Vorjahres (1,6 Mio. Stück). Insbesondere vor den Zahlen des 1. Quartals und im Spätsommer war der Handel in der Aktie ruhig gewesen. Diese Umsatzentwicklung ist wohl auch auf das gestiegene Engagement von Paketaktionären zurückzuführen: Mit der Meldung eines neuen Paketaktionärs im Januar 2016 (J.F. Müller & Sohn Beteiligungs GmbH) beträgt der Streubesitz nur mehr 48,1 Prozent.

Geschäftsbericht 2016 · Masterflex Aktie Die Masterflex aktie

75

Liquidität der Masterflex-Aktie

Orderbuchumsatz

Die Masterflex Group fördert die Liquidität ihrer Aktie im Börsenhandel durch einen Designated Sponsor. Im Jahr 2016 wurde diese Funktion durch den ursprünglich von der WGZ-Bank beauftragten Börsen-Makler Lang & Schwarz wahrgenommen. Zum Ende des vergangenen Jahres hat die ICF-Bank in Frankfurt diese Aufgabe übernommen, die sie seither wahrnimmt.

Aktionärsstruktur

Im vergangenen Geschäftsjahr haben sich keine größeren Verschiebungen in der Aktionärsstruktur ergeben. Gleichwohl ist aufgrund des neuen Engagements der J.F. Müller & Sohn Beteiligungs GmbH der Anteil des Streubesitzes von 51,9 Prozent auf 48,1 Prozent gesunken. Dies hat sich zum Beginn des Jahres 2017 nicht grundsätzlich verändert: Zwar hat das Versorgungswerk für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte im Februar bekanntgegeben, sein Engagement unter die Schwelle von drei Prozent am Grundkapital reduziert zu haben. Anfang März teilte hingegen die Grondbach GmbH mit, dass sie seit Anfang März 3,0003 Prozent der stimmberechtigten Aktien hält.

Die übrigen 48,7 Prozent am Grundkapital verteilen sich auf 6 Aktionäre bzw. Aktionärsgruppen (siehe Grafik).

Die Angaben über die Anteile beziehen sich in der Regel auf die jeweils jüngsten WpHG-rechtlichen Mitteilungen an die Gesellschaft.

76 Geschäftsbericht 2016 · Masterflex Aktie Die Masterflex aktie

Kursstatistik

Xetra 2016 2015 2014 2013 2012
Höchster Kurs 6,99 7,41 7,650 7,30 5,74
Niedrigster Kurs 5,453 5,60 6,39 4,80 4,47
Eröffnungskurs 5,806 7,00 7,00 4,999 5,15
Schlusskurs 6,575 5,95 6,97 7,00 4,84
Performance + 12,4 % - 15,0 % - 0,4 % + 40,0 % - 6,0 %

Analysten-Research

Die WGZ Bank, die die Masterflex-Aktie vier Jahre lang begleitete, hatte ihr Research im Rahmen der Finanzberichterstattung bis zum Mai 2016 aktualisiert, zum Schluss mit einem Kursziel von 7 Euro. Nach der Fusion dieses Institutes mit der DZ Bank AG wurde das Aktienresearch für die Masterflex-Aktie dort nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2016 mit einem gleichlautenden Kursziel (7 Euro) fortgesetzt. Nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen Anfang März 2017 wurde ein neues Research der DZ Bank mit einer Kaufempfehlung (Kursziel 8,50 Euro) herausgegeben.

Seit zwei Jahren begleitet das auf Small Cap-Aktien spezialisierte Haus SMC Research die Masterflex-Aktie. Im Laufe des Jahres 2016 wurden fünf aktualisierte Berichte herausgegeben und die Aktie zum Kauf empfohlen, zuletzt im März 2017 nach den vorläufigen Ergebnissen mit einem Kursziel von 9,0 Euro.

Seit Anfang Januar 2016 begleitet das Düsseldorfer Bankhaus Lampe die Entwicklung der Masterflex Group und ihrer Aktie. Das mit der "Halten"-Empfehlung einhergehende Kursziel wurde auf Ende 2016 zuletzt auf 7,0 Euro erhöht.

Die Analysten werden bei ihrer Arbeit durch das IR-Team unterstützt. Der Stab pflegt regelmäßige Kontakte zu Investoren und Analysten. Denn professionelle Unternehmensanalysen sind für Anleger aller Bereiche wichtig; ein Research-Bericht stellt am Kapitalmarkt eine maßgebliche Orientierung dar. Daher ist die gestiegene Coverage für die Masterflex-Aktie zu begrüßen. Die Research-Berichte können überwiegend unter www.MasterflexGroup.com im Bereich Investor Relations/Analysten heruntergeladen werden. Zudem besucht das IR-Team regelmäßig Roadshows für institutionelle wie auch private Anleger.

Xetra 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 Anzahl Aktien Stück 8.865.874 8.865.874 8.865.874 Eigene Aktien Stück 134.126 134.126 134.126 Schlusskurs € 6,57 5,95 6,97 Marktkapitalisierung Mio. € 58,2 52,8 61,8 Marktkapitalisierung - ohne eigene Akien Mio. € 57,4 52,0 60,9 Free Float % 48,7 51,9 56,7 Ergebnis je Aktie € 0,34 0,22 0,34

Ergebnisentwicklung der letzten drei jahre

Hauptversammlung 2016

Die Hauptversammlung 2016 fand am 14. Juni wieder am traditionellen Austragungsort Schloss Horst in Gelsenkirchen statt. Insgesamt 55,3 Prozent des Grundkapitals waren zum Zeitpunkt der Abstimmung vertreten. Dies ist gegenüber dem Vorjahr (54,75 Prozent) nochmals eine leichte Steigerung, die vermutlich auch mit dem steigenden Anteil von Paketaktionären in Verbindung steht.

Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Aufsichtsratsmitglieder Dr. Gerson Link und Jan van der Zouw wurden aufgrund der Amtsniederlegung der Herren Friedrich-Wilhelm Bischoping und Axel Klomp mit großer Mehrheit von der HV gewählt. Zudem wurde Herr Bischoping, einer der Gründer der Gesellschaft, zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. In der sich direkt an die HV anschließenden, konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates wurde Georg van Hall zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Bislang war van Hall stellvertretender Vorsitzender; dem Gremium gehört er seit dem Jahr 2009 an.

Auch die übrigen, von der Verwaltung vorgeschlagenen Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit beschlossen. Dazu gehörte die Bestellung der Baker Tilly Roelfs AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Erneuerung von sog. Vorratsbeschlüssen zur Eigenkapitalfinanzierung (siehe Abschnitt C III). Zugleich billigte die Mehrheit der Versammlung das System der Vorstandsvergütung.

Die so geänderte Satzung ist seit Eintragung im Handelsregister im Juli auf der Internetseite der Gesellschaft (www.MasterflexGroup.com) im Bereich Investor Relations/Hauptversammlung verfügbar. Auch die Abstimmungsergebnisse sowie einige Bilder finden sich dort.

Kapitalmarktkommunikation

Im Rahmen seiner Investor Relations pflegt die Masterflex Group eine offene, zeit- und inhaltsgleiche Informationspolitik, die sich an alle Teilnehmer des Kapitalmarktes richtet. Anliegen von Investoren oder Analysten werden gerne erfüllt, soweit es die Wettbewerbsposition der Masterflex Group als eine der wenigen börsennotierten Schlauchhersteller zulässt. Auch die Gelegenheit zur Unternehmenspräsentation auf Börsenkonferenzen wird immer wieder genutzt. Der Finanzkalender ist seit Ende 2016 auf der Internet-Seite der Gesellschaft (www.Masterflexgroup.com/investor-relations/finanzkalender.html) veröffentlicht.

Der Dialog mit Investoren soll im Jahr 2017 ausgebaut werden. Ziel unserer Kapitalmarktkommunikation ist es, über eine regelmäßige Wahrnehmung am Kapitalmarkt zu einer fairen Bewertung der Aktie beizutragen. Ziel der Masterflex Group ist es, eine Marktführerschaft in allen adressierten Märkten zu erreichen. Dazu wollen wir nachhaltig und profitabel wachsen. Dieses Wachstum sollte sich in einer Wertsteigerung der Aktie niederschlagen.

Finanzkalender 2017

Bilanzpressekonferenz, Präsentation des Geschäftsberichtes 2016, Düsseldorf
Analystenkonferenz , Frankfurt/Main
Mitteilung zu Q1/2017
Hauptversammlung , 11.00 Uhr Gelsenkirchen
Halbjahresbericht 2017
Mitteilung zu Q3/2017
Eigenkapitalforum, Frankfurt

KONZERN Abschluss

I Konzern-Bilanz 80
II Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 82
III Konzern-Gesamtergebnisrechnung 83
IV Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 84
V Konzern-Kapitalflussrechnung 85

Konzern-Bilanz-Aktiva

Aktiva in T€ Anhang 31.12.2016 31.12.2015
LAN
GFRISTI
GE VERMÖ
GENS
WERTE
Immaterielle Vermögenswerte 3, 23 4.499 3.967
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 3 483 351
Entwicklungsleistungen 3 464 146
Geschäfts- oder Firmenwert 3, 23 3.258 3.258
Geleistete Anzahlungen 3 294 212
Sachanlagen 3 29.033 23.435
Grundstücke und Gebäude 17.094 11.169
Technische Anlagen und Maschinen 8.802 8.715
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.407 2.284
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 730 1.267
Finanzanlagen 3 91 266
Wertpapiere des Anlagevermögens 91 131
Sonstige Ausleihungen 0 135
Sonstige Vermögenswerte 5 49 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5, 16 25 0
Latente Steuern 26 1.463 1.840
35.160 29.508
KURZFRISTI
GE VERMÖ
GENS
WERTE
Vorräte 4 13.562 13.558
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.397 6.474
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 878 957
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.266 6.114
Geleistete Anzahlungen 21 13
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5, 6 7.254 7.307
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6 6.240 6.465
Sonstige Vermögenswerte 5 1.007 842
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5, 16 7 0
Ertragsteuererstattungsansprüche 7 431 109
Barmittel und Bankguthaben 8 3.994 3.997
25.241 24.971
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 5 11 5
25.252 24.976
Summe Aktiva 60.412 54.484

Konzern-Bilanz-Passiva

Passiva in T€ Anhang 31.12.2016 31.12.2015
EIGENKAPITAL
Konzerneigenkapital 9 29.033 26.059
Gezeichnetes Kapital 8.732 8.732
Kapitalrücklage 26.252 26.252
Gewinnrücklagen -5.341 -7.726
Rücklage zur Marktbewertung von Finanzinstrumenten -616 -576
Währungsdifferenzen 6 -623
Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile 10 -332 -47
Summe Eigenkapital 28.701 26.012
LAN
GFRISTI
GE SCHUL
DEN
Rückstellungen 11 197 158
Finanzverbindlichkeiten 12 20.694 11.153
Sonstige Verbindlichkeiten 14 977 1.119
Latente Steuern 26 849 672
22.717 13.102
KURZFRISTI
GE SCHUL
DEN
Rückstellungen 11 2.135 2.160
Finanzverbindlichkeiten 12 2.432 8.908
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12 0 50
Ertragsteuerverbindlichkeiten 13 163 899
Sonstige Verbindlichkeiten 14, 15 3.236 2.847
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15 2.232 1.476
Übrige Verbindlichkeiten 14 1.004 1.371
7.966 14.864
Schulden in direktem Zusammenhang mit zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 14 1.028 506
8.994 15.370
Summe Passiva 60.412 54.484

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Fortgeführte Geschäftsbereiche in T€ Anhang 2016 2015
1. Umsatzerlöse 17 66.486 64.112
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen -174 1.461
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 763 236
4. Sonstige Erträge 18 1.041 1.558
Gesamtleistung 68.116 67.367
5. Materialaufwand 19 -20.804 -20.827
6. Personalaufwand 22 -26.496 -25.958
7. Abschreibungen -2.714 -2.802
8. Sonstige Aufwendungen 20 -12.005 -12.910
9. Finanzergebnis 24
Finanzierungsaufwendungen -1.339 -1.093
Übriges Finanzergebnis 16 95
10. Ergebnis vor Steuern und nicht operativen Aufwendungen 4.774 3.872
11. Nicht operative Aufwendungen 25 -200 0
12. Ergebnis vor Steuern 4.574 3.872
13. Ertragsteuern 26 -1.156 -1.620
14. Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 3.418 2.252
Aufgegebene Geschäftsbereiche in T€
15.
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
27 -555 -374
16.
Konzernergebnis
2.863 1.878
davon Anteil der Minderheitsgesellschafter am Ergebnis -65 -70
davon Anteil der Aktionäre der Masterflex SE 2.928 1.948
Ergebnis pro Aktie (unverwässert und verwässert)
aus fortgeführten Geschäftsbereichen 28 0,40 0,26
aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 28 -0,06 -0,04
aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen 28 0,34 0,22

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in T€ Anhang 2016 2015
Konzernergebnis 2.863 1.878
Sonstiges Ergebnis
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden,
sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
1. Währungsgewinne/-verluste aus der Umrechnung ausländischer
Jahresabschlüsse
9 33 694
2. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten -40 0
3. Ertragsteuern 53 -29
4. Sonstiges Ergebnis nach Steuern 46 665
5. Gesamtergebnis 2.909 2.543
Gesamtergebnis 2.909 2.543
davon Anteil der Minderheitsgesellschafter am Ergebnis -65 -70
davon Anteil der Aktionäre der Masterflex SE 2.974 2.613

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

in T€ Ge
zeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Rück
lage zur
Marktbe
wertung
von
Finanz
instru
menten
Wäh
rungs
differen
zen
Anteil der
Aktio
näre der
Masterflex
SE
Aus
gleichs
posten
für nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Anhang 9 9 9 9 9 10
Eigenkapital
zum 01.01.2015
8.732 26.252 -9.674 -576 -1.288 23.446 389 23.835
Ausschüttungen 0 0 0 0 0 0 -120 -120
Kapitalmaßnahmen 0 0 0 0 0 0 -249 -249
Übrige Veränderungen 0 0 0 0 0 0 3 3
Gesamtergebnis 0 0 1.948 0 665 2.613 -70 2.543
Konzernergebnis 0 0 1.948 0 0 1.948 -70 1.878
Sonstiges Ergebnis nach
Ertragsteuern
0 0 0 0 665 665 0 665
Marktwertänderungen
von Finanzinstrumenten
0 0 0 0 0 0 0 0
Währungsgewinne/-
verluste aus der Um
rechnung ausländischer
Jahresabschlüsse
0 0 0 0 694 694 0 694
Auf das sonstige
Ergebnis entfallende
Ertragsteuern
0 0 0 0 -29 -29 0 -29
Eigenkapital zum
31.12.2015
8.732 26.252 -7.726 -576 -623 26.059 -47 26.012
Ausschüttungen 0 0 0 0 0 0 0 0
Kapitalmaßnahmen 0 0 0 0 0 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 -543 0 543 0 -220 -220
Gesamtergebnis 0 0 2.928 -40 86 2.974 -65 2.909
Konzernergebnis 0 0 2.928 0 0 2.928 -65 2.863
Sonstiges Ergebnis nach
Ertragsteuern
0 0 0 -40 86 46 0 46
Marktwertänderungen
von Finanzinstrumenten
0 0 0 -40 0 -40 0 -40
Währungsgewinne/-
verluste aus der Um
rechnung ausländischer
Jahresabschlüsse
0 0 0 0 33 33 0 33
Auf das sonstige
Ergebnis entfallende
Ertragsteuern
0 0 0 0 53 53 0 53
Eigenkapital zum
31.12.2016
8.732 26.252 -5.341 -616 6 29.033 -332 28.701

85 Geschäftsbericht 2016 · Konzern-Abschluss konzern-kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

in T€ 2016 2015
Periodenergebnis vor Steuern, Zinsaufwendungen und Finanzerträgen 5.406 4.566
nicht operative Effekte liquiditätswirksam -200 0
Ausgaben Ertragsteuern -1.187 -721
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 166 270
Abschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens 2.548 2.532
Zunahme der Rückstellungen 14 99
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen
des Anlagevermögens
-831 -305
Zunahme der Vorräte -4 -1.864
Abnahme / Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva,
die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
1.264 -2.196
Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passi
va, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
-957 416
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 6.219 2.797
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 9 21
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -759 -160
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -8.047 -3.339
Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen 0 788
Einzahlungen aus Rückführung von Finanzanlagen 135 45
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -8.662 -2.645
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter
(Dividenden, Erwerb eigener Anteile)
0 -120
Zins- und Dividendeneinnahmen 5 94
Zinsausgaben -1.361 -1.024
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren / Festgeld -32 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 28.500 3.500
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -25.295 -3.690
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.817 -1.240
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands -626 -1.088
Wechselkursbedingte und sonstige Wertänderungen des Finanzmittelbestands 629 665
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 4.002 4.425
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.005 4.002

Wenn Lasten ergonomisch bewegt oder von A nach B transportiert werden müssen, kommen diese Vakuum-Hebeschläuche zum Einsatz. Sie können problemlos Lasten bis zu 300 Kilogramm heben. Es gibt sie in in vielen Farben sowie als elektrisch leitfähige und antistatische Ausführung.

