Annual Report (ESEF) • Mar 3, 2022
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Januar – 31. Dezember 2021 Ertragslage 2021 2020 Angaben in Tausend € Umsatz Konzern 1.851.836 1.123.297 Veränderung zu 2020 64,9% Air + Ocean 1.517.017 789.703 Veränderung zu 2020 92,1% Solutions 337.041 333.927 Veränderung zu 2020 0,9% Operatives Ergebnis (EBITA) Konzern 100.940 47.752 Marge 5,5% 4,3% Air + Ocean 107.966 49.060 Marge 7,1% 6,2% Solutions 6.123 6.554 Marge 1,8% 2,0% Periodenergebnis Konzern 63.510 34.734 Finanzlage 2021 2020 Angaben in Tausend € Operativer Cashflow 125.894 67.744 Free-Cashflow 88.593 18.577 Vermögenslage 31.12.2021 31.12.2020 Eigenkapitalquote 35,4% 39,1% Nettoliquidität (in Tausend € ) 168.363 77.510 31.12.2021 31.12.2020 Anzahl der Mitarbeiter 4.087 4.160 Konzernlagebericht Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern 1 Konzernlagebericht Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern Geschäftsmodell Logwin Konzern Der Logwin Konzern bietet seinen Kunden weltweit Logistik- und Transportlösungen in den beiden Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions. Dabei verbindet Logwin die Vorteile einer international aufgestellten Logistikgruppe mit denen eines flexiblen Mittelständlers. Geschäftsfeld Air + Ocean Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Logistik- und Speditions- lösungen mit dem Fokus auf interkontinentaler Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Mit seinem weltweiten Netzwerk eigener Tochterunternehmen und langjähriger Partner ist Logwin für seine Kunden vor Ort präsent und setzt sich zum Ziel, höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit der weltweiten Logistikketten zu gewährleisten. Geschäftsfeld Solutions Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Retail- und Konsumgüterbereich sowie im Bereich Automotive und der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren unterhält das Geschäftsfeld ein Transportnetzwerk unter anderem für Kunden aus dem Fashion- und Konsumgüterbereich. Mit kundenspezifischen Kombinationen einzelner Logistikleistungen steuert der Logwin Konzern Logistikketten zwischen Lieferanten und Abnehmern je nach Bedarf in Teilen oder als Komplettlösung. Ganzheitliches Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht sind die wesentlichen Elemente der Leistungser- bringung in den verschiedenen Einheiten des Logwin Konzerns. Eine weltweit einheitliche IT-Infrastruk- tur mit Rechenzentren in Europa und Asien unterstützt harmonisierte Prozesse, die einfache Anbindung von Kunden wie Dienstleistern und gewährleistet die Einhaltung der stetig steigenden Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance. Die Logwin AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mehrheitsaktionärin ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher (Luxemburg). Finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung Der Logwin Konzern überwacht seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit Hilfe von ausgewählten zentralen Steuerungsgrößen (KPI) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit hinsichtlich operativer, finanziel- ler und liquiditätsbezogener Aspekte zu beurteilen und entscheidungsrelevante Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Das eingesetzte Kennzahlensystem stellt ein Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizienter Nutzung von Ressourcen und einem nachhaltigen Liquiditätsmanage- ment sicher. Monatliche, quartalsweise und jährliche Veränderungen der relevanten Leistungsindikato- ren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bzw. den Forecast-/Budget-Werten dienen der Geschäfts- führung als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus bilden einzelne KPIs wesentliche Elemente des 2 Vergütungssystems. Soweit nicht in den Rechnungslegungsstandards der International Financial Reporting Standards (IFRS) definiert, wird die Ermittlung der verwendeten und berichteten KPIs – den Leitlinien für alternative Leistungskennzahlen (APM) der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichts- behörde (ESMA) vom 5. Oktober 2015 entsprechend – nachfolgend erläutert: Profitabilität Die Umsatzerlöse stellen grundsätzlich eine der wesentlichen Messgrößen der Profita- bilität dar, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegeln, seine Produkte oder Dienstleistun- gen am Markt abzusetzen. Insofern dient die in den IFRS definierte Kennzahl auch im Logwin Konzern, insbesondere im transaktionsbasierten Logistikgeschäft, als Ausgangspunkt für tiefergehende Preis-/ Mengen-Abweichungsanalysen sowie als wichtiger Vergleichsmaßstab. Darüber hinaus erweisen sich die Umsatzerlöse als Indikator für die Geschäftsentwicklung (Wachstum) sowie mit Einschränkungen auch als geeigneter cash-flow orientierter Erfolgsfaktor (Zahlungssensitivität). Das operative Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten – EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortization) – misst die Entwicklung der Ertragskraft sowohl des Konzerns als auch der einzelnen Geschäftsfelder und ist der zentrale Leistungsindikator für die Profitabilität im Logwin Konzern. Das EBITA ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Umsatzkosten und der Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte in die Berechnung einbezogen. Nach Auffassung der Geschäftsführung ist das EBITA die am besten geeignete Kennzahl, um die Leistung des Logwin Konzerns darstellbar und vergleichbar zu machen, da sie durch die Berücksichtigung von Abschreibungen den Vorteil bietet, auch den Verzehr des Anlagevermögens wiederzugeben. Schwankende Wertminderungen von Firmenwerten bleiben hingegen außen vor. Das Periodenergebnis ist eine weitere Steuerungskennzahl im Logwin Konzern und dient der Messung des Gesamterfolgs nach Zinsen und Steuern, insbesondere im Zeitablauf. Das Periodenergebnis ergibt sich direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung und ist somit in den einschlägigen Rechnungsle- gungs-Standards definiert (in IAS 1.7 bezeichnet als „Gewinn oder Verlust“). Weitere Leistungsindikatoren zur Messung der Konzernleistung sind der Bruttogewinn und die Brutto- gewinnmarge. Während sich der Bruttogewinn als Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten ergibt, berechnet sich die Bruttogewinnmarge als Quotient aus Bruttogewinn und Umsatz. Beide Kenngrößen werden insbesondere zur Beurteilung der Finanzkraft des Geschäftsmodells sowie der operativen Profitabilität im Zeitablauf genutzt. Liquidität Der Free-Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Liquiditätssteuerung im Logwin Konzern und in den Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl definiert sich als Summe aus dem Operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow, welche beide in Übereinstimmung mit dem IAS 7 ermittelt werden, abzüglich der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (bzgl. der Einzelheiten der Berechnung verweisen wir auf die Zwischensummen in der Kapitalflussrechnung). Ziel ist es, neben den operativen Zahlungs- verpflichtungen und Investitionen eine ausreichende Liquidität zur Deckung aller finanziellen Verpflich- tungen des Konzerns aus Darlehenstilgungen und Dividendenzahlungen sicherzustellen. Insofern wird der Free-Cashflow als Indikator angesehen, wie viel Liquidität am Ende der Berichtsperiode zur Zahlung Konzernlagebericht Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern 3 von Dividenden oder zur Rückzahlung von Darlehen und anderen Finanzverbindlichkeiten zur Verfü- gung steht. Im Operativen Cashflow – eine Kenngröße des einschlägigen IAS 7 (bezeichnet als „net cash flows from operating activities“ in IAS 7.20) und somit unmittelbar aus der Kapitalflussrechnung abgeleitet – werden alle in einem bestimmten Zeitraum erwirtschafteten liquiden Mittel ausgewiesen. Er zeigt somit die Mittelzuflüsse, die direkt aus der operativen Wertschöpfung stammen und für Investitionen und Finanzierungsaktivitäten zur Verfügung stehen. Der Zweck der Kennzahl ist sowohl die operative Liquiditätssteuerung und -überwachung als auch die Sicherstellung einer cashorientierten operativen Wertschöpfung. Vermögenslage Zur Beurteilung der Vermögenslage werden im Logwin Konzern die Nettoliquidität und die Eigenkapitalquote herangezogen. Beide Steuerungsgrößen zielen auf eine nachhaltig positive Finanzierungsstruktur und damit einhergehend positive Effekte bei Kreditwürdigkeit und Bonität ab. So wird ein fortwährender Zugang zum Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen zum Zweck der Liquiditäts- steuerung gewährleistet. Die Nettoliquidität ergibt sich als Differenz aus Zahlungsmitteln und Zah- lungsmitteläquivalenten, Leasingverbindlichkeiten sowie sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoliquidität gibt Einblick, in welcher Höhe liquide Mittel nach Abzug aller Finanzverbindlichkeiten dem Konzern zur Verfügung stehen. Die Eigenkapitalquote berechnet sich als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme und gibt Auf- schluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, indem sie den Anteil der Vermögenswerte, die durch die Anteilseigner mit Eigenkapital unterlegt sind, und den Verschuldungsgrad des Unternehmens widerspiegelt. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, nichtfinanzielle Erklärung und Diversitätskonzept Neben den dargestellten finanziellen Leistungsindikatoren stellt die Mitarbeiteranzahl zum Stichtag (absolut in Köpfen; als Mitarbeiter werden alle direkt im Logwin Konzern angestellten Personen bezeichnet, die im In- oder Ausland Vollzeit oder Teilzeit für Logwin tätig sind) eine wesentliche nicht- finanzielle Steuerungskennzahl dar. Die Mitarbeiterzahl eröffnet Möglichkeiten zur ergänzenden Analyse von Kosten und Produktivität und gibt Aufschluss über den Einsatz von Ressourcen und Kapazitäten. Darüber hinaus setzen weitere quantitative und qualitative Personal-Kennzahlen auf der Mitarbeiterzahl als Bezugsgröße auf. Hinsichtlich der im Jahr 2022 für das Geschäftsjahr 2021 abzugebenden nichtfinanziellen Erklärung und des im Logwin Konzern angewendeten Diversitätskonzeptes verweisen wir auf den CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility Bericht) und den Diversitätsbericht. Die Dokumente sind auf der Homepage unter http://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/ueberblick/corporate-social- responsibility.html abrufbar. 4 Forschung und Entwicklung Die Entwicklungsaktivitäten im Logwin Konzern konzentrieren sich auf Dienstleistungs- und Prozess- innovationen. Diese Innovationen werden meist in enger Zusammenarbeit mit Kunden ausgearbeitet, um eine Verbesserung operativer und administrativer Prozesse zu erreichen. Bei komplexen Kontrakt- logistikprojekten sind hiermit insbesondere die Spezialisten des Geschäftsfelds Solutions in den Bereichen Tender Management/Logistics Engineering, Prozessmanagement und die jeweiligen IT- Fachabteilungen betraut. Corporate Governance Mitglieder des Verwaltungsrats und des Executive Committee Dr. Antonius Wagner (1961) Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Executive Committee Bad Homburg v. d. Höhe (DE) Sebastian Esser (1974) Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Mitglied des Executive Committee (Chief Financial Officer) Großostheim (DE) Thomas Eisen (1971) Mitglied des Executive Committee (bis 31. März 2021) Salzburg (AT) Andreas Kurtze (1973) Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats Syndikusanwalt Frankfurt am Main (DE) Hauke Müller (1964) Mitglied des Executive Committee Hamburg (DE) Philippe Prussen (1977) Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats Rechtsanwalt Luxemburg (LU) Axel Steiner (*1973) Mitglied des Executive Committee Großostheim (DE) Der Verwaltungsrat der Logwin AG hat eine Corporate Governance Charter beschlossen, die im Inter- net unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar ist. Konzernlagebericht Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern 5 Angaben nach Artikel 11 des luxemburgischen Übernahmegesetzes vom 19. Mai 2006 Lit (a): Angaben zur Eigenkapitalstruktur des Logwin Konzerns sind unter Ziffer 27 auf Seite 82 des Anhangs des Konzernabschlusses enthalten. Zum 31. Dezember 2021 waren 2.884.395 voll eingezahlte, nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben und zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Davon befanden sich zum 31. Dezember 2021 5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. Lit (b): Es existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien. Lit (c): Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Alleingesellschafter der DELTON Logistics S.à r.l. ist Herr Stefan Quandt. Für weitere Angaben wird auf die Ziffern 1 und 39 auf den Seiten 38 und 101 des Konzernan- hangs verwiesen. Lit (d): Es gibt keine Aktien, die den Inhabern spezielle Kontrollrechte gewähren. Lit (e): Im Logwin Konzern sind keine Mitarbeiter-Aktienprogramme vorhanden. Lit (f): Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen im Logwin Konzern. Lit (g): Der Logwin AG sind zum 31. Dezember 2021 keine Vereinbarungen mit Aktionären bekannt, die die Übertragung von Aktien bzw. Stimmrechten hinsichtlich der Richtlinie 2004/109/EC beschränken. Lit (h): Regelungen über die Ernennung und Ersetzung der Verwaltungsratsmitglieder und über die Änderung der Satzung sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 8, 16 und 17 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 8 dargestellt. Beide Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html abrufbar. Insbesondere gilt: • Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Hauptversammlung für eine Dauer ernannt, die sechs Jahre nicht überschreiten darf. Sie können jederzeit von der Haupt- versammlung abberufen werden. Wiederholte Ernennungen eines Mitglieds des Verwaltungsrats sind zulässig. • Falls ein Mitglied des Verwaltungsrats (einschließlich der exekutiven Verwaltungsrats- mitglieder) vorzeitig ausscheidet, können die verbleibenden Mitglieder gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vorläufig ein neues Verwaltungsratsmitglied kooptieren. Die endgültige Wahl wird durch die Hauptversammlung bei ihrem nächsten Zusammentreffen vorgenommen. • Die Hauptversammlung kann, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anwesenheits- und Mehrheitsbestimmungen, die Satzung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt ändern. Lit (i): Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere in Bezug auf die Ermächtigung zur Ausgabe bzw. Einziehung von Aktien, sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 5, 8, 9, 10, 11, 18, 19 und 23 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 3 geregelt. Beide Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar. Insbesondere gilt: • Die Leitung der Gesellschaft obliegt einem Verwaltungsrat. • Der Verwaltungsrat hat alle Befugnisse, um Verwaltungs- und Verfügungshandlungen im Interesse der Gesellschaft vorzunehmen. Zur Wahrnehmung der täglichen Geschäfts- 6 führung hat der Verwaltungsrat ein Direktionskomitee (nachfolgend „Executive Committee“) ernannt. • Der Verwaltungsrat bestimmt den Tätigkeitsbereich des Executive Committee und der einzelnen Ausschüsse. Er genehmigt ebenfalls die Verfahren, die im Executive Committee und den einzelnen Ausschüssen anzuwenden sind. • Die tägliche Geschäftsführung der Gesellschaft wird vom Executive Committee unter Aufsicht des Verwaltungsrats durchgeführt. Der Verwaltungsrat beschließt über die Zeichnungsbefugnisse der Mitglieder des Executive Committee. • Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, das Grundkapital der Logwin AG bis zum 20. Mai 2024 durch Ausgabe neuer Namensaktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio („prime d’émission“) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu 1.509.105 Aktien zu erhöhen. • Die Gesellschaft kann gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eigene Aktien zurückkaufen. Lit (j): Es gibt Finanzierungsverträge, die Klauseln beinhalten, die bei einem geringeren Aktienbesitz der Mehrheitsaktionärin der Logwin AG in Abhängigkeit von Schwellenwerten den Kredit- gebern das Recht zur vorzeitigen Beendigung des Vertrags einräumen. Lit (k): Es bestehen keine Vereinbarungen zwischen der Logwin AG und ihren Verwaltungsrats- mitgliedern bzw. Mitarbeitern, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ohne wichtigen Grund oder im Fall eines Übernahmeangebots eine Entschädigung vorsehen. Konzernlagebericht Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern | Wirtschaftsbericht 7 Wirtschaftsbericht Rahmenbedingungen Weltwirtschaft Die Entwicklung der Weltwirtschaft war im Geschäftsjahr 2021 wie im Vorjahr geprägt von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie zunehmenden Engpässen in der Industrieproduk- tion und den internationalen Frachtkapazitäten. Die Weltproduktion und das Welthandelsvolumen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Dynamik der Entwicklung hat sich im Jahresverlauf jedoch zunehmend abgeschwächt. Ursächlich dafür waren weiterhin vor allem negative Einflüsse durch die Covid-19-Pandemie. Die Entwicklung der Industrieproduktion wurde zusätzlich durch anhaltende Kapazitätsengpässe in der Luftfracht und Störungen der Abläufe in der Seefracht sowie bei der Produktion von Vor- und Zwischenprodukten gehemmt. In China, Indien und den lateinamerikanischen Schwellenländern ist die Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder spürbar gewachsen. In China erreichte das Wachstum das langjährige hohe Niveau. Hier wirkten sich im Verlauf des zweiten Halbjahres insbesondere Schwierigkeiten in der Energiever- sorgung, eine strikte Zero-Covid-Strategie sowie die globalen Lieferkettenprobleme allerdings dämpfend auf das Wachstum der Wirtschaft aus. Die ostasiatischen Länder verzeichneten nur ein leichtes Wirt- schaftswachstum. In den westlichen Volkswirtschaften ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen. Die Vereinigten Staaten von Amerika verzeichneten ein spürbares Wachstum vor allem bedingt durch einen deutlichen Anstieg des privaten Konsums und eine verstärkte Expansion im verarbeitenden Gewerbe. Unterstützt wird die Entwicklung durch fiskalpolitische Maßnahmen, auch wenn diese hinter denen vergangener Jahre zurückbleiben. In der Eurozone ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen, wobei sich die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2021 nach den erwarteten Erholungen gegenüber dem rückläufigen Jahr 2020 abgeschwächt hat. Die durch die in Europa deutlich steigenden Covid-Infektionszahlen verursach- ten Einschränkungen wirkten sich insbesondere auf die Erholung in kontaktintensiven Dienstleistungs- bereichen negativ aus. Zusätzlich belasteten die Probleme in den globalen Lieferketten und die Engpässe bei der Erzeugung und Bereitstellung von Vor- und Zwischenprodukten zunehmend die industrielle Produktion. Deutsche (Logistik-)Wirtschaft Die deutsche Wirtschaftsleistung erholte sich im abgelaufenen Jahr 2021 von den pandemiebedingten Rückgängen des Vorjahres. Anhaltende Belastungen durch die Covid- 19-Pandemie und die zunehmenden Auswirkungen von Lieferengpässen bremsten jedoch die Erholung. Das verarbeitende Gewerbe und der unternehmensnahe Dienstleistungssektor trugen zu dem erreichten Wachstum bei. Deutlich schwächer fielen dagegen die Zuwachsraten im stationären Handel, Gastronomie und Beherbergungsbetrieben aus, die weiterhin unter den pandemiebedingten Einschränkungen litten. Wettbewerb und Markt In allen relevanten Bereichen war das Markt- und Wettbewerbsumfeld für die Logistikbranche im Jahresverlauf 2021 sehr herausfordernd und gekennzeichnet durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, insbesondere dadurch bedingte Kapazitätsengpässe in der Luft- und Seefracht. Darüber hinaus erforderten deutlich gestiegene Einstandspreise einen hohen Einsatz zur Abwicklung und Absicherung bestehender Kundengeschäfte sowie bei der Gewinnung von Neukunden. 8 Der Luftfrachtmarkt war im Geschäftsjahr gekennzeichnet durch einen im Vergleich zum Krisenjahr 2020 deutlichen Anstieg der Volumina, der zu anhaltenden Engpässen in der Transportkapazität auf allen wichtigen Relationen führte. Verstärkend wirkte die partielle Verlagerung von See- hin zu Lufttranspor- ten. Die weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegenden Kapazitäten bei Passagiermaschinen konnten durch eine starke Ausweitung der Kapazitäten in Frachtmaschinen und von Sonderflügen gegen- über dem Vorkrisenjahr 2019 nicht vollständig kompensiert werden. Infolgedessen lagen die Luftfracht- raten erheblich über dem Niveau der Vorjahre. Die Volumina auf den Seefrachtmärkten stiegen im Geschäftsjahr ebenfalls an. Auch hier lagen die Frachtraten im Durchschnitt erheblich über dem Vorjahr, da die bereitgestellten Kapazitäten der weltweiten Nachfrage nicht gerecht werden konnten. Anhaltende Störungen der Abwicklung an wichtigen Umschlagplätzen der weltweiten Seefrachtketten trugen ver- schärfend zu einer höchst angespannten Marktsituation und den daraus resultierenden ungewöhnlich hohen Frachtraten bei. Sowohl im Bestandsgeschäft als auch in der Akquisition von Neugeschäften war die Kontraktlogistik von einem unverändert hohen Wettbewerbs- und Margendruck gekennzeichnet. Besonders betroffen von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der Maßnahmen zu deren Bekämpfung zeigte sich der Markt im Bereich der Dienstleistungen im Transportnetzwerk in Deutschland, mit einer anhaltend rückläufigen Entwicklung. Geschäftsverlauf Der Logwin Konzern konnte in einem durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und Kapazitätseng- pässe in Luft- und Seefracht stark beeinträchtigten Markt- und Wettbewerbsumfeld die Ergebnisentwick- lung des Vorjahres deutlich übertreffen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr stark an. Die positive Umsatzentwicklung wurde überwiegend durch das Geschäftsfeld Air + Ocean getragen, vor allem auf- grund außergewöhnlich hoher Frachtraten und spürbar angestiegener Volumina. Auch im Geschäftsfeld Solutions stieg der Umsatz trotz der Rückgänge infolge der Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekäm- pfung der Covid-19-Pandemie auf das Retail Transportnetzwerk insgesamt leicht an. Das Geschäftsfeld Air + Ocean konnte im Jahr 2021 in einem schwierigen Marktumfeld die Volumina in der Seefracht spürbar steigern, was zusammen mit den ungewöhnlich hohen Frachtraten zu einem deutlichen Wachstum des Umsatzes führte. Auch in der Luftfracht konnten die Volumina bei weiterhin hohen Frachtraten und damit der Umsatz deutlich gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde darüber hinaus die Implementierung eines neuen Transport Management Systems mit der Umstellung aller weltweiten Landesgesellschaften erfolgreich abgeschlossen. Die Entwicklung im Geschäftsfeld Solutions war im Geschäftsjahr 2021 von einem pandemiebedingt sehr herausfordernden Marktumfeld gekennzeichnet. Die internationalen Transportaktivitäten des Geschäfts- felds verzeichneten im Jahresverlauf sowohl aufgrund steigender Volumina als auch gestiegener Frachtra- ten ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum. Dagegen entwickelten sich die Umsätze der Kon- traktlogistik und die Aktivitäten im Transportnetzwerk in Deutschland stark rückläufig. Im Transport- netzwerk waren vor allem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den stationären Einzelhandel spürbar. In der Kontraktlogistik wirkte sich zudem die Veräußerung und Schließung von Standorten rückläufig aus. Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht 9 in Mio. € 2021 2020 Veränderung absolut Umsatz 1.851,8 1.123,3 728,5 EBITA 100,9 47,8 53,1 Periodenergebnis 63,5 34,7 28,8 Free-Cashflow 88,6 18,6 70,0 Netto-Liquidität 168,4 77,5 90,9 Ertragslage Umsatz Der Logwin Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 einen deutlichen Umsatzanstieg von 1.123,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 1.851,8 Mio. Euro. Der Umsatzanstieg von 64,9 % war überwiegend auf starke Ratensteigerungen im Geschäftsfeld Air + Ocean und im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfeldes Solutions zurückzuführen. Air + Ocean Das Geschäftsfeld Air + Ocean erzielte im Geschäftsjahr einen sehr erfreulichen Umsatz von 1.517,0 Mio. Euro (Vorjahr: 789,7 Mio. Euro), was einem Anstieg von 92,1 % entspricht. Die Umsatzent- wicklung ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Frachtraten in der Seefracht und der Luftfracht sowie gesteigerte Volumina zurückzuführen. Solutions Der Umsatz des Geschäftsfelds Solutions lag im Jahr 2021 mit 337,0 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres von 333,9 Mio. Euro. Im internationalen Transportgeschäft konnten die Umsätze raten- und mengenbedingt deutlich gesteigert werden. Spürbar rückläufig entwickelten sich dagegen die Umsätze in der Kontraktlogistik, im Wesentlichen aufgrund der Veräußerung und Schließung von Stand- orten. Der Umsatz im deutschen Transportnetzwerk entwickelte sich aufgrund der Covid-19-Pandemie und damit verbundener struktureller Marktveränderungen deutlich rückläufig. in Mio. € 2021 2020 Veränderung absolut Logwin Konzern 1.851,8 1.123,3 728,5 davon Air + Ocean 1.517,0 789,7 727,3 davon Solutions 337,0 333,9 3,1 Der Umsatz des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern noch das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste und Holdinggesellschaften umfasst. Bruttomarge Die Bruttomarge des Logwin Konzerns konnte im Geschäftsjahr 2021 mit 8,8 % auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Im Geschäftsfeld Air + Ocean zeigte sich die Marge aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes moderat rückläufig, während sie im Geschäftsfeld Solutions deutlich gesteigert werden konnte. 10 Vertriebs- und Verwaltungskosten Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2021 mit 61,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 55,3 Mio. Euro deutlich angestiegen. Der Anstieg der Vertriebskosten ist überwiegend auf Personalkosten aufgrund von Geschäftsausweitungen im Geschäfts- feld Air + Ocean zurückzuführen. In den Verwaltungskosten sind gestiegene Aufwendungen im Segment Sonstige enthalten, die im Zusammenhang mit der Erbringung administrativer Dienstleistungen für die operativen Geschäftsfelder stehen. Operatives Ergebnis (EBITA) Der Logwin Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2021 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 100,9 Mio. Euro, was erheblich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 47,8 Mio. Euro) liegt. Die operative Marge des Konzerns lag mit 5,5 % (Vorjahr: 4,3 %) auf einem erfreulichen Niveau. Die Ergebnisentwicklung ist geprägt durch eine deutliche Ergebnisverbesserung des Geschäftsfeldes Air + Ocean. Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Solutions entwickelte sich hingegen rückläufig. Air + Ocean Im Geschäftsfeld Air + Ocean konnte das operative Ergebnis des Vorjahres mit 108,0 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: 49,1 Mio. Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Steigerung des Bruttogewinns bedingt durch deutlich gestiegene Frachtraten und die Steigerung der Volumina zurückzuführen. Solutions Im Geschäftsfeld Solutions ist das operative Ergebnis im Jahr 2021 von 6,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 6,1 Mio. Euro zurückgegangen. Der Rückgang ist einerseits auf einen Wegfall von Einmalerträgen u.a. aus der Veräußerung eines Standortes zurückzuführen. Belastend haben sich Verluste im deutschen Trans- portnetzwerk ausgewirkt. Positiv wurde das Ergebnis durch die umsatzbedingte Steigerung des Ergebnis- ses im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfelds beeinflusst. in Mio € 2021 2020 Veränderung absolut Logwin Konzern 100,9 47,8 53,1 Marge 5,5% 4,3% 1,2% Air + Ocean 108,0 49,1 58,9 Marge 7,1% 6,2% 0,9% Solutions 6,1 6,6 -0,5 Marge 1,8% 2,0% -0,2% Das EBITA des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden operativen Geschäftsfeldern noch das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste und Holdinggesellschaften umfasst. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts ergab sich für das Geschäfts- feld Solutions aufgrund aktualisierter Planungsannahmen eine Wertminderung des aktivierten Firmenwer- tes von 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht 11 Finanzergebnis und Ertragsteuern Im Vorjahresvergleich verbesserte sich das Finanzergebnis auf -3,2 Mio. Euro (Vorjahr: -3,9 Mio. Euro). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus den von -3,0 Mio. Euro auf -2,1 Mio. Euro gesunkenen Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten sowie aus von -0,3 Mio. Euro auf -0,1 Mio. Euro rückläufigen Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Pensions- und sonstigen Personalrückstellungen. Gegenläufig haben sich von -0,1 Mio. Euro auf -0,3 Mio. Euro gesunkene Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen entwickelt. Der Ertragssteuer- aufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch das deutlich verbesserte operative Ergebnis von -9,1 Mio. Euro im Vorjahr auf -25,3 Mio. Euro. Periodenergebnis Das Periodenergebnis des Logwin Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 63,5 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis deutlich um 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro). Finanzlage Finanzmanagement im Logwin Konzern Der Logwin Konzern finanziert sich im Wesentlichen aus Eigenmitteln, aus Leasing und bedarfsweise aus dem Factoring von Forderungen sowie in begrenztem Umfang durch Bank- und sonstige Darlehen. Die Finanzierung der operativen Einheiten des Logwin Konzerns erfolgt im Wesentlichen aus operativen Cashflows oder bedarfsweise aus Konzerndarlehen. Die Finanzierungsverbindlichkeiten des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2021 mit 79,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen (Vorjahr: 90,9 Mio. Euro) und betreffen fast ausschließlich Verpflichtungen aus Leasingverträgen. Operativer Cashflow Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der Logwin Konzern Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 125,9 Mio. Euro (Vorjahr: 67,7 Mio. Euro). Der deutliche Anstieg ist hauptsächlich auf das erheblich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Gegenläufig haben sich in moderatem Umfang die Veränderung des Working Capital sowie gestiegene Steuerzahlun- gen auf den operativen Cashflow ausgewirkt. Investitions-Cashflow Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Logwin Konzerns lag mit -3,8 Mio. Euro um 13,9 Mio. Euro über dem Vorjahrescashflow (Vorjahr: -17,7 Mio. Euro). Die Abwei- chung resultiert im Wesentlichen aus um 7,1 Mio. gestiegenen Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen, die im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Veräußerung einer Immobilie entstanden, sowie aus um 6,9 Mio. Euro gesunkenen Auszahlungen für Investitionen. Free-Cashflow Der Logwin Konzern erwirtschaftete nach Berücksichtigung der Tilgung von Leasing- verbindlichkeiten in Höhe von -33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro) einen Free-Cashflow von 88,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,6 Mio. Euro). Finanzierungs-Cashflow Der Finanzierungs-Cashflow des Jahres 2021 lag bei -44,3 Mio. Euro (Vorjahr: -42,3 Mio. Euro) und beinhaltet im Wesentlichen die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro). Daneben beinhaltet der Finanzierungs-Cashflow die unverän- derte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG von -10,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro) aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der Logwin AG. 12 Vermögenslage Bilanzsumme und Vermögenswerte Die Bilanzsumme des Logwin Konzerns ist mit einer Veränderung von 574,4 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag auf 797,0 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 deutlich angestiegen. Der Anstieg der Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf den deut- lichen, durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens bedingten Anstieg der Forderungen und Verbind- lichkeiten aus Lieferungen oder Leistungen sowie auf die Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungs- mitteläquivalente zurückzuführen. Im Berichtsjahr sind die langfristigen Vermögenswerte auf 204,7 Mio. Euro zurückgegangen (Vorjahr: 228,0 Mio. Euro). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen die Sachanlagen in Höhe von 104,8 Mio. Euro (Vorjahr: 118,2 Mio. Euro) und ist u.a. auf die Veräußerung einer Immobilie zurückzuführen. Die in den langfristigen Vermögenswerten enthaltenen Firmenwerte in Höhe von 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr aufgrund gesunkener Ertragserwartungen im Geschäftsfeld Solutions um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Ebenfalls zu dem Rückgang beigetragen haben die sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die u.a. aufgrund einer außerordentlichen Wertminderung eines operativen IT-Systems von 22,5 Mio. Euro auf 21,0 Mio. Euro gesunken sind. Daneben beinhalten die langfristigen Vermögenswerte latente Steueransprüche von 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro). Das kurzfristige Vermögen des Logwin Konzerns ist auf 592,3 Mio. Euro deutlich angestiegen, verglichen mit 346,5 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres. In den kurzfristigen Vermögenswerten enthalten sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nach IFRS 15 angesetzte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 296,3 Mio. Euro (Vorjahr: 153,4 Mio. Euro) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquiva- lente von 248,0 Mio. Euro (Vorjahr: 168,4 Mio. Euro). Die signifikante Erhöhung ist im Wesentlichen auf die durch die gestiegenen Umsatzerlöse deutlich angestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte zurückzuführen. Eigenkapital Der Logwin Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahrs 2021 über ein Eigenkapital von 282,5 Mio. Euro gegenüber 224,9 Mio. Euro im Vorjahr. In der Erhöhung des Eigenkapitals spiegelt sich vor allem das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2021 von 63,5 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro) wider. Mindernd auf das Eigenkapital hat sich die im Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung an die Aktionäre des Unternehmens von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro) ausgewirkt. Eigenkapital- erhöhend wirkten sich die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen aufgrund des gestiegenen Diskontierungssatzes und von Steuereffekten in diesem Zusammenhang in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: -1,2 Mio. Euro) sowie Fremdwährungseffekte in Höhe von 4,5 Mio. Euro ( Vorjahr: -6,3 Mio. Euro ) aus. Die Eigenkapitalquote verminderte sich bedingt durch die deutliche Ausweitung der Bilanzsumme von 39,1 % zum Vorjahresstichtag auf 35,4 % zum 31. Dezember 2021. Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 100,9 Mio. Euro zum Vorjah- resende auf 92,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs der langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Zusätzlich wirkten sich die durch die Anwendung gestiegener Diskontierungssätze rückläufigen Pensions- und Jubiläumsrückstellungen mindernd aus. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben zum 31. Dezember 2021 spürbar von 248,7 Mio. Euro auf 421,6 Mio. Euro zugenommen und beinhalten überwiegend deutlich gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 323,3 Mio. Euro (Vorjahr: 172,5 Mio. Euro) resultierend aus dem Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht 13 operativen Geschäft. Zu dem Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten haben darüber hinaus gestiegene Verbindlichkeiten für Ertragsteuern und sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen beigetragen. Zahlungsmittel und Nettoliquidität Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Logwin Konzerns beliefen sich zum Ende des Berichtsjahrs 2021 auf 248,0 Mio. Euro, gegenüber einem Bestand von 168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2020. Im Wesentlichen aufgrund des höheren Zahlungsmittel- bestands erhöhte sich die Nettoliquidität des Konzerns von 77,5 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021. Mitarbeiter Der Logwin Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2021 weltweit 4.087 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verglichen mit 4.160 Mitarbeitern zum Vorjahresende. Das Geschäftsfeld Air + Ocean beschäftigte 30 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld Solutions beschäftigte 101 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf Standortschließungen und Personal- maßnahmen in verschiedenen Einheiten und Standorten des Geschäftsfeldes zurückzuführen ist. Die Zahl der Mitarbeiter des Logwin Konzerns in Deutschland verminderte sich von 1.739 auf 1.631 Beschäftigte. 2021 2020 Veränderung absolut Logwin Konzern 4.087 4.160 -73 davon Air + Ocean 2.784 2.754 30 davon Solutions 1.076 1.177 -101 Bericht zur Logwin-Aktie Logwin-Aktie Im Geschäftsjahr wurden an allen deutschen Börsenplätzen insgesamt 33.782 Aktien der Logwin AG gehandelt. Dies entsprach einem Umsatz von 7,3 Mio. Euro. Der Kurs der Logwin-Aktie stieg von Jahresbeginn bis zum Ende des Berichtszeitraums von 149,00 Euro auf einen Xetra- Schlusskurs von 274,00 Euro. Die Aussagekraft dieser Kursentwicklung ist aufgrund des geringen Handelsvolumens nur sehr eingeschränkt. Aktienrückkaufprogramm Die Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat ermäch- tigt, bis zum 10. April 2024 den Rückkauf eigener Aktien zu beschließen. Bis zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 5.051 Stückaktien (Vorjahr: 3.000) erworben. Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat dazu ermächtigt, bis zum 20. Mai 2024 das Grundkapital einmalig oder mehrmalig durch Ausgabe neuer Aktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio gegen Bar- und/oder Sacheinlage um 1.509.105 Aktien zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. 14 Kennzahlen zur Logwin-Aktie 31.12.2021 31.12.2020 Schlusskurs (Xetra) in Euro 274,00 149,00 Hoch/Tief 52 Wochen in Euro 278,00/147,00 170,00/102,00 Anzahl der Aktien in Stück 2.884.395 2.884.395 – davon im Umlauf befindlich in Stück 2.879.344 2.881.395 Marktkapitalisierung in Mio. Euro 788,9 429,3 Anteilsbesitz Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie des Executive Committee besaßen zum 31. Dezember 2021 weder Aktien noch Optionen zum Erwerb von Aktien der Logwin AG. Unternehmensrating Das Rating für den Logwin Konzern (Corporate Credit Rating) durch Standard & Poor’s liegt seit April 2019 bei „BB+“ mit stabilem Ausblick. Nachtragsbericht Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten. Gesamtdarstellung Risiken und Chancen Risikomanagementsystem Ziele und Strategie Der Logwin Konzern verfügt zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unterneh- mensführung und zur Umsetzung der festgelegten Risikopolitik über ein konzernweites Risikomanage- mentsystem. Dieses bildet einen wichtigen Teil des Planungs- und internen Kontrollsystems und damit ein wesentliches Element der Unternehmensführung und -steuerung. Ziel der Risikopolitik der Logwin AG ist es, Risiken, die zu einer wesentlichen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können oder die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig und systematisch zu identifizieren, um diese im Vorfeld zu vermeiden oder negative Konsequenzen durch die zeitnahe Einleitung von Gegen- steuerungsmaßnahmen minimieren zu können. Die systematische Identifikation und Analyse von Chancen ist nicht Bestandteil des konzernweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ihre Identi- fikation und Wahrnehmung ist durch die fortlaufend enge Überwachung der Geschäftstätigkeit auf den verschiedenen Management-Ebenen des Logwin Konzerns sichergestellt. Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht | Nachtragsbericht | Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 15 Struktur und Prozess Das Risikomanagement wird durch konzernweit geltende Vorgaben und Rege- lungen, die in einer Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert sind, gewährleistet. Sogenannte Risikoeigner („Risk Owner“) in den Geschäftsfeldern sowie in den Holding-Gesellschaften identifizieren und bewerten die in ihren Bereichen auftretenden Risiken. Diese werden systematisch zusammen- gefasst und – in Abhängigkeit von festgelegten Berichtsschwellenwerten – an die jeweiligen Leitungs- ebenen innerhalb der Geschäftsfelder sowie an das Executive Committee und den Verwaltungsrat der Logwin AG kommuniziert. Neben der ordentlichen Berichterstattung in vorgegebenen Intervallen stellt die Sofortberichterstattung wesentlicher neu auftretender Risiken einen integralen Teil des Risikomanage- mentsystems dar. Die Steuerung der Risiken obliegt je nach Größenordnung den Risikoeignern selbst, den jeweiligen Leitungsebenen innerhalb der Geschäftsfelder oder dem Executive Committee. Durch die klar definierten Prozesse und Verantwortlichkeiten wird nicht nur die Bearbeitung aller identifizierten Risiken gewährleistet, sondern auch die Information des Executive Committee und des Verwaltungsrats der Logwin AG über alle wesentlichen Risiken sichergestellt. Kontroll- und Risikomanagementsystem im Verhältnis zu anderen Prozessen und Systemen sowie im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das Risikomanagementsystem ist bewusst als ein von anderen Prozessen und Systemen unabhängiges Instrument etabliert. Jedoch fließen die Erkennt- nisse aus diesem System in verschiedene andere Prozesse und Systeme ein: • Insbesondere über die dezentrale Risikoerfassung durch die Risk Owner können auch Compliance- relevante Sachverhalte berichtet werden, die dann über das Compliance-Management-System des Logwin Konzerns aufzugreifen sind. • Im Rahmen der Strategischen Planung, bei der Budgetierung und bei der Erstellung von Forecasts ist zu definieren, wie innerhalb des Planungshorizonts mit bestimmten Risiken umzugehen ist. Umgekehrt sind die Erkenntnisse aus anderen Prozessen und Systemen im Risikomanagement zu berücksichtigen, z. B. durch Erfassung von Sachverhalten, welche über die Planung (Strategische Planung, Budget oder Forecast) berichtet werden. Weiterhin führt die Revision Prüfungen durch. Prüfungsergebnisse können je nach festgestelltem Sachverhalt ggf. auch als Risiken zu erfassen sein. Neben der Richtlinie zum Risikomanagement regelt eine konzernweite Bilanzierungsrichtlinie den Rech- nungslegungsprozess als weitere Ausprägung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Rechnungslegungsprozess im Logwin Konzern folgt der dezentralen Organisation, d.h. auf Ebene der Geschäftsfelder werden die einzelnen Unternehmen des Logwin Konzerns zum einen in Bezug auf die Abschlussvorbereitung (z. B. die Terminplanung und Aufgabenverteilung, die Einholung von Saldenbe- stätigungen oder die Bewertung von Rückstellungen) und zum anderen in Bezug auf die Abschlusserstel- lung (z. B. durch vielfältige, zum Teil systemgestützte Abstimmungs- und Plausibilitätskontrollen) überwacht. Ein weiteres Element des internen Kontrollsystems sind Vollständigkeitserklärungen der jeweiligen Geschäftsleitungen zu den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften. Alle Eingaben und Arbeitsschritte des Konsolidierungsprozesses sind im gemeinsam genutzten Konsolidierungsprogramm dokumentiert. Darüber hinaus ist die Revision in ausgewählten Fällen auch in die Überwachung der Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinie eingebunden. 16 Risiken Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maß- nahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf den Logwin Konzern. Die teilweisen Veränderungen der individuellen Chancen und Risiken haben für das Geschäftsjahr 2022 keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil des Logwin Konzerns, das sich nach Einschätzung der Unternehmensleitung im Vergleich zum Vorjahr trotz der fort- dauernden Unsicherheiten und der stellenweisen Betroffenheit durch die weitere Entwicklung der Covid- 19-Pandemie sowie die anhaltenden Engpässe in den weltweiten Transportkapazitäten nicht wesentlich verändern wird. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Risiken und im Anschluss daran die Chancen, die einen wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben können, beschrieben. Sofern nicht anders beschrieben gelten diese für alle Geschäftsfel- der. Überblick Für den Logwin Konzern als international tätiges Logistikunternehmen bestehen gesamtwirt- schaftliche oder politische Risiken ebenso wie Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit, die auch das regulatorische Umfeld, wie insbesondere die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung umfassen. Des Weiteren können finanzielle, rechtliche und sonstige Risiken Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben. Der Logwin Konzern hat – den gesetzlichen Vorgaben entsprechend – ein umfassendes Risiko- managementsystem eingerichtet. Dieses hat zum Ziel, frühzeitig und systematisch Risiken, die zu negativen Ergebnis- oder Planungsabweichungen führen oder die Existenz gefährden können, zu identifizieren und zu steuern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Risikomanagement- system als unzureichend oder unwirksam herausstellt und sich unerkannte Risiken bzw. Negativent- wicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Logwin Konzerns verwirklichen oder nicht schnell genug erkannt werden, um ihre Verwirklichung zu vermeiden. Hierdurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich beeinträchtigt werden. Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthan- dels hat maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen und somit für die Unternehmensentwicklung des Logwin Konzerns. Unverändert beobachtet der Logwin Konzern im Einklang mit der allgemeinen Gesamtlage intensiv die sich aus dem Verlauf der Covid-19-Pandemie ergebenden Risiken für die Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions. Eine erneute Verschärfung der im Zuge der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ange- ordneten Schließungen des stationären Einzelhandels oder die Aufrechterhaltung von Zugangsbe- schränkungen in verschiedenen europäischen Ländern einschließlich Deutschland sowie möglicherweise daraus resultierend ein Anstieg von Kundeninsolvenzen oder ein sich nachhaltig veränderndes Verbrau- cherverhalten, können einen deutlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben. Eine erneute Störung des Welthandels durch die Abschottung einzelner Länder oder kritischer Infrastrukturen zur Eindämmung von Infektionsherden könnte ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben. Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 17 Die weithin beobachtbaren Störungen der globalen Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Kunden des Logwin Konzerns führen zu zusätzlichen Risiken in Bezug auf das Angebot an Kapazitäten zur Erbrin- gung der Dienstleistungen des Logwin Konzerns in den Bereichen Luft- und Seefracht ebenso wie im Straßentransport und intermodal bzw. Schienenverkehr. Mittelfristig kann aus anhaltenden Störungen der Logistikketten ein Rückgang der Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen resultieren, der einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben kann. Darüber hinaus bestehen in der weltweiten konjunkturellen Entwicklung und insbesondere der Konjunk- tur des Euroraums sowie der asiatischen Volkswirtschaften wesentliche Risiken. In diesem Zusammen- hang besteht insbesondere die Gefahr einer deutlich abgeschwächten kurz- und mittelfristigen Konjunk- turentwicklung als Folge der Covid-19-Pandemie sowie der Störungen in den internationalen Liefer- ketten. Kurz- und mittelfristige Einführungen von Handelshemmnissen und die Bemühungen um Ein- schränkungen des Freihandels aus politischen Gründen können zusätzlich erhebliche negative Auswir- kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat sich wie erwartet als von untergeordneter Bedeutung für den Logwin Konzern erwiesen. Eine schlechter als prognostiziert verlaufende wirtschaftliche Entwicklung in relevanten Wirtschaftsräu- men und Volkswirtschaften sowie in Wirtschaftsbereichen wie der Textil- und Modebranche, Automotive oder bestimmten Segmenten des Groß- und Einzelhandels würde für einzelne oder alle operativen Logwin-Einheiten zu einen negativen Einfluss auf die Nachfrage der Kunden des Logwin Konzerns nach Logistikdienstleistungen führen, der für den Logwin Konzern Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen könnte. Ebenso können neben den erheblich gestiegenen Frachtraten Wechselkursveränderun- gen wesentliche Auswirkungen auf Handelsströme und damit auf die Marktgröße für interkontinentale Luft- und Seefrachttransporte haben. Der Logwin Konzern überwacht die relevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit dem Ziel, die Auswirkungen negativer gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und die Auswir- kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine Steuerung des jeweiligen Exposures und soweit möglich Anpassungen des Geschäftsmodells zu minimieren. Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund in vielen Teilen der Welt richten sich häufig auch gegen wichtige Verkehrs- und Umschlagpunkte der weltweiten Handelsströme. Dies kann zu kurzfristigen Unterbrechungen und auch zu mittelfristigen Veränderungen von Handelsströmen aus Sicherheitser- wägungen der Kunden des Logwin Konzerns führen. Diese Änderungen der Transportvolumina sowie die zunehmende Bedeutung von Wirtschaftsembargos und Sanktionen in den weltweiten internationalen Beziehungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Durch Diversifikation der weltweiten Aktivitäten und tagesaktuelle risikomindernde Steuerung der Transportvolumina seiner Kunden reduziert der Logwin Konzern seine diesbezüglichen Risiken. 18 Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Einheiten des Logwin Konzerns ist weltweit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden. Markt- und Kundenrisiken Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führten im Geschäftsjahr 2021 weltweit zu kurzfristigen erheblichen Störungen der Logistikketten und hatten wiederholt tiefgreifende Auswirkungen auf die verschiedenen Aktivitäten der Transport- und Logistikbranche. Insbesondere waren die Beschaf- fungs- und Distributionsaktivitäten des Transportnetzwerks im Logwin Konzern aufgrund der verschiede- nen Lockdowns in Deutschland und anderen europäischen Ländern in besonderem Maße von kurzfristi- gen und unerwarteten Volumenrückgängen und kurzfristigen Schwankungen der Transportmengen betroffen. Die Reaktion auf die öffentlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung führten auch zu einem andau- ernd veränderten Konsumverhalten und erschwerten die Planung für die Kunden und nachfolgend die Aktivitäten des eigenen Transportnetzwerks. Insgesamt war eine deutlich gestiegene Verlagerung zum Online-Handel erkennbar. Sollte dies zu einem nachhaltig veränderten Konsumverhalten zulasten des stationären Einzelhandels führen, können notwendige Kapazitätsanpassungen und daraus resultierende Restrukturierungen des Transportnetzwerks die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße belasten. Kundenseitige Kostensenkungsprogramme führen in vielen Fällen gegenüber den Logistikdienstleistern zu einem verschärften Kostenbewusstsein und damit verbunden zu Forderungen nach Preisreduktionen. Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängig- keitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der hohen Qualität der Dienstleistungen sowie der in den vergangenen Jahren erzielten Kosteneinsparungen sieht sich der Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen. In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags- und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert. Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass ein sich weiter verschärfender Wettbewerb um knappe Frachtkapazitäten in Verbindung mit sehr hohen, volatilen Frachtraten, die unter Umständen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können, zu einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 19 von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten Teilmarkt zunimmt. Beschaffungsrisiken Ein weiteres erhebliches Risiko für die Ertragssituation des Logwin Konzerns liegt in der Entwicklung branchenspezifischer Kosten. Es besteht hier das grundsätzliche Risiko, dass Kostensteigerungen nicht unmittelbar und im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können, was zu einer deutlichen Ergebnisminderung führen kann. Diesem Risiko wird, soweit möglich, durch eine sorgfältige Vertragsge- staltung und eine ausreichende Diversifikation der beauftragten Dienstleister und Lieferanten Rechnung getragen. Ein großer Teil der erbrachten Dienstleistungen wird im Logwin Konzern über den Einsatz von Subunter- nehmern erbracht. Die lokale und weltweite Verfügbarkeit eines diversifizierten Anbietermarktes ist Voraussetzung zur Erbringung der speditionellen Leistung für die Kunden des Logwin Konzerns zu wettbewerbsfähigen Preisen. Gegenwärtig sind erhebliche Knappheiten in den weltweiten Luftfracht- kapazitäten aufgrund des durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten erheblichen Rückgangs von Passagierflügen zu verzeichnen. Auch der Seefrachtmarkt ist durch ein knappes Angebot an Container- kapazitäten sowie durch erhebliche infrastrukturelle Engpässe an Terminals und Umschlagplätzen mit in der Folge deutlich gestiegenen Frachtraten gekennzeichnet. Im Landverkehr werden der europaweite erhebliche Fahrermangel und Knappheit an Fahrzeugen und sonstigem Transportequipment zu einem relevanten Beschaffungsrisiko. Es besteht das Risiko, dass aufgrund dieser Verknappung an Transport- kapazitäten eine ausreichende Differenzierung der angebotenen Dienstleistung nicht mehr möglich sein wird und dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns hat. Trotz nur begrenzter eigener Transportkapazitäten bestehen insbesondere im Geschäftsfeld Solutions Risiken einer Unterauslastung von vorgehaltenen Transportkapazitäten bzw. Frachtraum, insbesondere im Retailnetzwerk. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Frachtraten könnte ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertragssituation des Logwin Konzerns haben, wenn die höheren Raten nicht in vollem Umfang und zeitgerecht an die Kunden weitergegeben werden können. Ferner können sich Leerstandsrisiken von angemieteten oder anderweitig vorgehaltenen Logistikimmobilien nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begrenzt diese Risiken soweit möglich durch entsprechende Vertragsgestaltungen sowie die kontinuierliche Überwachung der laufen- den Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus gelingt es durch die eingespielten internen Prozesse möglichst schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Gegebenheiten zu reagieren. Insbesondere im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, aber auch im Unterhalt von Logistik- immobilien besteht das Risiko weiter steigender Treibstoff- und Heizölpreise. Trotz des aktuell bereits hohen Preisniveaus besteht das Risiko eines mittelfristigen weiteren Preisanstiegs, der zu einer unvorher- gesehenen und teilweise sehr kurzfristig eintretenden Verteuerung der Herstellungskosten bzw. Beschaf- fungskosten führen kann. 20 Ebenfalls bedeutend für eine reibungslose Erbringung seiner Transport- und Logistikdienstleistungen an den verschiedenen Standorten ist für den Logwin Konzern die Verfügbarkeit von angemessen qualifizier- ten Arbeitskräften zu wettbewerbsadäquaten Konditionen. Für den Fall, dass an Standorten des Unter- nehmens geeignete Arbeitskräfte nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sein sollten, besteht das Risiko, dass der Logwin Konzern seine Dienstleistungen aufgrund erhöhter Personalkosten nicht vereinbarungs- gemäß oder nur auf wirtschaftlich nicht auskömmliche Weise erbringen kann. Dies gilt neben dem gewerblichen Bereich auch für qualifizierte Logistikfachkräfte. Dies könnte sich negativ auf die kurz- oder mittel- und langfristige Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begegnet diesem Risiko durch intensive und systematische Personalbeschaffung sowie vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung seiner Mitarbeiter. Daneben werden zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken und von Unfällen der Mitarbeiter regel- mäßige Gesundheits- und Sicherheitsmanagementschulungen veranstaltet. Technische Risiken Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Logwin Konzerns sind Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von IT-Infrastruktur und -Anwendungen von entscheidender Bedeutung. IT-Risiken bestehen durch den möglichen Ausfall von operativen und administrativen IT-Systemen, die die Geschäftsabwicklung erheb- lich beeinträchtigen und im Falle länger anhaltender Unterbrechungen oder entsprechender Reichweite existenzbedrohend für den Logwin Konzern sein könnten. Zur Begrenzung der IT-Risiken erfolgt eine kontinuierliche Bewertung existierender und neuer Gefährdungen für die Datensicherheit und die IT- Infrastruktur des Logwin Konzerns. Im Jahr 2021 war ein weiter erhöhtes Risiko im Bereich Daten- und Cybersicherheit festzustellen. Weltweit bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle auch im Bereich der Logistik zeigen, dass die Gefährdungslage auch für den Logwin Konzern unverändert als erhöht gesehen werden muss. Der Logwin Konzern trifft fortlaufend geeignete Schutzmaßnahmen um die IT-Dienste und Funktionalitäten sicher zur Verfügung zu stellen. Alle Mitarbeiter der Logwin Gruppe werden durch regelmäßige Schulungsmaßnahmen zu Themen der Cybersicherheit sensibilisiert. Der Ausfall technischer Anlagen wie automatisierter Lagertechnik für Hochregallager, Flurförderfahr- zeugen und -anlagen oder Materialflussrechnern kann für den Logwin Konzern neben Umsatzausfällen Haftungs- und Gewährleistungsrisiken für Schäden und Qualitätsmängel nach sich ziehen. Durch die regelmäßige Wartung sowie stetige Verbesserung der technischen Anlagen und Maschinen sowie angemessene Prozesse zu ihrer Überwachung gelingt es dem Logwin Konzern, diesen Risiken entge- genzuwirken. Finanzielle Risiken Liquiditätsrisiken Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungs- formen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen. Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 21 Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation über- wacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten inner- halb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquidi- tätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschie- dene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausge- nutzte Kreditlinien in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring im Geschäftsjahr 2022 ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inan- spruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer 35 auf Seite 99 dargestellt. Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften all- gemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquidi- täts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienst- leistern reduziert. Kreditrisiken Es bestehen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle Ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitäts- prüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegenge- wirkt. Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forde- rungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäftes haben. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus Forderungsausfällen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungs- zielen und Kreditlimiten. Darüber hinaus dient die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich. Für drohende Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziel- len Vermögenswerten werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Ziffer 23 auf Seite 77 des Konzernanhangs verwiesen. 22 Sofern keine anderweitigen Angaben vorgenommen werden, stellt der Buchwert der Finanzinstrumente das maximale Ausfallrisiko dar. Währungsrisiken Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährun- gen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwick- lungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte. Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzernge- sellschaften um +/– 10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremd- währung, per 31. Dezember 2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro). Eine Aufstellung der zum Stichtag bestehenden Devisentermingeschäfte ist im Anhang unter Ziffer 34 auf Seite 97 aufgeführt. Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernab- schluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesi- chert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben. Der Umfang möglicher Auswirkungen wird im Logwin Konzern fortlaufend eng überwacht. Zinsrisiken Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstel- len. Zum 31. Dezember 2021 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert. Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 23 Rechtliche und regulatorische Risiken Der Logwin Konzern führt im Rahmen grenzüberschreitender, internationaler Güterverkehre für seine Kunden verschiedene Zoll- und Umsatzsteuerverfahren durch. Die Durchführung solcher Verfahren und die dafür erforderliche Abgabe von Zoll- oder Steuererklärungen sind mit Risiken verbunden. Dies gilt besonders dann, wenn der Logwin Konzern für die Vollständigkeit und Richtigkeit solcher Erklärungen bspw. als Gesamtschuldner haftet. Insbesondere dann, wenn der Kunde in diesen Fällen nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, bestehen hieraus erhebliche Risiken für die Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt die Abwicklung dieser Prozesse durch entsprechend qualifiziertes Personal. Darüber hinaus trägt das bestehende interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem dazu bei, möglichen Gefährdungen frühzeitig zu begegnen. Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins ist die Einführung von strengeren Sicher- heitsmaßnahmen, wie z. B. verstärkter Einfuhrkontrollen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Luft- frachtsicherheit, nicht auszuschließen. Deren Auswirkungen auf die Logistikbranche sind schwer abzu- schätzen. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Erfüllung internationaler Sicherheitsvorschriften zu gesteigerten Kosten und deutlich steigendem Investitionsbedarf im Bereich zusätzlicher Sicherungs- maßnahmen führt, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ergebnissituation des Logwin Konzerns auswirken können. Länderspezifische Risiken ergeben sich aus uneinheitlichen Auslegungen, Anwendungen und kurzfristig in Kraft tretenden Änderungen von Rechts-, Steuer- und Zollregelungen. Dies gilt nicht nur für verschie- dene Schwellenländer, in denen ein noch nicht oder nur eingeschränkt nach internationalen Standards funktionierendes Rechtssystem existiert, sondern auch für dezentral erlassene Durchführungsverordnun- gen von EU-Recht, die sich in den einzelnen Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Durch enge Überwachung der Entwicklung weltweiter Sicherheitsvorschriften und anderer rechtlicher Rahmenbedingungen ist der Logwin Konzern bemüht, frühzeitig auf zusätzliche Anforderungen zu reagieren und die Auswirkungen zusätzlicher Aufwendungen durch Anpassung von Kundenvereinbarun- gen zu mindern oder abzuwenden. Weiterhin unterliegt der Logwin Konzern im Rahmen seiner Leistungserbringung sowie beim Betrieb eigener Anlagen den in den jeweiligen Ländern der Geschäftstätigkeit gültigen Gesetzen sowie rechtli- chen Regeln und Vorschriften, wie beispielsweise Transportlizenzen, Umweltauflagen, Arbeitssicher- heitsregeln und Arbeitsschutz. Auflagen und Lizenzerfordernisse können die Transport- und Logistik- tätigkeiten beschränken. In verschiedenen Kundenprojekten sind die Gesellschaften des Konzerns darauf angewiesen, dass die vorhandenen Lizenzen und Genehmigungen jederzeit vorliegen. Ein Verlust dersel- ben könnte die Wirtschaftlichkeit der betroffenen Kundenprojekte in erheblichem Maße gefährden. Die hieraus entstehenden Risiken werden durch die Risikoeigner permanent überwacht, um möglichen Gefährdungen unmittelbar zu begegnen. Aus der Abwicklung von durch den Logwin Konzern veräußerten Unternehmensteilen bestehen vertrag- lich vereinbarte Risikoübernahmen, im Wesentlichen Garantie-, Freistellungs- oder Steuerrisiken. Die Inanspruchnahme des Logwin Konzerns kann zu Belastungen der Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns führen. Diese Risiken werden vertraglich möglichst begrenzt. 24 Von umweltrechtlichen Vorschriften und Auflagen ist der Logwin Konzern insbesondere in solchen Bereichen betroffen, in denen die Erbringung der Logistikleistungen mit dem Umgang mit potenziell gefährdenden Stoffen einhergeht, so beispielsweise der Betrieb von Tankstellen. Darüber hinaus werden in verschiedenen Logistikanlagen Gefahrgüter umgeschlagen und gelagert. Es ist wahrscheinlich, dass der Logistik- und Transportsektor zumindest in Deutschland und der EU in den nächsten Jahren in den Fokus umwelt- und klimaschutzbezogener Richtlinien und Gesetze rückt. Diesbezüglich bestehen Risiken, dass die hieraus erwachsenden Kostensteigerungen nur teilweise durch Effizienzsteigerungen aufgefan- gen oder in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Dies könnte erhebliche Nachteile für die Ertrags- und die Finanzlage des Logwin Konzerns nach sich ziehen. Fortlaufende Über- wachung und systematische Prüfungen durch die Überwachungsorgane und insbesondere durch die Qualitätsmanagement-Beauftragten des Logwin Konzerns stellen die frühzeitige Identifikation und Steuerung dieser Risiken sicher. Sonstige Risiken Für den Logwin Konzern besteht ein Risiko, dass aus Pflichtverletzungen des Manage- ments Schadenersatzansprüche resultieren. Darüber hinaus bergen dolose Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Zahlungsmitteln und Korruption ein hohes Gefahrenpotenzial und können zu erheblichen materiellen und Reputationsschäden führen. Das interne Kontrollsystem des Logwin Konzerns trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, Risiken zu reduzieren. Des Weiteren hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, mit dem Ziel, die Integrität des Verhaltens seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern und Situationen vorzubeugen, die nicht mit diesen Grundsät- zen zu vereinbaren sind. Der Verhaltenskodex ist öffentlich über die Internetseite des Logwin Konzerns verfügbar und ist zudem in den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter fest verankert. Regelmäßig finden Informations- und Schulungsveranstaltungen zum Verhaltenskodex statt. Zur Korruptions-Prävention hat der Logwin Konzern ein E-Learning-Programm etabliert. Im Berichtsjahr wurden auf Basis des Feedbacks unserer Mitarbeiter gemeinsam mit einem externen Partner die neuen E-Learning-Module Compliance & Corruption eingeführt. Der Roll-Out erfolgte in mehreren Wellen beginnend mit den Management- und Vertriebspositionen bevor dann die beiden Module ab Juni in weitere Länder für alle Angestellten ausge- rollt wurden. Mittlerweile wurden von unseren Mitarbeitern in 35 Ländern bereits 3.131 Online-Trainings- programme zu Korruption und Compliance Themen erfolgreich absolviert. Bis Ende des Jahres 2021 haben 1.019 Mitarbeiter beide Trainings erfolgreich absolviert. Zusätzlich zu den Online-Selbstlernmodu- len wurde ein zweistündiger Führungskräfteworkshop zum Thema Compliance im Webinar-Format konzipiert und in einem ersten Leadershipprogram bereits umgesetzt und zukünftig fester Bestandteil in der Führungskräfteentwicklung im Logwin Konzern sein. Der Logwin Konzern geht unternehmerische Risiken ein, um Marktchancen nutzen zu können. Für den Fall, dass sich diese Risiken materialisieren, könnte dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns erheblich beeinträchtigen. Der aktivierte Firmenwert in Höhe von 57,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 stellt einen wesentlichen Einzelposten des langfristigen Vermögens des Logwin Konzerns dar. Er entfällt mit 45,7 Mio. Euro auf das Geschäftsfeld Air + Ocean und mit 11,7 Mio. Euro auf das Geschäftsfeld Solutions. Den Erfordernissen des IAS 36 entsprechend werden die Firmenwerte einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen („ Impairment-Test“). Im Falle einer nachhaltig schwächer als erwarte- ten Entwicklung einzelner Bereiche des Logwin Konzerns besteht mit Blick auf die Konzernbilanz ein Risiko, dass insbesondere aktivierte Firmenwerte abgewertet werden müssen („Impairment-Risiko“). Einen weiteren Einflussfaktor stellt hierbei auch die aktuelle und erwartete Zinsentwicklung dar. Im Geschäftsjahr wurde der aktivierte Firmenwert im Geschäftsfeld Solutions aufgrund angepasster Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 25 Planungen um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Eine anhaltend schwache oder schwächer als erwartete Entwicklung einzelner Logwin-Gesellschaften kann darüber hinaus eine Wertberichtigung von latenten Steueransprüchen erforderlich machen. Eine mangelnde Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte inklusive Nutzungsrechte aus IFRS 16 könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns negativ beeinflussen. Compliance Auf die konzernweite Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, vertraglicher Vereinbarungen sowie eigener Richtlinien legt der Logwin Konzern größten Wert. Zur Veran- kerung dieses Grundsatzes hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, der für alle Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter des Konzerns bindend ist. Insbesondere definiert dieser Verhaltenskodex allgemeine Verhaltensgrundsätze, verpflichtet zur Kenntnis und Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften, regelt den Umgang mit Geschäftspartnern und staatlichen Institutionen und gibt Richtlinien zur Vermeidung von Interessenskonflikten vor. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Logwin AG eine Corporate Governance Charter beschlossen, die sich an den Corporate Governance-Regelungen der Luxemburger Börse orientiert und Vorgaben zur Durchführung der Leitung und Überwachung des Logwin Konzerns sowie zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich enthält. Die Corporate Governance Charter der Logwin AG ist auf der Homepage des Logwin Konzerns öffentlich zugänglich. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt „ Corporate Governance“ dieses Lageberichts. Zur Überwachung der Einhaltung der Compliance-Vorgaben wurde ein Compliance Officer berufen. Unter seiner Gesamtverantwortung hat das Executive Committee ein Compliance Management System geschaffen, das den Rahmen für die strukturierte Überwachung, Bewertung und Steuerung sowie Nach- verfolgung von Compliance-Risiken auf Basis definierter Risikofelder bildet. Umfassende und wieder- kehrende Schulungen von Mitarbeitern auf Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings ergänzen die fortlaufend erweiterten Maßnahmen. Die Compliance-Aktivitäten werden durch die Arbeit der Revision ergänzt. Hier liegt der Fokus auf der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften sowie vertraglicher Vereinbarungen. Die Revision führt gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsfelder weltweit Audits ausgewählter Nieder- lassungen und Gesellschaften durch. Hierbei werden auch externe Spezialisten und Rechtsanwälte zur Überprüfung der Einhaltung nationaler Gesetze und Vorschriften eingebunden. Wesentliche Schwer- punkte stellen die Themen Korruptionsprävention, steuer- und zollrechtliche Compliance, Datenschutz und Arbeitsrecht dar. Insgesamt wurde durch diese Maßnahmen die Compliance-Organisation des Logwin Konzerns in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Dennoch kann nicht ausgeschlos- sen werden, dass es zu Verstößen gegen nationale oder internationale Vorschriften kommen kann und sich dadurch möglicherweise sogar existenzbedrohende Risiken für den Logwin Konzern ergeben könnten. 26 Chancen Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Chancen Die anhaltende Globalisierung eröffnet dem Logwin Konzern neben den oben beschriebenen Risiken auch Chancenpotentiale. Bei einem anhalten- den, langfristigen Weltwirtschaftswachstum wird die Logistik-Branche auch in Zukunft wachsen. Dies gilt besonders für Asien, wo die Handelsströme mit anderen Regionen und speziell innerhalb des Kontinents weiter zunehmen werden. Weiterhin können sich Marktchancen aus den Wachstumsimpulsen weiterer stark wachsender Länder in Regionen wie Südamerika oder dem Mittleren Osten ergeben. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigen Industrieregionen, insbesondere in China, den USA und Europa, besser entwickeln als aktuell prognostiziert, so kann auch dies zu unerwarteten Wachstumsimpulsen führen, da die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden den Bedarf an Lage- rungs- und Transportdienstleistungen bestimmt. Infolgedessen können sich steigende Transportvolumina im Im- und Export vorteilhaft auf die Entwicklung des Logwin Konzerns auswirken. Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren. Insbesondere eine positive Entwicklung im Automobil-, Konsumgüter-, Chemiesektor oder im Anlagen- und Maschinenbau kann sich vorteilhaft auf den Geschäftsverlauf des Logwin Konzerns auswirken. Der boomende Online-Handel, der insbesondere durch die Covid-19-Pandemie deutliche Steigerungsraten aufweist, ist eine weitere Chance für den Logwin Konzern. Er schafft Bedarf für den Transport von Waren und eröffnet somit für das nationale und internationale Transportgeschäft großes Wachstumspotenzial. Chancen aus der operativen Geschäftstätigkeit Chancenpotentiale ergeben sich aus der Nutzung der Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Die digitale Transformation eröffnet neue Vernetzungsmög- lichkeiten mit den Kunden und Lieferanten des Logwin Konzerns. So können in einem herausfordernden und dynamischen Umfeld Marktchancen schnell und gezielt aufgegriffen werden und die Wettbewerbs- fähigkeit stärken. Darüber hinaus birgt der steigende Technologisierungsgrad in den operativen Prozes- sen diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der verstärkte Einsatz von modernen, vernetzten IT-Systemen, in die der Logwin Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt investiert hat, ermöglicht neben Effizienz- steigerungen auch eine verbesserte operative Qualität, gesteigerte Kosteneffizienz und eine Verkürzung von Reaktionszeiten auf Abweichungen. Chancen ergeben sich weiterhin aus der fortgesetzten Steige- rung der Produktivität und Kostentransparenz sowie der Nutzung von Synergieeffekten, die daher im Fokus der Bemühungen des Managements im Logwin Konzern stehen. Der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen hält an. Die Lieferketten werden komplexer, inter- nationaler, aber auch, wie die Störungen in den globalen Lieferketten aktuell zeigen, störungsanfälliger. Kunden wünschen deshalb stabile und integrierte Logistiklösungen und suchen die Unterstützung spezialisierter Dienstleister. Sollte der Trend weiter anhalten, so können sich hieraus weitere Wachs- tumschancen für den Logwin Konzern ergeben. Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen aufgrund einer entgegen den zugrundeliegenden Erwartungen positiven Preisentwicklung z.B. von eingekauften Transportdienstleistungen, aber auch von Treibstoff- oder Heizölpreisen. Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 27 Sonstige Chancen Sonstige Chancen können sich aus Akquisitionen oder der Bereinigung von Aktivi- täten, ergeben. Durch eine stetige Überprüfung von bestehendem Geschäft sowie der Beobachtung potentieller Übernahmeobjekte versucht der Logwin Konzern, sich ergebende Chancen frühzeitig zu erkennen und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken, derartige Chancen zu nutzen. Chancen für die Ertragslage des Logwin Konzerns ergeben sich weiterhin aus möglichen positiven Effekten von Fremd- währungsrelationen oder von Zinssatzänderungen. Prognosebericht Sämtliche Aussagen des Prognoseberichts sind weiterhin aufgrund der Unwägbarkeiten der weiteren Entwicklung der Covid-19-Pandemie und der weltweit auftretenden Störungen in den internationalen Lieferketten mit sehr großer Unsicherheit behaftet. Konjunkturprognose Der Logwin Konzern rechnet im Einklang mit den führenden Wirtschaftsprog- nosen mit einem leichten Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022. Für die Eurozone und die deutsche Wirtschaft wird in diesem Zeitraum im Einklang mit der Entwicklung der Weltwirtschaft von einem leichten Wachstum ausgegangen. Für China ist nur mit einem leichten Wachstum zu rechnen. Dagegen wird für Indien und die ostasiatischen Länder von einem beschleunigten Wachstum ausgegangen. Etwas schwächer fällt das erwartete Wachstum in Lateinamerika aus. Alle Prognosen zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie und die aktuellen Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten das Wachstum dämpfen werden. Der Einfluss dieser Faktoren wird aber im Verlauf des Jahres 2022 abnehmen. Für den Logwin Konzern wird die Entwicklung einzelner Teilsekto- ren des deutschen Konsums, insbesondere der Textil- und Bekleidungsbranche sowie die Entwicklung der stark import- und exportbezogenen Wirtschaftssektoren wie der Automobilindustrie von wesentlicher Bedeutung sein. Die Möglichkeit, dass sich wesentliche übergeordnete Risikofaktoren negativ auf die Geschäftsentwick- lung des Logwin Konzerns auswirken, wird als realistisch eingeschätzt und findet in der Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung ihren Niederschlag. Zu diesen Risikofaktoren zählen insbesondere die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie über die Beeinträchtigung der Wirtschaft durch anhaltende Lieferengpässe und Materialknappheit in den verschiedenen betroffenen Wirtschaftssektoren. Zusätzliche Risiken bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ergeben sich aus einer anhaltend erhöhten Inflation und damit potentiell einhergehenden restriktiven geldpolitischen Maßnahmen für die Kunden des Logwin Konzerns und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Umsatzerwartung Der Logwin Konzern geht für das Jahr 2022 von einem Umsatzrückgang aus. Dies basiert auf der Erwartung eines insgesamt rückläufigen Frachtratenniveaus im Laufe des zweiten Halb- jahres des Geschäftsjahres. Es wird zudem nur von einer verhaltenen Erholung in den von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffenen konsumnahen Geschäftsbereichen ausgegangen. Die Prognose unterliegt hoher Unsicherheit und steht unter dem Vorbehalt einer weiteren Eindämmung der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und einer Entspannung der internationalen Luft- und Seefrachtmärkte. 28 Air + Ocean Im Geschäftsfeld Air + Ocean wird für die erste Jahreshälfte 2022 von einem anhaltend hohen Fracht- ratenniveau und einer unverändert starken Nachfrage nach Transportkapazitäten ausgegangen. Im Laufe des Jahres wird mit einer schrittweisen Normalisierung der Märkte und einem Rückgang des außerge- wöhnlich hohen Frachtratenniveaus gerechnet. Der Umsatz sollte dementsprechend zunächst auf hohem Niveau verbleiben, dann aber im Gesamtjahresvergleich deutlich zurückgehen. Die Neukundengewin- nung, Geschäftsausweitungen mit Bestandskunden und die Absicherung von Bestandsgeschäften sind die Grundlage der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsfelds und stehen entsprechend unverändert im Fokus. Wie in den Vorjahren werden die Umsätze im Jahr 2022 neben der Volumenent- wicklung bei Bestands- wie Neukunden ganz erheblich von der beschriebenen Entwicklung der Frachtra- ten und auch der Währungskurse abhängen. Solutions Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions wird im Geschäftsjahr 2022 aufgrund einer erwarteten anhaltend positiven Entwicklung der internationalen Transportaktivitäten voraussichtlich steigen. Zu der erwarteten Entwicklung trägt auch eine prognostizierte Erholung der Volumina im deutschen Transportnetzwerk bei. Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirkt sich die Beendigung einzelner Aktivitäten der Kontraktlogis- tik aus. Ergebniserwartung Unter den beschriebenen Voraussetzungen erwartet der Logwin Konzern im Jahr 2022 eine deutliche Abschwächung der Ergebnisentwicklung im Geschäftsfeld Air + Ocean gegenüber 2021 und in der Folge auch für den Logwin Konzern ein deutlich rückläufiges operatives Ergebnis (EBITA). Das Periodenergebnis wird entsprechend des operativen Ergebnisses ebenfalls unter dem Niveau des Jahres 2021 liegen. Air + Ocean Nach dem außergewöhnlich hohen Ergebnis des Geschäftsfelds Air + Ocean im Berichtsjahr wird dieses Ergebnisniveau im aktuell sehr herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld im Jahr 2022 voraussichtlich nicht beibehalten werden können. Die Prognose geht im Jahresverlauf von einer schrittweisen Normalisierung der Frachtraten und Marktbedingungen und dementsprechend einem Rückgang des Umsatzes und des Margenniveaus aus. Das Ergebnis dürfte sich dem entsprechend deutlich vermindern. Solutions Auch im Geschäftsfeld Solutions wird für das Jahr 2022 mit einem rückläufigen Ergebnis gerechnet. Die Ergebnisentwicklung wird wesentlich von dem Ergebnis im Bereich der internationalen Transportaktivitä- ten abhängen. Aufgrund erwarteter Margenrückgänge durch steigende Einstandskosten wird sich das Ergebnis hier voraussichtlich vermindern. Für die Aktivitäten der Kontraktlogistik sowie des deutschen Transportnetzwerks wird ein Ergebnis auf dem Niveau des Jahres 2021 erwartet. Die Ergebnisentwick- lung des deutschen Transportnetzwerks wird dabei ganz wesentlich von der Erholung des stationären Einzelhandels und der Transportvolumina abhängen. Konzernlagebericht Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 29 Liquiditätsentwicklung Der Logwin Konzern erwartet im Jahr 2022 einen starken Rückgang des Free- Cashflows aufgrund des deutlich verminderten operativen Ergebnisses. Die Nettoliquidität wird sich weiter moderat erhöhen. Mitarbeiter Aufgrund der erwarteten Geschäftsausweitung im Geschäftsfeld Air + Ocean und dem damit verbundenen deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahlen rechnet der Logwin Konzern insgesamt mit einem moderaten Anstieg der Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2022. Im Geschäftsbereich Solutions wird von einer leicht steigenden Mitarbeiterzahl ausgegangen. 