Earnings Release • Jun 30, 2024
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Halbjahresfinanzbericht 2023 / 2024
der LS telcom Aktiengesellschaft
Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner, liebe Mitarbeitende der LS telcom AG,
das erste Halbjahr 2023/2024 war herausfordernd, da die geopolitischen Spannungen und die schwache wirtschaftliche Entwicklung in einigen Regionen zu einer Priorisierung von staatlichen Ausgaben hin zu Investitionen in den militärischen Bereich führten. Als Folge hielten sich insbesondere staatliche Kunden wie Behörden und Ministerien mit Investitionen in Funkkommunikation sowie in Spektrum-Managementlösungen zurück.
Wir haben darauf reagiert und unser Produktportfolio gezielt noch stärker in Richtung militärische Frequenzverwaltung ausgeweitet. Die Investitionen der LS telcom fokussieren sich auf die Optimierung unserer Produkte, um fortschrittliche Lösungen für elektronische und funkbasierte Verteidigung anbieten zu können. Diese Investitionen sowie die Zurückhaltung der zivilen Behörden sorgten im ersten Halbjahr 2023/2024 für einen Umsatzrückgang und ein negatives Ergebnis.
Der Umsatz der LS telcom ging um 17 \% auf EUR 17,6 Mio. zurück. Das EBIT verzeichnete einen starken Rückgang auf EUR -1,4 Mio. im Vergleich zu 728 TEUR im Vorjahr.
Wir müssen feststellen, dass die Wachstumsraten für Umsatz und Ergebnis der ersten sechs Monate nicht zufriedenstellend sind.
Wir sind jedoch optimistisch, dass sich die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr wieder beschleunigen wird. Zusätzlich zum bestehenden Auftragsbestand liegen uns großvolumige konkrete Anfragen und potenzielle Zu schläge vor, insbesondere aus dem militärischen Bereich. Daraus sollte zusätzlicher Umsatz realisiert werden können. Zudem werden wir durch bereits eingeleitete Maßnahmen, wie beispielsweise die Reduzierung externer Dienstleister, unsere Kostenbasis weiter optimieren.
Bei unserem großen Innovationsprojekt mySPECTRA konnten wir im ersten Halbjahr weiter deutliche Fortschritte erzielen. So ging das Projekt mit einer europäischen Regulierungsbehörde in Betrieb, das eine umfassende mySPECTRAevo Lösung darstellt. Damit ist uns mit mySPECTRAevo die Transformation hin zu einer vollständigen Produktlösung für Kunden gelungen, die bereits FrequenzmanagementLösungen von uns im Einsatz haben. Wir gehen davon aus, dass mittelfristig weitere Kunden ein Upgrade auf mySEPCTRAevo durchführen werden.
Der afrikanische Kontinent hat sich für LS telcom zu einem wichtigen Markt entwickelt, da sich in vielen Ländern die Fukkommunikation im Aufbau befindet und entsprechende Frequenzmanagement-Lösungen dafür benötigt werden. So ging das im letzten Geschäftsjahr abgeschlossene mySPECTRA-Projekt in einem westafrikanischen Land nun im ersten Halbjahr in Betrieb. Ein Großprojekt in Sambia wurde fristgerecht beliefert. Für den vollständigen Abschluss des Projekts sind noch Infrastrukturbeistellungen durch den Kunden notwendig.
Aufgrund notwendiger Anpassungen seitens des Kunden sowie der Integration von Drittsoftware ist häufig ein deutlicher Zeitversatz zwischen vollständiger Lieferung und tatsächlicher Inbetriebnahme zu verzeichnen. Dieser Versatz ist für das Folgegeschäft in der Region von großer Bedeutung.
Erfreulich ist, dass auch im militärischen Bereich Erfolge mit den Frequenzmanagement-Lösungen von LS telcom erzielt wurden, da dieser Markt in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen dürfte.
Zum Stichtag 31.03.2024 lag der Auftragsbestand bei EUR 34,3 Mio. Daraus erwarten wir realisierbare Umsätze im zweiten Halbjahr in Höhe von EUR 15,5 Mio. Zudem gehen wir davon aus, dass zusätzliche Umsätze aus den vorliegenden Anfragen erzielt werden können. Insgesamt sind wir daher für das zweite Halbjahr 2023/2024 optimistisch, Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr steigern zu können.
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Wir bestätigen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024, einen Umsatz in dem Korridor von EUR 41 Mio. bis EUR 45 Mio. sowie ein EBIT in der Spanne von EUR 0,5 Mio. bis EUR 1,2 Mio. erzielen zu können.
Wir bedanken uns bei unseren Aktionären für ihr Vertrauen, bei unseren Kunden dafür, uns auch in diesen komplexen Zeiten treu geblieben zu sein und bei unseren Mitarbeitenden für ihren überaus engagierten Einsatz.
Im Juni 2024
Der Vorstand der LS telcom AG
Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz
Die LS telcom AG (ISIN: DE0005754402; WKN: 575440) mit Hauptsitz in Lichtenau (Baden) ist führender Anbieter von Softwarelösungen und -systemen für die effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums in allen Funkdiensten. Dabei ist LS telcom als „one-stop-shop" Anbieter positioniert, so dass Kunden zusätzlich zur Software integrierte Systeme und Hardware-Lösungen beziehen können. Zudem nutzt LS telcom ihre Expertise im Bereich Spektrum-Management sowie in der drahtlosen Kommunikation und bietet umfassende Beratungsdienstleistungen an.
