Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

LANXESS AG Management Reports 2014

May 5, 2015

259_rns_2015-05-05_0f0db818-f8cf-4f4b-b304-544508e3576c.html

Management Reports

Open in viewer

Opens in your device viewer

LANXESS Aktiengesellschaft

Köln

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014

VON LANXESS KONZERN UND LANXESS AG

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Rechtliche Struktur

Die LANXESS AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und hat im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding. Ihr sind die LANXESS Deutschland GmbH und die LANXESS International Holding GmbH als 100 %ige Töchter untergeordnet. Diesen unterstehen die in- und ausländischen Beteiligungen.

An folgenden wesentlichen Gesellschaften ist die LANXESS AG mittel- oder unmittelbar zu 100 % beteiligt:

Wesentliche mittel- und unmittelbare Beteiligungen der LANXESS AG

scroll

Name und Sitz Funktion Segmente
LANXESS Deutschland GmbH, Köln (Deutschland) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) Produktion und Vertrieb Performance Polymers/Performance Chemicals
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS Elastomères S.A.S., Lillebonne (Frankreich) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Elastomers B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Elastômeros do Brasil S.A., Rio de Janeiro (Brasilien) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Holding Hispania, S.L., Barcelona (Spanien) Holdinggesellschaft Alle
LANXESS Inc., Sarnia (Kanada) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS International Holding GmbH, Köln (Deutschland) Holdinggesellschaft Alle
LANXESS International SA, Granges-Paccot (Schweiz) Vertrieb Alle
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) Produktion und Vertrieb Performance Polymers/Performance Chemicals
LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) Produktion Performance Polymers
Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim (Deutschland) Produktion und Vertrieb Performance Chemicals
Saltigo GmbH, Leverkusen (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates

Veränderungen des Konzernportfolios

Im März 2014 haben wir unser 100 %iges Tochterunternehmen Perlon-Monofil GmbH mit Sitz in Dormagen (Deutschland) veräußert. Die Gesellschaft ist weltweit führend in der Produktion von Polyamid- und Polyester-Monofilamenten, die vor allem in der Papierherstellung, der Schifffahrt und der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Organisation der Leitung und Kontrolle

Die LANXESS AG besitzt eine duale Führungsstruktur. Diese besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Dabei steht dem Aufsichtsrat ein aus seinen Reihen besetzter Prüfungsausschuss für Finanzthemen unterstützend zur Seite. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds.

Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen in der Corporate-Governance-Berichterstattung. Geschäftstätigkeit

Geschäftsorganisation

Im Zuge der Neuausrichtung des LANXESS Konzerns durch das Programm „Let’s LANXESS again“ konsolidierten wir zum 1. Januar 2015 unsere Business Units. LANXESS ist weiterhin in drei Segmenten organisiert, in denen nunmehr 10 Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung betreiben. So wurden die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers zur Business Unit Tire & Specialty Rubbers zusammengelegt. Gründe dafür sind Schnittmengen in der Kundenstruktur, regionale Überschneidungen in den etablierten Märkten sowie Ergänzungen in den Wachstumsmärkten. Zudem wurden die Business Units High Performance Elastomers und Keltan Elastomers unter dem Namen High Performance Elastomers vereint. Auch hier bestehen signifikante Schnittmengen in der Kundenstruktur. Die Spezialchemie-Produktlinie der Business Unit Rubber Chemicals, die Business Unit Functional Chemicals sowie die Business Unit Rhein Chemie bilden die neue Business Unit Rhein Chemie Additives. Durch die Bündelung unserer Additiv-Geschäfte streben wir die Erschließung neuer Märkte und Kunden an. Die Produktlinien Alterungsschutzmittel und Beschleuniger von Rubber Chemicals wurden zum 1. Januar 2015 in die Business Unit Advanced Industrial Intermediates integriert. Auf die Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2014 hat diese Umstrukturierung keine Auswirkung.

Group Functions und ihnen zugeordnete Servicegesellschaften unterstützen unsere Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zur globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Kurzdarstellung der Segmente

Im Segment Performance Polymers bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet synthetischer Kautschuke und technischer Kunststoffe.

scroll

Performance Polymers
Business Units Anwendungen
--- ---
Butyl Rubber 1) Reifen, Automobilbereich, Elektronik,
Performance Butadiene Rubbers 1) Elektrotechnik und Medizintechnik
Keltan Elastomers 2)
High Performance Elastomers 2)
High Performance Materials
Standorte
Brilon, Dormagen, Hamm-Uentrop, Jhagadia (Indien)
Krefeld-Uerdingen, Leverkusen und Sarnia (Kanada)
Marl (Deutschland) Gastonia und Orange (USA)
Antwerpen und Zwijndrecht (Belgien) Cabo, Duque de Caxias, Porto Feliz
Sittard-Geleen (Niederlande) und Triunfo (Brasilien)
Singapur (Singapur) Nantong und Wuxi (China)
La Wantzenau und Port Jérôme (Frankreich)

1) Seit 1. Januar 2015 zur neuen Business Unit Tire & Specialty Rubbers zusammengelegt.

2) Seit 1. Januar 2015 zur Business Unit High Performance Elastomers zusammengelegt.

Mit seinen im Segment Advanced Intermediates zusammengefassten Geschäften gehört LANXESS zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Gebiet chemischer Zwischenprodukte für die Industrie sowie der Herstellung von chemischen Vorprodukten und speziellen chemischen Wirkstoffen im Kundenauftrag.

scroll

Advanced Intermediates
Business Units Anwendungen
--- ---
Advanced Industrial Intermediates 1) Agrochemie, Automobilbereich,
Saltigo Bauindustrie, Farben und Pharma
Standorte
Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Liyang (China)
Leverkusen (Deutschland) Nagda (Indien)
Baytown (USA)

1) Enthält seit 1. Januar 2015 Teile der Business Unit Rubber Chemicals.

Im Segment Performance Chemicals fassen wir unsere anwendungsorientierten Geschäfte auf dem Gebiet der Prozess- und Funktionschemikalien zusammen.

scroll

Performance Chemicals
Business Units Anwendungen
--- ---
Material Protection Products Desinfektion, Schutz und Konservierung von
Inorganic Pigments Hölzern, Baumaterialien, Farben und
Functional Chemicals 1) Nahrungsmitteln, Farbpigmente,
Leather Kunststoffadditive, Materialien zur
Rhein Chemie 1) Lederverarbeitung, Reifenchemikalien,
Rubber Chemicals 2) Materialien zur Wasseraufbereitung
Liquid Purification Technologies
Standorte
Bitterfeld, Brunsbüttel, Dormagen, Porto Feliz (Brasilien)
Krefeld-Uerdingen, Leverkusen und Mannheim (Dtl.) Burzaco, Merlo, Zárate (Argentinien)
Epierre (Frankreich) Changzhou, Qingdao, Schanghai und
Antwerpen (Belgien), Branston (Großbritannien) Wuxi (China)
Filago (Italien), Lipetsk (Russland) Jhagadia (Indien)
Vilassar de Mar (Spanien) Toyohashi (Japan)
Merebank, Newcastle und Rustenburg (Südafrika) Sydney (Australien)
Burgettstown, Bushy Park, Chardon, Singapur (Singapur)
Greensboro, Little Rock und Pittsburgh (USA)

1) Seit 1. Januar 2015 zur neuen Business Unit Rhein Chemie Additives zusammengelegt.

2) Seit 1. Januar 2015 aufgeteilt und in die Business Unit Advanced Industrial Intermediates sowie die neue Business Unit Rhein Chemie Additives integriert.

Strategische Ausrichtung

Der LANXESS Konzern ist ein weltweit tätiges Chemieunternehmen, das sich insbesondere durch flexible Anlagenstrukturen, eine diversifizierte Kundenbasis, eine globale Aufstellung mit regionaler Flexibilität sowie eine unternehmerisch geprägte Managementstruktur auszeichnet. Unser Portfolio umfasst Polymere sowie Industrie-, Spezial- und Feinchemikalien. In seiner Entwicklung orientieren wir uns an vier zentralen Megatrends:

Das wachsende Bedürfnis nach Mobilität - insbesondere in China, Indien und anderen großen aufstrebenden Volkswirtschaften - und die gleichzeitige Notwendigkeit, Mobilität umweltverträglicher zu gestalten.
Die Landwirtschaft, die vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Weltbevölkerung einen deutlich steigenden globalen Nahrungsmittelbedarf zu decken hat.
Die Urbanisierung, im Zuge derer weltweit Menschen vom Land in die Städte ziehen. Sie alle benötigen Wohnraum, Büros und eine leistungsfähige Infrastruktur. Aktuellen Prognosen zufolge werden im Jahr 2050 knapp 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben.
Der steigende Wasserbedarf, der aufgrund des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels dazu führen wird, dass Wasser in nicht allzu ferner Zukunft voraussichtlich ein wertvoller Rohstoff sein wird.

Unsere Segmente leisten mit den maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen ihrer Business Units einen gesellschaftlich und wirtschaftlich wertvollen Beitrag, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus diesen Megatrends ergeben.

Strukturelle Herausforderungen auf der Angebotsseite

Während wir die langfristige Nachfrageentwicklung, gestützt von den genannten Megatrends, als weitgehend intakt einschätzen, sehen wir uns auf der Angebotsseite mit drei bedeutenden strukturellen Veränderungen konfrontiert:

Die europäische Chemiebranche, und damit auch LANXESS, verzeichnet im globalen Wettbewerb aufgrund höherer Rohstoff- und Energiepreise zunehmend Kostennachteile.
Staatlich getragene oder zumindest unterstützte Anbieter aus den Schwellenländern und Anbieter aus den USA mit deutlich geringeren Energiekosten erhöhen den Importdruck auf die europäischen Märkte.
Die Exportmöglichkeiten in die globalen Wachstumsregionen nehmen angesichts wachsender lokaler Produktionskapazitäten - auch für hochwertige Produkte - sukzessive ab.

Auch wenn die Rohstoff- und Energiepreise im Verlauf des zweiten Halbjahres 2014 rückläufig waren, beeinflussen die strukturellen Entwicklungen vor allem unser Geschäft mit synthetischen Kautschuken. So bestehen bereits heute bei den gängigen Kautschuktypen Überkapazitäten von rund 20 %. Zusätzlich in Betrieb gehende Anlagen, insbesondere für EPDM- und Butylkautschuk, könnten dieses Ungleichgewicht weiter verstärken.

Um unter diesen veränderten Rahmenbedingungen langfristig erfolgreich bestehen zu können, sind wir gefordert, die Effizienz in unseren Geschäfts- und Verwaltungsprozessen spürbar zu steigern und LANXESS in den Business Units wieder wettbewerbsfähiger aufzustellen.

Umfassendes Programm zur Neuausrichtung initiiert

Vor dem Hintergrund der strukturellen Herausforderungen haben wir im dritten Quartal das dreistufige Programm „Let’s LANXESS again“ eingeleitet und seitdem konsequent vorangetrieben.

Im Zuge der ersten Stufe reduzieren wir mit Wirkung zum 1. Januar 2015 die Zahl unserer Business Units von 14 auf 10 (siehe Abschnitt „Geschäftsorganisation“ in diesem Lagebericht). Unsere Verwaltung in den Geschäftsbereichen und Servicefunktionen verschlanken wir mittels eines weltweiten funktionsübergreifenden Stellenabbaus und Konsolidierung von Group Functions ebenfalls. Mit einer effizienteren Organisationsstruktur fördern wir nicht nur unsere Markt- und Kundennähe, sondern verbessern auch unsere Kostenposition nachhaltig. Ab Ende des Jahres 2016 wollen wir jährlich ungefähr 150 Mio. € einsparen. Die erste Stufe der Neuausrichtung führt weltweit zu einem Abbau von rund 1.000 Stellen.

Im Rahmen der zweiten Stufe legen wir mit zwei Exzellenz-Initiativen den Fokus auf unsere operative Wettbewerbsfähigkeit. So prüfen wir in einer „Produktionsoptimierungs-Initiative“ bis Ende 2016 alle Produktionsprozesse und -anlagen mit Blick auf Markterfordernisse und Synergiepotenziale sowie temporäre oder dauerhafte Stilllegungen. Eine weitere Initiative legt parallel den Fokus auf die Optimierung von Vertrieb und Lieferketten.

Für die dritte Stufe, die in enger Verbindung mit der zweiten Stufe zu betrachten ist, haben wir ebenfalls erste Schritte eingeleitet. Neben der Prüfung von Portfoliooptionen steht hier ein verbesserter Zugang zu Rohstoffen und Absatzmärkten - auch durch strategische Partnerschaften - im Fokus.

Mit dem durch „Let’s LANXESS again“ gewonnenen finanziellen Spielraum wollen wir unseren Fokus nach 2016 dann wieder auf Wachstum - insbesondere in weniger zyklischen Geschäften - legen.

Investitionsstrategie

Wir streben an, unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen mit dem Fokus auf kontinuierliche Effizienzverbesserung unserer Anlagen und attraktive Wachstumschancen in profitablen Märkten zu steigern. Grundsätzlich gelten für unsere Investitionsaktivitäten die folgenden Leitlinien:

Nachdem der Investitionsschwerpunkt in den vergangenen Jahren auf den World-Scale­Anlagen in Singapur und China lag, wollen wir künftig unseren Investitionsschwerpunkt zielgerichteter und mit hoher Kostendisziplin auf existierende Anlagen zur Erhöhung der Effizienz und auf neue Anlagen in den Segmenten Advanced Intermediates und Performance Chemicals ausrichten.
Wir investieren in nachhaltig wachsende Märkte, auf die wir uns strategisch in den operativen Segmenten fokussiert haben.
Investitionen unterliegen klaren finanziellen Kriterien, die mindestens den Erhalt einer Kapitalrendite (ROCE) sicherstellen, die in einem normalen Geschäftszyklus durchschnittlich auf Konzernebene erreicht wird.
Investitionen werden wesentlich aus dem Cashflow der operativen Geschäftstätigkeit und, falls diese Mittel nicht ausreichen, aus sonstigen zur Verfügung stehenden Barmitteln und Kreditlinien finanziert.

Finanzierungsstrategie

Unsere Finanzierungspolitik ist konservativ und nachhaltig. Eckpfeiler sind der Zugang zu den internationalen Finanzmärkten und damit verbunden die langfristige Sicherung der finanziellen Flexibilität.

Dabei werden bei Kapitalbedarf und -deckung die konkurrierenden Anforderungen an Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit optimiert. Die Verschuldungshöhe orientiert sich an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich.

Das Wachstum unseres Konzerns wird aus dem operativen Geschäft und über gezielte Finanzierungsmaßnahmen ermöglicht. Es ist unser Ziel, neben einem positiven Ergebnisbeitrag auch einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

WERTMANAGEMENT UND STEUERUNGSSYSTEM

Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, benötigen wir konkrete Kennzahlen, anhand derer wir das Ergebnis unserer Maßnahmen messen können. Unser bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator und damit zentrale Steuerungsgröße des Konzerns ist das EBITDA (Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) vor Sondereinflüssen. Weitere finanzielle Leistungsindikatoren wie Return on Capital Employed (ROCE), Lagerreichweite der Vorräte (DIO) oder die Net Financial Debt Ratio betrachten wir als unternehmensspezifische Frühindikatoren bzw. Kennzahlen zur Überwachung, die nicht steuerungsrelevant sind.

Wertmanagement und Steuerungssystem

scroll

2010 2011 2012 2013 2014
EBITDA vor Sondereinflüssen Mio. € 918 1.146 1.223 735 808
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen % 12,9 13,1 13,4 8,9 10,1
Capital Employed Mio. € 3.750 4.784 5.442 4.969 5.093
ROCE % 17,0 17,2 15,6 5,8 7,9
Lagerreichweite Vorräte (DIO) Tage 69,3 73,7 82,8 70,7 79,1
Forderungslaufzeit Debitoren (DSO) Tage 46,3 49,9 47,4 47,8 48,0
Nettofinanzverbindlichkeiten Mio. € 913 1.515 1.483 1.731 1.336
Net Financial Debt Ratio 1,0 x 1,3 x 1,2 x 2,4 x 1,7 x
Investitionsquote % 7,4 8,0 8,1 8,1 8,6

Ein zuverlässiges und verständliches Finanz- und Controlling-Informationssystem bildet die Basis für die Ermittlung konkreter Kennzahlen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Informationen zu verbessern, die von den Group Functions Accounting und Controlling in Form einer konsistenten Berichterstattung von Planungs-, Erwartungs- und Ist-Daten bereitgestellt werden.

Unser Erfolg spiegelt sich im Wesentlichen in der Ertragskraft wider. Entsprechend ist unser Steuerungssystem konsequent auf die Steuerung der Ertragskraft ausgerichtet.

Ertragskraft

Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente ist das EBITDA vor Sondereinflüssen. Es errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die ungewöhnlich in ihrer Art oder in ihrer Höhe sind. Hierzu können außerplanmäßige Abschreibungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen, Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen zählen. Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter Anwendung der Bruttomethode abgegrenzt. In diesem Zusammenhang werden über die Bruttoabschreibungen hinaus bei der Ermittlung des EBITDA vor Sondereinflüssen keine weiteren Bereinigungen vorgenommen.

Jede operative Entscheidung oder Leistung wird kurz- und langfristig daran gemessen, wie nachhaltig sie das EBITDA vor Sondereinflüssen beeinflusst. Im Rahmen des jährlichen Budget- und Planungsprozesses werden Zielvorgaben für diese Messgröße des Unternehmenserfolgs ermittelt; diese finden Eingang in die Bemessung der variablen Einkommenskomponenten der Mitarbeiter. Wir verwenden das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA als zentrale Steuerungsgröße, da sich auf dieser Basis eine Entwicklung über mehrere Berichtsperioden besser beurteilen lässt.

Reine Erlösgrößen wie zum Beispiel die Umsatzerlöse sind keine Steuerungsgrößen unseres Konzerns, da sie uns keine unmittelbaren Aussagen zur Ertragskraft erlauben. Volatile Einstandspreise für Rohstoffe sind ein wesentliches Kennzeichen unserer Industrie. Unterjährig schwankende Rohstoffpreise wirken sich auf Verkaufspreise aus. Dies beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse, lässt jedoch die für die Ertragskraft entscheidenden Margen, abgesehen von kurzfristigen Anpassungseffekten, weitgehend unberührt. Eine Zielformulierung für Umsatzwerte unterbleibt daher sowohl in der kurz- als auch in der mittelfristigen Perspektive.

Unternehmensspezifische Frühindikatoren

Frühindikatoren dienen dazu, wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Unser jährlicher Budget- und Planungsprozess liefert als Ausgangsbasis für die Unternehmenssteuerung die Eckwerte der Ertragskraft sowie der Innenfinanzierung des Konzerns. Diese Informationen werden unter anderem bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen verwendet. Um sicherzustellen, dass veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen in den Steuerungsentscheidungen zeitnah verarbeitet werden, werden zweimal im Jahr operative Erwartungsrechnungen, sogenannte Forecasts, erstellt, um das jahresbezogene Budget und die darauf basierenden Eckwerte der Konzernsteuerung zu aktualisieren. Darüber hinaus werden für die Eckwerte der Ertragskraft regelmäßig Erwartungsrechnungen erstellt.

Für Budgetierung und Forecasts werden bestimmte Parameter zentral vorgegeben und einheitlich verwendet, da sie großen Einfluss auf die Ausprägung der Eckwerte haben. Eine wesentliche Rolle kommt strategischen Rohstoffen zu, wie zum Beispiel Butadien. Die laufende Entwicklung der Beschaffungspreise hat vor dem Hintergrund der zeitnahen Anpassung der Verkaufspreise einen hohen Stellenwert. Auch die im Zeitablauf regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Rohstoffen kann Bedeutung erlangen. Aufgrund unserer regional diversifizierten Produktionsstätten und Absatzmärkte beeinflusst ferner der Verlauf der Wechselkurse die aus der Umsatz- und Kostenentwicklung resultierende Ertragskraft, mit entsprechender Rückwirkung auf Preisgestaltung und Absicherungsstrategien. Des Weiteren werden laufend aktualisierte Wachstumsprognosen von Kundenindustrien und Absatzregionen herangezogen, um Absatz- bzw. Investitionsentscheidungen vorzubereiten und zu prüfen.

Rentabilität

Der Return on Capital Employed (ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Dies macht ihn beispielsweise zu einem wichtigen Kriterium bei Investitionsentscheidungen.

Die zinsfreien Verbindlichkeiten setzen sich aus den Rückstellungen ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, den Ertragsteuerschulden, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten zusammen. Wir nutzen daneben eine vereinfachte Variante des ROCE, den sogenannten Business-ROCE, um den Erfolg unserer Geschäftseinheiten zu beurteilen.

Kapitalkosten

Die Fremdkapitalkosten errechnen sich aus dem sogenannten risikolosen Zins, d. h. in unserem Fall aus der Rendite einer langfristigen deutschen Staatsanleihe, zuzüglich eines Risikoaufschlags für Industrieunternehmen in der gleichen Risikokategorie wie LANXESS. Die Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartungen der Investoren an eine Investition in LANXESS Aktien wider. Aufgrund des gegenüber dem Erwerb risikoloser Staatsanleihen mit dem Aktienerwerb verbundenen höheren Risikos fordern Eigenkapitalinvestoren eine Risikoprämie. Diese sogenannte Market Risk Premium wird aus der langfristigen Überrendite eines Aktieninvestments gegenüber einer Investition in risikolose Staatsanleihen ermittelt und durch den Beta-Faktor korrigiert, der das relative Risiko eines Investments in die LANXESS Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt zum Ausdruck bringt.

Der ROCE lag im Geschäftsjahr 2014 mit 7,9 % nahezu auf dem Niveau unseres vergleichsrichtig ermittelten gewichteten Kapitalkostensatzes. Im Vorjahr betrug der ROCE 5,8 %.

Kapitalverwendung

Um unser Working Capital auf operativer Ebene zu optimieren, nutzen wir die Kennzahlen DSO (Forderungslaufzeit bzw. Days of Sales Outstanding) und DIO (Lagerreichweite bzw. Days of Inventory Outstanding). Hier wird der Forderungs- bzw. Vorratsbestand im Verhältnis zum Umsatz bzw. zu den Kosten der umgesetzten Leistungen des vergangenen Quartals gezeigt. Die Kennzahl DIO ersetzt ab dem Berichtsjahr die zuvor verwendete Größe DSI (Days of Sales in Inventories). Im Geschäftsjahr 2014 lag der DIO bei 79,1 Tagen (Vorjahr: 70,7 Tage) und der DSO bei 48,0 Tagen (Vorjahr: 47,8 Tage).

Unsere Investitionen in Sachanlagen unterliegen einer strikten Kapitaldisziplin und werden konsequent auf jene Produktbereiche ausgerichtet, die die größten Erfolgspotenziale aufweisen. Dabei priorisieren wir Investitionsprojekte auf Basis finanzieller Kennziffern wie Rückflusszeit, Kapitalwert und ROCE. Für ausführlichere Angaben zu den Investitionsleitlinien verweisen wir auf den vorstehenden Abschnitt „Investitionsstrategie“.

Verschuldung

Die Net Financial Debt Ratio, die wir ausschließlich auf Konzernebene verwenden, ist definiert als das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der Gesamtsumme der kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte. Die finanziellen Verbindlichkeiten laut Bilanz werden zuvor noch um die Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen gekürzt. Die Net Financial Debt Ratio verringerte sich aufgrund der gesunkenen Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014 auf 1,7 nach einem Wert von 2,4 zum Vorjahresstichtag. Unsere Nettofinanzverbindlichkeiten sanken um 395 Mio. € auf 1.336 Mio. €. Darüber hinaus werden auf Konzernebene die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen als Verschuldungskomponente betrachtet. Diese stiegen gegenüber dem Jahresende 2013 um 347 Mio. € auf 1.290 Mio. €.

Nettofinanzverbindlichkeiten

scroll

in Mio. € 2010 2011 2012 2013 2014
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.302 1.465 2.167 1.649 1.698
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 176 633 167 668 182
abzüglich:
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen -41 -55 -54 -53 -26
Zahlungsmittel -160 -178 -386 -427 -418
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte -364 -350 -411 -106 -100
913 1.515 1.483 1.731 1.336

EINKAUF UND PRODUKTION

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Rohstoffen, sonstigen Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In enger Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories“ ihren Bedarf in den Einkaufssegmenten Rohstoffe, technische Güter, Packmittel, Energie, Services und Logistik. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert die effektive Nutzung von Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt agieren und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten („multiple sourcing“). Im Berichtszeitraum kam es daher nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen bedeutenden Stellenwert. Ziel ist es, die Versorgung basierend auf langfristigen Einkaufsverträgen sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei Standortentscheidungen. Für unser Butylkautschukwerk in Singapur beziehen wir beispielsweise große Anteile der wichtigsten Rohstoffe über Pipelines aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch unsere Produktionsanlage für Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) in Singapur wird über Pipelines mit Rohstoffen versorgt werden. An zahlreichen anderen Produktionsstandorten beziehen wir ebenfalls wesentliche Rohstoffe wie z. B. Butadien und Energieträger in Form von Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. Auf diese Weise minimieren wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen, sondern reduzieren vor allem das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2014 unter anderem BASF, Bayer, BP, Braskem, Evonik, ExxonMobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, PT Petrokimia Butadiene Indonesia, Sabic, Shell Chemicals und Total.

Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2014 Ammoniak, Benzol, Butadien, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen, Natronlauge, Propylen, Styrol und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2014 auf strategische Rohstoffe ein Einkaufsvolumen von ca. 3,0 Mrd. € (Vorjahr: ca. 3,2 Mrd. €). Dies entspricht einem Anteil von rund 75 % unserer gesamten Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren im Jahr 2014, die etwa 4,0 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,2 Mrd. €) betrugen. Von den Gesamtaufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren entfielen ca. 78 % (Vorjahr: 83 %) auf Lieferanten aus Ländern, deren „Country Sustainability Ranking“ sich im oberen Drittel befindet. Von den verbleibenden 22 % entfielen allein knapp zwei Drittel auf Bezüge aus Brasilien, China und Indien. Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2014 auf etwa 6,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 6,2 Mrd. €).

Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Eine interne Trainingsakademie unterstützt die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter und stellt den hohen Qualitätsstandard unserer Einkaufsprozesse sicher. Zu den Schulungsinhalten zählen unter anderem der siebenstufige strategische Einkaufsprozess, Verhandlungs- und interkulturelle Trainings sowie Zeit-, Lieferanten- und Risikomanagement.

Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs, Auktionen oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen DV-Systeme integriert sind. Im Jahr 2014 wurden rund 66 % (Vorjahr: ca. 64 %) aller Bestellpositionen automatisiert über E-Procurement abgewickelt.

Unser HSEQ-Managementprozess setzt bereits ein, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Im Berichtsjahr wurden Beschaffungsvorgänge mit mehr als 16.500 Lieferanten abgewickelt. Basierend auf den Grundsätzen von UN Global Compact, ILO, Responsible Care® und anderen CSRKodizes erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen bezüglich des Schutzes der Umwelt, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeits- und Einstellungspraktiken halten. Diese in unserem „Supplier Code of Conduct“ definierten Anforderungen sind bei unserer Lieferantenauswahl und bewertung ein wesentliches Kriterium.

Als Gründungsmitglied der Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) ist es unser Ziel, die Transparenz in unserer gesamten Lieferkette zu erhöhen und somit Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren. Die im Berichtsjahr auf inzwischen zwölf international operierende Chemieunternehmen gewachsene Initiative hat die Entwicklung und Umsetzung eines globalen Auditierungsprogramms als Ziel, um so die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette der Chemieindustrie zu bewerten und fortlaufend zu verbessern. Hierbei stehen die Themen Menschenrechte, Kinderarbeit, Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie Geschäftsethik im Vordergrund. Da die Bewertungsergebnisse und Auditreports innerhalb der Initiative geteilt werden, stand uns Ende 2014 eine deutlich höhere Anzahl von Nachhaltigkeitsbewertungen (mehr als 2.600) und Auditreports (286) zur Verfügung. Der Schwerpunkt der insgesamt 93 im Berichtszeitraum durchgeführten Audits lag unverändert auf Ländern wie Brasilien, China und Indien. Hierbei zeigte sich weiterhin Handlungsbedarf hinsichtlich der Themen Arbeits- und Menschenrechte sowie Arbeitssicherheit. Ein von insgesamt rund 350 Teilnehmern besuchter erster gemeinsamer „TfS Supplier Day“ in Schanghai (China) im Oktober 2014 wurde genutzt, um den anwesenden Lieferanten die zunehmende Bedeutung einer nachhaltigen Lieferkette für LANXESS und die anderen Mitglieder der Initiative zu verdeutlichen.

Produktion

LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Chemie- und Polymerprodukten. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.

Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch jeweils einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien), Singapur (Singapur) sowie Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Russland, Spanien, Südafrika und den USA. Für eine detaillierte Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten verweisen wir auf den Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente“ in diesem Lagebericht.

In unserem globalen Produktionsnetzwerk kam es im Jahr 2014 zu folgenden wesentlichen Veränderungen:

Am Standort Dormagen (Deutschland) steht der Business Unit High Performance Elastomers eine neue Fertigungsstraße für die Produktion von Polychloropren-Festkautschuken der Marke Baypren zur Verfügung.
Die Business Unit High Performance Materials eröffnete eine hochmoderne Compoundier­Anlage für technische Kunststoffe mit einer Kapazität von rund 20.000 Jahrestonnen im brasilianischen Porto Feliz.
Des Weiteren nahm die Business Unit High Performance Materials am belgischen Standort Antwerpen eine neue World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe mit einer Jahreskapazität von rund 90.000 Tonnen in Betrieb.
Am Firmensitz Brilon (Deutschland) hat die zur Business Unit High Performance Materials gehörende LANXESS Tochtergesellschaft Bond-Laminates GmbH den Ausbau der Kapazitäten für den Hochleistungsverbundwerkstoff Tepex abgeschlossen.
In Leverkusen (Deutschland) nahm die Business Unit Liquid Purification Technologies eine hochmoderne, lebensmittelgerechte Abfüllungs- und Verpackungsanlage sowie eine zusätzliche Produktionsstraße für schwach saure Kationenaustauscherharze in Betrieb.

Einschließlich der oben genannten Maßnahmen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlungswirksame Investitionen von 614 Mio. €. Einzelheiten hierzu finden sich in der Darstellung der Investitionen im Abschnitt „Vermögens- und Finanzlage“ dieses Lageberichts.

Aufgrund eines Streiks kam es in unserem belgischen Butylkautschukwerk in Zwijndrecht im März und April 2014 zu einem insgesamt neunwöchigen Produktionsausfall. Während dieser Zeit belieferten wir unsere Kunden aus unseren Butylkautschukanlagen in Sarnia (Kanada) bzw. Singapur (Singapur).

VERTRIEB UND KUNDEN

Vertrieb

Wir vertreiben unsere Produkte weltweit an mehrere tausend Kunden in über 150 Staaten auf allen Kontinenten. Führende Unternehmen der jeweiligen Abnehmerbranchen zählen zu unserem festen Kundenstamm. In sämtlichen Vertriebsregionen verfügen wir über langjährige Kundenbeziehungen. Um die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen, haben wir sehr flexible Marketing- und Vertriebsstrukturen etabliert. Unseren Vertrieb steuern wir über 49 eigene Gesellschaften weltweit. In Ländern, in denen wir bisher keine eigene Gesellschaft unterhalten, arbeiten wir mit lokalen Vertriebspartnern zusammen.

Um die größtmögliche Nähe zu den Kunden und deren individuelle Betreuung zu gewährleisten, leiten unsere Business Units ihre Vertriebsorganisation eigenverantwortlich. 52 eigene Produktionsstätten in 17 Ländern bieten uns einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden werden, soweit möglich, jeweils von regionalen Produktionsstandorten aus beliefert. Dies verschafft ihnen sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden die E-Business-Aktivitäten in den Bereichen Ein- und Verkauf sowie Logistik weiter ausgebaut. Insgesamt wurden weit über 1.000.000 Vorgänge und deren automatisierte Folgenachrichten per E-Business realisiert. Dazu dienten das Internetportal „LANXESS one“ und die System-zu-System-Anbindungen via „ELEMICA“. Diesen für alle Beteiligten vorteilhaften Prozess bauen wir fortlaufend aus, indem wir weitere Partner und technische Services hinzunehmen. So konnten die verkaufsseitig per E-Business erzielten Nettoerlöse im Vergleich zum Vorjahr um ca. 3 % auf ca. 1,8 Mrd. € gesteigert werden.

Der Anteil der Vertriebskosten am LANXESS Konzernumsatz betrug im Berichtsjahr 9,3 % und lag damit um 0,2 %-Punkte über dem Wert des Vorjahres von 9,1 %.

Die Entwicklung der Vertriebskosten sowie die Aufteilung nach Segmenten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Vertriebskosten

scroll

2010 2011 2012 2013 2014
Vertriebskosten in Mio. € 646 732 763 755 742
in % der Umsatzerlöse 9,1 8,3 8,4 9,1 9,3
Aufteilung nach Segmenten
Performance Polymers 216 262 284 286 277
Advanced Intermediates 122 127 125 126 123
Performance Chemicals 300 320 335 328 330
Überleitung 8 23 19 15 12

Kunden

Aufgrund unseres breiten Leistungsspektrums unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Kunden in der ganzen Welt. Diese bedürfen individueller, gezielter Ansprache, die wir aufgrund der Vertriebsorganisationen in der Verantwortung der Business Units leisten können. Die individuellen Vertriebsstrategien werden anhand von Erhebungen zur Kundenzufriedenheit regelmäßig überprüft.

Wir beliefern vor allem die Branchen Reifen, Automobil, Kunststoff, Chemie, Agrochemie, Bau, Elektro, Leder/Schuhe, Pharma, Lebensmittel, Wasseraufbereitung und Möbel.

Umsatzanteile nach Branchen

scroll

in % 2014
Reifen ~ 25
Automobil ~ 20
Chemie ~ 15
Agrochemie ~ 10
Bau, Elektro, Leder/Schuhe ~ 15
Sonstige (in Summe) ~ 15

Im Geschäftsjahr 2014 vereinten unsere zehn Top-Kunden einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 22 % (Vorjahr: 24 %) auf sich. Keiner unserer Kunden erreichte einen Umsatzanteil von mehr als 10 % am Konzernumsatz. Bei 50 Kunden (Vorjahr: 57) übertraf der Jahresumsatz 20 Mio. €.

Die Anzahl unserer Kunden in den jeweiligen Segmenten unterscheidet sich deutlich. Das Segment Performance Polymers verfügte 2014 über rund 3.600 Kunden (Vorjahr: 3.500), Advanced Intermediates über rund 3.100 Kunden (Vorjahr: 3.000) und Performance Chemicals über rund 11.300 Kunden (Vorjahr: 11.600). Basis dieser Angabe ist jeweils die Anzahl der Kundennummern im jeweiligen Segment. In allen Segmenten sind sämtliche Kunden- bzw. Umsatzklassen anzutreffen, wobei ein Kunde auch aus mehreren Segmenten beliefert werden kann.

