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LEONI AG Annual Report 2012

Apr 10, 2013

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Annual Report

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Publication

Leoni AG

Nürnberg

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012

Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2012

Hinweis:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der LEONI AG, Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Nürnberg, 21. Februar 2013

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Broschulat, Wirtschaftsprüfer

Schütz, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2012

Aktiva

EUR EUR 31.12.2011

EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte und ähnliche Werte 4.393.154,00 4.607.812,56
2. Geleistete Anzahlungen 685.153,90 679.878,32
5.078.307,90 5.287.690,88
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.212.045,29 1.417.513,29
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.983.863,00 3.060.789,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.875,00 1.671,50
5.200.783,29 4.479.973,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 488.824.400,29 488.824.400,29
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 282.752.084,53 198.591.055,19
3. Sonstige Ausleihungen 1.013.357,94 1.151.722,14
772.589.842,76 688.567.177,62
782.868.933,95 698.334.842,29
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 513.605.038,77 488.858.273,81
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.479,27 394.608,72
3. Sonstige Vermögensgegenstände 10.278.061,12 9.042.183,33
523.884.579,16 498.295.065,86
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 207.013.798,62 291.224.779,66
730.898.377,78 789.519.845,52
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.405.469,95 1.325.548,69
1.515.172.781,68 1.489.180.236,50
Passiva
EUR EUR 31.12.2011

EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 32.669.000,00 32.669.000,00
Bedingtes Kapital in Höhe von EUR 14.850.000,00
II. Kapitalrücklage 281.851.727,09 281.851.727,09
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 1.091.608,17 1.091.608,17
2. Andere Gewinnrücklagen 180.011.386,32 135.011.386,32
181.102.994,49 136.102.994,49
IV. Bilanzgewinn 50.054.826,57 50.783.185,07
545.678.548,15 501.406.906,65
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 12.280.616,00 11.468.607,00
2. Steuerrückstellungen 387.711,08 3.204.393,99
3. Sonstige Rückstellungen 26.891.617,51 23.273.184,00
39.559.944,59 37.946.184,99
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 200.000.000,00 200.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 310.002.090,29 350.465.995,55
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.083.745,16 2.684.595,69
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 376.178.811,71 371.578.279,77
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 36.188,57 232,64
6. Sonstige Verbindlichkeiten 38.633.453,21 25.098.041,21
929.934.288,94 949.827.144,86
1.515.172.781,68 1.489.180.236,50

Gewinn- und Verlustrechnung für 2012

EUR EUR 31.12.2011

EUR
1. Sonstige betriebliche Erträge 95.495.531,07 82.536.547,76
2. Personalaufwand
a) Gehälter 21.890.734,64 20.026.348,87
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.079.122,13 2.803.843,76
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 3.988.291,32 2.870.354,53
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 64.032.959,49 45.137.351,30
-92.991.107,58 -70.837.898,46
5. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages erhaltene Gewinne 104.017.398,10 82.768.320,95
6. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 13.172.686,66 12.488.774,13
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.782.607,28 10.780.899,61
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen 423.747,06 699.122,68
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 31.666.292,66 33.603.853,18
92.882.652,32 71.735.018,83
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 95.387.075,81 83.433.668,13
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.084.548,35 4.564.920,73
12. Sonstige Steuern 27.385,96 26.635,00
-2.111.934,31 -4.591.555,73
13. Jahresüberschuss 93.275.141,50 78.842.112,40
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.779.685,07 1.941.072,67
15. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -45.000.000,00 -30.000.000,00
16. Bilanzgewinn 50.054.826,57 50.783.185,07

Anhang 2012 der LEONI AG

Grundlagen

Nach der gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung der LEONI AG in 1999 nimmt diese als Konzern-Holding nunmehr nur noch Finanzierungs- und Verwaltungsaufgaben sowie die strategische Steuerung wahr. Aufwendungen und Erträge, die mit der Tätigkeit der LEONI AG als geschäftsführende Holding in Zusammenhang stehen, sowie erbrachte Dienstleistungen werden größtenteils an die Tochtergesellschaften weiterbelastet.

Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss der LEONI AG ist entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt worden. Bei der Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Das Anlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, die Abschreibungen werden planmäßig im jeweils steuerlich zulässigen Rahmen verrechnet. Zugänge ab dem Jahr 2008 werden immer linear abgeschrieben. In früheren Jahren wurden die unbeweglichen Anlagegüter linear, die beweglichen überwiegend degressiv abgeschrieben. Für Zugänge aus den Vorjahren wird auf die lineare Abschreibungsmethode umgestellt, sobald dies zu höheren Jahresabschreibungen führt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von 150 EUR (bis zum 31. Dezember 2007 410 EUR), sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als 150 EUR bis 1.000 EUR, die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft worden sind, wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen. Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften pauschalierend jeweils 20% im Jahr, für dessen Zugänge er gebildet wurde, und den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen.

Ausleihungen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Euro sind zum Nennwert oder dem niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet.

Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Ermittlung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen erfolgt versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren.

Bei der Bemessung der übrigen Rückstellungen haben wir allen erkennbaren Risiken angemessen und ausreichend Rechnung getragen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Anlagevermögen

01.01.2012

TEUR
Umbuchungen

TEUR
Zugänge

TEUR
Abgänge

TEUR
31.12.2012

TEUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte und ähnliche Werte 17.381 550 1.515 0 19.446
2. Geleistete Anzahlungen 680 -550 555 0 685
18.061 0 2.070 0 20.131
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 6.430 0 0 0 6.430
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.996 2 2.425 37 14.386
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2 -2 5 0 5
18.428 0 2.430 37 20.821
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 488.825 0 0 0 488.825
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 199.857 0 113.079 29.149 283.787
3. Sonstige Ausleihungen 1.151 0 0 138 1.013
689.833 0 113.079 29.287 773.625
726.322 0 117.579 29.324 814.577
Abschreibungen Buchwert Abschreibungen (A)/

Zuschreibungen (Z)

des Geschäftsjahres

TEUR
kumulierte

TEUR
31.12.2012

TEUR
31.12.2011

TEUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte und ähnliche Werte 15.053 4.393 4.608 2.280 (A)
2. Geleistete Anzahlungen 0 685 680 0
15.053 5.078 5.288 2.280 (A)
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 5.218 1.212 1.417 205 (A)
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.402 3.984 3.061 1.503 (A)
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 5 2 0
15.620 5.201 4.480 1.708 (A)
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 488.825 488.825 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.035 282.752 198.591 655 (Z) 424 (A)
3. Sonstige Ausleihungen 0 1.013 1.151
655 (Z)
1.035 772.590 688.567 424 (A)
655 (Z)
31.708 782.869 698.335 4.412 (A)

Finanzanlagen

Die LEONI AG leitet Darlehen regelmäßig an die Konzerngesellschaften durch. Die mittel- und langfristigen Darlehen an die Tochtergesellschaften weisen wir unter den Ausleihungen aus.

Die Abschreibungen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen Währungskursverschlechterungen, die Zuschreibungen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen Währungskurserhöhungen bei Forderungen, die in den Vorjahren auf Grund von Wechselkursverschlechterungen wertzuberichtigen waren.

Die Zuschreibungen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 655 sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "6. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens" ausgewiesen. Die Abschreibungen auf Ausleihungen an verbunden Unternehmen in Höhe von TEUR 424 sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "8. Abschreibungen auf Finanzanlagen" ausgewiesen.

Anteilsbesitzliste gem. § 285 HGB

Siehe Anlage zum Anhang 2012

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die LEONI AG steuert und wickelt die zentrale Finanzierung des gesamten Konzerns ab. Demzufolge beinhaltet dieser Posten im Wesentlichen Forderungen aus der Refinanzierung der Tochtergesellschaften, aber auch Forderungen aus der Weiterbelastung von zentralen Dienstleistungen.

Die Forderungen mit einer Restlaufzeit von über 1 Jahr gliedern sich wie folgt:

TEUR
Insgesamt davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
--- --- ---
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 513.605 0
(Vorjahr 488.858 0)
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1 0
(Vorjahr 395 0)
Sonstige Vermögensgegenstände 10.278 645
(Vorjahr 9.042 645)

Latente Steuern

Von dem Wahlrecht, einen Überhang aktiver latenter Steuern in der Bilanz anzusetzen, wurde kein Gebrauch gemacht.

Insgesamt ergibt sich ein Überhang aktiver latenter Steuern in Höhe von TEUR 19.470.

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 28,86% zugrunde gelegt.

Aktive latente Steuern auf körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sowie Zinsvorträge wurden in der Berechnung angesetzt soweit diese in den nächsten 5 Jahren verrechenbar sind. Der verrechnungsfähige Anteil an den gesamten bestehenden Verlustvorträgen und Zinsvorträgen beträgt 100%. Aktive latente Steuern aus Bewertungsunterschieden zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz haben sich ergeben aus den Bilanzpositionen immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagevermögen, Vorräte, Sonstige Vermögensgegenstände, Rechnungsabgrenzungsposten, Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen. Passive latente Steuern aus Bewertungsunterschieden zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz haben sich ergeben aus den Bilanzpositionen Sachanlagevermögen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Guthaben und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der LEONI AG beträgt 32.669.000 EUR und ist in 32.669.000 Stückaktien eingeteilt.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist nach der Satzung gem. Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Mai 2012 befugt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 15. Mai 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu TEUR 16.335 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wurde jedoch von der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten, in der Satzung aufgeführten Fällen auszuschließen.

Bedingtes Kapital

Des Weiteren wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 6. Mai 2010 ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen auszugeben. Hierbei wurde das Grundkapital um bis zu TEUR 14.850 bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Ausnutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 281.852 TEUR.

Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen haben sich wie folgt verändert.

TEUR
Stand 01.01.2012 135.011
+ Zuführung aus dem Jahresüberschuss 2012 45.000
Stand 31.12.2012 180.011

Bilanzgewinn

TEUR
Stand 01.01.2012 50.783
-Ausschüttung für 2011 -49.003
Gewinnvortrag 1.780
+ Jahresüberschuss 2012 93.275
- Einstellung in andere Gewinnrücklagen -45.000
Stand 31.12.2012 50.055

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten neben den Rückstellungen aus Einzelzusagen auch Rückstellungen auf Grund von Betriebsvereinbarungen. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte zum 31. Dezember 2012 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Die Verpflichtung wurde mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der Deutschen Bundesbank von 5,06% abgezinst. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen wurden bei der Ermittlung berücksichtigt. Dabei gehen wir derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,5 % bei den Entgelten und von 2,0 % bei den Renten aus.

Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen (Rückdeckungsversicherung), sind in Höhe von TEUR 12.177 (VJ TEUR 11.256) mit diesen Schulden verrechnet worden.

Die Pensionsrückstellung setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR
Stand 01.01.2012 22.725
Auszahlungen -890
Aufzinsung 936
Zuführung 1.687
Verpflichtung Stand 31.12.2012 24.458
Deckungsvermögen Stand 01.01.2012 -11.256
Ein-/Auszahlungen -921
Deckungsvermögen Stand 31.12.2012 -12.177
Stand 31.12.2012 12.281

Nach Artikel 28 Abs. 2 EGHGB ergibt sich im Zusammenhang mit sogenannten Altzusagen ein Fehlbetrag in Höhe von TEUR 38 aus dem Unterschiedsbetrag von nach § 253 HGB bewerteten mittelbaren Versorgungsverpflichtungen und dem Kassenvermögen der Unterstützungskasse.

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich wie folgt auf:

31.12.2012

TEUR
31.12.2011

TEUR
Personalbereich 10.895 9.693
Übrige 15.997 13.580
26.892 23.273

Wie im Vorjahr umfassen die Rückstellungen für den Personalbereich im Wesentlichen Aufwendungen für variable Vergütungen für Führungskräfte und Aufsichtsrat, rückständigen Urlaub und Altersteilzeitvereinbarungen.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen im Wesentlichen ungewisse Verbindlichkeiten und Drohverluste sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und Jahresabschlusskosten.

Verbindlichkeiten

Am 17. Juli 2006 hat die LEONI AG eine Anleihe in Höhe von TEUR 200.000 mit einer Laufzeit von 7 Jahren begeben. Die Anleihe wird mit 5 % verzinst.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind enthalten:

31.12.2012

TEUR
31.12.2011

TEUR
Verbindlichkeiten aus Steuern 346 281
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 675 770

In den Steuerverbindlichkeiten ist eine Lohnsteuer-Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 346 (Vorjahr TEUR 281) enthalten.

In den Sozialverbindlichkeiten ist ein Darlehen der Unterstützungseinrichtung e.V. mit TEUR 675 (Vorjahr TEUR 770) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die planmäßigen Tilgungen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 52 Mio. EUR. Außerplanmäßig wurden 239,5 Mio. EUR getilgt.

Die getilgten Schuldscheindarlehen wurden durch neue Schuldscheindarlehen (Zugang 250 Mio. EUR) ersetzt.

Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen setzen sich wie folgt zusammen:

Restbuchwert

in TEUR
Nominalzins

in %
Laufzeit bis
73.000 6-Monats-Euribor + 175bps 18. September 2017
63.000 2,7 18. September 2017
48.500 3,44 18. September 2019
26.500 5,07 18. März 2015
25.000 3,06 18. September 2018
24.000 4,84 18. März 2013
19.500 6-Monats-Euribor + 210bps 18. September 2019
12.000 6-Monats-Euribor + 190bps 18. September 2018
9.000 4,25 19. September 2022
31.12.2011 davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren davon gesichert durch Grundpfandrechte
Anleihen 200.000 200.000 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 310.002 33.502 114.000 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.084 5.084 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 376.179 376.179 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 36 36 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 38.633 38.633 0 0
31.12.2011

TEUR
davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

TEUR
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren

TEUR
davon gesichert durch Grundpfandrechte

TEUR
Anleihen 200.000 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 350.466 57.016 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.685 2.685 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 371.578 371.578 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 25.098 25.098 0 0
949.827 456.377 0 0

Finanzinstrumente und Derivate

Zinsrisiken

Die LEONI AG ist für die Finanzierung der Konzerngesellschaften weltweit zuständig. Dies erfolgt unter anderem durch Aufnahme von kurz- und langfristigen Bankkrediten. Sofern hierfür keine Festzinsvereinbarung getroffen wurde, schließt die LEONI AG zur Vermeidung der Zinsänderungsrisiken Zinsderivate ab. Unter Zinsänderungsrisiko verstehen wir dabei die Gefahr der Erhöhung künftiger Zinsaufwendungen aus variabel verzinslichen Darlehen infolge steigender Marktzinsen. Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus wurde für neu aufgenommene variabel verzinsliche Darlehen auf eine Zinssicherung verzichtet.

Zum Stichtag bestehen für Finanzierungsbeträge Zinsswaps in Höhe von 63,5 Mio. EUR (Vorjahr 118,5 Mio. EUR und 10,0 Mio. USD), sowie Zinscollars in Höhe von 136,0 Mio. EUR (Vorjahr 136,0 Mio. EUR). Zinscaps bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Der Marktwert der Zinsswaps beträgt am Bilanzstichtag -5,3 Mio. EUR (Vorjahr -7,6 Mio. EUR), der Marktwert der Zinscollars beträgt -1,0 Mio. EUR (Vorjahr -3,6 Mio. EUR). Auf Grund der vorzeitig durchgeführten Refinanzierungsmaßnahmen liegen keine geschlossenen Positionen mehr vor. Es wurde daher eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 6.298 der genannten Marktwerte gebildet.

Die Ermittlung des Marktwertes der Zinsderivate erfolgt mit Hilfe anerkannter Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag am Markt beobachtbaren Zinskurven und Volatilitäten.

Währungsrisiken

Währungsrisiken entstehen für die LEONI AG nur dann, wenn Konzerngesellschaften in deren Landeswährungen finanziert oder Sicherungsgeschäfte für deren operative Tätigkeiten abgeschlossen werden.

Die LEONI AG reicht diese Währungsrisiken nahezu vollständig an die Banken in Form von Devisentermingeschäften oder Darlehen in Fremdwährung weiter.

Zum Bilanzstichtag bestehen Devisentermingeschäfte für die Refinanzierung von Forderungen und Verbindlichkeiten an Konzerngesellschaften im Wesentlichen in den Währungen Britische Pfund, Russische Rubel, Schweizer Franken und US-Dollar mit einem Betrag von insgesamt 289,7 Mio. EUR (Vorjahr 264,3 Mio. EUR).

Diese Sicherungsgeschäfte haben am Stichtag positive Marktwerte von TEUR 1.718 und negative Marktwerte von TEUR 1.520 (Vorjahr positiver Marktwert TEUR 1.930, negativer Marktwert TEUR 7.434). Aus diesen Geschäften ergibt sich unter Berücksichtigung gegenläufiger Effekte aus Glattstellungen ein drohender Verlust von TEUR 1.477 (Vorjahr TEUR 7.268), der unter den sonstigen Rückstellungen erfasst wurde.

Zum 31. Dezember 2012 waren Sicherungsgeschäfte mit Konzerngesellschaften in Höhe von 194,7 Mio. EUR (Vorjahr 189,0 Mio. EUR) für deren operative Tätigkeiten abgeschlossen. Die Zahlungsströme der Grund- und Sicherungsgeschäfte gleichen sich aus, da die Risikopositionen unverzüglich nach Entstehung in betraglich gleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch externe Devisentermingeschäfte abgesichert werden.

Für diese Devisentermingeschäfte liegen die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten vor. Bei den Sicherungsbeziehungen handelt es sich um Macro Hedges, da die risikokompensierende Wirkung der operativen Tätigkeiten der Konzerngesellschaften gruppenweise abgesichert wird. Die Laufzeiten der Devisentermingeschäfte entsprechen den Laufzeiten der Grundgeschäfte. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Bewertungseinheiten enden in 2013.

Der positive Marktwert der Devisentermingeschäfte mit Konzerngesellschaften betrug TEUR 1.998 (Vorjahr TEUR 6.695), der negative Marktwert der Devisentermingeschäfte betrug TEUR 2.170 (Vorjahr TEUR 3.730). Korrespondierend hierzu betrugen die positiven Marktwerte der Devisentermingeschäfte mit Banken TEUR 1.599 (Vorjahr TEUR 2.346) und die negativen Marktwerte TEUR 1.427 (Vorjahr TEUR 5.311).

Aufgrund des Wegfalls eines Kundenprojekts wurden die hierfür abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte durch Gegengeschäfte glattgestellt. Der verbleibende Verlust in Höhe von TEUR 335 wurde in den sonstigen Rückstellungen erfasst.

Der positive Marktwert eines Devisentermingeschäftes, das für die LEONI AG zur Absicherung einer Kaufpreiszahlung von Softwarelizenzen abgeschlossen wurde, betrug zum Bilanzstichtag TEUR 28.

Der Marktwert der Devisentermingeschäfte wird durch einen Vergleich des vereinbarten Devisenterminkurses mit dem korrespondierenden Terminkurs am Stichtag ermittelt.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.684 (Vorjahr Erträge TEUR 5.903) aus den Devisensicherungsgeschäften erfolgswirksam verbucht. Dem stehen kompensierende Effekte aus der Bewertung der Finanzierung der Gesellschaften in Fremdwährung gegenüber. Im Saldo verbleibt damit ein Verlust von TEUR 1.813 (Vorjahr TEUR 1.891).

Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

Der wesentliche Anteil an diesem Posten besteht aus Erträgen aus der Weiterbelastung von Aufwendungen, die im Rahmen der Wahrnehmung der Holdingfunktion und für zentrale Dienste entstanden sind.

Darin enthalten sind auch periodenfremde Erträge für Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von TEUR 273 (Vorjahr TEUR 1.358) und Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 9.925 (Vorjahr TEUR 8.293).

Personalaufwand

In diesem Posten sind Aufwendungen für Altersversorgung enthalten:

2012

TEUR
2011

TEUR
1.050 964

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt:

2012 2011
männlich 112 101
weiblich 67 60
179 161

Der Personalstand zum 31. Dezember 2012 betrug 188 Mitarbeiter (Vorjahr 165).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 18.035 (Vorjahr TEUR 10.183) enthalten.

Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Die ausgewiesenen Erträge stammen aus verbundenen Unternehmen.

Zinsergebnis

In dem Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind aus verbundenen Unternehmen enthalten:

TEUR
Insgesamt davon aus verbundenen Unternehmen
--- --- ---
Zinserträge 7.783 7.095
(Vorjahr 10.781 9.541)
Zinsaufwendungen 31.666 1.860
(Vorjahr 33.604 3.306)

Ebenso enthalten sind ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 936 (Vorjahr TEUR 779) aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellung und ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 60 (Vorjahr TEUR 43) aus der Aufzinsung von anderen sonstigen langfristigen Rückstellungen.

Haftungsverhältnisse

31.12.2012

TEUR
31.12.2011

TEUR
Verbindlichkeiten aus:
Patronatserklärungen 102.889 0
Bürgschaften 159.767 205.669
262.656 205.669
davon zugunsten verbundener Unternehmen 262.600 184.724
davon zugunsten Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 20.942

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Bürgschaften bzw. Patronatserklärungen für die Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt.

Andere nach § 251 HGB anzugebende Verpflichtungen bestehen nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für Miet- und Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 2.786. Gegenstand dieser Verträge ist die Anmietung von Immobilien und sonstiger Anlagengegenstände.

Diese Form der finanziellen Verpflichtung wurde aufgrund einer geringeren Kapitalbindung bei dennoch gleichbleibenden Nutzungsmöglichkeiten dem Kauf vorgezogen.

Mögliche Risiken aus den tatsächlichen oder potenziellen Abflüssen werden als geringfügig eingestuft.

Die finanziellen Verpflichtungen für Miet- und Leasingaufwendungen enden zwischen 2013 und 2017.

Veröffentlichung nach § 25 (1) WpHG über Beteiligungen

Staat von Norwegen über 3%

Das Royal Ministry of Finance, Oslo, Norwegen hat uns im Namen und für den Staat von Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14. November 2011 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil des Staates von Norwegen an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 10. November 2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und zum 10. November 2011 3,04% (das entspricht 993.254 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat. Die Stimmrechte werden von der Norges Bank (Zentralbank von Norwegen) gehalten. Die Norges Bank wird vom norwegischen Staat kontrolliert und die von der Norges Bank gehaltenen Stimmrechrechte sind dem Staat von Norwegen gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Norges Bank, Oslo, Norwegen über 3%

Norges Bank Investment Management, Oslo, Norwegen hat uns im Namen der Norges Bank, Oslo, Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14. November 2011 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Norges Bank an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 10. November 2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und zum 10. November 2011 3,04% (das entspricht 993.254 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat. Die Stimmrechte werden von der Norges Bank (Zentralbank von Norwegen) gehalten. Die Norges Bank wird vom norwegischen Staat kontrolliert und die von der Norges Bank gehaltenen Stimmrechte sind dem Staat von Norwegen gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt über 3%

Die Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 WpHG am 27. Dezember 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 23. Dezember 2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und per diesem Datum 3,06% der Gesamtmenge der Stimmrechte (das entspricht 998.332 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) beträgt. Von diesem Stimmrechtsanteil sind 0,87% der Gesamtmenge der Stimmrechte (das entspricht 284.672 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) der Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt nach § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

Es wurden keine Stimmrechte im Sinne von § 17 Abs. 1 Nr. 7 WpAIV erlangt.

Norges Bank, Oslo, Norwegen unter 3%

Norges Bank Investment Management, Oslo, Norwegen hat uns im Namen der Norges Bank (Zentralbank von Norwegen), Oslo, Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 09. Mai.2012 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil an LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 07. Mai.2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,65% (das entspricht 866.812 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Staat von Norwegen unter 3%

Das Royal Ministry of Finance, Oslo, Norwegen hat uns im Namen und für den Staat von Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 10. Mai 2012 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 07. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,65% (das entspricht 866.812 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

2,65% der Stimmrechte (das entspricht 866.812 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) sind gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG dem Staat von Norwegen zuzurechnen.

Skandinaviska Enskilda Banken AG (publ), Stockholm, Schweden über 3%

Die Skandinaviska Enskilda Banken AG (publ), Stockholm, Schweden hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Mai 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 16. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,85% (das entspricht 1.585.378 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

4,85% der Stimmrechte (das entspricht 1.585.378 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) sind der Skandinaviska Enskilda Banken AG (publ), Stockholm, Schweden gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der SEB AG, Deutschland und SEB Life (Ireland) Assurance Ltd., Irland zuzurechnen (wobei Letztere weniger als 3% hält).

Skandinaviska Enskilda Banken AB (publ), Stockholm, Schweden unter 3%

Die Skandinaviska Enskilda Banken AB (publ), Stockholm, Schweden hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Mai 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 18. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,02% (das entspricht 6.300 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat. 0,02% der Stimmrechte (das entspricht 6.300 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

SEB AG, Frankfurt am Main, Deutschland über 3%

Die SEB AG, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Mai 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 16. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,83% (das entspricht 1.579.078 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

SEB AG, Frankfurt am Main, Deutschland unter 3%

Die SEB AG, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Mai 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 18. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Norges Bank (Zentralbank von Norwegen), Oslo, Norwegen über 3%

Die Norges Bank (Zentralbank von Norwegen), Oslo, Norwegen hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01. Juni 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 30. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,07% (das entspricht 1.001.812 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Staat von Norwegen über 3%

Das Royal Ministry of Finance, Oslo, Norwegen hat uns im Namen und für den Staat von Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 04.06.2012 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil des Staates von Norwegen an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 30. Mai 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,07% (das entspricht 1.001.812 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Die Stimmrechte werden von der Norges Bank (Zentralbank von Norwegen) gehalten und sind gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt unter 3%

Die Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 26. Juni 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 22. Juni 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und per diesem Datum 2,73% der Gesamtmenge der Stimmrechte (das entspricht 890.293 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) beträgt. Von diesem Stimmrechtsanteil sind der Gesellschaft 0,90% der Gesamtmenge der Stimmrechte (das entspricht 295.148 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

Staat von Norwegen unter 3%

Das Royal Ministry of Finance, Oslo, Norwegen hat uns im Namen und für den Staat Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 31 .Juli 2012 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil des Staates von Norwegen an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 26. Juli 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,99% (das entspricht 976.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat. 2,99% der Stimmrechte (das entspricht 976.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) sind gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG dem Staat von Norwegen zuzurechnen.

Norges Bank, Oslo, Norwegen unter 3%

Die Norges Bank (Zentralbank von Norwegen), Oslo, Norwegen hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. Juli 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 26. Juli 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,99% (das entspricht 976.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Staat von Norwegen über 3%

Das Royal Ministry of Finance, Oslo, Norwegen hat uns im Namen und für den Staat Norwegen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14. August 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 09. August 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,002% (das entspricht 980.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

3,002% der Stimmrechte (das entspricht 980.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) sind gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG dem Staat von Norwegen zuzurechnen.

Norges Bank, Oslo, Norwegen über 3%

Die Norges Bank (Zentralbank von Norwegen), Oslo, Norwegen hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 13. August 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der LEONI AG, Nürnberg, Deutschland am 09. August 2012 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,002% (das entspricht 980.689 von insgesamt 32.669.000 Stimmrechten) betragen hat.

Organe der LEONI AG

Aufsichtsrat

Ausgeübter Beruf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien
Dr. Werner Rupp, Burgthann Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorsitzender des Vorstandes der NÜRNBERGER Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Nürnberg bis 31.12.2012 Sprecher des Vorstands der NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, Nürnberg bis 31.12.2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Beamten Lebensversicherung AG, Nürnberg bis 31.12.2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Pensionsfonds AG, Nürnberg bis 31.12.2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Pensionskasse AG, Nürnberg bis 31.12.2012 Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Beamten Allgemeine Versicherung AG, Nürnberg bis 31.12.2012 Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Krankenversicherung AG, Nürnberg bis 19.06.2012 Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich, Salzburg bis 31.12.2012 Mitglied des Aufsichtsrats der Fürst Fugger Privatbank KG, Augsburg bis 31.12.2012 Vorsitzender des Verwaltungsrats der NÜRNBERGER Beratungs- und Betreuungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung und Personaldienstleistungen mbH, Nürnberg bis 31.12.2012 Vorsitzender des Verwaltungsrats der NÜRNBERGER Versicherungs- und Bauspar-Vermittlungs-GmbH, Nürnberg bis 31.12.2012
Franz Spieß ,Büchenbach Erster Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats 2. Bevollmächtigter der IG- Metall-Verwaltungsstelle, Schwabach -
Ernst Thoma, Nürnberg Zweiter Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 16.05.2012 im Ruhestand Mitglied des Beirates der Firma Dehn &Söhne GmbH &Co. KG, Neumarkt
Gabriele Bauer1) , Prichsenstadt Gesamtbetriebsratsvorsitzen de -
Josef Häring1) , Grafenwiesen Betriebsratsvorsitzender
Ingrid Hofmann, Hilpoltstein Mitglied des Aufsichtsrats Geschäftsführerin I. K. Hofmann GmbH -
Ralf Huber1) , Nürnberg Mitglied des Aufsichtsrats bis 16.05.2012 Leitender Angestellter -
Karl-Heinz Lach1) , Eschweiler Betriebsratsvorsitzender -
Dr. Werner Lang, Ergersheim Mitglied des Aufsichtsrats ab 16.05.2012 Geschäftsführer der Lang Verwaltungsgesellschaft mbH und damit der MEKRA Lang GmbH &Co. KG, der Ing. H. Lang GmbH &Co. KG, der Lang Technics GmbH &Co. KG, sowie der Grundstücksgesellschaft Lang GbR Mitglied des Aufsichtsrats der MEKRA Lang Otomotiv Yan Sanayi A.S., Ankara, Türkei
Richard Paglia1) , Allersberg Mitglied des Aufsichtsrats ab 16.05.2012 Leitender Angestellter -
Dr. Bernd Rödl, Nürnberg Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwalt bei Rödl &Partner GbR -
Wilhelm R. Wessels, Oberhembach/Pyrbaum Management Consultant Mitglied des Beirates der TriStyle Mode GmbH &Co. KG, Fürth Mitglied des Verwaltungsrats der STAEDTLER Noris GmbH, Nürnberg
Helmut Wirtz1) , Stolberg 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Stolberg Mitglied des Aufsichtrats der Aurubis AG, Hamburg
Prof. Dr.-Ing. Dr. Ing. E.h. Klaus Wucherer, Ungelstetten /Winkelhaid Geschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatungs-GmbH Mitglied des Aufsichtsrats der DÜRR AG, Bietigheim-Bissingen Mitglied des Aufsichtsrats der SAP AG, Walldorf Mitglied des Aufsichtsrats der Heitec AG, Erlangen Mitglied des Aufsichtsrat der Festo AG &Co. KG, Esslingen

1) Arbeitnehmervertreter

Vorstand

Ausgeübter Beruf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien
Dr. Klaus Probst, Heroldsberg Vorsitzender des Vorstands Vorstand Division Wire & Cable Solutions Mitglied des Beirates der Firma Lux-Haus GmbH & Co. KG, Georgensgmünd Mitglied des Aufsichtsrats der ZAPP AG, Ratingen Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRAMMER AG, Amberg
Dieter Belle, Roth Vorstand Controlling / Finanzen und Arbeitsdirektor -
Uwe H. Lamann, Nürnberg Vorstand Division Wiring Systems bis 31.12.2012 Mitglied des Aufsichtsrats der Koninklijke Nedschroef Holding B.V., Helmond, Niederlande
Dr. Andreas Brand, Ottensoos Vorstand Division Wiring Systems ab 01.10.2012 -

Vergütung des Vorstandes

Die individualisierte Darstellung des Aufwands für die Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2012 ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Vergütung
T€ Fixvergütung

T€
Kurzfristige

erfolgsabhängige

Vergütungs-

komponente

T€
Mittelfristige

erfolgsabhängige

Vergütungs-

komponente

T€
Langfristige

erfolgsabhängige

Vergütungs-

komponente

T€
Sonstiges

T€
Gesamt

T€
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. K. Probst
2012 750 € 1.560 € 624 € 460 € 31 € 3.425 €
2011 750 € 1.500 € 293 € 395 € 31 € 2.969 €
D. Bellé
2012 575 € 1.045 € 421 € 296 € 39 € 2.376 €
2011 550 € 1.005 € 198 € 256 € 38 € 2.047 €
U. Lamann
2012 575 € 1.045 € 421 € 12 € 26 € 2.079 €
2011 550 € 1.005 € 198 € 256 € 27 € 2.036 €
Dr. A. Brand
2012 75 € 135 € 0 € 0 € 8 € 218 €
2011 0 € 0 € 0 € 0 € 0 € 0 €
Gesamt 2012 1.975 € 3.785 € 1.466 € 768 € 104 € 8.098 €
Gesamt 2011 1.850 € 3.510 € 689 € 907 € 96 € 7.052 €
Pensionen
T€ Jahresbezug bei

Eintritt des

Pensionsfalles

T€
Zuführung zur

Pensionsrückstellung

im Geschäftsjahr

T€
--- --- ---
Dr. K. Probst
2012 202 €1) 209 €
2011 297 € 126 €
D. Bellé
2012 188 € 122 €
2011 188 € 116 €
U. Lamann
2012 188 € 244 €
2011 188 € 206 €
Dr. A. Brand
2012 0 € 0 €
2011 0 € 0 €
Gesamt 2012 578 € 575 €
Gesamt 2011 673 € 448 €

1) Die Reduzierung des Jahresbezugs um 95 T€ gegenüber 2011 resultiert aus der Verminderung der Versorgungsanwartschaft im Rahmen eines Versorgungsausgleichs.

Die sonstigen Bezüge beinhalten geldwerte Vorteile aus der Überlassung von Dienstwagen und Zuschüssen zu Versicherungen.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Lagebericht dargestellt.

Vergütung früherer Mitglieder des Vorstandes und ihrer Hinterbliebenen

Die Bezüge früherer Mitglieder des Vorstandes und ihrer Hinterbliebenen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 254 (Vorjahr: TEUR 251). Für frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene sind Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.592 zurückgestellt.

Vergütung des Aufsichtsrates

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung dem Gewinnverwendungsvorschlag zustimmt, betragen im Berichtsjahr die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates TEUR 1.366 (Vorjahr TEUR 1.364), davon entfallen auf den variablen Anteil der Vergütung TEUR 630 (Vorjahr: TEUR 630).

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Die Angaben werden im Konzernabschluss der LEONI AG vorgenommen.

Corporate Governance

Im Dezember 2012 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären durch Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.leoni.com) dauerhaft zugänglich gemacht.