Die Lösungen der LS telcom Firmengruppe sowie ihre umfassende Fachkompetenz können über nahezu alle Branchen und Anwendungsgebiete eingesetzt werden. Zu den klassischen Kunden gehören Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien. Mit Fortschreiten der Digitalisierung haben sich die Einsatzfelder um ein Vielfaches erhöht: Militär, Sicherheitsbehörden, Industrie, Krankenhäuser, Flughäfen, Transport und Verkehr sowie viele weitere Branchen.
Zum Produktportfolio gehören insbesondere voll integrierte Frequenzmanagement- und FunküberwachungsLösungen, optimale Planung von Funknetzen, Minimierung von Funkstörungen, Implementierung und Optimierung von Netzen sowie Sendersysteme in standardisierten Containerlösungen ebenso wie technische Analyseund Planungs-Software oder kompetente Beratung in Strategie- und Umsetzungsfragen.
Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien aus über 100 Ländern für Lösungen (Beratungsleistungen und Systeminstallationen) von LS telcom entschieden haben.
Zum LS telcom Konzern gehören Tochtergesellschaften und Beteiligungen in allen wesentlichen Märkten, u. a. in Australien, Bosnien und Herzegowina, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Kanada, Südafrika, in den USA und im Mittleren Osten.
| Halbjahresfinanzbericht 01.10 .2023 31.03 .2024 |
Halbjahresfinanzbericht 01.10 .2022 31.03 .2023 |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 17.570 | 21.041 |
| EBITDA | 1.267 | 3.413 |
| EBIT | $-1.374$ | 728 |
| EBT | $-1.623$ | 432 |
| Cashflow aus Geschäftstätigkeit | 1.837 | 2.262 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | $-2.917$ | $-3.149$ |
| Konzern-Periodenergebnis (nach Minderheitenanteile) | $-1.996$ | $-352$ |
| Ergebnis je Aktie (in EUR) (nach Minderheitenanteile) | $-0,34$ | $-0,06$ |
| Eigenkapitalquote (in \%) | 34 | 42 |
| Mitarbeiteranzahl zum Stichtag | 295 | 277 |
Zwischenabschluss der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 31.03.2024
Konzern-Bilanz (IFRS)
Aktiva
| In TEUR | Halbjahresfinanzberichtzum 31.03.2024 | Konzern-Jahresabschlusszum 30.09.2023 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 11.961 | 11.747 |
| Geschäfts- und Firmenwert | 5.257 | 5.351 |
| Sachanlagen | 4.518 | 4.476 |
| Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen | 221 | 247 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 16 | 15 |
| Latente Steuern | 973 | 955 |
| 22.946 | 22.791 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 1.176 | 1.013 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | 10.608 | 11.371 |
| Liquide Mittel | 9.122 | 4.927 |
| Ertragsteuerforderungen | 5 | 27 |
| Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 2.740 | 1.044 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 13 | 27 |
| 23.665 | 18.409 | |
| Summe Vermögenswerte | 46.611 | 41.200 |
Passiva

| Halbjahresfinanz- bericht 01.10 .2023 31.03 .2024 |
Halbjahresfinanz- bericht 01.10 .2023 31.03 .2024 |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 17.570 | 21.041 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 408 | 523 |
| Erhöhung des Bestands an fertigen oder unfertigen Erzeugnissen | $-8$ | 283 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.255 | 2.713 |
| Gesamtleistung | 20.225 | 24.560 |
| Materialaufwand | 3.629 | 5.429 |
| Personalaufwand | 12.084 | 11.789 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens |
2.641 | 2.684 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 3.245 | 3.930 |
| Betriebsergebnis | $-1.374$ | 728 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | $-24$ | $-175$ |
| Zinserträge | 7 | 10 |
| Zinsaufwendungen | 232 | 131 |
| Finanzergebnis | $-249$ | $-296$ |
| Ergebnis vor Steuern | $-1.623$ | 432 |
| Ertragsteuern | 338 | 839 |
| Periodenergebnis | $-1.961$ | $-407$ |
| Währungsdifferenzen | $-63$ | $-217$ |
| Sonstiges Ergebnis der Periode (nach Steuern) | $-63$ | $-217$ |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | $-2.024$ | $-624$ |
| Zurechnung des Periodenergebnisses | ||
| Ergebnisanteil anderer Gesellschafter | 35 | $-55$ |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG | $-1.996$ | $-352$ |
| $-1.961$ | $-407$ | |
| Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode | ||
| Ergebnisanteil anderer Gesellschafter | 26 | $-94$ |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG | $-2.050$ | $-531$ |
| $-2.024$ | $-624$ | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) in EUR | $-0,34$ | $-0,06$ |
| Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert /verwässert) in Tsd. Stück |
5.817 | 5.817 |
| Halbjahresfinanzbericht 01.10 .2023 -31.03 .2024 |
Halbjahresfinanzbericht 01.10 .2023 -31.03 .2024 |
|
|---|---|---|
| Periodenergebnis | $-1.961$ | $-407$ |
| + Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Gegenstände des Sachanlagevermögens | 2.404 | 2.438 |
| + Abschreibungen auf Nutzungsrechte nach IFRS 16 | 237 | 246 |
| -/+ Zunahme/Abnahme aktive latente Steuern | $-32$ | $-14$ |
| +/- Zunahme/Abnahme passive latente Steuern | 298 | 758 |
| +/- Gezahlte Ertragsteuern abzüglich erhaltene Ertragsteuern | 123 | 52 |
| -/+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen | $-954$ | $-1.308$ |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Aktiva | $-1.396$ | $-3.366$ |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Passiva | 3.118 | 3.863 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 1.837 | 2.262 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | $-2.924$ | $-3.159$ |
| + Erhaltene Zinsen | 7 | 10 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | $-2.917$ | $-3.149$ |
| - Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | $-239$ | $-235$ |
| + Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 6.930 | 15 |
| - Auszahlungen zur Tilgung von Finanzkrediten | $-1.758$ | $-1.758$ |
| - Gezahlte Zinsen | $-101$ | $-131$ |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 4.832 | $-2.109$ |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 3.752 | $-2.996$ |
| +/- Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds | $-37$ | $-297$ |
| + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 4.926 | 6.751 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 8.641 | 3.458 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS)

Dieser Konzern-Halbjahresfinanzbericht wurde gemäß IAS 34 „Zwischenberichterstattung" vom 01.10.2023 bis zum 31.03.2024 erstellt und umfasst die Zahlenangaben zu Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Angaben zum Ergebnis je Aktie, eine Kapitalflussrechnung sowie den Eigenkapitalspiegel, jeweils mit Vergleichsangaben für den relevanten Vorjahreszeitraum.
