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LS telcom AG

Annual Report (ESEF) Sep 4, 2024

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Report 52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-3052990083R241IFH91Z772023-09-30iso4217:EUR52990083R241IFH91Z772022-09-3052990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-3052990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772021-10-01ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember52990083R241IFH91Z772021-10-0152990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772021-10-012022-09-30ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772022-09-30ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772022-10-01ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember52990083R241IFH91Z772022-10-0152990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772022-10-012023-09-30ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:IssuedCapitalMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:RetainedEarningsMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:TreasurySharesMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember52990083R241IFH91Z772023-09-30ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 1 Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht der LS telcom AG, Lichtenau für das Geschäftsjahr 2022/2023 I. GRUNDLAGEN DES KONZERNS A. KONZERNSTRUKTUR Die LS telcom AG ist die Muttergesellschaft des LS telcom Konzerns und steuert dessen operatives Geschäft. Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2023 an der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, an der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, an der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, an der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, an der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/ Australien, an der Colibrex GmbH, Rheinmünster, und an der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, an denen die LS telcom AG als Alleingesellschafterin jeweils 100 % der Anteile hält. Daneben bestehen Beteiligungen an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien, mit 90 %, an der Smart Spectrum Solutions Providers S.A.L (Offshore) in Beirut/Libanon, mit 90 %, an der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, mit 51 %, an der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, mit 49 %, an der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China, mit 40 %, an der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, mit 48 % sowie an der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau, mit 50 %. Die LS telcom AG unterhält zudem Niederlassungen in Dresden und Budapest. Im Folgenden werden die Geschäftstätigkeiten wichtiger Tochtergesellschaften beschrieben. Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Limited bearbeitet insbesondere den Markt für Systemlösungen und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehörden und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada und Lateinamerika. Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient primär den französischsprachigen Markt mit Kundenschwerpunkten bei Funkfrequenzadministrationen in Frankreich und Afrika. Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Planungs- und Ingenieursleistungen in Afrika und unterstützt zudem die Realisierung von Hardwareprojekten, den Vertrieb, die Wartung und das Testen von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochter hat in den vergangenen Jahren außerdem erfolgreich einen Geschäftszweig für den Aufbau und die messtechnische Validierung von Sendern und Antennenanlagen etabliert und entsprechende Messkampagnen im südlichen Afrika und in den USA erfolgreich und mit wachsendem Erfolg durchgeführt. Die Vision2Comm GmbH mit Sitz in Lichtenau konzentriert sich auf innovative Funkmess- und Monitoringlösungen als Dienstleistung („as-a-Service“). Die angebotenen Leistungen umfassen u. a. die Untersuchung und Ortung von Funkstörungen, die Definition geeigneter Messtechnik und -methoden, die Durchführung des Messbetriebs selbst sowie die Analyse und Auswertung der erfassten Messdaten. Zudem werden Projekte zur Integration und Realisierung von Funkanlagen durchgeführt. Hauptfokus der Vision2Comm sind Nutzer von Funkfrequenzen in sogenannten Vertikalmärkten. Die Colibrex GmbH mit Sitz in Rheinmünster vermarktet vor allem neue messtechnische Lösungen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen. Colibrex arbeitet dazu entwicklungstechnisch eng mit dem hardwarebasierten Geschäftsfeld der LS telcom AG sowie auf der operativen Seite mit der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zusammen. Colibrex identifiziert und bearbeitet Märkte, strukturiert die Dienstleistungen und übernimmt das Produkt-Management und die Abstimmung mit den Entwicklungspartnern für die Entwicklung neuer Produkte. Die RadioSoft Inc. mit Hauptsitz in Clarkesville, Georgia/USA, erbringt vorrangig Dienstleistungen für die Funknetzplanung von Rundfunk- und Landmobilfunkstationen, wozu auch Koordinierungs- und Frequenzzuweisungs-Dienstleistungen für unterschiedlichste Behörden, Rundfunknetzbetreiber und diverse Verkehrs- und Industriebetriebe gehören. Zudem vermarktet RadioSoft im US-amerikanischen Markt das bestehende und teils spezifisch an den US-Markt angepasste Produktportfolio der LS telcom Gruppe, insbesondere Messdienstleistungen, Funkplanungs- und Funkmesssysteme. Lagebericht 2 Die LS telcom UK Ltd. in London betreut insbesondere die relevanten Märkte im Vereinigten Königreich und vertreibt dort das gesamte Produktportfolio der LS telcom AG. Das Spektrum-Beratungsteam von LS telcom UK Ltd. verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Regulierungsbehörden sowie einer Reihe von Frequenznutzern und erbringt weltweit Spektrum-Consulting und Trainings-Dienstleistungen mit globaler Perspektive. Die Beteiligung der LS telcom AG an der LST Middle East FZ-LLC in Dubai beträgt unverändert 49 %, wobei LS telcom im Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem davon abweichenden 60 % Anteil an den Stimmrechten die Kontrolle über das Unternehmen übernommen hat. Entsprechend wird diese Beteiligung im Konzern-Abschluss seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 voll konsolidiert. Von dieser Beteiligung aus erfolgt auch der maßgebliche Vertrieb der LS telcom-Produkte in den gesamten arabischsprachigen Raum und die zugehörige lokale Projektunterstützung. Die LS telcom Australia Pty Ltd mit Sitz in Sydney/Australien wurde als 100 % Tochter der LS telcom AG im Geschäftsjahr 2018/2019 gegründet und kümmert sich um die Betreuung der bestehenden Kundenprojekte in Australien sowie die Weiterentwicklung der Geschäfte mit LS telcom-Produkten in Australien, Neuseeland und den Pazifik-Staaten. Die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, mit Sitz in Mumbai/Indien, wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gegründet. Die Dienstleistung umfasst die Vermarktung und den Vertrieb des bestehenden Produktportfolios der LS telcom auf dem indischen Subkontinent. Zudem erbringt sie Dienstleistungen im Bereich der Web- und Mobile-App-Entwicklung. Einzelne Teilgruppen sollen dezidiert Produkten oder Projekten zuarbeiten. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd beteiligt. Die Smart Spectrum Solutions Providers S.A.L (Offshore) mit Sitz in Beirut/Libanon wurde zum 01.10.2021 gegründet. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der Tochter im Libanon beteiligt. Wesentliche Aufgabe der Gesellschaft ist die Softwareentwicklung sowie die Betreuung der Kunden im Mittleren Osten und Mittelmeeranrainerstaaten. An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. ist Hauptvertriebspartner der LS telcom AG für den chinesischen Markt. Daneben entwickelt die NG Networks Co., Ltd. auch eigene Softwareprodukte, die im Wesentlichen für den chinesischen Markt optimiert sind. Über die abgeschlossene Vertriebsvereinbarung hat sich die LS telcom AG auch Vertriebsrechte an diesen von NG Networks Co., Ltd. entwickelten Produkten gesichert. Es handelt sich hierbei um spezielle Planungslösungen u. a. auch für LTE- und 5G-Netze, gesichert. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss „at equity“ bilanziert. An der SlivaCom d.o.o. mit Sitz in Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, hält die LS telcom AG einen Anteil von 48 %. Die SlivaCom d.o.o. wurde im Mai 2021 gegründet. Sie erbringt für die LS telcom AG Hard- und Software-Entwicklungsdienstleistungen und stellt einen Messplatz für Antennenmessungen zur Verfügung. Kernaufgabe zu Beginn ist die Optimierung bestehender Antennensysteme der LS telcom AG. B. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS In den folgenden Abschnitten stehen die Begriffe LS telcom oder LS telcom Gruppe für den LS telcom Konzern. Passagen, die sich explizit auf die Einzelgesellschaft der AG beziehen, werden mit LS telcom AG bezeichnet. LS telcom ist weltweit der führende Anbieter von integrierten Softwarelösungen für die effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums. Dazu gehören insbesondere das Management und die Überwachung des Funkfrequenzspektrums sowie die Planung der entsprechenden Funknetze. Darüber hinaus ist LS telcom als „one-stop-shop“-Anbieter positioniert und bietet neben dem Kerngeschäft der Softwaresysteme zusätzlich Hardware-Lösungen, Beratungsdienstleistungen und integrierte Systeme an. Im Kerngeschäft realisiert LS telcom Projekte, um die Softwarelösungen in die Systeme des Kunden implementieren und zu integrieren. Dabei erzielt LS telcom Lizenzerlöse, Beratungshonorare, Umsätze mit Hardware sowie Erlöse mit Wartungsverträgen. 3 In einer zunehmend digital vernetzten Welt optimiert LS telcom die Frequenzverwaltung und -nutzung und stellt sicher, dass alle Frequenznutzer maximal von Funkdiensten profitieren. Die Positionierung als „one-stop-shop“-Anbieter zeigt sich insbesondere darin, dass LS telcom mit ihrem Produktportfolio aus Beratungsdienstleistungen sowie integrierten Soft- und Hardwaresystemen die gesamte Wertschöpfungskette in der Nutzbarmachung des Funkspektrums abdeckt. Die optimale Nutzung der begrenzten, natürlichen Funkfrequenzressource, die Planung von zuverlässigen, hochverfügbaren, sicheren und kosteneffizienten Funknetzen, ihre schnelle Implementierung und die Optimierung bestehender Netze, die Minimierung von Interferenzen sowie die weitere Erschließung geeigneter Funkstandorte sind typische Aufgabenfelder, in denen das Produktspektrum von LS telcom zum Einsatz kommt. Mit ihrem Software, Hardware und Beratungsdienstleistungen umfassenden Produktportfolio befindet sich LS telcom nach eigener Einschätzung in einem Markt mit vielversprechenden Wachstumsoptionen. Funkfrequenzen zur drahtlosen Übertragung von Sprache und Daten werden beispielsweise von Rundfunk und Mobilfunk, Flugüberwachung, Polizei- und Taxifunk, Richtfunk, Satellitenverbindungen und für die funkbasierte Steuerung von Geräten, Maschinen und Anlagen im sogenannten „Internet of Things“ genutzt. Weltweit – in Industrieländern ebenso wie in aufstrebenden Volkswirtschaften – führt der beständig steigende Bedarf an Sprach- und Datenkommunikation zu stetigem Ausbau der Netze und damit zu einer kontinuierlichen Verknappung des freien Funkspektrums. Treiber dieser Entwicklungen ist insbesondere die Einführung neuer leistungsfähigerer Funktechnologien (z. B. GSM -> UMTS -> LTE -> 5G). Die effiziente Planung und Verwaltung dieser begrenzten Ressource wird deshalb nach Einschätzung der LS telcom immer wichtiger. Um das vorhandene, endliche Frequenzspektrum so nachhaltig und für ihre Belange so förderlich wie möglich ausschöpfen zu können, benötigen Regulierungsbehörden, Funknetzbetreiber und die Nutzer des Funkspektrums nicht nur spezielle Software- und Dienstleistungsangebote zur Planung und zum Management der Funknetze, sondern auch entsprechende Messsysteme zur Kontrolle und Optimierung der Spektrumnutzung. Auch die Nutzung des Frequenzspektrums durch intelligente Kommunikationskomponenten, die modernste Technologien wie dynamischen Spektrumszugang nutzen, also die sich selbst aus einer zentralen Datenbank und mit Hilfe eigener Messungen immer die für sie geeignetsten Funkfrequenzen selektieren, bedarf entsprechend unterstützender, leistungsfähiger Infrastruktur und Datenbankdiensten im Hintergrund. Daneben erwächst mit flächendeckender Nutzung der Frequenzen und Technologien in allen Lebensbereichen ein immer stärkerer Druck, den störungsfreien, gesicherten Betrieb durch engmaschige Messtechnik an kritischen Brennpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren sowie für systemrelevante Anwendungen weitreichend zu garantieren. Das standardisierte Produktportfolio der LS telcom kann für nahezu jede Funklösung und in allen Funknetzen weltweit eingesetzt werden. Die Palette reicht von Mobil-, Richt- und Flugfunknetzen bis hin zu Daten-, Sicherheits-, TV- und Hörfunknetzen und deckt insbesondere auch die speziellen Anforderungen von regionalen und nationalen Regulierungsbehörden umfassend ab. C. LEITUNG UND KONTROLLE Die LS telcom AG hat ihren Sitz in Lichtenau (Baden) und unterliegt als deutsche Gesellschaft dem deutschen Aktienrecht. Der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung sind die Organe der Gesellschaft. Die LS telcom AG hat ein duales Führungssystem aus Vorstand und Aufsichtsrat – Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle sind dementsprechend streng voneinander getrennt. Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes unter Berücksichtigung der Belange aller relevanten Stakeholder wie Aktionäre, Arbeitnehmer, Lieferanten, Kunden, Dienstleister und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Parteien. Zudem strebt der Vorstand an, die externen Effekte auf Umwelt und Gesellschaft zu minimieren. Der Vorstand besteht aus zwei Vorständen. Jedes Mitglied ist für seinen Aufgabenbereich gemäß der Geschäftsordnung des Vorstands verantwortlich. Der Gesamtvorstand hat jedoch eine gemeinschaftliche Verantwortung für die Geschäftsleitung des Kon-zerns. Im Rahmen dieser Gesamtverantwortung arbeiten die Vorstände in ihrem jeweils zugewiesenen Aufgabenbereich kollegial und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Vorstand ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens zuständig und stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat der LS telcom AG regelmäßig über die gesetzlichen Berichterstattungspflichten hinaus über alle für das Unternehmen und den Konzern relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Lagebericht 4 Der Aufsichtsrat der LS telcom AG berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und Konzerns. Er übt keine Geschäftsführungsfunktion aus, der Vorstand darf jedoch bestimmte Geschäfte und Maßnahmen nicht ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats ausführen. Dem Aufsichtsrat der LS telcom AG gehören derzeit drei Mitglieder an, die von der Hauptversammlung gewählt werden. Der Aufsichtsrat tritt mindestens einmal pro Kalenderquartal zusammen. D. MARKT UND WETTBEWERB 1. Kunden Die Dienstleistungen und Systemlösungen (bestehend aus Software und Hardware) werden von LS telcom für die gesamte Bandbreite der Unternehmen und Organisationen konzipiert, die im Bereich der drahtlosen Telekommunikation tätig sind. Das sind einerseits nationale und regionale Regulierungsbehörden, die Funklizenzen zuteilen und kontrollieren, andererseits Netzbetreiber, die als Lizenznehmer Funkfrequenzen benötigen, um Telekommunikationsdienstleistungen anbieten zu können. Da die Lösungen der LS telcom branchenübergreifend eingesetzt werden können, werden die Systemlösungen verstärkt auch von Behörden, Verkehrs-, Transport-, Versorgungs- und Industrieunternehmen nachgefragt, die als professionelle Anwender von Funksystemen in ihrem Kerngeschäft Produktivitätssteigerungen oder sonstige Vorteile erzielen können. LS telcom ist weltweit aktiv. Die internationale Kundschaft der Unternehmensgruppe legt neben einer sorgfältigen Implementierung der von ihnen gewünschten Lösung auch großen Wert auf eine weitergehende, langfristige Unterstützung in den Bereichen Wartung, Softwarepflege und Anpassung der Produk-te an neue technische Entwicklungen. Somit sind in der Regel die Beziehungen der LS telcom zu ihren Kunden langfristig ausgerichtet. Um die Nähe zu Kunden sicherzustellen, unterhält LS telcom in den wichtigsten Märkten über Tochtergesellschaften oder Beteiligungen eine eigene lokale Präsenz. Regulierungsbehörden Die Aufgabe von Regulierungsbehörden besteht darin, die Nutzung der limitierten Ressource „Funkspektrum“ nachhaltig, wirtschaftlich und effektiv zu gewährleisten. Dazu gehört die Erstellung eines geeigneten nationalen Frequenznutzungsplans, auf dessen Grundlage Funklizenzen zu erteilen sind. Darüber hinaus ist die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren und gegebenenfalls durchzusetzen. Die ständige technologische Weiterentwicklung und die steigende Anzahl der Funkdienste erfordert auf Seiten der Behörden eine permanente Neuplanung und Anpassung der Frequenznutzungspläne und Regulierungsrichtlinien. Die Systeme der LS telcom versetzen Behörden in die Lage, nicht nur softwareseitig die diversen Geschäftsprozesse in den Bereichen Frequenzlizenzierung, technische Planung und Koordinierung zu automatisieren. Die integrierten Lösungen der LS telcom ermöglichen zudem, durch den Einsatz entsprechender intelligenter Messtechnik, die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu überwachen und Funkstörungen im Betrieb der Netze zu vermeiden. Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien aus über 100 Ländern für die Softwarelösungen, Hardware-Produkte, Beratungsleistungen, Systeminstallationen und integrierte Software- und Hardware-Systeme von LS telcom entschieden haben. Funknetzbetreiber Funknetzbetreiber optimieren mit den Software- und Hardware-Lösungen von LS telcom den Auf- und Ausbau ihrer Netze. Ziel dabei ist stets, den Aufbau möglichst wirtschaftlich und innerhalb kürzester Zeit bei gleichzeitiger Maximierung der Verfügbarkeits- und Versorgungsziele durchzuführen. Sie sind daran interessiert, die Planung ihrer Sendestandorte so zu optimieren, dass bei hoher Qualität und hohem Versorgungsgrad die Investitionen für Sendeanlagen und die laufenden Betriebskosten möglichst gering ausfallen. 5 LS telcom hat spezielle Softwarepakete und Messtechnik (u. a. drohnenbasiert) entwickelt, die zur Erfüllung dieser Analyse- und Optimierungsanforderungen ausgezeichnet geeignet sind. Zudem vermarktet und integriert LS telcom Systemtechnik für Rundfunk und Mobilfunk von etablierten Herstellern. Funknetzbetreiber aus allen Frequenz- und Dienstebereichen setzen diese Lösungen von LS telcom für die verschiedensten analogen und digitalen Systemtechnologien ein. Zu den Kunden zählen „klassische“ Funknetzbetreiber, wie beispielsweise Rundfunkveranstalter (Radio und TV), Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Richtfunk- sowie Point-to-Multipoint-Netzen (PMP). Professionelle Funkanwender Professionelle Anwender haben hohe und vielfältige Anforderungen an ihre mobilen Kommunikationslösungen. Diese müssen sich optimal an betriebliche Organisations- und Kommunikationsstrukturen anpassen, hohe Sicherheit der Informationsübermittlung hinsichtlich Verfügbarkeit und Integrität gewährleisten und nicht zuletzt auch wirtschaftlich zu betreiben sein. Typische Anwendungsbereiche und Branchen sind insbesondere: Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Einrichtungen und Unternehmen des Sektors Transport und Verkehr, Ver- und Entsorgungsunternehmen, öffentliche Verwaltungen sowie Industrieunternehmen. Die eingesetzten professionellen Funklösungen gewährleisten eine ausfallsichere Notfallkommunikation, stellen einen reibungslosen Betriebsablauf sicher und werden zur Steuerung betrieblicher Abläufe, Überwachungsaufgaben, Flottenmanagement, Telemetrie, Ortung, Navigation und Datenübertragung eingesetzt. 2. Produkte Die Softwareprodukte der LS telcom decken die gesamte Bandbreite von der Netzwerkplanung über die Netzwerkoptimierung bis zum Netzwerkmanagement ab. Dedizierte Hardwareprodukte, vor allem Mess-, Monitoring- und Ortungssysteme, unterstützen die Kunden bei der Kontrolle und Sicherstellung der Einhaltung der entsprechenden Nutzungsregularien des Radiospektrums. Darüber hinaus werden die Kunden auch durch eine Vielzahl von Beratungs- und Planungsleistungen beim Design, der Realisierung und dem Management ihrer Telekommunikationsprojekte unterstützt. Servicedienstleistungen, wie Unterstützung bei der Neubeantragung und Erneuerung von Funklizenzen für Einzelpersonen und Firmen oder der Sicherstellung der notwendigen spektralen Reinheit für die Funkinfrastruktur an Kommunikations-Hotspots, runden das Portfolio ab. Software Die Softwarelösungen sind auf die Bedürfnisse von Funknetzbetreibern und Regulierungsbehörden zugeschnitten. Bei den Softwarepaketen von LS telcom handelt es sich nicht um Insellösungen, sondern um eine aufeinander abgestimmte Programmarchitektur, die kundenspezifisch angepasst werden kann. Häufig löst der Erwerb eines einzigen LS-Tools den Investitionswunsch nach einer ganzen Tool-Palette aus. Dabei verkauft LS telcom nicht nur die Softwarelizenzen, sondern berät die Kunden auch intensiv bei der Planung und Einführung der Systeme und übernimmt die Schulung der Nutzer. Ein wesentlicher Kundennutzen besteht aus Sicht des Vorstands darin, dass mit Hilfe der Softwarepakete von LS telcom nicht nur die Anzahl der in einem Gebiet benötigten Sendestationen, sondern auch die zur effizienten und wirtschaftlichen Planung des Netzes benötigte Zeit auf ein Minimum reduziert wird. Die Funknetzbetreiber können dadurch nach Einschätzung der LS telcom erhebliche Einsparmöglichkeiten beim Aufbau ihrer Funknetze realisieren. LS telcom sieht eine ihrer Kernkompetenzen im Bereich Hochfrequenztechnik und in der Funkkommunikation. Das im Unternehmen gebündelte Know-how in diesen Bereichen nutzt LS telcom, um innovative und leistungsstarke Programme umzusetzen, laufend Anpassungen an aktuelle Trends durch ein Team von Spezialisten aus Nachrichtentechnikern, Ingenieuren, Informatikern, Physikern und Mathematikern vorzunehmen. Mit Hilfe der umfassenden Softwarelösungen führen Kunden zentrale Planungs- und Managementaufgaben durch. Diese reichen von Netzwerkberechnungen, -dimensionierungen und -analysen über Versorgungs-‍, Frequenz- und Verkehrsplanungen bis hin zu Reichweitensimulationen und Standortplanungen von Basisstationen. Eine Datenbank vorhandener Stationen kann angelegt und laufend aktualisiert werden. Die Software erlaubt daneben die Abwicklung sämtlicher sonstiger Managementaufgaben inklusive des Detail-Engineerings im Zusammenhang mit Funkstandorten und sonstigen Netzelementen. Außerdem lassen sich geografische Daten erzeugen und pflegen sowie Gelände- und Feldstärkenprofile berechnen. Lagebericht 6 Bei fixen Kommunikationssystemen geht es um Nah- und Weitverkehrsnetze per Richtfunk oder PMP-Technologien, die als Alternative zu Kabelnetzen hohe Datenmengen schnell und kostengünstig transportieren können und beispielsweise bei Zugangsnetzen, zur Anbindung von Mobilfunk-Basisstationen oder Überbrückung der „letzten Meile“, verwendet werden. Mit einer Standardsoftware für diesen Bereich hat LS telcom ein integriertes Planungssystem für die Auslegung und Optimierung solcher Netze entwickelt, welches sowohl von Funknetzbetreibern als auch von Regulierungsbehörden eingesetzt wird. Speziell für Regulierungsbehörden bietet die Software von LS telcom mit SPECTRAplus und jetzt auch dem vollständig neu entwickelten Nachfolger mySPECTRA seit 1995 ein inzwischen vollautomatisiertes Workflow- und Dokumenten-Management-System an, mit dem das gesamte administrative Arbeitsgebiet von Regulierungsbehörden inklusive der Lizenzvergabe softwarebasiert abgewickelt werden kann. Zusätzlich können Interferenzberechnungen durchgeführt und für nationale und internationale Koordinierungsaufgaben genutzt werden. Auch die Erstellung und Verwaltung von Frequenzplänen sowie deren Genehmigung und Zuweisung ist eine im Standardpaket von LS telcom enthaltene Funktion. Die SPECTRA-Pakete decken zudem auch das Beschwerdemanagement, die Auswertung und Koordinierung von Feldtests und die Rechnungserstellung ab. Die Funktionalität des vollautomatisierten Systems wurde im Geschäftsjahr 2020/21 durch mySPECTRA auf eine komplett neue technische Plattform gehoben. Diese ermöglicht das Arbeiten in einer modernen, webbasierten Umgebung und unterstützt bei Bedarf auch neue Technologien, wie den Betrieb in einer Cloud. Neben Regulierungsbehörden nutzen auch Funknetzbetreiber zur optimalen Vorbereitung ihrer Lizenzanträge die speziellen Softwarelösungen der LS telcom. Durch die Nutzung webbasierter Anwendungen wird die digitale Transformation hin zu e-Government speziell bei öffentlichen Behörden unterstützt. Auch der vor wenigen Jahren neu gegründete Arbeitsbereich Künstliche Intelligenz konnte enorme Fortschritte vorweisen. Die ersten Module haben bereits ihren Weg in die oben genannten Standardprodukte gefunden und haben den Funktionsraum der Software z. B. um Signalanalyse und Antennensynthese erweitert. Im Folgenden werden die wichtigsten Softwarelösungen der LS telcom aufgeführt. SPECTRAplus war bisher die klassische Kernlösung der LS telcom für effizientes Spektrum-Management. Es ist ein automatisiertes und integriertes Software-System, das alle notwendigen Funktionalitäten in den Bereichen Administration, technische Prozesse und Planungen abbildet. mySPECTRA ist das vollständnig neu entwickelte Software-System für Spektrum-Management. Im Vergleich zu SPECTRAplus ist der Funktionsumfang deutlich erweitert. Ziel ist es, dass auf Basis eines hohen Standardisierungsgrades kundenspezifische Einstellungen und Konfigurationen über Parameter durchgeführt werden können und damit ein Großteil der aufwendigen kundenspezifischen Programmierarbeiten entfallen. Das System ist automatisiert und webbasiert. Es kann komplett über eine Cloud-Lösung betrieben werden. Gleichzeitig sind je nach Kundenwunsch auch hybride Lösungen und on-premise Installationen möglich. SPECTRAmil ist für den Einsatz im Verteidigungssektor konzipiert und kann für taktisches Frequenz-Management, strategisches Spektrum-Management, elektronische Abwehr und Planungen eingesetzt werden. CHIRplus_BC ist bereits seit den 90er Jahren der weltweite Marktführer für den Bereich Radio- und TV-Übertragung sowie für die optimierte Frequenznutzung und wird für eine große Nutzercommunity permanent weiterentwickelt. Die CHIRplus_NGN Software wird eingesetzt, um Interferenzen insbesondere im Mobilfunkbereich, speziell der vierten bis sechsten Generation, analysieren zu können. CHIRplus_TC unterstützt Mobilfunk- und Richtfunkbetreiber dabei, ihre Standorte zu planen und zu optimieren und ist in diversen Generationsschritten bereits seit mehr als 25 Jahren am Markt. Es ist ein Tool, um das Design und die Planung von Mobilfunk-Netzwerken effizient durchführen zu können. LS OBSERVER CMS ist ein Teil des gesamten LS Observer Konzepts, das aus Messhardware sowie der Steuerungs- und Analysesoftware besteht. Mit Observer CMS lässt sich das Frequenz-Spektrum effizient überwachen, Messauswertungen über den Standort einer Störungsquelle sogar für vergangene Zeiträume durchführen und strukturierte Analysen umsetzen. Es besteht aus einer zentralen Einheit, die mit beliebig weltweit verteilten Kontrolleinheiten, sogenannten Sensoren, verbunden ist. 7 SpectrumMap ist ein cloudbasiertes Big-Data-System, das Daten von Überwachungs- und Monitoring-Geräten sammelt und mit den Informationen zu Sendereigenschaften aus der SPECTRA-Datenbank zu einer einzigartigen, zeitabhängigen Sicht der Spektral-landschaft auf einer digitalen Karte verschneidet. Dienstleistungen Der Bereich Dienstleistungen umfasst das Beratungs- und Professional Service-Geschäft der LS telcom. Dabei nutzt LS telcom ihr vorhandenes Wissen auf dem Gebiet des Funkspektrums, der Netzplanung und des Netzaufbaus und verlängert ihre Wertschöpfungskette um Beratungs- und Ingenieusdienstleistungen. Bei den durchgeführten Kunden-Projekten handelt es sich oftmals um unabhängige, d. h. vom Kerngeschäft der Software-Services losgelöste Aktivitäten. Einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren von Funknetzen ist aus Sicht von LS telcom deren optimale Planung. LS telcom unterstützt ihre Kunden daher beim Design, ebenso wie bei der Planung, der Realisierung und dem Management von Telekommunikationsprojekten. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Unterstützung bei Ausschreibungsverfahren um neue Funklizenzen, der Konzeptentwicklung über die Erarbeitung der gesamten System-, Versorgungs- und Frequenzplanung, die Störungsanalyse, die Koordinierung und Verifizierung von Frequenzen bis zur Erstellung umfangreicher Gutachten und Machbarkeitsstudien sowie Beratung bei der Auswahl von geeigneten Sendestandorten. Auch die strategische Beratung, beispielsweise bei der Auswahl der Funktechnologie, oder die Begleitung von Beschaffungsverfahren für die komplette Netzin-frastruktur, einschließlich der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen und der Auswertung der Angebote, gehören zum Kompetenzbereich der LS telcom-Experten. Redundanzkonzepte, soziodemografische Versorgungsanalysen, Netzoptimierung, Beratung rund um die Generierung, Konvertierung und der Handel mit kartografischen Daten sowie allgemeine Projektmanagementaufgaben runden das Leistungs-spektrum ab, das für nahezu jeden Bereich der Telekommunikation angeboten werden kann. Das umfangreiche Dienstleistungsportfolio wird im Bereich Spektrum-Consulting für internationale Interessenverbände, Ministerien und Regulierungsbehörden außerdem ergänzt durch allgemeine Implementierungs- und Prozessberatung oder das spezialisierte Consulting bezüglich zukünftiger Frequenznutzungskonzepte, der Entwicklung und Überarbeitung umfassender Frequenzpläne, der Spezifikation landesweiter Funküberwachungssysteme und der Definition neuer Lizensierungsstrategien für das Funkfrequenzspektrum. Die „LS telcom Training Academy“ bietet zusätzlich zu Grund- und Fortgeschrittenenkursen für LS telcom-Software in Verbindung mit Softwareprojekten auch Trainings, Seminare und Expertenkurse für spezielle Themen im Anwendungsbereich der Funktechnik. Von Kunden wird hier insbesondere die Flexibilität des LS telcom-Angebots geschätzt, das ihnen ermöglicht, zwischen standardisierten Kursen gemäß Seminar-Kalender und kundenspezifischen Trainings zu wählen. Alle Kurse können entweder als Veranstaltung direkt beim Kunden oder als komplett organisiertes Fortbildungspaket in der „LS telcom Training Academy“ in Lichtenau gebucht werden. Ein zunehmender Teil der Kurse wird auch als Online- Seminar webbasiert angeboten. Das Online-Angebot wird wegen der weltweiten Reisezurückhaltung nach Covid und zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks mittlerweile auch sehr gut von den Kunden angenommen. Integrierte Systeme (Hard- und Software) Ergänzend zu den reinen Softwareprodukten und reinen Dienstleistungen baut der LS telcom Konzern sein Produktportfolio um hardwarenahe Systeme beständig weiter aus. Diese integrierten Lösungen schließen sowohl LS telcom-Software und -Know-how als auch Hardwarekomponenten mit ein. Bei der LS telcom AG in Deutschland befasst sich das Geschäftsfeld „Monitoring Hardware Systeme“ mit Messsystemen zur Kontrolle der Spektrum-Nutzung. Hier werden nicht nur komplette landesweite Radio Monitoring-Systeme konzipiert und umgesetzt, sondern auch neue Produkte, wie beispielsweise vernetzbare Sensoren für Langzeitmessungen von Funksignalen mit intelligentem Datenmanagement, entwickelt, um in der riesigen Datenmenge die wirklich relevanten Ereignisse zielgerichtet entdecken zu können. Ein Produkt in diesem Umfeld ist das Ortungssystem „DF Time Travel®“, das Signale aus dem gesamten Spektrum aus allen Richtungen nahezu gleichzeitig erfasst und diese Information abspeichert. Damit lässt sich für jedes erfasste Signal, auch solche aus der Vergangenheit, eine Richtung ermitteln und mit mehreren dieser Ortungsstationen eine Ortsbestimmung für solche Signale durchführen. Mittels der mit künstlicher Intelligenz optimierten Methode Smart-AVD werden die notwendigen Datenreduktionen in der Analyse von Funksignalen effizient umgesetzt. Lagebericht 8 Derartige Funküberwachungssysteme sind notwendig, um die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren, Grenzen und sicherheitsrelevante Einrichtungen besser zu schützen und eine störungsfreie Funkübertragung zu gewährleisten. Mit den hier neuentwickelten Produkten ergänzt LS telcom die herkömmlichen Messverfahren und -produkte sinnvoll und überaus nutzbringend für den bereits bestehenden Kundenkreis der LS telcom-Softwaresysteme. In Südafrika wurde das Dienstleistungsportfolio in den letzten Jahren entsprechend der besonderen Anforderungen des afrikanischen Marktes um Installations- und Integrationsarbeiten für digitale Fernsehsender und andere Funknetze erweitert. 