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LS telcom AG

Annual Report Dec 23, 2011

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2010/2011

Spektrum-Management | Spektrum-Monitoring | Funknetzplanung | Dienstleistungen

www.LStelcom.com

LS telcom Konzern-Ergebnisse im Überblick nach IFRS 1) 2010/2011 2009/2010 Differenz
absolut
Differenz
relativ in %
Umsatz in TEUR 20.699 16.225 4.474 27,6
Exportquote in % 85,0 80,0 5,0 6,3
Ertragsdaten Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und
Amortisationen (EBITDA)
in TEUR 4.539 3.728 811 21,8
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in TEUR 2.331 1.572 759 48,3
Ergebnis vor Steuern (EBT) in TEUR 2.125 1.320 805 61,0
Konzern-Jahresergebnis (nach Minderheitenanteilen) in TEUR 1.521 940 581 61,8
Investitionen gesamt in TEUR 2.797 1.996 801 40,1
Finanzdaten Abschreibungen gesamt in TEUR 2.208 2.156 52 2,4
Free Cashflow 2.489 2.251 238 10,6
Liquide Mittel (Kasse, Bank,
Wertpapiere des Umlaufvermögens)
in TEUR 7.525 5.069 2.456 48,5
Bilanzdaten Bilanzsumme in TEUR 26.073 21.399 4.674 21,8
Eigenkapital in TEUR 14.449 13.213 1.236 9,4
Eigenkapitalquote in % 55,4 61,7 -6,3 -10,2
Ergebnis je Aktie in EUR 0,29 0,18 0,11 61,1
Börsenkurs zum Geschäftsjahresende (30.09.) in EUR 3,43 1,85 1,58 85,4
Jahreshoch/-tief (Schlusskurs) in EUR 4,35/1,82 2,02/1,30
Kennzahlen Aktie Anzahl der Aktien 5.335.000 5.335.000
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende
(Schlusskurs 30.09.)
in TEUR 18.304 9.870 8.429 85,4
Liquidität je Aktie in EUR 1,41 0,95 0,46 48,4
Mitarbeiter zum Geschäftsjahresende (30.09.) 143 137 6 4,4
Mitarbeiter Personalaufwand in TEUR 10.077 9.057 1.020 11,3

1) International Financial Reporting Standards (Internationale Rechnungslegungsregeln)

Geschäftsbericht 2010/2011

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Vorstands
8
Unternehmensentwicklung
Bedeutende Ereignisse im Geschäftsjahr
2010/2011
Bericht des Aufsichtsrats
Lagebericht
A
Geschäft und Rahmenbedingungen
n Marktumfeld und Absatzentwicklung
n Unternehmenssituation
n
Niederlassungen und
ausländische Gesellschaften
n Mitarbeiter
n Produktentwicklung
n Forschung und Entwicklung
n Die LS telcom AG an der Börse
B
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
des LS telcom Konzerns
n Geschäftsverlauf, Umsatz- und
Ergebnisentwicklung
n Vermögenslage und Investitionen
C Nachtragsbericht
D Risikobericht
n Risikomanagement
9
n Internes Kontrollsystem (IKS)
n Bestand des Konzerns ist gesichert
10
12
12
12
13
15
16
16
16
16
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17
18
18
18
18
19
20
n Risiken der künftigen Entwicklung 20
E Prognosebericht 23
F Berichterstattung gemäß § 315
Abs. 4 HGB
24
n Zusammensetzung des gezeichneten
Kapitals
24
n
Beschränkungen, die Stimmrechte
oder die Übertragung von Aktien
betreffen
24
n
Direkte oder indirekte Beteiligungen
am Kapital
24
n
Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
24
n
Art der Stimmrechtskontrolle im Falle
von Arbeitnehmerbeteiligungen
24
n
Gesetzliche Vorschriften und Satzungs-
bestimmungen über die Ernennung und
Abberufung von Vorstandsmitgliedern
und über Satzungsänderungen
24
n
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe
und zum Rückkauf von Aktien
24
n
Wesentliche Vereinbarungen, die unter
der Bedingung eines Kontrollwechsels
infolge eines Übernahmeangebotes
stehen
25
n
Entschädigungsvereinbarungen
25
G Grundzüge des Vergütungssystems
gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB
26
n
Aufsichtsrat und Vorstand
26
n
Vergütungsbericht
26
H Bericht zu wesentlichen Geschäften mit
nahe stehenden Personen
27
I Erklärung zur Unternehmensführung
gemäß § 289 a HGB
27
J Versicherung der gesetzlichen Vertreter 27

4

Unternehmensprofil 28

n In den weltweiten Funknetzen
zu Hause
28
n Kunden 28
n Produkte 30
n Märkte 31
n Wettbewerb 32
n Strategie 32
Die LS telcom-Aktie 34
n Kursentwicklung 34
n Aktionärsstruktur 35

Corporate Governance Bericht 2011 36

n Erklärung des Vorstands und des Aufsichts- rats der LS telcom AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG vom 6. Dezember 2011 36

n Investor Relations 35

  • n Vergütung des Vorstands und des Aufsichts- rats (Ziffer 4.2.5 und 5.4.6 des Kodex) 38
  • n Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung (Ziffer 5.4 des Kodex) 39
  • n Interessenkonflikte (Ziffer 4.3, 5.4.2 und 5.5 des Kodex) 39
  • n Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat (Ziffer 6.6 des Kodex) 39
  • n Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme der Gesellschaft (Ziffer 7.1.3 des Kodex) 40
  • n Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB 40
Jahresabschluss 42
Konzern-Abschluss gemäß IFRS
n Konzern-Bilanz 42
n Konzern-Gesamtergebnisrechnung 44
n
Konzern-Eigenkapitalveränderungs
rechnung
45
n Konzern-Kapitalflussrechnung 46
n
Entwicklung des Konzern
Anlagevermögens
48
n Konzern-Anhang 50
n
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
zum Konzern-Abschluss
80
Jahresabschluss gemäß HGB
n Bilanz 82
n Gewinn-und-Verlust-Rechnung 84
n Entwicklung des Anlagevermögens 86
n Anhang 88
n Lagebericht 94
n
Bestätigungsvermerk des
Abschlussprüfers zum Jahresabschluss
104
Ansprechpartner und Termine 105

Vorwort des Vorstands

das Geschäftsjahr 2010/2011 bescherte uns mit Rekordaufträgen aus der Golfregion einen überaus vielversprechenden Start. Weitere große Aufträge aus Australien, Großbritannien, Südafrika und nicht zuletzt von deutschen Kunden ermöglichten der LS telcom Firmengruppe die 20 Millionen Euro Umsatzschwelle erstmals zu überschreiten.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang unsere um Hardwaresysteme erweiterte Geschäftstätigkeit. LS telcom hat in diesem Geschäftsjahr bereits einen wesentlichen Anteil der Umsatzerlöse aus Geschäften erzielt, die unter anderem die Lieferung kompletter Funküberwachungssysteme oder, wie in Südafrika, vollständiger TV-Senderanlagen nebst Stromversorgungscontainer zum Inhalt hatten. Aus diesem hardwarebezogenen Geschäftsbereich erhoffen wir uns in den nächsten Jahren sehr gute Wachstumsmöglichkeiten. Diese Zuversicht spiegelt sich unter anderem in der Gründung zweier neuer Töchter, der LS telcom Inc., USA, und der Colibrex GmbH wider. Beide konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf die Erschließung spezieller Marktnischen mit integrierten Systemlösungen, in denen LS telcom-Software und Messtechnik-Hardware zu intelligenten Systemen kombiniert werden.

Die politischen Unruhen in der arabischen Welt sowie die Finanzmarkt- und Schuldenkrise führten in den vergangenen zwölf Monaten zwar zu geringfügigen Verschiebungen bei der Umsetzung und auch bei der Vergabe von Projekten, jedoch gelang es dem Unternehmen aufgrund der generell sehr positiven Marktlage, dennoch plangemäß nicht nur das Umsatzvolumen, sondern auch die Profitabilität zu steigern. Die sehr positiven Zahlen mit Steigerungsraten im höheren zweistelligen Prozentbereich für alle wesentlichen Kenngrößen sprechen für sich.

Auch für die mittelfristige Zukunft hat sich die Lage des Konzerns weiter verbessert. Der gegenüber dem Vorjahr um gut 30 % höhere Auftragsbestand von nun beinahe EUR 30 Mio. sichert der LS telcom Firmengruppe ein hohes Maß an Stabilität für die kommenden Jahre. Zudem geht der Vorstand bei mehreren derzeitigen Vergabeverfahren davon

aus, weitere großvolumige Projekte noch im Laufe dieses Geschäftsjahres zu gewinnen.

Es wird sicherlich keine einfache Aufgabe sein, in Anbetracht der hohen Projektauslastung die richtige Balance zwischen mit Fixkostenanstieg einhergehenden Personalneueinstellungen und dem Risiko nicht ausreichender Personalressourcen zu finden. LS telcom hat jedoch bereits im Laufe des Geschäftsjahres Vorkehrungen getroffen und wird die Ressourcen und Strukturen innerhalb des Unternehmens kurzfristig so ausrichten, dass auch bei stark erhöhter Projektauslastung eine möglichst einfache und effiziente Skalierung der Produktivität jederzeit gewährleistet ist.

Die positive Geschäftsentwicklung zeigt sich auch in der Zunahme der freien Liquidität des LS telcom Konzerns. LS telcom konnte die kurzfristig frei verfügbaren Geldmittel um immerhin 48 % steigern. Die Gesellschaft hält außerdem unverändert etwas mehr als 3 % an eigenen Aktien, die bei dem aktuellen Kursniveau zudem eine gewisse "stille Liquiditätsreserve" darstellen. Mit diesem komfortablen Liquiditätspolster hat die LS telcom AG beste Voraussetzungen geschaffen, die bereits akquirierten Großprojekte und das erwartete weitere Wachstum unverändert aus eigenen Betriebsmitteln zu finanzieren.

Die Marktkapitalisierung der LS telcom AG stieg vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 um 89 %. Positiv für unsere Aktionäre wirkte sich sicherlich das im Vergleich zu den vergangenen Jahren um ein Vielfaches höhere Handelsvolumen in LS telcom Aktien aus. Diese Entwicklung dürfte auf die positive Nachrichtenlage während des Geschäftsjahres zurückzuführen sein. Aufgrund der erfreulichen Geschäftszahlen und vielversprechenden Geschäftsaussichten erwarten wir einen weiterhin positiven Kursverlauf.

Der Kurs unserer Aktie reflektiert das im Geschäftsjahr Erreichte zwar eindrücklich, dennoch betrachtet der Vorstand das Unternehmen bei Kursen zwischen 3,20 und 3,50 als

6

nicht adäquat bewertet. Der Vorstand hat deshalb gegen Ende des Geschäftsjahres von seinem Aktienrückkaufsrecht Gebrauch gemacht, um bei diesen günstigen Kursen weitere Aktien als mögliche künftige Akquisitionswährung einzusammeln.

Die Stimmung in unserem Absatzmarkt ist nach wie vor sehr gut und eine Abschwächung zeichnet sich auf absehbare Zeit nicht ab. Im Gegenteil rechnen wir bei erfolgreicher Abwicklung der aktuellen Großprojekte mit zusätzlich positiven Impulsen auf weitere Kunden und einer damit verbundenen Steigerung der Nachfrage.

Die LS telcom AG verfügt in den von uns adressierten Teilmärkten nach wie vor über entscheidende Kompetenz- und Technologievorteile gegenüber dem Wettbewerb. Innovationen werden permanent generiert, wobei der Antrieb dafür gleichermaßen aus eigenen Ideen, den Anforderungen aus Kundenprojekten und auch aus der Beteiligung an eigenständigen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen gegeben wird. Um den technologischen Vorsprung des Unternehmens gegenüber dem Wettbewerb zu sichern, hat die LS telcom AG wie in den Vorjahren stark in Neuentwicklungen investiert und dafür – zusätzlich zu der Vielzahl in Kundenprojekten geschaffener Neuerungen – gut EUR 3,7 Mio. eingesetzt. Damit hat der LS telcom Konzern seinen technischen Vorsprung nicht nur gesichert, sondern weiter ausgebaut und sieht sich sehr gut für die Zukunft gerüstet.

Unter Berücksichtigung dieser entwicklungstechnischen Vorleistungen und begleitenden vertrieblichen Aktivitäten geht der Vorstand davon aus, dass sich die LS telcom Firmengruppe nicht nur auf dem nun erreichten Umsatzniveau jenseits der EUR 20 Mio. halten kann, sondern von hier aus auch weiteres Wachstum möglich ist. Die Digitalisierung von Betriebsfunknetzen der Großindustrie, regionaler und nationaler Behördennetze, die Umverteilung großer Frequenzbereiche für Breitbanddienste, einschließlich der Einführung von sogenannten "White Space"- Geräten, die über intelligente Verfahren und unter Nutzung entsprechender Datenbanklösungen temporär selbständig

Frequenzspektrum detektieren und nutzen, sowie die für neue Funktechnologien und -anwendungen benötigten neuartigen Messverfahren zur effizienten Funküberwachung, sollten uns dafür ausreichend Potenzial bieten. Selbstverständlich wird der Vorstand die dafür nötigen Maßnahmen und Investitionen weiterhin mit Bedacht und dem Augenmerk auf langfristige Stabilität umsetzen.

In Anbetracht der vielversprechenden Geschäftsaussichten sowie des positiven erzielten Unternehmsergebnisses und Liquiditätszuwachses, haben wir in unserem Gewinnverwendungsvorschlag die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 0,10 pro Aktie vorgeschlagen. Damit möchten wir uns auch bei Ihnen, sehr geehrte Aktionäre, für Ihr Vertrauen und Ihre Treue zu unserem Unternehmen bedanken.

Für das im vergangenen Geschäftsjahr Erreichte bedanken wir uns jedoch in erster Linie bei unseren Mitarbeitern, ohne deren tatkräftigen und engagierten Einsatz der Erfolg dieses Geschäftsjahres nicht realisierbar gewesen wäre.

Dezember 2011

Der Vorstand

8 Unternehmensentwicklung

9 Bedeutende Ereignisse im Geschäftsjahr 2010/2011

Oktober 2010 Rekordaufträge für LS telcom
Aufträge aus Oman und Bahrain im Gesamtvolumen von EUR 10,4 Mio.
Dezember 2010 Aufträge aus Australien und Ungarn
Erweiterungen im Gesamtvolumen von EUR 1,3 Mio.
Juli 2011 Neue Tochtergesellschaften in USA und Deutschland
Gründung der LS telcom Inc. in Annapolis/USA zur Bedienung des US-Marktes.
Aufbau der Colibrex GmbH in Lichtenau zur Entwicklung und Vermarktung von
messtechnischen Lösungen für fliegende Plattformen.
August 2011 Großaufträge aus Australien, Kanada und Oman
Spektrum-Management-Enterprise-Lösungen im Gesamtvolumen von EUR 10,8 Mio.
September 2011 Überschreiten der EUR 20 Mio. Umsatzschwelle
LS telcom übertrifft zum Ende des Geschäftsjahres die Schwelle
von EUR 20 Mio. Umsatz. Weiteres Wachstum wird erwartet.

Bericht des Aufsichtsrats 10

Das zurückliegende Geschäftsjahr 2010/2011 ist für die LS telcom AG erneut sehr erfolgreich verlaufen. Der LS telcom Konzern hat die Nachwirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise hervorragend gemeistert, seine technologische Vorreiterstellung im Weltmarkt weiter ausgebaut und seine Ertragskraft nachhaltig gesteigert. Dies sind eindeutige Belege für die wirtschaftliche Stabilität und die Wettbewerbsfähigkeit der LS telcom AG. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand und das Unternehmen auf diesem erfolgreichen Weg auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 intensiv begleitet und unterstützt.

Der Aufsichtsrat der LS telcom AG hat im zurückliegenden Geschäftsjahr die ihm nach dem Aktiengesetz und der Satzung der Gesellschaft obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand der Gesellschaft unterstützt, überwacht und beratend begleitet. In alle wesentlichen unternehmerischen und strategischen Entscheidungen war der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Von zentraler Bedeutung waren dabei die weltweite strategische Expansion des Konzerns, der Aufbau der Geschäftsaktivitäten in den USA, die Entwicklung und der Ausbau weiterer Geschäftsfelder, die technologische und entwicklungstechnische Integration der Tochtergesellschaften in den Konzern und die Akquisition sowie Abwicklung weiterer zukunftsweisender Großprojekte. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand während des gesamten zurückliegenden Geschäftsjahrs ständig in engstem Kontakt zum Vorstand der Gesellschaft und hat diesen bei der Entscheidungsfindung beraten und unterstützt.

In seinen Sitzungen vom 30.11.2010, 25.02.2011, 13.05.2011, 19.08.2011 sowie in der Sitzung zum Zwecke der Feststellung des Jahresabschlusses und der Billigung des Konzern-Abschlusses am 30.11.2011 hat sich der Aufsichtsrat durch den Vorstand ausführlich über die Situation des Unternehmens und den Gang der Geschäfte unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat wurde darüber hinaus vom Vorstand während des gesamten Geschäftsjahres lückenlos über die jeweilige aktuelle Geschäftsentwicklung – insbesondere den Auftragsbestand, die Entwicklung der Umsatzerlöse sowie die Vermögens-, Finanz- und Liquiditätslage, das Risikomanagement und das Risk-Controlling – und über sämtliche Vorgänge von besonderer Bedeutung informiert. Die wirtschaftliche Lage und die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens wurden regelmäßig, auch außerhalb förmlicher Sitzungen, mit dem Vorstand erörtert. Sämtliche Maßnahmen, welche einer Unterrichtung oder Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden im Aufsichtsrat frühzeitig und umfassend besprochen, vom Aufsichtsrat verantwortlich begleitet und von diesem überwacht.

Der Aufsichtsrat hat sich in monatlichen schriftlichen Berichten durch den Vorstand lückenlos und detailliert über die Auftrags-, Liquiditäts- und Ertragslage der LS telcom AG sowie sämtlicher Tochtergesellschaften unterrichten lassen. Er hat ferner jeweils monatlich die Einhaltung der Geschäftsplanung des LS telcom Konzerns, das Forderungsmanagement, das Risikomanagement, den Bestand an offenen Kundenforderungen und das Cash-Management innerhalb des Konzerns anhand der schriftlichen Berichte des Vorstands überprüft und überwacht.

Der Aufsichtsrat hat auch im zurückliegenden Geschäftsjahr eine aktive Rolle bei der Fortschreibung des Risikomanagement- und des Risk-Controlling-Systems der Gesellschaft sowie bei der Umsetzung und der Überwachung der Einhaltung des Deutschen Corporate Governance Kodex gespielt.

Nicht zuletzt den bewährten und effizienten Mechanismen des Risikomanagements und Risk-Controlling im LS telcom Konzern ist es zu verdanken, dass der Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr keinerlei Forderungsausfälle zu verzeichnen hatte.

Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich behandelt. So hat das Kontrollgremium in seiner Bilanzsitzung den Jahresabschluss des Berichtsjahres festgestellt und den Konzern-Abschluss gebilligt, dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zugestimmt und die Unternehmensplanung 2011/2012 sowie die Mittelfristplanung bis 2014 verabschiedet.

Zu den wichtigsten Beratungsthemen des Aufsichtsgremiums im abgelaufenen Geschäftsjahr zählten:

  • • die wirtschaftliche Lage des LS telcom Konzerns
  • • die weitere strategische Expansion des Konzerns
  • • die Erschließung und der Ausbau neuer Geschäftsfelder
  • • die Konzern-Planung 2011/2012
  • • der Start der Geschäftsaktivitäten in den USA
  • • die Sicherstellung der technologischen und wirtschaftlichen Weltmarktführerschaft des Konzerns
  • • das Risikomanagement und das Risk-Controlling
  • • die Umstellung des Systems der Vorstandsvergütung, u. a. durch Implementierung von Vergütungskomponenten mit nachhaltiger und langfristiger Anreizwirkung.

Zusätzlich hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die Arbeitsabläufe und die Prozesse der Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat effizient und zielorientiert ausgerichtet sind, insbe-

sondere, dass der Aufsichtsrat zu jeder Zeit für die Mitglieder des Vorstands erreichbar ist und diesen kompetent und erfahren mit Rat und Tat zur Seite steht.

Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht der LS telcom AG, der Konzern-Abschluss des LS telcom Konzerns sowie der Konzern-Lagebericht, jeweils zum 30.09.2011, wurden durch die Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, im Auftrag des Aufsichtsrats geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht der LS telcom AG, der Konzern-Abschluss sowie der Lagebericht des LS telcom Konzerns und die jeweiligen Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt und erläutert und von ihm gemäß § 171 Abs. 1 AktG geprüft. Der Abschlussprüfer hat ausführlich über sämtliche wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und sämtliche Fragen des Aufsichtsrats umfassend beantwortet. Der Aufsichtsrat hatte vor Durchführung der Abschlussprüfung mit dem Wirtschaftsprüfer gemäß Ziff. 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex vereinbart, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats über sämtliche während der Prüfung möglicherweise auftretenden Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten war. Ferner hatte der Aufsichtsrat gemäß Ziff. 7.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex den Abschlussprüfer verpflichtet, über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse unverzüglich zu berichten, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung möglicherweise ergeben. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass dieser ihn informiert und im Prüfungsbericht vermerkt, wenn er bei der Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen sollte, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand bzw. Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG abgegebenen Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben.

Der Aufsichtsrat hat in eigener Verantwortung die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gem. Ziff. 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex überprüft und eine schriftliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, in welcher über sämtliche beruflichen, geschäftlichen, persönlichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen zwischen dem Abschlussprüfer bzw. seinen Organen und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits Rechenschaft abgelegt wird.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der LS telcom AG sowie den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht des LS telcom Konzerns und den Vorschlag zur Ergebnisverwendung umfassend geprüft. Diese Prüfung hat keinen Anlass zu Beanstandungen ergeben. Somit ist der Jahresabschluss der Gesellschaft gemäß § 172 S. 1 AktG festgestellt, der

Konzern-Abschluss gemäß § 171 Abs. 1; Abs. 2 Satz 4 AktG gebilligt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands an.

Besondere Angaben nach § 171 Abs. 2 Satz 2 AktG; § 289 Abs. 4; § 315 Abs. 4 HGB, die einer Stellungnahme bzw. Erläuterung des Aufsichtsrats bedürfen, sind im Lagebericht der LS telcom AG sowie im Konzern-Lagebericht des LS telcom Konzerns nicht enthalten.

Die im Bericht des Aufsichtsrats für das zurückliegende Geschäftsjahr 2009/2010 geäußerte Zuversicht, der LS telcom Konzern werde seine technologische Marktführerschaft und seine wirtschaftliche Ertragskraft weiter steigern, hat sich erfüllt. Dank der seit langem eingerichteten und kontinuierlich fortentwickelten Risikofrüherkennungs- und -steuerungssysteme hat der LS telcom Konzern auch den Folgewirkungen der zurückliegenden globalen Wirtschaftsund Finanzkrise hervorragend standgehalten und seine weltweit marktführende Position in allen wichtigen Geschäftsbereichen verstärkt und ausgebaut. Es ist auch im zurückliegenden Geschäftsjahr gelungen, mehrere strategisch wichtige Großaufträge zu akquirieren, welche als Referenzprojekte künftiges weiteres Wachstum sicherstellen werden.

Die hervorragende Qualifikation, Erfahrung und Motivation der Mitarbeiter des LS telcom Konzerns sind auch weiterhin ein wesentlicher Garant für die Erreichung der wirtschaftlichen Ziele, die die Gesellschaft und ihre Leitungsorgane sich für das laufende Wirtschaftsjahr und für die nähere Zukunft gesetzt haben.

Für ihren hervorragenden Einsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand, der erweiterten Geschäftsleitung und allen Mitarbeitern der LS telcom AG sowie ihrer Tochtergesellschaften Dank und Anerkennung aus.

Sie alle haben gemeinsam im abgelaufenen Geschäftsjahr hervorragenden Einsatz gezeigt und ihren unverzichtbaren Beitrag zu einem erneut eindrucksvollen Gesamtergebnis geleistet.

Stuttgart/Lichtenau, den 11. Dezember 2011

Dr. Winfried Holtermüller Rechtsanwalt Vorsitzender des Aufsichtsrats der LS telcom AG

A. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN

1. Marktumfeld und Absatzentwicklung

Das Geschäftsjahr 2010/2011 war geprägt von mehreren großvolumigen Auftragseingängen, sowohl für Softwaresysteme als auch für Komplettlösungen mit hohem integriertem Messtechnikanteil. Diese sorgten nicht nur für einen deutlichen Umsatzzuwachs im Geschäftsjahr, sondern sichern dem Konzern auch wesentliche Umsatzerlöse für die kommenden zwei bis drei Jahre und über Anschlusswartungsvereinbarungen auch darüber hinaus. Gegenüber den Vorjahren zeigt das für uns relevante Marktumfeld eine noch stärkere Nachfrage, die auch für das kommende Geschäftsjahr anhalten dürfte. Profitieren konnte die LS telcom AG von der vertrieblichen Arbeit der vergangenen Jahre und insbesondere auch durch Referenz-Großprojekte aus dem Vorjahr. Beides trug dazu bei, Neukunden von den Produkten der LS telcom AG zu überzeugen und insbesondere Großprojekte in der Golfregion, Australien und Kanada zu sichern.

Plangemäß konnte so letztlich nicht nur der Umsatz, sondern auch das Konzern-Ergebnis deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Der Konzern-Jahresüberschuss (nach Minderheitenanteilen) von EUR 1,52 Mio. legte gegenüber dem Vorjahresergebnis von TEUR 940 um 62 % zu. Das Betriebsergebnis zeigt einen Anstieg von EUR 1,57 Mio. auf EUR 2,33 Mio. was einer Steigerung um 48 % im Vorjahresvergleich entspricht.

Dieses erfreuliche Ergebnis resultiert vor allem aus dem 28 %-igen Umsatzanstieg und trotz deutlich höherem Materialeinsatz immer noch 15 %-igen Zuwachs des Rohertrags. Im Vergleich zur Erhöhung des Materialaufwands stiegen die Aufwendungen für Personal und Abschreibungen sowie für den sonstigen betrieblichen Aufwand geringer an.

In Teilbereichen des von uns adressierten Markts besteht ein unverändert starker Wettbewerb. In diesem Umfeld konnte sich der LS telcom Konzern im vergangenen Geschäftsjahr jedoch sehr erfolgreich behaupten und in nahezu allen Ausschreibungsverfahren, in denen LS telcom-Lösungen angeboten wurden, die Kunden überzeugen. Dem Konzern gelang es damit, weitere Marktanteile gegenüber dem Wettbewerb zu gewinnen. Daneben wurde das Geschäft aber ebenso mit bestehenden Kunden ausgebaut.

Technologisch hat der Konzern seinen Vorsprung zum Wettbewerb speziell im Bereich Systemlösungen für Regulierungsbehörden deutlich vergrößert und das Produktportfolio in diesem Bereich durch das Angebot hardwarenaher Speziallösungen für die Funküberwachung erheblich erweitert. Die Umsatzerlöse aus dem reinen Beratungsgeschäft konnten auf dem im Vorjahr erreichten hohen Niveau gehalten werden; insbesondere Projekte aus dem Umfeld der Digitalisierung von Sicherheits- und Betriebsfunknetzen trugen hierzu bei. Das exzellente Renommee unserer Experten wird sich auch künftig im internationalen Wettbewerb auszahlen.

Der LS telcom Konzern weist im Geschäftsjahr 2010/2011 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von rund 28 % und Umsatzerlöse von EUR 20,70 Mio. (i. V. EUR 16,23 Mio.) aus.

Um sich den technologischen Trends zu stellen und auch in Zukunft marktgerechte Produkte anbieten zu können, hat der Konzern trotz starker Auslastung im Projektgeschäft weiter in die Entwicklung neuer Produkte, u. a. internetbasierte Lösungen sowie Enterprise-Lösungen, die umfassende Systemprodukte von Drittherstellern mit integrieren, und in das Zusammenspiel von Frequenzverwaltungs- und Funküberwachungssystemen investiert sowie entsprechende Entwicklungsleistungen aktiviert. Die aktivierten Eigenleistungen liegen deshalb mit EUR 1,97 Mio. um 17 % über denen des Vorjahres (i. V. EUR 1,68 Mio.).

Die Gesamtleistung von EUR 23,47 Mio. liegt ca. 26 % über der des Vorjahres (i. V. EUR 18,61 Mio.).

Der Auftragseingang in Höhe von EUR 34,55 Mio. (i. V. EUR 19,96 Mio.) lag 2010/2011 aufgrund der oben erläuterten Marktgegebenheiten etwa 73 % über dem des Vorjahres. Mehrere bereits erteilte Zuschläge und laufende Verhandlungen mit hoher Auftragswahrscheinlichkeit stimmen uns auch für die künftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens optimistisch, die im Geschäftsjahr überschrittene Umsatzschwelle von EUR 20 Mio. nicht nur dauerhaft zu halten, sondern auch auf diesem höheren Niveau weiter zu wachsen.

Aufgrund der seit diesem Geschäftsjahr signifikant gewachsenen Umsatzerlöse aus hardwarenahen Systemlösungen wurde eine Neusegmentierung der Geschäftstätigkeiten der LS telcom AG vorgenommen.

Der Umsatz gliedert sich nach den beiden Berichtssegmenten "Softwaresysteme" und "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" wie folgt auf:

in TEUR Umsatz
GJ 2010/2011
Umsatz
GJ 2009/2010
Veränderung EBIT
GJ 2010/2011
EBIT
GJ 2009/2010
Softwaresysteme 14.019 11.723 20 % 2.630 663
Hardwarenahe Systeme und
Dienstleistungen
6.680 4.502 48 % -299 909
Insgesamt 20.699 16.225 28 % 2.331 1.572

Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert:

Das Segment "Softwaresysteme" beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte.

Das Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" fasst die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz, sowie Netzplanungs- und Beratungstätigkeiten zusammen.

In "Hardwarenahe Systeme" gehen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder Generator-Containern, deren Installation und Inbetriebnahme.

Unter "Dienstleistungen" werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Beratung, Planung, Ingenieurdienstleistungen und Trainings erbringt.

Wie im vergangenen Jahr liegt der Umsatzanteil des Segments "Softwaresysteme" deutlich über dem des Segments "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen". Mit einem Anteil von 68 % (i. V. 72 %) der gesamten Umsatzerlöse war "Softwaresysteme" das klar dominierende Geschäftssegment. In diesem Geschäftsumfeld stehen aktuell mehrere Ausschreibungen für umfassende Systemmodernisierungen sowie für Neusysteme an.

Die LS telcom Firmengruppe hat sich als verlässlicher und kompetenter Dienstleister sowohl bei Mobil- und Rundfunkbetreibern als auch bei öffentlichen Auftraggebern und in der Großindustrie bei Betreibern von Betriebsfunknetzen ein exzellentes Renommee erarbeitet. Darauf aufbauend konnte sich der Konzern im Geschäft mit Planungs- und Beratungsdienstleistungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung neuer Digitalfunknetze für Sicherheitsdienste (professioneller Mobilfunk), auch international weiter behaupten und das im Vorjahr erreichte hohe Umsatzniveau in diesem Geschäftsbereich halten.

In dem erst im Vorjahr begonnenen Geschäftsbereich mit Hardware-Systemlösungen wurde nicht nur die Entwicklung neuer Produkte vorangetrieben; es konnten auch umsatzseitig erste vielversprechende Erfolge erzielt werden.

