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LS telcom AG — Annual Report (ESEF) 2021
Feb 18, 2022
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Download source fileKonzern-Lagebericht der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2020/2021
A. Geschäftsmodell des Konzerns
Die LS telcom AG ist die Muttergesellschaft des LS telcom Konzerns und steuert dessen operatives Geschäft. Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2021 an der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, an der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, an der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, an der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, an der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien, an der Colibrex GmbH, Rheinmünster, und an der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, in denen die LS telcom AG als Alleingesellschafterin jeweils 100 % der Anteile hält. Daneben bestehen Beteiligungen an der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, mit 51 %, an der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, mit 49 %, an der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China, mit 40 % sowie an der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau, mit 50 %. Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 bestehen zudem Beteiligungen an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien, mit 90 % und an der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, mit 48 %. Die LS telcom AG unterhält zudem eine Niederlassung in Budapest.
LS telcom ist einer der weltweit führenden Anbieter von Technologien und Beratungsdienstleistungen für die effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums in allen Funkdiensten. In einer zunehmend digital vernetzten Welt optimieren wir die Frequenzverwaltung und -nutzung und stellen sicher, dass alle Frequenznutzer maximal von Funkdiensten profitieren. LS telcom deckt mit ihrem Produktportfolio aus Beratungsdienstleistungen sowie integrierten Soft- und Hardwaresystemen die gesamte Wertschöpfungskette in der Nutzbarmachung des Funkspektrums ab und positioniert sich so als „One-Stop-Shop“-Anbieter. Die optimale Nutzung der begrenzten, natürlichen Funkfrequenzressource, die Planung von zuverlässigen, hochverfügbaren, sicheren und kosteneffizienten Funknetzen, ihre schnelle Implementierung und die Optimierung bestehender Netze, die Minimierung von Interferenzen sowie die weitere Erschließung geeigneter Funkstandorte sind typische Aufgabenfelder, in denen das Produktspektrum von LS telcom zum Einsatz kommt.
Mit ihrem Software, Hardware und Dienstleistungen umfassenden Produktportfolio befindet sich LS telcom in einem ausgesprochenen Wachstumsmarkt. Rundfunk und Mobilfunk, Flugüberwachung, Polizei- und Taxifunk, Richtfunk, Satellitenverbindungen und die funkbasierte Steuerung von Geräten, Maschinen und Anlagen im sogenannten „Internet of Things“, alle diese Dienste nutzen Funkfrequenzen für die drahtlose Übertragung von Sprache oder Daten. Weltweit – in Industrie- ebenso wie in Entwicklungsländern – führt der beständig steigende Bedarf an Sprach- und Datenkommunikation, die daraus resultierende Einführung stets neuer leistungsfähigerer Funktechnologien (z. B. GSM -> UMTS -> LTE -> 5G) und der damit einhergehende Netzausbau zu einer Verknappung des freien Funkfrequenzspektrums. Die effiziente Planung und Verwaltung dieser begrenzten Ressource wird deshalb immer wichtiger.
Um das vorhandene, endliche Frequenzspektrum so nachhaltig und für ihre Belange so förderlich wie möglich ausschöpfen zu können, benötigen Regulierungsbehörden, Funknetzbetreiber und die Nutzer des Funkspektrums nicht nur spezielle Software- und Dienstleistungsangebote zur Planung und zum Management der Funknetze, sondern auch entsprechende Messsysteme zur Kontrolle und Optimierung der Spektrum-Nutzung. Auch die Nutzung des Frequenzspektrums durch intelligente Kommunikationskomponenten, die modernste Technologien wie dynamischen Spektrumszugang nutzen, also die sich selbst aus einer zentralen Datenbank und mit Hilfe eigener Messungen immer die für sie geeignetsten Funkfrequenzen selektieren, bedarf entsprechend unterstützender, leistungsfähiger Infrastruktur und Datenbankdiensten im Hintergrund. Daneben erwächst mit flächendeckender Nutzung der Frequenzen und Technologien in allen Lebensbereichen ein immer stärkerer Druck, den störungsfreien, gesicherten Betrieb durch engmaschige Messtechnik an kritischen Brennpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren sowie für systemrelevante Anwendungen weitreichend zu garantieren. Das standardisierte Produktportfolio der LS telcom kann für nahezu jede Funklösung und in allen Funknetzen weltweit eingesetzt werden.# Die Palette reicht von Mobil-, Richt- und Flugfunknetzen bis hin zu Daten-, Sicherheits-, TV- und Hörfunknetzen und deckt insbesondere auch die speziellen Anforderungen von regionalen und nationalen Regulierungsbehörden umfassend ab.
B. Leitung und Kontrolle
Die LS telcom AG hat ihren Sitz in Lichtenau (Baden) und unterliegt als deutsche Gesellschaft dem deutschen Aktienrecht. Der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung sind die Organe der Gesellschaft. Die LS telcom AG hat ein duales Führungssystem aus Vorstand und Aufsichtsrat - Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle sind dementsprechend streng voneinander getrennt.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes und im Unternehmensinteresse, also unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, seiner Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Parteien.
Der Vorstand bestand im Geschäftsjahr 2020/2021 noch aus drei Vorständen und besteht seit dem 01.10.2021 aus zwei Vorständen. Jedes Mitglied ist für seinen Aufgabenbereich gemäß der Geschäftsordnung des Vorstands verantwortlich. Der Gesamtvorstand hat jedoch eine gemeinschaftliche Verantwortung für die Geschäftsleitung des Konzerns. Im Rahmen dieser Gesamtverantwortung arbeiten die Vorstände in ihrem jeweils zugewiesenen Aufgabenbereich kollegial und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen.
Der Vorstand ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens zuständig und stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat der LS telcom AG regelmäßig über die gesetzlichen Berichterstattungspflichten hinaus über alle für das Unternehmen und den Konzern relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance.
Der Aufsichtsrat der LS telcom AG berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und Konzerns. Er übt keine Geschäftsführungsfunktion aus, der Vorstand darf jedoch bestimmte Geschäfte und Maßnahmen nicht ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats ausführen. Dem Aufsichtsrat der LS telcom AG gehören derzeit drei Mitglieder an, die von der Hauptversammlung gewählt werden. Der Aufsichtsrat tritt mindestens einmal pro Kalenderquartal zusammen.
C. Markt und Wettbewerb
Kunden
Die Dienstleistungen und Systemlösungen (bestehend aus Software und Hardware) werden von LS telcom für die gesamte Bandbreite der Unternehmen und Organisationen konzipiert, die im Bereich der drahtlosen Telekommunikation tätig sind. Das sind einerseits nationale und regionale Regulierungsbehörden, die Funklizenzen zuteilen und kontrollieren, andererseits Netzbetreiber, die als Lizenznehmer Funkfrequenzen benötigen, um Telekommunikationsdienstleistungen anbieten zu können, aber auch Behörden, Verkehrs-, Transport-, Versorgungs- und Unternehmen, die als professionelle Anwender von Funksystemen in ihrem Kerngeschäft Produktivitätssteigerungen oder sonstige Vorteile erzielen können.
LS telcom ist weltweit aktiv, wobei aktuelle Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit in Europa, in der Golfregion, in Südostasien, in Australien, in Nordamerika und im südlichen Afrika liegen. Überall legen die Kunden neben einer sorgfältigen Implementierung der von ihnen gewünschten Lösung auch großen Wert auf weitergehende Unterstützung, Wartung, Softwarepflege und Anpassung der Produkte an neue technische Entwicklungen. LS telcom unterhält diverse Tochtergesellschaften und Beteiligungen, die ihrerseits jeweils über eigene gute Marktzugänge verfügen und die Marktabdeckung komplementär zur LS telcom AG ergänzen.
Funknetzbetreiber
Funknetzbetreiber optimieren mit den Produkten von LS telcom den Auf- und Ausbau ihrer Netze (Aufbau möglichst weniger Senderstationen innerhalb kürzester Zeit, um ein bestimmtes Versorgungsniveau zu erreichen). Sie sind daran interessiert, die Planung ihrer Sendestandorte so zu optimieren, dass bei hoher Qualität und hohem Versorgungsgrad die Investitionen für Sendeanlagen und die laufenden Betriebskosten möglichst gering ausfallen. LS telcom hat spezielle Softwarepakete und Messtechnik (u. a. drohnenbasiert) entwickelt, die zur Erfüllung dieser Analyse- und Optimierungsanforderungen ausgezeichnet geeignet sind. Zudem vermarktet und integriert LS telcom Systemtechnik für Rundfunk und Mobilfunk von etablierten Herstellern.
Funknetzbetreiber aus allen Frequenz- und Dienstebereichen setzen diese Lösungen von LS telcom für die verschiedensten analogen und digitalen Systemtechnologien ein. Zu den Kunden zählen „klassische“ Funknetzbetreiber, wie beispielsweise Rundfunkveranstalter (Radio und TV), Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Richtfunk- sowie Point-to-Multipoint-Netzen (PMP).
Professionelle Funkanwender
Professionelle Anwender haben hohe und vielfältige Anforderungen an ihre mobilen Kommunikationslösungen. Diese müssen sich optimal an betriebliche Organisations- und Kommunikationsstrukturen anpassen, hohe Sicherheit der Informationsübermittlung hinsichtlich Verfügbarkeit und Integrität gewährleisten und nicht zuletzt auch wirtschaftlich zu betreiben sein. Typische Anwendungsbereiche und Branchen sind insbesondere: Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Einrichtungen und Unternehmen des Sektors Transport und Verkehr, Ver- und Entsorgungsunternehmen, öffentliche Verwaltungen sowie Industrieunternehmen.
Die eingesetzten professionellen Funklösungen gewährleisten eine ausfallsichere Notfallkommunikation, stellen einen reibungslosen Betriebsablauf sicher und werden zur Steuerung betrieblicher Abläufe, Überwachungsaufgaben, Flottenmanagement, Telemetrie, Ortung, Navigation und Datenübertragung eingesetzt.
Regulierungsbehörden
Die Aufgabe von Regulierungsbehörden besteht darin, die Nutzung der limitierten Ressource „Funkspektrum“ nachhaltig, wirtschaftlich und effektiv zu gewährleisten. Dazu gehört die Erstellung eines geeigneten nationalen Frequenznutzungsplans, auf dessen Grundlage Funklizenzen zu erteilen sind. Darüber hinaus ist die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu kontrollieren und gegebenenfalls durchzusetzen. Die ständige technologische Weiterentwicklung und die steigende Anzahl der Funkdienste erfordert auf Seiten der Behörden eine permanente Neuplanung und Anpassung der Frequenznutzungspläne und Regulierungsrichtlinien.
Die Systeme der LS telcom versetzen Behörden in die Lage, nicht nur softwareseitig die diversen Geschäftsprozesse in den Bereichen Frequenzlizenzierung, technische Planung und Koordinierung zu automatisieren. Die integrierten Lösungen der LS telcom ermöglichen zudem, durch Einsatz entsprechend intelligenter Messtechnik, die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu überwachen und vermeiden so Funkstörungen im Betrieb der Netze. Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden und Telekommunikationsministerien aus über 100 Ländern für Lösungen (Beratungsleistungen und Systeminstallationen) von LS telcom entschieden haben.
Produkte
Die Softwareprodukte der LS telcom decken die gesamte Bandbreite von der Netzwerkplanung über die Netzwerkoptimierung bis zum Netzwerkmanagement ab. Dedizierte Hardwareprodukte, vor allem Mess-, Monitoring- und Ortungssysteme, unterstützen die Kunden bei der Kontrolle und Sicherstellung der Einhaltung der entsprechenden Nutzungsregularien des Radiospektrums. Darüber hinaus werden die Kunden auch durch eine Vielzahl von Beratungs- und Planungsleistungen beim Design, der Realisierung und dem Management ihrer Telekommunikationsprojekte unterstützt. Servicedienstleistungen, wie Unterstützung bei der Neubeantragung und Erneuerung von Funklizenzen für Einzelpersonen und Firmen oder der Sicherstellung der notwendigen spektralen Reinheit für die Funkinfrastruktur an Kommunikations-Hotspots, runden das Portfolio ab.
Software
Die auf die Bedürfnisse von Funknetzbetreibern und Regulierungsbehörden zugeschnittenen Softwarelösungen von LS telcom haben sich zum Industriestandard für Anwendungssoftware im Bereich der Funknetzplanung und Funknetzkompatibilität entwickelt. Dies ist auch deshalb gelungen, weil es sich bei den Softwarepaketen von LS telcom nicht um Insellösungen handelt, sondern um eine aufeinander abgestimmte Programmarchitektur, die kundenspezifisch angepasst werden kann. Häufig löst der Erwerb eines einzigen LS-Tools den Investitionswunsch nach einer ganzen Tool-Palette aus. Dabei verkauft LS telcom nicht nur die Softwarelizenzen, sondern berät die Kunden auch intensiv bei der Planung und Einführung der Systeme und übernimmt die Schulung der Nutzer.
Ein wesentlicher Kundennutzen besteht darin, dass mit Hilfe der Softwarepakete von LS telcom nicht nur die Anzahl der in einem Gebiet benötigten Sendestationen, sondern auch die zur effizienten und wirtschaftlichen Planung des Netzes benötigte Zeit auf ein Minimum reduziert wird. Für Funknetzbetreiber ergeben sich hierdurch erhebliche Einsparmöglichkeiten beim kostenintensiven Aufbau ihrer Funknetze.
Der Erfolg der Softwareprodukte beruht auch auf der technischen Kernkompetenz im Bereich der Hochfrequenztechnik und der Funkkommunikation. Das im Unternehmen gebündelte große Know-how in diesen Bereichen konnte in innovative und leistungsstarke Programme umgesetzt werden, deren laufende Anpassung an aktuelle Trends von einem Spezialisten-Team aus Nachrichtentechnikern, Ingenieuren, Informatikern, Physikern und Mathematikern zeitnah durchgeführt wird. Mit Hilfe der umfassenden Softwarelösungen führen Kunden zentrale Planungs- und Managementaufgaben durch. Diese reichen von Netzwerkberechnungen, -dimensionierungen und -analysen über Versorgungs-, Frequenz- und Verkehrsplanungen bis hin zu Reichweitensimulationen und Standortplanungen von Basisstationen. Eine Datenbank vorhandener Stationen kann angelegt und laufend aktualisiert werden.# SOFTWARE AND SERVICES
The software also allows for the processing of all other management tasks, including detailed engineering related to radio sites and other network elements. Furthermore, geographical data can be generated and maintained, and terrain and field strength profiles can be calculated. Fixed communication systems involve local and wide-area networks using microwave or PMP technologies, which can transport large amounts of data quickly and cost-effectively as an alternative to cable networks. They are used, for example, in access networks, for connecting mobile base stations, or for bridging the "last mile." With a standard software for this area, LS telcom has developed an integrated planning system for the design and optimization of such networks, which is used by both radio network operators and regulatory authorities.
Since 1995, LS telcom's software has offered a fully automated workflow and document management system specifically for regulatory authorities. This system allows for the software-based handling of all administrative tasks of regulatory authorities, including license issuance. Additionally, interference calculations can be performed and used for national and international coordination tasks. The creation and management of frequency plans, as well as their approval and assignment, are also included functions in LS telcom's standard package. The software also covers complaint management, evaluation and coordination of field tests, and invoicing. The functionality of the fully automated system has been upgraded to a completely new technical platform in recent months. This enables work in a modern, web-based environment and, if necessary, also supports new technologies such as operation in the cloud. In addition to regulatory authorities, radio network operators also use LS telcom's specialized software solutions for optimal preparation of their license applications. The use of web-based applications supports the digital transformation towards e-government, especially in public authorities.
The Artificial Intelligence working group, newly founded two years ago, has shown enormous progress. The first modules have already found their way into the standard products mentioned above and allow for an unprecedented level of accuracy in analysis within the domain.
Services
One of the most significant success factors for radio networks is their optimal planning. LS telcom therefore supports its customers in the design, as well as in the planning, implementation, and management of telecommunications projects. The service portfolio ranges from support in tender procedures for new radio licenses, concept development, elaboration of the entire system, coverage, and frequency planning, interference analysis, coordination and verification of frequencies, to the creation of extensive expert reports and feasibility studies, as well as consulting on the selection of suitable transmission sites. Strategic consulting, for example, on the selection of radio technology, or support in procurement processes for the complete network infrastructure, including the preparation of tender documents and the evaluation of offers, also falls within the area of expertise of LS telcom experts. Redundancy concepts, socio-demographic coverage analyses, network optimization, consulting on the generation, conversion, and trading of cartographic data, as well as general project management tasks, complete the range of services that can be offered for almost every area of telecommunications.
The extensive service portfolio in the area of Spectrum Consulting for international interest groups, ministries, and regulatory authorities is also supplemented by general implementation and process consulting or specialized consulting regarding future frequency utilization concepts, the development and revision of comprehensive frequency plans, the specification of nationwide radio monitoring systems, and the definition of new licensing strategies for the radio frequency spectrum.
The "LS telcom Training Academy" offers training, seminars, and expert courses for specific topics in the application area of radio technology, in addition to basic and advanced courses for LS telcom software in conjunction with software projects. Customers particularly appreciate the flexibility of LS telcom's offering, which allows them to choose between standardized courses according to the seminar calendar and customer-specific training. All courses can be booked either as an event directly at the customer's premises or as a completely organized further education package at the "LS telcom Training Academy" in Lichtenau. A large proportion of the courses are also offered as web-based online seminars. The online offering is now also very well received by customers due to worldwide travel restrictions.
Integrated Systems (Hardware and Software)
In addition to pure software products and pure services, the LS telcom Group is continuously expanding its product portfolio with hardware-related systems. These integrated solutions include both LS telcom software and know-how, as well as hardware components. At LS telcom AG in Germany, a business unit deals with measurement systems for monitoring spectrum usage. Here, not only complete nationwide radio monitoring systems are designed and implemented, but also new products, such as networked sensors for long-term measurements of radio signals with intelligent data management, are developed to specifically detect truly relevant events in the vast amount of data. One product in this area is a novel direction-finding system "DF Time Travel®", which captures signals from the entire spectrum from all directions almost simultaneously and stores this information. This allows for the determination of a direction for every captured signal, even those from the past, and with multiple direction-finding stations, a location determination for such signals can be carried out. Furthermore, the application of artificial intelligence in the analysis of radio signals is increasingly being used.
Such radio monitoring systems are necessary to control compliance with license conditions, better protect borders and safety-relevant facilities, and ensure interference-free radio transmission. With the newly developed products in this area, LS telcom meaningfully and very beneficially complements the conventional measurement methods and products for the existing customer base of LS telcom software systems. In South Africa, the service portfolio has been expanded in recent years to include installation and integration work for digital television transmitters and other radio networks, in line with the specific requirements of the African market.
Competition
The competitive situation in the various customer segments varies greatly. However, it can generally be stated that LS telcom's products generally occupy top positions compared to solutions from other companies.
In software-supported planning systems for radio networks, LS telcom is one of the leading providers worldwide. LS telcom's software solutions are used in a large number of existing radio networks worldwide. The broad user base can continue to be considered a good starting position for the market introduction of planning systems oriented towards new radio technology generations. In practically every country in the world, there is at least one regulatory authority responsible for managing the radio spectrum and allocating radio licenses. In countries with regional or special administrative structures, there are often multiple authorities with regional or service-specific responsibilities. All these authorities require software and consulting services to meet the special requirements of spectrum management. These authorities must constantly adapt to changing demands arising from the further development of radio technologies, political frameworks, international agreements and regulations, and not least from IT system environments. Existing systems must be extended with web and app-based functionalities, so that our customers can also offer their customers new modern ways to use their services. In large enterprise system solutions, a high degree of automation is now required, for example, to reduce personnel costs and eliminate sources of error. The trend towards externally or customer-hosted cloud solutions is also increasingly evident. All these characteristics are currently comprehensively supported only by LS telcom systems. System solutions from the LS telcom Group are already used in more than 100 countries in various configurations. This makes LS telcom the undisputed international market and technology leader in spectrum management.
The competition in vertical markets (industry, transport and traffic, public safety, etc.) is highly fragmented – both from a regional/national perspective and a portfolio-specific perspective. Through its very extensive portfolio of system solutions and services and its international market approach, LS telcom has a market positioning that clearly distinguishes it from the competition.# Unternehmensstrategie, Steuerung des Unternehmens und Unternehmensziele
Unternehmensstrategie
Ziel des LS telcom Konzerns ist es, die in der Vergangenheit erarbeitete sehr gute Marktposition in Bezug auf Systemlösungen und Dienstleistungen für ein effektives Management und eine effiziente, nachhaltige Nutzung des Funkfrequenzspektrums weiter auszubauen. Um dies zu erreichen, verfolgt der Konzern folgende Strategie:
Kundenzufriedenheit
Kundenzufriedenheit ist oberste Prämisse. Nur zufriedene Kunden werden uns weiterempfehlen und gerne weitere Systemwartung sowie neue Produkte bei uns kaufen. Unsere Mitarbeitenden werden immer wieder erneut dazu motiviert, den Kunden umfänglich zufrieden zu stellen. Schlüssel dazu ist ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Die entsprechenden Unternehmensziele der LS telcom AG sind deshalb auch im Qualitätshandbuch festgelegt und im Rahmen der Qualitätssicherungsprozesse gemäß ISO 9001:2015 implementiert:
- Unsere Produkte und Dienstleistungen sollen dem Kunden durch einfache und geniale Lösungen den größtmöglichen Nutzen bieten.
- Wir wollen mit unseren Produkten und Projekten Gewinn erzielen, der es uns ermöglicht, Wachstum zu gewährleisten, jedoch die Selbstbestimmung zu erhalten.
Anspruchsvolle Qualitätsvorgaben, eine angemessene Überwachung aller qualitätsbeeinflussenden Faktoren sowie laufende Optimierung der Geschäftsprozesse sollen auch zukünftig das hohe Niveau unserer Dienstleistungen und Produkte gewährleisten. Neben diesen Qualitätsansprüchen ist selbstverständlich auch adäquate Informationssicherheit ein zentrales Thema für das Unternehmen und unsere Kunden. In der heutigen Zeit sind „Vulnerabilities“, also Angriffspunkte für Hacker und Ransomeware der Risikofaktor schlechthin und müssen daher so schnell als möglich geschlossen werden. Hier ist entsprechende Sorgfalt bei der Entwicklung, Pflege und dem Test der immer komplexer werdenden Kundensysteme und Umgebungen elementar, um zufriedene Kunden zu binden. LS telcom ist zwar bis dato noch nicht nach ISO 27001 zertifiziert, hat jedoch umfassende Maßnahmen und Prozesse analog dieses Standards im Sinne der Informationssicherheit und des Datenschutzes implementiert und strebt zeitnah die formale Zertifizierung nach ISO 27001 an.
Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden
Nur zufriedene Mitarbeiter werden unsere Kunden zufrieden stellen können. Zufriedenheit an dieser Stelle ist der erste Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. Wir sind unseren Mitarbeitenden eng verpflichtet. Deshalb sorgen wir für einen umfassenden Arbeitsschutz, beispielhaft mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, einem regelmäßig tagenden Arbeitssicherheitsausschuss sowie regelmäßigen Sicherheitsbelehrungen für die Mitarbeitenden. Im Gesundheitsschutz haben wir deshalb auch schon sehr frühzeitig eine umfassende Covid-19 Strategie betrieben, einen regelmäßig tagenden interdisziplinären Corona-Notfallausschuss etabliert und versucht, auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen, wo immer es möglich war.
Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit
Der Umgang mit Ressourcen ist von zentraler Bedeutung. Wir sehen es als unsere Verpflichtung der Umwelt gegenüber; ebenso erwarten Kunden wie Anleger heute eine nachhaltige Strategie und ressourcenschonendes Engagement. Sowohl beim Einsatz von Materialien wie auch Rohstoffen und Energie achten wir deshalb seit langem auf diese Werte. Seit Jahren schon führen wir regelmäßig Energieaudits durch, bereits bevor es für uns verpflichtend wurde.
Die LS telcom wurde 2021 von der TÜV SÜD Management Service GmbH für die Einführung und Anwendung eines Umweltmanagementsystems nach der international anerkannten Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Kern des Umweltmanagementsystems ist die Betrachtung der sogenannten Umweltaspekte, d. h. in welcher Form wirkt die Geschäftstätigkeit der LS telcom auf die Umwelt ein. Dies sind im Wesentlichen der Verbrauch elektrischer Energie (IT-Infrastruktur, Klimatisierung), Raumheizung und Reisetätigkeiten im Rahmen von Vertriebsaktivitäten und zur Projektabwicklung.
Steigerung der Profitabilität
Ein weiteres wichtiges Ziel des Unternehmens ist es, Profitabilität über sämtliche Unternehmen des Konzerns wieder nachhaltig herzustellen und stetig zu steigern. Zu diesem Zweck werden einige unserer Kernprodukte verjüngt und konfigurationsfähiger gestaltet, wodurch wir uns eine Verschiebung des Umsatzes weg von angepassten Lösungen hin zu Standardprodukten erwarten. Kurzfristig bedeutet das zwar einen erheblichen Mehraufwand, da die Produkte teilweise einen echten Generationenwechsel durchleben müssen. Auf mittlere und lange Sicht bringt dies aber eine stabile Grundlage für neues, ertragreiches Geschäft. Auch arbeiten wir daran, Entwicklungs- und Projektimplementierungsprozesse im Firmenverbund zu optimieren. Entwicklung muss heute schnell und kostengünstig ablaufen. Da entsprechende Kräfte auf unserem Heimatmarkt nahezu nicht erhältlich sind, haben wir unsere Aktivitäten auf Indien ausgedehnt und sind dabei, dort einen Pool von schnell verfügbaren und gut ausgebildeten Entwicklern/innen zu trainieren, die außerdem die dort vorgesehene Mehrarbeit kostengünstig umsetzen können. Indien ist aber nicht mehr als „Billiglohnland“ zu verstehen. Auch dort hat gute Arbeit ihren Preis, aber allein schon die höhere Verfügbarkeit auch sehr spezieller Expertise nützt in hohem Maß und sollte sich mittelfristig dann in kürzeren Projektimplementierungszeiten niederschlagen.
Konzentration auf Kernkompetenzen und Diversifikation von Kundengruppen
Die Entwicklungen in der Vergangenheit zielten insbesondere auf die Festigung unserer Marktposition in unseren originären Kernmärkten (Frequenzmanagement, Rundfunk, Telekommunikation) ab. Darüber hinaus hat sich die LS telcom Firmengruppe in den letzten Jahren auf der Basis der bestehenden Produkte und Kompetenzen aber auch in verwandte, neue Märkte bewegt und ihr Dienstleistungs- und Produktangebot auf integrierte Systeme auch im hardwarenahen Bereich ausgedehnt. Diese Entwicklung soll auch künftig mit Augenmaß fortgesetzt werden und der Gesellschaft aus ihrem Nischenmarkt zu weiterem Wachstum verhelfen, möglichst unter effektiver Nutzung von bereits für den Kernmarkt getätigten Investitionen. Verwandte Märkte in diesem Sinne umfassen neue Kundengruppen mit vergleichbarem Bedarfsprofil (z. B. vertikale Märkte, nicht-zivile Nutzer von Funkfrequenzen im militärischen Bereich) oder aber die bereits adressierten bestehenden Kunden mit neuen Produkten, welche bestehende Systemlösungen sinnvoll ergänzen (z. B. Funküberwachungssysteme für die Durchsetzung der Lizenzbedingungen und Störungsbeseitigung).
Erklärtes Ziel der Unternehmensgruppe ist es, insbesondere die Kundenbasis in Vertikalmärkten zu erweitern. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zentrale Rolle in Produktionsprozessen und rückt nun im Rahmen der Digitalisierung, der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards und Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender, hochsicherer Maschine-zu-Maschine-Kommunikation immer stärker in den Fokus. Mit weitgehend replizierbaren Lösungen bestehend aus der Kombination bereits entwickelter Produkte und Services sprechen wir eine Vielzahl von Kunden einer Branche an und wollen mit diesem Schritt eine deutliche Verbreiterung des Kundestamms erreichen.
Technologie- und Marktführerschaft
Ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung wird weiterhin der wesentliche Motor des Erfolges bleiben. In Zeiten der digitalen Transformation mit einer sich permanent wandelnden Kommunikationsbranche ändern sich auch die Anforderungen laufend. LS telcom hat daher in der Vergangenheit jährlich stets in hohem Umfang in die Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen investiert und speziell im vergangenen Geschäftsjahr einen massiven Schub umgesetzt. Auch in Zukunft werden wir weiter in adäquatem Umfang investieren. In diesem Zusammenhang wird kontinuierlich untersucht, inwieweit sich das bestehende Produktportfolio sinnvoll durch neue Produkte erweitern lässt, um so die Attraktivität des Gesamtangebots von LS telcom weiter zu steigern und sich gegebenenfalls auch hierdurch von der Dynamik temporär weniger erfolgversprechender Märkte zu entkoppeln. Generelles Ziel war und bleibt die Ausweitung der Technologie- und Marktführerschaft in sämtlichen Kundensegmenten und Märkten. Der Ausbau des weltweiten Vertriebs wird die Internationalisierung, insbesondere nach Asien sowie Nord- und Südamerika, vorantreiben. Der Vorstand ist grundsätzlich weiterhin bestrebt, wo möglich und sinnvoll, Unternehmen zu akquirieren, um Marktzugänge und gegebenenfalls komplementäre Produkte hinzuzukaufen und überdies marktbereinigend zu wirken. Jedoch wird dies wie in der Vergangenheit nicht vorrangiges Ziel sein, da solche Maßnahmen in der Regel mit beträchtlichen Einstandskosten und zeitlichem Aufwand verknüpft sind. Der Vorstand wird auch künftig diesbezüglich sich bietende Kooperations- und Investitionsalternativen sorgsam prüfen, allerdings in Zweifelsfällen (z. B. in punkto Integrationsfähigkeit und nachhaltiger Wertigkeit einer Akquisition) eher am Cash-Bestand festhalten und diesen für weiteres organisches Wachstum einsetzen.
Steuerung des Unternehmens
Das Steuerungssystem der LS telcom hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die folgenden Kennzahlen stellen die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:
- Umsatzerlöse: Die Umsatzentwicklung dient als Maß für das Wachstumspotenzial des Konzerns. Die kurzfristige Umsatzentwicklung ist stark vom zeitlichen Verlauf von Großprojekten abhängig.
- EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern): Diese Kennzahl misst die Qualität der Umsatzentwicklung und zeigt, wie effizient das operative Geschäft gesteuert wird.# A. Geschäft und Rahmenbedingungen
1. Marktumfeld und Absatzentwicklung
Die insgesamt sehr gute Bestell- und Auftragssituation, die sich bereits Ende des vorherigen Geschäftsjahrs abgezeichnet hatte, hielt auch über das vergangene Geschäftsjahr an. Trotzdem war auch das zurückliegende Geschäftsjahr geprägt von der Corona-Krise und deren Folgen. Quarantänemaßnahmen, Reise- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie, Lockdowns, temporäre Schließungen von Flughäfen und Behörden sowie generelle Einreiseverbote, machten Planungen oftmals in Tagen obsolet und verlangten immer wieder erneute Planüberarbeitungen in Projekten sowie kreative Ansätze zur Risikoeindämmung.
