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LANXESS AG Environmental & Social Information 2018

Jun 12, 2018

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Environmental & Social Information

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LANXESS Aktiengesellschaft

Köln

Gesonderter nichtfinanzieller Bericht außerhalb des Lageberichts

Gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht

INHALT

Einleitung

Systematische Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen

Gute Corporate Governance

Gremien und Funktionen
Integriertes Managementsystem
Handlungsleitlinien
Interne Leitlinien und Regelwerke
Werte und Kultur

Mitarbeiterbelange

Mitarbeiterengagement als wichtiger Erfolgsbaustein
Fachkräfte aus den eigenen Reihen entwickeln
Xact: globale Initiative für mehr Sicherheit

Umweltbelange

Sichere und nachhaltige Standorte
Klimaschutz und Energieeffizienz

Stabilität in der Beschaffung

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers

EINLEITUNG

Dieser gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht des LANXESS Konzerns enthält die gemäß § 315c i.V.m. § 289c HGB geforderten nichtfinanziellen Angaben. Er wurde vom Vorstand aufgestellt und vom Aufsichtsrat der LANXESS AG geprüft. Der nichtfinanzielle Bericht sowie die dazugehörigen Datenerhebungsprozesse sind im Auftrag des Aufsichtsrats von der Pricewaterhouse­Coopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer Prüfung nach dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit unterzogen worden. Den Vermerk finden Sie auf Seite 22 dieses Berichts.

Berichtszeitraum für diesen erstmals erstellten nichtfinanziellen Konzernbericht ist das Jahr 2017. Er umfasst die Konzerngesellschaften, die auch in den Konzernabschluss einbezogen werden. Soweit nicht anders angegeben, gelten die Angaben für den gesamten Konzern. Verweise auf Angaben außerhalb des Konzernlageberichts bzw. Konzernabschlusses sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil des nichtfinanziellen Konzernberichts.

Innerhalb dieses nichtfinanziellen Berichtes hat LANXESS grundsätzlich die G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) als Rahmenwerk für die Materialitätsanalyse sowie für die Berichterstattung der Managementansätze und der spezifischen Standardangaben zugrunde gelegt.

Informationen zu unserem Geschäftsmodell finden Sie im zusammengefassten Lagebericht von LANXESS Konzern und LANXESS AG auf Seite 63 im Geschäftsbericht 2017.

Informationen zu Umweltschutzrückstellungen finden Sie unter Anhang angabe [15] im Anhang zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017.

SYSTEMATISCHE PRIORISIERUNG VON NACHHALTIGKEITSTHEMEN

Die wesentlichen Auswirkungen unseres Handelns zu identifizieren und die Anliegen unserer Stakeholder in unserer Strategie zu berücksichtigen, bildet das Fundament unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Vor diesem Hintergrund haben wir im Berichtsjahr erneut eine Materialitätsanalyse durchgeführt, die auch den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI) entspricht. Diese ist für uns ein wichtiges Instrument, um die vielfältigen Handlungsfelder systematisch zu priorisieren und Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen. Die Materialitätsanalyse orientiert sich an den vier Grundsätzen Nachhaltigkeitskontext, Wesentlichkeit, Vollständigkeit und Einbeziehung von Stakeholdern.

Ein Team von Nachhaltigkeitsexperten aus verschiedenen Unternehmensbereichen hatte bereits im Jahr 2016 damit begonnen, die Grundlagen für eine umfassende Überarbeitung unserer wesentlichen Themen zu legen und Kernaspekte aus unseren strategischen Leitlinien (siehe S. 4) abzuleiten. Die Ergebnisse wurden 2017 in unserer unternehmensinternen Bewertung finalisiert.

Als Ergebnis unserer Materialitätsanalyse haben wir sieben wesentliche Nachhaltigkeitsthemen definiert, die von Vorstand und Corporate Responsibility Committee bestätigt wurden. Das Thema „Gute Corporate Governance“ bildet dabei den Rahmen, innerhalb dessen unser gesamtes unternehmerisches Handeln erfolgt.

Im Anschluss hat LANXESS gemäß den Vorgaben des § 289c Abs. 3 Satz 1 HGB die Wesentlichkeitsdefinition für den vorliegenden gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht vorgenommen. Maßgeblich für die Berichterstattung in diesem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht sind diejenigen Angaben, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Konzerns sowie der Auswirkungen unserer Tätigkeit auf die nichtfinanziellen Aspekte erforderlich sind. Dies sind für uns Umweltbelange, Mitarbeiterbelange, Menschenrechte und Antikorruption. Sozialbelange haben wir als nicht wesentlich für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage identifiziert; zudem gehen von LANXESS nach Risikobegrenzungsmaßnahmen in Bezug auf diesen Aspekt keine wesentlichen Risiken aus.

Für alle wesentlichen Themen haben wir konkrete Ziele formuliert. Gemein ist ihnen unser Anspruch, durch unsere operative Tätigkeit eine Wertsteigerung für unsere Stakeholder zu erzielen und gleichzeitig die Lebensqualität für heutige und zukünftige Generationen zu verbessern. Ein Teil der variablen Vergütung der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand hängt deshalb davon ab, inwiefern bestimmte Ziele erreicht werden.

LANXESS Corporate Responsibility - Ziele

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Thema Ziel Indikator Termin Status quo 2017
Gute Corporate Governance
Gute Corporate Governance ist die Grundlage dafür, dass LANXESS nachhaltig Werte schafft und die Erwartungen seiner Stakeholder erfüllt. Dieser Anspruch drückt sich bei LANXESS in einer wertebasierten Leistungs- und Sicherheitskultur, effektiven Risikomanagementprozessen und dem Bekenntnis zu etablierten Rahmenwerken wie dem UN Global Compact aus.
Antikorruption Keine Korruptionsfälle Anzahl der Teilnehmer an Com pliance- Schulungen im Berichtsjahr fortlaufend Über 2.000 Mitarbeiter nahmen an Compliance- Schulungen teil. Zahl der Fälle passiver Korruption im niedrigen einstelligen Bereich.
Menschenrechte Keine Menschenrechts- verletzungen Prozentualer Anteil des von TfS- auditierten Lieferanten bezogenen Beschaffungsvolumens fortlaufend Der Anteil der TfS-auditierten Lieferanten repräsentiert 70 % (Vorjahr: 60 %) unseres relevanten Beschaffungsvolumens.
Stabilität in der Beschaffung
Unsere Wertschöpfungsketten basieren auf einem vielfältigen, nachhaltigen Rohstoffportfolio. Wir arbeiten mit unseren Lieferanten und relevanten Stakeholdern zusammen, um die Arbeits- und Umweltbedingungen in den globalen Lieferketten zu verbessern.
Nachhaltigkeitsstandards bei Lieferanten Kontinuierliche Steigerung des Anteils TfS-auditierter Lieferanten Prozentualer Anteil des von TfS- auditierten Lieferanten bezogenen Beschaffungsvolumens fortlaufend Der Anteil der TfS-auditierten Lieferanten repräsentiert 70 % (Vorjahr: 60 %) unseres relevanten Beschaffungsvolumens. Zum relevanten Beschaffungsvolumen zählen wir alle Lieferanten, von denen wir jährlich Waren oder Dienstleistungen im Wert von mehr als 20.000 € beziehen.
Sichere und nachhaltige Standorte
LANXESS stellt nachhaltige Produkte an wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Chemiestandorten her. Hierfür sind kontinuierliche Prozessverbesserungen und Investitionen die Grundlage für unseren Erfolg. Wir kümmern uns um die Gemeinschaft vor Ort.
Weltweit einheitliche Standards und Prozesse Integration aller Standorte (Ausnahme: Rustenburg) in globales Matrixzertifikat Abdeckungsgrad bezogen auf Standorte fortlaufend Unser Matrixzertifikat umfasste 49 zertifizierungsfähige Gesellschaften mit 81 Standorten in 23 Ländern. Dies entspricht einem Abdeckungsgrad von 84 % (inkl. Chemtura).
Globale Prozesssicherheit Kontinuierliche Reduktion der Ereignisse in Bezug auf Anlagen- und Verfahrenssicherheit Anzahl meldepflichtiger Ereignisse in Bezug auf Anlagen- und Verfahrenssicherheit fortlaufend 8 Ereignisse bezüglich Anlagen- und Verfahrenssicherheit
Kontinuierliche Reduktion der Umweltereignisse Anzahl meldepflichtiger Umweltereignisse fortlaufend 1 Umweltereignis
Kontinuierliche Reduktion der Transportereignisse Anzahl meldepflichtiger Transportereignisse fortlaufend 1 Transportereignis
Klimaschutz und Energieeffizienz
Klimaschutz gestützt auf Energieeffizienz ist das Richtige für die Gesellschaft und ein Schlüssel zu langfristiger wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.
Emissionen 1) Senkung der spezifischen CO2 e-Scope-1-Emissionen um 25 % im LANXESS Konzern Spezifische CO2 e-Scope-1- Emissionen Ende 2025 Die Akquisition von Chemtura führte zu einem Anstieg der spezifischen Scope-1-Emissionen.
Senkung der spezifischen CO2 e-Scope-2-Emissionen um 25 % im LANXESS Konzern Spezifische CO2 e-Scope-2- Emissionen Ende 2025 Die spezifischen Scope-2- Emissionen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.
Senkung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbin- dungen (NMVOC) um 25 % Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) Ende 2025 Die spezifischen VOC- Emissionen konnten auf einem gleichbleibenden, niedrigen Niveau gehalten werden. Damit kann im Vergleich zum Basisjahr 2015 eine Verbesserung verzeichnet werden.
Energieverbrauch 1) Senkung des spezifischen Energieverbrauchs um 25 % im LANXESS Konzern Spezifischer Energieverbrauch Ende 2025 Die Akquisition von Chemtura führte sowohl beim absoluten als auch beim spezifischen Energieverbrauch zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf das Basisjahr 2015 kann ein Fortschritt verzeichnet werden.
Motivierte Mitarbeiter und leistungsstarke Teams
Wir schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem unsere Mitarbeiter engagiert und mit hoher Wirkung arbeiten. Wir leisten unseren Beitrag dazu, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu erhalten. Wir pflegen und fördern eine wertebasierte, leistungsorientierte Kultur. Unser Ziel ist es, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und das Potenzial der Menschen während ihres gesamten Berufslebens zu entwickeln.
Mitarbeiterbindung Hohe Bindung in allen Regionen Fluktuationsquote auf Basis von Eigenkündigungen 2018 ff. Die Fluktuationsquote auf Basis von Eigenkündigungen reduzierte sich weiter auf 2,34 %.
Ausbildung Übernahmequote nach Abschluss der Ausbildung von mindestens 80 % Übernahmequote Auszubildende in Deutschland 2018 ff. Die Zahl der Auszubildenden stieg um rund 20 % gegenüber 2016.80 % der Auszubildenden wurden übernommen.
Arbeitssicherheit Kontinuierliche Reduktion der meldepflichtigen Unfälle um >50 % (Referenzwert MAQ 2,0 in 2016) MAQ bis Ende 2025 Die MAQ lag bei 1,7 und damit deutlich unter dem Wert von 2016.

