Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

LANXESS AG Annual Report 2013

Sep 2, 2014

259_rns_2014-09-02_f24f258f-97d9-4bf6-bf69-426aa0dad235.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

LANXESS Aktiengesellschaft

Köln

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT VON LANXESS KONZERN UND LANXESS AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013

LANXESS GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Rechtliche Struktur

Die LANXESS AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und hat im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding. Ihr sind die LANXESS Deutschland GmbH und die LANXESS International Holding GmbH als 100 %ige Töchter untergeordnet. Diesen unterstehen die in- und ausländischen Beteiligungen.

An folgenden wesentlichen Gesellschaften ist die LANXESS AG mittel- oder unmittelbar zu 100 % beteiligt:

Wesentliche mittel- und unmittelbare Beteiligungen der LANXESS AG

scroll

Name und Sitz Funktion Segmente
LANXESS Deutschland GmbH, Köln (Deutschland) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS Elastomères SAS., Lillebonne (Frankreich) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Elastomères B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Elastöm eros do Brasil SA, Rio de Janeiro (Brasilien) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS Holding Hispania, S.L., Barcelona (Spanien) Holdinggesellschaft Alle
LANXESS Inc., Sarnia (Kanada) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) Produktion und Vertrieb Alle
LANXESS International Holding GmbH, Köln (Deutschland) Holdinggesellschaft Alle
LANXESS International SA, Granges-Paccot (Schweiz) Vertrieb Alle
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) Produktion und Vertrieb Performance Polymers / Performance Chemicals
LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) Produktion und Vertrieb Performance Polymers
Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim (Deutschland) Produktion und Vertrieb Performance Chemicals
Saltigo GmbH, Leverkusen (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates

Ergänzungen des Konzernportfolios

Mit der im April 2013 vollzogenen Übernahme der PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur ist LANXESS zu einem der führenden Anbieter von Bioziden für Farben und Lacke in der Wachstumsregion Asien/Pazifik aufgestiegen. PCTS wurde in die Business Unit Material Protection Products unseres Segments Performance Chemicals integriert und ist auf die Produktion von Bioziden für umweltfreundliche wasserbasierte Farben spezialisiert, die strenge Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen. Die Übernahme eröffnet uns den Zugang zu Biozid-Anwendungen, gleichzeitig profitieren wir von der Produktexpertise und dem Know-how im Bereich Farben und Lacke.

Darüber hinaus haben wir ebenfalls im Segment Performance Chemicals das Phosphorchemikalien-Geschäft unserer Business Unit Functional Chemicals mit der Übernahme der Aktivitäten der französischen Tochter des insolventen niederländischen Unternehmens Thermphos International B.V., Vlissingen (Niederlande), gestärkt. Die Transaktion im September 2013 umfasste die Produktionsanlagen und die Kundenliste der Thermphos-Gesellschaft in Epierre (Frankreich) eines weltweit führenden Herstellers von Phosphorpentoxid und Polyphosphorsäure. Beide Produkte ergänzen unser bestehendes Portfolio und können als chemische Zwischenprodukte für eine Reihe von Anwendungen wie Flammschutz- und Arzneimittel eingesetzt werden.

Organisation der Leitung und Kontrolle

Die LANXESS AG besitzt eine duale Führungsstruktur. Diese besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Dabei steht ihm ein aus seinen Reihen besetzter Prüfungsausschuss für Finanzthemen unterstützend zur Seite. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds.

Für weitere Ausführungen verweisen wir auf die Corporate-Governance-Berichterstattung.

Geschäftstätigkeit

Geschäftsorganisation

Der LANXESS Konzern ist in drei Segmenten organisiert, in denen seit dem 1. Januar 2013 nunmehr 14 Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung betreiben. So haben wir im Segment Performance Polymers unsere Business Unit Technical Rubber Products in zwei neue Einheiten aufgeteilt: Die neue Business Unit Keltan Elastomers fokussiert sich ausschließlich auf das Geschäft mit Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM). Das verbleibende Geschäft von Technical Rubber Products führen wir unter dem Namen High Performance Elastomers fort. Zudem wurde im zweiten Quartal 2013 die Business Unit Ion Exchange Resins aus dem Segment Performance Chemicals in Liquid Purification Technologies umbenannt, wodurch der wesentlichen Erweiterung des Portfolios um die Membranfiltrations-Technologie für die Umkehrosmose Ausdruck verliehen wird.

Group Functions und ihnen zugeordnete Servicegesellschaften unterstützen unsere Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zur globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Weitere wesentliche Veränderungen an den oben beschriebenen rechtlichen und organisatorischen Strukturen sehen wir für das Geschäftsjahr 2014 nach derzeitigem Stand nicht vor.

Kurzdarstellung der Segmente

Im Segment Performance Polymers bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Herstellung von synthetischen Hochleistungs-Kautschuken und Hightech-Kunststoffen.

Mit seinen im Segment Advanced Intermediates zusammengefassten Geschäften gehört LANXESS zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Gebiet chemischer Zwischenprodukte für die Industrie sowie der Herstellung von chemischen Vorprodukten und speziellen chemischen Wirkstoffen im Kundenauftrag.

Im Segment Performance Chemicals fassen wir unsere anwendungsorientierten Geschäfte auf dem Gebiet der Prozess- und Funktionschemikalien zusammen.

Strategische Ausrichtung

Der LANXESS Konzern ist ein global tätiges Chemieunternehmen. Unser Portfolio umfasst Polymere sowie Industrie-, Spezial- und Feinchemikalien. In unseren Geschäften verfügen wir über alle Voraussetzungen, um langfristig erfolgreich zu sein. Dazu gehören flexible Anlagenstrukturen, eine diversifizierte Kundenbasis, eine globale Aufstellung mit regionaler Flexibilität sowie eine unternehmerisch geprägte Managementstruktur.

Mit Innovationen und gezielten Ergänzungen unseres Produktportfolios positionieren wir uns als Hightech-Anbieter, der seinen Kunden zuverlässig Produkte in Premium-Qualität liefert sowie ihre Innovationsprozesse aktiv begleitet und auf diese Weise messbaren Mehrwert für sie generiert.

So stärken wir die Kundenbindung, unterscheiden uns von unseren Wettbewerbern und streben auch in wettbewerbsintensiven Marktphasen bzw. Segmenten danach, adäquate Margen zu erwirtschaften.

Nachhaltige Megatrends als künftige Erfolgspotenziale

Unsere strategische Ausrichtung orientiert sich an vier zentralen Megatrends:

Das wachsende Bedürfnis nach Mobilität – insbesondere in China, Indien und anderen großen aufstrebenden Volkswirtschaften – und die gleichzeitige Notwendigkeit, Mobilität umweltverträglicher zu gestalten.
Die Landwirtschaft, die vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Weltbevölkerung einen deutlich steigenden globalen Nahrungsmittelbedarf zu decken hat.
Die Urbanisierung, im Zuge derer weltweit Menschen vom Land in die Städte ziehen. Sie alle benötigen Wohnraum, Büros und eine leistungsfähige Infrastruktur. Aktuellen Prognosen zufolge werden im Jahr 2050 knapp 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben.
Der steigende Wasserbedarf, der aufgrund des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels dazu führen wird, dass Wasser in nicht allzu ferner Zukunft voraussichtlich ein ebenso wertvoller Rohstoff wie Erdöl sein wird.

Unsere Segmente leisten mit den maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen ihrer Business Units einen gesellschaftlich und wirtschaftlich wertvollen Beitrag, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus diesen Megatrends täglich ergeben.

Ertragsstrategie

Unser Produktportfolio richten wir vor diesem Hintergrund konsequent auf Märkte aus, die in den kommenden Jahren ein kontinuierliches, überdurchschnittliches Wachstum versprechen. Dementsprechend konzentrieren wir uns in regionaler Hinsicht vor allem darauf, unsere Geschäfte und Produktionskapazitäten in den stärker wachsenden BRICS-Staaten auszubauen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Brasilien, Indien und China. Wir konzentrieren uns insbesondere auf organisches Wachstum.

Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Um den Auswirkungen einer in Teilen veränderten Wettbewerbssituation bei der anhaltend schwierigen Marktsituation zu begegnen, haben wir im zweiten Halbjahr 2013 das Programm „Advance“ initiiert. Im Rahmen von „Advance“ streben wir durch Effizienzverbesserungen und gezielte Restrukturierungen ab 2015 jährliche Einsparungen in Höhe von rund 100 Mio. € an. Dem stehen in den Jahren 2013 und 2014 Sonderaufwendungen in Höhe von insgesamt rund 150 Mio. € gegenüber. Die Umsetzung soll bis 2015 zu einem Abbau von etwa 1.000 Stellen weltweit führen.

Die gezielten Restrukturierungen betreffen unter anderem die Business Unit Rubber Chemicals im Segment Performance Chemicals. Hier haben wir den nicht mehr wettbewerbsfähigen Standort Isithebe in Südafrika geschlossen und Produktionskapazitäten in Belgien gebündelt. Im Rahmen von Portfolioanpassungen prüfen wir darüber hinaus für bestimmte Randgeschäfte strategische Optionen. Dazu zählen unter anderem die Produktlinien „Perlon-Monofil“ der Business Unit High Performance Materials, „Beschleuniger“ und „Alterungsschutzmittel“ der Business Unit Rubber Chemicals sowie „Nitril-Butadienkautschuk“ der Business Unit High Performance Elastomers.

Investitionsstrategie

Wir streben an, unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen mit dem Fokus auf attraktive Wachstumschancen in profitablen Märkten zu steigern. Für unsere Investitionspolitik gelten dabei die folgenden Leitlinien:

Schwerpunkt ist der Ausbau der Premium-Produkte mit der Möglichkeit der Produktdifferenzierung.
Wir investieren in nachhaltig wachsende Märkte, auf die wir uns strategisch in den operativen Segmenten fokussiert haben.
Investitionen unterliegen klaren finanziellen Kriterien, die mindestens den Erhalt einer Kapitalrendite (ROCE) sicherstellen, die in einem normalen Geschäftszyklus durchschnittlich auf Konzernebene erreicht wird.
Investitionen werden wesentlich aus dem Cashflow der operativen Geschäftstätigkeit und, falls diese Mittel nicht ausreichen, aus sonstigen zur Verfügung stehenden Barmitteln und Kreditlinien finanziert.

Finanzierungsstrategie

Unsere Finanzierungspolitik ist konservativ und nachhaltig. Sie bereitet den Boden für langfristig dynamisches, unternehmerisches Handeln. Eckpfeiler sind der Zugang zu den internationalen Finanzmärkten und damit verbunden die langfristige Sicherung der finanziellen Flexibilität.

Dabei werden bei Kapitalbedarf und -deckung die konkurrierenden Anforderungen an die Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit optimiert. Die Verschuldungshöhe orientiert sich an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-GradeBereich.

Das Wachstum unseres Konzerns wird aus dem operativen Geschäft und über gezielte Finanzierungsmaßnahmen ermöglicht. Es ist unser Ziel, neben einem positiven Ergebnisbeitrag auch einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

WERTMANAGEMENT UND STEUERUNGSSYSTEM

Wertmanagement und Steuerungssystem

scroll

2009 2010 2011 2012 2013
EBITDA vor Sondereinflüssen Mio. € 465 918 1.146 1223 735
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen % 9,2 12,9 13,1 13,4 8,9
Capital EmployedMio 3.475 3.750 4.784 5.442 4.969
ROCE % 5,9 17,0 17,2 15,6 5,8
Umschlagdauer Vorräte (DSI) Tage 55,1 53,7 60,1 64,7 58,0
Forderungslaufzeit Debitoren (DSO) Tage 47,0 46,3 49,9 47,4 47,8
NettoflnanzverbindlichkeitenMio Mio. € 794 913 1.515 1.483 1.731
Net Debt Ratio 1,7x 1,0x 1,3x 1,2x 2,4x
Investitionsquote % 6,8 7,4 8,0 8,1 8,1

Vorjahreswerte angepasst

Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, benötigen wir konkrete Kennzahlen, anhand derer wir das Ergebnis unserer Maßnahmen messen können. Basis hierfür ist ein zuverlässiges und verständliches Finanz- und Controlling-Informationssystem. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Informationen zu verbessern, die von den Group Functions Accounting und Controlling in Form einer konsistenten Berichterstattung von Planungs-, Erwartungs- und Ist-Daten bereitgestellt werden.

Unser Erfolg spiegelt sich im Wesentlichen in der Ertragskraft wider. Entsprechend ist unser Steuerungssystem konsequent auf die Steuerung der Ertragskraft ausgerichtet.

Ertragskraft

Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente ist das EBITDA (Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) vor Sondereinflüssen. Es errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die ungewöhnlich in ihrer Art oder in ihrer Höhe sind. Hierzu können außerplanmäßige Abschreibungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen, Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen zählen. Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter Anwendung der Bruttomethode abgegrenzt. In diesem Zusammenhang werden über die Bruttoabschreibungen hinaus bei der Ermittlung des EBITDA vor Sondereinflüssen keine weiteren Bereinigungen vorgenommen.

Jede operative Entscheidung oder Leistung wird kurz- und langfristig daran gemessen, wie nachhaltig sie das EBITDA vor Sondereinflüssen beeinflusst. Im Rahmen des jährlichen Budget- und Planungsprozesses werden Zielvorgaben für diese Messgröße des Unternehmenserfolgs ermittelt; diese finden Eingang in die Bemessung der variablen Einkommenskomponenten der Mitarbeiter (siehe dazu auch das Kapitel „Mitarbeiter“, das Bestandteil dieses Lageberichts ist). Wir verwenden das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA als zentrale Steuerungsgröße, da sich auf dieser Basis eine Entwicklung über mehrere Berichtsperioden besser beurteilen lässt.

Von den im Berichtsjahr angefallenen Sondereinflüssen von 381 Mio. € entfielen 270 Mio. € auf nicht EBITDA-wirksame außerplanmäßige Abschreibungen. Hiervon ergaben sich wiederum 257 Mio. € im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen auf Ebene der Business Units. Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse von 111 Mio. € resultierten überwiegend aus Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Programm „Advance“. Die Verteilung auf die einzelnen Segmente ergibt sich aus den Erläuterungen im Abschnitt „Segmentdaten“.

Reine Erlösgrößen wie zum Beispiel die Umsatzerlöse sind keine Steuerungsgrößen unseres

Konzerns, da sie uns keine unmittelbaren Aussagen zur Ertragskraft erlauben. Volatile Einstandspreise für Rohstoffe sind ein wesentliches Kennzeichen unserer Industrie. Unterjährig schwankende Rohstoffpreise wirken sich auf Verkaufspreise aus. Dies beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse, lässt jedoch die für die Ertragskraft entscheidenden Margen weitgehend unberührt. Eine Zielformulierung für Umsatzwerte unterbleibt daher sowohl in der kurz- als auch in der mittelfristigen Perspektive.

Unternehmensspezifische Frühindikatoren

Frühindikatoren dienen dazu, wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Unser jährlicher Budget- und Planungsprozess liefert als Ausgangsbasis für die Unternehmenssteuerung die Eckwerte der Ertragskraft sowie der Innenfinanzierung des Konzerns. Diese Informationen werden unter anderem bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen verwendet. Um sicherzustellen, dass veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen in den Steuerungsentscheidungen zeitnah verarbeitet werden, werden zweimal im Jahr operative Erwartungsrechnungen, sogenannte Forecasts, erstellt, um das jahresbezogene Budget und die darauf basierenden Eckwerte der Konzernsteuerung zu aktualisieren. Darüber hinaus werden für die Eckwerte der Ertragskraft regelmäßig Erwartungsrechnungen erstellt.

Für Budgetierung und Forecasts werden bestimmte Parameter zentral vorgegeben und einheitlich verwendet, da sie großen Einfluss auf die Ausprägung der Eckwerte haben. Eine wesentliche Rolle kommt strategischen Rohstoffen zu, wie zum Beispiel Butadien. Die laufende Entwicklung der Beschaffungspreise hat vor dem Hintergrund der zeitnahen Anpassung der Verkaufspreise einen hohen Stellenwert. Auch die im Zeitablauf regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Rohstoffen kann Bedeutung erlangen. Aufgrund unserer regional diversifizierten Produktionsstätten und Absatzmärkte beeinflusst ferner der Verlauf der Wechselkurse die aus der Umsatz- und Kostenentwicklung resultierende Ertragskraft, mit entsprechender Rückwirkung auf Preisgestaltung und Absicherungsstrategien. Des Weiteren werden laufend aktualisierte Wachstumsprognosen von Kundenindustrien und Absatzregionen herangezogen, um Absatz- bzw. Investitionsentscheidungen vorzubereiten und zu prüfen.

Rentabilität

Der Return on Capital Employed (ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Dies macht ihn beispielsweise zu einem wichtigen Kriterium bei Investitionsentscheidungen.

Die zinsfreien Verbindlichkeiten setzen sich aus den Rückstellungen ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, den Ertragsteuerschulden, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten zusammen. Wir nutzen daneben eine vereinfachte Variante des ROCE, den sogenannten Business-ROCE, um den Erfolg unserer Geschäftseinheiten zu beurteilen.

Kapitalkosten

Die Fremdkapitalkosten errechnen sich aus dem sogenannten risikolosen Zins, d.h. in unserem Fall aus der Rendite einer langfristigen deutschen Staatsanleihe, zuzüglich eines Risikoaufschlags für

Industrieunternehmen in der gleichen Risikokategorie wie LANXESS. Die Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartungen der Investoren an eine Investition in LANXESS Aktien wider. Aufgrund des gegenüber dem Erwerb risikoloser Staatsanleihen mit dem Aktienerwerb verbundenen höheren Risikos fordern Eigenkapitalinvestoren eine Risikoprämie. Diese sogenannte Market Risk Premium wird aus der langfristigen Überrendite eines Aktieninvestments gegenüber einer Investition in risikolose Staatsanleihen ermittelt und durch den Beta-Faktor korrigiert, der das relative Risiko eines Investments in die LANXESS Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt zum Ausdruck bringt.

Während sich der ROCE im Vorjahr mit 15,6 % deutlich über unserem vergleichsrichtig ermittelten gewichteten Kapitalkostensatz befand, lag dieser im Geschäftsjahr 2013 mit 5,8 % darunter.

Kapitalverwendung

Um unser Working Capital auf operativer Ebene zu optimieren, nutzen wir die Kennzahlen DSI und DSO (Lagerreichweite bzw. Days of Sales in Inventories und Forderungslaufzeit bzw. Days of Sales Outstanding). Hier wird der Vorrats- bzw. Forderungsbestand im Verhältnis zum Umsatz des vergangenen Quartals gezeigt. Im Geschäftsjahr 2013 lag der DSI bei 58,0 Tagen (Vorjahr: 64,7 Tage) und der DSO bei 47,8 Tagen (Vorjahr: 47,4 Tage).

Unsere Investitionen in Sachanlagen unterliegen einer strikten Kapitaldisziplin und werden konsequent auf jene Produktbereiche ausgerichtet, die die größten Erfolgspotenziale aufweisen. Dabei priorisieren wir Investitionsprojekte auf Basis finanzieller Kennziffern wie Rückflusszeit, Kapitalwert und ROCE. Für ausführlichere Angaben zu den Investitionsleitlinien verweisen wir auf den vorstehenden Abschnitt „Investitionsstrategie“.

Verschuldung

Die Net Debt Ratio, die wir ausschließlich auf Konzernebene verwenden, ist definiert als das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der Gesamtsumme der kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte. Die finanziellen Verbindlichkeiten laut Bilanz werden zuvor noch um die Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen gekürzt. Die Net Debt Ratio erhöhte sich aufgrund der schwächeren Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr sowie der höheren Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013 auf 2,4 nach einem Wert von 1,2 zum Vorjahresstichtag. Unsere Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen um 248 Mio. € auf 1.731 Mio. €.

Nettofinanzverbindlichkeiten

scroll

in Mio. € 2009 2010 2011 2012 2013
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.462 1.302 1.465 2.167 1.649
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 94 176 633 167 668
abzüglich:
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen -47 -41 -55 -54 -53
Zahlungsmittel -313 -160 -178 -386 -427
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte -402 -364 -350 -411 -106
794 913 1.515 1.483 1.731

EINKAUF UND PRODUKTION

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Rohstoffen, sonstigen Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In enger Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories“ ihren Bedarf in den Einkaufssegmenten Rohstoffe, technische Güter, Packmittel, Energie, Services und Logistik. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert die effektive Nutzung von Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt agieren und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten („multiple sourcing“). Im Berichtszeitraum kam es daher nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen bedeutenden Stellenwert. Ziel ist es, die Versorgung basierend auf langfristigen Einkaufsverträgen sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei anstehenden Standortentscheidungen. Für unser Werk für Butylkautschuk in Singapur, das im Berichtsjahr planmäßig in Betrieb genommen wurde, beziehen wir beispielsweise bereits große Anteile der wichtigsten Rohstoffe über Pipelines aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch für unsere Produktionsanlage für Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) in Singapur, die sich derzeit noch im Bau befindet, wird eine entsprechende Versorgung von Rohstoffen über Pipelines vor Ort stattfinden. An zahlreichen anderen Produktionsstandorten beziehen wir ebenfalls wesentliche Rohstoffe wie z.B. Butadien und Energieträger wie Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. Auf diese Weise minimieren wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen, sondern reduzieren vor allem das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2013 unter anderem BASF, Bayer, BP, Braskem, Enterprise Products, Evonik, ExxonMobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, Sabic, Shell Chemicals und Total.

Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2013 Ammoniak, Butadien, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen, Natronlauge, Propylen, Raffinate I, Styrol und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2013 auf strategische Rohstoffe ein Einkaufsvolumen von ca. 3,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 3,9 Mrd. €). Dies entspricht einem Anteil von rund 76 % unserer gesamten Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren im Jahr 2013, die etwa 4,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,7 Mrd. €) betrugen. Von den Gesamtaufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren entfielen ca. 83 % auf Lieferanten aus Ländern, deren „Country Sustainability Ranking“ sich im oberen Drittel befindet. Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2013 auf etwa 6,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 6,9 Mrd. €).

Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Eine interne Trainingsakademie unterstützt die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter und stellt den hohen Qualitätsstandard unserer Einkaufsprozesse sicher. Zu den Schulungsinhalten zählen unter anderem der siebenstufige strategische Einkaufsprozess, Verhandlungs- und interkulturelle Trainings sowie Zeit-, Lieferanten- und Risikomanagement.

Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen DV-Systeme integriert sind. Im Jahr 2013 wurden rund 64 % (Vorjahr: ca. 60 %) aller Bestellpositionen automatisiert über E-Procurement abgewickelt.

Unser HSEQ-Managementprozess setzt bereits ein, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Im Berichtsjahr wurden Beschaffungsvorgänge mit mehr als 20.000 Lieferanten abgewickelt.

Basierend auf den Grundsätzen von UN Global Compact, ILO, Responsible Care® und anderen CSR-Kodizes erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen bezüglich des Schutzes der Umwelt, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeits- und Einstellungspraktiken halten. Diese in unserem „Supplier Code of Conduct“ definierten Anforderungen sind bei unserer Lieferantenauswahl und -bewertung ein wesentliches Kriterium.

Zur Überprüfung unserer Vorgaben und um die Transparenz in unserer gesamten Lieferkette zu erhöhen sowie gleichzeitig Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren, haben wir im Jahr 2012 gemeinsam mit fünf anderen international operierenden Chemieunternehmen die Initiative „Together for Sustainability“ gegründet. Ziel dieser Initiative ist die Entwicklung und Umsetzung eines globalen Auditierungsprogramms, um die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette der Chemieindustrie zu bewerten und fortlaufend zu verbessern. Hierbei stehen die Themen Menschenrechte, Kinderarbeit, Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie Geschäftsethik im Vordergrund. Da die Bewertungsergebnisse und Auditreports innerhalb der Initiative geteilt werden, stand uns Ende 2013 eine stetig wachsende Anzahl von Nachhaltigkeitsbewertungen (750) und Auditreports (150) zur Verfügung. Hierbei zeigte sich ein erhöhter Handlungsbedarf hinsichtlich der Themen Arbeits- und Menschenrechte sowie Arbeitssicherheit. Zur Überprüfung der mit den Lieferanten verabredeten Korrekturmaßnahmen wurden 2013 weitere 103 nachfolgende Audits durchgeführt, die eine Verbesserung der Situation belegten.

Produktion

LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Chemie- und Polymerprodukten. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.

Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch jeweils einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien), Singapur (Singapur) sowie Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Russland, Spanien, Südafrika und den USA. Für eine detaillierte Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten verweisen wir auf den Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente“ in diesem Lagebericht.

In unserem globalen Produktionsnetzwerk kam es im Jahr 2013 zu folgenden wesentlichen Veränderungen:

In Singapur nahm unsere Business Unit Butyl Rubber das modernste Butylkautschuk-Werk Asiens in Betrieb. Die Anlage ist planmäßig im ersten Quartal 2013 im Testbetrieb angelaufen und hat im zweiten Quartal die Produktion aufgenommen.
Die Business Unit Keltan Elastomers stellte ihre größte Produktionslinie für Keltan-EPDMKautschuke am Standort Sittard-Geleen (Niederlande) auf die ACE-Technologie um.
Unserer Business Unit Advanced Industrial Intermediates stehen am Standort Leverkusen (Deutschland) nun um 20 % bzw. 15 % erweiterte Kapazitäten für die Produktion der Zwischenprodukte Kresol und Dichlorbenzol zur Verfügung.
In Changzhou (China) nahm unsere Business Unit Leather wie geplant eine neue Anlage zur Herstellung von Lederchemikalien in Betrieb.
Des Weiteren steht der Business Unit Leather im südafrikanischen Newcastle eine neue CO2 Aufbereitungsanlage zur Verfügung.
Die Business Unit Rhein Chemie eröffnete im brasilianischen Porto Feliz ein neues Werk für Hochleistungs-Vulkanisationsbälge (Bladder).
Am Standort Lipetsk nahm die Business Unit Rhein Chemie zudem die erste LANXESS Produktionsstätte auf russischem Boden in Betrieb. An dem Standort werden Kautschukadditive für die Automobil- und Reifenindustrie hergestellt.
Im Zuge unserer Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit schlossen wir den Standort Isithebe (Südafrika) unserer Business Unit Rubber Chemicals.

Einschließlich der oben genannten Maßnahmen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlungswirksame Investitionen von 624 Mio. €. Einzelheiten hierzu finden sich in der Darstellung der Investitionen im Abschnitt „Vermögens- und Finanzlage“ dieses Lageberichts. Für weitere Erläuterungen zu den im Berichtsjahr durchgeführten Akquisitionen verweisen wir auf den Abschnitt „Ergänzungen des Konzernportfolios“ in diesem Lagebericht.

VERTRIEB UND KUNDEN

Vertrieb

Wir vertreiben unsere Produkte weltweit an mehrere tausend Kunden in über 150 Staaten auf allen Kontinenten. Führende Unternehmen der jeweiligen Abnehmerbranchen zählen zu unserem festen Kundenstamm. In sämtlichen Vertriebsregionen verfügen wir über langjährige Kundenbeziehungen. Um die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen, haben wir sehr flexible Marketing- und Vertriebsstrukturen etabliert. Unseren Vertrieb steuern wir über 52 eigene Gesellschaften weltweit. Diese globale Präsenz bauen wir kontinuierlich aus, um weiter an Marktnähe zu gewinnen und strategische Potenziale besser evaluieren zu können. In Ländern, in denen wir bisher keine eigene Gesellschaft unterhalten, arbeiten wir mit lokalen Vertriebspartnern zusammen.

Um die größtmögliche Nähe zu den Kunden und deren individuelle Betreuung zu gewährleisten, leiten unsere Business Units ihre Vertriebsorganisation eigenverantwortlich. Unsere 52 Produktionsstätten in 17 Ländern bieten uns einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden werden, soweit möglich, jeweils von den regionalen Produktionsstandorten aus beliefert. Dies verschafft ihnen sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden die E-Business-Aktivitäten in den Bereichen Ein- und Verkauf sowie Logistik weiter ausgebaut. Insgesamt wurden über 800.000 Bestellungen und deren automatisierte Folgenachrichten per E-Business realisiert. Dazu dienten das Internetportal „LANXESS one“ und die System-zu-System-Anbindungen via „ELEMICA“. Diesen für alle Beteiligten vorteilhaften Prozess bauen wir fortlaufend aus, indem wir weitere Partner und technische Services hinzunehmen. So konnten die verkaufsseitig per E-Business erzielten Nettoerlöse im Vergleich zum Vorjahr um ca. 4 % auf ca. 1,75 Mrd. € gesteigert werden.

Im Geschäftsjahr 2013 betrug der Anteil der Vertriebskosten am LANXESS Konzernumsatz 9,1 % und lag damit um 0,7 %-Punkte über dem Wert des Vorjahres von 8,4 %.

Die Entwicklung der Vertriebskosten sowie die Aufteilung nach Segmenten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Vertriebskosten

scroll

2009 2010 2011 2012 2013
Vertriebskosten in Mio. € 530 646 732 763 755
in % der Umsatzerlöse 10,5% 9,1% 8,3% 8,4% 9,1%
Aufteilung nach Segmenten
Performance Polymers 178 216 262 284 286
Advanced Intermediates 92 122 127 125 126
Performance Chem icals 253 300 320 335 328
Überleitung 7 8 23 19 15

Kunden

Aufgrund unseres breiten Leistungsspektrums unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Kunden in der ganzen Welt. Diese bedürfen individueller, gezielter Ansprache, die wir aufgrund der Vertriebsorganisationen in der Verantwortung der Business Units leisten können. Die individuellen Vertriebsstrategien werden anhand von Erhebungen zur Kundenzufriedenheit regelmäßig überprüft.

Wir beliefern vor allem die Branchen Reifen, Chemie, Automobil, Kunststoff, Elektro, Agrochemie, Leder/Schuhe, Pharma, Lebensmittel, Wasseraufbereitung, Bau und Möbel.

Umsatzanteile nach Branchen

scroll

in % 2013
Reifen ~ 25
Chemie ~ 15
Automobil ~ 15
Agrochemie ~ 10
Bau, Elektro, Leder/Schuhe ~ 20
Sonstige (in Summe) ~ 15

Im Geschäftsjahr 2013 vereinten unsere zehn Top-Kunden einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 24 % (Vorjahr: 26 %) auf sich. Keiner unserer Kunden erreichte einen Umsatzanteil von mehr als 10 % am Konzernumsatz. Bei 57 Kunden (Vorjahr: 50) übertraf der Jahresumsatz 20 Mio. €.

Die Anzahl unserer Kunden in den jeweiligen Segmenten unterscheidet sich deutlich. Das Segment Performance Polymers verfügte 2013 über rund 3.500 Kunden (Vorjahr: 3.300), Advanced Intermediates über rund 3.000 Kunden (Vorjahr: 3.000) und Performance Chemicals über rund 11.600 Kunden (Vorjahr: 11.800). Basis dieser Angabe ist jeweils die Anzahl der Kundennummern im jeweiligen Segment. In allen Segmenten sind sämtliche Kunden- bzw. Umsatzklassen anzutreffen, wobei ein Kunde auch aus mehreren Segmenten beliefert werden kann.

Die vergleichsweise geringen Umsätze der einzelnen Kunden im Segment Performance Chemicals und die breite Kundenbasis spiegeln das Geschäft mit oftmals maßgeschneiderten Anwendungslösungen der Spezialchemie wider. Die deutlich niedrigere Zahl der Kunden im Segment Performance Polymers, die jedoch relativ hohe Umsätze generieren, ist dagegen typisch für das Geschäft mit synthetischen Kautschukprodukten. Aufgrund der hohen Kundenzahl lässt sich in keinem Segment eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden feststellen.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Bereich Forschung und Entwicklung liefert mit der Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte sowie der ständigen Weiterentwicklung bestehender Produktionsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit und zum Ausbau unseres Geschäfts.

Im Jahr 2013 haben wir deshalb Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gezielt weiter vorangetrieben. Bestehende Produkte und Verfahren wurden mit einem kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont weiterentwickelt und optimiert. Vor allem in der Group Function Innovation & Technology wurden darüber hinaus mittel- bis langfristig angelegte Forschungsprojekte initiiert, um auch in den Wachstumsbereichen der Zukunft erfolgreich zu sein und so den nachhaltigen Erfolg des Konzerns zu sichern.

In diesem Zusammenhang starteten wir auch zwei neue Kooperationen mit namhaften Forschungseinrichtungen in China. Gegenstand der ersten Initiative ist die Untersuchung des Polymerisationsverhaltens typischer Kautschuk-Monomere zur Erweiterung des Produktportfolios. Ziel der zweiten Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Thermoplasten für neue Anwendungsgebiete. Beide Initiativen unterstützen unseren Anspruch, ein Wegbereiter „Grüner Mobilität“ zu sein.

Die Innovationen des Segments Performance Polymers, das sich auf den Trend Mobilität fokussiert, beinhalten unter anderem die Entwicklung zweier neuer Kautschuk-Typen auf der Basis von Neodymium-katalysiertem Polybutadien. Sie zeichnen sich durch eine hohe Molmasse aus, die zur Herstellung von Reifen mit besonders niedrigem Rollwiderstand notwendig ist. Aufgrund einer neuen von LANXESS angewendeten Technologie zur Modifikation der Kautschuk-Polymerkette sind sie für unsere Kunden besser und einfacher zu verarbeiten. Darüber hinaus gelang es uns, auf unserer World-Scale-Produktionsanlage in Hamm-Uentrop (Deutschland) biobasiertes Polybutylenterephthalat (PBT), das Bestandteil unseres Hightech-Kunststoffs Pocan® ist, herzustellen. Dabei wurde der Rohstoff Butandiol nach einem kommerziell erprobten Verfahren eines Kooperationspartners auf der Basis des nachwachsenden Grundstoffs Zucker erzeugt. Damit haben wir einen wesentlichen Schritt vollzogen, Pocan® künftig auch in Bioversionen anbieten zu können und hiermit unsere Position als führendes Unternehmen der Spezialchemie, das „Grüne Mobilität“ ermöglicht, weiter auszubauen.

Die dem Segment Advanced Intermediates zugeordnete Business Unit Saltigo begann, neue Anwendungsfelder für das Insektenrepellent Saltidin zu erschließen, das beispielsweise auch als Zusatz zu Sonnencremes oder zur Imprägnierung von Textilgeweben verwendet werden kann.

Im Segment Performance Chemicals haben wir beispielsweise die Forschung und Entwicklung für die Wasseraufbereitung weiter vorangetrieben. Es gelang uns dort, Ionenaustauscherharze mit niedrigem Perlradius zu entwickeln, die in bestimmten membranbasierten Elektrolyseverfahren der Wasseraufbereitung Effizienzgewinne ermöglichen. Diese basieren unter anderem auf einer höheren Lebensdauer sowohl des Harzes als auch der Membranen und damit verbundenen niedrigeren Betriebskosten durch geringeren Regeneriermittelbedarf und Abwasserreduktion. Ferner entwickelten wir in der Lederverarbeitung ein neues Technologie- und Servicekonzept für die sogenannte Wasserwerkstatt. Die dafür neu entwickelten Produkte gewährleisten dort insbesondere unter ökologischen Gesichtspunkten eine deutlich verbesserte Prozessgestaltung, da unter anderem die Menge der Abfälle reduziert werden kann.

Kostenentwicklung und Beschäftigte

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2013 insgesamt 186 Mio. €. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 3,1 % und einem Umsatzanteil von 2,2 % (Vorjahr: 192 Mio. € bzw. 2,1 %). Der größte Anteil der Aufwendungen entÞel auf die Business Units Butyl Rubber, High Performance Materials, High Performance Elastomers, Keltan Elastomers und Saltigo. Im Jahr 2013 vereinigten diese 59 % unserer Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung auf sich (Vorjahr: 61 %). Hinsichtlich des Anteils der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen an ihrem jeweiligen Umsatz weisen unsere Business Units Butyl Rubber, Saltigo, Material Protection Products, High Performance Elastomers und Liquid Purification Technologies die höchste Forschungsintensität auf.

Der Verlauf der Forschungs- und Entwicklungskosten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Forschungs- und Entwicklungskosten

scroll

2009 2010 2011 2012 2013
Forschungs- und Entwicklungskosten in Mio.€ 101 116 144 192 186
in % der Umsatzerlöse 2,0 1,6 1,6 2,1 2,2

Zum Jahresende 2013 beschäftigten wir in unseren Forschungs- und Entwicklungslaboratorien weltweit 931 Personen (Vorjahr: 843 Personen). Um die Leistungen von Spitzenforschern und wissenschaftlichen Experten zu würdigen, Motivation und Perspektiven für eine Karriere in Forschung und Entwicklung zu schaffen sowie den Fokus noch stärker auf Innovation zu richten, hatten wir im Vorjahr die Auszeichnung „Group Senior Scientist“ ins Leben gerufen. Die ersten Auszeichnungen für herausragende und nachhaltige wissenschaftlich-technische Leistungen mit entsprechendem Ergebnisbeitrag wurden bereits vergeben.

Entwicklung Beschäftigtenzahl im F&F-Bereich

scroll

2009 2010 2011 2012 2013
Stand am Jahresende 489 519 731 843 931
in % der Konzern-Beschäftigenzahl 3,4 3,5 4,5 4,9 5,4

Unsere größeren Forschungs- und Entwicklungseinheiten beÞnden sich an den Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen, Dormagen (Deutschland), Sittard-Geleen (Niederlande), London (Kanada) sowie Qingdao und Wuxi (China). Dort entwickeln und testen wir beispielsweise HochleistungsKautschuke für energiesparende „Grüne Reifen“ oder Hightech-Kunststoffe für den Leichtbau in der Automobilindustrie. Auch in Hongkong sind wir mit einem Entwicklungszentrum für Hightech-Kunststoffe präsent und stärken auf diese Weise unsere Beziehungen zu den Automobilherstellern in der asiatisch-pazifischen Wachstumsregion.

Themengebiete und Patentstrategie

Im Jahr 2013 bearbeiteten wir rund 260 Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Vorjahr: 235), davon ca. 150 mit dem Ziel, neue Produkte und Anwendungen zu entwickeln bzw. bestehende zu verbessern (Vorjahr: 145). Die verbleibenden etwa 110 Projekte befassten sich unter den Zielsetzungen Kostensenkung, Efizienzsteigerung oder Kapazitätserhöhung mit verfahrenstechnischen Themen (Vorjahr: ca. 90). Etwa 20 % unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus 2013 planen wir bis Ende 2014 im Markt zu implementieren bzw. in der Technik zu starten (Vorjahr: ca. 25 %).

Unsere Forschungs- und Entwicklungsergebnisse werden wo es möglich und sinnvoll ist von Patenten geschützt. Im Laufe des Jahres 2013 haben wir weltweit 89 Prioritätsanmeldungen getätigt. Das gesamte Patentportfolio bestand zum 31. Dezember 2013 aus ca. 1.140 Patentfamilien mit ca. 7.500 einzelnen Schutzrechten.

Organisatorische Ausrichtung

Unsere Forschungsprogramme sind direkt und konsequent an den großen globalen Megatrends ausgerichtet: dem wachsenden Bedürfnis nach Mobilität, dem sich deutlich erhöhenden globalen Nahrungsmittelbedarf, der zunehmenden Urbanisierung und dem steigenden Wasserbedarf. So konzentrieren sich Business Units mit ausgeprägten Anteilen an Produkten mit hoher Marktreife beispielsweise Advanced Industrial Intermediates darauf, ihre Produktionsanlagen und -verfahren stetig zu verbessern (Prozessoptimierung). Andere Business Units fokussieren ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärkt darauf, ihre Produkte und deren Qualität zu optimieren sowie neue Produkte zu entwickeln, die auf die Erfordernisse des Marktes und die besonderen Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet sind.

Die Grundlagenforschung konzentriert sich bei uns überwiegend auf Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese Form der Wissensgenerierung ist wesentlich efÞzienter und kostengünstiger, als die entsprechenden Ressourcen selbst vorzuhalten. Im Jahr 2013 bestanden insgesamt 197 (Vorjahr: 203) größere Forschungs- und Entwicklungskooperationen, davon 73 mit Hochschulen (Vorjahr: 78), 72 mit Zulieferern oder Kunden (Vorjahr: 66) und 52 mit Forschungsinstituten (Vorjahr: 59).

Group Function Innovation & Technology

Unsere Group Function Innovation & Technology ergänzt als zentrale Einheit die Forschungsarbeiten unserer Business Units mit neuen, längerfristigen bzw. Business-Unit-übergreifenden Projekten. So stellen wir sicher, dass mögliche Synergiepotenziale voll ausgeschöpft werden und Innovationen in unterschiedliche Unternehmensbereiche übertragen werden können.

Zur besseren Nutzung von Synergien haben wir im Jahr 2013 unsere Group Function weiter gestärkt. Im Rahmen der Aufteilung unserer Business Unit Technical Rubber Products in die zwei neuen Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers wurden die beiden deutschen Einheiten Technikum Dormagen und Polymer Testing Leverkusen mit den weiteren Standorten in Qingdao (China) und Sittard-Geleen (Niederlande) in die Group Function integriert. Diese Einheiten stehen damit künftig allen Business Units zur Verfügung.

Die Forschungsschwerpunkte der Group Function liegen auf den beiden jeweils in eigenen Abteilungen behandelten Themenfeldern „Process Innovation“ und „Product Innovation“.

Im Bereich „Process Innovation“ widmen wir uns der Entwicklung neuer Prozesse und der Integration neuer Technologien in unsere bereits bestehenden Produktionsprozesse mit dem Ziel der Kosten- und Technologieführerschaft. Ein Schwerpunkt liegt darauf, unsere aktuellen Produktionsprozesse im Hinblick auf Optimierungspotenziale mit mathematischen und experimentellen Methoden zu überprüfen. Auf diese Weise konnten wir bereits erhebliche Rohstoff- und Energieeinsparmöglichkeiten identiÞzieren und in einigen Bereichen schon realisieren. Die Betriebskosten konnten wir außerdem weiter senken, indem wir unsere Konzepte zur Prozessführung in einigen Betrieben umsetzten. Die neu implementierten Prozessführungskonzepte unter Einschluss der Online-Analytik ermöglichen es, unsere Anlagen noch näher am optimalen Betriebspunkt zu fahren und dadurch nicht nur Kosten zu reduzieren, sondern in einigen Fällen auch die Kapazität zu erhöhen. Darüber hinaus arbeiten wir vor dem Hintergrund unserer strategischen Wachstumsinitiative noch intensiver daran, unsere Prozesse für Wachstumsprojekte technologisch weiterzuentwickeln. Hierbei ist unser verfahrenstechnisches Labor ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dort können wir nicht nur bestehende Prozesse optimieren, sondern auch neue Verfahren entwickeln und untersuchen, inwieweit sie sich auf den industriellen Maßstab übertragen lassen.

Der Bereich „Product Innovation“ konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte und neuer Anwendungen für bestehende Produkte sowie auf ProduktmodiÞzierungen. Die Entwicklung neuer

Produkte ist dabei breiter angelegt als in den Business Units, die Themenschwerpunkte in der Regel Business-Unit-übergreifend und der Zeithorizont mittel- bis langfristig. Unsere Forschungsziele leiten sich auch hier aus den globalen Megatrends ab. Seit der Einführung unserer intranetbasierten Ideenplattform „Xplore“ werden in regelmäßig initiierten Aktionen, sogenannten Challenges, weltweit Ideen und Lösungen für zukunftsweisende Innovationen entwickelt. Der große Erfolg dieser Plattform trägt maßgeblich dazu bei, unsere konzerninterne Innovationskultur zu fördern. Mithilfe standardisierter Prozesse wurden bereits zahlreiche Ideen zu konkreten Projekten entwickelt. Diese bewerten wir regelmäßig hinsichtlich ihrer technologischen und wirtschaftlichen Attraktivität.

So haben wir beispielsweise eine neue Technologie entwickelt, um ein faserverstärktes Polyamid-Leichtbauteil im Reaction-Injection-Molding-Prozess einfacher und schneller herstellen zu können. Dazu wird das dünnflüssige Monomer direkt in das mit Fasern (Textil) gefüllte Werkzeug eingespritzt und in situ polymerisiert. Gemeinsam mit dem Institut für Kunststoffverarbeitung und einem namhaften österreichischen Spritzgießmaschinenhersteller stellten wir die Technologie auf der Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf (Deutschland) vor.

Unser breites Netzwerk mit externen Partnern haben wir durch neue Kooperationen mit Universitäten, Instituten und fachlich führenden Unternehmen, unter anderem in den Bereichen Biotechnologie, Nano- und Mikrotechnik sowie Membrantechnik, weiter ausgebaut.

Darüber hinaus arbeiten wir eng mit der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) zusammen einer der weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Einrichtungen und haben in der Zwischenzeit ein Forschungsnetzwerk mit führenden russischen Instituten und Universitäten etabliert. Nachdem wir im Jahr 2012 im Rahmen des Deutschland-Jahres in Russland gemeinsam mit der RAN ein hochkarätiges wissenschaftliches Symposium veranstaltet hatten, fand im Jahr 2013 der jährliche gemeinsame Workshop statt. Innerhalb der bestehenden Rahmenvereinbarung zwischen LANXESS und der RAN ist das Ziel dieses Workshops, sich regelmäßig über aktuelle wissenschaftliche Trends und Entwicklungen auszutauschen auch zur Anbahnung weiterer Kooperationen.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Es ist unser Anspruch, in unseren geschäftlichen Aktivitäten die Erfordernisse von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft miteinander zu verbinden. Mit unseren Produkten und unserer Kompetenz im Bereich nachhaltige Entwicklung können wir wichtige Beiträge dazu leisten, unsere Kunden zu stärken, die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität aller Menschen zu steigern. Alle unsere Aktivitäten im Bereich Corporate Responsibility (CR) müssen einen Bezug zu unserem Kerngeschäft oder zum vorhandenen Know-how haben.

Compliance, d.h. die Einhaltung von Gesetzen und ethischen Grundsätzen, verstehen wir als Grundlage nachhaltiger Unternehmensführung. Der konzernweit gültige „Kodex für gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln bei LANXESS“ legt Mindeststandards fest und gibt unseren Mitarbeitern Hinweise und Orientierung für deren Einhaltung. Unser Compliance-Management-System wurde im Jahr 2012 durch die Deloitte & Touche GmbH geprüft. Im Ergebnis wurde die Prüfung ohne Feststellung mit einem uneingeschränkten Prüfurteil abgeschlossen.

Bereits seit 2006 unterstützen wir die Initiative Responsible Care® und haben die entsprechende Erklärung des Weltchemieverbands ICCA mit unterzeichnet. Darüber hinaus bekennen wir uns zu den anerkannten Prinzipien der weltweit größten Initiative für Corporate Responsibility, dem UN Global Compact. Seit unserem Beitritt im Jahr 2011 haben wir unser Nachhaltigkeitsprofil weiter geschärft.

Integriertes Managementsystem

Ein zentral geführtes Managementsystem sorgt bei LANXESS für die notwendigen globalen Managementstrukturen, um verantwortliches unternehmerisches Handeln zu gewährleisten. Weltweit gelten neben den internen Richtlinien und Handlungsanweisungen anspruchsvolle Qualitäts- und Umweltstandards nach den internationalen Normen ISO 9001 und ISO 14001. Den Fortschritt der Systemintegration neuer Standorte und die Leistungsfähigkeit unseres Managementsystems lassen wir regelmäßig weltweit von externen und unabhängigen Experten prüfen. Die Bestätigung der Compliance mit den Normen ISO 9001 und ISO 14001 erfolgt danach in einem globalen Matrixzertifikat. 2013 haben wir das Überwachungsaudit erfolgreich durchgeführt.

Zum Stichtag 26. September 2013 umfasste unser Matrixzertifikat 48 Gesellschaften mit 77 Standorten in 23 Ländern. Im Jahr 2013 wurden wie geplant unsere US-amerikanischen Produktionsstandorte Greensboro und Gastonia sowie der von DSM übernommene Standort Triunfo (Brasilien) neu in das Zertifikat aufgenommen. An unseren Standorten in den USA erlangten wir zusätzlich ein Zertifikat gemäß RC14001 (RC = Responsible Care®). Darüber hinaus haben wir ein Energiemanagementsystem etabliert, das 2013 in Deutschland erstmals nach dem Standard ISO 50001 zertifiziert wurde.

Umweltdaten

Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein eigens entwickeltes elektronisches Datenerfassungssystem. Die Datenerhebung erfolgt, mit Ausnahme der Million-Arbeitsstunden-Quote, nur an Produktionsstandorten, die zu über 50 % zum Konzern gehören. Für das Berichtsjahr 2013 hat die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unsere Datenerhebungsprozesse und unser Datenerfassungssystem im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung beurteilt und unsere HSE-Kennzahlen des Jahres 2013 mit dem Ziel geprüft, eine „begrenzte Prüfungssicherheit“ („limited assurance“) zu erlangen.

Produktverantwortung

Wir befürworten ausdrücklich die Schutzziele der europäischen Chemikalienverordnung REACH: Ein hohes Maß an Sicherheit für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei der Herstellung und der Verwendung von Chemikalien. Fristgerecht hatten wir zum 1. Dezember 2008 bei der zentralen europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki (Finnland) alle für LANXESS relevanten Stoffe vorregistriert. Insgesamt 360 Stoffe, die wir in Mengen über 100 bzw. 1.000 Tonnen in der EU herstellen oder in die EU importieren, ließen wir zu den jeweiligen Stichtagen in den Jahren 2010 und 2013 registrieren. Zum Abschluss der dritten Registrierungsphase am 31. Mai 2018 werden schließlich alle Stoffe über einer Tonne in Europa registriert sein.

Gesellschaftliches Engagement

Im Zentrum unseres gemeinnützigen Handelns steht die Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen. 2008 haben wir die umfangreiche LANXESS Bildungsinitiative ins Leben gerufen, mit der wir unser klares Bekenntnis zum Wirtschafts- und Chemiestandort Deutschland unterstreichen. Auch international haben wir an fast allen LANXESS Standorten Projekte etabliert, mit denen insbesondere die naturwissenschaftliche Bildung gefördert werden soll. Bisher haben wir insgesamt rund 6 Mio. € in Bildungsprojekte investiert, davon allein 4 Mio. € in Deutschland.

WIRTSCHAFTSBERICHT

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Im Geschäftsjahr 2013 gab es keine Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG gehabt hätten.