Die umsatzstärksten Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres betrafen größere Frequenzmanagement-Systeme mit hohem Automatisierungsgrad sowie Planungs- und Beratungsgroßprojekte, jeweils überwiegend für Kunden in Europa, dem Mittleren Osten und Asien/Pazifik.

Jeder dieser in den beiden Berichtssegmenten enthaltenen unterschiedlichen Teilmärkte bietet für sich hohes Entwicklungspotenzial und wird in den nächsten Jahren eine relevante Rolle für die Umsatzentwicklung des Unternehmens spielen.

Der Geschäftsverlauf im Segment "Softwaresysteme" wurde im Gegensatz zum Vorjahr wieder stärker vom Neukundengeschäft bestimmt. Nachdem im Vorjahr vor allem Umsatzerlöse mit Bestandskunden zum Erfolg beigetragen hatten, konnten im Geschäftsjahr 2010/2011 etwa ein Drittel der Umsatzerlöse mit Neukunden erwirtschaftet werden.

Das Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" verzeichnet einen Umsatzzuwachs von 48 %, jedoch mit negativem Beitrag zum Betriebsergebnis. Vor allem ein Großprojekt zur Modernisierung eines Funküberwachungssystems ermöglichte eine Steigerung der Umsatzerlöse in diesem Segment. Das negative Ergebnis resultiert hier aus Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für neue Produkte sowie Aufwendungen zur Markterschließung für das hardwarebezogene Teilgeschäft, das mit einer vergleichsweise geringen Marge verbunden ist.

Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im Berichtszeitraum über dem des Vorjahres bei ca. 85 % (i. V. 80 %). Die Exportumsätze innerhalb Europas liegen bei 27 % und in den restlichen Regionen bei 58 % (dabei Afrika mit 8 %, Asien/Pazifik mit 14 % und der Mittlere Osten mit 32 %).

2. Unternehmenssituation

Softwaresysteme

Im Geschäftsjahr 2010/2011 verzeichnete der LS telcom Konzern in diesem Segment eine sehr gute Nachfrage. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurden daraus mehrere Großprojekte beauftragt, insbesondere von Regulierungsbehörden und sonstigen Frequenzverwaltungsorganisationen.

Mit einem Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr weist das Segment ein ordentliches Umsatzwachstum aus. Durch stärkere Standardisierung der Systemlösungen und unterproportionale Zunahme der für die Umsetzung der Projekte nötigen Aufwendungen konnte die Profitabilität in diesem

Segment verbessert werden. Dies drückt sich letztlich in einem Beitrag zum Betriebsergebnis in Höhe von EUR 2,63 Mio. aus. Im Vorjahr wurde lediglich ein Segment-EBIT von TEUR 663 erreicht.

Der Umsatz im Segment "Softwaresysteme" wurde aus einer ausgewogenen Mischung von Neugeschäft und Folgegeschäft (Systemerweiterung und Wartung) mit Bestandskunden erwirtschaftet. Wesentliche Beiträge resultierten aus Geschäften mit deutschen Behörden und Systemherstellern sowie aus Projekten in Australien, Bahrain, Großbritannien, Oman und Saudi Arabien.

Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen

Das Umsatzniveau des Vorjahres wurde in diesem Segment um 48 % übertroffen. Der Dienstleistungsbereich konnte vor allem von bestehenden, langfristigen Verträgen profitieren, die mit entsprechendem Nachfolgegeschäft auch einen guten Teil der Erlöse für das neue Geschäftsjahr sichern und für eine ordentliche Grundauslastung sorgen dürften.

Die im Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" erzielten Umsatzerlöse von EUR 6,68 Mio. (i. V. EUR 4,50 Mio.) setzen sich zusammen aus ca. 70 % Dienstleistungen und 30 % Umsätzen aus hardwarenahen Systemen.

Hardwarenahe Systeme

Unter dem Teilsegment "Hardwarenahe Systeme" werden innerhalb der LS telcom Firmengruppe sehr unterschiedliche Produkte entwickelt und vermarktet. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem bisherigen Kerngeschäft (Spektrum-Management-Softwaresysteme, Planungstools und Planungsdienstleistungen) adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem bisher rein "immateriellen" Produktportfolio der LS telcom darstellen.

Am Hauptsitz der LS telcom AG werden neue Verfahren und Systeme zur kleinzelligen Überwachung der Spektrumnutzung entwickelt. Dazu gehören stationäre Langzeit-Messverfahren mit intelligentem Datenmanagement von Terabytes an Messdaten ebenso wie neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Modellhubschraubern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen.

Die südafrikanische Tochtergesellschaft hat sich außerdem auf die Herstellung von Sender- und zugehörigen Energieversorgungscontainern spezialisiert, nimmt diese in Betrieb und sorgt auch für deren messtechnische Validierung vor Ort. Dieses Geschäft hat sich aus der Herstellung digitaler TV-Sendercontainer für Afrika sehr stark entwickelt und bietet gutes Potenzial für weiteres Wachstum im Rundfunkwie auch Mobilfunkbereich.

Dienstleistungen

LS telcom erbringt in dem Geschäftsbereich "Consulting & Engineering" umfassende Trainings-, Planungs- und Beratungsdienstleistungen für unterschiedliche Kunden, unter anderem für spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektrum, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden.

Das Geschäftsfeld wurde durch den Bedarf an Beratungsund Planungsdienstleistungen von Systemherstellern und Betreibern von Sicherheitsfunknetzen gut ausgelastet. Im Umfeld des Aufbaus von digitalen Behörden- und Sicherheitsfunknetzen (in Deutschland beispielsweise das "BOS-Netz" für Behörden mit Ordnungsaufgaben wie Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte) sieht die LS telcom AG auch für die Zukunft großes Potenzial, speziell im hochwertigen Beratungsbereich.

Aus dem Rundfunkbereich wurde im Rahmen der laufenden Digitalisierung der terrestrischen Rundfunksysteme besonders in Afrika und Asien die Expertise von LS telcom nachgefragt. Beratungs- und Planungsleistungen bezogen sich dabei auf die Unterstützung bei der Erstellung von Angeboten für komplette landesweite Netze, bis hin zur Detailplanung und Validierung von neuen TV-Sendern.

Die hier betrachteten Dienstleistungsprojekte wurden zwar überwiegend von der LS telcom AG in Deutschland ausgeführt; wesentliche Beiträge leistete allerdings auch die südafrikanische Tochtergesellschaft.

Das seit 2002 etablierte Training Center steuerte auch im vergangenen Geschäftsjahr wieder verlässlich zum Umsatz bei. Darüber hinaus ist diese Einrichtung auch als ein sehr wertvolles Marketing Instrument für den Konzern zu sehen. Trainingsseminare fanden sowohl am Sitz des Unternehmens als auch bei Kunden statt.

3. Niederlassungen und ausländische Gesellschaften

Die LS telcom AG unterhält zum Ende des Geschäftsjahres 2010/2011 eine Niederlassung in Budapest. Das Büro in Ungarn dient vorwiegend der Vor-Ort-, Projekt- und Vertriebsunterstützung sowie der lokalen Anpassung einzelner Softwaremodule. Daneben betreibt das Unternehmen ein Repräsentationsbüro in Maskat/Oman. Von dort aus erfolgt der maßgebliche Vertrieb in den gesamten arabischsprachigen Raum sowie die lokale Projektunterstützung.

Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2011 bei der LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada, bei der LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich, bei der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/ Südafrika, bei der LS telcom Inc., Annapolis/USA, bei der Colibrex GmbH, Lichtenau, bei der Vision2Comm GmbH,

Lichtenau, sowie bei der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/ China.

Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Ltd. bearbeitet insbesondere den Markt für Software und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehörden und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada, Lateinamerika sowie ausgewählte Länder in Asien und Afrika.

Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient vorrangig den französischsprachigen Markt. Außerdem ist die LS telcom SAS hauptverantwortlich für Projekte auf Basis der sogenannten "Professional Systemlösungen" (typischerweise kleinere bis mittelgroße Projekte ohne Einsatz von SOA-Technologie, d. h. ohne Serviceorientierte Architektur).

Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Beratungs- und Planungsleistungen in Afrika und unterstützt zudem auch den Vertrieb, die Wartung und das Testen von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochter hat in den vergangenen Jahren außerdem erfolgreich einen Geschäftszweig für den Aufbau von Sendern und Antennenanlagen etabliert.

Die Vision2Comm GmbH war während des Geschäftsjahres nicht operativ tätig.

Die Gründung der Colibrex GmbH mit Sitz in Lichtenau erfolgte Mitte Juli 2011. In dieser Gesellschaft sollen neue messtechnische Lösungen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen entwickelt und vermarktet werden.

Als jüngste Tochtergesellschaft im Konzern-Verbund wurde im Juli 2011 unsere Tochtergesellschaft LS telcom Inc. in Annapolis, USA, gegründet. Diese neue Tochter wird sich um den US-amerikanischen Markt kümmern und dort einerseits das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe vermarkten, andererseits aber auch US-spezifische Produkte für den dortigen Homeland Security und Militärmarkt entwickeln. Erste Vertriebserfolge konnten zum Ende des Geschäftsjahres bereits verbucht werden.

An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG seit dem 28.05.2009 einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. ist Hauptvertriebspartner der LS telcom AG für den chinesischen Markt. Daneben erbringt die NG Networks Co., Ltd. auch Softwareentwicklungsleistungen (Anpassungen für den chinesischen Markt und Entwicklung eigener Produkte). Über die abgeschlossene Vertriebsvereinbarung hat sich die LS telcom AG auch Vertriebsrechte an den von NG Networks Co., Ltd. entwickelten Produkten, spezielle Planungslösungen für Wimax- und LTE-Netze, gesichert. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss "at equity" bilanziert und bleibt deshalb im Konsolidierungskreis der LS telcom Gruppe unberücksichtigt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der ausländischen Tochtergesellschaften ist mit Ausnahme des Geschäftsverlaufs der LS telcom Ltd., Kanada, zufriedenstellend und entspricht weitgehend den Erwartungen. Hier kam es zu Verzögerungen bei der Vergabe von einigen größeren Projekten. Gegen Ende des Geschäftsjahres konnte die LS telcom Ltd. Auftragseingänge in Höhe von ca. EUR 2,35 Mio. verbuchen. Weitere aussichtsreiche Ausschreibungsverfahren laufen in deren Vertriebsregion noch. Deshalb gehen wir von einer deutlichen Verbesserung der kanadischen Geschäftszahlen ab dem Geschäftsjahr 2011/2012 aus.

4. Mitarbeiter

Im Verlauf dieses Geschäftsjahres erhöhte sich der Personalbestand im Konzern auf durchschnittlich 138 (i. V. 135) Mitarbeiter und liegt damit nur gut 2 % über dem Wert des Vorjahres.

Zum 30. September 2011 waren im Konzern insgesamt 143 (i. V. 137) Mitarbeiter beschäftigt.

5. Produktentwicklung

Im Unternehmen ist unverändert die überwiegende Anzahl der Mitarbeiter in der Entwicklung tätig, wobei die Schwerpunkte in der Entwicklung und der Integration bestehender Softwaremodule in Fremdsysteme und in der Weiterentwicklung webbasierter Funktionalität lagen. Daneben wurden während des Geschäftsjahres 2010/2011 auch Kapazitäten für die hardwarebezogene Systementwicklung aufgebaut.

Im vergangenen Geschäftsjahr erfolgten Entwicklungen sowohl unter Einsatz von eigenen Personalressourcen als auch in moderatem Umfang unter Zuhilfenahme externer Entwicklungskapazitäten. Im Rahmen der Produktentwicklung wurden unverändert auch bestehende Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen gepflegt.

6. Forschung und Entwicklung

Neben den Aufwendungen für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte wurden von LS telcom Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.756 (i. V. TEUR 1.688) als Aufwand für Forschung und allgemeine Entwicklung erfasst.

Die LS telcom AG arbeitet im Rahmen von unterschiedlichen Förderprogrammen (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand – ZIM; KMU-Innovationsoffensive Informations- und

Kommunikationstechnologie – IKT) und auch eigenfinanzierten Projekten mit der TU-Braunschweig, dem KIT-Karlsruhe und der Hochschule Offenburg zusammen. Forschungsschwerpunkte in diesen Projekten sind unter anderem Planungs- und Koordinierungsalgorithmen für Broadband Wireless Access Netze, spezielle Messsysteme, die die Nutzung des Frequenzbereichs der digitalen Dividende unterstützen, sowie datenbankunterstützte Signalanalysemethoden. All diese Projekte verfolgen das Ziel, letztlich mit den gewonnenen Erkenntnissen und Algorithmen funktionelle Erweiterungen der LS telcom-Produkte zu erreichen.

Die französische Tochtergesellschaft LS telcom SAS nimmt an den beiden staatlich geförderten Gemeinschafts-Forschungsprojekten RECOSS und SOAPS in Frankreich teil, in denen LTE Advanced Technology auf PMR-Netze (Public Mobile Radio) adaptiert werden soll. Beide Projekte haben zum Ziel, Breitbandübertragungskapazitäten auch in Sicherheitsnetzen bereitzustellen, um die Übertragung von größeren Datenmengen zu ermöglichen. Dieser Aufgabe haben sich LS telcom, Thales, TDF und Cassidian, mehrere kleinere und mittelständische Firmen, sowie namhafte französische Forschungsinstitute gestellt.

Investition in Innovation

Das Unternehmen hat damit in der Summe (nicht-aktivierbare Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und Investitionen in aktivierbare Eigenleistungen aufaddiert), einen Betrag von EUR 3,73 Mio. (i. V. EUR 3,37 Mio.) unabhängig von Kundenprojekten in Innovationen investiert.

7. Die LS telcom AG an der Börse

Die LS telcom AG war während des Geschäftsjahres im Handelssegment "General Standard" des geregelten Marktes an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Ausgehend von einem Kurs bei EUR 1,82 am 01.10.2010 stieg der Wert der LS telcom-Aktie bis Mitte November 2010 auf seinen Jahreshöchststand bei EUR 4,35. Diese nahezu sprunghafte Wertentwicklung wurde durch die gute Nachrichtenlage zu zwei Rekordaufträgen aus der Golfregion unterstützt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2010/2011 zeigte sich der Kursverlauf der LS telcom-Aktie stark volatil in einer Bandbreite zwischen EUR 3,16 und EUR 4,35 und behauptete sich damit nachhaltig und vergleichsweise wenig beeinflusst durch die Euro-Finanzkrise deutlich über der Drei-Euro-Schwelle.

Zum Ende der Periode am 30.09.2011 kostete die Aktie EUR 3,43. Sie verteuerte sich damit um 89 %. Der Prime Telecommunication Index verlor im Vergleichszeitraum 5,16 % an Wert.

Die Marktkapitalisierung wuchs zum 30.09.2011 auf EUR 18.304.385, nachdem sie sich noch zu Geschäftsjahresbeginn auf EUR 9.683.025 belief. Pro Börsentag wurden in der letzten Periode durchschnittlich 5.752 LS telcom-Aktien im Gegenwert von EUR 21.394 an den deutschen Börsen gehandelt, was eine Zunahme der Handelsintensität in Aktienstückzahlen um 373 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet (i. V. 1.217 LS telcom-Aktien bzw. EUR 2.030 je Börsentag).

Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elektronische Handelssystem Xetra.

B. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES LS TELCOM KONZERNS

1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Im Geschäftsjahr 2010/2011 hat der LS telcom Konzern sein Ziel, sowohl umsatzseitig zu wachsen als auch das Ergebnis zu steigern, erfüllt.

Die während des Geschäftsjahres erfahrene Ballung an Großaufträgen stellte und stellt den Konzern immer noch vor die Herausforderung, diesen Erfolg auch vertragsgemäß zu bewältigen und die hohen Kundenerwartungen nicht zu enttäuschen. Ressourcenseitig hat die LS telcom AG bereits mit Neueinstellungen im moderaten Umfang sowie die Beauftragung diverser externer Berater mit einschlägiger Erfahrung in unserem Produkt- und Kundenumfeld reagiert, was sich auch in den entsprechenden Aufwandszahlen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung widerspiegelt.

Die Marktlage war während des Geschäftsjahres durchweg positiv, geprägt von einer insgesamt sehr guten Nachfrage und von der gegenwärtigen Finanzkrise nicht wesentlich beeinflusst.

Aufgrund der gegebenen technischen (neue Funktechnologien wie z. B. "White Space" Nutzung) und politischen Rahmenbedingungen (Fokus auf die Steigerung der sogenannten "Spektrum Effizienz" und Erstellung entsprechender Datenbank- und Managementsysteme) weltweit ist aus Sicht des Konzerns ein Abklingen der positiven Marktstimmung mittelfristig nicht zu erwarten.

In dem wie in den Vorjahren nachfrageintensiven, aber regional auch von starkem Wettbewerb gekennzeichneten Markt hat sich der LS telcom Konzern sehr gut behauptet und seine Marktanteile ausgebaut.

Umsatzverteilung nach Regionen in % Mittlerer Osten 32 % Europa 27 % Deutschland 15 % Asien/ Pazifik 14 % Afrika 8 % Übriges Ausland 4 %

Das positive Renommee der LS telcom Gruppe, die bewiesene langjährige Verlässlichkeit und die Qualität der LS telcom-Produkte waren für die Kunden in den meisten Fällen wichtigere Entscheidungskriterien als der reine Preisvergleich. Der Konzern konnte einige strategisch äußerst wertvolle Projekte in den unterschiedlichen Teilmärkten (Sicherheitsfunknetze sowie militärische und zivile Frequenzmanagement-Systeme) erfolgreich akquirieren und implementieren. Diese Projekte bergen jeweils hohes Potenzial für künftiges Nachfolgegeschäft mit diesen Kunden sowie aufgrund deren Referenzcharakters auch für die Geschäftsentwicklung in den Teilmärkten.

Der Umsatz des Konzerns stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 16,23 Mio.) um 28 % auf EUR 20,70 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 803 (i. V. TEUR 702) führen zusammen mit den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von EUR 1,97 Mio. (i. V. EUR 1,68 Mio.) zu einer gegenüber dem Vorjahr um 26 % höheren Gesamtleistung von EUR 23,47 Mio. (i. V. EUR 18,61 Mio.).

Sonstige betriebliche Erträge enthalten als wesentliche Posten Erlöse aus Fördermitteln (TEUR 295) sowie Währungsgewinne in Höhe von TEUR 349.

Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 5,56 Mio. um 87 % höher aus als im Vorjahr (EUR 2,97 Mio.). Hinter diesen Aufwendungen stehen überwiegend externe Entwicklungsressourcen und projektbezogene Unterbeauftragungen an Dienstleistungsunternehmen in Beratungs- und Softwaresystemprojekten. Daneben fielen im Rahmen der durchgeführten Projekte Zukäufe von Computer-Hardware, Geodaten und Hardware zur Erfüllung unserer Lieferverpflichtungen für ein Funküberwachungssystem im Rahmen eines Kundengroßprojekts an.

Wie in den vergangenen Jahren wurde grundsätzlich eine konservative, im Wesentlichen auf Erhaltungsinvestitionen ausgerichtete Investitionspolitik verfolgt. Die Abschreibungen liegen mit EUR 2,21 Mio. nahezu beim Wert des Vorjahres (i. V. EUR 2,16 Mio.).

Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 11 % von EUR 9,06 Mio. auf EUR 10,08 Mio. erhöht, was auf die Zunahme des Personalstamms und auf Gehaltserhöhungen, insbesondere auch in Form von variablen Vergütungen, zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 3,29 Mio. etwa 15 % über denen des Vorjahres (EUR 2,85 Mio.). Ausschlaggebend für die Erhöhung dieser Aufwandsposition sind um TEUR 114 höhere Vertriebskosten und um TEUR 212 gestiegene Beratungskosten. Die Beratungskosten beziehen sich primär auf die Geschäfts- und Produktentwicklung für neue Märkte (USA-Präsenz, Hardwarenahe Systeme).

Unter dem Strich ergibt sich ein Konzern-Jahresergebnis von EUR 1,52 Mio. (i. V. TEUR 940) nach Abzug der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter (TEUR 60). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf EUR 0,29 (i. V. EUR 0,18).

Etwa 60 % des Umsatzes wurden im Geschäftsjahr mit 10 Kunden erzielt. Im Vorjahr wurde derselbe Umsatzanteil mit 11 Kunden erreicht. Konkrete Abhängigkeiten von Einzelkunden oder -projekten bestehen nicht.

2. Vermögenslage und Investitionen

Die Konzern-Bilanz zum 30. September 2011 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 26,07 Mio. (i. V. EUR 21,40 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 14,45 Mio. (i. V. EUR 13,21 Mio.) aus. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 55,4 % (i. V. 62 %).

Eigene Anteile

Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30.09.2011 beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt 164.800 Stück (i. V. 154.750 Stück).

Insgesamt wurden die eigenen Aktien mit einem Betrag von TEUR 322 erworben. Diese werden als "Rücklage für eigene Anteile" mit dem Konzern-Eigenkapital verrechnet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Wert dieser Position (EUR 6,22 Mio.) liegt gegenüber

dem Ende des letzten Geschäftsjahres (EUR 5,06 Mio.) um 23 % höher. Ebenso wie zum Ende des Vorjahres wurden auch gegen Ende dieses Geschäftsjahres einige größere Projekte fertiggestellt bzw. umsatzrelevante Projektmeilensteine erreicht. Die Forderungen bestehen überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität.

Anlagevermögen

Der Wert der Sachanlagevermögen und der immateriellen Vermögenswerte liegt bei EUR 10,68 Mio. und ist damit seit dem 30.09.2010 um knapp 6 % gewachsen (i. V. EUR 10,10 Mio.), was insbesondere durch größere Investitionsmaßnahmen in IT-Infrastruktur und Produktionseinrichtungen im Hardware-Produktbereich begründet ist. Investiert wurde außerdem in Betriebssoftware und Betriebsund Geschäftsausstattung sowie in Neuentwicklungen eigener Produkte.

Liquidität

Zum 30. September 2011 verfügt der LS telcom Konzern über kurzfristig frei verfügbare Geldmittel von EUR 7,53 Mio. (i. V. EUR 5,07 Mio.). Liquiditätsseitig weist LS telcom damit im Vergleich zum Vorjahr einen um 48 % höheren Betrag an verfügbaren Geldmitteln aus.

Der Bestand an Bankguthaben im Konzern liegt um TEUR 539 über dem oben genannten Liquiditätsbetrag. Diese Gelder stellen jedoch keine frei verfügbare Liquidität dar, da sie für kurzfristige Zwecke der Absicherung von Avalen und Bürgschaften dienen. Sie sind deshalb in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Schulden

Der Anstieg der kurzfristigen Schulden von EUR 4,45 Mio. auf EUR 8,04 Mio. ist insbesondere durch die mit den höheren Projektvolumina gestiegenen erhaltenen Anzahlungen und Lieferantenverbindlichkeiten bedingt.

C. NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor.

D. RISIKOBERICHT

1. Risikomanagement

Grundvoraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele ist die Nutzung von sich bietenden Chancen. Dabei geht

der LS telcom Konzern bewusst Risiken ein, von deren frühzeitigem Erkennen und professioneller Bewältigung der Erfolg des Konzerns abhängt. Nur wer seine wesentlichen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, kann die sich bietenden Chancen unternehmerisch verantwortlich nutzen.

Dieser Erkenntnis trägt die LS telcom Firmengruppe Rechnung, indem sie die vorhandenen Maßnahmen zur Risikosteuerung in einem einheitlichen Risikomanagement-System zusammenfasst. Die Vorgaben der Konzern-Leitung an das Risikomanagement-System beinhalten:

  • − Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Methoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risiken),
  • − die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements,
  • − die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche,
  • − die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie
  • − die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung.

Die nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewerteten Risiken wurden in die drei Klassen "zu beobachtende", "zu überwachende" und "zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)" kategorisiert.

Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind in einem Risikomanagement-Handbuch dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde ein Risikomanagement-Beauftragter benannt. Auch der Aufsichtsrat der Gesellschaft wirkt aktiv und kontinuierlich an der Entwicklung und Fortschreibung des Risikomanagement-Systems der LS telcom Firmengruppe mit.

Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Konzern-Steuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert.

Neben den quartalsweisen Gesamt-Risikoberichten werden neu auftretende Risiken, die vom Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den betroffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von Ad-hoc-Berichten an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unterstützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B.

Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisberichte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt.

2. Internes Kontrollsystem (IKS)

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz, in das neben der Rechnungslegung auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwicklung von Abnahmeprozeduren, Change Requests, Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden sind.

Ziel der von uns eingerichteten Methoden und Maßnahmen ist es, das Vermögen des Unternehmens zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens sowie die Einhaltung der internen Vorgaben und der gesetzlichen Vorschriften sollen durch das installierte IKS gewährleistet werden.

Das konzernweit für alle wesentlichen Vorgänge geltende Vier-Augen-Prinzip, definierte Prozesse in allen wesentlichen Bereichen, das Controlling aller Gesellschaften sowie die Antizipation derjenigen Risiken, die die strategischen oder operativen Maßnahmen und damit die Realisierung von Wert- und Wachstumspotenzialen beinträchtigen können, runden das System ab.

Darüber hinaus tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Datenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei.

Das im Unternehmen etablierte IKS fußt auf folgenden Prinzipien:

  • − Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, zu beurteilen, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Sollkonzept arbeiten. Gleichzeitig wird dadurch die Erwartungshaltung der Organisationsleitung definiert.
  • − Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle.
  • − Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufs-

prozess verstanden als Prozess von der Bedarfsermittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand vereinigt.

− Mindestinformation: Mitarbeitern werden nur diejenigen Informationen zur Verfügung gestellt, die sie für ihre Arbeit brauchen. Dies schließt auch die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen bei IT-Systemen mit ein.

Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizienter Steuerungsund Kontrollsysteme auf der Basis eines zentralen CRM-Systems und zusätzlicher Hilfswerkzeuge auf Microsoft Excel Basis (z. B. Umsatz- und Liquiditätsvorausschau).

Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeiter der Tochtergesellschaften informieren den Vorstand kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebschancen, Umsatz-, Zahlungseingangsund Auftragszahlen. Diese Informationen werden zentral in einem CRM-System verdichtet und stehen dem Vorstand sowie abhängig von den Zugriffsrechten auch den zuständigen Mitarbeitern soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen.

Rechnungslegungsbezogenes IKS

Der LS telcom Konzern verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht.

Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maßnahmen zustimmen muss. Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellsten IFRS-Stadards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzierungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Abschlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben.

Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbundbeziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt.

Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis, mit Ausnahme der LS telcom Inc., USA, für die eine lokale Firma beauftragt wurde, durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG übernommen.

Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen implementiert. Eine Vielzahl von Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützt den Abschlussprozess.

3. Bestand des Konzerns ist gesichert

Die Gesamtrisikosituation im Konzern ist weiterhin überschaubar. Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor. Neben den gesamtwirtschaftlichen Risiken, die sich in Folge der Finanz- bzw. Schuldenkrise und deren Auswirkungen ergeben (z. B. regional abschwächende Wirtschaft oder auch starke kurzfristige Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar oder anderen für den Konzern relevanten Währungen), stellt die politische Lage in der Golfregion ein latentes Risiko dar, mit dem Potenzial, zumindest temporär zu starken Umsatzverwerfungen zu führen. Als weiteres bedeutendes Einzelrisiko ist die Stabilität des Mitarbeiterstamms (siehe Ausführungen zum Risiko Mitarbeiterfluktuation) und die Verfügbarkeit ausreichend qualifizierter Mitarbeiter zu sehen, um das mögliche Wachstum zu bewältigen. In allen Bereichen besteht aber eine effiziente Risikosteuerung, so dass insgesamt die Risiken im Konzern begrenzt und handhabbar sind.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikomanagement-System absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der verbundenen Ziele geben können. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus simplen Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionieren oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden.

4. Risiken der künftigen Entwicklung

Die vergangenen Jahre zeigten, dass LS telcom dem Einfluss diverser marktgegebener Risiken unterworfen ist. Unternehmerische Tätigkeit ist stets verknüpft mit Risiken, die für die nähere Zukunft geplante Investitionen, die geplante fortschreitende Internationalisierung und regionale Ausweitung des Marktes sowie die Markteinführung neuer Produkte in sich bergen.

Schneller technologischer Wandel

Die Märkte, in denen LS telcom agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, veränderte Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Produkte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen.

Softwaresicherheit

Die wirtschaftliche Grundlage eines Konzerns, der Software entwickelt, liegt in den Quellcodes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rahmenprodukte der Softwareentwicklung wie Konzeption und Dokumentation zu den Softwareprodukten sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Trotz umfangreicher getroffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten wertvolle Teile des Datenbestands verloren gehen.

Internationalisierung

Der Konzern plant, in den nächsten Jahren seine Präsenz im nationalen und internationalen Markt durch entsprechende Kooperationen oder Kapitalbeteiligungen weiter auszubauen. Obwohl derartige Maßnahmen gewissenhaft vorbereitet werden, begründen sie ein unternehmerisches Risiko. Sie könnten sich aufgrund verschiedener Ursachen entgegen den Erwartungen als weniger rentabel oder als für die Expansionsstrategie des Konzerns nicht geeignet erweisen. Daneben besteht die Gefahr, dass z. B. akquirierte Unternehmen nicht erfolgreich in die bestehenden Geschäftsbereiche des Konzerns integriert werden können.

Projektrisiken

Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird auch im kommenden Geschäftsjahr 2011/2012 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten mit vergleichsweise wenigen Kunden erzielt werden. Eine zeitliche Verschiebung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage eines

Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der strategischen Planung von Kunden können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in denen LS telcom in Vorleistung tritt und das Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilweise langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. LS telcom schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch ist oftmals eine Vergütung in US-Dollar oder anderen, Schwankungen unterliegenden, Fremdwährungen mit Kunden unvermeidlich (dazu ausführlich in Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken").

Netzaufbau mit neuen Funktechnologien

Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) für Netzbetreiber wird auch im Geschäftsjahr 2011/2012 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend investiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen.

Preisdruck

Der starke Wettbewerb könnte in gewissen Marktbereichen zu Preisdruck führen und damit die Umsätze und Margen reduzieren. LS telcom war aufgrund der breiten Produktbasis und guten Liquiditätslage zwar in der Vergangenheit in der Lage, solche Preiskämpfe durchzufechten; eine Fortführung solcher Preiskämpfe über längere Zeit würde allerdings das Betriebsergebnis in Zukunft nachteilig beeinflussen.

Wettbewerb

Der Softwaremarkt für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden ist dem Wettbewerb ausgesetzt. Zwar bewegt sich die LS telcom Firmengruppe mit ihren Produktlösungen in einem recht heterogenen Wettbewerbsumfeld; einige Wettbewerber verfügen in Teilbereichen jedoch ebenfalls über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Vermarktung von Software sowie über erhebliche Marktanteile.

Mit dem neuen Teilsegment Hardwarenahe Systeme positioniert sich die LS telcom Firmengruppe mit komplementären Systemlösungen im Vergleich zu marktgängigen Produkten etablierter Unternehmen. Sollte sich der Markt auch für diese etablierten Unternehmen als ausreichend attraktiv zeigen und es LS telcom nicht gelingen, durch technologischen Vorsprung diese auf Distanz zu halten,

könnte dies die Geschäftsentwicklung des LS telcom Konzerns nachteilig beeinflussen.

