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Jungheinrich AG

Annual Report Mar 27, 2018

238_10-k_2018-03-27_711769d3-468e-4ff9-a553-513e2c916904.pdf

Annual Report

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ANTRIEB JUNGHEINRICH 4.0

Geschäftsbericht 2017

Inhalt

02 Vorwort

04 Antrieb

30 An unsere Aktionäre

  • 30 Bericht des Aufsichtsrates
  • 33 Corporate-Governance-Bericht
  • 36 Mitglieder des Aufsichtsrates
  • 37 Mitglieder des Vorstandes
  • 38 Jungheinrich-Aktie

43 Konzernlagebericht

  • 44 Grundlagen des Konzerns
  • 52 Wirtschaftsbericht
  • 65 Gesetzliche Angaben
  • 66 Nichtfinanzielle Aspekte gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz
  • 66 Risiko- und Chancenbericht
  • 73 Prognosebericht

75 Konzernabschluss

  • 76 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 77 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 78 Konzernbilanz
  • 80 Konzern-Kapitalflussrechnung
  • 81 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • 82 Konzernanhang

140 Weitere Informationen

  • 140 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • 141 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
  • 148 Jungheinrich weltweit
  • 150 Quartalsübersicht 2017

Umschlag

Auf einen Blick Highlights 2017 und unser Geschäftsmodell Fünf-Jahres-Übersicht Finanzkalender, Impressum, Kontakt

Größte Fahrzeugbestellung in der Unternehmensgeschichte:

– alle mit Lithium-Ionen- Batterien

Über

Jungheinrich-Aktie mit

40,63 €

auf Allzeithoch – Aktienkurs in 5 Jahren vervierfacht

In 4 Jahren:

+ 37  %  Mitarbeiter

¡Bienvenidos!

Globales Vertriebs- und Servicenetzwerk ausgebaut:

Neue Gesellschaften in Kolumbien, Peru und Ecuador

2017rund

120.000

Elektrofahrzeuge

produziert

Unser Geschäftsmodell

Unser integriertes Geschäftsmodell umfasst die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von neuen Flurförderzeugen, das Logistiksystemgeschäft und den Versandhandel, die Vermietung von neuen und gebrauchten Geräten, die Aufarbeitung und den Verkauf von Gebrauchtfahr zeugen sowie das Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilgeschäft. Kombiniert mit einem umfassenden Finanz dienstleistungsangebot ist unsere Zielsetzung, die Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes aus einer Hand zu betreuen.

Unternehmensprofil

Jungheinrich, gegründet im Jahr 1953, zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Intralogistik. Mit einem umfassenden Portfolio an Flurförderzeugen, Logistiksystemen sowie Dienstleistungen bietet Jungheinrich seinen Kunden passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Industrie 4.0. Die Konzernstrategie ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum und damit auf die Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Ziel ist es, die Nummer-1-Marke der Intralogistik in allen europäischen Märkten zu werden und lang fristig zu den Top 3 der globalen Anbieter zu gehören.

Kennzahlen auf einen Blick

Jungheinrich-Konzern 2017 2016 Veränd. %
Auftragseingang Stück 123.500 109.200 13,1
Mio. € 3.560 3.220 10,6
Auftragsbestand 31.12. Mio. € 692 610 13,4
Produktion Flurförderzeuge Stück 120.100 106.300 13,0
Umsatzerlöse Mio. € 3.435 3.085 11,3
davon Inland Mio. € 851 753 13,0
davon Ausland Mio. € 2.584 2.332 10,8
Auslandsquote % 75 76
Ergebnis vor Finanzergebnis und
Ertragsteuern (EBIT)
Mio. € 259 235 10,2
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) % 7,5 7,6
EBIT-Kapitalrendite (ROCE)1) % 17,3 17,8
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 243 216 12,5
EBT-Rendite (EBT-ROS) % 7,1 7,0
Ergebnis nach Steuern Mio. € 182 154 18,2
Investitionen2) Mio. € 88 59 49,2
Ausgaben für Forschung und Entwicklung Mio. € 77 62 24,2
Bilanzsumme 31.12. Mio. € 4.130 3.643 13,4
Eigenkapital 31.12. Mio. € 1.244 1.114 11,7
davon gezeichnetes Kapital Mio. € 102 102
Mitarbeiter 31.12. FTE3) 16.248 15.010 8,2
davon Inland FTE3) 6.962 6.511 6,9
davon Ausland FTE3) 9.286 8.499 9,3
Ergebnis je Vorzugsaktie 1,80 1,52 18,4
Dividende je Aktie – Stammaktie 0,484) 0,42 14,3
– Vorzugsaktie 0,504) 0,44 13,6

1) EBIT in % auf das eingesetzte zinspflichtige Kapital (Stichtag)

2) Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben

3) FTE = Full Time Equivalents (Vollzeitäquivalente)

4) Vorschlag

KOMPLEXE AUFGABEN. INTELLIGENTE KONZEPTE. ERFOLGREICHE TECHNOLOGIEN.

Dr. Volker Hues Mitglied des Vorstandes Finanzen

Hans-Georg Frey Vorsitzender des Vorstandes Arbeitsdirektor

Dr. Lars Brzoska Mitglied des Vorstandes Vertrieb

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach Mitglied des Vorstandes Logistiksysteme

Vorwort

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

auch wenn sich die Erde erwiesenermaßen jedes Jahr ein wenig langsamer dreht, spüren wir in unserem Alltag das genaue Gegenteil: Alles wird schneller. Wir leben in Zeiten rasanter Entwicklungen, angetrieben von technischen Innovationen. Das zeigt sich etwa in der sofortigen Verfügbarkeit von Waren. Wer heute bestellt, erhält seine Lieferung oft schon am gleichen Tag. Damit dies zuverlässig gelingt, braucht es Jungheinrich. Und den notwendigen Antrieb.

Daher haben wir diesen Begriff mit seinen verschiedenen Bedeutungen zum Thema unseres Geschäftsberichtes 2017 gemacht: Antrieb, der sowohl von innen kommt als auch nach außen wirkt. Wir möchten Ihnen zeigen, was uns bei Jungheinrich tagtäglich antreibt und wie wir mit unseren Produkten und Lösungen die Welt antreiben.

Weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter sorgen für unseren inneren Antrieb. Das Vertrauen in ihre Stärke haben wir mit der "Mach' man!"-Einstellung unseres Unternehmensgründers Dr. Friedrich Jungheinrich zum Prinzip erhoben. Dieser Antrieb von innen führt dazu, dass wir die Trends und Herausforderungen der Intralogistik 4.0 früh erkannt haben – und damit den Erfolg unserer Kunden auf der ganzen Welt antreiben können: mit vollautomatischen Lagerlösungen, automatisierten Fahrzeugen und einer einmaligen Energie--Expertise. So haben wir 2017 den größten Einzelauftrag in der Jungheinrich-Geschichte gewonnen, komplett mit Lithium-Ionen-Technologie. Unser Antrieb unterscheidet uns vom Wettbewerb.

Unser Ziel ist klar: Bis 2020 wollen wir einen Jahresumsatz von 4 Mrd. € erwirtschaften. Im vergangenen Jahr haben wir wieder einen großen Schritt dahin gemacht, mit einem Umsatz von 3,4 Mrd. € und über 120.000 produzierten Fahrzeugen. Wir haben mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb produziert als mancher Autobauer. In den vergangenen vier Jahren haben wir unseren Umsatz um rund 50 Prozent gesteigert und 37 Prozent mehr Mitarbeiter gewonnen. Mit diesem Antrieb und dieser Wachstumsstrategie erreichen wir unsere Ziele.

So etwas schafft keiner allein. Unser Dank gilt neben unseren Jungheinrich-Mitarbeitern den Mitgliedern des Aufsichtsrates und vor allem unseren Familiengesellschaftern. Darüber hinaus bedanken wir uns auch bei Ihnen, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr fortlaufendes Vertrauen in Jungheinrich. Auch das ist Antrieb für unsere Arbeit.

Ihr

Hans-Georg Frey Vorsitzender des Vorstandes

ANTRIEB

4

Antrieb ist in unserem Denken und Handeln ein Schlüsselbegriff – in all seinen Dimensionen, technisch wie menschlich. Ohne Antrieb läuft nichts: Die globalen Megatrends wie Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung prägen und beschleunigen unser Geschäft genauso wie das unserer Kunden. Jungheinrich ist mittendrin. Intralogistik 4.0 bedeutet auch: Alles ist im Fluss, nichts steht still. Weder bei uns noch bei unseren Kunden.

Wir setzen auf zukunftsweisende Technologien beim Fahrzeugantrieb, um die Leistung unserer Produkte immer weiter zu erhöhen. Wir erkennen und verstehen die dynamischen Kräfte, die unsere Kunden antreiben, und entwickeln intelligente Lösungen selbst für sehr komplexe Aufgaben.

Unser Antrieb – das sind mehr als 16.000 Mitarbeiter, die mit Lösungskompetenz, Innovationskraft und klarem Kundenfokus unser Zukunftskonzept "Jungheinrich 4.0" tragen. Und mit ihrem ganz persönlichen "Treibstoff" die Welt jeden Tag ein wenig gelber machen.

Wachstumsstrategie 4/7: Auf dem Weg zu unserem Umsatzziel von 4 Mrd. € für das Geschäftsjahr 2020 streben wir jedes Jahr 7 Prozent Wachstum an. Mit einem Umsatz von 3,4 Mrd. € im Jahr 2017 liegen wir voll auf Kurs.

» Angetrieben von Innovationsgeist gehört Jungheinrich zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Intralogistik. «

Was bringt die Zukunft in Fahrt?

Für Jungheinrich ist das Zukunftsthema Elektromobilität seit 65 Jahren gelebte Realität. Beim Bau und Verkauf von Elektrofahrzeugen sind wir der Automobilbranche seit Jahren voraus: Mittlerweile sind weltweit bereits über eine Million E-Fahrzeuge aus dem Hause Jungheinrich im Einsatz. In der Intralogistik sind wir Vorreiter in der Lithium-Ionen-Technologie. Mit langjährigem Know-how und maßgeschneiderten Komplettlösungen haben wir uns als Marktführer im Bereich elektrischer Antriebstechniken etabliert.

Fahrzeugantrieb ganzheitlich gedacht

In der Entwicklung elektrischer Antriebe liegt traditionell eine Stärke von Jungheinrich. Was uns am Markt bislang einzigartig macht, ist die Verknüpfung sämtlicher Komponenten, vom Fahrzeug über die Batterie bis zum Ladegerät – die ganzheitliche Energiekompetenz.

Die Geschichte der Elektromobilität bei Jungheinrich beginnt schon 1953 mit dem Bau unseres ersten Elektrofahrzeuges. 65 Jahre später sind über 95 Prozent unserer produzierten Fahrzeuge, also fast die gesamte Modellpalette, elektrisch angetrieben.

Im Laufe der Jahrzehnte haben wir technologische Fortschritte und daraus resultierende Innovationen stets in unser Produktportfolio integriert. Dazu gehören beispielsweise die Einführung von Drehstromtechnik, die Energierückgewinnung beim Bremsen und Absenken der Last, die elektrische Lenkung sowie der Einsatz von Lithium-Ionen (Li-Ionen)-Batterien anstelle von Blei-Säure-Batterien. Diese Entwicklungskompetenz zusammen mit der Nähe zu unseren Kunden und einem ausgeprägten Verständnis für ihre Bedürfnisse hat uns zum Technologie- und Marktführer gemacht. Eine Position, die wir nicht nur halten, sondern weiter ausbauen wollen.

Für unsere Kunden hat Effizienz in all ihren Facetten hohe Priorität: Es geht um einen möglichst sparsamen Energieeinsatz, um Emissionsfreiheit und eine damit verbundene positive CO2-Bilanz, es geht um optimierte Prozesse durch

Meilensteine der Elektromobilität bei Jungheinrich

Mit dem Vierrad-Elektrostapler Ameise 55 beginnt die Ära der Elektromobilität bei Jungheinrich.

Das erste Flurförderzeug von Jungheinrich mit Drehstromantrieb kommt auf den Markt: der Elektro-Vierradstapler EFG-VD 25/30.

Die Ameise Retrak ist unser 1953 1956 1996

erster Elektro-Schubmaststapler.

hohe Reichweiten und eine durchgängige Verfügbarkeit der Flurförderzeuge. Und nicht zuletzt um die Reduzierung der Gesamtkosten, die unseren Kunden durch den Betrieb ihres Lagers entstehen. Im Sinne des maximalen Kundennutzens liegt ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Forschung und Entwicklung auf energieeffizienten Produkten und Lösungen.

Durch die Optimierung bestehender und die Einführung neuer Technologien in den Bereichen Ladetechnik, Energiespeicher und Antriebssysteme konnten wir die CO2e1)-Emissionen bei der Herstellung und Nutzung unserer Produktgruppen allein in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 29 Prozent senken. Ein Vorteil, von dem auch die Umwelt profitiert – und zwar ohne Kompromisse bei der Performance: Gerade unsere jüngsten Produktneueinführungen zeigen, dass sich Elektroantrieb und Leistungsfähigkeit hervorragend miteinander vereinbaren lassen.

1) CO2-equivalent: Eine Maßeinheit, um die Treibhauswirkung verschiedener Gase in Relation zu CO2 darzustellen.

Ganzheitliche Energiekompetenz – made by Jungheinrich

Vorreiterrolle als Gesamtlösungsanbieter

Mit dem Ansatz, unsere Fahrzeuge als Teil eines Gesamtsystems zu denken, bieten wir in der Intralogistikbranche eine einzigartige Fertigungstiefe im Energiebereich und setzen Standards: Jungheinrich ist der einzige Hersteller, der für seine Fahrzeuge sowohl Steuerungen als auch Software, Batterien und Ladetechnik selbst entwickelt und produziert. Unsere Kunden bekommen bei uns ein durchgängiges System aus einer Hand.

Auf diese Weise gelingt uns die vollständige Vernetzung aller Komponenten. Das steigert die Leistungsfähigkeit unserer Fahrzeuge in Bezug auf Energieeffizienz, Handhabung sowie Verfügbarkeit. Dadurch, dass Batterie, Ladegerät und Fahrzeug miteinander kommunizieren, gewährleisten wir, dass dieses Gesamtsystem immer sicher und optimal funktioniert. Und: Wenn wir Technologien weiterentwickeln, haben wir stets das ganze System im Blick. So können wir unsere weltweit im Einsatz befindliche Elektroflotte weiter ausbauen und auch neue Einsatzfelder elektrifizieren, in denen heute noch Verbrennungsmotoren die Regel sind.

Die Vorteile der Li-Ionen-Batterien im Vergleich zu herkömmlichen

Blei-Säure-Batterien liegen auf der Hand: Sie sind besonders leistungsfähig, wartungsfrei, haben eine 3-mal längere Lebensdauer und verbrauchen bis zu 20 Prozent weniger Energie. Unter Berücksichtigung der "Total Cost of Ownership" sind sie heute eine wirtschaftliche Alternative: Die derzeit noch höheren Anschaffungskosten werden durch wesentlich längere Einsatzzeiten und deutlich geringere Betriebskosten überkompensiert. Bei Jungheinrich haben wir deshalb früh auf die Li-Ionen-Technologie gesetzt und unser Portfolio entsprechend ausgerichtet.

Lithium-Ionen-Technologie auf dem Vormarsch

Eine Erfolgsgeschichte in Zahlen: Rund 5.800 Fahrzeuge mit Li-Ionen-Technologie hat Jungheinrich im Jahr 2017 verkauft. Somit hat sich der Absatz in den vergangenen drei Jahren jeweils mehr als verdreifacht. Für das laufende Jahr erwarten wir eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Entwicklung. Die steile Aufwärtskurve bestätigt unsere frühen Einschätzungen zur Marktakzeptanz und unsere Überzeugung, dass in dieser Technologie die Zukunft liegt.

Auf einen Schlag mehr als 1.000 Flurförderzeuge mit Li-Ionen-Batterien bestellte ein weltweit agierender Online-Versandhändler für seine Logistikzentren in Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland. Dies ist nicht nur die größte Fahrzeugbestellung in der 65-jährigen Geschichte unseres Unternehmens, sondern auch der größte Auftrag für Flurförderzeuge mit Li-Ionen-Batterien, der weltweit jemals vergeben wurde.

Der Schubmaststapler ETV 216i steht für ein völlig neues Konzept von Flurförderzeugen. Wurden die Fahrzeuge bislang "um die Batterie herumgebaut", bietet der Einsatz von Li-Ionen-Technologie jetzt ganz neue Freiheiten bei Konstruktion und Design. Unser jüngster Schubmaststapler enthält die Batterie erstmalig als festverbauten Bestandteil des Fahrzeuges. Das hat gleich mehrere entscheidende Vorteile im Hinblick auf Ergonomie, Sicherheit und Effizienz.

Da die Batterie nur rund die Hälfte des ursprünglichen Raumes beansprucht, hat der Fahrer mehr Platz und eine bessere Rundumsicht. Die höhere Leistungsfähigkeit der Batterie sorgt dafür, dass mit höheren Hubgeschwindigkeiten eine verbesserte Umschlagleistung erreicht wird. Optimierte Resttragfähigkeiten sorgen darüber hinaus für mehr Flexibilität im Lager.

Nicht nur das Fahrzeug selbst stellt eine Innovation dar, auch der Weg dorthin. Erstmals kam bei Jungheinrich eine Methode zum agilen Projektmanagement zum Einsatz, bei der sich die Beteiligten mit viel Eigeninitiative und -verantwortung einbringen. Früh einbezogen wurden auch die Kunden: Ihre Bedürfnisse haben wir schon in der Entwicklungsphase mithilfe von Usability-Studien und anhand von Prototypentests berücksichtigt.

Unsere Neuentwicklung

Der ETV 216i steht ganz im Zeichen von Effizienz, Sicherheit und Ergonomie. Dank des neuen Designansatzes konnten wir die Anforderungen unserer Kunden noch stärker in den Vordergrund stellen.

Zahlen und Fakten, bitte!

6 + 1: Für ISM Online, unser webbasiertes System zum ganzheitlichen Management von Fahrzeugflotten, haben wir ein neues Zusatzmodul "Batteriemanagement" entwickelt. Es ermöglicht dem Nutzer, Fehlbedienungen schnell zu identifizieren und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Das erhöht die Batterielebensdauer und vermeidet unnötige Wartungsund Wiederbeschaffungskosten.

Fast 100 Prozent

der Jungheinrich-Fahrzeuge sind mittlerweile mit Li-Ionen - Batterien verfügbar. Modelle, die bereits im Einsatz sind, können problemlos mit Austauschbatterien umgerüstet werden. Mittlerweile sind rund 10.000 Li-Ionen-Fahrzeuge von Jungheinrich weltweit im Einsatz – das entspricht mehr als 7 Millionen Betriebsstunden Erfahrung.

LiFePO4, kurz für Lithium-Eisen-Phosphat, ist das Material, das wir in unseren Batterien verbauen. Während Automobilhersteller meist das Zellmaterial Nickel-Mangan-Cobalt verwenden, haben wir uns ganz bewusst für LiFePO4 entschieden. Zu den Pluspunkten zählen neben einer höheren Sicherheit, Langlebigkeit und Verfügbarkeit auch Umweltaspekte. Das höhere Gewicht, das LiFePO4-Zellen aufgrund der geringeren Energiedichte haben, kommt uns bei unserem Fahrzeugdesign sogar entgegen – Stichwort Gegengewicht.

Kommunikation 4.0:

Die durchgängige Kommunikation von Batterie, Fahrzeug und Ladegerät lässt vollständig vernetzte Systeme und somit eine ganze Reihe von intelligenten Lösungen entstehen, etwa beim Energiemanagement der Fahrzeugflotte. Da wir sämtliche Komponenten selbst entwickeln, laufen bei uns über leistungsfähige Schnittstellen alle Gerätedaten zusammen. Damit haben wir in der Branche ein Alleinstellungsmerkmal und arbeiten aktuell an mobilen Anwendungen, um diese Daten sinnvoll für unsere Kunden auszuwerten.

Mit 3.000Voll- und deutlich mehr Teilzyklen hat die Li-Ionen-Batterie eine wesentlich längere Lebensdauer als Blei-Säure-Batterien mit 900 bis 1.200 Zyklen. Und nicht nur das: Jungheinrich gibt eine einzigartige 5-Jahres-Garantie auf alle Li-Ionen-Batterien sowie eine Kundenzufriedenheitsgarantie.

24/7: Durch kurze Ladezeiten und schnelle Zwischenladungen – in nur 80 Minuten ist die Batterie komplett aufgeladen – lässt sich ein nahezu durchgehender Einsatz der Fahrzeugflotte rund um die Uhr erreichen. Der zeitaufwendige Wechsel ist bei Li-Ionen-Batterien ebenso überflüssig wie das Vorhalten von Zweitbatterien und Wechselvorrichtungen. Da weder Gase noch Säuren austreten können, werden keine speziellen Laderäume mit teuren Absauganlagen benötigt. Das ist nicht nur sicher, sondern spart auch Platz und Geld.

»Mit unserer integrierten Energiekompetenz setzen wir Meilensteine in der Intralogistik.«

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach, Mitglied des Vorstandes Logistiksysteme

Wie viel Volt hat der eigene Antrieb?

Der stärkste Antrieb kommt von innen heraus. Davon war unser Firmengründer Dr. Friedrich Jungheinrich überzeugt. Und auch heute lebt unser Unternehmen vom Antrieb jedes einzelnen Mitarbeiters. Im Laufe der 65-jährigen Geschichte ist bei Jungheinrich eine einzigartige Kultur entstanden: Als weltweit aktiver Konzern, der ein enormes Wachstum vorweisen kann, sind wir uns gleichzeitig als Familienunternehmen treu geblieben – mit gemeinsamer Identität, gegenseitigem Respekt und von allen getragenen Werten. So gestalten wir die digitale Zukunft!

An einem Strang ziehen

Über 16.000 Menschen arbeiten für Jungheinrich – in verschiedenen Berufen, an unterschiedlichen Arbeitsplätzen, verteilt auf Standorte rund um den Globus. Diese Vielfalt ist für uns ein Erfolgsfaktor. Dahinter stehen gemeinsame Werte, die uns weltweit verbinden und uns jeden Tag aufs Neue antreiben.

