Management Reports • Feb 18, 2022
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Download Source FileLS telcom Aktiengesellschaft 1 Lagebericht der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2020/2021 A. Geschäft und Rahmenbedingungen 1. Marktumfeld und Absatzentwicklung Die insgesamt sehr gute Bestell- und Auftragssituation, die sich bereits Ende des vorherigen Geschäftsjahrs abgezeichnet hatte, hielt auch über das vergangene Geschäftsjahr an. Trotzdem war auch das zurückliegende Geschäftsjahr geprägt von der Corona-Krise und deren Folgen. Quarantänemaßnahmen, Reise- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Pan- demie, Lockdowns, temporäre Schließungen von Flughäfen und Behörden sowie generelle Ein- reiseverbote machten Planungen oftmals in Tagen obsolet und verlangten immer wieder erneu- te Planüberarbeitungen in Projekten sowie kreative Ansätze zur Risikoeindämmung. Sämtliche Dienstleistungen und Systemprodukte der LS telcom, wie Enterprise-Systemlösungen für das Spektrum-Management oder integrierte Funküberwachungs-Messsysteme, stoßen nach wie vor auf hohes Interesse im Markt. Die inzwischen zur Routine gewordenen webbasierten Events und eine umfassende Nutzung der digitalen Online-Medien als Marketing- und Ver- triebskanal erlauben uns, den Kontakt zu unseren Kunden auch in Pandemiezeiten aufrecht zu erhalten und sogar auszubauen. Daneben lassen sich verschiedene Ländergruppen nun wieder einfacher bereisen. Das Online-Format wird uns aber auch in Zukunft erhalten bleiben, erlaubt es doch schnellere Reaktionszeiten und eine ungleich größere Reichweite als andere Marketing- formen und das – ebenso wichtig in der heutigen Welt – auf effiziente, umweltfreundliche und nachhaltige Weise. Trotzdem bleiben persönliche Kontakte und die Präsenz eines Vertriebsmit- arbeitenden von Zeit zu Zeit unersetzlich. LS telcom kann allerdings in ihren Kernmärkten auf viele schon früher etablierte persönliche Kontakte und eine lange Kundenbindung zurückgreifen. Auch dadurch gelang es während der Pandemie, die Treue und Bindung unserer Kunden zu LS telcom aufrecht zu halten. Viele der erzielten Aufträge kamen erneut von Bestandskunden, da hier eben der existierende Vertriebs- kanal die Vertrauensbasis bildet. Ein weiteres wichtiges Element war die Vor-Ort Präsenz durch unsere Niederlassungen in vielen Kernmärkten und -regionen, was auf die Kunden beruhigend wirkt. Die LS telcom AG ging bereits mit einem guten Auftragspolster in das vergangene Geschäftsjahr (AG inkl. Intra-Konzern Umsatz für die AG: EUR 25,5 Mio. im Dezember 2020). Das war die Grundlage für unsere trotz aller bekannten Widrigkeiten optimistische Sicht auf das Geschäfts- jahr. 2 In den Vertikalmärkten und bei der Dienstleistung generell hat sich der positive Auftragstrend auch verstetigt. Gerade in den DACH-Ländern sowie im mittleren Osten war und ist die Nachfra- ge nach unseren professionellen Beratungs-, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen groß. Aus den bereits abgeschlossenen Rahmenverträgen sowie vielen Direktbeauftragungen konnte Um- satz und Ertrag im vorgesehenen Umfang erwirtschaftet werden. Die kontinuierlich zunehmende Nutzungsintensität des Funkspektrums, vor allem getrieben durch neue Anwendungen und Nutzer im Themenumfeld Digitalisierung, Industrie 4.0, 5G-Technologie und das Internet der Dinge, bieten LS telcom-Produkten signifikantes neues Marktpotenzial. Anders verhielt es sich in den Märkten Software und Messsysteme. Die bereits im vorherigen Geschäftsjahr erwarteten Großaufträge konnten zwar kurz vor Weihnachten 2020 final gesichert werden, aber die Stellung vertraglich vereinbarter Zahlungssicherheiten durch die Kunden dau- erte teilweise sehr viel länger als zuvor angekündigt. Beispielsweise gab es bei einem bereits im Vorgeschäftsjahr beauftragten und final verhandelten Projekt in Afrika extrem lange Verschie- bungen durch neue gesetzliche Regelungen zur Strukturierung der Zahlungsgarantien. Dadurch konnten die Projekte erst im Mai respektive im August 2021 starten und so nur noch anteilig im Jahr zum Umsatz beitragen. Zusammen mit der Einreiseproblematik in mehreren Ländern hat dies letztlich zu der im Juli veröffentlichten Umsatz- und Gewinnwarnung geführt und unser Ergebnis wesentlich negativ beeinträchtigt. In den Projekten, die Messsysteme und Hardware beinhalten, teilweise aber auch dort, wo Com- putersysteme mit unserer Software zu liefern sind, stellen wir erhebliche Behinderungen durch die Lieferketten- und die weltweite Transportproblematik fest. Einerseits sind die Materialkosten erheblich gestiegen, was sich zukünftig bei bereits beauftragten Festpreisprojekten auf die Mar- ge auswirken könnte. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass die verschobenen Umsätze zwar realisiert werden können, allerdings sich einzelne Projekte deutlich länger hinzie- hen werden, weil die Realisierung und der Zugang zum Kunden aufgrund der aktuellen Rah- menbedingungen komplizierter und zeitintensiver geworden sind. Dahingegen ist die Gesamtlage sehr positiv zu sehen. Der Auftragseingang und der Auftragsbe- stand haben sich erfreulich stark entwickelt, was stabile Umsätze und Gewinnbeiträge für die Zukunft nicht nur sichert, sondern auch entsprechendes Nachfolgegeschäft aus Wartungsver- einbarungen erwarten lässt. Derzeit trägt die LS telcom AG auch die Hauptlast der Entwicklungsleistungen für das zukunfts- weisende mySPECTRA Projekt. Aufgrund der in diesem Jahr hohen Projektlast wurden die Ent- wicklungsleistungen für mySPECTRA vermehrt durch Fremddienstleister erbracht, was den Mate- rialaufwand stark ansteigen ließ. Die Entwicklungen werden aber in Zukunft unbedingt benötigt, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten und dem Markt die geforderten Lösungen bieten zu können. Diese neuen Systemlösungen werden nach unserer Einschätzung zukünftig signifikant höhere Verkaufspreise erzielen können. Insgesamt verursachten diese zukunftsgerichteten, in- ternen Entwicklungsprojekte einen Materialaufwand von EUR 2,4 Mio. gegenüber einem Vorjah- reswert von EUR 1,1 Mio. und belasten damit das Ergebnis des Unternehmens. 3 Aufgrund der oben beschriebenen Begleitumstände konnte die LS telcom AG trotz exzellenter Auftragslage ihre zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/2021 gesetzten Ziele nicht erreichen. Das Unternehmen erwirtschaftete Umsatzerlöse von EUR 20,51 Mio. (i. V. EUR 19,78 Mio.) und damit ein Betriebsergebnis (EBIT) von EUR -2,81 Mio. (i. V. EUR -0,98 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr schlug sich ein gestiegener Personalaufwand von EUR 1,20 Mio. aufgrund von geplanten Ge- haltserhöhungen, Neueinstellungen und Sondereffekten wie Einmalzahlungen und dem extrem hohen Entwicklungsaufwand nieder. Die umsatzstärksten Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres betrafen Hardwaresysteme so- wie Systemerweiterungen und die Wartung von Frequenzmanagement-Systemen bei Bestands- kunden. Daneben haben Abrufe aus Rahmenverträgen mit Kunden im Inland einen massiven Stellenwert erlangt und reihen sich ebenfalls in die ersten Rangplätze ein. Die regionalen Schwerpunkte der Projekte lagen in Europa, Asien und im Mittleren Osten. Eine Hälfte des Um- satzes wurde im Geschäftsjahr durch 13 Kunden bestritten, während die andere Hälfte sich auf 206 Kunden verteilte, was auch den hier inzwischen erlangten Grad der Risikostreuung verdeut- licht. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen (EUR 2,31 Mio.) sowie der sonstigen be- trieblichen Erträge (TEUR 724) ergibt sich eine Gesamtleistung von EUR 23,54 Mio., die ca. 13 % über der des Vorjahres (EUR 20,75 Mio.) liegt. Das Finanzergebnis beträgt TEUR -929 (i. V. TEUR -136), womit sich letztlich ein Jahresergebnis von EUR -3,72 Mio. (i. V. EUR -1,14 Mio.) ergibt. Der Auftragseingang von Kunden außerhalb der Firmengruppe in Höhe von EUR 29,49 Mio. (i. V. EUR 18,18 Mio.) lag 2020/2021 für die LS telcom AG um 62 % über dem Vorjahreswert. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuvertragswerten mit Kunden, Abru- fen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen. Durch die Auftragsbestände und -eingänge bei verschiedenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen konnte und kann die LS telcom AG auch künftig über diese direkt akquirierten Aufträge hinaus von konzerninternen Unterbeauftragungen aus regionalen Vertriebserfolgen profitieren. Der Umsatz gliedert sich nach den beiden Berichtssegmenten „Softwaresysteme“ und „Hard- warenahe Systeme und Dienstleistungen“ wie folgt auf: Umsatz GJ Umsatz GJ Verände- rung EBIT GJ EBIT GJ In TEUR 2020/2021 2019/2020 2020/2021 2019/2020 Softwaresysteme 15.071 15.111 0 % +16 % +4 % -1.440 -1.374 -2.814 -80 -904 -984 Hardwarenahe Systeme und Dienst- leistungen 5.435 4.669 Insgesamt 20.506 19.780 4 Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert: Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des typi- schen Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie admi- nistrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von LS telcom in umfassende Sys- temlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Ein- zelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten um- fangreicheren und komplexeren Softwareprojekte. Das Segment „Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen“ fasst die Teilgeschäfte mit Hard- ware-Systemlösungen sowie Netzplanungs- und Beratungstätigkeiten zusammen. „Hardwarenahe Systeme“ enthält Projektgeschäft aus der Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen sowie aus dem Aufbau und der Inbetriebnahme von Sendern. Die Geschäfte gehen üblicherweise mit höherem Materialeinsatz einher. Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die die LS telcom AG in Form von Beratung, Planung, Ingenieurdienstleistungen und Trainings erbringt und nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Jeder in den Berichtssegmenten enthaltene unterschiedliche Teilmarkt bietet für sich hohes Ent- wicklungspotenzial und wird in den nächsten Jahren eine relevante Rolle für die Umsatzentwick- lung des Konzerns spielen. Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im Geschäftsjahr 2020/2021 wie im Vorjahr ebenfalls bei 81 % und belegt erneut die nationale und internationale Streuung der Aufträge. Da der Um- satz insgesamt angestiegen ist, zeigt sich aber auch darin, dass der Inlandsmarkt rund um die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie die anstehende Einführung von 5G-Netzen für die Industrie weiterhin wachsend ist. Die Exportumsätze innerhalb Europas liegen bei 39 % und in den restlichen Regionen bei 42 % (darunter der Mittlere Osten mit 16 %, Asien 9 % und Nord- amerika mit 13 %). 2. Unternehmenssituation Softwaresysteme Wie in den Vorjahren überwiegt der Umsatzanteil des Segments „Softwaresysteme“ deutlich mit 73 % (i. V. 76 %) der gesamten Umsatzerlöse. Die Nachfrage im Segment „Softwaresysteme“ war im Geschäftsjahr sehr gut, allerdings zeigen sich aufgrund der vielen Projektlangläufer und einiger erst spät gestarteten Projekte die erwirt- schafteten Projekterlöse zu großem Teil nur in den Bestandsveränderungen und nicht direkt im Umsatz. 5 Das Segment wurde aufgrund extrem hoher Investitionen in die Weiterentwicklung der strategi- schen Projekte mySPECTRA sowie dem Schwerpunkt „Künstliche Intelligenz“ mit erheblichen Aufwänden belastet, die letztendlich zusammen mit den nicht vor Projektende ausweisbaren Gewinnanteilen in den Kundenprojekten zu einem negativen Betriebsergebnis von EUR -1,44 Mio. (i. V. TEUR -80) führten. Der Umsatz im Segment „Softwaresysteme“ wurde überwiegend aus Wartungseinnahmen und mehrjährigen Projekten mit Bestandskunden, aber auch einigen größeren Erstkundenprojekten erwirtschaftet. Die größten Beiträge resultierten aus Geschäften mit Behörden in der EU, dem Vereinigten Königreich sowie Kanada und Australien. Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen Mit einem Umsatzzuwachs von 16 % konnte das Segment „Hardwarenahe Systeme und Dienst- leistungen“ seinen Anteil gegenüber dem Vorjahr ausbauen, was im Einklang mit unserer Strate- gie der Diversifizierung steht, und dies trotz der über viele Monate dominierenden weltweiten Krise. In beiden Teilsegmenten war das Geschäft zunehmend. Die Umsätze entstammen diversen Planungs- und Beratungsprojekten im Umfeld der Sicherheitsfunknetze für Behörden sowie der Implementierung von Funkmesssystemen. Das negative EBIT des Segments ergibt sich maßgeblich aus den hohen unfertigen Leistungen aus Projekten im Teilsegment Hardwarenahe Systeme, die vor erfolgter Abnahme bzw. je nach vertraglicher Regelung im Einzelabschluss nicht unter Aufdeckung der Gewinnmarge berück- sichtigt werden können. Das Teilsegment Dienstleistungen konnte dagegen einen positiven EBIT-Beitrag leisten. Die Erlöse wurden aus einer Mischung von langfristigen Verträgen und Nachfolgegeschäft mit Bestandskunden und in geringerem Umfang aus Projekten mit Neukunden erzielt. Hardwarenahe Systeme Unter dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ werden innerhalb der LS telcom Firmen- gruppe sehr unterschiedliche Produkte entwickelt und vermarktet. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem früheren Kerngeschäft (Spektrum- Management-Softwaresysteme, Planungstools und Planungsdienstleistungen) adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem früheren rein „immateriellen“ Produktportfolio der LS telcom darstellen. Bei der LS telcom AG werden neue Verfahren und Systeme zur kleinzelligen Überwachung der Spektrum-Nutzung entwickelt. Dazu gehören stationäre Langzeit-Messverfahren mit intelligen- ter Datenreduktion von Terabytes an Messdaten (Big Data Lösungen) ebenso wie neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Mehr- flüglern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen. Im letzten Geschäftsjahr wurde verstärkt damit begonnen, diese Lö- sungen mit selbst entwickelten Komponenten der künstlichen Intelligenz zu bestücken, um so Genauigkeit, Geschwindigkeit und Vielfalt der Messmöglichkeiten weiter zu steigern. 6 Dienstleistungen Die LS telcom AG erbringt im Geschäftsbereich „Consulting & Engineering“ umfassende Bera- tungs-, Trainings-, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen für unterschiedliche Kundengrup- pen, unter anderem für Nutzer von Funkfrequenzspektrum aus den vertikalen Märkten, Netzbe- treiber und Regulierungsbehörden. Das Geschäftsfeld wurde durch den Bedarf an Beratungs- und Planungsdienstleistungen von Systemherstellern und Betreibern sicherer Kommunikationslösungen in professionellem Einsatz sehr gut ausgelastet. Im Umfeld der Planung und Realisierung von professionellen Mobilfunk- netzen (dazu gehören digitale Sicherheitsfunknetze für Behörden, Versorger, Transport- und Industrieunternehmen) sieht das Management auch für die Zukunft großes Potenzial, speziell im hochwertigen Planungs- und Beratungsbereich. 3. Niederlassungen und ausländische Gesellschaften Die LS telcom AG unterhält eine Niederlassung in Budapest. Das Büro in Ungarn dient vorwie- gend der Vor-Ort-, Projekt- und Vertriebsunterstützung sowie der lokalen Anpassung einzelner Softwaremodule. Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2021 an der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, an der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, an der LS of South Africa Radio Com- munication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, an der RadioSoft Inc., Clarkesville, Geor- gia/USA, an der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, an der Colibrex GmbH, Rheinmünster, an der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, an der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, an der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien, an der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China, an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/ Indien, an der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, sowie an der Bietergemein- schaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau. Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Limited bearbeitet insbesondere den Markt für Systemlösungen und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehör- den und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada und Lateinamerika. Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient primär den französischsprachigen Markt mit Kundenschwerpunkten bei Funkfre- quenzadministrationen in Frankreich und Afrika. Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Beratungs- und Pla- nungsleistungen in Afrika und unterstützt zudem auch den Vertrieb, die Wartung und das Tes- ten von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochter hat in den vergangenen Jah- ren außerdem erfolgreich einen Geschäftszweig für den Aufbau und die messtechnische Validie- rung von Sendern und Antennenanlagen etabliert und entsprechende Messkampagnen im süd- lichen Afrika und in den USA erfolgreich und mit wachsendem Erfolg durchgeführt. 7 Die Vision2Comm GmbH mit Sitz in Lichtenau konzentriert sich auf innovative Funkmess- und Monitoringlösungen als Dienstleistung („as-a-Service“). Die angebotenen Leistungen umfassen u. a. die Untersuchung und Ortung von Funkstörungen, die Definition geeigneter Messtechnik und -methoden, die Durchführung des Messbetriebs selbst sowie die Analyse und Auswertung der erfassten Messdaten. Zudem werden Projekte zur Integration und Realisierung von Funkan- lagen durchgeführt. Hauptfokus der Vision2Comm sind Nutzer von Funkfrequenzen in soge- nannten Vertikalmärkten (bspw. Industrie, Transportunternehmen, etc.). Die Colibrex GmbH mit Sitz in Rheinmünster vermarktet vor allem neue messtechnische Lösun- gen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen. Colibrex arbeitet dazu entwicklungstechnisch eng mit dem hardwarebasierten Geschäftsfeld der LS telcom AG sowie auf der operativen Seite mit der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zu- sammen. Colibrex identifiziert und bearbeitet Märkte, strukturiert die Dienstleistungen und macht das Produkt-Management und die Abstimmung mit den Entwicklungspartnern für die Entwicklung neuer Produkte. Die LS telcom Inc. in Bowie, Maryland/USA, USA bestand als eigenständige Tochtergesellschaft bis zum 31. März 2021. Sie kümmerte sich um den US-amerikanischen Markt und übernahm dort den Vertrieb für das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe, insbesondere Messdienstleistungen, Funkplanungs- und Funkmesssysteme. Einige der LS telcom- Standardprodukte wurden mit Hilfe der LS telcom Inc. spezifisch an den US-Markt angepasst. Die LS telcom Inc. wurde zum 1. April 2021 auf die RadioSoft Inc. verschmolzen. Die Haupttätig- keit der LS telcom Inc. wird nicht beendet, sondern unter dem Namen „LS telcom US – a Radio- Soft operation“ unter der RadioSoft Inc. (nach Verschmelzung) weitergeführt. Die RadioSoft Inc. mit Hauptsitz in Clarkesville, Georgia/USA, erbringt vorrangig Dienstleistun- gen für die Funknetzplanung von Rundfunk- und Landmobilfunkstationen, wozu auch Koordi- nierungs- und Frequenzzuweisungs-Dienstleistungen für unterschiedlichste Behörden, Rund- funknetzbetreiber und diverse Verkehrs- und Industriebetriebe gehören. RadioSoft besitzt seit der Übernahme der Geschäfte der ehemaligen LS telcom Inc. mit Wirkung vom 1. April 2021 eine Niederlassung in Bowie, Maryland/USA. Diese kümmert sich um den US-amerikanischen Markt für das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe, insbesondere Messdienstleis- tungen, Funkplanungs- und Funkmesssysteme. Einige der LS telcom-Standardprodukte wurden mit Hilfe der RadioSoft-Niederlassung spezifisch an den US-Markt angepasst. Die LS telcom UK Ltd. in London betreut insbesondere die relevanten Märkte im Vereinigten Königreich und vertreibt dort das gesamte Produktportfolio der LS telcom AG. Das Spektrum- Beratungsteam von LS telcom UK Ltd. verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Zusam- menarbeit mit internationalen und nationalen Regulierungsbehörden sowie einer Reihe von Frequenznutzern und erbringt weltweit Spektrum-Consulting und Trainings-Dienstleistungen mit globaler Perspektive. Die Beteiligung der LS telcom AG an der LST Middle East FZ-LLC in Dubai beträgt unverändert 49 %, wobei LS telcom im Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem davon abweichenden 60 % Anteil an den Stimmrechten die Kontrolle über das Unternehmen übernommen hat. Entsprechend wird diese Beteiligung im Konzern-Abschluss seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 voll konsolidiert. Von dieser Beteiligung aus erfolgt auch der maßgebliche Vertrieb der LS telcom-Produkte in den gesamten arabischsprachigen Raum und auf dem indischen Subkontinent sowie die zugehörige lokale Projektunterstützung. 