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LANXESS AG — Annual Report 2011
Apr 19, 2012
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Annual Report
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LANXESS Aktiengesellschaft
Leverkusen
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011
KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2011
LANXESS – KONZERNSTRUKTUR, GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND STRATEGISCHE AUSRICHTUNG
Konzernstruktur
Rechtliche Struktur
Die LANXESS AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und hat im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding. Ihr sind die LANXESS Deutschland GmbH und die LANXESS International Holding GmbH als 100%ige Töchter untergeordnet. Diesen unterstehen die in- und ausländischen Beteiligungen.
An folgenden wesentlichen Gesellschaften ist die LANXESS AG unmittelbar oder mittelbar zu 100 % beteiligt:
Wesentliche mittel- und unmittelbare Beteiligungen der LANXESS AG
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| Name und Sitz | Funktion | Segmente |
|---|---|---|
| LANXESS Deutschland GmbH, Leverkusen | Produktion und Vertrieb | Alle |
| LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) | Produktion und Vertrieb | Alle |
| LANXESS Elastomers B.V., Heerlen (Niederlande) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| LANXESS Elastomères SA.S., Lillebonne (Frankreich) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| LANXESS Elastômeros do Brasil S.A., Rio de Janeiro (Brasilien) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| LANXESS Holding Hispania, S.L., Barcelona (Spanien) | Holdinggesellschaft | Alle |
| LANXESS Inc., Sarnia/Ontario (Kanada) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| LANXESS International SA, Granges-Paccot (Schweiz) | Vertrieb | Alle |
| LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers / Performance Chemicals |
| LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) | Produktion und Vertrieb | Performance Polymers |
| Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim | Produktion und Vertrieb | Perforrnance Chemicals |
| Saltigo GmbH, Langenfeld | Produktion und Vertrieb | Advanced Intermediates |
Wesentliche Ergänzungen des Konzernportfolios
Anfang Mai 2011 haben wir die Übernahme des Keltan-EPDM-Geschäfts der niederländischen Royal DSM N.V. erfolgreich abgeschlossen. Die Akquisition, die dem Segment Performance Polymers zugeordnet wird, stärkt die Position unserer Business Unit Technical Rubber Products im stabil wachsenden Geschäft mit dem Synthesekautschuk EPDM.
Im Segment Performance Chemicals wird unsere Business Unit Material Protection Products mit der Übernahme des Materialschutz-Geschäfts der Schweizer Syngenta AG zu einem der führenden Anbieter von Bioziden zum Schutz von Baumaterialien. Der Erwerb im April 2011 umfasst insbesondere Patente, Kundenlisten, Lieferverträge und Registrierungen für Syngenta-Produkte. Der Kauf des US-amerikanischen Biozid-Spezialisten Verichem Inc. mit Sitz in Pittsburgh (USA) im November 2011 stärkt insbesondere die Position der Business Unit Material Protection Products auf dem nordamerikanischen Markt.
Darüber hinaus stärkte unsere Business Unit Rhein Chemie im Segment Performance Chemicals ihr Produktportfolio mit drei Maßnahmen. Mit der Übernahme der argentinischen Darmex-Gruppe im Januar 2011 ist Rhein Chemie nicht nur zu einem der weltweit führenden Anbieter von Trennmitteln für Kautschukprodukte aufgestiegen, sondern hat darüber hinaus den auf etwa 300 Mio. € geschätzten Markt für Vulkanisationsbälge erschlossen. Diese werden im Herstellungsprozess von Reifen während der Vulkanisation eingesetzt, um ihnen die endgültige Form zu geben. Der Kauf der beiden Produktlinien Vocol und Santoweb des US-amerikanischen Anbieters Flexsys America L.P. im April 2011 erweitert gezielt unser Leistungsangebot für Kautschukverarbeiter. Darüber hinaus festigt die Übernahme ausgewählter Vermögenswerte des Reifentrennmittel-Geschäfts der Wacker Chemie AG im Juli 2011 unsere führende Position in diesem Markt und eröffnet uns vor allem in den USA neue Wachstumsperspektiven.
Im Oktober 2011 haben wir das US-amerikanische Unternehmen Unitex Chemical Corporation mit Sitz in Greensboro (USA) erworben. Das Geschäft wurde der Business Unit Functional Chemicals des Segments Performance Chemicals zugeordnet und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Es produziert überwiegend phthalatfreie umweltfreundliche Weichmacher und andere Spezialprodukte wie Flammschutzmittel. Mit der Übernahme sichern wir uns neben dem Produktportfolio auch den Zugang zu den flexiblen Produktionsanlagen von Unitex. Der globale Markt für phthalatfreie Weichmacher wird derzeit auf 1,3 Mrd. € geschätzt, bei jährlichen Wachstumsraten von rund 7 %.
Im Zuge des Börsengangs des US-amerikanischen Biokraftstoff- und Biochemieherstellers Gevo Inc., Englewood (USA), im Februar 2011 haben wir unsere seit 2010 bestehende Minderheitsbeteiligung auf nun 9,1 % aufgestockt. In Kooperation mit Gevo streben wir die Herstellung von Isobuten aus erneuerbaren Ressourcen an. Isobuten ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Butylkautschuk.
Organisation der Leitung und Kontrolle
Die LANXESS AG besitzt eine duale Führungsstruktur. Diese besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht, wobei ihm ein aus seinen Reihen besetzter Prüfungsausschuss für die finanzbezogenen Themen unterstützend zur Seite steht. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens-umfelds.
Für weitere Ausführungen verweisen wir auf die Corporate-Governance-Berichterstattung.
Grundzüge Vergütungssystem und langfristige Anreizprogramme
Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat ist aufgeteilt in fixe und variable Bestandteile. Der Vorstand und ausgewählte nachgeordnete Leitungsebenen sowie bestimmte Mitarbeitergruppen sind berechtigt, an aktienbasierten, langfristigen Anreizprogrammen teilzunehmen.
Für weitere Ausführungen verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist.
Geschäftstätigkeit
Geschäftsorganisation
Im Geschäftsjahr 2011 haben wir keine Veränderungen an unserer Geschäftsorganisation vorgenommen. Der LANXESS Konzern ist in drei Segmenten organisiert, in denen 13 Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung betreiben. Group Functions und ihnen zugeordnete Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zur globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.
Wesentliche Veränderungen an den oben beschriebenen rechtlichen und organisatorischen Strukturen sehen wir für das Geschäftsjahr 2012 nach derzeitigem Stand nicht vor.
Kurzdarstellung der Segmente
Im Segment Performance Polymers bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Herstellung von synthetischen Kautschuken und Hightech-Kunststoffen.
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| Performance Polymers | |
|---|---|
| Business Units | Anwendungen |
| Buhl Rubber | Reifen, Automobilbereich, Elektronik, |
| Performance Butadiene Rubbers | Elektrotechnik und Medizintechnik |
| Technical Rubber Products | |
| Semi-Crystalline Products | |
| Standorte | |
| Dormagen, Hamm-Uentrop, Krefeld-Uerdingen, | Sarnia (Kanada) |
| Leverkusen und Karl (Deutschland) | Orange (USA) |
| Antwerpen und Zwijndrecht (Belgien) | Cabo, Duque de Caxias und Triunfo (Brasilien) |
| Sittard-Geleen (Niederlande) | Wuxi (China) |
| La Wantenau und Port Jérôme (Frankreich) |
Mit seinen im Segment Advanced Intermediates zusammengefassten Geschäften gehört LANXESS zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Gebiet chemischer Zwischenprodukte für die Industrie sowie der Herstellung von chemischen Vorprodukten und speziellen chemischen Wirkstoffen im Kundenauftrag (Custom Synthesis und Manufacturing).
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| Advanced Intermediates | |
|---|---|
| Business Units | Anwendungen |
| Advanced Industrial Intermediates | Agrochemie, Pflanzenschutz, Automobilbereich |
| Saltigo | Bauindustrie, Farben und Pharma |
| Standorte | |
| Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen, | Liyang (China) |
| Leverkusen (Deutschland) | Nagda (Indien) |
| Baytown (USA) |
Im Segment Performance Chemicals fassen wir unsere anwendungsorientierten Geschäfte auf dem Gebiet der Spezialchemikalien zusammen.
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| Performance Chemicals | |
|---|---|
| Business Units | Anwendungen |
| Material Protection Products | Desinfektion, Schutz und Konservierung von Hölzern, Baumaterialien, Farben und Nahrungsmitteln, Farbpigmente, Materialien zur Lederverarbeituno, Reifenchemikalien und Wasseraufbereitung |
| Inorganic Pigments | |
| Functional Chemicals | |
| Leather | |
| Rhein Chemie | |
| Rubber Chemicals | |
| Ion Exchange Resins | |
| Standorte | |
| Bitterfeld, Brunsbüttel, Dormagen, | Porto Feliz (Brasilien), Colonia (Uruguay) |
| Krefeld-Uerdingen, Leverkusen, Mannheim (Dtl.) | Burzaco, Merlo, Zárate (Argentinien) |
| Antwerpen (Belgien), Branston (Großbritannien) | Qingdao, Schanghai, Tongling, Wuxi (China) |
| Filago (Italien), Vilassar de Mar (Spanien) | Jhagadia (Indien) |
| Isithebe, Merebank, Newcastle, | Toyohashi (Japan) |
| Rustenburg (Südafrika), | Sydney (Australien) |
| Burgettstown, Bushy Park, Chardon, | |
| Greensboro, Pittsburgh (USA) |
Strategische Ausrichtung
Der LANXESS Konzern ist ein international tätiges Chemieunternehmen. Unser Portfolio umfasst Polymere sowie Industrie-, Spezial- und Feinchemikalien. In unseren Kerngeschäften verfügen wir über alle Voraussetzungen, um langfristig erfolgreich zu sein. Dazu gehören flexible Anlagenstrukturen, eine diversifizierte Kundenbasis, eine globale Aufstellung mit regionaler Flexibilität sowie eine unternehmerisch geprägte Managementstruktur.
Mit Innovationen und gezielten Ergänzungen unseres Produktportfolios positionieren wir uns als Hightech-Anbieter, der seinen Kunden zuverlässig Produkte in Premium-Qualität liefert sowie ihre Innovationsprozesse aktiv begleitet und auf diese Weise messbaren Mehrwert generiert. So stärken wir die Kundenbindung, schaffen klare Differenzierungsmerkmale gegenüber unseren Wettbewerbern und bleiben auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen höchst wettbewerbsfähig.
Nachhaltige Megatrends als künftige Erfolgspotenziale
Die von uns erwartete künftige Entwicklung ist gekennzeichnet von vier nachhaltigen Megatrends:
| • | Das wachsende Bedürfnis nach Mobilität – insbesondere in China, Indien und anderen großen Schwellenländern – und die gleichzeitige Notwendigkeit, Mobilität umweltverträglicher zu gestalten. |
| • | Der deutlich steigende globale Nahrungsmittelbedarf aufgrund einer rasant wachsenden Weltbevölkerung. |
| • | Die Urbanisierung, im Zuge derer weltweit Menschen vom Land in die Städte ziehen. Aktuellen Prognosen zufolge wird die Zahl der Stadtbewohner im laufenden Jahrzehnt um 40 % zunehmen. Sie alle benötigen Wohnraum, Büros und eine leistungsfähige Infrastruktur. |
| • | Der steigende Wasserbedarf, der aufgrund des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels dazu führen wird, dass Wasser in nicht allzu ferner Zukunft ein ebenso wertvoller Rohstoff wie Erdöl sein wird. |
Unsere Segmente leisten mit den maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen ihrer Business Units einen gesellschaftlich und wirtschaftlich wertvollen Beitrag, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus diesen Megatrends täglich ergeben.
Ertragsstrategie
Unser Produktportfolio richten wir vor dem zuvor beschriebenen Hintergrund konsequent auf Märkte aus, die in den kommenden Jahren ein kontinuierliches, überdurchschnittliches Wachstum versprechen. Dementsprechend konzentrieren wir uns in regionaler Hinsicht vor allem darauf, unsere Geschäfte und Produktionskapazitäten in den stärker wachsenden BRICS-Staaten auszubauen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Brasilien, Indien und China. Im Rahmen unserer Strategie haben wir zur Sicherung unserer Ertragskraft von Beginn an die Preis-vor-Menge-Strategie etabliert, in deren Rahmen wir volatile Einstandspreise für Rohstoffe an den Markt weitergeben.
Unser primäres mittelfristiges Unternehmensziel ist es, das EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahr 2015 auf rund 1,4 Mrd. € zu steigern. Von bereits initiierten Investitionsprojekten erwarten wir uns einen nachhaltigen Beitrag zum Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen auf etwa 1,3 Mrd. € (siehe Abschnitt „Chancenbericht"). Den verbleibenden Ergebnisanteil bis zum gesetzten mittelfristigen Ziel wollen wir sowohl aus organischem Wachstum als auch aus gezielten Akquisitionen generieren. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf organischem Wachstum.
Investitionsstrategie
Wir steigern unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Investitionen mit Fokus auf attraktive Wachstumschancen in profitablen Märkten. Für unsere Investitionspolitik gelten dabei die folgenden Leitlinien:
| • | Schwerpunkt ist der Ausbau der Premium Produkte mit der Möglichkeit der Produktdifferenzierung |
| • | Wir investieren in nachhaltig wachsende Märkte, auf die wir uns strategisch in den operativen Segmenten fokussiert haben. |
| • | Investitionen unterliegen klaren finanziellen Kriterien, die die Verbesserung der durchschnittlichen Kapitalrendite des Konzerns unter Berücksichtigung eines adäquaten Risikozinses sicherstellen. |
| • | Investitionen werden wesentlich aus dem Cashflow der operativen Geschäftstätigkeit und, falls diese Mittel nicht ausreichen, aus sonstigen zur Verfügung stehenden Barmitteln und Kreditlinien finanziert. |
Finanzierungsstrategie
Unsere Finanzierungspolitik ist konservativ und nachhaltig orientiert. Sie bereitet den Boden für langfristig dynamisches unternehmerisches Handeln. Eckpfeiler sind der Zugang zu den internationalen Finanzmärkten und damit verbunden die langfristige Sicherung der finanziellen Flexibilität.
Dabei werden bei Kapitalbedarf und -deckung die konkurrierenden Anforderungen an die Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit optimiert. Die Verschuldungshöhe orientiert sich an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich.
Das Wachstum unseres Konzerns wird aus dem operativen Geschäft und über gezielte Finanzierungsmaßnahmen ermöglicht. Es ist unser Ziel, neben einem positiven Ergebnisbeitrag auch einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.
WERTMANAGEMENT UND STEUERUNGSSYSTEM
Wertmanagement und Steuerungssystem
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EBITDA vor Sondereinflüssen | Mio. € | 719 | 722 | 465 | 918 | 1.146 |
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen | % | 10,9 | 11,0 | 9,2 | 12,9 | 13,1 |
| Capital Employed | Mio. € | 2.660 | 2.989 | 3.475 | 3.750 | 4.784 |
| ROCE | % | 17,7 | 15,4 | 5,9 | 17,0 | 17,2 |
| Umschlagdauer Vorräte (DSI) | Tage | 54,5 | 66,9 | 55,1 | 53,7 | 60,1 |
| Forderungslaufzeit Debitoren (DSO) | Tage | 49,3 | 44,6 | 47,0 | 46,3 | 49,9 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten | Mio. € | 460 | 864 | 794 | 913 | 1.515 |
| Net Debt Ratio | 0,6x | 1,2x | 1,7x | 1,0x | 1,3x | |
| Investitionsquote | % | 4,3 | 5,4 | 6,8 | 7,4 | 8,0 |
Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, benötigen wir konkrete Steuerungsgrößen, anhand derer wir den Erfolg unserer Maßnahmen messen können. Basis hierfür ist ein zuverlässiges und verständliches Finanz- und Controlling-Informationssystem. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Informationen, die von den Group Functions Accounting und Controlling in Form einer konsistenten Berichterstattung von Planungs-, Erwartungs- und Ist-Daten bereitgestellt werden, zu verbessern.
Ertragskraft
Unsere gegenwärtige zentrale Steuerungsgröße auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente ist das EBITDA (Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) vor Sondereinflüssen. Es errechnet sich aus dem EBIT vor operativen Abschreibungen ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Jede operative Entscheidung oder Leistung wird kurz- und langfristig daran gemessen, wie nachhaltig sie das EBITDA beeinflusst. Im Rahmen des jährlichen Budget- und Planungsprozesses werden Zielvorgaben für diese Messgröße des Unternehmenserfolgs ermittelt; diese finden Eingang in die Bemessung der variablen Einkommenskomponenten der Mitarbeiter (siehe dazu auch das Kapitel „Mitarbeiter", das Bestandteil dieses Lageberichts ist).
Reine Erlösgrößen wie zum Beispiel die Umsatzerlöse gehören nicht zu den Steuerungsgrößen unseres Konzerns, da sie uns keine unmittelbaren Aussagen zur Ertragskraft erlauben. Volatile Einstandspreise für Rohstoffe sind ein wesentliches Kennzeichen unserer Industrie. Bei unterjährig schwankenden Rohstoffpreisen passen wir im Rahmen unserer Preis-vor-Menge-Strategie die Verkaufspreise an. Dies beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse, lässt jedoch die für die Ertragskraft entscheidenden Margen weitgehend unberührt. Eine Prognose von Umsatzwerten unterbleibt daher.
Unternehmensspezifische Frühindikatoren
Frühindikatoren dienen dazu, wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen. Unser jährlich stattfindender Budget- und Planungsprozess liefert als Ausgangsbasis die Eckwerte der Ertragskraft sowie der Innenfinanzierung des Konzerns. Diese Informationen werden unter anderem bei Finanzierungsentscheidungen verwendet. Um sicherzustellen, dass veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen zeitnah in der Unternehmenssteuerung verarbeitet werden, werden dreimal im Jahr operative Erwartungsrechnungen, sogenannte Forecasts, erstellt, um das jahresbezogene Budget und die darauf basierenden Eckwerte der Konzernsteuerung zu aktualisieren.
Rentabilität
Der Return on Capital Employed (ROCE) ist als Steuerungsgröße auf Konzernebene implementiert. Er gibt uns als Messgröße für die Rentabilität Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Dies macht ihn beispielsweise zu einem wichtigen Kriterium bei Investitionsentscheidungen. So müssen sämtliche neuen Investitionsprojekte den Konzern-ROCE übertreffen. Der ROCE wird als EBIT vor Sondereinflüssen im Verhältnis zum eingesetzten Kapital berechnet. Dieses Capital Employed kann aus den Bilanzdaten abgeleitet werden und errechnet sich aus der Bilanzsumme abzüglich der aktiven latenten Steuern und der zinsfreien Verbindlichkeiten. Die zinsfreien Verbindlichkeiten setzen sich aus den Rückstellungen ohne Pensionsrückstellungen, den Ertragsteuerschulden, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Verbindlichkeiten zusammen. Wir nutzen daneben eine vereinfachte Variante des ROCE, den sogenannten Business-ROCE, um unsere Geschäftseinheiten zu steuern.
Im Rahmen der strategischen Planung und der langfristigen Ausrichtung der Geschäftsfelder wird auch der EVA (Economic Value Added) als Kenngröße des Wertmanagements angewendet.
Kapitalkosten
Die Fremdkapitalkosten errechnen sich aus dem sogenannten risikolosen Zins, d.h. in unserem Fall aus der Rendite einer langfristigen deutschen Staatsanleihe, zuzüglich eines Risikoaufschlags für Industrieunternehmen in der gleichen Risikokategorie wie LANXESS. Die Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartungen der Investoren an eine Investition in LANXESS Aktien wider. Aufgrund des gegenüber dem Erwerb risikoloser Staatsanleihen mit dem Aktienerwerb verbundenen höheren Risikos fordern Eigenkapitalinvestoren eine Risikoprämie. Diese sogenannte Market Risk Premium wird aus der langfristigen Überrendite eines Aktieninvestments gegenüber einer Investition in risikolose Staatsanleihen ermittelt und durch den Beta-Faktor korrigiert, der das relative Risiko eines Investments in die LANXESS Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt zum Ausdruck bringt.
Der ROCE von 17,2 % lag im Geschäftsjahr 2011 (Vorjahr: 17,0 %) deutlich über unseren vergleichsrichtig ermittelten gewichteten Kapitalkosten. Nach Steuern belief sich der gewichtete Kapitalkostensatz im Geschäftsjahr 2011 auf 8,4 % (Vorjahr: 8,4 %). Das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum EBITDA vor Sondereinflüssen, die Net Debt Ratio, stieg nur unwesentlich von 1,0 im Vorjahr auf 1,3 zum 31. Dezember 2011, was auf die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie und die damit erhöhte Investitionstätigkeit im vergangenen Geschäftsjahr zurückzuführen ist.
Kapitalverwendung
Um unser Working Capital zu steuern, nutzen wir die Kennzahlen DSI und DSO (Lagerreichweite bzw. Days of Sales in Inventories und Forderungslaufzeit bzw. Days of Sales Outstanding). Hier wird der Vorrats- bzw. Forderungsbestand im Verhältnis zum Umsatz gezeigt. Eine weitere wichtige Kenngröße ist der Business Free Cash Flow, der uns Auskunft darüber gibt, wie viel liquide Mittel unsere Business Units unmittelbar generieren. Er wird unter Anwendung einer vereinfachten Cashflow-Berechnung für die operativen Geschäftseinheiten ermittelt.
Unsere Investitionen in Sachanlagen unterliegen einer strikten Kapitaldisziplin und werden konsequent auf jene Produktbereiche ausgerichtet, die die größten Erfolgspotenziale aufweisen. Dabei priorisieren wir Investitionsprojekte auf Basis finanzieller Kennziffern wie Rückflusszeit, Kapitalwert und ROCE.
Verschuldung
Die Net Debt Ratio, die wir ausschließlich auf Konzernebene verwenden, ist definiert als das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der Gesamtsumme der kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte. Die finanziellen Verbindlichkeiten laut Bilanz werden zuvor noch um die Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen gekürzt.
Nettofinanzverbindlichkeiten
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| in Mio. € | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 601 | 9591 | 1.462 | 1.302 | 1.465 |
| Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 59 | 168 | 94 | 176 | 633 |
| abzüglich | |||||
| Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen | -11 | -14 | -47 | -41 | -55 |
| Zahlungsmittel | -189 | -249 | -313 | -160 | -178 |
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | -402 | -364 | -350 |
| 460 | 864 | 794 | 913 | 1.515 |
1) Nach Abzug spezifischer Wechselkurssicherung für Finanzverbindlichkeiten von 27 Mio. €
RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Im Geschäftsjahr 2011 gab es keine Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des LANXESS Konzerns gehabt hätten.
WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Das Jahr 2011 war gekennzeichnet von einen konjunkturellen Wachstum. Dieses verlor allerdings im Laufe des Jahres an Dynamik und belief sich schließlich auf 2,7 %. Ursache für die Abschwächung war insbesondere ein geringeres Wachstum in den Industrieländern. Vor allem die japanische Wirtschaft litt unter den direkten und indirekten Folgen der Erdbebenkatastrophe vom März 2011. In den USA führten die steigende Staatsverschuldung, die hohe Arbeitslosigkeit und die anhaltenden Schwierigkeiten im Immobiliensektor zu einem verhaltenen Wachstum von 1,8 %. Hinzu kam eine steigende Unsicherheit auf den Finanzmärkten, ausgelöst durch die europäische Schuldenkrise und die damit einhergehenden Diskussionen über mögliche Lösungen. Westeuropa entwickelte sich mit 1,5 % Wachstum ebenfalls schwach, wobei Deutschland sich mit einem Plus von 3,0 % deutlich abheben konnte. Auch in den Schwellenländern spiegelten sich die zuvor beschriebenen Unsicherheiten in einer wirtschaftlichen Abkühlung wider. Der chinesische und der indische Wirtschaftsraum verzeichneten allerdings mit 8,5 % bzw. 6,8 % weiterhin hohe Zuwachsraten.
Die verhaltene Entwicklung der Weltkonjunktur wirkte sich auch auf die Entwicklung der globalen Kapitalmärkte aus, die sowohl im Jahresverlauf als auch regional uneinheitlich tendierten. Während die erste Jahreshälfte noch von Kursgewinnen geprägt war, setzte ab dem dritten Quartal eine Abwärtsbewegung ein, die dazu führte, dass wesentliche Indizes das Jahr 2011 mit einem Verlust beendeten. Beeinflusst durch die Staatsschuldenkrise in Europa gab der DAX um 15 % nach, der FTSE 100 büßte rund 6 % ein und der Nikkei-Index, als Folge der Naturkatastrophe im März 2011, ging sogar um rund 18 % zurück. Lediglich der Dow-Jones-Index in den USA entkoppelte sich von diesem Trend und legte im Jahr 2011 um rund 6 % zu. In diesem Umfeld hielten die Zentralbanken weltweit an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Den Vorgaben der europäischen Aktienmärkte konnte sich auch die LANXESS Aktie nicht entziehen und verlor im Jahresverlauf 32 % ihres Wertes.
Die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US-Dollar zeigte sich im Jahresverlauf 2011 erneut volatil. Der US-Dollar verlor bis etwa zur Jahresmitte gegenüber dem Euro deutlich an Wert. In der zweiten Jahreshälfte setzte dagegen eine stetige Erholungsbewegung ein, in deren Verlauf der US-Dollar die Kursverluste überkompensierte und unter dem Wechselkurs zu Beginn des Jahres notierte. Zum Jahresende wurden für einen Euro 1,29 US-Dollar gezahlt – dies entspricht einem Wertzuwachs des US-Dollar von rund 3,7 % in 2011. Im Jahresdurchschnitt lag der Kurs bei 1,39 US-Dollar je Euro und damit schwächer als im Vorjahresdurchschnitt von 1,33 US-Dollar je Euro. Aufgrund der Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein stärkerer US-Dollar grundsätzlich positiv auf unsere Erträge aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Trotz der eher verhaltenen Entwicklung der Weltkonjunktur setzten die Rohstoffpreise ihren Aufwärtstrend des Vorjahres im Berichtszeitraum fort. Als Einkäufer von vor allem petrochemischen Rohstoffen, insbesondere Butadien, sind wir von dieser Entwicklung betroffen, da sie höhere Produktionskosten zur Folge hat.
Chemische Industrie
Ein insgesamt positiver Trend war in der Chemieindustrie zu beobachten. Die Jahresproduktion wuchs mit 4,6 % etwas schwächer als von uns mit 5,5 % prognostiziert. Nach einem sehr starken ersten Halbjahr schwächte sich das Wachstum der Produktion in der chemischen Industrie im weiteren Jahresverlauf ab, ausgelöst von der um sich greifenden Verunsicherung auf den Märkten. Die NAFTA-Region zeigte sich mit einem Wachstum von 4,1 % besser als von uns erwartet. Westeuropa blieb dagegen mit 1,3 % Wachstum hinter unseren Erwartungen zurück. Auch die Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika wuchsen mit 6,7 % bzw. 2,5 % in geringerem Maße, als wir es erwartet hatten.
BIP und Chemieproduktion 2011
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr Hochschätzung |
Bruttoinlandsprodukt | Chemieproduktion |
|---|---|---|
| Amerika | 2,2% | 3,8% |
| NAFTA | 1,9% | 4,1% |
| Lateinamerika | 4,2% | 2,5% |
| EMEA | 2,3% | 2,6% |
| Deutschland | 3,0% | 1,2% |
| Westeuropa | 1,5% | 1,3% |
| Mittel-/Osteuropa | 3,5% | 6,7% |
| Asien/Pazifik | 4,3% | 6,7% |
| China | 8,5% | 10,0% |
| Indien | 6,8% | 8,6% |
| Welt | 2,7% | 4,6% |
Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen
Die Produktion der Reifenindustrie verzeichnete mit 4,2 % im Jahr 2011 ein deutliches Wachstum. Haupttreiber war hier Mittel-/Osteuropa mit plus 10,2 %. Asien zeigte mit plus 3,7 % ebenfalls eine insgesamt positive Entwicklung, wobei die ASEAN-Region mit 5,6 % und China mit 5,3 % die Treiber waren. Gestützt durch den Aufwärtstrend in der Automobilindustrie erwies sich das Erstausrüstungsgeschäft als ein wesentlicher Träger der positiven Entwicklung. Das Geschäft mit Ersatzreifen war auch aufgrund der starken Nachfrage im Vorjahr etwas schwächer als von uns erwartet. LKW-Reifen, besonders im Bereich Erstausrüstung, verzeichneten vor allem in Europa und im NAFTA-Raum hohe Zuwachsraten. Das Ersatzgeschäft entwickelte sich hingegen insgesamt unterdurchschnittlich. Bei PKW-Reifen präsentierte sich der Bereich Erstausrüstung in allen Regionen sehr positiv, während sich der Markt für Ersatzreifen in Nordamerika schwach entwickelte, in Europa aber wuchs.
Das Wachstum der Automobilindustrie setzte sich weiter fort. Ein hoher Nachholbedarf in den USA und Russland führte zu starker Expansion in den Regionen NAFTA (plus 9,7 %) und Mittel-/Ost-europa (plus 12,4 %). In China nahm die Produktion von Automobilen hingegen um 0,5 % ab, blieb aber auf einem hohen Niveau. Der Rückgang wurde von auslaufenden Anreizprogrammen ausgelöst, die 2010 zum Kauf kleinerer Nutzfahrzeuge initiiert worden waren. Nach der starken Zunahme im Vorjahr sank die Produktion in dieser Fahrzeugkategorie im Jahr 2011 aufgrund der geringeren Nachfrage und einem Vergleich mit einer starken Basis deutlich. In Japan führten die Naturkatastrophen im Jahresverlauf zu einer negativen Entwicklung der Produktion von minus 9,2 %. Insgesamt verzeichnete die Region Asien/Pazifik daher einen Produktionsrückgang um 0,5 %. In Westeuropa wuchs die Automobilbranche um 3,1 %, wobei Deutschland mit 6,2 % besonders deutlich zulegte. Zu diesem positiven Bild trugen insbesondere die gestiegenen Exporte bei. Auch in Südamerika entwickelte sich die Produktion mit einem Plus von 6,1 % sehr gut.
Im Bereich der Agrochemikalien stieg die Produktion mit plus 6,9 % deutlich an. Hintergrund für diesen sehr positiven Trend waren die hohen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Das Wachstum der Produktion war insbesondere in der Region NAFTA mit 8,0 % und in Mittel-/Osteuropa mit 10,3 % sehr hoch.
Nachdem die Baubranche in den Industrieländern seit dem Beginn der globalen Wirtschaftskrise im Zeitraum 2008/2009 stark geschrumpft war, stabilisierte sie sich zuletzt auf einem niedrigen Niveau. In der Region NAFTA zeigte sie im Jahr 2011 mit 2,4 % Wachstum sogar wieder einen leichten Aufwärtstrend, während sie sich in Westeuropa mit 1,0 % nur marginal verbesserte. Deutschland bildete mit einem starken Wachstum von 6,4 % allerdings eine positive Ausnahme. Der Raum Asien/Pazifik erwies sich mit einer Rate von 6,0 % wieder als der Wachstumsmotor für die Bauindustrie.
Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2011
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr Hochschätzung |
Reifenindustrie | Automobilindustrie | Agro-Chemikalien | Bauindustrie |
|---|---|---|---|---|
| Amerika | 2,1% | 8,8% | 6,6% | 2,7% |
| NAFTA | 1,7% | 9,7% | 8,0% | 2,4% |
| Lateinamerika | 3,4% | 6,1% | 4,1% | 4,5% |
| EMEA | 6,9% | 6,5% | 6,0% | 2,0% |
| Deutschland | 2,3% | 6,2% | 7,4% | 6,4% |
| Westeuropa | 2,2% | 3,1% | 4,7% | 1,0% |
| Mittel-/Osteuropa | 10,7% | 12,4% | 10,3% | 3,9% |
| Asien/Pazifik | 3,7% | -0,5% | 7,8% | 6,0% |
| Wett | 4,2% | 3,4% | 6,9% | 3,9% |
FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF WESENTLICHE EREIGNISSE
Der Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs 2011 war maßgeblich geprägt von der Entwicklung unseres Segments Performance Polymers sowie, in geographischer Hinsicht, von den Märkten in unseren Regionen EMEA (ohne Deutschland) und Lateinamerika. Der über unsere Segmente hinweg starke Anstieg der Rohstoffpreise hatte aufgrund der konsequent umgesetzten Preis-vor-Menge-Strategie keinen nachhaltigen Einfluss auf den Geschäftsverlauf.
Das Segment Performance Polymers wies sowohl im Umsatz als auch im EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahresvergleich die stärksten Wachstumsraten auf und war damit der maßgebliche Treiber unseres Geschäftserfolgs. Auslöser war zum einen die starke Nachfrage, insbesondere nach hochwertigem Synthesekautschuk aus der Reifenindustrie. Auch Hightech-Kunststoffe, die unter anderem im Bereich der Karosserie zum Einsatz kommen, wurden von der Automobilindustrie stark nachgefragt. Zudem ergänzte das von der Royal DSM N.V. Anfang Mai 2011 übernommene Keltan-EPDM-Geschäft diesen positiven Trend, da auch für diese Produkte die Nachfrage der Automobilhersteller hoch war.
Getrieben vom Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen stieg auch die Nachfrage im Bereich der Agrochemikalien im Segment Advanced Intermediates.
In regionaler Hinsicht verzeichneten sämtliche Berichtsregionen eine signifikante Umsatzsteigerung. Auf wechselkurs- und portfoliobereinigter Basis war es die Region Lateinamerika, die die deutlichste Geschäftsausweitung verzeichnete. Hier spielte die Nachfrage aus der Reifen- und automobilnahen Industrie die wesentliche Rolle.
VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF
Tatsächlicher versus prognostizierter Geschäftsverlauf in 2011
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| Prognose für 2011 im Geschäftsbericht 2010 & Q1-Zwischenbericht | Prognose für 2011 im Q2-Zwischenbericht | Prognose für 2011 im Q3-Zwischenbericht | Eingetreten in 2011 | |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsentwicklung Konzern | ||||
| EBITDA vor Sondereinflüssen | Zunahme +10% bis +15% | Zunahme +20 % | Zunahme +20 % | Zunahme +24,8 % |
| Umsatz-Saisonalität | HJ 1> HJ 2 | HJ 1> HJ 2 | HJ 1> HJ 2 | HJ 1> HJ 2* |
| Geschäftsentwicklung Segmente | ||||
| Performance Polymers | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | +37 % Umsatz |
| Advanced Intermediates | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | +10 % Umsatz |
| Performance Chemicals | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | steigende Nachfrage | +8 % Umsatz |
| Rohstoffpreise | weiter steigend | weiter steigend | weiter steigend | (deutlich) angestiegen |
| Forschung und Entwicklung | ||||
| Forschungs- und Entwicklungskosten | +15 % | +15 % | +15 % | +24 % |
| Finanzlage Konzern | ||||
| Auszahlungswirksame Investitionen | 550–600 Mio. € | 550–600 Mio. € | ~ 600 M o.€ | 679 Mio. € |
* auf portfoliobereinigter Basis
Das Geschäftsjahr 2011 stand im Zeichen der Megatrends Mobilität und Landwirtschaft.
Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2010 erwarteten wir angesichts der weltweit ausgezeichneten Aufstellung unserer Segmente eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung. Wir gingen davon aus, dass unsere wichtigsten Kundenindustrien ihre positive Entwicklung fortsetzen würden, wenn auch mit regional unterschiedlicher Ausprägung, und erwarteten für das Geschäftsjahr 2011 steigende Umsätze sowie ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Ergebnis.
Wesentliche Industrien, insbesondere der Reifen- und Automobilsektor, aber auch der Bereich der Agrochemikalien, übertrafen die erwartete Entwicklung zum Teil deutlich und ermöglichten damit die guten Ergebnisse, maßgeblich im Segment Performance Polymers. Die regionale Entwicklung unserer Geschäfte zeigte sich, überwiegenden mit Wachstumsraten von mehr als 20 %, homogener als ursprünglich angenommen. Lediglich Deutschland blieb leicht hinter dieser Entwicklung zurück.
Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung prognostizierten wir in unserer Berichterstattung zum ersten Quartal 2011 eine Zunahme des EBITDA vor Sondereinflüssen im Bereich zwischen 10 % und 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der nachfolgenden Konjunkturprognosen, der Ergebnisse des ersten Halbjahres und der erfolgreich vollzogenen Übernahme des Keltan-EPDM-Geschäfts von der Royal DSM N.V. erhöhten wir unsere Prognose auf einen Zuwachs von 20 %. Mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen des Geschäftsjahres 2011 von 1.146 Mio. € erzielten wir ein Plus von 24,8 % und haben die Prognose vor allem aufgrund der erfreulichen Entwicklung unseres Polymergeschäfts übertroffen.
Wie in der Tendenz erwartet, verteuerten sich die im Konzern eingesetzten Rohstoffe um rund 27 %. Im Rahmen der Preis-vor-Menge-Strategie wurden diese gestiegenen Kosten in den Markt weitergegeben, so dass sie sich nicht negativ auf die Ertragslage auswirkten.
Im Rahmen der von uns fortgeführten Technologieinitiative stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahresverlauf um insgesamt 24,1 % auf 144 Mio. €. Dies bedeutet, dass unsere Investitionen in künftige Erfolgspotenziale in stärkerem Maße erweitert wurden als ursprünglich vorgesehen. Der Schwerpunkt lag mit einem Anteil von 50 % auf dem Segment Performance Polymers.
Im Berichtsjahr nahmen wir Investitionsauszahlungen von 679 Mio. € vor. Sie lagen damit um 13,2 % über dem unterjährig prognostizierten Wert. Ausschlaggebend dafür waren im Wesentlichen die früher als geplant abgeschlossene Erweiterung der bestehenden Butylkautschuk-Anlage in Zwijndrecht in Belgien, vorgezogene Ausgaben für das Butylkautschuk-Werk in Singapur sowie umfangreiche Substanzerhaltungsmaßnahmen im vierten Quartal 2011.
Angesichts des Fälligkeitsprofils unserer Finanzverbindlichkeiten bestand im Jahr 2011 kein wesentlicher Refinanzierungsbedarf. Im Vorgriff auf die Ablösung der in 2012 fälligen Anleihe und unter Ausnutzung des zu diesem Zeitpunkt günstigen Zinsniveaus haben wir im Mai 2011 eine Euro-Benchmark-Anleihe im Volumen von 500 Mio. € begeben.
GESCHÄFTSENTWICKLUNG LANXESS KONZERN
| • | Umsatzanstieg um 23,2 %, im Wesentlichen aus Preiseffekten, unterstützt durch Portfolioerweiterungen |
| • | Positive Nachfrageentwicklung insbesondere in Automobil- und Reifenindustrie |
| • | Alle Berichtsregionen mit deutlicher Umsatzausweitung |
| • | EBITDA vor Sondereinflüssen um 24,8 % auf 1.146 Mio. € verbessert |
| • | EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen mit 13,1 % über dem starken Vorjahr von 12,9 % |
| • | Konzernergebnis steigt auf 506 Mio. € nach 379 Mio. € im Vorjahr |
| • | Ergebnis je Aktie 6,08 € nach 4,56 € im Vorjahr |
| • | Solide Bilanz- und Finanzierungsstruktur |
| • | Net Debt Ratio trotz umfangreicher Akquisitions- und Investitionstätigkeit nur moderat von 1,0 auf bei 1,3 gestiegen |
Überblick Finanzkennzahlen
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| in Mio. € | 2010 | 2011 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 7.120 | 8.775 | 23,2 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.739 | 2.010 | 15,6 |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 918 | 1.146 | 24,8 |
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen | 12,9% | 13,1% | - |
| EBITDA | 890 | 1.101 | 23,7 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen | 635 | 826 | 30,1 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 607 | 776 | 278 |
| EBIT-Marge | 8,5% | 8,8% | - |
| Finanzergebnis | -114 | -121 | -6,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 | 32,9 |
| Konzernergebnis | 379 | 506 | 33,5 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 4,56 | 6,08 | 33,3 |
Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz des LANXESS Konzerns wuchs gegenüber dem Vorjahr kräftig um 23,2 % von 7.120 Mio. € auf 8.775 Mio. €. Das Geschäftsjahr 2011 war dabei geprägt von Anpassungen der Verkaufspreise im Rahmen deutlich gestiegener Einstandspreise für Rohstoffe. Die Absatzmengen stiegen um 2,7 % gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum. Bei im Saldo positiven Portfolio- und Währungseffekten von insgesamt 3,3 % ergab sich ein operativer Umsatzanstieg von 19,9 %. Die Absatzvolumina bewegten sich in allen Segmenten über dem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise lagen bedingt durch gestiegene Rohstoffkosten ebenfalls in allen Segmenten teilweise sogar deutlich über denen des Vorjahres, insbesondere im Segment Performance Polymers. Die Umsatzbeiträge der im Geschäftsjahr 2011 getätigten Akquisitionen führten zu einem positiven Portfolioeffekt von 6,1 %.
Umsatzeffekte
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| in % | 2011 |
|---|---|
| Preis | 17,2 |
| Menge | 2,7 |
| Währung | -2,8 |
| Portfolio | 6,1 |
| 23,2 |
Unser Segment Performance Polymers verzeichnete im Verlauf des Berichtsjahres eine äußerst positive Entwicklung und steigerte seine Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr deutlich um 37,0 %. Die gute Nachfrage der ersten neun Monate wurde durch einen Rückgang der Absatzmengen im vierten Quartal gedämpft. Für das Gesamtjahr resultierte hieraus eine Mengenausweitung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Im Jahresvergleich führten stark gestiegene Rohstoffpreise zu signifikant höheren Verkaufspreisen, auch wenn bei einigen strategischen Rohstoffen vor dem Jahresende eine temporäre, zum Teil deutliche Preisverringerung zu beobachten war. Die erfreuliche operative Entwicklung wurde bei leicht gegenläufigen Währungseinflüssen durch den positiven Portfolioeffekt aus dem Erwerb des Keltan-EPDM-Geschäfts unterstützt.
Unser Segment Advanced Intermediates weitete seinen Umsatz um 9,5 % aus. Erhöhte Einstandspreise für Rohstoffe führten auch hier zu einem Anstieg der Verkaufspreise. Während die Absatzmengen im Verlauf der ersten Jahreshälfte deutlich ausgeweitet wurden, setzte insbesondere im vierten Quartal ein Nachfragerückgang ein. Dies führte im Berichtsjahr zu einem Mengenzuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Leicht negative Währungseinflüsse dämpften die Umsatzentwicklung geringfügig.
Ein Umsatzplus von 7,7 % erzielte unser Segment Performance Chemicals. Hier gab es ebenfalls Preiserhöhungen angesichts steigender Einstandspreise für Rohstoffe. Die Ausweitung des Geschäfts wurde auch von den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen unterstützt, deren Aktivitäten den Business Units Rhein Chemie, Material Protection Products sowie Functional Chemicals zugeordnet wurden. Absatzmengen leicht über dem Niveau des Vorjahres stützten die Umsatzentwicklung bei leicht gegenläufigen Wechselkurseffekten.
Umsatz nach Segmenten
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| in Mio. € | 2010 | 2011 | Veränd. in % | Anteil am Konzernumsatz in % |
|---|---|---|---|---|
| Performance Polymers | 3.692 | 5.059 | 37,0 | 57,7 |
| Advanced Intermediates | 1.411 | 1.545 | 9,5 | 17,5 |
| Performance Chemicals | 1.978 | 2.130 | 7,7 | 24,2 |
| Überleitung | 39 | 41 | 5,1 | 0,5 |
| 7.120 | 8.775 | 23,2 | 100,0 |
Wir weiteten unseren Umsatz in allen Absatzregionen um zumeist deutlich über 20 % aus. In allen Regionen erwies sich das Segment Performance Polymers als besonderer Wachstumstreiber. Die gute regionale Entwicklung ist Ausdruck für die im Geschäftsjahr 2011 weltweit stabile Nachfrage in nahezu allen Kundenindustrien sowie die nachhaltig erfolgreiche Positionierung von LANXESS in den Wachstumsmärkten.
Auftragsentwicklung
Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie revolvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellungsvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind statt dessen regelmäßig durchgeführte, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operativen Zielgrößen des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Unternehmensspezifische Frühindikatoren".
Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragskraft nicht aussagefähig und unterbleibt an dieser Stelle.
Bruttoergebnis vom Umsatz
Die Kosten der umgesetzten Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 25,7 % auf 6.765 Mio. € und damit leicht überproportional zum Umsatz. Die Bruttomarge ging daher von 24,4 % auf 22,9 % zurück. Ursächlich hierfür waren unter anderem Wertberichtigungen auf Vorräte, die nach dem in der zweiten Jahreshälfte einsetzenden Rohstoffpreisverfall für einige strategische Rohstoffe notwendig wurden. Bis dahin waren die Preise für strategische Rohstoffe im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Insbesondere bei Butadien und Isobutylen, aber auch bei Cyclohexan, Toluol und Benzol war ein deutlicher Inflationseffekt zu verzeichnen. Auf Konzernebene wurden die höheren Einstandspreise vollständig in den Markt weitergegeben. Unsere Preis-vor-Menge-Strategie war somit intakt. Die Kapazitätsauslastung lag mit rund 86 % leicht über dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund von Wartungsstillständen und der Anpassung der Produktion an die gegen Ende des Jahres rückläufige Nachfrage blieb die Auslastung im Schlussquartal unter dem Niveau des Gesamtjahres. Die daraus resultierenden Kosten für nicht genutzte Kapazitäten, Wartungsarbeiten sowie die im Jahresverlauf gestiegenen Energiekosten erhöhten die Fertigungskosten. Ebenso belasteten über das Gesamtjahr negative Währungseffekte die Bruttomarge. Dieser Belastung im Bruttoergebnis standen positive Hedging-Ergebnisse im sonstigen betrieblichen Ergebnis gegenüber. Aus den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen ergab sich trotz negativer Effekte aus den Kaufpreisallokationen ein positiver Portfolioeffekt auf das Bruttoergebnis.
EBITDA und operatives Ergebnis (EBIT)
Die Vertriebskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 vornehmlich aufgrund volumen- und preisbedingt höherer Frachtkosten sowie der Portfolioeffekte um 86 Mio. € auf 732 Mio. €. Der Anteil der Vertriebskosten am Umsatz ging jedoch von 9,1 % auf 8,3 % zurück.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 24,1 % auf 144 Mio. €. Sie bestätigten damit die fortgesetzte Ausweitung der Forschungsaktivitäten im Rahmen unserer LANXESS Technologieinitiative. Im Verhältnis zum Umsatz lagen sie mit 1,6 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter wuchs bis zum Jahresende deutlich auf 731 nach 519 zum Vorjahresstichtag.
Die allgemeinen Verwaltungskosten wuchsen im Geschäftsjahr 2011 von 298 Mio. € auf 325 Mio. €. Grund dafür war neben den Portfolioeffekten unter anderem eine höhere variable Vergütung der Beschäftigten aufgrund des positiven Jahresergebnisses 2011. Der Anteil am Umsatz reduzierte sich auf 3,7 % nach 4,2 % im Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, vermindert um die sonstigen betrieblichen Erträge, verringerten sich um 39 Mio. € auf 33 Mio. €. Entlastend wirkten hier insbesondere positive Hedging-Ergebnisse sowie entfallende Einmalaufwendungen des Vorjahres. Die hier enthaltenen Sondereinflüsse von saldiert 50 Mio. € waren mit 45 Mio. € EBITDA-wirksam und betrafen insbesondere verschiedene Reorganisations- und Portfoliomaßnahmen. Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse von saldiert 28 Mio. € an, die vollständig EBITDA-wirksam waren. Auch diese standen vor allem im Zusammenhang mit Restrukturierungs- und Portfoliomaßnahmen.
EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten
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| in Mio. € | 2010 | 2011 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Performance Polymers | 548 | 788 | 40,1 |
| Advanced Intermediates | 259 | 264 | 1,9 |
| Performance Chemicals | 281 | 289 | 2,8 |
| Überleitung | -170 | -175 | -2,9 |
| 918 | 1.146 | 24,8 |
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen steigerten wir im Geschäftsjahr 2011 mit 1.146 Mio. € nach 918 Mio. € im Vorjahr deutlich. Diese Ergebnisverbesserung war vor allem auf die zeitnahe Weitergabe der Rohstoffkosteninflation, eine kontinuierliche Verbesserung des konzernweiten Produktmix, die höheren Absatzmengen sowie den Portfolioeffekt aus den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen, insbesondere des Keltan-EPDM-Geschäfts, zurückzuführen. Gegenläufig wirkten sich Wechselkurseinflüsse aufgrund der Aufwertung des Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich im Konzern von 12,9 % auf 13,1 %.
Das Segment Performance Polymers steigerte das EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr um rund 40 %. Höhere Rohstoffkosten wurden im Segment vollständig in den Markt weitergegeben. Die Ausweitung der Absatzmengen sowie ein deutlicher Portfolioeffekt aus dem Erwerb des Keltan-EPDM-Geschäfts trugen maßgeblich zur Verbesserung des Ergebnisses bei. Im Segment Advanced Intermediates führten höhere Einstandspreise für Rohstoffe zu einer ausgleichenden Anpassung der Verkaufspreise. Ein Anstieg der Energiekosten und negative Effekte aus der Wechselkursentwicklung wurden durch die Ausdehnung der Absatzmengen abgemildert, so dass das Ergebnis leicht über dem des Vorjahres lag. Das Segment Performance Chemicals verbesserte sein EBITDA vor Sondereinflüssen im Berichtszeitraum ebenfalls. Durch die zeitnahe Weitergabe höherer Einstandspreise für Rohstoffe wurden Kostensteigerungen, unter anderem im Bereich Energien und Frachten, kompensiert. Die Absatzmengen lagen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der leichte Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen in der Überleitung war unter anderem bedingt durch einen Anstieg der Forschungsaufwendungen, erfolgsorientierte Einmalzahlungen zum Ende des Geschäftsjahres und Aufwendungen für Portfoliomaßnahmen sowie die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten.
Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich im Berichtsjahr sehr deutlich von 607 Mio. € auf 776 Mio. €.
Überleitung EBIT zum Konzernergebnis
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| in Mio. € | 2010 | 2011 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis IEBITr | 607 | 776 | 27,8 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 16 | 7 | -56,3 |
| Zinsergebnis | -83 | -93 | -12,0 |
| Sonstiges Finanzergebnis | -47 | -35 | 25,5 |
| Finanzergebnis | -114 | -121 | -6,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 | 32,9 |
| Ertragsteuern | -112 | -148 | -32,1 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 381 | 507 | 33,1 |
| davon: | |||
| auf andere Gesellschafter entfallend | 2 | 1 | -50,0 |
| den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) | 379 | 506 | 33,5 |
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf minus 121 Mio. € nach minus 114 Mio. € im Vorjahr. Das anteilige Ergebnis der at equity bewerteten Gesellschaften, im Wesentlichen der Currenta GmbH & Co. OHG, betrug 7 Mio. € nach 16 Mio. € im Vorjahr. Im Zinsergebnis stieg bei konstanten Zinserträgen der Zinsaufwand deutlich an. Maßgeblich hierfür war die Erhöhung der Nettofinanzverbindlichkeiten um 602 Mio. € gegenüber dem Vorjahr auf 1.515 Mio. €. Dies ergab sich als Folge der Investitions- und Akquisitionstätigkeit sowie der geschäftsbedingten Ausweitung des Working Capital. Entlastend wirkte, dass anteilige Fremdkapitalkosten, im Wesentlichen im Rahmen der Errichtung der neuen Butylkautschuk-Anlage in Singapur, aktiviert wurden. In Summe lag das Zinsergebnis mit minus 93 Mio. € um 10 Mio. € unter dem Vorjahr. Das verbesserte sonstige Finanzergebnis ist auf ein deutlich verbessertes Kursergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückzuführen. Diesem standen im Vergleich zum Vorjahr leicht höhere Aufwendungen aus der Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen, hauptsächlich aufgrund von Zinsniveauanpassungen, gegenüber.
Ergebnis vor Ertragsteuern
Aufgrund der guten operativen Ergebnisentwicklung verbesserte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 162 Mio. € auf 655 Mio. €.
Ertragsteuern
Im Geschäftsjahr 2011 ergab sich ein Steueraufwand in Höhe von 148 Mio. € nach 112 Mio. € im Vorjahr. Die Steuerquote lag bei 22,6 % (Vorjahr: 22,7 %).
Konzernergebnis/Ergebnis je Aktie
Das Konzernergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 127 Mio. € auf 506 Mio. €. Auf andere Gesellschafter entfiel ein Ergebnisanteil von 1 Mio. € nach 2 Mio. € im Vorjahr.
Bei einer unveränderten Zahl umlaufender LANXESS Aktien erhöhte sich das Ergebnis je Aktie im Jahresvergleich infolge des hohen Nachsteuerergebnisses deutlich von 4,56 € auf 6,08 €.
ENTWICKLUNG DER REGIONEN
Umsatz nach Vertrieb
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| 2010 | 2011 | Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | in % | in Mio. € | in % | in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EMEA | |||||
| (ohne Deutschland) | 2.038 | 28,6 | 2.546 | 29,0 | 24,9 |
| Deutschland | 1.320 | 18,5 | 1.569 | 17,9 | 18,9 |
| Nordamerika | 1.174 | 16,5 | 1.458 | 16,6 | 24,2 |
| Lateinamerika | 955 | 13,4 | 1.201 | 13,7 | 25,8 |
| Asien/Pazifik | 1.633 | 23,0 | 2.001 | 22,8 | 22,5 |
| 7.120 | 100,0 | 8.775 | 100,0 | 23,2 |
EMEA (ohne Deutschland)
In der Region erzielten wir mit 2.546 Mio. € einen Umsatz, der um 508 Mio. € oder 24,9 % über dem Wert des Vorjahres lag. Bereinigt um Portfoliomaßnahmen und Währungseffekte stieg der Umsatz um 17,9 %. Die Portfolioveränderungen werden in diesem Lagebericht im Abschnitt „Wesentliche Ergänzungen des Konzernportfolios" detailliert erläutert. Die Segmente Performance Polymers und Advanced Intermediates prägten die operative Umsatzentwicklung mit nahezu gleichen Wachstumsraten im mittleren zweistelligen Bereich. Eine geringere Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich zeigte das Segment Performance Chemicals. In Osteuropa und im Nahen Osten stieg der Umsatz deutlich zweistellig. Westeuropa verzeichnete geringere Wachstumsraten, dominierte aber in absoluten Größen die operative Entwicklung. In einzelnen Ländern wie Ungarn, Russland, der Türkei, und auch in der Schweiz sowie Großbritannien war das Wachstum sehr erfreulich.
Die Region EMEA (ohne Deutschland) hatte einen Anteil am Konzernumsatz von 29,0 % und lag damit um 0,4 %-Punkte über dem Vorjahresniveau.
Deutschland
Hier erwirtschafteten wir im Jahr 2011 mit 1.569 Mio. € einen Umsatz, der um 249 Mio. € oder 18,9 % über dem Wert des Vorjahres lag. Bereinigt um die Portfolioeinflüsse der im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen ergab sich ein Zuwachs um 15,9 %. Maßgeblichen Anteil daran hatte das Segment Performance Polymers mit einer Wachstumsrate im zweistelligen Bereich. Die Umsätze unserer Segmente Performance Chemicals und Advanced Intermediates erzielten jeweils Zuwächse im hohen einstelligen Bereich.
Der Deutschland-Anteil am Konzernumsatz reduzierte sich leicht von 18,5 % auf 17,9 %.
Nordamerika
In dieser Region erwirtschafteten wir 2011 einen Umsatz von 1.458 Mio. € und damit 284 Mio. € bzw. 24,2 % mehr als im Vorjahr. Bereinigt um sich gegenseitig nahezu aufhebende positive Portfolio- und negative Wechselkursveränderungen ergab sich eine operative Umsatzausweitung um fast identische 24,4 %. Getragen wurde diese Entwicklung vom Segment Performance Polymers, dessen Umsatz um rund 40 % stieg. Das Segment Performance Chemicals folgte mit einem knapp zweistelligen Prozentwachstum. Das Segment Advanced Intermediates wies ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf.
Der Anteil Nordamerikas am Konzernumsatz blieb mit 16,6 % auf dem Niveau des Vorjahres von 16,5 %.
Lateinamerika
In der Region Lateinamerika erreichten wir erneut wie bereits im Vorjahr die höchsten prozentualen Zuwächse: Unser Umsatz stieg dort um 246 Mio. € bzw. 25,8 % auf 1.201 Mio. €. Bereinigt um negative Währungs- und positive Portfolioeinflüsse lag die operative Umsatzsteigerung bei nahezu identischen 25,6 %. Eckpfeiler dieses Wachstums war das Segment Performance Polymers, das seinen Umsatz prozentual deutlich zweistellig ausweitete. Das Segment Advanced Intermediates konnte sich mit einer niedrigen einstelligen Zuwachsrate im Vergleich zum Vorjahr behaupten, während das Segment Performance Chemicals leicht hinter dem im Vorjahr erzielten Umsatz zurückblieb. Maßgeblich für die Umsatzentwicklung der Region war Brasilien.
Der Anteil am Konzernumsatz wuchs im Jahresvergleich leicht von 13,4 % auf 13,7 %.
Asien/Pazifik
In 2011 stieg der Umsatz in dieser Region um 368 Mio. € bzw. 22,5 % auf 2.001 Mio. €. Nach Bereinigung um Wechselkurseinflüsse und Portfolioeffekte ergab sich ein Plus von 19,0 %. Die stärkste Entwicklung zeigte hier das Segment Performance Polymers mit einem Zuwachs im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Mit deutlichem Abstand und knapp zweistelliger Zuwachsrate folgte das Segment Advanced Intermediates. Das Segment Performance Chemicals steigerte seinen Umsatz operativ im mittleren einstelligen Prozentbereich. Eine sehr erfreuliche Entwicklung verzeichneten unsere Umsätze in den Ländern China inklusive Hongkong, Indien und Südkorea.
Der Anteil am Konzernumsatz reduzierte sich im Vorjahresvergleich leicht von 23,0 % auf 22,8 %. Damit ist die Region Asien/Pazifik in der Umsatzverteilung weiterhin die zweitstärkste Region des Konzerns.
SEGMENTDATEN
| • | Performance Polymers: Positive Preis- und Portfolioeffekte steigern Umsatz und Ergebnis deutlich |
| • | Advanced Intermediates: Starkes Ergebnis, getrieben durch den Agrobereich mit leichter Abschwächung anderer Abnehmerindustrien zum Jahresende |
| • | Performance Chemicals: Preisgetriebene Ergebnisverbesserung bei Spezialchemikalien |
Performance Polymers
Performance Polymers
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| 2010 | 2011 | Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Marge in % |
in Mio. € | Marge in % |
in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 3.692 | 5.059 | 37,0 | ||
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 548 | 14,8 | 768 | 15,2 | 40,1 |
| EBITDA | 549 | 14,9 | 759 | 15,0 | 38,3 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen | 407 | 11,0 | 607 | 12,0 | 49,1 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 408 | 11,1 | 598 | 11,8 | 46,6 |
| Auszahlungen für Investitionen1) | 298 | 437 | 46,6 | ||
| Abschreibungen | 141 | 161 | 14,2 | ||
| Mitarbeiter Stand 31.12. (Vorjahr zum 31.12.) | 4.281 | 4.977 | 16,3 |
Vorjahreswerte angepasst.
1) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Unser Segment Performance Polymers zeigte im Geschäftsjahr 2011 eine hervorragende Entwicklung. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37,0 % auf 5.059 Mio. €. Die im Vergleich zum Vorjahr hohe Rohstoffkosteninflation, insbesondere bei Butadien und Isobutylen, kompensierten wir mit zeitnahen Anpassungen der Verkaufspreise, was zu einem positiven Preiseffekt auf den Umsatz von 26,7 % beitrug. Die im Jahresvergleich gute Nachfragesituation führte zu einer Mengenausweitung um 3,5 %. Währungseffekte von minus 3,8 % wurden vom positiven Portfolioeffekt in Höhe von 10,6 % deutlich überkompensiert. Ursache hierfür war, dass die Umsätze des Anfang Mai 2011 erworbenen Keltan-EPDM-Geschäfts, welches der Business Unit Technical Rubber Products zugeordnet wurde, einbezogen wurden. Die Integration dieses Geschäfts verläuft planmäßig.
Sämtliche Business Units des Segments registrierten über weite Teile des Jahres 2011 eine gestiegene Nachfrage aus allen wesentlichen Kundenindustrien. Im Schlussquartal ergab sich bedingt durch Wartungsstillstände sowie einen teilweisen Lagerabbau bei unseren Kunden ein leichter Mengenrückgang. Die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers, die eng mit der Reifenindustrie verbunden sind, profitierten von der starken Nachfrage auf den Märkten für Erstausrüster und Ersatzreifen und konnten ihre Mengen gegenüber dem Vorjahr ausweiten. In den Business Units Technical Rubber Products und Semi-Crystalline Products wuchs der Umsatz aufgrund der steigenden Nachfrage der Automobilhersteller. Im Gesamtjahresvergleich weitete die Business Unit Technical Rubber Products ihren Umsatz am deutlichsten aus und profitierte hierbei insbesondere von dem Portfolioeffekt des akquirierten Keltan-EPDM-Geschäfts. Bei allgemein sehr hohen absoluten Zuwächsen war Nordamerika die Region mit den prozentual höchsten Steigerungsraten.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers erhöhte sich um 220 Mio. € bzw. 40,1 % auf 768 Mio. €. Sämtliche Business Units konnten dabei die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Rohstoffkosten durch Preiserhöhungen in den Markt weitergeben. Zur Ergebnisverbesserung trugen ebenfalls Produktmixeffekte sowie die aus der stabilen Nachfrage resultierenden Mengenzuwächse bei. Trotz planmäßiger Erweiterungs- und Wartungsstillstände zum Jahresende sowie des Abbaus von Lagerbeständen der Kunden lag die Kapazitätsauslastung des Segments über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Bewertungseffekte in den Beständen aufgrund der deflationären Entwicklung einiger Schlüsselrohstoffe im Schlussquartal wirkten sich ergebnisbelastend aus. Die Einbeziehung des erworbenen Keltan-EPDM-Geschäfts konnte die nachteilige Entwicklung der Wechselkurse auf das Ergebnis deutlich überkompensieren. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 14,8 % auf 15,2 %.
Die EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse des Segments in Höhe von 9 Mio. € betrafen Aufwendungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen sowie Sanierungsmaßnahmen an unserem Standort in Kanada. Die positiven EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse des Vorjahres von 1 Mio. € standen im Zusammenhang mit früheren Effizienzsteigerungsmaßnahmen.
Advanced Intermediates
Advanced Intermediates
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| 2010 | 2011 | Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Marge in % |
in Mio. € | Marge in % |
in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 1.411 | 1.545 | 9,5 | ||
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 259 | 18,4 | 264 | 17,1 | 1,9 |
| EBITDA | 259 | 18,4 | 245 | 15,9 | -5,4 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen | 201 | 14,2 | 198 | 12,8 | -1,5 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 201 | 14,2 | 175 | 11,3 | -12,9 |
| Auszahlungen für Investitionen1) | 73 | 107 | 46,6 | ||
| Abschreibungen | 58 | 70 | 20,7 | ||
| Mitarbeiter :Sland :31.12. (Vorjahr zum 31.12.) | 2.903 | 2.883 | -0,7 |
Vorjahreswerte angepasst.
1) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Die Umsätze unseres Segments Advanced Intermediates stiegen im Geschäftsjahr 2011 um 134 Mio. € bzw. 9,5 % auf 1.545 Mio. €. Maßnahmen zur Kompensation höherer Einstandspreise für Rohstoffe führten zu einem Preiseffekt von 7,7 %. Zudem ergab sich aus der verbesserten Nachfragesituation ein Mengeneffekt von 3,4 %. Die Entwicklung der Wechselkurse führte zu einem leichten Umsatzrückgang um 1,6 %.
Die kräftige Nachfrage nach Agrochemikalien hielt über das Gesamtjahr an. Beide Business Units des Segments profitierten von dieser Entwicklung. Die Business Unit Saltigo konnte bei Vorprodukten für Fungizide höhere Absatzmengen verzeichnen, während auf dem Markt für Pharma-Vorprodukte die Mengen zurückgingen. Die Business Unit Advanced Industrial Intermediates (ehemals Basic Chemicals) steigerte den Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum insbesondere bei den Produkten des Aromatenverbunds für die Agrochemie sowie für automobilnahe Industrien. Bei Produkten für die Baubranche war die Entwicklung dagegen rückläufig. Höhere Einstandspreise für Rohstoffe, unter anderem für Toluol, kompensierten wir mit entsprechenden Verkaufspreisanpassungen. Die Region EMEA (ohne Deutschland) wuchs absolut und relativ am stärksten.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates wuchs um 5 Mio. € auf 264 Mio. €. Höhere Einstandspreise für Rohstoffe konnten vollständig an den Markt weitergegeben werden. Die stabile Nachfrage im Agrobereich führte zu einem positiven Mengeneffekt in beiden Business Units. Die Kapazitätsauslastung des Segments lag über der des Vorjahres, konnte jedoch im Schlussquartal das hohe Niveau der Vorquartale aufgrund von Erweiterungs- und Wartungsstillständen nicht erreichen. Nachteilige Wechselkurseffekte führten zu einem negativen Ergebniseffekt. Die EBITDA-Marge ging daher von 18,4 % auf 17,1 % zurück.
Im Geschäftsjahr fielen Sondereinflüsse von 23 Mio. € an, von denen 19 Mio. € EBITDA-wirksam waren. Die Aufwendungen betreffen die Business Unit Saltigo. Saltigo geht von einer weiterhin rückläufigen Nachfrage im Pharma-Custom-Manufacturing-Geschäft aus. Hingegen ist der Wachstumstrend im Agro-Custom-Manufacturing-Geschäft intakt. Saltigo stellt sich proaktiv auf diese Entwicklung ein und wird sich deshalb noch stärker auf das erfolgreiche Agro-Geschäft konzentrieren. Dafür werden vorhandene Infrastrukturen und Ressourcen des Pharmabereichs schrittweise für das wachsende Agro-Geschäft konvertiert bzw. außer Betrieb genommen. Der Konzern hat entsprechend bilanzielle Vorsorge getroffen.
Performance Chemicals
Performance Chemicals
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| 2010 | 2011 | -nd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Marge in % |
in Mio. € | Marge in % |
in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 1.978 | 2.130 | 7,7 | ||
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 281 | 14,2 | 289 | 13,6 | 2,8 |
| EBITDA | 276 | 14,0 | 289 | 13,6 | 4,7 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen | 214 | 10,8 | 211 | 9,9 | -1,4 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 209 | 10,6 | 211 | 9,9 | 1,0 |
| Auszahlungen für Investitionen1) | 114 | 112 | -1,8 | ||
| Abschreibungen | 67 | 78 | 16,4 | ||
| Mitarbeiter Stand :31.12. (Vorjahr zum 31.12.) | 4.907 | 5.819 | 18,6 |
1) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
In unserem Segment Performance Chemicals stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr um 7,7 % von 1.978 Mio. € auf 2.130 Mio. €. Der Zuwachs resultierte vor allem aus den um 6,8 % höheren Verkaufspreisen, während die Absatzmengen leicht um 0,4 % ausgeweitet wurden. Die Effekte aus der Veränderung von Wechselkursen von minus 1,9 % wurden von positiven Portfolioeffekten von 2,4 % überkompensiert. Diese ergaben sich aus den erfolgten Akquisitionen, die den Business Units Rhein Chemie, Material Protection Products sowie Functional Chemicals zugeordnet wurden.
Die Absatzmengen des Segments lagen leicht über dem Vorjahresniveau, wobei sich über die Business Units hinweg ein uneinheitliches Bild zeigte. Die Business Units Rubber Chemicals und Rhein Chemie, die mit Kunden aus automobilnahen Industrien einen bedeutenden Umsatzanteil erzielen, weiteten ihre Absatzmengen im Jahresvergleich deutlich aus, wobei beide Business Units in der zweiten Jahreshälfte eine rückläufige Entwicklung aufgrund des Abbaus von Lagerbeständen bei Kunden verzeichneten. Die Business Unit Ion Exchange Resins profitierte von der Inbetriebnahme einer neuen Produktionsanlage in Indien und konnte im Schlussquartal wie auch im Jahresvergleich höhere Absatzmengen verzeichnen. Der Absatz der Business Unit Leather wurde gehemmt von fehlenden Einsatzstoffen aufgrund von Anlagenstillständen bei einem Zulieferer. Aufgrund rückläufiger Bestellungen aus der Bauindustrie zum Jahresende gingen auch die Absatzmengen der Business Unit Inorganic Pigments zurück. Die Region EMEA (ohne Deutschland) zeigte in absoluten und relativen Zahlen das höchste Wachstum.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 8 Mio. € auf 289 Mio. €. Diese Entwicklung war insbesondere auf positive Verkaufspreiseffekte zurückzuführen. So wurden höhere Rohstoffkosten im Segment vollständig in den Markt weitergegeben. Die Anlagenauslastung lag jedoch unter dem hohen Vorjahresniveau und belastete das Ergebnis leicht. Die geringere Auslastung resultierte insbesondere aus planmäßigen Wartungsstillständen im Schlussquartal und einem saisonalen Nachfragerückgang, der noch durch den Abbau von Lagerbeständen der Kunden verstärkt wurde. Der positive Portfoliobeitrag der unterjährigen Akquisitionen konnte den negativen Effekt der Wechselkurse teilweise kompensieren. Unter anderem aufgrund des negativen Margeneffekts bei vollständiger Weitergabe gestiegener Rohstoffpreise an Kunden ging die EBITDA-Marge von 14,2 % auf 13,6 % zurück.
Im Berichtsjahr fielen keine EBITDA-wirksamen Sondereinflüsse an (Vorjahr: 5 Mio. €). Die Sondereinflüsse im Vorjahr betrafen Restrukturierungsaufwendungen in der Business Unit Functional Chemicals.
Überleitung
Überleitung
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| 2010 | 2011 | Veränd. | |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | in Mio. € | in % | |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 39 | 41 | 5,1 |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | -170 | -175 | -2,9 |
| EBITDA | -194 | -192 | 1,0 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen | -187 | -190 | -1,6 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | -211 | -208 | 1,4 |
| Auszahlungen für Investitionen1) | 16 | 23 | 43,8 |
| Abschreibungen | 17 | 16 | -5,9 |
| Mitarbeiter Stand 31.12. (Vorjahr zum 31.12) | 2.557 | 2.711 | 6,0 |
1) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Überleitung von minus 175 Mio. € nach minus 170 Mio. € im Vorjahr wurde unter anderem von einer planmäßigen Ausweitung der zentralen Forschungsaktivitäten beeinflusst. Die in der Überleitung gezeigten Sonderaufwendungen von 18 Mio. €, von denen 17 Mio. € EBITDA-wirksam waren, betrafen im Wesentlichen Aufwendungen für die Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Portfolioaufwendungen. Sie beinhalteten Kosten für Personalanpassungen, Aufwendungen für die Stilllegung von Betrieben und Betriebsteilen sowie Kosten im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Umsetzung von Unternehmenstransaktionen, soweit eine sachgerechte Verteilung auf die Segmente bzw. Business Units nicht möglich war. Die in der Überleitung gezeigten EBITDA-wirksamen Sonderaufwendungen des Vorjahres in Höhe von 24 Mio. € betrafen vor allem Restrukturierungs- und Portfolioaufwendungen.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
| • | Solide Bilanzstruktur als Basis für weiteren Wachstumskurs |
| • | Ausweitung der Bilanzsumme im Wesentlichen durch Akquisitionen |
| • | Höheres Working Capital infolge des starken Rohstoffpreisanstiegs und der guten Nachfragesituation |
| • | Eigenkapitalquote nahezu auf Vorjahresniveau |
| • | Pensionen durch zusätzliche CTA-Dotierungen extern finanziert |
| • | Nettofinanzverbindlichkeiten steigen investitions- und akquisitionsbedingt auf 1.515 Mio. € |
Bilanzstruktur
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| 31.12.2010 | 31.12.2011 | Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | in % | in Mio. € | in % | in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | |||||
| Langfristige Vermögenswerte | 2.738 | 48,3 | 3.489 | 60,7 | 27,4 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.928 | 51,7 | 3.389 | 49,3 | 15,7 |
| Bilanzsumme | 5.666 | 100,0 | 6.878 | 100,0 | 21,4 |
| Passiva | |||||
| Eigenkapital (einschließlich Anteile anderer Gesellschafter) | 1.761 | 31,1 | 2.074 | 30,2 | 17,8 |
| Langfristiges Fremdkapital | 2.454 | 43,3 | 2.715 | 39,5 | 10,6 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 1.451 | 25,6 | 2.089 | 30,3 | 44,0 |
| Bilanzsumme | 5.666 | 100,0 | 6.878 | 100,0 | 21,4 |
Bilanzstruktur
Die Bilanzsumme des LANXESS Konzerns zum 31. Dezember 2011 betrug 6.878 Mio. €. Sie lag damit um 1.212 Mio. € bzw. 21,4 % über dem Wert zum Vorjahresende. Diese Entwicklung war insbesondere auf die unterjährig getätigten Akquisitionen sowie den Anstieg des Working Capital zurückzuführen. Letzterer war neben Portfolioeinflüssen durch höhere Rohstoffpreise im Vergleich zum Vorjahr und die hohe Nachfrage bedingt. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme stieg von 48,3 % auf 50,7 %. Auf der Passivseite erhöhte sich insbesondere das kurzfristige Fremdkapital aufgrund der Umgliederung der im Geschäftsjahr 2012 fälligen Euro-Benchmark-Anleihe aus 2005 von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Geschäftsjahres 30,2 % nach 31,1 % im Vorjahr.
Das langfristige Vermögen wuchs um 751 Mio. € bzw. 27,4 % auf 3.489 Mio. €. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich dabei vor allem aufgrund von Investitionen und Akquisitionen um 695 Mio. € auf 3.052 Mio. €. Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen aufgrund der planmäßigen Ausweitung der Investitionsprojekte mit 679 Mio. € sehr deutlich über dem Vorjahresniveau von 501 Mio. €. Die Abschreibungen betrugen im gleichen Zeitraum 325 Mio. € nach 283 Mio. € im Vorjahr. Der nahezu unveränderte Equity-Beteiligungsbuchwert resultierte hauptsächlich aus dem positiven Ergebnis der Currenta GmbH & Co. OHG im Berichtszeitraum sowie kompensierenden Effekten aus der Anpassung der für die Bewertung der Pensionsrückstellungen dieser Beteiligungsgesellschaft relevanten Zinssätze. Hinzu kam eine Aufstockung der Kapitaleinlage in der als Joint Venture geführten Gesellschaft LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co. Ltd. in China. Die Entwicklung der sonstigen Beteiligungen war beeinflusst durch den Börsengang der Gevo Inc. (USA), in dessen Rahmen wir den Anteilsbesitz an dieser Gesellschaft aufstockten, sowie die anschließende Marktbewertung der Beteiligung gegen das sonstige Ergebnis infolge ihres aktuellen Aktienkursrückgangs.
Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 3.389 Mio. € um 461 Mio. € über dem Vorjahreswert. Der Anteil an der Bilanzsumme betrug 49,3 % nach 51,7 % im Vorjahr. Der Wert der Vorräte erhöhte sich dabei um 292 Mio. € auf 1.386 Mio. €. Ursächlich hierfür waren insbesondere gestiegene Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahr sowie der Portfolioeffekt aus dem Erwerb des Keltan-EPDM-Geschäfts. Darüber hinaus wurden Bestände aufgebaut, um die laufende Geschäftsausweitung zu unterstützen. Die Kennzahl zur Lagerreichweite (DSI) lag bei 60,1 nach 53,7 im Vorjahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 204 Mio. € auf 1.146 Mio. €. Maßgeblich trugen hierzu die starke Ausweitung des Geschäftsvolumens sowie wiederum Portfolioeffekte bei. Wesentliche Forderungsausfälle waren nicht zu verzeichnen. Die Kennzahl zur Forderungsdauer (DSO) lag bei 49,9 nach 46,3 im Vorjahr. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich in Summe gegenüber dem Jahresende 2010 um 4 Mio. € auf 528 Mio. €.
In der Bilanz des LANXESS Konzerns sind bedeutende selbsterstellte Vermögenswerte aufgrund der Bilanzierungsvorschriften nicht enthalten. Hierzu gehören der Markenwert von LANXESS sowie die Werte anderer Marken des Konzerns. Sie wurden im Berichtszeitraum durch eine Vielzahl an Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt und unterstützten dadurch die anhaltend erfolgreiche Positionierung unserer Business Units im Markt.
Daneben stellen unsere etablierten Kunden- und Lieferantenbeziehungen einen signifikanten immateriellen Wert dar. Die jahrelange, durch kontinuierliche Lieferqualität gefestigte, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten ermöglicht es uns, konsequent an unserer Preis-vor-Menge-Strategie festzuhalten. Unsere spezifische Technologie- und Innovationskompetenz, der ebenfalls ein hoher Wert beizumessen ist, fußt auf unserem Wissen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Custom Manufacturing. Hierdurch generieren wir Mehrwert für unsere Kunden.
Das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind ebenfalls tragende Säulen unseres unternehmerischen Erfolgs. Darüber hinaus verschaffen uns ausgereifte Produktions- und Geschäftsprozesse Wettbewerbsvorteile in den für uns relevanten Märkten.
Auf der Passivseite betrug das Eigenkapital einschließlich der Anteile anderer Gesellschafter 2.074 Mio. € nach 1.761 Mio. € im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote des Geschäftsjahres lag bei 30,2 % nach 3 1,1 % zum Jahresende 2010. Der Anstieg des Eigenkapitals resultierte insbesondere aus dem positiven Konzernergebnis. Demgegenüber standen in Summe negative Währungsumrechnungsdifferenzen im kumulierten übrigen Eigenkapital sowie die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG im Mai 2011 von 58 Mio. €.
Das langfristige Fremdkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2011 um 261 Mio. € auf 2.715 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 163 Mio. € auf 1.465 Mio. €. Ein maßgeblicher Grund hierfür war die Begebung einer in 2018 fälligen Euro-Benchmark-Anleihe in Höhe von 500 Mio. € im Mai 2011. Die in 2012 fällige Euro-Benchmark-Anleihe aus 2005 wurde in die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen gegenüber dem Jahresende 2010 um 74 Mio. €. Dies war vor allem auf eine Anpassung der zur Bewertung herangezogenen Zinssätze zurückzuführen. Eine Dotierung des Contractual Trust Arrangements von 30 Mio. € (Vorjahr: 75 Mio. €) wirkte hier kompensierend. Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag mit 39,5 % unter dem Wert von 43,3 % zum Jahresende 2010.
Das kurzfristige Fremdkapital lag mit 2.089 Mio. € um 638 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2010. Dies war im Wesentlichen auf den Anstieg der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten zurückzuführen, in dem sich die zuvor beschriebene Umgliederung der im Geschäftsjahr 2012 fälligen Euro-Benchmark-Anleihe aus 2005 widerspiegelt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen aufgrund von im Jahresvergleich höheren Rohstoffpreisen, geschäftsbedingt größeren Einkaufsvolumina sowie Portfolioeffekten um 102 Mio. € auf 766 Mio. €. Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2011 bei 30,3 % nach 25,6 % zum Vorjahresende.
Die Nettofinanzverbindlichkeiten wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 602 Mio. € auf 1.515 Mio. €. Ursächlich dafür waren unter anderem unsere umfangreiche Investitionstätigkeit und die Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2011.
Die Entwicklung wesentlicher bilanzbezogener Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:
Kennzahlen
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| in % | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | Eigenkapitell1) / Bilanzsumme | 37,7 | 29,2 | 28,5 | 31,1 | 30,2 |
| Vermögensquote | Langfristige Vermögenswerte / Bilanzsumme | 44,6 | 47,2 | 47,0 | 48,3 | 50,7 |
| Vermögensdeckungsgrad I | Eigenkapital1) Langfristige / Vermögenswerte | 84,4 | 61,7 | 60,7 | 64,3 | 59,4 |
| Vermögensdeckungsgrad II | Eigenkapital1)und langfristiges Fremdkapital / Langfristige Vermögenswerte | 165,1 | 151,8 | 165,8 | 153,9 | 137,3 |
| Finanzierungsstruktur | Kurzfristiges Fremdkapital / Fremdkapital | 42,3 | 40,0 | 30,9 | 37,2 | 43,5 |
1) Einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter.
Investitionen
Im Jahr 2011 betrugen unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 700 Mio. € nach 529 Mio. € im Vorjahr. Von diesen waren 679 Mio. € (Vorjahr: 501 Mio. €) auszahlungswirksam. Abschreibungen fielen im gleichen Zeitraum in Höhe von 325 Mio. € (Vorjahr: 283 Mio. €) an. Diese enthielten als Sondereinflüsse gezeigte außerplanmäßige Wertminderungen von 5 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Um diese Sonderabschreibungen bereinigt, lagen die Investitionen, unserer Wachstumsstrategie folgend, deutlich um 118 % (Vorjahr: 87 %) über den Abschreibungen.
Die Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Berichtsjahr in folgenden Bereichen:
| • | Neubau-, Erweiterungs- und Instandhaltungsmaßnahmen |
| • | Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit |
| • | Projekte zur Steigerung der Anlagensicherheit, zur Qualitätsverbesserung und zur Einhaltung von Umweltschutzvorschriften |
Bei 71 % der im Jahr 2011 getätigten Investitionsausgaben handelte es sich um Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen; der restliche Anteil betraf Investitionen in die Substanzerhaltung. Dies unterstreicht unser im Abschnitt „Strategische Ausrichtung" unter Ertragsstrategie beschriebenes Ziel, durch Investitionen weiteres organisches Wachstum zu generieren.
Im Jahr 2011 entfielen aus regionaler Sicht 32 % unserer Investitionen auf Deutschland, 24 % auf die Region EMEA (ohne Deutschland), 7 % auf Nordamerika, 6 % auf Lateinamerika und 31 % auf die Region Asien/Pazifik. Bei den Investitionen am Standort Deutschland handelte es sich im Wesentlichen um Kapazitätserweiterungs- und Anlagenmodernisierungsmaßnahmen sämtlicher Segmente, die Fertigstellung eines Werks der Business Unit Ion Exchange Resins sowie Erweiterungsinvestitionen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates. Der hohe Anteil der Investitionen in der Region Asien/Pazifik ist vor allem auf den Neubau eines Butylkautschuk-Werks der Business Unit Butyl Rubber in Singapur zurückzuführen, das bisher größte Investitionsprojekt in unserer Unternehmensgeschichte.
Im Segment Performance Polymers beliefen sich die Investitionen auf 447 Mio. € (Vorjahr: 298 Mio. €), von denen 437 Mio. € (Vorjahr: 298 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen gegenüber standen Abschreibungen von 161 Mio. € (Vorjahr: 141 Mio. €). Wesentlich waren in diesem Segment insbesondere die Investitionen der Business Unit Butyl Rubber. Die Investitionen im Segment Advanced Intermediates betrugen 117 Mio. € (Vorjahr: 101 Mio. €). Die Auszahlungen lagen mit 107 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €) über den Abschreibungen von 70 Mio. € (Vorjahr: 58 Mio. €). Hierin enthalten sind unter anderem Investitionen der Business Unit Advanced Industrial Intermediates zum Neubau einer Formalin-Anlage und zum Ausbau der Menthol-Produktion am Standort Krefeld-Uerdingen. Im Segment Performance Chemicals erfolgten Investitionen von 113 Mio. € (Vorjahr: 114 Mio. €), hiervon waren 112 Mio. € (Vorjahr: 114 Mio. €) auszahlungswirksam. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 78 Mio. € (Vorjahr: 67 Mio. €). Wesentliche Investitionen stellten hierbei die Fertigstellung eines Werks der Business Unit Ion Exchange Resins für Produkte zur Wasseraufbereitung in Bitterfeld (Deutschland) und der Baubeginn einer Anlage zur Produktion von Lederchemikalien der Business Unit Leather in Changzhou (China) dar.
Bedeutende Investitionsprojekte des LANXESS Konzerns in Sachanlagen sind folgender Übersicht zu entnehmen:
Ausgewählte Investitionsprojekte 2011
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| Segment | Standort | Maßnahme |
|---|---|---|
| Performance Polymers | ||
| Butyl Rubber | Singapur | Neubau eines Butylkautschuk-Werks, Inbetriebnahme im 1. Quartal 2013 |
| Butyl Rubber | Zwijndrecht (Belgien) | Ausbau der Produktionskapazitäten für Butyl-Kautschuk |
| Performance Butadiene Rubbers | Orange (USA) | Ausbau der Produktionskapazitäten für Butadien-Kautschuk |
| Performance Butadiene Rubbers | Singapur | Neubau einer Produktionsanlage für Butadien-Kautschuk, Inbetriebnahme im 1. Halbjahr 2015 |
| Technical Rubber Products | Leverkusen (Deutschland), Orange (USA) |
Erweiterung der Produktionskapazitäten für Synthesekautschuke |
| Technical Rubber Products | Geleen (Niederlande) | Investition zur Umstellung der Produktionsverfahren von EPDM-Kautschuk auf die innovative Keltan-ACE- Technologie |
| Semi-Crystalline Products | Jhagadia (Indien), Gastonia (USA), Porto Feliz (Brasilien) |
Neubau von drei Anlagen zur Compoundierung von technischen Hightech-Kunststoffen |
| Semi-Crystalline Products | Antwerpen (Belgien) | Ausbau der Kapazität zur Glasfaserproduktion |
| Semi-Crystalline Products | Hamm-Uentrop (Deutschland) | Verdopplung der Kapazität einer Anlage für Hochleistungskautschuke, die gemeinsam mit dem US-Chemiekonzern DuPont betrieben wird |
| Advanced Intermediates | ||
| Advanced Industrial Intermediates | Krefeld-Uerdingen (Deutschland) | Neubau einer Formalin-Anlage |
| Advanced Industrial Intermediates | Krefeld-Uerdingen (Deutschland) | Ausbau der Menthol-Produktion, Fertigstellung im 1. Halbjahr 2012 |
| Performance Chemicals | ||
| Ion Exchange Resins | Bitterfeld (Deutschland), Jhagadia (Indien) |
Fertigstellung von Werken für Membran-Filtrationstechnologie und Ionenaustauscher |
| Rhein Chemie | Burzaco (Argentinien) | Ausbau der Produktionskapazität für Vulkanisationsbälge |
| Leather | Changzhou (China) | Errichtung einer Anlage zur Produktion von Lederchemikalien |
Ausweitung des Beteiligungsportfolios
Hinsichtlich der Ausweitung des Beteiligungsportfolios im Geschäftsjahr 2011, insbesondere der Akquisitionen des Keltan-EPDM-Geschäfts von DSM, der Darmex-Gruppe sowie der Gesellschaften Unitex und Verichem, verweisen wir auf den Abschnitt „Wesentliche Ergänzungen des Konzernportfolios" in diesem Lagebericht.
Finanzlage
| • | Hoher Cashflow aus operativer Tätigkeit aufgrund starker Geschäftsentwicklung |
| • | Rohstoffpreisbedingter Anstieg der Mittelbindung im Working Capital |
| • | Cashflow aus investiver Tätigkeit reflektiert Akquisitionen und umfangreiche Investitionen in Wachstumsprojekte |
| • | Liquiditätsreserve zur weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie |
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zu- und Abflüsse der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nach Arten der Geschäftstätigkeit.
Kapitalflussrechnung
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| in Mio. € | 2010 | 2011 | Veränd. |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 | 162 |
| Abschreibungen | 283 | 325 | 42 |
| Sonstige Positionen | -126 | -52 | 74 |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung Working Capital | 650 | 928 | 278 |
| Veränderung Working Capital | -220 | -256 | -36 |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit | 430 | 672 | 242 |
| Abfluss aus investiver Tätigkeit | -375 | -923 | -548 |
| Zufluss/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit | -214 | 276 | 490 |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | -159 | 25 | 184 |
| Zahlungsmittel per 31. Dezember | 160 | 178 | 18 |
Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung des Working Capital hat im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr signifikant um 278 Mio. € auf 928 Mio. € zugenommen. Maßgeblich war das Ergebnis vor Ertragsteuern, das wir gegenüber dem Vorjahr um 162 Mio. € auf 655 Mio. € verbessern konnten. Aufgrund unserer umfangreichen Investitions- und Akquisitionstätigkeit erhöhte sich die Anlagenbasis des LANXESS Konzerns. Die Abschreibungen stiegen daraus folgend von 283 Mio. € auf 325 Mio. €. Die Veränderung der sonstigen Positionen ist vornehmlich auf die niedrigeren Ertragsteuerzahlungen im Berichtsjahr zurückzuführen. Zur externen Finanzierung von Pensionsverpflichtungen brachten wir im Berichtsjahr weitere 30 Mio. € in den LANXESS Pension Trust e.V. (CTA) ein, nach einem Betrag von 75 Mio. € im Vorjahr.
Aus dem Anstieg des Working Capital gegenüber dem 31. Dezember 2010 resultierte ein Mittelabfluss von 256 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Mittelabfluss aus der Veränderung des Working Capital 220 Mio. €. Die Entwicklung im Jahr 2011 ist auf gestiegene Rohstoffpreise sowie das starke operative Geschäft und den hiermit verbundenen Aufbau der Vorrats- und Forderungsbestände zurückzuführen. Die hierfür benötigten Mittel wurden mit dem hohen Zufluss aus dem operativen Geschäft finanziert.
Aus investiver Tätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2011 ein Mittelabfluss von 923 Mio. € nach 375 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zahlten wir 679 Mio. € und damit 178 Mio. € mehr als im Geschäftsjahr 2010 aus. Für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten fielen, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und nachträgliche Kaufpreisanpassungen, Auszahlungen von 285 Mio. € an. Die Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten von 24 Mio. € waren im Wesentlichen auf den Verkauf kurzfristiger Geldanlagen zurückzuführen. Diese kompensierten die Auszahlungen für den Erwerb weiterer Anteile an der Gevo Inc. (USA) sowie für die Kapitalerhöhung bei der at equity bewerteten LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co. Ltd. (China).
Der Free Cashflow als Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit reduzierte sich um 306 Mio. € von 55 Mio. € im Vorjahr auf minus 251 Mio. €. Dies ist auf die umfangreichen Investitionen und Akquisitionen des Berichtsjahres im Rahmen der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie zurückzuführen.
Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelzufluss von 276 Mio. € nach einem Mittelabfluss von 214 Mio. € im Vorjahr. Aus der Aufnahme von Finanzschulden resultierten dabei Einzahlungen von 655 Mio. €. Diese wurden geprägt durch die im Mai erfolgte Emission einer 500 Mio. €-Benchmark-Anleihe sowie durch einen Ratenkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 120 Mio. €. Die Tilgungs- und Zinszahlungen hatten einen vergleichbaren Umfang wie im Vorjahr. Im Mai erfolgte die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG in Höhe von 58 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €).
Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2011 eine zahlungswirksame Veränderung aus der Geschäftstätigkeit von plus 25 Mio. € (Vorjahr: minus 159 Mio. €). Nach Berücksichtigung der sonstigen Veränderungen der Zahlungsmittel um minus 7 Mio. € resultierte zum Bilanzstichtag ein Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 178 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €). Zusammen mit dem Bestand an liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristige Geldanlage liquider Mittel in Geldmarktfonds) von 350 Mio. € (Vorjahr: 364 Mio. €) verfügte der Konzern zum 31. Dezember 2011 über eine weiterhin solide Liquiditätsposition von 528 Mio. € (Vorjahr: 524 Mio. €).
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
LANXESS verfolgt eine konservative Finanzpolitik. Diese ist gekennzeichnet durch langfristig gesicherte Finanzierungen und vorausschauende Steuerung finanzieller Risiken. Dabei verfolgen wir die Absicht, dem operativen Geschäft zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, unabhängig von zyklischen Schwankungen der Real- bzw. der Finanzwirtschaft. Die Verschuldungshöhe orientiert sich im Wesentlichen an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich. Neben dem Liquiditätsrisiko erstreckt sich das Finanzmanagement auf weitere finanzwirtschaftliche Risiken, wie beispielsweise Zins- oder Währungsrisiken. Auch hier verfolgen wir das Ziel – unter anderem mittels derivativer Finanzinstrumente –, die sich ergebenden finanziellen Risiken zu reduzieren und damit die Planungssicherheit zu erhöhen. Detailliert wird das Management dieser Risiken im Risikobericht sowie im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente" dargestellt. Der Erfolg bzw. die Richtigkeit unseres Finanzmanagements wurde wie in den Jahren zuvor auch im Geschäftsjahr 2011 bestätigt: Sowohl unsere solide Finanzposition als auch unser Rating wurden nicht negativ von den volatilen Kapitalmärkten beeinflusst. Die stabile Finanzlage konnte damit die Wachstumsstrategie und die Erreichung der operativen Ziele erfolgreich unterstützen.
Rating des LANXESS Konzerns
Um die Ziele des Finanzmanagements zu erreichen, sind der Zugang zu den Kapitalmärkten sowie eine intakte Geschäftsbeziehung zu den nationalen und internationalen Geschäftsbanken notwendige Voraussetzungen. Entsprechend ist auch die nachhaltige Interaktion und Kommunikation mit Banken, Investoren und Ratingagenturen von wesentlicher Bedeutung. Letztere haben unsere Kreditwürdigkeit im Geschäftsjahr 2011 weiterhin mit BBB bzw. Baa2 und stabilem Ausblick eingestuft. Dabei betonten sie auch, dass die konservative Finanzpolitik mit den oben dargestellten Zielen von hoher Bedeutung für die Beibehaltung der Einstufung ist.
Entwicklung der LANXESS Ratings und deren Ausblick seit 2007
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Standard & Poor’s | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable |
| 31.07.2007 | 16.05.2008 | 28.05.2009 | 01.09.2010 | 23.08.2011 | |
| Moody’s Investors Service | Baa2/ stable | Baa2/ stable | Baa2/ stable | Baa2/ stable | Baa2/ stable |
| 17.07.2007 | 25.07.20138 | 26.05.2009 | 19.05.2010 | 23.11.2011 | |
| Fitch Ratings | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable | BBB/ stable |
| 31.05.2007 | 04.12.2008 | 20.07.2009 | 17.12.2010 | 22.11.2011 |
Finanzierungsanalyse
LANXESS startete mit einer sehr soliden Finanz- und Liquiditätslage in das Geschäftsjahr 2011. Diese resultierte maßgeblich daraus, dass wir unsere konservative Finanzpolitik fortgeführt und unsere operativen Erträge im Geschäftsjahr 2010 gesteigert hatten. Besonders ist in diesem Zusammenhang der Wegfall des Financial Covenant in unserer syndizierten Kreditlinie in Höhe von 1,408 Mrd. € bzw. der Abschluss neuer Kreditverträge mit einem Volumen von 450 Mio. € ohne Financial Covenant zu erwähnen. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Abschnitt „Liquiditätsanalyse".
Im Laufe des Geschäftsjahres 2011 änderte sich unsere gute Finanzlage nicht wesentlich. Die weitere Ertragssteigerung des operativen Geschäfts finanzierte das steigende Umlaufvermögen sowie die Ausweitung der Investitionen in Sachanlagen. Zusätzliches Wachstum aufgrund von Akquisitionen finanzierten wir erfolgreich aus vorhandener Liquidität und Kreditlinien, was zu einem Aufbau der Nettofinanzverschuldung gegenüber dem Vorjahr führte. Dadurch erfolgte zunächst ein Abbau des zu Jahresbeginn vorliegenden Liquiditätspolsters. Im Mai 2011 nutzten wir das gute Marktumfeld, um eine 500 Mio. €-Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit zu platzieren, mit der wir unsere Liquiditätsposition zu günstigen Konditionen stärkten und frühzeitig finanzielle Reserven für die Rückzahlung der in 2012 fälligen 402 Mio. €-Anleihe schafften. Entsprechend lagen die Bilanzpositionen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit 178 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €) und liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte mit 350 Mio. €. (Vorjahr: 364 Mio. €) zum 31. Dezember 2011 auf Vorjahresniveau.