Sämtliche Dienstleistungen und Systemprodukte der LS telcom, wie Enterprise-Systemlösungen für das Spektrum-Management oder integrierte Funküberwachung-Messsysteme, stoßen nach wie vor auf hohes Interesse im Markt. Die inzwischen zur Routine gewordenen webbasierten Events und eine umfassende Nutzung der digitalen Online-Medien als Marketing- und Vertriebskanal erlauben uns, den Kontakt zu unseren Kunden auch in Pandemiezeiten aufrecht zu erhalten und sogar auszubauen. Daneben lassen sich verschiedene Ländergruppen nun wieder einfacher bereisen. Das Online-Format wird uns aber auch in Zukunft erhalten bleiben, erlaubt es doch schnellere Reaktionszeiten und eine ungleich größere Reichweite als andere Marketingformen und das – ebenso wichtig in der heutigen Welt – auf effiziente, umweltfreundliche und nachhaltige Weise.
Trotzdem bleiben persönliche Kontakte und die Präsenz eines Vertriebsmitarbeitenden von Zeit zu Zeit unersetzlich. LS telcom kann allerdings in ihren Kernmärkten auf viele schon früher etablierte persönliche Kontakte und eine lange Kundenbindung zurückgreifen. Auch dadurch gelang es während der Pandemie, die Treue und Bindung unserer Kunden zu LS telcom aufrecht zu halten. Viele der erzielten Aufträge kamen erneut von Bestandskunden, da hier eben der existierende Vertriebskanal die Vertrauensbasis bildet. Ein weiteres wichtiges Element war die Vor-Ort Präsenz durch unsere Niederlassungen in vielen Kernmärkten und -regionen, was auf die Kunden beruhigend wirkt.
LS telcom ging bereits mit einem guten Auftragspolster in das vergangene Geschäftsjahr (AG inkl. Intra-Konzern Umsatz für die AG: EUR 33,5 Mio. im Dezember 2020). Das war die Grundlage für unsere trotz aller bekannten Widrigkeiten optimistische Sicht auf das Geschäftsjahr. In den Vertikalmärkten und bei der Dienstleistung generell hat sich der positive Auftragstrend auch verstetigt. Gerade in den DACH-Ländern sowie im mittleren Osten war und ist die Nachfrage nach unseren professionellen Beratungs-, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen groß. Aus den bereits abgeschlossenen Rahmenverträgen sowie vielen Direktbeauftragungen konnte Umsatz und Ertrag im vorgesehenen Umfang erwirtschaftet werden.
Die kontinuierlich zunehmende Nutzungsintensität des Funkspektrums, vor allem getrieben durch neue Anwendungen und Nutzer im Themenumfeld Digitalisierung, Industrie 4.0, 5G-Technologie und das Internet der Dinge, bieten LS telcom-Produkten signifikantes neues Marktpotenzial.
Anders verhielt es sich in den Märkten Software und Messsysteme. Die bereits im vorherigen Geschäftsjahr erwarteten Großaufträge konnten zwar kurz vor Weihnachten 2020 final gesichert werden, aber die Stellung vertraglich vereinbarter Zahlungssicherheiten durch die Kunden dauerte teilweise sehr viel länger als zuvor angekündigt. Beispielsweise gab es bei einem bereits im Vorgeschäftsjahr beauftragten und final verhandelten Projekt in Afrika extrem lange Verschiebungen durch neue gesetzliche Regelungen zur Strukturierung der Zahlungsgarantien. Dadurch konnten die Projekte erst im Mai respektive im August 2021 starten und so nur noch anteilig im Jahr zum Umsatz beitragen. Zusammen mit der Einreiseproblematik in mehreren Ländern hat dies letztlich zu der im Juli veröffentlichten Umsatz- und Gewinnwarnung geführt und unser Ergebnis wesentlich beeinträchtigt.
In den Projekten, die Messsysteme und Hardware beinhalten, teilweise aber auch dort, wo Computersysteme mit unserer Software zu liefern sind, stellen wir erhebliche Behinderungen durch die Lieferketten- und die weltweite Transportproblematik fest. Einerseits sind die Materialkosten erheblich gestiegen, was sich zukünftig bei bereits beauftragten Festpreisprojekten auf die Marge auswirken könnte. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass die verschobenen Umsätze zwar realisiert werden können, sich allerdings einzelne Projekte deutlich länger hinziehen werden, weil die Realisierung und der Zugang zum Kunden aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen komplizierter und zeitintensiver geworden sind.
Dagegen ist die Gesamtlage sehr positiv zu sehen. Der Auftragseingang und der Auftragsbestand haben sich erfreulich stark entwickelt, was stabile Umsätze und Gewinnbeiträge für die Zukunft nicht nur sichert, sondern auch entsprechendes Nachfolgegeschäft aus Wartungsvereinbarungen erwarten lässt.
Aufgrund der in diesem Jahr hohen Projektlast wurden die Entwicklungsleistungen für das zukunftsweisende mySPECTRA Projekt vermehrt durch Fremddienstleister erbracht, was sich auch in dem starken Anstieg der aktivierten Entwicklungsleistungen zeigt. Die Entwicklungen werden aber in Zukunft unbedingt benötigt, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten und dem Markt die geforderten Lösungen bieten zu können. Diese neuen Systemlösungen werden nach unserer Einschätzung zukünftig aufgrund der einfacheren Konfigurierbarkeit signifikant höhere Margen erzielen können.
Aufgrund der oben beschriebenen Begleitumstände konnte der LS telcom Konzern trotz exzellenter Auftragslage seine zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/2021 gesetzten Ziele nicht erreichen. Der Konzern erwirtschaftete Umsatzerlöse von EUR 31,58 Mio. und damit ein Betriebsergebnis (EBIT) von EUR 1,14 Mio. Das Konzern-Jahresergebnis (nach Minderheitenanteilen) hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stark verbessert auf TEUR -113 gegenüber EUR -2,19 Mio. im Vorjahr. Der große Unterschied zum EBIT beruht wesentlich auf einem hohen Maß an latenten Steuern wegen der stark gestiegenen aktivierten Entwicklungsleistungen und der POC Abgrenzungen.
Die umsatzstärksten Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres betrafen Hardwaresysteme sowie Systemerweiterungen und die Wartung von Frequenzmanagement-Systemen bei Bestandskunden.
Unternehmensziele
Finanzielle Ziele
Das unternehmerische Handeln der LS telcom AG ist auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Die bedeutsamsten Ziele sind die mittel- und langfristige Steigerung des Umsatzes sowie des EBIT.
Nicht-finanzielle Ziele
Neben den finanziellen Zielen sind folgende nicht-finanzielle Faktoren von Relevanz für den Erfolg des Konzerns:
- Kundenzufriedenheit
- Nachhaltigkeit
- Qualität und Attraktivität der Produkte
- Qualifiziertes und motiviertes Personal
Für den nachhaltigen Erfolg des Konzerns spielt die Kundenzufriedenheit eine zentrale Rolle. Mittels Umfragen bei der jährlichen Kundenkonferenz und im Rahmen der Projektabschlüsse sowie bei Besuchen im Rahmen von Wartungsverträgen erheben wir Daten zur Kundenzufriedenheit. Diese Daten bestätigen, dass wir sehr positiv wahrgenommen und geschätzt werden.
Nachhaltigkeit ist ein absolutes Muss in der heutigen Zeit. Der Umgang mit Ressourcen und der Umwelt generell, aber auch eine auf Verlässlichkeit und Vertrauen aufgebaute Unternehmenskultur und -führung sind für uns Elemente des Markenkerns.
Die LS telcom-Mitarbeitenden betreuen die Kunden dabei in bestmöglicher Weise und bieten maßgeschneiderte Lösungen an. Ziel ist es, die hohe Kundenzufriedenheit zu halten und weiter zu verbessern. Voraussetzung für eine hohe Kundenzufriedenheit ist eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und damit verbundener Dienstleistungen. Unser Qualitätsmanagement trägt Sorge dafür, dass unsere Kundenprojekte laufend operativ überwacht werden, um Fehler zu vermeiden und Schaden vom Konzern abzuwenden. Ziel ist es, das hohe Qualitätsniveau zu halten und noch weiter zu verbessern.
Die Mitarbeitenden tragen in erheblichem Maße zum wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns bei. Ihre Identifikation mit dem Konzern - welche sich in der hohen durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit widerspiegelt - und ihr Engagement sind die wesentlichen Grundlagen für den zukünftigen Erfolg. Die Potenziale der Mitarbeitenden werden durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung gefordert und gefördert.
Sogenannte Key-Performance-Indikatoren (KPI) werden soweit wie möglich quartalsweise, systematisch und automatisiert erhoben. Diese Messungen dienen der Schaffung einer repräsentativen Datenbasis zur Überprüfung der KPI-Definition und ggf. als Basisbezug für die Zielwerte dieser KPI. Auf Grundlage dieser Datenbasis soll anhand der Verlaufswerte die Erarbeitung konkreter Ziele erfolgen. Die so quantifizierten Ziele werden regelmäßig mit Ist-Daten verglichen und analysiert werden.
Wesentliches finanzielle Leistungsindikatoren
Diese bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren werden sowohl für das Mutterunternehmen als auch den LS telcom Konzern geplant, ermittelt und überwacht. Darüber hinaus werden die folgenden Kennzahlen vom Management laufend verfolgt, ohne jedoch hierfür einen quantifizierten Zielwert festzulegen:
- Auftragseingang
- Auftragsbestand
Diese Leistungsgrößen sind die wesentlichen Treiber für die Umsatzentwicklung. Verhandlungen mit den Kunden können sich teilweise über eine längere Zeit hinziehen, die von vielen Faktoren, wie z. B. politischen Entwicklungen oder strategischen Planungen der Kunden, beeinflusst werden. Auch Änderungen in den Projekt-Implementierungsplänen können zu starken Schwankungen im Auftragsbestand führen. Aus dem Auftragsbestand wird zu einem wesentlichen Teil der Planumsatz des Folgejahres bei plangemäßem Verlauf der Projekte abgeleitet.# Unternehmenssituation
Daneben haben Abrufe aus Rahmenverträgen mit Kunden im Inland einen deutlich höheren Stellenwert erlangt und reihen sich ebenfalls in die ersten Rangplätze ein. Die regionalen Schwerpunkte der Projekte lagen in Europa, Nordamerika und Asien. Eine Hälfte des Umsatzes wurde im Geschäftsjahr durch 14 Kunden bestritten, während die andere Hälfte sich auf 681 Kunden verteilt, was auch den hier inzwischen erlangten Grad der Risikostreuung verdeutlicht. Um sich den technologischen Trends zu stellen und auch in Zukunft marktgerechte Produkte anbieten zu können, hat der Konzern sehr intensiv in die Entwicklung neuer Produkte, insbesondere in die bereits erwähnte rein webbasierte Spektrum-Management-Systemlösung mySPECTRA, aber auch in drohnengestützte Funkmesstechnik sowie in das Zusammenspiel von Frequenzverwaltungs- und Funküberwachungssystemen investiert und entsprechende Entwicklungsleistungen aktiviert.
Die aktivierten Eigenleistungen liegen mit EUR 4,21 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (i. V. EUR 3,61 Mio.).
Die Gesamtleistung beträgt EUR 38,02 Mio. und liegt somit um 26 % über dem Vorjahresniveau (EUR 30,23 Mio.). Der Auftragseingang in Höhe von EUR 45,62 Mio. (i. V. EUR 33,41 Mio.) lag 2020/2021 um 36,5 % über dem des Vorjahres. Der „Auftragseingang“ ist hierbei definiert als die Summe aus Neuprojekt-Vertragswerten mit Kunden, Abrufen aus Rahmenverträgen und zeitlich abgegrenzten Erlösen aus Wartungsverträgen.
Der Umsatz gliedert sich nach den drei Berichtssegmenten „Softwaresysteme“, „Hardwarenahe Systeme“ und „Dienstleistungen“ wie folgt auf:
| Umsatz GJ 2020/2021 | Umsatz GJ 2019/2020 | Veränderung | EBIT GJ 2020/2021 | EBIT GJ 2019/2020 |
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | ||||
| Softwaresysteme | 19.628 | 18.084 | 9 % | 530 |
| Hardwarenahe Systeme | 4.255 | 1.385 | 207 % | -793 |
| Dienstleistungen | 7.702 | 6.334 | 22 % | 1.406 |
| Insgesamt | 31.585 | 25.803 | 22 % | 1.143 |
Die Berichtssegmente sind hierbei wie folgt definiert:
Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte.
Das Segment „Hardwarenahe Systeme“ beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-System-lösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme“ fließen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise die Installation und Inbetriebnahme ganzer Senderstationen.
Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Trainings-, Planungs-, Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier, unter anderem Nutzer von Funkfrequenzspektrum aus den vertikalen Märkten, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient.
Der Geschäftsverlauf wurde wie in der Vergangenheit sehr stark vom Bestandskundengeschäft bestimmt. Mit Neukunden, also solchen, mit denen im Geschäftsjahr erstmalig Projekte durchgeführt wurden, ließen sich im Geschäftsjahr ca. 19 % (i. V. 9 %) der Umsatzerlöse erwirtschaften.
Jeder in den Berichtssegmenten enthaltene unterschiedliche Teilmarkt bietet für sich hohes Entwicklungspotenzial und wird in den nächsten Jahren eine relevante Rolle für die Umsatzentwicklung des Konzerns spielen.
Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im Berichtszeitraum bei ca. 87 % (i. V. 85 %) und belegt erneut die gute nationale und internationale Streuung der Aufträge. Die Steigerung der Inlandsumsatzerlöse konnte mit der Steigerung des Gesamtumsatzes nahezu Schritt halten, was in den verstärkten Aktivitäten auf dem deutschen Markt in den diversen Vertikalmärkten, u. a. um die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie die anstehende Einführung von lokalen 5G Campus-Netzen, begründet ist. Die Exportumsätze innerhalb Europas liegen bei 27 % und in den restlichen Regionen bei 60 % (dabei Afrika mit 7 %, Nord- und Südamerika mit 21 %, Asien/Pazifik mit 20 % und der Mittlere Osten mit 12 %).
2. Unternehmenssituation
Softwaresysteme
Der Umsatzanteil des Segments „Softwaresysteme“ hat im vergangenen Geschäftsjahr gegenüber den anderen Segmenten an Dominanz verloren. Das ist im Wesentlichen den Hardwareprojekten zuzurechnen, die im betrachteten Geschäftsjahr wieder erfreulich gewachsen sind. „Softwaresysteme“ erwirtschaftete 62 % (i. V. 70 %) der gesamten Umsatzerlöse. Die Nachfrage im Segment „Softwaresysteme“ war im Geschäftsjahr sehr gut, allerdings zeigt sich aufgrund der vielen Projektlangläufer und einiger erst spät gestarteten Projekte nur ein moderater Umsatzzuwachs. Der absolute Umsatzbeitrag aus dem Segment stieg um 9 % gegenüber dem Vorjahr. Das Segment weist zudem aufgrund außergewöhnlich hoher Investitionen in die Weiterentwicklung der strategischen Projekte mySPECTRA sowie dem Schwerpunkt „Künstliche Intelligenz“ eine entsprechende Steigerung bei den aktivierten Eigenleistungen aus. Gegensätzlich wirkten aufgrund der Projektverzögerungen nicht verbuchbare Gewinnanteile, da gewisse Projekt-Meilensteine nicht erreicht werden konnten, sowie ein erheblich höherer Einsatz von Fremddienstleistern bei der Projektabwicklung als im Vorjahr. In der Summe führte dies zu einem positiven Betriebsergebnis von TEUR 530 (i. V. TEUR -402). Der Umsatz im Segment „Softwaresysteme“ wurde überwiegend aus Wartungseinnahmen und mehrjährigen Projekten mit Bestandskunden, aber auch einigen größeren Erstkundenprojekten erwirtschaftet. Die größten Beiträge resultierten aus Geschäften mit Behörden in der EU, in Kanada, Australien, dem Vereinigten Königreich, dem mittleren Osten und Afrika.
Hardwarenahe Systeme
Unter dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ werden innerhalb der LS telcom Firmengruppe sehr unterschiedliche Produkte entwickelt und vermarktet. Diesen Produkten ist gemein, dass sie an denselben Kundenkreis wie die Produkte aus dem Geschäft mit Spektrum-Management-Softwaresystemen, Planungstools und Planungsdienstleistungen adressiert sind und eine attraktive Ergänzung zu dem früheren rein „immateriellen“ Produktportfolio der LS telcom darstellen. Bei der LS telcom AG werden neue Verfahren und Systeme zur kleinzelligen Überwachung der Spektrum-Nutzung entwickelt. Dazu gehören stationäre Langzeit-Messverfahren mit intelligenter Datenreduktion von Terabytes an Messdaten (Big Data Lösungen) ebenso wie neuartige Mess-Sensoren für fliegende Plattformen, wie sie dann z. B. auf speziell hochgerüsteten Mehrflüglern bei der Colibrex GmbH oder der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zum Einsatz kommen. Im letzten Geschäftsjahr wurde verstärkt damit begonnen, diese Lösungen mit selbst entwickelten Komponenten der künstlichen Intelligenz zu bestücken, um so Genauigkeit, Geschwindigkeit und Vielfalt der Messmöglichkeiten weiter zu steigern. In diesem Segment konnten zahlreiche Projekte mit signifikanten Volumina aufgrund von Covid-19 und dem späten Start der Projekte erst teilweise im späten dritten und vierten Quartal starten, wodurch Umsatz-, aber speziell auch Ergebnisrealisierung nur noch eingeschränkt möglich war. Trotzdem konnten die Umsatzerlöse um insgesamt 207 % gesteigert werden. Die mit „Hardwarenahen Systeme“ erzielten Umsätze betrafen mehrere kleine und mittelgroße Projekte, teilweise auch Systemupgrades und Wartungsleistungen. Der regionale Schwerpunkt der Endkunden aus diesem Segment lag in Afrika, Europa und im Mittleren Osten. Da mit der Erhöhung der Umsatzerlöse naturgegeben auch der Materialeinsatz und Personalaufwände, zwar unterproportional, aber deutlich höher als im Vorjahr ausfielen, konnte das Segment-Betriebsergebnis zwar stark verbessert werden, blieb aber mit TEUR -793 weiterhin im negativen Bereich. Wir sind überzeugt, dass sich mit den bestehenden Aufträgen im nächsten Geschäftsjahr ein robust positives Ergebnis erzielen lässt.
Dienstleistungen
Auch das Berichtssegment „Dienstleistungen“ konnte im Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatzzuwachs von 22 % gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Das Geschäftsfeld wurde durch den Bedarf an Beratungs-, Planungs-, Lizensierungs- und Ingenieursdienstleistungen überwiegend von Nutzern und Betreibern sicherer Kommunikationslösungen im professionellen Einsatz (dazu gehören digitale Sicherheitsfunknetze für Behörden, Versorger, Transport- und Industrieunternehmen) sehr gut ausgelastet. Ein starker Anstieg war bei speziellen Funkmess-Dienstleistungen, die verstärkt mit drohnenbasierten Mess-Systemen durchgeführt wurden, zu verzeichnen. Ein wesentlicher Beitrag konnte auch das hochwertige Spektrum-Consulting für Behörden, nationale und internationalen Organisationen sowie Kunden aus den vertikalen Märkten leisten.
Der Betriebsergebnisbeitrag von TEUR 1.406 (i. V. TEUR -174) aus dem Segment Dienstleistungen konnte gegenüber dem Vorjahr stark gesteigert werden und ist wieder deutlich positiv. Das Segment profitierte im Geschäftsjahr von einer hohen Nachfrage und von langfristigen Verträgen und Nachfolgegeschäft mit Bestandskunden. Durchaus positiv auf Effizienz und Marge wirkte sich die Bereitschaft der Kunden - nicht zuletzt getrieben durch die Pandemie -, Projekte und Dienstleistungen zunehmend unter Nutzung neuer digitalen Technologien durchzuführen, aus. So konnte neben Reisekosten auch Reisezeit eingespart werden, die wieder produktiv genutzt werden konnte.# Nennenswerte Beiträge zum Segmentumsatz lieferten neben der LS telcom AG auch die Tochtergesellschaften RadioSoft Inc., LS telcom UK Ltd., LS of South Africa Radio Com- munication Services (Pty) Ltd., LST Middle East FZ-LLC, Vision2Comm GmbH und LS telcom Inc.
3. Niederlassungen und ausländische Gesellschaften
Die LS telcom AG unterhält eine Niederlassung in Budapest. Das Büro in Ungarn dient vorwie- gend der Vor-Ort-, Projekt- und Vertriebsunterstützung sowie der lokalen Anpassung einzelner Softwaremodule. Beteiligungen der LS telcom AG bestehen zum 30. September 2021 bei der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, bei der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, bei der LS of South Africa Radio Com- munication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, bei der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, bei der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, bei der Colibrex GmbH, Rheinmünster, bei der Vision2Comm GmbH, Lichtenau, bei der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, bei der LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien, bei der NG Networks Co., Ltd. in Suzhou/China, an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien, an der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, sowie bei der Bieter- gemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau.
Die kanadische Tochtergesellschaft LS telcom Limited bearbeitet insbesondere den Markt für Systemlösungen und Beratungsleistungen für die Frequenzverwaltung bei Regulierungsbehör- den und konzentriert sich regional vorrangig auf Kanada und Lateinamerika.
Die französische Tochterfirma LS telcom SAS vertreibt das gesamte LS telcom-Produktportfolio und bedient primär den französischsprachigen Markt mit Kundenschwerpunkten bei Funkfre- quenzadministrationen in Frankreich und Afrika.
Die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. erbringt Beratungs- und Pla- nungsleistungen in Afrika und unterstützt zudem auch den Vertrieb, die Wartung und das Tes- ten von LS telcom-Softwarelösungen. Die südafrikanische Tochter hat in den vergangenen Jah- ren außerdem erfolgreich einen Geschäftszweig für den Aufbau und die messtechnische Validie- rung von Sendern und Antennenanlagen etabliert und entsprechende Messkampagnen im süd- lichen Afrika und in den USA erfolgreich und mit wachsendem Erfolg durchgeführt.
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Die Vision2Comm GmbH mit Sitz in Lichtenau konzentriert sich auf innovative Funkmess- und Monitoringlösungen als Dienstleistung („as-a-Service“). Die angebotenen Leistungen umfassen u. a. die Untersuchung und Ortung von Funkstörungen, die Definition geeigneter Messtechnik und -methoden, die Durchführung des Messbetriebs selbst sowie die Analyse und Auswertung der erfassten Messdaten. Zudem werden Projekte zur Integration und Realisierung von Funkan- lagen durchgeführt. Hauptfokus der Vision2Comm sind Nutzer von Funkfrequenzen in soge- nannten Vertikalmärkten (bspw. Industrie, Transportunternehmen, etc.).
Die Colibrex GmbH mit Sitz in Rheinmünster vermarktet vor allem neue messtechnische Lösun- gen auf fliegenden Plattformen und darauf basierende Dienstleistungen. Colibrex arbeitet dazu entwicklungstechnisch eng mit dem hardwarebasierten Geschäftsfeld der LS telcom AG sowie auf der operativen Seite mit der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. zu- sammen. Colibrex identifiziert und bearbeitet Märkte, strukturiert die Dienstleistungen und übernimmt das Produkt-Management und die Abstimmung mit den Entwicklungspartnern für die Entwicklung neuer Produkte.
Die LS telcom Inc. in Bowie, Maryland/ USA bestand als eigenständige Tochtergesellschaft bis zum 31. März 2021. Sie kümmerte sich um den US-amerikanischen Markt und übernahm dort den Vertrieb für das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe, insbesondere Mess- dienstleistungen sowie Funkplanungs- und Funkmesssysteme. Einige der LS telcom- Standardprodukte wurden mit Hilfe der LS telcom Inc. spezifisch an den US-Markt angepasst. Außerdem unterstützte die LS telcom Inc. die RadioSoft Inc. mit personellen Ressourcen im technischen Bereich. Die LS telcom Inc. wurde zum 1. April 2021 auf die RadioSoft Inc. ver- schmolzen. Die Haupttätigkeit der LS telcom Inc. wird nicht beendet, sondern unter dem Namen „LS telcom US – a RadioSoft operation“ unter der RadioSoft Inc. (nach Verschmelzung) weiterge- führt.
Die RadioSoft Inc. mit Hauptsitz in Clarkesville, Georgia, USA, erbringt vorrangig Dienstleistun- gen für die Funknetzplanung von Rundfunk- und Landmobilfunkstationen, wozu auch Koordi- nierungs- und Frequenzzuweisungs-Dienstleistungen für unterschiedlichste Behörden, Rund- funknetzbetreiber und diverse Verkehrs- und Industriebetriebe gehören. RadioSoft besitzt seit der Übernahme der Geschäfte der ehemaligen LS telcom Inc. mit Wirkung vom 1. April 2021 eine Niederlassung in Bowie, Maryland/USA. Diese kümmert sich um den US-amerikanischen Markt für das bestehende Produktportfolio der LS telcom Gruppe, insbesondere Messdienstleis- tungen, Funkplanungs- und Funkmesssysteme. Einige der LS telcom-Standardprodukte wurden mit Hilfe der RadioSoft-Niederlassung spezifisch an den US-Markt angepasst.
Die LS telcom UK Ltd. in London betreut insbesondere die relevanten Märkte im Vereinigten Königreich und vertreibt dort das gesamte Produktportfolio der LS telcom AG. Das Spektrum- Beratungsteam von LS telcom UK Ltd. verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Zusam- menarbeit mit internationalen und nationalen Regulierungsbehörden sowie einer Reihe von Frequenznutzern und erbringt weltweit Spektrum-Consulting und Trainings-Dienstleistungen mit globaler Perspektive.
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Die Beteiligung der LS telcom AG an der LST Middle East FZ-LLC in Dubai beträgt unverändert 49 %, wobei LS telcom im Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem davon abweichenden 60 % Anteil an den Stimmrechten die Kontrolle über das Unternehmen übernommen hat. Entsprechend wird diese Beteiligung im Konzern-Abschluss seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 voll konsolidiert. Von dieser Beteiligung aus erfolgt auch der maßgebliche Vertrieb der LS telcom-Produkte in den gesamten arabischsprachigen Raum und auf dem indischen Subkontinent sowie die zugehörige lokale Projektunterstützung.
Die LS telcom Australia Pty Ltd mit Sitz in Sydney/Australien wurde als 100 % Tochter der LS telcom AG im Geschäftsjahr 2018/2019 gegründet und kümmert sich um die Betreuung der bestehenden Kundenprojekte in Australien sowie die Weiterentwicklung der Geschäfte mit LS telcom Produkten in Australien, Neuseeland und den Pazifik-Staaten.
An der NG Networks Co., Ltd. hält die LS telcom AG einen Anteil von 40 %. Die NG Networks Co., Ltd. ist Hauptvertriebspartner der LS telcom AG für den chinesischen Markt. Daneben er- bringt die NG Networks Co., Ltd. auch Softwareentwicklungsleistungen (spezifische Auftrags- entwicklungen für die LS telcom AG, Anpassungen für den chinesischen Markt und Entwicklung eigener Produkte). Über die abgeschlossene Vertriebsvereinbarung hat sich die LS telcom AG auch Vertriebsrechte an den von NG Networks Co., Ltd. entwickelten Produkten, spezielle Pla- nungslösungen u. a. auch für LTE- und 5G-Netze, gesichert. Die NG Networks Co., Ltd. wird im IFRS-Konzern-Abschluss „at equity“ bilanziert.
Die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, mit Sitz in Mumbai/Indien, wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gegründet. Die Dienstleistung umfasst die Vermarktung und den Vertrieb des beste- henden Produktportfolios der LS telcom auf dem indischen Subkontinent. Zudem erbringt sie Dienstleistungen im Bereich der Web- und Mobile-App-Entwicklung. Einzelne Teilgruppen sol- len dezidiert Produkten oder Projekten zuarbeiten. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd beteiligt.
An der SlivaCom d.o.o mit Sitz in Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, hält die LS telcom AG einen Anteil von 48 %. Die SlivaCom d.o.o wurde im Mai 2021 gegründet. Sie erbringt für die LS telcom AG Hard- und Software-Entwicklungsdienstleistungen und stellt einen Messplatz für Antennenmessungen zur Verfügung. Kernaufgabe zu Beginn ist die Optimierung bestehender Antennensysteme der LS telcom AG.
Die ausländischen Tochtergesellschaften entwickelten sich teilweise erfreulich. Lediglich bei der Colibrex GmbH sowie der französischen Tochter LS telcom SAS gab es deutlich von der Erwar- tung abweichende Geschäftsverläufe. Bei Colibrex schlägt weiterhin die covidbedingte Zurück- haltung im Luftverkehr durch, was die Einführung des fertig entwickelten Messsystems für die Überprüfung der Navigationseinrichtungen erheblich verzögert. Das Management geht aber von einer nun rasch einsetzenden Besserung der Lage aus. Bei LS telcom SAS waren dagegen Verzögerungen bei zeitpunktbezogenen Projekten und er- hebliche Projektmehraufwände ausschlaggebend für das noch unbefriedigende Resultat. Für die Zukunft wurden hier weitergehende Maßnahmen ergriffen, die eine Verbesserung der Situation bei LS telcom SAS mit sich bringen sollen. So wird eine Produktgruppe zukünftig dort weiter- entwickelt und gepflegt werden, wodurch ein mehrjährig fixer Einkommensstrom gesichert ist. Außerdem ist ein mehrjähriges, zwar strategisch wichtiges aber deutlich verlustbehafteteres Projekt im Abschluss begriffen.
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4. Mitarbeitende
Im Verlauf dieses Geschäftsjahres erhöhte sich der Personalbestand im Konzern auf durch- schnittlich 247 (i. V. 222) Mitarbeitende. Zum 30. September 2021 waren im Konzern insgesamt 263 (i. V. 224) Mitarbeitende beschäftigt.
5. Produktentwicklung
Im Unternehmen ist unverändert die überwiegende Anzahl der Mitarbeitenden in der Entwick- lung tätig. Die Schwerpunkte lagen dabei in der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bestehender Software sowie der Integration bestehender Softwaremodule in Fremdsysteme, in der Weiterentwicklung webbasierter Funktionalität sowie der Migration bestehender Produkte auf neue Softwaretechnologien.# 6. Forschung und Entwicklung
Neben den Aufwendungen für die Entwicklung neuer Standard-Softwareprodukte und Hardwareprodukte wurden von LS telcom Aufwendungen in Höhe von EUR 3,0 Mio. (i. V. EUR 2,3 Mio.) als Aufwand für Forschung und allgemeine Entwicklung erfasst. Dieser Wert schließt alle Aufwände für die internen entwicklungsbezogenen Projekte mit ein, die nicht als aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen sind.
Investition in Innovation
Der Konzern hat damit in der Summe (nicht-aktivierbare Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und Investitionen in aktivierbare Eigenleistungen aufaddiert) insgesamt einen Betrag von EUR 7,2 Mio. (i. V. EUR 6,0 Mio.) unabhängig von Kundenprojekten in Innovationen investiert. Die Abschreibungen auf die aktivierten Entwicklungsprojekte liegen bei EUR 3,4 Mio. (i. V. EUR 3,3 Mio.), welche im Wesentlichen planmäßige Abschreibungen enthalten. Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert wurden in Höhe von TEUR 47 (i. V. TEUR 90) vorgenommen.