Mitarbeiterfluktuation - Personalressourcen

Die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland erhöht derzeit das Risiko, dass insbesondere erfahrene Mitarbeiter am Hauptsitz des Unternehmens abgeworben werden könnten und dadurch relevantes Wissen dem Konzern entzogen werden könnte. Die LS telcom AG und ihre Tochtergesellschaften werden wie in der Vergangenheit bestrebt sein, die Arbeitsplätze sowie die Vergütung der Mitarbeiter entsprechend attraktiv zu gestalten, um der Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Dies kann effektiv zu einer Erhöhung der Personalaufwendungen führen und trägt das Risiko einer Margenminderung in sich. Es besteht jedoch andernfalls in diesem Zusammenhang das Risiko von Know-how-Verlust.

Die Ballung von Großaufträgen stellt das Unternehmen nicht nur vor die Herausforderung, bestehende Personalressourcen optimal einzusetzen, sondern fordert zudem an bestimmten Management-Positionen mehr Kapazität, um die vertraglichen Kundenerwartungen verlässlich erfüllen zu können. Diesem Erfordernis lässt sich aktuell durch Beauftragung externer Berater nachkommen, allerdings kann dies, sofern diese nicht anfänglich in der Kalkulation mit eingeplant wurden, zu erhöhten Kosten und entsprechender Margenschmälerung führen.

Risiken durch die globale Finanzmarkt- bzw. Schuldenkrise und Abkühlung der Wirtschaft

Die Krise an den Finanzmärkten und die Schuldenkrise haben den Geschäftsverlauf des Konzerns zwar im abgelaufenen Geschäftsjahr nur unwesentlich über die starken Währungsschwankungen Euro/US-Dollar beeinflusst, jedoch keine Auswirkungen hinsichtlich der Vergabe von Projekten gezeigt. Sollten jedoch Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden wie Ministerien und Regulierungsbehörden durch eine weitere Verschärfung dieser Krise unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, hätte dies sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom Firmengruppe.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom Firmengruppe ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken), Ausfall-, und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommen den Devisenkursschwankungen von US-Dollar und kanadischem Dollar gegenüber dem Euro besondere Bedeutung zu.

a) Preis- und Währungsrisiko

Die LS telcom Firmengruppe ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenswapgeschäfte) zum Einsatz kommen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Projektvolumina von insgesamt USD 4,38 Mio. über Devisentermingeschäfte abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden noch für USD 2,0 Mio. Devisentermingeschäfte.

b) Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jeweiligen Kontrahenten. Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden ist sehr gering, da LS telcom vorrangig Endkunden mit erstklassiger Bonität bedient und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellt, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei der LS telcom verbleibt.

c) Cashflow- und Liquiditätsrisiken

Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditlinien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom Firmengruppe. Des Weiteren pflegt die LS telcom AG eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, so dass weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung gegeben sind.

d) Risiken der eigenen Geldanlage

Anlagen werden von der LS telcom AG derzeit ausschließlich auf Tages- und Festgeldkonten getätigt, wobei die Gelder auf mehrere unabhängige Banken verteilt angelegt werden. Durch diese Form der Anlage ist ein hohes Maß an Anlagesicherheit gewährleistet, obgleich auch damit, wie in jüngster Vergangenheit durch die Finanzkrise gezeigt wurde, das Verlustrisiko nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Sollte dieses aufgrund des Ausfalls einer Bank und den gleichzeitigen Ausfall ihres Sicherungsfonds eintreten, so könnte das einen erheblich negativen Einfluss auf das Betriebsergebnis und die Vermögenslage der LS telcom Firmengruppe haben.

E. PROGNOSEBERICHT

Chancen der künftigen Entwicklung

Aufgrund der unverändert starken und hochwertigen Nachfrage ist der Vorstand für die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung des Konzerns sehr zuversichtlich. Das Management rechnet zeitnah mit weiteren positiven Entscheidungen in mehreren Ausschreibungsverfahren und sieht gute Möglichkeiten, von dem erreichten hohen Umsatzniveau aus weiter zu wachsen. Chancen hierfür ergeben sich für den LS telcom Konzern in mehrerlei Hinsicht, abhängig von den adressierten Teilmärkten und basierend auf technologischen Neuerungen oder erweiterten bzw. geänderten Anforderungen der Kunden.

Im Beratungsgeschäft hat sich LS telcom sehr gut national und international behauptet. Der Vorstand rechnet auch für 2011/2012 mit guten Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld der Digitalisierung bzw. Neuinstallation von PMR-Funknetzen für Sicherheitskräfte, ebenso in Zusammenhang mit der Einführung von ähnlicher digitaler Funktechnologie für Betriebsfunknetze von Großunternehmen. Eine Fortsetzung des Wachstums im Dienstleistungsbereich könnte sich insbesondere aus dem Bereich der speziellen Objektplanung (z. B. Versorgung von Tunneln für U-Bahn-Funk, Versorgung von Stadien etc.) ergeben, wo LS telcom die ersten Projekte mit nennenswerter Größenordnung überhaupt als Vorreiter in Deutschland geplant hat und derzeit mit realisieren hilft.

Auch die in Europa nahezu abgeschlossene Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks bietet in Asien und Afrika weiterhin aussichtsreiche Geschäftschancen.

In dem Kernmarkt für LS telcom, der Frequenzverwaltung und dem Spektrum-Management, sieht der Vorstand ebenfalls gute Ansatzpunkte zur Realisierung weiteren Wachstums. Der Haupttrend in diesem Kundenbereich geht unvermindert weiter in Richtung hochautomatisierter, webbasierter Dienste. Hierzu hat LS telcom in einer Reihe von Ländern hervorragende Referenzprojekte für das so genannte e-Licensing der dortigen Regulierungsbehörden implementiert.

Nachdem im Verlauf des Geschäftsjahres 2010/2011 mehrere größere Verträge mit Behörden zur Implementierung von sogenannten Enterprise-Systemlösungen geschlossen werden konnten, zeichnen sich nun bereits recht konkret für das neue Geschäftsjahr ähnliche Systemprojekte in weiteren Ländern ab. Der Vorstand rechnet damit, dass diese Projekte auch in den jeweiligen Nachbarländern unserer Kunden ähnliche Nachfrage wecken dürften. Neue Funktechnologien sowie neue Regelwerke der EU und der ITU sind daneben wie in der Vergangenheit weitere "Motivatoren" für Neugeschäft, Systemanpassungen und -erweiterungen.

Speziell aufbauend auf dem Kundenstamm aus diesem Teilmarkt rechnen wir uns Zusatzgeschäft mit unseren neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwaltung und Funküberwachung aus. Die Vorstellung der neuen Produkte im Rahmen der LS Summit 2011 Hausmesse stieß auf sehr positive Resonanz bei Neuund Bestandskunden.

Der Vorstand ist nach mehreren in den vergangenen Geschäftsjahren erfolgreich abgeschlossenen Projekten im militärischen Kundenumfeld sehr zuversichtlich, auch aus diesem Bereich Wachstum generieren zu können. Insbesondere in kombinierten Projekten, bestehend aus Geräten und Software, liegen unvermindert gute Chancen für LS telcom, sich etablieren zu können. Das Unternehmen hat während des Geschäftsjahres die Bearbeitung dieses Teilmarktes durch die Allokation zusätzlicher Vertriebsressourcen weiter forciert und konnte im Verlauf des letzten Geschäftsquartals zwei Aufträge aus diesem Markt akquirieren, jeweils mit vielversprechendem Potenzial für Folgegeschäft.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Der derzeit im LS telcom Konzern vertraglich gesicherte Auftragsbestand beträgt EUR 29,6 Mio. (i. V. EUR 22,7 Mio.), wobei unbefristet laufende Wartungsverträge lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten berücksichtigt wurden. Aus diesem Auftragsbestand lassen sich unter der Annahme einer planmäßigen Projektabwicklung im aktuellen Geschäftsjahr Umsatzerlöse von ca. EUR 17,2 Mio. (i. V. EUR 12,8 Mio.) erzielen. Die hier angegebenen Umsatzerwartungen können sich zudem durch Forderungen aus Fertigungsaufträgen erhöhen.

Der Vorstand ist angesichts der sehr guten Auftragslage sowie der durch die Digitalisierung von Sicherheits- bzw. Betriebsfunknetzen und die Modernisierungsbestrebungen von zivilen und militärischen Frequenzverwaltungen weiterhin gegebenen Marktdynamik sehr zuversichtlich, was die mittelfristige Geschäftsentwicklung anbelangt.

Das Ziel der Konzern-Führung bleibt unverändert, ausgehend von dem im Geschäftsjahr erreichten Niveau sowohl umsatzseitig zu wachsen als auch die Profitabilität der LS telcom Firmengruppe in ihrem Kerngeschäft weiter zu steigern, ohne hierbei jedoch die bestehenden Geschäftschancen zu riskieren. Der Konzern versucht in diesem Zusammenhang einerseits durch moderne IT-Möglichkeiten und eine weitere Konsolidierung der Produktvielfalt die verfügbaren Personalressourcen noch effizienter zu nutzen, andererseits neue Geschäftszweige in verwandten Marktbereichen durch das Eingehen neuer Partnerschaften und den Aufbau entsprechender eigener Ressourcen zu erschließen.

Aufgrund der oben dargestellten Sachverhalte, des hervorragenden Polsters an Auftragsbestand sowie einer Reihe weiterer hochwahrscheinlicher Projektzuteilungen mit

größeren Volumina in näherer Zukunft, ist der Vorstand davon überzeugt, im neuen Geschäftsjahr auch von dem nun erreichten höheren Niveau aus weiter profitabel wachsen zu können. Die Geschäftsplanung geht hierbei von einer moderaten Steigerung von Umsatz und Ergebnis für die beiden kommenden Geschäftsjahre aus.

F. BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 315 ABS. 4 HGB

1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital betrug zum 30. September 2011 unverändert EUR 5.335.000,00. Es ist eingeteilt in 5.335.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital

Aus den der LS telcom AG zugesandten WpHG-Mitteilungen ergibt sich zum 30.09.2011 folgende Übersicht an Beteiligungen über 10 % der Stimmrechte:

Beteiligte
Person oder
Gesellschafter
Anzahl
an Stimm
rechten
Anteil
an Stimm
rechten
Zeitraum
der Beteili
gung
Dr. Manfred Lebherz 1.537.862 28,83 % Bis heute
Dr. Georg Schöne 1.612.454 30,22 % Bis heute

4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.

6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung gemäß §§ 133 und 179 AktG vorgenommen.

Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen.

7. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Ausgabe von Aktien

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 6. März 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 5. März 2013 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen.

Das Genehmigte Kapital beträgt bis zum 30. September 2011 EUR 2.667.500,00.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:

    • um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
    • bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen;
    • bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung;
    • bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Belegschaftsaktien, wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital festzulegen.

Rückkauf von Aktien

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 4. März 2010 mit Ergänzung durch den Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 17. März 2011 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe:

  • a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen.
  • b) Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im elektronischen Handelssystem Xetra der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots (ohne Erwerbsnebenkosten) um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden.
  • c) Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken:
    • zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
    • zur Einziehung der Aktien;
    • um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.
  • d) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen.

Die Gesellschaft wird aber ermächtigt, eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwenden:

    • zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
    • um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.

In diesem Fall ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräußerungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durchschnittlichen Kurs der Aktie im elektronischen Handelssystem Xetra an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräußerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten.

  • e) Der Vorstand wird weiter ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen.
  • f) Die Ermächtigung wurde am 4. März 2010 wirksam und gilt bis zum 3. März 2015.

8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor.

9. Entschädigungsvereinbarungen

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.

G. GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS GEMÄSS § 315 ABS. 2 NR. 4 HGB

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands entspricht den gesetzlichen Vorgaben des Aktiengesetzes. Die Mitglieder des Vorstands erhalten eine fixe Vergütung sowie erfolgsunabhängige Nebenleistungen, die aus Zusatzvergütungen (steuerpflichtige Vergütungsanteile für Direktversicherung und Zuschüsse zur Rentenversicherung) und Sachzuwendungen (insbesondere die Überlassung jeweils eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung sowie weiterer Gegenstände, die die ortsunabhängige, ständige Erreichbarkeit der Vorstände sicherstellen) bestehen. Durch die fixen Bestandteile ist eine Grundvergütung gewährleistet, die es dem Vorstandsmitglied gestattet, seine Amtsführung an den wohlverstandenen Interessen des Konzerns und den Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns auszurichten, ohne in Abhängigkeit von lediglich kurzfristigen Erfolgszielen zu geraten. Daneben beinhalten die Dienstverträge eine erfolgsabhängige variable Sondervergütung, die vom wirtschaftlichen Ergebnis des Konzerns abhängt.

Die Gesellschaft schließt ferner eine Unfallversicherung sowie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O Versicherung) ab, in der auch die Mitglieder des Vorstands versichert sind.

Als weitere Nebenleistung erhält der Vorstand seine Reisekosten für Dienstreisen, die Kosten für die Bewirtung von Geschäftspartnern und sonstige betrieblich bedingte Auslagen nach Beleg erstattet.

1. Aufsichtsrat und Vorstand

Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren:

  • • Dr. Winfried Holtermüller (Vorsitzender), Rechtsanwalt, Stuttgart
  • • Prof. Dr. Werner Wiesbeck (stellv. Vorsitzender), Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik, Keltern
  • • Dipl.-Finw. Karl Hensinger, Finanzwirt, Laupheim

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Holtermüller übt als weiteres Mandat in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 3 AktG das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Jagsttalbahn AG aus. Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010/2011 Bezüge in Höhe von insgesamt EUR 32.500,00 (i. V. TEUR 33) zuzüglich der Erstattung ihrer Reisekosten.

Für Beratungstätigkeiten außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit wurden im Berichtsjahr ebenso wie im Vorjahr keine Honorare an die Mitglieder des Aufsichtsrates bezahlt. Der Kanzlei Dr. Schelling & Partner, der der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Holtermüller als Partner angehört, wurden für diverse Beratungsleistungen EUR 5.700,10 (i. V. TEUR 4) vergütet.

Zum 30. September 2011 hielten die Mitglieder des Aufsichtsrates, wie im Vorjahr, 14.546 Stückaktien.

Vorstandsmitglieder sind:

  • • Dr. Manfred Lebherz (Sprecher und Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau
  • • Dr. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme), Lichtenau
  • • Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster

Zum Bilanzstichtag wurden von den Mitgliedern des Vorstands folgende Stückaktien gehalten:

  • • Dr. Manfred Lebherz 1.537.862 Stückaktien (i. V. 1.537.862)
  • • Dr. Georg Schöne 1.612.454 Stückaktien (i. V. 1.612.454)
  • • Dipl.-Ing. Roland Götz 4.148 Stückaktien (i. V. 4.148)

Mandate der Vorstandsmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 2 AktG bestehen nicht.

2. Vergütungsbericht

Zuständigkeit, Zielsetzung und Struktur der Vergütung des Vorstands

Die Festlegung von Struktur und Höhe der Vergütung des Vorstands der LS telcom AG erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat berät zudem über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft dieses regelmäßig.

Zielsetzung des Vergütungssystems für den Vorstand ist es, die Vorstandsmitglieder gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität die gemeinsame und persönliche Leistung des Vorstands sowie den Unternehmenserfolg deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen.

Dazu weist das Vergütungssystem im Einzelnen eine fixe Grundvergütung sowie eine variable Vergütung auf. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Angemessenheit der Vorstandsvergütung sicherzustellen, werden diese Struktur, die einzelnen Komponenten und die Gesamtvergütung regelmäßig vom Aufsichtsrat überprüft.

Die Vergütung des Vorstands setzte sich in 2010/2011 aus den folgenden Komponenten zusammen:

    • eine fixe Grundvergütung inklusive Sachbezügen, ausbezahlt in zwölf Monatsraten,
    • eine variable Vergütung, die sich nach dem Konzern-Ergebnis der Gesellschaft richtet.

Aktienoptionsprogramme oder andere wertpapierorientierte Anreizsysteme bestanden für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht.

Höhe der Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2010/2011

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Leistungen, die dem einzelnen Vorstandsmitglied von der LS telcom AG im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied zugesagt oder gewährt worden sind. Die Gesamtbezüge für den Vorstand berechnen sich aus der Summe aller Vergütungen in bar und in geldwerten Vorteilen aus Sachbezügen. Letztere enthalten im Wesentlichen die Bereitstellung von Dienstfahrzeugen.

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt TEUR 979 (i. V. TEUR 803) erfasst. Davon betreffen TEUR 680 (i. V. TEUR 656) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 299 (i. V. TEUR 147) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile.

Die im Geschäftsjahr 2010/2011 als Aufwand erfasste Vorstandsvergütung verteilt sich auf die Mitglieder des Vorstands wie folgt:

Angaben
in EUR
Dr. Manfred
Lebherz
Dr. Georg
Schöne
Dipl.-Ing.
Roland Götz
Erfolgsunabhängige
Festvergütung
220.000,00 220.000,00 172.500,00
Erfolgsunabhängige Neben
leistungen (Sachbezüge und
sonstige Zusatzvergütungen)
22.436,72 22.443,20 22.390,32
Erfolgsabhängige Vergütungs
komponente
107.301,91 107.301,91 84.258,61
Vergütungsanteil mit
langfristiger Anreizwirkung
Gesamtvergütung 349.738,63 349.745,11 279.148,93

Zusagen zur Altersversorgung

Pensionszusagen an die Mitglieder des Vorstands bestehen nicht.

Wesentliche Zusagen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit

Die Zahlung einer Abfindung an ein Vorstandsmitglied im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses ist nicht vorgesehen.

Aktienoptionen

Aktienoptionen sind an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht ausgegeben.

H. BERICHT ZU WESENTLICHEN GESCHÄF-TEN MIT NAHE STEHENDEN PERSONEN

Die Gesellschaft hat im Berichtszeitraum keine Geschäfte mit nahe stehenden Personen getätigt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des Unternehmens haben könnten.

I. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENS-FÜHRUNG GEMÄSS § 289 a HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist ebenso wie unsere Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161AktG im Internet auf unserer deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten "Informationen für Anleger" – "Zahlen, Berichte, Informationen" abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergangenen Jahre zugänglich.

J. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Lichtenau, 21. November 2011

LS telcom Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Manfred Lebherz Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz

Unternehmensprofil 28

In den weltweiten Funknetzen zu Hause

Die optimale Nutzung der begrenzten, natürlichen Funkfrequenz-Ressource, die Planung von Funknetzen, ihre schnelle Implementierung und die Optimierung bestehender Netze, die Minimierung von Interferenzen sowie die weitere Erschließung geeigneter Funkstandorte sind typische Aufgabenfelder, in denen das Produktspektrum von LS telcom zum Einsatz kommt.

Mit ihrem Software, Hardware und Dienstleistungen umfassenden Produktportfolio befindet sich LS telcom in einem ausgesprochenen Wachstumsmarkt. Rundfunk und Mobilfunk, Flugüberwachung, Polizei- und Taxifunk, analoges und digitales Radio und Fernsehen, Richtfunk und Satellitenverbindungen, alle diese Dienste nutzen Funkfrequenzen für die drahtlose Übertragung von Sprache oder Daten. Weltweit – in Industrie- ebenso wie in Entwicklungsländern – führt der beständig steigende Bedarf an Sprach- und Datenkommunikation, die daraus resultierende Einführung stets neuer leistungsfähigerer Funktechnologien (z. B. GSM -> UMTS -> LTE) und der damit einhergehende Netzausbau zu einer Verknappung des freien Funkfrequenzspektrums. Die effiziente Planung und Verwaltung dieser begrenzten Ressource wird deshalb immer wichtiger.

Um das vorhandene, endliche Frequenzspektrum so nachhaltig und für ihre Belange so förderlich wie möglich ausschöpfen zu können, benötigen Funknetzbetreiber und Regulierungsbehörden nicht nur spezielle Software- und Dienstleistungsangebote zur Planung und zum Management der Funknetze, sondern auch entsprechende Messsysteme zur Kontrolle und Optimierung der Spektrumnutzung. Auch die Nutzung des Frequenzspektrums durch intelligente Geräte, wie beispielsweise die sogenannten "White Space Devices" und "Cognitive Radios", die sich selbst aus einer zentralen Datenbank und mit Hilfe eigener Messungen immer die für sie geeignetsten Funkfrequenzen herauspicken, bedarf entsprechend unterstützender, leistungsfähiger Infrastruktur und Datenbankdiensten im Hintergrund.

LS telcom ist weltweit einer der führenden Systemhersteller und Dienstleistungspartner im Bereich der Planung und des Managements von Funknetzen. LS telcom deckt mit ihrem Produktportfolio aus Beratungsdienstleistungen sowie integrierten Soft- und Hardwaresystemen die gesamte Wertschöpfungskette in der Nutzbarmachung des Funkspektrums ab und positioniert sich so als "One-Stop-Shop"- Anbieter.

Die standardisierten Produkte und Dienstleistungen von LS telcom können in allen Funknetzen weltweit eingesetzt werden. Die Palette reicht von Mobil-, Richt- und Flugfunknetzen bis hin zu TV- und Hörfunknetzen und deckt insbesondere auch die speziellen Anforderungen von regionalen und nationalen Regulierungsbehörden umfassend ab.

Das langjährig im Unternehmen tätige, branchenerfahrene Management sichert die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens und den direkten Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen, der die Voraussetzung für eine stets aktualisierte Produktpalette im Software- und Dienstleistungsbereich ist.

Kunden

Die Dienstleistungen und Systemlösungen (bestehend aus Software und Hardware) werden von LS telcom für die gesamte Bandbreite der Unternehmen und Organisationen konzipiert, die im Bereich der drahtlosen Telekommunikation tätig sind. Das sind einerseits nationale und regionale Regulierungsbehörden, die Funklizenzen zuteilen und kontrollieren, andererseits Netzbetreiber, die als Lizenznehmer Funkfrequenzen benötigen, um Telekommunikationsdienstleistungen anbieten zu können oder Behörden, Institutionen und Firmen, die als professionelle Anwender in ihrem Kerngeschäft Produktivitätssteigerungen oder sonstige Vorteile durch die Verwendung moderner Funksysteme erzielen können.

LS telcom ist weltweit aktiv, wobei aktuelle Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit in Europa, in der Golfregion, in Asien, in Nordamerika und im südlichen Afrika liegen. Überall legen die Kunden neben einer sorgfältigen Implementierung der von ihnen gewünschten Lösung auch großen Wert auf weitergehende Unterstützung, Wartung, Softwarepflege und Anpassung der Produkte an neue technische Entwicklungen. LS telcom unterhält Tochtergesellschaften in Frankreich, Kanada, Südafrika und den USA, die ihrerseits jeweils über eigene gute Marktzugänge verfügen und die Marktabdeckung komplementär zur LS telcom AG ergänzen.

Funknetzbetreiber und Systemhersteller

Funknetzbetreiber optimieren mit der Software von LS telcom den Auf- und Ausbau ihrer Netze (Aufbau möglichst weniger Senderstationen innerhalb kürzester Zeit, um ein bestimmtes Versorgungsniveau zu erreichen). Sie sind daran interessiert, die Planung ihrer Sendestandorte so zu optimieren, dass bei hoher Qualität und hohem Versorgungsgrad die Investitionen für Sendeanlagen und die laufenden Betriebskosten möglichst gering ausfallen. LS telcom hat spezielle Softwarepakete entwickelt, die zur Erfüllung dieser Analyseund Optimierungsanforderungen ausgezeichnet geeignet sind. Funknetzbetreiber aus allen Frequenz- und Dienstebereichen setzen die Softwarelösungen von LS telcom für die verschiedensten analogen und digitalen Systemtechnologien ein.

Zu den Kunden zählen "klassische" Funknetzbetreiber, wie beispielsweise Rundfunkveranstalter (Radio und TV), Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Richtfunk- sowie Pointto-Multipoint-Netzen (PMP) aber auch große Industrieunternehmen, die eigene Betriebs- und Sicherheitsfunknetze betreiben.

Professionelle Funkanwender

Professionelle Anwender haben hohe und vielfältige Anforderungen an ihre mobilen Kommunikationslösungen. Diese müssen sich optimal an betriebliche Organisations- und Kommunikationsstrukturen anpassen, hohe Sicherheit der Informationsübermittlung hinsichtlich Verfügbarkeit und Integrität gewährleisten und nicht zuletzt auch wirtschaftlich zu betreiben sein. Typische Anwendungsbereiche und Branchen sind insbesondere: Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Einrichtungen und Unternehmen des Sektors Transport und Verkehr, Ver- und Entsorgungsunternehmen, die öffentliche Verwaltungen sowie große Industrieunternehmen.

Die eingesetzten professionellen Funklösungen gewährleisten eine ausfallsichere Notfallkommunikation, stellen einen reibungslosen Betriebsablauf sicher und werden zur Steuerung betrieblicher Abläufe, Überwachungsaufgaben, Flottenmanagement, Telemetrie, Ortung, Navigation und Datenübertragung eingesetzt.

Regulierungsbehörden

Die Aufgabe von Regulierungsbehörden besteht darin, die Nutzung der limitierten Ressource "Funkspektrum" nachhaltig, wirtschaftlich und effektiv zu gewährleisten. Dazu gehört die Erstellung eines geeigneten nationalen Frequenznutzungsplans, auf dessen Grundlage Funklizenzen zu erteilen sind. Darüber hinaus ist die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren und gegebenenfalls durchzusetzen. Die ständige technologische Weiterentwicklung und die steigende Anzahl der Funkdienste erfordert auf Seiten der Behörden eine permanente Neuplanung und Anpassung der Frequenznutzungspläne und Regulierungsrichtlinien.

Die Systeme der LS telcom versetzen Behörden in die Lage, nicht nur softwareseitig die diversen Geschäftsprozesse in den Bereichen Frequenzlizenzierung, technische Planung und Koordinierung zu automatisieren. Die integrierten Lösungen der LS telcom ermöglichen zudem, durch Einsatz entsprechend intelligenter Messtechnik, die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu überwachen und vermeiden so Funkstörungen im Betrieb der Netze.

Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien aus über 80 Ländern für Lösungen (Beratungsleistungen und Systeminstallationen) von LS telcom entschieden haben.

Produkte

Die Softwareprodukte von LS telcom decken die gesamte Bandbreite von der Netzwerkplanung über die Netzwerkoptimierung bis zum Netzwerkmanagement ab. Darüber hinaus werden die Kunden auch durch eine Vielzahl von Beratungsund Planungsleistungen beim Design, der Realisierung und dem Management ihrer Telekommunikationsprojekte unterstützt.

Software

Die auf die Bedürfnisse von Funknetzbetreibern und Regulierungsbehörden zugeschnittenen Softwarelösungen von LS telcom haben sich zum Industriestandard für Anwendungssoftware im Bereich der Funknetzplanung und Funknetzkompatibilität entwickelt.

Dies ist auch deshalb gelungen, weil es sich bei den Softwarepaketen von LS telcom nicht um Insellösungen handelt, sondern um eine aufeinander abgestimmte Programmarchitektur, die kundenspezifisch angepasst werden kann. Häufig löst der Erwerb eines einzigen LS-Tools den Investitionswunsch nach einer ganzen Tool-Palette aus. Dabei verkauft LS telcom nicht nur die Lizenzen, sondern berät die Kunden auch intensiv bei der Planung und Einführung der Systeme und übernimmt die Schulung der Nutzer.

Ein wesentlicher Kundennutzen besteht darin, dass mit Hilfe der Softwarepakete von LS telcom nicht nur die Anzahl der in einem Gebiet benötigten Sendestationen, sondern auch die zur effizienten und wirtschaftlichen Planung des Netzes benötigte Zeit auf ein Minimum reduziert wird. Für Funknetzbetreiber ergeben sich hierdurch erhebliche Einsparmöglichkeiten beim kostenintensiven Aufbau ihrer Funknetze.

Der Erfolg der Softwareprodukte beruht auch auf der technischen Kernkompetenz im Bereich der Hochfrequenztechnik und der Funkkommunikation. Das im Unternehmen gebündelte große Know-how in diesen Bereichen konnte in innovative und leistungsstarke Programme umgesetzt werden, deren laufende Anpassung an aktuelle Trends von

einem Spezialistenteam aus Nachrichtentechnikern, Ingenieuren, Informatikern, Physikern und Mathematikern zeitnah durchgeführt wird.

Mit Hilfe der umfassenden Softwarelösungen führen Kunden zentrale Planungs- und Managementaufgaben durch. Diese reichen von Netzwerkberechungen, -dimensionierungen und -analysen über Versorgungs-, Frequenz- und Verkehrsplanungen bis hin zu Reichweitensimulationen und Standortplanungen von Basisstationen. Eine Datenbank vorhandener Stationen kann angelegt und laufend aktualisiert werden. Die Software erlaubt daneben die Abwicklung sämtlicher sonstiger Managementaufgaben inklusive des Detail-Engineerings im Zusammenhang mit Funkstandorten und sonstigen Netzelementen. Außerdem lassen sich geografische Daten erzeugen und pflegen sowie Gelände- und Feldstärkenprofile berechnen.

Bei fixen Kommunikationssystemen geht es um Funkweitverkehrsnetze, die als Alternative zu Kabelnetzen hohe Datenmengen schnell und kostengünstig transportieren. Ebenso spielt hier aber auch im Nahbereich die drahtlose Überbrückung der "letzten Meile" zu den Festnetzkunden mittels der PMP- oder Wimax-Technologie eine wichtige Rolle. Mit einer Standardsoftware für diesen Bereich hat LS telcom ein integriertes Planungssystem für die Auslegung und Optimierung solcher Netze entwickelt, welches sowohl von Funknetzbetreibern als auch von Regulierungsbehörden eingesetzt wird.

Speziell für Regulierungsbehörden bietet die Software von LS telcom seit 1995 ein Workflow- und Dokumenten-Management-System an, mit dem das gesamte administrative Arbeitsgebiet von Regulierungsbehörden inklusive der Lizenzvergabe softwarebasiert abgewickelt werden kann. Zusätzlich können Interferenzberechnungen durchgeführt und für nationale und internationale Koordinierungsaufgaben genutzt werden. Auch die Erstellung und Verwaltung von Frequenzplänen sowie deren Genehmigung und Zuweisung ist eine im Standardpaket von LS telcom enthaltene Funktion. Die Software deckt zudem auch das Beschwerdemanagement, die Auswertung und Koordinierung von Feld-

tests und die Rechnungserstellung ab. Neben Regulierungsbehörden nutzen auch Funknetzbetreiber zur optimalen Vorbereitung ihrer Lizenzanträge unsere speziellen Softwarelösungen in diesem Bereich.

Dienstleistungen

Einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren von Funknetzen ist deren optimale Planung. LS telcom unterstützt ihre Kunden daher beim Design, ebenso wie bei der Planung, der Realisierung und dem Management von Telekommunikationsprojekten. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Unterstützung bei Ausschreibungsverfahren um neue Funklizenzen, der Konzeptentwicklung über die Erarbeitung der gesamten Versorgungs- und Frequenzplanung, die Störungsanalyse, die Koordinierung und Verifizierung von Frequenzen bis zur Erstellung umfangreicher Gutachten und Machbarkeitsstudien sowie Beratung bei der Auswahl und Akquisition von geeigneten Sendestandorten.

Auch die strategische Beratung, beispielsweise bei der Auswahl der Funktechnologie, oder die Begleitung von Beschaffungsverfahren für komplette Netzinfrastruktur, einschließlich der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen und der Auswertung der Angebote, gehören zum Kompetenzbereich der LS telcom-Experten. Soziodemografische Versorgungsanalysen, Netzoptimierung, Beratung rund um die Generierung, Konvertierung und der Handel mit kartografischen Daten sowie allgemeine Projektmanagementaufgaben runden das Leistungsspektrum ab, das für nahezu jeden Bereich der Telekommunikation angeboten werden kann.