Der Bericht basiert auf den Rechnungslegungsgrundsätzen nach International Financial Reporting Standards (IFRS). Es wurden grundsätzlich dieselben Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden wie im letzten KonzernAbschluss verwendet.
Aus den Änderungen der IFRS ergeben sich für das Geschäftsjahr keine wesentlichen Änderungen.
Die Vorgehensweise zur Ermittlung der Ertragsteuern entspricht der im vorangegangenen Geschäftsjahresabschluss verwendeten Methode.
Dieser Konzern-Halbjahresfinanzbericht wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
Gegenüber dem letzten Geschäftsbericht ergab sich keine Änderung im Konsolidierungskreis.
Die Konsolidierung erfolgt nach derselben Methodik, die auch im letzten Jahresabschluss angewandt wurde.
Da dieselben Bilanzierungsgrundsätze wie im letzten Jahresabschluss angewandt wurden, gelten diese qualitativ im Wesentlichen auch für diesen Zwischenabschluss. Es werden hier lediglich spezielle Erläuterungen zu den Positionen gegeben, die wesentliche Änderungen der Beträge gegenüber dem letzten Jahresabschluss ausweisen.
Die langfristigen Vermögenswerte sind gegenüber dem letzten Jahresabschluss zum 30.09.2023 um TEUR 155 auf TEUR 22.946 gestiegen, im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Entwicklungskosten innerhalb der immateriellen Firmenwerte.
Gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist diese Position um TEUR 163 auf TEUR 1.176 gestiegen. Der Grund hierfür liegt in gestiegenen Vorräten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und den gestiegenen erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte.
Der Wert dieser Position (TEUR 6.352) ist gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr (TEUR 8.396) um TEUR 2.044 zurückgegangen.
Die liquiden Mittel betragen per 31.03.2024 TEUR 9.122 und liegen damit um TEUR 4.195 über dem Wert per 30.09.2023. Der Bestand des Finanzmittelfonds beträgt gemäß der Kapitalflussrechnung TEUR 8.641, da hier die liquiden Mittel um die kurzfristigen finanziellen Kontokorrent-Verbindlichkeiten gekürzt wurden. Die Entwicklung dieser Bilanzposition wird im nachfolgenden Zwischenlagebericht im Kapitel „Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage" im Abschnitt „Entwicklung des Finanzmittelfonds" näher erläutert.
Dieser Bilanzposten (TEUR 2.740) ist um TEUR 1.696 gegenüber dem letzten Jahresabschluss (TEUR 1.044) gestiegen. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus kurzfristigen Steuerforderungen.
Diese Position stellt die langfristigen Verbindlichkeiten aus Bankdarlehen und Leasingverträgen dar und ist um TEUR 6.765 auf TEUR 11.451 gestiegen. Der Hauptgrund für diesen Anstieg ist ein von der LS telcom AG aufgenommenes Darlehen der L-Bank aus dem Programm Liquiditätskredit in Höhe von EUR 7,0 Mio. Das Darlehen wird mit 4,5 \% p.a. verzinst und hat eine Laufzeit bis 31.03.2032. Die Tilgung erfolgt in 24 vierteljährlichen Raten, wobei die erste Ratenzahlung am 30.06.2026 fällig ist. Das Darlehen dient der Betriebsmittelfinanzierung.
Die kurzfristigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen i. H. von insgesamt TEUR 192 sind gegenüber dem letzten Jahresabschluss (TEUR 559) aufgrund des Verbrauchs von Provisionsrückstellungen von Fremddiensleitern sowie des Verbrauchs von Steuerrückstellungen um TEUR 367 gesunken.
Die erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 304 sind um TEUR 102 niedriger als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (TEUR 406 zum 30.09.2023).
Diese Position zeigt nach IFRS 15 die Vertragsverbindlichkeiten, welche um TEUR 2.257 auf TEUR 2.649 gestiegen sind.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Berichtszeitraum von TEUR 2.397 auf TEUR 1.665 gesunken.
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten i. H. von TEUR 3.174 enthalten sowohl den kurzfristigen Anteil aus Leasingfinanzierungen als auch aus Bankdarlehen. Hier ist eine Abnahme, im Wesentlichen verursacht durch den Rückgang des kurzfristigen Anteils der Bankdarlehen, i. H. von TEUR 771 gegenüber dem letzten Bilanzstichtag zu verzeichnen.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (TEUR 7.352) sind gegenüber dem letzten Jahresabschluss um TEUR 879 gestiegen. Dies liegt vor allem an dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Steuern.
Erläuterung zur Gewinn- und Verlust-Rechnung
Da dieselben Bilanzierungsgrundsätze wie im letzten Jahresabschluss angewandt wurden, gelten diese qualitativ im Wesentlichen auch für diesen Zwischenabschluss. Es sind insofern keine weiteren Erläuterungen notwendig.
