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LANXESS AG Annual Report 2016

May 3, 2017

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Annual Report

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LANXESS Aktiengesellschaft Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 und zusammengefasster Lagebericht von LANXESS Konzern und LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2016

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT VON LANXESS KONZERN UND LANXESS AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Rechtliche Struktur

Die LANXESS AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und hat im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding. Ihr ist die LANXESS Deutschland GmbH als 100 %ige Tochter untergeordnet. Dieser unterstehen die in- und ausländischen Beteiligungen.

An folgenden wesentlichen Gesellschaften ist die LANXESS AG mittel- oder unmittelbar zu 100% beteiligt:

Name und Sitz Funktion Segmente
LANXESS Deutschland GmbH, Köln (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates / Performance Chemicals / High Performance Materials
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates / Performance Chemicals / High Performance Materials
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates / Performance Chemicals / High Performance Materials
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates High Performance Materials
LANXESS Chemicals S.L., Barcelona (Spanien) Holdinggesellschaft Advanced Intermediates / Performance Chemicals / High Performance Materials
Saltigo GmbH, Leverkusen (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates

Im Rahmen der mit Saudi Aramco gebildeten strategischen Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken, die im Abschnitt „Geschäftsorganisation und Konzernportfolio" dieses Lageberichts erläutert wird, ist die LANXESS AG zu 50 % an der ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande), beteiligt. Dieser Tochtergesellschaft sind die folgenden wesentlichen Beteiligungen zu 100 % zugeordnet:

Name und Sitz Funktion Segment
ARLANXEO Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) Produktion und Vertrieb ARLANXEO
ARLANXEO Elastomères France S.A.S., Lillebonne (Frankreich) Produktion und Vertrieb ARLANXEO
ARLANXEO Netherlands B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) Produktion und Vertrieb ARLANXEO
ARLANXEO Brasil S.A., Rio de Janeiro (Brasilien) Produktion und Vertrieb ARLANXEO
ARLANXEO Canada Inc., Sarnia (Kanada) Produktion und Vertrieb ARLANXEO
ARLANXEO Switzerland S.A., Granges-Paccot (Schweiz) Vertrieb ARLANXEO

Organisation der Leitung und Kontrolle

Die LANXESS AG besitzt eine duale Führungsstruktur. Sie besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Den Aufsichtsrat unterstützt ein Prüfungsausschuss für Finanzthemen, der aus seinen Reihen besetzt wird. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds. Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen in der Corporate-Governance-Berichterstattung.

Geschäftstätigkeit

Geschäftsorganisation und Konzernportfolio

Im Rahmen der Neuausrichtung durch das Programm „Let's LANXESS again" hat LANXESS mit der Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), eine strategische Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken unter dem Namen ARLANXEO gegründet, an der beide Partner zu jeweils 50 % beteiligt sind. Saudi Aramco hat auf Basis einer vorläufigen Kaufpreisermittlung für seinen Anteil nach Abzug von Schulden und anderen finanziellen Verbindlichkeiten eine Zahlung in Form einer Bareinlage von 1,2 Mrd. € geleistet. Die Transaktion wurde am 1. April 2016 wirtschaftlich abgeschlossen. Der Geschäftsbereich wird weiterhin in den LANXESS Konzernabschluss einbezogen und in den ersten drei Jahren vollkonsolidiert, da die Möglichkeit besteht, die Finanz- und Geschäftspolitik in entscheidenden Punkten zu bestimmen. In diesem Zusammenhang ergaben sich Neugründungen von Gesellschaften sowie Umfirmierungen bestehender Gesellschaften, die in den Geschäftsbereich ARLANXEO eingebracht wurden. Einzelheiten zum Konsolidierungskreis finden sich im Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016.

Infolge der zuvor beschriebenen Transaktion haben sich auch unsere Konzernstrukturen verändert: Das in den Business Units Tire & Specialty Rubbers und High Performance Elastomers gebündelte und bislang im Segment Performance Polymers enthaltene Geschäft mit synthetischen Kautschuken wird seitdem als Segment ARLANXEO berichtet, während die ebenfalls bislang im Segment Performance Polymers enthaltene Business Unit High Performance Materials ein eigenes Segment darstellt. LANXESS berichtet seitdem über die folgenden vier Segmente, in denen unverändert insgesamt zehn Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung betreiben: Advanced Intermediates, Performance Chemicals, High Performance Materials und ARLANXEO. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst.

Group Functions unterstützen unsere Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zur globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Am 31. August 2016 haben wir die Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions-und Hygienelösungen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemours vollzogen. Der Geschäftsbereich mit weltweit rund 170 Mitarbeitern hat drei Produktionsstandorte, in Memphis und North Kingstown (USA) sowie Sudbury (Großbritannien), und wurde in die Business Unit Material Protection Products des Segments Performance Chemicals eingegliedert. Der erwartete jährliche EBITDA-Beitrag liegt bei etwa 20 Mio. €. Darüber hinaus sollen durch Wachstum und Synergieeffekte schrittweise bis zum Jahr 2020 weitere rund 10 Mio. € generiert werden. Im Jahr 2015 erwirtschaftete der erworbene Geschäftsbereich einen Umsatz von rund 100 Mio. €, etwa die Hälfte davon in Nordamerika. Der vorläufige Kaufpreis von rund 200 Mio. € wurde aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert. Mit dieser Übernahme haben wir den ersten Zukauf im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung getätigt. In diesem Zusammenhang erwarb LANXESS sämtliche Anteile an der Antec International Ltd., Sudbury (Großbritannien), der International Dioxcide Inc., North Kingstown (USA), und der Chemours Jersey Ltd., St Helier (Jersey).

LANXESS bereitet sich außerdem auf die Akquisition des US-amerikanischen Unternehmens Chemtura vor, eines der großen, global tätigen Anbieter von hochwertigen Flammschutz- und Schmierstoff-Additiven. Mit dieser größten Akquisition in seiner Geschichte baut LANXESS sein eigenes Additiv-Portfolio deutlich aus und wird in diesem Wachstumsmarkt zu einem der größten Akteure weltweit. Neben den Additiven zählen auch die Geschäftsbereiche Urethane und Organometalle zum Portfolio von Chemtura. Laut den von Chemtura im Rahmen der Berichterstattung zum 31. Dezember 2016 veröffentlichten Zahlen erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. €, davon 43 % in Nordamerika. Das von Chemtura berichtete bereinigte EBITDA lag hiernach bei etwa 255 Mio. €. Der Unternehmenswert (inklusive Nettofinanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen) beträgt rund 2,4 Mrd. €. Beide Unternehmen haben eine Vereinbarung für die Übernahme unterzeichnet. Sie sieht vor, dass die Chemtura-Aktionäre 33,50 US-Dollar je ausstehender Aktie in bar erhalten. Dies entspricht einem voraussichtlichen Kaufpreis von rund 1,9 Mrd. €, den LANXESS im Wesentlichen über bereits begebene Unternehmensanleihen sowie aus bestehenden liquiden Mitteln finanzieren wird. Die Chemtura-Aktionäre haben der Übernahme in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Februar 2017 mit großer Mehrheit zugestimmt. Vorbehaltlich der Zustimmung einzelner Kartellbehörden sowie weiterer für eine derartige Transaktion üblicher Bedingungen wird die Akquisition voraussichtlich zur Mitte des Geschäftsjahres 2017 vollzogen.

Im Rahmen der Optimierung unserer Anlagennetzwerke für Kautschuke haben wir die Produktion von Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk am Standort Marl (Deutschland) zum Ende des ersten Quartals 2016 beendet. Im EPDM-Kautschuk-Produktionsnetzwerk von LANXESS war diese Anlage aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Kapazität sowie der im Vergleich höheren Energie- und Rohstoffkosten nicht mehr wettbewerbsfähig.

Kurzdarstellung der Segmente

Mit seinen Geschäften, die im Segment Advanced Intermediates zusammengefasst sind, gehört LANXESS zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Gebiet chemischer Zwischenprodukte für die Industrie sowie der Herstellung chemischer Vorprodukte und spezieller chemischer Wirkstoffe im Kundenauftrag. Im Segment Performance Chemicals fassen wir unsere anwendungsorientierten Geschäfte auf dem Gebiet der Prozess- und Funktionschemikalien zusammen. Im Segment High Performance Materials bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet technischer Kunststoffe. Im Segment ARLANXEO bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet synthetischer Kautschuke.

Strategische Ausrichtung

Trotz ihres vergleichsweise hohen Reifegrads ist die Chemieindustrie nach wie vor eine wachsende Branche. Weltweit erreicht sie Zuwachsraten, die teilweise deutlich über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum liegen. An diesem Wachstum teilzuhaben erfordert insbesondere von Unternehmen mit europäischen Wurzeln ein hohes Maß an Wandlungsfähigkeit und -bereitschaft, denn die chemische Industrie befindet sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess.# Angesichts des enormen wissenschaftlichen Fortschritts und der hohen Kosten für die Registrierung neuer Substanzen bestehen heute nur noch geringe Chancen, kommerziell relevante neue chemische Verbindungen auf den Markt zu bringen.

Die Herausforderung für die meisten Chemieunternehmen lautet nun, bestehende und neue Anwendungsfelder mit nachhaltigen, auf bekannten Verbindungen basierenden Produkten zu bedienen, sowie globale Prozesse und Lieferketten nachhaltig, effizient, sicher und fair zu gestalten. Zudem verändert sich auch das Wettbewerbsumfeld in der chemischen Industrie.

Auf der Anbieterseite, und dort vor allem im Massengeschäft, verschieben sich die Kräfteverhältnisse: Produzenten aus den Schwellenländern, dem Nahen Osten und auch den USA mit guten Zugriffsmöglichkeiten auf günstige Rohstoffe und Energie erweitern ihre Wertschöpfungsketten und drängen mit preislich wie qualitativ wettbewerbsfähigen Produkten auf die globalen Märkte. Auf der Absatzseite werden ehemals klassische Importeure wie China zu Selbstversorgem. Hier ist in den vergangenen Jahren eine eigene moderne Produktionsinfrastruktur entstanden, auch für höherwertige Produkte.

Neben diesen Verschiebungen erwachsen bedeutende Unsicherheiten und Risiken, sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite, auch aus der zunehmenden politischen Instabilität wichtiger Wachstumsmärkte. Darüber hinaus wird die Digitalisierung die Prozesse, Arbeitsbedingungen und Wertschöpfungsketten in der chemischen Industrie in den kommenden Jahren verändern. Die Qualität eines Unternehmens zeigt sich unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen darin, eine zukunftsfähige Strategie zu formulieren und konsequent umzusetzen, die

  • Wandel aktiv gestaltet,
  • in einem zunehmend unsicheren Umfeld Stabilität schafft und
  • die Interessen und Bedürfnisse aller Stakeholder bestmöglich ausbalanciert.

Neuausrichtung deutlich vorangekommen

Die Voraussetzungen für eine solche Strategie haben wir mit unserem 2014 eingeleiteten dreistufigen Programm „Let's LANXESS again" zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns geschaffen. Eine neue, effizientere Organisationsstruktur sowie umfassende Optimierungen der Geschäfts- und Verwaltungsstrukturen in unseren Business Units und Group Functions haben nicht nur unsere Markt- und Kundennähe, sondern auch unsere Kostenposition nachhaltig um rund 150 Mio. € verbessert. Mit Saudi Aramco haben wir einen starken Partner für unser Geschäft mit synthetischen Kautschuken gefunden und das neue gemeinsame Unternehmen ARLANXEO im April 2016 erfolgreich operativ an den Start gebracht. Weiterhin haben wir im Rahmen unserer Initiative zur Optimierung von Produktion, Vertrieb und Lieferketten zahlreiche Maßnahmen angestoßen und teilweise bereits abgeschlossen, mit denen wir bis Ende 2019 jährlich weitere rund 150 Mio. € einsparen wollen. Wie bereits bei der Optimierung unserer Geschäfts- und Verwaltungsstrukturen kommen wir hier sogar schneller voran; so konnten wir einige Maßnahmen von 2017 auf 2016 vorziehen und damit verbundene Einsparungen früher als erwartet realisieren.

LANXESS stabiler und mit stärkerem Cashflow

LANXESS soll ein noch stabilerer Spezialchemie-Konzern mit stärkerem Cashflow und einem noch ausgewogeneren Portfolio werden. Dabei bauen wir insbesondere auf unsere Stärken in mittelgroßen Märkten und einzelnen Nischenmärkten. Ein wichtiges Element unserer Strategie ist es, die wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Branchen oder stark korrelierenden Märkten zu verringem. Auch in regionaler Hinsicht wollen wir unser Portfolio noch besser ausbalancieren, indem wir den Anteil der Wachstumsmärkte China, Nordamerika und Südostasien an unserem Geschäft erhöhen.

Mit dem Start von ARLANXEO haben wir damit begonnen, den Einfluss der Reifenindustrie auf unser Geschäft einzugrenzen. Die Ende August 2016 abgeschlossene Akquisition der Spezialitätensparte für Desinfektions- und Hygienelösungen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemours stärkt das Portfolio und die regionale Position unserer Business Unit Material Protection Products insbesondere in Nordamerika. Mit der angestrebten Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Chemtura, einem der großen globalen Anbieter hochwertiger Flammschutz- und Schmierstoff-Additive, würden wir ferner unser eigenes Additiv-Portfolio deutlich ausbauen und in diesem Wachstumsmarkt zu einem der großen Akteure weltweit avancieren. Wir sind zuversichtlich, die Übernahme von Chemtura bis zur Mitte des Geschäftsjahres 2017 abzuschließen.

Um die Aufstellung unserer bestehenden Geschäfte weiter zu verbessern und künftige Wachstumspotenziale auszuschöpfen, wollen wir, wie in 2015 beschlossen, bis zu 400 Mio. € in unser organisches Wachstum bis 2020 investieren. Der Großteil unseres Investitionsbudgets wird sich auf Erweiterungsmaßnahmen fokussieren und sich auf die Segmente Advanced Intermediates, Performance Chemicals und High Performance Materials verteilen. Alle Investitionen erfolgen, wie auch künftige strategische Maßnahmen, unter der strikten Maßgabe einer konservativen, an klaren Maßstäben ausgerichteten Finanzpolitik, in deren Fokus unsere zentrale Steuerungsgröße EBITDA vor Sondereinflüssen und der Erhalt unseres Investment-Grade-Ratings stehen.

WERTMANAGEMENT UND STEUERUNGSSYSTEM

Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, benötigen wir Kennzahlen, anhand derer wir die Ergebnisse unserer Maßnahmen messen können. Unser bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator und damit die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns ist das EBITDA (Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) vor Sondereinflüssen. Weitere finanzielle Leistungsindikatoren wie Return an Capital Employed (ROCE), Umschlagdauer der Vorräte (DSI) oder die Net Financial Debt Ratio betrachten wir als unternehmensspezifische Frühindikatoren bzw. Kennzahlen zur Überwachung.

Wertmanagement und Steuerungssystem

2012 2013 2014 2015 2016
EBITDA vor Sondereinflüssen 1.223 735 808 885 995
Mio. €
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 13,4 8,9 10,1 11,2 12,9
%
Capital Employed 5.442 4.969 5.093 5.043 7.479
Mio. €
ROCE % 15,6 5,8 7,9 8,4 6,9
Umschlagdauer Vorräte (DSI) 64,7 58,0 65,4 67,2 67,2
Tage
Forderungslaufzeit Debitoren (DSO) 47,4 47,8 48,0 47,6 51,1
Tage
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.483 1.731 1.336 1.211 2.394
Mio. €
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 1.483 1.731 1.336 1.211 269
Mio. €
Net Financial Debt Ratio 1,2x 2,4x 1,7x 1,4x 0,3x
Investitionsquote % 7,7 7,5 7,7 5,5 5,7

Unser Erfolg spiegelt sich im Wesentlichen in der Ertragskraft wider. Entsprechend ist unser Steuerungssystem konsequent auf die Steuerung der Ertragskraft ausgerichtet.

Ertragskraft

Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente ist das EBITDA vor Sondereinflüssen. Es errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die aufgrund ihrer Art oder ihres Ausmaßes einen besonderen Einfluss auf die Ertragslage haben und deren Einbeziehung bei der Beurteilung der Geschäftsentwicklung über mehrere Berichtsperioden jedoch nicht geeignet erscheint. Zu den Sondereinflüssen können außerplanmäßige Abschreibungen, Wertaufholungen oder Ergebnisse aus der Veräußerung von Anlagevermögen, bestimmte IT-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen sowie Ergebnisbelastungen aus Portfolio-aktivitäten oder Kaufpreisallokationen zählen. Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter Anwendung der Bruttomethode abgegrenzt. In diesem Zusammenhang werden über die Bruttoabschreibungen hinaus bei der Ermittlung des EBITDA vor Sondereinflüssen keine weiteren Bereinigungen vorgenommen.

Jede operative Entscheidung oder Leistung wird kurz- und langfristig daran gemessen, wie nachhaltig sie das EBITDA vor Sondereinflüssen beeinflusst. Im Rahmen des jährlichen Budget- und Planungsprozesses werden Zielvorgaben für diese Messgröße des Unternehmenserfolgs ermittelt, die bei der Bemessung der variablen Einkommenskomponenten der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Reine Erlösgrößen wie zum Beispiel die Umsatzerlöse sind keine Steuerungsgrößen unseres Konzerns, da sie keine unmittelbaren Aussagen zur Ertragskraft erlauben. Volatile Einstandspreise für Rohstoffe sind ein wesentliches Kennzeichen unserer Industrie. Unterjährig schwankende Rohstoffpreise wirken sich auf Verkaufspreise aus. Dies beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse, lässt jedoch die für die Ertragskraft entscheidenden absoluten Margen, abgesehen von kurzfristigen Anpassungseffekten, grundsätzlich unberührt. Eine Zielformulierung für Umsatzwerte unterbleibt daher sowohl in der kurz- als auch in der mittelfristigen Perspektive.

Die Ergebnismargen errechnen sich aus dem Verhältnis der jeweiligen Ergebnisgrößen zum Umsatz. Beispielsweise wird die EBITDA-Marge (vor Sondereinflüssen) aus der Relation des EBITDA (vor Sondereinflüssen) zum Umsatz ermittelt und dient als relative Kennzahl zum Vergleich der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente.

Unternehmensspezifische Frühindikatoren

Frühindikatoren dienen dazu, wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen einzuleiten. Unser jährlicher Budget- und Planungsprozess liefert Eckwerte der Ertragskraft sowie der Innenfinanzierung des Konzerns als Basis für die Unternehmensführung. Diese Informationen werden unter anderem bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen verwendet.# Strategische Steuerung und Risikomanagement

Um sicherzustellen, dass veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen in den Steuerungsentscheidungen zeitnah verarbeitet werden, erstellen wir zweimal im Geschäftsjahr operative Erwartungsrechnungen, sogenannte Forecasts, um das jahresbezogene Budget und die darauf basierenden Eckwerte der Konzernsteuerung zu aktualisieren. Darüber hinaus werden für die Eckwerte der Ertragskraft regelmäßig Erwartungsrechnungen erstellt.

Für Budget und Forecast werden bestimmte Parameter zentral vorgegeben und einheitlich verwendet, da sie großen Einfluss auf die Ausprägung der Eckwerte haben. Eine wesentliche Rolle kommt strategischen Rohstoffen zu. Die Entwicklung der Beschaffungspreise hat vor dem Hintergrund der zeitnahen Anpassung der Verkaufspreise einen hohen Stellenwert. Auch die im Zeitablauf regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Rohstoffen kann Bedeutung erlangen. Aufgrund unserer regional diversifizierten Produktionsstätten und Absatzmärkte beeinflusst ferner der Verlauf der Wechselkurse die aus der Umsatz- und Kostenentwicklung resultierende Ertragskraft, mit entsprechender Rückwirkung auf Preisgestaltung und Absicherungsstrategien. Zudem ziehen wir laufend aktualisierte Wachstumsprognosen von Kundenindustrien und Absatzregionen heran, um Absatz- bzw. Investitionsentscheidungen vorzubereiten und zu prüfen.

Rentabilität

Der Return an Capital Employed (ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Dies macht ihn beispielsweise zu einem wichtigen Kriterium bei Investitionsentscheidungen.

ROCE = EBIT vor Sondereinflüssen / Capital Employed

Capital Employed = Bilanzsumme ./. Aktive latente Steuern ./. Zinsfreie Verbindlichkeiten

Die zinsfreien Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus den Rückstellungen ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, den Ertragsteuerschulden, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten.

Wir nutzen daneben eine vereinfachte Variante des ROCE, den sogenannten Business-ROCE, um den Beitrag unserer Geschäftseinheiten zu beurteilen.

Kapitalkosten

Die Fremdkapitalkosten errechnen sich aus dem sogenannten risikolosen Zins, d. h. in unserem Fall aus der Rendite einer langfristigen deutschen Staatsanleihe, zuzüglich eines Risikoaufschlags für Industrieunternehmen in der gleichen Risikokategorie wie LANXESS. Die Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartungen der Investoren an eine Investition in LANXESS Aktien wider. Aufgrund des höheren Risikos, das mit dem Aktienerwerb gegenüber risikolosen Staatsanleihen verbunden ist, fordern Eigenkapitalinvestoren eine Risikoprämie. Diese sogenannte Marktrisikoprämie wird aus der langfristigen Überrendite eines Aktieninvestments gegenüber einer Investition in risikolose Staatsanleihen ermittelt und durch den Beta-Faktor korrigiert. Er drückt das relative Risiko eines Investments in die LANXESS Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt aus.

Der ROCE lag im Geschäftsjahr 2016 mit 6,9 % leicht oberhalb unseres vergleichsrichtig ermittelten gewichteten Kapitalkostensatzes. Im Vorjahr hatte der ROCE 8,4 % betragen. Der ROCE des Geschäftsjahres ist vor dem Hintergrund der geplanten Akquisition von Chemtura und der damit verbundenen Vorhaltung entsprechender Finanzmittel negativ beeinflusst.

Kapitalverwendung

Um unser Nettoumlaufvermögen auf operativer Ebene zu optimieren, nutzen wir die Kennzahlen DSO (Forderungslaufzeit bzw. Days of Sales Outstanding) und DSI (Umschlagdauer der Vorräte bzw. Days of Sales in Inventory). Sie zeigen den Forderungs- bzw. Vorratsbestand im Verhältnis zum Umsatz des vergangenen Quartals. Im Berichtsjahr wurde die Kennzahl DSI anstelle der zuvor eingesetzten Kennzahl DIO (Lagerreichweite bzw. Days of Inventory Outstanding) eingesetzt. Letztere verwendete die Kosten der Herstellung anstelle des Umsatzes. Die Umstellung auf DSI erfolgte, da die Umsatzerlöse eine an den Stichtagen vergleichsrichtigere Ermittlung der Kennzahl ermöglichen als die Kosten der Herstellung, die auch von vorratsbezogenen Bewertungseffekten beeinflusst sein können.

Im Geschäftsjahr 2016 lag der Wert für DSI bei 67,2 Tagen (Vorjahr: 67,2 Tage) und der DSO bei 51,1 Tagen (Vorjahr: 47,6 Tage). Hierbei vergleicht sich der Forderungsbestand der Berichtsperiode gegen eine niedrige Vorjahresbasis.

Unsere Investitionen in Sachanlagen unterliegen einer strikten Kapitaldisziplin und werden konsequent auf die Produktbereiche mit den größten Erfolgspotenzialen ausgerichtet. Dabei priorisieren wir Investitionsprojekte auf Basis finanzieller Kennziffern wie Rückflusszeit, Kapitalwert und ROCE. Die Kennzahl der Investitionsquote setzt die auszahlungswirksamen Investitionen ins Verhältnis zum Umsatz. Für ausführlichere Angaben zu den Investitionsleitlinien verweisen wir auf die Ausführungen im vorstehenden Abschnitt „Strategische Ausrichtung".

Verschuldung

Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der Gesamtsumme der kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen) abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten.

Nach Abzug von Termingeldern in Höhe von 1.950 Mio. € und von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren belaufen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2016 auf 269 Mio. € nach 1.211 Mio. € zum Ende des Vorjahres. Die Termingelder, die eine Laufzeit bis längstens Mitte des Jahres 2017 haben, und die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere resultieren aus der Anlage der von Saudi Aramco für die Beteiligung an ARLANXEO erhaltenen Einzahlung von rund 1,2 Mrd. € sowie aus liquiden Mitteln in Höhe von 1.477 Mio. € aus der Begebung neuer Anleihen. Die Finanzmittel sind im Wesentlichen für die Finanzierung der Chemtura-Akquisition bestimmt.

Die Net Financial Debt Ratio, die wir ausschließlich auf Konzernebene verwenden, ist definiert als das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Auf Basis der Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren verringerte sich die Net Financial Debt Ratio zum 31. Dezember 2016 auf 0,3 nach einem Wert von 1,4 zum Vorjahresstichtag.

Auf Konzernebene betrachten wir auch die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen als Verschuldungskomponente. Gegenüber dem Jahresende 2015 stiegen diese um 34 Mio. € auf 1.249 Mio. €. Mit dieser zusätzlichen Verschuldungskomponente ergibt sich im Verhältnis zum EBITDA vor Sondereinflüssen die sogenannte Total Net Debt Ratio von 1,5 nach 2,7 zum Vorjahresstichtag.

Nettofinanzverbindlichkeiten

2012 2013 2014 2015 2016
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2.167 1.649 1.698 1.258 2.734
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 167 668 182 443 78
abzüglich: Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen -54 -53 -26 -24 -23
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -386 -427 -418 -366 -355
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte -411 -106 -100 -100 -40
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.483 1.731 1.336 1.211 2.394
abzüglich Termingelder und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 0 0 0 0 -2.125
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 1.483 1.731 1.336 1.211 269

EINKAUF UND PRODUKTION

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Rohstoffen, sonstigen Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In enger Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories" ihren Bedarf in den Einkaufssegmenten Rohstoffe, technische Güter, Packmittel, Energie, Services und Logistik. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt agieren und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten („multiple sourcing"). Im Berichtszeitraum kam es daher nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, die Versorgung basierend auf langfristigen Einkaufsverträgen sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei Standortentscheidungen. An zahlreichen Produktionsstandorten beziehen wir wesentliche Rohstoffe und Energieträger in Form von Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. So minimieren wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen, sondern reduzieren vor allem das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2016 unter anderem BASF, BP, Braskem, Covestro, ExxonMobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, Sabic und Shell Chemicals. Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2016 Ammoniak, Butadien, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2016 ein Einkaufsvolumen von ca. 2,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 2,5 Mrd. €) auf strategische Rohstoffe. Dies entspricht einem Anteil von rund 76 % unseres gesamten Beschaffungsvolumens für Rohstoffe und Handelswaren im Jahr 2016, die etwa 2,9 Mrd. € betrugen (Vorjahr: 3,1 Mrd. €). Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2016 auf etwa 5,7 Mrd. € (Vorjahr: ca. 5,9 Mrd. €).

Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs, Auktionen oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen DV-Systeme integriert sind. Zum Jahresende 2016 wurden rund 80 % (Vorjahr: ca. 70 %) aller Bestellpositionen automatisiert über E-Procurement abgewickelt.# HSEQ, Produktion, Vertrieb und Kunden

Wir haben in diesem Kontext 693 neue Kataloge global angebunden. Die Katalognutzungsrate betrug bei ARLANXEO ca. 20 %, in den übrigen drei Segmenten ca. 45 %. Unser HSEQ-Managementprozess setzt bereits ein, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Im Berichtsjahr wurden Beschaffungsvorgänge mit rund 18.000 Lieferanten abgewickelt. Basierend auf den Grundsätzen von UN Global Compact, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Responsible Care® und anderen CSR-Kodizes erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen halten, zum Schutz von Umwelt, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie hinsichtlich der Arbeits- und Einstellungspraktiken. Diese Anforderungen unseres „Supplier Code of Conduct" sind ein wesentliches Kriterium bei unserer Lieferantenauswahl und -bewertung. Ein bestandenes Nachhaltigkeitsassessment bzw. -audit ist für wesentliche neue Lieferanten Grundvoraussetzung, um in unser Portfolio aufgenommen zu werden. 2016 nahmen wir insgesamt rund 95 wesentliche neue Lieferanten auf. Um den globalen Roll-out der Prüfung weiter zu unterstützen, haben wir im Berichtsjahr Mitarbeiter in Indien in der Nachhaltigkeitsprüfung unserer Lieferanten geschult. In Ländern, in denen wir bereits in den Vorjahren Schulungen durchgeführt hatten, finden regelmäßig Trainings statt. Dabei machen wir sowohl neue Mitarbeiter mit dem Programm an sich vertraut als auch Stammkräfte mit zwischenzeitlichen Weiterentwicklungen. Als Gründungsmitglied der Initiative „Together for Sustainability" (TfS) ist es unser Ziel, die Transparenz in unserer gesamten Lieferkette zu erhöhen und somit Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren. Die im Berichtsjahr auf 19 international operierende Chemieunternehmen mit einem kumulierten Einkaufsvolumen von mehr als 180 Mrd. € gewachsene Initiative hat das Ziel, ein globales Auditierungsprogramm zu entwickeln und umzusetzen, um so die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette der Chemieindustrie zu bewerten und fortlaufend zu verbessern. Hierbei stehen die Themen Menschenrechte, Vermeidung von Kinderarbeit, Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie Geschäftsethik im Vordergrund. Da die Bewertungsergebnisse und Auditreports innerhalb der Initiative geteilt werden, stand uns Ende 2016 erneut eine deutlich gestiegene Anzahl von Nachhaltigkeitsbewertungen (mehr als 6.500) und Auditreports (rund 680) zur Verfügung. Lieferanten, deren Nachhaltigkeitsaktivitäten im Rahmen von TfS bewertet wurden, repräsentieren derzeit 60 % (Vorjahr: 57 %) unseres relevanten Beschaffungsvolumens. Der Schwerpunkt der 2016 durchgeführten 238 Audits (Vorjahr: 179) lag unverändert auf Brasilien, China und Indien. Hierbei zeigte sich bei rund zehn Lieferanten Handlungsbedarf hinsichtlich der Themen Arbeits- und Menschenrechte sowie Arbeitssicherheit, jedoch wurden keine gravierenden Mängel erkannt, die dazu geführt hätten, eine Geschäftsbeziehung zu beenden. Unser Produktionsstandort in Leverkusen (Deutschland) hat sich im Berichtsjahr selbst erfolgreich einer TfS-Auditierung gestellt und mit bestmöglicher Bewertung abgeschlossen. Im Jahr 2016 besuchten zahlreiche Teilnehmer die „TfS Supplier Days" in Mumbai (Indien), in deren Rahmen den Lieferanten die zunehmende Bedeutung einer nachhaltigen Lieferkette für LANXESS und die anderen Mitglieder der Initiative verdeutlicht wurde.

Produktion

LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Spezialchemikalien. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her. Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien), Singapur (Singapur) sowie Changzhou und Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Russland, Spanien, Südafrika und den USA. Eine detaillierte Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten findet sich im Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente" in diesem Lagebericht.

Wesentliche Veränderungen unseres globalen Produktionsnetzwerks im Jahr 2016:

  • Am Standort Gastonia (USA) nahm unsere Business Unit High Performance Materials Anfang des Jahres die zweite Produktionsstraße für die Compoundierung von Hightech-Kunststoffen in Betrieb. Die Kapazität der Anlage verdoppelte sich damit auf 40.000 Jahrestonnen.
  • Im chinesischen Ningbo startete in 2016 das neue Werk unserer Business Unit Inorganic Pigments die Produktion von Eisenoxidrot-Pigmenten. Es verfügt über die modernste Verfahrenstechnik und ist im ersten Schritt auf eine Kapazität von 25.000 Jahrestonnen ausgelegt. Auf demselben Gelände nahm in 2016 auch die Misch- und Mahlanlage mit einer Kapazität von 70.000 Jahrestonnen ihre Produktion anorganischer Pigmente auf.
  • Mit der Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours übernahm unsere Business Unit Material Protection Products Ende August drei Produktionsstandorte in Memphis und North Kingstown (USA) sowie Sudbury (Großbritannien).
  • Im Rahmen der Optimierung unseres globalen Produktionsnetzwerks für Kautschuke beendeten wir zum Ende des ersten Quartals 2016 die Produktion von EPDM-Kautschuk am nicht mehr wettbewerbsfähigen Standort Marl (Deutschland).

VERTRIEB UND KUNDEN

Vertrieb

Wir vertreiben unsere Produkte weltweit an mehrere tausend Kunden in über 150 Staaten auf allen Kontinenten. Führende Unternehmen der jeweiligen Abnehmerbranchen zählen zu unserem festen Kundenstamm. In sämtlichen Vertriebsregionen verfügen wir über langjährige Kundenbeziehungen. Um die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen, haben wir flexible Marketing- und Vertriebsstrukturen etabliert. Unseren Vertrieb steuern wir über 48 eigene Gesellschaften weltweit. In Ländern, in denen wir bisher keine eigene Gesellschaft unterhalten, arbeiten wir mit lokalen Vertriebspartnern zusammen. Um die größtmögliche Nähe zu den Kunden und deren individuelle Betreuung zu gewährleisten, leiten unsere Business Units ihre Vertriebsorganisation eigenverantwortlich. 52 eigene Produktionsstätten in 17 Ländern bieten uns einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden werden, soweit möglich, jeweils von regionalen Produktionsstandorten aus beliefert. Dies verschafft ihnen sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile.

Auch im Geschäftsjahr 2016 waren die E-Business-Aktivitäten ein signifikanter Teil der Geschäftstransaktionen in den Bereichen Ein- und Verkauf sowie Logistik. Insgesamt wurden weit über eine Million Vorgänge und deren automatisierte Folgenachrichten per E-Business realisiert. Dazu dienten das Internetportal „LANXESS one" und die System-zu-System-Anbindungen mittels „ELEMICA". Erstmals wurde in 2016 im Einkaufsbereich auch das Portal „SAP Ariba" eingesetzt. Diesen für alle Beteiligten vorteilhaften Prozess bauen wir fortlaufend aus, indem wir weitere Partner und technische Services hinzunehmen.

Die im Verkauf per E-Business erzielten Umsatzerlöse erreichten ca. 1,4 Mrd. € (Vorjahr: 1,7 Mrd. €).

Der Anteil der Vertriebskosten am LANXESS Konzernumsatz betrug im Berichtsjahr 10,1 % nach einem Wert von 9,6 % im Vorjahr. Die Entwicklung der Vertriebskosten sowie die Aufteilung nach Segmenten in den vergangenen fünf Jahren ergibt sich aus folgender Übersicht.

Vertriebskosten

2012 2013 2014 2015 2016
Vertriebskosten in Mio. € 763 755 742 759 781
in % der Umsatzerlöse 8,4 9,1 9,3 9,6 10,1

Aufteilung nach Segmenten

2012 2013 2014 2015 2016
Advanced Intermediates 147 146 143 152 155
Performance Chemicals 313 308 310 321 324
High Performance Materials 75 81 77 83 85
ARLANXEO 209 205 200 197 208
Überleitung 19 15 12 6 9

*Vorjahreswerte entsprechend der geänderten Segmentstruktur.

Kunden

Aufgrund unseres breiten Leistungsspektrums unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Kunden in der ganzen Welt. Diese bedürfen individueller, gezielter Ansprache, die wir aufgrund der Vertriebsorganisationen in der Verantwortung der Business Units leisten können. Die individuellen Vertriebsstrategien überprüfen wir regelmäßig anhand von Erhebungen zur Kundenzufriedenheit. Wir beliefern vor allem die Branchen Reifen, Automobil, Kunststoff, Chemie, Agrochemie, Bau, Elektro, Leder/Schuhe, Pharma, Lebensmittel, Wasseraufbereitung und Möbel.

Umsatzanteile nach Branchen

Branche 2016
Reifen ~ 20 %
Automobil ~ 20 %
Chemie ~ 15 %
Agrochemie ~ 10 %
Bau, Elektro, Leder/Schuhe ~ 15 %
Sonstige (in Summe) ~ 20 %

Im Geschäftsjahr 2016 vereinten unsere zehn Top-Kunden einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 20 % (Vorjahr: 22 %). Keiner unserer Kunden erreichte einen Anteil von mehr als 10 % am Konzernumsatz. Bei 51 Kunden (Vorjahr: 55) übertraf der Jahresumsatz 20 Mio. €. Die Anzahl unserer Kunden in den jeweiligen Segmenten unterscheidet sich deutlich: Das Segment Advanced Intermediates arbeitete 2016 mit rund 3.300 Kunden (Vorjahr: 3.400), Performance Chemicals mit rund 9.800 Kunden (Vorjahr: 10.400), High Performance Materials mit rund 1.900 Kunden (Vorjahr: 1.900) und ARLANXEO mit rund 1.900 Kunden (Vorjahr: 1.800). Basis dieser Angabe ist jeweils die Anzahl der Kundennummern im jeweiligen Segment. In allen Segmenten sind sämtliche Kunden- bzw. Umsatzklassen anzutreffen, wobei ein Kunde auch aus mehreren Segmenten beliefert werden kann.# Forschung und Entwicklung

Die vergleichsweise geringen Umsätze der einzelnen Kunden im Segment Performance Chemicals und die breite Kundenbasis spiegeln das Geschäft mit oftmals maßgeschneiderten Anwendungslösungen der Spezialchemie wider. Die deutlich niedrigere Zahl der Kunden in den Segmenten High Performance Materials und ARLANXEO, die jedoch relativ hohe Umsätze generieren, ist dagegen typisch für das Geschäft mit Hochleistungs-Kunststoffen bzw. synthetischen Kautschukprodukten. Aufgrund der hohen Kundenzahl lässt sich in keinem Segment eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden feststellen.

Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung leistet mit der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren sowie der ständigen Verbesserung bestehender Produktionsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit und zur Erweiterung unseres Produktportfolios. Im Jahr 2016 haben wir im Zuge der organisatorischen Veränderungen bei LANXESS auch den Rahmen für Forschung und Entwicklung angepasst. Mit der Gründung von ARLANXEO sind neben den direkt in den Business Units Tire & Specialty Rubbers und High Performance Elastomers geführten Forschungsaktivitäten auch die entsprechenden kautschukbezogenen Projekte aus der Group Function Production, Technology, Safety & Environment in diese Business Units übergegangen.

Organisatorische Ausrichtung

Unsere Forschungsprogramme sind an den Kundenanforderungen in den Endmärkten ausgerichtet. Daher haben wir unsere Aktivitäten im Bereich „Product Innovation" in den jeweiligen Business Units gebündelt und auch die bisher zentral geführten Projekte in die dortigen Forschungsabteilungen überführt. Die Business Units fokussieren ihre Aktivitäten darauf, Produkte und deren Qualität zu optimieren sowie neue Produkte zu entwickeln.

Die Fachabteilung „Global Technology & Innovation" unserer Group Function Production, Technology, Safety & Environment unterstützt und ergänzt die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Business Units mit dem Schwerpunkt „Process Innovation". Hier stehen die Planung neuer Prozesse und die Integration neuer Technologien in unsere bereits bestehenden Produktionsprozesse im Fokus. Unser Ziel ist hier die Kosten- und Technologieführerschaft. Ein Schwerpunkt liegt darin, unsere aktuellen Produktionsprozesse im Hinblick auf Optimierungspotenziale mit mathematischen und experimentellen Methoden zu überprüfen. Auf diese Weise konnten wir Rohstoff- und Energieeinsparmöglichkeiten identifizieren, entsprechende Verfahrenskonzepte zu ihrer Nutzung entwickeln und in einigen Bereichen bereits realisieren. Darüber hinaus ist es uns gelungen, Betriebskosten weiter zu senken, indem wir in einigen Betrieben neue modellbasierte Prozessführungskonzepte entwickelt und unter Einbeziehung moderner Methoden zur Online-Analytik umgesetzt haben. Diese Konzepte ermöglichen es, unsere Anlagen noch näher am optimalen Betriebspunkt und damit noch effizienter hinsichtlich der Rohstoff- und Energienutzung zu betreiben. Damit stellen wir sicher, dass Synergien voll ausgeschöpft werden und Innovationen auf unterschiedliche Unternehmensbereiche übertragen werden können.

Unsere wesentlichen Forschungs- und Entwicklungseinheiten befinden sich an den Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen, Dormagen (Deutschland), London (Kanada) sowie Qingdao und Wuxi (China). Zusätzlich sind wir in Hongkong mit einem Zentrum für technische Kunststoffe präsent. An unseren internationalen Forschungs- und Entwicklungsstandorten testen wir beispielsweise Hochleistungs-Kautschuke oder technische Kunststoffe für den Leichtbau in der Automobilindustrie.

Im Rahmen vieler Forschungsprojekte unterhält LANXESS zudem Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Im Jahr 2016 bestanden insgesamt 144 (Vorjahr: 153) wesentliche Forschungs- und Entwicklungskooperationen, davon 38 mit Hochschulen (Vorjahr: 35), 88 mit Zulieferern oder Kunden (Vorjahr: 97) und 18 mit Forschungsinstituten (Vorjahr: 21).

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Das Segment Advanced Intermediates investierte auch 2016 in seine Effizienz und die Verbesserung der Herstellprozesse. Für die Business Unit Saltigo sind innovative Produkte nicht länger alleiniger Garant des Markterfolgs. An ihre Stelle sind ganzheitliche Lösungen für komplexe und sich dynamisch verändernde Kundenanforderungen getreten. Maßgeschneiderte Kombinationen von Technologien und Dienstleistungen machen den Mehrwert solcher Lösungen aus. Damit dieser auch künftig gewährleistet ist, investiert Saltigo derzeit in Leverkusen rund 60 Mio. €, um in diesem Betrieb die Synthesekapazitäten für Kundenprojekte mit modernster Technik um etwa ein Drittel zu erweitern. Die Um- und Ausbauarbeiten sollen Ende 2017 abgeschlossen sein.

Im Segment Performance Chemicals haben wir 2016 wichtige Innovationen zur Marktreife gebracht. So stellte die Business Unit Rhein Chemie Additives mit Stabaxol P 110 einen neuen polymeren Hydrolyseschutz für Kunststoffe vor. Insbesondere Biokunststoffe wie Polymilchsäure erhalten durch ihn eine verlängerte Lebensdauer. Mit Rhenowave präsentierte die Business Unit eine innovative Prozesskontrolle, die es unseren Kunden ermöglicht, die Güte der Kautschukmischungen bei der Verarbeitung noch zuverlässiger zu gewährleisten.

Die Business Unit Material Protection Products erschloss sich mit der Einführung eines maßgeschneiderten Produktportfolios für die antimikrobielle Ausrüstung von Kunststoffen den Zugang zum attraktiven Biozidmarkt für die Volumenanwendungen Weich-PVC, silikon-basierte Baustoffe und Polyurethane. Die unter den Handelsnamen Biochek® 8064-8069 sowie Biochek® 8071 in den Kernmärkten USA, China, Taiwan und EMEA vermarkteten Produkte tragen insbesondere den stetig steigenden regulatorischen Anforderungen an Biozid-produkte Rechnung.

Das Segment High Performance Materials entwickelte im Berichtsjahr neben zahlreichen anderen Produktinnovationen die Polyamid Produktreihe Durethan TC für das Thermomanagement von Bauteilen und Geräten. Die neuen wärmeleitenden Polyamide eignen sich sehr gut für Bauteile, aus denen Wärme abgeführt werden muss, denn sie sind bis zu siebenmal leitfähiger als im Automobilbau etablierte Standard-Polyamide. Zudem sind sie eine kostengünstige Alternative zu Druckgussmetallen. Ein weiterer Meilenstein des vergangenen Jahres war die Weiterentwicklung unseres hochtemperaturstabilisierten Polyamid-Portfolios. Den steigenden Anforderungen an die Dauergebrauchstemperatur im Motorraum haben wir uns gestellt und können heute unseren Kunden hochleistungsfähige Polyamide mit extremer Temperaturstabilität anbieten.

ARLANXEO entwickelte auch im Jahr 2016 sein hochwertiges Portfolio an Kautschukprodukten weiter. So baute die Business Unit Tire & Specialty Rubbers ihre Produktpalette funktionalisierter S-SBR-Kautschuke der Buna-FX-Gruppe aus. Die Kautschuke wurden intensiv von verschiedensten Reifenkunden getestet und sollen 2017 kommerzialisiert werden. Unsere Forschungsaktivitäten zu einer Technologie, die den Luftdruck eines Reifens trotz eingedrungener Fremdkörper wie Schrauben oder Nägel aufrechterhält, indem sich die Einstichstelle selbstständig verschließt, gingen von unserer zentralen Forschungseinheit an Tire & Specialty Rubbers über. Im Berichtsjahr wurden die ersten Reifenhersteller bemustert.

Kostenentwicklung und Beschäftigte

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2016 insgesamt 131 Mio. €, was einem Umsatzanteil von 1,7 % entspricht (Vorjahr: 130 Mio. € bzw. 1,6 %). Der Großteil der Aufwendungen entfiel auf die Business Units High Performance Elastomers, Tire & Specialty Rubbers, High Performance Materials und Saltigo. Hinsichtlich des Anteils der Aufwendungen an ihrem jeweiligen Umsatz wiesen unsere Business Units Material Protection Products, Saltigo, Liquid Purification Technologies und Leather die höchste Forschungsintensität auf.

Forschungs- und Entwicklungskosten

2012 2013 2014 2015 2016
in Mio. € 192 186 160 130 131
in % der Umsatzerlöse 2,1 2,2 2,0 1,6 1,7

Zum Jahresende 2016 beschäftigten wir in unseren Forschungs- und Entwicklungslaboren weltweit 589 Mitarbeiter nach 585 Mitarbeitern im Vorjahr. Durch die Übergabe von Projekten an ARLANXEO sank die Zahl der Beschäftigten in unserer zentralen Forschungseinheit auf 117 nach 213 zum 31. Dezember 2015.

Entwicklung Beschäftigtenzahlen im F & E-Bereich

2012 2013 2014 2015 2016
Stand am Jahresende 843 931 708 585 589
in % der Konzern-Beschäftigtenzahl 4,9 5,4 4,3 3,6 3,5

Themengebiete und Patentstrategie

Im Rahmen der weltweiten Neuausrichtung fokussieren wir unsere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung auf marktnahe Projekte mit kurz- bis mittelfristigem Zeithorizont. Die Gesamtzahl der Projekte ist dadurch im Jahr 2016 von 223 auf 270 gestiegen. Davon wurden 176 (Vorjahr: 128) mit dem Ziel bearbeitet, neue Produkte und Anwendungen zu entwickeln bzw. bestehende zu verbessern. Die verbleibenden 94 (Vorjahr: 95) Projekte befassten sich unter den Zielsetzungen Kostensenkung, Effizienzsteigerung oder Kapazitätserhöhung mit verfahrenstechnischen Themen.

Die Ergebnisse unserer Tätigkeit werden, wo es möglich und sinnvoll ist, von Patenten geschützt. Im Laufe des Jahres 2016 haben wir weltweit 56 Prioritätsanmeldungen getätigt. Das gesamte Patentportfolio bestand zum 31. Dezember 2016 aus ca. 1.010 Patentfamilien mit ca. 6.820 einzelnen Schutzrechten.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln ist für uns eine unabdingbare Voraussetzung, um auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich agieren und Werte für alle Stakeholder schaffen zu können. In diesem Bewusstsein steht Nachhaltigkeit als wesentlicher Erfolgsfaktor im Zentrum der wertebasierten Unternehmenskultur von LANXESS und ist Teil unserer Unternehmensstrategie.# H1: Corporate Responsibility Report 2016

H2: Commitment and Stakeholder Dialogue

Wir haben den Anspruch, die Auswirkungen des eigenen Handelns, im Positiven wie im Negativen, zu kennen und im engen Dialog den Erwartungen unserer Stakeholder bestmöglich gerecht zu werden. Dabei haben wir unsere gesamte Liefer- bzw. Wertschöpfungskette im Blick — von der weltweiten Beschaffung von Rohstoffen und der Produktentwicklung über die Produktion, Lagerung und den Transport bis hin zur Verwendung und Entsorgung. In unserem Handeln orientieren wir uns zum einen an etablierten internationalen Standards und Rahmenwerken wie dem UN Global Compact, der Responsible Care® Global Charter, den Arbeitsnormen der International Labor Organization und den Sustainable Development Goals. Interne Leitlinien und Regelwerke, an deren Spitze der „Code of conduct — Kodex für integres und regelkonformes Verhalten bei LANXESS" steht, konkretisieren die Regelungen zu einzelnen Handlungsfeldern und sind konzernweit bindende Vorgaben für unsere Mitarbeiter.