Durch die Aktivitäten der kanadischen LS telcom Ltd. und der südafrikanischen Tochtergesellschaft LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. wird das umfangreiche Dienstleistungsportfolio im Bereich Planung und Beratung für internationale Regulierungsbehörden ergänzt. Dies umfasst neben allgemeiner Implementierungsund Prozessberatung die Entwicklung und Überarbeitung umfassender Frequenzpläne, die Spezifikation landesweiter Funküberwachungssysteme und die Definition neuer Lizenzierungs- und Vermarktungsstrategien für das Funkfrequenzspektrum.

Die "LS telcom Training Academy" bietet zusätzlich zu Grund- und Fortgeschrittenenkursen für LS telcom-Software in Verbindung mit Softwareprojekten auch Trainings, Seminare und Expertenkurse für spezielle Themen im Anwendungsbereich der Funktechnik. Von Kunden wird hier insbesondere die Flexibilität des LS telcom-Angebots geschätzt, das ihnen ermöglicht, zwischen standardisierten Kursen gemäß Seminar-Kalender und kundenspezifischen Trainings zu wählen. Alle Kurse können entweder als Veranstaltung direkt beim Kunden oder als komplett organisiertes Fortbildungspaket in der "LS telcom Training Academy" in Lichtenau gebucht werden.

Integrierte Systeme (Hard- und Software)

Ergänzend zu den reinen Softwareprodukten und reinen Dienstleistungen hat der LS telcom Konzern sein Produktportfolio in den letzten Jahren kontinuierlich um hardwarenahe Systeme ausgebaut. Diese integrierten Lösungen schließen sowohl LS telcom-Software und -Know-how als auch Hardwarekomponenten mit ein.

Bei der LS telcom AG in Deutschland befasst sich ein neues Geschäftsfeld mit Messsystemen zur Kontrolle der Spektrumnutzung im weitesten Sinne. Hier werden nicht nur komplette landesweite Funküberwachungssysteme konzipiert und umgesetzt, sondern auch neue Produkte, wie beispielsweise vernetzbare Sensoren für Langzeitmessungen von Funksignalen mit intelligentem Datenmanagement entwickelt, um der riesigen Datenmenge Herr zu werden. Derartige Funküberwachungssysteme sind notwendig, um die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren und eine störungsfreie Funkübertragung zu gewährleisten. Mit den hier neuentwickelten Produkten tritt LS telcom nicht in Konkurrenz zu den herkömmlichen Messverfahren und –produkten, sondern ergänzt diese sinnvoll und überaus nutzbringend für den bereits bestehenden Kundenkreis der LS telcom-Softwaresysteme.

In Südafrika wurde das Dienstleistungsportfolio in den letzten Jahren entsprechend der besonderen Anforderungen des afrikanischen Marktes um Installations- und Integrationsarbeiten für digitale Fernsehsender erweitert. In Johannesburg produziert die LS telcom of South Africa mittlerweile Container mit digitalen TV-Senderanlagen und zugehörigen Stromversorgungseinheiten, die über ganz Afrika verteilt zum Einsatz kommen.

Märkte

Aufgrund der anhaltenden globalen Deregulierung der Telekommunikationsindustrie, des voranschreitenden weltweiten Aufbaus neuer Mobilfunknetze und der vollständigen Substituierung des analogen durch den digitalen Rundfunk sowie nun auch der Konvergenz von Mobil- und Rundfunkdiensten im Rahmen der Einführung neuer digitaler Funkdienste, rechnen wir in allen Geschäftssegmenten mit positiver Marktentwicklung in näherer Zukunft.

Nachdem sich insbesondere im Mobilfunkbereich in den letzten Jahren aufgrund des vorherrschenden Preiskampfes die Marktpreise für Standardplanungsleistungen stark reduziert haben, konzentriert sich LS telcom vorwiegend auf die Vermarktung von Expertise zur Lösung spezieller Nicht-Standard-Probleme. Mit dieser Strategie konnten in den beiden vergangenen Geschäftsjahren erfolgreich Projekte in unterschiedlichsten Anwendungsfeldern drahtloser Kommunikation akquiriert und abgeschlossen werden.

Zur Sicherung eines stabilen zukünftigen Wachstums setzen wir weiterhin auf eine gesunde Diversifizierung unserer Produktpalette, die durch die Ansprache verschiedener Kundengruppen erreicht wird. In allen Bereichen des Systemund Dienstleistungsgeschäfts rechnen wir aufgrund der laufenden technischen Neuerungen und der steigenden Anforderungen an die Effizienz funktechnischer Lösungen mit einer auch in 2012 weiter positiven Marktentwicklung.

Wettbewerb

Die Wettbewerbssituation in den verschiedenen Kundensegmenten ist unterschiedlich. Grundsätzlich kann aber festgehalten werden, dass die Produkte von LS telcom im Vergleich zu den Lösungen anderer Unternehmen immer Spitzenplätze belegen.

Bei den softwaregestützten Planungssystemen für drahtlose Telekommunikationsnetze zählt LS telcom zu den technologisch führenden Anbietern weltweit. Die Softwarelösungen von LS telcom werden weltweit in einer Vielzahl bestehender Mobil- und Richtfunknetze eingesetzt. Die breite Nutzerbasis kann weiterhin als gute Startposition für die Einführung von auf neuen Funktechnologie-Generationen ausgerichteten Planungssystemen am Markt gewertet werden.

Die für Europa zwar nahezu abgeschlossene, aber in Afrika, Südamerika und großen Teilen Asiens noch laufende, flächendeckende Einführung digitalen Hör- und TV-Rundfunks wird in den kommenden Jahren weiterhin ein Garant sein für einen ordentlichen Bedarf spezifischer Rundfunk-Planungstools und zugehöriger Dienstleistungen. LS telcom hatte hier Pionierarbeit geleistet und ein Produkt zur Analyse bestehender Netze und zur Planung neuer Frequenzen

für digitalen terrestrischen Rundfunk entwickelt. In diesem Bereich konnte LS telcom ihre Position als weltweiter Marktund Technologieführer stetig ausbauen.

Noch existierende Telekom-Monopole werden weiter abgebaut. Es entstehen weltweit neue Regulierungsbehörden, wobei regionale Strukturen dazu führen, dass innerhalb eines Landes oftmals mehrere Behörden mit regionaler oder dienstespezifischer Zuständigkeit eingerichtet werden. Alle diese Behörden benötigen Software und Beratungsleistungen, um die speziellen Anforderungen, die sich für Regulierungsbehörden stellen, zu erfüllen. Von weltweit 206 Staaten haben erst relativ wenige entsprechend umfassende Softwaresysteme eingeführt. Die in den vergangenen ca. 15 Jahren aufgebauten Systeme müssen um web-basierte Funktionalität erweitert werden. Zudem wird bei diesen Vorreitern auch zunehmend die Integration in sogenannte Enterprise-Systemlösungen gefordert. Alles Merkmale, die derzeit allein von LS telcom-Systemen erfüllt werden.

In unterschiedlichen Ausbaustufen werden Systemlösungen der LS telcom Gruppe bereits in ca. 80 Ländern genutzt. Damit ist LS telcom unbestrittener internationaler Marktund Technologieführer.

Strategie

Ziel von LS telcom ist es, sowohl mit Personalressourcen als auch den verfügbaren liquiden Mitteln umsichtig und strategisch sinnvoll zu operieren.

Die Entwicklungen in der Vergangenheit zielten deshalb insbesondere auf die Festigung unserer Marktposition in unseren originären Kernmärkten (Frequenzmanagement, Rundfunk, Telekommunikation) ab. Darüber hinaus hat sich

die LS telcom Firmengruppe in den letzten Jahren auf der Basis der bestehenden Produkte und Kompetenzen aber auch in verwandte Märkte bewegt und ihr Dienstleistungsund Produktangebot auf integrierte Systeme auch im hardwarenahen Bereich ausgedehnt.

Diese Entwicklung soll auch künftig mit Augenmaß fortgesetzt werden und der Gesellschaft aus ihrem Nischenmarkt zu weiterem Wachstum verhelfen, möglichst unter Wiederverwendung von bereits für den Kernmarkt getätigten Investitionen. Verwandte Märkte in diesem Sinne umfassen neue Kundengruppen mit vergleichbarem Bedarfsprofil (z. B. nicht-zivile Nutzer von Funkfrequenzen im militärischen Bereich) oder aber die bereits adressierten bestehenden Kunden mit neuen Produkten, welche bestehende Systemlösungen sinnvoll ergänzen (z. B. Funküberwachungssysteme für die Durchsetzung der Lizenzbedingungen und Störungsbeseitigung).

Ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung wird weiterhin der wesentliche Motor des Erfolges bleiben. In der sich permanent wandelnden Kommunikationsbranche ändern sich auch die Anforderungen laufend. LS telcom hatte daher in der Vergangenheit über lange Jahre nahezu 30 % des Umsatzes in die Entwicklung der Produkte investiert und wird auch in Zukunft in adäquatem Umfang investieren müssen. In diesem Zusammenhang wird kontinuierlich untersucht, inwieweit sich das bestehende Produktportfolio logisch durch neue Produkte erweitern lässt, um so die Attraktivität des Gesamtangebots von LS telcom weiter zu steigern und sich gegebenenfalls auch hierdurch von temporär weniger gut laufenden Märkten zu entkoppeln.

Die komfortable Cash-Position versetzt LS telcom in die Lage, durch beschleunigte Entwicklungsleistungen neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Generelles Ziel war und bleibt die Ausweitung der Technologie- und Marktführerschaft in sämtlichen Kundensegmenten und Märkten.

Der Ausbau des weltweiten Vertriebs wird die internationale Wachstumsstrategie beschleunigen und die Internationalisierung, insbesondere nach Asien sowie Nord- und Südamerika, vorantreiben. Der Vorstand ist grundsätzlich weiterhin bestrebt, wo möglich und sinnvoll, Unternehmen zu akquirieren, um Märkte und gegebenenfalls komplementäre Produkte hinzuzukaufen und möglichst noch marktbereinigend zu wirken. Jedoch wird dies wie in der Vergangenheit nicht vorrangiges Ziel sein, da solche Maßnahmen in der Regel mit beträchtlichen Einstandskosten verknüpft sind. Der Vorstand wird auch künftig diesbezüglich sich bietende Kooperations- und Investitionsalternativen sorgsam prüfen, allerdings in Zweifelsfällen (z. B. in punkto Integrationsfähigkeit und nachhaltiger Wertigkeit einer Akquisition) eher am Cash-Bestand festhalten und diesen für weiteres organisches Wachstum einsetzen.

Die LS telcom-Aktie 34

Kursentwicklung

Ausgehend von einem Kurs bei EUR 1,82 am 01.10.2010 stieg der Wert der LS telcom-Aktie bis Mitte November 2010 auf seinen Jahreshöchststand bei EUR 4,35. Diese nahezu sprunghafte Wertentwicklung wurde durch die gute Nachrichtenlage zu zwei Rekordaufträgen aus der Golfregion unterstützt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2010/2011 zeigte sich der Kursverlauf der LS telcom-Aktie stark volatil in einer Bandbreite zwischen EUR 3,16 und EUR 4,35 und behauptete sich damit nachhaltig und vergleichsweise wenig beeinflusst durch die Euro-Finanzkrise deutlich über der Drei-Euro-Schwelle.

Zum Ende der Periode am 30.09.2011 kostete die Aktie EUR 3,43. Sie verteuerte sich damit um 89 %. Der Prime Telecommunication Index verlor im Vergleichszeitraum 5,16 % an Wert.

Die Marktkapitalisierung wuchs zum 30.09.2011 auf EUR 18.304.385, nachdem sie sich noch zu Geschäftsjahresbeginn auf EUR 9.683.025 belief. Pro Börsentag wurden in der letzten Periode durchschnittlich 5.752 LS telcom-Aktien im Gegenwert von EUR 21.394 an den deutschen Börsen gehandelt, was eine Zunahme der Handelsintensität in Aktienstückzahlen um 373 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet (i. V. 1.217 LS telcom-Aktien bzw. EUR 2.030 je Börsentag).

Die LS telcom-Aktie im Überblick 1)

Börsenkürzel: LSX
Wertpapierkennnummer (WKN): 575440
International Securities Identification Number (ISIN): DE 000 575 440 2
Handelssegment General Standard
Notierungsaufnahme 15. März 2001
Aktienanzahl 5.335.000 Stück
Streubesitz 40,95 %
Gattung Nennwertlose
Stückaktien
Startkurs am 01.10.2010 1,82 €
Schlusskurs am 30.09.2011 3,43 €
Höchstkurs 4,35 €
Tiefstkurs 1,82 €
Marktkapitalisierung zum 30.09.2011 18.304.385 €

1) Alle Börsenkurse und Berechnungen basieren auf Schlusskursen des elektronischen Handlssystems Xetra im Zeitraum vom 01.10.2010 - 30.09.2011

Aktionärsstruktur

Von den insgesamt 5.335.000 Aktien der LS telcom AG befinden sich 59,05 % im Besitz der Vorstände Dr. Georg Schöne (30,22 %) und Dr. Manfred Lebherz (28,83 %). Damit waren zum Geschäftsjahresende 2.184.684 Aktien (40,95 %) frei handelbar. Außer den beiden Firmengründern hielt im vergangenen Geschäftsjahr "Scherrer Small Caps Europe" (letzte Stimmrechtsmitteilung nach WpHG: 6,81 %) mehr als 5 % Aktien an der LS telcom AG. Die Anteile werden dabei von der Liechtensteiner IFM Independent Fonds Management AG als Treuhänder gehalten. Bis zum Ende des Geschäftsjahres befanden sich zudem mehr als 5 % der Stimmrechte im Besitz von Herrn Günter Weispfenning (letzte Stimmrechtsmitteilung nach WpHG: 5,05 %). Im Juli 2011 überschritt die LS telcom Aktiengesellschaft mit dem Rückkauf eigener Aktien die 3 % Schwelle (letzte Stimmrechtsmitteilung nach WpHG: 3,003 %). Am 30.09.2011 befanden sich 3,1 % der Stimmrechte im Besitz der LS telcom AG.

Investor Relations

Um Anleger, Analysten und die Öffentlichkeit zeitnah mit wichtigen Neuigkeiten zu LS telcom zu versorgen, bietet unsere Investor Relations-Abteilung einen Abo-Service an. Nach einmaliger Registrierung bekommen die Teilnehmer dann die Informationen direkt per E-Mail zugeschickt. Anmelden können sich Interessenten für diesem Dienst mit einer kurzen Nachricht an Frau Schöne ([email protected]) oder mithilfe des Online-Formulars auf unserer Homepage www.LStelcom.com.

Aktionärsstruktur und Anteile in %

Corporate Governance Bericht 2011 36

Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu sorgen.

Die LS telcom AG unterstützt das Ziel des Deutschen Corporate Governance Kodex (der "Kodex"), die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Unternehmensführung zu erhöhen und dadurch das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Unternehmen zu fördern.

Vor diesem Hintergrund berichten wir gemäß Ziffer 3.10 des Kodex über die Umsetzung der Kodex-Empfehlungen in der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung sowie unter anderem auch über die Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Wir machen zudem Angaben zu unseren Unternehmensführungspraktiken und zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat.

1. Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der LS telcom AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG vom 6. Dezember 2011

Nach § 161 AktG in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) vom 25.05.2009 (Bundesgesetzblatt 2009, Teil I, S. 1102) haben Vorstand und Aufsichtsrat börsennotierter Gesellschaften jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des Elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird bzw. welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden. Ferner ist zu erklären, warum bestimmten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex nicht entsprochen wurde bzw. wird. Diese Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen.

Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG haben sich, und zwar jeweils in eigener Verantwortung, in der Aufsichtsratssitzung vom 30.11.2011 mit der Umsetzung der Empfehlungen, aber auch der Anregungen, im Deutschen Corporate Governance Kodex in der maßgeblichen Fassung vom 26.05.2010 befasst und gleichzeitig überprüft, ob diejenigen Empfehlungen im Deutschen Corporate Governance Kodex, zu denen die Gesellschaft in ihrer zurückliegenden Entsprechenserklärung vom 16.12.2010 keinen Ausnahmevorbehalt erklärt hat, seit Abgabe dieser Entsprechenserklärung uneingeschränkt befolgt worden sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben beschlossen, auch im Jahr 2011 eine gemeinsame Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abzugeben, diese auf der Homepage der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen, im Geschäftsbericht zu veröffentlichen und gemäß § 325 Abs. 1 S. 1; S. 3 HGB beim Elektronischen Bundesanzeiger einzureichen.

Die Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG nach § 161 Abs. 1 AktG für das Jahr 2011, beruhend auf der Textfassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26.05.2010, hat folgenden Wortlaut:

Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des Elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex mit den nachfolgend aufgeführten und begründeten Ausnahmen entsprochen wird, wobei die Nummerierung derjenigen des Deutschen Corporate Governance Kodex entspricht:

  • 2.3.1/2.3.3: Formulare für eine Briefwahl im Rahmen der Hauptversammlung werden nicht auf der Internetseite der Gesellschaft zusammen mit der Tagesordnung veröffentlicht.
  • Begründung: Gesicherte Erfahrungswerte über Vorteile einer Briefwahl im Rahmen der Hauptversammlung liegen noch nicht vor. Die Gesellschaft wartet deshalb zunächst die Erfahrungen anderer Emittenten ab und geht bis auf weiteres keine förmliche Verpflichtung zur Durchführung einer Briefwahl im Rahmen der Hauptversammlung ein.
  • 3.8: Ein Selbstbehalt bei der D & O-Versicherung (Vermögenschaden-Haftpflichtversicherung) besteht für die Mitglieder des Vorstands, nicht jedoch für die Mitglieder des Aufsichtsrats.

  • Begründung: Ein Selbstbehalt für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist im bestehenden Versicherungsvertrag nicht vereinbart. Für eine Änderung der vertraglichen Grundlagen sieht die Gesellschaft derzeit keine Veranlassung. Angesichts der moderaten Vergütung der Aufsichtsratstätigkeit müsste im Falle der Übernahme erheblicher unversicherter Haftungsrisiken die Aufsichtsratsvergütung spürbar erhöht werden, was weder im Interesse der Gesellschaft noch der Aktionäre liegt.

  • 4.2.3: Die Vergütungsstruktur der Vorstandsmitglieder umfasst derzeit noch nicht bei allen drei Mitgliedern des Vorstands variable Vergütungsteile, für deren Höhe eine mehrjährige Bemessungsgrundlage einschlägig ist. Die Anstellungs-Dienstverträge aller Vorstandsmitglieder werden anlässlich ihrer Verlängerung bzw. im Falle des Neuabschlusses vom Aufsichtsrat umfassend auf ein System mit variablen Vergütungskomponenten mit langfristiger und nachhaltiger Anreizwirkung angepasst. Dieser Prozess wird im Laufe des Jahres 2012 abgeschlossen sein. Negative Entwicklungen der Unternehmenskennzahlen schlagen sich bereits in den bestehenden variablen Vergütungsbestandteilen sämtlicher Vorstandsmitglieder nieder. Die Gesellschaft geht keine Verpflichtung dahingehend ein, dass über die Veröffentlichung des Vergütungssystems für den Vorstand (einschließlich Angaben zum Wert von Aktienoptionen) im Geschäftsbericht und auf der Internetseite der Gesellschaft hinaus der Aufsichtsratsvorsitzende die Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand und deren mögliche Veränderung informiert.
  • Begründung: Die Änderungen im Deutschen Corporate Governance Kodex in der seinerzeitigen Fassung vom 18.06.2009 griffen in bereits bestehende, vom Aufsichtsrat nicht einseitig änderbare Anstellungs-Dienstverträge der Vorstandsmitglieder ein. Der Aufsichtsrat passt jedoch bei künftigen Verlängerungen bzw. Neufassungen von Anstellungs-Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder deren Inhalt vollumfänglich an die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex an.
  • 5.1.2: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat die Vorbereitung der Bestellung von Vorstandsmitgliedern sowie die Behandlung der Konditionen der Anstellungs-Dienstverträge der Vorstandsmitglieder (einschließlich der Vergütungsfragen) keinem Ausschuss übertragen.
  • Begründung: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht satzungsgemäß lediglich aus drei Mitgliedern und kann infolgedessen keine Ausschüsse bilden, es sei denn, diese wären mit dem Plenum des Aufsichtsrats personengleich, was sinnlos wäre. Ausschüsse wären somit gemäß § 108 Abs. 2 Satz 3 AktG nicht beschlussfähig.
  • 5.3.1/5.3.2: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht satzungsgemäß lediglich aus drei Mitgliedern; Ausschüsse wären damit gemäß § 108 Abs. 2 S. 3 AktG nicht beschlussfähig. Die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex über Ausschüsse des Aufsichtsrats sind auf die LS telcom AG nicht anwendbar.
  • 5.4.1: Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt.
  • Begründung: Der Aufsichtsrat, dessen Mitglieder sich auch weiterhin in bester körperlicher und geistiger Verfassung befinden, sieht derzeit keine Veranlassung, eine förmliche Altersgrenze für Mitglieder des Aufsichtsrats festzulegen.
  • 5.4.6: Vorsitz und Mitgliedschaft in Ausschüssen können bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder nicht berücksichtigt werden, da die Empfehlungen des Kodex über die Bildung von Ausschüssen auf die LS telcom AG nicht anwendbar sind. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten keine erfolgsorientierte Vergütung. Die Gesellschaft geht keine Verpflichtung dahingehend ein, dass die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder oder sonstige Leistungen im Corporate Governance Bericht individualisiert, aufgegliedert nach Bestandteilen, ausgewiesen werden.
  • Begründung: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft soll seine unabhängige Beratungs-, Unterstützung- und Kontrollfunktion unabhängig von monetären Anreizen wahrnehmen. Die Gesellschaft hat deshalb bislang auf die Verankerung erfolgsorientierter Vergütungskomponenten für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Satzung verzichtet.

6.6: Die Gesellschaft geht keine förmliche Verpflichtung dahingehend ein, den Aktienbesitz (einschließlich der Optionen sowie der sonstigen Derivate) des einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieds im Corporate Governance Bericht anzugeben. Die gesetzlichen Pflichtangaben, insbesondere nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), bleiben hiervon unberührt.

Begründung: Insoweit genügen nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft die gesetzlichen Vorschriften im WpHG.

  • 7.1.1: Die Gesellschaft unterrichtet ihre Aktionäre und Dritte in regelmäßigen Abständen, insbesondere unter Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten, über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Sie geht aber keine förmliche Verpflichtung dahingehend ein, über die einschlägigen börsenrechtlichen Listing-Bestimmungen (u. a. §§ 47 ff. der Börsenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse) und die gesetzlichen Bestimmungen (u. a. §§ 37 v; 37 w; 37 x WpHG) hinaus während des Geschäftsjahres formalisierte Zwischenberichte zu bestimmten Stichtagen zu erstellen, zu versenden bzw. elektronisch zugänglich zu machen.
  • Begründung: Die Gesellschaft kommt sämtlichen Informations- und Mitteilungspflichten in den einschlägigen gesetzlichen und börsenrechtlichen Bestimmungen uneingeschränkt nach. Die Übernahme weiterreichender Informations- und Mitteilungspflichten würde einen unvertretbaren Zusatzaufwand verursachen und keinen nennenswerten Zusatznutzen für die Aktionäre der Gesellschaft erbringen.
  • 7.1.2: Die Gesellschaft veröffentlicht Halbjahresberichte nach den gesetzlichen Bestimmungen des § 37 w WpHG spätestens zwei Monate nach Ablauf des Berichtszeitraums. Sie geht aber keine förmliche Verpflichtung dahingehend ein, Halbjahres- bzw. Quartalsfinanzberichte binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich zu machen.
  • Begründung: Die Gesellschaft kommt sämtlichen Informations- und Mitteilungspflichten in den einschlägigen gesetzlichen und börsenrechtlichen Bestimmungen uneingeschränkt nach. Die Verpflichtung zur Einhaltung noch kürzerer Zeitintervalle zur Berichterstattung der Gesellschaft würde einen nicht vertretbaren Aufwand verursachen, dem auch insoweit kein nennenswerter Zusatznutzen für die Aktionäre der Gesellschaft korrespondieren würde.

Darüber hinaus erklären Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG, dass die Gesellschaft seit Abgabe der letztjährigen Erklärung nach § 161 AktG am 16.12.2010 den seither geltenden Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen hat, soweit sie in ihrer Entsprechenserklärung keine Vorbehalte aufgeführt hat.

Lichtenau, den 6. Dezember 2011

Für den Aufsichtsrat der LS telcom AG gez. Dr. Winfried Holtermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Für den Vorstand der LS telcom AG gez. Dr. Manfred Lebherz, Sprecher des Vorstands

2. Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats (Ziffer 4.2.5 und 5.4.6 des Kodex)

Das Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands wird in einem gesonderten Vergütungsbericht beschrieben, in dem auch die individuellen Vergütungen der Mitglieder des Vorstands offengelegt werden. Dieser quantitative Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und des Konzern-Lageberichts und damit an anderer Stelle jeweils vollständig in diesem Geschäftsbericht der LS telcom AG wiedergegeben. Wir verweisen insoweit auf die Ausführungen im Lagebericht der LS telcom AG, Abschnitt F, sowie im Konzern-Lagbericht des LS telcom Konzerns, Abschnitt G.

3. Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung (Ziffer 5.4 des Kodex)

Der Aufsichtsrat der LS telcom AG hat in seiner Sitzung am 30.11.2010 beschlossen, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern und auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats das Kriterium der Vielfalt verstärkt zu beachten. Zielrichtung ist es, neben einer ausgewogenen fachlichen Qualifikation des Gremiums durch Berücksichtigung von Vielfalt bei weiterem Wachstum des Unternehmens und damit auch seiner Organe, eine größere Internationalität und eine angemessene Vertretung von Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat zu erreichen.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 30.11.2010 vereinbart, konkrete Ziele für die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats festzulegen, diese aber nicht auf das Thema Frauenbeteiligung zu beschränken. Vielmehr sollen weitere Kriterien eine heterogene Besetzung des Aufsichtsrats sicherstellen. Im Einzelnen wurden folgende konkrete Ziele beschlossen:

  • • Angemessene Berücksichtigung von Frauen bei Aufstellung von Kandidaten zur nächsten regulären Neuwahl des Aufsichtsrats.
  • • Angemessene Berücksichtigung von Kandidaten mit internationalem Hintergrund zur nächsten regulären Neuwahl des Aufsichtsrats.
  • • Berücksichtigung besonderer Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren
  • • Berücksichtigung von technischem Sachverstand
  • • Berücksichtigung von Kenntnis des Unternehmens
  • • Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder
  • • Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie die Auswahl von Kandidaten zur Bestellung als Vorstandsmitglied werden sich auch unter Berücksichtigung dieser Ziele ausschließlich am Wohl des Unternehmens orientieren.

4. Interessenkonflikte (Ziffer 4.3, 5.4.2 und 5.5 des Kodex)

Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, traten während des Geschäftsjahres nicht auf.

Dem Lagebericht der LS telcom AG, Abschnitt F.1. sowie dem Konzern-Lagbericht des LS telcom Konzerns, Abschnitt G.1., können die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommenen Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen entnommen werden. Keiner der Aufsichtrats- oder Vorstandsmitglieder nimmt mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen wahr. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzern-Abschlusses dargestellt.

5. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat (Ziffer 6.6 des Kodex)

Nach § 15a des Wertpapierhandelsgesetzes sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats oder ihnen nahestehende Personen verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der LS telcom AG und sich darauf beziehender Finanzinstrumente offen zu legen, sobald der Wert der entsprechenden Geschäfte 5.000 Euro im Kalenderjahr erreicht oder übersteigt (Directors' Dealings).

Der LS telcom AG sind für das Geschäftsjahr 2010/2011 keine Meldungen über Directors' Dealings zugegangen.

Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der LS telcom AG beträgt zum 30. September 2011 mehr als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Der Gesamtbesitz des Vorstands beläuft sich an diesem Stichtag auf 3.154.464 Stückaktien, der Gesamtbesitz des Aufsichtsrats auf 14.546 Stückaktien.

Zur detaillierten Aufteilung der vom Vorstand gehaltenen Aktien auf die einzelnen Vorstandsmitglieder verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen im Lagebericht der LS telcom AG, Abschnitt F.1. sowie im Konzern-Lagebericht des LS telcom Konzerns, Abschnitt G.1.

6. Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme der Gesellschaft (Ziffer 7.1.3 des Kodex)

Im Geschäftsjahr 2010/2011 hatte das Unternehmen keine Aktienoptionsprogramme oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme implementiert.

7. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289 a HGB) beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Kodex weitere Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die LS telcom AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten.

Die gesamte Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB ist im Internet auf unserer deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten "Informationen für Anleger" – "Zahlen, Berichte, Informationen" abrufbar.