Bezüglich der Positionen, die wesentliche Änderungen der Beträge im Vorjahresvergleich aufzeigen, wird auf die Ausführungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im nachfolgenden Zwischenlagebericht verwiesen.
Im ersten Halbjahr 2023/2024 verzeichnete LS telcom von Seiten ihrer traditionellen Kunden wie Behörden und Ministerien im Regulierungsumfeld eine deutliche Zurückhaltung bei Investitionen in neue und bei laufenden Projekten. Wesentliche Gründe hierfür sind die schwache Wirtschaftsentwicklung in einigen Regionen sowie geopolitische Krisen, insbesondere der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Die geopolitischen Herausforderungen führten zudem dazu, dass Staaten ihre Ausgaben im Bereich Verteidigung und innere Sicherheit deutlich erhöhten, was zu einem Rückgang der Budgets auch für zivile Frequenz-Verwaltungssysteme zur Folge hatte.
Entsprechend waren in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres die Umsatzerlöse der LS telcom Gruppe rückläufig. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum reduzierten sich die Umsatzerlöse um 17 \% auf TEUR 17.570 (i. V. TEUR 21.041). Das EBIT lag bei TEUR -1.374 gegenüber TEUR 728 im Vorjahreszeitraum.
Der Auftragsbestand ging aufgrund des schwachen Umfelds für Investitionen in zivile FrequenzmanagemenSysteme zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr um 25,8 \% auf EUR 34,3 Mio. zurück. In diesem herausfordernden Umfeld ist es der LS telcom gelungen, ihr langfristig ausgelegtes Innovationsprojekt mySPETRA weiter voranzutreiben. Auch wenn einige Module noch in der Entwicklung sind, ist das System zur Marktreife gelangt und bei Kunden im Einsatz. So ging ein Projekt mit einer europäischen Regulierungsbehörde in Betrieb, bei dem eine umfassende mySPECTRAevo Lösung zum Einsatz kommt.
Auf dem afrikanischen Markt verzeichnete LS telcom eine solide Nachfrage. Der afrikanische Absatzmarkt wird für die LS telcom Gruppe stetig wichtiger. In den afrikanischen Märkten befindet sich die Funkkommunikation noch im Ausbau. Entsprechend ist die Nachfrage nach leistungsfähigen Frequenzmanagement-Lösungen hoch. Beispielsweise ging das bereits im letzten Geschäftsjahr abgeschlossene mySPECTRA-Projekt in einem westafrikanischen Land im ersten Halbjahr in Betrieb. Aufgrund notwendiger Anpassungen seitens des Kunden sowie der Integration von Drittsoftware kam es zu einem Zeitversatz zwischen vollständiger Lieferung und tatsächlicher Inbetriebnahme. Ein Lieferung hardwarenaher Systeme nach Sambia wurde im ersten Halbjahr 2023/2024 abgeschlossen. Für den Abschluss des Projekts sind noch Infrastrukturbeistellungen durch den Kunden notwendig.
Im Segment Dienstleistungen, in dem wir vornehmlich Beratungsdienstleistungen vermarkten, profitierte die LS telcom Gruppe von Verlängerungen und umfangreichen Abrufen aus Rahmenverträgen mit langjährigen Bestandskunden, hauptsächlich aus Deutschland, in den Marktsegmenten öffentliche Sicherheit, Flughäfen, Transport und Verkehr. Zudem wurden in zahlreichen Vorhaben wichtige Meilensteine erreicht, darunter eine neu beauftragte Funkversorgungsanalyse für die maltesische Rundfunkbehörde sowie in mehreren Projekten im Marktsegment Öl \& Gas, wo auch weitere Projekte und neue Kunden im Mittleren Osten gewonnen werden konnten.
Mit der US-Tochtergesellschaft RadioSoft Inc. gelang LS telcom im Bereich der Frequenzkoordination eine wichtige Allianz mit WIA, einem bisherigen Mitbewerber, zu schließen. Dadurch können künftig auch deren Kunden betreut werden.
Wesentlich verantwortlich für die rückläufige Umsatzentwicklung war das Kernsegment „Softwaresysteme", das einen Rückgang um $25 \%$ zu verzeichnen hatte. Die Umsatzerlöse des Segments setzen sich aus wiederkehrenden Wartungserlösen sowie Software-Projektumsätzen für bestehende und neue Projekte zusammen. Während sich die Wartungserlöse erfreulich entwickelten und um $6 \%$ auf TEUR 7.200 stiegen, hielten sich
Regulierungsbehörden in starkem Maße bei Software-Investitionen zurück. Der Umsatzbeitrag des Segments Softwaresysteme lag bei $64 \%$ nach $71 \%$ im Vorjahreszeitraum.
Das Segment „Dienstleistungen" konnte die Umsätze deutlich um 10 \% auf TEUR 3.647 steigern und erzielte damit rund $21 \%$ (i. V. $16 \%$ ) des Konzern-Halbjahresumsatzes.
Das Segment „Hardwarenahe Systeme" steuerte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ca. 15 \% zum Gesamtumsatz bei, im Vorjahr lag der Umsatzanteil des Geschäftssegments bei ca. $13 \%$.