H2: Integrated Management System

Ein zentral geführtes Managementsystem sorgt bei LANXESS für die notwendigen globalen Managementstrukturen in allen Geschäftsprozessen, um verantwortliches unternehmerisches Handeln zu gewährleisten. Weltweit orientieren wir uns an den internationalen Normen ISO 9001 und ISO 14001 für Qualitäts- bzw. Umweltmanagement sowie ISO 50001 für Energiemanagement. Die Compliance-Bestätigung nach den Normen ISO 9001 und ISO 14001 erfolgt in einem globalen Matrixzertifikat. Den Fortschritt der Integration neuer Standorte in unser Managementsystem und seine Leistungsfähigkeit lassen wir regelmäßig weltweit von externen und unabhängigen Experten prüfen. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 umfasste unser Matrixzertifikat 49 zertifizierungsfähige Gesellschaften (Gesellschaften mit Personal und über 50 % LANXESS Beteiligung) mit 79 Standorten in 23 Ländern. Dies entspricht einem Abdeckungsgrad, bezogen auf die Mitarbeiterzahl, von 98%. Seit 2012 haben wir darüber hinaus in Deutschland die LANXESS AG mit allen Tochtergesellschaften (über 50 % Beteiligung) sukzessive nach der ISO 50001 für Energiemanagement zertifizieren lassen. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 erreichten wir in Deutschland, bezogen auf die Mitarbeiteranzahl, einen Abdeckungsgrad des Energiemanagementsystems von 100 %. Der Status unserer Zertifizierungen ist auf unserer Unternehmens-Website im Bereich Corporate Responsibility jederzeit einsehbar.

H2: Environmental Data

Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein elektronisches Datenerfassungssystem. Die Datenerhebung erfolgt mit Ausnahme der beiden arbeitssicherheitsbezogenen Kennzahlen MAQ und RIR nur an Produktionsstandorten mit einem Beteiligungsverhältnis von über 50 %. Für die Jahre 2012 bis 2016 hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (vormals: PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) unsere HSE-Kennzahlen und die hierzu erforderlichen Datenerhebungsprozesse einer betriebswirtschaftlichen Prüfung („limited assurance") unterzogen.

1 Zudem werden auch die 100 %igen Tochtergesellschaften der ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande), an der die LANXESS AG zu 50 % beteiligt ist, berücksichtigt.

H2: Social Engagement

Es ist für uns selbstverständlich, im Sinne von Corporate Citizenship Verantwortung für die Entwicklung des gesellschaftlichen Umfelds zu übernehmen. Dabei legen wir ein besonderes Augenmerk darauf, dass Menschen von unseren Projekten profitieren. Im Zentrum unseres gemeinnützigen Handelns steht die Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen. Unsere konzernweite Plattform dafür ist die LANXESS Bildungsinitiative. Seit ihrer Gründung haben wir in ihrem Rahmen weltweit zahlreiche Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gefördert. Ein weiterer Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements liegt darauf, Menschen weltweit für die Ursachen und Konsequenzen von Klimawandel und Trink- bzw. Nutzwasserknappheit zu sensibilisieren. Darüber hinaus fördern wir mit mehreren kulturellen Engagements literarische und musikalische Talente.

1 Zudem werden auch die 100 %igen Tochtergesellschaften der ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande), an der die LANXESS AG zu 50 % beteiligt ist, berücksichtigt.

H1: Economic Report

H2: Legal Framework

Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG gehabt hätten.

H2: Economic Framework

H3: Overall Economic Environment

Unterschiedliche Impulse wirkten im Berichtsjahr. Einerseits unterstützten die Ölpreise sowie die Geldpolitik maßgeblicher Zentralbanken die wirtschaftliche Entwicklung. Andererseits erhöhte die zu Jahresbeginn geführte Diskussion über eine mögliche harte Landung der chinesischen Wirtschaft die Unsicherheit, ebenso wie die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme in Russland und Brasilien sowie die wachsende Terrorbedrohung. Belastend wirkten auch protektionistische und populistische Trends in der Politik, die schwierige Lage verschiedener europäischer Banken sowie die politischen Unsicherheiten in Europa, die durch die Entscheidung für den Austritt Großbritanniens aus der EU verstärkt wurden. Trotz dieser uneinheitlichen Rahmenbedingungen wuchs die globale Wirtschaft um 2,3 %, bei uneinheitlichen regionalen Tendenzen, wie sie in der folgenden Tabelle dargestellt sind.

H3: GDP and Chemical Production 2016

Real Change vs. Previous Year (%)
Gross Domestic Product Chemical Production
NAFTA 1.6 0.4
Latin America -2.3 -0.8
EMEA (incl. Germany) 1.6 1.3
Germany 1.8 -0.9
Asia/Pacific 4.4 5.9
World 2.3 3.7

Source Growth Rates 2016: IHS Markit.

Zum Jahresende 2016 wurden für einen Euro 1,05 US-Dollar gezahlt — dies entspricht gegenüber dem Jahresendwert 2015 von 1,09 US-Dollar einem Wertzuwachs des US-Dollars von 3,7 % im Jahr 2016. Im Jahresdurchschnitt lag der Kurs wie bereits im Vorjahr bei 1,11 US-Dollar je Euro. Aufgrund der regionalen Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein stärkerer US-Dollar grundsätzlich positiv auf unser Ergebnis aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Gegenüber dem Vorjahr entwickelten sich die Beschaffungspreise für Rohstoffe überwiegend rückläufig, wobei die Entwicklung im Bereich der Aromaten und Olefine in Summe weniger stark ausgeprägt war als für die organischen und anorganischen Rohstoffe. Für uns sind insbesondere die Preise von petrochemischen Rohstoffen relevant, da diese einen wesentlichen Einfluss auf unsere Produktionskosten haben. Der Preis für den Rohstoff Butadien stieg an den Beschaffungsmärkten im Jahresdurchschnitt, während sich die Preise für Eingangsprodukte wie Benzol und Toluol gegenläufig entwickelten.

H4: Chemical Industry

Die Chemieindustrie steigerte ihre Produktion 2016 global um 3,7 %, wobei sich auch hier ein regional differenziertes Bild ergab und sich Asien/Pazifik angesichts von Impulsen aus China und Indien mit 5,9 % Zuwachs als treibende Kraft erwies.

H4: Development of Key Customer Industries

Die weltweite Produktion von Automobilen expandierte im Berichtszeitraum um 3,8 %. Asien/Pazifik, angetrieben von China und Indien, erreichte hierbei das größte Wachstum, während Lateinamerika einen sehr deutlichen Rückgang aufwies. Die Agrochemikalien erreichten mit 2,9 % weltweit einen soliden Zuwachs. Die NAFTA-Region weitete die Produktion mit einem Plus von 5,2 % deutlich aus. Die Produktion in Deutschland ging hingegen um 5,3 % zurück. Die Bauindustrie erzielte ein weltweites Wachstum von 2,8 %. Wesentlicher Faktor war hierbei die Region Asien/Pazifik mit einem Plus von 5,1 %, während der Trend in Lateinamerika um 3,2 % rückläufig war. Die globale Reifenindustrie zeigte mit 3,8 % ein starkes Produktionswachstum. Asien/Pazifik war mit 4,9 % Produktionszuwachs die dynamischste Region. Lateinamerika erzielte gegenüber einem niedrigen Vorjahresniveau ein Wachstum von 3,0 %.

H5: Development of Key Customer Industries 2016
Real Change vs. Previous Year (%)
Automotive Industry Agrochemicals Construction Industry Tire Industry
NAFTA 1.9 5.2 2.1 0.9
Latin America -12.9 0.1 -3.2 3.0
EMEA (incl. Germany) 3.4 0.7 0.9 2.6
Germany 0.2 -5.3 1.3 0.2
Asia/Pacific 5.8 3.4 5.1 4.9
World 3.8 2.9 2.8 3.8

Source Growth Rates 2016: IHS Markit, LMC.

H2: Events Material to Business Performance

Der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr war geprägt durch höhere Produktions- und Absatzmengen sowie die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit. Rückläufige Einstandspreise für Rohstoffe und Energien sowie die weiterhin schwierige Wettbewerbssituation in unseren Geschäften mit synthetischen Kautschuken führten zu Anpassungen der Verkaufspreise. Die Entwicklung der Wechselkurse unterstützte ein insgesamt positives Ergebnis.

Als einen wesentlichen Teil seiner Neuausrichtung hat LANXESS mit Saudi Aramco unter dem Namen ARLANXEO eine strategische Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken gegründet, an der beide Partner zu jeweils 50 % beteiligt sind. Wir versprechen uns hiervon für die betroffenen Business Units Tire & Specialty Rubbers und High Performance Elastomers mittelfristig einen wettbewerbsfähigen und verlässlichen Zugang zu strategischen Rohstoffen. Die Transaktion wurde am 1. April 2016 wirtschaftlich abgeschlossen. LANXESS konnte mit der von Saudi Aramco geleisteten Bareinlage von 1,2 Mrd. € seine Verschuldung deutlich reduzieren. Mit der Ende August 2016 erfolgten Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions-und Hygienelösungen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemours haben wir den ersten Zukauf im Rahmen der strategischen Neuausrichtung getätigt.# Einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem noch stabileren Spezialchemie-Konzern mit einem noch ausgewogeneren Portfolio wollen wir mit der Übernahme des US-amerikanischen Konzerns Chemtura machen, die bis zur Mitte des Geschäftsjahres 2017 abgeschlossen sein soll.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Tatsächlicher versus prognostizierter Geschäftsverlauf 2016

Prognose für 2016 im Geschäftsbericht 2015 Eingetreten in 2016
Geschäftsentwicklung Konzern EBITDA vor Sondereinflüssen · Innerhalb der einzelnen Segmente in etwa ausgleichende Einflussfaktoren · 995 Mio. € · In etwa vergleichbares Niveau wie in 2015 (885 Mio. €)
Geschäftsentwicklung Segmente
Advanced Intermediates · Stabile Geschäftsentwicklung, insb. des Geschäftsbereichs Advanced Industrial Intermediates · EBITDA vor Sondereinflüssen nahezu auf Höhe der Erwartung: 326 Mio. € (Vorjahr: 339 Mio. €) · Geringes Wachstum für das Agrargeschäft unseres Geschäftsbereichs Saltigo
Performance Chemicals · Insgesamt stabile Geschäftsentwicklung · EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich höher als erwartet: 374 Mio. € (Vorjahr: 326 Mio. €)
High Performance Materials · Positive Entwicklung für unser Geschäft mit Leichtbau-Kunststoffen für Anwendungen in der Autoindustrie · Prognostiziertes EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich übertroffen: 159 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio. €)
ARLANXEO · Rückläufige Geschäftsentwicklung · EBITDA vor Sondereinflüssen rückläufig, aber deutlich besser als erwartet: 373 Mio. € (Vorjahr: 391 Mio. €) · Leichte Nachfrageverbesserung aus Reifen- und Automobilindustrie · Anhaltender Preisdruck vor dem Hintergrund zusätzlicher Kapazitäten · Belastungen durch Leerkosten · Keine signifikanten positiven Effekte aus einem anhaltend starken US-Dollar auf Vorjahresniveau
Rohstoffpreise · Keine wesentliche Veränderung des niedrigen Niveaus der Beschaffungskosten, insbesondere bei petrochemischen Rohstoffen für synthetische Kautschukprodukte · Weiterhin volatil und deutlich unter Vorjahresniveau · Fortsetzung der zum Teil erheblichen Volatilität der Rohstoffpreise
Finanzlage Konzern
Auszahlungswirksame Investitionen · ca. 450 Mio. € · 439 Mio. €

Im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 waren wir für das Jahr 2016 von einem EBITDA vor Sondereinflüssen auf einem in etwa vergleichbaren Niveau wie 2015 ausgegangen. Die für die einzelnen Segmente erwarteten Einflussfaktoren sollten sich dabei in etwa ausgleichen. Nach unterjährigen Konkretisierungen unserer Erwartung prognostizierten wir zuletzt im Rahmen der Zwischenberichterstattung für das dritte Quartal 2016 ein verbessertes EBITDA vor Sondereinflüssen für das Gesamtjahr 2016 zwischen 960 Mio. € und 1 Mrd. €. Das tatsächlich erwirtschaftete Ergebnis lag mit 995 Mio. € am oberen Ende dieser Bandbreite und übertraf den Vorjahreswert von 885 Mio. € um 110 Mio. €. Die Segmente Performance Chemicals, High Performance Materials und ARLANXEO trugen zu etwa gleichen Teilen dazu bei, dass die Ergebniserwartungen für den LANXESS Konzern übertroffen werden konnten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates lag nahezu auf der Höhe der Erwartung. Das Ergebnis der Überleitung des LANXESS Konzerns war mit minus 237 Mio. € negativer als erwartet. Auf Konzernebene stellten sich positive Wechselkurseinflüsse ein. Die frühzeitige Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit, aus der sich auch eine höhere Produktionsauslastung ergab, war ein weiterer Grund dafür, dass die Ergebniserwartung deutlich übertroffen werden konnte. Unterstützend wirkte weiterhin ein leicht positiver Portfolioeffekt aus der Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours. Wie im Vorjahr erwartet, ergab sich aus der Partnerschaft mit Saudi Aramco eine Stärkung unserer Liquiditätsposition. Für die Beteiligung an ARLANXEO leistete Saudi Aramco eine Bareinlage von 1,2 Mrd. €. Ein Großteil dieses Betrags wurde zusammen mit Erlösen aus der Emission neuer Anleihen in Termingelder und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere investiert. Für die LANXESS AG gingen wir für das Berichtsjahr von einem gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Jahresüberschuss aus. Im Wesentlichen bedingt durch das deutlich verbesserte Beteiligungsergebnis konnte ein Jahresüberschuss von 578 Mio. € erwirtschaftet werden, während sich im Vorjahr ein Jahresüberschuss von 91 Mio. € ergeben hatte.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES LANXESS KONZERNS

  • Signifikante strategische Weiterentwicklung des Konzerns durch Gründung von ARLANXEO
  • Integration des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours erfolgreich abgeschlossen
  • Weiterhin herausfordernde Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken
  • Umsatzrückgang, im Wesentlichen rohstoffpreisbedingt, um 2,6 % gegenüber Vorjahr
  • Anstieg der Absatzmengen um 3,7 % gegenüber Vorjahr
  • EBITDA vor Sondereinflüssen um 12,4 % auf 995 Mio. € gestiegen
  • Deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf 12,9 % nach 11,2 % im Vorjahr
  • Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie verbessert auf 192 Mio. € bzw. 2,10 € nach 165 Mio. € bzw. 1,80 € im Vorjahr
  • Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 2,03 € auf 2,69 € gesteigert

Überblick Finanzkennzahlen

in Mio. € 2015 2016 Veränd. in %
Umsatzerlöse 7.902 7.699 -2,6
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.748 1.754 0,3
EBITDA vor Sondereinflüssen 885 995 12,4
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 11,2% 12,9% -
EBITDA 833 945 13,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 422 514 21,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 415 464 11,8
EBIT-Marge 5,3% 6,0% -
Finanzergebnis -127 -125 1,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339 17,7
Konzernergebnis 165 192 16,4
Ergebnis je Aktie (€) 1,80 2,10 16,4
Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (€) 2,03 2,69 32,5

Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 7.699 Mio. € um 2,6 % unter dem Wert des Vorjahres von 7.902 Mio. €. Niedrigere Verkaufspreise, die sich insbesondere aus der Weitergabe von gesunkenen Einstandspreisen für Rohstoffe sowie aufgrund der herausfordernden Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken ergaben, führten zu einem Umsatzminus von 6,5 %. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte mit minus 0,1 % nahezu keine Auswirkung. Gegenläufig führten höhere Absatzmengen mit 3,7 % und die Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours mit 0,3 % zu einem Umsatzplus. Nach Bereinigung um Währungs- und Portfolio-effekte sank der operative Umsatz um 2,8 %.

Umsatzeffekte

in %
Preis -6,5
Menge 3,7
Währung -0,1
Portfolio 0,3
Summe -2,6

Der Umsatz unseres Segments Advanced Intermediates ging um 4,6 % zurück. Die überwiegend rohstoffpreisbedingte Anpassung der Verkaufspreise führte zu einem Umsatzrückgang. Gegenläufig führte eine gute Nachfrage zu einem positiven Effekt aus höheren Absatzmengen. In unserem Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz um 2,7 %. Dabei konnte die positive Entwicklung der Absatzmengen einen negativen Effekt aus dem Rückgang der Verkaufspreise überkompensieren. Zudem ergab sich aus der Eingliederung des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemours in die Business Unit Material Protection Products ein positiver Effekt auf den Umsatz. Unser Segment High Performance Materials verzeichnete einen Umsatzrückgang von 2,7 %. Die niedrigeren Einstandspreise für Rohstoffe, die an Kunden weitergegeben wurden, reduzierten den Umsatz. Gegenläufig ergab sich aus den gestiegenen Absatzmengen ein positiver Effekt auf die Umsatzentwicklung. ARLANXEO verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5,2 %. Insbesondere die herausfordernde Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken sowie die niedrigeren Einstandspreise für Rohstoffe führten zu geringeren Verkaufspreisen. Die Verkaufsmengen lagen über dem Vorjahresniveau. Die Veränderung der Wechselkurse hatte in allen Segmenten nahezu keinen Einfluss auf die Umsatzentwicklung.

Umsatz nach Segmenten

2015 2016 Veränd. Anteil am Konzernumsatz in %
in Mio. € in Mio. € in % 2016
Advanced Intermediates 1.826 1.742 -4,6 22,6
Performance Chemicals 2.085 2.142 2,7 27,8
High Performance Materials 1.085 1.056 -2,7 13,7
ARLANXEO 2.859 2.710 -5,2 35,2
Überleitung 47 49 4,3 0,7
Gesamt 7.902 7.699 -2,6 100,0

Vorjahreswerte entsprechend der geänderten Segmentstruktur.

Während der Umsatz in der Region Asien/Pazifik leicht um 1,2 % gesteigert werden konnte, verzeichnete LANXESS in den anderen Absatzregionen geringere Umsätze.

Auftragsentwicklung

Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie re-volvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellungsvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind stattdessen regelmäßig stattfindende, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operative Zielgröße des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Unternehmensspezifische Frühindikatoren". Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragsstärke nicht aussagekräftig und unterbleibt an dieser Stelle.

Bruttoergebnis vom Umsatz

Die Kosten der umgesetzten Leistungen verringerten sich überproportional zum Umsatz um 3,4 % auf 5.945 Mio. €.# Konzern

Dabei wirkten vor allem gesunkene Einstandspreise für Rohstoffe und Energien, die vorteilhafte Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere der argentinischen, brasilianischen und südafrikanischen Währung, geringere Fertigungskosten aufgrund der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit sowie eine höhere Auslastung entlastend. Gegenläufig wirkten sich höhere Absatzmengen und das erworbene Spezialitätengeschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours aus. Die Auslastung der Produktionskapazitäten lag mit rund 80 % um 3 %Punkte über dem Wert des Vorjahres. Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag mit 1.754 Mio. € um 6 Mio. € bzw. 0,3 % über dem Wert des Vorjahres. Die Bruttomarge stieg von 22,1 % auf 22,8 %. Aufgrund von in Summe gesunkenen Rohstoffkosten wurden die Verkaufspreise angepasst. Die gestiegenen Absatzmengen sowie der positive Währungseinfluss auf unsere Produktionskosten hatten eine positive Ergebnisauswirkung. Hinzu kam ein positiver Ergebnisbeitrag aus dem von Chemours erworbenen Spezialitätengeschäft.

EBITDA vor Sondereinflüssen und operatives Ergebnis (EBIT)

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen stieg im Geschäftsjahr 2016 um 110 Mio. € bzw. 12,4 % auf 995 Mio. € nach 885 Mio. € im Vorjahr. Die insgesamt positive Ergebnisentwicklung auf Konzernebene resultierte im Wesentlichen aus geringeren Fertigungskosten aufgrund der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit und gestiegenen Absatzmengen. Zudem unterstützten vorteilhafte Wechselkurseinflüsse die Entwicklung. Gegenläufig wirkte die Anpassung der Verkaufspreise, die, insbesondere bedingt durch die weiterhin herausfordernde Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken, über den Effekt aus gesunkenen Rohstoffkosten deutlich hinausging. Aus der Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions-und Hygienelösungen von Chemours ergab sich ein leicht positiver Effekt. Die Vertriebskosten stiegen vor allem aufgrund von Portfolioeffekten und volumenbedingt höherer Frachtkosten um 2,9 % auf 781 Mio. €. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 1 Mio. € auf 131 Mio. €. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 19 Mio. € auf 303 Mio. €. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Konzern von 11,2 % auf 12,9 %.

Advanced Intermediates

In unserem Segment Advanced Intermediates sank das EBITDA vor Sondereinflüssen um 13 Mio. € auf 326 Mio. €. Gesunkene Herstellkosten, höhere Absatzmengen sowie positive Wechselkurseinflüsse führten zu einer positiven Ergebnisentwicklung. Gegenläufig wirkte die Anpassung der Verkaufspreise, überwiegend bedingt durch Rohstoffpreiseffekte.

Performance Chemicals

Das EBITDA vor Sondereinflüssen unseres Segments Performance Chemicals lag mit 374 Mio. € um 48 Mio. € bzw. 14,7 % über dem Niveau des Vorjahres. Ergebnisverbessernd wirkten höhere Absatzmengen und vorteilhafte Wechselkurseinflüsse auf unsere Produktionskosten. Der Nettoeffekt aus niedrigeren Einstandspreisen für Rohstoffe und der Anpassung der Verkaufspreise war nahezu ausgeglichen.

High Performance Materials

Das EBITDA vor Sondereinflüssen in unserem Segment High Performance Materials lag mit 159 Mio. € um 48 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres von 111 Mio. €. Insbesondere höhere Absatzmengen in profitableren Produktgruppen unterstützten die positive Ergebnisentwicklung. Niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe führten zu einer Anpassung der Verkaufspreise.

ARLANXEO

ARLANXEO erzielte ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 373 Mio. € nach 391 Mio. € im Vorjahr. Der positive Einfluss aus niedrigeren Einstandspreisen für Rohstoffe wurde durch reduzierte Verkaufspreise aufgrund der weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken deutlich überkompensiert. Ergebnisverbessernd wirkten höhere Absatzmengen, geringere Fertigungskosten sowie eine vorteilhafte Entwicklung der Wechselkurse.

EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten

2015 2016 Veränd. in %
Advanced Intermediates 339 326 -3,8
Performance Chemicals 326 374 14,7
High Performance Materials 111 159 43,2
ARLANXEO 391 373 -4,6
Überleitung -282 -237 16,0
Summe 885 995 12,4

Vorjahreswerte entsprechend der geänderten Segmentstruktur.

Die Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum operativen Ergebnis (EBIT) ergibt sich wie folgt:

Überleitung EBITDA vor Sondereinflüssen zum EBIT

2015 2016 Veränd. in %
EBITDA vor Sondereinflüssen 885 995 12,4
Abschreibungen -474 -481 -1,5
Wertaufholungen 56 0 -100,0
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse -52 -50 3,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 415 464 11,8

Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns stieg im Berichtsjahr von 415 Mio. € auf 464 Mio. €. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 481 Mio. € (Vorjahr: 474 Mio. €). Hiervon fielen 9 Mio. € außerplanmäßig an. Im Vorjahr standen den Abschreibungen von 474 Mio. € Wertaufholungen in Höhe von 56 Mio. € gegenüber. Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Vorjahres betrugen 25 Mio. €, von denen 11 Mio. € Sondereinflüsse waren. Das sonstige betriebliche Ergebnis, als Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, verbesserte sich um 85 Mio. € auf minus 75 Mio. €. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich ein Wert von minus 25 Mio. €, der um 128 Mio. € über dem entsprechenden Saldo des Vorjahres lag. Der Rückgang entstand im Wesentlichen durch niedrigere Aufwendungen aus Geschäften zur Wechselkurssicherung.

Die negativen Sondereinflüsse des Berichtsjahres von saldiert 50 Mio. € ergaben sich aus negativen Sondereinflüssen in Höhe von 56 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 6 Mio. € und standen im Wesentlichen in Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Im Vorjahr waren negative Sondereinflüsse von saldiert 7 Mio. € angefallen, die sich aus negativen Sondereinflüssen in Höhe von 106 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 99 Mio. € ergaben. Die negativen Sondereinflüsse, die mit 96 Mio. € EBITDA-wirksam waren, resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Beendigung der EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl (Deutschland) zum Ende des ersten Quartals 2016 sowie weiteren Maßnahmen im Rahmen des Programms „Let's LANXESS again". Die nicht EBITDA-wirksamen negativen Sondereinflüsse entfielen auf außerplanmäßige Abschreibungen im Rahmen der beabsichtigten Beendigung der Produktion am Standort Marl (Deutschland). Die positiven Sondereinflüsse, die mit 44 Mio. € EBITDA-wirksam waren, betrafen insbesondere Erträge aus der Veräußerung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Die nicht EBITDA-wirksamen positiven Sondereinflüsse entfielen im Wesentlichen auf die Wertaufholung von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte in Höhe von 56 Mio. €. Die Wertaufholungen betrafen mit 37 Mio. € unsere Business Unit High Performance Elastomers und mit 19 Mio. € die Business Unit Advanced Industrial Intermediates. Für Details zu den Sondereinflüssen verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Überleitung EBIT zum Konzernergebnis

2015 2016 Veränd. in %
Operatives Ergebnis (EBIT) 415 464 11,8
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Zinsergebnis -66 -63 4,5
Sonstiges Finanzergebnis -61 -62 -1,6
Finanzergebnis -127 -125 1,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339 17,7
Ertragsteuern -121 -144 -19,0
Ergebnis nach Ertragsteuern 167 195 16,8
davon: auf andere Gesellschafter entfallend 2 3 50,0
den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) 165 192 16,4

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf minus 125 Mio. nach minus 127 Mio. im Vorjahr. Aus at equity bewerteten Gesellschaften ergab sich in der Berichtsperiode wie im Vorjahr kein Ergebnisbeitrag. Das Zinsergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 3 Mio. auf minus 63 Mio. E. Das sonstige Finanzergebnis lag mit minus 62 Mio. ebenfalls nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Hier standen dem Ertrag aus der Veräußerung unserer Finanzbeteiligung an der Elemica Inc., Exton (USA), und im Vergleich zum Vorjahr geringeren Aufwendungen aus der Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen ein schlechteres Kursergebnis sowie Gebühren im Zusammenhang mit der Brückenfinanzierung der geplanten Chemtura Akquisition gegenüber.

Ergebnis vor Ertragsteuern

Aufgrund der Entwicklung des operativen Ergebnisses verbesserte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 51 Mio. auf 339 Mio. E.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2016 ergab sich ein Steueraufwand in Höhe von 144 Mio. nach 121 Mio. im Vorjahr. Die Steuerquote betrug 42,5 % gegenüber 42,0 % in der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis/Ergebnis je Aktie/Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

Das Konzernergebnis lag mit 192 Mio. um 27 Mio. über dem Vorjahreswert. Nach 2 Mio. im Vorjahr lag der auf andere Gesellschafter entfallende Ergebnisanteil bei 3 Mio. und resultierte nahezu ausschließlich aus der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO.

Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während der Berichtsperiode in Umlauf gewesenen LANXESS Aktien errechnet. Das Ergebnis je Aktie lag mit 2,10 über dem Wert des Vorjahres von 1,80 €. Darüber hinaus ermitteln wir ein Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, das nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist. Die Ermittlung erfolgte ausgehend vom Ergebnis je Aktie unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie darauf entfallender Steuereffekte. Vor dem Hintergrund der Übernahme des Spezialitätengeschäfts von Chemours sowie der geplanten Akquisition von Chemtura eignet sich ein entsprechend bereinigtes Ergebnis je Aktie besser zur Beurteilung und Vergleichbarkeit unserer Unternehmensleistung im Zeitablauf.# Financial Review

Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte lag bei 2,69 € nach 2,03 € im Vorjahr.

Überleitung Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

scroll in Mio. € 2015 2016
Konzernergebnis 165 192
Sondereinflüsse 1) 7 47
Abschreibungen/Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte 1) 30 31
Ertragsteuern auf dargestellte Anpassungen 1) -16 -24
Konzernergebnis vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 186 246

Ausstehende Aktien in Stück: 91.522.936 91.522.936
Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in €: 2,03 2,69

1) Ohne Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die den Anteilen anderer Gesellschafter zuzurechnen sind.

ENTWICKLUNG DER REGIONEN

Umsatz nach Verbleib

scroll 2015 2016 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
EMEA (ohne Deutschland) 2.325 29,4 2.254 29,3 -3,1
Deutschland 1.365 17,3 1.292 16,8 -5,3
Nordamerika 1.368 17,3 1.326 17,2 -3,1
Lateinamerika 830 10,5 788 10,2 -5,1
Asien/Pazifik 2.014 25,5 2.039 26,5 1,2
Gesamt 7.902 100,0 7.699 100,0 -2,6

EMEA (ohne Deutschland)

Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) sank um 71 Mio. € bzw. 3,1 % auf 2.254 Mio. €. Wechselkurs- und Portfolioeffekte hatten keinen nennenswerten Einfluss. Die Segmente ARLANXEO, High Performance Materials sowie Advanced Intermediates wiesen Umsatzrückgänge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich auf. Das Segment Performance Chemicals erreichte hingegen eine leichte Umsatzsteigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die rückläufige Entwicklung in der Region war vom Geschäftsverlauf in Frankreich, Belgien und Italien beeinflusst. Unterstützend wirkte die positive Nachfrageentwicklung unter anderem in der Türkei, der Schweiz, Portugal und der Slowakei.

Deutschland

In Deutschland erwirtschafteten wir im Geschäftsjahr 2016 mit 1.292 Mio. € einen Umsatz, der um 73 Mio. € bzw. 5,3 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Es ergaben sich keine wesentlichen Portfolioeinflüsse. Während das Segment ARLANXEO Umsatzeinbußen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich verzeichnete, gingen die Geschäfte der Segmente Advanced Intermediates und High Performance Materials um mittlere einstellige Prozentwerte zurück. Das Segment Performance Chemicals hingegen konnte seine Verkäufe leicht steigem.

Nordamerika

Der Umsatz in dieser Region lag mit 1.326 Mio. € um 42 Mio. € bzw. 3,1 % unter dem Wert des Vorjahres. Nach Bereinigung um positive Wechselkurseinflüsse sowie um Portfolioeffekte aus der Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours ergab sich hingegen ein Umsatzminus von 4,9 %. Wesentlichen Anteil daran hatte die Geschäftsentwicklung der Segmente AR-LANXEO und Advanced Intermediates mit Rückgängen im mittleren einstelligen beziehungsweise niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Auch das Segment Performance Chemicals lag unter dem Niveau des Vorjahres. Demgegenüber verzeichnete das Segment High Performance Materials Umsatzzuwächse im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Lateinamerika

In der Region Lateinamerika gingen die Umsätze um 42 Mio. € bzw. 5,1 % auf 788 Mio. € zurück. Bereinigt um geringfügige Wechselkurs- und Portfolioeinflüsse ergab sich ein Rückgang um 5,4 %. Ausschlaggebend für den Geschäftsverlauf war das Segment ARLANXEO mit dem größten absoluten Umsatzrückgang, der einer prozentualen Veränderung im mittleren einstelligen Bereich entsprach. Auch die übrigen Segmente zeigten einen rückläufigen Trend im niedrigen bis hohen einstelligen Prozentbereich. Der Geschäftsverlauf in der Region war vor allem beeinflusst durch den Umsatzrückgang in Brasilien, Mexiko und Argentinien.

Asien/Pazifik

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik stieg im Geschäftsjahr 2016 um 25 Mio. € bzw. 1,2 % auf 2.039 Mio. €. Nach Bereinigung um gegenläufige Wechselkurs- und geringfügige Portfolioeinflüsse ergab sich ein Zuwachs um 1,7 %. Dieser war im Wesentlichen auf den Geschäftsverlauf des Segments Performance Chemicals zurückzuführen, das einen Umsatzzuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich aufwies. Die weiteren Segmente hingegen verzeichneten leicht sinkende oder kaum veränderte Umsätze bei niedrigen einstelligen prozentualen Veränderungswerten. Wesentlichen Anteil an der positiven operativen Entwicklung in der Region hatten steigende Umsätze in China, Indien und Thailand, die aber zu großen Teilen durch Geschäftsrückgänge in Singapur, Korea, Japan und Hongkong kompensiert wurden.

SEGMENTDATEN

  • Advanced Intermediates: Relativ stabile Geschäftsentwicklung durch höhere Absatzmengen, jedoch herausforderndes Marktumfeld im Agrogeschäft
  • Performance Chemicals: Neuausrichtung und höhere Verkaufsmengen führen zu Umsatz-und Ergebnissteigerung
  • High Performance Materials: Deutliche Ergebnissteigerung durch höhere Absatzmengen bei profitableren Produktgruppen
  • ARLANXEO: Weiterhin herausfordernde Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken; niedrigere Verkaufspreise belasten Umsatz und Ergebnis

Advanced Intermediates

Kennzahlenüberblick

scroll 2015 2016 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
Umsatzerlöse 1.826 1.742 -4,6
EBITDA vor Sondereinflüssen 339 18,6 326 18,7 -3,8
EBITDA 338 18,5 328 18,8 -3,0
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 240 13,1 221 12,7 -7,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 258 14,1 223 12,8 -13,6
Auszahlungen für Investitionen 87 123 41,4
Abschreibungen / Wertaufholungen 80 105 31,3
Mitarbeiter Stand 31.12. 1) 3.259 3.335 2,3

1) Vorjahreswert angepasst.

Die Umsätze unseres Segments Advanced Intermediates lagen im Geschäftsjahr 2016 mit 1.742 Mio. € um 4,6 % bzw. 84 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Während die überwiegend rohstoffpreisbedingte Anpassung der Verkaufspreise zu einem negativen Preiseffekt von 6,4 % führte, wirkten gestiegene Absatzmengen mit 1,9 % umsatzerhöhend. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte nahezu keinen Einfluss auf den Umsatz. Während die Verkaufspreise in der Business Unit Advanced Industrial Intermediates rohstoffpreisbedingt unter dem Niveau des Vorjahres lagen, konnte die Business Unit Saltigo leicht höhere Verkaufspreise realisieren. Aufgrund der weiterhin guten Nachfrage in nahezu allen Endmärkten konnte die Business Unit Advanced Industrial Intermediates ihre Absatzmengen steigem. Die Business Unit Saltigo verzeichnete dagegen insbesondere im Bereich der kundenspezifischen Fertigung für die Agrochemie rückläufige Absatzmengen. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte sich bei beiden Business Units kaum aus. Der Umsatz lag in allen Regionen unter dem Niveau des Vorjahres. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates lag mit 13 Mio. € bzw. 3,8 % unter dem Vorjahreswert von 339 Mio. €. Gesunkene Energie- und Herstellkosten sowie leicht höhere Absatzmengen führten zu einer positiven Ergebnisentwicklung. Die Wechselkursentwicklung hatte keinen nennenswerten positiven Einfluss. Gegenläufig wirkte die Anpassung der Verkaufspreise, überwiegend aufgrund geringerer Einstandspreise für Rohstoffe. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 18,7 % nach 18,6 % geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2016 fielen insgesamt positive Sondereinflüsse von 2 Mio. € an, die vollständig EBITDA-wirksam waren und Auflösungen von in Vorjahren gebildeten Restrukturierungsrückstellungen betrafen. Im Vorjahr waren positive Sondereinflüsse von saldiert 18 Mio. € angefallen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Performance Chemicals

Kennzahlenüberblick

scroll 2015 2016 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
Umsatzerlöse 2.085 2.142 2,7
EBITDA vor Sondereinflüssen 326 15,6 374 17,5 14,7
EBITDA 313 15,0 371 17,3 18,5
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 238 11,4 280 13,1 17,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 225 10,8 277 12,9 23,1
Auszahlungen für Investitionen 139 118 -15,1
Abschreibungen 88 94 6,8
Mitarbeiter Stand 31.12. 1) 5.138 5.581 8,6

1) Vorjahreswert angepasst.

Im Segment Performance Chemicals stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr 2016 um 57 Mio. € bzw. 2,7 % auf 2.142 Mio. €. Der Anstieg resultierte insbesondere aus um 3,8 % gestiegenen Verkaufsmengen, während geringere Verkaufspreise zu einem Umsatzrückgang von 2,2 % führten. Aus der Eingliederung des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions-und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours in die Business Unit Material Protection Products ergab sich ein positiver Effekt auf den Umsatz in Höhe von 1,3 %. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte kaum Einfluss auf den Umsatz. Die Verkaufsmengen sämtlicher Business Units des Segments lagen über dem Niveau des Vorjahres, wobei die Business Unit Material Protection Products ihre Verkaufsmengen deutlich steigern und zudem die Verkaufspreise stabil halten konnte. In den anderen Business Units waren die Verkaufspreise rückläufig. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte sich in fast allen Business Units leicht negativ auf den Umsatz aus. In der Region Lateinamerika lag der Umsatz des Segments unter dem Niveau des Vorjahres. In allen übrigen Regionen verzeichnete das Segment einen positiven Geschäftsverlauf. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals stieg gegenüber dem Vorjahr um 48 Mio. € bzw. 14,7 % auf 374 Mio. €. Ergebnisverbessernd wirkten höhere Absatzmengen und vorteilhafte Wechselkurseinflüsse auf unsere Produktionskosten. Dem Effekt aus reduzierten Verkaufspreisen stand eine Kostenentlastung durch niedrigere Ein-standspreise für Rohstoffe gegenüber. Aus der Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours ergab sich ein leicht positiver Effekt. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg von 15,6 % auf 17,5 %. Im Berichtsjahr entfielen auf das Segment negative Sondereinflüsse in Höhe von 3 Mio. €€, die vollständig EBITDA-wirksam waren. Diese betrafen im Wesentlichen Effekte im Zusammenhang mit der Neubewertung der Vorräte, die im Rahmen der Akquisition des Spezialitätengeschäfts von Chemours vorgenommen wurde. Die negativen Sondereinflüsse des Vorjahres hatten sich auf 13 Mio. € belaufen und waren vollständig EBITDA-wirksam. Sie betrafen unter anderem Maßnahmen im Rahmen des Programms „Let's LANXESS again". Für Details verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

High Performance Materials

Kennzahlenüberblick

2015 2016 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
Umsatzerlöse 1.085 1.056 -2,7
EBITDA vor Sondereinflüssen 111 10,2 159
15,1 43,2
EBITDA 131 12,1 159
15,1 21,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 66 6,1 114
10,8 72,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 85 7,8 114
10,8 34,1
Auszahlungen für Investitionen 39 46 17,9
Abschreibungen 46 45 -2,2
Mitarbeiter Stand 31.12. 1.546 1.583 2,4

Vorjahreswerte entsprechend der neuen Segmentstruktur.

In unserem Segment High Performance Materials sanken die Umsätze im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % auf 1.056 Mio. €. Die Anpassung der Verkaufspreise aufgrund der an die Kunden weitergegebenen Entlastung durch niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe führte zu einem negativen Preiseffekt von 8,0 %. Umsatzerhöhend wirkten demgegenüber gestiegene Verkaufsmengen mit 5,6 %. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte nahezu keinen Einfluss auf den Umsatz. Während das Segment in der Region Nordamerika einen positiven Geschäftsverlauf zeigte, lag der Umsatz in den übrigen Regionen unter dem Niveau des Vorjahres. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments High Performance Materials lag mit 159 Mio. € deutlich über dem Wert des Vorjahres von 111 Mio. €. Höhere Absatzmengen in profitableren Produktgruppen sowie eine hohe Auslastung führten zu einer positiven Ergebnisentwicklung. Niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe hatten eine Anpassung der Verkaufspreise zur Folge. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments stieg von 10,2 % auf 15,1 %. Im Geschäftsjahr 2016 entfielen keine Sondereinflüsse auf das Segment. Im Vorjahr waren positive Sondereinflüsse von saldiert 19 Mio. € angefallen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

ARLANXEO

Kennzahlenüberblick

2015 2016 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
Umsatzerlöse 2.859 2.710 -5,2
EBITDA vor Sondereinflüssen 391 13,7 373
13,8 -4,6
EBITDA 376 13,2 375
13,8 -0,3
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 183 6,4 153
5,6 -16,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 195 6,8 155
5,7 -20,5
Auszahlungen für Investitionen 145 138 -4,8
Abschreibungen / Wertaufholungen 181 220 21,5
Mitarbeiter Stand 31.12. 3.491 3.463 -0,8

Vorjahreswerte entsprechend der neuen Segmentstruktur.

Im Segment ARLANXEO sanken die Umsätze im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 2.710 Mio. €. Die Entwicklung wurde in beiden Business Units wesentlich durch die Anpassung der Verkaufspreise beeinflusst, die zu einem negativen Preiseffekt von 9,2 % führte. Diese ergab sich insbesondere aus der anhaltend schwierigen Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken und den niedrigeren Einstandspreisen für Rohstoffe, die an die Kunden weitergegeben wurden. Die Absatzmengen konnten vor allem aufgrund der guten Nachfrage in der Region Asien/Pazifik in beiden Business Units gesteigert werden und wirkten sich mit 4,0 % positiv auf den Umsatz aus. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte nahezu keinen Einfluss auf den Umsatz. Der Umsatz lag in allen Regionen unter dem Niveau des Vorjahres. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments ARLANXEO lag mit 373 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres von 391 Mio. €. Der positive Einfluss aus der Kostenentlastung durch niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe wurde durch den Effekt aus reduzierten Verkaufspreisen aufgrund des anhaltenden Wettbewerbsdrucks deutlich überkompensiert. Ergebnisverbessernd wirkten höhere Verkaufsmengen, ein verbessertes Portfolio der abgesetzten Produkte, gesunkene Herstellkosten sowie vorteilhafte Wechselkurseinflüsse. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 13,8 % nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 13,7 %. Im Berichtsjahr entfielen auf das Segment positive Sondereinflüsse in Höhe von 2 Mio. €, die vollständig EBITDA-wirksam waren. Diese betrafen im Wesentlichen Auflösungen von Rückstellungen im Zusammenhang mit der Beendigung der EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl (Deutschland). Im Vorjahr waren positive Sondereinflüsse von saldiert 12 Mio. € angefallen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Überleitung

Kennzahlenüberblick

2015 2016 Veränd.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 47 49 4,3
EBITDA vor Sondereinflüssen -282 -237 16,0
EBITDA -325 -288 11,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen -305 -254 16,7
Operatives Ergebnis (EBIT) -348 -305 12,4
Auszahlungen für Investitionen 24 14 -41,7
Abschreibungen 23 17 -26,1
Mitarbeiter Stand 31.12. 1) 2.791 2.759 -1,1

1) Vorjahreswert angepasst.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Überleitung lag bei minus 237 Mio. € nach minus 282 Mio. € im Vorjahr. Die Veränderung war im Wesentlichen auf geringere Verluste aus der Absicherung von Wechselkursänderungen zurückzuführen. Die in der Überleitung gezeigten negativen Sondereinflüsse von saldiert 51 Mio. €, die vollständig EBITDA-wirksam waren, resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns. Im Vorjahr waren negative Sondereinflüsse von 43 Mio. € angefallen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel „Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

ERLÄUTERUNGEN ZUM EBIT UND EBITDA (VOR SONDEREINFLÜSSEN)

Zur besseren Beurteilung der operativen Geschäftstätigkeit und zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene beziehungsweise für die einzelnen Segmente ermitteln wir zusätzlich die Ergebnisgrößen EBITDA sowie EBITDA und EBIT vor Sondereinflüssen, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert sind. Diese Kennzahlen sind als Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für die nach IFRS erstellten Angaben zu sehen.

Überleitung zum EBIT/EBITDA

2015 2016 2015 2016
EBIT in Mio. € EBITDA in Mio. €
EBIT/EBITDA vor Sondereinflüssen 422 514 885 995
Advanced Intermediates 18 2 -1 2
Strategische Neuausrichtung / "Let's LANXESS again" -2 -2
Wertaufholungen 19
Sonstiges 1 2 1 2
Performance Chemicals -13 -3 -13 -3
Strategische Neuausrichtung / "Let's LANXESS again" -3 -3 1) -3 -3 1)
Sonstiges -10 0 -10 0
High Performance Materials 19 20
Strategische Neuausrichtung / "Let's LANXESS again" -1 -1
Veräußerung von Anlagevermögen 20 21
ARLANXEO 12 2 -15 2
Strategische Neuausrichtung / "Let's LANXESS again" 2) -47 2 -37 2
Veräußerung von Anlagevermögen 22 22
Wertaufholungen 37 0
Überleitung -43 -51 -43 -51
Strategische Neuausrichtung / "Let's LANXESS again" -34 -42 -34 -42
Sonstiges -9 -9 -9 -9
Summe Sondereinflüsse -7 -50 -52 -50
EBIT/EBITDA 415 464 833 945

1) Die Sondereinflüsse betrafen im Wesentlichen Effekte im Zusammenhang mit der Neubewertung der Vorräte, die im Rahmen der Akquisition des Spezialitätengeschäftes von Chemours vorgenommen wurde.
2) Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Beendigung der EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl (Deutschland).

Das EBITDA ist das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) zuzüglich Abschreibungen bzw. abzüglich Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen errechnen sich aus dem EBIT bzw. aus dem EBITDA ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen.