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das globale Wachstum fiel im Jahr 2013 mit 2,1 % eher verhalten aus und bewegte sich geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Europa insgesamt verzeichnete eine schwache Entwicklung angesichts von Konsolidierungszwängen öffentlicher Haushalte in Verbindung mit einem zurückhaltenden Konsum. Regional betrachtet ergab sich jedoch ein leicht differenziertes Bild. Westeuropa stagnierte angesichts eines Nullwachstums. Deutschland erzielte einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,4 %, während die Wirtschaft der Länder Mittel- und Osteuropas mit 1,3 % leicht expandierte. In den Vereinigten Staaten wurde das Wachstumspotenzial, bedingt durch die wiederkehrenden Diskussionen über das Staatsbudget und damit verbundene automatische Ausgabenkürzungen, nicht vollständig ausgenutzt. Dennoch trug es zu einer Steigerung der Wirtschaftsleistung im NAFTA-Raum um 1,7 % bei. Aufgrund der Wachstumsschwäche in den Industrieländern zeigten auch die Schwellenländer eher verhaltene Zuwachsraten. Der chinesische Wirtschaftsraum expandierte um 7,3 %, gestützt durch Fördermaßnahmen zum Ausgleich einer vorübergehenden Schwächephase im zweiten Quartal. Die Entwicklung in Indien verlor vor dem Hintergrund schwächeren Konsums und schwindenden Geschäftsvertrauens an Dynamik, erreichte aber dennoch ein Plus von 4,6 %. Getrieben von steigenden Investitionen bei einem nur moderaten Zuwachs des Konsums expandierte die Volkswirtschaft in Brasilien um 2,5 %.

Die Ausschläge des Wechselkurses zwischen Euro und US-Dollar waren im Jahresverlauf 2013 weniger ausgeprägt als im vorangegangenen Jahr. In einem Umfeld expansiver Geldpolitik in beiden Währungsräumen, das zudem von extrem niedrigen Zinsen geprägt war, bewegte sich die US-amerikanische Währung bei einem Startwert von 1,32 bis zur Mitte des Jahres in einer Spanne von 1,28 bis 1,36 US-Dollar je Euro. Während die beschriebenen Rahmenbedingungen weitgehend unverändert blieben, setzte in der zweiten Jahreshälfte eine kontinuierliche Abwertung des US-Dollar ein, so dass zum Jahresende für einen Euro 1,38 US-Dollar gezahlt wurden dies entspricht einem Wertverlust des US-Dollar von rund 4,5 % in 2013. Im Jahresdurchschnitt lag der Kurs bei 1,33 US-Dollar je Euro und damit über dem Vorjahreswert von 1,29 US-Dollar je Euro. Aufgrund der regionalen Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein schwächerer US-Dollar grundsätzlich eher belastend auf unsere Erträge aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Die Rohstoffmärkte zeigten im Jahresverlauf ein sinkendes Preisniveau. Für uns sind insbesondere die Preise von petrochemischen Rohstoffen relevant, da diese einen wesentlichen Einfluss auf unsere Produktionskosten haben. Der Preis für unseren wichtigsten strategischen Rohstoff, Butadien, sank gegenüber der Vergleichsperiode insbesondere in der Mitte des Jahres signifikant. Erst im September ergab sich eine Bodenbildung. Der Preisverfall in Asien war zudem bis zum dritten Quartal deutlich stärker ausgeprägt als in den europäischen und nordamerikanischen Märkten und führte dort in diesem Zeitraum zu einer Preisentwicklung zugunsten Asiens.

Chemische Industrie

Die gesamtwirtschaftlichen Vorgaben wirkten sich auch auf die Entwicklung der chemischen Industrie aus, deren Produktion um 3,5 % stieg. Schwerpunkt des Wachstums war der chinesische Wirtschaftsraum mit 8,3 %, während die Expansion in anderen Regionen etwas verhaltener ausfiel. Vor dem Hintergrund der weiterhin guten Situation in den Endmärkten des NAFTA-Raumes erhöhte sich die Produktion dort um 3,3 %. In Brasilien lag diese mit einem Plus von 1,7 % nur leicht über dem Vorjahreswert, während Westeuropa, wo die Abnehmerindustrien chemischer Vorprodukte von schwachen wirtschaftlichen Impulsen belastet waren, einen Rückgang um 0,2 % verzeichnete.

BIP und Chemieproduktion 2013

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Hochschätzung Bruttoinlandsprodukt Chemieproduktion
Amerika 2,0 2,6
NAFTA 1,7 3,3
Lateinamerika 3,2 0,3
EMEA 0,7 0,5
Deutschland 0,4 0,7
Westeuropa 0,0 -0,2
Mittel-/Osteuropa 1,3 2,4
Asien/Pazifik 4,3 6,0
Welt 2,1 3,5

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

Im Vergleich zu den Vorjahren stieg die weltweite Produktion der Reifenindustrie in 2013 lediglich um 3,1 %. Schwerpunkt dieses Wachstums war mit einem Plus von 9,3 % der chinesische Wirtschaftsraum, getrieben von höheren Exporten in die USA nach dem Auslaufen von Strafzöllen. Im NAFTARaum sank die Produktion um 2,0 %. Die Entwicklung im Bereich der Erstausrüstung verlief weitestgehend entsprechend den Vorgaben der Automobilproduktion. Hinsichtlich der Ersatzreifen im Allgemeinen erwies sich der Bedarf außerhalb von Europa als robust. Im Marktsegment der Ersatzreifen für schwere Nutzfahrzeuge ergab sich im NAFTA-Raum ein negativer Nachfrageverlauf, während dieser für Europa und Brasilien positiv ausfiel.

Die globale Produktion von Automobilen wuchs 2013 mit 2,7 % deutlich langsamer als im Vorjahr mit 4,9 %. Der Wachstumsschwerpunkt lag dabei mit 12,0 % im chinesischen Wirtschaftsraum, der die Expansion um insgesamt 4,0 % in der Region Asien deutlich unterstützte. Eine sehr schwache Entwicklung zeigte hingegen Indien mit einem Rückgang um 12,6 %. Zuwachsraten ergaben sich auch in Lateinamerika mit 7,5 % und im NAFTA-Raum mit 4,7 %. Demgegenüber zeigte sich die Autoherstellung in Westeuropa vor dem Hintergrund der Sanierung öffentlicher Haushalte und des Abbaus von Schulden in weiten Teilen des Euroraums weiterhin schwach und schrumpfte um 2,3 %.

Im Bereich der Agrochemikalien stieg die weltweite Produktion aufgrund einer weiterhin hohen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen für Nahrungsmittel, Futter und Biotreibstoff um 3,4 %. Im Vergleich zu einem dürrebedingt schwachen Vorjahr nahm der Ausstoß im NAFTA-Raum um 7,3 % zu. Während Lateinamerika ein Plus von 2,5 % vorwies, entwickelte sich Asien analog zum Gesamtmarkt mit einem Zuwachs von 3,5 %. In Westeuropa hingegen sank die Produktion leicht um 0,5 %.

Die Bauindustrie erreichte ein globales Wachstum von 2,6 %. Insbesondere der chinesische Wirtschaftsraum entwickelte sich mit einem Plus von 8,8 % getrieben von Infrastrukturprojekten positiv. Gegenüber einem krisenbedingt schwachen Vorjahr wuchs die Baukonjunktur im NAFTARaum trotz der Kürzungen öffentlicher Budgets um 3,1 %, wobei sich insbesondere der Wohnungsbau robust zeigte. Auch in Lateinamerika expandierte der Bausektor um 2,9 %. Europa hingegen litt weiterhin unter den Folgen der Finanz- und Staatsschuldenkrise, so dass unter anderem in Westeuropa die Bauindustrie um 1,3 % schrumpfte. Stärker noch fiel mit 5,8 % der Rückgang in Mittel- und Osteuropa aus.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2013

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Hochschätzung Reifenindustrie Automobilindustrie Agrochemikalien Bauindustrie
Amerika -0,2 5,3 4,5 3,1
NAFTA -2,0 4,7 7,3 3,1
Lateinamerika 5,0 7,5 2,5 2,9
EMEA -0,6 -2,4 1,8 -1,2
Deutschland -0,2 -1,7 -4,1 -1,0
Westeuropa -4,1 -2,3 -0,5 -1,3
Mittel-/Osteuropa 4,6 0,9 7,4 -5,8
Asien/Pazifik 5,8 4,0 3,5 5,7
Welt 3,1 2,7 3,4 2,6

FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF WESENTLICHE EREIGNISSE

Das Geschäftsjahr 2013 stand unter dem Einfluss anhaltender Konsolidierungszwänge staatlicher Budgets in weiten Teilen Europas sowie wiederkehrender Unsicherheit über die Entwicklung öffentlicher Ausgaben in den Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit der Verschuldungsgrenze. Hinzu kamen teilweise deutliche Veränderungen der Wechselkurse zwischen den für den Welthandel bedeutenden Währungen Euro, US-Dollar und japanischer Yen, die im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik auftraten.

Die öffentlichen und teilweise auch privaten Konsolidierungsbemühungen führten in den Industrienationen zu eher verhaltenen Wachstumsraten bestimmter Kundenindustrien, zum Beispiel Automobil und Reifen. Hieraus ergaben sich entsprechende Rückwirkungen auf die Industrieproduktion in den Schwellenländern.

Das Marktumfeld wirkte sich auf die grundlegenden Preisstrukturen insbesondere in unserem Segment Performance Polymers aus. Grundsätzlich führte die rückläufige Entwicklung der Beschaffungskosten für Schlüsselrohstoffe, insbesondere für Butadien, zu entsprechenden Anpassungen unserer Verkaufspreise. Strukturelle Veränderungen in der Preisgestaltung entwickelten sich darüber hinaus, weil neben neuen Anbietern auch bereits etablierte Anbieter bestehende Kapazitäten für bestimmte Produkte erweiterten, und somit das bisherige Angebotsgefüge veränderten. Die regional unterschiedliche Entwicklung des Butadienpreises sowie die starke Abwertung des japanischen Yen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar führte unterjährig zu Wettbewerbsvorteilen asiatischer bzw. japanischer Produzenten. Dies führte zu partiell verstärkten Lieferströmen im Kautschukbereich aus dem asiatischen Raum, die in allen Regionen weiteren Preisdruck auslösten. Im Geschäft mit EPDMKautschuken ergaben sich aufgrund wachsender Produktionskapazitäten und der Schiefergasgewinnung in den USA strukturelle Marktänderungen. Die wachsenden Kapazitäten führten zu zunehmendem Preisdruck, gleichzeitig verschlechterte sich die Wettbewerbsposition gegenüber amerikanischen Produzenten, die durch Schiefergas über eine günstigere Rohstoff- und Energieversorgung verfügen. Darüber hinaus waren die Produktionskosten des Berichtsjahres durch die Anlaufkosten in der Business Unit Butyl Rubber im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme unserer ButylkautschukAnlage in Singapur (Singapur) sowie in anderen Business Units des Segments neu in Betrieb genommener Kapazitäten zusätzlich belastet.

Die anhaltende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen stabilisierte unseren Absatz im Bereich der Agrochemikalien.

Die Entwicklung der Branchen Automobil und Reifen wirkte sich auch auf den Geschäftsverlauf des Segments Performance Chemicals aus. Aufgrund der breiten Diversifikation dieses Segments in andere Branchen hinein waren diese Belastungen jedoch nicht so offensichtlich.

Sämtliche Regionen waren von Umsatzrückgängen betroffen. Am robustesten zeigte sich die Region Asien/Pazifik, die sich mit einem niedrigen einstelligen Prozentrückgang von der Entwicklung der anderen Berichtsregionen absetzen konnte. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte verzeichnete die Region Nordamerika den deutlichsten Geschäftsrückgang.

Aus Veränderungen im Wettbewerbsumfeld ergaben sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses negative Auswirkungen auf die in der Zukunft erwarteten Mittelzuflüsse. Da diese Mittelzuflüsse bei einzelnen Business Units nicht mehr die jeweiligen damaligen Buchwerte widerspiegelten, ergaben sich im Berichtsjahr im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 257 Mio. €, die als entsprechender EBITDA-neutraler Sonderposten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst wurden. Die Abschreibungen betreffen mit 174 Mio. € bzw. 54 Mio. € unsere Business Units Keltan Elastomers bzw. High Performance Elastomers (Segment Performance Polymers) sowie mit 29 Mio. € unsere Business Unit Rubber Chemicals (Segment Performance Chemicals). Daneben fielen weitere außerplanmäßige Abschreibungen von 22 Mio. € an, von denen 13 Mio. € als Sonderposten ausgewiesen wurden.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Zum Ende des Berichtsjahres 2012 waren wir davon ausgegangen, dass sich wichtige Kundenindustrien wie Automobil und Reifen insbesondere in Amerika und Asien im Geschäftsjahr 2013 gut entwickeln würden. Positive Impulse erwarteten wir auch aus der agrochemischen Industrie. Im Rückblick belegt das portfolio- und währungsbereinigte Umsatzwachstum des Segments Performance Polymers von rund 2 % in Asien diese Erwartung in Teilen, während sich in Nord- und Lateinamerika prozentuale Umsatzverluste im zweistelligen Bereich ergaben. Ursächlich für den Umsatzrückgang waren sinkende Verkaufspreise aufgrund zunehmenden Wettbewerbs insbesondere bei Standard-Kautschukprodukten. Daneben folgte die Preisentwicklung den rückläufigen Rohstoffpreisen. Die Nachfrage nach Agrochemikalien erwies sich als weiterhin gut.

Im Rahmen der Halbjahres-Finanzberichterstattung hatten wir für das erwartete EBITDA vor Sondereinflüssen eine Spanne von 700 bis 800 Mio. € prognostiziert. Anlässlich der Berichterstattung zum dritten Quartal konkretisierten wir diesen Korridor weiter auf 710 bis 760 Mio. €. Im Berichtsjahr wurde ein Ergebnis von 735 Mio. € erwirtschaftet, das in der Mitte der prognostizierten Bandbreite liegt.

Für das Berichtsjahr hatten wir eine volatile Seitwärtsentwicklung der Rohstoffpreise erwartet. Zunächst gingen wir von einem vergleichsweise hohen Niveau aus. Getrieben durch die Preisentwicklung für den Rohstoff Butadien ergab sich hingegen ein deutlicher Verfall der Einstandspreise, so dass das Preisniveau für unsere Rohstoffe am Jahresende rund 10 % unter der Vergleichsperiode lag.

Zum Ende des Berichtsjahres 2012 gingen wir von Investitionsauszahlungen von 650 bis 700 Mio. € aus. Nach der Fokussierung der Mittelallokation auf die Fortführung der wesentlichen strategischen Projekte wurde ein Wert von etwa 600 Mio. € angestrebt. Die auszahlungswirksamen Investitionen im Geschäftsjahr 2013 lagen mit 624 Mio. € leicht über dem angestrebten Wert.

Für die LANXESS AG gingen wir für das Berichtsjahr von einem Jahresüberschuss auf dem Niveau des Vorjahres aus. Im Wesentlichen bedingt durch das verschlechterte Beteiligungsergebnis lag der Jahresüberschuss mit 35 Mio. € deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 104 Mio. €.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES LANXESS KONZERNS

Deutlicher, im Wesentlichen preisbedingter Umsatzrückgang um 8,7 %
Alle Regionen unter Vorjahresniveau
EBITDA vor Sondereinflüssen mit 735 Mio. € um rund 40 % gesunken
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen bei 8,9 %
Konzernergebnis von minus 159 Mio. € deutlich belastet durch außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt 279 Mio. €, hiervon 257 Mio. € im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen auf Ebene der Business Units in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals

Überblick Finanzkennzahlen

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
Umsatzerlöse 9.094 8.300 -8,7
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.106 1.548 -26,5
EBITDAvor Sondereinflüssen 1.223 735 -39,9
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 13,4% 8,9% -
EBITDA 1.186 624 -47,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 847 288 -66,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 -93 < -100
EBIT-Marge 8,9% -1,1% -
Finanzergebnis -148 -146 1,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239 < -100
Konzernergebnis 508 -159 < -100
Ergebnis je Aktie (€) 6,11 -1,91 < -100

Vorjahreswerte angepasst.

Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 8.300 Mio. € um 8,7 % unter dem Wert des Vorjahres von 9.094 Mio. €. Die Ausweitung der Absatzmengen, die in einem Umsatzplus von 1,6 % resultierte, konnte dabei die Belastung durch niedrigere Verkaufspreise nicht kompensieren. Nach Bereinigung um negative Wechselkurseinflüsse sowie positive Portfolioeffekte sank der operative Umsatz um 6,9 %.

Umsatzeffekte

scroll

in % 2013
Preis -8,5
Menge 1,6
Währung -2,1
Portfolio 0,3
-8,7

Unser Segment Performance Polymers verzeichnete im Berichtsjahr mit 13,3 % einen deutlichen Umsatzrückgang und hatte somit wesentlichen Einfluss auf die negative Geschäftsentwicklung des Konzerns. Ausschlaggebender Faktor war der deutliche Rückgang der Verkaufspreise um 15,1 %, der im Wesentlichen durch rückläufige Rohstoffpreise sowie die herausfordernde Wettbewerbssituation bedingt war. Die insbesondere in der zweiten Jahreshälfte erfolgte Ausweitung der Absatzmengen um in Summe 3,5 % wirkte gegenläufig. Sie wurde unter anderem durch nun zusätzlich verfügbare Kapazitäten sowohl im Bereich der Hochleistungs-Kautschuke als auch bei den Hightech-Kunststoffen gestützt. Eine nachteilige Wechselkursentwicklung führte zu einem Effekt von minus 2,0 % und glich einen positiven Portfolioeffekt von 0,3 % aus dem Erwerb der Bond-Laminates GmbH mehr als aus.

Das Segment Advanced Intermediates verzeichnete ein leichtes Umsatzminus von 1,6 %. Dabei kompensierten sich Preissteigerungen sowie der negative Verlauf der Absatzmengen. Letztere waren unter anderem charakterisiert durch gegenläufige Bewegungen in den Märkten für Farben und Lacke einerseits und Agrochemikalien andererseits. Belastend wirkte ein negativer Wechselkurseffekt von 1,5 %.

Unser Segment Performance Chemicals zeigte einen um 3,2 % schwächeren Umsatz. Dabei wirkten sich insbesondere negative Wechselkurseffekte von 3,0 % belastend aus, während die Verkaufspreise im Zeitablauf überwiegend stabil waren. Sich in der zweiten Jahreshälfte erholende Mengen führten zu einem Absatzvolumen leicht unter Vorjahresniveau. Ein geringfügig positiver Portfolioeffekt ergab sich aus den im Vorjahr sowie im Berichtszeitraum getätigten Akquisitionen, deren Aktivitäten den Business Units Rhein Chemie, Material Protection Products sowie Functional Chemicals zugeordnet wurden.

Umsatz nach Segmenten

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. Anteil am Konzernumsatz
in % in %
--- --- --- --- ---
Performance Polymers 5.176 4.486 -13,3 54,1
Advanced Intermediates 1.674 1.647 -1,6 19,8
Performance Chem icals 2.203 2.132 -3,2 25,7
Überleitung 41 35 -14,6 0,4
9.094 8.300 -8,7 100,0

In allen Absatzregionen waren die Umsätze rückläufig, insbesondere in den Regionen Nordamerika und Lateinamerika. Das Segment Performance Polymers war dabei in nahezu allen Märkten wesentlich betroffen, sowohl absolut als auch in relativen Größen. Die Entwicklung der Region Asien/Pazifik erwies sich mit einem Umsatzrückgang von 2,5 % als vergleichsweise robust.

Auftragsentwicklung

Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie revolvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellungsvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind stattdessen regelmäßige, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operative Zielgröße des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Unternehmensspezifische Frühindikatoren“.

Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragskraft nicht aussagefähig und unterbleibt an dieser Stelle.

Bruttoergebnis vom Umsatz

Die Kosten der umgesetzten Leistungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % auf 6.752 Mio. € und damit prozentual schwächer als der Umsatz. Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank um 558 Mio. € bzw. 26,5 % auf 1.548 Mio. €. Die Bruttomarge reduzierte sich entsprechend von 23,2 % auf 18,7 %. Ein wesentlicher Treiber hierfür war der Rückgang der Verkaufspreise über die sinkenden Einstands-preise für Rohstoffe, insbesondere Butadien, hinaus. Hinzu kamen steigende Fertigungskosten, unter anderem aufgrund von Inflation sowie der zusätzlich zur Verfügung stehenden Kapazitäten, im Wesentlichen im Segment Performance Polymers. Darüber hinaus belasteten in Summe negative Wechselkurseinflüsse die Bruttomarge. Gegenläufig wirkte die in der zweiten Jahreshälfte einsetzende Erholung der Absatzmengen, die in Summe in einem positiven Beitrag zum Bruttoergebnis resultierte. Leicht unterstützend wirkten die Portfolioeffekte aus den im Vorjahr und im Berichtsjahr erworbenen Geschäften. Die Auslastung der Kapazitäten lag angesichts der sich erst in der zweiten Jahreshälfte positiv entwickelnden Nachfrage, die zum Teil auch aus dem Abbau von Beständen bedient wurde, mit rund 78 % um 3 %-Punkte unter dem Wert des Vorjahres. Dies belastete das Ergebnis mit höheren Kosten für nicht genutzte Kapazitäten.

EBITDA und operatives Ergebnis (EBIT)

Die Vertriebskosten sanken im Geschäftsjahr 2013 um 8 Mio. € auf 755 Mio. € vor allem aufgrund geringerer Personalkosten.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken um 3,1 % auf 186 Mio. €. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter wuchs bis zum Jahresende deutlich auf 931 von 843 zum Vorjahresstichtag.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken im Geschäftsjahr 2013 von 339 Mio. € auf 301 Mio. €. Grund dafür waren im Wesentlichen geringere Personalkosten. Der Anteil der Verwaltungskosten am Umsatz lag mit 3,6 % leicht unter dem Vorjahreswert von 3,7 %.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, als Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, verschlechterte sich deutlich um 395 Mio. € auf minus 399 Mio. €. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich ein Wert von minus 18 Mio. €, der somit um 53 Mio. € unter dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Die Sondereinflüsse des Berichtsjahres von saldiert 381 Mio. € waren mit 111 Mio. € EBITDA-wirksam und betrafen im Wesentlichen das Maßnahmenprogramm „Advance“ zur segment-übergreifenden Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten. Die EBITDA-neutralen Sondereinflüsse in Höhe von 270 Mio. € betrafen im Wesentlichen außerplanmäßige Abschreibungen der Business Units Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals. Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse von saldiert 39 Mio. € an, die in Höhe von 37 Mio. € EBITDA-wirksam waren. Diese standen vor allem im Zusammenhang mit Reorganisations- und Portfoliomaßnahmen sowie Aufwendungen für die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur.

EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
Performance Polymers 817 389 -52,4
Advanced Intermediates 305 286 -6,2
Performance Chemicals 281 231 -17,8
Überleitung -180 -171 5,0
1.223 735 -39,9

Vorjahreswerte angepasst.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen sank im Geschäftsjahr 2013 um 488 Mio. € bzw. 39,9 % auf 735 Mio. € nach 1.223 Mio. € im Vorjahr. Die Ergebnisverschlechterung war vor allem auf die über den Rückgang der Rohstoffpreise hinaus sinkenden Verkaufspreise sowie den im Wesentlichen produktionsbezogenen Kostenanstieg zurückzuführen. Belastend wirkten zudem die im Saldo negativen Wechselkurseinflüsse. Gegenläufige Effekte aus der positiven Mengenentwicklung sowie geringfügige Portfolioeffekte konnten den Rückgang des Ergebnisses nicht kompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Konzern lag bei 8,9 % nach 13,4 % im Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen unseres Segments Performance Polymers sank gegenüber dem Vorjahr um 428 Mio. € bzw. 52,4 %. Die positive Mengenentwicklung konnte die Auswirkung der niedrigeren Verkaufspreise nicht kompensieren. Belastet wurde das EBITDA vor Sondereinflüssen durch niedrigere Verkaufspreise, die infolge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks über die Entlastung aus Rohstoffpreissenkungen hinaus zurückgingen. Darüber hinaus wirkten sich Vorratseffekte und die Wechselkursentwicklung sowie Anlaufkosten nachteilig aus. Das Segment Advanced Intermediates erzielte ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 286 Mio. € und lag damit um 6,2 % unter dem Wert von 305 Mio. € im Vergleichszeitraum. Während sich die Entwicklung von Rohstoff- und Verkaufspreiseffekten positiv auswirkte, belastete insbesondere die Entwicklung der Produktionskosten sowie der Wechselkurse. Das Segment Performance Chemicals verzeichnete einen Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen um 50 Mio. € bzw. 17,8 % auf 231 Mio. €. Gestiegene Produktionskosten, rückläufige Absatzmengen sowie ein in Summe negativer Preiseffekt waren ausschlaggebend. Das EBITDA vor Sondereinflüssen in der Überleitung verbesserte sich um 9 Mio. € auf einen Wert von minus 171 Mio. €.

Die Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum operativen Ergebnis (EBIT) ergibt sich wie folgt:

Überleitung EBITDA vor Sondereinflüssen zum EBIT

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
EBITDA vor Sondereinflüssen 1.223 735 -39,9
Abschreibungen -378 -717 -89,7
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse -37 -111 <-100
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 -93 <-100

Vorjahreswerte angepasst.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank im Berichtsjahr sehr deutlich von 808 Mio. € auf minus 93 Mio. €.

Überleitung EBIT zum Konzernergebnis

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 -93 < -100
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 1 0 -100,0
Zinsergebnis -96 -106 -10,4
Sonstiges Finanzergebnis -53 -40 24,5
Finanzergebnis -148 -146 1,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239 < -100
Ertragsteuern -151 71 > 100
Ergebnis nach Ertragsteuern 509 -168 < -100
davon:
auf andere Gesellschafter entfallend 1 -9 < -100
den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) 508 -159 <-100

Vorjahreswerte angepasst.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf minus 146 Mio. € nach minus 148 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis der at equity bewerteten Beteiligungen, im Wesentlichen der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), betrug 0 Mio. € nach 1 Mio. € im Vorjahr. Im Zinsergebnis lag der Zinsaufwand leicht über dem Vorjahresniveau. Entlastend wirkte, dass anteilige Fremdkapitalkosten, unter anderem im Rahmen der Errichtung der neuen Butylkautschuk-Anlage in Singapur, aktiviert wurden. Der aktivierte Betrag sank im Vorjahresvergleich und konnte somit gesunkene Zinserträge nicht kompensieren. In Summe lag das Zinsergebnis mit minus 106 Mio. € um 10 Mio. € unter dem Vorjahr. Das sonstige Finanzergebnis enthielt eine Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), in Höhe von 6 Mio. € infolge der Aktienkursentwicklung der Gesellschaft. Im Vorjahr war dort eine aus den gleichen Gründen vorgenommene Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der Gevo Inc., Englewood (USA), in Höhe von 18 Mio. € enthalten.

Ergebnis vor Ertragsteuern

Aufgrund der Entwicklung des operativen Ergebnisses verschlechterte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 899 Mio. € auf minus 239 Mio. €.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2013 ergab sich ein Ertrag aus Ertragsteuern in Höhe von 71 Mio. € nach einem Aufwand von 151 Mio. € im Vorjahr. Die Steuerquote betrug 29,7 % gegenüber 22,9 % in der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis/Ergebnis je Aktie/Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen

Das Konzernergebnis lag mit minus 159 Mio. € um 667 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Auf andere Gesellschafter entfiel ein Ergebnisanteil von minus 9 Mio. €.

Bei einer unveränderten Zahl umlaufender LANXESS Aktien lag das Ergebnis je Aktie mit minus 1,91 € sehr deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 6,11 €.

Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen lag bei 1,37 € nach 6,44 € im Vorjahr. Die Ermittlung erfolgte ausgehend vom Ergebnis je Aktie unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse sowie darauf entfallender Steuereffekte. Die Sondereinflüsse im Berichtsjahr betrugen 381 Mio. € nach 39 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

ENTWICKLUNG DER REGIONEN

Umsatz nach Verbleib

scroll

2012 2013 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
--- --- --- --- --- ---
EMEA (ohne Deutschland) 2.526 27,8 2.404 29,0 -4,8
Deutschland 1.577 17,3 1.458 17,6 -7,5
Nordamerika 1.611 17,7 1.332 16,0 -17,3
Lateinamerika 1.185 13,0 966 11,6 -18,5
Asien/Pazifik 2.195 24,2 2.140 25,8 -2,5
9.094 100,0 8.300 100,0 -8,7

EMEA (ohne Deutschland)

Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) ging um 122 Mio. € bzw. 4,8 % auf 2.404 Mio. € zurück. Bereinigt um geringfügige Portfolioeinflüsse sank er um 4,6 %. Das Segment Advanced Intermediates erreichte dabei einen Wert knapp über dem des Vorjahres. Unsere Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals verzeichneten dagegen einen Umsatzrückgang im hohen bzw. niedrigen einstelligen Prozentbereich. Insbesondere in Westeuropa, dort vor allem in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Spanien, fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um überwiegend niedrige zweistellige Prozentwerte. Unterstützend wirkte die positive Nachfrageentwicklung unter anderem in Italien und der Türkei. Auch in Tschechien, Slowenien und Portugal zeigten die Geschäfte einen positiven Verlauf.

Die Region EMEA (ohne Deutschland) hatte einen Anteil am Konzernumsatz von 29,0 % und lag damit um 1,2 %-Punkte über dem Vorjahresniveau.

Deutschland

In Deutschland erwirtschafteten wir im Geschäftsjahr 2013 mit 1.458 Mio. € einen Umsatz, der um 119 Mio. € bzw. 7,5 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Während die Segmente Performance Chemicals und Performance Polymers ein rückläufiges Geschäft im ein- bis zweistelligen Prozentbereich verzeichneten, erzielte unser Segment Advanced Intermediates einen Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau.

Der Deutschland-Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich leicht von 17,3 % auf 17,6 %.

Nordamerika

Der Umsatz in dieser Region lag mit 1.332 Mio. € um 279 Mio. € bzw. 17,3 % unter dem Wert des Vorjahres. Nach Bereinigung um negative Wechselkurs- und geringfügige Portfolioeffekte ergab sich ein Rückgang um 14,8 %. Dieser wurde maßgeblich von der Entwicklung im Segment Performance Polymers geprägt, welches eine Umsatzminderung im deutlich zweistelligen Prozentbereich verzeichnete. Der positive Geschäftsverlauf des Segments Advanced Intermediates und der im Wesentlichen unveränderte Umsatz des Segments Performance Chemicals konnten dies nicht kompensieren.

Der Anteil Nordamerikas am Konzernumsatz lag mit 16,0 % um 1,7 %-Punkte unter dem Niveau des Vorjahres.

Lateinamerika

In der Region Lateinamerika gingen die Umsätze im Berichtszeitraum um 219 Mio. € bzw. 18,5 % auf 966 Mio. € zurück. Bereinigt um negative Währungseffekte ergab sich ein Rückgang um 14,6 %. Die Entwicklung war geprägt von einem spürbar schwächeren Geschäftsverlauf in den Segmenten Performance Polymers und Advanced Intermediates, die Umsatzrückgänge im zweistelligen Prozentbereich verzeichneten. Das Segment Performance Chemicals hingegen erzielte Umsätze knapp über dem Wert des Vorjahres. Maßgebliches Land für die Entwicklung in der Region war Brasilien.

Der Anteil am Konzernumsatz sank im Jahresvergleich von 13,0 % auf 11,6 %.

Asien/Pazifik

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik sank im Geschäftsjahr 2013 geringfügig um 55 Mio. € bzw. 2,5 % auf 2.140 Mio. €. Nach Bereinigung um Wechselkurseinflüsse sowie um Portfolioeffekte aus dem bereits in 2012 erfolgten Erwerb der Bond-Laminates GmbH und der in 2013 erworbenen PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur (Singapur), zeigte sich ein Plus von 1,0 %. Unsere Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals erzielten ein operatives Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, während die Umsätze im Segment Advanced Intermediates um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz rückläufig waren. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichneten wir in China und Singapur, wogegen insbesondere in Japan, aber auch in Malaysia und Indonesien spürbare Rückgänge zu beobachten waren.

Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 24,2 % auf 25,8 %. Damit stärkte die Region Asien/Pazifik in der Umsatzverteilung des Konzerns weiterhin ihren Platz als zweitstärkste Region hinter EMEA (ohne Deutschland).

SEGMENTDATEN

Performance Polymers: Gesunkene Verkaufspreise überkompensieren Mengenzuwachs im Umsatz und im Ergebnis
Advanced Intermediates: Höhere Verkaufspreise gleichen niedrigere Mengen nahezu aus, nachteilige Wechselkursentwicklung beeinflusst Umsatz, Geschäft mit Agrochemikalien weiterhin gut
Performance Chemicals: Niedrigerer Umsatz durch geringere Mengen sowie nachteilige Währungseffekte, gestiegene Fertigungskosten belasten das Ergebnis

Performance Polymers

Kennzahlenüberblick

scroll

2012 2013 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 5.176 4.486 -13,3
EBITDA vor Sondereinflüssen 817 15,8 389 8,7 -52,4
EBITDA 808 15,6 372 8,3 -54,0
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 608 11,7 135 3,0 -77,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 599 11,6 -117 -2,6 <-100
Auszahlungen für Investitionen 434 385 -11,3
Abschreibungen 209 489 > 100
Mitarbeiter Stand 31.12. 5.348 5.379 0,6

Unser Segment Performance Polymers zeigte im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem starken Vorjahr eine rückläufige Geschäftsentwicklung. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 13,3 % auf 4.486 Mio. €. Ein anhaltend schwieriges Marktumfeld sowie stark gesunkene und volatile Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für den Schlüsselrohstoff Butadien, führten zu einem negativen Preiseffekt von 15,1 %. Demgegenüber ergab sich ein Mengeneffekt von 3,5 %, teilweise bedingt durch Kapazitätserweiterungen. Aus dem Erwerb der Bond-Laminates GmbH, Brilon (Deutschland), im September 2012 ergab sich ein positiver Portfoliobeitrag von 0,3 %, der durch eine nachteilige Wechselkursentwicklung mehr als überkompensiert wurde.

Sämtliche Business Units des Segments waren von rückläufigen Marktpreisen betroffen, während sich die Verkaufsvolumen unterschiedlich entwickelten. Die Business Unit Butyl Rubber verzeichnete unter anderem aufgrund der Kapazitätsausweitung infolge der Fertigstellung des Butylkautschuk-Werks in Singapur höhere Absatzmengen. Demgegenüber verzeichnete die Business Unit Performance Butadiene Rubbers, die wie Butyl Rubber eng mit der Reifenindustrie und folglich mit den Märkten für Ersatzreifen und Erstausrüster verbunden ist, neben rohstoffpreisgetrieben niedrigeren Verkaufspreisen auch leicht niedrigere Absatzmengen. Unsere Business Unit High Performance Materials erzielte eine positive Mengenentwicklung, unter anderem aufgrund des Ausbaus der Compoundierungs- Aktivitäten. Darüber hinaus stützten Portfolioeinflüsse aus Akquisitionen die Umsätze. Die Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers wurden von niedrigeren Verkaufspreisen belastet. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte auf sämtliche Business Units belastend. Über alle Regionen hinweg waren die Umsätze teilweise deutlich rückläufig. Besonders betroffen waren die Regionen Nord- und Lateinamerika sowie Deutschland mit Umsatzrückgängen im zweistelligen Prozentbereich.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers verringerte sich um 428 Mio. € bzw. 52,4 % auf 389 Mio. €. Zunehmender Wettbewerb sowie niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe führten zu sinkenden Verkaufspreisen. Die Kostenentlastung aus den niedrigeren Einstandspreisen für Rohstoffe sowie die auf Segmentebene positive Entwicklung der Absatzmengen konnten die Auswirkungen niedrigerer Verkaufspreise nicht kompensieren. Darüber hinaus belasteten Vorratsabwertungen, Bestandsabbau, Kosten für die Inbetriebnahme einer neuen Anlage sowie die Entwicklung der Wechselkurse das Ergebnis zusätzlich. Ergebnisverbessernd wirkte ein geringfügiger Portfoliobeitrag der im September des Vorjahres erworbenen Bond-Laminates GmbH, Brilon (Deutschland). Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments sank von 15,8 % auf 8,7 %.

Auf das Segment entfielen Sondereinflüsse von 252 Mio. €, von denen 17 Mio. € EBITDA-wirksam waren. Der Großteil der Sondereinflüsse entfiel auf außerplanmäßige Abschreibungen der Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers. Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse betrafen im Wesentlichen Maßnahmen im Rahmen des Programms „Advance“. Die vollständig EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse des Vorjahres von 9 Mio. € betrafen unter anderem Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration erworbener Geschäftsaktivitäten.

Advanced Intermediates

Kennzahlenüberblick

scroll

2012 2013 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 1.674 1.647 -1,6
EBITDA vor Sondereinflüssen 305 18,2 286 17,4 -6,2
EBITDA 311 18,6 287 17,4 -7,7
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 238 14,2 209 12,7 -12,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 244 14,6 210 12,8 -13,9
Auszahlungen für Investitionen 92 96 4,3
Abschreibungen 67 77 14,9
Mitarbeiter Stand 31.12. 2.841 2.854 0,5

Die Umsätze unseres Segments Advanced Intermediates lagen im Geschäftsjahr 2013 mit 1.647 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Erhöhungen der Verkaufspreise führten zu einem positiven Preiseffekt von 1,0 %, der durch einen negativen Mengeneffekt in nahezu gleicher Höhe ausgeglichen wurde. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte ebenfalls belastend und führte zu einem Umsatzrückgang von 1,5 %.

Beide Business Units des Segments erreichten höhere Verkaufspreise. Während die Business Unit Saltigo darüber hinaus eine leicht positive Nachfrageentwicklung verzeichnete, lagen die Absatzvolumen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates leicht unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere das Geschäft mit Produkten für die Agrochemie zeigte sich in beiden Business Units des Segments stabil. Die Wechselkursentwicklung wirkte auf beide Business Units belastend. In den Regionen Lateinamerika und Asien/Pazifik entwickelte sich der Umsatz rückläufig. Eine konstante Entwicklung wiesen die Regionen Deutschland und EMEA (ohne Deutschland) auf, während der Geschäftsverlauf in Nordamerika erfreulich war.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates sank um 19 Mio. € bzw. 6,2 % auf 286 Mio. €. Höheren Verkaufspreisen sowie einer Entlastung aus Rohstoffkosten standen niedrigere Absatzmengen insbesondere in der Business Unit Advanced Industrial Intermediates gegenüber. Zudem belasteten höhere Fertigungskosten sowie eine nachteilige Veränderung der Wechselkurse das Ergebnis. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verringerte sich von 18,2 % auf 17,4 %.

Im Geschäftsjahr fielen Sondererträge von saldiert 1 Mio. € an. Auflösungen von Rückstellungen für die Neuausrichtung der Business Unit Saltigo standen Aufwendungen für weitere Maßnahmen im Rahmen des Programms „Advance“ gegenüber.

Performance Chemicals

Kennzahlenüberblick

scroll

2012 2013 Veränd.
in Mio. € Marge in % in Mio. € Marge in % in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 2.203 2.132 -3,2
EBITDA vor Sondereinflüssen 281 12,8 231 10,8 -17,8
EBITDA 264 12,0 181 8,5 -31,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 196 8,9 139 6,5 -29,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 177 8,0 54 2,5 -69,5
Auszahlungen für Investitionen 135 111 -17,8
Abschreibungen 87 127 46,0
Mitarbeiter Stand 31.12. 6.031 5.837 -3,2

Die Umsätze unseres Segments Performance Chemicals verringerten sich im Geschäftsjahr um 71 Mio. € bzw. 3,2 % auf 2.132 Mio. €. Der Rückgang resultierte vor allem aus nachteiligen Währungseffekten von 3,0 %. Leicht negative Preis- und Mengeneffekte belasteten zusätzlich. Gegenläufig wirkte ein geringfügiger Portfoliobeitrag von 0,5 % aus Aktivitäten, die von unseren Business Units Material Protection Products, Functional Chemicals sowie Rhein Chemie übernommen worden waren.

Die Absatzmengen und Verkaufspreise des Segments lagen insgesamt unter dem Niveau des Vorjahres, wobei die einzelnen Business Units eine unterschiedliche Entwicklung zeigten. Die Business Units Functional Chemicals, Rhein Chemie und Liquid Purification Technologies wiesen dabei einen positiven Mengeneffekt auf. In der Business Unit Liquid Purification Technologies entwickelte sich das Geschäft mit Produkten zur Wasseraufbereitung erfreulich. Die Business Unit Rhein Chemie profitierte insbesondere von der Steigerung des Absatzvolumens auf dem asiatischen Markt. Demgegenüber wurden die Business Units Material Protection Products, Inorganic Pigments und Leather durch eine nachteilige Mengenentwicklung belastet. Unsere Business Unit Rubber Chemicals konnte das Preisniveau anheben und so niedrigere Absatzmengen ausgleichen. Währungseffekte belasteten sämtliche Business Units des Segments. In der Region Lateinamerika sowie in Deutschland wirkte sich der Umsatzrückgang prozentual am deutlichsten aus.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals ging gegenüber dem Vorjahr um 50 Mio. € bzw. 17,8 % auf 231 Mio. € zurück. Neben rückläufigen Absatzmengen und geringeren Verkaufspreisen belasteten insbesondere gestiegene Fertigungskosten sowie leicht höhere Einstandspreise für Rohstoffe. Ein geringfügiger Portfoliobeitrag wurde durch die nachteilige Entwicklung der Wechselkurse mehr als überkompensiert. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ging von 12,8 % auf 10,8 % zurück.

Im Berichtsjahr entfielen auf das Segment Sondereinflüsse in Höhe von 85 Mio. €. Die nicht EBITDAwirksamen Sondereinflüsse von 35 Mio. € entfielen im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen der Business Unit Rubber Chemicals, während die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse insbesondere Maßnahmen im Rahmen des Programms „,,Advance“" betrafen.

Überleitung

Kennzahlenüberblick

scroll

2012 2013 Veränd.
in Mio. € in Mio. € in %
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 41 35 -14,6
EBITDAvor Sondereinflüssen -180 -171 5,0
EBITDA -197 -216 -9,6
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen -195 -195 0,0
Operatives Ergebnis (EBIT) -212 -240 -13,2
Auszahlungen für Investitionen 35 32 -8,6
Abschreibungen 15 24 60,0
Mitarbeiter Stand 31.12. 2.957 3.273 10,7

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Überleitung lag bei minus 171 Mio. € nach minus 180 Mio. € im Vorjahr. Die in der Überleitung gezeigten Sonderaufwendungen von 45 Mio. €, die vollständig EBITDA-wirksam waren, betrafen im Wesentlichen Maßnahmen im Rahmen von „Advance", Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen, soweit eine sachgerechte Verteilung auf die Segmente bzw. Business Units nicht möglich war. Die in der Überleitung gezeigten EBITDA-wirksamen Sonderaufwendungen des Vorjahres in Höhe von 17 Mio. € betrafen Kosten für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen, soweit eine sachgerechte Verteilung auf die Segmente bzw. Business Units nicht möglich war.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Vermögenslage

Geringere Bilanzsumme im Wesentlichen durch gesunkenes Working Capital und außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals
Eigenkapitalquote insbesondere durch negatives Konzernergebnis unter Vorjahr
Nettofinanzverbindlichkeiten mit 1.731 Mio. € über Vorjahr.

Bilanzstruktur

scroll

31.12.2012 31.12.2013 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
--- --- --- --- --- ---
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 3.747 49,8 3.592 52,7 -4,1
Kurzfristige Vermögenswerte 3.772 50,2 3.219 47,3 -14,7
Bilanzsumme 7.519 100,0 6.811 100,0 -9,4
Passiva
Eigenkapital (einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter) 2.330 31,0 1.900 27,9 -18,5
Langfristiges Fremdkapital 3.559 47,3 3.029 44,5 -14,9
Kurzfristiges Fremdkapital 1.630 21,7 1.882 27,6 15,5
Bilanzsumme 7.519 100,0 6.811 100,0 -9,4

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme des LANXESS Konzerns zum 31. Dezember 2013 betrug 6.811 Mio. €. Sie lag damit um 708 Mio. € bzw. 9,4 % unter dem Wert zum Vorjahresende. Diese Entwicklung war insbesondere bedingt durch den Rückgang liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte, den Abbau des Working Capital sowie außerplanmäßige Abschreibungen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrafen im Wesentlichen die Business Units Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals. Insgesamt überstiegen planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen die Investitionen in Sachanlagen. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme erhöhte sich von 49,8 % auf 52,7 %. Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital aufgrund von negativen Währungsumrechnungsdifferenzen im kumulierten übrigen Eigenkapital sowie durch das negative Konzernergebnis. Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Geschäftsjahres 27,9 % nach 31,0 % im Vorjahr.

Das langfristige Vermögen ging um 155 Mio. € bzw. 4,1 % auf 3.592 Mio. € zurück. Zugänge aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich dabei auf 676 Mio. €, im Vorjahr waren es 734 Mio. €. Dem standen im Wesentlichen planmäßige Abschreibungen von 438 Mio. € nach 374 Mio. € im Vorjahr sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögenswerte, die sich auf 279 Mio. € nach 4 Mio. € im Vorjahr beliefen, gegenüber. Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen aufgrund einer strikten Projekt-Priorisierung mit 624 Mio. € unter dem Vorjahresniveau von 696 Mio. €. Aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der bisher als assoziiertes Unternehmen geführten LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), sowie aus der Erstkonsolidierung der im April erworbenen PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur (Singapur), ergaben sich insgesamt

Zugänge in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Der Equity-Beteiligungsbuchwert erhöhte sich um 4 Mio. € auf 12 Mio. €. Diese Veränderung resultierte insbesondere aus der Fortschreibung des anteiligen Eigenkapitals an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), sowie der geänderten Einbeziehung der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), in den Konzemabschluss. Die rückläufige Entwicklung der sonstigen Beteiligungen war hingegen wesentlich beeinflusst durch die Marktbewertung der strategischen Minderheitsbeteiligung an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), infolge der aktuellen Aktienkursentwicklung der Gesellschaft. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte lagen mit 55 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, hauptsächlich aufgrund des Rückgangs von Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen lag mit 52,7 % über dem Niveau zum 31. Dezember 2012 von 49,8 %.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 3.219 Mio. € um 553 Mio. € bzw. 14,7 % unter dem Vorjahreswert von 3.772 Mio. €. Der Anteil an der Bilanzsumme betrug 47,3 % nach 50,2 % im Vorjahr. Die Vorräte verringerten sich aufgrund von gesunkenen Rohstoffpreisen sowie gezielter Bestandsreduzierung um 228 Mio. € bzw. 14,9 % auf 1.299 Mio. €, auch unterstützt durch die Wechselkursentwicklung. Die Kennzahl zur Lagerreichweite (DSO verbesserte sich von 64,7 auf 58,0. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen aufgrund negativer Währungseffekte um 47 Mio. € auf 1.070 Mio. €. Die Kennzahl zur Forderungsdauer (DSO) lag nahezu unverändert bei 47,8. Geringfügige Portfolioeffekte aus den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Net Working Capital. Die liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte sanken aufgrund der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds um 305 Mio. € auf 106 Mio. €. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöhten sich gegenüber dem Jahresende 2012 um 41 Mio. € auf 427 Mio. €. Diese Entwicklung war unter anderem vom Verkauf der Geldmarktpapiere beeinflusst.

Aufgrund der Bilanzierungsvorschriften sind in der Bilanz des LANXESS Konzerns bedeutende selbsterstellte Vermögenswerte nicht enthalten. Hierzu gehören der Markenwert von LANXESS sowie die Werte anderer Marken des Konzerns. Sie wurden im Berichtszeitraum durch eine Vielzahl an Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt und trugen dazu bei, die solide Positionierung unserer Business Units im Markt zu erhalten.

Auch unsere etablierten Kunden- und Lieferantenbeziehungen stellen einen signifikanten immateriellen Wert dar. Die jahrelange, durch kontinuierliche Lieferqualität gefestigte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten ermöglicht es uns, auch in einem herausfordernderen wirtschaftlichen Umfeld im Wettbewerb erfolgreich zu sein. Unsere spezifische Technologie- und Innovationskompetenz, der ebenfalls ein hoher Wert beizumessen ist, fußt auf unserem Wissen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Custom Manufacturing. Hierdurch generieren wir Mehrwert für unsere Kunden.

Das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind tragende Säulen unseres unternehmerischen Erfolgs. Darüber hinaus verschaffen uns ausgereifte Produktions- und Geschäftsprozesse Wettbewerbsvorteile in den für uns relevanten Märkten.

Auf der Passivseite belief sich das Eigenkapital einschließlich der Anteile anderer Gesellschafter auf 1.900 Mio. € nach 2.330 Mio. € im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote betrug 27,9 % nach 31,0 % zum Jahresende 2012. Der Rückgang des Eigenkapitals resultierte insbesondere aus negativen Währungsumrechnungsdifferenzen im kumulierten übrigen Eigenkapital sowie dem negativen Konzernergebnis. Zusätzlich belastend wirkte die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG im Mai 2013 von 83 Mio. €.

Das langfristige Fremdkapital verringerte sich zum 31. Dezember 2013 um 530 Mio. € auf 3.029 Mio. €. Dies war vor allem auf die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten zurückzuführen, die mit 1.649 Mio. € um 518 Mio. € unter dem Wert zum Vorjahresstichtag lagen.

Dieser Unterschied beruhte im Wesentlichen auf der im April 2014 fälligen Euroanleihe über 500 Mio. €, die in die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert wurde. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hingegen stiegen gegenüber dem Jahresende 2012 um 50 Mio. € auf 943 Mio. € an. Der Anstieg ergab sich insbesondere aus dem Programm „Advance" sowie im Berichtszeitraum zusätzlich erdienten Ansprüchen. In vergleichbarer Größenordnung verringerten sich demgegenüber die sonstigen langfristigen Rückstellungen, unter anderem aufgrund geringerer langfristiger Personalverpflichtungen. Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag mit 44,5 % leicht unter dem Wert von 47,3 % zum Jahresende 2012.

Das kurzfristige Fremdkapital lag mit 1.882 Mio. € um 252 Mio. € bzw. 15,5 % deutlich über dem Wert zum 31. Dezember 2012. Diese Entwicklung resultierte hauptsächlich aus der zuvor beschriebenen Umgliederung einer Euroanleihe über 500 Mio. € in die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Gegenläufig wirkte der Verlauf der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die unter anderem aufgrund leicht niedrigerer Einkaufsvolumen, aber auch gesunkener Einstandspreise für unsere strategischen Rohstoffe mit 690 Mio. € deutlich unter dem Wert von 795 Mio. € zum Jahresende 2012 lagen. Auch die Abnahme der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen dämpfte den Anstieg des kurzfristigen Fremdkapitals, hauptsächlich aufgrund der Inanspruchnahme für Bonuszahlungen an Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2012 sowie der niedrigeren Zuführung für das aktuelle Berichtsjahr. Am 31. Dezember 2013 betrug der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme 27,6 % nach 21,7 % zum Vorjahresende.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 248 Mio. € auf 1.731 Mio. €. Die Auszahlungen für Investitionen, Zinsen und Dividenden übertrafen dabei die Zuflüsse aus dem operativen Geschäft.