3. Wettbewerb Die Wettbewerbssituation in den verschiedenen Kundensegmenten stellt sich sehr unterschiedlich dar. Im Bereich Softwaresysteme für Spectrum Management Lösungen sieht sich LS telcom als globaler Marktführer. Im Software-Bereich ist der Wettbewerb nach Einschätzung der LS telcom eher lokal geprägt. Beim hardwarelastigen Bereich der Messsysteme sticht insbesondere die Rohde & Schwarz-Gruppe hervor, die für LS telcom Wettbewerber und Partner zugleich sind. Der Wettbewerb in den vertikalen Märkten (Industrie, Transport und Verkehr, öffentliche Sicherheit etc.) ist sehr fragmentiert – sowohl aus regionaler/nationaler als auch portfoliospezifischer Perspektive. E. UNTERNEHMENSSTRATEGIE, STEUERUNG DES UNTERNEHMENS UND UNTERNEHMENSZIELE 1. Unternehmensstrategie Ziel des LS telcom Konzerns ist es, die in der Vergangenheit erarbeitete - aus Sicht des Managements - sehr gute Marktposition in Bezug auf Systemlösungen und Dienstleistungen für ein effektives Management und eine effiziente, nachhaltige Nutzung des Funkfrequenzspektrums weiter auszubauen. Zudem ist das unternehmerische Handeln der LS telcom auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Die bedeutsamsten Ziele sind die mittel- und langfristige Steigerung des Umsatzes sowie des EBIT. Um die definierten Ziele zu erreichen, verfolgt der Konzern folgende Strategie: Kundenzufriedenheit Kundenzufriedenheit ist oberste Prämisse. Nur zufriedene Kunden werden uns weiterempfehlen, langfristig mit uns zusammenarbeiten und weitere Verträge über beispielsweise Wartung und neue Produkte abschließen. Unsere Mitarbeitenden werden immer wieder erneut dazu motiviert, den Kunden umfänglich zufrieden zu stellen. Schlüssel dazu ist ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Die entsprechenden Unternehmensziele der LS telcom AG sind deshalb auch im Qualitätshandbuch festgelegt und im Rahmen der Qualitätssicherungsprozesse gemäß ISO 9001:2015 implementiert:  Unsere Produkte und Dienstleistungen sollen dem Kunden durch einfache und einzigartige Lösungen den größtmöglichen Nutzen bieten.  Wir wollen mit unseren Produkten und Projekten Gewinn erzielen, der es uns ermöglicht, Wachstum zu gewährleisten und jederzeit flexibel und selbstbestimmend agieren zu können.  Anspruchsvolle Qualitätsvorgaben: Eine angemessene Überwachung aller qualitätsbeeinflussenden Faktoren sowie laufende Optimierung der Geschäftsprozesse sollen auch zukünftig das hohe Niveau unserer Dienstleistungen und Produkte gewährleisten. Im Geschäftsjahr 2022/2023 hat sich die LS telcom AG intensiv auf die Zertifizierung nach ISO 27001 vorbereitet und wurde kurz nach Ende des Geschäftsjahrs im Herbst 2023 erfolgreich zertifiziert. Die ISO 27001 ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheitsmanagement. Durch die Implementierung dieses Standards sollen Risiken wie Datenverlust, unbefugter Zugriff, Betriebsunterbrechungen durch Cyberangriffe und andere Sicherheitsvorfälle minimiert werden. Daneben ist diese Zertifizierung bzw. eine Arbeitsweise analog diesem Standard zunehmend bei Ausschreibungen gefordert. 9 Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden Nur zufriedene Mitarbeitende werden unsere Kunden zufrieden stellen können. Zufriedenheit an dieser Stelle ist der erste Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. Wir sind unseren Mitarbeitenden eng verpflichtet. Deshalb sorgen wir für einen umfassenden Arbeitsschutz, beispielhaft mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, einem regelmäßig tagenden Arbeitssicherheitsausschuss sowie regelmäßigen Sicherheitsbelehrungen für die Mitarbeitenden. Wir haben deshalb bereits frühzeitig eine umfassende Covid-19 Strategie implementiert, um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Die Option für flexibles Home Office wird aktuell mit dem Betriebsrat verhandelt und soll die noch in Betrieb befindliche Notfallregelung aus der Pandemiezeit nun zügig ersetzen. Neben Arbeitsschutz und Corona-Maßnahmen fördern wir an den deutschen Standorten unternehmenseigene Sportgruppen, bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit eines „Job-Rad-Leasings“ an, veranstalten regelmäßig Gesundheitstage und führen Team-Events durch, um die Teamarbeit zu stärken. Darüber hinaus werden den Mitarbeitenden Weiterbildungsmöglichkeiten geboten. Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit Der Umgang mit Ressourcen ist von zentraler Bedeutung. Wir sehen es als unsere Verpflichtung der Umwelt gegenüber; ebenso erwarten Kunden wie Anleger heute eine nachhaltige Strategie und ressourcenschonendes Engagement. Sowohl beim Einsatz von Materialien als auch Rohstoffen und Energie achten wir deshalb seit langem auf diese Werte. Die LS telcom wurde 2021 von der TÜV SÜD Management Service GmbH für die Einführung und Anwendung eines Umweltmanagementsystems nach der international anerkannten Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Kern des Umweltmanagementsystems ist die Betrachtung der sogenannten Umweltaspekte, d. h. in welcher Form wirkt die Geschäftstätigkeit der LS telcom auf die Umwelt ein. Dies sind im Wesentlichen der Verbrauch elektrischer Energie (IT-Infrastruktur, Klimatisierung), Raumheizung und Reisetätigkeiten im Rahmen von Vertriebsaktivitäten und zur Projektabwicklung. Steigerung der Profitabilität Ein weiteres wichtiges Ziel des Unternehmens ist es, die Profitabilität des Konzerns nachhaltig zu steigern. Als wichtigste Steuerungsgröße für die Profitabilität verwendet LS telcom, wie bereits zu Beginn des Abschnitts erläutert, das EBIT auf Konzernebene. Zu diesem Zweck werden einige unserer Kernprodukte – insbesondere unsere SPECTRA-Softwarelösung – verjüngt und konfigurationsfähiger gestaltet. Das neue Software-System wird unter der Bezeichnung mySPECTRA vermarktet. Mit mySPECTRA erwarten wir über die Zeit eine Verschiebung der Pro-jektanforderungen weg von angepassten Lösungen hin zu Standardprodukten. mySPECTRA ist eine vollständig überarbeitete Lösung – einsatzfähig in der Cloud, on-premise oder hybrid. Kunden können Spezifikationen automatisch durchführen, ohne zusätzlichen Anpassungsaufwand. Zudem lässt sich mySPECTRA mit gängigen Datenbank-Lösungen verwenden. Inzwischen ist das Projekt großteils umgesetzt. Das vergangene Geschäftsjahr war entsprechend auch noch erheblich mit dem diesbezüglichen Kostenblock belastet. Das trifft in reduziertem Umfang auch auf das neue Geschäftsjahr zu. Kurzfristig bedeutet das also einen erheblichen Mehraufwand und damit eine Belastung des EBIT und sehr stark des Betriebsergebnisses in der LS telcom AG, insbesondere durch den immer noch erhöhten Einsatz von Service Providern und eigenen Programmierern, da die Produkte durch die Umstellung auf eine Microservice-Architektur komplett überarbeitet werden müssen. Ab dem Geschäftsjahr 2024/2025 sollten diese Mehrbelastungen wegfallen. Zudem ist es das Ziel, dass sich durch die Verschiebung der Projekte hin zu Standardprodukten positive Effekte auf die Profitabilität ergeben, da LS telcom mit ihrer neuen Produktwelt anstrebt, den projektbezogenen Programmieraufwand deutlich zugunsten von Low-Code zu reduzieren. Treiber dieser Entwicklung sind nach Einschätzung des Managements insbesondere die Notwendigkeit zur Digitalisierung, die auf Kundenseite einen Upgrade-Zyklus initiieren sollte. Um die Kostenstruktur zu verbessern, wurden in den letzten Jahren Tochtergesellschaften in Indien und dem Libanon gegründet. Wesentlicher Schwerpunkt ist dabei jeweils die Softwareentwicklung. An beiden Orten haben wir Zugang zu gut ausgebildeten, kompetenten Fachkräften, die in Deutschland schwerer zu rekrutieren sind. Vorteile zeigen sich bereits bei der Verfügbarkeit qualifizierter Kräfte und dem erweiterten Projektdurchsatz. Durch die unterschiedliche geopolitische Situation an beiden Stellen haben wir zudem ein Element der Risikodiversifizierung. Lagebericht 10 Konzentration auf Kernkompetenzen und Wachstum mit neuen Kundengruppen sowie Zielmärkten Die Entwicklungen in der Vergangenheit zielten insbesondere auf die Festigung und den Ausbau unserer Marktposition in unseren originären Kernmärkten (Frequenzmanagement, Rundfunk, Telekommunikation) ab. Darüber hinaus hat sich die LS telcom Firmengruppe in den letzten Jahren auf der Basis der bestehenden Produkte und Kompetenzen aber auch in verwandte, neue Märkte bewegt und ihr Dienstleistungs- und Produktangebot auf integrierte Systeme auch im hardwarenahen Bereich ausgedehnt. Diese Entwicklung soll künftig mit Augenmaß fortgesetzt werden und der Gesellschaft aus ihren traditionellen Zielmärkten zu weiterem Wachstum verhelfen, möglichst unter effektiver Nutzung von bereits für den Kernmarkt getätigten Investitionen. Verwandte Märkte in diesem Sinne umfassen neue Kundengruppen mit vergleichbarem Bedarfsprofil (z. B. vertikale Märkte, nichtzivile Nutzer von Funkfrequenzen im militärischen Bereich) oder aber die bereits adressierten bestehenden Kunden mit neuen Produkten, welche bestehende Systemlösungen sinnvoll ergänzen (z. B. Funküberwachungssysteme für die Durchsetzung der Lizenzbedingungen und Störungsbeseitigung). Erklärtes Ziel der Unternehmensgruppe ist es, insbesondere die Kundenbasis in Vertikalmärkten (Verteidigung, öffentliche Sicherheit, Transport, Industrie, Versorgungsunternehmen) zu erweitern. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zunehmend zentrale Rolle und rückt nun im Rahmen der Digitalisierung, steigender Sicherheitsanforderungen, der Verbreitung des 5G-Mobilfunkstandards, Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender, hochsicherer Maschine-zu-Maschine-Kommunikation immer stärker in den Fokus. Mit weitgehend replizierbaren Lösungen bestehend aus der Kombination bereits entwickelter Produkte und Services sprechen wir eine Vielzahl von Kunden einer Branche an und wollen mit diesem Schritt eine deutliche Verbreiterung des Kundestamms erreichen. Hoher Anteil wiederkehrender Erlöse Neben Lizenz- und Projekterlösen erzielt die LS telcom Gruppe mit ihren Kunden wiederkehrende War-tungsumsätze. Nach Abschluss eines Softwareprojekts schließen die Kunden in der Regel Wartungsverträge mit der LS telcom ab, um Updates, neue Konfigurationen sowie weitere Services zu erhalten. LS telcom ist bestrebt, mit den Wartungsverträgen und über ein hohes Maß an exzellenten Services Kunden langfristig an den Konzern zu binden. LS telcom hat Kunden im Bestand, die bereits seit mehr als zwanzig Jahren betreut werden. Wartungsverträge erhöhen die Qualität des Umsatzes der Unternehmensgruppe, da sie wiederkehrenden Charakter haben. In der Berichtsperiode lag der Anteil der Wartungsumsätze im Segment Software bei mehr als 50 % des Segmentumsatzes, obwohl der Rückgang aus dem russischen Markt belastend wirkte. LS telcom ist bestrebt, den Anteil der Wartungserlöse weiter zu steigern und ihren Anteil an den Gesamterlösen im Segment Softwarelösungen konsequent auszubauen. Technologie- und Marktführerschaft Ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung wird weiterhin der wesentliche Motor des Erfolges bleiben. In Zeiten der digitalen Transformation mit einer sich permanent wandelnden Kommunikationsbranche ändern sich stetig die Anforderungen an die eingesetzten technologischen Lösungen. LS telcom sieht sich als Technologie- und Marktführer bei Softwaresystemen. Um diese Position aufrechterhalten und ausbauen zu können, investiert LS telcom jährlich einen hohen Anteil ihrer Wertschöpfung und ihres Umsatzes in die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Sowohl in der abgelaufenen Berichtsperiode als auch in den Geschäftsjahren 2020/2021 und 2021/2022 haben die Investitionen durch die Entwicklung der mySPECTRA Plattform einen massiven Schub erhalten. Die Gesellschaft geht davon aus, zukünftig weiter in einem adäquaten Umfang in Produkte und Technologien zu investieren. In diesem Zusammenhang wird kontinuierlich untersucht, inwieweit sich das bestehende Produktportfolio sinnvoll durch neue Produkte erweitern lässt, um so die Attraktivität des Gesamtangebots von LS telcom zu steigern. Generelles Ziel war und bleibt die Ausweitung der technologisch sehr anspruchsvollen Kundenbasis in sämtlichen Kundensegmenten und Märkten. 2. Steuerung des Unternehmens Das Steuerungssystem der LS telcom hat sich in der Berichtsperiode im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht verändert. Die folgenden Kennzahlen stellen die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar: 11  Umsatzerlöse: Die Umsatzentwicklung dient als Maß für das Wachstumspotenzial des Konzerns. Die kurzfristige Umsatzentwicklung ist stark vom zeitlichen Verlauf von Großprojekten abhängig.  EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern): Diese Kennzahl misst die Qualität der Umsatzentwicklung und zeigt, wie effizient das operative Geschäft gesteuert wird. Diese bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren werden sowohl für das Mutterunternehmen als auch den LS telcom Konzern geplant, ermittelt und überwacht. Diese Leistungsgrößen sind die wesentlichen Treiber für die Umsatzentwicklung. Verhandlungen mit den Kunden können sich teilweise über eine längere Zeit hinziehen, die von vielen Faktoren, wie z. B. politischen Entwicklungen oder strategischen Planungen der Kunden, beeinflusst werden. Auch Änderungen in den Projekt-Implementierungsplänen können zu starken Schwankungen im Auftragsbestand führen. Aus dem Auftragsbestand wird zu einem wesentlichen Teil der Planumsatz des Folgejahres bei plangemäßem Verlauf der Projekte abgeleitet. II. WIRTSCHAFTSBERICHT A. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG 1. Lage der Weltwirtschaft In seiner Veröffentlichung im Oktober 2023 – „World Economic Outlook“ prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2023 ein Wachstum der globalen Wirtschaft von 3,0 % nachdem das Wachstum des globalen Outputs im Jahr 2022 bei 3,5 % lag1. Damit liegen die Erwartungen an das globale Wachstum unter dem historischen Pfad. In der Zeitspanne 2000 bis 2019 ist der globale Output durchschnittlich um 3,8 % pro Jahr gewachsen2. Aus Sicht des IMF hat die globale Wirtschaft weiterhin mit drei mächtigen strukturellen Treibern zu kämpfen: Die langfristigen Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine sowie die steigende „geoökonomische“ Fragmentierung3. Hinzu kommt die restriktive Politik der Notenbanken, um die Inflation in den Griff zu bekommen, nachlassende Subventionen der öffentlichen Haushalte und extreme Wetterbedingungen4. Für die entwickelten Volkswirtschaften wird 2023 ein Wachstum von 1,5 % erwartet, nachdem die Gruppe 2022 noch ein Wachstum von 2,6 % verzeichnete. Dabei ist das Wachstums-Momentum in den USA stärker als erwartet und in Europa bleibt das Wachstum hinter den Erwartungen zurück5. In den aufstrebenden Volkswirtschaften wird im Jahr 2023 ein Wachstum von 4,0 % erwartet, nach dem die Ländergruppe im Jahr 2022 ein Wachstum von 4,1 % erzielte. Insbesondere China belastet das Wachstum infolge der in China um sich greifenden der Immobilienkrise6. Der IMF prognostiziert, dass die globale Inflation sich in 2023 rückläufig entwickeln wird und erwartet eine globale Inflationsrate von 6,9 % nach 8,7 % im Jahr 20227. 2. Europa In Ihrem Gutachten vom September 2023 kommt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu dem Ergebnis, dass sich die konjunkturellen Aussichten im Euroraum zuletzt wieder eingetrübt haben. Nach dem Institut haben insbesondere die Energiekrise des Jahres 2022 und die rasche geldpolitische Straffung die konjunkturelle Erholung nach der Pandemie ins Stocken gebracht. Zuletzt war die konjunkturelle Dynamik im Euroraum schwach, in einigen Ländern ging die Produktion sogar zurück. So schrumpfte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal in Italien, den Niederlanden, Österreich und einigen kleineren Ländern8. Das IfW rechnet in 2023 mit einem Rückgang des BIP-Wachstums im Euroraum auf 0,6 %, nachdem in 2022 noch ein Wachstum von 3,4 % erzielt wurde9. Lagebericht 12 Die teilnehmenden Institute erwarten eine weiter rückläufige Verbaucherpreisinflation. Im Jahr 2023 wird im Euroraum noch mit einem Wert von 5,6 % gerechnet. Im Jahr 2024 wird von einem Wert in Höhe von 2,6 % und im Jahr 2025 von einem Wert in Höhe von 2,0 % ausgegangen10. 3. Deutschland In Ihrer Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2023 befindet sich aus Sicht der teilnehmenden Institute Deutschland seit über einem Jahr im Abschwung und bleibt damit deutlich hinter dem Potenzialwachstum zurück11. Die Wirtschaftsleistung liegt aus Sicht der Institute wieder auf Niveau von vor der Pandemie, jedoch ist die Arbeitsproduktivität gesunken12. Insgesamt hat der Angebotsschock durch den russischen Überfall auf die Ukraine die Kosten der energieintensiven Branchen massiv steigen lassen, Teile der Produktion sind dort weggebrochen13. Gemäß den Berechnungen der Institute lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 1,8 % im Jahr 2022. Für 2023 rechnen die Institute mit einem Rückgang des BIP um 0,6 %14. Die konjunkturelle Schwäche ist auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Im August 2023 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenrate bei 5,7 %15. Der Außenhandel befindet sich bereits seit Mitte 2022 in einer Schwächephase. Die konjunkturelle Flaute in wichtigen Absatzmärkten wie dem Euroraum und China, von denen vor allem weniger Konsum- und Vorleistungsgüter nachgefragt werden, bremst die Exporte. Darüber hinaus belasten auch die hohen Energiekosten, insbesondere in der Chemischen Industrie, die deutschen Exportunternehmen16. Die Institute rechnen mit einer Entspannung an der Preisfront. Nachdem die Inflationsrate im Jahresverlauf 2022 Spitzenwerte von acht Prozent erreichte, erwarten die Institute eine Rate von 6,1 % im Jahr 202317. B. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN 1. Auftrags- und Absatzentwicklung Nachdem die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre 2020/2021 und 2021/2022 von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark geprägt waren, hatte die Pandemie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 deutlich geringere Effekte auf die Geschäftsaktivitäten der LS telcom Gruppe. Jedoch waren die negativen Auswirkungen des Ukrainekrieges weiterhin spürbar. Eintrübung der globalen Konjunktur, geopolitische Spannungen und steigende Ausgaben der Staaten für die Stützung ihrer Wirtschaft und Bürger aufgrund der stark gestiegenen Energiekosten prägten die Auftragslage und Projektvolumina. Unter diesen Rahmenbedingungen verzeichnete die LS telcom Gruppe in der Berichtsperiode einen deutlichen Rückgang des Auftragseinganges gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang ging von EUR 43,30 Mio. im Geschäftsjahr 2021/2022 auf EUR 29,80 Mio. im Geschäftsjahr 2022/2023 zurück. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Berichts sind jedoch mehrere Großprojekte noch in der Entscheidungsphase. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuprojekt-Vertragswerten mit Kunden, Abrufen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen. 13 In der Berichtsperiode ist es LS telcom gelungen, einen Auftrag in Mexico im Bereich Drohnen für den Einsatz zur Überwachung von kritischer Infrastruktur (Flughäfen) zu gewinnen. In Großbritannien konnte ein Projekt zur Umstellung auf mySPECTRA verlängert werden. In Sambia hat LS telcom ein Neuprojekt in Höhe von EUR 4,7 Mio. unterzeichnen können. Für den Auftragsbestand ergab sich zum Stichtag 30.09.2023 ein Wert von EUR 36,05 Mio. (i. V. 46,27 Mio.). Mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in vielen Zielmärkten hat die Reisetätigkeit im Jahresverlauf 2023 zugenommen, so dass Kunden wieder verstärkt vor Ort besucht und in persönlichen Kontakt getreten werden konnte. Die inzwischen zur Routine gewordenen webbasierten Events sowie eine umfassende Nutzung der digitalen Online-Medien als Marketing- und Vertriebskanal spielten in der Berichtsperiode weiterhin eine wichtige Rolle, um den Kontakt zu unseren Kunden aufrecht zu erhalten und auszubauen und damit die Grundlagen für den Absatz unserer Produkte und Dienstleistungen legen zu können. Die Gesellschaft geht davon aus, dass Online-Formate in Zukunft erhalten bleiben. Sie erlauben schnellere Reaktionszeiten und haben eine ungleich höhere Reichweite als andere Marketingformen. Zusätzlich sind sie effizient, umweltfreundlicher und nachhaltiger. Trotzdem wird die Gesellschaft weiterhin einen hohen Wert auf persönliche Kontakte legen und sich vor Ort mit Kunden und Geschäftspartnern persönlich treffen. Insgesamt kann die LS telcom in ihren Kernmärkten auf viele etablierte persönliche Kontakte und eine lange Kundenbindung zurückgreifen. Aus diesem Grund hat sowohl die „USERgroup“ sowie die hauseigene Experten-Konferenz „Spectrum Summit“ 2023 erstmals seit dem Beginn der Corona-Pandemie wieder vor Ort in Lichtenau stattgefunden. 2. Umsatz- und EBIT-Entwicklung Übersicht Der LS telcom Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022/2023 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 41,71 Mio. Der Umsatz lag innerhalb des am 08.08.2023 revidierten Prognosekorridors von EUR 41,0 – 43,5 Mio. Ursprünglich erwartete der Vorstand einen Umsatz in der Spanne von EUR 43,0– 47,5 Mio. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht der erzielte Umsatz von EUR 41,71 Mio. einem Rückgang von 12 % (i. V. EUR 47,27 Mio.). Bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung ist zu beachten, dass im Geschäftsjahr 2021/2022 ein Kundenprojekt durchgeführt wurde, das einen außergewöhnlich hohen Umsatzanteil mit Hardware und Hardwaresystemen hatte. Die Gesamtleistung ging um 11 % auf EUR 48,61 Mio. (Geschäftsjahr 2021/2022: EUR 54,37 Mio.). zurück. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit EUR 1,03 Mio. am oberen Ende des revidierten Prognosekorridors von EUR 0,6 – EUR 1,1 Mio. EUR. (ursprünglicher Prognosekorridor: EUR 2,1 – 2,6 Mio.). Im Geschäftsjahr 2021/2022. erzielte LS telcom ein EBIT von EUR 3,09 Mio. Das EBIT in der Berichtsperiode 2022/2023 war von mehreren Faktoren beeinflusst: Negative, zum großen Teil nicht cashwirksame und damit auch nicht hedgingfähige Währungseffekte von fast TEUR 700, anhaltend hohe Entwicklungsaufwendungen für mySPECTRA sowie inflationsbedingte Lohn- und Gehaltssteigerungen. Das Konzern-Jahresergebnis (nach Minderheitenanteilen) verzeichnete ebenfalls einen Rückgang auf TEUR 213 gegenüber EUR 1,98 Mio. im Vorjahr. Umsatz Wesentlicher Treiber für den Rückgang des Konzernumsatzes um 12 % war das Segment Hardwarenahe Systeme. Wie bereits erläutert wickelte LS telcom im Geschäftsjahr 2021/2022 ein Projekt mit einem außergewöhnlich hohen Hardware-Anteil ab, was zu einer deutlichen Steigerung des Hardware-Umsatzes führte. Bei den im Geschäftsjahr 2022/2023 durchgeführten Projekten lag der jeweilige Hardware-Anteil wieder auf einem normalisierten Niveau. Auf Grund dieser Effekte ging der Umsatz im Segment Hardwarenahe Systeme um 54 % auf EUR 6,58 Mio. (i. V. EUR 14,17 Mio.) zurück. Die Gesellschaft weist darauf hin, dass Umsätze mit Hardware projektbedingt hohen Schwankungen in den Berichtsperioden unterliegen können. Im strategischen Kernsegment Softwaresysteme konnte LS telcom den Segmentumsatz um 12 % auf EUR 28,20 Mio. (i. V. EUR 25,10 Mio.) steigern. Der Umsatzanteil der Softwaresysteme am Konzernumsatz lag bei 68 % und damit deutlich über dem Wert des Vorjahres (53 %). Im Geschäftsjahr 2022/2023 trugen sowohl Projektrealisierungen mit Neukunden als auch Softwareprojekte mit Bestandskunden bei. Lagebericht 14 In der Berichtsperiode erzielte LS telcom mit 11 Kunden rund 50 % der Umsatzerlöse, während die andere Hälfte sich auf 653 Kunden verteilt hat. Die Vergleichswerte im Vorjahreszeitraum lagen bei 8 Kunden mit einem Umsatzbeitrag von rund 50 %, mit 640 Kunden wurde die andere Hälfte des Konzernumsatzes erzielt. Aktivierte Eigenleistungen Um sich den technologischen Trends zu stellen und auch in Zukunft marktgerechte Produkte anbieten zu können, hat der Konzern wie bereits im Geschäftsjahr 2021/2022 intensiv in die Entwicklung neuer Produkte, insbesondere in die bereits erwähnte rein webbasierte Spektrum-Management-Systemlösung mySPECTRA sowie in Anwendungen der künstlichen Intelligenz investiert und entsprechende Entwicklungsleistungen aktiviert. Die aktivierten Eigenleistungen lagen mit EUR 5,55 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (i. V. EUR 4,70 Mio.). EBIT Der Rückgang des EBIT von EUR 3,09 Mio. im Geschäftsjahr 2021/2022 auf EUR 1,03 Mio. in der Berichtsperiode 2022/2023 ist auf inflationsbedingte Kostensteigerungen, erhöhte Projektkosten durch den Einsatz von externen Kräften sowie auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Der Personalaufwand stieg um 7 % auf EUR 23,37 Mio. (i. V. EUR 21,86 Mio.). Wie bereits im Vorjahr konnte LS telcom das Projektvolumen sowie die Entwicklungsaktivitäten nicht vollumfänglich mit eigenem Personal abwickeln. Entsprechend lag der Aufwand für bezogene Leistungen mit EUR 8,46 Mio. nahezu auf dem Level Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von EUR 8,62 Mio. Im Konzern-EBIT inkludiert sind negative Währungseffekte, insbesondere getrieben durch die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. In der Berichtsperiode lag der negative Währungseffekt netto bei TEUR 694 (2021/2022 positiver Währungseffekt in Höhe von: EUR 1,51 Mio.) Der Umsatz gliedert sich nach den drei Berichtssegmenten „Softwaresysteme“, „Hardwarenahe Systeme“ und „Dienstleistungen“ wie folgt auf: in TEUR Umsatz GJ 2022 / 2023 Umsatz GJ 2021 / 2022 Veränderung EBIT GJ 2022 / 2023 EBIT GJ 2021 / 2022 Softwaresysteme 28.201 25.097 12% 491 1.508 Hardwarenahe Systeme 6.580 14.170 -54% 160 523 Dienstleistungen 6.927 8.004 -13% 379 1.057 Insgesamt 41.708 47.271 -12% 1.030 3.088 Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert: Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte. Das Segment „Hardwarenahe Systeme“ beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme“ fließen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise die Installation und Inbetriebnahme ganzer Senderstationen. 15 Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Trainings-, Planungs-, Ingenieurs- und Beratungsdienstleistungen erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden wer-den hier unter anderem Nutzer von Funkfrequenzspektrum aus den vertikalen Märkten, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Der Geschäftsverlauf wurde, wie in der Vergangenheit stark vom Bestandskundengeschäft bestimmt. Mit Neukunden, das heißt mit Kunden, mit denen im Geschäftsjahr erstmalig Projekte durchgeführt wurden, ließen sich im Geschäftsjahr 2022/2023 ca. 13 % (i. V. 7 %) der Umsatzerlöse erwirtschaften. EBIT-Entwicklung 2018/2019 – 2022/2023 in Mio. EUR Umsatz-Entwicklung 2018/2019 – 2022/2023 in Mio. EUR Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse lag im Berichtszeitraum bei ca. 90 % (i. V. 89 %) und unterstreicht damit erneut die Bedeutung der Auslandsmärkte für die Entwicklung der LS telcom Gruppe. Im Inland konnten 10 % der Konzernerlöse (i. V. 11 %) erwirtschaftet werden. Der Umsatz im restlichen Europa lag bei 23 % der Konzernerlöse. Die restlichen Regionen erwirtschafteten 67 % des Konzernumsatzes (dabei Afrika mit 15 %, Nord- und Südamerika mit 20 %, Asien/Pazifik mit 23 % und der Mittlere Osten mit 9 %). Lagebericht 16 Umsatzverteilung nach Regionen in % 3. Entwicklung der Segmente Softwaresysteme Der Umsatz des strategischen Kernsegments der LS telcom Gruppe „Softwaresysteme“ stieg in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf EUR 28,20 Mio. (i. V. EUR 25,10 Mio.). Der Umsatzanteil des Segments am Konzernumsatz erhöhte sich von 53 % im Vorjahr auf 68 % in der Berichtsperiode 2022/2023. Damit ist LS telcom gelungen, in einem herausfordernden Umfeld in ihrem Kernsegment erfreulich deutlich zu wachsen. Das Segment weist aufgrund anhaltender hoher Investitionen in die Weiterentwicklung der strategischen Projekte mySPECTRA hohe Aufwendungen für Fremddienstleistern aus. Das EBIT reduzierte sich von EUR 1,51 Mio. im Geschäftsjahr 2021/2022 auf TEUR 491 im Geschäftsjahr 2022/2023. Hardwarenahe Systeme Unter dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ werden innerhalb der LS telcom Firmengruppe unterschiedliche Produkte entwickelt und vermarktet. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem Geschäft mit Spektrum-Management-Softwaresystemen, Planungstools und Planungsdienstleistungen adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem früheren rein „immateriellen“ Produktportfolio der LS telcom darstellen. Bei der LS telcom AG werden neue Verfahren und Systeme zur kleinzelligen Überwachung der Spektrum-Nutzung entwickelt. Dazu gehören stationäre Langzeit-Messverfahren mit intelligenter Datenreduktion von Terabytes an Messdaten (Big Data Lösungen) ebenso wie neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Mehrflüglern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen. LS telcom hat damit begonnen, diese Lösungen mit selbst entwickelten Komponenten der künstlichen Intelligenz zu bestücken, um so Genauigkeit, Geschwindigkeit und Vielfalt der Messmöglichkeiten weiter zu steigern. Der Umsatz des Segments Hardwarenahe Systeme ging gegenüber dem Vorjahr um 54 % auf EUR 6,58 Mio. (i. V. EUR 14,17 Mio.) zurück. Entsprechend verringerte sich Umsatzanteil am Konzernumsatz von 30 % im Vorjahr auf 16 % im Geschäftsjahr 2022/2023. Der Hardware-Anteil bei Projekten hängt stark von den entsprechenden Kundenbedürfnissen ab und unterliegt hohen Schwankungen in den einzelnen Geschäftsjahren. So wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 ein Projekt mit einem sehr hohen Hardware-Anteil abgewickelt. Im Geschäftsjahr 2022/2023 lag dagegen der Hardware-Anteil der Projekte wieder auf einem normalisiertem Niveau. Das EBIT reduzierte sich von TEUR 523 im Geschäftsjahr 2021/2022 auf TEUR 160 im Geschäftsjahr 2022/2023. Dienstleistungen Der Umsatz des Berichtssegments „Dienstleistungen“ verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf EUR 6,93 Mio. (i. V. EUR 8,00 Mio.). Der Umsatzanteil des Segments am Konzernumsatz lag wie im Vorjahr bei 17 %. Das EBIT reduzierte sich aufgrund des verringerten absoluten Umsatzes von EUR 1,06 Mio. im Geschäftsjahr 2021/2022 auf TEUR 379 im Geschäftsjahr 2022/2023. 17 4. Personal Im Verlauf dieses Geschäftsjahres erhöhte sich der Personalbestand im Konzern auf durchschnittlich 279 (i. V. 268) Mitarbeitende (als Vollzeitäquivalent gerechnet). Zum Stichtag 30. September 2023 waren im Konzern insgesamt 286 (i. V. 275) Mitarbeitende (Vollzeitäquivalent) beschäftigt. 5. Forschung und Entwicklung Neben den Investitionen für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte und Hardwareprodukte wurden von LS telcom Aufwendungen in Höhe von EUR 3,7 Mio. (i. V. EUR 3,5 Mio.) als Aufwand für Forschung und allgemeine Entwicklung erfasst. Dieser Wert schließt alle Aufwände für die internen entwicklungsbezogenen Projekte mit ein, die nicht als aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen und damit sofort ergebniswirksam sind. In der Berichtsperiode 2022/2023 lag ein wesentlicher Schwerpunkt weiterhin auf der Komplettierung der mySPECTRA-Plattform, was bereits eine der Kernlösungen der LS telcom Gruppe darstellt. Weitere Schwerpunkte lagen in der Weiterentwicklung der Spektrum-Monitoring-Software, Software Observer CMS und, wie bereits im vorangegangen Geschäftsjahr, auf der drohnengestützten Messplattform zur Vermessung der Instrumentenlandesysteme auf Flughäfen sowie der bereits adressierten Entwicklung von Komponenten der künstlichen Intelligenz. Investition in Innovation Der Konzern hat damit in der Summe (nicht-aktivierbare Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und Investitionen in aktivierbare Eigenleistungen aufaddiert) insgesamt einen Betrag von EUR 9,3 Mio. (i. V. EUR 8,2 Mio.) unabhängig von Kundenprojekten in Innovationen investiert. Die Abschreibungen auf die aktivierten Entwicklungsprojekte lagen bei EUR 3,8 Mio. (i. V. EUR 4,2 Mio.), welche nur planmäßige Abschreibungen enthalten. Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert wurden in diesem Geschäftsjahr keine (i. V. TEUR 438) vorgenommen. 6. Die LS telcom AG an der Börse Während des Geschäftsjahres 2022/2023 war die LS telcom-Aktie unverändert im Handelssegment „General Standard“ des geregelten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Ausgehend von einem Kurs von EUR 4,68 schloss der Handel zum Geschäftsjahresende am 30. September 2023 bei einem Wert von EUR 3,92. Im April und Mai 2023 hatte die Aktie mit EUR 6,10 ihre höchste Bewertung. Der Kurs der Aktie sank im Verlauf des zweiten Geschäftshalbjahres und erreichte im September 2023 ein Minimum von EUR 3,80. Die Marktkapitalisierung lag zum 30. September 2023 bei EUR 22.802.640, nachdem sie sich zum Geschäftsjahresbeginn auf EUR 27.223.560 belief. Dies entspricht einem Kursverlust von ‑16,24 %. Pro Börsentag wurden während des Geschäftsjahres täglich durchschnittlich 2.020 LS telcom-Aktien (i. V. 2.818) im Gegenwert von EUR 10.463 (i. V. EUR 16.217) an den deutschen Börsen gehandelt, was einer Abnahme des Handelsvolumens um ‑28,30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elektronische Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse. C. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES LS TELCOM KONZERNS 1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung Der Konzernumsatz ging um 12 % auf EUR 41,71 Mio. (i. V. EUR 47,27 Mio.) zurück und lag damit innerhalb des im August 2023 veröffentlichten und revidierten Prognosekorridors. Nähere Ausführungen hierzu wurden bereits in Kapitel B 2. „Umsatz- und EBIT-Entwicklung“ gemacht. Wie bereits im Abschnitt B 3. ausgeführt, ist der Umsatzrückgang durch die Volatilität des Segments Hardwarenahe Systeme begründet. Der Anteil der hardwarenahen Systeme an einzelnen Projekten hängt von den individuellen Kundenbedürfnissen ab. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde ein großes Kundenprojekt durchgeführt, welches einen außerordentlich hohen Hardware-Anteil hatte. Im Geschäftsjahr 2022/2023 lag der Hardware-Anteil bei den Projekten wieder auf einem normalisierten Niveau. Entsprechend ging der Umsatz im Segment Hardwarenahe Systeme um 54 % zurück. Lagebericht 18 Die Entwicklungen in den einzelnen Segmenten wurden bereits im Abschnitt B 3. ausführlich erläutert. Die Gesamtleistung der LS telcom Gruppe reduzierte sich in der Berichtsperiode von EUR 54,37 Mio. im Vorjahreszeitraum auf EUR 48,61 Mio. in der Berichtsperiode 2022/2023. Die Gesamtleistung berechnet sich aus den Umsatzerlösen zuzüglich der betrieblichen Erträge (EUR 1,47 Mio.; i. V. EUR 2,88 Mio.), den aktivierten Eigenleistungen (EUR 5,55 Mio.; i. V. EUR 4,71 Mio.) sowie den Bestandsveränderungen (TEUR ‑122; i. V. TEUR ‑483). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind negative Währungseffekte in Höhe von TEUR 694 (Vorjahr positive Währungseffekte: EUR 1,51 Mio.) enthalten. Zudem enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Anteil in Höhe von TEUR 341 (i. V. TEUR 0) aus Verbrauch von Drohverlusten und Nachlaufkosten. Daneben ergaben sich Beiträge von TEUR 40 zu den sonstigen betrieblichen Erträgen durch Zuwendungen, die aus Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg („Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“) resultieren. Der Materialaufwand verringerte sich um 36 % auf EUR 11,23 Mio. (i. V. EUR 17,45 Mio.). Wesentlicher Treiber für den Rückgang war der deutlich gesunkene Umsatz mit Hardware und Hardwarenahen Systemen beziehungsweise eine normalisierte Nachfrage nach Hardware von Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analog dazu gingen die dazu korrespondierenden Aufwendungen für bezogene Waren zurück. Die Aufwendungen für bezogene Waren reduzierten sich dadurch deutlich von EUR 8,83 Mio. auf EUR 2,77 Mio., was einem Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode von 69 % entspricht. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen blieben im Geschäftsjahr 2022/2023 mit EUR 8,46 Mio. weiterhin auf einem hohen Niveau (i. V. EUR 8,62 Mio.). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten im Wesentlichen die Aufwendungen für Fremdberater, die LS telcom für die Durchführung der Projekte sowie in der Entwicklung von neuen Systemen einsetzt. Der Personalaufwand stieg um 7 % auf EUR 23,37 Mio. (i. V. EUR 21,86 Mio.). Ursachen hierfür sind gestiegene Löhne und Gehälter, Inflationsausgleichsprämien sowie ein Anstieg der Mitarbeiterzahl um 11 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt. Der Abschreibungsaufwand lag in der Berichtsperiode bei EUR 5,12 Mio. und damit um 9 % unter dem Wert des Vorjahres (EUR 5,63 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 24 % auf EUR 7,86 Mio. (i. V. EUR 6,34 Mio.). Wesentliche Unterschiede gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergaben sich durch den Anstieg der Währungsverluste (TEUR 391) sowie die gestiegenen Vertriebskosten (TEUR 785). Das Betriebsergebnis (EBIT) des LS telcom Konzerns lag damit für das Geschäftsjahr bei EUR 1,03 Mio. (i. V. EUR 3,09 Mio.). Das Finanzergebnis betrug TEUR ‑328 (i. V. TEUR ‑417). In der Berichtsperiode ergab sich ein negativer Beitrag der „at equity“-Methode bilanzierten Minderheitenbeteiligungen von TEUR ‑65 (i. V. TEUR ‑165). Der Zinsaufwand stieg um TEUR 5 auf TEUR 286 (i. V. TEUR 281). Der Zinsertrag sank auf TEUR 23 (i. V. TEUR 29). Unter dem Strich ergab sich damit ein Konzern-Jahresergebnis von TEUR ‑135 (i. V. EUR 1,83 Mio.) nach Zurechnung der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter (TEUR 78). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich bei einem Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG von TEUR ‑213 (i. V. EUR 1,98 Mio.) damit auf EUR ‑0,04 (i. V. EUR 0,34). 2. Vermögenslage und Investitionen Die Konzern-Bilanz zum 30. September 2023 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 41,20 Mio. (30.09.2022: EUR 41,91 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 17,98 Mio. (30.09.2022: EUR 18,34 Mio.) aus. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 43,6 % (i. V. 43,8 %). Langfristige Vermögenswerte Die langfristigen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem letzten Konzern-Abschluss zum 30. September 2023 leicht um TEUR 523 auf EUR 22,79 Mio. erhöht. Damit entsprach das langfristige Vermögen zum Stichtag 30.09.2023 55 % des Gesamtvermögens (i. V. 53 %). Die immateriellen Vermögenswerte stiegen während des Geschäftsjahres um EUR 1,70 Mio. auf EUR 11,75 Mio., was auf das höhere Volumen an aktivierten Eigenleistungen für Entwicklungsprojekte zurückzuführen ist. 19 Der Wert des Sachanlagevermögens von EUR 4,48 Mio. ist gegenüber dem 30. September 2022 leicht um 13 % zurückgegangen (i. V. EUR 5,14 Mio.). Der Rückgang ist durch die planmäßigen Abschreibungen bedingt, denen kaum Neuzugänge gegenüberstanden. Die Verringerung der Geschäfts- oder Firmenwerte um TEUR 356 war rein währungsbedingt. Zum Stichtag 30.09.2023 lagen die Geschäfts- oder Firmenwerte bei EUR 5,35 Mio. Der Wert der nach der Equity Methode bewerteten Beteiligungen verringerte sich während des Geschäftsjahres um TEUR 92 auf TEUR 247 (i. V. TEUR 339). Die aktiven latenten Steuern verringerten gegenüber der Vorjahresbilanz um TEUR 57. Kurzfristige Vermögenswerte Das kurzfristige Vermögen lag zum Stichtag 30.09.2023 bei EUR 18,41 Mio. (i. V. EUR 19,64 Mio.) und entsprach 45 % (i. V. 47 %) des Gesamtvermögens. Vorräte Der Wert der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen (TEUR 404) lag leicht unter dem Wert zum Ende des letzten Geschäftsjahres (TEUR 526). In Höhe von TEUR 20 (i. V. TEUR 5) sind geleistete Anzahlungen auf Vorräte gezahlt worden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vermögenswerte Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte sind gegenüber dem Stichtag 30.09.2022 von EUR 10,80 Mio. um TEUR 569 auf EUR 11,37 Mio. zum Stichtag 30.09.2023 gestiegen. Für Projekte, welche der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung unterliegen, werden gemäß IFRS 15 Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Liquide Mittel Zum 30. September 2023 verfügte der LS telcom Konzern über kurzfristig frei verfügbare Geldmittel von EUR 4,93 Mio. was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,82 Mio. entspricht (Wert zum Stichtag 30.09.2022: EUR 6,75 Mio.). Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte Diese Posten sind mit EUR 1,04 Mio. zum Stichtag 30.09.2023 im Vergleich zum Vorjahr (EUR 1,10 Mio.) gesunken und enthalten vor allem Vorauszahlungen für Wartung und Fremdleistungen. Eigenkapital Zum Stichtag 30.09.2023 lag das Eigenkapital des Konzerns bei EUR 17,98 Mio. gegenüber EUR 18,34 Mio. zum Stichtag 30.09.2022. Entsprechend ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 43,6 %. Der Wert des Vorjahres lag bei 43,8 %. Eigene Anteile Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2023 betrug insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). Die eigenen 24.000 Aktien wurden zu einem Betrag von TEUR 49 erworben. Diese werden als „Eigene Anteile“ mit dem Konzern-Eigenkapital verrechnet. Langfristige Schulden Die langfristigen Schulden haben sich von EUR 8,60 Mio. zum Stichtag 30.09.2022 auf EUR 9,05 Mio. zum Stichtag 30.09.2023 leicht erhöht. Die wertbestimmenden Posten innerhalb der langfristigen Schulden sind weiterhin die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von EUR 4,69 Mio. (i. V. EUR 4,65 Mio.) sowie passive latente Steuern in Höhe von EUR 3,07 Mio. (i. V. EUR 2,80 Mio.) Unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wurden die langfristigen Teile der Leasingverpflichtungen mit TEUR 210 (i. V. TEUR 475) und die KfW-Darlehen sowie ein L-Bank Darlehen mit einem Gesamtwert von EUR 4,48 Mio. (i. V. EUR 4,18 Mio.) erfasst. Kurzfristige Schulden Die kurzfristigen Schulden sind von EUR 14,96 Mio. auf EUR 14,17 Mio. gesunken. Der Hauptgrund dafür ist der Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten aus Großprojekten (TEUR 392, i. V. TEUR 852), welche innerhalb der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Lagebericht 20 Förder- und Unterstützungskredite der öffentlichen Hand Die LS telcom AG hatte im Geschäftsjahr 2013/2014 ein zinsgünstiges Förderdarlehen der KfW zur Finanzierung von Investitionen über insgesamt EUR 6,0 Mio. aufgenommen. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit von 10 Jahren und wurde in zwei Tranchen ausgereicht, einer Fremdkapitaltranche von EUR 2,4 Mio. zu einem Nominalzins von 1,25 % und einer Nachrangtranche von EUR 3,6 Mio. zu einem Nominalzins von 2,45 %. Die Tilgung der Fremdkapitaltranche begann am 30. Juni 2016, wogegen die Tilgung der Nachrangtranche erst am 30. Juni 2021 startete. Mit dem Zinsvorteil werden bestimmte Forschungs- und Entwicklungsprojekte subventioniert. Soweit Forschungsaktivitäten betroffen sind, werden die Subventionen als Ertragszuschuss behandelt. Im Fall von Entwicklungsprojekten liegen Investitionszuschüsse vor, die mit den angefallenen Herstellungskosten verrechnet werden. Die LS telcom AG hat im Geschäftsjahr 2020/2021 ein zinsgünstiges Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkredit“, das im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt wurde, aufgenommen. Das Darlehen betrug ursprünglich EUR 7,90 Mio. und belief sich am 30. September 2023 aufEUR 3,95 Mio., hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021. Im Geschäftsjahr 2022/2023 nahm die LS telcom AG außerdem ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. auf. Das Darlehen ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen und wird mit 4,24 % p.a. verzinst. Die erste Tilgung beginnt am 30.06.2025. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31.03.2031 und dient der Betriebsmittelfinanzierung. 3. Finanzlage Beim Finanzmittelfond ergab sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres ein Rückgang um EUR 1,82 Mio. auf EUR 4,93 Mio. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich um TEUR 141 auf EUR 5,08 Mio. verbessert. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 694 mehr investiert als im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von EUR ‑6,24 Mio. enthält als wesentlichen Posten EUR 5,55 Mio. (i. V. EUR 4,71 Mio.) Investitionen in Entwicklungsprojekte. Die Finanzierungstätigkeit zeigt einen Cashflow in Höhe von TEUR ‑350 (i. V. EUR ‑4,30 Mio.) und wurde bestimmt von der Aufnahme des Darlehens der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“. Dem gegenüber standen die Tilgungen von bestehenden Finanzkrediten. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden EUR 2,64 Mio. (i. V. EUR 3,52 Mio.) für Tilgungen von Krediten aufgewendet. D. Erläuterung zum Einzelabschluss der LS telcom AG nach HGB Ergänzend zur Berichterstattung des LS telcom Konzerns erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der LS telcom AG. Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2022/2023 Wie bei der Prognose-Korrektur im August 2023 dargelegt, konnte die LS telcom ihre zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/2023 gesetzten Ziele nicht erreichen. Das hatte auch die LS telcom AG betroffen, deren ursprüngliche Erwartung mit einem Umsatz von EUR 32 bis 34 Mio. und einem EBIT von mehr als TEUR 400 nicht zu erreichen war. Das Unternehmen erwirtschaftete Umsatzerlöse in Höhe von EUR 29,19 Mio. in der Berichtsperiode 2022/2023. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von 28 % gegenüber dem Vorjahr 2021/2022 (Umsatz Vorjahreszeitraum: EUR 40,61 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei TEUR ‑979 (i. V. TEUR 777). Der Umsatzrückgang war analog der konzernweiten schwächeren Nachfrage und hat direkt das EBIT belastet. In der Berichtsperiode wurden rund 50 % der Umsatzerlöse mit 7 Kunden (i. V. 6 Kunden) erzielt. Die andere Hälfte des Umsatzes wurde mit 158 Kunden (i. V. 205 Kunden) erwirtschaftet. 21 Wie im Geschäftsjahr 2021/2022 hatte die LS telcom AG auch in der Berichtsperiode 2022/2023 einen zentralen Fokus auf der Entwicklung des mySPECTRA Softwaresystems. Insgesamt verursachten diese zukunftsgerichteten, internen Entwicklungsprojekte einen Materialaufwand von EUR 4,3 Mio. gegenüber einem Vorjahreswert von EUR 3,2 Mio. und belasten damit das Ergebnis des Unternehmens zusätzlich. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen (EUR 2,15 Mio.) sowie der sonstigen betrieblichen Erträge (EUR 1,01 Mio.) ergab sich eine Gesamtleistung von EUR 32,35 Mio., die ca. 19 % unter dem Wert des Vorjahres (EUR 40,08 Mio.) liegt. Das Finanzergebnis betrug TEUR ‑912 (i. V. TEUR ‑416), womit sich letztlich ein Jahresergebnis von EUR ‑1,87 Mio. (i. V. TEUR 239 ) ergab. Der Auftragseingang von Kunden außerhalb der Firmengruppe in Höhe von EUR 14,17 Mio. (i. V. EUR 14,95 Mio.) lag 2022/2023 für die LS telcom AG um 5 % unter dem Vorjahreswert. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuvertragswerten mit Kunden, Abrufen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen. Durch die Auftragsbestände und -eingänge bei verschiedenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen konnte und kann die LS telcom AG auch künftig über diese direkt akquirierten Aufträge hinaus von konzerninternen Unterbeauftragungen aus regionalen Vertriebserfolgen profitieren. Ertragslage Der Umsatz des Unternehmens ging gegenüber dem Vorjahr (EUR 40,61 Mio.) um 28 % auf EUR 29,19 Mio. zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 1,01 Mio. (i. V. EUR 1,53 Mio.) führten zusammen mit den Bestandsveränderungen in Höhe von EUR 2,15 Mio. (i. V. EUR ‑2,07 Mio.) zu einer gegenüber dem Vorjahr um 19 % geringeren Gesamtleistung von EUR 32,35 Mio. (i. V. EUR 40,08 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erlöse aus Währungsgewinnen, Erträge aus Aufslösungen von Rückstellungen und Investitionszuschüssen. Die Zuschüsse enthalten Zuwendungen in Höhe von TEUR 40, die aus Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg („Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“) resultieren. Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 12,58 Mio. um 37 % geringer aus als im Vorjahr (EUR 19,89 Mio.). Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gingen – bedingt durch die Beendigung materialintensiver Großprojekte – von EUR 8,19 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,70 Mio. zurück. Der Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich im Vorjahresvergleich infolge des Umsatzrückgangs von EUR 11,70 Mio. auf EUR 10,88 Mio. Der Personalaufwand erhöhte durch den Anstieg des Personalbestandes und durch Inflationsausgleichszahlungen von im Vorjahr EUR 14,34 Mio. auf EUR 15,21 Mio. Die Abschreibungen liegen mit TEUR 730 um 7 % unter denen des Vorjahres (i. V. TEUR 782). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (EUR 4,81 Mio.) liegen um 12 % über denen des Vorjahres (EUR 4,29 Mio.). Ausschlaggebend für diesen Anstieg sind gestiegene Kursverluste sowie ein Anstieg der Rechts- und Beratungskosten. Es ergibt sich damit in Summe für das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022/2023 ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR ‑979 (i. V. TEUR 777). Das Finanzergebnis weist insgesamt einen Rückgang von TEUR 496 aus und enthält einen Forderungsverzicht auf Ausleihungen an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von TEUR 850 (i. V. TEUR 350). Die Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen liegen mit TEUR 204 über dem Vorjahreswert (TEUR 175). Das Unternehmen hatte 2018/2019 beschlossen, in seinem Jahresabschluss von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ausweis aktiver latenter Steuern aus den steuerlichen Verlustvorträgen, die gemäß der Mittelfristplanung des Unternehmens in den kommenden Jahren mit den erwarteten Unternehmensgewinnen zu verrechnen sind, Gebrauch zu machen. Im Vorjahr beliefen sich die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge auf TEUR 500. Im Geschäftsjahr erfolgte eine zusätzliche Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 37. Im Jahresergebnis weist das Unternehmen für das Berichtsjahr einen Fehlbetrag von EUR ‑1,87 Mio. aus (i. V. Überschuss von TEUR 239). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf EUR ‑0,32 (i. V. EUR 0,04). Das Jahresergebnis war durch Sondereffekte aus dem Forderungsverzicht gegenüber der Tochtergesellschaft LS telcom SAS überproportional belastet. Lagebericht 22 Vermögens- und Finanzlage Die Bilanz zum 30. September 2023 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 31,99 Mio. (i. V. EUR 30,24 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 11,45 Mio. (i. V. EUR 13,31 Mio.) aus. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von rund 35,8 % (i. V. 44,0 %). Anlagevermögen Der Wert des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte sank seit 30. September 2022 von EUR 4,60 Mio. auf einen Wert von EUR 4,27 Mio. zum Bilanzstichtag 30. September 2023. Im Berichtsjahr waren keine größeren Beschaffungsmaßnahmen erforderlich. Der Wert der Finanzanlagen lag bei EUR 10,54 Mio. und damit TEUR 379 unter dem Wert des Vorjahres (EUR 10,92 Mio.). Die Differenz entspricht ausschließlich dem Rückgang der Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Die Ausleihungen betreffen RadioSoft Inc. (EUR 4,54 Mio.) und stehen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Geschäftsbetriebs sowie die Colibrex GmbH (EUR 1,65 Mio.) mit Ausleihungen zum Aufbau ihres Geschäfts. Darlehensnehmer waren zum Bilanzstichtag außerdem die LS telcom SAS (TEUR 14) und die LS telcom UK Ltd. (TEUR 496). Auch in den letztgenannten Fällen handelt es sich um Ausleihungen des Mutterunternehmens. Die Ausleihungen sind von den Tochterunternehmen an die LS telcom AG zurückzuzahlen. Vorräte Der Bestand an fertigen und unfertigen, noch nicht abgerechneten Projekten ist gegenüber dem Vorjahr von EUR 1,19 Mio. auf EUR 3,34 Mio. angestiegen. Der überwiegende Anteil an den Vorratsposten wurde durch verschiedene Projekte in Europa bestimmt. In Höhe von TEUR 20 (i. V. TEUR 4) sind geleistete Anzahlungen auf Vorräte geleistet worden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Der Wert dieses Postens (EUR 1,67 Mio.) ist gegenüber dem Ende des letzten Geschäftsjahres (EUR 5,84 Mio.) um 71 % gesunken. Die Forderungen bestanden überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Im Vorjahresvergleich stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 112 % auf EUR 7,39 Mio. Die Verbundforderungen enthielten als größte Posten Forderungen gegen die Tochterunternehmen LST Middle East FZ-LLC, LS telcom SAS und LS telcom Australia Pty Ltd für die Erbringung von Subunternehmerleistungen. Wertpapiere – Eigene Anteile Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2023 beträgt insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). Der Nennwert der eigenen Aktien von EUR 24.000,00 wird im Eigenkapital vom Grundkapital abgesetzt und die Differenz zu den Anschaffungskosten mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. Flüssige Mittel Zum 30. September 2023 verfügte die LS telcom AG über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von EUR 2,91 Mio. (i. V EUR 2,40 Mio.). Der Zahlungsmittelbestand nahm somit um TEUR 507 zu. Dies rührt im Wesentlichen aus der Aufnahme eines Darlehens der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. Dem gegenüber standen Tilgung der bestehenden KFW-Kredite in Höhe von EUR 2,6 Mio. Im Konzern der LS telcom AG betrug der Bestand an Bankguthaben insgesamt EUR 4,93 Mio. (i. V. EUR 6,75 Mio.). Die LS telcom AG hatte im Geschäftsjahr 2013/2014 ein zinsgünstiges Förderdarlehen der KfW zur Finanzierung von Investitionen über insgesamt EUR 6,0 Mio. aufgenommen. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit von 10 Jahren und wurde in zwei Fremdkapitaltranchen ausgereicht, einer Fremdkapitaltranche von EUR 2,4 Mio. zu einem Nominalzins von 1,25 % und einer nachrangigen Fremdkapitaltranche von EUR 3,6 Mio. zu einem Nominalzins von 2,45 %. Die Tilgung der Fremdkapitaltranche begann am 30. Juni 2016, wogegen die Tilgung der nachrangigen Fremdkapitaltranche erst am 30. Dezember 2021 startete. Zur Abfederung der durch die Corona-Pandemie erwarteten negativen Auswirkungen auf das Unternehmen, hat sich die LS telcom AG bereits ab Beginn der Pandemie um den Erhalt von Finanzhilfen bemüht. Dem Unternehmen wurde ein Darlehen von EUR 7,9 Mio. gewährt, das half, in der Pandemie die Finanzierung und Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Das Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkredit“ im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ wurde durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021. 23 Im Geschäftsjahr 2022/2023 nahm die LS telcom AG ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. auf. Das Darlehen ist in 24 vierteljährlichen Raten zu tilgen und wird mit 4,24 % p.a. verzinst. Die erste Tilgung beginnt am 30.06.2025. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31.03.2031 und dient der Betriebsmittelfinanzierung. Durch die im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit generierten Zahlungsmittelzuflüsse sowie die Finanzierung über Bankdarlehen verfügt die Gesellschaft über ausreichend finanzielle Mittel, um ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen lagen im Geschäftsjahr mit EUR 2,71 Mio. um 16 % unter denen des Vorjahres (i. V. EUR 3,24 Mio.). Die größten in diesem Bilanzposten enthaltenen Beträge entfielen wie im Jahr zuvor auf Personalrückstellungen, die jedoch aufgrund der Geschäftsentwicklung in Höhe von TEUR 170 geringere Tantiemerückstellungen enthalten. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen mit EUR 8,08 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (EUR 7,71 Mio.). Hinter diesem Posten verbergen sich die beiden zuvor erwähnten KfW-Darlehen sowie ein Darlehen der L-Bank (siehe Abschnitt „Flüssige Mittel“). Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind während des Geschäftsjahres von EUR 1,33 Mio. auf EUR 3,77 Mio. angestiegen. Grund hierfür ist der Fortschritt in einem Großprojekt, der teilweise noch nicht auf Umsatzerlöse gebucht werden konnte. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 1,04 Mio.) lagen zu Ende des Geschäftsjahres unter denen des Vorjahres (EUR 1,38 Mio.). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lagen mit EUR 1,64 Mio. über denen zum Vorjahresende (TEUR 917). Abgerechnet wurden hier unterschiedliche Service- und Entwicklungsleistungen sowie Wartungsarbeiten, die die Tochtergesellschaften für die LS telcom AG erbringen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen zum Ende des Geschäftsjahres (TEUR 267) nahe an dem Niveau des Vorjahres (TEUR 231). Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Dieser Posten hat sich aufgrund der Abgrenzung neuer Wartungsverträge sowie eines größeren Wartungsvertrages um 41 % vom Vorjahreswert EUR 1,95 Mio. auf EUR 2,74 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres erhöht. Mitarbeitende Die Zahl der vollzeitäquivalenten Mitarbeitenden in der LS telcom AG betrug zum 30. September 2023 171 (i. V. 165). Zum 30. September 2023 waren im Unternehmen (ohne Vorstand) insgesamt 182 (i. V. 176) Mitarbeitende beschäftigt. Forschung und Entwicklung Für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte sowie für Forschung und allgemeine Entwicklung wurden von der LS telcom AG Aufwendungen in Höhe von EUR 9,2 Mio. (i. V. EUR 7,4 Mio.) als Aufwand erfasst. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Im neuen Geschäftsjahr 2023/2024 erwartet der Vorstand für das Unternehmen ein leicht positives Ergebnis (EBIT) sowie einen moderaten Anstieg des Umsatzes. Hier wird zudem auf das entsprechende Kapitel „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ des Konzerns verwiesen, da die Chancen und Risiken der Aktiengesellschaft eng mit denjenigen des Konzerns verbunden sind. Lagebericht 24 III. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT A. RISIKOBERICHT 1. Risikomanagement Um die sich ergebenden Chancen zur Erreichung der Unternehmensziele erfolgreich und unternehmerisch nutzen zu können, geht der LS telcom Konzern bewusst Risiken ein. Der Erfolg der LS telcom Gruppe hängt daher entscheidend davon ab, dass Risiken frühzeitig erkannt und professionell bewältigt werden. Um Risiken schnell identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, hat LS telcom ein umfangreiches, einheitliches Risikomanagement-System entwickelt. In dem System sind die vorhandenen Maßnahmen und Organisationsstrukturen zur Risikosteuerung zusammengefasst. Vorgaben an das Risikomanagement-System Die Konzernleitung hat folgende Vorgaben an das Risikomanagement-System definiert:  Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Methoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risiken),  die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements,  die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche,  die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie  die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung. Kategorien der Risiken In einem ersten Schritt werden die definierten und erkannten Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewertet. Im zweiten Schritt werden die bewerteten Risiken in die drei Klassen „zu beobachtende“, „zu überwachende“ und „zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)“ kategorisiert. Dokumentation und Koordination des Risikomanagement Systems Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind im Risikomanagement-Handbuch der LS telcom AG dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde eine Risikomanagement-Beauftragte benannt. Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Konzern-Steuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert. Neben den quartalsweisen Gesamtrisikoberichten werden neu auftretende Risiken, die von der Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den betroffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von aktuellen Berichten und Auswertungen an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unterstützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisberichte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt. 2. Internes Kontrollsystem (IKS) Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz. Neben der Rechnungslegung sind auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwicklung von Abnahmeprozeduren, Change Requests sowie Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden. Ziel des Internen Kontrollsystems Ziele der von uns eingerichteten Methoden und Prozesse sind insbesondere Risiken rechtzeitig zu identifizieren, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, sowie das Vermögen des Konzerns zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Zudem sollen mit dem installierten IKS die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens und die Einhaltung der internen Vorgaben sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet werden. 25 Das System wird durch weitere wichtige Säulen abgerundet. Für alle wesentlichen Vorgänge im Konzern ist das Vier-Augen-Prinzip verpflichtend. In für den Konzern wesentlichen Bereichen gelten definierte Prozesse. Alle Konzerngesellschaften unterliegen einem zentralen Controlling. Darüber hinaus soll das System dazu beitragen, diejenigen Risiken rechtzeitig antizipieren zu können, die die strategischen oder operativen Maßnahmen bzw. Wert- und Wachstumspotenziale beinträchtigen können. Zudem tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Datenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei. Die wesentlichen Prinzipien des IKS Das im Konzern etablierte IKS basiert auf den folgenden Prinzipien:  Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, beurteilen zu können, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Sollkonzept arbeiten. Gleichzeitig werden durch die Sollkonzepte die Erwartungen und Vorstellungen der Organisationsleitung definiert.  Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle.  Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufsprozess, verstanden als Prozess von der Bedarfsermittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand vereinigt.  Zielgerichtete Information: Mitarbeitende werden auf Augenhöhe behandelt und erhalten Zugang zu allen Informationen, die für die tägliche Arbeit oder das Verständnis des Betriebs oder der Gesamtaufgabe sinnvoll und notwendig sind. Allerdings ist der Informationszugang so strukturiert, dass definierte Gruppen nur Zugang auf Ihren Verantwortungsbereich bekommen (Need to Know-Konzept). Dadurch kann dem unkontrollierten Abwandern von Information entgegengewirkt werden. Führung der operativen Gesellschaften Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizienter Steuerungs- und Kontrollsysteme auf der Basis eines zentralen CRM-Systems sowie zusätzlicher Hilfswerkzeuge. Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeitenden der Tochtergesellschaften informieren den Vorstand bzw. die zuständigen Personen der zweiten Führungsebene der LS telcom AG kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebschancen, Umsatz-, Zahlungseingangs- und Auftragszahlen. Diese Informationen werden zentral in einem CRM-System sowie der Zahlenbasis in Lucanet verdichtet und stehen dem Vorstand sowie, abhängig von den Zugriffsrechten, auch den zuständigen Mitarbeitenden soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen. Rechnungslegungsbezogenes IKS Der LS telcom Konzern verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht. Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maßnahmen zustimmen muss. Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellen IFRS-Standards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzierungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Abschlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben. Lagebericht 26 Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbundbeziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt. Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG verantwortet. Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen implementiert. Eine Vielzahl von Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützt den Abschlussprozess. 3. Beurteilung der Gesamtrisikosituation des Konzerns Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Berichts ist aus Sicht des Vorstands die Gesamtrisikosituation im Konzern unter Kontrolle und damit der Bestand des Konzerns gesichert. Geopolitische Lage erhöht die Risikosituation der LS telcom Gruppe Die weltweite geopolitische Situation führt zu einer Erhöhung der Risikosituation für den LS telcom Konzern. Der Vorstand der LS telcom AG antizipiert eine sich abzeichnende geopolitische Blockbildung entlang verschiedener politischer Systeme mit den USA und der EU auf der einen Seite sowie China und Russland auf der anderen Seite. Der sogenannte globale Süden (unter anderem Brasilien, Südafrika, Indonesien und Indien) positionieren sich je nach Interessenslage und Sachverhalt und sind keinem Block zugeordnet. Sie könnten sich entweder einer der beiden Fraktionen anschließen oder versuchen, zwischen den Blöcken zu balancieren. Mit einem Umsatzanteil von 90 % in der Berichtsperiode 2022/2023 außerhalb Deutschlands ist LS telcom auf offene Märkte angewiesen. Blockbildungen können nach Einschätzung des Vorstands zu Schutzzöllen führen oder auch zu komplettem Ausschluss von Produkten (Exportbeschränkungen), die in einem der Teilmärkte entstanden sind oder dort entwickelt wurden. Als Folge müssen Produkte oft mehrfach entwickelt und gepflegt werden, um in den einzelnen Märkten voll umfänglich präsent zu sein. Durch die verteilten Entwicklungsressourcen der LS telcom kann das zwar geleistet werden, führt jedoch zu zusätzlichen Aufwendungen und Verzögerungen. Im Fall von Exportbeschränkungen ist es möglich, dass ganze Lösungen nicht exportiert werden dürfen, wie aktuell im Fall von Russland zu sehen ist. Die durch die COVID-19 Pademie verursachten Einschränkungen der Lieferkette sowie die geopolitische Lage haben weltweit die wirtschaftlichen Unsicherheiten erhöht. Infolgedessen können Unternehmen aus den von der LS telcom Gruppe vertikal adressierten Märkten ihre Nachfrage nach innovativen Spektrum- und Funklösungen reduzieren, mit entsprechenden negativen Effekten auf die LS telcom. Die Auftragslage insbesondere seitens Behörden und Ministerien hat sich bereits eingetrübt, da Regierungen private Haushalte und Unternehmen weiterhin unterstützen, um die negativen Auswirkungen abzufedern. Dadurch könnten die Budgets von Behörden und Ministerien im Telekommunikationsbereich reduziert werden. Die öffentlichen Auftraggeber könnten daher ihre Investitionsbereitschaft in neue Projekte bzw. in Produkte und Lösungen des LS telcom Konzerns deutlich zurückfahren. Schließlich beschleunigen die geopolitischen Effekte durch Steigerung der Energie- und damit auch der Transportpreise die Inflation. Durch die steigende Inflation erhöhen sich die Inputkosten der LS telcom insbesondere im Bereich Personal und Einsatz von Fremddienstleistern und der Materialwirtschft merklich. Durch die langen Zyklen bei Projekten mit öffentlichen Auftraggebern könnten die potenziellen Kostensteigerungen nur mit einem erheblichen Zeitverzug weitergegeben werden. LS telcom geht insgesamt davon aus, dass durch ihre geografische Diversifizierung die Risiken aus einer sich verstärkenden Blockbildung sowie aus zunehmenden geopolitischen Risiken beherrschbar sind, und der Bestand der Gesellschaft damit nicht gefährdet ist. 27 Erhöhung der Lagerhaltung Die geopolitische Situation, allgemeinwirtschaftliche Einschränkungen bei den globalen Lieferketten sowie gestiegene Transportkosten erhöhten das Risiko für ansteigende Transportkosten und Lieferengpässe von Materialien beim LS telcom Konzern. Diesem Risiko tritt LS telcom mit entsprechender Vertragsgestaltung mit Lieferanten sowie erhöhter Vorratshaltung entgegen, diese verursacht, aber speziell im Hardwarebereich margenwirksame Zusatzkosten. Mit derzeitigem Kenntnisstand ist nicht zu erwarten, dass sich diese Risiken bestandsgefährdend auswirken können. Rückblick auf die Bewältigung der Corona-Pandemie In den Geschäftsjahren 2019/2020 bis 2021/2022 sind erhebliche Ressourcen der LS telcom Gruppe in die Bewältigung der Corona-Krise sowie in das Management der daraus entstehenden Risiken geflossen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 konnte die LS telcom Gruppe die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie hinter sich lassen, auch wenn vereinzelt die Situation bei den Lieferketten weiterhin angespannt war. Risiken in der Verfügbarkeit von Liquidität, Mitarbeitenden und externen Dienstleistern Die Geschäftstätigkeit der LS telcom geht einher mit hohen Volumina sowie langen Vertragslaufzeiten bei einzelnen Projekten. Diese müssen vorfinanziert werden. Entsprechend benötigt die Gruppe die Verfügbarkeit von ausreichender Liquidität, um laufende Projekte stemmen und das avisierte Wachstum bewerkstelligen zu können. In den hier aufgeführten Bereichen besteht eine effiziente Risikosteuerung, so dass die Risiken im Unternehmen insgesamt begrenzt und handhabbar sind. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikomanagement-System absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der verbundenen Ziele geben können. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus simplen Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionieren oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden. Die Auswahl einer geeigneten Software zur Unterstützung des Risikomanagements ist inzwischen weitgehen abgeschlossen und soll im nächsten Geschäftsjahr in die Implementierungsphase gehen. 4. Risiken der künftigen Entwicklung Die vergangenen Jahre zeigten, dass LS telcom dem Einfluss diverser marktgegebener Risiken unterworfen ist. Unternehmerische Tätigkeit ist stets verknüpft mit Risiken, die für die nähere Zukunft geplante Investitionen, die Abwicklung von Projekten sowie die Markteinführung neuer Produkte in sich bergen. In der nachfolgenden Tabelle werden zunächst die nachstehend erläuterten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen finanziellen Auswirkung und der daraus abgeleiteten Gesamtbeurteilung dargestellt. Hierbei wird zwischen einer geringen, mittleren, hohen, sehr hohen und kritischen Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe unterschieden, woraus sich die Gesamtbeurteilung ableiten lässt. Die Stufen reichen von einem zu beobachtenden Risiko über ein zu überwachendes Risiko hin zu einem wesentlichen Risiko. Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen bzw. Schadenshöhe wird wie folgt differenziert: Klassifikation Schadenshöhe Gering < TEUR 25 Mittel TEUR 25 bis TEUR 50 Hoch TEUR 50 bis TEUR 250 Sehr hoch TEUR 250 bis EUR 1 Mio. Kritisch > EUR 1 Mio. Lagebericht 28 Die für die Bewertung der Risiken verwendeten Eintritts-wahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden fünf Kategorien quantifiziert: Klassifikation Eintritts- wahrscheinlichkeit Gering < 20 % Mittel 20 % bis 40 % Hoch 40 % bis 60 % Sehr hoch 60 % bis 80 % Kritisch > 80% Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der relevanten Risiken mit ihren jeweiligen Einschätzungen: Risiko Qualitative Eintritts- wahrschein- lichkeit Mögliche finanzielle Aus- wirkung Gesamt- beurteilung Schneller techno- logischer Wandel mittel sehr hoch überwachen Informationssicherheit mittel sehr hoch überwachen Internationalisierung hoch sehr hoch wesentlich Projektrisiken hoch kritisch wesentlich Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt mittel sehr hoch überwachen Preisdruck hoch kritisch wesentlich Wettbewerb mittel sehr hoch überwachen Personalrisiken mittel hoch überwachen Lieferkette und Logistik sehr hoch sehr hoch wesentlich Risiken durch globale Marktverwerfungen sehr hoch sehr hoch wesentlich Risiken durch Naturka- tastrophen gering sehr hoch beobachten Finanzwirtschaftliche Risiken Preis- und Währungsrisiko hoch sehr hoch wesentlich Ausfallrisiko hoch sehr hoch wesentlich Cashflow- und Liquiditätsrisiko mittel kritisch überwachen Die dargestellten Risiken werden im Folgenden detailliert erläutert. Schneller technologischer Wandel Die Märkte, in denen die LS telcom AG agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, veränderte Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Produkte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen. Dieser Zustand ist einerseits ein Risiko, andererseits ein wesentliches Verkaufsargument für unsere Software-Wartungsverträge. Aufgrund unserer Größe im Vergleich zu den Nischen-Mitbewerbern sehen wir in den meisten Marktsegmenten den Vorteil überwiegen, da LS telcom einen dominant größeren Betrag in Forschung und Entwicklung investieren kann als kleinere Mitbewerber. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos sehen wir weiterhin bei „mittel“. Die möglichen finanziellen Risiken sind bei „sehr hoch“ eingestuft, was eine Gesamtrisikobewertung als „überwachen“ bedeutet. Informationssicherheit Die wirtschaftliche Grundlage eines Unternehmens, das Software entwickelt, liegt in den Quellcodes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rahmenprodukte der Softwareentwicklung, wie Konzeption und Dokumentation zu den Softwareprodukten, sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Neben diesen Aspekten spielt auch die Sicherheit von Kunden- und Mitarbeiterdaten eine übergeordnete Rolle und der Verlust dieser Daten kann neben einem Reputationsschaden auch erhebliche Folgekosten mit sich führen. Die LS telcom AG hat sich im vergangenen Geschäftsjahr umfangreich auf die Zertifizierung im Rahmen des ISO 27001 Standards vorbereitet und wurde im Herbst 2023 wenige Tage nach Ende des Geschäftsjahres erfolgreich zertifiziert. Durch die Implementierung des umfassenden Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) wurden effektive Maßnahmen eingeführt, die das Risiko in den verschiedenen Bereichen deutlich reduzieren. 29 Trotz umfangreich getroffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten Informationssicherheitsvorfälle auftreten, die erheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des LS telcom Konzerns haben können. Deshalb sehen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin mit „mittel“ bewertet als sinnvoll an, auch wenn sich die getroffenen Maßnahmen innerhalb dieser Stufe deutlich mindernd ausgewirkt haben. Die finanziellen Auswirkungen können als „sehr hoch“ angesetzt werden. Damit ergibt sich eine Gesamtrisikoeinschätzung von „überwachen“. Internationalisierung Die Gesellschaft hat ihre Geschäftstätigkeit und Standorte in den letzten Jahren weltweit weiter ausgebaut. LS telcom Konzern setzt alles daran die neugegründeten Außenstellen in den Konzern zu integrieren und die bereits bestehenden Außenstellen entsprechend so zu steuern, dass der wirtschaftliche Erfolg gewährleistet ist. Obwohl Kooperationen und der Aufbau neuer Präsenzen gewissenhaft vorbereitet werden, begründen sie ein unternehmerisches Risiko. Sie könnten sich aufgrund verschiedener Ursachen entgegen den Erwartungen als weniger rentabel oder für die Expansionsstrategie der Gesellschaft als nicht geeignet erweisen. Daneben besteht die Gefahr, dass z. B. akquirierte Unternehmen nicht erfolgreich in die bestehenden Geschäftsbereiche der Gesellschaft integriert werden können. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines entsprechenden Risikos schätzen wir weiterhin als „hoch“ ein. Die möglichen finanziellen Risiken sind ebenfalls bei „sehr hoch“ eingestuft was den Verbleib der Gesamtrisikobewertung als „wesentlich“ bedeutet. Projektrisiken Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr 2023/2024 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten erzielt werden. Eine zeitliche Verschiebung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage oder der Sicherheitslage eines Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen, Seuchengefahr, Pandemie etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der strategischen Planung von Kunden können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in denen LS telcom in Vorleistung tritt und das Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilweise langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. Die LS telcom AG schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch machen die Tochtergesellschaften üblicherweise Geschäfte in den Währungen ihrer Länder. Das bedeutet, dass erhebliche Umsatzanteile mittlerweile in US-Dollar, kanadischem Dollar, australischem Dollar und südafrikanischem Rand erwirtschaftet werden. Oftmals muss aufgrund von Ausschreibungsvorgaben auch eine Vergütung in US-Dollar oder anderen Schwankungen unterliegenden Fremdwährungen mit Kunden vereinbart werden (dazu ausführlich im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“). In Bezug auf diese Projektrisiken hat LS telcom Maßnahmen ergriffen, Projektverzögerungen durch entsprechende „Fernwirkverfahren“, wie webbasierte Schulungen und Projekt-Meetings, Schulung von lokalen Partnerunternehmen für vor Ort Unterstützung und ggf. Durchführung von Reparaturen, Fernzugriffe auf Kundensysteme, soweit wie möglich zu minimieren. Eine Abhängigkeit von vor Ort auszuübenden Tätigkeiten ist jedoch insbesondere in Projekten, bei denen Messsysteme beim Kunden installiert werden müssen, stets gegeben. Damit materialisiert sich in solchen Fällen auch nahezu sicher das Risiko, Projektverzögerungen bei der Implementierung zu erleiden, wenn so, wie während der Corona-Pandemie, erhebliche Reiserestriktionen gelten. Die Einstufung dieses Risikos sehen wir in der Gesamtsicht als mit „wesentlich“ weiterhin als sachgerecht bewertet an. Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte für Netzbetreiber (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) wird auch im Geschäftsjahr 2023/2024 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend investiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte, trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld, nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen. Lagebericht 30 Auch nach der Bewältigung der Covid-19-Pandemie wird der Trend zum verteilten, mobilen Arbeiten die Relevanz einer sehr guten Breitbandversorgung, auch über drahtlose Kommunikationstechnologien, essenziell wichtig für das Funktionieren der Wirtschaft und der Verwaltung eines Staates sein. Insofern könnte man erwarten, dass sich das Absatzrisiko reduzieren sollte. Viele Regierungen der Welt haben äußerst hohe Geldsummen zur Abfederung der Pandemiefolgen für die Wirtschaft eingesetzt und damit die staatlichen Haushalte stark belastet. Zusätzlich werden die Budgets öffentlicher Haushalte durch geopolitische Konflikte massiv belastet. Dies könnte in manchen Ländern zu künftigen Budgetkürzungen und eher verhaltener Investitionspolitik führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aufgrund aktuell laufender und avisierter Beschaffungsverfahren und Projektanbahnungen, belassen wir dieses Risiko unverändert in seiner Bewertung. Preisdruck Der starke Wettbewerb kann in gewissen Marktbereichen zu Preisdruck führen und damit die Umsätze und Margen reduzieren. Die LS telcom AG war aufgrund der breiten Produktbasis und guten Liquiditätslage zwar in der Vergangenheit in der Lage, solche Preiskämpfe durchzufechten; eine Fortführung solcher Preiskämpfe über längere Zeit würde allerdings das Betriebsergebnis in Zukunft nachteilig beeinflussen und die Liquiditätslage belasten. In Anbetracht des teilweise aggressiven Preisverhaltens des Wettbewerbs, evtl. durch die zögerliche Vergabepraxis im Markt und gestiegenen Erfolgsdruck begründet, des Auftretens neuer Wettbewerber sowie der möglicherweise aufgrund der Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie in Kombination mit den Folgen des Ukraine-Krieges geringeren verfügbaren Finanzmittel auf Kundenseite, halten wir dieses Risiko in Bezug auf die mögliche finanzielle Auswirkung unverändert für „kritisch“. Das Unternehmen wirkt diesem Risiko entgegen, indem es vermehrt auch auf international verfügbare, konzerneigene und externe Ressourcen setzt, um kostengünstiger zu produzieren und damit auch unter entsprechendem Preisdruck eine vernünftige Profitabilität auf Dauer zu sichern. Die Attraktivität einiger Teilmärkte veranlasst sowohl neue Wettbewerber in den Markt zu drängen als auch alteingesessene sich in die von der LS telcom AG adressierten Nischen zu verbreitern. Wir halten daher an der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos von „hoch“ fest. Die finanzielle Auswirkung verbleibt weiterhin bei „kritisch“. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich daraus eine Einstufung als „wesentlich“. Wettbewerb Der Softwaremarkt für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden ist dem Wettbewerb ausgesetzt. Zwar bewegt sich die LS telcom AG mit ihren Produktlösungen in einem recht heterogenen Wettbewerbsumfeld; einige Wettbewerber verfügen in Teilbereichen jedoch ebenfalls über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Vermarktung von Software sowie über erhebliche Marktanteile. Mit dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ positioniert sich die LS telcom Firmengruppe mit komplementären Systemlösungen im Vergleich zu marktgängigen Produkten etablierter Unternehmen. Der Markt scheint mittlerweile auch für etablierte Unternehmen und Newcomer ausreichend attraktiv, um hier ebenfalls vermehrt Aktivitäten zu entfalten. Sollte es LS telcom nicht gelingen, den Wettbewerb durch technologischen Vorsprung auf Distanz zu halten, könnte dies die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft nachteilig beeinflussen. Sollte es der Konzern nicht schaffen, durch beständige Innovation, d. h. die Schaffung neuer Produkte bzw. die Anpassung bestehender Produkte und Servicekonzepte an neue Marktanforderungen, schnell genug und wettbewerbsfähig am Markt zu agieren oder gegen den Wettbewerb aufgrund anderer kommerzieller Kriterien Vergabeverfahren verlieren und der Auftragseingang dadurch erheblich belastet werden, so könnte dies das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Die Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir weiterhin mit „mittel“ bewertet als sinnvoll an. Finanzielle Auswirkungen verbleiben weiterhin bei „sehr hoch“. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich daraus ein zu überwachendes Risiko. Personalrisiken Unser Erfolg hängt davon ab, dass wir hoch qualifizierte Mitarbeitende sowohl für die LS telcom AG in Deutschland als auch für unsere internationalen Tochtergesellschaften und Beteiligungen gewinnen können, diese in unserem speziellen Nischen-Know-how entwickeln und effektiv für unsere Belange steuern und einsetzen. Sollte uns dies nicht gelingen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Weiterentwicklung unserer Produkte und die Umsetzung bestehender Aufträge mit entsprechend nachteiligen Konsequenzen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns. 31 Insgesamt hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt aus Sicht von LS telcom etwas entspannt, was für uns vorteilhaft ist. Hierbei muss differenziert werden, dass offene Positionen, die hochspezialisiertes Personal erfordern, weiterhin deutlich schwieriger zu besetzten sind. Hier setzt die LS telcom weiterhin auf das Rekrutieren im Ausland, auch gerne in Tochtergesellschaften. Gerade bei den hochspezialisierten Kräften ist ein Abwerben auch bei veränderten allgemeinen Marktbedingungen nicht ausgeschlossen, weshalb die LS telcom Firmengruppe wie in der Vergangenheit weiterhin bestrebt sein wird, die Arbeitsplätze sowie die Vergütung der Mitarbeitenden entsprechend attraktiv zu gestalten, um der Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Dies kann effektiv zu einer Erhöhung der Personalaufwendungen führen und trägt das Risiko einer Margenminderung in sich. Es besteht jedoch andernfalls in diesem Zusammenhang das Risiko von Know-how-Verlust und Ersatzbeschaffungskosten. Ein regelmäßig starker Termindruck stellt die Gesellschaft nicht nur vor die Herausforderung, bestehende Personalressourcen optimal einzusetzen, sondern fordert zudem an bestimmten Management-Positionen mehr Kapazität, um die vertraglichen Kundenerwartungen verlässlich erfüllen zu können. Diesem Erfordernis lässt sich durch Beauftragung externer Berater mit Spezialkenntnissen nachkommen, allerdings kann dies, sofern diese nicht anfänglich in der Kalkulation mit eingeplant wurden, zu erhöhten Kosten und entsprechender Margenschmälerung führen. Ebenso besteht hier die Gefahr einer gewissen Know-how-Abhängigkeit und einer deutlich längeren als der ursprünglich geplanten Beauftragungsnotwendigkeit, verbunden mit den damit einhergehenden höheren Aufwendungen. Generell überwachen wir in diesem Zusammenhang die Risiken Weiterbildung, Schlüsselpersonen, Fachkräftemangel, Motivation, Führung, Austritte und Gesundheit sehr eng und leiten daraus die Gesamteinschätzung ab. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos inzwischen für „mittel“. Finanzielle Auswirkungen werden aktuell mit “hoch“ bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung von “überwachen“. Lieferkette und Logistik Die steigenden Energiekosten, Inflation sowie die geopolitische Lage setzen die weltweiten Lieferketten unter Druck und führen zu erhöhten Kosten und längeren Lieferzeiten. Dieses Risiko kann Einfluss auf die Umsetzung und Marge der hardwarelastigen Projekte haben. Die globalen Lieferketten haben sich nach der unkalkulierbaren Situation während der Corona-Pandemie beruhigt und normalisiert. Trotzdem blieben die Preise für Vorprodukte hoch und die Beschaffung teilweise angespannt. Dies kann weiterhin zu Problemen führen, wenn zum Festpreis angebotene Güter produziert werden sollen. Dadurch kann sich die Marge deutlich verschlechtern oder im Extremfall sogar ins Negative umschlagen. Andererseits sind weiterhin teilweise gar nicht mehr alle Güter in derselben Vielfalt wie zuvor verfügbar, da sich die Lieferanten auf weniger Produkte konzentrieren, für die sie wiederum leichter ihre Vorprodukte beschaffen können. Das kann zu erhöhtem Nachentwicklungsaufwand dort führen, wo eine Komponente nicht mehr beschaffbar ist oder das Ersatzprodukt nicht mit dem geplanten Design korrespondiert. Das kann zu aufwendigen Nachverhandlungen mit unseren Kunden führen oder könnte im schlimmsten Fall auch Vertragsstrafen hervorrufen. Ein weiteres Risiko sind die Logistikaufwendungen generell. Die Preise für One-way-Transportcontainer, wie sie bei unseren Hardwareprojekten oft im Einsatz sind, haben sich zwar deutlich reduziert. Im Gegenzug steigen aber die Anforderungen an Transportverpackung und detaillierte Klassifizierung des Liefergegenstands, manchmal auch quasi ad-hoc. Dadurch verzögern sich Transporte oft unkalkulierbar. Wir versuchen das Risiko aus volatilen Logistikkosten dadurch zu minimieren, dass wir eine explizite Logistikstelle eingeführt haben und beispielsweise vorab frühzeitig Kapazitäten reservieren. Wir begegnen diesen Themen weiterhin durch eine vorausplanende Materialbeschaffung und Abrufverträge mit wesentlichen Lieferanten. Das bedeutet andererseits einen erhöhten Liquiditätsbedarf für die verfrühte Beschaffung und Lagerhaltung der Produkte, aber auch generell zusätzliche Lagerkosten. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin für „sehr hoch“. Finanzielle Auswirkungen werden aktuell mit “sehr hoch“ bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung von “wesentlich“. Lagebericht 32 Risiken durch globale Marktverwerfungen In den letzten Jahren haben mehrere Ereignisse zu globalen Marktverwerfungen geführt: Covid-19-Pandemie, Ukraine-Krieg, explodierende Energiekosten. Man darf davon ausgehen, dass Staaten in Krisenzeiten einerseits weniger investieren, andererseits ein „we first“- Denken vorherrscht, um die eigene Wirtschaft zu fördern bzw. zu erhalten. Hier wird zudem oftmals stark die Eigentümerschaft bewertet, wodurch unsere Tochtergesellschaften mit hohem LS telcom Besitzanteil benachteiligt werden können. Ähnliche Wirkungen haben teilweise plötzliche starke Veränderungen von Energiepreisen, egal welcher Rohstoff (Öl, Gas, Strom) dabei die dominante Rolle spielt. Auch daraus resultierende starke Verschiebungen der Währungsparitäten haben einen signifikanten Einfluss auf das Kauf- und Zahlungsverhalten unserer Kunden und damit letztlich auf unser Geschäft. Der Ukraine-Krieg bringt hier zusätzliche Unsicherheiten und Risiken mit sich. Die immensen Steigerungen der Staatsausgaben in den letzten Jahren könnten bei vielen Kunden auch zu einer nun nachfolgenden Investitionszurückhaltung führen. Insbesondere könnten Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden, wie Ministerien und Regulierungsbehörden, durch die direkten Auswirkungen dieser Krisen oder auch deren Nachwirkungen (z. B. erhöhte Verschuldung durch Pandemie und Ukraine-Krieg) unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, was sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom AG hätte. Währungsschwankungen als mittelbare Folgen dieser Krisen würden nicht nur das direkte Preis- und Währungsrisiko im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Risiken erhöhen, sondern könnten auch dazu führen, dass geplante oder auch laufende Projekte nicht mehr finanzierbar sind und Beschaffungen oder Projektimplementierungen verschoben werden müssen. Die Produkte der LS telcom AG wirken grundsätzlich positiv auf den Staatshaushalt und versprechen einen sehr schnellen Rückfluss investierter Mittel. Insofern sollte der Bedarf auch unter erschwerten finanziellen Rahmenbedingungen gut zu vermitteln und die Produkte absetzbar sein. Allerdings können anhaltende Budgetkürzungen und überhöhte Schulden dazu führen, dass die Investitionsbereitschaft in den jeweiligen Ländern auch auf längere Sicht abnimmt und Projekte, die beauftragt werden, auf der Basis weniger attraktiver Finanzierungskonditionen zustande kommen. Beides wäre für das Geschäft der LS telcom sehr nachteilig. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „sehr hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. Risiken durch Naturkatastrophen Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren auch in Regionen, in denen LS telcom Niederlassungen oder Kunden hat, erheblich an Schadenshöhe zugenommen und werden daher als Einzelrisiko bewertet. Das können einerseits Erdbeben, Überschwemmungen oder lokale Großfeuerereignisse sein, diese speziell auch in Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung, andererseits rechnen wir hierzu ebenfalls pandemische Situationen wie die Covid-19 Krise oder die Ebola-Ausbrüche in Afrika vor einigen Jahren. Tendenzen solcher Ereignisse werden vom Risikomanagementsystem des Konzerns schon im frühen Stadium überwacht und dem Vorstand auch ad-hoc berichtet, da oft nur wenige Tage für eine sinnvolle Reaktion verbleiben. Die Risiken werden dadurch kontrolliert, dass Aufgaben, wo möglich, über mehr als eine Einheit verteilt werden, so dass bei einem Großereignis üblicherweise nicht ein gesamtes Projektteam insgesamt ausfällt. Inzwischen konnte eine durch alle Einheiten praktizierte mobile Arbeitskultur entwickelt werden, die diese Risiken zusammen mit Betriebsausfallversicherungen beherrschbar erscheinen lässt. Teil dieser Strategie ist es ebenfalls, mehr Teile unserer Serverinfrastruktur auf sichere Cloud-Anbieter zu verlagern. Hier vertrauen wir aber nur auf DSGVO konforme, international gefestigte Partner mit örtlich diversifizierter Backupstrategie. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikogruppe Naturkatastrophen mit „gering“ ein, die finanziellen Auswirkungen als „sehr hoch“ und beurteilen das Risiko in seiner Gesamteinschätzung als zu beobachtendes Risiko. Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken, Zinsen), Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommt den Devisenkursschwankungen von südafrikanischem Rand, US-Dollar, australischem und kanadischem Dollar gegenüber dem Euro besondere Bedeutung zu. 33 a) Preis- und Währungsrisiko Die LS telcom AG ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenswapgeschäfte) zum Einsatz kommen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden keine Projekte über Devisentermingeschäfte abgesichert. Das lag teilweise daran, dass gerade langlaufende Projekte entweder gar nicht oder nur gegen extrem hohe Aufschläge auf Kursrisiken abgesichert werden können. Andererseits versuchen wir dort möglichst viele Leistungen bereits in der Projektwährung oder einer daran gekoppelten Währung einzukaufen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Devisentermingeschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. b) Ausfallrisiko Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jeweiligen Schuldner. Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden wurde bislang als gering eingestuft, da LS telcom vorrangig Endkunden bedient, die bisher in den meisten Fällen erstklassige Bonität hatten und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen; Rückabsicherung bei Lieferanten) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellen konnte, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substanzieller Schaden bei der LS telcom verblieb. Die negativen Auswirkungen globaler Ereignisse auf Unternehmen und Staaten wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Bonitätseinstufung zumindest einiger unserer Kunden sinken wird. Verlängerte Zahlungsfristen und ein erhöhtes Maß an Zahlungsausfällen könnten daher künftig auftreten. Auch bei solventen Kunden ist eine Tendenz zu verspäteten Zahlungen feststellbar. Zudem macht das Unternehmen mittlerweile auch vermehrt in Ländern mit niedrigerer Bonität Geschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein, und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“. c) Cashflow- und Liquiditätsrisiko Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditlinien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom AG. Des Weiteren pflegt die LS telcom AG eine offene und vertrauensvolle Kom-munikation mit ihren Hausbanken, so dass weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung, insbesondere auch Projektfinanzierungen, gegeben sind. Zu berücksichtigen ist, dass bei einer sich inzwischen abzeichnenden weiteren Zunahme des Zinssatzes und möglicherweise weiterhin hohem Fremdfinanzierungsanteil das Risiko besteht, dass bei einer Umfinanzierung dann erheblich höhere Zinsbelastungen zu verzeichnen wären und dies die Profitabilität des Konzerns belasten könnte. Gleiches gilt auch bei einer erneuten Kreditaufnahme zur Liquiditätssicherung oder Projektfinanzierung. Vor dem Hintergrund der moderat positiven Geschäftsaussichten sowie der erhaltenen Finanzmittel wird dieses Risiko in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit auf „mittel“ bestehen gelassen und damit in seiner Gesamtbeurteilung auf „überwachen“ verbleiben. B. Chancenbericht Funkspektrum als knappe Ressource In den letzten Jahren sind die Einsatzmöglichkeiten von Funknetz-Anwendungen – z. B. aus den Bereichen Logistik, Transport, Infrastruktur, Industrie, Verteidigung, Mobilfunk – stark gestiegen, mit entsprechend zunehmender Nachfrage nach Funk-Spektrum-Kapazitäten. Allerdings ist das Funk-Spektrum eine knappe und begrenzte Ressource. Daher werden Technologien und Systeme benötigt, die einen effizienten und ressourcenschonenden Einsatz des Funkspektrums ermöglichen. Die Systemlösungen von LS telcom eignen sich hervorragend, um das Spektrum effizient zu verwalten und zu steuern. Entsprechend ergeben sich daraus sehr gute Absatzchancen für die LS telcom Gruppe. Lagebericht 34 Digitale Transformation Regulierungsbehörden und zuständige Ministerien sehen sich einer zunehmenden Komplexität in der Verwaltung und in der Überwachung des Funk-Spektrums ausgesetzt. Mit bestehenden und installierten Systemen lassen sich aus Sicht der LS telcom die anstehenden Aufgaben und der damit verbundene komplexe Arbeitsaufwand kaum mehr bewältigen. Daher könnte aus Sicht von LS telcom die Notwendigkeit zur Einführung moderner, digitaler Systeme einen Schub bei digitalen Systemen bzw. bei der digitalen Trans-formation auslösen und Regulierungsbehörden sowie zuständige Ministerien zu einer Modernisierung ihrer bestehenden Systeme veranlassen. LS telcom hat in den letzten Jahren erhebliche Ressourcen in der Entwicklung ihrer mySPECTRA-Plattform eingesetzt, die ideal auf die Bedürfnisse der Behörden zugeschnitten ist. mySPECTRA als führende Spektrum-Management-Lösung Bei mySPECTRA handelt es sich um eine komplett neu entwickelte Software-Plattform zur Verwaltung und Überwachung des Funk-Spektrums. Aus Sicht von LS telcom ist die Plattform in ihrem Einsatzgebiet weltweit führend. Sie ist vollständig web- und cloud-basiert. Sie kann in Cloud-, hybriden und in On-Premise-Umgebungen zum Einsatz kommen. Ihr Vorteil ist, dass viele Einstellungen entweder automatisiert durchgeführt werden oder von den Nutzern selbstständig, d. h. ohne zusätzlichen Programmierungs- und Anpassungsaufwand vorgenommen werden können. Damit werden die Nutzer in die Lage versetzt, digitalisiert, effizienter und kostengünstiger Aufgaben im Bereich Funk-Spektrum-Verwaltung und -Monitoring durchführen zu können. Für LS telcom sollte sich ein positiver EBIT-Margen-Effekt ergeben. Mit mySPECTRA entfällt ein Großteil der individuellen, projektbezogenen Programmierarbeiten, mit entsprechenden positiven Effekten auf die Profitabilität. Stetig steigende wiederkehrende Umsätze aus Wartungsverträgen Ein Großteil der Kunden von LS telcom, die Softwaresysteme beziehen, sind LS telcom langfristig verbunden, da sie nach Abschluss eines Projekts Wartungsverträge für z. B. Software-Update und Weiterentwicklungen abschließen. Bei webbasierten Systemen ist das fast zwingend notwendig, da die andauernde Evolution der Sicherheitslücken und ein regelmäßiges Updaten der Software schon aus Risikogesichtspunkten unerlässlich ist. Die daraus generierten Umsätze sind jährlich wiederkehrend. Bezogen auf den Umsatz des Segments Softwaresysteme liegt der Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse derzeit bei rund 50 %. Nominell ergab sich durch sich erheblich hinziehende Vertragsverlängerungsverhandlungen bei einigen größeren Kunden ein temporärer Rückgang des Bestandes. Auch wirkt sich der Rückzug von LS telcom vom russischen Markt negativ auf die Wartungsumsätze aus. LS telcom ist bestrebt, den Anteil der Wartungserlöse in der Folge wieder kontinuierlich zu steigern und ihren Anteil an den Gesamterlösen im Segment Softwarelösungen konsequent auszubauen. Chancen durch die veränderte Geopolitische Lage Auf der einen Seite erhöht der Krieg in der Ukraine die Risiken für einen globalen konjunkturellen Abschwung. Auf der anderen Seite steigen die Budgets für Verteidigungsausgaben. Die LS telcom Gruppe hat Produkte und Lösungen für Funk-Spektrum-Management im Portfolio (z. B. SPECTRAmil) sowie Lösungen zur elektronischen Abwehr via Funk-Lösungen (z. B. Drohnenabwehr, elektronischer Ortungsschutz). Die Nachfrage nach solchen Lösungen könnte durch die veränderte geopolitische Lage steigen. Absatzchancen in vertikalen Märkten Die Systemlösungen, Technologien und Produkte von LS telcom sind universell ausgelegt, d.h. sie lassen sich für nahezu jeden Funk-Anwendungsfall und in nahezu jeder Branche einsetzen. In den vergangen Jahren ist es der LS telcom gelungen, neue Kunden außerhalb der Kernmärkte Behörden und Ministerien im Telekommunikationsumfeld zu gewinnen, insbesondere aus den Bereichen Öffentliche Sicherheit, KRITIS, Verteidigung, Transport & Verkehr, Industrie, Öl & Gas und Versorgungsunternehmen. Zukunftsthemen wie Machine-to-Machine, Industrie 4.0, intelligente Verkehrssysteme sollten die Absatzchancen und das Marktpotential der LS telcom Gruppe deutlich erhöhen. Weitere Ausführungen zu Chancen der künftigen Entwicklung Die Chancen für künftiges Wachstum des Konzerns werden einerseits von den Themen Umnutzung von Frequenzspektrum für die Breitbandversorgung, Netze für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, dem steigenden Bedarf in der Verteidigung, Funklösungen für das Internet der Dinge, Automotive-Anwendungen und komplexe Kommunikationsanwendungen für die Industrie 4.0 mit all ihren Vertikalmärkten bestimmt. Andererseits ergeben sich aber auch weiterhin große Möglichkeiten durch den Digitalisierungsdruck auf Behörden und Dienstleister, wodurch eine Vielzahl an Innovations- und Erneuerungsprojekten weltweit angestoßen wurden oder gerade in Planung sind. Hier kann LS telcom punkten, weil bereits vor Jahren eine immer noch anhaltende Innovationsoffensive gestartet wurde, die nun einige der nachgefragten Produkte bereits vollständig beistellen und andere in absehbarer Zeit im Rahmen von Projekten zuliefern kann. 35 Wie oben bereits ausgeführt, um die Abhängigkeit von schwer planbaren Großprojekten zu entschärfen, hatte die LS telcom in den letzten Jahren ihre vertrieblichen Tätigkeiten in den vertikalen Märkten wie Öffentliche Sicherheit, Verteidigung, Transport & Verkehr, Versorgungsunternehmen, Gesundheit und Industrie intensiviert. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zunehmend zentrale Rolle und rückt im Rahmen der Digitalisierung, Steigender Sicherheitsanforderungen, Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation immer stärker in den Fokus. So wurden in Deutschland von der zuständigen Behörde beispielsweise 100 MHz Bandbreite exklusiv für lokale, sogenannte 5G-Campus Netze reserviert. Für viele Industrieunternehmen und Organisationen bietet sich damit die Möglichkeit und Chance, ihr eigenes, individuelles und für ihre Belange maßgeschneidertes 5G-Mobilfunknetz auf ihren Grundstücken zu errichten und zu betreiben. Da das zugehörige Wissen nicht zum Kerngeschäft des Kunden gehört, wird hier in der Regel auf Fachfirmen zurückgegriffen. Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standardprodukte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing-Partner, anbieten. Die im Vergleich zum reinen Behördenumfeld ungleich größere potenzielle Kundenzahl bietet selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enormen Markt und weniger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten. Der Vorstand ist von der Richtigkeit der strategischen Ausrichtung des Konzerns und seiner Produkte auf die oben beschriebenen Geschäftsfelder und Themen überzeugt. Die hohen Investitionen und Vorleistungen, die seit mehreren Jahren in entsprechende Produktentwicklungen und Markterschließungsmaßnahmen fließen und die Finanzzahlen der vorangegangenen Geschäftsjahre teilweise stark belastet haben, zeigen nun Wirkung und werden sich auch künftig für die gesamte Firmengruppe auszahlen. Das Produktangebot des Konzerns passt hervorragend zu den aktuellen und auch künftig absehbaren Forderungen des Marktes und wird kontinuierlich mit hoher Innovationskraft weiterentwickelt. Der Vorstand sieht den Konzern damit gut aufgestellt und zweifelt nicht an dessen mittel- und längerfristigem Erfolg. Die Unsicherheiten auf der Zeitschiene bezüglich Vergabeentscheidungen für neue Aufträge wird man dort, wo Entscheidungen in der politischen Ebene gefällt werden, nie ganz vermeiden können, da hier oftmals eine zusätzliche Logikebene mit gänzlich anderen Prioritäten existiert. Genau hier ist aber der Ansatz unserer Vertikalmarktstrategie, neben den Wartungsverträgen eine weitere Risikoverteilung auf viele Projekte zu erreichen. Betrachtet man die einzelnen Themenschwerpunkte näher, so bestehen hier folgende Chancen bzgl. der künftigen Geschäftsentwicklung: Im Beratungsgeschäft behauptet sich die LS telcom national und international sehr gut. Der Vorstand sieht nach wie vor sehr gute neue Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld der Digitalisierung sowie der Neu- und Erweiterungsplanung von Funknetzen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), ebenso im Zusammenhang mit der Einführung von digitaler Funktechnologie für professionelle Betriebsfunknetze (PMR) von Transport-, Versorgungs- und Industrieunternehmen. Wachstumspotenzial bietet sich im Dienstleistungsbereich weiterhin im Bereich der speziellen Objektfunkversorgung (z. B. Versorgung von Tunneln für Bahn und U-Bahnen, Kliniken, Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen etc.) sowie insbesondere auch im hochwertigen strategischen Beratungsbereich und Spektrum-Consulting zur zukünftigen Nutzung des Funkfrequenzspektrums etwa im Zusammenhang mit Breitbandversorgung, 5G und IoT für nationale und internationale Organisationen und Global Players. Wie oben bereits dargestellt, bietet das originäre Kerngeschäft der LS telcom, die Frequenzverwaltung bzw. das Spektrum-Management, ebenfalls sehr gute Möglichkeiten zur Realisierung weiteren Wachstums. Der Haupttrend in diesem Kundenbereich geht in Richtung noch stärker integrierter Systeme und hochautomatisierter, webbasierter Dienste. Neue, teils durch künstliche Intelligenz („Artificial Intelligence“) verstärkte Produkte sowie hervorragende Referenzprojekte für das sogenannte e-Licensing von Regulierungsbehörden sichern LS telcom aktuell eine starke Stellung im Wettbewerb in diesem Kundenkreis. Sie verschaffen dem Konzern aber ebenso Vorteile bei Netzbetreibern künftiger neuer Funkdienste und Nutzern von Spektrum-Management-Dienstleistungen. Lagebericht 36 Die Notwendigkeit und der Wunsch vieler Arbeitnehmer zum verteilten mobilen Arbeiten in den aktuellen Krisen, wie auch der um sich greifende Personalmangel und Kostendruck generell, dürfte Behörden verstärkt dazu bewegen, bestehende Systemlösungen zu modernisieren und auf webbasierte Systeme umzustellen. Neue Funktechnologien sowie neue Regelwerke der EU und der ITU (Internationale Fernmeldeunion), wie sie u. a. auf der Weltfunkkonferenz (WRC) Ende 2019 beschlossen wurden und in der aktuell laufenden Weltfunkkonferenz (WRC) 2023 wieder beschlossen werden, sind daneben wie in der Vergangenheit weitere „Motivatoren“ für Neugeschäft, Systemanpassungen und -erweiterungen. Speziell aufbauend auf dem Kundenstamm aus dem Teilmarkt des Öffentlichen- und Behördensektors und den neuen Kunden aus den Vertikalmärkten rechnet sich der Konzern Zusatzgeschäft mit neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwaltung und Funküberwachung aus. Auch Organisationen der Inneren Sicherheit inklusive KRITIS-Unternehmen und des militärischen Markts sind potenzielle Interessenten für diese aus Messtechnik und Software einschließlich künstlicher Intelligenz geformten Produkte und bieten zunehmend gute Möglichkeiten für neues Wachstum. Insbesondere die Kombination mit den Produkten des Spektrum-Managements und die inzwischen sehr etablierten Spektrum-Management-Dienstleistungen bieten hervorragende Möglichkeiten für LS telcom, die Geschäfte weiter auszubauen. C. Prognosebericht Prognose für die Weltwirtschaft Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seinem Gutachten vom Herbst 2023 davon aus, dass die globale Wirtschaft im Jahr 2024 um 2,9 % wachsen dürfte. Im Jahr 2022 lag das globale Wachstum noch bei 3,5 %. Für das Jahr 2023 wird ein Wachstum von 3,0 % erwartet18. Insgesamt erholt sich die globale Wirtschaft nur langsam und bleibt hinter ihrem Potenzialwachstum zurück. Gründe hierfür sind insbesondere die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der russische Angriff auf die Ukraine sowie die Krise der Lebenshaltungskosten19. Die Wachstumsannahmen gehen trotz der restriktiven Politik der Notenbanken von einem „Soft-landing“-Szenario aus20. Die erwartete Verlangsamung der US-Wirtschaft geht einher mit einem prognostizierten leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit von 3,6 % in 2023 auf 3,9 % in 202521. Drei globale mächtige Trends beeinflussen das globale Wachstum. Erstens, die Erholung der Service-Industrie hat ihren Höhepunkt erreicht. Die starke Nachfrage nach Dienstleistungen wie insbesondere Tourismus unterstützte das Wirtschaftswachstum in Ländern wie Spanien und Frankreich. Zweitens, die Bekämpfung der Inflation durch die Notenbanken haben die Kreditbedingungen verschlechtert und lasten auf vielen Bereichen wie z. B. auf der Bautätigkeit und dem Häusermarkt. Drittens, der Preisschock durch die Energiekrise scheint verdaut und die Arbeitsmärkte bleiben weiterhin auf einem robusten Niveau22. Die Risiken für die Weltwirtschaft und das erwartete Wachstum bleiben hoch: Die chinesische Immobilienkrise könnte sich vertiefen und auf die Weltwirtschaft übergreifen. Die geopolitischen Spannungen und Risiken könnten sich negativ auf die Rohstoffpreise auswirken und damit insbesondere in aufstrebenden Ländern die Disinflationsstrategien zu Nichte machen. Die globale Inflation könnte sich insgesamt verfestigen. Sie ist zwar deutlich gesunken, jedoch dürften sowohl die Kernrate als auch die allgemeine Inflationsrate auf einem hohen Niveau verharren. Schließlich scheint die Flexibilität vieler Staaten durch hohe Verschuldungen eingeschränkt sein, um mögliche Schocks auffangen zu können23. Insgesamt erwartet der IFW eine Fortsetzung des Desinflationstrend in 2024. Nach einer globalen Inflationsrate von 6,9 % im Jahr 2023, geht der IFW von einem globalen Inflation von 5,8 % im Jahr 2024 aus24. 37 Prognose für die Wirtschaft in Europa Der IFW rechnet im Euroraum mit einer leichten Belebung des Output-Wachstums, allerdings auf niedrigem Niveau. So soll nach den Berechnungen des IFW das Wachstum von 0,7 % in 2023 auf 1,2 % in 2024 steigen. Im Vergleich zur Prognose vom Juli 2023 bedeutet dies eine Revision der Wachstumserwartung für 2024 um 0,3 Prozentpunkte nach unten. Allerdings werden im Wachstum deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern erwartet. So korrigierte der IMF im Vergleich zur Juli-Prognose das erwartete Output-Wachstum für Deutschland um 0,4 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent nach unten. Auch wurde für Italien das erwartete Wachstum um 0,2 Prozentpunkte auf eine Rate in Höhe von 0,7 % nach unten korrigiert. Dagegen blieben die Erwartungen des IMF für Frankreich unverändert. Das erwartete Wirtschaftswachstum für 2024 liegt nach wie vor bei 1,3 %25. Prognose für die Wirtschaft in Deutschland Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose erwartet in ihrem Gutachten vom Herbst 2023 für Deutschland im Jahr 2024 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 %. Das entspricht gegenüber der Frühjahrsprognose einer Revision nach unten. Im Frühjahr wurde noch ein Wachstum von 1,5 % erwartet. Zudem prognostiziert die Projektgruppe für das Jahr 2024 einen deutlichen Rückgang der Inflationsrate auf 2,6 %26. Jedoch sieht die Projektgruppe erhebliche Abwärtsrisiken. Verwerfungen auf den weltweiten Märkten für Flüssiggas würde zu einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft führen, verbunden mit zusätzlichen Kaufkraftverlusten der privaten Haushalte. Ferner stellen die konjunkturelle Entwicklung in China und die sich abzeichnenden neuen Handelskonflikte zwischen der EU und China auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge eine Gefahr für die exportorientierte deutsche Wirtschaft dar. Aus Sicht der Projektgruppe führt das Management der Energiewende zu erheblicher Verunsicherung bei Unternehmen und privaten Haushalten und könnte zu Wohlstandsverlusten führen. Hierzu zählt nach der Projektgruppe insbesondere die Emissionsreduktionsziele durch kleinteilige Eingriffe in die Entscheidungen der Unternehmen und Haus- halte zu erreichen statt auf effiziente marktwirtschaftliche Instrumente wie einen hinreichend hohen CO2-Preis und Zertifikatehandel zu setzen27. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung Der vertraglich gesicherte und nicht bearbeitete Auftragsbestand im Konzern lag zum Ende der Berichtsperiode bei EUR 36,1 Mio. (i. V. EUR 46,3 Mio.). Unbefristet laufende Wartungsverträge sind dabei lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten und langfristige Rahmenverträge maximal mit den während ihrer Laufzeit realistisch zu erwartenden Abrufvolumina berücksichtigt worden. Die Auftragslage ist im Vergleich zum Stichtag 30.09.2022 rückläufig. Konjunkturelle Risiken und angespannte Haushaltslagen führten zu einer Zurückhaltung bei der Vergabe von neuen Projekten. Der Auftragsbestand setzt sich sowohl aus noch abzuarbeitenden Projektverträgen als auch aus wiederkehrendem Geschäft (bspw. Wartungsverträge) zusammen, wobei das jährliche Volumen aus Wartungsverträgen mittlerweile (zum Stichtag 30.09.2023) bei rund EUR 14,2 Mio. liegt. Neben diesen vertraglich mittel- bis längerfristig als gesichert zu wertenden Geschäften werden hohe Umsatzanteile aus Rahmenverträgen erwirtschaftet. Hierbei existiert ein ausverhandelter vertraglicher Rahmen, der kurzfristige Leistungsabrufe ohne weiteren Angebotsaufwand oder Verhandlungen ermöglicht und meist stabile Umsätze liefert, jedoch bestehen oft keine längerfristigen Abnahmegarantien. Solche Rahmenverträge kommen meist im Beratungs- und Planungsumfeld zum Einsatz, vor allem die Dienstleistungen der US-Tochter RadioSoft basieren auf dieser Art von Kundenbeziehungen. In den hier insgesamt und auf 12-Monatssicht angegebenen Umsatzerwartungen sind keine Umsätze im Zusammenhang mit Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten enthalten. Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand sollte nach Berechnungen der Gesellschaft bei planmäßiger Abarbeitung für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024 Umsatzerlöse in Höhe von rund EUR 25,1 Mio. (i. V. EUR 29,5 Mio.) beisteuern. Lagebericht 38 Eine Herausforderung, die die Geschäftsentwicklung bereits seit einigen Jahren stark beeinflusst, ist die starke Abhängigkeit von komplexen Vergabeverfahren, denen sich die LS telcom Firmengruppe beim Großteil der öffentlichen Behördenkundschaft stellen muss und die sehr häufig aus unterschiedlichsten politischen oder haushaltsbezogenen Gründen Verzögerungen erfahren. In der jüngeren Vergangenheit hatten wir uns verstärkt auf sogenannte Vertikalmärkte konzentriert. Das sind Märkte, die für eine bestimmte Aufgabe unsere Produkte und Dienstleistungen benötigen, aber nicht selbst der Kommunikationsbranche zuzurechnen sind. Die erzielten Erfolge, wie beispielsweise steigende Umsätze und zahlreiche neue Kunden in diesen Marktsegmenten, bestärken uns darin, diese neue Ausrichtung konsequent weiterzuverfolgen. Wir sind davon überzeugt, dass aus diesen Vertikalmärkten künftig erhebliches neues Wachstum für die LS telcom generiert werden kann – ganz unabhängig von Verzögerungen, die sich in einzelnen Branchen während der Pandemie temporär ergeben haben. In der dadurch sogar verstärkt zunehmenden Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft werden hochwertige, sichere, zuverlässige und robuste Netzverbindungen immer wichtiger, Funknetze gewinnen an Bedeutung und Funkspektrum spielt eine zunehmend zentrale Rolle. Hier hat das Unternehmen bereits beginnend in den letzten Geschäftsjahren ein umfassendes Produkt- und Serviceportfolio, bestehend aus Software, Messtechnik, Beratungs-, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen, entwickelt und einige sehr gute Referenzprojekte durchgeführt. Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standardprodukte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing-Partner, anbieten. Mit diesen zunehmend replizierbaren Lösungen, aus denen sich nachhaltiges Produktgeschäft und Projektgeschäft ableiten lässt, sprechen wir zudem eine Vielzahl von Kunden einer Branche an. Ein großer Vorteil bei diesem Schritt in Richtung Privat- und Industriekunden wird in den Vergabe- und Entscheidungsprozessen liegen, von denen wir erwarten, dass diese schneller und besser planbar ablaufen als im bisherigen internationalen Behördenumfeld. Zudem bietet die ungleich größere potenzielle Kundenzahl selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enormen Markt und weniger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten. Der laufende Ausbau digitaler Funknetze zum Beispielbasierend auf der 5G-Technologie, die neben schnellerem mobilem Internet auch für das Internet of Things sowie die Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben der Industrie 4.0 wesentliche Vorteile bringen, sollte LS telcom zusätzliches dauerhaftes Geschäft vermitteln. Unternehmen können in Deutschland eigene lokale private Campusnetze errichten und betreiben. Dies erfordert sichere Telekommunikationsverbindungen und störungsfreies Funkspektrum. Hier ist LS telcom mit seinem Know-how eine perfekte Adresse. Trotz aller positiven Zeichen und eines soliden Auftragspolsters soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch wir nur eine begrenzte Sicht auf den weiteren Verlauf der geopolitischen Verwerfungen, den teilweise noch bestehenden Herausforderungen bei Lieferketten und Logistik, den sich eintrübenden makroökonomischen Umfelds sowie der hohen Inflation haben. Der Vorstand geht davon aus, dass die Entwicklung des Konzern-EBIT im Geschäftsjahr 2023/2024 außerdem durch steigende Abschreibungen auf aktivierte Eigenleistungen und das hohe Inflationsumfeld belastet sein dürfte. LS telcom wird daher zusätzliche Vertriebsanstrengungen vornehmen, um mehr Projekte in den Bereichen Verteidigung, Vertikalmärkte sowie klassische Märkte zu gewinnen. Zudem hat LS telcom Prozesse initiiert, um die Kostenseite zu optimieren. In einem ersten Schritt stehen dabei die externen Dienstleister im Fokus. Durch die Erweiterung des eigenen Personalbestands sowie einer sukzessiven Reduktion der Entwicklungsaktivitäten aufgrund der Fertigstellung der Hauptanteile der mySPECTRA Funktionalitäten geht LS telcom davon aus, das Volumen der externen Dienstleister wesentlich reduzieren zu können. Unter Berücksichtigung der eingeleiteten Maßnahmen, des vorhandenen Auftragsbestands und des umfassenden Risikomanagements sieht sich LS telcom für das Geschäftsjahr 2023/2024 gut gerüstet. Die beschriebenen Unsicherheiten können jedoch nicht vollständig eliminiert werden. Daher muss auch in diesem Jahr berücksichtigt werden, dass die Planungen für das laufende Geschäftsjahr mit Unsicherheiten behaftet sind. 39 Auf Konzern-Ebene und unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Ausführungen rechnet das Management für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem Umsatz in der Bandbreite von EUR 41,0 bis 45,0 Mio. und einem Prognosekorridor für das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR 500 bis EUR 1,2 Mio. IV. BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 315a ABS. 1 HGB 1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital betrug zum 30. September 2023 EUR 5.817.000,00. Es ist eingeteilt in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt. 2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme. 3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden die folgenden Beteiligungen mit über 10 % der Stimmrechte: Beteiligte Person oder Gesellschaft Anzahl an Stimm- rechten Anteile an Stimm- rechten Dr. Georg Schöne 1.624.843 27,93% Dr. Manfred Lebherz 1.155.083 19,86 % ShapeQ GmbH 1.068.332 18,37 % *entsprechend der letzten Stimmrechtmitteilung 4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. 6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung gemäß §§ 133 und 179 AktG vorgenommen. Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen. 7. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Ausgabe von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 10. März 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. März 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.908.500,00 zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2022“). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen: Lagebericht 40  um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;  bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen;  bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind andere Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Auf die 10 %-Grenze sind ferner Aktien anzurechnen, für die aufgrund von Options- oder Wandelschuldverschreibungen oder -genussrechten, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG von der Gesellschaft ausgegeben werden, ein Options- oder Wandlungsrecht, eine Options- oder Wandlungspflicht oder zugunsten der Gesellschaft ein Aktienlieferungsrecht besteht;  bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der LS telcom AG und ihrer verbundenen Unternehmen (Belegschaftsaktien), wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 5 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Von den vorstehend erteilten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand nur in solchem Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreitet (20 %-Grenze), und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 20 %-Grenze anzurechnen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2022 festzulegen. Rückkauf von Aktien Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 14. März 2019 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe: a) Die Gesellschaft wird im Rahmen der gesetzlichen Grenzen ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a AktG ff. zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. b) Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden. c) Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken: 41  zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;  zur Einziehung der Aktien;  um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. d) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen. Die Gesellschaft wird aber ermächtigt, eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwenden:  zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;  um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. In diesen Fällen ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräußerungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräußerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten. e) Der Vorstand wird weiter ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen. f) Die Ermächtigungen gemäß vorstehenden lit. d) und e) können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. g) Die Ermächtigung wird am 14. März 2019 mit dem Ende der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft wirksam und gilt bis zum 13. März 2024. 8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor. 9. Entschädigungsvereinbarungen Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mit-gliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht. V. BERICHT ZU WESENTLICHEN GESCHÄFTEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN Die Geschäfte mit nahestehenden Personen des Konzerns werden im Konzern-Anhang gesondert dargestellt. VI. (KONZERN-)ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG Die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenso wie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im Internet auf der deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten „Die LS telcom AG“ – „Investor Relations“ – „Corporate Governance“ abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergangenen Jahre zugänglich. Lichtenau, 11. Dezember 2023 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz Konzern-Abschluss 42 Konzern-Bilanz (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 30. September 2023 Aktiva in TEUR Erläuterung 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte D.3. 11.747 10.052 Geschäfts- und Firmenwert D.4. 5.351 5.707 Sachanlagen D.5. 4.476 5.143 Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen D.7. 247 339 Sonstige langfristige Vermögenswerte D.8. 15 15 Latente Steuern D.9. 955 1.012 22.791 22.268 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte D.10. 1.013 897 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertrags- vermögenswerte D.11. 11.371 10.802 Liquide Mittel D.13. 4.927 6.753 Ertragsteuerforderungen D.14. 27 89 Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte D.15. 1.044 1.099 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte D.16. 27 0 18.409 19.640 Summe Vermögenswerte 41.200 41.908 43 Passiva in TEUR Erläuterung 30.09.2023 30.09.2022 Eigenkapital Gezeichnetes Kapital D.17. 5.817 5.817 Kapitalrücklage D.17. 7.644 7.644 Gewinnrücklagen D.17. -129 -129 Rücklage aus Währungsumrechnung D.17. -536 -359 Konzern-Bilanzgewinn D.17. 5.151 5.365 Eigene Anteile D.17. -49 -49 Anteile anderer Gesellschafter D.17. 78 51 Summe Eigenkapital 17.976 18.340 Langfristige Schulden Langfristige Rückstellungen D.18. 510 502 Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten D.19. 4.686 4.651 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten D.21. 785 650 Latente Steuern D.22. 3.071 2.801 9.052 8.604 Kurzfristige Schulden Steuerrückstellungen D.23. 209 65 Kurzfristige Rückstellungen D.23. 350 473 Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten D.24. 798 1.328 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen D.25. 2.397 2.539 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten D.26. 3.945 3.954 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten D.27. 6.473 6.605 14.172 14.964 Summe Schulden 23.224 23.568 Summe Eigenkapital und Schulden 41.200 41.908 Konzern-Abschluss 44 Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 in TEUR Erläuterung 2022/2023 2021/2022 Umsatzerlöse E.2. 41.708 47.271 Sonstige betriebliche Erträge E.3. 1.472 2.876 Veränderungen des Bestands an unfertigen Erzeugnissen -122 -483 Aktivierte Eigenleistungen E.4. 5.554 4.705 Gesamtleistung 48.612 54.369 Materialaufwand E.5. 11.230 17.450 Personalaufwand E.6. 23.372 21.858 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens E.7. 5.117 5.631 Sonstige betriebliche Aufwendungen E.8. 7.863 6.342 Betriebsergebnis 1.030 3.088 Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen E.9. -65 -165 Zinserträge E.9. 23 29 Zinsaufwendungen E.9. 286 281 Finanzergebnis -328 -417 Ergebnis vor Steuern 702 2.671 Ertragsteuern E.10. 837 841 Jahresergebnis -135 1.830 Sonstiges Ergebnis mit Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung zu einem späteren Zeitpunkt (recycling) Währungsdifferenzen -229 143 Sonstiges Ergebnis der Periode (nach Steuern) -229 143 Summe Gesamtergebnis der Periode -364 1.973 Zurechnung des Jahresergebnisses Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 78 -153 Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG -213 1.983 -135 1.830 Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 27 -140 Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG -391 2.113 -364 1.973 Ergebnis je Aktie (unverwässert /verwässert) in EUR E.11. -0,04 0,34 Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert /verwässert) E.11. 