Gewinnverwendungsvorschlag der LEONI AG

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2012 beträgt 50.054.826,57 EUR
Wir schlagen vor, von diesem Bilanzgewinn eine Dividende von 1,50 EUR je dividendenberechtigter Stückaktie, das sind insgesamt auszuschütten. 49.003.500,00 EUR
Der verbleibende Rest von ist auf neue Rechnung vorzutragen. 1.051.326,57 EUR

Nürnberg, 21. Februar 2013

LEONI AG

Der Vorstand

Anlage zum Anhang des Jahresabschlusses zum 31.12.2012 der LEONI AG, Nürnberg

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zum 31.12.2012

A. Anteile an verbundenen Unternehmen Währung Eigenkapital in Landeswährung Anteil am Kapital

in %
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres in Landeswährung
unmittelbare Tochtergesellschaft
_mittelbare Tochtergesellschaft
__Tochtergesellschaften 3. Ebene
___Tochtergesellschaften 4. Ebene
Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions
LEONI Kabel Holding GmbH, Nürnberg4)1) EUR 173.996.320 100 0
_j-fiber GmbH, Jena4)1) EUR 363.604 100 0
__FiberCore Machinery Jena GmbH, Jena4)1) EUR 26.603 100 0
__j-plasma GmbH, Jena EUR -975.572 100 67.214
__KB Kabel Beteiligungs-GmbH, Nürnberg EUR -2.212.873 100 -27.124
_LEONI Cable Assemblies GmbH, Roth4)1) EUR 8.492.311 100 0
__LEONI Cable Belgium N.V., Hasselt, Belgien EUR 3.160.121 100 581.783
__LEONI Cable (Changzhou) Co. Ltd., Changzhou, China CNY 255.406.481 100 54.826.878
__LEONI Cable (Xiamen) Co. Ltd., Xiamen, China CNY 57.080.517 100 5.677.183
__LEONI Furas S.L., Piera, Spanien EUR 6.572.012 100 -660.794
___LEONI Cable Maroc SARL, Casablanca, Marokko3) MAD -39.204.678 100 -19.854.426
__LEONI Slowakia spol. s.r.o., Nova Dubnica, Slowakei EUR 11.063.496 100 3.364.604
__LEONI Wire (Changzhou) Co. Ltd., Changzhou, China CNY 6.059.407 100 2.218.438
_LEONI Cable Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien7) INR 8.308.798 100 -5.492.301
_LEONI Draht GmbH, Nürnberg4)1) EUR 10.262.032 100 0
__Haarländer GmbH, Roth4)1) EUR 2.756.321 100 0
__LEONI Temco Ltd., Cinderford, Gloucestershire, Großbritannien GBP 3.266.910 100 195.358
_LEONI elocab GmbH, Georgensgmünd4)1) EUR 9.715.633 100 0
__LEONI CIA Cable Systems S.A.S., Chartres, Frankreich EUR 2.329.625 100 2.384.609
__LEONI Engineering Products &Services Inc., Lake Orion, Michigan, USA USD 4.042.331 100 3.123.859
__LEONI Special Cables Iberica S.A., Barcelona, Spanien EUR -59.971 100 10.713
__LEONI Elocab Ltd., Kitchener, Ontario, Kanada CAD 4.540.483 100 1.704.797
__LEONI Kabelsysteme GmbH, Neu-Ulm (vormals: Ettlingen)4)1) EUR 4.809.575 100 0
__LEONI protec cable systems GmbH, Schmalkalden4)1) EUR 3.526.117 100 0
___LEONI Tailor-Made Cable UK Limited, Chesterfield, Derbyshire, Großbritannien GBP 891.038 100 228.808
__neumatic cz s.r.o., Turnov, Tschechische Republik CZK 12.192.532 100 1.976.210
_LEONI Fiber Optics GmbH, Neuhaus-Schierschnitz4)1) EUR 8.542.401 100 0
__LEONI Fiber Optics Inc., Meza, Arizona, USA USD 369.155 100 227.836
_LEONI HighTempSolutions GmbH, Radevormwald4)1) EUR 2.467.768 100 0
_LEONI Kabel GmbH, Nürnberg4)1) EUR 35.631.845 100 0
__LEONI Kabel Polska sp. z o. o., Kobierzyce, Polen PLN 100.466.551 100 19.197.179
__LEONI Kablo ve Teknolojileri Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Mudanya, Türkei TRY 26.694.704 95 10.840.180
__LKH LEONI Kábelgyár Hungaria Kft., Hatvan, Ungarn EUR 15.847.801 100 6.254.191
_LEONI Kabel Verwaltungs-GmbH, Nürnberg4)1) EUR 35.671 100 0
_LEONI Kerpen GmbH, Stolberg4)1) EUR 32.257.139 100 0
__LEONI (S.E.A.) Pte. Ltd., Singapur SGD 7.232.332 75 1.260.088
___LEONI (M) Sdn. Bhd., Subang Jaya, Malaysia MYR 779.035 75 -191.620
___LEONI (Thailand) Co. Ltd., Bangkok, Thailand THB 985.442 75 -214.474
_LEONI Middle East FZE, Dubai, United Arab Emirates AED 1.039.100 100 39.100
_LEONI Schweiz AG, Däniken, Schweiz CHF 87.341.872 100 66.036.992
__LEONI Studer AG, Däniken, Schweiz CHF 33.957.774 100 12.312.015
__LEONI Studer Hard GmbH, Bautzen EUR 8.499.307 100 978.275
_LEONI Special Cables GmbH, Friesoythe4)1) EUR 20.399.904 100 0
__LEONI Cable Slovakia spol. s.r.o., Stará Turá, Slowakei EUR 3.003.453 100 1.044.638
__LEONI Special Cables (Changzhou) Co. Ltd., Changzhou, China CNY 113.196.186 100 2.377.686
_LEONI Wire &Cable Solutions Japan K.K., Nagakute-cho, Japan JPY -28.290.997 99 6.287.212
_LEONI Wiring Systems Italy s.r.l., Felizzano, Italien6) EUR 41.863.583 100 1.285.553
__LEONI Silitherm s.r.l., Monticelli d'Ongina, Italien3) EUR 23.777.977 100 4.467.314
Unternehmensbereich Wiring Systems
LEONI Bordnetze Verwaltungs-GmbH, Nürnberg EUR 33.979 100 62
LEONI Bordnetz-Systeme GmbH, Kitzingen4)1) EUR 325.056.161 100 0
_LEONI Autokabel Polska sp. z o.o., Ostrzeszów, Polen PLN 54.681.121 100 6.342.808
_LEONI Autokabel Slowakia spol. s.r.o., Trencin, Slowakei EUR 12.057.407 100 1.291.993
_LEONI Automotive do Brasil Ltda., Itú, Sao Paulo, Brasilien BRL 13.496.291 100 -7.836.741
_LEONI Con-Tech GmbH, Roth (vormals: neumatic Elektronik+Kabeltechnik Verwaltungs-GmbH, Ulm) EUR 111.892 100 69.557
_LEONI Electrical Systems (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China CNY 699.398.968 100 326.750.960
_LEONI Wiring Systems Arad SRL, Arad, Rumänien RON 70.076.226 100 12.916.279
_LEONI Wiring Systems (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China CNY 73.310.849 100 -76.316
_LEONI Wiring Systems Egypt S.A.E., Nasr City, Kairo, Ägypten EUR 20.471.790 100 6.725.241
_LEONI Wiring Systems France SAS, Montigny-Ie-Bretonneux, Frankreich EUR 38.541.843 100 10.632.043
__LEONI Wiring Systems Ain Sebaa SA, Ain Sebaa/Casablanca, Marokko MAD 86.344.120 100 -22.587.192
__LEONI Wiring Systems Bouskoura SA, Bouskoura, Marokko MAD 125.969.187 100 12.751.399
__LEONI Wiring Systems Bouznika SA, Bouznika, Marokko MAD 146.083.913 100 -44.579.543
__LEONI Wiring Systems Pitesti SRL, Pitesti, Rumänien RON 28.637.477 100 11.371.212
__LEONI Wiring Systems Spain SL, Santa Perpetua/ Barcelona, Spanien EUR 24.795.538 100 2.177.466
__LEONI Wiring Systems Viana Lda., Viana Do Castelo, Portugal EUR -1.020.483 100 -53.301
__000 Leoni Wiring Systems Zavolzhie, Zavolzhie, Russland (vormals: 000 Lik Avto, Gorodets, Russland) RUB 349.939.000 100 98.304.000
_LEONI Wiring Systems Korea Inc., Busan, Korea (vormals: DeakyeungT&GCo. Ltd., Busan, Korea)3) KRW 3.749.633.795 100 -25.315.971.486
__LEONI Electrical Systems (Jining) Co. Ltd, Jining, China (vormals: Daekyeung Electrical Systems (Jining) Co. Ltd., Jining, China) CNY 20.612.223 100 8.383.907
__LEONI Electrical Systems (Penglai) Co. Ltd., Penglai, China (vormals: Penglai Daqing Wiring Systems Co. Ltd., Penglai, China) CNY 30.851.574 100 9.555.278
__Weihai Daekyeung Electronic Device Assemble Co. Ltd., Weihai, China CNY -855.116 100 -18.132.346
__Weihai DK Electronic Co.Ltd., Weihai, China CNY 2.318.236 100 337.892
_LEONI Wiring Systems (Liuzhou) Co. Ltd., Liuzhou, China CNY 32.685.051 100 4.595.480
_LEONI Wiring Systems (Pune) Pvt.Ltd., Pune, Indien7) INR -66.816.084 100 -43.462.741
_LEONI Wiring Systems RO SRL, Bistrita, Rumänien RON 64.460.583 100 6.012.381
_LEONI Wiring Systems Southeast d.o.o., Prokuplje, Serbien RSD 1.197.007.277 100 50.868.692
_LEONI Wiring Systems Tunisia SARL, Messadine, Tunesien (vormals: LEONI Tunisia Group Sarl, Messadine, Tunesien) TND 44.866.496 100 1.558.706
_LEONI Wiring Systems UA (GmbH), Strij, Ukraine UAH 294.029.997 100 5.717.908
_LEONI Wiring Systems U.K. Ltd., Newcastle-under-Lyme, Staffordshire, Großbritannien GBP 70.989.847 100 14.413.357
_Leonische Holding Inc., Wilmington, Delaware, USA USD 56.654.962 100 -333
__LEONI Cable Inc., Rochester, Michigan, USA2) USD 24.092.355 100 9.114.977
___LEONI Cable S.A. de C.V., Cuauhtemoc, Chihuahua, Mexiko2) MXN 135.345.358 100 16.281.343
__LEONI Wire Inc., Chicopee, Massachusetts, USA2) USD 11.220.031 100 1.322.307
__LEONI Wiring Systems Inc., Tucson, Arizona, USA USD 44.226.413 100 11.638.553
___LEONI Wiring Systems de Durango S.A. de C.V., Chihuahua, Mexiko MXN 17.841.571 100 2.887.757
___LEONI Wiring Systems de Hermosillo S.A. de C.V., Hermosillo, Mexiko MXN 50.000 100 0
___LEONI Wiring Systems Mexicana S.A. de C.V., Hermosillo, Mexiko MXN 75.127.025 100 6.200.018
_Leonische Portugal Lda., Lugar de Sao Martinho, Guimaraes, Portugal EUR 6.626.686 100 3.207.100
_OOO LEONI Wiring Systems (RUS) Nabereznye Chelny, Russland RUB 285.195.099 100 -98.212.000
B. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Unternehmensbereich Wiring Systems
_Intedis GmbH &Co. KG, Würzburg EUR 1.803.024 50 -13.614
__Intedis E/E- Engineering and Technology (Shanghai) Co., Ltd, Shanghai, China CNY 826.500 50 358.035
__Intedis Inc., Plymouth, Michigan, USA5) USD 0 50 0
_Intedis Verwaltungs-GmbH, Würzburg EUR 61.614 50 3.904
_LEONI Furukawa Wiring Systems SAS, Montigny-Ie-Bretonneux, Frankreich EUR 43.000 50 1.600

1) Gesellschaften, die von der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.

2) Diese Gesellschaften sind wirtschaftlich dem Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions zuzuordnen.

3) Es handelt sich um die Zahlenangaben zum Vorjahr.

4) Diese Gesellschaften haben einen Ergebnisabführungsvertrag.

5) Diese Gesellschaft ist gegründet und noch nicht mit Eigenkapital ausgestattet.

6) Diese Gesellschaften sind wirtschaftlich dem Unternehmensbereich Wiring Systems zuzuordnen.

7) Aufgrund abweichendes Geschäftsjahr werden die Zahlen zum 31.03.2012 ausgewiesen

Lagebericht der LEONI AG

Grundsätzliches

Als Konzern-Holding nimmt die LEONI AG neben der strategischen Steuerung der weltweiten Aktivitäten der LEONI-Gruppe insbesondere Finanzierungs- und Verwaltungsaufgaben wahr. Dabei hält die Holding-Gesellschaft die Beteiligungen an den operativen Einheiten Wire & Cable Solutions und Wiring Systems.

Die wesentlichen Vermögens-Positionen in der Bilanz der LEONI AG stellen die Anteile an verbundenen Unternehmen (488,8 Mio. €) und die Finanzierungsforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (796,4 Mio. €) dar. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr um 84,2 Mio. € gestiegen, die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich ebenfalls um 24,7 Mio. € erhöht.

Das Bankguthaben ist im Vergleich zum Vorjahr um 84,2 Mio. € gesunken. Diese Minderung ist im Wesentlichen auf Darlehenstilgungen der LEONI AG zurückzuführen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Mio. € erhöht. Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich im Wesentlichen aus dem Sicherheitseinbehalt aus angekauften Forderungen (Factoring) und einer Ertragssteuer-Forderung zusammen.

Das Kapital der Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 44,3 Mio. € erhöht. Die anderen Gewinnrücklagen wurden um 45,0 Mio. € erhöht. Die Zuführung zu anderen Gewinnrücklagen stammt aus dem Jahresüberschuss 2012. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Bilanzgewinn um 0,7 Mio. € verringert. Das Eigenkapital beträgt 36,0 Prozent der Bilanzsumme.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 40,5 Mio. € gesunken. Die planmäßigen und außerplanmäßigen Tilgungen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 57,0 Mio. €. Des Weiteren wurden Schuldscheindarlehen in Höhe von 234,5 Mio. € vorzeitig getilgt. Die getilgten Schuldscheindarlehen wurden durch neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € ersetzt.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind insgesamt um 13,5 Mio. € gestiegen. Zurückzuführen ist dies auf die höheren Zahlungseingänge aus den verkauften Forderungen zum Bilanzstichtag. Dies erhöhte die sonstigen Verbindlichkeiten aus Factoring um 11,4 Mio. €.

Die LEONI AG verkauft Forderungen, die sie zuvor von ihren Tochtergesellschaften ankauft. Dabei werden die Forderungen vom Factor sofort ausgeglichen. Nach Eingang der jeweiligen Kunden-Zahlungen bei der Tochtergesellschaft muss das Geld an den Factor weitergeleitet werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 2,4 Mio. € gestiegen. Dies ist auf die höhere Anzahl vom IM-Projekten zurückzuführen.

Aufwendungen und Erträge, die mit der Tätigkeit der LEONI AG als geschäftsführende Holding in Zusammenhang stehen sowie intern erbrachte Dienstleistungen werden an die Tochtergesellschaften weiterbelastet.

Die Ergebnisübernahmen betrugen in 2012 104,0 Mio. €. Davon stammt von der LEONI Bordnetz-Systeme GmbH ein Betrag von 39,3 Mio. € und von der LEONI Kabel Holding GmbH ein Betrag von 64,7 Mio. €.

In 2012 konnte, wie bereits im Vorjahr ein Jahresüberschuss erzielt werden. Das Ergebnis hat sich um 14,4 Mio. € verbessert. Diese Ergebnisverbesserung ist vor allem auf die gestiegenen Ergebnisabführungen zurückzuführen.

Die Angaben zu § 289a HGB wurden auf der Homepage der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht (http://www.leoni.com/Corporate-Governance-Bericht.223.0.html).

Da die Geschäftslage und Entwicklung der LEONI AG durch die Ergebnisbeiträge der Teilkonzerne Wire & Cable Solutions und Wiring Systems bestimmt wird, ist der Lagebericht der LEONI AG mit dem Konzernlagebericht weitgehend identisch.

Geschäft und Rahmenbedingungen

Geschäftsgrundlage

LEONI ist ein führender Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Automobilbranche und weitere Industrien. Das Angebotsspektrum umfasst Drähte und optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme sowie dazugehörige Komponenten und Serviceleistungen. Unser weltweit verzweigtes Geschäft gliedert sich in zwei Unternehmensbereiche: Wire &Cable Solutions (WCS) entwickelt, produziert und konfektioniert Drähte und Litzen, optische Fasern, Standard- und Spezialkabel, Hybrid- und optische Kabel sowie komplette Kabelsysteme für unterschiedlichste industrielle Anwendungen. Im Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) werden Kabelsätze, komplette Bordnetz-Systeme sowie dazugehörige Komponenten für die internationale Fahrzeug- und Zulieferindustrie entwickelt und gefertigt.

LEONI Leistungsspektrum

Die beiden Segmente bilden eine aufeinander aufbauende Wertschöpfungskette und arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen. Dadurch entstehen vielfältige Synergien bei Knowhow und Prozessen und somit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Zudem können durch die intensive Kooperation zwischen den Unternehmensbereichen Synergien in Einkauf, Entwicklung, regionaler Markterschließung und anderen Zentralbereichen genutzt werden. Unsere Kunden wiederum profitieren von hoher technologischer Fachkompetenz, Innovationskraft, Qualität und Flexibilität.

Organisationsstruktur

Der LEONI-Konzern setzt sich organisatorisch aus der LEONI AG und den beiden Unternehmensbereichen zusammen. Dabei agiert die AG als Holding und übernimmt mit ihren Zentralfunktionen übergreifende Aufgaben.

Die Struktur der beiden Segmente ist an ihren Kundengruppen bzw. Märkten ausgerichtet und in verschiedene Business Groups, Business Units und Business Areas unterteilt. Damit können wir schnell auf die unterschiedlichen Anforderungen unserer Abnehmer reagieren. Der detaillierte Aufbau der Unternehmensbereiche und organisatorische Veränderungen sind im → Segmentbericht beschrieben.

Organisation des Konzerns

Wesentliche Standorte und Akquisitionen

Ende 2012 war LEONI mit 86 Tochtergesellschaften und 92 Produktionsstandorten in 32 Ländern in Europa, Asien, Amerika und Nordafrika präsent. Im Berichtsjahr veränderte sich der Konsolidierungskreis vor allem durch folgende Transaktionen:

Anfang Januar übernahm LEONI den restlichen 50 Prozent-Anteil des bisherigen Joint Ventures Daekyeung T&G Co. Ltd., Busan. Der südkoreanische Bordnetz-Spezialist, der 2012 erstmals voll konsolidiert wurde, erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von 120,5 Mio. €, produziert an vier Standorten in China und beliefert vor Ort lokale und internationale Automobilhersteller. Das Unternehmen wurde mittlerweile auf die LEONI Wiring Systems Korea Inc., Seoul, verschmolzen.

Mitte März wurde die Schweizer Tochtergesellschaft LEONI Studer Hard AG, Däniken, veräußert, die im nicht zu unserem Kerngeschäft zählenden Bereich Bestrahlung und Sterilisation von Medizinprodukten, Arzneimitteln und Verpackungen aktiv ist. Die Anlagen zur für uns wichtigen Elektronenstrahlenvernetzung und Veredelung von Kabeln, Kunststoffrohren, Folien und Leitungen verblieben bei LEONI. 2011 hatte der abgegebene Geschäftsbereich einen Umsatz von 8,4 Mio. € erwirtschaftet.

Anfang Mai erwarb LEONI die Entwicklungsaktivitäten der Firma FCT electronik GmbH, München, im Rahmen eines Asset Deals. Damit wurde ein elfköpfiges Team aus Spezialisten für Stecker und Steckverbindungssysteme zur Verstärkung der Business Unit Connectivity gewonnen.

Kunden und Absatzmärkte

Der LEONI-Konzern zählt hauptsächlich die Automobil- und Nutzfahrzeugbranche sowie deren Zulieferer zu seinen Kunden.

Hinzu kommen Unternehmen aus verschiedensten Investitionsgüterindustrien, der Medizin- und Kommunikationstechnik, Infrastrukturbranche, den Bereichen regenerative Energien und industrielle Großprojekte sowie der Haus- und Elektrogeräteindustrie.

Auf die Automobilindustrie als wichtigste Abnehmerbranche entfielen 2012 75 Prozent des LEONI Gesamtumsatzes (Vorjahr: 71 Prozent). Mit den fünf größten Kunden wurde im Berichtsjahr ein Geschäftsvolumen von rund 1,4 Mrd. € erzielt (Vorjahr: 1,3 Mrd. €), das entspricht etwa einem Drittel des Konzernumsatzes.

Im Unternehmensbereich Wiring Systems beliefern wir den Großteil der internationalen Automobilhersteller, die Nutzfahrzeugindustrie sowie deren Zulieferer. Die Auftraggeber im Segment Wire &Cable Solutions stammen aus allen genannten Branchen. Weitere Details über die wesentlichen Kundengruppen und Absatzmärkte sowie die Wettbewerbssituation der beiden Unternehmensbereiche sind im → Segmentbericht zusammengefasst.

Regional betrachtet liegt unser Geschäftsschwerpunkt in Europa, Nordamerika und Asien. Derzeit ist Europa das wichtigste Absatzgebiet von LEONI. Als Wachstumsmarkt hat China die größte Bedeutung. Hohe Steigerungsraten erzielt LEONI auch in den anderen BRIC-Staaten und in Nordamerika.

Konzernstrategie

LEONI verfolgt eine ertragsorientierte, nachhaltige Expansionsstrategie, die qualitatives über rein quantitatives Wachstum stellt. Der Konzernumsatz soll bis zum Jahr 2016 organisch auf rund 5 Mrd. € ansteigen. Dabei wollen wir nicht nur stärker als die jeweiligen Marktsegmente wachsen, sondern vor allem die Ertragskraft überproportional steigern. Die Zielgrößen für EBIT-Marge und ROCE liegen bei 7 bzw. nachhaltigen 20 Prozent.

Ergänzend zum Kerngeschäft mit Kabeln und Kabelsystemen prüfen wir permanent Optionen zum Ausbau der Wertschöpfungstiefe. Dazu werden in Feldern, die technologisch und anwendungsbezogen eng mit dem Kerngeschäft verwandt sind, Entwicklungs-Know-how und eigene Produktionskapazitäten aufgebaut.

Unsere Expansion erfolgt überwiegend organisch. Hinsichtlich der Branchenorientierung wird angestrebt, mittelfristig bis zu 40 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens außerhalb des Automobilgeschäfts zu erzielen.

Strategische Stellhebel

Die Umsetzung der Strategie, die Anfang 2012 eingeführt wurde, erfolgt entlang der vier Stellhebel Globalisierung, Innovation, Systemgeschäft und Effizienz.

Überblick Konzernstrategie

Um die Globalisierung des Geschäfts weiter voranzutreiben, baut LEONI nicht nur Vertriebsstandorte, sondern zunehmend auch Produktionsstätten in wichtigen Absatzmärkten auf. So können wir den dort ansässigen Kunden eine lokale Wertschöpfung und hohe Lieferflexibilität bieten. Der Schwerpunkt des Wachstums liegt in den BRIC-Staaten inklusive Südkorea. Ziel ist es, den Umsatz in diesen Ländern bis 2016 auf rund 1 Mrd. € zu steigern.

Zur Stärkung der Innovationskraft erweitern und verbessern wir sowohl eigene Kompetenzen und Technologien als auch unsere Position in innovationsgetriebenen Wachstumsmärkten. Wir orientieren uns dabei vorrangig an globalen Megatrends wie dem zunehmenden Bedarf an umweltfreundlichen Technologien. Beabsichtigt ist, den Umsatz mit neuartigen Produkten und Lösungen weiter zu vergrößern und LEONI zum führenden und innovativsten Kabelhersteller für grüne Technologien zu machen.

LEONI bewertet das Systemgeschäft und den Ausbau der Wertschöpfungskette als maßgeblichen Wachstumstreiber. Deshalb wollen wir uns in zusätzlichen Themenfeldern zum Systemlieferanten entwickeln und mehr hochwertige Dienstleistungen, wie etwa im Engineering-Bereich, anbieten. Ziel ist die weitere Erhöhung des ertragsstarken Umsatzes in diesem Geschäft. Wesentliche Beiträge hierzu werden aus beiden Unternehmensbereichen erwartet, unter anderem aus der Elektromobilität, dem Solargeschäft, der Medizintechnik, dem Komponenten- und Steckverbindergeschäft.

Effizienz stellt ein wesentliches Erfolgskriterium für die Wettbewerbsfähigkeit von LEONI dar. Diese steigern wir durch die Realisierung von Synergien, Rationalisierungsmaßnahmen sowie die Optimierung der Geschäftsprozesse und Produktionsnetzwerke.

Damit sollen jährlich Effizienzgewinne erzielt werden, um dadurch Personal- und Sachkostensteigerungen zu kompensieren.

Beide Unternehmensbereiche haben sich für die vier Stellhebel individuelle strategische Ziele gesetzt. Sie sind auf die spezifischen Anforderungen ihrer jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnitten. Konkrete Informationen über die Ausgestaltung und Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie in den Unternehmensbereichen enthält der → Segmentbericht. Details zur konzernweiten Finanzierungsstrategie sind im Kapitel → Finanzlage zusammengefasst. LEONI hält keine strategischen Kapitalbeteiligungen.

Orientierung an globalen Trends

Um unsere langfristige Ausrichtung kontinuierlich zu überprüfen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln, beobachten bzw. bewerten wir globale Trends. Die folgende Grafik veranschaulicht die derzeit für uns wichtigen Strömungen und Nachfragetreiber. Zudem illustriert sie, wie LEONI die sich daraus ergebenden Wachstumschancen in den bedeutendsten Märkten gezielt nutzt.

LEONI Strategie - Globale Trends

Unternehmensführung und Steuerungssystem

Die Unternehmensführung von LEONI orientiert sich an den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Verantwortlich für die Unternehmensführung ist der Vorstand. Seine Arbeit wird durch den Aufsichtsrat überwacht. Der Vorstand legt auch die Konzernstrategie fest und erarbeitet gemeinsam mit den Verantwortlichen der Unternehmensbereiche bzw. der einzelnen Geschäftsfelder geeignete Maßnahmen zur Strategieumsetzung.

Die operativen Unternehmensbereiche werden über die Kennzahlen Umsatz, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), Capital Employed sowie Free Cashflow gesteuert. Die jeweilige Zielerreichung messen wir über die Größen Return on Sales (EBIT-Marge) und Return on Capital Employed (ROCE).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Plan- und Ist-Werte der wichtigsten Kennzahlen für 2012.

Steuerungskennzahlen

Plan 2012 Ist 2012
Konzernumsatz Mrd. € 3,8 bis 4 3,81
EBIT Mio. € 230 bis 280 235,8
Return on Sales % 6 bis 7 6,2
Return on Capital Employed % >20 20,8
Free Cashflow* Mio. € 50 bis 80 63,5

* vor Akquisitionen/Desinvestitionen

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) und enthält Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) bzw. der International Financial Reporting Standards (IFRS) Bestandteil des Konzernanhangs bzw. des -lageberichts sind.

Vergütung des Vorstands

Die seit dem 1. Januar 2010 gültige Vergütungsstruktur für den Vorstand basiert auf dem Gesetz zur Angemessenheit von Vorstandsvergütungen (VorstAG), das am 5. August 2009 in Kraft trat und sich auch in den Empfehlungen des aktuellen Deutschen Corporate Governance Kodex wiederfindet. Das Aufsichtsratsplenum prüft das Vergütungssystem mindestens einmal im Jahr. Zuletzt erfolgte diese Prüfung in der Sitzung am 5. Dezember 2012. Dabei wurden auch die Mittelfristplanung und deren Auswirkungen auf die künftige Vorstandsvergütung besprochen und in die Prüfung mit einbezogen.

Grundzüge des Vergütungssystems

In Übereinstimmung mit dem Kodex erläutern wir im Folgenden die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand der LEONI AG und die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Komponenten. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Struktur und Systematik der Vorstandsvergütung:

Komponente Bemessungsgrundlage Korridor Voraussetzung für Zahlung Auszahlung
1. Fixvergütung Fixbezüge Sachbezüge/Nebenleistungen Funktion, Verantwortung, Dauer der Vorstandszugehörigkeit, Üblichkeit Fix vereinbart für die Dauer des Vertrags Vertragliche Regelung Monatlich
2. Kurzfristige Vergütungskomponente Jahresbonus Aufgabe, Leistung, Jahresüberschuss des Konzerns 0 bis 150% [ Ziel voll erreicht = 100 % ] 1-Jahresplanung, Erreichung der Ziele Einmal jährlich im darauf folgenden Jahr
3. Mittelfristige Vergütungskomponente Mehrjahresbonus Aufgabe, Leistung, Jahresüberschuss des Konzerns 0 bis 150% [ Ziel voll erreicht = 100 % ] 3-Jahresplanung, Zielerreichung im Durchschnitt von 3 Jahren mind. 50 % Im 4. Jahr
4. Langfristige Vergütungskomponente Bonusbank Aufgabe, Leistung, EVA und Aktienkurssteigerung 0 bis Cap, Malusregelung vertragliche Regelung Einmal jährlich im darauf folgenden Jahr 50% davon Umwandlung in LEONI-Aktien mit einer Haltefrist von 50 Monaten
5. Versorgung Pensionsanwartschaft Versorgungsfähige Fixbezüge, Dienstjahre im Vorstand Festbetrag Pensionierung, Versorgungsfall -

Fixvergütung

Das Fixum ist eine feste jährliche Grundvergütung, die in monatlich gleichen Raten ausbezahlt wird. Es ist angemessen im Vergleich zu dem anderer MDAX-Unternehmen.

Variable Bestandteile

Kurzfristige Vergütungskomponente - Jahresbonus:

In Abhängigkeit vom erreichten Jahresüberschuss wird ein Jahresbonus ausbezahlt. Dieser kann höchstens bis auf denjenigen Wert steigen, der für eine Planerfüllung von 150 Prozent erreicht wird (Cap). Der Jahresbonus kann bis auf null sinken. Damit wird den Anforderungen des VorstAG und des Kodex entsprochen.

Mittelfristige Vergütungskomponente - Mehrjahresbonus:

Der Mehrjahresbonus stellt in Abhängigkeit des jeweiligen Jahresüberschusses auf das Ergebnis eines Dreijahreszeitraumes ab und entspricht damit der im VorstAG und im Kodex aufgestellten Nachhaltigkeitsforderung. Der Mehrjahresbonus ist durch einen Korridor (0 bis 150 Prozent) begrenzt. Auszahlungen erfolgen im Anschluss an die Dreijahresperiode und nur dann, wenn der Zielerreichungsgrad im (arithmetischen) Durchschnitt des Dreijahreszeitraumes mindestens 50 Prozent beträgt. Andernfalls verfällt der Mehrjahresbonus vollständig. Er kommt im vierten Jahr zur Auszahlung, wobei 50 Prozent des jährlichen Betrages im jeweiligen Folgejahr als Abschlagszahlung ausgezahlt wird.

Langfristige Vergütungskomponente:

Zur weiteren Stärkung einer nachhaltig positiven Unternehmensentwicklung dient eine langfristige Vergütungskomponente, die die Wertentwicklung des Unternehmens (EVA, Economic Value Added) und seiner Börsenkapitalisierung angemessen berücksichtigt. Aus dieser Bonusbank kommt jährlich bis zu einer Obergrenze (Cap) ein Betrag zur Auszahlung, von dem 50 Prozent durch die Mitglieder des Vorstands in LEONI-Aktien angelegt werden müssen, die über einen Zeitraum von 50 Monaten zu halten sind. Damit wird der Haltedauer von mindestens 48 Monaten gemäß VorstAG entsprochen. Diese Vergütungskomponente kann bis auf null sinken. Negative Unternehmensentwicklungen mindern die Bonusbank (Malusregelung), wobei die Bonusbank bis auf null sinken kann.

Die Gesamtvergütung ist angemessen im Vergleich zu MDAX-Unternehmen und anderen Unternehmen ähnlicher Größe. Sie trägt sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung. Die einzelnen Vergütungsbestandteile verleiten den Vorstand überdies nicht zum Eingehen unangemessener Risiken. Ein international anerkannter Vergütungsexperte hat die Konzeption der Vergütungsstruktur begleitet und ihre Vereinbarkeit mit der Rechtslage einschließlich des Kodex bestätigt. Der Aufsichtsrat hat dabei auch auf die Unabhängigkeit dieses Vergütungsexperten geachtet. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vergütung für den Vorstand der LEONI AG den Erfordernissen des VorstAG sowie des Kodex entspricht und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Versorgung

Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder andere Gründe, die das Vorstandsmitglied nicht zu vertreten hat, wird die Fixvergütung für die Dauer von bis zu zwölf Monaten, längstens bis zur Beendigung des Anstellungsvertrags, weitergezahlt. Im Falle einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit erhält das Vorstandsmitglied eine Invaliditätsrente. Verstirbt ein Vorstandsmitglied, so werden Witwen- und Waisenrenten gezahlt. Nach Vollendung des 65. (bzw. mit vereinbarten Abschlägen des 63.) Lebensjahres hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf Zahlung einer Altersrente, die sich nach der Dauer der Vorstandstätigkeit und dem versorgungsfähigen Fixgehalt bemisst. Versorgungsfähig ist ein vertraglich vereinbarter Anteil der zuletzt bezahlten Fixvergütung. Im Vergleich zu anderen MDAX-Unternehmen sind die Versorgungsvergütungen des Vorstands der LEONI AG ebenfalls angemessen.

Sonstiges

Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, sind begrenzt auf zwei Jahresvergütungen und betragen nicht mehr als die Jahresvergütungen für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages (Abfindungs-Cap gemäß Kodex).

Im Falle eines Kontrollwechsels (Change of Control) hat jedes Vorstandsmitglied ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grund und Anspruch auf eine Abfindung. Die Abfindung ist auf maximal drei Jahresvergütungen begrenzt (150 Prozent des Abfindungs-Caps gemäß Kodex) und beträgt auch in diesem Fall nicht mehr als die Jahresvergütungen für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags.

Vergütungsaufwand im Jahr 2012

Die individualisierte Darstellung des Aufwands für die Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2012 und im Vergleich dazu die entsprechenden Werte aus dem Geschäftsjahr 2011 sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Tabelle 1 zeigt den in der Gewinn- und Verlustrechnung des LEONI-Konzerns wirksamen Aufwand für Vergütungen und Pensionen. Tabelle 2 gibt Auskunft über die tatsächlichen Auszahlungen.

Tabelle 1: Individualisierte Darstellung des Aufwands für die Vergütung an den Vorstand für das jeweilige Geschäftsjahr:

Vergütung
in T€ Fixvergütung Kurzfristige

Vergütungs-

komponente
Mittelfristige

Vergütungs-

komponente
Langfristige

Vergütungs-

komponente
Sonstiges Gesamt
--- --- --- --- --- --- --- ---
Dr. K. Probst 2012 750 1.560 624 460 31 3.425
2011 750 1.500 293 395 31 2.969
D. Bellé 2012 575 1.045 421 296 39 2.376
2011 550 1.005 198 256 38 2.047
U.H. Lamann 2012 575 1.045 421 12 26 2.079
2011 550 1.005 198 256 27 2.036
Dr. A. Brand 2012 75 135 0 0 8 218
GESAMT 2012 1.975 3.785 1.466 768 104 8.098
GESAMT 2011 1.850 3.510 689 907 96 7.052
Pensionen
Jahresbezug

bei Eintritt des

Pensionsfalles
Zuführung zur

Pensionsrückstellung

im Geschäftsjahr
--- --- ---
Dr. K. Probst 2021) 180
297 188
D. Bellé 188 155
188 164
U.H. Lamann 188 250
188 257
Dr. A. Brand 0 0
GESAMT 578 585
GESAMT 673 609

1) Die Reduzierung des Jahresbezugs um 95 T€ gegenüber 2011 resultiert aus der Verminderung der Versorgungsanwartschaft im Rahmen eines Versorgungsausgleichs.