30 Konzernabschluss Gewinn– und Verlustrechnung Angaben in Tausend € 2021 2020 Anhang/Seite Umsatzerlöse 1.851 .836 1.123 .297 9/65 Umsatzkosten -1.689 .275 -1.023 .941 10/66 Bruttogewinn 162.561 99.356 Vertriebskosten -27.61 3 -23.50 5 10/66 Verwaltungskosten -34.06 4 -31.74 7 10/66 Sonstige betriebliche Erträge 9.936 13.55 1 11/66 Sonstige betriebliche Aufwendungen -8.617 -8.602 11/66 Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte -138 -859 Operatives Ergebnis vor Wertminderungen und Wertaufholungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 102.065 48.194 Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -3.422 -442 12/67 Wertaufholung von Sachanlagen 2.297 - 12/67 Operatives Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten (EBITA) 100.940 47.752 Wertminderung von Firmenwerten -8.953 - 18/71 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 91.987 47.752 Finanzierungserträge 183 255 14/67 Finanzierungsaufwendungen -3.364 -4.135 14/67 Ergebnis vor Ertragsteuern 88.806 43.872 Ertragsteuern -25.29 6 -9.138 15/68 Periodenergebnis 63.510 34.734 Davon entfallen auf: Aktionäre der Logwin AG 62.80 3 34.41 4 Nicht beherrschende Anteile 707 320 Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert (in Euro): bezogen auf das den Aktionären der Logwin AG zurechenbare Periodenergebnis 21,80 11,94 Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück) 2.880 .488 2.883 .387 Konzernabschluss Gewinn- und Verlustrechnung | Gesamtergebnisrechnung 31 Gesamtergebnisrechnung Angaben in Tausend € 2021 2020 Anhang/Seite Periodenergebnis 63.510 34.734 Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 4.462 -6.323 In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederte Währungsdifferenzen - 6 Sonstiges Ergebnis, welches ggf. in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 4.462 -6.317 Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 2.771 -1.615 29/83 Latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld -2.251 367 26/80 Sonstiges Ergebnis, welches nicht in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 520 -1.248 Sonstiges Ergebnis 4.982 -7.565 Gesamtergebnis 68.492 27.169 Davon entfallen auf: Aktionäre der Logwin AG 67.60 5 27.04 3 Nicht beherrschende Anteile 887 126 32 Kapitalflussrechnung Angaben in Tausend € 2021 2020 Anhang/Seite Ergebnis vor Ertragsteuern 88.80 6 43.87 2 Finanzergebnis 3.181 3.880 14/67 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern 91.987 47.752 Überleitungspositionen zum operativen Cashflow: Abschreibungen 39.19 2 38.65 0 10/66 Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 150 -1.061 11/66 Wertminderung von Firmenwerten 8.953 - 18/71 Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 3.422 442 12/67 Wertaufholung von Sachanlagen -2.297 - 12/67 Sonstiges 3.522 -4.366 Steuerzahlungen -13.23 2 -10.62 6 Gezahlte Zinsen -3.071 -3.698 Erhaltene Zinsen 183 255 Veränderung Working Capital, zahlungswirksam: Veränderung Forderungen -162 .564 616 Veränderung Verbindlichkeiten 159 .605 -1.342 Veränderung Vorräte 44 1.122 Operativer Cashflow 125.894 67.744 Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -12.59 4 -19.54 3 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten 8.100 1.450 16/69 Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 750 310 Sonstiger Cashflow aus der Investitionstätigkeit -29 58 Investitions-Cashflow -3.773 -17.725 Netto-Cashflow 122.121 50.019 Veränderung aus kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten 67 -10 17/70 Mittelabfluss aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen -33.52 8 -31.44 2 17/70 Ausschüttungen an Aktionäre -10.08 3 -10.09 4 27/82 Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -363 -386 Erwerb eigener Aktien -413 -387 Finanzierungs-Cashflow -44.320 -42.319 Free-Cashflow (= Netto-Cashflow abzüglich Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen) 88.593 18.577 Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Fonds der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.804 -3.194 Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 79.605 4.506 Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 168 .408 163 .902 Veränderung 79.60 5 4.506 Endbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 248.013 168.408 25/80 Konzernabschluss Kapitalflussrechnung | Bilanz 33 Bilanz Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Anhang/Seite Aktiva Firmenwerte 57.36 6 66.31 9 18/71 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 20.97 9 22.47 8 19/73 Sachanlagen 104 .759 118 .184 20/74 Finanzanlagen 781 759 Latente Steueransprüche 20.00 7 19.52 3 26/80 Sonstige langfristige Vermögenswerte 844 699 Summe langfristige Vermögenswerte 204.736 227.962 Vorräte 1.411 1.455 22/77 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 261 .396 140 .802 23/77 Vertragsvermögenswerte 34.92 2 12.64 4 23/77 Ertragsteuerforderungen 1.862 2.465 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 44.68 5 20.68 6 24/79 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248 .013 168 .408 25/80 Summe kurzfristige Vermögenswerte 592.289 346.460 Summe Aktiva 797.025 574.422 Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Anhang/Seite Passiva Gezeichnetes Kapital 131 .300 131 .300 Konzernrücklagen 150 .666 93.14 4 Eigene Aktien -800 -387 Auf die Aktionäre der Logwin AG entfallendes Eigenkapital 281.166 224.057 Nicht beherrschende Anteile 1.319 795 Eigenkapital 282.485 224.852 27/82 Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 51.63 1 60.59 9 21/75 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 31.61 6 35.48 5 29/83 Sonstige langfristige Rückstellungen 3.365 3.529 30/88 Latente Steuerschulden 6.325 1.294 26/80 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1 1 33/89 Summe langfristige Schulden 92.938 100.908 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 323 .257 172 .523 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 27.88 4 30.23 3 21/75 Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 135 66 28/83 Kurzfristige Rückstellungen 9.470 8.042 31/88 Ertragsteuerverbindlichkeiten 12.79 4 3.230 32/89 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 48.06 2 34.56 8 33/89 Summe kurzfristige Schulden 421.602 248.662 Summe Passiva 797.025 574.422 34 Eigenkapitalveränderungsrechnung Angaben in Tausend € Auf die Aktionäre der Gezeichnetes Kapital Kapital- rücklage Gewinn- rücklagen 1. Januar 2020 131.300 146.628 -68.649 Periodenergebnis 34.41 4 Sonstiges Ergebnis -1.248 Gesamtergebnis 33.166 Erwerb eigener Aktien Ausschüttungen -10.09 4 Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage 39.24 3 -39.24 3 31. Dezember 2020 131.300 175.777 -74.726 1. Januar 2021 131.300 175.777 -74.726 Periodenergebnis 62.80 3 Sonstiges Ergebnis 520 Gesamtergebnis 63.323 Erwerb eigener Aktien Ausschüttungen -10.08 3 Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage 48.94 7 -48.94 7 31. Dezember 2021 131.300 214.641 -60.350 Der nachfolgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzernabschluss Eigenkapitalveränderungsrechnung 35 Logwin AG entfallendes Eigenkapital Nicht beherr- schende Anteile Summe Eigenkapital Kumuliertes sonstiges Ergebnis Eigene Aktien Summe Rücklage für Währungs– differenzen -1.784 - 207.495 1.055 208.550 34.41 4 320 34.73 4 -6.123 -7.371 -194 -7.565 -6.123 27.043 126 27.169 -387 -387 -387 -10.09 4 -386 -10.48 0 - - -7.907 -387 224.057 795 224.852 -7.907 -387 224.057 795 224.852 62.80 3 707 63.51 0 4.282 4.802 180 4.982 4.282 67.605 887 68.492 -413 -413 -413 -10.08 3 -363 -10.44 6 - - -3.625 -800 281.166 1.319 282.485 36 Anhang zum Konzernabschluss 31. Dezember 2021 Allgemeine Angaben 01 Informationen zum Unternehmen 38 02 Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS 38 03 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses 38 04 Konsolidierungsgrundsätze 39 05 Neue Rechnungslegungsvorschriften 39 06 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten 42 07 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 44 08 Segmentberichterstattung 61 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 09 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 65 10 Aufwendungen nach Kostenarten 66 11 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 66 12 Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 67 13 Zuwendungen der öffentlichen Hand 67 14 Finanzergebnis 67 15 Ertragsteuern 68 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung 16 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten 69 17 Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit 70 Erläuterungen zur Bilanz 18 Firmenwerte 71 19 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 73 20 Sachanlagen 74 21 Leasing 75 22 Vorräte 77 23 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 77 24 Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 79 25 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 80 26 Latente Steuern 80 27 Eigenkapital 82 28 Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten 83 29 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 83 30 Sonstige langfristige Rückstellungen 88 31 Kurzfristige Rückstellungen 88 32 Ertragsteuerverbindlichkeiten 89 33 Sonstige Verbindlichkeiten 89 Sonstige Angaben 34 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten 90 35 Finanzielle Verpflichtungen 99 36 Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren 100 Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 37 37 Honorar des Abschlussprüfers 100 38 Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen 100 39 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen 101 40 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 102 41 Aufstellung des Anteilsbesitzes 103 38 Allgemeine Angaben 1 Informationen zum Unternehmen Der Konzernabschluss der Logwin AG, L-Grevenmacher (im Folgenden auch als „Logwin AG“ oder „Logwin“ bezeichnet) für das Geschäftsjahr 2021 wurde am 3. März 2022 durch den Beschluss des Verwaltungsrats der Logwin AG zur Veröffentlichung freigegeben und bedarf nach Luxemburger Recht der Genehmigung durch die Hauptversammlung. Die Logwin AG, 5 an de Längten, L-6776 Grevenmacher, ist eine in Grevenmacher (Luxemburg) gegründete und ansässige, in der Rechtsform einer Luxemburgischen Société Anonyme geführte, und in der Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien an der Frankfurter Wertpa- pierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft gehört dem Prime Standard der Deutsche Börse AG an. Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft ist die DELTON Logistics S.à r.l. mit Sitz in Grevenmacher, Luxemburg. Der Logwin Konzern verfügt als Logistikdienstleister über langjährige Erfahrung, spezialisierte Infrastruktur und Know-how in verschiedenen Branchen von Industrie und Handel und übernimmt für seine Kunden das Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und lokale wie weltweite Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht. Die Hauptaktivitäten der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions sind in Anhangangabe 8 „Segmentberichterstattung“ näher beschrieben. 2 Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS Der Konzernabschluss der Logwin AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden alle für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), vormals International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) bzw. Standing Interpretation Committee (SIC), angewandt. 3 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutter- unternehmens. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskosten- prinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie sonstige finanzielle Vermögens- werte, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstru- mente“ zugeordnet sind. Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzern- abschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro (Tausend € oder TEUR). Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 39 4 Konsolidierungsgrundsätze Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2021 umfasst zwei inländische und 51 ausländische Unternehmen und hat sich wie folgt entwickelt: 31.12.2020 Zugänge Abgänge 31.12.2021 Luxemburg 2 - - 2 Deutschland 11 1 - 12 Übriges Ausland 39 - - 39 Summe 52 1 - 53 Der Zugang betrifft die Neugründung einer deutschen Gesellschaft im Geschäftsfeld Solutions. Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf Seite 103. Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden in voller Höhe eliminiert. Tochterunternehmen werden grundsätzlich ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsoli- diert, das heißt ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Nicht beherrschende Anteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens, die auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften entfallen, die nicht vom Konzern gehalten werden. Nicht beherr- schende Anteile werden in der Gewinn– und Verlustrechnung, in der Gesamtergebnisrechnung, in der Eigenkapitalveränderungsrechnung und innerhalb des Eigenkapitals in der Bilanz – getrennt von dem auf die Aktionäre der Logwin AG entfallenden Anteil – gesondert ausgewiesen. 5 Neue Rechnungslegungsvorschriften Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretation Committee (IFRS IC) haben in den Vorjahren neue Rechnungslegungsvorschriften veröffentlicht. Die folgenden waren für das Geschäftsjahr 2021 erstmals verpflichtend anzuwenden: 40 Standard / Interpretationen Zeitpunkt verpflichtende Anwendung in der EU für den Beginn des Geschäfts- jahres am oder nach dem En- dorse- ment Änderung IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16 Interest Rate Benchmark Reform Phase 2 1.1.2021 Ja Änderung IFRS 16 Auf die Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 1.4.2021 Ja Änderung IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 1.1.2021 Ja Die oben genannten neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für die laufende Berichtsperiode grundsätzlich erstmals anwendbar. Die Änderungen der Interest Rate Benchmark Reform — Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16) beziehen sich auf die Bilanzierung von Änderungen bei der Ermittlung vertraglicher Zahlungsströme als Folge der IBOR-Reform, sie geben ein Enddatum für Erleichterungen aus der Phase 1 für nicht vertraglich spezifizierte Risikokomponenten in Sicherungsbeziehungen an und stellen zusätzliche zeitlich beschränkte Ausnahmen von der Anwendung spezifischer Hedge-Accounting-Anforderungen sowie zusätzliche IFRS 7-Angaben im Zusammenhang mit der IBOR-Reform zur Verfügung. Die Änderung an IFRS 16 Leasingverhältnisse verlängert die für die Leasingnehmer bestehende optionale Erleichterung bei der Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit Covid-19 eine Modifikation ist. Aus den im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden neuen Rechnungslegungsvorschriften haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Logwin AG ergeben. Weiterhin wurden vom IASB und vom IFRS IC die im Folgenden dargestellten neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Von dem Wahlrecht einer im Einzelfall bestehenden Möglichkeit der freiwilligen vorzeitigen Anwendung hat der Logwin Konzern im Geschäftsjahr 2021 keinen Gebrauch gemacht. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 41 Standard / Interpretationen Zeitpunkt verpflichtende Anwendung in der EU für den Beginn des Geschäfts- jahres am oder nach dem En- dorse- ment Änderung IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 1.1.2022 Ja Änderung IAS 16 Erlöse aus der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage 1.1.2022 Ja Änderung IAS 37 Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung 1.1.2022 Ja Änderung diverse Jährliche Verbesserung an den IFRS, Zyklus 2018-2020 1.1.2022 Ja Änderung IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1.1.2023 Nein Änderung IAS 1, Practice Statement 2 Angabe von Rechnungslegungsmethoden 1.1.2023 Nein Änderung IAS 8 Definition von Schätzungen 1.1.2023 Nein Änderung IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 1.1.2023 Nein Neuer Standard IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2023 Ja Änderung IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen 1.1.2023 Nein Mit den Änderungen an IFRS 3 werden veraltete Verweise in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept aktualisiert, ohne die Vorschriften im Standard bedeutend zu ändern. Die Änderungen an IAS 16 verlangen, dass die Erlöse und Aufwendungen im Zusammenhang mit den produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens stammen, getrennt ausgewiesen werden und der Posten angegeben wird, in dem die Erlöse innerhalb der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Mit den veröffentlichten Änderungen an IAS 37 wird konkretisiert, dass sämtliche Kosten der Vertrags- erfüllung, die dem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind, bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend ist, zu berücksichtigen sind. Die Änderung an IAS 1 stellt klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfris- tig nach den Rechten richtet, über die das Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt. 42 Weitere Änderungen an IAS 1 und dem Practice Statement 2 sind Teil der „Disclosure Initiative“ des IASB mit denen klargestellt wird, dass künftige Angaben nur noch zu wesentlichen und nicht mehr zu maßgebli- chen Rechnungslegungsmethoden zu machen sind. Was als wesentlich gilt, richtet sich nach der Entschei- dungsnützlichkeit der Informationen für die Bilanzadressaten. Die Änderungen an IAS 8 beinhalten Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen, um Unternehmen deren Abgrenzung zu erleichtern. Die Änderungen an IAS 12 schränken die sogenannte „Initial Recognition Exception“ ein. IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können. Die Änderungen an IFRS 4 sollen die Umsetzung erleichtern und einige Anforderungen des neuen Stan- dards sowie den Übergang auf die neuen Regeln vereinfachen. Aus den neuen vorangehend erläuterten und überarbeiteten Vorschriften werden aktuell keine wesent- lichen Auswirkungen auf zukünftige Abschlüsse des Logwin Konzerns erwartet. 6 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten Die Aufstellung des Abschlusses erfordert bei einigen Posten Schätzungen und Annahmen und damit Ermessensausübungen des Managements, die Auswirkungen auf die zum jeweiligen Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden bzw. auf die Aufwendungen und Erträge im Berichts- zeitraum haben. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzwerten abweichen, so dass ein Risiko besteht, dass in späteren Geschäftsjahren eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder Schulden erforderlich sein wird. Unsicherheiten bestehen im Bereich des mindestens einmal jährlich verpflichtend durchzuführenden Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted Cash Flow– Methode die zu erwartenden Cashflows, nachhaltige Wachstumsraten sowie ein adäquater gewichteter Kapital- kostensatz (WACC) heranzuziehen sind. Die Komponenten des WACC sind der risikofreie Zins, die Marktrisikoprämie, die sogenannten Beta-Faktoren, der Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread), Länder- risikozuschläge sowie die Verschuldungsquote. Der Buchwert der aktivierten Firmenwerte beträgt zum 31. Dezember 2021 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 18 „Firmenwerte“ verwiesen. Weitere Schätzungen erfordern die versicherungsmathematischen Berechnungen des Werts der Rück- stellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hinsichtlich der gewählten Prämissen. Zum 31. Dezember 2021 beträgt deren Bilanzwert 31,6 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro); es wird auf Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 43 Zudem gibt es Schätzungserfordernisse bei der Aktivierung latenter Steueransprüche in Bezug auf die Erwartung zukünftig zu versteuernder Ergebnisse und deren Verrechnung mit steuerlichen Verlustvor- trägen oder gegebenenfalls vorhandenen latenten Steuerschulden. Der aktivierte Betrag zum Bilanz- stichtag beläuft sich auf 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro); es wird auf die Anhangangabe 26 „Latente Steuern“ verwiesen. Im Rahmen der Bilanzierung sind Annahmen bezüglich Nutzungsdauern von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie Beurteilungen über die Werthaltigkeit zu treffen. Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertge- mindert sein könnte. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte oder im Falle einer jährlich verpflichtend vorzunehmenden Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Zu den Ermessensentscheidungen des Managements zählt ferner die Entscheidung über das Vorliegen der Aktivierungsvoraussetzungen von Entwicklungskosten als selbstgeschaffene immaterielle Vermögens- werte, insbesondere Software. Darüber hinaus ist die Überprüfung einer eventuellen Wertminderung bei Forderungen erforderlich. Sofern Forderungen im Wege des Factoring veräußert werden, ist für den angemessenen Bilanzausweis eine Einschätzung des Managements erforderlich, in welchem Umfang die wesentlichen Chancen und Risiken auf die Factoring-Gesellschaft übergehen. Zum Ausweis des Factoring im Konzernabschluss wird auf Anhangangabe 7 „ Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ – Stichwort „ Factoring“ – verwiesen. Bei der Bilanzierung von Leasingverträgen können die Bestimmung der Laufzeit, der Höhe der Leasing- zahlungen und des als Diskontierungszins verwendeten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermessensbehaftet sein und beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Besonders die Beurteilung von Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen bei Immobilienleasingverträgen beinhaltet Ermessens- entscheidungen des Managements. Des Weiteren sind für die Bildung von Rückstellungen Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zur Höhe von erwarteten Vermögensabflüssen zu treffen. Gemäß den Vorschriften des IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet. 44 7 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Währungsumrechnung Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Logwin AG und der Darstellungs- währung des Konzerns, aufgestellt. Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Mittelkurs zum Ende des Geschäftsjahres, Erträge und Aufwendungen mit dem Durch- schnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus dieser Fremdwäh- rungsumrechnung werden in einem eigenen Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Entwicklungen der Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt: Währungen Durchschnittskurs Stichtagskurs 2021 2020 31.12.2021 31.12.2020 1 EUR = Australischer Dollar AUD 1,5750 1,6551 1,5594 1,6025 Brasilianischer Real BRL 6,3781 5,8908 6,3734 6,3574 Chinesischer Renminbi Yuan CNY 7,6293 7,8741 7,2230 8,0134 Britisches Pfund GBP 0,8597 0,8896 0,8393 0,9031 Hongkong Dollar HKD 9,1938 8,8584 8,8399 9,5210 Polnischer Zloty PLN 4,5651 4,4423 4,5960 4,5565 Singapur Dollar SGD 1,5893 1,5742 1,5330 1,6257 Thailändischer Baht THB 37,8373 35,7089 37,8670 36,7690 US Dollar USD 1,1828 1,1421 1,1334 1,2281 Südafrikanischer Rand ZAR 17,4757 18,7624 18,0173 18,0053 Unternehmenszusammenschlüsse Der Logwin Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat. Nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt Beherrschung vor, wenn ein Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in ein Beteiligungsverhältnis ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernab- schluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Wird Beherrschung über ein Tochterunternehmen erlangt, bewertet der Logwin Konzern entsprechend IFRS 3 alle erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventual- verbindlichkeiten zu ihren zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 45 Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen berechnet sich aus dem prozentualen Anteil der Minderheitsgesellschafter an den Fair Values der identifizierbaren Vermögens- werte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Beim Erwerb von weiteren Anteilen an Unternehmen, bei denen durch vorangegangene Transaktionen bereits die Beherrschung über das Unternehmen erlangt wurde (nicht beherrschende Anteile), handelt es sich im Sinne der Konzerneinheitstheorie um Verschie- bungen im Eigenkapital zwischen den Gesellschaftergruppen. In diesem Fall werden die Anschaffungs- kosten für die zusätzlichen Anteile mit den auszubuchenden nicht beherrschenden Anteilen aufgerechnet und Unterschiedsbeträge unmittelbar erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungs- kosten bewertet, die sich als Überschuss des Kaufpreises des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den Fair Values der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten bemessen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird direkt ergebniswirksam erfasst. Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst. Ertragsrealisierung Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde die Kontrolle über Waren oder Dienstleistun- gen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet. Für die Umsätze aus Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt entsprechend IFRS 15.35 eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, da davon auszugehen ist, dass dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens stetig zufließt und er die Vorteile gleichzeitig erhält und nutzt, während die Leistung erbracht wird. Die Leistungsverpflichtung wird dabei erfüllt, während der Logwin Konzern die Transportdienstleistung erbringt. Als Maßstab für den Grad der Leistungserbringung zu einem Stichtag wird die bereits verstrichene Transportdauer im Verhältnis zur erwarteten Gesamtdauer des Transportes zugrunde gelegt (inputorientierte Methode), da eine Messung der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht praktikabel ist. Für die Erbringung von Transportdienstleistungen im Geschäftsfeld Air + Ocean werden teilweise retro- spektiv wirkende Rabatte gewährt, die auf dem mit dem Kunden erzielten Umsatz oder der Erreichung bestimmter Volumina in einem definierten Zeitraum, der in der Regel 12 Monate beträgt, basieren. Die Erlöse aus den Dienstleistungen werden in Höhe der im Vertrag vereinbarten Gegenleistung abzüglich der geschätzten Rabatte erfasst. Umsatzerlöse werden dabei nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahr- scheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsätze nicht notwendig sein wird. Für die bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode getätigten Umsätze wird eine Rückstellung für die voraussichtlich hierauf zu gewährenden Rabatte gebildet. Für die Verpflichtung des Konzerns, entstandene Transportschä- den zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet. Die in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erbrachten Transportdienstleistungen stellen in der Regel ein Leistungsbündel dar, da die zugesagten Dienstleistungen hochgradig voneinander abhängig sind (IFRS 15.29c) und der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung erbringt (IFRS 15.29a), die einen erheblichen Teil des Leistungsbündels darstellt. Eine Aufteilung des Transaktionspreises auf die 46 zugesagten Leistungskomponenten erfolgt aus diesem Grund nicht, vielmehr wird der Transaktionspreis dem identifizierten Leistungsbündel zugeordnet. Schätzungen hinsichtlich der Erlöse, Kosten oder des Auftragsfortschritts werden korrigiert, wenn sich Umstände ändern. Etwaige daraus resultierende Erhöhungen oder Verminderungen der geschätzten Erlöse oder Kosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Umstände, die Anlass zur Korrektur geben, der Geschäftsführung zur Kenntnis gelangen. Bei Festpreisverträgen zahlt der Kunde einen gegebenenfalls mittels Zahlungsplan festgelegten Betrag. Übersteigen die vom Logwin Konzern erbrachten Leistungen die erhaltenen Zahlungen, wird ein Vertrags- vermögenswert erfasst. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die erbrachten Leistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit bilanziert. Für die Umsätze des Geschäftsfelds Solutions aus der Distribution und Lagerhaltung hat entsprechend IFRS 15.35 ebenfalls grundsätzlich eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zu erfolgen, da die Leistungsverpflichtung durch den Logwin Konzern in der Regel erfüllt wird, während die Dienstleistung erbracht wird. Der Logwin Konzern erfasst den Umsatz in diesem Geschäftsbereich überwiegend ent- sprechend der Vereinfachungsregelung des IFRS 15.B16 in Höhe des Betrages, den das Unternehmen dem Kunden in Rechnung stellen darf, da in der Regel ein Anspruch auf eine Gegenleistung von dem Kunden besteht, die direkt dem Wert der vom Unternehmen für den Kunden bereits erbrachten Gegenleistung entspricht. Die Verträge im Geschäftsbereich Solutions im Zusammenhang mit Lagerhaltung und Distribution enthal- ten in der Regel mehrere Leistungskomponenten, die zwar dem Grunde nach eigenständig sind, d.h. der Kunde kann sie alleine oder zusammen mit anderen zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen. Allerdings erbringt der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung, so dass im Regelfall von einem Leistungsbündel auszugehen ist. Im Konzern existieren keine Verträge mit Kunden, bei denen der Zeitraum zwischen der Übertragung der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden länger als ein Jahr beträgt. Dementsprechend wird die zugesagte Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes angepasst. Unternehmen müssen Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufgliedern, die den Einfluss wirt- schaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Für den Logwin Konzern wird eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach bestehenden Segmen- ten und geografischen Regionen für seine Umstände als angemessen angesehen. Bei Geschäftsvorfällen, die selbst zu keinen Umsatzerlösen führen, die aber zusammen mit den Hauptum- satzaktivitäten anfallen, werden alle Erträge mit den dazugehörigen Aufwendungen, die durch den selben Geschäftsvorfall entstehen, gemäß IAS 1.34 saldiert dargestellt, wenn diese Darstellung den Gehalt des Geschäftsvorfalls oder Ereignisses widerspiegelt; hierunter fallen beispielsweise weiterbelastete Zollge- bühren. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 47 EBITA Eine zentrale Ergebnisgröße des Logwin Konzerns ist das EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortisation). Es ergibt sich aus den Umsatzerlösen, abzüglich der Umsatzkosten, der Vertriebskosten und der Verwaltungskosten; außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermö- genswerte einbezogen. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des den Aktionären der Logwin AG zurechenbaren Perioden- ergebnisses und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eine Verwässerung würde sich ergeben, wenn das Ergebnis durch potenzielle Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Solche Rechte liegen in Bezug auf die Aktien der Logwin AG nicht vor. Free-Cashflow Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Logwin Konzern stellt der Free-Cashflow dar. Der Free- Cashflow definiert sich im Logwin Konzern als Summe aus dem operativen Cashflow und dem Investitions- Cashflow abzüglich der Tilgungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewer- tet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusam- menschluss erworben wurde, entsprechen seinem Fair Value zum Erwerbszeitpunkt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die Aktivierungskriterien erfüllen und die damit verbundenen Kosten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten. Andernfalls werden die Kosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die Folgebewertung erfolgt mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsauf- wendungen. Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen immateriel- len Vermögenswert mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäfts- jahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschrei- bungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behan- delt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht. Aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens jährlich auf Wertminderung geprüft. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten errechnen sich aus der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden bei Abgang des Vermögenswerts erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. 48 Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen zehn und 50 Jahren für Gebäude sowie zwischen drei und 20 Jahren für Maschinen und Betriebs- und Geschäfts- ausstattung. Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen Sachanlage- gegenstand mindestens zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des Vermögenswerts entspricht, erfasst. Eine Sachanlage wird entweder bei ihrem Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten ausgebucht wird, in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Wertminderung von Vermögenswerten Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag und anlassbezogen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte (siehe auch Anhangangabe 6 „Wesentliche Ermessens- entscheidungen und Schätzunsicherheiten“). Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgene- rierenden Einheit) abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittel- zuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags ggf. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, welcher der Vermögenswert zugehört. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungs- werts werden die geschätzten künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts und aus seiner letztendlichen Veräußerung unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögens- werts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Sofern Wertminderungsaufwendungen von Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögenswerten in Bezug auf die Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich sind, werden diese in einem eigenen Posten innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wert- minderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in einer eigenen Position der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 49 An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsauf- wand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungs- aufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungs- aufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichts- perioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen Restbuchwerts, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen. Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions geprüft. Als Stichtag für die jährliche Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmen- werte hat der Logwin Konzern den 31. Dezember eines Geschäftsjahres gewählt. Sollten zu einem anderen Zeitpunkt Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine drohende Wertminderung von Firmenwerten hinweisen, wird eine Werthaltigkeitsbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vorgenommen. Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unter- nehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerieren- den Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind. Jede Einheit, zu der der Firmenwert zugeordnet worden ist, • stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird; und • ist nicht größer als ein Geschäftssegment, gemäß IFRS 8 „ Geschäftssegmente“ Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) bestimmt, auf die sich der Firmenwert bezieht. Die Gruppen von ZGEs entsprechen im Logwin Konzern den Geschäftsfeldern. Liegt der erzielbare Betrag der ZGE unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungs-aufwand erfasst; beim Wegfall der Gründe der Wertminderung dürfen keine Zuschreibun- gen auf zuvor wertgeminderte Firmenwerte vorgenommen werden. In den Fällen, in denen ein Teil einer ZGE veräußert wird, wird der der veräußerten Teileinheit zuzurech- nende Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts der Teileinheit bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung der Teileinheit einbezogen. Ein Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird auf der Grundlage des Verhältnisses des Fair Values der veräußerten Teileinheit zum erzielbaren Betrag des nicht veräußerten Anteils der ZGE ermittelt. 50 Vorräte Die Bewertung der Vorräte erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gleitenden Durch- schnittspreisverfahrens. Bei Risiken, die auf niedriger Umschlagshäufigkeit oder Überalterung der Bestände beruhen sowie bei drohenden Verlusten aus schwebenden Lieferverträgen, wird eine Wert- berichtigung auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen. Ertragsteuern Die Ertragsteuerforderungen bzw. Ertragsteuerverbindlichkeiten werden nach IAS 12 berechnet. Der Betrag der laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten ist die beste Schätzung des zu erwartenden Steuerbetrags und berücksichtigt Unsicherheiten im Zusammenhang mit den laufenden Ertragsteuern, sofern solche bestehen. Ferner werden latente Steueransprüche und latente Steuer- schulden bilanziert. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Bilanz angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen. Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig wahrscheinlich eintretenden Steuerentlastungen bzw. -belastungen werden aktiviert bzw. passiviert, wobei Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit Ertrag- steuern bestehen können, berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz oder der Verlustvortrag verwendet werden kann. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Ent- oder Belastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral. Die jeweiligen Bemessungsgrundlagen werden mit dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich gültigen Steuersatz bewertet. Bei den einbezogenen Unternehmen kommen grundsätzlich landesspezifi- sche Steuersätze zur Anwendung. So wird für die Berechnung deutscher latenter Steuern ein Körper- schaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuersatz angewandt, dessen Hebesätze sich nach den lokalen Gegebenheiten bestimmen. Soweit die latenten Steueransprüche den Betrag der latenten Steuerschulden übersteigen, erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Ergebnisentwick- lung des betreffenden Konzernunternehmens. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahr- scheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden dann nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 51 Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind alle Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu finanziellen Vermögens- werten und bei einem anderen Unternehmen zu finanziellen Verbindlichkeiten oder einem Eigenkapital- instrument führen. Ansatz und Ausbuchung Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag. Ein marktüblicher Kauf oder Ver- kauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermö- genswerten ausgelaufen sind oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bewertung Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Logwin Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum Trans- aktionspreis zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswertes entfallen- den Transaktionskosten. Transaktionskosten von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach der Einstufung in eine der nachfolgend beschriebenen Kategorien. Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach drei Kategorien, welche unterschiedliche Wertmaßstäbe und eine unterschiedliche Erfassung von Wertänderungen zur Folge haben. Die Kategorisie- rung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit von den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird. Der Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, wobei bei der Einteilung grundsätz- lich zwischen Schuldinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten wie folgt zu unterscheiden ist. Schuldinstrumente Die Bewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Logwin Konzern stuft seine Schuldinstrumente in eine der drei folgenden Bewertungskategorien ein: 52 • Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zah- lungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungs- zahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlust- rechnung erfasst, und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen. • FVOCI: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräuße- rung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließ- lich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewer- tet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögens-werts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen Gewinnen/ Verlusten ausgewiesen. • FVTPL: Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ oder „FVOCI“ nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum FVTPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen. Eigenkapitalinstrumente Der Logwin Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert, in der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL). Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (FVTPL) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten erfasst. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 53 Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die verschiedenen Kategorien: Finanzielle Vermögenswerte Bewertung Wertänderungen Erfolgswirksam zum beizulegen- den Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (FVTPL) Fair Value Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst Erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente (FVOCI mit Recycling) Fair Value Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun- gen, Währungsumrechnung und Effektivzins, sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, ergebniswirksame Erfas- sung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung (Recycling) Erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente (FVOCI-Option, ohne Recycling) Fair Value Ergebniswirksame Erfassung von Dividenden, sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, keine ergebniswirksame Erfassung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung (ohne Recycling) Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertete Finanz- instrumente (fAC) Fortgeführte Anschaffungskosten Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun- gen, Währungsumrechnung und Effektivzins Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskate- gorien gemäß IFRS 9 statt. Die Beurteilung des Geschäftsmodells des Konzerns erfolgte erstmals zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 9, dem 1. Januar 2018, und wird laufend überprüft. Die Beurteilung, ob die vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen bestehen, wurde auf der Grundlage der Fakten und Umstände zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der Vermögenswerte vorgenommen. Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend designiert wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Veränderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen sind, werden im sonstigen Ergebnis dargestellt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt. Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewer- tung werden diese Verpflichtungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektiv- zinsmethode bewertet. 54 Finanzielle Verbindlichkeiten Folgebewertung Wertänderungen Zu Handelszwecken gehalten oder beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft Fair Value Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet Fortgeführte Anschaffungskosten Wertänderungen werden unmittelbar ergebnis- wirksam erfasst Der Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (designiert). Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umglie- derungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt. Kategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Ausweis Der Logwin-Konzern hält im Allgemeinen die im Folgenden dargestellten Finanzinstrumente: • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte • Sonstige Forderungen und Vermögenswerte • Finanzanlagen • Derivative Finanzinstrumente • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten • Leasingverbindlichkeiten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Bankguthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, Schecks und kurzfristige Anlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit in liquide Mittel umgewandelt werden können und die einem unwesentlichen Wertänderungsri- siko unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungs- kosten (fAK) bewertet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vom Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb weniger Wochen zu begleichen, enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten und werden als kurzfristig eingestuft. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um vertragliche Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK). Aufgrund der kurzfristigen Art der Forderungen entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 55 Übertragene Forderungen (Factoring) Der Logwin Konzern nutzt für wesentliche deutsche Konzerngesellschaften ein Factoringprogramm. Dabei handelt es sich um eine flexible Finanzierungsform, d. h. durch den Verkauf der Forderungen stellt die Factoring-Gesellschaft eine Linie zur Verfügung, die von Logwin bei Bedarf ganz oder teilweise gezogen werden kann. Die aus dem Verkauf von Forderungen resultierenden Forderungen gegenüber der Factoring- gesellschaft werden, sofern die Linie nicht oder nur teilweise gezogen wird, bilanziell innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgebildet und zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK) bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen einer Factoringvereinbarung potentiell verkauft werden, werden in der Folge zum FVtPL bewertet, da das primäre Ziel nicht in der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows liegt. Die Bilanzierung der Inanspruchnahme der Factoringlinie erfolgt im Logwin Konzern als Minderung des Forderungsbestands, da im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus den Forderungen auf die Factoring-Gesellschaft übertragen werden. Entsprechend wird auch der Cashflow aus der Inanspruchnahme der Linie in der Position „Netto-Mittelabfluss/-zufluss aus der Inanspruchnahme bzw. Rückführung der Factoringlinie“ innerhalb des operativen Cashflows ausgewiesen, sofern im Berichtszeitraum eine Inanspruchnahme bzw. die Rückführung einer zuvor erfolgten Inanspruch- nahme erfolgte. Aus dem anhaltenden Engagement sind keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen zu erwarten. Es gibt keine Verpflichtungen zum Rückkauf von Forderungen. Finanzanlagen Unter den Finanzanlagen werden die folgenden Eigen- und Fremdkapitalinstrumente mit langfristigem Verwendungszweck erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet: • Finanzinvestitionen in Schuldtitel, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden • Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, Änderun- gen des beizulegenden Zeitwerts nicht im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden unter anderem gewährte Kredite, Schuld- verschreibungen und sonstige Forderungen mit Rückzahlungsfristen von weniger als einem Jahr ausgewie- sen. Der Logwin Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaf- fungskosten (fAK), wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cash- flows zu halten, und die Vertragsbedingungen zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Aufgrund der kurzfristigen Art entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. 56 Derivative Finanzinstrumente Im Logwin Konzern werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Risikos einer Wertänderung von entsprechenden Grundgeschäften aufgrund von Marktpreisänderungen eingesetzt. Derivate werden aus- schließlich zu wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen und nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. Da sie die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nicht erfüllen, werden sie zu Zwecken der Rechnungslegung als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei die Wertänderungen im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Sie werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dargestellt, da sie voraussichtlich inner- halb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen werden. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten betreffen noch ausstehende Verbindlichkeiten für die vom Logwin Konzern vor Ende des Geschäftsjahres empfangenen Waren und Dienstleistungen. Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten betreffen aufgenommene Kredite und werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode angesetzt. Diese Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen, es sei denn, deren Begleichung ist nicht innerhalb von 12 Monaten nach der Berichtsperiode fällig. Bewertung und Erfassung erwarteter Kreditverluste Der Logwin Konzern bildet eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Investitionen in Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen. Das allgemeine Wertminderungsmodell sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen (Stufe 3). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte Ansatz des Wertminderungsmodells angewendet, nach welchem für alle Instrumente, unabhängig von ihrer Kreditqualität, eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Kreditrisiken innerhalb jeder Gruppe werden anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Ausgangspunkt hierfür ist in der Regel eine externe Kreditrisikobewertung. Forderungen, welche an eine Factoring- Gesellschaft verkauft wurden, werden anhand des Ratings der Factoring-Gesellschaft bewertet, sofern nicht das Ankaufslimit des einzelnen Kunden, oder des Gesamtforderungsbestands überschritten ist. In diesem Fall wird das individuelle Rating des betroffenen Kunden zugrunde gelegt. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 57 Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle werden seit 1. Januar 2021 auf Basis von Informationen eines externen Dienstleisters über erwartete Ausfallraten berechnet. Die Umstellung hat gegenüber der bis zum 31. Dezember 2020 angewandten Ermittlungsmethode zu keinen wesentlichen Änderungen geführt. Weiterhin werden Ausfallverlustraten (LGD) berücksichtigt, welche aus Erfahrungswerten von Realisie- rungsquoten (recovery rate) abgeleitet sind. Die geschätzten Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente auf Grundlage ihres externen Ratings ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Als mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden werden grundsätzlich Zahlungs- mittel und Zahlungsmitteläquivalente eingestuft, die im Rahmen des Ratings durch Standard & Poor’s als Investment Grade eingestuft werden (AAA bis BBB– ). Durch die Beobachtung von veröffentlichten exter- nen Kreditratings werden Änderungen des Ausfallrisikos überwacht. Der Logwin Konzern berücksichtigt dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht Logwin das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes. Die Gruppe überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der verwendeten Kriterien, um festzustellen, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, und überarbeitet sie gegebenenfalls, um sicherzustellen, dass die Kriterien in der Lage sind, einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos zu erkennen, bevor der Betrag überfällig wird. Makroökonomische Informationen wie etwa Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oder des Welthandels werden als Bestandteil des Bewertungsmodells einbezogen. Finanzielle Vermögenswerte werden abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung eine Reali- sierbarkeit nicht mehr erwartet wird. Als Anhaltspunkt für eine nicht mehr zu erwartende Realisierbarkeit gilt grundsätzlich ein externes Rating von D. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind weitere Indikatoren hierfür eine Überfälligkeit von mehr als 180 Tagen, die Einleitung des Insolvenz- verfahrens oder rechtlicher Schritte. Die Höhe des Abschreibungsbedarfes wird bei diesen in der Bonität beeinträchtigten Forderungen anhand des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit (expected lifetime credit loss) ermittelt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründeten Erwartungen mehr bestehen, dass rechtliche Beitreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Hierbei wird eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung getroffen, inwieweit eine Vertragserfüllung noch wahrscheinlich ist. 58 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) Der Fair Value wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteil- nehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Fair Value-Bewertung basiert auf der Annahme, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Hauptmarkt bzw. vorteilhafteste Markt muss dabei dem Konzern zugänglich sein. Der Fair Value wird unter den Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Zudem wird davon ausgegangen, dass die Markteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des Fair Values eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Markt- teilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der Logwin Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sind gemäß ihrer Bewertungsmethode zu kategorisieren. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert: • Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht berichtigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden. • Stufe 2: Mittelbar oder unmittelbar beobachtbare Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht den Marktpreisnotierungen auf Stufe 1 zuzuordnen sind. • Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value Hierarchie finden am Ende der Berichtsperiode statt. Im Logwin Konzern betrifft die Bilanzierung zum Fair Value solche Finanzinstrumente, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)“ zugeordnet wurden, sowie nicht-finanzielle Vermögenswerte, sofern sie im Rahmen eines Impairmenttests oder aufgrund ihrer Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten abgeschrieben wurden. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 59 Leasingverhältnisse Der neue Leasingstandard IFRS 16 wurde vom Logwin Konzern erstmalig zum 1. Januar 2019 angewendet. Der Konzern hat die Vereinfachungsmöglichkeit zum erstmaligen Ansatz des Nutzungsrechts in Höhe der Leasingverbindlichkeit abzüglich bestehender Abgrenzungsposten für mietfreie Zeiten in Anspruch genom- men. Der Konzern hat zum Umstellungszeitpunkt IFRS 16 auf alle Verträge angewendet, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert wurden. Für seit dem 1. Januar 2019 geschlossene Verträge wird mit Vertragsabschluss geprüft, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder ein solches beinhaltet. Ein Vertrag stellt ein Leasingverhältnis dar oder enthält ein solches, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt auszuüben. Zur Beurteilung, ob ein Vertrag diese Anforderung erfüllt, werden die folgenden Kriterien herangezogen: • Der Vertrag beinhaltet die Nutzung eines explizit oder implizit spezifizierten, identifizierten Vermögens- wertes. Der Vermögenswert muss physisch abgrenzbar sein oder im wesentlich die gesamte Kapazität eines abgrenzbaren Vermögenswertes umfassen. • Der Konzern ist berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes auszuüben. Dies ist gegeben, wenn der Konzern berechtigt ist, die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes zu bestimmen und im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des Vermögenswertes zu ziehen. Beide Kriterien müssen über die gesamte Laufzeit des Vertrages erfüllt sein. Der Logwin Konzern nimmt keine Separierung von Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten vor. Der Konzern nimmt zudem das Wahlrecht zur Nichtbilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse und von Leasingverhältnissen von geringem Wert in Anspruch. Zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht (right of use asset) an dem identifizierten Vermögenswert und die entsprechende Leasingverbindlichkeit. Die erstmalige Bewertung des Nutzungsrechtes erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese umfassen den Wert der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Bilanzierung, Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasing- anreize, die bei oder vor Vertragsschluss geleistet wurden, sowie dem Konzern entstandene anfängliche direkte Kosten und geschätzte Kosten der Demontage des Leasingobjekte, der Wiederherstellung seines Standortes oder der Wiederherstellung eines vertraglich festgelegten Zustands des Leasingobjektes. Das Nutzungsrecht wird im Folgenden linear über die Laufzeit des Leasingvertrages oder die wirtschaftli- che Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben, wobei grundsätzlich der kürzere Zeitraum heranzuziehen ist. Sofern die Ausübung einer Kaufoption zu Beginn des Leasingvertrages hinreichend sicher ist oder der Vertrag eine Eigentumsübertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Vertrags- laufzeit vorsieht, wird die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes als Nutzungsdauer des bilanzierten Nutzungsrechtes herangezogen. Darüber hinaus wird der Buchwert des Nutzungsrechts um Wertminderungen im Sinne von IAS 36 vermindert. 