8 Die LS telcom Australia Pty Ltd mit Sitz in Sydney/Australien wurde als 100 %-Tochter der LS telcom AG im Geschäftsjahr 2018/2019 gegründet und kümmert sich um die Betreuung der bestehenden Kundenprojekte in Australien sowie die Weiterentwicklung der Geschäfte mit LS telcom-Produkten in Australien, Neuseeland und den Pazifik-Staaten. An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. ist Hauptvertriebspartner der LS telcom AG für den chinesischen Markt. Daneben er- bringt die NG Networks Co., Ltd. auch Softwareentwicklungsleistungen (spezifische Auftrags- entwicklungen für die LS telcom AG, Anpassungen für den chinesischen Markt und Entwicklung eigener Produkte). Über die abgeschlossene Vertriebsvereinbarung hat sich die LS telcom AG auch Vertriebsrechte an den von NG Networks Co., Ltd. entwickelten Produkten, spezielle Pla- nungslösungen u. a. auch für LTE- und 5G-Netze, gesichert. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss „at equity“ bilanziert. Die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, mit Sitz in Mumbai/Indien, wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gegründet. Die Dienstleistung umfasst die Vermarktung und den Vertrieb des beste- henden Produktportfolios der LS telcom auf dem indischen Subkontinent. Zudem erbringt sie Dienstleistungen im Bereich der Web- und Mobile-App-Entwicklung. Einzelne Teilgruppen sol- len dediziert Produkten oder Projekten zuarbeiten. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd beteiligt. An der SlivaCom d.o.o. mit Sitz in Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, hält die LS telcom AG einen Anteil von 48 %. Die SlivaCom d.o.o. wurde im Mai 2021 gegründet. Sie erbringt für die LS telcom AG Hard- und Software-Entwicklungsdienstleistungen und stellt einen Messplatz für Antennenmessungen zur Verfügung. Kernaufgabe zu Beginn ist die Optimierung bestehender Antennensysteme der LS telcom AG. Die ausländischen Tochtergesellschaften entwickelten sich teilweise erfreulich. Lediglich bei der Colibrex GmbH sowie der französischen Tochter LS telcom SAS gab es deutlich von der Erwar- tung abweichende Geschäftsverläufe. Bei Colibrex schlägt weiterhin die Covid-bedingte Zurück- haltung im Luftverkehr durch, was die Einführung des fertig entwickelten Messsystems für die Überprüfung der Navigationseinrichtungen erheblich verzögert. Das Management geht aber von einer nun rasch einsetzenden Besserung der Lage aus. Bei LS telcom SAS waren dagegen Verzögerungen bei zeitpunktbezogenen Projekten und er- hebliche Entwicklungsmehraufwände ausschlaggebend für das noch unbefriedigende Resultat. Für die Zukunft wurden hier weitergehende Maßnahmen ergriffen, die eine Verbesserung der Situation bei LS telcom SAS mit sich bringen sollen. So wird eine Produktgruppe zukünftig dort weiterentwickelt und gepflegt werden, wodurch ein mehrjährig fixer Einkommensstrom gesi- chert ist. Außerdem ist ein mehrjähriges, zwar strategisch wichtiges aber deutlich verlustbehafte- tes Projekt im Abschluss begriffen. 4. Mitarbeitende Die Zahl der vollzeitäquivalenten Mitarbeitenden in der LS telcom AG beträgt für das Geschäfts- jahr 157 (i. V. 148). 9 Zum 30. September 2021 waren im Unternehmen (ohne Vorstand) insgesamt 173 (i. V. 151) Mit- arbeitende beschäftigt. 5. Produktentwicklung Im Unternehmen ist unverändert die überwiegende Anzahl der Mitarbeitenden in der Entwick- lung tätig. Die Schwerpunkte lagen dabei in der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bestehender Software sowie der Integration bestehender Softwaremodule in Fremdsysteme, der Weiterentwicklung webbasierter Funktionalität sowie der Migration bestehender Produkte auf neue Softwaretechnologien. Daneben wurden während des Geschäftsjahres 2020/2021 im Rah- men der hardwarebezogenen Systementwicklung die speziellen Softwarelösungen zur Erfassung und Prozessierung großer Messdatenmengen und hierzu kompatibler Messsysteme weiterent- wickelt. Weitere Entwicklungs-Schwerpunkte betraf die drohnengestützte Messplattform zur Vermessung der Instrumentenlandesysteme auf Flughäfen und die bereits im vorherigen Ge- schäftsjahr adressierte Entwicklung von Komponenten der künstlichen Intelligenz. Hier sehen wir ein umfangreiches Geschäftspotenzial aufgrund der zusätzlichen Angebote, die wir für unsere Bestandskunden in Kürze werden machen können. Zuerst einmal verursacht das aber Kosten, teilweise sind diese jedoch durch Förderprojekte von Land und Bund abgefedert. Im vergangenen Geschäftsjahr erfolgten Entwicklungen sowohl unter Einsatz von eigenen Per- sonalressourcen als auch unter Zuhilfenahme externer Entwicklungskapazitäten, speziell auch mit einem indischen Dienstleister. Im Rahmen der Produktentwicklung wurden unverändert auch bestehende Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen und Geschäftspartnern gepflegt. 6. Forschung und Entwicklung Für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte sowie für Forschung und allgemeine Entwicklung wurden von der LS telcom AG Aufwendungen in Höhe von EUR 7,4 Mio. (i. V. EUR 5,9 Mio.) als Aufwand erfasst. 7. Die LS telcom AG an der Börse Während des Geschäftsjahres 2020/2021 war die LS telcom-Aktie unverändert im Handelsseg- ment „General Standard“ des geregelten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Ausgehend von einem Kurs von EUR 5,30 schloss der Handel zum Geschäftsjahresende am 30. September 2021 bei einem Wert von EUR 6,85. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte die Ak- tie im November 2020 ihre niedrigste Bewertung bei EUR 4,22. Der Wert der Aktie stieg im Ver- lauf des Geschäftsjahres und erreichte im Mai 2021 ein Maximum von EUR 9,20. Die Marktkapitalisierung lag zum 30. September 2021 bei EUR 39.846.450, nachdem sie sich zum Geschäftsjahresbeginn auf EUR 30.830.100 belief. Dies entspricht einem Kursgewinn von etwa 29,25 %. Der Prime Telecommunication Index gewann im Vergleichszeitraum 26,33 % an Wert. 10 Pro Börsentag wurden während des Geschäftsjahres täglich durchschnittlich 7.213 LS telcom- Aktien (i. V. 4.875) im Gegenwert von EUR 49.075 (i. V. EUR 21.165) an den deutschen Börsen gehandelt, was einer Zunahme des Handelsvolumens um 131,87 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elektronische Handelssystem der Frank- furter Wertpapierbörse. 8. Unternehmensstrategie, Steuerung des Unternehmens und Unternehmensziele Unternehmensstrategie Ziel der LS telcom AG ist es, die in der Vergangenheit erarbeitete sehr gute Marktposition in Bezug auf Systemlösungen und Dienstleistungen für ein effektives Management und eine effizi- ente, nachhaltige Nutzung des Funkfrequenzspektrums weiter auszubauen. Um dies zu erreichen, verfolgt das Unternehmen folgende Strategie: Kundenzufriedenheit Kundenzufriedenheit ist oberste Prämisse. Nur zufriedene Kunden werden uns weiterempfehlen und gerne weitere Systemwartung sowie neue Produkte bei uns kaufen. Unseren Mitarbeitenden werden immer wieder erneut dazu motiviert, den Kunden umfänglich zufrieden zu stellen. Schlüssel dazu ist ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Die entsprechenden Unterneh- mensziele der LS telcom AG sind deshalb auch im Qualitätshandbuch festgelegt und im Rahmen der Qualitätssicherungsprozesse gemäß ISO 9001:2015 implementiert: - - - Unsere Produkte und Dienstleistungen sollen dem Kunden durch einfache und geniale Lösungen den größtmöglichen Nutzen bieten. Wir wollen mit unseren Produkten und Projekten Gewinn erzielen, der es uns ermöglicht, Wachstum zu gewährleisten, jedoch die Selbstbestimmung zu erhalten. Anspruchsvolle Qualitätsvorgaben, eine angemessene Überwachung aller qualitätsbeein- flussenden Faktoren sowie laufende Optimierung der Geschäftsprozesse sollen auch zu- künftig das hohe Niveau unserer Dienstleistungen und Produkte gewährleisten. Neben diesen Qualitätsansprüchen ist selbstverständlich auch adäquate Informationssicherheit ein zentrales Thema für das Unternehmen und unsere Kunden. In der heutigen Zeit sind „Vulne- rabilities“, also Angriffspunkte für Hacker und Ransomeware der Risikofaktor schlechthin und müssen daher so schnell als möglich geschlossen werden. Hier ist entsprechende Sorgfalt bei der Entwicklung, Pflege und dem Test der immer komplexer werdenden Kundensysteme und Umgebungen elementar, um zufriedene Kunden zu binden. LS telcom ist zwar bis dato noch nicht nach ISO 27001 zertifiziert, hat jedoch umfassende Maßnahmen und Prozesse analog die- ses Standards im Sinne der Informationssicherheit und des Datenschutzes implementiert und strebt zeitnah die formale Zertifizierung nach ISO 27001 an. 11 Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden Nur zufriedene Mitarbeiter werden unsere Kunden zufrieden stellen können. Zufriedenheit an dieser Stelle ist der erste Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. Wir sind unseren Mitarbeitenden eng verpflichtet. Deshalb sorgen wir für einen umfassenden Arbeitsschutz, beispielhaft mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, einem regelmäßig tagenden Arbeitssicherheitsausschuss sowie regelmäßigen Sicherheitsbelehrungen für die Mitarbeitenden. Im Gesundheitsschutz haben wir deshalb auch schon sehr frühzeitig eine umfassende Covid-19 Strategie betrieben, einen regel- mäßig tagenden interdisziplinären Corona-Notfallausschuss etabliert und versucht, auf die Be- dürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen, wo immer es möglich war. Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit Der Umgang mit Ressourcen ist von zentraler Bedeutung. Wir sehen es als unsere Verpflichtung der Umwelt gegenüber; ebenso erwarten Kunden wie Anleger heute eine nachhaltige Strategie und ressourcenschonendes Engagement. Sowohl beim Einsatz von Materialien wie auch Roh- stoffen und Energie achten wir deshalb seit langem auf diese Werte. Seit Jahren schon führen wir regelmäßig Energieaudits durch, bereits bevor es für uns verpflichtend wurde. Die LS telcom wurde 2021 von der TÜV SÜD Management Service GmbH für die Einführung und Anwendung eines Umweltmanagementsystems nach der international anerkannten Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Kern des Umweltmanagementsystems ist die Betrachtung der sogenannten Umweltaspekte, d. h. in welcher Form wirkt die Geschäftstätigkeit der LS telcom auf die Umwelt ein. Dies sind im Wesentlichen der Verbrauch elektrischer Energie (IT- Infrastruktur, Klimatisierung), Raumheizung und Reisetätigkeiten im Rahmen von Vertriebsaktivi- täten und zur Projektabwicklung. Steigerung der Profitabilität Ein weiteres wichtiges Ziel des Unternehmens ist es, Profitabilität über sämtliche Unternehmen des Konzerns wieder nachhaltig herzustellen und stetig zu steigern. Zu diesem Zweck werden einige unserer Kernprodukte verjüngt und konfigurationsfähiger gestaltet, wodurch wir uns eine Verschiebung des Umsatzes weg von angepassten Lösungen hin zu Standardprodukten erwar- ten. Kurzfristig bedeutet das zwar einen erheblichen Mehraufwand, da die Produkte teilweise einen echten Generationenwechsel durchleben müssen. Auf mittlere und lange Sicht bringt dies aber eine stabile Grundlage für neues, ertragreiches Geschäft. Auch arbeiten wir daran, Entwick- lungs- und Projektimplementierungsprozesse im Firmenverbund zu optimieren. Entwicklung muss heute schnell und kostengünstig ablaufen. Da entsprechende Kräfte auf unserem Heimat- markt nahezu nicht erhältlich sind, haben wir unsere Aktivitäten auf Indien ausgedehnt und sind dabei, dort einen Pool von schnell verfügbaren und gut ausgebildeten Entwicklern/innen zu trainieren, die außerdem die dort vorgesehene Mehrarbeit kostengünstig umsetzen können. Indien ist aber nicht mehr als „Billiglohnland“ zu verstehen. Auch dort hat gute Arbeit ihren Preis, aber auch allein schon die höhere Verfügbarkeit auch sehr spezieller Expertise nützt in hohem Maß und sollte sich mittelfristig dann auch in kürzeren Projektimplementierungszeiten niederschlagen. 12 Konzentration auf Kernkompetenzen und Diversifikation von Kundengruppen Die Entwicklungen in der Vergangenheit zielten insbesondere auf die Festigung unserer Markt- position in unseren originären Kernmärkten (Frequenzmanagement, Rundfunk, Telekommunika- tion) ab. Darüber hinaus hat sich die LS telcom Firmengruppe in den letzten Jahren auf der Basis der bestehenden Produkte und Kompetenzen aber auch in verwandte, neue Märkte bewegt und ihr Dienstleistungs- und Produktangebot auf integrierte Systeme auch im hardwarenahen Be- reich ausgedehnt. Diese Entwicklung soll auch künftig mit Augenmaß fortgesetzt werden und der Gesellschaft aus ihrem Nischenmarkt zu weiterem Wachstum verhelfen, möglichst unter effektiver Nutzung von bereits für den Kernmarkt getätigten Investitionen. Verwandte Märkte in diesem Sinne umfassen neue Kundengruppen mit vergleichbarem Bedarfsprofil (z. B. vertikale Märkte, nicht-zivile Nutzer von Funkfrequenzen im militärischen Bereich) oder aber die bereits adressierten bestehenden Kunden mit neuen Produkten, welche bestehende Systemlösungen sinnvoll ergänzen (z. B. Funk- überwachungssysteme für die Durchsetzung der Lizenzbedingungen und Störungsbeseitigung). Erklärtes Ziel der Unternehmensgruppe ist es, insbesondere die Kundenbasis in Vertikalmärkten zu erweitern. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zentrale Rolle in Produktionspro- zessen und rückt nun im Rahmen der Digitalisierung, der Einführung des 5G-Mobilfunk- standards und Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender hochsicherer Ma- schine-zu-Maschine-Kommunikation immer stärker in den Fokus. Mit weitgehend replizierbaren Lösungen bestehend aus der Kombination bereits entwickelter Produkte und Services sprechen wir eine Vielzahl von Kunden einer Branche an und wollen mit diesem Schritt eine deutliche Verbreiterung des Kundestamms erreichen. Technologie- und Marktführerschaft Ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung wird weiterhin der wesentliche Motor des Erfol- ges bleiben. In Zeiten der digitalen Transformation mit einer sich permanent wandelnden Kom- munikationsbranche ändern sich auch die Anforderungen laufend. LS telcom hat daher in der Vergangenheit jährlich stets in hohem Umfang in die Entwicklung der Produkte und Dienstleis- tungen investiert und speziell im vergangenen Geschäftsjahr einen massiven Schub umgesetzt. Auch in Zukunft werden wir weiter in adäquatem Umfang investieren. In diesem Zusammenhang wird kontinuierlich untersucht, inwieweit sich das bestehende Produktportfolio sinnvoll durch neue Produkte erweitern lässt, um so die Attraktivität des Gesamtangebots von LS telcom weiter zu steigern und sich gegebenenfalls auch hierdurch von der Dynamik temporär weniger erfolg- versprechender Märkte zu entkoppeln. Generelles Ziel war und bleibt die Ausweitung der Tech- nologie- und Marktführerschaft in sämtlichen Kundensegmenten und Märkten. 13 Der Ausbau des weltweiten Vertriebs wird die Internationalisierung, insbesondere nach Asien sowie Nord- und Südamerika, vorantreiben. Der Vorstand ist grundsätzlich weiterhin bestrebt, wo möglich und sinnvoll, Unternehmen zu akquirieren, um Marktzugänge und gegebenenfalls komplementäre Produkte hinzuzukaufen und überdies marktbereinigend zu wirken. Jedoch wird dies wie in der Vergangenheit nicht vorrangiges Ziel sein, da solche Maßnahmen in der Regel mit beträchtlichen Einstandskosten und zeitlichem Aufwand verknüpft sind. Der Vorstand wird auch künftig diesbezüglich sich bietende Kooperations- und Investitionsalternativen sorgsam prüfen, allerdings in Zweifelsfällen (z. B. in punkto Integrationsfähigkeit und nachhaltiger Wer- tigkeit einer Akquisition) eher am Cash-Bestand festhalten und diesen für weiteres organisches Wachstum einsetzen. Steuerung des Unternehmens Das Steuerungssystem der LS telcom hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die folgenden Kennzahlen stellen die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar: - Umsatzerlöse: Die Umsatzentwicklung dient als Maß für das Wachstumspotenzial des Kon- zerns. Die kurzfristige Umsatzentwicklung ist stark vom zeitlichen Verlauf von Großprojek- ten abhängig. - EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern): Diese Kennzahl misst die Qualität der Um- satzentwicklung und zeigt, wie effizient das operative Geschäft gesteuert wird. Diese bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren werden sowohl für das Mutterunter- nehmen als auch den LS telcom Konzern geplant, ermittelt und überwacht. Darüber hinaus werden die folgenden Kennzahlen vom Management laufend verfolgt, ohne jedoch hierfür einen quantifizierten Zielwert festzulegen: - - Auftragseingang Auftragsbestand Diese Leistungsgrößen sind die wesentlichen Treiber für die Umsatzentwicklung. Verhandlungen mit den Kunden können sich teilweise über eine längere Zeit hinziehen, die von vielen Faktoren, wie z. B. politischen Entwicklungen oder strategischen Planungen der Kunden, beeinflusst wer- den. Auch Änderungen in den Projekt-Implementierungsplänen können zu starken Schwankun- gen im Auftragsbestand führen. Aus dem Auftragsbestand wird zu einem wesentlichen Teil der Planumsatz des Folgejahres bei plangemäßem Verlauf der Projekte abgeleitet. Unternehmensziele Finanzielle Ziele Das unternehmerische Handeln der LS telcom AG ist auf die nachhaltige Steigerung des Unter- nehmenswertes ausgerichtet. Die bedeutsamsten Ziele sind die mittel- und langfristige Steige- rung des Umsatzes sowie des EBIT. 14 Nicht-finanzielle Ziele Neben den finanziellen Zielen sind folgende nicht-finanzielle Faktoren von Relevanz für den Erfolg des Konzerns: - - - - Kundenzufriedenheit Nachhaltigkeit Qualität und Attraktivität der Produkte Qualifiziertes und motiviertes Personal Für den nachhaltigen Erfolg des Konzerns spielt die Kundenzufriedenheit eine zentrale Rolle. Mittels Umfragen bei der jährlichen Kundenkonferenz und im Rahmen der Projektabschlüsse sowie bei Besuchen im Rahmen von Wartungsverträgen erheben wir Daten zur Kundenzufrie- denheit. Diese Daten bestätigen, dass wir sehr positiv wahrgenommen und geschätzt werden. Nachhaltigkeit ist ein absolutes Muss in der heutigen Zeit. Der Umgang mit Ressourcen und der Umwelt generell, aber auch eine auf Verlässlichkeit und Vertrauen aufgebaute Unternehmens- kultur und -führung sind für uns Elemente des Markenkerns. Die LS telcom-Mitarbeitenden betreuen die Kunden dabei in bestmöglicher Weise und bieten maßgeschneiderte Lösungen an. Ziel ist es, die hohe Kundenzufriedenheit zu halten und weiter zu verbessern. Voraussetzung für eine hohe Kundenzufriedenheit ist eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und damit verbundener Dienstleistungen. Unser Qualitätsmanagement trägt Sorge dafür, dass unsere Kundenprojekte laufend operativ überwacht werden, um Fehler zu vermeiden und Schaden vom Konzern abzuwenden. Ziel ist es, das hohe Qualitätsniveau zu halten und noch weiter zu verbessern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen in erheblichem Maße zum wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns bei. Ihre Identifikation mit dem Konzern - welche sich in der hohen durchschnittli- chen Betriebszugehörigkeit widerspiegelt - und ihr Engagement sind die wesentlichen Grundla- gen für den zukünftigen Erfolg. Die Potenziale der Mitarbeitenden werden durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung gefordert und gefördert. Sogenannte Key-Performance-Indikatoren (KPI) werden soweit wie möglich quartalsweise, sys- tematisch und automatisiert erhoben. Diese Messungen dienen der Schaffung einer repräsenta- tiven Datenbasis zur Überprüfung der KPI-Definition und ggf. als Basisbezug für die Zielwerte dieser KPI. Auf Grundlage dieser Datenbasis soll anhand der Verlaufswerte die Erarbeitung kon- kreter Ziele erfolgen. Die so quantifizierten Ziele werden regelmäßig mit Ist-Daten verglichen und analysiert werden. 