Schon in den Anfangsjahren unseres Unternehmens setzte der Gründer Dr. Friedrich Jungheinrich bei der Mitarbeitermotivation auf einen kooperativen Führungsstil. Jeder sollte sich als Unternehmer fühlen und Verantwortung tragen. Im Gegenzug honorierte Dr. Jungheinrich das Engagement der Belegschaft – unter anderem mit freiwilligen Sozialleistungen und gemeinschaftsfördernden Veranstaltungen für die Angestellten. Er schätzte den Austausch auf Augenhöhe und führte bereits 1962 Mitarbeitergespräche ein. Legendär sind seine Worte "Mach' man" – eine kleine Ermunterung mit großer Wirkung und das in zwei Worten verdichtete Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter. Weiterentwickelt zu "Mach' man und geh voran" steht das Motto noch immer für die Unternehmens- und Führungskultur von Jungheinrich, die auf Eigeninitiative und dem tiefen Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter beruht.

Diese Tradition stärkt uns bis heute den Rücken. In einer Welt, die sich gefühlt immer schneller dreht, können wir so Trends frühzeitig erkennen und Veränderungen offensiv begegnen, um diese mit Innovationskraft und Lösungskompetenz in einen Wettbewerbsvorteil für uns zu verwandeln. Auf diese Weise verfolgen wir konsequent unseren Wachstumskurs.

Was treibt Menschen an? Hinter jeder Handlung steckt ein Motiv. Es versetzt Menschen in Bewegung und veranlasst als treibende Kraft zu zielgerichtetem Verhalten – mit verschiedenen Intentionen wie dem Befriedigen grundlegender Bedürfnisse wie Hunger oder Durst. In der modernen Gesellschaft sind viele weitere dazugekommen. Ob Bestätigung, Lob oder Anerkennung: Wer bestimmte Ziele anstrebt, hat dabei meist eine positive, leistungsbereite Einstellung, wird regelrecht vorangetrieben. Motivation ist somit nicht nur ein lebenswichtiger Antrieb, sondern auch der Schlüssel zum Erfolg.

Der Jungheinrich Way of Leadership

Exzellente Führung führt zu exzellenten Resultaten. Für uns bedeutet das: Um unsere Konzernstrategie 2020 erfolgreich umzusetzen, brauchen wir neben einem erfolgreichen Geschäftsmodell eine klare Führung, die unsere Ziele fest im Blick hat. So haben wir unser Führungsleitbild zum "Jungheinrich Way of Leadership" weiterentwickelt. Er gibt uns eine klare unternehmerische Orientierung und verbindet effizientes und effektives Handeln mit unserer Wachstumsstrategie. Bei der Verankerung dieses Leitbildes im gesamten Konzern kommt den Führungskräften eine entscheidende Rolle zu: Sie sind im übertragenen Sinn diejenigen, die bei Jungheinrich den Motor ankurbeln und dafür sorgen, dass alle an einem Strang ziehen.

Die wesentlichen Werte, nach denen wir handeln und führen, sind in der sogenannten "Jungheinrich-Wolke" visualisiert. Sie sind im Arbeitsalltag aller Mitarbeiter präsent und bieten Orientierung: Die Werte verdeutlichen unseren Fokus auf Wachstum, Treiben und Innovation, verknüpfen Unternehmertum mit Verantwortung, ermuntern zu Feedback und Thinking out of the box, betonen unsere Resultatorientierung im Zusammenspiel mit einer offenen Kommunikation und Fehlerkultur, machen deutlich, dass Erfolg nur mit Leidenschaft, Vertrauen und Mut funktioniert – und dadurch, dass jeder engagiert seinen Beitrag zum Ganzen leistet.

"Was treibt mich an?"

Fünf Kontinente – ein hoch motiviertes Team. Und jeder bringt Tag für Tag seinen ganz eigenen Antrieb mit. Das zeichnet uns aus. Weltweit.

1953

» Mach' man! «

Dr. Friedrich Jungheinrich

2017

» Mach' man und geh' voran! «

»Es macht mir Spaß, Kontakte mit Kunden zu knüpfen, zu unterstützen, jeden Tag gemeinsam neue Lösungen zu finden. Da wir noch ein recht junger Standort sind, arbeiten wir alle mit Hochdruck daran, Chile zu einer starken Vertriebseinheit zu machen. Das verbindet!« Laura Camacho, Vertriebskoordinatorin, Chile

»Ein dynamisches Team, kluge Köpfe, interaktives und kontinuierliches Lernen: Das sind meine Treiber bei Jungheinrich!« Winnie Kwan, Office Managerin, Singapur

»Wir haben ein fantastisches Team mit versierten Technikern, ein höchst innovatives Produktportfolio und die Unterstützung eines großartigen Managements – alle ziehen an einem Strang! Das motiviert mich jeden Tag aufs Neue, die Messlatte noch ein Stück höher zu legen.«

Llewellyn Venter, Kundendiensttechniker, Südafrika

»Meine Kollegen sind großartig, so etwas treibt natürlich an. Und mit einem tollen Support-Netzwerk im Hintergrund habe ich stets ein sicheres Gefühl, das alles läuft – besonders in hektischen Zeiten!«

Jess Caston, Finanzbuchhalterin, Australien

Die wertvollste Ressource

Wir haben viel vor – deshalb brauchen wir Menschen mit Antrieb und Innovationsgeist, die gleichzeitig unternehmerisch denken. In die Ausbildung und gezielte Förderung von Nachwuchskräften zu investieren, ist für uns daher Notwendigkeit und Herzensangelegenheit zugleich.

Eine fundierte Ausbildung als Basis

Bei Jungheinrich sind die Ausbildungsmöglichkeiten breit gefächert: Wir bieten Ausbildungsplätze in technischen, gewerblichen und kaufmännischen Berufen sowie die Begleitung von dualen Studiengängen. Hinter der Ausbildung bei Jungheinrich steht ein umfassendes Konzept: Die Auszubildenden übernehmen vielfältige Arbeitsaufgaben und werden zu selbstständigem Handeln ermutigt. Dafür schaffen wir die nötigen Freiräume und geben ihnen Verantwortung. Dabei ist unser Ziel, möglichst alle Auszubildenden und Studenten zu übernehmen.

Führungskräfte aus den eigenen Reihen

Die Führungskräfte von morgen wollen wir frühzeitig erkennen, gezielt fördern und langfristig für Jungheinrich gewinnen. Im Rahmen unseres internationalen Traineeprogramms "Jungheinrich International Graduate Program" (JIG) lernen junge Talente verschiedene Abteilungen im In- und Ausland kennen und arbeiten an unterschiedlichen Projekten. Aktuell werden 40 Trainees unter anderem in Deutschland, Italien, Chile und China ausgebildet.

Die Trainees werden von Anfang an motiviert, Führungsfähigkeiten zu entwickeln, indem sie herausfordernde Aufgaben in einem globalen Kontext bearbeiten. Dabei lässt sich das zweijährige Programm flexibel an die Fähigkeiten und Interessen des jeweiligen Teilnehmers sowie an unseren Bedarf anpassen. Darüber hinaus stehen die Entwicklung von Fachkompetenz, der Aufbau eines internationalen Netzwerkes sowie die funktional übergreifende Zusammenarbeit im Fokus.

Unser Konzept zur Entwicklung des Führungsnachwuchses zahlt sich aus: Fast alle Trainees, die das JIG Program bisher durchlaufen haben, sind noch immer bei Jungheinrich tätig, viele davon in Führungspositionen. Und: 2017 haben wir erneut das Qualitätssiegel "Karriereförderndes & faires Trainee-Programm"

von ABSOLVENTA, einer Jobbörse für Studenten, Absolventen und Young Professionals, erhalten.

Forschung und Wissenschaft fördern

Mit der 2004 gegründeten Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung fördern wir Wissenschaft und Forschung sowie die Bildung in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern – angesichts des drohenden Fachkräftemangels in Deutschland auch eine Investition in unsere eigene Zukunftsfähigkeit. Die Förderung geschieht sowohl durch die Vergabe von Stipendien an besonders qualifizierte

junge Menschen als auch durch die Kooperation mit ausgewählten Lehrstühlen an Hochschulen in Hamburg, München und Shanghai.

» Starke Persönlichkeiten, die unternehmerisch denken und handeln, sind der Treibstoff für unsere digitale Agenda. «

Dr. Volker Hues, Mitglied des Vorstandes Finanzen

Wie bündelt man treibende Kräfte?

Schneller, flexibler, leistungsfähiger: Angetrieben durch Digitalisierung und Onlinehandel sind die Märkte ständig in Bewegung. Unsere Kunden müssen mit dieser Dynamik umgehen und immer komplexere Herausforderungen bewältigen. Effiziente Logistikprozesse sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Als Komplettanbieter der Intralogistik bündelt und analysiert Jungheinrich die Anforderungen seiner Kunden hinsichtlich Material- und Informationsfluss und führt sie zu individuellen, intelligent vernetzten Gesamtlösungen zusammen. Und auch nachdem die Inbetriebnahme abgeschlossen ist, bleiben wir mit professionellem Service und Support immer an der Seite unserer Kunden.

Die gesamte Palette der Intralogistik

Durch unsere Kompetenz als Systemanbieter sind wir zu einem der führenden Lösungsanbieter für die Intralogistik weltweit geworden. Für unsere Kunden entwickeln wir Komplettlösungen, die dank intelligenter Vernetzung, individuellem Automatisierungsgrad sowie flexibler Anpassung an jede Bedingung bis ins kleinste Detail auf ihren Bedarf zugeschnitten sind.

Minus 35 Grad: In Irland betreibt das Pharmaunternehmen Grifols wohl eines der kältesten Lager der Welt. Damit die Logistik rund um das dort gelagerte Blutplasma auch bei diesen Extrembedingungen reibungslos funktioniert, setzt Grifols auf das Know-how und die Technik von Jungheinrich. In Österreich kann der Autozubehörhersteller Birner

Extrembedingungen – kein Problem Standfest auch im Erdbebengebiet

dank unserer Expertise auf eine buchstäblich stabile und sichere Lagerlogistik vertrauen – was bei seinem neuen Distributionszentrum in einem Gebiet der Erdbebenzone 4 von entscheidender Bedeutung ist. Ein nordeuropäisches Möbelhaus beauftragte uns 2015 als Generalunternehmer und Systemintegrator für alle intralogistischen Aufgaben des neuen Distributionszentrums. Mit seinen

gigantischen Dimensionen war es das größte Einzelprojekt in unserer Firmengeschichte. Auf fast ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit blicken wir mittlerweile mit Keller & Kalmbach, einem der führenden Großhandelsunternehmen für Verbindungs- und Befestigungstechnik, zurück. Zuletzt realisierten wir eine umfangreiche Erweiterung des Zentrallagers

im laufenden Betrieb. Alles im Zeitplan und sogar unter dem ursprünglich veranschlagten Budget. Diese Projekte zeigen, wie groß bei uns die Bandbreite an Aufgabenstellungen ist. Ausgangspunkt bei allen Planungen ist stets unser Kunde mit seinen individuellen Anforderungen für sein Lager. Was ihn bewegt, das setzen wir um. Am Ende steht ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem alle

Ein optimaler Waren- und Materialfluss ist der entscheidende Faktor in der Intralogistik – als kompetenter Ansprechpartner entwickeln wir für unsere Kunden maßgeschneiderte Komplettlösungen.

Komponenten und Prozesse optimal ineinandergreifen. Möglich wird dies durch unser Leistungsspektrum, das jedes Glied in der Logistikkette abdeckt. Jungheinrich bietet auf Wunsch alles aus einer Hand: Planung und Projektierung logistischer Teil- oder Gesamtgewerke, maßgeschneiderte Intralogistiklösungen als Kombination von Fahrzeugen, Regalen,

Regalbediengeräten, Fördertechnik und Software, Realisierung und Systemintegration sowie Service und Support für Logistiksysteme.

Für unsere Kunden bedeutet das: Ihr professioneller Ansprechpartner für alle Fragen der Intralogistik, aus der die Themen Automatisierung, Vernetzung und Digitalisierung nicht mehr wegzudenken sind, ist Jungheinrich. Als Innovationsführer der Branche können wir Unternehmen mit ausgereiften Lösungen unterstützen – von Fahrerlosen Transportsystemen über unsere smarte Software-Schnittstelle "Logistik-Interface" bis hin zum flexibel anpassbaren Lagerverwaltungssystem, dem "Jungheinrich WMS", das alle Abläufe intelligent steuert.

In jeder Dimension skalierbar Verlässlicher Partner in jeder Phase

Und die intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit kennt keinen Stillstand: Mit den Anforderungen unserer Kunden wächst auch unser Portfolio stetig. So bringen wir weltweit immer neue Technologien sowie optimierte Lösungen leistungsfähig und vernetzt ins Lager.

Zeit ist Geld – unterwegs mit dem Jungheinrich-Kundendienst

Montagmorgen, im Lager eines Chemieunternehmens nördlich von Hamburg. In der Batteriehalle bekommt der gut ein Jahr alte Hochregalstapler EKX 516k seine turnusmäßige Wartung. Kundendiensttechnikerin Svenja Assel prüft gründlich sämtliche Funktionen und Verschleißteile.

Das neue Systemgerät ist repräsentativ für die positive Entwick-

lung des Unternehmens: Mit der Nachfrage und der Produktion stiegen in den vergangenen Jahren auch die Anforderungen an die Logistik. Dass die Abläufe im deutlich erweiterten Hochregallager störungsfrei funktionieren, ist somit ein echter Wettbewerbsfaktor geworden. Die Flotte von mittlerweile rund 40 batteriebetriebenen Jungheinrich-Modellen ist dabei ein elementarer Baustein.

Globale Ersatzteilzentren Spezieller Service & Support für Logistiksysteme

Dass diese immer in perfektem Wartungszustand und fahrbereit sind, dafür sorgen unsere Kundendiensttechniker wie Svenja Assel.

Die 29-Jährige gehört zu unserem weltweit rund 4.900-köpfigen Techniker-Team und betreut Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen in der Region Norderstedt.

Für den nächsten Auftrag muss die gelernte Industriemechatronikerin nur einmal die Straße überqueren. Der Kunde hatte eines seiner Flurförderzeuge über die zentrale Service-Rufnummer zur Reparatur gemeldet. Auf schnellstem Weg landete die Anfrage beim zuständigen Vertriebszentrum Nord, von wo aus der Disponent sie auf die heutige Tagestour setzte. "Neben der Hotline können die Kunden auch per Mail, Fax oder über unsere neue Service-App Call4Service mit uns in Kontakt treten", erzählt unsere Kundendiensttechnikerin, während sie mit wenigen Handgriffen den Kommissionierer vom Typ EKS 110 wieder flottmacht.

Erhöhung der Betriebssicherheit Kurze Stillstandzeit

Weiter geht's. Nach wenigen Kilometern erreicht sie den Hof eines Herstellers von Kunststoffverpackungen. In seinem Lager hatte sich bei einem unsanften Fahrmanöver mit einem Schubmaststapler die Kantenabdeckung gelöst. Das bestellte Original-Ersatzteil war in den frühen Morgenstunden durch einen Kurier direkt vom Ersatzteilzentrum in Kaltenkirchen in den Servicewagen geliefert worden. "Dieser Über-Nacht-Versand ist extrem praktisch. So kann ich morgens gleich komplett ausgerüstet starten."

Am Ende des Tages gilt:

"Je schneller der Kunde sein Fahrzeug wieder einsetzen kann, desto besser", bringt sie die Philosophie des Jungheinrich--

Unser Service ist schnell vor Ort – wo immer unsere Kunden uns brauchen.

Kundendienstes auf den Punkt: Mit top ausgebildeten Technikern halten wir Stillstandzeiten gering und sorgen zudem für die Sicherheit von Staplern, Fahrern und Lagern. Das "Gesicht von Jungheinrich" beim Kunden zu sein, ist für Svenja Assel Antrieb und Traumjob zugleich: "Hier habe ich die perfekte Verbindung aus der Arbeit mit faszinierender Technik und dem Kontakt zu Menschen."

Virtual vs. Augmented Reality – was ist der Unterschied? Nutzer von Virtual Reality (VR) tauchen mithilfe einer VR-Brille komplett in eine digitale 3D-Welt ein, können sich darin bewegen und mit ihr interagieren. Die echte Umgebung nehmen sie nicht mehr wahr. Bei Augmented Reality (AR) bleibt das reale Umfeld für den Nutzer sichtbar und wird digital um Informationen ergänzt, etwa durch Einblendungen auf dem Handydisplay oder "smart glasses".

Eintauchen in neue Welten

Angetrieben von Innovationsgeist erproben wir heute vielversprechende Technologien von morgen. Die entscheidende Frage ist dabei immer: Welchen Nutzen können sie unseren Kunden künftig bieten?

Training mit VR – auch wenn diese Idee unter zwei Mitarbeitern aus dem Training Center in Norderstedt beim Videospielen entstand, ist sie für Jungheinrich alles andere als Spielerei. Vielmehr zeigen die ersten Anwendungen, die 2017 inner-

halb weniger Monate entwickelt wurden: Hier öffnet sich ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten, von denen perspektivisch Kundendiensttechniker genauso profitieren können wie Vertriebsmitarbeiter und unsere Kunden selbst.

Doch wie funktioniert ein VR-Training? Eine spezielle Brille versetzt die Teilnehmer in eine virtuelle Lager-Umgebung. In verschiedenen Trainingseinheiten können sie ausgewählte Fahrzeuge von allen Seiten betrachten, Funktionen bedienen, ins Innere blicken und mit

passenden Werkzeugen zum Beispiel einen Motor demontieren. Und das ist erst der Anfang. Mit jeder Ergänzung der virtuellen Jungheinrich-Welt entfalten sich die Vorteile dieser neuen Trainingsform:

  • Die gesamte Fahrzeugpalette lässt sich im 1:1-Maßstab als erfahrbares 3D-Modell darstellen – egal wann, egal wo.
  • Jede Fahrzeugoption kann demonstriert werden, jede Komponente ist einzeln demontierbar.
  • Logistische Funktionen und Abläufe sind realitätsnah erlebbar.
  • Lernen durch Fehler ist gefahrlos möglich.
  • Durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten rechnet sich das VR-Training auch wirtschaftlich.

Service mit der Datenbrille

Parallel zum VR-Training arbeitet Jungheinrich gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg an einem Konzept zur "Remote-Unterstützung" mithilfe von Augmented Reality. Bei diesem digital unterstützten Service können beispielsweise während der Fahrzeugreparatur oder -wartung Hilfestellungen und Anweisungen auf das Display einer Datenbrille projiziert und so die Arbeiten erleichtert werden.

» Die Zufriedenheit unserer Kunden ist für Jungheinrich der stärkste Antrieb.«

Dr. Lars Brzoska, Mitglied des Vorstandes Vertrieb

Bericht des Aufsichtsrates

Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit

Jungheinrich hat im Geschäftsjahr 2017 erneut eine dynamische Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis gezeigt. Abgesehen von den guten Zahlen hat das Unternehmen weiterhin große Fortschritte bei der konzernweiten Verankerung des Führungsleitbildes "Jungheinrich Way of Leadership" gemacht und damit Zeichen für eine werteorientierte Führung gesetzt.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand darin unterstützt, den Konzern auf neue Anforderungen und Chancen einzustellen. Dieses galt insbesondere für Themen der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen der Intralogistik, der Technologie bei Energiespeichersystemen sowie dem Ausbau des Logistiksystemgeschäftes. Bei den anstehenden Projekten und dem weiteren, weitgehend organischen Wachstum wird ein Schwergewicht auf den Aufbau der personellen Ressourcen, die Erweiterung der unternehmerischen Führung, die Geschwindigkeit der Umsetzung und die internationale Ausrichtung gelegt. Bei den wesentlichen Weichenstellungen, Szenarien und Maßnahmen hat der Aufsichtsrat den Vorstand eng begleitet und konstruktiv beraten.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand frühzeitig und umfassend in die relevanten Themen eingebunden, sodass die zu beachtenden Aspekte rechtzeitig diskutiert werden konnten. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat anhand von ausführlichen schriftlichen und mündlichen Berichten über die Marktlage, die gegenwärtige und erwartete wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen der Welt, die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Konzerngesellschaften und deren Finanzlage, insbesondere unter Analyse der wesentlichen Indikatoren wie Auftragseingang, Umsatz, EBIT, Marge, die Mitarbeiterentwicklung sowie über den Stand der Investitionen jeweils aktuell informiert.

Des Weiteren befassten sich der Aufsichtsrat und sein Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Chancenund Risikomanagement-System, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, des internen Revisionssystems sowie der Compliance des Unternehmens. Der Finanz- und Prüfungsausschuss hatte dem Aufsichtsrat aufgrund der Ergebnisse des Ausschreibungsverfahrens und nach sorgfältiger Abwägung aller Faktoren empfohlen, der Hauptversammlung einen neuen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 zur Wahl vorzuschlagen. Dieser Empfehlung haben sich der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung angeschlossen. Im Rahmen der Abschlussprüfung war einer der Schwerpunkte des Finanz- und Prüfungsausschusses, die Einarbeitung und Tätigkeit des neu ernannten Jahresabschlussprüfers intensiv zu begleiten. Diesem Gesichtspunkt kam angesichts der für den Abschluss über das Geschäftsjahr 2017 vorgesehenen vorgezogenen Termine große Bedeutung zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates und der Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses erörterten auch außerhalb der Sitzungen Themen mit dem Vorstand und bereiteten Entscheidungen für das Plenum vor.

Wesentliche Inhalte der einzelnen Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2017 fünfmal getagt, davon einmal außerordentlich, und eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren durchgeführt. Von wenigen entschuldigten Abwesenheiten einzelner Mitglieder abgesehen, tagte der Aufsichtsrat stets vollzählig.

In der Bilanzsitzung am 21. März 2017 wurden der Jahres- und der Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2016 erörtert und gebilligt. Des Weiteren wurden die Einladung und Tagesordnung zur ordentlichen Hauptversammlung am 16. Mai 2017 verabschiedet und verschiedene zustimmungspflichtige Geschäfte des Vorstandes aus den Bereichen Gesellschaftsgründung für die Sparte Logistiksysteme, Gebäude-Investition und Produktneuentwicklung genehmigt.