1) Basis: 31.12.2015

Der LANXESS Konzern hat im Rahmen seines Managements der Chancen und Risiken risikomindernde Maßnahmen implementiert. Bei der anschließenden Nettobetrachtung der Risiken ergeben sich in Bezug auf die für diesen Konzernbericht als relevant festgelegten nichtfinanziellen Aspekte des CSR- Richtlinie-Umsetzungsgesetzes sowie auf den Aspekt Sozialbelange keine wesentlichen Risiken, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit oder mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen haben oder haben werden.

Umfassende Informationen zu unserem Chancen- und Risikomanagementsystem finden Sie im zusammengefassten Lagebericht von LANXESS Konzern und LANXESS AG auf Seite 106 im Geschäftsbericht 2017.

GUTE CORPORATE GOVERNANCE

Erst adäquate Werte, Handlungsleitlinien und organisatorische Strukturen - kurz gefasst: „Gute Corporate Governance“ - ermöglichen es unseren Mitarbeitern, in ihrer täglichen Arbeit verantwortungsvoll zu agieren und so aus einem vergleichsweise abstrakten Konzept einen konkreten unternehmerischen Erfolgsfaktor zu machen. „Gute Corporate Governance“ findet ihren Ausdruck bei LANXESS in einer wertebasierten und sicherheitsbewussten Unternehmenskultur, effektiven Managementsystemen sowie dem Bekenntnis zu weltweit anerkannten Prinzipien der verantwortungsvollen Unternehmensführung, wie beispielsweise dem UN Global Compact.

Gremien und Funktionen

Nachhaltigkeit ist als Teil der Konzernstrategie regelmäßig Gegenstand von Entscheidungsprozessen des Vorstands. Um zu gewährleisten, dass unsere Strategie sowie unsere Regeln und Standards eingehalten und kontinuierlich weiterentwickelt werden, haben wir unterhalb von Vorstand und Aufsichtsrat mehrere spezialisierte Gremien eingerichtet.

Verantwortlichkeiten des Vorstands

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Aufsichtsrat
Matthias Zachert CEO Michael Pontzen CFO Rainer van Roessel Vorstandsmitglied Hubert Fink

Vorstandsmitglied
Compliance-Organisation Corporate Risk Committee CR1) Committee HSEQ2) Committee
Globale Compliance- Organisation und lokale Compliance Officer Führungskräfte Vertreter der Business Units und Group Functions Führungskräfte
› Betreuung des CMS3) › Prüfung und Überwachung des Konzern-Risikoprofils › Interdisziplinäre Beratung des Vorstands in allen Fragen nachhaltigen Handelns › Definition der globalen HSEQ2)-Richtlinien, - Strategien und -Programme
› Zentraler Ansprechpartner für Compliance › Analyse der wesentlichen Chancen und Risiken inkl. Nachhaltigkeitsthemen › Umsetzung und Überwachung der HSEQ2)-Ziele
› Entwicklung präventiver Maßnahmen
Kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie als Teil der Konzernstrategie

1) Corporate Responsibility.

2) Sicherheit, Umwelt, Energie, Klimaschutz und Qualität.

3) Compliance-Management-System.

Compliance-Organisation

Aufgabe der weltweiten Compliance-Organisation ist es, für alle Mitarbeiter Ansprechpartner für jegliche Compliance- bezogenen Fragestellungen zu sein. In Abstimmung mit den Unternehmensbereichen werden zudem Maßnahmen entwickelt, um ungesetzlichem oder unethischem Verhalten im LANXESS Konzern frühzeitig entgegenzuwirken und Fehlverhalten zu vermeiden.

Corporate Risk Committee

Das Corporate Risk Committee prüft und überwacht das Risikoprofil des Konzerns und analysiert in diesem Zuge auch regelmäßig die wesentlichen Chancen sowie Risiken und entsprechende Vorsorgemaßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit. Unser Chancen- und Risikomanagementsystem beschreiben wir ausführlich im zusammengefassten Lagebericht ab Seite 63 unseres Geschäftsberichts.

Corporate Responsibility (CR) Committee

Die Mitglieder dieses Gremiums vertreten alle LANXESS Geschäftsbereiche und stellen sicher, dass sämtliche CR-bezogenen Aktivitäten im Konzern unserer Strategie entsprechen. Als interdisziplinäres Kompetenzzentrum berät das Committee sowohl den Vorstand als auch die Geschäftsbereiche in allen Fragen nachhaltigen Handelns. Darüber hinaus erhebt und pflegt es belastbare und aktuellen Marktstandards entsprechende Daten für unsere externe CR-Kommunikation.

HSEQ Committee

Als eines der Führungsgremien von LANXESS sorgt das HSEQ Committee für weltweit einheitlich hohe Qualitätsmanagement-, Sicherheits-, Umwelt-, Energie- und Klimaschutzstandards. Es definiert die notwendigen globalen HSEQ-Richtlinien, -Strategien und -Programme sowie unsere HSEQ-Ziele und verfolgt deren Umsetzung. Gleich zeitig verantwortet es unsere weltweite Strategie für das integrierte Qualitäts- und Umweltmanagement-system sowie das Energiemanagementsystem.

Integriertes Managementsystem

Ein zentral geführtes Managementsystem sorgt bei LANXESS für die notwendigen globalen Managementstrukturen in allen Geschäftsprozessen, um verantwortliches unternehmerisches Handeln zu gewährleisten. Weltweit orientieren wir uns an den internationalen Normen ISO 9001 und ISO 14001 für Qualitäts- bzw. Umweltmanagement sowie ISO 50001 für Energiemanagement.

Die Compliance-Bestätigung nach den Normen ISO 9001 und ISO 14001 erfolgt in einem globalen Matrixzertifikat. Dieses birgt gleich eine ganze Reihe von Vorteilen:

ein hoher Standardisierungsgrad von Prozessen
einheitliche unternehmensinterne Richtlinien und Handlungsanweisungen,
transparente, effiziente und effektive Abläufe bzw. Kontrollen sowie
ein deutlich reduzierter externer Aufwand für die Pflege und Optimierung des Managementsystems, für die Integration weiterer Managementsysteme (z. B. ISO 50001, Nachhaltigkeitsstandards) und für die Integration neuer Standorte oder Geschäftseinheiten.

Den Fortschritt der Integration neuer Standorte in unser Managementsystem und seine Leistungsfähigkeit lassen wir regelmäßig weltweit von externen und unabhängigen Experten prüfen. Neue Standorte wurden im Berichtsjahr nicht in das Matrixzertifikat aufgenommen. Die mit der Akquisition von Chemtura übernommenen Standorte sind bis auf wenige Ausnahmen bereits nach ISO 9001 und größtenteils auch nach ISO 14001 zertifiziert.

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 umfasste unser Matrixzertifikat 49 zertifizierungsfähige Gesellschaften (Gesell schaften mit Personal und über 50 % LANXESS Beteiligung sowie ARLANXEO Gesellschaften) mit insgesamt 81 Standorten in 23 Ländern. Ohne Chemtura entspricht dies - bezogen auf Produktionsstandorte und Landeszentralen - einem Abdeckungsgrad von 98 %. Unter Berücksichtigung des veränderten Konzernportfolios ist der Abdeckungsgrad auf 84 % gesunken. Wir planen, die neuen Standorte über einen Zeithorizont von drei Jahren schrittweise in das LANXESS Managementsystem zu integrieren. Nach Abschluss dieses Integrationsprozesses werden wir unserem Ziel, alle zertifizierungsfähigen Standorte in unserem Matrixzertifikat zu erfassen, wieder sehr nahe gekommen sein.

Seit 2012 haben wir darüber hinaus in Deutschland die LANXESS AG mit allen Konzerngesellschaften sukzessive nach der ISO 50001 für Energiemanagement zertifizieren lassen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 erreichten wir in Deutschland, bezogen auf die Mitarbeiteranzahl, einen Abdeckungsgrad des Energiemanagementsystems von 100 %. Der zugekaufte ehemalige Chemtura-Standort Bergkamen hält ein eigenes Zertifikat. In den Niederlanden müssen Unternehmen im Rahmen eines energiepolitischen Abkommens Energieaudits durchführen und Effizienzmaßnahmen firmenübergreifend umsetzen. Unsere Tochtergesellschaft CANXESS N.V. in Zwijndrecht (Belgien) wurde im Berichtsjahr zertifiziert und in das Matrixzertifikat aufgenommen. In Großbritannien werden durch die Übernahme von Chemtura künftig Energieaudits für alle Standorte erforderlich. Diese müssen bis Ende 2018 durchgeführt sein.