15 B. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnte die LS telcom AG die gesetzten Geschäftsziele, einen Um- satz von ca. EUR 24,2 Mio. und ein EBIT von mehr als TEUR 700, nicht erreichen. Nähere Ausfüh- rungen hierzu wurden bereits in Kapitel A.1. „Marktumfeld und Absatzentwicklung“ dieses Lage- berichts gemacht. Der Umsatz des Unternehmens stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 19,78 Mio.) um 4 % auf EUR 20,51 Mio. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 724 (i. V. TEUR 735) führen zusammen mit den Bestandsveränderungen in Höhe von EUR 2,31 Mio. (i. V. TEUR 232) zu einer gegenüber dem Vorjahr um 13 % höheren Gesamtleistung von EUR 23,54 Mio. (i. V. EUR 20,75 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erlöse aus Währungsgewinnen und Investitionszuschüssen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat die LS telcom AG Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von der AIF Projekt GmbH im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ und vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für ein- zelbetriebliche Vorhaben: Entwicklung Künstlicher Intelligenz für neue Produkte und Dienstleis- tungen“ bewilligt bekommen. Zum 30.09.2021 sind diese Zuwendungen in Höhe von TEUR 150 in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 9,03 Mio. um 65 % höher aus als im Vorjahr (EUR 5,48 Mio.), was den höheren Umsatzerlösen mit Funkmesssystemen sowie deutlich gestie- genen Aufwendungen für Entwicklungsressourcen und projektbezogene Unterbeauftragungen an Dienstleistungsunternehmen in Beratungs- und Softwaresystemprojekten geschuldet ist. Im Rahmen der durchgeführten Projekte fielen im Wesentlichen Zukäufe von Hardware zur Erfül- lung unserer Lieferverpflichtungen für Funküberwachungssysteme im Rahmen von Kundenpro- jekten und in geringerem Umfang für projektbezogene Computer-Hardware und Geodaten an. Zudem entstanden erhöhte Aufwände bei internen Entwicklungsprojekten. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stiegen von TEUR 340 auf EUR 1,93 Mio. gegenüber dem Vor- jahr an. Der Aufwand für bezogene Leistungen stieg aufgrund erhöhter Inanspruchnahmen von Leistungen bei internen Entwicklungsprojekten um 38 % von EUR 5,14 Mio. auf EUR 7,10 Mio. an. Der Personalaufwand erhöhte sich von im Vorjahr EUR 12,42 Mio. auf EUR 13,62 Mio. Ursachen waren einerseits geplante Gehaltserhöhungen, Neueinstellungen sowie Sondereffekte für Ein- malzahlungen. Investitionen wurden dort getätigt, wo sie notwendig oder sinnvoll waren. Das betrifft den Aus- bau und Erhalt der Serverinfrastruktur und Softwareausstattung auf einem für effizientes Arbei- ten sinnvollen Niveau aber auch Investitionen in Softwaretools für schnelleres Arbeiten in welt- weit operierenden Entwicklergruppen. Die Abschreibungen liegen mit TEUR 842 um 7 % über denen des Vorjahres (i. V. TEUR 787). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (EUR 2,86 Mio.) liegen um 6 % unter denen des Vor- jahres (EUR 3,04 Mio.). 16 Es ergibt sich damit in Summe für das Unternehmen im Geschäftsjahr ein negatives Betriebser- gebnis (EBIT) von EUR -2,81 Mio. (i. V. EUR -0,98 Mio.). Das Finanzergebnis weist insgesamt einen Rückgang von TEUR 792 aus und enthält eine Teilab- wertung auf Anteile an einem verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 900. Im Vorjahr schlug hier noch eine Abwertung auf Ausleihungen an ein verbundenes Unternehmen i. H. v. TEUR 286 zu Buche. Die Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen liegen mit TEUR 196 unter dem Vorjahreswert (TEUR 306). Das Unternehmen hatte 2018/2019 beschlossen in seinem Jahresabschluss von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ausweis aktiver latenter Steuern aus den steuerliche Verlust- vorträgen, die gemäß der Mittelfristplanung des Unternehmens in den kommenden Jahren mit den erwarteten Unternehmensgewinnen zu verrechnen sind, Gebrauch zu machen. Im Sinne eines mit dem Konzern-Abschluss konsistenten und konservativen Ansatzes wurden im Ge- schäftsjahr 2018/2019 aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 500 gebildet. Im Geschäftsjahr erfolgte keine zusätzliche Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge. Im Jahresergebnis weist das Unternehmen für das Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von EUR -3,72 Mio. aus (i. V. Fehlbetrag von EUR 1,14 Mio.). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf EUR -0,64 (i. V. EUR -0,20). Etwa 60 % des Umsatzes wurden im Geschäftsjahr mit 18 Kunden (i. V. 22) erzielt. Eine konkrete Abhängigkeit von Einzelkunden oder -projekten besteht nicht. 2. Vermögenslage und Investitionen Die Bilanz zum 30. September 2021 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 38,45 Mio. (i. V. EUR 35,82 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 13,08 Mio. (i. V. EUR 16,72 Mio.) aus. Dies ent- spricht einer Eigenkapitalquote von rund 34,0 % (i. V. 46,7 %). Anlagevermögen Der Wert des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte stieg seit 30. September 2020 von EUR 2,79 Mio. auf einen Wert von EUR 4,69 Mio. zum Bilanzstichtag 30. September 2021. Der Anstieg resultiert aus der Realisierung der Kaufoption an sämtlichen Anteilen an den Leasingobjektgesellschaften, in deren Eigentum sich die von dem Unternehmen in Lichtenau genutzten Immobilien befanden. Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die Gesell- schaft einen Immobilien-Leasingvertrag über Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Nach zehn bzw. 15 Jahren bestand eine Kaufoption zum Erwerb sämtlicher Anteile an den Leasingobjektgesellschaften, in deren Eigen- tum sich die Immobilie befindet. Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 von dieser Kauf- option Gebrauch gemacht. Dabei wurde das angesparte Mieterdarlehen mit dem Kaufpreis ver- rechnet. Zu diesem Zwecke baute die Gesellschaft ab dem Jahr 2008 ein Mieterdarlehen auf, das bei dem Kauf mit der Restverbindlichkeit verrechnet wurde. Daraus ergaben sich im Geschäfts- jahr Zugänge im Anlagevermögen von EUR 2,6 Mio. 17 Der Wert der Finanzanlagen liegt bei EUR 10,29 Mio. und damit EUR 0,99 Mio. unter dem Wert des Vorjahres (EUR 11,28 Mio.). Wesentlich war hier eine Teilabschreibung des Beteiligungs- buchwerts bei LS telcom SAS um TEUR 900. Hierbei sind die Ausleihungen an verbundene Un- ternehmen um TEUR 146 gesunken. Dies ist vor allem auf die Tilgung einer Ausleihung durch die LS telcom SAS und Darlehensrückzahlungen von LS telcom UK Ltd. zurückzuführen. Gegenüber der LS telcom Inc. wurde im Januar 2021 ein Forderungsverzicht in Höhe von USD 4.500.000,00 erklärt. Dies führte im Geschäftsjahr zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 3 (i. V. TEUR 286). Die größten Posten der Aus- leihungen betreffen RadioSoft Inc. (EUR 4,43 Mio.) und stehen im Zusammenhang mit dem Er- werb des Geschäftsbetriebs sowie der Übernahme von Verbindlichkeiten der LS telcom Inc. in Höhe von EUR 1,4 Mio., sowie die Colibrex GmbH (EUR 1,4 Mio.) mit Finanzierungshilfen zum Aufbau ihres Geschäfts. Darlehensnehmer war zum Bilanzstichtag außerdem die LS telcom UK Ltd. (TEUR 661). Auch im letztgenannten Fall handelt es sich um Finanzierungshilfen des Mutter- unternehmens. Vorräte Der Bestand an fertigen und unfertigen, noch nicht abgerechneten Projekten ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 954 auf EUR 3,26 Mio. angestiegen. Der überwiegende Anteil an den Vorrats- posten wird durch verschiedene Projekte für die Implementierung von Spektrum-Management- Systemen in Asien bestimmt. In Höhe von EUR 1,19 Mio. (i. V. TEUR 0) sind geleistete Anzahlun- gen auf Vorräte geleistet worden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Der Wert dieses Postens (EUR 2,53 Mio.) ist gegenüber dem Ende des letzten Geschäftsjahres (EUR 1,80 Mio.) um 41 % gestiegen. Die Forderungen bestehen überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Im Vorjahresvergleich stiegen auch die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 8 % auf EUR 5,41 Mio. Die Verbundforderungen enthalten als größten Posten Forderungen gegen die Tochterunternehmen LST Middle East FZ-LLC, LS telcom SAS und LS telcom Australia Pty Ltd für die Erbringung von Subunternehmerleistungen. Wertpapiere - Eigene Anteile Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2021 beträgt insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). 18 Der Nennwert der eigenen Aktien von EUR 24.000,00 wird im Eigenkapital vom Grundkapital abgesetzt und die Differenz zu den Anschaffungskosten mit den anderen Gewinnrücklagen ver- rechnet. Flüssige Mittel Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verzeichnet einen Rückgang von im Vorjahr EUR 1,29 Mio. auf TEUR -46. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verschlechterte sich von TEUR 771 im Vorjahr auf TEUR 142. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt EUR -1,65 Mio. (i. V. EUR 7,41 Mio.) und wird bestimmt von den Tilgungs- und Zinszahlungen des KfW-Unternehmerkredites, des KfW Innovationsdarlehens und dem Bankkredit für die Fuhr- park-Modernisierung. Zum 30. September 2021 verfügt die LS telcom AG über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von EUR 8,77 Mio. (i. V. EUR 10,33 Mio.). Im Konzern der LS telcom AG beträgt der Bestand an Bankguthaben insgesamt EUR 11,41 Mio. (i. V. EUR 11,78 Mio.). Die LS telcom AG hatte im Geschäftsjahr 2013/2014 ein zinsgünstiges Förderdarlehen der KfW zur Finanzierung von Investitionen über insgesamt EUR 6,0 Mio. aufgenommen. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit von 10 Jahren und wurde in zwei Tranchen ausgereicht, einer Fremdkapital- tranche von EUR 2,4 Mio. zu einem Nominalzins von 1,25 % und einer Nachrangtranche von EUR 3,6 Mio. zu einem Nominalzins von 2,45 %. Die Tilgung der Fremdkapitaltranche begann am 30. Juni 2016, wogegen die Tilgung der Nachrangtranche erst am 30. Dezember 2021 startet. Zur Abfederung der durch die Corona-Pandemie erwarteten negativen Auswirkungen auf das Unternehmen, hat sich die LS telcom AG während des Geschäftsjahres, bereits ab Beginn der Pandemie, um den Erhalt von Finanzhilfen bemüht. Dem Unternehmen wurde ein Darlehen von EUR 7,9 Mio. gewährt, das auf absehbare Zukunft für die Dauer der Pandemie auch unter den derzeit immer noch erschwerten Bedingungen die Finanzierung und Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen wird. Das Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkre- dit“ im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ wird durch das Maß- nahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021. Innerhalb der Firmengruppe wurden durch unsere Tochtergesellschaften im Vorjahr weitere Finanzhilfen in Kanada und in den USA beantragt und genehmigt. Diese Finanzmittel in Höhe von insgesamt rund EUR 0,2 Mio. waren zunächst Darlehen und wurden in diesem Geschäftsjahr zum überwiegenden Teil in Zuschüsse umgewandelt. Außerdem wurde in diesem Geschäftsjahr durch unsere Tochtergesellschaft in den USA eine weitere Finanzierungshilfe über TEUR 109 beantragt, die bereits in einen Zuschuss umgewandelt wurde. 19 Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen lagen im Geschäftsjahr mit EUR 2,57 Mio. um 27 % über denen des Vorjahres (i. V. EUR 2,02 Mio.). Die größten in diesem Bilanzposten enthaltenen Beträge entfallen wie im Jahr zuvor auf Personalrückstellungen, die aufgrund von variablen Vergütungs- anteilen von Mitarbeitenden um TEUR 112 stiegen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegen mit EUR 11,23 Mio. knapp unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 12,66 Mio.). Hinter diesem Posten verbergen sich die beiden zuvor erwähnten KfW-Darlehen (siehe Abschnitt „Flüssige Mittel“) sowie ein Darlehen i. H. v. TEUR 70 zur Finanzierung der Fuhrparkmodernisierung. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind während des Geschäftsjahres von TEUR 700 auf EUR 7,09 Mio. angestiegen. Der größte Teil der erhaltenen Anzahlungen steht im Zusam- menhang mit einem materialintensiven Großprojekt. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 1,34 Mio.) liegen zu Ende des Ge- schäftsjahres über denen des Vorjahres (TEUR 449). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lagen mit EUR 1,34 Mio. weit über denen zum Vorjahresende (TEUR 769). Abgerechnet werden hier unterschiedliche Service- und Entwicklungsleistungen sowie Wartungsarbeiten, die die Tochtergesellschaften für die LS telcom AG erbringen. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten liegen zum Ende des Geschäftsjahres (TEUR 207) nahe an dem Niveau des Vorjahres (TEUR 212). Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Dieser Posten ging um 29 % vom Vorjahreswert EUR 2,14 Mio. auf EUR 1,52 Mio. zu Ende des Geschäftsjahres zurück. 20 C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Risikomanagement Grundvoraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele ist die Nutzung von sich bietenden Chancen. Dabei geht die LS telcom AG bewusst Risiken ein, von deren frühzeitigem Erkennen und professioneller Bewältigung der Erfolg des Unternehmens abhängt. Nur wer seine wesentli- chen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, kann die sich bietenden Chancen unternehmerisch verantwortlich nutzen. Dieser Erkenntnis trägt die LS telcom AG Rechnung, indem sie die vorhandenen Maßnahmen zur Risikosteuerung in einem einheitlichen Risikomanagement-System zusammenfasst. Die Vorga- ben der Unternehmensleitung an das Risikomanagement-System beinhalten: - Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Me- thoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risi- ken), - - - - die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements, die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche, die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung. Die nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewerteten Risiken wurden in die drei Klassen „zu beobachtende“, „zu überwachende“ und „zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)“ kategorisiert. Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind im Risikomanagement-Handbuch der LS telcom AG dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde eine Risikomanagement-Beauftragte benannt. Auch der Aufsichts- rat der Gesellschaft wirkt aktiv und kontinuierlich an der Entwicklung und Fortschreibung des Risikomanagement-Systems der LS telcom AG mit. Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Unternehmenssteuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement- Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert. Neben den quartalsweisen Gesamtrisikoberichten werden neu auftretende Risiken, die von der Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den be- troffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von Ad-hoc-Berichten an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unter- stützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisbe- richte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt. 21 2. Internes Kontrollsystem (IKS) Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz, in das ne- ben der Rechnungslegung auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhal- tung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwick- lung von Abnahmeprozeduren, Change Requests, Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden sind. Ziel der von uns eingerichteten Methoden und Maßnahmen ist es, das Vermögen des Unter- nehmens zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Zuverlässigkeit des Rech- nungs- und Berichtswesens sowie die Einhaltung der internen Vorgaben und der gesetzlichen Vorschriften sollen durch das installierte IKS gewährleistet werden. Das konzernweit für alle wesentlichen Vorgänge geltende Vier-Augen-Prinzip, definierte Prozes- se in allen wesentlichen Bereichen, das Controlling aller Gesellschaften sowie die Antizipation derjenigen Risiken, die die strategischen oder operativen Maßnahmen und damit die Realisie- rung von Wert- und Wachstumspotenzialen beeinträchtigen können, runden das System ab. Darüber hinaus tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Da- tenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftrags- abwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei. Das im Unternehmen etablierte IKS fußt auf folgenden Prinzipien: - Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, zu beurteilen, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Soll- konzept arbeiten. Gleichzeitig wird dadurch die Erwartungshaltung der Organisationslei- tung definiert. - - Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle. Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Fi- nanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufsprozess verstanden als Prozess von der Bedarfser- mittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand verei- nigt. - Zielgerichtete Information: Mitarbeitende werden auf Augenhöhe behandelt und erhalten Zugang zu allen Informationen, die für die tägliche Arbeit oder das Verständnis des Be- triebs oder der Gesamtaufgabe sinnvoll und notwendig sind. Allerdings ist der Informati- onszugang so strukturiert, dass definierte Gruppen nur Zugang auf Ihren Verantwortungs- bereich bekommen. Dadurch kann dem unkontrollierten Abwandern von Information ent- gegengewirkt werden. Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizi- enter Steuerungs- und Kontrollsysteme auf der Basis eines zentralen CRM-Systems und zusätzli- cher Hilfswerkzeuge. 