Auf der Ebene der einzelnen Unternehmenssegmente stellt sich die Umsatz- und EBIT-Verteilung wie folgt dar:
| Umsatz Halbjahres- finanzbericht 01.10 .2023 - 31.03 .2024 |
Umsatz Halbjahres- finanzbericht 01.10 .2022 - 31.03 .2023 |
Veränderung | EBIT Halbjahres finanzbericht 01.10 .2022 - 31.03 .2023 |
EBIT Halbjahres finanzbericht 01.10 .2022 - 31.03 .2023 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Hardwarenahe Systeme | 2.639 | 2.753 | $-4 \%$ | 195 | 164 |
| Dienstleistungen | 3.647 | 3.307 | $10 \%$ | 218 | 10 |
| Softwaresysteme | 11.284 | 14.981 | $-25 \%$ | -1.787 | 554 |
| Insgesamt | 17.570 | 21.041 | $-17 \%$ | -1.374 | 728 |
Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im Berichtszeitraum bei etwa $85 \%$. Dieser Exportanteil setzt sich zusammen aus 22 \% der Umsatzerlöse aus dem europäischen Ausland und 63 \% aus den restlichen Regionen.
Das Segment „Hardwarenahe Systeme" beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme" gehen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder Generatoranlagen, deren Installation und Inbetriebnahme. Obwohl der Umsatz leicht um $4 \%$ zurückging, konnte das Ergebnis auf 195 TEUR (im Vergleich zu 164 TEUR im Vorjahr) gesteigert werden, da der verbleibende Umsatz teilweise durch ein margenstarkes Projekt erzielt wurde.
Unter „Dienstleistungen" werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Trainings-, Planungs-, Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen für unterschiedliche Kunden erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier unter anderem spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektrum, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Das Segment "Dienstleistungen" konnte im Berichtszeitraum seine Umsätze deutlich um 10 \% steigern. Dabei wurde das EBIT des Segments überproportional auf 218 TEUR (im Vergleich zu 10 TEUR im Vorjahr) gesteigert.
Das Segment „Softwaresysteme" beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus unterschiedlichsten Bereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte. Der Umsatzrückgang von $25 \%$ spiegelt sich auch in der EBIT-Entwicklung wider. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging das EBIT von TEUR 554 auf TEUR -1.787 in der Berichtsperiode zurück.
Zum 31.03.2024 beschäftigte der LS telcom Konzern weltweit 295 Mitarbeitende (als Vollzeitäquivalent gerechnet). Aufgrund von Neueinstellungen zur Einsparung von externen Dienstleistern erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 11 Personen und liegt somit über dem Niveau des Vorjahres (31.03.2023).
Die LS telcom Gruppe erzielte im Berichtszeitraum einen Umsatz von EUR 17,6 Mio. (i. V. EUR EUR 21,0 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang gegenüber der Vergleichsperiode erstes Halbjahr 2022/2023 von 17 \%. Die Gesamtleistung lag bei EUR 20,2 Mio. und damit ca. $18 \%$ unter dem Wert des Vorjahrsvergleichszeitraums (i. V. EUR 24,6 Mio.).
Die schwache Entwicklung des Umsatzes und der Gesamtleistung ist im Wesentlichen auf eine Zurückhaltung bei Investitionen von Behörden und Ministerien in Funkfrequenz- und Frequenz-Managementsysteme zurückzuführen. Gründe hierfür sind zum einen eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in einigen Weltregionen und zum anderen das Setzen von Budget-Prioritäten auf die Bereiche Verteidigung und Innere Sicherheit infolge der geopolitischen Krisen.
In diesem herausfordernden Umfeld entwickelten sich die Erlöse aus Wartungsumsätzen erfreulich und konnten gegenüber dem Vorjahr von EUR 6,8 Mio. um 6 \% auf EUR 7,2 Mio. gesteigert werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei TEUR 408 gegenüber TEUR 523 im Vorjahr. Der leichte Rückgang ist im Wesentlichen auf Währungseffekte zurückzuführen. Diese fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um TEUR 156 niedriger aus (31.03.2023).
Im ersten Halbjahr 2023/2024 lagen die aktivierten Eigenleistungen bei TEUR 2.255 (i. V. TEUR 2.713). Die aktivierten Eigenleistungen spiegeln hauptsächlich den Anteil der Entwicklungsaufwendungen für das mySPECTRA-Softwaresystem wider, der aktiviert wurde. Wesentliche Komponenten des Systems sind bereits fertig gestellt. Entsprechend gingen die Entwicklungsaufwendungen und damit die Aktivierungen zurück.
Der Materialaufwand reduzierte sich von TEUR 5.429 im ersten Halbjahr 2022/2023 um ca. $33 \%$ auf TEUR 3.629 und ist auf das Auslaufen materialintensiver Projekte mit hardwarenahen Systemen sowie auf einen deutlich reduzierten Einsatz von Fremddienstleistungen zurückzuführen. Entsprechend reduzierten sich die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebssstoffe um $33 \%$ auf TEUR 743 (i. V. TEUR 1.116). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen gingen ebenfalls um $33 \%$ auf TEUR 2.887 (i. V. TEUR 4.312) zurück. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Aufwendungen für externe Fremddienstleister.
Der Personalaufwand weist mit TEUR 12.084 (i. V. TEUR 11.789) gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von $3 \%$ aus. Die Steigerung resultiert aus Neueinstellungen zur Einsparung von externen Fremddienstleistern sowie aus inflationsbedingten Gehaltssteigerungen.
Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum bei TEUR 2.641 (i. V. TEUR 2.684).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 3.245) sind gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum (i. V. TEUR 3.930) um ca. $17 \%$ gesunken. Im Vorjahr schlugen hier hohe nicht-cashwirksame Währungsverluste aus der Konzern-Konsolidierung in Höhe von TEUR 837 zu Buche. In diesem Jahr betrugen die Währungsverluste aus der Konsolidierung TEUR 119.
Das Finanzergebnis lag bei TEUR -249 (i. V. TEUR -296). Das Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen verbesserte sich um TEUR 151 auf TEUR -24.
Die Ertragssteuern liegen mit TEUR 338 unter dem Vorjahresniveau (i. V. TEUR 839). Der wesentliche Anteil kommt mit TEUR 298 aus den passiven latenten Steuern.