5.817.000 5.817.000 45 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens Anteile anderer Ge- sellschafter Konzern- Eigen- kapital in TEUR Gezeich- netes Kapital Kapital- rück- lage Gewinn- rück- lage Rücklage aus Währungs- umrechnung Eigene Anteile Konzern- Bilanz- gewinn Summe TEUR Summe 2021/2022 Stand am 01.10.2021 5.817 7.644 -129 -489 -49 3.382 16.176 191 16.367 Gesamtergebnis 0 0 0 130 0 1.983 2.113 -140 1.973 Stand am 30.09.2022 5.817 7.644 -129 -359 -49 5.365 18.289 51 18.340 2022/2023 Stand am 01.10.2022 5.817 7.644 -129 -359 -49 5.365 18.289 51 18.340 Gesamtergebnis 0 0 0 -178 0 -213 -391 27 -364 Stand am 30.09.2023 5.817 7.644 -129 -536 -49 5.151 17.898 78 17.976 Konzern-Abschluss 46 Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS) der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2022/2023 in TEUR 2022/2023 2021/2022 Periodenergebnis -135 1.830 + Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Gegenstände des Sachanlagevermögens 4.645 5.127 + Abschreibungen auf Nutzungsrechte nach IFRS 16 472 504 -/+ Zunahme/Abnahme aktive latente Steuern -4 -5 +/- Zunahme/Abnahme passive latente Steuern 285 481 +/- Gezahlte Ertragsteuern abzüglich erhaltene Ertragsteuern 90 -43 -/+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 104 1.183 -/+ Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -11 -13 -/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Aktiva -998 -693 +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Passiva 630 -3.434 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 5.078 4.937 + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 0 19 - Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -6.263 -5.580 - Auszahlung für Investitionen in langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 -15 + Erhaltene Zinsen 22 29 Cashflow aus der Investitionstätigkeit -6.241 -5.547 - Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten -475 -507 + Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 2.970 0 - Auszahlungen zur Tilgung von Finanzkrediten -2.637 -3.515 - Gezahlte Zinsen -208 -281 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -350 -4.303 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -1.513 -4.913 +/- Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds -312 254 + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.751 11.410 Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.926 6.751 47 Konzern-Abschluss 48 Konzern-Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2022/2023 A. INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN Die LS telcom Aktiengesellschaft (die Gesellschaft) mit Sitz Im Gewerbegebiet 31-33 in 77839 Lichtenau, Deutschland, ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nr. 211164 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Implementierung, der Vertrieb und die Installation von Hard- und Softwarelösungen auf dem Gebiet der drahtlosen und leitungsgebundenen Telekommunikation, insbesondere der Funknetzplanung, des Frequenzmanagements und der sonstigen Systemlösungen sowie die Beratung und Schulung, insbesondere von Funknetzbetreibern, Medienunternehmen und Regulierungsbehörden. Die LS telcom AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzern-Abschluss zum 30. September 2023 auf, welcher die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften umfasst. Der Vorstand der Gesellschaft hat den Konzern-Abschluss zum 30. September 2023 sowie den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023 am 11. Dezember 2023 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt und zur Veröffentlichung freigibt. B. RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE Der Konzern-Abschluss der LS telcom AG zum 30. September 2023 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum 30. September 2023 anzuwenden sind, erstellt. Die Auslegungen (IFRIC - International Financial Reporting Interpretations Committee und SIC - Standards Interpretations Committee) des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) wurden beachtet. Alle am Abschlussstichtag gültigen und durch die Kommission der Europäischen Union (EU) anerkannten IFRS wurden berücksichtigt. Die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgt nach den verpflichtend anzuwendenden Standards und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LS telcom AG. Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Die Betragsangaben lauten - soweit nicht anders angegeben -auf Tausend Euro (TEUR). Der konsolidierte Abschluss entspricht den Anforderungen des § 315e HGB. Die zusätzlichen Vorschriften nach deutschem Handelsrecht, für die eine Pflicht zur Anwendung besteht, wurden beachtet. Die Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzern-Abschlusses aufgestellt. Dem Konzern-Abschluss liegen wie im Vorjahr einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Grunde. 49 Neue Standards und Interpretationen Folgende, von IASB und IFRS IC neu verabschiedete bzw. geänderte und durch die EU anerkannte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen waren für das Geschäftsjahr 2022/2023 erstmalig verpflichtend anzuwenden: Standard / Interpretation Anzuwenden ab Geschäftsjahr Amend. IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse, Sachanlagen, Rückstellungen, 1. Januar 2022 IAS 16 und IAS 37 Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen Amend. IFRS 3, Jährlicher Verbesserungsprozess (Zyklus 2018-2020) 1. Januar 2022 IFRS 1, IFRS 9, IAS 41 und IFRS 16 Aus der Anwendung dieser neuen Standards und Interpretationen haben sich keine Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss ergeben. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden folgende vom IASB bereits verabschiedete neue bzw. geänderte, aber zum Teil von der EU noch nicht übernommene Rechnungslegungsnormen nicht berücksichtigt, weil eine Verpflichtung zur Anwendung noch nicht gegeben war: Standard / Interpretation Anzuwenden ab Geschäftsjahr EU-Endorsement bis 30. September 2023 erfolgt IFRS 17 und Versicherungsverträge, Vergleichsinformationen über finanzielle 1. Januar 2023 Amend. IFRS 17 Vermögenswerte Amend. IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1. Januar 2023 IFRS Practice Statement 2 Amend. IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1. Januar 2023 Amend. IAS 12 Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlich- 1. Januar 2023 keiten aus einer Einzeltransaktion Standard / Interpretation Anzuwenden ab Geschäftsjahr EU-Endorsement noch ausstehend (Stand 30. September 2023) Amend. IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig 1. Januar 2024 Amend. IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten bei Sale-and-Leaseback-Transaktionen 1. Januar 2024 Amend. IAS 12 Bilanzierung latenter Steuern -Pillar Two Model Rules 1. Januar 2023 Amend. IAS 7, IFRS 7 Zusätzliche Angaben zu Finanzierungsvereinbarungen mit Lieferanten 1. Januar 2024 Amend. IAS 21 Währungsrechnung bei fehlender Umtauschbarkeit ("Lack of Exchangeability") 1. Januar 2025 Von der Möglichkeit, vom IASB bereits verabschiedete Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht. Eine frühere Anwendung hätte nach aktueller Einschätzung keine wesentlichen Auswirkungen auf die aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt. Auch die übrigen neuen bzw. überarbeiteten Standards werden nach derzeitigen Einschätzungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Konzern-Abschluss 50 Schätzungen und Annahmen Die Aufstellung des Konzern-Abschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf den Ansatz von Entwicklungskosten, die Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Forderungen und Vertragsvermögenswerten sowie Vertragsverbindlichkeiten und von Rückstellungen sowie auf die Realisierung zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden ggfs. nach IAS 8 zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. C. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE 1. Konsolidierungskreis Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzern-Abschluss einbezogen, ab dem die LS telcom AG das Unternehmen gemäß IFRS 10 beherrscht. Beherrschung liegt dann vor, wenn die LS telcom AG aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens entscheiden kann, wenn ihr die positiven oder negativen variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen zufließen und wenn sie diese Rückflüsse durch ihre Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen LS telcom AG nicht mehr besteht. 51 In den Konzern-Abschluss sind gemäß IFRS 10 neben der Gesellschaft die folgenden Unternehmen einbezogen worden: Name und Sitz Währung Gezeich- netes Kapital Anteil am Kapital in % Eigenkapital Jahresergebnis Hauptgeschäfts- tätigkeit LS telcom Ltd., CAD 1.829.000 100 1.428.837 581.052 Vertrieb/Entwicklung Ottawa/Kanada Vision2Comm GmbH, EUR 25.000 100 55.191 2.385 Dienstleistung/ Lichtenau/Deutschland Vertrieb LS telcom SAS, EUR 100.000 100 786.080 446.224 Vertrieb/Entwicklung Paris/Frankreich LS of South Africa Radio ZAR 153 51 20.161.730 3.510.306 Consulting/Vertrieb/ Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika Produktion Colibrex GmbH, EUR 25.000 100 -1.055.784 290.697 Vertrieb/Entwicklung/ Rheinmünster/Deutschland Produktion LS telcom UK Ltd., GBP 1.000 100 -434.622 151.892 Vertrieb/ London/Vereinigtes Königreich Dienstleistung RadioSoft Inc., USD 1.001 100 252.243 -532.882 Vertrieb/Dienstleistung/ Clarkesville, Georgia/USA Entwicklung LST Middle East FZ-LLC, AED 200.000 49 -3.505.437 -475.778 Vertrieb/Entwicklung Dubai/Vereinigte Arabische Emirate LS telcom Australia Pty Ltd, AUD 100 100 -577.287 -593.680 Vertrieb/ Sydney/Australien Dienstleistung LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, INR 5.000.000 90 18.385.191 7.571.322 Entwicklung Mumbai/Indien Smart Spectrum Solutions Providers USD 20.000 90 661.512 383.170 Entwicklung S.A.L (Offshore), Beirut/Libanon Die LST Middle East FZ-LLC wird aufgrund des seit Beginn des Geschäftsjahres 2015/2016 vom Kapitalanteil abweichenden 60 %-igen Anteils an Stimmrechten der LS telcom AG im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzern-Abschluss einbezogen. 2. Veränderung des Konsolidierungskreises Im Geschäftsjahr 2022/2023 haben keine Änderungen im Konsolidierungskreis stattgefunden. Konzern-Abschluss 52 3. Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures In den Konzern-Abschluss wurden zum 30. September 2023 folgende assoziierte Unternehmen und Joint Ventures einbezogen: Name und Sitz Währung Gezeichnetes Kapital Anteil am Kapital in % Eigenkapital Jahresergebnis Hauptgeschäfts- tätigkeit NG Networks Co., Ltd., RMB 1.447.548 40 3.331.615 -1.541.584 Vertrieb/Entwicklung Suzhou/China Radio Telecommunications Services ZAR 1.000 49 375.125 5.172 Consulting/Vertrieb/ (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika Produktion Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP- EUR 0 50 0 0 Consulting services GmbH, Lichtenau/Deutschland SlivaCom d.o.o., BAM 20.000 48 36.137 41.402 Entwicklung/ Banja Luka/Bosnien und Herzegowina Produktion 4. Konsolidierungsmethoden Grundlage für den Konzern-Abschluss sind die nach einheitlichen Regeln zum 30. September 2023 aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die auf lokalen Vorschriften basierenden Jahresabschlüsse wurden von der Gesellschaft auf die geltenden IFRS übergeleitet. Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgte in der Vergangenheit nach der partiellen Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital zum Erwerbszeitpunkt. Negative Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden in Vorjahren erfolgswirksam berücksichtigt. Für Fälle nach dem 31. März 2004 erfolgt die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach nochmaliger Überprüfung direkt in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. In den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen sowie Verkäufe von Anlagevermögen zwischen Konzern-Gesellschaften werden ebenfalls berücksichtigt. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. 53 D. ERLÄUTERUNG ZUR KONZERN-BILANZ 1. Anschaffungskostenprinzip Die Erstellung des Konzern-Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips, sofern nicht spezifische Anforderungen einen Ansatz zum Fair Value vorschreiben. Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise der Geschäfts- oder Firmenwert, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertminderungen geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegenden Zeitwerten des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte der jeweiligen Segmente, die als niedrigste Ebene für die Cashflows separat identifiziert werden können (zahlungsmittelgenerierende Einheit; CGUs), zusammengefasst. Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts wird für nicht monetäre Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat. 2. Fremdwährungsrechnung a) Transaktionen Die in den Abschlüssen der einzelnen Gesellschaften des Konzerns erfassten Posten werden auf der Grundlage der jeweiligen funktionalen Währung bewertet. Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Der Euro ist Berichtswährung und funktionale Währung der Gesellschaft. Transaktionen in Fremdwährung werden vom jeweiligen Konzern-Unternehmen zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kurs in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Kurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam berücksichtigt und in der KonzernGesamtergebnisrechnung unter dem Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ bzw. unter dem Posten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. b) Umrechnung der Jahresabschlüsse Bei der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Da die Konzern-Gesellschaften ihr Geschäft selbstständig betreiben, sind sie als „foreign entities“ im Sinne von IAS 21 berücksichtigt. Hiernach werden die Vermögenswerte und Schulden monetärer Posten zum Stichtagskurs, nicht monetärer Posten sowie das Eigenkapital zum historischen Kurs und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der sich ergebende Unterschiedsbetrag wird ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die bei Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Konzern-Abschluss 54 Für die Fremdwährungsumrechnung kamen folgende Umrechnungskurse zur Anwendung: Durchschnittskurs Stichtagskurs Land Währung 2022/2023 EUR 1,00= 2021/2022 EUR 1,00= 30.09.2023 EUR 1,00= 30.09.2022 EUR 1,00= Australien AUD 1,6036 1,5211 1,6339 1,5076 Kanada CAD 1,4396 1,3843 1,4227 1,3401 Südafrika ZAR 19,408 17,119 19,981 17,535 USA USD 1,0678 1,0847 1,0594 0,9748 Vereinigtes Königreich GBP 0,8706 0,8472 0,8646 0,8830 Vereinigte Arabische Emirate AED 3,9233 3,9804 3,8835 3,6003 China RMB 7,5322 7,0934 7,7218 6,9750 Bosnien und Herzegowina BAM 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558 Indien INR 87,8981 83,1764 88,0165 79,4250 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum Abschlussstichtag können der folgenden Tabelle entnommen werden: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Rechte und Lizenzen 707 815 Entwicklungskosten 11.040 9.237 11.747 10.052 55 Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar: in TEUR Rechte und Lizenzen Aktivierbare Eigenleistungen abgeschlossene Entwicklung Aktivierbare Eigenleistungen in Entwicklung Geleistete Anzahlungen Summe Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand zum 01.10.2021 3.303 36.109 1.091 0 40.503 Zugänge 52 4.085 620 0 4.757 Abgänge 0 -972 0 0 -972 Umbuchungen 0 0 0 0 0 Währungsanpassungen 334 100 0 0 434 Stand zum 30.09.2022 3.689 39.322 1.711 0 44.722 Zugänge 50 1.746 3.808 0 5.604 Abgänge -2 -1.182 0 0 -1.184 Umbuchungen 0 0 0 0 0 Währungsanpassungen -176 -70 0 0 -246 Stand zum 30.09.2023 3.561 39.816 5.519 0 48.896 Kumulierte Abschreibungen Stand zum 01.10.2021 2.559 28.488 0 0 31.047 Zugänge 101 4.180 0 0 4.281 Abgänge 0 -972 0 0 -972 Währungsanpassungen 214 100 0 0 314 Stand zum 30.09.2022 2.874 31.796 0 0 34.670 Zugänge 99 3.751 0 0 3.850 Abgänge -2 -1.182 0 0 -1.184 Währungsanpassungen -117 -70 0 0 -187 Stand zum 30.09.2023 2.854 34.295 0 0 37.149 Nettobuchwert 30.09.2022 815 7.526 1.711 0 10.052 30.09.2023 707 5.521 5.519 0 11.747 Investitionen wurden im Wesentlichen für aktivierbare Eigenleistungen getätigt. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Nutzung sämtlicher immaterieller Vermögenswerte ist als endlich eingestuft. Sie werden um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode über die zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer vermindert, die drei bis acht Jahre beträgt. Soweit notwendig wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen, die bei späterem Wegfall der Gründe rückgängig gemacht wird. Außerplanmäßige Wertkorrekturen (Minderungen und Mehrungen) wurden im Berichtsjahr wie im Vorjahr keine erfasst. Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern sowohl die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht, als auch die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner muss der Konzern die Erwirtschaftung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögenswert, die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können, belegen. Konzern-Abschluss 56 Die Entwicklungskosten umfassen die direkten Kosten der Entwicklungsabteilung in Relation zu den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Externe Leistungen werden mit den in Rechnung gestellten Kosten angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über vier Jahre. Die bilanzierten Entwicklungsprojekte (EUR 45,34 Mio., i. V. EUR 41,03 Mio.) werden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft. Die noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekte (EUR 5,52 Mio., i. V. EUR 1,71 Mio.) werden auf technische Realisierbarkeit geprüft. Die bereits abgeschlossenen Entwicklungsprojekte mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von EUR 39,82 Mio. (i. V. EUR 39,32 Mio.) und einem Nettobuchwert von EUR 11,18 Mio. (i. V. EUR 9,39 Mio.) werden auf Indikatoren für eine Wertminderung getestet und bei Bedarf außerplanmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden aufgrund erforderlicher technischer Veränderungen keine Nachbesserungen notwendig, die sich auf die erzielbaren Erlöse des Segments Softwaresysteme negativ auswirken. Somit wurden im Geschäftsjahr keine (im Vorjahr i. H. von TEUR 438) ergebniswirksamen außerplanmäßigen Wertkorrekturen auf bereits abgeschlossene Entwicklungsprojekte vorgenommen. Bei Kauf, Bau oder Herstellung von Vermögenswerten, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungsprozess sich über einen erheblichen Zeitraum erstreckt (qualifizierter Vermögenswert), werden die zurechenbaren Fremdkapitalkosten aktiviert. In der Berichtsperiode wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert. Kosten für die Forschung und allgemeine Entwicklung wurden in Höhe von EUR 3,74 Mio. (i. V. EUR 3,49 Mio.) sofort als Aufwand erfasst. 4. Geschäfts- und Firmenwert Die Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwertes zum Abschlussstichtag stellt sich wie folgt dar: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Stand Geschäftsjahresbeginn 5.707 5.020 Währungsanpassungen -356 687 Stand Geschäftsjahresende 5.351 5.707 Als Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird der Betrag der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses angesetzt, der den beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens der erworbenen Tochtergesellschaft zum Erwerbszeitpunkt übersteigt. Die Geschäfts- und Firmenwerte resultieren aus der Vollkonsolidierung der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada (TEUR 705), der LS telcom SAS, Paris/Frankreich (TEUR 889), der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA (EUR 3,60 Mio.), und der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/VAE (TEUR 158). Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind entsprechend der Geschäftstätigkeit der erworbenen Unternehmen einer Zahlungsmittel generierenden Einheit zugeordnet. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind zum Stichtag dem Segment Hardwarenahe Systeme mit TEUR 490 (i.V. TEUR 584), dem Segment Dienstleistungen mit TEUR 679 (i. V. TEUR 856) sowie dem Segment Softwaresysteme mit EUR 4,18 Mio. (i. V. EUR 4,27 Mio.) zugeordnet. Der erzielbare Betrag des Segments Softwaresysteme beträgt EUR 30,09 Mio. 57 Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird sofort als Aufwand erfasst und - auch wenn sie unterjährig in Zwischenabschlüssen der Gesellschaft erfasst wurde - in den Folgeperioden nicht wieder aufgeholt. Als Grundlage zur Ermittlung der Werthaltigkeit wird der Nutzungswert herangezogen. Die Firmenwerte wurden hierzu der jeweiligen Segmente, als der niedrigsten Ebene für die Cashflows separat identifiziert werden können (Zahlungsmittel generierende Einheit; CGUs), zugeordnet. Die Cashflow-Prognose basiert auf Detailplanungen des Managements, die einen fünfjährigen Planungszeitraum umfassen. Wesentliche Planungsprämissen betreffen das zugrunde gelegte Umsatzwachstum sowie die EBIT-Marge. Für die Detailplanung werden Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen, insbesondere abgeleitet aus den aktuellen Auftragsbeständen und Vertriebsaussichten, bezüglich der künftigen Marktentwicklung berücksichtigt. Bei der Berechnung der ewigen Rente werden, basierend auf dem jeweiligen durchschnittlichen Marktwachstum, wie im Vorjahr, die Cashflows nach dem Detailplanungszeitraum unter Berücksichtigung geschätzter Wachstumsraten von 1,00 % extrapoliert. Das Wachstum der ewigen Rente liegt unterhalb des langfristigen durchschnittlichen organischen Wachstums und unterhalb des langfristigen durchschnittlichen erwarteten zukünftigen Marktwachstums. Grundlage der Prognosen in Lagebericht und Anhang ist die vom Vorstand aufgestellte und durch den Aufsichtsrat bestätigte Planung. Die Firmenwerte und durchschnittlichen Wachstumswerte auf Segmentbasis können folgender Tabelle entnommen werden: Geschäfts- und Firmenwerte Umsatzwachstum EBIT-Veränderung Segment in TEUR in % in % Planjahr Planjahr 2023/2024 2024/2025 - 2027/2028 2023/2024 2024/2025 - 2027/2028 Softwaresysteme 4.182 3% 5% 3% 66% Hardwarenahe Systeme 490 33% 4% 10% 47% Dienstleistung 679 -1% 5% -7% 32% Die Firmenwerte und durschschnittlichen Wachstumswerte auf Segmentbasis für das Vorjahr können der folgenden Tabelle entnommen werden: Geschäfts- und Firmenwerte Umsatzwachstum EBIT-Veränderung Segment in TEUR in % in % Planjahr Planjahr 2022/2023 2023/2024 - 2026/2027 2022/2023 2023/2024 - 2026/2027 Softwaresysteme 4.266 20% 2% -8% 12% Hardwarenahe Systeme 584 -48% 2% -16% 7% Dienstleistung 856 -1% 2% -59% 8% Die verwendeten Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern wurden auf Basis von spezifischen Daten einer Peer Group börsennotierter Unternehmen ermittelt. Aufgrund der unterschiedlichen Risikoprofile der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen diese CGU-spezifischen Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern bei 10,0 % (i. V. 11,2 %) für das Segment Softwaresysteme, bei 12,1 % (i. V. 9,9 %) für das Segment Dienstleistung und bei 10,7 % (i. V. 10,4 %) für das Segment Hardwarenahe Systeme. Konzern-Abschluss 58 Bei allen Segmenten hätte sich bei Veränderung der EBIT-Prognose um -10 % bzw. einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkt kein Abwertungsbedarf ergeben. Eine Wertminderung der Firmenwerte war nicht erforderlich. Die kumulierten Abschreibungen auf Firmenwerte aus Vorjahren wurden mit den Anschaffungskosten saldiert. Die Firmenwerte sind die einzigen immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer. 5. Sachanlagen Die Buchwerte der Sachanlagen zum Abschlussstichtag können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Grundstücke und Bauten 3.377 3.779 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.099 1.358 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 6 4.476 5.143 59 Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar: in TEUR Grundstücke und Bauten Andere Anlagen, Geschäfts- und Betriebs- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand zum 01.10.2021 8.680 7.479 33 16.192 Zugänge 863 619 20 1.502 Abgänge 0 -65 -47 -112 Umbuchungen 0 0 0 0 Währungsanpassungen 123 94 0 217 Stand zum 30.09.2022 9.666 8.127 6 17.799 Zugänge 165 528 0 693 Abgänge -96 -310 -20 -426 Umbuchungen -14 0 14 0 Währungsanpassungen -131 -121 0 -252 Stand zum 30.09.2023 9.590 8.224 0 17.814 Kumulierte Abschreibungen Stand zum 01.10.2021 5.259 5.964 0 11.223 Zugänge 558 792 0 1.350 Abgänge 0 -60 0 -60 Umbuchungen 0 0 0 0 Währungsanpassungen 70 73 0 143 Stand zum 30.09.2022 5.887 6.769 0 12.656 Zugänge 506 761 0 1.267 Abgänge -93 -310 0 -403 Umbuchungen 0 0 0 0 Währungsanpassungen -87 -95 0 -182 Stand zum 30.09.2023 6.213 7.125 0 13.338 Nettobuchwert 30.09.2022 3.779 1.358 6 5.143 30.09.2023 3.377 1.099 0 4.476 Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Nachträgliche Anschaffungskosten werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des Vermögenswertes hinaus zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und die Anschaffungskosten verlässlich bewertet werden können. Alle anderen nachträglichen Ausgaben werden direkt als Aufwand erfasst. Konzern-Abschluss 60 Instandhaltungsaufwendungen werden als Periodenaufwand behandelt. Fremdkapitalkosten werden, soweit sie dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Nicht auf qualifizierte Vermögenswerte entfallende Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten bezüglich Sachanlagen aktiviert. Übersteigt der Buchwert einer Sachanlage deren geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er auf Letzteren abgeschrieben. Zuschreibungen, die notwendig sind sobald die Gründe der Abschreibung auf Dauer entfallen, gab es im Berichtsjahr, wie im Vorjahr, nicht. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern der anderen Anlagen, Geschäfts- und Betriebsaustattung betragen ein bis 10 Jahre. Bei Grundstücken und Bauten liegen die Nutzungsdauern bei bis zu 35 Jahren. Gewinne und Verluste aus Anlagenabgängen werden als Differenz zwischen Nettoveräußerungserlös und Buchwert des jeweiligen Gegenstandes ermittelt und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als „Sonstige betriebliche Erträge“ oder „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Seit dem 1. Oktober 2019 wendet die LS telcom AG den Standard IFRS 16 an. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Erläuterungen unter nachfolgendem Abschnitt D.20. 6. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 dann zum Fair Value erfasst, wenn mit hinreichender Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung gewährt wird und der Konzern die damit verbundenen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt. Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig im Gewinn und Verlust der Periode zu erfassen, in der auch die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwand angesetzt werden. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Innovationsprojekte werden in Höhe von TEUR 40 (i. V. TEUR 157) in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. 7. Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen Der Ansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem fortgeschriebenen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China, Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika, der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau, und der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina. Die folgende Übersicht zeigt aggregierte Eckdaten zu dem nach der Equity-Methode in den Konzern-Abschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China. Zahlen der Beteiligung Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika, sowie der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, werden aufgrund der untergeordneten Bedeutung – sowohl einzeln als auch kumuliert - für den Konzern-Abschluss nicht aufgeführt. Ebenso werden die Zahlen der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH nicht aufgeführt, da sowohl das Nettoreinvermögen sowie das Jahresergebnis EUR 0 betragen. Die Werte beziehen sich nicht auf den auf die Gesellschaft entfallenden Anteil, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100 % dar. Zusammengefasste Finanzinformationen für das assoziierte Unternehmen NG Networks Co., Ltd., auf Basis von 100 Prozent: in TEUR AKTIVA 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögensgegenstände 68 101 Kurzfristige Vermögensgegenstände 1.372 2.077 Summe 1.440 2.178 61 in TEUR PASSIVA 30.09.2023 30.09.2022 Eigenkapital 431 703 Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.009 1.475 Summe 1.440 2.178 Gewinn-und-Verlust-Rechnung der NG Networks Co., Ltd. in TEUR 2022/2023 2021/2022 Umsatzerlöse 1.290 1.417 Ergebnis -200 -395 Der Buchwert der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligung kann aus der nachfolgenden Tabelle entnommen werden: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Nettoreinvermögen des assoziierten Unternehmens nach Währungsanpassungen 562 828 Beteiligungsquote des Konzerns 40 % 40 % Buchwert der Konzernbeteiligung an der NG Networks Co., Ltd. 225 331 8. Sonstige langfristige finanzielle Vermögensgegenstände Die Entwicklung der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar: in TEUR Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand zum 01.10.2021 0 Zugänge 15 Abgänge 0 Umbuchungen 0 Währungsanpassungen 0 Stand zum 30.09.2022 15 Zugänge 0 Abgänge 0 Umbuchungen 0 Währungsanpassungen 0 Stand zum 30.09.2023 15 Konzern-Abschluss 62 Ausgewiesen werden Ausleihungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr an assoziierte Unternehmen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte wurden zum Buchwert bilanziert. Ausfallrisiken wurden, sofern nötig, durch Einzelwertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt. 9. Aktive latente Steuern Latente Steuern werden nach der „liability method“ entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzern-Abschluss angesetzt. Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Für die steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung wird keine latente Steuerschuld angesetzt. Latente Steuerforderungen und ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Der Buchwert der latenten Steuerforderungen wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die latente Steuerforderung zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steuerforderungen werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung der latenten Steuerforderung ermöglicht. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder dasselbe Steuerobjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. 63 Die latenten Steuern auf Bewertungskorrekturen werden mit den landesspezifischen Steuersätzen aufgrund der zum Bilanzstichtag gültigen Gesetze und Verordnungen für die einzelnen Konzern-Unternehmen ermittelt. Hierbei handelt es sich bei der LS telcom AG um 28 % (i. V. 28 %), bei der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, um 26,5 % (i. V. 26,5 %), bei der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, um 25 % (i. V. 26,5 %), bei der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, um 27 % (i. V. 28 %) bei der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, um 19 % (i. V. 19 %), bei RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, um 25,74 % (i. V. 25,74 %), bei der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien um 25,17 % (i. V. 25,17 %) sowie bei der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien um 30 % (i. V. 30 %). Es sind die ab 2023 gültigen Steuersätze berücksichtigt. Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Stand am 01.10. (vor Verrechnung) 2.068 1.932 Währungseffekte 107 -102 Zunahme 0 238 Abnahme 257 0 Stand am 30.09. 1.918 2.068 Verrechnung mit passiven latenten Steuern -963 -1.056 Stand am 30.09. 955 1.012 in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Steuerliche Verlustvorträge 1.050 1.196 Anlagevermögen 247 305 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 252 143 Vertragsvermögenswerte 53 42 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 197 175 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 54 142 Langfristige Rückstellungen 65 65 1.918 2.068 Verrechnung mit passiven latenten Steuern -963 -1.056 955 1.012 Die latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und sonstige Steuervorteile betreffen die Gesellschaften LS telcom AG (TEUR 537), LS telcom Limited, Ottawa/Kanada (TEUR 74), LS telcom SAS, Paris/Frankreich (TEUR 212), LS telcom Australia Pty Ltd (TEUR 138) und RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA (TEUR 89). Es wurden die jeweils landesspezifischen Steuersätze herangezogen. Die Verlustvorträge in Deutschland, Frankreich, Südafrika und dem Vereinigten Königreich sind jeweils zeitlich unbegrenzt nutzbar. In Kanada können die Verluste in Abhängigkeit vom Zeitpunkt ihres Entstehens über zehn bzw. 20 Jahre vorgetragen werden. In den USA können Verluste ebenfalls in Abhängigkeit vom Zeitpunkt ihres Entstehens über 20 Jahre bzw. unbegrenzt genutzt werden. Ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge wird nur in dem Umfang aktiviert, in dem es innerhalb eines Planungshorizonts von fünf Jahren wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verrechnung zur Verfügung steht. Basis für die Beurteilung ist die vom Vorstand aufgestellte und durch den Aufsichtsrat bestätigte Planung. Insgesamt wurden für in Vorjahren und im aktuellen Jahr entstandene steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 14,94 Mio. (i. V. EUR 14,17 Mio.) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Konzern-Abschluss 64 Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge haben folgende Verfallszeiten: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Über zwanzig Jahre 5.951 5.910 Unbefristet 8.991 8.257 14.942 14.167 Hinsichtlich der Nutzung der bilanzierten Steuervorteile aus Verlustvorträgen wird vor dem Hintergrund der aktuellen Auftragslage und den Auftragserwartungen zukünftig mit ausreichend zu versteuernden Ergebnissen bei den einzelnen Gesellschaften gerechnet. 