Konzern-Bilanz (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 30. September 2011 42

Aktiva

in TEUR Erläuterung 30.09.2011 30.09.2010
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte D.3. 4.751 4.338
Geschäfts- und Firmenwert D.4. 1.602 1.605
Sachanlagen D.5. 4.326 4.155
Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen D.6. 119 107
Latente Steuern D.7. 423 427
11.221 10.632
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen D.9. 6.215 5.060
Liquide Mittel D.11. 7.525 5.069
Ertragsteuerforderungen D.12. 1 41
Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige
Vermögenswerte
D.13. 540 354
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte D.14. 571 243
14.852 10.767
Summe Vermögenswerte 26.073 21.399

Passiva

in TEUR
Eigenkapital
Erläuterung 30.09.2011 30.09.2010
Gezeichnetes Kapital D.15. 5.335 5.335
Kapitalrücklage D.15. 4.710 4.710
Gewinnrücklagen D.15. 32 32
Rücklage für Währungsumrechnung D.15. -154 -134
Konzern-Bilanzgewinn D.15. 4.628 3.366
Eigene Anteile D.15. -322 -287
Anteile anderer Gesellschafter D.15. 220 191
14.449 13.213
Langfristige Schulden
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten D.16. 3.044 3.313
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten D.17. 10 13
Latente Steuern D.18. 533 407
3.587 3.733
Kurzfristige Schulden
Steuerrückstellungen D.19. 119 24
Kurzfristige Rückstellungen D.19. 581 711
Erhaltene Anzahlungen und Fertigungsaufträge D.20. 2.039 102
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen D.21. 2.083 784
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten D.22. 293 297
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten D.23. 2.922 2.535
8.037 4.453
Summe Schulden 11.624 8.186
Summe Eigenkapital und Schulden 26.073 21.399

Anlage 1

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011

in TEUR Erläuterung 2010/2011 2009/2010
Umsatzerlöse E.2. 20.699 16.225
Sonstige betriebliche Erträge E.3. 803 702
Aktivierte Eigenleistungen E.4. 1.969 1.683
Gesamtleistung 23.471 18.610
Materialaufwand E.5. 5.561 2.973
Personalaufwand E.6. 10.077 9.057
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte des Anlagevermögens
E.7. 2.208 2.156
Sonstige betriebliche Aufwendungen E.8. 3.294 2.852
Betriebsergebnis 2.331 1.572
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen E.9. 12 3
Zinserträge E.9. 57 24
Zinsaufwendungen E.9. 275 279
Finanzergebnis -206 -252
Ergebnis vor Steuern 2.125 1.320
Ertragsteuern E.10. 544 312
Jahresergebnis 1.581 1.008
Übriges Ergebnis
Währungsdifferenzen -51 75
Netto-Gewinne/Verluste aus Cashflow-Hedges 0 -42
Ertragsteuern auf übriges Gesamtergebnis 0 12
Übriges Ergebnis der Periode (nach Steuern) -51 45
Summe Gesamtergebnis der Periode 1.530 1.053
Zurechnung des Jahresergebnisses
Ergebnisanteil fremder Gesellschafter 60 68
Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG 1.521 940
1.581 1.008
Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode
Ergebnisanteil fremder Gesellschafter 29 87
Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG 1.501 966
1.530 1.053
Ergebnis je Aktie (unverwässert) in EUR E.11. 0,29 0,18
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) E.11. 5.178.587 5.180.250

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011

Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens Anteile
fremder Ge
sellschafter
Konzern
Eigen
kapital
in TEUR Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rück
lage
Gewinn
rück
lage
Rücklage für
Währungs
umrechnung
Rücklage für
Cashflow
Hedges
Eigene
Anteile
Konzern
Bilanz
gewinn
Gesamt TEUR Gesamt
2009/2010
Stand am 01.10.2009 5.335 4.710 32 -190 30 -287 2.426 12.056 104 12.160
Gesamtergebnis 56 -30 940 966 87 1.053
Stand am 30.09.2010 5.335 4.710 32 -134 0 -287 3.366 13.022 191 13.213
2010/2011
Stand am 01.10.2010 5.335 4.710 32 -134 0 -287 3.366 13.022 191 13.213
Gesamtergebnis -20 1.521 1.501 29 1.530
Rückkauf eigener Anteile -35 -35 -35
Ausschüttung an
Aktionäre
-259 -259 -259
Stand am 30.09.2011 5.335 4.710 32 -154 0 -322 4.628 14.229 220 14.449

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2010/2011

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Periodenergebnis 1.581 1.008
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Gegenstände des Sachanlagevermögens
2.208 2.156
+
Abnahme aktive latente Steuern
2 27
+
Zunahme passive latente Steuern
126 15
-/+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen -48 297
+
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens
1 1
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie der übrigen Aktiva
-1.590 8
+
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie der übrigen Passiva
3.352 801
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 5.632 4.313
+
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des
Anlagevermögens
0 15
-
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen
-2.797 -1.953
-
Auszahlungen für den Erwerb von nach der Equity-Methode
bewerteten Beteiligungen
0 -58
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.797 -1.996
-
Ausschüttung an Aktionäre
-259 0
-
Auszahlungen für den Rückkauf eigener Anteile
-35 0
-
Auszahlungen zur Tilgung von (Finanz-)Krediten
-52 -66
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -346 -66
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 2.489 2.251
-/+ Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds -33 63
+
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode
5.069 2.755
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 7.525 5.069

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, im Geschäftsjahr 2010/2011

in TEUR Stand am
01.10.2010
Währungs
anpassung
Zugänge Abgänge Stand am
30.09.2011
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte
2.885 -3 177 913 2.146
2. Entwicklungskosten 26.546 -5 1.969 0 28.510
29.431 -8 2.146 913 30.656
II. Geschäfts- und Firmenwert 1.605 -3 0 0 1.602
III. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 5.438 -1 52 0 5.489
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
1.682 -17 599 17 2.247
7.120 -18 651 17 7.736
IV. Nach der Equity-Methode bewertete
Beteiligungen
107 0 12 0 119
38.263 -29 2.809 930 40.113

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Anlage 6/1

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, im Geschäftsjahr 2009/2010

Anschaffungs-/Herstellungskosten
---------------------------------- -- -- -- --
in TEUR Stand am
01.10.2009
Währungs
anpassung
Zugänge Abgänge Stand am
30.09.2010
I.
Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte 3.623 56 32 826 2.885
2. Entwicklungskosten 24.742 121 1.683 0 26.546
28.365 177 1.715 826 29.431
II.
Geschäfts- und Firmenwert
1.522 83 0 0 1.605
III. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 5.389 1 48 0 5.438
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2.445 23 190 976 1.682
7.834 24 238 976 7.120
IV. Nach der Equity-Methode bewertete
Beteiligungen
105 -1 3 0 107
37.826 283 1.956 1.802 38.263
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am
01.10.2010
Währungs
anpassung
Zugänge Abgänge Stand am
30.09.2011
Stand am
30.09.2011
Stand am
30.09.2010
2.746 -2 77 913 1.908 238 139
22.347 -6 1.656 0 23.997 4.513 4.199
25.093 -8 1.733 913 25.905 4.751 4.338
0 0 0 0 0 1.602 1.605
1.773 0 225 0 1.998 3.491 3.665
1.192 -14 250 16 1.412 835 490
2.965 -14 475 16 3.410 4.326 4.155
0 0 0 0 0 119 107
28.058 -22 2.208 929 29.315 10.798 10.205
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am
01.10.2009
Währungs
anpassung
Zugänge Abgänge Stand am
30.09.2010
Stand am
30.09.2010
Stand am
30.09.2009
3.308 56 208 826 2.746 139 315
20.754 102 1.491 0 22.347 4.199 3.988
24.062 158 1.699 826 25.093 4.338 4.303
0 0 0 0 0 1.605 1.522
1.542 0 231 0 1.773 3.665 3.847
1.909 17 226 960 1.192 490 536
3.451 17 457 960 2.965 4.155 4.383
0 0 0 0 0 107 105
27.513 175 2.156 1.786 28.058 10.205 10.313

Konzern-Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2010/2011 50

A. Informationen zum Unternehmen

Die LS telcom Aktiengesellschaft (die Gesellschaft) mit Sitz in Lichtenau ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nr. 211164 eingetragen.

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Implementierung, der Vertrieb und die Installation von Hard- und Softwarelösungen auf dem Gebiet der drahtlosen und leitungsgebundenen Telekommunikation, insbesondere der Funknetzplanung und des Frequenzmanagements sowie die Beratung und Schulung, insbesondere von Funknetzbetreibern, Medienunternehmen und Regulierungsbehörden.

Der Konzern-Abschluss zum 30. September 2011 umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften.

Der Vorstand der Gesellschaft hat den Konzern-Abschluss zum 30. September 2011 sowie den Konzern-Lagebericht 2010/2011 am 21. November 2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

B. Rechnungslegungsgrundsätze

Der Konzern-Abschluss der Gesellschaft wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International Accounting Standards Boards (IASB) veröffentlicht wurden und in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Die Grundsätze des Framework, die für das abgelaufene Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) sowie die nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften wurden beachtet. Der Gebrauch spezieller IFRS ist den Erläuterungen zu einzelnen Abschlusspositionen im weiteren Verlauf des Anhangs zu entnehmen.

Der Konzern-Abschluss der Gesellschaft vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Die Betragsangaben lauten - soweit nicht anders angegeben - auf Tausend Euro (TEUR).

Dem Konzern-Abschluss liegen im Vergleich zum Vorjahr einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Grunde.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzern-Abschlusses aufgestellt.

Neue Standards und Interpretationen

Folgende neue oder geänderte Standards bzw. Interpretationen waren bis zum 30. September 2011 neu verabschiedet bzw. geändert und durch die EU anerkannt:

Standard / Interpretation Anzuwenden ab
Geschäftsjahr
IAS 32 Klassifizierung von Bezugsrechten 01.02.2010
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS
Zusätzliche Ausnahmeregelungen für Erstanwender
Begrenzte Ausnahmen von Vergleichsangaben nach IFRS 7 für Erstanwender
01.01.2010
01.01.2010
01.07.2010
IFRS 2 Bilanzierung anteilsbasierter Vergütungen im Konzern, die in bar erfüllt werden 01.01.2010
IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien 01.01.2010
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 01.11.2009
IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden 01.11.2009
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 01.07.2010
diverse Jährliches Verbesserungsverfahren 2007 - 2009 01.01.2010

Die bereits anzuwendenden Standards haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss der LS telcom AG.

Die folgenden neuen Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von Standards wurden nicht berücksichtigt, weil eine Pflicht zur Anwendung noch nicht gegeben war:

Standard / Interpretation Anzuwenden ab
Geschäftsjahr
IAS 1 Darstellung der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses 01.07.2012 *)
IAS 12 Latente Steuern - Realisierung des Buchwertes eines spezifischen Vermögenswertes 01.01.2012 *)
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.2013 *)
IAS 24 Angaben zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 01.01.2011
IAS 27 Separate Abschlüsse 01.01.2013 *)
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 01.01.2013 *)
IFRS 1 Hyperinflation und fester Umstellungszeitpunkt 01.07.2011 *)
IFRS 7 Angaben - Übertragung von finanziellen Vermögenswerten 01.07.2011 *)
IFRS 8 Geschäftssegmente - geändert im Zusammenhang mit IAS 24 01.01.2011
IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung 01.01.2013 *)
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.2013 *)
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 01.01.2013 *)
IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen 01.01.2013 *)
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts 01.01.2013 *)
IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen einer Mindestfinanzierungsvorschrift 01.01.2011
IFRIC 20 Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine 01.01.2013 *)
diverse Jährliches Verbesserungsverfahren 2008 - 2010 01.01.2011

*) Noch keine Übernahme durch die EU-Kommission.

Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind noch nicht abschließend analysiert. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss zum 30. September 2011 sind nach aktueller Einschätzung nicht zu erwarten.

Schätzungen und Annahmen

Die Aufstellung des Konzern-Abschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf den Ansatz von Entwicklungskosten, die Werthaltigkeit von Geschäfts- und Firmenwerten, die Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Forderungen, von Rückstellungen sowie auf die Realisierung zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden nach IAS 8 zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

C. Konsolidierungsgrundsätze

1. Konsolidierungskreis

Der Konzern-Abschluss umfasst alle Unternehmen, bei denen die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt oder aufgrund sonstiger Rechte ein Beherrschungsverhältnis im Sinne von IAS 27 besteht. Die Erstkonsolidierung erfolgt von dem Tag an, an dem die Gesellschaft direkt oder indirekt in ein Beherrschungsverhältnis gegenüber der Tochtergesellschaft tritt.

In den Konzern-Abschluss sind gemäß IAS 27 neben der Gesellschaft die folgenden Unternehmen einbezogen worden:

Name und Sitz Währung Gezeichnetes
Kapital
Anteil am Kapital % Zeitpunkt der
Erstkonso
lidierung
LS telcom Ltd.,
Ottawa/Kanada
CAD 1.829.000 100 01.06.2002
Vision2Comm GmbH,
Lichtenau/Deutschland
EUR 25.000 100 27.05.2003
LS telcom SAS,
Vélizy/Frankreich
EUR 100.000 100 01.11.2006
LS of South Africa Radio
Communication Services (Pty) Ltd.,
Ruimsig/Südafrika
ZAR 300 51 30.09.2007
NG Networks Co., Ltd.
Suzhou/China
EUR 147.745 40 28.05.2009
Colibrex GmbH,
Lichtenau/Deutschland
EUR 25.000 100 14.07.2011
LS telcom Inc.,
Annapolis/USA
USD 1.000 100 27.07.2011

Bei dem assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd. hat die Gesellschaft die Möglichkeit einen maßgeblichen Einfluss auszuüben.

2. Konsolidierungsmethoden

Grundlage für den Konzern-Abschluss sind die nach einheitlichen Regeln zum 30. September 2011 aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die auf lokalen Vorschriften basierenden Jahresabschlüsse wurden von der Gesellschaft auf die geltenden IFRS übergeleitet.

Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgt nach der partiellen Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital zum Erwerbszeitpunkt. Negative Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden in Vorjahren erfolgswirksam berücksichtigt.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften wurden eliminiert. In den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden ebenfalls berücksichtigt. Im Zusammenhang mit den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen erfolgt der Ansatz latenter Steuern.

D. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

1. Anschaffungskostenprinzip

Die Erstellung des Konzern-Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit nichts anderes vermerkt ist, sind die Aktiva und Passiva zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert.

2. Fremdwährungsumrechnung

a) Transaktionen

Die in den Abschlüssen der einzelnen Gesellschaften des Konzerns erfassten Posten werden auf der Grundlage der jeweiligen funktionalen Währung bewertet. Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Der Euro ist Berichtswährung und funktionale Währung der Gesellschaft.

Transaktionen in Fremdwährung werden vom jeweiligen Konzern-Unternehmen zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kurs in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Kurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam berücksichtigt und in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter der Position "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. unter der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst.

Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

b) Umrechnung der Jahresabschlüsse

Bei der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Da die Konzern-Gesellschaften ihr Geschäft selbstständig betreiben, sind sie als "foreign entities" im Sinne von IAS 21 berücksichtigt. Hiernach werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, das Eigenkapital zum historischen Kurs und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der sich ergebende Unterschiedsbetrag wird ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet.

Durchschnittskurs Stichtagskurs
Land Währung 2010/2011
EUR 1,00 =
2009/2010
EUR 1,00 =
30.09.2011
EUR 1,00 =
30.09.2010
EUR 1,00 =
Kanada CAD 1,37468 1,40601 1,40645 1,40036
Südafrika ZAR 9,66651 10,06847 10,85305 9,46074
USA USD 1,39379 - 1,35077 -

Für die Fremdwährungsumrechnung kamen folgende Umrechnungskurse zur Anwendung:

3. Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Nutzung sämtlicher immaterieller Vermögenswerte ist als endlich eingestuft. Sie werden um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode über die zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer vermindert, die in der Regel drei bis fünf Jahre beträgt. Soweit notwendig wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen, die bei späterem Wegfall der Gründe rückgängig gemacht wird. Außerplanmäßige Wertkorrekturen (Minderungen und Mehrungen) waren im Berichtsjahr nicht erforderlich.

Die Entwicklungskosten beinhalten die Aufwendungen für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte. Aufwendungen für die Forschung und allgemeine Entwicklung wurden in Höhe von TEUR 1.756 (i. V. TEUR 1.688) sofort als Aufwand erfasst. Die Aktivierung der Entwicklungskosten erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem die technologische Durchführbarkeit feststeht. Der Bewertungsansatz ergibt sich hierbei aus den direkten Kosten der Entwicklungsabteilung in Relation zu den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Externe Leistungen werden mit den fakturierten Kosten angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über vier Jahre.

Außerplanmäßige Wertkorrekturen wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen.

Die separaten Anlagen zur Darstellung der Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens sind integrale Bestandteile des Konzern-Anhangs.

4. Geschäfts- und Firmenwert

Die Firmenwerte resultieren aus der Vollkonsolidierung der LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada (TEUR 713) und der LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich (TEUR 889). Entsprechend IAS 36 wird die Werthaltigkeit der Firmenwerte zum Bilanzstichtag überprüft.

Die Geschäfts- und Firmenwerte sind entsprechend der Geschäftstätigkeit der erworbenen Unternehmen einer Zahlungsmittel generierenden Einheit zugeordnet. Im Erwerbszeitpunkt gehörten diese auf Segmentebene dem Unternehmensbereich Systemlösungen an. Die Geschäfts- und Firmenwerte sind zum Stichtag dem Segment Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen mit TEUR 431 sowie dem Segment Softwaresysteme mit TEUR 1.171 zugeordnet.

Als Grundlage zur Ermittlung der Werthaltigkeit wird der Nutzungswert herangezogen. Die Firmenwerte wurden hierzu der entsprechenden Zahlungsmittel generierenden Einheit zugeordnet. Die Cashflow-Prognose basiert auf Detailplanungen des Managements, die einen dreijährigen Planungszeitraum umfassen und die Erfahrungen der Vergangenheit und die Erwartungen über die künftige Marktentwicklung widerspiegeln. Die Cashflows nach dem Detailplanungszeitraum wurden unter Berücksichtigung geschätzter Wachstumsraten von 1,00 % extrapoliert. Der verwendete Abzinsungssatz vor Steuern beträgt 9,71 % (LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich) bzw. 7,96 % (LS telcom Ltd., Ottawa/ Kanada). Eine Wertminderung der Firmenwerte war nicht erforderlich.

Die kumulierten Abschreibungen auf Firmenwerte aus Vorjahren wurden mit den Anschaffungskosten saldiert. Die Firmenwerte sind die einzigen immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer.

Die separaten Anlagen zur Darstellung der Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens sind integrale Bestandteile des Konzern-Anhangs.

5. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Instandhaltungskosten werden direkt als Aufwand erfasst.

Außerplanmäßige Abschreibungen waren im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 5 (i. V. TEUR 0) erforderlich. Zuschreibungen, die notwendig sind, sobald die Gründe der Abschreibung auf Dauer entfallen, gab es im Berichtsjahr nicht.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen drei bis 25 Jahre. Wesentliche Restwerte gemäß IAS 16 par. 53 waren bei der Bemessung der Abschreibungshöhe nicht zu berücksichtigen.

Die Restbuchwerte aus dem Finanzierungsleasing der Immobilie und der übrigen aktivierten Leasing-Gegenstände sind im Folgenden dargestellt:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Gebäude 3.286 3.456
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 8
3.286 3.464

Bei den Gebäuden betragen die Anschaffungskosten TEUR 4.267. Zugänge sind nicht zu verzeichnen. Kumulierte Abschreibungen sind zum Beginn der Periode mit TEUR 811 und zum Ende der Periode mit TEUR 981, bei Zugängen von TEUR 170, gegeben.

Die sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung betrifft das EDV- und Pkw-Leasing. Die Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag betragen TEUR 292, bei Währungseffekten von TEUR -6,. Kumulierte Abschreibungen sind zum Beginn der Periode mit TEUR 290 und zum Ende der Periode mit TEUR 292, bei Zugängen aus Abschreibungen von TEUR 8 und Währungseffekten von TEUR -6, gegeben.

Die separaten Anlagen zur Darstellung der Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens sind integrale Bestandteile des Konzern-Anhangs.

6. Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen

Der Ansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem fortgeschriebenen Eigenkapital des assoziierten Unternehmens (NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China). Die folgende Übersicht zeigt aggregierte Eckdaten zu dem nach der Equity-Methode in den Konzern-Abschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen. Die Werte beziehen sich nicht auf den auf die Gesellschaft entfallenden Anteil, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100 % dar.

30.09.2011
TEUR
30.09.2010
TEUR
PASSIVA 30.09.2011
TEUR
30.09.2010
TEUR
289 109 Eigenkapital 177 139
175 188 Langfristige
Verbindlichkeiten
259 126
Kurzfristige
Verbindlichkeiten
28 32
464 297 Summe 464 297
Gewinn-und-Verlust-Rechnung der NG Networks Co., Ltd. 2010/2011
TEUR
2009/2010
TEUR
Umsatzerlöse 136 18
Ergebnis 29 7

Die separaten Anlagen zur Darstellung der Entwicklung der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind integrale Bestandteile des Konzern-Anhangs.

7. Aktive latente Steuern

Latente Steuern wurden nach der "liability method" entsprechend IAS 12 auf zeitliche Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem konsolidierten Abschluss angesetzt.

Die latenten Steuern auf Bewertungskorrekturen werden mit den landesspezifischen Steuersätzen für die einzelnen Konzern-Unternehmen ermittelt. Hierbei handelt es sich bei der LS telcom AG um 28 % (i. V. 28 %), bei der LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada um 28,25 % (i. V. 31,15 %), bei der LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich um 33,33 % (i. V. 33,33 %) sowie bei der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika um 28 % (i. V. 28 %). Es sind die ab 2011 gültigen Steuersätze berücksichtigt. Eine Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern wurde insoweit vorgenommen, wie eine Identität von Steuergläubiger und Steuerschuldner gegeben ist.

Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR
Stand am 01.10.2010 427
Abnahme -2
Währungseffekte -2
Stand am 30.09.2011 423
in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Steuerliche Verlustvorträge 1.054 1.073
Anlagevermögen 186 154
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2 0
Währungsderivate, ohne Hedge Beziehung 8 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 10 9
1.260 1.236
Verrechnung mit passiven latenten Steuern -837 -809
423 427

Die latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und sonstige Steuervorteile betreffen die Gesellschaften LS telcom AG (TEUR 500), LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada (TEUR 294) und LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich (TEUR 260). Es wurden die jeweils landesspezifischen Steuersätze herangezogen.

Ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge wird nur in dem Umfang aktiviert, in dem es innerhalb eines überschaubaren Planungshorizonts wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verrechnung zur Verfügung steht. Insgesamt wurden für in Vorjahren entstandene steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 10.772 (i. V. TEUR 11.791) keine aktiven latenten Steuern gebildet.

Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge haben folgende Verfallszeiten:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
über 10 Jahre 159 196
über 20 Jahre 989 427
unbefristet 9.624 11.168
10.772 11.791

Hinsichtlich der Nutzung der Verlustvorträge wird vor dem Hintergrund der guten Auftragslage und den Auftragserwartungen mit hoher Zuteilungswahrscheinlichkeit zukünftig mit ausreichend zu versteuernden Ergebnissen bei den einzelnen Gesellschaften gerechnet. Bei der LS telcom Ltd. wird insbesondere mit hoher Wahrscheinlichkeit von künftigen steuerpflichtigen Gewinnen aufgrund des verzögerten Projektbeginns eines Großauftrags in Kanada ausgegangen.

8. Vorräte/Forderungen aus Fertigungsaufträgen

Die Umsatzrealisierung von unfertigen Projekten erfolgt bei der Muttergesellschaft infolge kürzerer Projektzyklen gemäß IAS 11 nach dem Auftragsfortschritt ("percentage of completion") ohne Teilgewinnrealisierung ("zero profit margin"). Lediglich in einem Fall werden aufgrund einer längeren Projektlaufzeit, des weitgehenden Projektfortschritts sowie der Zuverlässigkeit der Bestimmung der anteiligen Teilgewinne auf Basis des Fertigstellungsgrades Teilgewinne i. H. v. TEUR 144 (i. V. TEUR 0) ausgewiesen.

Bei den Tochtergesellschaften wird IAS 11 mit Teilgewinnrealisierung angewendet. Als Berechnungsgrundlage für den Fertigstellungsgrad bei den Tochtergesellschaften dient dabei eine Schätzung bzw. Begutachtung der erbrachten Leistungen für den jeweils zum Stichtag noch nicht abgeschlossenen Projektmeilenstein.

Ein Vergleich der Bestände mit dem niedrigeren realisierbaren Nettoverkaufswert gemäß IAS 2 wurde vorgenommen. Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Fertigungsaufträgen wurden im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 89 vorgenommen (i. V. TEUR 85).

9. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt. Pauschal ermittelte Wertberichtigungen werden nicht vorgenommen. Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind in der Summe mit enthalten. Sie umfassen die kumulierten Kosten für laufende Projekte.

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Nennwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.268 4.685
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 907 375
Forderungen gegen at equity bewertete Beteiligungen 40 0
6.215 5.060

Aufwendungen aus der Zuführung von Einzelwertberichtigungen waren im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 0 (i. V. TEUR 78) zu verzeichnen. Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen sind in Höhe von TEUR 29 (i. V. TEUR 3) erfasst.

Die folgende Aufstellung zeigt die Höhe der Teilumsätze und die darauf entfallenden erhaltenen Anzahlungen. Die Teilumsätze umfassen die angefallenen Kosten zuzüglich realisierter Gewinne abzüglich realisierter Verluste. Beim Mutterunternehmen werden infolge zeitlich kürzerer Projektschritte regelmäßig keine Teilgewinne einbezogen. Nur in einem Fall wurden bei der Muttergesellschaft wegen einer längeren Projektlaufzeit und der Möglichkeiten zur zuverlässigen Bestimmung Teilgewinne i. H. v. TEUR 144 (i. V. TEUR 0) ausgewiesen.

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Realisierte Teilumsätze 1.148 548
Erhaltene Anzahlungen 241 173
907 375

10. Finanzinstrumente

Die Bewertung der Finanzinstrumente erfolgt je nach Klassifizierung entsprechend IAS 39 grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu Marktwerten. Die Klassifizierung erfolgt in Abhängigkeit von dem Zweck, der mit dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts verfolgt wird.

Die Gesellschaft klassifiziert ihre finanziellen Vermögenswerte in die Kategorie "Kredite und Forderungen". Sie werden bei der erstmaligen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei erstmaliger Bewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Finanzielle Verbindlichkeiten fallen in die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden".

Die Zeitwerte der Finanzinstrumente werden durch deren Buchwerte verlässlich bestimmt.

Für die Absicherung von Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Diese wurden gemäß IAS 39 ab Geschäftsabschluss bilanziert und die Veränderung des Marktwertes erfolgswirksam behandelt.

Am Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzinstrumente:

Nominalvolumen Marktwert
in TEUR 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010
Positive Marktwerte
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung 762 0 17 0
Negative Marktwerte
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung 717 0 -30 0

11. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Kassenbestand 8 1
Frei verfügbares Guthaben bei Kreditinstituten 7.517 5.068
7.525 5.069

Die Entwicklung der liquiden Mittel, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

12. Ertragsteuerforderungen

Die Ertragsteuerforderungen belaufen sich auf:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Steuern vom Einkommen 1 41
1 41

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird. Bei der Berechnung werden die zum Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze zu Grunde gelegt.

13. Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert.

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Sonstige Steuererstattungsansprüche 94 63
Übrige Forderungen 224 219
Rechnungsabgrenzungsposten 222 72
540 354

Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Messekosten, Beiträge, Versicherungen sowie Lizenzgebühren.

14. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert.

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Zinsabgrenzung 15 2
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung 17 0
Cash-Mittel, die zur Sicherung dienen 539 241
571 243

Die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Cash-Mittel betreffen verpfändete oder sonstige gebundene Guthaben, die nicht als verfügbare Liquidität zur Verfügung stehen und deshalb nicht als liquide Mittel ausgewiesen werden.

Bei den Derivaten ohne Hedge-Beziehung handelt es sich um Devisentermingeschäfte, die der Absicherung von Währungsrisiken dienen.

15. Eigenkapital

Zur Entwicklung des Postens Eigenkapital wird auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hingewiesen.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt seit November 2000 TEUR 5.335. Es ist eingeteilt in 5.335.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie.

Die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien betrug im Berichtsjahr 5.178.587 (i. V. 5.180.250).

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 6. März 2008 ermächtigt, das Grundkapital bis zum

  1. März 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält den bei der Ausgabe von Aktien der LS telcom AG über den Nennbetrag hinausgehenden erzielten Betrag nach Verrechnung mit Verlusten in den Vorjahren und von im Zusammenhang mit dem Börsengang entstandenen Aufwendungen unter Berücksichtigung von latenten Steuern.

Ausschüttbares Kapital

Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn der LS telcom AG, soweit er nicht nach Gesetz oder Satzung durch Hauptversammlungsbeschluss oder als zusätzlicher Aufwand aufgrund des Gewinnverwendungsbeschlusses von der Verteilung an die Aktionäre ausgeschlossen ist.

16. Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Es handelt sich ausschließlich um Leasingverbindlichkeiten, die zum Barwert angesetzt sind:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 3.044 3.313
3.044 3.313

Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die Gesellschaft einen Immobilien-Leasingvertrag über Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Nach zehn bzw. 15 Jahren besteht eine Kaufoption zum Erwerb sämtlicher Anteile an den Leasingobjektgesellschaften, in deren Eigentum sich das Grundstück befindet.

Die zum Abschlussstichtag aus diesem Finanzierungsleasing resultierende Zahlungsverpflichtung wird in Höhe des Barwertes der zukünftigen Mindestleasingzahlungen als Verbindlichkeit bilanziert. In den Folgejahren vermindern die, an die jeweiligen Leasinggeber zu zahlenden, Leasingraten in Höhe des Tilgungsanteils die Verbindlichkeit. Der Zinsanteil der Zahlungen wird ergebniswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Im Einzelnen ergeben sich folgende Werte:

in TEUR
Fälligkeit zum
30.09.2011
Mindestleasing
zahlungen
Enthaltener
Zinsanteil
Aufzinsung
Mieterdarlehen
Barwert
bis 1 Jahr 494 256 25 263
1 bis 5 Jahre 2.121 832 121 1.410
über 5 Jahre 1.408 618 844 1.634
Summe 4.023 1.706 990 3.307
in TEUR
Fälligkeit zum
30.09.2010
Mindestleasing
zahlungen
Enthaltener
Zinsanteil
Aufzinsung
Mieterdarlehen
Barwert
bis 1 Jahr 495 274 24 245
1 bis 5 Jahre 2.124 916 112 1.320
über 5 Jahre 1.906 791 878 1.993
Summe 4.525 1.981 1.014 3.558

Bei der Überleitung vom Barwert zu den Mindestleasingzahlungen wurde ein Mieterdarlehen von insgesamt TEUR 1.316, das ratierlich aufgebaut und zum Ende der Vertragslaufzeit im Jahr 2030 zurückgeführt wird, berücksichtigt. Das Mieterdarlehen wird über die Vertragslaufzeit aufgezinst, und die zukünftigen Zinsen aus der Aufzinsung des Mieterdarlehens in Höhe von insgesamt TEUR 990 (i. V. TEUR 1.014) werden in den oben stehenden Tabellen separat dargestellt.

17. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

Es handelt sich um den langfristigen Teil der Umsatzabgrenzungen aus Wartungsverträgen mit Kunden. Siehe Ausführungen zum kurzfristigen Teil D.23.

18. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR
Stand am 01.10.2010 407
Zunahme 126
Stand am 30.09.2011 533
in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Entwicklungskosten 1.292 1.205
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25 11
Schuldenkonsolidierung 0 -9
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 40 0
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung 5 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 1
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 8 8
1.370 1.216
Verrechnung mit aktiven latenten Steuern -837 -809
533 407

Die ermittelten Ansatz- und Bewertungsunterschiede zwischen den Ergebnissen aus den Anpassungen der Handelsbilanzen der einbezogenen Unternehmen an IFRS führten in folgenden Positionen zu passiven latenten Steuern:

19. Rückstellungen

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 in Höhe des Betrags angesetzt, der nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um alle gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten am Bilanzstichtag abzudecken. Künftige Ereignisse, die sich auf den zur Erfüllung einer Verpflichtung erforderlichen Betrag auswirken können, sind in den Rückstellungen berücksichtigt, sofern sie mit hinreichender objektiver Sicherheit vorausgesagt werden können und sofern diese Verpflichtungen aus Vorgängen der Vergangenheit resultieren.

Über die Zusammensetzung und Entwicklung der Position gibt die nachfolgende Übersicht Auskunft:

in TEUR Stand
01.10.2010
Währungs
differenz
Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
30.09.2011
Steuerrückstellungen 24 0 3 0 98 119
Sonstige Rückstellungen
Personal 25 0 23 2 25 25
Ausstehende Rechnungen 531 -1 382 14 242 376
Übrige 155 0 133 5 163 180
711 -1 538 21 430 581
Gesamt 735 -1 541 21 528 700

20. Erhaltene Anzahlungen und Fertigungsaufträge

Die auf der Passivseite ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen umfassen sowohl die Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo als auch die sonstigen erhaltenen Anzahlungen. Diese stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Sonstige erhaltene Anzahlungen 1.128 49
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo 911 53
2.039 102

Erhaltene Anzahlungen auf Fertigungsaufträge werden in Höhe der angearbeiteten Aufträge auf der Aktivseite mit der Position Forderungen saldiert und im Übrigen auf der Passivseite offen ausgewiesen.

