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LS telcom AG — Annual Report 2024
Feb 13, 2025
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Download source fileReport 1 Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht der LS telcom AG, Lichtenau für das Geschäftsjahr 2023/2024 I. GRUNDLAGEN DES KONZERNS A. KONZERNSTRUKTUR Die LS telcom AG ist die Muttergesellschaft des LS telcom Konzerns und steuert dessen operatives Geschäft. Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2024 an der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, an der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, an der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, an der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, an der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/ Australien, an der Colibrex GmbH, Rheinmünster, und an der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, an denen die LS telcom AG als Alleingesellschafterin jeweils 100 % der Anteile hält. Daneben bestehen Beteiligungen an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien, mit 90 %, an der Smart Spectrum Solutions Providers S.A.L (Offshore) in Beirut/Libanon, mit 90 %, an der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, mit 51 %, an der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, mit 49 %, an der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China, mit 40 %, an der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, mit 48 % sowie an der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau, mit 50 %. Die LS telcom AG unterhält zudem Niederlassungen in Dresden und Budapest. Im Folgenden werden die Geschäftstätigkeiten wichtiger Tochtergesellschaften beschrieben. Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Limited bearbeitet insbesondere den Markt für Systemlösungen und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehörden und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada und Lateinamerika. Daneben erbringt die LS telcom Limited eigene Softwareanpassungs- und Entwicklungsleistungen, für die Unternehmensgruppe. Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient primär den französischsprachigen Markt mit Kundenschwerpunkten bei Funkfrequenzadministrationen in Frankreich und Afrika. Neben den Projekt- und Vertriebsaufgaben hat die LS telcom SAS eine eigene Softwareentwicklung, die, koordiniert durch die LS telcom AG, den Standard mySPECTRAevo weiterentwickelt und Projektanpassungen vornimmt. Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Planungs- und Ingenieursleistungen in Afrika und unterstützt zudem die Realisierung von Hardwareprojekten, den Vertrieb, die Wartung und das Testen von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochtergesellschaft hat in den vergangenen Jahren einen Geschäftszweig für den Aufbau sowie die messtechnische Validierung von Sendern und Antennenanlagen etabliert. Sie führt entsprechende Messkampagnen sowohl im südlichen Afrika als auch in den USA durch. Die Vision2Comm GmbH mit Sitz in Lichtenau konzentriert sich auf innovative Funkmess- und Monitoringlösungen als Dienstleistung („as-a-Service“). Darüber hinaus bietet sie Beratungsleistungen im Bereich der professionellen Funkkommunikation sowie Projekte zur Integration und Umsetzung von Funkanlagen an. Der Hauptfokus der Vision2Comm liegt auf Nutzern von Funkfrequenzen in sogenannten Vertikalmärkten. Die Colibrex GmbH mit Sitz in Rheinmünster vermarktet vor allem neue messtechnische Lösungen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen. Colibrex arbeitet dazu entwicklungstechnisch eng mit dem hardwarebasierten Geschäftsfeld der LS telcom AG sowie auf der operativen Seite mit der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zusammen. Colibrex identifiziert und bearbeitet Märkte, strukturiert die Dienstleistungen und übernimmt das Produkt-Management und die Abstimmung mit den Entwicklungspartnern für die Entwicklung neuer Produkte. Die RadioSoft Inc. mit Sitz in Clarkesville, Georgia/USA, ist spezialisiert auf Koordinierungs- und Lagebericht 2 Frequenzzuweisungsdienste für Vertikalmärkte, Behörden und Rundfunknetzbetreiber. Ergänzend dazu bietet das Unternehmen Dienstleistungen in der Funknetzplanung für Rundfunk- und Landmobilfunkstationen an. Zudem vermarktet RadioSoft in den USA das Produktportfolio der LS telcom Gruppe, das teils speziell für den US-amerikanischen Markt angepasst wurde. Dieses umfasst insbesondere Messdienstleistungen, Funkplanungslösungen und Funkmesssysteme. Die LS telcom UK Ltd. in London betreut insbesondere die relevanten Märkte im Vereinigten Königreich und vertreibt dort das gesamte Produktportfolio der LS telcom AG. Das Spektrum-Beratungsteam von LS telcom UK Ltd. verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Regulierungsbehörden und Organisationen sowie einer Reihe von Frequenznutzern und erbringt weltweit Spektrum-Consulting und Trainings-Dienstleistungen mit globaler Perspektive. Die Beteiligung der LS telcom AG an der LST Middle East FZ-LLC in Dubai beträgt unverändert 49 %, wobei LS telcom im Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem davon abweichenden 60 % Anteil an den Stimmrechten die Kontrolle über das Unternehmen übernommen hat. Entsprechend wird diese Beteiligung im Konzern-Abschluss seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 voll konsolidiert. Von dieser Beteiligung aus erfolgt auch der maßgebliche Vertrieb der LS telcom-Produkte in den gesamten arabischsprachigen Raum und die zugehörige lokale Projektunterstützung. Die LS telcom Australia Pty Ltd mit Sitz in Sydney/Australien wurde als 100 % Tochter der LS telcom AG im Geschäftsjahr 2018/2019 gegründet und kümmert sich um die Betreuung der bestehenden Kundenprojekte in Australien sowie die Weiterentwicklung der Geschäfte mit LS telcom-Produkten in Australien, Neuseeland und den Pazifik-Staaten. Die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, mit Sitz in Mumbai/Indien, wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gegründet. Sie erbringt bisher im Wesentlichen Dienstleistungen im Bereich der Web- und Mobile-App-Entwicklung. Einzelne Teilgruppen arbeiten dezidiert Produkten oder Projekten zu. Außerdem betreibt die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd die Vermarktung und den Vertrieb des bestehenden Produktportfolios der LS telcom auf dem indischen Subkontinent und die Lokalisierung der Produkte für den Markt. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd beteiligt. Die Smart Spectrum Solutions Providers S.A.L (Off-shore) mit Sitz in Beirut/Libanon wurde zum 01.10.2021 gegründet. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der Tochter im Libanon beteiligt. Wesentliche Aufgabe der Gesellschaft ist die Betreuung der Kunden im Mittleren Osten und Mittelmeeranrainerstaaten und Softwareanpassungen für diesen Markt. An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. entwickelt eigene Softwareprodukte die für den chinesischen Markt optimiert sind. NG Networks hat außerdem die Vertriebsrechte für bestimmte LS telcom Produkte im Chinesischen Raum. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss „at equity“ bilanziert. An der SlivaCom d.o.o. mit Sitz in Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, hält die LS telcom AG einen Anteil von 48 %. Die SlivaCom d.o.o. wurde im Mai 2021 gegründet. Sie erbringt für die LS telcom AG Hard- und Software-Entwicklungsdienstleistungen und stellt einen Messplatz für Antennenmessungen zur Verfügung. Neben der Entwicklung neuer Antennensysteme für die LS telcom AG erbringt SlivaCom auch Messdienstleistungen im Auftrag der LStelcom AG. Die SlivaCom d.o.o. wird im IFRS-Konzern-Abschluss „at equity“ bilanziert. B. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS In den folgenden Abschnitten stehen die Begriffe LS telcom oder LS telcom Gruppe für den LS telcom Konzern. Passagen, die sich explizit auf die Einzelgesellschaft der AG beziehen, werden mit LS telcom AG bezeichnet. LS telcom ist weltweit ein führender Anbieter von integrierten Softwarelösungen für die effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums. Dazu gehören insbesondere das Management und die Überwachung des Funkfrequenzspektrums sowie die Planung der entsprechenden Funknetze. Darüber hinaus ist LS telcom als „one-stop-shop“-Anbieter positioniert und bietet neben dem Kerngeschäft der Softwaresysteme zusätzlich Hardware-Lösungen, Planungs- und Beratungsdienstleistungen sowie integrierte Systeme an. Im Kerngeschäft realisiert LS telcom Projekte, um die Softwarelösungen in die Systeme des Kunden implementieren und zu integrieren. Dabei erzielt LS telcom Lizenzerlöse, Beratungshonorare, Umsätze mit Hardware sowie Erlöse mit Wartungsverträgen. 3 In einer zunehmend digital vernetzten Welt optimiert LS telcom die Frequenzverwaltung und -nutzung und stellt sicher, dass alle Frequenznutzer maximal von Funkdiensten profitieren. Die Positionierung als „one-stop-shop“-Anbieter zeigt sich insbesondere darin, dass LS telcom mit ihrem Produktportfolio aus Beratungsdienstleistungen sowie integrierten Soft- und Hardwaresystemen die gesamte Wertschöpfungskette in der Nutzbarmachung des Funkspektrums abdeckt. Die optimale Nutzung der begrenzten, natürlichen Funkfrequenzressource, die Planung von zuverlässigen, hochverfügbaren, sicheren und kosteneffizienten Funknetzen, ihre schnelle Implementierung und die Optimierung bestehender Netze, die Minimierung von Interferenzen sowie die weitere Erschließung geeigneter Funkstandorte sind typische Aufgabenfelder, in denen das Produktspektrum von LS telcom zum Einsatz kommt. Mit ihrem Software, Hardware und Dienstleistungen umfassenden Produktportfolio befindet sich LS telcom nach eigener Einschätzung in einem Markt mit vielversprechenden Wachstumsoptionen. Funkfrequenzen zur drahtlosen Übertragung von Sprache und Daten werden beispielsweise von Rundfunk und Mobilfunk, Flugüberwachung, Polizei- und Taxifunk, Richtfunk, Satellitenverbindungen und für die funkbasierte Steuerung von Geräten, Maschinen und Anlagen im sogenannten „Internet of Things“ genutzt. Weltweit – in Industrieländern ebenso wie in aufstrebenden Volkswirtschaften – führt der beständig steigende Bedarf an Sprach- und Datenkommunikation zu stetigem Ausbau der Netze und damit zu einer kontinuierlichen Verknappung des freien Funkspektrums. Treiber dieser Entwicklungen ist insbesondere die Einführung neuer leistungsfähigerer Funktechnologien. Die effiziente Planung und Verwaltung dieser begrenzten Ressource wird deshalb nach Einschätzung der LS telcom immer wichtiger. Um das vorhandene, endliche Frequenzspektrum so nachhaltig und für ihre Belange so förderlich wie möglich ausschöpfen zu können, benötigen Regulierungsbehörden, Funknetzbetreiber und die Nutzer des Funkspektrums nicht nur spezielle Software- und Dienstleistungsangebote zur Planung und zum Management der Funknetze, sondern auch entsprechende Messsysteme zur Kontrolle und Optimierung der Spektrumnutzung. Auch die Nutzung des Frequenzspektrums durch intelligente Kommunikationskomponenten, die modernste Technologien wie dynamischen Spektrumszugang nutzen, also die sich selbst aus einer zentralen Datenbank und mit Hilfe eigener Messungen immer die für sie geeignetsten Funkfrequenzen selektieren, bedarf entsprechend unterstützender, leistungsfähiger Infrastruktur und Datenbankdiensten im Hintergrund. Mit der flächendeckenden Nutzung von Frequenzen und Technologien in nahezu allen Lebensbereichen wächst der Druck, einen störungsfreien und gesicherten Betrieb zu gewährleisten. Dies fördert den Einsatz engmaschiger Messtechnik, insbesondere an kritischen Infrastrukturen (KRITIS) wie Flughäfen und Bahnhöfen, sowie für systemrelevante Anwendungen. Eine umfassende Überwachung und Absicherung dieser sensiblen Bereiche ist entscheidend, um Ausfälle und Störungen zu vermeiden. Das standardisierte Produktportfolio der LS telcom kann für nahezu jede Funklösung und in allen Funknetzen weltweit eingesetzt werden. Die Palette reicht von Mobil-, Richt- und Flugfunknetzen bis hin zu Daten-, Sicherheits-, TV- und Hörfunknetzen und deckt insbesondere auch die speziellen Anforderungen von regionalen und nationalen Regulierungsbehörden umfassend ab. C. LEITUNG UND KONTROLLE Die LS telcom AG hat ihren Sitz in Lichtenau (Baden) und unterliegt als deutsche Gesellschaft dem deutschen Aktienrecht. Der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung sind die Organe der Gesellschaft. Die LS telcom AG hat ein duales Führungssystem aus Vorstand und Aufsichtsrat – Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle sind dementsprechend streng voneinander getrennt. Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes unter Berücksichtigung der Belange aller relevanten Stakeholder wie Aktionäre, Arbeitnehmer, Lieferanten, Kunden, Dienstleister und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Parteien. Zudem strebt der Vorstand an, die externen Effekte auf Umwelt und Gesellschaft zu minimieren. Der Vorstand besteht aus zwei Vorständen. Jedes Mitglied ist für seinen Aufgabenbereich gemäß der Lagebericht 4 Geschäftsordnung des Vorstands verantwortlich. Der Gesamtvorstand hat jedoch eine gemeinschaftliche Verantwortung für die Geschäftsleitung des Kon-zerns. Im Rahmen dieser Gesamtverantwortung arbeiten die Vorstände in ihrem jeweils zugewiesenen Aufgabenbereich kollegial und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Vorstand ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens zuständig und stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat der LS telcom AG regelmäßig über die gesetzlichen Berichterstattungspflichten hinaus über alle für das Unternehmen und den Konzern relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Der Aufsichtsrat der LS telcom AG berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und Konzerns. Er übt keine Geschäftsführungsfunktion aus, der Vorstand darf jedoch bestimmte Geschäfte und Maßnahmen nicht ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats ausführen. Der Aufsichtsrat der LS telcom AG wurde von der Hauptversammlung am 07.03.2024 von drei auf vier Mitglieder erweitert. Der Aufsichtsrat tritt mindestens einmal pro Kalenderquartal zusammen. D. MARKT UND WETTBEWERB 1. Kunden Die Dienstleistungen und Systemlösungen (bestehend aus Software und Hardware) werden von LS telcom für die gesamte Bandbreite der Unternehmen und Organisationen konzipiert, die im Bereich der drahtlosen Telekommunikation tätig sind. Das sind einerseits nationale und regionale Regulierungsbehörden, die Funklizenzen zuteilen und kontrollieren, andererseits Netzbetreiber, die als Lizenznehmer Funkfrequenzen benötigen, um Telekommunikationsdienstleistungen anbieten zu können. Da die Lösungen der LS telcom branchenübergreifend eingesetzt werden können, werden sie verstärkt auch von Behörden der inneren Sicherheit, Verteidigung, Verkehrs-, Transport-, Versorgungs- und Industrieunternehmen nachgefragt, die als professionelle Anwender von Funksystemen in ihrem Kerngeschäft Produktivitätssteigerungen oder sonstige Vorteile erzielen können. LS telcom ist weltweit aktiv. Die internationale Kundschaft der Unternehmensgruppe legt neben einer sorgfältigen Implementierung der von ihnen gewünschten Lösung auch großen Wert auf eine weitergehende, langfristige Unterstützung in den Bereichen Wartung, Softwarepflege und Anpassung der Produkte an neue technische Entwicklungen. Somit sind in der Regel die Beziehungen der LS telcom zu ihren Kunden langfristig ausgerichtet. Um die Nähe zu Kunden sicherzustellen, unterhält LS telcom in den wichtigsten Märkten über Tochtergesellschaften oder Beteiligungen eine eigene lokale Präsenz. Regulierungsbehörden Die Aufgabe von Regulierungsbehörden besteht darin, die Nutzung der limitierten Ressource „Funkspek-trum“ nachhaltig, wirtschaftlich und effektiv zu gewährleisten. Dazu gehört die Erstellung eines geeigneten nationalen Frequenznutzungsplans, auf dessen Grundlage Funklizenzen zu erteilen sind. Darüber hinaus ist die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren und gegebenenfalls durchzusetzen. Die ständige technologische Weiterentwicklung und die steigende Anzahl der Funkdienste erfordert auf Seiten der Behörden eine permanente Neuplanung und Anpassung der Frequenznutzungspläne und Regulierungsrichtlinien. Die Systeme der LS telcom versetzen Behörden in die Lage, nicht nur softwareseitig die diversen Geschäftsprozesse in den Bereichen Frequenzlizenzierung, technische Planung und Koordinierung zu automatisieren. Die integrierten Lösungen der LS telcom ermöglichen zudem, durch den Einsatz entsprechender intelligenter Messtechnik, die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu überwachen und Funkstörungen im Betrieb der Netze zu vermeiden. Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien aus über 100 Ländern für die Softwarelösungen, Hardware-Produkte, Beratungsleistungen, Systeminstallationen und integrierte Software- und Hardware-Systeme von LS telcom entschieden haben. Verteidigung Die Landesverteidigung hat in den letzten Jahren wieder ein verstärktes Interesse erfahren, einerseits befeuert durch die plötzlich massiv aufgeflammten Kriege, andererseits aber auch durch die fortschreitende Ausbildung von einzelnen Machtblöcken und Einflusssystemen. Das Sicherheitsbedürfnis ist heute gerade in westlichen Kulturen viel höher als vor fünf 5 Jahren noch. Davon profitieren die nationalen Streitkräfte, nachdem gerade in Europa über etwa 20 Jahre diese Strukturen massiv ausgedünnt worden waren. Schon seit Ende der 90er Jahre bedient die LS telcom AG Kunden aus dem Verteidigungsbereich mit ihren Produkten. Dies sind zum einen Lösungen zur eigenständigen Planung und Frequenzverwaltung derer Funkspektren, da das Militär oftmals sehr große Frequenzblöcke besitzt und diese aufgrund der nötigen Geheimhaltung nicht von zivilen Behörden verwalten lassen kann. Außerdem bedient LS telcom ausgewählte militärische Kunden mit kombinierten Hard-/Softwarelösungen für sogenannte EMSO (Electromagnetic Spec-trum Operations). Das sind einerseits auf den spezifischen Bedarf angepasste Messsysteme z. B. zur Grenzüberwachung oder dem Schutz von Kasernenanlagen, aber auch Systeme, die beispielsweise Kommunikation zwischen mobilen Einheiten oder mit Drohnen unterbinden können. Professionelle Funkanwender Professionelle Anwender haben hohe und vielfältige Anforderungen an ihre mobilen Kommunikationslösungen. Diese müssen sich optimal an betriebliche Organisations- und Kommunikationsstrukturen anpassen, hohe Sicherheit der Informationsübermittlung hinsichtlich Verfügbarkeit und Integrität gewährleisten und nicht zuletzt auch wirtschaftlich zu betreiben sein. Typische Anwendungsbereiche und Branchen sind insbesondere: Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Einrichtungen und Unternehmen des Sektors Transport und Verkehr, Ver- und Entsorgungsunternehmen, öffentliche Verwaltungen sowie Industrieunternehmen. Die eingesetzten professionellen Funklösungen gewährleisten eine ausfallsichere Notfallkommunikation, stellen einen reibungslosen Betriebsablauf sicher und werden zur Steuerung betrieblicher Abläufe, Überwachungsaufgaben, Flottenmanagement, Telemetrie, Ortung, Navigation und Datenübertragung eingesetzt. Funknetzbetreiber Funknetzbetreiber optimieren mit den Software- und Hardware-Lösungen von LS telcom den Auf- und Ausbau ihrer Netze. Ziel dabei ist stets, den Aufbau möglichst wirtschaftlich und innerhalb kürzester Zeit bei gleichzeitiger Maximierung der Verfügbarkeits- und Versorgungsziele durchzuführen. Sie sind daran interessiert, die Planung ihrer Sendestandorte so zu optimieren, dass bei hoher Qualität und hohem Versorgungsgrad die Investitionen für Sendeanlagen und die laufenden Betriebskosten möglichst gering ausfallen. LS telcom hat spezielle Softwarepakete und Messtechnik (u. a. drohnenbasiert) entwickelt, die zur Erfüllung dieser Analyse- und Optimierungsanforderungen ausgezeichnet geeignet sind. Zudem vermarktet und integriert LS telcom Systemtechnik für Rundfunk und Mobilfunk von etablierten Herstellern. Funknetzbetreiber aus allen Frequenz- und Dienstebereichen setzen diese Lösungen von LS telcom für die verschiedensten analogen und digitalen Systemtechnologien ein. Zu den Kunden zählen „klassische“ Funknetzbetreiber, wie beispielsweise Rundfunkveranstalter (Radio und TV), Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Richtfunk- sowie Point-to-Multipoint-Netzen (PMP). 