© Masterflex

Konzernanhang

1. Grundlagen der Berichterstattung

Grundlagen der Darstellung

Die Masterflex SE als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Gelsenkirchen unter der Nr. HRB 11744 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Gelsenkirchen (Deutschland). Die Anschrift lautet Masterflex SE, Willy-Brandt-Allee 300, 45891 Gelsenkirchen. Die Satzung besteht in der Fassung vom 14. Juni 2016. Die Firma der Gesellschaft lautet Masterflex SE.

Der vorliegende Konzernabschluss wird unter Anwendung von § 315 a HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der EU anzuwenden sind. Diese umfassen die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 verpflichtend anzuwendenden IAS, IFRS sowie die entsprechenden Interpretationen (SIC/IFRIC). Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden.

Es werden die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Veränderungen des Eigenkapitals und die Kapitalflussrechnung gezeigt. Im Anhang ist zudem die Segmentberichterstattung enthalten.

Verschiedene Posten der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung werden aus Gründen einer anschaulicheren Darstellung zusammengefasst und im Konzernanhang entsprechend erläutert. Vermögenswerte und Schulden sind in lang- und kurzfristig aufgegliedert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird in Bezug auf den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nach der indirekten Methode und in Bezug auf den Cashflow aus der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit nach der direkten Methode erstellt.

Der Konzernabschluss ist in Euro (€) aufgestellt. Alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen werden in Tausend Euro (TEuro) angegeben. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. In Einzelfällen können sich daher bei der Addition von Einzelwerten zum Summenwert geringfügige Differenzen ergeben. Die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Der Vorstand der Masterflex SE hat diesen Abschluss am 14. März 2017 zur Veröffentlichung freigegeben. Die Billigung erfolgte in der Aufsichtsratssitzung am 14. März 2017.

2. Grundsätze der Rechnungslegung

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Masterflex SE werden alle Gesellschaften einbezogen, bei denen die Masterflex SE entweder direkt oder indirekt über die Stimmrechtsmehrheit verfügt oder anderweitig unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an voll konsolidiert, zu dem die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem der beherrschende Einfluss endet.

Geschäftsbericht 2016 · KonzernAnhang Konzernanhang

89

Zum 31. Dezember 2016 umfasst der Konsolidierungskreis neben der Masterflex SE 8 inländische (Vorjahr 8) und 11 ausländische (Vorjahr 11) Tochterunternehmen. Die in der nachfolgenden Übersicht dargestellten Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 voll einbezogen:

Bezeichnung der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Anteil
Masterflex
in %
Masterflex SARL Frankreich Béligneux 80
Masterflex Technical Hoses Ltd. Großbritannien Oldham 100
Masterduct Holding, Inc.* Vereinigte Staaten von Amerika Houston 100
Flexmaster USA, Inc. Vereinigte Staaten von Amerika Houston *
100
Masterduct, Inc. Vereinigte Staaten von Amerika Houston *
100
Masterduct Holding S.A., Inc. Vereinigte Staaten von Amerika Houston *
100
Masterduct Brasil LTDA. Brasilien Santana de Parnaiba *
100
Novoplast Schlauchtechnik GmbH Deutschland Halberstadt 100
Fleima
-Plastic
GmbH
Deutschland Wald-Michelbach 100
Masterflex Handelsgesellschaft mbH Deutschland Gelsenkirchen 100
Masterflex Česko s.r.o. Tschechische Republik Plana 100
M & T Verwaltungs GmbH* Deutschland Gelsenkirchen 100
Matzen & Timm GmbH Deutschland Norderstedt *
100
Masterflex Scandinavia AB Schweden Kungsbacka 100
Masterflex Entwicklungs GmbH* Deutschland Gelsenkirchen 100
Masterflex Vertriebs GmbH Deutschland Gelsenkirchen *
100
Masterflex Asia Holding GmbH* Deutschland Gelsenkirchen 80
Masterflex Asia Pte. Ltd. Singapur Singapur *
100
Masterflex Hoses (Kunshan) Co., Ltd. Volksrepublik China Kunshan *
100

*) Teilkonzern

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs bemessen sich nach den hingegebenen Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumenten und übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt, zuzüglich der dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Anpassungen der Anschaffungskosten durch Eintritt künftiger Ereignisse werden in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und der hinreichend verlässlichen Schätzung bereits im Erwerbszeitpunkt berücksichtigt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden bei der Erstkonsolidierung mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Transaktionszeitpunkt bewertet, unabhängig von eventuell bestehenden Minderheitsanteilen.

Der Teil der Anschaffungskosten, der den erworbenen Anteil an dem zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Nettovermögen des Tochterunternehmens übersteigt, wird als Goodwill bilanziert. Sind die Kosten des Erwerbs geringer als das zu beizulegenden Zeitwerten bewertete erworbene Nettovermögen des Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellten Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden an die Erfordernisse der Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS angepasst.

Einige in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen machen von Teilen der Befreiungsvorschriften der §§ 264 Absatz 3 HGB Gebrauch. Eine Liste der diese Befreiungsregelungen in Anspruch nehmenden Gesellschaften findet sich in Abschnitt 39.

Konsolidierung

Konzerninterne Forderungen, Schulden sowie Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen werden – mit Ausnahme der Aufwendungen und Erträge zwischen den fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen – eliminiert.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach IFRS 3 durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen. Dabei wird das Eigenkapital der erworbenen Tochterunternehmen zum Erwerbszeitpunkt unter Berücksichtigung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten, latenter Steuern und eines eventuellen Geschäfts- oder Firmenwerts zu diesem Zeitpunkt ermittelt.

Währungsumrechnung

Die Konzernunternehmen stellen ihre Jahresabschlüsse auf Basis ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf.

Fremdwährungsgeschäfte der einbezogenen Unternehmen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte werden zu jedem Bilanzstichtag an den geltenden Wechselkurs angepasst. Die dabei entstehenden Währungsgewinne und -verluste aus diesen Posten werden grundsätzlich ergebniswirksam unter den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen.

Alle Abschlüsse der Gesellschaften, die eine von der Berichtswährung abweichende funktionale Währung haben, werden in die Berichtswährung des Masterflex Konzernabschlusses umgerechnet. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung dieser Unternehmen erfolgt zu gleitenden Jahresdurchschnittskursen. Sofern der Durchschnittskurs keine sinnvolle Approximation der tatsächlichen Transaktionskurse darstellt, erfolgt eine Umrechnung zu den jeweiligen Transaktionskursen. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden in einen separaten Posten im Eigenkapital eingestellt und fortgeführt. Zum 31. Dezember 2016 beliefen sich diese Differenzen auf 6 TEuro (Vorjahr - 623 TEuro).

Goodwills aus dem Erwerb ausländischer Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung von der Berichtswährung abweicht, und die Anpassungen aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert werden als Vermögenswerte dieser Unternehmen zum Stichtagskurs umgerechnet.

Für die Währungsumrechnung wurden u. a. folgende Wechselkurse zum Abschlussstichtag zugrunde gelegt:

In € 31.12.2016
1 Englisches Pfund (£) 1,1680
1 US Dollar (\$) 0,9487
1 Brasilianischer Real (BRL) 0,2915
1 Tschechische Krone (CZK) 0,0370
1 Schwedische Krone (SEK) 0,1047
1 Singapur Dollar (SGD) 0,6564
1 Renminbi (CNY) 0,1366

Die Ertrags- und Aufwandsposten einschließlich des Jahresüberschusses wurden mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet:

In € 2016
1 Englisches Pfund (£) 1,2212
1 US Dollar (\$) 0,9037
1 Brasilianischer Real (BRL) 0,2590
1 Tschechische Krone (CZK) 0,0370
1 Schwedische Krone (SEK) 0,1056
1 Singapur Dollar (SGD) 0,6545
1 Renminbi (CNY) 0,1361

Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten sowohl selbsterstellte als auch erworbene Vermögenswerte. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen aktivierte Eigenleistungen und werden mit den Kosten angesetzt, die nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit, aber bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen neben Konzessionen, Lizenzen, gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten auch Technologien. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert.

Sofern die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes bestimmbar ist, wird dieser linear über seine Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Wertansatz eines immateriellen Vermögenswertes wird überprüft, sofern dieser infolge von Ereignissen oder veränderten Umständen voraussichtlich wertgemindert ist. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Die Durchführung des Werthaltigkeitstests erfolgt analog zur Vorgehensweise beim Sachanlagevermögen. Zuvor erfasste Wertminderungen müssen bei Wegfall der Wertminderungsgründe zurückgenommen werden. Eine Rücknahme erfolgt dabei bis maximal zur Höhe der fortgeführten historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Goodwill

Der Goodwill aus Unternehmenszusammenschlüssen wird als immaterieller Vermögenswert angesetzt.

Die Werthaltigkeit der Goodwills wird mindestens einmal jährlich zum Geschäftsjahresende sowie bei Anzeichen einer geminderten Werthaltigkeit auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit") überprüft. Hierbei wird der erzielbare Betrag der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit") dem Buchwert einschließlich des Goodwills gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag entspricht dem internen Nutzungswert oder dem höheren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Übersteigt der Buchwert der Vermögenswerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, liegt in Höhe der Differenz eine Wertminderung vor, die ergebniswirksam zu erfassen ist.

Ein Wertminderungsbetrag ist vom Goodwill abzuziehen. Ein den Goodwill übersteigender Betrag ist proportional zu den Buchwerten auf die anderen Vermögenswerte der zu testenden Einheit zu verteilen.

Der Nutzungswert der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird im vierten Quartal eines jeden Geschäftsjahres nach dem "Discounted-Cashflow"-Verfahren ermittelt. Die Schätzung eines Verkaufspreises ist nur erforderlich, wenn der Nutzungswert unter dem Buchwert liegt.

Sachanlagen

Als Sachanlagen werden alle materiellen Vermögenswerte ausgewiesen, die für Zwecke der Herstellung oder Lieferung von Gütern und Dienstleistungen, zur Vermietung an Dritte oder Verwaltungszwecke und die erwartungsgemäß länger als eine Periode genutzt werden.

Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen sowie zuzüglich Wertaufholungen angesetzt.

Der Wertansatz von Sachanlagevermögen wird überprüft, wenn dieser infolge von Ereignissen oder veränderten Umständen voraussichtlich wertgemindert ist. Die Werthaltigkeit wird durch den Vergleich des Buchwerts des Vermögenswerts mit seinem erzielbaren Betrag beurteilt ("Impairment"-Test). Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, erfolgt eine Abwertung. Zur Beurteilung der Wertminderung werden die Vermögenswerte auf der niedrigsten Stufe gruppiert, für die sich Zahlungsströme separat identifizieren lassen. Entfällt in der Folgezeit der Grund für eine Wertminderung, wird eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe der fortgeschriebenen historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen.

Nutzungsdauern

Den Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wurden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer Abschreibungs
methode
Software 3 Jahre Linear
Lizenzen und ähnliche Rechte über
Vertragslaufzeit
Linear
Gebäude/Gebäudeteile 10–50 Jahre Linear
Technische Anlagen und Maschinen 2–18 Jahre Linear
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2–10 Jahre Linear

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen umfassen Wertpapiere und finanzielle Forderungen (außer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen).

Als Wertpapier verbriefte Fremdkapitaltitel, bei denen die Absicht besteht, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten, werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Alle übrigen Wertpapiere werden zum Zeitwert bewertet, wobei Wertschwankungen erfolgsneutral erfasst werden.

Die finanziellen Forderungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken, insbesondere zur Risikominderung von Zinsschwankungen, die sich aus Finanzierungsgeschäften ergeben und zur Absicherung von Währungsrisiken sowie Preisänderungen eingesetzt. Sie werden stets zum Zeitwert bilanziert. Die Zeitwertschwankungen werden erfolgswirksam erfasst.

Sowohl für die erstmalige bilanzielle Erfassung als auch für die bilanzielle Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten ist der Erfüllungstag relevant. Sie werden angesetzt, sobald die Masterflex Vertragspartei der Regelungen des Finanzinstruments wird. Die Ausbuchung erfolgt, sobald das Recht zum Erhalt von Geld oder einem anderen finanziellen Vermögenswert durch Zahlung, Erlass, Verjährung, Aufrechnung oder sonstiger Weise erlischt oder das Recht auf eine andere Person übertragen wurde, wobei die Risiken auf den Erwerber übergegangen sind.

Zu jedem Bilanzstichtag werden Anhaltspunkte für eine Wertminderung finanzieller Vermögenswerte oder einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte überprüft. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst. Mit Ausnahme der Eigenkapitalinstrumente werden finanzielle Vermögenswerte bei Wegfall der Wertminderungsgründe erfolgswirksam zugeschrieben.

Latente Steuern

Für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der jeweiligen nationalen Steuerbilanzen und den in den Konzernabschluss einfließenden IFRS-Bilanzen werden im Grundsatz aktivische und passivische latente Steuern gebildet. Daneben werden aktivische latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Der Ansatz der aktivischen latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen erfolgt nur in dem Umfang, in dem zukünftig ein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis wahrscheinlich ist

Entsprechend den IFRS werden Wertansätze, die allein auf steuerlichen Vorschriften beruhen, im Konzernabschluss nicht berücksichtigt.

Vorräte

Die Vorräte sind zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Großteil des Vorratsvermögens wird dabei nach der FIFO (First In – First Out)-Methode bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten, die durch die Produktion veranlassten Fertigungs- und Materialgemeinkosten und Abschreibungen sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten, jedoch keine Fremdkapitalkosten. Der Nettoveräußerungswert bestimmt sich als geschätzter Verkaufserlös abzüglich der noch anfallenden Kosten bis zur Fertigstellung und Kosten des Vertriebs. Zuvor erfasste Wertminderungen müssen bei Wegfall der Wertminderungsgründe zurückgenommen werden. Eine Zuschreibung erfolgt dabei bis maximal zur Höhe der fortgeführten historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Liegen objektive substanzielle Hinweise für eine Wertminderung vor, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Derartige Hinweise für das Vorliegen einer Wertminderung sind beispielsweise eine Verschlechterung der Bonität eines Schuldners und damit verbundene Zahlungsstockungen oder eine drohende Zahlungsfähigkeit. Erforderliche Wertberichtigungen orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Die Forderungen umfassen Finanzforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen.

Barmittel und Bankguthaben

Die Barmittel und Bankguthaben umfassen hauptsächlich die Bankguthaben, Kassenbestände sowie noch nicht gutgeschriebene Schecks und werden zum Nennwert bilanziert. Flüssige Mittel in Fremdwährungen wurden zum Stichtagskurs umgerechnet.

Gezeichnetes Kapital

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Eigene Anteile werden von dem auf die Anteilseigner der Masterflex SE entfallenden Eigenkapital abgezogen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass der Konzern verpflichtet sein wird, diese Verpflichtung zu erfüllen, und eine verlässliche Schätzung des Betrages möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert am Bilanzstichtag für die hinzugebende Leistung unter Berücksichtigung der der Verpflichtung zugrundeliegenden Risiken und Unsicherheiten, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn diese Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Unter den sonstigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern werden alle kurzfristig fälligen Leistungen erfasst. Die kurzfristig fälligen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern werden im Allgemeinen spätestens 12 Monate nach Ende der erbrachten Leistung in voller Höhe fällig. Zu ihnen gehören unter anderem Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, bezahlter Urlaub sowie Erfolgsbeteiligungen. Sie werden zeitkongruent mit der vergüteten Arbeitsleistung aufwandswirksam. Am Bilanzstichtag wird der Teil des Aufwands, der die bereits geleisteten Zahlungen übersteigt, als abgegrenzte Schuld ausgewiesen.