Vermögens- und Finanzlage

Vermögenslage

  • Gestiegene Bilanzsumme im Wesentlichen aufgrund der Sicherstellung der Finanzierung für die geplante Übernahme von Chemtura sowie durch die Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO
  • Eigenkapitalquote auf 37,7 % verbessert
  • Substanzieller Rückgang der Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren von 1.211 Mio. € auf 269 Mio. €

Bilanzstruktur

31.12.2015 31.12.2016 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 4.180 57,9 4.519
45,8 8,1
Kurzfristige Vermögenswerte 3.039 42,1 5.358
54,2 76,3
Bilanzsumme 7.219 100,0 9.877
100,0 36,8
Passiva
Eigenkapital (einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter) 2.323 32,2 3.728
37,7 60,5
Langfristiges Fremdkapital 2.936 40,7 4.516
45,7 53,8
Kurzfristiges Fremdkapital 1.960 27,1 1.633
16,6 -16,7
Bilanzsumme 7.219 100,0 9.877
100,0 36,8

Die Bilanzsumme des LANXESS Konzerns zum 31. Dezember 2016 betrug 9.877 Mio. €. Sie lag damit um 2.658 Mio. € bzw. 36,8 % über dem Wert zum Vorjahresende. Diese Entwicklung war insbesondere bedingt durch die Platzierung von drei Euroanleihen mit einem Nominalvolumen von jeweils 500 Mio. €, die der Finanzierung der geplanten Akquisition von Chemtura dienen. Darüber hinaus ergab sich ein Anstieg der Bilanzsumme durch den Zahlungsmittelzufluss aufgrund der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO in Höhe von ca. 1,2 Mrd. € sowie der korrespondierenden Erhöhung der im Eigenkapital ausgewiesenen Anteile anderer Gesellschafter. Das langfristige Vermögen erhöhte sich um 339 Mio. € auf 4.519 Mio. €. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen dabei um 266 Mio. € auf 4.013 Mio. €. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte war insbesondere bedingt durch die im Rahmen der Akquisition des Spezialitätengeschäfts von Chemours identifizierten immateriellen Vermögenswerte. Für weitere Informationen verweisen wir auf das Kapitel „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" des Anhangs. Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen bei 439 Mio.# Konzernabschluss

Erläuterungen zum Konzernabschluss

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalflussrechnung

€ und entsprachen nahezu dem Vorjahreswert von 434 Mio. €. Die Abschreibungen lagen mit 481 Mio. € um 7 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres von 474 Mio. €. Im Vorjahr standen den Abschreibungen Zuschreibungen aus der Wertaufholung in Höhe von 56 Mio. € gegenüber. Der Equity-Beteiligungsbuchwert lag wie im Vorjahr bei 0 Mio. €. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 81 Mio. € auf 442 Mio. €. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen sank von 57,9 % auf 45,8 % zum 31. Dezember 2016. Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 5.358 Mio. € um 2.319 Mio. € bzw. 76,3 % über dem Wert zum 31. Dezember 2015. Dieser Effekt war im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und resultierte hauptsächlich aus der Anlage liquider Mittel in Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren von insgesamt 2.125 Mio. €. Die Vorräte erhöhten sich im Wesentlichen mengen- und währungsbedingt um 80 Mio. € bzw. 5,9 % auf 1.429 Mio. €. Die Kennzahl zur Lagerreichweite (DSI) war mit 67,2 Tagen unverändert gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 132 Mio. € bzw. 13,8 % auf 1.088 Mio. €. Die Kennzahl zur Forderungsdauer (DSO) erhöhte sich von 47,6 Tagen auf 51,1 Tage. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem niedrigen Vorjahresniveau der Forderungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken um 11 Mio. € auf 355 Mio. €. Die liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte gingen im Berichtsjahr auf 40 Mio. € zurück (Vorjahr: 100 Mio. €). Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme betrug 54,2 % nach 42,1 % zum 31. Dezember 2015.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital gegenüber dem 31. Dezember 2015 um 1.405 Mio. € bzw. 60,5 % auf 3.728 Mio. €. Die Veränderung im Berichtszeitraum resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Anteile anderer Gesellschafter im Rahmen der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO in Höhe der Bareinlage (nach Transaktionskosten) von 1.194 Mio. €. Zum 31. Dezember 2016 lag der Anteil des Eigenkapitals an der Konzernbilanzsumme bei 37,7 % nach 32,2 % zum 31. Dezember 2015. Das langfristige Fremdkapital stieg zum 31. Dezember 2016 um 1.580 Mio. € auf 4.516 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben sich gegenüber dem Jahresende 2015 nur leicht um 34 Mio. € auf 1.249 Mio. € erhöht. Der Effekt aus gesunkenen Zinssätzen für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen (in Deutschland Rückgang von 3,0 % auf 2,0 %) wurde durch die Aufstockung des deutschen Pensionsvermögens zu weiten Teilen kompensiert. Der Anstieg der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 1.476 Mio. € auf 2.734 Mio. € zum 31. Dezember 2016 ist im Wesentlichen auf die Begebung der Anleihen zurückzuführen. Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag auf 45,7 % nach 40,7 % zum 31. Dezember 2015. Das kurzfristige Fremdkapital betrug 1.633 Mio. € und lag somit um 327 Mio. € bzw. 16,7 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2015, im Wesentlichen aufgrund der Tilgung einer fälligen Anleihe über 200 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 110 Mio. € auf 889 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch eine höhere Kapazitätsauslastung zum Jahresende. Die kurzfristigen derivativen Verbindlichkeiten sanken von 100 Mio. € auf 42 Mio. €. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 32 Mio. € auf 174 Mio. €, während die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen mit 406 Mio. € auf Vorjahresniveau waren. Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2016 bei 16,6 % nach 27,1 % zum Jahresende 2015. Die Nettofinanzverbindlichkeiten lagen mit 2.394 Mio. € zwar deutlich über dem Wert zum 31. Dezember 2015 von 1.211 Mio. €, nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren ergab sich allerdings ein Rückgang auf 269 Mio. €.

Die Entwicklung wesentlicher bilanzbezogener Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Kennzahlen scroll in % 2012 2013 2014 2015 2016
Eigenkapitalquote
Eigenkapital1) 31,0 27,9 29,8 32,2 37,7
Bilanzsumme
Vermögensquote
Langfristige Vermögenswerte 49,8 52,7 56,6 57,9 45,8
Bilanzsumme
Vermögensdeckungsgrad I
Eigenkapital1) 62,0 52,9 52,7 55,6 82,5
Langfristige Vermögenswerte
Vermögensdeckungsgrad II
Eigenkapital1) und langfristiges Fremdkapital 157,2 137,2 136,7 125,8 182,4
Langfristige Vermögenswerte
Finanzierungsstruktur
Kurzfristiges Fremdkapital 31,4 38,3 32,3 40,0 26,6
Fremdkapital

1) Eigenkapital einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter.

Investitionen

Im Jahr 2016 betrugen unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 462 Mio. € nach 457 Mio. € im Vorjahr. Von diesen waren 439 Mio. € (Vorjahr: 434 Mio. €) auszahlungswirksam. Abschreibungen fielen im gleichen Zeitraum in Höhe von 481 Mio. € (Vorjahr: 474 Mio. €) an. Im Vorjahr standen den Abschreibungen Zuschreibugen aus Wertaufholungen in Höhe von 56 Mio. € gegenüber. Darüber hinaus enthielten die Abschreibungen im Jahr 2016 außerplanmäßige Abschreibungen von 9 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €).

Die Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Berichtsjahr in folgenden Bereichen:
* Erweiterungs-, Instandhaltungs- und Neubaumaßnahmen
* Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit
* Projekte zur Steigerung der Anlagensicherheit, zur Qualitätsverbesserung und zur Einhaltung von Umweltschutzvorschriften

Bei etwa zwei Dritteln der im Jahr 2016 getätigten Investitionsausgaben handelte es sich um Investitionen in die Substanzerhaltung, der restliche Anteil betraf Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Regional gesehen entfielen im Berichtszeitraum 46 % unserer Investitionen auf Deutschland, 21 % auf die Region EMEA (ohne Deutschland), 16 % auf Nordamerika, 7 % auf Lateinamerika und 10 % auf die Region Asien/Pazifik.

Bei den Investitionen am Standort Deutschland handelte es sich im Wesentlichen um Kapazitätserweiterungs- und Anlagenmodernisierungsmaßnahmen sämtlicher Segmente, insbesondere aber der Business Unit Saltigo. Ein Teil der Investitionen in der Region EMEA (ohne Deutschland) entfiel auf weitere Produktionsoptimierungen im Rahmen der Neuausrichtung für die operative Wettbewerbsfähigkeit. Die Investitionen in der Region Asien/Pazifik betrafen vor allem den Neubau der im Berichtsjahr in Betrieb genommenen Anlagen für Eisenoxidrot-Pigmente sowie einer Misch- und Mahlanlage für anorganische Pigmente der Business Unit Inorganic Pigments in Ningbo (China).

Die Investitionen im Segment Advanced Intermediates betrugen 136 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €). Die Auszahlungen lagen mit 123 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €) über den Abschreibungen von 105 Mio. € (Vorjahr, mit Wertaufholungen saldiert: 80 Mio. €). Hierin enthalten sind Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Bau von zwei Mehrzweck-Produktionslinien der Business Unit Saltigo am Standort Leverkusen (Deutschland), der in 2016 begonnen hat. Die Produktion soll Ende 2017 aufgenommen werden.

Im Segment Performance Chemicals erfolgten Investitionen von 124 Mio. € (Vorjahr: 144 Mio. €), hiervon waren 118 Mio. € (Vorjahr: 139 Mio. €) auszahlungswirksam. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 94 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €). Eine wesentliche Investition stellte die mit modernster Verfahrenstechnik ausgestattete und im Berichtsjahr in Betrieb genommene Anlage für Eisenoxid-rot-Pigmente der Business Unit Inorganic Pigments im chinesischen Ningbo dar.

Im Segment High Performance Materials beliefen sich die Investitionen auf 47 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. € ), von denen 46 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen standen Abschreibungen von 45 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €) gegenüber. Ein Teil der Investitionen in diesem Segment ist auf den Kapazitätsausbau der zweiten Produktionsstraße für die Compoundierung von Hightech-Kunststoffen in Gastonia (USA) zurückzuführen. Die Inbetriebnahme dieser Anlage erfolgte Anfang des Jahres 2016. Darüber hinaus wurden in diesem Segment weitere Investitionen in die Produktionsoptimierung an den belgischen Standorten getätigt.

Im Segment ARLANXEO beliefen sich die Investitionen auf 138 Mio. € (Vorjahr: 151 Mio. €), von denen 138 Mio. € (Vorjahr: 145 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen standen Abschreibungen von 220 Mio. € (Vorjahr, mit Wertaufholungen saldiert: 181 Mio. €) gegenüber. Wesentlich waren in diesem Segment insbesondere die Investitionen der Business Unit Tire & Specialty Rubbers.

Finanzlage

  • Starker Cashflow aus operativer Tätigkeit
  • Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und aus investiver Tätigkeit durch Finanzierung der geplanten Übernahme von Chemtura und zwischenzeitlicher Geldanlage beeinflusst
  • Weiterhin solide Liquiditätsposition

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zu- und Abflüsse der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nach Arten der Geschäftstätigkeit.

Kapitalflussrechnung scroll in Mio. € 2015 2016 Veränd.
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339 51
Abschreibungen / Wertaufholungen 418 481 63
Sonstige Positionen -107 -84 23
Zufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung Nettoumlaufvermögen 599 736 137
Veränderung Nettoumlaufvermögen 93 -47 -140
Zufluss aus operativer Tätigkeit 692 689 -3
Abfluss aus investiver Tätigkeit -400 -2.879 -2.479
Zufluss/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -333 2.173 2.506
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit -41 -17 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember 366 355 -11
Free Cashflow 258 250 -8

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 137 Mio. € auf 736 Mio. €. Ausgangspunkt dafür war das um 51 Mio. € auf 339 Mio. € gestiegene Ergebnis vor Ertragsteuern. Die Abschreibungen in Höhe von 481 Mio. € lagen um 63 Mio. € über dem Vorjahreswert von 418 Mio. €, in dem allerdings Zuschreibungen von 56 Mio. € saldiert wurden.# Die sonstigen Positionen des Berichtsjahres enthalten unter anderem Steuerzahlungen, Effekte aus Geschäften zur Währungssicherung interner Finanzierungen sowie Auszahlungen für variable Vergütung. Aus der Entwicklung des Nettoumlaufvermögens im Vergleich zum 31. Dezember 2015 resultierte ein Mittelabfluss von 47 Mio. € gegenüber einem Mittelzufluss von 93 Mio. € im Vorjahr. Der Abfluss im Berichtszeitraum ergab sich insbesondere aus dem Anstieg der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen überkompensierte. Somit lag der Zufluss aus operativer Tätigkeit mit 689 Mio. € nach 692 Mio. € auf Höhe des Vorjahres. Aus investiver Tätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen aufgrund der Anlage der für die Finanzierung der Akquisition von Chemtura erhaltenen Mittel ein Mittelabfluss von 2.879 Mio. € nach 400 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit 439 Mio. € nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 434 Mio. €. Aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen resultierte eine Einzahlung von 7 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €). Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelzufluss von 2.173 Mio. € nach einem Mittelabfluss von 333 Mio. € im Vorjahr. Wesentliche Effekte im Geschäftsjahr waren die Einzahlung aus der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO sowie ein Mittelzufluss aus der Platzierung der Euroanleihen. Im Vorjahr hatte die Nettorückzahlung von Finanzschulden von 220 Mio. € einen wesentlichen Effekt dargestellt. Die Zinszahlungen und sonstigen Auszahlungen des Finanzbereichs lagen mit 73 Mio. € gegenüber 76 Mio. € im Jahr 2015 leicht unter Vorjahr. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre der LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2015 betrug 55 Mio. € nach 46 Mio. € im Vorjahr. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2016 aus der Geschäftstätigkeit eine zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von minus 17 Mio. € nach minus 41 Mio. € im Vorjahr. Nach Berücksichtigung der währungsbedingten und sonstigen Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 6 Mio. € resultierte zum Bilanzstichtag ein Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 355 Mio. € nach 366 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Zusammen mit dem im Jahresvergleich gesunkenen Bestand an liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristige Geldanlage liquider Mittel in Geldmarktfonds) von 40 Mio. € (Vorjahr: 100 Mio. €) verfügte der Konzern zum 31. Dezember 2016 über eine weiterhin solide Liquiditätsposition von 395 Mio. € nach 466 Mio. € zum Jahresende 2015. Der Free Cashflow als Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände verringerte sich um 8 Mio. € auf 250 Mio. €. Die Definition wurde gegenüber dem Vorjahr, in dem für diese Kennzahl die Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit herangezogen worden war, geändert.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

LANXESS verfolgt eine konservative Finanzpolitik und adressiert vorausschauend finanzielle Risiken. Dabei verfolgen wir die Absicht, dem operativen Geschäft zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, unabhängig von zyklischen Schwankungen der Real- bzw. der Finanzwirtschaft. Die Verschuldungshöhe orientiert sich im Wesentlichen an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich und steht zusammen mit dem Free Cashflow im Fokus des Finanzmanagements. Neben dem Liquiditätsrisiko erstreckt sich das Finanzmanagement auf weitere finanzwirtschaftliche Risiken, wie beispielsweise Zins- oder Währungsrisiken. Auch hier verfolgen wir das Ziel, unter anderem mittels derivativer Finanzinstrumente, die sich ergebenden finanziellen Risiken zu reduzieren und damit die Planungssicherheit zu erhöhen. Detailliert wird das Management dieser Risiken im Chancen- und Risikobericht dargestellt.

Rating des LANXESS Konzerns

Um die Ziele des Finanzmanagements zu erreichen, sind der Zugang zu den Kapitalmärkten sowie eine intakte Geschäftsbeziehung zu den nationalen und internationalen Geschäftsbanken notwendige Voraussetzungen. Entsprechend ist auch die nachhaltige Interaktion und Kommunikation mit Banken, Investoren und Ratingagenturen von wesentlicher Bedeutung. Die Ratingagenturen Standard & Poor's sowie Moody's haben im Geschäftsjahr 2016 mit BBB— bzw. Baa3 ihre Ratings von LANXESS bestätigt. Nach Ankündigung der Akquisition von Chemtura im September 2016 hat Standard & Poor's den Ausblick von „positiv" auf „negativ" gesenkt, während Moody's seinen Ausblick bei „stabil" beließ. Beide Ratingagenturen kommentierten die geplante Akquisition als positiv für das Geschäftsprofil von LANXESS, nennen aber auch die damit verbundenen Risiken.

Entwicklung der LANXESS Ratings und deren Ausblick seit 2012

2012 2013 2014 2015 2016
Standard & Poor’s BBB/stabil BBB/negativ BBB–/stabil BBB–/positiv BBB–/negativ
31.08.2012 27.06.2013 19.05.2014 24.09.2015 26.09.2016
Moody’s Investors Service Baa2/stabil Baa2/negativ Baa3/stabil Baa3/stabil Baa3/stabil
26.09.2012 14.08.2013 20.06.2014 02.07.2015 26.09.2016

Finanzierungsanalyse

LANXESS verfügte auch im Geschäftsjahr 2016 über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur und eine sehr solide Liquiditätslage. Die Finanzierung für die geplante Übernahme von Chemtura konnte bereits vollständig gesichert werden. Im Januar 2016 wurde zunächst ein Förderbankdarlehen in Höhe von 138 Mio. € mit vorhandenen Zahlungsmitteln zurückgezahlt. Die Bereitstellung eines bisher ungenutzten Förderbankdarlehens wurde darüber hinaus im Mai 2016 gekündigt. Eine im September 2016 fällige Euroanleihe in Höhe von 200 Mio. € konnte ebenfalls aus vorhandenen Zahlungsmitteln zurückgezahlt werden. Zur Finanzierung der geplanten Akquisition von Chemtura wurde im September 2016 eine Brückenfinanzierung in Höhe von 2,0 Mrd. € abgeschlossen. Es folgte eine schrittweise Aus-finanzierung am Kapitalmarkt durch die Platzierung von zwei Euroanleihen unter dem Debt-Issuance-Programm von LANXESS in Höhe von insgesamt 1,0 Mrd. € im Oktober 2016 und die Emission einer Hybridanleihe unter einem eigenständigen Prospekt in Höhe von 500 Mio. € im Dezember 2016. Das Volumen der Brückenfinanzierung wurde mit Begebung der Anleihen schrittweise reduziert und betrug per 31. Dezember 2016 noch 500 Mio. €. Über das bestehende Debt-Issuance-Programm können sehr flexibel Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt platziert werden. Zum 31. Dezember 2016 war der Finanzierungsrahmen von 5 Mrd. € durch die unter dem Programm begebenen Anleihen und Privatplatzierungen zu knapp 2,2 Mrd. € genutzt. Die Höhe des Debt-Issuance-Programms kann flexibel den künftigen Erfordernissen angepasst werden, um Handlungsspielräume zu sichern. Kapitalmarktfinanzierungen sind zentrale Bausteine im Finanzierungsmix von LANXESS, den wir stets auch vor dem Hintergrund einer ausreichenden Diversifikation unserer Finanzierungsquellen und unserer strategischen Unternehmensausrichtung hinterfragen. Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten verringerten sich von 443 Mio. € im Vorjahr auf 78 Mio. € zum 31. Dezember 2016. In nur geringem Umfang nutzten wir Finanzierungsleasing, welches unter den finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz geführt wird. Zum 31. Dezember 2016 entsprach die Höhe der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing mit 70 Mio. € in etwa dem Vorjahr. Operating Leasing wird im LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Der Mindestbetrag nicht abgezinster künftiger Leasing-und Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen beläuft sich auf 334 Mio. € nach 341 Mio. € im Vorjahr. LANXESS verfügte am 31. Dezember 2016 über keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungen, z. B. in Form von Factoring, Asset-Backed-Strukturen oder Projektfinanzierungen. In Summe nahmen die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen, durch die frühzeitige Finanzierung der Chemtura-Akquisition von 1.677 Mio. € im Jahr 2015 auf 2.789 Mio. € zum 31. Dezember 2016 zu. Die Nettofinanzverbindlichkeiten als die Summe der Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Zinsabgrenzungen und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtsjahr auf 2.394 Mio. € nach 1.211 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren betrugen sie zum Berichtsjahresende 269 Mio. €. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag bei fast 100 % und damit oberhalb des Vorjahresniveaus von 90 %. Dies resultierte insbesondere aus der Rückzahlung eines variabel verzinsten Förderbankdarlehens. Änderungen des Zinsniveaus haben in der momentanen Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Der Anteil der in Euro in Anspruch genommenen Kredite und Anleihen lag im Berichtsjahr mit durchschnittlich 98 % über dem Vorjahresniveau von 90 %. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz unserer Finanzverbindlichkeiten lag mit 2,7% zum Jahresende 2016 unterhalb des Vorjahreswertes von 3,8 %. Nachfolgende Übersicht zeigt detailliert die Finanzierungsstruktur von LANXESS zum 31. Dezember 2016 einschließlich der wesentlichen Liquiditätsreserven.

Finanzierungsstruktur

Instrument Betrag in Mio. € Laufzeit bis Zinssatz in % Financial Covenant
Euroanleihe 2011/2018 (500 Mio. €) 499 Mai 2018 4,125 nein
Euroanleihe 2016/2021 (500 Mio. €) 496 Oktober 2021 0,250 nein
Euroanleihe 2012/2022 (500 Mio. €) 496 November 2022 2,625 nein
Euroanleihe 2016/2026 (500 Mio. €) 500 Oktober 2026 0,750 nein
Art der Finanzverbindlichkeit Fälligkeit Zinssatz (%) Sicherheit
Euroanleihe 2016/2021 (1 Mrd. €) 2021 0,375 nein
Euroanleihe 2016/2026 (1,5 Mrd. €) 2026 1,125 nein
Hybridanleihe 2016/2076 (500 Mio. €) 2076 4,500 nein
Privatplatzierung 2012/2022 (100 Mio. €) 2022 3,500 nein
Privatplatzierung 2012/2027 (100 Mio. €) 2027 3,950 nein
Sonstige Kredite n/a nein
Finanzierungsleasing n/a nein
Summe Finanzverbindlichkeiten 2.789

Liquidität

Posten Betrag (Mio. €) Laufzeit
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 355 ≤ 3 Monate
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 40 ≤ 3 Monate
Summe Liquidität 395

Nettofinanzverbindlichkeiten

Posten Betrag (Mio. €)
Nettofinanzverbindlichkeiten 2.394
Termingelder und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 2.125
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 269

Unsere Finanzierungsstruktur hat sich durch die frühzeitige Liquiditätsbeschaffung zur Finanzierung der Akquisition von Chemtura deutlich verändert. Durch die Begebung von zwei Euroanleihen und einer Hybridanleihe sind neue Fälligkeiten von insgesamt 1,5 Mrd. € hinzugekommen. Dabei wurden die Laufzeiten der Anleihen so gewählt, dass ein ausgewogenes Fälligkeitenprofil erhalten bleibt und auch zukünftig ausreichend Möglichkeiten zum Abbau der Verschuldung bestehen. Ein Förderbankdarlehen sowie eine Anleihe in Höhe von 200 Mio. € wurden im Jahr 2016 zurückgezahlt. Zum Aufstellungszeitpunkt lagen keine Refinanzierungsrisiken vor. Die sonstigen Kredite betrafen im Wesentlichen Inanspruchnahmen von Tochtergesellschaften in China und Argentinien, die regelmäßig verlängert werden.

Liquiditätsanalyse

Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 355 Mio. €, liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten von 40 Mio. € sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten von 2.130 Mio. € verfügt LANXESS über weitere Liquiditätsreserven in Form von ungenutzten Kreditlinien. Die Geldanlagen erfolgen im Wesentlichen in bilaterale Anlagen bei Kreditinstituten, geldmarktnahe Fonds und Commercial Papers durch Konzerngesellschaften mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr. Die finanziellen Mittel werden zu rund 97 % in Konzerngesellschaften in Ländern mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr gehalten. Die übrigen rund 3 % werden in Gesellschaften mit regulierten Kapitalmärkten gehalten, in denen Beschränkungen zum Zahlungsmitteltransfer existieren. Dank der guten Liquiditätslage war unsere Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2016 jederzeit gesichert.

Die mit Abstand bedeutendste Kreditlinie für LANXESS ist die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,25 Mrd. € und mit einer Laufzeit bis Februar 2020. Sie wurde bislang nicht wesentlich in Anspruch genommen. Die Kreditlinie ist als Betriebsmittel- und Investitionslinie ausgestaltet und entspricht den Markt-Usancen des europäischen syndizierten Kreditmarkts für Investment-Grade-Unternehmen im BBB-Ratingbereich. Darüber hinaus besteht ein bisher ungenutzter Brückenfinanzierungsvertrag, welcher im September 2016 zur Finanzierung der Akquisition von Chemtura geschlossen wurde. Der Brückenfinanzierungsvertrag hatte zunächst ein Volumen von 2,0 Mrd. €. Das Volumen wurde mit der Begebung von zwei Euroanleihen und einer Hybridanleihe schrittweise nach unten angepasst und betrug per 31. Dezember 2016 noch 500 Mio. €. Keiner unserer wesentlichen Kreditverträge enthält Financial Covenants. Insgesamt verfügten wir zum 31. Dezember 2016 über nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von rund 1,8 Mrd. € nach 1,5 Mrd. € zum Ende des Vorjahres. In Summe ergibt sich aus dem Bestand liquider Mittel und ungenutzter Kreditlinien eine verfügbare Liquidität von rund 4,3 Mrd. €. Diese liegt rund 2,3 Mrd. € über dem Vorjahreswert. Der höhere Betrag steht in Zusammenhang mit der Vorbereitung der Akquisition von Chem-tura und der Sicherstellung unserer unternehmerischen Flexibilität. Sie ist Ausdruck unserer konservativen Finanzpolitik. Unsere Zahlungsfähigkeit ist kurzfristig und langfristig gesichert.

Bond Performance — Entwicklung des Credit Spread im Jahr 2016

Eine wichtige Kenngröße von Unternehmensanleihen ist neben der absoluten Kursentwicklung die relative Bewertung des unternehmensspezifischen Kreditrisikos im Vergleich zu einem Referenzzinssatz. Dieser Kreditrisikoaufschlag findet seinen Ausdruck im sogenannten Credit Spread. Die Entwicklung der LANXESS Credit Spreads verdeutlicht unseren weiterhin sehr wettbewerbsfähigen Zugang zu Kapitalmarktfinanzierungen.

GESAMTAUSSAGE DER UNTERNEHMENSLEITUNG ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 7.699 Mio. € um 2,6 % unter dem Wert des Vorjahres von 7.902 Mio. E. Das Geschäft des LANXESS Konzerns war im Jahr 2016 weiterhin von gesunkenen Verkaufspreisen aufgrund niedrigerer Einstandspreise für Rohstoffe geprägt. Insbesondere war hiervon unser Segment ARLANXEO aufgrund der weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation im Bereich der synthetischen Kautschuke betroffen. Unser Segment Advanced Intermediates verzeichnete einen Umsatzrückgang, der überwiegend auf eine rohstoffpreisbedingte Anpassung der Verkaufspreise zurückzuführen war. Im Segment Performance Chemicals ergaben sich mengen- und portfolio-bedingt höhere Umsätze. Im Segment High Performance Materials konnten höhere Absatzmengen nicht die rohstoffpreisbedingt gesunkenen Verkaufspreise kompensieren. Dank auf Konzernebene gestiegener Absatzmengen, umgesetzter Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit, sowie vorteilhafter Wechselkurseffekte konnten die Auswirkungen des herausfordernden Geschäftsverlaufs mehr als ausgeglichen werden. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im Geschäftsjahr 2016 um 12,4 % von 885 Mio. € auf 995 Mio. E. Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Absatzmengen und geringeren Fertigungskosten aufgrund der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit. Das Konzernergebnis sowie das Ergebnis je Aktie verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr von 165 Mio. € auf 192 Mio. € bzw. von 1,80 € auf 2,10 €. Die Ergebnisentwicklung schätzen wir insgesamt als positiv ein. Wir haben unseren konservativen Ansatz in der Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik auch 2016 beibehalten. Gemäß dem Grundsatz der Stetigkeit haben wir die Bewertungsmethoden und Ermessensspielräume im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr angewendet bzw. genutzt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO von 32,2 % auf 37,7 %. Die Bilanzsumme erhöhte sich aufgrund der Sicherstellung der Finanzierung für die geplante Übernahme von Chemtura sowie durch die Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO von 7.219 Mio. € auf 9.877 Mio. € Unsere Bilanz zeigt weiterhin eine solide Liquiditätsposition. Darüber hinaus sind weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form nicht genutzter Kreditlinien vorhanden. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag bei fast 100 % und damit oberhalb des Vorjahresniveaus von 90 %. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind frei von Financial Covenants. Unsere Nettofinanzverbindlichkeiten, unter Berücksichtigung von Termingeldanlagen mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen sowie von Anlagen in Wertpapieren, sanken um 942 Mio. € auf 269 Mio. E. Die Ratingagenturen Standard & Poor's sowie Moody's haben im Geschäftsjahr 2016 unsere Ratings mit BBB— bzw. Baa3 bestätigt. Nach Ankündigung der Akquisition von Chemtura hat Standard & Poor's den Ausblick von „positiv" auf „negativ" gesenkt, während Moody's seinen Ausblick bei „stabil" beließ. Unsere wirtschaftliche Lage sehen wir weiterhin positiv. Den Veränderungen und Herausforderungen, mit denen sich insbesondere die europäische Chemieindustrie konfrontiert sieht, begegnen wir mit unserem Programm zur weltweiten Neuausrichtung des LANXESS Konzerns. LANXESS soll durch die strategische Ausrichtung ein cashflowstarker und weniger zyklischer Spezialchemie-Konzern mit einem ausgewogeneren Portfolio werden.

MEHRPERIODENÜBERSICHT ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Kennzahlen scroll in Mio. € 2012 2013 2014 2015 2016
Ertragslage
Umsatzerlöse 9.094 8.300 8.006 7.902 7.699
EBITDA vor Sondereinflüssen 1.223 735 808 885 995
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 13,4% 8,9% 10,1% 11,2% 12,9%
EBITDA 1.186 624 644 833 945
EBIT vor Sondereinflüssen 847 288 402 422 514
EBIT 808 -93 218 415 464
EBIT-Marge 8,9% -1,1% 2,7% 5,3% 6,0%
Konzernergebnis 508 -159 47 165 192
Ergebnis je Aktie (€) 6,11 -1,91 0,53 1,80 2,10
Finanzlage
Cashflow aus operativer Tätigkeit 838 641 797 692 689
Abschreibungen / Wertaufholungen 378 717 426 418 481
Auszahlungen für Investitionen 696 624 614 434 439
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.483 1.731 1.336 1.211 2.394
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von Termingeldern und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 1.483 1.731 1.336 1.211 269
Vermögenslage
Bilanzsumme 7.519 6.811 7.250 7.219 9.877
Langfristige Vermögenswerte 3.747 3.592 4.101 4.180 4.519
Kurzfristige Vermögenswerte 3.772 3.219 3.149 3.039 5.358
Nettoumlaufvermögen 1.849 1.679 1.600 1.526 1.628
Eigenkapital (einschl. Anteilen anderer Gesell- schafter) 2.330 1.900 2.161 2.323 3.728
Pensionsrückstellungen 893 943 1.290 1.215 1.249
Kennzahlen
ROCE 15,6% 5,8% 7,9% 8,4% 6,9%
Eigenkapitalquote 31,0% 27,9% 29,8% 32,2% 37,7%
Vermögensquote 49,8 52,7 56,6 57,9 45,8
Vermögensdeckungsgrad I 62,2 52,9 52,7 55,6 82,5
Nettoumlaufvermögen / Umsatz 20,3% 20,2% 20,0% 19,3% 21,1%
Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) 17.177 17.343 16.584 16.225 16.721

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER LANXESS AG

Die LANXESS AG hat vor allem die Funktion einer strategischen Holding für den LANXESS Konzern. Die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens liegen in der Verantwortung des Vorstands. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Res-sourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns.# Ferner bestimmt die Konzernführungsgesellschaft die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigsten Zielgruppen des Unternehmensumfelds.

Die wirtschaftliche Entwicklung der LANXESS AG wird im Wesentlichen von den operativen Geschäftseinheiten des LANXESS Konzerns und der Entwicklung der Chemiebranche bestimmt. Das aus den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Beteiligungen resultierende Beteiligungsergebnis ist von zentraler Bedeutung für das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG. Demnach gelten insbesondere die Aussagen im Abschnitt Chancen- und Risikobericht im Wesentlichen auch für die LANXESS AG.

Der Jahresabschluss der LANXESS AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Umsatz und Ergebnis der LANXESS AG

Gewinn- und Verlustrechnung LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

Veränd. in % 2015 2016
scroll in Mio. €
Umsatzerlöse 50,0 4 6
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsätze erbrachten Leistungen -50,0 -4 -6
Bruttoergebnis vom Umsatz - 0 0
Allgemeine Verwaltungskosten 15,9 -44 -37
Sonstige betriebliche Erträge -90,6 32 3
Sonstige betriebliche Aufwendungen < -100 -4 -9
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit < -100 -16 -43
Beteiligungsergebnis > 100 252 762
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 14,3 7 8
Zinsergebnis -13,6 -44 -50
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -42,9 -7 -10
Finanzergebnis > 100 208 710
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11,9 -101 -89
Ergebnis nach Steuern > 100 91 578
Jahresüberschuss > 100 91 578
Gewinnvortrag > 100 7 43
Einstellung in andere Gewinnrücklagen - 0 -289
Bilanzgewinn > 100 98 332

Die Ertragslage der LANXESS AG wird wesentlich durch die Ergebnisabführung der LANXESS Deutschland GmbH bestimmt.

Der Umsatz der LANXESS AG lag mit 6 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 4 Mio. € und entfiel im Wesentlichen auf Dienstleistungen für die LANXESS Deutschland GmbH. Nach Abzug der Herstellungskosten, die im Wesentlichen Personalaufwendungen und angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung enthielten, ergab sich ein ausgeglichenes Bruttoergebnis vom Umsatz.

Die allgemeinen Verwaltungskosten verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 Mio. € bzw. 15,9 % auf 37 Mio. €. Sie betrafen vor allem Personal- und Sachkosten der Geschäftstätigkeit, die in keinem direkten Zusammenhang mit den Konzerndienstleistungen standen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Wesentlichen durch die geringere Auflösung von Rückstellungen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verschlechterte sich um 27 Mio. € auf minus 43 Mio. €.

Das Finanzergebnis, bestehend aus Beteiligungs- und Zinsergebnis, Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen, stieg um 502 Mio. € auf 710 Mio. €. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Gewinnabführung der LANXESS Deutschland GmbH, die mit 762 Mio. € um 510 Mio. € über dem Wert im Vorjahreszeitraum lag. Hierbei ergaben sich unter anderem aus der Begründung der strategischen Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken, einer Verschmelzung sowie den gesetzlichen Änderungen der handelsrechtlichen Bewertung von Pensionsverpflichtungen wesentliche Effekte.

Die Verschlechterung des Zinsergebnisses um 6 Mio. € auf minus 50 Mio. € hatte einen negativen Einfluss auf das Finanzergebnis. Die im Vorjahr durchgeführte Bündelung der externen Finanzierung bei der LANXESS AG wirkte sich im Berichtszeitraum erstmals im ganzen Geschäftsjahr aus.

Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultierte ein Aufwand von 89 Mio. €. Dieser setzte sich aus Steueraufwand für den Berichtszeitraum in Höhe von 68 Mio. € sowie für Vorjahre in Höhe von 21 Mio. € zusammen.

Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2016 betrug 577 Mio. € nach 91 Mio. € im Vorjahr. Die Gesellschaft wies zum 31. Dezember 2016 unter Berücksichtigung der Einstellung von 289 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) in andere Gewinnrücklagen sowie des Gewinnvortrags von 43 Mio. € einen Bilanzgewinn von 332 Mio. € aus. Im Vorjahr ergab sich ein Bilanzgewinn von 98 Mio. €.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der LANXESS AG

Bilanz LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

31.12.2015 Veränd. in % 31.12.2016 Veränd. in %
scroll
Mio. €
AKTIVA
Finanzanlagen 956 27,9 980 16,6
Anlagevermögen 956 27,9 980 16,6
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.035 59,3 2.510 42,4
Übrige Forderungen 21 0,6 1.985 33,5
Bankguthaben, Wertpapiere 411 12,0 415 7,0
Umlaufvermögen 2.467 71,9 4.910 82,9
Rechnungsabgrenzungsposten 9 0,2 29 0,5
Bilanzsumme 3.432 100,0 5.919 100,0
PASSIVA
Eigenkapital 1.518 44,2 2.041 34,5
Rückstellungen 145 4,2 130 2,2
Anleihen 1.400 40,8 2.700 45,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 148 4,3 23 0,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 219 6,4 1.021 17,2
Übrige Verbindlichkeiten 2 0,1 4 0,1
Verbindlichkeiten 1.769 51,6 3.748 63,3
Bilanzsumme 3.432 100,0 5.919 100,0

Bedingt durch die Funktion der LANXESS AG als strategische Holding ist die Bilanz von den Finanzanlagen, den Finanzverbindlichkeiten sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt.

Zum 31. Dezember 2016 lag die Bilanzsumme der LANXESS AG mit 5.919 Mio. € um 2.487 Mio. € bzw. 72,5 % über dem Wert des Vorjahres.

Das Anlagevermögen betrug 980 Mio. € und beinhaltete vor allem den Beteiligungsbuchwert der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von 739 Mio. € sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 198 Mio. €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme verringerte sich von 27,9 % auf 16,6 %.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich um 2.443 Mio. € bzw. 99,0 % auf 4.910 Mio. € und hatte einen Anteil an der Bilanzsumme von 83,0 % nach 71,9 % im Vorjahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassten 42,4 % der Bilanzsumme und resultierten im Wesentlichen aus kurzfristigen Darlehensforderungen, dem Finanzverrechnungsverkehr sowie Ergebnisabführungsansprüchen. Die Übrigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen nicht disponible Termingelder und hatten einen Anteil an der Bilanzsumme von 33,5 % nach 0,6 % im Vorjahr. Der Anteil der Bankguthaben und Wertpapiere an der Bilanzsumme verringerte sich von 12,0 % auf 7,0 %.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 523 Mio. € auf 2.041 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch den Jahresüberschuss in Höhe von 578 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung für das Jahr 2015. Die Eigenkapitalquote betrug 34,5 % nach 44,2 % zum Jahresende 2015.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 1.979 Mio. € auf 3.748 Mio. €. Die Entwicklung ist vor allem auf die Aufnahme neuer Anleihen in Höhe von 1.500 Mio. € sowie den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die mit 1.021 Mio. € um 802 Mio. € über dem Vorjahreswert lagen. Gegenläufig wirkte sich die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 200 Mio. € aus. Die Rückstellungen sanken um 15 Mio. € auf 130 Mio. € und betrafen insbesondere Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie Rückstellungen für gesetzliche und vertragliche Verpflichtungen.

Die Aufnahme der Anleihen in Höhe von 1.500 Mio. € erfolgte zur Sicherstellung der Finanzierung der geplanten Akquisition von Chemtura. Zum Bilanzstichtag waren die Finanzmittel in Termingeldern angelegt.

Mitarbeiter

Im LANXESS Konzern waren zum 31. Dezember 2016 insgesamt 16.721 Mitarbeiter tätig nach einer Zahl von 16.225 zum Vorjahresstichtag. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf lokale Gesetzesänderungen in Südafrika und China, gemäß denen externe Dienstleister ab einer bestimmten Dauer der Beschäftigung als Konzernmitarbeiter zu erfassen sind und auf die Akquisition des Spezialitätengeschäfts von Chemours zurückzuführen.

Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte der LANXESS Konzern in der Region EMEA (ohne Deutschland) 3.251 Mitarbeiter nach 3.143 Mitarbeitern im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten von 7.523 auf 7.600. In der Region Nordamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 1.418 nach 1.312 zum 31. Dezember 2015 und in Lateinamerika auf 1.435 nach 1.412 im Vorjahr. In der Region Asien/Pazifik beschäftigten wir zum Bilanzstichtag 3.017 Arbeitnehmer, das sind 182 mehr als noch vor Jahresfrist.

Unsere Belegschaft setzte sich aus 13.649 bzw. 81,6 % Männern und 3.072 bzw. 18,4 % Frauen zusammen. Die Zahl unserer Mitarbeiter nicht deutscher Nationalität belief sich auf 9.596. Darüber hinaus arbeiteten weltweit 1.003 Mitarbeiter befristet für den Konzern.

In der LANXESS AG waren zum Stichtag 135 Mitarbeiter nach 127 im Vorjahr beschäftigt.

Zum Jahresende 2016 waren insgesamt 533 Auszubildende in 18 unterschiedlichen Berufsbildern und sechs dualen Studiengängen tätig. Wir bilden damit auch weiterhin über den eigenen Bedarf hinaus aus. Im Geschäftsjahr 2016 haben wir in Deutschland 81 % (Vorjahr: 80 %) der Ausbildungsprüflinge übernommen.

In unseren deutschen Kerngesellschaften lag die Teilzeitquote zum Bilanzstichtag bei 7,0 %. Die Schwerbehindertenquote der deutschen Gesellschaften betrug 5,6 %. Darüber hinaus vergeben wir regelmäßig Aufträge an deutsche Behindertenwerkstätten.

Indikatoren für die Bewertung der Arbeitssicherheit bei LANXESS sind die Recordable Incident Rate (RIR) und die Million-Arbeitsstunden-Quote (MAQ). Die MAQ lag im Jahr 2016 bei 2,0 und damit erneut unter dem Niveau des Vorjahres. Die RIR, die eine international bessere Vergleichbarkeit ermöglicht, verbesserte sich von 0,9 im Vorjahr auf 0,7.

Der Personalaufwand belief sich konzernweit im Geschäftsjahr 2016 auf 1.467 Mio. € (Vorjahr: 1.432 Mio. €). Löhne und Gehälter machten mit 1.168 Mio. € (Vorjahr: 1.124 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben betrugen 194 Mio. € (Vorjahr: 198 Mio. €), die Aufwendungen für Altersversorgung 92 Mio. € (Vorjahr: 97 Mio. €).# €) und die Aufwendungen für soziale Unterstützung 13 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €). Der Personalaufwand der LANXESS AG belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 33 Mio. € nach 36 Mio. € im Vorjahr. Löhne und Gehälter machten mit 31 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben sanken von 10 Mio. € auf 2 Mio. €. Hiervon entfielen 1 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) auf die Aufwendungen für Altersversorgung.

Personalstrategie

Der langfristige unternehmerische Erfolg von LANXESS beruht ganz wesentlich auf der Verantwortungsbereitschaft, der Professionalität und der Lösungsorientierung unserer Mitarbeiter. Unsere globale Personalarbeit begleitet die tiefgreifenden Veränderungsprozesse im Konzern sowohl organisatorisch als auch kulturell und ist damit mehr denn je ein strategischer Erfolgsfaktor. Die Identität von LANXESS als Arbeitgeber ist nach der Neuausrichtung geprägt von fünf zentralen Werten: Respekt, Verantwortung, Vertrauen, Professionalität und Integrität. Wir pflegen eine Unternehmenskultur, bei der verantwortliches, moralisch einwandfreies Handeln und Streben nach Leistung sich nicht widersprechen, sondern ergänzen. LANXESS soll ein Unternehmen sein, dessen Erfolg vom persönlichen Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters angetrieben wird.

Organisatorisch waren 2016 die personalstrategische und operative Unterstützung der Ausgliederung von ARLANXEO, die Integration der Mitarbeiter, die wir im Zuge der Chemours-Transaktion übernommenen haben, und die Vorbereitung der geplanten Akquisition von Chemtura von besonderer Bedeutung. Hohe Aufmerksamkeit widmeten wir darüber hinaus der Erweiterung unseres Demografieprogramms Xcare. Neben der Entwicklung und Implementierung innovativer Instrumente, mit denen wir den demografischen Herausforderungen begegnen, ist es unser wichtigstes langfristiges personalstrategisches Ziel, weltweit eine Vielfalt an Talenten für LANXESS zu gewinnen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Unsere Vielfalt wollen wir insbesondere hinsichtlich Alter, Nationalität und Geschlecht stärken.

VERGÜTUNGSBERICHT

Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung umfassen insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns sowie die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens, wobei auch das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft sowohl insgesamt als auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt wird. Die Vergütungsstruktur ist ferner darauf ausgerichtet, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung setzt.

Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung der LANXESS AG am 28. Mai 2010 gebilligt. Es fand beim Abschluss aller Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands Anwendung. Die Bestandteile der Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind neben der festen Jahresvergütung die variablen Vergütungskomponenten Annual Performance Payment, Long Term Stock Performance Plan und Long Term Performance Bonus sowie die Altersversorgung. Die drei variablen Komponenten orientieren sich am jährlichen und insbesondere am mehrjährigen Erfolg von LANXESS. Der durchschnittliche Vergütungsmix bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung ist mit 31 % fester Jahresvergütung und 69 % variabler Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert. Die laufenden Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder weisen neben der Festvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsteile auf. Eine darüber hinausgehende, gesonderte Begrenzung der Gesamtvergütung auch unter Einschluss eines möglichen Ermessensbonus sehen sie nicht vor.

Vergütungsmix Vorstandsbezüge

Feste Jahresvergütung Annual Performance Payment Long Term Stock Performance Plan Long Term Performance Bonus
scroll in % 31 35 20 14 100
Feste Jahresvergütung

Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z. B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung vergleichbarer Unternehmen ausgerichtet.

Variable Vergütung

Die jährliche erfolgsabhängige Komponente der variablen Vergütung ist das Annual Performance Payment (APP). Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen und weiteren Bedingungen, die der Aufsichtsrat vor Beginn des jeweiligen Geschäftsjahres festgelegt hat, wie z. B. dem Erreichen bestimmter Ziele für das EBITDA vor Sondereinflüssen. Bei 100 %iger Zielerreichung entspricht das individuelle Budget des APP im Geschäftsjahr 2016 für Herrn Zachert 125 % und für die übrigen Vorstandsmitglieder 100 % der individuellen festen Jahresvergütung. Die maximale Höhe der Auszahlung wird jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt. Für das Geschäftsjahr 2016 ist die Auszahlung bei voller Zielerreichung auf jeweils 150 % des individuellen Budgets der Mitglieder des Vorstands beschränkt. Für das Geschäftsjahr 2017 ist die maximale Höhe der Auszahlung, entsprechend der für tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter geltenden Obergrenzen, auf 200 % des individuellen Budgets festgelegt. Die tatsächliche Auszahlung kann von den im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Weiteres Element der variablen Vergütung ist der sogenannte Long Term Stock Performance Plan (LTSP). Diese Vergütungskomponente bemisst sich nach der Kursentwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM als Referenzindex. Der LTSP berücksichtigt die vom Gesetzgeber geforderte stärkere Ausrichtung am mehrjährigen Unternehmenserfolg. Der LTSP erstreckt sich über vier jeweils vierjährige Tranchen und sieht eine mögliche Auszahlung pro Tranche bei Annahme einer 100%igen Zielerreichung von 30 % des individuellen Zieleinkommens vor. Die Teilnahme am LTSP erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für durchschnittlich fünf Jahre (LTSP 2010 - 2013) bzw. vier Jahre (LTSP 2014 - 2017) gesperrt. Nach Ablauf der Sperrfrist können die durch das LTSP gewährten Anrechte ausgeübt werden. Die Ausübungsfristen betragen grundsätzlich drei Jahre, für die Tranchen 2012 und 2013 fünf Jahre. Bei dem ab 2014 neu aufgelegten Programm LTSP 2014 - 2017 wird der MSCI World Chemicals Index als neuer Referenzindex herangezogen. Weitere wesentliche Änderungen gegenüber dem LTSP 2010 - 2013 wurden nicht vorgenommen. Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [15] erfolgten Angaben verwiesen.

Der auf das Geschäftsjahr 2016 entfallende Personalaufwand aus der anteilsbasierten Vergütung für aktive Vorstände beträgt für Herrn Zachert 1.966 T€ (Vorjahr: 450 T€), für Herrn Dr. Fink 293 T€ (Vorjahr: 0 T€), für Herrn Pontzen 293 T€ (Vorjahr: 0 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 879 T€ (Vorjahr: 245 T€). Der Personalaufwand für ehemalige Vorstandsmitglieder betrug für Herrn Dr. Düttmann 0 T€ (Vorjahr: 755 T€).

Der LTPB als dritte variable Komponente berücksichtigt ebenfalls eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Zielerreichungen werden erst nach zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APP-Zielerreichungen der beiden Geschäftsjahre. Unter der Annahme einer durchschnittlichen APP-Zielerreichung von 100 % beträgt der LTPB 45 % der festen Jahresvergütung. Die tatsächliche Auszahlung in den Jahren 2017 bzw. 2018 kann von den im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Bezüge des Vorstands

scroll Erfolgsunabhängige Bezüge Erfolgsbezogene Bezüge Bezüge aus gewährten LTSP-Anrechten
Festvergütung Sachbezüge und sonstige APP (einjährig)¹⁾ LTPB (mehrjährig) Anpassung für Vorjahre¹⁾ Barvergütung gesamt
Zum 31.12.2016 amtierende Vorstände
Matthias Zachert 2016 1.200 73 2.250 810 -82 4.251
2015 1.200 66 2.250 810') 4.326
Dr. Hubert Fink 2016 450 53 675 304⁴⁾ -7 1.475
(ab 1. Oktober 2015) 2015 113 14 169 76') 372
Michael Pontzen 2016 450 44 675 304⁴⁾ -20 1.453
(ab 1. April 2015) 2015 338 33 506 228') 1.105
Dr. Rainier van Roessel 2016 650 50 975 439⁴⁾ -38 2.076
2015 650 49 975 439') -31 2.082
Zum 31.12.2016 nicht mehr amtierende Vorstände
Dr. Bernhard Düttmann 2016
(bis 31. März 2015) 2015 163 15 187 73³) -31 407
Summe 2016 2.750 220 4.575 1.857 -147 9.255
Summe 2015 2.464 177 4.087 1.626 -62 8.292

1) Auszahlung in 2016 bzw. in 2017.
2) Auszahlung in 2015 bzw. in 2016.
3) Auszahlung zu jeweils 50 % in 2016 bzw. 2017.
4) Auszahlung zu jeweils 50 % in 2017 bzw. 2018.

