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Lang + Schwarz AG Management Reports 2017

Jun 26, 2018

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Management Reports

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Lang & Schwarz Aktiengesellschaft

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Inhaltsverzeichnis zum Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

1. Geschäftliche Aktivitäten

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Rahmenbedingungen der geschäftlichen Tätigkeiten in 2017

2.3 Geschäftsentwicklung in 2017

2.3.1 Ertragslage

2.3.2 Finanzlage

2.3.3 Vermögenslage

3. Vergütungsbericht

4. Risikobericht

4.1 Risikomanagement

4.2 Risikoarten der Geschäftstätigkeit

4.2.1 Adressenausfallrisiko

4.2.2 Marktpreisrisiko

4.2.3 Liquiditätsrisiken

4.2.4 Operationelles Risiko

4.3 Risikotragfähigkeit

5. Prognose- und Chancenbericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

1. Geschäftliche Aktivitäten

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist eine operative Holdinggesellschaft. Der Konzern umfasst mit der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG und der Lang & Schwarz Broker GmbH zwei weitere Konzerngesellschaften.

Unter die eigene operative Tätigkeit der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft fällt die Begebung von derivativen Finanzinstrumenten mit dem Hauptaugenmerk auf Hebelprodukte. Insgesamt wurden durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in 2017 über 23.000 eigene Produkte emittiert.

Die verschiedenen Produkte der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden durch die Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG zum Handel, unter anderem außerbörslich über TradeLink oder börslich an der Börse Stuttgart (Marktsegment EUWAX), angeboten. Zum Ultimo Dezember 2017 quotiert die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG nahezu 8.000 derivative Finanzinstrumente der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft mit Bezug auf inländische und ausländische Aktientitel, Indizes, Währungskursrelationen, Rohwarenkurse oder die Zinsentwicklung sowie über 7.500 wikifolio-Endlosindexzertifikate. Die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG stellt darüber hinaus Handelskurse für ca. 9.500 unterschiedliche Aktien, Anleihen, Fonds sowie ETPs (ETFs, ETCs und ETNs) wochentäglich von 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr sowie samstags von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr und sonntags von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Als Market Maker quotiert die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG Finanzinstrumente auch an der Lang & Schwarz Exchange, dem elektronischen Handelssystem der Börse Hamburg. Partnerbanken können sich an die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG zum Handel über TradeLink, cats-os oder andere alternative Anschlussmöglichkeiten anbinden. Über angeschlossene Partnerbanken der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG erreicht diese über 15 Millionen Privatkunden.

Die 100%-ige Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH ist eine Spezialbank im Bereich des Handels mit Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten. Die Bank ist an den Börsen in Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Wien (Österreich) sowie auf XETRA zum Handel zugelassen und hat Zugang zu weiteren nationalen und internationalen Handelsplätzen. Das Institut stellt als Designated Sponsor verbindliche An- und Verkaufskurse auf der elektronischen Handelsplattform XETRA in Frankfurt und Wien. Die Beratung und Betreuung beim going- und being-public, einschließlich der IPO- und Corporate-Finance-Beratung bildet einen Schwerpunkt der Tätigkeit. Darüber hinaus zählen zum Dienstleistungsspektrum in eingeschränkter Form auch das klassische Brokergeschäft mit der Orderausführung sowie die Ausführung von aktienhandelsnahen Dienstleistungen wie die Durchführung von Aktienrückkaufprogrammen börsennotierter Unternehmen. Die Lang & Schwarz Broker GmbH erbringt darüber hinaus Dienstleistungen im Bereich der EDV-Hardware- und Softwarebereitstellung, der Unterhaltung der technischen Handelsplatzanbindungen sowie den laufenden EDV-Support für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft befindet sich weiter in einer expansiven Verfassung. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt wuchs 2017 nach der Schätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (ifw) gegenüber dem Vorjahr um 3,9%.

Im Dezember 2017 erhöhte die US-Notenbank Fed ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,25%-1,50%. Insgesamt war dies die dritte stufenweise Zinserhöhung in Schritten von 25 Basispunkten im Jahr 2017. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 war es die fünfte Erhöhung des Leitzinssatzes durch die Fed.1 Damit reagierte die US-Notenbank auf die dynamische Entwicklung der US-Wirtschaft. Diese wuchs in 2017 gegenüber dem Vorjahr mit einer Steigerung des Bruttoinlandprodukts geschätzt um 2,3%. Im Vergleich fiel das US-Wirtschaftswachstum somit deutlich dynamischer aus als noch im Vorjahr (Steigerungsrate hier: 1,6%). Die Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2018 eine Steigerung des Bruttoinlandprodukts in den USA von 2,9%.2 Angesichts dessen wird auch in 2018 mit einer weiteren Rückführung der expansiven Geldpolitik in den Vereinigten Staaten zu rechnen sein. Bereits Ende März 2018 erfolgte so eine weitere Erhöhung des Leitzinssatzes durch die Fed; erneut um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,50%-1,75%. Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten profitierte von der sich ausweitenden Wirtschaftsleistung. Der bereits kräftige Beschäftigungsaufbau setzte sich in 2017 weiter fort und konnte sich jüngst sogar weiter beschleunigen. Die Arbeitslosenquote in den USA war in 2017 so niedrig wie zuletzt im Jahr 2000.

Auch im Euroraum legte das Wirtschaftswachstum in 2017 zu. Das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten erhöhte sich hier gegenüber dem Vorjahr um 2,5% nach der Schätzung des ifw. Dabei steht die Expansion auf einem breiten Fundament. Lediglich vier Staaten (Frankreich, Italien, Belgien und Griechenland) lagen unter dem europäischen Wachstumsdurchschnitt. Dennoch ist dies, gerade für Italien und Griechenland mit Wachstumsraten von geschätzten 1,5% bzw. 1,3%, nach Ansicht der Wirtschaftsforscher als positiv zu werten. Diese Staaten stehen vergleichsweise gut da, gerade wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre vergegenwärtigt. Italien steht aufgrund der Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen jedoch vor schwierigen Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung. Eine Änderung der wirtschaftspolitischen Ausrichtung Italiens im Zuge der Regierungsneubildung, könnte zu Verunsicherungen an den Finanzmärkten führen. Spanien konnte von den weiterhin niedrigen Zinsen und der weiterhin leicht expansiven Finanzpolitik im Euroraum profitieren. Der Aufschwung in Spanien setzt sich mit einer positiven konjunkturellen Dynamik in 2017 fort. Trotz der Konflikte um Katalonien und den dortigen Autonomiebestrebungen legte das Bruttoinlandsprodukt um geschätzte 3,1% nach ifw gegenüber dem Vorjahr zu.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Euroraum steht im Einklang mit der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und ist von einem raschen Beschäftigungsaufbau geprägt. Zugleich sinkt die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote im Euroraum liegt daher bei geschätzten 8,7% auf dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Jedoch ist die Arbeitslosenquote in Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland immer noch vergleichsweise hoch. Der fortsetzende konjunkturelle Aufschwung in diesen Ländern sollte die Lage am Arbeitsmarkt perspektivisch weiter verbessern.

1 The FED— FOMCs target federal funds rate or range, change (basis points) and level

2 Kieler Konjunkturberichte/Weltkonjunktur im Frühjahr 2018

Die heimische Wirtschaft expandierte auch in 2017 und damit bereits im achten Jahr in Folge. Diese Entwicklung wird durch die Ausfuhren wie auch die inländische Nachfrage getragen. Alle Wirtschaftsbereiche konnten hiervon profitieren. Der Grad der Beschäftigung legte auch in Deutschland weiter zu, die Arbeitslosenquote reduzierte sich nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes von 6,1% in 2016 auf 5,7% in 2017. Das Bruttoinlandsprodukt konnte bei positiven konjunkturellen Impulsen infolgedessen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,2% in 2017 gegenüber dem Vorjahr wachsen.

Im Juli 2017 stiegen die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen erstmals seit 2016 wieder über 0,5%. Begründet wurde dies damit, dass Volkswirte mittlerweile damit rechnen, dass das Quantitative Easing (QE), also die Maßnahmen zur langfristigen Senkung der Zinsen und zusätzlicher Schaffung von Liquidität im Bankensystem, Ende 2018 ausläuft.

Der Euro konnte in 2017 gegenüber dem US-Dollar deutlich aufwerten. Während Anfang des Jahres 2017 noch oft von der Euro/Dollar-Parität gesprochen wurde, stieg der Euro im Jahresverlauf immer weiter gegenüber dem US-Dollar an und beendete das Jahr bei 1,199 US-Dollar für einen Euro (Schlussstand 2016: 1,052). Begründet wurde dies einerseits damit, dass die Wirtschaft 2017 in allen Ländern der Währungsunion wächst und somit der Abstand zum Wachstum der US-Wirtschaft verkleinert werden konnte. Andererseits leitete die EZB mit ihrem Beschluss des EZB-Rates im Oktober 2017 die Reduzierung des Volumens der monatlichen Anleihekäufe ein. Ab Januar 2018 reduzieren sich diese von 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro. Dies ist wohl als der Eintritt in den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der EZB zu sehen. Hinzu kommt, dass beispielsweise durch den Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann, die Möglichkeit einer rascheren Beendigung der Nettokäufe von Wertpapieren gesehen wird.3 Im Übrigen beließ die EZB im Jahr 2017 die Zinssätze für die Einlagefazilität bei -0,4%, für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 0% und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 0,25%.

Der Ölpreis zeigte im Jahr 2017 mit einer Preissteigerung um knapp 20% die stärkste Performance seit dem Jahr 2011. Dies ist zum einen durch die beschlossenen und auch eingehaltenen Reduzierungen der Fördermengen der in der Organisation Ölexportierender Staaten (OPEC) zusammengefassten Länder begründet. Zum anderen ist dies aber auch auf die, im Zuge des Weltwirtschaftswachstums belebte Nachfrage nach Rohöl zurückzuführen.

2.2 Rahmenbedingungen der geschäftlichen Tätigkeiten in 2017

Für Börsengänge war 2017 ein gutes Jahr. Insgesamt haben sich in 2017 in Deutschland zwölf Unternehmen an die Börse gewagt. Weltweit betrug die Zahl der Börsengänge 1.624, was dem höchsten Stand seit 2007 entspricht. Besonders gut entwickelt haben sich die Börsengänge von The Naga Group AG, ein Hamburger Fintech-Unternehmen, Delivery Hero AG und HelloFresh SE. Die Delivery Hero AG konnte ca. 1 Mrd. Euro im Rahmen des Börsengangs einsammeln und war damit auch der größte deutsche Börsengang im Jahr 2017, der zudem eine beachtliche Performance für die Anleger mit sich brachte und eine Kurssteigerung in 2017 von fast 20% verzeichnen konnte. International war der Börsengang der Firma Snap Inc., der Betreiberin der Snapchat-Kommunikationsplattform, heiß erwartet worden. Der Ausgabepreis lag bei 17 USD. Am ersten Handelstag im März 2017 notierte die Aktie zwischen 24 und 26 USD. Zum Jahresende notierte die Aktie jedoch nur noch mit 14,61 USD und war damit für Investoren nur wenig erquicklich.

3 Geschäftsbericht 2017 der Deutschen Bundesbank; Wirtschaft und geldpolitische Großwetterlage

Im Bereich Mergers & Acquisitions gab es ebenfalls viele interessante Transaktionen. So erwarb beispielsweise Amazon für 13,7 Mrd. USD die Biokette Whole Foods. Die Intel Corp. übernahm die israelische High-Tech-Kamerafirma Mobileye N.V. für 15,3 Mrd. USD. Mit der Übernahme kombiniert Intel die Kameras und Objekterkennungssoftware von Mobileye mit den eigenen Sensoren und Chips, um das Autofahren weitestgehend ohne menschliche Hilfe zu ermöglichen.

Wie in den Jahren zuvor konnten 2017 die US-Indices neue Höchststände verzeichnen. Der Dow-Jones-Index kletterte auf ein neues Allzeithoch und beendete das Jahr bei 24.719 Punkten. Auf Jahressicht konnte der Index um 25% zulegen. Der S & P-500-Index schloss bei 2.673 Punkten und der NASDAQ-Composite-Index bei 6.903 Punkten.

Auf europäischer Ebene erzielte der EuroStoxx50 einen Kursgewinn von 7%. Eine starke Performance zeigten die Emerging Markets. Der MSCI Emerging Markets Index legte um gute 35% zu. Der argentinische Aktienindex Merval verzeichnete, wohl dank des Reformkurses der konservativ-liberalen Regierung, ein Kursplus von 80%. In Japan konnte der Nikkei Index ein Niveau erreichen, dass dieser zum letzten Mal in den Neunzigerjahren sah. Der Index legte um 19,1% zu.