Die Bildung von Gewährleistungsrückstellungen basiert sowohl auf dem tatsächlich angefallenen Gewährleistungsaufwand in der Vergangenheit als auch auf dem evaluierten Gesamtrisiko unseres Produktportfolios. Zusätzlich werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Garantiefall bekannt und ein Verlust wahrscheinlich wird. Rückgriffsforderungen gegen Zulieferer werden aktiviert, sofern deren Leistungen einer Garantie unterliegen und der Anspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit durchgesetzt werden kann.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Ermittlung dieser Anschaffungskosten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwerts des Leasinggegenstands oder des Barwerts der Mindestleasingraten, sofern dieser Wert niedriger ist, passiviert. Die Verbindlichkeiten umfassen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten.

Finanzinstrumente

In der Bilanz der Masterflex SE erfasste Finanzinstrumente umfassen insbesondere liquide Mittel, zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Zum Handel bestimmte Finanzinstrumente, insbesondere Derivate, werden zu Marktwerten bilanziert, Veränderungen in den Marktwerten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere werden zu Marktwerten bilanziert, wobei unrealisierte Veränderungen in den Marktwerten in der 'Rücklage zur Marktbewertung von Finanzinstrumenten' erfasst und als gesonderter Teil des Eigenkapitals ausgewiesen werden. Durch den Vorstand wird die entsprechende Zuordnung der Finanzinstrumente zum Zeitpunkt des Erwerbs festgelegt und zu jedem Bilanzstichtag neu geprüft. Der Ausweis der im Konzern gehaltenen Wertpapiere erfolgt im Finanzanlagevermögen.

Insgesamt bestehen bei allen übrigen bilanzierten Finanzinstrumenten keine wesentlichen Abweichungen der Buchwerte von ihren Marktwerten. Der Konzern hält liquide Mittel bei verschiedenen Kreditinstituten und richtet seine Risikostrategie auf eine Beschränkung der Abhängigkeit von einem Kreditinstitut aus. Die Kontrolle des Finanzrisikos im Zusammenhang mit Kunden erfolgt durch eine dauernde Bonitätsprüfung der Kunden.

Wesentliche über die Buchwerte finanzieller Aktiva hinausgehende Ausfallrisiken bestehen nicht.

Ertragsrealisierung

Die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten werden mit Lieferung und Übertragung des Eigentums realisiert. Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung bewertet. Keine Umsätze werden ausgewiesen, wenn wesentliche Risiken bezüglich des Erhalts der Gegenleistung oder einer möglichen Warenrückgabe bestehen. Kundenboni, Skonti, Preisnachlässe oder Rabatte schmälern die Umsatzerlöse.

Zinserträge werden unter Beachtung des Effektivzinssatzes und der Höhe der Restforderung zeitproportional über die Restlaufzeit in den Finanzierungserträgen erfasst.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten sind in der Periode als Aufwand erfasst worden, in der sie angefallen sind.

Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden unmittelbar aufwandswirksam berücksichtigt. Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügbar sind. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen ausgewiesen.

Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt. Öffentliche Aufwandszuschüsse werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Ausgleich sie zugesprochen wurden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden in einen Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und abschreibungsproportional über die Nutzungsdauer aufgelöst.

Schätzungen

Die Erstellung der Abschlüsse erfordert, dass Einschätzungen und Annahmen getroffen werden, die sich auf die Vermögenswerte, die Verbindlichkeiten, die Rückstellungen, die aktivischen und passivischen latenten Steuern, die Erträge und Aufwendungen sowie den Ausweis der Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten auswirken. Obwohl die Einschätzungen und Annahmen sorgfältig und gewissenhaft vorgenommen werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die sich tatsächlich einstellenden Beträge von den Schätzungen abweichen.

Faktoren, die eine negative Abweichung von den Erwartungen verursachen können, betreffen beispielsweise eine Verschlechterung der Weltwirtschaft, Entwicklungen der Währungskurse und Zinssätze sowie wesentliche Gerichtsverfahren und Änderungen von umweltrechtlichen bzw. sonstigen gesetzlichen Bestimmungen. Produktionsfehler, Verluste von wesentlichen Kunden sowie steigende Finanzierungskosten können gleichfalls den zukünftigen Erfolg des Konzerns beeinträchtigen.

Im Folgenden werden mögliche Effekte von Schätzungsänderungen auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden dargestellt:

a. Entwicklungsleistungen

Zur Ermittlung der Werthaltigkeit der aktivierten Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der künftig zu erwartenden Cashflows aus den Vermögenswerten, über den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren und der anzuwendenden Zinssätze vorzunehmen. Zum Bilanzstichtag wurden Schätzungen bestmöglich ermittelt (siehe Abschnitt 3).

b. Goodwill

Der Konzern untersucht jährlich, ob eine Wertminderung des Goodwills vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit") wurde auf Basis des Nutzungswertes ermittelt. Den Berechnungen der Nutzungswerte liegen Annahmen des Vorstands zugrunde (siehe Abschnitt 23).

c. Latente Steuern

Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit der aktivischen latenten Steuern beurteilt das Management, in welchem Ausmaß mehr Gründe für als gegen eine Realisierung sprechen. Ob die aktivischen latenten Steuern tatsächlich realisiert werden können, hängt davon ab, ob zukünftig in ausreichendem Maß steuerliches Einkommen erwirtschaftet wird, das gegen die steuerlichen Verlustvorträge verrechnet werden kann. Hierfür betrachtet das Management die Zeitpunkte der Umkehrung der passivischen latenten Steuern sowie die zukünftig erwarteten steuerlichen Einkommen. Auf Grundlage der erwarteten zukünftigen Geschäftsentwicklung geht das Management von der Realisierbarkeit der aktivierten latenten Steuern aus (siehe Abschnitt 26).

d. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Änderungen in der Wahrscheinlichkeitsschätzung einer gegenwärtigen Verpflichtung oder eines wirtschaftlichen Ressourcenabflusses können dazu führen, dass bislang als Eventualverbindlichkeiten eingestufte Sachverhalte als Rückstellung zu passivieren sind bzw. Rückstellungsbeträge sich ändern (siehe Abschnitt 11).

Annahmen und Schätzungen sind zudem für Wertminderungen auf zweifelhafte Forderungen sowie Eventualschulden und sonstige Rückstellungen erforderlich, weiterhin bei der Bestimmung des beizulegenden Wertes von langlebigen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten und der Bestimmung des Nettoveräußerungswertes von Vorräten.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, so dass eine wesentliche Anpassung des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte bzw. Schulden erforderlich ist. Änderungen von Schätzungen werden nach IAS 8 zum Zeitpunkt der besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Von der Möglichkeit, neue Standards, Überarbeitungen von Standards sowie Interpretationen, die am 31. Dezember 2016 bereits verabschiedet und von der Europäischen Union bis zur Freigabe des Konzernabschlusses übernommen waren, vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht.

Die folgenden Interpretationen wurden vom International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) verabschiedet und sind im laufenden Geschäftsjahr erstmals anzuwenden:

IAS 16, 38 Änderungen zur Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden IFRS 11 Änderungen und Klarstellung der Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit

Geschäftsbericht 2016 · KonzernAnhang Konzernanhang

97

  • IAS 27 Änderungen, mit denen die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen im separaten Abschluss eines Investors wieder zugelassen wird IAS 1 Änderungen als Ergebnis der Angabeinitiative IFRS 10, 12, IAS 28 Änderungen in Bezug auf die Anwendung der Konsolidierungsmaßnahme IAS 16, 41 Änderungen, um fruchttragende Pflanzen in den Anwendungsbereich von IAS 16 zu bringen
  • IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten*

* Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Damit weichen die in der EU angewandten IFRS von den Vorschriften des IASB ab.

Sowie die Änderungen an diversen IFRSs im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projektes Zyklus 2012-2014.

Die erstmalige Anwendung der Vorschriften hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss der Masterflex SE.

Für die Aufstellung des IFRS Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 waren folgende Rechnungslegungsstandards und Interpretationen sowie Änderungen bestehender Standards bereits veröffentlicht, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden:

  • IFRS 9 Finanzinstrumente Klassifizierung und Bewertung
  • IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • IFRS 16 Leasingverhältnisse

Der neue Standard zu den Finanzinstrumenten IFRS 9 ist in mehrere Phasen untergliedert und wurde seitens des IASB im Juli 2014 in seiner finalen Version veröffentlich. Die neuen Regelungen umfassen insbesondere für finanzielle Vermögenswerte grundlegende Änderungen zu deren Klassifizierung und Bewertung, die künftig auf den Ausprägungen des Geschäftsmodells sowie den vertraglichen Zahlungsströmen beruhen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Erfassung von Wertminderungen dahingehend geändert, dass diese nun nicht mehr auf eingetretenen Verlusten (incurred loss model) basieren sollen, sondern auch auf bereits erwarteten Verlusten (expected loss model). Darüber hinaus erfolgte eine Überarbeitung der Bilanzierung von Sicherungsbezieheungen insoweit, das diese stärker an der ökonomischen Risikosteuerung des Unternehmens auszurichten seien. Mit der vollständigen Überarbeitung des IAS 39 durch den IFRS 9 ergeben sich zusätzlich Angabepflichten.

Der Erstanwendungszeitpunkt ist für das erste am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahr festgelegt worden. Die erstmalige Anwendung hat retrospektiv zu erfolgen, wobei Vereinfachungsmöglichkeiten vorgesehen sind. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Übernahme des Standards in europäisches Recht erfolgte im November 2016. Die Neuregelungen werden aus heutiger Sicht für den Masterflex Konzern zu einer Neuklassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte führen. Die Neuregelungen zu den finanziellen Verbindlichkeiten werden für den Masterflex Konzern voraussichtlich keine wesentlichen Konsequenzen haben. Weitere qualitative und quantitative Effekte können sich durch die grundlegende Änderung bei der Erfassung von Wertminderungen sowie der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen ergeben.

Im Mai 2014 hat das IASB den Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" mit der Zielsetzung verabschiedet, die bisher in verschiedenen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zur Umsatzrealisierung in einem Standard zusammenzuführen. Dabei gilt IFRS 15 branchenübergreifend für sämtliche Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden, es sei denn, diese Verträge fallen in den Anwendungsbereich eines anderen Standards, wie beispielsweise Leasingverhältnisse, Versicherungsverträge und Finanzinstrumente. Die Ermittlung sowohl der Höhe als auch des Zeitpunkts beziehungsweise des Zeitraums der Umsatzrealisierung erfolgt anhand der folgenden fünf Schritte:

  • (1) Identifizierung der Verträge mit Kunden,
  • (2) Identifizierung von vertraglichen Leistungsverpflichtungen,
  • (3) Bestimmung des Transaktionspreises,
  • (4) Aufteilung des Transaktionspreises auf die vertraglichen Leistungsverpflichtungen,
  • (5) Umsatzrealisierung, wenn (oder sobald) eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde.

Neben diesem grundsätzlichen Modell sind im IFRS 15 eine Reihe weiterer Sachverhalte, wie beispielsweise Vertragskosten und Vertragsmodifikationen geregelt, sowie zusätzliche Angabepflichten für den Anhang aufgeführt. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, erstmals verpflichtend anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung möglich ist. Die Übernahme des Standards durch die EU erfolgte im September 2016. Der Masterflex Konzern wird das Wahlrecht einer vorzeitigen Anwendung nicht in Anspruch nehmen. Nach heutiger Sicht wird für den Masterflex Konzernabschluss davon ausgegangen, dass sich keine wesentlichen Änderungen in der Abbildung von Umsatzerlösen ergeben werden, weil die Art der vertraglichen Leistungsverpflichtung und die Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung keine Auswirkung auf den Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle an Gütern auf den Kunden hat.

Mit dem im Januar 2016 vom IASB verabschiedeten Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" sind im Wesentlichen neue Regelungen zur Klassifizierung von Leasingverträgen beim Leasingnehmer vorgesehen. Damit wird der bislang geltende Risk- and Rewards-Ansatz zugunsten einer bilanziellen Erfassung sämtlicher Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts (right-of-use asset) und einer entsprechend korrespondierenden Leasingverpflichtung aufgeben. Ausnahmen von dieser Regelung bestehen nur für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten oder bei geringwertigen Vermögenswerten. Im Gegensatz dazu klassifizieren die Leasinggeber weiterhin in Abwägung von Chancen und Risiken am Leasinggegenstand in Operating- oder Finanzierungs-Leasing. Der neue Standard IFRS 16 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, erstmals verpflichtend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich möglich. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Aufgrund des derzeitigen Bestands an Operating-Leasing wäre ein Anstieg bei den Vermögenswerten und Schulden in der Bilanz zu verzeichnen. Weitere Auswirkungen auf Masterflex Konzern werden derzeit untersucht.

Die folgenden vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsstandards und Interpretationen sowie Änderungen von Standards und Interpretationen bedürfen noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU und werden derzeit noch nicht angewendet:

IAS 12 Änderungen in Bezug auf den Ansatz latenter Steueransprüche
für unrealisierte Verluste
IAS 7 Änderungen als Ergebnis der Angabeinitiative
IFRS 2 Änderungen in Bezug auf bestimmte Fragestellungen im Zusam-
menhang mit der Bilanzierung anteilsbasierten Vergütungen mit
Barausgleich
IFRS 4 Änderungen in Bezug auf die Wechselbeziehung zwischen IFRS
4 und IFRS 9
IAS 40 Änderungen in Bezug auf als Finanzanlagen gehaltene Immobilien
IFRS 10, IAS 28 Änderungen in Bezug auf die Veräußerung oder Einbringung von
Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten
Unternehmen oder Joint Ventures*
IFRIC 22 Anteilsbasierte Vergütungen

sowie die Änderungen an diversen IFRSs im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projektes Zyklus 2014-2016.

*Der ursprüngliche vorgesehene Erstanwendungszeitraum wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und ist durch das IASB neu festzulegen.

Erläuterungen zur Konzernbilanz: Aktiva

3. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird separat in einem Konzernanlagenspiegel dargestellt (siehe Anlage). Als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten existieren Grundschuldeintragungen in Höhe von 15.678 TEuro (Vorjahr 5.848 TEuro) und Sicherungsübereignungen an Produktionseinrichtungen in Höhe von 7.933 TEuro (Vorjahr 7.848 TEuro).

Die Vermögenswerte der Auslandsgesellschaften mit abweichender funktionaler Währung werden zum 31. Dezember mit den jeweiligen Stichtagskursen und sämtliche Veränderungen während des Jahres zu Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die aus der unterschiedlichen Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden gesondert im Konzernanlagenspiegel gezeigt.

a) Immaterielle Vermögenswerte

Alle immateriellen Vermögenswerte sind erworben, ausgenommen einzelne gewerbliche Schutzrechte sowie Entwicklungsleistungen der Masterflex SE, der Matzen & Timm GmbH und der Novoplast Schlauchtechnik GmbH. Die gewerblichen Schutzrechte betreffen selbst erstellte Patente. Die Entwicklungsleistungen beinhalten aktivierungsfähige Aufwendungen, die bei der Entwicklung marktfähiger Produkte entstanden sind.

Die Anschaffungskosten sowie die Zugänge, Abgänge und Umbuchungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Selbst erstellte
immaterielle
Vermögens
werte
Erworbene
immaterielle
Vermögens
werte
Geschäfts
oder
Firmenwert
Summe
Stand zum 01.01.2015 476 2.644 9.161 12.281
Zugänge 22 138 0 160
Abgänge 0 34 0 34
Stand zum 01.01.2016 498 2.748 9.161 12.407
Zugänge 420 339 0 759
Abgänge 0 828 0 828
Abgänge -61 0 0 -61
Stand zum 31.12.2016 857 2.259 9.161 12.277

Die laufenden Abschreibungen und die kumulierten Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Selbst erstellte
immaterielle
Vermögens
werte
Erworbene
immaterielle
Vermögens
werte
Geschäfts
oder
Firmenwert
Summe
Stand zum 01.01.2015 263 2.038 5.903 8.204
Abschreibungen Geschäftsjahr 23 247 0 270
Abgänge 0 34 0 34
Stand zum 01.01.2016 286 2.251 5.903 8.440
Abschreibungen Geschäftsjahr 28 138 0 166
Abgänge 0 828 0 828
Stand zum 31.12.2016 314 1.561 5.903 7.778

Die Buchwerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Selbst erstellte
immaterielle
Vermögens
werte
Erworbene
immaterielle
Vermögens
werte
Geschäfts
oder
Firmenwert
Summe
Stand zum 31.12.2015 212 497 3.258 3.967
Stand zum 31.12.2016 543 698 3.258 4.499

b) Finanzanlagen

Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Wertpapiere des Anlagevermögens 91 131
Darlehen und Forderungen 0 135
Gesamt 91 266

Bei den Wertpapieren handelt es sich um Renditepapiere aus einem europäischen Aktienindex und sind zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39. Die Finanzinstrumente sind der Stufe 1 als Input-Faktoren mit notierten Preisen in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, zuzuordnen.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden hieraus Wertminderungen in Höhe von TEuro 40 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (Siehe Abschnitt 9).

