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Linus Digital Finance AG

Earnings Release Jun 7, 2022

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20220428_Linus 04 Lagebericht vFF 1. Grundlagen der Gesellschaft 1.1. Geschäftsmodell 1.2. Forschung und Entwicklung 2. Steuerungssystem 3. Wirtschaftsbericht 3.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld 3.2. Branchenspezifisches Umfeld 3.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.3.1. Geschäftsverlauf 3.3.2. Vermögenslage 3.3.3. Finanzlage 3.3.4. Ertragslage 3.3.5. Gesamtaussage 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Chancen 4.1.1. Digitaler Vertrieb und LINUS Plattform 4.1.2. Alternative Immobilienfinanzierung 4.2. Risiken 4.2.1. Risikomanagementsystem 4.2.2. Risikofelder 4.3. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem 5. Prognosebericht 6. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten 7. Übernahmerelevante Angaben 8. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht 9. Erklärung zur Unternehmensführung 21 Linus 03 Anhang Update 1. Allgemeine Angaben 1.1. Angaben zur Gesellschaft 1.2. Angaben zum Jahresabschluss 1.3. Erläuterung zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz 3. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4. Sonstige Angaben Linus_AG_Bilanz final Linus_AG_GuV final PE_03AS_Anlagenspiegel Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 1/26 Inhaltsverzeichnis 1. Grundlagen der Gesellschaft ........................................................................................................ 2 1.1. Geschäftsmodell ................................................................................................................... 2 1.2. Forschung und Entwicklung ................................................................................................. 2 2. Steuerungssystem ........................................................................................................................ 3 3. Wirtschaftsbericht ........................................................................................................................ 4 3.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld ........................................................................................... 4 3.2. Branchenspezifisches Umfeld ............................................................................................. 4 3.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage .................................................................................. 6 4. Chancen- und Risikobericht ....................................................................................................... 12 4.1. Chancen ............................................................................................................................... 12 4.2. Risiken .................................................................................................................................. 13 4.3. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem .................................................. 19 5. Prognosebericht .......................................................................................................................... 20 6. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten .................. 20 7. Übernahmerelevante Angaben .................................................................................................. 21 8. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht ............................................................................ 26 9. Erklärung zur Unternehmensführung ........................................................................................ 26 Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 2/26 1. Grundlagen der Gesellschaft 1.1. Geschäftsmodell Die Linus Digital Finance AG („LINUS“ oder „Gesellschaft“) betreibt nach eigener Einschätzung die führende digitale Plattform für professionelle Immobilieninvestments in Deutschland. Über diese Plattform stellt LINUS Anlegern private Immobilieninvestments in den Bereichen Private Debt, Private Equity sowie Anlagen in stabilisierte Bestandsobjekte zur Verfügung. Dabei vertreibt die LINUS eigene Investmentprodukte sowie Drittprodukte renommierter Asset Manager. LINUS finanziert über Private-Debt-Fonds Immobilienprojekte mit Fremd- und Mezzanine-Kapital und ermöglicht es semi-professionellen, professionellen und institutionellen Anlegern (Co- Investoren), sich an diesen Investments über die digitale LINUS-Plattform zu beteiligen. LINUS bleibt dabei als Ankerinvestor stets selbst an den Investments beteiligt. Damit bietet die Gesellschaft ihren Co-Investoren exklusiven Zugang zu einer breiten Palette von Immobilieninvestments, typischerweise mit Finanzierungsvolumina zwischen ca. € 5 Mio. und ca. € 100 Mio. und Finanzierungslaufzeiten zwischen ca. 6 und 48 Monaten. Seit Gründung der Linus GmbH im Jahr 2016, die durch Beschluss vom 22. Januar 2021 in die heutige Linus Digital Finance AG formwechselnd umgewandelt wurde, hat LINUS so über € 1 Mrd. in Immobilienprojekte investiert und damit die Realisierung eines Projektvolumen von insgesamt knapp € 2 Mrd. ermöglicht (Stand: März 2022). Seit Dezember 2021 kann der Konzern über eine in Luxemburg regulierte Fonds Struktur Darlehen ausgeben. Der Konzern investiert dabei über LINUS Real Estate Opportunities S.C.Sp, SICAV-RAIF, ein alternativer Investmentfonds (Reserved Alternative Investment Fund (RAIF)) mit zwei Teilfonds (Compartments), namentlich LINUS RE Debt Fund II S.à r.l. und LINUS RE Debt Fund II LEV S.à r.l. („LINUS Lux Fonds“). Sitz dieser Gesellschaften ist 6 Rue Eugène Ruppert 2453 Luxemburg. Dieses wird als assoziiertes Unternehmen gehalten. Der Konzern ist lediglich als Kommanditist („Limited Partner“) an dieser Struktur beteiligt und berät den Fonds über eine 100%ige Tochtergesellschaft in seiner Anlagestrategie. Im Zuge einer strategischen Partnerschaft stellt Bain Capital Credit der LINUS RE Debt Fund II LEV S.à r.l. eine revolvierende Kreditfazilität zur Verfügung, über die bis zu € 183 Mio. abgerufen werden können. Der Fonds ist in Luxemburg reguliert und wird von einem externen Dritten verwaltet. Durch das skalierbare digitale Angebot der Gesellschaft öffnet LINUS für (kleinere) institutionelle und semiprofessionelle sowie professionelle Anleger eine Anlageklasse mit renditestarken Investitionsmöglichkeiten im Immobiliensektor, die diesen Investoren bisher nicht offenstanden. Zudem eröffnet LINUS durch die digitale Plattform neue Vertriebswege für Anlageprodukte im Allgemeinen und für wohlhabende Privatinvestoren (High-Net-Worth Individual (HNWI), Affluent) im Speziellen. 1.2. Forschung und Entwicklung LINUS investiert dabei laufend in die Fortentwicklung der eigenen IT-Lösungen, um durch Automatisierung und digitale Prozesse das Wachstum der Plattform bei gleichzeitig hoher Investorenzufriedenheit zu ermöglichen. Hierzu wurden Investitionen in langfriste Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 3/26 Entwicklungsprojekte getätigt. Diese wurden im Geschäftsjahr 2021 nicht aktiviert. Im Entwicklungsbereich beschäftigte die Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 insgesamt 18 Mitarbeiter (31. Dezember 2020: 3 Mitarbeiter) mit Personalaufwendungen von € 0,9 Mio. im Geschäftsjahr 2021 (Vorjahr: € 0,1 Mio.). Die auf der LINUS-Plattform präsentierten Projekte und Finanzprodukte werden professionell durch den Screening-Prozess der LINUS ausgewählt. Dabei kombiniert LINUS die Expertise der hauseigenen Investment-Experten mit einer daten- und technologiegetriebenen Bewertung auf Basis eines standardisierten Due-Diligence-Prozesses unter Einbeziehung von Drittdienstleistern. Gleichzeitig bietet LINUS digitale Finanzierungslösungen für Immobiliensponsoren, wie etwa Projektentwickler oder andere Immobilieninvestoren, die schnell und flexibel an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Partners angepasst werden können. 2. Steuerungssystem Im Einklang mit unserer Strategie haben wir unser internes Steuerungssystem errichtet und entsprechende Leistungsindikatoren definiert. Detaillierte Quartalsberichte sind ein wichtiges Element unseres internen Management- und Kontrollsystems. Die von uns verwendeten Finanzkennzahlen orientieren sich an den Interessen und Erwartungen unserer Investoren. Wir verwenden finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren, um zu beurteilen, wie erfolgreich wir bei der Umsetzung unserer Strategie sind und steuern hierüber. Die bedeutsamsten finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft stellen das Investitionsvolumen, die Umsatzerlöse, das bereinigte Ergebnis vor Steuern (bereinigtes EBT) sowie die Anzahl qualifizierter Nutzer auf der Plattform dar. Das Investitionsvolumen stellt dabei das im Geschäftsjahr von LINUS Fonds investierte oder im Zuge des Investmentprozesses über externe Kapitalgeber (Off Balance Sheet) vermittelte Kapital dar. Die Umsatzerlöse werden als wichtige Wachstumskennzahl laufend betrachtet und stellen einen wichtigen Faktor für die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts dar. Das bereinigte EBT ist die wichtigste Profitabilitätskennzahl für die Gesellschaft. Das EBT wird dabei um Einmaleffekte bereinigt, die nicht Teil des normalen Geschäftsverlaufs sind. Um das Wachstum der für die langfristige Entwicklung der Gesellschaft entscheidenden digitalen Plattform zu verfolgen, stellt der Gesellschaft auf die Anzahl qualifizierter Nutzer ab. Qualifizierte Nutzer sind Nutzer der Plattform, die von LINUS als semiprofessionelle oder professionelle Investoren eingestuft wurden und konkretes Interesse geäußert haben, als Co-Investor neben LINUS investieren zu wollen. Die Gesellschaft war unter Beachtung der handelsrechtlichen Vorschriften nicht verpflichtet einen Lagebericht für die vergangenen Geschäftsjahre aufzustellen. Aus diesem Grund erfolgte kein Prognose-Ist-Vergleich. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 4/26 3. Wirtschaftsbericht 3.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die anhaltende Coronapandemie hat die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auch im Jahr 2021 geprägt. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens, insbesondere Kontaktbeschränkungen, führten vor allem im Dienstleistungssektor zu starken Einbußen oder zur vorübergehenden Einstellung der wirtschaftlichen Aktivität in den ersten Monaten des Jahres. Zu den besonders betroffenen Branchen zählten wie schon im Jahr 2020 der Einzelhandel (mit Ausnahme der Waren für den täglichen Bedarf), die Gastronomie sowie Dienstleistungen mit Bezug zu Touristik, Freizeit und Kultur. Damit ging auch ein Rückgang des privaten Konsums einher, der sich erst mit Ende des zweiten Lockdowns im Mai 2021 wiederbelebte und der den wichtigsten Treiber für die konjunkturelle Erholung im Sommer darstellte. Entsprechend wies das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal 2021 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes einen Rückgang um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr auf, um im zweiten Quartal 2021 deutlich auf ein Plus von 10,4 % anzuwachsen. Mit Eintritt der vierten Coronawelle im Herbst und der zunehmenden Ausbreitung der Omikron-Virusvariante zum Jahresende 2021 verlangsamte sich der Aufholprozess erneut. Insgesamt erreichte das BIP im Jahr 2021 laut Statistischem Bundesamt nach revidierter Berechnung ein Wachstum von 2,8 %. Die Teuerungsrate, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), stieg im Jahresdurchschnitt 2021 um 3,2 %. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze im Vorjahr sowie höhere Energiekosten zurückzuführen. Ohne Energiekosten lag der HVPI bei 2,3 %. Insgesamt hatten die durch die Pandemie geprägten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen Branchen bislang nur geringe Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit weiter Teile der Immobilienbranche und damit auch der LINUS. Maßgeblich hierfür sind vor allem die weitreichenden staatlichen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sowie eine weiterhin stabile Entwicklung der Immobilienpreise. 3.2. Branchenspezifisches Umfeld Der deutsche Immobilienmarkt zeigte sich im Jahr 2021 robust gegenüber den Folgen der Pandemie und ist im Angesicht einer zunehmenden Beherrschbarkeit dieser und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Aufschwung für das aktuelle Jahr 2022 optimistisch. In Bezug auf die unterschiedlichen Assetklassen wird diese positive Entwicklung unterstrichen von einer sich erholenden Nachfrage nach modernen Büroflächen, einer zunehmenden Aktivität auf dem Einzelhandelsvermietungsmarkt, dem ungebremst hohen Bedarf nach Wohnraum in den Ballungszentren und der immensen Nachfrage nach Logistikimmobilien. Zudem verzeichnete das Hotelgewerbe rasche Erholungstendenzen, jedoch in starker Abhängigkeit von den Fallzahlen. Auf Basis dieser starken Fundamentaldaten wurde in Deutschland 2021 ein Rekordvolumen von € 111 Mrd. in Immobilien investiert, was einem Plus von 40 % im Jahresvergleich entspricht, nach Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 5/26 einer Analyse von CBRE 2022 1 . Auch ohne die milliardenschwere Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia hält das vergangene Jahr diesen Rekordwert. Eine EMEA weite Umfrage des Maklerhauses unter Entscheidungsträgern der Branche ergab zudem, dass Deutschland von internationalen Anlegern als das beliebteste Ziel für Immobilieninvestitionen gesehen wird. Ein Risiko für den Aufschwung des Immobiliensekttors stellt mittelfristig die dynamische Preisentwicklung besonders bei Energie jedoch auch bei anderen Rohstoffen dar. Dieser ist von internationalen Konflikten, gestörten Lieferketten und einem Anziehen der Konjunktur abhängig. Sollten sich die erhöhten Preise durch Lohnerhöhungen verfestigen, erhöht sich der Druck auf die EZB ihre von Niedrigzinsen geprägte Geldpolitik zu überdenken und den Leitzins, der aktuell bei 0 % liegt, zu erhöhen. Wohnimmobilien Der deutsche Wohnungsmarkt zeichnet sich weiterhin durch eine angespannte Angebotssituation in den Ballungszentren aus. Jedoch verlangsamt sich das Wachstum bei den Angebotsmieten, da besonders in den zentralen Lagen der Top-Standorte ein in Relation zum Haushaltseinkommen hohes Niveau erreicht ist. Im Jahresvergleich legte der empirica Preisindex (alle Baujahre) für Mietwohnungen um 4,0 % zu. Dynamischer zeigte sich die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen – hier konnte der Index im gleichen Zeitraum um 13,2 % zulegen 2 . Investmentseitig sind Wohnportfolios laut einer Analyse von CBRE 2021 erneut stärkste Anlageklasse am deutschen Immobilieninvestmentmarkt. Auch wenn dieses Ausnahmeergebnis von knapp € 50 Mrd. durch die Übernahme der Deutschen Wohnen durch die Vonovia im Wert von € 22 Mrd. geprägt war, gewinnen Wohnportfolios immer mehr an Bedeutung. 