In der Sitzung des Aufsichtsrates im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung am 16. Mai 2017 wurde unter anderem Entscheidungsvorlagen des Vorstandes zu Produktinnovationen zugestimmt sowie schwerpunktmäßig verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Produktion, einschließlich Qualität, Werksstrukturüberlegungen und Produktstrategie, besprochen.

In einer Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren im Juli 2017 ging es um die Anpassung der variablen Vergütungskomponente im Vergütungssystem des Vorstandes.

In der Sitzung am 26. September 2017 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit dem Ausscheiden von Herrn Dr. Oliver Lücke aus dem Vorstand. Des Weiteren berichteten der Vorsitzende des Aufsichtsrates und der Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses über die wesentlichen Ergebnisse der im Auftrag des Aufsichtsrates erstellten Studie zum vertikalen und horizontalen Vergleich der Vergütung des Vorstandes. Diese Studie hat bestätigt, dass in beiden Dimensionen die tatsächliche Vergütung des Vorstandes auf einem angemessenen Niveau liegt. Davon unabhängig wurde eine Anpassung der variablen Vergütungskomponente im Vergütungssystem des Vorstandes beschlossen. Es wurde des Weiteren die Zustimmung zu Gesellschaftsgründungen und zur Aufnahme des Direktvertriebes in ausgewählten Ländern Südamerikas einschließlich der hierzu erforderlichen Übernahme von Händleraktivitäten erteilt. Darüber hinaus wurden Entscheidungen zu verschiedenen Immobilienprojekten sowie Festlegungen unter anderem zur weiteren Vorgehensweise hinsichtlich der Berichterstattung des Unternehmens über nichtfinanzielle Aspekte getroffen.

Eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates am 10. November 2017 befasste sich fast ausschließlich und sehr eingehend mit der Diskussion der durch den Vorstand ausgearbeiteten Strategie 2025 für den Konzern. Dabei hat der Aufsichtsrat dem Vorstand wichtige Hinweise für die erfolgreiche Umsetzung gegeben.

In der Sitzung am 19. Dezember 2017 wurde die Planung für das Geschäftsjahr 2018 ausführlich diskutiert und verabschiedet sowie die Strategie 2025 genehmigt. Darüber hinaus wurde die Beschlussfassung aus der September-Sitzung hinsichtlich der Anpassung der Vergütungssystematik des Vorstandes auf die nächsten Jahre erweitert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates wurde vor dem Hintergrund der vorgezogenen Termine im Rahmen des Jahresabschlusses

Jürgen Peddinghaus, Vorsitzender des Aufsichtsrates

über das Geschäftsjahr 2017 bevollmächtigt, verschiedene erforderliche Erklärungen, Dokumente und Berichte für den Aufsichtsrat abschließend auszuarbeiten. Auf der Grundlage der Empfehlung des Finanz- und Prüfungsausschusses wurde schließlich die Entsprechenserklärung des Aufsichtsrates nach § 161 AktG ("Corporate-Governance-Kodex-Erklärung") verabschiedet.

Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrates

Der Finanz- und Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr viermal getagt. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit sämtlichen Themen rund um den Jahres- und Konzernabschluss der Jungheinrich AG und die Abschlussprüfung (Honorar und Vorbereitung der Bestellung, Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, Prüfergebnisse der Abschlussprüfer, zusätzliche Leistungen der Abschlussprüfer). Weitere Schwerpunkte der Ausschusstätigkeit waren die Beschlussempfehlung an den Aufsichtsrat aufgrund der Ausschreibung des Prüfermandates sowie die Begleitung der Einarbeitung des neu ernannten Prüfers. Im Übrigen nahm der Ausschuss die ihm übertragenen Aufgaben der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements sowie der internen Revision sorgfältig wahr und beschäftigte sich darüber hinaus mit Compliance-Themen.

Der Personalausschuss trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen und führte eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren durch. Der Ausschuss bereitete alle ihm übertragenen Themen – insbesondere anstehende Vertragsverlängerungen und Vergütungsfragen für die Mitglieder des Vorstandes – für den Gesamtaufsichtsrat vor. Das Ausscheiden von Herrn Dr. Oliver Lücke aus dem Vorstand, die kommissarische Wahrnehmung seiner Funktionen und die Nachfolge wurden ausführlich erörtert. Mit der Entwicklung von Nachwuchskräften für Führungspositionen des Konzerns befasste sich der Ausschuss erneut ausführlich.

Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017

Der durch den Vorstand aufgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 und der Lagebericht der Jungheinrich AG, die Buchführung für das Jahr 2017 sowie der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 und der Konzernlagebericht der Jungheinrich AG wurden erstmalig von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Die Abschlussprüfer haben gegen die Abschlüsse und die Buchführung keine Einwände erhoben und dies in ihrem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk bestätigt.

Die Ergebnisse der Prüfungen der Abschlussprüfer waren Gegenstand der jeweiligen Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Aufsichtsrates. Die Mitglieder des Aufsichtsrates prüften selbst die Unterlagen des Jahres- und Konzernabschlusses des Vorstandes unter Verwendung der Prüfungsberichte von KPMG eingehend. Mitglieder des Aufsichtsrates nahmen an der Sitzung des Finanz- und Prüfungsausschusses zur Vorbereitung der Beschlussfassungen des Gesamtaufsichtsrates über die Abschlüsse 2017 teil. Den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2017 würdigten sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates. Nach den Feststellungen der Abschlussprüfer sind das interne Kontrollsystem, das Risikomanagement-System und das Compliance--System nicht zu beanstanden. Auch zu der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG gab es keine Feststellungen.

Der Aufsichtsrat hatte aufgrund seiner ausführlichen Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichtes, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes gegen die Abschlüsse keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer in seiner Bilanzsitzung am 6. März 2018 zu. Der Aufsichtsrat hat damit den Jahresabschluss der Jungheinrich AG und den Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2017 gebilligt. Der Jahresabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2017 ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat schließt sich auch dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinnes des Geschäftsjahres 2017 an.

Personalia

Personelle Veränderungen gab es im Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017 nicht.

In der Sitzung am 16. Mai 2017 wurde Herr Dr. Volker Hues mit Wirkung ab dem 1. April 2018 für die Dauer von drei Jahren zum Mitglied des Vorstandes, verantwortlich für den Bereich Finanzen, wiederbestellt.

Herr Dr. Oliver Lücke teilte dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates mit Schreiben vom 4. September 2017 mit, für eine Verlängerung seines Mandates über den 30. Juni 2018 hinaus nicht mehr zur Verfügung zu stehen, und schied mit Wirkung zum 31. Oktober 2017 aus dem Vorstand der Gesellschaft aus.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern für die erfolgreiche Tätigkeit während des Geschäftsjahres 2017.

Hamburg, den 6. März 2018

Für den Aufsichtsrat

Jürgen Peddinghaus Vorsitzender

Corporate-Governance-Bericht

Aufsichtsrat und Vorstand der Jungheinrich AG berichten gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017 über die Corporate Governance bei Jungheinrich:

Das Corporate-Governance-Verständnis von Jungheinrich orientiert sich an den für das Unternehmen relevanten regulatorischen Rahmenwerken und internationalen Best Practices. Darüber hinaus sehen Vorstand und Aufsichtsrat in dem von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex erarbeiteten und zuletzt im Februar 2017 geänderten Kodex eine wichtige Leitlinie für die nach innen und außen gerichtete Unternehmensführung. Die Empfehlungen und Anregungen des Kodex haben Vorstand und Aufsichtsrat auch im Berichtsjahr kritisch hinterfragt, insbesondere ob diese im Hinblick auf den Charakter des Unternehmens als Familiengesellschaft und bezüglich seiner Zielsetzungen zweckmäßig erscheinen. Wie in der Vergangenheit haben Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, die Empfehlungen und Anregungen des Kodex nahezu uneingeschränkt zu übernehmen und anzuwenden. Nur für wenige Ausnahmen ist dies nicht oder nur eingeschränkt der Fall. Diese Abweichungen wurden intensiv überprüft und im Anschluss an die Beschlussfassung kommuniziert.

Grundlage unternehmerischer Tätigkeit bei Jungheinrich sind unter anderem die werteorientierte Unternehmensausrichtung als Familienunternehmen, die klare und ausbalancierte Verteilung von Aufgaben, Rechten und Verantwortlichkeiten zwischen den Organen des Unternehmens, die enge und effiziente Zusammenarbeit zwischen den Vorstandsressorts, aber auch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die offene Unternehmenskommunikation nach innen und außen, die ordnungsgemäße Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken.

Der derzeit aus vier Mitgliedern bestehende Vorstand führt in eigener Verantwortung die Geschäfte des Unternehmens.

Der Aufsichtsrat setzt sich paritätisch aus sechs Mitgliedern der Anteilseigner und aus sechs Mitgliedern der Arbeitnehmer zusammen. Er überwacht die Geschäftsführung des Vorstandes und berät diesen bei strategischen und operativen Fragestellungen des Konzerns. Dem Aufsichtsrat gehören seit den letzten Wahlen im Jahr 2016 vier Frauen an, jeweils zwei vonseiten der Anteilseigner und vonseiten der Arbeitnehmer gewählt. Damit erfüllt das Unternehmen die gesetzlich vorgegebene Mindestquote von Frauen im Aufsichtsrat in Höhe von 30 Prozent. Bei der Besetzung des Gremiums ist für das Unternehmen eine Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und Qualifikation, Kompetenz und Vielfalt (Diversity) wichtig. Dabei wird Diversity als weit gefasster Ansatz verstanden, der neben Alter, Geschlecht und Nationalität unter anderem auch berufliche Qualifikation und Erfahrung als Kriterien umfasst. Ein darüberhinausgehendes förmliches Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat zu erstellen, hält das Unternehmen für entbehrlich.

Die Hauptversammlung ist das oberste Organ des Unternehmens. Hier können die Aktionäre ihre Rechte ausüben.

Durch seine Tätigkeit unterstützte der neu gewählte Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, den Aufsichtsrat bei der Erfüllung der ihm gesetzlich und satzungsgemäß zukommenden Aufgaben. Compliance, also die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien, ist für das Unternehmen und seine Gremien wichtig. Das Compliance--Management-System bei Jungheinrich beinhaltet mehr als zehn Kernelemente, die in die Bereiche "Vorbeugen" (vor allem Verhaltenskodex; Richtlinien, Verfahren, Prozesse und Kontrollen; Unterweisung und Beratung), "Aufdecken" (vor allem Meldungen und vertrauliche Hinweise; Geschäftspartnerprüfung; Überwachen und Überprüfen; Geschäftsdatenanalyse) und "Reagieren" (vor allem Behandlung von Störungen und Vorfällen; Untersuchungen; Korrekturmaßnahmen; Verbesserung) eingeteilt sind.

Über die Compliance-Organisation und deren Tätigkeit berichtete der Vorstand mit dem Compliance Officer regelmäßig dem Finanz- und Prüfungsausschuss. Dabei wurden auch aufgetretene Compliance-Sachverhalte zeitnah erörtert. Im Hinblick auf Risiken hat sich das Unternehmen einem vorsichtigen und zurückhaltenden Umgang verschrieben.

Neben diesem Bericht wird auf den Bericht des Aufsichtsrates in diesem Geschäftsbericht sowie auf die Erklärung zur Unternehmensführung verwiesen, die auf der Internetseite der Gesellschaft (www. jungheinrich.com) veröffentlicht ist. Auf der Internetseite verfügbar sind auch die Finanzpublikationen, Unterlagen zur Hauptversammlung, der Finanzkalender, gegebenenfalls Ad-hoc- und Pressemeldungen sowie gesetzlich vorgeschriebene Mitteilungen, vor allem zu meldepflichtigen Wertpapiergeschäften (Managers' Transactions) und Stimmrechtsmitteilungen, sowie weitere Informationen zum Unternehmen.

Die für Vorstand und Aufsichtsrat identische jährliche Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen und Anregungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG wurde – nach Vorbereitung durch den Finanzund Prüfungsausschuss für den Aufsichtsrat – im Dezember 2017 beschlossen und im Anschluss auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Sie lautet wie folgt:

"Den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 wurde und wird durch die Jungheinrich AG seit der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2016 mit Ausnahme der nachfolgenden Abweichungen von einzelnen Empfehlungen entsprochen:

  1. Die D&O-Versicherungspolice der Gesellschaft enthält für die Mitglieder des Aufsichtsrates keinen Selbstbehalt (Kodex Ziffer 3.8).

Die D&O-Versicherungspolice ist eine Gruppenversicherung für die Organmitglieder des Unternehmens (Vorstand und Aufsichtsrat) sowie eine Vielzahl von Mitarbeitern des Konzerns im In- und Ausland. Eine grundsätzliche Differenzierung zwischen Mitarbeitern und Organmitgliedern

wurde in der Vergangenheit für nicht sachgerecht erachtet. Aufgrund des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung wurde jedoch die Versicherungspolice der Gesellschaft um einen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstandes in der vom Gesetz und Kodex vorgesehenen Höhe ergänzt. Der Gesetzgeber hat jedoch die Einführung eines entsprechenden Selbstbehaltes für die Mitglieder des Aufsichtsrates ausdrücklich nicht vorgesehen, lediglich der Kodex enthält eine entsprechende Empfehlung. Der Aufsichtsrat sieht deswegen auch weiterhin keine Veranlassung, von der bisherigen Handhabung abzuweichen. Die Erwägungen des Aufsichtsrates hierfür beruhen auf der Einschätzung, dass es in erster Linie darum geht, geeignete Persönlichkeiten für das Amt des Aufsichtsrates gewinnen zu können, die mit ihrer Erfahrung eine Bereicherung der Tätigkeit im Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse darstellen. Diesen Bestrebungen liefe es zuwider, wenn die so gewonnenen Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit nur eingeschränkten Versicherungsschutz genössen.

  1. Die Vergütungen der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden nicht in aufgeschlüsselter und individualisierter Weise veröffentlicht (Kodex Ziffern 4.2.4, 4.2.5 und 5.4.6).

Der Empfehlung des Kodex, die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates aufgeschlüsselt und individualisiert im Anhang oder Lagebericht auszuweisen, folgt die Gesellschaft auch weiterhin nicht. Zum einen handelt es sich um Kollegialorgane, so dass grundsätzlich nicht auf einzelne Organmitglieder abzustellen ist. Zudem sieht die Gesellschaft die aus einer solchen Veröffentlichung folgenden Vorteile für die Allgemeinheit und Anleger als nicht so gewichtig an, als dass die damit verbundenen Nachteile – auch für das Persönlichkeitsrecht des einzelnen Organmitglieds – außer Acht gelassen werden müssten. Und schließlich hat die Hauptversammlung mit Beschluss vom 24. Mai 2016 die Mitglieder des Vorstandes für einen Zeitraum von fünf Jahren erneut von der Veröffentlichungspflicht in individualisierter Form befreit.

  1. Ein Nominierungsausschuss für den Vorschlag von geeigneten Kandidaten bezüglich der Wahlvorschläge des Aufsichtsrates an die Hauptversammlung wird nicht gebildet (Kodex Ziffer 5.3.3). Der Aufsichtsrat hält einen solchen Ausschuss angesichts des Charakters des Unternehmens als Familiengesellschaft für entbehrlich. Zwei Mitglieder des Aufsichtsrates werden durch die Namensaktionäre entsandt. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die verbleibenden vier Vertreter der Aktionäre werden in enger Abstimmung mit den Stammaktionären erarbeitet.

  2. Von der Festlegung einer Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer für die Mitglieder des Aufsichtsrates wird abgesehen (Kodex Ziffer 5.4.1).

Eine Altersgrenze kann zu starren Regelungen führen, die dem Ziel der Gesellschaft, für die Tätigkeit im Aufsichtsrat Persönlichkeiten mit großer Erfahrung zu gewinnen, zuwiderlaufen könnten. Deswegen wurde einer flexibleren Handhabung der Entscheidung im Einzelfall der Vorzug gegenüber einer starren Grenze gegeben. Die Einführung einer Begrenzung der Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält der Aufsichtsrat für nicht angemessen.

  1. Von der Aufstellung eines förmlichen Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat und der Veröffentlichung von Lebensläufen der Aufsichtsratsmitglieder wird abgesehen (Kodex Ziffer 5.4.1).

Der Aufsichtsrat der Jungheinrich AG trägt dem Kriterium der Diversity, wie in Gesetz und im Kodex gefordert, ausreichend Rechnung. Insbesondere Erfahrungen aus dem internationalen Geschäft bringen viele der Aufsichtsratsmitglieder mit. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die vier zu wählenden Vertreter der Aktionäre werden in enger Abstimmung mit den Stammaktionären erarbeitet und damit sichergestellt, dass der Hauptversammlung nur geeignete Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen werden, die möglichst alle für das Unternehmen wichtigen Kompetenzfelder abdecken. Aus diesem Grund hält es der Aufsichtsrat als für nicht in Übereinstimmung mit dem Charakter von Jungheinrich als Familienunternehmen stehend an, wenn darüber hinaus noch ein Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat erstellt würde. Auf die Veröffentlichung von Lebensläufen der Aufsichtsratsmitglieder wird im Hinblick auf den Schutz ihrer individuellen Privatsphäre verzichtet.

  1. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates erfüllt ggf. nicht die Kriterien der Ziffer 5.4.2 des Kodex hinsichtlich der Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder.

Der Aufsichtsrat der Jungheinrich AG besteht aus insgesamt zwölf Mitgliedern, davon sechs, die von den Arbeitnehmern gewählt werden. Zwei Mitglieder des Aufsichtsrates werden durch die Namensaktionäre entsandt. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die verbleibenden vier Vertreter der Aktionäre werden bereits in enger Abstimmung mit den Stammaktionären erarbeitet. Und allein stimmberechtigt in der Hauptversammlung sind wiederum die Stammaktionäre. Diese gesamte Systematik der Vertreter der Aktionäre spiegelt den Charakter des Unternehmens als Familiengesellschaft wider.

Hamburg, im Dezember 2017"

Das Stimmrecht auf der Hauptversammlung wird von den Stammaktionären der Gesellschaft ausgeübt. Das Recht zur Aussprache und zu Fragen wird jedoch von allen Aktionären in gleicher Weise wahrgenommen.

Der Abschlussprüfer berichtete dem Aufsichtsrat über alle für die Erfüllung seiner Aufgaben wesentlichen Feststellungen und Sachverhalte während der Abschlussprüfung. Dies schließt auch die Feststellung ein, dass die unternehmensinterne Praxis nicht von der durch Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abweicht. Der Abschlussprüfer hat somit die Einhaltung der Entsprechenserklärung bestätigt. Eine Mitteilung des Abschlussprüfers über möglicherweise vor oder während der Abschlussprüfung bei ihm vorhandene Ausschluss- oder Befangenheitsgründe hat es nicht gegeben.

Hamburg, den 6. März 2018

Der Aufsichtsrat Der Vorstand

Mitglieder des Aufsichtsrates

Jürgen Peddinghaus

Vorsitzender Unternehmensberater Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien: Zwilling J. A. Henckels AG, Solingen

Markus Haase1)

Stellvertretender Vorsitzender Serviceberater der Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG Vorsitzender des Konzernbetriebsrates

Dipl.-Ing. Antoinette P. Aris, MBA

Honorarprofessorin für Strategie am INSEAD (Fontainebleau/Frankreich)

Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien:

ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring a.s.r. Nederland N.V., Utrecht/Niederlande Thomas Cook PLC, London/UK ASML N.V., Veldhoven/Niederlande

Dipl.-Ing. Rainer Breitschädel1)

Leiter Produktsupport Kundendienst der Jungheinrich Service & Parts AG & Co. KG Vertreter der leitenden Angestellten

Birgit von Garrel1)

  1. Bevollmächtigte der IG Metall, Landshut

Rolf Uwe Haschke1)

Senior SAP-Entwickler der Jungheinrich AG Vorsitzender des Betriebsrates Informationstechnologie der Jungheinrich AG

Beate Klose

Diplom-Kauffrau

Wolff Lange

Kaufmann Geschäftsführer der LJH-Holding GmbH, Wohltorf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/

Kontrollgremien:

Hansa-Heemann AG, Rellingen (Vorsitzender) Wintersteiger AG, Ried/Österreich (Vorsitzender) WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Minden (bis 11. Mai 2017)

Meike Lüdemann1)

Gewerkschaftssekretärin und -juristin IG Metall Region Hamburg Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien: Körber AG, Hamburg Hauni Maschinenbau GmbH, Hamburg

Dr. Ulrich Schmidt

Betriebswirt Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien: tesa SE, Norderstedt (Vorsitzender)

Steffen Schwarz1)

Facharbeiter Montage der Jungheinrich Norderstedt AG & Co. KG Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates

Franz Günter Wolf

Kaufmann Geschäftsführer der WJH-Holding GmbH, Aumühle

Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien:

LACKFA Isolierstoff GmbH & Co., Rellingen (Vorsitzender)

Ausschüsse des Aufsichtsrates:

Finanz- und Prüfungsausschuss

Dr. Ulrich Schmidt (Vorsitzender) Antoinette P. Aris (stellvertretende Vorsitzende) Steffen Schwarz1)

Personalausschuss

Jürgen Peddinghaus (Vorsitzender) Markus Haase1) (stellvertretender Vorsitzender) Rolf Uwe Haschke1) Wolff Lange Franz Günter Wolf

Paritätischer Ausschuss

Jürgen Peddinghaus (Vorsitzender) Markus Haase1) (stellvertretender Vorsitzender) Birgit von Garrel1) Franz Günter Wolf

1) Vertreter der Arbeitnehmer

Mitglieder des Vorstandes

Die Mitglieder des Vorstandes der Jungheinrich Aktiengesellschaft haben neben einzelnen Kontrollfunktionen in Konzern- und Beteiligungsunternehmen Mitgliedschaften in folgenden gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien:

Hans-Georg Frey

Vorsitzender des Vorstandes Arbeitsdirektor Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien: Fielmann AG, Hamburg HOYER GmbH, Hamburg

Dr. Lars Brzoska

Mitglied des Vorstandes Vertrieb

Dr. Volker Hues

Mitglied des Vorstandes Finanzen Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/ Kontrollgremien: A.S. Création Tapeten AG, Gummersbach

Dr. Oliver Lücke

Mitglied des Vorstandes Technik (bis 31. Oktober 2017)

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach

Mitglied des Vorstandes Logistiksysteme

Jungheinrich-Aktie

Jungheinrich-Aktie

2017 war ein starkes Jahr für die Jungheinrich-Aktie: Sie schloss zum Jahresende mit einem Kursplus von 44 Prozent. Im 4. Quartal 2017 erreichte die Notierung mit 40,63 € ein Allzeithoch. Die Vorzugsaktionäre sollen mit einer um 14 Prozent erhöhten Dividende am Unternehmenserfolg beteiligt werden.