Tabelle 2: Individualisierte Darstellung der Auszahlung an den Vorstand für das jeweilige Geschäftsjahr:

Vergütung Vergütung
in T€ Fixvergütung Kurzfristige

Vergütungs-

komponente
Mittelfristige

Vergütungs-

komponente
Langfristige

Vergütungs-

komponente
Sonstiges in T€ Gesamt
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Dr. K. Probst 2012 750 1.560 831 400 31 2012 3.572
2011 750 1.500 1471) 350 31 2011 2.778
D. Bellé 2012 575 1.045 560,5 267 39 2012 2.486,5
2011 550 1.005 CD CD 233 38 2011 1.925
U.H. Lamann 2012 575 1.045 560,5 267 26 2012 2.473,5
2011 550 1.005 CD CD 233 27 2011 1.914
Dr. A. Brand 2012 75 135 0 0 8 2012 218
GESAMT 2012 1.975 3.785 1.952 934 104 2012 8.750
GESAMT 2011 1.850 3.510 3451) 816 96 2011 6.617

1) Mittelfristige Vergütungskomponente laut Vertrag zunächst als Abschlagszahlung

Der Aufwand für die Vergütung des Vorstands beträgt für das Jahr 2012 insgesamt 8.098 T€ (Vorjahr: 7.052 T€). Ausbezahlt werden dem Vorstand für das Jahr 2012 8.750 T€ (Vorjahr: 6.617 T€).

Die sonstigen Bezüge beinhalten geldwerte Vorteile aus der Überlassung von Dienstwagen und Zuschüssen zu Versicherungen. Außerdem sind die auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands entfallenden Pensionsansprüche sowie die Zuführung zur Pensionsrückstellung im Geschäftsjahr 2012 abgebildet. Diese setzt sich grundsätzlich aus den sogenannten Dienstzeitaufwendungen (service costs) und den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen (past service costs) zusammen. Pensionen werden an Vorstandsmitglieder gezahlt, wenn die Pensionsgrenze von 63 Jahren erreicht ist oder eine dauerhafte Dienstunfähigkeit eintritt. Der Pensionsanspruch der aktiven Vorstandsmitglieder bemisst sich nach einem als versorgungsfähig vereinbarten Anteil des letzten Jahresfestgehalts. An frühere Vorstandsmitglieder wurden ab dem 65. Lebensjahr Pensionen gezahlt.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und enthält derzeit eine feste und eine erfolgsorientierte Komponente. Das Fixum beträgt 45 T€. Die stellvertretenden Vorsitzenden erhalten das Eineinhalb- und der Vorsitzende das Zweifache dieses Betrags. Die erfolgsorientierte Komponente beläuft sich auf maximal 50 Prozent der Gesamtvergütung. Sie entspricht 4 Prozent des Betrags, um den der auszuschüttende Bilanzgewinn 4 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigt. Die variable Vergütung ist auf die Mitglieder des Aufsichtsrats im gleichen Verhältnis wie die Grundvergütung aufzuteilen. Die Vergütung für Ausschusstätigkeit beläuft sich auf 8 T€ je einfachem Mitglied. Sie erfolgt nur dann, wenn der Ausschuss mindestens einmal im Jahr getagt hat. Der Gesamtaufwand für Ausschusstätigkeiten (Personal-, Prüfungs- und Nominierungsausschuss) beträgt für alle Ausschussmitglieder maximal 116 T€. Insgesamt, also einschließlich Ausschusstätigkeit, beläuft sich die maximale Vergütung für den Aufsichtsrat auf 1.376 T€.

Vergütungssystem für den Aufsichtsrat

2012
1. Fixum
einfaches Mitglied 45 T€
stellv. Vorsitzender (Faktor) 1,5-fach
Vorsitzender (Faktor) 2-fach
Insgesamt* 630 T€
2. Variable Vergütung
in % der Gesamtvergütung 0 bis 50 %
maximal 630 T€
3. Ausschusstätigkeit Maximal 116 T€
4. Gesamtvergütung Maximal* 1.376 T€

* gerechnet mit 2. stellvertretendem AR-Vorsitzenden

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in den Jahren 2012 und 2011 im Einzelnen zusammensetzte:

in T€ Fixum (netto) erfolgsorientierte Vergütung (netto) Sonstiges Gesamt
Herr Dr. Werner Rupp1)
2012 130 90 - 220
2011 130 90 - 220
Herr Franz Spieß2)
2012 84 68 - 151
2011 84 68 - 151
Herr Ernst Thoma3)
2012 34 25 59
2011 100 68 - 167
Frau Gabriele Bauer
2012 50 45 - 95
2011 45 45 - 90
Herr Josef Häring
2012 45 45 - 90
2011 45 45 - 90
Frau Ingrid Hofmann4)
2012 45 45 - 90
2011 29 29 - 57
Herr Ralf Huber5)
2012 20 17 - 37
2011 53 45 - 98
Herr Karl-Heinz Lach
2012 45 45 - 90
2011 45 45 - 90
Dr. Werner Lang6)
2012 28 28 - 56
2011 0 0 - 0
Richard Paglia6)
2012 33 28 - 61
2011 0 0 - 0
Dr. Bernd Rödl
2012 60 45 - 105
2011 45 45 - 90
Herr Horst Schmidmer7)
2012 0 0 - 0
2011 16 16 - 33
Herr Wilhelm Wessels
2012 45 45 - 90
2011 45 45 - 90
Herr Helmut Wirtz
2012 45 45 - 90
2011 45 45 - 90
Herr Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer8)
2012 72 59 - 131
2011 53 45 - 98
Summe
2012 736 630 - 1.366
2011 734 630 - 1.364

Die Aufsummierung der Einzelbezüge in T€ in obiger Tabelle kann rundungsbedingt von den ausgewiesenen Summen abweichen.

1) Aufsichtsratsvorsitzender

2) 1. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

3) 2. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bis 16.05.2012

4) Mitglied des Aufsichtsrats ab 12.05.2011

5) Mitglied des Aufsichtsrats bis 16.05.2012

6) Mitglied des Aufsichtsrats ab 16.05.2012

7) Mitglied des Aufsichtsrats bis 12.05.2011

8) 2. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ab 16.05.2012

Geplante Neuregelung der Vergütung des Aufsichtsrats

Die seit 16. Juni 2012 gültige, geänderte Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass eine an den Aufsichtsrat bezahlte erfolgsorientierte Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Der Aufsichtsrat der LEONI AG hat seine Vergütung daraufhin mit Unterstützung eines externen Vergütungsexperten überprüft. Auch wenn der Kodex nicht hinreichend klar definiert, unter welchen Voraussetzungen das Merkmal der Nachhaltigkeit einer variablen Vergütungskomponente erfüllt ist, hat der Aufsichtsrat dennoch festgestellt, dass die Ausrichtung seiner variablen Vergütungskomponente auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung derzeit nicht gesichert ist. Um diese Unsicherheit zu beseitigen, wurde der Nominierungsausschuss mit der Ausarbeitung einer neuen Regelung beauftragt. Demnach soll die variable Vergütungskomponente künftig vollständig wegfallen und es soll nur noch ein fixes Vergütungssystem existieren. Dieses sieht ein Fixum von 85 T€ vor, was nach dem derzeit gültigen System der Summe aus der bisherigen fixen und einer variablen Vergütung von 40 T€ entspricht. Letzterer Betrag liegt damit etwa 11 Prozent unter der bisher maximal möglichen variablen Vergütung von 45 T€. Die bisherigen Multiplikatoren für Vorsitz (2-fach) und stellvertretenden Vorsitz (1,5-fach) bleiben unverändert und werden auch auf dieses neue Fixum angewendet. Die bisherigen Vergütungen für Ausschusstätigkeiten sollen ebenfalls unverändert bleiben. Aufgrund des gestiegenen zeitlichen Aufwands und der höheren Verantwortung für Aufsichtsrats- und Ausschusstätigkeiten schlägt der Aufsichtsrat zudem die Einführung eines Sitzungsgeldes von 1.000 € je Sitzung und Aufsichtsratsmitglied vor. Das Sitzungsgeld soll allerdings nur für die Teilnahme an den Sitzungen des Aufsichtsrates und des Prüfungsausschusses bezahlt werden und es sollen außerdem auch nicht mehr als insgesamt zehn Sitzungen pro Geschäftsjahr Berücksichtigung finden.

Die zukünftig maximal mögliche Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat einschließlich der Ausschusstätigkeiten und Sitzungsgelder liegt dann bei 1.422 T€ und bedeutet eine Steigerung um lediglich maximal 3,64 Prozent, was im Bereich der Angemessenheit liegt.

Eine Änderung der Aufsichtsratsvergütung erfordert eine Satzungsänderung, die nur von der Hauptversammlung beschlossen werden kann. Der Aufsichtsrat billigte den Vorschlag zur Neuregelung seiner Vergütung in seiner Sitzung vom 5. Dezember 2012 und beschloss, sie der Hauptversammlung am 30. April 2013 zur Beschlussfassung vorzulegen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung tritt die neue Regelung bereits rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft.

Wirtschaftliche, politische und rechtliche Einflussfaktoren

Zu den wesentlichen externen Faktoren, die den Geschäftsverlauf von LEONI beeinflussen, zählt die wirtschaftliche Entwicklung auf den wichtigsten Absatzmärkten. Sie ist ausführlich im Kapitel → Konjunkturelle Rahmenbedingungen beschrieben.

Die Preisentwicklung von Rohstoffen, insbesondere von Kupfer, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für LEONI (→ Beschaffung). Die Schwankungen des Kupferpreises geben wir über Vertragsvereinbarungen weitgehend an unsere Kunden weiter, allerdings in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung. So führt ein steigender Kupferpreis bei LEONI normalerweise zu einer Umsatzausweitung ohne entsprechende nennenswerte Ergebniseffekte.

Aus der Energiepreisentwicklung ergeben sich für LEONI konzernweit keine größeren Auswirkungen. Die insbesondere in Deutschland erheblich gestiegenen Energiekosten führten 2012 allerdings zu einer Belastung der inländischen Produktionsstandorte.

Eine weitere bedeutende Einflussgröße sind die Personalkosten in den Staaten, in denen wir produzieren. Sie fließen in unsere Standortentscheidungen ebenso ein wie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen sowie günstige Transportmöglichkeiten. 2012 stiegen die Lohnkosten in Nordafrika und China deutlich und in Osteuropa moderat an.

Die instabile politische Situation in Ägypten und Tunesien beobachten wir weiterhin sehr genau. Sie hatte bislang keine nennenswerten Auswirkungen auf LEONI. Wie unsere Kunden halten wir die Produktionsbedingungen in Nordafrika weiterhin für wettbewerbsfähig und behalten unsere Kapazitäten entsprechend bei.

Zu den rechtlichen Einflussfaktoren, die LEONI betreffen, zählen neben den jeweiligen nationalen Gesetzgebungen der Länder, in denen wir präsent sind, auch internationale Regelungen.

Indirekt wirken sich beispielsweise die strengeren C02 -Emissionsgrenzen für Pkw in Europa aus. Sie verstärken die Nachfrage aus der Automobilindustrie nach Leitungen, Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen, die besonders leicht oder für alternative Antriebstechnologien geeignet sind.

Aus Währungskursschwankungen ergeben sich aufgrund geeigneter Sicherungsgeschäfte keine großen Effekte für die Entwicklung von LEONI (→ Anhang). Durch die anhaltende Euroschwäche dürften sich allerdings die Absatzchancen unserer europäischen Kunden weltweit verbessert haben.

Operative Frühindikatoren

Um den Verlauf dieser externen Faktoren frühzeitig zu kennen und bei der Unternehmenssteuerung berücksichtigen zu können, beobachtet LEONI verschiedene operative Frühindikatoren. Wichtige Hinweise über die künftigen Geschäftsaussichten werden aus der Analyse geeigneter Markt-, Konjunktur- und Branchendaten gewonnen (→ Konjunkturelle Rahmenbedingungen). Zur Einschätzung der Situation in der weltweiten Fahrzeugindustrie dienen beispielsweise sowohl globale und regionale Konjunkturprognosen als auch die von den Branchenverbänden erwarteten Absatz- und Produktionsmengen. Ergänzende Informationen erhalten wir aus den Jahres- und Quartalsvorschauen unserer Kunden sowie direkten Gesprächen mit den Marktteilnehmern. Weitere bedeutende Frühindikatoren sind der Auftragseingang in den Geschäftsfeldern (→ Segmentbericht), der die zu erwartende Auslastung der Kapazitäten anzeigt, sowie die Entwicklung wichtiger Rohstoffpreise, insbesondere von Kupfer (→ Beschaffung), aus der sich Erkenntnisse über den Verlauf wesentlicher Kostenpositionen ableiten lassen.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft hat 2012 weiter an Schwung verloren: Das globale Wachstum betrug nach Angaben des IWF (Internationaler Währungsfonds) rund 3,2 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahr. Wesentliche Gründe waren die Staatsschuldenkrise in der Eurozone, bei deren Lösung sich erst im zweiten Halbjahr nennenswerte Fortschritte zeigten, und die über weite Strecken verhaltene Entwicklung der US-Wirtschaft. Diese Faktoren beeinträchtigten zunehmend auch die bislang hohe Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern, die laut IWF in der Summe nur noch um etwa 5,1 Prozent zulegten. 2011 standen hier 6,3 Prozent zu Buche.

Das ohnehin schon moderatere Expansionstempo in den Industrienationen nahm vor dem Hintergrund der insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen weiter von 1,6 Prozent auf 1,3 Prozent ab. Besonders schwach war der Verlauf in der Eurozone, deren Wirtschaftsleistung 2012 sogar um 0,4 Prozent schrumpfte.

Weltwirtschaftswachstum 2010 bis 2012

Quelle: IWF World Economic Outlook (1/2013)

Wirtschaftswachstum 2012 in ausgewählten Regionen

Quelle: IWF World Economic Outlook (1/2013)

Die deutsche Wirtschaft erwies sich dagegen als widerstandsfähig und trotzte der europäischen Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs dem Statistischen Bundesamt zufolge 2012 um 0,7 Prozent. Dazu trugen vor allem ein sehr gutes Exportgeschäft und ein höherer Konsum bei. Infolge der verhaltenen Entwicklung der Weltwirtschaft und der Vertrauenskrise im Euroraum hat sich die Konjunktur allerdings auch hierzulande zum Jahresende hin deutlich abgekühlt.

Branchenkonjunktur

Die schwierigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinterließen ihre Spuren auch in den Märkten, in denen LEONI tätig ist. Die für uns besonders wichtige Automobilbranche sah sich vor allem in Europa mit einem laut VDA (Verband der Automobilindustrie) kräftigen Rückgang der Zulassungszahlen um knapp 7 Prozent konfrontiert. Starke Einbußen waren insbesondere in den südlichen Ländern zu verzeichnen. Das Volumengeschäft brach dort im vierten Quartal spürbar ein. Anders als in der Krise 2007/2009 passte die Automobilindustrie ihre Produktionszahlen frühzeitig an diese Situation an und konnte so hohe Lagerbestände vermeiden.

Im Gegensatz dazu zeigte sich die Nachfrage in Nordamerika und in den Schwellenländern mit teils deutlichen Zuwächsen im Premiumbereich erfreulich robust. Nach VDA-Angaben nahmen die Verkäufe in den USA um mehr als 13 Prozent zu, in Indien um über 10 Prozent und in China um rund 8 Prozent. Der gute Absatz in diesen Regionen schlug sich in insgesamt höheren Produktionszahlen nieder: Dem Marktforschungsinstitut IHS Global Insight zufolge stieg die weltweite Fertigung 2012 um rund 6 Prozent auf etwa 81,5 Millionen Pkws.

Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen

Quelle: IHS Global Insight (2/2013)

Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen 2012

Quelle: IHS Global Insight (2/2013)

Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen blieb 2012 Infolge der Konjunkturabkühlung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Neben dem europäischen Markt betraf dies unter anderem China und Südamerika. Vor diesem Hintergrund verringerte sich die weltweite Produktion von Nutzfahrzeugen nach IHS-Schätzungen um 7 Prozent auf 3,2 Millionen Einheiten.

Nutzfahrzeug-Produktion in ausgewählten Regionen

Quelle: IMS Global Insight (2/2013)

Auch die inländische Elektroindustrie hat im Jahresverlauf 2012 aufgrund der Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und der Abkühlung der Weltwirtschaft deutlich an Schwung verloren. Der Branchenumsatz ging nach Angaben des Fachverbands ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) um knapp 3 Prozent auf 173 Mrd. € zurück. Die Produktion sank ebenfalls um rund 3 Prozent. Der Auftragseingang verringerte sich sogar um etwa 9 Prozent, wobei aus dem Inland rund 14 Prozent weniger Bestellungen eingingen. Bei den Bestellungen aus dem Ausland blieb die Einbuße mit circa 3 Prozent moderat.

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland blickt dagegen auf ein gutes Jahr zurück: Dank des hohen Auftragsbestands zum Jahreswechsel und eines erfolgreichen Exportgeschäfts konnte die Produktion 2012 laut VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) nochmals um rund 2 Prozent gesteigert werden. Der Branchenumsatz legte um fast 4 Prozent auf das Rekordniveau von etwa 209 Mrd. € zu. Der Auftragseingang lag im Gesamtjahr mit einem Minus von 3 Prozent allerdings unter dem 2011er Niveau. Dabei blieben die Bestellungen aus dem Ausland stabil. Die Inlandsaufträge verringerten sich um 8 Prozent.

Nach einer besser als erwarteten Geschäftsentwicklung hat der Hightech-Verband BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) seine Hochrechnung für den deutschen ITK-Markt im Jahresverlauf deutlich angehoben: 2012 dürfte der Branchenumsatz um 2,8 Prozent auf 152 Mrd. € gewachsen sein. Rückenwind ging von zahlreichen Innovationen aus. So wurde dank des boomenden Smartphone-Absatzes im Bereich Telekommunikation ein kräftiges Umsatzplus von 3,4 Prozent erzielt. Im Segment Informationstechnologie nahm das Geschäftsvolumen aufgrund hoher Nachfrage nach modernen Tablet Computern und Software-Produkten um 2,3 Prozent zu. Positiver als ursprünglich prognostiziert entwickelte sich außerdem die Unterhaltungselektronik mit einem Plus von 2,3 Prozent. Hier waren vor allem TV-Geräte stark gefragt.

In der Kabelindustrie führte die im Vorjahr erfolgte Übernahme des weltweit tätigen Kabelherstellers Draka durch den Energie- und Telekommunikationskabelhersteller Prysmian wie erwartet zu einer leichten Konsolidierung der Branche, hatte aber keine nennenswerten Auswirkungen auf LEONI. Der Trend zum Einsatz alternativer Leitermaterialien und zur Reduzierung der Kabelquerschnitte setzte sich in unseren Märkten fort. LEONI nimmt hier sowohl bei der Entwicklung als auch bei der industriellen Umsetzung eine führende Position ein.

LEONI-Geschäftsentwicklung im Überblick / Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Kennzahlen Konzern 2012 2011 Veränderung
Konzernumsatz Mio. € 3.809,0 3.701,5 +2,9 %
EBIT Mio. € 235,8 237,1 -0,5 %
Bereinigtes EBIT1 Mio. € 225,4 260,3 -13,4%
EBIT/Umsatz (Return on Sales) % 6,2 6,4
Konzernjahresüberschuss Mio. € 156,0 156,0 0,0 %
Free Cashflow2 Mio. € 63,5 121,2 -47,6 %
Return on Capital Employed % 20,8 24,0
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 154,2 137,4 +12,2
Akquisitionen und Finanzinvestitionen Mio. € 26,7 2,7 +888,9 %
Mitarbeiter (per 31.12.) Anzahl 59.393 60.745 -2,2 %

1 Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte, Gewinne aus Unternehmensverkäufen und Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate

2 Free Cashflow vor Akquisitionen und Desinvestitionen

LEONI konnte den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund 3 Prozent auf 3,81 Mrd. € steigern und damit einen neuen Höchstwert erzielen. Die Grundlage dafür bildete die in den meisten unserer Abnehmerbranchen starke Nachfrage aus Asien und Amerika. Das galt insbesondere für die Automobilindustrie: Hier kompensierte ein überraschend hoher Premiumfahrzeug-Absatz in China und den USA das rückläufige Geschäft mit Volumenherstellern in Südeuropa.

Der Umsatzzuwachs resultierte vor allem aus der Komplettübernahme des früheren Joint Venture Partners Daekyeung (LEONI Wiring Systems Korea).

Dieser trug maßgeblich zur Erhöhung des Außenumsatzes im Unternehmensbereich Wiring Systems um 9 Prozent auf 2,20 Mrd. € bei. Der Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions verzeichnete bei einem etwas niedrigeren Kupferpreis und schwierigen Rahmenbedingungen in den noch überwiegend europäisch ausgerichteten Geschäftsfeldern einen Außenumsatz von 1,60 Mrd. € nach 1,68 Mrd. € im sehr starken Vorjahr.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des LEONI-Konzerns belief sich 2012 auf 235,8 Mio. € und erreichte damit annähernd das Rekordniveau des Vorjahres. Hierin war ein positiver Sondereffekt aus der Veräußerung der nicht zum Kerngeschäft zählenden Aktivitäten der LEONI Studer Hard AG von 28,3 Mio. € enthalten. Dadurch konnte das EBIT im Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions auf 101,3 Mio. € (Vorjahr: 90,9 Mio. €) erhöht werden. Im Bereich Wiring Systems war ein negativer Ergebnisbeitrag unserer koreanischen Tochtergesellschaft zu verkraften, der auf hohe Integrationskosten und eine schwächere operative Geschäftsentwicklung zurückzuführen war. Hinzu kamen deutlich gestiegene Restrukturierungsaufwendungen, die für die Konzentration der Bordnetz-Fertigung in Tunesien und die Schließung eines früheren Daekyeung-Standorts in China anfielen. Daher ging das EBIT im Segment Wiring Systems von 146,2 Mio. € auf 134,5 Mio. € zurück. Beim Konzernjahresüberschuss konnten wir den Vorjahreswert von 156,0 Mio. € bestätigen.

Der Konzernumsatz 2012 blieb innerhalb der Anfang des Jahres avisierten Umsatzspanne von 3,8 bis 4 Mrd. € (→ Unternehmensführung und Steuerungssystem) und übertraf die im Herbst aufgrund der sich abschwächenden Konjunktur revidierte Prognose von 3,75 Mrd. € leicht. Auch das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern lag am unteren Ende der zu Jahresbeginn angekündigten Spanne von 230 bis 280 Mio. €, die den Verkaufserlös aus der Studer Hard AG allerdings noch nicht berücksichtigt hatte. Die im Herbst korrigierte Prognose von 236 Mio. € wurde ebenfalls leicht übertroffen.

Die Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns konnte 2012 weiter gefestigt werden. Der Free-Cashflow belief sich auf 63,5 Mio. € und bewegte sich damit im geplanten Rahmen. Die Eigenkapitalquote und die Nettofinanzverschuldung stellten sich mit 35,4 Prozent bzw. 249,2 Mio. € besser dar als ursprünglich erwartet. Durch die erfolgreiche Platzierung eines Schuldscheindarlehens wurde außerdem die 2013 anstehende Refinanzierung frühzeitig abgesichert.

Vor dem Hintergrund des schwierigen konjunkturellen Umfelds in Europa bewertet der Vorstand das Geschäftsjahr 2012 insgesamt positiv und stuft es als das zweitbeste Jahr in der Unternehmensgeschichte ein.

Besonders erfreulich ist neben dem neuen Umsatzhöchstwert und dem wiederum sehr guten Ergebnisniveau auch die weiter abgesicherte Finanz- und Vermögenslage.

Bericht aus den Unternehmensbereichen / Segmentbericht

Unternehmensbereich Wiring Systems

Geschäftsmodell und Organisationsstruktur

Der Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) ist Europas größter und weltweit einer der führenden Anbieter von kompletten Bordnetz-Systemen sowie kundenspezifischen Kabelsätzen für die Fahrzeugindustrie. Das Leistungsspektrum umfasst die Entwicklung und Fertigung von anspruchsvollen Kabelsätzen bis zu integrierten Bordnetz-Systemen, Hochvolt-Bordnetzsystemen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Energieverteilungskomponenten und Spezial-Steckverbindern. Als Systemanbieter decken wir die gesamte Palette von der Konzeption bis zur Serienfertigung sowie ergänzende Dienstleistungen ab.

Leistungsspektrum Wiring Systems

Die wichtigste Kundengruppe ist die Automobilindustrie. Bis auf wenige Ausnahmen beliefern wir alle Hersteller und Fahrzeugklassen weltweit vom Low-Cost-Einsteigermodell über die gesamte Breite der Kompakt- und Mittelklasse bis hin zu Fahrzeugen des Premium- und Luxussegments. Von wachsender Bedeutung sind außerdem die Produzenten von Nutzfahrzeugen wie Lkw, Land- und Baumaschinen sowie die führenden selbstständigen Motorenhersteller. Den dritten wesentlichen Kundenkreis stellen die weltweit agierenden Automobilzulieferer dar, die ihre Systeme mit unseren Kabelsätzen komplettiert an die Fahrzeughersteller liefern. In deren Auftrag entwickelt und produziert LEONI beispielsweise Kabelsätze für Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie für Fahrerassistenzsysteme wie Abstandsradar, ABS und ESP. Hier konnten 2012 einige Neukunden gewonnen werden.

Unsere Bordnetz-Systeme und Kabelsätze entstehen parallel zur Entwicklung eines neuen Fahrzeugs in intensiver Zusammenarbeit mit den Kunden. Daher pflegen wir enge, vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Abnehmern. Die Basis dafür bilden unser großes Knowhow in der Entwicklung, Herstellung und Distribution von Bordnetz-Systemen sowie die hohe Qualität und Zuverlässigkeit von LEONI.

Auch die Organisationsstruktur des Unternehmensbereichs WSD orientiert sich an den Kunden. Für die Betreuung der verschiedenen Automobilhersteller sowie der Nutzfahrzeug- und der Fahrzeugzulieferindustrie ist jeweils eine eigene, ergebnisverantwortliche Geschäftseinheit (Business Unit/BU oder Business Group/BG) zuständig. Hinzu kommen Business Units für die Spezialbereiche Komponenten und Elektromobilität sowie seit 2012 die neue BU Connectivity (→ Strategische Projekte 2012).

Organisation des Unternehmensbereichs Wiring Systems Stand:Oktober2012

Durch die kundenorientierte Ausrichtung wird gewährleistet, dass jeder Kunde bzw. jede Abnehmergruppe weltweit einen einheitlichen Ansprechpartner hat. Im Vertrieb werden die Schlüsselkunden über eine Key Account Managementstruktur betreut. Vor Ort befassen sich zudem häufig sogenannte "Residents" mit den speziellen Belangen der Abnehmerstandorte. Hinzu kommen zentrale Vertriebsabteilungen in Deutschland und Frankreich sowie Vertriebs- und Entwicklungsbüros in China, Indien und den USA.

Das weltweite Produktionsnetzwerk des Unternehmensbereichs Wiring Systems besteht aus 30 Fertigungsstätten in 19 Ländern, vor allem in China, Mexiko, Nordafrika und Osteuropa. Die Standorte werden streng nach Kostenvorteilen und Logistikanforderungen ausgewählt und befinden sich möglichst in der Nähe unserer Kunden. 2012 wurde das Produktionsnetzwerk vor allem mit Blick auf die Emerging Markets in Russland, Brasilien, China und Mexiko ausgebaut (→ Strategische Projekte 2012).

Wettbewerbssituation und -vorteile

Im Berichtsjahr konnten wir unsere führende Position bei Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen in Europa mit einem Marktanteil von 23 Prozent festigen. Weltweit rangiert der Unternehmensbereich Wiring Systems nach unseren Recherchen weiterhin auf Platz 4 mit einem Marktanteil von 9 Prozent. Die wichtigsten Mitbewerber sind die Unternehmen Delphi, Sumitomo und Yazaki.

Wesentliche Wettbewerbsvorteile sind neben der Marktführerschaft in Europa unsere hohe Innovationskraft und Wertschöpfungstiefe, die große Logistik- und Systemkompetenz sowie weltweit verteilte Entwicklungszentren mit großer Kundennähe. Eine weitere besondere Stärke stellt unser weltumspannendes Produktionsnetzwerk mit standardisierten Prozessen sowie einem hohen Fertigungsanteil an lohnkostengünstigen Standorten dar. Unsere sehr breite internationale Aufstellung sowie die große Vielzahl von belieferten Fahrzeugherstellern und -marken verringern außerdem nicht nur Risiken aus regionalen Marktzyklen, sondern erlauben es auch, weltweit Wachstumschancen zu realisieren.

Strategie

Der Unternehmensbereich Wiring Systems verfolgt eine ertragsorientierte Wachstumsstrategie. Ziel ist es, die Marktführerschaft in Europa abzusichern und weltweit mittelfristig einen zweistelligen Marktanteil zu erreichen. Entlang der vier strategischen Stellhebel auf Konzernebene (→ Konzernstrategie) werden im Segment folgende Schwerpunkte gesetzt:

Überblick Strategie Wiring Systems

Stellhebel WSD-Definition Ziele des Unternehmensbereichs
Globalisierung Zusätzlicher Erfolg in BRIC Märkten - Erweiterung des Geschäfts mit Bestandskunden in Europa, NAFTA und Asien sowie der Aktivitäten im Bereich Elektromobilität und Erschließung neuer Kunden - Ausbau der Marktführerschaft in Europa und überproportionale Partizipation am Wachstum in den oben genannten Regionen - Ausweitung der Produktionskapazitäten für neue Zielmärkte, um kostengünstig und kundennah zu fertigen, Lieferwege zu verkürzen und Währungs- und Zollproblematiken zu minimieren
Innovation Neu- und Weiterentwicklungen von Produkten und Prozessen - Vernetzung von R &D Entwicklungstools, um Entwicklungszyklen und -kosten zu optimieren - Integration des Wertschöpfungsprozesses von der Entwicklung bis zur Fertigung "Design-to-Build" - Gewichtseinsparung durch alternative Leitermaterialien - Optimierung der Verbindungstechnologie
Systemgeschäft Erweiterung der Wertschöpfungskette - Systematische Analyse von Erweiterungs- und Kooperationsmöglichkeiten rund um das Bordnetz - Entwicklung kundenspezifischer Steckverbinder und Leistungsverteilerkomponenten für den Hoch- und Niedervoltbereich
Effizienz Absicherung der hohen Kosteneffizienz - Konzentration auf Best-cost-Standorte und mehrstufige Vernetzung von Produktionsstandorten - Best-in-class Supply Chain Management und qualitativ hochwertige, fehlerfreie Produktion - Kontinuierliche Optimierung der eingesetzten Produktionsfaktoren durch einen in der Firmenkultur verankerten Verbesserungszyklus

Strategische Projekte 2012

Aufbauend auf diesen vier Stellhebeln wurden im Berichtsjahr verschiedene strategische Projekte angegangen und umgesetzt:

Globalisierung mit Fokus auf Emerging Markets

Zur Verbesserung unserer Stellung in den Emerging Markets haben wir 2012 mehrere Standorte auf- und ausgebaut. In Russland wurden die Aktivitäten in der Automobilregion Nizhny Novgorod östlich von Moskau in eine neue, größere Fertigungshalle verlegt, um über ausreichende Kapazitäten für das stark wachsende Geschäft zu verfügen. Für unser brasilianisches Werk ltú, das in den letzten Jahren ausschließlich die Nutzfahrzeugindustrie belieferte, erhielten wir einen größeren Auftrag aus der Automobilbranche und erweiterten die dortigen Kapazitäten für die Serienfertigung von Pkw-Bordnetz-Systemen. Auch der Standort im mexikanischen Durango, der den nordamerikanischen Markt versorgt, wurde für neue Aufträge vergrößert. In China trafen wir die Vorbereitungen für eine neue Fertigungsstätte in Langfang nahe der Hauptstadt Peking, die voraussichtlich 2014 erste Projekte abwickeln wird. Erstmals wurden außerdem Entwicklungsressourcen in Japan aufgebaut, um Kontakte mit der dortigen Automobilindustrie zu knüpfen.

Daekyeung-Kompletterwerb stärkt Asiengeschäft

Um den wichtigen südkoreanischen Automobilmarkt besser zu erschließen und die Position in Asien rasch auszubauen, erwarb LEONI Anfang 2012 die restlichen 50 Prozent des bisherigen Joint Venture-Partners Daekyeung T&G Co. Ltd., Busan, und verschmolz das Unternehmen mit der LEONI Wiring Systems Korea Inc.. Die ersten 50 Prozent des südkoreanischen Bordnetz-Spezialisten, der von chinesischen Produktionsstandorten aus vor Ort lokale und internationale Kunden beliefert, hatte LEONI bereits im Mai 2008 gekauft. Die Komplettübernahme führte zu einem deutlichen Umsatzwachstum in Asien.

Im Berichtsjahr wurden die Daekyeung-Fertigungsstätten in das LEONI-Produktionsnetzwerk integriert und ein neues Werk am Standort Jining hochgefahren, das die Aktivitäten des inzwischen geschlossenen Werkes Weihai übernahm. Hierfür fielen zunächst hohe Integrations-, Anlauf- und Restrukturierungskosten an, die das Ergebnis belasteten. Hinzu kamen eine schwächere Nachfrage nach den von LEONI Wiring Systems Korea belieferten Fahrzeugen sowie negative Produktmixeffekte. Wir haben die Kapazitäten an den geringeren Bedarf angepasst. Für 2013 streben wir für die Gesellschaft ein ausgeglichenes operatives Ergebnis an.

Innovationen: Automatisierung vorangetrieben

Am rumänischen Standort Bistrita konnte LEONI 2012 die erste automatisierte Fertigungsanlage für Cockpit-Kabelsätze in Betrieb nehmen. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein bei der Rationalisierung der bislang weitgehend manuellen Bordnetz-Fertigung erreicht, was mittelfristig zu deutlichen Effizienzsteigerungen führen soll. Über die wichtigsten Produktinnovationen informiert das Kapitel → Forschung & Entwicklung.

Neue BU Connectivity erweitert Systemkompetenz

Zum gezielten Ausbau unserer Wertschöpfungskette um automobile Stecker- und Steckverbindungssysteme im Nieder- und Hochvoltbereich gründeten wir im Mai 2012 die Business Unit Connectivity. Hierzu wurde ein Team von Spezialisten sowie ein Teil der Vermögenswerte unseres langjährigen Kooperationspartners FCT electronik GmbH, München, übernommen. Damit verstärkte der Unternehmensbereich WSD sein Produktentwicklungs-Know-how und ist nun in der Lage, Steckverbindungssysteme für die spezifischen Anforderungen unserer Bordnetze zu optimieren und den Kunden noch leistungsfähigere Produkte zur Verfügung zu stellen. Auch im Bereich Komponenten für Fahrzeuge mit Elektroantrieb wurde die Systemkompetenz erweitert. Informationen dazu finden Sie im Kapitel → Forschung & Entwicklung.

Hohe Kosteneffizienz durch optimiertes Produktionsnetzwerk

Um seine wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen abzusichern, entwickelt der Unternehmensbereich Wiring Systems sein Produktionsnetzwerk kontinuierlich fort. 2012 wurde ein Werk in Tunesien geschlossen und die Bordnetz-Fertigung in dieser Region von vier auf drei Standorte konzentriert. In Polen wurde die Schließung eines Standorts vorbereitet, und in Paraguay starteten wir Untersuchungen zum Aufbau eines neuen Low-Cost-Standorts. Effizienzfortschritte erzielten wir außerdem durch die Vereinheitlichung der Entwicklungssoftware und die Optimierung der Schnittstellen zwischen Entwicklung und Produktion.