7. Die LS telcom AG an der Börse
Während des Geschäftsjahres 2020/2021 war die LS telcom-Aktie unverändert im Handelssegment „General Standard“ des geregelten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Ausgehend von einem Kurs von EUR 5,30 schloss der Handel zum Geschäftsjahresende am 30. September 2021 bei einem Wert von EUR 6,85. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte die Aktie im November 2020 ihre niedrigste Bewertung bei EUR 4,22. Der Wert der Aktie stieg im Verlauf des Geschäftsjahres und erreichte im Mai 2021 ein Maximum von EUR 9,20. Die Marktkapitalisierung lag zum 30. September 2021 bei EUR 39.846.450, nachdem sie sich zum Geschäftsjahresbeginn auf EUR 30.830.100 belief. Dies entspricht einem Kursgewinn von etwa 29,25 %. Der Prime Telecommunication Index gewann im Vergleichszeitraum 26,33 % an Wert. Pro Börsentag wurden während des Geschäftsjahres täglich durchschnittlich 7.213 LS telcom-Aktien (i. V. 4.875) im Gegenwert von EUR 49.075 (i. V. EUR 21.165) an den deutschen Börsen gehandelt, was einer Zunahme des Handelsvolumens um 131,87 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Alle oben aufgeführten Kurswerte beziehen sich auf das elektronische Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse.
B. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des LS telcom Konzerns
1. Geschäftsverlauf, Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnte der LS telcom Konzern die gesetzten Geschäftsziele, einen Umsatz von ca. EUR 33,4 Mio. und ein EBIT von EUR 2,1 Mio., nicht erreichen. Nähere Ausführungen hierzu wurden bereits in Kapitel A.1. „Marktumfeld und Absatzentwicklung“ dieses Konzernlageberichts gemacht. Der Umsatz des Konzerns stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 25,80 Mio.) um 22 % auf EUR 31,58 Mio. Die sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 1,56 Mio. (i. V. EUR 1,13 Mio.) führen zusammen mit den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von EUR 4,21 Mio. (i. V. EUR 3,61 Mio.) und den Bestandsveränderungen an fertigen Erzeugnissen von TEUR 663 (i. V. TEUR -316) zu einer um 26 % höheren Gesamtleistung von EUR 38,02 Mio. als im Vorjahr (EUR 30,23 Mio.). Zu dem weiterhin sehr hohen Niveau an sonstigen betrieblichen Erträgen trugen vor allem Währungsgewinne (TEUR 449) sowie Investitionszuschüsse (TEUR 373) bei. Saldiert mit Währungsverlusten ergaben sich positive Währungseffekte von TEUR 92.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat die LS telcom AG Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von der AIF Projekt GmbH im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ und vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für einzelbetriebliche Vorhaben: Entwicklung Künstlicher Intelligenz für neue Produkte und Dienstleistungen“ bewilligt bekommen. Zum 30.09.2021 sind diese Zuwendungen in Höhe von 150 TEUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.
Der Materialaufwand fiel mit insgesamt EUR 7,93 Mio. um 92 % höher aus als im Vorjahr (EUR 4,13 Mio.), was den höheren Umsatzerlösen mit Funkmesssystemen geschuldet ist. Hinter diesen Aufwendungen stehen projektbezogene Unterbeauftragungen an Dienstleistungsunternehmen in Beratungs- und Softwaresystemprojekten. Daneben fielen im Rahmen der durchgeführten hardwarebezogenen Projekte Zukäufe von Hardware zur Erfüllung unserer Lieferverpflichtungen für Funküberwachungssysteme sowie in geringerem Umfang für projektbezogene Computer-Hardware und Geodaten an. Die Aufwendungen für bezogene Waren stiegen von TEUR 864 auf EUR 2,35 Mio. und fielen damit um 171 % höher aus.
Der Personalaufwand liegt mit EUR 19,46 Mio. 8 % über dem des Vorjahres (i. V. EUR 17,95 Mio.). Ursachen hierfür sind Sondereffekte aus Einmalzahlungen, die Erhöhung des Personalbestandes und der Zuwachs durch die neue indische Tochtergesellschaft LS Spectrum Solutions Pvt Ltd.
Der Abschreibungsaufwand von EUR 4,93 Mio. (i. V. EUR 4,86 Mio.) ist geringfügig (1 %) gestiegen. Wie in den vergangenen Jahren wurde grundsätzlich eine strategisch ausgerichtete, im Kern aber konservative Investitionspolitik verfolgt. Während des Geschäftsjahres erfolgten in Bezug auf Sachanlagen im Wesentlichen Erhaltungsinvestitionen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 4,56 Mio. um 24 % unter denen des Vorjahres (EUR 5,99 Mio.). Die Einsparungen resultieren unter anderem aus der anhaltenden pandemischen Situation und damit eingesparten Reisekosten. Diese liegen mit TEUR 235 um 55 % unter dem Vorjahresniveau (TEUR 519). Zusätzlich gingen die Währungsverluste gegenüber dem Vorjahr (EUR 1,29 Mio.) auf TEUR 357 zurück.
Das Betriebsergebnis (EBIT) des LS telcom Konzerns liegt damit für das Geschäftsjahr bei EUR 1,14 Mio. (i. V. EUR -2,69 Mio.). Das Finanzergebnis beträgt TEUR -31 (i. V. TEUR -342). Die Erträge aus den nach der „at equity“-Methode bilanzierten Minderheitenbeteiligungen stiegen auf TEUR 224. Im Vorjahr ergab sich hier ein negativer Beitrag von TEUR -156. Der Zinsaufwand stieg um TEUR 62 auf TEUR 256 (i. V. TEUR 194).
Unter dem Strich ergibt sich damit ein Konzern-Jahresergebnis von TEUR 91 (i. V. EUR -2,51 Mio.) nach Zurechnung der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter (TEUR 204). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich bei einem Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG von TEUR -113 (i. V. EUR -2,2 Mio.) damit auf EUR -0,02 (i. V. EUR -0,38).
Etwa 60 % des Umsatzes wurden im Geschäftsjahr mit 20 (i. V. 25) Kunden erzielt. Konkrete Abhängigkeiten von Einzelkunden oder -projekten bestehen nicht.
2. Vermögenslage und Investitionen
Die Konzern-Bilanz zum 30. September 2021 weist bei einer Bilanzsumme von EUR 44,49 Mio. (i. V. EUR 39,62 Mio.) ein Eigenkapital von EUR 16,37 Mio. (i. V. EUR 16,14 Mio.) aus. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 36,79 % (i. V. 40,7 %).
Langfristige Vermögenswerte
Die langfristigen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem letzten Konzern-Abschluss zum 30. September 2021 um TEUR 700 auf EUR 20,91 Mio. erhöht. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen während des Geschäftsjahres um TEUR 692 auf EUR 9,46 Mio., was auf das höhere Volumen an aktivierten Eigenleistungen zurückzuführen ist. Der Wert des Sachanlagevermögens von EUR 4,97 Mio. ist gegenüber dem 30. September 2020 geringfügig (3 %) zurückgegangen (i. V. EUR 5,13 Mio.). Auch in diesem Geschäftsjahr ist der Rückgang primär auf das geringe Investitionsvolumen zurückzuführen.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die Gesellschaft einen Immobilien-Leasingvertrag über Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Nach zehn bzw. 15 Jahren bestand eine Kaufoption zum Erwerb sämtlicher Anteile an den Leasingobjektgesellschaften, in deren Eigentum sich das Grundstück befindet. Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 von dieser Kaufoption Gebrauch gemacht. Dieses Mietverhältnis wurde schon bisher im Anlagevermögen als Nutzungsrecht bilanziert. Zum Ausübungszeitpunkt des Optionsrechts ergab sich eine erfolgsneutrale Umgliederung innerhalb der Sachanlagen unter Reduktion der Nutzungsrechte für Geschäftsbauten sowie eine erfolgsneutrale Verrechnung der bisher unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten bilanzierten Leasingnettoposition.
Die Erhöhung der Geschäfts- oder Firmenwerte um TEUR 76 ist rein währungsbedingt. Der Wert der nach der Equity Methode bewerteten Beteiligungen erhöhte sich während des Geschäftsjahres um TEUR 252 auf TEUR 474 (i. V. TEUR 222), was u. a. auf die diesjährige Gründung der Beteiligung SlivaCom und auf das erfolgreiche Geschäft von der Beteiligung NG Networks Co. zurückzuführen ist. Die aktiven latenten Steuern verringerten sich gegenüber der Vorjahresbilanz um TEUR 158. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau aktivierbarer Verlustvorträge.# Vorräte
Der Wert der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen (EUR 1,01 Mio.) liegt aufgrund des Beginns mehrerer Großprojekte deutlich über dem Wert zum Ende des letzten Geschäftsjahres (TEUR 307) und reflektiert in gewissem Maße auch den höheren Geschäftsumfang in 2020/2021. In Höhe von EUR 1,14 Mio. (i. V. TEUR 0) sind geleistete Anzahlungen auf Vorräte geleistet worden.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Der Wert dieses Postens (EUR 8,12 Mio.) liegt um EUR 2,48 Mio. über dem zum Ende des letzten Geschäftsjahres. Die Forderungen bestehen überwiegend gegen Kunden mit sehr guter Bonität und haben sich insbesondere aufgrund der Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Für Projekte, welche der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung unterliegen, werden gemäß IFRS 15 Vertragsvermögenswerte ausgewiesen.
Liquide Mittel
Zum 30. September 2021 verfügt der LS telcom Konzern über kurzfristig frei verfügbare Geldmittel von EUR 11,41 Mio. (i. V. EUR 11,78 Mio.). Die LS telcom AG hatte im Geschäftsjahr 2013/2014 ein zinsgünstiges Förderdarlehen der KfW zur Finanzierung von Investitionen über insgesamt EUR 6,0 Mio. aufgenommen. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit von 10 Jahren und wurde in zwei Tranchen ausgereicht, einer Fremdkapitaltranche von EUR 2,4 Mio. zu einem Nominalzins von 1,25 % und einer Nachrangtranche von EUR 3,6 Mio. zu einem Nominalzins von 2,45 %. Die Tilgung der Fremdkapitaltranche begann am 30. Juni 2016, wogegen die Tilgung der Nachrangtranche erst am 30. Juni 2021 startete. Mit dem Zinsvorteil werden bestimmte Forschungs- und Entwicklungsprojekte subventioniert. Soweit Forschungsaktivitäten betroffen sind, werden die Subventionen als Ertragszuschuss behandelt. Im Fall von Entwicklungsprojekten liegen Investitionszuschüsse vor, die mit den angefallenen Herstellungskosten verrechnet werden. Zur Abfederung der durch die Corona-Pandemie erwarteten negativen Auswirkungen auf den LS telcom Konzern hat sich der Konzern bereits im Geschäftsjahr 2019/2020 umfassende Hilfskredite und Zuschüsse gesichert. Die Kredite in den USA wurden in diesem Jahr erlassen und als Zuschüsse verbucht, während ein Teil des Kredites in Kanada voraussichtlich im nächsten Geschäftsjahr erlassen wird. Der Hilfskredit der KFW über EUR 7,9 Mio. für die LS telcom AG wird ab Ende dieses Geschäftsjahres planmäßig getilgt. Durch die staatlichen Hilfspakete und die umsichtige Sparpolitik des Konzerns im vergangenen Jahr war die Finanzierung und Handlungsfähigkeit zu keiner Zeit gefährdet. Die LS telcom AG hat im Geschäftsjahr 2020/2021 das zinsgünstige Darlehen der KfW aus dem Programm „Unternehmerkredit“, das im Rahmen der Sondermaßnahme „Corona-Hilfe für Unternehmen“ durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie unterstützt wurde aufgenommen. Das Darlehen beläuft sich am 30. September 2021 auf EUR 7,3 Mio., hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 und ist mit 1,00 % p.a. zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt in 16 vierteljährlichen Raten und begann am 30. September 2021.
Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Diese Posten sind mit EUR 1,10 Mio. (i. V. EUR 0,98 Mio.) gestiegen und enthalten vor allem Steuererstattungsansprüche und Vorauszahlungen für Miete, Wartung, Versicherungen und Steuern.
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Im Vorjahr beinhaltete dieser Posten Leasingforderungen in Höhe von EUR 0,53 Mio. Die LS telcom AG hat die im Immobilienleasingvertrag vorgesehene Option zur Übernahme der Geschäftsimmobilien in Lichtenau zum 31. Dezember 2020 ausgeübt. Zum Ausübungszeitpunkt des Optionsrechts wurde die dann verbleibende Leasingnettoposition im Rahmen der Neubeurteilung des Nutzungsrechts berücksichtigt. Zum 30. September 2021 beinhalten die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte keine Leasingforderungen.
Eigene Anteile
Der Vorstand der LS telcom hatte in den Jahren 2008, 2009 und 2011 von seiner durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Für den Kauf des RadioSoft-Geschäfts in den USA wurden 2014 u. a. 150.000 Stück der eigenen Aktien als Akquisitionswährung eingesetzt. Der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2020 beträgt insgesamt 24.000 Stück (i. V. 24.000 Stück). Die eigenen 24.000 Aktien wurden zu einem Betrag von TEUR 49 erworben. Diese werden als „Eigene Anteile“ mit dem Konzern-Eigenkapital verrechnet.
Langfristige Schulden
Die wertbestimmenden Posten innerhalb der langfristigen Schulden sind weiterhin langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von EUR 7,99 Mio. (i. V. EUR 11,59 Mio.) sowie passive latente Steuern in Höhe von EUR 2,32 Mio. (i. V. EUR 1,59 Mio.). Unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten werden die langfristigen Teile der Leasingverpflichtungen mit TEUR 350 (i. V. TEUR 505), die KfW-Darlehen mit einem Wert von EUR 7,60 Mio. (i. V. EUR 11,0 Mio.) und ein Darlehen zur Finanzierung der Fuhrparkmodernisierung mit TEUR 30 (i. V. TEUR 70) erfasst.
Kurzfristige Schulden
Die kurzfristigen Schulden sind von EUR 9,53 Mio. auf EUR 17,17 Mio. gestiegen. Der Hauptgrund dafür sind die gestiegenen Vertragsverbindlichkeiten aus Großprojekten (EUR 3,63 Mio., i. V. TEUR 547), welche innerhalb der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Finanzlage
Beim Finanzmittelfond ergab sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres ein Rückgang um EUR 0,37 Mio. auf EUR 11,41 Mio. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich um EUR 0,85 Mio. auf EUR 6,17 Mio. verschlechtert.
Im Geschäftsjahr wurden EUR 0,43 Mio. mehr investiert als im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von EUR -4,47 Mio. enthält als wesentlichen Posten EUR 4,25 Mio. (i. V. EUR 3,63 Mio.) Investitionen in Entwicklungsprojekte. Die Finanzierungstätigkeit zeigt einen Cashflow in Höhe von EUR -2,13 Mio. (i. V. EUR 6,63 Mio.) und ist primär durch die Tilgung von bestehenden Finanzkrediten geprägt.
PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
C. Risikobericht
Risikomanagement
Grundvoraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele ist die Nutzung von sich bietenden Chancen. Dabei geht der LS telcom Konzern bewusst Risiken ein, von deren frühzeitigem Erkennen und professioneller Bewältigung der Erfolg des Konzerns abhängt. Nur wer seine wesentlichen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, kann die sich bietenden Chancen unternehmerisch verantwortlich nutzen. Dieser Erkenntnis trägt die LS telcom Firmengruppe Rechnung, indem sie die vorhandenen Maßnahmen zur Risikosteuerung in einem einheitlichen Risikomanagement-System zusammenfasst. Die Vorgaben der Konzern-Leitung an das Risikomanagement-System beinhalten:
* Risikogrundsätze (das heißt Risikodefinitionen, Systematik der Bewertung von Risiken, Methoden zur Risikosteuerung, Grundsätze der Kommunikation und Dokumentation von Risiken),
* die Festlegung der methodischen Grundlagen des Risikomanagements,
* die Abgrenzung der einzelnen Geschäfts- bzw. Betrachtungsbereiche,
* die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Bewertungsstandards sowie
* die Definition der Wesentlichkeitsgrenzen für die Risikobewertung.
Die nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe mit Hilfe des Schadenserwartungswerts bewerteten Risiken wurden in die drei Klassen „zu beobachtende“, „zu überwachende“ und „zu berichtende Risiken (wesentliche Risiken)“ kategorisiert. Die Vorgaben des Vorstands zum Risikomanagement sind im Risikomanagement-Handbuch der LS telcom AG dokumentiert. Zur zentralen Koordination des Risikomanagements innerhalb der Unternehmensgruppe wurde eine Risikomanagement-Beauftragte benannt. Auch der Aufsichtsrat der Gesellschaft wirkt aktiv und kontinuierlich an der Entwicklung und Fortschreibung des Risikomanagement-Systems der LS telcom Firmengruppe mit.
Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Prozess in die Konzern-Steuerung und in das Berichtswesen integriert. Zum Nachweis der Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems werden die Ergebnisse der Erhebung und Bewertung von Risiken und die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung systematisch dokumentiert. Neben den quartalsweisen Gesamtrisikoberichten werden neu auftretende Risiken, die von der Risikomanagement-Beauftragten als wesentlich für die Unternehmensgruppe bzw. den betroffenen Geschäftsbereich eingestuft werden, unverzüglich in Form von Ad-hoc-Berichten an den Vorstand der LS telcom AG sowie den Leiter des betroffenen Segments gemeldet. Unterstützend zu diesem Risikoreporting werden zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen, Sitzungen der Segmentleiter/Prokuristen, Ergebnisberichte der Bereichsleiter sowie ein regelmäßiges Finanzberichtswesen eingesetzt.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein die ganze Organisation umspannendes Netz, in das neben der Rechnungslegung auch weitere Geschäftsprozesse (z. B. Personalwesen, Lohnbuchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Angebotserstellung, Projektimplementierung einschließlich der Abwicklung von Abnahmeprozeduren, Change Requests sowie Garantie- und Wartungsleistungen) mit ihren jeweiligen organisatorischen und technischen Abläufen eingebunden sind. Ziel der von uns eingerichteten Methoden und Maßnahmen ist es, das Vermögen des Konzerns zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens sowie die Einhaltung der internen Vorgaben und der gesetzlichen Vorschriften sollen durch das installierte IKS gewährleistet werden.# Interne Kontroll- und Risikomanagement-System (IKS)
Das konzernweit für alle wesentlichen Vorgänge geltende Vier-Augen-Prinzip, definierte Prozesse in allen wesentlichen Bereichen, das Controlling aller Gesellschaften sowie die Antizipation derjenigen Risiken, die die strategischen oder operativen Maßnahmen und damit die Realisierung von Wert- und Wachstumspotenzialen beeinträchtigen können, runden das System ab. Darüber hinaus tragen die Nutzung von praxisbewährten und kontinuierlich aktualisierten Datenverarbeitungssystemen zusammen mit klar definierten Geschäftsprozessen für die Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Reporting, das Personalwesen, den Vertrieb und den Einkauf sowie regelmäßige Schulungen der verantwortlichen Nutzer zur Qualitätssicherung bei.
Das im Konzern etablierte IKS fußt auf folgenden Prinzipien:
- Transparenz: Für alle wesentlichen Prozesse sind Sollkonzepte etabliert, die es einem Außenstehenden ermöglichen, zu beurteilen, inwieweit Beteiligte konform zu diesem Sollkonzept arbeiten. Gleichzeitig wird dadurch die Erwartungshaltung der Organisationsleitung definiert.
- Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Vorgänge bleiben nicht ohne Gegenkontrolle.
- Funktionstrennung: Vollziehende (z. B. Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses (z. B. Einkaufsprozess verstanden als Prozess von der Bedarfsermittlung bis zum Zahlungsausgang) vorgenommen werden, sind nicht in einer Hand vereinigt.
- Zielgerichtete Information: Mitarbeitende werden auf Augenhöhe behandelt und erhalten Zugang zu allen Informationen, die für die tägliche Arbeit oder das Verständnis des Betriebs oder der Gesamtaufgabe sinnvoll und notwendig sind. Allerdings ist der Informationszugang so strukturiert, dass definierte Gruppen nur Zugang auf Ihren Verantwortungsbereich bekommen. Dadurch kann dem unkontrollierten Abwandern von Information entgegengewirkt werden.
Der Vorstand der LS telcom Gruppe führt die einzelnen operativen Gesellschaften mithilfe effizienter Steuerungs- und Kontrollsysteme auf der Basis eines zentralen CRM-Systems und zusätzlicher Hilfswerkzeuge. Der Vertrieb, die zentrale Finanzabteilung und die verantwortlichen Mitarbeitenden der Tochtergesellschaften informieren den Vorstand bzw. die zuständigen Personen der zweiten Führungsebene der LS telcom AG kontinuierlich und zeitnah über den Stand aktueller Vertriebschancen, Umsatz-, Zahlungseingangs- und Auftragszahlen. Diese Informationen werden zentral in einem CRM-System sowie der Zahlenbasis in Lucanet verdichtet und stehen dem Vorstand sowie, abhängig von den Zugriffsrechten, auch den zuständigen Mitarbeitenden soweit zur Verfügung, wie diese solche Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen.
Rechnungslegungsbezogenes IKS
Der LS telcom Konzern verfügt über umfangreiche Strukturen, Systeme und Maßnahmen, welche die Effektivität und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung von Einzel- und Konzern-Abschluss gewährleisten. Grundlage des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsführern der Gesellschaften und dem Vorstand der LS telcom AG sowie den zentralen Abteilungen für Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Personal und Recht. Die Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen auf Ebene der Tochtergesellschaften und enden beim Vorstand, der regelmäßig über alle Entwicklungen informiert wird bzw. wesentlichen Maßnahmen zustimmen muss.
Die konzernweit einheitliche Anwendung der aktuellen IFRS-Standards, anderer relevanter rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien stellt LS telcom mittels verschiedener Instrumente sicher. Dazu gehören neben einer zentral vorgegebenen Bilanzierungsrichtlinie ein einheitlicher Kontenplan, ein konzernweit gültiger Terminplan für die Abschlusserstellung sowie verschiedene andere verbindliche Vorgaben.
Die Anwendung und Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben innerhalb des Konzerns wird unter anderem von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern sowie der zentralen Finanzabteilung und dem Konzern-Abschlussprüfer regelmäßig geprüft. Alle Verbundbeziehungen werden zudem regelmäßig zwischen den Gesellschaften abgestimmt. Die Buchführung wird für alle Konzern-Unternehmen im Konsolidierungskreis durch die zentrale Finanzabteilung am Hauptsitz der LS telcom AG verantwortet.
Für die Erstellung der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen und des Konzern-Abschlusses ebenso wie für die Erstellung unterjähriger Finanzberichte für die Einzelunternehmen und den Konzern werden standardisierte und zentral administrierte IT-Systeme eingesetzt. Die im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung wird auf Funktionstrennung geachtet. Es sind außerdem auf den unterschiedlichen Prozessstufen verschiedene interne Kontrollen implementiert. Eine Vielzahl von Validierungen innerhalb der IT-Systeme unterstützt den Abschlussprozess.
Bestand des Konzerns ist gesichert
Die Gesamtrisikosituation im Konzern ist aus aktueller Sicht unter Kontrolle. Speziell die aus der pandemischen Situation resultierenden Risiken sind inzwischen umfänglich bekannt und in die Planungen einbezogen. Allerdings kann diese Risikoberücksichtigung aktuell die Margen beeinträchtigen. Allgemeinwirtschaftlichen Einschränkungen bei den globalen Lieferketten, die längere Lieferzeiten und deutlich höhere Preise von Gütern und Transport verursachen, kann zwar durch Vorratshaltung entgegengewirkt werden, eine solche erzeugt aber speziell im Hardwarebereich margenwirksame Zusatzkosten. Jedoch ist mit z. Zeitlichem Kenntnisstand nicht zu erwarten, dass sich diese Risiken bestandsgefährdend auswirken können.
Der LS telcom-Konzern hat durch sehr frühzeitiges Handeln eine aus damaliger Sicht drohende große Beeinträchtigung verhindern können. Eine schnelle Umstellung sowohl des Konzerns als auch unserer Kunden auf webbasierte Kommunikation in allen Projektphasen (von vertrieblicher Erstansprache bis zur Projektimplementierung und darüberhinausgehendem Support) ließ die negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Geschäftsverlauf letztlich deutlich geringer ausfallen als befürchtet. Sehr positiv ist in diesem Zusammenhang die Reaktion unserer Kunden zu bewerten, die mittlerweile digitalen Formaten bei der Kommunikation sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Wir gehen davon aus, dass auch nach einem völligen Abklingen der Pandemie diese Formate im Wesentlichen erhalten bleiben werden, was sich positiv auf die Reisekosten, die damit verbundene CO2 Bilanz und somit auf unsere Effizienz und Nachhaltigkeit auswirken wird.
Betriebsintern haben wir sowohl die gesetzlich geforderten Maßnahmen, daneben aber auch auf Basis eines interdisziplinären Notfall- und Krisenmanagement-Teams der LS telcom AG eigene, weiterreichende Maßnahmen definiert und umgesetzt. Damit gelang es in kürzester Zeit, konzernweit u. a. Anpassungen an IT-Infrastruktur, Reiserichtlinien sowie Arbeitsschutzregeln zu erarbeiten. Des Weiteren wurden die Arbeitszeitmodelle, das Besuchermanagement und organisatorische Prozesse für die Abwicklung von Krankheitsfällen und Quarantänemaßnahmen angepasst. Diese werden bei regelmäßigen Online-Sitzungen kontinuierlich geprüft und den neuesten Erkenntnissen und Rahmenbedingungen angepasst. Das trägt dazu bei, dass die Fortführung des Geschäftsbetriebs auch unter den pandemiegegebenen Umständen jederzeit ohne größere Einschränkungen gewährleistet ist. Neben den einfachen AHA-Maßnahmen, die für die einzelnen Arbeitssituationen eingehend erläutert sind, wurden umfangreiche technische Maßnahmen wie UV-C unterstützte HERPA-Luftfilteranlagen und CO2-Messgeräte eingeführt. Mit den proaktiv umgesetzten, umfassenden in Kraft gesetzten Maßnahmen, die teilweise über die gesetzlich vorgeschriebenen hinausgehen, blieb die Firmengruppe weitgehend von Covid-19-Fällen verschont und gut arbeitsfähig.
Durch die Einschränkungen der Pandemie hat sich die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Das Arbeiten aus dem Home Office – zumindest teilweise – ist für viele Mitarbeitende nicht mehr wegzudenken. Dennoch birgt dieser Wandel noch Herausforderungen, welchen im kommenden Jahr mit konzerninternen Regeln und zusätzlicher dauerhafter Infrastruktur Rechnung getragen werden muss. Diese Entwicklung ist eine große Chance für den LS telcom Konzern. Mit neuen Lösungen zu Home Office kann der Konzern dem Fachkräftemangel effektiver entgegenwirken, internationale Entwicklungsteams sind leichter zu managen – kurz gesagt: einer großen Herausforderung kann effektiv begegnet werden.
Weiterhin dominierend sind die sich als Folge der Covid-19-Pandemie ergebenden Risiken. Das ist zuallererst die Erreichbarkeit von Kunden und Projekten in Destinationen, die aufgrund von Covid-19 unzugänglich sind. So sind einige Länder mit wesentlichen Projekten im ganzen Geschäftsjahr vollständig unerreichbar gewesen, was die Umsetzung von Projekten teilweise nahezu unmöglich gemacht hat. Ebenso kritisch ist die resultierende Lieferketten- und Logistikproblematik, da Produkte sich ohne vorherige Ankündigung um teils zweistellige Prozentwerte verteuern oder gar nicht mehr lieferbar sind, in fast jedem Fall aber wesentlich verlängerte Lieferzeiten haben. Neben den daraus ergebenden negativen Folgen, verteuert sich der Warentransport zum Kunden um dreistellige Prozentwerte, während gleichzeitig keine Sicherheit der Lieferung zu zugesagten Zeitpunkten mehr besteht. Wir konnten diese Risiken durch frühzeitige Bestellungen und Lieferverträge sowie eine erhöhte Lagerhaltung weitestgehend eingrenzen, allerdings auf Kosten der Marge und der Flexibilität.# Kritische Risikobewertung
Wir sehen kritisch die sich abzeichnende Blockbildung mit USA, EU, China und Russland als Segmentierer und jeweils gewissen Ländern/Ländergruppen, die sich einer Fraktion anschließen. Das führt nach unserer Einschätzung nicht nur zu Schutzzöllen, sondern auch zu komplettem Ausschluss von Produkten, die in einem der Teilmärkte entstanden sind. Als Folge müssen Produkte oft mehrfach entwickelt und gepflegt werden, um in den einzelnen Märkten voll umfänglich präsent zu sein. Durch die verteilten Entwicklungsressourcen von LS telcom kann das zwar geleistet werden, hat aber einen Preis. Als weitere bedeutende Einzelrisiken sind die Verfügbarkeit von ausreichend Liquidität und qualifizierten Mitarbeitenden einerseits sowie die mögliche Abhängigkeit von externen Beratenden andererseits zu sehen, um das Projektgeschäft und das mögliche Wachstum zu bewältigen. In allen Bereichen besteht aber eine effiziente Risikosteuerung, so dass die Risiken im Unternehmen insgesamt begrenzt und handhabbar sind.
Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass weder das interne Kontrollsystem noch das Risikomanagement-System absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der verbundenen Ziele geben können. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus simplen Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionieren oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden. Es ist daher geplant, im nächsten Geschäftsjahr eine Software zur Unterstützung des Risikomanagements zu implementieren.
Risiken der künftigen Entwicklung
Die vergangenen Jahre zeigten, dass LS telcom dem Einfluss diverser marktgegebener Risiken unterworfen ist. Unternehmerische Tätigkeit ist stets verknüpft mit Risiken, die für die nähere Zukunft geplante Investitionen, die geplante fortschreitende Internationalisierung und regionale Ausweitung des Marktes sowie die Markteinführung neuer Produkte in sich bergen.
In der nachfolgenden Tabelle werden zunächst die nachstehend erläuterten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen finanziellen Auswirkung und der daraus abgeleiteten Gesamtbeurteilung dargestellt. Hierbei wird zwischen einer geringen, mittleren, hohen, sehr hohen und kritischen Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe unterschieden, woraus sich die Gesamtbeurteilung ableiten lässt. Die Stufen reichen von einem zu beobachtenden Risiko über ein zu überwachendes Risiko hin zu einem wesentlichen Risiko.
Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen bzw. Schadenshöhe wird wie folgt differenziert:
| Klassifikation | Schadenshöhe |
|---|---|
| Gering | < TEUR 25 |
| Mittel | TEUR 25 bis TEUR 50 |
| Hoch | TEUR 50 bis TEUR 250 |
| Sehr hoch | TEUR 250 bis EUR 1 Mio. |
| Kritisch | > EUR 1 Mio. |
Die für die Bewertung der Risiken verwendeten Eintrittswahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden fünf Kategorien quantifiziert:
| Klassifikation | Eintrittswahrscheinlichkeit |
|---|---|
| Gering | < 20 % |
| Mittel | 20 % bis 40 % |
| Hoch | 40 % bis 60 % |
| Sehr hoch | 60 % bis 80 % |
| Kritisch | > 80 % |
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der relevanten Risiken mit ihren jeweiligen Einschätzungen:
| Risiko | Qualitative Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkung | Gesamtbeurteilung |
|---|---|---|---|
| Schneller technologischer Wandel | mittel | sehr hoch | überwachen |
| Softwaresicherheit | mittel | sehr hoch | wesentlich |
| Internationalisierung | hoch | sehr hoch | wesentlich |
| Projektrisiken | mittel | sehr hoch | wesentlich |
| Umsetzung neuer Trends und Funk- | hoch | sehr hoch | kritisch |
| mittel- technologien im Markt | |||
| Preisdruck | mittel | sehr hoch | wesentlich |
| Wettbewerb | hoch | sehr hoch | wesentlich |
| Personalrisiken | mittel | sehr hoch | überwachen |
| Lieferkette und Logistik | sehr hoch | sehr hoch | überwachen |
| Risiken durch globale Marktver- | sehr hoch | sehr hoch | wesentlich |
| werfungen | |||
| Risiken durch Naturkatastrophen | sehr hoch | sehr hoch | wesentlich |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | hoch | sehr hoch | überwachen |
| Preis- und Währungsrisiko | hoch | mittel | wesentlich |
| Ausfallrisiko | sehr hoch | sehr hoch | wesentlich |
| Cashflow- und Liquiditätsrisiko | sehr hoch | sehr hoch | überwachen |
Die dargestellten Risiken werden im Folgenden detailliert erläutert.
Schneller technologischer Wandel
Die Märkte, in denen die LS telcom AG agiert, sind durch raschen technologischen Wandel, veränderte Anforderungen und Präferenzen der Anwender und Kunden, häufige Neueinführungen von Produkten und Dienstleistungen sowie sich weiterentwickelnde Standards und Praktiken gekennzeichnet. Der zukünftige Erfolg von LS telcom wird davon abhängen, bestehende Produkte kontinuierlich zu verbessern und diese zeitgerecht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und einzuführen. Diese neuen Produkte müssen sich an den immer komplexeren und unterschiedlicheren Bedürfnissen der Kunden orientieren sowie dem technologischen Fortschritt und den sich weiterentwickelnden Standards und Praktiken Rechnung tragen. Dieser Zustand ist einerseits ein Risiko, andererseits ein wesentliches Verkaufsargument für unsere Software-Wartungsverträge. Aufgrund unserer Größe im Vergleich zu den Nischen-Mitbewerbern sehen wir in den meisten Marktsegmenten den Vorteil überwiegen, da LS telcom einen dominant größeren Betrag in Forschung und Entwicklung investieren kann als kleinere Mitbewerber. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos belassen wir weiterhin bei „mittel“. Die möglichen finanziellen Risiken sind bei „sehr hoch“ eingestuft, was eine Gesamtrisikobewertung als „überwachen“ bedeutet.
Softwaresicherheit
Die wirtschaftliche Grundlage eines Unternehmens, das Software entwickelt, liegt in den Quellcodes bereits entwickelter oder in der Entwicklung befindlicher Software. Aber auch die Rahmenprodukte der Softwareentwicklung, wie Konzeption und Dokumentation zu den Softwareprodukten, sind eine wesentliche Grundlage der Geschäftstätigkeit. Trotz umfangreicher getroffener Sicherheitsvorkehrungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Versagen technischer Systeme oder menschliches Fehlverhalten wertvolle Teile des Datenbestands verloren gehen. Kritisch sind hier neben dem eigentlichen Verlust des Datenbestands die Erpressung von Lösegeldern durch Ransomware und das Abfließen von Spezialwissen an Mitbewerber durch gezielten Datendiebstahl von Innen oder Außen durch Mitbewerber bzw. deren Helfershelfer. Für den reinen Datenverlust hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, u. a. laufende Modernisierung der Server- und Backuplandschaft und die teilweise Nutzung von Cloudservern internationaler Anbieter. Gegen unkontrollierten Datenabfluss wurden stringente Kontrollen von Zugriffsrechten und Audits durch IT-Sicherheitsunternehmen implementiert. Außerdem gilt eine sehr strikte Internetpolicy, die jedoch in den heutigen, stark vernetzten Systemen mit Nutzung von Services außerhalb des Firmenverbunds immer zumindest teilweise kompromittiert werden kann. In der Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir eine Erhöhung von „gering“ auf „mittel“ als sinnvoll an. Die finanziellen Auswirkungen können als „sehr hoch“ angesetzt werden. Damit ergibt sich eine Gesamtrisikoeinschätzung von „wesentlich“.
Internationalisierung
Die Gesellschaft plant in den nächsten Jahren ihre Präsenz im nationalen und internationalen Markt durch entsprechende Kooperationen oder Kapitalbeteiligungen weiter auszubauen. Obwohl derartige Maßnahmen gewissenhaft vorbereitet werden, begründen sie ein unternehmerisches Risiko. Sie könnten sich aufgrund verschiedener Ursachen entgegen den Erwartungen als weniger rentabel oder für die Expansionsstrategie der Gesellschaft als nicht geeignet erweisen. Daneben besteht die Gefahr, dass z. B. akquirierte Unternehmen nicht erfolgreich in die bestehenden Geschäftsbereiche der Gesellschaft integriert werden können. Die Gesellschaft wird bei sich bietenden Chancen auf nachhaltig gesicherte Geschäftsentwicklung achten und dabei auch die ggf. nun erfolgten Einschnitte in der Geschäftstätigkeit von möglichen Kooperationspartnern oder Kapitalbeteiligungen durch die Covid-19-Pandemie genau analysieren, um dieses Risiko zu minimieren. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines entsprechenden Risikos belassen wir weiterhin bei „hoch“. Die möglichen finanziellen Risiken sind ebenfalls bei „sehr hoch“ eingestuft was den Verbleib der Gesamtrisikobewertung als „wesentlich“ bedeutet.
Projektrisiken
Ziel von LS telcom ist es, in Zukunft vermehrt Umsatz mit Standardprodukten zu realisieren. Allerdings wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr 2021/2022 ein erheblicher Anteil des Umsatzes aus mehreren größeren Projekten erzielt werden. Eine zeitliche Verschiebung innerhalb der Projekt-Implementierungspläne, Änderungen der politischen Lage oder der Sicherheitslage eines Landes (Verschiebung von Lizenzausschreibungsverfahren, Unruhen, Seuchengefahr, Pandemie etc.), in dem ein Projekt durchgeführt wird, oder Änderungen in der strategischen Planung von Kunden, können deshalb durchaus einen gewichtigen Einfluss auf die zeitliche Realisierung von Umsätzen haben. Außerdem können zwischen der Auftragserteilung und der endgültigen Teil- oder Endabrechnung eines Auftrags längere Zeiträume liegen, in denen LS telcom in Vorleistung tritt und das Bonitätsrisiko der Kunden sowie aufgrund der teilweise langen Projektlaufzeiten ein gewisses Wechselkursrisiko tragen muss. Die LS telcom AG schließt Verträge zwar vorzugsweise in Euro ab, jedoch machen die Tochtergesellschaften üblicherweise Geschäfte in den Währungen ihrer Länder. Das bedeutet, dass erhebliche Umsatzanteile mittlerweile in US-Dollar, kanadischem Dollar, australischem Dollar und südafrikanischem Rand erwirtschaftet werden. Oftmals muss aufgrund von Ausschreibungsvorgaben auch eine Vergütung in US-Dollar oder anderen Schwankungen unterliegenden Fremdwährungen mit Kunden vereinbart werden (dazu ausführlich im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“).# Risikomanagement
Projektrisiken
In Bezug auf diese Projektrisiken hat LS telcom vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie Maßnahmen ergriffen, Projektverzögerungen durch entsprechende „Fernwirkverfahren“, wie webbasierte Schulungen und Projekt-Meetings, Schulung von lokalen Partnerunternehmen für vor Ort Unterstützung und ggf. Durchführung von Reparaturen, Fernzugriffe auf Kundensysteme, soweit wie möglich zu minimieren. Eine Abhängigkeit von vor Ort auszuübenden Tätigkeiten ist jedoch insbesondere in Projekten, bei denen Messsysteme beim Kunden installiert werden müssen, stets gegeben. Damit materialisiert sich in solchen Fällen auch nahezu sicher das Risiko, Projektverzögerungen bei der Implementierung zu erleiden, wenn so, wie in der aktuellen Pandemie, erhebliche Reiserestriktionen gelten. Die Einstufung dieses Risikos sehen wir in der Gesamtsicht als mit „wesentlich“ weiterhin als sachgerecht bewertet an.
Umsetzung neuer Trends und Funktechnologien im Markt
Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte für Netzbetreiber (Dienstleistungen, Soft- und Hardware) wird auch im Geschäftsjahr 2021/2022 stark von den Telekommunikationsmärkten abhängen. Neben dem Risiko, dass sich das Marktumfeld nicht entsprechend dem erwarteten positiven Trend fortentwickelt und in neue Funknetze und Technologien nur schleppend investiert wird, besteht hier das Risiko, dass Produkte trotz umsichtiger Planung und Erhebungen im Vorfeld nicht auf die erwartete Akzeptanz im Markt stoßen.
Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie gibt es einerseits die Erkenntnis, dass durch den Zwang zum verteilten, mobilen Arbeiten die Relevanz einer sehr guten Breitbandversorgung, auch über drahtlose Kommunikationstechnologien, essenziell wichtig für das Funktionieren der Wirtschaft und der Verwaltung eines Staates ist. Insofern könnte man erwarten, dass sich das Absatzrisiko reduzieren sollte. Andererseits wurden von vielen Regierungen der Welt äußerst hohe Geldsummen zur Abfederung der Pandemiefolgen für die Wirtschaft eingesetzt und damit die staatlichen Haushalte stark belastet. Dies könnte in manchen Ländern zu künftigen Budgetkürzungen und eher verhaltener Investitionspolitik führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens beeinträchtigen.
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Aufgrund aktuell laufender und avisierter Beschaffungsverfahren und Projektanbahnungen behalten wir dieses Risiko trotz der möglichen mittelfristigen Auswirkungen der Pandemie unverändert in seiner Bewertung.
Preisdruck
Der starke Wettbewerb kann in gewissen Marktbereichen zu Preisdruck führen und damit die Umsätze und Margen reduzieren. Die LS telcom AG war aufgrund der breiten Produktbasis und guten Liquiditätslage zwar in der Vergangenheit in der Lage, solche Preiskämpfe durchzufechten; eine Fortführung solcher Preiskämpfe über längere Zeit würde allerdings das Betriebsergebnis in Zukunft nachteilig beeinflussen und die Liquiditätslage belasten.
In Anbetracht des teilweise aggressiven Preisverhaltens des Wettbewerbs, evtl. durch die zögerliche Vergabepraxis im Markt und gestiegenen Erfolgsdruck begründet, des Auftretens neuer Wettbewerber sowie der möglicherweise aufgrund der Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie geringeren verfügbaren Finanzmittel auf Kundenseite, halten wir dieses Risiko in Bezug auf die mögliche finanzielle Auswirkung unverändert für „kritisch“.
Das Unternehmen wirkt diesem Risiko entgegen, indem es vermehrt auch auf international verfügbare, konzerneigene und externe Ressourcen setzt, um kostengünstiger zu produzieren und damit auch unter entsprechendem Preisdruck eine vernünftige Profitabilität auf Dauer zu sichern.
Die Attraktivität einiger Teilmärkte verleitet sowohl neue Wettbewerber in den Markt zu drängen, als auch alteingesessene sich in die von der LS telcom AG adressierten Nischen zu verbreitern. Wir halten daher an der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos von „hoch“ fest. Die finanzielle Auswirkung verbleibt weiterhin bei „kritisch“. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich daraus eine Einstufung als „wesentlich“.
Wettbewerb
Der Softwaremarkt für Netzbetreiber und Regulierungsbehörden ist dem Wettbewerb ausgesetzt. Zwar bewegt sich die LS telcom AG mit ihren Produktlösungen in einem recht heterogenen Wettbewerbsumfeld; einige Wettbewerber verfügen in Teilbereichen jedoch ebenfalls über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Vermarktung von Software sowie über erhebliche Marktanteile. Mit dem Teilsegment „Hardwarenahe Systeme“ positioniert sich die LS telcom Firmengruppe mit komplementären Systemlösungen im Vergleich zu marktgängigen Produkten etablierter Unternehmen. Der Markt scheint mittlerweile auch für etablierte Unternehmen und Newcomer ausreichend attraktiv, um hier ebenfalls vermehrt Aktivitäten zu entfalten. Sollte es LS telcom nicht gelingen, den Wettbewerb durch technologischen Vorsprung auf Distanz zu halten, könnte dies die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft nachteilig beeinflussen.
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Sollte es der Konzern nicht schaffen, durch beständige Innovation, d. h. die Schaffung neuer Produkte bzw. die Anpassung bestehender Produkte und Servicekonzepte an neue Marktanforderungen, schnell genug und wettbewerbsfähig am Markt zu agieren, oder gegen den Wettbewerb aufgrund anderer kommerzieller Kriterien Vergabeverfahren verlieren und der Eingangs- und Auftragsdruck dadurch erheblich belastet werden, so könnte dies das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen.
In der Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir eine Reduktion von „hoch“ auf „mittel“ als sinnvoll an. Finanzielle Auswirkungen verbleiben weiterhin bei „sehr hoch“. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich daraus ein zu überwachendes Risiko.
Personalrisiken
Unser Erfolg hängt davon ab, dass wir hoch qualifizierte Mitarbeitende sowohl für die LS telcom AG in Deutschland als auch für unsere internationalen Tochtergesellschaften und Beteiligungen gewinnen können, diese in unserem speziellen Nischen-Know-how entwickeln und effektiv für unsere Belange steuern und einsetzen. Sollte uns dies nicht gelingen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Weiterentwicklung unserer Produkte und die Umsetzung bestehender Aufträge mit entsprechend nachteiligen Konsequenzen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns.
Eine gute wirtschaftliche Lage in Deutschland führte in der Vergangenheit zu einer erhöhten Eintrittswahrscheinlichkeit für das Risiko, dass insbesondere erfahrene Mitarbeitende abgeworben und dadurch relevantes Wissen dem Unternehmen entzogen werden könnte. Zudem besteht das Risiko, insbesondere hinsichtlich moderner Software-Technologien und immer komplexer werdender IT-Systeme, geeignetes Personal nicht mehr am lokalen Markt rekrutieren zu können.
Die LS telcom Firmengruppe wird wie in der Vergangenheit bestrebt sein, die Arbeitsplätze sowie die Vergütung der Mitarbeitenden entsprechend attraktiv zu gestalten, um der Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Dies kann effektiv zu einer Erhöhung der Personalaufwendungen führen und trägt das Risiko einer Margenminderung in sich. Es besteht jedoch andernfalls in diesem Zusammenhang das Risiko von Know-how-Verlust und Ersatzbeschaffungskosten.
Ein höherer Auftragsbestand und Termindruck stellt die Gesellschaft nicht nur vor die Herausforderung, bestehende Personalressourcen optimal einzusetzen, sondern fordert zudem an bestimmten Management-Positionen mehr Kapazität, um die vertraglichen Kundenerwartungen verlässlich erfüllen zu können. Diesem Erfordernis lässt sich durch Beauftragung externer Berater nachkommen, allerdings kann dies, sofern diese nicht anfänglich in der Kalkulation mit eingeplant wurden, zu erhöhten Kosten und entsprechender Margenschmälerung führen. Ebenso besteht hier die Gefahr einer gewissen Know-how-Abhängigkeit und einer deutlich längeren als der ursprünglich geplanten Beauftragungsnotwendigkeit, verbunden mit den damit einhergehenden höheren Aufwendungen.
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Die Covid-19-Pandemie hat einige Branchenteile boomen lassen, was speziell die Verfügbarkeit von IT-Experten/innen in Frage stellt. Wir behelfen uns hier durch eine konsequente räumliche Diversifizierung, also der Schaffung von Arbeitsgruppen über Länder- und Regionengrenzen hinaus. Dadurch kann Spezialwissen dort eingebracht werden, wo es verfügbar ist. Die in der Pandemie durchgängig erlernte hybride Arbeitsmethodik, macht diese Arbeitsweise erst richtig möglich. Trotzdem muss verstanden sein, dass gerade in der noch frühen Zeit der Umsetzung dieser Arbeitsweise gewisse Anlaufverluste hinzunehmen sind, was sich noch ein bis zwei Jahre in erhöhtem Aufwand niederschlagen kann.
Generell überwachen wir in diesem Zusammenhang die Risiken Weiterbildung, Schlüsselpersonen, Fachkräftemangel, Motivation, Führung, Austritte und Gesundheit sehr eng und leiten daraus die Gesamteinschätzung ab.
Aus der aktuellen Gesamtbeurteilung der Situation wird die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos „Personal“ daher weiter als „mittel“ eingestuft, die Gesamtbeurteilung verbleibt auf „überwachen“.
Lieferkette und Logistik
Dieses Risiko ist neu aufgenommen worden, da es Einfluss auf die Umsetzung und Marge der hardwarelastigen Projekte haben kann. Die globalen Lieferketten sind vielerorts unberechenbar geworden. Einerseits schlägt dies auf den Preis von Vorprodukten durch, was Probleme bereiten kann, wenn zum Festpreis angebotene Güter produziert werden sollen. Dadurch kann sich die Marge deutlich verschlechtern oder im Extremfall sogar ins Negative umschlagen. Andererseits sind teilweise gar nicht mehr alle Güter in derselben Vielfalt wie zuvor verfügbar, da sich die Lieferanten auf weniger Produkte konzentrieren, für die sie wiederum leichter ihre Vorprodukte beschaffen können. Das kann zu erhöhtem Nachentwicklungsaufwand dort führen, wo eine Komponente nicht mehr beschaffbar ist oder das Ersatzprodukt nicht mit dem geplanten Design korrespondiert.# 40 Risiken durch globale Marktverwerfungen
Die Covid-19-Pandemie hat wie schon die Finanzmarktkrise zuvor zu einer Investitionszurückhaltung geführt. Man darf davon ausgehen, dass Staaten in Krisenzeiten einerseits weniger investieren, andererseits ein „we first“- Denken vorherrscht, um die eigene Wirtschaft zu fördern bzw. zu erhalten. Ähnliche Wirkungen haben teilweise plötzliche starke Veränderungen von Energiepreisen, egal welcher Rohstoff (Öl, Gas, Strom) dabei die dominante Rolle spielt. Auch daraus resultierende starke Verschiebungen der Währungsparitäten haben einen signifikanten Einfluss auf das Kauf- und Zahlungsverhalten unserer Kunden und damit letztlich auf unser Geschäft. Die immensen Steigerungen der Staatsausgaben in den letzten 18 Monaten könnten bei vielen Kunden auch zu einer nun nachfolgenden Investitionszurückhaltung führen. Insbesondere könnten Kunden aus der Privatwirtschaft oder auch staatliche Kunden, wie Ministerien und Regulierungsbehörden, durch die direkten Auswirkungen dieser Krisen oder auch deren Nachwirkungen (z. B. erhöhte Verschuldung durch Pandemie) unter finanziellen Druck geraten und Aufträge zurückziehen bzw. die Erteilung und Umsetzung von Projekten verschieben, was sehr negative Auswirkungen auf das Geschäft der LS telcom AG hätte. Währungsschwankungen als mittelbare Folgen dieser Krisen würden nicht nur das direkte Preis- und Währungsrisiko im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Risiken erhöhen, sondern könnten auch dazu führen, dass geplante oder auch laufende Projekte nicht mehr finanzierbar sind und Beschaffungen oder Projektimplementierungen verschoben werden müssen. Die Produkte der LS telcom AG wirken grundsätzlich positiv auf den Staatshaushalt und versprechen einen sehr schnellen Rückfluss investierter Mittel. Insofern sollte der Bedarf auch unter erschwerten finanziellen Rahmenbedingungen gut zu vermitteln und sollten die Produkte absetzbar sein. Allerdings können anhaltende Budgetkürzungen aufgrund bspw. des Ölpreisverfalls oder pandemiebedingt überhöhter Schulden dazu führen, dass die Investitionsbereitschaft in den jeweiligen Ländern auch auf längere Sicht abnimmt und Projekte, die beauftragt werden, auf der Basis weniger attraktiver Finanzierungskonditionen zustande kommen. Beides wäre für das Geschäft der LS telcom sehr nachteilig. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „sehr hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“.
41 Risiken durch Naturkatastrophen
Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren auch in Regionen, in denen LS telcom Niederlassungen oder Kunden hat, erheblich an Schadenshöhe zugenommen und werden daher als Einzelrisiko bewertet. Das können einerseits Erdbeben, Überschwemmungen oder lokale Großfeuerereignisse sein, diese speziell auch in Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung, andererseits rechnen wir hierzu ebenfalls pandemische Situationen wie aktuell die Covid-19 Krise oder die Ebola-Ausbrüche in Afrika vor einigen Jahren. Tendenzen solcher Ereignisse werden vom Risikomanagementsystem des Konzerns schon im frühen Stadium überwacht und dem Vorstand auch ad-hoc berichtet, da oft nur wenige Tage für eine sinnvolle Reaktion verbleiben.
Teilrisiko Klimawandel
LS telcom geht von einer zunehmenden Häufung von Großereignissen aus, bei denen nicht nur eine kleine Region betroffen sein wird, sondern teilweise Länder oder gar ganze Ländergruppen. Das kann einerseits zu Projektbeeinträchtigungen durch zerstörte Infrastruktur führen, andererseits auch zu Liquiditätsengpässen bei den betroffenen Partnern oder Staaten. Außerdem besteht das Risiko von Betriebsstillstand bei Beschädigungen oder Zerstörungen der Gebäude und Einrichtungen der LS telcom AG bzw. beteiligter Tochterunternehmen. Die Risiken werden dadurch kontrolliert, dass Aufgaben wo möglich über mehr als eine Einheit verteilt werden, also bei einem Großereignis üblicherweise nicht ein gesamtes Projektteam insgesamt ausfällt. Inzwischen konnte eine durch alle Einheiten praktizierte mobile Arbeitskultur entwickelt werden, die diese Risiken zusammen mit Betriebsausfallversicherungen beherrschbar erscheinen lässt. Teil dieser Strategie ist es ebenfalls, mehr Teile unserer Serverinfrastruktur auf sichere Cloud-Anbieter zu verlagern. Hier vertrauen wir aber nur auf DSGVO konforme, international gefestigte Partner mit örtlich diversifizierter Backupstrategie.
Teilrisiko Pandemie
Die LS telcom Firmengruppe kann aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit auch lokal begrenzt von pandemischen Situationen betroffen sein. Reisebeschränkungen können den Vertrieb behindern oder Projekte schwierig bis unmöglich machen. Bei Großereignissen wie Covid-19 kommen dazu noch Erschwernisse auf der Produktionsseite hinzu, da Mitarbeitende nicht am gewohnten Ort und in gewohnter Mannschaftskonstellation arbeiten können und stattdessen speziell in der Anfangsphase improvisieren müssen. LS telcom hat hierfür einen Notfallplan, der je nach Schwere des Ereignisses interne Richtlinien für Reisebeschränkungen oder Arbeitsmethodik vorschreibt. Das erstreckt sich von einfachsten Regeln wie dem Vermeiden von Händeschütteln bis hin zu Masken- und Testpflichten bei der akuten Thematik. Ebenfalls haben wir zu diesem Zweck ein interdisziplinäres Notfallteam definiert, das je nach Bedarf regelmäßig oder auf Anfrage aktiv werden kann. Trotz alledem sind die Auswirkungen der Covid-19-Krise auch noch über das Geschäftsjahr 2020/2021 hinaus ein wahrscheinlich wesentlicher Störfaktor und mögliche Ursache für Verzögerungen in Projekten, Verschiebungen von Kundenentscheidungen und Hemmnissen im Vertrieb, denen wir durch kreative Lösungen wie massiven Einsatz von freien und bezahlten Webinaren für Kunden oder verstärkter Nutzung lokaler Außenstellen von uns oder Partner-Unternehmen, um vor Ort auch direkt tätig werden zu können. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikogruppe Naturkatastrophen mit „hoch“ ein, die finanziellen Auswirkungen als „sehr hoch“ und beurteilen das Risiko in seiner Gesamteinschätzung als zu überwachendes Risiko.
42 Finanzwirtschaftliche Risiken
Die finanzwirtschaftlichen Risiken, denen die LS telcom AG ausgesetzt ist, umfassen vor allem Marktpreisrisiken (Devisenkurse, Preisrisiken, Zinsen), Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Bedingt durch die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens kommt den Devisenkursschwankungen von südafrikanischem Rand, US-Dollar, australischem und kanadischem Dollar gegenüber dem Euro besondere Bedeutung zu.
a) Preis- und Währungsrisiko
Die LS telcom AG ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d. h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenswapgeschäfte) zum Einsatz kommen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden keine Projekte über Devisentermingeschäfte abgesichert. Das lag teilweise daran, dass gerade langlaufende Projekte entweder gar nicht oder nur gegen extrem hohe Aufschläge auf Kursrisiken abgesichert werden können. Andererseits versuchen wir dort möglichst viele Leistungen bereits in der Projektwährung oder einer daran gekoppelten Währung einzukaufen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Devisentermingeschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“.
b) Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal jeweils in Höhe des Zeitwerts der Forderung an den jeweiligen Schuldner. Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden wurde bislang als gering eingestuft, da LS telcom vorrangig Endkunden bedient, die bisher in den meisten Fällen erstklassige Bonität hatten und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen; Rückabsicherung bei Lieferanten) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellen konnte, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei der LS telcom verblieb.Die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Unternehmen und Staaten wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Bonitätseinstufung zumindest einiger unserer Kunden sinken wird. Verlängerte Zahlungsfristen und ein erhöhtes Maß an Zahlungsausfällen könnten daher künftig auftreten. Auch bei solventen Kunden ist aktuell eine Tendenz zu verspäteten Zahlungen feststellbar. Zudem macht das Unternehmen mittlerweile auch vermehrt in Ländern mit niedrigerer Bonität Geschäfte. Wir stufen daher die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos weiterhin mit „hoch“ ein, und belassen die Gesamtbeurteilung dieses Risikos auf „wesentlich“.
c) Cashflow- und Liquiditätsrisiko
Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau und vorhandene Kreditlinien gewährleisten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung der LS telcom AG. Des Weiteren pflegt die LS telcom AG eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, so dass weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung, insbesondere auch Projektfinanzierungen, gegeben sind. Nachteilig ist in der aktuellen Situation, dass für das bestehende Liquiditätspolster je nach Anlageregion Negativzinsen fällig werden. Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass bei einer sich inzwischen abzeichnenden Zunahme des Zinssatzes und möglicherweise weiterhin hohem Fremdfinanzierungsanteil das Risiko besteht, dass bei einer Umfinanzierung dann erheblich höhere Zinsbelastungen zu verzeichnen wären und dies die Profitabilität des Konzerns belasten könnte. Gleiches gilt auch bei einer erneuten Kreditaufnahme zur Liquiditätssicherung oder Projektfinanzierung. Vor dem Hintergrund der mittlerweile wieder positiven Geschäftsaussichten sowie der im vorherigen Geschäftsjahr zur Abfederung des pandemiebedingten Geschäftsrückgangs erhaltenen Finanzmittel, wird dieses Risiko in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit auf „mittel“ bestehen lassen und damit in seiner Gesamtbeurteilung auf „überwachen“ verbleiben.
D. Prognosebericht
Chancen der künftigen Entwicklung
In den letzten 12 Monaten haben sich die Zukunftsaussichten nochmals deutlich verbessert. Viele der lang erwarteten Bestellungen sind mittlerweile eingetroffen, wobei die Koinzidenz der Bestelltermine das Unternehmen künftig ressourcenseitig auch vor gewisse Herausforderungen stellen könnte. Die bereits erfolgten Beauftragungen im Bereich Monitoring/Hardware, Unternehmenssoftware sowie Beratung und Vertikalmärkte lasten den Gesamtbetrieb deutlich aus und fordern sogar die weitere Aufstockung von externen Mitarbeitenden oder eigenen Kräften. Daneben sind weitere größere Projekte im Kundenkreis der Vertikalmärkte und auch speziell im Softwaresektor in Verhandlungen. Die Chancen für künftiges Wachstum des Konzerns werden einerseits von den Themen Umnutzung von Frequenzspektrum für die Breitbandversorgung, Netze für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Funklösungen für das Internet der Dinge, Automotive-Anwendungen und komplexe Kommunikationsanwendungen für die Industrie 4.0 mit all ihren Vertikalmärkten bestimmt. Andererseits ergeben sich aber auch weiterhin große Möglichkeiten durch den - teilweise coronabedingt verschärften - Digitalisierungsdruck auf Behörden und Dienstleister, wodurch eine Vielzahl an Innovations- und Erneuerungsprojekten weltweit angestoßen wurden oder gerade in Planung sind. Hier kann LS telcom punkten, weil wir bereits vor Jahren eine immer noch anhaltende Innovationsoffensive gestartet haben, die nun einige der nachgefragten Produkte bereits vollständig beistellen, und andere in absehbarer Zeit im Rahmen von Projekten zuliefern kann.