Erfreuliches Börsenjahr 2017

Kursperformance 2017

Die internationalen Aktienmärkte waren zu Beginn des Jahres 2017 trotz vielfältiger politischer Unwägbarkeiten von deutlichen Aufwärtstendenzen und Optimismus geprägt. Dies setzte sich im Jahresverlauf bei weltweit guten konjunkturellen Perspektiven fort. Beflügelt wurden die Märkte durch die Liquiditätszufuhr der internationalen Notenbanken. Die europäischen Finanzplätze profitierten von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die US-amerikanische Notenbank setzte ihren Zinserhöhungszyklus fort. Zum Jahresende lag der US-Leitzins bei 1,25 Prozent bis 1,50 Prozent. Die Enttäuschung über mangelnde Fortschritte bei der US-Steuerreform, der Deregulierung der Finanzmärkte und die ausgebliebene Zinswende der Europäischen Zentralbank trieben den Euro gegenüber dem US-Dollar in die Höhe. Die europäische Leitwährung übersprang im Jahresverlauf unerwartet die Marke von 1,20 US-Dollar. Bis zum Jahresende wies der Euro gegenüber dem US-Dollar eine Aufwertung von rund 14 Prozent auf.

Die wichtigsten deutschen Börsenindizes verzeichneten 2017 spürbare Gewinne. Der DAX erreichte im November ein Rekordhoch von 13.479 Zählern. DAX und MDAX stiegen im Jahresverlauf jeweils zweistellig um 13 Prozent beziehungsweise 18 Prozent auf 12.918 Punkte (Vorjahr: 11.481 Punkte) beziehungsweise 26.201 Punkte (Vorjahr: 22.189 Punkte).

Marktkapitalisierung übertrifft 4-Milliarden-Euro-Marke

Die Jungheinrich-Aktie konnte im Berichtsjahr gegenüber dem Schlusskurs 2016 um 44 Prozent zulegen und übertraf damit erheblich die Steigerungsraten von MDAX und DAX. Ausgehend von seinem Jahrestief am 23. Januar 2017 (26,00 €) legte das Papier im Jahresverlauf sehr stark zu und erreichte am 2. Oktober 2017 bei 40,63 € ein Allzeithoch. Die Anteilsscheine gingen zum Jahresende mit einem Kurs von 39,35 € aus dem Handel. Entsprechend erhöhte sich die Marktkapitalisierung von 2.781 Mio. € (Ende 2016) um 1.233 Mio. € auf 4.014 Mio. € (Ende 2017). In der Rangliste der Deutschen Börse AG rückte die Jungheinrich-Vorzugsaktie im Dezember 2017 bei der für die Indexberechnung relevanten Freefloat-Marktkapitalisierung mit 1.825 Mio. € auf Platz 44 vor (Vorjahr: Platz 45). Nur die 48 Mio. stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind börsennotiert und breit gestreut. Die 54 Mio. Stammaktien der Jungheinrich AG werden jeweils hälftig von den Familien der Töchter des Unternehmensgründers Dr. Friedrich Jungheinrich gehalten. Beim Börsenumsatz veränderte sich die Platzierung der Jungheinrich-Vorzugsaktie von Rang 50 auf Rang 55.

Der meldepflichtige Anteilsbesitz nach §§ 33 ff. WpHG an der Jungheinrich AG ist gemäß § 40 WpHG auf der Internetseite des Unternehmens (www.jungheinrich.com) unter der Rubrik Investor Relations sowie im Anhang des Jahresabschlusses der Jungheinrich AG veröffentlicht.

Die Jungheinrich-Aktie gehört dem Qualitätssegment Prime Standard der Deutschen Börse an. Sie wird an allen deutschen Börsen gehandelt. Die Handelsumsätze (Xetra und Frankfurt) beliefen sich 2017 auf 30,5 Mio. Stück und blieben damit um 8 Prozent unter dem Volumen des Jahres 2016 (33,2 Mio. Stück). Der durchschnittliche Umsatz der Aktie pro Handelstag (Xetra und Frankfurt) von

Kursentwicklung im Zeitverlauf

Kursverlauf 2013 bis 2017

in €1)2)

Jungheinrich DAX MDAX

Kursverlauf 2017

in €1)

Jungheinrich DAX MDAX

1) Alle Werte sind auf den Kurs der Jungheinrich-Aktie indexiert.

2) Alle Werte sind rückwirkend angepasst wegen des am 22. Juni 2016 umgesetzten Aktiensplits (1:3).

120,8 Tsd. Stück lag um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert (130,3 Tsd. Stück). Wertmäßig entspricht dies einem im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen durchschnittlichen Handelsumsatz von 3,4 Mio. € pro Tag auf 4,1 Mio. € pro Tag.

Gründe, in Jungheinrich zu investieren

Jungheinrich ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Intralogistik. Gründe, die für ein Investment in Jungheinrich-Aktien sprechen:

  • globale Kunden in attraktiven Wachstumsbranchen
  • integriertes Geschäftsmodell mit hohem Serviceanteil
  • starke Marktposition bei Flurförderzeugen: Nr. 2 in Europa
  • klare Konzernstrategie, die auf nachhaltiges, profitables Wachstum ausgelegt ist
  • finanzielle Unabhängigkeit durch solide Bilanz
  • stabile Aktionärsstruktur

Dividendenentwicklung

in €

kontinuierliche Dividendenzahlungen

Langfristige Wertentwicklung der Jungheinrich-Aktie

Anlagezeitraum 10 Jahre 5 Jahre
Anlagezeitpunkt 01.01.2008 01.01.2013
Depotwert Ende 2017 53.785 € 42.898 €
Durchschnittliche Rendite
pro Jahr
18,3 % 33,8 %
Vergleichsrenditen
deutscher Aktienindizes
DAX 5,0 % 10,7 %
MDAX 10,4 % 16,6 %

Hinweis: Anlagebetrag jeweils 10 Tsd. €; Wiederanlage der jährlich zugeflossenen Dividenden in weitere Vorzugsaktien.

Die Jungheinrich-Aktie erwies sich für langfristig orientierte Anleger auch im Börsenjahr 2017 als solide Kapitalanlage. Über einen Zehn-Jahres-Zeitraum verzeichnete das Papier eine bessere Wertentwicklung als die zwei Vergleichsindizes, über einen Fünf-Jahres-Zeitraum sogar eine deutlich stärkere Performance.

Alle Werte sind rückwirkend angepasst wegen des am 22. Juni 2016 umgesetzten Aktiensplits (1:3). 1) Vorschlag

40 Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG 41

1) NORD/LB und SRH AlsterResearch kooperieren im Aktienresearch.

Intensive Investor-Relations-Aktivitäten

Ziel der Investor-Relations-Arbeit von Jungheinrich ist es, eine transparente und kontinuierliche Kapitalmarktkommunikation sicherzustellen, das Verständnis für das integrierte Geschäftsmodell und dessen Potenziale zu verbessern und zu einer angemessenen Bewertung der Jungheinrich-Aktie am Kapitalmarkt beizutragen.

Vorstand und Investor Relations pflegen deshalb einen regelmäßigen Kontakt zu Analysten und Investoren. Im Rahmen von Konferenzen und Roadshows wurden das Geschäftsmodell, die Werttreiber, die Unternehmensperformance sowie die

Erneute Erhöhung der Dividende geplant

Jungheinrich-Aktie

Die Jungheinrich-Aktie hat sich in ihrer Börsenhistorie seit 1990 als zuverlässiges Dividendenpapier etabliert. Das Unternehmen verfolgt grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen. Ziel ist es, zwischen 25 Prozent und 30 Prozent des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre auszuschütten.

Vorstand und Aufsichtsrat der Jungheinrich AG beabsichtigen, der Hauptversammlung am 17. April 2018 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,50 € je nennbetragslose Vorzugsaktie beziehungsweise 0,48 € je nennbetragslose Stammaktie vorzuschlagen. Der Dividendenvorschlag sieht somit eine Anhebung der Ausschüttung für die Vorzugsaktien um 14 Prozent vor. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung ergibt sich daraus eine Ausschüttungssumme von 50 Mio. €.

Die Auszahlung wird am dritten auf die Hauptversammlung folgenden Geschäftstag vorgenommen. Die Ausschüttungsquote, die sich als prozentualer Anteil der Dividendensumme im Verhältnis zum Ergebnis nach Steuern ergibt, erreicht 28 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). Innerhalb von zehn Jahren wuchs die Ausschüttungssumme damit um das 2,5-Fache.

Breit aufgestellte Research-Coverage

Die Verfügbarkeit von Aktienresearch ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Investoren auf Emittenten aufmerksam werden. Sie stellt eine wichtige Entscheidungshilfe für die Wertpapieranlage dar. Die Jungheinrich-Aktie wurde zum Ende des Berichtsjahres von 17 Banken und Research-Unternehmen regelmäßig beobachtet und bewertet. Vier Analysten empfahlen die Aktie zum Kauf und zwölf Analysten stuften die Anteilsscheine mit "Halten" ein. Ein Analyst kam zu dem Anlageurteil "Verkaufen". Auf Basis der maßgeblichen Analystenbewertungen lag das durchschnittliche Kursziel bei rund 37 €. Der niedrigste Wert betrug 32 €, als höchster Zielkurs wurden 45 € angenommen.

Bankhaus Lampe

 Landesbank
 Berenberg Baden-Württemberg
 Citigroup  Morningstar
 Commerzbank  NORD/LB und SRH 1)
 Deutsche Bank  Jefferies
 DZ Bank  M.M. Warburg
 Hauck & Aufhäuser  Main First
 HSBC Trinkaus & Burkhardt  Metzler
 Kepler Cheuvreux  Baader Bank

Analysten-Coverage 2017

Analystenempfehlungen

31.12.2017
1 / Verkaufen
4 / Kaufen
12 / Halten

Unternehmensstrategie umfassend erörtert. Insgesamt präsentierte sich das Unternehmen auf acht Konferenzen und sechs Roadshows in Europa und den USA. Darüber hinaus wurden zahlreiche Gespräche mit Investoren und Analysten im Rahmen von Unternehmensbesuchen und Telefonkonferenzen geführt. Jungheinrich berichtete zu den Veröffentlichungen der Quartalsergebnisse ausführlich in Telefonkonferenzen über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Konzerns.

Im Rahmen eines Kapitalmarkttages im Ersatzteilzentrum in Kaltenkirchen in der Nähe von Hamburg gab Jungheinrich im Juni 2017 Analysten und Investoren die Möglichkeit, einen unmittelbaren Eindruck von hochmoderner Lagerlogistik zu gewinnen. Darüber hinaus konnten sich die internationalen Teilnehmer zu ausgewählten Spezialthemen wie zum Beispiel der Lithium-Ionen-Technologie bei Jungheinrich informieren.

Basisinformationen zur Jungheinrich-Aktie

Wertpapierkennnummern ISIN: DE0006219934
WKN: 621993
Tickerkürzel Reuters/Bloomberg JUNG_p.de / JUN3 GR
Börsenplätze Wertpapierbörsen
Hamburg und Frankfurt
sowie alle übrigen
inländischen Börsenplätze
Designated Sponsor Oddo Seydler Bank AG
Börsengang 30. August 1990

Das Investor-Relations-Team stand auch 2017 jederzeit für schriftliche oder telefonische Anfragen zur Verfügung. Des Weiteren werden auf der Internetseite der Jungheinrich AG (www.jungheinrich. com) umfangreiche Informationen rund um die Jungheinrich-Aktie veröffentlicht. Neben Finanzpublikationen und Präsentationen stehen beispielsweise ein Renditerechner, Analystenempfehlungen, alle Finanztermine sowie Kontaktdaten der Ansprechpartner zur Verfügung.

Kapitalmarktorientierte Kennzahlen

2017 2016
Dividende je Aktie Stammaktie 0,481) 0,42
Vorzugsaktie 0,501) 0,44
Dividendenrendite Vorzugsaktie % 1,3 1,6
Ergebnis je Aktie Stammaktie 1,78 1,50
Vorzugsaktie 1,80 1,52
Eigenkapital je Aktie 12,20 10,92
Börsenkurs 2) Hoch 40,63 30,92
Tief 26,00 21,17
Jahresschluss 39,35 27,26
Kursperformance % 44 7
Marktkapitalisierung Mio. € 4.014 2.781
Börsenumsatz 3) Mio. € 1.025 873
Durchschnittl. Tagesumsatz Tsd. Stück 120,8 130,3
KGV 4) Faktor 21,9 17,9
Anzahl Aktien Stammaktie Mio. Stück 54 54
Vorzugsaktie Mio. Stück 48 48
Gesamt Mio. Stück 102 102

1) Vorschlag

2) Xetra-Schlusskurse

3) Xetra und Frankfurt

4) KGV = Schlusskurs/Ergebnis je Vorzugsaktie

Konzernlagebericht

2017 war für Jungheinrich ein weiteres erfolgreiches Jahr mit starkem Wachstum. Auftragseingang, Umsatz und EBIT konnten erneut zweistellig gesteigert werden. Das Produktionsvolumen lag bei 120 Tsd. Fahrzeugen. Wachstumsregionen im Weltmarkt für Flurförderzeuge waren hauptsächlich China und Jungheinrichs Kernmarkt Europa.

44 Grundlagen des Konzerns

52 Wirtschaftsbericht

65 Gesetzliche Angaben

66 Nichtfinanzielle Aspekte gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

66 Risiko- und Chancenbericht

73 Prognosebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur

Integriertes Geschäftsmodell und Charakteristika

Jungheinrich zählt zu den weltweit führenden Herstellern und Dienstleistern für die Intralogistik. Mit einem umfassenden Portfolio an Flurförderzeugen, Logistiksystemen und Dienstleistungen bietet Jungheinrich seinen Kunden ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Branchenbezogen nimmt der Jungheinrich-Konzern – gemessen am Umsatz – in der Rangliste der Flurförderzeughersteller in seinem Kernmarkt Europa den zweiten Platz ein.

Das integrierte Geschäftsmodell umfasst die Entwicklung, die Produktion und den Verkauf von Neugeräten, das Logistiksystemgeschäft und den Versandhandel, die Vermietung von neuen und gebrauchten Flurförderzeugen, die Aufarbeitung und den Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen sowie das Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilgeschäft. Bei den Flurförderzeugen handelt es sich fast ausschließlich um Fahrzeuge mit elektromotorischem Antrieb. Des Weiteren runden digitale Produkte das Portfolio ab. Kombiniert mit einem umfassenden Finanzdienstleistungsangebot verfolgt Jungheinrich das Ziel, die Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes aus einer Hand zu betreuen.

Jungheinrich setzt weltweit auf ein eigenes Direktvertriebs- und Servicenetz in 39 Ländern. Darüber hinaus ist der Konzern in über 80 weiteren Ländern durch Partnerunternehmen vertreten. Kernmarkt ist Europa, in dem 88 Prozent des Konzernumsatzes erzielt werden. Wiederum 28 Prozent der europäischen Umsätze entfallen auf den Heimatmarkt Deutschland.

In Nordamerika kooperiert Jungheinrich mit Mitsubishi Caterpillar Forklift America Inc. (MCFA), einem leistungsstarken Vertriebspartner mit umfangreicher Händlerpräsenz.

Im Jahr 2016 wurde von MCFA und Jungheinrich ein Gemeinschaftsunternehmen für die Produktion von Industriekomponenten in den USA gegründet (Industrial Components of Texas, LLC, ICOTEX) und 2017 in Betrieb genommen. In China ist Jungheinrich mit Anhui Heli Co. Ltd. (Heli) in einem Joint Venture in der Vermietung von Flurförderzeugen aktiv. Nahezu den gesamten Bedarf an Elektromotoren fertigt Jungheinrich in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen mit einem anderen Flurförderzeughersteller in Tschechien und China.

Das Produktportfolio von Jungheinrich umfasst die gesamte Bandbreite von manuellen bis zu vollautomatisierten Flurförderzeugen bis 9 Tonnen Traglast. Außerdem gehören seit Ende 2015 Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel für Regalbediengeräte zum Produktprogramm.

Der Konzern verfügt über sieben Werke in Deutschland. Im größten Werk in Norderstedt ist zusätzlich zur Fahrzeugproduktion die Herstellung von Lithium--Ionen-Batterien, elektronischen Steuerungen und Ladegeräten angesiedelt. In einem Werk werden ausschließlich Flurförderzeuge aufgearbeitet. Darüber hinaus betreibt Jungheinrich zwei Werke in China und eines in Ungarn.

Für das wachsende Kundendienstgeschäft hat Jungheinrich 2013 ein modernes Ersatzteilzentrum in Kaltenkirchen in Betrieb genommen. Im Berichtsjahr haben die Bauarbeiten für eine umfangreiche Erweiterung begonnen, die 2018 abgeschlossen wird. Über dieses Lager sowie durch weitere Standorte in Lahr, Bratislava, Moskau, Shanghai und, seit Ende 2017, auch in Birmingham wird die optimale Versorgung des Jungheinrich-Kundendienstes mit Ersatzteilen weltweit gewährleistet.

Deutschland Ungarn
China
Norderstedt Lüneburg Moosburg Degernpoint Landsberg München Dresden Gyöngyös Qingpu Kunshan
Niederhubwagen
Hochhubwagen
Elektro-Gegengewichtsstapler
Verbrennungsmotorische
Gegengewichtsstapler
Schubmaststapler
Kommissionierer
Schlepper und Anhänger
Hochregalstapler
Regalbediengeräte
Lastaufnahmemittel
Kleinserien und Sonderbaufahrzeuge
Steuerungen, Batterien und Ladegeräte
Aufarbeitung von Gebrauchtgeräten

Produktionsstandorte im Jungheinrich-Konzern

Global agierender Konzern

Die Jungheinrich AG ist primär eine Management--Holding. Sie übernimmt konzernübergreifende Funktionen wie beispielsweise Finanzen, Controlling und Revision. Außerdem sind die zentrale Forschung und Entwicklung sowie das Immobilienmanagement organisatorisch in der Jungheinrich AG verankert.

Der Vorstand ist für die strategische Steuerung und die operative Führung des Konzerns verantwortlich. Dies umfasst auch die Festlegung und Kontrolle der Unternehmensziele und die Zuständigkeit für Führungs-, Steuerungs- und Controllingprozesse – einschließlich des Risiko- und Chancenmanagements – sowie die Verteilung der Ressourcen. Die dem Gesamtvorstand regelmäßig vorgelegten Kennzahlen und Berichte orientieren sich an bereichsübergreifenden, betriebswirtschaftlichen Steuerungsgrößen (siehe Seiten 48 und 49).

Beratungs- und Aufsichtsgremium für den Vorstand ist der Aufsichtsrat, der sich gemäß den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes aus zwölf Personen zusammensetzt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates verteilen sich paritätisch auf die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter.

Als Konzernobergesellschaft hält die Jungheinrich AG direkt oder indirekt Anteile an Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Den jeweiligen Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften obliegt die operative Steuerung des durch sie geleiteten Unternehmens. Die Gesellschaften werden bei dieser Aufgabe von der Konzernzentrale unterstützt, sind rechtlich jedoch selbstständig. Im Konzernabschluss werden – einschließlich der Jungheinrich AG – 84 Gesellschaften vollkonsolidiert. Die Aufstellung des vollständigen Anteilsbesitzes der Jungheinrich AG ist im Konzernanhang auf den Seiten 136 bis 138 zu finden.

Nachhaltige Wachstumsstrategie mit klaren Zielen

Die Konzernstrategie ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum und damit auf die Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Ziel ist es – gemessen am Umsatz –, langfristig zu den Top 3 der globalen Anbieter zu gehören.

Das Umsatzziel dieser Wachstumsstrategie sind 4 Mrd. € für das Geschäftsjahr 2020. Dabei soll die aktuelle EBIT-Rendite gehalten oder sogar verbessert werden. In Europa wird ein Marktanteil – gemessen am Auftragseingang in Stück – von deutlich über 20 Prozent angestrebt. Jungheinrich verfolgt eine Ein-Marken-Strategie mit Schwerpunkt auf Produkten und Dienstleistungen im Premiumsegment des Weltmarktes für Flurförderzeuge. Der Konzern ist auf organisches Wachstum fokussiert. Dabei sind gezielte Akquisitionen zur Abrundung des Produktportfolios – insbesondere der Zukauf von Technologie – und zum Ausbau des weltweiten Direktvertriebes durchaus denkbar.

Mit den nachfolgend dargestellten Entwicklungen im Berichtsjahr liegt der Konzern hinsichtlich der Zielerreichung für das Jahr 2020 im Plan.

Wachstumsstrategie des Jungheinrich-Konzerns

Grundlagen des Konzerns

1. Kerngeschäft in Europa

Mit einem Anteil von 34 Prozent am Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge kommt dem europäischen Markt eine herausragende Bedeutung zu. 84 Prozent davon entfallen auf Westeuropa. Ziel von Jungheinrich ist es, die Nummer-1-Marke der Intralogistik in allen europäischen Märkten zu werden. In zahlreichen europäischen Märkten ist das Unternehmen bereits heute die Nummer 1 unter den Flurförderzeugherstellern, so beispielsweise in Österreich und der Schweiz mit jeweils 37 Prozent Marktanteil.

Im Geschäftsjahr 2017 konnte Jungheinrich seinen Marktanteil in Europa in einem wettbewerbsintensiven Umfeld auf 21,5 Prozent (Vorjahr: 21,6 Prozent) festigen.

Zur Realisierung der Marktanteilsziele wurden im Berichtszeitraum die Personalkapazitäten der europäischen Vertriebsgesellschaften weiter ausgebaut. Schwerpunktländer waren Deutschland, Polen und Italien. Des Weiteren wurde die Mietflotte im Jahresverlauf um durchschnittlich 4 Tsd. Fahrzeuge auf 57 Tsd. Fahrzeuge erweitert.