Geschäftsverlauf 2012

Kennzahlen Wiring Systems 2012 2011 Veränderung (in%)
Konzernaußenumsatz Mio. € 2.206,4 2.023,7 +9,0
EBIT Mio. € 134,5 146,2 -7,0
Bereinigtes EBIT1 Mio. € 150,2 165,4 -9,1
EBIT/Außenumsatz % 6,1 7,2 --
Investitionen2 Mio. € 97,7 76,3 +29,4
Mitarbeiter (per 31.12.) Anzahl 51.079 52.643 -3,0

1 Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte, Gewinne aus Unternehmensverkäufen und Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate

2 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Bereichsumsatz auf neuem Höchststand

2012 konnte der Unternehmensbereich Wiring Systems den Umsatz weiter steigern und einen neuen Höchstwert erzielen. Der Außenumsatz des Segments nahm im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent oder 182,6 Mio. € auf 2.206,4 Mio. € zu. Davon entfielen 120,5 Mio. € auf die erstmalige Vollkonsolidierung von Daekyeung (LEONI Wiring Systems Korea). Zu den wichtigsten Umsatzträgern zählten Kabelsätze und Bordnetz-Systeme für die wesentlichen Pkw-Modelle der Automobilkonzerne sowie für die Nutzfahrzeugindustrie. Hier beliefert LEONI die führenden Hersteller in Europa und USA. Verschiedene Anläufe für Neu- und Folgemodelle von europäischen Automobilherstellern sichern den eingeschlagenen Wachstumspfad ab. Erfreuliche Zuwächse verzeichneten wir außerdem mit elektromechanischen Komponenten sowie mit Produkten für Fahrzeuge mit Elektroantrieb.

In der regionalen Betrachtung konnte LEONI erneut in den BRIC-Staaten China und Russland kräftig zulegen. In China machte sich die starke Expansion deutscher Premium-Automobilhersteller bemerkbar, von der wir als großer Zulieferer dieser Unternehmen profitierten. In Russland wirkte sich unsere gute lokale Präsenz mit zwei eigenen Produktionsstandorten positiv aus, die wir im Berichtsjahr weiter ausgebaut haben. In Amerika verzeichnete LEONI sowohl von den Premiumherstellern als auch aus der Nutzfahrzeugindustrie eine hohe Nachfrage. Insgesamt wuchs der Umsatz in Übersee deutlich. Das Europageschäft wurde durch die schwache Marktentwicklung in Südeuropa gebremst und blieb etwa auf dem Vorjahresniveau.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Außenumsatz WSD 1.510,5 1.224,6 1.634,2 2.023,8 2.206,4
in Mio. € 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Außenumsatz WSD 2011 500,2 513,3 474,5 535,8
Außenumsatz WSD 2012 570,0 555,8 537,5 543,1

EBIT erreicht trotz Sonderbelastungen 134,5 Mio. €

Der Unternehmensbereich Wiring Systems erzielte 2012 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 134,5 Mio. € nach 146,2 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang ist in erster Linie auf die negativen Einmaleffekte aus der Daekyeung-Übernahme zurückzuführen, die bei LEONI Wiring Systems Korea zu einem Ergebnis von -25,1 Mio. € geführt haben. Zudem mussten Restrukturierungsaufwendungen für die Schließung eines tunesischen Standorts verkraftet werden.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
EBIT WSD 23,4 -78,5 74,3 146,2 134,5

Orderbuch gut gefüllt

Auf Basis unserer starken Wettbewerbsposition erhielten wir 2012 erneut zahlreiche Aufträge für Neu- und Folgeprojekte aus der internationalen Fahrzeugindustrie. Unter anderem gingen Bestellungen über Bordnetz-Systeme und Motorkabelsätze für verschiedene Neufahrzeuge und Nachfolgemodelle ein. Sie betreffen vor allem unsere Standorte in China, Indien und Russland. Im Bereich Green Technology bekamen wir einen Auftrag über Kabelsätze für eine abgasarme Motorenreihe eines europäischen Volumenherstellers, die der neuen Euro-6-Norm entspricht. Die Business Unit Electromobility erhielt ebenfalls wichtige Entwicklungs- und Serienaufträge: Ein großer deutscher Automobilkonzern orderte Hochvolt (HV)-Batteriekabelsätze und -Bordnetze für einen Kleinwagen sowie ein plattformübergreifendes HV-Bordnetz-System für Sportwagenmodelle. Außerdem bestellte ein deutscher Premiumhersteller Ladekabel für ein neues Elektrofahrzeug. Auch die BU Components konnte einen neuen Auftrag eines deutschen Premiumherstellers gewinnen. Er betrifft die Lieferung von Verteilerboxen für die nächste Kleinwagengeneration.

Die Neuaufträge trugen dazu bei, dass unser Auftragsbuch gut gefüllt bleibt und uns eine mehrjährige Wachstumsperspektive bietet. In den kommenden fünf Jahren beläuft sich das Auftragsvolumen auf mehr als 11 Mrd. €. Damit konnte der mittelfristige Wachstumsplan des letzten Jahres übertroffen werden. Der genaue Umfang und Zeitpunkt der Lieferungen an die Fahrzeugindustrie wird dabei von den tatsächlichen Abrufen unserer Kunden bestimmt.

Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions

Geschäftsmodell und Organisationsstruktur

Das Leistungsspektrum des Unternehmensbereichs Wire &Cable Solutions beinhaltet Drähte, Litzen und optische Fasern, standardisierte Leitungen, Spezialkabel und komplett konfektionierte Systeme sowie entsprechende Dienstleistungen für verschiedene industrielle Bereiche, insbesondere in den Branchen Automobil, Investitionsgüter, Medizintechnik, Telekommunikation, Infrastruktur sowie Haus- und Elektrogeräte. Dabei konzentriert sich LEONI auf technologisch anspruchsvolle Produkte sowie kundenspezifische Anwendungen für Nischenmärkte. Von wachsender Bedeutung sind Lösungen für die globalen Trends Mobilität, Bevölkerungswachstum und demografischer Wandel, Urbanisierung, Globalisierung, Umweltbewusstsein und Ressourcenknappheit sowie Industrialisierung und Automatisierung. Im Berichtsjahr wurden die nicht zum Kerngeschäft zählenden Aktivitäten der LEONI Studer Hard AG veräußert - die Sterilisation medizinischer und pharmazeutischer Rohstoffe, Produkte und Packmittel. Darüber hinaus hat sich das Leistungsspektrum 2012 nicht wesentlich verändert.

Leistungsspektrum Wire & Cable Solutions

Organisatorisch ist der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions in die fünf Geschäftsbereiche (Business Groups) Automotive Cables, Industry &Healthcare, Communication &Infrastructure, Electrical Appliance Assemblies sowie Conductors &Copper Solutions gegliedert und orientiert sich damit an den fünf Kernmärkten des Konzerns. Das operative Geschäft der Business Groups ist in insgesamt 16 Geschäftseinheiten (Business Units) unterteilt. Die Business Units agieren flexibel, sind weltweit für Produkte, Werke, Märkte sowie Kunden zuständig und tragen Ergebnisverantwortung.

Für China, die bedeutendste Wachstumsregion des Segments, existiert eine zusätzliche organisatorische Einheit (Business Area). Sie betreibt die dortigen Aktivitäten gemeinsam mit den Business Groups und wurde 2012 weiter ausgebaut. Hinzu kommen Zentralabteilungen (Central Functions), die Leistungen für alle Geschäftsbereiche, Geschäftseinheiten und Gesellschaften erbringen. 2012 wurde mit dem Aufbau einer neuen Zentralfunktion Business Development begonnen, die sich auf Forschung & Entwicklung sowie Innovation fokussiert.

Unser Kundenkreis umfasst einen Großteil der Bordnetz-Hersteller und zahlreiche Automobilzulieferer weltweit sowie die wesentlichen Anbieter aus den anderen von uns belieferten Branchen in mehr als 90 Ländern. Wir unterhalten langjährige und enge Beziehungen zu unseren Abnehmern. Insbesondere der Vertrieb und die Entwicklung stehen in permanentem Kontakt zu den Kunden. In viele Projekte ist LEONI als Produkt- oder Systemlieferant und Lösungsanbieter bereits in der Konzeptions- und Planungsphase intensiv eingebunden.

Die wichtigste Absatzregion ist Europa inklusive Deutschland, gefolgt von Asien und Nordamerika. Um die Marktdurchdringung in entwickelten Wirtschaftsräumen weiter zu steigern und die Präsenz in Fokusregionen wie den BRIC-Staaten auszubauen, wird unser internationales Vertriebsnetzwerk kontinuierlich vergrößert. Neben gezielten Wachstumsprojekten im Flächen- und Großkundenvertrieb startete hierzu eine breit angelegte Initiative im Rahmen des strategischen Stellhebels Globalisierung (→ Strategische Projekte 2012). Die Schlüsselkunden in den einzelnen Geschäftsbereichen werden von branchenversierten Key Account Managern betreut. Für die strategisch wichtigsten Großkunden wurde 2012 ein bereichsübergreifendes Key Account Management eingeführt, um ihnen ein speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittenes Lösungsspektrum aus verschiedenen Business Groups anbieten zu können.

Die modernen Produktionsstandorte des Unternehmensbereichs befinden sich in den wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt: in West- und Osteuropa, Nordamerika sowie Asien/China. Vor allem in Wachstumsmärkten wie China, Indien und Mexiko bauen wir die Kapazitäten weiter aus. Die Standorte liegen strategisch günstig in der Nähe der Abnehmer. Unsere Produktionsnetzwerke und Lieferkette werden laufend optimiert, um die verfügbaren Kapazitäten optimal auszunutzen und die Komplexität der Strukturen zu reduzieren.

Wettbewerbssituation und -vorteile

Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions ist das drittgrößte Kabelunternehmen in Europa und in vielen seiner Zielmärkte Technologie- und Marktführer. Bei einigen Produkten wie zum Beispiel Fahrzeugleitungen für die Automobilindustrie oder Spezialkabeln für die Solarindustrie halten wir eine weltweit führende Stellung.

Zu unseren entscheidenden Wettbewerbsvorteilen gehören eine vertikal stark integrierte Wertschöpfungskette, über Jahrzehnte entwickelte Kernkompetenzen wie ein breites Rohstoffverständnis, Werkstoff-, Engineering- und Applikations-Know-how sowie die Beherrschung technologisch anspruchsvoller Herstellungsprozesse über alle Wertschöpfungsstufen hinweg. Auch unsere zunehmende Systemkompetenz verbessert die Chancen im Wettbewerb.

Strategie

Die Strategie des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions zielt auf qualitatives Wachstum, nachhaltig höhere Margen und die Erreichung bzw. Sicherung der führenden Wettbewerbsposition für die Mehrzahl unserer Geschäftsbereiche und -einheiten. Die Grundausrichtung ist im Strategieprogramm "WCS 4ward" formuliert. Der Titel "WCS 4ward" nimmt Bezug auf die vier Stellhebel, die in der → Konzernstrategie dargestellt sind. Für den Unternehmensbereich WCS ergeben sich daraus folgende Ziele:

Überblick Strategie Wire & Cable Solutions

Stellhebel WCS Definition Ziele des Unternehmensbereichs
Globalisierung Ausbau der Internationalisierung Ausbau des internationalen Vertriebsnetzwerkes Ausbau des Internationalen Produktionsnetzwerkes
Innovation Stärkung der Innovationskraft Absicherung von Marktposition und finanziellen Zielen durch Erschließung von Zukunftsmarkten (z.B. Green Technology, Medizintechnik, Mobilität, Automatisierung) und Zukunftstechnologien (z.B. Miniaturisierung, Hochfrequenz, Lichtwellenleiter), um an deren Wachstum überproportional zu partizipieren Stärkung der Innovationskultur auf Basis eines leistungsfähigen Entwicklungsnetzwerks im weltweiten Standortverbund des Konzerns
Systemgeschäft Ausbau des Systemgeschäfts Verbesserung der Position bei neuen und bestehenden Kunden in relevanten Zielmärkten durch den Ausbau von Engineering-Kompetenz, stärkere Integration in die Kundenprozesse und intelligente Kombination von Werkstoff-, Produkt- und Prozesstechnologien Erschließung von Wachstumspotenzialen entlang der globalen Trends
Effizienz Realisierung von Synergien Nutzung geschäftsbereichs- und funktionsbereichsübergreifender Synergien, um bei volatiler werdenden Rahmenbedingungen durch schlanke und flexible Kosten Strukturen optimal positioniert zu sein Systematischer Wissenstransfer, um individuelle Stärken der Geschäftsbereiche übergreifend im Unternehmensbereich bzw. im Konzern besser ausspielen zu können Harmonisierung und Standardisierung von IT-unterstützten Prozessen

Strategische Projekte 2012

2012 konnten in allen vier Stellhebeln Fortschritte erzielt werden:

Die Internationalisierung konzentrierte sich im Berichtsjahr auf die Wachstumsregion Asien und den NAFTA-Raum. In der Business Area China haben wir die Aktivitäten weiter ausgebaut und optimiert. Aufgrund des kontinuierlich steigenden Bedarfs an Daten- und Sensorleitungen für Sicherheits- und Komfortanwendungen im Fahrzeug wurde an unserem Standort Changzhou eine entsprechende Spezialkabelfertigung aufgebaut.

Um das große Potenzial des indischen Subkontinents zu nutzen, hat der Unternehmensbereich WCS dort einen eigenen Standort errichtet.

Das neue Werk nördlich der Industriemetropole Pune, einem der drei großen Automobilcluster Indiens, nahm Ende 2012 den Betrieb auf. Zunächst werden an diesem Standort Fahrzeugleitungen für die Automobilindustrie gefertigt. Im Laufe des Jahres 2013 wird die Produktion um Kabel für petrochemische Großanlagen, die Schienenverkehrstechnik sowie die Solarindustrie erweitert.

Auch in der NAFTA-Region hat der Unternehmensbereich WCS seine Präsenz verstärkt. An unserem mexikanischen Standort wurde eine Fertigung für Automobil-Sonderleitungen errichtet, außerdem haben wir dort Kapazitäten für Instrumentationskabel für die petrochemische Industrie geschaffen. Wegen der kräftig wachsenden Nachfrage aus der Robotik, der Halbleiterindustrie sowie dem Maschinen- und Bergbau in Kanada wurden die Flächen für die Kabelfertigung in Nordamerika ausgebaut. Das expandierende Geschäft der Business Unit Fiber Optics wurde durch die Akquisition der wesentlichen Wirtschaftsgüter der auf Lösungen für Hochleistungslaser spezialisierten Richard Losch Inc., Bend/Oregon, gestärkt.

Darüber hinaus haben wir unser internationales Vertriebsnetz in China und der NAFTA-Region ausgebaut und durch eigene Niederlassungen in neuen Regionen weiter verdichtet. Anfang November 2012 wurde in Dubai die LEONI Middle East FZE gegründet, die sich vor allem auf Infrastrukturprojekte konzentrieren wird. Neubauten wie Bürogebäude, Flughäfen oder Einkaufszentren bieten im Mittleren Osten großes Potenzial für hochwertige Verkabelungssysteme.

Im Stellhebel Effizienz starteten wir verschiedene Projekte zur Geschäftsprozessoptimierung und Standardisierung von IT-Systemen. Unter anderem wurden

an ausgewählten Standorten Projekte zur Verbesserung der Produktionsprozesse realisiert (Operational Excellence),
die ersten Schritte für ein über alle Business Groups hinweg einheitliches Produktionsplanungs- und Steuerungssystem umgesetzt,
im Rahmen der Konzerninitiative "HRsolutions" mit der Vereinheitlichung von Personalstandards, -strukturen und -prozessen begonnen sowie
in verschiedenen Regionen die Anzahl der rechtlichen Einheiten reduziert, beispielsweise in China und der Slowakei.

Die wichtigsten Fortschritte in den Stellhebeln Innovation und Systemgeschäft sind im Kapitel → Forschung und Entwicklung dargestellt.

Geschäftsverlauf 2012

Kennzahlen Wire & Cable Solutions 2012 2011 Veränderung (in %)
Konzernaußenumsatz Mio. € 1.602,6 1.677,7 -4,5
EBIT Mio. € 101,3 90,9 +11,4
Bereinigtes EBIT1 Mio. € 75,2 94,9 -20,8
EBIT/Außenumsatz % 6,3 5,4 --
Investitionen2 Mio. € 49,5 53,7 -7,8
Mitarbeiter (per 31.12.) Anzahl 8.096 7.925 +2,2

1 Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte, Gewinne aus Unternehmensverkäufen und Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate

2 Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte

Umsatz auf solidem Niveau

2012 erzielte der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions einen Außenumsatz von 1,602,6 Mio. €. Das entsprach gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres zwar einem Rückgang um 4,5 Prozent, stellte aber den bislang zweithöchsten Segmentumsatz dar. Unter den gegebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen sowie vor dem Hintergrund des im Jahresvergleich niedrigeren Kupferpreises wurde damit ein anspruchsvolles Niveau erreicht. Der Auftragseingang lag im Gesamtjahr 2012 bei 1.569,5 Mio. € (Vorjahr: 1.675,2 Mio. €).

Vor allem im Automobilbereich, aber auch bei Kabelsätzen für Medizintechnikanwendungen und Hausgeräte waren die Kapazitäten das gesamte Jahr über sehr gut ausgelastet. Die Nachfrage aus der Automatisierungstechnik war zunächst zufriedenstellend, ließ im Jahresverlauf aber etwas nach. Das Geschäft mit Solar-, Daten- und Infrastrukturkabeln litt zum einen unter Überkapazitäten und zum anderen unter den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der Staatsschuldenkrise in Europa. Außerdem mussten wir bei Kabeln für petrochemische Anlagen im vierten Quartal aufgrund von kurzfristig verschärften EU-Ausfuhrregelungen deutliche Einbußen hinnehmen.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Außenumsatz WCS 1.401,5 935,5 1.321,5 1.677,7 1.602,6
in Mio. € 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Außenumsatz WCS 2011 410,5 430,3 438,6 398,3
Außenumsatz WCS 2012 399,1 411,8 417,3 374,4

Ergebnisanstieg durch Studer Hard-Verkauf

Das Segment-EBIT erhöhte sich im Berichtszeitraum von 90,9 Mio. € auf 101,3 Mio. €. Hierin ist ein positiver Sondereffekt von 28,3 Mio. € aus dem Verkauf der LEONI Studer Hard AG enthalten. Dem standen der fehlende Ergebnisbeitrag dieser Aktivität, geringere Deckungsbeiträge durch den Umsatzrückgang und den Preisverfall vor allem bei Produkten für die Solarindustrie in der Business Group Communicaton &Infrastructure sowie ein veränderter Produktmix im Bereich Automobilkabel gegenüber. Zudem führte die kurzfristig von der EU verfügte Iran-Ausfuhrbeschränkung zu einer ungeplanten Ergebnisbelastung.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
EBIT WCS 29,6 -34,2 56,3 90,9 101,3

Umsatzanteile der Business Groups im Unternehmensbereich WCS 2012 in %

Automotive Cables Industry & Healthcare Communication & Infrastructure Electrical Appliance Assemblies Conductors & Copper Solutions
39,5 19,7 23,5 7,7 9,6

Entwicklung der Business Groups 2012

Business Group Automotive Cables

Hohe Nachfrage nach Premiumfahrzeugen in den USA und China kompensiert rückläufiges Geschäft bei Volumenherstellern in Europa
Strategisch wichtige Neuaufträge: Spezialleitungen zur Abgasmessung in verschiedenen Lkw-Modellen renommierter Hersteller (Euro-6-Norm) sowie für Kabel zum schnellen Aufladen von Elektrofahrzeugen
Bedeutenden Bordnetzhersteller als Neukunden für Standardkabel gewonnen

Umsatzentwicklung

Produkte

Kabel für

Bordnetze
Kommunikation / Telematik
Antriebs- und Motorensysteme
Abgassysteme
Hybrid- und Brennstoff-Fahrzeuge
Sicherheits- und Assistenz-Systeme

Business Group Industry &Healthcare

Geschäft mit Kabeln und Kabelsystemen für Medizintechnik und Robotik anhaltend stark
Nachfrage aus der Automatisierungstechnik im Jahresverlauf abgeschwächt
Fiber Optics mit wichtigem Neuauftrag im Bereich Smart Grids für Glasfaserleitungen

Umsatzentwicklung

Produkte

Kabel und Kabelsysteme für

Maschinen- und Gerätebau
Automatisierungs- und Antriebstechnik
Mess-, Regel- und Steuerungstechnik
Robotik
Spezialfahrzeuge
Luft- und Raumfahrttechnik
Telekommunikation
Gerätemedizin

Business Group Communication &Infrastructure

Finanzkrise und Überkapazitäten im Markt beeinträchtigen Aktivitäten mit Daten-, Solar- und Infrastrukturkabeln in Europa
Verschärftes Iran-Embargo führt zu Umsatzausfall im vierten Quartal
Intensivierung der Zusammenarbeit mit chinesischer Photovoltaikindustrie

Umsatzentwicklung

Produkte

Kabel und Kabelsysteme für

Hoch- und Tiefbau sowie Verkehrsinfrastruktur
Sicherheitskabel, Installationskabel und Verlegesysteme
Großanlagen und Raffinerien
Projektspezifische Instrumentations- und Energiekabel
Schienen- und Schiffsverkehrstechnik

Business Group Electrical Appliance Assemblies

Neue Kunden aus der internationalen Hausgeräteindustrie
Solides Geschäft mit lokalen chinesischen Herstellern

Umsatzentwicklung

Produkte

Kabelsysteme für

Kleingeräte
Bügeleisen
Staubsauger
Unterhaltungselektronik
Waschmaschinen
Kühlschränke
Werkzeuge
Beleuchtungsindustrie

Business Group Conductors & Copper Solutions

Chinesischer Standort konzentriert sich auf Speziallitzen
Fertigung von Standardlitzen zurückgefahren
Ausbau des Geschäfts an Spezialdrähten (Histral, Legierungen)

Umsatzentwicklung

Produkte

Drähte und Litzen für

Spezialkabelindustrie
Hersteller von Heizsystemen
Solar- und Windkraftindustrie

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Umsatz und Ertragslage

Konzernumsatz wächst solide

Die LEONI AG steigerte ihren Konzernumsatz 2012 trotz des im Jahresverlauf zunehmenden konjunkturellen Gegenwinds um rund 3 Prozent oder 107,5 Mio. € auf 3.809,0 Mio. €. Dieser Zuwachs resultierte vor allem aus der erstmaligen Vollkonsolidierung des südkoreanischen Bordnetz-Systemherstellers Daekyeung, inzwischen LEONI Wiring Systems Korea, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von 120,5 Mio. € erzielte. Auf organisches Wachstum entfielen 17,6 Mio. €. Die Entwicklung des Kupferpreises hatte dagegen einen negativen Effekt von 30,6 Mio. €. Auf das Umsatzwachstum hatten Wechselkurseffekte einen Einfluss von 91,4 Mio. €.

In der regionalen Betrachtung legte der Konzernumsatz in den BRIC-Staaten inklusive Südkorea besonders deutlich um 30 Prozent auf 588,9 Mio. € zu. Auch in den NAFTA-Ländern erzielten wir mit einem Plus von mehr als 24 Prozent auf 521,9 Mio. € einen kräftigen Anstieg. Dadurch konnten die Rückgänge in Deutschland um knapp 4 Prozent auf 1.028,8 Mio. € und im restlichen Europa um gut 7 Prozent auf 1.354,3 Mio. € mehr als kompensiert werden. Im übrigen Ausland generierten wir in der Summe ein Geschäftsvolumen von 315,1 Mio. € gegenüber 304,0 Mio. € im Vorjahr.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Konzernumsatz 2.912,0 2.160,1 2.955,7 3.701,5 3.809,0
in Mio. € 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Konzernumsatz 2011 910,7 943,7 913,1 934,0
Konzernumsatz 2012 969,1 967,6 954,7 917,6

Konzernumsatz nach Segmenten 2012

in % 2012
Wiring Systems 57,9
Wire & Cable Solutions 42,1

Konzernumsatz nach Regionen

2012 Deutschland Übriges Europa BRIC inkl. Südkorea NAFTA Übriges Ausland
in % 27,0 35,5 15,5 13,7 8,3

LEONI Studer Hard-Verkauf stützt Konzernertrag

Die Umsatzkosten erhöhten sich 2012 ähnlich wie das Geschäftsvolumen konzernweit um rund 3 Prozent auf 3.134,0 Mio. €, obwohl die Kupfer- und Metallpreise im Durchschnitt niedriger als im Vorjahr waren, im Bordnetzbereich zahlreiche Neuanläufe stattfanden und gleichzeitig erhebliche finanzielle Belastungen aus der Integration von Daekyeung resultierten. Dem konnten wir mit unserem effizienten Kostenmanagement erfolgreich entgegenwirken und das Konzern-Bruttoergebnis sogar leicht von 672,1 Mio. € auf 675,0 Mio. € steigern. Die Bruttomarge belief sich auf 17,7 Prozent nach 18,2 Prozent im Vorjahr.

Deutlich stärker als der Konzernumsatz legten 2012 die Vertriebs- und Verwaltungskosten zu - um rund 6 Prozent auf 192,2 Mio. € bzw. um 18 Prozent auf 185,3 Mio. €. Hier machte sich vor allem LWS Korea deutlich bemerkbar. Hinzu kamen hohe Projektkosten zur Verbesserung der IT-Infrastruktur. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wuchsen infolge zahlreicher neuer Projektanläufe, mit denen wir uns mittel- und langfristig erhebliches Umsatzpotenzial erschließen, um rund 11 Prozent auf 93,6 Mio. €. Des Weiteren fielen 2012 Restrukturierungskosten in Höhe von 9,5 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) an. Diese beinhalteten im Wesentlichen Aufwendungen für Abfindungen im Segment Wiring Systems und betrafen unter anderem Produktionsstandorte in Tunesien und Marokko sowie in China im Zusammenhang mit der Akquisition von Daekyeung.

Ergebniserhöhend wirkte sich dagegen der kräftige Zuwachs der sonstigen betrieblichen Erträge von 9,9 Mio. € auf 48,9 Mio. € aus. Hier schlug vor allem die erfolgreiche Veräußerung von LEONI Studer Hard zu Buche. Nach Saldierung von Verkaufserlös und wegfallendem Ergebnisbeitrag verblieb ein positiver Effekt auf das EBIT von 25,9 Mio. €. Damit konnten die Kostensteigerungen in den übrigen Bereichen nahezu ausgeglichen werden, sodass das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2012 mit 235,8 Mio. € nur leicht unter dem 2011er Wert von 237,1 Mio. € lag. Das um den Verkaufserlös sowie um Restrukturierungen und weitere Posten bereinigte EBIT belief sich auf 225,4 Mio. € gegenüber 260,3 Mio. € im Vorjahr.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von -41,0 Mio. € auf -38,1 Mio. €. Ausschlaggebend waren im Wesentlichen Währungsgewinne aus Finanzierungstätigkeit, die höhere Finanzerträge von 4,8 Mio. € nach 1,8 Mio. € im Vorjahr zur Folge hatten. Die Finanzaufwendungen blieben unverändert bei 42,8 Mio. €.

In der Summe stieg das Ergebnis vor Steuern 2012 leicht um rund 1 Prozent auf 197,9 Mio. €. Der Steueraufwand erhöhte sich von 40,3 Mio. € auf 41,9 Mio. €. Die immer noch vergleichsweise niedrige Steuerquote von 21,2 Prozent (Vorjahr 20,5 Prozent) ging hauptsächlich auf Ergebniseffekte aus Konsolidierungskreisveränderungen zurück, für die ein geringer Steueraufwand anfiel. Unter dem Strich wird für das Geschäftsjahr 2012 ein auf dem Rekordniveau des Vorjahres liegender Konzernjahresüberschuss von 156,0 Mio. € ausgewiesen.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Konzern-EBIT 55,7 -116,3 130,7 237,1 235,8
in Mio. € 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Konzern-EBIT 2011 61,4 67,6 54,6 53,5
Konzern-EBIT 2012 93,7 50,8 52,7 38,6

Wertschöpfung

Die Netto-Wertschöpfung des LEONI-Konzerns erhöhte sich 2012 um rund 7 Prozent auf 967,1 Mio. €. Sie errechnet sich aus den Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen abzüglich Materialaufwand, Abschreibungen und sonstiger Vorleistungen und stellt damit die Eigenleistung von LEONI dar. Der größte Teil der Wertschöpfung wird für die Mitarbeiter verwendet. Sie erhielten 2012 einen Anteil von 732,3 Mio. € oder 75,6 Prozent in Form von Löhnen und Gehältern sowie Sozialleistungen. Jeweils ähnlich große Anteile gingen an unsere Aktionäre mit 5,1 Prozent, den Staat mit 4,3 Prozent und unsere Kreditgeber mit 3,9 Prozent. Zur Stärkung unserer finanziellen Basis verblieben 11,1 Prozent im Unternehmen.

Entstehung und Verteilung der Wertschöpfung

Entstehung

Mio. €
2012 2011
Umsatzerlöse 3.809,0 3.701,5
Sonstige Erträge 48,9 9,9
./. Materialaufwand - 2.294,4 -2.238,5
./.Abschreibungen -116,2 -107,0
./. Sonstige Vorleistungen -479.1 -459,5
Netto-Wertschöpfung 968,2 906,4
Verteilung

Mio. €
2012 2011
an Mitarbeiter (Personalaufwand, Sozialabgaben) 732,3 669,1
an das Unternehmen (Rücklagen)1 107,0 107,0
an Aktionäre (Dividende)2 49,0 49,0
an den Staat (Ertragssteuern)3 41,9 40,3
an Kreditgeber (Finanzergebnis)4 38,1 41,0
Netto-Wertschöpfung 968,3 906,4

1 Konzernüberschuss abzgl. Dividende

2 vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung

3 nur Ertragssteuern (ohne Verbrauchs-, Besitz- und Verkehrssteuern sowie Sozialabgaben)

4 ohne sonstiges Beteiligungsergebnis

Verteilung der Wertschöpfung 2012

Verteilung der Wertschöpfung 2012

Finanzlage

Finanzierungsstrategie

Der LEONI-Konzern hat eine solide, ausgewogene Finanzierungsstruktur als dauerhaftes Ziel. Nachhaltig werden eine Eigenkapitalquote von rund 35 Prozent und ein Gearing von unter 50 Prozent angestrebt, um die hohe Akzeptanz sowohl am Kapitalmarkt als auch bei Banken und Lieferanten nachhaltig zu sichern. Zur Deckung des langfristigen Finanzierungsbedarfs nutzen wir den Kapitalmarkt.

Die kurzfristige Finanzierung erfolgt über Kreditlinien bei den Kernbanken. LEONI wird seit mehr als einem Jahrzehnt durch die Deutsche Bundesbank als notenbankfähig eingestuft. Eine Bewertung durch eine Ratingagentur wird nicht in Auftrag gegeben, da hieraus aus Sicht von LEONI kein zusätzlicher Nutzen entstehen würde. Wie in den Vorjahren hat LEONI keine Financial Covenants, also keine zusätzlichen Bedingungen für die Kreditvergabe, zu erfüllen. Die Finanzierung unseres Wachstums soll in der Regel über den Netto-Cashflow erfolgen. Außerdem legen wir besonderen Wert darauf, dass wesentliche Expansionsschübe - insbesondere bei Akquisitionen - zu einem angemessenen Teil mit Eigenkapital unterlegt sind.

Finanz- und Liquiditätsmanagement

Das Finanzmanagement des LEONI-Konzerns wird zentral von der Holdinggesellschaft LEONI AG betrieben. Sie tätigt die erforderlichen Maßnahmen für die gesamte Unternehmensgruppe, basierend auf der Erfassung des Kapitalbedarfs auf Konzernebene. In Ausnahmefällen nehmen wir regionale Sonderfinanzierungen vor. Die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements sind die Sicherung der Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit, die Optimierung der Finanzaufwendungen und -erträge sowie die Steuerung und Minimierung der Währungs- und Zinsrisiken. Um möglichst unabhängig von einzelnen Märkten oder Finanzierungsarten zu sein, nutzen wir ein breites Spektrum an Instrumenten. Generell setzt LEONI auf eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit internationalen Kreditinstituten. Die Finanzierung der Konzerngesellschaften erfolgt weitestgehend in deren funktionaler Währung. Die wesentlichen Finanzverbindlichkeiten bestanden 2012 wie im Vorjahr in Euro, US-Dollar sowie bei unseren chinesischen Gesellschaften in Yuan.

Die Liquidität steuern wir unter anderem über ein Cash-Pooling-System mit Pools in den Heimatländern der wichtigsten Konzernwährungen. Darüber hinaus übernimmt die LEONI AG den größten Teil des Zahlungsverkehrs für die Gruppe.

Um stets allen finanziellen Verpflichtungen verlässlich nachkommen zu können, nutzen wir Kapitalmarktinstrumente wie Bonds oder Schuldscheindarlehen zentral für die gesamte Gruppe und sorgen für Kreditlinien in ausreichender Höhe. Zur Absicherung der Liquidität wurden die bestehenden Kreditlinien 2012 verlängert. Am Bilanzstichtag bestanden kurz- und mittelfristige Kreditzusagen von Banken in Höhe von 486,0 Mio. € (Vorjahr: 330,6 Mio. €) mit Laufzeiten von bis zu 36 Monaten. Davon wurden zum Stichtag 23,9 Mio. € kurzfristig genutzt (Vorjahr: 36,1 Mio. €).

Auch die außerbilanziellen Instrumente Leasing und Factoring, die wir zur Verbesserung der Liquidität einsetzen, werden zentral gesteuert. Vor allem das Factoring stellt aufgrund seiner Flexibilität in Bezug auf die Umsatzentwicklung und den damit zusammenhängenden Finanzierungsbedarf eine wichtige Ergänzung zu anderen Instrumenten der kurzfristigen Liquiditätssteuerung dar. Ende 2012 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch echtes Factoring in Höhe von 91,3 Mio. € (Vorjahr: 118,0 Mio. €) gemindert. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfielen 32,3 Mio. € (Vorjahr: 20,6 Mio. €) auf den Eingang von Forderungen, die im Rahmen von echtem Factoring verkauft waren.

Zins- und Währungsabsicherung

Zinsrisiken aus Geldbeschaffungsmaßnahmen werden über Basisinstrumente wie Swaps und Collars abgesichert. Per 31. Dezember 2012 belief sich das Nominalvolumen der bestehenden Zinsswaps auf 63,5 Mio. € (Vorjahr: 126,2 Mio. €) und der Collars wie im Vorjahr auf 136,0 Mio. €.

Zur Minimierung des Einflusses von Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis werden Fremdwährungspositionen innerhalb des Konzerns gegeneinander aufgerechnet. Für die verbleibenden Beträge schließen wir Devisensicherungsgeschäfte ab und zwar überwiegend in ägyptischen Pfund, britischen Pfund, chinesischen Yuan, japanischen Yen kanadischen Dollar, mexikanischen Pesos, polnischen Zloty, rumänischen Leu, Schweizer Franken, Singapur-Dollar, türkischen Lira, ungarischen Forint und US-Dollar. Zum Jahresende 2012 lag das Volumen bei 484,4 Mio. € gegenüber 454,8 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Weitere Informationen zu Zins- und Währungsrisiken enthält der → Anhang.