Darüber hinaus verfügt LANXESS über weitere spezifische Managementsysteme bzw. Zertifizierungen, wie beispielsweise EMAS, RC14001 (RC = Responsible Care®), OHSAS 18001 und KTA 1401. Der Status unserer Zertifizierungen ist auf unserer Unternehmenswebsite im Bereich Corporate Responsibility jederzeit einsehbar.

Handlungsleitlinien

Bekenntnis zu internationalen Standards und Rahmenwerken

Der UN Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Sie verfolgt auf der Grundlage von zehn universellen Prinzipien die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Als Unterzeichner erkennen wir diese Prinzipien als unabdingbares Recht an. Unser Bekenntnis zum UN Global Compact haben wir auch für das Berichtsjahr 2017 erneuert.

Der Begriff Responsible Care® steht für den Anspruch der Chemiebranche, Fortschritte bei Sicherheit und Umweltschutz unabhängig von gesetzlichen Vorgaben zu erzielen. Unser Bekenntnis zu den Visionen und dem ethischen Anliegen der Initiative des Weltchemieverbands ICCA haben wir durch die Unterzeichnung der Responsible Care® Global Charter dokumentiert. Mit unseren unternehmenseigenen Leitlinien integrieren wir die Grundsätze der Charter in unsere Leitungsprinzipien und unsere Unternehmensstrategie.

Zu den international anerkannten Grundprinzipien unternehmerischer Tätigkeit, denen wir uns verpflichtet fühlen, zählen auch die Arbeitsnormen der International Labor Organization, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie zielen darauf ab, weltweit anerkannte Sozialstandards durchzusetzen und so die Arbeits- und Lebensbedingungen aller Menschen zu verbessern.

Interne Leitlinien und Regelwerke

Die Prinzipien verantwortlichen Handelns und nachhaltiger Entwicklung finden Ausdruck in unserer Corporate Policy, die in insgesamt elf Leitlinien unser generelles unternehmerisches Selbstverständnis und das von jedem einzelnen Mitarbeiter erwartete Verhalten gegenüber unseren Stakeholdern definiert.

Der konzernweit gültige „Code of Conduct - Kodex für integres und regelkonformes Verhalten bei LANXESS“ verpflichtet alle Mitarbeiter - unabhängig von Organisationseinheiten, Regionen und Hierarchiestufen - zu einem integren und regelkonformen Verhalten. Jeder Einzelne ist aufgefordert, durch richtiges Verhalten dazu beizutragen, Schäden vom Unternehmen abzuwenden und den Wert von LANXESS langfristig zu steigern. Der Kodex umfasst Themen wie Menschenrechte, wettbewerbswidriges Verhalten, Antikorruption, Datenschutz, Arbeits-, Produkt- und Anlagensicherheit sowie Umweltschutz.

Weitere Konzernrichtlinien, wie zum Beispiel die HSE- Richtlinien oder der Zuwendungsleitfaden, konkretisieren die Regelungen zu einzelnen im Verhaltenskodex genannten Compliance- Feldern und sind konzernweit bindende Vorgaben für unsere Mitarbeiter. Eine weitere Konkretisierung, die jeweils auch lokale Anforderungen berücksichtigt, erfolgt auf der Arbeitsebene u. a. durch Anweisungen und Prozessvorgaben unter Berücksichtigung der Vorgaben der LANXESS Konzernrichtlinien. Die gültigen Richtlinien, Anweisungen und Vorgaben sind jedem Mitarbeiter zugänglich. Sie werden zudem regelmäßig über neue und aktualisierte für sie relevante Regelungen informiert.

Auch von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie sich zu unseren Werten und Regeln - insbesondere zum UN Global Compact, zu den ILO-Kernarbeitsnormen sowie zur Achtung und Förderung der Grundrechte von Mitarbeitern - bekennen und Systeme etablieren, um rechtskonformes und verantwortungs volles Verhalten sicherzustellen. Der LANXESS „Supplier Code of Conduct“ ist fester Bestandteil unserer Lieferantenkommunikation. Bei der Auswahl neuer Lieferanten ist es für uns wesentlich, dass diese die darin enthaltenen Grundsätze anerkennen bzw. eigene vergleichbare Regeln und Managementsysteme im Sinne des UN Global Compact etabliert haben. Verantwortliches Handeln in der Lieferkette fördern wir darüber hinaus mit unserem Engagement in der Initiative „Together for Sustainability“, die wir gemeinsam mit 20 anderen global operierenden Chemieunternehmen betreiben (siehe Seite 21).

Werte und Kultur

Die Identität von LANXESS ist geprägt von fünf zentralen Werten: Respekt, Verantwortung, Vertrauen, Professionalität und Integrität. Diese Werte gelten immer und überall - für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir pflegen eine Unternehmenskultur, bei der verantwortliches, moralisch einwandfreies Handeln und Streben nach Leistung sich nicht widersprechen, sondern ergänzen.

Menschenrechte

Im Sinne unserer Werte und Handlungsleitlinien setzen wir uns in allen unseren Märkten und Lieferketten dafür ein, dass Menschen rechte jederzeit geachtet und beispiels weise Kinder- bzw. Zwangsarbeit konsequent verhindert werden. Menschenrechte und ethische Grundsätze gelten für LANXESS uneingeschränkt, auch wenn sie nicht in den landesspezifischen Rechtsordnungen niedergelegt sind. Entsprechend klar ist unser Ziel formuliert: Im Einflussbereich von LANXESS soll es keine Menschenrechts verstöße geben.

Die unmittelbare Verantwortung dafür, dass Menschenrechte jederzeit gewahrt werden, liegt beim jeweiligen Management an unseren Standorten, das von unserer globalen Compliance-Organisation sowie von lokalen Compliance Officern unterstützt wird. Auf Konzernebene sind die Menschenrechte Gegenstand regelmäßiger Bewertungen im Rahmen unseres Risikomanagementsystems. Darüber hinaus werden alle Organisationseinheiten von LANXESS und deren geschäftliche Aktivitäten regelmäßig in internen sowie externen Audits geprüft. Sie umfassen selbstverständlich auch die Beobachtung der Einhaltung von Menschenrechten und - falls notwendig - die Einleitung entsprechender Maßnahmen zur Gewährleistung der Menschenrechte. Im Geschäftsjahr 2017 wurden interne Audits in 50 % unserer Landesorganisationen weltweit durchgeführt.

Unser Verhaltenskodex enthält eindeutige Handlungsanweisungen hinsichtlich der Achtung von Menschenrechten. Der Kodex, den jeder neue Mitarbeiter zusammen mit dem Arbeitsvertrag ausgehändigt bekommt, ist wiederum Bestandteil allgemeiner Schulungsmaßnahmen. Darüber hinaus richten wir Schulungen zu ausgewählten spezifischen Menschenrechtsthemen wie beispiels weise Arbeitssicherheit aus. Bei Verdacht auf Menschenrechtsverstöße stehen unseren Mitarbeitern und externen Dritten mit der sogenannten Integrity Line und dem Compliance Helpdesk verschiedene Anlaufpunkte zur Verfügung, der Compliance-Organisation Hinweise - auch anonym - zu geben. Den ehemaligen Chemtura-Gesellschaften steht vorerst zudem noch die Resource Line zur Verfügung.

Es liegt keine Meldung oder Kenntnis darüber vor, dass bei LANXESS Mitarbeiter systematisch diskriminiert werden. Dies umfasst Rasse, Hautfarbe, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Religion, Behinderung, Gewerkschaftszugehörigkeit oder politische Meinung. In einzelnen Fällen wurden individuelle Verfehlungen von Mitarbeitern in Bezug auf Kollegen oder Dritte gemeldet. Nachgewiesene Verfehlungen werden von uns nicht toleriert und führen zu angemessenen disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Kündigung.

Alle Akquisitionen von Gesellschaften und Gesellschaftsanteilen unterliegen einem sorgfältigen Due-Diligence-Prozess, der auch die Einhaltung von Menschenrechten durch das Zielunternehmen umfasst. Bedeutende Zulieferer von Gütern und Leistungen sind regelmäßig Gegenstand von Lieferantenbeurteilungen im Rahmen der TfS-Audits, die u. a. die Einhaltung von Aspekten unseres „Supplier Code of Conduct“ umfassen. Die Audits beinhalten auch die Prüfung der Einhaltung von Menschenrechten, unter anderem im Hinblick auf Kinder- oder Zwangsarbeit. Uns liegen für das Geschäftsjahr 2017 keine Meldungen oder sonstigen Hinweise über Menschenrechtsverletzungen bei unseren Lieferanten vor. Gleiches gilt für Kinder- oder Zwangsarbeit.

Auch absatzseitig haben wir die erforderlichen Prozesse etabliert, um unserer Verantwortung gerecht zu werden. Hierzu zählen insbesondere unsere Prozesse zur zentralen Produktbeobachtung oder der Trade Compliance, hier vor allem Vorgaben zur Verhinderung von Dual-Use. Auch im Rahmen unserer Portfolioanalyse untersuchen wir systematisch die Wirkungen unserer Produkte auf die Gesellschaft.

Antikorruption

Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact haben wir uns dazu verpflichtet, aktiv gegen alle Arten von Korruption einzutreten. Auch hier lautet unser Ziel: keine Vorfälle. Die Vermeidung von Korruption ist Teil des allgemeinen Compliance-Management - Systems. Organisatorische Maßnahmen und Handlungsvorgaben für die Einrichtung des Compliance-Management-Systems sowie Verantwortlichkeiten für deren Implementierung, Betreuung und fortlaufende Überwachung sind in einer konzernweit gültigen Richtlinie definiert. Die Verantwortung, Korruptionsfällen vorzubeugen, liegt beim jeweiligen Management an unseren Standorten, das auch in dieser Hinsicht von unserer globalen Compliance-Organisation sowie lokalen Country Compliance Officern unterstützt wird.