22 Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeitenden der Toch- tergesellschaften informieren den Vorstand bzw. die zuständigen Personen der zweiten Füh- rungsebene der LS telcom AG kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebs- chancen, Umsatz-, Zahlungseingangs- und Auftragszahlen. Diese Informationen werden mit dem zentralen CRM-System sowie der Zahlenbasis in Lucanet verdichtet und stehen dem Vor- stand sowie, abhängig von den Zugriffsrechten, auch den zuständigen Mitarbeitenden soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen. Rechnungslegungsbezogenes IKS Die LS telcom AG verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht. Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maß- nahmen zustimmen muss. Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellen IFRS-Stan- dards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzie- rungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Ab- schlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben. Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbund- beziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt. Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG verantwortet. Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rech- nungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstel- lung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen imple- mentiert. Unterschiedlichste Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützen den Ab- schlussprozess. 23 3. Bestand des Unternehmens ist gesichert Die Gesamtrisikosituation bei der Gesellschaft ist aus aktueller Sicht unter Kontrolle. Speziell die aus der pandemischen Situation resultierenden Risiken sind inzwischen umfänglich bekannt und in die Planungen einbezogen. Allerdings kann diese Risikoberücksichtigung aktuell die Margen beeinträchtigen. Allgemeinwirtschaftlichen Einschränkungen bei den globalen Lieferketten, die längere Lieferzeiten und deutlich höhere Preise von Gütern und Transport verursachen, kann zwar durch Vorratshaltung entgegengewirkt werden, eine solche erzeugt aber speziell im Hard- warebereich margenwirksame Zusatzkosten. Jedoch ist mit derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten, dass sich diese Risiken bestandsgefährdend auswirken können. Das Unternehmen hat durch sehr frühzeitiges Handeln eine aus damaliger Sicht drohende große Beeinträchtigung verhindern können. Eine schnelle Umstellung sowohl des Unternehmens als auch unserer Kunden auf webbasierte Kommunikation in allen Projektphasen (von vertrieblicher Erstansprache bis zur Projektimplementierung und darüberhinausgehendem Support) ließ die negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Geschäftsverlauf letztlich deutlich geringer aus- fallen als befürchtet. Sehr positiv ist in diesem Zusammenhang die Reaktion unserer Kunden zu bewerten, die mitt- lerweile digitalen Formaten bei der Kommunikation sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Wir gehen davon aus, dass auch nach einem völligen Abklingen der Pandemie diese Formate im Wesentlichen erhalten bleiben werden, was sich positiv auf die Reisekosten, die damit verbun- dene CO2-Bilanz und somit auf unsere Effizienz und Nachhaltigkeit auswirken wird. Betriebsintern haben wir sowohl die gesetzlich geforderten Maßnahmen, daneben aber auch auf Basis eines interdisziplinären Notfall- und Krisenmanagement-Teams der LS telcom AG eigene, weiterreichende Maßnahmen definiert und umgesetzt. Damit gelang es in kürzester Zeit, kon- zernweit u. a. Anpassungen an IT-Infrastruktur, Reiserichtlinien sowie Arbeitsschutzregeln zu erarbeiten. Des Weiteren wurden die Arbeitszeitmodelle, das Besuchermanagement und organi- satorische Prozesse für die Abwicklung von Krankheitsfällen und Quarantänemaßnahmen ange- passt. Diese werden bei regelmäßigen Online-Sitzungen kontinuierlich geprüft und den neues- ten Erkenntnissen und Rahmenbedingungen angepasst. Das trägt dazu bei, dass die Fortführung des Geschäftsbetriebs auch unter den pandemiegegebenen Umständen jederzeit ohne größere Einschränkungen gewährleistet ist. Neben den einfachen AHA-Maßnahmen, die für die einzel- nen Arbeitssituationen eingehend erläutert sind, wurden umfangreiche technische Maßnahmen wie UV-C unterstützte HERPA-Luftfilteranlagen und CO2-Messgeräte eingeführt. Mit den pro- aktiv umgesetzten, umfassenden in Kraft gesetzten Maßnahmen, die teilweise über die gesetz- lich vorgeschriebenen hinausgehen, blieb die Firmengruppe weitgehend von Covid-19-Fällen verschont und gut arbeitsfähig. Durch die Einschränkungen der Pandemie hat sich die Arbeits- welt nachhaltig verändert. Das Arbeiten aus dem Home Office – zumindest teilweise – ist für viele Mitarbeitende nicht mehr wegzudenken. Dennoch birgt dieser Wandel noch Herausforde- rungen, welchen im kommenden Jahr mit konzerninternen Regeln und zusätzlicher dauerhafter Infrastruktur Rechnung getragen werden muss. Diese Entwicklung ist eine große Chance für den LS telcom Konzern. Mit neuen Lösungen zu Home Office kann der Konzern dem Fachkräfteman- gel effektiver entgegen wirken, internationale Entwicklungsteams sind leichter zu managen – kurz gesagt einer großen Herausforderung kann effektiv begegnet werden. 24 Weiterhin dominierend sind die sich als Folge der Covid-19-Pandemie ergebenden Risken. Das ist zuallererst die Erreichbarkeit von Kunden und Projekten, die aufgrund von Covid-19 unzu- gänglich sind. So sind einige Länder mit wesentlichen Projekten im ganzen Geschäftsjahr voll- ständig unerreichbar gewesen, was die Umsetzung von Projekten teilweise nahezu unmöglich gemacht hat. Ebenso kritisch ist die resultierende Lieferketten- und Logistikproblematik, da Pro- dukte sich ohne vorherige Ankündigung um z. T. zweistellige Prozentwerte verteuern oder gar nicht mehr lieferbar sind, in fast jedem Fall aber wesentlich verlängerte Lieferzeiten haben. Ne- ben den sich daraus ergebenden negativen Folgen, verteuert sich der Warentransport zum Kun- den um dreistellige Prozentwerte, während gleichzeitig keine Sicherheit der Lieferung zu zuge- sagten Zeitpunkten mehr besteht. Wir konnten diese Risiken durch frühzeitige Bestellungen und Lieferverträge sowie eine erhöhte Lagerhaltung weitestgehend eingrenzen, allerdings auf Kosten der Marge und Flexibilität. Kritisch sehen wir ebenfalls die sich abzeichnende Blockbildung mit USA, EU, China und Russ- land als Segmentierer und jeweils gewissen Ländern/Ländergruppen, die sich einer Fraktion anschließen. Das führt nach unserer Einschätzung nicht nur zu Schutzzöllen, sondern auch zu komplettem Ausschluss von Produkten, die in einem der Teilmärkte entstanden sind. Als Folge müssen Produkte oft mehrfach entwickelt und gepflegt werden, um in den einzelnen Märkten vollumfänglich präsent zu sein. Durch die verteilten Entwicklungsressourcen von LS telcom kann das zwar geleistet werden, hat aber einen Preis. Als weitere bedeutende Einzelrisiken sind die Verfügbarkeit von ausreichend Liquidität und qua- lifizierten Mitarbeitenden einerseits sowie die mögliche Abhängigkeit von externen Bera- tern/innen andererseits zu sehen, um das Projektgeschäft und das mögliche Wachstum zu be- wältigen. In allen Bereichen besteht aber eine effiziente Risikosteuerung, so dass die Risiken im Unternehmen insgesamt begrenzt und handhabbar sind. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikoma- nagement-System absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der verbundenen Ziele geben können. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus simplen Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionieren oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden. Es ist daher geplant, im nächsten Geschäftsjahr eine Software zur Unterstützung des Risikomanagements zu implementieren. 4. Risiken der künftigen Entwicklung Die vergangenen Jahre zeigten, dass die LS telcom AG dem Einfluss diverser marktgegebener Risiken unterworfen ist. Unternehmerische Tätigkeit ist stets verknüpft mit Risiken, die für die nähere Zukunft geplante Investitionen, die geplante fortschreitende Internationalisierung und regionale Ausweitung des Marktes sowie die Markteinführung neuer Produkte in sich bergen. In der nachfolgenden Tabelle werden zunächst die nachstehend erläuterten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen finanziellen Auswirkung und der daraus abge- leiteten Gesamtbeurteilung dargestellt. 25 Hierbei wird zwischen einer geringen, mittleren, hohen, sehr hohen und kritischen Eintrittswahr- scheinlichkeit bzw. Schadenhöhe unterschieden, woraus sich die Gesamtbeurteilung ableiten lässt. Die Stufen reichen von einem zu beobachtenden Risiko über ein zu überwachendes Risiko hin zu einem wesentlichen Risiko. Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen bzw. Schadenshöhe wird wie folgt differenziert: Klassifikation Schadenshöhe Gering Mittel Hoch Sehr hoch Kritisch < TEUR 25 TEUR 25 bis TEUR 50 TEUR 50 bis TEUR 250 TEUR 250 bis EUR 1 Mio. > EUR 1 Mio. Die für die Bewertung der Risiken verwendeten Eintrittswahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden fünf Kategorien quantifiziert: Klassifikation Eintrittswahrscheinlichkeit Gering Mittel Hoch Sehr hoch Kritisch < 20 % 20 % bis 40 % 40 % bis 60 % 60 % bis 80 % > 80 % Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der relevanten Risiken mit ihren jeweili- gen Einschätzungen: Risiko Qualitative Eintrittswahr- scheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung Gesamt- beurteilung Schneller technologischer Wandel Softwaresicherheit Internationalisierung Projektrisiken Umsetzung neuer Trends und Funk- mittel technologien im Markt mittel sehr hoch überwachen wesentlich wesentlich wesentlich überwachen mittel hoch hoch sehr hoch sehr hoch kritisch sehr hoch Preisdruck Wettbewerb Personalrisiken Lieferkette und Logistik Risiken durch globale Marktver- werfungen hoch mittel mittel sehr hoch sehr hoch kritisch wesentlich überwachen überwachen wesentlich wesentlich sehr hoch sehr hoch sehr hoch sehr hoch Risiken durch Naturkatastrophen Finanzwirtschaftliche Risiken Preis- und Währungsrisiko Ausfallrisiko hoch sehr hoch überwachen hoch hoch mittel sehr hoch sehr hoch kritisch wesentlich wesentlich überwachen Cashflow- und Liquiditätsrisiko Die oben dargestellten Risiken werden im Folgenden detailliert erläutert. 26 Schneller technologischer Wandel Die Märkte, in denen die LS telcom AG agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, ver- änderten Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Pro- dukte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen. Dieser Zustand ist einerseits ein Risiko, andererseits ein wesentliches Verkaufsargument für unsere Software- Wartungsverträge. Aufgrund unserer Größe im Vergleich zu den Nischen-Mitbewerbern sehen wir in den meisten Marktsegmenten den Vorteil überwiegen, da LS telcom einen dominant grö- ßeren Betrag in Forschung und Entwicklung investieren kann als kleinere Mitbewerber. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos belassen wir weiterhin bei „mittel“. Die möglichen finanziellen Risiken sind bei „sehr hoch“ eingestuft, was eine Gesamtrisikobewertung als „über- wachen“ bedeutet. Softwaresicherheit Die wirtschaftliche Grundlage eines Unternehmens, das Software entwickelt, liegt in den Quell- codes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rah- menprodukte der Softwareentwicklung, wie Konzeption und Dokumentation zu den Software- produkten, sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Trotz umfangreicher ge- troffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten wertvolle Teile des Datenbestands verlo- ren gehen. Kritisch sind hier neben dem eigentlichen Verlust des Datenbestands die Erpressung von Lösegeldern durch Ransomware und das Abfließen von Spezialwissen an Mitbewerber durch gezielten Datendiebstahl von Innen oder Außen durch Mitbewerber bzw. deren Helfershelfer. Für den reinen Datenverlust hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, u. a. laufende Moder- nisierung der Server- und Backuplandschaft und die teilweise Nutzung von Cloudservern inter- nationaler Anbieter. Gegen unkontrollierten Datenabfluss wurden stringente Kontrollen von Zugriffsrechten und Audits durch IT-Sicherheitsunternehmen implementiert. Außerdem gilt eine sehr strikte Internetpolicy, die jedoch in den heutigen, stark vernetzten Systemen mit Nutzung von Services außerhalb des Firmenverbunds immer zumindest teilweise kompromittiert werden kann. In der Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir eine Erhöhung von „gering“ auf „mit- tel“ als sinnvoll an. Die finanziellen Auswirkungen können als „sehr hoch“ angesetzt werden. Damit ergibt sich eine Gesamtrisikoeinschätzung von „wesentlich“. 27 Internationalisierung Die Gesellschaft plant in den nächsten Jahren ihre Präsenz im nationalen und internationalen Markt durch entsprechende Kooperationen oder Kapitalbeteiligungen weiter auszubauen. Ob- wohl derartige Maßnahmen gewissenhaft vorbereitet werden, begründen sie ein unternehmeri- sches Risiko. Sie könnten sich aufgrund verschiedener Ursachen entgegen den Erwartungen als weniger rentabel oder für die Expansionsstrategie der Gesellschaft als nicht geeignet erweisen. Daneben besteht die Gefahr, dass z. B. akquirierte Unternehmen nicht erfolgreich in die beste- henden Geschäftsbereiche der Gesellschaft integriert werden können. Die Gesellschaft wird bei sich bietenden Chancen auf nachhaltig gesicherte Geschäftsentwick- lung achten und dabei auch die ggf. nun erfolgten Einschnitte in der Geschäftstätigkeit von möglichen Kooperationspartnern oder Kapitalbeteiligungen durch die Covid-19-Pandemie ge- nau analysieren, um dieses Risiko zu minimieren. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines entsprechenden Risikos belassen wir weiterhin bei „hoch“. Die möglichen finanziellen Risiken sind ebenfalls bei „sehr hoch“ eingestuft was den Verbleib der Gesamtrisikobewertung als „wesentlich“ bedeutet. Projektrisiken Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr 2021/2022 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten erzielt werden. Eine zeitliche Verschie- bung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage oder der Sicherheitslage eines Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen, Seu- chengefahr, Pandemie etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der stra- tegischen Planung von Kunden, können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in de- nen LS telcom in Vorleistung tritt und das Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilwei- se langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. Die LS telcom AG schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch machen die Tochtergesellschaften übli- cherweise Geschäfte in den Währungen ihrer Länder. Das bedeutet, dass erhebliche Umsatzan- teile mittlerweile in US-Dollar, kanadischem Dollar, australischem Dollar und südafrikanischem Rand erwirtschaftet werden. Oftmals muss aufgrund von Ausschreibungsvorgaben auch eine Vergütung in US-Dollar oder anderen Schwankungen unterliegenden Fremdwährungen mit Kunden vereinbart werden (dazu ausführlich im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“). In Bezug auf diese Projektrisiken hat LS telcom vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie Maßnahmen ergriffen, Projektverzögerungen durch entsprechende „Fernwirkverfahren“, wie webbasierte Schulungen und Projekt-Meetings, Schulung von lokalen Partnerunternehmen für vor Ort Unterstützung und ggf. Durchführung von Reparaturen, Fernzugriffe auf Kundensyste- me, soweit wie möglich zu minimieren. Eine Abhängigkeit von vor Ort auszuübenden Tätigkeiten ist jedoch insbesondere in Projekten, bei denen Messsysteme beim Kunden installiert werden müssen, stets gegeben. Damit materialisiert sich in solchen Fällen auch nahezu sicher das Risiko, Projektverzögerungen bei der Implementierung zu erleiden, wenn so, wie in der aktuellen Pan- demie, erhebliche Reiserestriktionen gelten. 28 Die Einstufung dieses Risikos sehen wir in der Gesamtsicht als mit „wesentlich“ weiterhin als sachgerecht bewertet an. Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte für Netzbetreiber (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) wird auch im Geschäftsjahr 2021/2022 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend inves- tiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie gibt es einerseits die Erkenntnis, dass durch den Zwang zum verteilten, mobilen Arbeiten die Relevanz einer sehr guten Breitbandversorgung, auch über drahtlose Kommunikationstechnologien, essenziell wichtig für das Funktionieren der Wirtschaft und der Verwaltung eines Staates ist. Insofern könnte man erwarten, dass sich das Absatzrisiko reduzieren sollte. Andererseits wurden von vielen Regierungen der Welt äußerst hohe Geldsummen zur Abfederung der Pandemiefolgen für die Wirtschaft eingesetzt und damit die staatlichen Haushalte stark belastet. Dies könnte in manchen Ländern zu künftigen Budget- kürzungen und eher verhaltener Investitionspolitik führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aufgrund aktuell laufender und avisierter Beschaffungsverfahren und Projektanbahnungen be- lassen wir dieses Risiko trotz der möglichen mittelfristigen Auswirkungen der Pandemie unver- ändert in seiner Bewertung. Preisdruck Der starke Wettbewerb kann in gewissen Marktbereichen zu Preisdruck führen und damit die Umsätze und Margen reduzieren. Die LS telcom AG war aufgrund der breiten Produktbasis und guten Liquiditätslage zwar in der Vergangenheit in der Lage, solche Preiskämpfe durchzufech- ten; eine Fortführung solcher Preiskämpfe über längere Zeit würde allerdings das Betriebser- gebnis in Zukunft nachteilig beeinflussen und die Liquiditätslage belasten. In Anbetracht des teilweise aggressiven Preisverhaltens des Wettbewerbs, evtl. durch die zögerliche Vergabepraxis im Markt und gestiegenen Erfolgsdruck begründet, des Auftretens neuer Wettbewerber sowie der möglicherweise aufgrund der Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie geringeren verfügba- ren Finanzmittel auf Kundenseite, halten wir dieses Risiko in Bezug auf die mögliche finanzielle Auswirkung unverändert für „kritisch“. Das Unternehmen wirkt diesem Risiko entgegen, indem es vermehrt auch auf international verfügbare, konzerneigene und externe Ressourcen setzt, um kostengünstiger zu produzieren und damit auch unter entsprechendem Preisdruck eine vernünf- tige Profitabilität auf Dauer zu sichern. Die Attraktivität einiger Teilmärkte verleitet sowohl neue Wettbewerber, in den Markt zu drän- gen, als auch alteingesessene sich in die von der LS telcom AG adressierten Nischen zu verbrei- tern. 29 Wir halten daher an der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos von „hoch“ fest. Die finanzielle Auswirkung verbleibt weiterhin bei „kritisch“. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich daraus eine Einstufung als „wesentlich“. Wettbewerb Der Softwaremarkt für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden ist dem Wettbewerb ausge- setzt. Zwar bewegt sich die LS telcom AG mit ihren Produktlösungen in einem recht heteroge- nen Wettbewerbsumfeld; einige Wettbewerber verfügen in Teilbereichen jedoch ebenfalls über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Vermarktung von Software sowie über erhebliche Marktanteile. Mit dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ positioniert sich die LS telcom Firmengruppe mit komplementären Systemlösungen im Vergleich zu marktgängigen Produkten etablierter Unter- nehmen. Der Markt scheint mittlerweile auch für etablierte Unternehmen und Newcomer ausrei- chend attraktiv, um hier ebenfalls vermehrt Aktivitäten zu entfalten. Sollte es LS telcom nicht gelingen, den Wettbewerb durch technologischen Vorsprung auf Distanz zu halten, könnte dies die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft nachteilig beeinflussen. Sollte es das Unternehmen nicht schaffen, durch beständige Innovation, d. h. die Schaffung neu- er Produkte bzw. die Anpassung bestehender Produkte und Servicekonzepte an neue Marktan- forderungen, schnell genug und wettbewerbsfähig am Markt zu agieren, oder gegen den Wett- bewerb aufgrund anderer kommerzieller Kriterien Vergabeverfahren verlieren und der Auftrags- eingang dadurch erheblich belastet werden, so könnte dies das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. In der Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir eine Reduktion von „hoch“ auf „mit- tel“ als sinnvoll an. Finanzielle Auswirkungen verbleiben weiterhin bei „sehr hoch“. In der Ge- samtbetrachtung ergibt sich daraus ein zu überwachendes Risiko. Personalrisiken Unser Erfolg hängt davon ab, dass wir hoch qualifizierte Mitarbeitende sowohl für die LS telcom AG in Deutschland als auch für unsere internationalen Tochtergesellschaften und Beteiligungen gewinnen können, diese in unserem speziellen Nischen-Know-how entwickeln und effektiv für unsere Belange steuern und einsetzen. Sollte uns dies nicht gelingen, hätte dies negative Aus- wirkungen auf die Weiterentwicklung unserer Produkte und die Umsetzung bestehender Auf- träge mit entsprechend nachteiligen Konsequenzen auf die Geschäftsentwicklung des Unter- nehmens. Eine gute wirtschaftliche Lage in Deutschland führte in der Vergangenheit zu einer erhöhten Eintrittswahrscheinlichkeit für das Risiko, dass insbesondere erfahrene Mitarbeitende abgewor- ben und dadurch relevantes Wissen dem Unternehmen entzogen werden könnte. Zudem be- steht das Risiko, insbesondere hinsichtlich moderner Software-Technologien und immer kom- plexer werdender IT-Systeme, geeignetes Personal nicht mehr am lokalen Markt rekrutieren zu können. 30 Die LS telcom AG wird wie in der Vergangenheit bestrebt sein, die Arbeitsplätze sowie die Ver- gütung der Mitarbeitenden entsprechend attraktiv zu gestalten, um der Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Dies kann effektiv zu einer Erhöhung der Personalaufwendungen führen und trägt das Risiko einer Margenminderung in sich. Es besteht jedoch andernfalls in diesem Zusammenhang das Risiko von Know-how-Verlust und Ersatzbeschaffungskosten. Ein höherer Auftragsbestand und Termindruck stellt die Gesellschaft nicht nur vor die Heraus- forderung, bestehende Personalressourcen optimal einzusetzen, sondern fordert zudem an be- stimmten Management-Positionen mehr Kapazität, um die vertraglichen Kundenerwartungen verlässlich erfüllen zu können. Diesem Erfordernis lässt sich durch Beauftragung externer Berater nachkommen, allerdings kann dies, sofern diese nicht anfänglich in der Kalkulation mit einge- plant wurden, zu erhöhten Kosten und entsprechender Margenschmälerung führen. Ebenso besteht hier die Gefahr einer gewissen Know-how-Abhängigkeit und einer deutlich längeren als der ursprünglich geplanten Beauftragungsnotwendigkeit, verbunden mit den damit einherge- henden höheren Aufwendungen. Die Covid-19-Pandemie hat einige Branchenteile boomen lassen, was speziell die Verfügbarkeit von IT-Experten/innen in Frage stellt. Wir behelfen uns hier durch eine konsequente räumliche Diversifizierung, also der Schaffung von Arbeitsgruppen über Länder- und Regionengrenzen hinaus. Dadurch kann Spezialwissen dort eingebracht werden, wo es verfügbar ist. Die in der Pandemie durchgängig erlernte, hybride Arbeitsmethodik macht diese Arbeitsweise erst richtig möglich. Trotzdem muss verstanden sein, dass gerade in der noch frühen Zeit der Umsetzung dieser Arbeitsweise gewisse Anlaufverluste hinzunehmen sind, was sich noch ein bis zwei Jahre in erhöhtem Aufwand niederschlagen kann. Generell überwachen wir in diesem Zusammenhang die Risiken Weiterbildung, Schlüsselperso- nen, Fachkräftemangel, Motivation, Führung, Austritte und Gesundheit sehr eng und leiten dar- aus die Gesamteinschätzung ab. Aus der aktuellen Gesamtbeurteilung der Situation wird die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risi- kos „Personal“ daher weiter als „mittel“ eingestuft, die Gesamtbeurteilung verbleibt auf „über- wachen“. Lieferketten- und Logistikthematik Dieses Risiko ist neu aufgenommen worden, da es Einfluss auf die Umsetzung und Marge der Projekte mit hohem Hardwareanteil haben kann. Die globalen Lieferketten sind vielerorts unbe- rechenbar geworden. Einerseits schlägt dies auf den Preis von Vorprodukten durch, was Proble- me bereiten kann, wenn zum Festpreis angebotene Güter produziert werden sollen. Dadurch kann sich die Marge deutlich verschlechtern oder im Extremfall sogar ins Negative umschlagen. Andererseits sind teilweise gar nicht mehr alle Güter in derselben Vielfalt wie zuvor verfügbar, da sich die Lieferanten auf weniger Produkte konzentrieren, für die sie wiederum leichter ihre Vor- produkte beschaffen können. Das kann zu erhöhtem Nachentwicklungsaufwand dort führen, wo eine Komponente nicht mehr beschaffbar ist oder das Ersatzprodukt nicht mit dem geplanten Design korrespondiert. Darüber hinaus besteht das Problem der Lieferzeiten, da teilweise bis zum Vierfachen des vorhergehenden Lieferzeitraums aufgerufen wird. Das kann zu aufwendigen Nachverhandlungen mit unseren Kunden führen oder könnte im schlimmsten Fall auch Konven- tionalstrafen hervorrufen. 31 Wir begegnen diesen Themen durch eine vorausplanende Materialbeschaffung und Abrufver- träge mit wesentlichen Lieferanten. Das bedeutet andererseits einen erhöhten Liquiditätsbedarf für die verfrühte Beschaffung und Lagerhaltung der Produkte, aber auch generell zusätzliche Lagerkosten. Ein weiteres Risiko sind die Logistikaufwendungen generell. So sind Preise für One-way- Transportcontainer, wie sie bei unseren Hardwareprojekten oft im Einsatz sind, teilweise um den Faktor 5 bis 10 gestiegen, je nach Zeitpunkt und Route. Das drückt auf die Planbarkeit. Gleich- zeitig sind Schiffe oft Monate im Voraus ausgebucht. Wir versuchen hier das Risiko dadurch zu minimieren, dass wir vorab frühzeitig Kapazitäten reservieren. Wenn allerdings gleichzeitig durch verspätete Vorlieferungen der eigene Liefertermin sich verschiebt, sind die Kontingente obsolet. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos für „sehr hoch“. Finanzielle Auswirkun- gen werden aktuell mit “sehr hoch“ bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung von “wesentlich“. Risiken durch globale Marktverwerfungen Die Covid-19-Pandemie hat wie schon die Finanzmarktkrise zuvor zu einer Investitionszurückhal- tung geführt. Man darf davon ausgehen, dass Staaten in Krisenzeiten einerseits weniger inves- tieren, andererseits ein „we first“- Denken vorherrscht, um die eigene Wirtschaft zu fördern bzw. zu erhalten. Ähnliche Wirkungen haben teilweise plötzliche starke Veränderungen von Energie- preisen, egal welcher Rohstoff (Öl, Gas, Strom) dabei die dominante Rolle spielt. Auch daraus resultierende starke Verschiebungen der Währungsparitäten haben einen signifikanten Einfluss auf das Kauf- und Zahlungsverhalten unserer Kunden und damit letztlich auf unser Geschäft. Die immensen Steigerungen der Staatsausgaben in den letzten 18 Monaten könnten bei vielen Kunden auch zu einer nun nachfolgenden Investitionszurückhaltung führen. Insbesondere könn- ten Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden, wie Ministerien und Regulie- rungsbehörden, durch die direkten Auswirkungen dieser Krisen oder auch deren Nachwirkungen (z. B. erhöhte Verschuldung durch Pandemie) unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, was sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom AG hätte. Währungsschwankungen als mittelbare Folgen dieser Krisen würden nicht nur das direkte Preis- und Währungsrisiko im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Risiken erhöhen, sondern könnten auch dazu führen, dass geplante oder auch laufende Projekte nicht mehr finanzierbar sind und Beschaffungen oder Projektimplemen- tierungen verschoben werden müssen. Die Produkte der LS telcom AG wirken grundsätzlich positiv auf den Staatshaushalt und ver- sprechen einen sehr schnellen Rückfluss investierter Mittel. Insofern sollte der Bedarf auch unter erschwerten finanziellen Rahmenbedingungen gut zu vermitteln und sollten die Produkte ab- setzbar sein. Allerdings können anhaltende Budgetkürzungen aufgrund bspw. des Ölpreisverfalls oder pandemiebedingt überhöhter Schulden dazu führen, dass die Investitionsbereitschaft in den jeweiligen Ländern auch auf längere Sicht abnimmt und Projekte, die beauftragt werden, auf der Basis weniger attraktiver Finanzierungskonditionen zustande kommen. Beides wäre für das Geschäft der LS telcom sehr nachteilig. 32 Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „sehr hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. Risiken durch Naturkatastrophen Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren auch in Regionen, in denen LS telcom Niederlas- sungen oder Kunden hat, erheblich an Schadenshöhe zugenommen und werden daher als Ein- zelrisiko bewertet. Das können einerseits Erdbeben, Überschwemmungen oder lokale Groß- feuerereignisse sein, diese speziell auch in Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung, andererseits rechnen wir hierzu ebenfalls pandemische Situationen wie aktuell die Covid-19 Krise oder die Ebola-Ausbrüche in Afrika vor einigen Jahren. Tendenzen solcher Ereignisse wer- den vom Risikomanagementsystem der LS telcom AG schon im frühen Stadium überwacht und dem Vorstand auch ad-hoc berichtet, da oft nur wenige Tage für eine sinnvolle Reaktion ver- bleiben. Teilrisiko Klimawandel Die LS telcom AG geht von einer zunehmenden Häufung von Großereignissen aus, bei denen nicht nur eine kleine Region betroffen sein wird, sondern teilweise Länder oder gar ganze Län- dergruppen. Das kann einerseits zu Projektbeeinträchtigungen durch zerstörte Infrastruktur führen, andererseits auch zu Liquiditätsengpässen bei den betroffenen Partnern oder Staaten. Außerdem besteht das Risiko von Betriebsstillstand bei Beschädigungen oder Zerstörungen der Gebäude und Einrichtungen der LS telcom AG bzw. beteiligter Tochterunternehmen. Die Risiken werden dadurch kontrolliert, dass Aufgaben wo möglich über mehr als eine Einheit verteilt wer- den, also bei einem Großereignis üblicherweise nicht ein gesamtes Projektteam insgesamt aus- fällt. Inzwischen konnte eine durch alle Einheiten praktizierte mobile Arbeitskultur entwickelt werden, die diese Risiken zusammen mit Betriebsausfallversicherungen beherrschbar erscheinen lässt. Teil dieser Strategie ist es ebenfalls, mehr Teile unserer Serverinfrastruktur auf sichere Cloudanbieter zu verlagern. Hier vertrauen wir aber nur auf DSGVO konforme, international gefestigte Partner mit örtlich diversifizierter Backupstrategie. Teilrisiko Pandemie Die LS telcom AG kann aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit auch von lokal be- grenzten pandemischen Situationen betroffen sein. Reisebeschränkungen können den Vertrieb behindern oder Projekte schwierig bis unmöglich machen. Bei Großereignissen wie Covid-19 kommen dazu noch Erschwernisse auf der Produktionsseite hinzu, da Mitarbeitende nicht am gewohnten Ort und in gewohnter Mannschaftskonstellation arbeiten können und stattdessen speziell in der Anfangsphase improvisieren müssen. LS telcom hat hierfür einen Notfallplan, der je nach Schwere des Ereignisses interne Richtlinien für Reisebeschränkungen oder Arbeitsmethodik vorschreibt. Das erstreckt sich von einfachsten Regeln wie dem Vermeiden von Händeschütteln bis hin zu Masken- und Testpflichten bei der akuten Thematik. Ebenfalls haben wir zu diesem Zweck ein interdisziplinäres Notfallteam defi- niert, das je nach Bedarf regelmäßig oder auf Anfrage aktiv werden kann. 33 Trotz alledem sind die Auswirkungen der Covid-19-Krise auch noch über das Geschäftsjahr 2020/2021 hinaus ein wahrscheinlich wesentlicher Störfaktor und mögliche Ursache für Verzö- gerungen in Projekten, Verschiebungen von Kundenentscheidungen und Hemmnissen im Ver- trieb, denen wir durch kreative Lösungen wie massiven Einsatz von freien und bezahlten Webi- naren für Kunden oder verstärkter Nutzung lokaler Außenstellen von uns oder Partner- Unternehmen, um vor Ort auch direkt tätig werden zu können. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikogruppe Naturkatastrophen mit „hoch“ ein, die finanziellen Auswirkungen als „sehr hoch“ und beurteilen das Risiko in seiner Gesamtein- schätzung als zu überwachendes Risiko. Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken, Zinsen), Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommt den Devisenkursschwan- kungen von südafrikanischem Rand, US-Dollar, australischem und kanadischem Dollar gegen- über dem Euro besondere Bedeutung zu. a) Preis- und Währungsrisiko Die LS telcom AG ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungs- schwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten be- treffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projekt- verträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstru- mente (Devisentermin- oder Devisenswapgeschäfte) zum Einsatz kommen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden keine Projekte über Devisentermingeschäfte abgesichert. Das lag teilweise daran, dass gerade langlaufende Projekte entweder gar nicht oder nur gegen extrem hohe Auf- schläge auf Kursrisiken abgesichert werden können. Andererseits versuchen wir dort möglichst viele Leistungen bereits in der Projektwährung oder einer daran gekoppelten Währung einzu- kaufen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Devisentermingeschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein und be- lassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. 34 b) Ausfallrisiko Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jewei- ligen Schuldner. Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden wurde bislang als gering eingestuft, da LS telcom vorrangig Endkunden bedient, die bisher in den meisten Fällen erstklas- sige Bonität hatten und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbe- dingungen; Rückabsicherung bei Lieferanten) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellen konnte, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei der LS telcom verblieb. Die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Unternehmen und Staaten wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Bonitätseinstufung zumindest einiger unserer Kunden sinken wird. Verlängerte Zahlungsfristen und ein erhöhtes Maß an Zahlungsausfällen könnten daher künftig auftreten. Auch bei solventen Kunden ist aktuell eine Tendenz zu verspä- teten Zahlungen feststellbar. Zudem macht das Unternehmen mittlerweile auch vermehrt in Ländern mit niedrigerer Bonität Geschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein und be- lassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. c) Cashflow- und Liquiditätsrisiko Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditli- nien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom AG. Des Weiteren pflegt die LS telcom AG eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, so dass weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung, insbesondere auch Projektfinanzierungen, gegeben sind. Nachteilig ist in der aktuellen Situation, dass für das be- stehende Liquiditätspolster je nach Anlageregion Negativzinsen fällig werden. Zu berücksichti- gen ist ebenfalls, dass bei einer sich inzwischen abzeichnenden Zunahme des Zinssatzes und möglicherweise weiterhin hohem Fremdfinanzierungsanteil das Risiko besteht, dass bei einer Umfinanzierung dann erheblich höhere Zinsbelastungen zu verzeichnen wären, bei entspre- chender Verringerung der Profitabilität des Unternehmens. Gleiches gilt auch bei einer erneuten Kreditaufnahme zur Liquiditätssicherung oder Projektfinanzierung. Vor dem Hintergrund der mittlerweile wieder positiven Geschäftsaussichten sowie der im vorhe- rigen Geschäftsjahr zur Abfederung des pandemiebedingten Geschäftsrückgangs erhaltenen Finanzmittel, wird dieses Risiko in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit auf „mittel“ bestehen lassen und damit in seiner Gesamtbeurteilung auf „überwachen“ verbleiben. 35 5. Chancen der künftigen Entwicklung – voraussichtliche Geschäftsentwicklung In den letzten 12 Monaten haben sich die Zukunftsaussichten nochmals deutlich verbessert. Viele der lang erwarteten Bestellungen sind mittlerweile eingetroffen, wobei die Koinzidenz der Bestelltermine das Unternehmen künftig ressourcenseitig auch vor gewisse Herausforderungen stellen könnte. Die bereits erfolgten Beauftragungen im Bereich Monitoring/Hardware, Unter- nehmenssoftware sowie Beratung und Vertikalmärkte lasten den Gesamtbetrieb deutlich aus und fordern sogar die weitere Aufstockung von externen Mitarbeitenden oder eigenen Kräften. Daneben sind weitere größere Projekte im Kundenkreis der Vertikalmärkte und auch speziell im Softwaresektor in Verhandlungen. Die Chancen für künftiges Wachstum des Unternehmens werden einerseits von den Themen Umnutzung von Frequenzspektrum für die Breitbandversorgung, Netze für Behörden und Orga- nisationen mit Sicherheitsaufgaben, Funklösungen für das Internet der Dinge, Automotive- Anwendungen und komplexe Kommunikationsanwendungen für die Industrie 4.0 mit all ihren Vertikalmärkten bestimmt. Andererseits ergeben sich aber auch weiterhin große Möglichkeiten durch den - teilweise coronabedingt verschärften- Digitalisierungsdruck auf Behörden und Dienstleister, wodurch eine Vielzahl an Innovations- und Erneuerungsprojekten weltweit ange- stoßen wurden oder gerade in Planung sind. Hier kann LS telcom punkten, weil wir bereits vor Jahren eine immer noch anhaltende Innovationsoffensive gestartet haben, die nun einige der nachgefragten Produkte bereits vollständig beistellen und andere in absehbarer Zeit im Rahmen von Projekten zuliefern kann. Pandemiebedingt konnten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht alle neuen Vertikalmärkte so entwickeln, wie es erwartet wurde. Andererseits aber haben sich jedoch gewisse Teilmärkte sehr positiv entwickelt. Auch hier hat die Pandemie die Schwachstellen in den bislang ange- wandten Prozessen und Anlagen deutlich offengelegt, was nun nach Lösungen verlangt. Der Kostendruck in der Industrie ist nochmals gestiegen, wofür einerseits die durch mangelnde Fachkräfteverfügbarkeit deutlich anwachsenden Personalkosten, andererseits die schon erläuter- ten Lieferkettenprobleme verantwortlich zeichnen. Das ruft nach Automatisierung, die sehr oft eine oder mehrere Funkschnittstellen erfordert. Hier setzen unsere Lösungen an und die Kom- munikationstechnologie spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie und in der Digitalisierung von Produktionsprozessen. Wir rechnen daher auch nach Abklingen der Pandemie mit weiter guten Geschäftsmöglichkeiten und stabiler bis steigender Nachfrage in unserem Marktsegment. 36 Nicht zuletzt, um die Abhängigkeit von schwer planbaren Großprojekten zu entschärfen, hatte die LS telcom in den letzten Jahren ihre vertrieblichen Tätigkeiten in den vertikalen Märkten, wie Öffentliche Sicherheit, Transport & Verkehr, Versorgungsunternehmen, Gesundheit und Indust- rie intensiviert. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zunehmend zentrale Rolle und rückt im Rahmen der Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmen- der Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation immer stärker in den Fokus. So wurden in Deutschland von der zuständigen Behörde beispielsweise 100 MHz Bandbreite exklusiv für loka- le, sogenannte 5G-Campus Netze, reserviert. Für viele Industrieunternehmen und Organisatio- nen bietet sich damit die Möglichkeit und Chance, ihr eigenes, individuelles und für ihre Belange maßgeschneidertes 5G-Mobilfunknetz auf ihren Grundstücken zu errichten und zu betreiben. Da das zugehörige Wissen nicht zum Kerngeschäft des Kunden gehört, wird hier in der Regel auf Fachfirmen zurückgegriffen. Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standard- produkte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing- Partner, anbieten. Die im Vergleich zum reinen Behördenumfeld ungleich größere potenzielle Kundenzahl bietet selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enormen Markt und weni- ger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten. Der Vorstand ist von der Richtigkeit der strategischen Ausrichtung des Konzerns und seiner Produkte auf die oben beschriebenen Geschäftsfelder und Themen überzeugt. Die hohen Inves- titionen und Vorleistungen, die seit mehreren Jahren in entsprechende Produktentwicklungen und Markterschließungsmaßnahmen fließen und die Finanzzahlen der vorangegangenen Ge- schäftsjahre teilweise stark belastet haben, zeigen nun Wirkung und werden sich auch künftig für die gesamte Firmengruppe auszahlen. Das Produktangebot des Konzerns passt hervorra- gend zu den aktuellen und auch künftig absehbaren Forderungen des Marktes und wird konti- nuierlich mit hoher Innovationskraft weiterentwickelt. Der Vorstand sieht den Konzern damit gut aufgestellt und zweifelt nicht an dessen mittel- und längerfristigem Erfolg. Die Unsicherheiten auf der Zeitschiene bezüglich Vergabeentscheidungen für neue Aufträge wird man dort, wo Entscheidungen in der politischen Ebene gefällt werden, nie ganz vermeiden können, da hier oftmals eine zusätzliche Logikebene mit gänzlich anderen Prioritäten existiert. Genau hier ist aber der Ansatz unserer Vertikalmarktstrategie, neben den Wartungsverträgen eine weitere Risikoverteilung auf viele Projekte zu erreichen. Für den Zeitraum des Geschäfts- jahres 2021/2022 und des darauffolgenden Geschäftsjahres sehen wir aber das beschränkende Moment hauptsächlich in der Projektumsetzungsgeschwindigkeit bedingt durch Ressourcen- knappheit und Marktzugangsthemen. Betrachtet man die einzelnen Themenschwerpunkte näher, so bestehen hier folgende Chancen bzgl. der künftigen Geschäftsentwicklung: 37 Im Beratungsgeschäft behauptet sich die LS telcom national und international sehr gut. Der Vorstand sieht nach wie vor sehr gute neue Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld der Digitalisie- rung sowie der Neu- und Erweiterungsplanung von Funknetzen für Behörden und Organisatio- nen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), ebenso im Zusammenhang mit der Einführung von digitaler Funktechnologie für professionelle Betriebsfunknetze (PMR) von Transport-, Versorgungs- und Industrieunternehmen. Wachstumspotenzial bietet sich im Dienstleistungsbereich weiterhin im Bereich der speziellen Objektfunkversorgung (z. B. Versorgung von Tunneln für Bahn und U-Bahnen, Kliniken, Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen etc.) sowie insbesondere auch im hochwertigen strategischen Beratungsbereich und Spektrum-Consulting zur zukünftigen Nut- zung des Funkfrequenzspektrums etwa im Zusammenhang mit Breitbandversorgung, 5G und IoT für nationale und internationale Organisationen und Global Players. Wie oben bereits dargestellt, bietet das originäre Kerngeschäft der LS telcom, die Frequenzver- waltung bzw. das Spektrum-Management, ebenfalls sehr gute Möglichkeiten zur Realisierung weiteren Wachstums. Der Haupttrend in diesem Kundenbereich geht in Richtung noch stärker integrierter Systeme und hochautomatisierter, webbasierter Dienste. Neue, teils durch künstliche Intelligenz („Artificial Intelligence“) verstärkte Produkte sowie hervorragende Referenzprojekte für das sogenannte e-Licensing von Regulierungsbehörden sichern LS telcom aktuell eine füh- rende Stellung im Wettbewerb in diesem Kundenkreis. Sie verschaffen dem Unternehmen aber ebenso Vorteile bei Netzbetreibern künftiger neuer Funkdienste und Nutzern von Spektrum- Management-Dienstleistungen. Der Zwang zum verteilten mobilen Arbeiten in der aktuellen Krise wie auch der um sich greifen- de Personalmangel und Kostendruck generell dürfte Behörden verstärkt dazu bewegen, beste- hende Systemlösungen zu modernisieren und auf webbasierte Systeme umzustellen. Neue Funktechnologien sowie neue Regelwerke der EU und der ITU (Internationale Fernmeldeunion), wie sie u. a. auf der Weltfunkkonferenz Ende 2019 beschlossen wurden, sind daneben wie in der Vergangenheit weitere „Motivatoren“ für Neugeschäft, Systemanpassungen und -erweite- rungen. Speziell aufbauend auf dem Kundenstamm aus dem Teilmarkt des Öffentlichen- und Behörden- sektors und den neuen Kunden aus den Vertikalmärkten rechnet sich der Konzern Zusatzge- schäft mit neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwal- tung und Funküberwachung aus. Auch Organisationen der Inneren Sicherheit inklusive des mili- tärischen Markts sind potenzielle Interessenten für diese aus Messtechnik und Software ein- schließlich künstlicher Intelligenz geformten Produkte und bieten zunehmend gute Möglichkei- ten für neues Wachstum. Insbesondere die Kombination mit den Produkten des Spektrum- Managements und die inzwischen sehr etablierten Spektrum-Management-Dienstleistungen bieten hervorragende Möglichkeiten für LS telcom, die Geschäfte weiter auszubauen. Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2021/2022 und die weitere Zukunft sind positiv. 38 Der derzeit in der LS telcom AG vertraglich insgesamt gesicherte und noch nicht bearbeitete Auftragsbestand, einschließlich konzerninterner Unterbeauftragungen in Höhe von ca. EUR 8,3 Mio., beträgt EUR 43,2 Mio. (i. V. EUR 25,5 Mio.), wobei unbefristet laufende Wartungs- verträge lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten und langfristige Rah- menverträge maximal mit den während ihrer Laufzeit realistisch zu erwartenden Abrufvolumina berücksichtigt wurden. Die lange verschobenen Aufträge speziell aus dem Hardwaresektor ha- ben hier einen deutlichen Anteil an der erheblichen Steigerung von 63 %, aber auch neue Auf- träge im Bereich der Vertikalmärkte, des Consultings und des Spektrum Managements haben ihren Anteil beigetragen. Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand wird bei planmäßiger Abarbeitung für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 29,4 Mio. (i. V. EUR 16,0 Mio.) beisteu- ern. In Anbetracht der in der Vergangenheit erarbeiteten und für die weitere Zukunft aussichtsrei- chen Geschäftschancen, sowohl für bestehende Produkte des LS telcom Konzerns als auch für aktuelle Neuentwicklungen, sieht der Vorstand sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig eine sehr positive Perspektive. Eine Herausforderung, die die Geschäftsentwicklung bereits seit einigen Jahren stark beeinflusst, ist die starke Abhängigkeit von komplexen Vergabeverfahren, denen sich die LS telcom AG beim Großteil der öffentlichen Behördenkundschaft stellen muss, und die sehr häufig aus unterschied- lichsten politischen oder haushaltsbezogenen Gründen Verzögerungen erfahren. In der jüngeren Vergangenheit hatten wir uns verstärkt auf sogenannte Vertikalmärkte kon- zentriert. Das sind Märkte, die für eine bestimmte Aufgabe unsere Produkte und Dienstleistun- gen benötigen, aber nicht selbst der Kommunikationsbranche zuzurechnen sind. Wenngleich die Vertikalmärkte zum Teil sehr stark von der Corona-Krise betroffen waren - man denke exempla- risch an Flughäfen, den öffentlichen Nahverkehr und die Industrie - bestärken uns sowohl die vor der Pandemie erzielten Erfolge, als auch die Tatsache, selbst unter widrigen Pandemiebedin- gungen die Umsätze in den Marktbereichen gesteigert und zahlreiche neue Kunden hinzuge- wonnen zu haben, in dieser neuen Ausrichtung. Wir sind sicher, dass aus diesen Märkten künftig erhebliches neues Wachstum für die LS telcom generiert werden kann - ganz unabhängig von Verzögerungen, die sich in einzelnen Branchen während der Pandemie temporär ergeben haben. In der dadurch sogar verstärkt zunehmenden Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft werden hochwertige, sichere, zuverlässige und robuste Netzverbindungen immer wichtiger, Funknetze gewinnen an Bedeutung und Funkspekt- rum spielt eine zunehmend zentrale Rolle. Hier hat das Unternehmen bereits beginnend in den letzten Geschäftsjahren ein umfassendes Produkt- und Serviceportfolio, bestehend aus Software, Messtechnik, Beratungs-, Planungs- und Ingenieursdienstleistungen, entwickelt und einige sehr gute Referenzprojekte durchgeführt. Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsport- folios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standardprodukte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing-Partner, anbieten. Mit diesen zu- nehmend replizierbaren Lösungen, aus denen sich nachhaltiges Produktgeschäft und Projektge- schäft ableiten lässt, sprechen wir zudem eine Vielzahl von Kunden einer Branche an. 39 Ein großer Vorteil bei diesem Schritt in Richtung Privat- und Industriekunden wird in den Verga- be- und Entscheidungsprozessen liegen, von denen wir erwarten, dass diese schneller und bes- ser planbar ablaufen als im bisherigen internationalen Behördenumfeld. Zudem bietet die un- gleich größere potenzielle Kundenzahl selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enor- men Markt und weniger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten. Der bevorstehende Ausbau der 5G-Netze, die neben schnellerem mobilem Internet auch für das Internet of Things sowie die Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben der Industrie 4.0 wesentliche Vorteile bringen, sollte LS telcom zusätzliches dauerhaftes Geschäft vermitteln. Un- ternehmen können in Deutschland basierend auf der 5G-Technologie eigene lokale private Campusnetze errichten und betreiben. Dies erfordert sichere Telekommunikationsverbindungen und störungsfreies Funkspektrum. Hier ist LS telcom mit seinem Know-how eine perfekte Adres- se für Industriekunden. Trotz aller positiven Zeichen und eines guten Auftragspolsters soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch wir nur eine begrenzte Sicht auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und den dar- aus stimulierten Reaktionen von Politik und Wirtschaft haben. Mittels umfassenden Risikomanagements und entsprechend ergriffener Maßnahmen zur Ein- grenzung derselben fühlen wir uns zwar gerüstet, dieses Jahr auf der Basis der Prognosen um- setzen zu können. Die früher beschriebenen Unsicherheiten können aber nicht vollständig elimi- niert werden. Daher muss auch in diesem Jahr berücksichtigt werden, dass Planungen für das laufende Geschäftsjahr mit Unsicherheit behaftet sind. Gleichwohl gehen wir von einem erfolg- reichen und erfreulichen Geschäftsjahr 2021/2022 aus. Im neuen Geschäftsjahr 2021/2022 erwartet der Vorstand für das Unternehmen ein positives Ergebnis (EBIT) von mehr als TEUR 400 bei einem Umsatz von ca. EUR 31-32 Mio. zu erwirtschaf- ten und in den nachfolgenden Geschäftsjahren, aufbauend auf den in den Vorjahren erbrachten signifikanten Vorleistungen bei Produktneuentwicklungen und Markterschließungen, die guten Wachstumschancen für das Unternehmen zu nutzen und seine Profitabilität deutlich zu steigern. Das auch in diesem Geschäftsjahr noch sehr konservativ geplante EBIT auf Einzelabschlussseite rührt im Wesentlichen daher, dass hier die fast ausschließlich durch die AG getragenen Entwick- lungsaufwendungen für neue Produkte nicht aktivierbar sind, sich aber in der Folge sehr positiv auswirken werden. Auf Konzern-Ebene und unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Ausführungen rechnet das Management für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 mit einem Umsatz von EUR 41 bis EUR 44 Mio. und einem Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) von EUR 2,6 bis 3,1 Mio.; im darauffol- genden Geschäftsjahr wird eine Umsatzsteigerung auf EUR 43 bis 47,5 Mio. mit einem geplanten Konzern-EBIT von EUR 3,3 bis 3,7 Mio. erwartet. 40 D. Berichterstattung gemäß § 289a Abs. 1 HGB 1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital betrug zum 30. September 2021 EUR 5.817.000,00. Es ist eingeteilt in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt. 2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme. 3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden die folgenden Beteiligungen mit über 10 % der Stimmrechte: Beteiligte Person oder Ge- sellschaft Anzahl an Stimmrechten Anteile an Stimmrechten Zeitraum der Beteiligung Dr. Manfred Lebherz Dr. Georg Schöne 1.537.862 1.624.843 26,44 % 27,93 % Bis heute Bis heute 4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. 6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberu- fung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsän- derungen werden durch die Hauptversammlung gemäß den §§ 133 und 179 AktG vorgenom- men. 41 Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ein- geräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen. 7. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Ausgabe von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 9. März 2017 wur- de der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichts- rats bis zum 8. März 2022 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen („Genehmigtes Kapi- tal 2017“). Nach teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals durch Beschluss des Vorstands vom 11. Juni 2018 und Zustimmungsbeschluss des Aufsichtsrats vom 12. Juni 2018 reduziert sich die verbleibende an den Vorstand in § 4 Abs. 3 Satz 1 erteilte Ermächtigung auf die Ausgabe von bis zu 2.185.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen. Das zur Ausnutzung verbleibende genehmigte Kapital beträgt zum 30. September 2021 EUR 2.185.500,00. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen: - - um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen; - bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Be- zugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind andere Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächti- gung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Auf die 10 %-Grenze sind ferner Aktien anzurechnen, für die aufgrund von Options- oder Wandelschuldverschreibun- gen oder -genussrechten, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG von der Gesell- schaft ausgegeben werden, ein Options- oder Wandlungsrecht, eine Options- oder Wand- lungspflicht oder zugunsten der Gesellschaft ein Aktienlieferungsrecht besteht; - bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der LS telcom AG und ihrer verbundenen Unternehmen (Belegschaftsaktien), wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapi- tals 5 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwer- dens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. 42 Von den vorstehend erteilten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vor- stand nur in solchem Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag, der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreitet (20 %-Grenze), und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesell- schaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 20 %-Grenze anzurechnen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktien- rechte und die Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2017 festzulegen. Rückkauf von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 14. März 2019 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe: a) Die Gesellschaft wird im Rahmen der gesetzlichen Grenzen ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Er- mächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a AktG ff. zuzurechnen sind, zu kei- nem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. b) Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in ei- nem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschrei- tet, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stück- zahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden. c) Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken: - - zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft; zur Einziehung der Aktien; 43 - um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesell- schaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. d) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen. Die Gesellschaft wird aber ermächtigt, eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwen- den: - - zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unterneh- men oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft; um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesell- schaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. In diesen Fällen ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräuße- rungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durch- schnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräu- ßerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten. e) Der Vorstand wird weiter ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabge- setzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen. f) Die Ermächtigungen gemäß vorstehenden lit. d) und e) können einmal oder mehrmals, ein- zeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. g) Die Ermächtigung wird am 14. März 2019 mit dem Ende der ordentlichen Hauptversamm- lung der Gesellschaft wirksam und gilt bis zum 13. März 2024. 8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor. 9. Entschädigungsvereinbarungen Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht. 44 E. Grundzüge des Vergütungssystems Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands entspricht den gesetzlichen Vorgaben des Aktiengesetzes. Die Mitglieder des Vorstands erhalten eine fixe Vergütung, die Sachzuwendun- gen, insbesondere die Überlassung von Dienstwagen, enthält. Durch die fixen Bestandteile ist eine Grundvergütung gewährleistet, die es dem Vorstandsmitglied gestattet, seine Amtsführung an den wohlverstandenen Interessen des Unternehmens und den Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns auszurichten, ohne in Abhängigkeit von lediglich kurzfristigen Erfolgszielen zu gera- ten. Daneben beinhalten die Dienstverträge (Stand 30. September 2021) eine erfolgsabhängige variable Sondervergütung, die vom wirtschaftlichen Ergebnis des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr abhängt, sowie eine rollierende Vergütungskomponente mit langfristiger Anreiz- wirkung. 1. Aufsichtsrat und Vorstand Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren: - - Dr. Winfried Holtermüller (Vorsitzender), Rechtsanwalt, Stuttgart Prof. Dr. Werner Wiesbeck (stellv. Vorsitzender), Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik, Keltern - Dipl.-Finw. Karl Hensinger, Finanzwirt, Laupheim Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien bestehen nicht. Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/2021 Bezüge in Höhe von insgesamt EUR 65.855,00 (i. V. TEUR 66). Diese Bezüge verteilen sich auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrates wie folgt: Dr. Winfried Holtermüller Prof. Dr. Werner Wiesbeck Dipl.