1) Insgesamt ergeben sich Gesamtbezüge für den Vorstand in Höhe von 11.852 T€ (Vorjahr: 9.360 T€). Diese setzen sich aus erfolgsunabhängigen Komponenten von 2.970 T€ (Vorjahr: 2.641 T€), erfolgsbezogenen Komponenten von 6.285 T€ (Vorjahr: 5.651 T€) und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von 2.597 T€ (Vorjahr: 1.068 T€) zusammen. Im Rahmen des LTSP wurden den Vorständen im Geschäftsjahr insgesamt 1.740.000 Anrechte für 2016 und zusätzlich 1.350.000 Anrechte für 2012 sowie 1.350.000 Anrechte für 2013 gewährt.Im Vorjahr wurden insgesamt 1.200.000 Anrechte gewährt.

Altersversorgung

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall an die Hinterbliebenen erbracht werden. Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen von der Gesellschaft zu erbringenden Grundbeitrag in Höhe von jeweils 25 % der Festvergütung (Funktionseinkommen) und des APP vorsieht. Für den auf das APP bezogenen Beitrag wird, unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung, maximal der Betrag einer 100 %igen Zielerreichung zugrunde gelegt. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu leisten. Dieser Eigenbeitrag kann von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die für einzelne Vorstandsmitglieder als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze. Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) beliefen sich im Konzernabschluss 2016 auf insgesamt 1.173 T€ (Vorjahr: 1.640 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2016 aktiven Vorstände lag bei 16.033 T€ (Vorjahr: 11.903 T€).

Die Kosten für die im Jahr 2016 erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) bzw. der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2016 einschließlich erworbener Besitzstände betragen nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der IFRS für Herrn Zachert 659 T€ bzw. 4.522 T€ (Vorjahr: 597 T€ bzw. 2.716 T€), für Herrn Dr. Fink 142 T€ bzw. 3.162 T€ (Vorjahr: 43 T€ bzw. 2.322 T€), für Herrn Pontzen 228 T€ bzw. 1.607 T€ (Vorjahr: 432 T€ bzw. 1.018 TE) und für Herrn Dr. van Roessel 144 TE bzw. 6.742 TE (Vorjahr: 151 TE bzw. 5.847 T€). Auf den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Herrn Dr. Düttmann entfielen für die Zeit seiner Vorstandstätigkeit im Jahr 2015 Kosten von 417 T€.

Der nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB ermittelte Nettoaufwand der erworbenen Versorgungsansprüche belief sich im Jahresabschluss 2016 auf insgesamt 1.385 T€ (Vorjahr: 2.628 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2016 aktiven Vorstände lag bei 11.691 T€ (Vorjahr: 10.307 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2016 einschließlich erworbener Besitzstände beträgt nach den Rechnungslegungsgrundsätzen des HGB für Herrn Zachert 3.026 T€ (Vorjahr: 2.237 T€), für Herrn Dr. Fink 2.116 T€ (Vorjahr: 1.927 T€), für Herrn Pontzen 972 T€ (Vorjahr: 802 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 5.577 T€ (Vorjahr: 5.341 T€).

Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands lag zum 31. Dezember 2016 nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS bei 34.497 TE (Vorjahr: 30.318 TE) und nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bei 26.041 T€ (Vorjahr: 26.682 T€).

Leistungen in Zusammenhang mit bzw. nach der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Der Vorstand verfügt über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalten Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen jeweils zuzüglich des APP und LTPB bei Annahme einer 100%igen Zielerreichung sowie eine zeitanteilige Abgeltung der LTSP-Anrechte. Bei der Berechnung der im Fall des vorzeitigen Ausscheidens zu zahlenden Abfindung würden für Herrn Dr. Fink und Herrn Pontzen aufgrund der mit ihnen bestehenden Vereinbarungen die variablen Vergütungskomponenten LTPB und LTSP nicht berücksichtigt werden. Weiter gehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden.

Herr Dr. Düttmann ist zum 31. März 2015 im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand ausgeschieden und hat das Unternehmen verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die vertraglich vereinbarten Leistungen gewährt und ausgezahlt, einschließlich bereits er-dienter variabler Vergütungen für das Geschäftsjahr 2015. Am Ende seiner Dienstzeit ausstehende LTSP-Anrechte wurden mit 1,00 E pro Anrecht bewertet und ratierlich, in Abhängigkeit von der Länge der abgelaufenen Sperrfrist, abgegolten. Hieraus ergab sich im Vorjahr ein Anspruch von 857 T€. Darüber hinaus ist Herrn Dr. Düttmann eine Abfindung in Höhe von 3.380 T€ ausgezahlt worden, die sich aus zwei Zieleinkommen, bestehend aus der fes-ten Jahresvergütung zzgl. der variablen Bestandteile APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung, ergibt.

Herr Dr. Breuers hat das Unternehmen mit Auslaufen seines Dienstvertrags zum 31. Mai 2015 verlassen. Aus dem Vorstand ist er bereits zum 5. August 2014 ausgeschieden. Die Konditionen seiner Vergütung galten im vertraglich vereinbarten Umfang bis zu seinem Austritt aus dem Unternehmen weiter. Am Ende seiner Dienstzeit ausstehende LTSP-Anrechte wurden mit 1,00 € pro Anrecht bewertet und ratierlich, in Abhängigkeit von der Länge der abgelaufenen Sperrfrist, abgegolten. Hieraus ergab sich ein Anspruch von 729 T€. Darüber hinaus ist Herrn Dr. Breuers eine Abfindung in Höhe von 1.690 T€ zugesagt und ausgezahlt worden, die sich aus einem Zieleinkommen, bestehend aus einer festen Jahresvergütung zzgl. der variablen Bestandteile APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung, ergibt.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 1.244 T€ (Vorjahr: 3.673 T€).

Sonstiges

Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten. Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.

Individuelle Vergütung gemäß den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)

In den nachfolgenden Tabellen werden gemäß den Anforderungen des DCGK die für die Jahre 2015 und 2016 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie der jeweilige Zufluss (Auszahlungsbetrag) dargestellt. Bei den variablen Vergütungskomponenten wird nach Bezugsjahren differenziert. Die Angabe der gewährten Zuwendungen ist bei den variablen Vergütungskomponenten ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung.

Gewährte Zuwendungen (zum 31.12.2016 amtierende Vorstände)

scroll in T€

Matthias Zachert Dr. Hubert Fink
Vorsitzender des Vorstands Vorstandsmitglied
Eintritt 01.04.2014 Eintritt 01.10.2015
Zielwert 2015 Zielwert 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 Zielwert 2015 Zielwert 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016
Festvergütung 1.200 1.200 1.200 1.200 113 450 450 450
Nebenleistungen 66 73 73 73 14 53 53 53
Summe 1.266 1.273 1.273 1.273 127 503 503 503
Einjährige variable Vergütung (APP) 1.500 1.500 0 2.250 113 450 0 675
Mehrjährige variable Vergütung 1.261 1.876 0 5.670 152 649 0 1.924
LTPB (Tranche 2014-2015) - - - - 25 - - -
LTPB (Tranche 2015-2016) 540 - - - 127 - - -
LTPB (Tranche 2016-2017) - 540 0 810 - 203 0 304
LTSP 2010-2013 (Tranche 2012) - 356 0 1.620 - 119 0 540
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) - 243 0 1.620 - 81 0 540
LTSP 2014-2017 (Tranche 2015) 721 - - -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2016) - 737 0 1.620 - 246 0 540
Summe 4.027 4.649 1.273 9.193 392 1.602 503 3.102
Versorgungsaufwand 597 659 659 659 43 142 142 142
Gesamtvergütung 4.624 5.308 1.932 9.852 435 1.744 645 3.244

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Michael Pontzen Dr. Rainier van Roessel
Finanzvorstand Vorstandsmitglied
Eintritt 01.04.2015 Eintritt 01.01.2007
Zielwert 2015 Zielwert 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 Zielwert 2015 Zielwert 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016
Festvergütung 338 450 450 450 650 650 650 650
Nebenleistungen 33 44 44 44 49 50 50 50
Summe 371 494 494 494 699 700 700 700
Einjährige variable Vergütung (APP) 338 450 0 675 650 650 0 975
Mehrjährige variable Vergütung 253 649 0 1.924 640 661 0 1.219
LTPB (Tranche 2014-2015) 76 - - - - - - -
LTPB (Tranche 2015-2016) 177 - - - 293 - - -
LTPB (Tranche 2016-2017) - 203 0 304 - 293 0 439
LTSP 2010-2013 (Tranche 2012) - 119 0 540 - 3 0 0
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) - 81 0 540 - 10 0 0
LTSP 2014-2017 (Tranche 2015) - 347 - - -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2016) - 246 0 540 - 355 0 780
Summe 962 1.593 494 3.093 1.989 2.011 700 2.894
Versorgungsaufwand 432 228 228 228 151 144 144 144
Gesamtvergütung 1.394 1.821 722 3.321 2.140 2.155 844 3.038

Zufluss (zum 31.12.2016 amtierende Vorstände)

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| | Matthias Zachert | Dr. Hubert Fink | Michael Pontzen | Dr. |
| :------------------ | :--------------- | :-------------- | :-------------- | :-- |# Rainier van Roessel
Vorsitzender des Vorstands Vorstandsmitglied Finanzvorstand Vorstandsmitglied
Eintritt 01.04.2014 Eintritt 01.10.2015 Eintritt 01.04.2015 Eintritt 01.01.2007

2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016
Festvergütung 1.200 1.200 113 450 338 450 650 650
Nebenleistungen 66 73 14 53 33 44 49 50
Summe 1.266 1.273 127 503 371 494 699 700
Einjährige variable Vergütung (APP) 2.250 2.190 169 670 506 661 953 949
Mehrjährige variable Vergütung 405 788 38 188 114 260 343 427
LTPB (Tranche 2013-2014) -4
LTPB (Tranche 2014-2015) 405 -11 38 -1 114 -3 347 -6
LTPB (Tranche 2015-2016) 799 189 263 433
LTSP 2010-2013 (Tranche 2011)
LTSP 2010-2013 (Tranche 2012)
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013)
LTSP 2014-2017 (Tranche 2014)
Summe 3.921 4.251 334 1.361 991 1.415 1.995 2.076
Versorgungsaufwand 597 659 43 142 432 228 151 144
Gesamtvergütung 4.518 4.910 377 1.503 1.423 1.643 2.146 2.220

Gewährte Zuwendungen (zum 31.12.2016 nicht mehr amtierender Vorstand)

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Dr. Bernhard Düttmann

Finanzvorstand
Austritt 31.03.2015
Zielwert 2016
Zielwert 2016
(Min.)
Zielwert 2015
(Max.)
Zielwert 2016

2015 2016 2015 2016
Festvergütung 163
Nebenleistungen 15
1) Summe 178
Einjährige variable Vergütung (APP) 187
Mehrjährige variable Vergütung 37
LTPB (Tranche 2014-2015) -
LTPB (Tranche 2015-2016) 37
LTPB (Tranche 2016-2017) -
LTSP 2010-2013 (Tranche 2012) -
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2015) -
LTSP 2014-2017 (Tranche 2016) -
Summe 402
Versorgungsaufwand 417
Gesamtvergütung 819

Zufluss (zum 31.12.2016 nicht mehr amtierende Vorstände)

scroll in T€

Dr. Bernhard Düttmann Dr. Werner Breuers
Finanzvorstand Vorstandsmitglied
Austritt 31.03.2015 Austritt 05.08.2014
2015 2016
Festvergütung 163
Nebenleistungen 15 —1)
Summe 178
Einjährige variable Vergütung (APP) 165
Mehrjährige variable Vergütung 1.054
LTPB (Tranche 2013-2014) -4
LTPB (Tranche 2014-2015) 164
LTPB (Tranche 2015-2016) 37
LTSP 2010-2013 (Tranche 2011) 305
LTSP 2010-2013 (Tranche 2012) 255
LTSP 2010-2013 (Tranche 2013) 175
LTSP 2014-2017 (Tranche 2014) 122
Summe 1.397
Versorgungsaufwand 417
Gesamtvergütung 1.814

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LANXESS AG erhalten danach eine jährliche Festvergütung in Höhe von 80 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache der Festvergütung, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten zusätzlich ein Halb der festen Vergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich ein weiteres Halb der festen Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem anderen Ausschuss als dem Prüfungsausschuss den Vorsitz führen, erhalten zusätzlich ein Viertel der Festvergütung. Insgesamt erhält ein Mitglied des Aufsichtsrats jedoch maximal das Dreifache der Festvergütung. Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern ihre Auslagen erstattet. Zusätzlich erhalten die Aufsichtsratsmitglieder 1,5 T€ Sitzungsgeld für jede Aufsichtsratssitzung und für jede Ausschusssitzung, an der sie teilnehmen. Allerdings wird die Teilnahme an Sitzungen des Ausschusses gem. § 27 Abs. 3 MitbestG und des Nominierungsausschusses nicht vergütet. Für Aufsichtsratsmandate in Konzerngesellschaften wird an die Mitglieder des Aufsichtsrats nur eine Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von jeweils 5 T€ gezahlt. Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete variable Vergütungskomponente, die sich auf die gewöhnliche Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds (fünf Jahre) bezieht. Die variable Vergütungskomponente wird anders als die fixe Vergütung nicht jedes Jahr gezahlt, sondern nur einmal zum Ende der gewöhnlichen Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds. Ist ein Aufsichtsratsmitglied kürzer im Amt, vermindert sich der Betrag entsprechend. Ob die variable Vergütung zur Auszahlung gelangt, hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs von LANXESS im Vergleich zum Vergleichsindex Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM in den fünf Jahren vom Beginn des Mandats bis zum Ende des Mandats eines Aufsichtsratsmitglieds entwickelt. Verglichen werden der Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, in der die Aufsichtsratsmitglieder bestellt wurden, mit dem Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, mit deren Beendigung das Mandat der Aufsichtsratsmitglieder endet. Nur wenn der Aktienkurs sich besser als der Vergleichsindex entwickelt hat, wird die variable Vergütung fällig. Die genaue Höhe der variablen Vergütung bemisst sich wiederum danach, um wie viel sich der Aktienkurs besser als der Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren entwickelt. Bei einem Unterschied von bis zu 10 %-Punkten wird für diesen Zeitraum von fünf Jahren eine Vergütung von 50 T€ fällig, zwischen 10 und 20 %-Punkten 100 T€, darüber 150 T€. Im Geschäftsjahr 2016 kam es zu keiner Auszahlung der variablen Vergütung. Der erwartete Vergütungsanspruch für die laufenden Mandatszeiten der Aufsichtsratsmitglieder wurde zum 31. Dezember 2016 mit 600 T€ (Vorjahr: 1.200 T€) bewertet und als Rückstellung ausgewiesen. 68 von 191 Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen hat im Berichtszeitraum keines der Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Mandatstätigkeit die in der folgenden Tabelle aufgeführten Bezüge erhalten.

Vergütung des Aufsichtsrats

scroll in €

Jahr Feste Vergütung LANXESS AG Vergütung der Ausschusstätigkeit LANXESS AG Sitzungsgeld Feste Vergütung LANXESS Deutschland GmbH Gesamt
Dr. Rolf Stomberg, Vorsitzender 2016 240.000 18.000 5.000 263.000
2015 240.000 21.000 5.000 266.000
Ralf Sikorski, stellv. Vorsitzender 2016 103.388 40.000 18.000 5.000 166.388
(eingetreten am 13. Mai 2015) 2015 51.068 25.534 13.500 3.192 93.294
Gisela Seidel 2016 49.836 16.612 7.500 2.077 76.025
(ausgeschieden am 31. Mai 2016) 2015 105.753 40.000 21.000 5.000 171.753
Ulrich Freese 2016
(ausgeschieden am 13. Mai 2015) 2015 43.726 14.575 7.500 1.822 67.623
Axel Berndt 2016
(ausgeschieden am 13. Mai 2015) 2015 29.151 14.575 7.500 1.822 53.048
Werner Czaplik 2016 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
(eingetreten am 13. Mai 2015) 2015 51.068 25.534 10.500 3.192 90.294
Dr. Hans-Dieter Gerriets 2016 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
2015 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
Dr. Heike Hanagarth 2016 40.219 6.000 2.514 48.733
(eingetreten am 1. Juli 2016) 2015
Dr. Friedrich Janssen 2016 80.000 80.000 16.500 5.000 181.500
2015 80.000 94.575 21.000 5.000 200.575
Robert J. Koehler 2016
(ausgeschieden am 13. Mai 2015) 2015 29.151 14.575 3.000 1.822 48.548
Rainer Laufs 2016
(ausgeschieden am 13. Mai 2015) 2015 29.151 14.575 7.500 1.822 53.048
Thomas Meiers 2016 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
2015 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
Claudia Nemat 2016 39.781 19.891 4.500 2.486 66.658
(ausgeschieden am 30. Juni 2016) 2015 80.000 25.534 13.500 5.000 124.034
Lawrence A. Rosen 2016 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
(eingetreten am 13. Mai 2015) 2015 51.068 25.534 6.000 3.192 85.794
Hans-Jürgen Schicker 2016
(ausgeschieden am 30. Juni 2015) 2015 39.671 19.836 9.000 2.479 70.986
Manuela Strauch 2016 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
(eingetreten am 1. Juli 2015) 2015 40.329 20.164 13.500 2.521 76.514
Ifraim Tairi 2016 46.776 15.847 9.000 2.924 74.547
(eingetreten am 1. Juni 2016) 2015
Theo H. Walthie 2016 80.000 55.847 19.500 5.000 160.347
2015 80.000 40.000 21.000 5.000 146.000
Dr. Matthias L. Wolfgruber 2016 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
(eingetreten am 13. Mai 2015) 2015 51.068 25.534 9.000 3.192 88.794
Summe 2016 1.160.000 468.197 190.500 60.001 1.878.698
Summe 2015 1.161.204 480.545 220.500 60.056 1.922.305

1) Beträge ohne Umsatzsteuer.

BERICHTERSTATTUNG NACH §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGE

Zu den Vorschriften der §§ 289 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 und 315 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 HGB geben wir folgende Erläuterungen ab:

  1. Zum 31. Dezember 2016 beträgt das Grundkapital der LANXESS AG 91.522.936 € und ist eingeteilt in 91.522.936 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien bestimmen sich nach dem Aktiengesetz.

  2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Teilnehmer an Mitarbeiter-Aktienprogrammen einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Aktien.

  3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der LANXESS AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden uns nicht gemeldet.

  4. Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

  5. Über Mitarbeiter-Aktienprogramme sind Arbeitnehmer direkt am Kapital der LANXESS AG beteiligt. Es bestehen keine Beschränkungen, die Kontrollrechte aus diesen Aktien unmittelbar auszuüben.

  6. Für die Bestellung und Abberufung des Vorstands gelten die §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig.# Governance

Die Bestellung erfordert mindestens zwei Drittel der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Für Satzungsänderungen ist gemäß § 179 AktG die Hauptversammlung zuständig. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden nach § 17 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreibt. Weitere Regelungen in der Satzung werden hierzu nicht getroffen. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung der LANXESS AG beschließen.

Vorstandsbefugnisse

Eigene Aktien

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 20. Mai 2016 den Vorstand ermächtigt, bis zum 19. Mai 2021 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden. Unter anderem kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Auch ist der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien Personen, die im Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen oder standen, zum Erwerb anzubieten (Belegschaftsaktien).

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 13. Mai 2015 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. Mai 2018 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinn-schuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 18.304.587 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen.

Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 18.304.587 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 13. Mai 2015 bis zum 22. Mai 2018 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen, die in der Ermächtigung näher bezeichnet werden. Bei seiner Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wird der Vorstand insgesamt die ihm in der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 erteilten Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre nur zu einer Erhöhung des Grundkapitals in Höhe von maximal 20 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals nutzen wird. An diese Beschränkungen hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat.

Genehmigtes Kapital I und II

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand kann dabei das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 2 der Satzung ausschließen. Unter anderem kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10% des Grundkapitals überschreiten.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.304.587 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand kann dabei das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 3 der Satzung ausschließen. Der Vorstand kann beispielsweise das Bezugsrecht ausschließen, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Des Weiteren kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10% des Grundkapitals überschreiten.

Bei seiner Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aus dem genehmigten Kapital II wird der Vorstand die ihm in der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 erteilten Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre nur zu einer Erhöhung des Grundkapitals in Höhe von maximal 20 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals nutzen. Die unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen ausgegebenen Aktien aus dem genehmigten Kapital II sollen insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung vorhandenen Grundkapitals nicht überschreiten. An diese Beschränkungen hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat.

Dienstverträge und Schuldverschreibungen

Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG enthalten Regelungen über ein mögliches Ausscheiden der Mitglieder des Vorstands bei einem Kontrollwechsel. Diese sind im Vergütungsbericht des Lageberichts dargestellt. Solche Vereinbarungen bestehen auch zwischen der Gesellschaft und Mitarbeitern der ersten Führungsebene, jedoch zu anderen Konditionen.

Weiterhin können die Bedingungen für die Platzierungen von Schuldverschreibungen, die unter dem bei der Gesellschaft bestehenden Debt-Issuance-Programm ausgegeben werden, Change-of-Control-Klauseln vorsehen, die in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen zu einem Rückgaberecht der Gläubiger führen können. Dies ist der Fall für die von der LANXESS Finance B.V. begebenen und 2015 von der LANXESS AG übernommenen Euroanleihen im Volumen von 500 Mio. € aus dem Geschäftsjahr 2011 sowie im Volumen von 500 Mio. € aus dem Geschäftsjahr 2012. Entsprechende Change-of-Control-Klauseln sehen die Bedingungen für zwei im Geschäftsjahr 2012 unter dem Debt-Issuance-Programm durch die LANXESS Finance B.V. erfolgte Privatplatzierungen im Volumen von jeweils 100 Mio. € vor. Diese sind zwischenzeitlich ebenfalls von der LANXESS AG übernommen worden. Ebenso sehen die Bedingungen für die unter dem Debt-Issuance-Programm durch die LANXESS AG mit unterschiedlichen Fälligkeiten im Geschäftsjahr 2016 begebenen Schuldverschreibungen im Volumen von (i) 500 Mio.# € (Fälligkeit 2021) und (ii) 500 Mio. € (Fälligkeit 2026) entsprechende Change-of-Control-Klauseln vor. Auch die Bedingungen der von der LANXESS AG ebenfalls im Geschäftsjahr 2016 begebenen nachrangigen Hybrid-Schuldverschreibungen im Volumen von 500 Mio. € enthalten eine Change-of-Control Klausel. Hiernach hat die LANXESS AG im Falle eines Kontrollwechsels in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen den Gläubigern einen erhöhten Zinssatz zu zahlen, wenn die Gesellschaft nicht von dem zugleich zur Verfügung stehenden Kündigungsrecht Gebrauch macht. Zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium besteht ein Vertrag über einen Kreditrahmen von derzeit 1.250 Mio. €. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Zudem besteht zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium ein weiterer, im Zusammenhang mit dem Erwerb der Chemtura Corporation abgeschlossener Brückenfinanzierungsvertrag über einen mittlerweile auf 500 Mio. € reduzierten Kreditrahmen, der ebenfalls nicht mehr in Anspruch genommen werden kann, wenn eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % an der LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Darüber hinaus besteht nach Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und dem LANXESS Pension Trust e.V. die Verpflichtung der Gesellschaft, im Falle eines Kontrollwechsels erhebliche Einzahlungen an den LANXESS Pension Trust e.V. vorzunehmen. Im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Vertrags mit Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A. zur Gründung einer strategischen Partnerschaft für synthetischen Kautschuk, an der beide einen Anteil von je 50 % halten, wurde im Shareholders' Agreement vereinbart, dass im Falle des Kontrollwechsels bei einem der Gesellschafter der andere Gesellschafter berechtigt ist, die Anteile des anderen Gesellschafters zu einem reduzierten Preis zu übernehmen.
9. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG sowie Anstellungsverträge von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene der LANXESS AG enthalten Entschädigungsvereinbarungen für dort näher definierte Fälle eines Kontrollwechsels.

BERICHTERSTATTUNG NACH § 289A HGB

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 289a des Handelsgesetzbuches vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben. Die Erklärung ist den Aktionären zugänglich gemacht worden und kann unter www.lanxess.de, Investor Relations, Corporate Governance, jederzeit eingesehen werden.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Im folgenden Konjunkturausblick wird unsere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung dargestellt. Im Anschluss an den Prognosebericht gehen wir auf Chancen und Risiken ein, aus denen sich Abweichungen gegenüber der Prognose ergeben können.

Konjunkturausblick

Die eingeläutete Zinswende in den USA, auch wenn diese in verhaltenen Schritten vollzogen wird, erhöht das Risiko volatiler Wechselkurse. Durch niedrige Rohstoffpreisniveaus erwarten wir in den jeweiligen Exportländern Wachstumseinbußen. Eine Verschärfung der Krisensituation im Nahen Osten könnte das globale Wachstum im Berichtsjahr 2017 beeinträchtigen, ebenso wie die weiterhin ungelösten Probleme im Bankensektor und die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte der Länder. In Europa könnte das Wachstum durch den Brexit und die damit verbundenen unklaren wirtschaftlichen Auswirkungen gedämpft werden. In den USA können die geplanten Fiskalmaßnahmen zu einer zusätzlichen Belebung des Wachstums führen, wohingegen wir im Falle einer Umsetzung von Maßnahmen des Protektionismus, insbesondere in den USA, von einem weiter sinkenden globalen Wachstum ausgehen.

Für 2017 sehen wir für die Weltwirtschaft ein moderates Wachstum von 2,5 %, das hauptsächlich von der Wirtschaftsentwicklung im asiatisch-pazifischen Raum getragen wird. China sollte trotz der leichten Abschwächung der Wachstumsraten weiterhin der Treiber der Wachstumsdynamik in Asien sein. Das Wachstum in EMEA (inklusive Deutschland) verläuft mit 1,5 % weiterhin auf niedrigem Niveau, vor allem mit Blick auf den Brexit, der die niedrigen Aussichten in Europa zusätzlich dämpft. In Amerika wird ein erwartetes Wachstum von 2,0 % durch hohen Konsum angetrieben. Für die Chemieindustrie erwarten wir einen Produktionszuwachs von 3,5 %.

Erwartetes Wachstum 2017

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1)
Bruttoinlandsprodukt
Amerika 2,0
EMEA (inklusive Deutschland) 1,5
Asien/Pazifik 4,0
Welt 2,5
1) Gerundet auf 0,5 %. Quelle: Eigene Einschätzungen und IHS Global Insight

Die erwartete Entwicklung unserer Absatzmärkte kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2017

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1)
Reifen
Amerika 4,0
EMEA (inklusive Deutschland) 1,0
Asien/Pazifik 2,5
Welt 2,0
1) Gerundet auf 0,5 %. Quelle: Eigene Einschätzungen und IHS Global Insight

Prognosebericht

Erwartete Ertragslage LANXESS Konzern

Im Geschäftsjahr 2017 erwarten wir, dass sich unser existierendes Geschäft leicht positiv entwickeln wird. Das prognostizierte moderate Wachstum der globalen Wirtschaft sollte einen entsprechenden Beitrag für unsere Ertragsentwicklung leisten. Für das Segment Advanced Intermediates nehmen wir in 2017 eine insgesamt stabile Geschäftsentwicklung auf Vorjahresniveau an. In unserem Segment Performance Chemicals sehen wir im Vergleich zum Vorjahr eine leicht bessere Geschäftsentwicklung. Von dem Ende August 2016 von Chemours erworbenen Spezialitätengeschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen versprechen wir uns für 2017 einen positiven Beitrag zur Entwicklung des Segments. Unser Segment High Performance Materials, welches das Geschäft mit Leichtbau-Kunststoffen für Anwendungen in der Automobilindustrie und Elektro-/Elektronikindustrie enthält, sollte sich im laufenden Jahr auf Höhe des Vorjahres entwickeln. Die Geschäftsentwicklung unseres Segmentes ARLANXEO sehen wir für das Jahr 2017 weiterhin als herausfordernd an. Der bereits bestehende Preisdruck bei unserem technischen Kautschuk EPDM wird aufgrund der existierenden Überkapazitäten auch in 2017 anhalten, wohingegen wir eine moderate Verbesserung für unseren Butyl-Kautschuk erwarten. Insgesamt sehen wir hier für das Geschäftsjahr 2017 eine leichte Verschlechterung. Die zentrale Währung für unsere Kautschukgeschäfte ist der US-Dollar. Diesen erwarten wir im Jahresdurchschnitt auf dem Niveau des Vorjahres. Im Segment Überleitung gehen wir im Vergleich zum Vorjahr von geringeren Aufwendungen für die Absicherung von Wechselkursschwankungen (Hedgegeschäft) aus.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung in unseren Segmenten gehen wir für das Gesamtjahr 2017 von einem leicht höheren EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr aus. Hierin sind die erwarteten Kostensenkungen aus unserer Neuausrichtung, aber auch ein Beitrag aus dem akquirierten Spezialitätengeschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen von Chemours berücksichtigt. Darüber hinaus steht das Geschäftsjahr 2017 bei LANXESS im Zeichen des Integrationsprozesses und der weiteren strategischen Neuausrichtung des Konzerns, insbesondere nach dem Abschluss der Akquisition des US-amerikanischen Chemieunternehmens Chemtura, welcher bis Mitte des Jahres 2017 erwartet wird und der somit einen zusätzlichen Beitrag zur oben beschriebenen erwarteten Ergebnisentwicklung in 2017 leisten würde. Zudem werden wir auch unsere bereits in 2015 angekündigten organischen Wachstumsprojekte weiter vorantreiben. Wir gehen davon aus, dass es im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere bei den petrochemischen Rohstoffen, zu Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten kommen wird. Die nun schon seit mehreren Jahren anhaltende, zum Teil erhebliche Volatilität der Rohstoffpreise wird sich nach unserer Erwartung auch in Zukunft fortsetzen. Die wesentliche Währung für unsere Geschäfte bleibt auch künftig der US-Dollar.

Erwartete Finanzlage LANXESS Konzern

Liquiditätssituation

LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik im laufenden Jahr fortsetzen. Angesichts der im Abschnitt Finanzlage beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln und ungenutzten Kreditlinien, die zum Jahresende 2016 rund 4,3 Mrd. € betrugen, verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation. Damit ist sowohl kurzfristig die Liquidität für den geplanten Abschluss der Übernahme von Chemtura, als auch langfristig die unternehmerische Flexibilität zur Umsetzung der Strategie gesichert.

Investitionen

Unsere Investitionen werden sich wie bereits im vergangenen Geschäftsjahr hauptsächlich auf die Instandhaltung bestehender Produktionsstandorte sowie auf die Effizienzsteigerung und Erweiterung vorhandener Anlagen fokussieren. In unserer Business Unit Saltigo kündigten wir bereits Ende 2015 Investitionen in zwei neue Produktionsstraßen im Zentralen Technikum Organisch (ZeTO) in Leverkusen (Deutschland) in Höhe von rund 60 Mio. € an. Ende 2017 sollen diese dort anlaufen. Wir erwarten in Summe rund 450-500 Mio. € auszahlungswirksame Investitionen in 2017. Wir streben damit nach wie vor einen ausgewogenen Investitionszyklus an, der uns finanziellen Spielraum verschafft.

Finanzierungsmaßnahmen

LANXESS ist aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt. Die Finanzierung der Chemtura-Übernahme wurde bereits in 2016 gesichert. Daher erwarten wir, dass LANXESS in 2017 die Übernahme von Chemtura sowie Investitionen aus liquiden Mitteln und bestehenden Kreditlinien abdecken kann. Gleiches gilt für die erwartete Dividendenzahlung. In 2017 stehen keine wesentlichen Fälligkeiten zur Refinanzierung an.# Erwartete Ertragslage der LANXESS AG

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir für den Einzelabschluss der LANXESS AG einen gegenüber dem Jahr 2016 deutlich geringeren Jahresüberschuss. Das Vorjahr war durch Sondereffekte aus der Gründung von ARLANXEO, einer Verschmelzung sowie der gesetzlichen Änderungen der handelsrechtlichen Bewertung von Pensionsverpflichtungen beeinflusst. Das Ergebnis ist neben den Verwaltungskosten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als strategische Management Holding vom Finanzergebnis und hier insbesondere vom Zins-und Beteiligungsergebnis geprägt. Aufgrund der veränderten Finanzierungsstruktur ist von einem niedrigeren Zinsergebnis auszugehen. Das Beteiligungsergebnis und damit das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG wird wesentlich von den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Gesellschaften des LANXESS Konzerns bestimmt. Wir verfolgen auch weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik und gehen davon aus, bei der LANXESS AG einen Bilanzgewinn zu erzielen, der es ermöglicht, unsere Aktionäre im kommenden Jahr angemessen am Ergebnis des Konzerns zu beteiligen.

Dividendenpolitik

LANXESS verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Bei den künftigen Dividendenvorschlägen ist es unser Ziel, die Dividende wenn möglich zu erhöhen, mindestens aber auf einem stabilen Niveau zu halten. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der LANXESS AG werden der Hauptversammlung am 26. Mai 2017 eine Dividende von 0,70 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2016 vorschlagen.

Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Wir erwarten, dass sich unser Geschäft im laufenden Jahr leicht positiv entwickeln wird. Das Geschäftsjahr 2017 steht bei LANXESS, nach dem geplanten Abschluss der Akquisition des US-amerikanischen Chemieunternehmens Chemtura, im Zeichen des Integrationsprozesses und der weiteren strategischen Neuaufstellung des Konzerns. Darüber hinaus werden wir auch organische Wachstumsprojekte vorantreiben. Für das Gesamtjahr 2017 gehen wir von einer leicht positiven Entwicklung des EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Die strategische Neuausrichtung des Konzerns, mit dem Ziel eines stabileren, weniger zyklischen Geschäftsprofils, werden wir auch im Jahr 2017 fortsetzen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Erfolg wird wesentlich dadurch beeinflusst, dass wir Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit erkennen und bewusst mit ihnen umgehen. Ziel des Managementsystems ist es, Chancen und Risiken zu erkennen und sie, entsprechend ihrer Ausprägung, angemessen in den strategischen und operativen Entscheidungen zu berücksichtigen, um das Unternehmen langfristig zu sichern und seine erfolgreiche Weiterentwicklung zu unterstützen. Chancen und Risiken werden verstanden als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven bzw. negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken. Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es soll aber mit hinreichender Sicherheit verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.

Strukturelle Grundlagen

Die Grundsätze unseres Chancen- und Risikomanagementsystems sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Das Managementsystem, das sich an dem Rahmenkonzept des Enterprise Risk Management gemäß dem COSO-Modell orientiert, besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen. Sie sind in die betrieblichen Prozesse durch die Aufbau- und Ablauforganisation, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards eingebunden. Das System folgt dem Integrationskonzept, das heißt, die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation. Der Umgang mit Chancen und Risiken ist daher originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. In diesem Sinn basiert unser Chancen- und Risikomanagement auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten.

Rollen wesentlicher Organisationseinheiten

Das operative Geschäft wird von unseren Business Units mit globaler Ergebnisverantwortung betrieben. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, definiert für:

  • die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken,
  • die Implementierung der Steuerungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Wahrnehmung bzw. Erhöhung von Chancen sowie zur Risikovermeidung bzw. -minderung),
  • die Überwachung der Entwicklung der Chancen und Risiken (z. B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren),
  • die Vorsorge (Maßnahmen zur Schadensminimierung im Ereignisfall) und
  • die Kommunikation der wesentlichen Chancen und Risiken in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche.

Die Group Function Corporate Controlling verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation maßgeblicher Informationen in den folgenden Zyklen:

  • zweimal jährlich im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses für das laufende Geschäftsjahr
  • einmal jährlich im Rahmen des Budget- und Planungsprozesses für das Folgejahr sowie den mittelfristigen Prognosezeitraum

Die Group Function Corporate Development analysiert und bewertet systematisch bedeutende und strategische Chancen und Risiken mit dem Ziel, den Konzern langfristig auszurichten.

Die Group Function Treasury & Investor Relations steuert zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen). Dies erläutert der Abschnitt zu den Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung.

Aufgrund der hohen Integration der allgemeinen Geschäftsprozesse existieren themenbezogene Gremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit den Chancen und Risiken des Konzerns beschäftigen. So können wir schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse reagieren. Darüber hinaus analysiert ein Risikokomitee unter der Leitung des Finanzvorstands die wesentlichen Risiken und deren Entwicklung aus Sicht des gesamten Unternehmens. Dieses Gremium setzt sich aus Vertretern ausgewählter Group Functions zusammen und hinterfragt bestehende Bewältigungsmaßnahmen, initiiert zusätzliche Maßnahmen, entscheidet über konzernweite Risikomanagementstandards und -richtlinien und stößt bei Bedarf weitere Analysen zu einzelnen Chancen und Risiken an.

Die Meldepflicht für Chancen und Risiken an die Group Function Corporate Controlling ergibt sich aus der erwarteten Auswirkung auf das Konzernergebnis oder das EBITDA vor Sondereinflüssen. Meldepflichtig sind alle Chancen und Risiken mit einer erwarteten Auswirkung von mehr als 1 Mio. € nach Maßnahmen. Darüber hinaus sind auch diejenigen Risiken anzugeben, deren erwartete Auswirkung durch Maßnahmen um mehr als 10 Mio. € begrenzt wurde. Diese Mindestmeldegrenzen stellen sicher, dass Chancen und Risiken umfassend erhoben werden. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt. Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen vorgesehen, wie beispielsweise unerwartet auftretende operative Ereignisse mit einer Auswirkung von mehr als 10 Mio. € nach Maßnahmen. Im Berichtsjahr bestand kein Anlass zu solch einer sofortigen Berichterstattung. Die berichteten Chancen und Risiken werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und regelmäßig für den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass dem Vorstand neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde bestehende Chancen und Risiken zeitnah kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.

Chancen- und Risikobewertung

Das Chancen- und Risikomanagement ist in den Planungs- und Erwartungsprozess integriert und erfasst Chancen und Risiken als mögliche Abweichungen zum geplanten bzw. erwarteten EBITDA vor Sondereinflüssen oder Konzernergebnis. Zur Bewertung der Chancen und Risiken werden je nach Art unterschiedliche Berechnungsverfahren angewendet. Verteilungsorientierte Chancen und Risiken werden durch szenariobasierte Schwankungen der Plangrößen (Wechselkurse, Rohstoffpreise, Energiepreise und Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung) beschrieben. So kann die Ausprägung der Variablen sowohl zu einer positiven als auch zu einer negativen Abweichung gegenüber der Planung bzw. Erwartung führen. Ereignisbasierte Chancen und Risiken (z. B.# H1 Lanxess AG

H2 Management Report

H3 Chances and Risks

The assessment of opportunities and risks is an integral part of our corporate governance. The goal of our chances and risks management is to identify and assess all significant opportunities and risks that could affect our financial position, financial performance and cash flows and to manage them in a way that maximizes the chances and minimizes the risks in the interest of the company. We differentiate between strategic, operational and financial risks.

H4 Strategic Risks

Strategic risks include risks associated with the general economic development, the competitive environment, technological innovations, demographic changes, political and legal framework conditions and the sustainability requirements of society. The assessment of these risks is primarily carried out by the Board of Management and the Group Function Corporate Development. The effectiveness of our strategic measures is regularly reviewed in the context of the strategic planning and controlling process.

H4 Operational Risks

Operational risks primarily include risks arising from the operation of our business activities, such as production disruptions, IT system failures, supply chain disruptions, product liability claims, environmental incidents, and risks arising from human error or misconduct. These risks are managed by the responsible operational units. The Group Function Corporate Controlling, in conjunction with the Group Function Internal Audit, monitors the effectiveness of the operational risk management.

H4 Financial Risks

Financial risks include market price risks (e.g., currency and interest rate risks), credit and counterparty risks, liquidity risks and the risk of financial instruments not being used in the intended way. These risks are managed by the Group Function Corporate Finance and the Group Function Treasury. The effectiveness of our financial risk management is monitored by the Board of Management.

H4 Other Risks

In addition to the risks mentioned above, we also consider other risks that are not directly attributable to the strategic, operational or financial areas. These include, for example, risks related to acquisitions or divestments, legal disputes, and natural disasters. These risks are assessed and managed on a case-by-case basis.

H4 Risk Management Process

Our chances and risks management process is integrated into our overall corporate management process. It comprises the following steps:

  1. Identification: We systematically identify potential chances and risks in all areas of the company.
  2. Assessment: We assess the identified chances and risks in terms of their likelihood of occurrence and their potential impact on our financial position, financial performance and cash flows.
  3. Management: We develop and implement measures to exploit opportunities and mitigate risks.
  4. Monitoring: We continuously monitor the effectiveness of our measures and adjust them as necessary.

The chances and risks are documented and reported to the Board of Management and the Supervisory Board on a regular basis.

H3 Meaning of the Group-wide Planning Process

Corporate planning is an essential core element of our chances and risks management. Events with a high probability of occurrence are directly incorporated into the planning process. The processes for corporate planning and interim forecast calculations, as well as corresponding analyses and options for action, are managed by the Group Function Corporate Controlling and closely coordinated with the operationally responsible Business Units. Planning and the associated chances and risks are discussed and approved in dedicated Board of Management meetings. We monitor annual planning in the respective reporting year by regularly determining current expectations for business development. Planning is adjusted if necessary.

H3 Compliance as an Integral Component

Risk management also includes preventing unlawful actions by our employees. We rely on comprehensive legal advice in processing business transactions and on obligating our employees through our "Code of Conduct — Code of Conduct for Integrity and Compliance at LANXESS" to act in accordance with laws and our internal guidelines and to act responsibly. This Code is embedded in a comprehensive Compliance Management System (CMS), the structure of which follows the guidelines of an internationally recognized framework for enterprise-wide risk management (COSO). This CMS is managed by the Compliance Organization, consisting of the Group Compliance Officer and a network of local Compliance Officers in the countries in which we have a subsidiary. The goal of the CMS is to ensure compliance with our compliance principles. The Compliance function, which comprises the global compliance organization, reports directly to the Board of Management.

H3 (Group) Accounting-Related Internal Control and Risk Management System

The internal control and risk management system with regard to the (Group) accounting process includes the principles, procedures and measures to ensure the effectiveness, efficiency and regularity of accounting, as well as compliance with the relevant legal regulations. Clear organizational, control and monitoring structures exist for this purpose. The industry-specific characteristics of the chemical industry and the steering instruments used by us in this context for risk hedging are taken into account. In addition to the (Group) accounting process in the narrower sense, this primarily includes the structured budget and forecast process described above and extensive contract management. However, the effectiveness and reliability of the internal control and risk management system may be limited due to discretionary decisions, criminal acts, faulty controls or other circumstances. Therefore, the correct and timely recording of facts in the (Group) accounting cannot be fully guaranteed, even if the implemented system components are applied group-wide. The Group Function Accounting, which reports to the Chief Financial Officer, is responsible for the (Group) accounting process and thus for the preparation of the annual financial statements of LANXESS AG and the consolidated financial statements, as well as for the uniformity of the accounting of the financial statements of the subsidiaries included in the consolidated financial statements. The Board of Management prepares the annual financial statements and the consolidated financial statements, which are then immediately forwarded to the Audit Committee of the Supervisory Board. Upon recommendation of the Audit Committee, the annual financial statements and the consolidated financial statements are approved by the Supervisory Board at its balance sheet meeting. The Supervisory Board and, in particular, its Audit Committee deal with, among other things, important accounting issues, chances and risks management, the audit mandate and the audit focus of the auditor. Quarterly reports are prepared for the first and third quarters. The abbreviated interim consolidated financial statements prepared beyond that are subject to an auditor's review, and the annual financial statements and consolidated financial statements are subject to a full audit by the auditor or group auditor. Our HGB-compliant accounting is based on a structured process with corresponding organizational and procedural structures, including associated work instructions. In addition to the separation of duties, the "two-person rule" and ongoing plausibility checks are fundamental monitoring measures in the financial statement preparation process. The accounting process is supplemented by an integrated EDP system, which is largely based on standard software and is protected by security measures against unauthorized access. The correctness of automatically generated postings and the necessary master data is regularly checked. Manual postings are made on the basis of a systematic document system. Documentation is provided to the extent required and controlled by downstream departments. The basis for uniform and IFRS-compliant group reporting is the LANXESS Group Accounting Policy. It regulates how the International Financial Reporting Standards (IFRS) relevant to the Group are to be applied by the subsidiaries as reporting entities. The policy also defines the binding Group Chart of Accounts. On the IT side, it is supplemented by a group-wide uniform delivery and consolidation system, which is largely based on standard software and protected by security measures against unauthorized access. By regulating and monitoring the (Group) accounting process, we ensure proper (Group) accounting that complies with the relevant laws and standards and guarantee reliable financial reporting. The (group) accounting-related internal control system applied by us is based on generally accepted standards (COSO model). There have been no significant changes to this system in the reporting period. Corresponding requirements also exist for the individual financial statements of the subsidiaries. The preparation of the consolidated financial statements is based on a detailed process. This is defined in time by the requirement of a closing calendar that specifies the deadlines for the delivery of certain data. A regular check of whether the scope of companies to be included in the consolidated financial statements is correctly determined and complete is also a fixed component. The principles of separation of duties in the form of structured approval and release procedures and the "two-person rule," as well as ongoing plausibility checks of information, consistently characterize the entire preparation and consolidation process. For the consolidated financial statements, all reporting subsidiaries deliver their group reporting data via the consolidation system mentioned above. System-integrated validation rules ensure that the subsidiaries' data is consistent upon delivery. The accounting departments of the subsidiaries are responsible for ensuring that the reported data is factually correct. Furthermore, the Corporate Accounting department within the Group Function Accounting checks whether the data is factually correct. For this purpose, standardized reports are evaluated, among others, in which the companies explain significant accounting-relevant facts. After the process-integrated controls, consolidation, including currency translation, takes place without further interfaces in the same system, whereby both automatic and manual consolidation measures are carried out. The correctness of the automatic consolidation steps and the necessary master data is regularly checked. Manual consolidation matters are posted separately, documented to the required extent, and controlled by downstream departments. This is supplemented by system-integrated validation rules. Regular coordination with other Group Functions of the finance department, in particular Group Functions Treasury & Investor Relations, Tax & Trade Compliance and Controlling, supports the balance sheet representation of facts. In the context of ongoing information exchange with the operational business units and other Group Functions, the Group Function Accounting identifies and processes facts that arise outside of accounting. These include, among others, process risks, planning calculations for impairment tests, and special contractual agreements with suppliers or customers. In addition, external service providers are involved for special topics, particularly in the valuation of pensions and similar obligations.

H3 Monitoring of the Risk Management System and the Internal Control System (ICS)

Within the Group, the Corporate Audit department within the Group Function Legal & Compliance checks whether the internal control and monitoring system functions and whether organizational safeguards are complied with. The audit planning (selection of audit objects) and audit approaches are oriented towards risk.# Anhang

Um die Wirksamkeit des IKS zu beurteilen, wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse der Compliance-Funktion, des Bereichs Corporate Audit sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems berichten. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Konzern- bzw. Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem.

Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Zur vollständigen Identifikation der Chancen und Risiken des LANXESS Konzerns dient ein Katalog mit Kategorien, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden:

  • Gruppen
    • Beschaffungsmärkte
    • Personal
    • Betriebliche Abläufe und Gefahren
    • Unternehmensstrategie
    • Absatzmärkte
    • Finanzbereich
    • Rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld

Der folgenden Berichterstattung zu den einzelnen Gruppen zugeordneten wesentlichen Kategorien liegt ein Planungshorizont von grundsätzlich einem Jahr zugrunde.

Beschaffungsmärkte

Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen und Risiken aufgrund der hohen Volatilität von Rohstoffpreisen und Energiepreisen. Eine Preiserhöhung bzw. -senkung bei Einsatzstoffen führt direkt zu einer höheren bzw. niedrigeren Kostenbasis in der Produktion. Ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Darüber hinaus resultieren Veränderungen der Rohstoffpreise direkt oder zeitversetzt in höheren bzw. niedrigeren Verkaufspreisen. Diesem Umstand begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoff- und Energieversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten abgedeckt. Vergleichbare Vereinbarungen bestehen auch auf der Verkaufsseite. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Absicherung über Derivate, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt (siehe auch Abschnitt „Finanzwirtschaft"). Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen.