Die vergleichsweise geringen Umsätze der einzelnen Kunden im Segment Performance Chemicals und die breite Kundenbasis spiegeln das Geschäft mit oftmals maßgeschneiderten Anwendungslösungen der Spezialchemie wider. Die deutlich niedrigere Zahl der Kunden im Segment Performance Polymers, die jedoch relativ hohe Umsätze generieren, ist dagegen typisch für das Geschäft mit synthetischen Kautschukprodukten. Aufgrund der hohen Kundenzahl lässt sich in keinem Segment eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden feststellen.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Bereich Forschung und Entwicklung liefert mit der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren sowie der ständigen Verbesserung bestehender Produktionsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit und zur Erweiterung unseres Produktportfolios. Im Jahr 2014 haben wir im Zuge der Neuausrichtung der dezentralen und zentralen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten die Schwerpunkte neu definiert. Wir fokussieren uns auf Produkte und Verfahren in unseren Kernbereichen mit einem kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont.

Organisatorische Ausrichtung

Unsere Forschungsprogramme sind direkt und konsequent an den Anforderungen unserer Kunden in den für uns relevanten Endmärkten ausgerichtet. So fokussieren beispielsweise die Business Units im Segment Performance Polymers ihre Aktivitäten verstärkt darauf, ihre Produkte und deren Qualität zu optimieren sowie neue Produkte zu entwickeln.

Andere Business Units, wie etwa die Business Unit Advanced Industrial Intermediates im Segment Advanced Intermediates, deren Produkte zu einem großen Teil eine hohe Marktreife aufweisen, konzentrieren sich darauf, ihre Produktionsanlagen und -verfahren durch stetige Prozessoptimierung zu verbessern.

In unserer zentralen Forschungseinheit, der Group Function Innovation & Technology, ergänzen wir die Forschungsarbeiten der Business Units mit Business-Unit-übergreifenden Projekten. So stellen wir sicher, dass Synergiepotenziale voll ausgeschöpft werden und Innovationen auf unterschiedliche Unternehmensbereiche übertragen werden können.

Forschungsschwerpunkte liegen auf den Themenfeldern „Process Innovation“ und „Product Innovation“, die jeweils in eigenen Abteilungen behandelt werden.

Im Bereich „Process Innovation“ stehen die Planung neuer Prozesse und die Integration neuer Technologien in unsere bereits bestehenden Produktionsprozesse im Fokus. Ziel ist hier die Kosten- und Technologieführerschaft. Ein Schwerpunkt liegt darin, unsere aktuellen Produktionsprozesse im Hinblick auf Optimierungspotenziale mit mathematischen und experimentellen Methoden zu überprüfen. Auf diese Weise konnten wir etwa erhebliche Rohstoff- und Energieeinsparmöglichkeiten identifizieren und in einigen Bereichen bereits realisieren. Darüber hinaus waren wir in der Lage, Betriebskosten weiter zu senken, indem wir in einigen Betrieben Prozessführungskonzepte unter Einschluss der Online-Analytik umsetzten. Diese Konzepte ermöglichen es, unsere Anlagen noch näher am optimalen Betriebspunkt zu betreiben.

Der Bereich „Product Innovation“ konzentriert sich auf das Hervorbringen neuer Produkte und neuer Anwendungen für bestehende Produkte sowie auf Produktmodifikationen. Die Entwicklung neuer Produkte ist dabei breiter angelegt als in den Business Units, die Themenschwerpunkte in der Regel Business-Unit-übergreifend. Unsere Forschungsziele leiten sich auch hier aus den Bedürfnissen unserer Kunden in den für LANXESS relevanten Märkten ab.

Unsere wesentlichen Forschungs- und Entwicklungseinheiten befinden sich an den Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen, Dormagen (Deutschland), London (Kanada) sowie Qingdao und Wuxi (China). Wir testen beispielsweise Hochleistungs-Kautschuke oder technische Kunststoffe für den Leichtbau in der Automobilindustrie. In Hongkong sind wir mit einem Zentrum für technische Kunststoffe präsent und stärken auf diese Weise unsere Beziehungen zu den Automobilherstellern in der asiatisch-pazifischen Wachstumsregion.

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Das Segment Performance Polymers stellte im Berichtsjahr eine innovative Vernetzungstechnologie auf Basis des Kunstharzes Resol mit Zeolith als neuem Co-Aktivator für EPDM-Kautschuk vor. Damit wird nicht nur eine hohe Vulkanisationsgeschwindigkeit, sondern auch eine besonders effiziente Vernetzung ermöglicht. Neben den etablierten Vulkanisationsverfahren mit Schwefel und Peroxid, den bedeutendsten Vernetzungstechnologien für EPDM, bietet die Resol-Vulkanisation eine vielversprechende Alternative für die Verarbeitung dieses synthetischen Kautschuks. Darüber hinaus haben wir ein neues, hitzestabilisiertes Polyamid 6 für das Direct-Long-Fibre-Thermoplastic (DLFT-) Fließpressen entwickelt. Es handelt sich um das erste maßgeschneiderte Polyamid 6 für diesen Prozess, das im Gegensatz zu herkömmlichen Langfaser-Pressmassen auf Basis von Polyamid 6 hervorragend fließt und sich bei Extrusionstemperaturen um etwa 300 Grad Celsius rauchgasfrei verarbeiten lässt. Unser Werkstoff erweitert daher das Einsatzspektrum des Verfahrens, das bisher von Polypropylen dominiert wurde, um Anwendungen, die typische Vorteile von Polyamid 6 mitbringen müssen.

Das Segment Advanced Intermediates bietet mit Baynox Extra jetzt einen hochkonzentrierten Flüssigstabilisator für Biodiesel an. Das leicht dosierbare Additiv verlängert die Haltbarkeit des aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen Biodiesels, selbst wenn dieser mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält. Die Kombination aus den beiden bewährten Antioxidantien Baynox und Baynox Plus hat einen Wirkstoffgehalt von 50 % und verhindert ein vorzeitiges Altern. Da der Stabilisator nicht auskristallisiert, ist er selbst bei minus zehn Grad Celsius problemlos einsetzbar. Eine Beheizung des Vortanks ist daher nicht erforderlich.

Das Segment Performance Chemicals hat im Berichtsjahr ebenfalls Innovationen im Markt eingeführt. Mit Levotan X-Biomer hat LANXESS eine neue Klasse von Nachgerbstoffen entwickelt. Als Alternative zu synthetischen Nachgerbstoffen umfasst die zum Patent angemeldete Produktreihe ein komplettes Portfolio für alle wichtigen Schritte des Nachgerbprozesses. Sämtliche Produkte basieren auf biologisch abbaubaren Polymeren, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und mittels eines biotechnologischen Verfahrens speziell für Anwendungen in der Nachgerbung funktionalisiert werden. Auf diese Weise lassen sich chromgegerbte Leder („Wet Blue“) herstellen, die selbst die hohen technischen Anforderungen beispielsweise im Automobilbereich oder bei Kinderschuhen erfüllen. Zusätzlich verringert der Einsatz von Levotan X-Biomer die Umweltbelastung im Gerbprozess in vielerlei Hinsicht. Weiterhin stellte LANXESS im Juni 2014 seine neue Produktreihe Lewabrane RO S vor. Sie umfasst zunächst drei Typen von gewickelten Membranelementen für die Umkehrosmose, die speziell für die Meerwasserentsalzung entwickelt wurden. Wichtige Praxistests wurden bereits im Vorfeld erfolgreich absolviert.

In unserer zentralen Forschungseinheit entwickelten wir darüber hinaus beispielsweise eine neue Technologie, die die direkte Verbundhaftung von Elastomeren wie EPDM an Polyamid-Bauteilen in einem Schritt bei der Vulkanisation ermöglicht. Ein Haftvermittler oder Primer ist dadurch überflüssig und die entsprechenden Prozessschritte können eingespart werden.

Die von der Group Function Innovation & Technology koordinierten forschungsintensiven Produkt- und Prozessentwicklungen werden überwiegend im Rahmen von Kooperationsprojekten mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Diese Form der Wissensgenerierung ist wesentlich effizienter und kostengünstiger, als die entsprechenden Ressourcen selbst vorzuhalten. Im Jahr 2014 bestanden insgesamt 154 (Vorjahr: 194) wesentliche Forschungs- und Entwicklungskooperationen, davon 41 mit Hochschulen (Vorjahr: 73), 79 mit Zulieferern oder Kunden (Vorjahr: 72) und 34 mit Forschungsinstituten (Vorjahr: 52).

Kostenentwicklung und Beschäftigte

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2014 insgesamt 160 Mio. €. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 14,0 % und einem Umsatzanteil von 2,0 % (Vorjahr: 186 Mio. € bzw. 2,2 %). Der Großteil der Aufwendungen entfiel auf die Business Units Butyl Rubber, High Performance Materials, Saltigo, High Performance Elastomers und Keltan Elastomers. Im Jahr 2014 vereinigten diese Business Units 53 % unserer Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung auf sich (Vorjahr: 59 %). Hinsichtlich des Anteils der Aufwendungen an ihrem jeweiligen Umsatz wiesen unsere Business Units Saltigo, Butyl Rubber, Liquid Purification Technologies, Material Protection Products und High Performance Elastomers die höchste Forschungsintensität auf.

Im Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten kommen bereits erste Einsparungen durch die Programme „Advance“ und „Let’s LANXESS again“ zum Ausdruck.

Der Verlauf der Forschungs- und Entwicklungskosten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Forschungs- und Entwicklungskosten

scroll

2010 2011 2012 2013 2014
Forschungs- und Entwicklungskosten in Mio. € 116 144 192 186 160
in % der Umsatzerlöse 1,6 1,6 2,1 2,2 2,0

Zum Jahresende 2014 beschäftigten wir in unseren Forschungs- und Entwicklungslaboren weltweit 708 Personen nach 931 Personen im Vorjahr. In unserer zentralen Forschungseinheit sank die Zahl der Beschäftigten auf 309 nach 383 zum 31. Dezember 2013. In den dezentralen Einheiten belief sich die Zahl auf 399 nach 548 im Vorjahr.

Entwicklung Beschäftigtenzahl im F&E-Bereich

scroll

2010 2011 2012 2013 2014
Stand am Jahresende 519 731 843 931 708
in % der Konzern-Beschäftigtenzahl 3,5 4,5 4,9 5,4 4,3

Themengebiete und Patentstrategie

Im Rahmen der weltweiten Neuausrichtung fokussieren wir unsere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung auf marktnahe Kernprojekte. Im Jahr 2014 bearbeiteten wir rund 210 Projekte (Vorjahr: 260), davon ca. 120 mit dem Ziel, neue Produkte und Anwendungen zu entwerfen bzw. bestehende zu verbessern (Vorjahr: 150). Die verbleibenden etwa 90 Projekte befassten sich unter den Zielsetzungen Kostensenkung, Effizienzsteigerung oder Kapazitätserhöhung mit verfahrenstechnischen Themen (Vorjahr: ca. 110). Etwa 20 % unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus 2014 planen wir bis Ende 2015 im Markt zu implementieren bzw. in der Technik zu starten (Vorjahr: ca. 20 %).

Die Ergebnisse unserer Tätigkeit werden - wo es möglich und sinnvoll ist - von Patenten geschützt. Im Laufe des Jahres 2014 haben wir weltweit 94 Prioritätsanmeldungen getätigt. Das gesamte Patentportfolio bestand zum 31. Dezember 2014 aus ca. 1.010 Patentfamilien mit ca. 7.360 einzelnen Schutzrechten.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Als global tätiger Spezialchemie-Konzern tragen wir eine große Verantwortung für Mensch und Umwelt. Unser unternehmerisches Handeln reflektiert dieses Verantwortungsbewusstsein, das auch wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist. Sicherheit, Umweltschutz, soziale Verantwortung, Qualität und Wirtschaftlichkeit stellen für uns wesentliche Unternehmensziele dar. Mit unseren Produkten und Aktivitäten können wir weltweit wichtige Beiträge dazu leisten, unsere Kunden zu stärken und die Lebensqualität der Menschen zu steigem. Unsere Verantwortung erstreckt sich dabei über die gesamte Liefer- bzw. Wertschöpfungskette - von der weltweiten Beschaffung von Rohstoffen und der Produktentwicklung über die Produktion, Lagerung und den Transport bis hin zur Verwendung und Entsorgung. Alle unsere Aktivitäten im Bereich Corporate Responsibility (CR) müssen zudem einen Bezug zu unserem Kerngeschäft oder zum vorhandenen Know-how haben.

Compliance, d. h. die Einhaltung von Gesetzen und ethischen Grundsätzen, verstehen wir als Grundlage nachhaltiger Unternehmensführung. Der konzernweit gültige „Kodex für gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln bei LANXESS“ legt Mindeststandards fest und gibt unseren Mitarbeitern Hinweise und Orientierung für deren Einhaltung.

Bereits seit 2006 unterstützen wir die Initiative Responsible Care® und haben im Berichtsjahr unser Bekenntnis zu den Visionen und dem ethischen Anliegen der Initiative mit Unterzeichnung der überarbeiteten Responsible Care® Global Charta 2014 erneuert. Darüber hinaus bekennen wir uns zu den anerkannten Prinzipien der weltweit größten Initiative für Corporate Responsibility, dem UN Global Compact.

Integriertes Managementsystem

Ein zentral geführtes Managementsystem sorgt bei LANXESS für die notwendigen globalen Managementstrukturen, um verantwortliches unternehmerisches Handeln zu gewährleisten. Weltweit orientieren wir uns an internen Richtlinien und Handlungsanweisungen sowie den internationalen Normen ISO 9001 und ISO 14001 für Qualitäts- bzw. Umweltmanagement. Den Fortschritt der Systemintegration neuer Standorte und die Leistungsfähigkeit unseres Managementsystems lassen wir regelmäßig weltweit von externen und unabhängigen Experten prüfen. Die Bestätigung der Compliance mit den Normen ISO 9001 und ISO 14001 erfolgt danach in einem globalen Matrixzertifikat. 2014 haben wir das Überwachungsaudit erfolgreich absolviert.

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 umfasste unser Matrixzertifikat 46 Gesellschaften mit 76 Standorten in 23 Ländern. 2014 wurde wie geplant die neue Butylkautschuk-Produktionsanlage in Singapur erstmals in das Zertifikat mit aufgenommen. An unseren Standorten in den USA wurde zusätzlich das Zertifikat gemäß RC14001 (RC = Responsible Care®) bestätigt. Darüber hinaus haben wir in Deutschland ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem etabliert, dessen Zertifikat 2014 erneut bestätigt wurde.

Unsere Strategie der globalen Zertifizierung des Energiemanagementsystems haben wir aufgrund der Neuausrichtung des Konzerns zugunsten einer Strategie regionaler Zertifizierungen geändert. Diesbezügliche Entscheidungen werden künftig jeweils lokal auf Basis regulatorischer Notwendigkeiten getroffen. An Standorten in Belgien und China werden der neuen Strategie entsprechend für 2015 Zertifizierungen vorbereitet.

Umweltdaten

Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein elektronisches Datenerfassungssystem. Die Datenerhebung erfolgt, mit Ausnahme der Million-Arbeitsstunden-Quote, nur an Produktionsstandorten, die zu über 50 % zum Konzern gehören. Für das Berichtsjahr 2014 hat die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unsere HSE-Kennzahlen des Jahres 2014 und die hierzu erforderlichen Datenerhebungsprozesse im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung erneut mit dem Ziel beurteilt, eine „begrenzte Prüfungssicherheit“ („limited assurance“) zu erlangen.

Gesellschaftliches Engagement

Im Zentrum unseres gemeinnützigen Handelns steht die Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen. Unsere konzernweite Plattform dafür ist die LANXESS Bildungsinitiative, in deren Rahmen wir mittlerweile an fast allen LANXESS Standorten entsprechende Projekte etabliert haben. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 haben wir weltweit insgesamt mehr als 6 Mio. € in die LANXESS Bildungsinitiative investiert und mit unseren Angeboten zehntausende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreicht.

WIRTSCHAFTSBERICHT

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Im Geschäftsjahr 2014 gab es keine Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG gehabt hätten.

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das globale Wachstum schwächte sich im Verlauf des Jahres 2014 leicht ab, schloss aber mit einem Anstieg um 2,4 % leicht über dem Niveau des Vorjahres von 2,1 %. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Asien/Pazifik resultierte in einem Zuwachs von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr und wurde getragen von der Dynamik im chinesischen Wirtschaftsraum, die im Jahresverlauf aber an Schwung verlor. Das Bruttoinlandsprodukt der Region NAFTA wuchs im Berichtsjahr um 2,3 %, wobei die Entwicklung im ersten Quartal durch die lang anhaltende Kälteperiode gebremst wurde. Die Region EMEA verzeichnete einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,6 % und war beeinflusst durch strukturellen Reformbedarf in der Eurozone sowie die damit verbundenen Diskussionen um die Finanzierung von Staatsschulden. Die Ukraine-Krise und die dadurch ausgelösten Wirtschaftssanktionen gegen Russland hemmten die wirtschaftliche Entwicklung ebenso wie die erneute Eskalation der Konflikte im Nahen Osten. Deutschland startete zunächst robust in das Jahr 2014, verlor jedoch ebenfalls angesichts der zuvor beschriebenen Entwicklungen im Jahresverlauf an Dynamik und erreichte am Ende ein Wachstum von 1,5 %. In der Region Lateinamerika resultierte unter anderem die Wachstumsschwäche der beiden großen Volkswirtschaften Brasilien und Argentinien in einem mit 0,8 % nur geringfügigen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts.

Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar entwickelte sich im Berichtsjahr entgegengesetzt zum Trend des Vorjahres. Das geldpolitische Umfeld in beiden Währungsräumen blieb über weite Strecken unverändert gegenüber dem Vorjahr und war weiterhin durch ein sehr niedriges Zinsniveau geprägt. Während die US-Notenbank gegen Ende der zweiten Jahreshälfte ihr Programm zum Ankauf von Anleihen auslaufen ließ, beschloss die Europäische Zentralbank ihre Bereitschaft, gegebenenfalls unbegrenzt bestimmte Staatsanleihen aufzukaufen. In diesem Rahmen blieb die US-amerikanische Währung in der ersten Jahreshälfte, ausgehend von einem Startwert von 1,38 US-Dollar je Euro, im Mittel weitgehend auf diesem Niveau. Ab Juli setzte dann eine deutliche Abwertung des Euro ein, die mit nur geringen Ausschlägen bis in den Oktober hinein anhielt. Obwohl der Kursverlauf danach deutlichere Ausschläge in die Gegenrichtung zeigte, setzte sich der Abwärtstrend des Euro unverändert fort, so dass zum Jahresende für einen Euro 1,21 US-Dollar gezahlt wurden - dies entspricht einem Wertzuwachs des US-Dollar von 11,6 % in 2014. Im Jahresdurchschnitt lag der Kurs unverändert gegenüber Vorjahr bei 1,33 US-Dollar je Euro. Aufgrund der regionalen Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein stärkerer US-Dollar grundsätzlich positiv auf unser Ergebnis aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Die Rohstoffmärkte zeigten im Verlauf des Berichtsjahres ein sinkendes Preisniveau. Für uns sind insbesondere die Preise von petrochemischen Rohstoffen relevant, da diese einen wesentlichen Einfluss auf unsere Produktionskosten haben. Der Preis für unseren wichtigsten strategischen Rohstoff, Butadien, sank an den Beschaffungsmärkten im Jahresverlauf, insbesondere ab Beginn der zweiten Jahreshälfte. Der Entwicklung des Rohölpreises folgend, verringerten sich auch die Preise für Eingangsprodukte wie Benzol und Toluol.

Chemische Industrie

Die gesamtwirtschaftlichen Vorgaben wirkten sich auch auf die Entwicklung der chemischen Industrie aus, deren Produktion sich weltweit um 3,6 % erhöhte. Schwerpunkt des Wachstums war die Region Asien/Pazifik mit einer Expansion um 5,6 %, insbesondere getragen von der Entwicklung des chinesischen Wirtschaftsraums. Die Chemieproduktion in der Region NAFTA stieg im Berichtsjahr um 2,4 %. In der Region Lateinamerika war die Produktion der chemischen Industrie mit 1,1 % rückläufig, während es im Vorjahr noch einen leichten Zuwachs von 0,3 % gegeben hatte. Der Chemiesektor in der Region EMEA verzeichnete ein Plus von 2,4 %, während die Geschäfte der Industrie in Deutschland um 0,9 % zurückgingen.

Bruttoinlandsprodukt 2014

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Bruttoinlandsprodukt
NAFTA 2,3
Lateinamerika 0,8
EMEA 1,6
Deutschland 1,5
Asien/Pazifik 3,9
Welt 2,4

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

Die weltweite Produktion der Reifenindustrie stieg in 2014 um 3,2 % und behielt damit das Wachstumsniveau des Vorjahres bei. Schwerpunkt dieses Wachstums war mit einem Plus von 4,5 % die Region Asien/Pazifik. Dämpfend wirkte sich die Entwicklung im chinesischen Wirtschaftsraum aufgrund der Diskussionen in den USA über Strafzölle auf Reifenimporte aus China aus. Die Region EMEA konnte ungeachtet der Ukraine-Krise und der wieder auflebenden Konflikte im Nahen Osten einen Zuwachs von 2,1 % verzeichnen. In Deutschland weitete die Reifenindustrie die Produktion um 5,6 % aus. Verhaltener im Vergleich zu den anderen Regionen fiel das Wachstum in der Region NAFTA aus, wo es trotz einer Erholung sowohl in der Erstausrüstung als auch im Ersatzreifengeschäft nur zu einem Wachstum von 1,9 % kam. Ein deutlicher Rückgang von 4,5 % ergab sich bei der Reifenproduktion in der Region Lateinamerika, wobei insbesondere der Bereich der Erstausrüstung Schwächen zeigte.

Die globale Produktion von Automobilen wuchs 2014 mit 2,0 % etwas langsamer als im Vorjahr mit 2,7 %. Prozentualer Wachstumstreiber war dabei die Region NAFTA mit einer robusten Steigerung von 4,6 %. Trotz der Ukraine-Krise und des damit verbundenen Rückgangs der Automobilproduktion in Osteuropa ergab sich in der Region EMEA eine Produktionssteigerung von 3,7 %. Eine stärkere lokale Nachfrage sowie weiterhin hohe Exporte stützten die Automobilfertigung in Deutschland und resultierten in einem Wachstum von 2,2 %. Aufgrund einer schwächeren Entwicklung im chinesischen Wirtschaftsraum und weiteren asiatischen Staaten nahm die Produktion von Automobilen in der Region Asien/Pazifik nur um 2,2 % gegenüber Vorjahr zu. In der Region Lateinamerika verlief das Jahr 2014 enttäuschend. Bedingt durch die ökonomische Krise in Argentinien und die schwache Entwicklung in Brasilien war die Produktion um 17,2 % rückläufig.

Die Herstellung von Agrochemikalien stieg weltweit im Berichtsjahr nur verhalten um 1,8 %. Positiv entwickelte sich die Branche insbesondere in der Region Asien/Pazifik mit einer Wachstumsrate von 2,7 %. In der Region EMEA stieg die Produktion um 2,2 %, wohingegen Deutschland mit einem Rückgang von 0,3 % das Niveau des Vorjahres knapp verfehlte. Aufgrund der langen Kälteperiode zu Beginn des Jahres und verstärkt durch hohe Vorratsbestände zum Ende des Vorjahres gingen die Geschäfte in der Region NAFTA um 1,1 % zurück. Im selben Maße sank auch das Produktionsvolumen in der Region Lateinamerika.

Die Bauindustrie erreichte ein globales Wachstum von 3,3 %. Die Region Asien/Pazifik wies ein Plus von 5,6 % auf und blieb damit auf dem Wachstumspfad des Vorjahres. Dieser Trend wurde gestützt durch Investitionen in die Infrastruktur im chinesischen Wirtschaftsraum. Deutschland zeigte weiterhin mit 2,8 % eine positive Dynamik und setzte sich damit etwas von der Entwicklung in der Region EMEA ab, die trotz der krisenhaften Entwicklungen in der Ukraine und im Nahen Osten einen Zuwachs von 1,7 % aufwies. Etwas stärker expandierte die Industrie in der Region NAFTA und beendete das Berichtsjahr mit einem Zuwachs von 2,4 %. Demgegenüber konnte die Produktion in der Baubranche in der Region Lateinamerika kaum ausgeweitet werden und bewegte sich mit einer Steigerung von 0,6 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2014

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Chemie Reifenindustrie Automobilindustrie Agrochemikalien Bauindustrie
NAFTA 2,4 1,9 4,6 -1,1 2,4
Lateinamerika -1,1 -4,5 -17,2 -1,1 0,6
EMEA 2,4 2,1 3,7 2,2 1,7
Deutschland -0,9 5,6 2,2 -0,3 2,8
Asien/Pazifik 5,6 4,5 2,2 2,7 5,6
Welt 3,6 3,2 2,0 1,8 3,3

FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF WESENTLICHE EREIGNISSE

Der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr war geprägt durch die weiterhin schwierige Wettbewerbssituation in unseren Geschäften mit synthetischen Kautschuken. Grundsätzlich führte die rückläufige Entwicklung der Beschaffungskosten für Schlüsselrohstoffe, insbesondere für Butadien, zu entsprechenden Anpassungen der Verkaufspreise. Weiterer Preisdruck ergab sich auch aufgrund wachsender Produktionskapazitäten von neuen sowie bereits etablierten Anbietern, die ihre bestehenden Kapazitäten erweiterten. Positiv wirkten die Entwicklung der Wechselkurse sowie niedrigere Energiekosten, auch aufgrund des gesunkenen Rohölpreises.

An unserem belgischen Standort in Zwijndrecht kam es im März und April 2014 zu einem Streik in unserem Butylkautschukwerk, der zu einem neunwöchigen Produktionsausfall führte und das Ergebnis unseres Segments Performance Polymers belastete.

Im Berichtsjahr leiteten wir eine umfassende Neuausrichtung des Konzerns ein. Vor diesem Hintergrund wurde im zweiten Quartal die Erhöhung des Grundkapitals der LANXESS AG beschlossen und durchgeführt. Die Kapitalmaßnahme führte zu einem Bruttoerlös von 433 Mio. € und diente unter anderem der Finanzierung der initiierten weltweiten Neuausrichtung mit dem Programm „Let’s LANXESS again“. Das Programm gliedert sich in die drei Stufen Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur, operative Wettbewerbsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios. Weitere Informationen zu „Let’s LANXESS again“ finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung“ dieses Lageberichts.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Tatsächlicher versus prognostizierter Geschäftsverlauf in 2014

scroll

Prognose für 2014 im Geschäftsbericht 2013 Eingetreten in 2014
Geschäftsentwicklung Konzern
EBITDA vor Sondereinflüssen Leichte Steigerung gegenüber Vorjahr (735 Mio. €) 808 Mio. €
Geschäftsentwicklung Segmente
Performance Polymers Leichte Nachfrageverbesserung aus zentralen Kundenindustrien Automobil und Reifen; dynamischste Entwicklung aus asiatischen Wachstumsmärkten; anhaltend starker Wettbewerb für synthetische Kautschukprodukte Anhaltend schwieriges Marktumfeld für Geschäfte mit synthetischen Kautschuken; Rückgang der Absatzmengen um 1,4 % (EBITDA vor Sondereinflüssen: 392 Mio. €)
Advanced Intermediates Gute Nachfrage aus dem Bereich der Agrochemie; mehr geplante Stillstände in 2014 Gute Nachfrage nach Agrochemikalien; Steigerung der Absatzmengen um 2,1 % (EBITDA vor Sondereinflüssen: 303 Mio. €)
Performance Chemicals Leichte Nachfrageverbesserung; dynamischeres Wachstum der Bauindustrie Steigerung der Absatzmengen um 2,8 % (EBITDA vor Sondereinflüssen: 274 Mio. €)
Rohstoffpreise Unterschiedliche Preistrends bei den verschiedenen strategischen Rohstoffen; Rohstoffpreise bei anhaltend volatilem Verlauf gesunken
insgesamt Trend zu höheren Beschaffungskosten bei anhaltender Volatilität
Finanzlage Konzern
Auszahlungswirksame Investitionen Auf Vorjahresniveau (624 Mio. €) 614 Mio. €

Im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 hatten wir für das Jahr 2014 eine leichte Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. In den Zwischenberichterstattungen des Berichtsjahres konnten wir diese Prognose konkretisieren. Das tatsächlich erwirtschaftete Ergebnis von 808 Mio. € lag um 9,9 % über dem Ergebnis des Vorjahres von 735 Mio. € und ungefähr in der Mitte der Bandbreiten, die im Rahmen der Zwischenberichterstattungen des Jahres 2014 prognostiziert wurden.

Im Einklang mit der Entwicklung des LANXESS Konzerns steigerten unsere Segmente Performance Polymers und Advanced Intermediates das EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8 % bzw. 5,9 % auf 392 Mio. € bzw. 303 Mio. €. Unser Segment Performance Chemicals erwirtschaftete hingegen mit 274 Mio. € ein Ergebnis, das deutlich über dem des Vorjahres von 231 Mio. € lag.

Für die LANXESS AG gingen wir für das Berichtsjahr von einem Jahresüberschuss leicht über dem Niveau des Vorjahres aus. Im Wesentlichen bedingt durch das verschlechterte Beteiligungsergebnis lag der Jahresüberschuss mit minus 85 Mio. € deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 35 Mio. €.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES LANXESS KONZERNS

Konzernweite Neuausrichtung eingeleitet
Preisbedingter Umsatzrückgang auf Konzernebene um 3,5 %, im Wesentlichen rohstoffgetrieben
Weiterhin schwierige Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken; gute Nachfrage nach Agrochemikalien
EBITDA vor Sondereinflüssen um 9,9 % auf 808 Mio. € gestiegen
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen bei 10,1 % nach 8,9 % im Vorjahr
Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie verbessert auf 47 Mio. € bzw. 0,53 € nach minus 159 Mio. € bzw. minus 1,91 €
Verschuldung gegenüber Vorjahr um nahezu 400 Mio. € reduziert

Überblick Finanzkennzahlen

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
Umsatzerlöse 8.300 8.006 -3,5
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.548 1.588 2,6
EBITDA vor Sondereinflüssen 735 808 9,9
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 8,9% 10,1% -
EBITDA 624 644 3,2
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 288 402 39,6
Operatives Ergebnis (EBIT) -93 218 > 100
EBIT-Marge -1,1% 2,7% -
Finanzergebnis -146 -138 5,5
Ergebnis vor Ertragsteuern -239 80 > 100
Konzernergebnis -159 47 > 100
Ergebnis je Aktie (€) -1,91 0,53 > 100

Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 8.006 Mio. € um 3,5 % unter dem Wert des Vorjahres von 8.300 Mio. €. Die leichte Ausweitung der Absatzmengen resultierte in einem Umsatzplus von 0,4 %. Der Effekt aus niedrigeren Verkaufspreisen, die zu einem Umsatzminus von 3,5 % führten, wurde durch die schwach nachteilige Entwicklung der Wechselkurse sowie geringfügig negative Portfolioeffekte verstärkt. Nach Bereinigung um Währungs- und Portfolioeffekte sank der operative Umsatz um 3,1 %.

Umsatzeffekte

scroll

in % 2014
Preis -3,5
Menge 0,4
Währung -0,3
Portfolio -0,1
-3,5

Unser Segment Performance Polymers verzeichnete im Berichtsjahr einen deutlichen Umsatzrückgang von 8,0 % und hatte somit wesentlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung des Konzerns. Die Entwicklung der Verkaufspreise war insbesondere auf niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe sowie die anhaltend herausfordernde Wettbewerbssituation zurückzuführen. Zudem lagen die Verkaufsmengen unter Vorjahresniveau. Negative Wechselkurseinflüsse sowie ein nachteiliger Portfolioeffekt aus der Veräußerung der Anteile an der Perlon-Monofil GmbH, Dormagen (Deutschland), wirkten sich geringfügig aus.

Das Segment Advanced Intermediates verzeichnete ein leichtes Umsatzminus von 0,2 %. Dabei kompensierte die positive Mengenentwicklung einen negativen Effekt aus dem Rückgang der Verkaufspreise. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte geringfügig belastend.

In unserem Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz um 2,9 %. Die Entwicklung war geprägt von gestiegenen Absatzmengen sowie Verkaufspreisen, die leicht über dem Vorjahresniveau lagen. Geringe Portfolioeffekte aus im Vorjahr getätigten Akquisitionen, deren Aktivitäten den Business Units Material Protection Products und Functional Chemicals zugeordnet wurden, sowie die nachteilige Entwicklung der Wechselkurse wirkten sich in Summe leicht negativ aus.

Umsatz nach Segmenten

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
Anteil am Konzernumsatz

in %
Performance Polymers 4.486 4.128 -8,0 51,6
Advanced Intermediates 1.647 1.643 -0,2 20,5
Performance Chemicals 2.132 2.193 2,9 27,4
Überleitung 35 42 20,0 0,5
8.300 8.006 -3,5 100,0

Während der Umsatz in der Region Nordamerika leicht gesteigert werden konnte, verzeichnete LANXESS in den anderen Absatzregionen geringere Umsätze. Insbesondere waren Lateinamerika und EMEA (ohne Deutschland) mit Umsatzrückgängen von 11,1 % bzw. 4,5 % betroffen. Die Regionen Asien/Pazifik und Deutschland zeigten sich mit einem Minus von 3,1 % bzw. 1,2 % vergleichsweise robust. Maßgeblich für den Geschäftsverlauf in den unterschiedlichen Regionen war überwiegend die Entwicklung des Segments Performance Polymers.

Auftragsentwicklung

Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie revolvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellungsvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind stattdessen regelmäßig stattfindende, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operative Zielgröße des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Unternehmensspezifische Frühindikatoren“.

Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragsstärke nicht aussagekräftig und unterbleibt an dieser Stelle.

Bruttoergebnis vom Umsatz

Die Kosten der umgesetzten Leistungen verringerten sich überproportional zum Umsatz um 4,9 % auf 6.418 Mio. €. Sinkende Einstandspreise für Rohstoffe und Energien sowie eine höhere Auslastung der Anlagen und die damit verbundenen geringeren Leerkosten wirkten entlastend und glichen den auf die Kosten bezogenen gegenläufigen Effekt aus höheren Absatzmengen mehr als aus. Darüber hinaus wirkte sich die Belastung durch die Inbetriebnahme einer neuen Anlage im Vorjahr stärker aus. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte einen positiven Einfluss. Die Auslastung der Kapazitäten lag mit rund 79 % um 1 %-Punkt über dem Wert des Vorjahres.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag mit 1.588 Mio. € um 40 Mio. € bzw. 2,6 % über dem Wert des Vorjahres. Die Bruttomarge stieg von 18,7 % auf 19,8 %. Die Ausweitung der Absatzmengen sowie geringere Fertigungskosten trugen zu der positiven Entwicklung bei. Die gesunkenen Verkaufspreise, die den unabhängig von den Fertigungskosten betrachteten positiven Effekt aus geringeren Rohstoffkosten überstiegen, wirkten gegenläufig. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte aus Konzernsicht einen positiven Einfluss auf das Bruttoergebnis.