Anschaffungskosten, nicht realisierte Gewinne, nicht realisierte Verluste und Marktwerte der jederzeit zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere stellen sich zum 31. Dezember 2016 wie folgt dar:

Unrealisierte Verluste in T€ Marktwert in T€
616 91

Die Erträge aus dem Bestand betrugen 5 TEuro (Vorjahr 3 TEuro).

Im Vorjahr wurden Forderungen aus Warengeschäften in Höhe von 135 TEuro aufgrund einer Finanzierungsvereinbarung als langfristige Forderungen erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 wurden hieraus Zinserträge in Höhe von 2 TEuro vereinnahmt.

4. Vorräte

Die Vorräte setzen sich im Einzelnen wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.397 6.474
Unfertige Erzeugnisse 878 957
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.266 6.114
Geleistete Anzahlungen 21 13
Gesamt Vorräte 13.562 13.558

101

Vorräte in Höhe von 20.545 TEuro (Vorjahr 20.545 TEuro) wurden aufwandswirksam erfasst (vgl. Abschnitt 19).

Abschreibungen der Vorräte auf den Nettoveräußerungswert wurden in Höhe von 99 TEuro (Vorjahr 138 TEuro) vorgenommen.

5. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2015 31.12.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.240 6.465
Sonstige Vermögenswerte 1.056 842
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 32 0
Zur Veräußerung klassifizierte Vermögenswerte 11 5
Gesamt Forderungen und sonstige Vermögenswerte 7.339 7.312

Die sonstigen Vermögenswerte haben in Höhe von 49 TEuro (Vorjahr 0 TEuro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Rechnungsabgrenzungen 418 411
Bonusforderungen 336 130
Forderungen gegen Finanzbehörden 115 132
Kautionen 83 48
Forderungen gegen Krankenkassen 34 19
Forderungen gegen Personal 22 16
Debitorische Kreditoren 14 55
Sonstige 34 31
Gesamt sonstige Vermögenswerte 1.056 842

Die Buchwerte der sonstigen Vermögenswerte entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten.

Die Forderungen gegen Finanzbehörden beinhalten vornehmlich Umsatzsteuerforderungen.

Die Rechnungsabgrenzungen setzen sich im Wesentlichen aus Vorauszahlungen auf Messekosten, Provisionen, Lizenzgebühren, Leasingraten und Versicherungsprämien zusammen.

Hinsichtlich der "Sonstigen finanziellen Vermögenswerte" wird auf die Ausführungen in Abschnitt 16 verwiesen.

Der Posten "Zur Veräußerung klassifizierte Vermögenswerte" beinhaltet die Vermögenswerte der folgenden nicht mehr fortgeführten Geschäftsbereiche:

  • Masterflex Entwicklungs GmbH (vormals Masterflex Mobility GmbH)
  • Masterflex Vertriebs GmbH (vormals Masterflex Brennstoffzellentechnik GmbH).

6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Bewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich wie folgt:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Nominalwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.272 6.500
Wertminderungen -32 -35
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.240 6.465

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten.

Die Summe der Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für Einzelrisiken beträgt insgesamt 32 TEuro (Vorjahr 35 TEuro).

Das durchschnittliche Zahlungsziel und die durchschnittlichen Forderungsausstände bewegen sich im marktüblichen Rahmen.

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzt sich wie folgt zusammen:

2016 T€ T€
Buchwert: 6.240
1. davon: zum Bilanzstichtag weder wertgemindert noch überfällig 4.794
2. davon: zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig 1.446
weniger als 30 Tage 1.029
30 bis 59 Tage 248
60 bis 89 Tage 92
90 bis 119 Tage 60
120 Tage oder mehr 17
2015 T€ T€
Buchwert: 6.465
1. davon: zum Bilanzstichtag weder wertgemindert noch überfällig 4.798
2. davon: zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig 1.667
weniger als 30 Tage 972
30 bis 59 Tage 159
60 bis 89 Tage 301
90 bis 119 Tage 151
120 Tage oder mehr 84

7. Ertragsteuererstattungsansprüche

Die Ertragsteuererstattungsansprüche betragen zum Stichtag 431 TEuro (Vorjahr 109 TEuro). Sämtliche Ertragsteuererstattungsansprüche sind innerhalb eines Jahres fällig.

8. Barmittel und Bankguthaben

Die Barmittel und Bankguthaben umfassen Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Der Bestand an Barmitteln und Bankguthaben ermittelt sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Barmittel und Bankguthaben 3.994 3.997

Der effektive Zinssatz der kurzfristigen Bankeinlagen belief sich zwischen 0,00 Prozent und 0,35 Prozent.

Erläuterungen zur Konzernbilanz: Passiva

9. Eigenkapital

Kapitalmanagement

Die strategische Ausrichtung des Masterflex-Konzerns setzt den Rahmen für die Optimierung des Kapitalmanagements. Die nachhaltige Unternehmenswertsteigerung im Interesse der Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter soll durch eine stetige Verbesserung des Ergebnisses durch Wachstum und Effizienzverbesserung unserer Geschäftsprozesse erfolgen. Hierfür ist der Ausgleich zwischen den Geschäfts- und Finanzrisiken mit der finanziellen Flexibilität des Masterflex-Konzerns erforderlich, der durch eine intensive Kommunikation mit dem Finanzmarkt und hier insbesondere mit den Banken dargestellt wird.

Die Satzung stellt keine Kapitalerfordernisse an die Masterflex SE.

Zur Erläuterung der Entwicklung des Eigenkapitals wird an dieser Stelle auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt im Geschäftsjahr 8.865.874 Euro, eingeteilt in 8.865.874 auf den Inhaber lautende Stammaktien in Form von nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro je Aktie. Das Grundkapital ist voll eingezahlt.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2016 wurden keine eigenen Anteile verkauft oder neu erworben. Zum Bilanzstichtag befinden sich 134.126 eigene Anteile im Bestand der Masterflex SE (Vorjahr 134.126).

Die 134.126 Stück auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) haben einem rechnerischen Nennwert von 134.126 Euro. Sie repräsentieren einen Anteil von 1,51 Prozent am Grundkapital. Die Aktien wurden in der Zeit von September 2004 bis Juli 2005 erworben. Die Gesellschaft wurde durch die entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüsse aus den Jahren 2004 und 2005 ermächtigt, eigene Aktien mit einem höchstens auf diese Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 450.000,00 Euro zu erwerben. Das waren zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Hauptversammlung in Höhe von 4.500.000,00 Euro. Die erworbenen Aktien durften – zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befanden oder ihr nach §§ 71 a ff. AktG zuzurechnen waren – zu keinem Zeitpunkt zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung durfte nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.

Demnach weist die Masterflex SE ein Ausgegebenes Kapital in Höhe von 8.731.748 Euro aus.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 wurde der Vorstand ermächtigt ab dem 15. Juni 2016 bis zum 14. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben.

Die erworbenen Aktien dürfen – zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind – zu keinem Zeitpunkt 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen, und zwar weder 10 Prozent des Grundkapitals, das im Zeitpunkt der Erteilung der Ermächtigung besteht, noch 10 Prozent des Grundkapitals, das im Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts besteht. Auf die 10 Prozent-Grenze werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien ausgenutzt werden.

Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ("öffentliches Angebot") erfolgen.

105

Der Vorstand kann die erworbenen eigenen Aktien unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) veräußern. Insbesondere genügt dem eine Veräußerung über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligungsquoten gerichteten Angebots. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Dritte gegen Barzahlung, im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, zur Erfüllung von Wandlungs- und Optionsrechten, als Belegschaftsaktien im Rahmen der vereinbarten Vergütung oder von gesonderten Programmen an Mitarbeiter der Gesellschaft, zur Durchführung einer Aktiendividende oder Übertragung von Dividendenansprüchen von Aktionären anzubieten oder zu gewähren.

Vorstand und Aufsichtsrat haben von diesen Ermächtigungen keinen Gebrauch gemacht.

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 14. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 4.432.937 Euro durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 4.432.937 auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Die neuen Aktien sind den Aktionären zum Bezug anzubieten. Die neuen Aktien können auch von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Absatz 1 Satz 1 oder § 53b Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

a) Für Spitzenbeträge;

b) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere

  • I. zur Gewährung von Aktien im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, oder von anderen mit einem solchen Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Vermögensgegenständen, einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft,
  • II. zum Erwerb von sonstigen Vermögensgegenständen oder von Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen sowie
  • III. zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend), bei der den Aktionären angeboten wird, ihnen zustehende Dividendenansprüche wahlweise (ganz oder teilweise) als Sacheinlagen gegen Gewährung neuer Aktien in die Gesellschaft einzulegen;

c) bei Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet;

d) um Inhabern oder Gläubigern von mit Options- oder Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. mit entsprechenden Options- oder Wandlungspflichten verbundenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaft der Gesellschaft ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien der Gesellschaft in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung ihrer Options- bzw. Wandlungsrechte oder nach Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten als Aktionär zustehen würde.

Vorstand und Aufsichtsrat haben von diesen Ermächtigungen keinen Gebrauch gemacht.

Bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat den Vorstand am 24. Juni 2014 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 23. Juni 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 45.000.000,00 Euro auszugeben.

Die Aktionäre haben auf die Schuldverschreibungen grundsätzlich ein gesetzliches Bezugsrecht. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen in den folgenden Fällen auszuschließen:

  • I. bei Spitzenbeträgen,
  • II. bei Ausgabe von Schuldverschreibungen gegen Barleistungen, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet und die Schuldverschreibungen zum Bezug von Aktien, auf die ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von insgesamt nicht mehr als 10 Prozent des Grundkapitals entfällt, berechtigen bzw. verpflichten oder
  • III. bei Ausgabe von Schuldverschreibungen gegen Sachleistungen, wenn der Wert der Sachleistung im Vergleich zu dem nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht unangemessen niedrig ist.

Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ausgabe von Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf insgesamt 20 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen.

Den Inhabern bzw. Gläubigern von Options- und Wandelschuldverschreibungen können Options- bzw. Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 4.432.937 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu 4.432.937,00 Euro gewährt bzw. entsprechende Verpflichtungen vereinbart werden. Zur Bedienung dieser Rechte bzw. Verpflichtungen wurde das Grundkapital der Gesellschaft durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2014 bedingt erhöht.

Von der am 24. Juni 2014 erteilten Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen hat der Vorstand bislang keinen Gebrauch gemacht.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt zum Bilanzstichtag 26.252 TEuro (Vorjahr 26.252 TEuro). Sie enthält im Wesentlichen den Emissionserlös aus dem Börsengang im Jahr 2000 nach Abzug von Börseneinführungskosten und die in 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung.

Gewinnrücklagen

Die Entwicklung der Gewinnrücklagen ist dem Eigenkapitalspiegel zu entnehmen.

107

Rücklage zur Marktbewertung von Finanzinstrumenten

Gemäß IAS 39 wurden vorhandene Wertpapiere des Anlagevermögens als "available for sale" (zur Veräußerung verfügbar) klassifiziert. Am Bilanzstichtag wurden diese Wertpapiere mit dem beizulegenden Wert bewertet. Dadurch entstanden für ein Wertpapier unrealisierte Gewinne, die nach Berücksichtigung von Ertragsteuerauswirkungen erfolgsneutral in die Position "Rücklage zur Marktbewertung von Finanzinstrumenten" eingestellt wurden.

Währungsdifferenzen

Die im Eigenkapital erfassten Währungsdifferenzen stellen sich wie folgt dar:

in T€ Währungsdiffe
renzen aus der
Umrechnung
ausländischer
Abschlüsse
Währungsdiffe
renzen nach
IAS
21.17
Währungsdiffe
renzen nach
IAS
21.19
Summe
Stand 31.12.2014 -1.095 -288 95 -1.288
Veränderung 2015 596 69 0 665
Stand 31.12.2015 -499 -219 95 -623
Veränderung 2016 752 -123 0 629
Stand 31.12.2016 253 -342 95 6

Steuern, die sich auf erfolgsneutral verrechnete Posten beziehen, wurden gemäß IAS 12.61 ebenfalls erfolgsneutral behandelt und in den oben dargestellten Veränderungen der Währungsdifferenzen berücksichtigt.

Die erfolgsneutral verrechneten Marktwertänderungen in Höhe von -123 TEuro (Vorjahr 69 TEuro) werden gemäß IAS 21.17/21.19/21.32 in Verbindung mit IAS 21.37 bei Tilgung der Fremdwährungsverpflichtung festgeschrieben. Eine erfolgswirksame Auflösung der im Eigenkapital verrechneten Währungsdifferenzen erfolgt erst zum Zeitpunkt des Abgangs der wirtschaftlich selbstständigen Teileinheit.

10. Nicht beherrschende Anteile

Es bestehen nicht beherrschende Anteile an Gesellschaften des Masterflex-Konzerns in Höhe von -332 TEuro (Vorjahr -47 TEuro).

11. Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Stand
01.01.2016
Inanspruch
nahme
Auflösung Zuführung Stand
31.12.2016
Prämien, Abfindungen und Provisionen 744 714 30 630 630
Tantiemen 377 216 4 321 478
Ausstehende Rechnungen 427 421 6 411 411
Abschlusskosten 164 163 1 161 161
Boni an Kunden 133 131 2 126 126
Urlaub 65 65 0 106 106
Berufsgenossenschaft 124 124 0 103 103
Gewährleistungen 89 89 0 92 92
Übrige 195 47 48 125 225
Gesamt 2.318 1.970 91 2.075 2.332

a) Langfristige Rückstellungen

Die langfristigen Rückstellungen betreffen die erfolgsbezogenen Komponenten der Vorstandsvergütung in Höhe von 197 TEuro (Vorjahr 158 TEuro), die erst im dritten Jahr nach dem Bezugsjahr zur Auszahlung gelangen.

b) Kurzfristige Rückstellungen

Die personenbezogenen Rückstellungen umfassen Prämien- und Provisionsverpflichtungen sowie Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter.

Unter den Rückstellungen für ausstehende Rechnungen werden Aufwendungen für Lieferungen und Leistungen des abgelaufenen Geschäftsjahres erfasst, für die bis zum Abschlussstichtag noch keine Rechnung vorlag.

Die Rückstellungen für Abschlusskosten beinhalten die externen Kosten für die Aufstellung und Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses.

Den Rückstellungen für Boni liegen die jeweiligen Vertragsvereinbarungen sowie die entsprechenden Jahresumsätze zugrunde.

Die Urlaubsrückstellungen sind auf der Basis der ausstehenden Urlaubstage und der individuellen Bezüge der einzelnen Mitarbeiter ermittelt.

Rückstellungen für die Beiträge zur Berufsgenossenschaft wurden auf der Grundlage der entsprechenden Lohnnachweise unter Berücksichtigung der Beitragssätze des Vorjahres gebildet.

Gewährleistungsrückstellungen betreffen anfallende Garantie- und Kulanzkosten bezogen auf den erzielten Umsatz des Berichtsjahres.

109

12. Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2016 setzten sich zusammen aus:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.694 11.153
davon Restlaufzeit > 5 Jahre 0 0
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 20.694 11.153
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.432 8.908
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 50
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2.432 8.958
Summe Finanzverbindlichkeiten 23.126 20.111

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Nach Fristigkeiten verteilen sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 2.432 8.908
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren 20.694 11.153
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren 0 0
Gesamt Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.126 20.061

Sofern sich die Finanzverbindlichkeiten auf kurzfristige Finanzverbindlichkeiten beziehen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Sofern die Finanzverbindlichkeiten den Konsortialkreditvertrag betreffen, wird die Effektivzinsmethode angewendet.