Pandemiebedingt konnten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht alle neuen Vertikalmärkte so entwickeln, wie es erwartet wurde. Andererseits aber haben sich jedoch gewisse Teilmärkte sehr positiv entwickelt. Auch hier hat die Pandemie die Schwachstellen in den bislang angewandten Prozessen und Anlagen deutlich aufgezeigt, was nun nach Lösungen verlangt. Der Kostendruck in der Industrie ist nochmals gestiegen, wofür einerseits die durch mangelnde Fachkräfteverfügbarkeit deutlich anwachsenden Personalkosten, andererseits die schon erläuterten Lieferkettenprobleme verantwortlich zeichnen. Das ruft nach Automatisierung, die sehr oft eine oder mehrere Funkschnittstellen erfordert. Hier setzen unsere Lösungen an. Die Kommunikationstechnologie spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie und in der Digitalisierung von Produktionsprozessen. Wir rechnen daher auch nach Abklingen der Pandemie mit weiter guten Geschäftsmöglichkeiten und stabiler bis steigender Nachfrage in unserem Marktsegment. Nicht zuletzt, um die Abhängigkeit von schwer planbaren Großprojekten zu entschärfen, hatte die LS telcom in den letzten Jahren ihre vertrieblichen Tätigkeiten in den vertikalen Märkten, wie Öffentliche Sicherheit, Transport & Verkehr, Versorgungsunternehmen, Gesundheit und Industrie intensiviert. Bei diesen Kunden spielt das Funkspektrum eine zunehmend zentrale Rolle und rückt im Rahmen der Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie des Internets der Dinge mit zunehmender Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation immer stärker in den Fokus. So wurden in Deutschland von der zuständigen Behörde beispielsweise 100 MHz Bandbreite exklusiv für lokale, sogenannte 5G-Campus Netze reserviert. Für viele Industrieunternehmen und Organisationen bietet sich damit die Möglichkeit und Chance, ihr eigenes, individuelles und für ihre Belange maßgeschneidertes 5G-Mobilfunknetz auf ihren Grundstücken zu errichten und zu betreiben. Da das zugehörige Wissen nicht zum Kerngeschäft des Kunden gehört, wird hier in der Regel auf Fachfirmen zurückgegriffen. Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standardprodukte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing-Partner, anbieten. Die im Vergleich zum reinen Behördenumfeld ungleich größere potenzielle Kundenzahl bietet selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enormen Markt und weniger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten. Der Vorstand ist von der Richtigkeit der strategischen Ausrichtung des Konzerns und seiner Produkte auf die oben beschriebenen Geschäftsfelder und Themen überzeugt. Die hohen Investitionen und Vorleistungen, die seit mehreren Jahren in entsprechende Produktentwicklungen und Markterschließungsmaßnahmen fließen und die Finanzzahlen der vorangegangenen Geschäftsjahre teilweise stark belastet haben, zeigen nun Wirkung und werden sich auch künftig für die gesamte Firmengruppe auszahlen. Das Produktangebot des Konzerns passt hervorragend zu den aktuellen und auch künftig absehbaren Forderungen des Marktes und wird kontinuierlich mit hoher Innovationskraft weiterentwickelt. Der Vorstand sieht den Konzern damit gut aufgestellt und zweifelt nicht an dessen mittel- und längerfristigem Erfolg. Die Unsicherheiten auf der Zeitschiene bezüglich Vergabeentscheidungen für neue Aufträge wird man dort, wo Entscheidungen in der politischen Ebene gefällt werden, nie ganz vermeiden können, da hier oftmals eine zusätzliche Logikebene mit gänzlich anderen Prioritäten existiert. Genau hier ist aber der Ansatz unserer Vertikalmarktstrategie, neben den Wartungsverträgen eine weitere Risikoverteilung auf viele Projekte zu erreichen. Für den Zeitraum des Geschäftsjahres 2021/2022 und des darauffolgenden Geschäftsjahres sehen wir aber das beschränkende Moment hauptsächlich in der Projektumsetzungsgeschwindigkeit bedingt durch Ressourcenknappheit und Marktzugangsthemen.
Betrachtet man die einzelnen Themenschwerpunkte näher, so bestehen hier folgende Chancen bzgl. der künftigen Geschäftsentwicklung: Im Beratungsgeschäft behauptet sich die LS telcom national und international sehr gut. Der Vorstand sieht nach wie vor sehr gute neue Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld der Digitalisierung sowie der Neu- und Erweiterungsplanung von Funknetzen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), ebenso im Zusammenhang mit der Einführung von digitaler Funktechnologie für professionelle Betriebsfunknetze (PMR) von Transport-, Versorgungs- und Industrieunternehmen. Wachstumspotenzial bietet sich im Dienstleistungsbereich weiterhin im Bereich der speziellen Objektfunkversorgung (z. B. Versorgung von Tunneln für Bahn und U-Bahnen, Kliniken, Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen etc.) sowie insbesondere auch im hochwertigen strategischen Beratungsbereich und Spektrum-Consulting zur zukünftigen Nutzung des Funkfrequenzspektrums etwa im Zusammenhang mit Breitbandversorgung, 5G und IoT für nationale und internationale Organisationen und Global Players. Wie oben bereits dargestellt, bietet das originäre Kerngeschäft der LS telcom, die Frequenzverwaltung bzw. das Spektrum-Management, ebenfalls sehr gute Möglichkeiten zur Realisierung weiteren Wachstums. Der Haupttrend in diesem Kundenbereich geht in Richtung noch stärker integrierter Systeme und hochautomatisierter, webbasierter Dienste. Neue, teils durch künstliche Intelligenz („Artificial Intelligence“) verstärkte Produkte sowie hervorragende Referenzprojekte für das sogenannte e-Licensing von Regulierungsbehörden sichern LS telcom aktuell eine führende Stellung im Wettbewerb in diesem Kundenkreis. Sie verschaffen dem Konzern aber ebenso Vorteile bei Netzbetreibern künftiger neuer Funkdienste und Nutzern von Spektrum-Management-Dienstleistungen. Der Zwang zum verteilten mobilen Arbeiten in der aktuellen Krise, wie auch der um sich greifende Personalmangel und Kostendruck generell, dürfte Behörden verstärkt dazu bewegen, bestehende Systemlösungen zu modernisieren und auf webbasierte Systeme umzustellen. Neue Funktechnologien sowie neue Regelwerke der EU und der ITU (Internationale Fernmeldeunion), wie sie u. a.# Auf der Weltfunkkonferenz Ende 2019 beschlossen wurden, sind daneben wie in der Vergangenheit weitere „Motivatoren“ für Neugeschäft, Systemanpassungen und -erweiterungen.
Speziell aufbauend auf dem Kundenstamm aus dem Teilmarkt des Öffentlichen- und Behördesektors und den neuen Kunden aus den Vertikalmärkten rechnet sich der Konzern Zusatzgeschäft mit neuen Hardware-Produkten zur messtechnischen Unterstützung der Frequenzverwaltung und Funküberwachung aus. Auch Organisationen der Inneren Sicherheit inklusive des militärischen Markts sind potenzielle Interessenten für diese aus Messtechnik und Software einschließlich künstlicher Intelligenz geformten Produkte und bieten zunehmend gute Möglichkeiten für neues Wachstum. Insbesondere die Kombination mit den Produkten des Spektrumsmanagements und die inzwischen sehr etablierten Spektrumsmanagement-Dienstleistungen bieten hervorragende Möglichkeiten für LS telcom, die Geschäfte weiter auszubauen.
46 Voraussichtliche Geschäftsentwicklung
Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2021/2022 und die weitere Zukunft sind positiv. Der derzeit im Konzern vertraglich insgesamt gesicherte und noch nicht bearbeitete Auftragsbestand beträgt EUR 51,4 Mio. (i. V. EUR 33,5 Mio.), wobei unbefristet laufende Wartungsverträge lediglich mit einer maximalen Restlaufzeit von zwölf Monaten und langfristige Rahmenverträge maximal mit den während ihrer Laufzeit realistisch zu erwartenden Abrufvolumina berücksichtigt wurden. Die lange verschobenen Aufträge speziell aus dem Hardwaresektor haben hier einen deutlichen Anteil an der erheblichen Steigerung von 48%, aber auch neue Aufträge im Bereich der Vertikalmärkte, des Consultings und des Spektrumsmanagements haben ihren Anteil beigetragen. Diese Auftragslage des Konzerns kann als durchaus gut eingestuft werden.
Der Auftragsbestand setzt sich sowohl aus noch abzuarbeitenden Projektverträgen als auch aus wiederkehrendem Geschäft (bspw. Wartungsverträge) zusammen, wobei letzteres jährlich mittlerweile ca. EUR 12,8 Mio. beiträgt, aufgrund der in der Vergangenheit abgeschlossenen Projekte kontinuierlich zunimmt und so für eine steigende Grundlast und Stabilität sorgt.
Neben diesen vertraglich mittel- bis längerfristig als gesichert zu wertenden Geschäften werden auch signifikante Umsatzanteile aus Rahmenverträgen erwirtschaftet. Hierbei existiert ein ausverhandelter vertraglicher Rahmen, der kurzfristige Leistungsabrufe ohne weiteren Aufwandsaufwand oder Verhandlungen ermöglicht und meist stabile Umsätze liefert, jedoch bestehen oft keine längerfristigen Abnahmegarantien. Solche Rahmenverträge kommen meist im Beratungs- und Planungsumfeld zum Einsatz, vor allem die Dienstleistungen der US-Tochter RadioSoft basieren auf dieser Art von Kundenbeziehungen.
In den hier insgesamt und auf 12-Monatssicht angegebenen Umsatzerwartungen sind keine Umsätze im Zusammenhang mit Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten enthalten.
Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand wird bei planmäßiger Abarbeitung für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 35,1 Mio. (i. V. EUR 22,4 Mio.) beisteuern.
In Anbetracht der in der Vergangenheit erarbeiteten und für die weitere Zukunft aussichtsreichen Geschäftschancen, sowohl für bestehende Produkte des LS telcom Konzerns als auch für aktuelle Neuentwicklungen, sieht der Vorstand sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig eine sehr positive Perspektive.
Eine Herausforderung, die die Geschäftsentwicklung bereits seit einigen Jahren stark beeinflusst, ist die starke Abhängigkeit von komplexen Vergabeverfahren, denen sich die LS telcom Firmengruppe beim Großteil der öffentlichen Behördenkundschaft stellen muss, und die sehr häufig aus unterschiedlichsten politischen oder haushaltsbezogenen Gründen Verzögerungen erfahren.
In der jüngeren Vergangenheit hatten wir uns verstärkt auf sogenannte Vertikalmärkte konzentriert. Das sind Märkte, die für eine bestimmte Aufgabe unsere Produkte und Dienstleistungen benötigen, aber nicht selbst der Kommunikationsbranche zuzurechnen sind. Wenngleich die Vertikalmärkte zum Teil sehr stark von der Corona-Krise betroffen waren - man denke exemplarisch an Flughäfen, den öffentlichen Nahverkehr und die Industrie - bestärken uns sowohl die vor der Pandemie erzielten Erfolge als auch die Tatsache, selbst unter widrigen Pandemiebedingungen die Umsätze in diesen Marktbereichen gesteigert und zahlreiche neue Kunden hinzugewonnen zu haben, in dieser neuen Ausrichtung.
Wir sind sicher, dass aus diesen Vertikalmärkten künftig erhebliches neues Wachstum für die LS telcom generiert werden kann - ganz unabhängig von Verzögerungen, die sich in einzelnen Branchen während der Pandemie temporär ergeben haben. In der dadurch sogar verstärkt zunehmenden Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft werden hochwertige, sichere, zuverlässige und robuste Netzverbindungen immer wichtiger, Funknetze gewinnen an Bedeutung und Funkspektrum spielt eine zunehmend zentrale Rolle. Hier hat das Unternehmen bereits beginnend in den letzten Geschäftsjahren ein umfassendes Produkt- und Serviceportfolio, bestehend aus Software, Messtechnik, Beratungs-, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen, entwickelt und einige sehr gute Referenzprojekte durchgeführt.
Die LS telcom kann hier unter Einsatz des gesamten bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch Standardprodukte zur Funkplanung und für das Spektrum-Management, teilweise auch als Outsourcing-Partner, anbieten. Mit diesen zunehmend replizierbaren Lösungen, aus denen sich nachhaltiges Produktgeschäft und Projektgeschäft ableiten lässt, sprechen wir zudem eine Vielzahl von Kunden einer Branche an.
Ein großer Vorteil bei diesem Schritt in Richtung Privat- und Industriekunden wird in den Vergabeverfahren und Entscheidungsprozessen liegen, von denen wir erwarten, dass diese schneller und besser planbar ablaufen als im bisherigen internationalen Behördenumfeld. Zudem bietet die ungleich größere potenzielle Kundenzahl selbst bei geringeren Einzelprojektvolumina einen enormen Markt und weniger Abhängigkeit von Einzelkunden und Großprojekten.
Der bevorstehende Ausbau der 5G-Netze, die neben schnellerem mobilem Internet auch für das Internet of Things sowie die Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben der Industrie 4.0 wesentliche Vorteile bringen, sollte LS telcom zusätzliches dauerhaftes Geschäft vermitteln. Unternehmen können in Deutschland basierend auf der 5G-Technologie eigene lokale private Campusnetze errichten und betreiben. Dies erfordert sichere Telekommunikationsverbindungen und störungsfreies Funkspektrum. Hier ist LS telcom mit seinem Know-how eine perfekte Adresse für Industriekunden.
Trotz aller positiven Zeichen und eines guten Auftragspolsters soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch wir nur eine begrenzte Sicht auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und den daraus stimulierten Reaktionen von Politik und Wirtschaft haben. Mittels umfassenden Risikomanagements und entsprechend ergriffener Maßnahmen zur Eingrenzung derselben fühlen wir uns zwar gerüstet dieses Jahr auf der Basis der Prognosen umsetzen zu können. Die früher beschriebenen Unsicherheiten können aber nicht vollständig eliminiert werden. Daher muss auch in diesem Jahr berücksichtigt werden, dass die Planungen für das laufende Geschäftsjahr mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist. Gleichwohl gehen wir von einem erfolgreichen und erfreulichen Geschäftsjahr 2021/2022 aus.
Auf Konzernebene und unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Ausführungen rechnet das Management für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 mit einem Umsatz von EUR 41 bis 44 Mio. und einem Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) von EUR 2,6 bis 3,1 Mio.; im darauffolgenden Geschäftsjahr wird eine Umsatzsteigerung auf EUR 43 bis 47,5 Mio. mit einem geplanten Konzern-EBIT von EUR 3,3 bis 3,7 Mio. erwartet.
48 BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 315a Abs. 1 HGB
1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das Grundkapital betrug zum 30. September 2021 EUR 5.817.000,00. Es ist eingeteilt in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR pro Aktie und voll einbezahlt.
2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand nicht bekannt. Jede Aktie gewährt gemäß § 14 der Satzung eine Stimme.
3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital
Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden die folgenden Beteiligungen mit über 10 % der Stimmrechte:
| Beteiligte Person oder Gesellschaft | Anzahl an Stimmrechten | Anteile an Stimmrechten | Zeitraum der Beteiligung |
|---|---|---|---|
| Dr. Manfred Lebherz | 1.537.862 | 26,44 % | Bis heute |
| Dr. Georg Schöne | 1.624.843 | 27,93 % | Bis heute |
4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
5. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen
Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.
6. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen
Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 AktG. Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung gemäß §§ 133 und 179 AktG vorgenommen.
Die Hauptversammlung hat in § 11 Abs. 2 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, zu übertragen.# Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien
Ausgabe von Aktien
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 9. März 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 8. März 2022 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2017“).
Nach teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals durch Beschluss des Vorstands vom 11. Juni 2018 und Zustimmungsbeschluss des Aufsichtsrats vom 12. Juni 2018 reduziert sich die verbleibende an den Vorstand in § 4 Abs. 3 Satz 1 erteilte Ermächtigung auf die Ausgabe von bis zu 2.185.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen. Das zur Ausnutzung verbleibende genehmigte Kapital beträgt zum 30. September 2021 EUR 2.185.500,00.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:
- um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
- bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen;
- bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.
Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind andere Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Auf die 10 %-Grenze sind ferner Aktien anzurechnen, für die aufgrund von Options- oder Wandelschuldverschreibungen oder –genussrechten, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG von der Gesellschaft ausgegeben werden, ein Options- oder Wandlungsrecht, eine Options- oder Wandlungspflicht oder zugunsten der Gesellschaft ein Aktienlieferungsrecht besteht;
* bei einer Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der LS telcom AG und ihrer verbundenen Unternehmen (Belegschaftsaktien), wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 5 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.
Von den vorstehend erteilten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand nur in solchem Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreitet (20 %-Grenze), und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 20 %-Grenze anzurechnen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2017 festzulegen.
Rückkauf von Aktien
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der LS telcom AG vom 14. März 2019 wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG) unter Ausschluss des Erwerbsrechts der Aktionäre ermächtigt, und zwar nach folgender Maßgabe:
a) Die Gesellschaft wird im Rahmen der gesetzlichen Grenzen ermächtigt, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke ausgeübt werden. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a AktG ff. zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen.
b) Der Erwerb von eigenen Aktien erfolgt über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots der Gesellschaft an sämtliche Aktionäre. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den durchschnittlichen Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb eigener Aktien bzw. im Falle eines öffentlichen Kaufangebots vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot kann das Volumen des Angebots begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden.
c) Die Ermächtigung wird zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt, insbesondere zu den folgenden Zwecken:
* zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
* zur Einziehung der Aktien;
* um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.
d) Die Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien hat grundsätzlich über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Angebots zu erfolgen. Die Gesellschaft wird aber ermächtigt, eine andere Form der Veräußerung vorzunehmen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft erforderlich ist, um die Aktien wie folgt zu verwenden:
* zur Nutzung der eigenen Aktien als Akquisitionswährung beim Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch die Gesellschaft;
* um die betreffenden Aktien Arbeitnehmern der Gesellschaft und der mit der Gesellschaft im Sinne von § 15 AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb anzubieten.
In diesen Fällen ist das Erwerbsrecht der Aktionäre ausgeschlossen und darf der Veräußerungspreis für eine Aktie der Gesellschaft (ohne Veräußerungsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen vor der Veräußerung der eigenen Aktien bzw. vor dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses zur Veräußerung der eigenen Aktien nicht wesentlich unterschreiten.
e) Der Vorstand wird weiter ermächtigt, eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall berechtigt, die Angabe der Anzahl der Aktien in der Satzung anzupassen.
f) Die Ermächtigungen gemäß vorstehenden lit. d) und e) können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.
g) Die Ermächtigung wird am 14. März 2019 mit dem Ende der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft wirksam und gilt bis zum 13. März 2024.
8. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen
Es liegen zum Bilanzstichtag keine diesbezüglichen Vereinbarungen vor.
9. Entschädigungsvereinbarungen
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.
GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS
Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands entspricht den gesetzlichen Vorgaben des Aktiengesetzes. Die Mitglieder des Vorstands erhalten eine fixe Vergütung, die Sachzuwendungen, insbesondere die Überlassung von Dienstwagen, enthält. Durch die fixen Bestandteile ist eine Grundvergütung gewährleistet, die es dem Vorstandsmitglied gestattet, seine Amtsführung an den wohlverstandenen Interessen des Unternehmens und den Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns auszurichten, ohne in Abhängigkeit von lediglich kurzfristigen Erfolgszielen zu geraten. Daneben beinhalten die Dienstverträge (Stand 30. September 2021) eine erfolgsabhängige variable Sondervergütung, die vom wirtschaftlichen Ergebnis des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr abhängt, sowie eine rollierende Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung.
10. Aufsichtsrat und Vorstand
Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren:
* Dr. Winfried Holtermüller (Vorsitzender), Rechtsanwalt, Stuttgart
* Prof. Dr. Werner Wiesbeck (stellv. Vorsitzender), Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik, Keltern
* Dipl.-Finw. Karl Hensinger, Finanzwirt, Laupheim
Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien bestehen nicht.
Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/2021 Bezüge in Höhe von insgesamt EUR 65.855,00 (i. V. TEUR 66). Diese Bezüge verteilen sich auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrates wie folgt:
| Mitglied | Bezüge (EUR) |
|---|---|
| Dr. Winfried Holtermüller | |
| Prof. Dr. |
Zuständigkeit, Zielsetzung und Struktur der Vergütung des Vorstands
Die Festlegung von Struktur und Höhe der Vergütung des Vorstands der LS telcom AG erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat berät zudem über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft dieses regelmäßig. Zielsetzung des Vergütungssystems für den Vorstand ist es, die Vorstandsmitglieder gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität die gemeinsame und persönliche Leistung des Vorstands sowie den Unter- nehmenserfolg deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen. Dazu weist das Vergütungssystem im Einzelnen eine fixe Grundvergütung sowie eine variable Vergütung auf. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Angemessenheit der Vorstandsvergütung sicherzustellen, werden deren Struktur, die einzelnen Komponenten und die Gesamtvergütung regelmäßig vom Aufsichtsrat überprüft.
Die Vergütung des Vorstands setzte sich im Geschäftsjahr 2020/2021 aus den folgenden Kom- ponenten zusammen:
- eine fixe Grundvergütung sowie erfolgsunabhängige Nebenleistungen als Zusatzvergütun- gen (steuerpflichtige Vergütungsanteile für Direktversicherung und Zuschüsse zur Renten- versicherung), ausbezahlt in zwölf Monatsraten,
- Sachzuwendungen, insbesondere die Überlassung eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung sowie weiterer Gegenstände, die die ortsunabhängige, ständige Er- reichbarkeit der Vorstände sicherstellen,
- eine variable Vergütung, die sich nach einem prozentualen Anteil am Konzern-Ergebnis der Gesellschaft richtet und der Höhe nach gedeckelt ist,
- eine der Höhe nach limitierte variable Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung, die sich bei Gewährung virtueller Aktienoptionen aus der Aktienkursentwicklung über einen Zeit- raum von jeweils drei Jahren bis sechs Jahren für verschiedene Tranchen im Vergleich zu ei- nem Basispreis ermittelt und in bar ausbezahlt wird (die Bewertung dieser aktienkursab- hängigen Vergütung erfolgt auf der Basis eines Binomialmodells),
- eine variable Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung, die über einen rollierenden Zeit- raum von drei Jahren auf der Erreichung einer bestimmten Mindest-Konzern-Eigenkapital- rendite beruht und der Höhe nach limitiert ist.
Die Gesellschaft unterhält ferner eine Unfallversicherung sowie eine Vermögenschadenhaft- pflichtversicherung (D&O Versicherung), in der auch die Mitglieder des Vorstands versichert sind und die eine Selbstbeteiligung entsprechend der durch den jeweiligen Vorstand gehaltenen Anteile an der LS telcom AG vorsieht. Als weitere Nebenleistung erhält der Vorstand seine Rei- sekosten für Dienstreisen, die Kosten für die Bewirtung von Geschäftspartnern und sonstige betrieblich bedingte Auslagen nach Beleg erstattet. Reale Aktienoptionsprogramme oder andere wertpapierorientierte Anreizsysteme bestanden für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht.
Höhe der Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2020/2021
Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Leistungen, die dem einzelnen Vorstandsmitglied von der LS telcom AG im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied zugesagt oder ge- währt worden sind. Die Gesamtbezüge für den Vorstand berechnen sich aus der Summe aller Vergütungen in bar und in geldwerten Vorteilen aus Sachbezügen. Letztere enthalten im We- sentlichen die Bereitstellung von Dienstfahrzeugen.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insge- samt EUR 1,04 Mio. (i. V. TEUR 818) erfasst. Davon betreffen TEUR 962 (i. V. TEUR 818) fixe, er- folgsunabhängige Vergütungen und TEUR 79 (i. V. TEUR 0) variable erfolgsbezogene Vergü- tungsanteile. Im Berichtsjahr wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 4 aufgelöst, deren Zu- führungen in den Vorjahren in der Gesamtvergütung berücksichtigt wurden. Außerdem wurden im Berichtsjahr TEUR 51 (i. V. TEUR 0) der variablen Anteile im Aufwand lediglich als Zuführun- gen zu Rückstellungen im Geschäftsjahr für mögliche langfristige Vergütungsverpflichtungen erfasst, die sich im künftigen Geschäftsjahr aufgrund der langfristigen Bonusregelungen der Vorstandsverträge (virtuellen Aktienoptionen und Eigenkapitalrendite-Kriterien) ergeben kön- nen. Der Wert basiert auf Prognoserechnungen. Abhängig vom Geschäfts- und Kursverlauf wird dieser Betrag entsprechend jährlich angepasst werden und stellt nicht zwingend den an das jeweilige Vorstandsmitglied letztlich auszuzahlenden Betrag dar.
Die im Geschäftsjahr 2020/2021 als Aufwand erfasste Vorstandsvergütung (in Klammern Vorjah- resangaben) verteilt sich auf die Mitglieder des Vorstands wie folgt:
| Angaben in EUR | Dr. Manfred Lebherz | Dr. Georg Schöne | Dipl.-Ing. Roland Götz |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Festvergütung | 238.008,00 | 280.008,00 | 230.400,00 |
| (238.008,00) | (280.008,00) | (230.400,00) | |
| Erfolgsunabhängige Nebenleistungen (Sachbezüge und sonstige Zusatz- vergütungen) | 173.390,96 | 15.735,60 | 24.687,84 |
| (27.796,56) | (15.544,84) | (26.605,68) | |
| Erfolgsabhängige Vergütungskomponente | 27.572,50 | 0,00 | 0,00 |
| (0,00) | (0,00) | (0,00) | |
| Vergütungsanteil mit langfristiger Anreiz- wirkung | 0,00 | 49.400,00 | 32.900,00 |
| (4.100,00) | (18.800,00) | (12.500,00) | |
| davon direkt das Geschäftsjahr 2020/2021 (i. V. 2019/2020) betreffend | 0,00 | 11.400,00 | 7.600,00 |
| (0,00) | (0,00) | (0,00) | |
| davon aufwandswirksame Rückstellung für mögliche Vergütung in künftigen Geschäfts- jahren | 0,00 | 38.000,00 | 25.300,00 |
| (4.100,00) | (18.800,00) | (12.500,00) | |
| Verbrauch der Rückstellung für das Geschäftsjahr 2019/2020 (i. V. 2018/2019) | 4.100,00 | 0,00 | 0,00 |
| (81.508,32) | (140.698,67) | (107.998,94) | |
| Auflösung der Rückstellung für das Geschäftsjahr 2019/2020 (i. V. 2018/2019) | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| (121.833,32) | (18.800,00) | (79.166,65) | |
| davon bereits als Rückstellung in Vor- jahren erfasst | (187.632,19) | (281.331,99) | (199.665,59) |
| Gesamtvergütung (Personalaufwand) | 438.971,46 | 326.343,60 | 275.487,84 |
| (265.804,56) | (295.552,84) | (257.005,68) |
Die folgende Tabelle zeigt die den Vorständen tatsächlich ausgezahlten Vergütungen (in Klam- mern Vorjahresangaben) im Geschäftsjahr 2020/2021:
| Angaben in EUR | Dr. Manfred Lebherz | Dr. Georg Schöne | Dipl.-Ing. Roland Götz |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Festvergütung | 238.008,00 | 280.008,00 | 230.400,00 |
| (238.008,00) | (280.008,00) | (230.400,00) | |
| Erfolgsunabhängige Nebenleistungen (Sach- bezüge und sonstige Zusatzvergütungen) | 173.390,96 | 15.735,60 | 24.687,84 |
| (27.796,56) | (15.544,84) | (26.605,68) | |
| Erfolgsabhängige Vergütungskomponente (bzgl. GJ 2019/2020) (i. V. bzgl. GJ 2018/2019) | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| (90.523,87) | (106.498,67) | (85.198,94) | |
| Vergütungsanteil mit langfristiger Anreizwirkung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| (11.500,00) | (34.200,00) | (22.800,00) | |
| Gesamtvergütung (Auszahlung) | 438.971,46 | 295.743,60 | 255.087,84 |
| (367.828,43) | (436.251,51) | (365.004,62) |
Zusagen zur Altersversorgung
Pensionszusagen an die Mitglieder des Vorstands bestehen nicht.
Wesentliche Zusagen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit
Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses aus Gründen, die das jeweilige Vorstandsmitglied nicht zu vertreten hat, ist in einigen Anstellungsverträgen vorgesehen, dass diese Anspruch auf eine pauschale Abfindung in Höhe von zwei Jahresvergütungen haben, ma- ximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit.# BERICHT ZU WESENTLICHEN GESCHÄFTEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen des Konzerns werden im Konzern-Anhang gesondert dargestellt.
(KONZERN-)ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenso wie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im Internet auf der deutschsprachigen Seite www.LStelcom.com unter den Menüpunkten „Die LS telcom AG“ – „Investor Relations“ – „Zahlen, Berichte, Informationen“ abrufbar. Hier sind auch die Erklärungen der vergangenen Jahre zugänglich.