Die Volatilität von Rohstoffpreisen, insbesondere für den Schlüsselrohstoff Butadien, wirkt sich insbesondere auf unser Segment ARLANXEO aus. Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorhaltung alternativer Bezugsquellen ab. Sollten wir gezwungen sein, auf alternative Bezugsquellen zurückgreifen zu müssen, könnte dies z.B. zu höheren Einkaufspreisen oder zusätzlichen Transportkosten führen.

Personal

Das Risiko von Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist nicht auszuschließen. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis ebenso belasten wie die zuvor beschriebenen steigenden Preise für Einsatzstoffe, ohne dass jedoch Möglichkeiten bestehen, sich gegenüber Kunden oder in Terminmärkten abzusichern. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen der Globalisierung und der zunehmenden Digitalisierung für die Arbeitswelt nutzen wir kontinuierlich bestehende Dialogplattformen wie das Europaforum der europäischen Betriebsräte. Auch in anderen Regionen, in denen wir tätig sind, suchen wir den Dialog mit Arbeitnehmervertretungen, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen und gehen aktiv auf deren Vertreter zu, insbesondere im Rahmen von Unternehmensübernahmen und deren Integration.

Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen um interne Prozesse und fachspezifische Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko des Wissensverlustes zu begrenzen, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze: Mit attraktiven Vergütungsmodellen, herausfordernden Aufgaben und internationalen Karriereperspektiven möchten wir Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Wir investieren kontinuierlich in die Nachwuchsförderung, sei es mit einer weiter steigenden Zahl von Ausbildungsplätzen in Deutschland, Praktikantenprogrammen oder Stipendien für begabte Studenten. Auch unser Corporate Traineeprogramm hat sich im Hinblick auf den Aufbau von Führungsnachwuchs bewährt. Dass insbesondere Fachkräfte auf unseren Märkten knapp werden, spüren wir vor allem in Deutschland. Dies gilt für spezielle ingenieurwissenschaftliche Studiengänge, teilweise aber auch für einzelne Facharbeiterberufe. Eine vorausschauende Personalpolitik bleibt entsprechend weiterhin im Fokus und drückt sich beispielsweise in regelmäßigen Personalentwicklungskonferenzen aus.

Unsere Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiterführenden Schulen in Deutschland sowie mit öffentlichen Institutionen sowohl in Deutschland als auch in allen wichtigen Zielmärkten pflegen wir unverändert intensiv. Darüber hinaus haben wir unser Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen und Konferenzen weltweit als attraktiven Arbeitgeber positioniert und suchen auch weiterhin früh Kontakt zu besonders begabten Nachwuchstalenten. Für diese Studenten und Doktoranden bieten wir in Deutschland als mitarbeiterstärkster Region eigens ein LANXESS Förderprogramm an, das sowohl finanzielle als auch fachliche Unterstützung beinhaltet. Analog bauen wir unser Bindungsprogramm für besonders herausragende Praktikanten weiter aus. Schwerpunkte beider Programme liegen auf den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Bereits im Jahr 2011 hat der Vorstand das umfassende Demografieprogramm Xcare aufgesetzt, um dem Risiko des Fachkräftemangels strukturiert zu begegnen. Im Bewusstsein, dass unsere bisherigen Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen könnten, um dem demografischen Risiko angemessen zu begegnen, haben wir in enger Abstimmung mit den Betrieben zum Jahresende 2015 ein ganzes Bündel neuer Initiativen angestoßen. Diese wurden im Berichtsjahr weiter konkretisiert und werden nun Schritt für Schritt umgesetzt.

Betriebliche Abläufe und Gefahren

Fehlende Anlagenverfügbarkeit durch Störungen kann dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, so dass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z. B. proaktive Anlagenwartungen, systematische Schulungen unserer Mitarbeiter und regelmäßige Audits zur Schwachstellenanalyse. Systematische Sicherheitsbetrachtungen und Gefährdungsbeurteilungen helfen die Anlagen- und Verfahrenssicherheit zu verbessern. Die Implementierung und Einhaltung der Maßnahmen wird durch Compliance Checks global überprüft. Darüber hinaus begegnen wir dem Risiko eines ungeplanten Produktionsstillstands, indem wir die Produktion bestimmter Produkte auf verschiedene Standorte weltweit verteilen.

Selbst bei hohen (sicherheits-)technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen — auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus — nicht völlig auszuschließen. Sie können zu Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden könnten. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert.

In unserem Produktportfolio befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend eingestuft sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Kunden im Rahmen von Responsible Care® auf Risiken hin, die mit der Verwendung einhergehen. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflichtversicherungen abgeschlossen. Gemäß unserem vorausschauenden Ansatz werden im Rahmen der Produktbeobachtung potenzielle Gefahren im Umfeld unseres Produktportfolios frühzeitig erkannt, bewertet und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergriffen.

Unsere Informationstechnologie (IT) unterstützt unsere Geschäftsaktivitäten weltweit, unter anderem die Prozesse vom Auftragseingang bis zum Ausgleich der Forderung oder von der Bestellung bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Es ist wichtig, dass die Nutzer der Systeme zum richtigen Zeitpunkt korrekte und aussagekräftige Informationen erhalten. Um dies zu unterstützen, entwickeln wir eine einheitliche und integrierte Systemlandschaft und investieren weltweit in den Ausbau der IT-Services. Beim Betrieb und bei der Nutzung von IT-Systemen bestehen Risiken: Beispielsweise können Netzwerke oder Systeme ausfallen, Daten und Informationen aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder auch externen Einflüssen verfälscht oder gelöscht werden. Insbesondere beobachten wir eine wachsende Bedrohung der IT-Infrastruktur durch Angriffe von außen. All dies kann zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen. Um derartigen Risiken zu begegnen, investieren wir in angemessene Datensicherungssysteme, die den Verlust von Daten und Informationen verhindern. Verschiedene Sicherungs- und Kontrollinstrumente sowie Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme gewährleisten die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten und Informationen sowie den störungsfreien Betrieb der Systeme.# Zur Verbesserung der Sicherheit im Bereich der IT-Infrastruktur werden Sicherheitsmaßnahmen bewertet und geprüft, ob sie bei den aktuellen Angriffsszenarien weiterhin als sicher gelten können. Sofern erforderlich, werden sie auf einen angemessenen sicherheitstechnischen Stand gebracht. Zur Abwehr neuartiger und zielgerichteter Bedrohungen werden international neue Schutzeinrichtungen aufgebaut und bestehende zielgerichtet an die aktuelle Bedrohungssituation angepasst. Darüber hinaus informieren wir die Nutzer unserer IT-Systeme regelmäßig über IT-Risiken sowie über geeignete Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen.

Unternehmensstrategie

Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns aktiv voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzoptimierung, die Stärkung der Kernbereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen. Wir verweisen weiterhin auf den Abschnitt „Strategische Ausrichtung" in diesem Lagebericht.

Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-)Entwicklungen und der möglichen Umsetzbarkeit angestrebter Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Einstieg in oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und ggf. von externen Beratern unterstützt.

Unser Produktportfolio ist konsequent auf zentrale weltweite Trends ausgerichtet, die in den kommenden Jahren kontinuierliches Wachstum versprechen. Mit unseren Produkten bieten wir innovative Lösungen für diese Trends und generieren dadurch einen erkennbaren Mehrwert für unsere Kunden. Wir positionieren uns dabei erfolgreich in den Märkten, in denen wir mittel- und langfristig mit unserem Produktportfolio besonders von den Trends profitieren können.

Bei der Gewinnung von Informationen im Rahmen von Akquisitionen ist nicht auszuschließen, dass nicht alle Informationen, die für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlich sind, vorliegen oder richtig bewertet werden. Dem begegnen wir durch systematische „Due-Diligence"-Analysen und — soweit möglich — entsprechende Verträge mit den Verkäufern.

Eine unzureichende Integration erworbener Unternehmen oder Geschäfte kann dazu führen, dass erwartete Entwicklungen nicht eintreten. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten.

Werden Einschätzungen über künftige Entwicklungen, wie beispielsweise die Realisierung von Synergien, nicht erfüllt, könnte sich Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten ergeben. Dieses Risiko überwachen wir mit mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Operative Chancen zu erschließen und zu nutzen ist zentraler Bestandteil unserer unternehmerischen Aktivitäten. Es ist unser Anspruch, unser Wachstum mit bestehenden Produkten und neuen Lösungen voranzutreiben und unsere Position in den globalen Märkten dadurch nachhaltig zu stärken. Investitionen in neue Werke sowie Kapazitätserweiterungen und die Erhöhung der Produktivität bestehender Anlagen sind hierfür zentrale Elemente. Die erwarteten Effekte sind in der Planung berücksichtigt oder darüber hinaus als Chance erfasst.

Auch wenn wir uns grundsätzlich Vorteile von Investitionen versprechen, sind sie auch mit Risiken verbunden. So ist beispielsweise der Erfolg unserer Investitionen im asiatischen Raum stark belastet durch die herausfordernde Wettbewerbssituation im Bereich der synthetischen Kautschuke.

Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Komitee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Umsatz- und Ergebniseffekte, die wir aus unseren Investitionen und bis zum Bilanzstichtag vollzogenen Akquisitionen erwarten, sind bereits in unseren Planungen berücksichtigt. Darüber hinaus können diese gezielten Investitionen weitere operative Chancen eröffnen, weil wir uns hierdurch neue Potenziale erschließen sowie die Positionierung in wichtigen Märkten vorantreiben.

Absatzmärkte

Grundsätzlich unterliegt unser Konzern den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen und politischen sowie geopolitischen Veränderungen in den Ländern und Regionen, in denen wir tätig sind. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden positiven bzw. negativen Auswirkungen auf das Ergebnis. Durch unsere weltweite Präsenz, die wir in den Wachstumsregionen weiter ausbauen, können wir an vorteilhaften regionalen Entwicklungen partizipieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von bestimmten Regionen reduzieren. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung" dieses Lageberichts.

Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Unsicherheiten für uns. Neben dem Einfluss der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung kann insbesondere die Abhängigkeit des Kautschukgeschäftes unseres Segments ARLANXEO von Kunden aus der Reifen- und Automobilindustrie zu einer Volatilität des Absatzes führen. Zusätzliche über die Planung hinausgehende Absatzmöglichkeiten können sich durch die Erschließung neuer Märkte oder Gewinnung neuer Kunden ergeben.

Neben diesen nachfragebedingten Markteinflüssen können auch strukturelle Marktveränderungen unsere Ertragskraft beeinflussen, etwa durch den Marktaustritt bestehender oder das Auftreten neuer Wettbewerber bzw. zusätzlicher Kapazitäten sowie regionale Verschiebungen, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigem Kostenniveau, Produktsubstitution oder durch Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit einem konsequenten Kostenmanagement und passen unsere Produktportfolios kontinuierlich an. Die Fokussierung und Weiterentwicklung des Produktportfolios richtet sich dabei auf innovative Anwendungssegmente, so dass eine langfristig erfolgreiche Geschäftsausrichtung sichergestellt werden kann.

In unserem Segment ARLANXEO stehen unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken weiterhin in intensivem Wettbewerb, auch durch neu in den Markt tretende Produzenten. Dadurch können in einzelnen Geschäftsbereichen weitere Überkapazitäten und ein stärkerer Preiswettbewerb entstehen. Wir verfolgen in diesen Bereichen eine produktspezifische Strategie, die unter anderem auf Produkt- und Prozessdifferenzierung sowie einer globalen Aufstellung beruht. Durch die Partnerschaft mit Saudi Aramco wollen wir unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken in diesem Wettbewerb mittelfristig strategisch stärken.

Finanzbereich

Die Group Function Treasury & Investor Relations hat die Aufgabe, die finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken zentral zu erfassen und zu managen. Im Wesentlichen sind dies:

In regelmäßig stattfindenden Strategiegesprächen des Finanzrisikokomitees unter Vorsitz des Finanzvorstands wird über die Ergebnisse des finanziellen Risikomanagements sowie über das aktuelle Risiko berichtet und die weitere Vorgehensweise entschieden. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, Risiken zu erkennen und zu bewerten sowie deren Auswirkungen zu steuern und gegebenenfalls zu begrenzen.

  • Preisänderungen
  • Währungen

Da der LANXESS Konzern Geschäfte in verschiedenen Währungen durchführt, ist er Schwankungen der relativen Werte dieser Währungen ausgesetzt. Der Planung für das Geschäftsjahr 2017 liegen feste Wechselkurse zugrunde. Besonders relevant ist die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem geplanten Wechselkurs führt zu einem positiven Effekt auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen (und umgekehrt). Für die Jahre 2017 und 2018 haben wir bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, um Währungsschwankungen zu begegnen.

Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft bestehen. Solche Risiken werden grundsätzlich zu 100% abgesichert. Ebenso werden Währungsrisiken aus Finanztransaktionen inklusive der Zinskomponente in der Regel zu 100% kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden Devisentermingeschäfte genutzt. Die Absicherung führt dazu, dass sich Auf- oder Abwertungen des Euro-Kurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen kurzfristig nur eingeschränkt auf die Zahlungsströme auswirken.

Zudem bestehen Translationsrisiken durch die Umrechnung in lokaler Währung geführten Jahresabschlusswerten in den in Euro aufgestellten Konzernabschluss. Anders als der Effekt der Wechselkursschwankungen im Falle des Transaktionsrisikos hat das Translationsrisiko keinerlei Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns in lokaler Währung. Des Weiteren haftet wesentlichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in lokaler Währung ein langfristiges Währungsrisiko an. Dieses wird regelmäßig eingeschätzt und bewertet. Eine Absicherung durch Devisentransaktionen erfolgt jedoch nur in dem Falle, wenn erwogen wird, sich aus bestimmten Geschäften zurückzuziehen und die frei gewordenen Mitteln zurückgeführt werden sollen.# Chancen und Risiken

Operative Geschäftstätigkeit

Die Chancen und Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Hierzu werden sowohl die Umsätze als auch die Kosten in Fremdwährung geplant. Auf Dauer können Wechselkursschwankungen die künftigen Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Konzern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z. B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen. Um dieses Risiko zu verringern, erfolgt eine teilweise Absicherung durch derivative Finanzinstrumente. Die Absicherung erfolgt entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Grundsätzen und wird kontinuierlich überwacht.

Zinsen

Bewegungen des Marktzinssatzes können Marktwertänderungen eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsänderungen betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden. Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern.

Rohstoffe/Energien

Der LANXESS Konzern ist bei seiner operativen Geschäftstätigkeit Marktpreisänderungen für Energien und Rohstoffe ausgesetzt. Diese werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. Wenn eine Weitergabe bestimmter Marktpreisrisiken aus Energien und Rohstoffen an den Kunden nur eingeschränkt möglich ist, kann im Einzelfall eine Sicherung durch finanzielle Warentermingeschäfte erfolgen, mit dem Ziel, die Cashflow-Volatilität zu reduzieren. LAN-XESS hat zum Bilanzstichtag finanzielle Warentermingeschäfte in geringem Umfang im Bestand.

Liquidität und Refinanzierung

Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit unsere Zahlungsfähigkeit. Die konservative Finanzpolitik bezieht auch das Risiko einer Ratingänderung und damit verbundener Auswirkungen in das finanzwirtschaftliche Risikomanagement ein, wobei LANXESS keinen direkten Einfluss auf die abschließende Beurteilung unabhängiger Ratingagenturen hat. Als wesentliche Liquiditätsreserve dient eine syndizierte Kreditlinie über 1,25 Mrd. €, die zum Bilanzstichtag nicht wesentlich in Anspruch genommen wurde. Die ursprüngliche Laufzeit der Kreditlinie wurde im Februar 2015 um ein Jahr bis Februar 2020 verlängert. Neben der Kreditlinie bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 395 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen. Darüber hinaus verfügte LANXESS zum Bilanzstichtag über bilaterale Anlagen bei Kreditinstituten und in geldmarktnahen Fonds und Commercial Papers in Höhe von 2.125 Mio. €. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.

Kontrahentenrisiken

Kontrahentenrisiken (Kreditrisiken) bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten. Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kun-denportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können sie gegen das Kreditrisiko abgesichert werden. Ziel des LANXESS Forderungsmanagements ist es, alle Außenstände pünktlich und vollständig einzuziehen sowie das Ausfallrisiko zu minimieren. Die laufende Überwachung erfolgt systemunterstützt entsprechend den mit den Kunden vereinbarten Zahlungszielen. Es werden grundsätzlich geschäfts- bzw. landestypische Zahlungsziele vereinbart. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen angemahnt. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der liquiditätsnahen, derivativen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird (ohne Berücksichtigung nicht bilanzieller Aufrechnungsvereinbarungen) durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert wiedergegeben. Zur Absicherung von Kreditrisiken aus Kundenforderungen werden für einzelne Kunden zugunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive genutzt sowie mit Vertragspartnern Vorauskasse vereinbart. Daneben sichert grundsätzlich ein vertraglich vereinbarter Eigentumsvorbehalt das Eigentum an der Ware bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung durch den Vertragspartner. Der überwiegende Teil der Forderungen entfällt auf Kunden mit sehr guter Bonität. Bei der Auswahl von Bank- und Finanzpartnern für Geldanlagegeschäfte und Transaktionen mit Finanzinstrumenten ist die Bonität der Partner ein wichtiges Kriterium der LANXESS Finanzpolitik und des Kreditrisikomanagements. Daher strebt LANXESS grundsätzlich an, mit Bank- und Finanzpartnern Geschäfte zu tätigen, die mindestens über ein Investment-Grade-Rating verfügen. Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für alle bestehenden Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.

Kapitalanlagen

Chancen und Risiken aus der Anlage von Pensionsvermögen werden durch das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury & Investor Relations, Accounting und Human Resources, überwacht.

Versicherungen

Der LANXESS Konzern hat sich gegen wesentliche Risiken u. a. aus Sachschäden, Betriebsunterbrechungen und Produkthaftungen extern abgesichert. Im Schadensfall muss LANXESS daher nur bis zur Höhe des Selbstbehalts für den Schaden aufkommen. Ein Restrisiko besteht allerdings beim Eintritt von Ereignissen, die nicht von der Versicherung erfasst sind oder bei denen die Schadenshöhe die von der Versicherung zugesagte Deckungssumme übersteigt.

Rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld

Unternehmen des LANXESS Konzerns unterliegen rechtlichen Risiken und sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines für LANXESS nachteiligen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unser geplantes EBITDA vor Sondereinflüssen. Um rechtliche Risiken zu vermeiden, hat LANXESS ein umfassendes Compliance-Management-System (CMS) aufgesetzt, das eine Reihe organisatorischer präventiver Maßnahmen beinhaltet. LANXESS hat für sich unter anderem die folgenden Hauptrisiken identifiziert: Wettbewerbsrecht, Anlagensicherheit/Umweltschutz, Außenwirtschaftsrecht und korruptionsbezogene Risiken. Diese Themen sind als inhaltliche Sonderzuständigkeit im Rahmen des CMS unterschiedlichen Group Functions zugeordnet, die entsprechende Compli-ance-Programme etabliert haben. Im Hinblick auf kartellrechtsbezogene Risiken hat LANXESS beispielsweise ein Programm zur Sicherstellung wettbewerbsrechtlicher Compliance entwickelt, das Präsenzschulungen wie auch E-Learning umfasst. Hierdurch werden unsere Mitarbeiter und Führungskräfte in den jeweiligen Unternehmensbereichen auf die besonderen Risiken hingewiesen und entsprechend sensibilisiert. Diese Schulungen werden regelmäßig durchgeführt und dokumentiert. Zusätzlich stehen den Mitarbeitern bei Fragestellungen ausgewiesene Experten der Group Function Legal & Compliance zur Verfügung. Weitere Erläuterungen zu Compliance finden sich im Corporate Governance Bericht. Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen im Abschnitt „Compliance als integraler Bestandteil" in diesem Chancen- und Risikobericht. Regulatorische Maßnahmen können zu einer Verschärfung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards in verschiedenen Bereichen führen. Dies kann Kosten, Produktionsverbote und Haftungsrisiken zur Folge haben. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern. Zusätzliche Belastungen im Bereich der Energie- und Umweltpolitik, wie z. B. durch neue Regelungen im Emissionshandel, neue Ökosteuern oder die Neuverteilung der Kosten beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, können zu höheren Kosten und damit zum Teil zu erheblichen Nachteilen im internationalen Wettbewerb führen. Zur Minderung dieses Risikos führen wir ein aktives Energiemanagement durch, um den Verbrauch an Energien zu reduzieren. Weiterhin diskutieren wir die wirtschaftlichen Folgen steigender Energiepreise direkt mit Behörden und Politik sowie über Wirtschaftsverbände zusammen mit anderen energieintensiven Unternehmen. LANXESS war und ist für zahlreiche aktive und ehemalige Standorte mit bis zu 140 Jahren chemischer Produktion zuständig. Dies umfasst u. a. auch Abfallentsorgungseinrichtungen. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in diesem Zeitraum auch Verunreinigungen des Untergrundes verursacht wurden, die bislang noch nicht identifiziert wurden.# Lagebericht
Wir bekennen uns zum Responsible-Caree-Gedanken und betreiben aktives Umwelt- sowie auch proaktives Umweltschutzmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft sowie weiteren Emissionen und Immissionen. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir ausreichende Rückstellungen gebildet. Weitere Erläuterungen zu den Rückstellungen für Umweltschutz finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [15] „Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen".

Verstöße im Außenwirtschaftsrecht können Verbote und Einschränkungen in der Exporttätigkeit sowie den Wegfall von Privilegien im Rahmen der Exportabwicklung des Konzerns zur Folge haben. Dies kann in Einzelfällen zu Bußgeldern, Handelseinschränkungen und Reputationsverlust führen. Der Konzern stellt die Gesetzeskonformität im Bereich Außenwirtschaftsrecht und Exportkontrolle sicher, indem weltweit geeignete stabile Kontrollinstrumente und automatisierte Prüfprozesse etabliert wurden und kontinuierlich verbessert werden. Im Rahmen der proaktiven Beobachtung der handelspolitischen Entwicklungen werden sowohl die operativen Einheiten als auch die Leitungsgremien frühzeitig über Änderungen im Außenwirtschaftsverkehr und die damit einhergehenden Chancen und Risiken informiert und entsprechende Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.

Bedeutung der Chancen und Risiken sowie Ergebnis der Chancen- und Risikobewertung

Die identifizierten Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung werden, wie zuvor beschrieben, kategorisiert und in Gruppen zusammengefasst. Die Bedeutung der Chancen und Risiken ergibt sich aus ihrer möglichen Auswirkung auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen. Einzelne Kategorien, bei denen die Chance oder das Risiko einer Zielabweichung von mehr als 5% bezogen auf das prognostizierte EBITDA vor Sondereinflüssen des Planungsjahres besteht, haben hierbei für uns eine mittlere bis hohe Bedeutung. Dies gilt auch für Gruppen, bei denen dieser Grenzwert lediglich kumuliert über alle jeweils zugeordneten Kategorien überschritten wird.

Im Rahmen des Chancen- und Risikomanagements wurde für das Planungsjahr den Kategorien wirtschaftliche Entwicklung, Rohstoffpreise und Währung sowie der Gruppe rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld eine mittlere bis hohe Bedeutung beigemessen. Bezogen auf unsere zentrale Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, ergibt sich bei diesen Kategorien sowie der Gruppe gemäß den zugrunde liegenden Szenarien bzw. den getroffenen Wahrscheinlichkeitsannahmen eine mögliche positive bzw. eine nachteilige Zielabweichung von jeweils bis zu 10 %. Die Gruppe rechtliches, regulatorisches und politisches Umfeld wurde insbesondere von Chancen bzw. Risiken der Kategorie Energie- und Umweltpolitik beeinflusst. Chancen oder Risiken anderer Kategorien, wie beispielsweise rechtliche Risiken, haben nur eine sehr untergeordnete Bedeutung. Für das Planungsjahr 2017 ergaben sich keine Änderungen bei den Kategorien. Aufgrund seiner umfassenden weltweiten Aktivitäten und seiner Abhängigkeit von Rohstoffen mit volatiler Preisentwicklung kann hiervon insbesondere ARLANXEO betroffen sein. Allerdings begegnen wir entsprechenden Risiken mit Gegenmaßnahmen.

Zusammenfassende Aussage zur Chancen- und Risikoposition

Die Chemieindustrie befindet sich weltweit weiterhin in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, mit dem naturgemäß wirtschaftliche Chancen und Risiken verbunden sind. Die bereits im Jahr 2014 mit dem dreistufigen Programm „Let's LANXESS again" eingeleitete weltweite Neuausrichtung des LANXESS Konzerns verschafft uns jedoch Spielräume, durch die wir in der Lage sind, auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen weiterhin handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben (siehe Abschnitt „Strategische Ausrichtung" in diesem Lagebericht). Zudem ermöglicht uns die Neuausrichtung, strategische und operative Chancen zu nutzen und Wachstumspotenziale auszuschöpfen.

Aufgrund unseres breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios hat sich unsere Risikoexposition im Berichtsjahr trotz der regional und branchenbezogen unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich nicht maßgeblich verändert. Mit der im Berichtsjahr erfolgten Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions-und Hygienelösungen von Chemours konnten wir allerdings unsere Position in mittelgroßen und weniger zyklischen Märkten mit hoher Marge und guten Wachstumsaussichten weiter ausbauen. Mit der angestrebten Übernahme des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemtura wollen wir unser eigenes Additivgeschäft deutlich ausbauen und im Wachstumsmarkt für Flammschutz- und Schmierstoff-Additive zu einem der großen Anbieter weltweit aufsteigen. Wir weisen auf den intensiven Wettbewerb hin, dem unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken unverändert ausgesetzt sind. Im Rahmen der Neuausrichtung haben wir hierfür mit Saudi Aramco jedoch einen starken Partner gefunden und gemeinsam ARLANXEO erfolgreich operativ an den Start gebracht.

Alle Planungen unterliegen bestimmten Prognoserisiken, so dass im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen aufgrund von Veränderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten grundsätzlich eingeschränkt wird. Einen schwer einschätzbaren Unsicherheitsfaktor stellen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit sowie der zukünftigen Wirtschaftspolitik der USA dar. Vor dem Hintergrund unserer derzeitigen Finanzierungsstrukturen, unserer soliden Liquiditätsausstattung sowie der Handlungsspielräume, die sich aus der Neuausrichtung, insbesondere durch die im Berichtsjahr umgesetzten oder vereinbarten Veränderungen unseres Konzernportfolios ergeben, sind wir zuversichtlich, künftig auftretende Risiken zu bewältigen.

In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.

Bilanz

AKTIVA

scroll in Mio. €

Anhang 31.12.2015 31.12.2016
Immaterielle Vermögenswerte (1) 300 494
Sachanlagen (2) 3.447 3.519
At equity bewertete Beteiligungen (3) 0 0
Sonstige Beteiligungen (4) 12 12
Langfristige derivative Vermögenswerte (5) 1 1
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 21 19
Langfristige Ertragsteuerforderungen (7) 11 7
Latente Steuern (29) 361 442
Sonstige langfristige Vermögenswerte (8) 27 25
Langfristige Vermögenswerte 4.180 4.519
Vorräte (9) 1.349 1.429
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) 956 1.088
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 366 355
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte (11) 100 40
Kurzfristige derivative Vermögenswerte (5) 14 65
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 4 2.130
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen (7) 44 67
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (12) 206 184
Kurzfristige Vermögenswerte 3.039 5.358
Summe Aktiva 7.219 9.877

PASSIVA

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage 1.317 1.317
Sonstige Rücklagen 1.313 1.257
Konzernergebnis 165 192
Kumuliertes übriges Eigenkapital -485 -214
Anteile anderer Gesellschafter 13 1.176
Eigenkapital (13) 2.323 3.728
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (14) 1.215 1.249
Sonstige langfristige Rückstellungen (15) 271 319
Langfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 19 7
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (16) 1.258 2.734
Langfristige Ertragsteuerschulden (17) 19 31
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (18) 108 93
Latente Steuern (29) 46 83
Langfristiges Fremdkapital 2.936 4.516
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (15) 411 406
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (19) 779 889
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 100 42
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (16) 443 78
Kurzfristige Ertragsteuerschulden (17) 85 44
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (18) 142 174
Kurzfristiges Fremdkapital 1.960 1.633
Summe Passiva 7.219 9.877

Gewinn- und Verlustrechnung

scroll in Mio. €

Anhang 2015 2016
Umsatzerlöse (21) 7.902 7.699
Kosten der umgesetzten Leistungen (22) -6.154 -5.945
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.748 1.754
Vertriebskosten (23) -759 -781
Forschungs- und Entwicklungskosten (24) -130 -131
Allgemeine Verwaltungskosten (25) -284 -303
Sonstige betriebliche Erträge (26) 207 147
Sonstige betriebliche Aufwendungen (27) -367 -222
Operatives Ergebnis (EBIT) 415 464
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Zinserträge 4 9
Zinsaufwendungen -70 -72
Sonstiges Finanzergebnis -61 -62
Finanzergebnis (28) -127 -125
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339
Ertragsteuern (29) -121 -144
Ergebnis nach Ertragsteuern 167 195
davon auf andere Gesellschafter entfallend 2 3
davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) 165 192
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) (30) 1,80 2,10

Gesamtergebnisrechnung

scroll in Mio. €# Eigenkapitalveränderungsrechnung

scroll in Mio. €
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Sonstige Rücklagen | Konzernergebnis |
|---|---|---|---|
| 31.12.2014 | 91 | 1.226 | 1.253 | 47 |
| Thesaurierung | 47 | -47 | | |
| Transaktionen mit Eigentümern | | | |
| Dividendenzahlungen | -46 | | |
| Gesamtergebnis | 59 | 165 | | |
| davon auf andere Gesellschafter entfallend | | | | 2 |
| davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend | | | | 197 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 165 | | | |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | 59 | | | |
| Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | 83 | | | |
| Ertragsteuern | -24 | | | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | | | | -15 |
| Finanzinstrumente | | | | -17 |
| Ertragsteuern | | | | 5 |
| 31.12.2015 | 91 | 1.226 | 1.313 | 165 |
| Thesaurierung | 165 | -165 | | |
| Transaktionen mit Eigentümern | | | | |
| Dividendenzahlungen | -55 | | | |
| Gesamtergebnis | -151 | 192 | | |
| davon auf andere Gesellschafter entfallend | | | | 56 |
| davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend | | | | 208 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 192 | | | |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -151 | | | |
| Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | -222 | | | |
| Ertragsteuern | 71 | | | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | | | | 179 |
| Finanzinstrumente | | | | 68 |
| Ertragsteuern | | | | -20 |
| 31.12.2016 | 91 | 1.226 | 1.257 | 192 |

scroll in Mio. €
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | Anteil der Aktionäre |
|---|---|
| Anteile anderer Gesellschafter | Eigenkapital |
| 31.12.2014 | -407 | -51 | 2.159 | 2 | 2.161 |
| Thesaurierung | 0 | 0 | | | |
| Transaktionen mit Eigentümern | 0 | 9 | 9 | | |
| Dividendenzahlungen | -46 | 0 | -46 | | |
| Gesamtergebnis | -15 | -12 | 197 | 2 | 199 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 165 | 2 | 167 | | |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -15 | -12 | 32 | 0 | 32 |
| Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | 83 | | 83 | | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | -15 | | -15 | 0 | -15 |
| Finanzinstrumente | -17 | | -17 | | -17 |
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 5 | | -19 | | -19 |
| 31.12.2015 | -422 | -63 | 2.310 | 13 | 2.323 |
| Thesaurierung | 0 | 0 | | | |
| Transaktionen mit Eigentümern | 102 | 2 | 89 | 1.107 | 1.196 |
| Dividendenzahlungen | -55 | 0 | -55 | | |
| Gesamtergebnis | 121 | 46 | 208 | 56 | 264 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 192 | 3 | 195 | | |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | 121 | 46 | 16 | 53 | 69 |
| Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | -222 | -11 | -233 | | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 121 | | 179 | 58 | 179 |
| Finanzinstrumente | 65 | | 68 | 3 | 68 |
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | -19 | 52 | 3 | 55 | |
| 31.12.2016 | -199 | -15 | 2.552 | 1.176 | 3.728 |

Kapitalflussrechnung

scroll in Mio. €
| Anhang | 2015 | 2016 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 288 | 339 |
| Abschreibungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 418 | 481 |
| Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -42 | 0 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 0 | 0 |
| Ergebnis aus dem Finanzbereich | 66 | 56 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -98 | -184 |
| Veränderung der Vorräte | 55 | -45 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 64 | -96 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -26 | 94 |
| Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva | -33 | 44 |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit | 692 | 689 |
| Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -434 | -439 |
| Auszahlungen für finanzielle Vermögenswerte | -11 | -2.125 |
| Einzahlungen für finanzielle Vermögenswerte | – | 66 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – | -198 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 45 | 7 |
| Erhaltene Zinsen und Dividenden | – | 10 |
| Auszahlungen für externe Finanzierung von Pensionsverpflichtungen (CTA) | – | -200 |
| Abfluss aus investiver Tätigkeit | -400 | -2.879 |
| Einzahlungen anderer Gesellschafter | 9 | 1.194 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden | 78 | 1.529 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzschulden | -298 | -422 |
| Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs | -76 | -73 |
| Dividendenzahlungen | -46 | -55 |
| Zufluss / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit | -333 | 2.173 |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | -41 | -17 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. | 418 | 366 |
| Währungsbedingte und sonstige Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -11 | 6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. | 366 | 355 |

Anhang ZUM KONZERNABSCHLUSS

Allgemeine Angaben

Die LANXESS AG ist als Aktiengesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 53652 eingetragen und hat ihren Firmensitz am Kennedyplatz 1, 50569 Köln, Deutschland. Der von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der LANXESS AG sowie der mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss der LANXESS AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Vorstand der LANXESS AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 am 1. März 2017 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

AUFBAU UND BESTANDTEILE DES KONZERNABSCHLUSSES

Der Konzernabschluss besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Anhang, welcher auch die Segmentberichterstattung enthält.

Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders dargestellt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang-und kurzfristigen Vermögenswerten und Fremdkapital unterschieden, deren Fristigkeit im Anhang teilweise weiter detailliert wird.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Sofern andere Bewertungskonzepte vorgeschrieben sind, werden diese verwendet; in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wird hierauf gesondert hingewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Das Geschäftsjahr des vorliegenden Konzernabschlusses entspricht dem Kalenderjahr.

ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 wurde nach den in der Europäischen Union (EU) verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und diesbezüglichen Interpretationen sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Die folgenden Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren erstmals im Geschäftsjahr 2016 anzuwenden, sind aber derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

Standard/Interpretation
IAS 19 Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge – Änderungen an IAS 19
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2010–2012
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit – Änderungen an IFRS 11
IAS 16, IAS 38 Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden – Änderungen an IAS 16, IAS 38
IAS 16, IAS 41 Landwirtschaft: Produzierende Pflanzen – Änderungen an IAS 16, IAS 41
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2012–2014
IFRS 10, IFRS 12, IAS 28 Investmentgesellschaften – Anwendung der Konsolidierungsausnahme – Änderungen an IFRS 10, IFRS 12, IAS 28
IAS 1 Angabeninitiative – Änderungen an IAS 1

VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee haben Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2016 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und im LANXESS Konzern auch noch nicht angewendet wurden. Ihre Anwendung setzt zum Teil noch die Anerkennung durch die EU voraus. Im Einzelfall kann sich auch eine spätere verpflichtende Anwendung ergeben als nachstehend angegeben.

Finanzinstrumente

Das IASB hat im Juli 2014 die finale Version von IFRS 9 veröffentlicht. Hierin enthalten sind überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten. Im Rahmen des „Expected Loss Models" werden nun neben eingetretenen auch zukünftig erwartete Verluste erfasst und somit Vorsorge getroffen. Zudem sind neue Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accountings eingeführt worden.

Der neue Standard wurde im November 2016 von der EU übernommen und ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der LANXESS Konzern wird den Standard prospektiv ab dem 1. Januar 2018 anwenden.

Der LANXESS Konzern hat in 2016 ein Projekt zur Einführung von IFRS 9 aufgesetzt. Nach aktuellem Projektstand werden folgende Auswirkungen erwartet:

  • Die Analyse zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ist in der Finalisierungsphase. Es werden weder aus der Neuklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten noch aus der Zeitwertbewertung von Eigenkapitalinstrumenten wesentliche Effekte auf die Bilanzierung erwartet.# Ausweisänderungen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ausweisänderungen

Zur Verbesserung der Transparenz und zur sachgerechteren Zuordnung zu den einzelnen Bereichen der Kapitalflussrechnung werden Auszahlungen für die externe Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten im Rahmen von Contractual Trust Arrangements (CTA) aufgrund ihres lediglich rückdeckenden und damit investiven Charakters ab dem Geschäftsjahr 2016 nicht mehr als Zahlungsströme aus operativer, sondern aus investiver Tätigkeit ausgewiesen.

Konsolidierung

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Sofern die Geschäftsjahre von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen nicht am 31. Dezember enden, werden zum Zwecke der Konsolidierung Zwischenabschlüsse aufgestellt.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Am 28. Mai 2014 hat das IASB den neuen Standard IFRS 15 veröffentlicht. IFRS 15 ersetzt die Standards IAS 11 und IAS 18 und führt im Rahmen eines Fünf-Stufen-Modells Grundprinzipien für die Erfassung von Umsatzerlösen ein. Diese Grundprinzipien betreffen insbesondere die Abgrenzung von erbrachten Leistungen und den dazugehörigen Umsatzerlösen sowie Regelungen zur Umsatzerfassung in Bezug auf Zeitpunkt und -raum. Zudem werden die Bilanzposten Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten eingeführt. Auf diesen werden die Unterschiede zwischen der Umsatzerfassung nach IFRS 15 und der in Rechnung gestellten Lieferungen abgebildet. Der Standard enthält weitere Regelungen zu Detailfragestellungen und fordert die Offenlegung zusätzlicher Anhangangaben über Art, Höhe, zeitlichen Anfall sowie Unsicherheiten in Verbindung mit Erlösen aus Verträgen mit Kunden.

Durch die im September 2015 veröffentlichte Änderung des IFRS 15 wurde der Erstanwendungszeitpunkt vom 1. Januar 2017 auf Geschäftsjahre verschoben, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Im April 2016 hat das IASB weitere Klarstellungen in Bezug auf die Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen, die Abgrenzung von Prinzipal und Agent sowie die Erfassung von Lizenzerträgen veröffentlicht. Während der Standard im September 2016 von der EU übernommen wurde, steht eine Übernahme der weiteren Klarstellungen aus April 2016 noch aus.

Der LANXESS Konzern hat in 2015 ein Projekt zur Einführung von IFRS 15 aufgesetzt. Im Rahmen des Projektes wurde analysiert, welche Geschäftsmodelle und Unternehmensbereiche von den neuen Regelungen des IFRS 15 betroffen sind. Für die betroffenen Bereiche wurden Verträge und Daten näher analysiert sowie ein Fachkonzept zur Umsetzung entwickelt. Dieses befindet sich in der Finalisierungsphase. Die praktische Umsetzung sowie eventuelle erforderliche IT-technische Anpassungen werden im Geschäftsjahr 2017 durchgeführt. Die Erstanwendung zum 1. Januar 2018 wird unter Anwendung der verkürzten retrospektiven Methode erfolgen.

Auf Grundlage der durchgeführten Analysen werden im Vergleich zur bisherigen Umsatzerfassung im Wesentlichen folgende Auswirkungen erwartet:

  • Ein Geschäftsmodell des LANXESS Konzerns ist die Herstellung von Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen. Im Sinne der Regelungen des IFRS 15 ist auf Basis aktueller Vertragsklauseln zukünftig der erwartete Gesamtverkaufserlös der Mindestabnahmemengen über die gesamte Vertragslaufzeit zu schätzen und auf die einzelnen Lieferungen zu allozieren. Die Änderungen können zukünftig zu einer Verschiebung von Umsatzerlösen führen und wären als Vertragsverbindlichkeit abzubilden. Die derzeitige Umsatzerfassung erfolgt hingegen zum Lieferzeitpunkt auf Basis des vereinbarten Verkaufspreises. Nach aktuellem Projektstand sind Teile der Konzernumsätze in den Segmenten Advanced Intermediates, ARLANXEO und Performance Chemicals betroffen.
  • Ein weiteres Geschäftsmodell des LANXESS Konzerns ist die Herstellung von kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen. Für die im Rahmen dieser Verträge hergestellten Produkte gibt es aus Sicht des LANXESS Konzerns im Sinne der Regelungen des IFRS 15 keine alternative Verwendungsmöglichkeit. Zudem besteht ein vertraglich durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Vergütung der Mindestabnahmemengen. Somit wären die den Mindestabnahmemengen zuzuordnenden Umsätze auf Basis aktueller Vertragsklauseln zukünftig über den Herstellungszeitraum und damit früher zu erfassen. Die entsprechenden Forderungen werden bis zum Auslieferungszeitpunkt der Produkte als Vertragsvermögenswerte abgebildet. Die bisherige Umsatzerfassung erfolgt zum Lieferzeitpunkt. Nach aktuellem Projektstand sind Teile der Konzernumsätze im Segment Advanced Intermediates betroffen. Eine verlässliche Quantifizierung der Umsatzverschiebungseffekte für diese beiden Geschäftsmodelle ist erst nach Abschluss der systemseitigen Implementierung des Fachkonzeptes möglich.
  • In allen Segmenten gibt es ein Geschäftsmodell, bei dem neben dem Produktverkauf auch die Organisation der Frachtleistung durchgeführt wird. Der Umsatzerfassungszeitpunkt richtet sich gemäß IFRS 15 nach der Übertragung der Verfügungsgewalt auf den Kunden. Die Analyse der hierfür festgelegten Kriterien wird nach aktuellem Projektstand voraussichtlich zu einer Verschiebung des Umsatzerfassungszeitpunkts ans Ende der Frachtleistung führen, so dass die Frachtleistung nicht als getrennte Leistungsverpflichtung zu behandeln wäre. Es wird erwartet, dass es sich um einen einmaligen Effekt zum Erstanwendungszeitpunkt 1. Januar 2018 handelt, da Folgeperioden in ähnlicher Höhe beeinflusst sein werden.

Leasing

Am 13. Januar 2016 hat das IASB den neuen Standard IFRS 16 veröffentlicht, welcher den bisherigen Rechnungslegungsstandard IAS 17 ersetzt. Im Rahmen des IFRS 16 werden beim Leasingnehmer alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer Leasingverbindlichkeit auf Basis des Barwerts der Leasingzahlungen bilanziert. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Abschreibungen auf das aktivierte Nutzungsrecht und Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit erfasst. Die Unterscheidung in Operating- und Finanzierungsleasingverhältnisse für Leasingnehmer entfällt. Der neue Standard enthält zudem Wahlrechte hinsichtlich der Behandlung von kurzfristigen Leasingverhältnissen bzw. Leasingverhältnissen mit geringem Wert. Im Fall der Anwendung der Wahlrechte werden die Kosten für diese Leasingverhältnisse direkt im Aufwand erfasst. Für Leasinggeber sind keine wesentlichen Änderungen enthalten.

Der neue Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern IFRS 15 angewendet wird. Die Anerkennung des Standards durch die EU steht noch aus.

Der LANXESS Konzern wird den neuen Standard voraussichtlich ab dem 1. Januar 2019 anwenden. Der LANXESS Konzern hat im Geschäftsjahr 2016 ein Projekt zur Einführung von IFRS 16 aufgesetzt. Erste Analysen der Betroffenheit wurden auf Konzernebene durchgeführt und mögliche systemtechnische Lösungen begutachtet. Wäre IFRS 16 schon zum 1. Januar 2017 anzuwenden, wären die in der Anhangangabe [33] aufgeführten zukünftigen Leasingzahlungen aus Operating Leasing diskontiert als Finanzierungsleasing bilanziell zu erfassen. Entscheidungen zur Anwendung von Wahlrechten wurden noch nicht getroffen. Die Vertragsanalyse und die Umsetzung von systemtechnischen Lösungen sollen im Geschäftsjahr 2017 beginnen.

Die nachfolgend aufgeführten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen sind derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

Standard/Interpretation Veröffentlichung Anwendungspflicht für LANXESS ab Geschäftsjahr Anerkennung durch EU
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 nein
IFRS 10, IAS 28 Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen – Änderungen an IFRS 10, IAS 28 11.09.2014 nein
IAS 12 Ertragsteuern – Änderungen an IAS 12 – Berücksichtigung von latenten Steueransprüchen für unrealisierte Verluste 19.01.2016 2017 nein
IAS 7 Kapitalflussrechnungen – Änderungen an IAS 7 – Angabeninitiative 29.01.2016 2017 nein
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung – Änderungen an IFRS 2 – Klassifizierung und Bewertung 20.06.2016 2018 nein
IFRS 4 Versicherungsverträge – Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente im Zusammenhang mit IFRS 4 Versicherungsverträge 12.09.2016 nein
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2014–2016 08.12.2016 2017/2018 nein
IFRIC 22 Vorauszahlungen im Zusammenhang mit Fremdwährungstransaktionen 08.12.2016 2018 nein
IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – Änderungen an IAS 40 – Übertragung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 08.12.2016 2018 nein

Die Umsetzung der neuen Regelungen zur Wertminderung von Finanzinstrumenten

Die Umsetzung der neuen Regelungen zur Wertminderung von Finanzinstrumenten erfordert die Entwicklung eines „Expected Loss Models" basierend auf historischen Ausfällen und zukunftsbezogenen Ausfallerwartungen. Das Fachkonzept zum „Expected Loss Model" ist noch in der Entwicklungsphase. Eine verlässliche Schätzung der erwarteten Effekte ist erst nach systemtechnischer Umsetzung des Fachkonzeptes durchführbar.

Die Umsetzung der neuen Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accounting

Die Umsetzung der neuen Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accounting betrifft im Wesentlichen Fremdwährungssicherungsgeschäfte. Das Fachkonzept zur Umsetzung der neuen Regelungen ist noch in der Entwicklungsphase. Folglich ist eine verlässliche Schätzung der erwarteten Effekte erst nach systemtechnischer Umsetzung durchführbar. Grundsätzlich wird die gesonderte Behandlung und Bewertung der Einzelkomponenten von Terminkursen bzw. der Ausschluss von Einzelkomponenten zu höheren Ineffektivitäten führen.# BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Konzerninterne Zwischengewinne und -verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind die LANXESS AG sowie alle Unternehmen, die die LANXESS AG beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht, wenn die LANXESS AG variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einem Unternehmen ausgesetzt ist und die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt. Verfügungsgewalt liegt vor, wenn Rechte bestehen, die der LANXESS AG die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens zu lenken, um die variablen Rückflüsse wesentlich zu beeinflussen. In der Regel beruht die Beherrschung dabei auf einer mittel- oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit. Bei strukturierten Unternehmen basiert die Beherrschung im Normalfall auf vertraglichen Vereinbarungen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen, bei denen der LANXESS Konzern — in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes von 20 % bis 50 % —einen maßgeblichen Einfluss ausübt, und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bewertet. Unternehmen, die insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage sind, werden nicht konsolidiert, sondern zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen. Die Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie eine Tabelle der Beteiligungsgesellschaften werden im Abschnitt „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" gezeigt.

Vollkonsolidierung

Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, als Aufwand erfasst.

Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus einem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie dem beizulegenden Zeitwert gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

At equity bewertete Beteiligungen

Bei Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet sind, werden die Anschaffungskosten jährlich um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Liegen Wertminderungen vor, die den Wert der jeweiligen Beteiligung übersteigen, werden vorhandene langfristige Vermögenswerte, die in Zusammenhang mit der Beteiligung stehen, abgeschrieben. Wurden der Buchwert der Beteiligung und derartige Vermögenswerte auf null reduziert, werden zusätzliche Verluste in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, in dem der Anteilseigner rechtliche oder faktische Verpflichtungen, z. B. zur Übernahme anteiliger Verluste, eingegangen ist oder Zahlungen für das Beteiligungsunternehmen geleistet hat. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung ermittelt, wobei ein Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten

Gemeinschaftliche Tätigkeiten sind Vereinbarungen, bei denen die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung ausüben, Rechte und Pflichten an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Schulden haben. LANXESS als gemeinschaftlich Tätiger bilanziert seinen Anteil an den gemeinschaftlich gehaltenen Vermögenswerten und gemeinschaftlich eingegangenen Schulden sowie seinen Anteil an den Erlösen und Aufwendungen, einschließlich seines Anteils an gemeinschaftlich eingegangenen Aufwendungen.