Eine konzernweit gültige Richtlinie gibt unseren Mitarbeitern klare Orientierung für den Umgang mit Zuwendungen. Unseren Mitarbeitern ist es verboten, direkt oder im Zusammenhang mit dienstlichen Tätigkeiten Mitarbeitern von anderen Unternehmen - insbesondere bei der Anbahnung, Vergabe oder Abwicklung eines Auftrags - persönliche Vorteile anzubieten. Ebenso ist es unseren Mitarbeitern untersagt, derartige Vorteile anzunehmen oder für sich selbst zu fordern. Ausnahmen können bei allgemein üblichen, das heißt symbolhaften und geringwertigen Gelegenheits- oder Werbegeschenken bestehen. Soweit einem Mitarbeiter ein entsprechendes Angebot unterbreitet wird, muss er dies sofort seinem Vorgesetzten oder Mitarbeitern der Compliance-Organisation mitteilen.

Keinem Beamten oder sonstigen Amtsträger im Inland sowie im Ausland darf LANXESS Vorteile jedweder Art gewähren. Bei der Beauftragung von Dienstleistern, die im Auftrag von LANXESS mit Amtsträgern Kontakt haben, ist von den jeweiligen Mitarbeitern Sorge dafür zu tragen, dass das Korruptionsverbot ebenfalls befolgt wird. Grundsätzlich unterstützen wir keine politischen Gruppierungen und Parteien wirtschaftlich. LANXESS wirkt in großen Industrieverbänden mit, die wir als Grundlage unserer Interessenvertretung betrachten. Beiträge und Ausgaben im Bereich politischer Aktivitäten legen wir transparent dar; sie können unter www.lanxess.de, Corporate Responsibility, Stakeholder Dialog jederzeit eingesehen werden.

Spenden bedürfen generell jeweils einer Genehmigung durch ein Mitglied des Vorstands nach vorheriger Konsultation mit der Compliance-Organisation.

Um unsere Mitarbeiter für diese Verhaltensregeln zu sensibilisieren, ist das Thema Korruption regelmäßiger Bestandteil von Compliance-Schulungen. Zudem richten wir spezielle Korruptionsschulungen gezielt auf exponierte Berufsgruppen und Länder aus. Im Berichtsjahr nahmen weltweit insgesamt über 2.000 Mitarbeiter an Compliance-Schulungen teil. Bei Anzeichen von Compliance-Verstößen können sich sowohl unsere Mitarbeiter als auch externe Dritte - wenn gewünscht anonym - über die eingerichteten Meldewege an die Compliance-Organisation wenden.

Die Funktion Corporate Audit überprüft und überwacht die Umsetzung unserer Maßnahmen zur Prävention von Korruption. Dabei verfolgt sie verschiedene Prüfungsansätze und -tiefen:

Risikoeinschätzung zur Korruptionsexposition als Teil der Jahresprüfungsplanung und allgemeine Überwachung des internen Kontrollsystems: 100 % der Geschäftseinheiten
Transaktionsmonitoring zur Einhaltung von Unternehmensregeln mit Einfluss auf die Korruptionsprävention im Standard-SAP-System: mindestens 80 % aller Transaktionen (LANXESS Tochtergesellschaften exklusive Chemtura)

Uns liegen für das Geschäftsjahr 2017 keine Meldungen oder sonstigen Hinweise über Fälle aktiver Korruption durch LANXESS Mitarbeiter vor. Nachweisliche Fälle von Bestechlichkeit von LANXESS Mitarbeitern (passive Korruption) führen zu angemessenen disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Kündigung und zur Prüfung weiterer juristischer Schritte. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichneten wir Fälle passiver Korruption im niedrigen einstelligen Bereich, die keine weiteren bedeutenden Auswirkungen für LANXESS hatten.

MITARBEITERBELANGE

Mitarbeiterengagement als wichtiger Erfolgsbaustein

Engagierte Mitarbeiter sind der Schlüssel zu hoher Unternehmensleistung, erfolgreichem Wandel und schließlich nachhaltigem Unternehmenserfolg. Entsprechend wollen wir künftig ein noch stärkeres Augenmerk darauf legen, das Engagement unserer Mitarbeiter mittels Führungsfähigkeit, Performance Management und angestrebter Unternehmenskultur zu fördern. Die organisatorische Verantwortung für die Themen Führung und Performance Management liegt bei der Abteilung Global Talent Management, die unmittelbar der Leitung des Bereichs Human Resources unterstellt ist. Global Talent Management arbeitet hierbei zudem eng mit der ebenfalls im HR-Bereich angesiedelten Stabsstelle Unternehmenskultur zusammen.

Als wichtigen Indikator für das Engagement unserer Mitarbeiter betrachten wir die Fluktuationsquote auf Basis von Eigenkündigungen. Diese nahm im Berichtsjahr weiter ab und liegt bei 2,34 % (Vorjahr: 2,45 %). In Deutschland betrug die Quote 0,7 % (Vorjahr: 1,03 %).

Die Quote der Mitarbeiter, die unser Unternehmen innerhalb der ersten drei Jahre nach ihrer Einstellung auf eigenen Wunsch wieder verlassen haben, lag im Berichtsjahr weltweit bei durchschnittlich 0,91 %.

Fachkräfte aus den eigenen Reihen entwickeln

Die Ausbildung junger Menschen hat für uns von jeher einen hohen Stellenwert, sowohl um die Zukunft des Unternehmens zu sichern als auch im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Die berufliche Ausbildung ist die Basis unserer Strategie, Fachkräfte für die deutschen Standorte aus den eigenen Reihen zu entwickeln. Zur zentralen Steuerung der Ausbildung haben wir eine Abteilung in Leverkusen etabliert, die im Bereich Career Management angesiedelt ist und indirekt an den Leiter Personalservices Deutschland berichtet. Sie betreut sowohl die naturwissenschaftlichen und technischen als auch die kaufmännischen Auszubildenden sowie unsere dualen Studenten.

Ausbildung bleibt auch in den kommenden Jahren eine wichtige Säule in unserer Personalpolitik. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und unseres stetigen Bedarfs an qualifizierten Nachwuchskräften planen wir, in den kommenden Jahren jeweils ca. 200 Auszubildende einzustellen. Darüber hinaus ist es unser erklärtes Ziel, (mindestens) 80 % unserer Auszubildenden nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu übernehmen. Mit einer Übernahmequote von 80 % (Vorjahr: 81 %) haben wir dieses Ziel im Berichtsjahr erneut erreicht.

Xact: globale Initiative für mehr Sicherheit

Unsere globale Sicherheitsinitiative Xact verfolgt das Ziel, die Sicherheitskultur von LANXESS schrittweise auf ein höheres Niveau zu heben. Beginnend mit dem obersten Management, sollen sich alle Mitarbeiter gemeinsam für die Verbesserung der Sicherheit im Konzern einsetzen. Wir handeln aus der festen Überzeugung heraus, dass jeder Arbeitsunfall vermeidbar ist. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2025 die Unfallzahlen gegenüber 2016 um mehr als die Hälfte zu reduzieren.

Sechs Xact-Sicherheitsregeln, die zentralen Grundsätze sicheren Arbeitens bei LANXESS, sprechen die entscheidenden Punkte an, mit denen jeder Mitarbeiter - ob im Betrieb oder im Büro, unabhängig von Hierarchie und Position - aktiv etwas zu seiner Sicherheit und der seiner Kollegen beitragen kann. Sie sind aus den Xact-„Leitlinien & Prinzipien“ abgeleitet, den weltweit gültigen Leitplanken für die Ausrichtung unserer Sicherheitskultur. 2017 haben wir diese Leitlinien & Prinzipien im Rahmen eines globalen Workshops überarbeitet. Vorbereitend hatte das innerhalb der Group Function Production, Technology, Safety & Environment (PTSE) neu aufgestellte Xact-Team über alle Hierarchieebenen hinweg Interviews mit Mitarbeitern geführt, um ein umfassendes Meinungsbild zur künftigen Ausrichtung der Initiative zu zeichnen.

Im Fokus von Xact werden künftig die Weiterentwicklung einer positiven Sicherheitskultur und eine stärkere Ausrichtung auf verhaltensbasierte Sicherheit stehen. Dies zeigt sich auch in den 2017 durchgeführten Schwerpunktprojekten. So haben wi an unserem chinesischen Standort Liyang zum Beispiel ein Projek ins Leben gerufen, um Arbeitsprozesse zu stabilisieren, Führungsverantwortung zu stärken und eine noch höhere Sensibilisierung der Mitarbeiter für Sicherheitsthemen zu erreichen. Dies geschah in enger Abstimmung mit dem deutschen Schwesterbetrieb in Uerdingen. Den „Welttag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ am 28. April 2017 begingen wir unter dem Motto „Unsere Überzeugung: Jeder Unfall ist vermeidbar“. Weltweit führten wir an unseren Standorten Unterschriftenaktionen und begleitende Aktivitäten durch, um diese Überzeugung zu unseren Mitarbeitern zu tragen.

Generell legen wir bei sicherheitsrelevanten Themen großen Wert auf eine aktive, kontinuierliche Kommunikation. Ein bedeutendes Instrument ist die Pulse-Check-Befragung, die wir jährlich unter allen LANXESS Mitarbeitern durchführen. Sie biete ihnen die Gelegenheit, sich zu äußern, wie sie wichtige Aspekte der Sicherheit bei LANXESS persönlich erleben. Die anonyme Befragung soll unter anderem ermitteln, ob der einzelne Mitarbeiter - wie angestrebt - in die Sicherheitsarbeit eingebunden ist oder positive Rückmeldungen für sicheres Arbeiten bekommt 2017 enthielt die Pulse-Check-Befragung erstmals die Frage, wie viel Verbesserung unsere Mitarbeiter in letzter Zeit beim Thema Sicherheit in ihrem täglichen Arbeitsalltag festgestellt haben. Das erfreuliche Resultat: Gut 90 % der Mitarbeiter erklärten, dass sie positive Veränderungen in ihrem Umfeld erlebt hätten, fast 60 % sogar sehr positive Veränderungen. Wir werten dies als klares Signal, dass wir mit Xact in die richtige Richtung gehen.