10. Vorräte Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und realisierbaren Nettoveräußerungswerten bilanziert. Dabei wird bei den Roh, Hilfs- und Betriebsstoffen von gewogenen Durchschnittspreisen ausgegangen. Soweit erforderlich, werden Gängigkeits- und Altersabschläge vorgenommen. Die unfertigen Erzeugnisse werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt. Diese umfassen direkt zurechenbare Einzel- und Gemeinkosten. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Fertigstellung und die Veräußerung noch notwendig sind. In den Vorräten sind unfertige Erzeugnisse in Höhe von TEUR 404 (i. V. TEUR 526) und Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von TEUR 589 (i. V. TEUR 366) sowie geleistete Anzahlungen auf Vorräte in Höhe von TEUR 20 (i. V. TEUR 5) enthalten. 11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte Der Posten setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.370 8.914 Vertragsvermögenswerte 2.975 1.875 Forderungen gegen nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen 26 13 11.371 10.802 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen sind zum Transaktionspreis erstbewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet. Ausfallrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen und Wertminderungen gemäß dem vereinfachten Wertminderungsmodell nach IFRS 9 in ausreichender Höhe berücksichtigt. Aufwendungen aus der Zuführung zu Wertberichtigungen nach IFRS 9 waren im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 153 (i. V. TEUR 415) zu verzeichnen. Erträge aus der Auflösung der Wertminderungen nach IFRS 9 waren im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 58 (i. V. TEUR 159) zu verzeichnen (H.1.). 65 Die Zuführung und Auflösung der Wertberichtigung für wertgeminderte Forderungen wird unter „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ bzw. „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Die Forderungen werden ausgebucht, wenn keine weiteren Zahlungseingänge erwartet werden. Forderungen in fremder Währung werden entsprechend IAS 21 par. 21 zum Stichtagskurs der Transaktion umgerechnet, später gemäß IAS 21 par. 23 zum Bilanzstichtagskurs bewertet. Der Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam verrechnet. Zum 30.09.2023 unterliegen keine Forderungen einer Forderungsabtretung. Im Vorjahr unterlagen Forderungen in Höhe von EUR 1,30 Mio. einer Forderungsabtretung im Zusammenhang mit einer Bürgschaftsgewährung. Hierbei handelte es sich um Forderungen und Anzahlungen, die aus einem Großprojekt resultierten. Vertragsvermögenswerte Ein Vertragsvermögenswert ist der Rechtsanspruch des Konzerns auf eine Gegenleistung für von ihm an den Kunden übertragene Güter und Dienstleistungen, sofern dieser Anspruch nicht allein an den Zeitablauf geknüpft ist. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung wird gesondert als Forderung ausgewiesen. Die Vertragsvermögenswerte sind um erhaltene Anzahlungen gemindert. Es wird regelmäßig überprüft, ob ein Vertragsvermögenswert im Wert gemindert ist. Wertberichtigungen auf die Vertragsvermögenswerte wurden im Berichtsjahr in Höhe von in TEUR 282 (i. V. EUR 1,27 Mio.) vorgenommen. 12. Finanzinstrumente Die Bewertung der Finanzinstrumente erfolgt je nach Klassifizierung entsprechend IFRS 9 grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu Marktwerten. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl aus den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird. In Abhängigkeit der Ausprägung dieser Bedingungen ergibt sich die Folgebewertung: Zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode Zum Fair Value, wobei Änderungen im sonstigen Ergebnis erfasst werden Zum Fair Value, wobei Änderungen ertrags- oder aufwandswirksam erfasst werden Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Die Buchwerte der Finanzinstrumente stellen einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value dar. 13. Liquide Mittel Die liquiden Mittel setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Kassenbestand 104 206 Frei verfügbares Guthaben bei Kreditinstituten 4.823 6.547 4.927 6.753 Die Entwicklung der liquiden Mittel und der Kontokorrentkredite, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung bzw. im Konzern-Anhang unter F. dargestellt. Konzern-Abschluss 66 Zum 30. September 2023 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kontokorrentkreditlinien in Höhe von EUR 2,45 Mio. (i. V. EUR 1,75 Mio.), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren. 14. Ertragsteuerforderungen Die Ertragsteuerforderungen belaufen sich auf: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 27 89 Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird. Bei der Berechnung werden die zum Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze zu Grunde gelegt. 15. Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Sonstige Steuererstattungsansprüche 344 357 Übrige Forderungen 98 180 Rechnungsabgrenzungsposten 602 562 1.044 1.099 Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Fremdleistungen, Wartung sowie Softwarenutzung. In den übrigen Forderungen sind überwiegend geleistete Anzahlungen sowie eine Abgrenzung für Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 18 (i. V. TEUR 32) enthalten. 16. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögensgegenstände Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Sonstige 27 0 27 0 Die sonstigen kurzfristigen Vermögeswerte beinhalten Vorschüsse in Höhe von TEUR 9 (i. V. TEUR 0) sowie sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 18 (i. V. TEUR 0). 67 17. Eigenkapital Das Eigenkapital beträgt zum 30.09.2023 TEUR 17.976 und verzeichnete einen Rückgang um TEUR 364 im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 18.340). Zur Entwicklung des Postens Eigenkapital wird auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hingewiesen. Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.817.000,00 und ist in 5.817.000 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie eingeteilt. Die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien betrug im Berichtsjahr 5.793.000 (i. V. 5.793.000). Genehmigtes Kapital Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 10. März 2022 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 9. März 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.908.500,00 zu erhöhen. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage enthält den bei der Ausgabe von Aktien der LS telcom AG über den Nennbetrag hinausgehenden erzielten Betrag nach Verrechnung mit Verlusten in den Vorjahren und von im Zusammenhang mit dem Börsengang entstandenen Aufwendungen unter Berücksichtigung von latenten Steuern. Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen beinhalten Rücklagen für eigene Anteile in Höhe von TEUR 49 sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 129. Die Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2022/2023 nicht verändert. Konzern-Bilanzgewinn Der Konzern-Bilanzgewinn enthält die kumulierten thesaurierten Konzern-Ergebnisse. Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn der LS telcom AG, soweit er nicht nach Gesetz oder Satzung, durch Hauptversammlungsbeschluss oder als zusätzlicher Aufwand aufgrund des Gewinnverwendungsbeschlusses von der Verteilung an die Aktionäre ausgeschlossen ist. Eigene Anteile Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde am 14. Mai 2019 wirksam und gilt bis zum 13. März 2024. Die Gesellschaft wird im Rahmen der gesetzlichen Grenzen ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken: Konzern-Abschluss 68 zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft; zur Einziehung der Aktien; um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten. Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement des LS telcom Konzerns bezieht sich auf das Eigenkapital laut Konzern-Bilanz und umfasst neben der Gewährleistung der finanziellen Flexibilität zur Fortsetzung des Wachstumskurses und der Erreichung angemessener Dividendenzahlungen auch die Optimierung der Kapitalstruktur. Um die Kapitalstruktur aufrecht zu erhalten oder zu verändern, passt die Gesellschaft je nach Erfordernis die Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner an oder nimmt Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner durch Rückkauf eigener Anteile vor. 18. Langfristige Rückstellungen Es handelt sich im Wesentlichen um Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von leistungsorientierten Versorgungsplänen, welche bei der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, bestehen. Die Leistungsverpflichtungen werden bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim Eintritt in den Ruhestand in Form einer Einmalzahlung fällig, wobei sich die individuelle Leistungshöhe insbesondere nach dem Gehaltsniveau sowie der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen bemisst. Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor Eintritt in den Ruhestand verfällt der Anspruch des Arbeitnehmers. Die Leistungsansprüche aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) sowie unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehaltstrends und biometrischer Rechnungsgrundlagen bewertet. Die Verpflichtung des Unternehmens aus leistungsorientierten Plänen bei der LS telcom SAS beträgt zum 30. September 2023 TEUR 234 (i. V. TEUR 231). in TEUR 2022/2023 2021/2022 Anfangsbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 231 239 Dienstzeitaufwand 40 66 Lebenserwartung 0 0 Zinsaufwand Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Neubewertung -24 -36 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Änderung des Zinssatzes -13 -38 Endbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 234 231 Die wichtigsten Annahmen, welche der versicherungsmathematischen Bewertung zum 30. September 2023 zugrunde gelegt wurden, sind ein Abzinsungszinssatz von 3,7 % (i. V. 3,0 %) sowie eine erwartete prozentuale Gehaltssteigerung von 2,0 % (i. V. 2,0 %). Die zugrunde gelegten biometrischen Sterbewahrscheinlichkeiten sowie die Wahrscheinlichkeiten eines vorzeitigen Austritts des Arbeitnehmers aus dem Unternehmen basieren auf landesspezifischen Statistiken und Erfahrungswerten. Die mit den leistungsorientierten Versorgungsplänen verbundenen Risiken betreffen im Wesentlichen die finanziellen Risiken wie Marktpreisrisiken, durch welche der Rechnungszinsfuß beeinflusst werden kann, sowie Inflationsrisiken, die Auswirkungen auf den Gehaltstrend haben können. 69 Zur Ermittlung des Verpflichtungsumfangs werden zum jeweiligen Bilanzstichtag der Rechnungszins anhand von aktuellen Kapitalmarktdaten sowie langfristigen Trendannahmen für die zu erwartenden Gehaltssteigerungen nach dem Prinzip der bestmöglichen Schätzung festgelegt. Der Berechnung des Anwartschaftsbarwertes der Verpflichtung liegen die vorgenannten Annahmen zugrunde. Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung genutzt werden, sind der Abzinsungssatz sowie die erwartete Gehaltserhöhung. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind. Wenn der Abzinsungssatz um 100 Basispunkte steigt, würde sich die leistungsorientierte Verpflichtung um TEUR 18 (i. V. um TEUR 15) vermindern. Wenn der Abzinsungssatz um 100 Basispunkte sinkt, würde sich die leistungsorientierte Verpflichtung um TEUR 21 (i. V. um TEUR 17) erhöhen. Wenn die erwartete Gehaltserhöhung um 1 % höher ausfällt, würde sich die leistungsorientierte Verpflichtung um TEUR 19 (i. V. um TEUR 17) erhöhen. Wenn die erwartete Gehaltserhöhung um 1 % niedriger ausfällt, würde sich die leistungsorientierte Verpflichtung um TEUR 18 (i. V. um TEUR 15) vermindern. Weitere TEUR 276 beziehen sich auf langfristige Rückstellungen der LS telcom Middle East. Diese stehen nicht in Zusammenhang mit dem Eintritt in den Ruhestand und werden daher keinen Sensitivitätsberechnungen unterzogen. Es handelt sich hierbei um Sondervergütungen, die die Mitarbeiter bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhalten. 19. Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten Es handelt sich im Wesentlichen um finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und um Leasingverbindlichkeiten, die zum Barwert angesetzt sind: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.476 4.176 Langfristige Leasingverbindlichkeiten 210 475 4.686 4.651 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von EUR 4,91 Mio. durch Grundpfandrechte gesichert. Siehe hierzu auch bei „Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten“ (D. 26.). Der Konzern hat am 18. Dezember 2013 ein KfW Förderdarlehen, bestehend aus einer Fremdkapital- und einer nachrangigen Fremdkapitaltranche über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, in Höhe von EUR 2,40 Mio. und EUR 3,60 Mio. abgeschlossen. Der Zinssatz der Fremdkapitaltranche von 1,25 % und der Nachrantranche von 2,45 % ist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der langfristigen Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das Darlehen wurde zum 30. September 2015 in voller Höhe in Anspruch genommen. Das zinsvergünstigte Darlehen der öffentlichen Hand wurde zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Wert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Dieses Darlehen betrifft ausschließlich nur noch die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (D.26.) Der Konzern hat am 8. Mai 2020 über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, ein Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms 2020 über EUR 7,90 Mio. erhalten. Der Zinssatz von 1,00 % p.a. ist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der Unterstützung der Gesellschaft aufgrund der Corona-Pandemie. Das Darlehen wurde am 25. Mai 2020 in voller Höhe ausgezahlt. Das zinsvergünstigte Darlehen der öffentlichen Hand wurde zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Wert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. In Höhe von TEUR 30 besteht eine passive Rechnungsabgrenzung für die Zinsvergünstigung. Konzern-Abschluss 70 Des Weiteren wurde dem Konzern am 27. April 2023 ein Darlehen der L-Bank aus dem Programm „Liquiditätskredit“ in Höhe von EUR 3,0 Mio. gewährt. Der Zinssatz von 4,24 % p.a. ist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Darlehen dient der Betriebsmittelfinanzierung und wurde am 25. Mai 2023 in voller Höhe in Anspruch genommen. Das Darlehen wurde zum Erstbewertungszeitpunkt mit dem beizulegenden Wert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. 20. Leasingverhältnisse Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Der Konzern ist ausschließlich als Leasingnehmer und nicht als Leasinggeber tätig. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts ergeben sich aus dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses getätigt werden, sowie den entstandenen anfänglichen direkten Kosten und den vom Leasinggeber gewährten Mietanreizen. In der Folge wird das Nutzungsrecht linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Nichtleasing- und Leasingkomponenten werden grundsätzlich nicht getrennt voneinander bilanziert. Der erstmalige Ansatz der Leasingverbindlichkeit bestimmt sich als Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen umfassen ausschließlich feste Leasingzahlungen. Bei der Berechnung des Barwerts bei Gebäudeleasingverhältnissen wird der zum Zeitpunkt des Vertragbeginns jeweils geltende Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers verwendet, der sich bei den derzeit bilanzierten Gebäudeleasingverhältnissen auf 2 % beläuft. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert, d. h. die Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlung aufgeteilt. Der Zinsanteil wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Unter die Leasingverhältnisse fallen insbesondere Gebäudeleasingverhältnisse sowie Sachanlagenleasingverhältnisse. Die Leasingverbindlichkeiten werden je nach Fälligkeit unter den langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Das Wahlrecht, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und für Leasingverhältnisse für Vermögenswerte von geringem Wert kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit anzusetzen, wird ausgeübt. Vermögenswerte von geringem Wert sind im Konzern jene Leasinggegenstände mit einem Anschaffungsneuwert von bis zu TEUR 5. Diesbezügliche Leasingaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzt. IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. 71 In der Bilanz werden nachfolgend aufgeführte Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen: in TEUR Buchwert nach IFRS 16 30.09.2023 Buchwert nach IFRS 16 30.09.2022 Nutzungsrechte an Geschäftsbauten (Erläuterung D. 5.) 373 666 PKW (Erläuterung D. 5.) 47 74 Betriebs- und Geschäftsausstattung (Erläuterung D. 5.) 5 18 Computerzubehör (Erläuterung D. 5.) 118 160 543 918 Leasingverbindlichkeiten Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten (Erläuterung D. 26.) 348 463 Langfristige Leasingverbindlichkeiten (Erläuterung D. 19.) 210 475 558 938 Die Zuführungen zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres betrugen TEUR 127 (i. V. TEUR 637). Die Abschreibungen auf die Nutzungsrechte betrugen TEUR 472 (i. V. TEUR 509). Die Gesamtergebnisrechnung zeigt folgende Beträge im Zusammenhang mit den Leasingverhältnissen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Abschreibung auf Nutzungsrechte Geschäftsbauten 374 420 PKW 41 34 Betriebs- und Geschäftsausstattung 15 16 Computerzubehör 42 39 Gesamt 472 509 Zinsaufwendungen 12 13 Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Vermögenswerten 119 112 Aufwendungen im Zusammenhang mit geringwertigen Wirtschaftsgütern 1 1 Auswirkung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen Verlängerungsoptionen und Kündigungsoptionen können ohne die Zustimmung der Leasinggeberin bzw. des Leasinggebers in Anspruch genommen werden. Aufgrund der in den Verträgen vorkommenden Kündigungs- und Verlängerungsoptionen besteht eine hohe operative Flexibilität hinsichtlich der Nutzung der Vermögenswerte, die im Konzern den operativen Einheiten obliegt. Dementsprechend ist die Flexibilität und damit auch die Bandbreite möglicher künftiger noch nicht bilanzierter Leasingzahlungen hoch. Der Konzern mietet verschiedene Bürogebäude sowie Fahrzeuge und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von ein bis neun Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen enthalten. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden bei der Bestimmung der Laufzeit dann berücksichtigt, wenn die Ausübung der Optionen als hinreichend sicher beurteilt wird. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten am Bereitstellungsdatum werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen bzw. Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Eine Neubeurteilung der ursprünglich getroffenen Einschätzung erfolgt dann, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt und wenn dies die bisherige Beurteilung beeinflussen kann, sofern das wesentliche Ereignis oder die Änderung der Umstände im Einflussbereich des Leasingnehmers liegt. Die Beurteilung wird spätestens überprüft, wenn eine Verlängerungs- oder Kündigungsoption tatsächlich ausgeübt (oder nicht ausgeübt) wird. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen, jedoch dürfen geleaste Vermögenswerte nicht als Sicherheit für Kreditaufnahmen verwendet werden. Konzern-Abschluss 72 21. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten Es handelt sich in Höhe von TEUR 779 (i. V. TEUR 620) um den langfristigen Teil der Umsatzabgrenzungen aus Wartungsverträgen mit Kunden und in Höhe von TEUR 6 (i. V. TEUR 30) um langfristige Abgrenzungen aus dem Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms. 22. Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Stand am 01.10. (vor Verrechnung) 3.857 3.263 Währungseffekte -60 27 Zunahme 237 567 Abnahme 0 0 4.034 3.857 Verrechnung mit aktiven latenten Steuern -963 -1.056 Stand am 30.09. 3.071 2.801 Die ermittelten Ansatz- und Bewertungsunterschiede auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzern-Abschluss führten in folgenden Posten zu passiven latenten Steuern: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Entwicklungskosten 3.108 2.628 Anlagevermögen 181 186 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4 12 Vertragsvermögenswerte 697 686 Sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände 0 0 Sonstige langfristige Vermögensgegenstände 71 217 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -93 56 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 66 72 4.034 3.857 Verrechnung mit aktiven latenten Steuern -963 -1.056 3.071 2.801 73 23. Kurzfristige Rückstellungen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 in Höhe des Betrags angesetzt, der nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um alle gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten am Bilanzstichtag abzudecken. Künftige Ereignisse, die sich auf den zur Erfüllung einer Verpflichtung erforderlichen Betrag auswirken können, sind in den Rückstellungen berücksichtigt, sofern sie mit hinreichender objektiver Sicherheit vorausgesagt werden können und sofern diese Verpflichtungen aus Vorgängen der Vergangenheit resultieren. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst. Über die Zusammensetzung und Entwicklung des Postens gibt die nachfolgende Übersicht Auskunft: in TEUR Stand 30.09.2022 Währungs- differenzen Verbrauch Auflösung Zuführung Stand 30.09.2023 Steuerrückstellungen 65 -4 59 0 207 209 Sonstige Rückstellungen Personal 54 0 54 0 53 53 Ausstehende Rechnungen 17 0 17 0 222 222 Übrige 402 0 344 31 48 75 473 0 415 31 323 350 Gesamt 538 -4 474 31 530 559 Auf Angaben zu Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen wird aus Gründen der Praktikabilität im Einklang mit IAS 37.91 verzichtet. 24. Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten Die auf der Passivseite ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Vertragsverbindlichkeiten 392 852 Sonstige erhaltene Anzahlungen 406 635 798 1.487 Aus im Vorjahr passivierten erhaltenen Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 1,23 Mio. Umsatzerlöse realisiert (i. V. EUR 4,38 Mio.). Erhaltene Anzahlungen auf Vertragsvermögenswerte werden in Höhe der angearbeiteten Aufträge auf der Aktivseite mit dem Posten Vertragsvermögenswerte saldiert und im Übrigen auf der Passivseite offen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, einem Kunden Güter oder Dienstleistung zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung empfangen (bzw. noch zu empfangen) hat. Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatz erfasst, sobald der Konzern die vertraglichen Leistungen erfüllt. Konzern-Abschluss 74 Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen gliedert sich wie folgt: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Gesamtbetrag der erhaltenen Zahlungen 3.369 2.514 davon mit Vertragsvermögenswerten saldiert 2.571 1.027 798 1.487 25. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden bilanziert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Es bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Verbindlichkeiten gegenüber Dritten 2.298 2.375 Verbindlichkeiten gegenüber nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen 99 164 2.397 2.539 26. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass Ressourcen, die wirtschaftlichen Nutzen verkörpern, zum Ausgleich einer Verpflichtung abfließen werden und dieser Betrag verlässlich ermittelt werden kann. Die Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Sie setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 348 463 Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.596 3.489 Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten 1 2 3.945 3.954 Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten betreffen die nach IFRS 16 aktivierten Leasing-Verhältnisse (siehe B. Rechnungslegungsgrundsätze). In den Folgejahren vermindern die an die jeweiligen Leasinggeber zu zahlenden Leasingraten in Höhe des Tilgungsanteils die Verbindlichkeit. Der Zinsanteil der Zahlungen wird ergebniswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. 75 Die Entwicklung der liquiden Mittel und der Kontokorrentkredite, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung bzw. im Konzern-Anhang unter F. dargestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von EUR 4,91 Mio. durch Grundpfandrechte gesichert. Siehe hierzu auch bei „Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten“ (D. 19.). 27. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Sie sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Verbindlichkeiten aus Steuern 547 418 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 172 231 Personalverpflichtungen 3.158 3.120 Abgegrenzte Erlöse aus Wartungsvertägen 2.580 2.795 Übrige sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 16 41 6.473 6.605 E. ERLÄUTERUNG ZUR KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG 1. Konzern-Gesamtergebnisrechnung Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 2. Umsatzerlöse Die LS telcom AG erfasst die Umsätze übereinstimmend mit IFRS 15. Umsätze für Produktverkäufe werden mit Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Der Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden liegen die folgenden fünf Stufen zugrunde: Identifizierung des Vertrags bzw. der Verträge mit einem Kunden Identifizierung eigenständiger Leistungsverpflichtungen im Vertrag Bestimmung des Transaktionspreises Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtung Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. Der Transaktionspreis wird um erwartete Rabatte und andere ähnliche Abzüge wie Skonti gekürzt. Sämtliche Projekte werden auf Basis des fünf Stufen Modells bei einem Auftragsvolumen über einem bestimmten Schwellenwert einzeln untersucht und in Abhängigkeit von den individualvertraglichen Regelungen sowie der Rechtslage im jeweiligen für die Vertragsbedingungen relevanten Land beurteilt, ob die eigenständigen Leistungsverpflichtungen zeitraum- oder zeitpunktbezogen zu realisieren sind. Projekte unterhalb des Schwellenwerts werden als unwesentlich eingestuft und wie Projekte, die innerhalb eines Geschäftsjahres erfüllt werden, zeitpunktbezogen realisiert. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt des Übergangs von Chancen und Risiken nach Maßgabe der vereinbarten Incoterms. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 Tagen vor, mit einzelnen Kunden bestehen gesondert vereinbarte Fälligkeiten, die ebenfalls im kurzfristigen Bereich liegen. Es bestehen keine variablen Gegenleistungen. Konzern-Abschluss 76 Umsätze aus Wartungsgeschäften werden mit Erbringung der Leistungen (z.B. Upgrades, technischer Support und Telefon-Support) zeitraumbezogen erfasst. Die Aufteilung der Umsatzerlöse erfolgt nach Unternehmensbereichen und Regionen und ist in den Erläu-terungen zur „Segmentberichterstattung“ in Abschnitt G. wiedergegeben. Die ermittelten Umsatzerlöse resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Die Umsatzerlöse umfassen mit EUR 14,2 Mio. (i. V. EUR 14,8 Mio.) Wartungserlöse und mit EUR 27,5 Mio. (i. V. EUR 32,5 Mio.) Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen. Die Ermittlung des Fertigstellungsgrades von Projekten die zeitraumbezogen realisiert werden bemisst sich anhand der bisher auf den Kunden übertragenen Güter und Dienstleistung, die sich im Wesentlichen anhand der bereits erbrachten Leistung, den erreichten Leistungszielen oder den gelieferten Einheiten berechnen lassen. Der zu realisierende Umsatzanteil wird dabei durch das bisher erbrachte Leistungsvolumen im Verhältnis zu den verbleibenden zugesagten Gütern und Dienstleistungen bemessen (Output-orientierte Methode). Mit der Output-orientierten Methode lassen sich die Fertigstellungsgrade für die Projekte der LS telcom am zuverlässigsten messen, weil sich das erreichte Leistungsziel anhand der einzelnen Arbeitspakete genau ermitteln lässt. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von EUR 16,9 Mio. (i. V. EUR 14,6 Mio.) zeitraumbezogen und in Höhe von EUR 24,8 Mio. (i. V. EUR 32,7 Mio.) zeitpunktbezogen realisiert. 3. Sonstige betriebliche Erträge in TEUR 2022/2023 2021/2022 Währungsgewinne 738 2.110 Verbrauch von Drohverlusten und Nachlaufkosten 341 0 Auflösung von Rückstellungen 31 65 Ausbuchung von Verbindlichkeiten 84 167 Investitionszuschüsse 67 161 Erträge aus aufgelösten Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 58 159 Sonstige Erträge 153 214 1.472 2.876 Der Rückgang der Währungsgewinne ist dem im Vergleich zum Vorjahr schwächeren US-Dollar-Kurs und den daraus resultierten geringeren Währungsgewinnen aus Konsolidierung zuzuschreiben. In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurde in diesem Geschäftsjahr ein Verbrauch aus Rückstellungen für Drohverluste und Nachlaufkosten ausgewiesen. 77 Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat die LS telcom AG Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von der AIF Projekt GmbH im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ und vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für einzelbetriebliche Vorhaben: Entwicklung Künstlicher Intelligenz für neue Produkte und Dienstleistungen“ bewilligt bekommen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 sind diese Zuwendungen in Höhe von TEUR 40 (i. V. TEUR 157) in den sonstigen betrieblichen Erträgen in den Investitionszuschüssen enthalten. 4. Aktivierte Eigenleistungen Sie beinhalten ausschließlich aktivierte Entwicklungskosten für die im Geschäftsjahr selbst erstellte Software und Hardware (vgl. D.3). in TEUR 2022/2023 2021/2022 Aktivierte Eigenleistungen für abgeschlossene Entwicklungsprojekte 430 3.003 Aktivierte Eigenleistungen in Entwicklung 5.124 1.702 5.554 4.705 5. Materialaufwand Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Aufwendungen für bezogene Waren 2.767 8.827 Aufwendungen für Fremdleistungen 8.463 8.623 11.230 17.450 6. Personalaufwand Der Ausweis betrifft im Wesentlichen Gehälter sowie soziale Abgaben. in TEUR 2022/2023 2021/2022 Löhne und Gehälter 20.015 18.692 Soziale Abgaben 3.357 3.166 23.372 21.858 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (FTE) 279 268 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 296 283 davon in Teilzeit 50 41 davon in Vollzeit 246 242 Konzern-Abschluss 78 7. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens in TEUR 2022/2023 2021/2022 Planmäßige Abschreibung von Sachanlagen 1.267 1.350 Planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten 3.850 3.843 Außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten 0 438 Summe Abschreibungsaufwand 5.117 5.631 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen in TEUR 2022/2023 2021/2022 Vertriebs- und Reisekosten 1.989 1.204 Kursverluste 1.432 601 Reparatur- und Instandhaltungskosten 557 447 Verwaltungskosten 786 799 Rechts- und Beratungskosten 626 576 Wertminderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 153 415 Gebäude- und Grundstückskosten 518 433 Versicherungen und Beiträge 288 239 Nebenkosten des Geldverkehrs 100 99 Börsen-, Abschluss- und Prüfungskosten 324 367 Freiwillige Sozialleistungen und Fortbildungskosten 530 350 Aufwendungen für Drohverluste und Nachlaufkosten 0 367 Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 560 445 7.863 6.342 9. Finanzergebnis in TEUR 2022/2023 2021/2022 Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen -65 -165 Zinserträge 23 29 Zinsaufwendungen 286 281 -328 -417 Das Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen resultiert aus dem anteiligen Jahresergebnis der NG Networks Co., Ltd., (TEUR ‑80) und der SlivaCom d.o.o. (TEUR 15). Die Zinserträge resultieren aus Guthaben bei Kreditinstituten. 79 Zinsaufwendungen ergeben sich aufgrund der Inanspruchnahme von Kreditlinien und Avalen sowie Zins-anteilen aus Finanzierungsleasingverträgen. 