Seit März 2009 verfügen wir über ein Debt-Issuance-Programm in Höhe von 2,5 Mrd. €. Auf dessen Dokumentationsbasis können, angepasst an die jeweiligen Marktbedingungen, sehr flexibel Schuldverschreibungen im Kapitalmarkt platziert werden. Die im Mai 2011 erfolgte Anleihenplatzierung über 500 Mio. € fand auf dieser Dokumentationsbasis statt. Zum 31. Dezember 2011 war der Finanzierungsrahmen von 2,5 Mrd. € durch drei seit 2009 unter dem Programm begebene Anleihen im Gesamtvolumen von 1,2 Mrd. € knapp zur Hälfte genutzt.
Die weiteren im Berichtsjahr durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen dienten im Wesentlichen der Finanzierung interner und externer Wachstumsprojekte, der Verbesserung der Fälligkeitsstruktur unserer Finanzverbindlichkeiten sowie der frühzeitigen Vorbereitung auf die oben genannte Anleihenfälligkeit in 2012. So wurden im Frühjahr 2011 neue langfristige Kreditzusagen über rund 330 Mio. € abgeschlossen. Im September 2011 wurde ein zusätzlicher Kreditrahmen über 120 Mio. € mit bis zu sieben Jahren Laufzeit vereinbart und im Oktober in Anspruch genommen. Insgesamt haben wir damit im Berichtsjahr 2011 neue Finanzierungen in einem Gesamtvolumen von rund 950 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Diese Transaktionen waren der wesentliche Grund dafür, dass sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 1.302 Mio. € auf 1.465 Mio. € erhöhten.
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen von 176 Mio. € auf 633 Mio. €, vor allem aufgrund der Umgliederung der in 2012 fälligen Anleihe über 402 Mio. € aus den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Um unsere Finanzierungsquellen weiter zu diversifizieren, nutzten wir auch Finanzierungsleasing, welches entsprechend unter den finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz geführt wird. Zum 31. Dezember 2011 beliefen sich diese auf 84 Mio. € nach 90 Mio. € im Vorjahr. Der Mindestbetrag künftiger Zahlungen aus Miet- und Operating Leasing-Verhältnissen beläuft sich auf 418 Mio. € nach 235 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf den Neubau des Werks in Singapur sowie den Abschluss des Mietvertrags für die neue Konzernzentrale in Köln zurückzuführen.
LANXESS verfügte am 31. Dezember 2011 über keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungen, z.B. in Form von Factoring, Asset-Backed-Strukturen oder Projektfinanzierungen.
In Summe erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen, von 1.437 Mio. € in 2010 auf 2.043 Mio. € zum 31. Dezember 2011. Die Nettofinanzverbindlichkeiten, also die Summe der so definierten Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Kasse und der liquiditätsnahen Finanzanlagen, wuchsen um 602 Mio. € von 913 Mio. € auf 1.515 Mio. €.
Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, belief sich vergleichbar zum Vorjahr auf rund 98 %. Änderungen des Zinsniveaus haben deshalb in der momentanen Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Der durchschnittliche Anteil der in Euro in Anspruch genommenen Kredite und Anleihen betrug im Berichtsjahr 97 % (Vorjahr: 94 %). Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz unserer Finanzverbindlichkeiten lag zum Jahresende 2011 bei 5,3 % (Vorjahr: 5,9 %).
Nachfolgende Übersicht zeigt detailliert die Finanzierungsstruktur von LANXESS zum 31. Dezember 2011 einschließlich der wesentlichen Liquiditätsreserven.
Finanzierungsstruktur
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| Instrument | Betrag in Mio. € | Fälligkeit | Zinssatz in % | Financial Covenant* |
|---|---|---|---|---|
| Eurobond 2005/2012 (402 Mio. €) | 401 | Juni 2012 | 4,125 | nein |
| Eurobond 2009/2014 (500 Mio. €) | 497 | April 2014 | 7,750 | nein |
| Eurobond 2009/2016 (200 Mio. €) | 199 | September 2016 | 5,500 | nein |
| Eurobond 2011/2018 (500 Mio. €) | 496 | Mai 2018 | 4,125 | nein |
| Investitionsdarlehen | 80 | Dezember 2017 | nein | |
| Förderbankdarlehen | 120 | September 2018 | nein | |
| Sonstige Kredite | 166 | n/a | nein | |
| Finanzierungsleasing | 84 | n/a | nein | |
| Summe Finanzverbindlichkeiten | 2.043 | |||
| Zahlungsmittel | 178 | <= 90 Tage | ||
| Liquiditätsnahe Finanzanlagen | 350 | <= 90 Tage | ||
| Summe Liquidität | 528 | |||
| Nettofinanzverbindlichkeiten | 1.515 |
* Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen.
Dank der umfangreichen Finanzierungsmaßnahmen in den zurückliegenden Geschäftsjahren haben wir die Fälligkeitsstruktur unserer Finanzverbindlichkeiten kontinuierlich verbessert. Zum Aufstellungszeitpunkt weisen wir neben dem im Juni 2012 mit 402 Mio. € fälligen Eurobond keinen wesentlichen Refinanzierungsbedarf auf. Die sonstigen Kredite betreffen im Wesentlichen kurz- und mittelfristige Inanspruchnahmen von Tochtergesellschaften in Brasilien, China, Indien und Argentinien, die zum Teil in 2012 fällig sind. Da diese regelmäßig, z.B. jährlich, verlängert werden, erwarten wir hieraus keinen wesentlichen Refinanzierungsbedarf.

Liquiditätsanalyse
Neben den Zahlungsmitteln von 178 Mio. € und verschiedenen hochliquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen von 350 Mio. € verfügt LANXESS über weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form von ungenutzten Kreditlinien. Die Anlage in Geldmarktfonds erfolgt ausschließlich in europäischen Konzerngesellschaften mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr und unterliegt damit für uns keiner Verfügungsbeschränkung. Die Zahlungsmittel werden zu rund 85 % in Konzerngesellschaften in Ländern mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr gehalten. Nur rund 15 % der Zahlungsmittel werden in Gesellschaften in regulierten Kapitalmärkten gehalten, in denen Beschränkungen zum Zahlungsmitteltransfer existieren.
Dank der guten Liquiditätslage war unsere Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2011 jederzeit gesichert. Dies wurde in 2011 auch in der Bonitätsbewertung der Ratingagenturen positiv betont.
Die mit Abstand bedeutendste Kreditlinie ist die bis zum November 2014 gültige und zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommene syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,4 Mrd. €. Diese ist als Betriebsmittel- und Investitionslinie ausgestaltet. Sie entspricht den Markt-Usancen des europäischen syndizierten Kreditmarkts für Investment-Grade-Unternehmen mit einem Rating von BBB. Im April 2011 wurde der Financial Covenant dieser Kreditlinie, der neben den in syndizierten Kreditverträgen üblichen Rechten und Pflichten der beteiligten Vertragsparteien bestand, im Einvernehmen mit dem Bankenkonsortium für die Restlaufzeit der Kreditlinie eliminiert. Dieser besagte im Wesentlichen, dass die Nettofinanzverbindlichkeiten ohne Pensionsverbindlichkeiten das 3,5-Fache des EBITDA vor Sondereinflüssen nicht übersteigen dürfen. Zum 31. Dezember 2011 betrug dieses Verhältnis 1,3 nach 1,0 im Vorjahr. Dies ist ebenso wie die stabile Beurteilung der Ratingagenturen ein guter Indikator für das sehr solide Finanzmanagement. Damit enthält nunmehr keiner unserer wesentlichen Kreditverträge einen Financial Covenant. Insgesamt verfügten wir zum 31. Dezember 2011 über nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von rund 1,8 Mrd. €.
In Summe ergibt sich aus dem Bestand liquider Mittel und ungenutzter Kreditlinien ein Liquiditätsspielraum von über 2,3 Mrd. €. Die Liquiditätsreserve ist auch vor dem Hintergrund weiterhin volatiler Kapitalmärkte, der Fälligkeit von Kapitalmarktverbindlichkeiten in 2012 und angesichts der angestrebten Wachstumsziele Ausdruck unserer vorausschauenden und konservativen Finanzpolitik. Unsere Zahlungsfähigkeit ist kurzfristig und langfristig gesichert, und wir erwarten auch künftig keine Liquiditätsengpässe.
Bond Performance – Entwicklung des Credit Spread im Jahr 2011
Eine wichtige Kenngröße von Unternehmensanleihen ist neben der absoluten Kursentwicklung die relative Bewertung des unternehmensspezifischen Kreditrisikos im Vergleich zu einem Referenzzinssatz. Dieser Kreditrisikoaufschlag findet seinen Ausdruck im sogenannten Credit Spread. Aufgrund des höheren Ausfallrisikos, das mit einer längeren Restlaufzeit einer Anleihe verbunden ist, weisen länger laufende Anleihen in der Regel einen höheren Credit Spread auf. Dies gilt auch, neben Faktoren wie Liquidität und Handelsvolumen, für unsere unterschiedlichen Anleihen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Credit Spreads unserer Anleihen sowie den durchschnittlichen Credit Spread von Unternehmensanleihen mit BBB-Rating und fünf Jahren Laufzeit gegenüber der Zinsswapkurve.
LANXESS Anleihen-Spreads vs. 131313 Corporates Index (bps)

Wie bereits in 2010 waren die Kreditrisikoaufschläge für Unternehmensanleihen über das Jahr 2011 weiterhin stark von Unsicherheiten am Finanzmarkt geprägt. Während sich die Credit Spreads für Unternehmensanleihen in der ersten Jahreshälfte noch relativ stabil entwickelten, schlug sich die europäische Schuldenkrise ab dem zweiten Quartal 2011 auch bei Unternehmensanleihen in steigenden Credit Spreads nieder.
Bei guter Marktlage entwickelten sich die Credit Spreads der BBB-Rating-Vergleichsgruppe im ersten Halbjahr 2011 relativ konstant, während sich unsere Spreads, speziell im zweiten Quartal, zunehmend verbesserten und sich somit relativ besser als der BBB-Vergleichsindex entwickelten. In der zweiten Jahreshälfte dominierte zunehmende Unsicherheit aufgrund der sich zuspitzenden Schuldenkrise Griechenlands und weiterer Euro-Peripherieländer den Markt für Staats- und Unternehmensanleihen, was sich auch in deutlich gestiegenen Kreditrisikoaufschlägen widerspiegelte. Im Rahmen dieser Entwicklung weiteten sich die Spreads unserer Anleihen um bis zu 140 Basispunkte aus und näherten sich in der Folge dem BBB-Vergleichsindex im dritten Quartal deutlich an. Im vierten Quartal konnten sich unsere Spreads gegenüber der BBB-Rating-Vergleichsgruppe deutlich verbessern und lagen somit zum Jahresende nur relativ leicht über dem Niveau zu Jahresbeginn. Der deutlich verbesserte Spread unserer Anleihe mit Fälligkeit im Juni 2012 ist speziell auf die kurze Restlaufzeit zurückzuführen.
GESAMTAUSSAGE DER UNTERNEHMENSLEITUNG ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Das Geschäftsjahr 2011 stand im Zeichen des aus dem Jahr 2010 fortgeführten wirtschaftlichen Aufschwungs, der sich regional unterschiedlich gestaltete und in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik einbüßte.
Es gelang uns, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 23,2 % zu steigern. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeinflüsse verzeichneten wir einen großteils preisbedingten operativen Umsatzanstieg um 19,9 %. Maßgeblich getragen von unserem Segment Performance Polymers trugen alle Regionen deutlich zweistellig zum Wachstum bei.
Die Preis-vor-Menge-Strategie war im Geschäftsjahr intakt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wurde im Jahresvergleich deutlich gesteigert und überschritt im Jahresverlauf erstmals die Schwelle von 1 Mrd. €. Die EBITDA-Marge wurde ebenfalls weiter verbessert. Auch das Ergebnis je Aktie lag aufgrund des hohen Nachsteuerergebnisses signifikant über dem Vorjahreswert.
Unsere Bilanz weist aufgrund unserer konservativen Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik solide Kennzahlen auf, von denen insbesondere die Eigenkapitalquote von 30,2 % hervorzuheben ist. Der Anstieg der Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf Akquisitionen zurückzuführen. Aufgrund der sehr positiven Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr stieg das Working Capital deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Gemäß dem Grundsatz der Stetigkeit haben wir die Bewertungsmethoden sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen wie im Vorjahr angewendet. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf den Abschnitt „Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" im Anhang.
Die aus der Bilanz ersichtliche Liquiditätsposition ist solide. Zusätzlich sind weitere Liquiditätsreserven in wesentlicher Höhe vorhanden. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, belief sich vergleichbar zum Vorjahr auf rund 98 %. Änderungen des Zinsniveaus haben deshalb in dieser Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Als Resultat erfolgreicher Neuverhandlungen im Berichtsjahr sind unsere Finanzverbindlichkeiten nun frei von Financial Covenants.
Die Nettofinanzverbindlichkeiten belaufen sich auf 1.515 Mio. €, das Verhältnis zum erwirtschafteten EBITDA vor Sondereinflüssen beträgt 1,3. Die Ratingagenturen haben im Geschäftsjahr 2011 die Kreditwürdigkeit unseres Konzerns weiterhin mit BBB bzw. Baa2 mit stabilem Ausblick eingestuft.
Mit unseren im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen haben wir unsere Geschäfte auf eine breitere Basis gestellt und uns zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen. Insbesondere mit dem Erwerb der Keltan-EPDM-Aktivitäten von der Royal DSM N.V. ist es uns gelungen, für unser Segment Performance Polymers ein technologisch führendes Geschäft zu erwerben, das attraktive Gewinne erwarten lässt. Die für unser Segment Performance Chemicals durchgeführten Transaktionen stärken die Kernkompetenzen der betroffenen Business Units und eröffnen, insbesondere mit der Vulkanisationsbalg-Technologie von Darmex, neue Geschäftsmöglichkeiten.
Angesichts dieses Geschäftsverlaufs und unserer soliden Liquiditäts- und Finanzierungsbasis beurteilen wir unsere wirtschaftliche Lage insgesamt positiv. Sie ist eine geeignete Ausgangsbasis für die Umsetzung der von uns angestrebten profitablen Wachstumsziele. Die ersten beiden Monate des Geschäftsjahres 2012 sind erfreulich verlaufen und lagen auf Basis des zum Jahresende bei vielen unserer Kunden sorgfältig durchgeführten Lagermanagements auf einem soliden Nachfrageniveau.
KENNZAHLEN ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE – MEHRPERIODENÜBERSICHT
Kennzahlen
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| in Mio. € | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|
| Ertragslage | |||||
| Umsatzerlöse | 6.608 | 6.576 | 5.057 | 7.120 | 8.775 |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 719 | 722 | 465 | 918 | 1.146 |
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen | 10,9% | 11,0% | 9,2% | 12,9% | 13,1% |
| EBITDA | 513 | 602 | 422 | 890 | 1.101 |
| EBIT vor Sondereinflüssen | 472 | 462 | 204 | 635 | 826 |
| EBIT | 215 | 323 | 149 | 607 | 776 |
| EBIT-Marge | 3,3% | 4,9% | 2,9% | 8,5% | 8,8% |
| Konzernergebnis | 112 | 183 | 40 | 379 | 506 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 1,32 | 2,20 | 0,48 | 4,56 | 6,08 |
| Finanzlage | |||||
| Cashflow aus operativer Tätigkeit | 470 | 492 | 565 | 430 | 672 |
| Abschreibungen | 298 | 279 | 273 | 283 | 325 |
| Auszahlungen für Investitionen | 284 | 342 | 275 | 501 | 679 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten | 460 | 864 | 794 | 913 | 1.515 |
| Vermögenslage | |||||
| Bilanzsumme | 4.049 | 4.592 | 5.068 | 5.666 | 6.878 |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.806 | 2.169 | 2.382 | 2.738 | 3.489 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.243 | 2.423 | 2.686 | 2.928 | 3.389 |
| NetWorking Capital | 1.217 | 1.289 | 1.096 | 1.372 | 1.766 |
| Eigenkapital (einschl. Anteile anderer Gesellschafter) | 1.525 | 1.339 | 1.445 | 1.761 | 2.074 |
| Pensionsrückstellungen | 470 | 498 | 569 | 605 | 679 |
| Kennzahlen | |||||
| ROCE | 17,7% | 15,4% | 5,9% | 17,0% | 17,2% |
| Eigenkapitalquote | 37,7% | 29,2% | 28,5% | 31,1% | 30,2% |
| Gearing | 30,2% | 64,5% | 54,9% | 51,8% | 73,0% |
| Vermögensquote | 44,6 | 47,2 | 47,0 | 48,3 | 50,7 |
| Vermögensdeckungsgrad I | 84,4 | 61,7 | 60,7 | 64,3 | 59,4 |
| NetWorking Capital / Umsalz | 18,4% | 19,6% | 21,7% | 19,3% | 20,1% |
| Mitarbeiter (Stand zum 31.12.) | 14.610 | 14.797 | 14.338 | 14.648 | 16.390 |
Werte aus 2008 angepasst.
MITARBEITER
Im LANXESS Konzern waren zum 31. Dezember 2011 insgesamt 16.390 Mitarbeiter tätig, davon 2.895 Frauen und 8.472 mit nichtdeutscher Nationalität. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich damit im Jahresvergleich um 1.742, davon waren 301 Frauen und 1.517 mit nichtdeutscher Nationalität. Darüber hinaus verfügten 416 Mitarbeiter über einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Zunahme der Beschäftigtenzahl ist im Wesentlichen auf Akquisitionen sowie zusätzliche Neueinstellungen im Rahmen unserer Wachstumsstrategie zurückzuführen. In unseren deutschen Kerngesellschaften liegt die Teilzeitquote aktuell bei 10,5 %.
Zum 31. Dezember 2011 beschäftigten wir in der Region EMEA (ohne Deutschland) 3.357 Mitarbeiter nach 2.638 Mitarbeitern im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten von 7.590 auf 7.846. In der Region Nordamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 1.427 nach 1.309 zum Bilanzstichtag 2010 und in Lateinamerika auf 1.585 nach 1.215 im Vorjahr. In der Region Asien/Pazifik beschäftigten wir zum Bilanzstichtag ebenfalls mehr Personen: Der Personalaufbau von 1.896 auf 2.175 reflektiert unsere Expansion durch Akquisitionen und organisches Wachstum.
Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 1.244 Mio. € (Vorjahr: 1.141 Mio. €). Löhne und Gehälter machten mit 985 Mio. € (Vorjahr: 912 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben betrugen 174 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €), die Aufwendungen für Altersversorgung 77 Mio. € (Vorjahr: 61 Mio. €) und die Aufwendungen für soziale Unterstützung 8 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €).
Arbeitsbedingungen und Personalstrategie
Unser Erfolg beruht ganz wesentlich auf der Leistungsfähigkeit und dem Engagement unserer Mitarbeiter. Nur eine zielgerichtete, nachhaltige Ausbildung und Entwicklung unserer Mitarbeiter gewährleistet, unsere Unternehmensziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS zu sichern. Mit gelebter sozialer Verantwortung, attraktiven Aufgabenstellungen in einem internationalen Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien, einer leistungs- und marktgerechten Vergütung sowie einer Kultur, die Führung und Vertrauen fördert, eröffnen wir unseren Mitarbeitern außergewöhnliche Entwicklungschancen.
Neben der Entwicklung und Implementierung innovativer Instrumente zur Gestaltung der demografischen Herausforderungen ist das wichtigste langfristige personalstrategische Ziel, Talente zu gewinnen und zu entwickeln – unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Dazu erweitern wir auch stetig unsere Instrumente zum Ausbau einer umfassenden Arbeitgebermarke, um weltweit talentierte Nachwuchskräfte und Professionals anzusprechen, zu integrieren und an das Unternehmen zu binden. Indem wir unsere Mitarbeiter eng einbeziehen, wird LANXESS als Arbeitgeber in zahlreichen internen und externen Veranstaltungen authentisch erlebbar. Gezielt haben wir gemeinsam mit unseren Fachabteilungen den Kontakt zu Forschungseinrichtungen und Hochschulen weltweit ausgebaut.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im Berichtszeitraum in der begleitenden Gestaltung des internen und externen Wachstums. Dabei legten wir besondere Sorgfalt auf die Integration neuer Mitarbeiter, gerade auch, wenn diese aufgrund von Akquisitionen in das Unternehmen eintraten.
Die enge Abstimmung mit den Sozialpartnern – Gewerkschaften wie Arbeitgeberverbänden – als Prinzip gelebter Mitbestimmung gehört zu den konstituierenden Pfeilern unserer Personalpolitik. Weltweit fallen fast 70 % unserer Mitarbeiter unter Bestimmungen von Tarifverträgen, in Deutschland über 90 %.
Im engen Dialog mit den Gremien der Arbeitnehmervertreter in Deutschland, in Europa und weltweit diskutieren wir die Unternehmensziele regelmäßig und binden die Gremien frühzeitig bei organisatorischen Änderungen ein. Um Produktionsrückgänge abzufedern, implementierten wir im Krisenjahr 2009 im Rahmen unseres Programms Challenge09-12 beispielsweise in Deutschland das Qualifizierungs-, Einsatz- und Stellenmanagement-Center QUEST als eine konzerninterne Vermittlungsdrehscheibe für diejenigen Mitarbeiter, die von verringerter Auslastung betroffen waren. Mit einem internen Beraterteam werden die betroffenen Mitarbeiter dabei unterstützt, sich für neue Aufgaben zu qualifizieren, und intern wie extern vermittelt. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 war bereits für mehr als 87 % der betroffenen Mitarbeiter eine dauerhafte Lösung bzw. neue Aufgabe gefunden. Darüber hinaus wurde die Vermittlungsphase mit temporären Einsätzen innerhalb und außerhalb des LANXESS Konzerns begleitet. Dieses innovative Instrument zur Vermeidung von Personalabbau hat sich somit bewährt.
Vergütung und Mitarbeiterbeteiligung
Vor dem Hintergrund unserer sehr guten Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 beteiligten wir wiederum alle Mitarbeiter weltweit mit einem Betrag von insgesamt 100 Mio. € am Geschäftserfolg, wovon ein bedeutender Teil in Form einer Sonderzahlung ausgezahlt wurde. Zur Anerkennung individueller Leistungen haben unsere Führungskräfte die Möglichkeit, außergewöhnliche Leistungen eines Mitarbeiters zeitnah und unbürokratisch zu honorieren. Im Geschäftsjahr 2011 wurden auf diese Weise allein für außergewöhnliche Einzelleistungen weltweit 8,7 Mio. € vergeben, davon 6,4 Mio. € in Deutschland.
Wir streben ein leistungsgerechtes Vergütungssystem an, das sowohl an den Unternehmenserfolg als auch die jeweilige persönliche Leistung unserer Mitarbeiter gekoppelt ist. Für mehr als 85 % unserer Mitarbeiter sind Vergütungssysteme etabliert, die neben festen Bezügen auch variable Vergütungskomponenten enthalten.
Zusätzlich haben wir im Geschäftsjahr 2011 erneut ein Mitarbeiterkapitalbeteiligungsprogramm aufgelegt. Im Rahmen des LANXESS Aktienplans konnten alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des LANXESS Konzerns LANXESS Aktien mit einem Kursabschlag von 50 % erwerben. Die Aktien wurden zu einem durchschnittlichen Kaufkurs von 57,54 € an der Frankfurter Wertpapierbörse erworben. Die Beteiligungsquote lag bei 75 %. Insgesamt hielten unsere Mitarbeiter und Vorstände zum Bilanzstichtag im Rahmen von Beteiligungsprogrammen rund 1 % der Aktien.
Für die Jahre 2010 bis 2013 hat der Vorstand einen Nachfolger des LANXESS Long Term Incentive Plan (LTIP) aufgesetzt: Der sogenannte Long Term Stock Performance Plan 2010 2013 (LTSP) besteht aus vier jährlich startenden Tranchen. Dabei wird die Entwicklung des Unternehmenswerts im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM gemessen, und zwar über die Laufzeit von vier Jahren. Die Beteiligungsquote liegt bei 89,7 %.
Ausbildung
Die Ausbildung junger Menschen hat für uns sowohl als Beitrag zur Zukunftssicherung des Unternehmens als auch im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung von jeher einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2011 verstärkten wir unsere Aktivitäten im Bereich des Ausbildungsmarketings in unterschiedlichen Medien und beteiligten uns regional an allen wichtigen Ausbildungsmessen sowie Besuchen in Schulen. Mit eigenen Events wie „NeXt Azubi" sprechen wir darüber hinaus gezielt interessierte junge Menschen an und geben eine wertvolle Orientierungshilfe für ihre spätere Berufswahl.
In Deutschland ist eine Kombination von Ausbildung und Studium bei LANXESS genauso möglich wie die klassische naturwissenschaftliche, technische oder kaufmännische Ausbildung in unseren Betrieben und Abteilungen. Zusätzlich zum dualen Studium in den IT-Wissenschaften werden wir in Zukunft unser Angebot im naturwissenschaftlichen Bereich durch eine Kombination aus Hochschulstudium und Ausbildung im Bereich der technischen Chemie sowie der Betriebswirtschaft verstärken. Zur Nutzung von Know-how und Synergien stützen wir uns bei Teilen der theoretischen Ausbildung sowie bei der Organisation und Administration auf die Aus- und Fortbildungsabteilung unserer Beteiligungsgesellschaft Currenta GmbH & Co. OHG.
Zum Stichtag 31. Dezember 2011 wurden deutschlandweit 317 junge Menschen in 14 unterschiedlichen Berufsbildern ausgebildet. Damit geben wir deutlich über den eigenen Bedarf hinaus jungen Menschen die Chance auf eine fundierte Ausbildung. In den vergangenen Jahren haben wir trotz schwankender Mitarbeiterzahlen und Wirtschaftskrise direkt oder indirekt 253 Auszubildende auf befristete und unbefristete Stellen übernommen. Bewusst suchen wir die Möglichkeit, auch außerhalb von Deutschland die Idee einer dualen Ausbildung voranzutreiben. So sind wir in China eine Kooperation mit dem Changzhou Institute of Engineering Technology eingegangen, um verstärkt technische Facharbeiter zu gewinnen. Hierbei bringen wir unsere vielseitigen Erfahrungen und einen besonderen Praxisbezug in das Programm ein.
Unter dem Motto „Prepare for the Future" stellen wir jährlich besonders qualifizierte Hochschulabsolventen für unsere LANXESS Corporate Traineeprogramme ein. Bis Ende 2011 bildeten wir über mehrere Jahrgänge hinweg 51 besonders qualifizierte Hochschulabsolventen in unseren Traineeprogrammen aus. Unser damit verbundenes Ziel ist es, die Teilnehmer auf eine internationale Karriere im LANXESS Konzern vorzubereiten und weltweit einen Pool von international ausgerichteten Nachwuchsführungskräften aufzubauen.
Speziell für den chinesischen Markt haben wir 2010 das China Management Trainee Program etabliert. Ziel ist es, hochqualifizierte Absolventen kaufmännischer und technischer Studiengänge in einem zweijährigen Programm auf Führungsaufgaben vorzubereiten und einen Pool lokaler Talente aufzubauen. In China wurden wir erneut vom CRF Institute als „China’s Top Employer" ausgezeichnet. In den USA erhielten wir zweimal die begehrte Auszeichnung als einer der besten Arbeitgeber („Best Places to Work"): Zum einen für unseren Standort in Pennsylvania, zum anderen für unseren Standort in Ohio. Für den Standort Pittsburgh wurden wir darüber hinaus von der Pittsburgh Business Times als „Manufacturer of the Year' ausgezeichnet.
Personalentwicklung
Wir legen großen Wert darauf, Mitarbeiter über ihre gesamte Karriere und unabhängig vom Alter zu motivieren, sich weiterzubilden und neue Herausforderungen innerhalb des Konzerns anzunehmen. Zur individuellen Förderung unserer Talente ist bei LANXESS ein mehrstufiges und systematisches Verfahren globaler Personalentwicklungskonferenzen etabliert, in dem künftige Führungskräfte weltweit hinsichtlich ihrer Potenziale regelmäßig betrachtet werden. Dem weiteren Ausbau der Führungs- und Managementfähigkeiten widmete sich auch 2011 die LANXESS Academy, die mit ihren modularen Programmen nahezu alle Führungskräfte weltweit in dem einheitlichen Führungsrahmen von LANXESS ausbildete, der konzernweit gilt. Darüber hinaus unterstützen wir unsere jungen Führungskräfte in besonderem Maße mit zielgerichtetem Coaching sowie modularen Führungsseminaren.
In Anbetracht unserer ambitionierten Wachstumsziele lag ein wesentlicher Schwerpunkt innerhalb der Personalentwicklung im Jahr 2011 auf dem Aufbau der International LANXESS Sales Academy (ILSA), die für alle Vertriebsmitarbeiter weltweit ein maßgeschneidertes und praxisbezogenes Lern- und Schulungsprogramm bietet. Im Fokus des einjährigen modularen Programms steht, sowohl die fachspezifische als auch die soziale Kompetenz unserer Vertriebsmitarbeiter weiterzuentwickeln. Es ergänzt die in den Business Units und den Ländern existierenden Programme in idealer Weise, indem es einen Länder- und Business Unitübergreifenden Kontakt- und Erfahrungsaustausch ermöglicht. Als einen wesentlichen Hebel, mit dem wir unsere Beziehungen zu Kunden weiter ausbauen, sehen wir die breite Qualifikation unseres globalen Vertriebsteams. Darüber hinaus stellt diese für LANXESS ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber unseren Wettbewerbern auf den globalen Märkten dar.
Arbeitssicherheit
Zentrale Messgröße für die Überprüfung der Arbeitssicherheit ist bei uns die Million-Arbeitsstunden-Quote (MAQ) für Unfälle. Sie lag im Jahr 2011 bei 2,7 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (2,3) leicht verschlechtert. Maßgeblich hat dazu eine Anzahl von Unfällen an nur einem Standort – unserer Chromerzmine in Südafrika – beigetragen, der durch die internationale Harmonisierung unserer Berichtsstrukturen und Beschäftigtenverhältnisse statistisch an Relevanz gewonnen hat. Ein Sonderprogramm mit dem Ziel, das Unfallaufkommen deutlich zu senken, befindet sich bereits in der Umsetzungsphase.
Ideenmanagement
Gute Ideen der Mitarbeiter, mit denen sich Arbeitsabläufe, verfahrenstechnische Prozesse und die hierbei genutzten Einrichtungen verbessern lassen, machen sich bezahlt. Mit einem Ideenmanagementsystem bzw. betrieblichen Vorschlagswesen werden die Entwicklung, Bearbeitung und Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen systematisch gefördert, so dass wir fortlaufend Impulse zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes erhalten. 2011 wurden in unseren deutschen Gesellschaften 3.191 neue Vorschläge von unseren Mitarbeitern eingereicht, was einer Tausend-Mann-Quote von 445 entspricht. Im gleichen Zeitraum wurden 1.199 Ideen mit einem Gesamtnutzen von 2,2 Mio. € realisiert. Hiervon verbesserten 759 Vorschläge die Arbeitssicherheit und den Umweltschutz.
VERGÜTUNGSBERICHT
Vergütung des Vorstands
Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung sowie die Lage und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns. Zugleich werden die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens berücksichtigt. Die Vergütungsstruktur ist ferner darauf ausgerichtet, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung setzt.
Bereits im Jahr 2010 wurde die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt. Dabei wurden die Bestimmungen des „Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung" sowie die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zur Anwendung gebracht und umgesetzt. Die Hauptversammlung der LANXESS AG im Jahr 2010 hatte das mit diesen Verträgen eingeführte Vergütungssystem gebilligt. Dieses Vergütungssystem fand auch beim Abschluss des Dienstvertrags mit Herrn Dr. Bernhard Düttmann im Rahmen seiner Bestellung zum Mitglied des Vorstands zum 1. April 2011 Anwendung.
Neben der festen Jahresvergütung enthält die Vergütung des Vorstands in 2011 drei variable Komponenten, die sich am jährlichen und insbesondere am mehrjährigen Erfolg von LANXESS orientieren. Die variablen Vergütungskomponenten sind der Höhe nach jeweils begrenzt. Der Vergütungsmix ist mit 31 % fester Jahresvergütung und 69 % variabler Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert.
Vergütungsmix Vorstandsbezüge
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| in % | |
|---|---|
| Feste Jahresvergütung | 31 |
| Annual Performance Payment | 36 |
| Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan | 19 |
| Long Term Performance Bonus | 14 |
| 100 |
Die Vergütungskomponenten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z.B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung vergleichbarer Unternehmen ausgerichtet. Der Gesamtbetrag der erfolgsunabhängigen Bezüge belief sich für das Geschäftsjahr 2011 auf 2.747 T€.
Die jährliche, erfolgsabhängige Komponente ist das Annual Performance Payment (APP). Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen und weiteren Bedingungen, die der Aufsichtsrat vor Beginn des jeweiligen Geschäftsjahrs festgelegt hat, wie z.B. dem Erreichen bestimmter EBITDA-Ziele des Konzerns. Bei 100 %-iger Zielerreichung entspricht es 115 % der festen Jahresvergütung. Die maximale Höhe ist auf Auszahlung von 150 % dieser variablen Vergütungskomponente beschränkt. Die im Geschäftsjahr 2011 gewährten Bezüge aus dem erfolgsabhängigen APP beliefen sich auf 3.951 T€. Die tatsächliche Auszahlung im Jahr 2012 kann von diesem im Voraus berechneten Betrag abweichen.
Einzelheiten in individualisierter Form zu den jährlichen Bezügen der Vorstände der LANXESS AG sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen.
Jährliche Vergütung des Vorstands
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| in T€ | Feste Vergütung | Variable Vergütung1) | Summe |
|---|---|---|---|
| Dr. Axel C. Heitmann | 943 | 1.423 | 2.366 |
| Dr. Werner Breuers | 547 | 862 | 1.409 |
| Dr. Bernhard Düttmann (ab 1. April 2011) | 5692) | 646 | 1.215 |
| Dr. Rainier van Roessel | 538 | 862 | 1.400 |
| Matthias Zachert (bis 31. März 2011) | 150 | 158 | 308 |
| 2.747 | 3.951 | 6.698 |
1) Auszahlung in 2012 bzw. bei Herrn Zachert Abgeltung bei Austritt 2011.
2) Einschließlich Einmalaufwendungen.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat im März 2011 aufgrund der hervorragenden Leistungen im Geschäftsjahr 2010 die Zahlung eines Sonderbonus an die Herren Dr. Heitmann, Dr. Breuers und Dr. van Roessel in Höhe von 20 % eines APP-Zieleinkommens beschlossen. Die Bezüge aus diesem Bonus betrugen für Herrn Dr. Heitmann 190 T€ und für die Herren Dr. Breuers sowie Dr. van Roessel jeweils 109 T€. Im Zusammenhang mit der Beendigung seiner Vorstandstätigkeit erhielt Herr Zachert Leistungen von insgesamt 1.320 T€, die unter anderem der Abgeltung von Ansprüchen aus variablen Vergütungskomponenten dienten.
Ein Element der mehrjährigen Vergütung ist der sogenannte Long Term Incentive Plan (LTIP) bzw. ab 2010 sein Nachfolger, der sogenannte Long Term Stock Performance Plan (LTSP). Diese Vergütungskomponente bemisst sich an der Kursentwicklung der LANXESS Aktie. LTIP und LTSP berücksichtigen die vom Gesetzgeber geforderte stärkere Ausrichtung am mehrjährigen Unternehmenserfolg. Der LTIP erstreckt sich jeweils über drei dreijährige Tranchen. Er besteht für das im Jahr 2011 beendete erste Programm der Jahre 2005 bis 2007 aus dem anteilsbasierten Stock Performance Plan (SP) und dem Economic Value Plan (EVP), für die Jahre 2008 bis 2010 nur noch aus dem anteilsbasierten SP. Der SP ist an die Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex gekoppelt.
Die Teilnahme am LTIP erforderte ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 13 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien waren je Plan für insgesamt fünf Jahre gesperrt. Zahlungen aus dem LTIP erfolgten ausgehend vom jeweiligen Startzeitpunkt erstmals nach drei Jahren, soweit definierte Bedingungen eingetreten sind. Bei einer 100 %igen Zielerreichung von SP und EVP der Jahre 2005 bis 2007 kam es pro Tranche zu einer Auszahlung von 43,3 % des individuellen Zieleinkommens. Das Zieleinkommen ergab sich aus der festen Jahresvergütung zuzüglich des APP unter Annahme einer 100 %igen Zielerreichung. Für die Jahre 2008 bis 2010 steht bei einer 100 %igen Zielerreichung des SP pro Tranche eine Auszahlung in Höhe von 50 % des individuellen Zieleinkommens an.
Vor dem Hintergrund des im Jahr 2010 ausgelaufenen LTI P hatte der Aufsichtsrat mit dem LTSP ein neues Programm für die Jahre 2010 bis 2013 verabschiedet. Der LTSP erstreckt sich jeweils über vier vierjährige Tranchen und basiert weiterhin auf der Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Im Vergleich zum bisherigen LTIP wurde bei diesem neuen Programm die mögliche Auszahlung pro Tranche bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung von 50 % auf 30 % des individuellen Zieleinkommens abgesenkt. Die Teilnahme am LTSP erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für durchschnittlich fünf Jahre gesperrt.
Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [14] erfolgten Angaben verwiesen.
Der auf das Geschäftsjahr 2011 entfallende Personalaufwand für die gewährten SP-Anrechte beträgt für Herrn Dr. Heitmann 816 T€, für die Herren Dr. Breuers und Dr. van Roessel jeweils 559 T€ und für Herrn Dr. Düttmann 20 T€. Der dargestellte Personalaufwand ist als rechnerische Größe nicht mit dem tatsächlichen Zufluss der realisierten Gewinne bei Ausübung der Anrechte in der Zukunft gleichzusetzen. Die Herrn Zachert gewährten Anrechte sind mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand verfallen. Hieraus ergab sich ein Ertrag von 1.020 T€.
Ebenfalls im Hinblick auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung wurde den Mitgliedern des Vorstands als weitere variable Vergütungskomponente erstmals im Geschäftsjahr 2010 ein Long Term Performance Bonus (LTPB) zugesagt, der Zielerreichungen erst nach zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APP-Zielerreichungen der beiden Geschäftsjahre. Unter der Annahme einer durchschnittlichen APP-Zielerreichung von 100 % beträgt der LTPB 45 % der festen Jahresvergütung. Eine Auszahlung kann erstmals im Frühjahr 2012 auf Basis der Geschäftsjahre 2010 und 2011 erfolgen. Die tatsächliche Auszahlung im Jahr 2012 kann von diesen im Voraus berechneten Beträgen abweichen.
Weitere Informationen zu den mehrjährigen Bezügen ergeben sich aus folgender Tabelle.
Mehrjährige Vergütung des Vorstands
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| Im Jahr 2011 gewährte SP-Anrechte (ab 2015 ausübbar) |
LTPB1) | ||
|---|---|---|---|
| Stück | Beizulegende Zeitwerte in T€ |
in T€ | |
| --- | --- | --- | --- |
| Dr. Axel C. Heitrnann | 532.125 | 266 | 556 |
| Dr. Werner Breuers | 306.375 | 153 | 336 |
| Dr. Bernhard Düttmann (ab 1. April 2011) | 322.500 | 161 | 126 |
| Dr. Rainier van Roessel | 306.375 | 153 | 336 |
| Matthias Zachert (bis 31. März 2011) | 354.750 | 177 | 0 |
| 1.822.125 | 910 | 1.354 |
1) Auszahlung in 2012 bzw. 2013.
Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und bei Tod an die Hinterbliebenen erbracht werden.
Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen Grundbeitrag in Höhe von 25 % des Funktionseinkommens vorsieht. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu erbringen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 kann der Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Die Gesellschaft erbringt einen Beitrag in Höhe von 25 % des APP. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.
Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür im Jahresabschluss 2011 berücksichtigten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) beliefen sich auf insgesamt 918 T€. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2011 aktiven Vorstände lag bei 13.166 T€. Die aus der Änderung der Altersversorgung zum 1. Januar 2011 berücksichtigten Kosten (Past Service Cost) beliefen sich auf insgesamt 860 T€.
Die Kosten für die im Jahr 2011 erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) bzw. der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2011 einschließlich erworbener Besitzstände betragen für Herrn Dr. Heitmann 184 T€ bzw. 8.148 T€, für Herrn Dr. Breuers 156 T€ bzw. 1.314 T€, für Herrn Dr. van Roessel 68 T€ bzw. 3.232 T€, für Herrn Dr. Düttmann 413 T€ bzw. 472 T€ und für Herrn Zachert 97 T€ bzw. 2.040 T€. Die aus der Änderung der Altersversorgung berücksichtigten Kosten (Past Service Cost) belaufen sich für Herrn Dr. Heitmann auf 767 T€, für Herrn Dr. van Roessel auf 520 T€ und für Herrn Zachert auf minus 427 T€.
Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands einschließlich des im Berichtsjahr ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds Herrn Zachert lag zum 31. Dezember 2011 bei 9.478 T€.
An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen von 1.799 T€. Darin enthalten sind die Leistungen, die Herrn Zachert im Zusammenhang mit der Beendigung seiner Tätigkeit im Berichtsjahr gewährt wurden.
Der Vorstand verfügte im Geschäftsjahr 2011 über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richteten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalteten unabhängig von der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen zuzüglich des APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung.
Weitergehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.
Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 18. Mai 2011 ist sie im Hinblick auf die feste Vergütung und das Sitzungsgeld beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011 angepasst worden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LANXESS AG erhalten danach eine jährliche Festvergütung in Höhe von 80 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache der Festvergütung, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten zusätzlich ein Halb der festen Vergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich ein weiteres Halb der festen Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem anderen Ausschuss als dem Prüfungsausschuss den Vorsitz führen, erhalten zusätzlich ein Viertel der Festvergütung. Insgesamt erhält ein Mitglied des Aufsichtsrats jedoch maximal das Dreifache der Festvergütung.
Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern ihre Auslagen erstattet. Zusätzlich erhalten die Aufsichtsratsmitglieder 1,5 T€ Sitzungsgeld für jede Aufsichtsratssitzung und für jede Ausschusssitzung, an der sie teilnehmen. Allerdings wird die Teilnahme an Sitzungen des Ausschusses gem. § 27 Abs. 3 MitbestG und des Nominierungsausschusses nicht vergütet. Für Aufsichtsratsmandate in Konzerngesellschaften wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats nur eine Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von jeweils 5 T€ gezahlt.
Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine langfristig orientierte variable Vergütungskomponente, die sich auf die gewöhnliche Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds (fünf Jahre) bezieht. Die variable Vergütungskomponente wird anders als die fixe Vergütung nicht jedes Jahr gezahlt, sondern nur einmal zum Ende der gewöhnlichen Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds. Ist ein Aufsichtsratsmitglied kürzer im Amt, vermindert sich der Betrag entsprechend.
Ob die variable Vergütung zur Auszahlung gelangt, hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs von LANXESS im Vergleich zum Vergleichsindex Dow Jones STOXX Chemicals 600SM in den fünf Jahren vom Beginn des Mandats bis zum Ende des Mandats eines Aufsichtsratsmitglieds entwickelt. Verglichen werden der Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, in der die Aufsichtsratsmitglieder bestellt wurden, mit dem Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, mit deren Beendigung das Mandat der Aufsichtsratsmitglieder endet. Nur wenn der Aktienkurs sich besser als der Vergleichsindex entwickelt hat, wird die variable Vergütung fällig. Die genaue Höhe der variablen Vergütung bemisst sich wiederum danach, um wie viel sich der Aktienkurs besser als der Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren entwickelt. Bei einem Unterschied von bis zu 10 %-Punkten wird für diesen Zeitraum von fünf Jahren eine Vergütung von 50 T€ fällig, zwischen 10 und 20 %- Punkten 100 T€, darüber 150 T€.
Im Geschäftsjahr 2011 kam es zu keiner Auszahlung der variablen Vergütung.
Der erwartete Vergütungsanspruch für die nach der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 begonnene Mandatszeit der Aufsichtsratsmitglieder mit einer Dauer bis zur Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließt, wurde zum 31. Dezember 2011 mit insgesamt 1.500 T€ (Vorjahr: 1.500 T€) bewertet und als Rückstellung ausgewiesen.
Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen hat im Berichtszeitraum keines der Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.
Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Mandatstätigkeit im Geschäftsjahr 2011 die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Bezüge erhalten.
Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 20111)
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| in € | Feste Vergütung LANXESS AG |
Vergütung der Ausschusstätigkeit LANXESS AG |
Sitzungsgeld | Feste Vergütung LANXESS Deutschland GmbH |
Insgesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Rolf Stomberg, Vorsitzender | 240.000 | 0 | 21.000 | 5.000 | 266.000 |
| Ulrich Freese, stellv. Vorsitzender | 120.000 | 40.000 | 21.000 | 5.000 | 186.000 |
| Axel Berndt | 80.000 | 40.000 | 18.000 | 5.000 | 143.000 |
| Wolfgang Blossey (zeitanteilig bis 31. Mai 2011) | 33.333 | 16.667 | 7.500 | 2.083 | 59.583 |
| Dr. Rudolf Fauß | 80.000 | 40.000 | 18.000 | 5.000 | 143.000 |
| Dr. Friedrich Janssen | 80.000 | 80.000 | 18.000 | 5.000 | 183.000 |
| Robert J. Koehler | 80.000 | 40.000 | 21.000 | 5.000 | 146.000 |
| Rainer Laufs | 80.000 | 40.000 | 18.000 | 5.000 | 143.000 |
| Thomas Meiers (zeitanteilig ab 1. Juni 2011) | 46.667 | 23.333 | 7.500 | 2.917 | 80.417 |
| Dr. Ulrich Middelmann | 80.000 | 40.000 | 21.000 | 5.000 | 146.000 |
| Hans-Jürgen Schicker | 80.000 | 40.000 | 21.000 | 5.000 | 146.000 |
| Gisela Seidel | 80.000 | 40.000 | 21.000 | 5.000 | 146.000 |
| Theo H. Walthie | 80.000 | 40.000 | 18.000 | 5.000 | 143.000 |
| 1.160.000 | 480.000 | 231.000 | 60.000 | 1.931.000 |
1) Beträge ohne Umsatzsteuer.
BERICHTERSTATTUNG NACH § 315 ABS. 4 HGB
Zu den Vorschriften des § 315 Abs. 4 Ziffer 1 bis 9 HGB geben wir folgende Erläuterungen ab:
1.
Zum 31. Dezember 2011 beträgt das Grundkapital der LANXESS AG 83.202.670 € und ist eingeteilt in 83.202.670 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien bestimmen sich nach dem Aktiengesetz.
2.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Teilnehmer an Mitarbeiteraktienprogrammen einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Aktien.
3.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der LANXESS AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden uns nicht gemeldet.
4.
Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
5.
Über Mitarbeiteraktienprogramme sind Arbeitnehmer direkt am Kapital der LANXESS AG beteiligt. Es bestehen keine Beschränkungen, die Kontrollrechte aus diesen Aktien unmittelbar auszuüben.
6.
Für die Bestellung und Abberufung des Vorstands gelten die §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Die Bestellung erfordert mindestens zwei Drittel der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach § 6 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).
Für Satzungsänderungen ist gemäß § 179 AktG die Hauptversammlung zuständig. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden nach § 17 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreibt. Weitere Regelungen in der Satzung werden hierzu nicht getroffen. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung der LANXESS AG beschließen.
7.