Der im Juni 2016 abgeschlossene Konsortialkreditvertrag hat ein Volumen von 45,0 Mio. Euro und eine Laufzeit bis Juni 2021. Die Inanspruchnahme belief sich zum Stichtag auf 23,5 Mio. Euro. Aufgrund der Verwendung der Effektivzinsmethode ergibt sich zum 31. Dezember 2016 ein Unterschied zwischen der inanspruchgenommenen Kreditsumme von 23.500 TEuro und den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 23.084 TEuro in Höhe von 416 TEuro.

Bilanziell wurde der Konsortialkreditvertrag bei seinem erstmaligen Ansatz um die unmittelbar zurechenbaren Transaktionskosten von 480 TEuro gemindert. Die Folgebewertung erfolgt nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug der Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird effektivzinskonform über die Laufzeit verteilt und im Zinsergebnis erfasst.

Die Forderungen des Bankenkonsortiums aus dem Konsortialkreditvertrag sind von den Gesellschaften des Masterflex-Konzerns durch Vermögenswerte mit einem Buchwert in Höhe von 36.156 TEuro (Vorjahr 26.535 TEuro) besichert.

Davon entfallen 15.642 TEuro auf Grundschulden, 7.933 TEuro auf übrige langfristige Vermögenswerte, 8.932 TEuro auf Vorräte und 3.649 TEuro auf kurzfristige Forderungen.

Der Marktwert der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entspricht den angegebenen Buchwerten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Euro-Raum in Abhängigkeit von Fristigkeit und Finanzierungszweck mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent (Vorjahr zwischen 2,51 Prozent und 2,63 Prozent p.a.) verzinst. Darüber hinaus bestanden Fremdwährungsverbindlichkeiten in US-Dollar, die wie im Vorjahr zwischen 3,85 Prozent und 5,7 Prozent p.a. verzinst wurden.

Zum 31. Dezember 2016 bestanden Banklinien (Barkreditlinien) von 45.616 TEuro. Hiervon ungenutzt waren Banklinien in Höhe von 22.116 TEuro. Zusätzliche Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen und Gewährleistungen bestanden in 2016 in Höhe von 1.500 TEuro und wurden in Höhe von 1.162 TEuro genutzt.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Unter dem Posten "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" wird im Vorjahr der Ausgleichsbetrag für den Austritt der amerikanischen Gesellschaften aus dem Tarifvertrag ausgewiesen.

13. Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betreffen laufende Steuern und bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 163 TEuro (Vorjahr 899 TEuro).

14. Sonstige Verbindlichkeiten

Die Details der sonstigen Verbindlichkeiten ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.232 1.476
Übrige Verbindlichkeiten 1.844 2.044
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 137 446
Schulden in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 1.028 506
Gesamt sonstige Verbindlichkeiten 5.241 4.472

111

Die übrigen Verbindlichkeiten beinhalten folgende Positionen:

in T€ 31.12.2015 31.12.2014
Rechnungsabgrenzungen 1.075 1.243
Verbindlichkeiten aus Steuern 326 317
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 186 157
Sozialversicherung 111 92
Kreditorische Debitoren 62 99
Übrige 84 136
Gesamt 1.844 2.044

Die Rechnungsabgrenzungen enthalten fast ausschließlich Zuwendungen der öffentlichen Hand, die der Investitionsförderung dienen.

Folgende Beträge wurden jeweils per 31. Dezember passiviert:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Zuschüsse 679 781
Zulagen 396 462
Gesamt 1.075 1.243

Ertragswirksam aufgelöst wurde in den einzelnen Jahren wie folgt:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Auflösung Zuschüsse 102 76
Auflösung Zulagen 66 56
Gesamt 168 132

Die vereinnahmten Zuschüsse betreffen im Wesentlichen Zuschüsse zur Erweiterung von Betriebsstätten und für technische Anlagen und Maschinen in den Jahren 1995 bis 2011. Die Zulagen wurden für die Anschaffung von Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung gewährt. Notwendige Verwendungsnachweise sind in vollem Umfang erbracht.

Der Posten "Übrige Verbindlichkeiten" enthält Verbindlichkeiten in Höhe von 977 TEuro (Vorjahr 1.119 TEuro), die erst ein Jahr nach dem Bilanzstichtag fällig werden.

Die Position "Schulden in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" beinhaltet die Schulden der nicht mehr fortgeführten Geschäftsbereiche. Auf die Ausführungen unter Abschnitt 5 " Forderungen und sonstige Vermögenswerte" wird verwiesen.

15. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember bestanden folgende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen:

in T€ 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.232 1.476

Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen den ausgewiesenen Buchwerten. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 2.232 TEuro (Vorjahr 1.476 TEuro) innerhalb eines Jahres fällig.

16. Derivative Finanzinstrumente

Die Bilanzierung von Termingeschäften und Optionen umfasst den Zeitwert in Höhe von 32 TEuro (Vorjahr 0 TEuro). Die derivativen Finanzinstrumente wurden zur Absicherung gegen variierende Zinszahlungen aus variabel verzinslichen Darlehen (Zins-Cap) in Höhe von 32 TEuro und für eine Absicherung der operativen Währung US –Dollar und Euro in Höhe von 26 TEuro abgeschlossen.

Der Ausweis erfolgt unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten auf Basis aktueller Marktkonditionen zum Bilanzstichtag. Die Finanzinstrumente sind der Stufe 2, als Input-Faktoren, die für Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten entweder mittelbar oder unmittelbar zu beobachten sind, zuzuordnen.

Die Bewertung der Stufe 2 erfolgte nach dem Black Scholes Verfahren und wurde von den Finanzinstituten durchgeführt, bei denen diese abgeschlossen waren.

Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes in Höhe von 26 TEuro (Vorjahr 28 TEuro) wird erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst.

Derivative
Finanzinstrumente
Bewertungs-Kategorie
nach IAS
39
Historische
Anschaffungskosten
in T€
Beizulegender
Zeitwert (FV) in T€
31.12.2015
Beizulegender
Zeitwert (FV) in T€
31.12.2014
Derivate ohne
Hedge-Beziehung
held-for-trading 58 32 0

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Position "Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen" stellt die Aufwendungen der in Abwicklung befindlichen Gesellschaften dar:

  • Masterflex Entwicklungs GmbH (vormals Masterflex Mobility GmbH)
  • Masterflex Vertriebs GmbH (vormals Masterflex Brennstoffzellentechnik GmbH).

17. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2016 2015
Summenumsatz 71.426 69.056
Eliminierung von Umsätzen im Konsolidierungskreis 4.940 4.944
Gesamt 66.486 64.112

18. Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge betragen für den Konzern:

in T€ 2016 2015
Sonstige Erträge 1.041 1.558

Die sonstigen Erträge gliedern sich wie folgt auf:

in T€ 2016 2015
Kursgewinne aus Währungsumrechnungen 231 140
Andere periodenfremde Erträge 229 0
Zuschüsse 142 56
Erlöse aus nicht betriebstypischen Nebenumsätzen 116 8
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 91 451
Zulagen 66 76
Entschädigungen 65 26
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 45 154
Abgangsgewinn Masterflex RUS 0 529
Übrige 56 118
Gesamt 1.041 1.558

19. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2016 2015
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 20.545 20.545
Aufwendungen für bezogene Leistungen 259 282
Gesamt 20.804 20.827

20. Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen betragen für den Konzern:

in T€ 2016 2015
Sonstige Aufwendungen 12.005 12.910

Die sonstigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt auf:

in T€ 2016 2015
Vertriebskosten 4.826 5.124
Raumkosten 2.278 2.070
Betriebskosten 2.151 2.257
Verwaltungskosten 1.683 2.231
Versicherungen 430 388
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 143 265
Aufwand für Wertberichtigungen 84 101
Sonstige 145 178
Sonstige Steuern 265 296
Gesamt 12.005 12.910

21. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die aktivierungsfähigen Entwicklungskosten wurden im Posten "Immaterielle Vermögenswerte" erfasst. Die Forschungs- und nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten wurden im Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 399 TEuro (Vorjahr 369 TEuro) entstanden.

22. Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich im Jahr 2016 um 538 TEuro auf 26.496 TEuro (Vorjahr 25.958 TEuro). Im Personalaufwand sind Löhne und Gehälter in Höhe von 21.964 TEuro (Vorjahr 21.262 TEuro) sowie soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung mit 4.532 TEuro (Vorjahr 4.696 TEuro) enthalten.

Bei der betrieblichen Altersversorgung liegen beitragsorientierte Versorgungspläne ("Defined Contribution Plans") vor. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen geht das Unternehmen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an Fonds keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Aufwendungen sind im laufenden Personalaufwand ausgewiesen; eine Rückstellung wird nicht gebildet. Die Aufwendungen dafür betragen 218 TEuro (Vorjahr 211 TEuro). Die Arbeitgeberleistungen zur Rentenversicherung sind nicht in diesen Leistungen enthalten.

23. Wertminderungen von Vermögenswerten

Gemäß IFRS 3 (Business Combinations), IAS 36 (Impairment of Assets) und IAS 38 (Intangible Assests) unterliegen Geschäfts- oder Firmenwerte und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, deren Herstellung noch nicht abgeschlossen ist, regelmäßigen Werthaltigkeitsprüfungen.

Hierbei werden Geschäfts- oder Firmenwerte und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, deren Herstellung noch nicht abgeschlossen ist, jährlich auf eine mögliche Wertminderung überprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist die Werthaltigkeitsprüfung auch häufiger durchzuführen.

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit werden im Masterflex-Konzern die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit") mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag ("recoverable amount"), d. h., dem höheren Wert aus Nettoveräußerungspreis ("fair value less costs to sell") und seinem Nutzungswert ("value in use"), verglichen.

In den Fällen, in denen der Buchwert der Cash Generating Unit höher als sein erzielbarer Betrag ist, liegt in der Höhe der Differenz ein Abwertungsverlust ("impairment loss") vor.

Der erzielbare Betrag wird durch die Ermittlung des Nutzwertes mittels der Discounted-Cashflow-Methode bestimmt. Die Cashflows zur Bestimmung der Nutzungswerte wurden auf der Grundlage der Mittelfristplanung des Managements ermittelt. Diese Planungen beruhen auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung unter Berücksichtigung von bereits initiierten strategischen und operativen Maßnahmen zur Geschäftsfeldsteuerung. Der Zeitraum für den Detail-Planungshorizont beträgt in der Regel fünf Jahre.

Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (WACC = Weighted Average Cost of Capital). Die Eigenkapitalkosten werden dabei aus einer Peer Group-Analyse des relevanten Marktes und damit aus verfügbaren Kapitalmarktinformationen abgeleitet.

Um den unterschiedlichen Rendite-/Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Gesellschaften (CGUs) individuelle Kapitalkostensätze. Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze, sog. WACC vor Steuern, die zur Diskontierung der Cashflows angewandt worden sind, liegen zwischen 2,40 und 10,23 Prozent (Vorjahr 5,57 und 9,05 Prozent).

Aus den in Vorjahren getätigten Akquisitionen von Tochterunternehmen bzw. durch sukzessiven Anteilserwerb und Unternehmensverkäufen resultieren folgende Geschäfts- oder Firmenwerte:

Flexmaster U.S.A., Inc. 1.488
Fleima
-Plastic
GmbH
1.075
Novoplast Schlauchtechnik GmbH 462
Matzen & Timm GmbH 233
Gesamt 3.258

In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 ergab sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftsoder Firmenwerte kein Wertminderungsbedarf. Eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 Prozent-Punkt hätte zu keiner außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte geführt.

24. Finanzergebnis

in T€

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2016 2015
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 16 95
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.339 -1.093
Gesamt -1.323 -998

Die Zinserträge resultieren aus dem kurzfristigen Bereich.

25. Nicht operative Aufwendungen

Die nicht operativen Aufwendungen beinhalten nicht wiederkehrende und / oder ungewöhnliche Geschäftsvorfälle. Im Interesse der Klarheit wurden diese Aufwendungen aus dem Posten Sonstige Aufwendungen eliminiert und in einem Einzelposten in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Hierzu gehören außerordentliche Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 89 TEuro sowie Erträge und Aufwendungen aus Gewährleistungsverpflichtungen, die sich auf Vorjahre beziehen in Höhe von 111 TEuro. 26. Ertragsteueraufwand

in T€ 2016 2015
Nicht operative Aufwendungen 200 0

117

Der Ertragsteueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2016 2015
Ertragsteueraufwand -623 -825
Latente Steuern
aus zeitlichen Unterschieden -263 -72
aus Verlustvorträgen -270 -723
Latente Steuern gesamt -533 -795
Gesamt Ertragsteueraufwand -1.156 -1.620

Die nachfolgende Überleitung der Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2016 geht von dem Gesamtsteuersatz von 30,0 Prozent (Vorjahr 30,0 Prozent) aus und leitet auf den effektiven Steuersatz von 25,3 Prozent (Vorjahr 41,8 Prozent) über:

in T€ 2016 2015
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.574 3.872
Erwarteter Steueraufwand 30,0 Prozent -1.372 -1.162
Veränderung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge bzw. Nutzung von
Verlustvorträgen im Geschäftsjahr/ungenutzte Verluste
-215 -419
Steuererstattungen/-nachzahlungen Vorjahre 0 -64
Auswirkungen nicht abzugsfähiger Aufwendungen und steuerfreier Erträge 242 -82
Sonstige 189 -57
Gesamt Steueraufwand -1.156 -1.620

Die Ausgangsgröße (Ergebnis vor Ertragsteuern) entspricht dem Konzernjahresüberschuss zuzüglich der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag bzw. latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung. Der Posten "Sonstige" umfasst unter anderem die Auswirkungen abweichender ausländischer Steuersätze.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:

31.12.2016 31.12.2015
in T€ Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
Verlustvorträge 1.535 0 1.805 0
Anlagevermögen 274 1.282 245 991
Vorräte 21 0 19 0
Forderungen 0 54 4 20
Sonstige Vermögenswerte 96 0 71 0
Rückstellungen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 192 168 223 188
vor Saldierung 2.118 1.504 2.367 1.199
davon langfristig 1.230 1.305 1.513 1.061
Saldierung -655 -655 -527 -527
Konzernbilanz 1.463 849 1.840 672

Aktivische und passivische latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht auf Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn die latenten Steuern sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wurde mit einer Fünfjahresplanung unter Berücksichtigung der Mindestbesteuerung überprüft. Die Werthaltigkeit ist insbesondere wegen der abgeschlossenen Restrukturierung und der auf Basis einer Mittelfristplanung abgeleiteten positiven Ergebniserwartung gegeben. Teile der Verlustvorträge sind zudem durch außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung und der Kapitalerhöhung entstanden. Die Realisierung dieser Verlustvorträge ist mit ausreichender Sicherheit gewährleistet.

Zum 31. Dezember 2016 hat die Masterflex aktive latente Steuern in Höhe von 1.535 TEuro (Vorjahr 1.805 TEuro) auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt.

Für ausländische Gesellschaften variieren die Steuersätze zwischen 19,0 Prozent und 39,62 Prozent.

Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 7.871 TEuro (Vorjahr 6.915 TEuro) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da deren Nutzung nicht hinreichend sicher ist. Die Verlustvorträge der deutschen Gesellschaften können zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden. Die Nutzung der Verlustvorträge ausländischer Gesellschaften ist in der Regel zeitlich begrenzt.

Auf das sonstige Ergebnis entfallen Steuern in Höhe von -53 TEuro (Vorjahr 29 TEuro), die auf Kursdifferenzen nach IAS 21 entfallen und direkt dem Eigenkapital belastet bzw. gutgeschrieben wurden.