Die Entwicklung wesentlicher bilanzbezogener Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Kennzahlen

scroll

in % 2009 2010 2011 2012 2013
Eigenkapitalquote Eigenkapital1)/Bilanzsumme 28,5 31,1 30,2 31,0 27,9
Vermögensquote Langfristige Vermögenswerte/Bilanzsumme 47,0 48,3 50,7 49,8 52,7
Vermögensdeckungsgrad I Eigenkapital1)/Langfristige Vermögenswerte 60,7 64,3 59,4 62,2 52,9
Vermögensdeckungsgrad II Eigenkapital1) und langfristiges Fremdkapital/Langfristige Vermögenswerte 165,8 153,9 137,3 157,2 137,2
Finanzierungsstruktur Kurzfristiges Fremdkapital/Fremdkapital 30,9 37,2 43,5 31,4 38,3

1) Einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter.

Investitionen

Im Jahr 2013 betrugen unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 676 Mio. € nach 734 Mio. € im Vorjahr. Von diesen waren 624 Mio. € (Vorjahr: 696 Mio. €) auszahlungswirksam. Abschreibungen fielen im gleichen Zeitraum in Höhe von 717 Mio. € (Vorjahr: 378 Mio. €) an. Diese enthielten als Sondereinflüsse gezeigte außerplanmäßige Abschreibungen von 270 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €). Um diese Sonderabschreibungen bereinigt lagen die Investitionen, unserer Wachstumsstrategie folgend, deutlich um 51 % (Vorjahr: 95 %) über den Abschreibungen.

Die Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Berichtsjahr in folgenden Bereichen:

Neubau-, Erweiterungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit
Projekte zur Steigerung der Anlagensicherheit, zur Qualitätsverbesserung und zur Einhaltung von Umweltschutzvorschriften

Bei weniger als zwei Drittel der im Jahr 2013 getätigten Investitionsausgaben handelte es sich um Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen; der restliche Anteil betraf Investitionen in die Substanzerhaltung. Dies unterstreicht unser im Abschnitt „Strategische Ausrichtung" unter Ertragsstrategie beschriebenes Ziel, durch Investitionen weiteres organisches Wachstum zu generieren.

Regional gesehen entfielen im Berichtszeitraum 34 % unserer Investitionen auf Deutschland, 20 % auf die Region EMEA (ohne Deutschland), 7 % auf Nordamerika, 7 % auf Lateinamerika und 32 % auf die Region Asien/Pazifik Bei den Investitionen am Standort Deutschland handelte es sich im Wesentlichen um Kapazitätserweiterungs- und Anlagenmodernisierungsmaßnahmen sämtlicher Segmente, insbesondere Erweiterungsinvestitionen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates sowie den Ausbau mehrerer Anlagen der Business Unit High Performance Elastomers. Der weiterhin hohe Anteil der Investitionen in der Region Asien/Pazifik ist im Geschäftsjahr vor allem auf den Neubau einer Produktionsanlage zur Herstellung des Hochleistungs-Kautschuks Neodymium-basierter Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) der Business Unit Performance Butadiene Rubbers in Singapur (Singapur) sowie auf den Neubau einer Anlage zur Herstellung von EPDM-Kautschuk unserer Business Unit Keltan Elastomers im chinesischen Changzhou zurückzuführen.

Im Segment Performance Polymers beliefen sich die Investitionen auf 405 Mio. € (Vorjahr: 455 Mio. €), von denen 385 Mio. € (Vorjahr: 434 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen standen Abschreibungen von 489 Mio. € (Vorjahr: 209 Mio. €) gegenüber. Wesentlich waren in diesem Segment insbesondere die Investitionen der Business Unit Performance Butadiene Rubbers. Die Investitionen im Segment Advanced Intermediates betrugen 113 Mio. € (Vorjahr: 104 Mio. €). Die Auszahlungen lagen mit 96 Mio. € (Vorjahr: 92 Mio. €) über den Abschreibungen von 77 Mio. € (Vorjahr: 67 Mio. €). Hierin enthalten sind unter anderem Investitionen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates zur Erweiterung der Kresol-Anlage in Leverkusen (Deutschland). Im Segment Performance Chemicals erfolgten Investitionen von 117 Mio. € (Vorjahr: 139 Mio. €), hiervon waren 111 Mio. € (Vorjahr: 135 Mio. €) auszahlungswirksam. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 127 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €). Wesentliche Investitionen stellten hierbei der Bau der CO2-Aufbereitungsanlage in Newcastle (Südafrika) der Business Unit Leather sowie die Errichtung einer Anlage mit modernster Verfahrenstechnik für Eisenoxidrot-Pigmente im chinesischen Ningbo durch die Business Unit Inorganic Pigments dar.

Bedeutende Investitionsprojekte des LANXESS Konzerns in Sachanlagen sind folgender Übersicht zu entnehmen:

Ausgewählte Investitionsprojekte 2013

scroll

Segment Standort Maßnahme
Performance Polymers
Butyi Rubber Singapur (Singapur) Neubau eines Butyikautschuk-Werks, Inbetriebnahme in Q1 2013
Performance Butadiene Rubbers Singapur (Singapur) Neubau einer Produktionsanlage für Butadien-Kautschuk, Inbetriebnahme im 1. Halbjahr 2015
High Performance Dornvagen (Deutschland) Erweiterung der Produktionskapazitäten für ChloroprenKautschuk
Elastomers Investition zur Umstellung der Verfahren zur Produktion von
Keltan Elastomers Geleen (Niederlande) EPDM-Kautschuk auf die innovative Keltan-ACETechnologie, Fertigstellung in Q2 2013
Keltan Elastomers Changzhou (China) Errichtung einer Anlage zur Herstellung von EPDMKautschuk, Inbetriebnahme in 2015
High Performance Materials Porto Feliz (Brasilien) Neubau einer Anlage zur Com poundierung von technischen Hightech-Kunststoffen, Fertigstellung in 2014
High Performance Materials Antwerpen (Belgien) Ausbau der Kapazität zur Glasfaserproduktion
High Performance Materials Antwerpen (Belgien) Neubau einer Produktionsanlage für Polyamid-Kunststoffe, Fertigstellung in 2014
Advanced Intermediates
Advanced Industrial Intermediates Leverkusen (Deutschland) Ausbau der Kresol-Produktion, Fertigstellung Mitte 2013
Performance Chemicals
Rhein Chemie Porto Feliz (Brasilien) Errichtung einer Anlage zur Produktion von Hochleistungsvulkanisationsbälgen, Inbetriebnahme in 2013
Rhein Chemie Lipetsk (Russland) Neubau einer Produktionsanlage für
Kautschukadditive und Trennmittel, Inbetriebnahme in 2013
Liquid Purification Technologies Leverkusen (Deutschland) Errichtung einer Produktionsstraße für schwach saure Kationenaustauscher, Fertigstellung Mitte 2014
Inorganic Pigments Ningbo (China) Errichtung einer Anlage mit modemster Verfahrenstechnik für Eisenoxidrot-Pigmente
Leather Changzhou (China) Errichtung einer Anlage zur Produktion von Lederchemikalien, Inbetriebnahme im April 2013
Leather Newcastle (Südafrika) Bau einer CO2-Aufbereitungsanlage, Inbetriebnahme in Q4 2013

Ausweitung des Konzernportfolios

Hinsichtlich der Ausweitung des Konzernportfolios im Geschäftsjahr 2013 verweisen wir auf den Abschnitt „Ergänzungen des Konzernportfolios" in diesem Lagebericht.

Finanzlage

Cashflow aus operativer Tätigkeit geschäftsbedingt unter Vorjahr
Zufluss aus geringerer Mittelbindung im Working Capital durch geringere Vorräte
Cashflow aus investiver Tätigkeit reflektiert umfangreiche Investitionen in Wachstumsprojekte
Zufluss aus geringerer Mittelbindung im Working Capital durch geringere Vorräte
Weiterhin solide Liquiditätsposition

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zu- und Abflüsse der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nach Arten der Geschäftstätigkeit.

Kapitalflussrechnung

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd.
Ergebnis vor Ertragsteuem 660 -239 -899
Abschreibungen 378 717 339
Sonstige Positionen -82 53 135
Zufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung Working Capital 956 531 -425
Veränderung Working Capital -118 110 228
Zufluss aus operativer Tätigkeit 838 641 -197
Abfluss aus investiver Tätigkeit -674 -342 332
Zufluss/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit 46 -260 -306
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 210 39 -171
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember 386 427 41

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung des Working Capital verringerte sich im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 425 Mio. € auf 531 Mio. €. Maßgeblich dafür war das um 899 Mio. € auf minus 239 Mio. € gesunkene Ergebnis vor Ertragsteuern. Bedingt durch eine erhöhte Anlagenbasis aufgrund unserer umfangreichen Investitionstätigkeit der vergangenen Jahre sowie die außerplanmäßigen Abschreibungen, insbesondere in den Business Units Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals, stiegen die Abschreibungen von 378 Mio. € auf 717 Mio. €. In den sonstigen Positionen des Vorjahres waren unter anderem ergebnisneutrale Auszahlungen aus rollierenden Sicherungsgeschäften für konzerninterne Fremdwährungsdarlehen enthalten, die infolge der unterjährigen Euro-Abschwächung an die Kontraktpartner zu leisten waren.

Aus der Abnahme des Working Capital gegenüber dem 31. Dezember 2012 resultierte ein Mittelzufluss von 110 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Mittelabfluss aus der Veränderung des Working Capital 118 Mio. €. Die Entwicklung im Berichtszeitraum ergab sich insbesondere aus der Veränderung der Vorräte und resultierte aus gesunkenen Rohstoffpreisen sowie dem gezielten Abbau von Beständen. Ein gegenläufiger Effekt entstand aus gesunkenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Zufluss aus operativer Tätigkeit betrug 641 Mio. € nach 838 Mio. € im Vorjahr.

Aus investiver Tätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Mittelabfluss von 342 Mio. € nach 674 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit 624 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres von 696 Mio. €. Für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten fielen, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen, Auszahlungen von 15 Mio. € an nach 44 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bei den Zukäufen des Berichtsjahres handelte es sich um die PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur (Singapur), sowie das Phosphorchemikaliengeschäft der Thermphos France S.A.R.L., Epierre (Frankreich). Die Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten von 290 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds. Gegenläufig wirkte die Auszahlung für den Verlustausgleich der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland).

Der Free Cashflow als Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit erhöhte sich um 135 Mio. € auf 299 Mio. €.

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von 260 Mio. € nach einem Mittelzufluss von 46 Mio. € im Vorjahr. Aus der Nettorückzahlung von Finanzschulden resultierte ein Mittelabfluss von 58 Mio. €. Die Zinszahlungen und sonstigen Auszahlungen des Finanzbereichs hatten mit 119 Mio. € gegenüber 123 Mio. € einen vergleichbaren Umfang wie im Vorjahr. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre der LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2012 betrug 83 Mio. € nach 71 Mio. € im Vorjahr.

Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2013 aus der Geschäftstätigkeit eine zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 39 Mio. € nach 210 Mio. € im Vorjahr. Nach Berücksichtigung der währungsbedingten und sonstigen Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 2 Mio. € resultierte zum Bilanzstichtag ein Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 427 Mio. € nach 386 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Zusammen mit dem Bestand an liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristige Geldanlage liquider Mittel in Geldmarktfonds) von 106 Mio. € nach 411 Mio. € im Vorjahr verfügte der Konzern zum 31. Dezember 2013 über eine weiterhin solide Liquiditätsposition von 533 Mio. € nach 797 Mio. € zum Jahresende 2012.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

LANXESS verfolgt eine konservative Finanzpolitik und adressiert vorausschauend finanzielle Risiken. Dabei verfolgen wir die Absicht, dem operativen Geschäft zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, unabhängig von zyklischen Schwankungen der Real- bzw. der Finanzwirtschaft. Die Verschuldungshöhe orientiert sich im Wesentlichen an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich. Über einen normalen Geschäftszyklus hinweg soll eine Verschuldung innerhalb einer Bandbreite von 1,0 bis 1,5, gemessen als Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen, erreicht werden. Neben dem Liquiditätsrisiko erstreckt sich das Finanzmanagement auf weitere finanzwirtschaftliche Risiken, wie beispielsweise Zins- oder Währungsrisiken. Auch hier verfolgen wir das Ziel, unter anderem mittels derivativer Finanzinstrumente, die sich ergebenden finanziellen Risiken zu reduzieren und damit die Planungssicherheit zu erhöhen. Detailliert wird das Management dieser Risiken im Risikobericht sowie im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente" dargestellt.

Rating des LANXESS Konzerns

Um die Ziele des Finanzmanagements zu erreichen, sind der Zugang zu den Kapitalmärkten sowie eine intakte Geschäftsbeziehung zu den nationalen und internationalen Geschäftsbanken notwendige Voraussetzungen. Entsprechend ist auch die nachhaltige Interaktion und Kommunikation mit Banken, Investoren und Ratingagenturen von wesentlicher Bedeutung. Letztere haben unsere Kreditwürdigkeit im Geschäftsjahr 2013 mit BBB bzw. Baa2, jedoch mit negativem Ausblick, bewertet. Den negativen Ausblick begründeten die Ratingagenturen unter anderem mit aktuell schwächeren Finanzkennzahlen und der Unsicherheit darüber, wie schnell diese wieder den Ratinganforderungen entsprechen werden.

Entwicklung der LANXESS Ratings und deren Ausblick seit 2009

scroll

2009 2010 2011 2012 2013
Standard & Poor's BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/negative
28.05.2009 01.09.2010 23.08.2011 31.08.2012 27.06.2013
Moody's Investors Service Baa2/stable Baa2/stable Baa2/stable Baa2/stable Baa2/negative
26.05.2009 19.05.2010 23.11.2011 26.09.2012 14.08.2013
Fitch Ratings BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/stable BBB/negative
20.07.2009 17.12.2010 22.11.2011 13.09.2012 15.08.2013

Finanzierungsanalyse

LANXESS startete mit einer sehr soliden Finanz- und Liquiditätslage in das Geschäftsjahr 2013.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2013 ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen unseres Finanzportfolios, das wir bereits im Geschäftsjahr 2012 frühzeitig wesentlich verbessert hatten. Dies umfasste auch die frühzeitige Schaffung finanzieller Reserven für die Rückzahlung der im April 2014 fälligen 500 Mio. €-Anleihe. Unser Wachstumsprogramm finanzierten wir aus dem operativen Geschäft sowie mithilfe vorhandener Liquidität und Kreditlinien.

Seit März 2009 verfügen wir über ein Debt-Issuance-Programm in Höhe von 2,5 Mrd. €. Auf dieser Basis können, angepasst an die jeweiligen Marktbedingungen und sehr flexibel hinsichtlich des Zeitpunkts und der Höhe, Schuldverschreibungen im Kapitalmarkt platziert werden. Zum 31. Dezember 2013 war der Finanzierungsrahmen von 2,5 Mrd. € durch die unter dem Programm begebenen Anleihen und Privatplatzierungen zu knapp 2,0 Mrd. € genutzt. Durch die Fälligkeit unserer 500 Mio. €-Anleihe im April 2014 wird sich die Ausnutzung des Rahmens nach Rückzahlung entsprechend reduzieren. Kapitalmarktfinanzierungen stellen insgesamt einen wichtigen Bestandteil im Finanzierungsmix von LANXESS dar und fördern die Diversifikation unserer Finanzierungsquellen.

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 167 Mio. € im Vorjahr auf 668 Mio. € zum 31. Dezember 2013. Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen aus der Umgliederung der im April 2014 fälligen 500 Mio. €-Anleihe aus den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.

In nur geringem Umfang nutzten wir Finanzierungsleasing, welches unter den finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz geführt wird. Zum 31. Dezember 2013 beliefen sich die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing auf 49 Mio. € nach 78 Mio. € im Vorjahr. Operating Leasing wird im LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Operating Leasingverhältnissen belaufen sich auf 492 Mio. € nach 496 Mio. € im Vorjahr.

LANXESS verfügte am 31. Dezember 2013 über keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungen, z.B. in Form von Factoring, Asset-Backed-Strukturen oder Projektfinanzierungen.

In Summe nahmen die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen, von 2.280 Mio. € im Jahr 2012 auf 2.264 Mio. € zum 31. Dezember 2013 ab. Die Nettofinanzverbindlichkeiten, also die Summe der so definierten Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Kasse und der liquiditätsnahen Finanzanlagen, erhöhten sich um 248 Mio. € von 1.483 Mio. € auf 1.731 Mio. €.

Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag mit 98 % nahezu auf Vorjahresniveau. Änderungen des Zinsniveaus haben deshalb in der momentanen Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzemfinanzlage. Der Anteil der in Euro in Anspruch genommenen Kredite und Anleihen lag im Berichtsjahr mit durchschnittlich 96 % auf Vorjahresniveau. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz unserer Finanzverbindlichkeiten lag zum Jahresende 2013 unverändert bei 4,8 %.

Nachfolgende Übersicht zeigt detailliert die Finanzierungsstruktur von LANXESS zum 31. Dezember 2013 einschließlich der wesentlichen Liquiditätsreserven.

Finanzierungsstruktur

scroll

Instrument Betrag in Mio. € Laufzeit bis Zinssatz in % Financial Covenant1)
Euroanleihe 2009/2014 (500 Mio. €) 500 April 2014 7,750 nein
Euroanleihe 2009/2016 (200 Mio. €) 199 September 2016 5,500 nein
Euroanleihe 2011/2018 (500 Mio. €) 497 Mai 2018 4,125 nein
Euroanleihe 2012/2022 (500 Mio. €) 493 November 2022 2,625 nein
Privatplatzierung 2012/2022 (100 Mio. €) 100 April 2022 3,500 nein
Privatplatzierung 2012/2027 (100 Mio. €) 99 April 2027 3,950 nein
CNH-Bond 2012/2015 (500 Mio. CNH) 60 Februar 2015 3,950 nein
Investitionsdarlehen 55 Dezember 2017 nein
Förderbankdarlehen 109 September 2018 nein
Sonstige Kredite 103 n/a nein
Finanzierungsleasing 49 n/a nein
Summe Finanzverbindlichkeiten 2.264
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 427 <= 3 Monate
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 106 <= 3 Monate
Summe Liquidität 533
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.731

1) Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen.

Dank der umfangreichen Finanzierungsmaßnahmen in den zurückliegenden Geschäftsjahren haben wir die Fälligkeitsstruktur unserer Finanzverbindlichkeiten kontinuierlich verbessert. Zum Aufstellungszeitpunkt lagen keine Refinanzierungsrisiken vor, da anstehende Fälligkeiten bereits frühzeitig refinanziert wurden. Die sonstigen Kredite betrafen im Wesentlichen Inanspruchnahmen von Tochtergesellschaften in Brasilien, China, Indien und Argentinien, die zum Teil 2014 fällig sind und regelmäßig, z.B. jährlich, verlängert werden.

Liquiditätsanalyse

Neben den Zahlungsmitteln von 427 Mio. € und hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen von 106 Mio. € verfügt LANXESS über weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form ungenutzter Kreditlinien. Die Anlage in Geldmarktfonds erfolgt ausschließlich in europäischen Konzerngesellschaften mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr und unterliegt damit für uns keiner Verfügungsbeschränkung. Die Zahlungsmittel werden zu rund 90 % in Konzerngesellschaften in Ländern mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr gehalten. Nur rund 10 % der Zahlungsmittel werden in Gesellschaften in regulierten Kapitalmärkten gehalten, in denen Beschränkungen zum Zahlungsmitteltransfer existieren.

Dank der guten Liquiditätslage war unsere Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2013 jederzeit gesichert. Die starke Liquiditätsposition von LANXESS wurde in 2013 auch in der Bonitätsbewertung der Ratingagenturen positiv betont.

Die mit Abstand bedeutendste Kreditlinie für LANXESS ist unsere syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,25 Mrd. €. Diese wurde im Februar 2014 um ein Jahr bis Februar 2019 verlängert und ist ein weiteres Mal um ein Jahr verlängerbar. Sie wurde bislang nur unwesentlich in Anspruch genommen. Die Kreditlinie ist als Betriebsmittel- und Investitionslinie ausgestaltet und entspricht den Markt-Usancen des europäischen syndizierten Kreditmarkts für Investment-Grade-Unternehmen mit einem Rating von BBB. Eine weitere wesentliche Kreditlinie über 200 Mio. € besteht mit der Europäischen Investitionsbank. Keiner unserer wesentlichen Kreditverträge enthält einen Financial Covenant. Insgesamt verfügten wir zum 31. Dezember 2013 wie im Vorjahr über nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von rund 1,5 Mrd. €.

In Summe ergibt sich aus dem Bestand liquider Mittel und ungenutzter Kreditlinien ein Liquiditätsspielraum von rund 2,0 Mrd. € nach 2,3 Mrd. € im Vorjahr. Die Liquiditätsreserve ist auch vor dem Hintergrund unserer angestrebten Wachstumsziele und des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds Ausdruck unserer vorausschauenden und konservativen Finanzpolitik. Unsere Zahlungsfähigkeit ist kurzfristig und langfristig gesichert.

Bond Performance Entwicklung des Credit Spread im Jahr 2013

Eine wichtige Kenngröße von Unternehmensanleihen ist neben der absoluten Kursentwicklung die relative Bewertung des unternehmensspezifischen Kreditrisikos im Vergleich zu einem Referenzzinssatz. Dieser Kreditrisikoaufschlag findet seinen Ausdruck im sogenannten Credit Spread. Aufgrund des höheren Ausfallrisikos, das mit einer längeren Restlaufzeit einer Anleihe verbunden ist, weisen länger laufende Anleihen in der Regel einen höheren Credit Spread auf. Dies gilt auch, neben Faktoren wie Liquidität und Handelsvolumen, für unsere unterschiedlichen Anleihen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Credit Spreads unserer Anleihen sowie den durchschnittlichen Credit Spread von Unternehmensanleihen mit BBB-Rating und fünf Jahren Laufzeit gegenüber der Zinsswapkurve.

Im Jahr 2013 entwickelten sich die Kreditrisikoaufschläge für Unternehmensanleihen wenig volatil und fielen dabei auf Jahressicht. Dies reflektiert die insgesamt positive Lage an den Kapitalmärkten in Europa.

Für LANXESS Anleihen entwickelten sich die Kreditrisikoaufschläge in großen Teilen des Geschäftsjahres seitwärts und lagen dabei jeweils unterhalb oder auf dem Niveau der BBB-Vergleichsgruppe. Die Entwicklung der LANXESS Credit Spreads verdeutlicht unseren guten Zugang zum Kapitalmarkt bei im Vergleich zu anderen BBB-Unternehmen günstigeren oder ähnlichen Kosten.

GESAMTAUSSAGE DER UNTERNEHMENSLEITUNG ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Das Geschäft entwickelte sich in 2013 ungünstig und war maßgeblich beeinflusst durch sinkende Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für unseren Schlüsselrohstoff Butadien, und die daraus resultierenden Anpassungen der Verkaufspreise. In allen Absatzregionen verzeichneten wir Umsätze unter Vorjahresniveau, mit unterschiedlich starken Ausprägungen.

Insgesamt lag unser Umsatz um 8,7 % unter dem Wert des Vorjahres. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeinflüsse ergab sich ein operativer Umsatzrückgang von 6,9 %, der insbesondere das Segment Performance Polymers in nahezu allen Absatzregionen betraf. Das Segment Advanced Intermediates profitierte von der überwiegend soliden Nachfrage aus dem Bereich der Agrochemikalien bei gegenläufigen Entwicklungen im Bereich Farben und Lacke. Der Geschäftsverlauf war insbesondere im Segment Performance Chemicals durch die Entwicklung der Wechselkurse belastet.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Geschäftsjahres lag bei 735 Mio. € und somit um fast 40 % unter dem Vorjahr. Auch die EBITDA-Marge sank auf 8,9 % gegenüber 13,4 % im Jahr zuvor. Sondereinflüsse aus dem Programm „Advance" sowie außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals belasteten das Konzernergebnis und führten zu einem deutlich unter dem Vorjahreswert liegenden Ergebnis je Aktie.

Wir haben den konservativen Ansatz in der Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik beibehalten. Gemäß dem Grundsatz der Stetigkeit haben wir die Bewertungsmethoden sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr angewendet. Die Eigenkapitalquote betrug 27,9 %. Der Rückgang der Bilanzsumme war insbesondere bedingt durch den Rückgang liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte, den Abbau des Working Capital sowie außerplanmäßige Abschreibungen. Für weitere Erläuterungen zu den außerplanmäßigen Abschreibungen verweisen wir auf den Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2013.

Unsere Bilanz zeigt weiterhin eine solide Liquiditätsposition. Darüber hinaus sind weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form nicht genutzter Kreditlinien vorhanden. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, belief sich vergleichbar zum Vorjahr auf rund 98 %. Änderungen des Zinsniveaus haben in dieser Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind frei von Financial Covenants.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten liegen mit 1.731 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres und führen zusammen mit einer schwächeren Ergebnisentwicklung zu einer Net Debt Ratio von 2,4, die außerhalb der über einen normalen Geschäftszyklus angestrebten Bandbreite von 1,0 bis 1,5 lag. Die Ratingagenturen haben im Geschäftsjahr 2013 die Kreditwürdigkeit unseres Konzerns weiterhin mit BBB bzw. Baa2 eingestuft, allerdings aufgrund aktuell schwächerer Kennzahlen mit negativem Ausblick.

Die Risiken, die sich aufgrund der veränderten Wettbewerbsposition durch wachsende Kapazitäten, geringere Verkaufspreise und unvorteilhaftere Rohstoff- und Energiepreise insbesondere gegenüber Wettbewerbern mit Zugang zu preisgünstigem Schiefergas ergeben, haben wir durch angemessene Korrekturen auf unsere davon betroffenen Vermögenswerte berücksichtigt. Trotz des im Geschäftsjahr erfolgten Abflusses liquider Mittel und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte beurteilen wir unsere wirtschaftliche Lage vor dem Hintergrund der langfristig ausgewogenen Finanzierungsbasis sowie der mittelfristig als intakt erachteten Megatrends weiterhin positiv.

KENNZAHLEN ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE - MEHRPERIODENÜBERSICHT

Kennzahlen

scroll

in Mio. € 2009 2010 2011 2012 2013
Ertragslage
Umsatzerlöse 5.057 7.120 8.775 9.094 8.300
EBITDA vor Sondereinflüssen 465 918 1.146 1.223 735
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 9,2% 12,9% 13,1% 13,4% 8,9%
EBITDA 422 890 1.101 1.186 624
EBIT vor Sondereinflüssen 204 635 826 847 288
EBIT 149 607 776 808 -93
EBIT-Marge 2,9% 85% 8,8% 8,9% -1,1%
Konzernergebnis 40 379 506 508 -159
Ergebnis je Aktie (€) 0,48 456 6,08 6,11 -1,91
Finanzlage
Cas hfl ow aus operativer Tätigkeit 565 430 672 838 641
Abschreibungen 273 283 325 378 717
Auszahlungen für Investitionen 275 501 679 696 624
Nettofinanzverbindlichkeiten 794 913 1.515 1.483 1.731
Vermögenslage
Bilanzsumme 5.068 5.666 6.878 7.519 6.811
Langfristige Vermögenswerte 2.382 2.738 3.489 3.747 3.592
Kurzfristige Vermögenswerte 2.686 2.928 3.389 3.772 3.219
Net Working Capital 1.096 1.372 1.766 1.849 1.679
Eigenkapital (einschl. Anteilen anderer Gesellschafter) 1.445 1.761 2.074 2.330 1.900
Pensionsrückstellungen 569 605 679 893 943
Kennzahlen
ROCE 5,9% 17,0% 17,2% 15,6% 5,8%
Eigenkapitalquote 285% 31,1% 30,2% 315% 27,9%
Vermögensquote 47,0 48,3 50,7 49,8 52,7
Vermögensdeckungsgrad I 60,7 64,3 59,4 62,2 52,9
Net Working Capital / Umsatz 21,7% 19,3% 20,1% 20,3% 20,2%
Altarbeiter (Stand zum 31.12.) 14.338 14.648 16.390 17.177 17.343

Vorjahreswerte angepasst.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER LANXESS AG

Die LANXESS AG hat vor allem die Funktion einer strategischen Holding für den LANXESS Konzern. Die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens liegen in der Verantwortung des Vorstands. Der Vorstand legt die Konzemstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung und die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds. Die wirtschaftliche Entwicklung der LANXESS AG wird hauptsächlich von den produktiven Unternehmen des LANXESS Konzerns und der Entwicklung der Chemiebranche bestimmt.

Der Jahresabschluss der LANXESS AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Umsatz und Ergebnis der LANXESS AG

Gewinn- und Verlustrechnung LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

scroll

in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
Umsatzerlöse 5 4 -20,0
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsätze erbrachten Leistungen -5 -4 -20,0
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 0 0,0
Allgemeine Verwaltungskosten -44 -39 -11,4
Sonstige betriebliche Erträge 1 2 100,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -3 -2 -33,3
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -46 -39 -15,2
Beteiligungsergebnis 283 169 -40,3
Zinsergebnis -71 -85 19,7
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -8 -14 75,0
Finanzergebnis 204 70 -65,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 158 31 -80,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -54 4 <-100
Jahresüberschuss 104 35 -66,3
Gewinnvortrag 44 13 -70,5
Einstellung in die Gewinnrücklage -52 0 -100,0
Bilanzgewinn 96 48 -50,0

Die Ertragslage der LANXESS AG wird wesentlich durch die Ergebnisabführung der LANXESS Deutschland GmbH und der LANXESS International Holding GmbH bestimmt. Diese halten die in- und ausländischen Beteiligungen.

Der Umsatz der LANXESS AG lag mit 4 Mio. € leicht unter dem Wert des Vorjahres von 5 Mio. € und entfiel auf Dienstleistungen für die LANXESS Deutschland GmbH. Nach Abzug der Herstellungskosten, die im Wesentlichen Personalaufwendungen und angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung enthielten, ergab sich ein ausgeglichenes Bruttoergebnis vom Umsatz.

Die allgemeinen Verwaltungskosten verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 Mio. € bzw. 11,4 % auf 39 Mio. €. Sie betrafen vor allem Personal- und Sachkosten der Geschäftstätigkeit, die in keinem direkten Zusammenhang mit den Konzerndienstleistungen stehen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verbesserte sich um 7 Mio. € auf minus 39 Mio. €.

Das Finanzergebnis, bestehend aus Beteiligungs- und Zinsergebnis sowie den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen, sank um 134 Mio. € bzw. 65,7 % auf 70 Mio. €. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Gewinnabführung der LANXESS Deutschland GmbH, die mit 169 Mio. € um 114 Mio. € unter dem Wert im Vorjahreszeitraum lag. Belastend wirkte die Verschlechterung des Zinsergebnisses um 14 Mio. € auf minus 85 Mio. €, die sich vor allem aus den im Berichtsjahr zusätzlich aufgenommenen Darlehen von verbundenen Unternehmen ergab.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 31 Mio. € nach 158 Mio. € im Vorjahr. Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultierte ein Ertrag von 4 Mio. €. Dieser setzte sich aus Steueraufwand für das Geschäftsjahr 2013 in Höhe von 3 Mio. € sowie aus einem Steuerertrag in Höhe von 7 Mio. € für die Vorjahre zusammen. Der Jahresüberschuss sank um 69 Mio. € auf 35 Mio. €.

Der Bilanzgewinn verringerte sich zum 31. Dezember 2013 unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages von 13 Mio. € auf 48 Mio. €.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der LANXESS AG

Bilanz LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

scroll

31.12.2012 31.12.2013 Veränd. in %
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
--- --- --- --- --- ---
AKTIVA
Finanzanlagen 757 22,3 757 23,5 0,0
Anlagevermögen 757 22,3 757 23,5 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.850 54,6 1.967 61,1 6,3
Übrige Forderungen 39 1,2 25 0,7 -35,9
Bankguthaben, Wertpapiere 734 21,7 467 14,5 -36,4
Umlaufvermögen 2.623 77,5 2.459 76,3 -6,3
Rechnungsabgrenzungsposten 6 0,2 5 0,2 -16,7
Bilanzsumme 3.386 100,0 3.221 100,0 -4,9
PASSIVA
Eigenkapital 1.219 36,0 1.171 36,4 -3,9
Rückstellungen 117 3,4 101 3,1 -13,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 68 2,0 59 1,8 -13,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.973 58,3 1.886 58,6 -4,4
Übrige Verbindlichkeiten 9 0,3 4 0,1 -55,6
Verbindlichkeiten 2.050 60,6 1.949 60,5 -4,9
Bilanzsumme 3.386 100,0 3.221 100,0 -4,9

Bedingt durch die Funktion der LANXESS AG als strategische Holding ist die Bilanz von den Finanzanlagen sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt.

Zum 31. Dezember 2013 lag die Bilanzsumme der LANXESS AG mit 3.221 Mio. € um 165 Mio. € bzw. 4,9 % unter dem Wert des Vorjahres. Das Anlagevermögen betrug unverändert 757 Mio. € und beinhaltet vor allem den Beteiligungsbuchwert der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von 739 Mio. €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme erhöhte sich von 22,3 % auf 23,5 %. Das Umlaufvermögen verringerte sich um 164 Mio. € auf 2.459 Mio. € und hatte einen Anteil an der Bilanzsumme von 76,3 % nach 77,5 % im Vorjahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassten 61,1 % der Bilanzsumme und resultierten im Wesentlichen aus dem Finanzverrechnungsverkehr und kurzfristigen Darlehensforderungen. Der Anteil der Bankguthaben und Wertpapiere an der Bilanzsumme verringerte sich von 21,7 % auf 14,5 %.

Auf der Passivseite sank das Eigenkapital um 48 Mio. € auf 1.171 Mio. €, bedingt durch die Dividendenauszahlung für das Jahr 2012, die über dem Jahresüberschuss des Berichtszeitraums lag. Die Eigenkapitalquote betrug 36,4 % nach 36,0 % zum Jahresende 2012.

Die Verbindlichkeiten verringerten sich um 101 Mio. € auf 1.949 Mio. €. Dies ist vor allem auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die mit 1.886 Mio. € um 87 Mio. € unter dem Vorjahreswert lagen. Die Rückstellungen sanken um 16 Mio. € auf 101 Mio. € und betrafen insbesondere Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie Rückstellungen für gesetzliche Verpflichtungen.

MITARBEITER

Im LANXESS Konzern waren zum 31. Dezember 2013 insgesamt 17.343 Mitarbeiter tätig nach 17.177 zum Vorjahresstichtag. Unsere Beschäftigtenzahl erhöhte sich damit im Jahresvergleich weltweit geringfügig um 166 aufgrund von längerfristigen Wachstums- und Investitionsprojekten. Unterjährig lagen die Personalzahlen über diesen Werten, zum Jahresende hin waren sie allerdings von unserem umfassenden Effizienz- und Restrukturierungsprogramm „Advance" geprägt, das bis 2015 zur Reduzierung von 1.000 Stellen weltweit führen soll. Von unseren Mitarbeitern waren 14.139 bzw. 81,5 % Männer und 3.204 bzw. 18,5 % Frauen. Die Zahl unserer Mitarbeiter nichtdeutscher Nationalität belief sich auf 9.639. Darüber hinaus verfügten weltweit 819 Mitarbeiter über einen befristeten Arbeitsvertrag. In der LANXESS AG waren zum Stichtag 144 Mitarbeiter nach 141 im Vorjahr beschäftigt.

In unseren deutschen Kemgesellschaften lag die Teilzeitquote zum Bilanzstichtag bei 7,6 %. Die Schwerbehindertenquote der deutschen Gesellschaften betrug 5,4 %. Darüber hinaus vergeben wir regelmäßig Aufträge an deutsche Behindertenwerkstätten.

Zum 31. Dezember 2013 beschäftigte der LANXESS Konzern in der Region EMEA (ohne Deutschland) 3.444 Mitarbeiter nach 3.442 Mitarbeitern im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten von 8.072 auf 8.117. In der Region Nordamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 1.526 nach 1.553 zum 31. Dezember 2012 und in Lateinamerika auf 1.560 nach 1.626 im Vorjahr. In der Region Asien/Pazifik beschäftigten wir zum Bilanzstichtag 2.696 Personen, das sind 212 mehr als noch vor Jahresfrist.

Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 1.339 Mio. € (Vorjahr: 1.392 Mio. €). Löhne und Gehälter machten mit 1.006 Mio. € (Vorjahr: 1.097 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben betrugen 194 Mio. € (Vorjahr: 193 Mio. €), die Aufwendungen für Altersversorgung 128 Mio. € (Vorjahr: 92 Mio. €) und die Aufwendungen für soziale Unterstützung 11 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €).

Arbeitsbedingungen und Personalstrategie

Unser unternehmerischer Erfolg beruht ganz wesentlich auf der Leistung, der Umsetzungsstärke und dem Engagement unserer Mitarbeiter. Nur ihre stetige Ausbildung und Entwicklung insbesondere im Hinblick auf Veränderungs- und Innovationsfähigkeit gewährleistet, dass wir unsere Unternehmensziele gerade auch in herausfordernden Zeiten nicht aus den Augen verlieren und die Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS langfristig weiter erhöhen. Mit gelebter sozialer Verantwortung, attraktiven Aufgabenstellungen in einem internationalen Arbeitsumfeld, einer leistungs- und marktgerechten Vergütung sowie einer Kultur, die Vielfalt, Führung und Veränderungsfähigkeit fördert, eröffnen wir unseren Mitarbeitern Entwicklungschancen, auch außerhalb ihres Heimatlandes.

Mehrere Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene unterstrichen auch im Geschäftsjahr 2013 den Erfolg unserer Personalstrategie: In der jährlich vom Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) durchgeführten Befindlichkeitsumfrage erreichten wir erstmals den Spitzenplatz. Bereits zum dritten Mal nach 2009 und 2011 wurden wir in China vom CRF Institute als „China's Top Employer" ausgezeichnet.

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Personalarbeit lag im Berichtszeitraum darauf, interne wie externe Veränderungstreiber zu identifizieren und daraufhin strategisch stimmige, global anwendbare Antworten für die Organisation zu finden. Handlungsfelder sind hierbei Themen wie Qualitätsmanagement, Führung und Dialog, Diversity & Inclusion sowie Organisationsberatung und Change Management.

Neben der Entwicklung und Implementierung innovativer Instrumente, mit denen wir den demografi-

schen Herausforderungen begegnen, ist es unser wichtigstes langfristiges personalstrategisches Ziel, weltweit eine Vielfalt an Talenten für LANXESS zu gewinnen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Unsere Vielfalt wollen wir insbesondere hinsichtlich Alter, Nationalität und Geschlecht stärken, was auch den Schwerpunkt unserer Vorstandsinitiative „Diversity & Inclusion" darstellt. Im Rahmen von „Diversity & Inclusion" haben wir uns ein klares Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 wollen wir auf freiwilliger Basis rund 20 % der Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen. Aktuell liegt dieser Anteil bei 15,1 %. Wir entwickeln stetig neue Instrumente, um LANXESS als Arbeitgebermarke zu positionieren und weltweit sowohl Nachwuchstalente als auch erfahrene Arbeitskräfte anzusprechen, zu integrieren und an das Unternehmen zu binden. Im Rahmen zahlreicher interner und externer Veranstaltungen beziehen wir unsere Mitarbeiter eng mit ein und machen LANXESS so als Arbeitgeber authentisch erlebbar. Gezielt haben wir gemeinsam mit unseren Fachabteilungen den Kontakt zu Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Studenteninitiativen weltweit ausgebaut und sind Kooperationen eingegangen. Dazu gehört auch das Deutschlandstipendium, eine Initiative der deutschen Bundesregierung. Im Berichtsjahr förderten wir unverändert an acht Hochschulen insgesamt 50 Studierende.

In unseren Managementprogrammen legen wir Wert auf einen ganzheitlichen Führungsansatz. Diese Programme ebenso wie unser globales Sales-Programm ILSA fördern die Produktivität und Veränderungsfähigkeit der Organisation und unterstützen so weltweit das nachhaltige Wachstum unseres Unternehmens.

Die enge Abstimmung mit den Sozialpartnern Gewerkschaften wie Arbeitgeberverbänden als Prinzip gelebter Mitbestimmung gehört zu den konstituierenden Pfeilern unserer Personalpolitik. Weltweit fallen 68 % unserer Mitarbeiter unter Bestimmungen von Tarifverträgen, in Deutschland knapp 90 %.

Im engen Dialog mit den Gremien der Arbeitnehmervertreter in Deutschland, in Europa und weltweit diskutieren wir regelmäßig die Unternehmensziele und binden die Gremien frühzeitig bei organisatorischen Änderungen ein. In Deutschland beträgt die Mitteilungsfrist für Betriebsänderungen vier Wochen.

Vergütung und Mitarbeiterbeteiligung

Wir streben ein leistungsgerechtes Vergütungssystem an, das sowohl den Unternehmenserfolg als auch die jeweilige persönliche Leistung unserer Mitarbeiter widerspiegelt. Für 88 % unserer Mitarbeiter sind Vergütungssysteme etabliert, die neben festen Bezügen auch variable Vergütungskomponenten enthalten. Zur Anerkennung individueller Leistungen haben unsere Führungskräfte die Möglichkeit, außergewöhnliche Leistungen eines Mitarbeiters zeitnah und unbürokratisch zu honorieren. Im Geschäftsjahr 2013 wurden auf diese Weise allein für außergewöhnliche Einzelleistungen weltweit 9,1 Mio. € vergeben.

Zudem haben wir im Geschäftsjahr 2013 erneut ein Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsprogramm aufgelegt. Im Rahmen des LANXESS Aktienplans konnten alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des LANXESS Konzerns LANXESS Aktien mit einem Kursabschlag von 50 % erwerben. Die Aktien wurden zu einem durchschnittlichen Kaufkurs von 44,59 € an der Frankfurter Wertpapierbörse erworben. Die Beteiligungsquote lag bei 76 %. Insgesamt hielten unsere Mitarbeiter und Vorstände zum Bilanzstichtag im Rahmen von Beteiligungsprogrammen rund 1 % der LANXESS Aktien.

Für die Jahre 2010 bis 2013 wurde bei LANXESS für den Vorstand und die oberen Führungsebenen als Nachfolger des Long Term Incentive Plan (LTIP) eine neue langfristige Vergütungskomponente aufgesetzt: der Long Term Stock Performance Plan 2010 2013 (LTSP). Der LTSP besteht aus vier jeweils vierjährigen Tranchen. Dabei wird die Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM über eine Laufzeit von vier Jahren gemessen. Die Beteiligungsquote liegt bei 89 %.

Ausbildung

Die Ausbildung junger Menschen hat für uns sowohl als Beitrag zur Zukunftssicherung des Unternehmens als auch im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung von jeher einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2013 verstärkten wir nochmals unsere Aktivitäten im Bereich des Ausbildungsmarketings in unterschiedlichen Medien und beteiligten uns regional an allen wichtigen Ausbildungsmessen sowie Besuchen in Schulen. Mit eigenen Events wie „NeXt Azubi" sprechen wir gezielt interessierte junge Menschen an und geben ihnen wertvolle Orientierungshilfe für ihre spätere Berufswahl. Erneut nahmen wir 2013 auch am „Girls` Day" teil. Mit unserem Einstiegsqualifizierungsprogramm „XOnce" geben wir darüber hinaus jungen Menschen mit fehlender Ausbildungsreife in einer einjährigen Fördermaßnahme eine sinnvolle Hilfestellung auf dem Weg in die spätere Ausbildung.

In Deutschland ist bei LANXESS eine Kombination von Ausbildung und Studium genauso möglich wie die klassische naturwissenschaftliche, technische oder kaufmännische Ausbildung in unseren Betrieben und Abteilungen. Zur langfristigen Fachkräftesicherung haben wir im Berichtszeitraum das Angebot der dualen Studiengänge im Bereich der Ingenieurwissenschaften erweitert.

Zum Stichtag 31. Dezember 2013 wurden deutschlandweit 456 junge Menschen in 19 unterschiedlichen Berufsbildern ausgebildet. Im Vorjahr hatte sich die Zahl der Auszubildenden auf 386 und die Zahl der Ausbildungsberufe auf 16 belaufen. Wir geben jungen Menschen deutlich über den eigenen Bedarf hinaus die Chance auf eine fundierte Ausbildung. Zum neuen Ausbildungsjahr im Herbst 2013 begannen 159 junge Menschen (125 Männer und 34 Frauen) eine Ausbildung in unserem Haus. Daneben bilden wir derzeit 18 Teilnehmer in fünf dualen Studiengängen aus. Im Geschäftsjahr 2013 haben wir in Deutschland fast 80 % der Ausbildungsprüflinge auf befristete und unbefristete Stellen übernommen.

Unter dem Motto „Prepare for the Future" stellen wir jedes Jahr besonders qualifizierte Hochschulabsolventen für unser Internationales Corporate Trainee-Programm ein. Unser damit verbundenes Ziel ist es, die Teilnehmer auf eine internationale Karriere im LANXESS Konzern vorzubereiten und weltweit einen Pool von international ausgerichteten Nachwuchsführungskräften aufzubauen. Im Geschäftsjahr 2013 lag der Fokus auf den Bereichen Controlling, Finanzen und Ingenieurwesen. Seit Beginn des Programms konnten wir bereits 67 international orientierten Hochschulabsolventen ein breites Spektrum an qualifizierten Einstiegsstellen als Trainee anbieten. Darüber hinaus bieten wir in verschiedenen Ländern darunter Brasilien, China, Indien und die USA lokale Trainee-Programme an.

Personalentwicklung

Wir legen großen Wert darauf, Mitarbeiter über ihre gesamte Karriere und unabhängig vom Alter zu motivieren, sich weiterzubilden und neue Herausforderungen innerhalb des Konzerns anzunehmen. Zur individuellen Förderung unserer Talente ist bei LANXESS ein mehrstufiges und systematisches Verfahren globaler Personalentwicklungskonferenzen etabliert, in dem künftige Führungskräfte weltweit hinsichtlich ihrer Leistungen und Potenziale regelmäßig betrachtet werden.

Spezielle modulare und mehrdimensionale Programme für angehende Führungskräfte, mit denen wir diese auf spätere Aufgaben vorbereiten, wurden innerhalb der LANXESS Academy fortgesetzt. An diesen Corporate-Programmen nahmen im Berichtszeitraum 188 Mitarbeiter, unter ihnen 43 Frauen, teil. Im Rahmen unseres Effizienzprogramms „Advance" bündelten wir die Führungsseminare für Führungskräfte der verschiedenen Ebenen und richteten eine neue Art von Training ein. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen praktische Führungsfähigkeiten und die Motivation von Teams in Veränderungsprozessen.

Das funktionale Training für unsere globalen Vertriebsmitarbeiter setzten wir 2013 unter dem Dach der LANXESS Academy in didaktisch optimierter Form fort. Die International LANXESS Sales Academy (ILSA) ist ein einjähriges modulares Programm, in dem wir sowohl die fachspezifische als auch die soziale Kompetenz unserer Vertriebsmitarbeiter weiterentwickeln. Es ergänzt die in den Business Units und den Ländern existierenden Programme in idealer Weise, indem es einen länder- und Business-Unit-übergreifenden Kontakt- und Erfahrungsaustausch ermöglicht. Wir sehen in der gezielten Qualifikation unserer globalen Vertriebsteams einen wesentlichen Erfolgsfaktor für den weiteren Ausbau unserer Kundenbeziehungen und ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber unseren Wettbewerbern auf den globalen Märkten. Insgesamt nahmen bisher knapp 250 Vertriebsmitarbeiter der ersten Ebenen aus aller Welt teil.

Arbeitssicherheit

Zentraler Indikator für die Bewertung der Arbeitssicherheit im LANXESS Konzern ist die MillionArbeitsstunden-Quote (MAQ). Diese lag im Jahr 2013 bei 3,3 gegenüber 3,4 im Jahr 2012. Unsere Analysen haben ergeben, dass sich die Anzahl der Ausfalltage pro Unfall deutlich verringert hat. Dies weist auf eine abnehmende Unfallschwere hin. Den Rückgang der Unfallschwere können wir auf eine erhöhte Sensibilität unserer Mitarbeiter für das Thema Arbeitssicherheit zurückführen. Die Sensibilität wiederum ist durch eine verstärkte Präsenz des Themas Arbeitssicherheit im Jahr 2013 verbessert worden.

Ideenmanagement

Gute Ideen der Mitarbeiter, mit denen sich Arbeitsabläufe, verfahrenstechnische Prozesse und die hierbei genutzten Einrichtungen verbessern lassen, machen sich bezahlt. Mit einem Ideenmanagementsystem bzw. betrieblichen Vorschlagswesen fördern wir die Entwicklung, Bearbeitung und Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen systematisch, um so fortlaufend Impulse zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes zu erhalten. 2013 wurden in unseren deutschen Gesellschaften 3.085 neue Vorschläge von unseren Mitarbeitern eingereicht, was einer Tausend-Mann-Quote von 417 entspricht. Im gleichen Zeitraum wurden 1.306 Ideen mit einem Gesamtnutzen von 2,4 Mio. € realisiert. Neben der damit verbundenen Kostenersparnis verbesserten 824 Vorschläge zusätzlich die Arbeitssicherheit und den Umweltschutz.

VERGÜTUNGSBERICHT

Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns sowie die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens, wobei auch das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und zur Belegschaft sowohl insgesamt als auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt wird. Die Vergütungsstruktur ist ferner darauf ausgerichtet, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung setzt.

Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung der LANXESS AG am 28. Mai 2010 gebilligt. Es fand beim Abschluss aller Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands Anwendung.

Die Bestandteile der Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind die feste Jahresvergütung, die variablen Vergütungskomponenten Annual Performance Payment, Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan und Long Term Performance Bonus sowie die Altersversorgung. Die drei variablen Komponenten orientieren sich am jährlichen und insbesondere am mehrjährigen Erfolg von LANXESS. Der Vergütungsmix bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung ist mit 31 % fester Jahresvergütung und 69 % variabler Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert. Die laufenden Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder weisen neben der Festvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsteile auf. Eine darüber hinausgehende, gesonderte Begrenzung der Gesamtvergütung auch unter Einschluss eines möglichen Ermessensbonus sehen sie nicht vor.