Lichtenau, 7. Dezember 2021
LS telcom Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Schöne Dipl.-Ing. Roland Götz
Konzern-Bilanz der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 30. September 2021
| Erläuterung | 30.9.2021 TEUR | 30.9.2020 TEUR |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | ||
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 9.456 | 8.764 |
| Geschäfts- und Firmenwert | 5.020 | 4.944 |
| Sachanlagen | 4.970 | 5.132 |
| Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen | 474 | 222 |
| Latente Steuern | 989 | 1.147 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.909 | 20.209 |
| Vorräte | 2.929 | 487 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | 8.119 | 5.641 |
| Liquide Mittel | 11.411 | 11.781 |
| Ertragsteuerforderungen | 21 | 0 |
| Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 1.100 | 977 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 | 528 |
| Summe Vermögenswerte | 23.582 | 19.414 |
| 44.491 | 39.623 |
| Erläuterung | 30.9.2021 TEUR | 30.9.2020 TEUR |
|---|---|---|
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 5.817 | 5.817 |
| Kapitalrücklage | 7.644 | 7.644 |
| Gewinnrücklagen | -129 | -129 |
| Rücklage aus Währungsumrechnung | -489 | -577 |
| Konzern-Bilanzgewinn | 3.382 | 3.495 |
| Eigene Anteile | -49 | -49 |
| Anteile anderer Gesellschafter | 191 | -63 |
| Summe Eigenkapital und Schulden | 16.367 | 16.138 |
| Schulden | ||
| Langfristige Schulden | ||
| Langfristige Rückstellungen | 444 | 2.320 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.985 | 11.588 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 203 | 478 |
| Latente Steuern | 2.320 | 1.593 |
| Kurzfristige Schulden | 10.952 | 13.958 |
| Steuerrückstellungen | 110 | 173 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 337 | 228 |
| Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten | 4.541 | 633 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.150 | 962 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.900 | 1.931 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 6.134 | 5.600 |
| Summe Schulden | 17.172 | 9.527 |
| 28.124 | 23.485 | |
| Summe Vermögenswerte | 44.491 | 39.623 |
Anlage 2 . . Konzern-Gesamtergebnisrechnung der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021
| Erläuterung | 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 31.585 | 25.803 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.564 | 1.133 |
| Veränderungen des Bestands an unfertigen Erzeugnissen | 663 | -316 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 4.212 | 3.613 |
| Gesamtleistung | 38.024 | 30.233 |
| Materialaufwand | 7.928 | 4.125 |
| Personalaufwand | 19.460 | 17.949 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens | 4.931 | 4.860 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.562 | 5.990 |
| Betriebsergebnis | 1.143 | 224 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 1 | -2.691 |
| Zinserträge | -156 | 7 |
| Zinsaufwendungen | 256 | 194 |
| Finanzergebnis | -31 | -343 |
| Ergebnis vor Steuern | 1.112 | -3.034 |
| Ertragsteuern | -527 | -527 |
| Jahresergebnis | 91 | -2.507 |
| Sonstiges Ergebnis mit Umgliederung in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu einem späteren Zeitpunkt (recycling) | ||
| Währungsdifferenzen | 139 | 230 |
| Sonstiges Ergebnis der Periode (nach Steuern) | 219 | 219 |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | -2.288 | -2.288 |
| Zurechnung des Jahresergebnisses | ||
| Ergebnisanteil anderer Gesellschafter | -113 | -385 |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG | 91 | -2.507 |
| Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode | ||
| Ergebnisanteil anderer Gesellschafter | -24 | -385 |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der LS telcom AG | 230 | -2.288 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) in EUR | -0,02 | -0,38 |
| Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert/verwässert) | 5.817.000 | 5.817.000 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021
| Gezeichnetes Kapital TEUR | Kapitalrücklage TEUR | Gewinnrücklagen TEUR | Rücklage aus Währungsumrechnung TEUR | Eigene Anteile TEUR | Konzern-Bilanzgewinn TEUR | Summe TEUR | Anteile anderer Konzern- Gesellschafter TEUR | Summe Eigenkapital TEUR | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2019/2020 | |||||||||
| Stand am 1. Oktober 2019 | 5.817 | 7.644 | -132 | -49 | 5.687 | 18.101 | 322 | 18.423 | |
| Anpassungen aus IFRS 9 und IFRS 15 | 0 | 0 | 0 | 3 | 0 | 289 | 0 | 0 | 3 |
| Gesamtergebnis | 0 | -2.192 | -1.903 | -2.288 | -385 | -63 | 16.138 | ||
| Stand am 30. September 2020 | 5.817 | 7.644 | -129 | -577 | -49 | 3.495 | 16.201 | -63 | 16.138 |
| 2020/2021 | |||||||||
| Stand am 1. Oktober 2020 | 5.817 | 7.644 | -129 | -577 | -49 | 3.495 | 16.201 | -63 | 16.138 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 88 | -49 | 3.382 | 16.176 | 191 | 16.367 | |
| Stand am 30. September 2021 | 5.817 | 7.644 | -129 | -489 | -49 | 3.382 | 16.176 | 191 | 16.367 |
Anlage 4 . . Konzern-Kapitalflussrechnung der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2020/2021
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Periodenergebnis | 91 | -2.507 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Gegenstände des Sachanlagevermögens | 4.425 | 4.237 |
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte nach IFRS 16 | 506 | 623 |
| Zunahme/Abnahme aktive latente Steuern | 158 | -450 |
| +/- Zunahme/Abnahme passive latente Steuern | 727 | -118 |
| +/- Gezahlte Ertragsteuern abzüglich erhaltene Ertragsteuern | -450 | -58 |
| -/+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen | 318 | 1.493 |
| -/+ Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | -4 | -19 |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Aktiva | -5.609 | 2.956 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Passiva | 5.551 | 6.172 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 866 | 7.023 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens | 7 | 26 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | -4.464 | -4.070 |
| Auszahlung für Investitionen in langfristige finanzielle Vermögenswerte | -13 | 0 |
| Erhaltene Zinsen | 0 | 7 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -4.469 | -4.037 |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | -432 | -853 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 0 | 8.066 |
| Auszahlungen zur Tilgung von Finanzkrediten | -1.432 | -338 |
| Gezahlte Zinsen | -267 | -243 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -2.131 | 6.632 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -428 | -117 |
| +/- Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds | 9.618 | 2.280 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 11.781 | 11.781 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 11.410 | 11.781 |
Konzern-Anhang der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, für das Geschäftsjahr 2020/2021
A. Informationen zum Unternehmen
Die LS telcom Aktiengesellschaft (die Gesellschaft) mit Sitz in Lichtenau ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nr. 211164 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Implementierung, der Vertrieb und die Installation von Hard- und Softwarelösungen auf dem Gebiet der drahtlosen und leitungsgebundenen Telekommunikation, insbesondere der Funknetzplanung, des Frequenzmanagements und der sonstigen Systemlösungen sowie die Beratung und Schulung, insbesondere von Funknetzbetreibern, Medienunternehmen und Regulierungsbehörden. Der Konzern-Abschluss zum 30. September 2021 umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften. Der Vorstand der Gesellschaft hat den Konzern-Abschluss zum 30. September 2021 sowie den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020/2021 am 7. Dezember 2021 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
B. Rechnungslegungsgrundsätze
Der Konzern-Abschluss der Gesellschaft steht in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB). Die Auslegungen (IFRIC - International Financial Reporting Interpretations Committee und SIC - Standards Interpretations Committee) des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) wurden beachtet. Alle am Abschlussstichtag gültigen und durch die Kommission der Europäischen Union (EU) anerkannten IFRS wurden berücksichtigt. Die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgt nach den verpflichtend anzuwendenden Standards und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LS telcom AG. Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Die Betragsangaben lauten - soweit nicht anders angegeben - auf Tausend Euro (TEUR). Der konsolidierte Abschluss entspricht den Anforderungen des § 315e HGB. Die zusätzlichen Vorschriften nach deutschem Handelsrecht, für die eine Pflicht zur Anwendung besteht, wurden beachtet.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzern-Abschlusses aufgestellt. Dem Konzern-Abschluss liegen im Vergleich zum Vorjahr mit Ausnahme der nachfolgend darge- stellten Änderungen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Grunde.
Neue Standards und Interpretationen
Folgende, von IASB und IFRS IC neu verabschiedete bzw. geänderte und durch die EU anerkannte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen waren für das Geschäftsjahr 2020/2021 erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| Standard/Interpretation | Anzuwenden ab Geschäftsjahr | Amend. | Aktualisierung der Verweise auf das Rahmenkonzept |
|---|---|---|---|
| Rahmenkonzept IFRS in IFRS Standards | 1. Januar 2020 | ||
| Amend. IFRS 3 Änderung der Definition des Geschäftsbetriebs | 1. Januar 2020 | Festlegung einer Definition von Wesentlichkeit | |
| * 1. Januar 2020 | |||
| * 1. Juni 2020 Amend. IFRS 16 Änderungen im Zusammenhang mit Covid-19 bezogenen Mietkonzessionen |
Aus der Anwendung dieser neuen Standards und Interpretationen haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss ergeben.
3 Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden folgende vom IASB bereits verabschiedete neue bzw. geänderte, aber zum Teil von der EU noch nicht übernommene Rechnungslegungsnormen nicht berücksichtigt, weil eine Verpflichtung zur Anwendung noch nicht gegeben war:
| Standard/Interpretation | Anzuwenden ab Geschäftsjahr | EU-Endorsement bis 30. September 2021 erfolgt |
|---|---|---|
| Amend.an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Reform der Referenzzinsätze (Phase II) | 1. Januar 2021 | |
| Amend. IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 | 1. Januar 2021 | 1. Juni 2021 |
| Amend. IFRS 16 Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen | ||
| Amend. IFRS 3, IAS Unternehmenszusammenschlüsse, Sachanlagen, 16 und IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen | 1. Januar 2022 | 1. Januar 2022 |
| Änderungen an IFRS Jährlicher Verbesserungsprozess (Zyklus 2018 - 2020) 1, IFRS 9, IAS 41 und IFRS 16 |
| Standard/Interpretation | Anzuwenden ab Geschäftsjahr | EU-Endorsement noch ausstehend (Stand 30. September 2021) |
|---|---|---|
| IFRS 17 und Versicherungsverträge | 1. Januar 2023 | |
| Amend. IFRS 17 | ||
| Amend. IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- und langfristig | 1. Januar 2023 | |
| Angaben zu Rechnungslegungsmethoden | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| Amend. IAS 1 IFRS Practice Statement 2 | ||
| Amend. IAS 8 | ||
| Amend. IAS 12 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einer Einzeltransaktion |
4 Von der Möglichkeit, vom IASB bereits verabschiedete Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht. Eine frühere Anwendung hätte nach aktueller Einschätzung keine wesentlichen Auswirkungen auf die aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt. Auch die übrigen neuen bzw. überarbeiteten Standards werden nach derzeitigen Einschätzungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Schätzungen und Annahmen
Die Aufstellung des Konzern-Abschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf den Ansatz von Entwicklungskosten, die Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Forderungen und Vertragsvermögenswerten sowie Vertragsverbindlichkeiten und von Rückstellungen sowie auf die Realisierung zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden nach IAS 8 zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.
C. Konsolidierungsgrundsätze
1. Konsolidierungskreis
Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzern-Abschluss einbezogen, ab dem die LS telcom AG das Unternehmen direkt oder indirekt gemäß IFRS 10 beherrscht. Beherrschung liegt dann vor, wenn die LS telcom AG aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens entscheiden kann, wenn ihr die positiven oder negativen variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen zufließen und wenn sie diese Rückflüsse durch ihre Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
5 In den Konzern-Abschluss sind gemäß IFRS 10 neben der Gesellschaft die folgenden Unternehmen einbezogen worden:
| Name und Sitz | Währung | Gezeichnetes Kapital | Anteil am Kapital % | Hauptgeschäft |
|---|---|---|---|---|
| LS telcom Ltd., Ottawa/Kanada | CAD | 1.829.000 | 100 | Vertrieb/Entwicklung |
| Vision2Comm GmbH, Lichtenau/ Deutschland | EUR | 25.000 | 100 | Dienstleistung/ Vertrieb |
| LS telcom SAS, Paris/Frankreich | EUR | 100.000 | 100 | Vertrieb/Entwicklung |
| LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/ Südafrika | ZAR | 153 | 100 | Consulting/Vertrieb/ Produktion |
| Colibrex GmbH, Rheinmünster/Deutschland | EUR | 25.000 | 100 | Vertrieb/Entwicklung/ Produktion |
| LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich | GBP | 1.000 | 100 | Vertrieb |
| RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA | USD | 1 | 100 | Vertrieb/Dienstleistung/Entwicklung |
| LST Middle East FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate | AED | 200.000 | 49 | Vertrieb/Entwicklung |
| LS telcom Australia Pty Ltd, Sydney/Australien | AUD | 100 | 100 | Vertrieb |
| LS Spectrum Solutions Pvt Ltd, Mumbai/Indien | INR | 5.000.000 | 90 | Entwicklung |
Die LST Middle East FZ-LLC wird aufgrund des seit Beginn des Geschäftsjahres 2015/2016 vom Kapitalanteil abweichenden 60 %-igen Anteils an Stimmrechten der LS telcom AG im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzern-Abschluss einbezogen.
6 LS telcom AG hatte bei der LST Middle East FZ-LLC das Recht, sich ab dem 30. September 2018 durch eine einseitige Kapitalerhöhung von 50 % an dieser Gesellschaft zu beteiligen, sofern diese zum 30. September 2018 einen definierten Bilanzgewinn nicht erreicht hat. Darüber hinaus hatte die LS telcom AG das Recht, das an diese Gesellschaft gewährte Darlehen in Anteile an dieser Gesellschaft umzuwandeln, sofern diese eine definierte Ausschüttung bis zum 30. September 2018 nicht geleistet hat. Dieses Recht wurde nicht in Anspruch genommen und im Geschäftsjahr 2019/2020 wurde das Darlehen vollständig zurückbezahlt. Darüber hinaus hat sich die LS telcom AG vertraglich das Recht gesichert, mit Wirkung ab dem 13.11.2020 ein zukünftig gegebenenfalls an diese Gesellschaft gewährtes Darlehen in Anteile an dieser Gesellschaft umzuwandeln.
Die LS Spectrum Solutions Pvt Ltd mit Sitz in Mumbai, Indien wurde zum 22.11.2020 neu gegründet und wird im Geschäftsjahr erstmalig in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die LS telcom AG ist mit 90 % an der LS Spectrum Solutions Pvt Ltd beteiligt.
Die beiden Tochtergesellschaften in den USA wurden per 01.04.2021 verschmolzen. Dabei wurden die Vermögensgegenstände und Schulden der LS telcom Inc. unter Fortführung der Buchwerte auf die RadioSoft übertragen. Grund der Transaktion ist die Nutzung von Synergieeffekten wie Kosteneinsparungen durch Zusammenlegung der Tochterunternehmen, Erweiterung der Service-Leistungen für Kunden und ein schlagkräftigeres Auftreten auf dem US-Markt. Es handelt es sich um eine rein konzerninterne Umstrukturierung, die Kontrollverhältnisse bleiben insgesamt unverändert.
Bei den assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd., Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., der im Geschäftsjahr 2019/2020 gegründeten Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH sowie der im Geschäftsjahr 2020/2021 neu gegründeten SlivaCom d.o.o. hat die Gesellschaft die Möglichkeit einen maßgeblichen Einfluss auszuüben.
| Name und Sitz | Währung | Gezeichnetes Kapital | Anteil am Kapital % | Hauptgeschäft |
|---|---|---|---|---|
| NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China | RMB | 1.447.548 | 40 | Vertrieb/Entwicklung |
| Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika | ZAR | 1.000 | 25 | Consulting/Vertrieb/ Produktion |
| Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau/Deutschland | EUR | 0 | 50 | Consulting |
| SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina | BAM | 20.000 | 48 | Entwicklung/Produktion |
7 Bei der Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., an der die LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd. 49 % der Anteile hält, hat die LS telcom AG eine indirekte Beteiligung mit 25 % Anteilen am Kapital. An der im Mai 2021 gegründeten SlivaCom d.o.o. mit Sitz in Banja Luka/Bosnien-Herzegowina, hält die LS telcom AG einen Anteil von 48 %.
Konsolidierungsmethoden
Grundlage für den Konzern-Abschluss sind die nach einheitlichen Regeln zum 30. September 2021 aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die auf lokalen Vorschriften basierenden Jahresabschlüsse wurden von der Gesellschaft auf die geltenden IFRS übergeleitet.
Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgte in der Vergangenheit nach der partiellen Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital zum Erwerbszeitpunkt. Negative Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden in Vorjahren erfolgswirksam berücksichtigt.
Für Fälle nach dem 31. März 2004 erfolgt die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach nochmaliger Überprüfung direkt in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften wurden eliminiert.# D. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
1. Anschaffungskostenprinzip
Die Erstellung des Konzern-Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit nichts anderes vermerkt ist, sind die Aktiva und Passiva zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert. Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise der Geschäfts- oder Firmenwert, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertminderungen hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegenden Zeitwerten des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte der jeweiligen Tochtergesellschaft, die als niedrigste Ebene für die Cashflows separat identifiziert werden können (zahlungsmittelgenerierende Einheit; CGUs), zusammengefasst. Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts wird für nicht monetäre Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat.
2. Fremdwährungsumrechnung
a) Transaktionen
Die in den Abschlüssen der einzelnen Gesellschaften des Konzerns erfassten Posten werden auf der Grundlage der jeweiligen funktionalen Währung bewertet. Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt. Der Euro ist Berichtswährung und funktionale Währung der Gesellschaft. Transaktionen in Fremdwährung werden vom jeweiligen Konzern-Unternehmen zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kurs in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Kurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam berücksichtigt und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ bzw. unter dem Posten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.
b) Umrechnung der Jahresabschlüsse
Bei der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Da die Konzern-Gesellschaften ihr Geschäft selbstständig betreiben, sind sie als „foreign entities“ im Sinne von IAS 21 berücksichtigt. Hiernach werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, das Eigenkapital zum historischen Kurs und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der sich ergebende Unterschiedsbetrag wird ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet. Geschäfts- oder Firmenwert und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die bei Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet.
Für die Fremdwährungsumrechnung kamen folgende Umrechnungskurse zur Anwendung:
| Land | Währung | Durchschnittskurs 2020/2021 | Durchschnittskurs 2019/2020 | Stichtagskurs 30.09.2021 | Stichtagskurs 30.09.2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Australien | AUD | 1,5905 | 1,6525 | 1,6095 | 1,6438 |
| Kanada | CAD | 1,5117 | 1,4986 | 1,4750 | 1,5676 |
| Südafrika | ZAR | 17,731 | 18,184 | 17,563 | 19,709 |
| USA | USD | 1,1957 | 1,1199 | 1,1579 | 1,1708 |
| Vereinigtes Königreich | GBP | 0,8739 | 0,8784 | 0,8605 | 0,9124 |
| Vereinigte Arabische Emirate | AED | 4,3897 | 4,1131 | 4,2544 | 4,3061 |
| Indien | INR | 88,0624 | 82,3345 | 86,0766 | 86,4169 |
3. Immaterielle Vermögenswerte
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum Abschlussstichtag können der folgenden Tabelle entnommen werden:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Rechte und Lizenzen | 8.712 | 9.456 |
| Entwicklungskosten | 825 | 744 |
| Summe | 9.537 | 10.200 |
Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
| Stand zum 01.10.2019 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Währungsanpassungen | Stand zum 30.09.2020 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Währungsanpassungen | Stand zum 30.09.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | |||||||||||
| Aktivierbare Eigenleistungen abgeschlossene Entwicklung* | 3.529 | 2.676 | 0 | 1.922 | -91 | 3.329 | 36 | -107 | 0 | -244 | 3.257 |
| Aktivierbare Eigenleistungen in Entwicklung* | 34.939 | 1.974 | -1.922 | 0 | 0 | 39.446 | 3.257 | -7.510 | 0 | 45 | 36.109 |
| Geleistete Anzahlungen | 2.676 | 937 | 0 | 0 | 0 | 989 | 853 | 0 | 0 | 63 | 1.806 |
| Summe | 40.442 | 5.587 | -1.922 | 1.922 | -91 | 43.764 | 4.146 | -7.617 | 0 | -136 | 41.172 |
- Die Kategorien "Aktivierbare Eigenleistungen abgeschlossene Entwicklung" sowie "Aktivierbare Eigenleistungen in Entwicklung" wurden im Vorjahr zusammengefasst. Für die bessere Vergleichbarkeit wurden auch die Vorjahreszahlen aufgeteilt.
Kumulierte Abschreibungen
| Stand zum 01.10.2019 | Zugänge | Abgänge | Währungsanpassungen | Stand zum 30.09.2020 | Zugänge | Abgänge | Währungsanpassungen | Stand zum 30.09.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | |||||||||
| Rechte und Lizenzen | 2.484 | 185 | -68 | -97 | 2.504 | 123 | -107 | 39 | 2.559 |
| Entwicklungskosten | 29.330 | 3.252 | 0 | -86 | 32.496 | 3.441 | -7.510 | -183 | 28.488 |
| Summe | 31.814 | 3.437 | -68 | -183 | 35.000 | 3.564 | -7.617 | -144 | 31.047 |
Nettobuchwert
| 30.09.2020 | 30.09.2021 | |
|---|---|---|
| in TEUR | ||
| Rechte und Lizenzen | 6.950 | 6.153 |
| Entwicklungskosten | 989 | 762 |
| Summe | 7.939 | 6.915 |
Investitionen wurden im Wesentlichen für aktivierbare Eigenleistungen getätigt. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Nutzung sämtlicher immaterieller Vermögenswerte ist als endlich eingestuft. Sie werden um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode über die zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer vermindert, die drei bis acht Jahre beträgt. Soweit notwendig wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen, die bei späterem Wegfall der Gründe rückgängig gemacht wird. Außerplanmäßige Wertkorrekturen (Minderungen und Mehrungen) wurden im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 0 erfasst (i. V. TEUR 0). Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern sowohl die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht, als auch die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner muss der Konzern die Erwirtschaftung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögenswert, die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können, belegen. Die Entwicklungskosten umfassen die direkten Kosten der Entwicklungsabteilung in Relation zu den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Externe Leistungen werden mit den in Rechnung gestellten Kosten angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über vier Jahre. Die noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekte werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Bereits abgeschlossene Entwicklungsprojekte werden bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden ergebniswirksame außerplanmäßige Wertkorrekturen auf bereits abgeschlossene Entwicklungsprojekte in Höhe von TEUR 47 (i. V. TEUR 90) vorgenommen. Bei Kauf, Bau oder Herstellung von Vermögenswerten, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungsprozess sich über einen erheblichen Zeitraum erstreckt (qualifizierter Vermögenswert), werden die zurechenbaren Fremdkapitalkosten aktiviert. In der Berichtsperiode wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert. Kosten für die Forschung und allgemeine Entwicklung wurden in Höhe von EUR 3,01 Mio. (i. V. EUR 2,35 Mio.) sofort als Aufwand erfasst.
4. Geschäfts- oder Firmenwert
Die Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwertes zum Abschlussstichtag stellt sich wie folgt dar:
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Stand Geschäftsjahresbeginn | 4.944 | 5.244 |
| Währungsanpassungen | 76 | -300 |
| Stand Geschäftsjahresende | 5.020 | 4.944 |
Als Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird der Betrag der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses angesetzt, der den beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens der erworbenen Tochtergesellschaft zum Erwerbszeitpunkt übersteigt. Die Firmenwerte resultieren aus der Vollkonsolidierung der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, (TEUR 680), der LS telcom SAS, Paris/Frankreich (TEUR 889), der RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA (EUR 3,29 Mio.), und der LST Middle East FZ-LLC, Dubai/VAE (TEUR 158). Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird sofort als Aufwand erfasst und - auch wenn sie unterjährig in Zwischenabschlüssen der Gesellschaft erfasst wurde - in den Folgeperioden nicht wieder aufgeholt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind entsprechend der Geschäftstätigkeit der erworbenen Unternehmen einer Zahlungsmittel generierenden Einheit zugeordnet.# 5. Sachanlagen
Die Buchwerte der Sachanlagen zum Abschlussstichtag können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Grundstücke und Bauten | 3.421 | 3.166 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | 1.516 | 1.933 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 33 | 33 |
| Summe | 4.970 | 5.132 |
Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar:
| in TEUR | Grund- stücke und Bauten | Andere An- lagen, Ge- schäfts- und Betriebs- ausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||
| Stand zum 01.10.2019 | 8.243 | 6.605 | 763 | 15.611 |
| Zugänge | 11 | 153 | -483 | -319 |
| Abgänge | 0 | -741 | 0 | -741 |
| Umbuchungen | -78 | -112 | -190 | -380 |
| Währungsanpassungen | 436 | -662 | 0 | -226 |
| Stand zum 30.09.2020 | 7.835 | 7.327 | 33 | 15.195 |
| Zugänge | 783 | 374 | 0 | 1.157 |
| Abgänge | -7 | -292 | 0 | -299 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsanpassungen | 69 | 70 | 139 | 278 |
| Stand zum 30.09.2021 | 8.680 | 7.479 | 33 | 16.192 |
| in TEUR | Grund- stücke und Bauten | Andere An- lagen, Ge- schäfts- und Betriebs- ausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
| Stand zum 01.10.2019 | 4.089 | 4.849 | 0 | 8.938 |
| Zugänge | 609 | 814 | 0 | 1.423 |
| Abgänge | 0 | -173 | 0 | -173 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsanpassungen | -30 | -96 | -126 | -252 |
| Stand zum 30.09.2020 | 4.668 | 5.394 | 0 | 10.062 |
| Zugänge | 566 | 800 | 0 | 1.366 |
| Abgänge | -7 | -289 | 0 | -296 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsanpassungen | 32 | 59 | 91 | 182 |
| Stand zum 30.09.2021 | 5.259 | 5.964 | 0 | 11.223 |
| 30.09.2020 | 30.09.2021 | |
|---|---|---|
| Nettobuchwert | ||
| Grundstücke und Bauten | 3.167 | 3.421 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | 1.933 | 1.515 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 33 | 33 |
| Summe | 5.133 | 4.969 |
Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Nachträgliche Anschaffungskosten werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des Vermögenswertes hinaus zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und die Anschaffungskosten verlässlich bewertet werden können. Alle anderen nachträglichen Ausgaben werden direkt als Aufwand erfasst. Instandhaltungsaufwendungen werden als Periodenaufwand behandelt. Fremdkapitalkosten werden, soweit sie dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Nicht auf qualifizierte Vermögenswerte entfallende Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten bezüglich Sachanlagen aktiviert. Übersteigt der Buchwert einer Sachanlage deren geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf Letzteren abgeschrieben. Zuschreibungen, die notwendig sind, sobald die Gründe der Abschreibung auf Dauer entfallen, gab es im Berichtsjahr, wie im Vorjahr, nicht.
Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen ein bis 35 Jahre.
Gewinne und Verluste aus Anlagenabgängen werden als Differenz zwischen Nettoveräußerungserlös und Buchwert des jeweiligen Gegenstandes ermittelt und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als „Sonstige betriebliche Erträge“ oder „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Im Vorjahr betraf der Abgang an Anschaffungs- und Herstellungskosten innerhalb der Grundstücke und Bauten in Höhe von TEUR 483 Nutzungsrechte und stand in Zusammenhang mit der Ausübung der Kaufoption betreffend das Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Erläuterungen unter nachfolgendem Abschnitt D. 21.
Die Sachanlagen enthielten zum 30. September 2019 auch gemietete Gebäude und technische Anlagen mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 1.976, die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge gemäß IAS 17 als Finance Leases dem Konzern als wirtschaftlicher Eigentümer zugerechnet wurden. Seit dem 01.10.2019 wendet die LS telcom AG den Standard IFRS 16 an.
6. Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 dann zum Fair Value erfasst, wenn mit hinreichender Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung gewährt wird und der Konzern die damit verbundenen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt. Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig im Gewinn und Verlust der Periode zu erfassen, in der auch die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwand angesetzt werden. Bereits zugeflossene erfolgsbezogene Zuwendungen für Folgeperioden sind passivisch abzugrenzen und in den Folgeperioden anteilig aufzulösen. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Innovationsprojekte werden in Höhe von TEUR 150 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
7. Leasing
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Der Konzern ist ausschließlich als Leasingnehmer und nicht als Leasinggeber tätig. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit.
Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts ergeben sich aus dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses getätigt werden, sowie den entstandenen anfänglichen direkten Kosten und dem vom Leasinggeber gewährten Mietanreizen. In der Folge wird das Nutzungsrecht linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Nichtleasing- und Leasingkomponenten werden grundsätzlich nicht getrennt voneinander bilanziert.
Der erstmalige Ansatz der Leasingverbindlichkeit bestimmt sich als Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen umfassen ausschließlich feste Leasingzahlungen. Bei der Berechnung des Barwerts bei Gebäudeleasingverhältnissen wird der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers von 2 % verwendet. In der Folge wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert, d.h. die Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlung aufgeteilt. Der Zinsanteil wird im Finanzergebnis ausgewiesen.
Unter die Leasingverhältnisse fallen insbesondere Gebäudeleasingverhältnisse sowie Sachanlagenleasingverhältnisse. Die Leasingverbindlichkeiten werden je nach Fälligkeit unter den langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.# 8. Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen
Der Ansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem fortgeschriebenen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China, Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika, der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH, Lichtenau, und der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina.
Die folgende Übersicht zeigt aggregierte Eckdaten zu dem nach der Equity- Methode in den Konzern-Abschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen NG Networks Co., Ltd., Suzhou/China. Zahlen der Beteiligung Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd., Honeydew/Südafrika, sowie der SlivaCom d.o.o., Banja Luka/Bosnien und Herzegowina, werden aufgrund der untergeordneten Bedeutung für den Konzern-Abschluss nicht aufgeführt. Ebenso werden die Zahlen der Bietergemeinschaft LS telcom AG & FSP-services GmbH nicht aufgeführt, da sowohl das Nettoreinvermögen sowie das Jahresergebnis EUR 0 betragen. Die Werte beziehen sich nicht auf den auf die Gesellschaft entfallenden Anteil, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100 % dar.
Zusammengefasste Finanzinformationen für das assoziierte Unternehmen NG Networks Co., Ltd., auf Basis von 100 Prozent:
Der Buchwert der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligung kann aus der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Nettoreinvermögen des assoziierten Unternehmens nach Währungsanpassungen | 1.151 | 553 |
| Beteiligungsquote des Konzerns | 40% | 40% |
| Buchwert der Konzernbeteiligung an der NG Networks Co., Ltd. | 461 | 221 |
9. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
| TEUR | Stand zum 01.10.2019 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Währungsanpassungen | Stand zum 30.09.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | 1 | 0 | -1 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 30.09.2021 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ausgewiesen wurden Festgelder mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sowie der langfristige Anteil von Leasingforderungen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte wurden zum Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken wurden sofern nötig durch Einzelwertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt.
10. Aktive latente Steuern
Latente Steuern werden nach der „liability method“ entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzern-Abschluss angesetzt. Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach.
Für die steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung wird keine latente Steuerschuld angesetzt. Latente Steuerforderungen und ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Der Buchwert der latenten Steuerforderungen wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die latente Steuerforderung zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steuerforderungen werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung der latenten Steuerforderung ermöglicht.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder dasselbe Steuerobjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.
Die latenten Steuern auf Bewertungskorrekturen werden mit den landesspezifischen Steuersätzen aufgrund der zum Bilanzstichtag gültigen Gesetze und Verordnungen für die einzelnen Konzern-Unternehmen ermittelt. Hierbei handelt es sich bei der LS telcom AG um 28 % (i. V. 28 %), bei der LS telcom Limited, Ottawa/Kanada, um 26,5 % (i. V. 26,5 %), bei der LS telcom SAS, Paris/ Frankreich, um 28 % (i. V. 28 %), bei der LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika, um 28 % (i. V. 28 %) sowie bei der LS telcom UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich, um 19 % (i. V. 19 %), bei RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA, um 25,74 % (i. V. 25,74 %). Es sind die ab 2021 gültigen Steuersätze berücksichtigt.
Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Stand am 01.10. (vor Verrechnung) | 2.089 | 1.663 |
| Währungseffekte | -28 | -63 |
| Zunahme | 489 | 0 |
| Abnahme | -943 | -941 |
| Stand am 30.09. | 1.148 | 989 |
| Verrechnung mit passiven latenten Steuern | ||
| Stand am 30.09. | 1.148 | 989 |
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Steuerliche Verlustvorträge | 1.932 | 2.089 |
| Anlagevermögen | 338 | 339 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 115 | 61 |
| Vertragsvermögenswerte | 32 | 3 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 179 | 105 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 95 | 84 |
| Langfristige Rückstellungen | 67 | 100 |
| Summe | 2.758 | 2.781 |
| Verrechnung mit passiven latenten Steuern | -1.148 | -989 |
| Gesamtaktive latente Steuern | 1.610 | 1.792 |
Die latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und sonstige Steuervorteile betreffen die Gesellschaften LS telcom AG (TEUR 500), LS telcom Limited, Ottawa/Kanada (TEUR 72), LS telcom SAS, Paris/Frankreich (TEUR 336), LS of South Africa Radio Communication Services (Pty) Ltd., Ruimsig/Südafrika (TEUR 1), und RadioSoft Inc., Clarkesville, Georgia/USA (TEUR 197). Es wurden die jeweils landesspezifischen Steuersätze herangezogen. Die Verlustvorträge in Deutschland, Frankreich, Südafrika und dem Vereinigten Königreich sind jeweils zeitlich unbegrenzt nutzbar. In Kanada können die Verluste in Abhängigkeit vom Zeitpunkt ihres Entstehens über zehn bzw. 20 Jahre vorgetragen werden. In den USA können Verluste ebenfalls in Abhängigkeit vom Zeitpunkt ihres Entstehens über 20 Jahre bzw. unbegrenzt genutzt werden.
Ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge wird nur in dem Umfang aktiviert, in dem es innerhalb eines Planungshorizonts von fünf Jahren wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verrechnung zur Verfügung steht. Basis für die Beurteilung ist die vom Vorstand aufgestellte und durch den Aufsichtsrat bestätigte Planung. Insgesamt wurden für in Vorjahren und im aktuellen Jahr entstandene steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 14,06 Mio. (i. V. EUR 11,40 Mio.) keine aktiven latenten Steuern gebildet.
Die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge haben folgende Verfallszeiten:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Über zwanzig Jahre | 5.234 | 5.177 |
| Unbefristet | 8.823 | 6.224 |
| Gesamt | 14.057 | 11.401 |
Hinsichtlich der Nutzung der bilanzierten Steuervorteile aus Verlustvorträgen wird vor dem Hintergrund der aktuellen Auftragslage und den Auftragserwartungen zukünftig mit ausreichend zu versteuernden Ergebnissen bei den einzelnen Gesellschaften gerechnet.