EBITDA und operatives Ergebnis (EBIT)

Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Sondereinflüssen stieg im Geschäftsjahr 2014 um 73 Mio. € bzw. 9,9 % auf 808 Mio. € nach 735 Mio. € im Vorjahr. Die Entwicklung war insbesondere auf gesunkene Fertigungskosten sowie höhere Absatzmengen zurückzuführen. Darüber hinaus unterstützten vorteilhafte Wechselkurseinflüsse, die einen geringfügig negativen Portfolioeffekt mehr als ausglichen. Belastend wirkte die Anpassung der Verkaufspreise, die insbesondere aufgrund der herausfordernden Wettbewerbssituation im Kautschukmarkt über die Entlastung aus dem Rückgang der Rohstoffpreise hinausging. Die Vertriebskosten sanken im Geschäftsjahr 2014 um 13 Mio. € auf 742 Mio. €. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken um 14,0 % auf 160 Mio. €. Die allgemeinen Verwaltungskosten verringerten sich von 301 Mio. € auf 278 Mio. €. In der Entwicklung der Funktionskosten zeigten sich bereits Kosteneinsparungen aus den Programmen „Advance“ und „Let’s LANXESS again“. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Konzern von 8,9 % auf 10,1 %.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen unseres Segments Performance Polymers lag mit 392 Mio. € um 3 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres von 389 Mio. €. Die Entwicklung war geprägt von deutlich niedrigeren Fertigungskosten, unter anderem aufgrund von geringeren Energie- und Leerkosten, sowie geringeren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus war das Vorjahr belastet durch die Inbetriebnahme einer neuen Anlage. Gegenläufig wirkten niedrigere Verkaufspreise aufgrund der weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken sowie teilweise geringerer Einstandspreise für Rohstoffe. Wechselkurs- und Portfolioeinflüsse wirkten sich in Summe positiv aus.

In unserem Segment Advanced Intermediates wuchs das EBITDA vor Sondereinflüssen um 17 Mio. € auf 303 Mio. €. Die weiterhin gute Nachfrage nach Agrochemikalien führte zu positiven Mengeneffekten. Der Rückgang der Verkaufspreise stand im Einklang mit der Entwicklung der Rohstoffkosten. Die Veränderung der Wechselkurse wirkte sich nicht wesentlich aus.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals lag mit 274 Mio. € um 43 Mio. € bzw. 18,6 % über dem Niveau des Vorjahres. Auf Segmentebene führten die Steigerung der Absatzmengen, die vorteilhafte Entwicklung der Wechselkurse sowie ein positiver Preiseffekt zu einer Ergebnisverbesserung. Gegenläufig wirkten gestiegene Fertigungskosten.

EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
Performance Polymers 389 392 0,8
Advanced Intermediates 286 303 5,9
Performance Chemicals 231 274 18,6
Überleitung -171 -161 5,8
735 808 9,9

Die Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum operativen Ergebnis (EBIT) ergibt sich wie folgt:

Überleitung EBITDA vor Sondereinflüssen zum EBIT

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
EBITDA vor Sondereinflüssen 735 808 9,9
Abschreibungen -717 -426 40,6
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse -111 -164 -47,7
Operatives Ergebnis (EBIT) -93 218 > 100

Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns stieg im Berichtsjahr sehr deutlich von minus 93 Mio. € auf 218 Mio. €. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 426 Mio. € und lagen auch nach Zugängen aus Investitionstätigkeit um 291 Mio. € bzw. 40,6 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 32 Mio. € nach 279 Mio. € im Vorjahr. Die außerplanmäßigen Abschreibungen zum Jahresende 2013 verringerten die Abschreibungsbasis des Berichtsjahres.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, als Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, verbesserte sich deutlich um 209 Mio. € auf minus 190 Mio. €. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich ein Wert von minus 6 Mio. €, der somit um 12 Mio. € über dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Die Sondereinflüsse des Berichtsjahres von 184 Mio. € waren mit 164 Mio. € EBITDA­wirksam und betrafen im Wesentlichen die Programme „Let’s LANXESS again“ und „Advance“ sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten. Die EBITDA­neutralen Sondereinflüsse in Höhe von 20 Mio. € entfielen vor allem auf die außerplanmäßige Abschreibung einer Testanlage der Business Unit Butyl Rubber. Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse von saldiert 381 Mio. € an, die in Höhe von 270 Mio. € nicht EBITDA-wirksam waren und außerplanmäßige Abschreibungen der Business Units Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals betrafen. Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse des Vorjahres von 111 Mio. € betrafen im Wesentlichen das Programm „Advance“ zur segmentübergreifenden Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten.

Überleitung EBIT zum Konzernergebnis

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
Operatives Ergebnis (EBIT) -93 218 > 100
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 2 ­
Zinsergebnis -106 -69 34,9
Sonstiges Finanzergebnis -40 -71 -77,5
Finanzergebnis -146 -138 5,5
Ergebnis vor Ertragsteuern -239 80 > 100
Ertragsteuern 71 -36 < -100
Ergebnis nach Ertragsteuern -168 44 > 100
davon:
auf andere Gesellschafter entfallend -9 -3 66,7
den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) -159 47 > 100

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf minus 138 Mio. € nach minus 146 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis der at equity bewerteten Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), betrug 2 Mio. € nach 0 Mio. € im Vorjahr. Im Zinsergebnis lagen die Zinsaufwendungen im Wesentlichen aufgrund der Rückzahlung der im Jahr 2009 begebenen und im Berichtszeitraum fällig gewordenen Euroanleihe über 500 Mio. € um 36 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Wie im Vorjahr wirkte entlastend, dass anteilige Fremdkapitalkosten, unter anderem im Rahmen der Errichtung der neuen Anlagen in Singapur und China, aktiviert wurden. In Summe lag das Zinsergebnis mit minus 69 Mio. € um 37 Mio. € über dem Vorjahr. Das verschlechterte sonstige Finanzergebnis resultierte im Wesentlichen aus dem deutlich schlechteren Kursergebnis. Zusätzlich ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht höhere Aufwendungen aus der Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen.

Ergebnis vor Ertragsteuern

Aufgrund der Entwicklung des operativen Ergebnisses verbesserte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 319 Mio. € auf 80 Mio. €.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2014 ergab sich ein Steueraufwand in Höhe von 36 Mio. € nach einem Ertrag aus Ertragsteuern von 71 Mio. € im Vorjahr. Die Steuerquote betrug 45,0 % gegenüber 29,7 % in der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis/Ergebnis je Aktie/Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen

Das Konzernergebnis lag mit 47 Mio. € um 206 Mio. € über dem Vorjahreswert. Auf andere Gesellschafter entfiel ein Ergebnisanteil von minus 3 Mio. € nach minus 9 Mio. € im Vorjahr.

Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während der Berichtsperiode in Umlauf gewesenen LANXESS Aktien errechnet. Die Anzahl der in Umlauf gewesenen Aktien wurde durch die im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien erhöht. Die Erhöhung wurde zeitanteilig berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie lag mit 0,53 € über dem Wert des Vorjahres von minus 1,91 €.

Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen lag bei 1,98 € nach 1,37 € im Vorjahr. Die Ermittlung erfolgte ausgehend vom Ergebnis je Aktie unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse sowie darauf entfallender Steuereffekte. Die Sondereinflüsse im Berichtsjahr betrugen 184 Mio. € nach 381 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

ENTWICKLUNG DER REGIONEN

Umsatz nach Verbleib

scroll

2013 2014 Veränd.

in %
in Mio. € in % in Mio. € in %
--- --- --- --- --- ---
EMEA (ohne Deutschland) 2.404 29,0 2.296 28,7 -4,5
Deutschland 1.458 17,6 1.440 18,0 -1,2
Nordamerika 1.332 16,0 1.338 16,7 0,5
Lateinamerika 966 11,6 859 10,7 -11,1
Asien/Pazifik 2.140 25,8 2.073 25,9 -3,1
8.300 100,0 8.006 100,0 -3,5

EMEA (ohne Deutschland)

Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) ging um 108 Mio. € bzw. 4,5 % auf 2.296 Mio. € zurück. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Portfolioeinflüsse aus dem Erwerb des Phosphorchemikaliengeschäfts der Thermphos France S.A.R.L., Epierre (Frankreich), sowie aus der Veräußerung der Anteile an der Perlon-Monofil GmbH, Dormagen (Deutschland), lag das Minus bei 4,2 %. Das Segment Performance Polymers verzeichnete einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Unsere Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals erreichten eine Umsatzsteigerung im mittleren bzw. niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die insgesamt rückläufige Entwicklung in der Region betraf vor allem Belgien, Italien, Frankreich, Spanien und die Türkei. Unterstützend wirkte die positive Nachfrageentwicklung unter anderem in den Niederlanden, Tschechien und Südafrika.

Mit einem Umsatzanteil von 28,7 % nach 29,0 % im Vorjahr lag der Schwerpunkt unserer Geschäftsaktivitäten unverändert in der Region EMEA (ohne Deutschland).

Deutschland

In Deutschland erwirtschafteten wir im Geschäftsjahr 2014 mit 1.440 Mio. € einen Umsatz, der um 18 Mio. € bzw. 1,2 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Materielle Portfolioeffekte waren hierbei nicht zu berücksichtigen. Unser Segment Performance Chemicals erzielte ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während die Umsätze des Segments Performance Polymers auf Vorjahresniveau lagen. Umsatzeinbußen im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnete das Segment Advanced Intermediates.

Der Anteil Deutschlands am Konzernumsatz erhöhte sich leicht von 17,6 % auf 18,0 %.

Nordamerika

Der Umsatz in dieser Region lag mit 1.338 Mio. € um 6 Mio. € bzw. 0,5 % über dem Wert des Vorjahres. Nach Bereinigung um geringe Wechselkurs- und Portfolioeffekte ergab sich ein Zuwachs um 0,9 %. Der Geschäftsverlauf war geprägt von der positiven Entwicklung in den Segmenten Advanced Intermediates und Performance Chemicals, die eine Umsatzsteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichneten. Diese glich einen nachteiligen Geschäftsverlauf des Segments Performance Polymers im niedrigen einstelligen Prozentbereich mehr als aus. Maßgeblich für die Entwicklung in der Region waren die USA.

Der Anteil Nordamerikas am Konzernumsatz lag mit 16,7 % um 0,7 %-Punkte über dem Niveau des Vorjahres.

Lateinamerika

In der Region Lateinamerika gingen die Umsätze deutlich um 107 Mio. € bzw. 11,1 % auf 859 Mio. € zurück. Bereinigt um geringe Währungs- und Portfolioeffekte ergab sich ein Rückgang um 10,5 %. Ausschlaggebend für den Geschäftsverlauf war die Entwicklung im Segment Performance Polymers, das einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich verzeichnete. Auch die Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals wiesen Geschäftsrückgänge, jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich, auf. Die Entwicklung in der Region war vor allem auf die Umsätze in Brasilien zurückzuführen.

LANXESS erwirtschaftete in Lateinamerika 10,7 % des Konzernumsatzes nach 11,6 % im Vorjahreszeitraum.

Asien/Pazifik

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik sank im Geschäftsjahr 2014 um 67 Mio. € bzw. 3,1 % auf 2.073 Mio. €. Nach Bereinigung um negative Wechselkurs- und geringe Portfolioeinflüsse ergab sich ein Rückgang von 2,4 %. Die Entwicklung war im Wesentlichen auf den Geschäftsverlauf unserer Segmente Performance Polymers und Advanced Intermediates zurückzuführen, die Umsatzrückgänge im hohen bzw. mittleren einstelligen Prozentbereich aufwiesen. Eine deutlich positive Entwicklung der Umsätze verzeichnete das Segment Performance Chemicals mit einer Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich. Wesentlichen Anteil an der operativen Entwicklung in der Region hatten Hong Kong, China, Taiwan und Thailand. Steigende Umsätze kamen aus Indien, Singapur und Indonesien, wobei Letztere einen deutlich verhalteneren Trend zeigten.

Der Anteil am Konzernumsatz blieb mit 25,9 % nahezu unverändert gegenüber 25,8 % im Vorjahr. Die Region Asien/Pazifik bestätigte damit in der Umsatzverteilung des Konzerns den Platz als zweitstärkste Region hinter EMEA (ohne Deutschland).

SEGMENTDATEN

Performance Polymers: Herausfordernde Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken; niedrigere Verkaufspreise belasten Umsatz und Ergebnis
Advanced Intermediates: Ergebnissteigerung bei Umsatz auf Vorjahresniveau, Geschäft mit Agrochemikalien weiterhin gut
Performance Chemicals: Umsatz und Ergebnis insbesondere durch höhere Absatzmengen bei stabilen Preisen gesteigert

Performance Polymers

scroll

2013 2014 Veränd.

in %
in Mio. € Marge

in %
in Mio. € Marge

in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 4.486 4.128 -8,0
EBITDA vor Sondereinflüssen 389 8,7 392 9,5 0,8
EBITDA 372 8,3 351 8,5 -5,6
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 135 3,0 181 4,4 34,1
Operatives Ergebnis (EBIT) -117 -2,6 120 2,9 > 100
Auszahlungen für Investitionen 385 428 11,2
Abschreibungen 489 231 -52,8
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 5.379 5.176 -3,8

Unser Segment Performance Polymers zeigte im Geschäftsjahr 2014 eine gegenüber dem Vorjahr rückläufige Geschäftsentwicklung, da sich die Umsätze gegenüber der Vergleichsbasis um 8,0 % auf 4.128 Mio. € verringerten. Die Entwicklung wurde wesentlich durch einen negativen Preiseffekt von 5,9 % sowie um 1,4 % niedrigere Absatzmengen beeinflusst. Die geringfügig nachteilige Veränderung der Wechselkurse sowie ein leicht negativer Portfolioeffekt aus der Veräußerung der Anteile an der Perlon-Monofil GmbH, Dormagen (Deutschland), trugen mit 0,7 % zu dem Rückgang bei.

Sämtliche Business Units des Segments waren von rückläufigen Marktpreisen betroffen. Dabei wirkten sich insbesondere geringere Rohstoffkosten sowie das anhaltend schwierige Marktumfeld für unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken aus. Während die Business Units Keltan Elastomers, High Performance Materials und High Performance Elastomers höhere Absatzmengen verzeichneten, wiesen die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers eine negative Mengenentwicklung auf. Sämtliche Business Units waren durch die Entwicklung der Wechselkurse geringfügig belastet. Bei der Business Unit High Performance Materials ergab sich zudem ein leicht negativer Portfolioeffekt. Während die Umsätze des Segments in den Regionen Deutschland und Nordamerika leicht unter dem Niveau des Vorjahres lagen, ging das Geschäft in den übrigen Regionen deutlich zurück.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers lag mit 392 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres von 389 Mio. €. Die Business Units Performance Butadiene Rubbers, High Performance Elastomers und High Performance Materials zeigten dabei eine positive Entwicklung. Ergebnisverbessernd wirkten insbesondere die deutlich niedrigeren Fertigungskosten, unter anderem aufgrund von geringeren Energie- und Leerkosten. Darüber hinaus wirkte sich die Belastung durch die Inbetriebnahme einer neuen Anlage im Vorjahr stärker aus. Geringere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie geringere allgemeine Verwaltungskosten trugen ebenfalls zur Entwicklung bei. Ergebnisbelastend wirkten niedrigere Verkaufspreise aufgrund geringerer Einstandspreise für Rohstoffe sowie der weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken. Zudem führten Streiks in unserem belgischen Butylkautschukwerk zu einem insgesamt neunwöchigen Produktionsausfall und einer Ergebnisbelastung unserer Business Unit Butyl Rubber. Auf Segmentebene belastete zusätzlich die Entwicklung der Absatzmengen. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte sich positiv aus und glich geringfügig negative Portfolioeinflüsse mehr als aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments stieg von 8,7 % auf 9,5 %.

Auf das Segment entfielen Sondereinflüsse von 61 Mio. €, von denen 41 Mio. € EBITDA-wirksam waren. Die nicht EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse entfielen vor allem auf eine außerplanmäßige Abschreibung einer Testanlage der Business Unit Butyl Rubber. Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse betrafen insbesondere Maßnahmen im Rahmen der Programme „Let’s LANXESS again“ und „Advance“. Die Sondereinflüsse des Vorjahres von 252 Mio. €, von denen 17 Mio. € EBITDA-wirksam waren, entfielen im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen der Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers.

Advanced Intermediates

scroll

2013 2014 Veränd.

in %
in Mio. € Marge

in %
in Mio. € Marge

in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 1.647 1.643 -0,2
EBITDA vor Sondereinflüssen 286 17,4 303 18,4 5,9
EBITDA 287 17,4 293 17,8 2,1
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 209 12,7 214 13,0 2,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 210 12,8 204 12,4 -2,9
Auszahlungen für Investitionen 96 84 -12,5
Abschreibungen 77 89 15,6
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 2.854 2.809 -1,6

Die Umsätze unseres Segments Advanced Intermediates lagen im Geschäftsjahr 2014 mit 1.643 Mio. € nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Während die rohstoffpreisgetriebene Anpassung der Verkaufspreise zu einem negativen Effekt von 2,1 % führte, lagen die Absatzmengen um 2,1 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte keinen wesentlichen Einfluss.

In beiden Business Units des Segments konnten die Absatzmengen teilweise deutlich gesteigert werden, wobei sich insbesondere die Nachfrage nach Agrochemikalien erfreulich entwickelte. Gegenläufig wirkte sich die Entwicklung der Verkaufspreise insbesondere bei der Business Unit Advanced Industrial Intermediates aus. In den Regionen Nordamerika und EMEA (ohne Deutschland) verzeichnete das Segment einen positiven Geschäftsverlauf. In den übrigen Regionen lag der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates stieg um 17 Mio. € bzw. 5,9 % auf 303 Mio. €. Dabei führten insbesondere höhere Absatzmengen sowie eine Entlastung aus Rohstoffkosten zu einer Ergebnisverbesserung. Gegenläufig wirkte die Anpassung der Verkaufspreise. Die Veränderung der Wechselkurse wirkte sich nur geringfügig auf das Ergebnis aus. Die EBITDA­Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich von 17,4 % auf 18,4 %.

Im Geschäftsjahr fielen Sondereinflüsse von 10 Mio. € an, die vollständig EBITDA-wirksam waren und im Wesentlichen auf das Programm „Let’s LANXESS again“ entfielen. Im Vorjahr fielen Sondererträge von saldiert 1 Mio. € an, wobei Auflösungen von Rückstellungen für die Neuausrichtung der Business Unit Saltigo Aufwendungen für weitere Maßnahmen im Rahmen des Programms „Advance“ gegenüberstanden.

Performance Chemicals

scroll

2013 2014 Veränd.

in %
in Mio. € Marge

in %
in Mio. € Marge

in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 2.132 2.193 2,9
EBITDA vor Sondereinflüssen 231 10,8 274 12,5 18,6
EBITDA 181 8,5 240 10,9 32,6
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 139 6,5 188 8,6 35,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 54 2,5 154 7,0 > 100
Auszahlungen für Investitionen 111 77 -30,6
Abschreibungen 127 86 -32,3
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 5.837 5.613 -3,8

Im Segment Performance Chemicals stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr um 61 Mio. € bzw. 2,9 % auf 2.193 Mio. €. Während sich insbesondere die Steigerung der Absatzmengen um 2,8 % umsatzerhöhend auswirkte, lagen die Verkaufspreise um 0,3 % leicht über dem Niveau des Vorjahres. Portfolio- und Wechselkurseffekte wirkten sich in Summe leicht negativ aus.

Die Absatzmengen und Verkaufspreise des Segments lagen insgesamt über dem Niveau des Vorjahres, wobei die einzelnen Business Units eine unterschiedliche Entwicklung zeigten. In den meisten Business Units des Segments glich die Steigerung der Absatzmengen die teilweise rohstoffpreisbedingt leicht gesunkenen Verkaufspreise mehr als aus. Die Business Units Functional Chemicals und Rubber Chemicals konnten eine rückläufige Mengenentwicklung durch höhere Verkaufspreise weitestgehend ausgleichen. Ein positiver Portfoliobeitrag in den Business Units Material Protection Products und Functional Chemicals wurde durch die nachteilige Entwicklung der Wechselkurse auf Segmentebene überkompensiert. In den Regionen Asien/Pazifik, Nordamerika, Deutschland sowie EMEA (ohne Deutschland) konnte das Geschäftsvolumen ausgeweitet werden.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals stieg gegenüber dem Vorjahr um 43 Mio. € bzw. 18,6 % auf 274 Mio. €. Der Anstieg resultierte neben der positiven Mengenentwicklung insbesondere aus einer vorteilhaften Entwicklung der Wechselkurse, einem vorteilhaften Preiseffekt sowie einer Entlastung aus geringeren Einstandspreisen für Rohstoffe. Belastend wirkten höhere Fertigungskosten. Portfolioeffekte wirkten sich nicht wesentlich aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg von 10,8 % auf 12,5 %.

Im Berichtsjahr entfielen auf das Segment Sondereinflüsse in Höhe von 34 Mio. €, die vollständig EBITDA-wirksam waren. Diese betrafen im Wesentlichen die Programme „Let’s LANXESS again“ und „Advance“. Die Sondereinflüsse des Vorjahres betrugen 85 Mio. €, von denen 35 Mio. € nicht EBITDA-wirksam waren und im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen der Business Unit Rubber Chemicals entfielen. Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse des Vorjahres betrafen insbesondere Maßnahmen im Rahmen des Programms „Advance“.

Überleitung

scroll

2013

in Mio. €
2014

in Mio. €
Veränd.

in %
Umsatzerlöse 35 42 20,0
EBITDA vor Sondereinflüssen -171 -161 5,8
EBITDA -216 -240 -11,1
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen -195 -181 7,2
Operatives Ergebnis (EBIT) -240 -260 -8,3
Auszahlungen für Investitionen 32 25 -21,9
Abschreibungen 24 20 -16,7
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 3.273 2.986 -8,8

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Überleitung lag bei minus 161 Mio. € nach minus 171 Mio. € im Vorjahr. In der Entwicklung der Funktionskosten zeigten sich bereits Kosteneinsparungen aus den Programmen „Let’s LANXESS again“ und „Advance“. Die in der Überleitung gezeigten Sonderaufwendungen von 79 Mio. €, die vollständig EBITDA-wirksam waren, betrafen im Wesentlichen Maßnahmen im Rahmen von „Let’s LANXESS again“ und „Advance“, Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen, sofern eine sachgerechte Verteilung auf die Segmente bzw. Business Units nicht möglich war. Die in der Überleitung gezeigten EBITDA-wirksamen Sonderaufwendungen des Vorjahres in Höhe von 45 Mio. € betrafen im Wesentlichen Maßnahmen im Rahmen von „Advance“, Kosten für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen, sofern eine sachgerechte Verteilung auf die Segmente bzw. Business Units nicht möglich war.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Vermögenslage

Gestiegene Bilanzsumme im Wesentlichen aufgrund von Investitionstätigkeit
Verbesserte Eigenkapitalquote durch Kapitalerhöhung
Höhere Pensionsrückstellungen aufgrund gesunkener Diskontierungszinsen
Nettofinanzverbindlichkeiten mit 1.336 Mio. € deutlich unter Vorjahr

Bilanzstruktur

scroll

31.12.2013 31.12.2014 Veränd.

in %
in Mio. € in % in Mio. € in %
--- --- --- --- --- ---
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 3.592 52,7 4.101 56,6 14,2
Kurzfristige Vermögenswerte 3.219 47,3 3.149 43,4 -2,2
Bilanzsumme 6.811 100,0 7.250 100,0 6,4
Passiva
Eigenkapital (einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter) 1.900 27,9 2.161 29,8 13,7
Langfristiges Fremdkapital 3.029 44,5 3.447 47,6 13,8
Kurzfristiges Fremdkapital 1.882 27,6 1.642 22,6 -12,8
Bilanzsumme 6.811 100,0 7.250 100,0 6,4

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme des LANXESS Konzerns zum 31. Dezember 2014 betrug 7.250 Mio. €. Sie lag damit um 439 Mio. € bzw. 6,4 % über dem Wert zum Vorjahresende. Diese Entwicklung war insbesondere bedingt durch Investitionen in Sachanlagen, erhöhte aktive latente Steuern sowie gestiegene Vorräte. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme erhöhte sich von 52,7 % auf 56,6 %. Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital insbesondere aufgrund der Kapitalerhöhung im zweiten Quartal. Gegenläufig wirkte ein negatives Gesamtergebnis, das maßgeblich von der aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen beeinflusst wurde. Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Geschäftsjahres 29,8 % nach 27,9 % im Vorjahr.

Das langfristige Vermögen erhöhte sich um 509 Mio. € auf 4.101 Mio. €. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen dabei um 427 Mio. € auf 3.653 Mio. €. Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen im Berichtszeitraum mit 614 Mio. € knapp unter dem Wert von 624 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Wesentlichen bedingt durch vergleichsweise hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zum Jahresende 2013 sowie die daraus resultierende geringere Abschreibungsbasis lagen die Abschreibungen im Berichtszeitraum mit 426 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Der Equity-Beteiligungsbuchwert sank um 12 Mio. € auf 0 Mio. €. Diese Veränderung resultierte aus der Fortschreibung des anteiligen Eigenkapitals an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland). Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 126 Mio. € auf 380 Mio. €. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen betrug 56,6 % nach 52,7 % zum 31. Dezember 2013.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 3.149 Mio. € um 70 Mio. € bzw. 2,2 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2013. Die Vorräte erhöhten sich um 85 Mio. € bzw. 6,5 % auf 1.384 Mio. €. Der Anstieg war bedingt durch leicht höhere Mengen und die Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollars. Das gesunkene Preisniveau für bestimmte Schlüsselrohstoffe wirkte dem Bestandsaufbau entgegen. Die Kennzahl zur Lagerreichweite (DIO) stieg von 70,7 auf 79,1. Demgegenüber sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 55 Mio. € bzw. 5,1 % auf 1.015 Mio. €, trotz gegenläufiger Währungseffekte. Die Kennzahl zur Forderungsdauer (DSO) lag nahezu unverändert bei 48,0. Geringfügige Portfolioeffekte aus der Veräußerung der Anteile an der Perlon­Monofil GmbH, Dormagen (Deutschland), im Berichtsjahr hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Net Working Capital. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken um 9 Mio. € auf 418 Mio. €. Die liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte verringerten sich aufgrund der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds um 6 Mio. € auf 100 Mio. € zum Bilanzstichtag. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme betrug 43,4 % nach 47,3 % zum 31. Dezember 2013.

Aufgrund der Bilanzierungsvorschriften sind bedeutende selbsterstellte Vermögenswerte in der Bilanz des LANXESS Konzerns nicht enthalten. Hierzu gehören der Markenwert von LANXESS sowie die Werte anderer Marken des Konzerns. Sie wurden im Berichtszeitraum durch verschiedene Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt und trugen dazu bei, die Positionierung unserer Business Units im Markt zu festigen.

Auch unsere etablierten Kunden- und Lieferantenbeziehungen stellen einen signifikanten immateriellen Wert dar. Die jahrelange, durch kontinuierliche Lieferqualität gefestigte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten ermöglicht es uns, auch in einem herausfordernderen wirtschaftlichen Umfeld im Wettbewerb erfolgreich zu sein. Unsere Technologie- und Innovationskompetenz, der ebenfalls ein hoher Wert beizumessen ist, fußt auf unserem spezifischen Wissen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Custom Manufacturing. Hierdurch generieren wir einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden.

Das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind tragende Säulen unseres unternehmerischen Erfolgs. Darüber hinaus verschaffen uns ausgereifte Produktions- und Geschäftsprozesse Wettbewerbsvorteile in den für uns relevanten Märkten.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 261 Mio. € bzw. 13,7 % auf 2.161 Mio. €, im Wesentlichen aufgrund der Kapitalerhöhung um 10 % im zweiten Quartal. Gegenläufig wirkte neben der Auszahlung der Dividende an die Aktionäre der LANXESS AG im Mai 2014 von 46 Mio. € ein negatives Gesamtergebnis, das maßgeblich von der aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen beeinflusst wurde. Zum 31. Dezember 2014 lag der Anteil des Eigenkapitals an der Konzernbilanzsumme bei 29,8 % nach 27,9 % zum 31. Dezember 2013.

Das langfristige Fremdkapital wuchs zum 31. Dezember 2014 um 418 Mio. € auf 3.447 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen gegenüber dem Jahresende 2013 um 347 Mio. € auf 1.290 Mio. €. Der Anstieg ergab sich bei geringfügigen Auswirkungen des Programms „Let’s LANXESS again“ insbesondere aus der Veränderung der zur Bewertung herangezogenen Zinssätze. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen mit 1.698 Mio. € um 49 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2013. Die Veränderung resultierte hauptsächlich aus der anteiligen Refinanzierung der im Jahr 2009 begebenen und im Berichtszeitraum fällig gewordenen Euroanleihe über 500 Mio. €. Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme belief sich auf 47,6 % nach 44,5 % zum 31. Dezember 2013.

Das kurzfristige Fremdkapital betrug 1.642 Mio. € und lag somit um 240 Mio. € bzw. 12,8 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2013. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Rückzahlung der zuvor beschriebenen Euroanleihe aus 2009. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 799 Mio. € um 109 Mio. € über dem Vorjahreswert, im Wesentlichen bedingt durch die Veränderung von Zahlungszielen und in geringerem Umfang auch durch die Veränderung der Wechselkurse. Die kurzfristigen derivativen Verbindlichkeiten stiegen angesichts der Abwertung des Euro gegenüber bestimmten Kontraktwährungen um 79 Mio. € auf 101 Mio. €. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen unter anderem aufgrund der Auswirkungen des Programms „Let’s LANXESS again“ um 40 Mio. € auf 166 Mio. € zu. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sanken hingegen trotz leichter Zuführungen im Rahmen dieses Programms um 5 Mio. € auf 350 Mio. €. Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2014 bei 22,6 % nach 27,6 % zum Jahresende 2013.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten lagen mit 1.336 Mio. € deutlich unter dem Wert zum 31. Dezember 2013 von 1.731 Mio. €.

Die Entwicklung wesentlicher bilanzbezogener Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Kennzahlen

scroll

in % 2010 2011 2012 2013 2014
Eigenkapitalquote Eigenkapital 1) / Bilanzsumme 31,1 30,2 31,0 27,9 29,8
Vermögensquote Langfristige Vermögenswerte / Bilanzsumme 48,3 50,7 49,8 52,7 56,6
Vermögensdeckungsgrad I Eigenkapital 1) / Langfristige Vermögenswerte 64,3 59,4 62,2 52,9 52,7
Vermögensdeckungsgrad II Eigenkapital 1) und langfristiges Fremdkapital / Langfristige Vermögenswerte 153,9 137,3 157,2 137,2 136,7
Finanzierungsstruktur Kurzfristiges Fremdkapital / Fremdkapital 37,2 43,5 31,4 38,3 32,3

1) Einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter.

Investitionen

Im Jahr 2014 betrugen unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 692 Mio. € nach 676 Mio. € im Vorjahr. Von diesen waren 614 Mio. € (Vorjahr: 624 Mio. €) auszahlungswirksam. Abschreibungen fielen im gleichen Zeitraum in Höhe von 426 Mio. € (Vorjahr: 717 Mio. €) an. Diese enthielten als Sondereinflüsse gezeigte außerplanmäßige Abschreibungen von 20 Mio. € (Vorjahr: 270 Mio. €). Um diese Sonderabschreibungen bereinigt lagen die Investitionen deutlich um 70 % (Vorjahr: 51 %) über den Abschreibungen. Die Steigerung war im Wesentlichen begründet durch die Reduzierung der Abschreibungsbasis durch außerplanmäßige Abschreibungen im Vorjahr.

Die Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Berichtsjahr in folgenden Bereichen:

Neubau-, Erweiterungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit
Projekte zur Steigerung der Anlagensicherheit, zur Qualitätsverbesserung und zur Einhaltung von Umweltschutzvorschriften

Bei fast zwei Drittel der im Jahr 2014 getätigten Investitionsausgaben handelte es sich um Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen; der restliche Anteil betraf Investitionen in die Substanzerhaltung.

Regional gesehen entfielen im Berichtszeitraum 23 % unserer Investitionen auf Deutschland, 17 % auf die Region EMEA (ohne Deutschland), 7 % auf Nordamerika, 5 % auf Lateinamerika und 48 % auf die Region Asien/Pazifik. Bei den Investitionen am Standort Deutschland handelte es sich im Wesentlichen um Kapazitätserweiterungs- und Anlagenmodernisierungsmaßnahmen sämtlicher Segmente, insbesondere Erweiterungsinvestitionen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates und Saltigo. Der weiterhin hohe Anteil der Investitionen in der Region Asien/Pazifik ist im Geschäftsjahr vor allem auf den Neubau einer Produktionsanlage zur Herstellung des Hochleistungs-Kautschuks Neodymium-basierter Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) der Business Unit Performance Butadiene Rubbers in Singapur (Singapur) sowie auf den Neubau einer Anlage zur Herstellung von EPDM-Kautschuk unserer Business Unit Keltan Elastomers im chinesischen Changzhou zurückzuführen.

Im Segment Performance Polymers beliefen sich die Investitionen auf 472 Mio. € (Vorjahr: 405 Mio. €), von denen 428 Mio. € (Vorjahr: 385 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen standen Abschreibungen von 231 Mio. € (Vorjahr: 489 Mio. €) gegenüber. Wesentlich waren in diesem Segment insbesondere die Investitionen der Business Units Performance Butadiene Rubbers und Keltan Elastomers. Die Investitionen im Segment Advanced Intermediates betrugen 94 Mio. € (Vorjahr: 113 Mio. €). Die Auszahlungen lagen mit 84 Mio. € (Vorjahr: 96 Mio. €) unter den Abschreibungen von 89 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €). Hierin enthalten sind verschiedene kleinere Investitionsprojekte. Im Segment Performance Chemicals erfolgten Investitionen von 100 Mio. € (Vorjahr: 117 Mio. €), hiervon waren 77 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio. €) auszahlungswirksam. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 86 Mio. € (Vorjahr: 127 Mio. €). Eine wesentliche Investition stellte hierbei die Errichtung einer Anlage mit modernster Verfahrenstechnik für Eisenoxidrot-Pigmente im chinesischen Ningbo durch die Business Unit Inorganic Pigments dar.