Vergütungsmix Vorstandsbezüge

scroll

in %
Feste Jahresvergütung 31
Annual Performance Payment 35
Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan 20
Long Term Performance Bonus 14
100

Feste Jahresvergütung:

Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z.B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung vergleichbarer Unternehmen ausgerichtet. Der Gesamtbetrag der erfolgsunabhängigen Bezüge belief sich für das Geschäftsjahr 2013 auf 3.124 T€ (Vorjahr: 2.678 T€).

Variable Vergütung:

Die jährliche erfolgsabhängige Komponente der variablen Vergütung ist das Annual Performance Payment (APP). Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen und weiteren Bedingungen, die der Aufsichtsrat vor Beginn des jeweiligen Geschäftsjahrs festgelegt hat, wie z.B. dem Erreichen bestimmter EBITDA-Ziele des Konzerns. Bei 100 %iger Zielerreichung entspricht es 115 % der festen Jahresvergütung. Die maximale Höhe ist auf Auszahlung von 200 % dieser variablen Vergütungskomponente beschränkt. Die im Geschäftsjahr 2013 gewährten Bezüge aus dem erfolgsabhängigen APP beliefen sich auf 1.653 T€. Die tatsächliche Auszahlung im Jahr 2014 kann von diesem im Voraus berechneten Betrag abweichen.

Weiteres Element der variablen Vergütung ist der sogenannte Long Term Incentive Plan (LTIP). Diese Vergütungskomponente bemisst sich an der Kursentwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Der LTIP berücksichtigt die vom Gesetzgeber geforderte stärkere Ausrichtung am mehrjährigen Unternehmenserfolg. Der LTIP erstreckt sich ab dem Startzeitpunkt 2008 über drei jeweils dreijährige Tranchen. Die Teilnahme erforderte ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 13 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für insgesamt fünf Jahre gesperrt. Zahlungen aus dem LTIP erfolgen ausgehend vom jeweiligen Startzeitpunkt erstmals nach drei Jahren, soweit definierte Bedingungen eingetreten sind. Bei einer 100 %igen Zielerreichung steht pro Tranche eine Auszahlung in Höhe von 50 % des individuellen Zieleinkommens an. Das Zieleinkommen ergibt sich aus der festen Jahresvergütung zuzüglich des APP unter Annahme einer 100%igen Zielerreichung.

Der LTIP wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010 durch die Zusage von zwei anderen langfristigen variablen Vergütungskomponenten abgelöst. Es handelt sich hierbei um den Long Term Stock Performance Plan (LTSP) und den Long Term Performance Bonus (LTPB).

Der LTSP erstreckt sich über vier jeweils vierjährige Tranchen und basiert weiterhin auf der Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Im Vergleich zum bisherigen LTIP wurde bei diesem neuen Programm die mögliche Auszahlung pro Tranche bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung von 50 % auf 30 % des individuellen Zieleinkommens abgesenkt. Die Teilnahme am LTSP erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für durchschnittlich fünf Jahre gesperrt.

Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [14] erfolgten Angaben verwiesen.

Da die beizulegenden Zeitwerte der LTSP-Anrechte, die bereits zum Jahresanfang bestanden, deutlich zurückgegangen sind, ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoertrag (Vorjahr: Aufwand) aus der anteilsbasierten Vergütung. Hiervon betreffen 385 T€ (Vorjahr: 1.726 T€) die Herrn Dr. Heitmann gewährten Anrechte, 56 T€ (Vorjahr: 118 T€) die Anrechte von Herrn Dr. Düttmann und jeweils 223 T€ (Vorjahr: 991 T€) die Anrechte der Herren Dr. Breuers und Dr. van Roessel.

Der LTPB als dritte variable Komponente berücksichtigt ebenfalls eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Zielerreichungen werden erst nach zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APPZielerreichungen der beiden Geschäftsjahre. Unter der Annahme einer durchschnittlichen APP-Zielerreichung von 100 % beträgt der LTPB 45 % der festen Jahresvergütung. Die für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 (Vorjahr: 2011 und 2012) berücksichtigten Bezüge aus dem erfolgsabhängigen LTPB beliefen sich auf 977 T€ (Vorjahr: 1.843 T€). Die tatsächliche Auszahlung in 2014 bzw. 2015 kann von diesen im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Vergütung des Vorstands

scroll

Erfolgs unabhängige Vergütung Erfolgsbezogene Vergütung
in T€ Jahr Festvergütung Sachbezüge und sonstige Jahrestantieme1 Zahlung für Vorjahre' LTPB (mehrjährig)3
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. Axel C. Heitmann 2013 1.000 130 6154 34 323
2012 900 119 1.798 320 703
Dr. Werner Breuers 2013 613 51 346 5 0 218
2012 500 54 972 200 380
Dr. Bernhard Düttmann 2013 613 57 346 5 0 218
2012 500 61 972 110 380
Dr. Rainier van Roessel 2013 613 47 346 5 0 218
2012 500 44 972 200 380
Summe 2013 2.839 285 1.653 34 977
Summe 2012 2.400 278 4.714 830 1.843

scroll

Bezüge aus gewährten LTSP-Anrechten
in T€ Barvergütung gesamt Stück Beizulegende Zeitwerte Gesamtvergütung
--- --- --- --- ---
Dr. Axel C. Heitmann 2.102 596.625 328 2.430
3.840 564.375 282 4.122
Dr. Werner Breuers 1.228 322.500 177 1.405
2.106 322.500 161 2.267
Dr. Bernhard Düttmann 1.234 322.500 177 1.411
2.023 322.500 161 2.184
Dr. Rainier van Roessel 1.224 322.500 177 1.401
2.096 322.500 161 2.257
5.788 1.564.125 859 6.647
10.065 1.531.875 765 10.830

1) Auszahlung in 2013 bzw. in 2014.

2) Auszahlung in 2012 bzw. 2013

3) Auszahlung zu jeweils 50%in 2014 bzw. 2 015.

4) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 6 %der Festvergütung reduziert.

5) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 10 %der Festvergütung reduziert.

Altersversorgung:

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall an die Hinterbliebenen erbracht werden.

Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen von der Gesellschaft zu erbringenden Grundbeitrag in Höhe von jeweils 25 % der Festvergütung (Funktionseinkommen) und des APP vorsieht. Für den auf das APP bezogenen Beitrag wird ab dem Geschäftsjahr 2013, unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung, maximal der Betrag einer 100 %igen Zielerreichung zugrunde gelegt. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu leisten. Dieser Eigenbeitrag kann von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die für einzelne Vorstandsmitglieder als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.

Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) beliefen sich im Konzernabschluss 2013 auf insgesamt 1.264 T€ (Vorjahr: 815 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2013 aktiven Vorstände lag bei 21.740 T€ (Vorjahr: 18.248 T€). Die Kosten für die im Jahr 2013 erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) bzw. der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2013 einschließlich erworbener Besitzstände betragen nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der IFRS für Herrn Dr. Heitmann 376 T€ bzw. 12.743 T€ (Vorjahr: 257 T€ bzw. 10.924 T€), für Herrn Dr. Breuers 376 T€ bzw. 2.323 T€ (Vorjahr: 271 T€ bzw. 2.173 T€), für Herrn Dr. Düttmann 394 T€ bzw. 1.584 T€ (Vorjahr: 204 T€ bzw. 944 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 118 T€ bzw. 5.090 T€ (Vorjahr: 83 T€ bzw. 4.207 T€).

Die nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche beliefen sich im Jahresabschluss 2013 auf insgesamt 3.470 T€ (Vorjahr: 2.199 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2013 aktiven Vorstände lag bei 18.565 T€ (Vorjahr: 15.095 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2013 einschließlich erworbener Besitzstände beträgt nach den Rechnungslegungsgrundsätzen des HGB für Herrn Dr. Heitmann 10.712 T€ (Vorjahr: 8.882 T€), für Herrn Dr. Breuers 2.028 T€ (Vorjahr: 1.850 T€), für Herrn Dr. Düttmann 1.348 T€ (769 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 4.477 T€ (Vorjahr: 3.594 T€).

Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands lag zum 31. Dezember 2013 nach den

Rechnungslegungsvorschriften der IFRS bei 11.578 T€ (Vorjahr: 11.411 T€) und nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bei 9.734 T€ (Vorjahr: 9.313 T€).

An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen von 308 T€ (Vorjahr: 479 T€).

Der Vorstand verfügte im Geschäftsjahr 2013 über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richteten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalteten unabhängig von der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen zuzüglich des APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung.

Weitergehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LANXESS AG erhalten danach eine jährliche Festvergütung in Höhe von 80 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache der Festvergütung, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten zusätzlich ein Halb der festen Vergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich ein weiteres Halb der festen Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem anderen Ausschuss als dem Prüfungsausschuss den Vorsitz führen, erhalten zusätzlich ein Viertel der Festvergütung. Insgesamt erhält ein Mitglied des Aufsichtsrats jedoch maximal das Dreifache der Festvergütung.

Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern ihre Auslagen erstattet. Zusätzlich erhalten die Aufsichtsratsmitglieder 1,5 T€ Sitzungsgeld für jede Aufsichtsratssitzung und für jede Ausschusssitzung, an der sie teilnehmen. Allerdings wird die Teilnahme an Sitzungen des Ausschusses gem. § 27 Abs. 3 MitbestG und des Nominierungsausschusses nicht vergütet. Für Aufsichtsratsmandate in Konzerngesellschaften wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats nur eine Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von jeweils 5 T€ gezahlt.

Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete variable Vergütungskomponente, die sich auf die gewöhnliche Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds (fünf Jahre) bezieht. Die variable Vergütungskomponente wird anders als die fixe Vergütung nicht jedes Jahr gezahlt, sondern nur einmal zum Ende der gewöhnlichen Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds. Ist ein Aufsichtsratsmitglied kürzer im Amt, vermindert sich der Betrag entsprechend.

Ob die variable Vergütung zur Auszahlung gelangt, hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs von LANXESS im Vergleich zum Vergleichsindex Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM in den fünf Jahren vom Beginn des Mandats bis zum Ende des Mandats eines Aufsichtsratsmitglieds entwickelt. Verglichen werden der Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, in der die Aufsichtsratsmitglieder bestellt wurden, mit dem Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, mit deren Beendigung das Mandat der Aufsichtsratsmitglieder endet. Nur wenn der Aktienkurs sich besser als der Vergleichsindex entwickelt hat, wird die variable Vergütung fällig. Die genaue Höhe der variablen

Vergütung bemisst sich wiederum danach, um wie viel sich der Aktienkurs besser als der Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren entwickelt. Bei einem Unterschied von bis zu 10 %-Punkten wird für diesen Zeitraum von fünf Jahren eine Vergütung von 50 T€ fällig, zwischen 10 und 20 %-Punkten 100 T€, darüber 150 T€.

Im Geschäftsjahr 2013 kam es zu keiner Auszahlung der variablen Vergütung.

Der erwartete Vergütungsanspruch für die nach der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 begonnene Mandatszeit der Aufsichtsratsmitglieder mit einer Dauer bis zur Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließt, wurde zum 31. Dezember 2013 mit insgesamt 1.800 T€ (Vorjahr: 1.800 T€) bewertet und als Rückstellung ausgewiesen.

Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen hat im Berichtszeitraum keines der Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Mandatstätigkeit die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Bezüge erhalten.

Vergütung des Aufsichtsrats1)

scroll

in € Jahr Feste Vergütung LANXESS AG Vergütung der Ausschusstätigkeit LANXESS AG Sitzungsgeld Feste Vergütung LANXESS Deutschland GmbH Gesamt
Dr. Rolf Stomberg, Vorsitzender 2013 240.000 0 16.500 5.000 261.500
2012 240.000 0 16.500 5.000 261.500
Ulrich Freese, stellv. Vorsitzender 2013 120.000 40.000 16.500 5.000 181.500
2012 120.000 40.000 13.500 5.000 178.500
Axel Berndt 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Rudolf Fauß 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Friedrich Janssen 2013 80.000 96.548 18.000 5.000 199.548
2012 80.000 80.000 15.000 5.000 180.000
Robert J. Koehler 2013 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Rainer Laufs 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Thomas Meiers 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Dr. Ulrich Middelmann 2013 40.110 20.055 7.500 2.507 70.172
(verstorben am 2. Juli 2013) 2012 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Claudia Nemat 2013 35.068 0 3.000 2.192 40.260
(zeitanteilig ab 25. Juli 2013) 2012 0 0 0 0 0
Hans-Jürgen Schicker 2013 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
2012 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Gisela Seidel 2013 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
2012 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Theo H. Walthie 2013 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
2012 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
Summe 2013 1.155.178 476.603 183.000 59.699 1.874.480
Summe 2012 1.160.000 480.000 184.500 60.000 1.884.500

1) Beträge ohne Umsatzsteuer.

BERICHTERSTATTUNG NACH §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB

Zu den Vorschriften der §§ 289 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 und 315 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 HGB geben wir folgende Erläuterungen ab:

1. Zum 31. Dezember 2013 beträgt das Grundkapital der LANXESS AG 83.202.670 € und ist eingeteilt in 83.202.670 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien bestimmen sich nach dem Aktiengesetz.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Teilnehmer an Mitarbeiteraktien-Programmen einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Aktien.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der LANXESS AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden uns nicht gemeldet.

4. Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

5. Über Mitarbeiteraktienprogramme sind Arbeitnehmer direkt am Kapital der LANXESS AG beteiligt. Es bestehen keine Beschränkungen, die Kontrollrechte aus diesen Aktien unmittelbar auszuüben.

6. Für die Bestellung und Abberufung des Vorstands gelten die §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Die Bestellung erfordert mindestens zwei Drittel der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Für Satzungsänderungen ist gemäß § 179 AktG die Hauptversammlung zuständig. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden nach § 17 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreibt. Weitere Regelungen in der Satzung werden hierzu nicht getroffen. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung der LANXESS AG beschließen.

7. Der Vorstand der LANXESS AG hat die folgenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:

Eigene Aktien

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 18. Mai 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Mai 2016 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Ferner ist er ermächtigt, sie zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu verwenden sowie die Aktien Inhabern der von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die ein Wandlungs- oder Optionsrecht gewähren oder eine Wandlungsoder Optionspflicht bestimmen, in dem Umfang zu gewähren, in dem ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft zustehen würde. In den vorgenannten Fällen ist außer bei der Einziehung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand kann bei der Begebung von Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben,
soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Optionsoder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde,
bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten,
wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/-pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind.

Genehmigtes Kapital I und II

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandelund/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung.

8. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG enthalten Regelungen über ein mögliches Ausscheiden der Mitglieder des Vorstands bei einem Kontrollwechsel. Diese sind im Vergütungsbericht des Lageberichts dargestellt. Solche Vereinbarungen bestehen auch zwischen der Gesellschaft und Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene, jedoch zu anderen Konditionen. Weiterhin können die Bedingungen für die Platzierungen von Schuldverschreibungen, die unter dem bei der Gesellschaft bestehenden Debt-Issuance-Programm ausgegeben werden, Change-of-Control-Klauseln vorsehen, die in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen zu einem Rückgaberecht der Gläubiger führen können. Dies ist der Fall für die im Geschäftsjahr 2009 von der LANXESS Finance B.V. begebenen Euroanleihen im Volumen von 500 Mio. € und 200 Mio. €, für die im Geschäftsjahr 2011 im Volumen von 500 Mio. € von der LANXESS Finance B.V. begebene Euroanleihe, die von der LANXESS Finance B.V. im Februar 2012 im Volumen von 500 Mio. CNH begebene Anleihe sowie die ebenfalls von der LANXESS Finance B.V. im November 2012 begebene Euroanleihe im Volumen von 500 Mio. €. Alle diese Anleihen werden von der LANXESS AG garantiert. Entsprechende Change-of-Control-Klauseln sehen die Bedingungen für zwei im Geschäftsjahr 2012 unter dem Debt-Issuance-Programm durch die LANXESS Finance B.V. erfolgte Privatplatzierungen im Volumen von jeweils 100 Mio. € vor. Diese werden ebenfalls von der LANXESS AG garantiert. Die Gesellschaft hat mit einer Großbank einen Kreditvertrag über 92,5 Mio. € geschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt bzw. die Rückzahlung ausstehender Darlehensbeträge verlangt werden, wenn eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Gleiches gilt für zwei weitere Kreditverträge, die die LANXESS Finance B.V. im Geschäftsjahr 2011 mit Investitionsbanken über 200 Mio. € und 120 Mio. € geschlossen hat. Ferner besteht zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium ein Vertrag über einen Kreditrahmen von derzeit 1.250 Mio. €. Auch dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Darüber hinaus besteht nach Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und dem LANXESS Pension Trust e.V. die Verpflichtung der Gesellschaft, im Falle eines Kontrollwechsels erhebliche Einzahlungen an den LANXESS Pension Trust e.V. vorzunehmen.

9. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG sowie Anstellungsverträge von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene der LANXESS AG enthalten Entschädigungsvereinbarungen für dort näher definierte Fälle eines Kontrollwechsels.

BERICHTERSTATTUNG NACH § 289A HGB

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 289a des Handelsgesetzbuches vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben. Die Erklärung ist den Aktionären zugänglich gemacht worden und kann unter www.lanxess.de, Investor Relations, Corporate Governance, jederzeit eingesehen werden.

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem 31. Dezember 2013 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG zu erwarten ist.

Der Aufsichtsrat der LANXESS AG hat in einer außerordentlichen Sitzung die Beendigung der Tätigkeit von Dr. Axel C. Heitmann als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der LANXESS AG beschlossen. Als seinen Nachfolger hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. April 2014 Herrn Matthias Zachert bestellt. Bis zum Eintritt von Herrn Zachert in den Vorstand wird LANXESS Finanzvorstand Dr. Bernhard Düttmann die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden wahrnehmen.

RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT

Voraussichtliche Entwicklung der Rahmenbedingungen

Allgemeine Rahmenbedingungen

LANXESS rechnet damit, dass sich das globale Wachstum 2014 im Vergleich zum Vorjahr beschleunigen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,0 % steigen wird. In den Industriestaaten gehen wir von besseren Wachstumsaussichten im Vergleich zum Vorjahr aus. So nehmen wir auch für die Eurozone eine Erholung an, auch wenn Risikofaktoren wie die Staatsverschuldung infolge der Finanz-und Wirtschaftskrise hier nach wie vor bestehen bleiben. Für Westeuropa sehen wir deshalb ein leichtes Wachstum von 1,0 %. In Mittel- und Osteuropa schätzen wir das Wachstum etwas höher ein und gehen hier für 2014 von 2,5 % aus. Für die NAFTA-Region erwarten wir ebenfalls eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr und nehmen hier ein BIP-Wachstum von 2,5 % an. Wir gehen davon aus, dass insbesondere die USA angesichts eines verbesserten Umfelds im Bausektor sowie einer anziehenden Industrieproduktion zu diesem Wachstum beitragen können.

Für die Schwellenländer sehen wir im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls bessere Wachstumsperspektiven. Der chinesische Wirtschaftsraum sollte 2014 von der langsamen Erholung der Exportmärkte profitieren können, sein Wachstum dürfte aber mit 7,5 % noch vergleichsweise verhalten ausfallen. Für Indien prognostizieren wir ebenfalls eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation bei mittelfristig noch gedämpfter Dynamik. Im Jahr 2014 könnte das Wachstum in Indien so 5,5 % erreichen. Brasilien wird aus unserer Sicht im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein dynamischeres Wachstum aufweisen und um 3,0 % zulegen.

Neben den genannten Risiken in Europa bestehen auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern Risiken, die das globale Wachstum im Jahr 2014 beeinflussen können. Hierzu zählt die politische Instabilität in Thailand, aber auch die mögliche weitere Eskalation im Inselstreit zwischen China und Japan. Ein zusätzlicher Risikofaktor ergibt sich aus einer Eskalation in den geopolitischen Krisenregionen wie Syrien oder Korea.

Erwartetes BIP-Wachstum

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) Bruttoinlandsprodukt
2014 2015 2016-2018
--- --- --- ---
Amerika 2,5 3,5 3,5
NAFTA 2,5 3,0 3,0
Lateinamerika 3,5 4,0 4,0
EMEA 2,0 2,5 2,5
Deutschland 2,0 2,0 1,5
Westeuropa 1,0 1,5 1,5
Mittel-/Osteuropa 2,5 3,5 4,0
Asien/Pazifik 4,5 5,0 4,5
Welt 3,0 3,5 3,5

1 Gerundet auf 0,5 %.

Anm.:Daten basieren auf Erwartungen i.W. vom Januar 2014 des IHS Global Insight.

Künftige Entwicklung der chemischen Industrie

Vor dem Hintergrund der möglichen weltweiten wirtschaftlichen Erholung gehen wir auch für die Produktion in der Chemieindustrie von einer besseren Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Wir erwarten hier für 2014 ein Wachstum von 4,0 %. Insbesondere die aufstrebenden Volkswirtschaften werden aus unserer Sicht zum Wachstum beitragen. Für den chinesischen Wirtschaftsraum rechnen wir mit einem leicht unter dem Vorjahresniveau liegenden Wachstum von 7,5 %. Indien wird unserer Einschätzung zufolge um 7,0 % wachsen und damit stärker als im Vorjahr. Für den NAFTA-Raum erwarten wir mit 3,0 % ein Wachstum im Rahmen des Vorjahres. Die Produktion in Westeuropa wird sich aus unserer Sicht mit plus 1,0 % nur leicht erhöhen, Mittel- und Osteuropa sollten mit 3,0 % dagegen etwas stärker wachsen.

Erwartetes Wachstum Chemieproduktion

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) Chemieproduktion
2014 2015 2016-2018
--- --- --- ---
Amerika 3,0 3,0 3,5
NAFTA 3,0 2,5 4,0
Lateinamerika 4,0 3,5 3,5
EMEA 1,5 2,5 2,5
Deutschland 1,5 1,5 1,0
Westeuropa 1,0 1,5 1,5
Mittel-/Osteuropa 3,0 4,0 3,5
Asien/Pazifik 6,0 7,0 6,0
Welt 4,0 4,5 4,51

1) Gerundet auf 0,5 %.

Anm.:Daten basieren auf Erwartungen i.W. vom Januar 2014 des IHS Global Insight.

Künftige Entwicklung der Absatzmärkte

Für die globale Reifenindustrie prognostizieren wir im Vergleich zum Vorjahr eine weitere leichte Produktionssteigerung und gehen von einem Wachstum um 4,0 % aus. Regionaler Schwerpunkt wird aus unserer Sicht Asien mit einem Plus von 5,5 % sein. Der chinesische Wirtschaftsraum sollte hier mit 8,0 % zum Wachstum beitragen können, in der ASEAN-Region dürfte sich die Produktion ebenfalls deutlich steigern. Analog zu den asiatischen Märkten erwarten wir auch für Brasilien ein Wachstum um 5,5 %. Im NAFTA-Raum sehen wir im Vergleich zum Vorjahr eine Erholung und eine Produktionssteigerung um 3,0 %. Eine deutlich negative Entwicklung - und damit eine weitere Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr - wird es unserer Einschätzung nach in Westeuropa geben. Hier sehen wir einen Rückgang von 5,5 % voraus.

In der Automobilindustrie gehen wir für 2014 von einem dynamischeren Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aus. Insgesamt prognostizieren wir für die Produktion von Automobilen ein globales Wachstum von 5,0%, das aber regional sehr unterschiedlich ausfallen sollte. Die höchste Dynamik erwarten wir auch hier mit einem Plus von 7,0 % in Asien. Wachstumstreiber bleiben dort aus unserer Sicht der chinesische Wirtschaftsraum mit einer Steigerung von 11,5 % und der ASEAN-Raum mit einem Zuwachs von 11,0 %. Die Autoproduktion in Brasilien könnte 2014 um 4,0 % wachsen. Im NAFTA-Raum gehen wir von einer mit plus 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächeren Entwicklung aus. In Westeuropa erwarten wir erneut einen Produktionsrückgang, der sich mit 2,0 % leicht über dem Niveau des Vorjahres bewegen sollte und damit seine Talsohle erreichen könnte. Dagegen wird für Mittel- und Osteuropa eine Zunahme der Produktion um 7,5 % erwartet.

Der Markt für Agrochemikalien wird aus unserer Sicht mit 3,0 % weiterhin robust wachsen, aber nicht mehr ganz das hohe Vorjahresniveau erreichen können. Lateinamerika sollte 2014 mit plus 4,0 % die Region mit dem stärksten Zuwachs werden. Für Asien und den NAFTA-Raum sehen wir ein durchschnittliches Wachstum von jeweils 3,0 %, das damit in beiden Regionen - besonders aber im NAFTA-Raum - unter dem Vorjahresniveau liegen sollte. Für Europa sagen wir mit 1,0 % erneut ein leichtes Wachstum auf Vorjahresniveau voraus. Wesentlicher Treiber für das Wachstum von Agrochemikalien wird unserer Einschätzung zufolge die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln bleiben.

Die Bauindustrie sollte 2014 im Vergleich zum Vorjahr dynamischer wachsen können und weltweit um 4,0 % zulegen. Die Nachfrage sehen wir mit einer Zunahme um 6,0 % insbesondere aus Asien kommen. Vor allem der chinesische Wirtschaftsraum und Indien sollten hier zum Wachstum beitragen. In der NAFTA-Region wird sich aus unserer Sicht die Erholung fortsetzen und es könnte ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht werden. Europa wird hingegen voraussichtlich nur ein leichtes Wachstum erzielen. Hier sehen wir insbesondere für Mittel- und Osteuropa wieder eine zunehmende Dynamik.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

scroll

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) Reifen Automobil Agrochemikalien Bauindustrie
2014 2015 2016-2018 2014 2015 2016-2018 2014 2015 2016-2018 2014 2015 2016-2018
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Amerika 3,0 4,0 0,5 3,5 4,5 3,0 3,5 3,0 5,0 6,5 6,5 3,0
NAFTA 3,0 3,0 -1,0 3,0 4,0 2,5 3,0 2,5 6,0 7,0 7,0 3,5
Lateinamerika 3,0 7,0 5,0 4,5 6,0 4,5 4,0 3,0 4,0 4,0 5,5 3,0
EMEA -0,5 -0,5 1,5 3,0 4,0 5,0 2,5 3,0 3,0 1,0 2,0 2,0
Deutschland 0,0 0,5 0,0 -2,0 1,5 2,5 1,0 0,5 0,5 2,0 2,0 1,0
Westeuropa -5,5 -7,5 -2,5 -2,0 2,0 4,5 1,0 1,5 1,5 0,0 1,0 1,5
Mittel-/Osteuropa 4,5 4,5 4,5 7,5 6,5 5,0 1,5 2,5 2,5 2,5 4,0 3,0
Asien/Pazifik 5,5 7,0 6,5 7,0 7,5 6,0 3,0 3,5 3,5 6,0 6,5 5,5
Welt 4,0 4,5 4,5 5,0 6,0 5,0 3,0 3,0 3,5 4,0 5,0 4,0

1) Gerundet auf 0,5%. Anm.:Daten basieren auf

Anm.:Daten basieren auf Erwartungen i.W. vom Januar 2014 von IHSGlobal Insight, LMC und weiteren Quellen.

Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Erfolg wird wesentlich vom Erkennen von Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit und von einem bewussten Umgang mit diesen beeinflusst. Ziel des Managementsystems ist es, Chancen und Risiken zu erkennen und ihrer Ausprägung gemäß angemessen in den strategischen und operativen Entscheidungen zu berücksichtigen, um die langfristige Sicherung des Unternehmens und dessen erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft zu unterstützen. Risiken und Chancen werden als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer negativen bzw. positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken.

Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet aber auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es dient jedoch dazu, mit hinreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.

Strukturelle Grundlagen

Die Grundsätze unseres Chancen- und Risikomanagementsystems sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Das Managementsystem, das sich an dem Rahmenkonzept des Enterprise Risk Management gemäß dem COSO-Modell orientiert, besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen, die in die betrieblichen Prozesse durch die Aufbau- und Ablauforganisation, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards eingebunden sind.

Das System folgt dem Integrationskonzept, d.h., die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation. Der Umgang mit Chancen und Risiken ist daher originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. In diesem Sinn basiert unser Chancen- und Risikomanagement auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten in der Organisation sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen an den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten.

Rollen wesentlicher Organisationseinheiten

Bei LANXESS betreiben die Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, für

die Identifikation und Bewertung von Risiken und Chancen,
die Implementierung der Steuerungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Risikovermeidung, -minderung oder -diversifikation),
die Überwachung der Entwicklung der Risiken und Chancen (z.B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren),
die Vorsorge (Maßnahmen zur Schadensminimierung im Ereignisfall) und
die Kommunikation der wesentlichen Risiken und Chancen in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche

definiert.

Die Group Function Corporate Controlling verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation der maßgeblichen Informationen in den nachfolgend dargestellten Zyklen:

zweimal jährlich im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses für das laufende Geschäftsjahr
einmal jährlich im Rahmen des Budget- und Planungsprozesses für das Folgejahr sowie den mittelfristigen Prognosezeitraum

Die berichteten Chancen und Risiken werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und regelmäßig für den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde bestehende Chancen und Risiken zeitnah bis hin zum Vorstand kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.

Als Mindestmeldegrenze für Chancen und Risiken gilt eine Auswirkung auf das Konzernergebnis oder EBITDA vor Sondereinflüssen von 1 Mio. €. Diese niedrige Mindestmeldegrenze bedingt, dass Chancen und Risiken umfassend erhoben werden. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt.

Die Group Function Corporate Development analysiert und bewertet systematisch bedeutende und strategische Chancen und Risiken mit dem Ziel, den Konzern langfristig richtig auszurichten.

Die Group Function Treasury steuert zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen). Dies wird im Abschnitt zu den Risiken der zukünftigen Entwicklung im Detail erläutert.

Aufgrund der hohen Integration der allgemeinen Geschäftsprozesse existieren themenbezogene Gremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit den Chancen und Risiken des Konzerns beschäftigen. Das versetzt uns in die Lage, schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse zu reagieren.

Darüber hinaus analysiert ein Risikokomitee unter der Leitung des Finanzvorstands die wesentlichen Risiken und deren Entwicklung aus Sicht des gesamten Unternehmens. Dieses Gremium setzt sich aus Vertretern ausgewählter Group Functions zusammen und hinterfragt bestehende Bewältigungsmaßnahmen, initiiert zusätzliche Maßnahmen, entscheidet über konzernweite Risikomanagement-standards und -richtlinien und stößt bei Bedarf weitere Analysen zu einzelnen identifizierten Risiken und Chancen an.

Risikobewertung

Das Risikomanagement ist in den Planungs- und Erwartungsprozess integriert und erfasst Risiken und Chancen als mögliche Abweichungen zum geplanten bzw. erwarteten EBITDA vor Sondereinflüssen oder Konzernergebnis.

Zur Bewertung der Risiken werden je nach Risikoart unterschiedliche Berechnungsverfahren angewendet, z.B. Sensitivitätsanalysen oder Szenarioanalysen für Verteilungsrisiken. Verteilungsorientierte Risiken werden durch Schwankungen der Plangrößen (z.B. Wechselkurse, Rohstoffpreise, Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung) beschrieben und können gemäß ihrer Ausprägung sowohl zu einer positiven als auch zu einer negativen Abweichung gegenüber der Planung bzw. Erwartung führen.

Ereignisrisiken, die nur im Falle ihres Eintretens einen Einfluss auf das Ergebnis haben, werden mittels ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und der erwarteten Auswirkung auf das EBITDA vor Sondereinflüssen oder das Konzernergebnis bewertet.

Bedeutung des konzernweiten Planungsprozesses

Die Unternehmensplanung ist ein wesentliches Kernelement unseres Chancen- und Risikomanagements. Chancen und Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit fließen unmittelbar in den Planungsprozess ein. Dabei werden die führenden Planzahlen ermittelt sowie Chancen und Risiken mit hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit in Worst-Case-/Best-Case-Szenarien aufgeführt. Die Prozesse zur Unternehmensplanung und zu unterjährigen Erwartungsrechnungen sowie entsprechende Analysen und Handlungsoptionen werden durch die Group Function Corporate Controlling gesteuert und eng mit den operativ verantwortlichen Business Units abgestimmt. Die Planung und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in dedizierten Vorstandsterminen erörtert und verabschiedet. Die Jahresplanung im jeweiligen Berichtsjahr überwachen wir, indem wir regelmäßig die aktuellen Erwartungen zur Geschäftsentwicklung ermitteln. Bei Bedarf wird eine Anpassung der Planung vorgenommen.

Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen, wie beispielsweise unerwartet auftretende operative Ereignisse mit erheblicher Ergebnisauswirkung, organisatorisch vorgesehen. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen sofortigen Berichterstattung.

Compliance als integraler Bestandteil

Zum Risikomanagement gehört auch, unrechtmäßiges Handeln unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Wir setzen hier darauf, uns bei der Abwicklung der Geschäftsvorfälle umfassend rechtlich beraten zu lassen und unsere Mitarbeiter mit unserem Compliance-Kodex dazu zu verpflichten, sich entsprechend den Gesetzen zu verhalten und verantwortungsbewusst zu handeln. Dieser Kodex ist eingebettet in ein umfassendes Compliance-Management-System, das in seinem Aufbau den Leitlinien eines international anerkannten Rahmenwerks zum unternehmensweiten Risikomanagement (COSO) folgt. Hierbei fördert und überwacht ein Compliance-Committee die Einhaltung unserer Compliance-Grundsätze. Es wird von Compliance-Beauftragten unterstützt, die für jedes Land bestimmt wurden, in dem wir eine Tochtergesellschaft unterhalten. Das Compliance-Committee wird von einem Compliance-Officer geführt. Dieser untersteht direkt dem Vorstand, dem er regelmäßig berichtet. Darüber hinaus ist eine unverzügliche Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat für schwerwiegende Compliance-Verstöße eingerichtet. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen Berichterstattung.

(Konzern-) Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Hierzu existieren klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen. Die branchentypischen Besonderheiten der chemischen Industrie und der bei LANXESS in diesem Zusammenhang regelmäßig eingesetzten Steuerungsinstrumentarien zur Risikoabsicherung werden berücksichtigt. Neben dem (Konzern-) Rechnungslegungsprozess im engeren Sinne gehören dazu vor allem der vorstehend beschriebene strukturierte Budget- und Erwartungsprozess sowie ein umfangreiches Vertragsmanagement. Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems können allerdings aufgrund von Ermessensentscheidungen, kriminellen Handlungen, fehlerbehafteten Kontrollen oder sonstigen Umständen eingeschränkt sein. Eine vollständige Sicherheit, dass Sachverhalte korrekt und zeitnah in der (Konzern-) Rechnungslegung erfasst werden, kann somit selbst dann nicht gewährleistet werden, wenn die eingesetzten Systembestandteile konzemweit angewendet werden.

Die Group Function Accounting, die dem Finanzvorstand untersteht, ist verantwortlich für den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess und damit für die Erstellung des Jahresabschlusses der LANXESS AG und des Konzernabschlusses sowie für die Einheitlichkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften. Der Vorstand stellt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss auf, die danach unverzüglich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet werden. Nach Empfehlung des Prüfungsausschusses werden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss vom Aufsichtsrat in dessen Bilanzsitzung festgestellt bzw. gebilligt. Der Aufsichtsrat und insbesondere dessen Prüfungsausschuss befassen sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements, des Prüfungsauftrags und der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers.

Konsolidierte Konzernzwischenabschlüsse werden jedes Quartal erstellt. Der verkürzte Konzemhalbjahresabschluss unterliegt der prüferischen Durchsicht, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einer vollumfänglichen Prüfung durch den Abschlussprüfer bzw. Konzemabschlussprüfer.

Der einheitlichen und HGB-konformen Rechnungslegung der LANXESS AG liegt ein strukturierter Prozess mit entsprechender Aufbau- und Ablauforganisation einschließlich zugehöriger Arbeitsanweisung zugrunde. Neben der Funktionstrennung sind das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Plausibilisierungen grundlegende Überwachungsmaßnahmen im Abschlusserstellungsprozess. Der Rechnungslegungsprozess wird auf der IT-technischen Seite ergänzt durch ein integriertes EDV-System, welches weitgehend auf Standardsoftware basiert und durch Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist. Die Korrektheit automatisch generierter Buchungen und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Buchungen erfolgen auf Basis eines systematischen Belegwesens. Es erfolgt eine Dokumentation im erforderlichen Rahmen sowie eine Kontrolle durch nachgelagerte Stellen.

Grundlage des einheitlichen und IFRS-konformen Konzernberichtswesens ist die LANXESS Konzernabschlussrichtlinie. Sie regelt, in welcher Art die für den Konzern relevanten Normen der International Financial Reporting Standards (IFRS) von den Tochtergesellschaften als berichtenden Einheiten anzuwenden sind. Die Richtlinie definiert ferner den verbindlichen Konzernkontenrahmen. Sie wird auf der IT-technischen Seite durch ein konzernweit einheitliches Anlieferungs- und Konsolidierungssystem ergänzt, das weitgehend auf Standardsoftware basiert und mit Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist.

Indem wir den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess regeln und überwachen, stellen wir eine den einschlägigen Gesetzen und Normen entsprechende, ordnungsgemäße (Konzern-) Rechnungslegung sicher und gewährleisten die Verlässlichkeit unserer Finanzberichterstattung. Das bei uns angewendete (konzern-) rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem orientiert sich an allgemein anerkannten Standards (COSO-Modell). Wesentliche Änderungen an diesem System haben sich im Berichtszeitraum nicht ergeben. Entsprechende Vorgaben existieren auch für die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften.

Der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein detailliert ausgearbeiteter Prozess zugrunde. Dieser wird zeitlich definiert durch die Vorgabe eines Abschluss-Terminkalenders, der die Zeitpunkte für die Anlieferung bestimmter Daten festlegt. Fester Bestandteil ist auch die regelmäßige Prüfung, ob der Kreis der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen korrekt ermittelt und vollständig ist. Die Prinzipien der Funktionstrennung in der Form strukturierter Genehmigungs- und Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Prüfungen von Angaben auf Plausibilität werden im gesamten Erstellungs- und Konsolidierungsprozess durchgängig angewendet.

Für den Konzernabschluss liefern alle berichtspflichtigen Tochtergesellschaften ihre Konzernberichtsdaten über das oben genannte Konsolidierungssystem an. Systemintegrierte Validierungsregeln stellen zum Zeitpunkt der Anlieferung sicher, dass die gemeldeten Daten der Tochtergesellschaften konsistent sind. Die originäre Verantwortung dafür, dass die gemeldeten Daten inhaltlich korrekt sind, liegt beim Rechnungswesen der Tochtergesellschaften. Weiter gehende Prüfungen der inhaltlichen Korrektheit nimmt die Abteilung Corporate Accounting innerhalb der Group Function Accounting vor. Hierzu werden unter anderem standardisierte Berichte ausgewertet, in denen die Gesellschaften wesentliche abschlussrelevante Sachverhalte erläutern. Nach den prozessintegrierten Kontrollen erfolgt die Konzernkonsolidierung einschließlich Währungsumrechnung ohne weitere Schnittstellen im selben System, wobei sowohl automatische als auch manuelle Konsolidierungsmaßnahmen vollzogen werden. Die Korrektheit der automatischen Konsolidierungsschritte und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Konsolidierungssachverhalte werden separat gebucht, im erforderlichen Rahmen dokumentiert und von nachgelagerten Stellen kontrolliert. Ergänzt wird dies durch systemintegrierte Validierungsregeln.

Regelmäßige Abstimmungen mit anderen Group Functions des Finanzbereichs, insbesondere den Group Functions Treasury, Tax und Controlling, unterstützen die bilanzielle Abbildung von Sachverhalten. Im Rahmen des laufenden Informationsaustauschs mit den operativen Business Units sowie weiteren Group Functions identifiziert und verarbeitet die Group Function Accounting Sachverhalte, die außerhalb der Rechnungslegung entstehen. Hierzu zählen unter anderem Prozessrisiken, Planungsrechnungen für Werthaltigkeitsuntersuchungen sowie besondere Vertragsvereinbarungen mit Lieferanten oder Kunden. Zusätzlich werden bei Spezialthemen, insbesondere bei der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, externe Dienstleister hinzugezogen.

Überwachung des Risikomanagementsystems und des Internen Kontrollsystems (IKS)

Konzernintern ist die Group Function Internal Auditing beauftragt, zu überwachen, ob das interne Steuerungs- und Überwachungssystem funktionsfähig ist und die organisatorischen Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden. Die Prüfungsplanung (Auswahl der Prüfobjekte) und Prüfungsansätze dieser Group Function sind entsprechend risikoorientiert ausgerichtet. Zur Beurteilung der Wirksamkeit des IKS wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem. Auch der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse des Compliance-Committees, der Group Function Internal Auditing sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems berichten.

Risiken der zukünftigen Entwicklung

Die identifizierten Risiken der zukünftigen Entwicklung des LANXESS Konzerns lassen sich nach den folgenden Risikoquellen kategorisieren:

• Regional unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung

Grundsätzlich unterliegt LANXESS den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Chancen und Risiken in den Ländern und Regionen, in denen der Konzern tätig ist. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Wir begegnen diesem Szenario mit unserer regional breit gefächerten Aufstellung und dem Ausbau unserer Präsenz in ausgewählten Wachstumsregionen. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung" dieses Lageberichts.

• Langfristige Wechselkursentwicklung

Verschiebungen in den Paritäten der Wechselkurse können sich, abhängig vom Produktionsland, auf die Verkaufserlöse in Konzernwährung und ihre Margen bezogen auf die Herstellungskosten der Produkte auswirken. Neben den im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken" beschriebenen Absicherungsmaßnahmen setzen wir auch darauf, unsere Produktionsstandorte in den wesentlichen Wachstumsregionen auszubauen, um mit der regionalen Angleichung von Produktion und Absatz eine Natural-Hedge-Position aufzubauen.

• Demografische Entwicklung

Dem Risiko der demografischen Entwicklung begegnen wir ebenfalls aktiv. Um auch künftig ausreichend qualifiziertes Personal beschäftigen zu können, haben wir zunächst für Deutschland seit 2009 unter dem Begriff XCare umfassende Maßnahmen ergriffen. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen entwickeln in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern bei LANXESS innovative Konzepte, um Veränderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, frühzeitig und aktiv anzugehen. Angefangen bei der Erhöhung der Zahl von Ausbildungsstellen bis hin zu Angeboten, die es älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, länger am Erwerbsleben teilzunehmen.

Dass Arbeitskräfte auf unseren weltweiten Märkten knapp werden, ist bislang noch nicht in einem hohen Maße zu spüren, zumal das umfangreiche Effizienz- und Restrukturierungsprogramm „Advance" den konkreten Fachkräftebedarf im Berichtszeitraum zunächst senkte. Eine vorausschauende und nachhaltige Personalpolitik bleibt darüber hinaus aber auch weiterhin im Fokus. Aus diesem Grunde bauen wir die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiterführenden Schulen in Deutschland und in wichtigen Zielmärkten auch im Berichtszeitraum stetig aus. Darüber hinaus haben wir unser Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen weltweit als attraktiven Arbeitgeber positionieren können und suchen den engen Kontakt zu besonders begabten Nachwuchstalenten. Für diese Studenten und Doktoranden richteten wir eigens ein LANXESS Förderprogramm ein, das sowohl finanzielle als auch fachliche Förderungen beinhaltet. Analog etablierten wir im Berichtszeitraum erstmals ein Praktikantenbindungsprogramm für besonders herausragende Praktikanten. Ein Schwerpunkt in beiden Programmen liegt dabei auf den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Diese Bindungsprogramme für Talente werden zunehmend nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere in den BRICS-Staaten ausgebaut unter besonderer Berücksichtigung lokaler Anforderungen.

• Unternehmensstrategische Risiken

Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns aktiv voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzoptimierung, die Stärkung der Kembereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen.

Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-)Entwicklungen und der Annahmen zur Umsetzbarkeit der angestrebten Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Einstieg in oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und ggf. von externen Beratern unterstützt.

Bei der Gewinnung von Informationen über M&A–Objekte ist nicht auszuschließen, dass nicht alle für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlichen Informationen vorliegen oder richtig bewertet werden. Dieses Risiko verringern wir durch systematische „DueDiligence"-Analysen und soweit möglich entsprechende Verträge mit den Verkäufern. Eine unzureichende Integration von erworbenen Unternehmen oder Geschäften kann dazu führen, dass erwartete Entwicklungen nicht eintreten. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten. Werden Einschätzungen über künftige Entwicklungen, wie beispielsweise die Realisierung von Synergien, nicht erfüllt, könnte sich Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten ergeben. Dieses Risiko überwachen wir mit mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

• Investitionsrisiken

Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Committee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Liegen Anzeichen für Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten vor, werden Werthaltigkeitsprüfungen und, wenn erforderlich, Wertberichtigungen vorgenommen. Wie im Abschnitt zu den unternehmensstrategischen Risiken ausgeführt, besteht bei Veränderung der für den Wertminderungstest relevanten Parameter ein Risiko der Wertminderung von Vermögenswerten. Risiken sind beispielsweise Änderungen der erwarteten Cashflows oder der angenommenen Zinssätze.

• Informationstechnologische Risiken

Unsere IT-Systeme unterstützen LANXESS Geschäftsaktivitäten weltweit, unter anderem die Prozesse vom Auftragseingang bis zum Ausgleich der Forderung oder von der Bestellung bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Wichtig ist, dass die Nutzer der Systeme zum richtigen Zeitpunkt korrekte und aussagefähige Informationen erhalten. Um dies zu unterstützen, entwickeln wir eine einheitliche und integrierte Systemlandschaft und investieren weltweit in den Ausbau und die Erweiterung der IT-Services.

Beim Betrieb und bei der Nutzung von IT-Systemen bestehen Risiken: Beispielsweise können Netzwerke oder Systeme ausfallen, Daten und Informationen aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder auch externen Einflüssen verfälscht oder gelöscht werden. In beiden Fällen kann dies zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen. Um derartigen Risiken zu begegnen, investieren wir in angemessene Datensicherungssysteme wie Spiegeldatenbanken, die den Verlust von Daten und Informationen verhindern. Verschiedene Sicherungs- und Kontrollinstrumente, beispielsweise FirewallSysteme sowie Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme, sollen die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten und Informationen sowie den störungsfreien Betrieb der Systeme gewährleisten. Das Risikomanagement der Group Function Information Technology basiert auf anerkannten Standards.

• Personalrisiken

Das Risiko von Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist in einigen Ländern nicht auszuschließen. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Auch im Rahmen des Effizienz- und Restrukturierungsprogramms „Advance" sind die Arbeitnehmervertretungen in den verschiedenen Ländern eingebunden und bestehende Dialogplattformen wie das Europaforum der europäischen Betriebsräte werden kontinuierlich genutzt. Auch in anderen Regionen, in denen wir tätig sind, suchen wir den Dialog mit Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften und gehen aktiv auf deren Vertreter zu.

Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen um interne Prozesse und fachspezifische Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko zu bewältigen, das in einem Verlust dieses Wissens liegt, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze: Mit attraktiven Vergütungsmodellen, herausfordernden Aufgaben und internationalen Karriereperspektiven möchten wir Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Wir investieren kontinuierlich in die Nachwuchsförderung, sei es mit einer steigenden Zahl von Ausbildungsplätzen in Deutschland oder mit dem Auf- und Ausbau auch von regionalen Praktikanten- und Traineeprogrammen inklusive Bindungsprogrammen. Regionale Schwerpunkte sind hier neben dem Heimatland Deutschland beispielsweise Brasilien, Indien und China. Diese Programme für eine frühe Bindung existieren neben dem bereits etablierten zentralen Corporate-Trainee-Programm mit internationalen Einsätzen sowie regionalen Traineeprogrammen. Daneben suchen wir in einigen Regionen, wie beispielsweise in China, bereits in Schulen nach interessanten förderungswürdigen Talenten. Ein Indikator für den bislang geringen Know-how-Verlust sind niedrige Fluktuationsquoten in allen Regionen sowie beständiges Bewerberinteresse, beispielsweise von besonders begabten Hochschulabsolventen.

• Risiken in Absatzmärkten

Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Risiken für LANXESS. Neben dem allgemeinen Risiko eines geringeren BIP-Wachstums kann insbesondere die Abhängigkeit des Kautschuk-Geschäftes von der Reifen- und Automobilindustrie zu einer Volatilität des Absatzes führen. Neben diesen nachfragebedingten Marktrisiken können auch strukturelle Marktveränderungen, etwa durch das Auftreten neuer Anbieter bzw. zusätzlicher Kapazitäten sowie regionale Verschiebungen, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigem Kostenniveau, Produktsubstitution oder Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten, unser Risikoprofil beeinflussen und unsere Ertragskraft schwächen. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit einem konsequenten Kostenmanagement und kontinuierlicher Anpassung unseres Produktportfolios. Die Fokussierung und Weiterentwicklung des Produktportfolios richtet sich dabei auf innovative Anwendungssegmente, so dass eine langfristig erfolgreiche Geschäftsausrichtung sichergestellt werden kann.

In unserem Segment Performance Polymers sehen sich unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken einem zunehmenden Wettbewerb, auch durch neu in den Markt tretende Produzenten, ausgesetzt. Dadurch können in einzelnen Geschäftsbereichen Überkapazitäten und ein stärkerer Preiswettbewerb entstehen. LANXESS verfolgt in diesen Bereichen eine produktspezifische Strategie, die unter anderem auf Produkt- und Prozessdifferenzierung sowie einer globalen Aufstellung beruht. Darüber hinaus hat LANXESS mit „Advance" ein konzernweites Programm zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung initiiert.

• Risiken im Betriebsablauf

Fehlende Anlagenverfügbarkeit sowie Störungen in der Arbeits- und Verfahrenssicherheit können dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine bestehende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, so dass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z.B. proaktive Anlagenwartungen, reguläre Compliance-Checks, Gefährdungsbeurteilungen und systematische Schulungen unserer Mitarbeiter, um die Standards und die Sicherheit zu verbessern.

• Umweltrisiken aus dem Produktionsprozess

Selbst bei hohen (sicherheits-)technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus möglich. Sie können zu Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert.

LANXESS war und ist für zahlreiche Standorte, an denen teilweise seit über 140 Jahren chemische Produktion stattgefunden hat, und Abfallentsorgungseinrichtungen zuständig. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in dieser Zeit auch Verunreinigungen verursacht wurden, die bisher noch nicht bekannt sind. Wir bekennen uns zum Responsible-Care®-Gedanken und betreiben aktives Umwelt-sowie auch proaktives Umweltschutzmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft sowie weiteren Emissionen und Immissionen. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir ausreichende Rückstellungen gebildet.