-Finw. Karl Hensinger EUR 25.000,00 EUR 20.156,00 EUR 20.699,00 Für Beratungstätigkeiten außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit wurden im Berichtsjahr an die Kanzlei des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Holtermüller für diverse Beratungsleistungen EUR 4.200,00 (i. V. TEUR 20) vergütet. Zum 30. September 2021 hielten die Mitglieder des Aufsichtsrates 4.148 Stückaktien (i. V. 4.148 Stückaktien). Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020/2021 waren: - - Dr. Manfred Lebherz (Sprecher und Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lich- tenau Dr. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme), Lichtenau 45 - Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster Zum Bilanzstichtag am 30. September 2021 wurden von den Mitgliedern des Vorstands folgen- de Stückaktien gehalten: Dr. Manfred Lebherz Dr. Georg Schöne 1.537.862 Stückaktien (i. V. 1.537.862) 1.624.843 Stückaktien (i. V. 1.624.843) Dipl.-Ing. Roland Götz 4.148 Stückaktien (i. V. 4.148) Vorstandsmitglieder ab dem 1. Oktober 2021 sind: - - Dr. Georg Schöne ist innerhalb des LS telcom Konzerns zuständig für die Geschäftssegmen- te „Hardwarenahe Systeme“ und „Softwaresysteme“ sowie den Vertrieb und die zugehörige strategische Geschäftsentwicklung in diesen Segmenten. Er ist außerdem verantwortlich für die Finanzen und das Controlling, Investor Relations und die Finanzkommunikation, das Personalwesen, die Administration, das Rechtswesen sowie lT und konzernweite Forschung und Entwicklung, Diese Aufgaben erstreckt sich über die LS telcom AG sowie die entspre- chenden leistungserbringenden Einheiten in den Konzerneinheiten (Tochterunternehmen und Beteiligungen). Er erfüllt außerdem die Funktion des „Sprechers des Vorstands“. Dipl.-Ing. Roland Götz ist innerhalb des LS telcom Konzerns zuständig für das gesamte Geschäftssegment „Dienstleistungen“ einschließlich des Projektmanagements der entspre- chenden Dienstleistungsprojekte im Geschäftsfeld „Consulting and Engineering Services bei der LS telcom AG sowie den entsprechenden dienstleistungserbringenden Einheiten in den Konzerneinheiten (Tochterunternehmen und Beteiligungen). Er ist außerdem verant- wortlich für konzernweites Marketing und Public Relations über alle Geschäftssegmente, Business Development sowie die strategische Geschäftsentwicklung und den Vertrieb (bzgl. Dienstleistungen und Vertikalmärkte). Mandate der Vorstandsmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien: Dr. Schöne ist seit 1. September 2021 Mitglied des Hochschulrats der Universität Offenburg. 2. Vergütungsbericht Zuständigkeit, Zielsetzung und Struktur der Vergütung des Vorstands Die Festlegung von Struktur und Höhe der Vergütung des Vorstands der LS telcom AG erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat berät zudem über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft dieses regelmäßig. Zielsetzung des Vergütungssystems für den Vorstand ist es, die Vorstandsmitglieder gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität die gemeinsame und persönliche Leistung des Vorstands sowie den Unter- nehmenserfolg deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen. 46 Dazu weist das Vergütungssystem im Einzelnen eine fixe Grundvergütung sowie eine variable Vergütung auf. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Angemessenheit der Vorstandsvergütung sicherzustellen, werden deren Struktur, die einzelnen Komponenten und die Gesamtvergütung regelmäßig vom Aufsichtsrat überprüft. Die Vergütung des Vorstands setzte sich im Geschäftsjahr 2020/2021 aus den folgenden Kom- ponenten zusammen: - eine fixe Grundvergütung sowie erfolgsunabhängige Nebenleistungen als Zusatzvergütun- gen (steuerpflichtige Vergütungsanteile für Direktversicherung und Zuschüsse zur Renten- versicherung), ausbezahlt in zwölf Monatsraten, - Sachzuwendungen, insbesondere die Überlassung eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung sowie weiterer Gegenstände, die die ortsunabhängige, ständige Er- reichbarkeit der Vorstände sicherstellen, - - eine variable Vergütung, die sich nach einem prozentualen Anteil am Konzern-Ergebnis der Gesellschaft richtet und der Höhe nach gedeckelt ist, eine der Höhe nach limitierte variable Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung, die sich bei Gewährung virtueller Aktienoptionen aus der Aktienkursentwicklung über einen Zeitraum von jeweils drei bis sechs Jahren für verschiedene Tranchen im Vergleich zu einem Basispreis ermittelt und in bar ausbezahlt wird (die Bewertung dieser aktienkursabhängigen Vergütung erfolgt auf der Basis eines Binomialmodells), - eine variable Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung, die über einen rollierenden Zeit- raum von drei Jahren auf der Erreichung einer bestimmten Mindest-Konzern-Eigenkapital- rendite beruht und der Höhe nach limitiert ist. Die Gesellschaft unterhält ferner eine Unfallversicherung sowie eine Vermögenschadenhaft- pflichtversicherung (D&O Versicherung), in der auch die Mitglieder des Vorstands versichert sind und die eine Selbstbeteiligung entsprechend der durch den jeweiligen Vorstand gehaltenen Anteile an der LS telcom AG vorsieht. Als weitere Nebenleistung erhält der Vorstand seine Rei- sekosten für Dienstreisen, die Kosten für die Bewirtung von Geschäftspartnern und sonstige betrieblich bedingte Auslagen nach Beleg erstattet. Reale Aktienoptionsprogramme oder andere wertpapierorientierte Anreizsysteme bestanden für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht. Höhe der Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2020/2021 Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Leistungen, die dem einzelnen Vorstandsmitglied von der LS telcom AG im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied zugesagt oder ge- währt worden sind. Die Gesamtbezüge für den Vorstand berechnen sich aus der Summe aller Vergütungen in bar und in geldwerten Vorteilen aus Sachbezügen. Letztere enthalten im We- sentlichen die Bereitstellung von Dienstfahrzeugen. 47 Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insge- samt EUR 1,04 Mio. (i. V. TEUR 818) erfasst. Davon betreffen TEUR 962 (i. V. TEUR 818) fixe, er- folgsunabhängige Vergütungen und TEUR 79 (i. V. TEUR 0) variable erfolgsbezogene Vergü- tungsanteile. Im Berichtsjahr wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 4 (i. V. TEUR 275) aufge- löst, deren Zuführungen in den Vorjahren in der Gesamtvergütung berücksichtigt wurden. Au- ßerdem wurden im Berichtsjahr TEUR 51 (i. V. TEUR 0) der variablen Anteile im Aufwand lediglich als Zuführungen zu Rückstellungen im Geschäftsjahr für mögliche langfristige Vergütungsver- pflichtungen erfasst, die sich in den im künftigen Geschäftsjahr aufgrund der langfristigen Bo- nusregelungen der Vorstandsverträge (virtuellen Aktienoptionen und Eigenkapitalrendite- Kriterien) ergeben können. Der Wert basiert auf Prognoserechnungen. Abhängig vom Ge- schäfts- und Kursverlauf wird dieser Betrag entsprechend jährlich angepasst werden und stellt nicht zwingend den an das jeweilige Vorstandsmitglied letztlich auszuzahlenden Betrag dar. Die im Geschäftsjahr 2020/2021 als Aufwand erfasste Vorstandsvergütung (in Klammern Vorjah- resangaben) verteilt sich auf die Mitglieder des Vorstands wie folgt: Dr. Manfred Lebherz Dipl.-Ing. Roland Götz Angaben in EUR Dr. Georg Schöne 238.008,00 280.008,00 230.400,00 Erfolgsunabhängige Festvergütung (238.008,00) (280.008,00) (230.400,00) Erfolgsunabhängige Nebenleistungen (Sachbezüge und sonstige Zusatzvergütun- gen) 173.390,96 (27.796,56) 15.735,60 24.687,84 (15.544,84) (26.605,68) 27.572,50 (0,00) 0,00 0,00 Erfolgsabhängige Vergütungskomponente (0,00) (0,00) Vergütungsanteil mit langfristiger Anreizwir- 0,00 kung 49.400,00 32.900,00 (4.100,00) 0,00 (18.800,00) (12.500,00) davon direkt das Geschäftsjahr 2020/2021 (i. V. 2019/2020) betreffend 11.400,00 (0,00) 7.600,00 (0,00) (0,00) davon aufwandswirksame Rückstellung für mögliche Vergütung in künftigen Geschäfts- jahren 0,00 38.000,00 25.300,00 (4.100,00) (18.800,00) (12.500,00) Verbrauch der Rückstellung für das Geschäftsjahr 2019/2020 (i. V. 2018/2019) 0,00 0,00 0,00 (102.023,87) 4.100,00 (140.698,67) 0,00 (107.998,94) 0,00 Auflösung der Rückstellung für das Geschäftsjahr 2019/2020 (i. V. 2018/2019) (79.908,32) (118.033,32) 18.800,00 (76.666,65) 12.500,00 davon bereits als Rückstellung in Vorjahren 4.100,00 erfasst (186.032,19) (277.531,99) (197.165,59) 438.971,46 326.343,60 275.487,84 Gesamtvergütung (Personalaufwand) (265.804,56) (295.552,84) (257.005,68) 48 Die folgende Tabelle zeigt die den Vorständen tatsächlich ausgezahlten Vergütungen (in Klam- mern Vorjahresangaben) im Geschäftsjahr 2020/2021: Dr. Manfred Lebherz Dipl.-Ing. Roland Götz Angaben in EUR Dr. Georg Schöne 238.008,00 280.008,00 230.400,00 Erfolgsunabhängige Festvergütung (238.008,00) (280.008,00) (230.400,00) Erfolgsunabhängige Nebenleistungen (Sachbezüge und sonstige Zusatzver- gütungen) 173.390,96 (27.796,56) 27.572,50 15.735,60 (15.544,84) 0,00 24.687,84 (26.605,68) 0,00 Erfolgsabhängige Vergütungskomponente (bzgl. GJ 2019/2020) (im Vorjahr bzgl. 2018/2019) (90.523,87) (106.498,67) (85.198,94) Vergütungsanteil mit langfristiger Anreiz- wirkung 0,00 0,00 0,00 (11.500,00) (34.200,00) (22.800,00) 438.971,46 295.743,60 255.087,84 Gesamtvergütung (Auszahlung) (367.828,43) (436.251,51) (365.004,62) Zusagen zur Altersversorgung Pensionszusagen an die Mitglieder des Vorstands bestehen nicht. Wesentliche Zusagen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses aus Gründen, die das jeweilige Vorstandsmitglied nicht zu vertreten hat, ist in einigen Anstellungsverträgen vorgesehen, dass diesen Anspruch auf eine pauschale Abfindung in Höhe von zwei Jahresvergütungen haben, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Bei Amts- niederlegung durch das Vorstandsmitglied entfällt dieser Anspruch. Aktienoptionen Reale Aktienoptionen sind an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht ausgegeben. 49 F. (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung Die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenso wie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im Internet auf der deutsch- sprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten „Die LS telcom AG“-„Investor Re- lations“ – „Zahlen, Berichte, Informationen“ abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergan- genen Jahre zugänglich. Lichtenau, 7. Dezember 2021 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz Bilanz der LS telcom AG, Lichtenau, zum 30. September 2021 A k t i v a Stand am 30.09.2021 Stand am 30.09.2020 EUR EUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutz- rechte und Lizenzen an solchen Rechten 58.017,93 92.397,90 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.511.540,88 1.069.636,78 47.307,40 1.064.715,47 1.587.317,30 47.307,40 4.628.485,06 2.699.340,17 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 3.685.852,33 6.488.747,77 120.268,43 4.530.718,12 6.635.163,78 110.066,40 10.294.868,53 11.275.948,30 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2. Unfertige Leistungen 3. Fertige Erzeugnisse 4. Geleistete Anzahlungen 789.454,60 3.222.325,18 39.175,00 1.188.858,10 5.239.812,88 180.111,49 908.577,76 45.480,30 0,00 1.134.169,55 II. Forderungen und sonstige Vermögens- gegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.533.661,94 5.407.083,92 1.797.175,50 4.985.332,78 235.562,38 221.237,27 8.397.545,51 0,00 2.625.850,13 9.408.358,41 4. Sonstige Vermögensgegenstände III. Flüssige Mittel 8.777.099,42 477.197,16 575.599,54 10.334.240,99 300.939,22 578.053,08 C. Rechnungsabgrenzungsposten D. Aktive latente Steuern 38.448.626,03 35.823.447,62 P a s s i v a Stand am 30.09.2021 EUR Stand am 30.09.2020 EUR A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital Nennbetrag der eigenen Anteile Ausgegebenes Kapital 5.817.000,00 -24.000,00 5.793.000,00 5.817.000,00 -24.000,00 5.793.000,00 II. Kapitalrücklage 8.982.927,28 285.582,79 8.910.478,15 285.582,79 III. Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen IV. Bilanzverlust (i. V. Bilanzgewinn) -1.986.208,26 13.075.301,81 1.729.502,55 16.718.563,49 B. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen 75.400,00 2.574.233,30 2.649.633,30 154.600,00 2.020.217,40 2.174.817,40 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.226.083,79 7.085.229,08 12.658.469,49 699.840,00 1.340.331,34 449.076,04 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.343.452,73 207.306,38 769.261,49 212.398,33 21.202.403,32 14.789.045,35 D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.521.287,60 2.141.021,38 38.448.626,03 35.823.447,62 Gewinn-und-Verlust-Rechnung der LS telcom AG, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 2 0 2 0 / 2 0 2 1 2 0 1 9 / 2 0 2 0 EUR EUR 1. Umsatzerlöse 20.505.763,10 19.779.890,33 2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnissen 3. Sonstige betriebliche Erträge 2.307.442,12 723.998,85 232.319,60 735.109,39 23.537.204,07 20.747.319,32 4. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebs- stoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.925.245,06 340.240,53 7.102.597,35 9.027.842,41 5.142.794,91 5.483.035,44 5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 11.681.940,42 10.656.499,53 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.939.608,32 13.621.548,74 1.763.812,14 12.420.311,67 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 842.281,25 2.859.974,01 -2.814.442,34 786.561,87 3.040.991,61 -983.581,27 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlage- vermögens 195.702,83 11.729,15 305.881,39 0,00 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Anlagevermögens 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 903.074,63 233.002,67 -41.277,55 -887.367,77 285.915,31 156.221,69 17.339,02 -153.594,63 13. Ergebnis nach Steuern 14. Sonstige Steuern -3.701.810,11 13.900,70 -1.137.175,90 5.480,30 15. Jahresfehlbetrag -3.715.710,81 1.729.502,55 -1.986.208,26 -1.142.656,20 2.872.158,75 1.729.502,55 16. Gewinnvortrag 17. Bilanzverlust (i. V. Bilanzgewinn) Entwicklung des Anlagevermögens der LS telcom AG, Lichtenau, im Geschäftsjahr 2020/2021 Anschaffungs-/Herstellungskosten Stand am 1.10.2020 EUR Zugänge Abgänge Stand am 30.9.2021 EUR EUR EUR I. Immaterielle Ver- mögensgegenstände Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen an solchen Rechten 1.381.571,44 28.936,40 72.045,20 1.338.462,64 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 2. Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.629.118,77 2.601.422,48 0,00 5.230.541,25 5.403.712,17 106.687,29 0,00 218.711,72 5.291.687,74 47.307,40 0,00 47.307,40 8.080.138,34 2.708.109,77 218.711,72 10.569.536,39 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.530.718,12 55.134,21 0,00 4.585.852,33 2. Ausleihungen an ver- bundene Unternehmen 3. Beteiligungen 10.427.635,71 110.066,40 336.575,47 4.275.463,41 6.488.747,77 10.202,03 0,00 120.268,43 401.911,71 4.275.463,41 11.194.868,53 15.068.420,23 24.530.130,01 3.138.957,88 4.566.220,33 23.102.867,56 Kumulierte Abschreibungen Buchwerte Stand am 1.10.2020 EUR Zugänge Abgänge Stand am 30.9.2021 EUR Stand am 30.9.2021 Stand am 30.9.2020 EUR EUR EUR EUR 1.289.173,54 63.316,37 72.045,20 1.280.444,71 58.017,93 92.397,90 1.564.403,30 3.816.394,87 154.597,07 624.367,81 0,00 1.719.000,37 3.511.540,88 1.064.715,47 1.069.636,78 1.587.317,30 218.711,72 4.222.050,96 0,00 0,00 0,00 0,00 47.307,40 47.307,40 5.380.798,17 778.964,88 218.711,72 5.941.051,33 4.628.485,06 2.699.340,17 0,00 900.000,00 0,00 900.000,00 3.685.852,33 4.530.718,12 6.488.747,77 6.635.163,78 3.792.471,93 0,00 3.074,63 3.795.546,56 0,00 0,00 903.074,63 3.795.546,56 0,00 0,00 120.268,43 110.066,40 3.792.471,93 900.000,00 10.294.868,53 11.275.948,30 14.981.371,52 14.067.686,37 10.462.443,64 1.745.355,88 4.086.303,48 8.121.496,04 1 Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2020/2021 A. Rechnungslegungsgrundsätze Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss der LS telcom AG, Lichtenau (Amts- gericht Mannheim, HRB 211164), die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften ange- wandt worden. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entspre- chen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskos- ten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wer- den linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren vorgenommen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungs- kosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die be- triebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen ein und 35 Jahren. Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert be- wertet. Die Bestimmung der beizulegenden Werte erfolgt bei Anteilen an verbundenen Unterneh- men mit Hilfe der Discounted-Cashflow-Methode und bei Ausleihungen an verbundene Unter- nehmen unter Beachtung der erwarteten künftigen Zahlungsströme auf Basis einer 5-Jah- resplanung. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung sowie die Ergebnismarge und das Wachstum der ewigen Rente. Die tatsächlichen zukünftigen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind wesentliche Änderungen der zugrunde gelegten Annah- men und Schätzungen nicht erkennbar. Im Berichtsjahr wurde gegenüber einem verbundenen Unternehmen ein Forderungsverzicht erklärt, der zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen führte. Bei den Anteilen an verbundenen Unterneh- men war im Berichtsjahr eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Ab- schlussstichtag aufgrund reduzierter Planerwartung des verbundenen Unternehmens erforderlich. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagever- mögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außer- planmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr her- aus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzu- nehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder zum niedrigeren Zeitwert. 2 Die unfertigen Leistungen und die fertigen Erzeugnisse sind mit den Herstellungskosten be- wertet. Dabei werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Material- gemeinkosten sowie herstellungsbezogene Verwaltungsgemeinkosten einbezogen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle er- kennbaren Einzelrisiken wurden bei der Bewertung berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1,0 % gebildet. Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtli- chen und steuerlichen Wertansätzen im Zusammenhang mit der Fremdwährungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bei den sonstigen Rückstellungen ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechen- baren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 28,4 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer ange- setzt werden. Im Geschäftsjahr 2020/2021 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB aktiviert. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbe- trages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausrei- chend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins- satz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstich- tag ermittelt wurde, abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Die erhaltenen Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegen- den Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeit- punkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. 