Bedeutende Investitionsprojekte des LANXESS Konzerns in Sachanlagen sind folgender Übersicht zu entnehmen:

Ausgewählte Investitionsprojekte 2014

scroll

Segment Standort Maßnahme
Performance Polymers
Performance Butadiene Rubbers Singapur (Singapur) Neubau einer Produktionsanlage für Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR), Inbetriebnahme im 1. Halbjahr 2015
Keltan Elastomers Changzhou (China) Errichtung einer Anlage zur Herstellung von synthetischem Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), Inbetriebnahme in 2015
High Performance Materials Porto Feliz (Brasilien) Neubau einer Anlage zur Compoundierung von technischen Hightech-Kunststoffen, Inbetriebnahme im April 2014
High Performance Materials Antwerpen (Belgien) Inbetriebnahme einer Produktionsanlage für Polyamid-Kunststoffe in Q3 2014
High Performance Materials Gastonia (USA) Erweiterung des Werks für Hightech-Kunststoffe um eine zweite Compoundier-Anlage, Produktionsstart 2016
Performance Chemicals
Inorganic Pigments Ningbo (China) Errichtung einer Anlage für Eisenoxidrot-Pigmente einschließlich Erweiterung um Misch- und Mahlanlage für anorganische Pigmente, Fertigstellung in Q4 2015, Produktionsstart Q1 2016
Liquid Purification Technologies Leverkusen (Deutschland) Errichtung einer Anlage für schwach saure Kationenaustauscher, Fertigstellung im September 2014

Ausweitung des Konzernportfolios

Hinsichtlich der Ausweitung des Konzernportfolios im Geschäftsjahr 2014 verweisen wir auf den Abschnitt „Veränderungen des Konzernportfolios“ in diesem Lagebericht.

Finanzlage

Cashflow aus operativer Tätigkeit über Vorjahr
Zufluss aus geringerer Mittelbindung im Working Capital
Cashflow aus investiver Tätigkeit reflektiert umfangreiche Investitionen in Wachstumsprojekte
Weiterhin solide Liquiditätsposition

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zu- und Abflüsse der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nach Arten der Geschäftstätigkeit.

Kapitalflussrechnung

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.
Ergebnis vor Ertragsteuern -239 80 319
Abschreibungen 717 426 -291
Sonstige Positionen 53 144 91
Zufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung Working Capital 531 650 119
Veränderung Net Working Capital 110 147 37
Zufluss aus operativer Tätigkeit 641 797 156
Abfluss aus investiver Tätigkeit -342 -587 -245
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -260 -222 38
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 39 -12 -51
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember 427 418 -9

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung des Net Working Capital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 119 Mio. € auf 650 Mio. €. Ausgangspunkt dafür war das um 319 Mio. € auf 80 Mio. € gestiegene Ergebnis vor Ertragsteuern. Die Abschreibungen lagen mit 426 Mio. € unter dem Wert von 717 Mio. € im Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zum Jahresende 2013.

Aus der Abnahme des Net Working Capital gegenüber dem 31. Dezember 2013 resultierte ein Mittelzufluss von 147 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Mittelzufluss aus der Veränderung des Net Working Capital 110 Mio. €. Die Entwicklung im Berichtszeitraum ergab sich insbesondere aus dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Während die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen den Effekt verstärkte, wirkte der Anstieg der Vorräte gegenläufig. Der Zufluss aus operativer Tätigkeit betrug 797 Mio. € nach 641 Mio. € im Vorjahr.

Aus investiver Tätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2014 ein Mittelabfluss von 587 Mio. € nach 342 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit 614 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres von 624 Mio. €. Im Vorjahr fielen für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Auszahlungen von 15 Mio. € an. Bei den Zukäufen des Vorjahres handelte es sich um die PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur (Singapur), sowie das Phosphorchemikaliengeschäft der Thermphos France S.A.R.L., Epierre (Frankreich). Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten von 8 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds. Aus dem Verkauf der Anteile an der Perlon-Monofil GmbH, Dormagen (Deutschland), ergab sich bereinigt um abgegangene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ein Mittelzufluss von 3 Mio. €.

Der Free Cashflow als Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit reduzierte sich um 89 Mio. € auf 210 Mio. €.

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von 222 Mio. € nach 260 Mio. € im Vorjahr. Ein wesentlicher Effekt war der Mittelzufluss von 433 Mio. € aus der Kapitalerhöhung im zweiten Quartal 2014. Dieser wurde jedoch durch einen Mittelabfluss von 478 Mio. € aus der Nettorückzahlung von Finanzschulden überkompensiert. Die Zinszahlungen und sonstigen Auszahlungen des Finanzbereichs hatten mit 131 Mio. € gegenüber 119 Mio. € einen leicht höheren Umfang als im Vorjahr. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre der LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2013 betrug 46 Mio. € nach 83 Mio. € im Vorjahr.

Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2014 aus der Geschäftstätigkeit eine zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von minus 12 Mio. € nach 39 Mio. € im Vorjahr. Nach Berücksichtigung der währungsbedingten und sonstigen Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 3 Mio. € resultierte zum Bilanzstichtag ein Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 418 Mio. € nach 427 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Zusammen mit dem Bestand an liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristige Geldanlage liquider Mittel in Geldmarktfonds) von 100 Mio. € nach 106 Mio. € im Vorjahr verfügte der Konzern zum 31. Dezember 2014 über eine weiterhin solide Liquiditätsposition von 518 Mio. € nach 533 Mio. € zum Jahresende 2013.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

LANXESS verfolgt eine konservative Finanzpolitik und adressiert vorausschauend finanzielle Risiken. Dabei verfolgen wir die Absicht, dem operativen Geschäft zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, unabhängig von zyklischen Schwankungen der Real- bzw. der Finanzwirtschaft. Die Verschuldungshöhe orientiert sich im Wesentlichen an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich und soll in Zukunft weiter gesenkt werden. Neben dem Liquiditätsrisiko erstreckt sich das Finanzmanagement auf weitere finanzwirtschaftliche Risiken, wie beispielsweise Zins- oder Währungsrisiken. Auch hier verfolgen wir das Ziel, unter anderem mittels derivativer Finanzinstrumente, die sich ergebenden finanziellen Risiken zu reduzieren und damit die Planungssicherheit zu erhöhen. Detailliert wird das Management dieser Risiken im Chancen- und Risikobericht sowie im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente“ dargestellt.

Rating des LANXESS Konzerns

Um die Ziele des Finanzmanagements zu erreichen, sind der Zugang zu den Kapitalmärkten sowie eine intakte Geschäftsbeziehung zu den nationalen und internationalen Geschäftsbanken notwendige Voraussetzungen. Entsprechend ist auch die nachhaltige Interaktion und Kommunikation mit Banken, Investoren und Ratingagenturen von wesentlicher Bedeutung. Letztere haben unsere Kreditwürdigkeit im Geschäftsjahr 2014 von BBB bzw. Baa2 auf BBB- bzw. Baa3 gesenkt, den Ausblick allerdings auf stabil angehoben. Die Ratingagenturen begründeten die Herabstufung unter anderem mit zuletzt schwächeren Finanzkennzahlen infolge des anhaltend schwierigen Geschäftsumfelds im Kautschukbereich. Den stabilen Ausblick erklärten die Ratingagenturen mit den von LANXESS ergriffenen Maßnahmen, wie die im Berichtszeitraum durchgeführte Kapitalerhöhung und die Umsetzung des eingeleiteten Programms zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns.

Entwicklung der LANXESS Ratings und deren Ausblick seit 2010

scroll

2010 2011 2012 2013 2014
Standard & Poor's BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/negative BBB-/stable
01.09.2010 23.08.2011 31.08.2012 27.06.2013 19.05.2014
Moody's Investors Service Baa 2/stable Baa 2/stable Baa 2/stable Baa 2/negative Baa 3/stable
19.05.2010 23.11.2011 26.09.2012 14.08.2013 20.06.2014
Fitch Ratings BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/negative BBB-/stable
17.12.2010 22.11.2011 13.09.2012 15.08.2013 18.08.2014

Finanzierungsanalyse

LANXESS verfügte im Geschäftsjahr 2014 über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur und eine sehr solide Liquiditätslage.

Die wesentlichste Veränderung unseres Finanzportfolios im Berichtszeitraum resultierte aus der Rückführung der im April fälligen 500 Mio. €-Anleihe. Im Rahmen der Rückführung zogen wir eine mit der Europäischen Investitionsbank bestehende Kreditlinie. Der Erlös aus der im Mai des Geschäftsjahres durchgeführten Kapitalerhöhung diente der Finanzierung des Programms „Let’s LANXESS again“ sowie der Stärkung der Finanzposition. Zur Reduzierung der Bruttoverschuldung und Senkung der Zinslast führten wir im vierten Quartal des Geschäftsjahres zwei Bankdarlehen vorfällig zurück. Das im Geschäftsjahr 2015 auslaufende Wachstumsprogramm finanzierten wir aus dem operativen Geschäft sowie mithilfe vorhandener Liquidität und vorhandener Kreditlinien.

Seit März 2009 verfügen wir über ein Debt-Issuance-Programm in Höhe von 2,5 Mrd. €. Auf dieser Basis können, angepasst an die jeweiligen Marktbedingungen und sehr flexibel hinsichtlich des Zeitpunkts und der Höhe, Schuldverschreibungen im Kapitalmarkt platziert werden. Zum 31. Dezember 2014 war der Finanzierungsrahmen von 2,5 Mrd. € durch die unter dem Programm begebenen Anleihen und Privatplatzierungen zu knapp 1,5 Mrd. € genutzt. Durch die Rückzahlung unserer 500 Mio. €-Anleihe im April 2014 reduzierte sich die Ausnutzung des Rahmens entsprechend. Kapitalmarktfinanzierungen sind zentrale Bausteine im Finanzierungsmix von LANXESS, den wir stets auch vor dem Hintergrund einer ausreichenden Diversifikation unserer Finanzierungsquellen hinterfragen.

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 668 Mio. € im Vorjahr auf 182 Mio. € zum 31. Dezember 2014. Die Abnahme ergibt sich im Wesentlichen aus der Rückführung der 500 Mio. €-Anleihe.

In nur geringem Umfang nutzten wir Finanzierungsleasing, welches unter den finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz geführt wird. Zum 31. Dezember 2014 beliefen sich die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing auf 72 Mio. € nach 49 Mio. € im Vorjahr. Operating Leasing wird im LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Der Mindestbetrag nicht abgezinster künftiger Leasing- und Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen beläuft sich auf 390 Mio. € nach 492 Mio. € im Vorjahr.

LANXESS verfügte am 31. Dezember 2014 über keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungen, z. B. in Form von Factoring, Asset-Backed-Strukturen oder Projektfinanzierungen.

In Summe nahmen die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen, von 2.264 Mio. € im Jahr 2013 auf 1.854 Mio. € zum 31. Dezember 2014 ab. Die Nettofinanzverbindlichkeiten, also die Summe der so definierten Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte, verringerten sich um 395 Mio. € auf 1.336 Mio. €.

Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag mit 86 % unter dem Vorjahresniveau von 98 %. Hierdurch konnten wir das Verhältnis von variabel verzinslichen Vermögenswerten und Finanzverbindlichkeiten ausgewogener gestalten und partizipieren zudem am aktuell sehr niedrigen Zinsniveau. Änderungen des Zinsniveaus haben trotz des moderat gesunkenen Anteils von Finanzierungen mit über die Laufzeit fest vereinbarten Zinssätzen in der momentanen Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Der Anteil der in Euro in Anspruch genommenen Kredite und Anleihen lag im Berichtsjahr mit durchschnittlich 79 % unter dem Vorjahresniveau von 96 %. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz unserer Finanzverbindlichkeiten lag zum Jahresende 2014 mit 3,8 % unter dem Vorjahresniveau von 4,8 %. Die Reduzierung des gewichteten durchschnittlichen Zinssatzes ergibt sich dabei wesentlich aus der Rückführung der 500 Mio. €-Anleihe.

Nachfolgende Übersicht zeigt detailliert die Finanzierungsstruktur von LANXESS zum 31. Dezember 2014 einschließlich der wesentlichen Liquiditätsreserven.

Finanzierungsstruktur

scroll

Instrument Betrag

in Mio. €
Laufzeit bis Zinssatz

in %
Financial Covenant 1)
Euroanleihe 2009/2016 (200 Mio. €) 199 September 2016 5,500 nein
Euroanleihe 2011/2018 (500 Mio. €) 498 Mai 2018 4,125 nein
Euroanleihe 2012/2022 (500 Mio. €) 494 November 2022 2,625 nein
Privatplatzierung 2012/2022 (100 Mio. €) 100 April 2022 3,500 nein
Privatplatzierung 2012/2027 (100 Mio. €) 99 April 2027 3,950 nein
CNH-Bond 2012/2015 (500 Mio. CNH) 66 Februar 2015 3,950 nein
Förderbankdarlehen 228 April 2019 nein
Sonstige Kredite 98 n/a nein
Finanzierungsleasing 72 n/a nein
Summe Finanzverbindlichkeiten 1.854
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 418 ≤ 3 Monate
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 100 ≤ 3 Monate
Summe Liquidität 518
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.336

1) Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen.

Dank der umfangreichen Finanzierungsmaßnahmen in den zurückliegenden Geschäftsjahren haben wir die Fälligkeitsstruktur unserer Finanzverbindlichkeiten kontinuierlich verbessert. Zum Aufstellungszeitpunkt lagen keine Refinanzierungsrisiken vor, da anstehende Fälligkeiten bereits frühzeitig refinanziert wurden. Die sonstigen Kredite betrafen im Wesentlichen Inanspruchnahmen von Tochtergesellschaften in Brasilien, China, Indien und Argentinien, die zum Teil 2015 fällig sind und regelmäßig, z. B. jährlich, verlängert werden.

Fälligkeitsprofil der LANXESS Finanzverbindlichkeiten 31.12.2014

in Mio. €

Liquiditätsanalyse

Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 418 Mio. € sowie hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen von 100 Mio. € verfügt LANXESS über weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form von ungenutzten Kreditlinien. Die Anlage in Geldmarktfonds erfolgt ausschließlich in europäischen Konzerngesellschaften mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr und unterliegt damit für uns keiner Verfügungsbeschränkung. Die Zahlungsmittel werden zu rund 86 % in Konzerngesellschaften in Ländern mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr gehalten. Nur rund 14 % der Zahlungsmittel werden in Gesellschaften in regulierten Kapitalmärkten gehalten, in denen Beschränkungen zum Zahlungsmitteltransfer existieren.

Dank der guten Liquiditätslage war unsere Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2014 jederzeit gesichert. Die starke Liquiditätsposition von LANXESS wurde in 2014 auch in der Bonitätsbewertung der Ratingagenturen positiv betont.

Die mit Abstand bedeutendste Kreditlinie für LANXESS ist unsere syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,25 Mrd. €. Diese wurde im Februar 2015 um ein Jahr bis Februar 2020 verlängert. Sie wurde bislang nicht wesentlich in Anspruch genommen. Die Kreditlinie ist als Betriebsmittel- und Investitionslinie ausgestaltet und entspricht den Markt-Usancen des europäischen syndizierten Kreditmarkts für Investment-Grade-Unternehmen im BBB-Ratingbereich. Eine weitere wesentliche Kreditlinie über 150 Mio. € wurde mit der Europäischen Investitionsbank im Geschäftsjahr 2014 abgeschlossen. Keiner unserer wesentlichen Kreditverträge enthält Financial Covenants. Insgesamt verfügten wir zum 31. Dezember 2014 wie im Vorjahr über nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von rund 1,5 Mrd. €.

In Summe ergibt sich aus dem Bestand liquider Mittel und ungenutzter Kreditlinien, wie im Vorjahr, ein Liquiditätsspielraum von rund 2,0 Mrd. €. Die Liquiditätsreserve dient der Sicherstellung unserer unternehmerischen Flexibilität sowie als Reserve für das Programm zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns und ist Ausdruck unserer konservativen Finanzpolitik. Unsere Zahlungsfähigkeit ist kurzfristig und langfristig gesichert.

Bond Performance - Entwicklung des Credit Spread im Jahr 2014

Eine wichtige Kenngröße von Unternehmensanleihen ist neben der absoluten Kursentwicklung die relative Bewertung des unternehmensspezifischen Kreditrisikos im Vergleich zu einem Referenzzinssatz. Dieser Kreditrisikoaufschlag findet seinen Ausdruck im sogenannten Credit Spread. Aufgrund des höheren Ausfallrisikos, das mit einer längeren Restlaufzeit einer Anleihe verbunden ist, weisen länger laufende Anleihen in der Regel einen höheren Credit Spread auf. Dies gilt auch, neben Faktoren wie Liquidität und Handelsvolumen, für unsere unterschiedlichen Anleihen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Credit Spreads unserer Anleihen sowie den durchschnittlichen Credit Spread von Unternehmensanleihen mit einem Rating im BBB-Bereich und fünf Jahren Laufzeit gegenüber der Zinsswapkurve.

LANXESS Anleihen-Spreads vs. Corporates Index im BBB-Bereich

Basispunkte

Im Jahr 2014 entwickelten sich die Kreditrisikoaufschläge für Unternehmensanleihen wenig volatil und nahmen während des Jahres stetig ab. Dies reflektiert die insgesamt positive Lage an den Kapitalmärkten in Europa sowie die hohe Nachfrage von Investoren nach Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Rating-Bereich vor dem Hintergrund eines weiter gesunkenen Zinsniveaus.

Für LANXESS Anleihen entwickelten sich die Kreditrisikoaufschläge in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres parallel zur BBB-Vergleichsgruppe und lagen dabei unterhalb des Niveaus der Vergleichsgruppe. Nach Herabstufung des LANXESS Ratings auf BBB- bzw. Baa3 in der zweiten Jahreshälfte entwickelte sich der Kreditrisikoaufschlag der im Jahr 2018 fälligen LANXESS Anleihe auf dem Niveau der in etwa laufzeitkongruenten BBB-Vergleichsgruppe. Die Entwicklung der LANXESS Credit Spreads verdeutlicht unseren weiterhin wettbewerbsfähigen Zugang zu Kapitalmarktfinanzierungen.

GESAMTAUSSAGE DER UNTERNEHMENSLEITUNG ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Das Geschäft des LANXESS Konzerns war im Jahr 2014 im Wesentlichen bestimmt von der weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation Bereich der synthetischen Kautschuke. Während sich im Vorjahr unser Geschäft ungünstig entwickelte, war im Geschäftsjahr 2014 ein leicht vorteilhafterer Verlauf erkennbar.

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 8.006 Mio. € um 3,5 % unter dem Wert des Vorjahres von 8.300 Mio. €. Unser Segment Performance Polymers verzeichnete einen deutlichen Umsatzrückgang, der insbesondere auf niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und auf die anhaltend herausfordernde Wettbewerbssituation zurückzuführen war. Im Segment Advanced Intermediates ergaben sich bei einer guten Nachfrage nach Agrochemikalien Umsätze, die nahezu auf Vorjahresniveau lagen. In unserem Segment Performance Chemicals war aufgrund gestiegener Absatzmengen und Verkaufspreise ein positiver Geschäftsverlauf zu beobachten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im Geschäftsjahr 2014 um fast 10 % von 735 Mio. € im Vorjahr auf 808 Mio. €. Die Entwicklung war insbesondere auf niedrigere Fertigungskosten sowie höhere Absatzmengen zurückzuführen. Weiterhin ergaben sich Kosteneinsparungen aus den Programmen „Advance“ und „Let’s LANXESS again“. Niedrige Verkaufspreise aufgrund der herausfordernden Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken unter anderem in Folge von Überkapazitäten belasteten das Ergebnis. Insgesamt verbesserten sich das Konzernergebnis sowie das Ergebnis je Aktie deutlich im Vergleich zum Vorjahr.

Wir haben den konservativen Ansatz in der Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik beibehalten. Gemäß dem Grundsatz der Stetigkeit haben wir die Bewertungsmethoden sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr angewendet. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich vor allem aufgrund der Kapitalerhöhung von 27,9 % auf 29,8 %. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund von Investitionstätigkeit.

Unsere Bilanz zeigt weiterhin eine solide Liquiditätsposition. Darüber hinaus sind weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form nicht genutzter Kreditlinien vorhanden. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag mit 86 % unter dem Vorjahresniveau von 98 %. Hierdurch konnten wir das Verhältnis von variabel verzinslichen Vermögenswerten und Finanzverbindlichkeiten ausgewogener gestalten und partizipieren zudem am aktuell sehr niedrigen Zinsniveau. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind frei von Financial Covenants.

Unsere Nettofinanzverbindlichkeiten sanken um 395 Mio. € auf 1.336 Mio. €. Die Ratingagenturen haben unsere Kreditwürdigkeit im Geschäftsjahr 2014 von BBB bzw. Baa2 auf BBB- bzw. Baa3 gesenkt, den Ausblick allerdings auf stabil angehoben. Begründet wurde die Herabstufung unter anderem mit zuletzt schwächeren Finanzkennzahlen infolge des anhaltend schwierigen Geschäftsumfelds im Kautschukbereich.

Den Risiken, die sich aufgrund der herausfordernden Wettbewerbsposition durch wachsende Kapazitäten, geringere Verkaufspreise und unvorteilhaftere Rohstoff- und Energiepreise ergeben, haben wir im Vorjahr durch angemessene Korrekturen auf unsere davon betroffenen Vermögenswerte Rechnung getragen. Auch wenn die Situation sich nicht grundlegend verändert hat, beurteilen wir unsere wirtschaftliche Lage vor dem Hintergrund der langfristig ausgewogenen Finanzierungsbasis sowie der mittelfristig als intakt erachteten Megatrends weiterhin positiv.

MEHRPERIODENÜBERSICHT ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Kennzahlen

scroll

in Mio. € 2010 2011 2012 2013 2014
Ertragslage
Umsatzerlöse 7.120 8.775 9.094 8.300 8.006
EBITDA vor Sondereinflüssen 918 1.146 1.223 735 808
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 12,9% 13,1% 13,4% 8,9% 10,1%
EBITDA 890 1.101 1.186 624 644
EBIT vor Sondereinflüssen 635 826 847 288 402
EBIT 607 776 808 -93 218
EBIT-Marge 8,5% 8,8% 8,9% -1,1% 2,7%
Konzernergebnis 379 506 508 -159 47
Ergebnis je Aktie (€) 4,56 6,08 6,11 -1,91 0,53
Finanzlage
Cashflow aus operativer Tätigkeit 430 672 838 641 797
Abschreibungen 283 325 378 717 426
Auszahlungen für Investitionen 501 679 696 624 614
Nettofinanzverbindlichkeiten 913 1.515 1.483 1.731 1.336
Vermögenslage
Bilanzsumme 5.666 6.878 7.519 6.811 7.250
Langfristige Vermögenswerte 2.738 3.489 3.747 3.592 4.101
Kurzfristige Vermögenswerte 2.928 3.389 3.772 3.219 3.149
Net Working Capital 1.372 1.766 1.849 1.679 1.600
Eigenkapital (einschl. Anteilen anderer Gesellschafter) 1.761 2.074 2.330 1.900 2.161
Pensionsrückstellungen 605 679 893 943 1.290
Kennzahlen
ROCE 17,0% 17,2% 15,6% 5,8% 7,9%
Eigenkapitalquote 31,1% 30,2% 31,0% 27,9% 29,8%
Vermögensquote 48,3 50,7 49,8 52,7 56,6
Vermögensdeckungsgrad I 64,3 59,4 62,2 52,9 52,7
Net Working Capital/Umsatz 19,3% 20,1% 20,3% 20,2% 20,0%
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 14.648 16.390 17.177 17.343 16.584

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER LANXESS AG

Die LANXESS AG hat vor allem die Funktion einer strategischen Holding für den LANXESS Konzern. Die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens liegen in der Verantwortung des Vorstands. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Ferner bestimmt die Konzernführungsgesellschaft die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigsten Zielgruppen des Unternehmensumfelds. Die wirtschaftliche Entwicklung der LANXESS AG wird im Wesentlichen von den operativen Geschäftseinheiten des LANXESS Konzerns und der Entwicklung der Chemiebranche bestimmt. Das aus den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Beteiligungen resultierende Beteiligungsergebnis ist von zentraler Bedeutung für das künftige Ausschüttungspotential der LANXESS AG. Demnach gelten insbesondere die Aussagen im Abschnitt Chancen- und Risikobericht im Wesentlichen auch für die LANXESS AG.

Der Jahresabschluss der LANXESS AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Umsatz und Ergebnis der LANXESS AG

Gewinn- und Verlustrechnung LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

scroll

in Mio. € 2013 2014 Veränd.

in %
Umsatzerlöse 4 5 25,0
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsätze erbrachten Leistungen -4 -5 -25,0
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 0 -
Allgemeine Verwaltungskosten -39 -43 -10,3
Sonstige betriebliche Erträge 2 34 > 100
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2 -14 < -100
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -39 -23 41,0
Beteiligungsergebnis 169 53 -68,6
Zinsergebnis -85 -57 32,9
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -14 -33 < -100
Finanzergebnis 70 -37 < -100
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 31 -60 < -100
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 -25 < -100
Jahresüberschuss (-fehlbetrag) 35 -85 < -100
Gewinnvortrag 13 3 -76,9
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 0 135 ­
Bilanzgewinn 48 53 10,4

Die Ertragslage der LANXESS AG wird wesentlich durch die Ergebnisabführung der LAN­XESS Deutschland GmbH und der LANXESS International Holding GmbH bestimmt. Diese halten die in- und ausländischen Beteiligungen.

Der Umsatz der LANXESS AG lag mit 5 Mio. € leicht über dem Wert des Vorjahres von 4 Mio. € und entfiel auf Dienstleistungen für die LANXESS Deutschland GmbH. Nach Abzug der Herstellungskosten, die im Wesentlichen Personalaufwendungen und angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung enthielten, ergab sich ein ausgeglichenes Bruttoergebnis vom Umsatz.

Die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Mio. € bzw. 10,3 % auf 43 Mio. €. Sie betrafen vor allem Personal- und Sachkosten der Geschäftstätigkeit, die in keinem direkten Zusammenhang mit den Konzerndienstleistungen stehen. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Wesentlichen durch die Auflösung von Rückstellungen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verbesserte sich um 16 Mio. € auf minus 23 Mio. €.

Das Finanzergebnis, bestehend aus Beteiligungs- und Zinsergebnis sowie den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen, sank um 107 Mio. € auf minus 37 Mio. €. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Gewinnabführung der LANXESS Deutschland GmbH, die mit 67 Mio. € um 102 Mio. € unter dem Wert im Vorjahreszeitraum lag, sowie aus der Übernahme des Verlustes der LANXESS International Holding GmbH von 13 Mio. €. Positiv wirkte sich dagegen die Verbesserung des Zinsergebnisses um 28 Mio. € auf minus 57 Mio. € aus, die sich vor allem aus der Rückzahlung erhaltener Darlehen von verbundenen Unternehmen ergab.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug minus 60 Mio. € nach 31 Mio. € im Vorjahr. Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultierte ein Aufwand von 25 Mio. €. Dieser setzte sich aus Steueraufwand für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 1 Mio. € sowie für Vorjahre in Höhe von 24 Mio. € zusammen. Der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2014 betrug 85 Mio. € nach einem Jahresüberschuss von 35 Mio. € im Vorjahr.

Die Gesellschaft wies zum 31. Dezember 2014 unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags von 3 Mio. € sowie einer Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen von 135 Mio. € einen Bilanzgewinn von 53 Mio. € nach 48 Mio. € im Vorjahr aus.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der LANXESS AG

Bilanz LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

scroll

31.12.2013 31.12.2014 Veränd.

in %
in Mio. € in % in Mio. € in %
--- --- --- --- --- ---
AKTIVA
Finanzanlagen 757 23,5 758 26,3 0,1
Anlagevermögen 757 23,5 758 26,3 0,1
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.967 61,1 1.754 60,8 -10,8
Übrige Forderungen 25 0,7 20 0,7 -20,0
Bankguthaben, Wertpapiere 467 14,5 348 12,1 -25,5
Umlaufvermögen 2.459 76,3 2.122 73,6 -13,7
Rechnungsabgrenzungsposten 5 0,2 4 0,1 -20,0
Bilanzsumme 3.221 100,0 2.884 100,0 -10,5
PASSIVA
Eigenkapital 1.171 36,4 1.473 51,1 25,8
Rückstellungen 101 3,1 103 3,6 2,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59 1,8 1 0,0 -98,3
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.886 58,6 1.297 45,0 -31,2
Übrige Verbindlichkeiten 4 0,1 10 0,3 > 100
Verbindlichkeiten 1.949 60,5 1.308 45,3 -32,9
Bilanzsumme 3.221 100,0 2.884 100,0 -10,5

Bedingt durch die Funktion der LANXESS AG als strategische Holding ist die Bilanz von den Finanzanlagen sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt.

Zum 31. Dezember 2014 lag die Bilanzsumme der LANXESS AG mit 2.884 Mio. € um 337 Mio. € bzw. 10,5 % unter dem Wert des Vorjahres. Das Anlagevermögen betrug 758 Mio. € und beinhaltete vor allem den Beteiligungsbuchwert der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von 739 Mio. €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme erhöhte sich von 23,5 % auf 26,3 %. Das Umlaufvermögen verringerte sich um 337 Mio. € bzw. 13,7 % auf 2.122 Mio. € und hatte einen Anteil an der Bilanzsumme von 73,6 % nach 76,3 % im Vorjahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassten 60,8 % der Bilanzsumme und resultierten im Wesentlichen aus dem Finanzverrechnungsverkehr und kurzfristigen Darlehensforderungen. Der Anteil der Bankguthaben und Wertpapiere an der Bilanzsumme verringerte sich von 14,5 % auf 12,1 %.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 302 Mio. € auf 1.473 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch die Kapitalerhöhung in Höhe von 10 % des Grundkapitals. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenauszahlung für das Jahr 2013 sowie der Jahresfehlbetrag des Berichtszeitraums aus. Die Eigenkapitalquote betrug 51,1 % nach 36,4 % zum Jahresende 2013.

Die Verbindlichkeiten verringerten sich um 641 Mio. € auf 1.308 Mio. €. Dies ist vor allem auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die mit 1.297 Mio. € um 589 Mio. € unter dem Vorjahreswert lagen. Die Rückstellungen stiegen um 2 Mio. € auf 103 Mio. € und betrafen insbesondere Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie Rückstellungen für gesetzliche Verpflichtungen.

MITARBEITER

Im LANXESS Konzern waren zum 31. Dezember 2014 insgesamt 16.584 Mitarbeiter tätig nach 17.343 zum Vorjahresstichtag. In unseren globalen Personalzahlen spiegelt sich die Neuausrichtung des Konzerns wider. Im Rahmen der ersten Stufe der Neuausrichtung („Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur“) wurden weltweit rund 1.000 Stellen in den Verwaltungs- und Servicebereichen, im Marketing sowie in Forschung und Entwicklung identifiziert, die bis 2016 weltweit entfallen sollen.

Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte der LANXESS Konzern in der Region EMEA (ohne Deutschland) 3.267 Mitarbeiter nach 3.444 Mitarbeitern im Vorjahr. In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten von 8.117 auf 7.747. In der Region Nordamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 1.371 nach 1.526 zum 31. Dezember 2013 und in Lateinamerika auf 1.467 nach 1.560 im Vorjahr. In der Region Asien/Pazifik beschäftigten wir zum Bilanzstichtag 2.732 Personen, das sind 36 mehr als noch vor Jahresfrist.

Von unseren Mitarbeitern waren 13.598 bzw. 82 % Männer und 2.986 bzw. 18 % Frauen. Die Zahl unserer Mitarbeiter nichtdeutscher Nationalität belief sich auf 9.270. Darüber hinaus verfügten weltweit 957 Mitarbeiter über einen befristeten Arbeitsvertrag. In der LANXESS AG waren zum Stichtag 139 Mitarbeiter nach 144 im Vorjahr beschäftigt.

Mit zum Jahresende 2014 insgesamt 496 Auszubildenden in 19 unterschiedlichen Berufsbildern und 7 dualen Studiengängen bildet LANXESS auch weiterhin über den eigenen Bedarf hinaus aus. Im Geschäftsjahr 2014 haben wir in Deutschland trotz unseres Programms zur Neuausrichtung rund 75 % der Ausbildungsprüflinge übernommen.

In unseren deutschen Kerngesellschaften lag die Teilzeitquote zum Bilanzstichtag bei 7,0 %. Die Schwerbehindertenquote der deutschen Gesellschaften betrug 5,4 %. Darüber hinaus vergeben wir regelmäßig Aufträge an deutsche Behindertenwerkstätten.

Zentraler Indikator für die Bewertung der Arbeitssicherheit im LANXESS Konzern ist die Million­Arbeitsstunden-Quote (MAQ). Diese lag im Jahr 2014 bei 2,3 gegenüber 3,2 im Jahr 2013.

Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.457 Mio. € (Vorjahr: 1.339 Mio. €). Löhne und Gehälter machten mit 1.106 Mio. € (Vorjahr: 1.006 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben betrugen 202 Mio. € (Vorjahr: 194 Mio. €), die Aufwendungen für Altersversorgung 136 Mio. € (Vorjahr: 128 Mio. €) und die Aufwendungen für soziale Unterstützung 13 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €).

Personalstrategie

Unser unternehmerischer Erfolg beruht ganz wesentlich auf der Professionalität, der Umsetzungsstärke und der Verantwortung unserer Mitarbeiter. Nur ihre stetige Ausbildung und Entwicklung, insbesondere auch die Stärkung ihrer Lern- und Veränderungsbereitschaft, gewährleisten, dass wir unser Unternehmen stetig den komplexen Herausforderungen des Marktes anpassen und die Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS nachhaltig verbessern können.

Die im Berichtsjahr 2013 begonnene Initiative zur strategischen Weiterentwicklung der HR-Funktion wurde 2014 in das Programm „Let’s LANXESS again“ integriert. Insbesondere die Handlungsfelder „Führung“ und „Dialog“ sowie „Organisationsberatung“ und „Change Management“ standen im Rahmen der Neuausrichtung im Mittelpunkt des Aufgabenspektrums der HR-Organisation.

Neben der Entwicklung und Implementierung innovativer Instrumente, mit denen wir den demografischen Herausforderungen begegnen, ist es unser wichtigstes langfristiges personalstrategisches Ziel, weltweit eine Vielfalt an Talenten für LANXESS zu gewinnen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Unsere Vielfalt wollen wir insbesondere hinsichtlich Alter, Nationalität und Geschlecht stärken. Im Rahmen unserer Vorstandsinitiative „Diversity & Inclusion“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 auf freiwilliger Basis rund 20 % der Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen zu besetzen. Aktuell liegt dieser Anteil bei 15,3 %.

VERGÜTUNGSBERICHT

Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns sowie die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens, wobei auch das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft sowohl insgesamt als auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt wird. Die Vergütungsstruktur ist ferner darauf ausgerichtet, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung setzt.

Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung der LANXESS AG am 28. Mai 2010 gebilligt. Es fand beim Abschluss aller Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands Anwendung.

Die Bestandteile der Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind neben der festen Jahresvergütung die variablen Vergütungskomponenten Annual Performance Payment, Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan und Long Term Performance Bonus sowie die Altersversorgung. Die drei variablen Komponenten orientieren sich am jährlichen und insbesondere am mehrjährigen Erfolg von LANXESS. Der durchschnittliche Vergütungsmix bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung ist mit 30 % fester Jahresvergütung und 70 % variabler Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert. Die laufenden Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder weisen neben der Festvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsteile auf. Eine darüber hinausgehende, gesonderte Begrenzung der Gesamtvergütung auch unter Einschluss eines möglichen Ermessensbonus sehen sie nicht vor.