Der deutsche Leitindex DAX konnte mit einem Jahresendstand von 12.917 Punkten einen Zugewinn von 12,5% verbuchen. Der Index erreichte am 07.11. ein neues Allzeithoch bei 13.525 Punkten. Der deutsche Index für Mid-Size Unternehmen MDAX stieg um 18,1% und schloss am Jahresende bei 26.200 Punkten. Und auch der TecDAX erzielte auf Jahresbasis ein Kursplus. Hier konnte sogar ein Zuwachs von 39,6% erreicht werden. Er schloss bei 2.529 Punkten.

Auf Jahressicht konnten insbesondere die Aktien der Lufthansa AG und der Commerzbank AG, mit Jahresgewinnen von über 150% bzw. 72% überzeugen. Größter Verlierer waren die Aktien von ProSiebenSatl mit -21,6%. Begründet wird diese negative Entwicklung mit der schwachen Entwicklung des TV-Werbemarktes. Im MDAX konnten die Aktien der Uniper AG mit 98,3% und der Leoni AG mit 84,3% überzeugen. Negativ überraschte der Handelskonzern Steinhoff International Holding N.V. Die Aktie brach aufgrund von Bilanzunregelmäßigkeiten um 93,5% ein.

2.3 Geschäftsentwicklung in 2017

Die Entwicklung der Aktienmärkte im Geschäftsjahr 2017 lieferte für Anlagen in derivativen Produkten von Lang & Schwarz ausreichend Tradingimpulse. Nicht nur kurzfristige Ertragsmöglichkeiten konnten hier genutzt werden, wie die, die sich beispielsweise im Zuge der Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed ergaben. Im Einklang mit der überwiegenden Anzahl der internationalen Aktienindizes konnten auch im mittleren Anlagehorizont Chancen genutzt werden. Gerade die Erwartungshaltungen im Hinblick auf die US-amerikanischen Steuerreformen sorgten hier für Aufwind. Der Umsatz in Produkten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft war im Fahrwasser dieser Ereignisse in 2017 so hoch wie noch nie. Selbst das Geschäftsjahr 2011, das bislang umsatzstärkste Geschäftsjahr, konnte übertroffen werden. Auch hinsichtlich der Anzahl der gehandelten Produkte legte 2017 zu, konnte aber das besonders starke Jahr 2011 nicht erreichen.

Aus dem gestiegenen Handelsvolumen in derivativen Produkten von Lang & Schwarz konnten in 2017 erfolgreich Erträge erzielt werden. Auf der Grundlage des ersten Halbjahrs 2017, indem bereits der Erfolg aus 2016 weiter fortgeschrieben wurde, konnte im zweiten Halbjahr 2017 dieser weiter positiv entwickelt werden.

Darüber hinaus sehen wir unseren Erfolg in 2017 auch in der innovativen Besicherungslösung, die wir für Investoren von wikifolio-Indexzertifikaten in 2017 eingeführt haben. Mit dieser erreichten wir, dass sämtliche Wertpapiere, die durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zur Absicherung der Verpflichtungen aus den verkauften wikifolio-Indexzertifikaten unterhalten werden, jeweils tagesaktuell für Investoren verpfändet sind. Darüber hinaus wurden Kontokorrentguthaben bei Drittbanken zugunsten der Investoren verpfändet und weitere Kontokorrentguthaben von Lang & Schwarz bei der Hausbank Trinkaus & Burkhardt AG ebenfalls in die Besicherung einbezogen. Ein Treuhänder prüft turnusmäßig zu vorgegebenen Stichtagen und zusätzlich an frei durch den Treuhänder bestimmten Stichtagen die Wirksamkeit der Besicherung. Die Berichterstattung des Treuhänders wird ungekürzt auf der Homepage www.LS-TC.de im Bereich wikifolio und hier unter „Berichte des Treuhänders" offengelegt. Das Jury-Votum des Zertifikate Awards 2017/2018 reagierte zum einen auf den weiterhin ungebrochenen Zuspruch. Denn nicht nur die Anzahl emittierter wikifolio-Endlosindexzertifikate stieg weiter an, auch das verkaufte Volumen der wikifolio-Endlosindexzertifikate nahm deutlich auf EUR 316 Mio. zu. Zum anderen fiel die Besicherungslösung, die für die Anleger kostenlos gestaltet wurde, positiv bei der Entscheidung ins Gewicht. Die Jury des Zertifikate Awards 2017/2018 platzierte wikifolio-Endlosindexzertifikate damit erneut unter die Sieger und kürte diese im laufenden Jahr erneut mit dem zweiten Rang.

Für die Entwicklung der Gesellschaft sind bestimmte Kennzahlen und ihre Einflussgrößen maßgeblich. Diese werden als bedeutende Leistungsindikatoren (finanziell und nicht finanziell) bezeichnet. Als zentrale Größe des Unternehmens werden diese beobachtet, gemessen und gegebenenfalls zu anderen Werten oder Entwicklungen in Beziehung gesetzt. Die nachstehende Übersicht stellt die bedeutenden Leistungsindikatoren für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dar:

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2017
Ergebnis aus der Handelstätigkeit4 TEUR 20.449 12.969
Verwaltungsaufwand5 TEUR 9.791 7.643
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit6 TEUR 11.667 6.502
Verbindlichkeiten aus verkauften eigenen derivativen Produkten TEUR 354.031 201.243
Emissionen im Geschäftsjahr Anzahl 23.197 26.421
Bilanzielles Eigenkapital TEUR 34.346 29.893
Vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter Anzahl 20 20

Das Ergebnis aus der Handelstätigkeit spiegelt die Ertragsentwicklung aus der operativen Tätigkeit wieder. Als tägliche, monatliche, quartalsweise und jährliche Größe wird diese jeweils gesellschafts-und konzernbezogen intern berichtet. Zusammen mit den Verwaltungsaufwendungen als überwiegendem Fixkostenblock und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stellen diese Größen die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dar. In Abhängigkeit vom Ergebnis aus der Handelstätigkeit und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit können sich Veränderungen der Verwaltungsaufwendungen durch das Vergütungssystem im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ergeben. An dieser Stelle wird auf den Vergütungsbericht als Bestandteil des Lageberichts verwiesen.

Die Verbindlichkeiten aus verkauften eigenen derivativen Produkten geben den Stand der im Umlauf befindlichen eigenen Produkte im Eurogegenwert an. Als Anhaltspunkt kann diese Größe die Bereitschaft von Investoren widerspiegeln, Produkte der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zu erwerben. Überwiegend sind hierin Endlosindexzertifikate ausgewiesen. Jedoch sind auch eigene Produkte mit kurzer Laufzeit enthalten, deren ausstehende Anzahl natürlichen Schwankungen unterliegt. Solche Schwankungen können dadurch hervorgerufen werden, dass nicht im gleichen Maße Produkte jederzeit neu emittiert werden sowie diese Produkte laufzeitbedingt oder aufgrund von Marktänderungen verfallen. Eine direkte Ableitung aus der Veränderung des Betrags ist damit nur aufgrund interner tiefergehender Analysen möglich. Die Anzahl der im Geschäftsjahr emittierten Produkte wird hierbei einbezogen.

Als Haftungsgröße stellt das bilanzielle Eigenkapital eine zentrale Kennziffer dar, deren Entwicklung auch für Aktionäre der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft von maßgeblicher Bedeutung ist.

Die Mitarbeiter der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft stellen eine signifikante Größe für einen nachhaltigen Erfolg und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dar. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Basis für erfolgsorientiertes, effizientes und prozessorientiertes Arbeiten in Zusammenhang mit den zumeist sehr schnellen Handelsgeschäften und deren reibungslosen Verarbeitung sowie der laufenden risikoorientierten Überwachung. Daher wird deren Entwicklung intern gemessen und berichtet.

4 Summe aus Umsatzerlöse, Materialaufwand und Zinsergebnis.

5 Personalaufwand zuzüglich sonstige betriebliche Aufwendungen.

6 Ergebnis nach Steuern zuzüglich bzw. abzüglich der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

2.3.1 Ertragslage

Nach dem schwierigen aber erfolgreichen Geschäftsjahr 2016, waren wir in der Lage die positiven Marktverhältnisse 2017 zu nutzen, um ein deutlich gesteigertes Jahresergebnis in Höhe von TEUR 8.071 (Vorjahr: 4.178) zu erzielen.

Das Ergebnis aus der Handelstätigkeit konnte von TEUR 12.969 um 58% auf TEUR 20.449 gesteigert werden. Die Erhöhung ist insbesondere dadurch bedingt, dass Investoren im Kalenderjahr 2017 wieder deutlich mehr gehandelt und damit für gestiegene Umsatzvolumen gesorgt haben, aus denen sich die Ertragschancen ergeben.

Die im Vorjahr als separater Posten ausgewiesenen Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens werden nunmehr in den Materialaufwendungen und damit im Ergebnis der Handelstätigkeit berücksichtigt. Die Posten des Vorjahres wurden entsprechend angepasst. Bei diesen Aufwendungen handelt es sich um Bewertungsergebnisse für im Umlaufvermögen ausgewiesene Wertpapierbestände, die dem Handelsergebnis unmittelbar zuzuordnen sind. Dabei ergibt sich dieses Bewertungsergebnis aus der Portfoliobewertung nach § 254 HGB bezogen auf die aktivisch und passivisch gehaltenen Bestände in Finanzinstrumenten. Zur Portfoliobildung verweisen wir auf die Angaben zur Bildung von Bewertungseinheiten im Anhang.

Im Zuge der Erhöhung der Einnahmen legten die Personalaufwendungen um 51% von TEUR 3.830 auf TEUR 5.791 zu. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich dagegen mit TEUR 4.001 im Vergleich zum Vorjahresniveau (TEURE 3.813) nur leicht erhöht. Emissionskosten sind trotz verminderter Emissionstätigkeiten innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen leicht angestiegen.

Mit der weiterhin positiven Entwicklung der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH konnte abermals die bestehende Abwertung auf die Beteiligung reduziert werden. Nach der Wertaufholung in Höhe von TEUR 514 im Vorjahr konnten in 2017 TEUR 700 unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen von TEUR 1.088 im Vorjahr auf TEUR 873 ab.

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 97 aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. Diesen stehen periodenfremde Aufwendungen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 15 gegenüber.

Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 11.667 nach TEUR 6.502 im Vorjahr. Unter den Steuern vom Einkommen und Ertrag wurden in diesem Geschäftsjahr Aufwendungen erfasst, wie sich diese auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben des Körperschaftssteuergesetzes (KStG) in der Fassung seit 2017 ergeben. Ertragssteuern sind daher in Höhe von TEUR 3.490 berücksichtigt und eine entsprechende Steuerrückstellung dotiert. Zu berücksichtigen ist, dass mit dem AmtsHRLÄndUG in 2017 § 8b Abs. 7 KStG angepasst wurde. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft fiel als Finanzholdinggesellschaft bis zu dieser Änderung des § 8b KStG unter die Rückausnahme des § 8b Abs. 7 KStG (alte Fassung bis zum 18. Juli 2017). Mit der Änderung des § 8b Abs. 7 KStG aufgrund des AmtsHRLÄndUG fallen Finanzholdinggesellschaften nicht mehr unter diese Rückausnahme. Die Folge dieser Änderung ist, vereinfacht dargestellt, dass § 8b KStG nunmehr auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft Anwendung findet. Ausfluss hieraus ist, dass realisierte Erträge aus Aktiengeschäften lediglich zu 5% dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet werden und realisierte Aufwendungen aus Aktiengeschäften nicht bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens berücksichtigt werden. Im Ergebnis führt dies für das Geschäftsjahr 2017 dazu, dass ein negatives zu versteuerndes Einkommen durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ermittelt wurde. Dieses negative zu versteuernde Einkommen kann bis zur Höhe von TEUR 1.000 auf das Vorjahr zurückgetragen werden, mit dem Effekt einer nachträglichen Minderung des Steueraufwands. Dies wurde im vorliegenden Abschluss berücksichtigt. Zudem ergibt sich für das Geschäftsjahr 2017, dass keine Steuern zu entrichten sind und damit auch kein Aufwand im Jahresabschluss zu berücksichtigen ist. Die Änderung des § 8b KStG ist erst kürzlich erfolgt. Die Intention des Gesetzgebers für diese Änderung kann nach unserer Einschätzung eventuell nicht auf das Geschäftsmodell der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft abstellen. Dies gerade vor dem Hintergrund, dass sich bei Anwendung des neuen Steuerrechts eine völlige Entkopplung der wirtschaftlichen Ertragskraft der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft von der Besteuerung ergeben würde. Wir können daher nicht ausschließen, dass die Anwendung der Änderung des § 8b KStG auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft einer genauen steuerlichen Überprüfung durch das Finanzamt unterzogen wird, spätestens im Rahmen der nächsten anstehenden Betriebsprüfung. Das Ergebnis dieser Überprüfung durch das Finanzamt kann derzeit nicht abschließend abgeschätzt werden. Aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht wurde daher, wie bereits zuvor ausgeführt, eine Steuerrückstellung dotiert, wie sie unter Anwendung des bisherigen Steuerrechts hätte erfolgen müssen. Sollte das Finanzamt zu dem Schluss kommen, dass die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft unter den § 8b KStG in der nunmehr gültigen Fassung fällt, würde dies zu einer Auflösung der für das Geschäftsjahr 2017 gebildeten Steuerrückstellung führen. Zudem würde sich ein steuerlicher Verlustvortrag ergeben.