Der Vorstand der LANXESS AG hat die folgenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:
Eigene Aktien
Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 18. Mai 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Mai 2016 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Ferner ist er ermächtigt, sie zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu verwenden sowie die Aktien Inhabern der von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die ein Wandlungs- oder Optionsrecht gewähren oder eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen, in dem Umfang zu gewähren, in dem ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft zustehen würde. In den vorgenannten Fällen ist außer bei der Einziehung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Bedingtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder –pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder –pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).
Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Der Vorstand kann bei der Begebung von Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:
| ― | für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, |
| ― | soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde, |
| ― | bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten, |
| ― | wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/-pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind. |
Genehmigtes Kapital I und II
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2009 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. Mai 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.
Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung
8.
Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG enthalten Regelungen über ein mögliches Ausscheiden der Mitglieder des Vorstands bei einem Kontrollwechsel. Diese sind im Vergütungsbericht des Lageberichts dargestellt. Solche Vereinbarungen bestehen auch zwischen der Gesellschaft und Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene, jedoch zu anderen Konditionen. Daneben enthalten die Anleihebedingungen der im Geschäftsjahr 2005 von der LANXESS Finance B.V. begebenen Euro-Anleihe im Volumen von 500 Mio. € eine Change-of-Control-Klausel, die in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen zu einem Rückgaberecht der Anleihegläubiger führen kann. Die Anleihe wurde von der LANXESS AG garantiert. Gleiches gilt für die Anleihebedingungen der im Geschäftsjahr 2009 von der LANXESS Finance B.V. begebenen Euro-Anleihen im Volumen von 500 Mio. € und 200 Mio. €, die im Geschäftsjahr 2011 im Volumen von 500 Mio. € von der LANXESS Finance B.V. begebenen Euro-Anleihe sowie der von ihr im Februar 2012 im Volumen von 500 Mio. CNY begebenen Anleihe, die alle von der LANXESS AG garantiert werden. Die Gesellschaft hat mit einer Großbank einen Kreditvertrag über 93 Mio. € geschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt bzw. die Rückzahlung ausstehender Darlehensbeträge verlangt werden, wenn eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Gleiches gilt für zwei weitere Kreditverträge, die die LANXESS Finance B.V. im Geschäftsjahr 2011 mit Investitionsbanken über 200 Mio. € und 120 Mio. € geschlossen hat. Ferner besteht zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium ein Vertrag über einen Kreditrahmen von derzeit 1.408 Mio. €. Auch dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Darüber hinaus besteht nach Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und dem LANXESS Pension Trust e.V. die Verpflichtung der Gesellschaft, im Falle eines Kontrollwechsels erhebliche Einzahlungen an den LANXESS Pension Trust e.V. vorzunehmen.
9.
Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG sowie Anstellungsverträge von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene der LANXESS AG enthalten Entschädigungsvereinbarungen für dort näher definierte Fälle eines Kontrollwechsels.
BESCHAFFUNG UND PRODUKTION
Beschaffung
LANXESS stellt die Versorgung mit Materialien und Dienstleistungen über eine zentral gesteuerte, globale Beschaffungsorganisation sicher. In Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories" ihren Bedarf. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert die effektive Nutzung von Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt auftreten und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir etwaige Lieferengpässe oder Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten (multiple sourcing). Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen EDV-Systeme integriert sind. Im Jahr 2011 wurden rund 55 % (Vorjahr: ca. 48 %) aller Bestellpositionen über E-Procurement abgewickelt.
Unser HSEQ-Managementprozess beginnt bereits, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen bezüglich des Schutzes der Umwelt, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeits- und Einstellungspraktiken halten. Diese Anforderungen sind bei unserer Lieferantenauswahl und Lieferantenbewertung ein wichtiges Kriterium. Regelmäßig durchgeführte Lieferanten-Audits im In- und Ausland dienen der Überprüfung dieser Vorgaben. Intern definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern.
Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen bedeutenden Stellenwert. Die größten Lieferanten in diesem Bereich waren im Jahr 2011 unter anderem BASF, Bayer, BP, Braskem, Chevron Phillips, Enterprise, Evonik, Exxon Mobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, Sabic, Shell Chemicals, Texas Petrochemicals und Total/Petrofina.
Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2011 Ammoniak, 1,3-Butadien, Crude Butadiene, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen, Natronlauge, Propylen, Toluol und Styrol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2011 auf strategische Rohstoffe ein Einkaufsvolumen von ca. 3,9 Mrd. € (Vorjahr: ca. 2,6 Mrd. €). Dies entspricht einem Anteil von rund 85 % unserer gesamten Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren des LANXESS Konzerns im Jahr 2011, die etwa 4,6 Mrd. € (Vorjahr: ca. 3,5 Mrd. €) betrugen. Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2011 auf etwa 6,8 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,8 Mrd. €).
Wir sind weiterhin nicht abhängig von einzelnen Lieferanten. Auch kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.
Produktion
LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Chemie- und Polymerprodukten. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.
Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch jeweils einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien) sowie Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Spanien, Südafrika, Uruguay und den USA. Für eine vollständige Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten verweisen wir auf den Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente" in diesem Lagebericht.
In unserem globalen Produktionsnetzwerk kam es im Jahr 2011 zu folgenden wesentlichen Veränderungen:
| • | In Belgien haben wir am Standort Zwijndrecht die Erweiterung der Produktionskapazitäten unserer Business Unit Butyl Rubber um 14.000 Jahrestonnen vorzeitig abgeschlossen. |
| • | Am Standort Orange (USA) hat unsere Business Unit Performance Butadiene Rubbers eine Kapazitätserweiterung um 15.000 Jahrestonnen für Nd-PBR-Kautschuk abgeschlossen. |
| • | Mit der Akquisition des Keltan-EPDM-Geschäfts der niederländischen Royal DSM N.V. hat unsere Business Unit Technical Rubber Products zwei EPDM-Werke in Sittard-Geleen (Niederlande) und Triunfo (Brasilien) übernommen. |
| • | In Wuxi (China) konnte unsere Business Unit Semi-Crystalline Products die zweite Ausbaustufe ihrer hochmodernen Compoundier-Anlage in Betrieb nehmen. |
| • | Planmäßig abgeschlossen haben wir in dieser Business Unit auch die Erweiterung der Caprolactam-Produktion im belgischen Antwerpen. |
| • | Am Standort Krefeld-Uerdingen steht unserer Business Unit Advanced Industrial Intermedia tes seit Ende des Jahres eine neue Anlage zur Produktion von Formalin zur Verfügung. |
| • | In Indien haben wir alle bisher am Standort Madurai angesiedelten Produktionsstätten an unseren neuen Standort Jhagadia verlagert. Der Umzug betraf unsere Business Units Material Protection Products, Leather und Rhein Chemie. |
| • | Die Übernahme der Unitex Chemical Corporation mit Sitz in Greensboro (USA) durch unsere Business Unit Functional Chemicals war unsere erste Akquisition eines US-amerikanischen Produktionsstandorts. |
| • | Mit dem Kauf des US-Unternehmens Verichem Inc. mit Sitz in Pittsburgh (USA) konnte unsere Business Unit Material Protection Products ihr globales Produktionsnetzwerk für Biozide um einen Standort erweitern. |
| • | Mit der Darmex-Gruppe hat unsere Business Unit Rhein Chemie deren Produktionsstätten in Burzaco und Merlo (Argentinien) sowie in Colonia (Uruguay) übernommen. |
| • | Nach erfolgreichem Start der Pilotierungs- und Entwicklungsphase haben wir am Standort Bitterfeld unserer Business Unit Ion Exchange Resins offiziell ein neues Werk für Membran-Filtrationstechnologie eröffnet. |
Einschließlich der oben genannten Maßnahmen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlungswirksame Investitionen von 679 Mio. €. Einzelheiten hierzu finden sich in der Darstellung der Investitionen im Abschnitt Vermögens- und Finanzlage dieses Lageberichts.
VERTRIEB UND KUNDEN
Vertrieb
Wir vertreiben unsere Produkte weltweit an mehrere tausend Kunden in über 150 Staaten auf allen Kontinenten. Führende Unternehmen der jeweiligen Abnehmerbranchen zählen zu unserem festen Kundenstamm. In sämtlichen Vertriebsregionen verfügen wir über langjährige Kundenbeziehungen. Um die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen, haben wir sehr flexible Marketing- und Vertriebsstrukturen etabliert. Unseren Vertrieb steuern wir über 49 eigene Gesellschaften weltweit. Diese globale Präsenz bauen wir weiter aus, um weiter an Marktnähe zu gewinnen und strategische Potenziale besser evaluieren zu können. In Wachstumsregionen wachsen auch wir. In den vergangenen Jahren haben wir bereits auf die stark steigende Nachfrage in Mittel- und Osteuropa reagiert und mit der LANXESS Central Eastern Europe s.r.o. und der OOO LANXESS eigene Vertriebsgesellschaften in Bratislava und Moskau gegründet. Von dort aus steuert LANXESS seine gesamten Geschäftsaktivitäten in den Ländern Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn sowie Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). So können interessante Perspektiven in Sachen Rohstoffsicherung und verstärkte Nachfrage nach Qualitätsprodukten ohne Umwege genutzt werden. Die jüngste, eigene Vertriebsorganisation ist die 2011 gegründete Repräsentanz in Dubai, die unter der LANXESS Middle East GmbH geführt wird. In Ländern, in denen wir bisher keine eigene Gesellschaft unterhalten, arbeiten wir mit lokalen Vertriebspartnern zusammen.
Um die größtmögliche Nähe zu den Kunden und deren individuelle Betreuung zu gewährleisten, leiten unsere Business Units ihre Vertriebsorganisation eigenverantwortlich. Unsere 47 Produktionsstätten in 17 Ländern bieten uns einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden werden, soweit möglich, jeweils von den regionalen Produktionsstandorten aus beliefert. Dies verschafft ihnen sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile.
Im Geschäftsjahr 2011 wurden für ca. 1.583 Mio. €, d.h. 18,0 % des Gesamtumsatzes, Aufträge per E-Business abgewickelt. Dazu dienten das Internetportal „LANXESS one" und die System-zu-System-Anbindungen via „ELEMICA". Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die verkaufsseitigen E-Business-Rechnungsnettowerte auf Euro-Basis weiter an. Insgesamt haben wir in den Bereichen Einkauf, Verkauf und Logistik ca. 300.000 Bestellvorgänge und deren automatisierte Folgenachrichten über E-Business abgewickelt. Diesen für alle Beteiligten vorteilhaften Prozess bauen wir fortlaufend aus, indem wir weitere Partner und technische Services hinzunehmen.
Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Anteil der Vertriebskosten am LANXESS Konzernumsatz 8,3 % und lag damit um 0,8 %-Punkte unter dem Wert des Vorjahres von 9,1 %.
Die Entwicklung der Vertriebskosten sowie die Aufteilung nach Segmenten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Vertriebskosten
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Vertriebskosten in Mio. € | 659 | F0,558 | 530 | 646 | 732 |
| in % der Umsatzerlöse | 10,0% | 10,0% | 10,5% | 9,1% | 8,3% |
| Aufteilung nach Segmenten | |||||
| Performance Polymers | 190 | 228 | 178 | 216 | 262 |
| Advanced Intermediates | 99 | 110 | 92 | 122 | 127 |
| Performance Chemicals | 305 | 307 | 253 | 300 | 320 |
| Überleitung | 65 | 13 | 7 | 8 | 23 |
Kunden
Aufgrund unserer vielfältigen Produkte und Geschäfte unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu ganz unterschiedlichen Kunden in der ganzen Welt. Diese bedürfen individueller, gezielter Ansprache, die wir aufgrund der Vertriebsorganisationen in der Verantwortung der Business Units leisten können. Die individuellen Marketingstrategien werden anhand von Erhebungen zur Kundenzufriedenheit regelmäßig überprüft.
Wir beliefern vor allem die Branchen Reifenproduktion, Chemie, Automobilzulieferer, Kunststoff, Elektro, Agrochemie, Pharma, Lebensmittel, Wasseraufbereitung, Bau und Möbel.
Umsatzzahlen nach Branchen
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| in % | 2011 |
|---|---|
| Reifen | ~ 25 |
| Chemie | ~ 15 |
| Automobil | ~ 15 |
| Bau, Elektro, Agrochemie, Leder/Schuhe | jeweils 3 - 10 |
| Sonstige (in Summe) | ~ 15 |
Im Geschäftsjahr 2011 vereinten unsere zehn Top-Kunden einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 28 % (Vorjahr: 25 %) auf sich. Keiner unserer Kunden erreichte einen Umsatzanteil von mehr als 10 % am Konzernumsatz. Bei 53 Kunden (Vorjahr: 40) übertraf der Jahresumsatz 20 Mio. €. Der Anstieg ist auf das hohe Niveau der Nachfrage und das damit verbundene hohe Einkaufsvolumen bei wichtigen Kunden zurückzuführen. Nachdem wir im Mai des Berichtsjahres das Keltan-EPDM-Geschäft von DSM erworben hatten, profitierten unsere Kunden zudem von dieser Erweiterung der Angebotspalette im Bereich der Hochleistungskautschuke. Ferner machte sich auch in der Betrachtung pro Kunde die im Jahresverlauf deutliche Rohstoffpreisinflation bemerkbar, die sich im Rahmen der Preis-vor-Menge-Strategie auf die Umsätze auswirkte.
Die Anzahl unserer Kunden in den jeweiligen Segmenten unterscheidet sich deutlich. Das Segment Performance Polymers verfügte 2011 über rund 3.100 Kunden (Vorjahr: 3.100), Advanced Intermediates über rund 2.900 Kunden (Vorjahr: 2.900) und Performance Chemicals über rund 12.000 Kunden (Vorjahr: 12.400). Basis dieser Angabe ist jeweils die Anzahl der Kundennummern im jeweiligen Segment. Sämtliche Kunden- bzw. Umsatzklassen sind in allen Segmenten anzutreffen, wobei ein Kunde auch aus mehreren Segmenten beliefert werden kann.
Die vergleichsweise geringen Umsätze der einzelnen Kunden im Segment Performance Chemicals und die breite Kundenbasis spiegeln das Geschäft mit vielfach maßgeschneiderten Anwendungslösungen der Spezialchemie wider. Die deutlich niedrigere Zahl der Kunden im Segment Performance Polymers, die relativ hohe Umsätze generieren, ist ebenso typisch für das Geschäft mit synthetischen Kautschukprodukten. Aufgrund der Kundenvielzahl lässt sich in keinem Segment eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden feststellen.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Jahr 2011 haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konsequent weiter ausgebaut. Bestehende Produkte und Verfahren wurden mit einem kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont weiterentwickelt und optimiert. Darüber hinaus haben wir die Group Function Innovation & Technology ausgebaut und dort weitere mittel- bis langfristig angelegte Forschungsprojekte initiiert, um auch in den Wachstumsbereichen der Zukunft erfolgreich zu sein und so den nachhaltigen Erfolg des Konzerns zu sichern.
Kostenentwicklung und Beschäftigte
Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2011 insgesamt 144 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 24,1 % und einem Umsatzanteil von 1,6 % (Vorjahr: 116 Mio. € bzw. 1,6 %). Der größte Anteil der Aufwendungen entfiel auf die Business Units Technical Rubber Products, Butyl Rubber, Saltigo und Semi-Crystalline Products. Im Jahr 2011 vereinigten diese 54 % unserer Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung auf sich (Vorjahr: 53 %). Hinsichtlich des Anteils der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen an ihrem jeweiligen Umsatz weisen unsere Business Units Saltigo, Material Protection Products, Ion Exchange Resins und Butyl Rubber die höchste Forschungsintensität auf.
Die Entwicklung der Forschungs- und Entwicklungskosten in den vergangenen fünf Jahren kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Forschungs- und Entwicklungskosten
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten in Mio. € | 88 | 97 | 101 | 116 | 144 |
| in % der Umsatzerlöse | 1,3% | 1,5% | 2,0% | 1,6% | 1,6% |
Eine langfristige Finanzierungszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) wird unseren finanziellen Spielraum für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den kommenden sieben Jahren weiter vergrößern. Die von der in Luxemburg ansässigen Förderbank der EU erteilte Zusage umfasst einen mit attraktiven Konditionen versehenen Kreditrahmen von 200 Mio. €. Wir sehen in dieser Partnerschaft eine Bestätigung unseres Innovationspotenzials und die Anerkennung unserer konsequenten Ausrichtung auf nachhaltige Produkte und Produktionsprozesse.
Zum Jahresende 2011 beschäftigten wir in unseren Forschungs- und Entwicklungslaboratorien weltweit 731 Personen (Vorjahr: 519 Personen).
Entwicklung Beschäftigtenzahl im F&E-Bereich
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am Jahresende | 408 | 453 | 489 | 519 | 731 |
| in % der Konzern-Beschäftigtenzahl | 2,8% | 3,1% | 3,4% | 3,5% | 4,5% |
Unsere größeren Forschungs- und Entwicklungseinheiten befinden sich an den Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen, Dormagen (Deutschland), London (Kanada) sowie Qingdao und Wuxi (China). Dort entwickeln und testen wir beispielsweise Hochleistungskautschuke für Energie sparende „grüne Reifen" oder Hightech-Kunststoffe für den Leichtbau in der Automobilindustrie. Durch die Bündelung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Nitril-Kautschuk (NBR) in La Wantzenau (Frankreich) in 2010 sind wir heute noch besser in der Lage, innovative, qualitativ hochwertige und ausgereifte Produkte zu entwickeln, die auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind.
Themengebiete und Patentstrategie
Im Jahr 2011 haben wir rund 210 Forschungs- und Entwicklungsprojekte bearbeitet (Vorjahr: 170), davon ca. 125 mit dem Ziel, neue Produkte und Anwendungen zu entwickeln bzw. bestehende zu verbessern (Vorjahr: 100). Die verbleibenden etwa 85 Projekte befassten sich unter den Zielsetzungen Kostensenkung, Effizienzsteigerung oder Kapazitätserhöhung mit verfahrenstechnischen Themen (Vorjahr: ca. 70). Etwa 20 % unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus 2011 planen wir bis Ende 2012 im Markt zu implementieren bzw. in der Technik zu starten (Vorjahr: ca. 20 %).
Unsere Forschungs- und Entwicklungsergebnisse werden – wo es möglich und sinnvoll ist – von Patenten geschützt. Im Laufe des Jahres 2011 haben wir weltweit 84 Prioritätsanmeldungen getätigt. Das gesamte Patentportfolio bestand zum 31. Dezember 2011 aus ca. 1.100 Patentfamilien mit ca. 7.200 einzelnen Schutzrechten. Im Rahmen der Akquisition des Keltan-Geschäfts konnten wir unsere eigene Technologiebasis stärken, unter anderem durch Übernahme der Schutzrechte zur Keltan-ACE-Technologie.
Organisatorische Ausrichtung
Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten orientieren sich strikt an den Bedürfnissen des Marktes und unserer Kunden. Entsprechende Forschungs- und Entwicklungseinheiten sind daher organisatorisch den Business Units zugeordnet. So konzentrieren sich Business Units mit ausgeprägten Anteilen an Produkten mit hoher Marktreife – beispielsweise Advanced Industrial Intermediates – darauf, ihre Produktionsanlagen und -verfahren stetig zu verbessern (Prozessoptimierung). Andere Business Units fokussieren ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärkt darauf, ihre Produkte und deren Qualität zu optimieren sowie neue Produkte zu entwickeln, die auf die Erfordernisse des Marktes und die besonderen Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet sind. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Forschungsprogramme künftig noch direkter und konsequenter an den großen globalen Megatrends auszurichten: dem zunehmenden Bedürfnis nach Mobilität, dem sich deutlich erhöhenden globalen Nahrungsmittelbedarf, der zunehmenden Urbanisierung und dem steigenden Wasserbedarf.
Die Grundlagenforschung konzentriert sich bei uns überwiegend auf Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese Form der Wissensgenerierung ist wesentlich effizienter und kostengünstiger, als die entsprechenden Ressourcen selbst vorzuhalten. Im Jahr 2011 bestanden insgesamt 145 (Vorjahr: 143) größere Forschungs- und Entwicklungskooperationen, davon 50 mit Hochschulen (Vorjahr: 53), 55 mit Zuliefer- oder Kundenfirmen (Vorjahr: 53) und 40 mit Forschungsinstituten (Vorjahr: 37).
Group Function Innovation & Technology
Unsere Group Function Innovation & Technology als zentrale Einheit ergänzt die Forschungsarbeiten unserer Business Units mit neuen, längerfristigen bzw. Business Unitübergreifenden Projekten. So stellen wir sicher, dass mögliche Synergiepotenziale voll ausgeschöpft werden und Innovationen in unterschiedliche Unternehmensbereiche übertragen werden können. Im Jahr 2011 haben wir die Group Function weiter ausgebaut, um somit die chemische und technische Kompetenz an einer Stelle zu bündeln. Die Group Function fokussiert sich dabei auf die Bereiche „Process Innovation" und „Product Innovation". Ein weiterer zusätzlicher Schwerpunkt ist die Unterstützung der Business Units in allen energietechnischen Fragen im Rahmen des neu aufgesetzten LANXESS Energie-Effizienz-Programms.
Im Bereich „Process Innovation" widmen wir uns der Entwicklung neuer Prozesse und der Integration neuer Technologien in unsere bereits bestehenden Produktionsprozesse mit dem Ziel der Kosten- und Technologieführerschaft. Ein Schwerpunkt liegt darauf, unsere aktuellen Produktionsprozesse im Hinblick auf Optimierungspotenziale mit mathematischen Methoden zu überprüfen. Auf diese Weise konnten wir bereits erhebliche Rohstoff- und Energieeinsparmöglichkeiten identifizieren und teilweise schon realisieren. Die Betriebskosten konnten wir außerdem weiter senken, indem wir unsere Konzepte zur Prozessführung in einigen Betrieben umsetzten. Die neu implementierten Prozessführungskonzepte – unter Einschluss der Online-Analytik – ermöglichen es, unsere Anlagen noch näher am optimalen Betriebspunkt zu fahren und dadurch nicht nur Kosten zu reduzieren, sondern in einigen Fällen auch die Kapazität zu erhöhen. Darüber hinaus arbeiten wir vor dem Hintergrund unserer strategischen Wachstumsinitiative noch intensiver daran, unsere Prozesse für Wachstumsprojekte technologisch weiterzuentwickeln.
Der Bereich „Product Innovation" konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte und neuer Anwendungen für bestehende Produkte sowie auf Produktmodifizierungen. Die Suche nach neuen Produkten ist dabei breiter angelegt als in den Business Units, die Themenschwerpunkte in der Regel Business Unit-übergreifend und der Zeithorizont mittel- bis langfristig. Unsere Forschungsziele leiten sich auch hier aus den globalen Megatrends ab. Durch die Einführung einer intranetbasierten Ideenplattform können konzernweit Ideen und Lösungen für zukunftsgerichtete Innovationen entwickelt werden. Mithilfe standardisierter Prozesse wurden bereits zahlreiche Ideen zu konkreten Projekten ausgestaltet. Diese bewerten wir regelmäßig hinsichtlich ihrer technologischen und wirtschaftlichen Attraktivität. Unser breites Netzwerk externer Partner haben wir mit neuen Kooperationen mit Universitäten, Instituten und fachlich führenden Unternehmen, unter anderem in den Bereichen Biotechnologie, Nano- und Mikrotechnik sowie Membrantechnik, weiter ausgebaut.
Unsere im Jahr 2010 begonnene Kooperation mit der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) – einer der weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Einrichtungen mit mehr als 285-jähriger Geschichte – haben wir im Berichtsjahr intensiviert. So wurden beispielsweise weitere Kooperationsprojekte, unter anderem im Rahmen der Katalyseforschung, mit bekannten Forschungsinstituten der RAN gestartet.
Insgesamt trägt der Bereich Forschung und Entwicklung mit der Entwicklung innovativer neuer Verfahren und Produkte sowie der ständigen Weiterentwicklung bestehender Produktionsprozesse maßgeblich dazu bei, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und unser Geschäft weiter auszubauen.
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG
Es ist unser Anspruch, in unseren geschäftlichen Aktivitäten die Erfordernisse von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft miteinander zu verbinden. Mit unseren Produkten und unserer Kompetenz im Bereich nachhaltige Entwicklung können wir wichtige Beiträge dazu leisten, unsere Kunden zu stärken, die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität aller Menschen zu steigern. Alle unsere Corporate Responsibility-Aktivitäten müssen einen Bezug zu unserem Kerngeschäft oder zum vorhandenen Know-how haben.
Bereits seit 2006 unterstützen wir die Initiative Responsible Care® und haben die entsprechende Erklärung des Weltchemieverbands ICCA mit unterzeichnet. Mit unseren im Februar 2011 angepassten unternehmenseigenen Leitlinien haben wir die Grundsätze der Charta in unsere Leitungsprinzipien und unsere Unternehmensstrategie integriert. Mit dem Beitritt zur weltweit größten und am schnellsten wachsenden Initiative für Corporate Social Responsibility, dem UN Global Compact, haben wir darüber hinaus im Berichtsjahr unser Nachhaltigkeitsprofil weiter geschärft.
Ein für alle Mitarbeiter gültiger Kodex für gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln bei LANXESS ist in unserer Corporate-Compliance-Richtlinie festgelegt. Damit verpflichten wir unsere Mitarbeiter zu Rechtstreue, verantwortungsbewusstem Handeln und ethischen Verhaltensregeln.
Umweltmanagement
In einem zentral geführten Managementsystem orientieren wir uns weltweit sowohl an eigenen internen Richtlinien und Handlungsanweisungen als auch an den anspruchsvollen Qualitäts- und Umweltstandards nach den internationalen Normen ISO 9001 und ISO 14001.
Im Jahr 2007 haben wir damit begonnen, weltweit alle Standorte in ein Managementsystem zu integrieren und in einem sogenannten globalen Matrixzertifikat zusammenzuführen. Den Stand der Umsetzung lassen wir regelmäßig von externen und unabhängigen Experten prüfen und bestätigen. Im Jahr 2011 wurde der Vertriebsstandort Moskau (Russland) neu mit aufgenommen. Zum Jahresende 2011 waren damit insgesamt 81 Standorte in unser Matrixzertifikat integriert. An unseren Standorten in den USA haben wir zusätzlich ein Zertifikat gemäß RC 14001 erlangt.
Des Weiteren haben wir 2010 beschlossen, ein globales Energiemanagementsystem nach ISO 50001 aufzubauen. Bis Ende 2012 wollen wir die Implementierung in Deutschland abgeschlossen haben.
Umweltdaten
Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein eigens entwickeltes elektronisches Datenerfassungssystem. Die Datenerhebung erfolgt, mit Ausnahme der Million-Arbeitsstunden-Quote (MAQ), nur an Produktionsstandorten, die zu über 50 % zum Konzern gehören. Für das Berichtsjahr 2011 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unsere Datenerhebungsprozesse und unser Datenerfassungssystem im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung beurteilt und den Großteil unserer HSE-Kennzahlen der Jahre 2010 und 2011 mit dem Ziel geprüft, eine „hinreichende Prüfungssicherheit" (jeasonable assurance") zu erlangen. Die Prüfbescheinigung ist im Internet unter www.lanxess.de einsehbar.
Produktverantwortung
Wir befürworten ausdrücklich die Schutzziele der europäischen Chemikalienpolitik. Fristgerecht haben wir in der ersten Registrierungsphase der REACH-Verordnung bis zum 30. November 2010 die Dossiers für alle 193 bei uns betroffenen Stoffe an die zentrale europäische Chemikalienagentur (ECHA) übermittelt. Weitere 250 Stoffe aus unserem Portfolio werden in der zweiten Phase bis Ende Mai 2013 registriert werden. Alle Aktivitäten verlaufen bislang planmäßig. Insgesamt rechnen wir damit, über alle drei Phasen hinweg bis zum Jahr 2018 etwa 750 Dossiers erstellen zu müssen.
Gesellschaftliches Engagement
Im Zentrum unseres gemeinnützigen Handelns steht, die naturwissenschaftliche Bildung an Schulen zu fördern. 2008 haben wir zu diesem Zweck die umfangreiche LANXESS Bildungsinitiative ins Leben gerufen, mit der wir unser klares Bekenntnis zum Wirtschafts- und Chemiestandort Deutschland unterstreichen. Insgesamt haben wir in den vergangenen vier Jahren rund 3,5 Mio. € in die Initiative investiert. Als wertvoller Beitrag für den Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland gehörte sie im Jahr 2011 zu den Preisträgern des bundesweit ausgetragenen Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen".
International haben wir inzwischen an fast allen LANXESS Standorten ebenfalls Projekte etabliert, mit denen insbesondere die naturwissenschaftliche Bildung gefördert werden soll. Vor allem in den BRICS-Staaten sind wir an einer Vielzahl von Projekten und Initiativen beteiligt.
LANXESS ist einer der weltweit führenden Anbieter von Produkten zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser. Mit ihrem über Jahrzehnte aufgebauten Know-how verfügen unsere Business Units Ion Exchange Resins und Inorganic Pigments über gute Voraussetzungen, um bei der Lösung der weltweiten Wasserproblematik eine wichtige Rolle einzunehmen. Der Einsatz dieses Wissens für gemeinnützige Zwecke bildet daher einen weiteren Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements.
NACHTRAGSBERICHT
Nach dem 31. Dezember 2011 sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns zu erwarten ist.
RISIKO- UND CHANCENBERICHT
Voraussichtliche Entwicklung der Rahmenbedingungen
Allgemeine Rahmenbedingungen
Für das Jahr 2012 gehen wir von einem insgesamt volatilen Verlauf der globalen Konjunktur aus. Die anhaltenden, durch die Staatsschuldenkrise ausgelösten Probleme im Finanzsektor und zusätzliche geopolitische Spannungen im arabischen Raum sowie in Afrika dürften die Unsicherheit in den Märkten erhöhen. Das Risiko, dass sich die wirtschaftliche Dynamik vor allem in den Industrieländern verringert, nimmt damit zu. Besonders stark wird dies unseren Erwartungen nach in Europa zu spüren sein und hier insbesondere in den Peripherieländern. Die Schwellenländer dürften dagegen weiter wachsen – auch wenn es erste Zeichen gibt, dass sich ihr wirtschaftlicher Aufschwung abschwächt. Insgesamt schätzen wir das Risiko einer globalen Rezession als sehr begrenzt ein, rechnen allerdings weiterhin mit einer erhöhten Volatilität des wirtschaftlichen Umfelds.
Aufgrund der erhöhten Risiken gehen wir von einem etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegenden Wachstum der Weltwirtschaft von 2,5 % aus. Der Schwerpunkt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin auf den Schwellenländern liegen, wobei der chinesische Wirtschaftsraum unseren Schätzungen nach mit 7,5 % eine schwächere Entwicklung als im Vorjahr zeigen dürfte. Für Indien prognostizieren wir ein Wachstum von 7,0 %. In den Industrieländern rechnen wir lediglich für Westeuropa mit einer insgesamt negativen Entwicklung von minus 0,5 %, während die USA eine Steigerung von etwa 2,0 % erzielen sollten. In Japan ist mit einer Erholung der Wirtschaft und daraus resultierend einer Expansion um 3,0 % zu rechnen. Für die folgenden Jahre gehen wir davon aus, dass sich die unterschiedlichen regionalen Entwicklungen verstetigen werden.
Erwartetes BIP-Wachstum
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) | Bruttoinlandsprodukt | ||
|---|---|---|---|
| 2012 | 2013 | 2014-2016 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Amerika | 2,0% | 3,0% | 3,5% |
| NAFTA | 2,0% | 2,5% | 3,0% |
| Lateinamerika | 3,5% | 5,0% | 5,0% |
| EMEA | 0,5% | 2,0% | 2,5% |
| Deutschland | 0,5% | 1,0% | 1,5% |
| Westeuropa | -0,5% | 1,0% | 2,0% |
| Mittel-/Osteuropa | 2,5% | 3,5% | 4,0% |
| Asien/Pazifik | 5,0% | 5,5% | 5,0% |
| Welt | 2,5% | 3,0% | 3,5% |
1) Gerundet auf 0,5%
Anm.: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Februar 2012 des IHS Global Insight.
Wegen der Schwankungen im wirtschaftlichen Umfeld rechnen wir für 2012 mit volatilen Rohstoffmärkten. Insgesamt wird sich den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge der Preisanstieg bei Rohstoffen im Jahresverlauf 2012 abschwächen. Für den Rohölpreis geht der IWF für 2012 zunächst von einem dem Jahresende 2011 vergleichbaren Niveau aus. Bei dieser Einschätzung wurden geopolitischer Risiken sowie die unsicheren Aussichten zur konjunkturellen Entwicklung berücksichtigt. Hinsichtlich der Energiepreise ist für die nächsten Jahre von einem nachhaltigen Preisanstieg auszugehen.
Wir erwarten für 2012 eine leichte Abschwächung des US-Dollar gegenüber dem Euro im Vergleich zum Stichtagskurs am 31. Dezember 2011 von 1,29 USD/€.
Künftige Entwicklung der chemischen Industrie
Auf Basis der zuvor beschriebenen makroökonomischen Rahmenbedingungen erwarten wir für die Chemieindustrie im Jahr 2012 ein globales Wachstum von 3,5 %. Die Industrieländer werden voraussichtlich nur unterdurchschnittliche Raten zeigen. Lediglich Japan dürfte – getragen von der gesamtwirtschaftlichen Erholung nach den Katastrophen vom März 2011 – um 3,0 % zulegen. Die Produktion der Chemieindustrie in Europa wird in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Für Nordamerika gehen wir von einer leichten Steigerung von etwa 1,0 % aus. Die Schwellenländer dürften weiterhin eine überproportionale Entwicklung verzeichnen: So sollte die Produktion in Indien um 8,0 % und in China um 7,5 % zunehmen. Die Chemieindustrien Lateinamerikas und Mittel-/ Osteuropas werden, so unsere Prognose, um 3,5 % wachsen.
Steigende Kapazitäten in den Wachstumsregionen werden den Wettbewerbsdruck auf die traditionellen Industrieländer weiter erhöhen, die darüber hinaus unter einer vergleichsweise schwachen Binnennachfrage leiden. Daher wird die Produktion in diesen Ländern nach unseren Erwartungen langsamer als im globalen Durchschnitt wachsen.
Erwartetes Wachstum Chemieproduktion
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) | Chemieproduktion | ||
|---|---|---|---|
| 2012 | 2013 | 2014-2016 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Amerika | 1,5% | 2,0% | 3,0% |
| NAFTA | 1,0% | 1,5% | 2,5% |
| Lateinamerika | 3,5% | 4,5% | 4,5% |
| EMEA | 1,0% | 2,5% | 2,5% |
| Deutschland | 0,0% | 1,0% | 1,0% |
| Westeuropa | 0,0% | 2,0% | 2,0% |
| Mittel-I0steuropa | 3,5% | 4,0% | 4,0% |
| Asien/Pazifik | 7,0% | 7,5% | 6,5% |
| Welt | 3,5% | 4,5% | 4,5% |
1) gerundet auf 0,5%
Anm.: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Februar 2012 des IHS Global Insight.
Künftige Entwicklung der Absatzmärkte
In den für LANXESS wichtigsten Absatzmärkten rechnen wir für 2012 mit einer Entwicklung, die analog zu den Trends der Weltwirtschaft verläuft.
Die Reifenindustrie wird unserer Prognose zufolge im Jahr 2012 um insgesamt 3,5 % wachsen. Hohe Wachstumsraten werden für Brasilien (7,0 %), China (8,0 %) und Indien (12,0 %) erwartet. Für Europa rechnen wir damit, dass die Produktion nach dem Aufholprozess der Vergangenheit auf einen normalen Entwicklungspfad einschwenken wird. Sie dürfte jedoch bedingt durch die Automobilprognose insgesamt um 2,5 % zurückgehen. In Nordamerika wird sich die Produktion voraussichtlich auf Vorjahresniveau bewegen.
Die Automobilindustrie wird mit 7,5 % voraussichtlich weiterhin auf hohem Niveau wachsen. Schwerpunkte dieser Entwicklung dürften Nordamerika und Asien sein. Für Nordamerika gehen wir davon aus, dass die Produktion um 8,0 % steigen wird, sich damit jedoch weiterhin deutlich unter ihrem Vorkrisenniveau bewegt. Mit 18,0 % erwarten wir auch für Japan einen deutlichen Zuwachs, wobei dieser auf den zuvor skizzierten Erholungseffekt zurückzuführen wäre. Für den indischen Markt rechnen wir wieder mit einer starken Produktionsausweitung um 14,5 %. In Europa dürften sich Mittel- und Osteuropa mit plus 3,5 % positiv entwickeln, während die Produktion in Westeuropa unserer Einschätzung nach um 6,5 % abnehmen wird.
Im Bereich Agrochemikalien bleiben die Treiber des Wachstums – ein hoher Bedarf und damit verbunden hohe Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse – weiterhin in Kraft, so dass wir hier mit einer Zunahme von 3,0 % rechnen. In Asien sollte das Wachstum in China und Indien mit 3,0 % bzw. 4,0 % weiterhin stabil sein. Auch Südamerika und Zentral-/Osteuropa werden unserer Erwartung nach mit 4,5 % bzw. 3,0 % beständig zulegen.
Weiterhin von der Schuldenkrise belastet, dürfte die Bauindustrie in Westeuropa im Jahr 2012 mit einem erwarteten leichten Rückgang um 1,0 % die Talsohle erreicht haben. In Nordamerika wird für 2012 ein leichtes Wachstum von 2,0 % erwartet. Globaler Motor in der Branche wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter Asien sein: Japan dürfte aufgrund des Wiederaufbaus eine Steigerungsrate von 9,0 % und China von 9,5 % aufweisen.
Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) | Reifen | Automobil | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2012 | 2013–2015 | 2011 | 2012 | 2013–2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Amerika | -0,5% | 1,5% | 1,5% | 8,0% | 7,5% | 3,5% |
| NAFTA | -2,0% | -0,5% | -0,5% | 8,0% | 6,5% | 3,5% |
| Lateinamerika | 4,5% | 7,5% | 5,5% | 8,0% | 9,0% | 4,0% |
| EMEA | 2,0% | 3,0% | 2,5% | 0,0% | 6,0% | 5,5% |
| Deutschland | -3,5% | -4,5% | -2,5% | -4,0% | -0,5% | 3,5% |
| Westeuropa | -2,5% | -0,5% | -0,5% | -6,5% | 1,0% | 5,0% |
| Mittel-/Osteuropa | 6,0% | 6,5% | 4,5% | 3,5% | 17,0% | 6,0% |
| Asien/Pazifik | 4,0% | 7,5% | 7,5% | 11,0% | 10,5% | 7,0% |
| Welt | 2,5% | 5,0% | 5,5% | 7,5% | 8,5% | 6,0% |
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| Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%)1) | Agrochemikalien | Bauindustrie | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2012 | 2013–2015 | 2011 | 2012 | 2013–2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Amerika | 3,5% | 2,0% | 2,0% | 3,0% | 9,0% | 8,0% |
| NAFTA | 2,5% | 1,0% | 1,5% | 2,0% | 9,0% | 8,5% |
| Lateinamerika | 4,5% | 3,5% | 3,5% | 5,5% | 7,0% | 5,5% |
| EMEA | 1,5% | 2,5% | 3,0% | 0,5% | 2,0% | 2,5% |
| Deutschland | -1,0% | 1,5% | 2,5% | 0,5% | 0,5% | 1,0% |
| Westeuropa | 0,0% | 2,0% | 2,5% | -1,0% | 1,0% | 1,5% |
| Mittel-/Osteuropa | 3,0% | 3,0% | 3,5% | 4,0% | 4,0% | 5,0% |
| Asien/Pazifik | 3,5% | 5,5% | 6,0% | 8,0% | 6,5% | 5,5% |
| Welt | 3,0% | 3,5% | 4,5% | 4,0% | 5,5,0 | 5,0% |
1) gerundet auf 0,5%
Anm.: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Februar 2012 des IHS Global Insight, LMC und weiteren Quellen.
Risikobericht
Chancen- und Risikomanagementsystem
Unser Erfolg wird wesentlich vom Erkennen von und einem bewussten Umgang mit den Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit beeinflusst. Deren wirksames Management ist ein Kernelement für die langfristige Sicherung des Unternehmens und dessen erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft. Risiken ebenso wie Chancen werden als negative bzw. positive Abweichung vom geplanten Ergebnis verstanden.
Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken.
Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet aber auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es dient jedoch dazu, mit hinreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.
Strukturelle Grundlagen
Unser Chancen- und Risikomanagement basiert auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten in der Organisation sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen an den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten. Die Grundsätze sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Unser Managementsystem folgt dem Integrationskonzept, d.h., die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation.
Es besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen, die in die gesamte Aufbau- und Ablauforganisation eingebettet sind. Das Management von Chancen und Risiken ist originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. Basis für die Einbindung in die betrieblichen Abläufe sind vor allem die Organisationsstruktur, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards. Chancen und Risiken werden bei uns in verschiedenen Ausschüssen und Sitzungen erörtert und überwacht.
Rollen wesentlicher Organisationseinheiten
Bei LANXESS betreiben die Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.
Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, für
| • | die Identifikation und Bewertung von Risiken und Chancen, |
| • | die Vorbeugung (Maßnahmen zur Risikovermeidung, -minderung oder -diversifikation), |
| • | die Überwachung von Risiken (z.B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren), |
| • | die Vorsorge (Maßnahmen zur Schadensminimierung im Ereignisfall) und |
| • | die Kommunikation der wesentlichen Risiken und Chancen in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche |
definiert.
Die Group Function Corporate Controlling verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation der maßgeblichen Informationen in den nachfolgend dargestellten Zyklen:
| • | dreimal jährlich im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses für das laufende Geschäftsjahr |
| • | einmal jährlich im Rahmen des Budget- und Planungsprozesses für das Folgejahr sowie den mittelfristigen Prognosezeitraum |
Die berichteten Chancen und Risiken werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und regelmäßig für den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde, bestehende Chancen und Risiken zeitnah bis hin zum Vorstand kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.
Als Meldeuntergrenze für Chancen und Risiken gilt eine Auswirkung auf das Konzernergebnis oder EBITDA von 1 Mio. € unter Berücksichtigung einer Mindesteintrittswahrscheinlichkeit. Diese niedrige Meldeuntergrenze bedingt, dass Chancen und Risiken umfassend erhoben werden. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt. Die Wesentlichkeitsgrenze hierfür beträgt konzernweit 10 Mio. €.
Die Group Function Corporate Development analysiert und bewertet systematisch bedeutende und strategische Chancen und Risiken mit dem Ziel, den Konzern langfristig richtig auszurichten.
Die Group Function Treasury steuert zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen). Dies wird im Abschnitt zu den Risiken der künftigen Entwicklung im Detail erläutert.
Aufgrund der hohen Integration der allgemeinen Geschäftsprozesse existieren themenbezogene Gremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit den Chancen und Risiken des Konzerns beschäftigen. Das versetzt uns in die Lage, schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse zu reagieren.
Bedeutung des konzernweiten Planungsprozesses
Die Unternehmensplanung ist ein wesentliches Kernelement unseres Chancen- und Risikomanagements. Chancen und Risiken mit einer Wahrscheinlichkeit größer als die vorgegebene Mindestwahrscheinlichkeit fließen unmittelbar in den Planungsprozess ein. Dabei werden die führenden Planzahlen ermittelt sowie Chancen und Risiken mit hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit in Worst-Case-/Best-Case-Szenarien aufgeführt. Die Prozesse zur Unternehmensplanung und zu unterjährigen Erwartungsrechnungen sowie entsprechende Analysen und Handlungsoptionen werden durch die Group Function Corporate Controlling gesteuert und eng mit den operativ verantwortlichen Business Units abgestimmt. Die Planung und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in dedizierten Vorstandsterminen erörtert und verabschiedet. Die Jahresplanung im jeweiligen Berichtsjahr überwachen wir, indem wir regelmäßig die aktuellen Erwartungen zur Geschäftsentwicklung ermitteln.
Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen, wie beispielsweise wesentliche Verstöße gegen Compliance-Regeln, organisatorisch vorgesehen. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen sofortigen Berichterstattung.
Compliance als integraler Bestandteil
Zum Risikomanagement gehört auch, unrechtmäßiges Handeln unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Wir setzen hier darauf, uns bei der Abwicklung der Geschäftsvorfälle umfassend rechtlich beraten zu lassen und unsere Mitarbeiter mit unserem Compliance-Kodex dazu zu verpflichten, sich entsprechend den Gesetzen zu verhalten und verantwortungsbewusst zu handeln. Ein Compliance-Committee fördert und überwacht die Einhaltung unserer Compliance-Grundsätze. Es wird von Compliance-Beauftragten unterstützt, die für jedes Land bestimmt wurden, in dem wir eine Tochtergesellschaft unterhalten. Das Compliance-Committee wird von einem Compliance-Officer geführt. Dieser untersteht direkt dem Vorstand, dem er regelmäßig berichtet.
Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Hierzu existieren klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen. Die branchentypischen Besonderheiten der chemischen Industrie und der bei LANXESS in diesem Zusammenhang regelmäßig eingesetzten Steuerungsinstrumentarien zur Risikoabsicherung werden berücksichtigt. Neben dem Rechnungslegungsprozess im engeren Sinne gehören dazu vor allem der vorstehend beschriebene strukturierte Budget- und Erwartungsprozess sowie ein umfangreiches Vertragsmanagement. Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems können allerdings aufgrund von Ermessensentscheidungen, kriminellen Handlungen, fehlerbehafteten Kontrollen oder sonstigen Umständen eingeschränkt werden. Eine vollständige Sicherheit, dass Sachverhalte korrekt und zeitnah in der Konzernrechnungslegung erfasst werden, kann somit selbst dann nicht gewährleistet werden, wenn die eingesetzten Systembestandteile konzernweit angewendet werden.
Die Group Function Accounting, die dem Finanzvorstand untersteht, ist verantwortlich für den Rechnungslegungsprozess und damit dafür, den Konzernabschluss und die Einzelabschlüsse der Gesellschaften zu erstellen. Konsolidierte Konzernzwischenabschlüsse werden jedes Quartal erstellt. Der verkürzte Konzernhalbjahresabschluss unterliegt der prüferischen Durchsicht, der Konzernjahresabschluss einer vollumfänglichen Prüfung durch den Konzernabschlussprüfer. Grundlage des einheitlichen und IFRS-konformen Konzernberichtswesens ist die LANXESS Konzernabschlussrichtlinie. Sie regelt, in welcher Art die für den Konzern relevanten Normen der International Financial Reporting Standards (IFRS) von den Tochtergesellschaften als berichtenden Einheiten anzuwenden sind. Die Richtlinie definiert ferner den verbindlichen Konzernkontenrahmen. Sie wird auf der IT-technischen Seite durch ein konzernweit einheitliches Anlieferungs- und Konsolidierungssystem ergänzt, das weitgehend auf Standardsoftware basiert und mit Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist.
Indem wir den Konzernrechnungslegungsprozess regeln und überwachen, stellen wir eine den einschlägigen Gesetzen und Normen – insbesondere den IFRS – entsprechende, ordnungsgemäße Rechnungslegung sicher und gewährleisten die Verlässlichkeit unserer Finanzberichterstattung. Das bei uns angewendete rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem orientiert sich an allgemein anerkannten Standards (COSO-Modell). Wesentliche Änderungen an diesem System haben sich im Berichtszeitraum nicht ergeben. Entsprechende Vorgaben existieren auch für die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften.
Der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein detailliert ausgearbeiteter Prozess zugrunde. Dieser wird zeitlich definiert durch die Vorgabe eines Abschluss-Terminkalenders, der die Zeitpunkte für die Anlieferung bestimmter Daten festlegt. Fester Bestandteil ist auch die regelmäßige Prüfung, ob der Kreis der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen korrekt ermittelt und vollständig ist. Die Prinzipien der Funktionstrennung in der Form strukturierter Genehmigungs- und Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Prüfungen von Angaben auf Plausibilität werden im gesamten Erstellungs- und Konsolidierungsprozess durchgängig angewendet.