3 B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des An- hangs. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen mit EUR 5.407.083,92 (i. V. EUR 4.985.332,78) auf den Liefer- und Leistungsverkehr. In den Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 235.562,38 (i. V. EUR 0,00) enthalten. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag von EUR 10.955,26 (i. V. EUR 547,15) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen. Es sind keine sons- tigen Vermögensgegenstände rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entstanden. In Höhe von EUR 57.308,00 betreffen die sonstigen Vermögensgegenstände Abgrenzungen für Zuwendungen der öffentlichen Hand. Zum 30.09.2021 unterliegen Forderungen in Höhe von EUR 2.880.075,60 einer Forderungsabtre- tung im Zusammenhang mit einer Bürgschaftsgewährung. Hierbei handelt es sich um Forderun- gen und Anzahlungen, die aus einem Großprojekt resultieren. 3. Flüssige Mittel Der Posten enthält den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. 4 4. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern sind in Höhe von EUR 500.000,00 (i. V. EUR 500.000,00) auf steuerliche Verlustvorträge und in Höhe von EUR 81.548,38 (i. V. EUR 78.053,08) auf zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen zurückzuführen. Es erfolgte eine Verrechnung mit den passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 5.948,84 (i. V. EUR 0,00), die sich aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen ergeben. 30.09.2020 Veränderung 30.09.2021 EUR EUR EUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuer 578.053,08 0,00 3.495,30 5.948,84 581.548,38 5.948,84 Saldierte Steuerlatenzen 578.053,08 -2.453,54 575.599,54 Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über einen nicht genutzten körperschaftssteuerlichen Verlustvortrag in Höhe von EUR 8.891.544,00 und einen nicht genutzten gewerbesteuerlichen Ver- lustvortrag in Höhe von EUR 9.284.644,00 zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen. 5. Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.817.000,00 und ist in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie eingeteilt. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 9. März 2017 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 8. März 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Aus- gabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien gegen Bar- und/oder Sachein- lagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen, wobei das Be- zugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2017). Im Geschäfts- jahr 2020/2021 wurde keine Erhöhung des Grundkapitals aus dem genehmigten Kapital durchge- führt. 5 Eigene Anteile Die Gesellschaft hat im laufenden Geschäftsjahr keine eigenen Aktien erworben oder veräußert. Am Bilanzstichtag waren somit 24.000 eigene Aktien im Bestand. Der Bestand zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen: Aktienkäufe Stück Anteil am Anteil am Erwerbs-/ Grundkapital Grundkapital Verkaufsgrund EUR 6.004,00 26.160,00 47.595,00 34.441,00 22.269,00 15.731,00 2.550,00 5.970,00 4.080,00 5.500,00 3.700,00 % August 2008 September 2008 Oktober 2008 November 2008 Dezember 2008 Januar 2009 Februar 2009 Juli 2011 August 2011 November 2011 Dezember 2011 Juni 2014 6.004 26.160 47.595 34.441 22.269 15.731 2.550 5.970 4.080 5.500 3.700 0,10 0,45 0,82 0,59 0,38 0,27 0,04 0,10 0,07 0,09 0,06 -2,58 spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition spätere Akquisition Akquisition -150.000 -150.000,00 24.000 24.000,00 0,41 Die eigenen Aktien wurden in Höhe des Nennwertes vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde am 14. März 2019 wirksam und gilt bis zum 13. März 2024. Genehmigtes Kapital Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 9. März 2017 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 8. März 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein- malig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen. Die Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss der Hauptversammlung vom 9. März 2017, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.667.500,00 zu erhöhen, beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 2.185.500,00. 6 Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt: Ausge- gebenes Kapital Kapital- rücklage Gewinn- rücklagen Bilanz- verlust Eigen- kapital EUR EUR EUR EUR EUR Stand am 30.09.2020 Effekte aus Kaufoption Jahresfehlbetrag 5.793.000,00 8.910.478,15 72.449,13 285.582,79 1.729.502,55 16.718.563,49 72.449,13 -3.715.710,81 -3.715.710,81 Stand am 30.09.2021 5.793.000,00 8.982.927,28 285.582,79 -1.986.208,26 13.075.301,81 Die Zunahme der Kapitalrücklage um 72.449,13 EUR resultiert aus der Anwachsung des Gesell- schaftsvermögens der RAMONIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Lich- tenau KG auf die LS telcom AG. Durch Ausübung der Kaufoption zum Erwerb der Geschäftsanteile zum 31.12.2020 erwarb die LS telcom AG sämtliche Geschäftsanteile der Gesellschaft. Durch das Austreten der übrigen Gesellschafter ist das Gesellschaftsvermögen der LS telcom AG zum 1. Januar 2021 angewachsen. Aus der Anwachsung des Gesellschaftsvermögens, das im Wesent- lichen aus den Vermögensgegenständen Gebäude und Grundstück und den Restverbindlichkei- ten aus dem Mieterdarlehen bestand, ergab sich ein positiver Unterschiedsbetrag, welcher in der Kapitalrücklage ausgewiesen wird. Ausschüttungsgesperrte Beträge Gemäß § 268 Abs. 8 HGB unterliegt die Aktivierung latenter Steuern in Höhe von EUR 575.599,54 einer Ausschüttungssperre. 6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 1.933), für Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 171) und für ausstehende Eingangsrech- nungen (TEUR 149). 7 7. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten zum 30. September 2021 setzen sich wie folgt zusammen: Restlaufzeit Gesamt bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre über 5 Jahre 30.09.2021 EUR EUR EUR EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.514.553,50 7.711.530,29 0,00 11.226.083,79 0,00 7.085.229,08 0,00 1.340.331,34 0,00 1.343.452,73 7.085.229,08 1.340.331,34 0,00 0,00 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenenen Unternehmen Sonstige Verbindlichkeiten 1.343.452,73 207.306,38 0,00 0,00 0,00 207.306,38 13.490.873,03 7.711.530,29 0,00 21.202.403,32 Die Verbindlichkeiten zum 30. September 2020 setzen sich wie folgt zusammen: Restlaufzeit Gesamt bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre über 5 Jahre 30.09.2020 EUR EUR EUR EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.432.385,70 11.226.083,79 0,00 12.658.469,49 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenenen Unternehmen 699.840,00 449.076,04 0,00 0,00 0,00 0,00 699.840,00 449.076,04 769.261,49 212.398,33 0,00 0,00 0,00 0,00 769.261,49 212.398,33 Sonstige Verbindlichkeiten 3.562.961,56 11.226.083,79 0,00 14.789.045,35 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit EUR 1.343.452,73 (i. V. EUR 769.261,49) auf den Liefer- und Leistungsverkehr. Für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherungsübereignungen an sieben Fahrzeugen (Valuta zum 30. September 2021 EUR 69.833,79). Ferner sind die Verbindlich- keiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 400.000,00 durch Grundpfandrechte gesi- chert. 8 Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigen- tumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: 30.09.2021 30.09.2020 EUR EUR Verbindlichkeiten aus Steuern Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 160.066,88 148.918,86 46.766,20 473,30 43.556,03 19.923,44 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 207.306,38 212.398,33 II. Gewinn-und-Verlust-Rechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse lassen sich wie folgt nach Tätigkeitsbereichen verteilen: 2020/2021 TEUR Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen Softwaresysteme 5.435 15.071 20.506 Dabei werden 19,3 % der Umsätze im Inland (TEUR 3.954), 38,5 % im europäischen Ausland (TEUR 7.896) und 42,2 % (TEUR 8.656) im übrigen Ausland erzielt. 2. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 41 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 401.565,94 (i. V. EUR 167.632,78) enthalten. Davon entfallen auf unrealisierte Erträge EUR 25.183,91 (i. V. EUR 5.451,30). Zudem enthält dieser Posten Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von EUR 150.133,54 (i. V. EUR 0,00). 9 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 ausgewiesen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten aus Vorjahren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Währungsum- rechnung in Höhe von EUR 133.307,13 (i. V. EUR 433.919,16). Davon entfallen auf unrealisierte Aufwendungen EUR 9.033,57 (i. V. EUR 130.693,04). 4. Beteiligungsergebnis und Abschreibungen auf Finanzanlagen In den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind Zinsen in Höhe von EUR 195.702,83 (i. V. EUR 305.881,39) von verbundenen Unternehmen enthalten. Gegenüber der LS telcom Inc. wurde im Januar 2021 ein Forderungsverzicht in Höhe von USD 4.500.000,00 erklärt. Dies führte im Geschäftsjahr zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 3.074,63 (i. V. EUR 285.915,31) nachdem bereits in Vorjahren die Ausleihung nahezu vollständig außerplan- mäßig abgeschrieben war. Im Geschäftsjahr erfolgte eine außerplanmäßige Abschreibung auf An- teile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 900.000,00. 5. Finanzergebnis Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit EUR 11.518,25 (i. V. EUR 0,00) verbun- dene Unternehmen. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ist kein Zinsertrag aus der Abzinsung von Rück- stellungen enthalten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen in Höhe von EUR 928,77 (i. V. EUR 134,25) verbundene Unternehmen. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind EUR 79.200,00 periodenfremde Erträge enthalten. Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind EUR 3.495,30 (i. V. EUR 48.506,92) laten- ter Steuerertrag und EUR 5.948,84 (i. V. EUR 0,00) latenter Steueraufwand enthalten. 7. Außergewöhnliche Aufwendungen Im Geschäftsjahr sind wie im Vorjahr keine außergewöhnlichen Aufwendungen angefallen. 10 C. Sonstige Angaben 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen eine Beteiligung im Sinne von § 271 Abs. 1 HGB: Name Beteiligungs- Wäh- Wechselkurs Eigen- Jahres- quote % rung 30.09.2021 kapital ergebnis TEUR 1,00 = LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada Vision2Comm GmbH, Lichtenau LS telcom SAS, Paris/Frankreich 100 100 100 TCAD TEUR TEUR 1,475 657 100 682 13 - - -201 -331 LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Süd- afrika NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China 51 40 TZAR TRMB TEUR 17,563 7,485 - 14.819 7.611 3.904 4.153 44 Colibrex GmbH, Rheinmünster 100 -1.195 LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate LS telcom UK Ltd., London/ Vereinigtes Königreich RadioSoft Inc., 49 TAED TGBP TUSD TAUD 4,254 0,861 1,158 1,61 -1.741 -603 326 7 316 50 100 100 100 Clarkesville/USA 169 -24 LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien Bietergemeinschaft LS telcom AG&FSP services GmbH, Lichtenau LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/India SlivaCom d.o.o., Banja Luka/ Bosnien und Herzegowina 50 90 48 TEUR TINR - 86,077 1,956 0 9.988 8 0 4.988 -2 TBAM 11 Die LS telcom Inc. wurde zum 1. April 2021 auf die RadioSoft Inc. übertragen. Die Haupttätigkeit der LS telcom Inc. wird nicht beendet, sondern unter dem Namen „LS telcom US – a RadioSoft operation“ unter der RadioSoft Inc. nach der Verschmelzung weitergeführt. 2. Personal Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Angestellten beträgt (inklusive der Betriebsstätten) 168. 3. Außerbilanzielle Geschäfte Haftungsverhältnisse Für drei Tochterunternehmen wurde eine Patronats- und Garantieerklärung abgegeben, nach welcher die Gesellschaft für die fälligen Verbindlichkeiten der Tochterunternehmen für einen be- stimmten Zeitraum einsteht. Die Verbindlichkeiten der drei Tochterunternehmen belaufen sich zum 30. September 2021 auf TEUR 865. Immobilien-Mietvertrag Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die Gesellschaft einen Immobilien-Leasingvertrag über Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Nach zehn bzw. 15 Jahren bestand eine Kaufoption zum Erwerb sämtlicher Anteile an den Lea- singobjektgesellschaften, in deren Eigentum sich das Grundstück befindet. Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 von dieser Kaufoption Gebrauch gemacht. Zu diesem Zwecke baute die Gesellschaft ab dem Jahr 2008 ein Mieterdarlehen auf, das bei dem Kauf mit der Restverbindlich- keit verrechnet wurde. Hierbei entstand bei der Saldierung ein Überschuss des Mieterdarlehens in Höhe von EUR 72.449,13. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen, die sich wie folgt zusammensetzen: fällig 01.10.2022 30.09.2026 TEUR Gesamt 01.10.2021 30.09.2022 TEUR 01.10.2026 und später TEUR TEUR Miet- und Leasing- verpflichtungen 99 98 0 197 12 4. Organe der Gesellschaft Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Winfried Holtermüller (Rechtsanwalt), Stuttgart (Vorsitzender) Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender) Dipl.-Finw. Karl Hensinger (Finanzwirt), Laupheim Die Mitglieder des Aufsichtsrats üben keine weiteren Aufsichtsratsmandate aus. Dem Vorstand gehören bzw. gehörten an die Herren: Dr. Manfred Lebherz (Sprecher und Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau (bis 30. September 2021) Dr. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme), Lichtenau Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insge- samt TEUR 1.041 (i. V. TEUR 818) erfasst. Davon betreffen TEUR 962 (i. V. TEUR 818) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 79 (i. V. TEUR 0) variable erfolgsbezogene Vergü- tungsanteile. Im Geschäftsjahr wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 4 (i. V. TEUR 275) auf- gelöst, deren Zuführungen in den Vorjahren in der Gesamtvergütung berücksichtigt wurden. Im Berichtsjahr wurden TEUR 51 (i. V. TEUR 0) variable Anteile im Aufwand als Rückstellungen für mögliche langfristige Vergütungsverpflichtungen erfasst, die sich im künftigen Geschäftsjahr auf- grund der langfristigen Bonusregelungen der Vorstandsverträge (virtuelle Aktienoptionen und Ei- genkapitalrendite-Kriterien) ergeben können. Abhängig vom Geschäfts- und Kursverlauf wird die- ser Betrag entsprechend jährlich angepasst und stellt nicht zwingend den an den Vorstand letzt- lich auszuzahlenden Betrag dar. Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und Aufsichtsrats enthält der im Lagebericht der LS telcom AG dargestellte Vergütungsbericht. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/2021 Bezüge in Höhe von TEUR 66 (i. V. TEUR 66). Herr Dr. Manfred Lebherz hält zum Bilanzstichtag 1.537.862, Herr Dr. Georg Schöne 1.624.843 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten 4.148 Aktien. 13 5. Honorar des Abschlussprüfers (ohne Umsatzsteuer) 2020/2021 TEUR Abschlussprüfungsleistungen Steuerberatungsleistungen Sonstige Leistungen 121 43 9 Gesamthonorar 173 Die Abschlussprüfungsleistungen betrafen Aufwendungen für die Prüfung des Jahres- und Konzern-Abschlusses der Gesellschaft. Die Steuerberatungsleistungen umfassen insbesondere Honorare für die Erstellung von Steuererklärungen sowie laufende steuerliche Beratung. Die sons- tigen Leistungen betreffen die fachliche Unterstützung im Zusammenhang mit bilanziellen Frage- stellungen. 6. Konzern-Abschluss Die LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, ist nach § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzern- Abschlusses verpflichtet. Die Veröffentlichung des Konzern-Abschlusses erfolgt im Bundesanzei- ger. 7. Mitteilung gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG a) Mitteilungen im Geschäftsjahr 2020/2021 Im Geschäftsjahr 2020/2021 gab es keine Stimmrechtsmitteilungen. b) Mitteilung vom 24.07.2018 „Die Axxion S.A., Grevenmacher, Luxemburg, teilt gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit, dass ihr Anteil an Aktien am 19.07.2018 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,60 % beträgt.“ c) Mitteilung vom 06.07.2018 „Herr Dr. Georg Schöne teilt gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit, dass sein Anteil an Aktien am 04.07.2018 die Schwelle von 30 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 27,75 % beträgt.“ 14 d) Mitteilung vom 16. November 2010 „Herr Günter Weispfenning, Deutschland, hat uns am 12.11.2010 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit- geteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, ISIN DE0005754402, WKN: 575440, am 09.11.2010 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,05 % (Anzahl der Stimmrechte: 269.253 Stimmrechte) betragen hat.“ e) Korrekturmitteilung vom 16. Juli 2012 „Frau Ingrid Weispfenning, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18.05.2012 mitge- teilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, am 02.11.2011 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 9,39 % (das entspricht 501.139 Stimmrechten) betragen hat. Hiervon sind ihr 0,43 % der Stimmrechte gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 WpHG zuzurechnen. 5,07 % (270.447 Stimmrechte) davon hielt Frau Ingrid Weispfenning als Mitglied der Erbenge- meinschaft nach Herrn Günter Weispfenning, bestehend aus Frau Ingrid Weispfenning und Frau Christiane Weispfenning. Außerdem hat uns Frau Ingrid Weispfenning, Deutschland, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21.05.2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, am 16.11.2010 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 3,03 % (das entspricht 161.610 Stimmrechten) betragen hat.“ f) Korrekturmitteilung vom 16. Juli 2012 „Frau Christiane Weispfenning, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18.05.2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, am 02.11.2011 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 5,11 % (das entspricht 272.447 Stimmrechten) betragen hat. Hiervon sind ihr 0,47 % der Stimmrechte gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 WpHG zuzurechnen. 5,07 % (270.447 Stimmrechte) davon hielt Frau Christiane Weispfenning als Mitglied der Erben- gemeinschaft nach Herrn Günter Weispfenning, bestehend aus Frau Ingrid Weispfenning und Frau Christiane Weispfenning. Außerdem hat uns Frau Christiane Weispfenning, Deutschland, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18.05.2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, am 05.03.2012 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte unterschritten und an diesem Tag 2,31 % (das entspricht 123.263 Stimmrechten) betragen hat.“ 15 8. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG Am 30. November 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Webseite der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht. 9. Nachtragsbericht Nach Ende des Geschäftsjahres zum 30. September 2021 haben sich keine Vorgänge von beson- derer Bedeutung ereignet, über die an dieser Stelle zu berichten wäre. 10. Ergebnisverwendungsvorschlag Der Bilanzverlust der Gesellschaft beträgt EUR 1.986.208,26. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanz- verlust auf neue Rechnung vorzutragen. Lichtenau, 7. Dezember 2021 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz
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