Langfristige Refinanzierung frühzeitig abgeschlossen

Wie geplant konnte LEONI die 2013 anstehende Umschuldung bereits 2012 absichern. Im September vergangenen Jahres platzierten wir erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. €. Damit wurde das ursprünglich geplante Volumen von 150 Mio. € klar überschritten. Die Aufstockung war möglich, da die Emission deutlich überzeichnet war und sich ein Preis am unteren Ende der avisierten Spanne bildete. Das Gesamtvolumen des neuen Darlehens ist eingeteilt in sieben Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sechs, sieben und zehn Jahren. Die Transaktion wurde durch ein Konsortium aus UniCredit, LBBW und HSBC arrangiert. Die damit abgelösten Schuldscheine wären regulär erst im März 2013 bzw. März 2015 ausgelaufen. Durch die frühzeitige Refinanzierung konnte das aktuell günstige Zinsniveau genutzt und die Finanzierungsstruktur neu geordnet werden. Zugleich gelang es, die Laufzeitenstruktur bei den Finanzverbindlichkeiten zu verbessern.

Im Dezember 2012 wurde darüber hinaus ein Förderdarlehen bei der European Investment Bank über 100 Mio. € zu sehr guten Konditionen abgeschlossen, das bedarfsgerecht abgerufen wird.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die bestehenden Langfristfinanzierungen.

Langfristfinanzierungen Volumen (in Mio. €) Platziert (Jahr) Laufzeit (bis Jahr)
Anleihe 200 2006 2013 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 24 2008 2013 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 26,5 2008 2015 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 136 2012 2017 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 37 2012 2018 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 68 2012 2019 (endfällig)
Schuldscheindarlehen 9 2012 2022 (endfällig)

Kapitalkosten und ROCE

Der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) für den LEONI-Konzern belief sich zum Jahresende 2012 auf 7,92 Prozent nach 7,64 Prozent im Vorjahr. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der höheren Marktrisikoprämie sowie dem größeren Eigenkapitalanteil.

Berechnung des WACC

2012 2011
Risikoloser Zins 2,25% 2,37%
Markrisikoprämie 6,00% 5,50%
beta-Faktor 1,40 1,46
Eigenkapitalkosten nach Steuern 10,65% 10,40%
Fremdkapitalkosten vor Steuern 4,91% 4,79%
Steuersatz 25,00% 1,23% 25,00% 1,20%
Fremdkapitalkosten nach Steuern 3,68% 3,59%
Anteil Eigenkapital 60,87% 59,50%
Anteil Fremdkapital 39,13% 40,50%
Kapitalkosten nach Steuern (WACC) 7,92% 7,64%

Der Return on Capital Employed (ROCE, Rendite auf das eingesetzte Kapital) lag bei 20,8 Prozent (Vorjahr: 22,9 Prozent) und damit leicht über der Zielgröße von 20 Prozent.

Konzernkapitalflussrechnung: Solider operativer Cashflow

LEONI erwirtschaftete 2012 auf Basis der wiederum guten Ertragslage einen - um den Gewinn aus dem Verkauf von LEONI Studer Hard bereinigten - Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 211,7 Mio. €. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 246,1 Mio. € ist im Wesentlichen auf gestiegene Ertragssteuerzahlungen, zusätzliche Integrationskosten für Daekyeung und auf höhere Auszahlungen für Restrukturierungen zurückzuführen.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit gaben wir im vergangenen Jahr per saldo 125,5 Mio. € (Vorjahr: 126,9 Mio. €) aus. Dabei standen den von 127,4 Mio. € auf 160,6 Mio. € kräftig angewachsenen Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen Erlöse in Höhe von 51,0 Mio. € aus dem Verkauf von LEONI Studer Hard gegenüber. Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen beliefen sich auf 9,1 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €).

Für Finanzierungstätigkeit flossen 2012 Mittel von 153,6 Mio. € aus dem Konzern ab, während im Vorjahr ein Zufluss von 48,3 Mio. € zu verzeichnen war. Hier machte sich hauptsächlich die beachtliche Tilgung von Finanzschulden in Höhe von 359,6 Mio. € (Vorjahr: 65,9 Mio. €) bemerkbar. Aber auch die von der LEONI AG an ihre Aktionäre gezahlte Dividende hat sich mit 49,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Diesen Abflüssen standen Mittelzugänge vor allem aus der erfolgreichen Platzierung des Schuldscheindarlehens von 255,0 Mio. € gegenüber (Vorjahr: 23,5 Mio. €).

Die Summe aller Zahlungsvorgänge führte 2012 zu einer Abnahme der liquiden Mittel um 67,4 Mio. €. Nach Berücksichtigung wechselkursbedingter Veränderungen von -0,3 Mio. € ergab sich per Ende Dezember 2012 ein Finanzmittelbestand von 298,3 Mio. € gegenüber 366,0 Mio. € am Vorjahresstichtag.

Konzernkapitalflussrechnung 2012 2011
(Kurzfassung) in Mio. €
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 211,7 246,1
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -125,5 -126,9
Mittelab-/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit -153,6 48,3
Ab-/Zunahme des Finanzmittelbestandes -67,4 167,5
Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 298,3 366,0
in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Operativer Cashflow 132,7 88,8 142,3 246,1 211,7

Free Cashflow im Rahmen der Erwartungen

Der Free Cashflow vor Akquisitionen und Desinvestitionen belief sich 2012 auf 63,5 Mio. € und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen. Der gegenläufige, moderate Anstieg bei den Nettofinanzschulden um 15,3 Mio. € auf 249,2 Mio. € resultierte vor allem aus der Einbeziehung von Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Erstkonsolidierung von Daekyeung.

Berechnung des Free Cashflow*

in Mio. € 2012 2011
Jahresüberschuss 156,0 156,0
Abschreibungen / Wertminderungsaufwand 116,2 115,2
Veränderungen im Working Capital -31,6 -48,3
Sonstiges -28,9 23,2
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 211,7 246,1
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ohne Akquisitionen und Desinvestitionen -148,2 -124,9
Free Cashflow 63,5 121,2

* vor Akquisitionen und Desinvestitionen

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Free Cashflow* 13,9 2,1 50,7 121,2 63,5

* vor Akquisitionen und Desinvestitionen

Investitionen

2012 investierte der LEONI-Konzern insgesamt 180,9 Mio. €, rund 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Hiervon entfielen 26,7 Mio. € auf Akquisitionen und Finanzanlagen (Vorjahr: 2,7 Mio. €), wovon der Großteil für die Übernahme der restlichen 50 Prozent des südkoreanischen Bordnetz-Spezialisten Daekyeung verwendet wurde. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen konzernweit um gut 12 Prozent auf 154,2 Mio. €.

Im Unternehmensbereich Wiring Systems erhöhten sich die Sachinvestitionen um mehr als 29 Prozent auf 98,7 Mio. €. Im Zuge unserer Emerging Markets Strategie wurden vor allem die Produktionskapazitäten in den BRIC-Staaten ausgebaut. Ein wichtiges Projekt bildete die Erweiterung des brasilianischen Standorts, der bislang nur Kabelsätze für Nutzfahrzeuge herstellte, um eine Bordnetz-Fertigung für Pkw. Ferner haben wir eine neue, größere Produktionsstätte in der russischen Automobilregion Nizhny Novgorod bei Moskau aufgebaut und die bisherigen Aktivitäten dorthin verlagert. In China trafen wir die Vorbereitungen für einen zusätzlichen Standort in der Nähe von Peking, der 2013 fertiggestellt sein soll. Im Zusammenhang mit diversen Neu- und Folgeprojekten unserer Kunden aus der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie wurde zudem in bestehende Werke in China, Mexiko, Nordafrika, Osteuropa und Russland investiert.

Um den expandierenden Unternehmensbereich auch in Zukunft effizient steuern und leiten zu können, haben wir darüber hinaus ein neues Projekt zur Fertigungssteuerung gestartet und mit der Modernisierung der Zentrale in Kitzingen begonnen.

Der Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 49,5 Mio. € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr: 53,7 Mio. €). Im Mittelpunkt stand der Ausbau der Kapazitäten für Automobil-Sonderleitungen in China, Mexiko und der Slowakei. Darüber hinaus wurde in Mexiko eine Fertigung für Infrastrukturkabel installiert und mit dem Bau des neuen Standorts in Indien begonnen.

Investitionen*

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Konzern 158,4 81,8 103,1 137,4 154,2
Wiring Systems 93,6 41,6 57,5 76,3 98,7
Wire & Cable Solutions 53,1 37,1 43,4 53,7 49,5
LEONI AG 11,7 3,1 2,2 7,4 6,0

* ohne Akquisitionen und Finanzanlagen

Investitionen des LEONI-Konzerns nach Regionen

2012 Deutschland Osteuropa Nordafrika Amerika Übriges Europa Asien
in % 40,0 24,0 16,4 8,0 5,9 5,7

Vermögenslage

Eigenkapitalquote über 35 Prozent

Die Konzernbilanzsumme vergrößerte sich per 31. Dezember 2012 trotz der erstmaligen Vollkonsolidierung von Daekyeung im Jahresvergleich nur moderat um etwa 3 Prozent auf 2.384,1 Mio. €. Hierfür waren insbesondere der Abbau von Finanzschulden sowie unser aktives Working Capital Management maßgeblich.

Auf der Aktivseite ging der Zahlungsmittelbestand überwiegend durch die Tilgung von Finanzschulden sowie die kräftig erhöhte Dividendenausschüttung von 366,0 Mio. € auf 298,3 Mio. € zurück. Zugleich konnten wir den Anstieg bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte um rund 5 Prozent auf 478,1 Mio. € sowie bei den Vorräten um etwa 6 Prozent auf 488,5 Mio. € durch gezielte Steuerungsmaßnahmen begrenzen. In Summe veränderten sich die kurzfristigen Vermögenswerte mit 1.366,0 Mio. € kaum.

Die deutliche Zunahme beim Sachanlagevermögen um mehr als 8 Prozent auf 677,2 Mio. € resultierte neben Konsolidierungseinflüssen wesentlich aus unserer aktiven Investitionspolitik. Auch die immateriellen Vermögenswerte stiegen kräftig von 59,1 Mio. € auf 91,1 Mio. €, was nahezu ausschließlich auf die erstmals vollständige Konsolidierung von Daekyeung zurückzuführen war. Gleichzeitig verringerten sich die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen von 22,4 Mio. € auf 0,7 Mio. €. Hierunter war bislang die 50-Prozent-Beteiligung an Daekyeung verbucht. Insgesamt erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um 7 Prozent auf 1.018,0 Mio. €.

Auf der Passivseite der Konzernbilanz machte sich hauptsächlich die 2012 frühzeitig umgesetzte Refinanzierung des LEONI-Konzerns mit der erfolgreichen Platzierung des Schuldscheindarlehens bemerkbar. Damit konnten die noch bis 2013 und 2015 laufenden Schuldscheindarlehen fast komplett abgelöst werden. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich per saldo von 493,6 Mio. € auf 276,6 Mio. €. Dieser Rückgang war vor allem eine Folge der Umbuchung der im Juli 2013 fälligen Anleihe in Höhe von nominal 200 Mio. € sowie von weiteren Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr in die kurzfristigen Finanzschulden. Insbesondere deswegen stiegen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten trotz hoher Tilgungszahlungen kräftig von 106,3 Mio. € auf 270,9 Mio. €. Insgesamt beliefen sich die Finanzschulden des LEONI-Konzerns am 31. Dezember 2012 auf 547,5 Mio. € (Vorjahr: 599,9 Mio. €). Die Nettofinanzverschuldung betrug zum Stichtag 249,2 Mio. € (Vorjahr: 233,9 Mio. €).

Die Position Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhte sich vor allem aufgrund der Integration von Daekyeung um rund 5 Prozent auf 639,4 Mio. €. Dagegen nahmen die kurzfristigen Rückstellungen von 47,2 Mio. € auf 35,9 Mio. € ab. Der Großteil davon wurde zielgerichtet für die festgelegten Maßnahmen verwendet. Ein geringer Teil wurde aufgelöst, da die zurückgestellten Beträge nicht mehr benötigt wurden.

Weitere Fortschritte haben wir beim Eigenkapital erzielt, das aufgrund der positiven Ertragsentwicklung um etwa 15 Prozent auf 845,1 Mio. € anstieg. Die Gewinnrücklagen nahmen um rund 29 Prozent auf 479,3 Mio. € zu.

Das kumulierte sonstige Ergebnis, das vor allem Differenzen aus Währungsumrechnung und Cashflow Hedges berücksichtigt, lag bei 40,6 Mio. € gegenüber 40,0 Mio. € Ende 2011. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 31,8 Prozent auf 35,4 Prozent. Damit haben wir das von uns mittelfristig angestrebte Zielniveau von 35 Prozent erreicht. Das Gearing lag Ende des Jahres bei soliden 29 Prozent.

Vermögens- und Kapitalstruktur (Mio. €) 31.12.2012 31.12.2011
Kurzfristige Vermögenswerte 1.366,0 1.369,4
Langfristige Vermögenswerte 1.018,0 951,2
Summe Aktiva 2.384,1 2.320,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.122,9 943,9
Langfristige Verbindlichkeiten 416,1 639,2
Eigenkapital 845,1 737,5
Summe Passiva 2.384,1 2.320,6
in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Goodwill 839,4 796,6 809,6 837,7 917,7
in % 2008 2009 2010 2011 2012
Eigenkapitalquote 24,2 21,0 23,8 31,8 35,4

Berechnung der Nettofinanzschulden

in Mio. € 2012 2011 Veränderung
Zahlungsmittel und -äquivalente 298,3 366,0 -67,7
Kurzfristige Finanzschulden -270,9 -106,3 -164,6
Langfristige Finanzschulden -276,6 -493,6 217,0
Nettofinanzposition -249,2 -233,9 -15,3

Eigenkapital und Nettofinanzschulden / Gearing

2008 2009 2010 2011 2012
Nettofinanzschulden in Mio. € 533,2 495,4 444,6 233,9 249,2
Eigenkapital in Mio. € 447,7 369,1 481,2 737,5 845,1
Gearing in % 119 134 92 32 29

Weitere Leistungsindikatoren

Beschaffung

Materialaufwand leicht unterproportional gestiegen

Der Einkauf von Roh- und Kunststoffen sowie Komponenten hat einen hohen Anteil an der Wertschöpfung von LEONI. 2012 nahm der Materialaufwand konzernweit um 2,5 Prozent auf 2.294,4 Mio. € zu. Das entsprach einem Umsatzanteil von 60,2 Prozent nach 60,5 Prozent im Vorjahr.

Im Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions (WCS) ging der Materialaufwand um rund 7 Prozent auf 1.172,3 Mio. € oder 73 Prozent des Außenumsatzes zurück (Vorjahr: 75 Prozent). Der wichtigste Rohstoff blieb mit einem Volumen von über 100.000 t weiterhin Kupfer. Hinzu kamen einige andere Metalle wie Nickel, Silber und Zinn. Die zweitgrößte Materialgruppe bildeten wie im Vorjahr Kunststoffe mit mehr als 50.000 t. Dazu gehörten Sonderisolierwerkstoffe wie Polyurethan, thermoplastische Elastomere und Fluorpolymere, Standardkunststoffe wie Polyethylen sowie Polyvinylchlorid und Weichmacher zur Herstellung von PVC-Compounds.

Der Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) kauft Kabel und Leitungen für die Herstellung von Bordnetz-Systemen zu großen Teilen unternehmensintern zu. Steckverbinder sowie Befestigungsteile werden dagegen weitgehend extern beschafft. Der Materialaufwand vergrößerte sich im Berichtszeitraum vor allem aufgrund der Komplettübernahme von Daekyeung um rund 14 Prozent auf 1.122,1 Mio. € und lag somit bei 51 Prozent des Außenumsatzes (Vorjahr: 48 Prozent).

Materialaufwand 2012 des Unternehmensbereichs Wiring Systems, Anteil wichtiger Materialgruppen

Kupfer im Jahresdurchschnitt etwas günstiger

LEONI bezieht den wichtigen Rohstoff Kupfer bei großen strategischen Lieferanten, wobei die Preisfindung auf Basis der Notierung an der Londoner Metallbörse erfolgt. 2012 stieg der Kupferpreis ausgehend vom Tiefststand von 5,90 €/kg zunächst deutlich an und erreichte im März mit 6,68 €/kg sein Jahreshoch. Danach kam es zu einer Beruhigung. Der Durchschnittspreis lag bei 6,27 € und damit etwas unter dem Vorjahresniveau von 6,42 €/kg. Die übrigen Metalle verbilligten sich 2012 deutlich: Die Preise für Zinn und Nickel gaben im Jahresverlauf um 25 Prozent nach, und Silber kostete im Durchschnitt 26 Prozent weniger als im Rekordjahr 2011.

Entwicklung des Kupferpreises 2012 (niedrige DEL-Notierung)

Kunststoffe anhaltend teuer

Die knappe Situation bei den Sonderisolierwerkstoffen entspannte sich für LEONI im Berichtsjahr durch die konsequente Erweiterung des Lieferantenportfolios sowie den sich allgemein etwas abschwächenden Marktbedarf. Aufgrund der unverändert hohen Basisrohstoffpreise für diese Materialien blieben Sonderisolierwerkstoffe insgesamt aber weiterhin teuer.

Bei Standardkunststoffen und -weichmachern zogen die Preise im ersten Quartal stark an und erreichten neue Höchstwerte. Die Gegenbewegung folgte im zweiten Quartal und führte zu einer spürbaren, wenn auch nur kurzzeitigen Verbilligung zur Jahresmitte, die von der petro-chemischen Industrie jedoch rasch durch eine Drosselung der Förderung kompensiert wurde. Damit glichen sich Angebot und Nachfrage bei einem nach wie vor hohen Preisniveau aus.

Konsolidierung am Markt für Komponenten

Für die Beschaffung von Komponenten wie Steckverbinder und Befestigungsteile arbeitete LEONI 2012 häufig mit Lieferanten zusammen, die im Zuge der Auftragsvergabe durch unsere Kunden aus der Automobilindustrie bestimmt werden. Mehrere Übernahmen führten am weltweiten Markt für Steckverbinder zu einer Konsolidierung. Durch intensive, globale Verhandlungen mit diesen Lieferanten, neue Technologien und Substitution wurde dem Anstieg der Materialkosten in der Berichtsperiode entgegengewirkt.

Kooperation mit Key Suppliern weiter gefestigt

Der Ausbau und die Pflege der Lieferantenbeziehungen (Supplier Capital) spielen für LEONI eine wichtige Rolle. Der Unternehmensbereich WCS entwickelte das Lieferantenmanagement 2012 insbesondere hinsichtlich Qualifizierung und Bewertung konsequent fort, um die zuverlässige Versorgung mit Roh- und Sonderisolierwerkstoffen durch geeignete Lieferanten und Bezugsquellen sicherzustellen. Zur Stabilisierung und Kostenoptimierung der Versorgung wurde der Lieferantenpool außerdem weiter internationalisiert und Beschaffungsbedarfe wo immer möglich weltweit oder regional gebündelt. Im Komponentenbereich sind eine enge Zusammenarbeit auf globaler Ebene sowie eine frühzeitige Einbindung der Lieferanten in neue Projekte unabdingbar. Durch das im Vorjahr initiierte Entwicklungs- und Verbesserungsprogramm des Unternehmensbereichs WSD für die Key Supplier (Schlüssellieferanten) wurden hier weitere Fortschritte erzielt.

Mitarbeiter*

* ln diesem Geschäftsbericht werden Begriffe wie "Mitarbeiter" und "Arbeitnehmer" aus Gründen der besseren Lesbarkeit stellvertretend für "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" sowie "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer" verwendet.

Mehr als 59.000 Beschäftigte weltweit

Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren im LEONI-Konzern 59.393 Mitarbeiter tätig, 1.352 Personen weniger als vor Jahresfrist.

Anfang 2012 hatte sich die Belegschaft durch die Übernahme der früheren Daekyeung-Beschäftigten zunächst deutlich vergrößert. Im weiteren Jahresverlauf wurde sie aufgrund von Anpassungen in verschiedenen Bordnetz-Werken in China, Osteuropa und Nordafrika sowie der Schließung eines chinesischen Daekyeung-Standorts und eines Werks in Tunesien reduziert. Im Unternehmensbereich Wiring Systems ging die Beschäftigtenzahl daher im Stichtagsvergleich um 1.554 auf 51.079 Personen zurück. Der Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions dagegen baute seine Belegschaft um 171 auf 7.096 Arbeitnehmer aus. In der Holdinggesellschaft LEONI AG waren 207 Mitarbeiter tätig, 31 mehr als ein Jahr zuvor.

Unterteilt nach Regionen nahm die Personalzahl im Ausland um 1.507 auf 55.221 Werktätige ab, das entspricht 93,0 Prozent der Gesamtbelegschaft (Vorjahr: 93,4 Prozent). Im Inland erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 155 auf 4.172 Personen. 10,9 Prozent (Vorjahr: 10,5 Prozent) der Konzernmitarbeiter waren in Hoch- und 79,1 Prozent (Vorjahr 79,5 Prozent) in Niedriglohnländern aktiv.

Am Jahresende wurden konzernweit 7.952 Personen über befristete Arbeitsverhältnisse (Vorjahr: 7.717) beschäftigt, um flexibel auf mögliche Konjunkturschwankungen reagieren zu können.

Die inländischen Arbeitnehmer waren 2012 durchschnittlich 40,7 Jahre alt (Vorjahr 40,1) und seit 11,3 Jahren für LEONI tätig (Vorjahr: 11,5 Jahre). 53 Mitarbeiter wurden für ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Die Schwerbehindertenquote lag bei 2,2 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent). 255 Personen arbeiteten in Teilzeit (Vorjahr: 237) und 106 waren in Altersteilzeit (Vorjahr: 119).

Mitarbeiter im Konzern

Mitarbeiter nach Segmenten

Mitarbeiter nach Regionen

Entwicklung der Mitarbeiterzahl nach Lohngebieten

Wie in den Vorjahren wurden wichtige Personalmaßnahmen in enger Abstimmung und konstruktiver Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und den Gesamtbetriebsräten in Deutschland und Frankreich, dem Europäischen Betriebsrat sowie lokalen Arbeitnehmervertretern und Betriebsräten umgesetzt.

Neue Personalstrategie und -organisation unterstützt weltweites Wachstum

Auf Basis der LEONI-Konzernstrategie wurde Anfang 2012 eine neue Strategie für den Personalbereich (Human Ressources, HR) entwickelt, um das erwartete Wachstum strukturell zu unterstützen. Ziel ist es, LEONI auch in Zukunft als attraktiven Arbeitgeber aufzustellen. Die organisatorische Neuausrichtung stellt vor allem auf die konzernweite Vereinheitlichung wichtiger Standards, Strukturen und Prozesse ab. Basis ist das weltweit gestartete Projekt HRsolutions, mit dem die global wachsende Personalarbeit über moderne IT-Systeme abgebildet und unterstützt wird.

Attraktive Arbeitsbedingungen

LEONI ist bestrebt, den Beschäftigten interessante Aufgaben und hohe Eigenverantwortung in einem motivierenden, fördernden und konstruktiven Umfeld zu bieten, um sie an das Unternehmen zu binden. Hierzu tragen unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, umfangreiche Weiterbildungsangebote und eine leistungsabhängige Vergütung bei.

Anfang 2012 führte LEONI ein neues, an die Vorstandvergütung angelehntes erfolgsorientiertes Vergütungsprogramm ein, um stärkere Anreize zu schaffen und die Beiträge einzelner Teams zum Unternehmenserfolg zu honorieren. Die Zielkriterien dieses Incentive Compensation Programms sind Kapitalrendite, Liquidität und Umsatzentwicklung der jeweiligen Organisationseinheit sowie zusätzliche individuelle Vorgaben, die aus der Unternehmensstrategie abgeleitet werden. Unverändert fortgeführt wurde die attraktive betriebliche Altersvorsorge gegen Entgeltumwandlung.

Unsere inländischen Mitarbeiter konnten im Berichtsjahr wieder an einem breit gefächerten Weiterbildungsprogramm teilnehmen, das fachliche und übergreifende Themen in externen und internen Schulungen vermittelt. Neben vielfältigen spezifischen Qualifizierungen fanden beispielsweise Sprach-, IT- und Managementkurse statt. Insgesamt organisierten wir im Berichtsjahr 1.054 Veranstaltungen (Vorjahr: 1.042) mit 3.698 Teilnehmern (Vorjahr: 4.651).

Für das betriebliche Vorschlagswesen wurde im Unternehmensbereich Wiring Systems Anfang 2012 eine neue Ideenmanagement-Software eingeführt, die sowohl das Einreichen als auch die Bearbeitung von Verbesserungsvorschlägen erleichtert. Werbeaktionen und Verlosungen sollten die Beschäftigten zusätzlich motivieren, ihre Ideen einzureichen. Insgesamt wurden 2012 in Deutschland knapp 14.000 Ideen als nützlich erachtet und umgesetzt (Vorjahr: knapp 10.000).

Mit verschiedenen Veranstaltungen und Austauschprogrammen trug LEONI dazu bei, die Identifikation mit dem Unternehmen und den weltweiten Zusammenhalt zu fördern. Ein wesentliches Element dafür war die LEONI-Fußballweltmeisterschaft. An diesem Ereignis nahmen 45 Mannschaften aus 23 Ländern teil.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes. Informationen dazu finden Sie im → Nachhaltigkeitsbericht.

Insgesamt führte das gute Niveau von Entwicklungsmöglichkeiten, Unternehmenskultur, Jobsicherheit, Marktstellung, Vergütung und Work-Life-Balance bei LEONI 2012 bereits zum zehnten Mal zur Auszeichnung als "TOP Arbeitgeber in Deutschland" durch die Corporate Research Foundation.

Förderung von Gleichberechtigung

LEONI beschäftigt als weltweit aktives Unternehmen mit Produktionsstandorten auf verschiedenen Kontinenten Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Kulturkreisen. Wir sind bestrebt, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen, das niemanden diskriminiert. Entsprechende Weisungen finden sich in unternehmensinternen Regelwerken wie der Sozialcharta und dem LEONI Code of Ethics, aber auch in externen Grundsatzerklärungen wie der Charta der Vielfalt und dem UN Global Compact, die LEONI unterzeichnet hat (→ Nachhaltigkeitsbericht).

LEONI fördert die Beschäftigung von Frauen, die im vergangenen Jahr 56 Prozent der Gesamtbelegschaft stellten und 23 Prozent der Managementpositionen besetzten.

Dazu dient unter anderem eine Vielzahl flexibler, familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle wie Teil-, Gleit- und Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing und Teleworking. 2012 organisierten wir zum Beispiel Firmenbesuche zum Girls' Day, an dem sich Schülerinnen über technische Berufe bei LEONI informieren konnten. Außerdem nahm LEONI am Nachfolgeprojekt "Frauen in Führungspositionen" teil, das die Karriereförderung von weiblichen Fachkräften und Nachwuchsführungskräften zum Ziel hat.

Ausbildung und Berufseinstieg

Zum Jahresende 2012 bildete LEONI in Deutschland ähnlich wie im Vorjahr 155 junge Menschen aus (Vorjahr: 156).

Unverändert wurden 19 klassische betriebswirtschaftliche und gewerbliche Ausbildungsgänge angeboten, beispielsweise als Industrie- und Bürokaufmann/-frau, Elektroniker-/in, Industriemechaniker/-in oder Fachinformatiker/-in. Sie können an elf Standorten erlernt werden, die teilweise mit modernsten Schulungsräumlichkeiten und eigenen Lehrwerkstätten ausgestattet sind.

Zahl der Auszubildenden im Konzern

Am wichtigen Ausbildungsstandort Roth ergänzen wir die Berufsvorbereitung durch die LEONI Junior Group - ein Unternehmen im Unternehmen. Es wird von den Nachwuchskräften in Eigenverantwortung geführt. Ziel ist es, bereichsübergreifende Kompetenzen zu erlernen. Der Standort wurde 2012 mit dem "Bronze-Ass" der Wirtschaftsjunioren Deutschland für vorbildliche Ausbildungsangebote ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts "power (me)" des Verbands der bayerischen Wirtschaft gab LEONI zudem jungen Menschen eine Chance, die nur schwer einen Ausbildungsplatz finden, und betreute diese intensiv.

Das Angebot für kombinierte Studiengänge nutzten im abgelaufenen Geschäftsjahr 19 junge Menschen. Dabei handelte es sich unter anderem um Studierende an Dualen Hochschulen, die ihre Praxissemester bei LEONI absolvieren. Außerdem bestand die Möglichkeit, im Verbundstudium Maschinenbau eine integrierte Ausbildung als Industriemechaniker bei LEONI zu durchlaufen. Hochschulabsolventen konnten ein Traineeprogramm absolvieren oder direkt in einer bestimmten Funktion in das Unternehmen einsteigen.

In China wurde Anfang 2012 nach deutschem Vorbild ein Technical Training Center eingerichtet, in dem unsere Nachwuchskräfte eine Fachausbildung im mechanischen und elektrischen Bereich erhalten. Das Training erfolgt in einer Ausbildungswerkstatt an unserem Standort in Zusammenarbeit mit einem örtlichen College.

Rekrutierung von Nachwuchskräften

LEONI misst der Rekrutierung qualifizierter Nachwuchskräfte nicht nur vor dem Hintergrund des bevorstehenden Fachkräftemangels in Deutschland große Bedeutung bei.

Um das Interesse von Schülern an LEONI als Arbeitgeber zu fördern, arbeiten wir intensiv mit Schulen zusammen und schlossen 2012 neue Partnerschaften. Auch bei Ausbildungsmessen wie der "Nacht der Zukunft" oder dem Bayerischen Berufsbildungskongress präsentierte sich LEONI wieder und bot Jugendlichen außerdem Schnupperpraktika an. Künftige Auszubildende konnten das Unternehmen und spätere Kollegen bei einer Einführungsveranstaltung erstmals schon vor dem Berufseinstieg näher kennenlernen.

Erste Kontakte zu Studierenden knüpfte LEONI im Berichtsjahr auf zahlreichen Hochschul- und Firmenkontaktmessen, bei Exkursionen zu LEONI-Standorten und Projektarbeiten mit verschiedenen Universitäten. Außerdem förderten wir erneut hochqualifizierte Studenten im Rahmen des "Deutschlandstipendiums" sowie Teilnehmerteams verschiedener Hochschul-Wettbewerbe wie der "Automotive Supplier Trophy", dem "Elbflorace" und der "Formula Student Germany". Auch über Abschlussarbeiten, Praktika, Werksstudenten- und Aushilfstätigkeiten wurde die Bekanntheit von LEONI als interessanter Arbeitgeber gefördert.

Forschung & Entwicklung

F & E-Ziele

Zur Stärkung der Innovationskraft, einem der vier Stellhebel der Unternehmensstrategie, betreibt LEONI intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F & E). Ziel ist es, neue Produkte und Lösungen zu entwickeln, um unsere in vielen Märkten führende Wettbewerbsposition weiter auszubauen und zusätzliche Abnehmergruppen zu erschließen. Zudem wollen wir unsere Systemkompetenz vergrößern und zum innovativsten Kabelanbieter für umweltfreundliche Technologien (Green Technology) werden. Ein weiteres Ziel bildet die Steigerung der Effizienz unserer Produktionsprozesse.

Organisation

Die F & E-Aktivitäten liegen in der Verantwortung der beiden Segmente bzw. deren entsprechenden Fachabteilungen. Der Unternehmensbereich Wiring Systems unterhält Entwicklungszentren unter anderem in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Südkorea und den USA, also in den für das Bordnetz-Geschäft weltweit wichtigsten Märkten. Die WSD-Zentralabteilung am Standort Kitzingen leistet zusätzlich Grundlagenentwicklung und projektbezogene Unterstützung. 2012 wurde das Know-how im Bereich Stecker und Steckverbindungssysteme für die neue Business Unit Connectivity durch die Übernahme der Entwicklungsaktivitäten unseres langjährigen Kooperationspartners FCT electronik GmbH (→ Segmentbericht) erweitert.

Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions wird vor allem an den größeren Standorten in Deutschland und der Schweiz Entwicklungsarbeit betrieben, zunehmend auch in den wichtigen Märkten Asien und Nordamerika. Hinzu kommt die Fachabteilung Research & Development, die divisionsweit die Aktivitäten koordiniert, innovations- und anwendungsorientierte Entwicklungsprojekte betreibt und seit 2012 der neuen Zentralfunktion Business Development (→ Segmentbericht) zugeordnet ist. Weitere Impulse liefert das bereichs- und funktionsübergreifende "Zukunftsgremium Innovation", das auf Basis einer Technologie-Roadmap Investitionsprojekte initiiert und überwacht sowie Methoden für das Innovationsmanagement bereitstellt.

Entwicklungsschwerpunkte

In vielen Themengebieten arbeiten die F &E-Spezialisten der beiden Unternehmensbereiche eng zusammen. Dadurch kann LEONI auch im Sinne der Kunden unterschiedlichstes Knowhow für spezifische Aufgaben bündeln und Synergien erzielen. Zu den gemeinsamen Entwicklungsschwerpunkten zählten 2012 wiederum die Suche nach alternativen Leitermaterialien und neue Lösungen für Elektromobilität.

Im Unternehmensbereich Wiring Systems standen darüber hinaus wie in den Vorjahren kundenspezifische, projektbezogene Bordnetzentwicklungen im Vordergrund. Auch die Verbesserung des Angebots an elektromechanischen Komponenten und das neue Geschäftsfeld Connectivity spielten eine wichtige Rolle.

Der Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions beschäftigte sich mit einer Vielzahl kunden- und marktspezifischer Projekte, unter anderem mit dem Ausbau des Portfolios an halogen-freien Kabeln, miniaturisierten Leitungen, Lichtwellenleitern und Produkten für Hochfrequenzanwendungen. Zu den wichtigsten Zielmärkten gehörten neben der Automobilindustrie die Medizintechnik, Investitionsgüterindustrie und Infrastrukturbranche.

F & E-Aufwand um 11 Prozent ausgebaut

2012 nahm der Aufwand für Forschung und Entwicklung konzernweit um mehr als 11 Prozent auf 93,6 Mio. € zu. Das entsprach einem Anteil am Konzernumsatz von 2,5 Prozent (Vorjahr: 2,3 Prozent). Ende 2012 arbeiteten 1.329 Beschäftigte (Vorjahr: 1.042) oder 2,2 Prozent der Gesamtbelegschaft (Vorjahr: 2,0 Prozent) im Bereich F & E.

Im Segment Wiring Systems stiegen die F & E-Aufwendungen im Berichtszeitraum um mehr als 16 Prozent auf 83,5 Mio. € oder 3,8 Prozent des Bereichsumsatzes. Auf Wire & Cable Solutions entfielen 11,4 Mio. € (Vorjahr 12,2 Mio. €). Daraus errechnet sich ein Anteil am Bereichsumsatz von 0,7 Prozent.

in Mio. € 2008 2009 2010 2011 2012
F & E-Aufwand 88,3 71,1 75,9 84,1 93,6
in % 2008 2009 2010 2011 2012
F & E-Aufwand / Umsatz 3,0 3,3 2,6 2,3 2,5

F & E-Mitarbeiter im Konzern (Stand 31.12.)

2008 2009 2010 2011 2012
1.073 1.008 1.116 1.042 1.329

Ergebnisse der F &E-Arbeit

2012 hat LEONI erneut zahlreiche kundenspezifische Entwicklungsprojekte abgeschlossen, Produkte zur Marktreife gebracht und Schutzrechte angemeldet. Insgesamt wurden 26 Patente und Gebrauchsmuster eingereicht (Vorjahr: 18), davon 17 im Segment WSD und 9 im Segment Wire &Cable Solutions. Fortschritte erzielten wir insbesondere bei Green Technology-Anwendungen und beim Ausbau des Systemgeschäfts.