2. Wachstumsmärkte in der APAC-Region mit Schwerpunkt in China

Asien hat am Weltmarkt für Flurförderzeuge einen Anteil von 41 Prozent, China allein von 27 Prozent. Somit ist die Region Asien-Pazifik (APAC) für Jungheinrich nach dem Kernmarkt Europa der zweitwichtigste Absatzmarkt für Flurförderzeuge und Lagertechnik. Jungheinrich verfügt über Vertriebsgesellschaften in China, Thailand, Singapur, Indien, Malaysia sowie Australien und hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschäftsaktivitäten in dieser Region schrittweise auszubauen.

Der Auftragseingang für lagertechnische Geräte konnte in der APAC-Region im Jahresvergleich um 11 Prozent gesteigert werden. Das Werk in Qingpu hat im Berichtsjahr 12,8 Tsd. Fahrzeuge produziert und damit eine Verdoppelung der Vorjahresproduktion erreicht. Hintergrund war die hohe Anzahl an Geräten, die vor Ort entwickelt und nach Europa exportiert wurden.

2017 war das erste volle Geschäftsjahr für das Joint Venture mit Heli, durch das Jungheinrich seine Vermietung von Flurförderzeugen im chinesischen Markt entscheidend gestärkt hat. Im 2. Quartal 2016 wurden die Mietflotte und das für das Mietgeschäft verantwortliche Personal der Jungheinrich-Vertriebsgesellschaft in China in die Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (China) Co. Ltd., Shanghai, China, eingebracht. Inzwischen existieren Tochtergesellschaften in vier bedeutenden chinesischen Metropolen. Die Größe der Mietflotte des Joint Ventures betrug im Durchschnitt rund 5 Tsd. Fahrzeuge.

3. Logistiksystemgeschäft

Der Wachstumsstrategie folgend hat Jungheinrich das Logistiksystemgeschäft in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und sich erfolgreich als innovativer Lösungsanbieter für die Intralogistik mit Schwerpunkt Europa positioniert. Dies umfasst die maßgeschneiderte Planung, Projektierung und Realisierung kompletter Lager unter Einsatz des gesamten Jungheinrich-Angebotes: neben Regalen auch teil- und vollautomatisierte Gabelstapler sowie Regalbediengeräte, Software, Beratung, Service und Finanzierung. Jungheinrich bietet seinen Kunden alles aus einer Hand und optimal aufeinander abgestimmt. Dabei tritt Jungheinrich auch als Generalunternehmer auf. Die gesamte Logistikbranche ist geprägt von den Trends der Industrie 4.0, unter anderem der zunehmenden Automatisierung im Lager. Aus Sicht von Jungheinrich wird dieser Markttrend weiter anhalten. Entsprechend geht das Unternehmen von einer weltweit deutlich steigenden Nachfrage nach Logistiksystemlösungen aus. Ziel ist es, bis 2020 den Umsatz der Sparte "Logistiksysteme" von aktuell 581 Mio. € auf über 700 Mio. € zu steigern.

Der Auftragseingang der Sparte "Logistiksysteme" konnte im Berichtsjahr um 17 Prozent gesteigert werden. Dazu hat auch die weitgehende Berücksichtigung eines Auftrages über mehr als 1.000 Lithium--Ionen-Fahrzeuge beigetragen, der im Geschäftsjahr 2017 gewonnen wurde. Der überwiegende Teil davon sind große Vertikal-Kommissionierer für den Einsatz in Schmalganglagern. Wertmäßig ist dieser Auftrag die größte Fahrzeugbestellung in der Firmengeschichte.

Der Umsatz der Sparte erhöhte sich im Jahresvergleich um mehr als 30 Prozent. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass in der Umsatzrealisierung neben dem zuvor genannten Fahrzeuggroßauftrag ein Projektauftrag aus dem Jahr 2015 zum Tragen kam.

4. Produktsegment Gegengewichtsstapler

Der Anteil von Gegengewichtsstaplern am Weltmarkt für Flurförderzeuge liegt bei 55 Prozent. 70 Prozent davon haben einen verbrennungsmotorischen Antrieb, 30 Prozent sind batteriebetrieben. Der Trend zur Ökologisierung und Nachhaltigkeit sowie weltweit zunehmend strengere Abgasvorschriften führen schrittweise zu steigender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen – zulasten von verbrennungsmotorischen Fahrzeugen. Abgesehen von diesem generellen Trend ist Jungheinrich der Auffassung, dass der Markt für Stapler mit verbrennungsmotorischem Antrieb mittel- bis langfristig durch leistungsfähigere Elektro-Gegengewichtsstapler zusätzlich unter Wettbewerbsdruck kommen könnte. Vor diesem Hintergrund wird intensiv in die Weiterentwicklung der Elektro-Gegengewichtsstapler investiert. Jungheinrich hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Produktsegment seine Marktposition global auszubauen.

Im Berichtsjahr wurde das Produktportfolio um eine neue EFG-Modellreihe erweitert. Der Marktanteil bei Elektro-Gegengewichtsstaplern (gemessen am Auftragseingang in Stück) konnte weltweit weiter gesteigert werden.

5. Versandhandel

Die Sparte "Versandhandel" erschließt dem Jungheinrich-Konzern den sehr dynamisch wachsenden Markt des B2B-E-Commerce. Sie fokussiert gezielt kleine und mittelgroße Unternehmen, die über die konventionelle Jungheinrich-Vertriebsorganisation nicht effizient erreichbar und zu bedienen sind. Ziel ist es, das erfolgreiche Multi-Channel-Geschäftsmodell insbesondere international weiter auszubauen. Dabei gewährleisten leistungsfähige, zunehmend digitalisierte Vertriebsprozesse ein profitables Wachstum bei stetigem Ausbau der Marktpräsenz.

Die internationale Expansion wurde im Geschäftsjahr 2017 mit dem Start von Webshops in weiteren fünf europäischen Ländern fortgesetzt. Für das bestehende Versandhandelsgeschäft in Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und Polen erfolgte eine Ausweitung des Produktangebotes auf 5.000 Artikel. Die 2016 gegründete Schweizer Gesellschaft entwickelte sich im abgelaufenen Jahr sehr erfolgreich. Auch die etablierten Versandhandelseinheiten in Deutschland und Österreich sowie das Geschäft in den Niederlanden steigerten Umsatz und Neukundengewinnung signifikant. Darüber hinaus profitierten sie vom stetig steigenden Umsatzvolumen über elektronische Beschaffungssysteme im Geschäft mit Großkunden (E-Procurement). Im Berichtsjahr übertraf der Umsatz der gesamten Sparte mit 84 Mio. € den des Vorjahres um 24 Prozent.

Wichtige Steuerungskennzahlen

Der Jungheinrich-Konzern definiert seine Budgetziele sowie seine mittel- bis langfristigen Unternehmenszielsetzungen auf der Grundlage ausgewählter Kennzahlen. Für die Konzernsteuerung orientiert sich der Vorstand in erster Linie an Finanzkennzahlen. Neben dem Umsatz, dem Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) beziehungsweise der EBIT-Rendite (EBIT-ROS) sowie dem Ergebnis vor Steuern (EBT) beziehungsweise der EBT-Rendite (EBT-ROS) werden insbesondere die Nettoverschuldung sowie die Kapitalrendite auf das gebundene zinspflichtige Kapital (Return On Capital Employed, ROCE) für Steuerungszwecke herangezogen.

Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel und Wertpapiere. Dabei enthalten die Finanzverbindlichkeiten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen, die Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten, die Leasingverbindlichkeiten aus Sachanlagen sowie Wechselverbindlichkeiten, nicht aber die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen.

Der ROCE ist die Messgröße für die Rentabilität auf das eingesetzte Kapital. Diese Kennzahl wird als Verhältnis aus EBIT und zinspflichtigem Kapital (zum Bilanzstichtag) ermittelt. Dabei setzt sich das zinspflichtige Kapital aus dem Eigenkapital, den Finanzverbindlichkeiten (ohne die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen), den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie den langfristigen Personalrückstellungen abzüglich liquider Mittel und Wertpapiere zusammen.

Weitere Steuerungsgrößen sind die Marktanteile nach Regionen – insbesondere im Kernmarkt Europa – und nach Produktsegmenten, basierend auf den Auftragseingängen in Stück.

Der Vorstand verfolgt die Entwicklung der vorgenannten Kennzahlen im Rahmen eines regelmäßigen Berichtswesens. Anhand einer kontinuierlichen Soll-Ist-Betrachtung werden bei wesentlichen Abweichungen entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Um mögliche künftige Unternehmensentwicklungen frühzeitig zu erkennen und eine weitere Grundlage für geschäftspolitische Entscheidungen zu haben, werden die Veränderungen verschiedener Frühindikatoren beobachtet und analysiert.

Vorrangig sind dies Prognosen von Wirtschaftsexperten zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in den Kernmärkten von Jungheinrich, Indizes zur Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Industrie, Auftragseingang nach Stückzahlen sowie der Auftragsbestand.

Einkaufsvolumen erreicht mehr als 2 Mrd. €

Das Einkaufsvolumen des Jungheinrich-Konzerns belief sich im Jahr 2017 auf 2.175 Mio. € (Vorjahr: 1.885 Mio. €) und gliederte sich in:

  • Produktionsmaterial inklusive
  • Nachserienmaterial,
  • Handelsware,
  • indirektes Material und Dienstleistungen.

Grundsätzlich werden sämtliche Bedarfe über das konzernweite Warengruppenmanagement gesteuert. Dabei gewährleistet eine langfristig angelegte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Einkaufsstrategie kostenoptimale Einkaufskonditionen. Der Einsatz eines fundierten Cost Engineerings und eine ganzheitliche Kostenbetrachtung untermauern diesen Ansatz. Eine konsequente, funktionsübergreifende Zusammenarbeit bei allen Entwicklungs- und Beschaffungsprozessen sichert darüber hinaus die Realisierung von Einsparpotenzialen über die gesamte Wertschöpfungskette.

Etwas mehr als 90 Prozent des Einkaufsvolumens entfielen 2017 auf Europa. Dies ist zum einen auf die starke Präsenz des Unternehmens in dieser Region zurückzuführen. Zum anderen befinden sich sieben von zehn Produktionsstandorten in Deutschland.

Die umsatzstärksten Warengruppen waren Batterien mit 246 Mio. € (Vorjahr: 196 Mio. €), Lagereinrichtungen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 116 Mio. €), Stahlbaugruppen mit 125 Mio. € (Vorjahr: 114 Mio. €), elektrische Antriebsstränge mit 115 Mio. € (Vorjahr: 112 Mio. €) sowie externe Dienstleistungen mit 111 Mio. € (Vorjahr: 104 Mio. €).

Insbesondere die Warengruppen Batterien und Lagereinrichtungen verzeichneten überproportionale Steigerungen. Dies ist das Ergebnis der strategischen Ausrichtung des Unternehmens hinsichtlich des Zukunftstrends Elektromobilität und der Positionierung als ganzheitlicher Lösungsanbieter für Logistiksysteme.

Aufteilung Einkaufsvolumen 2017

Grundlagen des Konzerns

Forschung und Entwicklung

Jungheinrich hat im Berichtsjahr seine Forschungsund Entwicklungsaktivitäten erneut ausgebaut. Dabei lag der Fokus auf der weiteren Teil- und Vollautomatisierung von Fahrzeugen, der Fortsetzung der technischen Optimierung der Lithium-Ionen-Technologie für den Einsatz in Flurförderzeugen sowie dem Ausbau der Produktvarianz. Mit der Teilautomatisierung können Assistenzsysteme angeboten werden, welche die Produktivität und Sicherheit im Fahrzeugeinsatz deutlich erhöhen.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Mio. €

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) – einschließlich der Inanspruchnahme von Leistungen Dritter – sind mit 77 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (62 Mio. €) erneut gestiegen. Dies entspricht 5,3 Prozent (Vorjahr: 4,9 Prozent) des F&E-relevanten Umsatzes mit Neufahrzeugen. Die F&E-Ausgaben beinhalten im Wesentlichen Eigenleistungen. Der Bereich F&E wurde 2017 auch personell weiter verstärkt: Konzernweit waren hier durchschnittlich 538 (Vorjahr: 458) Mitarbeiter tätig.

Spezialist für Lithium-Ionen-Batterien

Jungheinrich ist der Intralogistikanbieter mit großer Erfahrung im Hinblick auf die Lithium-Ionen-Technologie. Bereits 2011 hat das Unternehmen das erste serienmäßige Flurförderzeug mit dieser Technologie auf den Markt gebracht und auf die eigene Entwicklung und Fertigung der Intelligenz der Batterie – das Batteriemanagementsystem – gesetzt. Mit dieser Erfahrung konnte Jungheinrich 2017 das Portfolio der angebotenen Lithium-Ionen-Batterien auf alle Spannungs- und Leistungsklassen erweitern und somit vielfältige attraktive Verkaufs- und Mietangebote realisieren. Inzwischen stehen für fast alle Fahrzeugbaureihen passende Lithium-Ionen-Batterien und die dazugehörige Ladetechnik zu Verfügung. Die Sicherheit und Langlebigkeit dieser Antriebstechnologie unterstreicht Jungheinrich mit einer Garantie auf Lithium-Ionen-Batterien von fünf Jahren beziehungsweise 10.000 Betriebsstunden.

Ein Highlight 2017 war die Einführung einer neuen Reihe von Hochfrequenz-Ladegeräten. Die neuen Ladegeräte erhöhen die Energieeffizienz beim Laden der Batterien erheblich und sind zudem auf zukünftige Erfordernisse im digital vernetzten Zeitalter, wie dem Anschluss an das Internet, vorbereitet. Zusätzlich erfüllen diese Ladegeräte bereits heute die Anforderungen, welche durch die Lithium-Ionen-Technologie an die Ladetechnik gestellt werden. Dazu zählen beispielsweise die Steuerbarkeit der Ladezeiträume, Zwischenladungen mit hohen Stromstärken und die Kommunikation mit der Batterie.

Forschung und Entwicklung

in Mio. € 2017 2016 Veränd. %
F&E-Ausgaben gesamt 77 62 24,2
davon aktivierte Entwicklungsausgaben 21 15 40,0
Aktivierungsquote 27 % 24 %
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsausgaben 13 9 44,4
F&E-Kosten (GuV) 68 56 21,4
F&E-Ausgaben/Umsatz mit Neufahrzeugen 5,3 % 4,9 %
Ø F&E-Mitarbeiter (in FTE) 538 458 17,5
Anzahl angemeldeter Schutzrechte 99 117 –15,4
Anzahl erteilter Patente 80 88 –9,1

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Vielfältige Produktentwicklungen und erfolgreiche Neueinführungen

Bereits auf der CeMAT 2016 wurde das Assistenzsystem easyPILOT vorgestellt, das im Einsatz mit dem ECE-Horizontal-Kommissionierer die manuelle Auftragsbearbeitung unterstützt und zu einer signifikanten Verbesserung der Pickleistung bei gleichzeitiger Entlastung des Fahrers führt. Die neu entwickelte Zusatzfunktion easyPILOT Follow steigert die Produktivität im Kommissionierprozess weiter: Das Fahrzeug folgt dem Bediener nun automatisch und erkennt, abhängig von der Position des Bedieners, die Regalseite zum Kommissionieren. Dies spart während des Kommissioniervorganges Zeit und reduziert die Bedienschritte sowie die Fehleranfälligkeit im Pickprozess.

Ein anderer Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2017 war der Abschluss der Entwicklung einer neuen Niederhubbaureihe. Im Jahresverlauf wurden verschiedene neue Geräte der Baureihen EJE und ERE eingeführt, die in ihrer Produktkategorie jeweils Standards setzen.

Der Launch des 28-Tonnen-Schleppers EZS 7280 war im Berichtsjahr ebenfalls von großer Bedeutung. Dieses neu entwickelte Fahrzeug hebt sich durch seine Leistungsfähigkeit und seine besonders ausgefeilte Ergonomie deutlich von Wettbewerbsfahrzeugen ab. Jungheinrich konnte seine Kunden mit dieser Geräteeinführung begeistern und in dieser wichtigen Fahrzeugklasse einen neuen Benchmark setzen.

Mit dem Schlepper EZS 350a hat Jungheinrich darüber hinaus das Programm der Fahrerlosen Transportsysteme (FTS) um ein weiteres Fahrzeug ergänzt. Der EZS 350a wurde mit den seit 2012 bewährten und ständig verbesserten Automatikkomponenten der Jungheinrich-FTS-Reihe ausgestattet.

Weiterhin wurde im Berichtsjahr die Baureihe 4 des Hochregalstaplers EKX eingeführt. Diese verfügt über alle Vorteile, die bereits im Rahmen der 5er-Baureihe realisiert wurden: größere Tragkraft durch Verwendung höherfester und damit leichterer Stähle in der Fahrerkabine, bis zu 16 Prozent höhere Umschlagsleistung durch optionale Schwingungsdämpfung des Fahrzeuges sowie längere Einsatzdauer bei gleicher Batteriegröße. Mit diesen Verbesserungen kann jetzt auch für dieses Fahrzeug die 2Shifts1Charge-Garantie angeboten werden. Damit garantiert Jungheinrich, dass ein Stapler zwei Schichten mit nur einer Batterieladung – ohne Batteriewechsel und ohne Zwischenladung – fahren kann.

Dass die Produkte von Jungheinrich nicht nur technologisch, sondern auch mit Blick auf das Fahrzeugdesign führend sind, wurde 2017 durch verschiedene Awards erneut bestätigt. So erhielten der ERE und der ECE den renommierten German Design Award. Weitere Produkte, darunter der Hochregalstapler EKX 516, wurden mit dem Red Dot Design Award und dem iF Design Award ausgezeichnet.

Grundlagen des Konzerns

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der regionale Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von Jungheinrich ist Europa. Außerhalb Europas liegt der Fokus auf der Region Asien-Pazifik und den USA. Zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung in diesen Regionen kommt dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt (BIP) als wesentlichem Wirtschaftsindikator eine wichtige Rolle zu. Auf Europa entfällt rund ein Drittel der globalen Nachfrage nach Flurförderzeugen, entsprechend bedeutsam ist die wirtschaftliche Entwicklung in den europäischen Mitgliedsstaaten.

Weltwirtschaft wächst ordentlich

Die Weltwirtschaft verzeichnete 2017 ein ordentliches Wachstum. Der BIP-Anstieg in den USA und im Euroraum fiel dabei spürbar höher aus als im Jahr zuvor. Die chinesische Wirtschaft verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine ähnliche konjunkturelle Dynamik.

Wachstumsraten für ausgewählte Wirtschaftsregionen

Bruttoinlandsprodukt in % 2017 2016
Welt 3,7 3,2
USA 2,3 1,5
China 6,8 6,7
Eurozone 2,4 1,8
Deutschland 2,5 1,9

Quelle: Internationaler Währungsfonds

(Stand: Januar 2018 mit aktualisierten Vorjahresangaben)

Trotz der Belastungen durch die Vorbereitungen für den beschlossenen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wies die Eurozone im Berichtsjahr mit einem Anstieg des BIP um 2,4 Prozent (Vorjahr: 1,8 Prozent) ein robustes Wachstum auf. Positive Impulse gingen von der anhaltend expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank aus. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete 2017 eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung (2,5 Prozent; Vorjahr: 1,9 Prozent). Die Wirtschaft Frankreichs wuchs mit 1,8 Prozent stärker als 2016 (1,2 Prozent). Italien erreichte im Berichtsjahr mit 1,6 Prozent eine merklich höhere Wachstumsrate als im Vorjahr (0,9 Prozent), während die konjunkturelle Dynamik in Großbritannien mit einem Anstieg des BIP um 1,7 Prozent etwas geringer ausfiel (Vorjahr: 1,9 Prozent). In diesen vier Ländern erwirtschaftet Jungheinrich rund die Hälfte des Konzernumsatzes. Die Wirtschaftsleistung Russlands stieg 2017 um 1,8 Prozent, während sie im Vorjahr noch um 0,2 Prozent gesunken war. In Polen erhöhte sich das BIP um 3,8 Prozent und damit spürbar stärker als 2016 (2,6 Prozent).

Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge legt deutlich zu

Der Weltmarkt für Flurförderzeuge wies 2017 mit 18 Prozent beziehungsweise 213 Tsd. Flurförderzeugen ein sehr starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Die Hälfte davon war auf die extrem starke Nachfrage im chinesischen Markt zurückzuführen, die um 39 Prozent kletterte. Hier waren insbesondere die stark gestiegenen Bestellungen für verbrennungsmotorische Gegengewichtsstapler von Bedeutung. Ohne Berücksichtigung von China wuchs der Weltmarkt um 12 Prozent. Auch der gute Anstieg des Marktvolumens in Nordamerika um 11 Prozent war zu etwas mehr als 50 Prozent auf die höhere Nachfrage nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb zurückzuführen.