2.3.2 Finanzlage

Die Liquidität der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit ausreichend, die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet. Zum Jahresultimo stehen kurzfristige Forderungen, sonstige Wertpapiere und liquide Mittel im Umlaufvermögen von insgesamt TEUR 392.697 (Vorjahr: TEUR 249.229) kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen von insgesamt TEUR 372.698 (Vorjahr: TEUR 231.190) gegenüber. Finanzinstrumente, die aufgrund ihrer Fungibilität einen kurzfristigen Charakter aufweisen, werden trotz einer langfristigen Restlaufzeit entsprechend der internen Steuerung in die kurzfristigen Verbindlichkeiten einbezogen. Dies betrifft auch von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft begebene Optionsscheine und Zertifikate. Auf dieser Berechnungsgrundlage ergibt sich ein bilanzieller Liquiditätsüberschuss von TEUR 19.999 (Vorjahr: TEUR 18.039).

Die Forderungen und Verbindlichkeiten bestehen nahezu ausschließlich in EURO. Im Gegenwert von TEUR 125 (Vorjahr: TEUR 33) werden Geldverbindlichkeiten in USD auf laufenden Bankkonten unterhalten bzw. in Höhe von TEUR 373 (Vorjahr: TEUR 24) Geldforderungen in USD auf laufenden Bankkonten.

Sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme von Forderungen in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 13), die eine Laufzeit von bis zu einem Jahr aufweisen, auf laufenden Konten geführt.

Über die bestehenden Eigenmittel der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Höhe von TEUR 34.346 (Vorjahr: TEUR 29.893) hinausgehend, stehen der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft auch im Anschluss an das Geschäftsjahr 2017 ausreichende Finanzierungsmittel zur Verfügung, um ihre geschäftliche Tätigkeit finanzieren zu können. Dies ist insbesondere in den aktuell laufenden Finanzierungsverträgen mit der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG begründet.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 56% von TEUR 261.083 um TEUR 145.961 auf TEUR 407.044. Erneut ist dies insbesondere auf den Ausbau des Wertpapierhandelsbestands zurückzuführen, wie nachfolgende Übersicht zeigt:

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Bilanzausweis
2017 2016 Veränderung
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Bilanzposten und Produkte TEUR TEUR TEUR
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sonstige Vermögensgegenstände
- Optionen 96 274 -178
sonstige Wertpapiere
- Aktien, Fonds, ETPs, Optionsscheine und Zertifikate 350.317 177.223 +173.094
- festverzinsliche Wertpapiere 1.804 4.702 -2.898
352.121 181.925 +170.196
Summe aktive Handelsbestände 352.217 182.199 +170.018
Bilanzausweis
2017 2016 Veränderung
Bilanzposten und Produkte TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
- verkaufte Aktien, Fonds und ETPs 37 101 -64
Sonstige Verbindlichkeiten
- verkaufte eigene Optionsscheine und Zertifikate 354.030 201.243 +152.787
Summe passive Handelsbestände 354.067 201.344 +152.723

Gegenüber dem Vorjahresausweis stieg der Bestand von verkauften eigenen Optionsscheinen und Zertifikaten innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten von TEUR 201.243 um TEUR 152.787 auf TEUR 354.030 an. Hiermit einhergehend erhöhten sich die sonstigen Wertpapiere auf der Aktivseite von insgesamt TEUR 181.925 um TEUR 170.196 auf TEUR 352.121. Unter dem Bilanzposten sonstige Wertpapiere werden unter anderem die maßgeblich zum Bilanzstichtag zur Absicherung der verkauften Zertifikate gehaltene Wertpapierbestände ausgewiesen.

Darüber hinaus sanken innerhalb des Bilanzpostens Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten die unterhaltenen Gelder auf Bankkonten um insgesamt TEUR 30.465 auf 34.781. Verbindlichkeiten auf laufenden Bankkonten innerhalb des Bilanzpostens „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" verminderten sich von TEUR 27.396 um TEUR 16.408 auf TEUR 10.988. Guthaben betreffen im Wesentlichen die Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt sowie drei weitere, in Deutschland ansässige Kreditinstitute. Verbindlichkeiten in laufender Rechnung betreffen nahezu ausschließlich die Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG.

Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen von TEUR 11.135 um TEUR 2.200 auf TEUR 13.335 beinhaltet eine im Geschäftsjahr 2017 vorgenommene Kapitalerhöhung um TEUR 1.500 bei der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG. Zudem wurde erneut eine Zuschreibung auf die Beteiligung an der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH in Höhe von TEUR 700 vorgenommen.

Das Eigenkapital erhöhte sich von TEUR 29.893 um TEUR 4.453 auf TEUR 34.346. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 13. Juli 2017 wurden TEUR 3.618 an die Aktionäre ausgeschüttet. Aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres wurden zudem TEUR 560 gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Juli 2017 den Gewinnrücklagen zugeführt. Trotz der erhöhten Eigenmittel sank die bilanzielle Eigenkapitalquote bedingt durch die gestiegene Bilanzsumme von 11% auf 8%.

Die sehr positive Entwicklung der Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2017 hat sich insgesamt günstig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ausgewirkt. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft weist insgesamt geordnete Verhältnisse auf.

3. Vergütungsbericht

Die Vergütung der Mitarbeiter im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft bzw. in der Finanzholding-Gruppe wird einheitlich gehandhabt und berücksichtigt die Vorgaben der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV). Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben wird jährlich durch den Vorstand, den Aufsichtsrat sowie darüber hinaus im Rahmen der Jahresabschlussprüfungen durch unseren Wirtschaftsprüfer überprüft.

Für die Ausgestaltung des Vergütungssystems der Mitarbeiter ist der Vorstand der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verantwortlich. Neben festen monatlichen Bezügen kann ein variabler Bestandteil durch die Geschäftsleitung festgelegt werden, um positive Leistungsanreize zu setzen. Die Zahlung eines variablen Bezugs erfolgt freiwillig, ohne einen rechtlichen Anspruch der Mitarbeiter und ist grundsätzlich gebunden an ein positives Ergebnis des vordefinierten Geschäftsfelds, Bereichs bzw. des Konzerns. Bei der Bemessung der einzelnen Bezüge werden quantitative als auch qualitative Kriterien berücksichtigt wie beispielsweise die Qualität der Leistung, die Anforderung an die Tätigkeit, die Stellung im Unternehmen, die Betriebszugehörigkeit oder die Übernahme von besonderen Aufgaben. Die Ausgestaltung des Vergütungssystems des Vorstands erfolgt durch den Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Für den Vorstand gelten dabei grundsätzlich die gleichen Regelungen. Die variablen Bezüge bemessen sich jedoch nach einer schriftlich vereinbarten Bemessungsgrundlage.

4. Risikobericht

4.1 Risikomanagement

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft tätigt in ihrem Geschäftsfeld insbesondere Handelsgeschäfte in Finanzinstrumenten, die über einen meist kurzfristigen Zeitraum im Eigenbestand gehalten werden. Eine Absicherung dieser Wertpapierbestände erfolgt durch gegenläufige Bestände gleicher Art oder durch ein dynamisches Delta-Hedging (vgl. hierzu auch Ausführungen im Anhang zu den Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB). Der Umgang mit Risiken, wie ein möglicher Verlust oder ein entgangener Gewinn, ist Bestandteil der Gesamtsteuerung durch die Geschäftsleitung für den gesamten Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Aus diesem Grund wurde ein zeitnahes Risikomanagement als Risikofrüherkennungs- und -steuerungsinstrument unter Einbeziehung aller Konzerngesellschaften eingerichtet. Die Rahmenbedingungen für den Handel in Finanzinstrumenten sowie das Risikomanagement formuliert die Geschäftsleitung für den gesamten Konzern in Form von Richtlinien und Arbeitsanweisungen (Organisationsanweisungen). Die in den Rahmenbedingungen enthaltene Geschäftsstrategie und Risikostrategie werden jährlich durch die Geschäftsleitung überprüft und geben Art und Umfang möglicher Risikogeschäfte in den einzelnen Konzerngeschäftsfeldern vor. Die frühzeitige Erkennung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken erfolgt unmittelbar durch die Geschäftsleitung, die hierbei vom Risikocontrolling und der Internen Revision im gesamten Konzern unterstützt wird.

4.2 Risikoarten der Geschäftstätigkeit

Aus der Geschäftstätigkeit heraus wurden als wesentliche Risiken identifiziert: Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko und operationelles Risiko.

4.2.1 Adressenausfallrisiko

Adressenausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Vertragspartner nicht oder nicht fristgerecht leistet oder die Gesellschaft einem Vertragspartner trotz der Nichtleistung eines Dritten zu Leistung verpflichtet ist. Das Adressenausfallrisiko wird unterteilt in die drei Unterrisiken: Kreditrisiko, Kontrahentenrisiko und Emittentenrisiko.

Kreditrisiken betreffen derivative und außerbilanzielle Risiken, die durch das Risikocontrolling der Handelsgeschäfte überwacht werden.

Von untergeordneter Bedeutung sind Kontrahentenrisiken als Risiken des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Kontrahenten, da nahezu sämtliche Handelsgeschäfte Zug um Zug abgewickelt werden.

Dem Emittentenrisiko als Risiko des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Emittenten wird mit dem Risikomanagement der Handelsgeschäfte begegnet. Derivative und außerbilanzielle Risiken werden im Rahmen der Marktpreisrisiken überwacht. Darüber hinaus werden mögliche Risikokonzentrationen, insbesondere durch die analoge Anwendung von aufsichtsrechtlichen Vorgaben im Risikomanagement gemessen und gemindert.

Das Adressenausfallrisiko wird, soweit es nicht das Handelsgeschäft betrifft, auf Basis der durchschnittlichen Wertverluste vergangener Perioden zuzüglich eines Risikoaufschlags für unerwartete Verluste quantifiziert.

4.2.2 Marktpreisrisiko

Marktpreisrisiken sind allgemeine Preisveränderungen von Aktien, Anleihen, Währungen und Rohwaren durch Marktbewegungen. Zu den Marktpreisrisiken zählen Kursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken und Marktpreisrisiken aus Warengeschäften. Als Kursrisiken werden sowohl Risiken aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen definiert als auch Liquiditätsrisiken aufgrund einer eingeschränkten Handelbarkeit von Wertpapieren, die auf ein geringes Handelsvolumen zurückzuführen sind („marktenge" Wertpapiere).

Preisrisiko aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen

Risiken aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen oder aus Schwankungen einer impliziten Volatilität misst ein zeitnahes Risikocontrolling. Um risikobehaftete Bestände zu beschränken, wird die Einhaltung der von der Geschäftsleitung vorgegebenen Handelslimite kontinuierlich überwacht.
Preisrisiko durch Liquiditätsengpässe

Liquiditätsrisiken in Finanzinstrumenten werden durch die bewusste Auswahl, der von der Gesellschaft gehandelten Finanzinstrumente begegnet. Darüber hinaus erfolgt einerseits die Risikomessung analog der Risiken aus kurzfristigen Marktschwankungen, andererseits wird das Risiko in Form sich verzögernder Glattstellungsmöglichkeiten, die sich aus einer Minderliquidität von Produkten ergeben kann, als Preisrisiko ermittelt und im Rahmen der Liquiditätsrisiken berücksichtigt.
Zinsänderungsrisiko im Handelsgeschäft

Zinsänderungsrisiken aus dem Handelsgeschäft bestehen für das Unternehmen bei zinsabhängigen Produkten. Solche Risiken werden durch die Organisationsanweisungen limitiert und durch das Risikocontrolling zeitnah gemessen und überwacht.
Währungsrisiko im Handelsgeschäft

Da die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft Turbo-Zertifikate auf die Entwicklung von Wechselkursen begibt, können grundsätzlich auch Währungsrisiken aus dem Handelsgeschäft bestehen. Diese werden durch die Organisationsanweisungen limitiert und durch das Risikocontrolling zeitnah überwacht.