Vergütungsmix Vorstandsbezüge in %

scroll

Feste Jahresvergütung 30
Annual Performance Payment 36
Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan 20
Long Term Performance Bonus 14
100

Feste Jahresvergütung:

Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z. B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung vergleichbarer Unternehmen ausgerichtet.

Variable Vergütung:

Die jährliche erfolgsabhängige Komponente der variablen Vergütung ist das Annual Performance Payment (APP). Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen und weiteren Bedingungen, die der Aufsichtsrat vor Beginn des jeweiligen Geschäftsjahrs festgelegt hat, wie z. B. dem Erreichen bestimmter EBITDA-Ziele des Konzerns. Bei 100 %iger Zielerreichung entspricht das individuelle Budget des APP im Geschäftsjahr 2014 für Herrn Zachert 125 % und für die übrigen Vorstandsmitglieder 115 % der individuellen festen Jahresvergütung. Die maximale Höhe der Auszahlung wird jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt. Für das Geschäftsjahr 2014 ist die Auszahlung bei voller Zielerreichung auf 100 % und in 2015 auf 150 % des individuellen Budgets der Mitglieder des Vorstands beschränkt. Die tatsächliche Auszahlung kann von den im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Weiteres Element der variablen Vergütung ist der sogenannte Long Term Incentive Plan (LTIP). Diese Vergütungskomponente bemisst sich an der Kursentwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Der LTIP berücksichtigt die vom Gesetzgeber geforderte stärkere Ausrichtung am mehrjährigen Unternehmenserfolg. Der LTIP erstreckt sich ab dem Startzeitpunkt 2008 über drei jeweils dreijährige Tranchen. Die Teilnahme erforderte ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 13 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien waren für insgesamt fünf Jahre gesperrt. Zahlungen aus dem LTIP erfolgten letztmalig im Geschäftsjahr 2013. Bei einer 100 %igen Zielerreichung sah das Programm pro Tranche eine Auszahlung in Höhe von 50 % des individuellen Zieleinkommens vor. Das Zieleinkommen ergibt sich aus der festen Jahresvergütung zuzüglich des APP unter Annahme einer 100 %igen Zielerreichung.

Der LTIP wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010 durch die Zusage von zwei anderen langfristigen variablen Vergütungskomponenten abgelöst. Es handelt sich hierbei um den Long Term Stock Performance Plan (LTSP) und den Long Term Performance Bonus (LTPB).

Der LTSP erstreckt sich über vier jeweils vierjährige Tranchen und basiert für die Jahre 2010-2013 weiterhin auf der Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Im Vergleich zum bisherigen LTIP wurde bei diesem neuen Programm die mögliche Auszahlung pro Tranche bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung von 50 % auf 30 % des individuellen Zieleinkommens abgesenkt. Die Teilnahme am LTSP erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für durchschnittlich fünf Jahre gesperrt. Bei dem ab 2014 neu aufgelegten Programm LTSP 2014-2017 wird der MSCI World Chemicals Index als neuer Referenzindex herangezogen. Weitere wesentliche Änderungen gegenüber dem LTSP 2010-2013 wurden nicht vorgenommen.

Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [14] erfolgten Angaben verwiesen.

Der auf das Geschäftsjahr 2014 entfallende Personalaufwand (Vorjahr: Ertrag) aus der anteilsbasierten Vergütung beträgt für Herrn Zachert 100 T€, für Herrn Dr. Düttmann 20 T€ (Vorjahr: 56 T€), für Herrn Dr. van Roessel 428 T€ (Vorjahr: 223 T€), für Herrn Dr. Heitmann 564 T€ (Vorjahr: 385 T€) und für Herrn Dr. Breuers 1.056 T€ (Vorjahr: 223 T€).

Der LTPB als dritte variable Komponente berücksichtigt ebenfalls eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Zielerreichungen werden erst nach zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APP­Zielerreichungen der beiden Geschäftsjahre. Unter der Annahme einer durchschnittlichen APP-Zielerreichung von 100 % beträgt der LTPB 45 % der festen Jahresvergütung. Die tatsächliche Auszahlung in 2015 bzw. 2016 kann von den im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Bezüge des Vorstands

scroll

Erfolgsunabhängige Bezüge Erfolgsbezogene Bezüge
in T€ Jahr Festvergütung Sachbezüge und sonstige Jahrestantieme 1) Zahlung für Vorjahre 4) LTPB (mehrjährig)
--- --- --- --- --- --- ---
Zum 31.12.2014 amtierende Vorstände
Matthias Zachert (ab 1. April 2014) 2014 900 54 1.125 - 406 5)
2013 - - - - -
Dr. Bernhard Düttmann 2014 650 60 673 - 263 7)
2013 613 57 346 2) - 218 6)
Dr. Rainier van Roessel 2014 650 49 673 - 263 7)
2013 613 47 346 2) - 218 6)
Zum 31.12.2014 nicht mehr amtierende Vorstände
2014 157 -1 - - -
Dr. Axel C. Heitmann (bis 21. Februar 2014) 2013 1.000 130 615 3) 34 323 6)
2014 387 34 238 - -
Dr. Werner Breuers (bis 5. August 2014) 2013 613 51 346 2) - 218 6)
Summe 2014 2.744 196 2.709 - 932
Summe 2013 2.839 285 1.653 34 977

scroll

Bezüge aus gewährten LTSP-Anrechten
in T€ Jahr Barvergütung gesamt Stück Beizulegende Zeitwerte Summe
--- --- --- --- --- ---
Zum 31.12.2014 amtierende Vorstände
Matthias Zachert (ab 1. April 2014) 2014 2.485 810.000 689 3.174
2013 - - - ­
Dr. Bernhard Düttmann 2014 1.646 419.250 356 2.002
2013 1.234 322.500 177 1.411
Dr. Rainier van Roessel 2014 1.635 419.250 356 1.991
2013 1.224 322.500 177 1.401
Zum 31.12.2014 nicht mehr amtierende Vorstände
2014 156 - - 156
Dr. Axel C. Heitmann (bis 21. Februar 2014) 2013 2.102 596.625 328 2.430
2014 659 - - 659
Dr. Werner Breuers (bis 5. August 2014) 2013 1.228 322.500 177 1.405
Summe 2014 6.581 1.648.500 1.401 7.982
Summe 2013 5.788 1.564.125 859 6.647

1) Auszahlung in 2014 bzw. in 2015.

2) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 10 % der Festvergütung reduziert.

3) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 6 % der Festvergütung reduziert.

4) Auszahlung in 2013.5) Auszahlung in 2014.6) Auszahlung zu jeweils 50 % in 2014 bzw. 2015.7) Auszahlung zu jeweils 50 % in 2015 bzw. 2016.

Im Jahr 2014 erhielt Herr Zachert einmalig 2.000 T€ als Teilausgleich für eine in seinem vormaligen Anstellungsverhältnis ursprünglich vereinbarte mehrjährige variable Vergütung, die aufgrund seines Wechsels zur LANXESS AG nicht zur Auszahlung gelangte. Seine Gesamtbezüge belaufen sich somit auf 5.174 T€. Bei den übrigen Vorständen entsprechen die Gesamtbezüge der in der Tabelle angegebenen Summe. Insgesamt ergeben sich Gesamtbezüge für den gesamten Vorstand in Höhe von 9.982 T€ (Vorjahr: 6.647 T€). Diese setzen sich aus erfolgsunabhängigen Komponenten von 4.940 T€ (Vorjahr: 3.124 T€), erfolgsbezogenen Komponenten von 3.641 T€ (Vorjahr: 2.664 T€) und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von 1.401 T€ (Vorjahr: 859 T€) zusammen.

Altersversorgung:

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall an die Hinterbliebenen erbracht werden.

Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen von der Gesellschaft zu erbringenden Grundbeitrag in Höhe von jeweils 25 % der Festvergütung (Funktionseinkommen) und des APP vorsieht. Für den auf das APP bezogenen Beitrag wird, unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung, maximal der Betrag einer 100 %igen Zielerreichung zugrunde gelegt. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu leisten. Dieser Eigenbeitrag kann von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die für einzelne Vorstandsmitglieder als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.

Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) beliefen sich im Konzernabschluss 2014 auf insgesamt 2.496 T€ (Vorjahr: 1.264 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2014 aktiven Vorstände lag bei 9.994 T€ (Vorjahr: 21.740 T€). Die Kosten für die im Jahr 2014 erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) bzw. der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2014 einschließlich erworbener Besitzstände betragen nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der IFRS für Herrn Zachert 1.574 T€ bzw. 1.993 T€, für Herrn Dr. Düttmann 254 T€ bzw. 2.095 T€ (Vorjahr: 394 T€ bzw. 1.584 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 148 T€ bzw. 5.906 T€ (Vorjahr: 118 T€ bzw. 5.090 T€). Auf Herrn Dr. Heitmann und Herrn Dr. Breuers entfallen für die Zeit ihrer Vorstandstätigkeit in 2014 Kosten von 366 T€ bzw. 154 T€.

Der nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB ermittelte Nettoaufwand der erworbenen Versorgungsansprüche belief sich im Jahresabschluss 2014 auf insgesamt 109 T€ (Vorjahr: 3.470 T€), hierin enthalten sind Erträge im Zusammenhang mit Versorgungsansprüchen von Herrn Dr. Heitmann und Herrn Dr. Breuers von 1.851 T€ bzw. 2 T€. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2014 aktiven Vorstände lag bei 7.787 T€ (Vorjahr: 18.565 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2014 einschließlich erworbener Besitzstände beträgt nach den Rechnungslegungsgrundsätzen des HGB für Herrn Zachert 1.287 T€, für Herrn Dr. Düttmann 1.644 T€ (Vorjahr: 1.348 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 4.856 T€ (Vorjahr: 4.477 T€).

Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands lag zum 31. Dezember 2014 nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS bei 27.921 T€ (Vorjahr: 11.578 T€) und nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bei 21.215 T€ (Vorjahr: 9.734 T€). Dieser Betrag enthält in 2014 erstmals Verpflichtungen für Herrn Dr. Heitmann und Herrn Dr. Breuers.

Leistungen in Zusammenhang mit bzw. nach der Beendigung der Vorstandstätigkeit:

Der Vorstand verfügt über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalten unabhängig von der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen zuzüglich des APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung sowie eine zeitanteilige Abgeltung der LTSP-Anrechte.

Weiter gehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden.

Herr Dr. Heitmann ist zum 21. Februar 2014 im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand ausgeschieden und hat das Unternehmen verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die vertraglich vereinbarten Leistungen gewährt und ausgezahlt, einschließlich bereits erdienter variabler Vergütungen für das Geschäftsjahr 2013. Auf weitere Ansprüche, d. h. auf eine anteilige variable Vergütung (APP und LTPB), eine Abgeltung ausstehender LTSP-Anrechte oder sonstige Abfindungsleistungen, hat er verzichtet.

Herr Dr. Breuers wird das Unternehmen mit Auslaufen seines Dienstvertrages zum 31. Mai 2015 verlassen. Aus dem Vorstand ist er bereits zum 5. August 2014 ausgeschieden. Die Konditionen seiner Vergütung gelten im vertraglich vereinbarten Umfang bis zu seinem Austritt aus dem Unternehmen weiter. Am Ende seiner Dienstzeit ausstehende LTSP-Anrechte werden mit 1,00 € pro Anrecht bewertet und ratierlich, in Abhängigkeit von der Länge der abgelaufenen Sperrfrist, abgegolten. Hieraus ergibt sich ein Anspruch von 729 T€. Darüber hinaus ist Herrn Dr. Breuers eine Abfindung in Höhe von 1.690 T€ zugesagt worden, die sich aus einem Zieleinkommen, bestehend aus einer festen Jahresvergütung zzgl. der variablen Bestandteile APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung, ergibt.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.983 T€ (Vorjahr: 308 T€).

Sonstiges:

Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.

Individuelle Vergütung gemäß den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)

In den nachfolgenden Tabellen werden gemäß den Anforderungen des DCGK die für die Jahre 2013 und 2014 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie der jeweilige Zufluss (Auszahlungsbetrag) dargestellt. Bei den variablen Vergütungskomponenten wird nach Bezugsjahren differenziert. Die Angabe der gewährten Zuwendungen ist bei den variablen Vergütungskomponenten ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung.

Gewährte Zuwendungen

(zum 31.12.2014 amtierende Vorstände)

scroll

in T€ Matthias Zachert

Vorsitzender des Vorstands

Eintritt 01.04.2014
Dr. Bernhard Düttmann

Finanzvorstand

Eintritt 01.04.2011
Dr. Rainier van Roessel

Vorstandsmitglied

Eintritt 01.01.2007
Zielwert 2013 Zielwert 2014 2014 (Min.) 2014 (Max.) Zielwert 2013 Zielwert 2014 2014 (Min.) 2014 (Max.) Zielwert 2013 Zielwert 2014 2014 (Min.) 2014 (Max.)
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung - 900 900 900 613 650 650 650 613 650 650 650
Nebenleistungen - 54 54 54 57 60 60 60 47 49 49 49
Summe - 954 954 954 670 710 710 710 660 699 699 699
Einjährige variable Vergütung (APP) 2) - 1.125 1.125 1.125 748 748 0 748 748 748 0 748
Mehrjährige variable Vergütung - 1.365 406 2.431 538 649 0 1.059 538 649 0 1.059
LTPB (Tranche 2012-2013) - - - - 68 - - - 68 - - -
LTPB (Tranche 2013-2014) - 203 203 203 293 0 0 -146 3) 293 0 0 -146 2
LTPB (Tranche 2014-2015) 2) - 473 203 608 0 293 0 366 0 293 0 366
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) - - - - 177 - - - 177 - - -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2014) - 689 0 1.620 0 356 0 839 0 356 0 839
Summe - 3.444 2.485 4.510 1.956 2.107 710 2.517 1.946 2.096 699 2.506
Versorgungsaufwand - 1.574 1.574 1.574 394 254 254 254 118 148 148 148
Gesamtvergütung 1) - 5.018 4.059 6.084 2.350 2.361 964 2.771 2.064 2.244 847 2.654

1) Im Jahr 2014 erhielt Herr Zachert außerdem einmalig 2.000 T€ als Teilausgleich für eine in seinem vormaligen Anstellungsverhältnis ursprünglich vereinbarte mehrjährige variable Vergütung, die aufgrund seines Wechsels zur LANXESS AG nicht zur Auszahlung gelangte.

2) Maximale Zielerreichung für 2014 von 200 % auf 100 % gesenkt.

3) Nachträgliche Anpassung der in 2013 erfolgten Gewährung für 2014 auf 100 %.

Zufluss

(zum 31.12.2014 amtierende Vorstände)

scroll

in T€ Matthias Zachert

Vorsitzender des Vorstands

Eintritt 01.04.2014
Dr. Bernhard Düttmann

Finanzvorstand

Eintritt 01.04.2011
Dr. Rainier van Roessel

Vorstandsmitglied

Eintritt 01.01.2007
2013 2014 2013 2014 2013 2014
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung - 900 613 650 613 650
Nebenleistungen - 54 57 60 47 49
Summe - 954 670 710 660 699
Einjährige variable Vergütung (APP) - 1.125 346 2) 673 346 2) 673
Mehrjährige variable Vergütung - 406 328 212 1.349 825
LTPB (Tranche 2012-2013) - - 328 - 328 -
LTPB (Tranche 2013-2014) - 203 - 212 - 212
LTPB (Tranche 2014-2015) - 203 - - - -
LTIP 2008-2010 (Tranche 2010) - - - - 1.021 -
LTSP 2010-2013 (Tranche 2010) - - - - - 613
Summe - 2.485 1.344 1.595 2.355 2.197
Versorgungsaufwand - 1.574 394 254 118 148
Gesamtvergütung 1) - 4.059 1.738 1.849 2.473 2.345

1) Im Jahr 2014 erhielt Herr Zachert außerdem einmalig 2.000 T€ als Teilausgleich für eine in seinem vormaligen Anstellungsverhältnis ursprünglich vereinbarte mehrjährige variable Vergütung, die aufgrund seines Wechsels zur LANXESS AG nicht zur Auszahlung gelangte.

2) Die Jahrestantieme (APP) wurde um einen freiwilligen Verzicht von 10% der Festvergütung reduziert.

Gewährte Zuwendungen

(zum 31.12.2014 nicht mehr amtierende Vorstände)

scroll

in T€ Dr. Axel C. Heitmann

Vorsitzender des Vorstands

Austritt 21.02.2014
Dr. Werner Breuers

Vorstandsmitglied

Austritt 05.08.2014
Zielwert 2013 Zielwert 2014 2014 (Min.) 2014 (Max.) Zielwert 2013 Zielwert 2014 2014 (Min.) 2014 (Max.)
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.000 157 157 157 613 387 387 387
Nebenleistungen 130 -1 3) -1 3) -1 3) 51 34 34 34
Summe 1.130 156 156 156 664 421 421 421
Einjährige variable Vergütung (APP) 1) 1.236 - - - 748 445 0 445
Mehrjährige variable Vergütung 880 - - - 538 87 0 -59
LTPB (Tranche 2012-2013) 68 - - - 68 - - -
LTPB (Tranche 2013-2014) 484 - - - 293 0 0 -146 2)
LTPB (Tranche 2014-2015) 1) 0 - - - 0 87 0 87
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) 328 - - - 177 - - -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2014) 0 - - - 0 - - -
Summe 3.246 156 156 156 1.950 953 421 807
Versorgungsaufwand 376 366 366 366 376 154 154 154
Gesamtvergütung 3.622 522 522 522 2.326 1.107 575 961

1) Maximale Zielerreichung für 2014 von 200 % auf 100 % gesenkt.

2) Nachträgliche Anpassung der in 2013 erfolgten Gewährung für 2014 auf 100 %.

3) Inkl. Korrektur des Vorjahres.

Zufluss

(zum 31.12.2014 nicht mehr amtierende Vorstände)

scroll

in T€ Dr. Axel C. Heitmann

Vorsitzender des Vorstands

Austritt 21.02.2014
Dr. Werner Breuers

Vorstandsmitglied

Austritt 05.08.2014
2013 2014 2013 2014
--- --- --- --- ---
Festvergütung 1.000 157 613 387
Nebenleistungen 130 -1 51 34
Summe 1.130 156 664 421
Einjährige variable Vergütung (APP) 615 2) - 346 1) 238
Mehrjährige variable Vergütung 2.316 1.064 1.349 693
LTPB (Tranche 2012-2013) 542 - 328 -
LTPB (Tranche 2013-2014) - - - 80
LTPB (Tranche 2014-2015) - - - -
LTIP 2008-2010 (Tranche 2010) 1.774 - 1.021 -
LTSP 2010-2013 (Tranche 2010) - 1.064 - 613
Summe 4.061 1.220 2.359 1.352
Versorgungsaufwand 376 366 376 154
Gesamtvergütung 4.437 1.586 2.735 1.506

1) Die Jahrestantieme (APP) wurde um einen freiwilligen Verzicht von 10% der Festvergütung reduziert.

2) Die Jahrestantieme (APP) wurde um einen freiwilligen Verzicht von 6% der Festvergütung reduziert.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LANXESS AG erhalten danach eine jährliche Festvergütung in Höhe von 80 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache der Festvergütung, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten zusätzlich ein Halb der festen Vergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich ein weiteres Halb der festen Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem anderen Ausschuss als dem Prüfungsausschuss den Vorsitz führen, erhalten zusätzlich ein Viertel der Festvergütung. Insgesamt erhält ein Mitglied des Aufsichtsrats jedoch maximal das Dreifache der Festvergütung.

Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern ihre Auslagen erstattet. Zusätzlich erhalten die Aufsichtsratsmitglieder 1,5 T€ Sitzungsgeld für jede Aufsichtsratssitzung und für jede Ausschusssitzung, an der sie teilnehmen. Allerdings wird die Teilnahme an Sitzungen des Ausschusses gem. § 27 Abs. 3 MitbestG und des Nominierungsausschusses nicht vergütet. Für Aufsichtsratsmandate in Konzerngesellschaften wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats nur eine Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von jeweils 5 T€ gezahlt.

Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete variable Vergütungskomponente, die sich auf die gewöhnliche Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds (fünf Jahre) bezieht. Die variable Vergütungskomponente wird anders als die fixe Vergütung nicht jedes Jahr gezahlt, sondern nur einmal zum Ende der gewöhnlichen Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds. Ist ein Aufsichtsratsmitglied kürzer im Amt, vermindert sich der Betrag entsprechend.

Ob die variable Vergütung zur Auszahlung gelangt, hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs von LANXESS im Vergleich zum Vergleichsindex Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM in den fünf Jahren vom Beginn des Mandats bis zum Ende des Mandats eines Aufsichtsratsmitglieds entwickelt. Verglichen werden der Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, in der die Aufsichtsratsmitglieder bestellt wurden, mit dem Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, mit deren Beendigung das Mandat der Aufsichtsratsmitglieder endet. Nur wenn der Aktienkurs sich besser als der Vergleichsindex entwickelt hat, wird die variable Vergütung fällig. Die genaue Höhe der variablen Vergütung bemisst sich wiederum danach, um wie viel sich der Aktienkurs besser als der Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren entwickelt. Bei einem Unterschied von bis zu 10 %-Punkten wird für diesen Zeitraum von fünf Jahren eine Vergütung von 50 T€ fällig, zwischen 10 und 20 %-Punkten 100 T€, darüber 150 T€.

Im Geschäftsjahr 2014 kam es zu keiner Auszahlung der variablen Vergütung.

Der erwartete Vergütungsanspruch für die nach der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 begonnene Mandatszeit der Aufsichtsratsmitglieder mit einer Dauer bis zur Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließt, wurde zum 31. Dezember 2014 mit 0 T€ (Vorjahr: 1.800 T€) bewertet.

Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen hat im Berichtszeitraum keines der Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Mandatstätigkeit die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Bezüge erhalten.

Vergütung des Aufsichtsrats1)

scroll

in € Jahr Feste Vergütung LANXESS AG Vergütung der Ausschusstätigkeit LANXESS AG Sitzungsgeld Feste Vergütung LANXESS Deutschland GmbH Gesamt
Dr. Rolf Stomberg, Vorsitzender 2014 240.000 0 22.500 5.000 267.500
2013 240.000 0 16.500 5.000 261.500
Ulrich Freese, stellv. Vorsitzender 2014 120.000 40.000 21.000 5.000 186.000
2013 120.000 40.000 16.500 5.000 181.500
Axel Berndt 2014 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Rudolf Fauß 2014 40.000 20.000 10.500 2.500 73.000
(zeitanteilig bis 30. Juni 2014) 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Hans-Dieter Gerriets 2014 40.000 20.000 7.500 2.500 70.000
(zeitanteilig ab 1. Juli 2014) 2013 0 0 0 0 0
Dr. Friedrich Janssen 2014 80.000 120.000 27.000 5.000 232.000
2013 80.000 96.548 18.000 5.000 199.548
Robert J. Koehler 2014 80.000 40.000 21.000 5.000 146.000
2013 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
Rainer Laufs 2014 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Thomas Meiers 2014 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Ulrich Middelmann 2014 0 0 0 0 0
(verstorben am 2. Juli 2013) 2013 40.110 20.055 7.500 2.507 70.172
Claudia Nemat 2014 80.000 0 9.000 5.000 94.000
(zeitanteilig ab 25. Juli 2013) 2013 35.068 0 3.000 2.192 40.260
Hans-Jürgen Schicker 2014 80.000 40.000 22.500 5.000 147.500
2013 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Gisela Seidel 2014 80.000 40.000 22.500 5.000 147.500
2013 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Theo H. Walthie 2014 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Summe 2014 1.160.000 480.000 235.500 60.000 1.935.500
Summe 2013 1.155.178 476.603 183.000 59.699 1.874.480

1) Beträge ohne Umsatzsteuer.

BERICHTERSTATTUNG NACH §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB

Zu den Vorschriften der §§ 289 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 und 315 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 HGB geben wir folgende Erläuterungen ab:

1. Zum 31. Dezember 2014 beträgt das Grundkapital der LANXESS AG 91.522.936 € und ist eingeteilt in 91.522.936 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien bestimmen sich nach dem Aktiengesetz.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Teilnehmer an Mitarbeiter-Aktienprogrammen einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Aktien.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der LANXESS AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden uns nicht gemeldet.

4. Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

5. Über Mitarbeiter-Aktienprogramme sind Arbeitnehmer direkt am Kapital der LANXESS AG beteiligt. Es bestehen keine Beschränkungen, die Kontrollrechte aus diesen Aktien unmittelbar auszuüben.

6. Für die Bestellung und Abberufung des Vorstands gelten die §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Die Bestellung erfordert mindestens zwei Drittel der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Für Satzungsänderungen ist gemäß § 179 AktG die Hauptversammlung zuständig. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden nach § 17 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreibt. Weitere Regelungen in der Satzung werden hierzu nicht getroffen. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung der LANXESS AG beschließen.

7. Der Vorstand der LANXESS AG hat die folgenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:

Eigene Aktien

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 18. Mai 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Mai 2016 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Ferner ist er ermächtigt, sie zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu verwenden sowie die Aktien Inhabern der von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die ein Wandlungs- oder Optionsrecht gewähren oder eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen, in dem Umfang zu gewähren, in dem ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft zustehen würde. In den vorgenannten Fällen ist außer bei der Einziehung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand kann bei der Begebung von Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben,
soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde,
bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten,
wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/-pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind.

Genehmigtes Kapital I und II

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert wurden. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 8.320.268 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Das ursprünglich genehmigte Kapital II in Höhe von 16.640.534 € ist im Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 8.320.266 € für die Durchführung einer Barkapitalerhöhung ausgenutzt worden. Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert wurden. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung.

8. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG enthalten Regelungen über ein mögliches Ausscheiden der Mitglieder des Vorstands bei einem Kontrollwechsel. Diese sind im Vergütungsbericht des Lageberichts dargestellt. Solche Vereinbarungen bestehen auch zwischen der Gesellschaft und Mitarbeitern der ersten Führungsebene, jedoch zu anderen Konditionen. Weiterhin können die Bedingungen für die Platzierungen von Schuldverschreibungen, die unter dem bei der Gesellschaft bestehenden Debt-Issuance-Programm ausgegeben werden, Change-of-Control-Klauseln vorsehen, die in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen zu einem Rückgaberecht der Gläubiger führen können. Dies ist der Fall für die im Geschäftsjahr 2009 von der LANXESS Finance B.V. begebene Euroanleihe im Volumen von 200 Mio. €, für die im Geschäftsjahr 2011 im Volumen von 500 Mio. € von der LANXESS Finance B.V. begebene Euroanleihe sowie die ebenfalls von der LANXESS Finance B.V. im November 2012 begebene Euroanleihe im Volumen von 500 Mio. €. Dies war ebenfalls zum Ende des Geschäftsjahres 2014 der Fall für die von der LANXESS Finance B.V. im Februar 2012 im Volumen von 500 Mio. CNH begebene und im Februar 2015 getilgte Anleihe. Alle diese Anleihen werden von der LANXESS AG garantiert. Entsprechende Change-of-Control­Klauseln sehen die Bedingungen für zwei im Geschäftsjahr 2012 unter dem Debt-Issuance­Programm durch die LANXESS Finance B.V. erfolgte Privatplatzierungen im Volumen von jeweils 100 Mio. € vor. Diese werden ebenfalls von der LANXESS AG garantiert. In den Geschäftsjahren 2011 bzw. 2014 haben die LANXESS Finance B.V. bzw. die LANXESS AG mit einer Investitionsbank Kreditverträge über 200 Mio. € und 150 Mio. € geschlossen, wobei der von der LANXESS Finance B.V. abgeschlossene Kreditvertrag im Januar 2015 auf die LANXESS AG übertragen wurde. Diese Verträge können mit sofortiger Wirkung gekündigt bzw. die Rückzahlung ausstehender Darlehensbeträge verlangt werden, wenn eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Ferner besteht zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium ein Vertrag über einen Kreditrahmen von derzeit 1.250 Mio. €. Auch dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Darüber hinaus besteht nach Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und dem LANXESS Pension Trust e.V. die Verpflichtung der Gesellschaft, im Falle eines Kontrollwechsels erhebliche Einzahlungen an den LANXESS Pension Trust e.V. vorzunehmen.

9. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG sowie Anstellungsverträge von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene der LANXESS AG enthalten Entschädigungsvereinbarungen für dort näher definierte Fälle eines Kontrollwechsels.

BERICHTERSTATTUNG NACH § 289A HGB

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 289a des Handelsgesetzbuches vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben. Die Erklärung ist den Aktionären zugänglich gemacht worden und kann unter www.lanxess.de, Investor Relations, Corporate Governance, jederzeit eingesehen werden.

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem 31. Dezember 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG zu erwarten ist.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Im folgenden Konjunkturausblick wird unsere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung dargestellt. Im Anschluss an den Prognosebericht gehen wir auf Chancen und Risiken ein, aus denen sich Abweichungen gegenüber der Prognose ergeben können. Um die Klarheit der Darstellung der voraussichtlichen Entwicklung sowie der Chancen und Risiken des Konzerns für den verständigen Adressaten zu erhöhen, wird ab dem Berichtsjahr gemeinsam über Chancen und Risiken berichtet. Darüber hinaus ergaben sich Änderungen an Form und Inhalt der Berichterstattung.

Konjunkturausblick

Allgemeine Rahmenbedingungen

Wir erwarten im laufenden Jahr ein globales Wirtschaftswachstum von 3,0 %. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass die Situation in den Krisengebieten Ukraine und Naher Osten nicht weiter eskaliert. Ein anhaltend niedriger Ölpreis könnte zu einer leichten zusätzlichen Stimulierung der Wirtschaft führen. Für NAFTA rechnen wir mit einem Wachstum von 3,0 %, das durch den privaten Konsum getrieben wird. In der Region EMEA gehen wir insbesondere durch ein etwas verbessertes wirtschaftliches Umfeld in Europa von einem Zuwachs in Höhe von 2,5 % aus. Ein niedrigerer Ölpreis sowie ein stärkerer US-Dollar sollten sich positiv auswirken, während die Ukraine-Krise weiterhin dämpfend wirkt. In Deutschland erwarten wir ein Plus von 2,0 %, unterstützt von einer geringeren Arbeitslosigkeit und damit einhergehend einer verbesserten Konsumneigung. Für die Region Asien/Pazifik sehen wir eine Zunahme von 4,5 %. China dürfte dabei ein leicht abgeschwächtes Wachstum aufweisen, weil die Exporte aus China nicht mehr so deutlich zunehmen sollten wie bisher.

Erwartetes BIP-Wachstum

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1) Bruttoinlandsprodukt 2015
NAFTA 3,0
Lateinamerika 2,5
EMEA 2,5
Deutschland 2,0
Asien/Pazifik 4,5
Welt 3,0

1) Gerundet auf 0,5 %.

Quelle: eigene Einschätzungen und IHS Global Insight

Künftige Entwicklung der chemischen Industrie

Die Chemieindustrie wird aus unserer Sicht im Jahr 2015 mit einem Wachstum der Produktion von 4,0 % weiter expandieren. Den Schwerpunkt sollten erneut die aufstrebenden Volkswirtschaften bilden. In der Region Asien/Pazifik erwarten wir, getrieben von der Entwicklung in China, eine Produktion, die um 6,0 % über dem Vorjahr liegt. In NAFTA sollte der Zuwachs 2,5 % betragen. In Lateinamerika nehmen wir ein Wachstum von 3,0 % an, während wir für die Regionen EMEA und Deutschland von einer Steigerung von 2,0 % bzw. 1,0 % ausgehen.

Erwartetes Wachstum Chemieproduktion

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1) Chemieproduktion 2015
NAFTA 2,5
Lateinamerika 3,0
EMEA 2,0
Deutschland 1,0
Asien/Pazifik 6,0
Welt 4,0

1) Gerundet auf 0,5 %.

Quelle: eigene Einschätzungen und IHS Global Insight

Künftige Entwicklung der Absatzmärkte

Wir erwarten für die Produktion in der weltweiten Reifenindustrie im Jahr 2015 ein Wachstum von 2,5 %. In Asien/Pazifik rechnen wir mit einer Steigerung von 4,5 %, wobei China trotz eines reduzierten Tempos weiterhin das Wachstumszentrum bleibt. Bezüglich der Entwicklungsprognose in den Industrieländern rechnen wir, getrieben durch die steigenden Importe, mit einem Rückgang der Produktion in der Region EMEA von 1,5 %. Die Region NAFTA sollte sich mit einem Plus von 1,0 % positiv entwickeln. Lateinamerika könnte im laufenden Jahr mit 3,5 % wachsen, während Deutschland nach unserer Erwartung ein Wachstum von 1,0 % aufweisen sollte.

Wir gehen in 2015 von einem Anstieg der Automobilproduktion von 4,5 % aus. Die Region Asien/Pazifik sollte mit einem erwarteten Zuwachs von 5,0 % den Schwerpunkt der Entwicklung bilden. Innerhalb der Region sehen wir den chinesischen Wirtschaftsraum, ASEAN und Indien als Treiber. In der Region NAFTA sehen wir ein Wachstum von 4,0 %. Lateinamerika sollte sich stabilisieren und nach dem starken Rückgang in 2014 einen Zuwachs von 4,0 % erreichen. In der Region EMEA rechnen wir mit einem Wachstum von 2,5 %, wobei wir in Deutschland eine Produktionssteigerung von 0,5 % erwarten.

Das Wachstum der Bauindustrie sollte im Jahr 2015 5,0 % betragen. Einen Schwerpunkt wird aus unserer Sicht mit 5,5 % weiterhin die Region Asien/Pazifik bilden. Auch in der Region NAFTA rechnen wir mit einer Verbesserung und nehmen einen Zuwachs von 8,0 % an. Lateinamerika sollte ein Plus von 4,0 % aufweisen. In der Region EMEA gehen wir aufgrund fehlender Impulse aus Teilen des Euroraums und anhaltender Spannungen in Osteuropa von einem Wachstum von 2,5 % aus. Deutschland sollte sich mit einem Anstieg um 4,0 % weiterhin deutlich positiv entwickeln.

Für den Markt mit Agrochemikalien gehen wir von einer anhaltend robusten Entwicklung aus und nehmen einen Zuwachs von 3,0 % an. Die Region NAFTA sollte dabei um 2,0 % wachsen. In Lateinamerika rechnen wir ebenfalls mit einer Erholung und einem Zuwachs von 3,0 %. In der Region EMEA sehen wir ein Wachstum von 3,0 %. Deutschland sollte sich dabei schwächer entwickeln und eine Steigerung von 0,5 % aufweisen, während wir für die Region Asien/Pazifik ein Wachstum von 3,5 % sehen.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1) Reifen 2015 Automobil 2015 Agrochemikalien 2015 Bauindustrie 2015
NAFTA 1,0 4,0 2,0 8,0
Lateinamerika 3,5 4,0 3,0 4,0
EMEA -1,5 2,5 3,0 2,5
Deutschland 1,0 0,5 0,5 4,0
Asien/Pazifik 4,5 5,0 3,5 5,5
Welt 2,5 4,5 3,0 5,0

1) Gerundet auf 0,5 %.