2. Produkte Die Softwareprodukte der LS telcom decken die gesamte Bandbreite von der Netzwerkplanung über die Netzwerkoptimierung bis zum Netzwerkmanagement ab. Dedizierte Hardwareprodukte, vor allem Mess-, Monitoring- und Ortungssysteme, unterstützen die Kunden bei der Kontrolle und Sicherstellung der Einhaltung der entsprechenden Nutzungsregularien des Radiospektrums. Darüber hinaus werden die Kunden auch durch eine Vielzahl von Beratungs- und Planungsleistungen beim Design, der Realisierung und dem Management ihrer Telekommunikationsprojekte unterstützt. Servicedienstleistungen, wie Unterstützung bei der Neubeantragung und Erneuerung von Funklizenzen für Einzelpersonen und Firmen oder der Sicherstellung der notwendigen spektralen Reinheit für die Funkinfrastruktur an Kommunikations-Hotspots, runden das Portfolio ab. Software Die Softwarelösungen sind auf die Bedürfnisse der einzelnen Kundengruppen oder Nutzungen zugeschnitten bzw. können entsprechend konfiguriert werden. Speziell sind es Lösungen für zivile und militärische Regulierungsbehörden, für Funknetzbetreiber und einige Vertikalmärkte. Daneben gibt es Firmware für messtechnische Anwendungen in Geräten und Drohnen. Lagebericht 6 Im Vordergrund steht immer der Systemgedanke, so dass der Kunde mit einzelnen Komponenten beginnen kann und es ihm leicht fällt weitere Komponenten mit einzubinden. Idealerweise wird das beim Spektrum-Management durch die Integrationsplattform mySPECTRA erledigt, die eine vollständige Einbindung mehrerer Tools erlaubt und mit anderen über vorhandene Schnittstellen oder APIs kommuniziert. In der Messtechnik ist das verbindende Element die Plattform LS OBSERVER, die das Zusammenspiel aller angebotenen Hardwarelösungen wie kompakte Nodesysteme, Peiler (Ortungssysteme) und Drohnen organisiert. LS telcom bietet nicht nur die Softwarelizenzen, sondern berät die Kunden auch intensiv bei der Planung und Einführung der Systeme und übernimmt die Schulung der Nutzer. LS telcom sieht eine ihrer Kernkompetenzen im Bereich Hochfrequenztechnik und in der Funkkommunikation. Das im Unternehmen gebündelte Know-how in diesen Bereichen nutzt LS telcom, um innovative und leistungsstarke Programme umzusetzen, laufend Anpassungen an aktuelle Bedarfe und Trends durch ein Team von Spezialisten aus Nachrichtentechnikern, Ingenieuren, Informatikern, Physikern und Mathematikern vorzunehmen. Für Spektrum-Regulierungsaufgaben bietet die Software von LS telcom bereits seit 1995 mit der Plattform SPECTRAplus, dem darauf noch teileweise basierenden direkten Nachfolgersystem mySPECTRAevo und dem vollständig neu entwickelten, cloudbasierten mySPECTRAcloud ein vollautomatisiertes Workflow- und Dokumenten-Management-System an. Damit kann das gesamte administrative Arbeitsgebiet von Regulierungsbehörden inklusive der Lizenzvergabe softwarebasiert abgewickelt werden. Zusätzlich können Interferenzbetrachtungen durchgeführt und für nationale und internationale Koordinierungsaufgaben genutzt werden. Auch die Erstellung, Erweiterung und Verwaltung von Frequenzplänen sowie die Genehmigung und Zuweisung von Frequenzen und Frequenzbündeln auf dieser Grundlage sind im Standardpaket von LS telcom enthaltene Prozesse. Die SPECTRA-Pakete decken zudem auch das Beschwerdemanagement, die Auswertung und Koordinierung von Feldtests und die Rechnungserstellung ab. Die zur Ablösung der Legacy-Komponente SPECTRAplus und für neue Anwendungen vorgesehenen mySPECTRA-Produkte wurden in den letzten Geschäftsjahren mit enormem wirtschaftlichem Aufwand entwickelt und stellen je nach Ausprägung eine komplett neue technische Plattform dar. Neue Systeme werden bereits seit mehreren Jahren nur noch auf dieser Technologie verkauft. Sie ermöglicht das Arbeiten in einer modernen, webbasierten Umgebung und unterstützt bei Bedarf auch für Behörden noch neue Arbeitsformen, wie den Betrieb in einer Cloud. Neben Regulierungsbehörden nutzen auch große Funknetzbetreiber zur optimalen Vorbereitung ihrer Lizenzanträge und zur finanziellen Optimierung ihrer Frequenznutzung diese speziellen Softwarelösungen der LS telcom. Durch die Nutzung webbasierter Anwendungen wird die digitale Transformation hin zu e-Government speziell bei öffentlichen Behörden unterstützt. Soweit Kunden dies aufgrund ihrer Policy einsetzen dürfen, bietet LS telcom in der neuen mySPECTRAwelt inzwischen auch KI-gestützte Assistenten an, beispielsweise um die Suche in Handbüchern zu vereinfachen oder große Datenmengen effizient zu analysieren. Mit Hilfe der umfassenden Softwarelösungen führen Kunden zentrale Planungs- und Managementaufgaben durch. Diese reichen von Netzwerkberechnungen, -dimensionierungen und -analysen über Versorgungs-, Frequenz- und Verkehrsplanungen bis hin zu Reichweitensimulationen und Standortplanungen von Basisstationen. Eine Datenbank vorhandener Stationen kann angelegt und laufend aktualisiert werden. Die Software erlaubt daneben die Abwicklung sämtlicher sonstiger Managementaufgaben inklusive des Detail-Engineerings im Zusammenhang mit Funkstandorten und sonstigen Netzelementen. Außerdem lassen sich geografische Daten erzeugen und pflegen sowie Gelände- und Feldstärkenprofile berechnen. Bei fixen Kommunikationssystemen geht es um Nah- und Weitverkehrsnetze per Richtfunk oder PMP-Technologien, die als Alternative zu Kabelnetzen hohe Datenmengen schnell und kostengünstig transportieren können und beispielsweise bei Zugangsnetzen, zur Anbindung von Mobilfunk-Basisstationen oder Überbrückung der „letzten Meile“, verwendet werden. Mit einer Standardsoftware für diesen Bereich hat LS telcom ein integriertes Planungssystem für die Auslegung und Optimierung solcher Netze entwickelt, 7 welches sowohl von Funknetzbetreibern als auch von Regulierungsbehörden eingesetzt wird. Im Folgenden werden die wichtigsten Softwarelösungen der LS telcom kurz beschrieben: mySPECTRA ist die neue Softwareplattform für Spektrum-Managementanwendungen in jeglicher Ausprägung. Dabei wurden auf der identischen Oberflächentechnologie zwei Varianten entwickelt. Einerseits das im Vergleich zur Legacy-Anwendung SPECTRAplus in Konfigurierbarkeit, Integrierbarkeit und Erweiterungsmöglichkeiten deutlich erweiterte mySPECTRAcloud. Es stellt auf Basis eines hohen Standardisierungsgrades kundenspezifische Einstellungen und Konfigurationen über Parameter zur Verfügung, womit ein Großteil der aufwendigen kundenspezifischen Programmierarbeiten entfallen können. Das System ist automatisiert und als Microserviceapplikation klassisch webbasiert. Es kann komplett über eine Cloud-Plattform im WEB oder als Private-Cloud beim Kunden betrieben werden. Gleichzeitig sind je nach Kundenwunsch auch hybride Lösungen möglich. Um die gestellten Anforderungen umfänglich zu realisieren, mussten an einigen Stellen Kompatibilitäten mit der klassischen Lösung aufgegeben werden. Um dem Rechnung zu tragen, wurde andererseits als einfache Upgradeoption für bestehende Kunden die hochkompatible Variante mySPECTRAevo aus der neuen Plattform abgeleitet. Sie nutzt noch Elemente der früheren Plattform SPECTRAplus, um die Kompatibilität zu gewährleisten, ist aber in Usability und Optik der Schwesterapplikation mySPECTRAcloud extrem ähnlich, wodurch zusätzlicher Entwicklungsaufwand begrenzt werden konnte. mySPECTRA for Defense basiert auf mySPECTRAcloud und ist für den Einsatz im Verteidigungssektor konzipiert. Mittels eingebundener weiterer Softwarekomponenten von LS telcom kann es für taktisches Frequenzmanagement, strategisches Spektrum-Management, elektronische Abwehr und Planungen eingesetzt werden. CHIRplus_BC ist bereits seit den 90er Jahren der weltweite Marktführer für den Bereich Radio- und TV-Übertragung sowie für die optimierte Frequenznutzung und wird für eine große Nutzercommunity permanent weiterentwickelt. CHIRplus_TC unterstützt Betreiber von Funknetzen dabei, ihre Standorte zu planen und zu optimieren und ist in diversen Generationsschritten bereits seit mehr als 25 Jahren am Markt. Die unterstützen Technologien reichen von Mobilfunk über Betriebsfunk bis hin zu Netzen für das Internet der Dinge. LS OBSERVER CMS ist ein Teil des gesamten LS OBSERVER Konzepts, das aus Messhardware sowie der Steuerungs- und Analysesoftware besteht. Mit LS OBSERVER CMS lässt sich das Frequenz-Spektrum effizient überwachen, Messauswertungen über den Standort einer Störungsquelle sogar für vergangene Zeiträume durchführen und strukturierte Analysen umsetzen. Es besteht aus einer zentralen Einheit, die mit beliebig weltweit verteilten Messeinheiten, sogenannten Sensoren, verbunden ist. Dabei unterstützt LS OBSERVER CMS nicht nur die von LS telcom hergestellten Sensoren, sondern kann auch als universelle Schnittstelle zu verschiedenen Sensoren anderer Hersteller betrieben werden. SpectrumMap ist ein cloudbasiertes Big-Data-System, das Daten von Überwachungs- und Monitoring-Geräten sammelt und mit den Informationen zu Sendereigenschaften aus der SPECTRA-Datenbank zu einer einzigartigen, zeitabhängigen Sicht der Spektral-landschaft auf einer digitalen Karte verschneidet. Dienstleistungen Der Bereich Dienstleistungen umfasst das Beratungs- und Professional Service-Geschäft der LS telcom. Dabei nutzt LS telcom ihr vorhandenes Wissen auf dem Gebiet des Funkspektrums, der Netzplanung und des Netzaufbaus und verlängert ihre Wertschöpfungskette um Beratungs- und Ingenieursdienstleistungen. Bei den durchgeführten Kunden-Projekten handelt es sich oftmals um unabhängige, d. h. vom Kerngeschäft der Software-Services losgelöste Aktivitäten. Einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren von Funknetzen ist aus Sicht von LS telcom deren optimale Planung. LS telcom unterstützt ihre Kunden daher beim Design, ebenso wie bei der Planung, der Realisierung und dem Management von Telekommunikationsprojekten. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Unterstützung bei Ausschreibungsverfahren um neue Funklizenzen, der Konzeptentwicklung über die Erarbeitung der gesamten System-, Versorgungs- und Frequenzplanung, die Störungsanalyse, die Koordinierung und Verifizierung von Frequenzen bis zur Erstellung umfangreicher Gutachten und Machbarkeitsstudien sowie Beratung bei der Auswahl von geeigneten Sendestandorten. Auch die strategische Beratung, beispielsweise bei der Auswahl der Funktechnologie, oder die Begleitung von Beschaffungsverfahren für die komplette Netzin- Lagebericht 8 frastruktur, einschließlich der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen und der Auswertung der Angebote, gehören zum Kompetenzbereich der LS telcom-Experten. Redundanzkonzepte, soziodemografische Versorgungsanalysen, Netzoptimierung, Beratung rund um die Generierung, Konvertierung und der Handel mit kartografischen Daten sowie allgemeine Projektmanagementaufgaben runden das Leistungs-spektrum ab, das für nahezu jeden Bereich der Telekommunikation angeboten werden kann. Das umfangreiche Dienstleistungsportfolio wird im Bereich Spektrum-Consulting für internationale Inte-ressenverbände, Ministerien und Regulierungsbehörden außerdem ergänzt durch allgemeine Implementierungs- und Prozessberatung oder das spezialisierte Consulting bezüglich zukünftiger Frequenznutzungskonzepte, der Entwicklung und Überarbeitung umfassender Frequenzpläne, der Spezifikation landesweiter Funküberwachungssysteme und der Definition neuer Lizensierungsstrategien für das Funkfrequenzspektrum. Die „LS telcom Training Academy“ bietet zusätzlich zu Grund- und Fortgeschrittenenkursen für LS telcom-Software in Verbindung mit Softwareprojekten auch Trainings, Seminare und Expertenkurse für spezielle Themen im Anwendungsbereich der Funktechnik. Von Kunden wird hier insbesondere die Flexibilität des LS telcom-Angebots geschätzt, das ihnen ermöglicht, zwischen standardisierten Kursen gemäß Seminar-Kalender und kundenspezifischen Trainings zu wählen. Alle Kurse können entweder als Veranstaltung direkt beim Kunden oder als komplett organisiertes Fortbildungspaket in der „LS telcom Training Academy“ in Lichtenau gebucht werden. Ein zunehmender Teil der Kurse wird auch als Online-Seminar webbasiert angeboten. Das Online-Angebot wird wegen der weltweiten Reisezurückhaltung nach Covid und zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks mittlerweile auch gut von den Kunden angenommen. Integrierte Systeme (Hard- und Software) Ergänzend zu den reinen Softwareprodukten und reinen Dienstleistungen baut der LS telcom Konzern sein Produktportfolio um hardwarenahe Systeme beständig weiter aus. Diese integrierten Lösungen schließen sowohl LS telcom-Software und -Know-how als auch Hardwarekomponenten mit ein. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem Geschäft mit Spektrum-Management-Softwaresystemen, Planungstools und Planungsdienstleistungen adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem früheren rein „immateriellen“ Produktportfolio der LS telcom darstellen. Bei der LS telcom AG in Deutschland befasst sich das Geschäftsfeld „Monitoring Hardware Systeme“ mit Messsystemen zur Kontrolle der Spektrum-Nutzung. Hier werden nicht nur komplette landesweite Radio Monitoring-Systeme konzipiert und umgesetzt, sondern auch neue Produkte, wie beispielsweise vernetzbare Sensoren für Langzeitmessungen von Funksignalen mit intelligentem Datenmanagement, entwickelt, um in der riesigen Datenmenge die wirklich relevanten Ereignisse zielgerichtet entdecken zu können. Ein Produkt in diesem Umfeld ist das Ortungssystem „DF Time Travel®“, das Signale aus dem gesamten Spektrum aus allen Richtungen nahezu gleichzeitig erfasst und diese Information abspeichert. Damit lässt sich für jedes erfasste Signal, auch solche aus der Vergangenheit, eine Richtung ermitteln und mit mehreren dieser Ortungsstationen eine Ortsbestim-mung für solche Signale durchführen. Mittels der mit künstlicher Intelligenz optimierten Methode Smart-AVD werden die notwendigen Datenreduktionen in der Analyse von Funksignalen effizient umgesetzt. Des Weiteren wurden neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen entwickelt, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Mehrflüglern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen. LS telcom hat damit begonnen, diese Lösungen mit selbst entwickelten Komponenten der künstlichen Intelligenz zu bestücken, um so Genauigkeit, Geschwindigkeit und Vielfalt der Messmöglichkeiten weiter zu steigern. Derartige Funküberwachungssysteme sind notwendig, um die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren, Grenzen und sicherheitsrelevante Einrichtungen besser zu schützen und eine störungsfreie Funkübertragung zu gewährleisten. Mit den hier neuentwickelten Produkten ergänzt LS telcom die herkömmlichen Messverfahren und -produkte sinnvoll und überaus nutzbringend für den bereits bestehenden Kundenkreis der LS telcom-Softwaresysteme. In Südafrika wurde das Dienstleistungsportfolio in den letzten Jahren entsprechend den besonderen Anforderungen des afrikanischen Marktes um Installations- und Integrationsarbeiten für digitale Fernsehsender und andere Funknetze erweitert. 9 3. Wettbewerb Die Wettbewerbssituation in den verschiedenen Kundensegmenten stellt sich sehr unterschiedlich dar. Im Bereich Softwaresysteme für Spektrum-Management-Lösungen sieht sich LS telcom als globaler Marktführer. Im Dienstleistungsbereich ist der Wettbewerb nach Einschätzung der LS telcom eher lokal geprägt. Beim hardwarelastigen Bereich der Messsysteme sticht insbesondere die Rohde & Schwarz-Gruppe hervor, die für LS telcom Wettbewerber und Partner zugleich sind. Der Wettbewerb in den vertikalen Märkten (Industrie, Transport und Verkehr, öffentliche Sicherheit etc.) ist sehr fragmentiert – sowohl aus regionaler/nationaler als auch portfoliospezifischer Perspektive. E. UNTERNEHMENSSTRATEGIE, STEUERUNG DES UNTERNEHMENS UND UNTERNEHMENSZIELE 1. Unternehmensstrategie Ziel des LS telcom Konzerns ist es, die in der Vergangenheit erarbeitete - aus Sicht des Managements - sehr gute Marktposition in Bezug auf Systemlösungen und Dienstleistungen für ein effektives Management und eine effiziente, nachhaltige Nutzung des Funkfrequenzspektrums weiter auszubauen. Zudem ist das unternehmerische Handeln der LS telcom auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Die bedeutsamsten Ziele sind die mittel- und langfristige Steigerung des Umsatzes sowie des EBIT. Um die definierten Ziele zu erreichen, verfolgt der Konzern folgende Strategie: Kundenzufriedenheit und Kundenbindung Kundenzufriedenheit und eine enge Kundenbindung sind zentrale Bausteine unserer Unternehmensstrategie. Zufriedene Kunden fördern nicht nur eine starke Markenloyalität, sondern bilden auch die Grundlage für Empfehlungen und langfristige Geschäftsbeziehungen. Diese äußern sich in Form von Wartungsvereinbarungen, Rahmenverträgen, Folgeaufträgen oder dem Erwerb zusätzlicher Produkte. Ein funktionierendes Qualitätsmanagement ist ein entscheidendes Steuerungselement, um die Kundenzufriedenheit nachhaltig zu gewährleisten. Unsere Unternehmensziele im Bereich der Qualität sind im Qualitätshandbuch festgelegt und werden durch kontinuierliche Qualitätssicherungsprozesse gemäß ISO 9001:2015 konsequent umgesetzt. Diese Prozesse stellen sicher, dass wir Produkte und Dienstleistungen anbieten, die den höchstmöglichen Nutzen für unsere Kunden bieten. Ein weiteres zentrales Element unserer Kundenstrategie ist die Sicherheit und Verfügbarkeit der Kundendaten. Mit der im Oktober 2023 erfolgreich erlangten Zertifizierung nach ISO 27001, dem internationalen Standard für Informationssicherheitsmanagement, haben wir ein starkes Signal für unsere Kunden gesetzt. Diese Zertifizierung zeigt, dass wir höchsten Wert auf Datenschutz und Informationssicherheit legen und Risiken wie Datenverlust oder unbefugten Zugriff konsequent minimieren. Sie stärkt das Vertrauen unserer Kunden und ist ein wichtiges Kriterium in vielen Ausschreibungen, insbesondere in sicherheitskritischen Branchen. Neben diesen Aspekten zeigt die Pflege enger Kundenbeziehungen einen weiteren Schwerpunkt unserer Strategie. Die jährlich stattfindende UserGroup ist hierfür ein Beispiel: Ein Event, bei dem sich unsere Kunden treffen, um unsere Softwarelösungen zu diskutieren, Feedback zu geben und neue Ideen einzubringen. Dieses Event fördert den Austausch, stärkt die Kundenbindung und treibt gemeinsame Innovationen voran. Die hohe Qualität und Nachhaltigkeit dieser Kundenbeziehungen spiegelt sich in unseren wiederkehrenden Umsätzen wider. Neben Lizenz- und Projekterlösen erzielt die LS telcom Gruppe einen hohen Anteil an Wartungsumsätzen, die in der Berichtsperiode mehr als 63 % des Segmentumsatzes im Bereich Softwarelösungen ausmachten. Wir sind bestrebt, diesen Anteil weiter zu steigern und unseren Kundenstamm durch exzellente Services sowie innovative Veranstaltungen langfristig an unser Unternehmen zu binden. Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden ist die Grundlage für unsere Fähigkeit, langfristig die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen. Engagierte und motivierte Mitarbeitende tragen entscheidend zu unserem Unternehmenserfolg bei, weshalb ihre Bedürfnisse und ihr Wohlbefinden eine zentrale Rolle in unserer Unternehmensstrategie spielen. Lagebericht 10 Ein sicherer und gesunder Arbeitsplatz ist eine zentrale Grundlage für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden. Ergänzend zu den gesetzliche vorgeschriebenen Maßnahmen fördern wir die körperliche und mentale Gesundheit unserer Mitarbeitenden durch Programme wie unternehmenseigene Sportgruppen, „Job-Rad-Leasing“, Gesundheitstage, Impfangebote und Team-Events. Wir bieten unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit zum Home Office, sofern dies mit der jeweiligen Tätigkeit vereinbar ist. Diese Flexibilität unterstützt nicht nur die Work-Life-Balance, sondern wird im Einklang mit unseren Unternehmenszielen so gestaltet, dass sie sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeitenden als auch die Effizienz und Leistungsfähigkeit des Unternehmens fördert. Damit stellen wir sicher, dass die Arbeitsweise optimal auf unsere strategischen Anforderungen abgestimmt ist. Unser Unternehmen fördert die berufliche Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden. Mit gezielten Schulungen und fachlichen Qualifizierungen unterstützen wir sie dabei, ihre Kompetenzen auszubauen und aktuellen sowie zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. So stärken wir nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern auch die Innovationskraft unseres Unternehmens. Die Förderung einer offenen und kooperativen Unternehmenskultur ist uns wichtig. Durch Team-Events und gemeinsame Aktivitäten stärken wir den Zusammenhalt und die Identifikation der Mitarbeitenden mit unserem Unternehmen. Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist für uns von zentraler Bedeutung. Wir betrachten es als unsere Verpflichtung gegenüber der Umwelt, ebenso wie als ein zentrales Anliegen unserer Kunden und Anleger, eine nachhaltige Strategie konsequent umzusetzen. Sowohl beim Einsatz von Materialien als auch von Rohstoffen und Energie setzen wir auf ressourcenschonende und effiziente Prozesse. Die LS telcom ist für die Einführung und Anwendung eines Umweltmanagementsystems nach der international anerkannten Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Kern des Umweltmanagementsystems ist die Betrachtung der sogenannten Umweltaspekte, d. h. in welcher Form wirkt die Geschäftstätigkeit der LS telcom auf die Umwelt ein. Dies sind im Wesentlichen der Verbrauch elektrischer Energie (IT-Infrastruktur, Klimatisierung), Raumheizung und Reisetätigkeiten im Rahmen von Vertriebsaktivitäten und zur Projekt-abwicklung. Steigerung der Profitabilität Ein weiteres wichtiges Ziel des Unternehmens ist es, die Profitabilität des Konzerns nachhaltig zu steigern. Als wichtigste Steuerungsgröße für die Profitabilität verwendet LS telcom, wie bereits zu Beginn des Abschnitts erläutert, das EBIT auf Konzernebene. Zu diesem Zweck wurden in den vergangenen Jahren und teilweise bis heute einige unserer Kernprodukte – insbesondere unsere SPECTRA-Softwarelösung – verjüngt und konfigurationsfähiger gestaltet. Das neue Software-System wird unter der Bezeichnung mySPECTRAcloud und mySPECTRAevo vermarktet. Mit mySPECTRA erwarten wir über die Zeit eine Verschiebung der Projektanforderungen weg von angepassten Lösungen hin zu Standardprodukten. mySPECTRA ist eine vollständig überarbeitete Lösung – einsatzfähig in der Cloud, on-premise oder hybrid. Kunden können Spezifikationen selbst in Funktionen umsetzen oder von Beratern unserer Gruppe umsetzen lassen, ohne zusätzlichen Anpassungsaufwand im Entwicklungsbereich. mySPECTRA lässt sich mit gängigen, kostengünstigen Datenbank-Lösungen wie PostgreSQL verwenden. Inzwischen ist das Projekt großteils umgesetzt. Bei einer zweistelligen Zahl von Kunden konnte die Lösung bereits erfolgreich implementiert werden. Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden die Unternehmensfinanzen und das EBIT weiterhin durch Entwicklungsaufwendungen für mySPECTRA belastet, allerdings in deutlich geringerem Umfang als in den Vorjahren. Dennoch wirken sich diese Kosten, auch weil nicht alle Aufwände als Entwicklungsleistungen aktiviert werden können, negativ auf das EBIT aus. Das übergeordnete Ziel ist es, durch die Verlagerung von Projekten hin zu Standardprodukten einen langfristig positiven Effekt auf die Profitabilität zu erzielen. Mit ihrer neuen Produktwelt strebt die LS telcom an, den projektbezogenen Programmieraufwand signifikant zugunsten von Low-Code-Lösungen zu reduzieren. Nach Einschätzung des Managements wird diese Entwicklung insbesondere durch die wachsende Notwendigkeit zur Digitalisierung vorangetrieben, die auf Kundenseite einen Upgrade-Zyklus auslösen dürfte. Um die Kostenstruktur zu verbessern, wurden in den letzten Jahren „offshore“-Tochtergesellschaften, beispielsweise in Indien, gegründet. Wesentlicher 11 Schwerpunkt ist dabei jeweils die Softwareentwicklung. Konzentration auf Kernkompetenzen und Wachstum mit neuen Kundengruppen sowie Zielmärkten Die Entwicklungen in der Vergangenheit zielten insbesondere auf die Festigung und den Ausbau unserer Marktposition in unseren originären Kernmärkten (Frequenzmanagement, Rundfunk, Funkkommunikation) ab. Darüber hinaus hat sich die LS telcom Firmengruppe in den letzten Jahren auf Basis der bestehenden Produkte und Kompetenzen, aber auch in verwandte, neue Märkte bewegt und ihr Dienstleistungs- und Produktangebot auf integrierte Systeme auch im hardwarenahen Bereich ausgedehnt. Diese Entwicklung soll künftig gezielt und mit Augenmaß fortgeführt werden, um der Gesellschaft weiteres Wachstum in ihren traditionellen Zielmärkten zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus auf einer möglichst effizienten Nutzung der bereits für den Kernmarkt getätigten Investitionen. In diesem Zusammenhang umfassen verwandte Märkte neue Kundengruppen mit vergleichbarem Bedarfsprofil, wie beispielsweise vertikale Märkte oder nicht-zivile Nutzer von Funkfrequenzen im militärischen Bereich. Ebenso sollen bestehende Kunden durch die Einführung neuer Produkte angesprochen werden, die die vorhandenen Systemlösungen sinnvoll ergänzen – etwa Funküberwachungssysteme zur Durchsetzung von Lizenzbedingungen und zur Störungsbeseitigung. Erklärtes Ziel der Unternehmensgruppe ist es, insbesondere die Kundenbasis in den Vertikalmärkten (Verteidigung, öffentliche Sicherheit, Transport, Industrie, Versorgungsunternehmen) zu erweitern. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zunehmend zentrale Rolle und rückt nun im Rahmen der Digitalisierung, steigender Sicherheitsanforderungen, Indus-trie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender, hochsicherer Maschine-zu-Maschine-Kommunikation immer stärker in den Fokus. Angesichts der geopolitischen Lage wird ein starker Fokus auf das Kundensegment Verteidigung und innere Sicherheit gelegt, da hier eine strukturell steigende Nachfrage erwartet wird. Regierungen priorisieren die nationale Sicherheit und betrachten Militärausgaben als essenziell, um Bedrohungen abzuwehren, die Souveränität zu schützen und die Stabilität ihres Landes zu gewährleisten. In Krisenzeiten neigen politische Entscheidungsträger dazu, zivile Angelegenheiten wie die Frequenzverwaltung als weniger dringlich oder strategisch weniger bedeutend für die Gesamtstrategie des Landes einzustufen. Dies führt zu einer geringeren Allokation von Ressourcen für zivile Zwecke. Eingeschränkte Budgets im zivilen Bereich führen zu einem verstärkten Margendruck. Im Gegensatz dazu ist der militärische Bereich dank hoher verfügbarer Budgets weniger von Sparzwängen betroffen, wodurch der Fokus auf Qualität und Leistungsfähigkeit der Produkte liegt, anstatt auf dem günstigsten Preis. Zudem können hier aufgrund der Dringlichkeit Entscheidungen deutlich schneller getroffen werden. Mit weitgehend replizierbaren Lösungen bestehend aus der Kombination bereits entwickelter Produkte und Services sprechen wir eine Vielzahl von Kunden einer Branche an und wollen mit diesem Schritt eine deutliche Verbreiterung des Kundestamms erreichen. Technologie- und Marktführerschaft Ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung wird weiterhin der wesentliche Motor des Erfolges bleiben. In Zeiten der digitalen Transformation mit einer sich permanent wandelnden Kommunikationsbranche ändern sich stetig die Anforderungen an die eingesetzten technologischen Lösungen. LS telcom sieht sich als Technologie- und Marktführer bei Softwaresystemen. Um diese Position aufrechterhalten und ausbauen zu können, investiert LS telcom jährlich einen hohen Anteil ihrer Wertschöpfung und ihres Umsatzes in die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Die Gesellschaft geht davon aus, zukünftig weiter in einem adäquaten Umfang in Produkte und Technologien zu investieren. In diesem Zusammenhang wird kontinuierlich untersucht, inwieweit sich das bestehende Produktportfolio sinnvoll durch neue Produkte erweitern lässt, um so die Attraktivität des Gesamtangebots von LS telcom zu steigern. Generelles Ziel war und bleibt die Ausweitung der technologisch sehr anspruchsvollen Kundenbasis in sämtlichen Kundensegmenten und Märkten. 2. Steuerung des Unternehmens Die Steuerung des LS telcom Konzerns basiert auf einem systematischen Managementansatz, der auf die Sicherstellung von Wachstum, Effizienz und langfristiger Stabilität ausgerichtet ist. Dabei werden zentrale finanzielle und operative Leistungsindikatoren herangezogen, um die Geschäftsentwicklung zu planen, Lagebericht 12 überwachen und analysieren. Zu den wichtigsten Steuerungsgrößen zählen: Umsatzerlöse: Die Umsatzentwicklung dient als Maß für das Wachstumspotenzial des Konzerns. Die kurzfristige Umsatzentwicklung wird jedoch stark durch den zeitlichen Verlauf und die Größe von Großprojekten beeinflusst, was zu temporären Schwankungen führen kann. EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern): Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die operative Ertragskraft des Konzerns und misst die Effizienz, mit der das Unternehmen Umsätze in Gewinne umwandelt. Das EBIT dient somit als zentrale Steuerungsgröße, um die Rentabilität und die operative Leistung des Unternehmens zu bewerten. Diese Steuerungsgrößen ermöglichen es, die Geschäftsentwicklung sowohl auf Ebene des Mutterunternehmens als auch auf Konzernebene zu bewerten und zu lenken. Diese Leistungsgrößen sind die wesentlichen Treiber für die Umsatzentwicklung und langfristige Sicherstellung von Profitabilität. Verhandlungen mit den Kunden können sich teilweise über eine längere Zeit hinziehen, die von vielen Faktoren, wie z. B. politischen Entwicklungen oder strategischen Planungen der Kunden, beeinflusst werden. Auch Änderungen in den Projekt-Implementierungsplänen können zu starken Schwankungen im Auftragsbestand führen. II. WIRTSCHAFTSBERICHT A. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG 1. Lage der Weltwirtschaft In seiner Veröffentlichung im Oktober 2024 – „World Economic Outlook“ prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2024 ein Wachstum der globalen Wirtschaft von 3,2 %1 nachdem das Wachstum des globalen Outputs im Jahr 2023 bei 3,3 % lag2. Damit liegen die Erwartungen an das globale Wachstum unter dem historischen Pfad. In der Zeitspanne 2000 bis 2019 ist der globale Output durchschnittlich um 3,8 % pro Jahr gewachsen3. Insgesamt sind die Erwartungen für das globale Wachstum4 im Vergleich zu den Projektionen im April 2024 unverändert. Allerdings gab es Verschiebungen zwischen den einzelnen Regionen und Ländern. Währung die Wachstumserwartungen für die USA erhöht wurden, sind sie für den Euroraum, für den Mittleren Osten, Zentralasien und für die Region Sub-Sahara gesenkt worden5. Für die entwickelten Volkswirtschaften wird 2024 ein Wachstum von 1,8, % erwartet, nachdem die Gruppe 2023 ein Wachstum von 1,7 % verzeichnete. Dabei ist das Wachstums-Momentum in den USA mit 2,8 % am höchsten und in Deutschland mit einem erwarteten Wachstum der Wirtschaft von 0,0 % am schwächsten6. In den aufstrebenden Volkswirtschaften wird im Jahr 2024 ein Wachstum von 4,2 % erwartet, nach dem die Ländergruppe im Jahr 2023 ein Wachstum von 4,4 % erzielte7. Nach dem IWF ist der globale Kampf gegen die Inflation gewonnen. Nachdem im Jahresverlauf 2023 in der Spitze die globale Inflationsrate bei 9,4 % lag, geht 13 der IWF davon aus, dass global in 2025 die Inflation eine Rate von 3,5 % erreichen sollte8. Die Jahresdurchschnittsraten für die Inflation sind deutlich gefallen. So erwartet der IWF, dass die globale Inflation von einer durchschnittlichen Rate im Jahr 2023 in Höhe von 6,7 % auf 5,8 % im Jahr 2024 fallen sollte9. Mögliche Risiken für die Entwicklung der globalen Wirtschaft sieht der IWF insbesondere darin, dass (1) die Geldpolitik doch stärker die Konjunktur bremst, (2) die Finanzmärkte erneut eine restriktivere Geldpolitik einpreisen, (3) die Schuldensituation der Staaten sich verschärft, (4) der schwache Immobilienmarkt in China die Konjunktursituation dort verschlechtert, (5) die Preise für Rohstoffe durch geopolitische Spannungen oder andere Schocks wieder steigen10. 2. Europa Gemäß dem IWF hat der Euroraum mit einer Rate von 0,4 % in 2023 den Tiefpunkt im Wirtschaftswachstum erreicht. Für das Jahr 2024 wird ein Output-Wachstum von 0,8 % erwartet, etwas schwächer als noch bei der Prognose im April. Spanien hebt sich mit einem Wachstum von 2,9 % hervor. Italien profitiert von verschiedenen Förderprogrammen in der EU und sollte mit einer Rate von 0,7 % in 2024 wachsen. Während in Frankreich ein Wachstum von 1,1 % erwartet wird, sieht der IWF mit einer Wachstumserwartung von 0,0 % für Deutschland weiterhin eine ausgeprägte Schwächephase11. Nach dem Herbstgutachten vom September 2024 des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hat sich im Euroraum der moderate Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion fortgesetzt. Die Wirtschaft des Euroraums expandierte demnach um 0,3 %. Dabei erholte sich der Dienstleistungssektor, während die Industrieproduktion weiter zurückgegangen ist12. Das Tempo der Expansion unterscheidet sich dabei zwischen den Ländern erheblich. Die Wirtschaft expandierte insbesondere in Ländern, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle spielt13. Das Kieler Institut kommt zu dem Schluss, dass eine deutliche Belebung der Konjunktur im Euroraum und außerhalb des Euroraums derzeit nicht in Sicht ist14. So wird für die Europäische Union ein BIP-Wachstum von 1,0 % im Jahr 2024 erwartet. Dabei geht das Institut in Deutschland von einem leichten Rückgang in Höhe von -0,1 % aus. Das BIP-Wachstum wird in Italien mit 0,8 %, in Frankreich mit 1,0% und in Spanien mit 2,4 % erwartet15. 3. Deutschland In ihrer Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2024 analysieren die teilnehmenden Institute, dass die deutsche Wirtschaft seit zwei Jahren auf der Stelle tritt16. Die festgestellte ausgeprägte Schwächephase hat nicht nur konjunkturelle Ursachen. Nach der Gemeinschaftsdiagnose haben dies die Dekarbonisierung, der demographische Wandel und der stärkere Wettbewerb aus China ausgelöst, die die langfristigen Wachstumsaussichten dämpfen17. Seit 2018 ist die Produktion in Deutschland um über 12 % gesunken18. Für das Jahr 2024 erwarten die teilnehmenden Institute ein BIP-Wachstum von -0,1 %, was nochmals einer Korrektur nach unten entspricht. Im Frühjahr wurde noch ein leichtes Wachstum von 0,1 % erwartet. Die Arbeitslosenquote dürfte leicht von 5,7 % auf 6,0 % steigen. Für den Anstieg der Verbraucherpreise wird ein deutlicher Rückgang auf 2,2 % erwartet19. Lagebericht 14 B. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN 1. Auftrags- und Absatzentwicklung Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte im Geschäftsjahr 2023/2024 der Auftragseingang von EUR 29,80 Mio. auf EUR 32,75 Mio. gesteigert werden. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuprojekt-Vertragswerten mit Kunden, Abrufen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen. Für den Auftragsbestand ergab sich zum Erstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses ein Wert von EUR 31,39 Mio. (i. V. EUR 36,05 Mio.). Die Auftrags- und Absatzentwicklung war im Wesentlichen von den folgenden Treibern beeinflusst: Öffentliche Kunden in Europa hielten sich mit der Vergabe von Neu- und Folgeprojekten im Bereich Spektrum-Management bedingt durch die angespannte konjunkturelle Situation zurück. Gleichzeitig führte die geopolitische Lage dazu, dass es LS telcom gelungen ist, sich vielversprechend im Bereich Verteidigung zu positionieren. Derzeit befinden wir uns in konkreten Verhandlungen mit Auftraggebern aus dem militärischen Bereich. Jedoch sind Entscheidungen zur Auftragsvergabe aufgrund langer Prozessketten selten schnell. Als weiteres beschränkendes Element kommt bei diesen Aufträgen die fast immer notwendige Exportfreigabe durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hinzu. Im Geschäftsjahr 2023/2024 konnte die LS telcom Gruppe erhebliche Vertriebserfolge auf dem afrikanischen Kontinent verbuchen, Projekte durchführen und neue Projekte hinzugewinnen. Wie bereits im Jahr 2023 war die Spectrum Week mit der LS-USERgroup und dem Spectrum Summit auch im Jahr 2024 ein vertriebliches Highlight. Die mehrtägige Veranstaltung in Lichtenau zog zahlreiche Kunden sowie renommierte internationale Experten an. Der Spectrum Summit, ein global anerkanntes Fachforum, das 2024 bereits zum 28. Mal stattfand, bot eine erstklassige Plattform für den Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Innovationen im Bereich Frequenzmanagement. Dieses Event stärkte nicht nur unsere Kundenbeziehungen, sondern auch unsere Reputation als führender Anbieter in der Branche. 2. Umsatz- und EBIT-Entwicklung Übersicht Insgesamt konnte der LS telcom Konzern die ursprünglichen Ziele für das Geschäftsjahr 2023/2024 nicht erreichen. Am 16.09.2024 musste die Prognose, einen Umsatz von EUR 41,0 bis EUR 45,0 Mio. zu erzielen, auf eine Spanne von EUR 35,5 bis EUR 39,9 Mio. angepasst werden. Beim EBIT hat LS telcom die ursprüngliche Erwartung von EUR 0,5 bis EUR 1,2 Mio. auf einen Korridor von EUR -1,9 bis EUR -3,2 Mio. gesenkt. Wesentlicher Treiber für die Anpassung der ursprünglichen Prognose waren Verzögerungen von gleich mehreren großen, bereits zugesagten margenstarken Software-Projekten. Zudem kam es bei einem großen laufenden Software-Projekt wiederholt zu Verzögerungen in der Auftragsabwicklung, da kundenseitig die notwendige IT-Umgebung nicht vollumfänglich vorhanden war. Das abgelaufene Geschäftsjahr konnte schließlich im Rahmen der revidierten Erwartungen abgeschlossen werden. Der Konzernumsatz lag bei EUR 36,90 Mio., was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 12 % entspricht (i. V. EUR 41,71 Mio.). Im Einklang mit dem Umsatz ging die Gesamtleistung ebenfalls um 12 % auf EUR 42,71 Mio. (Geschäftsjahr 2022/2023: EUR 48,61 Mio.) zurück. Auf Basis des rückläufigen Umsatzes erzielte LS telcom ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von EUR ‑2,29 Mio. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erwirtschaftete LS telcom noch ein positives EBIT von EUR 1,03 Mio. Das Konzern-Jahresergebnis (nach Minderheitenanteilen) verzeichnete ebenfalls einen Rückgang auf EUR ‑3,60 Mio. gegenüber TEUR ‑213 im Vorjahr. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Projektverschiebungen wurde die Geschäftsentwicklung von einer schwachen Nachfrage seitens öffentlichen Auftraggebern in Europa und sehr langen Entscheidungsprozessen bei öffentlichen Auftraggebern aus dem Bereich Verteidigung negativ beeinflusst. Diese negativen Entwicklungen konnten durch eine erfreuliche Nachfrage insbesondere in afrikanischen Ländern, nicht vollständig kompensiert werden. 15 Umsatz Der Umsatzrückgang von EUR 41,71 Mio. im Vorjahr auf EUR 36,90 Mio. in der Berichtsperiode ist im Wesentlichen auf das Segment Softwaresysteme zurückzuführen. Bedingt durch die erläuterten Projektverschiebungen reduzierte sich der Umsatz im Segment Softwaresysteme um 17 % auf EUR 23,37 Mio. (i. V. EUR 28,20 Mio.). Damit lag der Umsatzanteil des Segments am Konzernumsatz bei 63 %, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von fünf Prozentpunkten entspricht (i. V. 68 %). Auch das Segment Hardwarenahe Systeme, das geschäftsimmanent hohen Volatilitäten ausgesetzt ist, verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzrückgang um 12 % auf EUR 5,81 Mio. (i. V. EUR 6,58 Mio.). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 16 %. Das Segment Dienstleistungen verzeichnete hingegen eine positive Entwicklung, die auf die gesteigerte Inanspruchnahme von Planungs- und Beratungsleistungen zurückzuführen ist. Der Segmentumsatz konnte um 12 % auf EUR 7,72 Mio. gesteigert werden, was einem Anteil am Konzernumsatz von 21 % entspricht. In der Berichtsperiode erzielte LS telcom mit 12 Kunden rund 50 % der Umsatzerlöse, während die andere Hälfte sich auf 796 Kunden verteilt hat. Die Vergleichswerte im Vorjahreszeitraum lagen bei 11 Kunden mit einem Umsatzbeitrag von rund 50 %, mit 653 Kunden wurde die andere Hälfte des Konzernumsatzes erzielt. EBIT Wie bereits dargestellt, lag das EBIT im Geschäftsjahr 2023/2024 bei EUR ‑2,29 Mio. nach EUR 1,03 Mio. im Vorjahr. Verantwortlich für die negative Entwicklung des Betriebsergebnisses ist vornehmlich die schwache Umsatzentwicklung. Kosteneinsparungen insbesondere bei Fremddienstleistern konnten den negativen Umsatzeffekt nicht kompensieren. Die Aufwendungen für die Fremddienstleister sind im Materialaufwand abgebildet. Der Materialaufwand reduzierte sich in der Berichtsperiode um 25 % auf EUR 8,41 Mio. (i. V. EUR 11,23 Mio.). Der Aufwand für bezogene Leistungen („Fremddienstleister“) ging sogar um 37 % auf EUR 5,37 Mio. zurück (i. V. EUR 8,46 Mio.). Der Personalaufwand stieg moderat um 2 % auf EUR 23,92 Mio. (i. V. EUR 23,37 Mio.). Zu diesem lediglich geringen Anstieg trugen insbesondere zwei Faktoren bei: die Verlagerung von Entwicklungsleistungen aus Hochlohnländern in Regionen mit niedrigeren Lohn- und Gehaltsstrukturen sowie die gesteigerte Produktivität der Entwicklerteams. Zudem sind im Konzern-EBIT negative Währungseffekte inkludiert, insbesondere getrieben durch die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. In der Berichtsperiode lag der negative Währungseffekt netto bei TEUR 334 (i. V. TEUR 694). Der Umsatz gliedert sich nach den drei Berichtssegmenten „Softwaresysteme“, „Hardwarenahe Systeme“ und „Dienstleistungen“ wie folgt auf: in TEUR Umsatz GJ 2023 / 2024 Umsatz GJ 2022 / 2023 Veränderung EBIT GJ 2023 / 2024 EBIT GJ 2022 / 2023 Softwaresysteme 23.365 28.201 -17% -2.337 491 Hardwarenahe Systeme 5.807 6.580 -12% -321 160 Dienstleistungen 7.725 6.927 12% 365 379 Insgesamt 36.897 41.708 -12% -2.293 1.030 Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert: Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Lagebericht 16 Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte. Das Segment „Hardwarenahe Systeme“ beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme“ fließen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise die Installation und Inbetriebnahme ganzer Senderstationen. Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Beratungs-, Planungs-, Ingenieurs- und Trainingsdienstleistungen erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier unter anderem Nutzer von Funkfrequenzspektrum aus den vertikalen Märkten, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Der Geschäftsverlauf wurde, wie in der Vergangenheit stark vom Bestandskundengeschäft bestimmt. Mit Neukunden, das heißt mit Kunden, mit denen im Geschäftsjahr erstmalig Projekte durchgeführt wurden, ließen sich im Geschäftsjahr 2023/2024 ca. 5 % (i. V. 13 %) der Umsatzerlöse erwirtschaften. EBIT-Entwicklung 2019/2020 – 2023/2024 in Mio. EUR Umsatz-Entwicklung 2019/2020 – 2023/2024 in Mio. EUR 17 Umsatzverteilung nach Regionen in % Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse lag im Berichtszeitraum bei ca. 87 % (i. V. 90 %) und unterstreicht damit erneut die Bedeutung der Auslandsmärkte für die Entwicklung der LS telcom Gruppe. Im Inland konnten 13 % der Konzernerlöse (i. V. 10 %) erwirtschaftet werden. Der Umsatz im restlichen Europa lag bei 21 % der Konzernerlöse. Die restlichen Regionen erwirtschafteten 66 % des Konzernumsatzes (dabei Afrika mit 19 %, Nord- und Südamerika mit 21 %, Asien/Pazifik mit 17 % und der Mittlere Osten mit 9 %). 3. Entwicklung der Segmente Softwaresysteme Der Umsatz des strategischen Kernsegments der LS telcom Gruppe „Softwaresysteme“ reduzierte sich in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr um 17 % auf EUR 23,37 Mio. (i. V. EUR 28,20 Mio.). Der Umsatzanteil des Segments am Konzernumsatz ging von 68 % im Vorjahr auf 63 % in der Berichtsperiode 2023/2024 zurück. Neben Projektverschiebungen ist die schwache Umsatzentwicklung auch eine Folge der schwachen Nachfrage öffentlicher Auftraggeber. Eine Ausnahme bildeten einige afrikanische Länder, in denen deutliche Umsatzzuwächse erzielt werden konnten. Das EBIT im Segment Softwaresysteme lag im Geschäftsjahr 2023/2024 bei EUR ‑2,34 Mio., nach TEUR 491 im Vorjahr. Hardwarenahe Systeme Der Umsatz des Segments Hardwarenahe Systeme ging gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf EUR 5,81 Mio. (i. V. EUR 6,58 Mio.) zurück. Der Umsatzanteil am Konzernumsatz lag bei 16 % (i. V. 16 %). Das EBIT reduzierte sich von TEUR 160 im Geschäftsjahr 2022/2023 auf TEUR ‑321 im Geschäftsjahr 2023/2024. Dienstleistungen Das Berichtssegment „Dienstleistungen“ konnte im Geschäftsjahr 2023/2024 einen erfreulichen Umsatzanstieg von 12 % auf EUR 7,73 Mio. (i. V. EUR 6,93 Mio.) verzeichnen. Auch der Anteil dieses Segments am Konzernumsatz stieg von 17 % im Vorjahr auf 21 % im Geschäftsjahr 2023/2024. Das EBIT mit TEUR 365 lag auf dem Niveau des Vorjahres 2022/2023 (i. V. TEUR 379). 4. Personal Zum Stichtag 30. September 2024 waren im Konzern insgesamt 288 (i. V. 286) Mitarbeitende (Vollzeitäquivalent) beschäftigt. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurde der Mitarbeiterstamm der LS telcom AG reduziert, während in Ländern mit niedrigeren Einkommensniveaus die Anzahl der Mitarbeitenden gezielt erhöht wurde. Die Erweiterung der Entwicklungskapazitäten im Ausland ermöglichte es, die Reduktion der Belegschaft im Mutterkonzern sowie eine signifikante Verringerung des Einsatzes von Fremddienstleistern auszugleichen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich in der Berichtsperiode der durchschnittliche Personalbestand (Jahresmittelwert) von 279 Mitarbeitenden auf 291 Mitarbeitende (als Vollzeitäquivalent gerechnet). Dieser Anstieg resultiert insbesondere daraus, dass Mitarbeitende, die im Vorjahr eingetreten sind, im Geschäftsjahr 2023/2024 erstmals über das gesamte Jahr hinweg in der Durchschnittsstatistik erfasst wurden. Darüber hinaus trugen auch Neueinstellungen im Libanon, die zum Oktober 2023 wirksam wurden, zu diesem Anstieg bei. 5. Forschung und Entwicklung Um sich den technologischen Trends zu stellen sowie auch in Zukunft marktgerechte Produkte anbieten zu Lagebericht 18 können, investiert die LS telcom Gruppe erheblich in die Entwicklung neuer Produkte, insbesondere in die webbasierte Spektrum-Management-Lösung mySPECTRA. Im Geschäftsjahr 2023/2024 lagen die Aufwendungen für kundenunabhängige Produktentwicklungen bei EUR 7,6 Mio. (i. V. EUR 9,2 Mio.). Davon wurden EUR 4,43 Mio. (i. V. EUR 5,55 Mio.) als aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen. Entsprechend wurden EUR 3,1 Mio. als Entwicklungsaufwendungen und damit ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibungen auf die aktivierten Entwicklungsprojekte lagen bei EUR 4,6 Mio. (i. V. EUR 3,8 Mio.), welche planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 144 (i. V. TEUR 0) enthalten. 6. Die LS telcom AG an der Börse Die LS telcom-Aktie eröffnete das Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem Kurs von EUR 3,92 und schloss am 30. September 2024 bei EUR 3,24. Ihren Höchststand erreichte die Aktie im März 2024 mit EUR 4,56 bevor der Kurs im Verlauf des zweiten Geschäftshalbjahres fiel und im Juni 2024 ein Tief von EUR 2,78 hatte. Die Marktkapitalisierung lag zum 30. September 2024 bei EUR 18,85 Mio., nachdem sie sich zum Geschäftsjahresbeginn auf EUR 22,80 Mio. belief. Dies entspricht einem Kursverlust von ‑17,35 %. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen betrug 1.858 LS telcom-Aktien (i. V. 2.020) mit einem Gegenwert von EUR 6.595 (i. V. EUR 10.463), was einem Rückgang des Handelsvolumens um 8,02 % entspricht. Die LS telcom AG war während des Geschäftsjahres unverändert im „General Standard“ notiert. Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elek-tronische Handelssystem (XETRA) der Frankfurter Wertpapierbörse. C. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES LS TELCOM KONZERNS 1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung Im Geschäftsjahr 2023/2024 erzielte die LS telcom Gruppe einen Konzernumsatz von EUR 36,90 Mio. gegenüber EUR 41,71 Mio. im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 12 %. Zwar lag der berichtete Umsatz innerhalb des am 16. September via ad-hoc veröffentlichten neuen Prognosekorridors (EUR 35,5 Mio. bis EUR 39,9 Mio.), jedoch konnten die ursprünglichen Zielsetzungen, einen Umsatz von EUR 41,0 Mio. bis EUR 45,0 Mio. erzielen zu wollen, nicht erreicht werden. Für die Verfehlung der ursprünglichen Ziele waren Verschiebungen, von hochmargigen Softwareprojekten (Für weitere Ausführungen: Kapitel B 2. „Umsatz- und EBIT-Entwicklung“) sowie kundenseitige Verlangsamungen in einem wesentlichen Projekt verantwortlich. Die Wartungserlöse entwickelten sich positiv und konnten um 4 % auf EUR 14,8 Mio. gesteigert werden. Wartungserlöse haben eine hohe Bedeutung, da sie in der Regel wiederkehrend sind und nicht den Schwankungen des Projektgeschäfts ausgesetzt sind. Die Gesamtleistung der LS telcom Gruppe reduzierte sich in der Berichtsperiode von EUR 48,61 Mio. im Vorjahreszeitraum auf EUR 42,71 Mio. Die Gesamtleistung berechnet sich aus den Umsatzerlösen zuzüglich der betrieblichen Erträge (TEUR 940; i. V. EUR 1,47 Mio.), den aktivierten Eigenleistungen (EUR 4,46 Mio.; i. V. EUR 5,55 Mio.) sowie den Bestandsveränderungen (TEUR 414; i. V. TEUR ‑122). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Währungseffekte in Höhe von TEUR 211 (i. V.TEUR 738) enthalten. Zudem enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Anteil in Höhe von TEUR 40 (i. V. TEUR 341) aus einem Verbrauch von Drohverlusten und Nachlaufkosten. Der Materialaufwand verringerte sich um 25 % auf EUR 8,41 Mio. (i. V. EUR 11,23 Mio.). Wesentlicher Treiber für den Rückgang war der deutlich gesunkene Aufwand für bezogene Leistungen bedingt durch den Rückgang der Inanspruchnahme von Fremddienstleistungen in der Projektabwicklung. Die Aufwendungen für bezogene Waren stiegen von EUR 2,77 Mio. auf EUR 3,03 Mio., was einem Anstieg gegenüber der Vorjahresperiode von 10 % entspricht. Der Personalaufwand erhöhte sich leicht um 2 % auf EUR 23,92 Mio. (i. V. EUR 23,37 Mio.). Die Entwicklung war im Wesentlichen durch die Verringerung des Personalbestands in Hochlohnländern (insbesondere Deutschland) und die gleichzeitige Erhöhung der Mitarbeitenden an Standorten mit deutlich niedrigeren Lohn- und Gehaltsstrukturen geprägt. Der Abschreibungsaufwand lag in der Berichtsperiode bei EUR 5,77 Mio. und damit um 13 % über dem 19 Wert des Vorjahres (EUR 5,12 Mio.). Ursache hierfür sind im Wesentlichen die Abschreibungen für aktivierbare Eigenleistungen. In Höhe von TEUR 144 ist eine Sonderabschreibung enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 12 % auf EUR 6,91 Mio. (i. V. EUR 7,86 Mio.). Wesentlicher Unterschied gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich durch den Rückgang der Währungsverluste um TEUR 887. Das Betriebsergebnis (EBIT) des LS telcom Konzerns lag damit für das Geschäftsjahr bei EUR ‑2,29 Mio. (i. V. EUR 1,03 Mio.). Das Finanzergebnis lag bei TEUR ‑429 (i. V. TEUR ‑328). In der Berichtsperiode ergab sich ein positiver Ergebnisbeitrag aus der „at equity“-Methode bilanzierten Minderheitenbeteiligungen von TEUR 48 (i. V. TEUR ‑65). Der Zinsaufwand stieg um TEUR 220 auf TEUR 506 (i. V. TEUR 286). Der Zinsertrag stieg leicht auf TEUR 29 (i. V. TEUR 23). Unter dem Strich ergab sich damit ein Konzern-Jahresergebnis von EUR ‑3,58 Mio. (i. V. TEUR ‑135) nach Zurechnung der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter (TEUR 22). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich bei einem Ergebnis-anteil der Aktionäre der LS telcom AG von EUR ‑3,60 Mio. (i. V. TEUR ‑213) damit auf EUR ‑0,62 (i. V. EUR ‑0,04). 2. Vermögenslage und Investitionen Die Konzern-Bilanz zum 30. September 2024 weist eine Bilanzsumme von EUR 41,17 Mio. (i. V. EUR 41,20 Mio.) aus. Das Eigenkapital lag bei EUR 14,32 Mio. (i. V. EUR 17,98 Mio.). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 34,8 % (i. V. 43,6 %). Der Rückgang der Eigenkapitalquote um nahezu neun Prozentpunkte ist im Wesentlichen auf das negative Konzernergebnis zurückzuführen, wodurch sich das Eigenkaptal um EUR 3,66 Mio. reduzierte. Zudem haben sich die Verbindlichkeiten um in etwa den gleichen Betrag erhöht. Langfristige Vermögenswerte Die langfristigen Vermögenswerte blieben mit EUR 22,72 Mio. gegenüber dem letzten Konzern-Abschluss (EUR 22,79 Mio.) nahezu unverändert. Damit entsprach das langfristige Vermögen zum Stichtag 30.09.2024 unverändert 55 % des Gesamtvermögens (i. V. 55 %). Die immateriellen Vermögenswerte sanken während des Geschäftsjahres aufgrund von Abschreibungen sowie einer Sonderabschreibung in Höhe von TEUR 144 um TEUR 238 auf EUR 11,51 Mio. Der Wert des Sachanlagevermögens von EUR 4,93 Mio. ist gegenüber dem 30. September 2023 um 10 % gestiegen (i. V. EUR 4,48 Mio.). Die Erhöhung ergab sich durch Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Verringerung der Geschäfts- oder Firmenwerte um TEUR 236 war rein währungsbedingt. Zum Stichtag 30.09.2024 lagen die Geschäfts- oder Firmenwerte bei EUR 5,12 Mio. Der Wert der nach der Equity Methode bewerteten Beteiligungen erhöhte sich während des Geschäftsjahres um TEUR 46 auf TEUR 293 (i. V. TEUR 247). Die aktiven latenten Steuern verringerten sich gegenüber der Vorjahresbilanz um TEUR 96. Kurzfristige Vermögenswerte Das kurzfristige Vermögen lag zum Stichtag 30.09.2024 bei EUR 18,45 Mio. (i. V. EUR 18,41 Mio.) und entsprach wie im Vorjahr 45 % des Gesamtvermögens. Vorräte Der Wert der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen (TEUR 829) lag über dem Wert zum Ende des letzten Geschäftsjahres (TEUR 404). Grund hierfür sind mehrere Großprojekte deren Abrechnung und deren Lieferung bzw. Leistung noch nicht in diesem Geschäftsjahr erfolgt ist. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vermögenswerte Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte sind gegenüber dem Stichtag 30.09.2023 von EUR 11,37 Mio. um EUR 2,34 Mio. auf EUR 9,03 Mio. zum Stichtag 30.09.2024 gesunken. Der Rückgang ist auf das geringere Geschäftsvolumen zurückzuführen. Für Projekte, welche der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung unterliegen, werden gemäß IFRS 15 Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Lagebericht 20 Liquide Mittel Zum 30. September 2024 verfügte der LS telcom Konzern über kurzfristig frei verfügbare Geldmittel von EUR 7,08 Mio., was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um EUR 2,15 Mio. entspricht (Wert zum Stichtag 30.09.2023: EUR 4,93 Mio.). Die Erhöhung der liquiden Mittel ist vorwiegend auf eine Darlehensaufnahme in Höhe von EUR 7,0 Mio. zurückzuführen, der laufende Tilgungen im Berichtsjahr in Höhe von EUR 3,59 Mio. gegenüberstehen. Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte Diese Posten sind mit TEUR 992 zum Stichtag 30.09.2024 im Vergleich zum Vorjahr (EUR 1,04 Mio.) leicht gesunken und enthalten vor allem Steuererstattungsansprüche und Vorauszahlungen für Wartung und Fremdleistungen. Eigenkapital Zum Stichtag 30.09.2024 lag das Eigenkapital des Konzerns bei EUR 14,32 Mio. gegenüber EUR 17,98 Mio. zum Stichtag 30.09.2023. Entsprechend ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 34,8 %. Der Wert des Vorjahres lag bei 43,6 %. Eigene Anteile Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2024 betrug insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). Die eigenen 24.000 Aktien wurden zu einem Betrag von TEUR 49 erworben. Diese werden als „Eigene Anteile“ mit dem Konzern-Eigenkapital verrechnet. Langfristige Schulden Die langfristigen Schulden haben sich von EUR 9,05 Mio. zum Stichtag 30.09.2023 auf EUR 14,56 Mio. zum Stichtag 30.09.2024 erhöht. Wesentlicher Grund für die Erhöhung der langfristigen Schulden sind die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten, die von EUR 4,69 Mio. zum Stichtag 30.09.2023 auf EUR 10,53 Mio. zum Stichtag 30.09.2024 gestiegen sind. Die passiven latenten Steuern lagen zum Ende der Berichtsperiode bei EUR 3,51 Mio. (i. V. EUR 3,07 Mio.). Unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wurden die langfristigen Teile der Leasingverpflichtungen mit TEUR 676 (i. V. TEUR 210) und die L-Bank Darlehen mit einem Gesamtwert von EUR 9,86 Mio. (i. V. EUR 4,48 Mio.) erfasst. Kurzfristige Schulden Die kurzfristigen Schulden sind von EUR 14,17 Mio. auf EUR 12,30 Mio. gesunken. Der Hauptgrund dafür ist der Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von EUR 3,95 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,83 Mio. Förder- und Unterstützungskredite der öffentlichen Hand Die LS telcom AG hat im Geschäftsjahr 2020/2021 ein zinsgünstiges Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkredit“, das im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt wurde, aufgenom-men. Das Darlehen betrug ursprünglich EUR 7,90 Mio. und belief sich am 30. September 2024 auf EUR 1,48 Mio., hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021. Im Geschäftsjahr 2022/2023 nahm die LS telcom AG außerdem ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. auf. Das Darlehen ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen und wird mit 4,24 % p.a. verzinst. Die erste Tilgung beginnt am 30.06.2025. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31.03.2031 und dient der Betriebsmittelfinanzierung. Im Geschäftsjahr 2023/2024 hat die LS telcom AG über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 7,0 Mio. aufgenommen. Der Zinssatz ist mit 4,5 % p.a. für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der Betriebsmittelfinanzierung. Die Tilgung des Darlehens beginnt am 30.06.2026 und hat eine Laufzeit bis 31.03.2032. Es ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen. Der Vertrag beinhaltet als Besicherung eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Bedingungen der L-Bank Liquiditätsdarlehen verpflichten den Konzern zur Einhaltung von zwei 21 Finanzkennzahlen (Covenants), der Mindest-Eigenkapitalquote und dem Netto-Verschuldungsgrad. Berechnungsbasis ist der vom Wirtschaftsprüfer testierte Konzernjahresabschluss. Eine Verletzung dieser Kennzahlen kann ein außerordentliches Kündigungsrecht des Kreditgebers auslösen. Zum 30.09.2024 wurde eine Kennzahl nicht eingehalten. Mit dem Kreditgeber wurde infolgedessen eine Waiver-Vereinbarung geschlossen, dass die Nichteinhaltung der Financial Covenants per 30.09.2024 geduldet werden und hieraus keine Rechte hergeleitet werden. Darüber hinaus wurde für den nächsten Überprüfungszeitpunkt 30.09.2025 eine moderate Absenkung der einzuhaltenden Mindest-Eigenmittelquote vereinbart. 3. Finanzlage Beim Finanzmittelfond ergab sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres ein Anstieg um EUR 2,15 Mio. auf EUR 7,08 Mio. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich um TEUR 659 auf EUR 5,74 Mio. verbessert. Die positive Entwicklung des operativen Cashflows geht auf ein verbessertes Cash-Management zurück. So haben Kunden ausstehende Zahlungen im Vergleich zu früheren Perioden schneller bezahlt. Zudem wurden vereinbarte Vorauszahlungen kundenseitig schneller beglichen. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 255 weniger investiert als im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von EUR ‑5,99 Mio. enthält als wesentlichen Investitionsposten EUR 4,45 Mio. (i. V. EUR 5,55 Mio.) an Investitionen in Entwicklungsprojekte. Die Finanzierungstätigkeit zeigt einen Cashflow in Höhe von EUR 2,43 Mio. (i. V. TEUR ‑350) und wurde bestimmt von der Aufnahme des Darlehens der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“. Dem gegenüber standen die Tilgungen von bestehenden Finanzkrediten. Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden EUR 3,59 Mio. (i. V. EUR 2,64 Mio.) für Tilgungen von Krediten aufgewendet. D. Erläuterung zum Einzelabschluss der LS telcom AG nach HGB Ergänzend zur Berichterstattung des LS telcom Konzerns erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der LS telcom AG. Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2023/2024 Wie bei der Prognose-Korrektur im September 2024 dargelegt, konnte die LS telcom ihre zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/2024 gesetzten Ziele nicht er-reichen. Das hatte auch die LS telcom AG betroffen, deren ursprüngliche Erwartung von einem leicht positiven EBIT nicht zu erreichen war. Die LS telcom AG als Einzelgesellschaft erwirtschaftete Umsatzerlöse in Höhe von EUR 25,02 Mio. in der Berichtsperiode 2023/2024. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von 14 % gegenüber dem Vorjahr 2022/2023 (i. V. EUR 29,19 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei EUR ‑4,47 Mio. (i. V. TEUR ‑979). Die wesentliche Ursache für den Umsatzrückgang sind Verschiebungen mehrerer, margenstarker Softwareprojekte. In der Berichtsperiode wurden rund 50 % der Umsatzerlöse mit 13 Kunden (i. V. 7 Kunden) erzielt. Die andere Hälfte des Umsatzes wurde mit 190 Kunden (i. V. 158 Kunden) erwirtschaftet. Wie im Geschäftsjahr 2022/2023 hatte die LS telcom AG auch in der Berichtsperiode 2023/2024 einen zentralen Fokus auf der Entwicklung des mySPECTRA Softwaresystems gelegt. Insgesamt verursachten diese zukunftsgerichteten, internen Entwicklungsprojekte einen Materialaufwand in Höhe von EUR 2,5 Mio. (i. V. EUR 4,3 Mio.) sowie einen Personalaufwand von EUR 5,1 Mio. (i. V. EUR 4,9 Mio.). Parallel mit der Umsatzentwicklung ging die Gesamtleistung um 17 % auf EUR 26,86 Mio. zurück (i. V. EUR 32,35 Mio.). Die Gesamtleistung ist wie folgt definiert: zum Umsatz werden folgende Positionen hinzu gerechnet: Bestandsveränderungen (EUR 1,25 Mio.), andere aktivierte Eigenleistungen (TEUR 25) sowie sonstige betrieblichen Erträge (TEUR 565). Das Finanzergebnis lag bei TEUR ‑205 (i. V. TEUR ‑912) sowie der Jahresfehlbetrag bei EUR ‑4,74 Mio. (i. V. EUR ‑1,87 Mio.). Lagebericht 22 Der Auftragseingang, der mit externen Kunden erzielt wurde, ging gegenüber dem Vorjahr um 4 % auf EUR 13,59 Mio. (i. V. EUR 14,17 Mio.) zurück. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuvertragswerten mit Kunden, Abrufen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen. Ertragslage Der Umsatz der LS telcom AG ging gegenüber dem Vorjahr (EUR 29,19 Mio.) um 14 % auf EUR 25,02 Mio. zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 565 (i. V. EUR 1,01 Mio.) führten zusammen mit den anderen aktivierten Eigenleistungen (TEUR 25) und mit den Bestandsveränderungen in Höhe von EUR 1,25 Mio. (i. V. EUR 2,15 Mio.) zu einer gegenüber dem Vorjahr um 17 % geringeren Gesamtleistung von EUR 26,86 Mio. (i. V. EUR 32,35 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erlöse aus Währungsgewinnen sowie Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen. Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 10,72 Mio. um 15 % geringer aus als im Vorjahr (EUR 12,58 Mio.). Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stiegen aufgrund materialintensiver Projekte von EUR 1,70 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,94 Mio. an. Der Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich im Vorjahresvergleich infolge des geringeren Einsatzes von Fremddienstleistern von EUR 10,88 Mio. auf EUR 8,78 Mio. Der Personalaufwand stieg in der Berichtsperiode leicht von EUR 15,21 Mio. auf EUR 15,36 Mio. Dieser Anstieg ist auf eine höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Jahresverlauf (182; i. V. 180) zurückzuführen, obwohl sich die Anzahl der Beschäftigten im Laufe des Jahres reduziert hat. Darüber hinaus ergibt sich der Anstieg teilweise aus einer geänderten Darstellungsweise in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Abschreibungen lagen mit TEUR 530 um 27 % unter dem Wert des Vorjahres (i. V. TEUR 730). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR 4,73 Mio. nahezu auf dem Wert des Geschäftsjahres 2022/2023 (EUR 4,81 Mio.). Die Einsparungen bei Fremddienstleistern konnten die Effekte aus dem Umsatzrückgang nicht kompensieren. Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023/2024 ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von EUR ‑4,47 Mio. (i. V. TEUR ‑979). Das Finanzergebnis weist insgesamt einen Verbesserung von TEUR 706 aus. Im Vorjahr schlug ein Forderungsverzicht auf Ausleihungen an ein verbundenes Unternehmen in Höhe TEUR 850 zu buche. Die Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen liegen mit TEUR 257 über dem Vorjahreswert (TEUR 204). Das Unternehmen hatte 2018/2019 beschlossen, in seinem Jahresabschluss von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ausweis aktiver latenter Steuern aus den steuerlichen Verlustvorträgen, die gemäß der Mittelfristplanung des Unternehmens in den kommenden Jahren mit den erwarteten Unternehmensgewinnen zu verrechnen sind, Gebrauch zu machen. Im Vorjahr wurden die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge von TEUR 500 auf TEUR 537 erhöht. Im Geschäftsjahr erfolgte keine zusätzliche Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge. Im Jahresergebnis weist das Unternehmen für das Berichtsjahr einen Fehlbetrag von EUR ‑4,74 Mio. aus (i. V. Fehlbetrag von EUR ‑1,87 Mio.). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf EUR ‑0,82 (i. V. EUR ‑0,32). Vermögens- und Finanzlage Zum Stichtag 30. September 2024 lag die Bilanzsumme bei EUR 31,37 Mio. (i. V. EUR 31,99 Mio.) und das Eigenkapital bei EUR 6,70 Mio. (i. V. EUR 11,45 Mio.). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von rund 21,4 % (i. V. 35,8 %). Anlagevermögen Der Wert des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte sank gegenüber dem Stichtag 30. September 2023 von EUR 4,27 Mio. auf einen Wert von EUR 4,10 Mio. zum Bilanzstichtag 30. September 2024. Im Berichtsjahr waren keine wesentlichen Investitionen erforderlich. Der Wert der Finanzanlagen lag bei EUR 10,03 Mio. und damit TEUR 513 unter dem Wert des Vorjahres (EUR 10,54 Mio.). Die Differenz entspricht ausschließlich dem Rückgang der Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Die Ausleihungen betreffen RadioSoft Inc. (EUR 4,50 Mio.) und stehen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Geschäftsbetriebs sowie die Colibrex GmbH (EUR 1,17 Mio.) mit Ausleihungen zum Aufbau ihres Geschäfts. Darlehensnehmer war auch die LS telcom UK Ltd. (TEUR 514). Die 23 Ausleihungen sind von den Tochterunternehmen an die LS telcom AG zurückzuzahlen. Vorräte Der Bestand an fertigen und unfertigen, noch nicht abgerechneten Projekten ist gegenüber dem Vorjahr von EUR 3,34 Mio. auf EUR 4,59 Mio. angestiegen. Der überwiegende Anteil an den Vorratsposten wurde durch verschiedene Projekte in Europa bestimmt. In Höhe von TEUR 1 (i. V. TEUR 20) sind geleistete Anzahlungen auf Vorräte geleistet worden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR 2,26 Mio.) sind gegenüber dem Ende des letzten Geschäftsjahres (EUR 1,67 Mio.) um 35 % gestiegen. Die Forderungen bestanden überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Im Vorjahresvergleich verringerten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 34 % auf EUR 4,88 Mio. Die Verbundforderungen enthielten als größte Posten Forderungen gegen die Tochterunternehmen LST Middle East FZ-LLC, LS telcom SAS und LS telcom Australia Pty Ltd für die Erbringung von Subunternehmerleistungen. Wertpapiere – Eigene Anteile Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2024 beträgt insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). Der Nennwert der eigenen Aktien von EUR 24.000,00 wird im Eigenkapital vom Grundkapital abgesetzt und die Differenz zu den Anschaffungskosten mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. Flüssige Mittel Zum 30. September 2024 verfügte die LS telcom AG über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von EUR 3,83 Mio. (i. V. EUR 2,91 Mio.). Der Zahlungsmittelbestand nahm somit um TEUR 922 zu. Zur Abfederung der durch die Corona-Pandemie erwarteten negativen Auswirkungen auf das Unternehmen, hat sich die LS telcom AG bereits ab Beginn der Pandemie um den Erhalt von Finanzhilfen bemüht. Dem Unternehmen wurde ein Darlehen von EUR 7,9 Mio. gewährt, das half, in der Pandemie die Finanzierung und Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Das Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkredit“ im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ wurde durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021. Im Geschäftsjahr 2022/2023 nahm die LS telcom AG ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. auf. Das Darlehen ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen und wird mit 4,24 % p.a. verzinst. Die erste Tilgung beginnt am 30.06.2025. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31.03.2031 und dient der Betriebsmittelfinanzierung. Im Geschäftsjahr 2023/2024 hat die LS telcom AG über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 7,0 Mio. aufgenommen. Der Zinssatz ist mit 4,5 % p.a. für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der Betriebsmittelfinanzierung. Die Tilgung des Darlehens beginnt am 30.06.2026 und hat eine Laufzeit bis 31.03.2032. Es ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen. Der Vertrag beinhaltet als Besicherung eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Durch die im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit generierten Zahlungsmittelzuflüsse sowie die Finanzierung über Bankdarlehen verfügt die Gesellschaft über ausreichend finanzielle Mittel, um ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen lagen im Geschäftsjahr mit EUR 2,26 Mio. um 17 % unter dem Wert des Vorjahres (i. V. EUR 2,71 Mio.). Der größte Posten entfiel wie im Jahr zuvor auf die Personalrückstellungen, die jedoch aufgrund geringerer Tantiemenrückstellungen und Rückstellungen für Umsatzbeteiligungen um TEUR 325 auf EUR 485 Mio. rückläufig waren. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen mit EUR 11,48 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (EUR 8,08 Mio.). Hinter diesem Posten verbergen sich die beiden zuvor erwähnten KfW-Darlehen sowie die Darlehen der L-Bank (siehe Abschnitt „Flüssige Mittel“). Lagebericht 24 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind während des Geschäftsjahres von EUR 3,77 Mio. auf EUR 4,41 Mio. angestiegen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 1,15 Mio.) lagen zu Ende des Geschäftsjahres geringfügig über dem Wert des Vorjahres (EUR 1,04 Mio.). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lagen mit EUR 2,09 Mio. über denen zum Vorjahresende (EUR 1,64 Mio.). Abgerechnet wurden hier unterschiedliche Service- und Entwicklungsleistungen sowie Wartungsarbeiten, die die Tochtergesellschaften für die LS telcom AG erbringen. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen zum Ende des Geschäftsjahres (TEUR 227) unter dem Niveau des Vorjahres (TEUR 267). Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Dieser Posten hat sich geringfügig um 3 % vom Vorjahreswert EUR 2,74 Mio. auf EUR 2,83 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres erhöht. Mitarbeitende Die Zahl der vollzeitäquivalenten Mitarbeitenden in der LS telcom AG betrug zum 30. September 2024 163 (i. V. 171). Damit reduzierte sich der Personalbestand im Jahresverlauf um 8 vollzeitäquivalente Mitarbeitende. Zum 30. September 2024 waren im Unternehmen (ohne Vorstand) insgesamt 173 (i. V. 182) Mitarbeitende beschäftigt. Forschung und Entwicklung Für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte sowie für Forschung und allgemeine Entwicklung wurden von der LS telcom AG Aufwendungen in Höhe von EUR 7,6 Mio. (i. V. EUR 9,2 Mio.) als Aufwand erfasst. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Im neuen Geschäftsjahr 2024/2025 erwartet der Vorstand für das Unternehmen ein leicht positives Ergebnis (EBIT) sowie einen moderaten Anstieg des Umsatzes. Hier wird zudem auf das entsprechende Kapitel „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ des Konzerns verwiesen, da die Chancen und Risiken der Aktiengesellschaft eng mit denjenigen des Konzerns verbunden sind. III. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT A. RISIKOBERICHT 1. Risikomanagement Um die sich ergebenden Chancen zur Erreichung der Unternehmensziele erfolgreich und unternehmerisch nutzen zu können, geht der LS telcom Konzern bewusst Risiken ein. Der Erfolg der LS telcom Gruppe hängt daher entscheidend davon ab, dass Risiken frühzeitig erkannt und professionell bewältigt werden. Um Risiken schnell identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, hat LS telcom ein umfangreiches, einheitliches Risikomanagement-System entwickelt. In dem System sind die vorhandenen Maßnahmen und Organisationsstrukturen zur Risikosteuerung zusammengefasst. Vorgaben an das Risikomanagement-System Die Konzernleitung hat folgende Vorgaben an das Risikomanagement-System definiert: Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Methoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risiken), die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements, die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche, die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung. 25 Kategorien der Risiken In einem ersten Schritt werden die definierten und erkannten Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewertet. Im zweiten Schritt werden die bewerteten Risiken in die drei Klassen „zu beobachtende“, „zu überwachende“ und „zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)“ kategorisiert. Dokumentation und Koordination des Risikomanagement-Systems Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind im Risikomanagement-Handbuch der LS telcom AG dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde eine Risikomanagement-Beauftragte benannt. Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Konzern-Steuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert. Neben den quartalsweisen Gesamtrisikoberichten werden neu auftretende Risiken, die von der Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den betroffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von aktuellen Berichten und Auswertungen an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unterstützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisberichte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt. 2. Internes Kontrollsystem (IKS) Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz. Neben der Rechnungslegung sind auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwicklung von Abnahmeprozeduren, Change Requests sowie Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden. Ziel des Internen Kontrollsystems Ziele der von uns eingerichteten Methoden und Prozesse sind insbesondere Risiken rechtzeitig zu identifizieren, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, sowie das Vermögen des Konzerns zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Zudem sollen mit dem installierten IKS die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens und die Einhaltung der internen Vorgaben sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet werden. Das System wird durch weitere wichtige Säulen abgerundet. Für alle wesentlichen Vorgänge im Konzern ist das Vier-Augen-Prinzip verpflichtend. In für den Konzern wesentlichen Bereichen gelten definierte Prozesse. Alle Konzerngesellschaften unterliegen einem zentralen Controlling. Darüber hinaus soll das System dazu beitragen, diejenigen Risiken rechtzeitig antizipieren zu können, die die strategischen oder operativen Maßnahmen bzw. Wert- und Wachstumspotenziale beinträchtigen können. Zudem tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Datenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei. Die wesentlichen Prinzipien des IKS Das im Konzern etablierte IKS basiert auf den folgenden Prinzipien: Lagebericht 26 Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, beurteilen zu können, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Sollkonzept arbeiten. Gleichzeitig werden durch die Sollkonzepte die Erwartungen und Vorstellungen der Organisationsleitung definiert. Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle. Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufsprozess, verstanden als Prozess von der Bedarfsermittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand vereinigt. Zielgerichtete Information: Mitarbeitende werden auf Augenhöhe behandelt und erhalten Zugang zu allen Informationen, die für die tägliche Arbeit oder das Verständnis des Betriebs oder der Gesamtaufgabe sinnvoll und notwendig sind. Allerdings ist der Informationszugang so strukturiert, dass definierte Gruppen nur Zugang auf Ihren Verantwortungsbereich bekommen (Need to Know-Konzept). Dadurch kann dem unkontrollierten Abwandern von Information entgegengewirkt werden. Führung der operativen Gesellschaften Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizienter Steuerungs- und Kontrollsysteme, weitgehend auf der Basis eines zentralen CRM-Systems sowie zusätzlicher Hilfswerkzeuge wie LUCANET und Jira. Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeitenden der Tochtergesellschaften informieren den Vorstand bzw. die zuständigen Personen der zweiten Führungsebene der LS telcom AG kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebschancen, Umsatz-, Zahlungseingangs- und Auftragszahlen. Diese Informationen werden zentral in einem CRM-System sowie der Zahlenbasis in Lucanet verdichtet und stehen dem Vorstand sowie, abhängig von den Zugriffsrechten, auch den zuständigen Mitarbeitenden soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen. Rechnungslegungsbezogenes IKS Der LS telcom Konzern verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht. Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maßnahmen zustimmen muss. Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellen IFRS-Standards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzierungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Abschlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben. Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbundbeziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt. Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG verantwortet. Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen implementiert. Eine Vielzahl von Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützt den Abschlussprozess. 3. Beurteilung der Gesamtrisikosituation des Konzerns Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Berichts ist aus Sicht des Vorstands die Gesamtrisikosituation im Konzern unter Kontrolle und damit der Bestand des Konzerns gesichert. Mit einem Umsatzanteil von 87 % in der Berichtsperiode 2023/2024 außerhalb Deutschlands ist LS telcom auf offene Märkte und internationale Handelsbeziehungen angewiesen. Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sowie durch die zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA sind die Risiken für Handelsbeschränkungen, Zölle und Exportverbote deutlich gestiegen. Durch die veränderte geopolitische Lage zeichnen sich „Blockbildungen“ entlang verschiedener politischer Systeme ab, mit den eher freiheitlich orientierten Staaten wie beispielsweise den USA, den Ländern der Europäischen Union und den weiteren 27 Ländern wie Australien und Kanada auf der einen Seite ab. Auf der anderen Seite intensivieren eher autoritäre Staaten wie Russland, China, Nordkorea und Iran ihre Zusammenarbeit. Wie bereits ausgeführt, können nach Einschätzung des Vorstands solche „Blockbildungen“ zu Schutzzöllen, ja sogar zum kompletten Ausschluss von Produkten (Exportbeschränkungen), die in einem der Teilmärkte entstanden sind oder dort entwickelt wurden, führen. Als Folge müssten Produkte oft mehrfach entwickelt und gepflegt werden, um in den einzelnen Märkten voll umfänglich präsent zu sein. Durch die verteilten Entwicklungsressourcen der LS telcom kann das zwar geleistet werden, führt jedoch zu zusätzlichen Aufwendungen und Verzögerungen. Im Fall von Exportbeschränkungen ist es möglich, dass ganze Lösungen nicht exportiert werden dürfen, wie aktuell im Fall von Russland zu sehen ist. Die geopolitische Risikosituation hat sich nicht nur durch den Krieg in der Ukraine und die dadurch beschleunigte Blockbildung verändert. Mit dem Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA besteht das Risiko, dass Handelskonflikte innerhalb des „Blocks“ der freiheitlichen Staaten zunehmen könnten, insbesondere in der Einführung von gegenseitigen Zöllen. Eine solche Entwicklung könnte sich zusätzlich negativ auf die Absatzchancen der LS telcom auswirken. Darüber hinaus könnte eine monatelange politische Unsicherheit in Deutschland, von wem eine zukünftige Regierung geführt wird und wie diese sich positioniert, insgesamt zumindest kurzfristig negative Effekte auf die Investitionsbereitschaft von Behörden für neue Funkspektrum-Projekte haben. Weltweit sind die Inflationsraten im Jahr 2024 deutlich gesunken. Falls die geopolitische veränderte Situation tatsächlich zu weiter steigenden Handelshemmnissen führen sollte, könnte dies wieder preiserhöhende Effekte haben und zu angespannten Lieferketten führen. Infolgedessen können Unternehmen aus den von der LS telcom Gruppe vertikal adressierten Märkten ihre Nachfrage nach innovativen Spektrum- und Funklösungen reduzieren, mit entsprechenden negativen Effekten auf die LS telcom. Die Auftragslage insbesondere seitens Behörden und Ministerien ist bereits herausfordernd. Steigende Handelshemmnisse könnten die Budgets von Behörden und Ministerien im Telekommunikationsbereich weiter reduzieren. Schließlich beschleunigen die geopolitischen Effekte durch Steigerung der Energie- und damit auch der Transportpreise die Inflation. Geopolitische Entwicklungen könnten durch preistreibende Effekte die Inputkosten der LS telcom insbesondere im Bereich Personal, Logistik und Material erhöhen. Durch die langen Zyklen bei Projekten mit öffentlichen Auftraggebern könnten die potenziellen Kostensteigerungen nur mit einem erheblichen Zeitverzug weitergegeben werden. LS telcom geht insgesamt davon aus, dass durch ihre geografische Diversifizierung die Risiken aus einer sich verstärkenden Blockbildung sowie aus zunehmenden geopolitischen Risiken beherrschbar sind, und der Bestand der Gesellschaft damit nicht gefährdet ist. Neben geopolitischen Risiken bestehen weiterhin Abhängigkeiten von der Verfügbarkeit ausreichender Liquidität, qualifizierten Mitarbeitenden und externen Dienstleistern. Die Geschäftstätigkeit erfordert erhebliche Vorfinanzierungen für großvolumige und langlaufende Projekte, weshalb ein verlässlicher Zugriff auf liquide Mittel essenziell ist. Gleichzeitig bleibt die Bindung von hochspezialisierten Fachkräften sowie die Steuerung externer Ressourcen von zentraler Bedeutung für die Erfüllung der Projektanforderungen. Die LS telcom hat effiziente Steuerungs- und Überwachungsmechanismen etabliert, um die identifizierten Risiken zu begrenzen und aktiv zu managen. Dabei bleibt zu beachten, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikomanagementsystem absolute Sicherheit bieten können. Systematische Fehler, menschliche Irrtümer oder unerwartete Veränderungen externer Variablen können zu Verzögerungen oder Fehlentscheidungen führen. Zusammenfassend sieht der Vorstand die LS telcom AG trotz der beschriebenen Herausforderungen gut positioniert, um ihre Marktchancen zu nutzen und langfristig erfolgreich zu agieren. Der Bestand der Gesellschaft ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. 4. Risiken für die zukünftige Entwicklung und ihre Klassifizierung In der nachfolgenden Tabelle werden zunächst die nachstehend erläuterten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen finanziellen Auswirkung und der daraus abgeleiteten Gesamtbeurteilung dargestellt. Lagebericht 28 Hierbei wird zwischen einer geringen, mittleren, hohen, sehr hohen und kritischen Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe unterschieden, woraus sich die Gesamtbeurteilung ableiten lässt. Die Stufen reichen von einem zu beobachtenden Risiko über ein zu überwachendes Risiko hin zu einem wesentlichen Risiko. Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen bzw. Schadenshöhe wird wie folgt differenziert: Klassifikation Schadenshöhe Gering < TEUR 25 Mittel TEUR 25 bis TEUR 50 Hoch TEUR 50 bis TEUR 250 Sehr hoch TEUR 250 bis EUR 1 Mio. Kritisch > EUR 1 Mio. Die für die Bewertung der Risiken verwendeten Eintrittswahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden fünf Kategorien quantifiziert: Klassifikation Eintritts- wahrscheinlichkeit Gering < 20 % Mittel 20 % bis 40 % Hoch 40 % bis 60 % Sehr hoch 60 % bis 80 % Kritisch > 80% Risiko Qualitative Eintritts- wahrschein- lichkeit Mögliche finanzielle Aus- wirkung Gesamt- beurteilung Schneller techno- logischer Wandel mittel sehr hoch überwachen Informationssicherheit mittel sehr hoch überwachen Internationalisierung hoch sehr hoch wesentlich Projektrisiken hoch kritisch wesentlich Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt mittel sehr hoch überwachen Preisdruck und Wettbewerb mittel kritisch überwachen Personalrisiken mittel sehr hoch überwachen Lieferkette und Logistik mittel sehr hoch wesentlich Risiken durch globale Marktverwerfungen sehr hoch sehr hoch wesentlich Risiken durch Naturka- tastrophen gering sehr hoch überwachen Finanzwirtschaftliche Risiken Preis- und Währungsrisiko hoch sehr hoch wesentlich Ausfallrisiko mittel sehr hoch wesentlich Cashflow- und Liquiditätsrisiko mittel kritisch überwachen Die dargestellten Risiken werden im Folgenden detailliert erläutert. Schneller technologischer Wandel Die Märkte, in denen die LS telcom Gruppe agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, veränderte Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Produkte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen. Dieser Zustand ist einerseits ein Risiko, falls es LS telcom nicht gelingt, die Herausforderungen des Wandels positiv zu gestalten. Andererseits ist es ein wesentliches Verkaufsargument für unsere 29 Software-Wartungsverträge. Aufgrund unserer Größe im Vergleich zu den Nischen-Mitbewerbern sehen wir in den meisten Marktsegmenten den Vorteil überwiegen, da LS telcom einen dominant größeren Betrag in Forschung und Entwicklung investieren kann als kleinere Mitbewerber. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos sehen wir weiterhin bei „mittel“. Die möglichen finanziellen Risiken sind bei „sehr hoch“ eingestuft, was eine Gesamt-risikobewertung als „überwachen“ bedeutet. Informationssicherheit Die wirtschaftliche Grundlage eines Unternehmens, das Software entwickelt, liegt in den Quellcodes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rahmenprodukte der Softwareentwicklung, wie Konzeption und Dokumentation zu den Softwareprodukten, sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Neben diesen Aspekten spielt auch die Sicherheit von Kunden- und Mitarbeiterdaten eine übergeordnete Rolle und der Verlust dieser Daten kann neben einem Reputationsschaden auch erhebliche Folgekosten mit sich führen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die LS telcom AG die Zertifizierung nach dem internationalen Standard ISO 27001 erfolgreich erlangt. Damit wurde der Nachweis erbracht, dass ein umfassendes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) implementiert wurde, welches systematisch Risiken adressiert und ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Diese Maßnahmen stärken nicht nur den Schutz kritischer Daten und Prozesse, sondern schaffen auch eine Grundlage für die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsstandards. Trotz umfangreich getroffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten Informationssicherheitsvorfälle auftreten, die erheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des LS telcom Konzerns haben können. Deshalb sehen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin mit „mittel“ bewertet als sinnvoll an, auch wenn sich die getroffenen Maßnahmen innerhalb dieser Stufe deutlich mindernd ausgewirkt haben. Die finanziellen Auswirkungen können als „sehr hoch“ angesetzt werden. Damit ergibt sich eine Gesamtrisikoeinschätzung von „überwachen“. Internationalisierung 87 % ihrer Umsatzerlöse erzielt die LS telcom Gruppe auf ihren globalen Absatzmärkten und außerhalb Deutschlands. Daher unterhält LS telcom eine Vielzahl an internationalen Standorten und Beteiligungen. Aus dieser internationalen Aufstellung der Gruppe resultieren verschiedene Risiken, insbesondere aus der deutlich höheren Komplexität. Die internationalen Standorte müssen gesteuert, weiterentwickelt und überwacht werden. Hierfür nutzt LS telcom die oben beschriebene Steuerungssysteme sowie darüber hinaus gehende Controlling-Ansätze. Finanzielle Risiken aus der Internationalisierung entstehen insbesondere dann, wenn es der Gruppe nicht gelingt, veränderte Rahmenbedingungen zeitnah zu erkennen und gegenzusteuern. Im Libanon unterhält die LS telcom einen Entwicklungsstandort. Aufgrund der Eskalation zwischen der im Libanon operierenden Hisbollah und Israel hat sich dort die Sicherheitslage deutlich verschlechtert. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts konnte durch verschiedene Maßnahmen, wie beispielsweise Verlagerung des Personals an andere Standorte, der Betrieb sichergestellt werden. Eine weitere Eskalation könnte dazu führen, dass der Betrieb davon negativ beeinflusst wird. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos aus der Internationalisierung schätzen wir weiterhin als „hoch“ ein. Die möglichen finanziellen Risiken sind bei „sehr hoch“ eingestuft, was den Verbleib der Gesamtrisikobewertung als „wesentlich“ bedeutet. Projektrisiken Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr 2024/2025 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten erzielt werden. Eine zeitliche Verschiebung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage oder der Sicherheitslage eines Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen, Seuchengefahr, Pandemie etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der strategischen Planung von Kunden können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in denen LS telcom in Vorleistung tritt und das Lagebericht 30 Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilweise langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. Die LS telcom AG schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch machen die Tochtergesellschaften üblicherweise Geschäfte in den Währungen ihrer Länder. Das bedeutet, dass erhebliche Umsatzanteile mittlerweile in US-Dollar, kanadischem Dollar, australischem Dollar und südafrikanischem Rand erwirtschaftet werden. Oftmals muss aufgrund von Ausschreibungsvorgaben auch eine Vergütung in US-Dollar oder anderen Schwankungen unterliegenden Fremdwährungen mit Kunden vereinbart werden (dazu ausführlich im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“). In Bezug auf diese Projektrisiken hat LS telcom Maßnahmen ergriffen, Projektverzögerungen durch entsprechende „Fernwirkverfahren“, wie webbasierte Schulungen und Projekt-Meetings, Schulung von lokalen Partnerunternehmen für vor Ort Unterstützung und ggf. Durchführung von Reparaturen, Fernzugriffe auf Kundensysteme, soweit wie möglich zu minimieren. Eine Abhängigkeit von vor Ort auszuübenden Tätigkeiten ist jedoch insbesondere in Projekten, bei denen Messsysteme beim Kunden installiert werden müssen, stets gegeben. Damit materialisiert sich in solchen Fällen auch nahezu sicher das Risiko, Projektverzögerungen bei der Implementierung zu erleiden, wenn so, wie während der Corona-Pandemie, erhebliche Reiserestriktionen gelten. Die Einstufung dieses Risikos sehen wir in der Gesamtsicht als mit „wesentlich“ weiterhin als sachgerecht bewertet an. Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte für Netzbetreiber (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) wird auch im Geschäftsjahr 2024/2025 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend investiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte, trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld, nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen. Auch nach der Bewältigung der Covid-19-Pandemie wird der Trend zum verteilten, mobilen Arbeiten die Relevanz einer sehr guten Breitbandversorgung, auch über drahtlose Kommunikationstechnologien, essenziell wichtig für das Funktionieren der Wirtschaft und der Verwaltung eines Staates sein. Insofern könnte man erwarten, dass sich das Absatzrisiko reduzieren sollte. Viele Regierungen der Welt haben äußerst hohe Geldsummen zur Abfederung der Pandemiefolgen für die Wirtschaft eingesetzt und damit die staatlichen Haushalte stark belastet. Zusätzlich werden die Budgets öffentlicher Haushalte durch geo-politische Konflikte massiv belastet. Dies könnte in manchen Ländern zu künftigen Budgetkürzungen und eher verhaltener Investitionspolitik führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aufgrund aktuell laufender und avisierter Beschaffungsverfahren und Projektanbahnungen, belassen wir dieses Risiko unverändert in seiner Bewertung. Preisdruck und Wettbewerb Die LS telcom AG sieht sich in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld einem starken Preisdruck und intensivem Wettbewerb ausgesetzt. Die angespannte konjunkturelle Lage in Europa sowie die veränderte geopolitische Situation haben die Prioritäten öffentlicher Haushalte, insbesondere in Richtung Verteidigung, verschoben. Dies führt zu verzögerten Projektvergaben, geringeren Auftragsvolumina und einem verstärkten Preiswettbewerb. Besonders Behörden und Industriepartner weltweit stehen unter zunehmendem finanziellen Druck, was die Margen und die finanzielle Flexibilität des Unternehmens beeinflusst. Der intensivere Wettbewerb wird zusätzlich durch den Eintritt neuer Marktteilnehmer, insbesondere Start-ups im Bereich Drohnentechnologie und Verteidigung, angefacht. Auch im traditionellen Segment von Spektrum-Managementsystemen und spezialisierter Hardware bleiben die Wettbewerbssituationen herausfordernd. Einige Wettbewerber reagieren auf die unsichere Marktsituation mit aggressiven Preisnachlässen, um Projekte teilweise selbst unter Verlusten zu sichern, was den Druck auf die LS telcom AG erhöht. Trotz dieser Herausforderungen sieht sich die LS telcom aufgrund ihrer langjährigen Beziehungen zu über tausend aktuellen und historischen Kunden, ihrer technologischen Kompetenz und ihrer globalen Präsenz gut positioniert. Die breite Produktbasis und solide Liquiditätslage haben es ermöglicht, bisher erfolgreich auf die Marktveränderungen zu reagieren. Das Unternehmen setzt verstärkt auf kosteneffiziente Produktionsmethoden sowie die Weiterentwicklung seiner Produkt- und Servicepalette, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. 31 Gleichwohl können anhaltende Preiskämpfe und die zunehmende Wettbewerbsdynamik langfristig Umsätze und Margen belasten. Die Risiken aus dem intensiven Marktumfeld bleiben daher erheblich. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird weiterhin als „mittel“ bewertet, während die finanziellen Auswirkungen unverändert als „kritisch“ eingeschätzt werden. Insgesamt ergibt sich ein Risiko, das aktiv überwacht wird, um frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Personalrisiken Der Erfolg der LS telcom AG als Technologiekonzern hängt maßgeblich davon ab, hochqualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, weiterzuentwickeln, zu halten und effizient einzusetzen. Im Wettbewerb um Talente steht das Unternehmen mit internationalen und nationalen Konkurrenten aus den Bereichen Software, IT, Künstliche Intelligenz, Rüstung und Telekommunikation. Besonders in spezialisierten Bereichen bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung. Ein Risiko ergibt sich daraus, dass hochqualifizierte Fachkräfte eher geneigt sein könnten, bei multinationalen Konzernen tätig zu werden, was die Rekrutierung weiter erschwert. Zudem könnte LS telcom dazu gezwungen sein, Gehälter in Schlüsselpositionen deutlich zu erhöhen, um Leistungsträger zu halten oder neue zu gewinnen. Ein weiteres Risiko besteht im effizienten Einsatz der vorhandenen Personalressourcen. Die Steuerung und Planung müssen sicherstellen, dass die Qualifikationen des bestehenden Personals optimal auf die Anforderungen laufender und zukünftiger Projekte abgestimmt sind. Ineffizienzen im Personaleinsatz könnten Verzögerungen oder Mehraufwände bei Projekten nach sich ziehen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass Abstimmungsprobleme und unterschiedliche Arbeitsweisen in geografisch verteilten Teams zu Koordinationsschwierigkeiten führen, die Produktivität und Motivation beeinträchtigen können. Insgesamt ergeben sich die Personalrisiken aus fehlendem qualifiziertem Personal, steigenden Personalkosten und einem ineffizienten Einsatz der bestehenden Ressourcen. Diese Risiken könnten sich negativ auf die Innovationsfähigkeit, die Projektumsetzung und die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft auswirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als „mittel“ bewertet, die finanziellen Auswirkungen mit „sehr hoch“, woraus eine Gesamtbewertung als „überwachen“ resultiert. Lieferkette und Logistik Die globalen Lieferketten haben sich nach den Herausforderungen der letzten Jahre weitgehend stabilisiert, dennoch bleiben Risiken bestehen. Geopolitische Konflikte könnten die Verfügbarkeit spezifischer Komponenten oder Materialien erneut einschränken. Insbesondere durch neue Handelshemmnisse, wie Exportkontrollen oder Schutzzölle, könnten plötzliche Preissteigerungen auftreten, die Kostenstrukturen belasten. Logistische Herausforderungen, beispielsweise durch neue Regularien, Verzögerungen in der Transportkette oder spezifische Anforderungen an Verpackung und Dokumentation, stellen ein weiteres Risiko dar. LS telcom begegnet diesen Herausforderungen durch eine proaktive Beschaffungsstrategie und langfristige Verträge mit wesentlichen Lieferanten. Dies reduziert potenzielle Engpässe, bindet jedoch zusätzliche Liquidität und birgt das Risiko erhöhter Lagerkosten. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos für „mittel“. Finanzielle Auswirkungen werden aktuell mit “sehr hoch“ bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung von “wesentlich“. Risiken durch globale Marktverwerfungen In den letzten Jahren haben mehrere Ereignisse zu globalen Marktverwerfungen geführt: Covid-19-Pandemie, Ukraine-Krieg, explodierende Energiekosten. Man darf davon ausgehen, dass Staaten in Krisenzeiten einerseits weniger investieren, andererseits ein „we first“- Denken vorherrscht, um die eigene Wirtschaft zu fördern bzw. zu erhalten. Hier wird zudem oftmals stark die Eigentümerschaft bewertet, wodurch unsere Tochtergesellschaften mit hohem LS telcom Besitzanteil benachteiligt werden können. Ähnliche Wirkungen haben teilweise plötzliche starke Veränderungen von Energiepreisen, egal welcher Rohstoff (Öl, Gas, Strom) dabei die dominante Rolle spielt. Auch daraus resultierende starke Verschiebungen der Währungsparitäten haben einen signifikanten Einfluss auf das Kauf- und Zahlungsverhalten unserer Kunden und damit letztlich auf unser Geschäft. Der Ukraine-Krieg bringt hier zusätzliche Unsicherheiten und Risiken mit sich. Die immensen Steigerungen der Staatsausgaben in den letzten Jahren könnten bei vielen Kunden auch zu einer nun nachfolgenden Investitionszurückhaltung führen. Insbesondere könnten Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden, wie Ministerien und Regulierungsbehörden, durch die direkten Lagebericht 32 Auswirkungen dieser Krisen oder auch deren Nachwirkungen (z. B. erhöhte Verschuldung durch Pandemie und Ukraine-Krieg) unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, was sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom AG hätte. Währungsschwankungen als mittelbare Folgen dieser Krisen würden nicht nur das direkte Preis- und Währungsrisiko im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Risiken erhöhen, sondern könnten auch dazu führen, dass geplante oder auch laufende Projekte nicht mehr finanzierbar sind und Beschaffungen oder Projektimplementierungen verschoben werden müssen. Die Produkte der LS telcom AG wirken grundsätzlich positiv auf den Staatshaushalt und versprechen einen sehr schnellen Rückfluss investierter Mittel. Insofern sollte der Bedarf auch unter erschwerten finanziellen Rahmenbedingungen gut zu vermitteln und die Produkte absetzbar sein. Allerdings können anhaltende Budgetkürzungen und überhöhte Schulden dazu führen, dass die Investitionsbereitschaft in den jeweiligen Ländern auch auf längere Sicht abnimmt und Projekte, die beauftragt werden, auf der Basis weniger attraktiver Finanzierungskonditionen zustande kommen. Beides wäre für das Geschäft der LS telcom sehr nachteilig. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „sehr hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. Risiken durch Naturkatastrophen Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren auch in Regionen, in denen LS telcom Niederlassungen oder Kunden hat, erheblich an Schadenshöhe zugenommen und werden daher als Einzelrisiko bewertet. Das können einerseits Erdbeben, Überschwemmungen oder lokale Großfeuerereignisse sein, diese speziell auch in Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung, andererseits rechnen wir hierzu ebenfalls pandemische Situationen wie die Covid-19 Krise oder die Ebola-Ausbrüche in Afrika vor einigen Jahren. Tendenzen solcher Ereignisse werden vom Risikomanagementsystem des Konzerns schon im frühen Stadium überwacht und dem Vorstand auch ad-hoc berichtet, da oft nur wenige Tage für eine sinnvolle Reaktion verbleiben. Die Risiken werden dadurch kontrolliert, dass Aufgaben, wo möglich, über mehr als eine Einheit verteilt werden, so dass bei einem Großereignis üblicherweise nicht ein gesamtes Projektteam insgesamt ausfällt. Inzwischen konnte eine durch alle Einheiten praktizierte mobile Arbeitskultur entwickelt werden, die diese Risiken zusammen mit Betriebsausfallversicherungen beherrschbar erscheinen lässt. Teil dieser Strategie ist es ebenfalls, mehr Teile unserer Serverinfrastruktur auf sichere Cloud-Anbieter zu verlagern. Hier vertrauen wir aber nur auf DSGVO konforme, international gefestigte Partner mit örtlich diversifizierter Backupstrategie. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikogruppe Naturkatastrophen mit „gering“ ein, die finanziellen Auswirkungen als „sehr hoch“ und beurteilen das Risiko in seiner Gesamteinschätzung als zu beobachtendes Risiko. Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken, Zinsen), Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit sind insbesondere Schwankungen bei Währungen wie dem US-Dollar, südafrikanischen Rand, australischen und kanadischen Dollar im Verhältnis zum Euro von Bedeutung. a) Preis- und Währungsrisiko Die LS telcom-Gruppe ist Währungsschwankungen ausgesetzt, die durch kalkulatorische Maßnahmen und vertragsgestaltende Ansätze in Projektverträgen größtenteils eingegrenzt werden können. In Einzelfällen werden Sicherungsgeschäfte genutzt, allerdings wurde im Geschäftsjahr 2023/2024 davon abgesehen, da langlaufende Projekte nur mit hohen Aufschlägen abgesichert werden konnten. Stattdessen werden möglichst viele Leistungen direkt in der Projektwährung eingekauft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird weiterhin als „hoch“ bewertet, die Gesamtbewertung bleibt auf der Stufe „wesentlich“. b) Ausfallrisiko Das Risiko von Zahlungsausfällen bleibt gering, da der LS telcom Konzern überwiegend mit Kunden hervorragender Bonität arbeitet. Verlängerte Zahlungsfristen und eine leichte Zunahme von Zahlungsausfällen könnten künftig auftreten, insbesondere in Ländern mit niedrigerer Bonität. Dennoch blieb die Bonität der Kunden im vergangenen Jahr stabil. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als „mittel“ eingestuft, mit einer Gesamtbewertung auf der Stufe „wesentlich“. 33 c) Cashflow- und Liquiditätsrisiko Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditlinien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom AG. Die Bedingungen der L-Bank Liquiditätsdarlehen verpflichten den Konzern zur Einhaltung von zwei Finanzkennzahlen (Covenants), der Mindest-Eigenkapitalquote und dem Netto-Verschuldungsgrad. Eine Verletzung dieser Kennzahlen kann ein außerordentliches Kündigungsrecht des Kreditgebers auslösen. Zum 30.09.2024 wurde eine Kennzahl nicht eingehalten. Mit dem Kreditgeber wurde infolgedessen eine Waiver-Vereinbarung geschlossen, dass die Nichteinhaltung der Financial Covenants per 30.09.2024 geduldet und hieraus keine Rechte hergeleitet werden. Durch die stets offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken und der geschlossenen Vereinbarung mit dem Kreditgeber besteht derzeit aus Sicht von LS telcom keine erhöhte Eintrittswahrscheinlichkeit für das Risiko. Die Zinssätze sind in den letzten Jahren im Niveau angestiegen, so dass eine erneute Fremdfinanzierung die Profitabilität stärker belasten würde. Für die bestehenden Finanzierungen wurden über die Laufzeit feste Zinssätze vereinbart. Angesichts der moderat positiven Geschäftsaussichten und der verfügbaren Finanzmittel wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin als „mittel“ eingestuft, wodurch es in der Gesamtbewertung auf der Stufe „überwachen“ verbleibt. B. Chancenbericht Die LS telcom Gruppe steht vor vielfältigen Chancen, die sich aus aktuellen technologischen Entwicklungen, geopolitischen Veränderungen und der fortschreitenden Digitalisierung ergeben. Durch die strategische Ausrichtung auf innovative Lösungen und die Erschließung neuer Märkte positioniert sich das Unternehmen, um von diesen Trends zu profitieren. Funkspektrum als knappe Ressource In den letzten Jahren haben sich die Einsatzmöglichkeiten von Funktechnologien durch Entwicklungen wie das Internet der Dinge (IoT), Machine-to-Machine-Kommunikation, Industrie 4.0 und Smart Cities erheblich erweitert. Diese Fortschritte haben die Nachfrage nach Funkspektrum-Kapazitäten deutlich erhöht. Da das Funkspektrum jedoch eine begrenzte Ressource ist, sind Technologien und Systeme erforderlich, die eine effiziente und ressourcenschonende Nutzung ermöglichen. Die Förderung der gemeinsamen Nutzung von Funkfrequenzen ist dabei ein zentraler Ansatz, um den steigenden Bedarf zu decken und gleichzeitig schädliche Störungen zu vermeiden. Die innovativen Systemlösungen von LS telcom ermöglichen eine präzise, effiziente und nachhaltige Verwaltung des Funkspektrums. Dies trägt zur optimalen Nutzung dieser knappen Ressource bei und schafft sehr gute Absatzchancen für die LS telcom Gruppe. Chancen durch die veränderte geopolitische Lage Die weltweite geopolitische Lage ist durch anhaltende Konflikte, regionale Spannungen und verschärfte Sicherheitsbedrohungen geprägt. Neben dem Krieg in der Ukraine tragen auch Spannungen in anderen Regionen – etwa in Asien-Pazifik, im Nahen Osten und in Osteuropa – zu einem steigenden Bedarf an Verteidigungstechnologien und sicherheitsrelevanten Lösungen bei. Diese Entwicklungen führen vielerorts zu einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben und einer stärkeren Fokussierung auf technologische Modernisierung. Die LS telcom Gruppe hat Produkte und Lösungen für Funkspektrum-Management im Portfolio (z. B. SPECTRAmil) sowie Lösungen zur elektronischen Abwehr via Funk-Lösungen (z. B. Drohnenabwehr, elektronischer Ortungsschutz). Durch die gezielte Adressierung des militärischen Marktes könnte die LS telcom AG ihre Marktposition in diesem wachstumsstarken Segment erheblich stärken. Absatzchancen in vertikalen Märkten Die Systemlösungen, Produkte und Dienstleistungen von LS telcom sind universell konzipiert und können Anwendung in nahezu allen Funkbereichen und Branchen finden. In den vergangenen Jahren konnte LS telcom erfolgreich neue Kunden außerhalb der Kernmärkte Behörden und Ministerien im Telekommunikationsumfeld gewinnen, insbesondere aus den Bereichen öffentliche Sicherheit, kritische Infrastrukturen (KRITIS), Transport & Verkehr, Öl & Gas, Industrie sowie Versorgungsunternehmen. Der dort steigende Bedarf an sicherer, hochverfügbarer Kommunikation und teilweise bereits gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen sollten die Absatzchancen und das Marktpotential der LS telcom Gruppe deutlich erhöhen. Lagebericht 34 So konnte unmittelbar nach Ende des Geschäftsjahres eine Solution-Partnerschaft mit der Siemens AG bei Industrial 5G eingegangen werden, um gemeinsam die Private 5G Wireless Technologie von Siemens, für vielfältige Einsatzbereiche und sektorübergreifende Anwendungen bereitzustellen. Ziel der Kooperation ist es, insbesondere Industriekunden ein umfassendes und leistungsfähiges Angebot für private 5G-Anwendungen anzubieten. Digitale Transformation Regulierungsbehörden und zuständige Ministerien sehen sich einer zunehmenden Komplexität in der Verwaltung und in der Überwachung des Funkspek-trums ausgesetzt. Mit bestehenden und installierten Systemen lassen sich aus Sicht der LS telcom die anstehenden Aufgaben und der damit verbundene komplexe Arbeitsaufwand kaum mehr bewältigen. Daher könnte aus Sicht von LS telcom die Notwendigkeit zur Einführung moderner, digitaler Systeme einen Schub bei digitalen Systemen bzw. bei der digitalen Trans-formation auslösen und Regulierungsbehörden sowie zuständige Ministerien zu einer Modernisierung ihrer bestehenden Systeme veranlassen. LS telcom hat in den letzten Jahren erhebliche Ressourcen in der Entwicklung ihrer mySPECTRA-Plattform eingesetzt, die ideal auf die Bedürfnisse der Behörden zugeschnitten ist. mySPECTRA als führende Spektrum-Management-Lösung Bei mySPECTRA handelt es sich um eine komplett neu entwickelte Software-Plattform zur Verwaltung und Überwachung des Funkspektrums. Aus Sicht von LS telcom ist die Plattform in ihrem Einsatzgebiet weltweit führend. Sie ist vollständig web- und cloud-basiert. Sie kann in Cloud-, hybriden und in On-Premise-Umgebungen zum Einsatz kommen. Ihr Vorteil ist, dass Kunden Spezifikationen selbst in Funktionen umsetzen können oder von Beratern unserer Gruppe umsetzen lassen, ohne zusätzlichen Anpassungsaufwand im Entwicklungsbereich zu haben. Für LS telcom sollte sich ein positiver EBIT-Margen-Effekt ergeben. Mit mySPECTRA entfällt ein Großteil der individuellen, projektbezogenen Programmierarbeiten, mit entsprechenden positiven Effekten auf die Profitabilität. Steigende wiederkehrende Umsätze aus Wartungsverträgen Ein Großteil der Kunden von LS telcom, die Softwaresysteme beziehen, sind LS telcom langfristig verbunden, da sie nach Abschluss eines Projekts Wartungsverträge für z. B. Software-Updates und Weiterentwicklungen abschließen. Bei webbasierten Systemen ist das fast zwingend notwendig, da die andauernde Evolution der Sicherheitslücken und ein regelmäßiges Updaten der Software schon aus Risikogesichtspunkten unerlässlich ist. Die daraus generierten Umsätze sind jährlich wiederkehrend. Bezogen auf den Umsatz des Segments Softwaresysteme liegt der Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse derzeit bei rund 63 %. Trotz einiger Abgänge und Reduktionen in den letzten Jahren, wie speziell in Russland, gelang es erneut, den die Umsatzerlöse aus Wartungsverträgen zu steigern. Hier erwartet LS telcom auch für die nächsten Jahre moderat weiter steigende Einnahmen. Weitere Ausführungen zu Chancen der künftigen Entwicklung Der Vorstand ist überzeugt, dass die strategische Ausrichtung des Konzerns und seiner Produkte auf die genannten Geschäftsfelder und Themen richtig ist. Die seit mehreren Jahren getätigten hohen Investitionen und Vorleistungen in Produktentwicklungen und Markterschließungsmaßnahmen, die die Finanzzahlen der vergangenen Geschäftsjahre teilweise stark belastet haben, sollten sich künftig für die gesamte Firmengruppe auszahlen. Das Produktangebot des Konzerns ist auf die aktuellen und absehbaren Marktanforderungen abgestimmt und wird kontinuierlich mit hoher Innovationskraft weiterentwickelt. Der Vorstand sieht den Konzern damit gut aufgestellt und zweifelt nicht an dessen mittel- und langfristigem Erfolg. Die zeitlichen Unsicherheiten bei Vergabeentscheidungen auf politischer Ebene sind aufgrund unterschiedlicher Prioritäten unvermeidbar. Genau hier ist der Ansatz unserer Vertikalmarktstrategie, neben den Wartungsverträgen eine weitere Risikoverteilung auf viele Projekte zu erreichen. Betrachtet man die einzelnen Segmente, ergeben sich folgende Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung: Die LS telcom AG verzeichnet sowohl national als auch international eine stabile und wachsende Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Insbesondere in vertikalen Märkten konnten in den letzten Jahren 35 steigende Umsätze erzielt werden. Innovative "as-a-service"-Konzepte stoßen bei Kunden auf zunehmende Akzeptanz. Zudem bestehen weiterhin gute Geschäftsmöglichkeiten im Bereich hochwertiger technischer Strategieberatung sowie im Spektrum-Consulting für nationale und internationale Organisationen und Global Players. Das Kerngeschäft der LS telcom, insbesondere die Bereitstellung von Systemlösungen für die Frequenzverwaltung und das Spektrum-Management, bietet weiterhin signifikante Wachstumschancen. Der aktuelle Trend in diesem Bereich bewegt sich hin zu stärker integrierten Systemen und hochautomatisierten, webbasierten Diensten. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) optimiert LS telcom seine Produkte kontinuierlich, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Zudem stärken erfolgreiche Referenzprojekte im Bereich des e-Licensing für Regulierungsbehörden die Wettbewerbsposition des Unternehmens in diesem Kundensegment. Sowohl im bestehenden Kundenstamm aus Behörden und Ministerien als auch in den jüngst verstärkt adressierten Märkten der Inneren Sicherheit, KRITIS-Unternehmen und Verteidigung rechnet sich der Konzern Zusatzgeschäft mit neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwaltung und Funküberwachung aus. Diese aus Messtechnik und Software einschließlich künstlicher Intelligenz geformten Produkte bieten zunehmend gute Möglichkeiten für neues Wachstum. Insbesondere die Kombination der Messtechnik mit den bestehenden Softwaresystemen und den skalierbaren Dienstleistungen bieten hervorragende Möglichkeiten das Geschäft weiter auszubauen. Der Vorstands ist überzeugt, dass die LS telcom AG durch ihre strategische Ausrichtung und kontinuierliche Innovationskraft gut positioniert ist, um den aktuellen und zukünftigen Marktanforderungen gerecht zu werden Die LS telcom Gruppe bietet innovative Lösungen für das effiziente Management des begrenzten Funkspektrums, adressiert die steigende Nachfrage in sicherheitsrelevanten Bereichen und unterstützt die digitale Transformation von Regulierungsbehörden. Mit der mySPECTRA-Plattform und einem Fokus auf wiederkehrende Umsätze aus Wartungsverträgen ist das Unternehmen gut positioniert, um zukünftige Chancen zu nutzen und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. C. Prognosebericht Prognose für die Weltwirtschaft Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seinem Gutachten vom Herbst 2024 davon aus, dass die globale Wirtschaft im Jahr 2025 um 3,2 % wachsen dürfte. Damit erwartet der IFW ein stabiles BIP-Wachstum gegenüber 202420. Den globalen Kampf gegen die Inflation sieht der IFW als weitgehend gewonnen an21. Bis zum Jahresende 2025 erwartet der IWF eine weiter rückläufige globale Inflation auf 3,5 %. Die Rate würde damit unter dem durchschnittlichen Niveau von 3,6 % in den Jahren 2000 bis 2019 fallen22. Für die BIP-Wachstumsprognose sieht der IWF allerdings eine Reihe von erheblichen Risiken: Stärker werdende protektionistische Maßnahmen, eine anhaltende Immobilienkrise in China, eskalierende regionale Konflikte, eine Rückkehr volatiler Finanzmärkte mit negativen Effekten auf die Schuldensituation der Staaten23. Insgesamt empfiehlt der IWF, dass Staaten einen Fokus auf ihre Fiskalpolitik legen, so dass die öffentliche Verschuldung beherrschbar bleibt24. Nicht nur für das globale Output-Wachstum erwartet der IWF ein konstantes Niveau im Vergleich zu 2024. Auch für die einzelnen Ländergruppen sieht der IWF im Jahr 2025 unveränderte BIP-Wachstumsraten. So wird für die Gruppe der entwickelten Länder (unter anderem USA, Japan, Großbritannien, Australien, Kanada, Euroraum) ein BIP-Wachstum von 1,8 % erwartet. Die USA sollten weiterhin ein robustes Wachstum zeigen, allerdings mit 2,2 % etwas niedriger als in 2024 (2,8 %). Für den Euroraum wird eine leichte Beschleunigung des BIP-Wachstums erwartet, von 0,8 % in 2024 auf 1,2 % im Jahr 2025. Für die sich entwickelnden Länder prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum von 4,2 % im Jahr 2025. Indien wird weiter als eine der am stärksten wachsenden Lagebericht 36 Volkswirtschaften gesehen, mit einem BIP-Wachstum von 6,5 %25. Prognose für die Wirtschaft in Europa Wie bereits erläutert, rechnet der IWF im Euroraum mit einer leichten Belebung des Output-Wachstums, allerdings auf niedrigem Niveau. So soll nach den Berechnungen des IFW das Wachstum von 0,8 % im Jahr 2024 auf 1,2 % im Jahr 2025 steigen26. In dem Herbstgutachten vom September 2024 hellen sich gemäß dem Kieler Institut für Weltwirtschaft die Perspektiven für Europa etwas auf. Auf Basis der Lockerung der Geldpolitik, steigender Konsum- und Investitionsausgaben erwartet das Institut ein BIP-Wachstum für die Europäische Union von 1,4 %. Prognose für die Wirtschaft in Deutschland Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose erwartet in ihrem Gutachten vom Herbst 2024 für Deutschland im Jahr 2025 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 %27 nach -0,1 % im Jahr 2024. Insgesamt rechnet die Projektgruppe für Deutschland mit keiner schwungvollen Erholung, da die strukturellen Anpassungsprozesse andauern und die konjunkturellen Hemmnisse sich nur allmählich auflösen. Die konjunkturelle Schwächephase schlägt sich auch am Arbeitsmarkt nieder. Auch im Jahr 2026 wird mit einer Arbeitslosenrate von 6,0 % gerechnet28. Risiken werden weiterhin in den strukturellen Anpassungsprozessen gesehen, die das Produktionspotential erst einmal reduzieren sollten. Zusätzlich wirken die politischen Unsicherheiten in Deutschland dämpfend auf Investitionsentscheidungen29. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung Auf Konzern-Ebene erwartet das Management für das laufende Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz in der Bandbreite von EUR 41,0 bis 46,0 Mio. und einem Korridor für das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR 800 bis EUR 1,9 Mio. In der Prognose sind insbesondere folgende Überlegungen und Ausgangssituationen berücksichtigt worden. Der vertraglich gesicherte und nicht bearbeitete Auftragsbestand im Konzern lag zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bei EUR 31,4 Mio. (i. V. EUR 36,1 Mio.). Unbefristet laufende Wartungsverträge sind dabei lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten und langfristige Rahmenverträge maximal mit den während ihrer Laufzeit realistisch zu erwartenden Abrufvolumina berücksichtigt worden. Der Auftragsbestand setzt sich sowohl aus noch abzuarbeitenden Projektverträgen als auch aus wiederkehrendem Geschäft (bspw. Wartungsverträge) zusammen. Insgesamt geht der Vorstand auch im Geschäftsjahr 2024/2025 von einem herausfordernden Umfeld bei öffentlichen Auftraggebern insbesondere in Europa aus. Die Prognose wurde auf Basis den zum Zeitpunkt der Berichterstellung bekannten Informationen und Daten erstellt. Unerwartete zukünftige Ereignisse, wie beispielsweise eine sich erneut verschärfende Inflation, erneute Lieferkettenunterbrechungen oder ein plötzlicher konjunktureller Einbruch könnten sich negativ auf die in der Prognose unterstellten Annahmen auswirken. IV. BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 315a ABS. 1 HGB 1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital betrug zum 30. September 2024 5817000. Es ist eingeteilt in 5817000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt. 37 2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme. 3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden die folgenden Beteiligungen mit über 10 % der Stimmrechte: Beteiligte Person oder Gesellschaft Anzahl an Stimm- rechten Anteile an Stimm- rechten Dr. Georg Schöne 1.234.843 21,23% Dr. Manfred Lebherz 1.155.083 19,86% LBO Asset Management GmbH, Augsburg 1.085.000 18,65%* * entsprechend der letzten Stimmrechtsmitteilung ** zuvor ShapeQ GmbH *** Reduktion durch Umverteilung in der Familie 4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. 6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung gemäß §§ 133 und 179 AktG vorgenommen. Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen. 7. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Ausgabe von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 10. März 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. März 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.908.500,00 zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2022“). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen: Lagebericht 38 um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen; bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind andere Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Auf die 10 %-Grenze sind ferner Aktien anzurechnen, für die aufgrund von Options- oder Wandelschuldverschreibungen oder -genussrechten, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG von der Gesellschaft ausgegeben werden, ein Options- oder Wandlungsrecht, eine Options- oder Wandlungspflicht oder zugunsten der Gesellschaft ein Aktienlieferungsrecht besteht; bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der LS telcom AG und ihrer verbundenen Unternehmen (Belegschaftsaktien), wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 5 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Von den vorstehend erteilten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand nur in solchem Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreitet (20 %-Grenze), und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 20 %-Grenze anzurechnen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2022 festzulegen. Rückkauf von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 07. März 2024 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) und deren Verwendung einschließlich der Verwendung unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe: a) Der Vorstand wird bis zum 6. März 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a AktG ff. zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Der Erwerb ist nur zulässig, (i) wenn die Gesellschaft im Zeitpunkt des Erwerbs eine Rücklage in Höhe der Aufwendungen für den Erwerb bilden könnte, ohne das Grundkapital oder eine nach Gesetz oder Satzung zu bildende Rücklage zu mindern, die nicht zur Zahlung an die Aktionäre verwandt werden darf und (ii) wenn auf die Aktien der Ausgabebetrag voll geleistet ist. Der Erwerb darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien erfolgen. Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden. Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken: - zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder 5 Unternehmensteilen durch die Gesellschaft; - zur Einziehung der Aktien; - um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. b) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen. Der Vorstand wird aber bis zum 6. März 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwenden: - zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft; 39 - um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. In diesen Fällen ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräußerungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräußerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgeübt werden. c) Der Vorstand wird weiter bis zum 6. März 2029 ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen. 8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor. 9. Entschädigungsvereinbarungen Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mit-gliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht. V. BERICHT ZU WESENTLICHEN GESCHÄFTEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN Die Geschäfte mit nahestehenden Personen des Konzerns werden im Konzern-Anhang gesondert dargestellt. VI. (KONZERN-)ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG Die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenso wie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im Internet auf der deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten „Die LS telcom AG“ – „Investor Relations“ – „Corporate Governance“ abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergangenen Jahre zugänglich. Lichtenau, 12. Dezember 2024 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz Jahresabschluss 40 Bilanz der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau zum 30. September 2024 AKTIVA in EUR Stand am 30.09.2024 Stand am 30.09.2023 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen an solchen Rechten 64.178,10 81.208,93 64.178,10 81.208,93 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 3.401.994,08 3.588.362,31 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 563.209,77 601.778,32 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 66.455,26 0,00 4.031.659,11 4.190.140,63 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.701.151,10 3.701.151,10 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.188.051,33 6.701.084,21 3. Beteiligungen 120.268,43 120.268,43 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 15.707,28 15.426,54 10.025.178,14 10.537.930,28 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 486.808,07 588.770,10 2. Unfertige Leistungen 4.532.842,78 3.311.442,96 3. Fertige Erzeugnisse 59.279,04 32.158,48 4. Geleistete Anzahlungen 521,07 20.119,37 5.079.450,96 3.952.490,91 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.255.699,11 1.668.594,23 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.877.569,42 7.388.500,07 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 10.514,08 237,94 4. Sonstige Vermögensgegenstände 217.068,10 177.291,72 7.360.850,71 9.234.623,96 III. Flüssige Mittel 3.832.973,45 2.910.085,20 C. Rechnungsabgrenzungsposten 386.709,73 490.882,06 D. Aktive latente Steuern 588.359,01 595.759,08 31.369.359,21 31.993.121,05 41 PASSIVA in EUR Stand am 30.09.2024 Stand am 30.09.2023 A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 5.817.000,00 5.817.000,00 Nennbetrag der eigenen Anteile -24.000,00 -24.000,00 Ausgegebenes Kapital 5.793.000,00 5.793.000,00 II. Kapitalrücklage 8.982.927,28 8.982.927,28 III. Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen 285.582,79 285.582,79 IV. Bilanzverlust -8.359.986,21 -3.614.988,76 6.701.523,86 11.446.521,31 B. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen 2.259.529,38 2.714.009,95 2.259.529,38 2.714.009,95 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.481.250,00 8.075.000,00 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.410.337,72 3.768.524,42 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.148.274,16 1.039.992,74 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.092.451,68 1.643.533,16 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 222.109,83 295.360,36 6. Sonstige Verbindlichkeiten 227.081,12 266.644,07 19.581.504,51 15.089.054,75 D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.826.801,46 2.743.535,04 31.369.359,21 31.993.121,05 Jahresabschluss 42 Gewinn-und-Verlust-Rechnung der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau für die Zeit vom 01. Oktober bis zum 30. September 2024 in EUR 2023/2024 2022/2023 1. Umsatzerlöse 25.023.002,73 29.189.311,00 2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnissen 1.248.520,38 2.150.442,57 3. Andere aktivierbare Eigenleistungen 25.181,20 0,00 4. Sonstige betriebliche Erträge 564.645,01 1.014.109,04 26.861.349,32 32.353.862,61 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.941.617,04 1.702.052,03 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.775.321,04 10.881.046,59 10.716.938,08 12.583.098,62 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 13.032.776,53 13.047.826,94 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 2.329.507,12 2.161.635,56 15.362.283,65 15.209.462,50 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 529.943,30 730.328,43 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.725.999,93 4.810.427,24 -4.473.815,64 -979.454,18 9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 257.439,12 204.473,85 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10.854,86 579,00 11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 850.000,00 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 473.791,42 266.556,05 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 52.242,97 -37.286,88 -257.740,41 -874.216,32 14. Ergebnis nach Steuern -4.731.556,05 -1.853.670,50 15. Sonstige Steuern 13.441,40 13.758,06 16. Jahresfehlbetrag -4.744.997,45 -1.867.428,56 17. Verlustvortrag -3.614.988,76 -1.747.560,20 18. Bilanzverlust -8.359.986,21 -3.614.988,76 43 Jahresabschluss 44 Entwicklung des Anlagevermögens der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau im Geschäftsjahr 2023/2024 Anschaffungs-/Herstellungskosten in EUR Stand am 01.10.2023 Zugänge Abgänge Stand am 30.09.2024 I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen an solchen Rechten 1.427.136,10 26.976,30 33.143,00 1.420.969,40 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 5.659.220,22 0,00 17.225,66 5.641.994,56 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.585.644,06 300.583,73 80.437,40 5.805.790,39 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 66.455,26 0,00 66.455,26 11.244.864,28 367.038,99 97.663,06 11.514.240,21 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.601.151,10 0,00 0,00 4.601.151,10 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.901.084,21 640.821,42 1.153.854,30 7.388.051,33 3. Beteiligungen 120.268,43 0,00 0,00 120.268,43 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 15.426,54 280,74 0,00 15.707,28 12.637.930,28 641.102,16 1.153.854,30 12.125.178,14 25.309.930,66 1.035.117,45 1.284.660,36 25.060.387,75 45 Kumulierte Abschreibungen Buchwerte Stand am 01.10.2023 Zugänge Abgänge Stand am 30.09.2024 Stand am 30.09.2024 Stand am 30.09.2023 1.345.927,17 44.007,13 33.143,00 1.356.791,30 64.178,10 81.208,93 2.070.857,91 169.959,23 816,66 2.240.000,48 3.401.994,08 3.588.362,31 4.983.865,74 315.976,94 57.262,06 5.242.580,62 563.209,77 601.778,32 0,00 0,00 0,00 0,00 66.455,26 0,00 7.054.723,65 485.936,17 58.078,72 7.482.581,10 4.031.659,11 4.190.140,63 900.000,00 0,00 0,00 900.000,00 3.701.151,10 3.701.151,10 1.200.000,00 0,00 0,00 1.200.000,00 6.188.051,33 6.701.084,21 0,00 0,00 0,00 0,00 120.268,43 120.268,43 0,00 0,00 0,00 0,00 15.707,28 15.426,54 2.100.000,00 0,00 0,00 2.100.000,00 10.025.178,14 10.537.930,28 10.500.650,82 529.943,30 91.221,72 10.939.372,40 14.121.015,35 14.809.279,84 Jahresabschluss 46 ANHANG DER LS TELCOM AKTIENGESELLSCHAFT Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2023/2024 A. RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss der LS telcom AG, Lichtenau (Amtsgericht Mannheim, HRB 211164), die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren vorgenommen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen ein und 35 Jahren. Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Bestimmung der beizulegenden Werte erfolgt bei Anteilen an verbundenen Unternehmen mit Hilfe der Discounted-Cashflow-Methode und bei Ausleihungen an verbundene Unternehmen unter Beachtung der erwarteten künftigen Zahlungsströme auf Basis einer 5-Jahresplanung. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung sowie die Ergebnismarge und das Wachstum der ewigen Rente. Die tatsächlichen zukünftigen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind wesentliche Änderungen der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen nicht erkennbar. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen war im Berichtsjahr keine Abschreibung auf einen niedrigeren beizulegenden Zeitwert erforderlich. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder zum niedrigeren Zeitwert. Die unfertigen Leistungen und die fertigen Erzeugnisse sind mit den Herstellungskosten bewertet. Dabei werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie herstellungsbezogene Verwaltungsgemeinkosten einbezogen. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken wurden bei der Bewertung berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1,0 % gebildet. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen, im Zusammenhang mit der Fremdwährungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bei den sonstigen Rückstellungen ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 28 %. Für die Bewertung der steuerlichen Verlustvorträge wurden aus Vorsichtsgründen Risikoabschläge für Projektrisiken vorgenommen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Geschäftsjahr 2023/2024 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB aktiviert. 47 Die Posten des Eigenkapitals sind zu Nennwerten angesetzt. Die Nennwerte für erworbene eigene Anteile werden gemäß § 272 Abs. 1 a HGB von dem Posten „Gezeichnetes Kapital“ abgesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Die erhaltenen Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. B. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen mit EUR 4.877.569,42 (i. V. EUR 7.388.500,07) auf den Liefer- und Leistungsverkehr. Zum 30.09.2024 bestehen in Höhe von EUR 10.514,08 (i. V. EUR 237,94) Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. In den Forderungen sind keine Werte mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag von EUR 17.473,93 (i. V. EUR 3.483,48) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen. Es sind sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 2.800,00 (i. V. EUR 0,00) rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entstanden. In diesem Geschäftsjahr betreffen keine (i. V. EUR 17.751,00) sonstigen Vermögensgegenstände Abgrenzungen für Zuwendungen der öffentlichen Hand. Zum 30.09.2024 dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 6.835.103,01 durch eine Globalzession in Form von einer Forderungsabtretung der Besicherung eines im Geschäftsjahr 2023/2024 abgeschlossenen Bankkredits. Im Vorjahr unterlagen keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einer Forderungsabtretung. 