Im Produktportfolio von LANXESS befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Abnehmer auf die mit der Verwendung einhergehenden Risiken hin. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflichtversicherungen abgeschlossen.

Gemäß dem vorausschauenden Ansatz von LANXESS werden im Rahmen von Produktbeobachtungen potenzielle Gefahren im Umfeld unseres Produktportfolios frühzeitig erkannt, bewertet und im Falle einer Relevanz geeignete Maßnahmen initiiert.

• Risiken in Beschaffungsmärkten

Auf der Beschaffungsseite bestehen Risiken aufgrund der hohen Preisvolatilität von Rohstoffen und Energien sowie hinsichtlich der Verfügbarkeit von Rohstoffen. Ein Preisanstieg bei Einsatzstoffen führt direkt zu einer erhöhten Kostenbasis in der Produktion, ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Darüber hinaus wirken sich Veränderungen der Rohstoffpreise auf unsere Verkaufspreise aus. Diesem Umstand begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoffversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten abgedeckt. Vergleichbare Vereinbarungen bestehen auch auf der Verkaufsseite. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Absicherung über Derivate, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt (siehe auch Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken").

LANXESS gehört zu den energieintensiven Industrien, die im internationalen Wettbewerb stehen, und ist auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen angewiesen. Mit der Energiewende verbunden sehen wir das Risiko, dass die Energiekosten einseitig in Deutschland steigen und die Wettbewerbsposition der deutschen Unternehmen auf den internationalen Märkten deutlich schwächen. Zur Minderung dieses Risikos diskutieren wir die wirtschaftlichen Folgen steigender Energiepreise in direktem Kontakt mit Behörden und Politik sowie über Wirtschaftsverbände zusammen mit anderen energieintensiven Unternehmen.

Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorhaltung alternativer Bezugsquellen ab. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis ebenso belasten wie die zuvor beschriebenen steigenden Preise für Einsatzstoffe, ohne dass jedoch Möglichkeiten bestehen, sich gegenüber Kunden oder in Terminmärkten abzusichern. Um solche negativen Einflüsse auf die Kostenbasis abzumildern, verfolgen wir eine marktgerechte Preispolitik. Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen.

• Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Group Function Treasury steuert zentral die finanzwirtschaftlichen Risiken. Im Wesentlichen sind dies:

Preisrisiken

Preisrisiken entstehen aus dem Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Fremdwährung, der Beschaffung von Rohstoffen und Energien sowie der Konzernfinanzierung.

Währungen Da der LANXESS Konzern Geschäfte in verschiedenen Währungen durchführt, ist er einer Reihe von Risiken im Zusammenhang mit Schwankungen der relativen Werte dieser Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ausgesetzt.

Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen.

Die Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Während eine Absicherung gegen Risiken, die aus Schwankungen der in Fremdwährung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren, grundsätzlich zu 100 % erfolgt, wird über den Umfang der Absicherung gegen Währungsrisiken aus erwarteten Transaktionen regelmäßig entschieden. Die Absicherung für einen wesentlichen Teil der aus Verträgen resultierenden Währungsrisiken erfolgt durch die Nutzung derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken aus Finanztransaktionen werden inklusive der Zinskomponente zu 100 % kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden Devisentermingeschäfte genutzt.

Währungsrisiken werden von den Business Units auf einer Bruttobasis, d.h. vor Sicherungsmaßnahmen ermittelt, und fließen auf dieser Basis in die Risikoberichterstattung ein. Da für den wesentlichen Teil der Währungsrisiken Derivate abgeschlossen werden, ist der LANXESS Konzern der Ansicht, - Währungen - Verfügbarkeit von - Kunden - Investitionen in Zahlungsmitteln Pensionsvermögen - Rohstoffe - Banken - Energien - Zugang zu m ulti- und bilateralen Kapitalmärkten - Zinsen Ldass ein Anstieg oder ein Absinken des Eurokurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen sich kurzfristig nur eingeschränkt, auf die Zahlungsströme auswirken würde.

Rohstoffe/Energien Der LANXESS Konzern ist bei seiner operativen Geschäftstätigkeit Marktpreisänderungen für Energien und Rohstoffen ausgesetzt. Preiserhöhungen aus der Energie- und Rohstoffbeschaffung werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. Wenn eine Weitergabe für bestimmte Marktpreisrisiken nur eingeschränkt möglich ist, kann im Einzelfall eine Sicherung durch finanzielle Warentermingeschäfte erfolgen, mit dem Ziel einer Reduzierung der Cashflow-Volatilität.

Wie im Vorjahr hat LANXESS zum Bilanzstichtag keine finanziellen Warentermingeschäfte im Bestand.

Zinsrisiken Bewegungen des Marktzinssatzes können Marktwertänderungen eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsrisiken betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden.

Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern.

Liquidität und Refinanzierung

Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit unsere Zahlungsfähigkeit. Die konservative Finanzpolitik bezieht auch das Risiko einer Ratingänderung und damit verbundener Auswirkungen in das finanzwirtschaftliche Risikomanagement ein, wobei LANXESS keinen direkten Einfluss auf die abschließende Beurteilung unabhängiger Ratingagenturen hat.

Als wesentliche Liquiditätsreserve dient eine syndizierte Kreditlinie über 1,25 Mrd. €, die zum Bilanzstichtag nicht wesentlich in Anspruch genommen wurde. Die ursprüngliche Laufzeit der Kreditlinie wurde im Februar 2014 um ein Jahr bis Februar 2019 verlängert und ist ein weiteres Mal um ein Jahr verlängerbar. Daneben besteht eine weitere wesentliche Kreditlinie mit der Europäischen Investitionsbank über 200 Mio. €, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurde. Neben den Kreditlinien bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 533 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hoch liquiden AAAGeldmarktfondsanlagen. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.

Kontrahentenrisiken

Kontrahentenrisiken (Kreditrisiken) bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten.

Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenport-folios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können solche Portfolios gegen das Kreditrisiko abgesichert werden.

Ziel des LANXESS Forderungsmanagements ist es, alle Außenstände pünktlich und vollständig einzuziehen sowie das Ausfallrisiko zu minimieren. Die laufende Überwachung erfolgt systemunterstützt entsprechend den mit den Kunden vereinbarten Zahlungszielen. Es werden grundsätzlich geschäfts- bzw. landestypische Zahlungsziele vereinbart. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen angemahnt.

Zur Absicherung materieller Kreditrisiken aus Kundenforderungen wurden Kreditversicherungsverträge bei einem namhaften europäischen Kreditversicherer abgeschlossen. Diese decken nach Abzug eines Selbstbehaltes Ausfallrisiken insbesondere in Europa im mittleren zweistelligen Mio.-€-Bereich ab, die sich bis zum Ablauf des Berichtsjahrs realisieren. Darüber hinaus mindern zugunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive das maximale Kreditrisiko. In Einzelfällen wird mit dem Vertragspartner Vorauskasse vereinbart.

Daneben sichert grundsätzlich ein vertraglich vereinbarter Eigentumsvorbehalt das Eigentum an der Ware bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung durch den Vertragspartner. Der überwiegende Teil der Forderungen entfällt auf Kunden mit sehr guter Bonität.

Bei der Auswahl von Bank- und Finanzpartnern für Geldanlagegeschäfte und Transaktionen mit Finanzinstrumenten ist die Bonität der Partner ein wichtiges Kriterium der LANXESS Finanzpolitik und des Kreditrisikomanagements. Daher strebt LANXESS grundsätzlich an, mit Bank- und Finanzpartnern Geschäfte zu tätigen, die mindestens über ein Investment-Grade-Rating verfügen. Die zum Bilanzstichtag offenen Derivate und Finanzanlagen wurden nahezu ausschließlich mit Banken mit Bonität im Investment-Grade-Bereich kontrahiert.

Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für alle bestehenden Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.

Anlagerisiken

Risiken aus der Geldanlage von Pensionsvermögen werden durch das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury, Accounting und Human Resources, überwacht.

Weitere Erläuterungen zu den finanzwirtschaftlichen Risiken finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente".

Rechtliche Risiken

Unternehmen des LANXESS Konzerns sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines für LANXESS nachteiligen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unsere künftige Finanz- oder Ertragslage.

Risiken aus regulatorischen Maßnahmen

Verschärfen sich Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards, kann das zu zusätzlichen Kosten und Haftungsrisiken führen. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern.

Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen können Nachteile durch Mehrbelastungen unserer Geschäftsbereiche zur Folge haben. Aufgrund des ungewissen Ausgangs des von der EU-Kommission eingeleiteten Beihilfeverfahrens im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-EnergienGesetz (EEG) besteht das Risiko von Nachzahlungen erlassener EEG-Umlagen bzw. künftiger Belastungen und somit steigender Energiepreise. Weitere Ausführungen zum Risiko steigender Energiepreise finden sich im Risikobericht unter „Risiken in Beschaffungsmärkten".

Verstöße im Außenwirtschaftsrecht können Verbote und Einschränkungen in der Exporttätigkeit sowie den Wegfall von Privilegien im Rahmen der Exportabwicklung des Konzerns zur Folge haben. Dies kann in Einzelfällen zu Bußgeldern, Handelseinschränkungen und Reputationsverlust führen. Der Konzern stellt die Gesetzeskonformität im Bereich Außenwirtschaftsrecht und Exportkontrolle sicher, indem weltweit geeignete stabile Kontrollinstrumente und automatisierte Prüfprozesse etabliert wurden und kontinuierlich verbessert werden. Im Rahmen der proaktiven Beobachtung der handelspolitischen Entwicklungen werden sowohl die operativen Einheiten als auch die Leitungsgremien frühzeitig auf Änderungen im Außenwirtschaftsverkehr und die damit einhergehenden Chancen und Risiken informiert und entsprechende Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Steuerliche Risiken

Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.

Bedeutung der Risiken und Ergebnis der Risikobewertung

Die Bedeutung der Risiken ergibt sich aus ihrer möglichen Auswirkung auf das EBITDA vor Sondereinflüssen. Risiken, die zu einer möglichen Zielabweichung von mehr als 5 % bezogen auf das prognostizierte EBITDA vor Sondereinflüssen des Planungsjahres führen, haben hierbei für uns eine mittlere bis hohe Bedeutung.

Im Rahmen des Risikomanagements wurden Beschaffungsmarktrisiken (maßgeblich beeinflusst durch das Rohstoffpreisrisiko), das Absatzmarktrisiko (insbesondere Risiken der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) sowie finanzwirtschaftliche Risiken (nahezu ausschließlich das Währungsrisiko) als die drei Top-Risiken des Planungsjahres identifiziert. Bezogen auf unsere zentrale Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, führt jedes dieser Risiken gemäß der getroffenen Wahrscheinlichkeitsannahme zu einer möglichen nachteiligen Zielabweichung von bis zu 15 %. Bei vorteilhafter Entwicklung der Absatzmärkte, der Rohstoffpreise sowie der Wechselkurse kann sich hingegen auch eine positive Zielabweichung von jeweils bis zu 12 % ergeben. Weitere Ausführungen zu den Chancen finden sich im Abschnitt „Chancenbericht".

Aufgrund seiner umfassenden weltweiten Aktivitäten und seiner Abhängigkeit von Rohstoffen mit volatiler Preisentwicklung kann hiervon insbesondere unser Segment Performance Polymers betroffen sein. Allerdings begegnen wir diesen Risiken mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Zusammenfassende Aussage zur Gesamtrisikoposition

Aufgrund unseres breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios hat sich unsere Risikoexposition im Berichtsjahr trotz der regional und branchenbezogen unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich nicht maßgeblich verändert. Jedoch weisen wir auf den zunehmenden Wettbewerb hin, dem unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken ausgesetzt sind. Alle Planungen unterliegen bestimmten Prognoserisiken, so dass im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahrs flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen von den in der jüngeren Vergangenheit beobachteten drastischen und globalen Änderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten grundsätzlich eingeschränkt wird.

Vor dem Hintergrund unserer derzeitigen Finanzierungsstrukturen, unserer soliden Liquiditätsausstattung und der bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellten Fähigkeit, unsere Geschäfte auch kurzfristig an bedeutende Änderungen des Umfelds anzupassen, sind wir zuversichtlich, in der Zukunft auftretende Risiken zu bewältigen.

In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.

Chancenbericht

Strategische Chancen

Das LANXESS Produktportfolio ist konsequent auf zentrale weltweite Trends ausgerichtet, die in den kommenden Jahren kontinuierliches Wachstum versprechen. Mit unseren Produkten bieten wir innovative Lösungen für diese Trends und generieren dadurch einen messbaren Mehrwert für unsere Kunden. Wir positionieren uns dabei erfolgreich in den Märkten, in denen wir mittel- und langfristig mit unserem Produktportfolio besonders von den Trends profitieren können. Eine zentrale Rolle nehmen hier weiterhin die BRICS-Staaten ein, insbesondere Brasilien, China und Indien.

• Ausrichtung des Produktportfolios an vier globalen Megatrends

LANXESS ist mit seinem Produktportfolio in allen wichtigen Abnehmerbranchen vertreten. Aufgrund unserer breiten Diversifikation sind wir nicht maßgeblich von einzelnen Produkten bzw. Verfahren abhängig. Die jeweiligen Produktbereiche stärken wir gezielt durch weiter optimierte Produktionsprozesse und -verfahren, kontinuierliche Innovationen, Kapazitätserweiterungen, neue Produktionsstätten oder Akquisitionen. Dabei orientieren wir uns an den für uns wesentlichen globalen Megatrends:

Mobilität: Die steigende Nachfrage nach Fahrzeugen, insbesondere in den Schwellenländern, und die Notwendigkeit, Mobilität überall auf der Welt umweltverträglicher zu gestalten, setzen in unseren bedeutenden Kundenindustrien Reifen und Automobile wichtige Wachstumsimpulse. Auf europäischer und internationaler Ebene bestehen Gesetze, und Gesetzgebungsprozesse werden weiter vorangetrieben, die eine Bewertung von Fahrzeugreifen nach den Kriterien Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschemission oder Laufleistung vorsehen und damit die Qualitätsanforderungen an Reifen erhöhen. Eine gute Bewertung ist hier nur unter Verwendung von Hochleistungs-Kautschuken möglich. Im Automobilbau sind es vor allem die Bestrebungen um eine deutliche Gewichtsreduktion durch den Einsatz von Hightech-Kunststoffen, die uns Wachstumschancen eröffnen.

Landwirtschaft: Die von einer wachsenden Weltbevölkerung getriebene Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und die vor dem Hintergrund begrenzter Anbauflächen erforderliche Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft sind insbesondere für unsere Kunden in der Agrochemikalienindustrie von zentraler Bedeutung. Mit unseren Produkten tragen wir zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und damit zur Ertragsteigerung in der Landwirtschaft bei.

Urbanisierung: Besonders in den wachstumsstarken Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien sind die Ausdehnung bestehender Städte und die weitere Entstehung neuer sogenannter ,,Megacitys" zu beobachten. Entsprechend groß ist der Bedarf an Neubauten und leistungsfähiger Infrastruktur. Zudem steigen mit der wachsenden Mittelschicht auch die Ansprüche an Konsum und Lebensstandard. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem unsere Kundenindustrien Bau und Konsumgüter.

Wasser: Die zunehmende Umweltverschmutzung sowie ein kontinuierlich steigender Wasserbedarf durch das anhaltende Bevölkerungswachstum und den industriellen Sektor sorgen dafür, dass die Nachfrage nach sauberem Wasser stetig steigt. Mit unseren innovativen Lösungen zur Reinigung und Aufbereitung von Trinkwasser, Abwasser und industriellem Prozesswasser bedienen wir folglich einen wachstumsstarken Markt. Besonders die BRICS-Staaten mit Indien, China und Brasilien sind hier wesentliche Wachstumsregionen für den Bereich Wasser.

• Nachhaltige Expansion in Wachstumsregionen

Wir haben im Lauf der vergangenen Jahre unsere Geschäftsaktivitäten in Asien, Mittel- und Osteuropa sowie in Lateinamerika deutlich verstärkt und werden den Ausbau unserer Marktposition dort weiter vorantreiben. Durch unsere zunehmende Präsenz in diesen bedeutenden wirtschaftlichen Regionen haben wir die Chance, an deren dynamischer wirtschaftlicher Entwicklung zu partizipieren. Insbesondere in Asien haben wir in Singapur und China mit gezielten Investitionen die Basis für weiteres Wachstum gelegt.

• Stärkung des Konzerns durch Akquisitionen

Derzeit planen wir keine tiefgreifende Änderung unserer Konzernstruktur. Ein wesentliches Element unserer Strategie bleibt es aber, neben organischem Wachstum unsere Segmente künftig weiterhin durch gezielte Akquisitionen zu stärken.

• Zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Wir investieren gezielt in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit für neue Lösungen, die den Premium-Anspruch unserer Produkte unterstreichen und für unsere Kunden einen nachhaltigen Mehrwert bieten. Kunden- und marktorientierte Innovationen sollen auch zukünftig wesentlich dazu beitragen, organisches Wachstum zu unterstützen und unsere Wettbewerbspositionen als Anbieter hochwertiger Lösungen weiter zu stärken. Der Fokus liegt dabei unverändert sowohl auf Prozess- als auch auf Produktinnovationen.

Operative Chancen

Die Erschließung und Nutzung operativer Chancen ist zentraler Bestandteil der unternehmerischen Aktivitäten von LANXESS. Unser Anspruch ist es, mit bestehenden Produkten und neuen Lösungen unser Wachstum voranzutreiben und dadurch unsere Position in den globalen Märkten nachhaltig zu stärken. Investitionen in neue Werke sowie Kapazitätserweiterungen und die Erhöhung der Produktivität bestehender Anlagen sind hierfür zentrale Elemente. Umsatz- und Ergebniseffekte, die wir aus unseren Investitionen und Akquisitionen erwarten, sind bereits in unseren Planungen mit berücksichtigt. Darüber hinaus können diese gezielten Investitionen weitere operative Chancen eröffnen weil wir uns hierdurch neue Potentiale erschließen sowie die Positionierung in wichtigen Märkten vorantreiben. Vor diesem Hintergrund sind wesentliche Investitionen im Folgenden von uns aufgeführt.

Wir stellen zudem zu jeder Zeit unser bestehendes Portfolio und Anlagennetzwerk auf den Prüfstand und haben hier im herausfordernden Berichtsjahr mit dem Programm „Advance" gezielte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in einzelnen Geschäftsbereichen eingeleitet bzw. bereits umgesetzt, um dadurch unsere Wettbewerbsfähigkeit in diesen Bereichen zu steigern. Durch die Identifizierung weiterer Maßnahmen können sich zusätzliche Chancen ergeben.

Im Segment Performance Polymers zeichnete sich wie von uns berichtet bereits im Geschäftsjahr 2013 ein zunehmender Wettbewerb ab. Im Rahmen der Initiativen zur Kennzeichnungspflicht für Reifen kann sich allerdings die Nachfrage nach qualitativ höherwertigen Reifen stärker erhöhen. Mit unserem globalen Produktionsnetzwerk, unserer Marktposition und langjährigen Kundenbeziehungen sind wir mit unseren Kautschukaktivitäten weiterhin gut aufgestellt.

Wesentliche Investitionsprojekte werden im Segment Performance Polymers weiter vorangetrieben, um hier mittel- und langfristig die von uns angenommenen operativen Chancen wahren zu können und um uns in den wesentlichen Wachstumsmärkten nachhaltig und wettbewerbsfähig zu positionieren. So errichten wir für die Business Unit Performance Butadiene Rubbers in Singapur seit September 2012 eine neue Produktionsanlage für den Hochleistungs-Kautschuk Neodymium-katalysierter Polybutadien-Kautschuk (Nd-PBR). Die Investition in das neue Werk auf Jurong Island beläuft sich auf rund 200 Mio. €. Mit einer Jahreskapazität von bis zu 140.000 Tonnen soll die Anlage in der ersten Jahreshälfte 2015 in Betrieb gehen. Unser hochwertiger Nd-PBR-Kautschuk trägt unter anderem dazu bei, den Rollwiderstand und die Nasshaftung von Reifen zu optimieren, was wesentliche Kriterien für eine gute Kategorisierung von Reifen sind, die wie zuletzt in der Europäischen Union für Reifenhersteller weltweit zunehmend verpflichtend wird.

Bereits im Berichtsjahr hat unser neues Butylkautschuk-Werk in Singapur seinen Betrieb aufgenommen, so dass wir unsere Kunden in den asiatischen Wachstumsmärkten jetzt direkt vor Ort beliefern können. Wir planen, die Kapazitäten unserer neuen Anlage in 2014 auf bis zu 70.000 Tonnen zu erhöhen. Insgesamt ist die Anlage für eine Jahreskapazität von bis zu 100.000 Jahrestonnen ausgelegt. Mit unserer World-Scale-Anlage für Butylkautschuk haben wir uns so frühzeitig in Asien positioniert, um hier die mittel- und langfristig wachsende Nachfrage nach Butylkautschuk für Reifen bedienen zu können.

Darüber hinaus investieren wir in China insgesamt rund 235 Mio. € in unsere Produktionsanlage für synthetischen EPDM-Kautschuk. Die Anlage unserer Business Unit Keltan Elastomers wird über eine Jahreskapazität von bis zu 160.000 Tonnen verfügen und im Jahr 2015 in Betrieb gehen. Trotz der Veränderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld für EPDM-Kautschuk ist die Präsenz in China wichtige Voraussetzung, um langfristig Wachstumschancen im Markt und in der Region mit den größten Wachstumspotenzialen nutzen zu können.

Für unser Geschäft mit Hightech-Kunststoffen, mit denen wir innovative Lösungen für den Mobilitätstrend im Bereich Leichtbau bieten, werden wir im Laufe des dritten Quartals 2014 unsere neue Anlage zur Polymerisierung in Belgien in Betrieb nehmen. Das Investitionsvolumen für die Anlage mit einer Jahreskapazität von rund 90.000 Tonnen liegt bei rund 75 Mio. €. Damit stärken wir in unserer Business Unit High Performance Materials den Produktionsverbund für Hightech-Kunststoffe und werden künftig von Antwerpen aus unser globales Netzwerk von Compoundier-Betrieben bedienen können. Antwerpen ist ebenfalls Standort der Anlage für Caprolactam das zentrale Vorprodukt für die Kunststoffherstellung und des Produktionsbetriebs für Glasfasern.

Mit der Inbetriebnahme einer neuen Compoundier-Anlage in Porto Feliz (Brasilien) im ersten Halbjahr 2014, erweitern wir zudem unser globales Compounding-Netzwerk und können künftig im Wachstumsmarkt Lateinamerika unsere Kunden direkt mit Hightech-Kunststoffen beliefern. Zudem ergibt sich durch die Standorterweiterung die Chance, individuelle Kunststofflösungen jetzt auch mit unseren Kunden in Lateinamerika direkt vor Ort zu entwickeln.

Für das Geschäft mit innovativen Leichtbau-Kunststoffen in der Business Unit High Performance Materials ergeben sich durch die erfolgreiche Integration von Bond-Laminates, die wir im Jahr 2012 erworben hatten, und durch den anhaltenden Trend zur Gewichtsreduktion in Fahrzeugen weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb investieren wir nach der gezielten Erweiterung unseres Produkt-portfolios mit den Tepex-Leichtbau-Kunststoffen jetzt in den Ausbau der Kapazitäten in diesem Wachstumsbereich und werden diese am Bond-Laminates-Standort Brilon (Deutschland) bis Sommer 2014 deutlich erweitern. Die innovativen Faserverbundwerkstoffe werden je nach Einsatzgebiet mit Fasern aus unterschiedlichen Stoffen, zum Beispiel Fasern aus Karbon oder Glasfasern, verstärkt und ersetzen hier zunehmend schwerere Metallkomponenten in zahlreichen Bauteilen, insbesondere in Fahrzeugen.

Wir treiben zudem die Entwicklung innovativer Produkte voran und sehen auch die Weiterentwicklung unserer Produktionsverfahren als zentrales Element, um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern und zusätzliche Chancen auf eine Stärkung der Marktposition zu wahren. Vor diesem Hintergrund ist eine unserer wesentlichen Innovationen im Segment Performance Polymers die Entwicklung zweier neuer Kautschuk-Typen auf der Basis von Neodymium-katalysiertem Polybutadienkautschuk. Diese neuen Typen zeichnen sich durch eine hohe Molmasse aus, die zur Herstellung von Reifen mit besonders niedrigem Rollwiderstand notwendig ist. Aufgrund einer neuen, von uns angewendeten Technologie zur Modifikation der Kautschuk-Polymerkette weisen sie Merkmale für eine erheblich leichtere Verarbeitung für unsere Kunden auf.

Im Segment Advanced Intermediates sind wir mit unseren Business Units Advanced Industrials Intermediates und Saltigo gut im Markt positioniert, um insbesondere die auf dem Trend Landwirtschaft basierende wachsende Nachfrage nach Agrochemikalien bedienen zu können. In der Business Unit Advanced Industrials Intermediates konnten wir zum Ende des Berichtsjahres den Ausbau unserer Kresol-Kapazitäten abschließen und können dem Markt somit weitere Kapazitäten des hochwertigen Zwischenprodukts unseres Aromatenverbunds zur Verfügung stellen, das etwa im Bereich der Agrochemikalien eingesetzt wird. Indem wir das Wachstum unserer Kunden durch den Ausbau von Kapazitäten für hochwertige Zwischenprodukte wie Kresol begleiten, nutzen wir im Bereich Advanced Intermediates gleichzeitig die Chance, unsere weltweite Position hier auch mittel-und langfristig zu stärken.

Unsere Business Unit Saltigo hatten wir bereits in 2012 verstärkt auf das Agro-Geschäft ausgerichtet, um hier künftig zunehmend an dem wichtigen Wachstumsmarkt partizipieren zu können. Saltigo strebt an, seine maßgeschneiderten Komplettlösungen für die agrochemische Industrie weiter auszubauen, und wird sich zusätzlich auf die Erschließung attraktiver Projekte im Pharma-Bereich fokussieren. Durch die Ausrichtung von Saltigo auf die wesentlichen Wachstumsmärkte sehen wir die Möglichkeit, wie bereits im Berichtsjahr, hier auch künftig operative Chancen nutzen zu können.

In unserem Segment Performance Chemicals erschließen wir für die Business Unit Rubber Chemicals durch die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen von „Advance" die Möglichkeit, uns künftig wettbewerbsfähiger im Markt aufzustellen. So haben wir im Berichtsjahr die Bündelung von Produktionsprozessen für die Herstellung von Kautschukchemikalien, die in der Reifenindustrie eingesetzt werden, an unseren Standorten in Belgien und den USA eingeleitet, die im laufenden Jahr umgesetzt wird. Zudem stellten wir bereits im Berichtsjahr erste Produkte ein, die das Ende ihres Lebenszyklus im Markt erreicht hatten, und schlossen in diesem Zusammenhang den Rubber-Chemicals-Standort in Südafrika. Durch die Fokussierung auf zentrale Produkte in unserem Geschäftsbereich und die Straffung des Anlagennetzwerkes können wir hier unsere Produktivität erhöhen und unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Daneben haben wir in anderen Business Units des Segments mit wichtigen Investitionen den Grundstein für weitere Entwicklungen gelegt:

Im wichtigen Wachstumsmarkt China baut unsere Business Unit Inorganic Pigments ihr Produktionsnetzwerk für anorganische Pigmente weiter aus, um hier künftig verstärkt am Megatrend Urbanisierung partizipieren zu können. In Ningbo entsteht ein neues Werk für Eisenoxidrot-Pigmente mit einer Kapazität von zunächst 25.000 Tonnen pro Jahr. Das Werk wird höchste Umweltstandards erfüllen und insbesondere in den Bereichen Wasseraufbereitung, Abgasreinigung und Energieverbrauch im Branchenvergleich neue Maßstäbe setzen. Die Investition ermöglicht unserer Business Unit Inorganic Pigments als führendem Anbieter qualitativ hochwertiger und nachhaltig produzierter Pigmente, sein globales Produktionsnetzwerk zu stärken und seine Positionierung in Asien weiter zu verbessern.

Unsere Business Unit Leather hat im Berichtsjahr ihre neue Anlage zur Herstellung von Lederchemikalien in China, dem weltweit größten Markt für Lederchemikalien, in Betrieb genommen. Die neue Anlage, in die wir rund 30 Mio. € investierten, verfügt über eine Jahreskapazität von bis zu 50.000 Tonnen und ist nach höchsten Umweltstandards gebaut. Wir können dadurch unsere gesamte Produktpalette von Lederchemikalien direkt vor Ort anbieten und sehen die Chance, unsere Position im wichtigen chinesischen Markt weiter zu stärken. Darüber hinaus festigen wir unsere Stellung als Unternehmen mit umweltverträglichen Produktionsprozessen, die in China zunehmend an Bedeutung gewinnen. In der Business Unit Leather konnten wir im vierten Quartal 2013 zudem eine neue CO2Aufbereitungsanlage in Newcastle (Südafrika) in Betrieb nehmen, mit der wir auch unsere Wertschöpfungskette in diesem Geschäftsbereich stärken. Dadurch werden wir unabhängig von der externen Versorgung mit CO2 und können unsere Produktion von Natriumdichromat für Chromgerbsalze, die sich ebenfalls in Newcastle befindet, jetzt individuell steuern.

Mit der Business Unit Liquid Purification Technologies konnten wir uns bereits im Berichtsjahr mit unseren Produkten für den lonenaustausch und die Membranfiltration erfolgreich als Komplettanbieter für Lösungen zur Wasserbehandlung im Markt platzieren und streben an, diese Entwicklung weiter voranzutreiben. Vor dem Hintergrund der erwarteten zunehmenden Nachfrage nach innovativen Lösungen zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser erweitern wir unsere Produktionskapazitäten für lonenaustauscher in Leverkusen (Deutschland) und investieren hierfür rund 10 Mio. €. Wir gehen davon aus, dem Markt in 2014 dann zusätzliche Mengen an sogenannten schwachsauren Kationen-

87

austauscher zur Verfügung stellen zu können, die insbesondere im wachsenden Kartuschen-Geschäft für Haushaltswasserfiltersysteme Anwendung finden.

Darüber hinaus haben wir unser Produktportfolio, etwa durch neue Lewabrane-Typen für die Wasseraufbereitung oder Membrantechnik für schwer zu reinigendes Wasser, sogenanntes Wasser mit ,Fouling-Potenzial`, weiterentwickelt. Die im Berichtsjahr erhaltene Bescheinigung der US-amerikanischen National Sanitation Foundation (NSF International) bezüglich der Unbedenklichkeit von derzeit allen LANXESS Membranelementen für den Einsatz in der Trinkwasseraufbereitung eröffnet uns weitere Wachstumschancen. Dieses für die Aufbereitung von Trinkwasser notwendige Qualitätszertifikat bescheinigt die hohe Qualität unserer Membranen und erhöht das Kundenvertrauen in unsere Produkte. In den meisten Ländern ist die Zulassung nach NSF Standard 61 grundsätzliche Voraussetzung für den Einsatz in Trinkwasseranwendungen und somit ein wichtiger Qualitätsindikator. Zusätzlich zu diesem Zertifikat haben wir hier ebenfalls auch die russische und tschechische Trinkwasserzulassung erhalten.

Neben Investitionen und Innovationen für künftige operative Wachstumschancen stärkten wir unsere Business Units im Segment Performance Chemicals auch durch gezielte Akquisitionen. Mit der Übernahme der PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur erweitern wir das BiozidProduktportfolio unserer Business Unit Material Protection Products. Wir steigen somit auch im wichtigen Wachstumsmarkt Asien zu einem der führenden Anbieter von Bioziden für Farben und Lacke auf und können unsere Kunden jetzt direkt vor Ort mit entsprechenden Produkten und Produktexpertise bedienen. PCTS ist auf die Produktion von Bioziden für umweltfreundliche, wasserbasierte Farben spezialisiert, die strenge Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen.

Darüber hinaus erweiterten wir in unserer Business Unit Functional Chemicals das Portfolio für Phosphorchemikalien durch die Übernahme der Aktivitäten der französischen Tochter der insolventen Thermphos International B.V. in Vlissingen (Niederlande). Dadurch können wir jetzt zusätzliche Zwischenprodukte für Flammschutz- und Arzneimittelanwendungen anbieten und stärken künftig unsere Marktposition in diesem Produktbereich.

Die Entwicklung innovativer Produkte und die Weiterentwicklung unserer Produktionsverfahren bleiben ein zentrales Element, um unsere aktuelle Marktposition zu stärken und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Weitere Beispiele für unsere „Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten" erhalten Sie im Abschnitt Forschung und Entwicklung.

Zusammenfassende Aussage zur Gesamtchancenposition

LANXESS hat sein Produktportfolio in den vergangenen Jahren konsequent auf die zentralen Wachstumstrends ausgerichtet und ist in den wichtigen Wachstumsmärkten erfolgreich positioniert. Mit gezielten Investitionen treiben wir die weltweite Stärkung unserer Segmente weiter voran und führen unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fort, um uns auch künftig durch segmentübergreifende Prozess- und Produktinnovationen von unseren Wettbewerbern differenzieren zu können. Der Nachfrageschwäche zu Beginn des Geschäftsjahres und dem zunehmenden Wettbewerb, dem unsere Geschäfte mit synthetischen Kautschuken ausgesetzt sind, begegneten wir mit dem umfassenden Programm „Advance" und haben hiervon bereits erste Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und gezielte Restrukturierungen erfolgreich umgesetzt. Durch die globale Aufstellung sowie durch unsere flexiblen Unternehmensstrukturen, mit denen wir schnell auf Herausforderungen reagieren können, haben wir die Möglichkeit, auch künftig strategische und operative Chancen die über die bereits zugrunde liegenden Chancen hinausgehen, erfolgreich zu nutzen. Darüber hinaus verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt „Bedeutung der Risiken und Ergebnis der Risikobewertung"

Prognosebericht

Erwartete Ertragslage LANXESS Konzern

Nach dem sehr herausfordernden Geschäftsjahr 2013 gehen wir für das laufende Jahr derzeit von einer leichten Steigerung unserer zentralen Steuerungsgröße EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Allein die Entlastungen aus dem Wegfall von Einmaleffekten, wie z.B. Anlaufkosten oder rohstoffpreisbedingte Bestandsabwertungen, sollten zu dieser Verbesserung beitragen, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten.

Wir erwarten zum jetzigen Zeitpunkt keine merklichen Impulse aus dem prognostizierten Wachstum der Weltwirtschaft für unsere Ergebnisentwicklung. Bestehende Unsicherheiten, wie die Entwicklung von Marktkapazitäten bei synthetischem Kautschuk, die Staatsverschuldung in Europa sowie weltweite politische Krisen, können sich im Jahresverlauf auf die wirtschaftliche Dynamik und damit auf unser Unternehmen auswirken.

Für unsere drei Segmente mit insgesamt 14 Business Units gehen wir vor dem Hintergrund der für den Konzern gegebenen Ergebniserwartung von folgender Entwicklung aus. Die erwartete unterschiedliche Entwicklung in den Segmenten basiert auf den verschiedenen zugrunde liegenden globalen Megatrends und greift zudem Veränderungen des Marktumfelds auf.

Für das Segment Performance Polymers erwarten wir in 2014 aus den für das Segment zentralen Kundenindustrien Automobil und Reifen eine leichte Nachfrageverbesserung im Vergleich zum niedrigen Nachfrageniveau des Vorjahres.

Die dynamischste Entwicklung prognostizieren wir hier für die asiatischen Wachstumsmärkte China und Indien. Europa kann aus unserer Sicht nur geringe Nachfrageimpulse setzen. In der Reifenindustrie könnte das Ende 2011 beschlossene Gesetz zur Einstufung und Kennzeichnung von Reifen in Europa sowie weitere globale Kennzeichnungsinitiativen die Nachfrage nach unseren synthetischen Kautschukprodukten mit unterstützen. Wir erwarten aber im Segment insbesondere für unsere synthetischen Kautschukprodukte einen anhaltend starken Wettbewerb durch neu in den Markt tretende Produzenten bzw. Kapazitäten.

Im Segment Advanced Intermediates wird sich nach unserer Einschätzung die gute Kundennachfrage nach unseren Produkten für die Agrochemie in unseren Business Units Advanced Industrials Intermediates und Saltigo fortsetzen. Wir gehen hier von einer weiterhin soliden Geschäftsentwicklung aus. In der Business Unit Advanced Industrials Intermediates sind im Geschäftsjahr 2014 aber mehr geplante Stillstände von Anlagen vorgesehen, die bei der Ergebniserwartung für das Segment berücksichtigt wurden.

Für unser Segment Performance Chemicals erwarten wir in 2014 insgesamt eine leichte Nachfrageverbesserung. Wir sehen unter anderem ein dynamischeres Wachstum der Bauindustrie, das insbesondere in Asien und Nordamerika erfolgen sollte. Unser Geschäftsbereich mit Lederchemikalien sollte aufgrund der erfolgten Inbetriebnahme seiner CO2-Aufbereitungsanlage von einer verbesserten Wettbewerbssituation profitieren können. Durch die prognostizierte Nachfrageverbesserung in der Automobilindustrie sehen wir auch Impulse für unsere Business Units Rhein Chemie und Rubber Chemicals. Hierbei sollte sich die Kostenposition unserer Business Unit Rubber Chemicals durch die Restrukturierungsmaßnahmen verbessern. Für unsere Business Unit Liquid Purification Technologies, mit der wir den wichtigen Trend Wasser bedienen, erwarten wir nach erfolgreicher Produktdiversifizierung durch die Einführung unserer Membrantechnologie im laufenden Jahr weitere Wachstumschancen angesichts einer anhaltend guten Nachfrage nach unseren Produkten zur Wasseraufbereitung.

Erwartete Kostenentwicklung LANXESS Konzerr.

LANXESS hat aufgrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds für das Unternehmen im Berichtsjahr mit dem Programm „Advance" umfassende Maßnahmen eingeleitet, um den Auswirkungen der Nachfrageschwäche entgegenzuwirken. Für das kommunizierte Programm „Advance" sind bis 2015 Sonderaufwendungen von insgesamt rund 150 Mio. € vorgesehen. In 2013 haben wir für das Programm rund 30 Mio. € Aufwendungen vorgezogen, wodurch sich hier insgesamt eine Ergebnisbelastung in Höhe von etwa 110 Mio. € ergaben.

Neben dem ,,Advance"-Programm haben wir bereits in den Vorjahren unter anderem durch ein flexibles Anlagenmanagement und eine hohe Kostendisziplin unsere Kostenbasis weiter flexibilisiert und streben an, unsere Kostenentwicklung bei Bedarf frühzeitig dem wirtschaftlichen Umfeld anzupassen.

Bei den Rohstoffkosten, die Ende des Berichtsjahres auf einem vergleichsweise moderaten Niveau lagen, gehen wir auch für das Jahr 2014 von einem anhaltend volatilen Verlauf aus. Wir stellen uns generell auf unterschiedliche Preistrends bei den verschiedenen strategischen Rohstoffen ein und gehen davon aus, dass bei entsprechender Volatilität auch der Trend zu höheren Beschaffungskosten insbesondere für petrochemische Rohstoffe anhalten könnte. Die Energiekosten dürften unserer Einschätzung nach im Verlauf des Jahres 2014 leicht steigen.

Unser Ergebnis wird durch Währungsschwankungen beeinflusst. Um diesen zu begegnen, haben wir für die Jahre 2014 und 2015 bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Die wesentliche Währung der LANXESS Geschäfte bleibt auch künftig der US-Dollar. Wir erwarten, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro im Jahr 2014 volatil bleibt und sich in einem breiten Kursband zwischen 1,25 und 1,45 US-Dollar je Euro bewegen wird.

Für das Jahr 2014 gehen wir im Vergleich zum Berichtsjahr von geringeren Abschreibungen aus, nachdem 2013 außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals erfolgten. Zusätzliche planmäßige Abschreibungen werden sich in 2014 aus der Inbetriebnahme neuer Anlagen ergeben. Im Geschäftsjahr 2014 erwarten wir Abschreibungen im Bereich von 400 bis 420 Mio. €. Kostensteigerungen sind durch den Tarifabschluss und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter zu erwarten.

Die konzernweite Steuerquote wird maßgeblich durch den regionalen Ertragsanfall geprägt. LANXESS strebt mittelfristig eine Steuerquote im Bereich von 22 % bis 25 % an. Aufgrund der aktuell herausfordernden Geschäftssituation wird sie im laufenden Geschäftsjahr darüber liegen. Eine genaue Prognose ist allerdings nur schwer möglich.

Erwartete Finanzlage LANXESS Konzern

• Liquiditätssituation

LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik fortsetzen. Angesichts der im Abschnitt Finanzlage beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von über 2,0 Mrd. € verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation, um unsere gezielte Wachstumsstrategie finanziell umsetzen zu können.

• Investitionen

Unsere Investitions- und Wachstumsstrategie werden wir auch im Geschäftsjahr 2014 fortsetzen. Die auszahlungswirksamen Investitionen entfallen dabei erneut auf Erweiterungen bestehender Anlagen bzw. auf den Neubau von Produktionsanlagen und fließen in Maßnahmen für die Instandhaltung bestehender LANXESS Produktionsstandorte. Für das laufende Jahr 2014 gehen wir von auszahlungswirksamen Investitionen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2013 aus. Ein wesentliches Investitionsvolumen wird hiervon mit gut 110 Mio. € auf den Bau unserer World-Scale-Anlage für den Hochleistungs-Kautschuk Nd-PBR in Singapur sowie mit gut 130 Mio. € auf die Errichtung der Anlage für EPDM-Kautschuk in China entfallen.

• Finanzierungsmaßnahmen

LANXESS ist aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt, denn die Finanzierung der vorgesehenen Investitionen ist durch künftige Cashflows, vorhandene Zahlungsmittel sowie bestehende Kreditlinien gewährleistet. Gleiches gilt für die erwartete Dividendenzahlung sowie die anstehende Rückzahlung der im April 2014 fälligen Anleihe. Nennenswerte Refinanzierungserfordernisse aus dieser Fälligkeit sind aufgrund der getätigten umfangreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzposition in den Vorjahren abgedeckt. Darüber hinaus wird LANXESS seine Aktivitäten zur langfristigen Sicherung der Finanzierung im Rahmen einer konservativen Finanzpolitik durch weitere Diversifikation der Finanzierungsquellen und vorausschauende Finanzierungsmaßnahmen fortsetzen.

Erwartete Ertragslage der LANXESS AG

Wir erwarten für die LANXESS AG in diesem und im kommenden Geschäftsjahr ein leicht steigendes Niveau der Verwaltungskosten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als strategische Management-Holding. Im Übrigen wird das Ergebnis der LANXESS AG vom Finanzergebnis, und hier insbesondere vom Zins- und Beteiligungsergebnis, geprägt sein. Für das laufende Geschäftsjahr ist aufgrund der Finanzierungsstruktur von einem negativen Zinsergebnis auszugehen. Das Beteiligungsergebnis und damit das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG werden wesentlich von den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Gesellschaften des LANXESS Konzerns bestimmt. Wir verfolgen auch weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir einen Jahresüberschuss leicht über dem Niveau des Berichtsjahres.

Dividendenpolitik

LANXESS verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik. In den künftigen Dividendenvorschlägen werden wir, wie bereits in der Vergangenheit, die wirtschaftliche Entwicklung des zurückliegenden Geschäftsjahres, die Finanzierungsziele des Konzerns sowie sich abzeichnende Entwicklungen im neuen Geschäftsjahr berücksichtigen.

Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der LANXESS Konzern ist mit seinem Produktportfolio weiterhin gut in den relevanten Kundenindustrien positioniert und strebt an, seine Präsenz in den weltweiten Wachstumsregionen auch im aktuellen Geschäftsjahr voranzutreiben. Wir gehen davon aus, dass die Effizienzmaßnahmen und gezielten Restrukturierungen im Rahmen von „Advance" die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS in einem anhaltend herausfordernden Umfeld unterstützen werden.

Die Nachfrageimpulse, die sich aus der prognostizierten Entwicklung der globalen Wirtschaft ergeben könnten, sehen wir nach derzeitiger Einschätzung dagegen als sehr gering an. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass die Situation in unseren Geschäftsbereichen mit synthetischen Kautschuken durch die neue Wettbewerbs- und Kapazitätssituation auch in 2014 herausfordernd bleibt.

Die Entwicklung der Rohstoffkosten, insbesondere für den Rohstoff Butadien, ist aus unserer Sicht ein weiterer wesentlicher Faktor, der sich auf die Geschäftsentwicklung in 2014 auswirken kann. Wir gehen hier von einer anhaltenden Volatilität auf einem vergleichsweise moderaten Preisniveau aus. Für die Energiekosten erwarten wir im laufenden Jahr eine leichte Steigerung.

Insgesamt gehen wir vor dem Hintergrund der genannten Faktoren für das Jahr 2014 derzeit von einer leichten Steigerung unserer zentralen Steuerungsgröße EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Allein die Entlastungen aus dem Wegfall von Einmaleffekten sollten zu dieser Verbesserung beitragen, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten.

Wir sehen, dass zum Jahresbeginn die Herausforderungen für unsere Geschäfte mit synthetischem Kautschuk im Segment Performance Polymers anhalten und hier derzeit noch keine Nachfrageimpulse gesetzt werden.

Wir sind aber zuversichtlich, mittelfristig organisch und durch gezielte Akquisitionen weiter zu wachsen, und gehen davon aus, dass unsere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und konsequente Restrukturierungen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten können. Als mittelfristiges Wachstumsziel hatten wir uns ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 1,8 Mrd. € im Jahr 2018 gesetzt. Diese Zielerreichung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Geschäftsentwicklung deutlich ambitionierter geworden, wird von uns aber weiterhin angestrebt.

BILANZ

LANXESS KONZERN

AKTIVA

scroll

in Mio. € Anhang 01.01.2012 31.12.2012 31.12.2013
Immaterielle Vermögenswerte (1) 373 390 323
Sachanlagen (2) 2679 2.994 2903
At equity bewertete Beteiligungen (3) 12 8 12
Sonstige Beteiligungen (4) 19 18 13
Langfristige derivative Vermögenswerte (5) 8 16 20
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 82 8 11
Langfristige Ertragsteuerforderungen 0 0 1
Latente Steuern (28) 196 211 254
Sonstige langfristige Vermögenswerte (7) 120 102 55
Langfristige Vermögenswerte 3.489 3.747 3.592
Vorräte (8) 1.386 1.527 1.299
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (9) 1.146 1.117 1.070
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 178 386 427
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte (10) 350 411 106
Kurzfristige derivative Vermögenswerte (5) 8 28 58
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 27 6 6
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen 64 41 55
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (11) 230 256 198
Kurzfristige Vermögenswerte 3389 3.772 3.219
Summe Aktiva 6.878 7.519 6.811
Passiva
Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage 889 889 889
Sonstige Rücklagen 1.449 1.238 1.690
Konzernergebnis 0 508 -159
Kumuliertes übriges Eigenkapital -280 -321 -525
Anteile anderer Gesellschafter 16 16 5
Eigenkapital (12) 2.074 2.330 1.900
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (13) 679 893 943
Sonstige langfristige Rückstellungen (14) 331 304 258
Langfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 13 4 12
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (15) 1.465 2167 1.649
Langfristige Ertragsteuerschulden (16) 63 35 49
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (17) 89 74 89
Latente Steuern (28) 75 82 29
Langfristiges Fremdkapital 2.715 3.559 3.029
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (14) 446 440 355
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (18) 766 795 690
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 40 10 22
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (15) 633 167 668
Kurzfristige Ertragsteuerschulden (16) 49 45 21
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (17) 155 173 126
Kurzfristiges Fremdkapital 2.089 1.630 1.882
Summe Passiva 6.878 7.519 6.811

Vorjahreswerte angepasst.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

scroll

in Mio. € Anhang 2012 2013
Umsatzerlöse (20) 9.094 8.300
Kosten der umgesetzten Leistungen (21) -5.983 -5.752
Bruttoergebnis vorn Umsalz 2.106 1548
Vertriebskosten (22) -763 -755
Forschungs- und Entwicklungskosten (23) -192 -186
Allgemeine Verwaltungskosten (24) -339 -301
Sonstige betriebliche Erträge (25) 186 128
Sonstige betriebliche Aufwendungen (26) -190 -527
Operatives Ergebnis (EINT) 808 -93
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 1 0
Zinserträge 5 2
Zinsaufwendungen -101 -108
Sonstiges Finanzergebnis -53 -40
Finanzergebnis (27) -148 -146
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239
Ertragsteuern (28) -151 71
Ergebnis nach Ertragssteuern 509 -168
davon auf andere Gesellschafter entfallend 1 -9
davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) 508 -159
Ergebnis je Aktie (€) (unverwässert/verwässert) (29) 6,11 -1,91

Vorjahreswerte angepasst.

GESAMTERGEBNISRECHNUNG

scroll

in Mio. € 2012 2.013
Ergebnis nach Ertragsteuern 509 -168
Posten, die anschießend nicht in den Gewinn oder Verlust unigegliedert werden Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -210 -4
Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragsteuern) 0 26
Ertragsteuern 69 5
-141 27
Posten, die anschschließend in den Gewinn oder Vertust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe -81 -199
Finanzinstrumente 58 -7
Ertragsteuern -18 3
-41 -203
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -182 -176
Gesamtergebnis 327 -344
davon auf andere Gesellschafter entfallend 1 -8
davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend 326 -336

Vorjahreswerte angepasst.

EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

EIGENKAPTIALVERÄNDERUNGSRECHNUNG LANXESS KONZERN

scroll

in Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen Konzern-

ergebnis
--- --- --- --- ---
31.12.2011 83 806 954 495
Thesaurierung 495 -495
Dividenzahlungen -71
Anteilsbasierte Vergütung 1
Gesamtergebnis -141 508
Ergebnis nach Ertragsteuern 508
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -141
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -210
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe
Fianzinstrumente
Anteil am sonstigen Ergebnis von et equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragsteuern)
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern 69
31.12.2012 83 806 1.238 508
Thesaurierung 508 -508
Dividendenzahlungen -83
Gesamtergebnis 27 -159
Ergebnis nach Ertragsteuern -159
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 27
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -4
Währunngsumrechngsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe
Finanzinstrumente
Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragssteuern) 26
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragssteuern 5
Übrige Veränderungen1)
31.12.2013 83 806 1.690 -159

scroll

Kumuliertes übriges Eigenkapital Anteil der Aktionäre Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
in Mio. € Währungs umrechnungen Finanz- Instrumente der LANXESS AG
--- --- --- --- --- ---
31.12.2011 -24-8 -32 2.058 16 2.074
Thesaurierung 0 0
Dividenzahlungen -71 -1 -72
Anteilsbasierte Vergütung 1 1
Gesamtergebnis -81 40 326 1 327
Ergebnis nach Ertragsteuern 506 1 509
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -81 40 -162 0 -182
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -210 -210
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe -81 -81 0 -81
Fianzinstrumente 58 56 58
Anteil am sonstigen Ergebnis von et equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragsteuern) 0 0
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern 48 St 51
31.12.2012 -329 8 2.314 16 2.330
Thesaurierung 0 0
Dividendenzahlungen -83 -83
Gesamtergebnis -200 -4 -336 -8 -344
Ergebnis nach Ertragsteuern -159 -9 -168
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -200 -4 -177 1 -176
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -4 -4
Währunngsumrechngsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe -200 -200 1 -199
Finanzinstrumente -7 -7 -7
Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragssteuern) 26 26
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragssteuern 3 8 8
Übrige Veränderungen1) 0 -3 -3
31.12.2013 -529 4 1.895 5 1.900

Vorjahreswerte angepasst.

1) Effekte aus dem Wechsel zur Vollkonsolidierung und dem Übergang zur Quotenkonsolidierung.

KAPITALFLUSSRECHNUNG

LANXESS KONZERN

scroll

in Mio. € Anhang 2012 2013
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 378 717
Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 0 -2
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen -1 0
Ergebnis aus dem Finanzbereich 113 111
Gezahlte Ertragsteuern -109 -41
Veränderung der Vorräte -164 136
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8 5
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 38 -81
Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva -85 -15
Zufluss aus operativer Tätigkeit 838 641
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -696 -624
Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten 41 290
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen -44 -15
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5 5
Erhaltene Zinsen und Dividenden 20 2
Abfluss aus investiver Tätigkeit (36) -674 -342
Aufnahme von Finanzschulden 893 105
Tilgung von Finanzschulden -652 -163
Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs -123 -119
Dividendenzahlungen -72 -83
Zufluss/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit (35) 46 -260
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 210 39
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 1. Januar 178 385
Währungsbedingte und sonstige Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -2 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember (36) 386 427

Vorjahreswerte angepasst.

Anhang ZUM KONZERNABSCHLUSS

ALLGEMEINE ANGABEN

Die LANXESS AG ist als Aktiengesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 53652 eingetragen und hat ihren Firmensitz am Kennedyplatz 1, 50569 Köln, Deutschland.

Der von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der LANXESS AG sowie der mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss der LANXESS AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Vorstand der LANXESS AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013 am 6. März 2014 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

AUFBAU UND BESTANDTEILE DES KONZERNABSCHLUSSES

Der Konzernabschluss besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Anhang, welcher auch die Segmentberichterstattung enthält.

Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders dargestellt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Fremdkapital unterschieden, deren Fristigkeit im Anhang teilweise weiter detailliert wird.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Sofern andere Bewertungskonzepte vorgeschrieben sind, werden diese verwendet; in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wird hierauf gesondert hingewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Das Geschäftsjahr des vorliegenden Konzernabschlusses entspricht dem Kalenderjahr.

ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 wurde nach den in der Europäischen Union (EU) verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und diesbezüglichen Interpretationen sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts Im Mai 2011 hat das International Accounting Standards Board (IASB) mit IFRS 13 einen Standard zu Fragen der Bemessung zum beizulegenden Zeitwert veröffentlicht. Darüber hinaus erweitert IFRS 13 die in diesem Zusammenhang erforderlichen Anhangangaben. Aus der Anwendung haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Darstellung der Posten des sonstigen Ergebnisses Aufgrund des im Juni 2011 geänderten IAS 1 werden die im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Posten unterteilt in Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und solche, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.

Bilanzierung von Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen

Seit dem 1. Januar 2013 wendet der LANXESS Konzern die im Juni 2011 überarbeitete Fassung von IAS 19 an. Die enthaltenen Regelungen wirken sich auf die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pläne und Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses aus. Die Änderung der Bilanzierung erfolgte im Einklang mit den betreffenden Rechnungslegungsvorschriften rückwirkend. Darüber hinaus ergeben sich im Anhang zum Konzernabschluss geänderte Offenlegungspflichten.

Da die bisherige Wahlrechtsausübung im LANXESS Konzern hinsichtlich der Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste bereits der verpflichtend anzuwendenden Bilanzierung entsprach, ergaben sich aus der Anwendung des geänderten IAS 19 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Bilanzierungsänderung hatte keine Auswirkungen auf die Höhe der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 1. Januar 2012. Zum 31. Dezember 2012 erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die sonstigen Rücklagen um 1 Mio. € bzw. 5 Mio. €, während sich gegenläufig das Konzernergebnis des Jahres 2012 unter Berücksichtigung eines latenten Steuerertrags in Höhe von 3 Mio. € verminderte. Das Vorjahresergebnis je Aktie verringerte sich entsprechend von 6,18 € auf 6,11 €. Zum 31. Dezember 2013 stiegen die sonstigen Rücklagen um 5 Mio. € während sich gegenläufig das Konzernergebnis unter Berücksichtigung eines latenten Steuerertrags von 4 Mio. € verminderte. Der Rückgang des Konzernergebnisses betrifft in beiden Geschäftsjahren mit 2 Mio. € das operative Ergebnis und mit 7 Mio. € das Finanzergebnis. Die entsprechenden Steuereffekte spiegeln sich im Wesentlichen gegenläufig als latente Steueraufwendungen im sonstigen Ergebnis wieder. Im Geschäftsjahr 2013 minderte die Anwendung des überarbeiteten IAS 19 das Ergebnis je Aktie von -1,85 € auf -1,91 €.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Im Dezember 2011 hat das IASB Änderungen an IFRS 7 veröffentlicht, die erweiterte Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten vorsehen. Weiterhin werden Angaben zu Aufrechnungsansprüchen gefordert, die nach IFRS nicht zu einer Saldierung führen. Da ausschließlich Angabepflichten betroffen sind, haben sich aus der erstmaligen Anwendung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns ergeben.

Weitere Änderungen

Die folgenden Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren erstmals im Geschäftsjahr 2013 anzuwenden, sind aber derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

Änderung an IAS 12: Latente Steuern Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte
Änderung an IFRS 1: Ausgeprägte Hochinflation und Beseitigung der festen Zeitpunkte für Erstanwender
IFRIC 20: Abraumkosten in der Produktionsphase eines Tagebaubergwerks Änderungen an IFRS 1: Darlehen der öffentlichen Hand
Diverse IAS sowie IFRS 1: Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2009-2011

VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Das IASB und das IFRS Interpretations Committee haben Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2013 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und im LANXESS Konzern auch noch nicht angewendet wurden. Ihre Anwendung setzt zum Teil noch die Anerkennung durch die EU voraus, aus der sich im Einzelfall auch eine spätere verpflichtende Anwendung ergeben kann als nachstehend angegeben.

Das IASB hat im November 2009 IFRS 9 veröffentlicht. Die hierin dargelegten Änderungen der Vorschriften zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten wurden im Oktober 2010 um Regelungen zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten erweitert. Im November 2013 hat das IASB Ergänzungen an IFRS 9 veröffentlicht, die neue Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accountings enthalten. Durch die Ergänzungen wird zudem die Möglichkeit geschaffen, unter bestimmten Voraussetzungen bonitätsbedingte Wertveränderungen von finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, vorzeitig, d.h. ohne die übrigen Regelungen des IFRS 9 umzusetzen, im sonstigen Ergebnis und somit nicht im Gewinn oder Verlust zu erfassen.

Das IASB hat am 20. Februar 2014 vorläufig entschieden, dass IFRS 9 verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden ist, die ab dem 1. Januar 2018 beginnen. Voraussetzung für die Anwendung bei LANXESS ist allerdings die Anerkennung durch die EU. Der LANXESS Konzern prüft derzeit, wie sich die Anwendung von IFRS 9 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken wird.

Im Mai 2011 hat das IASB mit IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 drei neue sowie mit IAS 27 und IAS 28 zwei überarbeitete Standards zur Bilanzierung von Anteilen an anderen Unternehmen veröffentlicht. Bezüglich der drei erstgenannten Standards hat das IASB im Juni 2012 Änderungen der Übergangsleitlinien veröffentlicht. Alle genannten Standards sind in der EU erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Der LANXESS Konzern geht nicht davon aus, dass sich die Anwendung der Standards wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken wird.

Das IASB hat im Mai 2013 Änderungen an IAS 36 veröffentlicht. Durch die neuen Regelungen wird klargestellt, dass der für einen Vermögenswert oder eine zahlungsmittelgenerierende Einheit erzielbare Betrag lediglich dann anzugeben ist, wenn in der Berichtsperiode eine Wertminderung oder Wertaufholung vorgenommen wurde. Außerdem werden erweiterte Angabepflichten eingeführt, wenn im Zusammenhang mit vorgenommenen Wertminderungen oder Wertaufholungen der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs bestimmt wurde. Der überarbeitete Standard ist in der EU erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Da ausschließlich Angabepflichten betroffen sind, ergeben sich aus der Anwendung des geänderten IAS 36 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns.

Die nachfolgend aufgeführten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen sind derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

scroll

Standard/ Interpretation Veröffentlichung Anwendungspflicht für LANXESS ab Geschäftsjahr Anerkennung durch EU
IAS 32 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten —Änderungen an IAS 32 16.122011 2014 ja
IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 Investmentgesellschaften — Änderung an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 31.102012 2014 ja
IFRIC 21 Abgaben 20.052013 2014 nein
IAS 39 Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften 27.06.2013 2014 ja
IAS 19 Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge — Änderungen an IAS 19 21.11.2013 2015 nein
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2010-2012 12.122013 2015 nein
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards, Zyklus 2011-2013 12.12.2013 2015 nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 nein

AUSWEISÄNDERUNGEN UND ANGEPASSTE VORJAHRESWERTE

Langfristige Ertragsteuerforderungen werden nicht mehr unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten, sondern gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Weiterhin wurden Vorjahreswerte im Zusammenhang mit dem geänderten IAS 19 angepasst. Nähere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" unter „Bilanzierung von Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen". Im selben Abschnitt finden sich unter „Darstellung der Posten des sonstigen Ergebnisses" auch Erläuterungen zu einer Ausweisänderung in der Gesamtergebnisrechnung.

KONSOLIDIERUNG

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Sofern die Geschäftsjahre von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen nicht am 31. Dezember enden, werden zum Zwecke der Konsolidierung Zwischenabschlüsse aufgestel It.

Konzerninterne Zwischengewinne und -verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind die LANXESS AG sowie alle Unternehmen, die die LANXESS AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht, wenn die LANXESS AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Zweckgesellschaften, bei denen eine Beherrschung aus wirtschaftlicher Sicht gegeben ist,

werden ebenfalls in den Konzernabschluss einbezogen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht (Erwerbszeitpunkt). Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Nach der Equity-Methode werden solche Beteiligungen bewertet, bei denen der LANXESS Konzern in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes von 20 % bis 50 % einen maßgeblichen Einfluss ausübt.

Unternehmen, die insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage sind, werden nicht konsolidiert, sondern zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie eine Tabelle der Beteiligungsgesellschaften werden im Abschnitt „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" gezeigt.

Vollkonsolidierung Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren.

Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt.

Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, als Aufwand erfasst.

Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus einem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

At equity bewertete Beteiligungen Bei Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet sind, werden die Anschaffungskosten jährlich um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Liegen Wertminderungen vor, die den Wert der jeweiligen Beteiligung übersteigen, werden vorhandene langfristige Vermögenswerte, die in Zusammenhang mit der Beteiligung stehen, abgeschrieben. Wurden der Buchwert der Beteiligung und derartige Vermögenswerte auf null reduziert, werden zusätzliche Verluste in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, in dem der Anteilseigner rechtliche oder faktische Verpflichtungen, z.B. zur Übernahme anteiliger Verluste, eingegangen ist oder Zahlungen für das Beteiligungsunternehmen geleistet hat.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung ermittelt, wobei ein Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen Die gemeinschaftlich geführte DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), wird unter Anwendung der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In den Einzelabschlüssen, die dem LANXESS Konzernabschluss zugrunde liegen, werden sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die aus wirtschaftlicher Sicht zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt.

Die Jahresabschlüsse ausländischer Einheiten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (Konzept der funktionalen Währung). Bei der überwiegenden Mehrzahl der Beteiligungen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die Umrechnung in Konzernwährung erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden zum Kurs am Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zum Jahresdurchschnittskurs.

Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird in der Währung des erworbenen Unternehmens bilanziert und unabhängig vom Zeitpunkt seines Entstehens zum Stichtagskurs umgerechnet.

Durch die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen (ausgenommen direkt im sonstigen Ergebnis erfasste Aufwendungen und Erträge) sowie die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge zu Durchschnittskursen ergeben sich gegenüber einer Umrechnung zu Stichtagskursen Unterschiedsbeträge, die im sonstigen Ergebnis gesondert als Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe ausgewiesen werden.

Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, erfolgt eine erfolgswirksame Realisierung der betreffenden Währungsumrechnungsdifferenzen im Gewinn oder Verlust.

Der Währungsumrechnung liegen folgende für den LANXESS Konzern wesentliche Wechselkurse zugrunde:

Wechselkurse

scroll

1 Euro Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2012 31.12.2013 2012 2013
--- --- --- --- --- ---
Argentinien ARS 6,49 8,99 5,85 7,28
Brasilien BRL 2,70 3,23 2,51 2,87
China CNY 8,22 8,35 8,11 8,16
Großbritannien GBP 0,82 0,83 0,81 0,85
Indien INR 72,56 85,23 68,62 77,82
Japan JPY 113,61 144,72 102,61 129,62
Kanada CAD 1,31 1,47 1,28 1,37
Singapur SGD 1,61 1,74 1,61 1,66
Südafrika ZAR 11,17 14,57 10,55 12,83
USA USD 1,32 1,38 1,29 1,33

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres und wurden stetig angewendet. Hiervon ausgenommen sind Änderungen, die sich durch neue oder geänderte Rechnungslegungsvorschriften ergeben haben, die erstmals im Geschäftsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden waren und auf die im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" hingewiesen wird. Weiterhin erfolgt die Einbeziehung gemeinschaftlich geführter Unternehmen im LANXESS Konzern nicht mehr nach der Equity-Methode, sondern im Rahmen der Quotenkonsolidierung. Nähere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis".

Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten Geschäfts-und Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte wie Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte von befristeter Nutzungsdauer sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, erfolgt linear über einen Zeitraum von 3 bis 20 Jahren. Die planmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Darüber hinausgehende Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden Zuschreibungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen. Die niedrigere dieser beiden Größen wird angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte von unbestimmter Nutzungsdauer sowie Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitsprüfungen unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Etwaige Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen von Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht vorgenommen.

Kosten für intern entwickelte Software, die in der Phase der Anwendungsentwicklung anfallen, werden aktiviert. Die Abschreibung dieser Kosten über die zu erwartende Nutzungsdauer beginnt mit Fertigstellung der Software.

Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Unentgeltlich von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) oder einer vergleichbaren Behörde in anderen europäischen Ländern zugeteilte Rechte werden demnach mit einem Wert von null aktiviert.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Das Neubewertungsmodell findet im LANXESS Konzern keine Anwendung. Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Gemäß IAS 36 werden solche Wertverluste anhand von Vergleichen mit den diskontierten erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen der betreffenden Vermögenswerte ermittelt. Können diesen Vermögenswerten keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse zugeordnet werden, werden die Wertminderungen anhand der Finanzmittelflüsse der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit geprüft, der diese Vermögenswerte zuzurechnen sind. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen sowie die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und die freiwilligen sozialen Leistungen des Unternehmens.

Besteht die Verpflichtung, Sachanlagen zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder zurückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, wird der Barwert der hierfür anfallenden Zahlungen zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe eine Rückstellung passiviert.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden, direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden grundsätzlich sofort im Ergebnis erfasst. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten verlässlich bestimmt werden können.

Aufwendungen für Generalüberholungen wichtiger Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil der betreffenden Vermögenswerte selbstständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zur nächsten Generalüberholung abgeschrieben.

Sofern Sachanlagen aus wesentlichen Komponenten mit jeweils unterschiedlichem Zweck, unterschiedlicher Beschaffenheit oder unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten einzeln aktiviert und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Wenn Sachanlagen verkauft werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Planmäßige Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Ihnen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer

scroll

Gebäude 20 bis 50 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Betriebsvorrichtungen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Labor- und Forschungseinrichtungen 3 bis 5 Jahre
Tank- und Verteilungsanlagen Fahrzeuge 10 bis 20 Jahre 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 10 Jahre

Leasing

Gemietete Sachanlagen, bei denen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen wurden (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 im Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die Barwerte der Leasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstands unsicher, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist.

Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Sie werden mit dem zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen, sofern dieser Wert niedriger ist. In der Folge werden die Mindestleasingzahlungen in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Bei einem Leasingverhältnis, das nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt (Operating-Leasingverhältnis), werden die Leasingraten als laufender Aufwand erfasst.

In den Sachanlagen sind auch vom LANXESS Konzern vermietete bzw. verleaste Vermögenswerte enthalten, soweit bei den zugrunde liegenden Verträgen kein Finanzierungsleasing vorliegt. Ist der Kunde jedoch als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen, wird in Höhe der abgezinsten zukünftigen Miet- bzw. Leasingzahlungen eine Forderung aktiviert.

Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRSRegelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Vertragsverhältnisse, die bei einer Partei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu zählen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen eingesetzt werden.

Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der LANXESS Konzern Vertragspartei der Finanzinstrumente wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte auf Zahlungen hieraus auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Erfüllungstag relevant.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wertminderungen werden berücksichtigt und über Wertberichtigungskonten erfasst.

Beteiligungen sowie langfristige Eigenkapitalinstrumente werden als „zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, es sei denn, der beizulegende Zeitwert ist nicht verlässlich bestimmbar. In diesem Fall erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt und einer möglichen Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden mit ihrem anteiligen Eigenkapital entsprechend den Vorschriften des IAS 28 angesetzt.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Alle anderen originären finanziellen Vermögenswerte werden als „zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern sie nicht der Kategorie Kredite und Forderungen zuzurechnen sind. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird so lange direkt im sonstigen Ergebnis erfasst, mit Ausnahme von Wertberichtigungen und von Gewinnen und Verlusten aus der Währungsumrechnung, bis der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Von der Möglichkeit, Finanzinstrumente bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu designieren, wurde kein Gebrauch gemacht.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Im LANXESS Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag als Vermögenswert oder Verbindlichkeit ausgewiesen. Aus der Zeitwertänderung resultierende Gewinne oder Verluste werden grundsätzlich im Ergebnis erfasst. Soweit Fremdwährungsderivate bzw. Warentermingeschäfte, die zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen werden, den Anforderungen des Rechnungslegungsstandards hinsichtlich des Hedge Accountings genügen, werden die Wertänderungen dieser Derivate bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften gesondert im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier erfassten Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis bzw. in den Herstellungskosten berücksichtigt. Diejenigen Teile der Zeitwertänderung des Derivats, die hinsichtlich des abgesicherten Risikos als ineffektiv angesehen werden, werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Zeitwertänderungen von Zinsderivaten, die der Absicherung von variabel verzinslichen langfristigen Verbindlichkeiten dienen, werden, soweit die Anforderungen eines Cashflow-Hedge-Accountings erfüllt sind, ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis berücksichtigt.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind.

Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts

Nachfolgend werden die wesentlichen Methoden und Annahmen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten dargestellt:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben in der Regel Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen daher den beizulegenden Zeitwerten. Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr werden zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter diskontiert.

Der beizulegende Zeitwert von Wertpapieren wird anhand von Marktpreisen zum Bilanzstichtag ohne die Berücksichtigung von Transaktionskosten ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird anhand abgezinster zukünftiger Zins- und Tilgungszahlungen berechnet.

Die Anleihen werden in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem börsenmäßig festgestellten und veröffentlichten Preis. Sollte für eine Anleihe kein liquider Marktpreis vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis beobachtbarer lnputfaktoren und unter Verwendung risikoadäquater Diskontierungszinssätze ermittelt.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr entspricht der Buchwert grundsätzlich dem beizulegenden Zeitwert. Alle anderen Verbindlichkeiten werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abgezinst.

Bei den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entspricht der beizulegende Zeitwert dem Barwert der Nettoleasingraten unter Berücksichtigung des Marktzinses für gleichartige Leasingverträge.

Die derivativen Finanzinstrumente werden im Wesentlichen in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen beizulegenden Zeitwerte resultieren ausschließlich aus Devisentermingeschäften und werden mit der ,,Forward"-Methode aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden. Im Falle fehlender Marktnotierungen erfolgt die Wertermittlung durch Einsatz anerkannter finanzmathematischer Berechnungsmethoden auf Basis beobachtbarer Marktdaten. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird das eigene bzw. das Ausfallrisiko des Kontrahenten auf Basis der jeweiligen Nettoposition berücksichtigt.

Vorräte

Unter den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d.h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten.

Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten bei normaler Auslastung der betreffenden Produktionsanlagen, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen.

Darüber hinaus werden die Kosten für die betriebliche Altersversorgung, für soziale Einrichtungen des Betriebs sowie für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen, soweit sie dem Herstellungsbereich zuzuordnen sind. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen.

Die Produkte werden nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt. Daher werden Fremdkapitalkosten, die im Laufe der Produktion anfallen, nicht in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten einbezogen.

Aufgrund der Produktions- und Absatzgegebenheiten im LANXESS Konzern werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, werden wegen ihrer hohen Liquidität ebenfalls hierunter ausgewiesen.

Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte und Schulden

Vermögenswerte werden, soweit wesentlich, als „zur Veräußerung bestimmt" ausgewiesen, wenn ihre Veräußerung sehr wahrscheinlich und im gegenwärtigen Zustand möglich ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um ganze Unternehmensbereiche handeln. Eine Veräußerungsgruppe kann auch Schulden beinhalten, wenn diese Schulden zusammen mit den Vermögenswerten im Rahmen der Transaktion abgegeben werden.

Vermögenswerte, die als „zur Veräußerung bestimmt" klassifiziert worden sind, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die Bewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich identifizierbarer Veräußerungskosten, sofern dieser Wert niedriger als der Buchwert ist.

Rückstellungen

Ansatz und Bewertung der Rückstellungen erfolgen nach IAS 37, gegebenenfalls auch nach IAS 19 und IFRS 2, mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs. Soweit wesentliche Rückstellungen erst nach mehr als einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge bzw. -zeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Anteil der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt und zurückgestellt. Soweit die Veränderung der Rückstellung aus dem Näherrücken des Erfüllungszeitpunkts resultiert (Zinseffekt), wird der entsprechende Aufwand im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Effekt in den Ergebnisbereichen erfasst, in denen ursprünglich die Bildung der Rückstellung erfolgte.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Der Rückstellungsbewertung liegt der mithilfe der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) ermittelte versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die erwartete Einkommens- und Rentenentwicklung berücksichtigt. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden vollständig im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden in einer nachfolgenden Berichtsperiode nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Zu den Personalrückstellungen gehören vor allem Jahressonderzahlungen und Zahlungen aus mehrjährigen Vergütungsprogrammen sowie sonstige Personalkosten.

Die anteilsbasierten Mitarbeitervergütungsprogramme (Long Term Incentive Plan LTIP und Long Term Stock Performance Plan LTSP) sehen einen Barausgleich vor. Verpflichtungen hieraus werden durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe dem beizulegenden Zeitwert des jeweils erdienten Anteils der Zusagen an die Mitarbeiter entspricht. Der beizulegende Zeitwert wird mithilfe der Monte-Carlo-Simulationstechnik ermittelt. Hierbei werden zukünftige Renditen simuliert und der Wert der gewährten Anrechte als zu erwartender Ausschüttungsbetrag ermittelt. Es wird eine zweidimensionale Normalverteilung der Renditen unterstellt. Der beizulegende Zeitwert der Anrechte wird zeitanteilig über die Sperrfrist (Erdienungszeitraum) als Rückstellung erfasst.

Der LANXESS Konzern bildet auch Rückstellungen für laufende oder wahrscheinliche Rechtsstreitigkeiten, wenn diese angemessen abgeschätzt werden können. Diese Rückstellungen decken alle geschätzten Gebühren und Rechtskosten sowie eventuelle Vergleichskosten ab. Die zurückgestellten Beträge werden aufgrund von Mitteilungen und Kostenschätzungen der Anwälte des Unternehmens ermittelt. Solche Rückstellungen werden regelmäßig zusammen mit den Anwälten des Unternehmens überprüft und angepasst.

Eventualverbindlichkeiten

Bei Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Sie werden in der Bilanz soweit nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses anzusetzen nicht erfasst.

Verbindlichkeiten

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über den zugrunde liegenden Zeitraum oder die voraussichtliche Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte aufgelöst und erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Umsatzerlöse und sonstige Erlöse

Umsatzerlöse nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen werden als realisiert betrachtet, sobald die Lieferung erfolgt ist bzw. die Leistung erbracht wurde. Dies ist bei Liefergeschäften dann der Fall, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum der verkauften Waren und Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übergehen. Darüber hinaus müssen der wirtschaftliche Nutzen hinreichend wahrscheinlich sowie die angefallenen Kosten verlässlich bestimmbar sein.

Kundenrabatte werden in der Periode berücksichtigt, in der die Umsatzrealisierung erfolgt. Erlöse wie z.B. Lizenzeinnahmen, Mieteinnahmen, Zinserträge oder Dividenden, die einem späteren Geschäftsjahr zuzurechnen sind, werden abgegrenzt.

Langfristige Fertigungsaufträge liegen im LANXESS Konzern nicht vor. Insofern wird die Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad nicht angewendet.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IAS 38 sind Forschungskosten nicht und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen zu aktivieren. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die über die normalen Kosten hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da die Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Verfahren aber häufig mit Unsicherheiten verbunden ist, sind die Bedingungen für eine Aktivierung von Entwicklungskosten in der Regel nicht erfüllt.

Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde.

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten und -rückstellungen umfassen sowohl das jeweilige Geschäftsjahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren.

Gemäß IAS 12 werden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in Konzern- und Steuerbilanz, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

Der Buchwert latenter Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und nur in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um die latenten Steueransprüche zu nutzen. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen werden berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verlustvorträge nutzbar sind.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des LANXESS Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuund -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Die Zahlungsströme aus der operativen Tätigkeit werden nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt und sind somit nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar.

Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen werden als Abfluss aus investiver Tätigkeit gezeigt. Sie wurden gekürzt um von Dritten hierfür gewährte Zuwendungen. Investitionen im Rahmen von Finanzierungsleasing sowie aktivierte Fremdkapitalkosten sind nicht enthalten. Eine Vergleichbarkeit mit den Investitionen des Anlagespiegels ist insoweit nicht gegeben.

Die Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden als Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit gezeigt. Auszahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasingnehmer ist, werden als Abfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen, während Einzahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasinggeber ist, als Zufluss aus investiver Tätigkeit gezeigt werden.

Zahlungen für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen werden der operativen Tätigkeit zugeordnet.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten gezahlte Kaufpreise (bzw. erhaltene Verkaufspreise) werden abzüglich erworbener (bzw. abgegebener) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Bereich der investiven Tätigkeit gezeigt.

Erhaltene Zinsen und Dividenden werden in den Zahlungsströmen aus investiver Tätigkeit ausgewiesen. Gezahlte Zinsen und Dividenden werden im Bereich der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.

Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten wird im LANXESS Konzern zunächst analysiert, inwieweit Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine mögliche Wertminderung von Vermögenswerten bzw. Wertaufholung wertgeminderter Vermögenswerte hinweisen. Sofern sich hierbei Anzeichen ergeben, dass Vermögenswerte wertgemindert bzw. Zuschreibungen wertgeminderter Vermögenswerte erforderlich sein könnten, werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Diese Werthaltigkeitsprüfungen werden im LANXESS Konzern mindestens einmal jährlich durchgeführt.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, werden einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Hierbei werden die Restbuchwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einschließlich der zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte, dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt.

Grundsätzlich werden die strategischen Geschäftseinheiten (Business Units) des LANXESS Konzerns als zahlungsmittelgenerierende Einheiten definiert. Sollten jedoch Anzeichen für Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten vorliegen, die auf einer Ebene unterhalb der Business Units angesiedelt sind, werden auch für diese Vermögenswerte Werthaltigkeitsprüfungen und, wenn erforderlich, aufwandswirksame Wertminderungen vorgenommen.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs und dem Nutzungswert. Ist der Restbuchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag, liegt in Höhe der Differenz ein Abwertungsverlust vor. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs stellt zum jeweiligen Überprüfungszeitpunkt die bestmögliche Schätzung des Erlöses dar und ist der Betrag, der durch den Verkauf der zahlungsmittelgenerierenden Einheit in einer Transaktion zu Marktbedingungen zwischen sachverständigen, vertragswilligen Parteien nach Abzug der Veräußerungskosten erzielt werden könnte. Der Nutzungswert ist definiert als der Barwert der künftigen Zahlungsströme, die durch die fortlaufende Nutzung eines Vermögenswerts und dessen Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden. Die Prüfung der Werthaltigkeit wird in einem ersten Schritt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs durchgeführt. Sofern der hierbei ermittelte Betrag den Restbuchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet, erfolgt eine Beurteilung des Nutzungswerts. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wird in der Regel ein kapitalwertorientiertes Verfahren zugrunde gelegt, welches der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzurechnen ist (vgl. Anhangangabe [35] Abschnitt „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert").

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs basiert auf einer Prognose der künftigen Zahlungsströme. Dieser Prognose liegen Einschätzungen hinsichtlich des erwarteten Marktumfelds einschließlich Annahmen über die künftigen Rohstoffpreise, Funktionskosten und Wechselkurse sowie die Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit zugrunde. Erweiterungsinvestitionen und deren zukünftige Zahlungsströme werden im Rahmen dieser Einschätzungen mit berücksichtigt. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts wird ebenfalls eine Prognose der künftigen Zahlungsströme vorgenommen. Hierbei finden noch nicht begonnene Erweiterungsinvestitionen und deren zukünftige Mittelzu- und -abflüsse keine Berücksichtigung. Die Prognosen umfassen in der Regel einen Zeitraum von 5 Jahren. Im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der künftigen Zahlungsströme werden diese mit einem gewogenen Kapitalkostensatz abgezinst. Der Kapitalkostensatz ergibt sich gemäß IAS 36 unter Anwendung kapital-marktorientierter Modelle und durch Berücksichtigung einer branchenspezifischen Kapitalstruktur sowie branchenspezifischer Geschäftsrisiken der Chemieindustrie.

Wenn im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung die Höhe von aufwandswirksamen Wertminderungen ermittelt wurde, so wird im ersten Schritt ein vorhandener Geschäftsoder Firmenwert der betroffenen strategischen Geschäftseinheit abgeschrieben. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird anteilig auf die anderen langfristigen Vermögenswerte der jeweiligen strategischen Geschäftseinheit entsprechend den den Werthaltigkeitsprüfungen zugrundeliegenden Restbuchwerten verteilt. Hierbei werden die unterhalb der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegenden langfristigen Vermögenswerte auf ihren erzielbaren Betrag hin beurteilt und eine Verlustverteilung nur bis zur Höhe des erzielbaren Betrages dieser Vermögenswerte vorgenommen. Ein übersteigender Wertminderungsaufwand, der diesen Vermögenswerten darüber hinaus zugeordnet worden wäre, wird anteilig auf die anderen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmentaufwendungen ausgewiesen.

Die Ergebnisse der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen des Geschäftsjahres 2013 werden im folgenden Abschnitt erläutert.

SCHÄTZUNGSUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS bedingt die Auswahl von Bilanzierungsund Bewertungsmethoden sowie die Einbeziehung von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen, die sich auf den Wertansatz der aktivierten Vermögenswerte und passivierten Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken können.

Alle getroffenen Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss basieren auf den Erwartungen des Managements. Erkenntnisse, die zu Schätzungsänderungen führen, werden laufend berücksichtigt und können gegebenenfalls zu einer Anpassung der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Nachfolgend werden die Annahmen und Schätzungen erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden im LANXESS Konzern haben können.

Der LANXESS Konzern führt mindestens einmal jährlich für seine zahlungsmittelgenerierenden Einheiten einen Werthaltigkeitstest durch und ermittelt anlassbezogen den erzielbaren Betrag (vgl. Abschnitt „Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen"). Die Ermittlung basiert auf der Prognose zukünftiger Zahlungsströme, die auf vernünftigen und vertretbaren Annahmen aufbaut und die zum Zeitpunkt der Ermittlung die beste vom Management vorgenommene Einschätzung der ökonomischen Rahmenbedingungen repräsentiert. Folglich haben die Erwartungen des Managements über zukünftige Zahlungsströme indirekt Auswirkung auf die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und anderen Vermögenswerten.

Bei den im Geschäftsjahr 2013 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen von Vermögenswerten können die getroffenen Annahmen und Schätzungen von den tatsächlichen Gegebenheiten in späteren Perioden abweichen, woraus sich ein Wertänderungsbedarf ergeben könnte. Den jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen liegt ein Diskontierungssatz nach Steuern von 7,9 % (Vorjahr: 7,9 %) und den Werthaltigkeitsprüfungen zum Abschlussstichtag ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 7,8 % (Vorjahr: 7,9 %) zugrunde. Wachstumsraten zur Extrapolation des letzten Planungsjahres werden nicht berücksichtigt.

Die Prüfung der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierender Einheiten auf Anhaltspunkte, dass Vermögenswerte wertgemindert sein könnten, führte im Rahmen der jährlichen Überprüfungen im Segment Performance Polymers für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Keltan Elastomers zu einem Wertminderungsbedarf in Höhe von 174 Mio. €. Durch diese Wertminderung wurden die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Keltan Elastomers auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs vermindert.

Das Keltan-Geschäft wurde in 2011 von der Royal DSM N.V., Niederlande, übernommen und in die bestehenden Aktivitäten der damaligen Business Unit Technical Rubber Products integriert. Zum 1. Januar 2013 erfolgte eine Aufteilung der Business Unit Technical Rubber Products in Keltan Elastomers und High Performance Elastomers. Die Geschäftstätigkeit der Business Unit Keltan Elastomers besteht aus der Produktion und dem Vertrieb von Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Synthesekautschuken (EPDM).

Hervorgerufen durch erwartete vorübergehende Überkapazitäten in den nächsten Geschäftsjahren sowie durch die zunehmende Schiefergasgewinnung in den USA und die damit einhergehenden Kostenvorteile für dort ansässige Produzenten werden Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds für das Geschäft der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Keltan Elastomers prognostiziert. Aufgrund dessen wurde für die Herleitung eines beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs der sich nach der 5-JahresPlanung ergebende Endwert über einen Betrachtungszeitraum von fünf Jahren untersucht und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse in der Bewertung mit berücksichtigt. Der sich aus diesen Einschätzungen ergebene Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Wertminderung betrifft den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 11 Mio. €, sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 16 Mio. € sowie Sachanlagen in Höhe von 147 Mio. €.

Zum Abschlussstichtag wurden für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten High Performance Elastomers im Segment Performance Polymers und Rubber Chemicals im Segment Performance Chemicals aufgrund des herausfordernden Wettbewerbsumfelds und der geänderten Einschätzung der Wachstumserwartungen zusätzliche Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt.

Die Geschäftstätigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit High Performance Elastomers besteht aus der Produktion und dem Vertrieb von Synthesekautschuken mit speziellen technischen Eigenschaften für die verarbeitende Industrie, insbesondere im Automobil- und Baubereich wie auch im Maschinenbau. Die Prüfung der Werthaltigkeit zum Abschlussstichtag führte zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 54 Mio. €, so dass die Restbuchwerte auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs gemindert wurden. Der Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Wertminderung betrifft immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1 Mio. € sowie Sachanlagen in Höhe von 53 Mio. €.

Die Geschäftstätigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Rubber Chemicals besteht aus der Produktion und dem Vertrieb von Kautschukchemikalien mit speziellen technischen Eigenschaften im Wesentlichen für Hersteller von Reifen und technischen Gummiprodukten. Die Prüfung der Werthaltigkeit zum Abschlussstichtag führte zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 29 Mio. €, so dass die Restbuchwerte auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs vermindert wurden. Der Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Wertminderung betrifft immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 5 Mio. € sowie Sachanlagen in Höhe von 24 Mio. €.

Die jährliche Prüfung der Werthaltigkeit der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs. Hierbei wurden die um Währungsumrechnungsdifferenzen fortgeschriebenen Geschäftsoder Firmenwerte aus Vorjahren einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Hierzu gehört insbesondere der in brasilianischen Real geführte Geschäfts- oder Firmenwert der Geschäftseinheit Performance Butadiene Rubbers aus der in 2008 erfolgten Petroflex-Akquisition in Höhe von 80 Mio. € (Vorjahr: 95 Mio. €). Der Buchwert des Goodwills beträgt im Vergleich zum beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Performance Butadiene Rubbers abzüglich Kosten des Abgangs ca. 7 % (Vorjahr: ca. 6 %). Die Prognosen umfassen einen Planungszeitraum von 5 Jahren.

Der im Geschäftsjahr 2013 erworbene Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition der PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur, in Höhe von 2 Mio. € wurde der Business Unit Material Protection Products im Segment Performance Chemicals zugeordnet und zum Abschlussstichtag auf Werthaltigkeit geprüft.

Der Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Keltan Elastomers wurde in Höhe von 11 Mio. € vollständig wertgemindert. Hierzu wird auf die vorhergehenden Angaben verwiesen.

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der restlichen Geschäfts- oder Firmenwerte wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Weder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 %-Punkt noch eine Verminderung der zukünftigen Zahlungsströme um 10 % hätten zu einer außerplanmäßigen Abschreibung weiterer Geschäfts- oder Firmenwerte geführt.

Auch der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen werden durch die getroffenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Verteilung, den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktor sowie die absolute Höhe des Risikos beeinflusst. Der LANXESS Konzern hat für den Konzernabschluss 2013 eine gemäß IFRS vorgeschriebene Sensitivitätsanalyse für alle Rückstellungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse wurden die möglichen Effekte aus der Variation der verwendeten Parameter ermittelt. Insbesondere wurden die prognostizierte Eintrittswahrscheinlichkeit, der Diskontierungszinssatz sowie die absolute Höhe des Risikos variiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse verdeutlichten, dass die untersuchten Variationen der oben beschriebenen Annahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der sonstigen Rückstellungen im LANXESS Konzernabschluss haben. Hinsichtlich der Sensitivitätsanalysen in Bezug auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auf die unter Anhangangabe [13] gemachten Anmerkungen verwiesen.

Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Der Abschnitt „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthält Informationen über die Annahmen bezüglich der Bewertungsparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden (vgl. Anhangangabe [13]).

Des Weiteren ist der LANXESS Konzern von einer Anzahl von Rechtsstreitigkeiten betroffen. Als ein international tätiges Chemieunternehmen ist der LANXESS Konzern im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs behördlichen oder gerichtlichen Verfahren ausgesetzt und könnte es auch in Zukunft sein. Behördliche und gerichtliche Verfahren werfen in der Regel schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen auf und sind Unwägbarkeiten unterworfen. Der Ausgang von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Es können z.B. aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen zusätzliche Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch ausgewiesene Rückstellungen oder entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt sind sowie wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft, die Ertragslage oder die Zahlungsströme des LANXESS Konzerns haben können.

Zudem unterliegen Steuersachverhalte gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch Steuerbehörden. Auch wenn der LANXESS Konzern der Überzeugung ist, Steuersachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können. Hierfür wurde eine entsprechende Risikovorsorge getroffen.

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Bewertung von Vorräten sowie die Realisierbarkeit von Steuerforderungen und aktivierten latenten Steuern auf temporäre Buchungsunterschiede und steuerliche Verlustvorträge. Des Weiteren bestehen im Rahmen von Erstkonsolidierungen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.

Die Europäische Kommission hat am 18. Dezember 2013 ein Verfahren zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit einzelner Regelungen des in Deutschland geltenden Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energien in der Fassung des Jahres 2012 eröffnet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird eine Belastung aus dem Beihilfeverfahren als nicht wahrscheinlich angesehen. Im Falle einer nachteiligen Entscheidung könnten sich für LANXESS jedoch Nachzahlungen erlassener EEG-Umlagen im mittleren zweistelligen Mio.-€-Bereich ergeben.

Bis zum Zeitpunkt der Genehmigung zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses sind keine Erkenntnisse bekannt geworden, die zu einer wesentlichen Veränderung der Schätzungen geführt haben.

BERICHTERSTATTUNG ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der LANXESS Konzernabschluss umfasst neben der LANXESS AG als Obergesellschaft alle in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften.

scroll

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/Pazifik Gesamt
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft)
01.01.2013 22 13 5 10 64
Zugänge 1 2 3
Abgänge -1 -1
Verschmelzungen -1
Zugänge in den Konsolidierungskreis 1 1
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis -1 -1
31.12.2013 23 12 5 5 20 65
Konsolidierte assoziierte und
gemeinschaftlich geführte Unternehmen
01.01.2013 1 2 3
Zugänge 1 1
Abgänge -2 -2
Konsolidierungskreisänderungen 0
31.12.2013 0 2 0 0 0 2
Nicht konsolidierte Unternehmen
01.01.2013 2 2 1 3 1 9
Zugänge 1 1
Abgänge 0
Zugänge aus dem Konsolidierungskreis 1 1
Abgänge in den Konsolidierungskreis -1 -1
31.12.2013 2 2 1 3 2 10
Insgesamt
01.01.2013 24 9 21 76
Zugänge 1 2 3
Abgänge -1 -1
Verschmelzungen -1
Konsolidierungskreisänderungen G 0
31.12.2013 25 16 6 8 22 77

Darüber hinaus werden zwei Zweckgesellschaften in der Region EMEA (ohne Deutschland) in den Konzernabschluss einbezogen.

Am 5. April 2013 erwarb LANXESS sämtliche Anteile an der PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur (Singapur). Ab diesem Zeitpunkt erfolgte der erstmalige Einbezug in den Konzernabschluss. Die Akquisition wurde mit vorhandenen liquiden Mitteln des LANXESS Konzerns finanziert. Das Unternehmen wurde der Business Unit Material Protection Products im Segment Performance Chemicals zugeordnet. Mit der Akquisition stärkt LANXESS insbesondere sein Produktportfolio von Bioziden für Farben und Lacke.

Die Akquisition wurde als Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 bilanziert. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden dabei die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Kaufpreisallokation wurde vor dem Hintergrund der zum und unmittelbar nach dem Erwerbszeitpunkt vorliegenden Kenntnisse durchgeführt. Gemäß IFRS kann die Kaufpreisallokation innerhalb eines Jahres nach Erwerbszeitpunkt aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse angepasst werden.

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2 Mio. € spiegelt insbesondere zusätzliche Absatzmöglichkeiten wider, die sich bei bestehenden und neuen Kunden hauptsächlich auf dem asiatischen Markt ergeben.

In der folgenden Tabelle sind die Effekte aus der Akquisition auf die Vermögenslage des Konzerns dargestellt.

Zugänge aus Akquisition PCTS

scroll

in Mio. € IFRS-Buchwerte vor Erstkonsolidierung Kaufpreisallokation Buchwerte bei Erstkonsolidierung
Immaterielle Vermögenswerte 0 6 6
Sachanlagen 0 5 5
Sonstige Vermögenswerte 7 0 7
Summe Aktiva 7 11 18
Langfristiges Fremdkapital 0 1 1
Kurzfristiges Fremdkapital 1 0 1
Summe Passiva (ohne Eigenkapital 1 1 2
Nettovermögen (ohne Geschäfts- oder Firmenwert} 6 10 16
Anschaffungskosten 18
Geschäfts- oder Firmenwert (vorläufig) 2

Darüber hinaus hat LANXESS am 14. September 2013 im Rahmen eines Asset-Deals das Phosphorchemikaliengeschäft der Thermphos France S.A. R.L., Epierre (Frankreich), erworben. Die übernommenen Aktivitäten wurden der Business Unit Functional Chemicals im Segment Performance Chemicals zugeordnet.

Die Akquisition wurde als Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 bilanziert. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden dabei die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens mit den beizulegenden

Zeitwerten angesetzt. Gegenstand der Transaktion waren im Wesentlichen Sachanlagen mit einem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt von 4 Mio. €. Darüber hinaus wurden langfristige Schulden von 2 Mio. € übernommen. Der Erwerb wurde mit vorhandenen liquiden Mitteln des LANXESS Konzerns finanziert. Das niederländische Mutterunternehmen der Thermphos France befand sich zum Erwerbszeitpunkt in der Insolvenz. In den Verhandlungen wurde ein Kaufpreis erzielt, der unterhalb des Marktwertes der Netto-Vermögenswerte liegt. Der daraus resultierende Gewinn von 2 Mio. € wurde in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die Kaufpreisallokation hat vorläufigen Charakter und wurde unter Zuhilfenahme externer Gutachter und vor dem Hintergrund der zum und unmittelbar nach dem Erwerbszeitpunkt vorliegenden Kenntnisse durchgeführt. Gemäß IFRS kann die Kaufpreisallokation innerhalb eines Jahres nach Erwerbszeitpunkt aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse angepasst werden.

Die im Geschäftsjahr 2013 erworbenen Aktivitäten hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernumsatz sowie auf das Ergebnis. Eine Einbeziehung schon zum Januar 2013 hätte ebenfalls keine wesentliche Änderung ergeben.

Die Erstkonsolidierung der im Vorjahr übernommenen Tire Curing Bladders, LLC, Little Rock (USA), erfolgte zum 14. März 2012. Der erstmalige Einbezug der Bond-Laminates GmbH, Brilon (Deutschland), erfolgte zum 12. September 2012. Bei den im Rahmen dieser Transaktionen vorgenommenen vorläufigen Kaufpreisallokationen ergaben sich innerhalb eines Jahres seit dem Erwerbszeitpunkt keine Anpassungen aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse, so dass diese nunmehr finalen Charakter haben.

Aufgrund des Übergangs der Beherrschung auf die LANXESS AG wird die Beteiligung an der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), seit dem ersten Quartal 2013 nicht mehr nach der Equity-Methode einbezogen, sondern erstmals als Tochterunternehmen vollkonsolidiert. Die Möglichkeit der LANXESS AG, die Finanz- und Geschäftspolitik in entscheidenden Punkten zu bestimmen, ergibt sich aus dem Gesellschaftsvertrag. Aus dem Übergang zur Vollkonsolidierung resultierte kein Ergebniseffekt. Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung wurde der 50 %ige Anteil anderer Gesellschafter zum Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens der vollkonsolidierten Gesellschaft erfasst.

Neu in den Konsolidierungskreis einbezogen wurde die 000 LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland). Hieraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns.

Der Verlust der Beherrschung führte dazu, dass die Beteiligung an der DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), ab dem dritten Quartal 2013 nicht mehr vollkonsolidiert, sondern als gemeinschaftlich geführtes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird. Eine gemeinschaftliche Führung ist gegeben, da die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen strategischen finanziellen und betrieblichen Entscheidungen die einstimmige Zustimmung der beteiligten Parteien erfordern. Die Einbeziehung erfolgt unter Anwendung der Quotenkonsolidierung, da dies den wirtschaftlichen Gehalt und die wirtschaftlichen Gegebenheiten der Vereinbarung am sachgerechtesten abbildet. Aus dem Wechsel zur Quotenkonsolidierung ergab sich kein Ergebniseffekt.