Für den Konzernabschluss liefern alle berichtspflichtigen Tochtergesellschaften ihre Konzernberichtsdaten über das oben genannte Konsolidierungssystem an. Systemintegrierte Validierungsregeln stellen zum Zeitpunkt der Anlieferung sicher, dass die gemeldeten Daten der Tochtergesellschaften konsistent sind. Die originäre Verantwortung dafür, dass die gemeldeten Daten inhaltlich korrekt sind, liegt beim Rechnungswesen der Tochtergesellschaften. Weitergehende Prüfungen der inhaltlichen Korrektheit nimmt die Abteilung Corporate Accounting innerhalb der Group Function Accounting vor. Hierzu werden unter anderem standardisierte Berichte ausgewertet, in denen die Gesellschaften wesentliche abschlussrelevante Sachverhalte erläutern. Nach den prozessintegrierten Kontrollen erfolgt die Konzernkonsolidierung einschließlich Währungsumrechnung ohne weitere Schnittstellen im selben System, wobei sowohl automatische als auch manuelle Konsolidierungsmaßnahmen vollzogen werden. Die Korrektheit der automatischen Konsolidierungsschritte und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Konsolidierungssachverhalte werden separat gebucht, im erforderlichen Rahmen dokumentiert und von nachgelagerten Stellen kontrolliert. Ergänzt wird dies durch systemintegrierte Validierungsregeln.
Regelmäßige Abstimmungen mit anderen Group Functions des Finanzbereichs, insbesondere den Group Functions Treasury, Tax und Controlling, unterstützen die bilanzielle Abbildung von Sachverhalten. Im Rahmen des laufenden Informationsaustauschs mit den operativen Business Units sowie weiteren Group Functions identifiziert und verarbeitet die Group Function Accounting Sachverhalte, die außerhalb der Rechnungslegung entstehen. Hierzu zählen unter anderem Prozessrisiken, Planungsrechnungen für Werthaltigkeitsuntersuchungen sowie besondere Vertragsvereinbarungen mit Lieferanten oder Kunden. Zusätzlich werden bei Spezialthemen, insbesondere bei der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, externe Dienstleister hinzugezogen.
Überwachung des Risikomanagements und des Internen Kontrollsystems
Konzernintern ist die Group Function Internal Auditing beauftragt, zu überwachen, ob das interne Steuerungs- und Überwachungssystem funktionsfähig ist und die organisatorischen Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden. Die Prüfungsplanung (Auswahl der Prüfobjekte) und Prüfungsansätze dieser Group Function sind entsprechend risikoorientiert ausgerichtet. Zur Beurteilung der Wirksamkeit des IKS wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem. Auch der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse des Compliance-Committees, der Group Function Internal Auditing sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems berichten.
Risiken der zukünftigen Entwicklung
Die wesentlichen Risikoquellen lassen sich wie folgt darstellen:
Gruppierung der Risikoquellen
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| Makroökonomisch | - regionale Entwicklungsdivergenz |
| - langfristige Wechselkursparitäten | |
| - demografische Entwicklung | |
| Strategisch | - Unternehmensstrategie |
| - Investitionen | |
| - Informationstechnologie | |
| - Personal | |
| Leistungswirtschaftlich | - Absatzmärkte |
| - Betriebsabläufe | |
| - Umweltrisiken | |
| - Beschaffungsmärkte | |
| - Finanzwirtschaft | |
| Regulatorisch | - rechtliche Aspekte |
| - regulatorische Maßnahmen | |
| - Steuern |
• Regional unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung
Grundsätzlich unterliegt LANXESS den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Chancen und Risiken in den Ländern und Regionen, in denen der Konzern tätig ist. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Wir begegnen diesem Szenario mit unserer regional breit gefächerten Aufstellung und dem Ausbau unserer Präsenz in ausgewählten Wachstumsregionen. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung" dieses Lageberichts.
• Langfristige Wechselkursentwicklung
Verschiebungen in den Paritäten der Wechselkurse können sich auf die Verkaufserlöse in Konzernwährung und ihre Margen bezogen auf die Herstellungskosten der Produkte, abhängig von ihrem Produktionsland, auswirken. Neben den im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken" beschriebenen Absicherungsmaßnahmen setzen wir auch darauf, unsere Produktionsstandorte in den wesentlichen Wachstumsregionen auszubauen, um mit der regionalen Angleichung von Produktion und Absatz eine Natural-Hedge-Position aufzubauen.
• Demografische Entwicklung
LANXESS begegnet auch dem Risiko der demografischen Entwicklung aktiv. Um auch künftig ausreichend qualifiziertes Personal beschäftigen zu können, haben wir zunächst für Deutschland seit 2009 unter dem Begriff XCare umfassende Maßnahmen ergriffen. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen entwickeln in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern bei LANXESS innovative Konzepte, um Veränderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, frühzeitig und aktiv anzugehen. Angefangen bei der Erhöhung der Zahl von Ausbildungsstellen bis hin zu Angeboten, die es älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, länger am Erwerbsleben teilzunehmen. Dazu gehört auch, dass LANXESS sukzessive ein „Langzeitkonto" einführen wird. Dieses wird es unseren Mitarbeitern in Deutschland künftig ermöglichen, flexibler in den Ruhestand zu gehen, indem Zeit- und Geldbestandteile längerfristig angespart werden können. Ein weiteres Handlungsfeld ist der Bereich „Gesundheit". Ziel ist es, die Produktivität zu steigern und das Risiko von Ausfallzeiten weiter zu senken. Hier wurden die Maßnahmen zur Prävention und Wiedereingliederung weiter erfolgreich ausgebaut. Zusätzlich haben wir 2011 in enger Absprache mit unseren Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung über ein mehrstufiges Konzept geschlossen, das es Mitarbeitern erleichtern wird, neben ihrem Beruf für die Pflege von Angehörigen zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise eine eigens definierte Pflege-Teilzeit.
• Unternehmensstrategische Risiken
Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns ständig voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzoptimierung, die Stärkung der Kernbereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen.
Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-)Entwicklungen und der Annahmen zur Umsetzbarkeit der angestrebten Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Ein- oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und ggf. von externen Beratern unterstützt.
Beim Informationsgewinnungsprozess über M&A-Objekte ist nicht auszuschließen, dass nicht alle für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlichen Informationen vorliegen oder richtig bewertet werden. Dieses Risiko verringern wir durch systematische „Due-Diligence"-Analysen und – soweit möglich – entsprechende Verträge mit den Verkäufern. Eine unzureichende Integration von erworbenen Unternehmen oder Geschäften kann dazu führen, dass erwartete Entwicklungen nicht eintreten. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten.
• Investitionsrisiken
Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Committee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.
• Informationstechnologische Risiken
Unsere IT-Systeme unterstützen weltweit unsere Geschäftsaktivitäten, unter anderem die wesentlichen Prozesse vom Auftragseingang bis zum Ausgleich der Forderung oder von der Bestellung bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Wesentlich ist hierbei, den Adressaten zum richtigen Zeitpunkt korrekte und aussagefähige Informationen bereitzustellen. Um dies zu gewährleisten, investieren wir in den weltweiten Ausbau und die Verbesserung der eingesetzten Software, Hardware und der Netzwerke. Dies resultiert auch in einer verstärkten Integration und der Nutzung einheitlicher Systemplattformen. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass Netzwerke ausfallen oder Systeme sowie ihre Daten aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder externen Einflüssen verfälscht oder zerstört werden. Dies kann zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen. Um diesem Risiko zu begegnen, investiert LANXESS verstärkt in angemessene Datensicherungssysteme und Spiegeldatenbanken, die dem Verlust von Daten vorbeugen sollen. Methoden zur Abwehr von Schadsoftware, Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme sowie andere Sicherungs- und Kontrollinstrumente sollen die Integrität der Daten, das störungsfreie Funktionieren der Software und die anwenderbezogene Datensicherheit gewährleisten. Das Risikomanagement für die IT folgt hierbei anerkannten Standards. Darüber hinaus haben wir die Abhängigkeit von kritischen Lieferanten reduziert.
• Personalpolitische Risiken
Wir handeln durch unsere Mitarbeiter. Das Risiko von Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist in einigen Ländern nicht auszuschließen. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Dazu gehört auch das Instrument QUEST, das Qualifizierungs-, Einsatz- und Stellenmanagement-Center, eine firmeninterne Vermittlungseinheit, die seit 2009 fest in den deutschen Organisationen verankert ist, um Personalüberhänge abzufedern und Wissen im Unternehmen zu halten.
Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen zu internen Prozessen und fachspezifischen Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko zu bewältigen, das in einem Verlust dieses Wissens liegt, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze: Mit attraktiven Vergütungsmodellen, herausfordernden Aufgaben und internationalen Karriereperspektiven möchten wir Mitarbeiter an das Unternehmen binden. In Personalkonferenzen und Development Centern sichten wir darüber hinaus jedes Jahr besonders qualifizierte Mitarbeiter für einen späteren Einsatz in Schlüssel- und Führungsfunktionen, um Kompetenzen im Haus weiter auszubauen und Verluste von Wissen zu vermeiden. Ein Indikator für den bislang geringen Know-how-Verlust sind niedrige Fluktuationsquoten in allen Regionen. Insgesamt schätzen wir das Risiko, dass unsere Geschäfte von Wissensverlusten beeinträchtigt werden, als gering ein.
Um die Produktivität von LANXESS weiter zu steigern, haben wir im Rahmen des strategischen Wachstumsprogramms die International LANXESS Sales Academy (ILSA) für unsere weltweite Vertriebsorganisation entwickelt und eingeführt.
Dass Arbeitskräfte auf unseren weltweiten Märkten knapp werden, ist bislang noch nicht in einem hohen Maße zu spüren. Einer vorausschauenden und nachhaltigen Personalpolitik entsprechend, haben wir jedoch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiterführenden Schulen in Deutschland und in wichtigen Zielmärkten im Berichtszeitraum deutlich verstärkt. Darüber hinaus haben wir das Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen weltweit als attraktiven Arbeitgeber positionieren können. Dazu gehört auch ein besonderes Engagement im Bildungssektor, u.a. in Form einer Kooperation mit der Non-Profit-Organisation „Teach First". Mit dieser Zusammenarbeit wollen wir auch weitere Kanäle erschließen, über die wir qualifiziertes Personal anwerben können. Detailliertere Informationen hierzu finden Sie in den Kapiteln „Mitarbeiter" sowie „Corporate Responsibility".
• Risiken in Absatzmärkten
Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Risiken für LANXESS. Neben diesen nachfragebedingten Marktrisiken können auch strukturelle Marktveränderungen, etwa das Auftreten neuer Anbieter, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigem Kostenniveau, Produktsubstitution oder Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten, unser Risikoprofil beeinflussen und unsere Ertragskraft schwächen. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit umfassenden Maßnahmen, wie z.B. der Fokussierung und Weiterentwicklung eines Produktportfolios, mit dem wir langfristig erfolgreich tätig sein können, und einem konsequenten Kostenmanagement.
• Risiken im Betriebsablauf
Fehlende Anlagenverfügbarkeit sowie Störungen in der Arbeits- und Verfahrenssicherheit können dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine bestehende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, so dass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z.B. reguläre Compliance Checks, Gefährdungsbeurteilungen und systematische Schulungen unserer Mitarbeiter, um die Standards und die Sicherheit zu verbessern.
• Umweltrisiken aus dem Produktionsprozess
Selbst bei hohen (sicherheits-)technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen – auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus – möglich. Sie können zu Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert.
LANXESS war und ist für zahlreiche Standorte, an denen teilweise seit über 140 Jahren chemische Produktion stattgefunden hat, und Abfallentsorgungseinrichtungen zuständig. Es ist nicht auszuschließen, dass in dieser Zeit auch Verunreinigungen verursacht wurden, die bisher noch nicht bekannt sind. Wir bekennen uns zum Responsible-Care-Gedanken und betreiben aktives Umweltmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ausreichende Rückstellungen gebildet.
Im Produktportfolio von LANXESS befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Abnehmer auf die mit der Verwendung einhergehenden Risiken hin. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflicht-Versicherungen abgeschlossen.
• Risiken in Beschaffungsmärkten
Auf der Beschaffungsseite bestehen Risiken aufgrund der hohen Preisvolatilität von Rohstoffen und Energien. Ein Preisanstieg von Einsatzstoffen führt direkt zu einer erhöhten Kostenbasis in der Produktion, ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Dem begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoffversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten und/oder in den Verkaufsverträgen mit den Kunden abgedeckt. Darüber hinaus sichern wir uns teilweise über Derivate ab, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt (siehe auch Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken"). Details hierzu finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [33] „Finanzinstrumente – Rohstoffpreisrisiken". Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorbereitung alternativer Bezugsquellen ab. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis ebenso belasten wie die zuvor beschriebenen steigenden Preise für Einsatzstoffe, ohne dass jedoch Möglichkeiten bestehen, sich gegenüber Kunden oder in Terminmärkten abzusichern. Um solche negativen Einflüsse auf die Kostenbasis abzumildern, verfolgen wir eine marktgerechte Preispolitik, die dem Premium-Charakter unserer Produkte gerecht wird. Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen.
• Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Group Function Treasury steuert zentral die finanzwirtschaftlichen Risiken. Im Wesentlichen sind dies:
Finanzwirtschaftliche Risiken
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| Preisrisiken | Liquidität und Refinanzierung | Kontrahentenrisiken | Anlagerisiken |
|---|---|---|---|
| -Zinsen | - Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln | - Banken | - Investitionen in Pensionsvermögen |
| - Währungen | - Zugang zu multi- und bilateralen Kapitalmärkten | - Kunden | |
| - Rohstoffe | |||
| - Energien |
Preisrisiken werden mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente im Rahmen freigegebener Bandbreiten der Absicherung gesteuert. Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit unsere Zahlungsfähigkeit. Kontrahentenrisiken, also dem Ausfall von Forderungen, begegnen wir, indem wir bewusst Kreditlimits setzen. Das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury, Accounting und Human Resources, begrenzt die Anlagerisiken, indem es Allokationsentscheidungen für die Investitionen des Pensionsfonds fällt, soweit LANXESS hierauf Einfluss nehmen kann.
Eine detaillierte Darstellung finanzwirtschaftlicher Risiken und deren Managements findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente".
• Rechtliche Risiken
Unternehmen des LANXESS Konzerns sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines ungünstigen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unsere künftige Finanz- oder Ertragslage.
In der Berichterstattung über frühere Geschäftsjahre wurden erhöhte Risiken aus bestimmten behördlichen und zivilgerichtlichen Kartellverfahren in den USA, Kanada und Europa im Zusammenhang mit bestimmten Produkten des ehemaligen Geschäftsbereichs Kautschuk benannt, der bei der Abspaltung von der Bayer AG dem LANXESS Konzern zugeordnet worden war. Die LANXESS AG und die Bayer AG haben im Innenverhältnis eine Haftungsvereinbarung für diese Verfahren getroffen. Danach trägt LANXESS im Innenverhältnis 30 % der Verbindlichkeiten und die Bayer AG 70 %. Für die Erstattungspflicht von LANXESS bestanden Wertgrenzen, die durch die zwischenzeitlich erbrachten Zahlungen von LANXESS ausgeschöpft sind. Mögliche zusätzliche Erstattungspflichten von LANXESS können sich noch aus einem der eingeschränkten steuerlichen Abzugsfähigkeit folgenden Steuerschaden sowie den laufenden Kosten einer Rechtsverteidigung ergeben. Letztere werden ebenfalls im Verhältnis 30 : 70 geteilt.
Weitere Ausführungen zu rechtlichen Risiken finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [14] „Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen".
• Risiken aus regulatorischen Maßnahmen
Verschärfen sich Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards, kann das zu zusätzlichen Kosten und Haftungsrisiken führen. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern.
• Steuerliche Risiken
Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.
Zusammenfassende Aussage zur Gesamtrisikoposition
Unsere Risikoexposition hat sich im Berichtsjahr aufgrund der Erholung des wirtschaftlichen Umfelds im Vergleich zum Vorjahr verringert. Dennoch unterliegen alle Planungen bestimmten Prognoserisiken, so dass flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen von den in der jüngsten Vergangenheit beobachteten drastischen und globalen Änderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten grundsätzlich eingeschränkt wird.
Mit dem flexiblen Management, das wir in den vergangenen Jahren bereits bewiesen haben, und unseren verbesserten Finanzstrukturen sind wir zuversichtlich, die auftretenden Risiken zu bewältigen.
In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.
Chancenbericht
Strategische Chancen
Die strategische Ausrichtung von LANXESS hat sich in dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 erfolgreich bewährt. Wir haben unser Produktportfolio konsequent auf die Märkte ausgerichtet, die auch in den kommenden Jahren ein kontinuierliches Wachstum versprechen. Eine zentrale Rolle nehmen hier weiterhin die BRICS-Staaten und hier insbesondere die wichtigen Wachstumsregionen Brasilien, China und Indien ein.
Wir positionieren uns auch zukünftig als marktnaher, flexibler Premium-Anbieter im Kern der chemischen Industrie, der mit hoher Innovationskraft messbaren Mehrwert für seine Kunden generiert.
Unser mittelfristiges Unternehmensziel ist es, unsere zentrale Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, auf 1,4 Mrd. € im Jahr 2015 zu steigern. Von bereits initiierten Investitionsprojekten erwarten wir uns dabei auf Basis unseres Ergebnisses im Geschäftsjahr 2011 einen Beitrag zum EBITDA vor Sondereinflüssen auf ein Niveau von etwa 1,3 Mrd. €. Wir streben unser Ziel sowohl auf der Basis von organischem Wachstum als auch durch gezielte Akquisitionen an. Der Fokus wird dabei auf organischem Wachstum liegen.
Zur Erreichung dieses Ziels spielen die Zusammensetzung unseres Produktportfolios, die regionale Ausrichtung, Akquisitionen, eine zielgerichtete Forschung und Entwicklung sowie verschiedene strategische Initiativen eine zentrale Rolle.
• Ausrichtung des Produktportfolios an vier globalen Megatrends
LANXESS ist mit seinem breiten Produktportfolio in allen wichtigen Abnehmerbranchen vertreten. Aufgrund unserer breiten Diversifikation sind wir unabhängig von einzelnen Produkten bzw. Verfahren. Für das Jahr 2012 ist insofern nicht mit Produkt- oder Verfahrensinnovationen zu rechnen, die als einzelne die Performance des LANXESS Konzerns signifikant beeinflussen werden. Ungeachtet dessen gibt es Produktbereiche in unserem Portfolio, die wir durch optimierte Produktionsprozesse und -verfahren, kontinuierliche Innovationen, Kapazitätserweiterungen, neue Produktionsstätten oder Akquisitionen gezielt stärken. Dabei orientieren wir uns an vier der wichtigsten globalen Megatrends:
Mobilität: Eine insbesondere in den Schwellenländern steigende Nachfrage nach Fahrzeugen und die Notwendigkeit, Mobilität überall auf der Welt umweltverträglicher zu gestalten, setzen in den für LANXESS bedeutenden Kundenindustrien Reifen und Automobile wichtige Wachstumsimpulse. Auf europäischer und internationaler Ebene werden Gesetzgebungen vorangetrieben, die eine Bewertung von Fahrzeugreifen nach den Kriterien Rollwiderstand, Haftung und Geräuschemission oder Laufleistung vorsehen und damit die Qualitätsanforderungen an Reifen erhöhen. So wird in Europa im November 2012 das Gesetz zur Kennzeichnungspflicht für Reifen in Europa in Kraft treten, wobei eine anstrebenswerte Einordnung nur unter Verwendung von Hochleistungs-Kautschuken ermöglicht wird. Im Automobilbau sind es vor allem die zunehmenden Bestrebungen um eine deutliche Gewichtsreduktion durch den Einsatz von Hightech-Kunststoffen, die uns Wachstumschancen eröffnen.
Landwirtschaft: Die von einer wachsenden Weltbevölkerung getriebene Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und vor diesem Hintergrund dringend erforderliche Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft sind insbesondere für unsere Kunden in der Chemie- und Agrochemikalienindustrie von zentraler Bedeutung. Mit unseren Produkten tragen wir zur künftigen Ertragssteigerung in der Landwirtschaft und zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen bei.
Urbanisierung: Besonders in den wachstumsstarken Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien sind die Ausdehnung bestehender Städte und die Entstehung neuer so genannter „Megacities" zu beobachten. Entsprechend groß ist der Bedarf an Neubauten und einer leistungsfähigen Infrastruktur. Zudem steigen mit der wachsenden Mittelschicht auch die Ansprüche an Konsum und Lebensstandard. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem unsere Kundenindustrien Bau und Konsumgüter.
Wasser: Ein kontinuierlich steigender Wasserverbrauch durch das anhaltende Bevölkerungswachstum, die zunehmende Umweltverschmutzung und der industrielle Bedarf wird dafür sorgen, dass die Nachfrage nach sauberem Wasser bereits in rund 20 Jahren das derzeitige Angebot deutlich übersteigen wird. Mit unseren innovativen Lösungen zur Reinigung und Aufbereitung von Trinkwasser, Abwasser und industriellem Prozesswasser bedienen wir folglich einen wachstumsstarken Nischenmarkt für Wasser. Die wichtigsten Wachstumsregionen für den Bereich Wasser sind wiederum Asien/Pazifik und hier besonders Indien und China sowie Lateinamerika mit Brasilien.
• Nachhaltige Expansion in den BRICS-Staaten
Wir haben im Lauf der vergangenen Jahre unsere Geschäftsaktivitäten in Asien, Mittel- und Osteuropa sowie in Lateinamerika deutlich verstärkt und werden den Ausbau unserer Marktposition dort weiter vorantreiben. Durch unsere zunehmende Präsenz in diesen bedeutenden wirtschaftlichen Regionen haben wir die Chance, an deren dynamischer wirtschaftlicher Entwicklung zu partizipieren. Insbesondere in Brasilien, Indien, China und Singapur haben wir im vergangenen Geschäftsjahr mit neuen, gezielten Investitionen die Basis für weiteres Wachstum gelegt.
Ein Überblick unserer aktuellen Investitionsprojekte in den BRICS-Staaten ist dem Abschnitt „Operative Chancen" dieses Risiko- und Chancenberichts zu entnehmen.
• Stärkung des Konzerns durch Akquisitionen
In den kommenden Jahren planen wir keine tiefgreifende Änderung unserer Konzernstruktur und Geschäftspolitik. Allerdings wird es auch weiterhin festes Element unserer Strategie sein, unsere Segmente durch gezielte Akquisitionen zu stärken.
• Zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
Eigenständig generierte, kunden- und marktorientierte Innovationen sollen auch zukünftig wesentlich dazu beitragen, organisches Wachstum zu erreichen und unsere Wettbewerbspositionen als Premium-Anbieter zu festigen. Der Fokus liegt dabei unverändert sowohl auf Prozess- als auch auf Produktinnovationen.
Die hohe Bedeutung von Forschung und Entwicklung spiegelt sich auch in unserem deutlich höheren Budget für das Geschäftsjahr 2012 wider, das knapp 40% über dem des Berichtsjahres liegt. Bei ca. 20 % unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus 2011 soll bis Ende 2012 die Implementierung im Markt bzw. in der Technik gestartet sein.
Operative Chancen
Die Erschließung und Nutzung operativer Chancen ist zentraler Bestandteil der unternehmerischen Aktivitäten von LANXESS. Mit gezielten Investitionen nutzen wir die Chance, unser künftiges organisches Wachstum systematisch voranzutreiben und unsere Position in den weltweiten Wachstumsmärkten nachhaltig zu stärken. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Investitionen für organisches Wachstum, die im Folgenden differenziert nach größeren und kleineren Projekten aufgeführt sind. Darüber hinaus treibt LANXESS die künftige Entwicklung der Segmente durch Investitionen in externes Wachstum voran. Wesentliche Projekte sind dabei nachfolgend beschrieben.
• Segment Performance Polymers
LANXESS hat bereits in den vergangenen Geschäftsjahren mit gezielten Investitionen in die bestehenden profitablen Geschäfte die Basis für das künftige Wachstum dieses Segments gelegt und diese auch im Berichtsjahr weiter vorangetrieben:
In der Business Unit Butyl Rubber verläuft die Fertigstellung unseres neuen Werks zur Herstellung von Butylkautschuk in Singapur plangemäß (Baubeginn: Mai 2010). Die Aufnahme der Produktion wird im ersten Quartal 2013 erwartet. Die Anlage ist für eine Jahreskapazität von bis zu 100.000 Tonnen ausgelegt. Mit den neuen Kapazitäten werden wir die mittel- und langfristig stetig wachsende Nachfrage nach Butylkautschuk für Reifen, insbesondere aus den BRICS-Staaten, bedienen können. Das neue Werk ist mit einer Investitionssumme von rund 400 Mio. € die bisher größte Einzelinvestition von LANXESS.
Darüber hinaus haben wir in der Business Unit Butyl Rubber unsere Kapazitäten am Standort Antwerpen (Belgien) um rund 14.000 Jahrestonnen erweitert. Die Erweiterung konnten wir bereits im vierten Quartal des Berichtsjahres abschließen und insofern vor dem ursprünglich geplanten Termin Mitte 2012. Die Investitionssumme für die Expansion belief sich auf rund 20 Mio. €.
Aus beiden Investitionen in der Business Unit Butyl Rubber erwarten wir einen jährlichen Umsatzbeitrag von etwa 330 Mio. €.
Für die Business Unit Performance Butadiene Rubbers sieht LANXESS ebenfalls in Singapur die Errichtung einer neuen Produktionsanlage für den Hochleistungs-Kautschuk Neodymkatalysierten Polybutadienkautschuk (Nd-PBR) vor. Die Investition in das neue Werk auf Jurong Island beläuft sich auf rund 200 Mio. €. Mit einer Jahreskapazität von 140.000 Tonnen wird die Anlage, die in der ersten Jahreshälfte 2015 in Betrieb gehen soll, die weltweit größte ihrer Art sein. Der Baubeginn für die neue Anlage ist für September 2012 vorgesehen.
Zudem erweitern wir in der Business Unit Performance Butadiene Rubbers unsere Kapazitäten für Nd-PBR an den LANXESS Standorten Dormagen (Deutschland) und Cabo (Brasilien) um rund 35.000 Jahrestonnen. Unsere Kapazitätserweiterung am Standort Orange (USA) um 15.000 Jahrestonnen konnten wir bereits im Berichtsjahr erfolgreich abschließen. In alle Erweiterungen investieren wir insgesamt rund 20 Mio. €. Durch die zusätzlichen Kapazitäten erwarten wir Umsätze in Höhe von rund 70 Mio. € pro Jahr.
Die Business Unit Technical Rubber Products errichtet in Kooperation mit der taiwanesischen TSRC Corporation ein neues Werk zur Produktion von technischem Kautschuk (NBR) in Nantong (China), das mit einer Jahreskapazität von rund 30.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2012 in Betrieb gehen soll. Mit den Kapazitäten werden wir insbesondere die Automobilindustrie bedienen und in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte am Megatrend Mobilität partizipieren. Beide Konzerne investieren insgesamt umgerechnet rund 36 Mio. € (rund 50 Mio. US-Dollar) in das neue Werk.
Darüber hinaus baut unsere Business Unit Technical Rubber Products ihre Produktionskapazitäten für einige Spezialelastomere wie etwa EVM in Dormagen aus und erweitert ihre Produktionskapazitäten für Hydrierten Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR) an den Standorten Leverkusen und Orange (USA) um 40 %. Dieser synthetische Hochleistungskautschuk wird unter dem Markennamen Therban vertrieben. Die Ausbauarbeiten an den Produktionsstätten in Deutschland und den USA haben bereits begonnen. In Leverkusen werden die Maßnahmen voraussichtlich im April 2012, in Orange im Dezember 2012 abgeschlossen sein.
In Anbetracht der steigenden Nachfrage nach den Produkten der Business Unit Semi-Crystalline Products, die insbesondere aus dem Trend zum Leichtbau in der Automobilherstellung resultiert, haben wir frühzeitig in den Ausbau unserer Kapazitäten in den BRICS-Staaten investiert und unsere Präsenz in diesen wichtigen Wachstumsregionen verstärkt. Nach Abschluss der Erweiterung unseres Produktionsstandortes für Hightech-Kunststoffe in Wuxi (China) in 2011 um rund 20.000 Jahrestonnen auf insgesamt ca. 60.000 Tonnen, errichten wir weitere neue Werke für die Produktion von Hightech-Kunststoffen in Jhagadia (Indien), Gastonia (USA) und Porto Feliz (Brasilien). Die neuen Werke in den USA und Indien werden im laufenden Geschäftsjahr ihre Produktion aufnehmen. Die Produktionsaufnahme in Brasilien ist für 2013 vorgesehen. Alle neuen Standorte werden über eine anfängliche Kapazität von etwa 20.000 Jahrestonnen verfügen.
Den Ausbau der Kapazitäten von Caprolactam und KA-Öl am Standort Antwerpen (Belgien) hat die Business Unit Semi-Crystalline Produkts in 2011 erfolgreich abgeschlossen. Caprolactam ist ein wichtiges Vorprodukt zur Herstellung unserer Hightech-Kunststoffe. Mit dieser Investition sichern wir unsere Rückwärtsintegration, was in diesem Markt ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist.
• Segment Advanced Intermediates
Mit Investitionen im Segment Advanced Intermediates stärkt LANXESS seine Chancen, vom wichtigen Trend Landwirtschaft zu profitieren und darüber hinaus an weiteren Megatrends zu partizipieren.
Die Business Unit Advanced Industrial Intermediates konnte Ende 2011 am Standort Krefeld-Uerdingen eine neue Anlage zur Formalin-Produktion in Betrieb nehmen und ist somit unabhängig von Zukäufen dieses Vorprodukts. Zudem entstehen deutliche Kostenvorteile. Formalin, das zur Herstellung von Trimethylolpropan genutzt wird, findet sich in zahlreichen Produkten für die Automo-bil-, Möbel- und Bauindustrie. Die neue Anlage hat eine Kapazität von etwa 150.000 Jahrestonnen.
Ebenfalls in der Business Unit Advanced Industrial Intermediates haben wir im Berichtsjahr mit dem Ausbau unserer Mentholanlage begonnen. Die Kapazität des Betriebes am Standort Krefeld-Uerdingen soll angesichts der großen Nachfrage auf den Weltmärkten verdoppelt werden. Die Fertigstellung ist für das erste Halbjahr 2012 vorgesehen.
• Segment Performance Chemicals
Im Segment Performance Chemicals nimmt LANXESS ebenfalls gezielte Investitionen vor und partizipiert hier insbesondere an den Wachstumschancen der Megatrends Wasserversorgung und Urbanisierung.
Für die Business Unit Ion Exchange Resins, deren Ionenaustauscherharze zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser eingesetzt werden, haben wir im vergangenen Jahr wichtige Projekte abgeschlossen – und treiben laufende Projekte weiter voran.
So wurde am Standort Bitterfeld ein neues Werk für innovative Membrantechnologie zur Wasseraufbereitung eröffnet. Die Membrantechnologie ist komplementär zum Filtrationsprozess mit Ionenaustauschern. Durch diese für LANXESS neue Technologie erschließt der Konzern ein Anwendungsgebiet, dessen globales Marktvolumen auf rund 1 Mrd. € geschätzt wird. Nach erfolgreicher Pilot- und Entwicklungsphase wird die Membran-Filtrationstechnologie dem Markt im laufenden Geschäftsjahr zur Verfügung stehen. Das Investitionsvolumen für das neue Werk beläuft sich auf insgesamt rund 30 Mio. €.
Im Berichtsjahr haben wir zudem mit dem Bau einer neuen Anlage für Lederchemikalien der Business Unit Leather in Changzhou (China) begonnen. Die Anlage wird eine Jahreskapazität von bis zu 50.000 Tonnen haben. Sie soll in der ersten Jahreshälfte 2013 in Betrieb gehen und die Premium Lederchemikalien von LANXESS für den Wachstumsmarkt China produzieren. Diese werden für verschiedene Anwendungen wie das Gerben und Färben von Leder oder dessen weitere Veredelung verwendet. Das Investitionsvolumen für das neue Werk beläuft sich auf insgesamt rund 30 Mio. €.
Erwartete Ertragslage
LANXESS hat für seine künftige Ertragsentwicklung klare mittelfristige Ziele definiert: Im Geschäftsjahr 2015 soll die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns, EBITDA vor Sondereinflüssen, rund 1,4 Mrd. € erreichen.
Aufgrund der anhaltenden großen Unsicherheit in Bezug auf die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der europäischen Finanzkrise ist die Prognosefähigkeit mit Bezug auf die konkrete Ergebnisgrößen für das laufende Jahr eingeschränkt. Grundsätzlich geht LANXESS jedoch in den nächsten Jahren von einer weiteren Steigerung seiner zentralen Ergebnisgröße EBITDA vor Sonderaufwendungen aus und schätzt die Erreichung des mittelfristigen EBITDA Ziels von 1,4 Mrd. € als realistisch ein.
Wir erwarten für das Segment Performance Polymers, dass die erfreuliche Nachfrageentwicklung für Reifen auch im Jahr 2012 anhalten wird. Diese wird durch das neue Gesetz in Europa zur Kennzeichnungspflicht von Reifen unterstützt, das im November 2012 in Kraft tritt. Zur Bedienung der erwarteten Nachfrage werden uns bereits ab Jahresbeginn 2012 zusätzliche Butylkautschuk-Kapazitäten zur Verfügung stehen, die aus den frühzeitig abgeschlossenen Erweiterungsmaßnahmen unserer Produktionsanlage für Butylkautschuk in Zwijndrecht (Belgien) resultieren. Daneben werden wir auch durch den Abschluss weiterer, zuvor erläuterter, Erweiterungsmaßnahmen das Wachstum in unserem Segment bedienen können. In unserer Business Unit Technical Rubber Products werden wir im laufenden Jahr von der erfolgreichen Integration des im Mai 2011 erworbenen Keltan-EPDM-Geschäfts weiter profitieren können. Durch den anhaltenden Trend zur deutlichen Gewichtsreduktion in Fahrzeugen, gehen wir auch für unsere Hightech-Kunststoffe von weiteren Wachstumschancen aus. Im Hinblick auf die Rohstoffkostenentwicklung ist in der ersten Jahreshälfte von moderat steigenden Rohstoffkosten auszugehen, was wir in Preiserhöhungen für unsere Produkte berücksichtigen werden.
Im Segment Advanced Intermediates gehen wir im Jahr 2012 für unsere Produkte für die Agrochemie von einer insgesamt erfreulichen Nachfrage aus. Unser Angebot für die Pharmaindustrie werden wir wie angekündigt im laufenden Jahr neu ausrichten.
Im Segment Performance Chemicals sehen wir insgesamt eine Erholung der Nachfrage aus der Bauindustrie, nachdem das zweite Halbjahr 2011 von einem schwächeren Verlauf geprägt war. Für die Business Units Rubber Chemicals und Rhein Chemie erwarten wir eine anhaltend stabile Nachfrage aus dem Bereich der Automobilindustrie. Die Business Unit Rhein Chemie wird hier zudem von der Übernahme der Darmex-Gruppe profitieren können. In der Business Unit Ion Exchange Resins, mit denen wir den Megatrend Wasser bedienen, wird sich im laufenden Jahr die starke Nachfrage nach Ionenaustauschern sowie die Markteinführung unserer Membrantechnologie vorteilhaft für uns auswirken.
Erwartete Kostenentwicklung
LANXESS erwartet auch vor dem Hintergrund zunehmend herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Jahr 2012 einen anhaltend guten Geschäftsverlauf und plant für die Jahre 2012 und 2013 derzeit keine weiteren umfassenden Programme zur Kostensenkung. In den vergangenen Jahren haben wir auch vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise unsere Kostenbasis weiter flexibilisiert und können unsere Kostenentwicklung bei Bedarf frühzeitig dem wirtschaftlichen Umfeld anpassen.
Für das laufende Jahr 2012 gehen wir im Vergleich zum Vorjahr von einer höheren Kostenbasis aus, die insbesondere durch den anstehenden Tarifabschluss und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter hervorgerufen wird.
Bei den Rohstoffkosten rechnen wir für das Jahr 2012 mit einem insgesamt volatilen Verlauf. Bei steigenden Rohstoffkosten streben wir wie bereits in den Vorjahren an, diese durch eine Erhöhung unserer Produktpreise in den Markt weiterzugeben. Aufgrund der teilweise sehr hohen Volatilität der Rohstoffpreise ist eine Aussage zu der mittelfristigen Entwicklung unserer Rohstoffkosten nur bedingt möglich. Wir richten uns aber generell darauf ein, dass der Trend zu höheren Beschaffungskosten – insbesondere für petrochemische Rohstoffe – auch über das Jahr 2012 hinaus anhalten könnte. Bei den Energiekosten gehen wir für die nächsten Jahre ebenfalls von einem nachhaltigen Preisanstieg aus.
Im Geschäftsjahr 2012 erwarten wir planmäßige Abschreibungen im Bereich von 330 bis 350 Mio. €.
Unser Ergebnis wird ebenfalls durch mögliche Währungsschwankungen beeinflusst. Um diesen zu begegnen, haben wir für das laufende Jahr und für 2013 bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Die konzernweite Steuerquote wird unserer Einschätzung nach im laufenden Jahr bei rund 22,0 % erwartet und sich damit im Vergleich zur Steuerquote von 22,6 % im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht reduzieren.
Erwartete Finanzlage
Liquiditätssituation
LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik auch künftig fortsetzen. Angesichts der im Abschnitt Finanzlage beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von über 2,3 Mrd. € verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation, um die Fortführung der Wachstumsstrategie finanziell umsetzen zu können.
Investitionen
Unsere gezielte Investitions- und Wachstumsstrategie werden wir auch im Geschäftsjahr 2012 fortführen. Rund 70 % der auszahlungswirksamen Investitionen sollen dabei auf Erweiterungen bestehender Anlagen bzw. den Neubau von Produktionsanlagen entfallen. Die verbleibenden 30 % fließen in Maßnahmen für die Instandhaltung bestehender LANXESS Produktionsstandorte.
Für das laufende Jahr 2012 planen wir derzeit auszahlungswirksame Investitionen in Höhe von rund 600 Mio. €. Von dem genannten Volumen wird ein Anteil in Höhe von gut 100 Mio. € auf die Investition in unser neues Butylkautschuk-Werk in Singapur entfallen. Ebenfalls in Singapur beginnen wir im zweiten Halbjahr 2012 mit der Errichtung unserer neuen Produktionsanlage für den Hochleistungs-Kautschuk Nd-PBR. Hierfür wird sich das Investitionsvolumen in 2012 auf rund 35 Mio. € belaufen. Weiterhin sind in den Erwartungen rund 25 Mio. € für die neue Konzernzentrale von LANXESS in Köln enthalten.
Finanzierungsmaßnahmen
Die Finanzierbarkeit der vorgesehenen Investitionen ist durch künftige Cashflows, vorhandene Zahlungsmittel sowie bestehende Kreditlinien ebenso gewährleistet wie die erwartete Dividendenzahlung. LANXESS ist aufgrund der in den letzten Jahren konsequent durchgeführten Neuausrichtung, der Investitionen in neue, effizientere Produktionsprozesse und der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt. Nennenswerte Refinanzierungserfordernisse bestehen aufgrund der bisher getätigten umfangreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzposition im laufenden Jahr nicht. Dies deckt auch den im Jahr 2005 begebenen und im Geschäftsjahr 2012 fälligen Eurobond mit einem zur Rückzahlung anstehenden Volumen von 402 Mio. € ab. Darüber hinaus wird LANXESS seine Bemühungen zur langfristigen Sicherung der Finanzierung im Rahmen einer konservativen Finanzpolitik durch weitere Diversifikation der Finanzierungsquellen und vorausschau-ende Finanzierungsmaßnahmen fortsetzen.
Dividendenpolitik
LANXESS verfolgt weiterhin grundsätzlich eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Für die künftigen Dividendenvorschläge werden, wie bereits in der Vergangenheit, die wirtschaftliche Entwicklung des zurückliegenden Geschäftsjahres, die Finanzierungsziele des Konzerns sowie sich abzeichnende Entwicklungen im neuen Geschäftsjahr berücksichtigt.
Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
Der LANXESS Konzern hat sich in den vergangenen Jahren mit seinem Produktportfolio erfolgreich in den wichtigen Kundenindustrien platziert sowie in den weltweiten Wachstumsregionen positioniert und wird seine Position auch in den kommenden Jahren weiter stärken.
Für seine künftige Entwicklung haben wir ein klares mittelfristiges Ertragsziel definiert: Im Geschäftsjahr 2015 soll die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns, das EBITDA vor Sondereinflüssen, 1,4 Mrd. € erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir auf Basis der vier Megatrends Mobilität, Urbanisierung, Wasserversorgung und Landwirtschaft klare Wachstumschancen definiert und unsere strategische Ausrichtung darauf abgestimmt.
Die bereits erfolgreich umgesetzten Investitionen sowie die Einleitung weiterer Maßnahmen für künftiges organisches Wachstum werden dabei einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des definierten Ertragsziels leisten. Darüber hinaus werden wir durch bereits getätigte Akquisitionen, die erfolgreich fortgeführte Preis-vor-Menge-Strategie, den Fokus auf Premium-Produkte sowie Produkt- und Prozessinnovationen weiteres Wachstum generieren.
Die künftige Geschäftsentwicklung kann durch bestimmte Faktoren beeinflusst werden. Zu den wichtigsten unternehmensspezifischen Faktoren gehört die weitere Entwicklung der Rohstoff- und Energiekosten – hier rechnen wir für das Jahr 2012 mit einem überwiegend volatilen Verlauf und richten uns darauf ein, dass dieser Trend auch darüber hinaus anhalten könnte. Wie bereits in den Vorjahren streben wir an, steigende Kosten durch eine Erhöhung von Produktpreisen in den Markt weiterzugeben.
Für den US-Dollar, als wesentliche Währung der LANXESS Geschäfte, erwarten wir für 2012 eine leichte Abschwächung gegenüber dem Euro im Vergleich zum Stichtagskurs am 31. Dezember 2011 von 1,29 USD/€.
LANXESS ist insgesamt optimistisch in das Jahr 2012 gestartet und geht auch vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten sowie einem vorsichtigeren Kundenverhalten für seine drei Segmente von einer soliden Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr aus. Unsere wichtigen Kundenindustrien werden, wenn auch mit unterschiedlicher regionaler Ausprägung, ihre positive Entwicklung fortsetzen. Wir sind in allen Segmenten weltweit ausgezeichnet aufgestellt, um von diesem Wachstum auch im laufenden Jahr profitieren zu können.
Vor diesem Hintergrund sind wir insgesamt zuversichtlich für das Geschäftsjahr 2012 sowie für das darauf folgende Jahr. Wir bleiben damit auf einem guten Weg, unser mittelfristiges Ziel von 1,4 Mrd. € EBITDA vor Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2015 zu erreichen.
Bilanz
LANXESS KONZERN
AKTIVA
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| in Mio. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | (1) | 226 | 373 |
| Sachanlagen | (2) | 2.131 | 2.679 |
| At equity bewertete Beteiligungen | (3) | 13 | 12 |
| Sonstige Beteiligungen | (4) | 8 | 19 |
| Langfristige derivative Vermögenswerte | (5) | 3 | 8 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | (6) | 74 | 82 |
| Latente Steuern | (28) | 170 | 196 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | (7) | 113 | 120 |
| Langfristige Vermögenswerte | 2.738 | 3.489 | |
| Vorräte | (8) | 1.094 | 1.386 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (9) | 942 | 1.146 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 160 | 178 | |
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | (10) | 364 | 350 |
| Kurzfristige derivative Vermögenswerte | (5) | 19 | 8 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | (6) | 58 | 27 |
| Kurzfristige Ertragsteuerforderungen | 69 | 64 | |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | (11) | 222 | 230 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.928 | 3.389 | |
| Summe Aktiva | 5.666 | 6.878 | |
| PASSIVA | |||
| Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2011 | |
| Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage | 889 | 889 | |
| Sonstige Rücklagen | 699 | 943 | |
| Konzernergebnis | 379 | 506 | |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | -221 | -280 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | 15 | 16 | |
| Eigenkapital | (12) | 1.761 | 2.074 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (13) | 605 | 679 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | (14) | 351 | 331 |
| Langfristige derivative Verbindlichkeiten | (5) | 11 | 13 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (15) | 1.302 | 1.465 |
| Langfristige Ertragsteuerschulden | (16) | 50 | 63 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | (17) | 95 | 89 |
| Latente Steuern | (28) | 40 | 75 |
| Langfristiges Fremdkapital | 2.454 | 2.715 | |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | (14) | 422 | 446 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (18) | 664 | 766 |
| Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten | (5) | 23 | 40 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (15) | 176 | 633 |
| Kurzfristige Ertragsteuerschulden | (16) | 34 | 49 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | (17) | 132 | 155 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 1.451 | 2.089 | |
| Summe Passiva | 5.666 | 6.878 |
Gewinn- und Verlustrechnung
LANXESS KONZERN
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| in Mio. € | Anhang | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (20) | 7.120 | 8.775 |
| Kosten der umgesetzten Leistungen | (21) | -5.381 | -6.765 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.739 | 2.010 | |
| Vertriebskosten | (22) | -646 | -732 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | (23) | -116 | -144 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | (24) | -298 | -325 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (25) | 189 | 179 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (26) | -261 | -212 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 607 | 776 | |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 16 | 7 | |
| Zinserträge | 10 | 11 | |
| Zinsaufwendungen | -93 | -104 | |
| Sonstiges Finanzergebnis | -47 | -35 | |
| Finanzergebnis | (27) | -114 | -121 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 | |
| Ertragsteuern | (28) | -112 | -148 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 381 | 507 | |
| davon auf andere Gesellschafter entfallend | 2 | 1 | |
| davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) | 379 | 506 | |
| Ergebnis je Aktie (€) (unverwässert/verwässert) | (29) | 4,56 | 6,08 |
GESAMTERGEBNISRECHNUNG
LANXESS KONZERN
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 381 | 507 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen | -130 | -4 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 125 | -33 |
| Finanzinstrumente | -41 | -38 |
| Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten Beteiligungen (nach Ertragsteuern) | -26 | -11 |
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 49 | 40 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -23 | -136 |
| Gesamtergebnis | 358 | 371 |
| davon auf andere Gesellschafter entfallend | 2 | 1 |
| davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend | 356 | 370 |
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
LANXESS KONZERN
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| in Mio.€ | Gezeichnetes Kapital | Kapital- rücklage |
Sonstige Rücklagen | Konzern- ergebnis |
Kumuliertes Eigenkapital | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Währungs- umrechnungen |
Finanz- instrumente |
|||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2009 | 83 | 806 | 818 | 40 | -340 | 25 |
| Thesaurierung | 40 | -40 | ||||
| Dividendenzahlungen | -42 | |||||
| Gesamtergebnis | -117 | 379 | 125 | -31 | ||
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 379 | |||||
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -117 | 125 | -31 | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von | ||||||
| Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen | -130 | |||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung | ||||||
| ausländischer Geschäftsbetriebe | 125 | |||||
| Finanzinstrumente | -41 | |||||
| Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten | ||||||
| -26 | ||||||
| Beteiligungen (nach Ertragsteuern) | ||||||
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 39 | 10 | ||||
| 31.12.2010 | 83 | 806 | 699 | 379 | -215 | -6 |
| Thesaurierung | 379 | -379 | ||||
| Dividendenzahlungen | -58 | |||||
| Gesamtergebnis | -77 | 506 | -33 | -26 | ||
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 506 | |||||
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -77 | -33 | -26 | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von | ||||||
| Vermögenswerten sowie Mindestdatierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen | 94 | |||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 33 | |||||
| Finanzinstrumente | -38 | |||||
| Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten | ||||||
| Beteiligungen (nach Ertragsteuern) | -11 | |||||
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 28 | 12 | ||||
| 31.12.2011 | 83 | 806 | 943 | 506 | -248 | -32 |
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| in Mio.€ | Anteil der Aktionäre der LANXESS AG | Anteile anderer Gesell- schafter |
Eigen- kapital |
|---|---|---|---|
| --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2009 | 1.432 | 13 | 1.445 |
| Thesaurierung | 0 | 0 | |
| Dividendenzahlungen | -42 | 0 | -42 |
| Gesamtergebnis | 356 | 2 | 358 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 379 | 2 | 381 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -23 | -23 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von | |||
| Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen | -130 | -130 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung | |||
| ausländischer Geschäftsbetriebe | 125 | 125 | |
| Finanzinstrumente | -41 | -41 | |
| Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten | |||
| 26 | -26 | ||
| Beteiligungen (nach Ertragsteuern) | |||
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 49 | 49 | |
| 31.12.2010 | 1.746 | 15 | 1.761 |
| Thesaurierung | 0 | 0 | |
| Dividendenzahlungen | -58 | 0 | -58 |
| Gesamtergebnis | 370 | 1 | 371 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 506 | 1 | 507 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | -136 | -136 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von | |||
| Vermögenswerten sowie Mindestdatierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen | 94 | 94 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 33 | 33 | |
| Finanzinstrumente | -38 | -38 | |
| Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bewerteten | |||
| Beteiligungen (nach Ertragsteuern) | -11 | -11 | |
| Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern | 40 | 40 | |
| 31.12.2011 | 2.058 | 16 | 2.074 |
KAPITALFLUSSRECHNUNG
LANXESS KONZERN
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| in Mio. € | Anhang | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 283 | 325 | |
| Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 0 | -2 | |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | -16 | -7 | |
| Ergebnis aus dem Finanzbereich | 83 | 98 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | -114 | -95 | |
| Veränderung der Vorräte | -205 | -178 | |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -176 | -148 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 161 | 70 | |
| Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva | -4 | -16 | |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit vor externer Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten (CTA) | 505 | 702 | |
| Auszahlungen für externe Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten (CTA) | -75 | -30 | |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit | (36) | 430 | 672 |
| Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -501 | -679 | |
| Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten | 107 | 24 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen | 0 | -285 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 3 | 7 | |
| Erhaltene Zinsen und Dividenden | 16 | 10 | |
| Abfluss aus investiver Tätigkeit | (36) | -375 | -923 |
| Aufnahme von Finanzschulden | 170 | 655 | |
| Tilgung von Finanzschulden | -251 | -221 | |
| Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs | -91 | -100 | |
| Dividendenzahlung | -42 | -58 | |
| Abfluss/Zufluss aus Finanzierungstätigkeit | (36) | -214 | 276 |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | -159 | 25 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 1. Januar | 313 | 160 | |
| Währungsbedingte und sonstige Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6 | -7 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember | (36) | 160 | 178 |
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS
ALLGEMEINE ANGABEN
Die LANXESS AG ist als Aktiengesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 53652 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Kaiser-Wilhelm-Allee 40, 51369 Leverkusen, Deutschland.