Mit Dienstleistern, die für uns unter anderem technische Services erbringen, möchten wir ebenfalls ein verbessertes gemeinsames Verständnis des Arbeitsschutzes erzielen und beziehen sie daher in unsere Sicherheitskultur ein. Dabei agieren wi nach dem Prinzip „selektieren, schulen, begleiten, evaluieren“ So müssen unsere Partner beispielsweise nachweisen, dass sie ein eigenes Sicherheitsmanagement unterhalten und alle für uns tätigen Mitarbeiter bestimmte Sicherheitsschulungen durchlaufen haben. Unabhängig davon führen wir für Mitarbeiter unsere Partnerunternehmen grundsätzlich persönliche Sicherheitsunterweisungen durch.

Ein Indikator für die Bewertung der Arbeitssicherheit be LANXESS ist die Million-Arbeitsstunden-Quote (MAQ).

Die MAQ lag im Jahr 2017 bei 1,7 und damit unter dem Wert von 2,0 im Jahr 2016. Diese positive Entwicklung ist nicht zuletzt auf eine Reihe von Sicherheitsprojekten insbesondere in Deutschland zurückzuführen. wodurch die Zahl der Unfälle mit Ausfalltagen reduziert werden konnte. 2017 ereigneten sich, wie auch in den Vorjahren, keine tödlichen Unfälle.

UMWELTBELANGE

Sichere und nachhaltige Standorte

Nachhaltig zu agieren heißt in der chemischen Industrie mehr denn je, Verantwortung für Produkte und Herstellprozesse zu übernehmen. Weltweit beobachten wir eine Konvergenz von Umwelt- und Produktionsstandards auf hohem Niveau. Ehemals positive Differenzierungsmerkmale im Bereich der Nachhaltigkeit werden schon bald weltweit Grundvoraussetzung sein, um chemische Produkte überhaupt produzieren und vertreiben zu können. Doch wir würden unserem Qualitätsanspruch nicht gerecht, wenn wir uns darauf beschränkten, lediglich Standards zu erfüllen - selbst wenn sie anspruchsvoller sind als in der Vergangenheit. Unser Anspruch lautet vielmehr, unsere Produktion in jeder Hinsicht sicher, nachhaltig und damit langfristig wettbewerbsfähig zu gestalten.

Die Verantwortung dafür liegt bei unserer Group Function PTSE, deren Leiter direkt an Vorstandsmitglied Dr. Hubert Fink berichtet. PTSE entwickelt und pflegt unternehmensweit gültige Standards, die den verantwortungsvollen Umgang mit der Chemie bei LANXESS sicherstellen. Sie definieren Anforderungen und regeln Verantwortlichkeiten für den Gesundheits- und Umweltschutz, die Handhabung von Chemikalien, die Anlagensicherheit sowie die Sicherheitsvorkehrungen an Arbeitsplätzen. Die kontinuierlichen Schulungen unserer Mitarbeiter und die regelmäßigen Überprüfungen unseres Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagements anhand von Audits sollen gewährleisten, dass die Vorgaben systematisch und nachhaltig in unseren Prozessen umgesetzt werden.

Einheitliche Standards in der Produktion

LANXESS betreibt insgesamt 75 Produktionsstandorte und ist in 25 Ländern vertreten (Beteiligungen ≥ 50 % und ARLANXEO Standorte, Stichtag: 31. Dezember 2017). Das vielfältige Produkt-portfolio erfordert den Einsatz zahlreicher unterschiedlicher chemisch-technischer Verfahren. Einheitliche Standards für die Planung, den Bau und den Betrieb von Anlagen gewährleisten ein hohes Niveau der Verfahrens-, Anlagen- und Arbeitssicherheit.

Die Handhabung chemischer Stoffe und die Arbeit mit technischen Anlagen bergen grundsätzlich Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Weltweit ermitteln wir diese Risiken und Gefährdungspotenziale systematisch - sowohl für bestehende Anlagen als auch für neue - und minimieren sie, indem wir festgelegte Vorsorge- und Schutzmaßnahmen implementieren. Die Umsetzung der LANXESS Richtlinien und lokalen Vorschriften für den sicheren Betrieb der Anlagen überprüfen Experten vor Ort anhand gezielter Stichproben in Audits, deren Häufigkeit sich nach dem jeweiligen Risikoprofil richtet. Die Einhaltung der Sicherheitsstandards muss weltweit für jede Anlage regelmäßig über Testate nachgewiesen werden. Im Jahr 2017 sind insgesamt 37 Produktionsanlagen (Vorjahr: 43) im Rahmen sogenannter HSE-Compliance-Checks (Health, Safety, Environment) überprüft worden, 17 (Vorjahr: 17) davon in Deutschland. Das Ergebnis der Überprüfungen zeigte im Berichtsjahr erneut Verbesserungen gegenüber den Vorjahren. Zudem haben wir in 19 von Chemtura bzw. Chemours übernommenen Werken Gap-Analysen durchgeführt, um Unterschiede im Vergleich zu den LANXESS HSEQ-Standards zu ermitteln.

Mithilfe eines elektronischen Meldesystems (Incident Reporting System - IRS) erfassen wir weltweit Unfälle und Ereignisse nach einheitlichen Vorgaben. Dokumentiert werden Personen- und Transportunfälle, Beinaheunfälle, sicherheitsrelevante Ereignisse wie Diebstähle sowie Umwelt- und Schadensereignisse. Jedes Ereignis wird sorgfältig analysiert, um Schlüsse zu ziehen, wie wir vergleichbare Vorkommnisse künftig vermeiden können.

Alle Maßnahmen zahlen auf unser Ziel ein, Ereignisse in Bezug auf unzureichende Anlagen- und Verfahrenssicherheit kontinuierlich zu reduzieren.

Im Berichtsjahr 2017 haben sich einige wenige wesentliche meldepflichtige Vorfälle ereignet. Menschen wurden bei Produktions- und Verfahrensereignissen nicht verletzt.

Globales Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement

Mit einem globalen Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement stellen wir sicher, dass wir Gefährdungen minimieren bzw. vollständig vermeiden. Die Umsetzung relevanter Gefahrgut- bzw. Transportsicherheitsregelungen sowie unternehmensinterner Vorgaben koordinieren, überwachen und überprüfen wir zentral in einer speziell dafür zuständigen Abteilung.

Eine zentrale Klassifizierung unserer Produkte nach internationalen, regionalen und lokalen Gefahrgutvorschriften gewährleistet, dass die jeweiligen Vorgaben einheitlich interpretiert und gleichzeitig regionale bzw. lokale Besonderheiten berücksichtigt werden. Die Klassifizierung bestimmt unter anderem die Art der Umschließung (Verpackungen und Tanks), die Markierung und Kennzeichnung, die erlaubten Verkehrsträger und Transportrouten sowie Maßnahmen, die Einsatzkräfte im Fall eines Transportereignisses ergreifen müssen. Die entsprechenden Klassifizierungsdaten sind im Sicherheitsdatensystem für Chemikalien bei LANXESS hinterlegt. In den vergangenen Jahren haben wir sukzessive immer mehr Länder bzw. Konzerngesellschaften an das System angebunden und diesen Prozess 2017 mit der Integration der indischen Standorte konsequent fortgeführt. Die bislang noch nicht angebundenen Standorte in Argentinien, Australien, Japan und Russland sowie die ehemaligen Chemtura-Standorte wollen wir mittelfristig ebenfalls in das System integrieren.

Im Berichtsjahr wurden bei internen und externen Kontrollen vermehrt Mängel bei der Ladungssicherung von Stückgütern in Frachtcontainern beobachtet. Als unmittelbare Gegenmaßnahme haben wir zahlreiche Schulungen in sämtlichen Regionen initiiert, an denen auch Vertreter externer Verladedienstleister beteiligt waren. Darüber hinaus planen wir für 2018, einen Ladungssicherungsstandard für LANXESS einzuführen.

Die Zahl schwerer Transportereignisse ist bei LANXESS insgesamt rückläufig. Maßnahmen wie Fahrzeugprüfungen, GPS- Tracking, ein Nachtfahrverbot und Fahrerschulungen haben sich in der Praxis bewährt und bringen uns unserem Ziel näher, Transportereignisse kontinuierlich zu reduzieren. Dennoch kam es am 3. November etwa 150 Kilometer von unserem indischen Standort Nagda entfernt zu einem Unfall eines Tanklasters, bei dem fünf Tonnen Toluol freigesetzt wurden. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Lagermanagement

Wir verfügen nach der Übernahme von Chemtura weltweit über rund 480 Lager, die etwa im Verhältnis 50:50 von uns selbst bzw. externen Dienstleistern betrieben werden. Sowohl unsere selbst betriebenen Lager als auch entsprechende externe Dienstleister wählen wir nach den Gesichtspunkten Logistik, Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit aus. Weltweit wenden wir ein einheitliches Lagerkonzept an, das den Anforderungen der gelagerten Stoffe entspricht und die Erfordernisse von Brandschutz sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz erfüllt.

Ökologische Verantwortung

Natürliche Ressourcen zu schonen - beispielsweise durch einen möglichst effizienten Einsatz von Rohstoffen und Energien - und weitere Potenziale zu identifizieren, um Emissionen und Abfälle zu reduzieren, verstehen wir als kontinuierliche Aufgabe im Rahmen unserer ökologischen Verantwortung und Kompetenz. Alle neuen Produktionsstandorte rüsten wir, unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen, nach dem neuesten Stand der Technik, auch in puncto Umweltstandards, aus.

Schonender Umgang mit der Ressource Wasser

Der Zugang zu sauberem Wasser ist nicht nur entscheidend für die Ernährung und Gesundheit einer stetig wachsenden Weltbevölkerung, sondern auch ein bedeutender ökonomischer Einflussfaktor. Im Rahmen der Sustainable Development Goals werden die verschiedenen Facetten des Themas Wasser daher ebenfalls umfassend beleuchtet. Schwerpunkte sind hierbei Abwasserreduzierung, Wassereffizienz sowie Wassermanagement. Der sensible Umgang mit der knappen Ressource ist also zukunftssichernd - insbesondere an Standorten in sogenannten Wasserstressgebieten. In diesen Gebieten bestehen Probleme mit der Verfügbarkeit, der Qualität und/oder dem Zugang zu Wasser.