27. Aufgegebene Geschäftsbereiche

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ergebniskomponenten des aufgegebenen Geschäftsbereichs sind nachstehend aufgeführt. Die Vergleichsangaben hinsichtlich der Ergebnisse sowie der Zahlungsströme aus aufgegebenen Geschäftsbereichen wurden angepasst, um die in der laufenden Geschäftsperiode als aufgegeben klassifizierte Geschäftsbereiche zu berücksichtigen.

in T€ 2016 2015
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Übrige Aufwendungen -555 -374
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -555 -374
in T€ 2016 2015
Zahlungsströme aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Nettozahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit -31 -85

119

28. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie errechnet sich wie folgt:

Fortgeführter
Geschäftsbereich
Aufgegebene
Geschäftsbereiche
Fortgeführter und
aufgegebene
Geschäftsbereiche
Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 (T€) 3.483 -555 2.928
Gewogener Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 8.731.748 8.731.748 8.731.748
Ergebnis je Aktie (€) 0,40 -0,06 0,34
Fortgeführter
Geschäftsbereich
Aufgegebene
Geschäftsbereiche
Fortgeführter und
aufgegebene
Geschäftsbereiche
Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 (T€) 2.322 -374 1.948
Gewogener Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 8.731.748 8.731.748 8.731.748
Ergebnis je Aktie (€) 0,26 -0,04 0,22

Sowohl für das Geschäftsjahr 2016 als auch für das Vorjahr ergeben sich keine verwässernden Effekte.

29. Ergebnisverwendung

Der handelsrechtliche Jahresabschluss der Masterflex SE weist zum 31. Dezember 2016 einen Bilanzgewinn von 5.676 TEuro aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Zum 31. Dezember 2016 bestehen bei der Masterflex SE ausschüttungsgesperrte Beträge in Höhe von insgesamt 1.788 TEuro, die in Höhe von 1.393 TEuro auf aktive latente Steuern und in Höhe von 395 TEuro auf die Aktivierung von Entwicklungskosten entfallen.

30. Finanzrisikomanagement

Neben Erkennung, Bewertung und Überwachung von Risiken in der Abwicklung des operativen Geschäfts und insbesondere aus den daraus resultierenden Finanztransaktionen werden die Risiken durch den Vorstand in enger Zusammenarbeit mit den Gesellschaften des Konzerns gesteuert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Absicherung bestimmter Risiken, wie Währungs-, Zinsänderungs-, Preis-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken.

Neben den originären Finanzinstrumenten können verschiedene derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte und Zinsswaps. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt ausschließlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken und erfolgt im Einzelfall in Abstimmung mit dem Vorstand der Masterflex SE.

Management von Währungsrisiken

Die Internationalität der Geschäftstätigkeit des Konzerns bringt Zahlungsströme in verschiedenen Währungen, insbesondere in US-Dollar, mit sich. Zu den Fremdwährungspositionen zählen Währungsrisiken aus hochwahrscheinlichen künftigen Geschäftstransaktionen, Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie aus fest kontrahierten Ein- bzw. Verkaufsverträgen in Fremdwährung. Bei Aufträgen in Schwellenländern wird in der Regel in US-Dollar oder Euro fakturiert.

Die Sensitivitätsanalyse auf Basis der ausstehenden auf US-Dollar lautenden monetären Positionen unter Zugrundelegung einer zehn-prozentigen Änderung des US-Dollars gegenüber dem Euro hat keine wesentlichen Auswirkungen auf das Eigenkapital und das Jahresergebnis ergeben.

Management von Zinsänderungsrisiken

Aufgrund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten erfolgt die Liquiditätsbeschaffung und -anlage der Masterflex an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen.

Die hieraus resultierenden Finanzverbindlichkeiten sowie Geldanlagen sind teilweise einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Dabei können zur Absicherung des Zinsrisikos fallweise derivative Finanzinstrumente mit dem Ziel eingesetzt werden, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Die Sensitivitätsanalyse wurde anhand des Zinsrisiko-Exposure zum Bilanzstichtag bestimmt. Für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten wird die Analyse unter der Annahme erstellt, dass der Betrag der ausstehenden Verbindlichkeit zum Bilanzstichtag für das gesamte Jahr ausstehend war.

Die Sensitivitätsanalyse führt unter Zugrundelegung einer Schwankung des Zinssatzes um 100 Basispunkte zu einem Mehr-/Minderzahlungsmittelabfluss in Höhe von ca. 189 TEuro.

Management von Ausfallrisiken

Die Risiken der Kundenforderungen werden in der Masterflex dezentral überwacht, bewertet und der Ausfall teilweise auch durch Einsatz von Warenkreditversicherungen begrenzt.

Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber einer großen Anzahl von in- und ausländischen Kunden aus unterschiedlichen Branchen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Ein Ausfallrisiko bestand nur in zu vernachlässigender Größe.

Das Risikomanagement von Ausleihungen an Tochterunternehmen sowie von Beteiligungen erfolgt über ein konzernweites Controlling-System mit voll konsolidierten Planungsrechnungen, monatlichen Konzernabschlüssen und regelmäßigen Besprechungen des Geschäftsverlaufs.

Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten Finanzforderungen.

Management von Liquiditätsrisiken

Das Konzern-Liquiditätsmanagement zur Reduzierung von Liquiditätsrisiken beinhaltet die Bestandssicherung von flüssigen Mitteln, die Verfügbarkeit ausreichender Kreditlinien sowie die Fähigkeit zur Glattstellung von Marktpositionen.

Die Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten Tilgungen der finanziellen Verbindlichkeiten:

2016
in T€ Buchwert 2017 2018 2019 2020 2021 ≥ 2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
2.232 2.232 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
23.126 2.432 2.400 2.912 2.925 12.457 0
Sonstige Verbindlichkeiten 769 769 0 0 0 0 0
Summe 26.127 5.433 2.400 2.912 2.925 12.457 0

2015

in T€ Buchwert 2016 2017 2018 2019 2020 ≥ 2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
1.476 1.476 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
20.061 8.908 3.941 7212 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 802 802 0 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
50 50 0 0 0 0 0
Summe 22.389 11.236 3.941 7.212 0 0 0

Die Tabelle enthält nur die bis zum Stichtag vertraglich vereinbarten Zahlungen aus den finanziellen Verbindlichkeiten ohne Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten werden als innerhalb eines Jahres fällig dargestellt. Die Zahlungen aus den operativen Leasingverhältnissen werden unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.

Die unter den "Sonstigen Verbindlichkeiten" ausgewiesenen Rechnungsabgrenzungen in Höhe von 1.075 TEuro (im Vorjahr 1.243 TEuro) sind zahlungsunwirksam. Aufgrund dessen wird die Auflösung in der Tabelle nicht dargestellt.

31. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2016 setzen sich aus Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen und aus sonstigen Verpflichtungen zusammen.

a) Leasingverpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen für die Folgejahre aufgrund von Operating-Leasingverhältnissen wie folgt:

in T€ 2017 2018–2021 2022
Nominale Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen 187 91 0

Die Verpflichtungen aus Operating-Leasing betreffen überwiegend die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die als Aufwand erfassten Zahlungen beliefen sich auf 583 TEuro (Vorjahr 657 TEuro).

b) Sonstige Verpflichtungen

Sämtliche auf einzelgesellschaftlicher Ebene bestehenden Haftungsverhältnisse sind in der Konzernbilanz als Verbindlichkeiten passiviert.

32. Segmentberichterstattung

Der Masterflex-Konzern wird als Ein-Segment-Unternehmen gesteuert. Die Steuerung erfolgt anhand der Informationen, die der Gesamtvorstand, als chief operating decision maker, zur Performance-Messung und Ressourcenallokation für die ganze Masterflex-Gruppe bekommt (sog. "Management Approach").

Infolge der Umsetzung der Konzernstrategie und die damit verbundene Konzentration auf das Kerngeschäftsfeld Hightech-Schlauchsysteme (HTS) wird die Masterflex Entwicklungs GmbH und die Masterflex Vertriebs GmbH einheitlich unter der Rubrik "Aufgegebene Geschäftsbereiche (GB)" dargestellt. Die Masterflex SE weist damit ein operatives Segment, das Kerngeschäftsfeld (HTS), aus. In Übereinstimmung mit IFRS 8.28 wird zusätzlich die Überleitungsspalte für Konzern-/Holdingaufwendungen sowie außerordentliche Aufwendungen dargestellt.

Im Segment Hightech-Schlauchsysteme (HTS), welches das Kerngeschäft des Masterflex-Konzerns darstellt, steht die Entwicklung und Herstellung technisch anspruchsvoller Hightech-Schlauchsysteme, Formteile und Spritzgusselemente aus innovativen Spezialkunststoffen für industrielle und medizinische Anwendungen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Produkte dieses Segmentes finden in den unterschiedlichsten Industriebereichen, wie z.B. der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie, im Automobilbau oder in der Medizintechnik Anwendung.

Das Segment wird sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig gesteuert. Als zentrale Steuerungskennzahl dient im Masterflex- Konzern der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit).

Die intersegmentären Umsätze wurden zu marktüblichen Verrechnungspreisen abgewickelt ("arm's length-Prinzip").

123

Das Segmentvermögen enthält die operativen Vermögenswerte der einzelnen Segmente wie Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte inkl. des Geschäfts- oder Firmenwertes, Vorräte, Forderungen, sonstige Vermögenswerte und Barmittel. Steuerforderungen, aktive latente Steuern und Finanzanlagevermögen sind nicht Teil des jeweiligen Segmentvermögens.

Laut IFRS 8 sind Segmentschulden nur dann in die Segmentberichterstattung einzubeziehen, wenn diese regelmäßig zur Unternehmensteuerung eingesetzt und berichtet werden. Die Masterflex SE setzt diese Kennzahl nicht ein, daher unterbleibt der Ausweis.

Die Spalte Überleitung enthält Beträge, die sich aus der unterschiedlichen Definition von Inhalten der Segmentposten im Vergleich zu den dazu gehörigen Konzernposten sowie aus Konzernaufwendungen ergeben.

Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern

2016

In T€ HTS Summe fort
geführter GB
Überleitung Nicht fortge
führte GB
Konzern
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 66.486 66.486 0 0 66.486
Ebit 8.163 8.163 -2.266 -412 5.485
Ebit (operativ) 8.363 8.363 -2.266 -412 5.685
Investitionen in Sachanlagevermögen und
immaterielle Vermögenswerte
8.806 8.806 0 0 8.806
Planmäßige Abschreibungen 2.714 2.714 0 0 2.714
Vermögen 58.416 58.416 1.985 11 60.412

2015

in T€ HTS Summe fort
geführter GB
Überleitung Nicht fortge
führte GB
Konzern
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 64.112 64.112 0 0 64.112
Ebit 7.055 7.055 -2.185 -374 4.496
Investitionen in Sachanlagevermögen und
immaterielle Vermögenswerte
3.499 3.499 0 0 3.499
Planmäßige Abschreibungen 2.802 2.802 0 0 2.802
Vermögen 52.370 52.370 2.109 5 54.484

Die geografische Verteilung des Umsatzes wird auf Konzernebene ausgewiesen. Berechnungsgrundlage ist der Sitz des Kunden. Daraus ergibt sich eine geografische Umsatzverteilung wie folgt:

2016
in T€
Umsatzerlöse mit
konzernfremden
Dritten
Davon
fortgeführter GB
Deutschland 30.623 30.623
Übriges Europa 16.652 16.652
Drittländer 19.211 19.211
Gesamt 66.486 66.486

2015

in T€ Umsatzerlöse mit
konzernfremden
Dritten
Davon
fortgeführter GB
Deutschland 30.737 30.737
Übriges Europa 15.022 15.022
Drittländer 18.353 18.353
Gesamt 64.112 64.112

Im Geschäftsjahr 2016 wurde mit keinem Kunden in den fortgeführten Geschäftsbereichen ein Umsatz > zehn Prozent des Konzernumsatzes erzielt.

Die Überleitung des bereinigten Ebit aus fortgeführten Geschäftsbereichen (GB) zum Ergebnis nach Steuern stellt sich wie folgt dar:

Überleitung zum Konzern-Nachsteuerergebnis

in T€ 2016 2015
Operatives Ebit aus fortgeführten GB 8.363 7.055
Nicht operative Aufwendungen aus fortgeführten GB -200 0
Überleitung -2.266 -2.185
Ebit aus fortgeführten GB 5.897 4.870
Zinserträge/Beteiligungserträge 16 95
Zinsaufwand u.ä. -1.339 -1.093
EBT
aus fortgeführten Geschäftsbereichen
4.574 3.872
Steuern vom Einkommen und Ertrag -623 -825
Latente Steuern -533 -795
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 65 70
Ergebnis nach Steuern (EAT
) aus fortgeführten Geschäftsbereichen
3.483 2.322
Ergebnis aus aufgegebenen GB -555 -374
EAT 2.928 1.948
Rundungsdifferenzen möglich.

125

Gemäß IFRS 8 ist die geografische Aufteilung der langfristigen Vermögenswerte anzugeben. Zu den langfristigen Vermögenswerten zählen das Sachanlagevermögen sowie die Immateriellen Vermögenswerte. Latente Steuern und das Finanzanlagevermögen sind gemäß IFRS 8 nicht Teil der darzustellenden langfristigen Vermögenswerte.

Langfristige Vermögenswerte

in T€ 2016 2015
Deutschland 27.714 21.332
Übriges Europa 1.257 1.346
Drittländer 4.635 4.722
Gesamt 33.606 27.400

Die Überleitung des Vermögens aus fortgeführten Segmenten zum Konzernvermögen gliedert sich wie folgt auf:

Überleitung zum Konzernvermögen

in T€ 2016 2015
Summe Vermögenswerte der fortgeführten Segmente 58.416 52.370
Vermögen nicht fortgeführter Segmente 11 5
Aktive latente Steuern 1.463 1.840
Steuerforderungen 431 3
Finanzanlagen 91 266
Summe des Konzernvermögens 60.412 54.484

33. Kapitalflussrechnung

Die Konzernkapitalflussrechnung ist nach IAS 7 ('Cashflow Statements') erstellt. Es wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher, investiver und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Finanzierungsrechnung ausgewiesene Liquidität entspricht dem Bilanzausweis "Barmittel und Bankguthaben".

Der Finanzmittelbestand am Ende der Periode, wie er in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt wird, kann auf die damit in Zusammenhang stehenden Posten in der Konzernbilanz folgendermaßen übergeleitet werden:

in T€ 2016 2015
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.005 4.002
In zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerten
enthaltene Barmittel und Bankguthaben
11 5
Barmittel und Bankguthaben 3.994 3.997

34. Zuschüsse der öffentlichen Hand

Die Zuwendungen werden für abschreibungsfähige Vermögenswerte über die Perioden und in dem Verhältnis als Ertrag erfasst, in dem die Abschreibung auf diese Vermögenswerte angesetzt werden. Im Geschäftsjahr 2016 wurden wie im Vorjahr keine Zuwendungen der öffentlichen Hand vereinnahmt.

35. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Geschäftsvorfälle zwischen der Masterflex SE und ihren konsolidierten Tochterunternehmen wurden im Rahmen der Konsolidierung – mit Ausnahme der Aufwendungen und Erträge zwischen den fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen – eliminiert.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrates.

Die Vergütung des Vorstands ist in ihrer Gesamtheit leistungsorientiert und bestand im Geschäftsjahr aus drei Komponenten: erfolgsunabhängige Vergütung, erfolgsbezogene Vergütung, Komponente mit langfristiger Anreizwirkung.

Der Ausweis der Vergütung des Vorstands in individualisierter Form erfolgt wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex und die einheitlichen Mustertabellen (in jeweils geltender Fassung) empfehlen. Wesentliches Merkmal dieser Mustertabellen ist der getrennte Ausweis der gewährten Zuwendungen (Tabelle 1) und des tatsächlich erfolgten Zuflusses (Tabelle 2). Bei den Zuwendungen werden zudem die Zielwerte (Auszahlung bei 100 Prozent Zielerreichung) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalwerte angegeben.