Im Vergleich zum Vorjahr ging das Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR 728 auf TEUR -1.374 zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Umsatzerlöse um TEUR 3.471 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückzuführen, denen eine nicht gleichermaßen hohe Abnahme der Kosten gegenübersteht.
Das den Aktionären der LS telcom AG zuzurechnende Konzern-Periodenergebnis nach Minderheitenanteilen beträgt TEUR -1.996 (i. V. TEUR -352), entsprechend einem Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) von EUR -0,34 (i. V. EUR -0,06).
Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2023/2024 wurden Investitionen in Höhe von TEUR 2.924 (i. V. TEUR 3.159) getätigt. Darin enthalten sind neben aktivierten Eigenleistungen auch Erhaltungs- und Neuinvestitionen in Sachanlagen sowie Nutzungsrechte nach IFRS 16.
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt TEUR 1.837 gegenüber einem Cashflow von TEUR 2.262 im ersten Halbjahr des Vorjahres. Zum 31.03.2024 verfügt die LS telcom AG über einen Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 8.641 (i. V. TEUR 3.458).
Gegenüber dem Bilanzstichtag 30.09.2023 ist die Bilanzsumme zum Stichtag 31.03.2024 um 13,1 \% bzw. um TEUR 5.411 auf TEUR 46.611 (30.09.2023: TEUR 41.200) gestiegen. Der Anstieg ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Liquiden Mittel von TEUR 4.927 (Stichtag 30.09.2023) auf TEUR 9.122 zurückzuführen.
Das langfristige Vermögen stieg leicht um TEUR 155 auf TEUR 22.946 (30.09.2023: TEUR 22.791) und entsprach 49,2 \% des Gesamtvermögens (30.09.2023: 51,4 \%). Die Entwicklungskosten lagen dabei bei TEUR 11.279 und die Sachanlagen bei TEUR 4.518.
Das kurzfristige Vermögen lag zum Stichtag 31.03.2024 bei TEUR 23.665 und reflektierte 50,8 \% des Gesamtvermögens. Der Anstieg um 28,6 \% bzw. um TEUR 5.256 gegenüber dem Stichtag 30.09.2023 ist durch die in der „Erläuterung der Bilanz" erwähnte Auszahlung des Darlehens und dem damit verbundenen Anstieg der Liquiden Mittel verursacht.
Zum Stichtag der Berichtsperiode lag das Eigenkapital der LS telcom Gruppe bei TEUR 15.952 und damit TEUR 2.024 unter dem Wert in Höhe von TEUR 17.976 zum 30.09.2023, bedingt durch das negative Ergebnis der Berichtsperiode. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich entsprechend von 43,6 \% auf 34,2 \%.
Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen von TEUR 9.052 auf TEUR 15.324 zum Stichtag 31.03.2024, im Wesentlichen durch den Anstieg der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.765 auf TEUR 11.451. Die langfristigen Verbindlichkeiten entsprachen 32,9 \% der Bilanzsumme (30.09.2023: 22,0 \%).
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 8,0 \% bzw. um TEUR 1.163 auf TEUR 15.335. Damit reduzierte sich der Anteil an der Bilanzsumme geringfügig von 34,4 \% auf 32,9 \%.
Der Cashflow aus operativer Tätigkeit verringerte sich in der Berichtsperiode auf TEUR 1.837 gegenüber dem Vorjahreszeitraum (TEUR 2.262).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei TEUR -2.917 (i. V. TEUR -3.149), im Wesentlichen getrieben von Investitionen in die Entwicklung der mySPECTRA Plattform.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich von TEUR -2.109 im Vorjahreszeitraum auf TEUR 4.832 in der Berichtsperiode, im Wesentlichen durch die Auszahlung eines langfristigen Darlehens.
Damit stieg der Finanzmittelfonds von TEUR 4.926 zu Beginn der Periode auf TEUR 8.641 zum Ende der Periode.
Hinsichtlich der für den LS telcom Konzern einschlägigen Risiken für die künftige Entwicklung und des im Konzern umgesetzten Risikomanagements wird auf die Ausführungen im letzten Geschäftsbericht 2022/2023 verwiesen.
Nach aktuellem Kenntnisstand und basierend auf den bereits im Konzern getroffenen Vorkehrungen geht das Management davon aus, im zweiten Geschäftshalbjahr die bestehenden Aufträge größtenteils wie geplant umsetzen zu können. Darüber hinaus führt die LS telcom Gruppe derzeit fortgeschrittene Gespräche mit mehreren Kunden über zeitnahe Abrufe, wodurch bereits im laufenden Geschäftsjahr Umsätze realisiert werden sollten.
Allerdings besteht aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der damit verbundenen Priorisierung staatlicher Investitionen im militärischen Bereich das Risiko, dass Umsätze aus bestehenden Aufträgen nicht vollständig im erwarteten Umfang realisiert werden können und potenzielle Aufträge nicht im erwarteten Umfang oder Zeitraum vergeben werden.
In der Summe bestehen nach Einschätzung des Vorstands derzeit keine Risiken, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des LS telcom Konzerns akut gefährden könnten.
Es treffen die im Geschäftsbericht 2022/2023 zu den Chancen der künftigen Entwicklung gemachten Ausführungen unverändert zu.