An unseren Standorten unterliegen alle Abwasser- und Oberflächenwassereinleitungen gesetzlichen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen. Ihnen entsprechen wir sowohl mit technischen (Abwasserbehandlung) als auch mit organisatorischen Maßnahmen (Überwachung). Vor einer Betriebsgenehmigung durch die Behörden werden mögliche wirtschaftliche, soziale und umweltrelevante Einflüsse von Wasserentnahmen auf das Umfeld geprüft. Sie finden an allen LANXESS Standorten unter genehmigten Bedingungen statt.

Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung unseres Wassermanagements hatten wir 2016 eine umfassende Risikoanalyse auf Basis der geografischen Lage unserer Standorte durchgeführt. Neben der Wasserentnahme berücksichtigten wir dabei auch weitere physikalische und regulatorische Indikatoren sowie Reputationsrisiken. Die Analyse der LANXESS Standorte gemäß der „Water Risk Map“ des World Wide Fund for Nature (WWF) zeigt, dass die überwiegende Zahl unserer Standorte außerhalb von Wasserstressgebieten liegt. An den wenigen Standorten innerhalb von Wasserstress gebieten haben wir 2017 jeweils eine individuelle Risikobewertung vorgenommen. Dafür nutzten wir mit dem „Water Risk Filter“ des WWF ein international anerkanntes Instrument als Datenbasis.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wassereinsatz 2017 gestiegen. Dies ist überwiegend auf eine höhere Menge an Prozesswasser zurückzuführen, die durch die neuen Chemtura-Standorte hinzugekommen ist. Demgegenüber konnte die Menge an Kühlwasser, wie bereits im Vorjahr, weiter gesenkt werden. Insgesamt stieg auch 2017 der Wassereinsatz gegenüber den Produktionsmengen unterproportional an, sodass sich der spezifische Wassereinsatz weiter reduziert und damit den positiven Trend der vergangenen Jahre fortsetzt.

Für die Abwassermenge konnte der positive Trend der letzten Jahre nicht fortgesetzt werden. Die Akquisition von Chemtura führte zu einer Erweiterung und Veränderung des Produktportfolios und der Produktionsprozesse. Dies führt sowohl absolut als auch bei der spezifischen Betrachtung je Tonne Produkt zu einem Anstieg der Abwassermenge.

Nachhaltiges Abfallmanagement

Ein konsequentes Stoffstrommanagement vom Rohstoffeinsatz bis zur Produktendfertigung soll gewährleisten, dass wir Ressourcen möglichst effizient nutzen und unsere Abfallmengen so gering wie möglich ausfallen. Wo es nicht möglich ist, Abfälle zu vermeiden, versuchen wir, diese als Sekundärrohstoffe oder Energieträger einzusetzen bzw. zu vermarkten. Um den Anteil von Abfällen, der entsorgt werden muss, möglichst gering zu halten, unternehmen wir vielfältige Anstrengungen, die Ausbeute in unseren Produktionsprozessen kontinuierlich zu verbessern.

Im Vergleich zum Vorjahr ist unsere Gesamtabfallerzeugung deutlich gestiegen. Das ist im Wesentlichen auf die erstmalige Einbeziehung der neuen Chemtura-Produktionsstandorte zurückzuführen. Zu diesem Anstieg trugen insbesondere Abwässer an unserem Standort in El Dorado (USA) bei, die als Abfall deklariert werden mussten. Ohne die Einbeziehung von Chemtura hat sich sowohl unsere absolute als auch unsere spezifische Abfallerzeugung weiter reduziert. Auch die prozentuale Verteilung der Entsorgungswege wird durch die neuen Standorte stark beeinflusst.

Ein anschauliches Beispiel für die kontinuierliche Optimierung unseres Stoffstrommanagements ist der Umgang mit sogenannten Pellets - Kunststoffgranulaten, die an verschiedenen Punkten unserer Wertschöpfungskette unbeabsichtigt in die Meeresumwelt emittiert werden können. Kunststoffpellets zeigen an sich keine chemischen Reaktionen, können aber durch ihre kleine Form und Menge unerwünschte Folgen hervorrufen. Das zentrale Ziel des internationalen Programms Operation Clean Sweep (OCS) der „Society of the Plastics Industry“ ist zu verhindern, dass Kunststoffpartikel in die maritime Umwelt gelangen. Mit unserem Beitritt zu diesem Programm im Jahr 2016 haben wir uns unter anderem verpflichtet, betroffene Mitarbeiter zu schulen, Maßnahmen zur Vermeidung von Pellet-Freisetzungen in unseren Betrieben umzusetzen und fortzuführen sowie unsere Geschäftspartner anzuhalten, ihrerseits aktiv unerwünschte Pellet-Austritte zu vermeiden.

Bereits in den Vorjahren hatte unsere am stärksten betroffene Business Unit High Performance Materials einen Selbstbewertungsprozess entwickelt und eingeführt, um Orte und Umstände möglicher Pellet-Freisetzungen in unseren Betrieben zu identifizieren und entsprechende Gegenmaßnahmen zu definieren. 2017 wurde dieser Prozess auf Betriebe weiterer Business Units ausgeweitet, in denen - wenn auch in geringerem Umfang - eine Freisetzung von Polymerpartikeln möglich ist. Unser Ziel ist, die Anforderungen des OCS-Programms systematisch im Managementsystem von LANXESS zu verankern und flächendeckend umzusetzen.

Systematische Erfassung von Kennzahlen

Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein elektronisches Datenerfassungssystem. Es ermöglicht uns, ein umfassendes Spektrum von „HSE Performance Data“ pro Business Unit und Standort weltweit zu ermitteln, die als valide Datenbasis für strategische Entscheidungen sowie die interne und externe Berichterstattung genutzt werden. Zudem bilden sie die Fortschritte ab, die wir bei unseren global gültigen Nachhaltigkeitszielen (siehe Tabelle Seite 5) erreichen. Grundsätzlich erfolgt die Datenerhebung nur an Produktionsstandorten mit einem Beteiligungsverhältnis von über 50 %. Da ARLANXEO als exakt 50%ige Beteiligung weiterhin vollkonsolidiert in den LANXESS Konzernabschluss einbezogen wird, fließen auch die Umwelt- und Sicherheitsdaten der ARLANXEO Standorte für diesen Zeitraum unverändert in unsere Kennzahlen ein. Daten der übernommenen Chemtura-Standorte sind für den Zeitraum vom 21. April 2017 bis zum Bilanzstichtag berücksichtigt.

Seit 2012 hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unsere HSE-Kennzahlen und die hierzu erforderlichen Datenerhebungsprozesse mit „begrenzter Prüfungssicherheit“ („limited assurance“) geprüft.

Umwelt- und Sicherheitskennzahlen*

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2015 2016 2017
Sicherheit
Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen von LANXESS Mitarbeitern (MAQ1)) 2,2 2,0 1,7
Verkaufte Menge 2) in kt 6.496 6.781 a) 7.145
Energie in PJ (1015 Joule) 3) (G4-EN3) 48,3 48,4 52,2
Direkte Energieträger
nicht erneuerbare 12,2 12,6 14,9
erneuerbare 0 0 0
Indirekte Energieträger
nicht erneuerbare 33,9 33,8 35,3
Weitere direkte Energieträger
aus Biomasse 2,2 2,0 2,0
Wasser in Mio. m 3
Gesamtwasserentnahme (G4-EN8) 278,3 264,6 269,5
Oberflächenwasser 107,0 92,1 82,9
Grundwasser 6,8 6,8 8,8
Regenwasser 0,3 0,4 0,4
Abwasser 1,2 1,0 1,2
Andere Wasserversorger 163,0 164,3 176,2
Menge Kühlwasser an Gesamtwasserentnahme 5) 225,2 212,8 a) 208,6
Menge Prozesswasser an Gesamtwasserentnahme 53,1 51,8 a) 60,9
Luftemissionen in kt
Gesamte Treibhausgasemissionen CO2e (G4-EN15, G4-EN16) 4.641 a) 4.818 a) 5.273
direkt (Scope 1) 6) 1.643 1.741 1.975
indirekt (Scope 2) 7) 2.998 a) 3.077 a) 3.298
Ozon abbauende Stoffe (G4-EN20) 0,00113 0,00182 0,00989
NOX, SOX und andere (G4-EN21)
NOX8) 2,8 2,6 2,7
SO29) 1,0 1,1 1,0
CO 2,2 2,0 2,2
NH3 0,1 0,1 0,1
NMVOC10) 5,4 4,7 4,9
Abwasser in Mio. m 3
Gesamte Abwassereinleitung (G4-EN22) 257,0 245,2 a) 244,4
Kühlwasser (unverschmutzt, ohne Klärung) 5) 225,2 212,8 a) 208,6
Produktionsabwässer (mit Klärung) 31,8 32,4 35,8
Emissionen ins Abwasser (nach Klärung) in kt
Gesamt-Stickstoff 0,51 a) 0,54 0,55
Total Organic Carbon (TOC) 1,5 a) 1,7 a) 1,8
Schwermetalle 11) 0,0059 0,0049 0,0054
Abfall in kt
Gesamtgewicht des Abfalls (G4-EN23) 292,4 299,0 a) 1.293,4
Verbrennung mit energetischer Verwertung 84,0 81,2 75,4
Verbrennung ohne energetische Verwertung 30,3 31,1 27,8
Deponierung 93,4 112,1 128,5
Stoffliche Verwertung 59,7 53,1 60,0
Sonstige Entsorgung 25,0 21,5 a) 1.001,7
Art des Abfalls
gefährlich 188,4 196,7 a) 573,1
nicht gefährlich 104 102,3 720,3

Umwelt- und Sicherheitskennzahlen*

Erläuternde Angaben zu den Umwelt- und Sicherheitskennzahlen

* Die aggregierten Daten beziehen sich auf alle LANXESS Produktionsstandorte, die zu mehr als 50 % zum Konzern gehören.