127

Die Vergütung des Vorstands für seine Leistungen wird nachfolgend dargestellt:

Tabelle 1: Vergütung des Vorstands (Zuwendungsbetrachtung)

Dr. Andreas Bastin
Vorstandsvorsitzender
seit 1. April 2008
Mark Becks
Finanzvorstand
seit 1. Juni 2009
in T€ 2015
Ausgangs
wert
2016
Ausgangs
wert
2016
Minimum
2016
Maximum
2015
Ausgangs
wert
2016
Ausgangs
wert
2016
Minimum
2016
Maximum
Festvergütung 337 342 342 342 233 237 237 237
Nebenleistungen 33 31 31 31 39 41 41 41
Summe 370 373 373 373 272 278 278 278
Einjährige
variable Vergütung
Tantieme 112 137 0 158 61 75 0 86
Mehrjährige
variable Vergütung
Tantieme 2016 - 2018 71 0 82 38 0 44
Tantieme 2015 - 2017 58 0 82 31 0 44
Gesamtvergütung 540 581 373 695 364 391 278 452

Tabelle 2: Vergütung des Vorstands (Zuflussbetrachtung)

Dr. Andreas Bastin
Vorstandsvorsitzender
seit 1. April 2008
Mark Becks
Finanzvorstand
seit 1. Juni 2009
in T€ 2015
Ausgangs
wert
2016
Ausgangs
wert
2016
Minimum
2016
Maximum
2015
Ausgangs
wert
2016
Ausgangs
wert
2016
Minimum
2016
Maximum
Festvergütung 337 342 342 342 233 237 237 237
Nebenleistungen 33 31 31 31 39 41 41 41
Summe 370 373 373 373 272 278 278 278
Einjährige
variable Vergütung
Tantieme 138 111 0 158 75 60 0 86
Mehrjährige
variable Vergütung
Tantieme 2013 - 2015 29 0 82 16 0 44
Tantieme 2012 - 2014 41 0 82 22 0 44
Gesamtvergütung 549 513 373 695 369 354 278 452

Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:

Auszahlungsrele
vante Gesamt
in T€ Fixum Sitzungsgeld vergütung
Aufsichtsratsvorsitzender,
Friedrich W. Bischoping
(bis 14. Juni 2016)
15 1 16
(Vorjahr) (30) (2) (32)
Aufsichtsratsvorsitzender,
Georg van Hall
(ab 14. Juni 2016)
15 1 16
(Vorjahr) (0) (0) (0)
Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender,
Georg van Hall
(bis 14. Juni 2016)
13 1 14
(Vorjahr) (25) (2) (27)
Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender,
Dr. Gerson Link
(ab 14. Juni 2016)
13 1 14
(Vorjahr) (0) (0) (0)
Aufsichtsratsmitglied,
Axel Klomp
(bis 14. Juni 2016)
(Vorjahr)
10
(20)
1
(2)
11
(22)
Aufsichtsratsmitglied,
Jan van der Zouw
10 1 11
(ab 14. Juni 2016)
(Vorjahr)
(0) (0) (0)
Gesamtbezüge
(Vorjahr)
76
(75)
6
(6)
82
(81)

Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen..

36. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der Masterflex SE haben im Dezember 2016 erneut eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft unter der Adresse www.MasterflexGroup.com/Investor_Relations/Corporate_Governance dauerhaft zugänglich gemacht.

37. Anzahl der Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten im Berichtszeitraum teilt sich wie folgt auf die betrieblichen Funktionsbereiche auf:

2016 2015
Produktion 394 387
Vertrieb 93 111
Verwaltung 77 85
Technik 37 26
Mitarbeiter im Konzern 601 609
davon Auszubildende 21 21

129

38. Prüfungs- und Beratungshonorare

Im Geschäftsjahr 2016 beträgt der Aufwand (Rückstellung) für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses Baker Tilly Roelfs AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 115 TEuro und umfasst die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung des gesetzlich vorgeschriebenen Abschlusses der Masterflex SE und ihrer inländischen Tochterunternehmen.

39. Befreiung von der Offenlegungspflicht

Gemäß § 264 Absatz 3 HGB sind folgende, in den Jahresabschluss einbezogenen Gesellschaften von der Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit:

  • Novoplast Schlauchtechnik GmbH
  • Matzen & Timm GmbH
  • M&T Verwaltungs GmbH
  • FLEIMA-PLASTIC GmbH.

40. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Am 4. Januar 2017 erfolgte der Erwerb aller Anteile an dem Fluorpolymer-Spezialisten APT Advanced Polymer Tubing GmbH, Neuss. Die APT GmbH ist spezialisiert auf die Herstellung von High-Tech-Schläuchen aus FEP (Fluoriertes Ethylen-Propylen), PFA (Perfluoralkoxy) und PTFE (Polytetrafluorethylen) sowie weiteren voll- und teilfluorierten Polymeren. Mit dem Erwerb ergänzt die Masterflex Group die technologische Kompetenz um weitere hochinteressante Kunststoffe für technische Verbindungslösungen und kann somit ein noch größeres Spektrum an innovativen Produktvarianten anbieten.

Der Kaufpreis (Equity Purchase Price) für 100 Prozent der Anteile lag bei einem Betrag im oberen einstelligen Mio.-Euro-Bereich. Zur Finanzierung wurde die im Konsortialkreditvertrag vereinbarte Akquisitionslinie eingesetzt.

Die Purchase-Price-Allocation wird erst gegen Ende März abgeschlossen sein, sodass zu diesem Zeitpunkt noch kein aktivischer Unterschiedsbetrag genannt werden kann.

41. Veröffentlichung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 14. März 2017 vom Vorstand zur Veröffentlichung genehmigt. Die Veröffentlichung erfolgt am 27. März 2017.

42. Beteiligungen

Die Aufstellung des vollständigen Anteilsbesitzes der Masterflex SE wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Gelsenkirchen, 14. März 2017

Der Vorstand

Dr. Andreas Bastin Mark Becks (Vorstandsvorsitzender) (Finanzvorstand)

T€ AK/HK
01. 01. 2016
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Kursdiffe
renzen
AK/HK
31. 12. 2016
Immaterielle
Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche Rechte und
Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten
2.849 277 828 0 0 2.298
Entwicklungs
leistungen
185 400 0 -61 0 524
Geschäfts- oder
Firmenwert
9.161 0 0 0 0 9.161
Geleistete
Anzahlungen
212 82 0 0 0 294
Gesamt 12.407 759 828 -61 0 12.277
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden
Grundstücken
18.837 87 69 6.444 54 25.353
Technische Anlagen und Maschinen 25.832 516 1.196 859 102 26.113
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
8.311 646 176 80 7 8.868
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
1.267 6.798 5 -7.322 -8 730
Gesamt 54.247 8.047 1.446 61 155 61.064
Finanzanlagen
Wertpapiere des
Anlagevermögens
817 0 84 0 0 733
Sonstige Ausleihungen 135 0 135 0 0 0
Gesamt 952 0 219 0 0 733
67.606 8.806 2.493 0 155 74.074
T€ Kumu
lierte
Abschrei
bung
01.01.2016
Abschrei
bungen
Geschäfts
jahr
Abgänge Erfolgs
neutrale
Markwert
änder
ungen
Kursdiffe
renzen
Kumu
lierte
Abschrei
bungen
31.12.2016
Stand
31.12.2016
Stand
31.12.2015
Immaterielle
Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche Rechte und
Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten
2.498 145 828 0 0 1.815 483 351
Entwicklungs
leistungen
39 21 0 0 0 60 464 146
Geschäfts- oder
Firmenwert
5.903 0 0 0 0 5.903 3.258 3.258
Geleistete
Anzahlungen
0 0 0 0 0 0 294 212
Gesamt 8.440 166 828 0 0 7.778 4.499 3.967
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden
Grundstücken
7.668 627 69 0 33 8.259 17.094 11.169
Technische Anlagen und Maschinen 17.117 1.331 1.196 0 59 17.311 8.802 8.715
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
6.027 590 176 0 20 6.461 2.407 2.284
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
0 0 0 0 0 0 730 1.267
Gesamt 30.812 2.548 1.441 0 112 32.031 29.033 23.435
Finanzanlagen
Wertpapiere des
Anlagevermögens
686 0 84 40 0 642 91 131
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0 0 135
Gesamt 686 0 84 40 0 642 91 266
39.938 2.714 2.353 40 112 40.451 33.623 27.668
AK/HK Änderung
Konsoli
dierungs
Umbu Kursdiffe AK/HK
T€ 01. 01. 2015 kreis Zugänge Abgänge chungen renzen 31. 12. 2015
Immaterielle
Vermögenswerte
Konzessionen, ge
werbliche Schutz
rechte und ähnliche
Rechte und Werte
sowie Lizenzen an
solchen Rechten und
Werten
2.774 0 109 34 0 0 2.849
Entwicklungs
leistungen
163 0 22 0 0 0 185
Geschäfts- oder
Firmenwert
9.161 0 0 0 0 0 9.161
Geleistete
Anzahlungen
183 0 29 0 0 0 212
Gesamt 12.281 0 160 34 0 0 12.407
Sachanlagen
Grundstücke, grund
stücksgleiche Rechte
und Bauten einschließ
lich der Bauten auf
fremden Grundstücken
18.406 0 116 0 125 190 18.837
Technische Anlagen
und Maschinen
24.074 -387 912 121 877 477 25.832
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
7.632 -77 618 87 57 168 8.311
Geleistete Anzah
lungen und Anlagen
im Bau
633 0 1.693 0 -1.059 0 1.267
Gesamt 50.745 -464 3.339 208 0 835 54.247
Finanzanlagen
Wertpapiere des
Anlagevermögens
817 0 0 0 0 0 817
Sonstige Ausleihungen 180 0 0 45 0 0 135
Gesamt 997 0 0 45 0 0 952
64.023 -464 3.499 287 0 835 67.606
Kumu
lierte
Abschrei
bung
Änderung
Konsoli
dierungs
Abschrei
bungen
Geschäfts
Erfolgs
neutrale
Markwert
änder
Kursdiffe Kumu
lierte
Abschrei
bungen
Stand Stand
T€ 01.01.2015 kreis jahr Abgänge ungen renzen 31.12.2015 31.12.2015 31.12.2014
Immaterielle
Vermögenswerte
Konzessionen, ge
werbliche Schutz
rechte und ähnliche
Rechte und Werte
sowie Lizenzen an
solchen Rechten und
Werten
2.279 0 253 34 0 0 2.498 351 495
Entwicklungs
leistungen
22 0 17 0 0 0 39 146 141
Geschäfts- oder
Firmenwert
5.903 0 0 0 0 0 5.903 3.258 3.258
Geleistete
Anzahlungen
0 0 0 0 0 0 0 212 183
Gesamt 8.204 0 270 34 0 0 8.440 3.967 4.077
Sachanlagen
Grundstücke, grund
stücksgleiche Rechte
und Bauten einschließ
lich der Bauten auf
fremden Grundstücken
6.993 0 583 0 0 92 7.668 11.169 11.413
Technische Anlagen
und Maschinen
15.661 -134 1.389 120 0 321 17.117 8.715 8.413
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
5.450 -32 560 84 0 133 6.027 2.284 2.182
Geleistete Anzah
lungen und Anlagen
im Bau
0 0 0 0 0 0 0 1.267 633
Gesamt 28.104 -166 2.532 204 0 546 30.812 23.435 22.641
Finanzanlagen
Wertpapiere des
Anlagevermögens 686 0 0 0 0 0 686 131 131
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0 0 135 180
Gesamt 686 0 0 0 0 0 686 266 311
36.994 -166 2.802 238 0 546 39.938 27.668 27.029

Ergänzende ANGaben

135
136
137
142
143

BILANZEID

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögensund Finanzlage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."

Gelsenkirchen, 14. März 2017

Der Vorstand

Dr. Andreas Bastin Mark Becks (Vorstandsvorsitzender) (Finanzvorstand)

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Masterflex SE aufgestellten Konzernabschluss − bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung des Mutterunternehmens liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung des Mutterunternehmens und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 14. März 2017

Baker Tilly Roelfs AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thomas Gloth Alexandra Sievers Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das vergangene Geschäftsjahr 2016 lässt sich aus unserer Sicht als zufriedenstellend einstufen. Die wichtigsten Ziele wurden erreicht: Mit einem Umsatz von gut 66 Mio. Euro ist die Masterflex Group erneut stärker gewachsen. Auch hat sich die Rentabilität, gemessen am operativen Ergebnis, gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Darüber hinaus wurden zwei wichtige Investitionen umgesetzt bzw. fixiert, nämlich der Erweiterungsbau der Spiralschlauchproduktion und des Lagers in Gelsenkirchen sowie der Kauf des Fluorpolymer-Verbindungsspezialisten APT. Zudem wurde der Trend zu einer verstärkten Digitalisierung in allen Wertschöpfungsstufen der Wirtschaft ("Industrie 4.0") für das Schlauchgeschäft aufgegriffen und definiert; auch eine erste marken- und marktseitige Positionierung konnte Anfang 2017 schon vorgenommen werden.

Nachholbedarf gibt es noch bei ablauforganisatorischen Themen. Hier hatte der Vorstand schon zum Ende des Jahres 2015 eine Reihe von Aktivitäten begonnen. Diese wurden im Laufe des Jahres 2016 intensiviert und werden uns auch in Zukunft im Sinne einer ständigen Verbesserung begleiten. Wir erwarten, dass diese Maßnahmen nach und nach zu einer steigenden Profitabilität des Konzerns führen werden. Wir sind daher zuversichtlich, dass die Gesellschaft ihren Wachstumskurs, basierend auf Internationalisierung und Innovationen, auch zukünftig erfolgreich fortsetzen wird.

Berichte und Sitzungen

Im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat der Masterflex SE die Aufgaben, die ihm nach dem Aktiengesetz und der Satzung der Gesellschaft obliegen, vollumfänglich wahrgenommen und den Vorstand regelmäßig überwacht und beratend begleitet.

Grundlage hierfür waren die in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten regelmäßigen Berichte des Vorstands über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Der Aufsichtsrat war und ist jederzeit eng in die Vorgehensweise und Maßnahmen des Vorstands eingebunden.

Es fanden im Geschäftsjahr 2016 insgesamt vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen statt, an denen jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder und Vorstandsmitglieder teilnahmen. Zudem fanden über die regulären Präsenzsitzungen hinaus mehrere Telefonkonferenzen in diesem Teilnehmerkreis zum Zwecke des engen Informationsaustausches und einer etwaigen Beschlussfassung statt. Außerdem besprach sich der Aufsichtsrat zu Vorlagen des Vorstands sowie zu Vorstandsangelegenheiten in gesonderten Telefonkonferenzen.

In den Sitzungen und Telefonkonferenzen unter Teilnahme der Vorstandsmitglieder wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage, die Weiterentwicklung des Compliance-Systems, die personellen und Organisationsveränderungen sowie den Stand der Unternehmensplanung informiert. Die Berichte und Beschlussvorlagen des Vorstands wurden eingehend erörtert und nach gründlicher Prüfung und Beratung beurteilt. Darüber hinaus haben verschiedene Besprechungen einzelner Aufsichtsratsmitglieder mit dem Vorstand zur sachlichen Unterstützung seiner Tätigkeit stattgefunden

Schwerpunktthemen 2016

Die erste Sitzung des Aufsichtsrats, die Bilanzaufsichtsratssitzung, fand am 16. März 2016 statt. Der Aufsichtsrat beriet ausführlich über den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015. Es wurde der Corporate Governance-Bericht verabschiedet und später zusammen mit dem Geschäftsbericht 2015 veröffentlicht. Zudem wurde über den Bericht des Aufsichtsrats beschlossen. Darüber hinaus wurde die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung sowie der an die Hauptversammlung zu unterbreitende Wahlvorschlag zum Aufsichtsrat nach Vorberatung in dieser Sitzung dann im nachfolgenden schriftlichen Umlaufverfahren am 19. April beschlossen. Hinsichtlich der Vergütung des Vorstands wurde der Beschluss zur Feststellung der Zielerreichung und der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 als auch die Anpassung und Festlegung der Zielvorgaben für die Tantieme-Vereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2016 gefasst. Zudem wurden die Verträge der beiden Vorstandsmitglieder erneuert. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über die geschäftliche Entwicklung in den ersten zwei Monaten des Geschäftsjahres 2016.

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung am 14. Juni 2016 fand die konstituierende Sitzung des partiell neu gewählten Aufsichtsrats statt. Dazu gehörte die Wahl des Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seines Stellvertreters sowie eine Verständigung über die Sitzungs-, Schwerpunkt- und Weiterbildungsplanung für das Jahr 2017 fortfolgende. Anschließend ließ sich der Aufsichtsrat zu der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns durch den Vorstand unterrichten. Im Fokus standen die überwiegend zufrieden stellende Entwicklung der Novoplast Schlauchtechnik, insbesondere im Medizingeschäft, sowie organisatorisch-personelle Überlegungen zur Leitung dieser Tochtergesellschaft, dann die positive Entwicklung der US-Gesellschaft unter dem neuen Management, die Perspektiven und Maßnahmen bei der brasilianischen Tochtergesellschaft sowie die weitere Entwicklung in China. Darüber hinaus informierte der Vorstand über eine weitere Vertriebsstrategie am Zentralstandort sowie ausführlich über die ausgehandelte neue Konzern-Finanzierung mit dem die Gesellschaft schon seit mehreren Jahren begleitenden Banken-Konsortium. Nach intensiver Diskussion stimmt der Aufsichtsrat dem Abschluss eines Kreditvertrags zu und genehmigt den dazugehörigen Zinssicherungsvertrag.