Der von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der LANXESS AG sowie der mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss der LANXESS AG werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Der Vorstand der LANXESS AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 am 28. Februar 2012 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
AUFBAU UND BESTANDTEILE DES KONZERNABSCHLUSSES
Der Konzernabschluss besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Anhang, welcher auch die Segmentberichterstattung enthält.
Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders dargestellt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Fremdkapital unterschieden, deren Fristigkeit im Anhang teilweise weiter detailliert wird.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Sofern andere Bewertungskonzepte vorgeschrieben sind, werden diese verwendet; in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wird hierauf gesondert hingewiesen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Das Geschäftsjahr des vorliegenden Konzernabschlusses entspricht dem Kalenderjahr.
ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 wurde nach den in der Europäischen Union (EU) verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und diesbezüglichen Interpretationen sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die folgenden Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren erstmals im Geschäftsjahr 2011 anzuwenden, sind aber derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:
| • | IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten – Änderung an IAS 32 |
| • | IFRIC 14: Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen – Änderungen an IFRIC 14 |
| • | IFRIC 19: Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente |
| • | IFRS 1 und IFRS 7: Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7 – Änderungen an IFRS 1 und IFRS 7 |
| • | Diverse IAS und IFRS: „Improvements to IFRSs” (2010) |
Den im November 2009 geänderten IAS 24, der sich mit Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen befasst, hat der LANXESS Konzern bereits zum 31. Dezember 2010 angewendet. Hieraus ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee haben Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2011 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und im LANXESS Konzern auch noch nicht angewendet wurden. Ihre Anwendung setzt zum Teil noch die Anerkennung durch die EU voraus, aus der sich im Einzelfall auch eine spätere verpflichtende Anwendung ergeben kann als nachstehend angegeben.
Das IASB hat im November 2009 IFRS 9 veröffentlicht. Die hierin dargelegten Änderungen der Vorschriften zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten wurden im Oktober 2010 um Regelungen zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten erweitert. Der neue Standard stellt die erste von drei Phasen zur vollständigen Ablösung von IAS 39 dar. Eine Anerkennung durch die EU vorausgesetzt, ist IFRS 9 für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Der LANXESS Konzern prüft derzeit, wie sich die Anwendung von IFRS 9 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken wird.
Im Mai 2011 hat das IASB mit IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 drei neue sowie mit IAS 27 und IAS 28 zwei überarbeitete Standards zur Bilanzierung von Anteilen an anderen Unternehmen veröffentlicht. Die neuen und abgeänderten Standards sind, eine Anerkennung durch die EU vorausgesetzt, erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine frühere Anwendung der Standards ist möglich, soweit dies im Anhang angegeben wird und alle Standards vorzeitig angewendet werden. Eine Ausnahme stellt IFRS 12 dar, dessen Regelungen zu Anhangangaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (teilweise) vorher angewandt werden können, auch ohne eine verpflichtende Anwendung der anderen Standards. Der LANXESS Konzern prüft derzeit, wie sich die Anwendung der Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken wird.
Im Juni 2011 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 19 veröffentlicht. Die enthaltenen Regelungen wirken sich auf die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pläne und von Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses aus. Darüber hinaus ergeben sich geänderte Angabepflichten zu Leistungen an Arbeitnehmer. Eine Anerkennung durch die EU vorausgesetzt, ist der geänderte IAS 19 für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Der LANXESS Konzern prüft derzeit, wie sich die Anwendung der Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken wird.
Die nachfolgend aufgeführten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen sind derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:
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| Standard/Interpretation | Veröffentlichung | Anwendungspflicht für LANXESS ab Geschäftsjahr | Anerkennung durch EU | |
|---|---|---|---|---|
| IFRS 7 | Übertragung finanzieller Vermögenswerte — Änderung an IFRS 7 | 07.13.2310 | 2012 | ja |
| IAS 12 | Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte — Änderung an IAS 12 | 20.12.2010 | 2012 | nein |
| IFRS 1 | Schwerwiegende Hochinflation und Aufhebung fester Umstellungszeitpunkte für erstmalige Anwender Änderung an IFRS 1 | 20.12.2010 | — | nein |
| IFRS 13 | Bewertung zum beizulegenden Zeitwert | 12.05.2011 | 2013 | nein |
| IAS 1 | Darstellung der Posten des sonstigen Ergebnisses — Änderung an IAS 1 | 16.06.2011 | 2013 | nein |
| IFRIC 20 | Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau | 19.10.2011 | 2013 | nein |
| IFRS 7 und IAS 32 | Saldierung nun finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten — Änderungen an IFRS 7 und IAS 32 | 16.12.2011 | 2013/2014 | nein |
AUSWEISÄNDERUNGEN UND ANGEPASSTE VORJAHRESWERTE
Zur Vereinheitlichung des Ausweises von Pensionszahlungen werden Auszahlungen für die externe Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten in den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen, (Contractual Trust Arrangement, CTA) in der Kapitalflussrechnung ab diesem Berichtsjahr nicht als Abfluss aus investiver Tätigkeit, sondern aus operativer Tätigkeit gezeigt. Aus Transparenzgründen wurde in der Darstellung der Zahlungsflüsse aus operativer Tätigkeit die Zwischensumme „Zufluss aus operativer Tätigkeit vor externer Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten (CTA)" eingefügt. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.
Gegenüber dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 wurde eine Umgliederung in der Segmentberichterstattung vorgenommen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Nähere Erläuterungen hierzu finden sich unter Anhangangabe [37]. Darüber hinaus wurden keine Vorjahreswerte angepasst.
KONSOLIDIERUNG
Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.
Sofern die Geschäftsjahre von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen nicht am 31. Dezember enden, werden zum Zwecke der Konsolidierung Zwischenabschlüsse aufgestellt.
Konzerninterne Zwischengewinne und -verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.
Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind die LANXESS AG sowie alle Unternehmen, die die LANXESS AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht, wenn die LANXESS AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht (Erwerbszeitpunkt). Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.
Nach der Equity-Methode werden solche Beteiligungen bewertet, bei denen der LANXESS Konzern – in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 % und 50 % – einen maßgeblichen Einfluss ausübt.
Unternehmen, die insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind, werden nicht konsolidiert, sondern zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie eine Tabelle der Beteiligungsgesellschaften werden im Abschnitt „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" gezeigt.
Vollkonsolidierung Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerten der übertrage-nen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren.
Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt.
Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.
Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, als Aufwand erfasst.
Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus einem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
At equity bewertete Beteiligungen Bei Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet sind, werden die Anschaffungskosten jährlich um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung ermittelt, wobei ein Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird.
Gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Quotenkonsolidierung wird nicht angewendet.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
In den Einzelabschlüssen, die dem LANXESS Konzernabschluss zugrunde liegen, werden sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die – aus wirtschaftlicher Sicht – zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt.
Die Jahresabschlüsse ausländischer Einheiten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (Konzept der funktionalen Währung). Bei der überwiegenden Mehrzahl der Beteiligungen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die Umrechnung in Konzernwährung erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden zum Kurs am Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zum Jahresdurchschnittskurs.
Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird in der Währung des erworbenen Unternehmens bilanziert und unabhängig vom Zeitpunkt seines Entstehens zum Stichtagskurs umgerechnet.
Durch die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen (ausgenommen direkt im sonstigen Ergebnis erfasste Aufwendungen und Erträge) ergeben sich gegenüber einer Umrechnung zu Stichtagskursen Unterschiedsbeträge, die im sonstigen Ergebnis gesondert als Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe ausgewiesen werden.
Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, erfolgt eine erfolgswirksame Realisierung der betreffenden Währungsumrechnungsdifferenzen im Gewinn oder Verlust.
Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro veränderten sich wie folgt:
Wechselkurse
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| 1 Euro | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2010 | 31.12.2011 | 2010 | 2011 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Argentinien | ARS | 5,31 | 5,57 | 5,19 | 5,75 |
| Brasilien | BRI_ | 2,23 | 2,43 | 2,33 | 2,33 |
| China | CNY | 8,82 | 8,16 | 8,98 | 9,00 |
| Großbritannien | GBP | 0,86 | 0,84 | 0,86 | 0,87 |
| Indien | INR | 59,74 | 68,60 | 60,58 | 64,86 |
| Japan | JPY | 108,65 | 100,20 | 116,38 | 110,99 |
| Kanada | CAD | 1,33 | 1,32 | 1,37 | 1,38 |
| Singapur | SOD | 1,71 | 1,68 | 1,81 | 1,75 |
| Südafrika | ZAR | 8,86 | 10,48 | 9,70 | 10,10 |
| USA | USD | 1,34 | 1,29 | 1,33 | 1,39 |
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres und wurden stetig angewendet. Hiervon ausgenommen sind Änderungen, die sich durch neue oder geänderte Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen ergeben haben, die erstmals im Geschäftsjahr 2011 verpflichtend anzuwenden waren (vgl. Abschnitt „Ausweisänderungen und angepasste Vorjahreswerte").
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte von befristeter Nutzungsdauer sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung dieser immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, erfolgt linear über einen Zeitraum von 3 bis 20 Jahren für Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten. Die planmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Darüber hinausgehende Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden Zuschreibungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen. Die niedrigere dieser beiden Größen wird angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte von unbestimmter Nutzungsdauer sowie Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitsprüfungen unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Etwaige Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen von Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht vorgenommen.
Kosten für intern entwickelte Software, die in der Phase der Anwendungsentwicklung anfallen, werden aktiviert. Die Abschreibung dieser Kosten über die zu erwartende Nutzungsdauer beginnt mit Fertigstellung der Software.
Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Unentgeltlich von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) oder einer vergleichbaren Behörde in anderen europäischen Ländern zugeteilte Rechte werden demnach mit einem Wert von null aktiviert.
Sachanlagen
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Das Neubewertungsmodell findet im LANXESS Konzern keine Anwendung. Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Gemäß IAS 36 werden solche Wertverluste anhand von Vergleichen mit den diskontierten erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen der betreffenden Vermögenswerte ermittelt. Können diesen Vermögenswerten keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse zugeordnet werden, werden die Wertminderungen anhand der Finanzmittelflüsse der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit geprüft, der diese Vermögenswerte zuzurechnen sind. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen sowie die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und die freiwilligen sozialen Leistungen des Unternehmens.
Besteht die Verpflichtung, Sachanlagen zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder zurückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, wird der Barwert der hierfür anfallenden Zahlungen zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe eine Rückstellung passiviert.
Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden, direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.
Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden grundsätzlich sofort im Ergebnis erfasst. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten verlässlich bestimmt werden können.
Aufwendungen für Generalüberholungen wichtiger Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil der betreffenden Vermögenswerte selbstständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zur nächsten Generalüberholung abgeschrieben.
Sofern Sachanlagen aus wesentlichen Komponenten mit jeweils unterschiedlichem Zweck, unterschiedlicher Beschaffenheit oder unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten einzeln aktiviert und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Wenn Sachanlagen verkauft werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.
Planmäßige Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Ihnen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:
Nutzungsdauern
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| Gebäude | 20 bis 50 Jahre |
| Andere Baulichkeiten | 10 bis 20 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 6 bis 20 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 6 bis 12 Jahre |
| Labor- und Forschungseinrichtungen | 3 bis 5 Jahre |
| Tank- und Verteilungsanlagen | 10 bis 20 Jahre |
| Fahrzeuge | 5 bis 8 Jahre |
| EDV-Anlagen | 3 bis 5 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4 bis 10 Jahre |
Leasing
Gemietete Sachanlagen, bei denen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen wurden (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 im Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die Barwerte der Leasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstands unsicher, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist.
Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Sie werden mit dem zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen, sofern dieser Wert niedriger ist. In der Folge werden die Mindestleasingzahlungen in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Bei einem Leasingverhältnis, das nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt (Operating-Leasingverhältnis), werden die Leasingraten als laufender Aufwand erfasst.
In den Sachanlagen sind auch vom LANXESS Konzern vermietete bzw. verleaste Vermögenswerte enthalten, soweit bei den zugrunde liegenden Verträgen kein Finanzierungsleasing vorliegt. Ist der Kunde jedoch als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen, wird in Höhe der abgezinsten zukünftigen Miet- bzw. Leasingzahlungen eine Forderung aktiviert.
Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind Vertragsverhältnisse, die bei einer Partei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu zählen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen eingesetzt werden.
Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der LANXESS Konzern Vertragspartei der Finanzinstrumente wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte auf Zahlungen hieraus auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Erfüllungstag relevant.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge – unter Anwendung der Effektivzinsmethode – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wertminderungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko bemessen, werden berücksichtigt und über Wertberichtigungskonten erfasst.
Beteiligungen sowie langfristige Eigenkapitalinstrumente werden als zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, es sei denn, der beizulegende Zeitwert ist nicht verlässlich bestimmbar. In diesem Fall erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt und einer möglichen Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden mit ihrem anteiligen Eigenkapital entsprechend den Vorschriften des IAS 28 bzw. IAS 31 angesetzt.
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Alle anderen originären finanziellen Vermögenswerte werden als jur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern sie nicht der Kategorie Kredite und Forderungen zuzurechnen sind. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird so lange direkt im sonstigen Ergebnis erfasst, mit Ausnahme von Wertberichtigungen und von Gewinnen und Verlusten aus der Währungsumrechnung, bis der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird.
Von der Möglichkeit, Finanzinstrumente bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu designieren, wurde kein Gebrauch gemacht.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte
Im LANXESS Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag als Vermögenswert oder Verbindlichkeit ausgewiesen. Aus der Zeitwertänderung resultierende Gewinne oder Verluste werden grundsätzlich im Ergebnis erfasst. Soweit Fremdwährungsderivate bzw. Warentermingeschäfte, die zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen werden, den Anforderungen des Rechnungslegungsstandards hinsichtlich des Hedge Accountings genügen, werden die Wertänderungen dieser Derivate bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften gesondert im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier erfassten Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis bzw. in den Herstellungskosten berücksichtigt. Diejenigen Teile der Zeitwertänderung des Derivats, die hinsichtlich des abgesicherten Risikos als ineffektiv angesehen werden, werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Zeitwertänderungen von Zinsderivaten, die der Absicherung von variabel verzinslichen langfristigen Verbind-lichkeiten dienen, werden, soweit die Anforderungen eines Cashflow-Hedge-Accountings erfüllt sind, ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis berücksichtigt.
Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind.
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
Nachfolgend werden die wesentlichen Methoden und Annahmen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten dargestellt:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben in der Regel Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen daher den beizulegenden Zeitwerten. Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr werden zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter diskontiert.
Der beizulegende Zeitwert von Wertpapieren wird anhand von Marktpreisen zum Bilanzstichtag ohne die Berücksichtigung von Transaktionskosten ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen wird anhand abgezinster zukünftiger Zins- und Tilgungszahlungen berechnet.
Die Anleihen werden in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem börsenmäßig festgestellten und veröffentlichten Preis.
Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Alle anderen Verbindlichkeiten werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abgezinst.
Bei den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entspricht der beizulegende Zeitwert dem Barwert der Nettoleasingraten unter Berücksichtigung des Marktzinses für gleichartige Leasingverträge.
Die derivativen Finanzinstrumente werden im Wesentlichen in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden mit der „Forward"-Methode aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden. Devisenoptionen werden mittels eines Preisberechnungsmodells in Anlehnung an das Black-Scholes-Modell bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte der Warentermingeschäfte werden ebenfalls mit der „Forward"-Methode aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden. Im Falle fehlender Marktnotierungen erfolgt die Wertermittlung durch Einsatz anerkannter finanzmathematischer Berechnungsmethoden.
Vorräte
Unter den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d.h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten.
Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten bei normaler Auslastung der betreffenden Produktionsanlagen, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen.
Darüber hinaus werden die Kosten für die betriebliche Altersversorgung, für soziale Einrichtungen des Betriebs sowie für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen, soweit sie dem Herstellungsbereich zuzuordnen sind. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen.
Die Produkte werden nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt. Daher werden Fremdkapitalkosten, die im Laufe der Produktion anfallen, nicht in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten einbezogen.
Aufgrund der Produktions- und Absatzgegebenheiten im LANXESS Konzern werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, werden wegen ihrer hohen Liquidität ebenfalls hierunter ausgewiesen.
Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte und Schulden Vermögenswerte werden, soweit wesentlich, als "zur Veräußerung bestimmt" ausgewiesen, wenn ihre Veräußerung sehr wahrscheinlich und im gegenwärtigen Zustand möglich ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um ganze Unternehmensbereiche handeln. Eine Veräußerungsgruppe kann auch Schulden beinhalten, wenn diese Schulden zusammen mit den Vermögenswerten im Rahmen der Transaktion abgegeben werden.
Vermögenswerte, die als "zur Veräußerung bestimmt" klassifiziert worden sind, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die Bewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich identifizierbarer Veräußerungskosten, sofern dieser Wert niedriger als der Buchwert ist.
Rückstellungen
Ansatz und Bewertung der Rückstellungen erfolgen nach IAS 37, gegebenenfalls auch nach IAS 19 und IFRS 2, mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs. Soweit wesentliche Rückstellungen erst nach mehr als einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge bzw. -zeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Anteil der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt. Soweit die Veränderung der Rückstellung aus dem Näherrücken des Erfüllungszeitpunkts resultiert (Zinseffekt), wird der entsprechende Aufwand im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.
Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Effekt in den Ergebnisbereichen erfasst, in denen ursprünglich die Bildung der Rückstellung erfolgte.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Der Rückstellungsbewertung liegt der mithilfe der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) ermittelte versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die erwartete Einkommens- und Rentenentwicklung berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Anpassungen, die durch die Berücksichtigung der Obergrenze von Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen entstehen, werden vollständig im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden in einer nachfolgenden Berichtsperiode nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.
Zu den Personalrückstellungen gehören vor allem Jahressonderzahlungen und Zahlungen aus mehrjährigen Vergütungsprogrammen sowie sonstige Personalkosten. Erstattungen, die im Rahmen der Durchführung des Altersteilzeitmodells von der deutschen Arbeitsverwaltung zu erwarten sind, werden ergebniswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung als Forderungen eingebucht, sobald die Voraussetzungen für diese Erstattungen erfüllt sind.
Die anteilsbasierten Vergütungsprogramme sehen einen Barausgleich vor. Verpflichtungen hieraus werden durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe dem beizulegenden Zeitwert des jeweils erdienten Anteils der Zusagen an die Mitarbeiter entspricht. Der beizulegende Zeitwert wird mithilfe der Monte-Carlo-Simulationstechnik ermittelt. Hierbei werden zukünftige Renditen simuliert und der Wert der gewährten Anrechte als zu erwartender Ausschüttungsbetrag ermittelt. Es wird eine zweidimensionale Normalverteilung der Renditen unterstellt. Der beizulegende Zeitwert der Anrechte wird zeitanteilig über die Sperrfrist als Rückstellung erfasst.
Der LANXESS Konzern bildet auch Rückstellungen für laufende oder wahrscheinliche Rechtsstreitigkeiten, wenn diese angemessen abgeschätzt werden können. Diese Rückstellungen decken alle geschätzten Gebühren und Rechtskosten sowie eventuelle Vergleichskosten ab. Die zurückgestellten Beträge werden aufgrund von Mitteilungen und Kostenschätzungen der Anwälte des Unternehmens ermittelt. Solche Rückstellungen werden regelmäßig zusammen mit den Anwälten des Unternehmens überprüft und angepasst.
Eventualverbindlichkeiten
Bei Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Sie werden in der Bilanz – soweit nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses anzusetzen – nicht erfasst.
Verbindlichkeiten
Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht das Grund- oder Sicherungsgeschäft in einem bilanziell zulässigen Sicherungszusammenhang darstellen, werden – unter Anwendung der Effektivzinsmethode – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über den zugrunde liegenden Zeitraum oder die voraussichtliche Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte aufgelöst und erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Umsatzerlöse und sonstige Erlöse
Umsatzerlöse – nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen – werden als realisiert betrachtet, sobald die Lieferung erfolgt ist bzw. die Leistung erbracht wurde. Dies ist bei Liefergeschäften dann der Fall, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum der verkauften Waren und Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übergehen. Darüber hinaus müssen der wirtschaftliche Nutzen hinreichend wahrscheinlich sowie die angefallenen Kosten verlässlich bestimmbar sein.
Aufwendungen zur Bildung von Rückstellungen für Kundenrabatte werden in der Periode berücksichtigt, in der die Umsatzrealisierung den rechtlichen Bedingungen entsprechend erfolgt. Erlöse wie z.B. Lizenzeinnahmen, Mieteinnahmen, Zinserträge oder Dividenden, die einem späteren Geschäftsjahr zuzurechnen sind, werden abgegrenzt.
Langfristige Fertigungsaufträge liegen im LANXESS Konzern nicht vor. Insofern wird die Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad nicht angewendet.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Nach IAS 38 sind Forschungskosten nicht und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen zu aktivieren. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die über die normalen Kosten hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da die Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Verfahren aber häufig mit Unsicherheiten verbunden ist, sind die Bedingungen für eine Aktivierung von Entwicklungskosten in der Regel nicht erfüllt.
Ertragsteuern
Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde.
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten und -rückstellungen umfassen sowohl das jeweilige Geschäftsjahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren.
Gemäß IAS 12 werden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in Konzern- und Steuerbilanz, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.
Der Buchwert latenter Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und nur in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um die latenten Steueransprüche zu nutzen. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen werden berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verlustvorträge nutzbar sind.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.
Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des LANXESS Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Die Zahlungsströme aus der operativen Tätigkeit werden nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt und sind somit nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar.
Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen werden als Abfluss aus investiver Tätigkeit gezeigt. Sie wurden gekürzt um von Dritten hierfür gewährte Zuwendungen. Investitionen im Rahmen von Finanzierungsleasing sowie aktivierte Fremdkapitalkosten sind nicht enthalten. Eine Vergleichbarkeit mit den Investitionen des Anlagespiegels ist insoweit nicht gegeben.
Die Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden als Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit gezeigt. Auszahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasingnehmer ist, werden als Abfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen, während Einzahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasinggeber ist, als Zufluss aus investiver Tätigkeit gezeigt werden.
Zahlungen für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen werden der operativen Tätigkeit zugeordnet.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten gezahlte Kaufpreise (bzw. erhaltene Verkaufspreise) werden abzüglich erworbener (bzw. abgegebener) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Bereich der investiven Tätigkeit gezeigt.
Erhaltene Zinsen und Dividenden werden in den Zahlungsströmen aus investiver Tätigkeit ausgewiesen. Gezahlte Zinsen und Dividenden werden im Bereich der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.
Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen
Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten wird im LANXESS Konzern zunächst analysiert, inwieweit Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine mögliche Wertminderung von Vermögenswerten bzw. Wertaufholung wertgeminderter Vermögenswerte hinweisen. Sofern sich hierbei Anzeichen ergeben, dass Vermögenswerte wertgemindert bzw. Zuschreibungen wertgeminderter Vermögenswerte erforderlich sein könnten, werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Diese Werthaltigkeitsprüfungen werden im LANXESS Konzern mindestens einmal jährlich durchgeführt.
Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, werden einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Hierbei werden die Restbuchwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einschließlich der zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte, dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt.
Grundsätzlich werden die strategischen Geschäftseinheiten (Business Units) des LANXESS Konzerns als zahlungsmittelgenerierende Einheiten definiert. Sollten jedoch Anzeichen für Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten vorliegen, die auf einer Ebene unterhalb der Business Units angesiedelt sind, werden auch für diese Vermögenswerte Werthaltigkeitsprüfungen und, wenn erforderlich, aufwandswirksame Wertberichtigungen vorgenommen.
Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Ist der Restbuchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag, liegt in Höhe der Differenz ein Abwertungsverlust vor. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten stellt zum Bewertungszeitpunkt die bestmögliche Schätzung des Erlöses dar, der nach Abzug von Veräußerungskosten durch den Verkauf der zahlungsmittelgenerierenden Einheit an einen Dritten erzielt werden kann. Der Nutzungswert ist definiert als der Barwert der künftigen Zahlungsströme, die durch die fortlaufende Nutzung eines Vermögenswerts und dessen Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden. Die Prüfung der Werthaltigkeit wird in einem ersten Schritt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten durchgeführt. Sofern der hierbei ermittelte Betrag den Restbuchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet, wird in einem zweiten Schritt der Nutzungswert ermittelt.
Die Bestimmung des erzielbaren Betrags basiert auf einer Prognose der künftigen Zahlungsströme. Sie stützt sich auf die jüngste genehmigte 5-Jahresplanung des LANXESS Konzerns. Diese Planungen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf den Einschätzungen des Managements hinsichtlich des erwarteten Marktumfelds einschließlich Annahmen über die künftigen Rohstoffpreise, Funktionskosten und Wechselkurse. Im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der künftigen Zahlungsströme werden diese mit einem gewogenen Kapitalkostensatz abgezinst. Der Kapitalkostensatz ergibt sich gemäß IAS 36 unter Anwendung kapitalmarktorientierter Modelle, unter Berücksichtigung einer branchenspezifischen Kapitalstruktur sowie unter Berücksichtigung branchenspezifischer Geschäftsrisiken der Chemieindustrie.
Wenn im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung die Notwendigkeit von aufwandswirksamen Wertberichtigungen ermittelt wurde, so wird im ersten Schritt ein vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert der betroffenen strategischen Geschäftseinheit abgeschrieben. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird anteilig auf die anderen langfristigen Vermögenswerte der jeweiligen strategischen Geschäftseinheit entsprechend den Restbuchwerten zum Abschlussstichtag verteilt.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmentaufwendungen ausgewiesen.
Die Ergebnisse der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen des Geschäftsjahres 2011 werden im folgenden Abschnitt erläutert.
SCHÄTZUNGSUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME
Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS bedingt die Auswahl von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Einbeziehung von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen, die sich auf den Wertansatz der aktivierten Vermögenswerte und passivierten Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken können.
Alle getroffenen Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss basieren auf den Erwartungen des Managements. Erkenntnisse, die zu Schätzungsänderungen führen, werden laufend berücksichtigt und können gegebenenfalls zu einer Anpassung der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.
Nachfolgend werden die Annahmen und Schätzungen erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden im LANXESS Konzern haben können.
Der LANXESS Konzern führt mindestens einmal jährlich für seine zahlungsmittelgenerierenden Einheiten einen Werthaltigkeitstest durch und ermittelt anlassbezogen den erzielbaren Betrag (vgl. Abschnitt „Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen"). Die Ermittlung basiert auf der Prognose zukünftiger Zahlungsströme, die auf vernünftigen und vertretbaren Annahmen aufbaut und die zum Zeitpunkt der Ermittlung die beste vom Management vorgenommene Einschätzung der ökonomischen Rahmenbedingungen repräsentiert. Folglich haben die Erwartungen des Managements über zukünftige Zahlungsströme indirekt Auswirkung auf die Bewertung von Vermögenswerten sowie von Geschäfts- oder Firmenwerten.
Bei der im Geschäftsjahr 2011 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfung von Vermögenswerten können die getroffenen Annahmen und Schätzungen von den tatsächlichen Gegebenheiten in späteren Perioden abweichen, woraus sich ein Wertänderungsbedarf ergeben könnte. Den Werthaltigkeitsprüfungen liegt ein Diskontierungssatz nach Steuern von 7,4 % (Vorjahr: 8,0 %) zugrunde. Wachstumsraten zur Extrapolation des letzten Planungsjahres werden nicht berücksichtigt.
Die Prüfung der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierender Einheiten auf Anhaltspunkte, dass Vermögenswerte wertgemindert sein könnten bzw. Wertaufholungen bei wertgeminderten Vermögenswerten vorliegen könnten, führte zu keinen Anzeichen, dass ein Wertberichtigungs- bzw. Zuschreibungsbedarf besteht.
Die Prüfung der Werthaltigkeit der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei wurden zum jährlichen Testzeitpunkt die um Währungsumrechnungsdifferenzen fortgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus Vorjahren beurteilt. Hierzu gehört insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwert der Geschäftseinheit Performance Butadiene Rubbers aus der in 2008 erfolgten Petroflex-Akquisition in Höhe von 105 Mio. €.
Die im Geschäftsjahr 2011 erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 45 Mio. € wurden zum Abschlussstichtag auf Wertminderung geprüft. Hierunter fallen die Geschäfts- oder Firmenwerte der Geschäftseinheit Technical Rubber Products aus dem Erwerb des Elastomergeschäfts von der Royal DSM N.V., Niederlande, der Geschäftseinheit Rhein Chemie aus dem Erwerb der Darmex-Gruppe, Argentinien, der Geschäftseinheit Material Protection Products aus dem Erwerb des Materialschutzgeschäfts der Syngenta AG, Schweiz, sowie der Geschäftseinheit Functional Chemicals aus dem Erwerb der Unitex Chemical Corporation, USA, (vgl. Abschnitt „Berichterstattung zum Konsolidierungskreis").
Weder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 %-Punkt noch eine Verminderung der zukünftigen Zahlungsströme um 10 % hätte zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte geführt.
Auch der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen werden durch die getroffenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Verteilung, den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktor sowie die absolute Höhe des Risikos beeinflusst. Der LANXESS Konzern hat für den Konzernabschluss 2011 eine gemäß IFRS vorgeschriebene Sensitivitätsanalyse für alle Rückstellungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse wurden die möglichen Effekte aus der Variation der verwendeten Parameter ermittelt. Insbesondere wurden die prognostizierte Eintrittswahrscheinlichkeit, der Diskontierungssatz sowie die absolute Höhe des Risikos variiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse verdeutlichten, dass die untersuchten Variationen der oben beschriebenen Annahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der sonstigen Rückstellungen im LANXESS Konzernabschluss haben. Hinsichtlich der Sensitivitätsanalysen in Bezug auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auf die unter Anhangangabe [13] gemachten Anmerkungen verwiesen.
Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Der Abschnitt „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthält Informationen über die Annahmen bezüglich der Rechnungsparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden (vgl. Anhangangabe [13]).
Zudem unterliegen Steuersachverhalte gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch Steuerbehörden. Auch wenn der LANXESS Konzern der Überzeugung ist, Steuersachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können.
Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Bewertung von Vorräten sowie die Realisierbarkeit von Steuerforderungen und aktivierten latenten Steuern auf temporäre Buchungsunterschiede und steuerliche Verlustvorträge. Des Weiteren bestehen im Rahmen von Erstkonsolidierungen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.
Bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses sind keine Erkenntnisse bekannt geworden, die zu einer wesentlichen Veränderung der Schätzungen geführt haben.
BERICHTERSTATTUNG ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der LANXESS Konzernabschluss umfasst neben der LANXESS AG als Obergesellschaft alle in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften.
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| EMEA (ohne Deutschland) | Deutschland | Nordamerika | Lateinamerika | Asien/Pazifik | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft) | ||||||
| 01.01.2011 | 19 | 13 | 6 | 5 | 16 | 59 |
| Zugänge | 2 | 3 | 4 | 1 | 10 | |
| Abgänge | -1 | -1 | -2 | |||
| Verschmelzungen | -1 | -1 | -1 | -3 | ||
| Konsolidierungskreisänderungen | -1 | -1 | 1 | -1 | ||
| 31.12.2011 | 20 | 13 | 7 | 6 | 17 | 63 |
| At equity bewertete Unternehmen | ||||||
| 01.01.2011 | 1 | 2 | 3 | |||
| 31.12.2011 | 0 | 1 | 0 | 0 | 2 | 3 |
| Nicht konsolidierte Unter nehmen | ||||||
| 01.01.2011 | 2 | 2 | 1 | 2 | 1 | 8 |
| Zugänge | 2 | 2 | ||||
| Abgänge | 0 | |||||
| Konsolidierungskreisänderungen | 1 | 1 | -1 | 1 | ||
| 31.12.2011 | 5 | 2 | 1 | 3 | 0 | 11 |
| Insgesamt | ||||||
| 01.01.2011 | 21 | 16 | 7 | 7 | 19 | 70 |
| Zugänge | 4 | 3 | 4 | 1 | 12 | |
| Abgänge | -1 | -1 | -2 | |||
| Verschmelzungen | -1 | -1 | -1 | -3 | ||
| Konsolidierungskreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | ||
| 31.12.2011 | 25 | 16 | 8 | 9 | 19 | 77 |
Die nicht konsolidierten Unternehmen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sie sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, da ihre kumulierten Finanzdaten weniger als 0,1 % des Konzernumsatzes und weniger als 0,1 % des Eigenkapitals betragen.
Am 2. Mai 2011 hat LANXESS den Erwerb des Elastomergeschäfts von der niederländischen Royal DSM N.V. vollzogen. Gegenstand der Transaktion war die Übernahme sämtlicher Anteile an der DSM Elastomers Europe B.V., Heerlen (Niederlande), sowie deren Beteiligungen, sämtlicher Anteile an der DSM Elastômeros Brasil Ltda., Triunfo (Brasilien), und ausgewählter Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte der erstmalige Einbezug in den Konzernabschluss. Die Akquisition wurde mit vorhandenen liquiden Mitteln des LANXESS Konzerns finanziert. Das von DSM übernommene Elastomergeschäft produziert unter der Marke Keltan den Synthesekautschuk Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM) an Standorten in den Niederlanden sowie Brasilien. Das Geschäft ergänzt die EPDM-Aktivitäten der Business Unit Technical Rubber Products im Segment Performance Polymers.
Das erworbene Geschäft trug seit dem Erwerbszeitpunkt mit 389 Mio. € zum Umsatz und mit 44 Mio. € zum Ergebnis des LANXESS Konzerns bei. Der Ergebnisbeitrag wurde dabei von der Fortschreibung der Neubewertungseffekte aus der Kaufpreisallokation beeinflusst. Wäre das erworbene Geschäft bereits zum 1. Januar 2011 erworben worden, hätte sich sein Beitrag zum LANXESS Konzernumsatz um rund 150 Mio. € und zum Ergebnis um rund 20 Mio. € im Vergleich zum Erwerbszeitpunkt erhöht.
Die Akquisition wurde als Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 bilanziert. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden dabei die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Der verbleibende Unterschiedsbetrag in Höhe von 12 Mio. € stellt den erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition dar. Die nachfolgende Übersicht zeigt Details der Kaufpreisallokation und die Auswirkung der Akquisition auf die LANXESS Konzernbilanz.
Zugänge aus Akquisition Keltan-EPDM-Geschäft
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| in Mio. € | IFRS-Buchwerte vor Erstkonsolidierung | Kaufpreisallokation | Buchwerte bei Erstkonsolidierung |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4 | 58 | 62 |
| Sachanlagen | 121 | 45 | 166 |
| Sonstige Vermögenswerte | 195 | 16 | 211 |
| Summe Aktiva | 320 | 119 | 439 |
| Langfristiges Fremdkapital | 1 | 24 | 25 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 207 | 0 | 207 |
| Summe Passiva (ohne Eigenkapital) | 208 | 24 | 232 |
| Nettovermögen (ohne Geschäfts- oder Firmenweit aus Akquisitionen) | 112 | 95 | 207 |
| Anschaffungskosten | 219 | ||
| Geschäfts- oder Firmenweit aus Akquisitionen | 12 |
Die Kaufpreisallokation hat vorläufigen Charakter und wurde unter Zuhilfenahme externer Gutachten und vor dem Hintergrund der zum und unmittelbar nach dem Erwerbszeitpunkt vorliegenden Kenntnisse durchgeführt. Gemäß IFRS kann die Allokation innerhalb eines Jahres nach Erwerbszeitpunkt aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse angepasst werden.
Der aus der Akquisition des Elastomergeschäfts resultierende Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt insbesondere Vertriebs- und Kostensynergien wider, die sich aus der verbesserten Anlagenauslastung, vor allem am Produktionsstandort in Brasilien, einer Ausweitung der LANXESS Produktpalette im EPDM-Geschäft und zusätzlichen Absatzmöglichkeiten bei bestehenden und neuen Kunden hauptsächlich in Südamerika ergeben. Der Erwerb ist ein weiterer Schritt in der langfristig ausgerichteten Wachstumsstrategie von LANXESS im Bereich der Ethylen-Propylen-Kautschuke.
Am 11. Januar 2011 hat LANXESS alle Anteile an der Darmex-Gruppe erworben, welche der Business Unit Rhein Chemie im Segment Performance Chemicals zugeordnet wurde. Mit dem Erwerb erhält die Business Unit Zugang zur Bladdertechnologie und folgt zudem der Strategie, das Geschäft in den Wachstumsmärkten auszubauen.
LANXESS hat am 13. April 2011 das Materialschutzgeschäft der Syngenta AG, Basel (Schweiz), erworben. Gegenstand dieser Transaktion waren im Wesentlichen ausgewählte immaterielle Vermögenswerte. Mit dem übernommenen Geschäft wird das Produktportfolio bei Bioziden zum Schutz von Baumaterialien der Business Unit Material Protection Products im Segment Performance Chemicals erweitert. Eine zusätzliche Akquisition in diesem Geschäftsbereich stellte die Übernahme aller Anteile an der Verichem Inc., Pittsburgh (USA), dar, die am 9. November 2011 vollzogen wurde. Neben der Produktportfolioerweiterung stärkt LANXESS damit seine Position auf dem US-amerikanischen Markt für Materialschutzprodukte.
Daneben erwarb LANXESS am 12. Oktober 2011 sämtliche Anteile an der Unitex Chemical Corporation, Greensboro (USA). Das Unternehmen wurde der Business Unit Functional Chemicals im Segment Performance Chemicals zugeordnet. Mit der Akquisition sichert sich LANXESS Zugang zu den flexiblen Produktionsanlagen und erweitert sein Produktportfolio an phthalatfreien Weichmachern.
Der erstmalige Einbezug in den Konzernabschluss erfolgte jeweils zu den genannten Daten.
Die erworbenen Geschäfte trugen seit dem Erwerbszeitpunkt mit 47 Mio. € zum Umsatz des LANXESS Konzerns bei. Aufgrund der Fortschreibung der Neubewertungseffekte aus der Kaufpreisallokation ergab sich kein nennenswerter Beitrag zum Konzernergebnis. Wären die erworbenen Geschäfte bereits zum 1. Januar 2011 erworben worden, hätte sich ihr Beitrag zum LANXESS Konzernumsatz um rund 30 Mio. € und zum Ergebnis um rund 3 Mio. € im Vergleich zum Erwerbszeitpunkt erhöht.
In der folgenden Tabelle sind Effekte aus den vier letztgenannten Akquisitionen dargestellt, die jede für sich genommen keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögenslage des Konzerns hat.
Zugänge aus sonstigen Akquisitionen
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| in Mio. € | IFRS-Buchwerte vor Erstkonsolidierung | Kaufpreisallokation | Buchweite bei Erstkonsolidierung |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 0 | 54 | 54 |
| Sachanlagen | 6 | 16 | 22 |
| Sonstige Vermögenswerte | 28 | 2 | 30 |
| Summe Aktiva | 34 | 72 | 106 |
| Langfristiges Fremdkapital | 0 | 7 | 7 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 12 | 0 | 12 |
| Summe Passiva (ohne Eigenkapital) | 12 | 7 | 19 |
| Nettovermögen (ohne Geschäfts- oder Firmenwert aus Akquisitionen | 22 | 65 | 87 |
| Anschaffungskosten | 120 | ||
| Geschäfts- oder Firmenwert aus Akquisitionen | 33 |
Der aus den sonstigen Akquisitionen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt insbesondere Vertriebs- und Kostensynergien wider, die sich aus der verbesserten Anlagenauslastung, vor allem an den Produktionsstandorten in Nord- und Südamerika, sowie aus einer Ausweitung der LANXESS Produktpalette in den beschriebenen Geschäftsbereichen ergeben.