Vor dem Hintergrund, dass ARLANXEO als exakt 50%ige Beteiligung weiterhin in den LANXESS Konzernabschluss einbezogen und in den Geschäftsjahren 2016 bis 2018 vollkonsolidiert wird, fließen auch die Umweltdaten der ARLANXEO Standorte für diesen Zeitraum unverändert in unsere Kennzahlen ein.

Die durch die Akquisition der Chemtura Corporation hinzugekommenen Produktionsstandorte wurden ab dem 21.04.2017 in den Umweltkennzahlen berücksichtigt.

Für die MAQ wurden alle Ereignisse der Chemtura Corporation ab dem 21.04.2017 berücksichtigt.

2015/2016/2017: Die Zahlen basieren teilweise auf Schätzungen und Hochrechnungen.1) MAQ = Million-Arbeitsstunden-Quote, Anzahl der Unfälle per 1 Mio. Arbeitsstunden ab dem 1. Ausfalltag (ohne Unfalltag), bezogen auf alle Mitarbeiter (inkl. Leiharbeitern) an allen Standorten.

2) Verkaufte Menge eigens erzeugter Waren, die intern an eine andere LANXESS Gesellschaft oder extern verkauft wurden (exklusive Handelsware).

3)Die angegebene Energiemenge wurde unter vereinfachenden Annahmen errechnet und basiert auf typischen Stoffwerten. Nicht enthalten sind andere Formen importierter Energie (z. B. in Rohstoffen enthaltene Energien).

4) Die indirekten Energieträger werden in Form einer Bilanz dargestellt. Dabei wird die Menge verkaufte Energie von der eingekauften Energie abgezogen.

5) Entspricht Durchlaufkühlwasser.

6) Die verwendeten Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe beruhen auf Berechnungen der US EPA (AP-42 des Jahres 1998) sowie den IPCC Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories (2006).

Die Faktoren zur Berechnung der CO2e beruhen, gemäß der Vorgabe des „GHG Protocol A Corporate Reporting Standard (2004 - revised edition)“, auf dem Global Warming Potential (Zeithorizont: 100 Jahre) des Second Assessment Report (SAR 1995) der IPCC.

Alle Scope-1-Treibhausgase sind berechnet als CO2e. Gemäß GHG Protocol werden die CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse separat ausgewiesen und sind nicht in den Scope-1-Emissionen enthalten. Im Berichtszeitraum sind hierbei folgende Emissionen angefallen:

2013: 223 kt CO2,2014: 217 kt CO2,2015: 236 kt CO2,2016: 212 kt CO2,2017: 215 kt CO2.

7) Alle Scope-2-Treibhausgase sind berechnet als CO2e. Die Umrechnungsfaktoren wurden von den Energieerzeugern für 2008 oder 2009 angegeben.

Dort, wo Angaben fehlten, wurden Faktoren aus dem Jahr 2013 der IEA (International Energy Agency) für das Geschäftsjahr 2015, die Faktoren aus dem Jahr 2014 für das Geschäftsjahr 2016 und die Faktoren aus dem Jahr 2015 für das Geschäftsjahr 2017 zugrunde gelegt.

Die dargestellten CO2-Scope-2-Emissionen entsprechen der Berechnungsmethode „Market-based“ des GHG Protocol. Berechnet nach der „Location-based“-Methode ergeben sich für das Jahr 2017 CO2-Scope-2-Emissionen in Höhe von 4.176 kt.

8) Stickoxide (NOX) berechnet als NO2 (ohne N2O; Lachgas).

9) Schwefeldioxid (SO2) + SO3 berechnet als SO2.

10)Summe VOC ohne Methan und Aceton (flüchtige organische Verbindungen).

11)Schwermetalle sind Arsen, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Nickel, Blei, Zinn, Zink.

a) Aufgrund einer Nachmeldung oder Änderung der Berechnungsmethodik wurde der Wert angepasst.

Klimaschutz und Energieeffizienz

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen, das im November 2016 in Kraft trat, hat sich die Weltgemeinschaft dem Ziel verpflichtet, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Level zu begrenzen. Dieses Ziel wird nur dann erreichbar sein, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten radikal reduziert werden. Entsprechend haben sich alle unterzeichnenden Nationen ambitionierte Reduktionsziele gesetzt. So sieht der ebenfalls im November 2016 vorgelegte „Klimaschutzplan 2050“ in Deutschland als Zwischenziel vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 1990 um mindestens 55 % zu senken. Die Industrie soll dazu mit einer Reduktion zwischen 49 % und 51 % beitragen.

Gemeinsam mit zahlreichen anderen europäischen Chemieunternehmen hat sich LANXESS bereits im Vorfeld der Pariser Klimaschutzkonferenz ausdrücklich zum Klimaschutz und zu den damit verbundenen Verpflichtungen bekannt. Seit der Gründung unseres Unternehmens arbeiten wir kontinuierlich daran, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu senken - mit beachtlichem Erfolg: In den letzten zehn Jahren haben wir unsere weltweiten Scope-1-Emissionen mehr als halbiert. Mit unseren Standorten in Deutschland erfüllen wir bereits heute die für das Jahr 2030 gesetzte nationale Einsparvorgabe.

Trotzdem arbeiten wir konzernweit intensiv weiter daran, unsere CO2-Emissionen zu reduzieren. 2016 haben wir uns im Bereich der CO2- und VOC-Emissionen sowie im Bereich des Energieverbrauchs neue langfristige Ziele gesetzt: Bis 2025 wollen wir unsere spezifischen CO2- und VOC-Emissionen um 25 % senken (Basisjahr 2015). Auch der spezifische Energieverbrauch soll bis 2025 um 25 % gesenkt werden.

Eine der bedeutendsten Maßnahmen ist aktuell die Errichtung eines Dampfverbundwerks im Hafen von Antwerpen (Belgien), das wir gemeinsam mit anderen dort ansässigen Chemieunternehmen nutzen werden. Die ersten Rohrleitungen wurden Anfang Februar 2017 gelegt. Nach ihrer für 2018 geplanten Fertigstellung wird uns die mehr als fünf Kilometer lange Pipeline helfen, unsere Energiekosten zu reduzieren und jährlich etwa 10.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen. Über alle teilnehmenden Unternehmen hinweg sollen sogar rund 100.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr entfallen.

In Europa unterliegen 17 Anlagen bzw. Standorte (davon 5 von ARLANXEO) dem europäischen Emissionshandel. Der Handel mit CO2-Emissionsrechten, sogenannten Zertifikaten, soll den Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 kosteneffizient vermindern. Da alle unsere Anlagen, die dem Emissionshandel unterworfen sind, dem Stand der Technik entsprechen und im internationalen Wettbewerb stehen, rechnen wir damit, bis zum Ende der dritten Handelsperiode 2020 ausreichend Zertifikate aus der kostenlosen Zuteilung zu erhalten, um die erwarteten CO2-Emissionen abdecken zu können.

Durch die in 2017 gestiegenen Produktionsmengen sind auch die absoluten Scope-1-Emissionen gestiegen. Dabei trugen die neuen Chemtura-Standorte, verglichen mit den Standorten aus 2016, rund doppelt so stark zum Anstieg bei. Unsere spezifischen Scope-1-Emissionen sind dementsprechend angestiegen.

2017 haben wir erstmals, analog zur Energiebilanz, auch unsere Scope-2-Emissionen einer Bilanzierung unterzogen. Dabei wird der an den Standorten Leverkusen, Uerdingen (Deutschland) und Baytown (USA) aus Prozesswärme gewonnene Dampf (Abhitze) in großen Teilen von der für die Produktion genutzten Dampf mengen abgezogen und auf Basis der Scope-2-Emissionen verrechnet.

Trotz Bilanzierung sind die spezifischen Scope-2-Emissionen im Vergleich zu 2016 leicht gestiegen. Dieser Anstieg geht u. a. auf die erhöhte Produktionsmenge und den damit verbundenen gestiegenen Energiebedarf zurück.

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt beteiligen wir uns an der internationalen Klimaschutzinitiative CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) und übermitteln jährlich Daten und Informationen zum Klimaschutz sowie zur Reduktion von Emissionen. Bei der Auswertung für das Jahr 2017 konnten wir erneut die Bestnote erreichen. LANXESS wird somit weiterhin in der „Climate A List“ des CDP gelistet. Mit der Liste würdigt CDP die Anstrengungen von Unternehmen, Emissionen zu reduzieren, Klimarisiken zu mindern und eine emissionsarme Wirtschaft voranzutreiben. LANXESS gehört als Teil der „Climate A List“ zu den besten 5 % aus mehr als 6.300 Unternehmen, die von der Initiative im Jahr 2017 untersucht wurden. Die guten Ergebnisse bestärken uns darin, unsere Klimaschutzstrategie weiter konsequent umzusetzen.

Weitere Emissionen in die Luft

Die spezifischen VOC-Emissionen konnten im Geschäftsjahr auf einem gleichbleibenden, niedrigen Niveau gehalten werden. Absolut ist ein geringer Anstieg zu verzeichnen, der sich aus der Portfolioveränderung ergibt. Mit Blick auf die Erreichung des 2025er Ziels konnte im Vergleich zum Basisjahr 2015 jedoch sowohl spezifisch als auch absolut eine Verbesserung erzielt werden.

Systematisches Energiemanagement

Eine hohe Energieeffizienz verbessert nicht nur unsere Emissionsbilanz, sondern auch unsere Kostenposition und damit letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS. In Deutschland haben wir ein Energiemanagementsystem nach dem Standard ISO 50001 etabliert. Die Gültigkeit des Zertifikats wurde 2017 erneut bestätigt. Außerhalb Deutschlands verfolgen wir weiterhin unsere Strategie regionaler bzw. lokaler Zertifizierungen.