10. Ertragsteuern Die Ertragsteuern umfassen die Aufwendungen und Erträge aus tatsächlichen und latenten Steuern. Die Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, es sein denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Aufwand (i. V. Aufwand) aus Ertragsteuern setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Laufende Steuern 556 307 Latente Steuern 281 534 837 841 Der Aufwand (i. V. Aufwand) aus latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Veränderung der Unterschiede nationale Handels- und Steuerbilanz 12 40 IFRS-Anpassungen Leasing 24 17 Veränderung aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 112 -37 Rückgängigmachung Pauschalwertberichtigung -8 7 Entwicklungskosten 482 152 Langfristige Rückstellungen 11 -13 Kurzfristige Rückstellungen -107 40 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten -6 -11 Erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen 23 0 Forderungen aus Lieferung und Leistung -126 -25 Vertragsvermögenswerte 9 157 Anpassung Fremdwährungsforderungen -145 207 281 534 Konzern-Abschluss 80 Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand bzw. -ertrag und dem rechnerischen Steueraufwand bzw. -ertrag, der sich bei einem Steuersatz für die Gesellschaft von 28 % (i. V. 28 %) ergeben würde, setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Konzern-Ergebnis vor Ertragsteuern 702 2.671 Rechnerischer Steueraufwand (28 %) 196 748 Nicht angesetzte Verluste des Geschäftsjahres 154 55 Nutzung nicht aktivierter Verlustvorträge 205 -4 Auflösung Wertberichtigung auf Aktivierung von Verlustvorträgen -4 28 Verbrauch Verlustvorträge -135 -181 Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 16 -71 Steuerfreie Einnahmen 18 43 Ausländische Quellensteuer 289 254 Periodenfremde tatsächliche Ertragsteuern 4 -17 Unterschiedliche Steuersätze -144 -12 Unterschiede aus Schuldenerlass 235 0 Sonstiges 3 -2 Tatsächlicher Steueraufwand 837 841 Die erwartete Steuerbelastung auf das steuerliche Ergebnis beträgt im Vorjahr sowie zum Bilanzstichtag 28 % und errechnet sich wie folgt: Gewerbesteuer bei einem Hebesatz von 360 % 12,6% Körperschaftsteuer (15 % vom Gewinn nach Gewerbesteuer) 15,0% Solidaritätszuschlag (5,5 % der Körperschaftsteuer) 0,8% Tarifbelastung 28,4% Gerundet 28% 11. Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien und Ergebnis je Aktie Zur Ermittlung des Ergebnisses pro Aktie nach IAS 33 wird das den Aktionären zuzurechnende Jahresergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der ausgegebenen Aktien dividiert. Die Anzahl der Aktien betrug im Jahresdurchschnitt 5.817.000 (i. V. 5.817.000). Das Konzern-Jahresergebnis beläuft sich auf TEUR ‑213 (i. V. EUR 1,98 Mio.). Demgemäß ergibt sich ein Ergebnis je Aktie (unverwässert) von EUR ‑0,04 (i. V. EUR 0,34). Verwässernde Effekte liegen nicht vor. 81 F. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Zahlungsmittelbestand im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert hat. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Als Mittelzufluss und -abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit wird die Umsatztätigkeit angezeigt, durch die der Cashflow generiert wird. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Beteiligungen sind im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit enthalten. Der Finanzmittelfonds besteht aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Diese enthalten neben den liquiden Mitteln auch jederzeit rückzahlbare Kontokorrentkredite von Banken. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich wie folgt zusammen: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Liquide Mittel 4.927 6.753 Kontokorrentkredite -1 -2 4.926 6.751 Die Kontokorrentkredite werden in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe hierzu D.26.). Die Überleitungsrechnung zur Veränderung von Finanzverbindlichkeiten gem. IAS 7 stellt sich wie folgt dar: in TEUR 30.09.2022 Zahlungswirksam Nicht zahlungswirksam 30.09.2023 Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.667 -2.637 43 5.073 Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten 2 -1 0 1 Leasingverbindlichkeiten 938 -476 96 558 Gesamt 8.607 -3.114 139 5.632 in TEUR 30.09.2021 Zahlungswirksam Nicht zahlungswirksam 30.09.2022 Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.111 -3.515 72 7.667 Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten 1 1 0 2 Leasingverbindlichkeiten 774 -507 671 938 Gesamt 11.885 -4.021 743 8.607 Konzern-Abschluss 82 G. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Der LS telcom Konzern bildet in seinem internen Berichtswesen die Unternehmenstätigkeit differenziert ab. Auf Basis dieses internen Berichtswesens beurteilt der Vorstand, als die für den Erfolg der verschiedenen Geschäftsbereiche und die Zuteilung der Ressourcen verantwortliche Unternehmensinstanz, die Geschäftstätigkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten. Bei der LS telcom AG werden zum Zweck der Unternehmenssteuerung die berichtspflichtigen Segmente - in Übereinstimmung mit der internen Berichtsstruktur des LS telcom Konzerns - in „Hardwarenahe Systeme“, „Dienstleistungen“ und „Softwaresysteme“ aufgeteilt. Die einzelnen Segmente können folgendermaßen charakterisiert werden: Hardwarenahe Systeme Das Segment „Hardwarenahe Systeme“ beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme“ gehen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder Generator-Containern, deren Installation und Inbetriebnahme. Dienstleistungen Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Trainings-, Planungs-, Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier unter anderem spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektren, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Des Weiteren sind hierin auch Geschäfte enthalten, bei denen LS telcom Dienstleistungen und Material Dritter als reiner Wiederverkäufer vermittelt, wobei diese Geschäfte in der Regel in engem Zusammenhang mit anderen Projekten des Konzerns stehen. Softwaresysteme Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Wartungsgeschäft und das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte. 83 Die Aufgliederung der zu berichtenden Kennzahlen stellt sich wie folgt dar: in TEUR Geschäftsjahr zum 30.09.2023 Hardwarenahe Systeme Dienst- leistungen Software- systeme Überleitung Konzern Umsatzerlöse mit externen Kunden 6.580 6.927 28.201 0 41.708 Investitionen 145 95 5.979 10 6.229 Abschreibungen 626 163 4.328 0 5.117 Segmentergebnis 160 379 491 0 1.030 Vermögenswerte des Segments 3.660 5.075 31.238 1.227 41.200 Schulden des Segments 1.436 1.992 12.261 7.535 23.224 in TEUR Geschäftsjahr zum 30.09.2022 Hardwarenahe Systeme Dienst- leistungen Software- systeme Überleitung Konzern Umsatzerlöse mit externen Kunden 14.170 8.004 25.097 0 47.271 Investitionen 497 242 5.520 0 6.258 Abschreibungen 1.009 179 4.443 0 5.631 Segmentergebnis 523 1.057 1.508 0 3.088 Vermögenswerte des Segments 4.144 6.071 30.254 1.439 41.908 Schulden des Segments 1.649 2.417 12.043 7.459 23.568 Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzern-Abschluss verwendeten IFRS zugrunde. Die Segmentinformationen umfassen sowohl direkt zuordenbare als auch sinnvoll verteilbare Größen. Die Umsatzerlöse und die Materialaufwendungen sind direkt zuordenbar, indirekt zuordenbare Aufwendungen wie der allgemeine Anteil der Personalaufwendungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden nach vordefinierten Umlageschlüsseln auf die Segmente verteilt. Für die Ermittlung der Umlageschlüssel werden die jeweiligen Umsätze und die Anzahl der Mitarbeiter herangezogen. Die Zuordnung der Vermögenswerte und Schulden auf die Segmente erfolgt anhand der jeweiligen Anzahl an Mitarbeitern. Um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Geschäftsfelder zu bestimmen, wird das Betriebsergebnis der Segmente vom Vorstand getrennt überwacht. Die Entwicklung bzw. Leistung der Geschäftsfelder wird anhand dieses Segmentergebnisses (EBIT ohne die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen) beurteilt. Umsätze zwischen den Segmenten werden nicht getätigt. Da die Konzern-Finanzierung (Zinsaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern und das Ergebnis aus den assoziierten Unternehmen konzerneinheitlich gesteuert werden, erfolgt keine Zuordnung zu den einzelnen Geschäftssegmenten. Die Investitionen beziehen sich auf die Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Segmentvermögen und -schulden umfassen alle Vermögenswerte und Schulden, die der betrieblichen Sphäre zuzuordnen sind und deren positive und negative Ergebnisse das Betriebsergebnis bestimmen. Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen werden dabei dem operativen Geschäftsbetrieb zugerechnet. Im Geschäftsjahr wurde ein Wertminderungsaufwand für das Segment Hardwarenahe Systeme in Höhe von TEUR 8 (i. V. TEUR 8), für das Segement Dienstleistungen in Höhe von TEUR 12 (i. V. TEUR 12) sowie für das Segment Softwaresysteme in Höhe von TEUR 46 (i. V. TEUR 48) erfasst. Konzern-Abschluss 84 Zum Segmentvermögen zählen insbesondere immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte. Die Betrachtung der Vermögenswerte nach Segmenten erfolgt ohne die Angaben zum Ansatz assoziierter Unternehmen, zu aktiven latenten Steuern und zu Ertragssteuerforderungen, da diese Vermögenswerte auf Konzern-Ebene überwacht werden. Die Segmentschulden betreffen insbesondere langfristige finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen. Die Betrachtung der Schulden nach Segmenten erfolgt ohne die Angabe zu den passiven latenten Steuern. Zusätzlich erfolgt keine Steuerung auf Segmentebene - sondern auf Ebene des Konzerns - anhand der Größen kurzfristige finanzielle Verpflichtungen und Leasingverbindlichkeiten sowie den Steuerrückstellungen. Die Informationen zu den geografischen Gebieten des Konzerns stellen sich wie folgt dar: in TEUR Außen- umsatz Inland Europa Mittlerer Osten Asien/ Pazifik Afrika Nord- und Süd- amerika Gesamt 2022/2023 4.294 9.471 3.927 9.495 6.382 8.139 41.708 2021/2022 5.182 15.741 4.459 10.152 5.131 6.606 47.271 Die vorstehenden Informationen zu den Umsätzen sind nach dem Standort des jeweiligen Kunden gegliedert. Im Geschäftsjahr 2022/2023 hat 1 Kunde mit TEUR 4.191 (i. V. 1 Kunde mit TEUR 7.531) 10 % oder mehr zum Konzern-Umsatz beigetragen. Dieser Kunde ist dem Segment Softwaresysteme zuzuordnen. Die langfristigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt: in TEUR Langfristige Vermögenswerte 30.09.2023 30.09.2022 Inland 14.994 13.508 Europa 1.096 1.201 Afrika 182 201 Nordamerika 5.147 5.765 Mittlerer Osten 125 124 Australien 26 71 Asien 19 47 21.589 20.917 Die hier ausgewiesenen langfristigen Vermögenswerte umfassen die immateriellen Vermögenswerte, den Geschäfts- oder Firmenwert und die Sachanlagen. 85 H. SONSTIGE ANGABEN 1. Risiken aus Finanzinstrumenten: Risikomanagement Grundsätze des Risikomangements Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen neben Adressenausfallrisiken und Liquiditätsrisiken unter anderem Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Bezüglich der Marktpreisrisiken werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente genutzt, d. h. für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz. Am Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposures informiert wird. Aus den nachfolgenden Tabellen sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IFRS 9 und der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich. Konzern-Abschluss 86 Kategorisierung der Finanzinstrumente (in TEUR) Die vom Konzern gehaltenen Finanzinstrumente sind folgenden Bewertungskategorien zugeordnet: Buchwerte Finanzinstrumente in TEUR Bilanzposten 30.09.2023 zum Fair Value bewertet zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet Buchwerte übrige Langfristige Vermögenswerte Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 15 0 15 0 Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.396 0 8.396 0 Vertragsvermögenswerte 2.975 0 2.975 0 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 27 0 27 0 Zahlungsmittel 4.927 0 4.927 0 Langfristige Schulden Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4.686 0 1.686 0 Kurzfristige Schulden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.397 0 2.397 0 Vertragsverbindlichkeiten 392 0 392 0 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.945 0 3.945 0 Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten ein Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms 2020 in Höhe von EUR 1,48 Mio. (i. V. EUR 3,43 Mio.) sowie ein Liquiditätsdarlehen des KfW Programms 2023 in Höhe von EUR 3,00 Mio. (i. V. TEUR 0). Im Vorjahr beinhalteten die langfristigen Verbindlichkeiten noch ein zinsbegünstigtes KfW-Darlehen in Höhe von TEUR 749. Der Buchwert der Zahlungsmittel kommt ihrem Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den aktuellen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit kaum vom Buchwert ab. Kategorisierung der Finanzinstrumente im Vorjahr (in TEUR) Die vom Konzern gehaltenen Finanzinstrumente im Vorjahr waren den folgenden Bewertungskategorien zugeordnet: 87 Buchwerte Finanzinstrumente in TEUR Bilanzposten 30.09.2022 zum Fair Value bewertet zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet Buchwerte übrige Langfristige Vermögenswerte Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 15 0 15 0 Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.927 0 8.927 0 Vertragsvermögenswerte 1.875 0 1.875 0 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 Zahlungsmittel 6.753 0 6.753 0 Langfristige Schulden Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4.651 0 4.651 0 Kurzfristige Schulden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.539 0 2.539 0 Vertragsverbindlichkeiten 852 0 852 0 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.954 0 3.954 0 Daraus ergeben sich aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 die folgenden Werte: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Vermögenswerte) 16.341 17.571 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Schulden) 8.421 11.996 Das in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthaltene Nettoergebnis nach Bewertungskategorien stellt sich wie folgt dar: in TEUR 2022/2023 2021/2022 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (IFRS 9) -22 429 -22 429 In der Nettoposition sind Auflösungen zu Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 0 (i. V. TEUR 0) sowie aufgrund von Uneinbringlichkeit abgeschriebene Beträge in Höhe von TEUR 0 (i. V. TEUR 0) enthalten. Zugeführt wurden TEUR 153 (i. V. TEUR 415). Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen nach IFRS 9 in Höhe von TEUR 58 (i. V. TEUR 159) enthalten. Konzern-Abschluss 88 Das Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten stellt sich wie folgt dar: in TEUR Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten 2022/2023 2021/2022 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet -263 -252 -263 -252 Risikokategorien im Sinne des IFRS 7 a) Kreditrisiko/Ausfallrisiko Der LS telcom Konzern ist aus seinem operativen Geschäft einem Adressenausfallrisiko ausgesetzt. Im operativen Geschäft werden die Außenstände dezentral und fortlaufend überwacht. Die LS telcom AG beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, verbundenen erwarteten Verluste. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. IFRS 9 sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Verlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos, jedoch kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 3). Bei der Beurteilung, ob es seit erstmaliger Erfassung zu einer signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos kam, berücksichtigt die LS telcom AG sowohl qualitative als auch quantitative Informationen, die verfügbar und entscheidungsrelevant sind, eine solche Beurteilung zu unterstützen. Dies beinhaltet sowohl historische als auch zukünftige Informationen. Folgende Faktoren werden bei der Einstufung des Ausfallrisikos berücksichtigt. Art des Finanzinstruments Art der Sicherheit Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes Restlaufzeit Branche Unabhängig von der oben beschriebenen Beurteilung, wird im Fall eines Rückstands vertraglich vereinbarter Zahlungen von mehr als 30 Tagen von einer signifikanten Verschlechterung des Kreditrisikos ausgegangen, sofern keine verfügbaren und entscheidungsrelevanten Informationen das Gegenteil besagen. Der Konzern überwacht in regelmäßigen Abständen, ob die genannten Kriterien bei der Beurteilung des Ausfallrisikos weiterhin angemessen sind und passt diese, sofern nicht mehr zutreffend, entsprechend an. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet die LS telcom AG den gemäß IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz an, nach dem für alle Instrumente unabhängig von ihrer Kreditqualität eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Das bedeutet, es erfolgt eine pauschale Zuordnung zu Stufe 2 bei Zugang und ein Transfer in Stufe 3, soweit objektive Hinweise auf Wertminderung vorliegen. Eine Zuordnung zu Stufe 1 ist untersagt. Objektive Hinweise für eine Wertminderung können in folgenden Situationen bestehen: erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder der Gegenpartei, 89 ein Vertragsbruch, wie etwa ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, oder das durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert. Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte. Zur Bemessung der erwarteten Verluste werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte auf Basis der Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf historischen Ausfällen sowie aktuellen und zukunftsorientierten Informationen zu makroökonomischen Faktoren, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Auf dieser Grundlage wurde die Wertminderung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wie folgt ermittelt: Altersstruktur der nicht gemäß Stufe 3 wertgeminderten Forderungen und Vertragsvermögenswerte in TEUR Altersstruktur Forderungen und Vertragsvermögenswerte 30.09.2023 Brutto- buchwert Erwartete Verlustrate Wertminderung nicht überfällig oder bis 30 Tage überfällig 7.456 1% 75 31 bis 120 Tage überfällig 1.737 5% 87 121 bis 180 Tage überfällig 462 10% 46 181 bis 360 Tage überfällig 248 30% 74 mehr als 360 Tage überfällig 161 40% 64 Summe 10.064 346 in TEUR Altersstruktur Forderungen und Vertragsvermögenswerte 30.09.2022 Brutto- buchwert Erwartete Verlustrate Wertminderung nicht überfällig oder bis 30 Tage überfällig 8.117 1% 81 31 bis 120 Tage überfällig 892 5% 45 121 bis 180 Tage überfällig 152 10% 15 181 bis 360 Tage überfällig 182 30% 55 mehr als 360 Tage überfällig 219 40% 88 Summe 9.563 284 Konzern-Abschluss 90 Die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt: in TEUR Stufe 2 Stufe 3 Summe Stand zum 30.09.2021 gemäß IFRS 9 ermittelt 206 806 1.012 Nicht in Anspruch genommene, aufgelöste Beträge -113 -46 -159 Neu gebildete Wertberichtigungen 181 234 415 Transfer von Stufe 2 zu 3 0 0 0 Transfer von Stufe 3 zu 2 0 0 0 Aufgrund von Uneinbringlichkeit während des Geschäftsjahres abgeschriebene Beträge 0 0 0 Währung 10 163 173 Stand zum 30.09.2022 gemäß IFRS 9 ermittelt 284 1.157 1.441 Nicht in Anspruch genommene, aufgelöste Beträge -58 0 -58 Neu gebildete Wertberichtigungen 153 0 153 Transfer von Stufe 2 zu 3 0 0 0 Transfer von Stufe 3 zu 2 0 0 0 Aufgrund von Uneinbringlichkeit während des Geschäftsjahres abgeschriebene Beträge 0 0 0 Währung -33 -83 -116 Stand zum 30.09.2023 gemäß IFRS 9 ermittelt 346 1.074 1.420 Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden ist sehr gering, da der LS telcom Konzern vorrangig Endkunden mit erstklassiger Bonität bedient und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellt, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei der LS telcom AG verbleibt. Das Ausfallrisiko aus Zahlungsmitteln sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten ist gering und es werden keine Kreditverluste erwartet, da die Vertragsparteien Banken mit ausgezeichneten Kreditratings von internationalen Kreditratingagenturen sind. b) Liquiditätsrisiko/Cashflow-Risiko Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau sowie vorhandene Kreditlinien stellen primär sicher, dass eine ausreichende Liquiditätsversorgung des LS telcom Konzerns jederzeit gewährleistet ist. 91 Die nachfolgende Darstellung zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen ohne Diskontierung auf die am 30. September 2023 (Vorjahr 30. September 2022) bestehenden Finanzverbindlichkeiten: in TEUR 2022/2023 Cashflow 2024 Cashflow 2025 - 2029 Cashflow 2030 ff. Summe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.397 0 0 2.397 Leasingverbindlichkeiten (D.20.) 392 224 0 616 Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.19.) 0 4.172 778 4.950 Übrige sonstige kurzfristige Finanz- verbindlichkeiten (D.26.) 3.755 0 0 3.755 6.544 4.396 778 11.718 in TEUR 2021/2022 Cashflow 2023 Cashflow 2024 - 2028 Cashflow 2029 ff. Summe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.539 0 0 2.539 Leasingverbindlichkeiten (D.20.) 475 482 0 957 Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.19.) 0 4.247 0 4.247 Übrige sonstige kurzfristige Finanz- verbindlichkeiten (D.26.) 3.559 0 0 3.559 6.573 4.729 0 11.302 c) Marktrisiko Im Bereich der Marktpreisrisiken ist die Gesellschaft Währungsrisiken, Zinsrisiken und sonstigen Preisrisiken ausgesetzt. ca) Währungsrisiko Der LS telcom Konzern ist aufgrund seiner internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenoptionsgeschäfte) zum Einsatz kommen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Im operativen Bereich resultieren die Fremdwährungsrisiken primär daraus, dass geplante Transaktionen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung (EUR) abgewickelt werden. Konzern-Abschluss 92 Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR Währungsrisiken 30.09.2023 Liquide Mittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennwert Forderungen aus Vertrags- vermögens- werten Forderungen gegen nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen Summe EUR 2.558 4.877 1.811 0 -2.396 6.850 CAD 178 322 57 0 0 557 THB 0 19 0 0 0 19 ZAR 34 138 0 26 0 198 USD 1.153 1.031 33 0 0 2.217 CFA 0 0 151 0 0 151 GBP 106 99 49 0 0 254 SAR 132 67 0 0 0 199 AED 3 469 0 0 0 472 AUD 622 1.189 874 0 0 2.685 INR 121 0 0 0 0 121 OMR 0 159 0 0 0 159 HUF 11 0 0 0 0 11 Sonstige 9 0 0 0 0 9 Summe 4.927 8.370 2.975 26 -2.396 13.902 93 in TEUR Währungsrisiken 30.09.2022 Liquide Mittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennwert Forderungen aus Vertrags- vermögens- werten Forderungen gegen nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen Summe EUR 3.091 4.637 911 0 -2.371 6.268 CAD 667 -2 0 0 0 665 THB 0 20 0 0 0 20 ZAR 174 65 13 13 0 265 USD 1.647 2.592 530 0 -167 4.602 XOF 0 180 14 0 0 194 GBP 37 -2 218 0 0 253 SAR 17 138 0 0 0 155 QAR 0 776 0 0 0 776 AED 9 266 114 0 0 389 AUD 1.068 -1 75 0 0 1.142 INR 38 0 0 0 0 38 OMR 0 245 0 0 0 245 Sonstige 5 0 0 0 0 5 Summe 6.753 8.914 1.875 13 -2.538 15.017 Gemäß IFRS 7 erstellt die Gesellschaft Sensitivitätsanalysen in Bezug auf die Marktpreisrisiken, mittels derer die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital ermittelt werden. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde: Originäre Finanzinstrumente (Forderungen, flüssige Mittel, Schulden), die unmittelbar in funktionaler Währung geführt sind, unterliegen keinen Währungskursänderungen und haben daher keine Auswirkungen auf Ergebnis oder Eigenkapital. Währungskursbedingte Veränderungen der Marktwerte von Devisenderivaten, die weder in eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 noch in eine Sicherungsbeziehung mit bilanzwirksamen Grundgeschäften (Natural Hedge) eingebunden sind, wirken sich auf das Währungsergebnis aus und werden daher in die ergebnisbezogene Sensitivitätsanalyse einbezogen. Währungskursbedingte Veränderungen der Marktwerte von Devisenderivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IFRS 9 eingebunden sind, wirken sich auf die Neubewertungsrücklage im Eigenkapital aus. Sie werden daher in die eigenkapitalbezogene Sensitivitätsanalyse einbezogen. Ein Anstieg sämtlicher für das Unternehmen relevanter Währungen, die in der Tabelle aufgeführt sind, um 10 % gegenüber dem Euro hätte das Jahresergebnis um TEUR 705 (i. V. TEUR 875) verbessert. Ein Rückgang sämtlicher für das Unternehmen relevanter Währungen um 10 % gegenüber dem Euro hätte das Jahresergebnis um TEUR ‑705 (i. V. TEUR ‑875 Tsd.) verschlechtert. Konzern-Abschluss 94 Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich bei den wesentlichen Währungen wie folgt zusammen: in TEUR Währungsrisiken 30.09.2023 CAD ZAR USD GBP SAR AUD AED OMR CFA Anstieg von 10 % gegenüber dem Euro 56 20 222 25 20 269 47 16 15 Rückgang von 10 % gegenüber dem Euro -56 -20 -222 -25 -20 -269 -47 -16 -15 in TEUR Währungsrisiken 30.09.2022 CAD ZAR USD GBP XOF AUD AED OMR QAR Anstieg von 10 % gegenüber dem Euro 67 26 460 25 19 114 39 24 78 Rückgang von 10 % gegenüber dem Euro -67 -26 -460 -25 -19 -114 -39 -24 -78 cb) Zinsrisiken Die Anlagen wurden im vergangenen Jahr ausschließlich in Tages- und Festgelder sowie Geldmarktfonds getätigt. Risikokonzentrationen im Finanzbereich werden des Weiteren durch die Streuung der Anlagen bei verschiedenen erstklassigen Banken vermieden. Durch diese Form der Anlage ist eine maximale Ausfall- bzw. Wertverlustrisikominimierung gegeben. Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinsaufwendungen und -erträge, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegt die folgende Annahme zu Grunde: Marktzinssatzänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt. Aus dem Bestand an Finanzmitteln und sonstigen Vermögensgegenständen mit variablen Zinssätzen würden sich das Ergebnis und das Eigenkapital per 30. September 2023 bei einer Zinsänderung um + 100 Basispunkte um TEUR 3 (i. V. TEUR 6) erhöhen. cc) Sonstige Preisrisiken IFRS 7 fordert bezüglich der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Der LS telcom Konzern hatte zum 30. September 2023 und 30. September 2022 keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken unterliegenden Finanzinstrumente im Bestand. 95 2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Mietverträgen. Die sich zum Bilanzstichtag ergebenden finanziellen Verpflichtungen zeigt die nachfolgende Darstellung: in TEUR 30.09.2023 30.09.2022 Restlaufzeit bis 1 Jahr 88 108 Restlaufzeit 1 - 5 Jahre 5 2 93 110 Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen in Höhe von TEUR 27 nahestehende Personen und Unternehmen (siehe auch H.3.). 3. Beziehungen zu nahestehenden Personen Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG sowie diesen nahestehende Personen und die assoziierten Unternehmen der Gruppe. Im Geschäftsjahr 2022/2023 bzw. 2021/2022 erfolgten folgende Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen: in TEUR 2022/2023 Assoziierte Unternehmen Sonstige Summe Umsatzerlöse 8 0 8 Materialaufwand 256 0 256 Sonstige Aufwendungen 8 214 223 bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 0 28 28 Verbindlichkeiten 99 0 99 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 0 27 27 Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 0 38 38 in TEUR 2021/2022 Assoziierte Unternehmen Sonstige Summe Umsatzerlöse 17 0 17 Materialaufwand 313 0 313 Sonstige Aufwendungen 0 198 198 bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 0 34 34 Verbindlichkeiten 6 0 6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 0 27 27 Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 0 14 14 Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart. Konzern-Abschluss 96 4. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers ohne Umsatzsteuer in TEUR 2022/2023 2021/2022 Abschlussprüfungsleistungen 149 130 Steuerberatungsleistungen 0 0 Sonstige Leistungen 0 0 Gesamthonorar 149 130 Die Abschlussprüfungsleistungen betrafen Aufwendungen für die Prüfung des Jahres- und Konzern-Abschlusses der Gesellschaft. Die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung am 16. März 2023 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/2023 gewählt. 5. Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG Am 21. Dezember 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären sowie der Öffentlichkeit auf der Website der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht. 6. Erklärung des Vorstandes nach § 297 Abs.2 HGB Der Vorstand der LS telcom AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist. 7. Angaben zum Aufsichtsrat und zum Vorstand Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Winfried Holtermüller (Rechtsanwalt), Stuttgart (Vorsitzender) Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender) Prof. Dr. Hans-Peter Burghof (Professor für Betriebswirtschaftslehre), Stuttgart Die Mitglieder des Aufsichtsrats üben keine weiteren Aufsichtsratsmandate aus. Dem Vorstand gehören an die Herren: Dr. Georg Schöne (Sprecher und Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, Finanzen und Controlling, Investor Relations und Finanzkommunikation, Administration, Rechtswesen, IT, Vertrieb und strategische Entwicklung, Hardwarenahe Systeme und Softwaresysteme, CEO), Lichtenau Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Dienstleistungen, Consulting and Engineering Services, Marketing und Public Relations, Business Development, strategische Entwicklung und Vertrieb Dienstleistungen und Vertikalmärkte, COO), Rheinmünster Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt TEUR 804 (i. V. TEUR 759) erfasst. Davon betreffen TEUR 609 (i. V. TEUR 559) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 195 (i. V. TEUR 200) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile. Bei den variablen Vergütungsanteilen handelt es sich um eine kurzfristige Erfolgsvergütung, die sich an den erzielten Planzielen bemisst. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022/2023 Bezüge in Höhe von TEUR 92 (i. V. TEUR 79). Herr Dr. Georg Schöne hält zum Bilanzstichtag 1.624.843 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten 4.148 Aktien. Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen in unserem separaten Vergütungsbericht. 8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor. 9. Gewinnverwendungsvorschlag Für die Gewinnausschüttung ist der nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften erstellte Jahresabschluss der LS telcom AG maßgeblich. Der Bilanzverlust der Gesellschaft beträgt EUR 3.614.988,76. Lichtenau, 11. Dezember 2023 LS telcom Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz 1 IMF, World Economic Navigating Global Divergences, Oct 2023, Foreword, xiii 2 IMF, World Economic Navigating Global Divergences, Oct 2023, Foreword, xiii 3 IMF, World Economic Executive Summary, Oct 2023, Foreword, xvi 4 IMF, World Economic Executive Summary, Oct 2023, Foreword, xvi 5 IMF, World Economic Executive Summary, Oct 2023, Foreword, xvi 6 IMF, World Economic Executive Summary, Oct 2023, Foreword, xvi 7 IMF, World Economic Executive Summary, Oct 2023, Foreword, xvi 8 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2023, S. 18 9 Kieler Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, September 2023, S. 19 10 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 30 11 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 36 12 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 36 13 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 36 14 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 37 15 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 40 16 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 42 17 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Herbst 2023, S. 40 18 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiii 19 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiii 20 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiii 21 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiii 22 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiii 23 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, foreword, xiv 24 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, Executive Summary, xvi 25 IMF, World Economic Outlook, Navigating Global Divergences, Oct 2023, p. 12-14 26 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Kaufkraft kehrt zurück, politische Unsicherheiten bleiben hoch, Herbst 2023, S. 37 27 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Kaufkraft kehrt zurück, politische Unsicherheiten bleiben hoch, Herbst 2023, S. 41-42

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