Transaktionen mit Eigentümern

Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern, welche nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Transaktionen zwischen Eigenkapitalgebern des LANXESS Konzerns behandelt. Veränderungen der Eigentumsverhältnisse werden als Anpassung der Buchwerte zwischen beherrschenden und nicht beherrschenden Anteilen berücksichtigt. Differenzen zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistungen werden unmittelbar in den Sonstigen Rücklagen erfasst und somit dem Anteil der Aktionäre der LANXESS AG zugeordnet.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In den Einzelabschlüssen, die dem LANXESS Konzernabschluss zugrunde liegen, werden sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die — aus wirtschaftlicher Sicht — zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Aus der Währungsumrechnung resultierende Kursdifferenzen werden ergebniswirksam im Wechselkursergebnis innerhalb des sonstigen Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die Jahresabschlüsse ausländischer Einheiten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (Konzept der funktionalen Währung). Bei der überwiegenden Mehrzahl der Beteiligungen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die Umrechnung in Konzernwährung erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden zum Kurs am Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zum Jahresdurchschnittskurs. Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird in der Währung des erworbenen Unternehmens bilanziert und unabhängig vom Zeitpunkt seines Entstehens zum Stichtagskurs umgerechnet. Durch die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen sowie die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge wie auch der sonstigen Veränderungen des Jahres zu Durchschnittskursen ergeben sich gegenüber einer Umrechnung zu Stichtagskursen Unterschiedsbeträge, die im sonstigen Ergebnis gesondert als Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe ausgewiesen werden. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, erfolgt eine erfolgswirksame Realisierung der betreffenden Währungsumrechnungsdifferenzen im Gewinn oder Verlust.

Der Währungsumrechnung liegen folgende für den LANXESS Konzern wesentliche Wechselkurse zugrunde:

Wechselkurse Stichtagskurs 31.12.2015 Stichtagskurs 31.12.2016 Durchschnittskurs 2015 Durchschnittskurs 2016
1 Euro
Argentinien ARS 14,10 16,70 10,28 16,33
Brasilien BRL 4,25 3,44 3,69 3,86
China CNY 7,06 7,32 6,97 7,35
Großbritannien GBP 0,73 0,86 0,73 0,82
Indien INR 72,02 71,60 71,19 74,34
Japan JPY 131,07 123,40 134,31 120,29
Kanada CAD 1,51 1,42 1,42 1,47
Singapur SGD 1,54 1,52 1,53 1,53
Südafrika ZAR 16,95 14,46 14,17 16,27
USA USD 1,09 1,05 1,11 1,11

BILANZIERUNGS‐ UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres und wurden stetig angewendet. Hiervon ausgenommen sind Änderungen, die sich durch neue oder geänderte Rechnungslegungsvorschriften ergeben haben, die erstmals im Geschäftsjahr 2016 verpflichtend anzuwenden waren und auf die im Abschnitt Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" hingewiesen wird.

Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte wie Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte von befristeter Nutzungsdauer sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, erfolgt linear über einen Zeitraum von 3 bis 20 Jahren. Die planmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Darüber hinausgehende Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden Wertaufholungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen. Der niedrigere Wert dieser beiden Größen wird angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.# Anhang

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitsprüfungen unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Etwaige Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen von Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht vorgenommen. Kosten für intern entwickelte Software, die in der Phase der Anwendungsentwicklung anfallen, werden aktiviert. Die Abschreibung dieser Kosten über die zu erwartende Nutzungsdauer beginnt mit Fertigstellung der Software. Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Unentgeltlich von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) oder einer vergleichbaren Behörde in anderen europäischen Ländern zugeteilte Rechte werden demnach mit einem Wert von null aktiviert.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Das Neubewertungsmodell findet im LANXESS Konzern keine Anwendung. Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Gemäß IAS 36 werden solche Wertverluste anhand von Vergleichen mit den diskontierten erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen der betreffenden Vermögenswerte ermittelt. Können diesen Vermögenswerten keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse zugeordnet werden, werden die Wertminderungen anhand der Finanzmittelflüsse der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit geprüft, der diese Vermögenswerte zuzurechnen sind. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingte Abschreibungen sowie die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und die freiwilligen sozialen Leistungen des Unternehmens. Besteht die Verpflichtung, Sachanlagen zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder zurückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, wird der Barwert der hierfür anfallenden Zahlungen zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe eine Rückstellung passiviert. Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden, direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden grundsätzlich sofort im Ergebnis erfasst. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten verlässlich bestimmt werden können. Aufwendungen für Generalüberholungen wichtiger Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil der betreffenden Vermögenswerte selbstständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zur nächsten Generalüberholung abgeschrieben. Sofern Sachanlagen aus wesentlichen Komponenten mit jeweils unterschiedlichem Zweck, unterschiedlicher Beschaffenheit oder unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten einzeln aktiviert und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Wenn Sachanlagen verkauft werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Planmäßige Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Ihnen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauern
Gebäude 20 bis 50 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Betriebsvorrichtungen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Labor- und Forschungseinrichtungen 3 bis 5 Jahre
Tank- und Verteilungsanlagen 10 bis 20 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 10 Jahre

Leasing

Gemietete Sachanlagen, bei denen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen wurden (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 im Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die Barwerte der Leasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstands unsicher, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Sie werden mit dem zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen, sofern dieser Wert niedriger ist. In der Folge werden die Mindestleasingzahlungen in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Bei einem Leasingverhältnis, das nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt (Operating-Leasingverhältnis), werden die Leasingraten als laufender Aufwand erfasst. In den Sachanlagen sind auch vom LANXESS Konzern vermietete bzw. verleaste Vermögenswerte enthalten, soweit bei den zugrunde liegenden Verträgen kein Finanzierungsleasing vorliegt. Ist der Kunde jedoch als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen, wird in Höhe der abgezinsten zukünftigen Miet- bzw. Leasingzahlungen eine Forderung aktiviert. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Vertragsverhältnisse, die bei einer Partei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu zählen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen eingesetzt werden. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der LANXESS Konzern Vertragspartei der Finanzinstrumente wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte auf Zahlungen hieraus auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Erfüllungstag relevant. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge — unter Anwendung der Effektivzinsmethode — zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Sofern Wertminderungen aufgrund der Überprüfung der Werthaltigkeit zu berücksichtigen sind, werden diese über Wertberichtigungskonten erfasst. Beteiligungen sowie langfristige Eigenkapitalinstrumente werden als „zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, es sei denn, der beizulegende Zeitwert ist nicht verlässlich bestimmbar. In diesem Fall erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt und einer möglichen Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden mit ihrem anteiligen Eigenkapital entsprechend den Vorschriften des IAS 28 angesetzt. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Alle anderen originären finanziellen Vermögenswerte werden als „zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern sie nicht der Kategorie Kredite und Forderungen zuzurechnen sind. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird so lange direkt im sonstigen Ergebnis erfasst, mit Ausnahme von Wertberichtigungen und von Gewinnen und Verlusten aus der Währungsumrechnung, bis der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Von der Möglichkeit, Finanzinstrumente bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu designieren, wurde kein Gebrauch gemacht.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Im LANXESS Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag als Vermögenswert oder Verbindlichkeit ausgewiesen. Aus der Zeitwertänderung resultierende Wertänderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Soweit Fremdwährungsderivate bzw.# Warentermingeschäfte, die zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen werden, den Anforderungen des Rechnungslegungsstandards hinsichtlich des Hedge Accountings genügen, werden die Wertänderungen dieser Derivate bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften gesondert im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier erfassten Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis bzw. in den Kosten der umgesetzten Leistungen berücksichtigt. Diejenigen Teile der Zeitwertänderung des Derivats, die hinsichtlich des abgesicherten Risikos als ineffektiv angesehen werden, werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Zeitwertänderungen von Zinsderivaten, die der Absicherung von variabel verzinslichen langfristigen Verbindlichkeiten dienen, werden, soweit die Anforderungen eines Cashflow-Hedge-Accountings erfüllt sind, ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis berücksichtigt. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind.

Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts

Nachfolgend werden die wesentlichen Methoden und Annahmen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten dargestellt: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben in der Regel Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen daher den beizulegenden Zeitwerten. Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr werden zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Wertpapieren wird anhand von Marktpreisen am Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird anhand abgezinster zukünftiger Zins- und Tilgungszahlungen berechnet. Die Anleihen werden in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem börsenmäßig festgestellten und veröffentlichten Preis. Sollte für eine Anleihe kein liquider Marktpreis vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis beobachtbarer Inputfaktoren und unter Verwendung risikoadäquater Diskontierungszinssätze ermittelt. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr entspricht der Buchwert grundsätzlich dem beizulegenden Zeitwert. Alle anderen Verbindlichkeiten werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abgezinst. Bei den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entspricht der beizulegende Zeitwert dem Barwert der Nettoleasingraten unter Berücksichtigung des Marktzinses für gleichartige Leasingverträge. Die derivativen Finanzinstrumente werden im Wesentlichen in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Die am Bilanzstichtag ausgewiesenen beizulegenden Zeitwerte resultieren im Wesentlichen aus Devisentermingeschäften sowie in geringem Umfang aus Warentermingeschäften. Diese werden mit der „Forward"-Methode aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden. Im Falle fehlender Marktnotierungen erfolgt die Wertermittlung durch Einsatz anerkannter finanzmathematischer Berechnungsmethoden auf Basis beobachtbarer Marktdaten. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird das eigene bzw. das Ausfallrisiko des Kontrahenten auf Basis der jeweiligen Nettoposition berücksichtigt.

Vorräte

Unter den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d. h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten bei normaler Auslastung der betreffenden Produktionsanlagen, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Darüber hinaus werden die Kosten für die betriebliche Altersversorgung, für soziale Einrichtungen des Betriebs sowie für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen, soweit sie dem Herstellungsbereich zuzuordnen sind. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen. Die Produkte werden nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt. Daher werden Fremdkapitalkosten, die im Laufe der Produktion anfallen, nicht in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten einbezogen. Aufgrund der Produktions- und Absatzgegebenheiten im LANXESS Konzern werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, werden wegen ihrer hohen Liquidität ebenfalls hierunter ausgewiesen.

Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte und Schulden

Vermögenswerte werden, soweit wesentlich, als „zur Veräußerung bestimmt" ausgewiesen, wenn ihre Veräußerung sehr wahrscheinlich und im gegenwärtigen Zustand möglich ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um ganze Unternehmensbereiche handeln. Eine Veräußerungsgruppe kann auch Schulden beinhalten, wenn diese Schulden zusammen mit den Vermögenswerten im Rahmen der Transaktion abgegeben werden. Vermögenswerte, die als „zur Veräußerung bestimmt" klassifiziert sind, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die Bewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich identifizierbarer Veräußerungskosten, sofern dieser Wert niedriger als der Buchwert ist.

Rückstellungen

Ansatz und Bewertung der Rückstellungen erfolgen nach IAS 37, gegebenenfalls auch nach IAS 19 und IFRS 2, mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs. Soweit wesentliche Rückstellungen erst nach mehr als einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge bzw. -zeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Anteil der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt und zurückgestellt. Soweit die Veränderung der Rückstellung aus dem Näherrücken des Erfüllungszeitpunkts resultiert (Zinseffekt), wird der entsprechende Aufwand im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Effekt in den Ergebnisbereichen erfasst, in denen ursprünglich die Bildung der Rückstellung erfolgte. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Der Rückstellungsbewertung liegt der mithilfe der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) ermittelte versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die erwartete Einkommens- und Rentenentwicklung berücksichtigt. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden vollständig im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden in einer nachfolgenden Berichtsperiode nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Zu den Personalrückstellungen gehören vor allem Jahressonderzahlungen und Zahlungen aus mehrjährigen Vergütungsprogrammen sowie sonstige Personalkosten. Die anteilsbasierten Mitarbeitervergütungsprogramme (LTSP — Long Term Stock Performance Plan) sehen einen Barausgleich vor. Verpflichtungen hieraus werden durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe dem beizulegenden Zeitwert des jeweils erdienten Anteils der Zusagen an die Mitarbeiter entspricht. Der beizulegende Zeitwert wird mithilfe der Monte-Carlo-Simulationstechnik ermittelt. Hierbei werden zukünftige Renditen simuliert und der Wert der gewährten Anrechte als zu erwartender Ausschüttungsbetrag ermittelt. Es wird eine zweidimensionale Normalverteilung der Renditen unterstellt. Der beizulegende Zeitwert der Anrechte wird zeitanteilig über die Sperrfrist (Erdienungszeitraum) als Rückstellung erfasst. Das anteilsbasierte Vergütungsprogramm für Aufsichtsräte sieht einen variablen Barausgleich vor, sofern sich die LANXESS Aktie im Mandatszeitraum überprozentual im Vergleich zu einem festgelegten Index entwickelt. Hieraus erwartete Verpflichtungen werden entsprechend als Rückstellungen berücksichtigt.# Rückstellungen für Restrukturierungen

Rückstellungen für Restrukturierungen werden gebildet, wenn sich eine rechtliche oder faktische Verpflichtung auf Basis eines detaillierten Restrukturierungsplans ergibt, welcher von der jeweils entscheidungsbefugten Managementebene beschlossen und den betroffenen Mitarbeitern bzw. deren Vertretern kommuniziert wurde. Sie enthalten die den Restrukturierungsmaßnahmen direkt zurechenbaren Aufwendungen, die zur Erfüllung der Maßnahmen notwendig sind und nicht mit zukünftigem operativem Geschäft in Verbindung stehen.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Der LANXESS Konzern bildet auch Rückstellungen für laufende oder wahrscheinliche Rechtsstreitigkeiten, wenn diese angemessen abgeschätzt werden können. Diese Rückstellungen decken alle geschätzten Gebühren und Rechtskosten sowie eventuelle Vergleichskosten ab. Prozesskosten für Rechtsstreitigkeiten werden jedoch nur erfasst, wenn davon ausgegangen wird, dass diese von LANXESS zu tragen sind. Die zurückgestellten Beträge werden aufgrund von Mitteilungen und Kostenschätzungen der Anwälte des Unternehmens ermittelt. Solche Rückstellungen werden regelmäßig zusammen mit den Anwälten des Unternehmens überprüft und angepasst.

Eventualverbindlichkeiten

Bei Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Sie werden in der Bilanz — soweit nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses anzusetzen — nicht erfasst.

Verbindlichkeiten

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über den zugrunde liegenden Zeitraum oder die voraussichtliche Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte aufgelöst und erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im entsprechenden Funktionsbereich erfasst.

Umsatzerlöse und sonstige Erlöse

Umsatzerlöse — nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen — werden als realisiert betrachtet, sobald die Lieferung erfolgt ist bzw. die Leistung erbracht wurde. Dies ist bei Liefergeschäften dann der Fall, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum der verkauften Waren und Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übergehen. Darüber hinaus müssen der wirtschaftliche Nutzen hinreichend wahrscheinlich sowie die angefallenen Kosten verlässlich bestimmbar sein. Kundenrabatte werden in der Periode berücksichtigt, in der die Umsatzrealisierung erfolgt. Erlöse wie z. B. Lizenzeinnahmen, Mieteinnahmen, Zinserträge oder Dividenden, die einem späteren Geschäftsjahr zuzurechnen sind, werden abgegrenzt. Langfristige Fertigungsaufträge liegen im LANXESS Konzern nicht vor. Insofern wird die Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad nicht angewendet.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IAS 38 sind Forschungskosten nicht und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen zu aktivieren. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die darüber hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da die Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Verfahren aber häufig mit Unsicherheiten hinsichtlich der Realisierbarkeit eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens verbunden ist, sind die Bedingungen für eine Aktivierung von Entwicklungskosten in der Regel nicht erfüllt.

Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde. Die Ertragsteuerforderungen und -schulden umfassen sowohl das jeweilige Geschäftsjahr als auch Sachverhalte aus Vorjahren. Den Bewertungen liegt die geltende Rechtslage unter Berücksichtigung aktueller Rechtsprechnung und herrschender Fachmeinung zugrunde. Unsichere Ertragsteuerpositionen werden mit ihrem Erwartungswert bilanziert, sofern deren Zahlung oder Rückerstattung als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Gemäß IAS 12 werden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in Konzern- und Steuerbilanz, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Den Berechnungen liegen Steuerplanungsrechnungen und übliche bzw. realisierbare Steuerstrategien zugrunde. Es werden die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze, die jeweiligen Nutzungszeiträume sowie Verlustverrechnungsbeschränkungen berücksichtigt. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. Der Buchwert latenter Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und nur in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um die latenten Steueransprüche zu nutzen. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen werden berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verlustvorträge nutzbar sind. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des LANXESS Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zahlungsströme aus der operativen Tätigkeit werden nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt und sind somit nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen werden als Abfluss aus investiver Tätigkeit gezeigt. Sie werden gekürzt um von Dritten hierfür gewährte Zuwendungen. Investitionen im Rahmen von Finanzierungsleasing sowie aktivierte Fremdkapitalkosten sind nicht enthalten. Eine Vergleichbarkeit mit den Investitionen des Anlagespiegels ist insoweit nicht gegeben. Die Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden als Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit gezeigt. Auszahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasingnehmer ist, werden als Abfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen, während Einzahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasinggeber ist, als Zufluss aus investiver Tätigkeit gezeigt werden. Zahlungen für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, werden der operativen Tätigkeit zugeordnet. Zahlungen für Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS lediglich Erstattungsansprüche für zukünftig zu leistende Rentenzahlungen zustehen (CTA), werden in der investiven Tätigkeit ausgewiesen. Im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten gezahlte Kaufpreise (bzw. erhaltene Verkaufspreise) werden abzüglich erworbener (bzw. abgegebener) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Bereich der investiven Tätigkeit gezeigt. Erhaltene Zinsen und Dividenden werden in den Zahlungsströmen aus investiver Tätigkeit ausgewiesen. Gezahlte Zinsen und Dividenden werden im Bereich der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.

Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten im LANXESS Konzern wird zunächst analysiert, inwieweit Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine mögliche Wertminderung von Vermögenswerten bzw. mögliche Wertaufholung wertgeminderter Vermögenswerte hinweisen. Sofern sich hierbei Anzeichen ergeben, dass Vermögenswerte wertgemindert bzw. Wertaufholungen wertgeminderter Vermögenswerte erforderlich sein könnten, werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Diese Analysen werden im LANXESS Konzern mindestens einmal jährlich durchgeführt. Zum 1. Januar 2015 wurden die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers zur Business Unit Tire & Specialty Rubbers zusammengelegt, die Business Units High Performance Elastomers und Keltan Elastomers wurden unter dem Namen High Performance Elastomers vereint und die Produktlinien Alterungsschutzmittel und Beschleuniger der ehemaligen Business Unit Rubber Chemicals in die Business Unit Advanced Industrial Intermediates integriert. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden für die Werthaltigkeitsprüfung von Vermögenswerten die Business Units des LANXESS Konzerns definiert, Ausnahme hiervon sind die im Zuge der Neuausrichtung im Vorjahr von LANXESS definierten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Butyl Rubber, Performance Butadiene Rubbers, High Performance Elastomers, Keltan Elastomers, Advanced Industrial Intermediates und Antioxidants & Accelerators. Sollten Anzeichen für Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten vorliegen, die auf einer Ebene unterhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten angesiedelt sind, werden für diese Vermögenswerte Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt und, wenn erforderlich, Wertminderungen oder Wertaufholungen im Gewinn oder Verlust erfasst.# Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, werden einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte.

Hierbei werden die Restbuchwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einschließlich der zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte, dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts der Business Unit Tire & Specialty Rubbers werden wie im Vorjahr die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers auf der Ebene einer Gruppe an zahlungsmittelgenerierenden Einheiten getestet. Ferner bilden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Advanced Industrial Intermediates und Antioxidants & Accelerators für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts der Business Unit Advanced Industrial Intermediates eine Gruppe.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs und dem Nutzungswert. Ist der Restbuchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag, liegt in Höhe der Differenz unter Umständen ein Ab-wertungsverlust vor.

Der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs stellt zum jeweiligen Überprüfungszeitpunkt die bestmögliche Schätzung des Erlöses dar und ist der Betrag, der durch den Verkauf der zahlungsmittelgenerierenden Einheit in einer Transaktion zu Marktbedingungen zwischen sachverständigen, vertragswilligen Parteien nach Abzug der Veräußerungskosten erzielt werden könnte.

Der Nutzungswert ist definiert als der Barwert der künftigen Zahlungsströme, die durch die fortlaufende Nutzung eines Vermögenswerts und dessen Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden.

Die Prüfung auf Wertminderung bzw. Wertaufholung wird in einem ersten Schritt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs durchgeführt. Sofern der hierbei ermittelte Betrag den Restbuchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter- bzw. überschreitet, erfolgt eine Beurteilung des Nutzungswerts.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wird in der Regel ein kapitalwertorientiertes Verfahren zugrunde gelegt, welches der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzuordnen ist (vgl. An-hangangabe [36], Abschnitt „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert").

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs basiert in der Regel auf einer Prognose der künftigen Netto-Zahlungsströme. Als Grundlage dient die vom Management der LANXESS AG verabschiedete Planung. Diese beinhaltet Einschätzungen hinsichtlich der Entwicklung des erwarteten Marktumfelds und weiterer Einflussfaktoren, wie künftige Rohstoffpreise, Energiekosten, Funktionskosten, Wechselkurse und Investitionen. Zwischen den Einflussfaktoren bestehen wechselseitige Zusammenhänge, die sich in den erwarteten Netto-Zahlungsströmen widerspiegeln. Die Einschätzungen beruhen auf Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit unter Berücksichtigung interner sowie externer ökonomischer und industriespezifischer Informationsquellen. Erweiterungsinvestitionen, Reorganisationsprojekte und die daraus entstehenden Synergien, soweit diese auch durch einen externen Dritten nutzbar sind, werden bei den zukünftigen Netto-Zahlungsströmen im Rahmen dieser Einschätzungen berücksichtigt.

Bei der Bestimmung des Nutzungswerts wird eine entsprechende Prognose der künftigen Netto-Zahlungsströme vorgenommen. Hierbei finden jedoch zukünftige Mittelzu-und -abflüsse aus noch nicht begonnenen Erweiterungsinvestitionen, geplanten, aber nicht verabschiedeten Restrukturierungen sowie deren Synergien keine Berücksichtigung.

Sowohl für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wie auch für die Bestimmung des Nutzungswerts umfassen die Prognosen einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Rahmen der Ermittlung der ewigen Rente wird grundsätzlich auf dem letzten Planungsjahr aufgesetzt und es werden keine Wachstumsraten berücksichtigt. Gegebenenfalls werden Anpassungen zur Abbildung des sogenannten eingeschwungenen Zustands in der ewigen Rente vorgenommen.

Die künftigen Netto-Zahlungsströme werden mit einem gewogenen Kapitalkostensatz abgezinst. Der Kapitalkostensatz ergibt sich gemäß IAS 36 unter Anwendung kapitalmarktorientierter Modelle und durch Berücksichtigung einer branchenspezifischen Kapitalstruktur sowie branchenspezifischer Geschäftsrisiken der Chemieindustrie und ist aus externen Kapitalinformationen abgeleitet.

Wenn im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung die Höhe von aufwandswirksamen Wertminderungen ermittelt wird, so erfolgt im ersten Schritt die Abschreibung vorhandener Geschäfts- oder Firmenwerte der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird anteilig auf die anderen langfristigen Vermögenswerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit entsprechend den den Werthaltigkeitsprüfungen zugrunde liegenden Restbuchwerten verteilt. Hierbei werden die unterhalb der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegenden langfristigen Vermögenswerte auf ihren erzielbaren Betrag hin beurteilt und eine Verlustverteilung nur bis zur Höhe des erzielbaren Betrags dieser Vermögenswerte vorgenommen. Ein übersteigender Wertminderungsaufwand, der diesen Vermögenswerten darüber hinaus zugeordnet worden wäre, wird anteilig auf die anderen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmentaufwendungen ausgewiesen.

Ergeben sich im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte, weil die Anhaltspunkte für eine frühere Wertminderung nicht mehr bestehen oder sich geändert haben, erfolgt eine Wertaufholung auf maximal den Betrag, der sich bei Ausbleiben jener Wertminderung unter Anwendung der planmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Es werden keine Wertaufholungen auf abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen.

Wertaufholungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmenterträgen ausgewiesen.

Die Ergebnisse der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen der Geschäftsjahre 2015 und 2016 werden im folgenden Abschnitt erläutert.

SCHÄTZUNGSUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS bedingt die Auswahl von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Einbeziehung von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen, die sich auf den Wertansatz der aktivierten Vermögenswerte und passivierten Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken können. Alle getroffenen Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss basieren auf den Erwartungen des Managements. Erkenntnisse, die zu Schätzungsänderungen führen, werden laufend berücksichtigt und können gegebenenfalls zu einer Anpassung der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Nachfolgend werden die Annahmen und Schätzungen erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden im LANXESS Konzern haben können.

Der LANXESS Konzern führt Werthaltigkeitsprüfungen für einzelne oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, mindestens einmal jährlich durch. Darüber hinaus finden Überprüfungen der Werthaltigkeit anlassbezogen statt (vgl. Abschnitt „Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltig keitsprüfungen"). Bei den im Geschäftsjahr 2016 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen von Vermögenswerten können die getroffenen Annahmen und Schätzungen des Managements von den tatsächlichen Gegebenheiten in späteren Perioden abweichen, woraus sich ein Wertänderungsbedarf ergeben könnte. Erwartungen des Managements über zukünftige Netto-Zahlungsströme haben somit indirekt Auswirkung auf die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und anderen Vermögenswerten.

Den jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen liegt ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 5,8 % (Vorjahr: 6,6 %) und den Werthaltigkeitsprüfungen zum Abschlussstichtag ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 6,4 % zugrunde.

Die Prüfungen der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierender Einheiten ergaben für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 keinen Wertminderungsbedarf. Ein Wertaufholungsbedarf von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte wurde für das Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr nicht festgestellt.

Im Vorjahr vereinbarten der LANXESS Konzern und die Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), eine strategische Allianz unter dem Namen ARLANXEO, an der beide Partner zu jeweils 50% beteiligt sind. Die zu ARLANXEO zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Butyl Rubber, Performance Butadiene Rubbers, High Performance Elastomers und Keltan Elastomers wurden im Vorjahr auf Basis der Vereinbarung mit einem erzielbaren Betrag in Höhe von 2,75 Mrd. € bewertet. Dieser wurde im Verhältnis der jeweiligen beizulegenden Zeitwerte abzüglich Kosten des Abgangs auf die vier zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Hierbei entfiel infolge der zukünftig erwarteten Geschäftsentwicklung ein erzielbarer Betrag in Höhe von 464 Mio.€ auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit High Performance Elastomers, welche in der Produktion und dem Vertrieb von Synthesekautschuken mit speziellen technischen Eigenschaften für die verarbeitende Industrie, insbesondere im Automobil- und Baubereich wie auch im Maschinenbau tätigt ist. Der Werthaltigkeitstest führte im Segment ARLANXEO (Vorjahr: Segment Performance Polymers) zu Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte von unter 1 Mio. € und auf Sachanlagevermögen in Höhe von 37 Mio. €. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Antioxidants & Accelerators im Segment Advanced Intermediates wurde im Zuge der Neuausrichtung des LANXESS Konzerns zum 1. Januar 2015 durch die Integration der Produktlinien Alterungsschutzmittel und Beschleuniger der ehemaligen Business Unit Rubber Chemicals in die Business Unit Advanced Industrial Intermediates gebildet. Die Kostenstrukturen wurden durch die Reorganisation optimiert und der erzielbare Betrag in Höhe von 154 Mio. € führte zu Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte bei immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2 Mio. € und beim Sachanlagevermögen in Höhe von 17 Mio. €. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wurden kapitalwertorientierte Verfahren zugrunde gelegt, welche der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzuordnen sind. Die Wertaufholungen erfolgten begrenzt auf die fortgeführten Buchwerte, die sich ohne die Wertminderung in der Vergangenheit ergeben hätten, und wurden im Vorjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst und im jeweiligen Segment der Segmentberichterstattung ausgewiesen. Die jährliche Prüfung der Werthaltigkeit der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden in lokaler Währung geführt. Im Geschäftsjahr 2016 erwarb der LANXESS Konzern einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 93 Mio. € durch die Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours. Der neu erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wurde der Business Unit Material Protection Products im Segment Performance Chemicals zugeordnet und zum Abschlussstichtag auf Werthaltigkeit geprüft. Durch den neu erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert und durch Wechselkurseffekte erhöhte sich der Geschäfts- oder Firmenwert bei der Business Unit Material Protection Products auf 125 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €). Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wurde ein kapitalwertorientiertes Verfahren zugrunde gelegt, welches der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzuordnen ist. Ein weiterer wesentlicher Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 76 Mio. € (Vorjahr: 62 Mio. €) entfällt auf die Business Unit Tire & Specialty Rubbers. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist auf Wechselkurseffekte zurückzuführen. Die Business Unit Rhein Chemie Additives enthält Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 21 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) und auf die Business Unit High Performance Materials entfällt ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 18 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €). Hinsichtlich der Ermittlung der Netto-Zahlungsströme verweisen wir auf die in diesem und im vorherigen Kapitel erfolgten Angaben. Die Business Unit Material Protection Products ist von der Entwicklung verschiedener Industrien, die Business Unit Tire & Specialty Rubbers im Wesentlichen von der Marktentwicklung der Reifen- und Automobilindustrie und die Business Unit Rhein Chemie Additives von verschiedenen weiterverarbeitenden Industrien abhängig. Die Business Unit High Performance Materials ist im Wesentlichen von der Marktentwicklung der Automobilindustrie geprägt. Die der Detailplanung zugrunde gelegten Einschätzungen der zukünftigen Marktentwicklungen sind von der jeweiligen Abnehmerindustrie abhängig und beruhen auf Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit unter Berücksichtigung interner sowie externer ökonomischer und industriespezifischer Informationsquellen. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Material Protection Products wurde ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 5% (Vorjahr: 4%) unter Berücksichtigung der Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours geplant. Für die Gruppe an zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Business Unit Tire & Specialty Rubbers liegt für den fünfjährigen Planungszeitraum ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 5% (Vorjahr: 2%) zugrunde. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Rhein Chemie Additives wurde ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 4 % (Vorjahr: 4 %) und für die zahlungsmittelgenerierende Einheit High Performance Materials ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 2% (Vorjahr: 1 %) zugrunde gelegt. Für die ewige Rente werden keine Wachstumsraten unterstellt. Im aktuellen Geschäftsjahr werden bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Leather, Keltan Elastomers und Butyl Rubber in der ewigen Rente niedrigere EBITDA-Werte als im letzten Planungsjahr zur Abbildung des eingeschwungenen Zustands angesetzt. Im Vorjahr wurde bei der Business Unit Tire & Specialty Rubbers aufgrund der Überkapazitätssituation für synthetische Kautschuke im Detailplanungszeitraum erwartet, dass langfristig in der ewigen Rente aufgrund der erwarteten Nachfragesteigerung, insbesondere nach höherwertigen Kautschukprodukten, höhere EBITDA-Werte als im letzten Planungsjahr erzielt werden. In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 ergab sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte kein Wertminderungsbedarf. Weder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 %-Punkt noch eine Verminderung der zukünftigen Netto-Zahlungsströme um 10 % hätten zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte geführt. Auch der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen werden durch die getroffenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Verteilung, den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktor sowie die absolute Höhe des Risikos beeinflusst. Der LANXESS Konzern hat für den Konzernabschluss 2016 eine gemäß IFRS vorgeschriebene Sensitivitätsanalyse für alle Rückstellungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse wurden die möglichen Effekte aus der isolierten Variation der verwendeten Parameter ermittelt. Insbesondere wurden die prognostizierte Eintrittswahrscheinlichkeit, der Diskontierungszinssatz sowie die absolute Höhe des Risikos variiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse verdeutlichten, dass die untersuchten Variationen der oben beschriebenen Annahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der sonstigen Rückstellungen im LANXESS Konzernabschluss haben. Hinsichtlich der Sensitivitätsanalysen in Bezug auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auf die unter Anhangangabe [14] gemachten Anmerkungen verwiesen. Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Der Abschnitt „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthält Informationen über die Annahmen bezüglich der Bewertungsparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden (vgl. Anhangangabe [14]). Des Weiteren ist der LANXESS Konzern von Rechtsstreitigkeiten betroffen. Als ein international tätiges Chemieunternehmen ist der LANXESS Konzern im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs behördlichen oder gerichtlichen Verfahren ausgesetzt und könnte es auch in Zukunft sein. Behördliche und gerichtliche Verfahren werfen in der Regel schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen auf und sind Unwägbarkeiten unterworfen. Der Ausgang von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Es können z. B. aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen zusätzliche Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch ausgewiesene Rückstellungen oder entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt sind sowie wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft, die Ertragslage oder die Zahlungsströme des LANXESS Konzerns haben können. Auch die Bildung von Rückstellungen für Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen ist mit Unsicherheiten behaftet und erfordert Berechnungen und Schätzungen zukünftiger Kosten. Der Abschnitt „Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen" enthält diesbezügliche Informationen (vgl. Anhangangabe [15]). Zudem unterliegen Steuersachverhalte Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch Steuerbehörden. Auch wenn der LANXESS Konzern der Überzeugung ist, Steuersachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können. Sofern Änderungen von Steuerfestsetzungen wahrscheinlich sind, wurden entsprechende Risikovorsorgen getroffen. Darüber hinaus werden Belastungen aus Steuerrisiken der Vorjahre als nicht wahrscheinlich angesehen. Im Falle nachteiliger Entwicklungen könnten sich für LANXESS jedoch zusätzliche Belastungen im unteren zweistelligen Mio.-€-Bereich ergeben. Den Berechnungen liegen insbesondere Erfahrungswerte aus den Ergebnissen früherer Steuerprüfungen und deren Auswirkungen für Folgezeiträume wie auch die geltende Rechtslage unter Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung sowie herrschender Fachmeinung zugrunde.Weitere wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Bewertung von Vorräten sowie die Realisierbarkeit von Steuerforderungen und aktivierten latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge. Des Weiteren bestehen im Rahmen von Erstkonsolidierungen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.

BERICHTERSTATTUNG ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der LANXESS Konzernabschluss umfasst neben der LANXESS AG als Muttergesellschaft alle in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften.

Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft)

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/ Pazifik Gesamt
01.01.2016 21 10 4 5 17 57
Zugänge 2 3 1 6
Abgänge 0
Verschmelzungen -1 -1
Veränderungen 1 1 6 6
31.12.2016 24 9 7 5 18 63

Konsolidierte assoziierte und gemeinschaftlich geführte Unternehmen

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/ Pazifik Gesamt
01.01.2016 2 2
Zugänge 0
Abgänge 0
Verschmelzungen 0
Veränderungen 0
31.12.2016 2 2

Nicht konsolidierte Unternehmen

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/ Pazifik Gesamt
01.01.2016 3 1 1 3 1 9
Zugänge 1 1 1 3
Abgänge -1 -1
Verschmelzungen 0
Veränderungen 3 3
31.12.2016 1 2 2 3 2 10

Insgesamt

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/ Pazifik Gesamt
01.01.2016 24 13 5 8 18 68
Zugänge 2 1 4 2 9
Abgänge -1 -1
Verschmelzungen -1 -1
Veränderungen 1 2 2
31.12.2016 25 13 9 8 20 75

Die ARLANXEO-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), ist eine Produktionsgesellschaft für Nitrilkautschuke. Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 50 %. Aufgrund der Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik in entscheidenden Punkten zu bestimmen, wird die Gesellschaft vollkonsolidiert.

Darüber hinaus werden die strukturierten Unternehmen Dirlem (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika), und Rustenburg Chrome Employees Empowerment Trust, Modderfontein (Südafrika), in der Region EMEA (ohne Deutschland) in den Konzernabschluss einbezogen. Zweck der Gesellschaften ist die Umsetzung einer Unternehmensbeteiligung für Mitarbeiter im Rahmen der Black-Economic-Empowerment-Gesetzgebung in Südafrika. Beherrschung liegt vor, da die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten bei der Gründung durch LANXESS vorgegeben wurden. LANXESS garantiert die Werthaltigkeit der von den strukturierten Unternehmen gehaltenen bzw. verwalteten Anteile an der LANXESS Chrome Mining (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika). Wesentliche Risiken ergeben sich für den LANXESS Konzern hieraus nicht.

Die DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), ist als gemeinschaftlich geführtes Unternehmen anteilig gemäß IFRS 11 als gemeinschaftliche Tätigkeit in den Konzernabschluss einbezogen, da die beteiligten Partner die Führung gemeinsam ausüben und die Produktion gemeinsam im Wesentlichen abnehmen. Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 50 %. Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Produktion von Polybutylenterephthalat-Basisharzen und -Mischungen für die gemeinschaftlich tätigen Gesellschafter sowie deren verbundene Unternehmen. Wesentliche Risiken bestehen aus dem Gesellschaftsverhältnis nicht.

Zudem ist die Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss nach der Equity-Methode berücksichtigt (vgl. Anhanganga-be [3]). Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 40 %. Aufgrund der Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen in wesentlichen Punkten mitzuwirken, liegt ein maßgeblicher Einfluss vor. Die Gesellschaft erbringt im Wesentlichen Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik für die LANXESS Produktionsstätten in Deutschland. Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter können zukünftig gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten entstehen. Die aus dem Gesellschaftsverhältnis bestehenden Liefer- und Leistungsbeziehungen werden in Anhangangabe [34] erläutert.

Bei den Gesellschaften Europigments, S.L., Barcelona (Spanien), und Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China), handelt es sich um Produktionsgesellschaften, an denen LANXESS einen Kapitalanteil von 52 % bzw. 90 % hält. Die Gesellschaften werden aufgrund des mehrheitlichen Stimmrechtsanteils von LANXESS beherrscht und vollkonsolidiert. Der Anteil anderer Gesellschafter an den Tätigkeiten und Zahlungsflüssen des LANXESS Konzerns ist unwesentlich.

Im Berichtszeitraum wurde die Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim (Deutschland), auf die LANXESS Deutschland GmbH, Köln (Deutschland), verschmolzen. Bei den nicht konsolidierten Unternehmen wurde die LANXESS Mining (Proprietary) Ltd., Modderfontein (Südafrika), liquidiert. Darüber hinaus wurden die Sechste LXS GmbH, Köln (Deutschland), die LANXESS Thai Co., Ltd., Bangkok (Thailand), sowie die LANXESS Additives Inc., Wilmington (USA), neu gegründet.

Bei Gesellschaften in den Ländern Argentinien, Brasilien, China, Indien, Russland, Südafrika und Südkorea liegen aufgrund von regulierten Kapitalmärkten Beschränkungen bei Zahlungsmitteltransfers vor. Hiervon betroffen sind ca. 20 % (Vorjahr: 10 %) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte des LANXESS Konzerns.

Die nicht konsolidierten Unternehmen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sie sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, da ihre kumulierten Finanzdaten weniger als 0,1 % des Konzernumsatzes und weniger als 0,1 % des Eigenkapitals betragen.

Akquisitionen

Am 31. August 2016 erwarb der LANXESS Konzern das Spezialitätengeschäft für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours. Hierbei wurden sämtliche Anteile an der Antec International Ltd., Sudbury, Suffolk (Großbritannien), der International Dioxcide Inc., North Kingstown (USA), der Chemours Jersey Ltd., St Helier (Jersey), sowie ein Produktionsstandort in Memphis (USA) erworben. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte der erstmalige Einbezug in den Konzernabschluss.

Der vorläufige Kaufpreis von rund 200 Mio. € wurde aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert. Die erworbenen Unternehmen wurden der Business Unit Material Protection Products im Segment Performance Chemicals zugeordnet, die durch diese Akquisition ihr Wirkstoff-portfolio erweitert und ihre Wertschöpfungskette im Bereich Veterinärdesinfektion bis zum Endmarkt hin ausbaut. Die Akquisition wurde als Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 bilanziert. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden dabei die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Kaufpreisallokation wurde vor dem Hintergrund der zum und unmittelbar nach dem Erwerbszeitpunkt vorliegenden Kenntnisse durchgeführt. Gemäß IFRS kann die Kaufpreisallokation innerhalb eines Jahres nach Erwerbszeitpunkt aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse angepasst werden.

Das erworbene Geschäft trug seit dem Erwerbszeitpunkt mit 28 Mio. € zum Umsatz bei und wirkte sich unwesentlich auf das Ergebnis des LANXESS Konzerns aus. Der Ergebnisbeitrag wurde durch Effekte aufgrund der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisallokation beeinflusst. Wäre das Geschäft bereits zum 1. Januar 2016 übernommen worden, hätte sich der Beitrag zum LANXESS Konzernumsatz um ca. 62 Mio. € und zum Konzernergebnis um ca. 5 Mio. € im Vergleich zum Erwerbszeitpunkt erhöht.

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 93 Mio. € spiegelt insbesondere zusätzliche Absatzmöglichkeiten wider, die sich bei bestehenden und neuen Kunden hauptsächlich auf dem asiatischen und nordamerikanischen Markt ergeben. Erwartungsgemäß sind von dem Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 93 Mio. € ca. 69 Mio. € steuerlich abzugsfähig. Im Zusammenhang mit dieser Akquisition wurden Transaktionskosten von ca. 3 Mio. € unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

In der folgenden Tabelle sind die Effekte aus der Akquisition auf die Vermögenslage des Konzerns dargestellt:

Zugänge aus Akquisition (in Mio. €) Beizulegende Zeitwerte bei Erstkonsolidierung
Immaterielle Vermögenswerte 94
Sachanlagen 16
Vorräte 9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10
Sonstige Vermögenswerte 3
Summe Aktiva 132
Langfristiges Fremdkapital 16
Kurzfristiges Fremdkapital 9
Summe Passiva (ohne Eigenkapital) 25
Nettovermögen (ohne Geschäfts- oder Firmenwert) 107
Anschaffungskosten 200
Geschäfts- oder Firmenwert 93

Sonstige Erläuterungen zum Konsolidierungskreis

In der folgenden Tabelle sind die Beteiligungsgesellschaften nach § 313 Abs. 2 HGB aufgeführt:

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in %
Vollkonsolidierte Unternehmen
Deutschland
LANXESS AG, Köln
ARLANXEO Deutschland GmbH, Dormagen 100
Bond-Laminates GmbH, Brilon 100
IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin 100
LANXESS Accounting GmbH, Köln 100
LANXESS Buna GmbH, Marl 100
LANXESS Deutschland GmbH, Köln 100
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen 100
Saltigo GmbH, Leverkusen 100
EMEA (ohne Deutschland)
Antec International Ltd., Sudbury, Suffolk (Großbritannien) 100
ARLANXEO Belgium N.V., Zwijndrecht (Belgien) 100
ARLANXEO Elastomères France S.A.S., Lillebonne (Frankreich) 100
ARLANXEO Emulsion Rubber France S.A.S., La Wantzenau (Frankreich) 100
ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 50
ARLANXEO Netherlands B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 100
ARLANXEO Switzerland S.A., Granges-Paccot (Schweiz) 100
Chemours Jersey Ltd., St Helier (Jersey) 100
Europigments, S.L., Barcelona (Spanien) 52
LANXESS (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
LANXESS Central Eastern Europe s.r.o., Bratislava (Slowakei) 100
LANXESS CISA (Pty.) Ltd., Newcastle (Südafrika) 100
LANXESS Chemicals, S.L., Barcelona (Spanien) 100
LANXESS Chrome Mining (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
LANXESS Epierre

Consolidated Financial Statements

(1) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung immaterielle Vermögenswerte 2015
| scroll in Mio. € | Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | Sonstige immaterielle Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Summe |
|-------------------|---------------------------------------|---------------------------------------|-----------------------|-------|
| Bruttowerte 31.12.2014 | 164 | 361 | 28 | 553 |
| Akquisitionen | – | – | – | 0 |
| Investitionen | – | 6 | 14 | 20 |
| Abgänge | – | -2 | – | -2 |
| Umbuchungen | – | 6 | -6 | 0 |
| Währungsänderungen | -16 | -3 | 0 | -19 |
| Bruttowerte 31.12.2015 | 148 | 368 | 36 | 552 |
| Abschreibungen 31.12.2014 | -13 | -220 | 0 | -233 |
| Abschreibungen 2015 | – | -31 | 0 | -31 |
| davon außerplanmäßig | – | 0 | 0 | 0 |
| Wertaufholungen | – | 2 | – | 2 |
| Abgänge | – | 2 | – | 2 |
| Umbuchungen | – | 0 | 0 | 0 |
| Währungsänderungen | 1 | 7 | – | 8 |
| Abschreibungen 31.12.2015 | -12 | -240 | 0 | -252 |
| Nettowerte 31.12.2015 | 136 | 128 | 36 | 300 |

Veränderung immaterielle Vermögenswerte 2016
| scroll in Mio. € | Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | Sonstige immaterielle Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Summe |
|-------------------|---------------------------------------|---------------------------------------|-----------------------|-------|
| Bruttowerte 31.12.2015 | 148 | 368 | 36 | 552 |
| Akquisitionen | 93 | 94 | – | 187 |
| Investitionen | – | 10 | 15 | 25 |
| Abgänge | – | -7 | 0 | -7 |
| Umbuchungen | – | 15 | -15 | 0 |
| Währungsänderungen | 20 | 7 | 0 | 27 |
| Bruttowerte 31.12.2016 | 261 | 487 | 36 | 784 |
| Abschreibungen 31.12.2015 | -12 | -240 | 0 | -252 |
| Abschreibungen 2016 | – | -33 | 0 | -33 |
| davon außerplanmäßig | – | 0 | 0 | 0 |
| Wertaufholungen | – | – | – | 0 |
| Abgänge | – | 4 | 0 | 4 |
| Umbuchungen | – | 0 | 0 | 0 |
| Währungsänderungen | -1 | -8 | – | -9 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | -13 | -277 | 0 | -290 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 248 | 210 | 36 | 494 |

Die Veränderungen aus Akquisitionen im Geschäftsjahr 2016 betreffen den Erwerb des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours. Im Vorjahr wurden auf sonstige immaterielle Vermögenswerte Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt.