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen 2.280 275
Davon mit Forderungen saldiert 241 173
2.039 102

Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen gliedert sich wie folgt:

21. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich zum Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten bestehen ausschließlich gegenüber anderen Unternehmen und sind innerhalb eines Jahres fällig.

Es bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.

22. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag oder – im Falle der Leasingverbindlichkeiten – zum Barwert angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 52
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 263 245
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung 30 0
293 297

Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten betreffen das Gebäude-Leasing in Lichtenau.

23. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Sie sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Verbindlichkeiten aus Steuern 133 196
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 82 64
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 1.741 1.359
Kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten 966 916
2.922 2.535

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Personalverpflichtungen.

Der kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten umfasst abgegrenzte Erlöse aus Wartungsverträgen.

E. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Gesamtergebnisrechnung

Die Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Umsatzerlöse

Die LS telcom AG erfasst die Umsätze übereinstimmend mit IAS 18 und IAS 11. Umsätze für Produktverkäufe werden mit dem Eigentums- und Gefahrenübergang an den Kunden realisiert, wenn das Entgelt vertraglich festgesetzt oder bestimmbar und die Erfüllung der damit verbundenen Forderungen wahrscheinlich ist. Die Höhe der Erlöse kann verlässlich bestimmt werden. Es ist hinreichend wahrscheinlich, dass der LS telcom AG der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird und die im Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen oder noch anfallenden Kosten verlässlich bestimmt werden können. Ist eine Abnahme durch den Kunden vorgesehen, werden die entsprechenden Umsätze erst mit dieser Abnahme gebucht. Nachträglich gewährte Gutschriften sind in Abzug gebracht.

Umsätze aus Dienstleistungsgeschäften (Wartung, Service und Seminare) werden mit Erbringung der Dienstleistungen erfasst, sofern die Höhe der Erträge verlässlich bemessen werden kann und der Zufluss des wirtschaftlichen Nutzens aus dem Geschäft hinreichend wahrscheinlich ist.

Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen.

Die Aufteilung der Umsatzerlöse erfolgt nach Unternehmensbereichen und Regionen und ist in den Erläuterungen zur "Segmentberichterstattung" in Abschnitt G. wiedergegeben. Die ermittelten Umsatzerlöse resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Die Umsatzerlöse umfassen mit EUR 14,8 Mio. (i. V. EUR 10,9 Mio.) Umsätze aus langfristigen Fertigungsaufträgen.

3. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Fördermittel (TEUR 295) und Währungsgewinne (TEUR 349).

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, insofern hinreichende Sicherheit besteht, dass die Mittel gewährt werden und die Gesellschaft die mit der Gewährung verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden entsprechend der Entstehung der zu kompensierenden Aufwendungen erfasst.

4. Aktivierte Eigenleistungen

Sie beinhalten ausschließlich aktivierte Entwicklungskosten für die im Geschäftsjahr selbst erstellte Software. Zur Bewertung vgl. D.3.

5. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Aufwendungen für bezogene Waren 2.576 580
Aufwendungen für Fremdleistungen 2.985 2.393
5.561 2.973

6. Personalaufwand

Der Ausweis betrifft im Wesentlichen Gehälter sowie soziale Abgaben.

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Löhne und Gehälter 8.601 7.694
Soziale Abgaben 1.476 1.363
10.077 9.057
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 138 135

7. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens

Die Zusammensetzung der Abschreibungen ergibt sich aus den separaten Anlagen zur Darstellung der Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens, die integrale Bestandteile des Konzern-Anhangs sind.

  1. Sonstige betriebliche Aufwendungen
in TEUR 2010/2011 2009/2010
Vertriebs- und Reisekosten 1.079 966
Gebäude- und Grundstückskosten 429 350
Übrige 1.786 1.536
3.294 2.852

9. Finanzergebnis

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 12 3
Zinserträge 57 24
Zinsaufwendungen 275 279
-206 -252

Das Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen resultiert aus dem anteiligen Jahresergebnis der NG Networks Co., Ltd. im Geschäftsjahr 2010/2011.

Die Zinserträge resultieren aus Guthaben bei Kreditinstituten.

Zinsaufwendungen ergeben sich aufgrund der Inanspruchnahme von Kreditlinien und Avalen sowie Zinsanteilen aus Finanzierungsleasingverträgen.

10. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind sowohl die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Laufende Steuern 416 277
Latente Steuern 128 35
544 312

Der Aufwand aus latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010/2011 2009/2010
IFRS-Anpassungen
Anlagevermögen LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada -3 0
Leasing -32 -56
Veränderung aktive latente Steuern auf Verlustvorträge -24 -26
Rückgängigmachung Pauschalwertberichtigung 4 2
Entwicklungskosten 133 104
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -4 7
Währungsderivate, ohne Hedge-Beziehung -4 0
Fair Value Hedge 0 1
Erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen 8 3
Forderungen Fertigungsaufträge 40 0
Fremdwährungsbewertung Forderungen 10 0
128 35

Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand und dem rechnerischen Steueraufwand, der sich bei einem Steuersatz für die Gesellschaft von 28 % ergeben würde, setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010/2011 2009/2010
Konzern-Ergebnis vor Ertragsteuern 2.125 1.320
Rechnerischer Steueraufwand (28 %) 595 370
Steuereffekt aus Verlustvorträgen 118 132
Nutzung nicht aktivierter Verlustvorträge -440 -318
Auflösung Wertberichtigung latente Steuern Verlustvorträge -12 0
Nichtabzugsfähige Betriebsausgaben 17 35
Steuerfreie Einnahmen -26 -107
Ausländische Quellensteuer 243 196
Periodenfremde tatasächliche Ertragsteuern 12 4
Periodenfremde latente Steuern 10 0
Sonstiges -4 0
Steuersatzänderung Kanada 27 0
Unterschiedliche Steuersätze 4 0
Tatsächlicher Steueraufwand 544 312

Die erwartete Steuerbelastung auf das steuerliche Ergebnis beträgt im Vorjahr sowie zum Bilanzstichtag 28 % und errechnet sich wie folgt:

Gewerbesteuer bei einem Hebesatz von 340 % 11,9 %
Körperschaftsteuer (15 % vom Gewinn nach Gewerbesteuer) 15,0 %
Solidaritätszuschlag (5,5 % der Körperschaftsteuer) 0,8 %
Tarifbelastung 27,7 %
gerundet 28,0 %

11. Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien und Ergebnis je Aktie

Die Anzahl der Aktien betrug im Jahresdurchschnitt 5.178.587 (i. V. 5.180.250). Das Konzern-Jahresergebnis beläuft sich auf TEUR 1.521 (i. V. TEUR 940). Demgemäß ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von EUR 0,29 (i. V. EUR 0,18). Ein verwässertes Ergebnis je Aktie war nicht zu berechnen.

F. Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Zahlungsmittelbestand im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Als Mittelzufluss und -abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit wird die Umsatztätigkeit angezeigt, durch die der Cashflow generiert wird.

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Beteiligungen sind im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit enthalten.

In den Zahlungsströmen des Geschäftsjahres sind TEUR 45 (i. V. TEUR 24) erhaltene Zinsen und TEUR 305 (i. V. TEUR 308) gezahlte Zinsen enthalten. Im Berichtsjahr sind Ertragsteuern in Höhe von TEUR 343 (i. V. TEUR 305) bezahlt und in Höhe von TEUR 61 (i. V. TEUR 62) erstattet worden.

Die Zusammensetzung des Zahlungsmittelbestands entspricht dem in der Bilanz zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Saldo der liquiden Mittel.

G. Segmentberichterstattung

Bei der LS telcom AG werden zum Zweck der Unternehmenssteuerung die berichtspflichtigen Segmente in "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" und "Softwaresysteme" aufgeteilt. Aufgrund der seit diesem Geschäftsjahr signifikant gewachsenen Umsatzerlöse aus hardwarenahen Systemlösungen wurde eine Neusegmentierung der Geschäftstätigkeiten der LS telcom AG vorgenommen. Die einzelnen Segmente können folgendermaßen charakterisiert werden:

Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen

Das Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" fasst die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz, sowie Netzplanungs- und Beratungstätigkeiten zusammen.

In "Hardwarenahe Systeme" gehen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein, wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder Generator-Containern, deren Installation und Inbetriebnahme.

Unter "Dienstleistungen" werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Beratung, Planung, Ingenieurdienstleistungen und Trainings erbringt.

Softwaresysteme

Das Segment "Softwaresysteme" beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunkund Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte.

Die Aufgliederung der zu berichtenden Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR
Geschäftsjahr zum
30.09.2011
Hardwarenahe
Systeme und
Dienstleistungen
Software
systeme
Überleitung Konzern
Umsatzerlöse mit externen Kunden 6.680 14.019 - 20.699
Investitionen 1.121 1.676 12 2.809
Abschreibungen 238 1.970 - 2.208
Segmentergebnis -299 2.630 - 2.331
Vermögenswerte des Segments 6.872 18.658 543 26.073
Schulden des Segments 2.055 5.580 3.989 11.624
in TEUR
Geschäftsjahr zum
30.09.2010
Hardwarenahe
Systeme und
Dienstleistungen
Software
systeme
Überleitung Konzern
Umsatzerlöse mit externen Kunden 4.502 11.723 - 16.225
Investitionen 203 1.750 3 1.956
Abschreibungen 205 1.951 - 2.156
Segmentergebnis 909 663 - 1.572
Vermögenswerte des Segments 4.075 16.749 575 21.399
Schulden des Segments 811 3.334 4.041 8.186

Um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Geschäftsfelder zu bestimmen wird das Betriebsergebnis der Segmente vom Vorstand getrennt überwacht. Die Entwicklung der Geschäftsfelder wird anhand dieses Segmentergebnisses (EBIT) beurteilt.

Umsätze zwischen den Segmenten werden nicht getätigt.

Da die Konzern-Finanzierung (Zinsaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern und das Ergebnis aus

dem assoziierten Unternehmen konzerneinheitlich gesteuert werden, erfolgt keine Zuordnung zu den einzelnen Geschäftssegmenten.

Die Investitionen beziehen sich auf die Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen ohne die Einbeziehung der Zugänge aus assoziierten Unternehmen.

Die Betrachtung der Vermögenswerte nach Segmenten erfolgt ohne die Angaben zu assoziierten Unternehmen, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen, da diese Vermögenswerte auf Konzern-Ebene überwacht werden.

Die Betrachtung der Schulden nach Segmenten erfolgt ohne die Angabe zu den passiven latenten Steuern. Zusätzlich erfolgt keine Steuerung auf Segmentebene - sondern auf Ebene des Konzerns - anhand der Größen kurz- und langfristige finanzielle Verpflichtungen und den Steuerrückstellungen.

Die Informationen zu den geografischen Gebieten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

in TEUR Mittlerer Übriges
Regionen Inland Europa Osten Asien Afrika Ausland Gesamt
Außenumsatz 2010/2011
2009/2010
3.015
3.300
5.598
7.095
6.572
2.188
998
1.630
1.585
1.392
2.931
620
20.699
16.225

Die vorstehenden Informationen zu den Umsätzen sind nach dem Standort des jeweiligen Kunden gegliedert.

Im Geschäftsjahr wurden mit einem Kunden im Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.549 (i. V. TEUR 0) und im Segment "Softwaresysteme" in Höhe von TEUR 1.532 (i. V. TEUR 2.088) erwirtschaftet.

Die langfristigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

Langfristige Vermögenswerte 30.09.2011
TEUR
30.09.2010
TEUR
Inland 8.402 7.907
Europa 1.313 1.295
Afrika 173 70
Kanada 791 826
10.679 10.098

Die hier ausgewiesenen langfristigen Vermögenswerte umfassen die immateriellen Vermögenswerte, die Geschäfts- und Firmenwerte sowie die Sachanlagen.

H. Sonstige Angaben

1. Finanzrisikomanagement

a) Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des LS telcom Konzerns umfasst neben der Gewährleistung der finanziellen Flexibilität zur Fortsetzung des Wachstumskurses und der Erreichung angemessener Dividendenzahlungen auch die Optimierung der Kapitalstruktur. Grundsätzlich wird weiterhin ein möglichst niedriger Verschuldungsgrad, gemessen durch den Quotient aus Nettoverschuldung und Eigenkapital, angestrebt.

b) Marktrisiko

Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken), Ausfall-, Cashflow- und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommen den Devisenkursschwankungen von US-Dollar und kanadischem Dollar gegenüber dem Euro besondere Bedeutung zu.

ba) Währungsrisiko

Der LS telcom Konzern ist aufgrund seiner internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenoptionsgeschäfte) zum Einsatz kommen.

Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR
Währungsrisiken
30.09.2011
EUR CAD THB ZAR USD SAR GBP Sonstige Summe
Liquide Mittel 5.964 20 0 231 991 0 239 80 7.525
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
2.864 317 0 25 1.913 74 45 30 5.268
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
808 17 0 82 0 0 0 0 907
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
40 0 0 0 0 0 0 0 40
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
-1.929 -16 -38 -1 -48 0 -51 0 -2.083
Summe 7.747 338 -38 337 2.856 74 233 110 11.657
in TEUR
Währungsrisiken
30.09.2010
EUR CAD THB ZAR USD SAR GBP Sonstige Summe
Liquide Mittel 3.884 13 0 254 860 0 0 58 5.069
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
2.974 186 804 90 242 77 292 20 4.685
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
329 0 0 46 0 0 0 0 375
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
0 0 0 0 0 0 0 0 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
-464 -119 -58 -14 -125 0 0 -4 -784
Summe 6.723 80 746 376 977 77 292 74 9.345

Ein Anstieg von 10 % des Euro gegenüber sämtlichen für das Unternehmen relevanten Währungen zum 30.09.2011 hätte das Ergebnis des Konzerns um TEUR 156 verbessert (i. V. TEUR 125). Ein Rückgang von 10 % des Euro gegenüber sämtlichen für das Unternehmen relevanten Währungen zum 30.09.2011 hätte das Ergebnis des Konzerns um TEUR 156 verschlechtert (i. V. TEUR 125).

bb) Zinsrisiken

Die Anlagen wurden im vergangenen Jahr ausschließlich in Tages- und Festgelder getätigt. Risikokonzentrationen im Finanzbereich werden des Weiteren durch die Streuung der Anlagen bei verschiedenen erstklassigen deutschen Banken vermieden. Durch diese Form der Anlage ist eine maximale Ausfall- bzw. Wertverlustrisikominimierung gegeben.

Aus dem Bestand an Finanzmitteln und sonstigen Vermögensgegenständen mit variablen Zinssätzen würde sich das Ergebnis per 30.09.2011 bei einer Zinsänderung um 100 Basispunkte um TEUR 62 verändern (i. V. TEUR 40).

bc) Preisrisiken

IFRS 7 fordert bezüglich der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Der LS telcom Konzern hatte zum 30.09.2011 und 30.09.2010 keine diesen Preisrisiken unterliegenden Finanzinstrumente im Bestand.

c) Ausfallrisiko

Der LS telcom Konzern ist aus seinem operativen Geschäft einem Adressenausfallrisiko ausgesetzt.

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jeweiligen Kontrahenten.

Im operativen Geschäft werden die Außenstände dezentral und fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken werden mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Das maximale Ausfallrisiko wird im Wesentlichen durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte mit positivem Marktwert bestimmt.

Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernde Vereinbarungen vor.

Die Kreditqualität finanzieller Vermögenswerte zeigt folgende Tabelle:

in TEUR
Altersstruktur Forderungen
2010/2011
Brutto
buchwert
weder überfällig
noch wert
berichtigt
überfällig und
nicht wert
berichtigt
Wertbe
richtigung
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
5.268 4.271 997 0
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
40 0 40 0
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
907 907 0 0
in TEUR
Altersstruktur Forderungen
2009/2010
Brutto
buchwert
weder überfällig
noch wert
berichtigt
überfällig und
nicht wert
berichtigt
Wertbe
richtigung
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
4.764 3.744 942 79
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
0 0 0 0
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
375 375 0 0

Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden ist sehr gering, da LS telcom vorrangig Endkunden mit erstklassiger Bonität bedient und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellt, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei LS telcom verbleibt.

Fälligkeitsanalyse der Bruttobuchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter finanzieller Vermögenswerte:

in TEUR
Altersstruktur Forderungen
2010/2011
überfällig und
nicht wert
berichtigt
überfällig
bis 45 Tage
überfällig
45 - 90 Tage
überfällig
mehr als
90 Tage
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
997 708 138 151
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
40 12 9 19
1.037 720 147 170
in TEUR
Altersstruktur Forderungen
2009/2010
überfällig und
nicht wert
berichtigt
überfällig
bis 45 Tage
überfällig
45 - 90 Tage
überfällig
mehr als
90 Tage
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
942 157 164 621
Forderungen gegen at equity
bewertete Beteiligungen
0 0 0 0
942 157 164 621

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR
Entwicklung EWB
2010/2011 2009/2010
Stand 1. Oktober 78 3
Auflösung 29 3
Verbrauch 50 0
Währungsdifferenz 1 0
Zuführung 0 78
Stand 30. September 0 78

d) Cashflow- und Liquiditätsrisiken

Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau sowie vorhandene Kreditlinien stellen primär sicher, dass eine ausreichende Liquiditätsversorgung des LS telcom Konzerns jederzeit gewährleistet ist.

Des Weiteren pflegt LS telcom eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, so dass auch unter den Bestimmungen von Basel II weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung gegeben sind. Die Fristigkeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten mit vertraglichen Restlaufzeiten ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

in TEUR
Altersstruktur
Verbindlichkeiten 2010/2011
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 263 1.410 1.634 3.307
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
2.083 0 0 2.083
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 30 0 0 30
2.376 1.410 1.634 5.420
in TEUR
Altersstruktur
Verbindlichkeiten 2009/2010
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
52 0 0 52
Leasingverbindlichkeiten 245 1.320 1.993 3.558
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
784 0 0 784
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
1.081 1.320 1.993 4.394

Die nachfolgende Darstellung zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen auf die am 30.09.2011 (Vorjahr 30.09.2010) bestehenden Finanzverbindlichkeiten.

in TEUR
Altersstruktur
Cashflow 2010/2011
Cashflow
bis 1 Jahr
Cashflow
1 bis 5 Jahre
Cashflow
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 494 2.121 1.408 4.023
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
2.083 0 0 2.083
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 30 0 0 30
2.607 2.121 1.408 6.136
in TEUR
Altersstruktur
Cashflow 2009/2010
Cashflow
bis 1 Jahr
Cashflow
1 bis 5 Jahre
Cashflow
über 5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
54 0 0 54
Leasingverbindlichkeiten 495 2.124 1.906 4.525
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
784 0 0 784
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
1.333 2.124 1.906 5.363

2. Bewertung der Finanzinstrumente nach Kategorien

Aus der nachfolgenden Tabelle sind ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich.

Buch- und Zeitwerte der Finanzinstrumente zum 30. September 2011
------------------------------------------------------------------ -- --
Buchwerte Finanzinstrumente
in TEUR Bilanzposition
30.09.2011
zum Fair Value
bewertet
zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
Buchwert übrige
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
5.308 5.308
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 907 907
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 571 17 554
Zahlungsmittel 7.525 7.525
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 3.044 3.044
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
2.083 2.083
Sonstige finanzielle Schulden 30 30

Buch- und Zeitwerte der Finanzinstrumente zum 30. September 2010

Buchwerte Finanzinstrumente
in TEUR Bilanzposition
30.09.2010
zum Fair Value
bewertet
zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
Buchwert übrige
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
4.685 4.685
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 375 375
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 243 243
Zahlungsmittel 5.069 5.069
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 3.313 3.313
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
784 784
Sonstige finanzielle Schulden 297 297

Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind gemäß IAS 11 bewertet und daher bei den Wertkategorien für Finanzinstrumente nicht erfasst.

in TEUR
Finanzinstrumente aggregiert nach Bewertungskategorien
gemäß IAS 39
30.09.2011 30.09.2010
Kredite und Forderungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 13.387 9.997
Positive Marktwerte aus Derivaten in Sicherungsbeziehungen 17 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schulden 5.127 4.394
Negativer Marktwert aus Derivaten in Sicherungsbeziehungen 30 0

Bei der Erstellung des Konzern-Abschlusses wird grundsätzlich das Anschaffungskostenprinzip angewandt. Eine Ausnahme hiervon bildet die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Der Buchwert der Zahlungsmittel kommt ihrem Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe.

Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe.

Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeit verfügbaren Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit kaum vom Buchwert ab.

Das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien stellt sich wie folgt dar:

in TEUR
Finanzinstrumente aggregiert nach Bewertungskategorien
gemäß IAS 39
30.09.2011 30.09.2010
Kredite und Forderungen 57 25
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schulden -275 -279
-218 -254

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Miet- und Leasingverträgen.

Die sich zum Bilanzstichtag ergebenden finanziellen Verpflichtungen zeigt die nachfolgende Darstellung:

in TEUR 30.09.2011 30.09.2010
Restlaufzeit bis 1 Jahr 250 220
Restlaufzeit 1 - 5 Jahre 135 135
Restlaufzeit über 5 Jahre 0 0
385 355

4. Beziehungen zu nahe stehenden Personen

Die Gesellschaft hat im Berichtszeitraum keine Geschäfte mit nahe stehenden Personen getätigt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des Unternehmens haben könnten.

5. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers ohne Umsatzsteuer

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 53
Andere Bestätigungsleistungen 0
Steuerberatungsleistungen 9
Sonstige Leistungen 0
Gesamthonorar 62

6. Abgabe der Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Am 16. Dezember 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht.

7. Angaben zum Aufsichtsrat und zum Vorstand

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Winfried Holtermüller

(Rechtsanwalt; Vorsitzender des Aufsichtsrats der Jagsttalbahn AG), Stuttgart (Vorsitzender)

Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender)

Dipl.-Finw. Karl Hensinger (Finanzwirt), Laupheim

Dem Vorstand gehören an die Herren:

Dr. Manfred Lebherz (Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau

Dr. Georg Schöne

(Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme), Lichtenau

Dipl.-Ing. Roland Götz

(Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt TEUR 979 (i. V. TEUR 803) erfasst. Davon betreffen TEUR 680 (i. V. TEUR 656) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 299 (i. V. TEUR 147) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010/2011 Bezüge in Höhe von TEUR 33 (i. V. TEUR 33).

Herr Dr. Manfred Lebherz hält zum Bilanzstichtag 1.537.862, Herr Dr. Georg Schöne 1.612.454 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrats halten 14.546 Aktien.

8. Ergebnisse nach den Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor.

9. Gewinnverwendungsvorschlag

Für die Gewinnausschüttung ist der nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften erstellte Jahresabschluss der LS telcom AG maßgeblich. Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von EUR 1.983.995,29 einen Betrag von EUR 0,10 je dividendenberechtigter Aktie als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Lichtenau, 21. November 2011

LS telcom Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers zum Konzern-Abschluss 80

Wir haben den von der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, aufgestellten Konzern-Abschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzern-Abschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzern-Abschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzern-Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzern-Abschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern-Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzern-Abschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, 22. November 2011

Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Volker Hecht Jörg Müller

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Bilanz der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 30. September 2011 82

Aktiva

Stand am
30.09.2011
EUR
Stand am
30.09.2010
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 249.604,62 169.056,20
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 191.629,54 196.638,49
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 611.465,39 399.423,63
803.094,93 596.062,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.430.333,12 4.400.451,88
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.455.927,15 1.216.467,80
3. Beteiligungen 110.066,40 110.066,40
5.996.326,67 5.726.986,08
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Unfertige Leistungen 600.196,90 490.099,51
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.573.091,05 2.990.499,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 643.138,39 663.320,15
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhätnis besteht 40.133,03 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 863.036,82 489.357,19
6.119.399,29 4.143.177,29
III. Wertpapiere
Eigene Anteile Nennbetrag EUR 0,00 (i. V. EUR 154.750,00 ) 0,00 277.270,20
IV. Flüssige Mittel 6.668.466,47 4.845.126,77
C. Rechnungsabgrenzungsposten 142.459,58 61.788,36
20.579.548,46 16.309.566,53

Passiva

Stand am
30.09.2011
EUR
Stand am
30.09.2010
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.335.000,00 5.335.000,00
Nennbetrag der eigenen Anteile -164.800,00 0,00
Ausgegebenes Kapital 5.170.200,00 5.335.000,00
II. Kapitalrücklage 5.968.778,15 5.968.778,15
III. Gewinnrücklagen
1. Rücklage für eigene Anteile 0,00 277.270,20
2. Andere Gewinnrücklagen 160.937,03 31.866,00
160.937,03 309.136,20
IV. Bilanzgewinn 1.983.995,29 594.251,35
13.283.910,47 12.207.165,70
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 98.313,00 21.092,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.933.258,37 1.845.817,63
2.031.571,37 1.866.909,63
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 50.881,17
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.026.727,24 275.164,80
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.002.506,71 347.215,99
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 196.078,99 524.826,08
5. Sonstige Verbindlichkeiten 119.888,07 193.455,72
4.345.201,01 1.391.543,76
D. Rechnungsabgrenzungsposten 918.865,61 843.947,44
20.579.548,46 16.309.566,53

Gewinn-und-Verlust-Rechnung der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011

2010/2011
EUR
2009/2010
EUR
1. Umsatzerlöse 17.939.331,10 14.183.681,38
2. Erhöhung (i. V. Verminderung) des Bestands an unfertigen Leistungen 110.097,39 -39.833,08
3. Sonstige betriebliche Erträge 791.382,51 493.503,94
18.840.811,00 14.637.352,24
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.378.651,90 265.255,44
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.651.891,81 3.430.447,15
6.030.543,71 3.695.702,59
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.917.358,63 6.169.272,47
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.008.156,62 956.881,81
7.925.515,25 7.126.154,28
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
342.197,66 433.897,08
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.694.253,99 2.180.808,77
1.848.300,39 1.200.789,52
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 57.581,64 196.975,70
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 46.591,04 14.350,62
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 31.696,50 16.015,59
72.476,18 195.310,73
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.920.776,57 1.396.100,25
12. Außerordentliche Erträge 3.028,60 0,00
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 272.357,13 188.739,33
14. Sonstige Steuern 2.691,60 3.707,66
15. Jahresüberschuss 1.648.756,44 1.203.653,26
16. Gewinnvortrag (i. V. Verlustvortrag) 594.251,35 -559.614,21
17. Ausschüttung 259.012,50 0,00
18. Zuführung zur Rücklage für eigene Anteile 0,00 49.787,70
19. Bilanzgewinn 1.983.995,29 594.251,35

Entwicklung des Anlagevermögens der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, im Geschäftsjahr 2010/2011 86

Anschaffungs-/Herstellungskosten
I. in EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Stand am
01.10.2010
Zugänge Abgänge Stand am
30.09.2011
Entgeltlich erworbene gewerbliche
Schutzrecht und Lizenzen an solchen
Rechten
2.443.288,37 171.076,50 913.074,37 1.701.290,50
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 1.153.294,45 47.646,10 0,00 1.200.940,55
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.191.288,62 412.010,85 2.901,05 1.600.398,42
2.344.583,07 459.656,95 2.901,05 2.801.338,97
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.400.451,88 29.881,24 0,00 4.430.333,12
2. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
1.216.467,80 319.678,72 80.219,37 1.455.927,15
3. Beteiligungen 110.066,40 0,00 0,00 110.066.40
5.726.986,08 349.559,96 80.219,37 5.996.326,67
10.514.857,52 980.293,41 996.194,79 10.498.956,14
Buchwerte Kumulierte Abschreibungen
Stand am
Stand am
30.09.2011
30.09.2010
Stand am
30.09.2011
Abgänge Zugänge Stand am
01.10.2010
249.604,62
169.056,20
1.451.685,88 913.067,24 90.520,95 2.274.232,17
191.629,54
196.638,49
1.009.311,01 0,00 52.655,05 956.655,96
611.465,39
399.423,63
988.933,03 1.953,62 199.021,66 791.864,99
803.094,93
596.062,12
1.998.244,04 1.953,62 251.676,71 1.748.520,95
4.430.333,12
4.400,451,88
0,00 0,00 0,00 0,00
1.455.927,15
1.216.467,80
0,00 0,00 0,00 0,00
110.066,40
110.066,40
0,00 0,00 0,00 0,00
5.996.326,67
5.726.986,08
0,00 0,00 0,00 0,00
7.049.026,22
6.492.104,40
3.449.929,92 915.020,86 342.197,66 4.022.753,12

Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2010/2011 88

A. Rechnungslegungsgrundsätze

Bei der Bilanzierung und Bewertung sind die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (kurz: BilMoG) geänderten Vorschriften des HGB erstmals angewandt. Die Vorjahreszahlen wurden in Ausübung des Wahlrechts in Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB nicht angepasst. Durch die Anwendung des BilMoG ergaben sich insbesondere Änderungen bei der Bilanzierung der eigenen Anteile.

Unter Außerachtlassung der Änderungen durch das BilMoG entsprechen Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses den Vorjahresgrundsätzen.

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den um planmäßige kumulierte Abschreibungen verminderten Anschaffungskosten bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bzw. acht Jahren vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen 3 und 20 Jahren.

Zugänge werden ausschließlich nach der linearen Methode abgeschrieben. Seit dem 1. Januar 2008 werden abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 gemäß § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.

Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bewertet. Die Bestimmung der beizulegenden Werte erfolgt mit Hilfe der Discounted-Cashflow-Methode auf Basis einer 3-Jahresplanung. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung sowie die Ergebnismarge und das Wachstum der ewigen Rente. Die tatsächlichen zukünftigen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind wesentliche Änderungen der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen nicht erkennbar.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihm am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben.

Die unfertigen Leistungen sind mit den Herstellungskosten bewertet. Dabei werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie herstellungsbezogene Verwaltungsgemeinkosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken wurden bei der Bewertung berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1,0 % gebildet.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die erhaltenen Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

B. Erläuterungen zur Bilanz und GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG

I. Bilanz

1. Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen in Höhe von EUR 672.013,39 (i. V. EUR 959.315,15) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 28.875,00 (i. V. EUR 295.995,00) enthalten. Die Forderungen entfallen mit EUR 653.680,54 (i. V. EUR 959.315,15) auf den Liefer- und Leistungsverkehr. Die Verbindlichkeiten entfallen mit EUR 28.875,00 (i. V. TEUR 295.995,00) auf den Liefer- und Leistungsverkehr.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag von EUR 651.400,32 (i. V. EUR 456.563,71) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen.

3. Flüssige Mittel

Die Position enthält den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten.

4. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.335.000,00.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist unverändert eingeteilt in 5.335.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie.

Eigene Anteile

Die Gesellschaft hat im laufenden Wirtschaftsjahr 10.050 eigene Aktien erworben. Am Bilanzstichtag waren somit 164.800 eigene Aktien im Bestand. Der Bestand zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:

Stück Anteil am
Grundkapital
EUR
Anteil am
Grundkapital
%
Erwerbspreise
2010/2011
EUR
Erwerbsgrund
Aktienkäufe August 2008 6.004 6.004,00 0,11 spätere Akquisition
Aktienkäufe September 2008 26.160 26.160,00 0,49 spätere Akquisition
Aktienkäufe Oktober 2008 47.595 47.595,00 0,89 spätere Akquisition
Aktienkäufe November 2008 34.441 34.441,00 0,65 spätere Akquisition
Aktienkäufe Dezember 2008 22.269 22.269,00 0,42 spätere Akquisition
Aktienkäufe Januar 2009 15.731 15.731,00 0,29 spätere Akquisition
Aktienkäufe Februar 2009 2.550 2.550,00 0,05 spätere Akquisition
Aktienkäufe Juli 2011 5.970 5.970,00 0,11 21.076,75 spätere Akquisition
Aktienkäufe August 2011 4.080 4.080,00 0,08 14.652,22 spätere Akquisition
164.800 164.800,00 3,09 35.728,97

Die eigenen Aktien wurden in Höhe des Nennwertes vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Im Vorjahr erfolgte eine außerplanmäßige Zuschreibung auf die Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von EUR 49.787,70.