11. Vorräte
Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und realisierbaren Nettoveräußerungswerten bilanziert. Die Herstellungskosten umfassen direkt zurechenbare Einzel- und Gemeinkosten. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Fertigstellung und die Veräußerung noch notwendig sind.
In den Vorräten sind unfertige Erzeugnisse in Höhe von EUR 1,01 Mio. (i. V. TEUR 307) und Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von TEUR 789 (i. V. TEUR 180) sowie geleistete Anzahlungen auf Vorräte in Höhe von EUR 1,14 Mio. (i. V. TEUR 0) enthalten.
12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.887 | 5.124 |
| Vertragsvermögenswerte | 858 | 477 |
| Forderungen gegen nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen | 374 | 40 |
| Summe | 8.119 | 5.641 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen sind zum Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen und Wertminderungen gemäß dem vereinfachten Wertminderungsmodell nach IFRS 9 in ausreichender Höhe berücksichtigt. Aufwendungen aus der Zuführung zu Wertberichtigungen nach IFRS 9 waren im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 64 (i. V. TEUR 553) zu verzeichnen. Erträge aus der Auflösung der Wertminderungen nach IFRS 9 waren im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 183 (i. V. TEUR 104) zu verzeichnen (H.1.). Die Zuführung und Auflösung der Wertberichtigung für wertgeminderte Forderungen wird unter „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ bzw. „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Die Wertminderungen werden ausgebucht, wenn keine weiteren Zahlungseingänge erwartet werden.# 13. Finanzinstrumente
Die Bewertung der Finanzinstrumente erfolgt je nach Klassifizierung entsprechend IFRS 9 grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu Marktwerten. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl aus den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird. In Abhängigkeit der Ausprägung dieser Bedingungen ergibt sich die Folgebewertung:
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode
- Zum Fair Value, wobei Änderungen im sonstigen Ergebnis erfasst werden
- Zum Fair Value, wobei Änderungen ertrags- oder aufwandswirksam erfasst werden
Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Die Zeitwerte der Finanzinstrumente werden durch deren Buchwerte verlässlich bestimmt. Für die Absicherung von Währungsrisiken werden teilweise Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Sofern am Bilanzstichtag Devisentermingeschäfte bestehen, werden diese gemäß IFRS 9 bilanziert und die Veränderung des Marktwertes erfolgswirksam behandelt. Am Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente (ebenso im Vorjahr).
14. Liquide Mittel
Die liquiden Mittel setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Kassenbestand | 6 | 3 |
| Frei verfügbares Guthaben bei Kreditinstituten | 11.405 | 11.778 |
| Summe | 11.411 | 11.781 |
Die Entwicklung der liquiden Mittel und der Kontokorrentkredite, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung bzw. im Konzern-Anhang unter F. dargestellt. Zum 30. September 2021 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kontokorrentkreditlinien in Höhe von EUR 1,75 Mio. (i. V. EUR 2,75 Mio.), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren.
15. Ertragsteuerforderungen
Die Ertragsteuerforderungen belaufen sich auf:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 21 | 24 |
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird. Bei der Berechnung werden die zum Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze zu Grunde gelegt.
16. Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Sonstige Steuererstattungsansprüche | 168 | 312 |
| Übrige Forderungen | 620 | 283 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 348 | 346 |
| Summe | 1.100 | 977 |
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Fremdleistungen, Wartung, Versicherungen sowie Steuern. In den übrigen Forderungen ist eine Abgrenzung für Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 57 enthalten.
17. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte sind zum Nennwert oder zum beizulegenden Zeitwert (zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte) bilanziert. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Leasing Forderungen | 0 | 2 |
| Sonstige | 529 | 0 |
| Summe | 529 | 2 |
Hinsichtlich der bilanzierten Leasingforderungen wird auf den nachfolgenden Abschnitt D. 21 verwiesen. Im Vorjahr standen diese im Zusammenhang mit der angemieteten Geschäftsimmobilie in Lichtenau, welche im Rahmen der Ausübung der Kaufoption übernommen wurden (siehe hierzu D. 21).
18. Eigenkapital
Zur Entwicklung des Postens Eigenkapital wird auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hingewiesen.
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.817.000,00 und ist in 5.817.000 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie eingeteilt. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 9. März 2017 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 8. März 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2017). Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurde durch Zustimmung des Aufsichtsrats vom 12. Juni 2018 eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem genehmigten Kapital in Höhe von EUR 482.000,00 durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde keine Erhöhung des Grundkapitals aus dem genehmigten Kapital durchgeführt.
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 9. März 2017 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 8. März 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 2.667.500,00 zu erhöhen. Die Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss der Hauptversammlung vom 9. März 2017, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.667.500,00 zu erhöhen, beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 2.185.500,00.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage enthält den bei der Ausgabe von Aktien der LS telcom AG über den Nennbetrag hinausgehenden erzielten Betrag nach Verrechnung mit Verlusten in den Vorjahren und von im Zusammenhang mit dem Börsengang entstandenen Aufwendungen unter Berücksichtigung von latenten Steuern. Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 12. Juni 2018 eine Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von EUR 1.928.000,00 durchgeführt. Im laufenden Geschäftsjahr gab es keine weitere Änderung.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2020/2021 nicht verändert.
Konzern-Bilanzgewinn
Der Konzern-Bilanzgewinn enthält die kumulierten thesaurierten Konzern-Ergebnisse. Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn der LS telcom AG, soweit er nicht nach Gesetz oder Satzung, durch Hauptversammlungsbeschluss oder als zusätzlicher Aufwand aufgrund des Gewinnverwendungsbeschlusses von der Verteilung an die Aktionäre ausgeschlossen ist.
Eigene Anteile
Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde am 14. Mai 2019 wirksam und gilt bis zum 13. März 2024.
Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des LS telcom Konzerns umfasst neben der Gewährleistung der finanziellen Flexibilität zur Fortsetzung des Wachstumskurses und der Erreichung angemessener Dividendenzahlungen auch die Optimierung der Kapitalstruktur. Um die Kapitalstruktur aufrecht zu erhalten oder zu verändern, passt die Gesellschaft je nach Erfordernis die Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner an oder nimmt Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner durch Rückkauf eigener Anteile vor.
19. Langfristige Rückstellungen
Es handelt sich im Wesentlichen um Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von leistungsorientierten Versorgungsplänen, welche bei der LS telcom SAS, Paris/Frankreich, bestehen. Die Leistungsverpflichtungen werden bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim Eintritt in den Ruhestand in Form einer Einmalzahlung fällig, wobei sich die individuelle Leistungshöhe insbesondere nach dem Gehaltsniveau sowie der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen bemisst. Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor Eintritt in den Ruhestand verfällt der Anspruch des Arbeitnehmers. Die Leistungsansprüche aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) sowie unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehaltstrends und biometrischer Rechnungsgrundlagen bewertet. Die Verpflichtung des Unternehmens aus leistungsorientierten Plänen bei der LS telcom SAS beträgt zum 30. September 2021 TEUR 239 (i. V. TEUR 299). Daneben bestehen in geringerem Umfang langfristige Rückstellungen bei der LST Middle East FZ-LLC.
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Anfangsbestand der leistungsorientierten Verpflichtung | 299 | 265 |
| Dienstzeitaufwand | 8 | 9 |
| Lebenserwartung | -59 | 0 |
| Zinsaufwand | -3 | 12 |
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Änderung des Zinssatzes | -6 | 13 |
| Endbestand der leistungsorientierten Verpflichtung | 239 | 299 |
Die wichtigsten Annahmen, welche der versicherungsmathematischen Bewertung zum 30. September 2021 zugrunde gelegt wurden, sind ein Abzinsungszinssatz von 0,88 % (i. V. 0,59 %) sowie eine erwartete prozentuale Gehaltssteigerung von 2,0 % (i. V. 2,5 %). Die zugrunde gelegten biometrischen Sterbewahrscheinlichkeiten sowie die Wahrscheinlichkeiten eines vorzeitigen Austritts des Arbeitnehmers aus dem Unternehmen basieren auf landesspezifischen Statistiken und Erfahrungswerten.# 20. Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Es handelt sich im Wesentlichen um finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und um Leasingverbindlichkeiten, die zum Barwert angesetzt sind:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 7.635 | 11.083 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | 350 | 505 |
| 7.985 | 11.588 |
Für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherungsübereignungen an sieben Fahrzeugen (Valuta zum 30. September 2021 in Höhe von TEUR 70). Ferner sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 400 durch Grundpfandrechte gesichert. Siehe hierzu auch bei „Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten“ (D. 27.).
Der Konzern hat am 18. Dezember 2013 ein KfW Förderdarlehen, bestehend aus einer Fremdkapital- und einer Nachrangtranche, über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, in Höhe von EUR 2,40 Mio. und EUR 3,60 Mio. abgeschlossen. Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der langfristigen Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das Darlehen wurde bereits zum 30. September 2015 in voller Höhe in Anspruch genommen. Das zinsvergünstigte Darlehen der öffentlichen Hand wurde zum Erstbewertungszeitpunkt mit dem beizulegenden Wert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
Des Weiteren hat der Konzern am 8. Mai 2020 über die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, ein Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms 2020 über EUR 7,90 Mio. erhalten. Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Der Kredit dient der Unterstützung der Gesellschaft aufgrund der Corona-Pandemie. Das Darlehen wurde am 25. Mai 2020 in voller Höhe ausgezahlt. Das zinsvergünstigte Darlehen der öffentlichen Hand wurde zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Wert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
21. Leasingverhältnisse
In der Bilanz werden nachfolgend aufgeführte Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:
| Buchwert nach IFRS 16 zum 30.09.2021 | Buchwert nach IFRS 16 zum 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Nutzungsrechte an Geschäftsbauten | 583 | 1.906 |
| PKW | 56 | 80 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 32 | 45 |
| Computerzubehör | 1.906 | 49 |
| 80 | 81 | |
| 45 | 752 | |
| 49 | 2.080 | |
| Leasingverbindlichkeiten | ||
| kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 424 | 420 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | 350 | 505 |
| 774 | 925 |
Die Zuführungen zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres betrugen TEUR 280 (i. V. TEUR 542). Die Abschreibungen auf die Nutzungsrechte betrugen TEUR 506 (i. V. TEUR 618).
Die Gesamtergebnisrechnung zeigt folgende Beträge im Zusammenhang mit den Leasingverhältnissen:
| In TEUR | 30.09.2021 | 30.09.2020 |
|---|---|---|
| Abschreibung auf Nutzungsrechte | ||
| Geschäftsbauten | 437 | 519 |
| PKW | 24 | 10 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 519 | 15 |
| Computerzubehör | 10 | 30 |
| 6 | 83 | |
| Gesamt | 506 | 618 |
| Zinsaufwendungen | 9 | 24 |
| Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Vermögenswerten | 84 | 15 |
| Aufwendungen im Zusammenhang mit geringwertigen Vermögenswerten | 267 | 16 |
| 30 |
Der Konzern mietet verschiedene Bürogebäude sowie Fahrzeuge und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von ein bis neun Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen enthalten. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden bei der Bestimmung der Laufzeit dann berücksichtigt, wenn die Ausübung der Optionen als hinreichend sicher beurteilt wird. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten am Bereitstellungsdatum werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen bzw. Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Eine Neubeurteilung der ursprünglich getroffenen Einschätzung erfolgt dann, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt und wenn dies die bisherige Beurteilung beeinflussen kann, sofern das wesentliche Ereignis oder die Änderung der Umstände im Einflussbereich des Leasingnehmers liegt. Die Beurteilung wird spätestens überprüft, wenn eine Verlängerungs- oder Kündigungsoption tatsächlich ausgeübt (oder nicht ausgeübt) wird. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen, jedoch dürfen geleaste Vermögenswerte nicht als Sicherheit für Kreditaufnahmen verwendet werden.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 hat die Gesellschaft einen Immobilien-Leasingvertrag über Büro- und Verwaltungsgebäude in Lichtenau mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Nach zehn bzw. 15 Jahren bestand eine Kaufoption zum Erwerb sämtlicher Anteile an den Leasingobjektgesellschaften, in deren Eigentum sich das Grundstück befindet. Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 von dieser Kaufoption Gebrauch gemacht. Dabei wurde das angesparte Mieterdarlehen mit dem Kaufpreis verrechnet. Zu diesem Zwecke baute die Gesellschaft ab dem Jahr 2008 ein Mieterdarlehen auf, das bei dem Kauf mit der Restverbindlichkeit verrechnet wurde. Deshalb wurde im Geschäftsjahr das Mieterdarlehen in Höhe von TEUR 652 mit dem im Anlagevermögen bilanzierten Nutzungsrecht erfolgsneutral verrechnet. Durch die Ausübung der Kaufoption ergab sich eine Umgliederung innerhalb der Sachanlagen unter Reduktion der Nutzungsrechte für Geschäftsbauten in Höhe von EUR 1,13 Mio.
22. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
Es handelt sich in Höhe von TEUR 68 (i. V. TEUR 312) um den langfristigen Teil der Umsatzabgrenzungen aus Wartungsverträgen mit Kunden und in Höhe von TEUR 72 (i. V. TEUR 131) um langfristige Abgrenzungen aus dem Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms sowie Verpflichtungen aus langfristigen variablen Vergütungen TEUR 63 (i. V. TEUR 35). Die Verpflichtungen aus variablen Vergütungen werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für den darin enthaltenen langfristigen Anteil, der eine aktienkursbasierte Barvergütung betrifft (TEUR 63, i. V. TEUR 35), kommt IFRS 2 auf der Grundlage eines Binomialmodells zur Anwendung. Die Bewertung basiert auf der erwarteten Entwicklung der relevanten Einflussfaktoren. Der kurzfristige Anteil der aktienkursbasierten Barvergütung beträgt TEUR 19 (i. V. TEUR 0). Siehe hierzu bei den „Sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten“ (D. 28.)
31 Die anteilsbasierte Vergütung betrifft seit Beginn des Geschäftsjahres 2016/2017 den Vorstand Herrn Dr. Lebherz (bis 30. September 2021) und seit Beginn des Geschäftsjahres 2017/2018 die Vorstände Roland Götz und Dr. Georg Schöne aufgrund der Neuregelung der Dienstverträge zum 1. Oktober 2017. Diese kann nur bar ausgeglichen werden. Die daraus resultierenden Wertsteigerungsrechte werden ausübbar, wenn nach Ablauf von zwei bis sechs Jahren ein bestimmter Aktienbasispreis überschritten wird. Die Anzahl der ausübbaren Wertsteigerungsrechte nach zwei Jahren beträgt 20.000 (R. Götz), 25.500 (Dr. Lebherz) bzw. 30.000 (Dr. Schöne) Stück. Hierfür wurde im Geschäftsjahr ein Aufwand von TEUR 51 berücksichtigt. Zum 30. September 2021 sind Wertsteigerungsrechte in Höhe von TEUR 19 ausübbar. Der Ausübungspreis für die Wertsteigerungsrechte beträgt am Ende der Berichtsperiode für zwei Verträge EUR 6,41 sowie für einen Vertrag EUR 7,09.
Nachfolgende Tabelle enthält die der Bewertung der Wertsteigerungsrechte zugrunde gelegten Parameter:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| Dividendenrendite | 0,14% | -0,72% |
| Erwartete Volatilität | 51% | 0,27 % und 0,18 % |
| Risikoloser Zinssatz | 47,15 % | -0,66 % bis 0,71 % |
| Antizipierte Laufzeit der Wertsteigerungsrechte | 0 - 2 Jahre | 0 - 3 Jahre |
| Erwarteter Aktienkurs | EUR 1,52 | EUR 0,19 bis EUR 0,59 |
| Angewandtes Modell | Binomial | Binomial |
Die antizipierte Laufzeit der Wertsteigerungsrechte basiert auf den aktuellen Erwartungen und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten der Berechtigten. Der erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von der historischen Volatilität über einen der Laufzeit der Wertsteigerungsrechte ähnlichen Zeitraum auf künftige Trends geschlossen werden kann, wobei die tatsächlich eintretende Volatilität von den getroffenen Annahmen abweichen kann.```markdown
23. Passive latente Steuern
Die passiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Stand am 01.10. (vor Verrechnung) | 2.533 | 2.677 |
| Währungseffekte | 2 | 0 |
| Zunahme | 728 | 135 |
| Abnahme | -943 | -941 |
| Verrechnung mit aktiven latenten Steuern | -941 | -941 |
| Stand am 30.09. | 2.320 | 1.592 |
Die ermittelten Ansatz- und Bewertungsunterschiede auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzern-Abschluss führten in folgenden Posten zu passiven latenten Steuern:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Entwicklungskosten | 2.474 | 2.204 |
| Anlagevermögen | 143 | 117 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5 | 5 |
| Vertragsvermögenswerte | 535 | 82 |
| Sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände | 1 | 11 |
| Sonstige langfristige Vermögensgegenstände | 11 | 103 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 82 | 11 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 5 | 0 |
| Summe | 3.263 | 2.533 |
| Verrechnung mit aktiven latenten Steuern | -943 | -941 |
| Endstand | 2.320 | 1.592 |
24. Rückstellungen
Rückstellungen werden gemäß IAS 37 in Höhe des Betrags angesetzt, der nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um alle gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten am Bilanz- stichtag abzudecken. Künftige Ereignisse, die sich auf den zur Erfüllung einer Verpflichtung er- forderlichen Betrag auswirken können, sind in den Rückstellungen berücksichtigt, sofern sie mit hinreichender objektiver Sicherheit vorausgesagt werden können und sofern diese Verpflichtun- gen aus Vorgängen der Vergangenheit resultieren.
Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. aus einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermö- genswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bil- dung der Rückstellung wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.
Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rück- stellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken wi- derspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstel- lungen als Finanzaufwendungen erfasst.
Über die Zusammensetzung und Entwicklung des Postens gibt die nachfolgende Übersicht Aus- kunft:
| Stand 30.09.2020 TEUR | Zuführung TEUR | Verbrauch TEUR | Auflösung TEUR | Währungs- differenz TEUR | Sonstige TEUR | Stand 30.09.2021 TEUR | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Steuerrück- stellungen | 173 | 47 | 79 | 0 | 0 | 34 | 175 |
| Sonstige Rück- stellungen | |||||||
| Personal | 47 | 18 | 3 | 1 | 0 | 1 | 62 |
| Ausstehende Rechnungen | 83 | 52 | 53 | 1 | 0 | 4 | 85 |
| Übrige | 98 | 110 | 80 | 1 | 0 | 10 | 117 |
| Gesamt | 301 | 209 | 135 | 3 | 0 | 49 | 439 |
25. Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten
Die auf der Passivseite ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Vertragsverbindlichkeiten | 3.626 | 546 |
| Sonstige erhaltene Anzahlungen | 915 | 87 |
| Gesamt | 4.541 | 633 |
Aus im Vorjahr passivierten erhaltenen Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 608 Umsatzerlöse realisiert (i. V. TEUR 640).
Erhaltene Anzahlungen auf Vertragsvermögenswerte werden in Höhe der angearbeiteten Auf-
träge auf der Aktivseite mit dem Posten Vertragsvermögenswerte saldiert und im Übrigen auf
der Passivseite offen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Eine Vertragsverbindlichkeit
ist die Verpflichtung des Konzerns, einem Kunden Güter oder Dienstleistung zu übertragen,
für die er von diesem eine Gegenleistung empfangen (bzw. noch zu empfangen) hat. Vertragsverbind-
lichkeiten werden als Umsatz erfasst, sobald der Konzern die vertraglichen Leistungen erfüllt.
Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen gliedert sich wie folgt:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen | 7.543 | 1.240 |
| davon mit Vertragsvermögenswerten saldiert | 3.002 | 607 |
| Summe (Vertragsverbindlichkeiten) | 4.541 | 633 |
26. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten wer-
den als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden bilanziert.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Es bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Dritten | 2.150 | 962 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen | 0 | 0 |
| Gesamt | 2.150 | 962 |
27. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass Ressourcen, die wirtschaft-
lichen Nutzen verkörpern, zum Ausgleich einer Verpflichtung abfließen werden und dieser Be-
trag verlässlich ermittelt werden kann. Die Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
Sie setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 424 | 420 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.475 | 1.506 |
| Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten | 1 | 0 |
| Übrige sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 5 |
| Gesamt | 3.900 | 1.931 |
Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten betreffen die nach IFRS 16 aktivierten Leasing-
Ver- hältnisse (siehe B. Rechnungslegungsgrundsätze). In den Folgejahren vermindern die an die je-
weiligen Leasinggeber zu zahlenden Leasingraten in Höhe des Tilgungsanteils die Verbindlich-
keit. Der Zinsanteil der Zahlungen wird ergebniswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrech-
nung erfasst.
Die Entwicklung der liquiden Mittel und der Kontokorrentkredite, die den Finanzmittelfonds ge-
mäß IAS 7 bilden, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung bzw. im Konzern-Anhang unter F. dar-
gestellt.
Für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherungsübereignungen an sie-
ben Fahrzeugen (Valuta zum 30. September 2021 in Höhe von TEUR 70). Ferner sind die Ver-
bindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 400 durch Grundpfandrechte gesi-
chert. Siehe hierzu auch bei „Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten“ (D. 20.).
28. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Sie sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Steuern | 543 | 680 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 124 | 187 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 2.623 | 2.457 |
| Kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten | 2.844 | 2.277 |
| Gesamt | 6.134 | 5.601 |
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Personalverpflichtungen so-
wie den kurzfristigen Anteil aus variablen Vergütungen in Höhe von TEUR 19 (i. V. TEUR 0). Der kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten umfasst abgegrenzte Erlöse aus Wartungsverträ-
gen.
E. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
1. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
2. Umsatzerlöse
Die LS telcom AG erfasst die Umsätze übereinstimmend mit IFRS 15. Umsätze für Produktver-
käufe werden mit Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Der Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden liegen die folgenden fünf Stufen zu-
grunde:
- Identifizierung des Vertrags bzw. der Verträge mit einem Kunden
- Identifizierung eigenständiger Leistungsverpflichtungen im Vertrag
- Bestimmung des Transaktionspreises
- Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtung
- Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen
Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. Der Transaktionspreis wird um erwartete Rabatte und andere ähnliche Abzüge wie Skonti ge-
kürzt.
Software- und Hardwareprojekte werden auf Basis des fünf Stufen Modells bei einem Auftrags-
volumen über einem bestimmten Schwellenwert einzeln untersucht und in Abhängigkeit von den individualvertraglichen Regelungen sowie der Rechtslage im jeweiligen für die Vertragsbe-
dingungen relevanten Land beurteilt, ob die eigenständigen Leistungsverpflichtungen zeitraum-
oder zeitpunktbezogen zu realisieren sind.
Umsätze aus Dienstleistungsgeschäften (Service und Seminare) werden mit Erbringung der Dienstleistungen zeitraumbezogen erfasst.
Die Aufteilung der Umsatzerlöse erfolgt nach Unternehmensbereichen und Regionen und ist in den Erläuterungen zur „Segmentberichterstattung“ in Abschnitt G. wiedergegeben. Die ermittel-
ten Umsatzerlöse resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Die Umsatzerlöse umfassen mit EUR 12,8 Mio. (i. V. EUR 12,4 Mio.) Wartungserlöse und mit EUR 18,8 Mio. (i. V. EUR 13,4 Mio.) Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen.
Die Ermittlung des Fertigstellungsgrades von Projekten die zeitraumbezogen realisiert werden bemisst sich anhand der bisher auf den Kunden übertragenen Güter und Dienstleistung, die sich im Wesentlichen anhand der bereits erbrachten Leistung, den erreichten Leistungszielen oder den gelieferten Einheiten bemisst. Der zu realisierende Umsatzanteil wird dabei durch das bisher erbrachte Leistungsvolumen im Verhältnis zu den verbleibenden zugesagten Gütern und Dienst-
leistungen bemessen.
Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von EUR 15,8 Mio. (i. V. EUR 15,0 Mio.) zeitraumbezogen und in Höhe von EUR 15,8 Mio. (i. V.
```### 3. Sonstige betriebliche Erträge
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Währungsgewinne | 449 | 61 |
| Auflösung von Rückstellungen | 106 | 373 |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 183 | 392 |
| Investitionszuschüsse | 192 | 195 |
| Erträge aus aufgelösten Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 | 355 | 0 |
| Sonstige Erträge | 104 | 287 |
| Summe | 1.389 | 1.308 |
Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat die LS telcom AG Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von der AIF Projekt GmbH im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ und vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für einzelbetriebliche Vorhaben: Entwicklung Künstlicher Intelligenz für neue Produkte und Dienstleistungen“ bewilligt bekommen. Zum 30.09.2021 sind diese Zuwendungen in Höhe von 150 TEUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen in den Investitionszuschüssen enthalten.
4. Aktivierte Eigenleistungen
Sie beinhalten ausschließlich aktivierte Entwicklungskosten für die im Geschäftsjahr selbst erstellte Software und Hardware (vgl. D.3).
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Aktivierte Eigenleistungen für abgeschlossene Entwicklungsprojekte | 3.257 | 2.685 |
| Aktivierte Eigenleistungen in Entwicklung | 955 | 928 |
| Summe | 4.212 | 3.613 |
5. Materialaufwand
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Aufwendungen für bezogene Waren | 2.347 | 5.581 |
| Aufwendungen für Fremdleistungen | 864 | 3.261 |
| Summe | 3.211 | 8.842 |
6. Personalaufwand
Der Ausweis betrifft im Wesentlichen Gehälter sowie soziale Abgaben.
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 16.646 | 15.330 |
| Soziale Abgaben | 2.814 | 2.619 |
| Summe | 19.460 | 17.949 |
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt: 222
7. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibung von Sachanlagen | 1.366 | 1.423 |
| Planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten | 3.518 | 3.347 |
| Außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten | 47 | 90 |
| Summe Abschreibungsaufwand | 4.931 | 4.860 |
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Vertriebs- und Reisekosten | 797 | 1.008 |
| Kursverluste | 1.285 | 374 |
| Reparatur- und Instandhaltungskosten | 493 | 525 |
| Verwaltungskosten | 357 | 411 |
| Rechts- und Beratungskosten | 597 | 534 |
| Wertminderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 61 | 303 |
| Gebäude- und Grundstückskosten | 210 | 546 |
| Versicherungen und Beiträge | 380 | 194 |
| Übrige | 1.292 | 1.185 |
| Summe | 5.990 | 4.562 |
9. Finanzergebnis
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 224 | -156 |
| Zinserträge | 1 | 7 |
| Zinsaufwendungen | -256 | -194 |
| Summe | -31 | -343 |
Das Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen resultiert aus dem anteiligen Jahresergebnis der NG Networks Co., Ltd., (TEUR 229), der im Geschäftsjahr neu gegründeten SlivaCom d.o.o. (TEUR -1) sowie der Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd (TEUR -4). Die Zinserträge resultieren aus Guthaben bei Kreditinstituten. Die Erträge aus Ausleihungen resultieren aus einem gewährten Darlehen an die Radio Telecommunications Services (Pty) Ltd. Zinsaufwendungen ergeben sich aufgrund der Inanspruchnahme von Kreditlinien und Avalen sowie Zinsanteilen aus Finanzierungsleasingverträgen.
10. Ertragsteuern
Die Ertragsteuern umfassen die Aufwendungen und Erträge aus tatsächlichen und latenten Steuern. Die Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, es sein denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Aufwand (i. V. Ertrag) aus Ertragsteuern setzt sich wie folgt zusammen:
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Laufende Steuern | 109 | 912 |
| Latente Steuern | 96 | -623 |
| Summe | 205 | 289 |
Der Aufwand (i. V. Ertrag) aus latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Veränderungen der Unterschiede nationale Handels- und Steuerbilanz | 23 | -145 |
| IFRS-Anpassungen Leasing | 20 | 316 |
| Veränderung aktive latente Steuern auf Verlustvorträge | 0 | 210 |
| Rückgängigmachung Pauschalwertberichtigung | -142 | 0 |
| Entwicklungskosten | -53 | 0 |
| Langfristige Rückstellungen | 559 | -21 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 22 | 0 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | -544 | -15 |
| Erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen | -2 | 149 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -19 | -19 |
| Vertragsvermögenswerte | 14 | 2 |
| Summe | 14 | 33 |
Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand bzw. -ertrag und dem rechnerischen Steueraufwand bzw. -ertrag, der sich bei einem Steuersatz für die Gesellschaft von 28 % (i. V. 28 %) ergeben würde, setzt sich wie folgt zusammen:
| 2020/2021 TEUR | 2019/2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Konzern-Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.112 | -2.999 |
| Rechnerischer Steueraufwand (i. V. Steuerertrag) (28 %) | 311 | -840 |
| Nicht angesetzte Verluste des Geschäftsjahres | -76 | 441 |
| Nutzung nicht aktivierter Verlustvorträge | -178 | 0 |
| Auflösung Wertberichtigung auf Aktivierung von Verlustvorträgen | -180 | 119 |
| Nichtabzugsfähige Betriebsausgaben | 10 | 60 |
| Steuerfreie Einnahmen | 67 | -74 |
| Ausländische Quellensteuer | 150 | -79 |
| Periodenfremde tatsächliche Ertragsteuern | -158 | 39 |
| Unterschiedliche Steuersätze | 0 | 0 |
| Sonstiges | 0 | 0 |
| Tatsächlicher Steueraufwand (i. V. Steuerertrag) | 109 | 912 |
Die erwartete Steuerbelastung auf das steuerliche Ergebnis beträgt im Vorjahr sowie zum Bilanzstichtag 28 % und errechnet sich wie folgt:
- Gewerbesteuer bei einem Hebesatz von 360 %: 12,6 %
- Körperschaftsteuer (15 % vom Gewinn nach Gewerbesteuer): 15,0 %
- Solidaritätszuschlag (5,5 % der Körperschaftsteuer): 0,8 %
- Tarifbelastung gerundet: 28,4 %
11. Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien und Ergebnis je Aktie
Zur Ermittlung des Ergebnisses pro Aktie nach IAS 33 wird das den Aktionären zuzurechnende Jahresergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der ausgegebenen Aktien dividiert. Die Anzahl der Aktien betrug im Jahresdurchschnitt 5.817.000 (i. V. 5.817.000). Das Konzern-Jahresergebnis beläuft sich auf TEUR -113 (i. V. TEUR -2.192). Demgemäß ergibt sich ein Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) von EUR -0,02 (i. V. EUR -0,38).
F. Konzern-Kapitalflussrechnung
Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Zahlungsmittelbestand im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert hat. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Als Mittelzufluss und -abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit wird die Umsatztätigkeit angezeigt, durch die der Cashflow generiert wird. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Beteiligungen sind im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit enthalten. Der Finanzmittelfonds besteht aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Diese enthalten neben den liquiden Mitteln auch jederzeit rückzahlbare Kontokorrentkredite von Banken.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2021 TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|
| Liquide Mittel | 11.411 | 11.781 |
| Kontokorrentkredite | -1 | 0 |
| Summe | 11.410 | 11.781 |
Die Kontokorrentkredite werden in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe hierzu D.27.).