In Europa, dem Kernmarkt für Jungheinrich, legte die Nachfrage um 12 Prozent zu, mit einem Plus von 10 Prozent in Westeuropa und 20 Prozent in Osteuropa. Mit 470 Tsd. Fahrzeugen wurde damit der Höchststand des Jahres 2007 vor Ausbruch der Finanzkrise um 14 Prozent übertroffen. Die größten Märkte in Westeuropa sind Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. In Osteuropa setzte der russische Markt nach dem starken Einbruch in den Jahren 2014 und 2015 und einem sehr starken Nachfrageanstieg im Jahr 2016 (plus 37 Prozent) seinen Wachstumskurs im Berichtsjahr mit einem Zuwachs von 17 Prozent fort. Nach Polen, wo das

Weltmarkt Flurförderzeuge 2017 nach Regionen

Wirtschaftsbericht

Auftragseingang in Tsd. Stück

2017 2016 Veränd. %
Welt 1.395 1.182 18,0
Europa 470 421 11,6
davon Osteuropa 77 64 20,3
Asien 568 444 27,9
davon China 378 272 39,0
Nordamerika 267 241 10,8
Übrige Regionen 90 76 18,4

Quellen: WITS (World Industrial Truck Statistics),

SIMHEM (Society of Indian Materials Handling Equipment Manufacturers)

Marktvolumen im Berichtsjahr mit einem Plus von 29 Prozent sehr stark zugelegt hat, ist Russland der zweitgrößte Markt in der Region, gefolgt von Tschechien. Der weltweite Anstieg der Nachfrage im Produktsegment Lagertechnik betrug 17 Prozent, das entspricht fast 91 Tsd. Flurförderzeugen. Davon entfielen 46 Prozent auf Asien, mit Schwerpunkt China, gefolgt von Europa. Dieser Region waren 36 Prozent der Erhöhung zuzurechnen. Das um 14 Prozent höhere Weltmarktvolumen für elektromotorische Gegengewichtsstapler wurde neben der stark gestiegenen Nachfrage in Europa (plus 15 Prozent) auch von deutlich höheren Bestellungen in China (plus 31 Prozent) getragen. Zwar war der weltweite Anstieg der Nachfrage nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb um 21 Prozent zu rund zwei Dritteln auf die merklich gestiegenen Bestellungen in China zurückzuführen, jedoch verliert das Produktsegment der verbrennungsmotorischen Stapler sukzessive Marktanteile. Betrug 2007 der globale Marktanteil noch 45 Prozent des Gesamtmarktes für Flurförderzeuge, so lag er 2017 nur noch bei 39 Prozent. In Europa belief sich der Anteil der verbrennungsmotorischen Gegengewichtsstapler am Gesamtmarkt nur noch auf 15 Prozent. Vor 10 Jahren lag dieser noch bei 28 Prozent.

1.395 1.182 2017 2016 621 530 774 652

Marktvolumen nach Produktsegmenten (Welt)

Lagertechnische Geräte Gegengewichtsstapler

Quellen: WITS (World Industrial Truck Statistics),

Auftragseingang in Tsd. Stück

SIMHEM (Society of Indian Materials Handling Equipment Manufacturers)

Marktvolumen nach Produktsegmenten (Europa) Auftragseingang in Tsd. Stück

Quelle: WITS (World Industrial Truck Statistics)

1) Zwischenbericht zum 30. Juni 2017 2)Quartalsmitteilung zum 30. September 2017

Ziel-Ist-Vergleich

Schmalganglagern.

Prognose
März 2017 August 20171) November 20172) Ist 2017
Auftragseingang in Mrd. € 3,4 bis 3,5 3,45 bis 3,55 3,56
Umsatz in Mrd. € 3,3 bis 3,4 3,35 bis 3,45 3,44
EBIT in Mio. € 250 bis 260 am oberen Ende der Spanne von 250 bis 260 259
EBIT-ROS in % Größenordnung des Vorjahres (7,6) 7,5
EBT in Mio. € 230 bis 245 235 bis 245 243
EBT-ROS in % Größenordnung des Vorjahres (7,0) 7,1
Nettoguthaben in Mio. € mittlerer zweistelliger
Millionen-Euro-Bereich
–7,0
ROCE in % Größenordnung des Vorjahres (17,8) 17,3
Marktanteil Europa in % leichte Verbesserung gegenüber 2016 (21,6) 21,5

Das Geschäftsjahr 2017 war vor dem Hintergrund einer guten Gesamtmarktlage ein sehr erfolgreiches Jahr. Auftragseingang, Produktion, Umsatz, EBIT und EBT sowie das Ergebnis nach Steuern stiegen auf neue Höchstwerte. Das Produktionsvolumen übertraf mit 120 Tsd. Fahrzeugen das Vorjahr um 13 Prozent. Der Auftragseingang in Stück überstieg das Vorjahr ebenfalls um 13 Prozent und erreichte in einem nach wie vor herausfordernden Wettbewerbsumfeld 123 Tsd. Fahrzeuge. Unsere Mietflotte haben wir weiter stark ausgebaut. Sie umfasst zum Berichtsjahresende rund 60 Tsd. Flurförderzeuge. Der Auftragsbestand in Höhe von 692 Mio. € zum Jahresende 2017 ist eine gute Basis für das geplante Wachstum im angelaufenen Geschäftsjahr.

Neben der guten operativen Leistung ist der Jungheinrich-Konzern im Berichtsjahr auch strategisch vorangekommen. Als einzigem Hersteller, der Fahrzeuge, Energiespeicher und Ladesysteme aus einer Hand anbietet, waren bei Jungheinrich ab 2017 fast alle Neufahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien erhältlich. Außerdem konnte ein Großauftrag über mehr als 1.000 Lithium-Ionen-Fahrzeuge gewonnen werden – die größte Fahrzeugbestellung in der 65-jährigen Firmengeschichte. Bei mehr als 700 der bestellten Flurförderzeuge handelt es sich um große Vertikal-Kommissionierer für den Einsatz in

Mit dem Erwerb des Händlergeschäftes in Kolumbien, Peru und Ecuador Mitte Januar 2018 haben wir unsere weltweite Präsenz im Direktvertrieb auf

erstes volles Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit unserem Partner vor Ort entwickelt sich gut. In Nordamerika haben MCFA und Jungheinrich ihre

Marktes.

bestehende strategische Partnerschaft durch das Joint Venture ICOTEX für die Produktion von Industriekomponenten ausgebaut. MCFA stellt in den USA bereits seit einigen Jahren von Jungheinrich entwickelte Flurförderzeuge her.

39 Länder verstärkt. Auf die drei vorgenannten Länder entfallen 12 Prozent des südamerikanischen

Das Joint Venture mit Heli für die Vermietung von Fahrzeugen im chinesischen Markt hat 2017 sein

Das Fälligkeitsprofil der langfristigen Kreditverbindlichkeiten konnten wir durch die erfolgreiche Platzierung eines zweiten Schuldscheindarlehens über 100 Mio. € mit langfristig günstigen Finanzierungskonditionen weiter optimieren.

Insgesamt beurteilen wir die Finanz- und Bilanzrelationen des Jungheinrich-Konzerns als sehr solide. Der Konzern verfügt über die erforderlichen finanziellen Grundlagen, um das geplante Wachstum zu finanzieren und langfristig fortzuführen.

Der Jungheinrich-Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2017 bezüglich Auftragseingang und Umsatz besser entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen. Der wertmäßige Auftragseingang übertraf mit 3,56 Mrd. € den oberen Wert des prognostizierten Korridors um 10 Mio. €. Der Umsatz lag mit 3,44 Mrd. € am oberen Ende der erwarteten Spanne. Für beide

Gesamtaussage des Vorstandes und Zielerreichung

Wirtschaftsbericht

Kennzahlen hatten wir zum Halbjahresbericht im August 2017 einen gegenüber der ersten Prognose im März 2017 nach oben angepassten Korridor veröffentlicht. Grund dafür war die unerwartet stark gestiegene Flurförderzeugnachfrage über den gesamten Jahresverlauf hinweg, insbesondere in Jungheinrichs Kernmarkt Europa.

Bei der Beurteilung der Ergebnisgrößen ist zu berücksichtigen, dass 2016 ein positiver Einmaleffekt aus der Endkonsolidierung der Boss Manufacturing Ltd., Großbritannien, in Höhe von 4,7 Mio. € enthalten war. Das berichtete EBIT für 2017 erreichte den oberen Rand der Bandbreite, die wir mit der Anhebung der Prognose im August 2017 kommuniziert haben. Die angestrebte EBIT-Rendite von 7,6 Prozent wurde mit 7,5 Prozent nur knapp unterschritten. Entgegen der Einschätzung im November 2017 wurde aufgrund des starken Ausbaus der Mietflotte zum Jahresende eine geringe Nettoverschuldung von 7 Mio. € ausgewiesen.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Auftragseingang in Wert und Stück steigt zweistellig

Der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich der für Mietgeräte enthält, lag mit 123 Tsd. Fahrzeugen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert (109 Tsd. Fahrzeuge). Ausschlaggebend hierfür war die stark gestiegene Nachfrage, insbesondere in Europa. Die Fahrzeugbestellungen für die Mietflotte entwickelten sich überproportional. Insgesamt konnte Jungheinrich den Marktanteil in Europa mit 21,5 Prozent (Vorjahr: 21,6 Prozent) festigen. Weltweit lag der Marktanteil bei 8,7 Prozent (Vorjahr: 9,1 Prozent).

Der wertmäßige Auftragseingang, der die Geschäftsfelder Neugeschäft, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst umfasst, übertraf mit 3.560 Mio. € den Vorjahreswert (3.220 Mio. €) um 11 Prozent beziehungsweise 340 Mio. €. Rund ein Viertel davon war auf die höhere Nachfrage nach Logistiksystemlösungen zurückzuführen.

Der Auftragsbestand des Neugeschäftes zum 31. Dezember 2017 belief sich auf 692 Mio. € (Vorjahr: 610 Mio. €). Die Auftragsreichweite lag damit bei vier Monaten.

Produktion übertrifft 120 Tsd. Fahrzeuge

Das Produktionsvolumen folgt zeitversetzt der Entwicklung des Auftragseinganges. Im Berichtszeitraum übertrafen die Produktionsstückzahlen mit 120 Tsd. Fahrzeugen den Vorjahreswert von 106 Tsd. Fahrzeugen um 13 Prozent. Der Anstieg des Produktionsvolumens ist vorrangig auf die Steigerung der Stückzahlen bei den lagertechnischen Geräten zurückzuführen. Sie sind mit einem Anteil von 80 Prozent am Gesamtproduktionsvolumen das größte Produktsegment des Unternehmens. Die Produktion im Werk in Qingpu lag 2017 bei 12,8 Tsd. Fahrzeugen (Vorjahr: 6,3 Tsd. Fahrzeuge). Rund zwei Drittel der produzierten Geräte des chinesischen Werkes werden inzwischen lokal entwickelt und nach Europa exportiert. Im Werk in Degernpoint konnte die Produktion von Systemgeräten um 20 Prozent auf fast 3,4 Tsd. Fahrzeuge ausgeweitet werden.

Produktion in Stück

Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG 55

Wirtschaftsbericht

Umsatzerlöse 2017 nach Regionen

Konzernumsatz erreicht Spitzenwert

Der Konzernumsatz übertraf das Vorjahr (3.085 Mio. €) um 11 Prozent beziehungsweise 350 Mio. € und erreichte mit 3.435 Mio. € einen Spitzenwert. Auf Europa entfielen 88 Prozent (Vorjahr: 87 Prozent) der Umsatzerlöse. Dort wurden die Zuwächse von Steigerungen in Deutschland, Frankreich, Russland und Italien getragen. Die Auslandsumsätze legten um 11 Prozent auf 2.584 Mio. € (Vorjahr: 2.332 Mio. €) zu, entsprechend lag die Auslandsquote bei 75 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent).

Die Umsatzerlöse außerhalb Europas erreichten 415 Mio. € (Vorjahr: 403 Mio. €). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). Der Vorjahresumsatz enthielt einen Sondereffekt aus der Einbringung der Mietgeräte der chinesischen Jungheinrich-Vertriebsgesellschaft in das Joint Venture mit Heli (operativer Start im 2. Quartal 2016). Auf vergleichbarer Basis wären die Umsätze außerhalb Europas um 9 Prozent gestiegen und deren Anteil am Konzernumsatz mit 12 Prozent stabil geblieben.

Das Umsatzwachstum im Konzern wurde vor allem vom Neugeschäft getragen, dessen Umsatzbeitrag deutlich überproportional von 1.763 Mio. € im Vorjahr um 19 Prozent auf 2.099 Mio. € im Berichtsjahr stieg. Die Umsatzerlöse im Neugeschäft enthielten 581 Mio. € (Vorjahr: 441 Mio. €) aus der Sparte "Logistiksysteme" und 84 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €) aus der Sparte "Versandhandel". Das außerordentlich starke Wachstum im Logistiksystemgeschäft von mehr als 30 Prozent war unter anderem getrieben von der Realisierung zweier Großaufträge. Der Versandhandel expandierte um 24 Prozent. Das Mietund Gebrauchtgerätegeschäft wuchs insgesamt um 14 Mio. € beziehungsweise 3 Prozent auf 570 Mio. € (Vorjahr: 556 Mio. €). Im Vorjahr hatte die Einbringung der Mietgeräte der chinesischen Vertriebsgesellschaft in das Joint Venture mit Heli zu einem einmaligen Umsatzbeitrag im Geschäftsfeld Miete und Gebrauchtgeräte geführt. Auf vergleichbarer Basis wäre dieses Geschäftsfeld um 7 Prozent gewachsen. Außerdem machte sich der Ausbau der Mietflotte um durchschnittlich 4 Tsd. Fahrzeuge auf

Umsatzaufteilung

in Mio. € 2017 2016 Veränd. %
Neugeschäft 2.099 1.763 19,1
Miete und Gebrauchtgeräte 570 556 2,5
Kundendienst 923 852 8,3
Segment "Intralogistik" 3.592 3.171 13,3
Segment "Finanzdienstleistungen" 840 737 14,0
Überleitung –997 –823 21,1
Jungheinrich-Konzern 3.435 3.085 11,3

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

57 Tsd. Fahrzeuge (Vorjahr: 53 Tsd. Fahrzeuge) bemerkbar. Der Kundendienstumsatz erhöhte sich um 8 Prozent auf 923 Mio. € (Vorjahr: 852 Mio. €) und wies damit erneut ein sehr starkes Wachstum auf. Der Anteil des Kundendienstes am Konzernumsatz betrug 27 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent). Das Finanzdienstleistungsgeschäft übertraf mit einem Umsatz von 840 Mio. € den Vorjahreswert (737 Mio. €) um 14 Prozent.

Ordentliche Ergebnisentwicklung

Die gute Auslastung der Werke und das erneut starke Wachstum im Kundendienst führten zu einer Steigerung des Bruttoergebnisses um 76 Mio. € auf 1.028 Mio. € (Vorjahr: 952 Mio. €). Die Bruttomarge blieb allerdings mit 29,9 Prozent hinter dem Vorjahreswert (30,9 Prozent) zurück. Sie wurde vor allem durch die gestiegenen Umsatzanteile des margenschwächeren Neugeschäftes beeinflusst. Sowohl umfangreiche strategische Aufträge mit ausgewählten Großkunden als auch der Anstieg der Rohstoffpreise wirkten sich im Berichtszeitraum belastend aus.

in Mio. € 2017 2016 Veränd. %
Umsatzkosten 2.407 2.133 12,8
Vertriebskosten 609 584 4,3
Forschungs- und
Entwicklungs
kosten
68 56 21,4
Allgemeine Ver
waltungskosten
95 89 6,7

Kostenstruktur (GuV)

Die Vertriebskosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich unterproportional zum Umsatzwachstum. Dabei führte der moderate Aufbau von Fachberatern zu einem relativ geringen Anstieg der Personalaufwendungen. Der Anteil der Vertriebskosten am Konzernumsatz betrug nach 18,9 Prozent im Vorjahr nunmehr 17,7 Prozent.

Der Anteil der Verwaltungskosten am Konzernumsatz verblieb mit 2,8 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Das EBIT erhöhte sich um 24 Mio. € beziehungsweise 10 Prozent auf 259 Mio. € (Vorjahr: 235 Mio. €). Das Vorjahr enthielt einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 4,7 Mio. €, der sich aus der Endkonsolidierung der Boss Manufacturing Ltd., Großbritannien, ergab. Die EBIT-Rendite erreichte mit 7,5 Prozent nicht ganz das Niveau des Vorjahres (7,6 Prozent).

Im Jahr 2017 betrug der ROCE 17,3 Prozent (Vorjahr: 17,8 Prozent).

Das Finanzergebnis erreichte mit minus 15 Mio. € (Vorjahr: minus 19 Mio. €) einen deutlich besseren Wert. Ursache hierfür waren im Wesentlichen erhöhte Ergebnisse aus derivativen Finanzinstrumenten und geringere Aufwendungen aus Währungsdifferenzen. Das EBT lag mit 243 Mio. € um 13 Prozent über dem Vorjahr (216 Mio. €). Die EBT-Rendite erreichte 7,1 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent).

Trotz des spürbar gestiegenen EBT verblieb die Ertragsteuerbelastung mit 61 Mio. € auf dem Wert des Vorjahres. Die Konzernsteuerquote sank auf 25 Prozent nach 28 Prozent im Vorjahr. Hauptursache waren Steuerentlastungen in Italien und Frankreich im Geschäftsjahr 2017. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 28 Mio. € beziehungsweise 18 Prozent auf 182 Mio. € (Vorjahr: 154 Mio. €) und das Ergebnis je Vorzugsaktie entsprechend auf 1,80 € (Vorjahr: 1,52 €).

Wirtschaftsbericht

Aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung schlägt der Vorstand der Jungheinrich AG vor, eine gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Dividende in Höhe von 0,48 € je Stammaktie (Vorjahr: 0,42 €) und 0,50 € je Vorzugsaktie (Vorjahr: 0,44 €) auszuschütten. Aus dem Dividendenvorschlag ergeben sich eine Gesamtausschüttung in Höhe von 50 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) und eine Ausschüttungsquote von 28 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). Jungheinrich verfolgt grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen. Ziel ist es, zwischen 25 Prozent und 30 Prozent des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre auszuschütten.

Finanz- und Vermögenslage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Als Konzernobergesellschaft trägt die Jungheinrich AG die Verantwortung für das Finanzmanagement des Konzerns. Sie stellt die Verfügbarkeit ausreichender Finanzmittel zur Erfüllung der strategischen und operativen Finanzbedarfe sicher.

Das zentrale Treasury nimmt vor allem das Cashund Währungsmanagement wahr. Ziel ist es, die Konzerngesellschaften zins- und währungsoptimal mit Finanzmitteln zu versorgen und Zahlungsströme zu steuern. Die Beschaffung der notwendigen kurz-, mittel- und langfristigen finanziellen Mittel wird unter Ausschöpfung der Finanzierungsmöglichkeiten an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten sichergestellt.

Ein hoher Stellenwert kommt der Sicherung ausreichend hoher Liquiditätsreserven zu, um auch in konjunkturell schwierigen Zeiten jederzeit in der Lage zu sein, die erforderlichen strategischen Maßnahmen umzusetzen und die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns zu gewährleisten.

Für die überschüssige Liquidität wird eine konservative Anlagepolitik verfolgt. Diese ist nicht auf Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern auf den Erhalt der Vermögenswerte.

Zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft wird ein zentrales Working Capital Management eingesetzt, das die Optimierung und Standardisierung wesentlicher Prozesse und Systeme vorsieht.

Der Kapitalbedarf wird aus dem operativen Cashflow sowie durch die Aufnahme von kurz- und langfristigen Finanzierungen gedeckt. Zum 31. Dezember 2017 betrug die Höhe der zugesagten mittelfristigen Kreditrahmen 275 Mio. €. Diese werden ergänzt durch kurzfristige, bilaterale Kreditlinien bei einzelnen ausländischen Tochtergesellschaften.

Kapitalstruktur

in Mio. € 31.12.2017 31.12.2016 Veränd. %
Eigenkapital 1.244 1.114 11,7
Langfristige Schulden 1.611 1.413 14,0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 220 223 –1,3
Finanzverbindlichkeiten 299 216 38,4
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 946 820 15,4
Übrige Schulden 146 154 –5,2
Kurzfristige Schulden 1.274 1.116 14,2
Übrige Rückstellungen 188 186 1,1
Finanzverbindlichkeiten 151 104 45,2
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 369 335 10,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 367 287 27,9
Übrige Schulden 199 204 –2,5
Bilanzsumme 4.130 3.643 13,4

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Im Berichtsjahr wurde ein zweites Schuldscheindarlehen über 100 Mio. € mit langfristig günstigen Finanzierungskonditionen erfolgreich platziert. Damit konnte das Fälligkeitsprofil der langfristigen Kreditverbindlichkeiten weiter optimiert werden. Der Mittelzufluss erfolgte im Oktober 2017. Das Schuldscheindarlehen besteht aus mehreren unterschiedlich großen Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren und wird durchschnittlich mit 1,2 Prozent p.a. verzinst.

Sämtliche Kreditrahmen- und Schuldscheindarlehensverträge enthalten keine Financial Covenants.

Solide Finanzlage und Kapitalstruktur

Mit 443 Mio. € lagen die liquiden Mittel und Wertpapiere zum Jahresende 2017 deutlich über dem Niveau des Vorjahres (375 Mio. €). Der Konzern wies im Berichtsjahr dennoch eine geringe Nettoverschuldung in Höhe von 7 Mio. € (Vorjahr: Nettoguthaben 56 Mio. €) aus. Hintergrund waren insbesondere der wachstumsbedingte Aufbau von Working Capital und der Ausbau der Mietflotte. Der Verschuldungsgrad als Relation von Nettoverschuldung und EBITDA lag damit sehr knapp über null. Das zugrunde liegende EBITDA wurde dabei um die Abschreibungen auf Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen bereinigt und verbesserte sich infolge der positiven Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr auf 439 Mio. € (Vorjahr: 398 Mio. €).

Wesentlicher Einflussfaktor für den Anstieg des Eigenkapitals um 130 Mio. € war die gute Ertragsentwicklung. Dieser stand hauptsächlich die Dividendenausschüttung in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) gegenüber. Die Eigenkapitalquote blieb mit 30 Prozent ähnlich hoch wie im Vorjahr (31 Prozent). Bereinigt um sämtliche Einflüsse des Segmentes "Finanzdienstleistungen" ergibt sich wie im Vorjahr eine auf das Segment "Intralogistik" bezogene Eigenkapitalquote in Höhe von 48 Prozent.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sanken um 3 Mio. € auf 220 Mio. € (Vorjahr: 223 Mio. €). Maßgeblich hierfür waren vor allem die aufgrund des leicht erhöhten Diskontierungszinssatzes positiven Effekte aus der Bewertung der deutschen Pensionspläne zum Bilanzstichtag. Der Anstieg der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 320 Mio. € auf 450 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus der Aufnahme eines zweiten Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio. € im Oktober 2017. Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen lagen aufgrund der deutlichen Erhöhung der Finanzierung von neuen Verträgen mit 1.315 Mio. € um 160 Mio. € über dem Wert am 31. Dezember 2016 (1.155 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erreichten aufgrund der Geschäftsausweitung einen um 80 Mio. € höheren Wert als im Vorjahr.