Prämierte HV-Verteilerbox für E-Fahrzeuge

Die bereichsübergreifende Business Unit Electromobility erweiterte ihr Produktprogramm 2012 unter anderem um eine fahrzeugseitige Ladeschnittstelle für Hybrid- und Elektroautos und deckt damit inzwischen praktisch alle speziellen Anforderungen für die Anschlusstechnik ab. Gemeinsam mit der Continental AG haben wir außerdem einen Hochvolt-Leistungsverteiler für Fahrzeuge mit Elektroantrieb entwickelt, der 2012 mit dem CNA-Innovationspreis (Center for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V.) ausgezeichnet wurde. Die neue HV-Verteilerbox lässt sich flexibel und anwendungsspezifisch aufbauen, sodass Entwicklungszeiten verkürzt und Systemkosten verringert werden. Sie wird derzeit in einem Prototypenfahrzeug getestet und ist bereit für eine Serienumsetzung.

Weitere Innovationen für die Automobilindustrie

Um den Kraftstoffverbrauch und damit den CO2 -Ausstoß von Fahrzeugen weiter zu verringern, setzte LEONI 2012 auch die Arbeit mit alternativen Leitermaterialien zur Gewichtsersparnis und Bauraumoptimierung fort. Mit neuen, miniaturisierten Datenleitungen für USB- und LVDS-Anwendungen, z.B. für Rückfahrkameras, konnten wir unsere weltweit führende Position bei Automobil-Sonderleitungen festigen. Darüber hinaus gelang es, durch geeignete Fügeverfahren die Einsatzmöglichkeiten für Aluminiumleitungen auszuweiten. Auch das Angebot an Kabellösungen für "Harsh Environment", also extrem belastbare und temperaturresistente Leitungen, wurde vergrößert, beispielsweise durch einen von LEONI entwickelten Hochtemperaturschaum, der äußerst widerstandsfähig gegen Öl, Benzin, Salz- und Kühlwasser, aber dennoch leicht und flexibel ist. Unsere Systemkompetenz stärkten wir mit einer neuen, sehr kompakten Verteilerbox, die sich durch ihren modularen Aufbau, hohe Sicherheit und integrierte Diagnose- und Steuerfunktionen auszeichnet.

Neue Systemlösungen für Solarthermie und Fiber to the Home

Im Bereich regenerative Energien vergrößerte LEONI das Angebot 2012 um eine Produktreihe und zugehörige Dienstleistungen für Solarthermie-Anlagen. Hierzu wurden geeignete Instrumentations-, Niederspannungs-, Bus-, optische und Hybrid-Kabel entwickelt, die alle auf die speziellen Anforderungen von Solarkraftwerken ausgerichtet sind. Hinzu kommen Engineering-Services, die während der Projektierungsphase einen Beitrag zur Kostenoptimierung der Anlagen leisten.

Auch im Zukunftsmarkt Glasfaserverkabelung (Fiber to the Home) wurde die Systemkompetenz 2012 ausgebaut: mit einem faseroptischen Verzweiger, der den am Gebäude ankommenden Lichtwellenleiter für die einzelnen Wohneinheiten aufteilt. Durch ein innovatives Herstellungsverfahren auf Basis der Wafer-Technologie kann LEONI diese Splitter besonders effizient und flexibel produzieren. Europaweit sind wir der erste Hersteller, der eine entsprechende Anlage betreibt. Unsere Prototypen befinden sich unter anderem bei Kunden aus der chinesischen Telekommunikationsindustrie im Test.

Mehr Sicherheit in Kliniken und öffentlichen Gebäuden

Für die Medizintechnik entwickelten wir unter anderem ein antimikrobielles Kabel, durch das sich das Infektionsrisiko in Kliniken deutlich verringern lässt. Grundlage ist eine neue Technologie auf Säure-Basis, die Kunststoffen eine keimtötende Wirkung verleiht - ähnlich wie der Säureschutzmantel der menschlichen Haut. Bei Oberflächen, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, ist bereits nach kürzester Zeit eine deutliche Keimabnahme zu erkennen. 2012 wurden mit diesen bioaktiven Kabeln bereits erste Umsätze erzielt. Eine weitere Innovation für die Medizintechnik präsentierte LEONI mit einer miniaturisierten Endoskopie-Rundleitung für den bislang kleinsten Bildsensor der Welt.

Angesichts des wachsenden Sicherheitsbedürfnisses in öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Bürokomplexen entwickelte LEONI außerdem ein neues flammwidriges und zugleich schadstoffarmes Mittelspannungskabel. BETApower Fireprotec ist 180 Minuten lang brandsicher, leicht sowie schnell zu verlegen und vereinfacht damit die Planung von Versorgungs- und Energieerzeugungsanlagen in Neubauten.

Kooperationen und Entwicklungsförderung

In ausgewählten Bereichen beschäftigte sich LEONI auch 2012 wieder intensiv mit Grundlagenforschung. Einen Schwerpunkt bildete hier ebenfalls das Thema Green Technology. Unter anderem beteiligte sich LEONI am vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Projekt "High-TEG". Darin arbeiten wir an thermoelektrischen Generatoren, die Abgaswärme zur Stromerzeugung im Fahrzeug nutzen. Auch in die Projekte "FKIA", "Signalleiter" und "FALKO", die von der Bayerischen Forschungsstiftung, vom Bayerischen Wirtschaftsministerium bzw. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden, ist LEONI eingebunden. "FKIA" beschäftigt sich mit der Entwicklung von Druckverfahren zur Aufbringungen von leitfähigen Bahnen auf Standard-Kunststoffe. Das Projekt "Signalleiter" hat die Entwicklung metallurgischer Werkstoffe und Herstellverfahren für Kabel zur Signalübertragung als Ziel. "FALKO" befasst sich mit der Entwicklung optischer Schalter für hohe optische Leistungen, die künftig dazu dienen sollen, Laserstrahlung mit geringem Aufwand wahlweise zu verschiedenen Bearbeitungsstationen zu leiten.

Für diese und weitere Projekte kooperierte LEONI 2012 erneut mit mehreren externen Instituten und Universitäten. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde teilweise auch Know-how zugekauft, insgesamt aber nur in unwesentlichem Umfang. Die folgende Tabelle zeigt einige interessante Kooperationsvorhaben:

Kooperationsprojekte mit externen Instituten und Universitäten

Projekt Partner Division
High-TEG Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Köln, Karlsruher Institut für Technologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Zentrum für angewandte Energieforschung Würzburg, Fraunhofer Institut PYCO Teltow, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg WSD
FKIA (Funktionalisierung von Kunststoffen durch Inkjet & Aerosol) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration Berlin, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg WSD
Elbflorace (Rennwagen) Technische Universität Dresden WSD
Formula Student Germany 2012 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Technische Universität Dresden, Universität Stuttgart WSD
Metallurgische Entwicklung alternativer Leitermaterialien Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg WCS
Hochfrequenztechnik/Signalverarbeitung Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg WCS
Innovationsmanagement Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg WCS
FALKO (Komponenten für multi-kW Faserlaser) Fraunhofer Institut für Lasertechnik Aachen, Institut für Photonische Technologien Jena WCS
Werkstoffentwicklung Slowakische Technische Universität Bratislava WCS

Um uns mit anderen Unternehmen über neueste technologische Trends auszutauschen, gehören wir außerdem unter anderem der Forschungsvereinigung Räumliche Elektronische Baugruppen an, sind Partner der Cluster "Automotive" und "Neue Werkstoffe" von Bayern Innovativ, dem bayerischen Zentrum für Technologie-Transfer, und in verschiedenen Interessengruppen zum Thema Mobilität vertreten.

Nachhaltigkeitsbericht

Corporate Responsibility bei LEONI

Die → Strategie des LEONI-Konzerns ist auf ertragsorientierte, nachhaltige Expansion ausgerichtet. Neben langfristigem ökonomischem Erfolg strebt LEONI nach einem gesellschaftlichen und ökologischen Interessenausgleich. Hierzu orientieren wir uns an anerkannten Standards und befolgen darüber hinaus verschiedene eigene Regelwerke.

Die externen Vorgaben, die wir im Rahmen unserer Corporate Responsibility beachten, sind -zusätzlich zu gesetzlichen Vorschriften - der Deutsche Corporate Governance-Kodex, (→ Corporate Governance Bericht), der UN Global Compact und die Charta der Vielfalt. Hinzu kommen interne Regelungen wie unsere Sozialcharta, der LEONI Code of Ethics sowie bereichsspezifische Leitlinien zur Qualitäts- und Umweltpolitik, die alle auf der → LEONI-Website eingesehen werden können.

Corporate Responsibility bei LEONI

Zur Umsetzung dieser Bestimmungen und zur systematischen Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsorientierung haben wir Management-Systeme für Compliance, Qualität, Umwelt sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz etabliert. Die folgenden Kapitel informieren über den Status quo und die 2012 wesentlichen Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit. Informationen zur Compliance enthält der → Risiko- und Chancenbericht.

UN Global Compact

LEONI ist seit 2011 Mitglied des UN Global Compact, einer unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stehende weltweite Initiative. Ihre Mitglieder bekennen sich dazu, ihre Arbeitsprozesse und Strategien an zehn universal akzeptierten Prinzipien in den Bereichen Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz sowie Korruptionsbekämpfung auszurichten und die damit verbundenen Ziele zu unterstützen. Jeder Teilnehmer verpflichtet sich, einmal pro Jahr über seine Fortschritte auf dem Weg zur Verwirklichung dieser zehn Prinzipien zu berichten. Diese jährliche Fortschrittsmeldung (Communication on Progress, kurz COP) haben wir erstmals im Juli 2012 publiziert. Die nächste Veröffentlichung folgt voraussichtlich im Juli 2013. Unser aktueller United Nations Global Compact-Fortschrittsbericht kann auf unserer → Website abgerufen werden. Auch der → Global Compact-Index in diesem Geschäftsbericht gibt einen Überblick über die Aktivitäten und zeigt, dass unsere internen Standards die Prinzipien bereits in großen Teilen abdecken.

Qualitätsmanagement

Verlässlichkeit und hohe Qualität von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sind einerseits wesentliche Grundlagen für unseren Markterfolg und andererseits integraler Bestandteil unserer wirtschaftlichen Verantwortung. Deshalb arbeitet LEONI kontinuierlich an der Verbesserung der Leistungsfähigkeit der QM-Systeme. 2012 wurde im Unternehmensbereich Wiring Systems damit begonnen, die Aktivitäten aus dem Qualitätsmanagement, dem Bereich SHE (Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz) und dem Produktivitätssystem LPSplus in einem integrierten Management-System zusammenzufassen, um die Effizienz zu steigern und Synergien zu heben. Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions haben wir die Abläufe des Qualitätsmanagements im Rahmen eines übergreifenden Projekts zur Geschäftsprozessharmonisierung analysiert, vereinheitlicht und optimiert.

Zur Steigerung der Qualität wurden 2012 im Segment WSD in internen Audits bestimmte Schwerpunktthemen divisionsweit überprüft und verbessert. Damit konnte die Reklamationsquote von 61 ppm (parts per million) 2011 auf 24 ppm im Berichtsjahr reduziert werden. Auch an den Standorten und in den Business Units des Unternehmensbereichs WCS gab es 2012 zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Qualitätsverbesserung.

Zertifizierungen und Kundenauszeichnungen

Externe Zertifizierungen nach nationalen und internationalen Standards sichern die Qualitätsorientierung in beiden Segmenten. Im Unternehmensbereich Wiring Systems sind alle Werke nach der Automobilindustrie-Norm ISO/TS 16949 zertifiziert, die anstehenden Wiederholungsprüfungen wurden erfolgreich absolviert. Hinzu kommen kundenspezifische Audits für ausgewählte Standorte und Projekte. Im Segment Wire & Cable Solutions sind 49 der 50 Gesellschaften oder 98 Prozent nach ISO 9001 zertifiziert, zusätzlich elf Werke nach ISO/TS 16949, drei nach der Medizintechnik-Norm ISO 13485 und zwei nach der Luft- und Raumfahrt-Norm EN 9100.

Auch verschiedene Kundenauszeichnungen belegten 2012 die hohe Qualität unserer Produkte und unsere Verlässlichkeit als Partner:

Auszeichnungen 2012

Auszeichnung Kunde, Preisverleiher Division Standort
Core Supplier PSA Peugeot Citroen WSD Standorte in Frankreich, Marokko, Rumänien, Russland, Tunesien
Bayerischer Qualitätspreis Bayerische Staatsregierung WCS LEONI Kabel GmbH, Deutschland
Best Key Account Siemens (Geschäftsbereich Motion Control) WCS BU Industrial Solutions, Deutschland
Green Supplier of the Year Yazaki WCS LEONI Cable S.A. de C.V., Mexiko
GM Supplier Quality Excellence Award General Motors WSD BU Suppliers International Standort Trencin, Slowakei
Best Molex de México Manufacturer Molex de México WCS LEONI Cable S.A. de C.V., Mexiko

Mitarbeiter und Soziales

Unsere Mitarbeiter stellen einen ganz wesentlichen Faktor für die nachhaltige Expansion von LEONI dar. Die erfolgreiche Rekrutierung, Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten, die Bereitstellung attraktiver Arbeitsplätze sowie die Sicherstellung von Gleichberechtigung (→ Mitarbeiter) sehen wir als Schlüsselindikatoren für Nachhaltigkeit, ebenso wie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen (→ Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz). Vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung mit weltweiten Produktionsaktivitäten ist die Übernahme sozialer Verantwortung für LEONI ein elementarer Bestandteil guter Unternehmensführung.

Deshalb verpflichteten wir uns bereits 2003 in einer "Erklärung zu den sozialen Rechten und industriellen Beziehungen" (Sozialcharta), an allen Standorten für die Einhaltung der Menschenrechte und grundlegender Arbeitnehmerschutzrechte zu sorgen. Damit richtet sich LEONI global nach den Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO der Vereinten Nationen. Die Einhaltung dieser Standards an unseren weltweiten Standorten wird regelmäßig durch unsere interne Revision überprüft.

Wir ermutigen auch unsere Geschäftspartner, sich an unseren Standards zu orientieren. Die allgemeinen Einkaufsbedingungen von LEONI verpflichten Lieferanten, die Sozialcharta und den Code of Ethics einzuhalten. Verstöße gegen die dort festgelegten Grundsätze berechtigen LEONI zur sofortigen Beendigung der Lieferbeziehung. Seit 2012 können diese individuellen Regelungen durch den Beitritt zum UN Global Compact ersetzt werden.

Gesellschaftlich engagiert sich LEONI mit Spenden und Sponsoring für verschiedene Projekte und Einrichtungen. Um die Aktivitäten zu systematisieren, wurde 2012 ein Sponsoring-Konzept entwickelt und umgesetzt. Wie vorgesehen, floss der Großteil der Unterstützung in soziale Projekte. Hinzu kamen in geringerem Umfang Beiträge für Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie Sport. Die größte Einzelspende ging im Berichtsjahr an das UNESCO Programm "Bildung für Kinder in Not".

Arbeitssicherheit, Gesundheit, Umweltschutz

Anfang 2012 verabschiedeten beide Unternehmensbereiche Grundsätze zu Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SHE; Safety, Health, Environment). Diese sind auf unserer → Website einsehbar. Zu den Zielen, die wir damit verfolgen, zählen einerseits die Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen sowie andererseits die Verringerung unserer Umwelteinwirkungen. Teil der SHE-Politik ist es auch, unsere Vertragspartner dazu zu bewegen, nach den gleichen Standards zu verfahren wie wir selbst.

In den Unternehmensbereichen wurden die Management-Systeme für die wirkungsvolle Umsetzung dieser Grundsätze im Berichtsjahr verbessert. Das SHE-Management-System im Segment Wiring Systems wurde um vier Standards zu den Themenbereichen Gefahrstoffe, elektrische Sicherheit, Schutzausrüstung und umweltrelevante Aspekte erweitert. Auch mit der Erstellung eines Standards zur medizinischen Vorsorge haben wir begonnen. Im Umwelt- und Energiemanagement des Unternehmensbereichs Wire &Cable Solutions, das wir im Vorjahr personell verstärkt hatten, wurden weitere Arbeitsfelder zur Verbesserung der Energieeffizienz lokalisiert, entsprechende Projekte initiiert und eine einheitliche Methodik zur Ermittlung und Bewertung von Umweltaspekten eingeführt.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

2012 intensivierte LEONI das präventive betriebliche Gesundheitsmanagement, beispielsweise durch Aktionstage und Einzelmaßnahmen im Unternehmensbereich WSD. Um im medizinischen Notfall schnell und kompetent helfen zu können, haben wir die Zahl der ausgebildeten Ersthelfer vergrößert und sie in der Anwendung halbautomatischer Defibrillatoren geschult.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbesserung des Brandschutzes. Alle Standorte des Unternehmensbereichs WSD sind mit Branddetektoren und Meldesystemen ausgestattet, darüber hinaus fanden zahlreiche Brandschutzübungen statt. Zur Optimierung der büroergonomischen Arbeitsbedingungen für unsere Beschäftigten begannen wir in der WSD-Zentrale in Kitzingen mit der Entwicklung einer neuen Bürokonzeption. Der Erfolg der verstärkten Arbeitssicherheits- und Gesundheitsaktivitäten zeigte sich an der sinkenden Zahl der arbeitsbedingten Unfälle im Segment WSD: Nachdem diese bereits 2011 um rund 22 Prozent zurückgegangen war, reduzierte sie sich 2012 trotz kräftigem Personalzuwachs erneut.

Umweltschutzaktivitäten

Durch zahlreiche Maßnahmen in allen Konzernbereichen arbeiten wir daran, unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Beispielsweise nahm LEONI über das konzernweite Travel Management 2012 erneut am Eco Programm der Deutschen Bahn teil. Damit sorgten wir wie im Vorjahr dafür, dass die Zugfahrten unserer Mitarbeiter bei Geschäftsreisen CO2 -frei stattfinden, da der hierfür benötigte Energiebedarf der Deutschen Bahn aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird. Im anlagenintensiven Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions wurde 2012 zusätzlich zu den individuellen Umwelt- und Energiezielen aller zertifizierten Werke erstmals ein übergreifendes Umweltziel für sämtliche großen Standorte vorgegeben und entsprechende Projekte umgesetzt. Sie führten unter anderem zu Einsparungen und Effizienzsteigerungen bei Beleuchtungssystemen, dem Standby-Betrieb von Fertigungsanlagen, der Drucklufterzeugung, Lüftungs- und Klimatechnik sowie bei den Kühlwasserpumpen an Standorten in China, Deutschland, Großbritannien, Mexiko und der Slowakei. Im Werk Roth konnte beispielsweise die Energieaufnahme in Teilbereichen der Produktion dank einer effizienteren Beleuchtung um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Im chinesischen Werk Changzhou gelangen deutliche Energieeinsparungen durch drehzahlgeregelte Kompressoren für die Drucklufterzeugung, und an unserem britischen Standort wurden die Filteranlagen für das Drahtziehen optimiert, sodass der Wasserverbrauch signifikant zurückging.

Energieverbrauch und CO2-Ausstoß verringert

Im Rahmen des UN Global Compact-Fortschrittsberichts (COP) veröffentlicht LEONI seit 2012 die Entwicklung des konzernweiten Energieeinsatzes und des CO2 -Ausstoßes. Beide Kennzahlen sehen wir als Schlüsselindikatoren für Nachhaltigkeit. Die bis zum Datum dieses Lageberichts verfügbaren Zahlen beziehen sich auf 2011: In diesem Jahr stieg der Energieverbrauch deutlich weniger als das Geschäftsvolumen und konnte daher im Verhältnis zum Umsatz um 15 Prozent reduziert werden. Die CO2 -Emissionen erhöhten sich ebenfalls weit unterproportional und verringerten sich pro 1 Mio. € Umsatz um 14 Prozent. Je Mitarbeiter lagen sie dagegen um knapp 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Daten für 2012 stehen Ende März 2013 zur Verfügung und werden im nächsten COP publiziert.

Energieverbrauch im Konzern

Direkter CO2-Ausstoß konzernweit

Carbon Disclosure Project

2012 beteiligte sich LEONI zum fünften Mal am Carbon Disclosure Project. Die Initiative befragt im Auftrag institutioneller Investoren die weltweit größten börsennotierten Unternehmen unter anderem zu ihren CO2 -Emissionen. Im Berichtsjahr wurden die Werte des Jahres 2011 erhoben. Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus der Automobilbranche und weiteren Industrien, die am Carbon Disclosure Project teilnahmen, waren die Werte von LEONI sowohl gemessen am Umsatz als auch im Verhältnis zur Mitarbeiterzahl besser als der Durchschnitt.

Zertifizierungen nach Umwelt- und Arbeitssicherheits-Standards

Durch interne Audits und externe Zertifizierungen nach internationalen Normen werden die hohen SHE-Standards von LEONI kontinuierlich überprüft. Im Unternehmensbereich WSD waren im Berichtsjahr weltweit 45 Prozent der Standorte nach dem Umweltschutzstandard ISO 14001 oder dem EU-Umweltmanagement-Betriebsprüfungssystem EMAS und 11 Prozent nach dem Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzstandard OSHAS 18001 zertifiziert. Neu zertifiziert wurden insgesamt fünf Standorte, unter anderem auch das Hauptquartier in Kitzingen (ISO 14001).

Außerdem fanden zwölf interne Audits an Standorten in Asien, Europa und Nordafrika sowie andere externe Prüfungen statt, beispielsweise bei Brandschutzbegehungen von Versicherungen. Im Segment Wire &Cable Solutions waren 44 Prozent der Organisationseinheiten nach der Umweltnorm ISO 14001 zertifiziert, zudem drei nach EMAS. Der Standort LEONI Kerpen in Stolberg durchlief die EMAS-Validierung 2012 erstmals.

Green Technology

Ein wesentlicher Teil unserer Strategie ist es, mit unserem Produkt- und Lösungsportfolio und unseren Technologiekompetenzen das Potenzial der Zukunftsmärkte für nachhaltige, energiesparende und umweltverträgliche Anwendungen zu erschließen und dabei auch selbst den Einsatz von umweltfreundlichen Materialien zu fördern sowie die eigene Wertschöpfungskette unter ökologischen Gesichtspunkten zu verbessern. Diese Anstrengungen fasst LEONI unter dem Begriff "Green Technology" zusammen. Eine Messung dieser Aktivitäten erfolgt anhand der Kriterien Anwendung, Produkt und Prozess.

Anwendung: Ausbau des Angebots an Produkten und Lösungen, die direkt in grünen Märkten und Technologien zum Einsatz kommen oder als Vorprodukt bzw. Komponente für grüne Endanwendungen dienen
Produkt: Steigerung des Anteils schadstoffarmer, umweltverträglicher Rohstoffe in unseren Kabelprodukten und weitere Verbesserung der Recyclingfähigkeit der verarbeiteten Materialien bzw. Komponenten
Prozess: Optimierung der Ressourceneffizienz im Herstellungsprozess durch den Einsatz energieeffizienter Maschinen oder Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung. Zertifizierung weiterer Standorte unseres weltweiten Produktionsnetzwerks nach der Umweltnorm ISO 14001

Umsatz mit Green Technology stabil

Im Geschäftsjahr 2012 lag der Umsatz mit Produkten und Lösungen für Green Technology konzernweit mit 222,6 Mio. € etwa auf Vorjahresniveau. Dabei machte sich vor allem das zyklische Projektgeschäft im Bereich für Anwendungen der nachhaltigen Mobilität bemerkbar, welches nach einem sehr guten Jahr 2011 leicht rückläufig war. In den vergangenen drei Jahren konnte LEONI das Geschäftsvolumen mit Green Technology Anwendungen - ausgehend von einer niedrigen Basis - im Durchschnitt jährlich um 29 Prozent steigern und damit auch stärker wachsen als der globale Markt für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz.

Dieser legte laut einer Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) zwischen 2007 und 2010 pro Jahr im Durchschnitt um 12 Prozent zu.

Umsatz mit Anwendungen für Green Technology

in Mio. € 2009 2010 2011 2012
Wiring Systems 28,8 41,3 87,2 98,9
Wire &Cable Solutions 79,4 126,8 135,9 123,7
LEONI-Konzern 108,2 168,1 223,1 222,6

Neue Produkte für Green Technology

Das Angebot von LEONI im Bereich Green Technology wurde 2012 weiter ausgebaut, beispielsweise um eine Produktreihe und zugehörige Dienstleistungen für Solarthermie-Anlagen und eine Hochvolt-Verteilerbox für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Details über Neuentwicklungen im Jahr 2012 finden Sie im Kapitel → Forschung & Entwicklung.

LEONI bedient bereits heute alle vom BMU definierten wichtigsten Märkte für Umwelttechnologien und ist in vielen dieser Branchen sehr gut positioniert. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht unserer Anwendungsfelder für Green Technology:

Energieeffiziente Herstellungsprozesse

Der Umsatz mit Produkten, die in umweltzertifizierten Standorten bzw. unter Einsatz energieeffizienter Anlagen und Maschinen gefertigt werden, nahm 2012 konzernweit von 2.972,4 Mio. € auf 3.128,5 Mio. € zu. Hiervon entfielen 1.164,5 Mio. € auf den Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions (Vorjahr: 1.234,3 Mio. €) und 1.964,0 Mio. € auf das Segment Wiring Systems (Vorjahr 1.738,1 Mio. €).

Beitritt zum Desertec-Konsortium

Im Juli 2012 trat LEONI dem Desertec-Konsortium Dii als "Assoziierter Partner" bei. Ziel dieser Industrieinitiative ist es, bis 2050 ein nachhaltiges, zuverlässiges und bezahlbares Stromversorgungssystem auf Basis erneuerbarer Energien für die EUMENA-Region (Nordafrika, Naher Osten und Europa) aufzubauen. Unser Produkt- und Dienstleistungsangebot für Solarthermie- und Photovoltaikanlagen soll dazu beitragen, die Effizienz der Kraftwerke dieses Wüstenstromprojekts zu steigern.

Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals:

Das Grundkapital der LEONI AG ist in 32.669.000 auf den Namen lautende Stückaktien unterteilt. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen:

Beschränkungen, die Stimmrechte betreffen, sind uns nicht bekannt. Übertragungsbeschränkungen bestehen insofern, als Aktien, die der Vorstand und Führungskräfte im Rahmen eines sogenannten Long Term Incentive-Programms erwerben bzw. erworben haben, einer Haltefrist unterliegen. Im Verhältnis zur LEONI AG gilt nach § 67 Abs. 2 Satz 1 AktG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Für die Stimmrechtsausübung durch Aktionärsvereinigungen sowie durch Kreditinstitute und andere geschäftsmäßig handelnde Personen gelten die gesetzlichen Vorschriften, insbesondere findet § 135 AktG Anwendung.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital,

die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, sind der LEONI AG nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen,

existieren nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben:

Sofern Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind, können sie die ihnen aus diesen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung:

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 und 85 AktG sowie in § 31 MitbestG geregelt. Mitglieder des Vorstands werden danach vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestellt der Aufsichtsrat gemäß § 5 Abs. 2 der Satzung die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Er kann stellvertretende Vorstandsmitglieder sowie einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands bestimmen. Satzungsänderungen bedürfen nach § 179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Für die Änderung der Satzung ist gemäß § 16 Abs. 3 der Satzung die einfache Stimmenmehrheit und die einfache Kapitalmehrheit notwendig, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine andere Mehrheit vorsehen. Nach § 19 der Satzung ist der Aufsichtsrat befugt, Abänderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat gemäß § 4 Abs. 5 Unterabsatz 4 der Satzung ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals durch Ausnutzung des genehmigten Kapitals nach Ablauf der Ermächtigungsfrist zu ändern. Er ist ferner gemäß § 4 Abs. 6 Unterabsatz 2 der Satzung ermächtigt, die Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des bedingten Kapitals zu ändern. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen nach Ablauf der Ermächtigungsfrist sowie für den Fall der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals I nach Ablauf sämtlicher Wandlungs- bzw. Optionsfristen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:

Erwerb eigener Aktien

-Der Vorstand der LEONI AG wurde von der Hauptversammlung am 6. Mai 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Ziffer 8 AktG ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 im Namen des Unternehmens bis zu 2.970.000 eigene Aktien zu erwerben. Der Erwerb kann auch durch von der Gesellschaft abhängige Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte durchgeführt werden. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Vorstand ist gemäß dem vorgenannten Beschluss ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früheren Ermächtigung erworben wurden, zu allen gesetzlich zugelassenen, insbesondere den in der Ermächtigung genannten Zwecken, zu verwenden. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf die eigenen Aktien ist insoweit ausgeschlossen, wie die Aktien zu in der Ermächtigung näher bestimmten Zwecken verwendet werden.

Genehmigtes Kapital

-Der Vorstand der LEONI AG wurde von der Hauptversammlung am 16. Mai 2012 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 15. Mai 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu 16.334.500,00 € durch die einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 16.334.500 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je 1,00 € gegen Bareinlage und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2012). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen, der Vorstand wurde jedoch von der Hauptversammlung befugt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen.

Bedingtes Kapital

-Des Weiteren ist der Vorstand gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen auszugeben. Hierfür wurde das Grundkapital um bis zu 14,85 Mio. € bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Ausnutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen:

Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die im Jahr 2006 begebene Unternehmensanleihe in Höhe von 200 Mio. €, die im Jahr 2008 begebenen Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 50,5 Mio. €, das 2012 platzierte Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € sowie die weiteren Kreditverträge unmittelbar fällig gestellt werden. Außerdem hat in diesem Fall auch ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperationspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen der LEONI AG für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern:

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten eine Change-of-control-Klausel. Demnach hat jeder Vorstand im Falle eines Kontrollwechsels innerhalb von drei Monaten ein Sonderkündigungsrecht sowie einen Abfindungsanspruch. Die Abfindung setzt sich aus der Summe der bis zum Ende der Dienstlaufzeit noch anstehenden Jahresvergütungen zusammen und ist in Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.3 Abs. 4 und 5 des Deutsche Corporate Governance Kodex auf maximal drei Jahresvergütungen bzw. bei einer Dienstlaufzeit von weniger als drei Jahren auf die für die Restlaufzeit noch entsprechend zu zahlende Summe begrenzt. Dabei besteht die Jahresvergütung aus dem jährlichen Fixgehalt und 80 Prozent des erreichbaren Höchstbetrags der Tantieme.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zur Unterzeichnung dieses Berichts gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns.

Risiko- und Chancenbericht

Risikopolitik

Chancen und Risiken sind ein integraler Bestandteil jeder unternehmerischen Tätigkeit und damit auch der global ausgerichteten Aktivitäten von LEONI. Unsere Risikopolitik folgt dem Grundsatz, Risiken nur dann einzugehen, wenn durch das damit verbundene Geschäft ein angemessener Beitrag zum Unternehmenswert erwartet werden kann. Diese vom Vorstand festgelegte Risikopolitik bestimmt das Handeln aller am Risikomanagement-Prozess beteiligten Personen. Generell definieren wir Risiken und Chancen als Abweichung vom geplanten Ergebnis.

Risikomanagement-System

LEONI verfügt über ein mehrstufiges Risikomanagement-System sowie über weitere unterstützende Kontrollsysteme, um Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen. In dieses konzernweite System sind der zentrale und zwei dezentrale Risikomanager sowie rund 190 operativ tätige Führungskräfte aus allen relevanten Unternehmensteilen eingebunden. Die zentrale Überwachung und Koordinierung des Risikomanagement-Prozesses erfolgt durch eine unmittelbar dem Vorstand zugeordnete Stabsstelle, die auch die Gesamtrisikolage des Konzerns ermittelt und beschreibt. Für Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt die direkte Verantwortung bei den operativ tätigen Managern. Auf Basis ihrer Informationen erstellt das Risikomanagement und -controlling der Unternehmensbereiche vierteljährlich Reports, die der zentrale Risikomanager zusammenfasst und pro Quartal in einer Vorstandssitzung vorstellt. Er stellt auch sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat über wesentliche Veränderungen der Risikosituation frühzeitig informiert werden.

Risikomanagement-System

Über das Reporting hinaus finden einmal jährlich Risikoworkshops statt, in denen das Risikoinventar der Unternehmensbereiche und des Konzerns aktualisiert, eine Schulung durchgeführt und die Schwankungsbreiten der Marktrisiken für die Aggregationsrechnung eingeschätzt werden. Diese Risikoworkshops organisieren wir für die Unternehmensbereiche und die LEONl-Gruppe. Vor den Veranstaltungen führen der zentrale und die jeweils zuständigen dezentralen Risikomanager Einzelinterviews mit dem operativen Management für jede Business Group/Unit in beiden Unternehmensbereichen.

Im "Corporate Riskmanagement Committee" tauschen sich die Abteilungen Recht, interne Revision, Finanzen, Versicherung und Steuern mit den Risikomanagern der Unternehmensbereiche aus. Dabei stehen auch Prozessverbesserungen für das Risikomanagement-System auf der Tagesordnung. Alle Risiken, die wir nicht verhindern oder übertragen können, werden mit den Maßnahmen zu ihrer Bewältigung in einer Workflow-unterstützten Datenbank gespeichert.

Das Risikoreporting, die Risikoworkshops und diese Datenbank gewährleisten die Identifikation, Überwachung und Steuerung vorhandener Risiken sowie deren systematische Reduzierung durch eingeleitete Gegenmaßnahmen. Dabei erfolgt die Risikosteuerung über den Höchstschaden. Darüber hinaus ist das Risikomanagement in die bestehenden Planungs-, Controlling- und Informationssysteme integriert und umfasst weltweit alle Gesellschaften der LEONI-Gruppe.

Das Risikomanagement-System wird außerdem durch das konzernweite, interne Kontrollsystem und das Compliance-Management-System ergänzt.

Internes Kontroll- und Risikomanagement-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

LEONI ist gemäß § 315 Abs. 5 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Dieses System ist gesetzlich nicht definiert. LEONI versteht es als umfassendes System in Anlehnung an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer. Unter einem Internen Kontrollsystem werden danach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die gerichtet sind auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements

zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),
zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagement-System beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sind im Konzern folgende Strukturen und Prozesse implementiert: Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Interne Kontroll- und Risikomanagement-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Konzern. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Unternehmens- und Geschäftsbereiche eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einem Handbuch niedergelegt, das in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst wird.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems als wesentlich, die die Bilanzierung und Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht und Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess;
Monitoringkontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und deren Ergebnisse auf Ebene des Vorstands und der strategischen Unternehmensbereiche;
präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht und Konzernlagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und vordefinierter Genehmigungsprozesse in relevanten Bereichen;
Maßnahmen, die die ordnungsmäßige EDV-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen;
Maßnahmen zur Überwachung des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems.

Die Aufbau- und Ablauforganisation des Internen Kontrollsystems untergliedert sich bei LEONI in vier lokale Kontrollebenen (Zentralabteilungen, Unternehmensbereiche, Business Groups/Units und lokale Gesellschaften) und eine zentrale Dokumentationsebene, die in das Risikomanagement-System integriert ist. Die lokal durchgeführten manuellen und IT-gestützten Kontrollen werden im Rahmen eines Bestätigungsprozesses (Control Self Assessment) zentral im Risikomanagement dokumentiert.