Die Überwachung sämtlicher Marktpreisrisiken erfolgt vom Handel unabhängig auf der Grundlage von Bestands- und Marktpreisberechnungen sowie Szenarioanalysen. Eventuelle Limitüber-schreitungen im Laufe eines Handelstags werden nach den Vorgaben der Richtlinien und Arbeitsanweisungen durch das Risikocontrolling gemeldet. Die Geschäftsleitung erhält darüber hinaus täglich einen Bericht über die Einhaltung der Handelslimite auf das Ende eines Handelstags. Weiterhin werden mit Stress-Test-Szenarien starke Schwankungen von Preisindikatoren simuliert und mögliche Ergebnisauswirkungen auf den Handelsbestand berechnet. Die Messung der Marktpreisrisiken für die Risikotragfähigkeitsanalyse erfolgt auf Basis vorgegebener Szenariomodelle. Das negativste Ergebnis einer Szenario-Matrix wird für die Risikotragfähigkeitsanalyse herangezogen.

4.2.3 Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken, die unter die Verfügbarkeit liquider Mittel fallen, können für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Finanzausstattung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden solche Risiken jedoch als gering angesehen. Dennoch wird die Liquiditätslage täglich in angemessener Weise durch interne Verfahren überwacht. Zudem werden Liquiditätsrisiken im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse durch die Berechnung eines Zinsschocks berücksichtigt. Grundlage des Zinsschocks bilden dabei die Zinsaufwendungen der vorangegangenen Abrechnungsperioden.

Als Liquiditätsrisiko wird auch ein mögliches Risiko berechnet, das sich aus einer verzögerten Glattstellung aufgrund einer Minderliquidität eines Wertpapierbestands ergeben kann. Dieses Risiko wird aufgrund der Relation eines Wertpapierbestandes zu erwarteten Umsätzen an Referenzmärkten berechnet. Aus der Berechnung der Marktpreisrisiken mit Hilfe von Stressszenarien können sich gleichgerichtete Risikobeträge ergeben, wie beispielsweise bei der Berechnung der hier beschriebenen Liquiditätsrisiken aus einer Minderliquidität von Wertpapieren. Solche sich kumulierende Risikobeträge werden in Kauf genommen und nicht eliminiert.

4.2.4 Operationelles Risiko

Aufgrund der Tätigkeit des Konzerns unterliegt die Gruppe und damit auch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft der Kontrolle verschiedener Aufsichtsbehörden. Vor diesem Hintergrund sind für die künftige Entwicklung der Gesellschaft gesetzliche bzw. aufsichtsrechtliche Änderungen ebenso relevant wie das sich ständig ändernde wirtschaftliche und börsliche Umfeld. Deshalb beobachtet und analysiert die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft die Rahmenbedingungen, um eine erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft zu planen und Maßnahmen hierfür umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang wurden folgende Risikofelder identifiziert und Maßnahmen zur Risikobegrenzung und -steuerung ergriffen:

Personal

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist aufgrund des spezifischen Geschäftsmodells auf ausreichendes und qualifiziertes Personal angewiesen. Die erfolgreiche Personalrekrutierung bleibt zwar auch in kommenden Geschäftsjahren ein latentes Risiko, dürfte sich jedoch gegenüber den Vorjahren nicht verschlechtern. Zudem ist die Gesellschaft intern bestrebt, Mitarbeiter weiterzubilden und fördert die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften. Mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern, die leitende Positionen oder Führungsaufgaben wahrnehmen, kann einer Gesellschaft im Einzelfall ein Wissensnachteil entstehen. Dem wird soweit wie möglich entgegengewirkt.
EDV

Das Unternehmen ist in hohem Maße auf die Funktionsfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit der Datenverarbeitungs- und Kommunikationssysteme angewiesen. Um die Verfügbarkeit der Systeme jederzeit gewährleisten zu können, wurden alle Kernfunktionalitäten redundant ausgestaltet. Weiterhin hat sich die Gesellschaft gegen den Ausfall der externen Stromversorgung mittels einer unterbrechungsfreien Stromversorgung abgesichert und einen Notfallplan erstellt. Zur Aufrechterhaltung und zur Pflege aller wesentlichen Systeme, sind darüber hinaus jederzeit Mitarbeiter des EDV-Bereichs der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH verfügbar.
Markt- und Börsenentwicklung

Im Rahmen seiner Tätigkeit ist das Unternehmen von der Entwicklung der Wertpapier- und Terminbörsen abhängig, da diese das Anlageverhalten der Marktteilnehmer und damit das Ergebnis des Handelsbestands beeinflussen. Diesen Risiken wird durch ein aktives Risikomanagement begegnet.
Risiken aus einer Strategie- oder Wachstumsverfehlung

Eine Reihe von Faktoren kann das Erreichen von Zielen gefährden. Dazu zählen beispielsweise Marktschwankungen, eine veränderte Marktstellung des Unternehmens sowie veränderte Marktbedingungen im Kernmarkt Deutschland. Wenn es der Gesellschaft nicht gelingt, ihre strategischen Pläne umzusetzen oder, wenn die Kosten die Erwartungen übersteigen, könnte die künftige Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit negativ beeinflusst werden. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft könnte zukünftig Markttendenzen und Kundenanforderungen nicht rechtzeitig erkennen oder aus anderen Gründen ihr Wachstum in der Zukunft nicht wie gewünscht fortsetzen. Eingetretene Strategieabweichungen werden im Rahmen einer jährlichen Risikoanalyse ebenso überprüft, wie die daraus folgenden Auswirkungen auf die künftige Entwicklung der Gesellschaft.
Wettbewerbsrisiken

Der deutsche Finanzsektor ist durch einen intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft steht hierbei nicht nur zu Finanzdienstleistungsinstituten, sondern auch zu Kreditinstituten und anderen Finanzunternehmen im Wettbewerb. Infolgedessen lassen sich in den einzelnen Geschäftsfeldern oft nicht die gewünschten Margen erzielen. Dieses Risiko wird durch die Geschäftsleitung überwacht und ist Bestandteil der täglichen Ergebnisüberwachung sowie der turnusmäßigen Risikoanalyse.
Risiken aus der Ergebnisentwicklung

Es wird täglich eine Ergebnisübersicht für die Handelstätigkeiten erstellt. Alle nicht am Handelstag geschlossenen Positionen in Derivaten, Wertpapieren oder Devisen werden dabei auf Basis der Mark-to-Market-Methode bewertet. Anhand der täglichen Ergebnisübersicht ist es möglich, eine zeitnahe Kontrolle und Analyse der Ergebnisse vorzunehmen sowie deren Entwicklung zu beobachten. Das selbst entwickelte Limit-Kontroll-System unterstützt zudem eine verbesserte Überwachung der Handelstätigkeit durch eine automatisierte, vom Handel unabhängige Bestandsbewertung aller Finanzprodukte. Hierauf baut das jeweils fortlaufend an aktuelle Marktentwicklungen angepasste Risikomanagementsystem für die Handelsrisiken auf.

Für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft wird zum Jahresende eine Planungsrechnung auf Monatsbasis für das neue Geschäftsjahr erstellt. Der Soll-Ist-Abgleich der Erträge und Aufwendungen der Planungsrechnung mit den tatsächlichen Geschäftsdaten gibt frühzeitig Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft.
Rechtliche Risiken

Rechtsrisiken können durch neue gesetzliche Regelungen, die Änderung bestehender Vorschriften sowie eine geänderte Auslegung von Vorschriften oder schließlich aus vertraglich nicht eindeutigen Formulierungen entstehen. Die Überwachung und Steuerung solcher Risiken übernimmt die Rechtsabteilung der Gesellschaft. Zur Minderung von Rechtsrisiken prüft die Rechtsabteilung sämtliche vertraglichen Beziehungen; gegebenenfalls werden rechtliche Beratungsdienstleistungen in Anspruch genommen. Darüber hinaus werden zur Sicherstellung der Beweisbarkeit von telefonischen Handelsaufträgen die Geschäftsgespräche der Händler auf Tonträger aufgezeichnet. Für Kostenrisiken aus Rechtsstreitigkeiten wurde eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen.
Aufsichtsrechtliche Risiken

Eine Vielzahl an aufsichtsrechtlichen Bestimmungen sind aufgrund der Geschäftstätigkeiten im Konzern zu beachten. Die Einhaltung dieser überwiegend europäisch geprägten und auch nationalen Vorgaben, die Kontrolle der Einhaltung dieser Bestimmungen sowie die laufende Überwachung möglicher Änderungen bestehender Vorschriften sind unerlässlich. Aufgrund nicht ausreichender, fehlerhafter oder gar unterlassener Beachtung aufsichtsrechtlicher Vorgaben können Maßnahmen durch die Aufsicht ergriffen werden. Diese Maßnahmen reichen unter anderem von einer Verwarnung, über die Festsetzung von Bußgeldern, deren Höhe die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage empfindlich beeinträchtigen können, bis hin zur Rücknahme der Erlaubnisse durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Betreiben von Kredit- und Finanzdienst-leistungsgeschäften. Durch das eingerichtete Compliance-Management-System, das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem und das interne Revisionssystem soll verhindert werden, dass es zu einem Fehlverhalten im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Bestimmungen kommen kann. Dies kann jedoch letztlich nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Zur Finanzierung von Entschädigungsfällen bei der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) kann die Entschädigungseinrichtung Kredite aufnehmen und diese durch künftige Einnahmen von Jahresbeiträgen aus dem Mitgliederkreis der verpflichtend angeschlossenen Institute bedienen. Die Entschädigungseinrichtung kann zur Finanzierung von Entschädigungsfällen neben den Jahresbeiträgen auch Sonderbeiträge bei den Mitgliedern neben den Jahresbeiträgen erheben. Zum einen kann das Risiko eines möglichen künftigen Entschädigungsfalls bei der EdW nicht abgeschätzt werden. Zum anderen kann nicht beurteilt werden, inwieweit die Gesellschaften im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft künftig Sonderbeitragszahlungen an die EdW zu leisten hat, deren Ausmaße nicht bekannt sind und auch nicht bestimmt werden können.
Sonstige Risiken

Reputationsrisiken aus der Zusammenarbeit mit der wikifolio Financial Technologies GmbH können sich in der Weise ergeben, als dass Redakteure, die eine Handelsidee in einem wikifolio-Musterdepot abbilden, nicht in gleichem Maße an frühere Erfolge anknüpfen können wie erwartet. Sollte durch die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG auf solche wikifolio-Musterdepots ein Index berechnet werden und auf diesen durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ein wikifolio-Endlosindexzertifikat begeben worden sein, könnten Anleger im Hinblick auf die Performance enttäuscht werden. Trotz aller Bemühungen kann dies nicht verhindert werden und damit einen negativen Einfluss auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Emittentin und die Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG als Indexsponsor nehmen.

Sonstigen betrieblichen Risiken wird vor allem durch den Abschluss von Versicherungen begegnet. Die Gesellschaft entscheidet über Art und Umfang des Versicherungsschutzes auf der Grundlage einer kaufmännischen Kosten-Nutzen-Analyse. Es kann trotz intensiver Bemühungen jedoch möglich sein, dass Verluste entstehen oder Ansprüche erhoben werden, die über den Umfang des bestehenden Versicherungsschutzes hinausgehen bzw. für die keine Versicherung abgeschlossen wurde.

Das operationelle Risiko wird für die Risikotragfähigkeitsberechnung durch die Gesellschaft in ausreichendem Umfang in Anlehnung an die Artikel 315 ff. der Verordnung (EU) 575/2013 CRR durch den Basisindikatoransatz berücksichtigt.

4.3 Risikotragfähigkeit

Nachfolgende Übersicht zeigt die berechneten Risikobeträge für die wesentlichen Risikoarten bezogen auf den 31. Dezember 2017:

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2017
TEUR
--- ---
Adressenausfallrisiko -288
Marktpreisrisiko -2.045
Liquiditätsrisiko
- davon Refinanzierungsrisiken 0
- davon Risiken aus der Marktilliquidität von Wertpapieren 0
Operationelles Risiko -2.663
-4.996

Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt nach dem Going Concern-Prinzip (Fortführungsansatz). Für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften ist die Risikotragfähigkeit solange gegeben, wie ausreichend Risikodeckungspotential zur Einhaltung der Solvenzanforderungen der Verordnung(EU) 575/2013 nach Abzug der Risikomasse verbleibt. Nach dem vorgenannten Grundsatz war die Risikotragfähigkeit der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als auch die des Konzerns der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr sowie zum 31. Dezember 2017 gegeben.

5. Prognose- und Chancenbericht

Nach 2017 wird auch 2018 nach den Prognosen der Wirtschaftsinstitute mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland, im Euroraum und auch für die Weltwirtschaft zu rechnen sein.