3 Büroimmobilien Am deutschen Markt für Büroimmobilien konnte vor allem ein sehr starkes 4. Quartal die Nachhaltigkeit des Aufschwungs in dieser Assetklasse bestätigen. Im Jahresvergleich konstatierte BNP ein Umsatzplus von 26,5 % in den analysierten Marktstädten bei gleichzeitig gesunkenem Leerstand. Letzteres ist auch aufgrund der hohen Fertigstellungsraten positiv zu bewerten. Bei den Mieten konnten vor allem Berlin und München die Spitzenwerte auf jetzt jeweils 43,00 EUR/m²/Monat steigern. 4 Finanzmärkte Private Real Estate Debt als Anlageklasse hat über das vergangene Geschäftsjahr 2021 weiter an Bedeutung gewinnen können und etabliert sich als Alternative zu klassischen Bankenfinanzierungen. Laut PwC gaben 74 % der Befragten der Emerging Trends Europe Survey 2022 Studie an, dass sich die Bedeutung alternativer Immobilienfinanzierer im Jahr 2022 erhöhen wird – für Banken lag dieser Wert nur bei 31 % 5 . Letztere müssen sich vor allem auf strengere 1 CBRE, Market Outlook 2022 2 e m piric a a g, e m p iric a -Preisdatenbank 2022 3 CBRE, Market Outlook 2022 4 BNP Paribas Real Estate, Büromarkt Deutschland 2021 5 P wC, Emerging Trends in Real Estate 2022 Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 6/26 Regulierungen, durch die kürzlich beschlossenen und 2023 in Kraft tretenden Basel-III Standards einstellen, die vor allem mehr Eigenkapital fordern. Gleichzeitig bleibt der Finanzbedarf vor allem im Value-Add Bereich, nicht zuletzt bedingt durch ESG-Strategien der Entwickler, enorm. Alternative Finanzierer können sich auf diese neuen Investmentstrategien schneller einstellen und agieren in der Prüfung flexibler. 3.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.3.1. Geschäftsverlauf Wir blicken auf ein für LINUS wegweisendes Geschäftsjahr 2021 zurück. Dieses war geprägt vom Börsengang an die Frankfurter Wertpapierbörse, dem starken Ausbau unserer digitalen LINUS- Plattform sowie dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit Bain Capital Credit. Diese Weichenstellungen stellen das Unternehmen optimal auf, um das nachhaltige Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen. Entwicklung der bedeutsamsten finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 hat die Gesellschaft über die von ihr verwalteten Private Debt Fonds (LINUS Debt Invest DACH I GmbH & Co. KG und neuerdings LINUS RE Debt Fund II S.à r.l. und LINUS RE Debt Fund II LEV S.à r.l.), Darlehensverträge in Höhe von insgesamt € 492 Mio. abgeschlossen (wobei hier das Gesamtvolumen aller direkt gehaltenen Darlehen, Beteiligungen an Konsortialkrediten und Beteiligungen an Zweckgesellschaften, die Darlehen oder andere Finanzierungsinstrumente halten, berücksichtigt werden) und Investments in Höhe von € 7 Mio. in Bestandsobjekte getätigt. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug damit € 499 Mio. Dies stellte ein Wachstum von 83 % gegenüber dem Vorjahr dar. Die Umsatzerlöse der LINUS stiegen gegenüber dem Vorjahr um 32 % auf € 10 Mio. Dieses Wachstum war vor allem auf das gestiegene Investitionsvolumen und den daraus resultierenden Darlehensvermittlungsgebühren zurückzuführen. Das Investitionsvolumen in Immobiliendarlehen stieg auf € 492 Mio. (Vorjahr: € 274 Mio.). Die Anzahl qualifizierter Nutzer stieg im Geschäftsjahr 2021 auf über 1.500, was auf den starken Ausbau der digitalen Plattform zurückzuführen war (Vorjahr: keine Vergleichszahl zum Vorjahr, da es sich um einen im Geschäftsjahr neudefinierten Leistungsindikator handelt). Insgesamt wurde von der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 ein Jahresfehlbetrag von € 11 Mio. erwirtschaftet (Vorjahr: € 4 Mio. Jahresüberschuss). Der Jahresfehlbetrag ist unter anderem auf Einmalkosten für das Aufsetzen der strategischen Partnerschaft mit Bain Capital von rd. € 7 Mio. und aus dem Börsengang von rd. € 1 Mio. zurückzuführen sowie auf insgesamt deutlich gestiegene Ausgaben für neu gewonnenes Personal und Marketing für den Ausbau der digitalen LINUS-Plattform und die Stärkung der Investorenbasis. Das negative bereinigte EBT lag bei EUR 2,7 Mio. (Vorjahr: keine Vergleichszahl zum Vorjahr, da es sich um einen im Geschäftsjahr neudefinierten Leistungsindikator handelt). Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 7/26 Im Hinblick auf das Wachstum des Investitionsvolumens wurde das für das zweite Halbjahr 2021 prognostizierte Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich übertroffen, während das Wachstum der Umsatzerlöse der Prognose entsprach. Der Fehlbetrag für das Gesamtjahr 2021 fiel höher aus aufgrund zahlreicher Einmaleffekte und Wachstumsinvestitionen im zweiten Halbjahr 2021. Börsengang und Kapitalerhöhungen Am 22. Januar 2021 beschlossen die Gesellschafter der LINUS GmbH, die Gesellschaft in die heutige Linus Digital Finance AG umzuwandeln. Dabei wurde das Stammkapital auf € 50.000,00 erhöht. Am 16. April 2021 hielt die Gesellschaft eine ordentliche Hauptversammlung ab. Bei dieser wurde das Grundkapital der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln zunächst auf € 5.945.876,00 erhöht und anschließend eine Erhöhung des Grundkapitals durch Bareinlagen auf € 6.056.666,00 durchgeführt. Am 19. Mai 2021 wurden die Aktien der Gesellschaft zu einem Einstandspreis von € 27,60 in den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) aufgenommen. Am 16. September 2021 wurden 350.000 Aktien der Gesellschaft im Rahmen eines Privatplatzierungsverfahren zu € 37,50 je Aktie auf einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital mit einem Gesamtemissionserlös von € 13,1 Mio. platziert. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich dadurch auf € 6.406.666,00. Strategische Partnerschaft mit Bain Capital Credit Die Gesellschaft begründete am 2. Dezember 2021 mit Bain Capital Credit („Bain“ oder „Bain Capital“) eine strategische Partnerschaft, die über die Laufzeit von mindestens drei Jahren einen wesentlichen Beitrag zum weiteren Wachstum ihres Private-Debt Geschäfts leisten soll. Diese sieht vor (i) die Bereitstellung einer revolvierenden Finanzierungsfazilität zusammen mit einer deutschen Bank für die LINUS RE Debt Fund II LEV S.à r.l. (leveraged AIF) eine Tochtergesellschaft der Beteiligung Linus Real Estate Opportunities S.C.Sp., Luxemburg und (ii) die Möglichkeit mit Unterstützung des Geschäftsnetzwerks von Bain in noch von LINUS unerschlossene geografische Märkte zu expandieren sowie (iii) (iii) die Möglichkeit ausgewählte Investmentprodukte von Bain über die LINUS- Plattform zu vertreiben. Entscheidend ist dabei die revolvierende Finanzierungsfazilität, die durch die Refinanzierung der von der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften vermittelten und über die neu gegründete Lux Fond Struktur bereitgestellten Darlehen, die Finanzierungskosten eben dieser erheblich senkt. Die zeitnahe Abrufbarkeit dieser Fazilität sowie ihre revolvierende Natur sind optimal auf das Geschäftsmodell der Gesellschaft zugeschnitten und stellen einen Vorteil gegenüber Wettbewerben im Markt von Immobilien Private Debt dar. Die revolvierende Nutzung der Bain Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 8/26 Fazilität wird durch die laufende Syndizierung auf der LINUS Plattform ermöglicht. In Folge kann über das Fazilitätscommitment von bis zu EUR 183 Mio. bei erfolgreicher Syndizierung im Jahr ein Vielfaches dessen als Finanzierungsvolumen für Kunden der Linus und damit an Umsatzerlösen aus Vermittlungsgebühren für die Gesellschaft generiert werden. Als Gegenleistung für die strategische Partnerschaft und für die Bereitstellung der Finanzierungsfazilität hat die Gesellschaft Bain die Option einräumt, unter bestimmten, definierten Voraussetzungen eine Barzahlung ab Dezember 2023 innerhalb eines vereinbarten Zeitraums von 12 Monaten zu verlangen. Die Höhe der Barzahlung bemisst sich nach einer vertraglich festgelegten Preisformel, welche an die zukünftige Entwicklung des Aktienkurses der Linus Digital Finance AG gekoppelt ist. Zum Ausübungszeitpunkt wird der Schlusskurs der Linus- Aktie ins Verhältnis zu bestimmten, am 2. Dezember 2021 definierten Ausübungspreisen gesetzt. Die Differenz zwischen dem Schlusskurs zum Ausübungszeitpunkt und zum Ausübungspreis definiert die Höhe der Barzahlung für eine am 2. Dezember 2021 vereinbarte Anzahl von Referenzaktien. Den Zahlungsanspruch von Bain kann die Muttergesellschaft statt durch Barzahlung nach eigenem Ermessen entweder vollständig oder teilweise durch (i) Ausgabe und Lieferung neuer Aktien aus einer Erhöhung des Grundkapitals – insbesondere aus genehmigtem Kapital – gegen Einbringung des Zahlungsanspruchs von Bain als Sacheinlage, (ii) Lieferung eigener Aktien oder (iii) eine Kombination aus (i) und (ii) erfüllen. Zudem ist ein Ausgleichsmechanismus vorgesehen, der Bain für Kursänderungen in der Zeit der Abwicklung einer Kapitalerhöhung nach (i) kompensiert. Die Gesellschaft hat das Recht diese Zahlungsverpflichtung in eigenen Aktien zu bedienen. Der Vorstand plant diese vollständig aus genehmigtem Kapital zu bedienen. Der Optionswert, der keinen bilanzierungsfähigen Vermögenswert darstellt, beträgt € 4,9 Mio. und wurde im Geschäftsjahr 2021 aufwandswirksam erfasst indem eine entsprechende Rückstellung gebildet wurde. Darüber hinaus verpflichtete sich die Muttergesellschaft unwiderruflich und bedingungslos, an Bain eine Bereitstellungsgebühr („Commitment-Fee“) zu zahlen, die nach einer vertraglich festgelegten Formel berechnet wird. Die Gebühr steht im direkten Zusammenhang mit der Kreditgewährung, insbesondere im Hinblick auf die finale Festlegung der Geschäftskonditionen (Verzinsung). Diese Verpflichtung wurde im Geschäftsjahr 2021 aufwandswirksam erfasst (€ 1,6 Mio.). Umstrukturierungen Am 20. Dezember 2021 wurde die 100%ige Tochter der Gesellschaft, LINUS Finance Brokerage GmbH aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 4. November 2021 rückwirkend zum 1. Januar 2021 mit der Linus Digital Finance AG verschmolzen. Covid-19 Die im Jahr 2020 weltweit aufgetretene COVID-19-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und damit auch auf den deutschen Immobilienmarkt. Zum Zeitpunkt des Abschlusses zum 31. Dezember 2021 war die Gesamtwirtschaft noch von der Coronavirus- Pandemie betroffen. Der Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet, da ein erneutes Aufflammen der Pandemie nicht ausgeschlossen werden kann. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 9/26 Die aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Einschränkungen für Offline-Geschäfte haben unseres Erachtens auch eine allgemeine Verlagerung von Offline- zu Online-Geschäftsmodellen begünstigt. Wir sind daher der Meinung, dass die Immobilienfinanzierung reif für eine digitale Disruption ist, einschließlich offener, aber gezielterer, schnellerer und effizienterer Prozesse mit weniger Zwischenhändlern. Die Verlagerung von Offline- zu Online-Geschäftsmodellen kann sich auch negativ auf die Marktwerte von Immobilienprojekten wie Hotels und Einzelhandel auswirken und somit auch die Marktwerte unseres Kreditportfolios beeinflussen. 3.3.2. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 37.4 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 13,8 Mio.). Der größte Teil der Bilanzsumme der Gesellschaft besteht aus Finanzanlagen (43 % der Bilanzsumme; 44 % zum 31. Dezember 2020), Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (30 % der Bilanzsumme; 20 % zum 31. Dezember 2020) sowie Forderungen (26 % der Bilanzsumme; 34 % zum 31. Dezember 2020). Das Eigenkapital der Gesellschaft erhöhte sich auf EUR 23,8 Mio., was einem Anstieg von EUR 17,9 Mio. gegenüber dem 31. Dezember 2020 entspricht. Hintergrund waren Kapitelerhöhungen, welche den Bilanzverlust für das Geschäftsjahr 2021 von EUR 10,2 Mio. kompensieren konnten. Die Finanzanlagen stiegen im Wesentlichen durch den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen (EUR 3,0 Mio.) sowie Investitionen in verbundene Unternehmen (EUR 8,4 Mio.). Gegenläufig wirkte sich die Rückzahlung von Ausleihungen (EUR 1,5 Mio.) aus. Die Verbindlichkeiten stiegen zum 31. Dezember 2021 leicht auf EUR 5,3 Mio. gegenüber EUR 5,1 Mio. zum 31. Dezember 2020. Hierbei wurde der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf EUR 2,7 Mio. durch den Abbau von Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von EUR 4,1 Mio. auf EUR 1,0 Mio. im Wesentlichen ausgeglichen. 