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung Sachanlagen 2015
| scroll in Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2014 | 1.587 | 6.852 | 316 | 861 | 9.616 |
| Akquisitionen | – | – | – | – | 0 |
| Investitionen | 40 | 155 | 23 | 219 | 437 |
| Abgänge | -27 | -123 | -17 | -2 | -169 |
| Umbuchungen | 220 | 567 | 15 | -802 | 0 |
| Währungsänderungen | 1 | 27 | -1 | 35 | 62 |
| Bruttowerte 31.12.2015 | 1.821 | 7.478 | 336 | 311 | 9.946 |
| Abschreibungen 31.12.2014 | -965 | -5.041 | -231 | -46 | -6.283 |
| Abschreibungen 2015 | -55 | -346 | -38 | -4 | -443 |
| davon außerplanmäßig | -1 | -18 | -2 | -4 | -25 |
| Wertaufholungen | 21 | 30 | 1 | 2 | 54 |
| Abgänge | 27 | 122 | 17 | 2 | 168 |
| Umbuchungen | -11 | -33 | 1 | 43 | 0 |
| Währungsänderungen | 4 | 0 | 0 | 1 | 5 |
| Abschreibungen 31.12.2015 | -979 | -5.268 | -250 | -2 | -6.499 |
| Nettowerte 31.12.2015 | 842 | 2.210 | 86 | 309 | 3.447 |

Veränderung Sachanlagen 2016
| scroll in Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2015 | 1.821 | 7.478 | 336 | 311 | 9.946 |
| Akquisitionen | 4 | 11 | 0 | 1 | 16 |
| Investitionen | 25 | 129 | 21 | 262 | 437 |
| Abgänge | -10 | -138 | -22 | 0 | -170 |
| Umbuchungen | 30 | 165 | 16 | -211 | 0 |
| Währungsänderungen | 30 | 110 | 7 | 14 | 161 |
| Bruttowerte 31.12.2016 | 1.900 | 7.755 | 358 | 377 | 10.390 |
| Abschreibungen 31.12.2015 | -979 | -5.268 | -250 | -2 | -6.499 |
| Abschreibungen 2016 | -61 | -353 | -34 | 0 | -448 |
| davon außerplanmäßig | -2 | -6 | -1 | 0 | -9 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | – | 0 |
| Abgänge | 7 | 137 | 22 | 0 | 166 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsänderungen | -13 | -72 | -4 | -1 | -90 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | -1.046 | -5.556 | -266 | -3 | -6.871 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 854 | 2.199 | 92 | 374 | 3.519 |

Die Veränderungen aus Akquisitionen im Geschäftsjahr 2016 betreffen den Erwerb des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden aufgrund von Reorganisationen bzw. sonstigen wertmindernden Ereignissen erfasst. Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertaufholungen entfielen auf Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Vermögenswerte, die im Wege von Finanzierungsleasingverträgen genutzt werden, sind in den bilanzierten Sachanlagen mit folgenden Brutto- und Nettowerten enthalten:

Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing
| scroll | 31.12.2015 | 31.12.2016 |
|--------|------------|------------|
| in Mio. € | Bruttowert | Nettowert | Bruttowert | Nettowert |
| Gebäude | 3 | 2 | 4 | 2 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 91 | 60 | 88 | 56 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 18 | 9 | 19 | 10 |
| Summe | 112 | 71 | 111 | 68 |

Direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten werden in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) aktiviert. Für die Aktivierung wird im Konzern im Jahresdurchschnitt ein Fremdkapitalkostensatz von 3,5 % (Vorjahr: 3,1 %) zugrunde gelegt.

(3) At equity bewertete Beteiligungen

Die Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), wird wie im Vorjahr nach der Equity-Methode einbezogen. Die wesentlichen Posten der Ergebnisrechnung sowie der Bilanz ergeben sich aus den nachfolgenden Tabellen:

Angaben zur Ergebnisrechnung
| scroll in Mio. € | 2015 | 2016 |
|-------------------|-------|-------|
| Umsatzerlöse | 1.251 | 1.212 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 75 | 110 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 27 | 81 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | 53 | -57 |
| Gesamtergebnis | 80 | 24 |

Angaben zur Bilanz
| scroll in Mio. € | 31.12.2015 | 31.12.2016 |
|-------------------|------------|------------|
| Langfristige Vermögenswerte | 662 | 739 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 526 | 582 |
| Summe Vermögenswerte | 1.188 | 1.321 |
| Langfristiges Fremdkapital | 1.026 | 1.106 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 272 | 307 |
| Summe Fremdkapital | 1.298 | 1.413 |
| Eigenkapital | -110 | -92 |
| Anpassung an LANXESS Anteile und Equity-Bewertung | 56 | 45 |
| Anteiliger bilanziell nicht erfasster Verlust | 54 | 47 |
| At equity bewertete Beteiligungen | 0 | 0 |

Der Beteiligungsbuchwert der Currenta GmbH & Co. OHG beträgt unverändert zum Vorjahr 0 Mio. €. Am Bilanzstichtag wurde ein anteiliger Verlust in Höhe von 47 Mio. € bilanziell nicht erfasst (Vorjahr: 54 Mio. €). Dieser Verlust reduzierte sich im Geschäftsjahr im Saldo um 7 Mio. € aufgrund der Ergebnisfortschreibung in Höhe von 32 Mio. €. Gegenläufig wirkten im Wesentlichen die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste mit 23 Mio. €, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umzugliedern wären. Im Vorjahr führten die Ergebnisfortschreibung in Höhe von 11 Mio. € sowie die im sonstigen Ergebnis zu erfassenden Gewinne in Höhe von 21 Mio. € zu einer Reduzierung des bilanziell nicht erfassten Verlustes um 32 Mio. €.

(4) Sonstige Beteiligungen

Unter dieser Position werden Anteile an sonstigen Beteiligungen in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) ausgewiesen. Die sonstigen Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert werden, enthalten zum 31.# Dezember 2016 mit Ausnahme der Anteile an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), ausschließlich nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte zum Stichtag nicht zuverlässig bestimmbar sind und die daher zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.

(5) Derivative Finanzinstrumente

Die im LANXESS Konzern abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente betreffen Devisenterminkontrakte sowie Warenterminkontrakte und sind im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2016 mit beizulegenden Zeitwerten in Höhe von 66 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) aktiviert. Unter den Verbindlichkeiten wurden negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 49 Mio. € (Vorjahr: 119 Mio. €) ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

scroll in Mio. € 31.12.2015
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 2.334 14 -100
Langfristige Devisenterminkontrakte 463 1 -19
Kurzfristige Warenterminkontrakte
Gesamt 2.797 15 -119

Derivative Finanzinstrumente

scroll in Mio. € 31.12.2016
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 2.725 65 -42
Langfristige Devisenterminkontrakte 121 1 -7
Kurzfristige Warenterminkontrakte 4 0
Gesamt 2.850 66 -49

Cashflow-Hedges

Zum 31. Dezember 2016 belaufen sich die im Geschäftsjahr 2016 oder in früheren Berichtsperioden im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verluste aus Währungssicherungsgeschäften, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, auf insgesamt 14 Mio. € (Vorjahr: 62 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 wurden 36 Mio. € aufgrund der Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts vom Eigenkapital umgegliedert und im Periodenergebnis als Verlust erfasst (Vorjahr: 102 Mio. €). Die Absicherung von zukünftigen Umsätzen in Fremdwährung erfolgte durch Währungssicherungsgeschäfte, deren positive beizulegende Zeitwerte zum 31. Dezember 2016 7 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) und deren negative beizulegende Zeitwerte 26 Mio. € (Vorjahr: 91 Mio. €) betrugen, mit Nominalwerten von insgesamt 452 Mio. € (Vorjahr: 1.268 Mio. €). Hiervon sind Nominalwerte in Höhe von 357 Mio. € (Vorjahr: 881 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig. Die gesicherten Zahlungsströme treten innerhalb der nächsten zwei Jahre ein. Der LANXESS Konzern geht davon aus, dass von den bis zum Bilanzstichtag aus Währungssicherungsgeschäften im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verlusten 12 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 und 2 Mio. € im Geschäftsjahr 2018 (Vorjahr: 54 Mio. € im Geschäftsjahr 2016 und 8 Mio. € im Geschäftsjahr 2017) vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.

Warentermingeschäfte

Die im Geschäftsjahr 2016 im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Gewinne aus Warentermingeschäften, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, belaufen sich auf 0 Mio. €. Die Absicherung erfolgte durch Warenterminkontrakte. Diese hatten am 31. Dezember 2016 einen positiven beizulegenden Zeitwert von 0 Mio. €. Die Nominalwerte betrugen insgesamt 4 Mio. € und sind innerhalb eines Jahres fällig. Die gesicherten Zahlungsströme treten innerhalb des nächsten Jahres ein. Im Vorjahr waren keine Warentermingeschäfte im Bestand. Hinsichtlich der Fristigkeiten von derivativen Vermögenswerten und -verbindlichkeiten wird auf Anhangangabe [36] verwiesen.

(6) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

scroll in Mio. € 31.12.2015
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1 0 1
Sonstige finanzielle Forderungen 20 4 24
Gesamt 21 4 25

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

scroll in Mio. € 31.12.2016
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1 176 177
Sonstige finanzielle Forderungen 18 1.954 1.972
Gesamt 19 2.130 2.149

Die sonstigen langfristigen finanziellen Forderungen bestehen im Wesentlichen aus Darlehen an Standortdienstleister. Der Anstieg der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sowie der kurzfristigen finanziellen Forderungen hängt im Wesentlichen mit der Geldanlage liquider Mittel im Zusammenhang mit der Ausgabe von Anleihen zusammen. Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte bestehen wie im Vorjahr in Höhe von 0 Mio. €. Die betroffenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind vollständig wertberichtigt.

(7) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerforderungen

Die langfristigen Ertragsteuerforderungen in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen zukünftig verrechenbare, bereits entrichtete Mindeststeuern. Der Anstieg der kurzfristigen Ertragsteuerforderungen auf 67 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus Steuervorauszahlungen sowie Forderungen aus strittigen Besteuerungssachverhalten, deren Erstattung als wahrscheinlich angesehen wird.

(8) Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 25 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen periodenbezogene Abgrenzungen sowie andere Erstattungsansprüche.

(9) Vorräte

Die Vorräte des LANXESS Konzerns gliedern sich wie folgt:

Vorräte

scroll in Mio. € 31.12.2015 31.12.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 257 275
Erzeugnisse und Handelswaren 1.092 1.154
Gesamt 1.349 1.429

Vorräte in Höhe von 210 Mio. € (Vorjahr: 216 Mio. €) sind zu ihrem niedrigeren Nettoveräußerungswert bilanziert. Die Wertberichtigungen auf Vorräte entwickelten sich folgendermaßen:

Wertberichtigungen auf Vorräte

scroll in Mio. € 2015 2016
Stand 01.01. -127 -107
Aufwandswirksame Zuführungen -70 -49
Auflösungen/Inanspruchnahmen 92 53
Konsolidierungskreisänderungen 0
Währungsänderungen -2 -1
Stand 31.12. -107 -104

(10) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1.088 Mio. € (Vorjahr: 956 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen und in Höhe von 1.085 Mio. € (Vorjahr: 948 Mio. €) gegenüber sonstigen Kunden. Am Bilanzstichtag wurden erforderliche Wertberichtigungen von 17 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Bruttoforderungen belaufen sich auf 19 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €). Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

scroll in Mio. € 2015 2016
Stand 01.01. -17 -16
Aufwandswirksame Zuführungen -4 -4
Auflösungen/Inanspruchnahmen 4 4
Währungsänderungen 1 -1
Stand 31.12. -16 -17

Die Altersstruktur der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich wie folgt:

Altersstruktur der Überfälligkeiten

scroll in Mio. € 31.12.2015 31.12.2016
Buchwert 956 1.088
davon: weder wertgemindert noch überfällig 858 954
davon: nicht wertgemindert und überfällig
bis 30 Tage 76 109
zwischen 31 und 60 Tagen 11 12
zwischen 61 und 90 Tagen 2 4
mehr als 90 Tage 8 7

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

(11) Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte

In den liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 40 Mio. € (Vorjahr: 100 Mio. €) werden jederzeit veräußerbare Anteile an Geldmarktfonds, deren Realisation innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag erwartet wird, ausgewiesen.

(12) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte von 184 Mio. € (Vorjahr: 206 Mio. €) werden grundsätzlich mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen, von denen im Berichtsjahr 1 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) zu berücksichtigen war, angesetzt. Sie enthalten im Wesentlichen übrige Steuererstattungsansprüche, vor allem aus umsatzsteuerlichen Sachverhalten, in Höhe von 145 Mio. € (Vorjahr: 137 Mio. €) sowie sonstige Erstattungsansprüche aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 30 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Ausgleich einer Forderung im Zusammenhang mit Standortdienstleistungen in Deutschland.

(13) Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der LANXESS AG beträgt zum 31. Dezember 2016 91.522.936 € und ist eingeteilt in 91.522.936 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.

Genehmigtes Kapital

Zum 31. Dezember 2016 setzt sich das genehmigte Kapital wie folgt zusammen: Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.304.587 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals I und II steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Dieses kann jedoch unter bestimmten, in § 4 Abs. 2 und 3 der Satzung der LANXESS AG näher definierten, Fällen ausgeschlossen werden.# Genehmigtes Kapital II

Bei der Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aus dem genehmigten Kapital II wird der Vorstand die ihm in der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 erteilten Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre nur zu einer Erhöhung des Grundkapitals in Höhe von maximal 20 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals nutzen. Die unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen ausgegebenen Aktien aus dem genehmigten Kapital II sollen insgesamt 10 % des bei Beschlussfassung vorhandenen Grundkapitals nicht überschreiten. An diese Beschränkungen hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Eine Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals I und II ist bisher nicht erfolgt.

Bedingtes Kapital

Zum 31. Dezember 2016 setzt sich das bedingte Kapital wie folgt zusammen:

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 13. Mai 2015 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. Mai 2018 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 18.304.587 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 18.304.587 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Der Vorstand ist ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen, die in der Ermächtigung näher bezeichnet werden. Bei seiner Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wird der Vorstand insgesamt die ihm in der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. Mai 2015 erteilten Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre nur zu einer Erhöhung des Grundkapitals in Höhe von maximal 20 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals nutzen. An diese Beschränkungen hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Von der Ermächtigung der Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Erwerb und Verwendung eigener Aktien

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 20. Mai 2016 den Vorstand ermächtigt, bis zum 19. Mai 2021 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden. Eigene Aktien wurden unter dieser Ermächtigung von der Gesellschaft bisher nicht erworben.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage der LANXESS AG beträgt unverändert zum Vorjahr 1.225.652.280 €.

Sonstige Rücklagen

Der Rückgang der sonstigen Rücklagen um 56 Mio. € auf 1.257 Mio. € ist auf die Verminderung der Gewinnrücklagen von 1.154 Mio. € auf 1.098 Mio. € zurückzuführen. Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Weiterhin beinhalten die Gewinnrücklagen Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen sowie die hierbei zu berücksichtigenden Steuereffekte.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Neben Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe werden im Wesentlichen Wertänderungen von Derivaten im Rahmen des Cashflow-Hedge-Accountings im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Anteile anderer Gesellschafter

Im Rahmen der Gründung der strategischen Allianz ARLANXEO zum 1. April 2016 werden die Anteile der Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), an ARLANXEO unter den Anteilen anderer Gesellschafter ausgewiesen. Der weltweit tätige Teilkonzern mit der Muttergesellschaft ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande), wird nachfolgend in seiner Gesamtheit dargestellt, da die Einzelgesellschaften nicht von wesentlicher Bedeutung für den LANXESS Konzern sind.

Angaben zum Teilkonzern ARLANXEO

2016
Angaben zur Beteiligungs- und Stimmrechtsquote
scroll in %
Beteiligungsquote 50
Stimmrechtsquote 50
Angaben zur Ergebnisrechnung
scroll in Mio. €
Umsatzerlöse 2.087
Ergebnis nach Ertragsteuern 6
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 105
Gesamtergebnis 111
Ergebnis nach Ertragsteuern, auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallend 3
Angaben zur Bilanz
scroll in Mio. € 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte 2.070
Kurzfristige Vermögenswerte 1.369
Summe Vermögenswerte 3.439
Langfristiges Fremdkapital 347
Kurzfristiges Fremdkapital 760
Summe Fremdkapital 1.107
Eigenkapital, auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallend 1.170
Dividende, die an Anteile anderer Gesellschafter gezahlt wurde
Angaben zu Nettozahlungsströmen
scroll in Mio. € 2016
Zufluss aus operativer Tätigkeit 204
Abfluss aus investiver Tätigkeit -159
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -19
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 26

Dem anderen Gesellschafter Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), stehen Schutzrechte unter anderem in Bezug auf Entscheidungen über die Änderung des Geschäftsmodells, des Eigenkapitals, von Anteilsrechten und über die Ausschüttung von Dividenden zu. Die Transaktion mit Eigentümern von insgesamt 1.196 Mio. € ist vorläufig und kann sich im Rahmen der finalen Kaufpreisfeststellung noch ändern.

Kapitalmanagement

Kernziele des Kapitalmanagements im LANXESS Konzern sind die langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Erzielung einer im Vergleich zur chemischen Industrie attraktiven Kapitalrentabilität. Die Finanzpolitik des Konzerns setzt dem Kapitalmanagement eine wichtige Nebenbedingung. Dabei handelt es sich um die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings, was die Erfüllung seitens der Ratingagenturen definierter Maßzahlen erfordert. Diese werden im Wesentlichen aus Kennzahlen der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung ermittelt. Details hierzu finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 im Abschnitt „Wertmanagement und Steuerungssystem". Im Rahmen des Kapitalmanagements entscheiden die zuständigen Gremien des LANXESS Konzerns über die Kapitalstruktur der Bilanz, die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Höhe der Dividende, die Finanzierung von Investitionen und damit über den Ab- bzw. Aufbau von Schulden. Die LANXESS AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

(14) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im LANXESS Konzern bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis vertraglicher Vereinbarungen oder gesetzlicher Vorgaben Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger, die als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis Berücksichtigung finden. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2016 wurden Beiträge in Höhe von 49 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) geleistet.

Gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber

Der in Deutschland über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Altersversorgungsplan wird wie ein beitragsorientierter Plan im Konzernabschluss berücksichtigt. In den oben genannten Beiträgen sind die Beiträge an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 26 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) enthalten. Für das nachfolgende Geschäftsjahr werden Beiträge in ähnlicher Höhe erwartet. Bei der Bayer-Pensionskasse handelt es sich um eine rechtlich selbstständige, private Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterliegt. Da die Verpflichtung der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt ist, liegt ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber vor, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientierter Altersversorgungsplan zu bilanzieren ist. Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen Anwartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die grundlegende versicherungsmathematische Äquivalenzbetrachtung, nach der die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss, nicht auf Ebene des einzelnen versicherten Risikos, sondern auf Ebene des Gesamtbestands durchgeführt. Somit ist der LANXESS Konzern auch den versicherungsmathematischen Risiken der anderen Trägerunternehmen der Bayer-Pensionskasse ausgesetzt.# Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine leistungsorientierte Bilanzierung nach IAS 19 erforderlich ist.

Die Berechnung der Beitragssätze orientiert sich an der zukünftigen Deckung der Gesamtverpflichtung, so dass alle Trägerunternehmen den gleichen Beitragssatz auf das jeweilige sozialversicherungspflichtige Einkommen leisten. Entsprechend wird der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Versorgungsplan nicht als leistungsorientierter Plan, sondern wie ein beitragsorientierter Plan bilanziert. Mindestdotierungsverpflichtungen oder Informationen, aus denen Abschätzungen der zukünftigen Beitragszahlungen aufgrund einer bestehenden Unter- bzw. Überdeckung durchgeführt werden können, liegen nicht vor. Eine Aufteilung von Vermögensüberdeckungen oder von Fehlbeträgen im Falle der Abwicklung der Bayer-Pensionskasse oder des Ausscheidens von LANXESS ist satzungsgemäß nicht vereinbart. Der Anteil von LANXESS am Gesamtvolumen der Beiträge der Bayer-Pensionskasse beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr ca. 16 %. Seit dem 1. Januar 2005 ist die Bayer-Pensionskasse für Neueintritte geschlossen.

Leistungsorientierte Versorgungspläne

Die weltweiten Versorgungsverpflichtungen werden in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) berechnet. Ein Zeitraum von drei Jahren wird dabei nicht überschritten; für alle bedeutenden Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen in der Regel jährlich durchgeführt.

Auf vertraglichen Regelungen basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen im Wesentlichen in Deutschland, Kanada und Brasilien. Die in Deutschland bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen umfassen überwiegend lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt der Mitarbeiter. Zudem bestehen Rentenzusagen für die arbeitnehmerseitige Umwandlung von Gehaltsbestandteilen, die bei Erreichen der Altersgrenze geleistet werden. Neben den Direktzusagen werden in einem separaten leistungsorientierten Plan die Rentenanpassungsverpflichtungen der Bayer-Pensionskasse entsprechend § 16 BetrAVG bilanziert.

Die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen in Kanada gewähren insbesondere lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt und vom Renteneintrittsalter der Mitarbeiter. Die bestehenden leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für neueintretende Mitarbeiter geschlossen.

Die in Brasilien bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen gewähren lebenslange Rentenleistungen, die im Wesentlichen bei Invalidität, im Todesfall oder bei Erreichen der Altersgrenze zu erbringen sind. Hierbei bestimmt sich die Leistungshöhe aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt, der Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beitragsjahre sowie gleichgerichteten staatlichen Rentenleistungen. Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für Neueintritte geschlossen.

Auf gesetzlichen Vorgaben basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen nur in geringem Umfang. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Leistungsverpflichtungen im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrags erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dauer der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt.

Die Versorgungsverpflichtungen für übrige Leistungszusagen umfassen insbesondere Erstattungsverpflichtungen für Krankheitskosten der süd- und nordamerikanischen Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. In Deutschland beinhalten die übrigen Leistungszusagen andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hierbei handelt es sich überwiegend um Vorruhestandsleistungen und tarifliche Leistungen, welche als Rentenleistungen gewährt werden. Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die übrigen Leistungszusagen ebenfalls als Bestandteil der Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Die Finanzierung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen erfolgt sowohl intern über Rückstellungen als auch extern über rechtlich selbstständige Pensionsfonds. Die Leistungszusagen werden in Deutschland auf freiwilliger Basis teilweise über den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen (Deutschland), gedeckt, wobei die Dotierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. von zukünftigen Entscheidungen des Unternehmens abhängen. In Kanada und Brasilien sind die Leistungszusagen aus Pensionen verpflichtend über Pensionsfonds im Wesentlichen ausfinanziert. Die Dotierungen in Kanada und Brasilien werden vom regulatorischen Umfeld und von der Einhaltung von Ausfinanzierungsregelungen bestimmt. Beiträge werden überwiegend vom Arbeitgeber getragen.

Die Anlagestrategie wird weitgehend durch das LANXESS Corporate Pension Committee festgelegt und richtet sich nach Kapitalerhalt, Risikooptimierung, Verpflichtungsentwicklung sowie zeitgerechter Verfügbarkeit des Pensionsvermögens. Regional wird die Strategie unter Beachtung des regulatorischen Umfeldes überwiegend direkt über die entsprechenden Gremien der Pensionsfonds bzw. des LANXESS Pension Trust e.V. durch Vertreter von LANXESS gesteuert und überwacht. In Brasilien ist die Anlage des Planvermögens in die Gesamtanlagestrategie des Pensionsfonds eingebunden und wird im Wesentlichen von diesem überwacht und gesteuert.

Mindestdotierungsverpflichtungen können sowohl bei brasilianischen wie auch kanadischen leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen anfallen. Diese hängen vom lokalen regulatorischen Umfeld ab und werden als zusätzliche Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Planüberschüsse bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unter Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen in Höhe der wirtschaftlichen Nutzbarkeit zur Reduktion zukünftiger Beiträge als Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bilanziert. Hierunter fallen im Wesentlichen leistungsorientierte Versorgungspläne in Brasilien. Den jeweiligen Berechnungen liegen versicherungsmathematische Bewertungen zugrunde.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 74 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen im Gewinn oder Verlust erfasst, die sich auf das operative Ergebnis und auf das Finanzergebnis wie folgt aufteilen:

Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne

scroll in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016 2015 2016
Operatives Ergebnis
Laufender Dienstzeitaufwand 39 35 1 6
Nachverrechnender Dienstzeitaufwand 0 1 0 0
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen 0 – – –
Kosten für die Verwaltung/Steuern 1 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen – – 0 0
Finanzergebnis
Nettozinsen 31 28 4 4
Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 71 64 5 10

Die Verwaltungskosten im operativen Ergebnis enthalten diejenigen Kosten der Vermögensanlage, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen. Verwaltungskosten, die in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beziehen sich auf andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die aufgrund ihres Versorgungscharakters ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen sind. Die Nettozinsen umfassen die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Versorgungsverpflichtungen, die Zinsaufwendungen aus der Veränderung der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen.

Die im Geschäftsjahr nicht im Gewinn oder Verlust, sondern im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge

scroll in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016 2015 2016
Erträge und Verluste aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind -56 -5 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0 -1 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 81 -247 9 -5
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen 17 -17 5 1
Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen 20 41 – –
Veränderung der Berücksichtigung von Mindestdotierungsverpflichtungen 7 0 – –
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 69 -229 14 -4

Die Entwicklung der Nettoschuld für leistungsorientierte Versorgungspläne ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Entwicklung der Nettoschuld

scroll in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016 2015 2016
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 01.01.

1.130 1.091 160 124 Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 71 64 5 10 Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge -69 229 -14 4 Arbeitgeberbeiträge -14 -234 -1 0 Gezahlte Versorgungsleistungen -24 -27 -23 -23 Unternehmenszusammenschlüsse 0 1 0 0 Währungsänderungen -3 5 -3 5 Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 31.12. 1.091 1.129 124 120 In der Bilanz ausgewiesene Beträge Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen 0 0 – – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.091 1.129 124 120 Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 31.12. 1.091 1.129 124 120

Für das Geschäftsjahr 2017 werden auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2016 Zahlungsabflüsse für Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 26 Mio. € bzw. Versorgungsleistungen in Höhe von 51 Mio. € erwartet. Im Vorjahr wurden für das Geschäftsjahr 2016 auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2015 Zahlungsabflüsse für Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 15 Mio. € bzw. Versorgungsleistungen in Höhe von 48 Mio. € erwartet. Die Bestandteile der Überleitung der Nettoschuld werden in den nachfolgenden Tabellen zur Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, des externen Planvermögens und der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen aufgegliedert und wesentliche Veränderungen erläutert.

Die Entwicklung der Versorgungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung der Versorgungsverpflichtung

scroll in Mio. €

Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016
Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen Versorgungsverpflichtung am 01.01. 2.178
Laufender Dienstzeitaufwand 39
Zinsaufwendungen 88
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen -81
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen -17
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0
Gewinne aus Abgeltungen -1
Arbeitnehmerbeiträge 2
Gezahlte Versorgungsleistungen -85
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse 0
Sonstige Zugänge 1
Kosten für die Verwaltung/Steuern -1
Währungsänderungen -106
Versorgungsverpflichtung am 31.12. 2.017

Von den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen entfallen auf Deutschland 60 % (Vorjahr: 61 %), auf Kanada 20 % (Vorjahr: 22 %) und auf Brasilien 15 % (Vorjahr: 11 %). Die übrigen Leistungszusagen enthalten Verpflichtungen für Erstattungsleistungen von Krankheitskosten in Höhe von 67 Mio. € (Vorjahr: 58 Mio. €) sowie für andere übrige Leistungszusagen in Höhe von 60 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €).

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen im Geschäftsjahr ergaben sich im Wesentlichen aus Gesetzesänderungen zur Frühverrentung in Belgien. Die Veränderungen der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus finanziellen Bewertungsannahmen stehen überwiegend im Zusammenhang mit den Änderungen der Zinssätze für die Abzinsung leistungsorientierter Versorgungsverpflichtungen in den für LANXESS wesentlichen Ländern. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand bei den Leistungszusagen Pensionen im Geschäftsjahr betrifft Vorruhestandsvereinbarungen, die Verbesserung bestehender Versorgungszusagen bei Eintritt in den Vorruhestand sowie Aufhebungsvereinbarungen. Gewinne aus Abgeltungen des Vorjahres resultieren aus der Schließung der leistungsorientierten Versorgungspläne in Spanien infolge der Umwandlung in beitragsorientierte Versorgungspläne. Die unter Unternehmenszusammenschlüsse ausgewiesenen Effekte des Geschäftsjahres betreffen die Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours, welche am 31. August 2016 abgeschlossen wurde, und beinhalten Versorgungsverpflichtungen für Mitarbeiter in Indien sowie in der Schweiz. Die Währungsänderungen bei den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollars und des Brasilianischen Reals zurückzuführen.

Die Entwicklung des externen Planvermögens ist aus nachfolgender Tabelle ersichtlich:

Entwicklung des externen Planvermögens

scroll in Mio. €

Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert Planvermögen am 01.01. 1.125
Zinserträge 64
Erträge und Verluste aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind -56
Verluste aus Abgeltungen -1
Arbeitgeberbeiträge 14
Arbeitnehmerbeiträge 2
Gezahlte Versorgungsleistungen -61
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse 0
Sonstige Zugänge 1
Kosten für die Verwaltung/Steuern -2
Währungsänderungen -116
Planvermögen am 31.12. 970

Vom Planvermögen entfallen auf Kanada 34 % (Vorjahr: 42 %), auf Brasilien 26 % (Vorjahr: 27 %) und auf Deutschland 33 % (Vorjahr: 23 %). Die Arbeitgeberbeiträge enthalten sowohl externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche für zu leistende Rentenzahlungen zustehen, wie auch externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen. Externe Ausfinanzierungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, wurden in Höhe von 34 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) getätigt. Externe Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche zustehen, betreffen insbesondere den LANXESS Pension Trust e.V. Im Geschäftsjahr wurden Ausfinanzierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. in Höhe von 200 Mio. € geleistet. Im Vorjahr wurden keine Einzahlungen erbracht. Verluste aus Abgeltungen des Vorjahres resultieren aus der Schließung der leistungsorientierten Versorgungspläne in Spanien infolge der Umwandlung in beitragsorientierte Versorgungspläne. Die unter Unternehmenszusammenschlüsse ausgewiesenen Effekte des Geschäftsjahres betreffen die Übernahme des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours, welche am 31. August 2016 abgeschlossen wurde, und beinhalten Versorgungsverpflichtungen für Mitarbeiter in Indien sowie in der Schweiz. Die Währungsänderungen beim Planvermögen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollars und des Brasilianischen Reals zurückzuführen.

Die Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen sowie für Mindestdotierungen ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen und für Mindestdotierungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen

scroll in Mio. €

Auswirkungen für Vermögensobergrenzen Mindestdotierungen
2015 2016
Stand 01.01. 59
Zinsaufwendungen 6
Zuführungen (+) / Auflösungen (-) -20
Währungsänderungen -12
Stand 31.12. 33

Die Veränderungen der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit brasilianischen und die Veränderungen bei Mindestdotierungen im Zusammenhang mit kanadischen leistungsorientierten Versorgungsplänen für Pensionen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich folgendermaßen zusammen:

Vermögensaufteilung am 31.12.

scroll in Mio. €

2015 2016
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8 17
davon notiert an einem aktiven Markt 8 17
Eigenkapitalinstrumente 156 190
davon notiert an einem aktiven Markt 105 131
Staatsanleihen 370 393
davon notiert an einem aktiven Markt 370 393
Unternehmensanleihen 230 232
davon notiert an einem aktiven Markt 186 197
Wertpapierfonds 122 375
davon notiert an einem aktiven Markt 101 329
Immobilien 26 32
davon notiert an einem aktiven Markt 0 0
Versicherungskontrakte 61 68
davon notiert an einem aktiven Markt 2 1
Sonstiges 4 4
davon notiert an einem aktiven Markt 3 4
Gesamt 977 1.311

Das Planvermögen umfasst keine selbstgenutzten Immobilien. Auf eigene Finanzinstrumente entfallen ca. 3 % (Vorjahr: 0 %) des Planvermögens. Es ist nicht auszuschließen, dass in Indexprodukten Wertpapiere von LANXESS enthalten sind.

Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs und der Bestimmung des Versorgungsaufwands wurden folgende gewichtete Zinssätze für die Abzinsung zugrunde gelegt:

Bewertungsannahmen am 31.12.

scroll in %

Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016
Zinssatz für die Abzinsung 4,40
Deutschland 3,00
Kanada 3,75
Brasilien 14,25

Für die sonstigen Parameter wurden folgende gewichtete Bewertungsannahmen verwendet:

Bewertungsannahmen am 31.12.

scroll in %

Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016
Erwartete Einkommensentwicklung 3,2
Erwartete Rentenentwicklung 2,2
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung
Erwartete langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung

Die Gewichtung der Annahmen erfolgt auf Basis der Versorgungsverpflichtungen der leistungsorientierten Versorgungspläne am Jahresende. Während die Zinssätze für die Abzinsung in Deutschland und Kanada von erstrangigen festverzinslichen laufzeitkongruenten Industrieanleihen abgeleitet sind, orientiert sich der Zinssatz in Brasilien aufgrund des fehlenden liquiden Marktes für solche Industrieanleihen an laufzeitkongruenten Staatsanleihen. Die Methodik zur Herleitung der Zinssätze für die Abzinsung hat sich im Vergleich zum Vorjahr in den wesentlichen Ländern nicht verändert. Es wird erwartet, dass die langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung in 15 Jahren (Vorjahr: 16 Jahre) erreicht ist.Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter würde zu folgenden prozentualen Veränderungen der Versorgungsverpflichtung führen:

Sensitivitäten auf die Versorgungsverpflichtung am 31.12. scroll in % Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016 2015 2016
Zinssatz für die Abzinsung +0,5 %-Punkte -7,6 -7,9 -2,9 -3,5
-0,5 %-Punkte 8,8 9,0 3,1 3,8
Erwartete Einkommensentwicklung +0,25 %-Punkte 0,5 0,5 0,2 0,3
-0,25 %-Punkte -0,4 -0,5 -0,2 -0,2
Erwartete Rentenentwicklung +0,25 %-Punkte 4,0 4,5
-0,25 %-Punkte -3,8 -4,3
Sterbewahrscheinlichkeit -10 % 2,6 2,7 0,6 0,8
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung +1 %-Punkt 2,9 3,7
-1 %-Punkt -2,7 -3,5

Die Sensitivität der Sterbewahrscheinlichkeit wurde für die Länder mit wesentlichen Versorgungsverpflichtungen berechnet. Eine Verminderung der Sterbewahrscheinlichkeit führt zu einer erhöhten individuellen Lebenserwartung der Begünstigten. Die Absenkung um 10 % bedeutet für einen Mitarbeiter im Renteneintrittsalter eine durchschnittliche Erhöhung der Lebenserwartung in den für LANXESS wesentlichen Ländern um ca. ein Jahr. Bei den Berechnungen der Sensitivitäten wird der jeweilige Bewertungsparameter unter Beibehaltung aller anderen Parameter variiert. Hierbei wird die gleiche Bewertungsmethodik angewandt, die auch den versicherungsmathematischen Bewertungen zur Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt. Sensitivitätsberechnungen sind jedoch abhängig vom Zinseffekt und von der absoluten Veränderung des zu variierenden Parameters. Zudem ist unwahrscheinlich, dass sich in der Realität jeweils nur ein Parameter verändert, so dass Parameteränderungen mit anderen Annahmen korrelieren können. Sofern der angegebenen erwarteten Entwicklung des Parameters in der Sensitivitätsberechnung eine andere Variation des Parameters zugrunde lag, wurde die angegebene Veränderung auf die Versorgungsverpflichtung linear approximiert.

Die gewichtete mittlere Laufzeit für die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen Pensionen beträgt 17 Jahre (Vorjahr: 17 Jahre). Hierbei werden gewichtete mittlere Laufzeiten für Deutschland von 21 Jahren (Vorjahr: 20 Jahre), für Kanada von 13 Jahren (Vorjahr: 13 Jahre) und für Brasilien von 9 Jahren (Vorjahr: 9 Jahre) berücksichtigt. Die gewichtete mittlere Laufzeit für die übrigen Leistungszusagen beträgt 9 Jahre (Vorjahr: 7 Jahre).

Der Finanzierungsstatus als Unter- bzw. Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Planvermögens ohne Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen und Mindestdotierungen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Finanzierungsstatus am 31.12. scroll in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2015 2016 2015 2016
Finanzierungsstatus
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 1.643 1.949 12 11
Externes Planvermögen -970 -1.304 -7 -7
Unterdeckung der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 673 645 5 4
Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 374 473 119 116
Finanzierungsstatus am 31.12. 1.047 1.118 124 120

(15) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Am 31. Dezember 2016 bilanziert der LANXESS Konzern sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 406 Mio. € (Vorjahr: 411 Mio. €) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 319 Mio. € (Vorjahr: 271 Mio. €). Die Fristigkeiten der sonstigen Rückstellungen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Sonstige Rückstellungen scroll in Mio. €
31.12.2015 31.12.2016
bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Personalrückstellungen 177 48 36 261 197 76 41 314
Umweltschutzrückstellungen 18 29 66 113 22 30 76 128
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 83 7 90 90 9 99
Rückstellungen für Restrukturierung 42 13 9 64 15 12 4 31
Übrige sonstige Rückstellungen 91 45 18 154 82 35 36 153
411 142 129 682 406 162 157 725

Insgesamt haben sich die sonstigen Rückstellungen im Berichtsjahr von 682 Mio. € auf 725 Mio. € erhöht. Im Einzelnen ergibt sich nachfolgende Entwicklung:

Veränderung sonstige Rückstellungen 2016 scroll in Mio. € 01.01.2016 Zuführung Zinseffekt Inanspruch- nahme Auflösung Währungs- änderungen 31.12.2016
Personalrückstellungen 261 221 2 -168 -12 10 314
Umweltschutzrückstellungen 113 15 2 -6 -5 9 128
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 90 57 2 -42 -9 1 99
Rückstellungen für Restrukturierung 64 5 0 -29 -10 1 31
Übrige sonstige Rückstellungen 154 74 2 -28 -58 9 153
682 372 8 -273 -94 30 725

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.

Mehrjährige Vergütungsprogramme
Anteilsbasierte Vergütung

Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitern der oberen Führungsebenen eine anteilsbasierte Vergütung, die bar ausgezahlt wird. Die beiden bestehenden Vergütungsprogramme (LTSP — Long Term Stock Performance Plan) wurden in den Geschäftsjahren 2010 bzw. 2014 aufgesetzt. Mit dem im Geschäftsjahr 2010 aufgesetzten Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013 wurden Anrechte für die Jahre 2010 bis 2013 gewährt. Die Ausschüttung ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 Chemicalssm. Das im Geschäftsjahr 2014 eingeführte Vergütungsprogramm LTSP 2014-2017 entspricht im Wesentlichen dem Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013. Wesentliche Änderung ist die Bemessung der Ausschüttung als Relation der Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zur Performance des Wettbewerbsindex MSCI World Chemicals.

Die Gesamtlaufzeit der jeweiligen Tranchen beträgt für beide Programme grundsätzlich sieben Jahre. Im Geschäftsjahr 2016 wurde der Ausübungszeitraum der Tranchen 2012 und 2013 aus dem Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013 jeweils um zwei Jahre verlängert, so dass die Gesamtlaufzeit dieser beiden Tranchen nun neun Jahre beträgt. Der Basiskurs von Aktie und Vergleichsindex für die LTSP-Programme ergibt sich als volumengewichteter Durchschnitt der Schlusskurse der ersten zehn Handelstage im Januar des jeweiligen Tranchenjahres. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme an den Programmen setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus. Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

Der Bewertung der Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:

Wesentliche Parameter am 31.12 scroll in % 2015 2016
Erwartete Volatilität der Aktie 31,0 29,0
Erwartete Dividendenzahlung 2,0 2,0
Erwartete Volatilität des Index 18,0 18,0
Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM 64,0 65,0
Erwartete Volatilität des MSCI World Chemicals Index 13,0 13,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem MSCI World Chemicals Index 56,0 57,0

Der zu berücksichtigende risikolose Zinssatz lag im Berichtsjahr bei -0,65 % (Vorjahr: 0,01 %). Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und der Indizes Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM bzw. MSCI World Chemicals der jeweiligen letzten vier Jahre.

Informationen zu den offenen Tranchen sind der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Long Term Stock Performance Plan scroll LTSP 2010-2013 LTSP 2014-2017
Tranche 2010 Tranche 2011 Tranche 2012 Tranche 2013 Tranche 2014 Tranche 2015 Tranche 2016
Laufzeit 7 Jahre 7 Jahre 9 Jahre 9 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre
Sperrfrist (Erdienungszeitraum) 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2018 31.01.2019 31.01.2020
Basiskurs der LANXESS Aktie 27,28 € 55,60 € 44,54 € 63,25 € 47,41 € 35,04 € 38,39 €
Basiskurs des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM 432,44 Punkte 564,17 Punkte 533,45 Punkte 665,98 Punkte
Basiskurs des MSCI World Chemicals Index 238,07 Punkte 254,06 Punkte 233,45 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2015 0,27 € 0,03 € 0,12 € 0,10 € 0,80 € 1,29 € -
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2016 - 0,10 € 0,44 € 0,30 € 1,55 € 1,86 € 1,53 €
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte Ausstehende Anrechte am 01.01.2016 Gewährte Anrechte Ausgeübte Anrechte Abgegoltene Anrechte Verwirkte Anrechte Ausstehende Anrechte am 31.12.2016
10.979 10.979 0
LTSP 2010-2013 6.358.816 197.099 187.472 5.974.245
Tranche 2011 7.093.999 1.350.000 1) 208.622 402.213 7.833.164
Tranche 2012 8.025.905 1.350.000 2) 219.511 425.590 8.730.804
Tranche 2013 9.925.833 0 280.437 257.590 9.387.806
LTSP 2014-2017 10.892.535 0 281.011 415.422 10.196.102
Tranche 2014 - 11.682.506 102.343 172.291 11.407.872
Tranche 2015
Tranche 2016

1) Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien von Neugewährungen bis zum 31.01.2021
2) Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien von Neugewährungen bis zum 31.01.2022

Zum Jahresende 2016 notierte die LANXESS Aktie bei 62,35 €. Die Vergleichsindizes Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM bzw. MSCI World Chemicals notierten bei 857,41 Punkten bzw. 272,85 Punkten. Im Geschäftsjahr 2016 ergibt sich aufgrund der Performance der LANXESS Aktie zum jeweiligen Vergleichsindex sowie aus der Gewährung, Abgeltung und Verwirkung von Anrechten ein Nettoaufwand von 22 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €).# H1

Rückstellungen

Die Verlängerung der Ausübungsfristen für die Tranchen 2012 und 2013 des Vergütungsprogramms LTSP 2010-2013 hat sich nicht wesentlich auf den Aufwand und die Rückstellungshöhe ausgewirkt. Zum 31. Dezember 2016 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 30 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Im aktuellen Geschäftsjahr beträgt der innere Wert von am Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten wie im Vorjahr 0 Mio. €.

Rückstellungen für Umweltschutz

Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen seine geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts ist bzw. war oder dort Anlagen betreibt bzw. betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat. Des Weiteren ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden. Bei LANXESS als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Hieraus möglicherweise resultierende Ansprüche könnten von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen geltend gemacht werden. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die im Eigentum des LANXESS Konzerns stehen, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.

Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als „Superfund" bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet. Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z. B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden. Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung seiner bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen — auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen — ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen betreffen im Wesentlichen noch nicht abgerechnete Energie- und Entsorgungsleistungen. Darüber hinaus werden auch drohende Verluste bzw. belastende Verträge sowie Rabattverpflichtungen, Kundenboni und Produktrücknahmen berücksichtigt.

Rückstellungen für Restrukturierung

Die Rückstellungen für Restrukturierung in Höhe von 31 Mio. € (Vorjahr: 64 Mio. €) zum 31. Dezember 2016 beinhalten 12 Mio. € (Vorjahr: 29 Mio. €) Rückstellungen für Personalmaßnahmen, 14 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen sowie 5 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) Rückstellungen für sonstige Aufwendungen.

Übrige sonstige Rückstellungen

Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für belastende Verträge sowie Rückstellungen für sonstige Verpflichtungen.

H1

(16) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung und Fristigkeit der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten am 31.12.2015

Kurzfristig Langfristig
2016 2017 2018 2019 2020 > 2020 Summe
Anleihen 200 499 693 1.192
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 208 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 10 8 7 6 6 34 61
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 25 3 0 0 0 2 5
Summe 443 11 506 6 6 729 1.258

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten am 31.12.2016

Kurzfristig Langfristig
2017 2018 2019 2020 2021 > 2021 Summe
Anleihen 499 496 1.676 2.671
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 44 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 9 8 7 6 6 34 61
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 25 0 0 0 0 2 7
Summe 507 7 6 502 1.712 2.734

Im LANXESS Konzern sind zum 31. Dezember 2016 folgende Anleihen ausstehend:

Anleihen

Emissionszeitpunkt Nominalwert in Mio. € Buchwert in Mio. € Zinskupon in % Fälligkeit
Mai 2011 500 499 4,125 Mai 2018
April 2012 100 100 3,500 April 2022
April 2012 100 99 3,950 April 2027
November 2012 500 496 2,625 November 2022
Oktober 2016 500 496 0,250 Oktober 2021
Oktober 2016 500 492 1,000 Oktober 2026
Dezember 2016 500 489 4,500 Dezember 2076

Die im Geschäftsjahr 2009 begebene Anleihe in Höhe von 200 Mio. € wurde im September 2016 zurückgezahlt. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2016 Anleihen im Gesamtwert von 1,5 Mrd. € begeben. Den in Euro und Fremdwährungen bestehenden Finanzverbindlichkeiten im LANXESS Konzern liegt zum Jahresende ein gewichteter durchschnittlicher Zins von 2,7 % (Vorjahr: 3,8 %) zugrunde.

Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen werden dann bilanziert, wenn die geleasten Vermögenswerte als wirtschaftliches Eigentum des Konzerns unter den Sachanlagen aktiviert sind (Finanzierungsleasing). In den Folgejahren sind an die jeweiligen Leasinggeber 92 Mio. € (Vorjahr: 95 Mio. €) Leasingraten zu zahlen; der hierin enthaltene Zinsanteil beläuft sich auf 22 Mio. € (Vorjahr: 24 Mio. €). In den sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsabgrenzungen von 23 Mio. € (Vorjahr: 24 Mio. €) für finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Hiervon betreffen 23 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) die zuvor erwähnten Anleihen. Hinsichtlich der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten sowie der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme, insbesondere der Zinszahlungen, wird auf die Anhangangabe [36] verwiesen.

H1

(17) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerschulden

Die langfristigen und kurzfristigen Ertragsteuerschulden gliedern sich wie folgt:

Ertragsteuerschulden

31.12.2015
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Rückstellungen 19 72 91
Verbindlichkeiten 13 13
Gesamt 19 85 104

Ertragsteuerschulden

31.12.2016
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Rückstellungen 31 39 70
Verbindlichkeiten 5 5
Gesamt 31 44 75

Die Ertragsteuerrückstellungen verminderten sich im Wesentlichen aufgrund in Deutschland geleisteter Steuerzahlungen für Vorjahre.

H1

(18) Sonstige langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten gliedern sich am Bilanzstichtag wie folgt:

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

31.12.2015 31.12.2016
Von Dritten gewährte Zuwendungen für Vermögenswerte 96 81
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 5 5
Personalverbindlichkeiten 3 1
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 4 6
Summe 108 93

Die von Dritten gewährten Zuwendungen für Vermögenswerte enthalten in geringem Umfang Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche die Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen bzw. die Zweckbindung von Vermögenswerten zur eigenen Produktion für festgelegte Zeiträume bedingen.

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

| | in Mio. € |
| :-------- | :-------- |# € 31.12.2015 31.12.2016 Personalverbindlichkeiten 25 38 Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 42 38 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 21 26 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 54 72 142 174 Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere noch abzuführende Beiträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die periodengerechte Abgrenzung ausstehender Rechnungen. Gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), belaufen sich die entsprechenden Verpflichtungen per 31. Dezember 2016 auf unter 1 Mio. €. Im Vorjahr bestanden keine solchen Verpflichtungen.

(19) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen überwiegend gegenüber Dritten. Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag in Höhe von 889 Mio. € (Vorjahr: 779 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen mit 131 Mio. € (Vorjahr: 120 Mio. €) gegenüber der at equity bewerteten Beteiligung Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und deren verbundenen Unternehmen sowie mit 758 Mio. € (Vorjahr: 659 Mio. €) gegenüber sonstigen Lieferanten.

(20) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten

Von den gesamten Verbindlichkeiten haben 1.716 Mio. € (Vorjahr: 733 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(21) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von 7.699 Mio. € (Vorjahr: 7.902 Mio. €) beinhalten zum größten Teil Verkäufe von Waren und Erzeugnissen nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen. Die Umsätze und ihre Entwicklung nach Unternehmensbereichen und Regionen sind in der Übersicht zur Segmentberichterstattung ersichtlich (vgl. Anhangangabe [38]).

(22) Kosten der umgesetzten Leistungen

scroll in Mio. € 2015 2016
Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren 3.451 3.325
Fertigungskosten und sonstige Herstellungskosten 2.703 2.620
6.154 5.945

Die Fertigungskosten enthalten unter anderem Kosten für Personal, Abschreibungen, Energien und sonstige Leistungsbezüge. Die sonstigen Herstellungskosten enthalten insbesondere Effekte aus der Bestandsbewertung sowie aus Inventurdifferenzen.

(23) Vertriebskosten

scroll in Mio. € 2015 2016
Marketingkosten 459 481
Ausgangsfrachten und sonstige Vertriebskosten 300 300
759 781

Die Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Kosten der internen und externen Marketing- und Vertriebsorganisation, Frachten, Lagerhaltungs- und Verpackungskosten sowie Kosten der Kundenberatung.