Quelle: eigene Einschätzungen und IHS Global Insight

Prognosebericht

Erwartete Ertragslage LANXESS Konzern

Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2015 durch das anhaltend herausfordernde Wettbewerbsumfeld, insbesondere für unsere Geschäfte mit synthetischem Kautschuk, beeinflusst wird. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass Anlaufkosten für neue Kautschuk-Anlagen und entsprechende Leerkosten unser Ergebnis ebenfalls beeinträchtigen werden. Aus dem prognostizierten leichten Wachstum der globalen Wirtschaft erwarten wir keine wesentlichen Impulse für unsere Entwicklung.

In unseren drei Segmenten mit ihren 10 Business Units rechnen wir dabei mit nachstehend beschriebener Entwicklung. Die angenommene Entwicklung in den Segmenten ergibt sich dabei insbesondere durch die unterschiedliche Markt- und Wettbewerbssituation in den Geschäftsbereichen unserer Segmente sowie die der zugrundeliegenden Kundenindustrien.

Für das Segment Performance Polymers erwarten wir im Jahr 2015 aus unseren wesentlichen Kundenindustrien Automobil und Reifen eine leichte Nachfrageverbesserung im Vergleich zum Vorjahr. In der Reifenindustrie rechnen wir damit, dass die in verschiedenen Ländern bestehenden Gesetze und Initiativen zur Einstufung und Kennzeichnung von Reifen die Nachfrage nach unseren Kautschukprodukten im Segment leicht unterstützen. In unseren Geschäftsbereichen mit synthetischen Kautschuken, und hier insbesondere für EPDM- und Butylkautschuk, rechnen wir aber aufgrund zusätzlicher Kapazitäten mit anhaltendem Preisdruck. Unser Geschäft mit Leichtbau-Kunststoffen für Anwendungen in der Automobilindustrie sollte sich aus unserer Sicht in 2015 weiterhin gut entwickeln. Die zentrale Währung für unsere Kautschukgeschäfte ist der US-Dollar. Aus einem anhaltend starken US-Dollar erwarten wir daher positive Effekte für unsere Geschäfte. Im Segment erwarten wir im laufenden Jahr durch die Inbetriebnahme unserer Anlagen für Nd-PBR-Kautschuk in Singapur und EPDM-Kautschuk in Changzhou, China, Anlaufkosten in einer Höhe von insgesamt etwa 25 Mio. €. Zudem rechnen wir im laufenden Jahr aufgrund der zusätzlich verfügbaren Kapazitäten von diesen beiden neuen Anlagen mit Belastungen durch Leerkosten von etwa 50 Mio. €.

Für das Segment Advanced Intermediates rechnen wir im laufenden Jahr mit einer anhaltend guten Nachfrage aus den wesentlichen Kundenindustrien. Das Wachstum für Agrochemikalien wird nach aktuellen Marktprognosen eher gedämpft ausfallen. Für den Geschäftsbereich Saltigo rechnen wir projektbedingt mit einem leicht rückläufigen Feinchemie- und Pharmageschäft.

In unserem Segment Performance Chemicals sehen wir für 2015 eine leichte Verbesserung der Nachfragesituation. Dabei sollte sich unser Geschäft mit anorganischen Pigmenten für die Bauindustrie nach unseren Erwartungen gut entwickeln. Im Bereich Leder gehen wir für unseren Geschäftsbereich mit Lederchemikalien ebenfalls von einer guten Nachfrage aus. Jedoch wird der anhaltende Preisdruck für Chromerzprodukte in diesem Bereich belastend wirken. Der Geschäftsbereich Additive, der eng mit der Reifenindustrie verbunden ist, sollte insgesamt eine stabile Entwicklung aufweisen. Im chinesischen Markt gehen wir allerdings von Herausforderungen für unsere Kautschukadditive aus. Für unsere Technologien zur Wasseraufbereitung im Geschäftsbereich Liquid Purification Technologies erwarten wir eine anhaltend gute Nachfrage.

Im Geschäftsjahr 2014 haben wir vor dem Hintergrund der anhaltenden Herausforderungen für LANXESS das dreistufiges Programm „Let’s LANXESS again“ zur Neuausrichtung des Konzerns aufgesetzt und wollen hierdurch unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken. Für die erste Stufe des Programms, mit der wir die Effizienz der Geschäftsbereiche und Verwaltungsstrukturen steigern wollen, sind bis 2016 nicht EBITDA-wirksame Sonderaufwendungen von insgesamt 150 Mio. € vorgesehen. Im Berichtsjahr fielen davon Sonderaufwendungen in Höhe von etwa 110 Mio. € an. Im Jahr 2015 erwarten wir Sonderaufwendungen von etwa 40 Mio. €. Für die zweite und dritte Stufe unseres Programms, für die wir im vergangenen Jahr ebenfalls erste Maßnahmen einleiteten, werden wir im Jahresverlauf 2015 nach hinreichender Konkretisierung weitere Details bekannt geben. Die erwarteten Kostensenkungen aus der im Berichtsjahr eingeleiteten Neuausrichtung sollten unser operatives Ergebnis in 2015 positiv unterstützen.

Im laufenden Geschäftsjahr sind zudem durch den anstehenden Tarifabschluss in Deutschland und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter Kostensteigerungen zu erwarten.

Vor dem Hintergrund der erwarteten und sich innerhalb der einzelnen Segmente in etwa ausgleichenden Einflussfaktoren gehen wir für das Gesamtjahr 2015 von einem EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf einem vergleichbaren Niveau wie in 2014 aus. Hierin sind die erwarteten Kostensenkungen aus der im Berichtsjahr eingeleiteten Neuausrichtung berücksichtigt.

Bei den Rohstoffkosten, die Ende 2014 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau lagen, rechnen wir für das Jahr 2015 mit einer anhaltend volatilen Entwicklung. Wir gehen davon aus, dass sich insbesondere bei den petrochemischen Rohstoffen, die wesentlich für unsere synthetischen Kautschukprodukte im Segment Performance Polymers sind, die Beschaffungskosten im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2014 erhöhen. Ausgangsbasis für diese Entwicklung ist dabei das vergleichsweise niedrige Kostenniveau zum Jahresende 2014.

Die wesentliche Währung für unsere Geschäfte bleibt auch künftig der US-Dollar. Wir erwarten, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro im Jahr 2015 weiter volatil bleibt. Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir einen leicht stärkeren US-Dollarkurs.

Die konzernweite Steuerquote wird maßgeblich durch den regionalen Ertragsanfall geprägt. LAN­XESS strebt mittelfristig, nach Abschluss der Neuausrichtung, eine Steuerquote im Bereich von 22 % bis 25 % an. Bei einer anhaltend herausfordernden Geschäftssituation und der fortdauernden Neuausrichtung rechnen wir im laufenden Geschäftsjahr mit einer Steuerquote von über 30 %.

Erwartete Finanzlage LANXESS Konzern

· Liquiditätssituation

LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik im laufenden Jahr fortsetzen.

Angesichts der im Abschnitt Finanzlage beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln und ungenutzten Kreditlinien, die wie bereits zum Vorjahresende auch zum Jahresende 2014 rund 2,0 Mrd. € betrugen, verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation, um etwa unsere unternehmerische Flexibilität zu sichern und unsere laufende Neuausrichtung umsetzen zu können.

· Investitionen

Unsere Investitionen werden sich künftig zunehmend auf die Instandhaltung bestehender LANXESS Produktionsstandorte sowie auf Effizienzerhöhung und Erweiterung bestehender Anlagen fokussieren. Nach der Inbetriebnahme unserer zwei großen Produktionsanlagen in Asien für Nd-PBR- und EPDM-Kautschuk in 2015 sind in den kommenden Jahren keine weiteren hohen Investitionen für den Bau von neuen Produktionsanlagen vorgesehen. Wir werden unsere Investitionen in den kommenden Jahren sukzessive reduzieren und erwarten im laufenden Jahr auszahlungswirksame Investitionen von ca. 450 Mio. €. Für 2016 ist gegebenenfalls eine weitere Reduktion auf ein Niveau von 400 bis 450 Mio. € vorgesehen. Wir streben damit insgesamt einen ausgewogenen Investitionszyklus an, der uns finanziellen Spielraum verschafft.

· Finanzierungsmaßnahmen

LANXESS ist aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt, denn die Finanzierung der vorgesehenen Investitionen und des eingeleiteten Programms zur Neuausrichtung ist durch künftige Cashflows, vorhandene Zahlungsmittel sowie bestehende Kreditlinien gewährleistet. Gleiches gilt für die erwartete Dividendenzahlung. Neben der Rückzahlung einer Anleihe im Volumen von 500 Mio. CNH im Februar 2015 bestehen im Geschäftsjahr 2015 keine weiteren nennenswerten Refinanzierungserfordernisse. Darüber hinaus wird LANXESS seine Aktivitäten zur langfristigen Sicherung der Finanzierung im Rahmen einer konservativen Finanzpolitik durch weitere Diversifikation der Finanzierungsquellen und vorausschauende Finanzierungsmaßnahmen fortsetzen.

Erwartete Ertragslage der LANXESS AG

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir für die LANXESS AG ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Jahresergebnis. Das Ergebnis ist neben den Verwaltungskosten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als strategische Management Holding vom Finanzergebnis und hier insbesondere vom Zins- und Beteiligungsergebnis geprägt. Aufgrund der Finanzierungsstruktur ist von einem negativen Zinsergebnis auszugehen. Das Beteiligungsergebnis und damit das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG werden wesentlich von den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Gesellschaften des LANXESS Konzerns bestimmt. Wir verfolgen auch weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik und gehen davon aus, bei der LANXESS AG einen Bilanzgewinn zu erzielen, der es ermöglicht, unsere Aktionäre im kommenden Jahr angemessen am Ergebnis des Konzerns zu beteiligen.

Dividendenpolitik

LANXESS verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik. In den künftigen Dividendenvorschlägen werden wir, wie bereits in der Vergangenheit, die wirtschaftliche Entwicklung des zurückliegenden Geschäftsjahres, die Finanzierungsziele des Konzerns sowie sich abzeichnende Entwicklungen im neuen Geschäftsjahr berücksichtigen.

Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

LANXESS ist mit seinem Produktportfolio weiterhin gut in den relevanten Kundenindustrien und wichtigen globalen Märkten positioniert und orientiert sich in seiner strategischen Ausrichtung an den weltweit wesentlichen Trends.

Aufgrund der strukturellen Herausforderungen auf der Angebotsseite, die sich insbesondere auf unsere Geschäftsbereiche mit synthetischem Kautschuk auswirken, haben wir im Geschäftsjahr 2014 ein umfassendes dreistufiges Programm zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns aufgesetzt, das wir im laufenden Jahr konsequent weiter vorantreiben. Ziel des Programms ist die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur, im operativen Bereich sowie in den jeweiligen Geschäftsbereichen. Die Neuausrichtung wird aus unserer Sicht ein wesentlicher Bestandteil des laufenden Geschäftsjahres sein. Auch wenn sich hieraus bereits unterstützende Kostensenkungen ergeben, wird die Konzernentwicklung im laufenden Jahr noch maßgeblich von einem herausfordernden Umfeld für unsere synthetischen Kautschukgeschäfte geprägt sein.

Aus dem prognostizierten leichten weltweiten Wirtschaftswachstum sehen wir keine wesentlichen Impulse für unsere Entwicklung.

Die Rohstoffkosten für petrochemische Rohstoffe, die für unsere Kautschukgeschäfte wesentlich sind, sollten sich im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2014 erhöhen. Ausgangsbasis für diese Entwicklung ist dabei das vergleichsweise niedrige Kostenniveau zum Jahresende 2014.

Für das Geschäftsjahr 2015 gehen wir von einem EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf einem vergleichbaren Niveau wie in 2014 aus.

Chancen- und Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Erfolg wird wesentlich vom Erkennen von Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit und von einem bewussten Umgang mit diesen beeinflusst. Ziel des Managementsystems ist es, Chancen und Risiken zu erkennen und ihrer Ausprägung gemäß angemessen in den strategischen und operativen Entscheidungen zu berücksichtigen, um die langfristige Sicherung des Unternehmens und dessen erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft zu unterstützen. Chancen und Risiken werden als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer positiven bzw. negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken.

Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet aber auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es dient jedoch dazu, mit hinreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.

Strukturelle Grundlagen

Die Grundsätze unseres Chancen- und Risikomanagementsystems sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Das Managementsystem, das sich an dem Rahmenkonzept des Enterprise Risk Management gemäß dem COSO-Modell orientiert, besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen, die in die betrieblichen Prozesse durch die Aufbau- und Ablauforganisation, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards eingebunden sind.

Das System folgt dem Integrationskonzept, das heißt, die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation. Der Umgang mit Chancen und Risiken ist daher originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. In diesem Sinn basiert unser Chancen- und Risikomanagement auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten in der Organisation sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen an den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten.

Rollen wesentlicher Organisationseinheiten

Bei LANXESS betreiben die Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, für

die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken,
die Implementierung der Steuerungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Wahrnehmung bzw. Erhöhung von Chancen sowie zur Risikovermeidung bzw. -minderung),
die Überwachung der Entwicklung der Chancen und Risiken (z. B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren),
die Vorsorge (Maßnahmen zur Schadensminimierung im Ereignisfall) und
die Kommunikation der wesentlichen Chancen und Risiken in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche

definiert.

Die Group Function Corporate Controlling verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation der maßgeblichen Informationen in den nachfolgend dargestellten Zyklen:

zweimal jährlich im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses für das laufende Geschäftsjahr
einmal jährlich im Rahmen des Budget- und Planungsprozesses für das Folgejahr sowie den mittelfristigen Prognosezeitraum

Die Group Function Corporate Development analysiert und bewertet systematisch bedeutende und strategische Chancen und Risiken mit dem Ziel, den Konzern langfristig richtig auszurichten.

Die Group Function Treasury steuert zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen). Dies wird im Abschnitt zu den Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung im Detail erläutert.

Aufgrund der hohen Integration der allgemeinen Geschäftsprozesse existieren themenbezogene Gremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit den Chancen und Risiken des Konzerns beschäftigen. Das versetzt uns in die Lage, schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse zu reagieren.

Darüber hinaus analysiert ein Risikokomitee unter der Leitung des Finanzvorstands die wesentlichen Risiken und deren Entwicklung aus Sicht des gesamten Unternehmens. Dieses Gremium setzt sich aus Vertretern ausgewählter Group Functions zusammen und hinterfragt bestehende Bewältigungsmaßnahmen, initiiert zusätzliche Maßnahmen, entscheidet über konzernweite Risikomanagement-standards und -richtlinien und stößt bei Bedarf weitere Analysen zu einzelnen identifizierten Chancen und Risiken an.

Die Meldepflicht für Chancen und Risiken an die Group Function Corporate Controlling ergibt sich aus der erwarteten Auswirkung auf das Konzernergebnis oder das EBITDA vor Sondereinflüssen. Meldepflichtig sind alle Chancen und Risiken mit einer erwarteten Auswirkung von mehr als 1 Mio. € nach Maßnahmen. Darüber hinaus sind auch diejenigen Risiken anzugeben, deren erwartete Auswirkung durch Maßnahmen um mehr als 10 Mio. € begrenzt wurde. Durch diese Mindestmelde-grenzen ist sichergestellt, dass eine umfassende Erhebung von Chancen und Risiken erfolgt. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt.

Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen, wie beispielsweise unerwartet auftretende operative Ereignisse mit einer Auswirkung von mehr als 10 Mio. € nach Maßnahmen, organisatorisch vorgesehen. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen sofortigen Berichterstattung.

Die berichteten Chancen und Risiken werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und regelmäßig für den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde bestehende Chancen und Risiken zeitnah bis hin zum Vorstand kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.

Chancen- und Risikobewertung

Das Chancen- und Risikomanagement ist in den Planungs- und Erwartungsprozess integriert und erfasst Chancen und Risiken als mögliche Abweichungen zum geplanten bzw. erwarteten EBITDA vor Sondereinflüssen oder Konzernergebnis.

Zur Bewertung der Chancen und Risiken werden je nach Art unterschiedliche Berechnungsverfahren angewendet. Verteilungsorientierte Chancen und Risiken werden durch szenariobasierte Schwankungen der Plangrößen (Wechselkurse, Rohstoffpreise, Energiepreise und Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung) beschrieben. So kann die Ausprägung der Variablen sowohl zu einer positiven als auch zu einer negativen Abweichung gegenüber der Planung bzw. Erwartung führen.

Ereignisbasierte Chancen und Risiken (z. B. Ausfall eines Lieferanten oder Versicherungsfälle), die nur im Falle ihres Eintretens einen Einfluss auf das Ergebnis haben, werden mittels ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und der erwarteten Auswirkung auf das EBITDA vor Sondereinflüssen oder das Konzernergebnis bewertet.

Bedeutung des konzernweiten Planungsprozesses

Die Unternehmensplanung ist ein wesentliches Kernelement unseres Chancen- und Risikomanagements. Ereignisse mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit fließen unmittelbar in den Planungsprozess ein. Die Prozesse zur Unternehmensplanung und zu unterjährigen Erwartungsrechnungen sowie entsprechende Analysen und Handlungsoptionen werden durch die Group Function Corporate Controlling gesteuert und eng mit den operativ verantwortlichen Business Units abgestimmt. Die Planung und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in dedizierten Vorstandsterminen erörtert und verabschiedet. Die Jahresplanung im jeweiligen Berichtsjahr überwachen wir, indem wir regelmäßig die aktuellen Erwartungen zur Geschäftsentwicklung ermitteln. Bei Bedarf wird eine Anpassung der Planung vorgenommen.

Compliance als integraler Bestandteil

Zum Risikomanagement gehört auch, unrechtmäßiges Handeln unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Wir setzen hier darauf, uns bei der Abwicklung der Geschäftsvorfälle umfassend rechtlich beraten zu lassen und unsere Mitarbeiter mit unserem Compliance-Kodex dazu zu verpflichten, sich entsprechend den Gesetzen zu verhalten und verantwortungsbewusst zu handeln. Dieser Kodex ist eingebettet in ein umfassendes Compliance-Management-System, das in seinem Aufbau den Leitlinien eines international anerkannten Rahmenwerks zum unternehmensweiten Risikomanagement (COSO) folgt. Hierbei fördert und überwacht ein Compliance-Committee die Einhaltung unserer Compliance-Grundsätze. Es wird von Compliance-Beauftragten unterstützt, die für jedes Land bestimmt wurden, in dem wir eine Tochtergesellschaft unterhalten. Das Compliance-Committee wird von einem Compliance-Officer geführt. Die Compliance-Funktion untersteht direkt dem Vorstand, dem regelmäßig berichtet wird.

(Konzern-) Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Hierzu existieren klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen. Die branchentypischen Besonderheiten der chemischen Industrie und der bei LANXESS in diesem Zusammenhang regelmäßig eingesetzten Steuerungsinstrumentarien zur Risikoabsicherung werden berücksichtigt. Neben dem (Konzern-) Rechnungslegungsprozess im engeren Sinne gehören dazu vor allem der vorstehend beschriebene strukturierte Budget- und Erwartungsprozess sowie ein umfangreiches Vertragsmanagement. Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems können allerdings aufgrund von Ermessensentscheidungen, kriminellen Handlungen, fehlerbehafteten Kontrollen oder sonstigen Umständen eingeschränkt sein. Eine vollständige Sicherheit, dass Sachverhalte korrekt und zeitnah in der (Konzern-) Rechnungslegung erfasst werden, kann somit selbst dann nicht gewährleistet werden, wenn die eingesetzten Systembestandteile konzernweit angewendet werden.

Die Group Function Accounting, die dem Finanzvorstand untersteht, ist verantwortlich für den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess und damit für die Erstellung des Jahresabschlusses der LANXESS AG und des Konzernabschlusses sowie für die Einheitlichkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften. Der Vorstand stellt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss auf, die danach unverzüglich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet werden. Nach Empfehlung des Prüfungsausschusses werden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss vom Aufsichtsrat in dessen Bilanzsitzung festgestellt bzw. gebilligt. Der Aufsichtsrat und insbesondere dessen Prüfungsausschuss befassen sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Rechnungslegung, des Chancen- und Risikomanagements, des Prüfungsauftrags und der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers.

Konsolidierte Konzernzwischenabschlüsse werden jedes Quartal erstellt. Der verkürzte Konzernhalbjahresabschluss unterliegt der prüferischen Durchsicht, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einer vollumfänglichen Prüfung durch den Abschlussprüfer bzw. Konzernabschlussprüfer.

Der HGB-konformen Rechnungslegung der LANXESS AG liegt ein strukturierter Prozess mit entsprechender Aufbau- und Ablauforganisation einschließlich zugehöriger Arbeitsanweisung zugrunde. Neben der Funktionstrennung sind das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Plausibilisierungen grundlegende Überwachungsmaßnahmen im Abschlusserstellungsprozess. Der Rechnungslegungsprozess wird auf der IT-technischen Seite ergänzt durch ein integriertes EDV-System, welches weitgehend auf Standardsoftware basiert und durch Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist. Die Korrektheit automatisch generierter Buchungen und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Buchungen erfolgen auf Basis eines systematischen Belegwesens. Es erfolgt eine Dokumentation im erforderlichen Rahmen sowie eine Kontrolle durch nachgelagerte Stellen.

Grundlage des einheitlichen und IFRS-konformen Konzernberichtswesens ist die LANXESS Konzernabschlussrichtlinie. Sie regelt, in welcher Art die für den Konzern relevanten Normen der International Financial Reporting Standards (IFRS) von den Tochtergesellschaften als berichtenden Einheiten anzuwenden sind. Die Richtlinie definiert ferner den verbindlichen Konzernkontenrahmen. Sie wird auf der IT-technischen Seite durch ein konzernweit einheitliches Anlieferungs- und Konsolidierungssystem ergänzt, das weitgehend auf Standardsoftware basiert und mit Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist.

Indem wir den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess regeln und überwachen, stellen wir eine den einschlägigen Gesetzen und Normen entsprechende, ordnungsgemäße (Konzern-) Rechnungslegung sicher und gewährleisten die Verlässlichkeit unserer Finanzberichterstattung. Das bei uns angewendete (konzern-) rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem orientiert sich an allgemein anerkannten Standards (COSO-Modell). Wesentliche Änderungen an diesem System haben sich im Berichtszeitraum nicht ergeben. Entsprechende Vorgaben existieren auch für die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften.

Der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein detailliert ausgearbeiteter Prozess zugrunde. Dieser wird zeitlich definiert durch die Vorgabe eines Abschluss-Terminkalenders, der die Zeitpunkte für die Anlieferung bestimmter Daten festlegt. Fester Bestandteil ist auch die regelmäßige Prüfung, ob der Kreis der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen korrekt ermittelt und vollständig ist. Die Prinzipien der Funktionstrennung in der Form strukturierter Genehmigungs- und Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Prüfungen von Angaben auf Plausibilität werden im gesamten Erstellungs- und Konsolidierungsprozess durchgängig angewendet.

Für den Konzernabschluss liefern alle berichtspflichtigen Tochtergesellschaften ihre Konzernberichtsdaten über das oben genannte Konsolidierungssystem an. Systemintegrierte Validierungsregeln stellen zum Zeitpunkt der Anlieferung sicher, dass die gemeldeten Daten der Tochtergesellschaften konsistent sind. Die originäre Verantwortung dafür, dass die gemeldeten Daten inhaltlich korrekt sind, liegt beim Rechnungswesen der Tochtergesellschaften. Weiter gehende Prüfungen der inhaltlichen Korrektheit nimmt die Abteilung Corporate Accounting innerhalb der Group Function Accounting vor. Hierzu werden unter anderem standardisierte Berichte ausgewertet, in denen die Gesellschaften wesentliche abschlussrelevante Sachverhalte erläutern. Nach den prozessintegrierten Kontrollen erfolgt die Konsolidierung einschließlich Währungsumrechnung ohne weitere Schnittstellen im selben System, wobei sowohl automatische als auch manuelle Konsolidierungsmaßnahmen vollzogen werden. Die Korrektheit der automatischen Konsolidierungsschritte und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Konsolidierungssachverhalte werden separat gebucht, im erforderlichen Rahmen dokumentiert und von nachgelagerten Stellen kontrolliert. Ergänzt wird dies durch systemintegrierte Validierungsregeln.

Regelmäßige Abstimmungen mit anderen Group Functions des Finanzbereichs, insbesondere den Group Functions Treasury, Tax & Trade Compliance und Controlling, unterstützen die bilanzielle Abbildung von Sachverhalten. Im Rahmen des laufenden Informationsaustauschs mit den operativen Business Units sowie weiteren Group Functions identifiziert und verarbeitet die Group Function Accounting Sachverhalte, die außerhalb der Rechnungslegung entstehen. Hierzu zählen unter anderem Prozessrisiken, Planungsrechnungen für Werthaltigkeitsprüfungen sowie besondere Vertragsvereinbarungen mit Lieferanten oder Kunden. Zusätzlich werden bei Spezialthemen, insbesondere bei der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, externe Dienstleister hinzugezogen.

Überwachung des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems (IKS)

Konzernintern ist der Bereich Internal Auditing innerhalb der Group Function Legal & Compliance beauftragt, zu überwachen, ob das interne Steuerungs- und Überwachungssystem funktionsfähig ist und die organisatorischen Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden. Die Prüfungsplanung (Auswahl der Prüfobjekte) und Prüfungsansätze sind entsprechend risikoorientiert ausgerichtet. Zur Beurteilung der Wirksamkeit des IKS wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Konzern- bzw. Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem. Auch der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse des Compliance-Committees, des Bereichs Internal Auditing sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems berichten.

Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Zur vollständigen Identifikation der Chancen und Risiken des LANXESS Konzerns dient ein Katalog mit Kategorien, die in den folgenden Gruppen zusammengefasst werden:

Gruppen

Beschaffungsmärkte

Personal

Betriebliche Abläufe und Gefahren

Unternehmensstrategie

Absatzmärkte

Finanzbereich

Rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld

Der folgenden Berichterstattung liegt ein Planungshorizont von einem Jahr zugrunde.

· Beschaffungsmärkte

Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen und Risiken aufgrund der hohen Volatilität von Rohstoffpreisen und Energiepreisen. Eine Preiserhöhung bzw. -senkung bei Einsatzstoffen führt direkt zu einer höheren bzw. niedrigeren Kostenbasis in der Produktion. Ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Darüber hinaus resultieren Veränderungen der Rohstoffpreise direkt oder zeitversetzt in höheren bzw. niedrigeren Verkaufspreisen. Diesem Umstand begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoff- und Energieversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten abgedeckt. Vergleichbare Vereinbarungen bestehen auch auf der Verkaufsseite. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Absicherung über Derivate, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt (siehe auch Abschnitt „Finanzwirtschaft“). Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen. Die Volatilität von Rohstoffpreisen, insbesondere für den Schlüsselrohstoff Butadien, wirkt sich insbesondere auf unser Segment Performance Polymers aus.

Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorhaltung alternativer Bezugsquellen ab.

· Personal

Das Risiko von Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist nicht auszuschließen. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis ebenso belasten wie die zuvor beschriebenen steigenden Preise für Einsatzstoffe, ohne dass jedoch Möglichkeiten bestehen, sich gegenüber Kunden oder in Terminmärkten abzusichern. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Insbesondere im Rahmen des Programms „Let’s LANXESS again“ sind die Arbeitnehmervertretungen in den verschiedenen Ländern eingebunden und bestehende Dialogplattformen wie das Europaforum der europäischen Betriebsräte werden kontinuierlich genutzt. Auch in anderen Regionen, in denen wir tätig sind, suchen wir den Dialog mit Arbeitnehmervertretungen, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen und gehen aktiv auf deren Vertreter zu.

Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen um interne Prozesse und fachspezifische Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko zu bewältigen, das in einem Verlust dieses Wissens liegt, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze: Mit attraktiven Vergütungsmodellen, herausfordernden Aufgaben und internationalen Karriereperspektiven möchten wir Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Wir investieren kontinuierlich in die Nachwuchsförderung, sei es mit einer steigenden Zahl von Ausbildungsplätzen in Deutschland oder mit dem Auf- und Ausbau auch von regionalen Praktikanten- und Nachwuchsprogrammen inklusive Bindungsprogrammen. Regionale Schwerpunkte sind hier neben dem Heimatland Deutschland beispielsweise Nordamerika, Brasilien, Indien und China. Weiterhin suchen wir in einigen Regionen, wie beispielsweise in China, bereits in Schulen nach interessanten förderungswürdigen Talenten und begeistern mit unserem Bildungsprogramm in deutschen Kindertagesstätten bereits die Kleinsten für naturwissenschaftliche Phänomene.

Dass insbesondere Fachkräfte auf unseren weltweiten Märkten knapp werden, ist vereinzelt spürbar, allerdings wurde dieser Effekt durch das im April 2014 eingeleitete Programm „Let’s LANXESS again“, das den konkreten Fachkräftebedarf im Berichtszeitraum zunächst deutlich senkte, abgeschwächt. Eine vorausschauende und nachhaltige Personalpolitik bleibt jedoch auch weiterhin im Fokus und findet ihren Ausdruck in regelmäßigen Personalentwicklungskonferenzen. Unsere Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiterführenden Schulen in Deutschland sowie mit öffentlichen Institutionen sowohl in Deutschland als auch in wichtigen Zielmärkten bauen wir bedarfsgerecht aus. Darüber hinaus haben wir unser Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen und Konferenzen weltweit als attraktiven Arbeitgeber positionieren können und suchen auch weiterhin den frühen Kontakt zu besonders begabten Nachwuchstalenten. Für diese Studenten und Doktoranden bieten wir in Deutschland als der mitarbeiterstärksten Region eigens ein LANXESS Förderprogramm an, das sowohl finanzielle als auch fachliche Förderung beinhaltet. Analog unterhalten wir ein Praktikantenbindungsprogramm für besonders herausragende Praktikanten. Ein Schwerpunkt in beiden Programmen liegt dabei auf den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Diese Bindungsprogramme für Talente etablieren wir neben Deutschland zunehmend auch in weiteren bedeutenden Regionen, immer unter besonderer Berücksichtigung lokaler Anforderungen. Sämtliche Maßnahmen sind Ausdruck eines differenzierten „Employer-Branding-Ansatzes“, der auch in der Phase der weltweiten Neuausrichtung des Konzerns das positive Arbeitgeberimage aufrechterhalten und bedarfsgerecht ausbauen soll.

Im Rahmen der Vorbereitung des Programms „Let’s LANXESS again“ haben wir funktionskritische Tätigkeiten identifiziert, um den betreffenden Wissensträgern eine Perspektive innerhalb des Konzerns zu bieten oder das Wissen über Nachfolgeplanung und Know-how-Transfer im Konzern zu erhalten.

Darüber hinaus bestehen weitere Personalrisiken, die aufgrund ihrer langfristigen Natur nahezu keine Auswirkung auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen für das Geschäftsjahr 2015 haben. Hierzu zählt insbesondere das Risiko der demografischen Entwicklung, dem wir aktiv begegnen. Um auch künftig ausreichend qualifiziertes Personal beschäftigen zu können, ergreifen wir für Deutschland seit 2009 unter dem Begriff XCare umfassende Maßnahmen. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen entwickeln in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern bei LANXESS innovative Konzepte, um Veränderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, frühzeitig und aktiv anzugehen. Vergleichbare Programme initiierten wir auch in weiteren Regionen.

· Betriebliche Abläufe und Gefahren

Fehlende Anlagenverfügbarkeit sowie Störungen in der Arbeits- und Verfahrenssicherheit können dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine bestehende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, so dass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z. B. proaktive Anlagenwartungen, reguläre Compliance-Checks, Gefährdungsbeurteilungen und systematische Schulungen unserer Mitarbeiter, um die Standards und die Sicherheit zu verbessern. Darüber hinaus begegnen wir dem Risiko eines ungeplanten Produktionsstillstandes mit der Verteilung der Produktion bestimmter Produkte auf verschiedene Standorte weltweit.

Selbst bei hohen (sicherheits-) technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen - auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus - möglich. Sie können zu Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert.

Im Produktportfolio von LANXESS befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Abnehmer auf die mit der Verwendung einhergehenden Risiken hin. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflichtversicherungen abgeschlossen.

Gemäß dem vorausschauenden Ansatz von LANXESS werden im Rahmen von Produktbeobachtungen potenzielle Gefahren im Umfeld unseres Produktportfolios frühzeitig erkannt, bewertet und im Falle einer Relevanz geeignete Maßnahmen initiiert.

Unsere Informationstechnologie (IT) unterstützt LANXESS Geschäftsaktivitäten weltweit, unter anderem die Prozesse vom Auftragseingang bis zum Ausgleich der Forderung oder von der Bestellung bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Wichtig ist, dass die Nutzer der Systeme zum richtigen Zeitpunkt korrekte und aussagefähige Informationen erhalten. Um dies zu unterstützen, entwickeln wir eine einheitliche und integrierte Systemlandschaft und investieren weltweit in den Ausbau der IT-Services.

Beim Betrieb und bei der Nutzung von IT-Systemen bestehen Risiken: Beispielsweise können Netzwerke oder Systeme ausfallen, Daten und Informationen aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder auch externen Einflüssen verfälscht oder gelöscht werden. Insbesondere beobachten wir eine Zunahme von Bedrohungen der IT-Infrastruktur durch Angriffe von außen. All dies kann zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen. Um derartigen Risiken zu begegnen, investieren wir in angemessene Datensicherungssysteme, die den Verlust von Daten und Informationen verhindern. Verschiedene Sicherungs- und Kontrollinstrumente sowie Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme sollen die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten und Informationen sowie den störungsfreien Betrieb der Systeme gewährleisten. Zur Verbesserung der Sicherheit im Bereich der IT-Infrastruktur werden bisherige Sicherheitsmaßnahmen bewertet und geprüft, ob sie für die aktuellen Angriffsszenarien weiterhin Sicherheit bieten können, und - sofern erforderlich - auf einen sicherheitstechnisch angemessenen Stand gebracht. Zur Abwehr neuartiger und zielgerichteter Bedrohungen werden international neue Schutzeinrichtungen aufgebaut.

· Unternehmensstrategie

Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns aktiv voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzoptimierung, die Stärkung der Kernbereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen. Wir verweisen weiterhin auf den Abschnitt „Strategische Ausrichtung“ in diesem Lagebericht.

Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-) Entwicklungen und der Annahmen zur Umsetzbarkeit der angestrebten Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Einstieg in oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und ggf. von externen Beratern unterstützt.

Das LANXESS Produktportfolio ist konsequent auf zentrale weltweite Trends ausgerichtet, die in den kommenden Jahren kontinuierliches Wachstum versprechen. Mit unseren Produkten bieten wir innovative Lösungen für diese Trends und generieren dadurch einen messbaren Mehrwert für unsere Kunden. Wir positionieren uns dabei erfolgreich in den Märkten, in denen wir mittel- und langfristig mit unserem Produktportfolio besonders von den Trends profitieren können. Eine zentrale Rolle nehmen hier weiterhin die BRICS-Staaten ein, insbesondere Brasilien, China und Indien.