Am 16. Juni informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über das veröffentlichte Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf in dem Rechtsstreit Clean Air Mobility GmbH gegen die Masterflex Entwicklungs GmbH und dessen negative Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft. Danach wird die Masterflex SE auf Rückzahlung des Kaufpreises und eines Teils der Transaktionskosten plus Zinsen verurteilt. Gleichtägig wurde diese Information auch dem Kapitalmarkt im Wege einer Adhoc-Mitteilung zur Verfügung gestellt. Vor der Gerichtsentscheidung hatte der Vorstand den Aufsichtsrat grundsätzlich über den Stand in dieser Rechtsauseinandersetzung in vorherigen Sitzungen informiert.

In der Sitzung am 13. September 2016 berichtete der Vorstand zur aktuellen geschäftlichen Entwicklung, dem Stand der Veränderungen bei der Novoplast Schlauchtechnik sowie über die Erfolge der initiierten Aktivitäten in den USA. Zudem wurden die Inhalte und Anforderungen des konzernweit gültigen Compliance Management System vorgestellt und ausgiebig erörtert.

In der letzten Aufsichtsratssitzung des Jahres am 12. Dezember 2016 berichtete der Vorstand über die aktuelle Markt- und Geschäftslage. Anschließend wurde die Geschäftsplanung für das Jahr 2017 erörtert und beschlossen. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat eine Aktualisierung der Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex. Zudem wurde die mittel- und langfristige strategische Ausrichtung für die Masterflex Group erörtert. Als weiteres Thema wurde der geplante Kauf der Gesellschaft Advanced Polymer Tubing GmbH (APT), Neuss, detailliert vorgestellt und erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Kauf der APT anschließend im Dezember im Umlaufverfahren auf Basis der Vertragsunterlagen zu.

Der Aufsichtsrat erhielt regelmäßig Informationen über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Veränderungen wesentlicher Bilanzposten. Auch die Entwicklungen im Personalbereich nahmen eine wichtige Rolle im Jahr 2016 ein. Der Aufsichtsrat hat sich ferner ausführlich durch den Vorstand über die aktuellen Entwicklungen der einzelnen Tochtergesellschaften informieren lassen. Der Vorstand berichtete schriftlich wie auch mündlich im Rahmen der Sitzungen und von unterjährigen Gesprächen sowie von Telefonkonferenzen über die Erstellung und Inhalte der quartalsweise zu veröffentlichenden Finanzberichte und erörterte diese ausführlich mit dem Aufsichtsrat.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand fortgesetzt; dies galt auch nach den personellen Veränderungen im Aufsichtsrat ab Mitte Juni 2016. Auch zwischen den Sitzungsterminen stand der Aufsichtsratsvorsitzende mit dem Vorstand regelmäßig in Kontakt und wurde über alle wesentlichen Entwicklungen und anstehenden Entscheidungen unterrichtet, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Der Vorstandsvorsitzende informierte den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich über alle wichtigen Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung waren. Alle Aufsichtsratsmitglieder wurden vom Aufsichtsratsvorsitzenden spätestens bei der folgenden Sitzung über diese Inhalte umfassend informiert.

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Die ordentliche Hauptversammlung am 14. Juni 2016 wählte die von der Verwaltung vorgeschlagenen Kandidaten Dr. Gerson Link und Jan van der Zouw mit großer Mehrheit zu Mitgliedern des Aufsichtsrats. Zuvor hatten die beiden – vormaligen – Aufsichtsratsmitglieder Friedrich-Wilhelm Bischoping und Axel Klomp erklärt, ihre Ämter mit dem Ablauf der Hauptversammlung niederzulegen. Somit setzt sich der Aufsichtsrat seit diesem Zeitpunkt aus den Herren Georg van Hall, Dr. Gerson Link und Jan van der Zouw zusammen. Herr van Hall wurde in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats als dessen Vorsitzender gewählt; Dr. Link zu seinem Stellvertreter.

Der Aufsichtsrat hatte mit Beginn des Geschäftsjahres und vor dem Hintergrund des Ausblicks für die Zukunft die Überlegung angestellt, dass die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft durch eine vorzeitige Verlängerung auch der Vorstandsverträge und damit Bindung der bestehenden Vorstände abgesichert werden kann. Die Vorstandsmitglieder Dr. Andreas Bastin und Mark Becks hatten daraufhin im März gegenüber dem Aufsichtsrat ihre Bereitschaft erklärt, ihre Arbeit über einen längeren als den damals vertraglich vereinbarten Zeitraum fortzusetzen. Grundlage war die dann einvernehmliche Einschätzung, dass die Gesellschaft beide Vorstände, die auch in relevanter Höhe am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt sind und damit auch für die bestehende Eigenkapitalbasis jeweils einen eigenen Anteil geleistet haben, noch für einen längeren als den zu diesem Zeitpunkt noch aktuellen Bestellungszeitraum zur Wahrung der Kontinuität der Geschäftsführung und Fortführung der erfolgreichen Geschäftsentwicklung seit dem Turnaround binden möchte. Beide Vorstände wurden daraufhin bis zum Jahr 2022 neu bestellt

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Mit drei Mitgliedern ist der Aufsichtsrat der Masterflex SE bewusst klein gehalten, um wie im Konzern durch schlanke Strukturen effizient, schnell und flexibel Beschlüsse fassen zu können. Daher wurden keine gesonderten Ausschüsse gebildet.

Corporate Governance

Ein fester Bestandteil der Sitzungen des Aufsichtsrats der Masterflex SE ist die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance-Kodex. Auch im Jahr 2016 haben Aufsichtsrat und Vorstand über die Empfehlungen und Anregungen des Kodex mit den im Jahr 2015 erfolgten Änderungen intensiv beraten. Gemäß Punkt 5.6. des Kodex hat der Aufsichtsrat seine eigene Arbeit laufend auf Effizienz hin überprüft. Mit Blick auf die bewältigten Aufgaben und Inhalte sowie darauf, dass der Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern die gesetzliche Mindestgröße aufweist, wurden sowohl die Zusammenarbeit als auch die Aufgabenbewältigung als effizient und sehr gut eingeschätzt.

Im Dezember 2016 hatten Vorstand und Aufsichtsrat eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG in der Fassung des Deutschen Corporate Governance-Kodex vom 5. Mai 2015 beschlossen und abgegeben. Diese Erklärung wurde den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Die Gesellschaft fühlt sich auch weiterhin den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance-Kodex verpflichtet. Kleinere redaktionelle Änderungen der Corporate Governance-Erklärung beruhen auf dem personellen Wechsel im Aufsichtsrat. Die aktuelle Entsprechenserklärung sowie die vorangegangenen Erklärungen sind im Internet jederzeit unter www.MasterflexGroup.com zugänglich. Über die Corporate Governance berichtet im Übrigen der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Kodex im Corporate-Governance-Bericht der Gesellschaft.

Feststellung des Jahresabschlusses und Billigung des Konzernabschlusses

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss für die Masterflex SE sowie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für den Konzern und die Masterflex SE für das Geschäftsjahr 2016 sind unter Einbeziehung der Buchführung durch die von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 zum Abschlussprüfer bestellte Baker Tilly Roelfs AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Diese Wirtschaftsprüfungsgesellschaft war – damals unter dem Namen Rölfs WP Partner AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – erstmals im Jahr 2010 für die Prüfung der Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2010 mandatiert worden; der leitende Wirtschaftsprüfer Thomas Gloth ist seit dem Geschäftsjahr 2012 mit dieser Aufgabe betraut. Turnusmäßig hat der Abschlussprüfer zur Mandatierung die angeforderte Erklärung zur Unabhängigkeit vor Prüfungsaufnahme gegenüber dem Aufsichtsrat abgebeben. Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen jedem Aufsichtsratsmitglied in der Bilanzsitzung am 14. März 2017 vor und waren jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zur Vorbereitung zugeleitet worden. Der Abschlussprüfer nahm an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses teil. Dabei berichtete er über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat nach eingehender Prüfung der Unterlagen und unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt.

Weiterhin hat der Aufsichtsrat die Planungsunterlagen, die Risikolage und das Risikomanagementsystem des Masterflex-Konzerns geprüft. Alle aus Sicht des Vorstands und des Aufsichtsrats erkennbaren Risikofelder wurden erörtert. Das Risikomanagement wurde durch den Abschlussprüfer intensiv geprüft. Dieser hat bestätigt, dass der Vorstand der Gesellschaft die nach § 91 Absatz 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems, in geeigneter Weise getroffen habe und dass das Überwachungssystem grundsätzlich geeignet sei, Entwicklungen, die die Fortführung des Unternehmens gefährdeten, frühzeitig zu erkennen und festgestellten Fehlentwicklungen Rechnung zu tragen.

Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern ergaben sich im Berichtszeitraum nicht.

Herr Dr. Link war im Zeitraum seiner Aufsichtsrats-Mitgliedschaft bei der Masterflex SE Mitglied in folgenden gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: Bei der Rodenberg Türsysteme AG, Porta Westfalica (Aufsichtsratsvorsitzender) sowie bei der Waag & Zübert Value AG, Nürnberg.

Herr van der Zouw hatte im Zeitraum seiner Aufsichtsrats-Mitgliedschaft bei der Masterflex SE folgende mitteilungspflichtigen Mandate gemäß § 125 Absatz 1 Satz 5 AktG inne:

  • Vorsitzender des Beirats der Europart Holding GmbH, Hagen-Haspe,
  • Aufsichtsratsvorsitzender von Den Helder Airport CV, Den Helder/Niederlande (NL)
  • Aufsichtsratsmitglied der Aalberts Industrie NV, Amsterdam/NL
  • Aufsichtsratsvorsitzender von Van Wijnen Holding NV, ORT/NL
  • Aufsichtsratsmitglied der HGG Group BV, NL
  • Beiratsvorsitzender der VIBA NV und
  • Aufsichtsratsvorsitzender bei der Lievense CSO, NL.

Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder nahmen in ihrer Amtszeit keine mitteilungspflichtigen Mandate wahr.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 wurden Dr. Gerson Link und Jan van der Zouw neu in den Aufsichtsrat berufen, nachdem Herr Friedrich-Wilhelm Bischoping sowie Herr Axel Klomp ihre Mandate niedergelegt hatten. Herr Bischoping wurde sodann von der Hauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats in Würdigung seiner großen Verdienste für die Gesellschaft gewählt. Beiden ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern gebührt großer Dank.

Veränderungen im Vorstand haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ergeben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Masterflex Group sehr für ihr Engagement sowie für die konstruktive, vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr.

Gelsenkirchen, den 14. März 2017

Für den Aufsichtsrat

Georg van Hall Vorsitzender des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats

Dipl.-Kfm. Georg van Hall (Vorsitzender seit Juni 2016)

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TU Berlin und der University of Illinois, USA, sowie nach Ablegen der Berufsexamina bekleidete Georg van Hall als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater verschiedene Geschäftsführungsfunktionen. Seit 2005 ist er in eigener Praxis tätig sowie seit Mai 2009 Partner bei AccountingPartners Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf. Nach seiner Wahl in den Aufsichtsrat im Jahr 2009 war er seit dem Jahr 2010 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Am 14. Juni 2016 wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Dr. Gerson Link (Mitglied und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender seit Juni 2016)

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Herr Dr. Link zunächst bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Deutschen Versicherungswirtschaft AG tätig. Seit 2002 ist er Alleinvorstand der InnoTec TSS AG in Düsseldorf. Herr Dr. Link hat umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Restrukturierung und der Expansion vor allem von Unternehmen in Nischenmärkten gesammelt sowie Unternehmensakquisitionen erfolgreich durchgeführt. Am 14. Juni 2016 wurde er zum Mitglied und zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Jan van der Zouw (Mitglied des Aufsichtsrates seit 14. Juni 2016)

Nach einem Maschinenbaustudium hat Herr van der Zouw mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Führung von mittleren und größeren Industrieunternehmen gesammelt. Während seiner Tätigkeit als CEO der Eriks Group von 2001 bis 2011 trug er maßgeblich dazu bei, die Gruppe von einem traditionellen technischen Lieferanten in einen modernen Industriezulieferer umzuwandeln. Seit 2011 ist er in diversen Aufsichts- und Beiratsmandaten verschiedener, internationaler Unternehmungen tätig. Am 14. Juni 2016 wurde er zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt.

Glossar

ABS Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat. Ein thermoplastischer Kunststoff,
der gerne im Fahrzeugbau oder in der Medizintechnik genutzt wird.
Bruttoinlandsprodukt (BIP) Dies stellt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen dar, der innerhalb
eines Jahres in einer Volkswirtschaft produziert wurde.
Cashflow Der aus der laufenden Periode erwirtschaftete Fluss finanzieller Mittel, bereinigt
um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge. Er zeigt die Selbstfi
nanzierungskraft bzw. die Ertragskraft des Unternehmens auf.
Clipverfahren Produktionsverfahren für Schläuche, bei denen Gewebestreifen mit einem
Metallband zusammengeclipt werden.
EbitDA Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization - Gewinn vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Ebit Earnings before interest and taxes - Gewinn vor Zinsen und Steuern.
EBT Earnings before taxes - Vorsteuergewinn.
Extrusion Verfahren zur Bearbeitung von Kunststoffen. Die Rohstoffe in Granulatform
werden in einem sog. Extruder zerkleinert und erhitzt, bis sie plastifiziert -
also formbar - sind, um dann weiterverarbeitet werden zu können.
FEP Fluoriertes Ethylen-Propylen: Vollfluorierter Kunststoff mit sehr großer
chemischer Beständigkeit
IAS International Accounting Standards: International anerkannter Bilanzierungs
standard.
IFRS International Financial Reporting Standards: EU-Standard zur Rechnungslegung
börsennotierter Unternehmen.
Joint Venture Englischer Ausdruck für ein Gemeinschaftsunternehmen: Kooperation von Gesell
schaften zur Gründung einer neuen, rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit.
PA, PC, PE, PU, PVC Polyamid, Polycarbonat, Polyethylen, Polyurethan und Polyvinylchlorid:
Verschiedene Kunststoffe mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften.
PFA, PTFE Perfluoralkoxy (PFA) und Polytetrafluorethylen (PTFE): zwei fluorierte
Kunststoffe mit sehr großer chemischer Beständigkeit
REACH EU-Verordnung für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung
von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of che
micals). Zuständige Behörde ist die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)
mit Sitz in Helsinki/Finnland.
Spritzgussverfahren Verfahren, um Formteile herzustellen. Mit einer Spritzgussmaschine wird
plastifizierter Kunststoff in ein Spritzgießwerkzeug eingespritzt. Der Hohlraum
(Kavität) des Werkzeugs bestimmt Form und Oberfläche des fertigen Teils.
Stage-Gate-Prozess Modell zur Optimierung von Innovations- und Entwicklungsprozessen. Damit
sollen auch Ziele berücksichtigt werden, die in solchen Prozessen gar nicht
oder unzureichend eingeflossen waren. Dies könnten etwa sein: Fokussierung
und Prioriätensetzungen, Parallelentwickungen unter größerem Tempo, Einsatz
bereichsübergreifender Teams oder Marktorientierung.
Working Capital Das Umlaufvermögen abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Impressum

Masterflex SE Willy-Brandt-Allee 300 45891 Gelsenkirchen, Germany

Kontakt:

Tel +49 209 97077 0 Fax +49 209 97077 33 [email protected] www.MasterflexGroup.com

Layout:

www.con-tigo.de Bildnachweise: www.gettyimages.com

Zukunftsgerichtete Aussagen:

Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

RMASTERFLEX RMATZEN&TIMM RNOVOPLAST RELEIMA-PLASTIC
Connecting Values
INMASTERDUCT IN APT