Mit unseren deutschen Standorten Leverkusen, Krefeld- Uerdingen und Dormagen nehmen wir seit Ende 2017 an der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke teil, die von der Bundesregierung und führenden Industrieverbänden gegründet wurde. Ein Energieeffizienz-Netzwerk besteht aus jeweils 8 bis 15 Unternehmen. Zu Beginn der Netzwerkarbeit ermittelt ein erfahrener Energieberater in jedem Unternehmen Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz. Auf Basis dieser Analyse formuliert jedes Unternehmen ein individuelles Einsparziel und unterlegt dies mit Maßnahmen. Darüber hinaus setzt sich auch das Netzwerk als Ganzes ein Effizienz ziel für die Dauer der Netzwerkarbeit. Ein wichtiges Element der Initiative ist der regelmäßige Erfahrungs- und Ideenaustausch zwischen den teilnehmenden Unternehmen. Die Netzwerke sollen auf nationaler Ebene zu einer Einsparung von 75 Petajoule Primärenergie bzw. der Minderung von 5 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen beitragen. Das Netzwerk @CHEMPARK, in dem sich unsere Standorte engagieren, hat sich mit seinen Partnern zum Ziel gesetzt, einen Beitrag von 100 Gigawatt stunden zu leisten.

An unseren internationalen Standorten unternehmen wir ebenfalls vielfältige Aktivitäten, um unseren Energieverbrauch zu senken. Beispielsweise werden wir am Standort Little Rock (USA) künftig durch einen neuen, automatisierten Großwasserraumkessel pro Jahr etwa 250.000 Kubikmeter Erdgas einsparen. Weitere Schritte zur Reduktion des Energieverbrauchs sind am Standort bereits in Planung, so etwa der Ersatz des veralteten Kühlturms durch einen kleineren, effizienteren Flüssigkühler und die Installation einer bewegungsgesteuerten Beleuchtung im gesamten Werk.

2017 ist ein deutlicher Anstieg unseres absoluten Energieverbrauchs zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf den neu hinzugekommenen Anteil von Chemtura zurückzuführen ist. Trotz der höheren Absatzmengen im Berichtsjahr konnte auch die positive Entwicklung des spezifischen Energieeinsatzes aus den vergangenen Jahren nicht fortgeschrieben werden. Bezogen auf die aktuelle Zielsetzung bis 2025 konnte ein Fortschritt verzeichnet werden.

Nachhaltige Logistik

Unsere Transportlösungen wählen wir weltweit individuell nach den Prinzipien Sicherheit, Pünktlichkeit und Kosteneffizienz aus. Dabei betrachten wir auch die aus den Transporten resultierenden CO2-Emissionen. Besonderes Augenmerk legen wir darauf, den Einsatz von Schiffen weiter auszubauen. Zudem nutzen wir zur Abwicklung unserer Transporte zunehmend Angebote des vergleichsweise emissionsarmen Kombinierten Verkehrs, bei dem der überwiegende Teil der zurückgelegten Strecke per Eisenbahn, Binnen- oder Seeschiff bewältigt und der Vor- bzw. Nachlauf auf der Straße dadurch so kurz wie möglich gehalten wird. Insbesondere in Europa besteht eine gute Infrastruktur für derartige Transporte. Durch den vermehrten Einsatz der Schiene ist der Kombinierte Verkehr aber selbst für Langstreckenverbindungen nach China eine Option.

STABILITÄT IN DER BESCHAFFUNG

Rohstoffe, Materialien, Anlagen und Dienstleistungen unterliegen bei LANXESS weltweit einheitlichen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz. Ihre Beschaffung wird von der Group Function Global Procurement & Logistics (GPL) verantwortet, deren Leiter direkt an Vorstandsmitglied Dr. Hubert Fink berichtet. GPL organisiert in enger Abstimmung mit unseren Business Units die konzernweite Beschaffung, legt entsprechende Richtlinien fest und initiiert Maßnahmen zur Förderung von Einkaufssynergien und nachhaltigem Handeln unserer Lieferanten.

Im Berichtsjahr wurden Beschaffungsvorgänge mit rund 18.000 Lieferanten abgewickelt. Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Standardisierte Abläufe im Kontext der Beschaffung haben wir zudem in einer Prozessbeschreibung genauer spezifiziert. Basierend auf den Grundsätzen von UN Global Compact, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Responsible Care® und anderen CSR-Kodizes erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen halten, zum Schutz von Umwelt, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie hinsichtlich der Arbeits- und Einstellungspraktiken. Diese Anforderungen unseres „Supplier Code of Conduct“ sind ein wesentliches Kriterium bei unserer Lieferantenauswahl und -bewertung.

Insbesondere Rohstoffe werden streng überwacht, um eine sichere Verarbeitung in unseren Produktionsbetrieben zu gewährleisten. So ist die Vorlage eines aktuellen Sicherheitsdatenblatts durch den Lieferanten zwingende Voraussetzung für die Beschaffung jeden Rohstoffs. Bei Rohstofflieferungen nicht europäischer Lieferanten klärt unser Einkauf, welche Verpflichtungen im Rahmen der REACH-Verordnung zu erfüllen sind. In engem Dialog mit den jeweiligen Herstellern bzw. Importeuren wirken wir aktiv darauf hin, dass von LANXESS bezogene Stoffe, die bisher noch nicht registriert sind, angemeldet werden.

Als Gründungsmitglied der Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) ist es unser Ziel, Nachhaltigkeit zu fördern, die Transparenz in unserer gesamten Lieferkette zu erhöhen und somit Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren. Die von 20 international operierenden Chemieunternehmen mit einem kumulierten Einkaufsvolumen von mehr als 220 Mrd. € getragene Initiative hat das Ziel, ein globales Auditierungsprogramm umzusetzen und weiterzuentwickeln, um so die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette der Chemieindustrie zu bewerten und fortlaufend zu verbessern. Hierbei stehen die Themen Menschenrechte, Vermeidung von Kinderarbeit, Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie Geschäftsethik im Vordergrund.

Da die Bewertungsergebnisse und Auditreports innerhalb der Initiative geteilt werden, stand uns Ende 2017 erneut eine deutlich gestiegene Anzahl von Nachhaltigkeitsbewertungen (mehr als 8.000) und Auditreports (rund 900) zur Verfügung. Lieferanten, deren Nachhaltigkeitsaktivitäten im Rahmen von TfS bewertet wurden, repräsentieren derzeit 70 % (Vorjahr: 60 %) unseres relevanten Beschaffungsvolumens. Zum relevanten Beschaffungsvolumen zählen wir alle Lieferanten, von denen wir jährlich Waren oder Dienstleistungen im Wert von mehr als 20.000 € beziehen. Wir streben an, den Anteil des von TfS-auditierten Lieferanten bezogenen Beschaffungsvolumens weiter kontinuierlich zu steigern.

Wie jedes andere TfS-Mitglied ist auch LANXESS zur aktiven Mitarbeit im Rahmen der Initiative verpflichtet. Entsprechend haben wir im Berichtsjahr erneut aktiv dazu beigetragen, die Anzahl der auditierten Lieferanten zu erhöhen. GPL hat in allen wichtigen Beschaffungsmärkten gezielt das Lieferantenportfolio weiter überprüft, wobei für die strategischen Einkäufer Zielvorgaben zur Sicherung der nachhaltigen Lieferkette gemacht wurden. Im Ergebnis konnten wir die TfS-interne Vorgabe, 2017 insgesamt 22 Audits durchzuführen, mit mehr als 50 Audits deutlich übertreffen. Ebenso erfreulich ist, dass unsere Lieferanten mit einer Nachhaltigkeitsbewertung im Ergebnis deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen. Zudem konnten wir bei Re-Audits von Lieferanten durch gemeinsame Anstrengungen in fast 70 % der Fälle eine Verbesserung gegenüber dem vorherigen Ergebnis erreichen.

Für das Jahr 2018 planen wir eine vertiefende, flächendeckende Schulungskampagne für unsere Einkäufer. Damit verbunden ist zum einen das Ziel, die durch die jüngsten Akquisitionen gewachsene Einkaufsorganisation generell noch einmal bezüglich des Themas Nachhaltigkeit zu schulen. Zum anderen sollen aber auch Schwerpunkte in den Bereichen Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und Unterstützung von Lieferanten bei der Verbesserung ihrer Bewertungsergebnisse gesetzt werden.

VERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS ÜBER EINE BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE PRÜFUNG ZUR ERLANGUNG BEGRENZTER SICHERHEIT DER NICHTFINANZIELLEN BERICHTERSTATTUNG

An die LANXESS AG, Köln

Wir haben den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach § 315b Abs. 3 HGB der LANXESS AG, Köln, (im Folgenden die „Gesellschaft“) für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 (im Folgenden der „nichtfinanzielle Bericht“) einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Unabhängigkeit und Qualitätssicherung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten.

Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen - insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP/vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards 1 „Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis“ (IDW QS 1) - an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die Angaben in dem nichtfinanziellen Bericht abzugeben.

Nicht Gegenstand unseres Auftrages ist die Beurteilung von externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, auf die im nichtfinanziellen Bericht verwiesen wird.

Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): „Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information“, herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nicht finanzielle Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u. a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung von Stakeholdern
Befragung des Managements und relevanter Mitarbeiter, die in die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem sowie über Angaben im nichtfinanziellen Bericht
Identifikation wahrscheinlicher Risiken wesentlicher falscher Angaben in dem nichtfinanziellen Bericht
Analytische Beurteilung von Angaben des nichtfinanziellen Berichts
Abgleich von Angaben mit den entsprechenden Daten im Konzernabschluss und Konzernlagebericht
Beurteilung der Darstellung der Angaben

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Verwendungszweck des Vermerks

Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der Gesellschaft geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt. Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-) Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung.

München, den 2. März 2018

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Hendrik Fink, Wirtschaftsprüfer

ppa. Juliane v. Clausbruch

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Veröffentlichungsdatum:

15. März 2018

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