3. Flüssige Mittel Der Posten enthält den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Jahresabschluss 48 ANHANG DER LS TELCOM AKTIENGESELLSCHAFT 4. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern sind in Höhe von EUR 537.000,00 (i. V. EUR 537.000,00) auf steuerliche Verlustvorträge. Die aktiven latenten Steuern Höhe von EUR 62.765,64 (i. V. EUR 64.976,69) sowie die passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 11.406,63 (i. V. EUR 6.217,61), die auf zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen zurückzuführen sind, setzen sich wie folgt zusammen: Aktive latente Passive latente in EUR Steuern Steuern Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.833,03 2.954,80 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.303,42 0,00 Liquide Mittel 0,00 27,83 Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen 0,00 8.424,00 Rückstellungen 35.629,20 0,00 Steuerliche Verlustvorträge 537.000,00 0,00 599.765,65 11.406,63 Es erfolgte eine Verrechnung der aktiven latenten Steuern mit den passiven latenten Steuern: in EUR 30.09.2023 Veränderung 30.09.2024 Aktive latente Steuern 601.976,69 -2.211,05 599.765,64 Passive latente Steuern 6.217,61 5.189,02 11.406,63 Saldierte Steuerlatenzen 595.759,08 -7.400,07 588.359,01 Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über einen nicht genutzten körperschaftssteuerlichen Verlustvortrag in Höhe von EUR 13.924.014,84 und einen nicht genutzten gewerbesteuerlichen Verlustvortrag in Höhe von EUR 14.306.121,92 zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen. 5. Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.817.000,00 und ist in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie eingeteilt. Die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien betrug im Berichtsjahr 5.793.000 (i. V. 5.793.000). 49 Eigene Anteile Die Gesellschaft hat im laufenden Geschäftsjahr keine eigenen Aktien erworben oder veräußert. Am Bilanzstichtag waren somit 24.000 eigene Aktien im Bestand. Der Bestand zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen: Aktienkäufe Stück Anteil am Grundkapital in EUR Anteil am Grundkapital in % Erwerbs-/ Verkaufsgrund August 2008 6.004 6.004,00 0,1 spätere Akquisition September 2008 26.160 26.160,00 0,45 spätere Akquisition Oktober 2008 47.595 47.595,00 0,82 spätere Akquisition November 2008 34.441 34.441,00 0,59 spätere Akquisition Dezember 2008 22.269 22.269,00 0,38 spätere Akquisition Januar 2009 15.731 15.731,00 0,27 spätere Akquisition Februar 2009 2.550 2.550,00 0,04 spätere Akquisition Juli 2011 5.970 5.970,00 0,1 spätere Akquisition August 2011 4.080 4.080,00 0,07 spätere Akquisition November 2011 5.500 5.500,00 0,09 spätere Akquisition Dezember 2011 3.700 3.700,00 0,06 spätere Akquisition Juni 2014 -150.000 -150.000,00 -2,58 Akquisition 24.000 24.000,00 0,41 Die eigenen Aktien wurden in Höhe des Nennwertes vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Eine weitere Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile wurde am 07. März 2024 wirksam und gilt bis zum 06. März 2029. Genehmigtes Kapital Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 10. März 2022 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 9. März 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.908.500,00 zu erhöhen. Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt: in EUR Ausgegebenes Kapital Kapital- Rücklage Gewinn- Rücklage Bilanzverlust Eigenkapital Stand am 30.09.2023 5.793.000,00 8.982.927,28 285.582,79 -3.614.988,76 11.446.521,31 Jahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -4.744.997,45 -4.744.997,45 Stand am 30.09.2024 5.793.000,00 8.982.927,28 285.582,79 -8.359.986,21 6.701.523,86 Ausschüttungsgesperrte Beträge Gemäß § 268 Abs. 8 HGB unterliegt die Aktivierung latenter Steuern in Höhe von EUR 588.359,01 einer Ausschüttungssperre. Jahresabschluss 50 ANHANG DER LS TELCOM AKTIENGESELLSCHAFT 6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten (EUR 1.702.356,07, i. V. EUR 2.237.766,13), für Abschluss- und Prüfungskosten (EUR 195.319,00, i. V. EUR 179.980,00) und für ausstehende Eingangsrechnungen (EUR 223.333,80, i. V. EUR 142.849,76). 7. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten zum 30. September 2024 setzen sich wie folgt zusammen: davon davon in EUR Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.731.250,00 9.750.000,00 6.083.338,00 3.666.662,00 11.481.250,00 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.410.337,72 0,00 0,00 0,00 4.410.337,72 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.148.274,16 0,00 0,00 0,00 1.148.274,16 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.092.451,68 0,00 0,00 0,00 2.092.451,68 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs- verhältnis besteht 222.109,83 0,00 0,00 0,00 222.109,83 Sonstige Verbindlichkeiten 227.081,12 0,00 0,00 0,00 227.081,12 9.831.504,51 9.750.000,00 6.083.338,00 3.666.662,00 19.581.504,51 Die Verbindlichkeiten zum 30. September 2023 setzen sich wie folgt zusammen: davon davon in EUR Restlaufzeit unter 1 Jahr Restlaufzeit über 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.593.750,00 4.481.250,00 3.731.250,00 750.000,00 8.075.000,00 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.768.524,42 0,00 0,00 0,00 3.768.524,42 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.039.992,74 0,00 0,00 0,00 1.039.992,74 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.643.533,16 0,00 0,00 0,00 1.643.533,16 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs- verhältnis besteht 295.360,36 0,00 0,00 0,00 295.360,36 Sonstige Verbindlichkeiten 266.644,07 0,00 0,00 0,00 266.644,07 10.607.804,75 4.481.250,00 3.731.250,00 750.000,00 15.089.054,75 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte in Höhe von EUR 4.911.300,00 gesichert. Die Bedingungen von zwei aufgenommen L-Bank Liquiditätsdarlehen verpflichten den Konzern zur Einhaltung von zwei Finanzkennzahlen (Covenants), der Mindest-Eigenmittelquote und dem Netto-Verschuldungsgrad. Berechnungsbasis ist 51 der vom Wirtschaftsprüfer testierte Konzernjahresabschluss. Eine Verletzung dieser Kennzahlen kann ein außerordent-liches Kündigungsrecht der Kreditgeber auslösen. Zum 30.09.2024 wurde eine Kennzahl nicht eingehalten. Mit dem Kreditgeber wurde infolgedessen eine Waiver-Vereinbarung geschlossen, dass die Nichteinhaltung der Financial Covenants per 30.09.2024 geduldet werden und hieraus keine Rechte hergeleitet werden. Darüber hinaus wurde für den nächsten Überprüfungszeitpunkt 30.09.2025 eine moderate Absenkung der einzuhaltenden Mindest-Eigenmittelquote vereinbart. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen betreffen in Höhe von EUR 1.152.612,33 (i. V. EUR 1.152.612,33) Anzahlungen von verbundenen Unternehmen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit EUR 2.092.451,68 (i. V. EUR 1.643.533,16) auf den Liefer- und Leistungsverkehr. In den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in diesem Geschäftsjahr keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (i. V. EUR 99.052,88) enthalten. In Höhe von EUR 222.109,83 (i. V. EUR 196.307,48) entfallen die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, auf Anzahlungen auf Bestellungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: in EUR 30.09.2024 30.09.2023 Verbindlichkeiten aus Steuern 147.889,99 158.233,16 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 48.965,62 48.275,16 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 30.225,51 60.135,75 227.081,12 266.644,07 II. Gewinn-und-Verlust-Rechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse lassen sich wie folgt nach Tätigkeitsbereichen verteilen: in EUR 2023/2024 Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen 8.579.522,60 Softwaresysteme 16.443.480,13 25.023.002,73 Dabei werden 18,0 % der Umsätze im Inland (EUR 4.499.509,68), 37,6 % im europäischen Ausland (EUR 9.408.284,46) und 44,4 % (EUR 11.115.208,59) im übrigen Ausland erzielt. 2. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 279.503,58 (i. V. EUR 81.101,84) ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 109.048,16 (i. V. EUR 399.557,30) enthalten. Davon entfallen auf unrealisierte Erträge EUR 45.760,93 (i. V. EUR 9.742,47). In diesem Geschäftsjahr entfallen keine sonstigen betrieblichen Erträge auf Zuwendungen der öffentlichen Hand (i. V. EUR 40.302,15). Jahresabschluss 52 ANHANG DER LS TELCOM AKTIENGESELLSCHAFT 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 33.996,00 (i. V. EUR 38.129,48) ausgewiesen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten sowie Börsenkosten aus Vorjahren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 222.349,72 (i. V. EUR 707.226,96). Davon entfallen auf unrealisierte Aufwendungen EUR 71.875,23 (i. V. EUR 111.292,23). 4. Beteiligungsergebnis und Abschreibungen auf Finanzanlagen In den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind Zinsen in Höhe von EUR 257.158,38 (i. V. EUR 204.198,85) von verbundenen Unternehmen, sowie Zinsen in Höhe von EUR 280,74 (i. V. EUR 275,00) von Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten. Im Vorjahr wurde gegenüber der LS telcom SAS ein Forderungsverzicht in Höhe von EUR 850.000,00 erklärt. Dies führte zu einem entsprechenden Rückgang der Ausleihungen an verbundene Unternehmen. In diesem Jahr wurde gegenüber keinem Tochterunternehmen ein Forderungsverzicht erklärt, der sich in dieser Position niederschlägt. 5. Finanzergebnis In diesem Geschäftsjahr sind wie im Vorjahr keine Zinsen und ähnliche Aufwendungen für verbundene Unternehmen, ebenso keine sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge von verbundenen Unternehmen, angefallen. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In Deutschland wurde in 2023 das Mindeststeuergesetz (MinStG) verabschiedet, welches der Umsetzung der Richtlinie der (EU) 2022/25234 zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung dient, die auf den von der OECD veröffentlichten Leitlinien (Pillar II) basiert. Das MinStG sieht eine verpflichtende Ausnahme vom Ansatz und der Bewertung latenter Steuern vor, die sich aus der Anwendung des MinStG oder entsprechender ausländischer Mindeststeuergesetze ergeben. Die Ausnahme entspricht der in den internationalen Rechnungslegungsstandards in IAS 12. Die Gesellschaft wendet diese Ausnahmeregelung an. Derzeit prüft die LS telcom AG, ob die ausländische Tochterunternehmen ggf. künftig der Mindestbesteuerung unterliegen könnten. Nach derzeitigem Stand der Analyse, geht die LS telcom AG davon aus, dass sich aus der Anwendung dieser Regelungen in diesem Geschäftsjahr keine wesentlichen Auswirkungen sowohl auf die Konzernsteuerquote des nach dem IFRS aufgestellten Konzernabschlusses als auch die Steuerquote des Einzelabschlusses nach HGB ergeben werden. Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind EUR 38,99 periodenfremde Erträge sowie in Höhe von EUR 870,40 periodenfremde Aufwendungen enthalten. Im Vorjahr beinhalteten die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag keine periodenfremde Beträge. Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind EUR 7.400,07 latenter Steueraufwand (i. V. EUR 8.893,22) und kein latenter Steuerertrag (i. V. EUR 69.205,09) enthalten. 7. Außergewöhnliche Aufwendungen oder Erträge Im Geschäftsjahr sind wie im Vorjahr keine außergewöhnlichen Aufwendungen oder Erträge angefallen. 53 SONSTIGE ANGABEN 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen eine Beteiligung im Sinne von § 271 Abs. 1 HGB: Name und Sitz Beteiligungs- quote in % Währung Wechselkurs Eigen- kapital Jahres- ergebnis LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada 100 TCAD 1,513 1.688 187 Vision2Comm GmbH, Lichtenau 100 TEUR 98 45 LS telcom SAS, Paris/Frankreich 100 TEUR 351 -2 LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika 51 TZAR 19,226 14.610 -5.745 NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China 40 TRMB 7,828 4.718 1.386 Colibrex GmbH, Rheinmünster 100 TEUR -1.381 -326 LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 49 TAED 4,090 -2.591 540 LS telcom UK Ltd., London/ Vereinigtes Königreich 100 TGBP 0,835 -566 -133 RadioSoft Inc., Clarkesville/USA 100 TUSD 1,120 -90 -346 LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien 100 TAUD 1,617 -143 404 Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP services GmbH, Lichtenau 50 TEUR 0 0 LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/India 90 TINR 93,813 22.472 4.066 SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina 48 TBAM 1,956 -10 -46 Smart Spectrum Solutions Providers S.A.L (Offshore), Beirut/Libanon 90 TUSD 1,120 1.054 392 Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika 25 TZAR 19,226 375 -20 2. Personal Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Angestellten beträgt (inklusive der Betriebsstätten) 182. Davon sind im Durchschnitt 34 Mitarbeitende in Teilzeit und 148 Mitarbeitende in Vollzeit beschäftigt. 3. Außerbilanzielle Geschäfte Haftungsverhältnisse Für ein Tochterunternehmen wurde eine Patronats- und Garantieerklärung abgegeben, nach welcher die Gesellschaft für die fälligen Verbindlichkeiten des Tochterunternehmens für einen bestimmten Zeitraum einsteht. Auf Basis der wirtschaftlichen Lage des betroffenen Tochterunternehmens im Aufstellungszeitraum geht die Gesellschaft derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von dem Hauptschuldner erfüllt werden können. Das Risiko für eine Inanspruchnahme aus dem aufgeführten Haftungsverhältnis wird als gering eingeschätzt. Die Verbindlichkeiten des Tochterunternehmens belaufen sich zum 30. September 2024 auf EUR 292.300,42. Jahresabschluss 54 ANHANG DER LS TELCOM AKTIENGESELLSCHAFT Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen, die sich wie folgt zusammensetzen: Miet- und Leasingverpflichtungen in EUR Fällig 01.10.2024 - 30.09.2025 152.274,13 Fällig 01.10.2025 - 30.09.2029 267.930,73 Fällig ab 01.10.2029 und später 0,00 Gesamt 420.204,86 4. Organe der Gesellschaft Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Winfried Holtermüller (Rechtsanwalt), Stuttgart (Vorsitzender) Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender) (bis 07. März 2024) Prof. Dr. Hans-Peter Burghof (Professor für Betriebswirtschaftslehre), Stuttgart Prof. Dr. Winfried Lieber (Rektor der Hochschule Offenburg a. D.), Ohlsbach (seit 07. März 2024) Paul de Schrijver (Consultant und Finanzvorstand Inetum Realdolmen Belgium), Gent (seit 18. März 2024) Herr Paul der Schrijver ist Vorsitzender des Verwaltungsrats bei FLOWSPARKS N.V. Darüber hinaus üben die Mitglieder des Aufsichtsrats keine weiteren Aufsichtsratsmandate aus. Dem Vorstand gehören an die Herren: Dr. Georg Schöne (Sprecher und Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, Finanzen und Controlling, Investor Relations und Finanzkommunikation, Administration, Rechtswesen, IT, Vertrieb und strategische Entwicklung, Hardwarenahe Systeme und Softwaresysteme, CEO), Lichtenau Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Dienstleistungen, Consulting and Engineering Services, Marketing und Public Relations, Business Development, strategische Entwicklung und Vertrieb, Dienstleistungen und Vertikalmärkte, COO), Rheinmünster Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt EUR 610.542,87 (i. V. EUR 803.821,02) erfasst. Davon betreffen die gesamten EUR 610.542,87 (i. V. EUR 608.821,02) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen. In diesem Geschäftsjahr entfällt kein Anteil der Vorstandsvergütung (i. V. EUR 195.000,00) auf die variablen erfolgsbezogenen Vergütungsanteile. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023/2024 Bezüge in Höhe von EUR 102.377,50 (i. V. EUR 92.373,06). Herr Dr. Georg Schöne hält zum Bilanzstichtag 1.234.843 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten 5.873 Aktien. Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und Aufsichtsrats enthält der separate Vergütungsbericht der LS telcom AG. 55 5. Honorar des Abschlussprüfers (ohne Umsatzsteuer) in EUR 2023/2024 Abschlussprüfungsleistungen 170.506,04 Steuerberatungsleistungen 0,00 Sonstige Leistungen 0,00 Gesamthonorar 170.506,04 Die Abschlussprüfungsleistungen betrafen Aufwendungen für die Prüfung des Jahres- und Konzern-Abschlusses der Gesellschaft. Die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung am 07. März 2024 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023/2024 gewählt. 6. Konzern-Abschluss Die LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, ist nach § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzern-Abschlusses verpflichtet. Die Veröffentlichung des Konzern-Abschlusses erfolgt im Bundesanzeiger. 7. Mitteilung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Zum 30. September 2024 lagen uns nach § 33 Abs. 1 WpHG folgende Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären aufgrund des Erwerbs oder Verkaufs von Aktien bezüglich der Überschreitung der Meldeschwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25% und 30% vor. a) Mitteilungen im Geschäftsjahr 2023/2024 Mitteilung vom 11. Juni 2024 „Simon Haindl meldet, dass sein Anteil an Aktien der LS telcom AG der LBO Asset Management GmbH am 11.06.2024 die Meldeschwellen berührt hat. Der Stimmrechtsanteil hat an diesem Tag 18,65 % betragen.“ Mitteilung vom 01. Februar 2024 „Frau Elke Schöne teilt am 06.02.2024 mit, dass ihr Anteil an Aktien der LS telcom AG aufgrund der Annahme einer Schenkung am 01.02.2024 die Meldeschwelle von 3 % überschritten hat und ab sofort 3,19 % beträgt.“ Mitteilung vom 01. Februar 2024 „Herr Dr. Georg Schöne teilt am 05.02.2024 mit, dass sein Anteil an Aktien der LS telcom AG aufgrund einer Schenkung an Familienangehörige am 01.02.2024 die Meldeschwelle von 25 % unterschritten hat und ab sofort 21,23 % beträgt.“ b) Mitteilung vom 06. Juni 2023 „Frau Christiane Weispfenning teilt am 16.08.2023 mit, dass ihr Anteil an Aktien am 06.06.2023 8,92 % betragen hat.“ c) Mitteilung vom 10. März 2023 „Die ShapeQ GmbH teilt mit, dass ihr Anteil an Aktien am 10.03.2023 die Schwelle von 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 18,37 % beträgt.“ d) Mitteilung vom 10. März 2023 „Die Axxion S.A. teilt mit, dass ihr Anteil an Aktien am 10.03.2023 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,86 % beträgt.“ e) Korrekturmitteilung vom 05. Dezember 2022 „Herr Manfred Lebherz korrigiert seine Mitteilung gem. §§ 33 ff. WpHG vom 01.12.2022.“ f) Mitteilung vom 01. Dezember 2022 „Dr. Manfred Lebherz teilt mit, dass sein Anteil an Aktien am 01.12.2022 die Schwelle von 25 % und 20 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 19,86 % beträgt.“ Alle der Gesellschaft zugegangenen Stimmrechtsmitteilungen sind über die Internet-Seite der Gesellschaft einsehbar. 8. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG Am 29. November 2023 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Webseite der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht. 9. Nachtragsbericht Nach Ende des Geschäftsjahres zum 30. September 2024 haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet, über die an dieser Stelle zu berichten wäre. 10. Ergebnisverwendungsvorschlag Der Jahresfehlbetrag der Gesellschaft beträgt EUR 3.614.988,76. Der Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen Lichtenau, 12. Dezember 2024 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz 1 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Foreword, xii 2 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 10 3 IMF, World Economic Navigating Global Divergences, Oct 2023, Foreword, xiii 4 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Executive Summary, xiv 5 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Executive Summary, xiv 6 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 10 7 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 10 8 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Foreword Foreword xii 9 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Executive Summary xiv 10 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, Executive Summary xiv 11 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 9-10 12 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2024, S. 17 13 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2024, S. 18 14 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2024, S. 22 15 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2024, S. 23 16 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2024, S. 32 17 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2024, S. 32 18 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2024, S. 32 19 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2024, S. 35 20 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, foreword, xiii 21 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, foreword, xii 22 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, foreword, xii 23 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, foreword, xii 24 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, executive summary, xiv 25 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 9 - 10 26 IMF, World Economic Outlook, Policy Pivot, Rising Threats, Oct 2024, p. 9 - 10 27 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Deutsche Wirtschaft im Umbruch, Konjunktur und Wachstum schwach, S. 37 - 39 28 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Deutsche Wirtschaft im Umbruch, Konjunktur und Wachstum schwach, S. 37 - 39 29 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Deutsche Wirtschaft im Umbruch, Konjunktur und Wachstum schwach, S. 37 - 39