3.3.3. Finanzlage Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 ein negatives Ergebnis vor Steuern von EUR 11,6 Mio.. Insgesamt erhöhte sich der Zahlungsmittelbestand um EUR 8,5 Mio. auf EUR 11,2 Mio. zum 31. Dezember 2021 gegenüber EUR 2,7 Mio. zum 31. Dezember 2020. Aus Kapitalerhöhungen flossen der Gesellschaft EUR 25,8 Mio. an zusätzlicher Liquidität zu, die den Jahresfehlbetrag mehr als ausgleichen konnten. Zugleich wirkten sich der Erwerb von Minderheitenbeteiligungen in Höhe von EUR 2,7 Mio. sowie Investitionen in verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 7,8 Mio. gegenläufig aus. Die Gesellschaft verfügt weiterhin über eine gute Liquiditätsposition und hat ihre Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit erfüllt. Kapitalstruktur Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 10/26 Die Kapitalstruktur der Gesellschaft zeichnet sich durch eine hohe Eigenkapitalquote von 63,6 % aus. Die Gesellschaft nahm im Geschäftsjahr 2021 verzinsliche Darlehen in Höhe von € 2,7 Mio. auf, welche die eigentlichen Finanzverbindlichkeiten der Gesellschaft darstellen. Ferner machte die Gesellschaft als Kommanditist (Limited Partner) des LINUS Lux Fonds Kapitalzusagen von € 12,5 Mio. EURm Zinssatz Fälligkeit 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020 Langfristige verzinsliche Darlehen Raisin Bank Darlehen 7,75% p.a. 16/08/2024 2,7 -- Langfristige verzinsliche Darlehen 2,7 -- Zum 31. Dezember 2021 betrug das gezeichnete Kapital € 6,4 Mio. und war vollständig eingezahlt. Das Grundkapital ist eingeteilt in 6.406.666 Stückaktien. Der auf die Stückaktien jeweils entfallende rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt € 1,00. Es wurden 121.287 eigene Aktien von der Gesellschaft gehalten. Aus den Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen durch Ausgabe neuer Aktien flossen der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 insgesamt liquide Mittel in Höhe von € 488.823 sowie Aufgelder in Höhe von € 25.401.215 zu. Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements Vorrangiges Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, den Unternehmenswert zu maximieren und gleichzeitig die finanziellen Risiken zu minimieren. Die Anlaufphase der Gesellschaft (bzw. ihrer Rechtsvorgängerin) wurde durch eine Darlehensfinanzierung durch die Aktionäre der Gesellschaft finanziert. Anschließend finanzierte die Gesellschaft den Großteil ihrer Aktivitäten durch die Erwirtschaftung von Gewinnen (organisch) und zahlte in dieser Phase auch das Gesellschafterdarlehen zurück. Gegenwärtig beabsichtigt die Gesellschaft, alle verfügbaren Ressourcen und künftige Gewinne aus dem operativen Geschäft einzubehalten, um zusätzliches Kapital für das organische Wachstum der Gesellschaft bereitstellen zu können, sofern verfügbar. Den zusätzlichen Kapitalbedarf durch Investitionen in und Entwicklungskosten für die digitale Plattform plant die Gesellschaft, vor allem über rechtzeitige Kapitalerhöhungen über den Kapitalmarkt zu decken. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft eine Dividendenzahlung an die Aktionäre vornehmen, Kapital an die Aktionäre zurückgeben oder neue Aktien ausgeben. 3.3.4. Ertragslage Im Geschäftsjahr 2021 steigerte LINUS die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,5 % auf EUR 10,3 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR 7,8 Mio.). Wesentliche Ursache waren gestiegene Vermittlungsgebühren, die sich auf EUR 9,2 Mio. beliefen und damit um 38% im Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 11/26 Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 anstiegen (Vorjahreszeitraum: EUR 6,6 Mio.). Dies ergab sich aus einem gestiegenen Darlehensvolumen von EUR 492 Mio., was einem Anstieg von 80,0 % entspricht (Vorjahreszeitraum: EUR 274 Mio.). Hiermit konnte ein leichter Rückgang in der Marge auf das finanzierte Volumen auf 2,0 % mehr als kompensiert werden (Vorjahreszeitraum: 2,2 %). Der Umsatz der Gesellschaft setzte sich wie folgt zusammen: TEUR 2021 2020 Finanzierungsvermittlungsgebühren 9.144 6.661 Break-Fees, Break-up-Fees, Exit Fees, Handling Fee 477 720 Setup Fees 174 0 Asset Management Fees 432 375 Gebühren für die Vermögensverwaltung 36 28 Andere 49 55 Umsatzerlöse 10.312 7.839 Der Personalaufwand stieg auf EUR 5,3 Mio. und damit erheblich im Vergleich zum Vorjahr (EUR 2,0 Mio.). Grund hierfür war der Personalaufbau auf 68 Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2021 (26 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2021), welcher im Kontext des Ausbaus der digitalen Plattform sowie des generellen Wachstums der Gesellschaft zu sehen ist. Hierbei wurden vor allem in den Bereichen Marketing, IT und Produkt personelle Kapazitäten geschaffen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von EUR 2,2 Mio. im Vorjahr ebenfalls erheblich auf EUR 18,0 Mio. zum 31. Dezember 2021. Davon entfielen EUR 8,9 Mio. auf Einmalkosten, die sich zusammensetzen aus (i) Kosten für das Aufsetzen der revolvierenden Kreditfazilität und dazugehörigen Strukturen in Luxemburg in Höhe von EUR 6,5 Mio., (ii) Kosten im Zusammenhang der Börsennotierung von EUR 1,3 Mio., (iii) Wertminderungen auf Forderungen in Höhe von EUR 0,6 Mio. sowie einmalige Kosten der Personalbeschaffung von EUR 0,5 Mio. Der Anstieg in den laufenden betrieblichen Aufwendungen war getrieben von deutlich gestiegenen Marketingausgaben von EUR 4,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) sowie höheren Aufwendungen für Buchhaltung und Prüfungsgebühren von EUR 0,7 Mio. (Vorjahr: TEUR 44). Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) aufgrund der erheblichen Einmalkosten sowie der getätigten Investitionen in das zukünftige Wachstum von EUR 11,6 Mio. erwirtschaftet, gegenüber einem positiven EBT von EUR 5,5 Mio. im Vorjahr. Das negative, um Einmalkosten bereinigte EBT lag bei EUR 2,7 Mio. bzw. bei EUR +1,3 Mio. vor Marketingausgaben. Nach Steuern betrug der Jahresfehlbetrag EUR 10,8 Mio. (Jahresüberschuss Vorjahr: 3,8 Mio.). 3.3.5. Gesamtaussage Die Ertragslage war insbesondere durch starkes Umsatzwachstum bei gleichzeitig stark steigenden Aufwendungen und Einmalkosten (Bain, IPO Kosten, Wertminderungen auf Forderungen, Personalbeschaffung) geprägt. Die Finanzlage war von den Kapitalerhöhungen geprägt, während die Vermögenslage durch die Kapitalerhöhungen und Aufnahme des festverzinslichen Darlehens geprägt war. Der Vorstand beurteilt die Entwicklung des Geschäftsjahrs 2021 unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen trotz des erzielten Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 12/26 negativen Ergebnisses als positiv. Sowohl ausgegebene Darlehen als auch Umsatz konnten erheblich gesteigert werden, was eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums der Gesellschaft darstellt. Die Investitionen in Marketing sowie Plattformausbau und -optimierung bilden dabei eine wichtige Grundlage für zukünftiges Wachstum. Mit der erfolgreichen Durchführung des Börsengangs hat die Gesellschaft zudem die zukünftige finanzielle Flexibilität erheblich ausgebaut. Darüber hinaus ergeben sich aus der strategischen Partnerschaft mit Bain künftige Ertragspotenziale. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Chancen 4.1.1. Digitaler Vertrieb und LINUS Plattform Durch den digitalen Vertrieb ergeben sich erhebliche Chancen für die Gesellschaft, die Anzahl der Co-Investoren auf eine skalierbare Art und Weise erheblich zu vergrößern. Hier konkurriert die Gesellschaft zwar auch mit etablierten Wettbewerbern aus den Bereichen Private Banking und Wealth Management, ist jedoch aufgrund des digitalen Ansatzes differenziert und zukunftsweisend aufgestellt. Während viele Wettbewerber dieses Segment durch konventionellen analogen Vertrieb ansprechen, bietet LINUS seinen Co-Investoren einen erheblichen Mehrwert bei gleichzeitig leichter skalierbaren Prozessen. Die LINUS-Co-Investments können unabhängig von Öffnungszeiten jederzeit durch einen digitalen Produktzugang, digitales Onboarding und vollständig digitale Signingprozesse durchgeführt werden. Die Gesellschaft ist überzeugt, dass Investoren angesichts der fortschreitenden Digitalisierung einen solchen Zugang inzwischen auch von alternativen Finanzprodukten erwarten und sich LINUS so erheblich von Wettbewerbern absetzen kann. Ferner ermöglicht die digitale LINUS-Plattform, Investoren professionelle Immobilieninvestments in einer Granularität („Deal by Deal“) anzubieten, die bisher nur sehr großen institutionellen Investoren offenstand. Konventionelle Alternativen, etwa das Direktinvestment in offene oder geschlossene Immobilienfonds oder börsennotierte Immobilienunternehmen, erlauben immer nur eine Anlage in ein Portfolio ohne granulare Wahlmöglichkeiten. Auch hier sind wir überzeugt, dass die Möglichkeit granulare Investmententscheidungen zu treffen immer mehr von Investoren gefordert werden wird. Im Bereich von Aktieninvestments macht sich dies bereits mit dem Erfolg sogenannter Neobroker bemerkbar. Alternativ hat LINUS das sog. Managed Portfolio im ersten Halbjahr 2021 eingeführt, das Co-Investoren ermöglicht, zugleich in zehn LINUS-Projekte zu investieren. Im Immobiliensektor ist LINUS sehr stark positioniert, von diesem Trend zu profitieren. Der operative Aufwand, der mit der Granularität einhergeht, wird durch die digitale Automatisierung von Prozessen und die eigens von und für LINUS entwickelte LINUS-Plattform minimiert. Mit der Einführung von LINUS Core wurde zudem die Möglichkeit geschaffen, für Co- Investoren in attraktive Bestandsobjekte mit laufenden Ausschüttungen und Teilhabe am Wertzuwachs über LINUS-eigene Strukturen zu investieren. In Zeiten eines langanhaltenden Niedrigzinsumfelds, welches nun auch von steigender Inflation geprägt ist, stehen HNWI und andere Privatinvestoren vor denselben Herausforderungen wie institutionelle Anleger, Investments mit attraktiven Renditen zu finden. Im Gegensatz zu institutionellen Anlegern haben HNWI allerdings nur sehr begrenzt Zugang zu alternativen Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 13/26 Investments mit höheren Renditeprofilen und einem attraktiven Chancen-Risiko-Profil. In diesem Segment sind Immobilieninvestments eine nachgefragte Assetklasse und notwendiges Element einer Portfoliodiversifizierung. LINUS öffnet für HNWI professionelle Immobilieninvestments und bietet somit den Co-Investoren einen hohen Mehrwert an. Daraus resultiert ein starkes Wachstumspotenzial der Gesellschaft. 4.1.2. Alternative Immobilienfinanzierung LINUS fokussiert sich bei Investments in Immobilienfinanzierung auf ein in mehrfacher Hinsicht attraktives Marktsegment. Mit Ticketgrößen zwischen EUR 5 Mio. und EUR 100 Mio. sind die typischen LINUS-Investments zu klein für große institutionelle Kreditfonds und zugleich zu groß für Family Offices und private Individuen. Dieses teils unterfinanzierte Marktsegment bietet LINUS auch in Zukunft erhebliches Wachstumspotenzial. Immobiliensponsoren, die in dieser Größenordnung agieren, sind typischerweise mittelständisch und regional geprägt. Aus dieser Kombination entsteht ein attraktives Kundensegment. Mittelständische Immobiliensponsoren haben selten Zugang zu Kapitalmärkten und sind zugleich häufig durch ihr Eigenkapital begrenzt. LINUS als Mezzanine- und Whole-Loan- Finanzierer ist in der Lage, diese mitunter erhebliche Finanzierungslücke zu schließen und Sponsoren so einen signifikanten Mehrwert zu liefern. Zugleich zeichnen sich diese mittelständischen, häufig inhabergeführten Sponsoren regelmäßig durch ein hohes Maß an Erfahrung und eine tiefe Kenntnis ihrer lokalen Märkte aus. Die resultierenden Projekte stellen in dieser Konstellation eine attraktive Investmentmöglichkeit für LINUS Co-Investoren dar. In einem historisch kompetitiven Immobilienmarkt spielen auch Schnelligkeit und Transaktionssicherheit eine entscheidende Rolle für Immobiliensponsoren bei der Auswahl ihrer Finanzierungspartner. Durch einen technologiegestützten Prozess und den LINUS Private Debt Fonds ist LINUS in der Lage, verhältnismäßig schnell Finanzierungen zu strukturieren und bereit zu stellen und sich so beispielsweise auch gegenüber Banken im Wettbewerb zu behaupten. 4.2. Risiken 4.2.1. Risikomanagementsystem Zum Zweck des systematischen und organisatorischen Umgangs mit Risiken ist der Vorstand im Prozess, ein umfassendes Risikomanagementsystem zu implementieren. Dafür sind geeignete Instrumente zur Erkennung, Analyse, Bewertung und Ableitung von Maßnahmen definiert und werden zeitnah systematisch umgesetzt und weiterentwickelt. Ziel ist es, frühzeitig und proaktiv relevante Informationen über potenzielle und tatsächliche Risiken und deren direkte und indirekte finanzielle Auswirkung für die Linus Digital Finance AG zu sammeln, um diese zu steuern und den Unternehmenswert nachhaltig zu sichern. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Die Strukturen, welche ein effektives Risikomanagementsystem auch bei zunehmender Größe und Komplexität der Gesellschaft ermöglichen, befinden sich im Aufbau. Das Risikomanagementsystem der Gesellschaft stellt sicher, dass Risiken systematisch identifiziert, erfasst, gesteuert und bei Bedarf intern und extern kommuniziert werden. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt anhand der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 14/26 sowie des Risikoausmaßes. Das Risikomanagementsystem bildet ausschließlich die Risiken ab, Chancen werden derzeit nicht erfasst. Die direkte Verantwortung zur Früherkennung, Analyse, Steuerung und Kommunikation der Risiken obliegt dem operativen Management. Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche (insb. Corporate und Funds) sowie durch regelmäßige Berichterstattung informieren die Geschäftsbereiche über Veränderungen der geschäftsbereichsindividuellen Risikosituation. Zu dem bei der Linus Digital Finance AG eingesetzten Risikomanagementsystem wird ergänzend ein Frühwarnsystem etabliert. Die Kennzahlen ermöglichen eine objektive Übersicht über die finanzielle Situation der Gesellschaft, einen Soll-Ist-Vergleich zwischen Budget und Kosten, eine detaillierte Vorausschau erwarteter Umsätze für jedes Segment, ein bereichsspezifisches Kostencontrolling, ein Kostencontrolling für Marketingmaßnahmen, ein Projektmanagement Tool für die Gesellschaft und weitere prozesstechnische Indikatoren. Mit diesen Instrumenten prüft der Vorstand regelmäßig und zeitnah, ob sich Einschätzungen und Rahmenbedingungen verändert haben und welche Korrekturmaßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen sind. 4.2.2. Risikofelder Risikofelder, die aus der gegenwärtigen Perspektive die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen könnten, sind nachfolgend dargestellt. Dies müssen nicht zwangsläufig die einzigen Risiken sein, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Weitere Risiken, welche die Geschäftstätigkeit beeinflussen könnten, sind derzeit nicht bekannt oder werden als nicht wesentlich eingeschätzt. Risiken aus Verstößen gegen Compliance-Anforderungen Die Linus Digital Finance AG ist auf die Beachtung von Compliance-Standards durch alle Mitarbeiter und das Management angewiesen. Auf der Grundlage dokumentierter Regelungen und Richtlinien, gelebter Grundsätze sowie des einschlägigen Rechts beruht die Geschäftstätigkeit der Linus Digital Finance AG darauf, dass diese Gesetze, Richtlinien, Standards und Prozessvorgaben von ihren Mitarbeitern und dem Vorstand eingehalten werden. Wenn es dem Management der Gesellschaft nicht gelingt, Unternehmensrichtlinien zu dokumentieren und durchzusetzen, oder wenn Mitarbeiter strafbare, unrechtmäßige oder unethische Handlungen (einschließlich Korruption) begehen, kann dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Finanzierungsbedingungen und das Betriebsergebnis der Linus Digital Finance AG haben. Diese Folgen können auch eintreten, wenn durch eine Reputationsschädigung zukünftige Geschäftsmöglichkeiten negativ beeinflusst werden. Die Datenschutzgrundverordnung sieht im Falle von Verstößen hohe Strafen vor. Durch die bereits bei der Linus Digital Finance AG bestehenden Datenschutzmaßnahmen sowie durch neueingeführte Richtlinien und Prozesse wird den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung Rechnung getragen. Diese Richtlinien und Prozesse werden laufend fortentwickelt. Die Linus Digital Finance AG hat eine Compliance-Organisation eingerichtet, die sowohl geeignete und dokumentierte Richtlinien und Prozessvorgaben als auch Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 15/26 die Schulung Compliance-bezogener Themen für alle Mitarbeiter umfasst. Dabei werden zentrale Verhaltensgrundsätze in den Bereichen • Antikorruption, • Vermeidung von Interessenskonflikten und • Umgang mit vertraulichen Informationen und Insiderwissen Makroökonomische Risiken Die Gesellschaft ist von verschiedenen makroökonomischen Trends abhängig, insbesondere jenen, die eine negative Auswirkung auf Immobilienpreise und Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen haben können. Negative Entwicklungen der globalen und lokalen wirtschaftlichen Bedingungen in unseren Märkten, insbesondere abrupt steigende Zinsen infolge steigender Inflationserwartungen und eine Verlangsamung beziehungsweise Umkehrung des Wirtschaftswachstums, könnten den Wert von und die Nachfrage nach Immobilien und Immobilienfinanzierungen verringern. Geopolitische Risiken infolge des Ukraine konflikts sowie auch weiterhin mögliche Störungen globaler Lieferketten sind dabei wichtige Faktoren, welche obengenannte Risiken unmittelbar verstärken können. Ferner könnte eine Verringerung der Nachfrage zu höheren Ausfallraten führen, welche wir in der Sektion „Ausfallrisiken“ genauer beleuchten. Darüber hinaus könnte sich eine erneute Beschleunigung des Pandemiegeschehens und damit verbundene Lockdowns auf den Wert von Immobilien auswirken, möglicherweise zu Ausfällen bei bestehenden Immobilienfinanzierungen führen und zukünftige Immobilienfinanzierungen für Investoren weniger attraktiv machen. Die makroökonomischen Risiken werden als mittel bis hoch eingeschätzt. Liquiditätsrisiken Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2021 einen Jahresfehlbetrag erwirtschaftet und könnte auch in Zukunft Fehlbeträge generieren. Der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war wie auch die Netto-Cashflows aus der Investitionstätigkeit ebenfalls negativ. Hierbei können steigende Betriebsausgaben oder Wachstumsinvestitionen für die langfristige Geschäftsentwicklung eine Rolle spielen. Ferner könnten geringer als prognostizierte Umsätze und die daraus fehlenden Erlöse eine Rolle spielen. Eine länger währende Verlustsituation kann längerfristig zu einem Liquiditätsrisiko führen. Als Maßnahmen werden regelmäßige rollierende Cashflow-Projektionen erstellt und die Liquiditätssituation laufend überwacht. Weitere Wachstumsinvestitionen können durch frühzeitige Kapitalmaßnahmen finanziert werden sowie auch – sofern erforderlich – besagte Investitionen aufgeschoben werden. Gestiegene Volatilität an den Kapitalmärkten kann dabei die Fähigkeit der Gesellschaft, über Kapitalmaßnahmen liquide Mittel aufzunehmen, negativ beeinflussen. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 16/26 Die Liquiditätsrisiken werden in der Konstellation aus negativen Cashflows, einem Geschäftsmodell bei dem Wachstumsinvestitionen bei Bedarf verringert werden können und Zugang zu Kapitalmärkten als gering bis mittel eingeschätzt. Ausfallrisiken Die Gesellschaft hält aufgrund ihres Geschäftsmodells stets einen Teil der ausgegebenen und an die Co-Investoren ausplatzierten Darlehen bis zur Rückführung auf dem eigenen Buch. Ausfälle können sich daher negativ auf die Ertragslage des Unternehmens auswirken. Auch können die daraus resultierenden Verluste für Co-Investoren negative Implikationen auf die Reputation haben. Die Ausfallrisiken der Gesellschaft können unterteilt werden in individuelle Adressenausfallrisiken und systematische Marktpreisrisiken. Adressenausfallrisiko Das Adressenausfallrisiko besteht darin, dass Geschäftspartner ihre vertraglich geschuldeten Leistungen mangels Leistungsfähigkeit oder Leistungswilligkeit nicht vertragsgerecht erbringen. Die für die Gesellschaft wesentlichen „Adressen“ hierbei sind Darlehensnehmer. Das Adressenausfallrisiko in Bezug auf die Darlehensnehmer wird als weitestgehend niedrig, in einigen Ausnahmefällen als mittel eingestuft. Die Marktfolge (Kreditrisikomanagement) überwacht die Ausfallrisiken unabhängig vom Investment-Team. Zusätzlich zu den regulären Kontrolltätigkeiten gibt diese Einheit ein zweites unabhängiges Votum bei Investmententscheidungen ab. Kreditverluste sowie die erwarteten Kreditverluste werden auf Portfolioebene in einer zentralen Datenbank erfasst. Notleidende Kredite oder potenzielle Ausfälle werden zur Berechnung und zum Benchmarking der ursprünglichen Ausfallwahrscheinlichkeiten und Kreditverluste verwendet. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, die Ausfallrisiken des Portfolios zu analysieren und zu überwachen. Marktpreisrisiko Das Marktpreisrisiko umfasst alle Faktoren, die für die Gesellschaft durch ungünstige Veränderungen von marktbeeinflussenden Faktoren entstehen, welche sich negativ auf die Werthaltigkeit der Sicherheiten der Darlehen auswirken können. Alle Investments unterliegen einem wiederkehrenden Revisionsprozess mit einer halbjährlichen Überprüfung des Kreditratings. Darüber hinaus wird die Werthaltigkeit der als Sicherheit dienenden Immobilien/Grundstücke quartalsweise oder bei Bedarf ad hoc überprüft. Die Ausfallrisiken werden aufgrund der gründlichen Prüfung der individuellen Adressenausfallrisiken bei gleichzeitig steigenden Marktpreisrisiken, welche auch von makroökonomischen Risiken getrieben sind, als gering bis mittel eingeschätzt. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 17/26 Plattformrisiken Die Gesellschaft ist auf das Wachstum der digitalen LINUS-Plattform für (semi-) professionelle Investments angewiesen. Wenn die Gesellschaft nicht in der Lage sein sollte, Investorenbasis und Syndizierungsvolumen der LINUS-Plattform zu erweitern, könnten sich die erheblichen Wachstumsinvestitionen in Marketing, Vertrieb und Technologie als Fehlinvestitionen herausstellen. Der Erfolg des Unternehmens hängt somit in erheblichem Maße davon ab, Investoren als Nutzer der LINUS-Plattform und schließlich für Co-Investments zu gewinnen. LINUS zielt darauf ab, durch Investitionen in Brand-, Content- und Performancemarketing sowie durch den Ausbau eines Teams ausgewiesener Spezialisten in ihren jeweiligen Marketingbereichen, einen stetigen Zuwachs an LINUS-Plattformnutzern und letztlich Co- Investoren zu generieren. Parallel hat die Gesellschaft begonnen, strukturierte Partnerschaften mit Vermögensverwaltern und anderen digitalen Plattformen aufzubauen, um den Vertrieb der Co-Investments zu diversifizieren. Gleichzeitig bietet LINUS seinen Co-Investoren attraktive Investmentmöglichkeiten institutioneller Qualität an, die diesen bisher nicht offenstanden und verbessert kontinuierlich die Nutzerfreundlichkeit und Funktionalitäten der LINUS-Plattform. Ferner ergeben sich aus der digitalen Natur des Geschäfts auf der LINUS-Plattform Risiken des Datenschutzes sowie der Cybersicherheit, welche zum Teil signifikante finanzielle und reputationelle Schäden zur Folge haben können. Angesichts zum Teil erheblicher Summen, die mit und über die LINUS Plattform investiert werden, besteht ein erhöhtes Risiko für LINUS, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Die digitale LINUS-Plattform stellt ein wachsendes, allerdings noch nicht langfristig erprobtes Geschäftsfeld dar. Die LINUS-Plattformrisiken werden daher als wesentlich eingeschätzt. Akquisitionsrisiken Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Gesellschaft ist die Fähigkeit, attraktive Investments in Immobilienfinanzierungen zu beschaffen und diese auf der digitalen LINUS-Plattform Co- Investoren zur Verfügung zu stellen. Mit steigendem Wettbewerb im Private Debt-Markt oder eines Einbruchs in der Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen könnte LINUS möglicherweise in einem kompetitiveren Umfeld nicht mehr in der Lage sein, eine ausreichende Anzahl von Immobilienprojekten zu attraktiven Konditionen zu finanzieren oder überhaupt zu identifizieren. In der Konsequenz wäre auch das Angebot attraktiver Investments für Co-Investoren geringer, was die Attraktivität der digitalen LINUS-Plattform schmälern würde. Die Akquisitionsrisiken werden aufgrund der guten Positionierung von LINUS in einem sich noch in Entwicklung befindenden Markt als gering bis mittel eingeschätzt. Refinanzierungsrisiken Um schnell attraktive Investitionsmöglichkeiten sichern zu können, verpflichtet sich LINUS, neue Projekte über die LINUS Private Debt Fonds zu finanzieren, noch bevor LINUS seine Co-Investoren einbezieht. Ein Mangel an ausreichend verfügbarem Kapital in den LINUS Private Debt Fonds könnte den weiteren Erfolg des Geschäftsmodells gefährden. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 18/26 Ferner ist LINUS auf Partner für die Refinanzierung der Senior-Tranchen der durch LINUS arrangierten Whole Loans angewiesen. Sollten diese in Zukunft weniger attraktiv für diese Partner werden, beispielsweise aufgrund veränderter Risikoprofile, höherer Leitzinsen, Investmentstrategien oder Regulatorik, könnte die Wettbewerbsfähigkeit von LINUS darunter leiden. Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Private Debt-Investments bei unseren Partnern werden Refinanzierungsrisiken als gering eingeschätzt. Operationelle Risiken Operationelle Risiken bestehen grundsätzlich in der Form eines potenziellen Versagens von Prozessen, Personal oder Systemen. Die Gesellschaft hat in ihrem Risikomanagementsystem Maßnahmen implementiert, durch die die operationellen Risiken frühzeitig erkannt, angemessen gesteuert und überwacht werden, um die Risiken sowie mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft zu reduzieren. Rechtsrisiken bestehen insbesondere hinsichtlich neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen. Diesen versucht die Gesellschaft durch eine frühzeitige Analyse der Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie des sich ergebenden Anpassungs- bzw. Umsetzungsbedarfs zu begegnen. Aufsichtsrechtliche Risiken Die LINUS Private Debt Fonds in Deutschland und Luxemburg sind jeweils reguliert und unterliegen damit aufsichtsrechtlichen Risiken. Zudem handelt es sich bei der Linus Relationship Management GmbH, die eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittlerin hält, und die Gesellschaft, die im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, um regulierte Unternehmen. Die Hauptrisiken dabei sind mögliche Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen oder aber auch mögliche Änderungen des Aufsichtsrechts, welche das Geschäftsmodell der Gesellschaft beeinträchtigen können. Die Aufsichtsrechtlichen Risiken werden als gering eingeschätzt. Gesamteinschätzung der Risiko- und Chancensituation Die Risiko- und Chancensituation der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Entspannung der Pandemiesituation leicht verbessert. Für das Geschäftsjahr 2022 zeichnet sich aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs eine leichte Verschlechterung der Risiko- und Chancenposition der LINUS ab. Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage weiterhin angespannt, insbesondere aufgrund der Inflation und Unsicherheiten in Bezug und Zinsen, Inflation und Wirtschaftswachstum. Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden oder erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft im Prognosezeitraum 2022 haben könnten. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 19/26 4.3. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem Das zentrale Risiko der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung besteht darin, dass die Jahres- und Halbjahresabschlüsse unrichtige Darstellungen enthalten könnten. Um Fehlerquellen zu vermeiden, hat die Linus Digital Finance AG als Teil des internen Kontrollsystems verschiedene interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung und für den Rechnungslegungsprozess eingerichtet. Diese bestehen aus präventiven und erkennenden Kontrollmaßnahmen im Rechnungswesen und in den operativen Funktionen, die eine prozessual konsistente Abschlusserstellung sicherstellen. Zu den Kontrollmechanismen gehören die Identifizierung und Definition von Prozessen, die Einführung von Genehmigungsstufen und die Anwendung des Prinzips der Aufgabentrennung. Es soll eine ausreichende Sicherheit für die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung sowie die Erstellung von Jahres- und Halbjahresabschlüssen gemäß den aufsichtsrechtlichen und kapitalmarktrechtlichen Anforderungen gewähren. Gleichwohl kann das interne Kontrollsystem keine absolute Sicherheit garantieren. Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft unterzeichnen die Versicherung der gesetzlichen Vertreter für die Jahres- und Halbjahresabschlüsse. Sie bestätigen damit, dass die Rechnungslegungsstandards eingehalten wurden, und dass die Zahlen die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darstellen. Das Budget ist der Ausgangspunkt des Controllingprozesses als ein zentraler Bestandteil des internen Kontrollsystems, das auf den Zielvorgaben des Vorstands und den Erwartungen an die operative Geschäftsentwicklung beruht. Dieses dient als Vorgabe für das Budget der gesamten Gesellschaft und das bevorstehende Geschäftsjahr. Die Ist-Zahlen und mögliche Abweichungen zu dem Budget werden laufend durch den Vorstand analysiert und auf Anfrage dem Aufsichtsrat berichtet. Für das laufende Geschäftsjahr werden regelmäßige Aktualisierungen, Prognosen und Forecasts auf der Grundlage der tatsächlich erzielten Ergebnisse im Vergleich zum Budget und der identifizierten Chancen und Risiken erstellt. Das interne Kontrollsystem umfasst daneben Maßnahmen und Prozesse zur zeitnahen Erfassung aller Geschäftsbewegungen und -positionen in der Buchhaltung und im Jahresabschluss. Es untersucht Änderungen der Gesetzgebung und der Rechnungslegungsstandards und deren Auswirkungen auf die Buchhaltung und den Jahresabschluss der Gesellschaft. Die konsequente Umsetzung des Vier-Augen-Prinzips stellt die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen in den rechnungslegungsbezogenen Prozessen sicher. Die Grundlage für das interne Kontrollsystem bilden Richtlinien zur Funktionstrennung und Freigaberegelung, die durch standardisierte Kontroll- und Abstimmungsprozesse unterstützt werden. Alle Freigaben werden dokumentiert und archiviert. Die Buchhaltung für alle operativen Gesellschaften in Deutschland ist zentral in der Linus Digital Finance AG organisiert. Die Buchhaltung für die operativen Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands, namentlich im vereinigten Königreich wird von der jeweiligen lokalen Gesellschaft (ggf. unter Einbeziehung externer Dienstleister) unter der Aufsicht der Linus Digital Finance AG durchgeführt. Die Grundlage für die Rechnungslegung bilden unternehmensweit einheitliche Anforderungen innerhalb einer zentralen IT-Umgebung. Die Daten werden in der Abteilung Finance & Accounting konsolidiert. Die an der Erstellung des Abschlusses beteiligten Mitarbeiter sind entsprechend geschult und die Verantwortlichkeiten und Kontrollen innerhalb des Erstellungsprozesses klar definiert. Die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen interne Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 20/26 Kontrollsystems wird im Rahmen der Abschlusserstellung bewertet. Die Fokussierung auf die Corporate Governance trägt insgesamt zur weiteren Stabilisierung und Optimierung bestehender Prozesse einschließlich des internen Kontrollsystems für die Rechnungslegung bei. 5. Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2022 geht der Vorstand von einem starken Wachstum des Investitionsvolumens im mittleren zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr aus. Basierend auf dem erwarteten Investitionsvolumen sowie der erwarteten Steigerung der Marge auf das investierte Volumen prognostiziert der Vorstand ein starkes Wachstum der Umsatzerlöse im hohen zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Anzahl qualifizierter Nutzer auf der LINUS Plattform geht der Vorstand von mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 aus. Aufgrund der kontinuierlichen Investitionen in das zukünftige Wachstum wie zum Beispiel durch Marketingausgaben, Personalaufbau sowie der Fortentwicklung der digitalen Plattform rechnet der Vorstand mit einem bereinigten negativen EBT im niedrigen einstelligen Millionenbereich für das Geschäftsjahr 2022. 6. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Der Aufsichtsrat erhält jedes Halbjahr ein Finanzreporting und wird in der Regel alle zwei Wochen im Rahmen eines Jour Fixe mündlich vom Vorstand über wesentliche Themen informiert. Der Aufsichtsrat ist damit durch die Berichte des Vorstands über die Geschäfte, die für die Rentabilität und Liquidität von besonderer Bedeutung sein können, in das Risikomanagement eingebunden. Die Linus Digital Finance AG unterliegt im Zuge ihrer operativen Geschäftstätigkeit hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente verschiedenen Risiken. Hierunter fallen Marktrisiken, insbesondere Zinsänderungsrisiken, Ausfall- und Liquiditätsrisiken. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Risikobericht. Die wichtigsten Finanzinstrumente der Gesellschaft sind Anteile an verbundenen Unternehmen (zum 31. Dezember 2021: 27,1 % der Bilanzsumme; 31. Dezember 2020: 12,2 %), Ausleihungen an verbundene Unternehmen, (zum 31. Dezember 2021: 7,6 % der Bilanzsumme; 31. Dezember 2020: 31,3 %) und liquide Mittel (zum 31. Dezember 2021: 29,9 % der Bilanzsumme; 31. Dezember 2020: 19,6 %). Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft über Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehensforderungen und -verbindlichkeiten aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 21/26 7. Übernahmerelevante Angaben Gemäß § 289a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) sowie § 176 Abs. 1 Aktiengesetz (AktG) macht die Linus Digital Finance AG zum 31. Dezember 2021 die folgenden Angaben: Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 6.406.666,00. Es ist in 6.406.666 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Der auf die Stückaktien jeweils entfallende rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt EUR 1,00. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie hat eine Stimme. Neben diesen Stückaktien bestehen keine weiteren Aktiengattungen. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des AktG ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Gesellschaft gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten nach § 33 Abs. 1 oder 2 sowie § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien – darunter das Stimmrecht – zumindest zeitweise nicht bestehen. Zum 31. Dezember 2021 hielt die Gesellschaft selbst 121.287 eigene Aktien (entspricht 1,89 % des Grundkapitals zum 31. Dezember 2021). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Die Arvantis Group Holding GmbH und die DJNEU I. Beteiligungs und Verwaltungs GmbH haben sich in Lock-up-Vereinbarungen vom 6. Mai 2021 verpflichtet, bis neun Monate nach dem ersten Handelstag der Aktien der Gesellschaft im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (19. Mai 2021), (i) keine Aktien, die zum Zeitpunkt der Lock-up-Vereinbarung gehalten werden zu verkaufen zu übertragen oder anderweitig zu veräußern oder (ii) eine Transaktion abzuschließen, die einer im vorstehenden Punkt (i) beschriebenen Transaktion wirtschaftlich gleichwertig ist. Von dieser Pflicht sind u.a. Übertragungen auf verbundene Unternehmen (im Sinne von § 15 AktG) ausgenommen. Im Rahmen eines langfristigen Anreizprogramms gewährte die Linus GmbH, die Rechtsvorgängerin der Linus Digital Finance AG, bestimmten Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen (vertreten durch ihre Investmentvehikel) Aktien in einem Umfang von rd. 20,4 % des derzeitigen Grundkapitals. Der Großteil dieser Aktien unterliegt einer 5- bis 7-jährigen linearen Vesting-Periode, die zwischen Juni 2018 und November 2020 begann. Im Falle des Ausscheidens eines Teilnehmers aus dem Konzern kann die Linus Digital Finance AG oder eine Konzerngesellschaft eine Call-Option für alle nicht unverfallbaren Aktien gegen Zahlung eines Kaufpreises pro Aktie ausüben, der dem ursprünglich vom Teilnehmer gezahlten Preis entspricht (EUR 1,00 pro Aktie), vorbehaltlich von Anpassungen für ausgewählte Kapitalmaßnahmen. Wird die Option nicht ausgeübt, hat der Teilnehmer anstelle der Übertragung der Aktien eine Zahlung je Aktie auf der Grundlage des inländischen volumengewichteten Durchschnittskurses der Aktien Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 22/26 der Gesellschaft während der letzten drei Monate unmittelbar vor Ablauf der Ausübungsfrist zu leisten. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Nach § 33 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden ausweislich der bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 33 WpHG folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. • Alexander Samwer, geboren am 31. Januar 1975: 64,62 % (zugerechnet gemäß § 34 WpHG über Creanos GmbH und Arvantis Group Holding GmbH sowie Picus Capital GmbH und Felicis Holding GmbH) Bei den genannten Stimmrechtsanteilen können sich nach dem angegebenen Zeitpunkt Veränderungen ergeben haben, die der Linus Digital Finance AG gegenüber nicht meldepflichtig waren. Da die Aktien der Linus Digital Finance AG Inhaberaktien sind, werden der Linus Digital Finance AG Veränderungen beim Aktienbesitz grundsätzlich nur bekannt, soweit sie Meldepflichten unterliegen. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die Aktien der Linus Digital Finance AG halten, üben ihre Rechte wie andere Aktionäre nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung der Linus Digital Finance AG aus. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung Der Vorstand der Linus Digital Finance AG besteht nach § 7 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Dem Vorstand gehören zum 31. Dezember 2021 zwei Mitglieder an. Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgten gemäß § 84 Abs. 1 AktG in Verbindung mit § 7 Abs. 2 der Satzung durch den Aufsichtsrat. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 7 Abs. 2 Satz 2 und 3 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 23/26 Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 16 Abs. 3 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Linus Digital Finance AG sieht in § 19 Abs. 4 der Satzung vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Genehmigtes Kapital Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 15. April 2026 um bis zu EUR 2.678.333,00 einmalig oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 2.678.333 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können dabei nach § 186 Abs. 5 AktG auch von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (sog. mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals auszuschließen, soweit dies im Interesse der Gesellschaft liegt und die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen für einen Bezugsrechtsausschluss vorliegen. In jedem Fall soll ein solcher Bezugsrechtsausschluss zulässig sein, (i) um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen; (ii) soweit es erforderlich ist, um Inhabern oder Gläubigern von Wandel-, Options-, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (oder eine Kombination dieser Instrumente), die mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten ausgestattet sind und die von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängiger oder im unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehender Gesellschaften ausgegeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten als Aktionär zustünde oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht bezüglich solcher Schuldverschreibungen ausübt, ganz oder teilweise Aktien der Gesellschaft anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags zu gewähren; (iii) zur Ausgabe von Aktien gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet und der auf die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen neuen Aktien entfallende rechnerische Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 24/26 Ausübung dieser Ermächtigung; (iv) zur Ausgabe von Aktien gegen Sacheinlagen insbesondere – aber ohne Beschränkung hierauf – zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben in Zusammenhang stehenden Vermögensgegenständen (einschließlich Forderungen), oder zur Bedienung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten und Wandlungspflichten aus oder im Zusammenhang mit Schuldverschreibungen bzw. Gläubigern von mit Wandlungspflichten ausgestatteten Schuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die gegen Sacheinlagen ausgegeben werden; (v) im Falle der Kooperation mit einem anderen Unternehmen, wenn das Zusammenwirken dem Gesellschaftsinteresse dient und das kooperierende Unternehmen eine Beteiligung verlangt; (vi) zur Durchführung einer Aktiendividende, in deren Rahmen Aktien der Gesellschaft (auch teilweise und/oder wahlweise) zur Erfüllung von Dividendenansprüchen der Aktionäre verwendet werden; oder (vii) wenn die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals erfolgt, um die Einführung der Aktien der Gesellschaft zum Handel an einer deutschen Wertpapierbörse zu ermöglichen (IPO). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals oder nach Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen. Der vollständige und genaue Wortlaut der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, insbesondere der zulässigen Verwendungszwecke, ergibt sich aus den Tagesordnungspunkten 11 bis 13 der ordentlichen Hauptversammlung vom 16. April 2021. Bedingtes Kapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 443.591,24 durch Ausgabe von bis zu 443.591 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingte Kapital 2021/I). Das Bedingte Kapital 2021/I dient ausschließlich der Ausgabe von Aktien der Gesellschaft zur Bedienung von Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft, die an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen in Form von Aktienoptionen gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie nach Maßgabe des vorgenannten Ermächtigungsbeschlusses Aktienoptionen gewährt werden, die Inhaber der Aktienoptionen von ihrem Ausübungsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Bedienung der Aktienoptionen keine eigenen Aktien gewährt. Der auf die ausgegebenen neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals darf insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 16. April 2021 bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 2.378.329,02 durch Ausgabe von bis zu 2.378.328 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht Bedingte Kapital 2021/II. Das Bedingte Kapital 2021/II dient der Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel-, Options-, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. April 2021 ausgegeben worden sind. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 25/26 Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Ausübungszeiträume entsprechend anzupassen bzw. Options- und Wandlungsfristen zu ändern. Eigene Aktien Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. April 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 15. April 2026 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes, auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft erworben hat und noch besitzt oder welche ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Diese Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbetragen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots und/oder mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten. Dafür hat die Hauptversammlung weitere Bestimmungen beschlossen. Der Vorstand ist zudem ermächtigt, die von der Gesellschaft bereits gehaltenen eigenen Aktien sowie die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworbenen eigenen Aktien neben einer Veräußerung über die Börse oder mittels eines Angebots an alle Aktionäre auch in sonstiger, durch die Hauptversammlung weiter bestimmten Weise zu verwenden. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen Es wurden keine wesentlichen Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Entschädigungsvereinbarungen der Linus Digital Finance AG mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen weder mit den Mitgliedern des Vorstands noch mit Arbeitnehmern. Linus Digital Finance AG, Berlin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 26/26 8. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht Der Vorstand der Gesellschaft hat gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält: "Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften eine angemessene Gegenleistung erhalten. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der Vornahme der berichts- pflichtigen Rechtsgeschäfte bekannt waren." 9. Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wird gesondert auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.linus-finance.com/investor-relations öffentlich zugänglich gemacht. Berlin, den 29. April 2022 Der Vorstand David Neuhoff Frederic Olbert Passiva 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 €€€€ A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. ImmaterielleVermögensgegenstände I. AusgegebenesKapital entgeltlicherworbene,immaterielle Grundkapital/Stammkapital 6.406.666,00 27.580,00 Vermögensgegenstände 2,00 15.068,00 eigeneAnteile ‐1.171,00 ‐886 6.405.495,00 26.694,00 II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage 27.532.049,01 0,00 AndereAnlagen,Betriebs‐undGeschäftsausstattung 230.657,00 196.755,00 III. Bilanzverlust/Bilanzgewinn ‐10.155.381,57 5.895.824,71 23.782.162,4 4 5.922.518,71 III. Finanzanlagen B. Rückstellungen 1. AnteileanverbundenenUnternehmen 10.137.161,15 1.694.669,11 1. Steuerrückstellungen 271.887,00 2.428.777,98 2. AusleihungenanverbundeneUnternehmen 2.837.539,69 4.326.677,71 2. SonstigeRückstellungen 8.011.767,12 388.928,06 3. Beteiligungen 3.042.546,34 48.237,00 8.283.654,12 2.817.706,0 4 4. sonstigeAusleihungen 1,00 53.978,48 C. Verbindlichkeiten 16.017.248,18 6.123.562,30 1. VerbindlichkeitengegenüberKreditinstituten 2.699.955,94 1,80 16.247.907,1 8 6.335.385,30 2. VerbindlichkeitenausLieferungenundLeistungen 851.455,77 215.857,38 B. Umlaufvermögen 3. Verbindlichkeitengegenüberverbundenen 575.670,87 584.579,21 I. ForderungenundsonstigeVermögensgegenstände Unternehmen 1. ForderungenausLieferungenundLeistungen 5.940.727,77 4.202.196,94 4. VerbindlichkeitengegenüberUnternehmen,mit 0,00 110,00 2. ForderungengegenverbundeneUnternehmen 1.042.934,84 444.479,08 deneneinBeteiligungsverhältnisbesteh t 3. sonstigeVermögensgegenstände 2.701.854,76 62.726,75 5. SonstigeVerbindlichkeiten 1.172.147,28 4.250.096,33 (davonausSteuern€121.796,43;Vorjahr€121.580,07) 5.299.229,86 5.050.644,72 9.685.517,37 4.709.402,77 (davonimRahmendersozialenSicherheit€14.895,97; II. Kasse,GuthabenbeiKreditinstituten 11.157.399,57 2.706.572,60 Vorjahr€4.588,25) 20.842.916,9 4 7.415.975,37 C. Rechnungsabgrenzungsposten 274.222,30 39.508,80 37.365.046,42 13.790.869,47 37.365.046,42 13.790.869,47 LinusDigitalFinanceAG(vormals:LinusGmbH),Berlin Bilanzzum31.Dezember2021 Aktiva LinusDigitalFinanceAG(vormals:LinusGmbH),Berlin 2021 2020 €€ 1. Umsatzerlöse 10.311.790,14 7.839.030,74 2. Sonstigebetriebliche Erträge 86.784,14 9.746,34 (davonErträgeausWährungsumrechnung€1.672,40;Vorjahr€6,10) 3. Personalaufwand a) LöhneundGehälter ‐4.517.523,91 ‐1.738.967,14 b) SozialeAbgabenundAufwendungenfürAltersver‐‐771.086,30 ‐294.860,02 sorgungundfürUnterstützung (davonfürAltersversorgung€5.607,90;Vorjahr€0,00) ‐5.288.610,21 ‐2.033.827,16 4. Abschreibungen a) aufimmaterielleVermögensgegenständedes ‐121.411,76 ‐64.533,68 AnlagevermögensundSachanlagen ‐121.411,76 ‐64.533,68 5. Sonstigebetriebliche Aufwendungen ‐17.978.002,04 ‐2.247.960,77 (davonAufwendungenausWährungsumrechnung€0,00; Vorjahr€2.208,55) 6. ErträgeausBeteiligungen 1.245.591,91 1.916.355,21 (davonausverbundenenUnternehmen€1.245.591,91; Vorjahr€1.064.424,06) 7. ErträgeausanderenWertpapierenundAusleihungen  424.015,07 38.473,45 desFinanzanlagevermögens (davonausverbundenenUnternehmen€396.732,45; Vorjahr€37.344,75) 8. SonstigeZinsenundähnlicheErträge 43.813,39 14.227,82 9. Abschreibungenauf FinanzanlagenundaufWertpapiere 0,00 ‐7.614,23 desUmlaufvermögens (davonaußerplanmäßigeAbschreibungen€0,00;Vorjahr€7.614,23) 10. ZinsenundähnlicheAufwendungen ‐329.608,90 ‐1.458,00 11. SteuernvomEinkommenundvomErtrag 845.816,14 ‐1.628.449,51 12. ErgebnisnachSteuern ‐10.759.822,12 3.833.990,21 13. Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss ‐10.759.822,12 3.833.990,21 14. GewinnvortragausdemVorjahr 5.895.824,71 2.660.713,34 15. Einstellungin die Gewinnrücklagen ‐5.890.263,00 0,00 16. VerrechnungdesGewinnvortragsaufgrund 598.878,84 ‐598.878,84 derVeräußerungeigenerAnteile 17. Bilanzverlust/Bilanzgewinn ‐10.155.381,57 5.895.824,71 Gewinn‐undVerlustrechnung fürdieZeitvom1.Januar2021bis31.Dezember2021 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 1/15 Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeine Angaben ............................................................................................................. 2 1.1. Angaben zur Gesellschaft .............................................................................................. 2 1.2. Angaben zum Jahresabschluss ..................................................................................... 2 1.3. Erläuterung zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ...................................... 2 2. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz ................................................................................. 4 3. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ......................................... 10 4. Sonstige Angaben ............................................................................................................... 11 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 2/15 1. Allgemeine Angaben 1.1. Angaben zur Gesellschaft Firmenname laut Registergericht: Linus Digital Finance AG (vormals: Linus GmbH) Firmensitz laut Registergericht: Berlin Registereintrag: Handelsregister Registergericht: Charlottenburg Register- Nr.: HRB 225909 B 1.2. Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Gesellschaft hat erstmalig im Geschäftsjahr 2021 die Größenkriterien für eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 HGB überschritten, allerdings gilt sie gem. §§ 267 Abs. 3 S. 2 i.V.m. § 264d HGB als große Kapitalgesellschaft. Die Gliederung der Bilanz ist nach dem handelsrechtlichen Gliederungsschema gemäß § 266 HGB vorgenommen, die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt worden. Die Linus GmbH ist mit Formwechselbeschluss vom 22. Januar 2021 in eine deutsche AG umgewandelt worden. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 10. Februar 2021. Am 19. Mai 2021 wurden die Aktien der Gesellschaft in den Handel der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. 1.3. Erläuterung zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Immaterielle Vermögensgegenstände Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren. Bei einem niedrigeren beizulegenden Wert wird auf diesen abgeschrieben. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer von drei bis dreiundzwanzig Jahren abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von weniger als EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 3/15 erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Bei einem niedrigeren beizulegenden Wert wird auf diesen abgeschrieben. Finanzanlagen Bei den Finanzanlagen werden Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Bei Wegfall der Gründe für in Vorjahren erfolgte außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Beteiligungen an Personengesellschaften sind mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Zusätzlich geleistete Einlagen erhöhen die Anschaffungskosten. Verlustanteile aus der Beteiligung sind in der Handelsbilanz nicht zu erfassen, solange keine dauernde Wertminderung der Beteiligung vorliegt. Positive Ergebnisanteile aus der Beteiligung werden als Beteiligungsertrag auszuweisen, insoweit entnahmefähige Gewinnanteile vorliegen. Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Eigenkapital Das Grundkapital/Stammkapital wird zum Nennwert bilanziert und ist voll eingezahlt. Die bei Ausgabe des Grundkapitals/Stammkapitals den Nennwert übersteigenden Zuzahlungen werden in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt. Die erworbenen eigenen Anteile werden mit ihrem Nennbetrag offen von dem Posten Grundkapital/Stammkapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und dem Kaufpreis der eigenen Anteile wird mit den freien Rücklagen verrechnet. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 4/15 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Latente Steuern Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. 2. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Finanzanlagen Der Anstieg der Finanzanlagen ist insbesondere auf den Erwerb von Anteilen an Unternehmen mit den ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 2.994), Kapitalerhöhungen bei verbundenen Unternehmen (TEUR 8.443) zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich die Rückzahlung von Ausleihungen (TEUR 1.489) aus. Wir verweisen auf die Angaben zum Anteilsbesitz. Aufstellung des Anteilsbesitzes Die Gesellschaft ist direkt zu mindestens 20 % an den folgenden Unternehmen beteiligt. Weiterhin werden Beteiligungen ausgewiesen, an denen die Gesellschaft mehr als 5 % der Stimmrechte besitzt: Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Linus Management 1 GmbH / Berlin 100,00% 28.604,41 54.660,00 Linus Capital Management GmbH / Berlin 100,00% -11.970,82 7.312,06 Linus RE Equity Invest GmbH / Berlin 100,00% -15.200,66 3.288.858,84 Linus UK Facility Limited / London 100,00% 76.542,57 -134.591,00 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 5/15 Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Linus Management 1 GmbH / Berlin 100,00% 28.604,41 54.660,00 Linus Capital Management GmbH / Berlin 100,00% -11.970,82 7.312,06 Linus RE Equity Invest GmbH / Berlin 100,00% -15.200,66 3.288.858,84 Linus UK Facility Limited / London 100,00% 76.542,57 -134.591,00 Linus Treuhand GmbH & Co. KG / Berlin 100,00% 2.434,56 14.114,20 Linus Feondor Invest UG / Berlin 100,00% 7.729,89 375.396,23 Linus Co-Investment I GmbH / Berlin 100,00% -3.788,32 21.211,68 Linus Loan Servicing UG / Berlin 100,00% -4.188,17 -4.088,17 Linus Loan Brokerage GmbH / Berlin 100,00% 227.176,57 252.176,57 Linus Relationship Management GmbH / Berlin Fides Managed Portfolio Treuhand GmbH & Co. KG / 100,00% -1.832,03 23.167,97 Berlin Linus Real Estate Opportunities GP S.a.r.l. / Luxem- 100,00% -2.677,86 8.322,14 burg 100,00% -2.925,00 9.075,00 Linus Capital Limited / London 85,50% -495.592,89 -769.661,00 Linus Capital Lendco Limited / London 100,00% 0,00 1,00 Linus UK Capital Management Limited / London 100,00% 0,00 1,00 LINUS Real Estate Opportunities S.C.Sp. / Luxemburg 50,21% -91.096,56 5.613.971,90 Fides Managed Portfolio I GmbH & Co. KG / Berlin 50,00% 8.532,42 1.348.197,75 Fides Managed Portfolio II GmbH & Co. KG / Berlin 50,00% -938,62 1.037.092,30 Fides Managed Portfolio III GmbH & Co. KG / Berlin 50,00% -5.515,26 1.130.284,74 Fides Managed Portfolio IV GmbH & Co. KG / Berlin 50,00% -4.912,09 25.287,91 Über die Beteiligung an der Linus Debt Invest DACH I GmbH & Co. KG in Höhe von 2,7% bestehen folgende weitere verbundene Unternehmen: Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Linus Debt Invest DACH I GmbH & Co. KG / Berlin 2,70% 10.517.103,39 108.584.110,40 Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Linus GBW 6 GmbH & Co. KG / Berlin 92,00% 239.902,65 2.924.110,65 Fides MBT GmbH & Co. KG / Berlin 38,90% 828.810,48 8.086.520,05 Fides SPK GmbH & Co. KG / Berlin 26,07% 901.632,19 7.015.947,48 Fides RHN GmbH & Co. KG / Berlin 42,73% 732.938,08 6.243.948,08 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 6/15 Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Fides WLM 10 GmbH & Co. KG / Berlin 17,78% 475.524,67 4.520.010,00 Fides EMS 39 GmbH & Co. KG / Berlin 75,75% 319.626,75 8.020.010,00 Fides KBS 10 GmbH & Co. KG / Berlin 2,99% 152.984,36 4.320.010,00 Fides PS 102 GmbH & Co. KG / Berlin 95,83% 156.385,96 6.164.895,96 Fides ACT 36 GmbH & Co. KG / Berlin 44,29% 942.740,56 8.321.472,80 Fides KOE 48 GmbH & Co. KG / Berlin 81,21% 124.428,99 6.646.296,63 Fides ALP GmbH & Co. KG / Berlin 40,52% 36.073,31 2.835.289,91 Linus SWK 33 II GmbH & Co. KG / Berlin 46,68% 57.468,29 1.313.478,29 Fides KOP 36 GmbH & Co. KG / Berlin 88,37% 46.228,44 4.377.238,44 Fides WPO GmbH & Co. KG / Berlin Fides GW 168 GmbH & Co. KG (vormals Fides R15 90,00% -5.512,63 -4.512,63 GmbH & Co. KG) / Berlin Fides BPO GmbH & Co. KG (vormals Fides R16 90,00% -6.722,36 -5.722,36 GmbH & Co. KG) / Berlin 90,00% -6.821,97 -5.821,97 Fides KKS 20 GmbH & Co. KG / Berlin 61,77% 900.363,63 12.810.623,63 Fides WBS 56 GmbH & Co. KG / Berlin 43,95% 318.525,32 8.163.569,32 Fides NIS 34 GmbH & Co. KG / Berlin 24,82% 639.381,02 4.742.898,38 Über die Beteiligung an der ebenfalls vollkonsolidierten RE Equity Invest GmbH in Höhe von 100 % bestehen folgende weitere vollkonsolidierte Unternehmen: Anteils- Jahres- ergebnis Eigenkapital zum Firmenname / Sitz höhe 2021 31.12.2021 (in EUR) (in EUR) Fides Property OSL GmbH / Berlin 95,00% -51.474,12 -162.897,47 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr betragen TEUR 1.032 (Vorjahr: TEUR 2.015). Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 24) sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 3.789 (Vorjahr: TEUR 688) ausgewiesen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.043 umfassen Zinsforderungen in Höhe von TEUR 234 und Erträge aus der phasengleichen Gewinnvereinnahmung in Höhe von TEUR 809 und haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 7/15 Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden TEUR 327 (Vorjahr: TEUR 1) Forderungen gegen verbundene Unternehmen und TEUR 128 (Vorjahr: TEUR 5) Forderungen gegen Beteiligungen ausgewiesen. Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr betragen TEUR 399 (Vorjahr: TEUR 48). Im Geschäftsjahr 2018 gewährte die Gesellschaft einem damaligen Geschäftsführer ein Darlehen in Höhe von TEUR 100. Das Darlehen wurde mit 2,0% p. a. verzinst, hatte eine Laufzeit von 6 Jahren ab Auszahlung und war unbesichert. Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2021 geschlossenen Aufhebungsvereinbarung wurde das noch ausstehende Darlehen gegen eine einmalige Zahlung des Geschäftsführers in Höhe von TEUR 20 vollständig, also einschließlich aller Zinsen und Steuern, abgelöst. Zum Zeitpunkt der Ablösung bestand ein Darlehensbetrag samt Zinsen von TEUR 55. Die Gesellschaft hat die Aufwendungen aus der Ausbuchung des Restdarlehens (TEUR 35) sowie die darauf entfallenden Steuern und Lohnnebenkosten (TEUR 32) unter den Personalaufwendungen erfasst. Eigenkapital Grundkapital/Stammkapital Am 22. Januar 2021 beschlossen die Gesellschafter der LINUS GmbH, die Gesellschaft in die heutige Linus Digital Finance AG umzuwandeln. Dabei wurde das Stammkapital auf EUR 50.000,00 erhöht. Am 16. April 2021 hielt die Linus Digital Finance AG eine ordentliche Hauptversammlung ab. Bei dieser wurde das Grundkapital der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln zunächst auf EUR 5.945.876,00 und anschließend gegen Bareinlagen auf EUR 6.056.666,00 erhöht. Das Aufgeld in Höhe von EUR 12.626.215,00 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Der Vorstand der Linus Digital Finance AG hat am 16. September 2021 eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital im Rahmen eines Privatplatzierungsverfahrens durchgeführt. Das Grundkapital wurde durch Ausgabe von 350.000 neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien von EUR 6.056.666,00 auf EUR 6.406.666,00 erhöht. Das Aufgeld in Höhe von EUR 12.775.000,00 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Das Grundkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 6.406.666,00, wovon EUR 6.405.495,00 ausgegeben sind. Das Grundkapital ist eingeteilt in 6.406.666 auf den Inhaber lautende Stückaktien zu je einem Nennbetrag von EUR 1,00. Das Grundkapital ist in voller Höhe eingezahlt. Genehmigtes Kapital Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 15. April 2026 um bis zu EUR 2.678.333,00 einmalig oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 2.678.333 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Bedingtes Kapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 443.591,24 durch Ausgabe von bis zu 443.591 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2021/I“). Das Bedingte Kapital 2021/I dient ausschließlich der Ausgabe von Aktien der Gesellschaft zur Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 8/15 Bedienung von Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft, die an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne von § 15 AktG in Form von Aktienoptionen nach Maßgabe des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. April 2021 gewährt werden. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 2.378.329,02 durch Ausgabe von bis zu 2.378.328 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2021/II“). Das Bedingte Kapital 2021/II dient der Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. April 2021 ausgegeben worden sind. Eigene Aktien/Anteile Am 17. Dezember 2020 haben die Gesellschaft und die Picus Capital GmbH einen Anteilskaufvertrag abgeschlossen, gemäß dem die Picus Capital GmbH 886 eigene Anteile von der Gesellschaft erwarb. Der Kaufpreis betrug insgesamt TEUR 2.730. Das Closing der Transaktion und die dingliche Übertragung der Anteile erfolgten am 21. Januar 2021. Soweit der Kaufpreis für die eigenen Anteile deren Nominalbetrag (EUR 181) sowie die im Vorjahr für den Erwerb der eigenen Anteile verbrauchte Gewinnrücklage (TEUR 599) überstieg, wurde er in die Kapitalrücklage eingestellt (TEUR 2.131). Im Geschäftsjahr wurden 181,00 eigene Aktien zum Preis von EUR 1,00 je Stück im Nennwert von EUR 181,00 sowie 105.846,00 eigene Aktien zum Preis von EUR 0,01 je Stück im Nennwert von EUR 990,00 erworben. Die Gesellschaft hält zum 31. Dezember 2021 eigene Aktien/Anteile im Nennwert von EUR 1.171 (Vorjahr: EUR 886). Dieser Betrag wurde offen vom Grundkapital/Stammkapital abgesetzt. Der Rückkauf erfolgte im Rahmen der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft sowie bedingt durch das Ausscheiden des ehemaligen Geschäftsführers (Aufhebungsvereinbarung). Kapitalrücklage In die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Betrag von TEUR 27.532 eingestellt. Sonstige Rückstellungen Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: TEUR 31.12.2021 31.12.2020 Rückstellungen für Zahlungsverpflichtungen gegenüber Bain 6.534 - Rückstellungen für Mitarbeiterboni und Urlaub 894 353 Rückstellungen für Abschluss- und Prüfung 484 22 Rückstellungen für Vergütungen des Aufsichtsrats 92 - Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 7 13 Rückstellungen für Aufbewahrungspflicht 1 1 Sonstige Rückstellungen 8.012 389 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 9/15 Die Gesellschaft begründete am 2. Dezember 2021 mit Bain Capital Credit („Bain“) eine strategische Partnerschaft, die über die Laufzeit von mindestens drei Jahren einen wesentlichen Beitrag zum weiteren Wachstum ihres Private-Debt Geschäfts leisten soll. Diese sieht vor (i) die Bereitstellung einer revolvierenden Finanzierungsfazilität für die LINUS RE Debt Fund II LEV S.à r.l. (leveraged AIF) eine Tochtergesellschaft der at equity bilanzierten Linus Real Estate Opportunities S.C.Sp., Luxemburg und (ii) die Möglichkeit mit Unterstützung des Geschäftsnetzwerks von Bain in noch von LINUS unerschlossene geografische Märkte zu expandieren sowie (iii) die Möglichkeit ausgewählte Investmentprodukte von Bain über die LINUS-Plattform zu vertreiben. Entscheidend ist dabei die revolvierende Kreditfazilität, die durch die Refinanzierung der von der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften vermittelten und über die neu gegründete Lux Fond Struktur originierten Darlehen, die Finanzierungskosten eben dieser erheblich senkt. Die zeitnahe Abrufbarkeit dieser Fazilität sowie ihre revolvierende Natur sind optimal auf das Geschäftsmodell der Gesellschaft zugeschnitten und stellen einen Vorteil gegenüber Wettbewerben im Markt von Immobilien Private Debt dar. Die revolvierende Nutzung der Bain Fazilität wird durch die laufende Syndizierung auf der LINUS Plattform ermöglicht. In Folge kann über das Commitment von bis zu EUR 183 Mio. bei erfolgreicher Syndizierung im Jahr ein Vielfaches dessen als Finanzierungsvolumen für Kunden der Linus und damit an Umsatzerlösen aus Vermittlungsgebühren für die Gesellschaft generiert werden. Als Gegenleistung für die strategische Partnerschaft und für die Bereitstellung der Finanzierungsfazilität hat die Gesellschaft Bain die Option eingeräumt, unter bestimmten, definierten Voraussetzungen eine Barzahlung ab Dezember 2023 innerhalb eines vereinbarten Zeitraums von 12 Monaten zu verlangen. Die Höhe der Barzahlung bemisst sich nach einer vertraglich festgelegten Preisformel, welche an die zukünftige Entwicklung des Aktienkurses der Linus Digital Finance AG gekoppelt ist. Zum Ausübungszeitpunkt wird der Schlusskurs der Linus- Aktie ins Verhältnis zu bestimmten, am 2. Dezember 2021 definierten Ausübungspreisen gesetzt. Die Differenz zwischen dem Schlusskurs zum Ausübungszeitpunkt und zum Ausübungspreis definiert die Höhe der Barzahlung für eine am 2. Dezember 2021 vereinbarte Anzahl von Referenzaktien. Den Zahlungsanspruch von Bain kann die Muttergesellschaft statt durch Barzahlung nach eigenem Ermessen entweder vollständig oder teilweise durch (i) Ausgabe und Lieferung neuer Aktien aus einer Erhöhung des Grundkapitals – insbesondere aus genehmigtem Kapital – gegen Einbringung des Zahlungsanspruchs von Bain als Sacheinlage, (ii) Lieferung eigener Aktien oder (iii) eine Kombination aus (i) und (ii) erfüllen. Zudem ist ein Ausgleichsmechanismus vorgesehen, der Bain für Kursänderungen in der Zeit der Abwicklung einer Kapitalerhöhung nach (i) kompensiert. Die Gesellschaft hat das Recht diese Zahlungsverpflichtung in eigenen Aktien zu bedienen. Der Vorstand plant diese vollständig aus genehmigtem Kapital zu bedienen. Die mittels eines Optionspreismodells erfolgte Bewertung der künftigen Zahlungsverpflichtung beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 4.892 und wurde aufwandswirksam durch Bildung einer sonstigen Rückstellung erfasst. Darüber hinaus verpflichtete sich die Muttergesellschaft unwiderruflich und bedingungslos, an Bain eine Bereitstellungsgebühr („Commitment-Fee“) zu zahlen, die nach einer vertraglich festgelegten Formel berechnet wird. Die Gebühr steht im direkten Zusammenhang mit der Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 10/15 Kreditgewährung, insbesondere im Hinblick auf die finale Festlegung der Geschäftskonditionen (Verzinsung). Diese Verpflichtung wurde als Rückstellung erfasst (TEUR 1.643). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 2.700; Vorjahr: TEUR 0) bestehen aus einem Annuitätendarlehen der Raisin Bank mit einem Nominalbetrag von TEUR 3.000, einer Laufzeit bis 16. August 2024 und einem Nominalzinssatz von 7,75 % p. a. Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft TEUR 300 getilgt und TEUR 75 Zinszahlungen geleistet. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von insgesamt TEUR 1.752 (Vorjahr: TEUR 0,00) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem, jedoch weniger als 5 Jahren. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden TEUR 92 (Vorjahr: TEUR 17) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 576 umfassen im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 400 und haben in Höhe von TEUR 400 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, jedoch weniger als 5 Jahren. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 0,0; Vorjahr: TEUR 0,1) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (TEUR 1.033; Vorjahr: TEUR 4.122) bilanziert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen. Die aktiven latenten Steuern wurden nicht aktiviert. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30,18 % zugrunde gelegt. 3. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Gesellschaft erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen aus der Strukturierung von Beratungs-, Finanzvermittlungs- und Vermögensverwaltungsgebühren für die Verwaltung geschlossener alternativer Investmentfonds. Die Umsatzerlöse setzten sich wie folgt zusammen: TEUR 2021 2020 Finanzierungsvermittlungsgebühren 9.144 6.661 Break-Fees, Break-up-Fees, Exit Fees, Handling Fee 477 720 Setup Fees 174 0 Asset Management Fees 432 375 Gebühren für die Vermögensverwaltung 36 28 Andere 49 55 Umsatzerlöse 10.312 7.839 Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 11/15 Die Umsatzerlöse wurden überwiegend im Inland erwirtschaftet. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 695 (Vorjahr: TEUR 403) Umsätze mit verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erzielt. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus Aufwandserstattungen (TEUR 45; Vorjahr TEUR 7) sowie der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen (TEUR 25; Vorjahr TEUR 0). Sie beinhalten TEUR 7 (Vorjahr TEUR 3) periodenfremde Erträge. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen: TEUR 2021 2020 Zahlungsverpflichtungen gegenüber Bain 6.534 0 Kosten für Marketing und Vertrieb 4.064 408 Rechts- und Beratungskosten, Aufsichtsratsvergütung 1.283 634 Aufwand aus Aktienzulassung 1.261 - Bezogene Leistungen 1.122 75 Forderungsverluste und nicht abzugsfähige Umsatzsteuer 1.147 556 Buchhaltung, Abschlusserstellung und Prüfung 747 44 Recruiting und sonstige Personalaufwendungen 595 36 Lizenzgebühren 451 76 Mietkosten 328 199 Beiträge und Versicherungskosten 187 43 Büro- und Infrastrukturkosten 111 67 Reisekosten 67 49 Nebenkosten des Geldverkehrs 43 5 Sonstige Aufwendungen 38 56 Sonstige betriebliche Aufwendungen 17.978 2.248 In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 37 (Vorjahr: TEUR 14) enthalten. Im Geschäftsjahr sind TEUR 6.534 außergewöhnliche und nicht wiederkehrende Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Abschluss der strategischen Partnerschaft mit Bain Capital Credit angefallen. Darüber hinaus sind TEUR 1.261 außergewöhnliche und nicht wiederkehrende Aufwendungen aus der durchgeführten Aktienzulassung an der Frankfurter Wertpapierbörse angefallen, insbesondere für externe Beratung und sonstige Projektkosten. 4. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die noch nicht abgerufenen Kapitalzuführungen an die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie noch nicht abgerufene Zahlungsverpflichtungen aus Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 12/15 Darlehensverhältnissen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt TEUR 19.392 (Vorjahr: TEUR 8.948). Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen belaufen sich auf TEUR 538 (Vorjahr: TEUR 701) und sind innerhalb eines Jahres (TEUR 160; Vorjahr: TEUR 160) bzw. zwischen einem und fünf Jahren (TEUR 378; Vorjahr: TEUR 540) fällig. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Als nahestehende Personen oder Unternehmen werden Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss auf die Linus Digital Finance AG, Beteiligungen und verbundene Unternehmen bezeichnet sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Gesellschaft ausüben. Letztere umfassen alle Personen in Schlüsselpositionen sowie deren nahe Familienangehörige. Dies sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft. Nicht zu marktüblichen Bedingungen durchgeführte Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen lagen im Geschäftsjahr 2021 nicht vor. Anzahl der Arbeitnehmer Während des Geschäftsjahres wurden im Unternehmen durchschnittlich 51 (Vorjahr: 22) angestellte Arbeitnehmer sowie 2 (Vorjahr: 2) gesetzliche Vertreter der Gesellschaft beschäftigt. Vorstand Bis zu dem Formwechsel in eine Aktiengesellschaft, waren David Neuhoff und Dominik Pederzani Mitglieder der Geschäftsführung der damaligen Linus GmbH. Nach dem Formwechsel in eine Aktiengesellschaft gehören die folgenden Personen dem Vorstand der Linus Digital Finance AG an: Name Ausgeübter Beruf David Neuhoff Vorstandsvorsitzender (CEO) Frederic Olbert Vorstandsmitglied (CFO) Vergütung Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Vorstandsvergütung gemäß den Anforderungen nach § 285 Abs. 9 HGB. Insbesondere wird die Vergütung im Geschäftsjahr für Festvergütung, Nebenleistungen sowie die anteilsbasierte Vergütung dargestellt. Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Vorstands belaufen sich auf TEUR 411. Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 wurden dem Vorstand sonstige aktienbasierte Vergütungen in Form von insgesamt 341 Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von TEUR 101 gewährt. Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 13/15 Die Individualbezüge stellen sich wie folgt dar: TEUR David Neuhoff Frederic Olbert Dominik Pederzani Summe Festvergütung 200 180 10 390 Nebenleistungen 5 -- 16 21 Aktienbasierte Vergütung 48 53 -- 101 Gesamtvergütung 253 233 26 512 Bzgl. des in Vorjahren an einen Geschäftsführer gewährten Darlehens verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt 2 (Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände). Aufsichtsrat Dem Aufsichtsrat gehörten seit seiner Einrichtung am 25. Januar 2021 folgende Personen an: Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 gewährten bzw. als Aufwand erfassten Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich auf TEUR 92. Angaben gemäß § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG Folgende Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr Mitglieder in anderen Aufsichtsräten oder anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 des Aktiengesetzes: David Neuhoff ist Mitglied in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien: - Pacifico Renewables Yield AG, München, Mitglied im Aufsichtsrat Verena Mohaupt ist Mitglied in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien: - Fortuna 2.0 GmbH, München, Geschäftsführerin - home24 SE, Berlin, Aufsichtsratsmitglied - Pacifico Renewables Yield AG, München, Aufsichtsratsmitglied Christian Vollmann ist Mitglied in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien: - Mercutio GmbH, Berlin, Geschäftsführer - FullFrontal GmbH, Berlin, Geschäftsführer - WWWg Wer Worldwide Wagt gewinnt UG (haftungsbeschränkt), Berlin, Geschäftsführer Name Ausgeübter Beruf Verena Mohaupt Aufsichtsratsvorsitzende Partnerin bei einem PE Fonds Christian Vollmann Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Unternehmer Jennifer Brenke Rechtsanwältin Kristian Schmidt-Garve Vorstand einer Beteiligungsgesellschaft Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 14/15 - Triangulum KG, Berlin, General Partner (Komplementär) - Good Hood GmbH, Berlin, Beiratsvorsitzender - Inkitt GmbH, Berlin, Beiratsmitglied - PlusDental GmbH, Berlin, Beiratsmitglied - Legal OS GmbH, Berlin, Beiratsmitglied - Lehrerkolleg LK GmbH, Berlin, Beiratsmitglied Kristian Schmidt-Garve ist Mitglied in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien: - Deutsche Konsum REIT-AG, Potsdam, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender - Biocrates Life Sciences AG, Innsbruck, Österreich, Aufsichtsratsmitglied - Cynora GmbH, Müchen, Beiratsmitglied Honorare des Abschlussprüfers Gemäß § 285 Nr. 17 letzter Halbsatz HGB wird auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der Linus Digital Finance AG. Konzernzugehörigkeit Die Linus Digital Finance AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und die Arvantis Group Holding GmbH, Grünwald für den größten Konsolidierungskreis auf. Der Konzernabschluss der Linus Digital Finance AG, Berlin, wird unter Anwendung der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt (§ 315e HGB). Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht sowie auf der Investor Relations Website der Gesellschaft veröffentlicht. Erklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate-Governance-Kodex Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben. Diese ist zusammen mit dem Geschäftsbericht der Gesellschaft auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Zum 31. Dezember 2021 bestanden ausweislich der bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen gemäß §§ 33, 40 Abs. 1 WpHG folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft: • Alexander Samwer, geboren am 31. Januar 1975: 64,62 % (zugerechnet gemäß § 34 WpHG über Creanos GmbH und Arvantis Group Holding GmbH sowie Picus Capital GmbH und Felicis Holding GmbH) • Dominik Pederzani, geboren am 1. Juli 1991: 2,25 % (zugerechnet gemäß § 34 WpHG über Brodi GmbH) • David Johannes Neuhoff, geboren am 26. Juli 1985: 9,35 % (zugerechnet gemäß § 34 WpHG über DJNEU I. Beteiligungs und Verwaltungs GmbH) Die Mitteilungen sind über https://www.dgap.de/dgap/Companies/?companyId=397161 oder über www.linus-finance.com/investor-relations abrufbar. Linus Digital Finance AG, Berlin Anhang für das Geschäftsjahr 2021 15/15 Nachtragsbericht Es haben sich nach dem Bilanzstichtag folgende Ereignisse und Entwicklungen ergeben, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatten. Der Angriff auf die Ukraine durch die Russische Föderation am 24. Februar 2022 entfaltete erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und damit auch auf das Geschäft der Gesellschaft. Sanktionsbedingt erhöhten sich Inflationserwartungen, während gestiegene Erzeugerpreise sich negativ auf das erwartete Wirtschaftswachstum insbesondere in Deutschland auswirkten. Gestiegene Volatilität aufgrund schwerkalkulierbarer Risiken hatte eine negative Auswirkung auf die Investitionstätigkeit sowie auf Kapitalmärkte. Kurzfristige Zinsen und Finanzierungskosten für Immobilien stiegen moderat wobei Immobilienpreise in Deutschland und UK zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts stabil blieben. Die langfristigen Auswirkungen auf die Nachfrage nach Immobilien sowie die Immobilienpreise hängen vom Zusammenspiel möglicher weiterer Zinserhöhungen, die sich negativ auswirken können, sowie erhöhte Inflation, welche sich positiv auf Immobilien als Sachwert auswirken kann. Analog können steigende Zinsen sich negativ auf die Nachfrage nach hochverzinsten Immobilieninvestments wie denen von LINUS auswirken oder aber auch höhere Inflation mehr Nachfrage nach ebendiesen zur Folge haben. Unmittelbar hatte der Ukrainekrieg keine Auswirkung auf die Geschäfte der Gesellschaft, da diese weder Geschäfte innerhalb der Ukraine betreibt noch mit sanktionierten Unternehmen oder Individuen Geschäftsbeziehungen unterhält. Aus Sicht der Gesellschaft ist es zurzeit jedoch nicht möglich, eine abschließende Einschätzung der Auswirkungen des Ukrainekriegs auf das Geschäft der LINUS zu treffen. Weitere Ereignisse mit einem wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Ergebnisverwendung Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust zum 31. Dezember 2021 in Höhe von EUR 10.155.381,57 auf neue Rechnung vorzutragen. Berlin, den 29. April 2022 Der Vorstand David Neuhoff Frederic Olbert Entwicklung des Anlagevermögens 2021 Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 1.1.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021 1.1.2021 Zugänge Zuschreibungen 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR TEUR I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 55.585,19 0,00 0,00 0,00 55.585,19 40.517,19 15.066,00 0,00 55.583,19 2,00 15 55.585,19 0,00 0,00 0,00 55.585,19 40.517,19 15.066,00 0,00 55.583,19 2,00 15 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 267.372,84 140.247,76 0,00 0,00 407.620,60 70.617,84 106.345,76 0,00 176.963,60 230.657,00 197 267.372,84 140.247,76 0,00 0,00 407.620,60 70.617,84 106.345,76 0,00 176.963,60 230.657,00 197 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.828.022,09 12.293.354,35 3.989.142,79 131.740,00 10.263.973,65 133.352,98 0,00 -6.540,48 126.812,50 10.137.161,15 1.695 2 Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.326.677,71 3.335.861,98 4.825.000,00 0,00 2.837.539,69 0,00 0,00 0,00 0,00 2.837.539,69 4.327 3. Beteiligungen 48.237,00 4.134.196,34 1.008.147,00 -131.740,00 3.042.546,34 0,00 0,00 0,00 0,00 3.042.546,34 48 6. Sonstige Ausleihungen 53.978,48 949,30 54.926,78 0,00 1,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1,00 54 6.256.915,28 19.764.361,97 9.877.216,57 0,00 16.144.060,68 133.352,98 0,00 -6.540,48 126.812,50 16.017.248,18 6.124 6.579.873,31 19.904.609,73 9.877.216,57 0,00 16.607.266,47 244.488,01 121.411,76 -6.540,48 359.359,29 16.247.907,18 6.336 Linus Digital Finance AG (vormals: Linus GmbH), Berlin

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