Die Prognose des ifw für die weltwirtschaftliche Entwicklung geht für 2018 von einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts um 4% aus. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiter positiv. Jedoch haben sich ausgehend von den Unsicherheiten im Hinblick auf die Frage, mit welchem Tempo sich die geldpolitische Straffung in den Vereinigten Staaten entwickeln wird, die Indikatoren für das Weltwirtschaftsklima leicht eingetrübt. Hinzu kommen Sorgen aufgrund des handelspolitischen Konflikts und der im Zuge dessen von den Amerikanern zu Jahresbeginn 2018 verhängten Strafzölle, insbesondere gegen China. Gegenmaßnahmen des chinesischen Staats oder gar ein Eskalieren des Handelskonflikts zwischen den USA und China und eventuelle weltwirtschaftliche Auswirkungen hieraus wirken ebenfalls dämpfend auf die jüngste Erwartungshaltung.

Unbeeindruckt von möglichen Handelskonflikten zeigt sich die erwartete Entwicklung des Arbeitsmarktes in den USA und auch im Euroraum. Vor dem Hintergrund der weiteren konjunkturellen Expansion gehen die Prognosen von einem erneut verstärkten Stellenaufbau in 2018 diesseits wie auch jenseits des Atlantiks aus.

Die finanzpolitischen Rahmenbedingungen bleiben in 2018 und wohl auch zu Beginn des Jahres 2019 im Euroraum und in Deutschland stabil. Die Vereinigten Staaten von Amerika werden voraussichtlich weitere Maßnahmen zu leichten Erhöhungen des Leitzinssatzes durch die Fed zur Rückführung der expansiven Geldpolitik einleiten. Auch bei allmählich steigenden Zinsen trübt sich laut ifw das Finanzierungsumfeld aber kaum ein und die Investitionsneigung nimmt nicht ab. Die wirtschaftliche Verfassung Italiens erscheint angesichts der komplizierten Regierungsbildung schwierig. Notwendige stabilisierende Reformen sind aufgrund dessen wohl derzeit eher nicht zu erwarten.

Zudem sprechen die Rahmenbedingungen auch in 2018 für eine hohe Binnennachfrage im Euroraum und in Deutschland. Im Inland ist dies neben dem weiter erwarteten Stellenaufbau auch auf vereinbarte Abgabensenkungen und den Anstieg der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zurückzuführen. Im Zuge dessen wird erwartet, dass die privaten Konsumausgaben deutlich expandieren. Insgesamt erwarten die Wirtschaftsforscher einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes in 2018 für den Euroraum von 2,4% und für Deutschland einen leicht darüber liegenden von 2,5%.

Zwar nahm die weltweite Nachfrage noch Rohöl in 2017 zu, dies wurde aber durch die Entwicklung des Euros zum US-Dollar weitgehend aufgehoben. Die Entwicklung des Ölpreises dürfte nach ersten Einschätzungen im Jahr 2018 keine unerwarteten Schwankungen mit sich bringen. Die Prognosen für die Inflationsrate sehen die Wirtschaftsforscher daher bezogen auf den Euroraum und Deutschland mit nur verhaltenen Zuwachsraten in den Jahren 2018 als auch 2019. Jedoch wird eine Verfestigung und damit Stabilisierung der Raten erwartet.

Im Zusammenhang mit der weiteren, wenn auch leicht reduzierten expansiven Geldpolitik der EZB wird erwartet, dass das Anleihen-Kaufprogramm bis Ende 2018 fortgesetzt wird. Abweichungen von diesem Fahrplan könnten zu Missstimmungen an den europäischen Aktienmärkten führen. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass kleine Schritte zur Reduzierung der expansiven Geldpolitik ab Ende 2018 oder deren Ankündigungen zu Verwerfungen an den Aktienmärkten führen werden, da diese nunmehr zu erwarten sind.

Fulminant startete der Aktienhandel ins Jahr 2018. Der DAX erreichte mit knapp 13.560 Punkten gegen Ende Januar 2018 ein neues Allzeithoch. Gegenüber dem Jahresendstand 2017 ein Zugewinn von ca. 640 Punkten oder knapp 5%. Getragen wurde die Euphorie seit Ende 2017 aus den USA. Hier konnte der US-Präsident Donald Trump mit einer massiven Steuerreform seinen bisher größten politischen Erfolg feiern und einen Kern seiner politischen Agenda umsetzen. Konkret sollen Privatpersonen und Unternehmen um rund 1,5 Billionen Dollar entlastet werden. Für Unternehmen sinkt die Ertragssteuer von 35% auf 21%, für Privatpersonen reduziert sich der Spitzensteuersatz von 39,6% auf 37%. Kurz vor Ende des 1. Quartals 2018 kennzeichnete der DAX aber auch seinen bisherigen Tiefstand in 2018. Der DAX schloss am 26. Februar 2018 mit 11.787 Punkten. Damit lag der DAX um nahezu 1.800 Punkten unter seinem Höchstwert und verlor hierauf ca. 13%. Gründe für diesen volatilen Verlauf war beispielsweise die Ankündigung der Vereinigten Staaten, Strafzölle im internationalen Handel zu erheben, um damit die heimische Wirtschaft zu schützen. Mögliche Auswirkungen hierauf brachten Unsicherheiten in den Markt, die mit Kursabschlägen honoriert wurden. Aber auch der drohende Konflikt der Vereinigten Staaten von Amerika mit Nordkorea und die sich abzeichnenden Eskalationsszenarien trübten die Stimmung an den Börsen weltweit ab Ende Januar 2018 ein. Wir erwarten für das Börsenjahr 2018, angesichts vielfältiger Möglichkeiten aufkeimender Unsicherheiten, volatile Kursausschläge an den Aktienmärkten. Anleger werden sich damit auch im Jahr 2018 mit der notwendigen Aufmerksamkeit um ihre Aktienanlagen bemühen müssen.

Die Diskussion um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer hat sich auch im Zuge der langen Regierungsbildung in Deutschland seit dem 4. Quartal 2017 nicht weiterentwickelt. Inwieweit dies ein Zeichen gegen oder für eine europäische Finanztransaktionssteuer sein kann, vermag derzeit nicht abgeschätzt zu werden. Gleichwohl wäre die Einführung einer Finanztransaktionssteuer durch wichtige europäische Länder, die weiter in Form einer verstärkten Zusammenarbeit diskutiert wird, als negativ für die Aktienanlage und damit der Kultur der Beteiligung am Unternehmerkapital zu sehen. Über einen möglichen Beschluss zur Erhebung, einer möglichen Höhe, weiterer Verschiebungen oder gar über das Aus der Einführung steht weiterhin nichts fest.

Die angebotene Produktpalette der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist zweigeteilt. Auf der einen Seite bemühen wir uns mit kurzlaufenden Optionsscheinen für Anleger auf aktuelle Marktereignisse zu reagieren. Diese kurzlaufenden Produkte unterliegen einem stetigen Wandel und sind im Hinblick auf ihre Aktualität, die sich aus Markttrends und Marktausschlägen ergeben, durch immer neue Produkte zu ergänzen. Die Beobachtung der verschiedenen Märkte, um jeweilige Anlegerwünsche erfüllen zu können, ist daher Grundvoraussetzung, um mit diesen Produkten auch weiterhin im bestehenden Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Die hohe Emissionstätigkeit der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft auch in 2017 belegt diese Bemühungen. Es ist zu erwarten, dass in 2018 ähnliche Emissionstätigkeiten erreicht und hieraus Ertragsmöglichkeiten generiert werden können. Das Verfehlen von Trends oder eine fehlerhafte Einschätzung der Marktlage kann hingegen zu ausbleibenden Geschäftschancen führen. Dieses gilt es zu vermeiden.

Auf der anderen Seite werden Zertifikate mit endloser Laufzeit emittiert. Allen voran sind hier wikifolio-Endlosindexzertifikate zu nennen, deren Anzahl an emittierten Produkten voraussichtlich auch in 2018 weiter zunehmen wird. Mit der eingeführten Besicherungslösung für Investoren sehen wir, dass der Zuspruch zu diesen Produkten weiterhin anhält und fühlen uns in unseren Bemühungen bestätigt. Die Nachfrage nach wikifolio-Indexzertifikaten hängt jedoch maßgeblich von der Performance der zugrundeliegenden Musterportfolios ab. Mit der hohen Transparenz, die dem Konzept von wikifolio zugrunde liegt und der damit gegebenen Möglichkeit für Anleger, schnell an Informationen zu gelangen - auch bezogen auf einzelnen Musterportfolios -, sehen wir mehrheitlich Chancen für die weitere Entwicklung dieses Geschäftsmodells. Auf die Entwicklung einzelner Musterportfolios — als Grundlage von Indizes — können Anleger negativ reagieren, wenn ein erhoffter Erfolg nicht erreicht wird oder sich gar eine negative Performance einstellt. Auch kann es infolge negativer Erfahrungen zu einer Ablehnung des Produkts bei Anlegern kommen. Auf eine solche Entscheidung hat die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft keinen Einfluss.

Mit dem Inkrafttreten verschiedener neuer europäischer Regelungen, und hier insbesondere der Anforderungen aus MiFID II, die sich auf die Wertpapieraufsicht (ESMA-Regulierung) beziehen, waren erhebliche Anstrengungen für Lang & Schwarz in 2017 verbunden. Mit viel Einsatz und Fachkenntnis konnten diese zeitgereicht umgesetzt werden. Wenngleich sich mit 2018 aufgrund der neuen Vorgaben gerade aus MiFID II erhöhte sachliche Anforderungen ergeben haben, die technisch und personell aufzufangen sind, sehen wir keine nennenswerten Beeinträchtigungen auf die geschäftliche Tätigkeit von Lang & Schwarz aus den neuen Herausforderungen rund um MiFID II.

Unter vergleichbaren Rahmenbedingungen für die geschäftliche Tätigkeit der Gesellschaft erwartet die Geschäftsleitung, dass für das Geschäftsjahr 2018 ein erneut hoher Jahresüberschuss erzielt werden kann. Das Geschäftsjahr 2017 wurde mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Einen solchen Erfolg in 2018 erneut zu erreichen ist schwierig und kann nur in einem ähnlichen Umfeld erwartet werden. Inwieweit 2018 dies bieten kann, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Wir erkennen jedoch Anzeichen, die es ermöglichen, dass auch 2018 eine erfreuliche Entwicklungen nehmen kann.

Mit der Veröffentlichung unserer Finanzberichte und den hierin enthaltenen Angaben und getroffenen Aussagen glauben wir, einen angemessenen Einblick in unsere Tätigkeiten und den sich hieraus ergebenden Risiken und Chancen zu ermöglichen. Auch kann sich der Leser mit diesen Angaben und Aussagen einen Eindruck über den aktuellen Stand sowie künftige Entwicklungen verschaffen. Die jährliche Veröffentlichung der Geschäftszahlen wird durch die quartalsweise Konzernberichterstattung sowie ergänzende Nachrichten zu besonderen Themen ergänzt. Zusammen bieten diese Informationen einen zeitnahen und umfassenden Einblick in die wesentlichen auch unterjährigen Aktivitäten rund um Lang & Schwarz.

Düsseldorf, den 31. März 2018

Der Vorstand

André Bütow

Peter Zahn

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

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31.12.2017 Vorjahr
EUR EUR EUR
--- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 96.915,89 80.373,89
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.165,00
101.080,89
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.335.000,00 11.135.000,00
2. Beteiligungen 909.067,00 632.400,00
14.244.067,00 11.767.400,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 366,00 0,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.817.879,42 583.226,45
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.976.754,27 1.474.273,75
5.794.999,69 2.057.500,20
II. Wertpapiere
sonstige Wertpapiere 352.121.124,15 181.925.060,84
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 34.781.317,57 65.246.297,06
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.656,38 5.899,47
407.044.245,68 261.082.531,46
Passiva
31.12.2017 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 9.438.000,00 9.438.000,00
II. Kapitalrücklage 10.138.433,23 10.138.433,23
III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 6.698.590,90 6.138.419,32
IV. Bilanzgewinn 8.070.820,51 4.178.071,58
34.345.844,64 29.892.924,13
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 3.391.218,00 14.620,00
2. sonstige Rückstellungen 3.429.542,36 1.822.700,58
6.820.760,36 1.837.320,58
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.988.370,44 27.395.826,08
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 416.668,06 213.420,26
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 52.049,74 95.786,56
4. sonstige Verbindlichkeiten 354.420.552,44 201.647.253,85
davon aus Steuern: EUR 218.063,60 (Vorjahr: EUR 154.998,85)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 2.414,25 (Vorjahr: EUR 1.529,76)
365.877.640,68 229.352.286,75
407.044.245,68 261.082.531,46

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

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2017 Vorjahr
EUR EUR EUR
--- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 246.490.538,47 142.433.828,08
2. sonstige betriebliche Erträge 872.843,94 1.088.250,79
3. Materialaufwand -226.017.359,06 -129.858.678,96
21.346.023,35 13.663.399,91
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.468.585,77 -3.504.601,35
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -322.063,42 -325.838,06
davon für Altersversorgung: EUR 61.056,92 (Vorjahr: EUR 57.576,77)
-5.790.649,19 -3.830.439,41
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -18.141,20 -36.942,40
6. sonstige betriebliche Aufwendungen -4.000.658,05 -3.813.018,03
7. Erträge aus Beteiligungen 154.984,50 124.987,50
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 154.984,50 (Vorjahr: EUR 124.987,50)
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 150.148,87 432.291,64
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 111.166,67 (Vorjahr: EUR 392.055,55)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -174.433,47 -38.338,41
davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 666,67)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3.489.936,99 -2.116.943,14
11. Ergebnis nach Steuern 8.177.337,82 4.384.997,66
12. sonstige Steuern -106.517,31 -206.926,08
13. Jahresüberschuss 8.070.820,51 4.178.071,58
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 560.171,58 1.491.726,27
15. Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen -560.171,58 -1.491.726,27
16. Bilanzgewinn 8.070.820,51 4.178.071,58

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

1 Grundlagen der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf, (HR B 36259 im Handelsregister Düsseldorf) zum 31. Dezember 2017 wurde wie im Vorjahr nach den allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Er besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung (Gesamtkostenverfahren) sowie dem Anhang. Zudem wurde nach § 289 HGB ein Lagebericht aufgestellt.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Düsseldorf und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Nr. HR B 36259 eingetragen.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Darstellung und Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den allgemeinen Anforderungen des HGB für große Kapitalgesellschaften.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibungen bilanziert. Liegt eine dauerhafte Wertminderung vor, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Planmäßige Abschreibungen erfolgen linear. Die Nutzungsdauer beträgt ein bis 13 Jahre. Zugänge geringwertiger Wirtschaftsgüter werden - soweit zulässig - im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt.