Der dem Konzern zuzurechnende Anteil am Ergebnis und an den Vermögenswerten und Schulden der DuBay Polymer GmbH stellt sich für das Geschäftsjahr 2013 wie folgt dar:

Ergebnis der DuBay Polymer GmbH

scroll

in Mio. € 2013
Umsatzerlöse 10
Operatives Ergebnis (EBIT) 4
Ergebnis nach Ertragsteuern 2

Vermögenswerte und Schulden der DuBay Polymer GmbH

scroll

in Mio. € 31.12.2013
Langfristige Vermögenswerte 20
Kurzfristige Vermögenswerte 4
Summe Vermögenswerte 24
Langfristiges Fremdkapital 4
Kurzfristiges Fremdkapital 3
Summe Fremdkapital 7

Sonstige Erläuterungen zum Konsolidierungskreis In der folgenden Tabelle sind die Beteiligungsgesellschaften nach § 313 Abs. 2 HGB aufgeführt:

Name und Sitz der Gesellschaft

scroll

in % Kapitalanteil
Vollkonsolidierte Unternehmen
--- ---
Deutschland
LANXESS AG, Köln
Aliseca GmbH, Leverkusen 100
Bond-Laminates GmbH, Brilon 100
IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin 100
LANXESS Accounting GmbH, Köln 100
LANXESS Buna GmbH, Marl 100
LANXESS Deutschland GmbH, Köln 100
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen 100
LANXESS International Holding GmbH, Köln 100
Perlon-Monofil GmbH, Dormagen 100
Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim 100
Saltigo GmbH, Leverkusen 100
EMEA (ohne Deutschland)
Europigments, S.L., Barcelona (Spanien) 52
LANXESS (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
LANXESS Central Eastern Europe s.r.o., Bratislava (Slowakei) 100
LANXESS Chemicals, S.L, Barcelona (Spanien) 100
LANXESS CISA(Pty.) Ltd., Newcastle (Südafrika) 100
LANXESS Chrome Mining(Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
LANXESS Elastoméres S.AS., Lillebonne (Frankreich) 100
LANXESS Elastomers B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 100
LANXESS Emulsion RubberS.A.S., La Wantzenau (Frankreich) 100
LANXESS Epierre SAS, Epierre (Frankreich) 100
LANXESS Fin an ce B.V., Sittard-Geleen (Niederlande) 100
LANXESS Holding Hispania, S.L. Barcelona (Spanien) 100
LANXESS International SA Granges-Paccot (Schweiz) 100
LANXESS Kimya Ticaret Limited Sirketi, Istanbul (Türkei) 100
LANXESS Limited, Newbury (Großbritannien) 100
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) 100
LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) 100
LANXESS S.AS., Courbevoie (Frankreich) 100
LANXESS S.r.I., Mailand (Italien) 100
OOO LANXESS, Moskau (Russland) 100
000 LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland) 100
Sybron Chemical Industries Nederland B.W., Ede (Niederlande) 100
Sybron Chemicals International Holdings Ltd., Newbury (Großbritannien) 100
Nordamerika
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) 100
LANXESS Inc., Samia (Kanada) 100
LANXESS Sybron Chemicals Inc., Birmingham (USA) 100
Rhein Chemie Corporation, Chardon (USA) 100
Sybron Chemical Holdings Inc., Wilmington (USA) 100
Lateinamerika
LANXESS Elastômeros do Brasil S.A, Rio de Janeiro (Brasilien) 100
LANXESS Industria de Produtos Quimicos e Plasticos Ltda., Säo Paulo (Brasilien) 100
LANXESS S.A. de C.V., Mexico City (Mexiko) 100
LANXESS S.A. Buenos Aires (Argentinien) 100
Rhein Chemie Uruguay S.A.., Colonia (Uruguay) 100
Asien/Pazifik
LANXESS Elastomers Trading (Sh an g h ai) Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou (China) 190
LANXESS(Liyang) Polyols Co, Ltd., Liyan g (Ch in a) 100
LANXESS (Ningbo) Pigments Co., Ltd, Ningbo City (China) 100
LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100
LANXESS Chemical (China)Co., Ltd, Schanghai (China) 190
LANXESS Hong Kong Limited, Hongkong (Hong Kong) 100
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) 100
LANXESS K.K., Tokio (Japan) 100
LANXESS Korea Limited, Seoul (Südkorea) 100
LANXESS Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100
LANXESS PTY Ltd., Homebush Bay (Australien) 100
LANXESS Shanghai Pigments Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS Specialty Chemical Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co, Ltd, Nantong (China) 50
LANXESS (Wuxi) Ch emi cal Co., Ltd., Wuxi (China) 100
Nexachem Trading (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China) 100
PCTS Specialty Chemicals Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100
Rhein Chemie Japan Ltd., Tokio (Japan) 100
Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingao (China) 99
Gemeinschaftlich geführte Unternehmen
Deutschland
DuBay Polymer GmbH, Hamm 50
At equity bewertete assoziierte Unternehmen
Deutschland
Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen 40
Konsolidierte Zweckgesellschaften
EMEA (ohne Deutschland)
Dirlem (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 49
Rustenburg Chrome Employees Empowerment Trust, Modderfontein (Südafrika) 0
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung
Deutschland
LANXESS Middle East GmbH, Köln 100
Vierte LXS GmbH, Leverkusen 100
EMEA (ohne Deutschland)
LANXESS Mining (Proprietary) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
W. Hawley & Son Ltd., Newbury (Großbritannien) 100
Nordamerika
LANXESS Energy LLC, Wilmington (USA) 100
Lateinamerika
Comercial Andinas Ltda., Santiago de Chile (Chile) 100
Petroflex Trading S.A, Montevideo (Uruguay) 100
Asien/Pazifik
Bond-Laminates HK Limited, Hongkong (Hong Kong) 100
PCTS Specialty Chemicals Malaysia (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (Malaysia) 100
Nicht konsolidierte andere Unternehmen von untergeordneter Bedeutung
Lateinamerika
Hidrax Ltda., Taboäo da Serra (Brasilien) 39

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung immaterieller Vermögenswerte 2012

scroll

in Mio. € Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Bruttowerte 31.122011 168 297 14 479
Veränderungen Konzernkreis/Akquisitionen 18 23 0 41
Investitionen 0 12 19 31
Abgänge 0 -4 -4
Umbuchungen 5 -5 0
Währungsänderungen -11 -8 0 -19
Bruttowerte 31.12.2012 175 325 28 528
Abschreibungen 31.12.2011 -1 -105 0 -106
Veränderungen Konzern kreis 0
Abschreibungen 2012 -40 -40
davon außerplanmäßig 0
Abgänge 3 3
Umbuchungen 0
Währungsänderungen 0 5 5
Abschreibungen 31.12.2012 -1 -137 0 -138
Nettowerte 31.12.2012 174 188 28 390

Veränderung immaterieller Vermögenswerte 2013

scroll

in Mio. € Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Bruttowerte 31.122012 175 325 28 528
Veränderungen Konzernkreis1)/Akquisitionen 2 8 10
Investitionen 18 6 24
Abgänge -7 0 -7
Umbuchungen 14 -14 0
Währungsänderungen -18 -16 0 -34
Bruttowerte 31.12.2013 Abschreibungen 31.12.2012 159 342 20 521
-1 -137 0 -138
Veränderungen Konzernkreis1) 0 0
Abschreibungen 2013 -11 -65 0 -76
davon außerplanmäßig -11 -23 0 -34
Abgänge 7 7
Umbuchungen 0 0 0
Währungsänderungen 0 9 9
Abschreibungen 31.12.2013 -12 -186 0 -198
Nettowerte 31.122013 147 156 20 323

1) Inklusive Veränderungen aus dem Wechsel zur Vollkonsolidierung und dem Übergang zur Quotenkonsolidierung.

Die im Geschäftsjahr 2013 vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie auf sonstige immaterielle Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen den aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierenden Wertminderungsaufwand für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals. Für weitere Informationen wird auf die Ausführungen im Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" verwiesen.

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung Sachanlagen 2012

scroll

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden' Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 31.122011 1.302 5.774 252 748 8.070
Veränderungen Konzernkreis/ Akquisitionen 1 6 0 0 7
Investitionen 43 202 18 440 703
Abgänge -29 -43 -8 -1 -81
Umbuchungen 102 307 19 -428 0
Währungsänderungen -20 -45 -3 -13 -01
Bruttowerte 31.12.2012 1.399 6101 273 746 8.624
Abschreibungen 31.12.2011 -856 -4.354 -187 0 -5.397
Veränderungen Konzern kreis 0
Abschreibungen 2012 -41 -270 -27 0 -338
davon außerplanmäßig Abgänge -2 -2 7 -4 77
28 42
Umbuchungen 0
Währungsänderungen 5 20 3 28
Abschreibungen 31.121012 -864 -4.562 -204 0 -5.630
Nettowerte 31.12.2012 535 1.639 74 746 2.994

Veränderung Sachanlagen 2013

scroll

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-

ausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 31.12.2012 1.399 6.201 278 746 8.624
Veränderungen Konzernkreis1)/Akquisitionen 15 -8 0 0 7
Investitionen 44 155 29 414 552
Abgänge -24 -104 -24 -5 -157
Umbuchungen 113 431 19 -563 0
Währungsänderungen -52 -159 -11 -25 -247
Bruttowerte 31.12.2013 1A95 6.526 291 567 8.879
Abschreibungen 31.12.2012 -864 -4.562 -204 0 -5.630
Veränderungen Konzemkreis1) 3 19 0 22
Abschreibungen 2013 -95 -446 -33 -67 -641
davon außerplanmäßig -38 -140 0 -67 -245
Abgänge 23 103 23 5 154
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen 18 93 8 0 119
Abschreibungen 31.12.2013 -915 -4.793 -206 -62 -5.976
Nettowerte 31.12.2013 580 1.733 85 505 2.903

1) Inklusive Veränderungen aus dem Wechsel zur Vollkonsolidierung und dem Übergang zur Quotenkonsolidierung

Neben den im Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" genannten Wertminderungsaufwendungen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals wurden zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen auf Gebäude und Infrastruktur, technische Anlagen und Maschinen sowie auf Anlagen im Bau aufgrund von Restrukturierungsprojekten bzw. sonstigen wertmindernden Ereignissen erfasst. Vermögenswerte, die im Wege von Finanzierungsleasingverträgen genutzt werden, sind in den bilanzierten Sachanlagen mit folgenden Brutto- und Nettowerten enthalten:

Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Bruttowert Netto Bruttowert Nettowert
--- --- --- --- ---
Gebäude 3 3 3 3
Technische Anlagen und Maschinen 151 50 62 37
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 3 10 6
159 55 75 46

Direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten wurden in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) aktiviert. Für die Aktivierung wurde im Konzern im Jahresdurchschnitt ein Fremdkapitalkostensatz von 4,5 % (Vorjahr: 5,1 %) zugrunde gelegt.

(3) At equity bewertete Beteiligungen

Die Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), wird wie im Vorjahr nach der Equity-Methode einbezogen. Seit dem ersten Quartal 2013 wird die Beteiligung an der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), nicht mehr nach der Equity-Methode einbezogen, sondern erstmals als Tochterunternehmen vollkonsolidiert. Weiterhin wurden die Anteile an der Anhui Tongfeng Shengda Chemical Co., Ltd., Tongling (China), veräußert.

Die wesentlichen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz at equity bewerteter Beteiligungen ergeben sich aus den nachfolgenden Tabellen:

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

scroll

in Mio. € 2013 2013
Umsatzerlöse 1.399 1.386
Ergebnis nach Ertragsteuern -26 14

Angaben zur Bilanz

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.122013
Vermögenswerte 1.093 999
Fremdkapital 1.062 941
Eigenkapital 31 58
Anpassung an LANXESS Anteile und Equity-Bewertung -23 46
At equity bewertete Beteiligungen 8 12

Die Erhöhung des Buchwertansatzes der at equity bewerteten Beteiligungen um 4 Mio. € (Vorjahr: Verminderung um 4 Mio. €) ergibt sich im Geschäftsjahr 2013 aus den im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinnen in Höhe von 26 Mio. € und im Vorjahr ausgehend vom Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen von 1 Mio. €. Zudem minderten Auszahlungen aus den Rücklagen mit 12 Mio. € (Vorjahr: 32 Mio. €) sowie die Übernahme des anteiligen Jahresergebnisses in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. € Übernahme des anteiligen Vorjahresergebnisses) den Buchwert. Im Vorjahr wirkte sich zudem eine Verpflichtung zum Verlustausgleich in Höhe von 29 Mio. € aus. Aufgrund des Übergangs zur Vollkonsolidierung der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), verminderte sich der Buchwert der at equity bewerteten Beteiligungen um 8 Mio. €. Die Veräußerung der Beteiligung an der Anhui Tongfeng Shengda Chemical Co., Ltd., Tongling (China), wirkte sich nicht auf den Beteiligungsbuchwert aus.

Im Vorjahr wurden Anteile an den Verlusten der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), von insgesamt 3 Mio. € nicht bilanziell erfasst. Kumulierte nicht erfasste Verluste liegen zum 31. Dezember nicht vor (Vorjahr: 3 Mio. €).

(4) Sonstige Beteiligungen

Unter dieser Position werden Anteile an sonstigen Beteiligungen in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) ausgewiesen. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Wertminderung der Anteile an BioAmber Inc., Minneapolis (USA), infolge der Aktienkursentwicklung der Gesellschaft. Weiterhin wird die 000 LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland), neu als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen einbezogen und somit nicht mehr als sonstige Beteiligung ausgewiesen.

Die sonstigen Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert werden, enthalten zum 31. Dezember 2013 mit Ausnahme der Anteile an der Gevo Inc., Englewood (USA), und der BioAmber Inc. ausschließlich nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte zum Stichtag nicht zuverlässig bestimmbar sind und die daher zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.

(5) Derivative Finanzinstrumente

Die im LANXESS Konzern abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente betreffen Devisenterminkontrakte und sind im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2013 mit beizulegenden Zeitwerten in Höhe von 78 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) aktiviert. Unter den Verbindlichkeiten wurden negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 34 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

scroll

in Mio.€ 31.12.2012
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
--- --- --- ---
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 2.000 28 -10
Langfristige Devisenterminkontrakte 470 16 -4
2.470 44 -14

Derivative Finanzinstrumente

scroll

in Mio. € 31.12.2013
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
--- --- --- ---
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 2.037 58 -22
Langfristige Devisenterminkontrakte 401 20 -12
2.438 78 -34

Cashflow-Hedges

Zum 31. Dezember 2013 belaufen sich die im Geschäftsjahr 2013 oder in früheren Berichtsperioden im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Gewinne aus Währungssicherungsgeschäften, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, auf insgesamt 5 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2013 wurden 5 Mio. € aufgrund der Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts vom Eigenkapital umgegliedert und im Periodenergebnis als Gewinn erfasst (Vorjahr: 23 Mio. € Verlust). Die Absicherung von zukünftigen Umsätzen in Fremdwährung erfolgte durch Währungssicherungsgeschäfte, deren positive beizulegende Zeitwerte zum 31. Dezember 2013 35 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) und deren negative beizulegende Zeitwerte 30 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) betrugen, mit Nominalwerten von insgesamt 967 Mio. € (Vorjahr: 945 Mio. €). Hiervon sind Nominalwerte in Höhe von 712 Mio. € (Vorjahr: 649 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig. Die gesicherten Zahlungsströme treten innerhalb der nächsten drei Jahre ein.

Der LANXESS Konzern geht davon aus, dass von den bis zum Bilanzstichtag aus Währungssicherungsgeschäften im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Gewinnen 7 Mio. € im Geschäftsjahr 2014 und von den nicht realisierten Verlusten 2 Mio. € im Geschäftsjahr 2015 (Vorjahr: nicht realisierte Gewinne von 3 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 und 5 Mio. € im Geschäftsjahr 2014) vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.

(6) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

scroll

in Mio. € 31.12.2012
Langfristig Kurzfristig Gesamt
--- --- --- ---
Forderungen aus Finanzierungsleasing 2 2 4
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1 1 2
Sonstige finanzielle Forderungen 5 3 8
8 6 14

Sonstige finanzielle Forderungen

scroll

in Mio. € 31,12,2013
Langfristig Kurzfristig Gesamt
--- --- --- ---
Forderungen aus Finanzierungsleasing 0 2 2
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1 0 1
Sonstige finanzielle Forderungen 10 4 14
11 6 17

Forderungen aus Leasingverträgen, bei denen die Kunden als wirtschaftliche Eigentümer der Leasinggegenstände anzusehen sind (Finanzierungsleasing), bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Der Anstieg der sonstigen finanziellen Forderungen resultiert im Wesentlichen aus Veränderungen im Zusammenhang mit der anteiligen Einbeziehung der DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland). Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte bestehen in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) und betreffen vollständig wertberichtigte sonstige finanzielle Forderungen.

Die Fälligkeit der Leasingzahlungen ergibt sich wie folgt:

Fälligkeiten der Leasingzahlungen

scroll

in Mio. € 31.12.2012
Leasing raten Hierin enthaltener Zinsanteil Leasingforderung
--- --- --- ---
bis 1 Jahr 2 0 2
1 bis 5 Jahre 2 0 2
4 0 4

Fälligkeiten der Leasingzahlungen

scroll

in Mio. € 31.12.2013
Leasingraten Hierin enthaltener Zinsanteil Leasingforderung
--- --- --- ---
bis 1 Jahr 2 0 2
1 bis 5 Jahre - - -
2 0 2

(7) Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. In den Geschäftsjahren 2012 und 2013 waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:

Sonstige langfristige Vermögenswerte

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen 64 22
Übrige Forderungen 38 33
102 55

Der Rückgang der Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen in Höhe von 42 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen zurückzuführen. Die übrigen Forderungen beinhalten unter anderem periodenbezogene Abgrenzungen sowie andere Erstattungsansprüche.

(8) Vorräte

Die Vorräte des LANXESS Konzerns gliedern sich wie folgt:

Vorräte

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 273 238
Erzeugnisse und Handelswaren 1.254 1.061
1.527 1.299

Vorräte in Höhe von 246 Mio. € (Vorjahr: 217 Mio. €) sind zu ihrem niedrigeren Nettoveräußerungswert bilanziert.

Die Wertberichtigungen auf Vorräte entwickelten sich folgendermaßen:

Wertberichtigung auf Vorräte

scroll

in Mio. € 2012 2013
Stand am Jahresanfang -101 -86
Aufwandswirksame Zuführungen -37 -36
Auflösungen/Inanspruchnahmen 51 28
Währungsänderungen 1 2
Stand am Jahresende -86 -92

(9) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1.070 Mio. € (Vorjahr: 1.117 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen mit 3 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen und mit 1.067 Mio. € (Vorjahr: 1.113 Mio. €) gegenüber sonstigen Kunden.

Erforderliche Wertberichtigungen sind mit 18 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €) berücksichtigt. Diese Wertberichtigungen betreffen Bruttoforderungen in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €).

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

scroll

in Mio. € 2012 2013
Stand am Jahresanfang -13 -13
Aufwandswirksame Zuführungen -4 -9
Auflösungen/Inanspruchnahmen 4 3
Währungsänderungen 0 1
Stand am Jahresende -13 -18

Die Altersstruktur der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich wie folgt:

Altersstruktur der Überfälligkeiten

scroll

in Mio. € 31.12,2012 31.12.2013
Buchwert 1.117 1.070
davon: weder wertgemindert noch überfällig 973 939
davon: nicht wertgemindert und überfällig
bis 30 Tage 112 106
zwischen 31 und 60 Tagen 10 12
zwischen 61 und 90 Tagen 3 7
mehr als 90 Tage 11 5

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

(10) Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte

In den liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 106 Mio. € (Vorjahr: 411 Mio. €) werden jederzeit veräußerbare Anteile an Geldmarktfonds, deren Realisation innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag erwartet wird, ausgewiesen.

(11) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte von 198 Mio. € (Vorjahr: 256 Mio. €) werden grundsätzlich mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Sie enthalten im Wesentlichen übrige Steuererstattungsansprüche, vor allem aus umsatzsteuerlichen Sachverhalten, in Höhe von 128 Mio. € (Vorjahr: 181 Mio. €) sowie sonstige Erstattungsansprüche aus dem Lieferungsund Leistungsverkehr.

(12) Eigenkapital

Aktienrückkauf und Einziehung eigener Aktien

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 18. Mai 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Mai 2016 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Ferner ist er ermächtigt, sie zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu verwenden sowie die Aktien Inhabern der von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die ein Wandlungs- oder Optionsrecht gewähren oder eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen, in dem Umfang zu gewähren, in dem ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft zustehen würde. In den vorgenannten Fällen ist, außer bei der Einziehung eigener Aktien, das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der LANXESS AG beträgt unverändert zum Vorjahr 83.202.670 € und ist eingeteilt in 83.202.670 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.

Genehmigtes Kapital

Zum 31. Dezember 2013 setzt sich das genehmigte Kapital wie folgt zusammen:

Genehmigtes Kapital I und II

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 22. Mai 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung.

Bedingtes Kapital

Zum 31. Dezember 2013 setzt sich das bedingte Kapital wie folgt zusammen:

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der

LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand kann bei der Begebung von Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben,
soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde,
bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten,
wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/-pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage der LANXESS AG beträgt unverändert zum Vorjahr 806.195.490 €.

Sonstige Rücklagen

Die Veränderung der sonstigen Rücklagen um 452 Mio. € auf 1.690 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Gewinnrücklagen von 1.079 Mio. € auf 1.531 Mio. € zurückzuführen.

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Weiterhin beinhalten die Gewinnrücklagen Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen sowie die hierbei zu berücksichtigenden Steuereffekte.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Neben Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe werden im Wesentlichen Wertänderungen von Derivaten im Rahmen des Cashflow-Hedge-Accountings im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen die Fremdanteile am Eigenkapital der Europigments, S.L., Barcelona (Spanien), und der Rhein Chemie (Qingdao) Co. Ltd., Qingdao (China). Veränderungen der Fremdanteile im Geschäftsjahr 2013 ergeben sich aus der Beteiligung an der DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), die ab dem dritten Quartal 2013 nicht mehr vollkonsolidiert, sondern als gemeinschaftlich geführtes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird. Weiterhin wird die zuvor nach der Equity-Methode bilanzierte LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), seit dem ersten Quartal 2013 als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen mit Minderheitenausweis einbezogen.

Kapitalmanagement

Kernziele des Kapitalmanagements im LANXESS Konzern sind die langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Erzielung einer im Vergleich zur chemischen Industrie attraktiven Kapitalrentabilität. Die Finanzpolitik des Konzerns setzt dem Kapitalmanagement eine wichtige Nebenbedingung. Dabei handelt es sich um die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings, was die Erfüllung seitens der Ratingagenturen definierter Maßzahlen erfordert. Diese werden im Wesentlichen aus Kennzahlen der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung ermittelt. Darüber hinaus hat LANXESS einen Ziel-Verschuldungskorridor definiert. Hierbei soll sich die Verschuldung über einen normalen Geschäftszyklus hinweg innerhalb einer Bandbreite von 1,0 bis 1,5 - gemessen als Verhältnis von Nettoverbindlichkeit zum EBITDA vor Sondereinflüssen („Net Debt Ratio") - bewegen. Details hierzu finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 im Abschnitt „Wertmanagement und Steuerungssystem". Im Rahmen des Kapitalmanagements entscheiden die zuständigen Gremien des LANXESS Konzerns über die Kapitalstruktur der Bilanz, die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Höhe der Dividende, die Finanzierung von Investitionen und damit über den Ab- bzw. Aufbau von Schulden. Die LANXESS AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

(13) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im LANXESS Konzern bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis vertraglicher Vereinbarungen oder gesetzlicher Vorgaben Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger, die als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis Berücksichtigung finden. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2013 wurden Beiträge in Höhe von 49 Mio. € (Vorjahr: 54 Mio. €) geleistet.

Gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber

Der in Deutschland über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Altersversorgungsplan wird wie ein beitragsorientierter Plan im Konzernabschluss berücksichtigt. In den oben genannten Beiträgen sind die Beiträge an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) enthalten. Für das nachfolgende Geschäftsjahr werden Beiträge in ähnlicher Höhe erwartet.

Bei der Bayer-Pensionskasse handelt es sich um eine rechtlich selbstständige, private Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterliegt. Da die Verpflichtung der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt ist, liegt ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber vor, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientierter Altersversorgungsplan zu bilanzieren ist.

Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen Anwartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die grundlegende versicherungsmathematische Äquivalenzbetrachtung, nach der die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss, nicht auf Ebene des einzelnen versicherten Risikos, sondern auf Ebene des Gesamtbestandes durchgeführt. Somit ist der LANXESS Konzern auch den versicherungsmathematischen Risiken der anderen Trägerunternehmen der Bayer-Pensionskasse ausgesetzt. Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine leistungsorientierte Bilanzierung nach IAS 19 erforderlich ist. Die Berechnung der Beitragssätze orientiert sich an der zukünftigen Deckung der Gesamtverpflichtung, so dass alle Trägerunternehmen den gleichen Beitragssatz auf das jeweilige sozialversicherungspflichtige Einkommen leisten. Entsprechend wird der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Versorgungsplan nicht als leistungsorientierter Plan, sondern wie ein beitragsorientierter Plan bilanziert.

Mindestdotierungsverpflichtungen oder Informationen, aus denen Abschätzungen der zukünftigen Beitragszahlungen aufgrund einer bestehenden Unter- bzw. Überdeckung durchgeführt werden können, liegen nicht vor. Eine Aufteilung von Vermögensüberdeckungen oder von Fehlbeträgen im Falle der Abwicklung der Bayer-Pensionskasse oder des Ausscheidens von LANXESS sind satzungsgemäß nicht vereinbart.

Der Anteil von LANXESS am Gesamtvolumen der Beiträge der Bayer-Pensionskasse hat sich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt ca. 17 %. Seit dem 1. Januar 2005 ist die Bayer-Pensionskasse für Neueintritte geschlossen.

Leistungsorientierte Versorgungspläne

Die weltweiten Versorgungsverpflichtungen werden in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) berechnet. Ein Zeitraum von drei Jahren wird dabei nicht überschritten; für alle bedeutenden Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen in der Regel jährlich durchgeführt.

Auf vertraglichen Regelungen basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen im Wesentlichen in Deutschland, Kanada und Brasilien.

Die in Deutschland bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen umfassen überwiegend lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt der Mitarbeiter. Zudem bestehen Rentenzusagen für die arbeitnehmerseitige Umwandlung von Gehaltsbestandteilen, die bei Erreichen der Altersgrenze geleistet werden. Neben den Direktzusagen werden in einem separaten leistungsorientierten Plan die Rentenanpassungsverpflichtungen der Bayer-Pensionskasse entsprechend § 16 BetrAVG bilanziert.

Die leistungsorientierten Versorgungverpflichtungen für Pensionen in Kanada gewähren insbesondere lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt und vom Renteneintrittsalter der Mitarbeiter. Die bestehenden leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für neueintretende Mitarbeiter teilweise geschlossen.

Die in Brasilien bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen gewähren lebenslange Rentenleistungen, die im Wesentlichen bei Invalidität, im Todesfall oder bei Erreichen der Altersgrenze zu erbringen sind. Hierbei bestimmt sich die Leistungshöhe aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt, der Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beitragsjahre sowie gleichgerichteter staatlicher Rentenleistungen. Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für Neueintritte geschlossen.

Auf gesetzlichen Vorgaben basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen nur in geringem Umfang. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Leistungsverpflichtungen im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrags erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dauer der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt.

Die Versorgungsverpflichtungen für übrige Leistungszusagen umfassen insbesondere Erstattungsverpflichtungen für Krankheitskosten der süd- und nordamerikanischen Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. In Deutschland beinhalten die übrigen Leistungszusagen andere langfristige fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hierbei handelt es sich überwiegend um Vorruhestandsleistungen und tarifliche Leistungen, welche als Rentenleistungen gewährt werden. Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die übrigen Leistungszusagen ebenfalls als Bestandteil der Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Die Finanzierung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen erfolgt sowohl intern über Rückstellungen als auch extern über rechtlich selbstständige Pensionsfonds. Die Leistungszusagen werden in Deutschland auf freiwilliger Basis teilweise über den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen (Deutschland), gedeckt, wobei die Dotierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. von zukünftigen Entscheidungen des Unternehmens abhängen. In Kanada und Brasilien sind die Leistungszusagen aus Pensionen verpflichtend über Pensionsfonds im Wesentlichen ausfinanziert. Die Dotierungen in Kanada und Brasilien werden vom regulatorischen Umfeld und von der Einhaltung von Ausfinanzierungsregelungen bestimmt. Beiträge werden überwiegend vom Arbeitgeber getragen. Die Anlagestrategie wird weitgehend durch das LANXESS Corporate Pension Committee festgelegt und richtet sich nach Kapitalerhalt, Risikooptimierung, Verpflichtungsentwicklung sowie zeitgerechter Verfügbarkeit des Pensionsvermögens. Regional wird die Strategie unter Beachtung des regulatorischen Umfeldes überwiegend direkt über die entsprechenden Gremien der Pensionsfonds bzw. des LANXESS Pension Trust e.V. durch Vertreter von LANXESS gesteuert und überwacht. In Brasilien ist die Anlage des Planvermögens in die Gesamtanlagestrategie des Pensionsfonds eingebunden und wird im Wesentlichen von diesem überwacht und gesteuert.

Mindestdotierungsverpflichtungen können sowohl bei brasilianischen wie auch kanadischen leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen anfallen. Diese hängen vom lokalen regulatorischen Umfeld ab und werden als zusätzliche Pensionsrückstellungen berücksichtigt. Planüberschüsse bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unter Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen in Höhe der wirtschaftlichen Nutzbarkeit zur Reduktion zukünftiger Beiträge als Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bilanziert. Hierunter fallen im Wesentlichen leistungsorientierte Versorgungspläne in Brasilien. Den jeweiligen Berechnungen liegen versicherungsmathematische Bewertungen zugrunde.

Anpassungen durch die Anwendung der überarbeiteten Fassung von IAS 19 sind im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" erläutert.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 106 Mio. € (Vorjahr: 63 Mio. €) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen im Gewinn oder Verlust erfasst, die sich auf das operative Ergebnis und auf das Finanzergebnis wie folgt aufteilen:

Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne im Geschäftsjahr

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Operatives Ergebnis
Laufender Dienstzeitaufwand 27 34 11 30
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 17 -9
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen -1 0 -
Kosten für die Verwaltung/Steuern 1 1 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 1 0
Finanzergebnis
Nettozinsen 17 22 7 5
Im Gewinn oder Verlust erfasse Beträge 44 74 19 32

Die Verwaltungskosten im operativen Ergebnis enthalten diejenigen Kosten der Vermögensanlage, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen. Verwaltungskosten, die in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beziehen sich auf andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die aufgrund ihres Versorgungscharakters ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen sind.

Die Nettozinsen umfassen die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Versorgungsverpflichtungen, die Zinsaufwendungen aus der Veränderung der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen.

Die im Geschäftsjahr nicht im Gewinn oder Verlust, sondern im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Im sonstigen Ergebnis erfasste Betrage irn Geschäftsjahr

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind -13 -45 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen -291 101 0 7
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen -17 -37 5 4
Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen 52 -'31 - -
Veränderung der Berücksichtigung von Mindestdotierungsverpfllichtungen 49 -2 - -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge -220 -44 5 11

Vorjahreswerte angepasst.

Die Entwicklung der Nettoschuld für leistungsorientierte Versorgungspläne ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Entwicklung der Nettoschuld im Geschäftsjahr

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu Beginn des Jahres 472 708 122 121
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 44 74 19 32
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 220 44 -5 -11
Arbeitgeberbeiträge -20 -13 -1 0
Gezahlte Versorgungsleistungen -18 -21 -11 -10
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 3 1 0 0
Währungsänderungen 7 4 -3 -8
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zum Ende des Jahres 708 797 121 124
In der Bilanz ausgewiesene Beträge
Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen -64 -22 - -
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 772 819 121 124
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zum Ende des Jahres 708 797 121 124

Vorjahreswerte angepasst.

Die Bestandteile der Überleitung der Nettoschuld werden in den nachfolgenden Tabellen der Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, des externen Planvermögens und der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen aufgegliedert und wesentliche Veränderungen erläutert.

Die Entwicklung der Versorgungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung der Versorgungsverpflichtung im Geschäftsjahr

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Leistungszusagen
Pensionen Übrige
--- --- --- --- ---
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen
Versorgungsverpflichtung zu Beginn des Jahres 1.534 1.85.4 123 125
Laufender Dienstzeitaufwand 27 34 11 36
Zinsaufwendungen 92 90 7
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 291 -101 1 -7
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen 17 37 -5 -4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 17 -9
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen -4 0
Arbeitnehmerbeiträge 2 1
Gezahlte Versorgungsleistungen -69 -70 -12 -10
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 4 1
Sonstige Zugänge 33
Kosten für die Verwaltung/Steuern 0 0 0 0
Währungsänderungen -40 -109 -3 -8
Versorgungsverpflichtung zum Ende des Jahres 1:854 1.787 125 128

Von den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen entfallen auf Deutschland 56 % (Vorjahr: 50 %), auf Kanada 22 % (Vorjahr: 25 %) und auf Brasilien 17 % (Vorjahr: 21 %).

Die übrigen Leistungszusagen enthalten Verpflichtungen für Erstattungsleistungen von Krankheitskosten in Höhe von 63 Mio. € (Vorjahr: 89 Mio. €) sowie für andere übrige Leistungszusagen in Höhe von 65 Mio. € (Vorjahr: 36 Mio. €).

Die Veränderungen der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus finanziellen Bewertungsannahmen stehen überwiegend im Zusammenhang mit den Änderungen der Zinssätze für die Abzinsung leistungsorientierter Versorgungsverpflichtungen in den für LANXESS wesentlichen Ländern.

Die Veränderung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands bei den Leistungszusagen Pensionen sowie des laufenden Dienstzeitaufwands bei den übrigen Leistungszusagen ist überwiegend auf das Kosteneinsparungsprogramm „Advance" in Deutschland zurückzuführen und betrifft Vorruhestandsvereinbarungen sowie die Verbesserung bestehender Versorgungszusagen bei Eintritt in den Vorruhestand. Bei den übrigen Leistungszusagen ergibt sich gegenläufig ein negativer nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in den USA durch die neuen regulatorischen Regelungen zur Absicherung der medizinischen Versorgung.

Der Gewinn aus der Planabgeltung des Vorjahres betraf die Schließung eines leistungsorientierten Pensionsplans in den Niederlanden.

Die sonstigen Zugänge im Geschäftsjahr resultieren im Wesentlichen daraus, dass die bisher bestehenden beitragsorientierten Versorgungspläne in Belgien nun als leistungsorientierte Versorgungspläne zu qualifizieren sind. Hintergrund ist das Absinken der Garantiezinssätze der Versicherungsunternehmen unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung für Beiträge bezüglich betrieblicher Altersversorgung.

Die Währungsänderungen bei den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollar und des Brasilianischen Real zurückzuführen.

Die Entwicklung des externen Planvermögens ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Entwicklung des externen Planvermögens irn Geschattsjahr

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Planvermögens zum beizulegenden Zeitwert
Planvermögen zu Beginn des Jahres 1.156 1.146 4 4
Zinserträge 82 68 0 0
Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den
Zinsen enthalten sind -13 -45 0 0
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen -3
Arbeitgeberbeiträge 20 13 1 0
Arbeitnehmerbeiträge 2 1
Gezahlte Versorgungsleistungen -51 -49 -1 0
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 1
Sonstige Zugänge 33
Kosten für die Verwaltung/Steuern -1 -1 0 0
Währungsänderungen -47 -120 0 0
Planvermögen zum Ende des Jahres 1.146 1.046 4 4

Vom Planvermögen entfallen auf Kanada 37 % (Vorjahr: 38 %), auf Brasilien 36 % (Vorjahr: 40 %) und auf Deutschland 20 % (Vorjahr: 18 %).

Der Verlust aus der Planabgeltung im Vorjahr betrifft die Schließung eines leistungsorientierten Pensionsplanes in den Niederlanden. Hieraus ergaben sich keine Mittelabflüsse an Dritte.

Die sonstigen Zugänge ergeben sich aus der Umqualifizierung von beitragsorientierten Versorgungsplänen in leistungsorientierte Pläne in Belgien.

Die Arbeitgeberbeiträge enthalten sowohl externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche für zu leistende Rentenzahlungen zustehen, wie auch externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen.

Externe Ausfinanzierungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, bestehen insbesondere im Ausland und wurden in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) getätigt. Externe Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche zustehen, betreffen insbesondere den LANXESS Pension Trust e.V. Ausfinanzierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. wurden weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr geleistet.

Die Währungsänderungen beim Planvermögen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollar und des Brasilianischen Real zurückzuführen.

Die Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen sowie für Mindestdotierungen ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen und für Mindestdotierungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen im Geschäftsjahr

scroll

in Mio. € Auswirkungen für Vermögensobergrenzen Mindestdotierungen
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Stand zu Beginn des Jahres 48 0 46 0
Zinsaufwendungen 5 0 2 0
Zuführungen (+)/ Auflösungen (-) -52 61 -49 2
Währungsänderungen -1 -7 1 0
Stand zum Ende des Jahres 0 54 0 2

Vorjahreswerte angepasst.

Die Veränderungen der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit brasilianischen und die Veränderungen bei Mindestdotierungen im Zusammenhang mit kanadischen leistungsorientierten Versorgungsplänen für Pensionen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich folgendermaßen zusammen:

Vermögensaufteilung zum 31.12.

scroll

in Mio. € 2012 2013
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 75 69
davon notiert an einem aktiven Markt 75 69
Eigenkapitalinstrumente 260 231
davon notiert an einem aktiven Markt 132 120
Staatsanleihen 439 245
davon notiert an einem aktiven Markt 439 245
Unternehmensanleihen 258 372
davon notiert an einem aktiven Markt 182 304
Wertpapierfonds 47 35
davon notiert an einem aktiven Markt 12 16
Immobilien 28 27
Versicherungskontrakte 28 55
Sonstiges 15 16
1.150 1.050

Das Planvermögen umfasst keine selbstgenutzten Immobilien und grundsätzlich keine eigenen Finanzinstrumente. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass in Indexprodukten Wertpapiere von LANXESS enthalten sind.

Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs und der Bestimmung des Versorgungsaufwands wurden folgende wesentliche gewichtete Bewertungsparameter zugrunde gelegt:

Bewertungsannahmen zum 31.12.

scroll

in % Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Zinssatz für die Abzinsung 5,1 5,3 4,4 4,0
Deutschland 3,8 3,8 1,5 1,4
Kanada 4,3 4,5 4,3 4,8
Brasilien 9,7 12,3 9,7 12,3
Erwartete Einkommensentwicklung 3,6 3,4 3,7 3,2
Erwartete Rentenentwicklung 2,4 2,2
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung 7,9 7,3
Erwartete langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung 5,3 5,2

Vorjahreswerte angepasst.

Die Gewichtung der Annahmen erfolgt auf Basis der Versorgungsverpflichtungen der leistungsorientierten Versorgungspläne am Jahresende. Während die Zinssätze für die Abzinsung in Deutschland und Kanada von erstrangigen festverzinslichen laufzeitkongruenten Industrieanleihen abgeleitet sind, orientiert sich der Zinssatz in Brasilien aufgrund des fehlenden liquiden Marktes für solche Industrieanleihen an laufzeitkongruenten Staatsanleihen. Die Methodik zur Herleitung der Zinssätze für die Abzinsung hat sich im Vergleich zum Vorjahr in den wesentlichen Ländern nicht verändert.

Es wird erwartet, dass die langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung in 13 Jahren (Vorjahr: 11 Jahren) erreicht ist.

Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt.

Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter würde zu folgenden prozentualen Veränderungen der Versorgungsverpflichtung führen:

Sensitivitäten auf die Versorgungsverpflichtung zum 31.12.2013

scroll

in % Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
Zinssatz für die Abzinsung
+0,5 %-Punkte -8,1 -3,3
-0,5 %-Punkte 8,7 3,7
Erwartete Einkommensentwicklung
+0,25 %-Punkte 0,5 0,2
-0,25 %-Punkte -0,4 -0,2
Erwartete Rentenentwicklung
+0,25 %-Punkte 3,6 -
-0,25 %-Punkte -3,2 -
Sterbewahrscheinlichkeit
-10 % 2,7 3,2
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung
+1 %-Punkte 3,7
-1 %-Punkte -3,4

Die Sensitivität der Sterbewahrscheinlichkeit wurde für die Länder mit wesentlichen Versorgungsverpflichtungen berechnet. Eine Verminderung der Sterbewahrscheinlichkeit führt zu einer erhöhten individuellen Lebenserwartung der Begünstigten. Die Absenkung um 10 % bedeutet für einen Mitarbeiter im Renteneintrittsalter eine durchschnittliche Erhöhung der Lebenserwartung in den für LANXESS wesentlichen Ländern um ca. ein Jahr.

Bei den Berechnungen der Sensitivitäten wird der jeweilige Bewertungsparameter unter Beibehaltung aller anderen Parameter variiert. Hierbei wird die gleiche Bewertungsmethodik angewandt, die auch den versicherungsmathematischen Bewertungen zur Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt. Sensitivitätsberechnungen sind jedoch abhängig vom Zinseffekt und von der absoluten Veränderung des zu variierenden Parameters. Zudem ist unwahrscheinlich, dass sich in der Realität jeweils nur ein Parameter verändert, so dass Parameteränderungen mit anderen Annahmen korrelieren können. Sofern der angegebenen erwarteten Entwicklung des Parameters in der Sensitivitätsberechnung eine andere Variation des Parameters zugrunde lag, wurde die angegebene Veränderung auf die Versorgungsverpflichtung linear approximiert.

Die gewichtete mittlere Laufzeit für die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen Pensionen beträgt 16 Jahre (Vorjahr: 16 Jahre). Hierbei werden gewichtete mittlere Laufzeiten für Deutschland von 20 Jahren (Vorjahr: 21 Jahre), für Kanada von 11 Jahren (Vorjahr: 10 Jahre) und für Brasilien von 12 Jahren (Vorjahr: 11 Jahre) berücksichtigt. Die gewichtete mittlere Laufzeit für die übrigen Leistungszusagen beträgt 9 Jahre (Vorjahr: 11 Jahre).

Der Finanzierungsstatus als Unter- bzw. Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Planvermögens ohne Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen und Mindestdotierungen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Finanzierungsstatus zum 31.12.

scroll

in Mio. € Leistungszusagen Pensionen Leistungszusagen Übrige
20/2 2013 2012 2013
--- --- --- --- ---
Finanzierungsstatus
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 1.579 1.497 8 12
Externes Planvermögen -1.146 -1.046 -4 -4
Unterdeckung der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen Anwartschaftsbarwert der nicht 433 451 4 3
fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 275 290 117 116
Finanzierungsstatus zum Ende des Jahres 708 741 121 124

Für das Geschäftsjahr 2014 wird auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2013 ein Zahlungsabfluss für Beiträge in Pensionsfonds bzw. Rentenzahlungen in Höhe von 38 Mio. € erwartet.

(14) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Im LANXESS Konzern sind zum Bilanzstichtag sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 355 Mio. € (Vorjahr: 440 Mio. €) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 258 Mio. € (Vorjahr: 304 Mio. €) bilanziert. Die Fristigkeiten der sonstigen Rückstellungen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Sonstige Rückstellungen

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
bis 1 Jahr 1-5 Jahreüber 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre über Jahre Gesamt
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Personalrückstellungen 218 82 32 332 100 49 39 188
Umweltschutzrückstellungen 13 18 77 108 16 18 71 105
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 74 5 79 96 6 102
Rückstellungen für Restrukturierung 25 22 3 45 39 14 5 58
Übrige sonstige Rückstellungen 115 55 10 180 104 44 12 160
440 182 122 744 355 131 127 613

Insgesamt haben sich die sonstigen Rückstellungen im Berichtsjahr von 744 Mio. € auf 613 Mio. € verringert. Im Einzelnen ergibt sich nachfolgende Entwicklung:

Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2013

scroll

in Mio. € 01.01.2013 Zuführung Zinseffektiv Inanspruchnahme Auflösung Währungs-

änderungen
31.12.2013
Personalrückstellungen 332 95 3 -203 -28 -11 188
Umweltschutzrückstellungen 108 11 2 -6 -3 -7 105
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 79 61 1 -32 -5 -2 102
Rückstellungen für Restrukturierung 45 37 0 -10 -11 -3 58
Übrige sonstige Rückstellungen 180 67 0 -64 -10 -13 160
744 271 6 -315 -57 -36 613

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.

Mehrjährige Vergütungsprogramme

Anteilsbasierte Vergütung

Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitern der oberen Führungsebenen eine anteilsbasierte Vergütung, die bar ausgezahlt wird. Nachdem ab 2005 im Rahmen des sogenannten Long Term Incentive Plan in zwei aufeinanderfolgenden Vergütungsprogrammen (LTIP 2005-2007 und LTIP 2008-2010) über jeweils drei Jahre Anrechte ausgegeben worden waren, wurde im Geschäftsjahr 2010 mit dem Long Term Stock Performance Plan (LTSP 2010-2013) ein neues Vergütungsprogramm aufgesetzt, aus dem in den Jahren 2010 bis 2013 Anrechte gewährt werden. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme an den Programmen setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus. Die Ausschüttung ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM

LTIP 2008-2010

Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,05 € bzw. über einen Prozentsatz von 5 % hinaus 0,06667 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

LTSP 2010-2013

Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

Der Bewertung der Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:

Wesentliche Parameter zum 31.12.

scroll

in % 2012 2013
Erwartete Volatilität der Aktie 41,0 37,0
Erwartete Dividendenzahlung 2,0 2,0
Erwartete Volatilität des Index 23,0 20,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index 820 770
Risikoloser Zinssalz 0.,0 0,6

Der zu berücksichtigende risikolose Zinssatz lag im Berichtsjahr bei 0,63 % (Vorjahr: 0,02 %).

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM der letzten vier Jahre (Vorjahr: drei Jahre).

Aus den Tranchen der Jahre 2005 bis 2008 waren zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 keine Anrechte mehr offen. Informationen zu den übrigen Tranchen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

LTIP und LTSP

scroll

LTIP 2008-2010 LTSP 2010-2013
Tranche 2009 Tranche 2010 Tranche 2010 Tranche 2011 Tranche 2012 2013
--- --- --- --- --- --- ---
Laufzeit 6 Jahre 6 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre
Sperrfrist (Erdienungszeitraum) 3 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 01.02.2013 01.02.2013 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017
Basiskurs der LANXESS Aktie 12,86 € 27,28 € 27,28 € 55,60 € 44,54 € 63,25 €
Basiskurs des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM 317,39 Punkte 432,44 Punkte 432,44 Punkte 564,17 Punkte 533,45 Punkte 665,98 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2012 2,00 € 2,00 € 1,81 € 0,55 € 0,71 €
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2013 0,90 € 0,92 € 0,15 € 0,26 € 0,25 €
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte
Ausstehende Anrechte am 01.012013 126.794 11.852.462 10.232.882 11.213.452 12.276.066
Gewährte Anrechte 13.361.266
Ausgeübte Anrechte 126.794 11.842.574
Abgegoltene Anrechte 624.480 457.203 440.234 351.374
Verwirkte Anrechte 82.882 262.705 303.256 234.894
Ausstehende Anrechte am 31.12.2013 0 9.888 9.525.520 10.493.544 11.532.576 12.774.998

Zum Jahresende 2013 notierte die LANXESS Aktie bei 48,48 € und der Vergleichsindex bei 755,72 Punkten.

Da die beizulegenden Zeitwerte der Anrechte, die bereits zum Jahresanfang bestanden, deutlich zurückgegangen sind, ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoertrag aus der anteilsbasierten Vergütung von 3 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. € Aufwand). Die Ausübungen der Tranchen 2009 und 2010 erfolgten zum Maximalwert. Zum 31. Dezember 2013 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €). Hiervon entfallen 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) auf den inneren Wert von zum Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten.

LANXESS Aktienplan

Hierbei handelt es sich um ein Belegschaftsaktienprogramm, in dessen Rahmen Mitarbeiter LANXESS Aktien mit einem Kursabschlag von 50 % je Aktie erwerben konnten. Im Geschäftsjahr 2013 wurde im Rahmen dieses Programms der Erwerb von 225.419 LANXESS Aktien durch Mitarbeiter gefördert (Vorjahr: 165.446 Aktien). Die erworbenen Aktien unterliegen einer dreijährigen Veräußerungssperre. Da die Zuteilung der Aktien an keine weiteren Bedingungen geknüpft ist, wurde der sich aus dem Kursabschlag ergebende Effekt sofort ergebniswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2013 resultierte ein Aufwand von 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). Die Teilnahme an diesem Programm berechtigt nicht zu entsprechenden Leistungen in der Zukunft.

Rückstellungen für Umweltschutz

Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen seine geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts war oder dort Anlagen betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat. Des Weiteren ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden.

Als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb bei LANXESS nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Hieraus möglicherweise resultierende Ansprüche könnten von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen geltend gemacht werden. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die im Eigentum des LANXESS Konzerns stehen, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.

Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als „Superfund" bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet.

Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z.B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden.

Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung seiner bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr Die Rückstellungen betreffen insbesondere solche für Rabattverpflichtungen, Kundenboni, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

Rückstellungen für Restrukturierung Die Rückstellungen für Restrukturierung von 58 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) zum 31. Dezember 2013 entfallen mit 38 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) auf Rückstellungen für Abfindungen und sonstige Personalkosten sowie mit 20 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) auf Rückstellungen für Abrisskosten und sonstige Aufwendungen.

Übrige sonstige Rückstellungen Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für Gewährleistungen und Produkthaftung sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten. Sofern Rückstellungen für Entsorgungsverpflichtungen nicht unter den Rückstellungen für Umweltschutz oder sofern Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten nicht in einer anderen sonstigen Rückstellungskategorie erfasst wurden, werden diese ebenfalls in den übrigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

(15) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung und Fristigkeit der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:

Sonstige finanzielle Verhindlichkeiten zum 31.12.2012

scroll

in Mio. € Kurzfristig Langfristig
2013 2014 2015 2016 2017 >2017 Summe
--- --- --- --- --- --- --- ---
Anleihen 498 60 199 1.189 1.946
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 75 41 34 34 39 22 170
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 35 8 6 5 4 20 43
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 57 3 2 2 0 1 8
167 550 102 240 43 1232 2.167

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2013

scroll

in Mio. € Kurzfristig Langfristig
2014 2015 2016 2017 2018 \= 2018 Summe
--- --- --- --- --- --- --- ---
Anleihen 500 60 199 497 692 1.448
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 105 46 46 39 22 153
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 9 6 6 5 4 19 40
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 54 2 1 2 3 8
668 114 252 46 523 714 1.649

Im LANXESS Konzern sind zum 31. Dezember 2013 folgende Anleihen ausstehend:

Anleihen

scroll

Nominalwert Buchwert Zinskupon Fälligkeit
in Mio. in Mio. EUR in %
--- --- --- --- ---
April 2009 500 EUR 500 7,750 April 2014
September 2009 200 EUR 199 5,500 September 2016
Mai 2011 500 EUR 497 4,125 Mai 2018
Februar 2012 500 CNH 60 3,950 Februar 2015
April 2012 100 EUR 100 3,500 April 2022
April 2012 100 EUR 99 3,950 April 2027
November 2012 500 EUR 493 2,625 November 2022

Der gewichtete durchschnittliche Zins der Finanzverbindlichkeiten im LANXESS Konzern liegt zum Jahresende bei 4,8 % (Vorjahr: 4,8 %).

Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen werden dann bilanziert, wenn die geleasten Vermögenswerte als wirtschaftliches Eigentum des Konzerns unter den Sachanlagen aktiviert sind (Finanzierungsleasing). In den Folgejahren sind an die jeweiligen Leasinggeber 60 Mio. € (Vorjahr: 92 Mio. €) Leasingraten zu zahlen; der hierin enthaltene Zinsanteil beläuft sich auf 11 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €).

In den sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsabgrenzungen von 53 Mio. € (Vorjahr: 54 Mio. €) für finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Hiervon betreffen 52 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) die zuvor erwähnten Anleihen.

Hinsichtlich der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten sowie der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme, insbesondere der Zinszahlungen, wird auf die Anhangangabe [35] verwiesen.

(16) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerschulden

Die langfristigen und kurzfristigen Ertragsteuerschulden gliedern sich wie folgt:

Ertragsteuerschulden

scroll

in Mio. € 31.12.2012
Langfristig Kurzfristig Gesamt
--- --- --- ---
Rückstellungen 35 43 78
Verbindlichkeiten 2 2
35 45 80

Ertragsteuerschulden

scroll

in Mio. € 31.12.2013
Langfristig Kurzfristig Gesamt
--- --- --- ---
Rückstellungen 49 20 69
Verbindlichkeiten 1 1
49 21 70

(17) Sonstige langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten von 89 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) enthalten im Wesentlichen von Dritten gewährte Zuwendungen für Vermögenswerte von 83 Mio. € (Vorjahr: 67 Mio. €).

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten werden zum Verpflichtungsbetrag bilanziert. Sie teilen sich wie folgt auf:

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 66 45
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 23 20
Personalverbindlichkeiten 19 15
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 65 46
173 126

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden.

Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beiträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten umfassen unter anderem erhaltene Kundenanzahlungen sowie die periodengerechte Abgrenzung ausstehender Rechnungen. Gegenüber übrigen Beteiligungen bestehen wie auch im Vorjahr keine solchen Verpflichtungen.

(18) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden überwiegend gegenüber Dritten. Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag in Höhe von 690 Mio. € (Vorjahr: 795 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden mit 40 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen und mit 650 Mio. € (Vorjahr: 757 Mio. €) gegenüber sonstigen Lieferanten.