Unsere Kontrollprozesse sind dabei nicht nur auf rechnungslegungsbezogene Risiken begrenzt, sondern schließen auch operative und Compliance-Kontrollen mit ein, die für die LEONI-Gruppe ein Risiko darstellen können. Eine Überprüfung aller Kontrollfragen und -prozesse des internen Kontrollsystems auf Aktualität, Vollständigkeit sowie Wirksamkeit erfolgt durch das "Corporate Internal Control Committee", das sich aus den zentralen Kontrollverantwortlichen und den "Control Level Managern" zusammensetzt. Die "Control Level Manager" unterstützen den Prozess und die Kontrollverantwortlichen.

Die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems wird einmal jährlich vom Prüfungsausschuss überprüft. Hierzu legt der Wirtschaftsprüfer gegebenenfalls im Rahmen der Abschlussprüfung festgestellte Schwachstellen des internen Kontrollsystems dar. Darüber hinaus überprüft die Interne Revision stichprobenartig, ob die internen Kontrollen auf den vier Unternehmensebenen durchgeführt werden.

2012 ließ LEONI die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen an ein konzeptionell angemessenes operatives und rechnungslegungsbezogenes Kontrollsystem extern überprüfen.

Das Prüfungsergebnis war uneingeschränkt positiv.

Compliance-Management-System

Das zentrale Compliance-Management-System ist auf Vorbeugung in den wesentlichen Compliance-Feldern ausgerichtet, um gesetzliche Regelungen und unternehmensinterne Richtlinien einzuhalten. Zu den wesentlichen Compliance-Feldern zählen: Kartellrecht, Exportkontrolle, Korruptionsprävention/Code of Ethics/Sozialcharta, Tread Act (Pflicht zur Meldung von Rückrufen an US-Behörden), Information Security/Datenschutz, Steuern und Kapitalmarktrecht (BaFin). Die Verantwortlichen für das Risikomanagement sind auch für die Compliance zuständig. Analog zum Risikoreporting gibt es eine quartalsweise Compliance-Berichterstattung.

Für die sieben genannten Compliance-Felder ist jeweils ein Compliance-Feld-Manager zuständig. Die Compliance-Feld-Manager treffen sich quartalsweise im "Corporate Compliance Committee" und sorgen auch für eine ständige Verbesserung unseres Compliance-Management-Systems.

Um die Compliance-Felder LEONI Code of Ethics, Sozialcharta und die Korruptionsprävention weiter zu unterstützen, ist LEONI bereits 2011 dem United Nations Global Compact beigetreten. Ziel ist es, diesen Compliance-Standard auch extern gegenüber unseren Kunden und Lieferanten einzusetzen. Weitere Informationen dazu finden Sie im → Nachhaltigkeitsbericht sowie im → UN Global Compact-Index.

Die Compliance-Feld-Manager haben die Aufgabe, die internen Richtlinien jeweils zu aktualisieren und durch jährliche Schulungen zu vermitteln. Außerdem sind sie als Experten Ansprechpartner bei allen zu ihrem Compliance-Feld auftretenden Fragen.

Alle operativen Manager und relevanten Mitarbeiter weltweit nehmen regelmäßig an Compliance-Schulungen teil.

2012 fanden eLearning-Schulungen für die Compliance-Felder Code of Ethics / Sozialcharta / UN Global Compact, Kartellrecht, Exportkontrolle, Kapitalmarktrecht und Datenschutz statt. Für 2013 planen wir eLearning-Schulungen zu den Compliance-Feldern Information Security, Korruptionsprävention, Produkthaftpflicht und dem Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Aktuell schulen wir bis zu 12.000 Mitarbeiter in bis zu sieben Sprachen (Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch).

Automatisierte Compliance-Prüfungen über Self-Checks und eine jährlich wiederkehrend abzugebende Selbstverpflichtung der Manager sichern die Compliance zusätzlich ab. Der Inhalt unseres Self-Checks wird in Abstimmung mit dem Compliance-Manager festgelegt. In den "Corporate Compliance Committees" werden der Status der Abfragen präsentiert und weitere Prozessverbesserungen beschlossen.

Erkannte Verbesserungspotenziale aus der 2011 durchgeführten externen Prüfung der Konzeption, Angemessenheit und Wirksamkeit der Compliance bei LEONI nach dem neuen Prüfungsstandard "IDW PS 980 Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen" wurden 2012 umgesetzt.

Integriertes Chancenmanagement

Die Identifikation, Wahrnehmung und Nutzung von Chancen des LEONI-Konzerns wird dezentral gesteuert und obliegt dem operativen Management. Die Grundlage dafür bildet der vom Vorstand ausgehende Zielvereinbarungs- und Strategieprozess. Das Chancenmanagement stützt sich auch auf externe Prognosen und Marktanalysen. Es ist im Risikomanagement- und Controllingprozess auf den jeweiligen Business Unit/Group-Ebenen sowie im Management der wesentlichen Projekte des Unternehmensbereichs Wiring Systems integriert. Die Ergebnisse daraus werden anhand einer Risiko-/Chancen-Gegenüberstellung von unseren operativen Managern dokumentiert und über eine Aggregationsrechnung für den Vorstand und den Aufsichtsrat verdichtet. Hierzu bedienen wir uns der sogenannten Monte-Carlo-Simulation.

Der Unternehmensbereich Wiring Systems versteht unter Chancenmanagement eine ausgewogene Kombination aus dem Ausbau des Kerngeschäfts, der Identifikation von neuen Märkten und der gezielten Erweiterung der Wertschöpfungstiefe. Dabei wird auf vorhandenen Stärken aufgesetzt und eine ständige Verbesserung entlang der gesamten Wertschöpfungskette angestrebt.

Darüber hinaus werden kontinuierlich neue Kooperationsmöglichkeiten und technologische Trends analysiert, um nachhaltig profitables Wachstum generieren zu können.

Das Chancenmanagement im Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions verfolgt produkt- und marktspezifische Chancen im Rahmen der Strategiearbeit. Beispielsweise werden die für LEONI wichtigen globalen Trends beobachtet, für jede eigene Business Unit bewertet und auf Expansionspotenziale bzw. Risiken überprüft. Daraus werden Wachstumspfade und geeignete Innovations-, Akquisitions- oder Umsatzsteigerungsprojekte abgeleitet.

Darstellung der Einzelrisiken

Nachfolgend werden die wesentlichen Risiken, die wir beobachten, nach den Risikoklassen Strategische Risiken und Marktrisiken, Operative Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken beschrieben.

Strategische Risiken und Marktrisiken

Konjunkturschwankungen / Verlust eines Kunden - Etwa 75 Prozent des LEONI-Konzernumsatzes entfallen auf Kunden aus der Automobilindustrie und deren Lieferanten. Dadurch hat die aktuelle Marktentwicklung in dieser Branche einen großen Einfluss auf das Geschäftsvolumen und das Unternehmensergebnis von LEONI. Für einen konjunkturellen Umsatzeinbruch hat LEONI durch eine weitere Flexibilisierung der Strukturen vorgesorgt. Risiken, die sich durch die Abhängigkeit von einigen wenigen Großkunden ergeben, hat der Unternehmensbereich Wiring Systems durch eine breitere Kundenbasis verringert. Dennoch könnte der Wegfall eines Abnehmers größere Auswirkungen haben, wobei sich dies aufgrund der langen Vertragslaufzeiten für eine Fahrzeugbaureihe rechtzeitig ankündigen würde. Durch den Aufbau sehr enger und stabiler Kundenbeziehungen sind wir bestrebt, einen derartigen Ausfall zu verhindern. Basis hierfür ist eine umfassende Entwicklungsarbeit und ein hervorragender Lieferservice. Der komplette Ausfall eines Kunden aus der Automobilindustrie ohne die Weiterführung der von uns belieferten Baureihen ist weiterhin relativ unwahrscheinlich.

Preisrisiken

- Dem unverändert hohen Preisdruck in der Automobilindustrie begegnen wir durch wirksames, stringentes Kostenmanagement in allen Bereichen unseres Unternehmens, den weiteren Aufbau von Produktionseinrichtungen in Niedriglohnländern und durch eine konsequente Optimierung der Einkaufspreise, die wir zudem streng überwachen. Der in der Automobilindustrie herrschende Trend zur Beteiligung der Zulieferer an den Entwicklungskosten betrifft LEONI auch weiterhin.

Bei Entwicklungsprojekten und in der Serienproduktion setzen wir deshalb gemeinsam mit den Kunden und unseren Sublieferanten auf sorgfältige und umfassende Qualitätskontrolle und Qualifikationsroutinen.

Standortausfallrisiken

- Die Standortpolitik des LEONI-Konzerns, der 2012 insgesamt 92 Produktionsstandorte in 32 Ländern unterhielt, orientiert sich stark an den Anforderungen unserer Kunden, denen LEONI auf Auslandsmärkte folgt. Bei großen Standorten mit bis zu 8.000 Mitarbeitern können wir die Produktionskapazitäten im Falle eines Ausfalls nicht kurzfristig ersetzen. Die Tragweite dieses Risikos wird durch Just-in-time-Belieferung, das Single-Source-Prinzip mancher Kunden und durch den Einsatz sogenannter kundenspezifischer Kabelsätze zusätzlich gesteigert. Aufgrund der erreichten Größe betreibt LEONI weltweit eine beachtliche Anzahl von Produktionsstätten, die über angemessene und von den Automobilherstellern akzeptierte Kapazitätsreserven verfügen. Ferner haben alle Produktionsstandorte vorbeugende Maßnahmen umgesetzt und in einem weltweiten Notfallkonzept dokumentiert. Sie reichen von einem rund um die Uhr tätigen Wachdienst bis zu aufwändigen Feuerschutzanlagen. Zudem befindet sich kein LEONI-Standort in einem Gebiet, das bekanntermaßen durch Erdbeben, Überschwemmungen oder sonstige Naturkatastrophen stark gefährdet ist. Unabhängig davon könnte ein Standortausfall einen mehrwöchigen Lieferengpass auslösen.

Unruhen in Nordafrika

- Der ständige Preis- und Kostendruck führt zu einem überproportionalen Wachstum der Produktionskapazitäten in Niedriglohnländern. Dadurch müssen Abnehmer und Kunden häufig über mehrere Grenzen hinweg beliefert werden. In einigen Ländern bestehen zudem politische Risiken. Die schwierige politische Lage in Tunesien und Ägypten führt immer wieder zu Unruhen und auch zu Streiksituationen in unseren dortigen Produktionsstandorten. Das Risiko von Einschränkungen bei der Produktion und beim Transport, z.B. durch geschlossene See- und Flughäfen, ist während politischer Unruhen nicht auszuschließen. Die Möglichkeit einer vorübergehenden Belieferung aus Produktionsstandorten in anderen nicht betroffenen Ländern ist aufgrund der kundenspezifischen Produkte im Unternehmensbereich Wiring Systems stark eingeschränkt. Eine Verlagerung ist nur mit einem entsprechenden Vorlauf möglich, der durch den Aufbau der notwendigen Produktionsmitarbeiter und -kapazitäten limitiert wird. Deshalb bieten wir unseren Kunden optional eine Belieferung aus zwei Standorten in verschiedenen Ländern an. In vielen Fällen haben sich unsere Kunden aus Wirtschaftlichkeitsgründen jedoch entschieden, das Risiko einer 100-prozentigen Belieferung aus Nordafrika weiter mitzutragen.

Anlauf- und Projektrisiken

- Der derzeitige Ausbau unserer Produktionskapazitäten für neue Baureihen läuft nach Plan. Sollte es nicht gelingen, die Fertigungsanläufe termingerecht und den Anforderungen der Kunden entsprechend sicherzustellen, könnte dies gravierende Folgen für das künftige Geschäft haben. Wir sind uns der Bedeutung dieser Projekte für den eigenen Erfolg bewusst und überwachen die Vorbereitungen genau, um den planmäßigen Fortgang zu gewährleisten.

Kupferpreisrisiko

- In allen Unternehmensbereichen von LEONI wird Kupfer eingesetzt. Daher beeinflusst der Weltmarktpreis für diesen Rohstoff, der deutlichen Schwankungen unterworfen ist, in hohem Maße die Materialkosten im Konzern. Die starke Volatilität kann über Vertragsvereinbarungen weitgehend an unsere Kunden weitergegeben werden - in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung. Bei einem über längere Zeit steigenden Kupferpreis ist durch diese Verzögerung stichtagsbezogen ein negativer Effekt möglich. Bei einem zum Stichtag stark fallenden Kupferpreis können sich Abwertungsrisiken für die Kupferbestände ergeben. Die zweite große Materialgruppe, die im LEONI-Konzern eingesetzt wird, sind die hauptsächlich im Unternehmensbereich Wiring Systems genutzten Kontaktierungssysteme, die aus Kunststoffgehäusen und Metallkontakten bestehen. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um werkzeuggebundene Teile, die aufgrund von Kundenvorgaben oder aus wirtschaftlichen Motiven überwiegend von einem Lieferanten bezogen werden. Die weiter steigenden Bedarfe haben zu einer Kostensteigerung bei unseren wichtigsten Rohstoffen geführt. Dies kann zu Preisforderungen und damit zu einem Anstieg der Einkaufspreise bei den entsprechenden Einzelteilen führen, und zusätzlich können bei Verknappung zukünftig Lieferengpässe entstehen. Bisher konnten wir dies aufgrund unserer langfristigen Lieferbeziehungen weitgehend vermeiden.

Operative Risiken

Personal

- Der wachsende Fachkräftemangel in Deutschland, Veränderungen in der Verfügbarkeit von Mitarbeitern und der damit einhergehende Anstieg der Lohn- und Gehaltskosten an beschäftigungsintensiven Produktionsstandorten in Osteuropa stellen das Personalmanagement vor besondere Herausforderungen. Hervorgerufen ist diese Situation durch den hohen Umfang an Produktion in osteuropäischen Ländern mit niedrigem Lohnniveau. Um weiterhin als attraktiver Arbeitgeber Beschäftigte rekrutieren und binden zu können, werden verstärkt Anstrengungen zur Personalförderung unternommen - wie zum Beispiel interne Qualifizierungs- und Integrationsprogramme - sowie verschiedenste zusätzliche Sozialleistungen angeboten.

Für unsere Reisenden und Entsendeten haben wir einen bestehenden Versorgungsvertrag um weitere medizinische und sicherheitsrelevante Leistungen erhöht. So ist z.B. eine Evakuierung im Falle von Unruhen wie in Nordafrika oder bei einer Naturkatastrophe durch einen internationalen Dienstleister gesichert.

IT-Risiken/Cybercrime

- Ein weltweit operierendes Unternehmen wie LEONI kann nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme gesteuert werden. Auch die permanente Lieferbereitschaft - insbesondere gegenüber der Automobilindustrie, die in der Regel eine Just-in-time- oder Just-in-sequence-Lieferung fordert - hängt von der ständigen Verfügbarkeit der entsprechenden Systeme und Daten ab. Gravierende Störungen wie Systemausfälle oder Datenverluste können die Lieferbereitschaft von LEONI gefährden, die Produktion bei den Kunden vorübergehend unterbrechen und weitreichende Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Deshalb arbeitet LEONI sowohl im konzeptionellen als auch im operativen Bereich permanent an der Optimierung des IT-Umfeldes - zum Teil mit Unterstützung externer Fachleute. Ein Beispiel dafür ist das Vorhalten eines zweiten, redundanten Rechenzentrums als Notfallsystem.

Ein direkt dem Vorstand unterstellter Information-Security- und Datenschutz-Verantwortlicher zeigt den sehr hohen Stellenwert für die Sicherheit unserer Informationssysteme und Netzwerke, sowie der Sicherstellung der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit unserer Daten. Angriffe auf unsere Netzwerke, der Verlust oder die Manipulation von Daten können zur vorübergehenden Beeinträchtigung unserer Lieferfähigkeit führen.

Finanzrisiken

LEONI erhielt zur Absicherung des geplanten Wachstums und der damit verbundenen Investitionen ausreichend kurz- und langfristige Kreditzusagen von Banken. Im Wesentlichen erfolgte dies in Form von klassischen Kreditlinien. Ergänzend dazu wird ein stringentes Cash Pooling zur Sicherstellung der Liquidität genutzt. Die wichtigsten Zahlungsströme im Konzern werden zentral bei der LEONI AG gesteuert und durchgeführt. Durch den erfolgreichen Verkauf der LEONI Studer Hard AG zu einem Nettopreis von rund 48 Mio. € und die Platzierung eines Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € verbesserte sich die finanzielle Basis 2012 erheblich.

Forderungsausfallrisiken

- Alle Kunden, die mit dem LEONI-Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die regelmäßige Analyse des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur ermöglicht eine laufende Überwachung des Risikos.

Das Debitorenmanagement ist dezentral organisiert und wird über die Vorgabe von Rahmenbedingungen durch die bestehende Richtlinie zum konzernweiten Debitorenmanagement zentral gesteuert.

Kreditversicherungslimits sind von den versicherten Tochtergesellschaften beim Kreditversicherer für alle Kundenforderungen zu beantragen, die nicht aus der Versicherungsplicht genommen sind und größer 50 T€ sind. Interne Kreditlimits werden für Großkunden, die aus der Versicherungspflicht herausgenommen sind, und andere nichtversicherte Kunden vergeben. Die Beantragung der Limitvergabe erfolgt zeitnah und wird im Rahmen des zentralen Debitorenmanagement überwacht.

Als weiteres Instrument zur Reduzierung des Ausfallrisikos dient das Factoring, welches als "True Sale Factoring" für ausgewählte Kunden erfolgt. Auch Kunden mit guter Bonitätsbewertung werden einbezogen.

Liquiditätsrisiken

- Der Konzern überwacht täglich die aktuelle Liquiditätssituation. Zur Steuerung des künftigen Liquiditätsbedarfs wird eine monatliche, währungsdifferenzierte, rollierende Liquiditätsplanung für jeweils zwölf Monate eingesetzt. Die Planung berücksichtigt die Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte (z.B. Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte) sowie die erwarteten Cashflows aus der Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus analysieren wir auf Basis der jährlichen von uns zu überarbeitenden Mittelfristplanung unsere bestehenden Finanzierungen. Soweit sich hieraus ein veränderter Finanzierungsbedarf ergibt, leiten wir frühzeitig geeignete Maßnahmen in die Wege. Ziel des Konzerns ist die jederzeitige Sicherstellung der Finanzmittel in der jeweils benötigten Währung.

Wertberichtigungsrisiken

- Auf Grundlage der IFRS-Bilanzierungsregeln führt LEONI Asset- und/oder Goodwill-Impairmenttests durch. Eine Erhöhung des Abzinsungsfaktors und/oder eine Verschlechterung der Ertragsaussichten lassen das Abwertungsrisiko steigen.

Zins- und Währungsrisiken

- Zur Vermeidung von Zinsänderungsrisiken setzen wir für den überwiegenden Teil der variabel verzinslichen Darlehensverpflichtungen grundsätzlich Basisinstrumente wie Caps, Swaps und Collars ein. Der Abschluss erfolgt ausschließlich durch die LEONI AG.

Obwohl wir hauptsächlich Geschäfte in Euro oder in lokalen Märkten in der jeweiligen Landeswährung abwickeln, sind wir aufgrund der Globalisierung der Märkte verstärkt mit Währungsrisiken konfrontiert. In der Konzernholding, der LEONI AG, kümmert sich die Abteilung Corporate Finance zentral in Zusammenarbeit mit und anhand von Vorgaben der Währungskommission im Hinblick auf Limits und Laufzeiten um daraus resultierende Risiken im Währungsbereich. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt in Abstimmung mit den bestehenden Grundgeschäften bzw. den geplanten Transaktionen.

Die Auswahl der einzusetzenden Sicherungsinstrumente erfolgt regelmäßig nach eingehenden Analysen des abzusichernden Grundgeschäftes. Ziel ist, die Einflüsse der Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Zur Sicherung unserer operativen Geschäftstätigkeit nutzen wir neben den eigentlichen Sicherungsgeschäften primär die Möglichkeiten des Nettings der Fremdwährungspositionen innerhalb des Konzerns. Als weitere Maßnahme der Währungssicherung finanzieren wir grundsätzlich ausländische Tochtergesellschaften in der jeweiligen funktionalen Währung mit entsprechenden Refinanzierungen in der korrespondierenden Währung.

Die Devisensicherungsgeschäfte wurden, wie auch die Zinssicherungsgeschäfte, mit Geschäftsbanken erstklassiger Bonität abgeschlossen, so dass ebenfalls kein signifikantes Kontrahentenrisiko vorliegt. Auch hier erfolgt ein regelmäßiges Monitoring.

Es bestanden am Bilanzstichtag keine Risiken aus Finanzinstrumenten, die zu einer nennenswerten Risikokonzentration führten. Weitere Details über diese Finanzrisiken enthält der → Anhang.

Compliance-Risiken

Um Compliance-Risiken zu vermeiden, hat LEONI ein wirksames → Compliance-Management-System installiert. Die Compliance-Felder Kartellrecht, Exportkontrolle, Korruptionsprävention/Code of Ethics/Sozialcharta, Tread Act, Information Security/Datenschutz, Steuern und Kapitalmarktrecht (BaFin) stellen zugleich die wesentlichen Compliance-Risiken dar. Bei Verstößen kann es zu erheblichen Bußgeldern, Schadensersatzansprüchen und je nach Land auch zu Haftstrafen für Manager kommen.

Kartellrecht

- Wie berichtet, ist LEONI seit Ende Februar 2010 von internationalen kartellrechtlichen Untersuchungen im Automobilzulieferbereich betroffen. Am 3. August 2012 eröffnete die Europäische Kommission ein Verfahren zu möglichen Kartellrechtsverstößen gegen LEONI. Die Kommission untersucht im Rahmen dieses Verfahrens, ob in der Branche beim Vertrieb von Kabelbäumen Preise abgestimmt und Ausschreibungen zugeteilt wurden. LEONI kooperiert mit der Behörde.

Im Oktober 2011 haben Endverbraucher (Autokäufer) in den USA mehrere Zivilverfahren in Form von Sammelklagen ("class actions") gegen die großen international tätigen Bordnetzhersteller eingeleitet. Die Kläger behaupten, aufgrund angeblicher Verstöße gegen das US-amerikanische Kartellrecht überhöhte Preise für ihre Fahrzeuge bezahlt zu haben. Die Klagen wurden in zwei "class action"-Verfahren mit unterschiedlichen Klassen von Klägern gebündelt. Eines dieser Verfahren konnte im Berichtsjahr erfolgreich, das heißt ohne eine Zahlungsverpflichtung für LEONI, beendet werden. Bei dem zweiten Verfahren steht die gerichtliche Entscheidung, ob LEONI weiterhin in dem Verfahren eingebunden bleibt, aus. LEONI erwartet eine positive Entscheidung voraussichtlich in den nächsten Monaten.

Exportkontrolle

- Embargoverschärfungen können die Auslieferung abgeschlossener Verträge unterbinden. 2012 ist dies bei unseren Geschäftsbeziehungen zum Iran eingetreten. Dadurch kam es zu Umsatzverlusten.

Produkthaftung - LEONI-Produkte werden überwiegend für technisch anspruchsvolle Erzeugnisse oder Anlagen mit hohen Sicherheitsstandards verwendet. Die damit verbundenen Produkthaftungsrisiken minimieren wir durch wirksame Maßnahmen im Rahmen der Prozesssicherheit und des Qualitätsmanagements. Alle Werke sind nach ISO 9001 zertifiziert, ein Teil der Werke in Abhängigkeit von den zu beliefernden Abnehmergruppen zusätzlich nach ISO/TS 16949 (Automobilindustrie), ISO 9100 (Luft- und Raumfahrt) und ISO 13485 (Medizintechnik). Ein Teil der Werke verfügt auch über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001. Zudem bestehen Versicherungen für Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftung sowie für Rückrufaktionen.

Umweltrisiken sind aufgrund der bei LEONI eingesetzten Produktionsverfahren nahezu auszuschließen. Da ökologisch belastende Produktionsmittel nur im Ausnahmefall verwendet werden, können vorbeugende Maßnahmen gezielt und mit vergleichsweise wenig Aufwand getroffen werden. Zudem lassen wir von Anfang an die entsprechende Sorgfalt walten.

Gesamtrisikolage

Nach Ansicht des Vorstands hat sich die Risikolage für den LEONI-Konzern 2012 nicht wesentlich verändert. Nach wie vor sehen wir die instabile politische Lage in Nordafrika als größte Herausforderung. Die Risikotragfähigkeit konnte aus Finanzierungssicht durch die erfolgreiche Platzierung des Schuldscheindarlehens sowie einem in 2013 abrufbaren Langfristdarlehen und dem Veräußerungserlös aus dem Verkauf der LEONI Studer Hard AG weiter gesteigert werden. Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten Einzelrisiken für LEONI, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche finanzielle Schäden. Weitere bedeutende Risiken liegen nach unserer Einschätzung nicht vor. Insgesamt sind die beschriebenen Risiken für den LEONI-Konzern aus heutiger Sicht beherrschbar und gefährden nicht den Fortbestand des Unternehmens.

1 weniger wahrscheinlich: einmal in 10-50 Jahren

möglich: einmal In 1-10 Jahren

2 gering: Jahresgewinn kann leicht verringert werden

spürbar: Jahresgewinn kann sichtbar verringert werden

kritisch: Jahresgewinn kann aufgezehrt werden

Darstellung der Chancen

Der LEONI-Konzern verfügt in vielen Bereichen über Chancen, sich besser als geplant zu entwickeln. Sie sind nachfolgend unterteilt in die Klassen Strategische Chancen und Marktchancen, Operative Chancen, Finanzielle Chancen und Compliance-Chancen dargestellt.

Strategische Chancen und Marktchancen

Globalisierung, Innovation, Systemgeschäft und Kostenführerschaft

- Dank seiner strategischen Ausrichtung hat der LEONI-Konzern die Chance, deutlicher und schneller als geplant von positiven externen Entwicklungen zu profitieren, die Marktposition auszubauen und die Ertragskraft zu steigern. Wesentliche Ansatzpunkte dafür sind die vier Stellhebel unserer → Strategie: Durch die weitere Globalisierung der Aktivitäten kann LEONI die Gelegenheiten in den Emerging Markets besser nutzen und das noch deutlich europäisch geprägte Industriegeschäft zunehmend internationalisieren. Der Ausbau der Innovationskraft eröffnet die Möglichkeit, unsere Marktposition einerseits durch neue Produkte und Lösungen sowie andererseits durch die kontinuierliche Optimierung der Prozesse zu verbessern. Der Stellhebel Systemgeschäft beinhaltet Potenziale aus der noch stärkeren Ausrichtung der Wertschöpfungstiefe auf Kundenbedürfnisse. Die Steigerung der Effizienz unserer Produktionsstrukturen und Prozesse birgt die Chance, zusätzliche Kostenvorteile zu erzielen und damit die Ertragskraft zu erhöhen.

Konjunktur

- Grundsätzlich besteht für LEONI die Chance, durch eine bessere Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und eine entsprechend steigende Nachfrage in den bearbeiteten Märkten höhere Umsätze zu erzielen. Dies gilt insbesondere für die BRIC-Staaten und Südkorea. Sollten beispielsweise die Automobilmärkte in den BRIC-Staaten stärker expandieren, kann LEONI davon sowohl durch direkte Lieferungen in die Region als auch indirekt - über Automobilexporte aus Europa - profitieren.

Rohstoffpreisentwicklung

- Eine günstigere Entwicklung der Rohstoffpreise würde sich positiv auf die Materialkostenquote und damit auf die Margen von LEONI auswirken.

Elektromobility, Green Technologie und alternative Energiegewinnung

- Neue technologische und gesellschaftliche Trends bieten LEONI ebenfalls Wachstumschancen - etwa das zunehmende Interesse an Hybrid- und Elektroantrieben der Autofahrer sowie Elektrik- und Elektronik-Innovationen im Fahrzeug. Auch in nahezu allen anderen für LEONI wichtigen Branchen spielen Green Technology und Energieeinsparung eine immer größere Rolle, insbesondere in den Schwellenländern.

In China und Indien sehen wir zum Beispiel wachsende Potenziale für alternative Energiegewinnung über Solar- und Windkraftanlagen sowie für die Schienenverkehrstechnik. Generell eröffnen die für LEONI wichtigen globalen Trends - Mobilität, Urbanisierung, Umweltbewusstsein und Ressourcenknappheit, demografischer Wandel, Globalisierung sowie Industrialisierung und Automatisierung - dem Unternehmen auf vielen Gebieten zusätzliche Expansionsmöglichkeiten.

Operative Chancen

Zu den operativen Stärken des LEONI-Konzerns zählen die in den wichtigsten Märkten europaweit führende Position, unsere globale Vertriebs-, Entwicklungs- und Produktionspräsenz sowie das breite, internationale Kundenportfolio. Diese Faktoren ermöglichen es uns, weltweit von positiven Marktentwicklungen zu profitieren.

Zudem fokussiert sich LEONI klar auf Kernprodukte und -märkte, verfügt entlang der gesamten Wertschöpfungskette über eine durchgehend hohe Kompetenz und deckt ein umfangreiches Technologieportfolio ab. Die daraus resultierende starke Wettbewerbsposition verbessert unsere Wachstumsaussichten ebenfalls.

Schließlich entstehen aufgrund der Zusammenarbeit der zwei Unternehmensbereiche in einer aufeinander aufbauenden Wertschöpfungskette Synergien, die LEONI sowohl Kostensenkungs- als auch Expansionschancen bieten. Gute Möglichkeiten eröffnet zum Beispiel die Business Unit Electromobility, in die beide Unternehmensbereiche ihr spezialisiertes Know-how einbringen. LEONI verfügt inzwischen über ein breites Produktangebot für den Zukunftsmarkt Elektromobilität und hat sich durch zahlreiche Entwicklungs- und Serienaufträge eine erfolgversprechende Ausgangsstellung erarbeitet.

Darüber hinaus bestehen für die beiden Unternehmensbereiche die folgenden spezifischen Chancen:

Chancen im Unternehmensbereich Wiring Systems Chancen im Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions
■ Internationales Produktionsnetzwerk mit Standorten in den expansionsstarken Regionen China, Indien und Russland ermöglicht überdurchschnittliche Partizipation an der erwarteten guten Entwicklung in diesen Ländern. ■ Weitere Internationalisierung der Aktivitäten mit Schwerpunkten in Asien und dem NAFTA-Raum bietet Expansionschancen in diesen wachstumsstarken Regionen.
■ Konsequente Optimierung des Produktionsnetzwerks im Sinne der Kosteneffizienz verbessert die Ertragskraft und erlaubt es, im europäischen Heimatmarkt weiter zu wachsen. ■ Produkt-, Werkstoff- oder Technologieinnovationen vor allem in den Bereichen halogenfreie und flammwidrige Kabel, Miniaturisierung, Lichtwellenleiter- und Hochfrequenzkabel ermöglichen Marktanteilsgewinne.
■ Erweiterte Kompetenzen beispielsweise durch wegweisende technologische Entwicklungen im Leichtbau oder im Komponentenbereich bieten die Chance, zusätzliche Aufträge zu gewinnen. ■ Verstärktes Engagement in den Bereichen erneuerbare Energien - insbesondere der Wasser-, Wind- und Solarenergie -sowie Medizintechnik, Mobilität und Sensorik ermöglicht Partizipation am zu erwartenden Wachstum in diesen Märkten.
■ Skaleneffekte durch eine zunehmend vereinheitlichte Bordnetzarchitektur könnten sich günstig auf die Ertragslage auswirken. ■ Ausbau des Systemgeschäfts stärkt Stellung bei bestehenden Kunden und bietet Chance zur Erschließung zusätzlicher Abnehmerkreise,
■ Wachsender Bedarf an elektrischen Komponenten und fortgesetzte Elektrifizierung von Antriebstechnologien bieten die Chance, die Umsätze pro Fahrzeug zu erhöhen.
■ Ausbau der Wertschöpfungskette im Bereich Stecker und Steckverbinder erschließt zusätzliche Ertragspotenziale.

Finanzielle Chancen

Für die im Risikobericht beschriebenen Zins- und Währungsrisiken werden z.B. Sicherungsgeschäfte unter der Führung der Währungskommission getätigt, mit dem Ziel, keine Abweichungen zum Plankurs zu erhalten. Eine für uns positive Währungskursentwicklung bei ungesicherten Fremdwährungspositionen und eine für uns negative Währungskursentwicklung bei gesicherten Fremdwährungspositionen stellen eine Chance dar.

Compliance-Chancen

Viele unserer Kunden legen einen besonderen Wert auf ein wirksames Compliance-Management-System und fragen dies verstärkt mit Checklisten bei uns ab. Die Teilnahme am → United Nations Global Compact und die erfolgreiche externe Prüfung des Compliance-Managements nach dem IDW Prüfungsstandard 980 können für LEONI einen Wettbewerbsvorteil darstellen und die Basis für weiteres Wachstum legen.

SWOT-Analyse

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der wesentlichen Stärken und Schwächen von LEONI:

SWOT-Analyse

Unternehmensspezifisch Marktspezifisch
Stärken Chancen
Führende Position in den wichtigsten Kernmärkten in Europa Mittelfristig nachhaltig stabiles Marktwachstum weltweit
Starke internationale Präsenz mit Vertrieb, Entwicklung und Produktion Starkes Marktwachstum in den BRIC-Staaten
Durchgehende Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungstiefe und breites Technologie-Portfolio Technologiewandel zum Hybrid- und E-Antrieb
Breites, internationales Kundenportfolio Innovation bei Elektrik und Elektronik im Fahrzeugbau
Hoher Low-Cost-Anteil in den kostensensitiven Produktbereichen Trend zu Green Technology und Energieeinsparung
Klare Fokussierung auf Kernprodukte und Kernmärkte Ausweitung Systemgeschäft
Kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien Ausweitung Non-automotive-Geschäft
Schwächen Risiken
Noch geringer Marktanteil in Indien und Brasilien Hoher Preisdruck der OEMs
Starke Abhängigkeit von globaler Automobilmärkten, insbesondere Europa Anstieg der Rohstoffpreise
Lohnkostenentwicklung in Low-Cost-Ländern
Politische Risiken in Low-Cost-Ländern
Intensivierung des Wettbewerbs und steigender Wettbewerbsdruck

Prognosebericht

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft werden sich 2013 nach Ansicht des IWF allmählich verbessern: Der Währungsfonds geht für das laufende Jahr von einer Wachstumsbeschleunigung aus, die aber mit einem globalen Plus von etwa 3,5 Prozent noch verhalten ausfallen dürfte. Hauptgrund dafür sind die nach wie vor ungünstigen Aussichten für die Eurozone, deren Wirtschaftsleistung erneut um rund 0,2 Prozent schrumpft. Für die US-amerikanische Wirtschaft wird mit einer prognostizierten Zuwachsrate von 2,0 Prozent ebenfalls noch kein nachhaltiger Durchbruch erwartet. Daher bleibt die Wachstumsdynamik der Industrienationen insgesamt mit 1,4 Prozent eher schwach. Optimistischer sind die Vorhersagen für die Schwellenländer, die nach der Abkühlung 2012 ab dem laufenden Jahr mit einem Plus von 5,5 Prozent wieder deutlicher zulegen sollten. Hier dürfte China mit 8,2 Prozent Wachstum wieder an erster Stelle stehen.