Sonstige Erläuterungen zum Konsolidierungskreis In der folgenden Tabelle sind die Beteiligungsgesellschaften nach § 313 Abs. 2 HGB aufgeführt:
Name und Sitz der Gesellschaft
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| in % | Kapitalanteil |
|---|---|
| Vollkonsolidierte Unternehmen | |
| --- | --- |
| Deutschland | |
| LANXESS AG, Leverkusen | — |
| Aliseca GmbH, Leverkusen | 100 |
| DuBay Polymer GmbH, Hamm | 50 |
| IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin | 100 |
| LANXESS Accounting GmbH, Leverkusen | 100 |
| LANXESS Buna GmbH, Marl | 100 |
| LANXESS Deutschland GmbH, Leverkusen | 100 |
| LANXESS Distribution GmbH, Langenfeld | 100 |
| LANXESS International Holding GmbH, Leverkusen | 100 |
| LXS Dormagen Verwaltungs-GmbH, Dormagen | 100 |
| Perlon-Monofil GmbH, Dormagen | 100 |
| Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim | 100 |
| SALTIGO GmbH, Langenfeld | 100 |
| EMEA (ohne Deutschland) | |
| Europigments, S.L., Barcelona (Spanien) | 52 |
| LANXESS (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) | 100 |
| LANXESS Central Eastern Europe s.r.o., Bratislava (Slowakei) | 100 |
| LANXESS Chemicals, S.L., Barcelona (Spanien) | 100 |
| LANXESS CISA (Pty.) Ltd., Newcastle (Südafrika) | 100 |
| LANXESS Elastomères S.A.S., Lillebonne (Frankreich) | 100 |
| LANXESS Elastomers B.V., Heerlen (Niederlande) | 100 |
| LANXESS Emulsion Rubber SAS., La Wantzenau (Frankreich) | 100 |
| LANXESS Finance EV., Amsterdam (Niederlande) | 100 |
| LANXESS Holding Hispania, S.L., Barcelona (Spanien) | 100 |
| LANXESS International SA, Granges-Paccot (Schweiz) | 100 |
| LANXESS Limited, Newbury (Großbritannien) | 100 |
| LANXESS Mining (Proprietary) Ltd., Modderfontein (Südafrika) | 100 |
| LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) | 100 |
| LANXESS Rubber N.V., Zwijndrecht (Belgien) | 100 |
| LANXESS S.A.S., Courbevoie (Frankreich) | 100 |
| LANXESS S.r.l., Mailand (Italien) | 100 |
| OOO LANXESS, Dserschinsk (Russland) | 100 |
| Sybron Chemical Industries Nederland B.V., Ede (Niederlande) | 100 |
| Sybron Chemicals International Holdings Ltd., Newbury (Großbritannien) | 100 |
| Nordamerika | |
| LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) | 100 |
| LANXESS Inc., Sarnia (Kanada) | 100 |
| LANXESS Sybron Chemicals Inc., Birmingham (USA) | 100 |
| Rhein Chemie Corporation, Chardon (USA) | 100 |
| Sybron Chemical Holdings Inc., Wilmington (USA) | 100 |
| Unitex Chemical Corporation, Greensboro (USA) | 100 |
| Verichem Inc., Pittsburgh (USA) | 100 |
| Lateinamerika | |
| LANXESS Elastômeros do Brasil S.A.., Rio de Janeiro (Brasilien) | 100 |
| LANXESS Industria de Produtos Quimicos e Plasticos Ltda., São Paulo (Brasilien) | 100 |
| LANXESS S.A. de C.V., Mexico City (Mexiko) | 100 |
| LANXESS S.A., Buenos Aires (Argentinien) | 100 |
| Rhein Chemie Argentina S.A. Buenos Aires (Argentinien) | 100 |
| Rhein Chemie Uruguay SA., Colonia (Uruguay) | 100 |
| Asien/Pazifik | |
| LANXESS Elastomers Trading (Shanghai) Co., Ltd., Schanghai (China) | 100 |
| LANXESS (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou (China) | 100 |
| LANXESS (Eiyang) Polyols Co., Ltd., Liyang (China) | 100 |
| LANXESS Butyl Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | 100 |
| LANXESS Chemical (China) Co., Ltd., Schanghai (China) | 100 |
| LANXESS Hong Kong Limited, Hongkong (Hong Kong) | 100 |
| LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) | 100 |
| LANXESS K.K., Tokio (Japan) | 100 |
| LANXESS Korea Limited, Seoul (Südkorea) | 100 |
| LANXESS Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | 100 |
| LANXESS PTY Ltd., Homebush Bay (Australien) | 100 |
| LANXESS Shanghai Pigments Co., Ltd., Schanghai (China) | 100 |
| LANXESS Specialty Chemicals Co., Ltd., Schanghai (China) | 100 |
| LANXESS Wuxi Chemical Co., Ltd., Wuxi (China) | 100 |
| Nexachem Trading (Qingdao) Co., Ltd. (vormals: Rhein Chemie LOA (Qingdao) Limited), Qingdao (China) | 100 |
| Rhein Chemie Japan Ltd., Tokio (Japan) | 100 |
| Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China) | 90 |
| At equity bewertete assoziierte Unternehmen | |
| Deutschland | |
| Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen | 40 |
| Asien Pazifik | |
| LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China) | 50 |
| At equity bewertete Gemeinschaftsunternehmen | |
| Asien/Pazifik | |
| Anhui Tongfeng Shengda Chemical Co., Ltd., Tongling (China) | 25 |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung | |
| Deutschland | |
| LANXESS Middle East GmbH, Leverkusen | 100 |
| Vierte LXS GmbH, Leverkusen | 100 |
| EMEA (ohne Deutschland) | |
| Darchem International Ltd., Havant (Großbritannien) | 100 |
| LANXESS Kimya Ticaret Limited Şirketi, Istanbul (Türkei) | 100 |
| OOO LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland) | 100 |
| Rustenburg Chrome Mine Holdings (Pty.) Ltd., Modderfontein (Südafrika) | 74 |
| W. Hawley & Son Ltd., Newbury (Großbritannien) | 100 |
| Nordamerika | |
| LANXESS Energy LLC, Wilmington (USA) | 100 |
| Lateinamerika | |
| Comercial Andinas Ltda., Santiago de Chile (Chile) | 100 |
| Petroflex Trading S.A., Montevideo (Uruguay) | 100 |
| Nicht konsolidierte andere Unternehmen von untergeordneter Bedeutung | |
| Lateinamerika | |
| Hidrax Ltda., Taboão de Serra (Brasilien) | 39 |
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
Veränderungen immaterieller Vermögenswerte 2010
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| in Mio. € | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | Geleistete Anzahlungen | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2009 | 137 | 128 | 4 | 269 |
| Investitionen | 9 | 18 | 27 | |
| Abgänge | -2 | -2 | ||
| Umbuchungen | 1 | -1 | 0 | |
| Währungsänderungen | 10 | 14 | 0 | 24 |
| Bruttowerte 31.12.2010 | 155 | 142 | 21 | 318 |
| Abschreibungen 31.12.2009 | -68 | -5 | 0 | -73 |
| Abschreibungen 2010 | -16 | -16 | ||
| davon außerplanmäßig | 0 | |||
| Abgänge | 1 | 1 | ||
| Umbuchungen | 0 | |||
| Währungsänderungen | -4 | 0 | -4 | |
| Abschreibungen 31.12.2010 | -87 | -5 | 0 | -92 |
| Nettowerte 31.12.2010 | 68 | 137 | 21 | 226 |
Veränderungen immaterieller Vermögenswerte 2011
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| in Mio. € | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | Geleistete Anzahlungen | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.1 2.201 0 | 155 | 142 | 21 | 318 |
| Veränderung Konzernkreis/Akquisition | 116 | 45 | 161 | |
| Investitionen | 25 | 8 | 33 | |
| Abgänge | -12 | -10 | 0 | -22 |
| Umbuchungen | 16 | -16 | 0 | |
| Währungsänderungen | -3 | -9 | 1 | -11 |
| Bruttowerte 31.12.2011 | 297 | 168 | 14 | 479 |
| Abschreibungen 31.12.2010 | -87 | -5 | 0 | -92 |
| Veränderung Konzernkreis | 0 | |||
| Abschreibungen 2011 | -32 | -2 | -34 | |
| davon außerplanmäßig | -2 | -2 | -4 | |
| Abgänge | 11 | 6 | 17 | |
| Umbuchungen | 0 | 0 | ||
| Währungsänderungen | 3 | 0 | 3 | |
| Abschreibungen 31.12.2011 | -105 | -1 | 0 | -106 |
| Nettowerte 31.12.2011 | 192 | 167 | 14 | 373 |
(2) Sachanlagen
Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Veränderung Sachanlagen 2010
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| in Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2009 | 1.188 | 5.167 | 195 | 275 | 6.825 |
| Investitionen | 27 | 104 | 23 | 348 | 502 |
| Abgänge | -38 | -81 | -6 | -1 | -126 |
| Umbuchungen | 44 | 162 | 11 | -217 | 0 |
| Währungsänderungen | 34 | 131 | 8 | 16 | 189 |
| Bruttowerte 31.12.2010 | 1.255 | 5.483 | 231 | 421 | 7.390 |
| Abschreibungen 31.12.2009 | -833 | -4.031 | -152 | 0 | -5.016 |
| Abschreibungen 2010 | -30 | -213 | -24 | -267 | |
| davon außerplanmäßig | -1 | -1 | |||
| Abgänge | 37 | 80 | 6 | 123 | |
| Umbuchungen | 0 | ||||
| Währungsänderungen | -12 | -83 | -4 | -99 | |
| Abschreibungen 31.12.2010 | -838 | -4.247 | -174 | 0 | -5.259 |
| Nettowerte 31.12.2010 | 417 | 1.236 | 57 | 421 | 2.131 |
Veränderung Sachanlagen 2011
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| in Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2010 | 1.255 | 5.483 | 231 | 421 | 7.390 |
| Veränderungen Konzernkreis/Akquisitionen | 24 | 157 | 2 | 5 | 188 |
| Investitionen | 14 | 112 | 19 | 522 | 667 |
| Abgänge | -17 | -132 | -8 | -2 | -159 |
| Umbuchungen | 31 | 169 | 9 | -209 | 0 |
| Währungsänderungen | -5 | -15 | -1 | 11 | -10 |
| Bruttowerte 31.12.2011 | 1.302 | 5.774 | 252 | 748 | 8.076 |
| Abschreibungen 31.12.2010 | -838 | -4.247 | -174 | 0 | -5.259 |
| Veränderungen Konzernkreis | 0 | ||||
| Abschreibungen 2011 | -35 | -234 | -22 | -291 | |
| davon außerplanmäßig | -2 | -7 | 0 | -9 | |
| Abgänge | 17 | 130 | 8 | 155 | |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Währungsänderungen | 0 | -3 | 1 | -2 | |
| Abschreibungen 31.12.2011 | -856 | -4.354 | -187 | 0 | -5.397 |
| Nettowerte 31.12.2011 | 446 | 1.420 | 65 | 748 | 2.679 |
Vermögenswerte, die im Wege von Finanzierungsleasingverträgen genutzt werden, sind in den bilanzierten Sachanlagen mit 61 Mio. € (Vorjahr: 66 Mio. €) enthalten. Ihr Bruttowert zum Bilanzstichtag beträgt 165 Mio. € (Vorjahr: 163 Mio. €). Bei diesen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um technische Anlagen und Maschinen mit einem Buchwert von 56 Mio. € (Vorjahr: 58 Mio. €) und einem Bruttowert von 151 Mio. € (Vorjahr: 146 Mio. €) sowie Gebäude mit einem Buchwert von 2 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) und einem Bruttowert von 10 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €).
Direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten wurden in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) aktiviert. Es wurde im Konzern ein Fremdkapitalkostensatz von durchschnittlich 5,2 % (Vorjahr: 5,2 %) zugrunde gelegt.
(3) At equity bewertete Beteiligungen
Wie im Vorjahr wurden neben der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, die Beteiligungen an der Anhui Tongfeng Shengda Chemical Co., Ltd., Tongling (China), sowie an der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), nach der Equity-Methode einbezogen.
Die wesentlichen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz at equity bewerteter Beteiligungen ergeben sich aus den nachfolgenden Tabellen:
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.182 | 1.333 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 16 | 7 |
At eguity bewertete Beteiligungen
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | 900 | 911 |
| Fremdkapital | 726 | 739 |
| Eigenkapital | 174 | 172 |
| Anpassung an LANXESS Anteile und Equity-Bewertung | -161 | -160 |
| At equity bewertete Beteiligungen | 13 | 12 |
Die Verminderung des Buchwertansatzes der at equity bewerteten Beteiligungen um 1 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €) ergibt sich, ausgehend vom Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen, nach Berücksichtigung der im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste von 11 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) sowie der Effekte aus der anteiligen Gewinnübernahme von 1 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Aus einer Kapitalerhöhung bei der LANXESS-TSRC (Nantong) Chemical Industrial Co., Ltd., Nantong (China), ergab sich eine Erhöhung des Buchwerts der at equity bewerteten Beteiligungen um 4 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €).
(4) Sonstige Beteiligungen
Unter dieser Position werden Anteile an sonstigen Beteiligungen in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) ausgewiesen. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem Zugang von Anteilen an Servicegesellschaften, die im Rahmen des Keltan-EPDM-Geschäfts erworben wurden, sowie aus der Aufstockung der Anteile an der Gevo Inc., Englewood (USA), im Zusammenhang mit ihrem Börsengang.
Die sonstigen Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert werden, enthalten zum 31. Dezember 2011, mit Ausnahme der Anteile an der Gevo Inc., nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte zum Stichtag nicht zuverlässig bestimmbar sind und die daher zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.
(5) Derivative Finanzinstrumente
Im LANXESS Konzernabschluss wurden im Geschäftsjahr 2011 beizulegende Zeitwerte in Höhe von 16 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) aktiviert. Unter den Verbindlichkeiten wurden negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 53 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €) ausgewiesen.
Derivative Finanzinstrumente
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| in Mio. € | 31.12.2010 | ||
|---|---|---|---|
| Nominalwert | Positiver Zeitwert | Negativer Zeitwert | |
| --- | --- | --- | --- |
| Devisenterminkontrakte | 1.718 | 16 | -25 |
| Währungsoptionen | 153 | 2 | -9 |
| Warenterminkontrakte | 19 | 4 | 0 |
| Summe derivative Finanzinstrumente | 1.890 | 22 | -34 |
| davon kurzfristig | 1.465 | 19 | -23 |
| davon langfristig | 425 | 3 | -11 |
| in Mio. € | 31.12.2011 | ||
| Nominalwert | Positiver Zeitwert | Negativer Zeitwert | |
| Devisenterminkontrakte | 2.265 | 16 | -51 |
| Währungsoptionen | 0 | 0 | 0 |
| Warenterminkontrakte | 22 | 0 | -2 |
| Summe derivative Finanzinstrumente | 2.287 | 16 | -53 |
| davon kurzfristig | 1.827 | 8 | -40 |
| davon langfristig | 460 | 8 | -13 |
Von den Warenterminkontrakten mit einem Nominalwert von 22 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) sind Kontrakte in Höhe von 22 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig. Von den Devisenterminkontrakten und Währungsoptionen mit einem Nominalwert von insgesamt 2.265 Mio. € (Vorjahr: 1.871 Mio. €) sind Kontrakte in Höhe von 1.805 Mio. € (Vorjahr: 1.446 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig.
Cashflow-Hedges Zum 31. Dezember 2011 belaufen sich die im Geschäftsjahr 2011 oder in früheren Berichtsperioden im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verluste aus Währungssicherungsgeschäften, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, auf insgesamt 25 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2011 wurden 12 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) aufgrund der Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts vom Eigenkapital umgegliedert und im Periodenergebnis als Gewinn erfasst. Die Absicherung erfolgte durch Währungssicherungsgeschäfte, deren positive beizulegende Zeitwerte zum 31. Dezember 2011 1 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) und deren negative beizulegende Zeitwerte 36 Mio. € (Vorjahr: 24 Mio. €) betrugen, mit Nominalwerten von insgesamt 815 Mio. € (Vorjahr: 932 Mio. €). Hiervon sind Nominalwerte in Höhe von 583 Mio. € (Vorjahr: 544 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig. Die gesicherten Zahlungsströme treten innerhalb der nächsten zwei Jahre ein.
Der LANXESS Konzern geht davon aus, dass von den bis zum Bilanzstichtag aus Währungssicherungsgeschäften im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verlusten 18 Mio. € im Geschäftsjahr 2012 und 7 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 (Vorjahr: 3 Mio. € im Geschäftsjahr 2011 und 5 Mio. € im Geschäftsjahr 2012) vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.
Zum 31. Dezember 2011 belaufen sich die im Geschäftsjahr 2011 oder in früheren Berichtsperioden im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verluste aus Warentermingeschäften, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, auf insgesamt 1 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. € Gewinn). Im Geschäftsjahr 2011 wurden 3 Mio. € aufgrund der Realisierung des gesicherten Grundgeschäfts vom Eigenkapital umgegliedert und im Periodenergebnis als Gewinn erfasst (Vorjahr: 2 Mio. €). Die Absicherung erfolgte durch Warenterminkontrakte. Diese hatten am 31. Dezember 2011 einen positiven beizulegenden Zeitwert von 0 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) und einen negativen beizulegenden Zeitwert von 2 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Die Nominalwerte betrugen insgesamt 22 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €), wovon 22 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig sind. Die gesicherten Zahlungsströme treten innerhalb des nächsten Jahres ein.
Der LANXESS Konzern geht davon aus, dass von den bis zum Bilanzstichtag aus Warentermingeschäften im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verlusten (Vorjahr: Gewinnen) 1 Mio. € im Geschäftsjahr 2012 (Vorjahr: 2 Mio. € im Geschäftsjahr 2011) vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.
Hinsichtlich der Fristigkeiten von derivativen Vermögenswerten und -verbindlichkeiten wird auf Anhangangabe [35] verwiesen.
(6) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
scroll
| in Mio. € | 31.12.2010 | ||
|---|---|---|---|
| Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 51 | 1 | 52 |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | 6 | 2 | 8 |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 17 | 55 | 72 |
| 74 | 58 | 132 | |
| in Mio. € | 31.12.2011 | ||
| Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 61 | 1 | 62 |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | 4 | 2 | 6 |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 17 | 24 | 41 |
| 82 | 27 | 109 |
Die zur Veräußerung verfügbaren langfristigen finanziellen Vermögenswerte betreffen mit 60 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) Inhaberpapiere eines börsengehandelten Indexfonds. Forderungen aus Leasingverträgen, bei denen die Kunden als wirtschaftliche Eigentümer der Leasinggegenstände anzusehen sind (Finanzierungsleasing), bestanden in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Die sonstigen finanziellen Forderungen enthalten im Wesentlichen Festgeldanlagen mit kurzfristiger Zinsbindungsdauer. Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte bestehen in Höhe von 9 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €).
Von den gesamten Leasingzahlungen sind fällig:
Fälligkeiten der Leasingzahlungen
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| 31.12.2010 | |||
|---|---|---|---|
| in Mio. € | Leasingraten | Hierin enthaltener Zinsanteil | Leasingforderungen |
| --- | --- | --- | --- |
| bis 1 Jahr | 2 | 0 | 2 |
| 1 bis 5 Jahre | 7 | 1 | 6 |
| 9 | 1 | 8 | |
| in Mio. € | 31.12.2011 | ||
| Leasingraten | Hierin enthaltener Zinsanteil | Leasingforderungen | |
| bis 1 Jahr | 3 | 1 | 2 |
| 1 bis 5 Jahre | 4 | 0 | 4 |
| 7 | 1 | 6 |
(7) Sonstige langfristige Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. In den Geschäftsjahren 2010 und 2011 waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen.
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:
Sonstige langfristige Vermögenswerte
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| in Mio. €. | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen | 81 | 85 |
| Übrige Forderungen | 32 | 35 |
| 113 | 120 |
Der Anstieg der Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen ist im Wesentlichen auf Wertsteigerungen der zugrunde liegenden Vermögenswerte zurückzuführen. Die übrigen Forderungen beinhalten unter anderem hinterlegte Kautionen.
(8) Vorräte
Die Vorräte des LANXESS Konzerns gliedern sich wie folgt:
Vorräte
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 243 | 271 |
| Erzeugnisse und Handelswaren | 851 | 1.115 |
| 1.094 | 1.386 |
Vorräte in Höhe von 184 Mio. € (Vorjahr: 157 Mio. €) sind zu ihrem niedrigeren Nettoveräußerungswert bilanziert.
Die Wertberichtigungen auf Vorräte entwickelten sich folgendermaßen:
Wertberichtigungen auf Vorräte
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Stand am Jahresanfang | -79 | -62 |
| Aufwandswirksame Zuführungen | -18 | -59 |
| Auflösung/Inanspruchnahme | 38 | 20 |
| Währungsänderungen | -3 | 0 |
| Stand am Jahresende | -62 | -101 |
(9) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Erforderliche Wertberichtigungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko bemessen, sind mit 13 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) berücksichtigt. Diese Wertberichtigungen betreffen Bruttoforderungen in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €).
Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1.146 Mio. € (Vorjahr: 942 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen mit 6 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen und mit 1.140 Mio. € (Vorjahr: 939 Mio. €) gegenüber sonstigen Kunden.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Stand am Jahresanfang | -22 | -19 |
| Aufwandswirksame Zuführungen | -4 | -3 |
| Auflösungsinanspruchnahme | 8 | 8 |
| Währungsänderungen | -1 | 1 |
| Stand am Jahresende | -19 | -13 |
Die Altersstruktur der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich wie folgt:
Altersstruktur der Überfälligkeiten
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| in Min. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Buchwert | 942 | 1.146 |
| davon: weder wertgemindert noch überfällig | 850 | 1.033 |
| davon: nicht wertgemindert und überfällig | ||
| bis 30 Tage | 75 | 85 |
| zwischen 31 und 60 Tagen | 7 | 9 |
| zwischen 61 und 90 Tagen | 1 | 1 |
| mehr als 90 Tage | 3 | 3 |
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
(10) Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte
In den liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 350 Mio. € (Vorjahr: 364 Mio. €) werden jederzeit veräußerbare Anteile an Geldmarktfonds, deren Realisation innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag erwartet wird, ausgewiesen.
(11) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte von 230 Mio. € (Vorjahr: 222 Mio. €) werden grundsätzlich mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Sie enthalten im Wesentlichen übrige Steuererstattungsansprüche, vor allem aus umsatzsteuerlichen Sachverhalten, in Höhe von 182 Mio. € (Vorjahr: 109 Mio. €) sowie sonstige Vorauszahlungen. Die Wertberichtigungen belaufen sich auf 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €).
(12) Eigenkapital
Aktienrückkauf und Einziehung eigener Aktien Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 18. Mai 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Mai 2016 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern sowie gegen Sachleistung übertragen, soweit dies zum Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse herbeizuführen. Ferner ist er ermächtigt, sie zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu verwenden sowie die Aktien Inhabern der von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften begebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die ein Wandlungs- oder Optionsrecht gewähren oder eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen, in dem Umfang zu gewähren, in dem ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft zustehen würde. In den vorgenannten Fällen ist, außer bei der Einziehung eigener Aktien, das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der LANXESS AG beträgt unverändert zum Vorjahr 83.202.670 € und ist eingeteilt in 83.202.670 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.
Genehmigtes Kapital Zum 31. Dezember 2011 setzt sich das genehmigte Kapital wie folgt zusammen:
• Genehmigtes Kapital I und II
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2009 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. Mai 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 2 der Satzung.
Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 16.640.534 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann dies für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden und um Inhabern der von der Gesellschaft und deren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie ihnen nach Ausübung des Wandlungs- und Optionsrechts zustehen würde. Ferner kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Beteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Rechte neue Aktien gewähren zu können. Schließlich kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 3 der Satzung.
Bedingtes Kapital Zum 31. Dezember 2011 setzt sich das bedingte Kapital wie folgt zusammen:
• Bedingtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 18. Mai 2011 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 16.640.534 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 16.640.534 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).
Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Mai 2011 bis zum 17. Mai 2016 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Der Vorstand kann bei der Begebung von Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen ausschließen:
| • | für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, |
| • | soweit es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder -pflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde, |
| • | bei Ausgabe gegen Barleistung, wenn der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert der Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet. Werden Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben, dürfen die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten, |
| • | wenn Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Wandlungsrecht/-pflicht oder Optionsrecht/-pflicht ausgegeben werden, die obligationsähnlich ausgestaltet sind. |
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage der LANXESS AG beträgt unverändert zum Vorjahr 806.195.490 €.
Sonstige Rücklagen
Die Veränderung der sonstigen Rücklagen um 244 Mio. € auf 943 Mio. € ist ausschließlich auf die Erhöhung der Gewinnrücklagen von 541 Mio. € auf 785 Mio. € zurückzuführen.
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Weiterhin beinhalten die Gewinnrücklagen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen sowie die hierbei zu berücksichtigenden Steuereffekte.
Anteile anderer Gesellschafter
Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen die Fremdanteile am Eigenkapital der DuBay Polymer GmbH, Hamm, der EUROPIGMENTS S.L., Barcelona (Spanien), und der Rhein Chemie (Qingdao) Co. Ltd., Qingdao (China). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert ausschließlich aus dem laufenden Ergebnis.
Kapitalmanagement
Kernziele des Kapitalmanagements im LANXESS Konzern sind die langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Erzielung einer im Vergleich zur chemischen Industrie attraktiven Umsatz- und Kapitalrentabilität. Die Finanzpolitik des Konzerns setzt dem Kapitalmanagement eine wichtige Nebenbedingung. Dabei handelt es sich um die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings, was die Erfüllung seitens der Ratingagenturen definierter Maßzahlen erfordert. Diese werden im Wesentlichen aus Kennzahlen der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung ermittelt. Im Rahmen des Kapitalmanagements entscheiden die zuständigen Gremien des LANXESS Konzerns über die Kapitalstruktur der Bilanz, die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Höhe der Dividende, die Finanzierung von Investitionen und damit über den Ab- bzw. Aufbau von Schulden. Die LANXESS AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.
(13) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im LANXESS Konzern bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis gesetzlicher Vorgaben oder vertraglicher Vereinbarungen Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden.
Bei den beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger, die als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis Berücksichtigung finden. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2011 beliefen sich die Beiträge im Konzern auf insgesamt 38 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €).
Der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Altersversorgungsplan wird ebenfalls als beitragsorientierter Plan im Konzernabschluss berücksichtigt. In den oben genannten Beträgen sind die Beiträge an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 21 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) enthalten. Im Geschäftsjahr 2011 hat die Bayer-Pensionskasse eine Beitragssatzerhöhung beschlossen. Insofern wird für das Geschäftsjahr 2012 ein Anstieg der Beitragszahlungen auf ca. 28 Mio. € erwartet.
Bei der Bayer-Pensionskasse handelt es sich um eine rechtlich selbstständige, private Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterliegt. Da die Verpflichtung der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt ist, liegt ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber vor, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientiertes Altersversorgungssystem (Defined Benefit Plan) zu bilanzieren ist.
Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen Anwartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die grundlegende versicherungsmathematische Äquivalenzbetrachtung, nach der die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss, nicht auf Ebene des einzelnen versicherten Risikos, sondern auf Ebene des Gesamtbestandes durchgeführt. Somit ist der LANXESS Konzern auch den versicherungsmathematischen Risiken der anderen Trägerunternehmen der Bayer-Pensionskasse ausgesetzt. Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine Defined-Benefit-Bilanzierung nach IAS 19 erforderlich ist. Informationen hinsichtlich einer Über- oder Unterdeckung, aus denen Abschätzungen über Auswirkungen auf die zukünftigen Beitragszahlungen abgeleitet werden können, liegen nicht vor. Entsprechend wird der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Versorgungsplan nicht als leistungsorientierter Plan, sondern wie ein beitragsorientierter Plan bilanziert.
Die Bayer-Pensionskasse übernimmt etwaige Rentenanpassungen entsprechend § 16 BetrAVG, soweit ihr die dafür geschäftsmäßig erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Rentenanpassungsverpflichtungen, die die Bayer-Pensionskasse voraussichtlich nicht übernimmt, werden in einem separaten Defined Benefit Plan bilanziert.
Bei den auf gesetzlichen Vorgaben basierenden Leistungsplänen handelt es sich im Wesentlichen um Leistungsverpflichtungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrags erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt.
Bei den auf vertraglichen Regelungen basierenden Leistungsplänen handelt es sich im Wesentlichen um lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich überwiegend aus der Beschäftigungsdauer und dem Gehalt der Mitarbeiter.
Neben Zusagen auf Rentenleistungen bestehen bei amerikanischen Konzerngesellschaften Erstattungsverpflichtungen für Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand, die aufgrund ihres Versorgungscharakters ebenfalls Bestandteil der Pensionsrückstellungen sind.
Die Finanzierung der Leistungszusagen erfolgt sowohl intern über Rückstellungen als auch extern über rechtlich selbstständige Pensionsfonds. Die Leistungszusagen in Deutschland werden teilweise über den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen, (CTA) gedeckt.
Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Leistungspläne entspricht dem Barwert des am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung künftiger Steigerungen erdienten Anteils an der Versorgungsleistung (Defined Benefit Obligation) abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwerts des externen Planvermögens, angepasst um nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand sowie für das Unternehmen nicht realisierbare Vermögenswerte und Mindestdotierungsverpflichtungen. Die Defined Benefit Obligation wird in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Ein Zeitraum von drei Jahren wird dabei nicht überschritten; für alle bedeutenden Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen in der Regel jährlich durchgeführt. Die Zinssätze zur Ermittlung der Barwerte entsprechen im Regelfall denen von laufzeitkongruenten erstklassigen Industrieanleihen.
Insgesamt ergeben sich im Geschäftsjahr 2011 aus den leistungsorientierten Plänen Aufwendungen in Höhe von 47 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €). Hiervon werden die Aufwendungen für Versorgungsleistungen sowie die Effekte aus Plankürzungen, Planabgeltungen und Desinvestitionen in Höhe von 38 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €) im operativen Ergebnis ausgewiesen. Die Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Versorgungsansprüche sowie die erwarteten Erträge aus der Vermögensanlage werden in Höhe von 9 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) im Finanzergebnis berücksichtigt.
Für die Versorgungspläne setzen sich die Kosten wie folgt zusammen:
Keine Versorgungspläne
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aufwand für im Geschäftsjahr erdiente Versorgungsansprüche | 18 | 22 | 12 | 7 |
| Aufwand für in Vorjahren erdiente Versorgungsansprüche | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Versorgungsansprüche | 84 | 89 | 7 | 7 |
| Erwartete Erträge aus der Vermögensanlage | -86 | -87 | 0 | 0 |
| Plankürzungen/-abgeltungen und Desinvestitionen | 3 | 8 | 0 | 0 |
| 19 | 33 | 19 | 14 |
Die Überleitung der Versorgungsverpflichtung zur Nettoposition der bilanziellen Vermögenswerte und Rückstellungen ermittelt sich wie folgt:
Überleitung zur Nettoposition zum 31.12.
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Versorgungszusagen | 1.279 | 1.347 | 7 | 6 |
| Externes Planvermögen | -1.105 | -1.156 | -3 | -4 |
| Unterdeckung | 174 | 191 | 4 | 2 |
| Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Versorgungszusagen | 140 | 187 | 118 | 120 |
| Anpassungsbetrag aufgrund von nicht realisiertem nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand | -1 | -1 | 1 | 0 |
| Berücksichtigung der Obergrenze für Vermögenswerte sowie Mindestdotierungsverpflichtungen | 88 | 95 | — | — |
| Nettoposition der Rückstellungen und bilanziellen Vermögenswerte | 401 | 472 | 123 | 122 |
| In der Bilanz ausgewiesene Beträge | ||||
| Forderunden im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen | -81 | -85 | — | — |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 482 | 557 | 123 | 122 |
| Nettoposition | 401 | 472 | 123 | 122 |
Die in der Bilanz erfasste Nettoschuld ist in den folgenden Bilanzposten enthalten:
Bilanzieller Ausweis der Nettoposition zum 31.12.
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 605 | 679 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | -81 | -85 |
| Nettoposition | 524 | 594 |
Die Entwicklung der Versorgungsverpflichtung und des Planvermögens stellt sich folgendermaßen dar:
Entwicklung der Verpflichtung zum 31.12.
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen | ||||
| Versorgungsverpflichtung zu Beginn des Jahres | 1.117 | 1.419 | 114 | 125 |
| Aufwand für im Geschäftsjahr erdiente Versorgungsansprüche | 18 | 22 | 12 | 7 |
| Aufwand für in Vorjahren erdiente Versorgungsansprüche | 0 | 1 | — | — |
| Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Versorgungsansprüche | 84 | 89 | 7 | 7 |
| Arbeitnehmerbeiträge | 2 | 2 | — | — |
| Planabgeltungen | -6 | -34 | — | — |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 188 | 137 | 2 | 1 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -67 | -74 | -17 | -13 |
| Akquisitionen/Desinvestitionen | 0 | 0 | — | — |
| Plankürzungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsänderungen | 83 | -28 | 7 | -1 |
| Versorgungsverpflichtung zum Ende des Jahres | 1.419 | 1.534 | 125 | 126 |
Entwicklung des Planvermögens zum 31.12.
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Planvermöge zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Planvermögen zu Beginn des Jahres | 876 | 1.105 | 3 | 3 |
| Erwartete Erträge aus der Vermögensanlage | 86 | 87 | 0 | 0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 5 | 52 | 0 | 0 |
| Akquisitionen/Desinvestitionen | — | 0 | — | — |
| Planabgeltungen | — | -42 | — | — |
| Arbeitgeberbeiträge | 96 | 48 | 0 | 1 |
| Arbeitnehmerbeiträge | 2 | 2 | — | — |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -52 | -57 | 0 | 0 |
| Währungsänderungen | 101 | -39 | 0 | 0 |
| Planvermögen zum Ende des Jahres | 1.105 | 1.156 | 3 | 4 |
Die Arbeitgeberbeiträge enthalten sowohl externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche für zu leistende Rentenzahlungen zustehen, wie auch externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen.
Externe Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche zustehen (CTA), wurden in Höhe von 30 Mio. € (Vorjahr: 75 Mio. €) geleistet. Externe Ausfinanzierungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, wurden in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) getätigt.
Eine verlässliche Schätzung der Beiträge des Arbeitgebers für das folgende Geschäftsjahr in die leistungsorientierten Versorgungspläne ist nicht möglich. Sie hängen insbesondere von zukünftigen Entscheidungen der Unternehmensführung und dem regulatorischen Umfeld des jeweiligen Landes ab.
Die außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sowie die im sonstigen Ergebnis erfassten Auswirkungen der Berücksichtigung der Obergrenze für Vermögenswerte sowie Mindestdotierungsverpflichtungen betragen:
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge im Geschäftsjahr
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -183 | -85 | -2 | -1 |
| Berücksichtigung der Obergrenze für Vermögenswerte sowie Mindestdotierungsverpflichtungen | 78 | -10 | — | — |
| -105 | -95 | -2 | -1 |
Die kumulierten im sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste belaufen sich zum Geschäftsjahresende auf -385 Mio. € (Vorjahr: -302 Mio. €).
Die entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind folgenden Kategorien zuzuordnen:
Kategorisierung der Abweichungen zum 31.12.
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| in Mio. € | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ertrag des Planvermögens | 1 | -50 | 15 | 5 | 52 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abweichungen der Erwartungswerte von der Realität | -23 | -26 | 36 | -54 | -39 | -3 | 0 | -2 | 4 | 4 |
| Anpassungen aufgrund veränderter Bewertungsannahmen | 95 | 90 | -91 | -134 | -98 | 7 | 6 | -6 | -6 | -5 |
| Gesamter versichertmusenathematischer Gewinn/Verlust des Geschäftsjahres | 73 | 14 | -30 | -183 | -85 | 4 | 6 | -8 | -2 | -1 |
Abweichungen der Erwartungswerte von der Realität sind Verpflichtungsänderungen, die sich aus den Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung im Geschäftsjahr ergeben. Im Gegensatz dazu spiegeln die Anpassungen aufgrund veränderter Bewertungsannahmen die Abweichungen in der Verpflichtung wider, die sich aus der Differenz zwischen den am Jahresanfang und den am Jahresende unterstellten Bewertungsannahmen ergeben.
Der Anstieg der Anpassungen aufgrund veränderter Bewertungsannahmen ist überwiegend auf das weltweit gesunkene Rechnungszinsniveau in den für LANXESS wesentlichen Ländern mit Pensionsverpflichtungen zurückzuführen.
Der tatsächliche Ertrag des externen Planvermögens belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 139 Mio. € (Vorjahr: 91 Mio. €).
Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs und der Bestimmung des Versorgungsaufwands wurden folgende gewichtete Parameter zugrunde gelegt:
Bewertungsannahmen zum 31.12.
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| in % | Leistungszusagen Pensionen | Leistungszusagen Übrige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Rechnungszinsfuß | 6,7 | 6,2 | 6,3 | 5,7 |
| Erwartete Einkommensentwicklung | 4,0 | 3,6 | 4,1 | 3,8 |
| Erwartete Rentenentwicklung | 2,1 | 2,1 | — | — |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 8,7 | 7,8 | 5,0 | 5,8 |
| Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung | — | — | 8,6 | 8,4 |
| Erwartete langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung | — | — | 5,5 | 5,5 |
Die Gewichtung des Rechnungszinsfußes erfolgt unter Einbezug aller Pensionspläne anhand der jeweiligen Planverpflichtung am Jahresende. Im Gegensatz dazu gehen in die Gewichtung des Prozentsatzes für die erwarteten Erträge aus Planvermögen nur Pensionspläne mit zugehörigem Planvermögen ein. Die Gewichtung wird auf Basis des jeweiligen Planvermögens am Jahresende vorgenommen. Zudem spiegeln sich in den gewichteten Bewertungsannahmen die länderspezifischen Unterschiede wider.
Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die verwendeten Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden alters- und geschlechtsspezifisch geschätzt.
Der Rechnungszinsfuß zur Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte ist abgeleitet aus den Renditen laufzeitkongruenter erstklassiger Industrieanleihen. Eine Erhöhung des angegebenen Rechnungszinsfußes um 0,5 %-Punkte hätte eine Reduzierung der Versorgungsverpflichtung für Pensionszusagen von 105 Mio. € (Vorjahr: 90 Mio. €) und für die sonstigen Leistungszusagen von 6 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) zur Folge. Im Falle einer Verminderung des angegebenen Rechnungszinsfußes um 0,5 %-Punkte ergäben sich im Wesentlichen gegenläufige Effekte.
Es wird erwartet, dass die langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung in ca. fünf Jahren erreicht wird.
Eine Erhöhung bzw. eine Verringerung der Annahme bzgl. der erwarteten langfristigen Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt hätte bei ansonsten konstanten Annahmen eine Erhöhung bzw. eine Verringerung des Barwerts der Versorgungsverpflichtung von 9 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) zur Folge. Die Kosten für die medizinischen Versorgungspläne würden sich nicht wesentlich erhöhen bzw. verringern.
Das Planvermögen setzt sich folgendermaßen zusammen:
Vermögensaufteilung zum 31.12.
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| in % des Planvermögens | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Festverzinsliche Wertpapiere | 62,8 | 58,1 |
| Aktien | 22,7 | 25,7 |
| Immobilien | 2,1 | 2,0 |
| Sonstiges | 12,4 | 14,2 |
| 100,0 | 100,0 |
Die erwartete Rendite für jede Kategorie der Vermögenswerte wurde unter Berücksichtigung allgemein zugänglicher sowie interner Kapitalmarktstudien und -prognosen ermittelt. Der erwartete Ertrag der festverzinslichen Wertpapiere orientiert sich an der Fristigkeit des gehaltenen Wertpapierportfolios und der hierfür erreichbaren Rendite am Bilanzstichtag. Der erwartete Ertrag aus Aktien spiegelt die langfristige Renditeerwartung des zugrunde liegenden Aktienportfolios wider.
Die Versorgungsverpflichtung und die Vermögenswerte stellen sich zum angegebenen Jahresende wie folgt dar:
Finanzierungsstatus zum 31.12.
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| in Mio. € | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen | 967 | 1.049 | 1.231 | 1.544 | 1.660 |
| Externes Planvermögen | -491 | -668 | -879 | -1.108 | -1.160 |
| Unterdeckung | 476 | 381 | 352 | 436 | 500 |
(14) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen
Im Einzelnen bestehen folgende Rückstellungen:
Sonstige Rückstellungen
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt | bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Personalrückstellungen | 151 | 92 | 38 | 281 | 172 | 85 | 30 | 287 |
| Umweltschuttrückstellungen | 29 | 31 | 68 | 128 | 23 | 34 | 77 | 134 |
| Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr | 97 | 32 | — | 129 | 115 | 11 | — | 126 |
| Rückstellungen für Restrukturierung | 26 | 23 | 12 | 61 | 23 | 31 | 6 | 60 |
| Übrige sonstige Rückstellungen | 119 | 43 | 12 | 174 | 113 | 45 | 12 | 170 |
| 422 | 221 | 130 | 773 | -146 | 206 | 125 | 777 |
Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2011 wie folgt entwickelt:
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2011
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| in Mio. € | 01.01.2020 | Zuführung | Zinseffekt | Inanspruch- nahme |
Auflösung | Währungs- änderungen |
31.12.2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Personalrückstellungen | 281 | 153 | 4 | -137 | -10 | -4 | 287 |
| Umweltschutzrückstellungen | 128 | 21 | 4 | -11 | -7 | -1 | 134 |
| Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr | 129 | 65 | 0 | -41 | -26 | -1 | 126 |
| Rückstellungen für Restrukturierung | 61 | 29 | 0 | -14 | -16 | 0 | 60 |
| Übrige sonstige Rückstellungen | 174 | 57 | 4 | -35 | -23 | -7 | 170 |
| 773 | 325 | 12 | -238 | -82 | -13 | 777 |
Personalrückstellungen
Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.
Mehrjährige Vergütungsprogramme
Long Term Incentive Program (LTIP)
Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie ausgewählten Mitarbeitern eine Vergütung in Form von Long Term Incentives, die bar ausgezahlt werden. Nachdem ab 2005 in zwei aufeinanderfolgenden Vergütungsprogrammen über jeweils drei Jahre Anrechte ausgegeben worden waren, wurde im Geschäftsjahr 2010 ein neues Vergütungsprogramm aufgesetzt, aus dem in den Jahren 2010 bis 2013 Anrechte gewährt werden. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme am LTIP setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus.
Während das erste Vergütungsprogramm aus einem anteilsbasierten Teil (Stock Performance Plan 2005–2007) und aus einem nicht anteilsbasierten Teil (Economic Value Plan) besteht, sind die sich anschließenden Vergütungsprogramme ausschließlich anteilsbasiert (Stock Performance Plan 2008–2010 und Stock Performance Plan 2010–2013).
Stock Performance Plan
Die Ausschüttung aus dem Stock Performance Plan ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM.
Stock Performance Plan 2005–2007
Stimmen die Performance der Aktie und des Index überein, so werden pro Anrecht 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,025 € bzw. über einen Prozentsatz von 10 % hinaus 0,05 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 1,50 € pro Anrecht ausgeschüttet.
Teilnahmeberechtigt für den Stock Performance Plan 2005–2007 sind Mitglieder des Vorstands sowie der oberen Führungsebene. Teilnahmeberechtigte Personen müssen gleichzeitig am Stock Performance Plan 2005–2007 und am weiter unten beschriebenen Economic Value Plan teilnehmen.
Stock Performance Plan 2008–2010
Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,05 € bzw. über einen Prozentsatz von 5 % hinaus 0,06667 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.
Stock Performance Plan 2010–2013
Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0, 125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.
Teilnahmeberechtigt für den Stock Performance Plan 2008–2010 und den Stock Performance Plan 2010–2013 sind Mitglieder des Vorstands sowie der oberen Führungsebenen.
Der Bewertung der Verpflichtungen aus dem Stock Performance Plan liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:
Wesentlichen Parameter
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| in % | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Erwartete Volatilität | 40,0 | 41,0 |
| Erwartete Dividendenzahlung | 2,0 | 2,0 |
| Erwartete Volatilität des Index | 20,0 | 23,0 |
| Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index | 70,0 | 81,0 |
| Risikoloser Zinssatz | 0,7 | 0,4 |
Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM der letzten zwei Jahre.
Informationen zu den zum 31. Dezember 2011 offenen Tranchen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Stock Performance Plan
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| SP Plan 2005-2007 | SP Plan 2008-2010 | SP Plan 2010-2013 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tranche 2007 | Tranche 2008 | Tranche 2009 | Tranche 2010 | Tranche 2010 | Tranche 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Laufzeit | 5 Jahre | 6 Jahre | 6 Jahre | 6 Jahre | 7 Jahre | 7 Jahre |
| Sperrfrist | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | 4 Jahre | 4 Jahre |
| Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien | 31.01.2010 | 01.02.2013 | 01.02.2013 | 01.02.2013 | 31.01.2017 | 31.01.2017 |
| Basiskurs der LANXESS Aktie | 40,79 € | 2.403 € | 1.286 € | 27,28 € | 27,28 € | 55,60 € |
| Basiskurs des Index DowJones STOXX 600 ChemicalsSM | 431,50 Punkte | 465,97 Punkte | 317,39 Punkte | 432,44 Punkte | 432,44 Punkte | 564,17 Punkte |
| Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2010 | 1,10 € | 2,00 € | 1,98 € | 1,46 € | 1,31 € | — |
| Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2011 | 0,04 € | 2,00 € | 2,00 € | 1,20 € | 1,04 € | 0,27 € |
| Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte | ||||||
| Ausstehende Anrechte am 01.01.2011 | 1.002.155 | 10.746.985 | 11.966.222 | 13.186.165 | 12.312.495 | 0 |
| Gewährte Anrechte | — | — | — | — | — | 12.280.036 |
| Ausgeübte Anrechte | 639.950 | 10.208.485 | — | — | — | — |
| Abgegoltene Anrechte | — | — | 243.897 | 131.897 | 162.641 | 122.428 |
| Verwirkte Anrechte | — | — | 599.333 | 765.623 | 1.442.900 | 451.510 |
| Ausstehende Anrechte am 31.12.2011 | 362.205 | 538.500 | 11.123.992 | 12.288.645 | 10.706.954 | 11.706.098 |
Zum Jahresende 2011 notierte die LANXESS Aktie bei 40,00 € und der Vergleichsindex bei 513,19 Punkten.
Im Geschäftsjahr 2011 ergab sich ein Nettoaufwand von 13 Mio. € (Vorjahr: 40 Mio. €). Während die Ausübungen der Tranche 2007 zu einem Durchschnittswert von 0,78 € erfolgten, wurden die Anrechte der Tranche 2008 zum Maximalwert ausgeübt. Zum 31. Dezember 2011 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 38 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €). Hiervon entfallen 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) auf den inneren Wert von zum Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten.
Economic Value Plan
Die Ausschüttung aus dem Economic Value Plan ergibt sich aus der Entwicklung des Economic Value des LANXESS Konzerns. Mit der in 2011 erfolgten Auszahlung der zum 31.12.2010 zurückgestellten 9 Mio. € an die berechtigten Teilnehmer ist der Economic Value Plan abgeschlossen.
Rückstellungen für Umweltschutz
Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen seine geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts war oder dort Anlagen betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat, und es ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden.
Bei LANXESS als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Ansprüche diesbezüglich könnten geltend gemacht werden von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die der LANXESS Konzern von den Unternehmen des Bayer-Konzerns oder Dritten zu Eigentum erworben hat, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.
Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als „Superfund" bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet.
Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z.B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden.
Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung seiner bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen – auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen – ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr
Die Rückstellungen betreffen insbesondere solche für Rabattverpflichtungen, für Kundenboni, für Produktrücknahmen, für ausstehende Eingangsrechnungen sowie für drohende Verluste bzw. belastende Verträge.
Rückstellungen für Restrukturierung
Von den zum 31. Dezember 2010 bestehenden Rückstellungen für Restrukturierung wurden im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 14 Mio. € in Anspruch genommen. Für weitere Restrukturierungsmaßnahmen wurden 29 Mio. € den Rückstellungen zugeführt.
Die Rückstellungen für Restrukturierung von 60 Mio. € (Vorjahr: 61 Mio. €) zum 31. Dezember 2011 entfallen mit 45 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) auf Rückstellungen für Abfindungen und sonstige Personalkosten sowie mit 15 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) auf Rückstellungen für Abrisskosten und sonstige Aufwendungen.
Übrige sonstige Rückstellungen
Rechtliche Risiken
Der LANXESS Konzern ist von einer Anzahl von Rechtsstreitigkeiten betroffen. Als ein international tätiges Chemieunternehmen ist der LANXESS Konzern im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs behördlichen oder gerichtlichen Verfahren ausgesetzt und könnte es auch in Zukunft sein.
Behördliche und gerichtliche Verfahren werfen in der Regel schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen auf und sind Unwägbarkeiten unterworfen. Der Ausgang von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden, so dass z.B. aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen zusätzliche Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch ausgewiesene Rückstellungen oder entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt sind sowie wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft, die Ertragslage oder die Zahlungsströme des LANXESS Konzerns haben können.
Sonstige übrige Rückstellungen
Die sonstigen übrigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen, Produkthaftung, Entsorgungsverpflichtungen – sofern nicht als Rückstellungen für Umweltschutz erfasst – sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten.
(15) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Die Zusammensetzung und Fristigkeit der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2010
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| in Mio. € | Kurzfristig | Langfristig | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | > 2015 | Summe | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 401 | 496 | 198 | 1.095 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 124 | 57 | 14 | 13 | 12 | 30 | 126 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 11 | 10 | 34 | 6 | 4 | 25 | 79 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 41 | 0 | 2 | 2 | |||
| 176 | 468 | 48 | 515 | 16 | 255 | 1.302 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2011
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| in Mio. € | Kurzfristig | Langfristig | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | > 2016 | Summe | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 401 | 497 | 199 | — 496 | 1.192 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 159 | 27 | 35 | 34 | 34 | 61 | 191 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 11 | 35 | 7 | 4 | 5 | 22 | 73 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 62 | 2 | 3 | 3 | 1 | 9 | |
| 633 | 62 | 541 | 41 | 241 | 580 | 1.465 |
Der LANXESS Konzern hat folgende Anleihen am Kapitalmarkt platziert:
Anleihen
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| Emissionszeitpunkt | Volumen in Mio. € |
Zinskupon in % |
Fälligkeit |
|---|---|---|---|
| Juni 2005 | 500 | 4,125 | Juni 2012 |
| April 2009 | 500 | 7,750 | April 2014 |
| September 2009 | 200 | 5,500 | September 2016 |
| Mai 2011 | 500 | 4,125 | Mai 2010 |
Im September 2009 erfolgte ein teilweiser Rückkauf der Anleihe aus Juni 2005, der den ausstehenden Nominalbetrag auf 402 Mio. € reduzierte.
Der gewichtete durchschnittliche Zins der Finanzverbindlichkeiten im LANXESS Konzern liegt zum Jahresende bei 5,3 % (Vorjahr: 5,9 %).
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen werden dann bilanziert, wenn die geleasten Vermögenswerte als wirtschaftliches Eigentum des Konzerns unter den Sachanlagen aktiviert sind (Finanzierungsleasing). In den Folgejahren sind an die jeweiligen Leasinggeber 100 Mio. € (Vorjahr: 110 Mio. €) Leasingraten zu zahlen; der hierin enthaltene Zinsanteil beläuft sich auf 16 Mio. € (Vorjahr: 20 Mio. €).
In den sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsabgrenzungen von 55 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €) für finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Hiervon betreffen 53 Mio. € (Vorjahr: 40 Mio. €) die zuvor erwähnten Anleihen.
Hinsichtlich der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten sowie der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme, insbesondere der Zinszahlungen, wird auf die Anhangangabe [35] verwiesen.
(16) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerschulden
Die langfristigen und kurzfristigen Ertragsteuerschulden gliedern sich wie folgt:
Ertragsteuerschulden
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| in Mio. € | 31.12.2010 | ||
|---|---|---|---|
| Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- |
| Rückstellungen | 41 | 33 | 74 |
| Verbindlichkeiten | 9 | 1 | 10 |
| 50 | 34 | 84 | |
| in Mio. € | 31.12.2011 | ||
| Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | |
| Rückstellungen | 55 | 43 | 98 |
| Verbindlichkeiten | 8 | 6 | 14 |
| 63 | 49 | 112 |
(17) Sonstige langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten von 89 Mio. € (Vorjahr: 95 Mio. €) enthalten im Wesentlichen von Dritten gewährte Zuwendungen für Vermögenswerte von 71 Mio. € (Vorjahr: 79 Mio. €).
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten werden zum Verpflichtungsbetrag bilanziert. Sie teilen sich wie folgt auf:
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 42 | 59 |
| Personalverbindlichkeiten | 21 | 27 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 20 | 24 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 49 | 45 |
| 132 | 155 |
Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden.
Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beiträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten umfassen unter anderem Garantiezahlungen, Kundenprovisionen sowie Kostenerstattungen. Gegenüber übrigen Beteiligungen bestehen wie auch im Vorjahr keine solchen Verpflichtungen.
(18) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden überwiegend gegenüber Dritten. Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag in Höhe von 766 Mio. € (Vorjahr: 664 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden mit 35 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) gegenüber at equity bewerteten Beteiligungen und mit 731 Mio. € (Vorjahr: 638 Mio. €) gegenüber sonstigen Lieferanten.