Gewinnrücklagen

Eigene Aktien wurden mit dem das Nennkapital übersteigenden Zeitwert in Höhe von EUR 148.199,17 von der Gewinnrücklage abgesetzt. Im Vorjahr stiegen die Gewinnrücklagen durch außerplanmäßige Zuschreibungen der eigenen Anteile um EUR 49.787,70.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 6. März 2008 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. März 2013 mit Zustimmung der Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen.

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 4. März 2010 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt. Die Ermächtigung wurde am 4. März 2010 wirksam und gilt bis zum 3. März 2015.

in EUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Bilanzgewinn/
Bilanzverlust
Eigenkapital
Stand am 01.10.2009 5.335.000,00 5.968.778,15 259.348,50 -559.614,21 11.003.512,44
Jahresüberschuss 1.203.653,26 1.203.653,26
Rücklage für eigene Anteile 49.787,70 -49.787,40 0,00
Stand am 30.09.2010 5.335.000,00 5.968.778,15 309.136,20 594.251,35 12.207.165,70
Überleitung nach BilMoG
Eigene Aktien -154.750,00 -122.520,20 -277.270,20
Stand am 01.10.2010 5.180.250,00 5.968.778,15 186.616,00 594.251,35 11.929.895,50
Ausschüttung -259.012,50 -259.012,50
Jahresüberschuss 1.648.756,44 1.648.756,44
Kauf eigener Aktien -10.050,00 -25.678,97 -35.728,97
Stand am 30.09.2011 5.170.200,00 5.968.778,15 160.937,03 1.983.995,29 13.283.910,47

Das Eigenkapital entwickelte sich unter Berücksichtigung des Erwerbs eigener Aktien wie folgt:

5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 1.504) sowie für Provisionen TEUR 166.

6. Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen in Höhe von EUR 6.491,98 (i. V. EUR 0,00) und Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 202.570,97 (i. V. EUR 524.826,08) enthalten. Die Forderungen entfallen mit EUR 6.491,98 (i. V. EUR 0,00) auf den Lieferund Leistungsverkehr. Die Verbindlichkeiten entfallen mit EUR 202.570,97 (i. V. EUR 524.826,08) auf den Liefer- und Leistungsverkehr.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2011
EUR
30.09.2010
EUR
Verbindlichkeiten aus Steuern 96.878,91 170.898,29
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 16.917,90 13.306,96
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 6.091,26 9.250,47
119.888,07 193.455,72

7. Latente Steuern

Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen im Zusammenhang mit der Fremdwährungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bei den sonstigen Rückstellungen ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 27,725 %.

Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Wirtschaftsjahr 2010/2011 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

II. Gewinn-und-Verlust-Rechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse lassen sich wie folgt nach Tätigkeitsbereichen verteilen:

TEUR %
Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen 5.931 33,1
Softwaresysteme 12.008 66,9
17.939 100,0

Dabei werden 16,7 % der Umsätze im Inland (TEUR 2.994), 27,8 % im europäischen Ausland (TEUR 4.982) und 55,5 % im übrigen Ausland (TEUR 9.963) erzielt.

2. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 205 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen enthalten.

3. Verbundene Unternehmen

In den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind Zinsen in Höhe von EUR 57.581,64 (i. V. EUR 196.975,70) von verbundenen Unternehmen enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit EUR 77,34 (i. V. EUR 0,00) verbundene Unternehmen.

4. Kursgewinne

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind unrealisierte Kursgewinne in Höhe von EUR 36.805,71 enthalten.

5. Außerordentliche Erträge

Unter den außerordentlichen Erträgen sind Erträge aus der Umstellung auf das BilMoG (Fremdwährungsbewertung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) in Höhe von EUR 3.028,60 ausgewiesen.

C. Sonstige Angaben

1. Beteiligungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen mit mindestens 20 % unmittelbar beteiligt:

Name Beteiligungs
quote %
Währung Eigen
kapital
Jahres
ergebnis
Vision2Comm GmbH, Lichtenau 100,0 TEUR 32 0
LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada 100,0 TCAD -946 -740
LS telcom SAS, Vélizy/Frankreich 100,0 TEUR 1.770 48
LS telcom Inc., Annapolis/USA 100,0 TUSD -29 -30
LS of South Africa Radio Communication Services (Pty)
Ltd., Ruimsig/Südafrika
51,0 TZAR 4.872 1.184
NG Networks Co., Ltd. Suzhou/China 40,0 TRMB 1.532 266
Colibrex GmbH, Lichtenau 100 TEUR 24 -1

2. Personal

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Angestellten beträgt (inklusive der Betriebsstätten) 103.

3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zur Besicherung von über Avale und Bürgschaften in Anspruch genommenen Kreditlinien dient ein Anteil der Festgelder in Höhe von EUR 538.960,06 - davon EUR 131.126,46 für Tochterunternehmen - als Pfand.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen in folgender Höhe:

Miet- und Leasingverpflichtungen TEUR
Fällig 01.10.2011 - 30.09.2012 543
Fällig 01.10.2012 - 30.09.2016 2.035
Fällig ab 01.10.2016 1.408
Gesamt 3.986

4. Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus künftigen Zahlungszuflüssen im Zusammenhang mit bestehenden Projektverträgen hat die Gesellschaft Devisenterminschäfte abgeschlossen. Bewertungseinheiten wurden nicht gebildet.

Folgende derivative Finanzinstrumente bestanden zum Bilanzstichtag:

Nominalwert
EUR
Marktwert
EUR
Devisentermingeschäft (Laufzeit bis 30. Dezember 2011) 762.311,33 17.169,06
Devisentermingeschäft (Laufzeit bis 30. März 2012) 716.504,37 -30.095,12
1.478.815,70 -12.926,06

Die Bewertung erfolgt durch Abzinsung von Zahlungsströmen unter Berücksichtigung marktgerechter Zinsstrukturkurven.

5. Organe der Gesellschaft

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Winfried Holtermüller (Rechtsanwalt), Stuttgart (Vorsitzender)

Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender)

Dipl.-Finw. Karl Hensinger (Finanzwirt), Laupheim

Dem Vorstand gehören an die Herren:

Dr. Ing. Manfred Lebherz (Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau

Dr. Ing. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardware), Lichtenau

Dipl.-Ing. Roland Götz

(Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt TEUR 979 (i. V. TEUR 803) erfasst. Davon betreffen TEUR 680 (i. V. TEUR 656) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 299 (i. V. TEUR 147) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010/2011 Bezüge in Höhe von TEUR 33 (i. V. TEUR 33).

Herr Dr. Manfred Lebherz hält zum Bilanzstichtag 1.537.862, Herr Dr. Georg Schöne 1.612.454 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten 14.546 Aktien.

6. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers (ohne Umsatzsteuer)

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 53
Andere Bestätigungsleistungen 0
Steuerberatungsleistungen 9
Sonstige Leistungen 0
Gesamthonorar 62

7. Konzern-Abschluss

Die LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, ist nach § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzern-Abschlusses verpflichtet. Die Veröffentlichung des Konzern-Abschlusses erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

8. Mitteilungen gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG

a) Mitteilung vom 19. September 2007

"Die IFM Independent Fund Management AG, Austrasse 9, 9490 Vaduz, Fürstentum Liechtenstein, hat uns mit Schreiben vom 11.07.2007 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Verwaltungsgesellschaft IFM Independent Fund Management AG als Treuhänder für den Fonds Scherrer Small Caps Europe an der LS telcom AG am 05.07.2007 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und nun 6,81 % (Anzahl der Stimmrechte: 363.332) beträgt."

b) Mitteilung vom 3. November 2010

"Herr Günter Weispfenning, Frankfurt/Main, hat uns mit Schreiben vom 03.11.2010 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, ISIN DE0005754402, WKN: 575440, am 29.10.2010 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,18 % (Anzahl der Stimmrechte: 169.732 Stimmrechte) betragen hat."

c) Mitteilung vom 16. November 2010

"Herr Günter Weispfenning, Deutschland, hat uns am 12.11.2010 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, ISIN DE0005754402, WKN: 575440, am 09.11.2010 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,05 % (Anzahl der Stimmrechte: 269.253 Stimmrechte) betragen hat."

9. Mitteilung gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 WpHG

Mitteilung vom 27. Juli 2011

"Die LS telcom AG, Lichtenau, Deutschland, teilt gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 WpHG mit, dass ihr Anteil an eigenen Aktien am 27.07.2011 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,003 % (das entspricht 160.220 Stimmrechten) betragen hat."

9. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Am 16. Dezember 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Webseite der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht.

D. Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von EUR 1.983.995,29 einen Betrag von EUR 0,10 je dividendenberechtigter Aktie als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Lichtenau, 21. November 2011

LS telcom Aktiengesellschaft

Der Vorstand

A. Geschäft und Rahmenbedingungen

1. Marktumfeld und Absatzentwicklung

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Das Geschäftsjahr 2010/2011 war geprägt von mehreren großvolumigen Auftragseingängen, sowohl für Softwaresysteme als auch für Komplettlösungen mit hohem integriertem Messtechnikanteil. Diese sorgten nicht nur für einen deutlichen Umsatzzuwachs im Geschäftsjahr, sondern sichern dem Unternehmen auch wesentliche Umsatzerlöse für die kommenden zwei bis drei Jahre und über Anschluss-Wartungsvereinbarungen auch darüber hinaus. Gegenüber den Vorjahren zeigt das für uns relevante Marktumfeld eine noch stärkere Nachfrage, die auch für das kommende Geschäftsjahr aufrechterhalten werden dürfte. Profitieren konnte die LS telcom AG von der vertrieblichen Arbeit der vergangenen Jahre und insbesondere auch durch Referenz-Großprojekte aus dem Vorjahr. Beides trug dazu bei, Neukunden von den Produkten der LS telcom AG zu überzeugen und insbesondere Großprojekte in der Golfregion, Australien und Kanada zu sichern.

Plangemäß konnte so letztlich nicht nur der Umsatz, sondern auch das Ergebnis deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Der Jahresüberschuss von EUR 1,65 Mio. legte gegenüber dem Vorjahresergebnis von EUR 1,20 Mio. um 37 % zu. Das Betriebsergebnis zeigt einen Anstieg von EUR 1,20 Mio. auf EUR 1,85 Mio., was einer Steigerung um 54 % im Vorjahresvergleich entspricht.

Dieses erfreuliche Ergebnis resultiert vor allem aus dem 26 %-igen Umsatzanstieg und trotz deutlich höherem Materialeinsatz immer noch 15 %-igen Zuwachs des Rohertrags. Im Vergleich dazu stiegen die Aufwendungen für Personal und den sonstigen betrieblichen Aufwand geringer an.

In Teilbereichen des von uns adressierten Markts besteht ein unverändert starker Wettbewerb. In diesem Umfeld konnte sich die LS telcom AG im vergangenen Geschäftsjahr jedoch sehr erfolgreich behaupten und in nahezu allen Ausschreibungsverfahren, in denen LS telcom-Lösungen angeboten wurden, die Kunden überzeugen. Dem Unternehmen gelang es damit,

weitere Marktanteile gegenüber dem Wettbewerb zu gewinnen. Daneben wurde das Geschäft aber ebenso mit bestehenden Kunden ausgebaut.

Technologisch hat das Unternehmen seinen Vorsprung zum Wettbewerb speziell im Bereich Systemlösungen für Regulierungsbehörden deutlich vergrößert und das Produktportfolio in diesem Bereich durch das Angebot hardwarenaher Speziallösungen für die Funküberwachung erheblich erweitert. Die Umsatzerlöse aus dem reinen Beratungsgeschäft konnten im Vergleich zu dem bereits im Vorjahr erreichten hohen Niveau noch ausgebaut werden, insbesondere Projekte aus dem Umfeld der Digitalisierung von Sicherheits- und Betriebsfunknetzen trugen hierzu bei. Das exzellente Renommee unserer Experten wird sich auch künftig im internationalen Wettbewerb auszahlen.

Die LS telcom AG weist im Geschäftsjahr 2010/2011 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von rund 26 % und Umsatzerlöse von EUR 17,94 Mio. (i. V. EUR 14,18 Mio.) aus.

Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen (TEUR 110) sowie der sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 791) ergibt sich eine Gesamtleistung von EUR 18,84 Mio., die ca. 29 % über der des Vorjahres (EUR 14,64 Mio.) liegt.

Der Auftragseingang in Höhe von EUR 29,8 Mio. (i. V. EUR 17,3 Mio.) lag 2010/2011 aufgrund der oben erläuterten Marktgegebenheiten um 72 % über dem des Vorjahres. Mehrere bereits erteilte Zuschläge und laufende Verhandlungen mit hoher Auftragswahrscheinlichkeit stimmen uns auch für die künftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens optimistisch.

Aufgrund der seit diesem Geschäftsjahr signifikant gewachsenen Umsatzerlöse aus hardwarenahen Systemlösungen wurde eine Neusegmentierung der Geschäftstätigkeiten der LS telcom AG vorgenommen.

Der Umsatz gliedert sich nach den beiden Berichtssegmenten "Softwaresysteme" und "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" wie folgt auf:

in TEUR Umsatz
GJ 2010/2011
Umsatz
GJ 2009/2010
Veränderung EBIT
GJ 2010/2011
EBIT
GJ 2009/2010
Softwaresysteme 12.008 10.815 11 % 2.920 724
Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen 5.931 3.369 76 % -1.072 477
Insgesamt 17.939 14.184 26 % 1.848 1.201

Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert:

Das Segment "Softwaresysteme" beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des typischen Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte.

Das Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" fasst die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen sowie Netzplanungs- und Beratungstätigkeiten zusammen. Die Geschäfte dieser beiden Teilsegmente gehen üblicherweise mit höherem Materialeinsatz bzw. einem höheren Anteil an bezogenen Fremdleistungen einher.

"Hardwarenahe Systeme" enthält Projektgeschäft aus der Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen sowie aus dem Aufbau von Sender- oder Generator-Containern, deren Installation und Inbetriebnahme.

Unter "Dienstleistungen" werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die die LS telcom AG in Form von Beratung, Planung, Ingenieurdienstleistungen und Trainings erbringt.

Wie im vergangenen Jahr liegt der Umsatzanteil des Segments "Softwaresysteme" deutlich über dem des Segments "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen". Mit weiterhin dominantem Anteil wurden 67 % (i. V. 76 %) der gesamten Umsatzerlöse durch "Softwaresysteme" erwirtschaftet. In diesem Geschäftssegment stehen aktuell mehrere Beschaffungsverfahren für umfassende Systemmodernisierungen sowie für Neusysteme an.

Die LS telcom AG hat sich als verlässlicher und kompetenter Dienstleister sowohl bei Mobil- und Rundfunkbetreibern als auch bei öffentlichen Auftraggebern und in der Großindustrie bei Betreibern von Betriebsfunknetzen ein exzellentes Renommee erarbeitet. Darauf aufbauend konnte sich das

Unternehmen im Geschäft mit Planungs- und Beratungsdienstleistungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung neuer Digitalfunknetze für Sicherheitsdienste (professioneller Mobilfunk), auch international weiter behaupten und das im Vorjahr erreichte hohe Umsatzniveau in diesem Geschäftsbereich weiter ausbauen.

In dem erst im Vorjahr begonnenen Geschäftsbereich mit Hardware-Systemlösungen wurde nicht nur die Entwicklung neuer Produkte vorangetrieben; es konnten auch umsatzseitig erste vielversprechende Erfolge erzielt werden.

Die umsatzstärksten Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres betrafen die Modernisierung eines Funküberwachungssystems, einige größere Frequenzmanagement-Systeme mit hohem Automatisierungsgrad sowie Planungs- und Beratungsgroßprojekte, jeweils überwiegend für Kunden in Europa, dem Mittleren Osten und Asien/Pazifik.

Jeder dieser in den beiden Berichtssegmenten enthaltenen unterschiedlichen Teilmärkte bietet für sich hohes Entwicklungspotenzial und wird in den nächsten Jahren eine relevante Rolle für die Umsatzentwicklung des Unternehmens spielen.

Der Geschäftsverlauf im Segment "Softwaresysteme" wurde im Gegensatz zum Vorjahr wieder stärker von Neukundengeschäft bestimmt. Nachdem im Vorjahr vor allem Umsatzerlöse mit Bestandskunden zum Erfolg beigetragen hatten, konnten im Geschäftsjahr 2010/2011 gut 30 % der Umsatzerlöse mit Neukunden erwirtschaftet werden.

Das Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" verzeichnet einen Umsatzzuwachs von 76 %, der zum überwiegenden Teil aus Umsätzen mit hardwarenahen Systemen resultiert. Vor allem ein Großprojekt zur Modernisierung eines Funküberwachungssystems ermöglichte eine Steigerung der Umsatzerlöse in diesem Segment. Das negative Ergebnis resultiert hier aus Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für neue Produkte sowie Aufwendungen zur Markterschließung für das neue hardwarebezogene Teilgeschäft, das mit einer vergleichsweise geringen Marge verbunden ist.

Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im Berichtszeitraum mit 83 % (i. V. 74 %) über dem des Vorjahres. Die Exportumsätze innerhalb Europas liegen bei 28 % und in den restlichen Regionen bei 55 % (darunter der Mittlere Osten mit 36 % und Asien/Pazifik mit 16 %).

2. Unternehmenssituation

Softwaresysteme

Im Geschäftsjahr 2010/2011 verzeichnete die LS telcom AG in diesem Segment eine sehr gute Nachfrage. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurden daraus mehrere Großprojekte beauftragt, insbesondere von Regulierungsbehörden und sonstigen Frequenzverwaltungsorganisationen.

Mit einem Anstieg um 11 % gegenüber dem Vorjahr weist das Segment ein zufriedenstellendes Umsatzwachstum aus. Durch stärkere Standardisierung der Systemlösungen und unterproportionale Zunahme der für die Umsetzung der Projekte nötigen Aufwendungen konnte die Profitabilität in diesem Segment verbessert werden. Dies drückt sich letztlich in einem Beitrag zum Betriebsergebnis in Höhe von EUR 2,92 Mio. aus. Im Vorjahr wurde lediglich ein Segment-EBIT von TEUR 724 erreicht.

Der Umsatz im Segment "Softwaresysteme" wurde aus einer ausgewogenen Mischung von Neugeschäft und Folgegeschäft (Systemerweiterung und Wartung) mit Bestandskunden erwirtschaftet. Wesentliche Beiträge resultierten aus Geschäften mit deutschen Behörden und Systemherstellern sowie aus Projekten in Australien, Bahrain, Großbritannien, Oman und Saudi Arabien.

Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen

Das Umsatzniveau des Vorjahres wurde in diesem Segment um 76 % über-

troffen. Der Dienstleistungsbereich konnte vor allem von bestehenden, langfristigen Verträgen profitieren, die mit entsprechendem Nachfolgegeschäft auch einen guten Teil der Erlöse für das neue Geschäftsjahr sichern und für eine ordentliche Grundauslastung sorgen dürften.

Die im Segment "Hardwarenahe Systeme und Dienstleistungen" erzielten Umsatzerlöse von EUR 5,93 Mio. (i. V. EUR 3,37 Mio.) setzen sich zusammen aus ca. 74 % Dienstleistungen und 26 % Umsätzen aus hardwarenahen Systemen.

Hardwarenahe Systeme

Unter dem Teilsegment "Hardwarenahe Systeme" werden innerhalb der LS telcom Firmengruppe sehr unterschiedliche Produkte entwickelt und vermarktet. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem bisherigen Kerngeschäft (Spektrum-Management-Softwaresysteme, Planungstools und Planungsdienstleistungen) adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem bisher rein "immateriellen" Produktportfolio der LS telcom darstellen.

Am Hauptsitz der LS telcom AG werden neue Verfahren und Systeme zur kleinzelligen Überwachung der Spektrumnutzung entwickelt. Dazu gehören stationäre Langzeit-Messverfahren mit intelligentem Datenmanagement von Terabytes an Messdaten ebenso wie neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Modellhubschraubern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen.

Die südafrikanische Tochtergesellschaft hat sich außerdem auf die Herstellung von Sender- und zugehörigen Energieversorgungscontainern spezialisiert, nimmt diese in Betrieb und sorgt auch für deren messtechnische Validierung vor Ort. Dieses Geschäft hat sich aus der Herstellung digitaler TV-Sendercontainer für Afrika sehr stark entwickelt und bietet gutes Potenzial für weiteres Wachstum im Rundfunk- wie auch Mobilfunkbereich.

Dienstleistungen

Die LS telcom AG erbringt in dem Geschäftsbereich "Consulting & Engineering" umfassende Trainings-, Planungs- und Beratungsdienstleistungen für unterschiedliche Kunden, unter anderem für spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektrum, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden.

Das Geschäftsfeld wurde durch den Bedarf an Beratungs- und Planungsdienstleistungen von Systemherstellern und Betreibern von Sicherheitsfunknetzen gut ausgelastet. Im Umfeld des Aufbaus von digitalen Behörden- und Sicherheitsfunknetzen (in Deutschland beispielsweise das "BOS-Netz" für Behörden mit Ordnungsaufgaben wie Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte) sieht die LS telcom AG auch für die Zukunft großes Potenzial, speziell im hochwertigen Beratungsbereich.

Aus dem Rundfunkbereich wurde im Rahmen der laufenden Digitalisierung der terrestrischen Rundfunksysteme besonders in Afrika und Asien die Expertise von LS telcom nachgefragt. Beratungs- und Planungsleistungen bezogen sich dabei auf die Unterstützung bei der Erstellung von Angeboten für komplette landesweite Netze, bis hin zur Detailplanung und Validierung von neuen TV-Sendern.

Das seit 2002 etablierte Training Center steuerte auch im vergangenen Geschäftsjahr wieder verlässlich zum Umsatz bei. Darüber hinaus ist diese Einrichtung auch als ein sehr wertvolles Marketing-Instrument für das Unternehmen zu sehen. Trainingsseminare fanden sowohl am Sitz des Unternehmens als auch bei Kunden statt.

3. Niederlassungen und ausländische Gesellschaften

Die LS telcom AG unterhält zum Ende des Geschäftsjahres 2010/2011 eine Niederlassung in Budapest. Das Büro in Ungarn dient vorwiegend der Vor-Ort-, Projekt- und Vertriebsunterstützung sowie der lokalen Anpassung einzelner Softwaremodule. Daneben betreibt das Unternehmen ein Repräsentationsbüro in Maskat/Oman. Von dort aus erfolgt der maßgebliche Vertrieb in den gesamten arabischsprachigen Raum sowie die lokale Projektunterstützung.

Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2011 bei der LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada, bei der LS telcom SAS, Vélizy/ Frankreich, bei der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, bei der LS telcom Inc., Annapolis/USA, bei der Colibrex GmbH, Lichtenau, bei der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, sowie bei der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China.

Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Ltd. bearbeitet insbesondere den Markt für Software und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehörden und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada, Lateinamerika sowie ausgewählte Länder in Asien und Afrika.

Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient vorrangig den französischsprachigen Markt. Außerdem ist die LS telcom SAS hauptverantwortlich für Projekte auf Basis der sogenannten "Professional Systemlösungen" (typischerweise kleinere bis mittelgroße Projekte ohne Einsatz von SOA-Technologie, d. h. ohne Serviceorientierte Architektur).

Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Beratungs- und Planungsleistungen in Afrika und unterstützt zudem auch den Vertrieb, die Wartung und das Testen von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochter hat in den vergangenen Jahren außerdem erfolgreich einen Geschäftszweig für den Aufbau von Sendern und Antennenanlagen etabliert.

Die Vision2Comm GmbH war während des Geschäftsjahres nicht operativ tätig.

Die Gründung der Colibrex GmbH mit Sitz in Lichtenau erfolgte Mitte Juli 2011. In dieser Gesellschaft sollen neue messtechnische Lösungen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen entwickelt und vermarktet werden.

Als jüngste Tochtergesellschaft im Konzern-Verbund wurde Ende Juli 2011 unsere Tochtergesellschaft LS telcom Inc. in Annapolis, USA, gegründet. Diese neue Tochter wird sich um den US-amerikanischen Markt kümmern und dort einerseits das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe vermarkten, andererseits aber auch US-spezifische Produkte für den dortigen Homeland Security und Militärmarkt entwickeln. Erste Vertriebserfolge konnten zum Ende des Geschäftsjahres bereits verbucht werden.

An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG seit dem 28.05.2009 einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. ist Hauptvertriebspartner der LS telcom AG für den chinesischen Markt. Daneben erbringt die NG Networks Co., Ltd. auch Softwareentwicklungsleistungen (Anpassungen für den chinesischen Markt und Entwicklung eigener Produkte). Über die abgeschlossene Vertriebsvereinbarung hat sich die LS telcom AG auch Vertriebsrechte an den von NG Networks Co., Ltd. entwickelten Produkten, spezielle Planungslösungen für Wimax-- und LTE-Netze, gesichert. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss "at equity" bilanziert und bleibt im Konsolidierungskreis der LS telcom Gruppe unberücksichtigt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der ausländischen Tochtergesellschaften ist mit Ausnahme des Geschäftsverlaufs der LS telcom Ltd. zufriedenstellend und entspricht weitgehend den Erwartungen. Bei der kanadischen Tochtergesellschaft kam es zu Verzögerungen bei der Vergabe von einigen größeren Projekten. Gegen Ende des Geschäftsjahres konnte die LS telcom Ltd. Auftragseingänge in Höhe von ca. EUR 2,35 Mio. verbuchen. Weitere aussichtsreiche Ausschreibungsverfahren laufen in deren Vertriebsregion noch. Deshalb gehen wir von einer deutlichen Verbesserung der kanadischen Geschäftszahlen ab dem Geschäftsjahr 2011/2012 aus.

4. Mitarbeiter

Im Verlauf dieses Geschäftsjahres erhöhte sich der Personalbestand des Unternehmens geringfügig von durchschnittlich 100 Mitarbeitern auf 103 Mitarbeiter. Zum 30. September 2011 waren im Unternehmen insgesamt 106 (i. V. 103) Mitarbeiter beschäftigt.

5. Produktentwicklung

Im Unternehmen ist unverändert die überwiegende Anzahl der Mitarbeiter in der Entwicklung tätig, wobei die Schwerpunkte in der Entwicklung und der Integration bestehender Softwaremodule in Fremdsysteme und in der Weiterentwicklung webbasierter Funktionalität lagen. Daneben wurden während des Geschäftsjahres 2010/2011 auch Kapazitäten für die hardwarebezogene Systementwicklung aufgebaut.

Im vergangenen Geschäftsjahr erfolgten Entwicklungen sowohl unter Einsatz von eigenen Personalressourcen als auch in moderatem Umfang unter Zuhilfenahme externer Entwicklungskapazitäten. Im Rahmen der Produktentwicklung wurden unverändert auch bestehende Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen gepflegt.

6. Forschung und Entwicklung

Für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte sowie für Forschung und allgemeine Entwicklung wurden von der LS telcom AG Aufwendungen in Höhe von EUR 3,1 Mio. (i. V. EUR 2,9 Mio.) als Aufwand erfasst.

7. Die LS telcom AG an der Börse

Die LS telcom AG war während des Geschäftsjahres im Handelssegment "General Standard" des geregelten Marktes an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Ausgehend von einem Kurs bei EUR 1,82 am 01.10.2010 stieg der Wert der LS telcom-Aktie bis Mitte November 2010 auf seinen Jahreshöchststand bei EUR 4,35. Diese nahezu sprunghafte Wertentwicklung wurde durch die gute Nachrichtenlage zu zwei Rekordaufträgen aus der Golfregion unterstützt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2010/2011 zeigte sich der Kursverlauf der LS telcom-Aktie stark volatil in einer Bandbreite zwischen EUR 3,16 und EUR 4,35 und behauptete sich damit nachhaltig und vergleichsweise wenig beeinflusst durch die Euro-Finanzkrise deutlich über der Drei-Euro-Schwelle.

Zum Ende der Periode am 30.09.2011 kostete die Aktie EUR 3,43. Sie verteuerte sich damit um 89 %. Der Prime Telecommunication Index verlor im Vergleichszeitraum 5,16 % an Wert.

Die Marktkapitalisierung wuchs zum 30.09.2011 auf EUR 18.304.385, nachdem sie sich noch zu Geschäftsjahresbeginn auf EUR 9.683.025 belief. Pro Börsentag wurden in der letzten Periode durchschnittlich 5.752 LS telcom-Aktien im Gegenwert von EUR 21.394 an den deutschen Börsen gehandelt, was eine Zunahme der Handelsintensität in Aktienstückzahlen um 373 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet (i. V. 1.217 LS telcom-Aktien bzw. EUR 2.030 je Börsentag).

Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elektronische Handelssystem Xetra.

B. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Im Geschäftsjahr 2010/2011 hat die LS telcom AG ihr Ziel, sowohl um-

satzseitig zu wachsen als auch das Ergebnis zu steigern, erfüllt.

Die während des Geschäftsjahres erfahrene Ballung an Großaufträgen stellte und stellt das Unternehmen immer noch vor die Herausforderung, diesen Erfolg auch vertragsgemäß zu bewältigen und die hohen Kundenerwartungen nicht zu enttäuschen. Ressourcenseitig hat die LS telcom AG bereits mit Neueinstellungen im moderaten Umfang sowie die Beauftragung diverser externer Berater mit einschlägiger Erfahrung in unserem Produkt- und Kundenumfeld reagiert, was sich auch in den entsprechenden Aufwandszahlen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung widerspiegelt.

Die Marktlage war während des Geschäftsjahres durchweg positiv, geprägt von einer insgesamt sehr guten Nachfrage und von der gegenwärtigen Finanzkrise nicht wesentlich beeinflusst.

Aufgrund der gegebenen technischen (neue Funktechnologien wie z. B. "White Space" Nutzung) und politischen Rahmenbedingungen (Fokus auf die Steigerung der sogenannten "Spektrum Effizienz" und Erstellung entsprechender Datenbank- und Managementsysteme) weltweit ist aus Sicht der Unternehmens ein Abklingen der positiven Marktstimmung mittelfristig nicht zu erwarten.

In dem wie in den Vorjahren nachfrageintensiven, aber regional auch von starkem Wettbewerb gekennzeichneten Markt hat sich die LS telcom AG sehr gut behauptet und ihre Marktanteile ausgebaut.

Das positive Renommee des Unternehmens, die bewiesene langjährige Verlässlichkeit und die Qualität der LS telcom-Produkte waren für die Kunden in den meisten Fällen wichtigere Entscheidungskriterien als der reine Preisvergleich. Das Unternehmen konnte einige strategisch äußerst wertvolle Projekte in den unterschiedlichen Teilmärkten (Sicherheitsfunknetze sowie militärische und zivile Frequenzmanagement-Systeme) erfolgreich akquirieren und implementieren. Diese Projekte bergen jeweils hohes Potenzial für künftiges Nachfolgegeschäft mit diesen Kunden sowie aufgrund deren Referenzcharakters auch für die Geschäftsentwicklung in diesen Teilmärkten.