Anteile an verbundenen Unternehmen werden nach den Regeln für Finanzanlagen bilanziert, dauerhafte Wertminderungen werden gegebenenfalls berücksichtigt, das Wertaufholungsgebot wird beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (mit Ausnahme der Wertpapiere) sind mit dem Nennwert unter Berücksichtigung ggf. notwendiger Wertberichtigungen und Verbindlichkeiten mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Fremdwährungsumrechnung erfolgt unter Anwendung der Vorschrift des § 256a HGB.

Soweit Finanzinstrumente in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt deren Bewertung nach den Vorschriften des § 254 HGB. Für Bestände in Finanzinstrumenten, die nicht in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt die Ermittlung des aktuellen Börsen- oder Marktpreises auf den Bilanzstichtag. Die Bewertung erfolgt sodann unter Beachtung des Imparitätsprinzips.

Rückstellungen für Steuern und andere Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags gebildet. Langfristige Rückstellungen werden, soweit dies gesetzlich vorgeschrieben ist, mit dem Zinssatz nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Latente Steuern nach § 274 werden soweit erforderlich berechnet und passive latente Steuern mit aktiven latenten Steuern verrechnet. Von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Der Berechnung latenter Steuern liegen die Körperschaftsteuer in Höhe von 15% sowie hierauf der Solidaritätszuschlag von 5,5% zugrunde. Darüber hinaus sind für die Gewerbesteuer ein Hebesatz von 440% und die Gewerbesteuermesszahl in Höhe von 3,5% zu berücksichtigen. Rechnerisch ergibt sich so insgesamt ein Steuersatz in Höhe von 31,23%.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die operative Tätigkeit der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft umfasst insbesondere die Begebung von Optionsscheinen und Zertifikaten sowie den Handel mit diesen auf eigene Rechnung. Dabei werden Risiken, die sich aus den verkauften eigenen Optionsscheinen und Zertifikaten ergeben, durch gegenläufige Produkte abgesichert. Aus dem Handel mit diesen Finanzinstrumenten und den Sicherungsgeschäften erzielt die Gesellschaft einen Handelserfolg, der sich aus der Differenz von An- und Verkaufskurs ermittelt. Zur sachgerechten Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus der Handelstätigkeit der Gesellschaft werden positive Differenzen aus dem An- und Verkauf unter den Umsatzerlösen bzw. negative Differenzen aus dem An- und Verkauf unter den Materialaufwendungen ausgewiesen.

Im Berichtsjahr wurden die Bewertungsergebnisse der unterhaltenen Finanzinstrumente auf den Bilanzstichtag unter den Umsatzerlösen (zu berücksichtigendes positives Bewertungsergebnis) bzw. unter den Materialaufwendungen (zu berücksichtigendes negatives Bewertungsergebnis) ausgewiesen. Dies dient einer sachgerechteren und klareren Darstellung aus der geschäftlichen Tätigkeit. Zum Bewertungsverfahren und zum Bewertungsergebnis siehe nachstehend unter 5.2 Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB. Der Vorjahresausweis des Bewertungsergebnisses der unterhaltenen Wertpapierbestände (Ausweis unter dem Posten Abschreibungen Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens der Gewinn und Verlustrechnung) in Höhe von insgesamt TEUR -4.785, wurde entsprechend angepasst.

Für den Jahresabschluss wurden die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beibehalten, mit Ausnahme des zuvor beschriebenen Ausweises der Abschreibungen auf Finanzanlagen.

3 Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Der Bilanzausweis andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen in den Sachanlagen enthält TEUR 53 Bauten auf fremden Grundstücken. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Anlagespiegel als Anlage zum Anhang.

3.2 Anteilsbesitz

Für den Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB wurde jeweils der letzte vorliegende Jahresabschluss der Gesellschaft zugrunde gelegt:

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Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Eigenkapital Jahresergebnis 2017
% TEUR TEUR
--- --- --- ---
Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG, Düsseldorf 100,0 8.235 2
Lang & Schwarz Broker GmbH, Düsseldorf 100,0 2.304 2

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf, ist persönlich haftende Gesellschafterin der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG, Düsseldorf. An der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG ist neben der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft mit 0,01% die Lang & Schwarz Broker GmbH beteiligt, die diese Beteiligung treuhändisch für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft hält.

Die Abwertungen auf den Beteiligungswert an der Lang & Schwarz Broker GmbH in Höhe von TEUR 1.565 wurden nach § 253 Abs. 5 HGB um TEUR 700 gemindert. Bewertungsanpassungen auf Beteiligungen an der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG ergaben sich für das Berichtsjahr nicht.

Die ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind weder börsennotiert noch börsenfähig. Angaben unterbleiben nach § 286 Abs. 3 HGB soweit diese von untergeordneter Bedeutung sind.

3.3 Restlaufzeiten der Forderungen

Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Gesamthöhe von TEUR 5.795 gliedern sich nach den Laufzeitenbändern wie folgt:

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Bilanzposten 31.12.2017 bis 1 Jahr 31.12.2017 > 1 Jahr Vorjahr bis 1 Jahr Vorjahr > 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
- Forderungen an verbundene Unternehmen 2.818 0 583 0
- Sonstige Vermögensgegenstände 2.964 13 2.461 13
5.782 13 3.044 13

3.4 Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt im Berichtsjahr laut Satzung unverändert TEUR 9.438 (rechnerischer Wert) und ist eingeteilt in 3.146.000 Stückaktien. Die Stammaktien lauten auf den Namen.

3.5 Eigene Anteile

Zum 31. Dezember 2017 werden keine eigenen Aktien im Bestand geführt. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine eigenen Anteile, auch nicht zu Handelszwecken gekauft oder verkauft.

3.6 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert TEUR 10.138.

3.7 Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen beinhalten Veränderungen aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 13. Juli 2017 wodurch TEUR 560 aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016 in die Gewinnrücklagen eingestellt wurden. Insgesamt haben sich damit die Gewinnrücklagen auf TEUR 6.699 erhöht.

3.8 Genehmigtes und bedingtes Kapital

Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 27. August 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 26. August 2020 durch Ausgabe von bis zu 1.573.000 Stück neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Sach- und/oder Bareinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens EUR 4.719.000,00, zu erhöhen (genehmigtes Kapital 1).

Das Grundkapital der Gesellschaft ist zudem um bis zu EUR 1.800.000,00, eingeteilt in bis zu 600.000 Namensaktien als Stückaktien, bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Umtauschrechten der Inhaber von Optionsanleihen (bei Ausgabe an Anleiheinhaberrechte geknüpfte Bezugsrechte) und/oder Optionsaktien (bei Ausgabe an Inhaberrechte von jungen Aktien geknüpfter Bezugsrechte), zu deren Ausgabe der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Oktober 1998 in Verbindung mit der Änderung dieses Beschlusses durch die Hauptversammlung vom 25. Juli 2000 sowie durch Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juli 2000 ermächtigt wurde. Sie ist nur insoweit durchgeführt, als von diesem Bezugsrecht Gebrauch gemacht wird.

3.9 Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen im Personalbereich sowie Prüfungs- und Beratungskosten.

3.10 Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten in Gesamthöhe von TEUR 365.878 gliedern sich nach den Laufzeitenbändern wie folgt:

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31.12.2017
Bilanzposten bis 1 Jahr > 1 bis < 5 Jahre >5 Jahre
--- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.988 0 0
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 417 0 0
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 52 0 0
- Sonstige Verbindlichkeiten 5.446 6 348.969
16.903 6 348.969
Vorjahr
Bilanzposten bis 1 Jahr > 1 bis < 5 Jahre >5 Jahre
TEUR TEUR TEUR
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.396 0 0
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 213 0 0
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96 0 0
- Sonstige Verbindlichkeiten 3.604 136 197.907
31.309 136 197.907

Unter den Guthaben bei Kreditinstituten werden keine Beträge bei einer Drittbank ausgewiesen, die zugunsten der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG verpfändet wurden.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen mit TEUR 10.885 Salden auf laufenden Bankkonten, die bei der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG geführt werden. Bei dieser Bank unterhaltene Guthaben auf laufenden Konten in Höhe von TEUR 8.399 sowie Wertpapierbestände wurden im Rahmen einer Sicherheitenvereinbarung hierfür verpfändet.

4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

Märkte, die sich nach ihren Tätigkeiten oder geographisch wesentlich voneinander unterscheiden, liegen nicht vor.

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 873 beinhalten im Wesentlichen:

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TEUR
- Erträge aus der Zuschreibung zu Anteilen an verbundenen Unternehmen 700
- Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 97
797

4.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.001 werden periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 15 ausgewiesen.

4.4 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In 2017 wurde durch das AmtsHRLÄndUG unter anderem der § 8b Abs. 7 KStG geändert. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist ein Finanzunternehmen im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) und fällt unter die hier vorgenommene Änderung. In Folge dessen sind § 8b Abs. 1 bis 6 KStG auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft nunmehr anzuwenden. Hierdurch ergibt sich, dass für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft insbesondere realisierte Verluste aus dem Handel mit Aktien unberücksichtigt bleiben und realisierte Gewinne aus dem Handel mit Aktien mit lediglich 5% Berücksichtigung finden. Diese Veränderung der steuerlichen Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer führt für das Geschäftsjahr 2017 dazu, dass die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet hat.

Der Ausweis der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist im Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen. Aufgrund des zuvor beschriebenen Sachverhalts ergibt sich rechnerisch kein Steueraufwand für das Veranlagungsjahr 2017 für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Steuersubjekt. Zudem ergibt sich ein steuerlicher Verlustvortrag der in künftigen Veranlagungszeiträumen berücksichtigt werden kann. Inwieweit diese Gesetzesänderung auch im Rahmen der Überprüfung durch die Anschlussprüfung der Großbetriebsprüfung des Finanzamts als auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft bestand hat, ist derzeit ungewiss. Aus diesem Grunde wurde aus den daraus resultierenden Risiken eine Steuerrückstellung berücksichtigt.

5 Sonstige Angaben

5.1 Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus laufenden Verträgen, insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen, bestehen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.511. Hierin enthalten sind künftige Aufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.006, die sich insbesondere aus der Überlassung von Hard- und Software, dem Betrieb eines Rechenzentrums und Supportdienstleistungen im EDV-Bereich ergeben. Diese beruhen auf zwischen den Gesellschaften abgeschlossenen Dienstleistungsverträgen, um Synergieeffekte zu nutzen.

Im Rahmen des Kreditvertrags der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG mit HSBC Trinkaus & Burkhardt AG wurde vereinbart, dass Vermögenswerte der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, die diese bei HSBC Trinkaus & Burkhardt AG unterhält, zur Deckung von Verpflichtungen der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG aus der Handelstätigkeit gegenüber HSBC Trinkaus & Burkhardt AG herangezogen werden können. Zudem hat die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft gegenüber HSBC Trinkaus & Burkhardt AG eine unbegrenzte Bürgschaftserklärung für Verpflichtungen der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG abgegeben. Anhaltspunkte für mögliche Inanspruchnahmen aus den oben genannten finanziellen Verpflichtungen liegen nicht vor. Daneben hat die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft gegenüber HSBC Trinkaus & Burkhardt AG eine Bürgschaftserklärung bis zur Höhe von TEUR 1.000 für Verpflichtungen der Lang & Schwarz Broker GmbH abgegeben. Anhaltspunkte für mögliche Inanspruchnahmen aus den oben genannten finanziellen Verpflichtungen liegen auch hier nicht vor.