Bei der Gewinnung von Informationen im Rahmen von Akquisitionen ist nicht auszuschließen, dass nicht alle für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlichen Informationen vorliegen oder richtig bewertet werden. Dem begegnen wir durch systematische „Due­Diligence“-Analysen und - soweit möglich - entsprechende Verträge mit den Verkäufern. Eine unzureichende Integration von erworbenen Unternehmen oder Geschäften kann dazu führen, dass erwartete Entwicklungen nicht eintreten. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten. Werden Einschätzungen über künftige Entwicklungen, wie beispielsweise die Realisierung von Synergien, nicht erfüllt, könnte sich Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten ergeben. Dieses Risiko überwachen wir mit mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Erschließung und Nutzung operativer Chancen ist zentraler Bestandteil der unternehmerischen Aktivitäten von LANXESS. Unser Anspruch ist es, mit bestehenden Produkten und neuen Lösungen unser Wachstum voranzutreiben und dadurch unsere Position in den globalen Märkten nachhaltig zu stärken. Investitionen in neue Werke sowie Kapazitätserweiterungen und die Erhöhung der Produktivität bestehender Anlagen sind hierfür zentrale Elemente. Die erwarteten Effekte sind in der Planung berücksichtigt oder darüber hinaus als Chance erfasst. Auch wenn wir uns grundsätzlich Vorteile von Investitionen versprechen, sind diese auch mit Risiken verbunden. So ist beispielsweise der Erfolg unserer Investitionen im asiatischen Raum stark belastet durch die herausfordernde Wettbewerbssituation im Bereich der synthetischen Kautschuke. Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Committee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Weiterhin besteht das grundsätzliche Risiko, dass im Zusammenhang mit den für 2015 geplanten Inbetriebnahmen unserer neuen Anlagen für Nd-PBR-Kautschuk in Singapur (Singapur) und für EPDM-Kautschuk in Changzhou (China) Schwierigkeiten auftreten könnten. Aus gegenwärtiger Sicht sind allerdings keine Probleme zu erwarten.

Umsatz- und Ergebniseffekte, die wir aus unseren Investitionen und Akquisitionen erwarten, sind bereits in unseren Planungen mit berücksichtigt. Darüber hinaus können diese gezielten Investitionen weitere operative Chancen eröffnen, weil wir uns hierdurch neue Potenziale erschließen sowie die Positionierung in wichtigen Märkten vorantreiben.

· Absatzmärkte

Grundsätzlich unterliegt LANXESS den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen und politischen Veränderungen in den Ländern und Regionen, in denen der Konzern tätig ist. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden positiven bzw. negativen Auswirkungen auf das Ergebnis. Durch unsere weltweite Präsenz, die wir in den Wachstumsregionen weiter ausbauen, haben wir die Möglichkeit, an vorteilhaften regionalen Entwicklungen zu partizipieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von bestimmten Regionen zu reduzieren. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung“ dieses Lageberichts.

Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Unsicherheiten für LANXESS. Neben dem Einfluss der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung kann insbesondere die Abhängigkeit des Kautschukgeschäftes von Kunden aus der Reifen- und Automobilindustrie zu einer Volatilität des Absatzes führen. Zusätzliche über die Planung hinausgehende Absatzmöglichkeiten können sich durch die Erschließung neuer Märkte oder Gewinnung neuer Kunden ergeben. Neben diesen nachfragebedingten Markteinflüssen können auch strukturelle Marktveränderungen, etwa durch das Verschwinden von bestehenden oder das Auftreten neuer Wettbewerber bzw. zusätzlicher Kapazitäten sowie regionale Verschiebungen, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigem Kostenniveau, Produktsubstitution oder Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten, unsere Ertragskraft beeinflussen. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit einem konsequenten Kostenmanagement und kontinuierlicher Anpassung unseres Produktportfolios. Die Fokussierung und Weiterentwicklung des Produktportfolios richtet sich dabei auf innovative Anwendungssegmente, so dass eine langfristig erfolgreiche Geschäftsausrichtung sichergestellt werden kann.

In unserem Segment Performance Polymers sehen sich unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken weiterhin einem zunehmenden Wettbewerb, auch durch neu in den Markt tretende Produzenten, ausgesetzt. Dadurch können in einzelnen Geschäftsbereichen weitere Überkapazitäten und ein stärkerer Preiswettbewerb entstehen. LANXESS verfolgt in diesen Bereichen eine produktspezifische Strategie, die unter anderem auf Produkt- und Prozessdifferenzierung sowie einer globalen Aufstellung beruht. Darüber hinaus hat LANXESS im Geschäftsjahr 2014 das dreistufige Programm „Let’s LANXESS again“ zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns eingeleitet. Weitere Ausführungen zu dem Programm finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung“.

· Finanzbereich

Die Group Function Treasury hat zur Aufgabe, die finanzwirtschaftlichen Chancen und Risikenzentral zu erfassen und zu managen. Im Wesentlichen sind dies:

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

scroll

Preisänderungen Liquidität und Refinanzierung Kontrahentenrisiken Kapitalanlagen Versicherungen
- Währungen - Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln - Kunden - Investitionen in Pensionsvermögen - Unterdeckung
- Zinsen - Banken
- Rohstoffe - Zugang zu multi- und bilateralen Kapitalmärkten
- Energien

· Preisänderungen

Währungen

Da der LANXESS Konzern Geschäfte in verschiedenen Währungen durchführt, ist er Schwankungen der relativen Werte dieser Währungen ausgesetzt. Der Planung für das Geschäftsjahr 2015 liegen feste Wechselkurse zugrunde. Insbesondere relevant ist die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Eine Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem geplanten Wechselkurs führt zu einem positiven Effekt auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen. Für die Jahre 2015 und 2016 haben wir bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, um den Währungsschwankungen zu begegnen.

Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen. Solche Risiken werden grundsätzlich zu 100 % abgesichert. Ebenso werden Währungsrisiken aus Finanztransaktionen inklusive der Zinskomponente in der Regel zu 100 % kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden Devisentermingeschäfte genutzt. Die Absicherung führt dazu, dass eine Aufwertung oder eine Abwertung des Eurokurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen sich kurzfristig nur eingeschränkt auf die Zahlungsströme auswirkt.

Die Chancen und Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Hierzu werden sowohl die Umsätze als auch die Kosten in Fremdwährung geplant. Auf Dauer können Wechselkursschwankungen die künftigen Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Konzern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z. B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen. Um dieses Risiko zu verringern, erfolgt eine teilweise Absicherung durch derivative Finanzinstrumente. Die Absicherung erfolgt entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Grundsätzen und wird kontinuierlich überwacht.

Zinsen

Bewegungen des Marktzinssatzes können Marktwertänderungen eines Finanzinstruments bewirken.

Diese Zinsänderungen betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden.

Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern.

Rohstoffe/Energien

Wenn eine Weitergabe für bestimmte Marktpreisrisiken aus Energien und Rohstoffen an den Kunden nur eingeschränkt möglich ist, kann im Einzelfall eine Sicherung durch finanzielle Warentermingeschäfte erfolgen, mit dem Ziel einer Reduzierung der Cashflow-Volatilität. Wie im Vorjahr hat LANXESS zum Bilanzstichtag keine finanziellen Warentermingeschäfte im Bestand.

-Liquidität und Refinanzierung

Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit unsere Zahlungsfähigkeit. Die konservative Finanzpolitik bezieht auch das Risiko einer Ratingänderung und damit verbundener Auswirkungen in das finanzwirtschaftliche Risikomanagement ein, wobei LANXESS keinen direkten Einfluss auf die abschließende Beurteilung unabhängiger Ratingagenturen hat.

Als wesentliche Liquiditätsreserve dient eine syndizierte Kreditlinie über 1,25 Mrd. €, die zum Bilanzstichtag nicht wesentlich in Anspruch genommen wurde. Die ursprüngliche Laufzeit der Kreditlinie wurde im Februar 2015 um ein Jahr bis Februar 2020 verlängert. Daneben besteht eine weitere wesentliche Kreditlinie mit der Europäischen Investitionsbank über 150 Mio. €. Neben den Kreditlinien bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 518 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.

· Kontrahentenrisiken

Kontrahentenrisiken (Kreditrisiken) bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten.

Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können solche Portfolios gegen das Kreditrisiko abgesichert werden.

Ziel des LANXESS Forderungsmanagements ist es, alle Außenstände pünktlich und vollständig einzuziehen sowie das Ausfallrisiko zu minimieren. Die laufende Überwachung erfolgt systemunterstützt entsprechend den mit den Kunden vereinbarten Zahlungszielen. Es werden grundsätzlich geschäfts- bzw. landestypische Zahlungsziele vereinbart. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen angemahnt.

Zur Absicherung materieller Kreditrisiken aus Kundenforderungen wurden Kreditversicherungsverträge bei einem namhaften europäischen Kreditversicherer abgeschlossen. Diese decken nach Abzug eines Selbstbehaltes Ausfallrisiken insbesondere in Europa im mittleren zweistelligen Mio.-€-Bereich ab, die sich bis zum Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres realisieren. Darüber hinaus mindern zugunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive das maximale Kreditrisiko. In Einzelfällen wird mit dem Vertragspartner Vorauskasse vereinbart.

Daneben sichert grundsätzlich ein vertraglich vereinbarter Eigentumsvorbehalt das Eigentum an der Ware bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung durch den Vertragspartner. Der überwiegende Teil der Forderungen entfällt auf Kunden mit sehr guter Bonität.

Bei der Auswahl von Bank- und Finanzpartnern für Geldanlagegeschäfte und Transaktionen mit Finanzinstrumenten ist die Bonität der Partner ein wichtiges Kriterium der LANXESS Finanzpolitik und des Kreditrisikomanagements. Daher strebt LANXESS grundsätzlich an, mit Bank- und Finanzpartnern Geschäfte zu tätigen, die mindestens über ein Investment-Grade-Rating verfügen. Die zum Bilanzstichtag offenen Derivate und Finanzanlagen wurden nahezu ausschließlich mit Banken mit Bonität im Investment-Grade-Bereich kontrahiert.

Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für alle bestehenden Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.

· Kapitalanlagen

Chancen und Risiken aus der Anlage von Pensionsvermögen werden durch das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury, Accounting und Human Resources, überwacht.

Weitere Erläuterungen zu den finanzwirtschaftlichen Risiken finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente“.

· Versicherungen

Der LANXESS Konzern hat sich gegen wesentliche Risiken u. a. aus Sachschäden, Betriebsunterbrechungen und Produkthaftungen extern abgesichert. Im Schadensfall muss LANXESS daher nur bis zur Höhe des Selbstbehalts für den Schaden aufkommen. Ein Restrisiko besteht allerdings beim Eintritt von Ereignissen, die nicht von der Versicherung erfasst sind oder bei denen die Schadenshöhe die von der Versicherung zugesagte Deckungssumme übersteigt.

· Rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld

Unternehmen des LANXESS Konzerns unterliegen rechtlichen Risiken und sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines für LANXESS nachteiligen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unser geplantes EBITDA vor Sondereinflüssen.

Um rechtliche Risiken präventiv zu vermeiden, hat LANXESS ein umfassendes Compliance Management System aufgesetzt, das eine Reihe organisatorischer Maßnahmen beinhaltet. LANXESS hat für sich unter anderem die folgenden Hauptrisiken identifiziert: Kartellrecht, Anlagensicherheit/Umweltschutz, Außenwirtschaftsrecht, und korruptionsbezogene Risiken. Im Hinblick auf kartellrechtsbezogene Risiken hat LANXESS beispielsweise ein Programm zur Sicherstellung wettbewerbsrechtlicher Compliance entwickelt, das Präsenzschulungen wie auch E-Learning umfasst. Hierdurch werden unsere Mitarbeiter und Führungskräfte in den jeweiligen Unternehmensbereichen auf die besonderen Risiken hingewiesen und entsprechend sensibilisiert. Diese Schulungen werden regelmäßig durchgeführt und dokumentiert. Zusätzlich stehen den Mitarbeitern bei Fragestellungen ausgewiesene Experten der Group Function Legal & Compliance zur Verfügung. Weitere Erläuterungen zu Compliance finden sich im Corporate Governance Bericht. Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen im Abschnitt „Compliance als integraler Bestandteil“ in diesem Chancen- und Risikobericht.

Regulatorische Maßnahmen können zu einer Verschärfung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards führen. Dies kann Kosten und Haftungsrisiken zur Folge haben. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern. Zusätzliche Belastungen im Bereich der Energie- und Umweltpolitik, wie z. B. durch neue Regelungen im Emissionshandel, neue Ökosteuern oder die Neuverteilung der Kosten beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, können zu höheren Kosten und damit zum Teil zu erheblichen Nachteilen im internationalen Wettbewerb führen. Zur Minderung dieses Risikos diskutieren wir die wirtschaftlichen Folgen steigender Energiepreise in direktem Kontakt mit Behörden und Politik sowie über Wirtschaftsverbände zusammen mit anderen energieintensiven Unternehmen.

LANXESS war und ist für zahlreiche Standorte, an denen teilweise seit über 140 Jahren chemische Produktion stattgefunden hat, und Abfallentsorgungseinrichtungen zuständig. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in dieser Zeit auch Verunreinigungen verursacht wurden, die bisher noch nicht bekannt sind. Wir bekennen uns zum Responsible-Care®-Gedanken und betreiben aktives Umwelt- sowie auch proaktives Umweltschutzmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft sowie weiteren Emissionen und Immissionen. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir ausreichende Rückstellungen gebildet. Weitere Erläuterungen zu den Rückstellungen für Umweltschutz finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [14] „Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen“.

Im Rahmen von Initiativen zur Kennzeichnungspflicht für Reifen kann sich die Nachfrage nach qualitativ höherwertigen Reifen und damit nach synthetischen Hochleistungs-Kautschuken stärker als geplant erhöhen. Hiervon würde insbesondere unser Segment Performance Polymers mit seinem globalen Produktionsnetzwerk sowie langjährigen Kundenbeziehungen profitieren.

Verstöße im Außenwirtschaftsrecht können Verbote und Einschränkungen in der Exporttätigkeit sowie den Wegfall von Privilegien im Rahmen der Exportabwicklung des Konzerns zur Folge haben. Dies kann in Einzelfällen zu Bußgeldern, Handelseinschränkungen und Reputationsverlust führen. Der Konzern stellt die Gesetzeskonformität im Bereich Außenwirtschaftsrecht und Exportkontrolle sicher, indem weltweit geeignete stabile Kontrollinstrumente und automatisierte Prüfprozesse etabliert wurden und kontinuierlich verbessert werden. Im Rahmen der proaktiven Beobachtung der handelspolitischen Entwicklungen werden sowohl die operativen Einheiten als auch die Leitungsgremien frühzeitig über Änderungen im Außenwirtschaftsverkehr und die damit einhergehenden Chancen und Risiken informiert und entsprechende Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.

Bedeutung der Chancen und Risiken sowie Ergebnis der Chancen- und Risikobewertung

Die identifizierten Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung werden kategorisiert und in Gruppen zusammengefasst. Die Bedeutung der Chancen und Risiken ergibt sich aus ihrer möglichen Auswirkung auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen. Einzelne Kategorien oder Gruppen, bei denen die Chance oder das Risiko einer Zielabweichung von mehr als 5 % bezogen auf das prognostizierte EBITDA vor Sondereinflüssen des Planungsjahres besteht, haben hierbei für uns eine mittlere bis hohe Bedeutung.

Im Rahmen des Chancen- und Risikomanagements wurden für das Planungsjahr den Kategorien wirtschaftliche Entwicklung, Rohstoff- sowie Energiepreise und den beiden Gruppen rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld sowie Finanzbereich eine mittlere bis hohe Bedeutung beigemessen. Bezogen auf unsere zentrale Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, ergibt sich bei diesen Kategorien bzw. Gruppen gemäß den zugrunde liegenden Szenarien bzw. den getroffenen Wahrscheinlichkeitsannahmen eine mögliche positive Zielabweichung von bis zu 13 % bzw. eine nachteilige Zielabweichung von bis zu 16 %. Die genannten Gruppen wurden insbesondere von Chancen bzw. Risiken der Kategorien Umweltpolitik bzw. Währung und Versicherungen beeinflusst. Chancen oder Risiken anderer Kategorien, wie beispielsweise Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, haben nur eine sehr untergeordnete Bedeutung.

Aufgrund seiner umfassenden weltweiten Aktivitäten und seiner Abhängigkeit von Rohstoffen mit volatiler Preisentwicklung kann hiervon insbesondere unser Segment Performance Polymers betroffen sein. Allerdings begegnen wir entsprechenden Risiken mit Gegenmaßnahmen.

Zusammenfassende Aussage zur Chancen- und Risikoposition

LANXESS hat sein Produktportfolio in den vergangenen Jahren konsequent auf die zentralen Wachstumstrends ausgerichtet und ist in den wichtigen Wachstumsmärkten erfolgreich positioniert. Mit gezielten Investitionen treiben wir die weltweite Stärkung unserer Segmente weiter voran und führen unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fort, um uns auch künftig durch segmentübergreifende Prozess- und Produktinnovationen von unseren Wettbewerbern differenzieren zu können. Dem zunehmenden Wettbewerb, dem insbesondere unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken ausgesetzt sind, begegnen wir im Rahmen des Programms „Let’s LANXESS again“ zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns. Durch die globale Aufstellung sowie durch unsere flexiblen Unternehmensstrukturen, mit denen wir schnell auf Herausforderungen reagieren können, haben wir die Möglichkeit, auch künftig strategische und operative Chancen erfolgreich zu nutzen.

Aufgrund unseres breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios hat sich unsere Risikoexposition im Berichtsjahr trotz der regional und branchenbezogen unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich nicht maßgeblich verändert. Jedoch weisen wir auf den zunehmenden Wettbewerb hin, dem unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken ausgesetzt sind. Alle Planungen unterliegen bestimmten Prognoserisiken, so dass im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahrs flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen von den in der jüngeren Vergangenheit beobachteten Änderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten grundsätzlich eingeschränkt wird.

Vor dem Hintergrund unserer derzeitigen Finanzierungsstrukturen, unserer soliden Liquiditätsausstattung und der bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellten Fähigkeit, unsere Geschäfte auch kurzfristig an bedeutende Änderungen des Umfelds anzupassen, sind wir zuversichtlich, in der Zukunft auftretende Risiken zu bewältigen.

In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

scroll

in T€ Anhang 2013 2014
Umsatzerlöse (1) 3.505 4.564
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (2) -3.505 -4.564
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 0
Allgemeine Verwaltungskosten -38.303 -42.901
Sonstige betriebliche Erträge (3) 2.116 34.508
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.075 -14.443
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -38.262 -22.836
Erträge aus Gewinnabführungen von verbundenen Unternehmen 168.748 66.820
Aufwand aus Verlustübernahme von verbundenen Unternehmen -7 -13.482
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 154 736
Zinsergebnis (4) -84.905 -56.693
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 -23
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge (5) -14.175 -33.933
Finanzergebnis 69.815 -36.575
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 31.553 -59.411
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (6) 3.777 -25.398
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 35.330 -84.809
Gewinnvortrag (16) 13.062 2.631
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 0 135.000
Bilanzgewinn 48.392 52.822

Bilanz zum 31. Dezember 2014

AKTIVA

scroll

in T€ Anhang 31.12.2013 31.12.2014
A. Anlagevermögen (10)
I. Immaterielle Vermögengegenstände 1 0
II. Sachanlagen 105 75
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen (11) 738.864 738.864
2. Sonstige Ausleihungen (12) 18.338 19.043
757.308 757.982
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (13) 1.966.602 1.754.205
2. Sonstige Vermögensgegenstände (14) 24.645 20.240
II. Wertpapiere (15) 106.017 100.002
III. Guthaben bei Kreditinstituten 360.921 247.313
2.458.185 2.121.760
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.015 3.835
Summe Aktiva 3.220.508 2.883.577
PASSIVA
Anhang 31.12.2013 31.12.2014
A. Eigenkapital (16)
I. Gezeichnetes Kapital (Bedingtes Kapital 16.641 T€) 83.203 91.523
II. Kapitalrücklage 806.195 1.230.529
III. Andere Gewinnrücklagen 232.892 97.892
IV. Bilanzgewinn 48.392 52.822
1.170.682 1.472.766
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (17) 44.124 46.896
2. Steuerrückstellungen (18) 1.934 4.872
3. Sonstige Rückstellungen (19) 54.629 50.910
100.687 102.678
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (20) 59.414 748
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (21) 1.927 2.993
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (22) 1.885.864 1.297.193
4. Sonstige Verbindlichkeiten (23) 1.934 7.199
1.949.139 1.308.133
Summe Passiva 3.220.508 2.883.577
Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften (25) 2.041.661 1.988.363

Anhang für das Geschäftsjahr 2014

der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln

Allgemeines

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 161 des Aktiengesetzes (AktG) vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Die Erklärung ist den Aktionären zugänglich gemacht worden und kann unter www.lanxess.de, Investor Relations, Corporate Governance jederzeit eingesehen werden.

Grundlagen

Der Jahresabschluss der LANXESS AG ist nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes aufgestellt. Wie im Vorjahr wurde der Lagebericht der LANXESS AG in Anwendung von § 315 Absatz 3 HGB i. V. m. § 298 Absatz 3 HGB mit dem Lagebericht des LANXESS-Konzerns zusammengefasst.

Die zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten werden im Anhang einzeln erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Aufwendungen und Erträge des Finanzbereichs, deren Ausweis nicht durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Posten gedeckt ist, sind unter den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst.

Die LANXESS AG als oberstes Mutterunternehmen stellt zum 31. Dezember 2014 einen Konzernabschluss nach den IFRS, wie sie in der europäischen Union anzuwenden sind, auf.

Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht in Anwendung von § 315 Absatz 3 HGB i. V. m. § 298 Absatz 3 HGB für das Geschäftsjahr 2014 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Sie werden unter www.lanxess.de , Investor Relations, Publikationen zugänglich sein.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen, bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Zugänge des Berichtsjahres werden linear abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 150,00 € werden im Zugangsjahr als Aufwand erfasst. Für geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über 150,00 bis 1.000,00 € wird ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre linear abgeschrieben wird.

Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen:

scroll

EDV-Lizenzen 3 bis 4 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 4 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 10 Jahre

Anteile an verbundenen Unternehmen sind mit den Anschaffungskosten bilanziert.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Demografiefonds für Mitarbeiter gemäß dem Tarifvertrag der Chemiebranche sind entsprechende Barmittel bei einem Treuhänder angelegt. Sie werden von der Deutsche Treuinvest Stiftung treuhänderisch für die LANXESS AG verwaltet und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Demzufolge erfüllt die Höhe der dem Arbeitnehmer geschuldeten Leistung die Voraussetzungen für eine wertpapiergebundene Versorgungszusage gem. § 253 Abs. 1 S. 3 HGB. Das Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 S. 2 HS. 1 HGB wird gem. § 253 Abs. 1 S. 4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und gem. § 246 Abs. 2 S. 2 HS. 1 HGB mit den jeweils zugrunde liegenden Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet. Da im Falle wertpapiergebundener Versorgungszusagen bereits durch die Anpassung des Buchwerts der Verpflichtungen an den beizulegenden Zeitwert des korrespondierenden Deckungsvermögens eine Ausschüttungssperrwirkung erzielt wird, greift die Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 S. 3 i.V.m. S. 1 HGB insoweit nicht.

Unverzinsliche oder gering verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert.

Flüssige Mittel in Euro werden zum Nennwert angesetzt, solche in Fremdwährung mit dem Devisenkassakurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Latente Steuern werden für temporäre Bilanzierungsunterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die LANXESS AG ist in Deutschland Organträger und muss somit nicht nur die eigenen temporären Differenzen aus Bilanzposten einbeziehen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der LANXESS AG von aktuell 31,8 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr ergab sich insgesamt ein - nicht bilanzierter - Aktivüberhang.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Die erwarteten Entgeltsteigerungen bei den Tarifmitarbeitern und bei den leitenden Angestellten betrugen unverändert zum Vorjahr 2,50 % bzw. 2,75 %. Die erwarteten Rentensteigerungen für Altzusagen wurden im Jahresabschluss 2014 auf dem Vorjahreswert von 1,75 % belassen. Für Neuzusagen betrug die erwartete Rentensteigerung, wie auch im Vorjahr, 1,00 %. Der Rechnungszins beträgt 4,54 % (Vorjahr: 4,89 %) für Pensionen, 3,08 % (Vorjahr: 3,79 %) für Frühruhestand, 2,80 % (Vorjahr: 3,37 %) für Altersteilzeit und 4,54 % (Vorjahr: 4,89 %) für sonstige ähnliche Verpflichtungen. Bei den zugrunde gelegten Rechnungszinssätzen für die Abzinsung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2014 handelt es sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit. Die angenommene Restlaufzeit beträgt für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 Jahre, für Frühruhestand 5 Jahre und für Altersteilzeit 3 Jahre.

Die Steuerrückstellungen werden unter Berücksichtigung der geleisteten Vorauszahlungen in Höhe der zu erwartenden Nachzahlungen gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende, objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien für fremde Verbindlichkeiten entsprechen den am Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kreditbeträgen bzw. Verpflichtungen der Begünstigten.

Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie von Devisentermingeschäften und anderen Währungsderivaten erfolgt nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung. Hierzu werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Devisenkassamittelkursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Aus der Bewertung resultierende Gewinne und Verluste werden miteinander verrechnet. Für Verlustüberhänge werden Drohverlustrückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Bei den Umsatzerlösen von 4.564 T€ (Vorjahr: 3.505 T€) handelt es sich um Erlöse aus Dienstleistungen, die ausschließlich gegenüber der LANXESS Deutschland GmbH und somit im Inland, auf Basis eines Dienstleistungsvertrages erbracht wurden.

(2) Herstellungskosten

Bei den Herstellungskosten von 4.564 T€ (Vorjahr: 3.505 T€) handelt es sich um Aufwendungen im Zusammenhang mit den erbrachten Dienstleistungen. Sie beinhalten im Wesentlichen Personalaufwendungen und allgemeine Verwaltungsaufwendungen.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 30.161 T€ (Vorjahr: 2.003 T€) enthalten.

(4) Zinsergebnis

scroll

in T€ 2013 2014
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
von Dritten 548 664
von verbundenen Unternehmen 2.843 3.660
3.391 4.324
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
an Dritte 7.697 9.770
aus der Aufzinsung von Pensions- und sonstigen langfristigen Personalrückstellungen 1.998 2.155
an verbundene Unternehmen 78.601 49.092
88.296 61.017
Zinsergebnis -84.905 -56.693

(5) Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge

scroll

in T€ 2013 2014
Übrige finanzielle Aufwendungen
aus Warentermingeschäften 3 0
aus Währungsumrechnung 1.136.174 351.796
Sonstige 15.374 33.211
1.151.551 385.007
Übrige finanzielle Erträge
aus Warentermingeschäften 3 0
aus Währungsumrechnung 1.135.385 348.697
Sonstige 1.988 2.377
1.137.376 351.074
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge -14.175 -33.933

Die Aufwendungen und Erträge aus Währungsumrechnung resultieren im Wesentlichen aus eigenen Fremdwährungspositionen sowie aus der Bewertung von für Konzernunternehmen mit Dritten abgeschlossenen Fremdwährungsgeschäften.

In den sonstigen übrigen finanziellen Aufwendungen sind im Wesentlichen Aufwendungen aus Bürgschaftsprovisionen an verbundene Unternehmen sowie Vorfälligkeitsentschädigungen aus der vorzeitigen Rückzahlung von Darlehen enthalten. Die sonstigen übrigen finanziellen Erträge resultieren im Wesentlichen aus erhaltenen Bürgschaftsprovisionen von verbundenen Unternehmen.

(6) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von 25.398 T€ (Vorjahr: Steuerertrag 3.777 T€) setzt sich zusammen aus einem Steueraufwand des Berichtsjahres in Höhe von 926 T€ sowie für Vorjahre in Höhe von 24.472 T€.

Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten. Insgesamt erwartet die LANXESS AG zum 31. Dezember 2014 aus temporären Bilanzierungsunterschieden - sowohl eigenen als auch solchen bei Gesellschaften des steuerlichen Organkreises - eine zukünftige Steuerentlastung. Die Ermittlung dieses Betrags erfolgte auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes von 31,8 % (LANXESS AG und Organgesellschaften).

Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen von Sachanlagen sowie von Anteilen an Kapitalgesellschaften. Aus den Pensionsverpflichtungen ergibt sich auf Grund der höheren Verpflichtungen im handelsrechtlichen Abschluss gegenüber den steuerlichen Wertansätzen eine aktive Steuerlatenz. Weitere aktive Latenzen resultieren aus für steuerliche Zwecke nicht ansetzbaren Rückstellungen u.a. für drohende Verluste und für Pensionsurlaub, ferner aus wertmäßigen Unterschieden u.a. bei Rückstellungen für Altersteilzeit.

(7) Personalaufwand

scroll

in T€ 2013 2014
Löhne und Gehälter 20.397 36.270
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 7.176 3.004
davon für Altersversorgung 6.367 2.139
27.573 39.274

Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

(8) Mitarbeiter

scroll

Stichtag 31.12.2013 Durchschnitt 2014 Stichtag 31.12.2014
Verwaltung 144 139 139

(9) Honorare des Jahresabschlussprüfers

Sämtliche Honorare der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft werden im Konzernabschluss der LANXESS AG veröffentlicht.

Erläuterungen zur Bilanz

(10) Anlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

(11) Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB

Die Pflichtangaben nach § 285 Nr. 11 HGB sind in der Aufstellung des Anteilsbesitzes dargestellt.

(12) Sonstige Ausleihungen

Die sonstigen Ausleihungen betreffen fast ausschließlich das anteilige Treuhandvermögen am LANXESS Pension Trust e.V. (LXS Trust). Die LANXESS AG hat in Vorjahren mit mehreren Tranchen insgesamt Barmittel in Höhe von 17.802 T€ im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen in den LXS Trust eingebracht.

Im ersten Quartal 2014 wurde das anteilige Treuhandvermögen der LANXESS AG gegen Anteile an einem Spezialfonds in eine Kapitalanlagegesellschaft eingebracht. Im Gegensatz zur bisherigen Vermögensverwaltung, erfolgt die Ertragsrealisierung in der LANXESS AG fortan zum Zeitpunkt eines getroffenen Ausschüttungsbeschlusses der Kapitalanlagegesellschaft. In 2014 wurde keine Ausschüttung beschlossen.

Die in 2014 ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen von in Summe 706 T€ (Vorjahr: 153 T€) resultieren aus dem LXS Trust und betreffen den Zeitraum bis zur Einbringung in die Kapitalanlagegesellschaft. Der Marktwert des LXS Trust Vermögens liegt am Bilanzstichtag über dem Buchwert.

Da der CTA kein Deckungsvermögen i.S.v. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB darstellt, wird unter Beachtung von § 253 Abs. 1 S. 4 HGB keine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durchgeführt, sondern die Vermögensgegenstände zu Anschaffungskosten bewertet. Eine Ausschüttungssperre besteht aus diesem Grunde nicht.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Demografiefonds für Mitarbeiter gemäß dem Tarifvertrag der Chemiebranche sind jährlich ab 2010 Barmittel bei der Deutsche Treuinvest Stiftung angelegt worden. Der Zeitwert des Treuhandvermögens entspricht dem Zeitwert der Verpflichtungen aus dem Demografiefonds in Höhe von 108 T€ (Vorjahr: 76 T€). Der Bilanzwert für das Treuhandvermögen und die unter den sonstigen Rückstellungen zu zeigenden Verpflichtungen sind, wie auch die Aufwendungen und Erträge, verrechnet worden.

(13) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 1.754.205 T€ (Vorjahr: 1.966.602 T€) betreffen im Wesentlichen kurzfristige Darlehensforderungen einschließlich der Zinsabgrenzung, Forderungen aus dem Finanzverrechnungsverkehr und Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen. Aus dem in Punkt (1) beschriebenen Dienstleistungsvertrag bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 974 T€ (Vorjahr: 758 T€). Des Weiteren bestehen Forderungen aus Darlehen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 5.000 T€ (Vorjahr: 7.350 T€).

(14) Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

in T€ 31.12.2013 31.12.2014
Steuerforderungen
aus Umsatzsteuer 16.666 15.262
aus Ertragsteuern 7.805 3.865
Sonstige 174 1.113
24.645 20.240

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind alle im Folgejahr fällig.

(15) Wertpapiere

Unter den Wertpapieren in Höhe von 100.002 T€ (Vorjahr: 106.017 T€) werden jederzeit veräußerbare Anteile an Geldmarktfonds ausgewiesen.

(16) Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich im Jahr 2014 wie folgt entwickelt:

scroll

in T€ 31.12.2013 Dividende Jahresfehlbetrag Entnahme aus Einstellung in 31.12.2014
Gezeichnetes Kapital 83.203 0 0 0 8.320 91.523
Kapitalrücklage 806.195 0 0 0 424.334 1.230.529
Andere Gewinnrücklagen 232.892 0 0 -135.000 0 97.892
Bilanzgewinn 48.392 -45.761 -84.809 0 135.000 52.822
1.170.682 -45.761 -84.809 -135.000 567.654 1.472.766

Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 91.522.936 auf den Inhaber lautende Stückaktien.

In der Hauptversammlung am 22. Mai 2014 wurde für den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2013 von 48.392 T€ die folgende Verwendung beschlossen:

eine Dividendenzahlung von 45.761 T€ (0,50 € je dividendenberechtigte Stückaktie),
einen Betrag von 2.631 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

Barkapitalerhöhung

Der Vorstand der LANXESS AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 7. Mai 2014 auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 zum genehmigten Kapital II eine Erhöhung des Grundkapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um nominal 8.320.266,00 € entsprechend knapp 10 % des Grundkapitals gegen Ausgabe von 8.320.266 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft zur Stärkung der Finanzposition des LANXESS-Konzerns beschlossen und durchgeführt. Der im Wege des beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens ermittelte Ausgabebetrag betrug 52,00 € je Stückaktie. Die neuen Aktien wurden bei internationalen Investoren platziert. Die Barkapitalerhöhung ist am 9. Mai 2014 mit Eintragung im Handelsregister wirksam geworden. Durch die Platzierung hat sich das Eigenkapital der Gesellschaft um den erzielten Bruttoerlös in Höhe von 433 Mio. € erhöht. Nach Durchführung der Kapitalerhöhung beträgt das Grundkapital der LANXESS AG nunmehr 91.522.936 €.

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand kann bei der Begebung Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben,
soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde,
bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten,
wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind.

Genehmigtes Kapital I und II

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert wurden. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 8.320.268 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Das ursprünglich genehmigte Kapital II in Höhe von 16.640.534 € ist im Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 8.320.266 € für die Durchführung einer Barkapitalerhöhung ausgenutzt worden. Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert wurden. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung.

(17) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

In den Pensionsrückstellungen werden Versorgungsverpflichtungen gegenüber aktiven und ehemaligen Mitarbeitern sowie Verpflichtungen aus Frühruhestandsvereinbarungen ausgewiesen.

(18) Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen bestehen für Steuern vom Einkommen und Ertrag aus Vorjahren.