(19) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten
Von den gesamten Verbindlichkeiten hatten 586 Mio. € (Vorjahr: 261 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich im Wesentlichen aus der Begebung der 500 Mio. € Benchmark-Anleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2018.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(20) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse von 8.775 Mio. € (Vorjahr: 7.120 Mio. €) beinhalten zum größten Teil Verkäufe von Waren und Erzeugnissen nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen.
Die Umsätze und ihre Entwicklung nach Unternehmensbereichen und Regionen sind in der Übersicht zur Segmentberichterstattung ersichtlich (vgl. Anhangangabe [37]).
(21) Kosten der umgesetzten Leistungen
Kosten der umgesetzten Leistungen
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren | 3.451 | 4.570 |
| Fertigungskosten und sonstige Herstellungskosten | 1.930 | 2.195 |
| 5.381 | 6.765 |
Die Fertigungskosten enthalten unter anderem Kosten für Personal, Abschreibungen, Energien und sonstige Leistungsbezüge. Die sonstigen Herstellungskosten enthalten insbesondere Effekte aus der Bestandsbewertung sowie aus Inventurdifferenzen.
(22) Vertriebskosten
Vertriebskosten
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Marketingkosten | 375 | 440 |
| Ausgangsfrachten und sonstige Vertriebskosten | 271 | 292 |
| 646 | 732 |
Die Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Kosten der internen und externen Marketing- und Vertriebsorganisation, Frachten, Lagerhaltungs- und Verpackungskosten sowie Kosten der Kundenberatung.
(23) Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten von 144 Mio. € (Vorjahr: 116 Mio. €) enthalten insbesondere Kosten zur Erlangung neuer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse, Kosten im Zusammenhang mit der Suche nach alternativen Produkten und Produktionsverfahren sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen.
(24) Allgemeine Verwaltungskosten
Die Verwaltungskosten beinhalten Kosten, die keinen direkten Zusammenhang mit den operativen Geschäftsprozessen haben, sowie die Kosten der Landesorganisationen.
(25) Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Erträge
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| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Erträge aus Nebengeschälten | 124 | 93 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 24 | 29 |
| Erträge aus derivativen Sicherungsgeschäften | 0 | 16 |
| Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 6 | 4 |
| Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | 1 | 3 |
| Übrige betriebliche Erträge | 34 | 34 |
| 189 | 179 |
(26) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| in Mio. € | 2011 | 2011 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus Nebengeschäften | 108 | 72 |
| Aufwendungen aus Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen | 11 | 29 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 4 | 3 |
| Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen | 1 | 1 |
| Aufwendungen aus derivativen Sicherungsgeschäften | 20 | 0 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 117 | 107 |
| 261 | 212 |
In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind unter anderem Aufwendungen aus der Zuführung zu Rückstellungen für Umweltschutz, Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten sowie Kosten für die Durchführung von Unternehmenstransaktionen enthalten.
(27) Finanzergebnis
Im Einzelnen gliedert sich das Finanzergebnis wie folgt:
Finanzergebnis
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 16 | 7 |
| Zinserträge | 10 | 11 |
| Zinsaufwendungen | -93 | -104 |
| Zinsergebnis | -83 | -93 |
| Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen | -18 | -21 |
| Wechselkursergebnis | -16 | -4 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | -12 | -9 |
| Dividenden und übriges Beteiligungsergebnis | -1 | -1 |
| Sonstiges Finanzergebnis | -47 | -35 |
| Finanzergebnis | -114 | -121 |
Die Zinsaufwendungen enthalten insbesondere die Zinsen für die begebenen Anleihen. Der ausgewiesene Wert ist um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) bereinigt. Aufgrund von IAS 17 wird der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil von Finanzierungsleasingverträgen in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) im Zinsergebnis ausgewiesen. Im Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen ist der auf den LANXESS Konzern entfallende Ergebnisanteil der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) enthalten.
(28) Ertragsteuern
Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde.
Nach ihrer Herkunft gliedern sich die Ertragsteuern wie folgt:
Ertragssteuern nach Herkunft
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Laufende Steuern | 430 | -129 |
| Latente Steuern | ||
| aus temporären Differenzen | -37 | 13 |
| aus gesetzlichen Steuersatzänderungen | 0 | -1 |
| aus Verlustvorträgen | -15 | -31 |
| Ertragssteuern | -112 | -148 |
Der tatsächliche Steueraufwand des Geschäftsjahres 2011 von 148 Mio. € (Vorjahr: 112 Mio. €) unterschied sich um 58 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €) von dem erwarteten Steueraufwand von 206 Mio. € (Vorjahr: 154 Mio. €).
Für die Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird der für die deutschen Gesellschaften zusammengefasste Ertragsteuersatz von 31,5 % (Vorjahr: 31,2 %) herangezogen. Er umfasst einen Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Körperschaftsteuer) sowie die Gewerbesteuer.
In der nachfolgenden Aufstellung wird das erwartete Steuerergebnis in das effektiv ausgewiesene Steuerergebnis übergeleitet.
Überleitung tatsächliches Steuerergebnis
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 |
| Ertragsteuersatz der LANXESS AG | 31,2% | 31,5% |
| Erwartetes Steuerergebnis | -154 | -206 |
| Besteuerungsunterschied aufgrund von Differenzen zwischen lokalen Steuersätzen und dem hypothetischen Steuersatz | 52 | 75 |
| Steuerminderungen aufgrund | ||
| — Steuerfreier Erträge sowie Reduzierung steuerlicher Bemessungsgrundlagen | 8 | 7 |
| — Nutzung nicht bilanzierter Verlustvorträge | 3 | 25 |
| Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen | -6 | -5 |
| Sonstige Steuereffekte | -15 | -44 |
| Tatsächliches Steuerergebnis | -112 | -148 |
| Effektiver Steuersatz | 77,7% | 22,6% |
Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:
Latente Steuerabgrenzungen
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 | ||
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 8 | 17 | 7 | 40 |
| Sachanlagen | 4 | 136 | 4 | 146 |
| Vorräte | 13 | 3 | 38 | 4 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 5 | 66 | 5 | 39 |
| Pensionsrückstellungen | 83 | 0 | 98 | 0 |
| Sonstige Rückstellungen | 104 | 0 | 110 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 55 | 5 | 49 | 11 |
| Verlustvorträge | 85 | — | 50 | — |
| 357 | 227 | 361 | 240 | |
| davon langfristig | 180 | 180 | 159 | 214 |
| Saldierung | -187 | -187 | -165 | -165 |
| 170 | 40 | 196 | 75 |
Die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ergibt sich folgendermaßen:
Veränderung latenter Steuerabgrenzungen
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Latente Steuerabgrenzungen zum 1. Januar | 125 | 130 |
| Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung | -52 | -19 |
| Veränderungen Konzernkreis | — | -31 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern | 49 | 41 |
| Währungsänderungen | 8 | 0 |
| Latente Steuerabgrenzungen zum 31. Dezember | 130 | 121 |
Die im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Ertragsteuern entfallen mit 29 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Effekte aus der Berücksichtigung der Obergrenze von Vermögenswerten sowie Mindestdotierungsverpflichtungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen und mit 12 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) auf Finanzinstrumente.
Latente Steueransprüche in Höhe von 35 Mio. € (Vorjahr: 140 Mio. €) beziehen sich auf Steuerrechtskreise, in denen im Geschäftsjahr 2011 oder im Vorjahr Verluste angefallen sind. Der LANXESS Konzern hat diesbezüglich Steuerplanungsrechnungen berücksichtigt bzw. übliche und realisierbare Steuerstrategien in Erwägung gezogen.
Von den gesamten Verlustvorträgen sind auf Basis der Steuerplanungsrechnungen und -strategien auf steuerlich voraussichtlich realisierbare Beträge von 164 Mio. € (Vorjahr: 274 Mio. €) aktive latente Steuern in Höhe von 50 Mio. € (Vorjahr: 85 Mio. €) angesetzt.
Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 206 Mio. € (Vorjahr: 208 Mio. €) wurden keine latenten Steuern angesetzt. Hiervon haben 195 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) eine theoretische Nutzbarkeit von mehr als fünf Jahren. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2011 auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 45 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Insofern blieben latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 65 Mio. € (Vorjahr: 66 Mio. €) sowie aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €) unberücksichtigt.
(29) Ergebnis und Dividende je Aktie
Das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2011 wurde unter Berücksichtigung der gewichteten Anzahl durchschnittlich ausstehender Aktien von 83.202.670 Stück ermittelt und ergibt sich ausschließlich aus fortgeführter Tätigkeit. Auswirkungen von Bilanzierungsänderungen waren nicht zu berücksichtigen. Da derzeit keine Eigenkapitalinstrumente begeben sind, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie führen könnten, entspricht das verwässerte Ergebnis dem unverwässerten Ergebnis. Für weitere Informationen zu Eigenkapitalinstrumenten, die künftig das Ergebnis je Aktie verwässern können, wird auf Anhangangabe [12] verwiesen.
Ergebnis je Aktie
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| 2010 | 2011 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis in Mio. € | 379 | 506 | 33,5 |
| Ausstehende Aktien (gewichtet) in Stück | 83.198.3601) | 83.202.670 | 0,0 |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässer/verwässert) | 4,56 | 6,08 | 33,3 |
1) Die Differenz zum Grundkapital von 83.202.670 im Geschäftsjahr 2010 resultiert aus der gewichteten Berücksichtigung vorübergehend im Bestand gehaltener eigener Aktien.
Die LANXESS AG wies im Geschäftsjahr 2011 einen Bilanzgewinn von 115 Mio. € (Vorjahr: 104 Mio. €) aus. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG belief sich im Berichtsjahr auf 0,70 € (Vorjahr: 0,50 €) je Aktie.
(30) Personalaufwand
Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:
Personalaufwand
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 912 | 985 |
| Sozialabgaben | 160 | 174 |
| Aufwendungen für Altersvorsorge | 61 | 77 |
| Aufwendungen für soziale Unterstützung | 8 | 8 |
| 1.141 | 1.244 |
Der Anstieg der Personalaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf Entgeltanpassungen, die höheren einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie auf die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2011 zurückzuführen. Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind als Bestandteil des Finanzergebnisses ausgewiesen (vgl. Anhangangabe [27]).
SONSTIGE ANGABEN
(31) Belegschaft
Im LANXESS Konzern waren im Jahresdurchschnitt 2011 insgesamt 15.849 (Vorjahr: 14.475) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2011 sowie Neueinstellungen an einem unserer Standorte in Südafrika zurückzuführen.
Beschäftigte nach Funktionsbereichen
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| 2010 | 2011 | |
|---|---|---|
| Produktion | 10.470 | 11.421 |
| Marketing | 1.882 | 1.976 |
| Verwaltung | 1.632 | 1.757 |
| Forschung | 491 | 695 |
| 14.475 | 15.849 |
(32) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Haftungsverhältnisse bestehen zum 31. Dezember 2011 in Höhe von insgesamt 12 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Sie resultieren aus Bürgschaften und ähnlichen Instrumenten, die gegenüber Dritten übernommen wurden. Bei diesen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag ungewiss war. Eine Verpflichtung zur Leistung im Rahmen dieser Haftungsverhältnisse entsteht bei Verzug oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.
Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, können sich zukünftig gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten ergeben.
Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Operating-Leasingverhältnissen.
Wie in der Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden näher ausgeführt, handelt es sich bei Operating-Leasingverhältnissen um Vereinbarungen, die kein Finanzierungsleasing sind, bei denen also nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstandes verbunden sind, übertragen werden. Operating Leasing wird vom LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt.
Der Mindestbetrag nicht abgezinster künftiger Leasing- und Mietzahlungen aus Operating Leasing beläuft sich auf 418 Mio. € (Vorjahr: 235 Mio. €). Der Anstieg der zukünftigen Leasing- und Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf den Neubau des Werks in Singapur sowie den Abschluss des Mietvertrags für die neue Konzernzentrale in Köln zurückzuführen.
Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen werden folgendermaßen fällig:
Fälligkeit der Leasing- und Mietzahlungen
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 31 | 39 |
| 1 bis 2 Jahre | 27 | 41 |
| 2 bis 3 Jahre | 25 | 39 |
| 3 bis 4 Jahre | 22 | 36 |
| 4 bis 5 Jahre | 21 | 29 |
| über 5 Jahre | 109 | 235 |
| 235 | 418 |
Aufgrund von Operating Leasing wurden im Geschäftsjahr 2011 Leasing- und Mietzahlungen von 39 Mio. € (Vorjahr: 32 Mio. €) geleistet. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf die Ausweitung des operativen Geschäfts zurückzuführen.
Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben im Bereich der Sachanlagen (Bestellobligo) bestehen Verpflichtungen in Höhe von 284 Mio. € (Vorjahr: 197 Mio. €). Der Anstieg ist insbesondere auf den Neubau des Werks in Singapur sowie auf ein Investitionsprojekt an einem unserer Standorte in Südafrika zurückzuführen. Die entsprechenden Zahlungen sind mit 211 Mio. € im Geschäftsjahr 2012, mit 71 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 und mit 2 Mio. € im Geschäftsjahr 2014 fällig.
Beschreibung des Grundlagenvertrags
In einem mit dem Abspaltungs- und Übernahmevertrag zwischen der Bayer AG und der LANXESS AG abgeschlossenen Grundlagenvertrag haben die Bayer AG und die LANXESS AG unter anderem eine den jeweils zugeordneten Vermögenswerten entsprechende gegenseitige Freistellung von Verbindlichkeiten vereinbart. Ferner wurden spezielle Vereinbarungen über Produkthaftungsverbindlichkeiten, Umweltlasten und die Haftung für Kartellverstöße im Verhältnis der Vertragsparteien zueinander getroffen. Der Grundlagenvertrag enthält ferner Regelungen für die Zuordnung steuerrechtlicher Effekte, die im Zusammenhang mit der Abspaltung und den vorausgegangenen Maßnahmen zur Herstellung des abgespaltenen Unternehmensbereichs stehen.
(33) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der LANXESS Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich Unternehmen, an denen die LANXESS AG unmittelbar und mittelbar beteiligt ist. Die Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.
Auf Basis von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, und deren verbundenen Unternehmen bezog der LANXESS Konzern überwiegend Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik im Volumen von 457 Mio. € (Vorjahr: 386 Mio. €). Aus diesen Geschäftsbeziehungen bestehen zum 31. Dezember 2011 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 35 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Darüber hinaus bestehende Verpflichtungen für zukünftige Miet- und Leasingzahlungen aus Operating Leasing sowie das Bestellobligo gegenüber diesen Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung.
Zu den Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den folgenden Abschnitt verwiesen.
(34) Bezüge der Gremien
Für das Geschäftsjahr 2011 beliefen sich die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der LANXESS AG auf 9.370 T€ (Vorjahr: 11.365 T€). Hiervon entfielen auf die jährliche Vergütung 6.698 T€ (Vorjahr: 6.588 T€) und auf die mehrjährige Vergütung 2.264 T€ (Vorjahr: 4.613 T€). Neben den im Konzernabschluss 2010 als Aufwand erfassten Bezügen kamen im Berichtsjahr Bezüge für das Vorjahr von 408 T€ (Vorjahr: 164 T€) zusätzlich zur Auszahlung.
In der mehrjährigen Vergütung enthalten sind Bezüge im Rahmen des Long Term Incentive Program (LTIP). Dabei wurden 1.822.125 (Vorjahr: 3.999.000) anteilsbasierte Vergütungsrechte gewährt. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung belief sich auf 910 T€ (Vorjahr: 3.210 T€). Der Aufwand aus dem LTIP betrug im Konzernabschluss 934 T€ (Vorjahr: 8.025 T€).
An ein Vorstandsmitglied, das seine Tätigkeit im Laufe des Berichtsjahres beendet hat, wurden in diesem Zusammenhang Leistungen von 1.320 T€ (Vorjahr: 0 T€) gewährt.
Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die Individualisierung der Vorstandsbezüge finden sich im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011 im Abschnitt „Vergütungsbericht".
Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2011 für die Mitglieder des Vorstands als Vergütungsbestandteil im Rahmen leistungsorientierter Pläne ein Pensionsaufwand (Service Costs) von 918 T€ (Vorjahr: 588 T€) sowie Kosten aus der Veränderung der Altersversorgung (Past Service Costs) von 860 T€ (Vorjahr: 0 T€) berücksichtigt. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2011 lag bei 13.166 T€ (Vorjahr: 11.195 T€).
An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen von 1.799 T€ (Vorjahr: 441 T€). Darin enthalten sind oben genannte Leistungen an ein Vorstandsmitglied, das seine Tätigkeit im Laufe des Berichtsjahres beendet hat. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands 9.478 T€ (Vorjahr: 6.884 T€).
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2011 Gesamtbezüge von 1.931 T€ (Vorjahr: 3.448 T€). Die für die Mitglieder des Aufsichtsrats gebildete Abgrenzung für mehrjährige Vergütung belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 1.500 T€ (Vorjahr: 1.500 T€).
Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im LANXESS Konzern sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Deren Höhe entsprach dabei einer angemessenen Vergütung für entsprechende Funktionen und Aufgaben im Konzern.
Einzelheiten zum Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Aufsichtsratsbezüge finden sich im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011 im Abschnitt „Vergütungsbericht".
Im Geschäftsjahr 2011 wurden wie im Vorjahr keine Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.
(35) Finanzinstrumente
Der Bestand an originären Finanzinstrumenten ist aus der Bilanz ersichtlich. Finanzinstrumente der Aktivseite werden – gemäß IAS 39 – in die Kategorien „Kredite und Forderungen", „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", „bis zur Endfälligkeit gehalten" und "zur Veräußerung verfügbar" eingeordnet und entsprechend dieser Einordnung zu Anschaffungskosten oder zu Marktwerten bilanziert. Finanzinstrumente, die Verbindlichkeiten darstellen und weder zu Handelszwecken gehalten werden noch Derivate sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.
Risiken und Risikomanagement
Durch die globale Ausrichtung des LANXESS Konzerns sind dessen Geschäftstätigkeit, Ergebnisse und Zahlungsströme unterschiedlichen Marktrisiken ausgesetzt. Die für den Konzern wesentlichen Risiken wie Währungs-, Zins- und Kreditrisiken, das Liquiditätsrisiko sowie die Rohstoffpreisrisiken werden durch ein zentrales Risikomanagement gesteuert.
Die oben genannten Risiken könnten die Ertrags- und die Finanzlage des LANXESS Konzerns beeinträchtigen. Im Folgenden wird auf diese einzelnen Risiken sowie das Risikomanagement des LANXESS Konzerns eingegangen.
Die Grundzüge des Risikomanagements werden vom Vorstand festgelegt. In regelmäßig stattfindenden Strategiegesprächen des Finanzrisikokomitees unter Vorsitz des Finanzvorstands wird über die Ergebnisse des finanziellen Risikomanagements sowie über das aktuelle Risiko berichtet und die weitere Vorgehensweise entschieden. Zur Beurteilung der Auswirkung von Marktentwicklungen werden Simulationsrechnungen vorgenommen. Die Umsetzung der Beschlüsse des Finanzrisikokomitees sowie das laufende Risikomanagement werden zentral von der Group Function Treasury wahrgenommen. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, Risiken zu erkennen und zu bewerten sowie deren Auswirkungen zu steuern und gegebenenfalls zu begrenzen.
• Währungsrisiken
Da der LANXESS Konzern Geschäfte in vielen verschiedenen Währungen durchführt, ist er einer Reihe von Risiken im Zusammenhang mit Schwankungen der relativen Werte dieser Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ausgesetzt. Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen von Wechselkursen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen.
Die Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Während eine Absicherung gegen Risiken, die aus Schwankungen der in Fremdwährung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren, grundsätzlich zu 100 % erfolgt, wird über den Umfang der Absicherung gegen Währungsrisiken aus erwarteten Transaktionen regelmäßig entschieden. Die Absicherung für einen wesentlichen Teil der vertraglichen und vorhersehbaren Währungsrisiken erfolgt durch die Nutzung derivativer Finanzinstrumente, deren Änderungen im beizulegenden Zeitwert im Finanzergebnis sowie im Fall von Cashflow-Hedges im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Das realisierte Ergebnis aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst.
Währungsrisiken aus Finanztransaktionen werden in der Regel inklusive Zinsen zu 100 % kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden insbesondere Devisentermingeschäfte genutzt.
Da für den wesentlichen Teil der Währungsrisiken Derivate abgeschlossen werden, ist der LANXESS Konzern der Ansicht, dass ein bedeutender Anstieg oder ein bedeutendes Absinken des Eurokurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen auf die zukünftigen Zahlungsströme haben würde. Auf Dauer könnten diese Wechselkursschwankungen jedoch die Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Konzern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z.B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen.
Wäre der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum Bilanzstichtag um 5 % aufgewertet gewesen, hätte die Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate einen Effekt von 19 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) ergeben, der sich hauptsächlich auf das sonstige Ergebnis ausgewirkt und dieses entsprechend erhöht hätte. Der Effekt entfällt hauptsächlich auf den US-Dollar. Im Falle einer Abwertung des Euro ergäbe sich im Wesentlichen ein gegenläufiger Effekt.
Viele Unternehmen des LANXESS Konzerns sind außerhalb der Eurozone angesiedelt. Da der Konzernabschluss in Euro aufgestellt wird, werden die Jahresabschlüsse dieser Tochterunternehmen zur Übernahme in den Konzernabschluss in Euro umgerechnet. Änderungen des durchschnittlichen Wechselkurses von Periode zu Periode für die Währung eines bestimmten Landes können die Umrechnung in Euro sowohl des Umsatzes als auch des Ertrags, welche in dieser Währung ausgewiesen sind, maßgeblich beeinflussen (Translationsrisiken). Anders als der Effekt der Wechselkursschwankungen im Falle des Transaktionsrisikos hat das Umrechnungsrisiko keinerlei Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns in lokaler Währung.
Der LANXESS Konzern hat außerhalb der Eurozone wesentliche Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Geschäfte, die in lokalen Währungen ausgewiesen sind. Obwohl das diesen Anlagen anhaftende langfristige Währungsrisiko regelmäßig eingeschätzt und bewertet wird, werden Devisentransaktionen im Hinblick auf diese Risiken grundsätzlich nur dann abgeschlossen, wenn erwogen wird, sich aus einem bestimmten Geschäft zurückzuziehen, und wenn die durch diesen Rückzug frei gewordenen Mittel zurückgeführt werden sollen. Der LANXESS Konzern weist Auswirkungen von Wechselkursschwankungen bei der Umrechnung von Nettobestandswerten in Euro im sonstigen Ergebnis aus.
• Zinsrisiken
Bewegungen des Marktzinssatzes können Schwankungen in der Gesamtrendite eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsrisiken betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden.
Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern. Die verfügbare Liquidität ist in Anlagen mit kurzer Zinsbindung investiert, so dass der LANXESS Konzern kurzfristig von steigenden Zinsen profitiert. Eine generelle Veränderung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zum Stichtag 31. Dezember 2011 hätte das Konzernergebnis um 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) verändert.
• Kreditrisiken
Kreditrisiken bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten.
Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können solche Portfolios gegen das Kreditrisiko abgesichert werden. Insbesondere durch zu Gunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive und Kreditversicherungsverträge wird somit das maximale Kreditrisiko gemindert. Der überwiegende Teil der LANXESS Kundenrisiken ist durch eine Forderungsausfallversicherung bei einem führenden europäischen Kreditversicherer abgesichert.
Da die Forderungslaufzeit („Days of Sales Outstanding") für die zum 31. Dezember 2011 offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen grundsätzlich innerhalb des Aufstellungszeitraums für diesen Konzernabschluss endet, liegen wesentliche Kreditrisiken diesbezüglich nicht vor.
Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.
• Liquiditätsrisiken
Liquiditätsrisiken bestehen in möglichen finanziellen Engpässen und dadurch verursachten erhöhten Refinanzierungskosten. Ziel des Liquiditätsmanagements des LANXESS Konzerns ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch einen ausreichenden Bestand an Liquiditätsreserven und fest zugesagten Kreditlinien sowie die Optimierung des gruppeninternen Liquiditätsausgleichs.
Einen wesentlichen Baustein der Liquiditätsvorsorge des LANXESS Konzerns bildet die zum Stichtag ungenutzte und durch ein Bankenkonsortium bis November 2014 zugesagte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,4 Mrd. € (Vorjahr: 1,4 Mrd. €). In 2011 wurden darüber hinaus langfristige Kreditzusagen über rund 450 Mio. € abgeschlossen, von denen zum Bilanzstichtag rund 330 Mio. € ungenutzt waren. Neben den Kreditlinien bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 528 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hoch liquiden AAA-Geldmarktfondsanlagen. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.
Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten, der hierin enthaltenen Zinsen sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:
Stand 31.12.2010
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| in Mio. € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | > 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | -26 | -468 | -50 | -550 | -11 | -211 |
| davon Zinsen | -26 | -66 | -50 | -50 | -11 | -11 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -135 | -64 | -17 | -15 | -14 | -32 |
| davon Zinsen | -12 | -6 | -3 | -2 | -2 | -2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -664 | |||||
| davon Zinsen | 0 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -15 | -14 | -37 | -8 | -5 | -31 |
| davon Zinsen | -4 | -4 | -3 | -2 | -1 | -6 |
| Sonstige originale finanzielle Verbindlichkeiten | -41 | -2 | ||||
| davon Zinsen | -41 | 0 | ||||
| Derivative Verbindlichkeiten | ||||||
| Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | ||||||
| Auszahlungen | -147 | -196 | ||||
| Einzahlungen | 131 | 189 | ||||
| Andere Sicherungsinstrumente | ||||||
| Auszahlungen | -318 | -1 | -11 | -13 | ||
| Einzahlungen | 311 | 1 | 1 | 10 | 12 | |
| Derivative Vermögenswerte | ||||||
| Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | ||||||
| Auszahlungen | -219 | -87 | -71 | |||
| Einzahlungen | 233 | 89 | 71 | |||
| Andere Sicherungsinstrumente | ||||||
| Auszahlungen | -429 | 0 | 0 | 0 | -9 | |
| Einzahlungen | 432 | 0 | 0 | 0 | 9 |
Stand 31.12.2011
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| in Mio. € | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | > 2016 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | -436 | -70 | -570 | -32 | -232 | -541 |
| davon Zinsen | -34 | -70 | -70 | -32 | -32 | -41 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -167 | -33 | -40 | -38 | -37 | -63 |
| davon Zinsen | -7 | -6 | -5 | -4 | -3 | -2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -766 | |||||
| davon Zinsen | 0 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -14 | -38 | -9 | -6 | -6 | -27 |
| davon Zinsen | -3 | -3 | -2 | -2 | -1 | -5 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | -62 | -1 | -3 | -3 | -2 | -1 |
| davon Zinsen | -56 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative Verbindlichkeiten | ||||||
| Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | ||||||
| Auszahlungen | -447 | -183 | ||||
| Einzahlungen | 417 | 173 | ||||
| Andere Sicherungsinstrumente | ||||||
| Auszahlungen | -788 | -2 | -13 | -18 | -24 | |
| Einzahlungen | 777 | 2 | 11 | 17 | 23 | |
| Derivative Vermögensweite | ||||||
| Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | ||||||
| Auszahlungen | -38 | -2 | ||||
| Einzahlungen | 39 | 2 | ||||
| Andere Sicherungsinstrumente | ||||||
| Auszahlungen | -364 | 0 | 0 | -6 | ||
| Einzahlungen | 370 | 2 | 3 | 6 |
Die für das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr vertraglich vereinbarten Auszahlungen für sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten enthalten mit 53 Mio. € (Vorjahr: 40 Mio. €) Zinsabgrenzungen, die die Anleihen betreffen.
• Rohstoffpreisrisiken
Der LANXESS Konzern ist bei seiner operativen Geschäftstätigkeit Marktpreisänderungen im Commodity-Bereich ausgesetzt. Preiserhöhungen aus der Energie- und Rohstoffbeschaffung werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. Wenn eine Weitergabe für bestimmte Marktpreisrisiken nur eingeschränkt möglich ist, werden diese Risiken systematisch erfasst, bewertet und im Rahmen des finanziellen Risikomanagements gesteuert. Das Ziel hierbei ist eine kontrollierte und bewusste Reduzierung der Cashflow-Volatilität und damit der Volatilität des Unternehmenswerts durch den systematischen Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten z.B. für Erdgas (Natural Gas) oder n-Butan. Im Fall von Cashflow-Hedges, die den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, erfolgt die Erfassung der Änderungen der beizulegenden Zeitwerte bis zur Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts im sonstigen Ergebnis.
Wenn sämtliche Rohstoffpreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen wären, wäre das sonstige Ergebnis aufgrund der Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente um 2 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) höher bzw. niedriger gewesen.
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten
In den nachfolgenden Aufstellungen werden die Buchwerte der einzelnen Klassen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten gegenübergestellt. Weiterhin wird die Grundlage für den bilanziellen Wertansatz aufgezeigt:
31.12.2010
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| Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Bewertungs- kategorie gemäß IAS 39 |
Buchwert 31.12.2010 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Beizulegender Zeitwert (sonstiges Ergebnis) | Beizulegender Zeitwert (Gewinn oder Verlust) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 942 | 942 | |||
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | — | 8 | ||||
| Sonstige finanzielle Forderungen | LaR | 72 | 72 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | LaR | 160 | 160 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | AfS | 364 | 364 | |||
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 60 | 0 | 52 | ||
| Derivative Vermögenswerte Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | — | 16 | 16 | |||
| Andere Sicherungsinstrumente | FAHfT | 6 | 6 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Anleihen | FLAC | -1.095 | -1.095 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | FLAC | -250 | -250 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | -664 | -664 | |||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | — | -90 | ||||
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | -43 | -43 | |||
| Derivative Verbindlichkeiten Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | — | -24 | -24 | |||
| Andere Sicherungsinstrumente | FLHfT | -10 |
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| in Mio. € | Wertansatz Bilanz gemäß IAS 17 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2010 |
| --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 942 | |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | 8 | 8 |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 72 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 180 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 384 | |
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 52 | |
| Derivative Vermögenswerte Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | 16 | |
| Andere Sicherungsinstrumente | 6 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | -1.203 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -250 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -664 | |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -90 | -90 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | -43 | |
| Derivative Verbindlichkeiten Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings | -24 | |
| Andere Sicherungsinstrumente | -10 |
31.12.2011
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| Wertansatz Bilanz gemäß IAS 39 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Bewertungs- kategorie gemäß IAS 39 |
Buchwert 31.12.2011 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Beizulegender Zeitwert (sonstiges Ergebnis) | Beizulegender Zeitwert (Gewinn oder Verlust) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 1.146 | 1.146 | |||
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | — | |||||
| Sonstige finanzielle Forderungen | LaR | 41 | 41 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | LaR | 178 | 178 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | AfS | 350 | 350 | |||
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 81 | 8 | 73 | ||
| Dernative Vermögenswerte Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hegge Accountings | — | 1 | 1 | |||
| Andere Sicherungsinstrumente | FAHfT | 15 | 15 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Anleihen | FLAC | -1.593 | -1.593 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | FLAC | -350 | -350 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | -766 | -786 | |||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | — | -84 | ||||
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | -71 | -71 | |||
| Derivative Verbindlichkeiten Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hegge Accountings | — | -38 | -38 | |||
| Andere Sicherungsinstrumente | FLHfT | -15 | -15 |
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| in Mio. € | Wertansatz Bilanz gemäß IAS 17 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2011 |
| --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.146 | |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | 6 | 0 |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 41 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 175 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 350 | |
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 73 | |
| Dernative Vermögenswerte Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hegge Accountings | 1 | |
| Andere Sicherungsinstrumente | ö | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | --1,700 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -350 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -786 | |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -84 | -84 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | -71 | |
| Derivative Verbindlichkeiten Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hegge Accountings | -38 | |
| Andere Sicherungsinstrumente | -15 |
LaR Loans and Receivables (Kredite und Forderungen)
AfS Available-for-Sale Financial Assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)
FAHfT Financial Assets Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltenen finanzielle Vermögenswerte)
FLAC Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten)
FLHfT Financial Liabilities Held for Trading (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
Buchwerte nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | 1.174 | 1.365 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 424 | 431 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | 6 | 16 |
| 1.604 | 1.811 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -2.052 | -2.780 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | -10 | -15 |
| -2.062 | -2.795 |
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert ist eine hierarchische Einstufung vorzunehmen, die der Erheblichkeit der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung trägt. Diese umfasst drei Stufen:
Stufe
| 1 | Auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte (unverändert übernommene) Preise |
| 2 | Eingangsgrößen, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen |
| 3 | Nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Eingangsgrößen) |
Die hierarchische Einstufung der Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert ist wie folgt:
Hierarchische Einstufung der Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
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| 31.12.2010 | |||
|---|---|---|---|
| in Mio. € | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |||
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 364 | — | — |
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 51 | 1 | — |
| Derivative Vermögenswerte | — | 22 | — |
| Derivative Verbindlichkeiten | — | -34 | — |
| 31.12.2011 | |||
| in Mio. € | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |||
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 350 | — | — |
| Sonstige zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 72 | 1 | — |
| Derivative Vermögenswerte | — | 16 | — |
| Derivative Verbindlichkeiten | — | -53 | — |
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
In der nachfolgenden Tabelle werden die Nettoergebnisse entsprechend den Bewertungskategorien von IAS 39 dargestellt:
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | 13 | 14 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | -1 | -10 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -101 | -100 |
| -89 | -96 |
Die Nettogewinne bzw. -verluste enthalten im Wesentlichen Zinserträge und -aufwendungen sowie Ergebnisse aus Wertänderungen.
Das Nettoergebnis der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhaltet Verluste in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €), die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.
Zusätzlich sind im Geschäftsjahr 2011 Aufwendungen aus Gebühren im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten in Höhe von 8 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) angefallen.
Besicherung finanzieller Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) waren durch die Bestellung von Hypotheken und andere dingliche Sicherheiten besichert.
Mezzanine Finanzierung
Finanzierungsinstrumente mit mezzaninem Charakter, wie z.B. Genussscheine, Wandel- und Optionsanleihen, sind nicht begeben. Für Erläuterungen zu den Möglichkeiten zur Begebung von derartigen Instrumenten wird auf Anhangangabe [12] verwiesen.
(36) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zum Berechnungsvorgehen und Ausweis von Zahlungsströmen
Hinsichtlich allgemeiner Erläuterungen wird auf die Ausführungen zur Kapitalflussrechnung im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.
Zufluss aus operativer Tätigkeit
Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2011 672 Mio. € (Vorjahr: 430 Mio. €). Die Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung, das Ergebnis vor Ertragsteuern, beträgt 655 Mio. € (Vorjahr: 493 Mio. €). Hierin sind Abschreibungen in Höhe von 325 Mio. € (Vorjahr: 283 Mio. €) enthalten. In 2011 wurden Ertragsteuern in Höhe von 95 Mio. € (Vorjahr: 114 Mio. €) gezahlt. Die übrigen Aktiva und Passiva verminderten sich um 16 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Die Auszahlungen für die externe Finanzierung von Pensionsverbindlichkeiten (CTA) umfassen externe Ausfinanzierungen in den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen, in Höhe von 30 Mio. € (Vorjahr: 75 Mio. €). In den Geschäftsjahren vor 2010 wurden insgesamt 90 Mio. € geleistet. Nähere Erläuterungen zu den externen Ausfinanzierungen finden sich in Anhangangabe [13].
Abfluss aus investiver Tätigkeit
Im Geschäftsjahr 2011 flossen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 679 Mio. € (Vorjahr: 501 Mio. €) ab. Hiervon entfielen 71 % auf die Erweiterung sowie 29 % auf den Erhalt der betrieblichen Kapazität. Die Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten enthalten insbesondere Einzahlungen aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds sowie Tagesgeldern. Im Rahmen des Erwerbs von Tochterunternehmen wurden, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 41 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen, 285 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) geleistet. Mittelzuflüsse ergaben sich aus erhaltenen Zinszahlungen in Höhe von 9 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) und Zuflüsse aus den sonstigen Beteiligungen in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Zuflüsse aus der anteiligen Gewinnübernahme von der at equity bewerteten Beteiligung Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen. Insgesamt flossen aus investiver Tätigkeit 923 Mio. € (Vorjahr: 375 Mio. €) ab.
Abfluss/Zufluss aus Finanzierungstätigkeit
Aus Finanzierungstätigkeit flossen Mittel in Höhe von 276 Mio. € zu (Vorjahr: 214 Mio. € Abfluss). Davon entfielen 434 Mio. € auf die Nettokreditaufnahme (Vorjahr: 81 Mio. € Nettokredittilgung), 100 Mio. € (Vorjahr: 91 Mio. €) auf Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs sowie 58 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €) auf die von der LANXESS AG im Geschäftsjahr 2011 gezahlte Dividende. Hinsichtlich Erläuterungen zu nicht genutzten Kreditlinien wird auf Anhangangabe [35] verwiesen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 178 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €) umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind gemäß IAS 7 Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt.
(37) Segmentberichterstattung
KENNZAHLEN NACH GESCHÄFTSBEREICHEN
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| in Mio. € | Performance Polymers | Advanced Intermediates | Performance Chemicals | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 12010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatzerlöse | 3.692 | 5.059 | 1.411 | 1.545 | 1.978 | 2.130 |
| Innenumsatzerlöse | 0 | 1 | 47 | 52 | 8 | 10 |
| Gesamtumsatzerlöse | 3.692 | 5.060 | 1.458 | 1.597 | 1.986 | 2.140 |
| Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen | 548 | 768 | 259 | 264 | 281 | 289 |
| Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) | 1 | -9 | -19 | -5 | ||
| Segmentvermögen | 2.545 | 3.468 | 883 | 941 | 1.212 | 1.421 |
| Segmentakquisitionen | 219 | 120 | ||||
| Segmentinvestitionen | 298 | 447 | 101 | 117 | 114 | 113 |
| Abschreibungen (planmäßig) | 141 | 159 | 57 | 63 | 67 | 77 |
| Abschreibungen (außerplanmäßig) | 0 | 21 | 1 | 7 | 0 | 1 |
| Segmentverbindlichkeiten | 874 | 1.012 | 417 | 454 | 519 | 527 |
| Mitarbeiter (Stand 31.12.) | 4.281 | 4.977 | 2.903 | 2.883 | 4.907 | 5.819 |
| Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) | 4.250 | 4.748 | 2.920 | 2.875 | 4.795 | 5.574 |
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| in Mio. € | Überleitung | LANXESS | ||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatzerlöse | 39 | 41 | 7.120 | 8.775 |
| Innenumsatzerlöse | -55 | -63 | 0 | 0 |
| Gesamtumsatzerlöse | -16 | -22 | 7.120 | 8.775 |
| Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen | -170 | -175 | 918 | 1.146 |
| Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) | -24 | -17 | -28 | -45 |
| Segmentvermögen | 109 | 135 | 4.749 | 5.965 |
| Segmentakquisitionen | 339 | |||
| Segmentinvestitionen | 16 | 23 | 529 | 700 |
| Abschreibungen (planmäßig) | 17 | 13 | 282 | 312 |
| Abschreibungen (außerplanmäßig) | 0 | 3 | 1 | 13 |
| Segmentverbindlichkeiten | 459 | 473 | 2.269 | 2.466 |
| Mitarbeiter (Stand 31.12.) | 2.557 | 2.711 | 14.648 | 16.390 |
| Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) | 2.502 | 2.652 | 14.475 | 15.849 |
Gegenüber dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 wurde das Adipinsäuregeschäft aus der Business Unit Semi-Crystalline Products im Segment Performance Polymers in die Business Unit Advanced Industrial Intermediates im Segment Advanced Intermediates umgegliedert. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.
KENNZAHLEN NACH REGIONEN
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| in Mio. | EMEA (ohne Deutschland) | Deutschland | Nordamerika | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatzerläse nach Verbleib | 2.038 | 2.546 | 1.320 | 1.569 | 1.174 | 1.458 |
| Langfristiges Segmentvermögen | 446 | 706 | 813 | 937 | 385 | 438 |
| Segmentakquisitionen | 108 | 42 | 57 | |||
| Segmentinvestitionen | 91 | 165 | 193 | 222 | 73 | 53 |
| Mitarbeiter (Stand 31.12.) | 2.638 | 3.357 | 7.590 | 7.846 | 1.309 | 1.427 |
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| in Mio. | Lateinamerika | Asien/Pazifik | LANXESS | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatzerläse nach Verbleib | 955 | 1.201 | 1.633 | 2.001 | 7.120 | 8.775 |
| Langfristiges Segmentvermögen | 375 | 431 | 371 | 575 | 2.390 | 3.087 |
| Segmentakquisitionen | 118 | 14 | 339 | |||
| Segmentinvestitionen | 30 | 43 | 142 | 217 | 529 | 700 |
| Mitarbeiter (Stand 31.12.) | 1.215 | 1.585 | 1.896 | 2.175 | 14.648 | 16.390 |
Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Die Bewertungsansätze der Segmentberichterstattung entsprechen den im IFRS-Konzernabschluss einheitlich verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Der LANXESS Konzern weist zum 31. Dezember 2011 folgende berichtspflichtige Segmente aus:
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| Segmente | Aktivitäten |
|---|---|
| Performance Polymers | Spezialkautschuke für hochwertige Gummierzeugnisse, beispielsweise zum Einsat in Fahrzeugen, Reifen, Bauten oder Schuhen, technische Kunststoffe, Polyamid-Compoundierungen |
| Advanced Intermediates | Hochwertige Zwischenprodukte, beispielsweise für die Agro- und Lackindustrie, Feinchemikalien als Vor- und Zwischenprodukte für die Pharma-, Agro- und Spezialitätenchemie, kundenspezifische Spezialentwicklungen |
| Performance Chemicals | Materialschutzprodukte, anorganische Pigmente zur Einfärbung von Beton, Dispersionsfarben und Lacken, Veredelungsmittel für die Lederindustrie, Kautschukchemikalien, Ionenaustauscher zur Wasseraufbereitung sowie Kunststoffadditive wie z.B. Flammschutzmittel und Weichmacher |
In der Überleitung werden die Beziehungen zwischen den Unternehmensbereichen eliminiert sowie Segmentvermögenswerte und Segmentschulden, die den Kernsegmenten nicht direkt zuordenbar sind, ausgewiesen. Hierzu gehört im Wesentlichen das Corporate Center. Des Weiteren beinhaltet die Überleitung die at equity bewerteten Beteiligungen in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €) und das entsprechende Ergebnis in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €). Hierzu wird auf Anhangangabe [3] verwiesen.
Die für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten verwendeten Transferpreise werden unter Anwendung der OECD-Regeln so ermittelt, wie sie auch mit unabhängigen Dritten unter vergleichbaren Bedingungen zu Stande gekommen wären („Arm’s-Length-Prinzip").
Bei dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter in der Überleitung handelt es sich um Beschäftigte, die für mehrere Segmente Arbeitsleistungen erbringen. Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter der technischen Dienstleistungen.
Entsprechend der Regioneneinteilung im LANXESS Konzern erfolgt die Einteilung der sekundären Segmente gemäß den LANXESS Berichtsregionen: EMEA (Europa ohne Deutschland, Naher Osten, Afrika), Deutschland, Nordamerika, Lateinamerika und Asien/Pazifik.
Maßgeblich für die Ermittlung der Regionenumsätze ist der Sitz der Warenempfänger. Im Geschäftsjahr 2011 weist kein einzelner Kunde des LANXESS Konzerns einen Umsatzanteil von 10 % oder mehr auf.
Die zur internen Steuerung herangezogene Ergebnisgröße im LANXESS Konzern ist das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen. Insofern wird dieses als „Segmentergebnis" offengelegt. Dieses setzt sich zusammen aus dem Bruttoergeb-nis vom Umsatz, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis. Nicht im Segmentergebnis enthalten sind insbesondere Abschreibungen sowie Sondereinflüsse, die sich im Wesentlichen auf Restrukturierungsmaßnahmen beziehen.
Zinserträge und -aufwendungen wie auch Ertragsteuererträge und -aufwendungen werden aufgrund des zentralen Finanzmanagements nicht auf Segmentebene berichtet.
Überleitung Segmentumsätze
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Summe der Segmentumsätze | 7.136 | 8.797 |
| Sonstige/Konsolidierung | -16 | -72 |
| Konzernumsatz | 7.120 | 8.775 |
Überleitung Segmentergebnisse
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| in Mio. € | 2010 | 2011 |
|---|---|---|
| Summe der Segmentergebnisse | 1.088 | 1.321 |
| Abschreibungen | -283 | -325 |
| Sonstige/Konsolidierung | -170 | -175 |
| Zinsergebnis | -83 | -98 |
| Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) | -28 | -45 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen | 16 | 7 |
| Sonstiges Finanzergebnis | -47 | -30 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 493 | 655 |
Das Segmentvermögen besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nicht im Segmentvermögen enthalten sind insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Ertragsteuerforderungen sowie derivative und sonstige finanzielle Vermögenswerte.
Hinsichtlich des Ergebnisses aus at equity bewerteten Beteiligungen wird auf Anhangangabe [3] verwiesen. Es stammt im Wesentlichen aus den Standortdienstleistungen der Currenta GmbH & Co. KG, Leverkusen, und steht nicht in Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente. Insofern wird dieses nicht auf die Segmente verteilt.
Überleitung Segmentvermögen
scroll
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Summe der Segmentvermögen | 4.640 | 5.830 |
| Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte | 364 | 350 |
| Latente Steuern | 170 | 196 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 160 | 178 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 132 | 109 |
| Ertragsteuerforderungen | 69 | 64 |
| Derivative Vermögenswerte | 22 | 16 |
| Sonstige/Konsolidierung | 109 | 135 |
| Konzernvermögen | 5.666 | 6.878 |
Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Sämtliche planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen wurden in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 direkt im Periodenergebnis erfasst.
Die Segmentverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Nicht in den Segmentverbindlichkeiten enthalten sind insbesondere Ertragsteuerschulden sowie derivative und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Überleitung Segmentverbindlichkeiten
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| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Summe der Segmentverbindlichkeiten | 1.810 | 1.978 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.478 | 2.098 |
| Ertragsteuerschulden | 84 | 112 |
| Latente Steuern | 40 | 75 |
| Derivative Verbindlichkeiten | 34 | 53 |
| Sonstige/Konsolidierung | 459 | 488 |
| Konzernverbindlichkeiten | 3.905 | 4.804 |
(38) Honorar für den Abschlussprüfer
Für den Abschlussprüfer des LANXESS Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 2.714 T€ (Vorjahr: 2.485 T€) Honorar als Aufwand erfasst. Davon entfielen auf die Abschlussprüfungen 1.275 T€ (Vorjahr: 1. 174 T€), auf andere Bestätigungsleistungen 653 T€ (Vorjahr: 446 T€) und auf sonstige Leistungen, die für Konzernunternehmen erbracht worden sind, 786 T€ (Vorjahr: 865 T€). Die Honorare für Abschlussprüfungen enthalten die gesamten gezahlten bzw. noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses sowie die Prüfung der vorgeschriebenen Abschlüsse der LANXESS AG und ihrer verbundenen Unternehmen in Deutschland.
(39) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von LANXESS zugänglich gemacht.
(40) Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB
Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften haben im Geschäftsjahr 2011 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:
| Aliseca GmbH, Leverkusen | |
| IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin | |
| LANXESS Accounting GmbH, Leverkusen | |
| LANXESS Buna GmbH, Marl | |
| LANXESS Deutschland GmbH, Leverkusen | |
| LANXESS Distribution GmbH, Langenfeld | |
| LANXESS International Holding GmbH, Leverkusen | |
| LXS Dormagen Verwaltungs-GmbH, Dormagen | |
| Perlon-Monofil GmbH, Dormagen | |
| Rhein Chemie Rheinau GmbH, Mannheim | |
| SALTIGO GmbH, Langenfeld | |
| Vierte LXS GmbH, Leverkusen |
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Leverkusen, den 28. Februar 2012
LANXESS Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Axel C. Heitmann
Dr. Bernhard Düttmann
Dr. Werner Breuers
Dr. Rainier van Roessel
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Wir haben den von der LANXESS Aktiengesellschaft, Leverkusen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Köln, den 29. Februar 2012
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Bernd Boritzki, Wirtschaftsprüfer
Carsten Manthei, Wirtschaftsprüfer