Weitere Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, die zur Beurteilung der Finanzlage notwendig sind, betreffen Angaben unter „4.2 Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB", soweit sich diese auf Futurebestände beziehen, welche zur Absicherung im Portfolio gehalten werden.

5.2 Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft weist Verpflichtungen aus selbst begebenen Produkten und sonstigen Geschäften aus, die als Grundgeschäfte in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen werden. Der Ausweis erfolgt in Höhe von TEUR 354.031 unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Die Grundgeschäfte beinhalten neben Risiken aus der Kursschwankung von Indizes in Höhe von TEUR 4.991 (DAX, MDAX und SDAX), aus einzelnen Aktienwerten und Themenzertifikaten in Höhe von TEUR 348.652 auch Risiken aus Kursschwankungen von Rohwaren in Höhe von TEUR 343 (Gold, Silber, Platin, Palladium, Kupfer, Gas und Rohöl), bezogen auf den Bund-Future in Höhe von TEUR 31 und der Wechselkursrelation (USD/EUR bzw. GBP/EUR) von TEUR 13. Für die jeweiligen Risiken wurden gesonderte Bewertungseinheiten gebildet. Bewertungseinheiten werden in Form von Makro- oder Portfolio-Hedges abgebildet.

Durch den Verkauf von eigenen Produkten auf alle genannten Risikoarten geht die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft offene Positionen bezogen auf die jeweils zugrundeliegenden Finanzinstrumente (Underlying) ein. Diese Risiken werden durch geeignete Sicherungsinstrumente abgesichert. Die Sicherung erfolgt durch entsprechende Gegengeschäfte und/oder im Rahmen eines dynamischen Deltahedgings direkt durch gegenläufige Positionen im Underlying. Hierdurch ist, jeweils bezogen auf die einzelnen Risiken, sichergestellt, dass sich Wert- und Zahlungsströme weitgehend ausgleichen. Sicherungsinstrumente werden untergliedert nach den gebildeten Bewertungseinheiten wie folgt bilanziert:

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Bewertungseinheiten Sonstige Wertpapiere Sonstige Vermögensgegenstände Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige Verbindlichkeiten Schwebende Geschäfte 2)
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
DAX 1), MDAX und SDAX 19.382 67 - - 22.683
Einzelne Aktienwerte und Themenzertifikate 33.673 - 37 - 353
Rohwaren 1) 1 - - - 3.031
Bund-Future 1) - 28 - - -7.442
Wechselkursrelationen 1) 54 - - - 1.133

1) Im Rahmen der Sicherungsbeziehungen werden auch Bestände in Futures einbezogen, deren Ergebnisse in Höhe der Variation Margin direkt erfolgswirksam vereinnahmt werden.

2) Kontraktgröße multipliziert mit dem Basispreis (ggf. in Währung)

Der Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument besteht für den Zeitraum, in welchem das Grundgeschäft durch die Gesellschaft gehalten wird. Wird die Position aus den selbst begebenen Produkten geschlossen, erfolgt auch eine Schließung der Sicherungspositionen.

Im Rahmen des Risikomanagementsystems der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden die Risiken aus den Positionen der Grundgeschäfte und der Sicherungsinstrumente überwacht. Hierzu wurde auch im Hinblick auf die Bewertungseinheiten ein Limitsystem installiert, das täglich überwacht, welche Risiken untergliedert nach Aktienkurs-, Rohwaren-, Zins- und Wechselkursrisiken die Gesellschaft eingeht, und die Auslastung von vorgegebenen Limiten berechnet sowie an den Vorstand berichtet. Zudem erfolgt täglich eine Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung in Form einer quantitativen Sensitivitätsanalyse nach der Market-Shift-Method. Des Weiteren wird auch auf die Ausführungen zum Risikomanagement der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Lagebericht verwiesen.

Ergebnisse aus den Bewertungseinheiten werden nach der Durchbuchungsmethode erfasst, dabei werden für die ausgewiesenen Finanzinstrumente, soweit möglich, Marktwerte aktiver Märkte herangezogen. Sollte dies nicht möglich sein, etwa bei Optionsbeständen, erfolgt eine Bewertung mit Hilfe des finanzmathematischen Modells Black-Scholes oder im Fall von american-style-Optionen mit Hilfe des Modells von Cox-Ross-Rubinstein. Den Berechnungen der finanzmathematischen Modelle liegen insbesondere Zinssätze, Indizes und andere Underlyingkurse zugrunde. Die für die Berechnungen notwendigen Volatilitäten werden soweit möglich aus am Markt gehandelten Produkten abgeleitet. Gegebenenfalls wird auf alternative Daten oder Berechnungen zurückgegriffen.

Zu sämtlichen aktiv und passiv unterhaltenen Finanzinstrumenten aus der Handelstätigkeit, die durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Bewertungseinheiten einbezogen werden, ergaben sich positive und negative Bewertungsergebnisse in Höhe von insgesamt TEUR -10.249 (ausgewiesen unter den Materialaufwendungen).

5.3 Namen und Bezüge der Organmitglieder

Vorstandsmitglieder der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2017 waren:

Herr André Bütow, Dipl.-Kaufmann, Neuss,
Herr Peter Zahn, Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH), Düsseldorf.

Herr Bütow ist Mitglied des Aufsichtsrats der vwd Transaction Solutions AG, Frankfurt a. M. Herr Zahn ist Mitglied des Aufsichtsrats der Backbone Technology AG, Hamburg, sowie der PAN AMP AG, Hamburg.

Der Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft setzte sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt zusammen:

Herr Michael Schwartzkopff, Rechtsanwalt aus Köln, Vorsitzender,
Herr Dipl.-Volkswirt Andreas Willius, selbständiger Berater aus Frankfurt am Main, stellvertretender Vorsitzender,
Herr Thomas Schult aus Hamburg, Bankkaufmann bei der M.M.Warburg & CO KGaA in Hamburg.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft wurde in Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft bemessen sich nach dem Beschluss der Hauptversammlung vom 31. August 2016. Insgesamt beliefen sich die Gesamtbezüge für das Geschäftsjahr 2017 auf TEUR 208.

5.4 Honorar des Abschlussprüfers

Das berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 60 für Abschlussprüfungsleistungen des Geschäftsjahres 2017. Für die Abschlussprüfung des Geschäftsjahres 2016 wurden im Geschäftsjahr 2017 TEUR 1 aufgewendet. Zudem wurden sonstige Leistungen des Abschlussprüfers in Höhe von TEUR 15 aufgewendet.

5.5 Mitteilungen über das Bestehen von Beteiligungen an der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft

Am Aktienkapital der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden zum 31. Dezember 2017 — soweit bekannt — keine Beteiligungen von mehr als dem vierten Teil der Aktien an der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft gehalten.

5.6 Mitarbeiter

In 2017 waren bei der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft nach Quartalsendständen gerechnet durchschnittlich 36 Personen (inkl. zwei Vorstände) beschäftigt. Zum Bilanzstichtag waren 36 Mitarbeiter (inkl. zwei Vorstände) beschäftigt:

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31.12.2017
Männlich Weiblich
--- --- ---
Vorstände 2 0
Mitarbeiter 27 7
- davon Vollzeitkräfte 14 6
- davon Teilzeitkräfte 13 1

5.7 Konzernbeziehungen

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft mit Sitz in Düsseldorf ist zum 31. Dezember 2017 nach § 290 Abs. 1 HGB Mutterunternehmen der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG, Düsseldorf, sowie der Lang & Schwarz Broker GmbH, Düsseldorf.

5.8 Offenlegung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 nebst Lagebericht 2017 sowie weitere Unterlagen nach § 325 Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr 2017 werden dem Bundesanzeiger zur Veröffentlichung eingereicht.

Nach § 290 HGB hat die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft einen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 nebst Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 erstellt. In diesem Konzernabschluss sind die Tochterunternehmen Lang & Schwarz Broker GmbH und Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG einbezogen. Der Konzernabschluss nach HGB zum 31. Dezember 2017 nebst Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sowie weitere Unterlagen nach § 325 Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr 2017 werden ebenfalls dem Bundesanzeiger zur Veröffentlichung eingereicht.

Der Offenlegungsbericht nach § 26a KWG i.V.m. Art. 435 ff Verordnung (EU) 575/2013 (CRR), wird durch die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG als übergeordnetes Institut für die Lang & Schwarz Gruppe erstellt. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft veröffentlicht diesen Bericht mit allen Pflichtangaben auf ihrer Homepage.

6 Nachtragsbericht

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft haben könnten, haben sich nicht ergeben.

7 Ergebnisverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2017

Aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von TEUR 4.178 wurde gemäß Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft vom 13. Juli 2017 eine Dividende von EUR 1,15 je gewinnberechtigte Aktie, mithin TEUR 3.618, an die Aktionäre ausgeschüttet. TEUR 560 wurden gemäß Hauptversammlungsbeschluss in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

Der Vorstand beabsichtigt, der Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, die voraussichtlich im Juli 2018 in Düsseldorf stattfindet, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 8.071 die Zahlung einer Dividende je gewinnberechtigter Aktie von EUR 1,70 vorzuschlagen. Für den übersteigenden Betrag soll der Hauptversammlung die Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen vorgeschlagen werden.

Düsseldorf, den 31. März 2018

Der Vorstand

André Bütow

Peter Zahn

Entwicklung des Anlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

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Historische Anschaffungskosten
1.1.2017 Zugänge Abgänge Umgliederung 31.12.2017
--- --- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.700.000,00 1.500.000,00 0,00 0,00 14.200.000,00
2. Beteiligungen 632.400,00 276.667,00 0,00 909.067,00
13.332.400,00 1.776.667,00 0,00 0,00 15.109.067,00
II. Sachanlagen
1. Betriebsausstattung/Büroeinrichtung 448.422,05 1.256,29 0,00 0,00 449.678,34
2. Bauten auf fremden Grundstücken (Einbauten) 142.899,73 21.126,01 0,00 11.900,00 175.925,74
3. Anzahlung auf technische Anlagen 0,00 16.065,00 0,00 -11.900,00 4.165,00
4. GWG/GWG Sammelkonto 2.420,05 400,90 400,90 0,00 2.420,05
593.741,83 38.848,20 400,90 0,00 632.189,13
13.926.141,83 1.815.515,20 400,90 0,00 15.741.256,13

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Kumulierte Abschreibungen
1.1.2017 Zugänge Abgänge 31.12.2017
--- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.565.000,00 0,00 700.000,00 865.000,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
1.565.000,00 0,00 700.000,00 865.000,00
II. Sachanlagen
1. Betriebsausstattung/Büroeinrichtung 396.926,16 9.254,29 0,00 406.180,45
2. Bauten auf fremden Grundstücken (Einbauten) 114.021,73 8.486,01 0,00 122.507,74
3. Anzahlung auf technische Anlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. GWG/GWG Sammelkonto 2.420,05 400,90 400,90 2.420,05
513.367,94 18.141,20 400,90 531.108,24
2.078.367,94 18.141,20 700.400,90 1.396.108,24

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Buchwerte
31.12.2017 Vorjahr
--- --- ---
EUR EUR
--- --- ---
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.335.000,00 11.135.000,00
2. Beteiligungen 909.067,00 632.400,00
14.244.067,00 11.767.400,00
II. Sachanlagen
1. Betriebsausstattung/Büroeinrichtung 43.497,89 51.495,89
2. Bauten auf fremden Grundstücken (Einbauten) 53.418,00 28.878,00
3. Anzahlung auf technische Anlagen 4.165,00 0,00
4. GWG/GWG Sammelkonto 0,00 0,00
101.080,89 80.373,89
14.345.147,89 11.847.773,89

„Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - und Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.”

Berlin, den 09. Mai 2018

**Dohm ■ Schmidt ■ Janka

Revision und Treuhand AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Dr. Wolfgang Janka

Wirtschaftsprüfer

Matthias Schmidt

Wirtschaftsprüfer

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Grundlage von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung nahm der Aufsichtsrat auch für das Berichtsjahr 2017 seine ihm obliegenden Aufgaben wahr. Der Schwerpunkt der laufenden Erörterungen lag auf der jeweils aktuellen Geschäfts- und Ertragslage des Konzerns. Dies umfasste auch Strategien zur Sicherstellung einer möglichst stabilen Fortentwicklung der geschäftlichen Tätigkeiten und der Ertragsmöglichkeiten der gesamten Lang & Schwarz Gruppe. Der laufende Austausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand hierzu war stets zielgerichtet und von einem konstruktiven Miteinander geprägt.