(19) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen sind gebildet für Verpflichtungen aus noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubs- und Überstundenguthaben, Altersteilzeit, Arbeitnehmerjubiläen, Tantiemen und den erfolgsabhängigen Vergütungsplänen (LTSP, LTPB) für Mitarbeiter sowie für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Unter den sonstigen ungewissen Verbindlichkeiten werden im Wesentlichen die erwarteten Kosten für die Hauptversammlung des Geschäftsjahres 2014 sowie die Festvergütung für den Aufsichtsrat ausgewiesen.

Die langfristig ausgerichteten, erfolgsabhängigen Komponenten des Vergütungssystems sind der Long Term Stock Performance Plan (LTSP) und der Long Term Performance Bonus (LTPB).

Der LTSP erstreckt sich über vier jährliche Tranchen für die Jahre 2010 bis 2013. Der LTSP besteht aus einem virtuellen Stock Performance Plan. Die Teilnahme erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG. Diese Aktien sind bis zum 31. Januar 2017 zu halten. Der Plan hat für jede Tranche eine Gesamtlaufzeit von sieben Jahren, bestehend aus einer vierjährigen Sperrfrist und einer dreijährigen Ausübungsfrist.

Das in 2014 aufgelegte Programm LTSP 2014 - 2017 besteht ebenfalls aus vier Tranchen. Der Plan hat für jede Tranche eine Gesamtlaufzeit von sieben Jahren, bestehend aus einer vierjährigen Sperrfrist pro Tranche und einer dreijährigen Ausübungsfrist. Die für die Teilnahme als Eigeninvestment erforderlichen Aktien der LANXESS AG sind bis zum Ablauf der jeweiligen Sperrfrist zu halten.

Der LTPB honoriert die finanzwirtschaftliche Entwicklung auf Basis des Geschäftserfolgs für zwei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre. Die Höhe des Bonus ist ein Prozentsatz des Festgehalts.

(20) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 748 T€ (Vorjahr: 59.414 T€) bestehen im Wesentlichen aus Abgrenzungen für Bereitstellungsgebühren.

(21) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten bestehen ausschließlich gegenüber Dritten.

(22) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.297.193 T€ (Vorjahr: 1.885.864 T€) betreffen im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten einschließlich der Zinsabgrenzung sowie Verbindlichkeiten aus dem Finanzverrechnungsverkehr.

(23) Sonstige Verbindlichkeiten

scroll

in T€ 31.12.2013 31.12.2014
Verbindlichkeiten aus Steuern 460 1.664
Sonstige 1.474 5.535
1.934 7.199

(24) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich nach Restlaufzeiten wie folgt:

scroll

31.12.2013 31.12.2014
in T€ bis zu 1 Jahr über 1 bis zu 5 Jahre über 5 Jahre bis zu 1 Jahr über 1 bis zu 5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 16.914 42.500 0 748 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.927 0 0 2.993 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 787.929 605.090 492.845 308.348 496.000 492.845
Sonstige Verbindlichkeiten 1.934 0 0 7.199 0 0
808.704 647.590 492.845 319.288 496.000 492.845

(25) Haftungsverhältnisse

In einem mit dem Abspaltungs- und Übernahmevertrag zwischen der Bayer AG und der LANXESS AG abgeschlossenen Grundlagenvertrag haben die Bayer AG und die LANXESS AG unter anderem eine den jeweils zugeordneten Vermögensgegenständen entsprechende gegenseitige Freistellung von Verbindlichkeiten vereinbart. Ferner wurden spezielle Vereinbarungen über Produkthaftungsverbindlichkeiten, Umweltlasten und die Haftung für Kartellverstöße im Verhältnis der Vertragsparteien zueinander getroffen. Der Grundlagenvertrag enthält ferner Regelungen für die Zuordnung steuerrechtlicher Effekte, die im Zusammenhang mit der Abspaltung und den vorausgegangenen Maßnahmen zur Herstellung des abgespaltenen Unternehmensbereichs stehen.

Die LANXESS AG hat zu Gunsten von Tochtergesellschaften folgende Garantien abgegeben:

scroll

in T€ 31.12.2013 31.12.2014
Gegenüber Anleihegläubigern der LANXESS Finance B.V. 1.959.887 1.466.350
Gegenüber Kreditinstituten 67.930 333.943
Gegenüber Lieferanten/übrige Dritte 13.844 188.070
2.041.661 1.988.363

Weiterhin hat die LANXESS AG für Tochterunternehmen Garantien für Zahlungsverpflichtungen aus zukünftigen Lieferungen aufgrund langfristiger Beschaffungsverträge übernommen.

Im Ausland hat die englische Tochtergesellschaft LANXESS Limited (Registrierungsnummer 03498959), Newbury, von der Befreiung der Prüfung des Jahresabschlusses unter der Abschnitt 479A des Companies Act 2006 Gebrauch gemacht. Die LANXESS AG als oberste Muttergesellschaft hat eine gesetzlich vorgeschriebene Garantie über alle ausstehenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014 in Bezug auf den Abschnitt 479C des Companies Act 2006 abgegeben. Die bilanzierten Verbindlichkeiten der LANXESS Limited belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf 2.275 T€.

Die niederländische Tochtergesellschaft LANXESS Elastomers B.V., Heerlen, hat von der Befreiung der Veröffentlichung und der Prüfung des Jahresabschlusses gemäß Artikel 2:403, Paragraph 1 (f) des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Dutch Civil Code) Gebrauch gemacht. Die LANXESS AG als oberste Muttergesellschaft hat hierfür eine gesetzlich vorgeschriebene Garantie über alle ausstehenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014 in Bezug auf den Artikel 2:403, Paragraph 1 (f) des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Dutch Civil Code) abgegeben. Die bilanzierten Verbindlichkeiten der LANXESS Elastomers B.V. belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf 106.692 T€.

Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können von den betreffenden Gesellschaften nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Sonstige Pflichtangaben

(26) Bestehen einer Beteiligung (§ 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG)

Die Meldungen über das Bestehen einer Beteiligung an der LANXESS AG sind in den Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG aufgeführt.

(27) Derivative Finanzinstrumente

Die LANXESS AG und Gesellschaften des LANXESS Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungs- und Marktpreisrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken werden auch derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Es handelt sich hierbei um außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-) Instrumente. Dazu gehören insbesondere Devisentermingeschäfte.

Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und ist auf die Absicherung des operativen Geschäfts des Konzerns sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt.

Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen und Marktpreisen zurückgehen.

Ein Preisänderungsrisiko derivativer Finanzinstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zugrunde liegenden Basisgrößen wie Währungen. Soweit Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten aufgrund sinkender Preise durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert.

Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragspartner ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zur Minimierung dieses Risikos werden den Banken Kontrahentenlimite zugeteilt sowie Rahmenverträge eingesetzt, die im Falle der Insolvenz eines Vertragspartners eine Aufrechnung der Marktwerte der offenen derivativen Geschäfte vorsehen.

Das Nominalvolumen der mit externen Vertragspartnern abgeschlossenen Derivate belief sich zum 31.12.2014 auf 2.206 Mio. € (Vorjahr: 2.067 Mio. €). Mit Konzerngesellschaften wurden gegenläufige Derivate von nominal 1.858 Mio. € (Vorjahr: 1.702 Mio. €) abgeschlossen. Insgesamt bestanden damit derivative Geschäfte im Nominalvolumen von 4.064 Mio. € (Vorjahr: 3.769 Mio. €). Hierin enthalten waren auch solche Geschäfte, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden.

Die derivativen Finanzinstrumente setzten sich wie folgt zusammen:

scroll

Nominalwerte Marktwerte Buchwerte
in T€ 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- ---
Devisentermingeschäfte
- positive Marktwerte 2.067.074 1.852.498 72.348 88.095 0 0
- negative Marktwerte 1.701.998 2.211.205 66.582 104.067 288 6.796
3.769.072 4.063.703 5.766 -15.972 -288 -6.796

Derivative Finanzinstrumente zur Abdeckung von Währungsrisiken

Zur Absicherung von Währungsrisiken setzte die LANXESS AG Devisentermingeschäfte ein.

Die Sicherungsmaßnahmen umfassen externe Devisentermingeschäfte die einer Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte der Konzernunternehmen in Fremdwährung dienen und spiegelbildlich an diese Konzerngesellschaften weitergegeben werden.

Zur Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte der Konzernunternehmen in Fremdwährung bestanden externe Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 854,3 Mio. € (Vorjahr: 703,7 Mio. €) mit einem beizulegenden Zeitwert von -47,2 Mio. € (Vorjahr: 31,7 Mio. €). Ihnen standen gegenläufige Geschäfte mit Unternehmen des Konzerns von nominal 854,3 Mio. € (Vorjahr: 703,7 Mio. €) gegenüber; ihr beizulegender Zeitwert belief sich auf 47,2 Mio. € (Vorjahr: -31,7 Mio. €). Wertänderungen korrespondierender externer und interner Geschäfte verhalten sich jeweils gegenläufig und gleichen sich mit Fälligkeit bis zum Jahr 2016 aus. Die Geschäfte waren in Bewertungsportfolios zusammengefasst und wurden bilanziell nicht erfasst.

Zur Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten der LANXESS AG sowie der Konzernunternehmen (bilanzielles Exposure) schloss die LANXESS AG Devisentermingeschäfte mit externen Vertragspartnern im Nominalvolumen von 1.351,8 Mio. € (Vorjahr: 1.363,7 Mio. €) ab; ihr beizulegender Zeitwert betrug 39,2 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €). Die Geschäfte wurden teilweise an Konzerngesellschaften weitergereicht; diese internen Gegengeschäfte machten nominal 1.003,4 Mio. € (Vorjahr: 998,0 Mio. €) bei einem beizulegenden Zeitwert von 23,3 Mio. € (Vorjahr: -20,5 Mio. €) aus. Soweit zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten der Konzerngesellschaften abgeschlossene Devisentermingeschäfte über interne Geschäfte an die betroffenen Konzerngesellschaften weitergereicht wurden, erfolgte eine Zusammenfassung der sich gegenläufig verhaltenden Geschäfte zu Bewertungsportfolios. Hierin standen sich aus externen und internen Geschäften zum Abschlussstichtag beizulegende Zeitwerte von per Saldo -39,2 Mio. € bzw. 23,3 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. € bzw. -20,5 Mio. €) gegenüber. Sie werden überwiegend im Jahr 2015 und im Übrigen spätestens im Jahr 2019 fällig. Die Geschäfte waren bilanziell nicht erfasst.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung des bilanziellen Fremdwährungsexposures von Konzerngesellschaften dienten und denen keine korrespondierenden internen Gegengeschäfte gegenüberstanden, belief sich auf -6,8 Mio. € (Vorjahr: -0,3 Mio. €). Der negative Marktwert wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Weitere Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) wurden aus Währungsdarlehen, die die LANXESS AG bei Konzernunternehmen aufgenommen bzw. an diese gewährt hatte, und den zu ihrer Absicherung abgeschlossenen sich gegenläufig verhaltenden Devisentermingeschäften gebildet. Die gesicherten Darlehen hatten zum Abschlussstichtag einen Buchwert von 296,1 Mio. € (Vorjahr: 363,5 Mio. €) für gewährte bzw. von 6,7 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) für aufgenommene Darlehen. Per Saldo bestand ein Währungsrisiko von 9,2 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €). Die externen Devisenkontrakte wiesen per Saldo einen negativen Zeitwert von -16,0 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €) auf, sind jeweils im Jahr 2015 fällig und bilanziell nicht erfasst.

Bewertungsmethoden

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Im Einzelnen gelten dabei folgende Grundsätze:

die Marktwerte der Devisentermingeschäfte wurden mit der „Forward-Methode“ aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden.

Zur Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird, je nach Art des Hedges, die Dollar-Offset-Methode herangezogen.

(28) Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats (gemäß § 285 Nr. 9 a HGB)

Für das Geschäftsjahr 2014 beliefen sich die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der LANXESS AG auf 9.982 T€ (Vorjahr: 6.647 T€). Hiervon entfielen auf die jährliche Vergütung (Festvergütung, Jahrestantieme, Sachbezüge und sonstige) 7.649 T€ (Vorjahr: 4.777 T€), auf Bezüge für das Vorjahr 0 T€ (Vorjahr: 34 T€) sowie auf die mehrjährige Vergütung 2.333 T€ (Vorjahr: 1.836 T€).

In der mehrjährigen Vergütung sind Bezüge im Rahmen des Long Term Performance Bonus (LTPB) von 932 T€ (Vorjahr: 977 T€) und im Rahmen des anteilsbasierten Long Term Stock Performance Plan (LTSP) enthalten. Innerhalb des LTSP wurden 1.648.500 (Vorjahr: 1.564.125) Vergütungsrechte gewährt. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung belief sich auf 1.401 T€ (Vorjahr: 859 T€). Im Geschäftsjahr 2014 ergab sich ein Aufwand aus der anteilsbasierten Vergütung von 2.168 T€ (Vorjahr: 887 T€ Ertrag).

Daneben fielen Nettoaufwendungen für die Altersvorsorge der Vorstände in Höhe von 109 T€ (Vorjahr: 3.470 T€) an, hierin enthalten sind Erträge für Herrn Dr. Heitmann von 1.851 T€ und für Herrn Dr. Breuers von 2 T€. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs der zum Jahresende aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2014 lag bei 7.787 T€ (Vorjahr: 18.565 T€).Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die Individualisierung der Vorstandsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht von LANXESS Konzern und LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2014 im Abschnitt Vergütungsbericht.

Vergütung des Aufsichtsrates:

scroll

in T€ Feste Vergütung Vergütung der Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld Langfristige Vergütung Gesamt- summe
2014 1.160 480 236 0 1.876
2013 1.155 477 183 0 1.815

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2014 Gesamtbezüge von 1.876 T€ (Vorjahr: 1.815 T€). Die für die Mitglieder des Aufsichtsrats gebildete Rückstellung für mehrjährige Vergütung belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 0 T€ (Vorjahr: 1.800 T€).

Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im LANXESS Konzern sind, Gehälter im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Die Höhe der Gehälter entsprach dabei einer angemessenen Vergütung für entsprechende Funktionen und Aufgaben im Konzern.

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Aufsichtsratsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht von LANXESS Konzern und LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2014 im Abschnitt Vergütungsbericht.

(29) Gesamtbezüge für frühere Mitglieder des Vorstands sowie Vorstandsmitglieder, die Ihre Tätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres beendet haben (gemäß § 285 Nr. 9 a Satz 6 dd und Nr. 9 b HGB)

An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen aus der Altersversorgung von 293 T€ (Vorjahr: 308 T€). Es wurden 887 T€ (Vorjahr: 1.096 T€) an laufendem Pensionsaufwand erfasst.

Für den Verpflichtungsumfang laufender Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes sind Rückstellungen zum 31. Dezember 2014 in Höhe von 21.215 T€ (Vorjahr: 9.734 T€) gebildet.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.983 T€ (Vorjahr: 308 T€). Hierin enthalten ist ein Aufwand aus der Abfindung von Herrn Breuers in Höhe von 1.690 T€. Zusammen mit der Abgeltung seiner LTSP-Anrechte in Höhe von 729 T€ wurden somit einem früheren Vorstandsmitglied, das seine Tätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres beendet hat, Leistungen von insgesamt 2.419 T€ zugesagt und im Laufe des Geschäftsjahres gewährt.

(30) Gewährte Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (gemäß § 285 Nr. 9 c HGB)

Zum 31. Dezember 2014 bestanden keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats. Haftungsverhältnisse für diesen Personenkreis sind nicht eingegangen worden.

(31) Organe der Gesellschaft Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden oder bekleideten die nachstehend genannten Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2014).

Als Vertreter der Anteilseigner gehören derzeit und gehörten im vergangenen Geschäftsjahr die folgenden Damen und Herren dem Aufsichtsrat an:

Dr. Rolf Stomberg (Vorsitzender)

Ehem. Chief Executive der Sparte Shipping, Refining und Marketing von The British Petrolium Co. plc., London/Großbritannien
Ehem. Mitglied des Board of Directors von The British Petrolium Co. plc., London/Großbritannien

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln* (Vorsitzender)
Biesterfeld AG, Hamburg* (Stellvertretender Vorsitzender)
HOYER GmbH, Hamburg
KEMNA Bau Andrae GmbH & Co. KG, Pinneberg
OAO Severstal, Tscherepowez/Russland
Ruspetro plc, London/Großbritannien (bis 31. Januar 2014)

Dr. Friedrich Janssen

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der E.ON Ruhrgas AG, Essen

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
National-Bank AG, Essen*
E.ON Global Commodities SE, Düsseldorf* (vormals E.ON Energy Trading SE) (bis 15. Mai 2014)
HanseWerk AG, Quickborn* (vormals E.ON Hanse AG)
Avacon AG, Helmstedt*
Thüga Assekuranz Services München Versicherungsmakler GmbH, München
Hoberg & Driesch GmbH, Düsseldorf (Vorsitzender des Beirats)

Robert J. Koehler

Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der SGL Carbon SE, Wiesbaden

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
Klöckner & Co. SE, Duisburg*
Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg* (Vorsitzender)
Freudenberg SE, Weinheim*
Benteler International AG, Salzburg/Österreich (Vorsitzender)

Rainer Laufs

Selbstständiger Berater
Ehem. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Shell AG, Hamburg

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, Frankfurt am Main* (Vorsitzender)
Petrotec AG, Düsseldorf* (Vorsitzender)
Asklepios Kliniken GmbH, Hamburg*
Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH, Königstein im Taunus*
MediClin AG, Offenburg* (seit 23. Oktober 2014)
Bilfinger Industrial Services GmbH, München (Mitglied im Verwaltungsbeirat)
Bilfinger Industrial Technologies GmbH, Frankfurt am Main (Mitglied im Verwaltungsbeirat)

Claudia Nemat

Mitglied des Vorstandes der Deutschen Telekom AG

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
Buyln SA, Brüssel/Belgien (Stellvertretende Vorsitzende)
Hellenic Telecommunications Organization S.A. (OTE S.A.), Maroussi, Athen/Griechenland

Theo H. Walthie

Selbstständiger Berater

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
NBE Therapeutics AG, Basel/Schweiz

* gesetzlich zu bildende Aufsichtsräte

Als Vertreter der Arbeitnehmer gehören derzeit und/oder gehörten im vergangenen Geschäftsjahr die folgenden Damen und Herren dem Aufsichtsrat an (Mandate der ausgeschiedenen Mitglieder beziehen sich auf den Zeitpunkt des Ausscheidens):

Ulrich Freese (Stellvertretender Vorsitzender)

Mitglied des Bundestages
Ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hannover

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln* (Stellvertretender Vorsitzender)
Vattenfall Europe Mining AG, Cottbus* (Stellvertretender Vorsitzender)
Vattenfall Europe Generation AG, Cottbus" (Stellvertretender Vorsitzender)
Vattenfall GmbH, Berlin*
DMT GmbH, Essen* (Stellvertretender Vorsitzender)
Vivawest Wohnen GmbH, Essen* (Stellvertretender Vorsitzender)
Vivawest GmbH, Essen* (Stellvertretender Vorsitzender)

Axel Berndt

Referent Portfolio & Change Management im Konzernbereich IT, LANXESS Deutschland GmbH
Früheres Mitglied im Betriebsrat am Standort Leverkusen

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*

Dr. Rudolf Fauß (bis 30. Juni 2014)

Leiter Zentrale Funktionen der HR-Services Deutschland, Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses der leitenden Angestellten der LANXESS AG und Vorsitzender des Sprecherausschusses LANXESS

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*

Dr. Hans-Dieter Gerriets (seit 1. Juli 2014)

Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses der leitenden Angestellten der LANXESS AG und Vorsitzender des Sprecherausschusses LANXESS; Verantwortlicher Betriebsleiter eines Produktionsbetriebes der Business Unit Advanced Industrial Intermediates der LANXESS Deutschland GmbH

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*

Thomas Meiers

Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Köln

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*
INEOS Deutschland Holding GmbH, Köln*
INEOS Köln GmbH, Köln*

Gisela Seidel

Vorsitzende des Betriebsrats am Standort Dormagen

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*

Hans-Jürgen Schicker

Vorsitzender des Betriebsrats am Standort Uerdingen

Weitere Mandate:

LANXESS Deutschland GmbH, Köln*

* gesetzlich zu bildende Aufsichtsräte

Vorstand

Dem Vorstand der Gesellschaft gehören derzeit folgende Herren an:

scroll

Mitglied des Vorstands Externe Mandate Konzernmandate
Matthias Zachert Vorstands- · Mitglied im Präsidium des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) · Vorsitzender der Geschäftsführung der LANXESS Deutschland GmbH
vorsitzender (eingetreten zum · Mitglied im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA)
1. April 2014) · Mitglied im Präsidium der "stiftung neue verantwortung e.V."
Dr. Bernhard · Mitglied im Aufsichtsrat der GfK SE, Nürnberg · Mitglied der Geschäftsführung der LANXESS Deutschland GmbH
Düttmann · Mitglied im Vorstand des Deutschen Aktieninstituts (DAI)
Vorstandsmitglied und · Mitglied in der Gesellschaft für Finanzwirtschaft in der Unternehmensführung e.V. (GEFIU) · Mitglied des Board of Directors der LANXESS Corp.
Finanzvorstand
Dr. Rainier van Roessel · Mitglied im Aufsichtsrat der Currenta Geschäftsführungs-GmbH, Leverkusen · Mitglied der Geschäftsführung der LANXESS Deutschland GmbH
Vorstandsmitglied und · Mitglied im Vorstand des VCI e.V. Nordrhein-Westfalen · Vorsitzender des Aufsichtsrats der Aliseca GmbH
Arbeitsdirektor · Vorsitzender im Handelspolitischen Ausschuss des VCI · Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS S.A. de C.V.
· Mitglied der Erfa-Gruppe 1 b bei der Deutschen
Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) · Geschäftsführendes Mitglied des Verwaltungsrats der LANXESS N.V.
· Mitglied im Vorstand des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)
· Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rhein Chemie Rheinau GmbH
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Hong Kong Ltd.
· Vorsitzender des Board of Directors der Holding Hispania S.L.
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Chemicals S.L.
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Corp.
· Vorsitzender des Governing Board der LANXESS Srl.
· Mitglied des Board of Directors der LANXESS Chemical (China) Co. Ltd.
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS India Private Ltd.
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS KK
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Butyl Pte. Ltd.
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS International S.A.

Im Geschäftsjahr 2014 ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes:

scroll

Mitglied des Vorstands Externe Mandate Konzernmandate
Dr. Axel C. · Mitglied im Präsidium des VCI e.V. · Vorsitzender der Geschäftsführung der LANXESS Deutschland GmbH
Heitmann (aus dem Vorstand ausgeschieden mit Ablauf des 21. Februar 2014) · Mitglied im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA)
· Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Chemical (China) Co. Ltd.
· Mitglied im Vorstand und Präsidium der OAV-German- Asia-Pacific Business Association
· Vorsitzender des Ausschusses Außenwirtschaft des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)
· Mitglied im Beirat der NRW.BANK
· Mitglied im Präsidium der stiftung neue verantwortung e.V.
· Mitglied im Vorstand des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V.
· Mitglied im Wirtschaftsbeirat des Goethe-Institut e.V.
· Mitglied des Kuratoriums der Philharmonie KölnMusik e.V.
· Mitglied des Kuratoriums des Konvent für Deutschland e.V.
Dr. Werner Breuers (aus dem Vorstand ausgeschieden mit Ablauf des 5. August 2014) · Mitglied im Aufsichtsrat der Currenta Geschäftsführungs-GmbH, Leverkusen · Mitglied der Geschäftsführung der LANXESS Deutschland GmbH
· Mitglied im Aufsichtsrat der Messer Group GmbH, Bad Soden · Vorsitzender des Aufsichtsrats der Saltigo GmbH
· Mitglied im Kuratorium des Fonds der Chemischen Industrie im VCI e.V. · Vorsitzender des Aufsichtsrats der Aliseca GmbH
· Mitglied im Kuratorium des DWI der RWTH Aachen · Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS KK
· Mitglied im Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft
· Mitglied des Beirats Vereinigung Chemie und Wirtschaft (VCW) · Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS International S.A.
· Mitglied im Senat der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften e.V. · Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Butyl Pte. Ltd.
· Member Board of Directors German American Chamber of Commerce · Vorsitzender des Board of Directors der LANXESS Pte. Ltd.

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln

scroll

Bruttowerte
in T€ Stand 01.01.2014 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2014
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software-Lizenzen 4 0 0 4
4 0 0 4
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 235 22 60 197
235 22 60 197
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 738.864 0 0 738.864
Sonstige Ausleihungen 18.338 705 0 19.043
757.202 705 0 757.907
Anlagevermögen gesamt 757.441 727 60 758.108

scroll

Abschreibungen
in T€ Stand 01.01.2014 Zugänge Zuschreibung Abgänge Stand 31.12.2014
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software-Lizenzen 3 1 0 0 4
3 1 0 0 4
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 130 35 0 43 122
130 35 0 43 122
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
Anlagevermögen gesamt 133 36 0 43 126

scroll

Nettowerte
in T€ Stand 31.12.2013 Stand 31.12.2014
--- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software-Lizenzen 1 0
1 0
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 105 75
105 75
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 738.864 738.864
Sonstige Ausleihungen 18.338 19.043
757.202 757.907
Anlagevermögen gesamt 757.308 757.982

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

scroll

Mitteilungspflichtiger Datum der Änderung Schwellenwert Stimmrechtsanteil Zurechnung der Stimmrechte
in % absolut
--- --- --- --- --- ---
BlackRock -Gesellschaften
BlackRock, Inc., New York, NY, USA 20.11.2014 5,00% 4,98% 4.557.778 BlackRock, Inc., New York, NY, USA (2.54% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.01% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.63% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA 19.11.2014 5,00% 4,92% 4.499.644 BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA (2.56% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2; 2.54% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA 18.11.2014 5,00% 4,99% 4.576.034 BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA (2.65% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.61% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock, Inc., New York, NY, USA 12.11.2014 5,00% 5,24% 4.797.311 BlackRock, Inc., New York, NY, USA (2.78% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2; 2.79% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA 12.11.2014 5,00% 5,15% 4.714.140 BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA (2.79% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.69% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA 12.11.2014 5,00% 5,14% 4.706.909 BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA (2.79% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.68% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA 10.11.2014 5,00% 4,95% 4.528.422 BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, DE, USA (2.59% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2; 2.45% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA 10.11.2014 5,00% 4,94% 4.521.191 BlackRock Financial Management, Inc., New York, NY, USA (2.59% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.44% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Vebindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock, Inc., New York, NY, USA 11.11.2014 5,00% 4,99% 4.571.291 BlackRock, Inc., New York, NY, USA (2.56% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0,0001% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 2 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG; 2.54% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Investment Management (UK) Limited, London, UK 26.09.2014 3,00% 2,80% 2.560.030 BlackRock Investment Management (UK) Limited, London, UK (0.43% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2; 2.00% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.80% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG)
BlackRock Advisors Holdings, Inc., New York, USA 30.09.2014 3,00% 2,93% 2.680.461 BlackRock Advisors Holdings, Inc., New York, USA (2.29% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.95% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BR Jersey International Holdings, L.P., St. Helier, Jersey, Channel Islands 30.09.2014 3,00% 2,93% 2.680.461 BR Jersey International Holdings, L.P., St. Helier, Jersey, Channel Islands (2.29% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.95% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock International Holdings, Inc., New York, NY, USA 30.09.2014 3,00% 2,93% 2.680.461 BlackRock International Holdings, Inc., New York, NY, USA (2.29% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.95% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
BlackRock Group Limited, London, UK 30.09.2014 3,00% 2,76% 2.525.007 BlackRock Group Limited, London, UK (2.24% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG; 0.83% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG)
Allianz Global Investors Europe GmbH, Frankfurt/Main, Deutschland 19.05.2014 3,00% 2,92% 2.670.816 Allianz Global Investors Europe GmbH, Frankfurt/Main, Deutschland (0.61% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG)
Goldman Sachs Group, Inc., Wilmington, Delaware, USA 22.05.2014 3,00% 1,69% 1.542.920 Goldman Sachs Group, Inc., Wilmington, Delaware, USA (1.69% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG)
Goldman Sachs Group, Inc., Wilmington, Delaware, USA 21.05.2014 3,00% 4,04% 3.694.012 Goldman Sachs Group, Inc., Wilmington, Delaware, USA (4.04% gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG)
Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland 27.05.2014 3,00% 0,00% 0 Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland
Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland 27.05.2014 5,00% 0,00% 0 Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland
Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland 22.05.2014 5,00% 6,01% 5.500.000 Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland
Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland * 22.05.2014 3,00% 6,01% 5.500.000 Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, Deutschland

*) Die jeweils gemeldeten Stimmrechte der BlackRock Gesellschaften sind nicht additiv zu sehen.

Aufstellung des Anteilsbesitzes

An den nachstehend aufgeführten Unternehmen hält die LANXESS AG unmittelbar oder mittelbar mindestens 20% der Anteile (Angabe nach § 285 Nr. 11 HGB). Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag handelt es sich um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen.

scroll

Name und Sitz der Gesellschaft Beteiligungsanteil

(%)
Eigenkapital

Mio. €
Ergebnis

Mio. €
Vollkonsolidierte Unternehmen
Deutschland
Aliseca GmbH, Leverkusen 100 0 0 *
Bond-Laminates GmbH, Brilon 100 3 0 *
IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin 100 66 0 *
LANXESS Accounting GmbH, Köln 100 32 0 *
LANXESS Buna GmbH, Marl 100 8 0 *
LANXESS Deutschland GmbH, Köln 100 1.299 0 *
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen 100 4 0 *
LANXESS International Holding GmbH, Köln 100 0 0 *
Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim 100 45 0 *
SALTIGO GmbH, Leverkusen 100 28 0 *
EMEA
Europigments, S.L., Barcelona (Spanien) 52 4 0
LANXESS (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100 28 -5
LANXESS Central Eastern Europe s.r.o., Bratislava (Slowakei) 100 9 3
LANXESS Chemicals, S.L., Barcelona (Spanien) 100 4 1
LANXESS CISA (Pty.) Ltd., Newcastle (Südafrika) 100 59 0
LANXESS Chrome Mining (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100 -9 -4
LANXESS Elastomères S.A.S., Lillebonne (Frankreich) 100 102 4
LANXESS Elastomers B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 100 101 -69
LANXESS Emulsion Rubber S.A.S., La Wantzenau (Frankreich) 100 51 1
LANXESS Epierre SAS, Epierre (Frankreich) 100 0 0
LANXESS Finance B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 100 14 2
LANXESS Holding Hispania, S.L., Barcelona (Spanien) 100 1041 54
LANXESS International SA, Granges-Paccot (Schweiz) 100 62 59
LANXESS Kimya Ticaret Limited Şirketi, Istanbul (Türkei) 100 1 0
LANXESS Limited, Newbury (Großbritannien) 100 24 1
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) 100 270 -35
LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) 100 148 20
LANXESS S.A.S., Courbevoie (Frankreich) 100 70 2
LANXESS S.r.l., Mailand (Italien) 100 14 2
OOO LANXESS, Moskau (Russland) 100 1 0
OOO LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland) 100 1 0
Sybron Chemical Industries Nederland B.V., Ede (Niederlande) 100 99 0
Sybron Chemicals International Holdings Ltd., Newbury (Großbritannien) 100 0 0
Nordamerika
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) 100 167 12
LANXESS Inc., Sarnia (Kanada) 100 149 -1
LANXESS Sybron Chemicals Inc., Birmingham (USA) 100 29 2
Rhein Chemie Corporation, Chardon (USA) 100 -4 3
Sybron Chemical Holdings Inc., Wilmington (USA) 100 0 0
Lateinamerika
LANXESS Elastômeros do Brasil S.A., Rio de Janeiro (Brasilien) 100 232 14
LANXESS Industria de Produtos Quimicos e Plasticos Ltda., São Paulo (Brasilien) 100 46 -9
LANXESS S.A. de C.V., Mexico City (Mexiko) 100 12 3
LANXESS S.A., Buenos Aires (Argentinien) 100 9 -2
Rhein Chemie Uruguay S.A., Colonia (Uruguay) 100 1 -1
Asien/Pazifik
LANXESS Elastomers Trading (Shanghai) Co., Ltd., Schanghai (China) 100 0 0
LANXESS (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou (China) 100 166 -4
LANXESS (Liyang) Polyols Co., Ltd., Liyang (China) 100 3 -3
LANXESS (Ningbo) Pigments Co., Ltd., Ningbo City (China) 100 24 0
LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100 418 -23
LANXESS Chemical (China) Co., Ltd., Schanghai (China) 100 40 -1
LANXESS Hong Kong Limited, Hongkong (Hong Kong) 100 305 4
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) 100 104 0 **
LANXESS K.K., Tokio (Japan) 100 30 2
LANXESS Korea Limited, Seoul (Südkorea) 100 13 2
LANXESS Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100 86 6
LANXESS PTY Ltd., Homebush Bay (Australien) 100 7 0
LANXESS Shanghai Pigments Co., Ltd., Schanghai (China) 100 25 2
LANXESS Specialty Chemicals Co., Ltd., Schanghai (China) 100 1 0
LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China) 50 -1 -8
LANXESS (Wuxi) Chemical Co., Ltd., Wuxi (China) 100 84 7
Rhein Chemie Japan Ltd., Tokio (Japan) 100 14 1
Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China) 90 35 3
Gemeinschaftlich geführte Unternehmen
Deutschland
DuBay Polymer GmbH, Hamm 50 27 2
At equity bewertete assoziierte Unternehmen
Deutschland
Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen 40 13 0
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung
Deutschland
LANXESS Middle East GmbH, Köln 100 0 0
Vierte LXS GmbH, Leverkusen 100 0 0 *
EMEA
LANXESS Mining (Proprietary) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100 0 0
W. Hawley & Son Ltd., Newbury (Großbritannien) 100 0 0
Nordamerika
LANXESS Energy LLC, Wilmington (USA) 100 0 0
Lateinamerika
Comercial Andinas Ltda., Santiago de Chile (Chile) 100 0 0
Petroflex Trading S.A., Montevideo (Uruguay) 100 0 0
Asien/Pazifik
Bond-Laminates HK Limited, Hongkong (Hong Kong) 100 0 0
PCTS Specialty Chemicals Malaysia (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (Malaysia) 100 0 0
Nicht konsolidierte andere Unternehmen von untergeordneter Bedeutung
Lateinamerika
Hidrax Ltda., Taboäo da Serra (Brasilien) 39 1 0

*) Ergebnis nach Ergebnisabführung

**) Jahresabschluss zum 31.03.2014

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass, gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen, der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LANXESS AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des LANXESS Konzerns sowie der LANXESS AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des LANXESS Konzerns bzw. der LANXESS AG beschrieben sind.

Köln, den 27. Februar 2015

LANXESS Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Matthias Zachert

Dr. Bernhard Düttmann

Dr. Rainier van Roessel

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Köln, den 02. März 2015

**PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Bernd Boritzki, Wirtschaftsprüfer

Carsten Manthei, Wirtschaftsprüfer