Trotz der Unsicherheiten für das Investitionsverhalten von Behörden und Ministerien in Funkkommunikationsund Frequenz-Managementsysteme, insbesondere bedingt durch die geopolitischen Krisen und die damit einhergenden Budget-Priorisierungen in den Bereichen Verteidigung und innere Sicherheit, bewertet der Vorstand die Chancen für die künftige Entwicklung des Konzerns weiterhin als sehr gut. Es ist dabei entscheidend, die LS telcom Gruppe auf die beobachteten Veränderungen zu positionieren, da neue Koalitionen sowohl auf Länderebene als auch bei potenziellen Geschäftspartnern entstehen. Dazu gehören beipielsweise die kostensenkende Entwicklungsabteilung in Indien, sowie lokale kleine Zentren bei wichtigen Kundengruppen, um dem „Buy Local" Gedanken und den Sicherheitsbedürfnissen dieser Kunden gerecht zu werden. Dies erfordert an manchen Stellen Anfangsinvestitionen, speziell auch durch die Anstellung lokal sicherheitsüberprüften Personals, ist jedoch eine notwendige Voraussetzung, um lokal Kunden bedienen zu können.
Derzeit findet eine erhebliche Umschichtung der Budgets in Europa und im Nahen Osten statt, weg von rein zivilen Projekten hin zu gemischten oder rein militärischen Projekten. Es war daher wichtig, bereits Lösungen parat zu haben, die wir nun an die erweiterten Anforderungen im strategischen und taktischen Bereich anpassen. Das trifft insbesondere den Sektor der Frequenzplanungs- und Verwaltungssoftware. Darüber hinaus bietet auch die softwareunterstützte und KI-verstärkte Hardwareseite viele neue Möglichkeiten.
Der Vorstand sieht insbesondere die folgenden drei Wachstumstreiber für die zukünftige Geschäftsentwicklung:
Erstens: LS telcom erwartet weiterhin, dass Regulierungsbehörden und Ministerien im Bereich Telekommunikation trotz der derzeitigen Budgetrestriktionen und der damit einhergehenden Investitionszurückhaltung ihre klassischen Systeme zum Management von Funkfrequenzen und -spektrum, auf Grund der zunehmenden Komplexität und der steigenden Nachfrage nach Spektrumkapazitäten, mittel- und langfristig digitalisieren und durch moderne Software-Systeme ersetzen werden. Mit mySPECTRA hat LS telcom ein weltweit führendes und modernes System hierfür entwickelt. Mit weltweit mehreren hundert Bestandskunden geht LS telcom davon aus, von dem anstehenden Ersatz- und Upgrade-Zyklus in hohem Maße profitieren zu können, wenn auch mit einem größeren zeitlichen Versatz als ursprünglich angenommen.
Zweitens: die Lösungen von LS telcom sind branchenübergreifend einsetzbar. Gleichzeitig werden Funkfrequenzen und Spektrum-Management-Lösungen in immer mehr Anwendungsbereichen benötigt: Industrie, Logistik, Infrastruktur, Sicherheitsbehörden, um nur einige zu nennen. Daher geht der Vorstand davon aus, zunehmend Projekte außerhalb der klassischen Kernmärkte der LS telcom Gruppe gewinnen zu können. Damit werden die Umsatzbasis verbreitert und neue Wachstumsbereiche erschlossen.
Drittens: Die neue geopolitische Lage hat zu einem deutlichen Anstieg der Budgets für Verteidigung und Militär geführt. Funkfrequenz- und Frequenz-Mangement spielt dabei eine bedeutende Rolle, so dass Armeen im Feld sicher kommunizieren können. Kurzfristig erwartet LS telcom in diesem Bereich eine deutlich steigende Nachfrage. LS telcom hat rechtzeitig Ihr Porduktportfolio und ihre Lösungen in diesem Bereich weiter ausgebaut und vertieft und geht davon aus, von dem Investitionszyklus im militärischen Bereich erheblich profitieren zu können.
Mittel- und langfristig werden die Chancen zur künftigen Geschäftsentwicklung im Wesentlichen von den Themen Umnutzung von Frequenzspektrum für die Breitbandversorgung, Netze für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Funklösungen für das Internet der Dinge, Automotive-Anwendungen und komplexe Kommunikationsanwendungen für die Industrie 4.0 mit all ihren Vertikalmärkten bestimmt.
In der Vergangenheit hatte LS telcom eine hohe Abhängigkeit von Großprojekten. Mit der Erschließung von Vertikalmärkten geht LS telcom davon aus, ihre Abhängigkeit von solchen Großprojekten reduzieren zu können. Dazu beitragen soll insbesondere die neue, innovative mySPECTRA-Lösung. Mit dieser replizierbaren Lösung wird der kundenspezifische Programmieraufwand deutlich reduziert. Damit vollzieht die Gesellschaft langfristig einen Wandel von komplexen Projektlösungen hin zu skalierbaren Produktlösungen.
Eine zusätzliche tragende Säule für das zukünftige Wachstum stellen die wiederkehrenden Erlöse, insbesondere aus Wartungsverträgen, dar. Im ersten Halbjahr trugen die wiederkehrenden Erlöse wieder stabil zu den Umsatzerlösen des Segments Softwaresysteme bei. Der Vorstand geht davon aus, in den nächsten Jahren den Anteil der wiederkehrenden Erlöse sukzessive steigern zu können.
Der derzeit im Konzern vertraglich gesicherte Auftragsbestand, aus dem sich ab dem Berichtsstichtag neuer Umsatz generieren lässt, beträgt insgesamt EUR 34,3 Mio. (i. V. EUR 46,1 Mio.). Eine planmäßige Projektabwicklung angenommen, lassen sich daraus in den verbleibenden zwei Quartalen des Geschäftsjahres noch Umsatzerlöse von EUR 15,5 Mio. (i. V. EUR 19,6 Mio.) erwirtschaften. Darüber hinaus liegen der LS telcom großvolumige Anfragen und potenzielle Zuschläge vor, die im zweiten Halbjahr zu Vertragsunterzeichnungen und darauf folgend zu Umsatzrealisierungen führen sollten.