Wirtschaftsbericht

Kapitalflussrechnung

in Mio. € 2017 2016
Ergebnis nach Steuern 182 154
Abschreibungen 285 254
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen)
sowie der Forderungen aus Finanzdienstleistungen
–458 –298
Veränderung der Verbindlichkeiten aus der Finanzierung
von Mietgeräten und Finanzdienstleistungen
148 101
Veränderung aus Working Capital –69 –100
Sonstige Veränderungen –18 31
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 70 142
Cashflow aus der Investitionstätigkeit1) –107 –100
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 101 –59
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes1) 64 –17

1) exklusive Saldo aus Auszahlungen für den Erwerb/Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von minus 8 Mio. € (Vorjahr: plus 20 Mio. €)

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit durch hohe Zugänge von Mietgeräten und Finanzdienstleistungen geprägt

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erreichte mit 70 Mio. € ein spürbar niedrigeres Niveau als im Vorjahr (142 Mio. €). Der Rückgang des Cashflows war vor allem durch das deutlich höhere Zugangsvolumen für Miet- und Leasinggeräte sowie für Forderungen aus Finanzdienstleistungen geprägt. Unter Berücksichtigung der entsprechenden Zunahme der Finanzierung dieser Geräte resultierte hieraus ein gegenüber dem Vorjahr um 113 Mio. € höherer Mittelabfluss. Dieser konnte durch den um 59 Mio. € höheren Cashflow aus dem Ergebnis nach Steuern zuzüglich Abschreibungen nur gut zur Hälfte kompensiert werden. Entgegen der Entlastung im Vorjahr ergaben sich bei den sonstigen Veränderungen im Berichtsjahr negative Effekte für den Cashflow in Höhe von 18 Mio. €. Diesen Effekten stand eine Entlastung von 31 Mio. € in der Zunahme des Working Capital gegenüber, die hauptsächlich durch den geringeren Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestimmt war.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit wurde um die in dieser Position enthaltenen Auszahlungen für den Erwerb beziehungsweise Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von insgesamt minus 8 Mio. € (Vorjahr: plus 20 Mio. €) bereinigt. Der sich so ergebende Cashflow aus der Investitionstätigkeit von minus 107 Mio. € lag damit auf dem Niveau des Vorjahres-Cashflows, der neben den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auch nennenswerte Auszahlungen für Unternehmenskäufe enthielt.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug plus 101 Mio. € (Vorjahr: minus 59 Mio. €) und resultierte vor allem aus der Aufnahme eines zweiten Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio. € sowie eines weiteren langfristigen Darlehens in Höhe von 50 Mio. €. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) aus.

Bilanzsumme

in Mio. €

Lang- und kurzfristige Vermögenswerte nehmen zu

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen lagen aufgrund des gegenüber dem Vorjahr höheren Investitionsvolumens mit 604 Mio. € über dem Wert des Vorjahres (579 Mio. €).

Der Wert der Mietgeräte nahm vor dem Hintergrund des starken Ausbaus der Mietflotte um 49 Mio. € auf 375 Mio. € (Vorjahr: 326 Mio. €) zu.

Vermögensstruktur

in Mio. € 31.12.2017 31.12.2016 Veränd. %
Langfristige Vermögenswerte 2.259 2.016 12,1
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 604 579 4,3
Miet- und Leasinggeräte 823 721 14,1
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 649 537 20,9
Übrige Vermögenswerte (inkl. Finanzanlagen) 151 149 1,3
Wertpapiere 32 30 6,7
Kurzfristige Vermögenswerte 1.871 1.627 15,0
Vorräte 481 396 21,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 658 600 9,7
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 242 215 12,6
Übrige Vermögenswerte 79 71 11,3
Liquide Mittel und Wertpapiere 411 345 19,1
Bilanzsumme 4.130 3.643 13,4

Bedingt durch die Ausweitung des Finanzdienstleistungsgeschäftes stieg der Wert für Leasinggeräte um 53 Mio. € auf 448 Mio. € (Vorjahr: 395 Mio. €) sowie für die lang- und kurzfristigen Forderungen aus Finanzdienstleistungen um 139 Mio. € auf 891 Mio. € (Vorjahr: 752 Mio. €).

Die Vorräte erhöhten sich stichtagsbedingt um 85 Mio. € auf 481 Mio. € (Vorjahr: 396 Mio. €), wobei dem Aufbau der Fertigerzeugnisse, Waren und geleisteten Anzahlungen im Vertrieb in Höhe von 41 Mio. € vor allem noch nicht fakturierte Kundenaufträge zugrunde lagen. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erreichten aufgrund des gegenüber dem Vorjahr in den beiden letzten Monaten des Berichtszeitraumes gestiegenen Fakturierungsvolumens mit 658 Mio. € einen höheren Wert als im Vorjahr (600 Mio. €). Die liquiden Mittel und kurzfristigen Wertpapiere stiegen um 66 Mio. € auf 411 Mio. € (Vorjahr: 345 Mio. €).

Investitionen auf hohem Niveau

Jungheinrich führt regelmäßig Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen durch. Darüber hinaus investiert das Unternehmen in zukünftiges Wachstum und den Ausbau der Vertriebsinfrastruktur. Schwerpunkt im Berichtsjahr war die Erweiterung des Ersatzteilzentrums in Kaltenkirchen und der Hauptverwaltung in Hamburg. Das Bestellobligo für Investitionen ausschließlich in Sachanlagen betrug zum Bilanzstichtag 44 Mio. €. Die Finanzierung der Investitionen erfolgt mehrheitlich mit Fremdmitteln.

Investitionen

in Mio. €; Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben

Aufteilung Investitionen 2017

Wirtschaftsbericht

Kennzahlen Finanzdienstleistungen

in Mio. € 31.12.2017 31.12.2016 Veränd. %
Vertragszugang zum Neuwert1) 719 603 19,2
Vertragsbestand zum Neuwert 2.486 2.232 11,4
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 540 474 13,9
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 891 752 18,5
Eigenkapital 89 82 8,5
Schulden 1.650 1.413 16,8
Umsatz1) 840 737 14,0
EBIT1) 12 12

Wirtschaftsbericht

1) 01.01. – 31.12.

Finanzdienstleistungen

Finanzdienstleistungsgeschäft sichert langfristige Kundenbindung

Sämtliche Finanzdienstleistungsaktivitäten des Unternehmens sind im Segment "Finanzdienstleistungen" zusammengefasst. Mit individuellen Angeboten zur Nutzungsüberlassung und Absatzfinanzierung dienen die Finanzdienstleistungen der Absatzförderung von Fahrzeugen. Die angebotenen Finanzdienstleistungsverträge sind grundsätzlich mit einer Full--Service- oder Wartungsvereinbarung kombiniert. Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, den Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeuges zu betreuen und eine langfristige Kundenbindung sicherzustellen.

Sämtliche Chancen und Risiken, die aus Finanzdienstleistungsverträgen resultieren, werden mit Ausnahme des Ausfallrisikos von Kundenforderungen und des Refinanzierungsrisikos den operativen Vertriebseinheiten im Segment "Intralogistik" zugeordnet.

Jungheinrich ist in acht Ländern mit eigenen Finanzdienstleistungsgesellschaften vertreten, neben den europäischen Ländern Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und Österreich auch in Australien.

Die konzerneinheitliche Aufbau- und Ablauforganisation des Segmentes "Finanzdienstleistungen" gewährleistet eine Finanzierungsstruktur und -ausgestaltung mit leistungsstarken in- und ausländischen Banken. Mit der Refinanzierungsgesellschaft Elbe River Capital S.A., Luxemburg, können zudem Refinanzierungen am Kapitalmarkt realisiert werden. Das Volumen dieser Finanzierungsplattform belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 304 Mio. €.

Für die im Finanzdienstleistungsgeschäft eingesetzte Standardsoftware, im Wesentlichen SAP, erfolgte im Berichtsjahr ein Update aller Softwarekomponenten auf eine noch leistungsfähigere Version. Diese wurde bisher in den Ländern Deutschland, Österreich und Belgien implementiert. Durch die neue Software werden knapp 40 Tsd. Kundenverträge mit den unterschiedlichsten Vertragskonstellationen abgedeckt.

Laufzeit- und zinskongruente Refinanzierung

Jungheinrich-Gesellschaften schließen Finanzdienstleistungsverträge entweder direkt mit den Kunden oder indirekt über Leasinggesellschaften oder Banken (sogenannte Vendor-Verträge) ab. Direkt mit dem Kunden abgeschlossene Verträge werden entsprechend den IFRS-Bilanzierungsregeln entweder als Leasinggeräte ("Operating Leases") oder als Forderungen aus Finanzdienstleistungen ("Finance Leases") ausgewiesen. Die durchschnittliche Laufzeit der Finanzdienstleistungsverträge liegt bei fünf Jahren. Rund drei Viertel aller Verträge sind "Finance Lease"--Verträge. Die Refinanzierung dieser langfristigen Kundenverträge erfolgt laufzeit- und zinskongruent und wird unter den Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Die Zahlungseingänge aus den Kundenverträgen decken dabei mindestens die Refinanzierungszahlungen an die Kreditinstitute für dieses Geschäft. Für Vendor-Verträge werden Umsatzabgrenzungen, die aus bereits erzielten Verkaufserlösen mit einer zwischengeschalteten Leasinggesellschaft resultieren, unter den Rechnungsabgrenzungsposten vorgenommen.

42 Prozent der Neufahrzeuge über Finanzdienstleistungen vermarktet

Das Zugangsvolumen aus langfristigen Finanzdienstleistungsverträgen ist 2017 um 116 Mio. € gestiegen. Regional hervorzuheben sind Spanien und Frankreich mit einer Steigerung im wertmäßigen Zugangsvolumen von 40 Prozent beziehungsweise 39 Prozent. Auf die acht Länder mit Jungheinrich-eigenen Finanzdienstleistungsgesellschaften entfielen 73 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent) des Vertragszuganges.

Zum Jahresende 2017 lag der Vertragsbestand mit insgesamt 155 Tsd. Fahrzeugen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert (137 Tsd. Fahrzeuge). Dies entspricht einem Neuwert von 2.486 Mio. € (Vorjahr: 2.232 Mio. €).

Bezogen auf die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge wurden 42 Prozent (Vorjahr: 40 Prozent) über Finanzdienstleistungsverträge abgesetzt. Die Leasingquoten in einzelnen Ländern waren dabei unterschiedlich. In Italien und Norwegen verzeichnete Jungheinrich Leasingquoten bei Neufahrzeugen von mehr als 60 Prozent.

Mitarbeiter

Belegschaft weiter gewachsen

Im Berichtsjahr hat der Jungheinrich-Konzern seine Personalkapazität erweitert und dabei hauptsächlich den Vertrieb in Europa gestärkt. Am 31. Dezember 2017 waren 16.248 (Vorjahr: 15.010) Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg um 8 Prozent beziehungsweise 1.238 Beschäftigte. In Europa verzeichneten die Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Polen, Italien, Großbritannien und Frankreich die höchsten Mitarbeiterzugänge. Außerhalb Europas wurde insbesondere der Vertrieb in Brasilien personell verstärkt.

Wirtschaftsbericht

in Vollzeitäquivalenten; jeweils am 31.12.

Um flexibler auf Auslastungsschwankungen reagieren zu können, werden neben der Stammbelegschaft in den Werken auch Leiharbeitnehmer eingesetzt. Vor dem Hintergrund der merklich gestiegenen Produktionsstückzahlen im Berichtsjahr nahm die Zahl der Leiharbeitnehmer im Jahresdurchschnitt von 580 auf 632 zu. Am 31. Dezember 2017 waren 737 (Vorjahr: 623) Leiharbeitnehmer im Konzern beschäftigt.

Auf die Kundendienstorganisation entfielen wie im Jahr zuvor 43 Prozent der Belegschaft beziehungsweise 6.973 (Vorjahr: 6.495) Mitarbeiter. Davon waren weltweit 4.892 (Vorjahr: 4.584) Kundendiensttechniker im Einsatz. Dieser Kapazitätsausbau spiegelt die Bedeutung des margenstarken Servicegeschäftes wider.

Mitarbeiter 2017 nach Regionen

in Vollzeitäquivalenten

2017 2016 Veränd. %
Deutschland 6.962 6.511 6,9
Frankreich 1.116 1.063 5,0
Italien 957 895 6,9
Großbritannien 880 823 6,9
Polen 523 434 20,5
Russland 479 442 8,4
Übriges Europa 3.490 3.181 9,7
China 756 704 7,4
Übrige Länder 1.085 957 13,4
Gesamt 16.248 15.010 8,2

Betriebliche Ausbildung1)

1) Basis: 277 Auszubildende in Deutschland

Personelle Veränderungen

Dr. Oliver Lücke, Vorstand für das Ressort Technik der Jungheinrich AG, teilte dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates mit Schreiben vom 4. September 2017 mit, für eine Verlängerung seines Mandates über den 30. Juni 2018 hinaus nicht mehr zur Verfügung zu stehen, und schied mit Wirkung zum 31. Oktober 2017 aus dem Vorstand aus. Die Verantwortung für die einzelnen Funktionsbereiche des Vorstandsressorts Technik wird bis auf Weiteres durch die übrigen vier Vorstandsmitglieder wahrgenommen.

Ausbildung: Investition in die Zukunft

Zum 31. Dezember 2017 waren 446 (Vorjahr: 415) Auszubildende im Unternehmen beschäftigt, davon 277 (Vorjahr: 275) im Inland. In Deutschland bildet der Jungheinrich-Konzern in 18 Ausbildungsberufen aus. Darüber hinaus werden duale Studiengänge in Zusammenarbeit mit Hochschulen angeboten. Der Anteil der Auszubildenden in den dualen Studiengängen betrug 2017 – bezogen auf die Anzahl der Auszubildenden im Inland – 14 Prozent.

Soziale Kennzahlen

Die Fluktuation war im Berichtszeitraum mit 5,5 Prozent nach wie vor auf einem niedrigen Stand. Die Krankheitsquote der Mitarbeiter im Inland lag mit ebenfalls 5,5 Prozent auf dem branchenüblichen Niveau vergleichbarer Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Nordmetall. Die Frauenquote stieg von 19,6 Prozent auf 19,9 Prozent und übertraf damit erneut den Vergleichswert für die Maschinenbaubranche (Bundesagentur für Arbeit, 2016) von 16,6 Prozent.

Kennzahlen Mitarbeiter

2017 2016
Durchschnittsalter Jahre 41 41
Betriebszugehörigkeit Jahre 10 11
Fluktuation % 5,5 4,7
Krankheitsquote1) % 5,5 5,9
Meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle1)2) Anzahl 25 29
Frauenquote % 19,9 19,6

1) bezogen auf Mitarbeiter im Inland

2) bezogen auf 1.000 Mitarbeiter

Gesetzliche Angaben

Vergütungsbericht

Für das gesamte Jungheinrich-Management gilt das Prinzip der werteorientierten, auf nachhaltige Steigerung des Unternehmenserfolges ausgerichteten Unternehmensführung. Dieses Prinzip ist Grundlage der einzelnen Vergütungssysteme, die an den wesentlichen Konzernsteuerungsgrößen ausgerichtet sind. Hierbei handelt es sich um jeweils eine Wachstums-, Marktanteils- und Ergebniskomponente, wobei die Marktanteilskomponente für den Vorstand entfallen ist. Im Rahmen der Zielsetzung liegt ein höheres Gewicht auf der Ergebniskomponente.

Vergütung des Vorstandes

Die fast ausnahmslos aus Geldleistungen bestehende Vergütung der Vorstandsmitglieder enthält einen fixen sowie einen variablen Bestandteil und berücksichtigt die gesetzlich erforderlichen Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage. Der variable Teil der Vergütung soll grundsätzlich der Höhe des Fixgehaltes entsprechen, kann aber bei einer sehr guten Zielerreichung auch mehr als 50 Prozent der Gesamtvergütung betragen. Die separat erfassten Erfolgsparameter des variablen Bestandteiles setzen sich aus dem Umsatzwachstum des Jungheinrich-Konzerns sowie der EBT-Rendite zusammen. Die bislang gültige dritte Komponente, das Marktanteilswachstum im Kernmarkt Europa, wurde im Berichtsjahr bis auf Weiteres gestrichen, nachdem sich die zur Messung verwendeten statistischen Grundlagen zumindest für Vergütungsgesichtspunkte des oberen Managements als nicht eindeutig und zuverlässig genug herausgestellt hatten. Die Zielvorgaben werden entsprechend der strategischen Ausrichtung des Konzerns durch den Aufsichtsrat regelmäßig überprüft und anhand der Mehrjahresziele und der Jahresplanung gegebenenfalls angepasst. Die Auszahlung des variablen Vergütungsbestandteiles erfolgt in gestaffelter Weise über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Vorstandsdienstverträge enthalten die üblichen Regelungen für eine Abfindungsobergrenze und für den Fall eines Kontrollwechsels, die mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex übereinstimmen.

Die Pensionsregelung für den Vorstand bemisst sich gehaltsunabhängig allein nach den erreichten Dienstjahren als Vorstandsmitglied mit einer vorgeschalteten Frist bis zum Erreichen der Unverfallbarkeit des Anspruches.

Vergütung des Aufsichtsrates

Das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat beinhaltet für jedes Mitglied neben dem Ersatz seiner Auslagen eine feste jährliche Vergütung in Höhe von 20 Tsd. € und zusätzlich eine variable jährliche Vergütung in Abhängigkeit von der im Durchschnitt der letzten drei Geschäftsjahre (einschließlich des Bezugsjahres) erzielten Eigenkapitalrendite ("Return On Equity", ROE) des Jungheinrich-Konzerns. Der Schwellenwert für diesen Durchschnittswert beträgt 10 Prozent. Für jeden halben Prozentpunkt über dem Schwellenwert erhöht sich die variable jährliche Vergütung um 4 Tsd. € bis zum Maximalwert für die variable jährliche Vergütung von 40 Tsd. €. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache der vorgenannten Vergütungsbeträge. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder eines Aufsichtsratsausschusses zusätzlich eine feste jährliche Vergütung. Diese beträgt für jedes Mitglied des Personalausschusses beziehungsweise der Ad-hoc-Ausschüsse des Aufsichtsrates 25 Tsd. €. Die Vorsitzenden der Ausschüsse erhalten das Zweifache dieser Vergütung. Jedes Mitglied des Finanz- und Prüfungsausschusses erhält 30 Tsd. €. Der Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses erhält das Zweieinhalbfache dieser Vergütung.

Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB

Gemäß § 315d HGB ist die Jungheinrich AG als börsennotierte Aktiengesellschaft dazu verpflichtet, eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB für den Konzern abzugeben. Diese Erklärung ist auf der Internetseite des Unternehmens (www.jungheinrich.com) veröffentlicht.

Nichtfinanzielle Aspekte gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz Risiko- und Chancenbericht

Nichtfinanzielle Aspekte gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Gemäß dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, einem Gesetz vom 10. März 2017 zur Stärkung der nichtfinanziellen Unternehmensberichterstattung, ist Jungheinrich erstmals für das Geschäftsjahr 2017 verpflichtet, mindestens über nichtfinanzielle Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu berichten.

Dieser Verpflichtung kommt das Unternehmen in Form eines gesonderten nichtfinanziellen Berichtes nach, der für das Geschäftsjahr 2017 spätestens am 30. April 2018 auf der Internetseite des Unternehmens (www.jungheinrich.com) veröffentlicht wird. Jungheinrich orientiert sich bei der Berichterstattung an der sogenannten "Core"-Option der aktuellen Leitlinien G4 der Global Reporting Initiative (GRI), einem international anerkannten Berichtsstandard.

Risiko- und Chancenbericht

Internes Kontroll- und Risikomanagement-System bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontroll- und Risikomanagement-System des Jungheinrich-Konzerns umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit von Managemententscheidungen, der Wirtschaftlichkeit der Geschäftsaktivitäten und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung maßgeblicher rechtlicher Vorschriften und interner Regelungen.

Die wesentlichen Merkmale des im Jungheinrich--Konzern bestehenden internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Der Jungheinrich-Konzern zeichnet sich durch eine differenzierte Organisations- und Unternehmensstruktur aus, die eine zweckmäßige Funktionskontrolle gewährleistet.
  • Zur ganzheitlichen Analyse und Steuerung ertragsrelevanter Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken bestehen konzernweit abgestimmte Führungs-, Planungs- und Controllingprozesse sowie ein Risiko-Früherkennungssystem.

  • Die Funktionen in sämtlichen Bereichen des Konzernrechnungslegungsprozesses (zum Beispiel Finanzbuchhaltung, Controlling und Treasury) sind eindeutig zugeordnet.

  • Bei den im Rechnungswesen eingesetzten IT-Systemen, die gegen unbefugte Zugriffe geschützt werden, handelt es sich überwiegend um Standardsoftware (im Wesentlichen um SAP-Systeme).
  • Im Jungheinrich-Konzern bestehen Richtlinien, die Zuständigkeiten, Abläufe und Kontrollen für alle wesentlichen Prozesse festlegen. Die Richtlinien stehen im Intranet allen Mitarbeitern zur Einsicht zur Verfügung.
  • Ein umfangreiches Konzernbilanzierungshandbuch regelt den Konzernrechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften sowie die Konsolidierung auf Konzernebene und sichert somit die konzerneinheitliche Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung von Geschäftsvorgängen. Das Handbuch wird regelmäßig aktualisiert und den am Konzernrechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen zur Verfügung gestellt. Um die Vollständigkeit und Richtigkeit von Daten der Konzernrechnungslegung zu gewährleisten, werden regelmäßig dezentral sowie zentral Stichproben- und Plausibilitätskontrollen durchgeführt. Diese können manuell oder softwaregestützt erfolgen.

Risiko- und Chancenbericht

  • Wesentliche rechnungslegungsrelevante Prozesse unterliegen regelmäßigen, analytischen Prüfungen. Die Einrichtung des Risiko-Früherkennungssystems ist Gegenstand der jährlichen gesetzlichen Abschlussprüfung. Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, werden bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des konzernweiten Jungheinrich-spezifischen Systems berücksichtigt. Die Konzernrevision überprüft die Effektivität der rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen.
  • Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird grundsätzlich das Vier-Augen--Prinzip angewendet.
  • Der Aufsichtsrat beziehungsweise sein Finanzund Prüfungsausschuss befassen sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Konzernrechnungslegung und des Risikomanagements, der Compliance sowie der Prüfungsaufträge und -schwerpunkte für die Abschlussprüfer und die Konzernrevision.