Im Geschäftsjahr 2017 waren die Institute im Konzern maßgeblich mit der Umsetzung der neuen Anforderungen im Zusammenhang mit der Anfang 2018 in Kraft getretenen Markets in Financial Instruments Regulation (MiFIR) und zum gleichen Zeitpunkt in nationales Recht umgesetzten Markets in Financial Instruments Directive II (MiFID II) befasst. Der Aufsichtsrat hat sich umfassend und laufend über den Stand der Projektumsetzung informieren lassen. Mit Inkrafttreten Anfang 2018 wurden die neuen Anforderungen im Konzern erfüllt. Auch weitere Neuerungen und Änderungen im regulatorischen Umfeld, die u.a. den Aufsichtsbereich der European Banking Authority (EBA) oder den Wertpapierhandelsbereich der European Securities and Market Authority (ESMA) betrafen, wurden erörtert. Gleiches gilt für Änderungen im Steuerrecht, die sich im Laufe des Geschäftsjahres 2017 ergeben haben. Ein besonderes Augenmerk legte der Aufsichtsrat in 2017 auch auf das vom Vorstand eingerichtete Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 Aktiengesetz (AktG) bzw. des internen Kontrollsystem nach § 25a Kreditwesengesetzes (KWG) sowie das aufsichtsrechtliche Anzeige- und Meldewesen. Aufgrund der Konzernstruktur unterliegt die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dem Aktienrecht, die Tochtergesellschaften Lang & Schwarz Broker GmbH und Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG haben zusätzlich die strengen Anforderungen des Kreditwesengesetzes zu beachten. Im Konzern werden zur Vereinheitlichung jeweils die strengeren Vorschriften beachtet, dies auch vor dem Hintergrund, dass die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Finanzholdinggesellschaft zum Teil selbst einzelne Normen des Kreditwesengesetzes zu beachten hat. In und auch außerhalb von Sitzungen waren Entwürfe, Konsultationen und Neuerungen von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien auf nationaler und internationaler Ebene Gegenstand von Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, insbesondere auch hinsichtlich ihrer möglichen geschäftlichen Auswirkungen auf den Konzern.

Insgesamt war das Umfeld für die geschäftlichen Tätigkeiten im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als positiv zu werten. Die Geschäftsbereiche konnten so von sich bietenden Ertragsmöglichkeiten profitieren. Auch der Verlust von Handelsvolumina aufgrund des Wechsels des Market Makers auf dem Handelssystem Quotrix bzw. aufgrund der Verschmelzung eines ehemaligen Kunden mit einem dritten Marktteilnehmer konnten in Summe weitgehend kompensiert werden. Insgesamt konnte in 2017 aus den sich bietenden Handelsaktivitäten ein Rekordergebnis erzielt werden.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat fand eine stets in allen Belangen enge, vertrauensvolle und für den Konzern förderliche Zusammenarbeit statt. Vorstand und Aufsichtsrat berieten sich regelmäßig und umfassend innerhalb wie auch außerhalb von Sitzungen über alle Themen, die für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft maßgeblich waren. Regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen wurden dabei umfassend Rechnung getragen.

Seinen Berichtspflichten ist der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend nachgekommen. Er hat den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum mündlich und auch schriftlich unterrichtet. Meinen Aufsichtsratskollegen und mir wurden Unterlagen zu allen Sitzungen rechtzeitig zur Einarbeitung übersendet. Der Aufsichtsrat hat sich stets von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugen können.

Über die Ergebnisentwicklung wurde der Aufsichtsrat auch außerhalb der Sitzungen in der Regel monatlich durch Kurzdarstellungen über die Handelsergebnisse der Handelsbereiche und ein zusammengefasstes Konzernhandelsergebnis informiert. Im Zuge der turnusmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats erfolgten zudem umfassende und detaillierte Berichterstattungen. Dabei wurden ausgehend von einer zusammenfassenden Darstellung der wesentlichen Kennzahlen zur Vermögens- und Ertragslage quartalsweise Berichte zu Segmentergebnissen und Handelsvolumen, zu Veränderungen im Personalbereich, der Entwicklung der Aufwendungen sowie weiteren Leistungsindikatoren dargelegt und beschrieben. Im Hinblick auf die Finanzlage wurde auch die laufende Liquiditätslage im Konzern dargestellt und erläutert. Zusätzlich erfolgte die quartalsweise Risikoberichterstattung mit Angaben zur Risikotragfähigkeit und deren Ermittlungsgrundlagen sowie der Risikoneigung einschließlich der Auslastung von Limiten im jeweils abgelaufenen Quartal. Ergänzt wurde diese Berichterstattung um die Darstellung von Kennziffern zu Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationellen Risiken. Gerade die Modelle zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit wurden nebst ihren zu Grunde liegenden Annahmen umfassend erörtert. Neben den Risiken, die auf der Veränderung von Marktpreisen resultieren können, wurden daneben auch die wesentlichen operationellen Risiken und Maßnahmen zu ihrer Begrenzung erörtert. Der Risikobericht enthielt - soweit dies geboten war - zusätzliche Ausführungen über die Tätigkeiten der internen Revision und des Compliance Officers sowie Angaben über Störungen im Geschäftsablauf nebst Maßnahmen zur deren Behebung. Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2016 erfolgte zusätzlich mit der quartalsweisen Berichterstattung die zusammengefasste Darstellung des Risikoberichts auf Jahresbasis.

Unterlagen und Ausführungen wurden kritisch hinterfragt, und es wurden — soweit erbeten — zusätzliche Informationen stets unverzüglich durch die Gesellschaft zusammengetragen, zur Verfügung gestellt sowie darüber hinaus um Erläuterungen durch den Vorstand ergänzt. Im Zusammenhang mit Einzelfragen erfolgte gegebenenfalls die Hinzuziehung sachkundiger Mitarbeiter, insbesondere zum Risikomanagement, der Compliance und der internen Revision. Vertiefende Einblicke konnten so zur Zufriedenheit des Aufsichtsrats jederzeit gewährt werden.

Ergänzend zu den zuvor dargestellten Berichterstattungen über die laufende Geschäftsentwicklung, Risikolage sowie über bedeutende Geschäftsvorfälle — soweit vorhanden — waren die Plan- und Zieleinhaltung Gegenstand von Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Dabei wurden auch Abweichungen der Ergebnisse von Plänen und Zielen besprochen.

Um seinen Aufgaben nachkommen zu können, wurden dem Aufsichtsrat zudem finanzielle und personelle Ressourcen in angemessenem Umfang zur Verfügung gestellt. Hierzu zählte auch das von den Mitgliedern wahrgenommene Angebot, an Weiterbildungen teilnehmen zu können.

Arbeit des Aufsichtsrats

Fortlaufend befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere in Sitzungen mit der wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Konzerns der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Dabei beschäftigte er sich auch mit internen und externen Einflüssen, welche Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung haben oder haben können.

Beschlussfassungen durch den Aufsichtsrat erfolgen grundsätzlich im Rahmen der Präsenzsitzungen. Daneben wurden zwei Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Umlaufverfahren herbeigeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr trat der Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zu insgesamt fünf Präsenzsitzungen in den Geschäftsräumen der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zusammen. An diesen Sitzungen haben jeweils alle Mitglieder teilgenommen, allerdings musste ein Mitglied aufgrund kurzfristiger gesundheitlicher Verhinderungen an zwei Sitzungen telefonisch zugeschaltet werden.

Im Rahmen der ersten Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 wurde am 21. Februar 2017 insbesondere das Ergebnis des vierten Quartals des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016 behandelt. Hiermit einhergehend wurde das Ergebnis für das gesamte Jahr 2016 vorgestellt und besprochen. Zudem gab der Vorstand Erläuterungen zum Strategieprozess.

In seiner Sitzung vom 17. März 2017 legte der Aufsichtsrat nach Abstimmung mit dem Abschlussprüfer insbesondere mit Blick auf die gestiegenen regulatorischen Anforderungen Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 fest.

Im Mai 2017 erfolgte im Rahmen von zwei Umlaufbeschlussverfahren durch den Aufsichtsrat einstimmig die Zustimmung zu vom Vorstand der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft vorgeschlagene Beteiligung an Kapitalerhöhungsrunden der wikifolio Financial Technologies AG.

Gegenstand der Sitzung am 24. Mai 2017 war maßgeblich die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016. Hierzu nahm an der Sitzung der Abschlussprüfer teil, der ebenso wie der Vorstand Fragen beantwortete und vertiefende Erläuterungen zum Jahresabschluss und Konzernabschluss zur Zufriedenheit aller Aufsichtsratsmitglieder geben konnte. Der Abschlussprüfer nahm im Rahmen der Sitzung auch Stellung zu den Prüfungsschwerpunkten, die durch den Aufsichtsrat zuvor festgelegt wurden. Der Aufsichtsrat billigte den Jahres- und Konzernabschluss und stimmte anschließend einstimmig dem Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 zu, der u.a. als Bestandteil des Geschäftsberichts 2016 offengelegt wurde. Darüber hinaus wurde das Ergebnis für das erste Quartal 2017 vom Vorstand dargestellt und mit dem Vorstand erörtert.

Die Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2016, zu der form- und fristgerecht eingeladen wurde, fand am 13. Juli 2017 statt. Die Tagesordnungspunkte wurden durch den Aufsichtsrat in der Sitzung vom 24. Mai 2017 einstimmig beschlossen.

Die Sitzung des Aufsichtsrats, in der durch den Vorstand das Ergebnis für das zweite Quartal 2017 vorgelegt und erläutert wurde, fand am 6. September 2017 statt. Daneben wurden in dieser Sitzung die Ergebnisse der Evaluierungen des Aufsichtsrats, die aus den Anforderungen nach § 25d KWG resultieren, erörtert und zudem die Feststellungen des Vorstands im Sinne des § 25c Abs. 3 KWG vollzogen. Zudem erfolgte die Vorlage des Jahresberichts des Compliance-Beauftragten.

Am 15. November 2017 fand die letzte Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 statt. In dieser wurde das Ergebnis des dritten Quartals 2017 behandelt. Vertiefend wurde zudem das EDV-Budget 2018 sowie das Konzern-Budget 2018 besprochen und nach den Erörterungen vom Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Leiter der Innenrevision erläuterte seine Prüfungsplanung und die entsprechenden Schwerpunkte.

Jahres- und Konzernabschluss 2017

Die Dohm Schmidt Janka Revision und Treuhand AG, Wirtschaftprüfungsgesellschaft, wurde als Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft betraut. Dem Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Juli 2017 entsprechend hat die Wirtschaftprüfungsgesellschaft den Prüfungsauftrag erhalten. Aufsichtsrat und Abschlussprüfer haben sich am 19. April 2018 im Rahmen einer Telefonkonferenz über die Festlegung von Prüfungsschwerpunkten verständigt. Nach Durchführung der Prüfungen erklärte der Abschlussprüfer, dass diese zu keinen Einwendungen geführt haben, und, dass der Jahresabschluss nebst Lagebericht und der Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen wurden. Die Abschlüsse sowie die Lageberichte lagen dem gesamten Aufsichtsrat rechtzeitig vor, so dass die Unterlagen eigenen Prüfungen unterzogen wurden und in der Sitzung am 17. Mai 2018 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer besprochen werden konnten. Der Abschlussprüfer erteilte uns umfassende Auskünfte und stand für anstehende Fragen zur Verfügung. Wir stimmten dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch den Abschlussprüfer zu und billigten den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss 2017. Damit ist der Jahresabschluss 2017 der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft nach § 172 AktG festgestellt worden. Gemeinsam mit dem Vorstand beabsichtigt der Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 12. Juli 2018 die Zahlung einer Dividende von EUR 1,70 je gewinnberechtigter Aktie aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 vorzuschlagen.

Der Aufsichtsrat stimmte in der Sitzung am 17. Mai 2018 zudem dem Inhalt des vorliegenden Berichts zu.

Das Jahr 2017 war ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Zudem war es in vielen Bereichen im besonderen Maße arbeitsintensiv und von umfangreichen Neuerungen, insbesondere regulatorischer Art, geprägt. Alle Unwägbarkeiten und Hürden, die 2017 insgesamt bereithielt, konnten jedoch mit großem Einsatz durch den Vorstand und die Mitarbeiterinnen sowie die Mitarbeiter gemeistert werden. Belohnt wurden die Anstrengungen mit der fristgerechten Umsetzung umfangreicher Anforderungen und zudem mit einem Rekordergebnis aus den Handelsbereichen für den Konzern.

Der gesamte Aufsichtsrat bedankt sich daher ganz herzlich für die erfolgreiche, ja herausragende Arbeit. Meine Kollegen und ich freuen uns auf weitere vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Düsseldorf, im Mai 2018

Michael Schwartzkopff

Vorsitzender des Aufsichtsrat