Der Umsatz des Unternehmens stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 14,18 Mio.) um 26 % auf EUR 17,94 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 791 (i. V. TEUR 494) führen zusammen mit den Bestandsveränderungen in Höhe von TEUR 110 (i. V. TEUR -40) zu einer gegenüber dem Vorjahr um 29 % höheren Gesamtleistung von EUR 18,84 Mio. (i. V. EUR 14,64 Mio.). Sonstige betriebliche Erträge enthalten als wesentliche Posten Erlöse aus Fördermitteln (TEUR 206), der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 204) sowie Währungsgewinne (TEUR 266).

Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 6,03 Mio. um knapp 63 % höher aus als im Vorjahr (EUR 3,70 Mio.). Hinter diesen Aufwendungen stehen überwiegend externe Entwicklungsressourcen und projektbezogene Unterbeauftragungen an Dienstleistungsunternehmen und Tochterunternehmen in Beratungs- und Softwaresystemprojekten. Daneben fielen im Rahmen der durchgeführten Projekte Zukäufe von Computer-Hardware, Geodaten und im Wesentlichen von Hardware zur Erfüllung unserer Lieferverpflichtungen für ein Funküberwachungssystem im Rahmen eines Kundengroßprojekts an. Konzernintern wurden hierbei Leistungen in Höhe von EUR 1,03 Mio. eingekauft.

Wie in den vergangenen Jahren wurde grundsätzlich eine konservative, im Wesentlichen auf Erhaltungsinvestitionen ausgerichtete Investitionspolitik verfolgt. Die Abschreibungen liegen mit TEUR 342 auf einem deutlich niedrigeren Niveau als im Vorjahr (i. V. TEUR 434). Eine größere Investition zur Aufrüstung der Unternehmens-IT-Infrastruktur ist erst im letzten Monat des Geschäftsjahres erfolgt, weshalb wir davon ausgehen, dass die Abschreibungen im kommenden Geschäftsjahr wieder ansteigen werden.

Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 11 % von EUR 7,13 Mio. auf EUR 7,93 Mio. erhöht, was auf die geringfügige Zunahme des Personalstamms und auf Gehaltserhöhungen, insbesondere in Form von variablen Vergütungen, sowie die gestiegene Dotierung der

Personalrückstellungen im Zusammenhang mit der weiter verbesserten Kapazitätsauslastung zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 2,69 Mio. ca. 24 % über denen des Vorjahres (EUR 2,18 Mio.).

Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresergebnis von TEUR 1.649 (i. V. TEUR 1.204). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf EUR 0,32 (i. V. EUR 0,23).

Etwa 60 % des Umsatzes wurden im Geschäftsjahr mit 7 Kunden erzielt. Im Vorjahr wurde derselbe Umsatzanteil mit 9 Kunden erreicht. Konkrete Abhängigkeiten von Einzelkunden oder -projekten bestehen nicht.

2. Vermögenslage und Investitionen

Die Bilanz zum 30. September 2011 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 20,58 Mio. (i. V. EUR 16,31 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 13,28 Mio. (i. V. EUR 12,21 Mio.) aus. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von rund 65 % (i. V. 75 %).

Anlagevermögen

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögenswerte zeigen seit dem 30. September 2010 einen Anstieg um 38 % von TEUR 765 auf EUR 1,05 Mio., was insbesondere durch größere Investitionsmaßnahmen in IT-Infrastruktur begründet ist. Investiert wurde außerdem in Betriebssoftware sowie in sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Angesichts der langen Laufzeiten werden die an Tochterunternehmen gewährten Darlehen in der Position Ausleihungen an verbundene Unternehmen unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Die Ausleihungen belaufen sich auf EUR 1,46 Mio. (i. V. EUR 1,22 Mio.). Der 20 %ige Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Zunahme eines Darlehens an die LS telcom Ltd.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Wert dieser Position (EUR 4,57 Mio.) hat gegenüber dem Ende des letzten Geschäftsjahres (EUR 2,99 Mio.) um 53 % zugelegt. Dies ist insbesondere dem hohen Umsatzvolumen im September 2011 im Vergleich zum Vorjahr geschuldet. Die Forderungen bestehen überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität.

Wertpapiere - Eigene Anteile

Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30.09.2011 beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt 164.800 Stück (i. V. 154.750 Stück).

Insgesamt wurden die eigenen Aktien mit einem Betrag von TEUR 323 erworben. Der Nennwert der eigenen Aktien von EUR 164.800,00 wird im Eigenkapital von dem Grundkapital abgesetzt und die Differenz zu den Anschaffungskosten bzw. bisherigen Bestandswert mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet.

Flüssige Mittel

Zum 30. September 2011 verfügt die LS telcom AG über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von EUR 6,67 Mio. (i. V. EUR 4,85 Mio.). Liquiditätsseitig weist die LS telcom AG damit im Vergleich zum Vorjahr einen um 38 % höheren Betrag an verfügbaren Geldmitteln aus.

Im Konzern der LS telcom AG betragen die liquiden Mitteln EUR 7,53 Mio. (i. V. EUR 5,07 Mio.). Daneben bestehen konzernweit längerfristig gebundene Bankguthaben in Höhe von TEUR 539.

C. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor.

D. Risiko- und Prognosebericht

1. Risikomanagement

Grundvoraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele ist die Nutzung von sich bietenden Chancen. Dabei geht die LS telcom AG bewusst Risiken ein, von deren frühzeitigem Erkennen und professioneller Bewältigung der Erfolg des Unternehmens abhängt. Nur wer seine wesentlichen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, kann die sich bietenden Chancen unternehmerisch verantwortlich nutzen.

Dieser Erkenntnis trägt die LS telcom AG Rechnung, indem sie die vorhandenen Maßnahmen zur Risikosteuerung in einem einheitlichen Risikomanagement-System zusammenfasst. Die Vorgaben der Unternehmensleitung an das Risikomanagement-System beinhalten:

  • − Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Methoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risiken),
  • − die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements,
  • − die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche,
  • − die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie
  • − die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung.

Die nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewerteten Risiken wurden in die drei Klassen "zu beobachtende", "zu überwachende" und "zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)" kategorisiert.

Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind in einem Risikomanagement-Handbuch dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde ein Risikomanagement-Beauftragter benannt. Auch der Aufsichtsrat der Gesellschaft wirkt aktiv und kontinuierlich an der Entwicklung und Fortschreibung des Risikomanagement-Systems der LS telcom AG mit.

Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Unternehmenssteuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert.

Neben den quartalsweisen Gesamt-Risikoberichten werden neu auftretende Risiken, die vom Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den betroffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von Ad-hoc-Berichten an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unterstützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisberichte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt.

2. Internes Kontrollsystem (IKS)

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz, in das neben der Rechnungslegung auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwicklung von Abnahmeprozeduren, Change Requests, Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden sind.

Ziel der von uns eingerichteten Methoden und Maßnahmen ist es, das

Vermögen des Unternehmens zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens sowie die Einhaltung der internen Vorgaben und der gesetzlichen Vorschriften sollen durch das installierte IKS gewährleistet werden.

Das konzernweit für alle wesentlichen Vorgänge geltende Vier-Augen-Prinzip, definierte Prozesse in allen wesentlichen Bereichen, das Controlling aller Gesellschaften sowie die Antizipation derjenigen Risiken, die die strategischen oder operativen Maßnahmen und damit die Realisierung von Wert- und Wachstumspotenzialen beinträchtigen können, runden das System ab.

Darüber hinaus tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Datenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei.

Das im Unternehmen etablierte IKS fußt auf folgenden Prinzipien:

  • − Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, zu beurteilen, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Sollkonzept arbeiten. Gleichzeitig wird dadurch die Erwartungshaltung der Organisationsleitung definiert.
  • − Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle.
  • − Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufsprozess verstanden als Prozess von der Bedarfsermittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand vereinigt.
  • − Mindestinformation: Mitarbeitern werden nur diejenigen Informationen zur Verfügung gestellt, die sie für ihre Arbeit brauchen. Dies schließt auch die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen bei IT-Systemen mit ein.

Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizienter Steuerungs- und Kontrollsysteme auf der Basis eines zentralen CRM-Systems und zusätzlicher Hilfswerkzeuge auf Microsoft Excel Basis (z. B. Umsatz- und Liquiditätsvorausschau).

Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeiter der Tochtergesellschaften informieren den Vorstand kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebschancen, Umsatz-, Zahlungseingangs- und Auftragszahlen. Diese Informationen werden mit dem zentralen CRM-System verdichtet und stehen dem Vorstand sowie, abhängig von den Zugriffsrechten, auch den zuständigen Mitarbeitern soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen.

Rechnungslegungsbezogenes IKS

Die LS telcom AG verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht.

Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maßnahmen zustimmen muss. Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellsten IFRS-Standards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzierungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Abschlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben.

Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbundbeziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt.

Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis, mit Ausnahme der LS telcom Inc., USA, für die eine lokale Firma beauftragt wurde, durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG übernommen.

Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen implementiert. Unterschiedlichste Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützen den Abschlussprozess.

3. Bestand des Unternehmens ist gesichert

Die Gesamtrisikosituation bei der Gesellschaft ist weiterhin überschaubar. Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor. Neben den gesamtwirtschaftlichen Risiken, die sich in Folge der Finanz- bzw. Schuldenkrise und deren Auswirkungen ergeben (z. B. regional abschwächende Wirtschaft oder auch starke kurzfristige Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar oder anderen für den Konzern relevanten Währungen), stellt die politische Lage in der Golfregion ein latentes Risiko dar, mit dem Potenzial, zumindest temporär zu starken Umsatzverwerfungen zu führen. Als weiteres bedeutendes Einzelrisiko sind die Stabilität des Mitarbeiterstamms (siehe Ausführungen zum Risiko Mitarbeiterfluktuation) und die Verfügbarkeit ausreichend qualifizierter Mitarbeiter zu sehen, um das mögliche Wachstum zu bewältigen. In allen Bereichen besteht aber eine effiziente Risikosteuerung, so dass insgesamt die Risiken im Konzern begrenzt und handhabbar sind.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikomanagement-System absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der verbundenen Ziele geben können. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus simplen Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionieren oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden.

4. Risiken der künftigen Entwicklung

Die vergangenen Jahre zeigten, dass die LS telcom AG dem Einfluss diverser marktgegebener Risiken unterworfen ist. Unternehmerische Tätigkeit ist stets verknüpft mit Risiken, die für die nähere Zukunft geplante Investitionen, die geplante fortschreitende Internationalisierung und regionale Ausweitung des Marktes sowie die Markteinführung neuer Produkte in sich bergen.

Schneller technologischer Wandel

Die Märkte, in denen die LS telcom AG agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, veränderte Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Produkte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen.

Softwaresicherheit

Die wirtschaftliche Grundlage eines Unternehmens, das Software entwickelt, liegt in den Quellcodes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rahmenprodukte der Softwareentwicklung wie Konzeption und Dokumentation zu den Softwareprodukten sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Trotz umfangreicher getroffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten wertvolle Teile des Datenbestands verloren gehen.

Internationalisierung

Die Gesellschaft plant, in den nächsten Jahren ihre Präsenz im nationalen und internationalen Markt durch entsprechende Kooperationen oder Kapitalbeteiligungen weiter auszubauen. Obwohl derartige Maßnahmen gewissenhaft vorbereitet werden, begründen sie ein unternehmerisches Risiko. Sie könnten sich aufgrund verschiedener Ursachen entgegen den Erwartungen als weniger rentabel oder als für die Expansionsstrategie der Gesellschaft als nicht geeignet erweisen. Daneben besteht die Gefahr, dass z. B. akquirierte Unternehmen nicht erfolgreich in die bestehenden Geschäftsbereiche der Gesellschaft integriert werden können.

Projektrisiken

Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird auch im kommenden Geschäftsjahr 2011/2012 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten mit vergleichsweise wenigen Kunden erzielt werden. Eine zeitliche Verschiebung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage eines Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der strategischen Planung von Kunden können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in denen LS telcom in Vorleistung tritt und das Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilweise langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. Die LS telcom AG schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch ist oftmals eine Vergütung in US-Dollar oder anderen Fremdwährungen mit Kunden unvermeidlich (dazu ausführlich in Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken").

Netzaufbau mit neuen Funktechnologien

Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) für Netzbetreiber wird auch im Geschäftsjahr 2011/2012 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend investiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen.

Preisdruck

Der starke Wettbewerb könnte in gewissen Marktbereichen zu Preisdruck führen und damit die Umsätze und Margen reduzieren. Die LS telcom AG war aufgrund der breiten Produktbasis und guten Liquiditätslage zwar in der Vergangenheit in der Lage, solche Preiskämpfe durchzufechten; eine Fortführung solcher Preiskämpfe über längere Zeit würde allerdings das Betriebsergebnis in Zukunft nachteilig beeinflussen.

Wettbewerb

Der Softwaremarkt für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden ist dem Wettbewerb ausgesetzt. Zwar bewegt sich die LS telcom AG mit ihren Produktlösungen in einem recht heterogenen Wettbewerbsumfeld; einige Wettbewerber verfügen in Teilbereichen jedoch ebenfalls über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Vermarktung von Software sowie über erhebliche Marktanteile.

Mit dem neuen Teilsegment Hardwarenahe Systeme positioniert sich die LS telcom Firmengruppe mit komplementären Systemlösungen im Vergleich zu marktgängigen Produkten etablierter Unternehmen. Sollte sich der Markt auch für diese etablierten Unternehmen als ausreichend attraktiv zeigen und es LS telcom nicht gelingen, durch technologischen Vorsprung diese auf Distanz zu halten, könnte dies die Geschäftsentwicklung der LS telcom nachteilig beeinflussen.

Mitarbeiterfluktuation - Personalressourcen

Die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland erhöht derzeit das Risiko, dass insbesondere erfahrene Mitarbeiter abgeworben werden könnten und dadurch relevantes Wissen dem Unternehmen entzogen werden könnte. Die LS telcom AG wird wie in der Vergangenheit bestrebt sein, die Arbeitsplätze sowie die Vergütung der Mitarbeiter entsprechend attraktiv zu gestalten, um der Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Dies kann effektiv zu einer Erhöhung der Personalaufwendungen führen und trägt das Risiko einer Margenminderung in sich. Es besteht jedoch andernfalls in diesem Zusammenhang das Risiko von Know-how-Verlust.

Die Ballung von Großaufträgen stellt das Unternehmen nicht nur vor die Herausforderung, bestehende Personalressourcen optimal einzusetzen, sondern fordert zudem an bestimmten Management-Positionen mehr Kapazität, um die vertraglichen Kundenerwartungen verlässlich erfüllen zu können. Diesem Erfordernis lässt sich aktuell durch Beauftragung exter-ner Berater nachkommen, allerdings kann dies, sofern diese nicht anfänglich in der Kalkulation mit eingeplant wurden, zu erhöhten Kosten und entsprechender Margenschmälerung führen.

Risiken durch globale Finanzmarkt- bzw. Schuldenkrise und Abkühlung der Wirtschaft

Die Krise an den Finanzmärkten und die Schuldenkrise haben den Geschäftsverlauf des Unternehmens zwar im abgelaufenen Geschäftsjahr nur unwesentlich über die starken Währungsschwankungen Euro/US-Dollar beeinflusst, jedoch keine Auswirkungen hinsichtlich der Vergabe von Projekten gezeigt. Sollten jedoch Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden wie Ministerien und Regulierungsbehörden durch eine weitere Verschärfung dieser Krise unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, hätte dies sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom AG.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken), Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommen den Devisenkursschwankungen von US-Dollar und kanadischem Dollar gegenüber dem Euro besondere Bedeutung zu.

a) Preis- und Währungsrisiko

Die LS telcom AG ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des

Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenswapgeschäfte) zum Einsatz kommen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Projektvolumina von insgesamt USD 4,38 Mio. über Devisentermingeschäfte abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden noch für USD 2,0 Mio. Devisentermingeschäfte.

b) Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jeweiligen Kontrahenten. Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden ist sehr gering, da LS telcom vorrangig Endkunden mit erstklassiger Bonität bedient und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellt, dass wenigstens aufwandsund kostenseitig kein substantieller Schaden bei der LS telcom verbleibt.

c) Liquiditätsrisiken

Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditlinien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom AG. Des Weiteren pflegt die LS telcom AG eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, so dass weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung gegeben sind.

d) Risiken der eigenen Geldanlage

Anlagen werden von der LS telcom AG derzeit ausschließlich auf Tagesund Festgeldkonten getätigt, wobei die Gelder auf mehrere unabhängige Banken verteilt angelegt werden. Durch diese Form der Anlage ist ein hohes Maß an Anlagesicherheit gewährleistet, obgleich auch damit, wie in jüngster Vergangenheit durch die Finanzkrise gezeigt wurde, das Verlustrisiko nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Sollte dieses aufgrund des Ausfalls einer Bank und den gleichzeitigen Ausfall ihres Sicherungsfonds eintreten, so könnte das einen erheblich negativen Einfluss auf das Betriebsergebnis und die Vermögenslage der LS telcom AG haben.

5. Chancen der künftigen Entwicklung – voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Aufgrund der unverändert starken und hochwertigen Nachfrage ist der Vorstand für die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung des Unternehmens sehr zuversichtlich. Das Management rechnet zeitnah mit weiteren positiven Entscheidungen in mehreren Ausschreibungsverfahren und sieht gute Möglichkeiten, von dem erreichten hohen Umsatzniveau aus weiter zu wachsen.

Im Beratungsgeschäft hat sich LS telcom sehr gut national und international behauptet. Der Vorstand rechnet auch für 2011/2012 mit guten Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld der Digitalisierung bzw. Neuinstallation von PMR-Funknetzen für Sicherheitskräfte, ebenso in Zusammenhang mit der Einführung von ähnlicher digitaler Funktechnologie für Betriebsfunknetze von Großunternehmen. Eine Fortsetzung des Wachstums im Dienstleistungsbereich könnte sich insbesondere aus dem Bereich der speziellen Objektplanung (z. B. Versorgung von Tunneln für U-Bahn-Funk, Versorgung von Stadien etc.) ergeben, wo LS telcom die ersten Projekte mit nennenswerter Größenordnung überhaupt als Vorreiter in Deutschland geplant hat und derzeit mit realisieren hilft.

Auch die in Europa nahezu abgeschlossene Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks bietet in Asien und Afrika weiterhin aussichtsreiche Geschäftschancen.

In dem Kernmarkt für LS telcom, der Frequenzverwaltung und dem Spektrum-Management, sieht der Vorstand ebenfalls gute Ansatzpunkte zur Realisierung weiteren Wachstums. Der Haupttrend in diesem Kundenbereich geht unvermindert weiter in Richtung hochautomatisierter, webbasierter Dienste. Hierzu hat LS telcom in einer Reihe von Ländern hervorragende Referenzprojekte für das so genannte e-Licensing der dortigen Regulierungsbehörden implementiert.

Nachdem im Verlauf des Geschäftsjahres 2010/2011 mehrere größere Verträge mit Behörden zur Implementierung von sogenannten Enterprise-Systemlösungen geschlossen werden konnten, zeichnen sich nun bereits recht konkret für das neue Geschäftsjahr ähnliche Systemprojekte in weiteren Ländern ab. Der Vorstand rechnet damit, dass diese Projekte auch in den jeweiligen Nachbarländern unserer Kunden ähnliche Nachfrage wecken dürften. Neue Funktechnologien sowie neue Regelwerke der EU und der ITU sind daneben wie in der Vergangenheit weitere "Motivatoren" für Neugeschäft, Systemanpassungen und -erweiterungen.

Speziell aufbauend auf dem Kundenstamm aus diesem Teilmarkt rechnen wir uns Zusatzgeschäft mit unseren neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwaltung und Funküberwachung aus. Die Vorstellung der neuen Produkte im Rahmen der LS Summit 2011 Hausmesse stieß auf sehr positive Resonanz bei Neu- und Bestandskunden.

Der Vorstand ist nach mehreren in den vergangenen Geschäftsjahren erfolgreich abgeschlossenen Projekten im militärischen Kundenumfeld sehr zuversichtlich, auch aus diesem Bereich Wachstum generieren zu können. Insbesondere in kombinierten Projekten, bestehend aus Geräten und Software, liegen unvermindert gute Chancen für LS telcom, sich etablieren zu können. Das Unternehmen hat während des Geschäftsjahres die Bearbeitung dieses Teilmarktes durch die Allokation zusätzlicher Vertriebsressourcen weiter forciert und konnte im Verlauf des letzten Geschäftsquartals zwei Aufträge aus diesem Markt akquirieren, jeweils mit vielversprechendem Potenzial für Folgegeschäft.

Der derzeit für die LS telcom AG vertraglich gesicherte Auftragsbestand beträgt EUR 25,4 Mio. (i. V. EUR 21,3 Mio.), wobei unbefristet laufende Wartungsverträge lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten berücksichtigt wurden. Aus diesem Auftragsbestand lassen sich unter der Annahme einer planmäßigen Projektabwicklung im aktuellen Geschäftsjahr Umsatzerlöse von EUR 13,5 Mio. (i. V. EUR 11,9 Mio.) erzielen.

Der Vorstand ist angesichts der sehr guten Auftragslage sowie der durch die Digitalisierung von Sicherheits- bzw. Betriebsfunknetzen und die Modernisierungsbestrebungen von zivilen und militärischen Frequenzverwaltungen weiterhin gegebenen Marktdynamik sehr zuversichtlich, was die mittelfristige Geschäftsentwicklung anbelangt.

Das Ziel der Unternehmensführung bleibt unverändert, ausgehend von dem im Geschäftsjahr erreichten Niveau sowohl umsatzseitig zu wachsen als auch die Profitabilität der LS telcom AG in ihrem Kerngeschäft weiter zu steigern, ohne hierbei jedoch die bestehenden Geschäftschancen zu riskieren. Die Gesellschaft versucht in diesem Zusammenhang einerseits durch moderne IT-Möglichkeiten und eine weitere Konsolidierung der Produktvielfalt die verfügbaren Personalressourcen noch effizienter zu nutzen, andererseits neue Geschäftszweige in verwandten Marktbereichen durch das Eingehen neuer Partnerschaften und den Aufbau entsprechender eigener Ressourcen zu erschließen.

Aufgrund der oben dargestellten Sachverhalte, des hervorragenden Polsters an Auftragsbestand sowie einer Reihe weiterer hochwahrscheinlicher Projektzuteilungen mit größeren Volumina in näherer Zukunft, ist der Vorstand davon überzeugt, im neuen Geschäftsjahr auch von dem nun erreichten höheren Niveau aus weiter profitabel wachsen zu können. Die Geschäftsplanung geht hierbei von einer moderaten Steigerung von Umsatz und Ergebnis für die beiden kommenden Geschäftsjahre aus.

E. Berichterstattung gemäSS § 289 Abs. 4 HGB

1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital betrug zum 30. September 2011 unverändert EUR 5.335.000,00. Es ist eingeteilt in 5.335.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital

Aus den der LS telcom AG zugesandten WpHG-Mitteilungen ergibt sich zum 30.09.2011 folgende Übersicht an Beteiligungen über 10 % der Stimmrechte:

Beteiligte
Person oder
Gesellschafter
Anzahl an
Stimm
rechten
Anteile an
Stimm
rechten
Zeitraum
der
Beteiligung
Dr. Manfred Lebherz 1.537.862 28,83 % Bis heute
Dr. Georg Schöne 1.612.454 30,22 % Bis heute

4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.

6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung gemäß den §§ 133 und 179 AktG vorgenommen.

Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen.

7. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Ausgabe von Aktien

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 6. März 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 5. März 2013 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen.

Das Genehmigte Kapital beträgt bis zum 30. September 2011 EUR 2.667.500,00.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das

gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:

  • − um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
  • − bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen;
  • − bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung;
  • − bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Belegschaftsaktien, wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital festzulegen.

Rückkauf von Aktien

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 4. März 2010 mit Ergänzung durch den Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 17. März 2011 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe:

  • a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen.
  • b) Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im elektronischen Handelssystem Xetra der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots (ohne Erwerbsnebenkosten) um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden.
  • c) Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken:
  • − zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
  • − zur Einziehung der Aktien;
  • − um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.

d) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen.

Die Gesellschaft wird aber ermächtigt, eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwenden:

  • − zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
  • − um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.

In diesem Fall ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräußerungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durchschnittlichen Kurs der Aktie im elektronischen Handelssystem Xetra an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräußerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten.

  • e) Der Vorstand wird weiter ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen.
  • f) Die Ermächtigung wurde am 4. März 2010 wirksam und gilt bis zum 3. März 2015.

8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor.

9. Entschädigungsvereinbarungen

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.

F. Grundzüge des Vergütungssytems gemäSS § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands entspricht den gesetzlichen Vorgaben des Aktiengesetzes. Die Mitglieder des Vorstands erhalten eine fixe Vergütung, die Sachzuwendungen, insbesondere die Überlassung von Dienstwagen, enthält. Durch die fixen Bestandteile ist eine Grundvergütung gewährleistet, die es dem Vorstandsmitglied gestattet, seine Amtsführung an den wohlverstandenen Interessen des Unternehmens und den Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns auszurichten, ohne in Abhängigkeit von lediglich kurzfristigen Erfolgszielen zu geraten. Daneben beinhalten die Dienstverträge eine erfolgsabhängige variable Sondervergütung, die vom wirtschaftlichen Ergebnis des Konzerns abhängt.

1. Aufsichtsrat und Vorstand

Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren:

  • Dr. Winfried Holtermüller (Vorsitzender), Rechtsanwalt, Stuttgart • Prof. Dr. Werner Wiesbeck (stellv. Vorsitzender), Professor für
  • Höchstfrequenztechnik und Elektronik, Keltern
  • Dipl.-Finw. Karl Hensinger, Finanzwirt, Laupheim

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Holtermüller übt als weiteres Mandat in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 3 AktG das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Jagsttalbahn AG aus.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010/2011 Bezüge in Höhe von insgesamt EUR 32.500,00 (i. V. TEUR 33) zuzüglich der Erstattung ihrer Reisekosten.

Für Beratungstätigkeiten außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit wurden im Berichtsjahr ebenso wie im Vorjahr keine Honorare an die Mitglieder des Aufsichtsrates bezahlt. Der Kanzlei Dr. Schelling & Partner, der der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Holtermüller als Partner angehört, wurden für diverse Beratungsleistungen EUR 5.700,10 (i. V. TEUR 4) vergütet.

Zum 30. September 2011 hielten die Mitglieder des Aufsichtsrates, wie im Vorjahr, 14.546 Stückaktien.

Vorstandsmitglieder sind:

  • Dr. Manfred Lebherz (Sprecher und Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau
  • Dr. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardware), Lichtenau
  • Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster

Zum Bilanzstichtag wurden von den Mitgliedern des Vorstands folgende Stückaktien gehalten:

  • Dr. Manfred Lebherz
  • 1.537.862 Stückaktien (i. V. 1.537.862)
  • Dr. Georg Schöne
  • 1.612.454 Stückaktien (i. V. 1.612.454)
  • Dipl.-Ing. Roland Götz 4.148 Stückaktien (i. V. 4.148)

Mandate der Vorstandsmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 2 AktG bestehen nicht.

2. Vergütungsbericht

Zuständigkeit, Zielsetzung und Struktur der Vergütung des Vorstands

Die Festlegung von Struktur und Höhe der Vergütung des Vorstands der LS telcom AG erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat berät zudem über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft dieses regelmäßig.

Zielsetzung des Vergütungssystems für den Vorstand ist es, die Vorstandsmitglieder gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität die gemeinsame und persönliche Leistung des Vorstands sowie den Unternehmenserfolg deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen.

Dazu weist das Vergütungssystem im Einzelnen eine fixe Grundvergütung sowie eine variable Vergütung auf. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Angemessenheit der Vorstandsvergütung sicherzustellen, werden diese Struktur, die einzelnen Komponenten und die Gesamtvergütung regelmäßig vom Aufsichtsrat überprüft.

Die Vergütung des Vorstands setzte sich in 2010/2011 aus den folgenden Komponenten zusammen:

    • eine fixe Grundvergütung inklusive Sachbezügen, ausbezahlt in zwölf Monatsraten,
    • eine variable Vergütung, die sich nach dem Konzern-Ergebnis der Gesellschaft richtet.

Aktienoptionsprogramme oder andere wertpapierorientierte Anreizsysteme bestanden für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht.

Höhe der Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2010/2011

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Leistungen, die dem einzelnen Vorstandsmitglied von der LS telcom AG im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied zugesagt oder gewährt worden sind. Die Gesamtbezüge für den Vorstand berechnen sich aus der Summe aller Vergütungen in bar und in geldwerten Vorteilen aus Sachbezügen. Letztere enthalten im Wesentlichen die Bereitstellung von Dienstfahrzeugen.

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt TEUR 979 (i. V. TEUR 803) erfasst. Davon betreffen TEUR 680 (i. V. TEUR 656) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 299 (i. V. TEUR 147) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile.

Die im Geschäftsjahr 2010/2011 als Aufwand erfasste Vorstandsvergütung verteilt sich auf die Mitglieder des Vorstands wie folgt:

Angaben
in EUR
Dr. Manfred
Lebherz
Dr. Georg
Schöne
Dipl.-Ing.
Roland Götz
Erfolgsunabhängige
Festvergütung
220.000,00 220.000,00 172.500,00
Erfolgsunabhängige Neben
leistungen (Sachbezüge und
sonstige Zusatzvergütungen)
22.436,72 22.443,20 22.390,32
Erfolgsabhängige Vergütungs
komponente
107.301,91 107.301,91 84.258,61
Vergütungsanteil mit
langfristiger Anreizwirkung
Gesamtvergütung 349.738,63 349.745,11 279.148,93

Zusagen zur Altersversorgung

Pensionszusagen an die Mitglieder des Vorstands bestehen nicht.

Wesentliche Zusagen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit

Die Zahlung einer Abfindung an ein Vorstandsmitglied im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses ist nicht vorgesehen.

Aktienoptionen

Aktienoptionen sind an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht ausgegeben.

G. Bericht zu wesentlichen Geschäften mit nahe stehenden Personen

Die Gesellschaft hat im Berichtszeitraum keine Geschäfte mit nahe stehenden Personen getätigt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des Unternehmens haben könnten.

H. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289 a HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist ebenso wie unsere Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im Internet auf unserer deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten "Informationen für Anleger" – "Zahlen, Berichte, Informationen" abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergangenen Jahre zugänglich.

I. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LS telcom AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Unternehmens so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens beschrieben sind.

Lichtenau, 21. November 2011

LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand

Dr. Manfred Lebherz Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers zum Jahresabschluss

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handels- und aktienrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, 22. November 2011

Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Volker Hecht ppa. Jörg Müller Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Ansprechpartner

Dr. Manfred Lebherz

Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb

Dr. Georg Schöne Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme

Roland Götz

Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen

Katrin Schöne

Investor Relations LS telcom AG Im Gewerbegebiet 31-33 D-77839 Lichtenau Tel.: +49 7227 9535-707 Fax: +49 7227 9535-605 E-Mail: [email protected]

Finanzkalender

Zwischenmitteilung 1. Quartal (zum 31.12.2011) 17.02.2012
Hauptversammlung in 77839 Lichtenau 08.03.2012
Halbjahresbericht (zum 31.03.2012) 31.05.2012
Zwischenmitteilung 3. Quartal (zum 30.06.2012) 17.08.2012
Vorläufige Zahlen zum Jahresabschluss 2011/2012 November 2012

LS telcom AG Im Gewerbegebiet 31-33 D-77839 Lichtenau

+49 7227 9535-600 +49 7227 9535-605

[email protected] www.LStelcom.com

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