Die Überleitungsrechnung zur Veränderung von Finanzverbindlichkeiten gem. IAS 7 stellt sich wie folgt dar:
30.09.2020
| Zahlungs- wirksam TEUR | Nicht zahlungs- wirksam TEUR | 30.09.2021 TEUR | |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -1.432 | -47 | 11.110 |
| Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten | 1 | 0 | 1 |
| Leasingverbindlichkeiten | -432 | 281 | 774 |
| Gesamt | -1.863 | 234 | 11.885 |
30.09.2019
| Zahlungs- wirksam TEUR | Nicht zahlungs- wirksam TEUR | 30.09.2020 TEUR | |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 7.728 | -201 | 12.589 |
| Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten | -2 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | -853 | 1.259 | 925 |
| Gesamt | 6.873 | 1.058 | 13.514 |
G. Segmentberichterstattung
Der LS telcom Konzern bildet in seinem internen Berichtswesen die Unternehmenstätigkeit differenziert ab. Auf Basis dieses internen Berichtswesens beurteilt der Vorstand, der als verantwortliche Unternehmensinstanz für den Erfolg der verschiedenen Geschäftsbereiche und die Zuteilung der Ressourcen verantwortlich ist, die Geschäftstätigkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten. Bei der LS telcom AG werden zum Zweck der Unternehmenssteuerung die berichtspflichtigen Segmente - in Übereinstimmung mit der internen Berichtsstruktur des LS telcom Konzerns - in „Hardwarenahe Systeme“, „Dienstleistungen“ und „Softwaresysteme“ aufgeteilt. Die einzelnen Segmente können folgendermaßen charakterisiert werden:
Hardwarenahe Systeme
Das Segment „Hardwarenahe Systeme“ beschreibt die Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen, typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In „Hardwarenahe Systeme“ gehen die Lieferung und Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso mit ein wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder Generator-Containern, deren Installation und Inbetriebnahme.
Dienstleistungen
Unter „Dienstleistungen“ werden sämtliche Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von Trainings-, Planungs-, Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen erbringt und die nicht Teil von Software- oder Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier unter anderem spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektrum, Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Des Weiteren sind hierin auch Geschäfte enthalten, bei denen LS telcom Dienstleistungen und Material Dritter als reiner Wiederverkäufer vermittelt, wobei diese Geschäfte in der Regel in engem Zusammenhang mit anderen Projekten des Konzerns stehen.# Softwaresysteme
Das Segment „Softwaresysteme“ beinhaltet das reine Softwaregeschäft, einschließlich des Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und anderen Kunden), bei dem Produkte aus allen Geschäftsbereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und Richtfunkplanungsmodule sowie administrative Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden. Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das Wartungsgeschäft und das Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit überwiegend das klassische, skalierbare Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen Einzelmodulen enthält typischerweise weniger Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren und komplexeren Softwareprojekte.
Die Aufgliederung der zu berichtenden Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:
Geschäftsjahr zum 30.09.2021
| Hardware-nahe Dienstleistungen | Software-systeme | Überleitung | Systeme | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse mit externen Kunden | 4.255 | 7.702 | 270 | 19.628 | 0 |
| Investitionen | 319 | 855 | 4.816 | 3.796 | 530 |
| Abschreibungen | 222 | 0 | 5.627 | 4.931 | 1.143 |
| Segmentergebnis | 280 | -793 | 1.406 | 0 | -1.113 |
| Vermögenswerte des Segments | 4.223 | 1.825 | 9.883 | 6.445 | 28.901 |
| Schulden des Segments | 13.173 | 1.484 | 6.680 | 44.491 | 28.123 |
Geschäftsjahr zum 30.09.2020
| Hardware-nahe Dienstleistungen | Software-systeme | Überleitung | Systeme | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse mit externen Kunden | 1.385 | 6.334 | 107 | 18.084 | 0 |
| Investitionen | 0 | 0 | 0 | 4.070 | 4.860 |
| Abschreibungen | 286 | 546 | 3.677 | 3.881 | -402 |
| Segmentergebnis | 433 | -2.115 | -174 | -2.691 | -4.453 |
| Vermögenswerte des Segments | 3.330 | 1.582 | 9.313 | 5.271 | 25.611 |
| Schulden des Segments | 12.435 | 1.369 | 4.198 | 39.623 | 23.486 |
Die Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzern-Abschluss verwendeten IFRS zugrunde. Die Segmentinformationen umfassen sowohl direkt zuordenbare als auch sinnvoll verteilbare Größen. Um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Geschäftsfelder zu bestimmen, wird das Betriebsergebnis der Segmente vom Vorstand getrennt überwacht. Die Entwicklung bzw. Leistung der Geschäftsfelder wird anhand dieses Segmentergebnisses (EBIT ohne die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen) beurteilt. Umsätze zwischen den Segmenten werden nicht getätigt. Da die Konzern-Finanzierung (Zinsaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern und das Ergebnis aus den assoziierten Unternehmen konzerneinheitlich gesteuert werden, erfolgt keine Zuordnung zu den einzelnen Geschäftssegmenten. Die Investitionen beziehen sich auf die Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Segmentvermögen und -schulden umfassen alle Vermögenswerte und Schulden, die der betrieblichen Sphäre zuzuordnen sind und deren positive und negative Ergebnisse das Betriebsergebnis bestimmen. Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen werden dabei dem operativen Geschäftsbetrieb zugerechnet. Zum Segmentvermögen zählen insbesondere immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte. Die Betrachtung der Vermögenswerte nach Segmenten erfolgt ohne die Angaben zum Ansatz assoziierter Unternehmen, zu aktiven latenten Steuern und zu Ertragssteuerforderungen, da diese Vermögenswerte auf Konzernebene überwacht werden.
Die Segmentschulden betreffen insbesondere langfristige finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen. Die Betrachtung der Schulden nach Segmenten erfolgt ohne die Angabe zu den passiven latenten Steuern. Zusätzlich erfolgt keine Steuerung auf Segment- ebene - sondern auf Ebene des Konzerns - anhand der Größen kurzfristige finanzielle Verpflichtungen und Leasingverbindlichkeiten sowie den Steuerrückstellungen.
Die Informationen zu den geografischen Gebieten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Regionen | Inland | Europa | Mittlerer Osten | Asien/ Pazifik | Afrika | Nord- und Südamerika | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Außenumsatz | |||||||
| 2020/2021 | 4.060 | 8.461 | 3.934 | 6.324 | 2.269 | 6.537 | 31.585 |
| 2019/2020 | 3.851 | 7.152 | 3.450 | 3.490 | 2.353 | 5.507 | 25.803 |
Die vorstehenden Informationen zu den Umsätzen sind nach dem Standort des jeweiligen Kunden gegliedert. Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat kein Kunde (i. V. ein Kunde) 10 % oder mehr zum Konzern-Umsatz beigetragen.
Die langfristigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Inland | 12.922 | 12.284 |
| Europa | 1.023 | 1.181 |
| Afrika | 310 | 199 |
| Nordamerika | 5.129 | 5.172 |
| Mittlerer Osten | 1 | 3 |
| Australien | 0 | 0 |
| Asien | 1 | 1 |
| Gesamt | 19.445 | 18.839 |
Die hier ausgewiesenen langfristigen Vermögenswerte umfassen die immateriellen Vermögenswerte, den Geschäfts- oder Firmenwert und die Sachanlagen.
H. Sonstige Angaben
1. Risiken aus Finanzinstrumenten: Risikomanagement
Grundsätze des Risikomanagements
Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen neben Adressenausfallrisiken und Liquiditätsrisiken unter anderem Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Bezüglich der Marktpreisrisiken werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente genutzt, d. h. für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz. Am Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko- Exposures informiert wird. Aus den nachfolgenden Tabellen sind ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IFRS 9 und der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich.
Kategorisierung der Finanzinstrumente (in TEUR)
Die vom Konzern gehaltenen Finanzinstrumente sind folgenden Bewertungskategorien zugeordnet:
| Finanzinstrumente | Bilanzposten | Buchwerte zum Fair Value bewertet | Buchwerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | übrige Buchwerte |
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2021 | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Langfristige Vermögenswerte | Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 7.261 | 7.261 | 2 |
| Vertragsvermögenswerte | 858 | 858 | 2 | |
| sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | |
| Zahlungsmittel | 11.411 | 11.411 | 0 | |
| Langfristige Schulden | Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.985 | 7.985 | 0 |
| Kurzfristige Schulden | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.150 | 2.150 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 3.626 | 3.626 | 0 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.900 | 3.900 | 0 |
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten ein zinsbegünstigtes KfW-Darlehen in Höhe von EUR 2,25 Mio. (i. V. EUR 3,74 Mio.) sowie ein weiteres Förderdarlehen im Rahmen des KfW Sonderprogramms 2020 in Höhe von EUR 5,36 Mio. (i. V. EUR 7,28 Mio.). Bei der Erstellung des Konzern-Abschlusses wird grundsätzlich das Anschaffungskostenprinzip angewandt. Eine Ausnahme hiervon bildet die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Der Buchwert der Zahlungsmittel kommt ihrem Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den aktuellen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit kaum vom Buchwert ab.
Kategorisierung der Finanzinstrumente im Vorjahr (in TEUR)
Die vom Konzern gehaltenen Finanzinstrumente im Vorjahr waren den folgenden Bewertungskategorien zugeordnet:
| Finanzinstrumente | Bilanzposten | Buchwerte zum Fair Value bewertet | Buchwerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | übrige Buchwerte |
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2020 | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Langfristige Vermögenswerte | Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.163 | 5.163 | 529 |
| Vertragsvermögenswerte | 477 | 477 | 529 | |
| sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | |
| Zahlungsmittel | 11.781 | 11.781 | 0 | |
| Langfristige Schulden | Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 11.588 | 11.588 | 0 |
| Kurzfristige Schulden | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 962 | 962 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 547 | 547 | 0 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.931 | 1.931 | 0 |
Daraus ergeben sich aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 die folgenden Werte:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Vermögenswerte) | 19.532 | 17.661 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Schulden) | 17.950 | 15.028 |
Das in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthaltene Nettoergebnis nach Bewertungskategorien stellt sich wie folgt dar:
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (IFRS 9) | -108 | -339 |
In der Nettoposition sind Auflösungen zu Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 0 (i. V. TEUR 0) sowie aufgrund von Uneinbringlichkeit abgeschriebene Beträge in Höhe von TEUR 0 (i. V. TEUR 43) enthalten. Zugeführt wurden TEUR 62 (i. V. TEUR 553). Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen nach IFRS 9 in Höhe von TEUR 183 (i. V. TEUR 104) enthalten.# Zinsergebnis
Das Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten stellt sich wie folgt dar:
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | -255 | -187 |
Risikokategorien im Sinne des IFRS 7
a) Kreditrisiko/Ausfallrisiko
Der LS telcom Konzern ist aus seinem operativen Geschäft einem Adressenausfallrisiko ausgesetzt. Im operativen Geschäft werden die Außenstände dezentral und fortlaufend überwacht.
Die LS telcom AG beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, verbundenen erwarteten Verluste. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
IFRS 9 sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Verlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Bei Stufe 3 (Eintritt eines objektiven Hinweises) ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken.
Bei der Beurteilung, ob es seit erstmaliger Erfassung zu einer signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos kam, berücksichtigt die LS telcom AG sowohl qualitative als auch quantitative Informationen, die verfügbar und entscheidungsrelevant sind, eine solche Beurteilung zu unterstützen. Dies beinhaltet sowohl historische als auch zukünftige Informationen. Folgende Faktoren werden bei der Einstufung des Ausfallrisikos berücksichtigt.
- Art des Finanzinstruments
- Art der Sicherheit
- Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes
- Restlaufzeit
- Branche
Unabhängig von der oben beschriebenen Beurteilung, wird im Fall eines Rückstands vertraglich vereinbarter Zahlungen von mehr als 30 Tagen von einer signifikanten Verschlechterung des Kreditrisikos ausgegangen, sofern keine verfügbaren und entscheidungsrelevanten Informationen das Gegenteil besagen. Der Konzern überwacht in regelmäßigen Abständen, ob die genannten Kriterien bei der Beurteilung des Ausfallrisikos weiterhin angemessen sind und passt diese, sofern nicht mehr zutreffend, entsprechend an.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet die LS telcom AG den gemäß IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz an, nach dem für alle Instrumente unabhängig von ihrer Kreditqualität eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Das bedeutet, es erfolgt eine pauschale Zuordnung zu Stufe 2 bei Zugang und ein Transfer in Stufe 3, soweit objektive Hinweise auf Wertminderung vorliegen. Eine Zuordnung zu Stufe 1 ist untersagt.
Objektive Hinweise für eine Wertminderung können in folgenden Situationen bestehen:
- erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder der Gegenpartei,
- ein Vertragsbruch, wie etwa ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen,
- eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, oder
- das durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert.
Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert durch ein Wertminderungskonto gemindert wird. Wird eine wertberichtigte Forderung aus Lieferungen und Leistungen oder ein Vertragsvermögenswert als uneinbringlich eingeschätzt, erfolgt der Verbrauch gegen das Wertminderungskonto. Nachträgliche Eingänge auf bereits als Wertberichtigung erfasste Beträge werden ebenfalls gegen das Wertminderungskonto gebucht. Änderungen des Buchwerts des Wertminderungskontos werden erfolgswirksam über die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.
Zur Bemessung der erwarteten Verluste werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte auf Basis der Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf historischen Ausfällen sowie aktuellen und zukunftsorientierten Informationen zu makroökonomischen Faktoren, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Auf dieser Grundlage wurde die Wertminderung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wie folgt ermittelt:
Altersstruktur der überfälligen und nicht gemäß Stufe 3 wertgeminderten Forderungen
| Stand zum 30.09.2021 | |||
|---|---|---|---|
| Brutto- buchwert in TEUR | Erwartete Wert- minderung in TEUR | Verlustrate | |
| Vertragsvermögenswerte | |||
| bis 30 Tage | 858 | 9 | 1 % |
| 31 bis 120 Tage | 5.620 | 56 | 1 % |
| 121 bis 180 Tage | 617 | 31 | 5 % |
| 181 bis 360 Tage | 109 | 11 | 10 % |
| mehr als 360 Tage überfällig | 160 | 48 | 30 % |
| 128 | 51 | 40 % | |
| Summe | 7.492 | 206 |
| Stand zum 30.09.2020 | |||
|---|---|---|---|
| Brutto- buchwert in TEUR | Erwartete Wert- minderung in TEUR | Verlustrate | |
| Vertragsvermögenswerte | |||
| bis 30 Tage | 817 | 8 | 1 % |
| 31 bis 120 Tage | 4.810 | 48 | 1 % |
| 121 bis 180 Tage | 572 | 29 | 5 % |
| 181 bis 360 Tage | 266 | 26 | 10 % |
| mehr als 360 Tage überfällig | 249 | 75 | 30 % |
| 428 | 171 | 40 % | |
| Summe | 7.142 | 357 |
Die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
| Stufe 2 TEUR | Stufe 3 TEUR | Summe TEUR | |
|---|---|---|---|
| Stand zum 30.09.2019 gemäß IFRS 9 ermittelt | 682 | 99 | 781 |
| Nicht in Anspruch genommene, aufgelöste Beträge | -104 | 208 | -40 |
| Neu gebildete Wertberichtigungen | 0 | 345 | 345 |
| Transfer von Stufe 2 zu 3 | 0 | 401 | 401 |
| Transfer von Stufe 3 zu 2 | -28 | 0 | -28 |
| Aufgrund von Uneinbringlichkeit während des Geschäftsjahres abgeschriebene Beträge | -45 | -65 | -110 |
| Währung | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 30.09.2020 gemäß IFRS 9 ermittelt | 553 | 1.013 | 1.566 |
| Nicht in Anspruch genommene, aufgelöste Beträge | -162 | -21 | -183 |
| Neu gebildete Wertberichtigungen | 9 | 53 | 62 |
| Transfer von Stufe 2 zu 3 | 0 | 0 | 0 |
| Transfer von Stufe 3 zu 2 | 0 | 2 | 2 |
| Aufgrund von Uneinbringlichkeit während des Geschäftsjahres abgeschriebene Beträge | 0 | 11 | 11 |
| Währung | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 30.09.2021 gemäß IFRS 9 ermittelt | 399 | 956 | 1.355 |
Das tatsächliche Ausfallrisiko im Geschäft mit Kunden ist sehr gering, da der LS telcom Konzern vorrangig Endkunden mit erstklassiger Bonität bedient und in Zweifelsfällen durch vertragliche Gestaltung (geeignete Zahlungsbedingungen) die Minimierung dieses Risikos derart sicherstellt, dass wenigstens aufwands- und kostenseitig kein substantieller Schaden bei LS telcom AG verbleibt. Das Ausfallrisiko aus Zahlungsmittel sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten ist gering und es werden keine Kreditverluste erwartet, da die Vertragsparteien Banken mit ausgezeichneten Kreditratings von internationalen Kreditratingagenturen sind.
b) Liquiditätsrisiko/Cashflow-Risiko
Eine kontinuierlich gepflegte und überwachte Liquiditätsvorausschau sowie vorhandene Kreditlinien stellen primär sicher, dass eine ausreichende Liquiditätsversorgung des LS telcom Konzerns jederzeit gewährleistet ist. Des Weiteren pflegt die Gesellschaft eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit ihren Hausbanken, sodass auch unter den Bestimmungen von Basel III weitere Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung gegeben sind.
Die Fristigkeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten mit vertraglichen Restlaufzeiten ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| in TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Summe | |
| 2020/2021 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.150 | 774 | 0 | 2.924 |
| Leasingverbindlichkeiten (D.20. + D.27.) | 350 | 0 | 0 | 350 |
| Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.20.) | 0 | 7.635 | 0 | 7.635 |
| Übrige sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (D.27.) | 3.476 | 0 | 0 | 3.476 |
| Summe | 6.050 | 8.409 | 0 | 14.459 |
| in TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Summe | |
| 2019/2020 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 962 | 420 | 0 | 1.382 |
| Leasingverbindlichkeiten (D.20. + D.27.) | 505 | 0 | 0 | 505 |
| Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.20.) | 0 | 11.083 | 0 | 11.083 |
| Übrige sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (D.27.) | 1.511 | 0 | 0 | 1.511 |
| Summe | 2.893 | 11.503 | 0 | 14.396 |
Die nachfolgende Darstellung zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen auf die am 30. September 2021 (Vorjahr 30. September 2020) bestehenden Finanzverbindlichkeiten:
| Cashflow 2022 TEUR | Cashflow 2023 - 2027 TEUR | Cashflow 2028 ff. TEUR | Summe TEUR | |
|---|---|---|---|---|
| 2020/2021 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 434 | 0 | 0 | 434 |
| Leasingverbindlichkeiten (D.20. + D.27.) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.20.) | 7.806 | 0 | 0 | 7.806 |
| Übrige sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (D.27.) | 3.612 | 0 | 0 | 3.612 |
| Summe | 11.852 | 0 | 0 | 11.852 |
| Cashflow 2021 TEUR | Cashflow 2022 - 2026 TEUR | Cashflow 2027 ff. TEUR | Summe TEUR | |
|---|---|---|---|---|
| 2019/2020 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 434 | 0 | 0 | 434 |
| Leasingverbindlichkeiten (D.20. + D.27.) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (D.20.) | 11.418 | 0 | 0 | 11.418 |
| Übrige sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (D.27.) | 1.571 | 0 | 0 | 1.571 |
| Summe | 13.423 | 0 | 0 | 13.423 |
c) Marktrisiko
Im Bereich der Marktpreisrisiken ist die Gesellschaft Währungsrisiken, Zinsrisiken und sonstigen Preisrisiken ausgesetzt.
ca) Währungsrisiko
Der LS telcom Konzern ist aufgrund seiner internationalen Geschäftstätigkeit Preis- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese Risiken können, soweit sie die Abwicklung von Projekten betreffen, bereits kalkulatorisch und über geeignete vertragsgestalterische Maßnahmen in Projektverträgen weitgehend eingegrenzt werden. In Einzelfällen, d.h. insoweit diese aufgrund eines entsprechenden Projektvolumens eine maßgebliche Größenordnung annehmen, werden solche Risiken zudem durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Sicherungsgeschäfte werden über die Hausbanken des Unternehmens abgeschlossen, wobei marktgängige derivative Finanzinstrumente (Devisentermin- oder Devisenoptionsgeschäfte) zum Einsatz kommen.# Anhang
Zum Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Im operativen Bereich resultieren die Fremdwährungsrisiken primär daraus, dass geplante Transaktionen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung (EUR) abgewickelt werden. Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:
30.09.2021 in TEUR
| EUR | CAD | THB | ZAR | USD | XOF | GBP | SAR | QAR | SGD | AED | AUD | INR | OMR | Sonstige | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Liquide Mittel | 4.133 | 47 | 0 | 63 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 | 4.142 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.583 | 78 | 3 | 5.421 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 471 | 9.559 |
| Forderungen aus Vertragsvermögenswerten | 462 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 462 |
| Forderungen gegen Equity-Methode | 236 | 0 | 0 | 1.025 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.261 |
| nach der Bilanzierung zum Nennwert bewertete Beteiligungen | -1.778 | 125 | 80 | 57 | 52 | 49 | 21 | 21 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -215 | -1.807 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.636 | 83 | 0 | 67 | 6.500 | 52 | 524 | 461 | 211 | 49 | 869 | 1.046 | 57 | 0 | -10 | 16.978 |
| Summe | 13.171 | 333 | 86 | 7.233 | 6.500 | 101 | 545 | 482 | 211 | 49 | 869 | 1.046 | 57 | 0 | -124 | 30.137 |
30.09.2020 in TEUR
| EUR | CAD | THB | ZAR | USD | TND | GBP | SAR | QAR | MYR | AED | AUD | Sonstige | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Liquide Mittel | 10.398 | 2.535 | 52 | 129 | 0 | 437 | 341 | 626 | 0 | 0 | 616 | 0 | 0 | 15.514 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 88 | 179 | 96 | 734 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.097 |
| Forderungen aus Vertragsvermögenswerten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen gegen Equity-Methode | 0 | 0 | 0 | 341 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 341 |
| nach der Bilanzierung zum Nennwert bewertete Beteiligungen | -962 | 0 | 0 | -8 | 2.630 | 0 | 127 | 348 | 0 | 0 | 44 | 0 | 0 | 1.879 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12.150 | 231 | 83 | 0 | 0 | 341 | 626 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 13.431 |
| Summe | 21.674 | 2.945 | 231 | 1.196 | 2.630 | 778 | 1.094 | 974 | 0 | 0 | 660 | 0 | 0 | 32.382 |
Gemäß IFRS 7 erstellt die Gesellschaft Sensitivitätsanalysen in Bezug auf die Marktpreisrisiken, mittels derer die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital ermittelt werden. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.
Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde:
- Originäre Finanzinstrumente (Forderungen, flüssige Mittel, Schulden), die unmittelbar in funktionaler Währung geführt sind, unterliegen keinen Währungskursänderungen und haben daher keine Auswirkungen auf Ergebnis oder Eigenkapital.
- Währungskursbedingte Veränderungen der Marktwerte von Devisenderivaten, die weder in eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 noch in eine Sicherungsbeziehung mit bilanzwirksamen Grundgeschäften (Natural Hedge) eingebunden sind, wirken sich auf das Währungsergebnis aus und werden daher in die ergebnisbezogene Sensitivitätsanalyse einbezogen.
- Währungskursbedingte Veränderungen der Marktwerte von Devisenderivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IFRS 9 eingebunden sind, wirken sich auf die Neubewertungsrücklage im Eigenkapital aus. Sie werden daher in die eigenkapitalbezogene Sensitivitätsanalyse einbezogen.
Ein Anstieg sämtlicher für das Unternehmen relevanter Währungen um 10 % gegenüber dem Euro hätte das Jahresergebnis um EUR 1,14 Mio. (i. V. TEUR 509) verbessert. Ein Rückgang sämtlicher für das Unternehmen relevanter Währungen um 10 % gegenüber dem Euro hätte das Jahresergebnis um EUR 1,14 Mio. (i. V. TEUR 509) verschlechtert.
Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich bei den wesentlichen Währungen wie folgt zusammen:
30.09.2021 in TEUR
| Anstieg von 10 % gegenüber dem EURO | Rückgang von 10 % gegenüber dem EURO | |
|---|---|---|
| CAD | 12 | -12 |
| ZAR | 29 | -29 |
| USD | 727 | -727 |
| GBP | 52 | -52 |
| SAR | 46 | -46 |
| AUD | 105 | -105 |
| AED | 72 | -72 |
| OMR | -47 | 47 |
| XOF | -5 | 5 |
30.09.2020 in TEUR
| Anstieg von 10 % gegenüber dem EURO | Rückgang von 10 % gegenüber dem EURO | |
|---|---|---|
| CAD | 23 | -23 |
| ZAR | 26 | -26 |
| USD | 263 | -263 |
| GBP | 13 | -13 |
| SAR | 35 | -35 |
| AUD | 34 | -34 |
| AED | 44 | -44 |
| OMR | 43 | -43 |
| XOF | 6 | -6 |
cb) Zinsrisiken
Die Anlagen wurden im vergangenen Jahr ausschließlich in Tages- und Festgelder sowie Geldmarktfonds getätigt. Risikokonzentrationen im Finanzbereich werden des Weiteren durch die Streuung der Anlagen bei verschiedenen erstklassigen Banken vermieden. Durch diese Form der Anlage ist eine maximale Ausfall- bzw. Wertverlustrisikominimierung gegeben.
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinsaufwendungen und -erträge, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegt die folgende Annahme zu Grunde:
- Marktzinssatzänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.
Aus dem Bestand an Finanzmitteln und sonstigen Vermögensgegenständen mit variablen Zinssätzen würden sich das Ergebnis und das Eigenkapital per 30. September 2021 bei einer Zinsänderung um + 100 Basispunkte um TEUR 0 (i. V. TEUR 0) erhöhen.
cc) Sonstige Preisrisiken
IFRS 7 fordert bezüglich der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Der LS telcom Konzern hatte zum 30. September 2021 und 30. September 2020 keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken unterliegenden Finanzinstrumente im Bestand.
2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Mietverträgen. Die sich zum Bilanzstichtag ergebenden finanziellen Verpflichtungen zeigt die nachfolgende Darstellung:
| 30.09.2021 | 30.09.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | 70 | 83 |
| Restlaufzeit 1 - 5 Jahre | 1 | 10 |
| Summe | 71 | 93 |
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen in Höhe von TEUR 27 nahestehende Personen und Unternehmen (siehe auch H.3.). Im Berichtsjahr besteht kein Bestellobligo (i. V. bestand kein Bestellobligo).
3. Beziehungen zu nahestehenden Personen
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG sowie diesen nahestehende Personen und die assoziierten Unternehmen der Gruppe. Im Geschäftsjahr 2020/2021 bzw. 2019/2020 erfolgten folgende Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen:
in TEUR 2020/2021
| Assoziierte Unternehmen | TEUR | Sonstige | TEUR | Summe | TEUR | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 235 | 212 | 5 | 0 | 235 | 212 |
| Materialaufwand | 147 | 32 | 0 | 0 | 147 | 32 |
| Sonstige Aufwendungen | 236 | 0 | 0 | 0 | 236 | 0 |
| Bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen | 27 | 46 | 0 | 0 | 27 | 46 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anlagevermögen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
in TEUR 2019/2020
| Assoziierte Unternehmen | TEUR | Sonstige | TEUR | Summe | TEUR | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 299 | 83 | 0 | 0 | 299 | 83 |
| Materialaufwand | 118 | 30 | 0 | 0 | 118 | 30 |
| Sonstige Aufwendungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| bezahlte Leasingraten nach IFRS 16 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen | 27 | 11 | 0 | 0 | 27 | 11 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anlagevermögen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart.
4. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers ohne Umsatzsteuer
| 2020/2021 | 2019/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| Abschlussprüfungsleistungen | 121 | 119 |
| Steuerberatungsleistungen | 48 | 21 |
| Sonstige Leistungen | 9 | 5 |
| Gesamthonorar | 178 | 145 |
Die Abschlussprüfungsleistungen betrafen Aufwendungen für die Prüfung des Jahres- und Konzern-Abschlusses der Gesellschaft. Die Steuerberatungsleistungen umfassen insbesondere Honorare für die Erstellung von Steuererklärungen sowie laufende steuerliche Beratung. Die sonstigen Leistungen betreffen die fachliche Unterstützung im Zusammenhang mit bilanziellen Fragestellungen.
5. Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Am 30. November 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären sowie der Öffentlichkeit auf der Website der Gesellschaft (www.LStelcom.com) dauerhaft zugänglich gemacht.
6. Angaben zum Aufsichtsrat und zum Vorstand
Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
- Dr. Winfried Holtermüller (Rechtsanwalt), Stuttgart (Vorsitzender)
- Prof. Dr. Werner Wiesbeck (Professor für Höchstfrequenztechnik und Elektronik), Keltern (stellv. Vorsitzender)
- Dipl.-Finw. Karl Hensinger (Finanzwirt), Laupheim
Die Mitglieder des Aufsichtsrats üben keine weiteren Aufsichtsratsmandate aus.
Dem Vorstand gehören bzw. gehörten an die Herren:
- Dr. Manfred Lebherz (Vorstand Finanzen, Investor Relations, Vertrieb), Lichtenau (bis 30. September 2021)
- Dr. Georg Schöne (Vorstand Forschung & Entwicklung, Personal, strategische Entwicklung Soft- und Hardwaresysteme), Lichtenau
- Dipl.-Ing. Roland Götz (Vorstand Consulting, Engineering Services, strategische Entwicklung Beratungsdienstleistungen), Rheinmünster
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Gehaltsaufwendungen für den Vorstand in Höhe von insgesamt EUR 1,04 Mio. (i. V. TEUR 818) erfasst. Davon betreffen TEUR 962 (i. V. TEUR 818) fixe, d. h. erfolgsunabhängige Vergütungen und TEUR 79 (i. V. TEUR 0) variable erfolgsbezogene Vergütungsanteile. Im Geschäftsjahr wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 4 aufgelöst, deren Zuführungen in den Vorjahren in der Gesamtvergütung berücksichtigt wurden. Im Berichtsjahr wurden TEUR 51 (i. V. TEUR 0) variable Anteile im Aufwand als Rückstellungen für mögliche langfristige Vergütungsverpflichtungen erfasst, die sich in den künftigen ein bis zwei Jahren aufgrund der langfristigen Bonusregelungen der Vorstandsverträge (virtuelle Aktienoptionen und Eigenkapitalrendite-Kriterien) ergeben können. Abhängig vom Geschäfts- und Kursverlauf wird dieser Betrag entsprechend jährlich angepasst werden und stellt nicht zwingend den an das jeweilige Vorstandsmitglied letztlich auszuzahlenden Betrag dar.# Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/2021 Bezüge in Höhe von TEUR 66 (i. V. TEUR 66). Herr Dr. Manfred Lebherz hält zum Bilanzstichtag 1.537.862, Herr Dr. Georg Schöne 1.624.843 und Herr Roland Götz 4.148 Aktien. Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten 4.148 Aktien. Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt Vergütungsbericht im Konzern- Lagebericht.
7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor.
8. Gewinnverwendungsvorschlag
Für die Gewinnausschüttung ist der nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften er-
stellte Jahresabschluss der LS telcom AG maßgeblich. Der Bilanzverlust der Gesellschaft beträgt
EUR 1.986.208,26.
Lichtenau, 7. Dezember 2021
LS telcom Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Schöne
Dipl.-Ing. Roland Götz