Weltwirtschaftswachstum 2011 bis 2013

Quelle: IWF World Economic Outlook (1/2013), 2013 Schätzung

Wirtschaftswachstum 2013 in ausgewählten Regionen

Quelle: IWF World Economic Outlook (1/2013), Schätzung

Der IWF weist in seinem Ausblick erneut auf die noch existierenden Risiken hin, die zu einer ungünstigeren Entwicklung führen könnten. Gefahren sehen die Wirtschaftsforscher vor allem, wenn die Politik in der Eurozone in ihren Anstrengungen zur Beendigung der Staatsschuldenkrise wieder nachlässt und in den USA keine angemessene Lösung für das Haushaltsdilemma gefunden wird.

Für die deutsche Wirtschaft erwartet die Mehrzahl der Forschungsinstitute ein im Vergleich zu 2012 schwierigeres Jahr, ohne dass allerdings eine Rezession zu befürchten ist. Die Bundesregierung geht im Jahreswirtschaftsbericht 2013 davon aus, dass die Schwächephase des Winterhalbjahres sukzessive überwunden werden kann und die Wirtschaft allmählich wieder Tritt fasst. Für 2013 rechnet sie insgesamt mit einem Wachstum von 0,4 Prozent, und 2014 wird die Konjunktur ihrer Meinung nach weiter anziehen. Der Arbeitsmarkt sollte sich auf dem erreichten Rekordniveau stabil zeigen.

Branchenumfeld

Die Aussichten für die Automobilindustrie sind 2013 weiter zweigeteilt. Während das Geschäft in Europa nach Einschätzungen des VDA insgesamt problematisch bleibt und ein nochmaliger Rückgang bei den Verkäufen um etwa 3 Prozent zu erwarten ist, sollte sich die Automobilkonjunktur außerhalb Europas erneut positiv entwickeln. Der Verband rechnet vor allem im wieder erstarkten Leitmarkt USA und in China mit Wachstum. In der Summe dürfte der globale Absatz 2013 um knapp 3 Prozent zulegen. Die Prognosen für die weltweite Automobilproduktion spiegeln diese Tendenz etwas abgeschwächt wider: Nach Berechnungen von IHS Global Insight wird die Fertigung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um knapp 2 Prozent auf 82,8 Millionen Einheiten steigen.

Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen

Quelle: IHS Global Insight (2/2013), 2013 Schätzung

Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen 2013

Quelle: IHS Global Insight (2/2013), Schätzung

Für die Nutzfahrzeugbranche sind die Perspektiven insgesamt positiv, obwohl die Situation in China und Südamerika auch im laufenden Jahr schwierig bleiben wird. Jedoch bestehen Chancen für eine Markterholung in Europa und für anhaltendes Wachstum in den USA und vor allem in Russland. Die Produktion von Nutzfahrzeugen nimmt IHS zufolge 2013 um gut 7 Prozent auf 3,4 Millionen Einheiten zu.

Nutzfahrzeug-Produktion in ausgewählten Regionen

Quelle: IHS Global Insight (2/2013), 2013 Schätzung

Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist für 2013 verhalten optimistisch. Der ZVEI erwartet ein Produktionsplus von rund 1,5 Prozent und eine etwa gleich große Umsatzsteigerung auf rund 177 Mrd. €. Dafür sprechen nach Verbandsangaben die zum Jahreswechsel wieder anziehenden Bestellungen aus China und den USA sowie die an Schwung gewinnende Energiewende in Deutschland. Die langfristigen Aussichten sind laut ZVEI aufgrund der Innovationsstärke der Branche und breiter Querschnittstechnologien gut.

Auch der inländische Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit einer moderat positiven Entwicklung. Dem VDMA zufolge bestehen Chancen, das Produktionsniveau des Vorjahres 2013 um rund 2 Prozent zu übertreffen. Impulse werden dank der führenden Innovations- und Wettbewerbsstärke des deutschen Maschinenbaus vor allem wieder im Exportgeschäft erwartet. Deutlich zulegen sollten insbesondere die Bestellungen aus den USA und China.

Die deutsche Informationstechnik-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik-Branche ist mit Schwung in das laufende Jahr gestartet. Rund 75 Prozent der ITK-Unternehmen gehen für 2013 von steigenden Umsätzen aus. Insgesamt prognostiziert der Verband BITKOM bei den Branchenerlösen einen leichten Zuwachs um 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 154 Mrd. €. Weltweit dürfte die Nachfragedynamik ebenfalls anhalten.

Günstig sind die Aussichten auch auf den globalen Märkten für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz. Laut einer Studie des Bundesumweltministeriums werden sie bis 2025 jährlich um durchschnittlich 3 bis 9 Prozent wachsen und ihr Gesamtvolumen in diesem Zeitraum gegenüber 2011 etwa verdoppeln.

Geschäftsverlauf und künftige Ausrichtung

Ziele des LEONI-Konzerns

Ist 2012 Prognose 2013
Konzernumsatz Mrd. € 3,81 ca. 3,7
EBIT Mio. € 235,8 ca. 170
Investitionsvolumen1 Mio. € 154,2 ca. 190
Free Cashflow2 Mio. € 63,5 ca. 50
Nettofinanzschulden Mio. € 249,2 ca. 250
Eigenkapitalquote % 35,4 ca. 35
Return on Capital Employed % 20,8 ca. 15

1 Ohne Akquisitionen

2 vor Akquisitionen und Desinvestitionen

Entwicklung des LEONI-Konzerns

In den ersten Wochen 2013 blieb die Nachfrage aus der Automobilindustrie und weiteren Abnehmerbranchen wie erwartet verhalten, und die kurzfristige Marktentwicklung ist schwer abzuschätzen. Viele Fahrzeughersteller planen in den kommenden Monaten zudem Modellwechsel, was für LEONI zahlreiche Neuanläufe zur Folge hat. Diese wirken sich frühestens ab dem Ende der laufenden Berichtsperiode positiv auf unsere Geschäftsentwicklung aus. LEONI sieht 2013 deshalb als Übergangsjahr und rechnet - konservativ prognostiziert - mit einem Konzernumsatz von rund 3,7 Mrd. €. Regional erwarten wir eine weitere Verlagerung in Richtung Emerging Markets und USA.

In den BRIC-Staaten inklusive Südkorea und dem NAFTA-Raum wird das Geschäftsvolumen spürbar steigen, in Europa dagegen abnehmen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern wird 2013 voraussichtlich auf rund 170 Mio.€ zurückgehen. Neben dem Wegfall der Sondereffekte aus dem Vorjahr und auch aufgrund der fehlenden Deckungsbeiträge aus der Umsatzreduzierung wurden bei dieser vorsichtigen Prognose hohe Vorlaufkosten für die anstehenden Produktionsanläufe im Bordnetz-Bereich berücksichtigt. Hinzu kommen Aufwendungen für eine Vielzahl an Internationalisierungsprojekten sowie die Anpassung unserer IT- und Engineering-Kapazitäten zur Vorbereitung des zu erwartenden künftigen Wachstums.

Bei unserer Planung haben wir einen Kupferpreis von durchschnittlich 6,00 €/kg angesetzt. Ferner liegt ihr die Annahme weiter steigender Lohnkosten zugrunde, verursacht von deutlichen Aufschlägen in den Niedriglohnländern. Die Restrukturierungsaufwendungen sollten etwa auf Vorjahreshöhe liegen.

2014 geht LEONI dann wieder von einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisschub aus, sofern sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern. Die Basis dafür bildet das dank der Vielzahl neu gewonnener Projekte gut gefüllte Orderbuch im Unternehmensbereich Wiring Systems. Auch mittelfristig sehen wir große Wachstumschancen und rechnen damit, den Konzernumsatz bis 2016 auf rund 5 Mrd. € zu erhöhen. Davon sollen dann etwa 20 Prozent auf die BRIC-Staaten inklusive Südkorea entfallen. Dort bestehen nach wie vor die größten Potenziale. Gemäß unserer Globalisierungsstrategie intensivieren wir die Aktivitäten in diesen Regionen auch in den kommenden Jahren. Positive Impulse sind ferner aus dem Ausbau des Systemgeschäfts und des Produktangebots für grüne Technologien zu erwarten. Diese Themen werden weiterhin im Mittelpunkt unserer Innovationsstrategie stehen und zu selektiven Ergänzungen des Leistungsspektrums führen.

Grundsätzlich wird sich die Geschäftspolitik von LEONI in den kommenden beiden Jahren nicht verändern. Die Organisationsstruktur sowie die eingesetzten Technologien und Prozesse werden unter Effizienzgesichtspunkten laufend überprüft, größere Umstellungen stehen aber auch hier nicht an. Die Dividendenpolitik sieht weiterhin vor, rund ein Drittel des Jahresüberschusses an die Aktionäre auszuschütten.

Wiring Systems Division

Der Unternehmensbereich Wiring Systems agiert 2013 in einem von moderatem Marktwachstum und starkem Wettbewerb geprägten Umfeld und wird voraussichtlich einen Außenumsatz von rund 2,1 Mrd. € erzielen (2012: 2,2 Mrd. €). Dabei verändert sich die Umsatzstruktur durch den Anlauf von 16 Neuprojekten und das Auslaufen verschiedener Modellreihen deutlich. Das Geschäftsvolumen wird sich weiter in Richtung der aufstrebenden Absatzmärkte in den BRIC-Staaten sowie in die NAFTA-Region verlagern. Im Fokus steht unter anderem die zielgerichtete Erschließung des indischen Marktes.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Segments dürfte aus heutiger Sicht bei rund 95 Mio. € und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 134,5 Mio. € liegen. Ursächlich dafür sind die Auswirkungen der vorsichtigen Umsatzplanung und die Vorbereitung zahlreicher Neuprojekte. Des weiteren sind verschiedene Infrastrukturprojekte zur Ermöglichung des angestrebten mittelfristigen Wachstumsschubes notwendig.

Auf Basis des gut gefüllten Orderbuchs erwartet der Unternehmensbereich Wiring Systems, 2014 in die nächste Expansionsphase einzutreten. Mittelfristig dürften wir schneller wachsen als der Gesamtmarkt und das Geschäftsvolumen in den BRIC-Staaten inklusive Südkorea bis 2017 mehr als verdoppeln. Um für die global tätigen Hersteller ein attraktiver Partner zu bleiben, werden wir unser leistungsfähiges Produktionsnetzwerk weiter kontinuierlich optimieren. Im laufenden Jahr soll dazu unter anderem ein neuer Standort in China aufgebaut und eine Fertigungsstätte in Polen geschlossen werden. Um die guten Kundenbeziehungen zu festigen, vergrößern wir außerdem unsere Systemkompetenz, indem wir die Aktivitäten in den Bereichen Komponenten, Connectivity und Elektromobilität verstärken.

Wire & Cable Solutions Division

Für den Unternehmensbereich Wire &Cable Solutions wird 2013 erneut ein Außenumsatz von rund 1,6 Mrd. € erwartet. Zulegen dürfte vor allem das Geschäft mit Automobil-Sonderleitungen in China und den USA. Dabei profitieren wir von unseren in diesen Regionen erweiterten Kapazitäten. Der neue indische Standort, der voraussichtlich im März die Produktion aufnimmt, wird ebenfalls erste Umsatzbeiträge leisten. Positiv sollte sich außerdem die Nachfrage nach unseren Kabeln und Kabelsystemen für Medizintechnik, Telekommunikation, Automatisierungstechnik und Infrastrukturprojekte sowie im Bereich Fiber Optics entwickeln. Dagegen ist bei Solar- und Datenkabeln angesichts der schwachen europäischen Konjunktur mit weiteren Rückgängen zu rechnen.

Das Segment-EBIT wird aus heutiger Sicht bei etwa 75 Mio. € liegen (2012 inkl. der Sondereffekte aus dem Verkauf von LEONI Studer Hard in Höhe von 28,3 Mio. €: 101,3 Mio. €).

Im Rahmen unseres Strategieprojekts "WCS 4ward" wird die Internationalisierung der Aktivitäten im Segment WCS weiter vorangetrieben. Im Zentrum stehen neben Indien, wo im laufenden Jahr zusätzlich eine Kabelfertigung für die petrochemische und die Solarindustrie sowie die Schienenverkehrstechnik installiert werden soll, Russland, Südostasien und der Mittlere Osten. In diesen Regionen sowie in Amerika werden wir außerdem unsere Vertriebsaktivitäten weiter ausbauen. Auch die Innovationskraft und das Systemgeschäft werden weiter gestärkt. Hier liegen die Schwerpunkte auf den Bereichen alternative Leitermaterialien, Hochfrequenztechnik, Miniaturisierung und halogenfreie Werkstoffe. Fortschritte im Stellhebel Effizienz werden sich durch die Harmonisierung der Geschäfts- und IT-Prozesse sowie die Fortführung der Aktivitäten zur "Operational Excellence" ergeben.

Finanz- und Vermögenslage

Die Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns wird sich 2013 aus heutiger Sicht auf dem sehr soliden Niveau des Vorjahres stabilisieren. Der Free Cashflow sollte rund 50 Mio. € und die Nettofinanzverschuldung etwa 250 Mio. € betragen. Die Eigenkapitalquote wird voraussichtlich rund 34 Prozent betragen.

Aufgrund der frühzeitigen, erfolgreichen Refinanzierungsmaßnahmen im Jahr 2012 besteht derzeit kein aktueller Finanzierungsbedarf. Die 2013 fällige Anleihe sowie das auslaufende Schuldscheindarlehen werden aus den verfügbaren Guthaben und Kreditlinien getilgt. Zudem wird das Darlehen der European Investment Bank bedarfsgerecht abgerufen. Die Finanzierung der Investitionsprojekte erfolgt aus dem operativen Cashflow.

Investitionen

Konzernweit investiert LEONI im laufenden Jahr voraussichtlich rund 190 Mio. € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Davon sollen etwa 30 Prozent in Deutschland, 21 Prozent in Osteuropa, 18 Prozent in Asien, 15 Prozent in Nordafrika, 10 Prozent in der Nafta-Region und 6 Prozent im übrigen Europa verwendet werden.

Vom Gesamtvolumen werden rund 113 Mio. € auf den Unternehmensbereich WSD entfallen.

Im Mittelpunkt stehen hier die zahlreichen geplanten Neu- und Folgeprojekte, auf die wir unsere Produktionsstätten in Asien, der NAFTA-Region, Nordafrika und Osteuropa vorbereiten. Von strategischer Bedeutung sind ferner die Erweiterung am russischen Standort Zavolzhye, der Aufbau des zusätzlichen Werks in China, der Ausbau der automatisierten Fertigung von Cockpit-Kabelsätzen in Rumänien sowie die Modernisierung des Kompetenzzentrums in Kitzingen.

Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions investiert im laufenden Jahr aus heutiger Sicht etwa 64 Mio. €. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Automobilleitungen, Infrastrukturkabel sowie Kabelsysteme für Medizin- und Automatisierungstechnik. Neben dem neuen Werk in Indien ist in China die Errichtung einer Produktionsstätte für Spezialkabel innerhalb bereits vorhandener Flächen geplant. Auch in der NAFTA-Region sollen die Kapazitäten erweitert werden.

Weitere Leistungsindikatoren

Beschaffung

Der Materialanteil an unserer Wertschöpfung wird in den kommenden Jahren unverändert hoch bleiben, sodass der Optimierung der Beschaffungsstrukturen und -kosten weiterhin eine große Bedeutung zukommt. Im Unternehmensbereich WCS werden die Internationalisierung des Lieferantenpools und die regionale oder weltweite Bündelung von Einkaufsvolumina deshalb fortgesetzt. Der Unternehmensbereich WSD wird die Globalisierung seiner Einkaufsstrukturen im laufenden Jahr ebenfalls weiter vorantreiben und die Beschaffungsaktivitäten vor allem in den BRIC-Ländern inklusive Südkorea verstärken.

Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten des LEONI-Konzerns wird sich 2013 aufgrund des etwas geringeren Umsatzvolumens und erwarteter Effizienzsteigerungseffekte an verschiedenen Low-Cost-Standorten voraussichtlich etwas verringern. Dagegen planen wir insbesondere im Unternehmensbereich Wiring Systems zur Vorbereitung des 2014 erwarteten Wachstums den Ausbau unserer Engineering-Kapazitäten, im Wesentlichen am Standort Kitzingen. Mit der Umsetzung der neuen Personalstrategie soll darüber hinaus die Attraktivität von LEONI als Arbeitgeber weiter gesteigert werden.

Forschung & Entwicklung

Die Schwerpunkte unserer Entwicklungsarbeit bleiben 2013 nahezu unverändert. Neben der Substitution von Kupfer als Leiterwerkstoff und dem Ausbau der Nutzung alternativer Leitermaterialien zur Gewichts- und Kostenreduzierung wird im Unternehmensbereich WSD ein zusätzlicher Schwerpunkt auf dem Thema "vernetztes Fahrzeug", also der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur, liegen. Der Unternehmensbereich WCS wird seine Entwicklungsaktivitäten darüber hinaus vor allem in den Bereichen Hochfrequenztechnik, Miniaturisierung sowie halogenfreie Werkstoffe verstärken.

Nachhaltigkeit

Zur Jahresmitte 2013 veröffentlicht LEONI den zweiten UN Global Compact-Fortschrittsbericht und informiert damit über die neuesten Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit. Auch am Carbon Disclosure Project werden wir voraussichtlich wieder teilnehmen und daran arbeiten, unseren Beitrag zur Schonung der Umwelt weiter zu verbessern. Im Unternehmensbereich WCS sind hierzu erneut zahlreiche technische Maßnahmen geplant, insbesondere zur Steigerung der Energieeffizienz. Außerdem finden Veranstaltungen und Schulungen zur Stärkung des Umweltbewusstseins statt. An Standorten in Deutschland und Marokko stehen drei Erstzertifizierungen nach ISO 14001 oder EMAS an. Der Unternehmensbereich WSD plant eine Matrix-Zertifizierung nach der Umweltnorm ISO 14001, um die Umweltorientierung mehrerer Standorte zu verbessern und dies zu dokumentieren.

Auch das Qualitätsmanagement wird kontinuierlich verbessert. Das Segment WSD arbeitet an der weiteren Konsolidierung der Teilprozesse QM, SHE und LPSplus im integrierten Managementsystem. Im Unternehmensbereich WCS wird die Vereinheitlichung der Geschäftsprozesse vorangetrieben und mit unserer Niederlassung in Japan ein zusätzlicher Standort nach ISO 9001 erstzertifiziert.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Der Vorstand der LEONI AG betrachtet 2013 als Übergangsjahr mit einem leichten Umsatz- und einem spürbaren Ergebnisrückgang. Es wird geprägt von zahlreichen Neuanläufen, Internationalisierungs- und weiteren Projekten zur Vorbereitung unserer künftigen Expansion. Die Finanz- und Vermögenslage dürfte sich 2013 etwa auf dem soliden Niveau des Vorjahres stabilisieren.

2014 folgt voraussichtlich bereits die nächste Wachstumsphase mit einem beträchtlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Grundlage dafür ist das gut gefüllte Orderbuch im Unternehmensbereich Wiring Systems und die starke Position beider Divisionen in vielen Zukunftsbranchen. Regional sehen wir die größten Wachstumschancen für LEONI weiterhin in den BRIC-Staaten inklusive Südkorea sowie in der NAFTA-Region.

Nürnberg, 21. Februar 2013

Der Vorstand

Dr. Klaus Probst

Dieter Bellé

Dr. Andreas Brand

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Nürnberg, 21. Februar 2013

Der Vorstand

Dr. Klaus Probst

Dieter Bellé

Dr. Andreas Brand

Aktualisierte Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der LEONI AG im Jahr 2012 gemäß § 161 AktG zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex i. d. F. vom 15. Mai 2012 (zuletzt veröffentlicht im elektronischen Bundesanzeiger am 16. Juni 2012)

Vorstand und Aufsichtsrat der LEONI AG haben am 23. November 2012 und am 5. Dezember 2012 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

I. Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass sie seit dem 16. Juni 2012 den ab diesem Tag geltenden Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit folgender Ausnahme entsprochen haben:

Der Kodex empfiehlt in Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2, dass eine an den Aufsichtsrat bezahlte erfolgsorientierte Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LEONI AG erhalten gemäß § 12 Absatz 2 der aktuellen Satzung eine erfolgsbezogene variable Vergütung, die sich am Bilanzgewinn der Gesellschaft orientiert.

Vorstand und Aufsichtsrat sind nach eingehender und abschließender Prüfung der Ansicht, dass die derzeitige Vergütungsregelung in diesem Punkt von der Kodexempfehlung abweicht, weil der variable Vergütungsanteil das empfohlene Nachhaltigkeitskriterium nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat soll zukünftig neu geregelt werden. Jede Vergütungsregelung für den Aufsichtsrat erfordert eine Änderung der Satzung. Satzungsänderungen können allerdings nur von der Hauptversammlung beschlossen werden. Deshalb wird der Aufsichtsrat der kommenden Hauptversammlung am 30. April 2013 in diesem Punkt eine Änderung der Satzung vorschlagen, die dann der Empfehlung des Kodex vollständig entspricht.

II. Vorstand und Aufsichtsrat der LEONI AG erklären im Übrigen auch weiterhin ihre Absicht, zukünftig ohne Ausnahme allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 zu entsprechen.

Nürnberg, im Dezember 2012

LEONI AG

Für den Vorstand

Dr. Klaus Probst

Für den Aufsichtsrat

Dr. Werner Rupp

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat der LEONI AG befasste sich im vergangenen Geschäftsjahr wieder intensiv mit der Lage und Entwicklung der Unternehmensgruppe. Er hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben gewissenhaft und sorgfältig wahrgenommen, stand dem Vorstand laufend beratend zur Seite und hat dessen Arbeit kontinuierlich begleitet und überwacht.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Vorstand hat das Gremium in die Entscheidungen mit wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen stets unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Die Beratungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand waren immer konstruktiv sowie von offenen und vertrauensvollen Diskussionen geprägt. So wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für LEONI relevanten Fragen der Strategie und Planung sowie der operativen Geschäftsentwicklung und Lage des Konzerns einschließlich Risikosituation, Risikomanagement und Compliance informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben konnte der Aufsichtsrat bereits bei der Vorbereitung seiner Sitzungen unter anderem auf ausführliche schriftliche und rechtzeitig zugeleitete Vorstandsberichte zurückgreifen. Alle Themen, insbesondere auch die zustimmungspflichtigen Geschäfte, wurden in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich erörtert. Vorstand und Aufsichtsrat standen auch außerhalb der turnusgemäßen Zusammenkünfte in engem Kontakt. Darüber hinaus berieten sich die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat sowohl regelmäßig bei einem monatlichen Jour fixe als auch anlassbezogen, wenn kurzfristig Abstimmungsbedarf bestand. Über die Inhalte dieser Beratungen wurde das Gremium spätestens in der folgenden Sitzung ausführlich informiert.

Schwerpunkte der Überwachung und Beratung

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2012 zu fünf ordentlichen Sitzungen zusammen, und zwar am 19. März, 16. Mai, 19. Juli, 20. September und am 5. Dezember. Die Septembersitzung fand in Rumänien am Standort der LEONI Wiring Systems Bistrita statt, um vor allem den am 16. Mai neu in den Aufsichtsrat gewählten Mitgliedern einen direkten Einblick in die Produktion von Bordnetzen zu vermitteln. Das Aufsichtsgremium war stets beschlussfähig. Mit Ausnahme des Treffens am 20. September, an dem zwei Mitglieder nicht teilnehmen konnten, waren stets alle Mitglieder anwesend. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Amtes traten im Berichtszeitraum nicht auf.

Zu den Themen, die im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen 2012 regelmäßig diskutiert wurden, zählten die jeweils aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Chancen und Risiken, die sich aus der im Jahresverlauf abnehmenden Konjunkturdynamik ergaben. Darüber hinaus waren die Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems, die Finanz-, Investitions- und Personalplanung sowie die operativen Zielvorgaben in allen Sitzungen wichtige Bestandteile der Beschlussfassung des Gremiums. In den Sitzungen im Mai, September und Dezember erörterte der Aufsichtsrat außerdem ausführlich die jeweils anstehenden Quartals- bzw. Halbjahresberichte.

In der Auftaktsitzung am 19. März 2012 stand neben den regelmäßigen Themen die Erörterung der Jahresabschlüsse von AG und Konzern für das Geschäftsjahr 2011 auf der Agenda. Der Aufsichtsrat billigte beide Abschlüsse ohne Beanstandung. Ferner wurde unter anderem ausführlich über den Verkauf des Sterilisationsgeschäfts bzw. der dafür zuständigen Tochtergesellschaft LEONI Studer Hard AG diskutiert sowie über das Vorhaben des Unternehmensbereichs Wire &Cable Solutions, einen Standort in Indien zu errichten. Der Aufsichtsrat hat beide Projekte eingehend geprüft und genehmigt.

Am 16. Mai 2012 fand im Anschluss an die Hauptversammlung die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats statt. Weitere Themen dieser Sitzung waren unter anderem die spätestens im Jahr 2013 teilweise anstehende Refinanzierung des LEONI-Konzerns und die Zustimmung zu entsprechenden Handlungsoptionen.

Ein Schwerpunkt der Sitzung am 19. Juli war der Erwerb wesentlicher Wirtschaftsgüter vom US-amerikanischen Spezialisten für hoch-präzise Laseranwendungen Richard Losch, Inc. Der Aufsichtsrat erörterte die Chancen und Risiken dieses Vorhabens ausführlich und stimmte diesem schließlich uneingeschränkt zu. Darüber hinaus wurde über die Auswirkungen der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 gesprochen und entsprechende Veränderungen beschlossen.

Im Rahmen des Aufsichtsratstreffens am 20. September beschloss der Aufsichtsrat eine Aktualisierung seiner Geschäftsordnung. Konkret wurden Präzisierungen zur gesetzlich geforderten und seitens des aktualisierten Corporate Governance Kodex empfohlenen Ausgestaltung der unabhängigen Mandatsausübung beschlossen. (→ Corporate Governance Bericht). Darüber hinaus befasste sich das Gremium mit Planrechnungen für die kommenden Jahre und analysierte die Auswirkungen verschiedener Konjunkturszenarien auf die Entwicklung des LEONI-Konzerns. Ferner wurde die Bestellung von Herrn Dr. Andreas Brand zum weiteren Vorstandsmitglied der LEONI AG beschlossen und seiner Bestellung zum Geschäftsführer der LEONI Bordnetz-Systeme GmbH zugestimmt.

Am 5. Dezember 2012 hat der Aufsichtsrat über die vom Vorstand erarbeitete Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2013 sowie die Mittelfristplanung bis 2017 beraten, die nach eingehender Diskussion jeweils verabschiedet wurden. Neben der Befassung mit dem aktuellen Stand des Projekts "Fabrik der Zukunft" in Roth war ein weiteres wichtiges Thema die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der LEONI AG anhand der gesetzlichen Bestimmungen und der Empfehlungen und Anregungen des Corporate Governance Kodex. Gegenstand dieser Prüfung waren insbesondere die Themen der Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat zum Wohle des Unternehmens, die Abstimmung der strategischen Ausrichtung und der Geschäfte von grundlegender Bedeutung, die Informationsversorgung des Aufsichtsrats, die Art und Weise der Diskussion und Beachtung der Vertraulichkeit und die Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats.

Die Prüfung erfolgte mit Hilfe eines durch den Aufsichtsrat beauftragten externen Gutachters, der die Ordnungsmäßigkeit der Zusammenarbeit beider Organe nach entsprechend detaillierter Untersuchung in einer ausführlichen Stellungnahme bestätigt hat. Mit Hilfe der aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse soll die Zusammenarbeit zudem weiterentwickelt werden.

Ferner beschloss das Gremium die Zielvorgaben für die Vergütung des Vorstands für die Jahre 2013 bis 2015 und überprüfte die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit.

Am 19. März und am 20. September tagte der Aufsichtsrat jeweils teilweise ohne den Vorstand. Besprochen wurden dabei Personal- und Vergütungsthemen wie z.B. die Vorstandsvergütung und die Veränderung der Vergütung für den Aufsichtsrat. Ein weiteres Thema war der Abschluss eines Beratervertrags zwischen der Gesellschaft und Herrn Lamann für die Zeit nach dessen Ausscheiden aus dem Vorstand, um sein Wissen und seine Erfahrungen für die Gesellschaft weiter zu nutzen.

Um künftig wieder allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen, beschloss der Aufsichtsrat außerdem, der Hauptversammlung eine Neuregelung der Vergütung für den Aufsichtsrat vorzuschlagen (3 Vergütungsbericht) und er beschloss deshalb auch die Veröffentlichung einer erneuten Entsprechenserklärung. Sie ist im vorliegenden 3 Geschäftsbericht abgedruckt und kann auch auf der 3 Internetseite abgerufen werden. LEONI erfüllt mit Ausnahme der modifizierten Regelung zur Aufsichtsratsvergütung alle Empfehlungen der aktuellen Fassung des Corporate Governance Kodex und alle Anregungen.

Arbeit der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat der LEONI AG hat vier Ausschüsse gebildet. Dabei handelt es sich um den Prüfungs-, den Personal- und den Nominierungsausschuss sowie um den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Ausschüsse verbessern die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit, indem sich deren Mitglieder außerhalb der eigentlichen Sitzungen mit komplexen Sachthemen detailliert auseinandersetzen und die Ergebnisse für das Gesamtplenum auf- bzw. zur Beschlussfassung vorbereiten.

Der Prüfungsausschuss tagte im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt viermal. In der März-Sitzung wurden vor allem die wesentlichen Ergebnisse der Abschlussprüfung 2011 analysiert und der Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers 2012 vorbereitet. Im Mai stand der Zwischenbericht zum 1. Quartal 2012 im Mittelpunkt. Im Rahmen des Augusttreffens wurde über den Halbjahresbericht gesprochen und die Wirksamkeit der bei LEONI installierten Compliance- und Internen Kontrollsysteme evaluiert. Im November überprüfte der Ausschuss zudem die Wirksamkeit des bestehenden Risikomanagement-Systems und dessen Zusammenwirken mit dem Internen Kontrollsystem. Außerdem erörterten die Ausschussmitglieder den Neunmonatsbericht.

Der Personalausschuss trat im Geschäftsjahr 2012 ebenfalls viermal zusammen. Wichtigste Themen waren die Ausarbeitung eines Vorschlags für den Dienstvertrag von Dr. Andreas Brand sowie die Analyse der Versorgungsbezüge für pensionierte Vorstände und der Vorstandsvergütung.

Der Nominierungsausschuss, der im vergangenen Jahr zwei Sitzungen abhielt, befasste sich ausführlich mit den Auswirkungen der Aktualisierung des Deutschen Corporate Governance Kodex auf LEONI. In diesem Zusammenhang hat der Ausschuss unter anderem Vorschläge für ein neues Aufsichtsrats-Vergütungssystem ausgearbeitet sowie die Unabhängigkeit der Mitglieder der Anteilseignerseite überprüft.

Eine Sitzung des Vermittlungsausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG fand im Geschäftsjahr 2012 nicht statt.

Jahresabschlussprüfung

Die ordentliche Hauptversammlung der LEONI AG wählte am 16. Mai 2012 die Ernst &Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012. Ernst & Young hat den vom Vorstand nach HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht 2012 der LEONI AG sowie den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Verantwortliche Prüfungspartner im Sinne des § 319a Absatz 1 Satz 4 HGB waren die Herren Ralf Broschulat und Gero Schütz. Herr Schütz leitete die Prüfungen im Berichtsjahr erstmals. Herr Broschulat wurde von Ernst &Young im fünften Folgejahr als verantwortlicher Prüfungsleiter mit den Abschlussprüfungen betraut. Die Lageberichte beschreiben die Situation der AG und des Konzerns sowie die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung in zutreffender Weise. Der Abschlussprüfer bewertete auch die Qualität des Risikomanagement-Systems positiv.

Die Jahresabschlüsse der Gesellschaft und des Konzerns, die Lageberichte und die Berichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat diese Unterlagen in seiner Sitzung am 11. März 2013 vorgeprüft. In der ordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 19. März 2013 wurde umfassend über diese Abschlüsse und Berichte beraten. Die Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an beiden Sitzungen teil, berichteten über das Ergebnis ihrer Prüfungen und standen für zusätzliche Auskünfte zur Verfügung. Mit Blick auf den Prozess der Rechnungslegung bestätigten sie dem Aufsichtsrat die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des Internen Kontrollsystems. Ferner versicherten die Abschlussprüfer schriftlich, dass sie im Berichtsjahr über die Abschlussprüfung hinaus keine wesentlichen Leistungen für die LEONI AG erbracht haben und keine Umstände vorliegen, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Die abschließende Prüfung der Jahresabschlüsse und der Lageberichte von AG und Konzern durch den Aufsichtsrat führte zu keinen Einwendungen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der AG und den Konzernabschluss für das Jahr 2012 gebilligt. Der Jahresabschluss der LEONI AG ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, für das Geschäftsjahr 2012 wie im Vorjahr eine Dividende von 1,50 € je Aktie auszuschütten.

Personalien

Mit dem Tag der Hauptversammlung am 16. Mai 2012 endete aus Altersgründen die Tätigkeit von Ernst Thoma für die Leoni AG nach insgesamt 50 Jahren. Herr Thoma trat 1962 in das Unternehmen ein und wurde 1970 in den Vorstand berufen. Als dessen Vorsitzender von 1977 bis 2002 legte er den Grundstein für die Globalisierung des Konzerns. Im Anschluss daran war er bis 2007 Vorsitzender und anschließend stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Weitsicht bei der Unternehmensführung dankt der Aufsichtsrat auch im Namen des Vorstands und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Herrn Thoma herzlichst. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Für Herrn Thoma wählte die Hauptversammlung Dr. Werner Lang, Jahrgang 1967, als neuen Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Herr Dr. Lang bringt mit seiner Erfahrung als Unternehmer sehr wertvolles Know-how in das Kontrollgremium ein. Als neues Ersatzmitglied für Benno Schwiegershausen, der ebenfalls ausschied, wurde Axel Markus gewählt. Als Vertreter der Leitenden Angestellten wählten die Mitarbeiter Richard Paglia neu in den Aufsichtsrat. Er ersetzt Ralf Huber, der als Arbeitnehmervertreter ausschied. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Huber und Herrn Schwiegershausen für die stets konstruktive Zusammenarbeit. Damit gehört dem Aufsichtsrat derzeit kein ehemaliges Vorstandmitglied der Gesellschaft an. Das Durchschnittsalter der Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat betrug zum Ende des Berichtszeitraums 60,8 Jahre.

Im Vorstand der LEONI AG gab es 2012 ebenfalls wesentliche Veränderungen: Das langjährige Vorstandsmitglied Uwe H. Lamann schied nach dem regulären Auslaufen seines Vertrags zum Jahresende 2012 aus Altergründen aus dem Konzern aus. Er leitete seit 1999 die Wiring Systems Division, die sich unter seiner Führung zu einem der weltweit größten Hersteller von Bordnetz-Systemen entwickelte. Wir danken Herrn Lamann für sein großes Engagement und wünschen auch ihm alles Gute für die Zukunft.

Als Nachfolger von Herrn Lamann bestellte der Aufsichtsrat Dr. Andreas Brand, der am 1. Oktober 2012 in die LEONI AG eintrat und zum 1. Januar 2013 die Verantwortung für die Wiring Systems Division übernahm.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LEONI-Konzerns für den 2012 gezeigten Einsatz, durch den es trotz der zuletzt spürbaren Konjunkturschwäche gelang, eines der besten Geschäftsergebnisse in der Unternehmensgeschichte zu erzielen. Zugleich wünschen wir ihnen viel Erfolg bei der Bewältigung der Herausforderungen im laufenden Geschäftsjahr.

Nürnberg, 19. März 2013

Dr. Werner Rupp, Vorsitzender des Aufsichtsrats