60 Die Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten erfasst. Die Berechnung des Barwerts wird, sofern bestimmbar, mit dem dem Leasing- verhältnis zugrunde liegenden Zinssatz vorgenommen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmen, wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz des Logwin Konzerns herangezogen. Im Regelfall wird im Logwin Konzern der Grenzfremdkapitalzinssatz für die Berechnung des Barwertes verwendet. Die in die Berechnung des Barwertes einfließenden Leasingraten umfassen die folgenden Komponenten: • Feste Leasingzahlungen abzüglich vom Leasinggeber gewährter Leasinganreize für den Abschluss des Vertrages; • variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder einen Zinssatz gekoppelt sind; • im Rahmen von Restwertgarantien durch den Leasingnehmer voraussichtlich zu zahlende Beträge; • den Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Leasingzahlungen bei Ausübung einer Mietverlängerungsoption, sofern zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Optionsausübung ausgegangen wird; • Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingvertrages, wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses bereits davon ausgegangen wird, dass der Leasingnehmer den Vertrag kündigen wird. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten auf Basis der Effektivzinsmethode. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt bei einer Veränderung der zukünftigen Leasingzahlungen, die aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes resultiert, oder bei einer Neueinschätzung der Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie bei einer veränderten Einschätzung über im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlende Beträge und bei sonstigen Modifikationen des Leasingverhältnisses, die nicht zu einem neuen Leasingverhältnis führen. Die Neubewertung führt zu einer entsprechenden Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes bzw., wenn dieser auf null reduziert wird, zu einer Erfassung des überschießenden Anpassungsbetrages in der Gewinn- und Verlustrechnung. Rückstellungen Rückstellungen werden nach IAS 37 ausgewiesen, wenn eine gegenwärtige und verlässlich schätzbare Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht und zu erwarten ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Die Bemessung erfolgt in der Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Im Logwin Konzern bestehen im Bereich der Altersversorgung sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Zusagen. Die leistungsorientierten Pläne werden gemäß IAS 19 als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen passiviert. Die Pensionsverpflichtungen betreffen primär Mitarbeiter deutscher Konzern- unternehmen und bestehen überwiegend aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in österreichischen Gesellschaften gemäß der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Regelung (Abfertigung alt) im Falle einer Pensionierung oder bei vorzeitiger Kündigung eine gesetzliche Abfertigung in Abhängigkeit der Dienstjahre in Höhe von zwei bis zwölf Monaten des letzten monatlichen Bezugs zu. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 61 Die Bewertung der leistungsorientierten Versorgungszusagen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem allgemein anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (sog. Projected-Unit-Credit Methode) durch unabhängige Aktuare. Demgemäß gilt als Pensionsrückstellung für Anwartschaften der Barwert der bei den möglichen zukünftigen Versorgungsfällen zu erwartenden Pensionsleistungen, soweit die jeweilige Leistung am Bewertungsstichtag durch die abgeleistete versorgungsfähige Dienstzeit tatsächlich oder zeitanteilig erdient ist. Dabei werden bei der Bewertung versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontie- rungssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten, die Gehalts- und Rententrends sowie die Fluktuationsraten berücksichtigt. Der Gutachter hat das Zinsfestlegungsverfahren von der Subindexmethode zur Aon Eurozone Yield Curve gewechselt. Hinsichtlich der hierfür erforderlichen Angabe gemäß IAS 8.39 wird auf Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen. Soweit Planvermögen vorliegt, berechnet sich die Pensionsrückstellung durch Saldierung dieses Vermögens mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (sog. Finanzierungsstatus). Bei übersteigenden Verpflichtungen (Planvermögen) wird die saldierte Größe als Nettoschuld aus leis- tungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) bezeichnet. Neubewertungen der Nettoschuld (des Vermögenswertes) setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten aus der Verpflichtung sowie den Erträgen aus Planvermögen, die nicht in den Zinserträgen erfasst werden, zusammen. Sie ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen des Vorjahres sowie aus Annahmenänderungen und werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Dienstzeitaufwendungen werden unter den operativen Aufwendungen ausgewiesen, während die Auf- zinsungsbeträge der Verpflichtung saldiert mit den Zinserträgen des Planvermögens in den Finanzierungs- aufwendungen erfasst werden. Die versicherungsmathematischen Gutachten werden jährlich erstellt. Neben den leistungsorientierten Plänen gibt es im Konzern auch beitragsorientierte Pläne. Hierunter fällt im Regelfall auch die in Deutschland und einigen anderen Ländern vorliegende gesetzliche Rentenver- sicherung. Die Beitragszahlungen dieser Versorgungssysteme werden als Aufwand im Geschäftsjahr erfasst. 8 Segmentberichterstattung Die Zuordnung in die Geschäftssegmente erfolgt nach den Geschäftsfeldern des Logwin Konzerns. Die Segmentstruktur entspricht der gültigen Organisations- und Führungsstruktur des Logwin Konzerns. Somit steht die Berichterstattung im Einklang mit den Anforderungen des IFRS 8. Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Value Added Services. Das Geschäftsfeld Air + Ocean verfügt über ein internationales Netzwerk, welches die Regionen Europe Middle East Africa, America und Asia umfasst. Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der industriellen Kontraktlogistik mit den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Ma- nagement über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsour- cing-Projekten. Des Weiteren unterhält das Geschäftsfeld Solutions Spezialnetzwerke für die Branchen Fashion und Konsumgüter („Retail-Netzwerk“). 62 Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern erfolgen zu marktüblichen Konditionen, die identisch sind mit Transaktionen gegenüber Dritten. Die Daten zu den Geschäftsfeldern werden nach Konsolidierung der Beziehungen innerhalb der Geschäftsfelder dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Geschäftsfeldern werden in der Spalte „Konsolidierung“ eliminiert. Der Erfolg der einzelnen Segmente wird vom Manage- ment auf Basis des operativen Ergebnisses vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) gemessen. Aufwendungen und Erträge, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, werden in der Spalte „Sonstige“ ausgewiesen. Im Folgenden sind die Informationen zu den einzelnen Segmenten nach Geschäftsfeldern für die Zeiträume 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und 2020 dargestellt. 2021 Air + Ocean Solutions Sonstige Konsoli- dierung Konzern Angaben in Tausend € Externe Umsatzerlöse 1.515.258 335.469 1.109 - 1.851.836 Umsatzerlöse zwischen Segmenten 1.759 1.572 1.166 -4.497 - Umsatz 1.517.017 337.041 2.275 -4.497 1.851.836 Operatives Ergebnis vor Wertminderungen 107.966 6.123 -12.024 - 102.065 Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - - -1.125 - -1.125 Operatives Ergebnis vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) 107.966 6.123 -13.149 - 100.940 Wertminderung von Firmenwerten - -8.953 - - -8.953 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 107.966 -2.830 -13.149 - 91.987 Finanzergebnis -3.181 Ergebnis vor Steuern 88.806 Ertragsteuern -25.296 Periodenergebnis 63.510 Segmentvermögen 374.226 114.822 37.259 - 526.307 Nicht zugeordnetes Vermögen 270.718 Summe Konzernaktiva 797.025 Segmentschulden 319.077 78.259 18.345 - 415.681 Nicht zugeordnete Schulden 98.859 Summe Konzernschulden 514.540 Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 63 2020 Air + Ocean Solutions Sonstige Konsoli- dierung Konzern Angaben in Tausend € Externe Umsatzerlöse 789.107 332.853 1.337 - 1.123.297 Umsatzerlöse zwischen Segmenten 596 1.074 1.852 -3.522 - Umsatz 789.703 333.927 3.189 -3.522 1.123.297 Operatives Ergebnis vor Wertminderungen 49.235 6.821 -7.862 - 48.194 Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -175 -267 - - -442 Operatives Ergebnis vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) 49.060 6.554 -7.862 - 47.752 Wertminderung von Firmenwerten - - - - - Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 49.060 6.554 -7.862 - 47.752 Finanzergebnis -3.880 Ergebnis vor Steuern 43.872 Ertragsteuern -9.138 Periodenergebnis 34.734 Segmentvermögen 223.707 117.182 42.342 - 383.231 Nicht zugeordnetes Vermögen 191.191 Summe Konzernaktiva 574.422 Segmentschulden 167.146 70.502 16.507 - 254.155 Nicht zugeordnete Schulden 95.415 Summe Konzernschulden 349.570 Planmäßige Abschreibungen Zugänge zu langfristigen Vermögenswerten Angaben in Tausend € 2021 2020 2021 2020 Air + Ocean -16.455 -16.589 12.686 14.139 Solutions -16.009 -16.461 15.358 29.523 Sonstige -6.728 -5.600 7.712 13.038 Summe -39.192 -38.650 35.756 56.700 Die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten umfassen keine Zugänge zu Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen. 64 Informationen über geografische Gebiete Die folgenden Tabellen präsentieren geografische Informationen zu Umsatzerlösen und zu spezifischen Posten des Anlagevermögens für die Geschäftsjahre 2021 und 2020. 2021 2020 Angaben in Tausend € Deutschland 827.801 45% 491.549 44% Österreich 283.493 15% 219.970 20% Übrige EU 241.559 13% 107.942 10% Asien, Pazifischer Raum 406.541 22% 253.490 23% Sonstige 92.442 5% 50.346 3% Summe Umsatzerlöse 1.851.836 100% 1.123.297 100% Die Zuordnung der Umsatzerlöse von externen Kunden erfolgt nach dem Standort der fakturierenden Einheit. Im Geschäftsjahr 2021 entfallen 8,3 % (Vorjahr: 12,4 %) beziehungsweise 154,5 Mio. Euro (Vorjahr: 139,1 Mio. Euro) der Konzernumsätze auf einen Kunden im Geschäftssegment Solutions. 31.12.2021 31.12.2020 Angaben in Tausend € Deutschland 82.590 66% 90.350 64% Österreich 9.344 7% 10.370 7% Luxemburg 2.202 2% 2.963 2% Übrige EU 19.153 15% 23.125 16% Asien, Pazifischer Raum 11.188 9% 12.265 9% Sonstige 1.261 1% 1.589 2% Summe Anlagevermögen 125.738 100% 140.662 100% Das Anlagevermögen wird dem Standort der betroffenen Vermögenswerte zugeordnet und umfasst Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich Nutzungsrechten aus Leasingverträgen. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 65 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 9 Erlöse aus Verträgen mit Kunden Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden Der Konzern erwirtschaftet überwiegend Erlöse aus der Übertragung von Dienstleistungen, für die eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt. Die Umsatzerlöse werden in den folgenden Segmenten und geografischen Regionen erzielt: 2021 Air + Ocean Solutions Sonstige Konzern Angaben in Tausend € Deutschland 671.947 154.745 1.109 827.801 Österreich 116.220 167.273 - 283.493 Übrige EU 228.108 13.451 - 241.559 Asien, Pazifischer Raum 406.541 - - 406.541 Sonstige 92.442 - - 92.442 Summe Umsatzerlöse 1.515.258 335.469 1.109 1.851.836 2020 Air + Ocean Solutions Sonstige Konzern Angaben in Tausend € Deutschland 315.423 174.789 1.337 491.549 Österreich 71.421 148.549 - 219.970 Übrige EU 98.427 9.515 - 107.942 Asien, Pazifischer Raum 253.490 - - 253.490 Sonstige 50.346 - - 50.346 Summe Umsatzerlöse 789.107 332.853 1.337 1.123.297 Umsatzerlöse mit Kunden resultieren im Segment Air + Ocean aus Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Value Added Services. Im Geschäftsfeld Solutions resultieren die Umsatzerlöse aus indi- viduellen Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der industriellen Kontraktlogistik mit den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Management über Transport, Warehou- sing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren werden Umsätze aus Spezialnetzwerken für die Branchen Fashion und Konsumgüter erzielt. Der Konzern macht von dem praktischen Behelf des IFRS 15.121 bezüglich der Angabe des den verblei- benden Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreises Gebrauch, da Logwin entweder i.d.R. einen Vergütungsanspruch besitzt, der direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits erbrachten Leistung für den Kunden entspricht, oder die noch ausstehende Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrages mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist. Erlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt wurden, beliefen sich in der Berichts- periode auf 3.145 TEUR (Vorjahr: 1.389 TEUR). 66 10 Aufwendungen nach Kostenarten Angaben in Tausend € 2021 2020 Bezogene Leistungen -1.466.428 -807.172 Materialkosten -5.330 -7.138 Personalaufwendungen -205.880 -191.893 Abschreibungen -39.192 -38.650 Übrige Aufwendungen -34.122 -34.340 Summe Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten -1.750.952 -1.079.193 Bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Transportleistungen. 11 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Angaben in Tausend € 2021 2020 Fremdwährungskursgewinne 8.374 8.237 Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten 288 1.189 Übrige Erträge 1.274 4.125 Sonstige betriebliche Erträge 9.936 13.551 Die Position „Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten“ des Vorjahrs enthält Erträge in Höhe von 796 TEUR aus dem Verkauf einer Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war. Im Vorjahr sind in den übrigen Erträge Zahlungen aus einem Insolvenzverfahren in Höhe von 1.965 TEUR enthalten. Angaben in Tausend € 2021 2020 Fremdwährungskursverluste -8.076 -8.332 Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten -437 -126 Übrige Aufwendungen -104 -144 Sonstige betriebliche Aufwendungen -8.617 -8.602 Die Position „ Übrige Aufwendungen“ enthält im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von – 6 TEUR aus der Realisierung von im sonstigen Ergebnis erfassten Rücklagen aus der Währungsumrechnung einer liquidierten Gesellschaft aus dem Geschäftsfeld Air + Ocean. Die Fremdwährungskursgewinne und -verluste spiegeln das Volumen von Geschäftstätigkeiten mit Fakturierung in fremder Währung wider. Die Erträge und Aufwendungen aus Fremdwährungskurseffekten stellen sich saldiert wie folgt dar: Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 67 Angaben in Tausend € 2021 2020 Fremdwährungskursgewinne 8.374 8.237 Fremdwährungskursverluste -8.076 -8.332 Fremdwährungskurseffekte, saldiert 298 -95 12 Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertminderungen operativer IT-Systeme sowie sonstiger Software in Höhe von 3.422 TEUR im Segment Sonstige erfasst. Gegenläufig wurde die Wertaufholung einer Logistikimmobilie im Zusammenhang mit ihrer Veräußerung in Höhe von 2.216 TEUR sowie von dazu gehörigen technischen Anlagen in Höhe von 81 TEUR vorgenommen. Im Vorjahr wurden im Zuge der Aufgabe eines Standortes des Geschäftsfeldes Solutions Wertminderung- en von Maschinen und Fahrzeugen in Höhe von 267 TEUR vorgenommen. Im Geschäftsfeld Air + Ocean wurde im Vorjahr eine weitere Wertminderung auf technische Anlagen in Höhe von 175 TEUR erfasst. 13 Zuwendungen der öffentlichen Hand Bedingt durch die Covid-19 Pandemie wurden im Berichtsjahr 2021 Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 2.200 TEUR u.a. für Kurzarbeit erfolgswirksam vereinnahmt (Vorjahr: 3.089 TEUR). 14 Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzte sich in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 wie folgt zusammen: Angaben in Tausend € 2021 2020 Finanzierungserträge 183 255 Bankzinsen -514 -306 Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten -2.141 -2.991 Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung von leistungsorientierten Verpflichtungen und der Verzinsung des Planvermögens -132 -257 Sonstige Zinsaufwendungen -256 -495 Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen -321 -86 Finanzierungsaufwendungen -3.364 -4.135 Finanzergebnis -3.181 -3.880 In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Avalprovisionen und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen enthalten. 68 15 Ertragsteuern Der Steueraufwand im Logwin Konzern setzt sich wie folgt zusammen: Angaben in Tausend € 2021 2020 Tatsächliche Ertragsteuern -22.944 -9.694 Latente Ertragsteuern -2.352 556 Summe Ertragsteuern -25.296 -9.138 Überleitung des erwarteten Steueraufwands zu dem Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung: Angaben in Tausend € 2021 2020 Ergebnis vor Ertragsteuern 88.806 43.872 Erwartete Ertragsteuern (Steuersatz 28,26 %; Vorjahr: 28,26 %) -25.097 -12.398 Nicht steuerrelevante Wertminderung von Firmenwerten -2.530 - Effekt aus abweichenden ausländischen Steuersätzen 3.979 2.315 Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen -2.440 -2.319 Steuereffekte aus Vorjahren -815 46 Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steueransprüche 1.713 3.051 Sonstige Steuereffekte -106 167 Ausgewiesene Ertragsteuern -25.296 -9.138 Der für das Jahr 2021 zugrunde gelegte gewichtete Steuersatz von 28,26 % (Vorjahr: 28,26 %) entspricht dem Steuersatz der Logwin AG. Die Position „Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steuer- ansprüche“ enthält Effekte aus im Vorjahr nicht angesetzten latenten Steuern in Höhe von 6.608 TEUR (Vorjahr: 6.458 TEUR) und gegenläufige Effekte aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von -4.973 TEUR (Vorjahr: -3.407 TEUR). In der Logwin AG entstanden im Berichtsjahr zusätzliche abzugs- fähige Aufwendungen aus der Abschreibung abzüglich zu versteuernder Erträge aus der Zuschreibung von Beteiligungsbuchwerten in Höhe von 9.827 TEUR (Vorjahr: -28.136 TEUR), welche die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge in gleicher Höhe erhöht haben bzw. mit diesen verrechnet wurden. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 69 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung 16 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten Die Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten im Geschäftsjahr 2021 resultierten aus der Veräußerung einer Logistik- Immobilie des Segments „Sonstige“. Im Jahr 2020 entstanden die Einzahlungen aus dem Verkauf einer Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war. Angaben in Tausend € 2021 2020 Erhaltenes Entgelt 8.100 1.450 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten 8.100 1.450 Im Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 sind folgende Vermögenswerte und Schulden abgegangen: Angaben in Tausend € 2021 2020 Firmenwert - 502 Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte im Sinne von IFRS 16 8.100 3.542 Abgegangene Vermögenswerte 8.100 4.044 Leasingverbindlichkeiten - 3.208 Pensionsrückstellungen - 183 Abgegangene Schulden - 3.391 Die im Jahr 2020 abgegangenen Vermögenswerte und Schulden waren bereits zum vorangegangenen Bilanzstichtag als zur Veräußerung gehalten umgegliedert. 70 17 Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit Die folgenden Tabellen stellen die Entwicklung der im Finanzierungs-Cashflow enthaltenen Verbind- lichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Logwin Konzerns dar: Angaben in Tausend € Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 1. Januar 2021 66 90.832 Zahlungswirksam 67 -33.528 Zahlungsunwirksam: Neue Leasing-Verhältnisse - 24.124 Neubewertung - -2.444 Währungsdifferenzen 2 531 31. Dezember 2021 135 79.515 Angaben in Tausend € Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 1. Januar 2020 79 90.959 Zahlungswirksam -10 -31.442 Zahlungsunwirksam: Neue Leasing-Verhältnisse - 37.401 Neubewertung - -3.746 Währungsdifferenzen -3 -2.340 31. Dezember 2020 66 90.832 Die aus neuen Leasingverträgen resultierenden Anlagenzugänge in Höhe von 24.124 TEUR (Vorjahr: 37.401 TEUR) sind ebenso wie die zugehörigen Verbindlichkeiten nicht zahlungswirksam und damit nicht im Investitions-Cashflow enthalten. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 71 Erläuterungen zur Bilanz 18 Firmenwerte Zuordnung der Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten Als Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten des Logwin Konzerns werden die Geschäftsfelder herangezogen. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte werden den Geschäftsfeldern wie folgt zugeordnet: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Air + Ocean 45.701 45.701 Solutions 11.665 20.618 Firmenwerte 57.366 66.319 Angaben in Tausend € Firmenwerte Buchwert zum 1. Januar 2020 66.319 Buchwert zum 31. Dezember 2020 66.319 Anschaffungskosten 220.076 Kumulierte Wertminderungen -153.757 Buchwert zum 1. Januar 2021 66.319 Wertminderung -8.953 Buchwert zum 31. Dezember 2021 57.366 Anschaffungskosten 220.076 Kumulierte Wertminderungen -162.710 Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte Im Geschäftsjahr 2021 hat der Logwin Konzern die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte, wie im Vorjahr, zum 31. Dezember vorgenommen. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurde der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts („Value in use“) unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, denen ein Finanzplan für einen Zeit- raum von maximal fünf Jahren zugrunde liegt. Der Finanzplan basiert auf den Businessplänen der Geschäftsfelder. 72 Folgende Grundannahmen liegen der Bestimmung der Cashflow-Prognosen zugrunde: • Geplante Umsatzwachstumsraten: Zur Bestimmung der geplanten Umsatzwachstumsraten wurden die in der für das jeweilige Geschäftsfeld relevanten Branche erwarteten Wachstumsraten zugrunde gelegt. Dabei wurde von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen. • Geplante operative Gewinnmargen: Zur Bestimmung der geplanten operativen Gewinnmargen wurden die in den vorhergehenden Geschäftsjahren erzielten Gewinnmargen herangezogen, erhöht um die erwartete Effizienzsteigerung. Berücksichtigt wurde, dass die Ergebnisentwicklung auch von der kon- junkturellen Situation abhängig ist. Planabweichungen wurden analysiert und erforderlichenfalls in Form von Abschlägen auf die vorgelegten Business-Pläne berücksichtigt. Die Höhe erforderlicher Abschläge wird jeweils bei Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung neu festgelegt. Der Businessplan des Geschäftsfelds Solutions sieht für das letzte Planjahr eine EBITA-Marge von 1,7 % vor (Vorjahr: 2,7 %). Als nachhaltige EBITA-Marge wurde die um Sondereffekte bereinigte durchschnittliche EBITA-Marge der Jahre 2021 (Ist) bis 2025 (Plan) in Höhe von 1,6 % (Vorjahr 2,6 %) in die Berechnung der ewigen Rente einbezogen. Nach dem Detailplanungszeitraum wurde unverändert zum Vorjahr eine Wachs- tumsrate von 0,75 % angenommen. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfeldes wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 5,9 % diskontiert (Vorjahr: 5,4 %), der einem Zinssatz vor Steuern von 7,5 % (Vorjahr: 6,9 %) entspricht. Für das Geschäftsfeld Air + Ocean wurde eine nachhaltige EBITA-Marge von 3,7 % (Vorjahr: 3,7 %) und eine unveränderte Wachstumsrate von 1,5 % berücksichtigt. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfeldes wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 6,3 % diskontiert (Vorjahr: 5,9 %), der einem Zinssatz vor Steuern von 8,0 % (Vorjahr: 7,6 %) entspricht. Als Ergebnis des Impairmenttests war für das Geschäftsfeld Solutions die Erfassung einer Wertminderung von 8.953 TEUR auf den erzielbaren Betrag von 46,9 Mio. Euro erforderlich. Berücksichtigt wurden hierbei rückläufige Geschäftsvolumina, insbesondere im deutschen Retail-Netzwerk, sowie die weiterhin intensive Wettbewerbssituation. Für das Geschäftsfeld Air + Ocean führt keine für möglich gehaltene Änderung der wesentlichen Annah- men zu einer Wertminderung. Bei einer für möglich angesehenen Verringerung der für die Finanzplanung des Geschäftsfelds Solutions angenommenen, nachhaltigen EBITA-Marge von aktuell 1,6 % um 0,5 %-Punkte auf 1,1 % ergäbe sich eine vollständige Wertminderung der auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte. Auch eine ver- nünftigerweise für möglich gehaltene Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 1 %-Punkt hätte einen vollständigen Wertminderungsbedarf zur Folge. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 73 19 Sonstige immaterielle Vermögenswerte Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 154 TEUR (Vorjahr: 381 TEUR) in den Umsatzkosten enthalten. Ferner entfallen 4 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) auf die Vertriebskosten und 3.529 TEUR (Vorjahr: 2.029 TEUR) auf die Verwaltungskosten. Im Anlagenbestand des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2021 keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte enthalten. Angaben in Tausend € Software, Konzessionen und andere Rechte Anschaffungskosten 44.877 Kumulierte Abschreibungen -30.965 Buchwert zum 1. Januar 2020 13.912 Währungsdifferenzen -22 Zugänge 11.010 Abgänge -6 Abschreibungen -2.416 Wertminderungen - Buchwert zum 31. Dezember 2020 22.478 Anschaffungskosten 55.272 Kumulierte Abschreibungen -32.794 Buchwert zum 1. Januar 2021 22.478 Währungsdifferenzen -9 Zugänge 5.694 Abgänge -75 Abschreibungen -3.687 Wertminderungen -3.422 Buchwert zum 31. Dezember 2021 20.979 Anschaffungskosten 59.805 Kumulierte Abschreibungen -38.826 Im Berichtsjahr wurden auf IT-Programme wegen eines veränderten Nutzungsumfangs Wertminderungen in Höhe von 3.422 TEUR erfasst. 74 20 Sachanlagen Abschreibungen auf Sachanlagen sind in Höhe von 30.951 TEUR (Vorjahr: 31.528 TEUR) in den Umsatzkosten, 871 TEUR (Vorjahr: 834 TEUR) in den Vertriebskosten und 3.683 TEUR (Vorjahr: 3.872 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Angaben in Tausend € Grundstücke und Gebäude Maschinen und technische Anlagen Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Fuhrpark Anlagen im Bau Gesamt Anschaffungskosten 161.050 36.083 43.504 27.107 1.185 268.929 Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen -74.992 -31.551 -33.746 -12.767 - -153.056 Buchwert zum 1. Januar 2020 86.058 4.532 9.758 14.340 1.185 115.873 Währungsdifferenzen -1.972 -28 -293 -195 - -2.488 Zugänge 31.395 2.731 4.022 6.841 701 45.690 Umbuchungen 65 887 83 - -1.035 - Abgänge -2.526 -280 -353 -1.056 - -4.215 Abschreibungen -25.067 -890 -4.059 -6.218 - -36.234 Wertminderungen - -374 - -68 - -442 Buchwert zum 31. Dezember 2020 87.953 6.578 9.158 13.644 851 118.184 Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen 74.597 138 2.533 9.319 - 86.587 Anschaffungskosten 182.340 38.181 44.450 28.979 851 294.801 Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen -94.387 -31.603 -35.292 -15.335 - -176.617 Buchwert zum 1. Januar 2021 87.953 6.578 9.158 13.644 851 118.184 Währungsdifferenzen 526 6 94 13 - 639 Zugänge 20.913 435 2.858 4.792 1.064 30.062 Umbuchungen 244 159 176 250 -829 - Abgänge -9.844 -149 -450 -421 -54 -10.918 Abschreibungen -24.837 -910 -3.881 -5.877 - -35.505 Wertaufholungen 2.216 81 - - - 2.297 Buchwert zum 31. Dezember2021 77.171 6.200 7.955 12.401 1.032 104.759 Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen 65.006 189 1.575 8.283 - 75.053 Anschaffungskosten 182.277 35.322 43.141 30.030 1.032 291.802 Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen -105.106 -29.122 -35.186 -17.629 - -187.043 Zum 31. Dezember 2021 und 2020 waren keine Sachanlagen durch Grundpfandrechte oder Darlehen belastet. Im Berichtsjahr wurde auf ein in der Vergangenheit wertgemindertes Grundstück einschließlich tech- nischer Anlagen aufgrund des vollzogenen Verkaufs eine Wertaufholung auf den Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt 2.297 TEUR erfasst. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 75 21 Leasing Der Logwin Konzern least wesentliche Teile der von ihm genutzten Logistik- und Büroimmobilien. Die Verträge für Logistikimmobilien haben im Regelfall eine Vertragslaufzeit von fünf bis zehn Jahren und die Büroimmobilien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von drei bis sechs Jahren. Zur Sicherstellung der operativen Flexibilität enthalten viele der Verträge Mietverlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns. Für einige der Immobilien existieren Untermietverhältnisse, die als operative Leasingverhältnisse qualifi- ziert wurden. Darüber hinaus werden wesentliche Teile des Fuhrparks des Logwin Konzerns geleast. Die Leasingverträge haben Laufzeiten von drei bis sechs Jahren und beinhalten teilweise Mietverlängerungs- oder Kaufoptio- nen. Die bilanzierten Nutzungsrechte sind in der Bilanz in den Sachanlagen zum 31. Dezember 2021 sowie 2020 wie folgt enthalten: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Grundstücke und Bauten 65.006 74.597 Technische Anlagen und Maschinen 189 138 Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.575 2.533 Fuhrpark 8.283 9.319 Summe Nutzungsrechte 75.053 86.587 Zum 31. Dezember 2021 wurden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 79.515 TEUR (Vorjahr 90.832 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen. Fälligkeitsanalyse Mit den folgenden Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung der Leasingverbindlichkeiten ist in den kommenden Jahren zu rechnen: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Kleiner 1 Jahr 28.694 31.473 1 bis 5 Jahre 45.282 52.417 Größer 5 Jahre 7.823 10.330 Summe der undiskontierten Leasingzahlungen 81.799 94.220 Barwert der Leasingzahlungen 79.515 90.832 Der Barwert der Leasingzahlungen ist mit 27,884 TEUR (Vorjahr: 30.233 TEUR) in den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten und mit 51.631 TEUR (Vorjahr: 60.599 TEUR) in den langfristigen Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. 76 Für das Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 ergab sich folgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrech- nung: Angaben in Tausend € 2021 2020 Abschreibungen auf Nutzungsrechte: Grundstücke und Bauten -23.425 -23.683 Technische Anlagen und Maschinen -76 -37 Betriebs- und Geschäftsausstattung -943 -1.217 Fuhrpark -4.852 -5.379 Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte -29.296 -30.316 Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten -2.141 -2.991 Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen -62 -106 Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte -644 -489 Erträge aus Unterleasingverhältnissen 2.300 2.840 Aus nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverhältnissen haben sich im Geschäftsjahr und im Vorjahr die folgenden Zahlungsmittelabflüsse ergeben: Angaben in Tausend € 2021 2020 Tilgungen bilanzierter Leasingverpflichtungen 33.528 31.442 Zinszahlungen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen 2.141 2.991 Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 706 595 Summe Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen 36.375 35.028 Aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblie- ben sind, können sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 45.713 TEUR (Vorjahr: 43.929 TEUR) ergeben. Die Vorjahresangabe wurde bezüglich der Höhe einbezogener zukünftiger Leasingraten von zum Bewertungszeitpunkt mietfreien Leasingobjekten korrigiert. Aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit Immobilien, die der Logwin Konzern bereits eingegangen ist, die aber zum 31. Dezember 2021 noch nicht bilanziert wurden, ergeben sich ohne Berücksichtigung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wie im Vorjahr keine zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 77 22 Vorräte In den Vorräten sind überwiegend Verpackungsmaterial und Lademittel im Wert von 1.411 TEUR ausge- wiesen (Vorjahr: 1.455 TEUR). Es wurden keine Vorräte verpfändet. Im Berichtsjahr wurde der Verbrauch von Vorräten in Höhe von 5.330 TEUR als Aufwand erfasst (Vorjahr: 7.138 TEUR). Im Jahr 2021 wurde wie im Vorjahr im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens kein Wertminderungsbedarf von Verpackungsmaterial festgestellt. 23 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 202.143 116.533 Abzüglich Wertberichtigungen aufgrund des vereinfachten Ansatzes -960 -610 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 201.183 115.923 Abzüglich Wertberichtigungen für in der Bonität beeinträchtigte Forderungen -1.127 -1.709 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 200.056 114.214 Forderungen aus Factoring 61.340 26.588 Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Factoring 261.396 140.802 Der Konzern hat die folgenden Vertragsvermögenswerte erfasst: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Transportdienstleistungen 35.108 12.715 Erwartete Kreditverluste aus Vertragsvermögenswerten aufgrund des vereinfachten Ansatzes -186 -71 Vertragsvermögenswert 34.922 12.644 Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 37.549 TEUR (Vorjahr: 16.607 TEUR) wurden mit aufgrund der vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf Gegenleistung saldiert. Aus zum 31. Dezember 2020 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode Erlöse in Höhe von 16.607 TEUR realisiert (Vorjahr: 10.146 TEUR). Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020. 78 Angaben in Tausend € Entspricht externer Rating- einstufung Brutto- buchwert Geschätzte Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Geschätzte Wertberichti- gung Beinträchtige Bonität Geringes Risiko A bis AAA 123.180 0,04% 53 Nein Mittleres Risiko B bis BBB 154.309 0,50% 778 Nein Unterdurchschnittlich C bis CCC 19.975 1,57% 315 Nein Verlustereignis D 1.127 100,00% 1.127 Ja Summe 298.591 2.273 Angaben in Tausend € Entspricht externer Rating- einstufung Brutto- buchwert Geschätzte Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Geschätzte Wertberichti- gung Beinträchtige Bonität Geringes Risiko A bis AAA 63.538 0,02% 14 Nein Mittleres Risiko B bis BBB 84.216 0,55% 444 Nein Unterdurchschnittlich C bis CCC 6.356 3,52% 223 Nein Verlustereignis D 1.726 99,02% 1.709 Ja Summe 155.836 2.390 Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität auf Basis des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit haben sich wie folgt entwickelt: Angaben in Tausend € 2021 2020 1. Januar -1.709 -1.651 Kursdifferenzen -54 128 Zuführungen -525 -630 Verbrauch 333 68 Auflösungen 828 376 31. Dezember -1.127 -1.709 Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens- werte mit nicht beeinträchtigter Bonität im Rahmen des vereinfachten Ansatzes gemäß IFRS 9 haben sich wie folgt entwickelt: Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 79 Angaben in Tausend € 2021 2020 1. Januar -681 -484 Kursdifferenzen -25 27 Zuführungen -507 -274 Auflösungen 67 50 31. Dezember -1.146 -681 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an die Factoring-Gesellschaft verkauft worden sind, waren zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 119,9 Mio. Euro (Vorjahr: 68,1 Mio. Euro) durch Kreditversicherungen besichert. Der Selbstbehalt der besicherten Forderungen beträgt grundsätzlich 10 % (Vorjahr: 10 %). Der Konzern hält darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten oder andere Kreditverbesserungen zur Deckung seiner Kreditrisiken im Zusammenhang mit seinen finanziellen Vermögenswerten. 24 Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Vorsteuer-Erstattungsanspruch 4.384 3.260 Vorauszahlungen 35.202 14.787 Derivative Finanzinstrumente 3.826 514 Übrige Forderungen und Vermögenswerte 1.273 2.125 Summe sonstige Forderungen und Vermögenswerte 44.685 20.686 In den übrigen Forderungen und Vermögenswerten sind zum 31. Dezember 2021 Forderungen aus der Abrechnung von Lademitteln in Höhe von 805 TEUR (Vorjahr: 442 TEUR) enthalten. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Wertminderungen sonstiger Forderungen und Vermögenswerte festgestellt. Im Vorjahr wurden auf Ansprüche gegenüber einer Versicherungsgesellschaft Wertberichtigungen von 380 TEUR gebildet. Mit Ausnahme vereinzelter operativ erforderlicher Hinterlegungen lagen keine Verpfändungen der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte vor. 80 25 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Zahlungsmittel 246.888 167.403 Zahlungsmitteläquivalente 1.125 1.005 Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248.013 168.408 Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente mit einer Gesamtlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeit- punkt – von bis zu drei Monaten. Zum 31. Dezember 2021 beinhalten die Zahlungsmittel Bestände in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro), über die der Logwin Konzern aufgrund einer abwicklungstechnischen Vereinbarung erst nach ca. zwei Arbeitstagen verfügen konnte. Zum 31. Dezember 2021 dienten Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 609 als Einlagen zur Hinterlegung von Bankgarantien und waren somit beschränkt verfügbare Mittel (Vorjahr: 549 TEUR). 26 Latente Steuern Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen: 31.12.2021 31.12.2020 Angaben in Tausend € Latente Steuer- ansprüche Latente Steuer- schulden Latente Steuer- ansprüche Latente Steuer- schulden Immaterielle Vermögenswerte 7.758 - 1.251 - Sachanlagen 166 16.031 1.127 20.238 Finanzanlagen 41 4 127 11 Kurzfristige Vermögenswerte 4.889 3.754 2.681 1.196 Rückstellungen 5.105 4.807 6.928 6 Verbindlichkeiten 20.264 5.679 21.375 1.797 Ertragsteuerliche Verlustvorträge 12.266 - 17.060 - Wertberichtigungen -5.755 - -8.358 - einbehaltene Gewinne in- und ausländischer Tochterunternehmen - 777 - 714 Saldierte Beträge -24.727 -24.727 -22.668 -22.668 Summe latente Steuern 20.007 6.325 19.523 1.294 Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 81 Die bilanzierten latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt verändert: Angaben in Tausend € 2021 2020 Latente Steuern, saldiert zum 1. Januar 18.229 17.451 Erfolgswirksame Veränderung -2.352 556 Erfolgsneutrale Veränderung -2.251 367 Währungs- und sonstige Differenzen 56 -145 Latente Steuern, saldiert zum 31. Dezember 13.682 18.229 Die erfolgsneutrale Veränderung betrifft im Jahr 2021 ebenso wie im Vorjahr latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Hierin sind im Berichtsjahr Effekte aus der erfolgsneutralen Wertminderung bzw. Wertaufholung latenter Steueransprüche in Höhe von -1.421 TEUR enthalten. Im Berichtsjahr wurden auf temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 26,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro) latente Steuerschulden in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) bilanziert. Für temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro) wurden zum 31. Dezember 2021 keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Steuereffekt auf diese Differenzen würde 2,7 Mio. Euro betragen (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro). Saldierte latente Steueransprüche in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR) wurden trotz steuer- licher Verluste im Berichtsjahr oder im Vorjahr aktiviert, da substanzielle Hinweise für ihren Ansatz auf- grund nicht wiederkehrender Einmaleffekte vorliegen. Der Ansatz erfolgte auf Basis der Planungsrechnung- en über das steuerliche Einkommen der entsprechenden Gesellschaften, da innerhalb der zukünftigen fünf Jahre mit nachhaltig positiven operativen Ergebnissen zu rechnen ist. Für die nachfolgend aufgeführten temporären Differenzen und steuerlichen Verluste wurden keine latenten Steueransprüche erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verluste verwendet werden können. Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Steuerliche Verluste 397.778 431.718 Abzugsfähige temporäre Differenzen 11.346 7.478 Summe 409.124 439.196 Verlustvorträge werden, soweit eine Veranlagung der entsprechenden Steuern vorliegt, auf Basis dieser Veranlagung angegeben. Liegt noch keine Veranlagung vor, wird der errechnete bzw. der den Finanzbe- hörden gegenüber erklärte Wert herangezogen. 82 27 Eigenkapital Grundkapital und genehmigtes Kapital Zum 31. Dezember 2021 waren insgesamt 2.884.395 (Vorjahr: 2.884.395) voll eingezahlte nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben. Hiervon befanden sich 2.879.344 Aktien im Umlauf (Vorjahr: 2.881.395). Zum 31. Dezember 2021 befanden sich 5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG (Vorjahr: 3.000 Stück) und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am Grundkapital von 45,52 EUR (Vorjahr: 45,52 EUR). Darüber hinaus verfügt die Logwin AG zum 31. Dezember 2021 über ein genehmigtes Kapital von insgesamt 68.700 TEUR (Vorjahr: 68.700 TEUR), eingeteilt in weitere 1.509.105 neu auszugebende Aktien ohne Nennwert (Vorjahr: 1.509.105). Ergebnisverwendung und Kapitalrücklage Die Hauptversammlung der Logwin AG vom 8. April 2021 hat die Verwendung des Jahresüberschusses per 31. Dezember 2020 von 48.947 TEUR in Form der Einstellung in die Kapitalrücklage beschlossen. Im Vorjahr wurde der Jahresüberschuss per 31. Dezember 2019 von 39.243 TEUR der Kapitalrücklage zugeführt. Aus der Kapitalrücklage wurde auf Beschluss der Hauptversammlung vom 8. April 2021 eine Ausschüttung in Höhe von 10.083 TEUR (Vorjahr: 10.094 TEUR) vorgenommen. Dies entspricht einem Betrag von 3,50 Euro pro Aktie (Vorjahr: 3,50 Euro pro Aktie). Ausschüttung Die Ausschüttung muss von den Anteilseignern in der Hauptversammlung am 8. April 2022 beschlossen werden und wurde folglich in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit bilanziert. Gewinnrücklagen Ausschüttungsfähiger Bilanzgewinn Gemäß Luxemburger Recht sind zumindest 5 % des Jahresüberschusses aus dem lokalen Einzelabschluss einer gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis diese Rücklage 10 % des gezeichneten Kapitals der Gesell- schaft erreicht. Diese Rücklage ist zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 13.130 TEUR (Vorjahr: 13.130 TEUR) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Logwin Konzerns unter der Position „Gewinnrückla- gen“ enthalten. Die gesetzliche Rücklage kann nicht als Dividende ausgeschüttet werden. Leistungsorientierte Versorgungspläne Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Form von versicherungs- mathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Ertrag aus Planvermögen, der nicht in den Zinserträgen erfasst wird, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und sind in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Diese Beträge werden in den Gewinnrücklagen ausgewiesen und belaufen sich zum 31. Dezember 2021 kumuliert auf -15.011 TEUR (Vorjahr: -15.531 TEUR). Die Veränderung des Berichtsjahrs 2021 von 520 TEUR (Vorjahr: -1.248 TEUR) entfällt in vollem Umfang auf die Neubewertungen der Nettoschuld, vermindert um die darauf entfallenden latenten Steuern. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 83 Kumuliertes sonstiges Ergebnis Die Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bedingt durch die Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochter- unternehmen ergab sich zum 31. Dezember 2021 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -3.625 TEUR (Vorjahr: -7.907 TEUR). Die im Eigenkapital erfassten Beträge sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzun- gen in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Eigene Aktien Basierend auf der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 10. April 2019 hat der Verwaltungsrat der Logwin AG am 17. März 2020 beschlossen, erneut ein Aktienrückkaufprogramm zu beginnen. Der Aktien- rückkauf hat am 18. März 2020 begonnen und ist bis zum 28. Februar 2022 befristet. Zum 31. Dezember 2021 befanden sich 5.051 Aktien (Vorjahr: 3.000) im Wert von 800 TEUR (Vorjahr: 387 TEUR) im Besitz der Gesellschaft. Eigene Aktien unterliegen dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. 28 Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über Kreditlinien (ohne Avallinien) in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro), die zum Abschlussstichtag des Berichtsjahrs sowie des Vorjahrs nicht in Anspruch genommen waren. Darüber hinaus stand dem Logwin Konzern zum Stichtag aus dem Factoring in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2021 sowie zum Vorjahresstichtag wurde die Factoringlinie nicht in Anspruch genommen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR). Die Verzinsung der sonstigen kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgte variabel und entsprach daher dem jeweils aktuellen Marktniveau. 29 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Im Logwin Konzern bestehen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen. Beitragsorientierte Versorgungspläne Die beitragsorientierten Versorgungspläne des Konzerns führten im Geschäftsjahr 2021 zu Zahlungen von 659 TEUR (Vorjahr: 501 TEUR) an private Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus erfolgten Beitrags- zahlungen von 8.464 TEUR (Vorjahr: 8.082 TEUR) an gesetzliche Rentenversicherungsträger. 84 Leistungsorientierte Versorgungspläne Die leistungsorientierten Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus (kapitalgedeckten und nicht kapitalgedeckten) Pensionszusagen gegenüber Mitarbeitern vorwiegend deutscher Konzerngesellschaften. Im Logwin Konzern bestehen überwiegend Verpflichtungen aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Bei den zugesagten Leistungen handelt es sich größ- tenteils um lebenslang laufende Rentenzahlungen. Daneben existieren vor allem noch Ansprüche von in Österreich beschäftigten Mitarbeitern aus der gesetzlichen Abfertigung. Charakteristisch für die leistungsorientierten Verpflichtungen ist, dass der Logwin Konzern die zugesagte Leistungshöhe gewährt und somit das Finanzierungs- und das Langlebigkeitsrisiko trägt. Soweit die Ver- pflichtungen teilweise oder vollständig kapitalgedeckt sind, tritt an die Stelle des Finanzierungsrisikos das allgemeine Marktrisiko. Da es sich bei dem im Logwin Konzern vorliegenden Planvermögen im Wesentli- chen um Rückdeckungsversicherungen, Direktversicherungen sowie Unterstützungskassen handelt, deren Volatilität vergleichsweise gering ist, besteht diesbezüglich ein geringfügiges Risiko. Die in der Bilanz angesetzte Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen setzt sich wie folgt zusammen: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Barwert der Verpflichtung 33.330 37.188 Planvermögen -1.714 -1.703 Nettoschuld (Finanzierungsstatus) 31.616 35.485 Die Entwicklung der Nettoschuld im laufenden Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: Angaben in Tausend € 2021 2020 Nettoschuld zum 1. Januar 35.485 34.617 In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand 635 749 Beiträge inkl. Rentenzahlungen des Unternehmens -1.587 -1.145 Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen -2.771 1.615 Planabgeltungen -131 -293 Sonstige Veränderungen -15 -58 Nettoschuld am 31. Dezember 31.616 35.485 Die sonstigen Veränderungen umfassen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung der Nettoschuld. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 85 Die Veränderung der Nettoschuld teilt sich wie folgt auf die Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung und des Planvermögens auf: Angaben in Tausend € 2021 2020 Barwert der Verpflichtung am 1. Januar 37.188 36.271 Laufender Dienstzeitaufwand 503 492 Zinsaufwand 139 270 Versicherungsmathematische Gewinne (-) /Verluste (+) durch Änderung demographischer Annahmen 8 -1 durch Änderungen finanzieller Annahmen -2.085 1.904 durch erfahrungsbedingte Anpassungen -673 -231 Geleistete Zahlungen aus Gesellschaftsvermögen -1.539 -1.102 Geleistete Zahlungen aus Planvermögen -102 -56 Planabgeltungen -131 -293 Sonstige Veränderungen 22 -66 Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 33.330 37.188 Angaben in Tausend € 2021 2020 Planvermögen am 1. Januar 1.703 1.654 Zinserträge auf Planvermögen 7 13 Nicht in den Zinserträgen erfasste Erträge aus Planvermögen 21 57 Beiträge des Arbeitgebers 48 43 Geleistete Zahlungen aus Planvermögen -102 -56 Sonstige Veränderungen 37 -8 Planvermögen am 31. Dezember 1.714 1.703 Das Planvermögen setzt sich zum 31. Dezember 2021 aus Rückdeckungsversicherungen von 668 TEUR (Vorjahr: 717 TEUR), Unterstützungskassen von 353 TEUR (Vorjahr: 349 TEUR), Direktversicherungen von 269 TEUR (Vorjahr: 263 TEUR) sowie sonstigen Sicherungsformen von 424 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR) zusammen. Die voraussichtlichen Beiträge zum Planvermögen belaufen sich im Folgejahr auf 45 TEUR. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungs- pläne erfasst: Angaben in Tausend € 2021 2020 Dienstzeitaufwand -503 -492 Nettozinsaufwand -132 -257 Summe Pensionsaufwendungen -635 -749 86 Von der Gesamtsumme der Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne im Jahr 2021 sind 380 TEUR (Vorjahr: 360 TEUR) in den Umsatzkosten, 66 TEUR (Vorjahr: 69 TEUR) in den Vertriebskosten und 57 TEUR (Vorjahr: 63 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Der Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung sowie aus der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 132 TEUR (Vorjahr: 257 TEUR) wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen. Versicherungsmathematische Annahmen Der Berechnung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt: 31.12.2021 31.12.2020 Abzinsungssatz 1,0% 0,4% Lohn- und Gehaltstrend 2,5% 2,5% Rententrend 1,9% 1,75% Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland wie im Vorjahr die „Richttafeln 2018G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Diskontierungssätze werden grundsätzlich auf Basis der Renditen erstrangiger Unternehmensanleihen bestimmt, deren Laufzeit und Währung den jeweiligen Verpflichtungen entsprechen. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu Grunde, welcher auf Basis der im Geschäfts- jahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon Eurozone Yield Curve“ ermittelt wurde. Wäre die Pensionsverpflichtung zum Stichtag mit dem Diskontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach dem im Vorjahr angewandten Verfahren „Aon Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine um 400 TEUR (1,3 % des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung) höhere Pensionsverpflichtung ergeben. Die Lohn- und Gehaltstrends beinhalten sowohl eine Komponente für eine Inflationsanpassung als auch für karrierebedingte Gehaltssteigerungen und basieren wie auch die Fluktuationsraten auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft. Die Rententrends entsprechen entweder den vertraglich festgelegten Garantierentenanpassungen oder basieren auf den gültigen Regelungen zur Rentenanpassung. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 87 Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswir- kungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung gehabt: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Abzinsungssatz Um 0,5 Prozentpunkte höher -1.950 -2.355 Um 0,5 Prozentpunkte niedriger 2.178 2.644 Lohn- und Gehaltstrend Um 0,5 Prozentpunkte höher 166 188 Um 0,5 Prozentpunkte niedriger -156 -176 Rententrend Um 0,5 Prozentpunkte höher 1.654 1.980 Um 0,5 Prozentpunkte niedriger -1.509 -1.803 Lebenserwartung Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10% 1.237 1.462 Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögli- che Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen wurden nicht berücksichtigt. Für die Ermittlung der Sensitivitäten ist dieselbe Methode wie für die Ermittlung des Barwerts der leistungs- orientierten Pensionsverpflichtungen verwendet worden. Zur Untersuchung der Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung gegenüber einer Veränderung der angenommenen Lebenserwartung wurden im Rahmen einer Vergleichsberechnung die angesetzten Sterbewahrscheinlichkeiten um 10 % abgesenkt; dies führt wie im Vorjahr zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von in etwa einem Jahr. Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungs- orientierten Pensionsverpflichtung beträgt 13,19 Jahre (Vorjahr: 14,76 Jahre). Nachfolgend wird das Fälligkeitsprofil der nicht diskontierten Auszahlungen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung dargestellt: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Zahlungen fällig innerhalb des nächsten Geschäftsjahres 1.867 1.453 Zahlungen fällig in zwei bis fünf Jahren 5.564 5.884 Zahlungen fällig in sechs bis zehn Jahren 6.639 6.878 Zahlungen fällig in elf bis 15 Jahren 5.992 6.528 Zahlungen fällig in 16 bis 20 Jahren 4.905 5.050 Zahlungen fällig in mehr als 20 Jahren 10.651 11.377 88 30 Sonstige langfristige Rückstellungen Angaben in Tausend € Jubiläums- rückstellungen 1. Januar 2021 3.529 Zuführungen 210 Verbrauch -216 Auflösung -164 Kursdifferenzen 6 31. Dezember 2021 3.365 Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellungen belief sich im Jahr 2021 auf 3 TEUR (Vorjahr: 11 TEUR). Der Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu Grunde, welcher auf Basis der im Geschäftsjahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon Eurozone Yield Curve“ ermittelt wurde. Wären die Jubiläumsrückstellungen zum Stichtag mit dem Dis- kontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach dem im Vorjahr angewandten Verfahren „Aon Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine um 8 TEUR (0,8 % des Barwerts der Verpflich- tung) höhere Jubiläumsverpflichtung ergeben. 31 Kurzfristige Rückstellungen Angaben in Tausend € Prozesse und Rechts- streitigkeiten Drohende Verluste Gewähr- leistungen Übrige Summe kurzfristige Rückstellun- gen 1. Januar 2021 990 287 1.665 5.100 8.042 Zuführungen 136 359 1.992 2.396 4.883 Verbrauch -96 -85 -355 -1.249 -1.785 Auflösung -104 -180 -843 -581 -1.708 Kursdifferenzen 3 - -2 37 38 31. Dezember 2021 929 381 2.457 5.703 9.470 Die ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Rechtsstreitigkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2021 aus diversen Prozessrisiken zusammen. Die Gewährleistungsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Fracht- und Haftpflicht- schäden aus der operativen Geschäftstätigkeit. Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen wurden unter anderem für diverse Vertrags- und Regressrisiken sowie ausstehende Rechnungen und Kundenboni gebildet. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 89 32 Ertragsteuerverbindlichkeiten Die bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten ermitteln sich aus abgegrenzten Ertragsteueraufwendungen für das Geschäftsjahr 2021 sowie für frühere Geschäftsjahre in Höhe von 18.425 TEUR (Vorjahr: 6.817 TEUR), abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen in Höhe von 5.631 TEUR (Vorjahr: 3.587 TEUR). 33 Sonstige Verbindlichkeiten Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Personalbezogene Verbindlichkeiten: Lohn- und Gehaltskosten 25.060 19.353 Sozialversicherungen 1.626 1.372 Urlaubsabgrenzung 3.424 2.615 Sonstige Steuern und Abgaben 5.684 4.206 Kundenvorauszahlungen 2.076 980 Derivative Finanzinstrumente 3.486 1.594 Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 6.706 4.448 Summe sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 48.062 34.568 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1 1 Summe sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1 1 Summe sonstige Verbindlichkeiten 48.063 34.569 In den sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sind zum 31. Dezember 2021 757 TEUR (Vorjahr: 420 TEUR) Verbindlichkeiten aus der Abrechnung von Lademitteln enthalten. Die Kundenvorauszahlungen stellen Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 dar. Die Restlaufzeiten der in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar: Angaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Restlaufzeit bis 1 Jahr 35.074 25.273 Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre 1 1 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35.075 25.274 90 Sonstige Angaben 34 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Die nachfolgenden Tabellen geben zusätzliche Informationen zu den im Logwin Konzern vorliegenden Finanzinstrumenten. Zum einen werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 aufgezeigt, zum anderen werden die Bilanzposten, die Finanzinstru- mente enthalten, mit den entsprechenden bilanziellen Wertansätzen sowie ihrem Fair Value dargestellt. Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 Angaben in Tausend € Buchwert 31.12.2021 Gemäß IFRS 9 zwingend zum FV bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 543.155 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) 12.160 12.160 Finanzielle Vermögenswerte 555.315 12.160 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 354.980 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) 3.486 3.486 Finanzielle Verbindlichkeiten 358.466 3.486 Angaben in Tausend € Buchwert 31.12.2020 Gemäß IFRS 9 zwingend zum FV bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 320.451 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) 6.673 6.673 Finanzielle Vermögenswerte 327.124 6.673 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 196.269 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) 1.594 1.594 Finanzielle Verbindlichkeiten 197.863 1.594 Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 91 Buchwerte und Fair Values von Finanzinstrumenten nach Bilanzposten Die folgende Übersicht leitet die vorhandenen Finanzinstrumente auf die entsprechenden Bilanzposten über und gibt den jeweiligen Bewertungsmaßstab, den Wertansatz sowie den Fair Value zum Bilanzstichtag wieder: Angaben in Tausend € Bewertungs- kategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2021 Wertansatz nach IFRS 16 Fair Value 31.12.2021 Vermögenswerte Finanzanlagen FVTPL 781 - 781 fortgeführte AK 563 - 563 n.a. 281 - Sonstige langfristige Vermögenswerte Summe 844 - FVTPL 7.553 - 7.553 fortgeführte AK 253.843 - 253.843 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Summe 261.396 - 261.396 Vertragsvermögenswerte fortgeführte AK 34.922 - 34.922 fortgeführte AK 5.814 - 5.814 FVTPL 3.826 - 3.826 n.a. 35.045 - Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Summe 44.685 - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente fortgeführte AK 248.013 - 248.013 Verbindlichkeiten Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 51.631 51.631 - Sonstige langfristige Verbindlichkeiten fortgeführte AK 1 - 1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fortgeführte AK 323.257 - 323.257 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 27.884 27.884 - Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten fortgeführte AK 135 - 135 fortgeführte AK 31.587 - 31.587 FVTPL 3.486 - 3.486 n.a. 12.989 - - Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Summe 48.062 - - 92 Angaben in Tausend € Bewertungs- kategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2020 Wertansatz nach IFRS 16 Fair Value 31.12.2020 Vermögenswerte Finanzanlagen FVTPL 759 - 759 fortgeführte AK 395 - 395 n.a. 304 - - Sonstige langfristige Vermögenswerte Summe 699 - - FVTPL 5.399 - 5.399 fortgeführte AK 135.403 - 135.403 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Summe 140.802 - 140.802 Vertragsvermögenswerte fortgeführte AK 12.644 - 12.644 fortgeführte AK 3.601 - 3.601 FVTPL 514 - 514 n.a. 16.571 - - Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Summe 20.686 - - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente fortgeführte AK 168.408 - 168.408 Verbindlichkeiten Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 60.599 60.599 - Sonstige langfristige Verbindlichkeiten fortgeführte AK 1 - 1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fortgeführte AK 172.523 - 172.523 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 30.233 30.233 - Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten fortgeführte AK 66 - 66 fortgeführte AK 23.680 - 23.680 FVTPL 1.594 - 1.594 n.a. 9.294 - - Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Summe 34.568 - - Die Fair Values der Finanzinstrumente wurden basierend auf folgenden Methoden und Annahmen ermit- telt: Für börsennotierte Wertpapiere kann der Fair Value durch am Bilanzstichtag vorhandene Marktinformatio- nen gemäß Stufe 1 ermittelt werden. Bei öffentlich gehandelten Finanzinstrumenten stellt der Kurswert am Stichtag den Fair Value des Instruments dar. Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierar- chie mit Hilfe von Bewertungsmethoden, wie z. B. der Barwertmethode, unter Verwendung von entspre- chenden Marktparametern, die direkt beobachtbar und tagesaktuell sind. Die Fair Values der Währungs- derivate wurden dabei unter Berücksichtigung der entsprechenden Spot Rate sowie der Zinskurven der jeweiligen Währung berechnet. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 93 Die Ermittlung der Fair Values von nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich nach der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Die Bewertung erfolgt, da nicht genügend neue Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen bzw. es eine große Bandbreite von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt, entsprechend IFRS 9.B.5.2.3. zu Anschaffungskosten, die als die beste Schätzung des beizulegenden Zeitwertes angesehen werden. Bei den sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen erfolgt die Bestimmung der Fair Values unter der Annahme, dass sich vereinbarte und marktübliche Zinssätze entsprechen. Folglich stim- men die Buchwerte annahmegemäß mit den Fair Values überein. Bei Finanzierungsverbindlichkeiten mit festen Zinssätzen werden die Fair Values mit Hilfe von Bewertungsmodellen berechnet. Die Inputfaktoren (Zinsen) basieren auf beobachtbaren Marktdaten. Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurz- fristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskos- ten“ zugeordnet wurden, sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen auf- grund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbind- lichkeiten des Logwin Konzerns, die mit dem Fair Value bilanziert wurden, entsprechend der Fair Value- Hierarchie. 31.Dezember 2021 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Angaben in Tausend € Vermögenswerte Finanzanlagen 608 - 173 781 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - 7.553 7.553 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - 3.826 - 3.826 Summe 608 3.826 7.726 12.160 Verbindlichkeiten Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - 3.486 - 3.486 31.Dezember 2020 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Angaben in Tausend € Vermögenswerte Finanzanlagen 586 - 173 759 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - 5.399 5.399 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - 514 - 514 Summe 586 514 5.572 6.672 Verbindlichkeiten Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - 1.594 - 1.594 Während des Berichtsjahres sowie des Vorjahres gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3. 94 Nettoergebnis von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien aus der Folgebewertung Nettoergebnis Angaben in Tausend € aus Zinsen Zum Fair Value Wert- berichtigung 2021 Vermögenswerte zu fortgeführten AK 170 - -138 32 Vermögenswerte zum FVTPL -2.380 -26 - -2.406 Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK -930 - - -930 Verbindlichkeiten zum FVTPL 2.405 -141 - 2.264 Summe -735 -167 -138 -1.040 aus der Folgebewertung Nettoergebnis Angaben in Tausend € aus Zinsen Zum Fair Value Wert- berichtigung 2020 Vermögenswerte zu fortgeführten AK 246 - -859 -613 Vermögenswerte zum FVTPL -115 35 - -80 Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK -707 - - -707 Verbindlichkeiten zum FVTPL 2 -38 - -36 Summe -574 -3 -859 -1.436 Bezüglich der Zinserträge und -aufwendungen verweisen wir auf Anhangangabe 14 „Finanzergebnis“. Die Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung zum Fair Value betreffen im Wesentlichen die Bewertungen der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungsrisiken gehalten werden. Die Aufwendungen aus Wertminderungen umfassen Wertberichtigungen auf Forderungen. Finanzielle Risiken Liquiditätsrisiken Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transport- equipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finan- zierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 95 Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regel- mäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital-Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finan- zierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhän- gigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring ein vertraglich vereinbarter, im Geschäfts- jahr nicht genutzter Höchstbetrag von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 21 dargestellt. Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften allgemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Me- chanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert. Kreditrisiken Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt und dem Logwin Konzern dadurch finanzielle Verluste entstehen. Zum 31. Dezember 2021 ergibt sich das maximale Kreditrisiko des Konzerns ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten oder anderen Kreditverbesserungen aus den Buchwerten der jeweiligen bilanzierten finanziellen Vermö- genswerte, wie er in der Konzernbilanz angegeben ist. Für drohende Ausfallrisiken werden Wertberichti- gungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Anhangangabe 23 verwiesen. Demgegenüber sind Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, voll werthaltig. Es bestehen im Wesentlichen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitätsprüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegen gewirkt. Um das Kreditrisiko zu minimieren, hat der Logwin Konzern Kreditrisikoeinstufungen entwickelt, um die Engagements nach ihrem Grad des Ausfallrisikos zu kategorisieren. Die Bonitätsinformationen werden von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt, soweit verfügbar, und, falls nicht verfügbar, verwen- det der Logwin Konzern andere öffentlich zugängliche Finanzinformationen und intern verfügbare Informa- tionen des Konzerns, um seine Großkunden und sonstigen Schuldner zu bewerten. Das Engagement des Konzerns und die Bonität der Gegenparteien werden kontinuierlich überwacht und der Gesamtwert der abgeschlossenen Geschäfte auf die zugelassenen Gegenparteien verteilt. 96 Währungsrisiken Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in ver- schiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesell- schaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte. Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Durch die Sicherungs- geschäfte des Logwin Konzerns im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und – verbindlich- keiten wird die Unsicherheit der zukünftigen Zahlungsströme aus abgesicherten Positionen hinsichtlich des Risikos von Wechselkursschwankungen vermindert. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/– 10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro). Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungs- bezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben. Zinsrisiken Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen, das derzeit aufgrund der mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten unwesentlichen Finanzierungsver- bindlichkeiten als gering eingeschätzt wird. Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten Im nächsten Jahr ist mit Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung von finanziellen Finanzierungsverbindlich- keiten in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR) zu rechnen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Stichtag vorhandene derivative finanzielle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten befindet sich unter unter Anhangangabe 21. Devisentermingeschäfte Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Logwin Konzern verschiedene Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts und zur Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung eingesetzt werden. Die Devisentermin- geschäfte haben alle eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die folgende Tabelle bildet die wesentlichen Geschäfte ab: Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 97 31.12.2021 31.12.2020 Angaben in Tausend € Nominalwert in Fremdwährung Nominalwert in Euro Nominalwert in Fremdwährung Nominalwert in Euro Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften Verkauf AED 12.550 2.947 10.550 2.410 AUD 15.567 9.665 7.646 4.656 CNY 287.540 38.290 86.700 10.752 COP 1.300.000 281 3.575.000 830 CZK 31.300 1.210 5.050 191 GBP 16.110 18.892 700 772 HKD 120.900 13.419 52.200 5.616 HUF 695.000 1.901 222.000 612 PLN 22.600 4.876 1.100 246 RON 1.550 311 2.000 406 SGD - - 3.020 1.855 TRY 18.900 1.493 2.100 216 USD 35.420 30.973 10.330 8.570 Summe - 124.258 - 37.132 Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften Kauf AED 17.550 4.144 17.800 4.076 AUD 8.672 5.466 5.800 3.561 CNY 456.170 61.090 211.230 26.348 COP - - 1.000.000 241 CZK 33.300 1.312 18.550 706 GBP 9.840 11.501 550 607 HKD 308.150 34.309 203.780 22.243 HUF 970.000 2.669 748.900 2.112 RON 1.180 237 300 61 SGD 1.910 1.226 5.440 3.383 THB 12.000 319 6.300 171 TRY 22.400 1.864 3.800 428 TWD 17.000 551 17.000 515 USD 31.341 27.438 8.775 7.264 Summe - 152.126 - 71.716 98 Die folgende Tabelle stellt die Marktwerte und Nominalvolumina der derivativen Finanzinstrumente gegenüber: 31.12.2021 31.12.2020 Аngaben in Tausend € Nominal- volumen Marktwert Nominal- volumen Marktwert Vermögenswerte Devisentermingeschäfte 125.488 3.826 26.132 514 Summe 125.488 3.826 26.132 514 Verbindlichkeiten Devisentermingeschäfte 150.895 3.486 82.716 1.594 Summe 150.895 3.486 82.716 1.594 Den Vermögenswerten stehen jeweils Verbindlichkeiten aus der Bewertung zugrundeliegender Finanzie- rungsgeschäfte gegenüber. Den Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften stehen jeweils Vermö- genswerte aus der Bewertung zugrundeliegender interner Finanzierungsgeschäfte gegenüber. Mit den Banken, über die derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, bestehen in den Rahmen- verträgen Nettingvereinbarungen, die aber grundsätzlich erst im Falle einer Insolvenz greifen. Insofern ist ein Nettoausweis für Zwecke der Bilanzierung unzulässig, da zum Stichtag nur eine theoretische Möglich- keit zur Aufrechnung besteht. Diese würde dazu führen, dass von den ausgewiesenen Schulden in Höhe von 3.486 TEUR insgesamt 3.441 TEUR mit den ausgewiesenen Vermögenswerten von 3.826 TEUR verrechnet werden könnten. Im Vorjahr hätten von den ausgewiesenen Vermögenswerten in Höhe von 514 TEUR insgesamt 514 TEUR mit den ausgewiesenen Schulden von 1.594 TEUR verrechnet werden können. Kapitalmanagement Die Zielsetzung des Kapitalmanagements des Logwin Konzerns besteht in der Wahrung finanzieller Stabilität und der Erhaltung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Logwin AG. Auf negative Veränderungen der Kapitalstruktur kann soweit möglich durch Anpassungen des Eigenkapitals oder der Fremdkapitalausstattung, insbesondere durch die Inanspruchnahme von vorhandenen Kreditlinien und der Factoring-Linie, reagiert werden. Mittel- und langfristige Finanzierungsentscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Kapitalstruktur des Logwin Konzerns geprüft. Darüber hinaus werden kurz- und mittelfristige Veränderungen der Kapital- struktur durch die Analyse des Working Capital systematisch überwacht. Wesentlich sind dabei neben der Entwicklung der absoluten Größen die jeweiligen relativen Veränderungen sowie die Veränderungen zu relevanten Vergleichsgrößen wie den Umsatzerlösen. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 99 Folgende Posten sind Teil des Kapitalmanagements: Аngaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen -79.515 -90.832 Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten -135 -66 Bruttoverschuldung -79.650 -90.898 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248.013 168.408 Nettoliquidität 168.363 77.510 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -323.257 -172.523 Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen -60.898 -46.140 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 261.396 140.802 Vertragsvermögenswerte 34.922 12.644 Ertragsteuerforderungen/-verbindlichkeiten -10.932 -765 Sonstige lang- und kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 45.529 21.385 Vorräte 1.411 1.455 Working Capital -51.829 -43.142 Eigenkapital 282.485 224.852 35 Finanzielle Verpflichtungen Die folgende Tabelle zeigt alle nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen zu den Stichtagen 31. Dezember 2021 und 2020: Аngaben in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020 Fälligkeit innerhalb eines Jahres 13.617 10.995 Fälligkeit innerhalb 2 bis 5 Jahren 10.581 3.180 Fälligkeit in mehr als 5 Jahren 3.148 33 Summe 27.346 14.208 Die finanziellen Verpflichtungen bestehen im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen aus Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen. 100 36 Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren Von den zum 31. Dezember 2021 im Konzern bestehenden Eventualverbindlichkeiten im Sinne von Bankgarantien und anderen Garantien, Patronatserklärungen und sonstigen Haftungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kann angenommen werden, dass keine wesentlichen Verpflichtungen entstehen werden. Sofern erforderlich werden für einzelne Sachverhalte, die möglicherweise zu einer Inanspruchnahme führen können, Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen. 37 Honorar des Abschlussprüfers Das Honorar des Abschlussprüfers für das Berichtsjahr umfasste folgende Leistungen (ohne Auslagen): Аngaben in Tausend € Abschlussprüfer luxemburgischer Gesellschaft Netzwerk des Abschlussprüfers im Ausland 2021 2020 2021 2020 Abschlussprüfung 147 144 681 616 Steuerberatung - - - - Prüfungsbezogene Leistungen - - - - Sonstige Leistungen 9 1 30 139 Gesamt 156 145 711 755 38 Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen Die Bezüge der nicht-exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrats und der Mitglieder des Executive Committee enthalten sämtliche Bezüge von Konzerngesellschaften. Im fixen Anteil der laufenden Bezüge sind auch sonstige Vergütungsbestandteile enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden für Mitglieder des Managements Beiträge an einen beitragsorientierten Pensionsplan von 72 TEUR geleistet (Vorjahr: 88 TEUR). Аngaben in Tausend € 2021 2020 Mitglieder des Executive Committee 2.385 2.356 davon fixer Anteil der laufenden Bezüge 1.287 1.481 davon variabler Anteil der laufenden Bezüge 1.098 875 Nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates (fixe Bezüge) 120 120 Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 101 39 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen Unternehmen und Personen werden als nahe stehend betrachtet, wenn eine der Parteien über die Mög- lichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, oder eine Beteiligung an dem Unternehmen hält, die ihr einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen gibt, wenn eine der Parteien ein assoziiertes Unterneh- men ist, oder wenn eine der Parteien ein Mitglied des Führungspersonals des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens ist. Herr Stefan Quandt gilt als nahe stehende Person zur Logwin AG, da er Alleinaktionär der DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher ist, die mehrheitlich an der Logwin AG beteiligt ist. Er ist ferner alleiniger Gesellschafter der DELTON Health AG und der AQTON SE, beide Bad Homburg, sowie Aktionär und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, München. Er ist im Sinne von IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ eine nahe stehende Person zu diesen Unternehmen. Der Logwin Konzern hat mit der DELTON Logistics S.à r.l. im Berichtsjahr Mieterlöse in Höhe von 8 TEUR erzielt (Vorjahr: 8 TEUR). Der Logwin Konzern hat von der DELTON Logistics S.à r.l. Dienstleistungen in Höhe von 38 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR) bezogen. Darüber hinaus bestanden nachstehende Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit der DELTON Health AG, Bad Homburg v.d.H. und ihren Tochterunternehmen. Аngaben in Tausend € DELTON Health AG und ihre Tochterunternehmen 2021 2020 Erbrachte Dienstleistungen 542 388 Bezogene Dienstleistungen 747 631 Forderungen zum 31. Dezember - - Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 136 141 Weiterhin hat die Logwin AG im Jahr 2020 mit der AQTON SE eine Rahmenvereinbarung für Geldhandels- geschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden kurzfristige Geldanlagen der Logwin AG bei der AQTON SE in Höhe von 75 Mio. Euro (Vorjahr: 50 Mio. EUR). Im Berichtsjahr sind Verwahrentgelte in Höhe von 81 TEUR angefallen (Vorjahr: 18 TEUR). Der Logwin Konzern hat in 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 19.450 TEUR (Vorjahr: 19.068 TEUR) mit Unternehmen der BMW-Gruppe erzielt. Die Forderungen gegen die BMW-Gruppe belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf 3.362 TEUR (Vorjahr: 1.574 TEUR). Außerdem haben Unternehmen des Logwin Konzerns von der BMW-Gruppe Fahrzeuge vorwiegend im Wege des Leasings bezogen. Die hieraus vom Logwin Konzern in 2021 geleisteten Leasingzahlungen belaufen sich auf 1.090 TEUR (Vorjahr: 1.235 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe aus noch nicht gezahlten Leasingraten betragen zum 31. Dezember 2021 65 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR). 102 Mit assoziierten und verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen: Аngaben in Tausend € Assoziierte und verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen 2021 2020 Erbrachte Dienstleistungen 759 721 Bezogene Dienstleistungen 488 252 Forderungen zum 31. Dezember 422 128 Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 280 100 Darüber hinaus gibt es Geschäftsbeziehungen zwischen dem Logwin Konzern und Mitgliedern des Verwaltungsrats. Dem Logwin Konzern entstanden dadurch Aufwendungen in Höhe von 43 TEUR im Geschäftsjahr 2021 (Vorjahr: 71 TEUR). Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen erfolgten ausnahmslos zu marktüblichen Konditionen unter Beachtung des „dealing at arm’s length“-Grundsatzes. 40 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten. Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 103 41 Aufstellung des Anteilsbesitzes Die nachfolgende Tabelle enthält alle Gesellschaften des Logwin-Konzerns zum 31. Dezember 2021: Durchgerechneter Kapitalanteil Solutions Logwin Solutions Management GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Solutions Holding International GmbH, AT-Salzburg 100,00% Logwin Solutions Austria GmbH, AT-Salzburg 100,00% Logwin Solutions Spedition GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Solutions Spain S.A., ES-Madrid 100,00% LOGWIN Romania S.R.L, RO-Bukarest 100,00% Logwin Solutions Deutschland GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Solutions Logistik GmbH, DE-Großostheim 100,00% Air + Ocean Logwin Air + Ocean International GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Air + Ocean UK Limited, GB-Uxbridge 100,00% Logwin Air + Ocean Belgium N.V., BE-Antwerpen 100,00% Logwin Air + Ocean Czech S.r.o., CZ-Prag 100,00% Logwin Air + Ocean Hungary Kft., HU-Budapest 100,00% Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., NL-1438 AX Oude Meer 100,00% Logwin Poland Sp.z.o.o., PL-Piaseczno 100,00% Logwin Air + Ocean Italy S.r.l., IT-Milano 51,00% Logwin Air & Ocean Spain S.L., ES-Barcelona 100,00% Logwin Air + Ocean Austria GmbH, AT-Salzburg 100,00% Logwin Air and Ocean Lojistik Hizmetleri ve Ticaret Limited Sirketi, TR-Istanbul 100,00% Logwin Air + Ocean Slovakia s.r.o. SK-Bratislava 100,00% Logwin Air + Ocean France S.A.S., FR-Villepinte 100,00% Logwin Air and Ocean South Africa (Pty.) Ltd., ZA-Johannesburg 100,00% Logwin Air and Ocean Kenya Ltd., KE-Nairobi 60,00% Logwin Air & Ocean Hong Kong Ltd., HK-Hongkong 100,00% Logwin Air + Ocean Taiwan Ltd, TW-Taipeh 100,00% Logwin Air + Ocean Philippines Inc., PH-Paranaque City 100,00% Logwin Air & Ocean Korea Ltd., KR-Seoul 100,00% Logwin Air + Ocean China Ltd., CN-Shanghai 100,00% Logwin Air & Ocean Far East Ltd., HK-Hongkong 100,00% Logwin Air + Ocean Singapore Pte. Ltd., SG-Singapore 100,00% Logwin Air & Ocean Vietnam Company Limited , VN-Hochiminh City 100,00% Logwin Air + Ocean Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur 100,00% Logwin Air + Ocean (Thailand) Ltd., TH-Bangkok 100,00% P.T. Logwin Air & Ocean Indonesia, ID-Jakarta 90,00% Logwin Air & Ocean India Pvt. Ltd., IN-Mumbai 100,00% 104 Logwin Air & Ocean Australia Pty. Ltd., AU-Alexandria 100,00% Logwin Air + Ocean Mexico S.A. de C.V., MX-City 100,00% Logwin Air + Ocean Colombia SAS, CO-Bogota 100,00% Logwin Air + Ocean Brazil Logística e Despacho Ltda., BR-Sao Paulo 100,00% Logwin Air + Ocean Chile S.p.A., CL-Santiago 100,00% Logwin Air + Ocean Perú S.R.L. PE-Lima 100,00% Logwin Air & Ocean Middle East LLC, AE-Dubai 60,00% Sonstige Logwin AG, LU-Grevenmacher 100,00% Logwin Holding Immo Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Air + Ocean Holding Austria GmbH, AT-Salzburg 100,00% Logwin Road + Rail Austria GmbH i.L., AT-Salzburg 100,00% Thiel AS Logistics AG, LU-Grevenmacher 100,00% Logwin Road + Rail Deutschland GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Holding Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Finance GmbH, DE-Großostheim 100,00% Logwin Service GmbH, DE-Großostheim 100,00% Aschaffenburger Versicherungsmakler GmbH, DE-Großostheim 100,00% Nicht konsolidiert Logwin Air and Ocean Simesonke (Pty.) Ltd., ZA-Spartan-Kempton Park 100,00% Leadway Freight Ltd. HK-Hongkong n.o. 100,00% Logwin Forwarding Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur 49,00% Supply Chain International Ltd., NZ-Auckland 33,00% East West Freight Limited, HK-Hongkong 100,00% Leadway Container Line Ltd., SG-Singapore 100,00% Hellmann Beverage Logistics Inc, US-FL-Miami 50,00% Transcontainer-Universal GmbH & Co. KG, DE-Bremen 0,80% Beteiligungen der Logwin AG werden nicht konsolidiert, sofern die Gesellschaft keinen Geschäftsbetrieb aufweist oder kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt werden kann. Weiterhin erfolgt auch keine Konsolidierung nach der Equity Methode, falls die Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss sind. Im Berichtsjahr 2021 beschäftigte der Logwin Konzern durchschnittlich 4.047 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.215). Konzernabschluss Erklärung des Verwaltungsrats | Versicherung der gesetzlichen Vertreter 105 Erklärung des Verwaltungsrats Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzern- abschlusses und des Konzernlageberichts sowie für alle weiteren im Jahresfinanzbericht gegebenen Informationen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Entsprechend den Vorschriften des Luxemburgischen Handelsgesetzbuches enthält der Konzernlage- bericht eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie darüber hinausgehende Erläuterungen. Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss vorgeprüft und in einer Verwaltungsratssitzung zusammen mit Vertretern der Abschlussprüfer-Gesellschaft ausführlich besprochen. Die Prüfung des Konzernabschlusses und Lageberichts für das Geschäftsjahr 2021 gab keinerlei Anlass zur Beanstandung. Durch Beschluss des Verwaltungsrats wurden der Konzernabschluss und der Konzern- lagebericht zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht bedürfen entsprechend Luxemburger Recht der Genehmigung durch das Organ der Hauptversammlung. Der Verwaltungsrat der Logwin AG Grevenmacher (Luxemburg), den 3. März 2022 106 Versicherung der gesetzlichen Vertreter „Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Konzernberichterstattung der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprech- endes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“ Dr. Antonius Wagner Sebastian Esser (Vorsitzender des Verwaltungsrats) (Stellvertretender Vorsitzender Des Verwaltungsrats)
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