(19) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten

Von den gesamten Verbindlichkeiten hatten 721 Mio. € (Vorjahr: 1.238 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklärt sich im Wesentlichen aus der Veränderung des Fälligkeiten-profils der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten, insbesondere der begebenen Anleihen, im Zeitablauf gemäß den vertraglich festgelegten Rückzahlungsterminen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(20) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von 8.300 Mio. € (Vorjahr: 9.094 Mio. €) beinhalten zum größten Teil Verkäufe von Waren und Erzeugnissen nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen.

Die Umsätze und ihre Entwicklung nach Unternehmensbereichen und Regionen sind in der Übersicht zur Segmentberichterstattung ersichtlich (vgl. Anhangangabe [37]).

(21) Kosten der umgesetzten Leistungen

Kosten der umgesetzten Leistungen

scroll

in Mio. € 2012 2013
Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren 4.664 4.234
Fertigungskosten und sonstige Herstellungskosten 2.324 2.518
6.988 6.752

Vorjahreswerte angepasst.

Die Fertigungskosten enthalten unter anderem Kosten für Personal, Abschreibungen, Energien und sonstige Leistungsbezüge. Die sonstigen Herstellungskosten enthalten insbesondere Effekte aus der Bestandsbewertung sowie aus Inventurdifferenzen.

(22) Vertriebskosten

Vertriebskosten

scroll

in Mio. € 2012 2013
Marketingkosten 484 471
Ausgangsfrachten und sonstige Vertriebskosten 279 284
763 755

Die Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Kosten der internen und externen Marketing- und Vertriebsorganisation, Frachten, Lagerhaltungs- und Verpackungskosten sowie Kosten der Kundenberatung.

(23) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von 186 Mio. € (Vorjahr: 192 Mio. €) enthalten insbesondere Kosten zur Erlangung neuer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse, Kosten im Zusammenhang mit der Suche nach alternativen Produkten und Produktionsverfahren sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen.

(24) Allgemeine Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten von 301 Mio. € (Vorjahr: 339 Mio. €) beinhalten Kosten, die keinen direkten Zusammenhang mit den operativen Geschäftsprozessen haben, sowie die Kosten der Landesorganisationen.

(25) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge

scroll

in Mio. € 2012 2013
Erträge aus Nebengeschäften 91 92
Erträge aus derivativen Sicherungsgeschäften 0 7
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 41 5
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 2 3
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2 1
Übrige betriebliche Erträge 50 20
186 128

(26) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

scroll

in Mio. € 2012 2013
Wertminderungaufwand für zahlungsmittelgenerierende Einheiten 0 257
Aufwendungen aus Nebengeschäften 82 84
Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 4 9
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 2 1
Aufwendungen aus derivativen Sicherungsgeschäften 33 0
Übrige betriebliche Aufwendungen 69 176
190 527

Der Wertminderungsaufwand für zahlungsmittelgenerierende Einheiten betrifft im Wesentlichen das Segment Performance Polymers sowie in geringerem Umfang das Segment Performance Chemicals und ist überwiegend dem Funktionsbereich Kosten der umgesetzten Leistungen zuzuordnen. Weitere Informationen zu Hintergrund und Ausprägung des Wertminderungsbedarfs können dem Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" entnommen werden. Im Rahmen der Überprüfung überfälliger Außenstände ergab sich im Berichtsjahr ein erhöhter Aufwand für Wertberichtigungen.

Das übrige betriebliche Ergebnis, bestehend aus übrigen betrieblichen Erträgen und übrigen betrieblichen Aufwendungen, steht saldiert in Höhe von 112 Mio. € im Zusammenhang mit dem Programm „Advance" und wurde teilweise als Zuführung zu den Restrukturierungsrückstellungen erfasst. Der durch „Advance" bedingte Bestandteil des übrigen betrieblichen Ergebnisses ist gemäß dem wirtschaftlichen Gehalt mit 72 Mio. € den Kosten der umgesetzten Leistungen, mit 22 Mio. € den Verwaltungskosten und mit jeweils 9 Mio. € den Funktionsbereichen Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung zuzurechnen. Des Weiteren wurden Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten erfasst. Im Vorjahr waren neben den zuletzt genannten Aufwendungen Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen enthalten.

(27) Finanzergebnis

Im Einzelnen gliedert sich das Finanzergebnis wie folgt:

Finanzergebnis

scroll

in Mio. € 2012 2013
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 1 0
Zinserträge 5 2
Zinsaufwendungen -101 -108
Zinsergebnis -96 -106
Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen -30 -33
Wechselkursergebnis -5 -1
Sonstige finanzielle Aufwendungen -1 0
Dividenden und übriges Beteiligungsergebnis -17 -6
Sonstiges Finanzergebnis Finanzergebnis -53 -40
-148 -146

Vorjahreswerte angepasst.

Die Zinsaufwendungen enthalten insbesondere die Zinsen für die begebenen Anleihen. Der ausgewiesene Wert ist um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) bereinigt. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil von Finanzierungsleasingverträgen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Das übrige Beteiligungsergebnis ist mit 6 Mio. € durch die Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), infolge der Aktienkursentwicklung der Gesellschaft belastet. Im Vorjahr enthielt dieser Posten die Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der Gevo Inc., Englewood (USA), in Höhe von 18 Mio. €, ebenfalls infolge der Aktienkursentwicklung der Gesellschaft.

(28) Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde. Anpassungen durch die Anwendung der überarbeiteten Fassung von IAS 19 sind im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" erläutert.

161

Nach ihrer Herkunft gliedern sich die Ertragsteuern wie folgt:

Ertragsteuern nach Herkunft

in Mio. €

scroll

in Mio. € 2012 2013
Laufende Steuern -118 -17
Latente Steuern
aus temporären Differenzen -58 62
aus gesetzlichen Steuersatzänderungen 0 0
aus Verlustvorträgen 25 26
Ertragsteuern -151 71

Der ausgewiesene Steuerertrag des Geschäftsjahres 2013 von 71 Mio. € (Vorjahr: 151 Mio. € Steueraufwand) unterschied sich um -5 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €) von dem erwarteten Steuerergebnis von 76 Mio. € (Vorjahr: -208 Mio. €).

Für die Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird der für die deutschen Gesellschaften zusammengefasste Ertragsteuersatz von 31,8 % (Vorjahr: 31,5 %) herangezogen. Er umfasst einen Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Körperschaftsteuer) sowie die Gewerbesteuer.

In der nachfolgenden Aufstellung wird das erwartete Steuerergebnis in das effektiv ausgewiesene Steuerergebnis übergeleitet:

Überleitung tatsächliches Steuerergebnis

scroll

in Mio. € 2012 2013
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239
Ertragsteuersatz der LANXESS AG 31,5 % 31,8 %
Erwartetes Steuerergebnis -208 76
Besteuerungsunterschied aufgrund von Differenzen zwischen lokalen Steuersätzen und dem hypothetischen Steuersatz 55 -8
Steuerminderungen aufgrund
steuerfreier Erträge sowie Reduzierung steuerlicher Bemessungsgrundlagen 8 4
Nutzung nicht bilanzierter Verlustvorträge 0 0
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -11 –7
Sonstige Steuereffekte 5 6
Tatsächliches Steuerergebnis -151 71
Effektiver Steuersatz -22,9 % 29,7 %

Vorjahreswerte angespasst.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 14 55 11 52
Sachanlagen 3 160 32 119
Vorräte 27 3 20 3
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2 4-4 8 24
Pensionsrückstellungen 153 0 157 0
Sonstige Rückstellungen 98 11 96 11
Verbindlichkeiten 39 3 28 3
Verlustvorträge 69 85
405 276 437 212
davon langfristig 239 237 264 179
Saldierung -194 -194 -183 -183
211 82 254 29

Die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ergibt sich folgendermaßen:

Veränderung latenter Steuerabgrenzungen

scroll

in Mio. € 2012 2013
Latente Steuerabgrenzungen zum 1. Januar 121 129
Aufwand/Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung -33 88
Veränderungen Konzernkreis -7 -5
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern 51 9
Währungsänderungen -3 4
Latente Steuerabgrenzungen zum 31. Dezember 129 225

Die im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Steuern entfallen mit 6 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und mit 3 Mio. € (Vorjahr: -18 Mio. €) auf Finanzinstrumente.

Latente Steueransprüche in Höhe von 75 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) beziehen sich auf Steuerrechtskreise, in denen im Geschäftsjahr 2013 oder im Vorjahr Verluste angefallen sind. Der LANXESS Konzern hat diesbezüglich Steuerplanungsrechnungen berücksichtigt bzw. übliche und realisierbare Steuerstrategien in Erwägung gezogen.

Von den gesamten Verlustvorträgen sind auf Basis der Steuerplanungsrechnungen und -strategien auf steuerlich voraussichtlich realisierbare Beträge von 292 Mio. € (Vorjahr: 225 Mio. €) aktive latente Steuern in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) angesetzt.

Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 192 Mio. € (Vorjahr: 182 Mio. €) wurden keine latenten Steuern gebildet. Hiervon sind 147 Mio. € (Vorjahr: 154 Mio. €) theoretisch länger als fünf Jahre nutzbar. Es wurden im Geschäftsjahr 2013 auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 29 Mio. € (Vorjahr: 63 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Insofern blieben aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 52 Mio. € (Vorjahr: 49 Mio. €) sowie aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 11 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) unberücksichtigt.

(29) Ergebnis und Dividende je Aktie

Das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2013 wurde unter Berücksichtigung der Anzahl ausstehender Aktien von 83.202.670 Stück ermittelt und ergibt sich ausschließlich aus fortgeführter Tätigkeit. Anpassungen durch die Anwendung der überarbeiteten Fassung von IAS 19 sind im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" erläutert. Da derzeit keine Eigenkapitalinstrumente begeben sind, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie führen könnten, entspricht das verwässerte Ergebnis dem unverwässerten Ergebnis. Für weitere Informationen zu Eigenkapitalinstrumenten, die künftig das Ergebnis je Aktie verwässern können, wird auf Anhangangabe [12] verwiesen.

Ergebnis je Aktie

scroll

2012 2013 Veränd. in 5%
Konzernergebnis in Mio. € 508 -159 <-100
Ausstehende Aktien in Stück 83.202.670 83.202.670 0,0
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) 6,11 -1,91 <-100

Die LANXESS AG weist für das Geschäftsjahr 2013 einen Bilanzgewinn von 48 Mio. € (Vorjahr: 96 Mio. €) aus. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG belief sich im Berichtsjahr auf 1,00 € (Vorjahr: 0,85 €) je Aktie.

(30) Personalaufwand

Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:

Personalaufwand

scroll

in Mio. € 2012 2013
Löhne und Gehälter 1.097 1.006
Sozialabgaben 193 194
Aufwendungen für Altersvorsorge 92 128
Aufwendungen für soziale Unterstützung 10 11
1.392 1.339

Insgesamt ist für das Geschäftsjahr 2013 ein Rückgang der Personalaufwendungen zu verzeichnen. Die Verringerung der Personalaufwendungen trotz steigendem durchschnittlichen Personalbestand und konzernweiten Gehaltserhöhungen resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung der erfolgsabhängigen Vergütung. Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind als Bestandteil des Finanzergebnisses ausgewiesen (vgl. Anhangangabe [27]).

SONSTIGE ANGABEN

(31) Belegschaft

Im LANXESS Konzern waren im Jahresdurchschnitt 2013 insgesamt 17.430 (Vorjahr: 16.962) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf Neueinstellungen an verschiedenen Standorten sowie auf Zugänge zum Konsolidierungskreis zurückzuführen.

Beschäftigte nach Funktionsbereichen

scroll

Produktion 2012 2013
12.222 12.456
Marketing 2.050 2.082
Verwaltung 1.873 1.980
Forschung 817 912
16.962 17.430

(32) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse bestehen zum 31. Dezember 2013 in Höhe von insgesamt 8 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €). Hierin enthalten sind Haftungsverhältnisse gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €). Haftungsverhältnisse resultieren aus Bürgschaften und ähnlichen Instrumenten, die gegenüber Dritten übernommen wurden. Bei diesen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag ungewiss war. Eine Verpflichtung zur Leistung im Rahmen dieser Haftungsverhältnisse entsteht bei Verzug oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), können sich zukünftig gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten ergeben.

Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Operating-Leasingverhältnissen.

Wie in der Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden näher ausgeführt, handelt es sich bei Operating-Leasingverhältnissen um Vereinbarungen, die kein Finanzierungsleasing sind, bei denen also nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstandes verbunden sind, übertragen werden. Operating Leasing wird vom LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt.

Der Mindestbetrag nicht abgezinster künftiger Leasing- und Mietzahlungen aus Operating Leasing beläuft sich auf 492 Mio. € (Vorjahr: 496 Mio. €). Der Gesamtbetrag der zukünftigen Leasing- und Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen liegt damit in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen werden folgendermaßen fällig:

Fälligkeit der Leasing- und Mietzahlungen

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
bis 1 Jahr 54 61
1 bis 2 Jahre 53 54
2 bis 3 Jahre 47 49
3 bis 4 Jahre 41 41
4 bis 5 Jahre 35 40
über 5 Jahre 266 247
496 492

Aufgrund von Operating Leasing wurden im Geschäftsjahr 2013 Leasing- und Mietzahlungen von 61 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) geleistet. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr steht unter anderem im Zusammenhang mit der neuen Konzernzentrale in Köln sowie gestiegenen, nutzungsabhängigen Gebühren in Singapur.

Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben im Bereich der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte (Bestellobligo) bestehen nominelle Verpflichtungen in Höhe von 283 Mio. € (Vorjahr: 261 Mio. €). Die entsprechenden Zahlungen sind mit 233 Mio. € im Geschäftsjahr 2014 und mit 50 Mio. € im Geschäftsjahr 2015 fällig.

Beschreibung des Grundlagenvertrags

In einem mit dem Abspaltungs- und Übernahmevertrag zwischen der Bayer AG und der LANXESS AG abgeschlossenen Grundlagenvertrag haben die Bayer AG und die LANXESS AG unter anderem eine den jeweils zugeordneten

Vermögenswerten entsprechende gegenseitige Freistellung von Verbindlichkeiten vereinbart. Ferner wurden spezielle Vereinbarungen über Produkthaftungsverbindlichkeiten, Umweltlasten und die Haftung für Kartellverstöße im Verhältnis der Vertragsparteien zueinander getroffen. Der Grundlagenvertrag enthält ferner Regelungen für die Zuordnung steuerrechtlicher Effekte, die im Zusammenhang mit der Abspaltung und den vorausgegangenen Maßnahmen zur Herstellung des abgespaltenen Unternehmensbereichs stehen.

(33) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der LANXESS Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich Unternehmen, an denen die LANXESS AG unmittelbar und mittelbar beteiligt ist. Die Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.

Auf Basis von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, und deren verbundenen Unternehmen bezog der LANXESS Konzern überwiegend Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik im Volumen von 455 Mio. € (Vorjahr: 479 Mio. €). Aus diesen Geschäftsbeziehungen bestehen zum 31. Dezember 2013 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 40 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) sowie eine Dividendenforderung in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Darüber hinaus bestehen gegenüber diesen Unternehmen Verpflichtungen für Miet- und Leasingzahlungen aus Operating Leasing in Höhe von 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) sowie ein Bestellobligo von 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Haftungsverhältnisse gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen werden im vorherigen Abschnitt erläutert.

Von gemeinschaftlich geführten Unternehmen erhielt der LANXESS Konzern im Geschäftsjahr Produktionsleistungen in Höhe von 6 Mio. E. Zum 31. Dezember 2013 besteht zudem gegenüber einem Gemeinschaftsunternehmen eine Darlehensforderung über 5 Mio. E.

Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den nachfolgenden Abschnitt verwiesen.

(34) Bezüge der Gremien

Für das Geschäftsjahr 2013 beliefen sich die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der LANXESS AG auf 6.647 T€ (Vorjahr: 10.830 T€). Sie setzen sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen (Festvergütung, Jahrestantieme, Sachbezüge und sonstige) von 4.777 T€ (Vorjahr: 7.392 T€), Bezügen für das Vorjahr von 34 T€ (Vorjahr: 830 T€) sowie anderen langfristig fälligen Leistungen im Rahmen des Long Term Performance Bonus (LTPB) von 977 T€ (Vorjahr: 1.843 T€). Weiterhin wurden Bezüge im Rahmen des anteilsbasierten Long Term Stock Performance Plan (LISP) hierunter erfasst. Dabei wurden 1.564.125 (Vorjahr: 1.531.875) Vergütungsrechte gewährt. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung belief sich auf 859 T€ (Vorjahr: 765 T€). Da die beizulegenden Zeitwerte der LTSP-Anrechte, die bereits zum Anfang des Berichtsjahres bestanden, im Jahresverlauf deutlich zurückgegangen waren, ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoertrag aus der anteilsbasierten Vergütung von 887 T€ (Vorjahr: 3.826 T€ Aufwand).

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die Individualisierung der Vorstandsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 im Abschnitt „Vergütungsbericht".

Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2013 für die Mitglieder des Vorstands als Vergütungsbestandteil im Rahmen leistungsorientierter Pläne ein Pensionsaufwand (Service Costs) von 1.264 T€ (Vorjahr: 815 T€) berücksichtigt. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2013 lag bei 21.740 T€ (Vorjahr: 18.248 T€).

Insgesamt ergab sich aus der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoaufwand von 6.165 T€ (Vorjahr: 14.706 T€).

Die zum 31. Dezember 2013 ausstehenden Salden gegenüber Mitgliedern des Vorstands in Höhe von 4.706 T€ (Vorjahr: 13.157 T€) setzen sich aus Rückstellungen für die Jahrestantieme von 1.653 T€ (Vorjahr: 4.714 T€), den LTPB von 1.899 T€ (Vorjahr: 2.587 T€) sowie den LISP von 1.154 T€ (Vorjahr: 5.856 T€) zusammen.

An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen von 308 T€ (Vorjahr: 479 T€). Zum 31. Dezember 2013 betrug der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands 11.578 T€ (Vorjahr: 11.411 T€).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2013 Gesamtbezüge von 1.874 T€ (Vorjahr: 1.885 T€). Sie wurden zu Beginn des Folgejahres ausgezahlt. Die für die Mitglieder des Aufsichtsrats gebildete Rückstellung aus der anteilsbasierten Vergütung belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 1.800 T€ (Vorjahr: 1.800 T€).

Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im LANXESS Konzern sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Deren Höhe entsprach dabei einer angemessenen Vergütung für entsprechende Funktionen und Aufgaben im Konzern.

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Aufsichtsratsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 im Abschnitt „Vergütungsbericht".

Im Geschäftsjahr 2013 wurden wie im Vorjahr keine Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

(35) Finanzinstrumente

Der Bestand an originären Finanzinstrumenten ist aus der Bilanz ersichtlich. Finanzinstrumente der Aktivseite werden gemäß IAS 39 in die Kategorien „Kredite und Forderungen", „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", „bis zur Endfälligkeit gehalten" und „zur Veräußerung verfügbar" eingeordnet und entsprechend dieser Einordnung zu Anschaffungskosten oder zu Marktwerten bilanziert. Finanzinstrumente, die Verbindlichkeiten darstellen und weder zu Handelszwecken gehalten werden noch Derivate sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Risiken und Risikomanagement

Durch die globale Ausrichtung des LANXESS Konzerns sind dessen Geschäftstätigkeit, Ergebnisse und Zahlungsströme unterschiedlichen Marktrisiken ausgesetzt. Die für den Konzern wesentlichen Risiken wie Währungs-, Zins- und Kreditrisiken, das Liquiditätsrisiko sowie die Rohstoffpreisrisiken werden durch ein zentrales Risikomanagement gesteuert.

Die oben genannten Risiken könnten die Ertrags- und die Finanzlage des LANXESS Konzerns beeinträchtigen. Im Folgenden wird auf diese einzelnen Risiken sowie das Risikomanagement des LANXESS Konzerns eingegangen.

Die Grundzüge des Risikomanagements werden vom Vorstand festgelegt. In regelmäßig stattfindenden Strategiegesprächen des Finanzrisikokomitees unter Vorsitz des Finanzvorstands wird über die Ergebnisse des finanziellen Risikomanagements sowie über das aktuelle Risiko berichtet und die weitere Vorgehensweise entschieden. Zur Beurteilung der Auswirkung von Marktentwicklungen werden Simulationsrechnungen vorgenommen. Die Umsetzung der Beschlüsse des Finanzrisikokomitees sowie das laufende Risikomanagement werden zentral von der Group Function Treasury wahrgenommen. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, Risiken zu erkennen und zu bewerten sowie deren Auswirkungen zu steuern und gegebenenfalls zu begrenzen.

Währungsrisiken

Da der LANXESS Konzern Geschäfte in verschiedenen Währungen durchführt, ist er einer Reihe von Risiken im Zusammenhang mit Schwankungen der relativen Werte dieser Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ausgesetzt.

Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen.

Die Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Während eine Absicherung gegen Risiken, die aus Schwankungen der in Fremdwährung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren, grundsätzlich zu 100 % erfolgt, wird über den Umfang der Absicherung gegen Währungsrisiken aus erwarteten Transaktionen regelmäßig entschieden. Die Absicherung für einen wesentlichen Teil der aus Verträgen resultierenden Währungsrisiken erfolgt durch die Nutzung derivativer Finanzinstrumente, deren Änderungen im beizulegenden Zeitwert im Finanzergebnis sowie im Fall von Cashflow-Hedges im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Das realisierte Ergebnis aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst.

Währungsrisiken aus Finanztransaktionen werden inklusive der Zinskomponente zu 100 % kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden Devisentermingeschäfte genutzt.

Da für den wesentlichen Teil der Währungsrisiken Derivate abgeschlossen werden, ist der LANXESS Konzern der Ansicht, dass ein Anstieg oder ein Absinken des Eurokurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen sich kurzfristig nur eingeschränkt auf die Zahlungsströme auswirken würde. Auf Dauer könnten diese Wechselkursschwankungen jedoch die künftigen Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Konzern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z.B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen.

Wäre der Euro gegenüber kursgesicherten Währungen zum Bilanzstichtag um 5 % aufgewertet gewesen, hätte die Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate einen Effekt von 19 Mio. € (Vorjahr: 20 Mio. €) ergeben, der sich hauptsächlich auf das sonstige Ergebnis ausgewirkt und dieses entsprechend erhöht hätte. Der Effekt entfällt hauptsächlich auf den US-Dollar. Im Falle einer Abwertung des Euro ergäbe sich im Wesentlichen ein gegenläufiger Effekt.

Viele Unternehmen des LANXESS Konzerns sind außerhalb der Eurozone angesiedelt. Da der Konzernabschluss in Euro aufgestellt wird, werden die Jahresabschlüsse dieser Tochterunternehmen zur Übernahme in den Konzernabschluss in Euro umgerechnet. Änderungen des durchschnittlichen Wechselkurses von Periode zu Periode für die Währung eines bestimmten Landes können die Umrechnung in Euro sowohl des Umsatzes als auch des Ertrags, welche in dieser Währung ausgewiesen sind, maßgeblich beeinflussen (Translationsrisiken). Anders als der Effekt der Wechselkursschwankungen im Falle des Transaktionsrisikos hat das Translationsrisiko keinerlei Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns in lokaler Währung.

Der LANXESS Konzern hat außerhalb der Eurozone wesentliche Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Geschäfte, die in lokalen Währungen ausgewiesen sind. Obwohl das diesen Anlagen anhaftende langfristige Währungsrisiko regelmäßig eingeschätzt und bewertet wird, werden Devisentransaktionen im Hinblick auf diese Risiken grundsätzlich nur dann abgeschlossen, wenn erwogen wird, sich aus einem bestimmten Geschäft zurückzuziehen, und wenn die durch diesen Rückzug frei gewordenen Mittel zurückgeführt werden sollen. Der LANXESS Konzern weist Auswirkungen von Wechselkursschwankungen bei der Umrechnung von Nettobestandswerten in Euro im sonstigen Ergebnis aus.

Zinsrisiken

Bewegungen des Marktzinssatzes können Marktwertänderungen eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsrisiken betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden.

Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern. Die verfügbare Liquidität ist in Anlagen mit kurzer Zinsbindung investiert, so dass der LANXESS Konzern kurzfristig von steigenden Zinsen profitiert. Eine generelle Veränderung des Zinsniveaus um 1 %-Punkt zum Stichtag 31. Dezember 2013 hätte das Konzernergebnis um 1 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) verändert.

Kreditrisiken

Kreditrisiken bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten.

Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können solche Portfolios gegen das Kreditrisiko abgesichert werden.

Ziel des LANXESS Forderungsmanagements ist es, alle Außenstände pünktlich und vollständig einzuziehen sowie das Ausfallrisiko zu minimieren. Die laufende Überwachung erfolgt systemunterstützt entsprechend den mit den Kunden vereinbarten Zahlungszielen. Es werden grundsätzlich geschäfts- bzw. landestypische Zahlungsziele vereinbart. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen angemahnt.

Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der liquiditätsnahen, derivativen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird (ohne Berücksichtigung nicht bilanzieller Aufrechnungsvereinbarungen) durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert wiedergegeben.

Zur Absicherung materieller Kreditrisiken aus Kundenforderungen wurden Kreditversicherungsverträge bei einem namhaften europäischen Kreditversicherer abgeschlossen. Diese decken nach Abzug eines Selbstbehaltes Ausfallrisiken insbesondere in Europa im mittleren zweistelligen Mio.-€-Bereich ab, die sich bis zum Ablauf des Berichtsjahrs realisieren. Darüber hinaus mindern zugunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive das maximale Kreditrisiko. In Einzelfällen wird mit dem Vertragspartner Vorauskasse vereinbart.

Daneben sichert grundsätzlich ein vertraglich vereinbarter Eigentumsvorbehalt das Eigentum an der Ware bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung durch den Vertragspartner. Der überwiegende Teil der Forderungen entfällt auf Kunden mit sehr guter Bonität.

Bei der Auswahl von Bank- und Finanzpartnern für Geldanlagegeschäfte und Transaktionen mit Finanzinstrumenten ist die Bonität der Partner ein wichtiges Kriterium der LANXESS Finanzpolitik und des Kreditrisikomanagements. Daher strebt LANXESS grundsätzlich an, mit Bank- und Finanzpartnern Geschäfte zu tätigen, die mindestens über ein InvestmentGrade-Rating verfügen. Die zum Bilanzstichtag offenen Derivate und Finanzanlagen wurden nahezu ausschließlich mit Banken mit Bonität im Investment-Grade-Bereich kontrahiert.

Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für alle bestehenden Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken bestehen in möglichen finanziellen Engpässen und dadurch verursachten erhöhten Refinanzierungskosten. Ziel des Liquiditätsmanagements des LANXESS Konzerns ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch einen ausreichenden Bestand an Liquiditätsreserven und fest zugesagten Kreditlinien sowie die Optimierung des gruppeninternen Liquiditätsausgleichs.

Als wesentliche Liquiditätsreserve dient eine syndizierte Kreditlinie über 1,25 Mrd. €, die zum Bilanzstichtag nicht wesentlich in Anspruch genommen wurde. Die ursprüngliche Laufzeit der Kreditlinie wurde im Februar 2014 um ein Jahr bis Februar 2019 verlängert und ist ein weiteres Mal um ein Jahr verlängerbar. Daneben besteht eine weitere wesentliche Kreditlinie mit der Europäischen Investitionsbank über 200 Mio. €, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurde. Neben den Kreditlinien bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 533 Mio. € (Vorjahr: 797 Mio. €) in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten, der hierin enthaltenen Zinsen sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:

Stand 31.12.2012

scroll

in Mio. € 2013 2014 2015 2016 2017 >2017
Anteihen davon Zinsen -42 -593 -115 -252 -41 -1343
-42 -93 -55 -52 -41 -143
Verbindichkeiten gegenüber Kreditinstituten -80 -46 -38 -37 -41 -22
davon Zinsen -5 -5 -4 -3 -2 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -795
davon Zinsen 0
Verbindlichkeiten ans Finanzierungsleasing -311 -10 -7 -7 -5 -25
davon Zinsen -3 -2 -2 -2 -1 -4
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -57 -3 -3 -2 0 -2
davon Zinsen -54 0 0 0 0 0
Derivative Verbindtichkeiten
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -170 -20
Einzahlungen 162 19
Aridere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -260 -13 -19 -25 -9
Einzahlungen 257 12 17 23 8
Derivative Vermögenswerte
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -331 -172
Einzahlungen 343 180
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -952 -5 -27
Einzahlungen 967 5 28

Stand 31.12.2013

scroll

in Mio. € 2014 2015 2016 2017 2018 › 2018
Anteihen -542 -114 -252 -41 -541 -802
davon Zinsen -42 -54 -52 -41 -41 -102
Verbindtichkeiten gegenüber Kreditinstituten -108 -62 -37 -41 -22 0
davon Zinsen -3 -4 -3 -2 0 0
Verbindtichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -690
davon Zinsen 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsteasing -11 -8 -8 -6 -5 -22
davon Zinsen -2 -2 -2 -1 -1 –3
Sonstige originäre finanziele Verbindlichkeiten -57 -3 -1 -2 0 0
davon Zinsen -54 0 0 0 0 0
Derivative Verbindtichkeiten
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -136 -48
Einzahlungen 116 39
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -182 -14 -24 -6 -6
Einzahlungen 180 13 23 5 5
Derivative Vermögenswerte
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Auszahlungen -415 -131 -3
Einzahlungen 444 138 3
Andere Sicherungsinstrumente
Auszahlungen -972 -32 -1 –3
Einzahlungen 1.002 38 5 4

Die für das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr vertraglich vereinbarten Auszahlungen für sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten enthalten mit 53 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) Zinsabgrenzungen, die im Wesentlichen die Anleihen betreffen.

Rohstoffpreisrisiken

Der LANXESS Konzern ist bei seiner operativen Geschäftstätigkeit Marktpreisänderungen für Energien und Rohstoffen ausgesetzt. Preiserhöhungen aus der Energie- und Rohstoffbeschaffung werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. Wenn eine Weitergabe für bestimmte Marktpreisrisiken nur eingeschränkt möglich ist, kann im Einzelfall eine Sicherung durch finanzielle Warentermingeschäfte erfolgen, mit dem Ziel einer Reduzierung der Cashflow-Volatilität. Im Fall von Cashflow-Hedges, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, erfolgt die Erfassung der Änderungen der beizulegenden Zeitwerte bis zur Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts im sonstigen Ergebnis.

Wie im Vorjahr hat LANXESS zum Bilanzstichtag keine finanziellen Warentermingeschäfte im Bestand.

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

In den nachfolgenden Aufstellungen werden die Buchwerte der einzelnen Klassen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten gegenübergestellt. Weiterhin wird die Grundlage für den bilanziellen Wertansatz aufgezeigt:

scroll

in Mio. € Bewertungs-

kategorie gemäß IAS 39
Buchwert 31.12.2012 Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39 Wert-

ansatz Bilanz gemäß IAS 17
Beizu-

legender Zeitwert 31.12.2012
Fortgeführte Anschaf-

fungs-

kosten
Anschaf-

fungs-

kosten
Beizu-

legender Zeitwert (sonstiges Ergebnis)
Beizu-

legender Zeltwert (Gewinn oder Verlust)
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 1.117 1 117 1.117
Forderungen aus Finanzierungsleasing 4 4 4
Sonstige finanzielle Forderungen LaR 8 8 8
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-

äquivalente
LaR 386 386 386
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte AfS 411 411 411
Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ANS 20 15 5 5
Derivative Vermögenswerte
Sicherungs-

instrumente im Rahmen des Hedge Acccountings
21 21 21
Andere Sicherungs-

instrumente
FAHIT 23 23 23
Finanzielle Verbindlichkeiten Anleihen FLAC -1.946 -1.946 -2128
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC -245 -245 -245
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC -795 -795 -794
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -78 -78 -78
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC -65 -65 -65
Derivative Verbindlichkeiten
Sicherungs-

instrumente im Rahmen des Hedge Accountings
8 -8 -8
Andere Sicherungs-

instrumente
FLHfT -6 -6 -6

scroll

Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39
in Mio. € Bewertungs-

kategorie gemäß IAS 39
Buchwert 31.12.2013 Fortgeführte Anschaf-

fungs-

kosten
Anschaf-

fungs-

kosten
Beizu-

legender Zeitwert (sonstiges Ergebnis)
Beizu-

legender Zeitwert (Gewinn oder Verlust)
Wert-

ansatz Bilanz gemäß LAS 17
Beizu-

legender Zeitwert 31.12.2013
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Finanzlege Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 1.070 1.070 1.070
Forderungen aus Finanzierungsleasing 2 2 2
Sonstige finanzielle Forderungen LaR 14 14 14
Zahlungsmittel und Zahlungsrnittel-

äquivalente
LaR 427 427 427
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte AfS 106 105 106
Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 14 9 5 5
Derivative Vermögenswerte 35 35 35
Sicherungs-

instrumente im Rahmen des HedgeAccountings
Andere Sicherungs-

instrumente
FAHfT 43 43 43
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen FLAC -1.948 -1.948 -2.032
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC -258 –258 -264
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC -690 -690 -690
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -49 -49 -51
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC -62 -62 -62
Derivative Verbindlichkeiten -30 -30 -30
Sicherungs-

instrumente im Rahmen des Hedge Accountings
Andere Sicherungs-

instrumente
FLHfT -4 -4 -4

LaR Loans and Receivables (Kredite und Forderungen)

AfS Available-for-Sale Financial Assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

FAHfT Financial Assets Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)

FLAC Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten)

FLHfT Financial Liabilities Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR Forderungen aus Finanzierungsleasing - Sonstgefinanaelle Forderungen Lad Zahlungsmittel und Zahlungsmiltelaqutealente Lad Zur Veräußerung verfügbarefinaneelleVermögenswerte Liquiditätsnahe finaneelleVermögenswerte MS Sonstige eur Veräuberung verfügbare finanzielle Vermögenswerte MS Derivative Vermögenswerte

Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedgesfreuntings - Andere Sicherungsinstrumente FAHfi Finanzielle Vertinlicllketten Anleihen FLAC Verbindlichkeiten gegenüber Kredifinsötuten FLAC Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing Sonshge onginare finanzielle Verbindlichkeiten FLAC Derivative V erbi n dh Gr k eit en Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Mreunhngs - MdereSicherungsinstrumente FLHfi 1 070 105

5

35 1L70 2 2 14 14 427 427 105 9 5 35 43 43 -1.948 -2032 258 -264 -690 -690 -49 -51 -52 -52 -30 -30 -4 -4 LaR Loans and Receivables (Kredite und Forderungen)

MS Available-for-Sale Financial Assets (zur Verauferung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

FAHfT Financial Assets Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)

FLAC Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten)

FLHfT Financial Liabilities Held for Trading (ou Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihen ist der Stufe 1 der im Abschnitt „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" erläuterten Bemessungshierarchie zuzuordnen, wobei für eine Anleihe mit einem beizulegenden Zeitwert von 103 Mio. € aufgrund fehlender Marktliquidität Stufe 2 zugrunde gelegt wurde. Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist ebenfalls der Stufe 2 zuzuordnen.

Buchwerte nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Kredite und Forderungen 1.511 1.511
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 431 120
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 23 43
1.965 1.674
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -3.051 -2.958
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten -6 -4
-3.057 -2.962

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert ist eine hierarchische Einstufung vorzunehmen, die der Erheblichkeit der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung trägt. Diese umfasst drei Stufen:

scroll

Stufe 1 In aktiven, am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise
Stufe 2 Andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind
Stufe 3 lnputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind

Aus folgender Aufstellung geht hervor, in welcher Höhe Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag auf wiederkehrender Grundlage zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden und welcher Stufe der Bemessungshierarchie („Fair-Value-Hierarchie") die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren zuzurechnen sind. Umgruppierungen zwischen den Stufen werden zu den jeweiligen Bilanzstichtagen geprüft. In den Geschäftsjahren 2012 und 2013 fanden keine Umgruppierungen statt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden

scroll

31.12.2012
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 3
Langfristige derivative Vermögenswerte 16
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 411
Kurzfristige derivative Vermögenswerte 28
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Langfristiges Fremdkapital
Langfristige derivative Verbindlichkeiten 4
Kurzfristiges Fremdkapital
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten 10

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden

scroll

31.12.2013
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 4
Langfristige derivative Vermögenswerte 20
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 106
Kurzfristige derivative Vermögenswerte 58
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 0
Langfristiges Fremdkapital
Langfristige derivative Verbindlichkeiten 12
Kurzfristiges Fremdkapital
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten 22

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten sonstigen Beteiligungen betreffen Anteile an den börsennotierten Gesellschaften Gevo Inc., Englewood (USA), und BioAmber Inc., Minneapolis (USA). Darüber hinaus sind im Bilanzposten „Sonstige Beteiligungen" nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 9 Mio. € enthalten, deren beizulegende Zeitwerte zum Stichtag nicht zuverlässig bestimmbar sind und die daher zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Den in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten liegen keine Saldierungen zugrunde. Aus den nachfolgenden Aufstellungen ist ersichtlich, wie sich rechtlich durchsetzbare Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen auf die Vermögenslage auswirken oder auswirken können:

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2012

scroll

Mio. € in M Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Finanzinstrumente Finanzielle Sicherheiten
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.117 -32 -1 1.084
Derivative Vermögenswerte 44 -9 0 35
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -795 32 0 -763
Derivative Verbindlichkeiten -14 9 0 -5

Salidierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2013

scroll

in Mio. € Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Finanzinstrumente Finanzielle Sicherheiten
--- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.070 -36 -1 1.033
Derivative Vermögenswerte 78 -7 0 71
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -690 36 0 -554
Derivative Verbindlichkeiten –34 7 0 -27

Hinsichtlich der derivativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten hat jede Vertragspartei die Möglichkeit, positive und negative Marktwerte, die sich aus Verträgen mit derselben Gegenpartei ergeben, im Verzugsfall auf Nettobasis zu verrechnen.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien IAS

In der nachfolgenden Tabelle werden die Nettoergebnisse entsprechend den Bewertungskategorien von IAS 39 dargestellt:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

scroll

in Mio. € 2012 2013
Kredite und Forderungen -11 -27
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte -9 -6
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 27 41
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -108 -121
-101 -113

Die Nettogewinne bzw. -verluste enthalten im Wesentlichen Zinserträge und -aufwendungen sowie Ergebnisse aus Wertänderungen.

Im Vorjahr beinhaltete das Nettoergebnis der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte Gewinne in Höhe von 10 Mio. €, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Zusätzlich sind im Geschäftsjahr 2013 Aufwendungen aus Gebühren im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten in Höhe von 9 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) angefallen.

Besicherung finanzieller Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) waren durch die Bestellung von Hypotheken und andere dingliche Sicherheiten besichert.

Mezzanine Finanzierung

Finanzierungsinstrumente mit mezzaninem Charakter, wie z.B. Genussscheine, Wandel- und Optionsanleihen, sind nicht begeben. Für Erläuterungen zu den Möglichkeiten zur Begebung von derartigen Instrumenten wird auf Anhangangabe [12] verwiesen.

(36) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Erläuterungen zum Berechnungsvorgehen und Ausweis von Zahlungsströmen

Hinsichtlich allgemeiner Erläuterungen wird auf die Ausführungen zur Kapitalflussrechnung im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.

Zufluss aus operativer Tätigkeit

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 641 Mio. € (Vorjahr: 838 Mio. €). Die Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung, das Ergebnis vor Ertragsteuern, beträgt -239 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €). Hierin sind Abschreibungen in Höhe von 717 Mio. € (Vorjahr: 378 Mio. €) enthalten. In 2013 wurden Ertragsteuern in Höhe von 41 Mio. € (Vorjahr: 109 Mio. €) gezahlt. Der Mittelabfluss aus übrigen Aktiva und Passiva beträgt 15 Mio. € (Vorjahr: 85 Mio. €).

Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Geschäftsjahr 2013 flossen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 624 Mio. € (Vorjahr: 696 Mio. €) ab. Die Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten enthalten insbesondere Einzahlungen aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds. Nach Verrechnung mit den Rücklagen wurde ein Verlustausgleich für 2012 in Höhe von 17 Mio. € an die at equity bewertete Beteiligung Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), gezahlt. Im Rahmen des Erwerbs von Tochterunternehmen wurden 15 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) geleistet. Diese sind bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen. Mittelzuflüsse ergaben sich aus erhaltenen Zinszahlungen in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) und Zuflüssen aus den sonstigen Beteiligungen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Insgesamt flossen aus investiver Tätigkeit 342 Mio. € (Vorjahr: 674 Mio. €) ab.

Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Aus Finanzierungstätigkeit flossen Mittel in Höhe von 260 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. € Zufluss) ab. Davon entfielen 58 Mio. € auf die Nettotilgung (Vorjahr: 241 Mio. € Nettokreditaufnahme), 119 Mio. € (Vorjahr: 123 Mio. €) auf Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs sowie 83 Mio. € (Vorjahr: 72 Mio. €) auf Dividenden, davon 83 Mio. € (Vorjahr: 71 Mio. €) an die Aktionäre der LANXESS AG. Hinsichtlich Erläuterungen zu nicht genutzten Kreditlinien wird auf Anhangangabe [35] verwiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 427 Mio. € (Vorjahr: 386 Mio. €) umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind gemäß IAS 7 Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt.

(37) Segmentberichterstattung

KENNZAHLEN NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

scroll

in Mio. € Performance Polymers Advanced Intermediates Performance Chemicales Überleitung LANXESS
2012 2013 2012 2013 2012 2013 2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Außenumsatzerlöse 5.176 4.486 1.674 1.647 2.203 2.132 41 35 9.094 8.300
Innenumsatzerlöse 0 1 53 51 9 8 -62 -60 0 0
Gesamtumsatzerlöse 5.176 4.487 1.727 1.698 2.212 2.140 -21 -25 9.094 8.300
Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen 817 389 305 286 281 231 -180 -171 1.223 735
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -9 -17 6 1 -17 -50 -17 -45 -37 -111
Segmentvermögen 3779 3.294 1.030 1.026 1.452 1.392 151 161 6.412 5.873
Segmentakquisitionen 36 5 18 41 18
Segmentinvestitionen 455 405 104 113 139 117 36 41 734 676
Abschreibungen (planmäßig) 207 253 67 76 85 87 15 22 374 438
Abschreibungen (außerplanmäßig) 2 236 0 1 2 40 0 2 4 279
Segmentverbindlichkeiten 988 817 505 577 598 671 588 396 2.679 2.461
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 5.348 5.379 2.841 2.854 6.031 5.337 2.957 3.273 17.177 17.343
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 5237 5.419 2862 2.857 6.019 5.928 2.844 3.226 16.962 17.430

Vorjahreswerte angepasst.

KENNZAHLEN NACH REGIONEN

scroll

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/Pazifik LANXESS
in Mio. € 2012 2013 2012 2013 2012 2013 2012 2013 2012 2013 2012 2013
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Außenumsatzerlöse nach Verbleib 2.526 2404 1.577 1.458 1.611 1.137 1.1.85 966 2195 2140 9.094 8.300
Langfristiges Segmentvermögen 746 631 1.043 1.039 454 388 397 319 781 882 3.421 3.259
Segmentakquisitionen 36 5 18 41 18
Segmentinvestitionen 157 135 211 229 68 46 46 50 252 216 734 676
Mitarbeiter (Stand 31.12) 3.442 3444 8.072 8.117 1.553 1.526 1.626 1.560 2.484 2696 17.177 17.343

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Bewertungsansätze der Segmentberichterstattung entsprechen den im IFRS-Konzernabschluss einheitlich verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Der LANXESS Konzern weist zum 31. Dezember 2013 folgende berichtspflichtige Segmente aus:

scroll

Segmente Aktivitäten
Performance Polymers Spezialkautschuke für hochwertige Gummierzeugnisse, beispielsweise zum Einsatin Fahrzeugen, Reifen, Bauten oder Schuhen, technische Kunststoffe, Polyamid-Compoundierungen
Advanced Intermediates Hochwertige Zwischenprodukte, beispielsweise für die Agro- und Lackindustrie, Feinchemikalien als Vor- undZwischenprodukte für die Pharma-, Agro- und Spezialitätenchemie, kundenspezifische Spezialentwicklungen
Performance Chemicals Materialschulzprodukte, anorganische Pigmente zur Einfärbung von Beton, Dispersionsfarben und Lacken, Veredelungsmittel für die Lederindustrie, Kautschukchemikalien, Umkehrosmose-Membranelemente und lonenaustauscher zur Wasseraufbereitung sowie Kunststoffadditive wie z.B. Flammschutzmittel und Weichmacher

In der Überleitung werden die Beziehungen zwischen den Unternehmensbereichen eliminiert sowie Segmentvermögenswerte und Segmentschulden, die den Kernsegmenten nicht direkt zuordenbar sind, ausgewiesen. Hierzu gehört im Wesentlichen das Corporate Center. Des Weiteren beinhaltet die Überleitung die at equity bewerteten Beteiligungen in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) und das entsprechende Ergebnis in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €). Hierzu wird auf Anhangangabe [3] verwiesen.

Die für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten verwendeten Transferpreise werden unter Anwendung der OECD-Regeln so ermittelt, wie sie auch mit unabhängigen Dritten unter vergleichbaren Bedingungen zu Stande gekommen wären („Arm's-LengthPrinzip").

Bei dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter in der Überleitung handelt es sich um Beschäftigte, die für mehrere Segmente Arbeitsleistungen erbringen. Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter der technischen Dienstleistungen.

Entsprechend der Regioneneinteilung im LANXESS Konzern erfolgt die Einteilung der sekundären Segmente gemäß den LANXESS Berichtsregionen: EMEA (Europa ohne Deutschland, Naher Osten, Afrika), Deutschland, Nordamerika, Lateinamerika und Asien/Pazifik.

Maßgeblich für die Ermittlung der Regionenumsätze ist der Sitz der Warenempfänger. Im Geschäftsjahr 2013 weist kein einzelner Kunde des LANXESS Konzerns einen Umsatzanteil von 10 % oder mehr auf.

Die zur internen Steuerung herangezogene Ergebnisgröße im LANXESS Konzern ist das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen (vgl. Ausführungen im Abschnitt „Wertmanagement und Steuerungssystem" im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013). Insofern wird dieses als „Segmentergebnis" offengelegt. Ausgangsgröße für die Ermittlung ist das operative Ergebnis (EBIT), welches sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis zusammensetzt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die in ihrer Art oder in ihrer Höhe ungewöhnlich sind. Hierzu können außerplanmäßige Abschreibungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen, Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen zählen.

Zinserträge und -aufwendungen wie auch Ertragsteuererträge und -aufwendungen werden aufgrund des zentralen Finanzmanagements nicht auf Segmentebene berichtet.

Die im Geschäftsjahr 2013 vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals enthalten im Wesentlichen den aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierenden Wertminderungsaufwand für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals. Für weitere Informationen wird auf die Ausführungen im Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" verwiesen.

Überleitung Segmentumsätze

scroll

in Mio. € 2012 2013
Summe der Segmentumsätze 9.115 8325
Sonstige/Konsolidierung -21 -25
Konzernumsatz 9.094 8.300

Überleitung Segmentergebnisse

scroll

in Mio. € 2012 2013
Summeder Segmentergebnisse 1.403 906
Abschreibungen -378 -717
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -37 -111
Zinsergebnis -96 -106
Sonstiges Finanzergebnis -53 -40
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 1 0
Sonstige/Konsolidierung -180 -171
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 -239

Vorjahreswerte angepasst.

Das Segmentvermögen besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nicht im Segmentvermögen enthalten sind insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Ertragsteuerforderungen sowie derivative und sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Hinsichtlich des Ergebnisses aus at equity bewerteten Beteiligungen wird auf Anhangangabe [3] verwiesen. Es stammt im Wesentlichen aus den Standortdienstleistungen der Currenta GmbH & Co. KG, Leverkusen (Deutschland), und wird nicht auf die Segmente verteilt.

Überleitung Segmentvermögen

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Summe der Segmentvermögen 6.261 5.712
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 386 427
Latente Steuern 211 254
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 411 106
Derivative Vermögenswerte 44 78
Ertragsteuerforderungen 41 56
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 14 17
Sonstige/Konsolidierung 151 161
Konzernvermögen 7.519 6.811

Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Sämtliche planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen wurden in den Geschäftsjahren 2012 und 2013 direkt im Periodenergebnis erfasst.

Die Segmentverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Nicht in den Segmentverbindlichkeiten enthalten sind insbesondere Ertragsteuerschulden sowie derivative und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Überleitung Segmentverbindlichkeiten

scroll

in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
Summe der Segmentverbindlichkeiten 2.091 2.065
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.334 2.317
Ertragsteuerschulden 80 70
Derivative Verbindlichkeiten 14 34
Latente Steuern 82 29
Sonstige/Konsolidierung 588 396
Konzernverbindlichkeiten 5.189 4.911

Vorjahreswerte angepasst.

(38) Honorar für den Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer des LANXESS Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2013 insgesamt 2.151 T€ (Vorjahr: 2.429 T€) Honorar als Aufwand erfasst. Davon entfielen auf die Abschlussprüfungen 1.333 T€ (Vorjahr: 1.292 T€), auf andere Bestätigungsleistungen 485 T€ (Vorjahr: 916 T€) und auf sonstige Leistungen, die für Konzernunternehmen erbracht worden sind, 333 T€ (Vorjahr: 221 T€). Die Honorare für Abschlussprüfungen enthalten die gesamten gezahlten bzw. noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses sowie die Prüfung der vorgeschriebenen Abschlüsse der LANXESS AG und ihrer verbundenen Unternehmen in Deutschland.

(39) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von LANXESS zugänglich gemacht.

(40) Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB

Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften haben für das Geschäftsjahr 2013 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:

Aliseca GmbH, Leverkusen
Bond-Laminates GmbH, Brilon
IAB lonenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin
LANXESS Accounting GmbH, Köln
LANXESS Buna GmbH, Marl
LANXESS Deutschland GmbH, Köln
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen
LANXESS International Holding GmbH, Köln
Perlon-Monofil GmbH, Dormagen
Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim
Saltigo GmbH, Leverkusen
Vierte LXS GmbH, Leverkusen

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des LANXESS Konzerns sowie der LANXESS AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des LANXESS Konzerns bzw. der LANXESS AG beschrieben sind.

Köln, den 6. März 2014

LANXESS Aktiengesellschaft, Köln

Der Vorstand

Dr. Bernhard Düttmann

Dr. Werner Breuers

Dr. Rainier van Roessel

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Köln, den 7. März 2014

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Bernd Boritzki, Wirtschaftsprüfer

Carsten Manthei, Wirtschaftsprüfer