Unter Berücksichtigung dieser Erwartungen bestätigt der Vorstand die Prognose für das Geschäftsjahr 2023/2024, einen Umsatz in dem Korridor von EUR 41,0 Mio. bis EUR 45,0 Mio. und ein Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) in der Bandbreite von TEUR 500 bis EUR 1,2 Mio. zu erzielen.
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG sowie diesen nahestehende Personen und die assoziierten Unternehmen der Gruppe.
Im ersten Halbjahr 2023/2024 bzw. 2022/2023 erfolgten folgende Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen:
| in TEUR 01.10.2023 - 31.03.2024 |
Assoziierte Unternehmen |
Sonstige | Summe |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 82 | 0 | $\mathbf{8 2}$ |
| Materialaufwand | 104 | 0 | $\mathbf{1 0 4}$ |
| Sonstige Aufwendungen | 4 | 102 | $\mathbf{1 0 5}$ |
| bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 | 0 | 14 | $\mathbf{1 4}$ |
| Forderungen | 86 | 0 | $\mathbf{8 6}$ |
| Verbindlichkeiten | 5 | 0 | $\mathbf{5}$ |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 0 | 11 | $\mathbf{1 1}$ |
| Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 | 0 | 29 | $\mathbf{2 9}$ |
| in TEUR 01.10.2023 - 31.03.2023 |
Assoziierte Unternehmen |
Sonstige | Summe |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8 | 0 | $\mathbf{8}$ |
| Materialaufwand | 97 | 0 | $\mathbf{9 7}$ |
| Sonstige Aufwendungen | 7 | 92 | $\mathbf{9 9}$ |
| bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 | 0 | 16 | $\mathbf{1 6}$ |
| Forderungen | 0 | 0 | $\mathbf{0}$ |
| Verbindlichkeiten | 84 | 0 | $\mathbf{8 4}$ |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 0 | 11 | $\mathbf{1 1}$ |
| Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 | 0 | 57 | $\mathbf{5 7}$ |
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart.
Mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung am 07.03.2024 hat das Aufsichtsratmitglied Prof. Dr. Werner Wiesbeck sein Amt als Aufsichtsratmitglied niedergelegt. Zudem wurde § 8 Abs. 1 der Satzung der LS telcom AG neu gefasst und damit der Aufsichtsrat auf vier Mitglieder erhöht. Bei der Hauptversammlung wurden Herr Prof. Dr.-Ing. Winfried Lieber und Herr Paul de Schrijver zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt.
Beim Vorstand haben sich keine personellen Änderungen ergeben.
Die Zahl der Aktien der LS telcom AG, die von Geschäftsführungs- und Aufsichtsorganen gehalten werden, ist in der folgenden Tabelle ausgewiesen. Die Aktienanzahl von Dr. Schöne hat sich gegenüber der letzten Meldung signifikant verändert, weil er Aktien an seine nahestehenden Familienangehörigen im Zuge einer Schenkung übertragen hat. Die Meldung zur Berührung der Schwellen wurde entsprechend veröffentlicht.
| Schüler Aktien | 11.03.2024 | 11.03.2023 |
|---|---|---|
| Vorstand | ||
| Dr. Schöne | 1.234 .843 | 1.624 .843 |
| Dipl.-Ing. Götz | 4.148 | 4.148 |
| Aufsichtsrat | ||
| Dr. Holtermüller | 0 | 0 |
| Prof. Dr. Wiesbeck (bis 07.03.2024) | keine Angabe | 4.148 |
| Prof. Dr. Burghof | 0 | 0 |
| Prof. Dr.-Ing. Lieber | 100 | keine Angabe |
| Paul de Schrijver | 0 | keine Angabe |
Die Gesellschaft hat keine Aktienoptionen ausgegeben.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lage- und Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Lichtenau, 21. Juni 2024
LS telcom Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz
Dieser Finanzbericht enthält Aussagen und Informationen der LS telcom Gruppe, die sich auf in der Zukunft liegende Zeiträume beziehen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind an Formulierungen wie „planen", „erwarten", „beabsichtigen", „anstreben", „werden", „einschätzen", „davon ausgehen", „Ziel sein" oder ähnlichen Begriffen zu erkennen. Derartige Aussagen wurden aufgrund der derzeitigen Sachlage und derzeitigen Erwartung getroffen und können von der tatsächlichen Entwicklung sowohl positiv als auch negativ mitunter erheblich abweichen. Unsicherheiten ergeben sich unter anderem aufgrund folgender Faktoren: Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage sowohl national als auch international, Änderungen der politischen Rahmenbedingungen, Einführung neuer Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen, Änderungen des Investitionsverhaltens in den für die LS telcom Gruppe wichtigen Abnehmermärkten, Änderungen von Wechselkursraten und Zinssätzen, Integration von akquirierten Unternehmen sowie weiteren Faktoren. LS telcom übernimmt über bestehende gesetzliche Verpflichtungen hinaus keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu korrigieren bzw. zu aktualisieren.
Vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2023/2024
Geschäftsbericht 2023/2024
Ordentliche Hauptversammlung in Lichtenau
Anfang Dezember 2024
31. Dezember 2024
März 2025
CEO
Dipl.-Ing. Roland Götz
COO
Investor Relations
LS telcom AG
Im Gewerbegebiet 31-33
D-77839 Lichtenau
Tel.: +49 (0) 72279535600
Fax: +49 (0) 72279535605
E-Mail: [email protected]
Sitz der Gesellschaft: Lichtenau (Baden)
Registergericht: Mannheim (HRB 211164)
Wertpapierkennnummer ISIN: DE0005754402
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