(24) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von 131 Mio. € (Vorjahr: 130 Mio. €) enthalten insbesondere Kosten zur Erlangung neuer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse, Kosten im Zusammenhang mit der Suche nach alternativen Produkten und Produktionsverfahren sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen.

(25) Allgemeine Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten von 303 Mio. € (Vorjahr: 284 Mio. €) beinhalten Kosten, die keinen direkten Zusammenhang mit den operativen Geschäftsprozessen haben, sowie die Kosten der Landesorganisationen.

(26) Sonstige betriebliche Erträge

scroll in Mio. € 2015 2016
Erträge aus Nebengeschäften 78 73
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3 31
Sondereinflüsse 99 6
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3 4
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 1 2
Übrige betriebliche Erträge 23 31
207 147

Die Sondereinflüsse enthalten Erträge aus der Auflösung von in Vorjahren als Sondereinflüsse gebildeten Rückstellungen für Restrukturierungen und entfallen gemäß ihrem wirtschaftlichen Gehalt mit 5 Mio. € auf die Kosten der umgesetzten Leistungen sowie mit 1 Mio. € auf die sonstigen betrieblichen Erträge. Im Vorjahr enthielten die Sondereinflüsse Erträge aus Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten in Höhe von 56 Mio. € und betrafen das ehemalige Segment Performance Polymers sowie das Segment Advanced Intermediates. Sie entfielen überwiegend auf den Funktionsbereich der Kosten der umgesetzten Leistungen. Darüber hinaus waren in den Sondereinflüssen Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten in Höhe von 43 Mio. € enthalten. Diese entfielen gemäß ihrem wirtschaftlichen Gehalt auf die sonstigen betrieblichen Erträge.

(27) Sonstige betriebliche Aufwendungen

scroll in Mio. € 2015 2016
Aufwendungen aus Nebengeschäften 70 67
Sondereinflüsse 106 56
Aufwendungen aus derivativen Sicherungsgeschäften 143 50
Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 4 4
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 0 1
Übrige betriebliche Aufwendungen 44 44
367 222

Die Sondereinflüsse in Höhe von 56 Mio. € (Vorjahr: 106 Mio. €) entfallen gemäß ihrem wirtschaftlichen Gehalt in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €) auf die Kosten der umgesetzten Leistungen, mit 3 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) auf Vertriebskosten, mit 2 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) auf Forschungs- und Entwicklungskosten, mit 10 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) auf allgemeine Verwaltungskosten sowie mit 34 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) auf sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2016 sowie im Vorjahr stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns.

(28) Finanzergebnis

Im Einzelnen gliedert sich das Finanzergebnis wie folgt:

Finanzergebnis scroll in Mio. € 2015 2016
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Zinserträge 4 9
Zinsaufwendungen -70 -72
Zinsergebnis -66 -63
Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen -46 -40
Wechselkursergebnis -16 -24
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge 0 -5
Dividenden und übriges Beteiligungsergebnis 1 7
Sonstiges Finanzergebnis -61 -62
Finanzergebnis -127 -125

Die Zinsaufwendungen enthalten insbesondere die Zinsen für die begebenen Anleihen. Der ausgewiesene Wert ist um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) bereinigt. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil von Finanzierungsleasingverträgen in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) wird im Zinsergebnis ausgewiesen.

(29) Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde. Nach ihrer Herkunft gliedern sich die Ertragsteuern wie folgt:

Ertragsteuern nach Herkunft scroll in Mio. € 2015 2016
Laufende Steuern -109 -141
Latente Steuern aus temporären Differenzen 21 2
aus gesetzlichen Steuersatzänderungen 0 0
aus Verlustvorträgen -33 -5
Ertragsteuern -121 -144

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres 2016 von 144 Mio. € (Vorjahr: 121 Mio. €) unterscheidet sich um 35 Mio. € (Vorjahr: 29 Mio. €) von dem erwarteten Steueraufwand von 109 Mio. € (Vorjahr: 92 Mio. €). Für die Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird der für die deutschen Gesellschaften zusammengefasste Ertragsteuersatz von 32,3 % (Vorjahr: 32,1 %) herangezogen. Er umfasst einen Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Körperschaftsteuer) sowie die Gewerbesteuer. Die Erhöhung des zusammengefassten Ertragsteuersatzes resultiert im Wesentlichen aus Gewerbesteuerhebesatzänderungen.

In der nachfolgenden Aufstellung wird das erwartete Steuerergebnis in das effektiv ausgewiesene Steuerergebnis übergeleitet:

Überleitung tatsächliches Steuerergebnis scroll in Mio. € 2015 2016
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339
Ertragsteuersatz der LANXESS AG 32,1 % 32,3 %
Erwartetes Steuerergebnis -92 -109
Besteuerungsunterschied aufgrund von Differenzen zwischen lokalen Steuersätzen und dem hypothetischen Steuersatz 8 -17
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge sowie Reduzierung steuerlicher Bemessungsgrundlagen 4 5
Nutzung nicht bilanzierter Verlustvorträge 1
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -5 -6
Sonstige Steuereffekte -37 -17
Tatsächliches Steuerergebnis -121 -144
Effektiver Steuersatz 42,0 % 42,5 %

Die sonstigen Steuereffekte in Höhe von -17 Mio. € (Vorjahr: -37 Mio. €) resultierten wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Ertragsteuern für Vorjahre sowie aus nicht angesetzten latenten Steuern auf steuerliche Verluste.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:

Latente Steuerabgrenzungen scroll in Mio. € 31.12.2015 31.12.2016
Aktiv Passiv
Immaterielle Vermögenswerte 15 37
Sachanlagen 18 139
Vorräte 35 5
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 9 21
Pensionsrückstellungen 220 0
Sonstige Rückstellungen 105 11
Verbindlichkeiten 58 0
Verlustvorträge 68
528 213
davon langfristig 321 176
Saldierung -167 -167
361 46

Die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ergibt sich folgendermaßen:

Veränderung latente Steuerabgrenzungen scroll in Mio. € 2015 2016
Latente Steuerabgrenzungen 01.01. 359 315
Aufwand/Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung -12 -3
Veränderungen Konzernkreis -15
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern -18 53
Währungsänderungen -14 9
Latente Steuerabgrenzungen 31.12. 315 359

Die im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Steuern entfallen mit 72 Mio. € (Vorjahr: -23 Mio. €) auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und mit -19 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) auf Finanzinstrumente.Darüber hinaus beinhaltet das sonstige Ergebnis tatsächliche Steuern in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: -1 Mio. €). Latente Steueransprüche, die höher als die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind, in Höhe von 156 Mio. € (Vorjahr: 324 Mio. €) beziehen sich auf Steuerrechtskreise, in denen im Geschäftsjahr 2016 oder im Vorjahr Verluste angefallen sind. Im Vorjahr waren darin 224 Mio. € latente Steueransprüche des deutschen steuerlichen Organkreises enthalten, da dieser im Geschäftsjahr 2014, im Wesentlichen bedingt durch Sondereinflüsse im Zusammenhang mit den Reorganisationsprogrammen „Advance" und „Let's LANXESS again", einen Verlust erwirtschaftet hatte. LANXESS geht davon aus, dass zukünftig genügend zu versteuernde Einkommen zur Realisierung der latenten Steueransprüche zur Verfügung stehen werden. Von den gesamten Verlustvorträgen sind auf Basis der Steuerplanungsrechnungen und -strategien auf steuerlich voraussichtlich realisierbare Beträge von 237 Mio. € (Vorjahr: 231 Mio. €) aktive latente Steuern in Höhe von 67 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €) angesetzt. Diese beinhalten 35 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) latente Steuern auf Verlustvorträge mit unbeschränkten Nutzungszeiträumen. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 255 Mio. € (Vorjahr: 226 Mio. €) wurden keine latenten Steuern gebildet. Hiervon sind 130 Mio. € (Vorjahr: 105 Mio. €) theoretisch länger als fünf Jahre nutzbar. Es wurden im Geschäftsjahr 2016 auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 49 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Insofern blieben aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 67 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €) sowie aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 16 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) unberücksichtigt.

(30) Ergebnis und Dividende je Aktie

Das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2016 ergibt sich ausschließlich aus fortgeführter Tätigkeit und wurde unter Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der innerhalb der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Aktien ermittelt. Zum 31. Dezember 2016 waren 91.522.936 Aktien in Umlauf. Da derzeit keine Eigenkapitalinstrumente begeben sind, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie führen könnten, entspricht das verwässerte Ergebnis dem unverwässerten Ergebnis. Für weitere Informationen zu Eigenkapitalinstrumenten, die künftig das Ergebnis je Aktie verwässern können, wird auf Anhangangabe [13] verwiesen.

Ergebnis je Aktie
| scroll | 2015 | 2016 | Veränd. in % |
|-----------|-----------|-----------|--------------|
| Konzernergebnis in Mio. € | 165 | 192 | 16,4 |
| Im Umlauf gewesene Aktien in Stück | 91.522.936 | 91.522.936 | – |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) | 1,80 | 2,10 | 16,4 |

Die LANXESS AG weist für das Geschäftsjahr 2016 einen Bilanzgewinn von 332 Mio. € (Vorjahr: 98 Mio. €) aus. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG belief sich im Berichtsjahr auf 0,60 € (Vorjahr: 0,50 €) je Aktie.

(31) Personalaufwand

Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:

Personalaufwand
| in Mio. € | 2015 | 2016 |
|-----------|-------|-------|
| scroll | | |
| Löhne und Gehälter | 1.124 | 1.168 |
| Sozialabgaben | 198 | 194 |
| Aufwendungen für Altersvorsorge | 97 | 92 |
| Aufwendungen für soziale Unterstützung | 13 | 13 |
| | 1.432 | 1.467 |

Insgesamt ist im Geschäftsjahr 2016 ein Anstieg der Personalaufwendungen zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf den Anstieg der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf die Entgeltanpassungen in 2016 zurückzuführen ist. Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind als Bestandteil des Finanzergebnisses ausgewiesen (vgl. Anhangangabe [28]).

Sonstige Angaben

(32) Belegschaft

Im LANXESS Konzern waren im Jahresdurchschnitt 2016 insgesamt 16.643 (Vorjahr: 16.310) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Belegschaftsanstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Änderungen der lokalen Gesetzgebung in Südafrika und China, gemäß denen externe Dienstleister ab einer bestimmten Dauer der Beschäftigung als Konzernmitarbeiter zu erfassen sind.

Beschäftigte nach Funktionsbereichen
| scroll | 2015 | 2016 |
|--------|--------|--------|
| Produktion | 12.123 | 12.407 |
| Marketing | 1.814 | 1.837 |
| Verwaltung | 1.770 | 1.809 |
| Forschung | 603 | 590 |
| | 16.310 | 16.643 |

(33) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse resultieren aus Bürgschaften und ähnlichen Instrumenten, die gegenüber Dritten übernommen wurden. Bei diesen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die am Bilanzstichtag ungewiss war. Eine Verpflichtung zur Leistung im Rahmen dieser Haftungsverhältnisse entsteht bei Verzug oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Zum 31. Dezember 2016 bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von insgesamt 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €). Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber der at equity bewerteten Beteiligung Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland). Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter der Currenta GmbH & Co. OHG können sich zukünftig gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten ergeben. Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Operating-Leasingverhältnissen. Wie in der Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden näher ausgeführt, handelt es sich bei Operating-Leasingverhältnissen um Vereinbarungen, die kein Finanzierungsleasing sind, bei denen also nicht die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstands verbunden sind, übertragen werden. Operating Leasing wird vom LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Der Mindestbetrag nicht abgezinster künftiger Leasing- und Mietzahlungen aus Operating Leasing beläuft sich auf 334 Mio. € (Vorjahr: 341 Mio. €). Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen werden folgendermaßen fällig:

Fälligkeit der Leasing- und Mietzahlungen
| scroll | in Mio. € | 31.12.2015 | 31.12.2016 |
|----------|-----------|------------|------------|
| bis 1 Jahr | | 56 | 57 |
| 1 bis 2 Jahre | | 47 | 50 |
| 2 bis 3 Jahre | | 41 | 43 |
| 3 bis 4 Jahre | | 37 | 38 |
| 4 bis 5 Jahre | | 33 | 35 |
| über 5 Jahre | | 127 | 111 |
| | | 341 | 334 |

Aufgrund von Operating Leasing wurden im Geschäftsjahr 2016 Leasing- und Mietzahlungen von 61 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €) geleistet. Die künftigen Leasing- und Mietzahlungen beinhalten unter anderem Verträge im Zusammenhang mit der in 2013 bezogenen Konzernzentrale in Köln sowie dem Produktionsstandort in Singapur. Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben im Bereich der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte (Bestellobligo) bestehen nominelle Verpflichtungen in Höhe von 110 Mio. € (Vorjahr: 90 Mio. €), die in voller Höhe im Geschäftsjahr 2017 fällig sind.

Beschreibung des Grundlagenvertrags

In einem mit dem Abspaltungs- und Übernahmevertrag zwischen der Bayer AG und der LANXESS AG abgeschlossenen Grundlagenvertrag haben die Bayer AG und die LANXESS AG unter anderem eine den jeweils zugeordneten Vermögenswerten entsprechende gegenseitige Freistellung von Verbindlichkeiten vereinbart. Ferner wurden spezielle Vereinbarungen über Produkthaftungsverbindlichkeiten, Umweltlasten und die Haftung für Kartellverstöße im Verhältnis der Vertragsparteien zueinander getroffen. Der Grundlagenvertrag enthält ferner Regelungen für die Zuordnung steuerrechtlicher Effekte, die im Zusammenhang mit der Abspaltung und den vorausgegangenen Maßnahmen zur Herstellung des abgespaltenen Unternehmensbereichs stehen.

(34) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der LANXESS Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich Unternehmen, an denen die LANXESS AG unmittelbar und mittelbar beteiligt ist. Die Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Auf Basis von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, und deren verbundenen Unternehmen bezog der LANXESS Konzern überwiegend Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik im Volumen von 420 Mio. € (Vorjahr: 436 Mio. €). Aus diesen Geschäftsbeziehungen bestehen zum 31. Dezember 2016 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 131 Mio. € (Vorjahr: 120 Mio. €) und Forderungen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €). Darüber hinaus bestehen gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG und deren verbundenen Unternehmen Verpflichtungen für Miet- und Leasingzahlungen aus Operating Leasing in Höhe von 8 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) sowie ein Bestellobligo von 6 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Haftungsverhältnisse gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG werden im vorherigen Abschnitt erläutert. Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den nachfolgenden Abschnitt verwiesen.

(35) Bezüge der Gremien

Für das Geschäftsjahr 2016 belaufen sich die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der LANXESS AG auf 11.852 T€ (Vorjahr: 9.360 T€). Sie setzen sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen (Festvergütung, Jahrestantieme, Sachbezüge und sonstige) von 7.545 T€ (Vorjahr: 6.728 T€), Anpassungen für Vorjahre von -147 T€ (Vorjahr: -62 T€) sowie anderen langfristig fälligen Leistungen im Rahmen des Long Term Performance Bonus (LTPB) von 1.857 T€ (Vorjahr: 1.626 T€). Weiterhin wurden Bezüge im Rahmen des anteilsbasierten Long Term Stock Performance Plan (LTSP) hierunter erfasst. Dabei wurden den Vorständen im Geschäftsjahr insgesamt 1.740.000 Vergütungsanrechte für die Tranche 2016 und zusätzlich 1.350.000 Vergütungsanrechte für die Tranche 2012 sowie 1.350.000 Vergütungsanrechte für die Tranche 2013 gewährt. Im Vorjahr wurden insgesamt 1.200.000 Vergütungsrechte gewährt.Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung belief sich auf 2.597 T€ (Vorjahr: 1.068 T€). Der Personalaufwand aus der anteilsbasierten Vergütung betrug im Geschäftsjahr 3.430 T€ (Vorjahr: 1.450 T€). Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die Individualisierung der Vorstandsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 im Abschnitt „Vergütungsbericht". Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2016 für die Mitglieder des Vorstands als Vergütungsbestandteil im Rahmen leistungsorientierter Pläne ein Pensionsaufwand (Service Costs) von 1.173 T€ (Vorjahr: 1.640 T€) berücksichtigt. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2016 lag bei 16.033 T€ (Vorjahr: 11.903 T€). Insgesamt ergab sich aus der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2016 ein Nettoaufwand von 13.858 T€ (Vorjahr: 14.762 T€). Im Vorjahr war ein Aufwand aus der Abfindung von Herrn Dr. Düttmann in Höhe von 3.380 T€ enthalten. Zusammen mit der Abgeltung seiner LTSP-Anrechte in Höhe von 857 T€ wurden somit im Vorjahr einem früheren Vorstandsmitglied, das seine Tätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres beendet hat, Leistungen von insgesamt 4.237 T€ zugesagt und im Laufe des Geschäftsjahres 2015 gewährt. Die zum 31. Dezember 2016 ausstehenden Salden gegenüber Mitgliedern des Vorstands in Höhe von 11.514 T€ (Vorjahr: 6.477 T€) setzen sich aus Rückstellungen für die Jahrestantieme von 4.575 T€ (Vorjahr: 3.900 T€), den LTPB von 2.612 T€ (Vorjahr: 1.680 T€) sowie den LTSP von 4.327 T€ (Vorjahr: 897 T€) zusammen. An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen aus der Altersversorgung von 1.244 T€ (Vorjahr: 293 T€). Zum 31. Dezember 2016 betrug der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands 34.497 T€ (Vorjahr: 30.318 T€). Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 1.244 T€ (Vorjahr: 3.673 T€). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2016 Gesamtbezüge von 1.879 T€ (Vorjahr: 3.122 T€). Sie werden grundsätzlich zu Beginn des Folgejahres ausgezahlt. Die für die Mitglieder des Aufsichtsrats gebildete Rückstellung aus der anteilsbasierten Vergütung belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 600 T€ (Vorjahr: 1.200 T€). Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im LANXESS Konzern sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Deren Höhe entsprach dabei einer angemessenen Vergütung für entsprechende Funktionen und Aufgaben im Konzern. Einzelheiten zum Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Aufsichtsratsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 im Abschnitt „Vergütungsbericht". Im Geschäftsjahr 2016 wurden wie im Vorjahr keine Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

(36) Finanzinstrumente
Das Risikomanagementsystem des LANXESS Konzerns einschließlich seiner Ziele, Methoden und Prozesse sowie die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Risiken wie Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken sowie das Kontrahenten- und das Liquiditätsrisiko werden im Abschnitt „Chancen- und Risikobericht" des zusammengefassten Konzernlageberichts erläutert. Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändern, ist im Folgenden für die drei Marktrisiken dargestellt:

  • Währungsrisiken
    Eine hypothetische Aufwertung des Euro gegenüber kursgesicherten Währungen am Bilanzstichtag um 5 %, hätte eine Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate von 14 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €) ergeben. Dieser Effekt hätte sich hauptsächlich auf das sonstige Ergebnis ausgewirkt und den ausgewiesenen Verlust entsprechend verringert. Der Effekt entfällt hauptsächlich auf den US-Dollar. Im Falle einer Abwertung des Euros ergäbe sich im Wesentlichen ein gegenläufiger Effekt.

  • Zinsrisiken
    Finanzschulden mit variablen Zinskonditionen stehen Anlagen mit kurzer Zinsbindung aus verfügbarer Liquidität gegenüber, so dass dem LANXESS Konzern durch steigende Zinsen in geringem Maße steigende Zinskosten entstehen. Eine generelle Veränderung des Zinsniveaus um 1 %-Punkt zum Stichtag 31. Dezember 2016 hätte das Konzernergebnis um 3 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) verändert.

  • Rohstoffpreisrisiken
    Am Bilanzstichtag hätte eine hypothetische Erhöhung oder Verringerung gesicherter Rohstoffpreise um 10 % zu einer Erhöhung oder Verringerung des sonstige Ergebnisses aufgrund von Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente um 0 Mio. € geführt. Im Vorjahr waren am Bilanzstichtag keine finanziellen Warentermingeschäfte im Bestand.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten, der hierin enthaltenen Zinsen sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:

Stand 31.12.2015

2016 2017 2018 2019 2020 >2020
Anleihen -230 -41 -541 -21 -21 -761
davon Zinsen -30 -41 -41 -21 -21 -61
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -208
davon Zinsen 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -779
davon Zinsen
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -14 -12 -10 -9 -8 -42
davon Zinsen -4 -4 -3 -3 -2 -8
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -25 -3 0 0 0 -2
davon Zinsen -24 0
Derivative Verbindlichkeiten
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -667 -203
Einzahlungen 586 187
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -918 -53 0 -13
Einzahlungen 896 49 0 10
Derivative Vermögenswerte
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -163 -135 -44
Einzahlungen 166 133 43
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -436 -1
Einzahlungen 446 1 0

Stand 31.12.2016

2017 2018 2019 2020 2021 >2021
Anleihen -47 -570 -49 -49 -549 -3.003
davon Zinsen -47 -70 -49 -49 -49 -1.303
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -44
davon Zinsen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -889
davon Zinsen
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -13 -12 -10 -9 -8 -40
davon Zinsen -4 -4 -3 -3 -2 -6
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -25 0 0 0 0 -2
davon Zinsen -23
Derivative Verbindlichkeiten
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -348 -89
Einzahlungen 321 83
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -964 0 -14
Einzahlungen 941 0 10
Derivative Vermögenswerte
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -11 -11
Einzahlungen 18 12
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -1.358
Einzahlungen 1.420

Die für das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr vertraglich vereinbarten Auszahlungen für sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten enthalten mit 23 Mio. € (Vorjahr: 24 Mio. €) Zinsabgrenzungen, die im Wesentlichen die Anleihen betreffen.

176 von 191

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten
In den nachfolgenden Aufstellungen werden die Buchwerte der einzelnen Klassen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten gegenübergestellt. Weiterhin wird die Grundlage für den bilanziellen Wertansatz aufgezeigt:

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten am 31.12.2015

Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39 Wert- ansatz Bilanz gemäß IAS 17
Bewertungs- kategorie gemäß LAS 39 Buchwert 31.12.2015 Fortgeführte Anschaffungs- kosten Anschaffungs- kosten
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 956 956 956
Sonstige finanzielle Forderungen LaR 24 24 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente LaR 366 366 366
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte AfS 100 100 100
Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 13 10 3
Derivative Vermögenswerte
Sicherungs- instrumente im Rahmen des Hedge Accountings 4 4
Andere Sicherungs- instrumente FAHfT 11 11 11
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen FLAC -1.392 -1.392 -1.531
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC -208 -208 -208
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC -779 -779 -779
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs- leasing -71 -71
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC -30 -30 -30
Derivative Verbindlichkeiten
Sicherungs- instrumente im Rahmen des Hedge Accountings -91 -91
Andere Sicherungs- instrumente FLHfT -28 -28 -28

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten am 31.12.2016

Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39
Bewertungs- kategorie gemäß LAS 39 Buchwert 31.12.2015 Fortgeführte Anschaffungs- kosten
in Mio. €
## Finanzielle Vermögenswerte
LaR
-------------------- ----- ------ ------
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.088 1.088 1.088
Sonstige finanzielle Forderungen 1.972 1.972 1.972
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente 355 355 355
## Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
AfS
------------------------------------------- --- ------ ------
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 40 40 40
Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 189 10 179
## Derivative Vermögenswerte
---------------------------------- ----------- ------ ------
Sicherungs- instrumente im Rahmen des Hedge Accountings 8 8
Andere Sicherungs- instrumente FAHfT 58 58
## Finanzielle Verbindlichkeiten
FLAC
---------------------------------------------------------- ------- ------ ------
Anleihen -2.671 -2.671 -2.827
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -44 -44 -44
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -889 -889 -889
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs- leasing -70 -70
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -27 -27 -27
## Derivative Verbindlichkeiten
---------------------------------- ----------- ------ ------
Sicherungs- instrumente im Rahmen des Hedge Accountings -26 -26
Andere Sicherungs- instrumente FLHfT -23 -23

LaR Loans and Receivables (Kredite und Forderungen)
AfS Available-for-Sale Financial Assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)
FAHfT Financial Assets Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
FLAC Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten)
FLHfT Financial Liabilities Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihen ist der Stufe 1 der im Abschnitt „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" erläuterten Bemessungshierarchie zuzuordnen, wobei für zwei Anleihen mit einem beizulegenden Zeitwert von 244 Mio. € (Vorjahr: 240 Mio. €) aufgrund fehlender Marktliquidität Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugrunde gelegt wurde. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 2 erfolgt auf Basis dis-kontierter Zahlungsströme unter Berücksichtigung beobachtbarer Marktzinssätze.

Buchwerte nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

scroll in Mio. €
| | 31.12.2015 | 31.12.2016 |
| -------------------------------------------------- | ---------- | ---------- |
| Kredite und Forderungen | 1.346 | 3.415 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 113 | 229 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | 11 | 58 |
| | 1.470 | 3.702 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -2.409 | -3.631 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | -28 | -23 |
| | -2.437 | -3.654 |

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert ist eine hierarchische Einstufung vorzunehmen, die der Erheblichkeit der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung trägt. Diese umfasst drei Stufen:

Stufe 1

In aktiven, am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise

Stufe 2

Andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind

Stufe 3

Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachbar sind

Aus folgender Aufstellung geht hervor, in welcher Höhe Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag auf wiederkehrender Grundlage zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden und welcher Stufe der Bemessungshierarchie („Fair-Value-Hierarchie") die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren zuzurechnen sind. Umgruppierungen zwischen den Stufen werden zu den jeweiligen Bilanzstichtagen geprüft. In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 fanden keine Umgruppierungen statt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden

scroll 31.12.2015 in Mio. €
| | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| --------------------------------------------- | ------- | ------- | ------- |
| Langfristige Vermögenswerte | | | |
| Sonstige Beteiligungen | 2 | – | – |
| Langfristige derivative Vermögenswerte | – | 1 | – |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | – | 1 | – |
| Kurzfristige Vermögenswerte | | | |
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 100 | – | – |
| Kurzfristige derivative Vermögenswerte | – | 14 | – |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 0 | – | – |
| Langfristiges Fremdkapital | | | |
| Langfristige derivative Verbindlichkeiten | – | 19 | – |
| Kurzfristiges Fremdkapital | | | |
| Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten | – | 100 | – |

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden

scroll 31.12.2016 in Mio. €
| | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| --------------------------------------------- | ------- | ------- | ------- |
| Langfristige Vermögenswerte | | | |
| Sonstige Beteiligungen | 2 | – | – |
| Langfristige derivative Vermögenswerte | – | 1 | – |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | – | 1 | – |
| Kurzfristige Vermögenswerte | | | |
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 40 | – | – |
| Kurzfristige derivative Vermögenswerte | – | 65 | – |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 176 | – | – |
| Langfristiges Fremdkapital | | | |
| Langfristige derivative Verbindlichkeiten | – | 7 | – |
| Kurzfristiges Fremdkapital | | | |
| Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten | – | 42 | – |

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten sonstigen Beteiligungen betreffen Anteile an der börsennotierten Gesellschaft BioAmber Inc., Minneapolis (USA). Im Vorjahr enthielten die sonstigen Beteiligungen zudem die Anteile an der börsennotierten Gesellschaft Gevo, Inc., Englewood (USA), welche im Geschäftsjahr 2016 verkauft wurden. Darüber hinaus sind im Bilanzposten „Sonstige Beteiligungen" nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 10 Mio. € enthalten, deren beizulegende Zeitwerte zum Stichtag nicht zuverlässig bestimmbar sind und die daher zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Den in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten liegen keine Saldierungen zugrunde. Aus den nachfolgenden Aufstellungen ist ersichtlich, wie sich rechtlich durchsetzbare Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen auf die Vermögenslage auswirken oder auswirken können:

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten am 31.12.2015

scroll
| Finanzinstrumente | Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente | In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden | Finanzielle Sicherheiten | Nettobetrag |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 956 | -11 | 0 | 945 |
| Derivative Vermögenswerte | 15 | -11 | 0 | 4 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | | | | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -779 | 11 | 0 | -768 |
| Derivative Verbindlichkeiten | -119 | 11 | 0 | -108 |

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten am 31.12.2016

scroll
| | in Mio. € | Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente | In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden | Finanzielle Sicherheiten | Nettobetrag |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | | 1.088 | -12 | 0 | 1.076 |
| Derivative Vermögenswerte | | 66 | -13 | 0 | 53 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | | | | | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | | -889 | 12 | 0 | -877 |
| Derivative Verbindlichkeiten | | -49 | 13 | 0 | -36 |

Hinsichtlich der derivativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten hat jede Vertragspartei die Möglichkeit, positive und negative Marktwerte, die sich aus Verträgen mit derselben Gegenpartei ergeben, im Verzugsfall auf Nettobasis zu verrechnen.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle werden die Nettoergebnisse entsprechend den Bewertungskategorien von IAS 39 dargestellt:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

scroll in Mio. €
| | 2015 | 2016 |
| -------------------------------------------------- | ---- | ---- |
| Kredite und Forderungen | 19 | -34 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 1 | 7 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | -111 | 27 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 17 | -76 |
| | -74 | -76 |

Die Nettogewinne bzw. -verluste enthalten im Wesentlichen Zinserträge und -aufwendungen sowie realisierte und unrealisierte Wechselkursgewinne und -verluste. Zusätzlich sind im Geschäftsjahr 2016 Aufwendungen aus Gebühren im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) angefallen.

Besicherung finanzieller Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr 2016 und im Vorjahr bestanden keine Besicherungen finanzieller Verbindlichkeiten durch die Bestellung von Hypotheken und andere dingliche Sicherheiten.

Mezzanine Finanzierung

Finanzierungsinstrumente mit mezzaninem Charakter, wie z. B. Genussscheine, Wandel- und Optionsanleihen, sind nicht begeben. Für Erläuterungen zu den Möglichkeiten zur Begebung von derartigen Instrumenten wird auf Anhangangabe [13] verwiesen.

(37) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Erläuterungen zum Berechnungsvorgehen und Ausweis von Zahlungsströmen

Hinsichtlich allgemeiner Erläuterungen wird auf die Ausführungen zur Kapitalflussrechnung im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.

Zufluss aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird ermittelt, indem zunächst das Ergebnis vor Ertragsteuern um das Ergebnis aus dem Finanzbereich, Abschreibungen, Wertaufholungen und nicht zahlungswirksame Größen bereinigt wird, ergänzt um die Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva. Die Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung, das Ergebnis vor Ertragsteuern, beträgt 339 Mio. € (Vorjahr: 288 Mio. €). Hierin sind Abschreibungen in Höhe von 481 Mio. € (Vorjahr: 418 Mio. €) enthalten. Im Geschäftsjahr 2016 wurden Ertragsteuern in Höhe von 184 Mio. € (Vorjahr: 98 Mio. €) gezahlt. Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens hat zu einem Mittelabfluss in Höhe von 47 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. € Mittelzufluss) geführt. Nach Berücksichtigung der Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: -33 Mio. €) ergibt sich im Geschäftsjahr ein Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit in Höhe von 689 Mio. € (Vorjahr: 692 Mio. €).# Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Geschäftsjahr 2016 flossen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 439 Mio. € (Vorjahr: 434 Mio. €) ab. Einzahlungen aus Investitionszuschüssen haben die Auszahlungen für Investitionen um 7 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) reduziert. Die Auszahlungen für finanzielle Vermögenswerte enthielten im Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen mittelfristige Geldanlagen in Höhe von 1.950 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) und Wertpapieranlagen in Höhe von 175 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Weiterhin gab es Einzahlungen aus Geldmarktfonds in Höhe von 60 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) und Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. € Auszahlungen). Die Einzahlungen im Geschäftsjahr 2016 resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der Anteile an der Elemica Inc., Exton (USA). Im Vorjahr standen die Auszahlungen im Zusammenhang mit Darlehensgewährungen an einen Standortdienstleister in den Niederlanden. Die Akquisition des Spezialitätengeschäfts für Desinfektions- und Hygienelösungen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemours führte im Geschäftsjahr 2016 zu Auszahlungen in Höhe von 198 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Mittelzuflüsse aus erhaltenen Zinsen und Dividenden ergaben sich in Höhe von 10 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Diese beinhalten im Wesentlichen Zinserträge aus kurzfristigen Anlagen in Brasilien. Des Weiteren ergaben sich Auszahlungen für die externe Finanzierung von Pensionsverpflichtungen (CTA) in Höhe von 200 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Insgesamt flossen aus investiver Tätigkeit 2.879 Mio. € (Vorjahr: 400 Mio. €) ab.

Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Die Einzahlungen anderer Gesellschafter in Höhe von 1.194 Mio. € betreffen die Einzahlung der Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), für die Beteiligung an ARLANXEO. Im Vorjahr betrafen die Einzahlungen anderer Gesellschafter die Kapitalerhöhung des Tochterunternehmens ARLANXEO-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd. in Höhe von 9 Mio. €. Auf die Nettoaufnahme von Finanzschulden entfielen 1.107 Mio. € (Vorjahr: 220 Mio. € Nettotilgung). Die Aufnahme von Finanzschulden steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit drei neu begebenen Anleihen in Höhe von insgesamt 1.500 Mio. €. Die Tilgung von Finanzschulden betrifft insbesondere die Rückführung einer Anleihe in Höhe von 200 Mio. € und die Restrückzahlung des US-Dollar-Darlehens von der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 138 Mio. €. Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs führen zu Mittelabflüssen in Höhe von 73 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 wurden Dividendenzahlungen in Höhe von 55 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €) geleistet und entfielen mit 55 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €) auf die Aktionäre der LANXESS AG. Im Saldo flossen somit aus Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 2.173 Mio. € (Vorjahr: 333 Mio. € Mittelabfluss) zu.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 355 Mio. € (Vorjahr: 366 Mio. €) umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind gemäß IAS 7 Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt.

(38) Segmentberichterstattung

Kennzahlen nach Geschäftsbereichen

Advanced Intermediates Performance Chemicals High Performance Materials
2015 2016 2015
in Mio. €
Außenumsatzerlöse 1.826 1.742 2.085
Innenumsatzerlöse 51 57 11
Gesamtumsatzerlöse 1.877 1.799 2.096
Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen 339 326 326
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -1 2 -13
Segmentvermögen 1.120 1.149 1.427
Segmentakquisitionen
Segmentinvestitionen 99 136 144
Abschreibungen (planmäßig) 94 102 85
Abschreibungen (außerplanmäßig) 5 3 3
Wertaufholungen 19 0
Segmentverbindlichkeiten 555 741 770
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 3.259 3.335 5.138
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 3.282 3.349 5.141

Kennzahlen nach Geschäftsbereichen (Fortsetzung)

ARLANXEO Überleitung LANXESS
2015 2016 2015 2016 2015 2016
in Mio. €
Außenumsatzerlöse 2.859 2.710 47 49 7.902 7.699
Innenumsatzerlöse 0 0 -64 -68 0 0
Gesamtumsatzerlöse 2.859 2.710 -17 -19 7.902 7.699
Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen 391 373 -282 -237 885 995
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -15 2 -43 -51 -52 -50
Segmentvermögen 2.883 3.016 146 124 6.297 6.751
Segmentakquisitionen 200
Segmentinvestitionen 151 138 24 17 457 462
Abschreibungen (planmäßig) 204 216 23 17 449 472
Abschreibungen (außerplanmäßig) 14 4 0 25 9
Wertaufholungen 37 0 0 56 0
Segmentverbindlichkeiten 706 712 645 576 2.926 3.130
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 3.491 3.463 2.791 2.759 16.225 16.721
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 3.535 3.521 2.813 2.708 16.310 16.642

Vorjahreswerte angepasst.

Kennzahlen nach Regionen

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika
2015 2016 2015 2016 2015 2016
in Mio. €
Außenumsatzerlöse nach Verbleib 2.325 2.254 1.365 1.292 1.368 1.326
Langfristiges Segmentvermögen 655 783 1.035 1.067 446 572
Segmentakquisitionen 102 2 95
Segmentinvestitionen 91 96 163 212 79 74
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 3.143 3.251 7.523 7.600 1.312 1.418
Lateinamerika Asien/Pazifik LANXESS
2015 2016 2015 2016 2015 2016
in Mio. €
Außenumsatzerlöse nach Verbleib 830 788 2.014 2.039 7.902 7.699
Langfristiges Segmentvermögen 244 304 1.394 1.313 3.774 4.039
Segmentakquisitionen 1 200
Segmentinvestitionen 24 31 100 49 457 462
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 1.412 1.435 2.835 3.017 16.225 16.721

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Bewertungsansätze der Segmentberichterstattung entsprechen den im IFRS-Konzernabschluss einheitlich verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Infolge der mit der Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U. A., Den Haag (Niederlande), eingegangenen strategischen Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken wurden im Geschäftsjahr 2016 Konzernstrukturen verändert. Das in den Business Units Tire & Specialty Rubbers und High Performance Elastomers gebündelte und bislang im Segment Performance Polymers enthaltene Geschäft mit synthetischen Kautschuken wird von nun an als Segment ARLANXEO berichtet, während die ebenfalls bislang im Segment Performance Polymers enthaltene Business Unit High Performance Materials fortan ein eigenes Segment darstellt. Darüber hinaus ergaben sich aufgrund organisatorischer Anpassungen Verschiebungen bei den Mitarbeiterzahlen zwischen den Segmenten. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst. Der LANXESS Konzern weist zum 31. Dezember 2016 folgende berichtspflichtige Segmente aus:

Segmente Aktivitäten

Advanced Intermediates

Im Segment Advanced Intermediates werden operative Geschäftsbereiche zusammengefasst, welche Basis- und Feinchemikalien bei im Wesentlichen kontinuierlichen Produktionsprozessen herstellen. Zwischen den operativen Geschäftsbereichen werden zudem Vor- und Zwischenprodukte für den jeweiligen anderen Geschäftsbereich hergestellt. Die Produktion umfasst hochwertige Zwischenprodukte, beispielsweise für die Agro- und Lackindustrie, Feinchemikalien als Vor- und Zwischenprodukte für die Pharma-, Agro- und Spezialitätenchemie, kundenspezifische Spezialentwicklungen und Reifenchemikalien.

Performance Chemicals

Im Segment Performance Chemicals werden operative Geschäftsbereiche zusammengefasst, welche Prozess- und Funktionschemikalien sowie Spezialprodukte im Rahmen von chemischen Produktionsprozessen herstellen. Die Produktion umfasst Materialschutzprodukte, anorganische Pigmente zur Einfärbung von Beton, Dispersionsfarben und Lacken, Veredelungsmittel für die Lederindustrie, Kautschukadditive, Umkehrosmose-Membranelemente und Ionenaustauscher zur Wasseraufbereitung, Kunststoffadditive wie z. B. Flammschutzmittel und Weichmacher sowie Desinfektions- und Hygienelösungen.

High Performance Materials

Im Segment High Performance Materials werden Hightech-Kunststoffe und Hochleistungsverbundwerkstoffe im Rahmen überwiegend kontinuierlicher Produktionsprozesse hergestellt. Die Produktion umfasst Anwendungen für die Automobil- und Elektro-/ Elektronikindustrie, für das Bauwesen, für die Medizin sowie für Sport und Freizeit.

ARLANXEO

Im Segment ARLANXEO werden operative Geschäftseinheiten zusammengefasst, welche synthetische Kautschuke im Wesentlichen im Rahmen von kontinuierlichen Produktionsprozessen herstellen. Das Segment wird über die ARLANXEO Holding B.V., Sittard-Geleen (Niederlande), zentral gesteuert. Die Produktion umfasst Spezialkautschuke für hochwertige Gummierzeugnisse, beispielsweise zum Einsatz in Fahrzeugen, Reifen und Bauten.

Überleitung

In der Überleitung werden die Beziehungen zwischen den Unternehmensbereichen eliminiert sowie Segmentvermögenswerte und Segmentschulden, die den Kernsegmenten nicht zugeordnet werden, ausgewiesen. Hierzu gehört im Wesentlichen das Corporate Center. Des Weiteren beinhaltet die Überleitung die at equity bewertete Beteiligung Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland). Hierzu wird auf Anhangangabe [3] verwiesen. Die für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten verwendeten Transferpreise werden unter Anwendung der OECD-Regeln so ermittelt, wie sie auch mit unabhängigen Dritten unter vergleichbaren Bedingungen zu Stande gekommen wären („Arm's-Length-Prinzip"). Bei dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter in der Überleitung handelt es sich um Beschäftigte, die für mehrere Segmente Arbeitsleistungen erbringen. Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter der technischen Dienstleistungen. Entsprechend der Regioneneinteilung im LANXESS Konzern erfolgt die Einteilung der sekundären Segmente gemäß den LANXESS Berichtsregionen: EMEA (Europa ohne Deutschland, Naher Osten, Afrika), Deutschland, Nordamerika, Lateinamerika und Asien/Pazifik.# Maßgeblich für die Ermittlung der Regionenumsätze ist der Sitz der Warenempfänger. Im Geschäftsjahr 2016 weist kein einzelner Kunde des LANXESS Konzerns einen Umsatzanteil von 10 % oder mehr auf.

Die zur internen Steuerung herangezogene Ergebnisgröße im LANXESS Konzern ist das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen (vgl. Ausführungen im Abschnitt „Wertmanagement und Steuerungssystem" im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016). Insofern wird dieses als „Segmentergebnis" offengelegt. Ausgangsgröße für die Ermittlung ist das operative Ergebnis (EBIT), welches sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten, den For-schungs- und Entwicklungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis zusammensetzt.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die aufgrund ihrer Art oder ihres Ausmaßes einen besonderen Einfluss auf die Ertragslage haben und deren Einbeziehung bei der Beurteilung der Geschäftsentwicklung über mehrere Berichtsperioden jedoch nicht geeignet erscheint. Zu den Sondereinflüssen können außerplanmäßige Abschreibungen, Wertaufholungen oder Ergebnisse aus der Veräußerung von Anlagevermögen, bestimmte IT-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen sowie Ergebnisbelastungen aus Portfolioaktivitäten oder Kaufpreisallokationen zählen. Zinserträge und -aufwendungen wie auch Ertragsteuererträge und -aufwendungen werden aufgrund des zentralen Finanzmanagements nicht auf Segmentebene berichtet.

Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2016 sowie im Vorjahr stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns. Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Sämtliche planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen wurden in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 direkt im Periodenergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2015 wurden Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Für weitere Informationen hierzu wird auf die Ausführungen im Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" verwiesen.

Überleitung Segmentumsätze scroll in Mio. €

2015 2016
Summe der Segmentumsätze 7.919 7.718
Sonstige/Konsolidierung -17 -19
Konzernumsatz 7.902 7.699

Überleitung Segmentergebnisse scroll in Mio. €

2015 2016
Summe der Segmentergebnisse 1.167 1.232
Abschreibungen -474 -481
Wertaufholungen 56 0
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -52 -50
Sonstiges Finanzergebnis -61 -62
Zinsergebnis -66 -63
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Sonstige/Konsolidierung -282 -237
Ergebnis vor Ertragsteuern 288 339

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Ergebnis vor Ertragsteuern sind insgesamt Sondereinflüsse in Höhe von saldiert 50 Mio. € Aufwand (Vorjahr: 7 Mio. € Aufwand) enthalten (vgl. Anhangangaben [26] und [27]). Diese setzen sich zusammen aus EBITDA-wirksamen Sondereinflüssen von -50 Mio. € (Vorjahr: -52 Mio. €), Abschreibungen von 0 Mio. € (Vorjahr: -11 Mio. €) sowie Wertaufholungen von 0 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. €). Die Veränderung des Segmentergebnisses der Überleitung ist im Wesentlichen auf geringere Aufwendungen aus der Absicherung von Wechselkursänderungen zurückzuführen. Hinsichtlich des Ergebnisses aus at equity bewerteten Beteiligungen wird auf Anhangangabe [3] verwiesen. Es stammt aus den Standortdienstleistungen der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und wird nicht auf die Segmente verteilt.

Überleitung Segmentvermögen scroll in Mio. €

31.12.2015 31.12.2016
Summe der Segmentvermögen 6.151 6.627
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 366 355
Latente Steuern 361 442
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 100 40
Ertragsteuerforderungen 55 74
Derivative Vermögenswerte 15 66
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 25 2.149
Sonstige/Konsolidierung 146 124
Konzernvermögen 7.219 9.877

Das Segmentvermögen besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nicht im Segmentvermögen enthalten sind unter anderem Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, latente Steuern sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Überleitung Segmentverbindlichkeiten scroll in Mio. €

31.12.2015 31.12.2016
Summe der Segmentverbindlichkeiten 2.281 2.554
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.701 2.812
Derivative Verbindlichkeiten 119 49
Ertragsteuerschulden 104 75
Latente Steuern 46 83
Sonstige/Konsolidierung 645 576
Konzernverbindlichkeiten 4.896 6.149

Die Segmentverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Nicht in den Segmentverbindlichkeiten enthalten sind insbesondere Ertragsteuerschulden sowie derivative und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

(39) Honorar für den Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer des LANXESS Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 4.110 TE (Vorjahr: 3.346 TE) Honorar als Aufwand erfasst. Aufgrund der vorgezogenen Anwendung der geänderten Stellungnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW RS HFA 36 n.F.) ergaben sich Änderungen in der inhaltlichen Zusammensetzung der Berichtskategorien. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Von der Gesamtsumme entfallen auf die Abschlussprüfungen 2.969 T€ (Vorjahr: 1.820 T€). Der Anstieg im Berichtsjahr beruht im Wesentlichen auf Prüfungshandlungen im Zusammenhang mit der Gründung der strategischen Allianz ARLANXEO. Auf andere Bestätigungsleistungen entfallen 245 T€ (Vorjahr: 144 T€) und auf sonstige Leistungen, die für Konzernunternehmen erbracht wurden, 896 T€ (Vorjahr: 1.382 T€). Darin enthalten sind Leistungen des IT-Dienstleisters PwC Cundus AG, eines verbundenen Unternehmens des Abschlussprüfers, in Höhe von 735 T€ (Vorjahr: 1.307 T€). Die Honorare für Abschlussprüfungen enthalten die gesamten gezahlten bzw. noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses sowie die Prüfung der Abschlüsse der LANXESS AG und ihrer verbundenen Unternehmen in Deutschland.

(40) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von LANXESS zugänglich gemacht.

(41) Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften haben für das Geschäftsjahr 2016 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:

  • Bond-Laminates GmbH, Brilon
  • IAB lonenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin
  • LANXESS Accounting GmbH, Köln
  • LANXESS Buna GmbH, Marl
  • LANXESS Deutschland GmbH, Köln
  • LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen
  • Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim
  • Saltigo GmbH, Leverkusen
  • Sechste LXS GmbH, Köln

Im Ausland hat die englische Tochtergesellschaft LANXESS Limited (Registrierungsnummer 03498959), Newbury, von der Befreiung der Prüfung des Jahresabschlusses gemäß Abschnitt 479A des Companies Act 2006 Gebrauch gemacht. Die LANXESS AG, als Mutterunternehmen, hat eine gesetzlich vorgeschriebene Garantie über alle ausstehenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2016 in Bezug auf den Abschnitt 479C des Companies Act 2006 abgegeben.

(42) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

LANXESS und das US-amerikanische Unternehmen Chemtura haben im September 2016 eine Vereinbarung über die Übernahme von Chemtura durch LANXESS unterzeichnet. Die Chemtura-Aktionäre haben dieser Übernahme in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Februar 2017 zugestimmt. Vorbehaltlich der noch ausstehenden regulatorischen Zustimmungen wird die Akquisition voraussichtlich bis Mitte des Geschäftsjahres 2017 vollzogen. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2016 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG zu erwarten ist.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des LANXESS Konzerns sowie der LANXESS AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des LANXESS Konzerns bzw. der LANXESS AG beschrieben sind.

Köln, den 1. März 2017

LANXESS Aktiengesellschaft

Der Vorstand
Matthias Zachert
Dr. Hubert Fink
Michael Pontzen
Dr. Rainier van Roessel

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln, aufgestellten Konzernabschluss — bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Ei-genkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang — sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.# Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Köln, den 2. März 2017

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bernd Boritzki,
Wirtschaftsprüfer

Carsten Manthei,
Wirtschaftsprüfer