Risiko- und Chancenbericht

Die Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung bei Jungheinrich. Entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen sind im Rahmen des Risikomanagement-Systems in einer Konzernrichtlinie definiert.

Risiko- und Chancenmanagement

Das Risikomanagement-System von Jungheinrich ist integraler Bestandteil der Führungs-, Planungsund Controllingprozesse. Maßnahmen zur Risikobegrenzung sind in das Risikomanagement-System des Jungheinrich-Konzerns eingebunden. Die Ermittlung der nötigen Risikovorsorgemaßnahmen erfolgt zeitnah und wird im Rahmen des Risikoreportings an das Konzerncontrolling gemeldet. Dadurch ist eine enge Verzahnung von Konzernberichterstattung und Risikomanagement sichergestellt. Das konzernweit gültige Risikomanagement--System unterliegt einer stetigen Anpassung und Weiterentwicklung. Der Prozess der Risikosteuerung wird dabei einer kontinuierlichen Überprüfung unterzogen. Eventuelle Anpassungen umfassen organisatorische Maßnahmen, die Änderung von Verfahren der Risikoquantifizierung sowie die laufende Aktualisierung relevanter Parameter. Das Risikomanagement-System besteht aus folgenden Elementen:

  • der Konzernrichtlinie "Risikomanagement",
  • dem Konzernrisikoausschuss,
  • den operativen Risikoinventuren der Vertriebs- und Produktionsgesellschaften, der Geschäftsfeldverantwortlichen und der Leiter von bereichs- oder konzernübergreifenden Funktionen,
  • der allgemeinen Reportingstruktur im Konzern,
  • der Konzernrevision.

Die Leiter der operativen Landesgesellschaften (Vertrieb und Produktion) sind für das Risikomanagement ihrer Einheit verantwortlich. Neben der Diskussion von Risiko- und Chancenaspekten in regelmäßig stattfindenden Geschäftsführungssitzungen sind die Leiter der Einheiten verpflichtet, viermal im Jahr im Rahmen des Risikomanagementprozesses eine Risikoinventur durchzuführen. Ziel ist es, die Risikoposition so realitätsnah wie möglich zu identifizieren und zu bewerten. Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt dabei in der ersten Inventur mit Bezug auf die geplante Geschäftsentwicklung. In den darauffolgenden Inventuren werden die Bewertungen auf der Basis der jeweils aktuellen Ergebnishochrechnung vorgenommen. Die so ermittelten Werte werden unter Berücksichtigung angemessener Wertgrenzen sowie ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten im Rahmen einer Konzernrisikoinventur zu einem Gesamtwert – getrennt nach Risiken und Chancen – verdichtet. In den vierteljährlich stattfindenden Sitzungen des Konzernrisikoausschusses, an denen auch der Vorstand teilnimmt, werden die Konzernrisikoinventur diskutiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Eine Zusammenfassung wird dem Aufsichtsrat regelmäßig als integraler Bestandteil der aktuellen Hochrechnung zur Verfügung gestellt. Werden zwischen den Inventurstichtagen Risiken und Chancen festgestellt, die bestimmte Wertgrenzen überschreiten, wird der Konzernrisikoausschuss unverzüglich von der betroffenen Berichtseinheit durch interne Risikoschnellmeldungen informiert. Auch die Konzernrevision ist im Rahmen ihrer Prüfungen in den Risikomanagementprozess eingebunden. Um speziell die potenziellen Risiken des Finanzdienstleistungsgeschäftes zu erfassen und laufend bewerten zu können, besteht zusätzlich ein spezifisch auf die Finanzdienstleistungen ausgerichtetes, stringentes

Risikomanagement-System. Mit einer zentralen europaweiten Vertragsdatenbank auf der Basis von SAP-ERP wird eine konzerneinheitliche Erfassung und Risikobewertung von Finanzdienstleistungsverträgen sichergestellt.

Risiken und Chancen

Nach Analyse der abschließenden Risikoinventur 2017 durch den Konzernrisikoausschuss wurden alle quantifizierten Risiken als nicht wesentlich bewertet. Derzeit bestehen für das Jahr 2018 keine erkennbaren Risiken, die den Fortbestand des Jungheinrich-Konzerns gefährden könnten. Die für den Jungheinrich-Konzern bedeutendsten und aufgrund des Geschäftsmodells generell gültigen Risiken- und Chancenkategorien sind nachfolgend aufgeführt.

Gesamtwirtschaftliche Risiken und Branchenrisiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken resultieren für Jungheinrich aus der globalen konjunkturellen Entwicklung. Insbesondere in den europäischen Kernmärkten bergen konjunkturzyklische Schwankungen Risiken für die Geschäftsentwicklung. Derzeit erwarten Experten für das Jahr 2018 ein globales Wachstum von 3,9 Prozent. Für den Euroraum wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent prognostiziert. Die konjunkturelle Stabilität kann allerdings durch aufkommende Schuldenprobleme einzelner Länder oder geopolitische Unsicherheiten beeinträchtigt werden. Es bleibt abzuwarten, ob Staaten erneut in Krisensituationen geraten beziehungsweise inwiefern Reformbemühungen in einzelnen Volkswirtschaften nachhaltig sind.

Branchenrisiken resultieren im Wesentlichen aus Veränderungen des Marktvolumens, des Wettbewerbsumfeldes sowie aus technologischen Veränderungen und der fortschreitenden Digitalisierung in der Intralogistik. Das Marktvolumen für Flurförderzeuge in Europa erhöhte sich im Berichtsjahr um 12 Prozent, während das Weltmarktvolumen um 18 Prozent stieg. Ein deutlich niedrigeres BIP-Wachstum, vor allem in Europa, könnte zu einer spürbaren Reduzierung der Anzahl produzierter Fahrzeuge oder der realisierbaren Margen führen.

Der Markt für Flurförderzeuge ist durch einen intensiven Wettbewerb mit fortschreitenden Konsolidierungstendenzen geprägt.

Auf Basis regelmäßiger Einschätzungen des Marktes für Flurförderzeuge, des Wettbewerbsumfeldes und der Kapitalmärkte, insbesondere im Hinblick auf Wechselkurs- und Zinsänderungen, wird die Konjunkturentwicklung – mit Schwerpunkt in Europa – laufend beobachtet und bewertet. Ziel ist es, Hinweise auf die künftige Auftragsentwicklung zu erhalten. Die Produktionspläne werden laufend an die erwarteten Auftragseingänge angepasst. Dies reduziert das aus einer Unterauslastung der Fertigungskapazitäten resultierende Risiko. In die Risikobetrachtung eingeschlossen sind auch mögliche, sich aus der Marktentwicklung ergebende Änderungen der Finanzsituation bei Tochtergesellschaften.

Dem Risiko eines Verlustes von Marktanteilen und/oder eines Geschäftsrückganges begegnet Jungheinrich dadurch, dass das Unternehmen seine Produktpalette ständig weiterentwickelt, seinen Dienstleistungsumfang ausbaut, den Vertrieb personell weiter verstärkt, attraktive Finanzierungslösungen anbietet und seine Differenzierungsstrategie – beispielsweise durch den Ausbau des Logistiksystemgeschäftes – weiter forciert.

Operative Geschäftsrisiken

Operative Geschäftsrisiken haben ihren Ursprung im Geschäftsmodell. Sie liegen beispielsweise im Angebot von Neufahrzeugen sowie Miet- und Gebrauchtgeräten und in den betrieblichen Aufgabenbereichen, beispielsweise im Einkauf, in der IT oder im Personalbereich.

Der seit Jahren zu beobachtende Konzentrationsprozess auf der Nachfrageseite führt zu einem steigenden Preisdruck am Markt und stellt damit ein operatives Risiko dar. Der Konzern begegnet diesem Risiko insbesondere dadurch, dass er sein Produktund Dienstleistungsangebot ständig erweitert und durch maßgeschneiderte Kundenlösungen ergänzt. So wird eine bessere Marktdurchdringung und Kundenbindung erreicht. Darüber hinaus werden konzernweit laufend Maßnahmen zur Produktivitätsverbesserung durchgeführt.

Risiko- und Chancenbericht

Gegen das generelle Ausfallrisiko von Forderungen schützt sich Jungheinrich durch eine laufende, IT-gestützte Überwachung sowie die regelmäßige Analyse des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur. Für den Großteil der von Deutschland aus getätigten Auslandsumsätze aus Geschäften mit Dritten werden Kreditversicherungen abgeschlossen.

Jungheinrich steuert potenziellen Einkaufsrisiken, die sich aus steigenden Rohstoff- und Materialkosten, Störungen in der Versorgungskette sowie Qualitätsproblemen ergeben können, im Rahmen seines Risikomanagements entgegen. Jungheinrich setzt unter anderem Kontrollsysteme zur Beobachtung und Analyse der Preisentwicklung relevanter Rohstoffe ein. Diese Systeme unterstützen das Management dabei, Entwicklungen, die einen großen Einfluss auf die Beschaffungspreise haben, frühzeitig zu erkennen, um entsprechend handeln zu können. Derzeit wird für 2018 kein aus der Preisentwicklung bei Rohstoffen resultierendes außergewöhnliches Risiko erwartet.

Um informationstechnische Risiken zu begrenzen und die sichere, zuverlässige und effiziente Abwicklung von Geschäftsprozessen zu gewährleisten, werden die IT-Systeme laufend überprüft und weiterentwickelt. Zur Begrenzung von Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen und Infrastrukturkomponenten setzt Jungheinrich neben einem wirksamen IT-Notfallmanagement auf industrietypische Standards, redundante Netzverbindungen und ein Zweitrechenzentrum. Dem Risiko eines unbefugten Zugriffes auf Unternehmensdaten oder einer Manipulation beziehungsweise Sabotage von IT-Systemen begegnet Jungheinrich mit konzernweit verbindlichen Vorgaben zur Informationssicherheit, dem Einsatz aktueller Sicherungssysteme und einer regelmäßigen Wirksamkeitsprüfung der Schutzmaßnahmen. Dabei orientiert sich der Konzern im Rahmen des Informationssicherheitsmanagements an der internationalen Norm ISO/ IEC 27001.

Hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind die Grundlage für den Unternehmenserfolg. Personalrisiken können entstehen, wenn qualifizierte Mitarbeiter nicht in ausreichendem Umfang gewonnen und/oder gehalten werden können, insbesondere in Führungs- und Schlüsselfunktionen. Um den für Jungheinrich wichtigen Ingenieurnachwuchs zu rekrutieren, pflegt das Unternehmen im Rahmen des nationalen und internationalen Hochschulmarketings enge Kontakte zu technischen Hochschulen und arbeitet intensiv mit diesen zusammen. Dem intensiven Wettbewerb um hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte und den damit verbundenen Risiken in Form von Know-how-Verlust durch Mitarbeiterfluktuation begegnet Jungheinrich mit attraktiven Qualifizierungsmöglichkeiten und leistungsbezogenen Vergütungssystemen. So werden zum Beispiel auf internationaler Ebene Führungskräfte und Mitarbeiter mit besonderer Eignung im Rahmen des sogenannten Talent Managements identifiziert und gefördert. Hierdurch lassen sich langfristig Schlüsselfunktionen in den unterschiedlichen Führungsebenen weitgehend intern besetzen. Die Ausweitung des internationalen Traineeprogramms auf Ingenieurwissenschaftler ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Um den künftigen Fachkräftebedarf abzusichern, wird die Anzahl der Ausbildungsplätze konzernweit weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten beziehungsweise ausgebaut. So wird Jungheinrich zum Beispiel ab 2018 den Nachwuchs für die Tätigkeit des Kundendiensttechnikers in Deutschland über ein eigenes Berufsausbildungsprogramm gewinnen. Bei einigen ingenieurwissenschaftlichen Spezialfunktionen und IT-Spezialisten bleibt die Rekrutierung wegen des hohen Bedarfes in der Industrie schwierig. Zur Vermeidung von Auslastungsrisiken setzt Jungheinrich Leiharbeitskräfte ein und nutzt standortbezogen flexible Arbeitszeitkontenmodelle.

Um Produktrisiken zu reduzieren, werden sowohl Servicedaten als auch Informationen über besondere Vorfälle mit Fahrzeugen ausgewertet. Die hierfür aufgesetzten Prozesse sind in spezifischen Konzernrichtlinien geregelt und werden durch die Direktvertriebsorganisation und das dort implementierte Schnellmeldesystem zum Sicherheitsverhalten der Produkte effizient gestützt. Auffälligkeiten werden umgehend gemeinsam von den Produktlinienverantwortlichen, dem Kundendienst, dem Qualitätsbereich sowie in Sicherheitsbelangen auch von der Rechtsabteilung untersucht. Bei Handlungsbedarf werden unverzüglich Korrekturmaßnahmen beschlossen und weltweit, zum Beispiel in präventiven Umrüstaktionen, umgesetzt. Des Weiteren werden Pilotkunden eingebunden, um technische Risiken, welche die Vermarktungsfähigkeit des Produktes gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen und bereits im Produktentstehungsprozess zu reduzieren. Selbstverständlich schützt Jungheinrich auch sein Produkt-Know-how über Patentanmeldungen.

Risiken aus Finanzdienstleistungen

Aufgrund der Ausrichtung des Jungheinrich-Finanzdienstleistungsgeschäftes sind im Rahmen des Risikomanagements Restwert- und Refinanzierungsrisiken sowie Ausfallrisiken von Kundenforderungen relevant. Detaillierte Regelungen hinsichtlich der Risikoermittlung und -bewertung sind in Konzernrichtlinien und in Prozessbeschreibungen der Finanzdienstleistungsgesellschaften dokumentiert.

Restwertrisiken

Auf Basis von internen Restwertgarantien des Vertriebes gegenüber dem Segment "Finanzdienstleistungen" liegen Chancen und Risiken aus der Wiedervermarktung der Fahrzeugrückläufer bei den operativen Vertriebseinheiten. Die Kalkulation dieser Restwertgarantien erfolgt nach einer konservativen, konzerneinheitlichen Vorgabe maximal zulässiger Restwerte durch den Vertrieb. Mithilfe der zentralen Finanzdienstleistungs-Vertragsdatenbank erfolgt quartalsweise die Bewertung aller Einzelverträge mit ihren Restwerten zu aktuellen Marktpreisen. Liegt der aktuelle Marktwert unterhalb des Restwertes des jeweiligen Vertrages, so wird diesem Risiko durch die Bildung angemessener Rückstellungen Rechnung getragen. Liegt er über dem Restwert des jeweiligen Vertrages, besteht eine Verwertungschance.

Refinanzierungsrisiken

Das Refinanzierungsrisiko wird dadurch begrenzt, dass die Refinanzierung von Finanzdienstleistungsverträgen unter konsequenter Einhaltung des Grundsatzes der Laufzeit- und Zinskongruenz (keine Zinsänderungsrisiken während der Vertragslaufzeit) zwischen Kunden- und Refinanzierungsvertrag erfolgt. Die konzerneinheitliche Aufbau- und Ablauforganisation des Segmentes "Finanzdienstleistungen" gewährleistet eine Finanzierungsstruktur beziehungsweise -ausgestaltung mit leistungsstarken in- und ausländischen Refinanzierungsbanken. Darüber hinaus können über eine etablierte Finanzierungsplattform auch Refinanzierungen am Kapitalmarkt realisiert werden. Zur Finanzierung des wachsenden Neugeschäftes stehen ausreichend Kreditlinien zur Verfügung.

Ausfallrisiken von Kundenforderungen

Umfassende systemgestützte Bonitätsprüfungen vor Vertragsabschluss sowie revolvierende Kontrollen während der Vertragslaufzeit tragen dazu bei, den Ausfall von Kundenforderungen auf sehr niedrigem Niveau zu halten. Auch im Berichtsjahr ist das Ausfallrisiko weit unter dem Branchendurchschnitt geblieben. Vorzeitig vom Kunden zurückgeholte Fahrzeuge werden an die operativen Vertriebseinheiten des Segmentes "Intralogistik" zwecks Vermarktung übergeben. Die entsprechenden Rücknahmekonditionen werden zentral festgelegt. Eine Minimierung der Verwertungsrisiken wird durch die professionelle externe Vermarktung von Gebrauchtgeräten über das europaweite Direktvertriebsnetz erreicht.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund seiner internationalen Aktivitäten sowie dynamischer Entwicklungen an den Finanzmärkten unterliegt der Jungheinrich-Konzern grundsätzlich Zinsänderungs- und Devisenkursrisiken. Hieraus entstehen operative Risiken, die regelmäßig überwacht und im Rahmen des Risikomanagements gesteuert werden. Jungheinrich setzt dazu Finanzinstrumente ein, wie zum Beispiel Devisentermin-, Devisenswap-, Devisenoptions- und Zinsswapgeschäfte. Aufbauend auf den gesetzlichen Anforderungen an das Risikomanagement eines Unternehmens hat Jungheinrich in einer Verfahrensrichtlinie Kontrollmechanismen für den Einsatz von Finanzinstrumenten definiert. Hierzu gehört unter anderem eine klare Trennung zwischen Handel, Abwicklung, Buchhaltung und Controlling.

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Die Finanzierungssituation von Jungheinrich ist komfortabel. Die gute Bonität und die solide Bilanzstruktur des Unternehmens zahlten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Kreditmittelbeschaffung sowohl bei Verhandlungen von bilateralen Krediten als auch am Kapitalmarkt aus. Jungheinrich verfügte zum 31. Dezember 2017 über zugesagte mittelfristige Kreditrahmen von 275 Mio. €, von denen rund 60 Prozent nicht ausgenutzt waren, sowie zwei Schuldscheindarlehen über insgesamt 200 Mio. €. Das Fälligkeitsprofil der Kreditlinien und der Schuldscheindarlehen weist eine breite Streuung auf und sichert damit langfristig den Finanzierungsspielraum. Darüber hinaus enthält kein Kreditrahmenvertrag und keine Schuldscheindarlehensvereinbarung Financial Covenants.

Liquide Mittel und bestehende Kreditrahmenverträge gewährleisten jederzeit die Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen. Somit besteht kein Liquiditätsrisiko. Im Wege eines zentralen Cash- und Währungsmanagements für den Jungheinrich-Konzern wird eine zins- und währungsoptimale sowie firmen- und länderübergreifende Finanzmittelversorgung und Zahlungsstromsteuerung der in- und ausländischen Konzerngesellschaften erreicht.

Jungheinrich verfolgt konzernweit eine konservative Anlagepolitik und investiert nur in ausgewählte Assetklassen mit einwandfreier Bonität. Ein Teil der Liquidität ist in einen Spezialfonds investiert, der zur Begrenzung von Risiken aus Marktpreisschwankungen, im Wesentlichen aus Veränderungen von Zinssätzen und Aktienkursen, als Wertsicherungsmandat aufgelegt ist.

Der Jungheinrich-Konzern ist einem Vertragspartnerrisiko ausgesetzt, das durch Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner, in der Regel internationaler Finanzinstitute, entsteht. Auf der Grundlage der im Konzern eingesetzten Risikoindikatoren – insbesondere der Ratings, die von anerkannten Ratingagenturen durchgeführt und regelmäßig aktualisiert werden – sowie der Spreads für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) besteht kein bedeutsames Risiko aus der Abhängigkeit von einzelnen Vertragspartnern. Das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten wird als nicht wesentlich erachtet. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung vorhandener Grundgeschäfte gegen Zinsänderungsund Devisenkursrisiken genutzt.

Weiterführende Erläuterungen zu den Finanzinstrumenten können dem Konzernabschluss der Jungheinrich AG entnommen werden.

Durch Maßnahmen zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte, wie der European Market Infrastructure Regulation (EMIR), muss Jungheinrich umfassende Regelwerke und Berichtspflichten bei der Abwicklung von Finanzgeschäften beachten. Zur Einhaltung der Verordnungen besteht ein konzerneinheitlicher Prozess, der die Erfüllung der Berichterstattungspflichten gewährleistet und den Risikoanforderungen gerecht wird.

Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken bestehen für die Tätigkeiten der Konzerngesellschaften in einem für Wirtschaftsunternehmen üblichen Umfang, vor allem unter Haftungsgesichtspunkten für die vermeintliche Nichteinhaltung von vertraglichen Verpflichtungen oder öffentlich-rechtlichen Bestimmungen sowie für vermeintlich fehlerhafte Produkte. Wesentliche allgemeine Vertragsrisiken werden durch die konzernweit vorgegebenen Richtlinien nach Möglichkeit ausgeschlossen. Darüber hinaus erfolgt eine zentrale Betreuung und juristische Beratung zu wesentlichen Verträgen und sonstigen Vorgängen mit rechtlicher Bedeutung in den einzelnen Zuständigkeitsbereichen. Die Gesellschaften des Konzerns sind teilweise Partei oder Beteiligte in rechtlichen Verfahren, deren Ausgang nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden kann. Für eventuelle finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit solchen rechtlichen Verfahren wurden in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Zur Absicherung gegen die Inanspruchnahme von Gesellschaften des Konzerns aufgrund vermeintlich fehlerhafter Produkte hält der Konzern adäquate Versicherungsdeckungen vor.

Gesamtwirtschaftliche Chancen und Chancen aus der Branchenentwicklung

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Marktentwicklung für Flurförderzeuge beeinflussen die Geschäftstätigkeit sowie die Ertragsund Finanzlage des Jungheinrich-Konzerns. Daher stellt eine spürbar positivere Konjunkturentwicklung in Europa als die derzeit erwartete die bedeutendste Chance für Jungheinrich dar.

Der Ausblick für 2018 basiert auf Experteneinschätzungen bezogen auf die konjunkturelle Entwicklung sowie den eigenen Markteinschätzungen.

Sollten die Weltwirtschaft und insbesondere die Konjunktur in Europa stärker wachsen als erwartet, hätte das positive Folgen für den globalen Absatzmarkt für Flurförderzeuge. Entsprechend könnten die erzielbaren Werte bei Auftragseingang, Umsatz und EBIT die Unternehmensprognose übertreffen.

Operative Geschäftschancen

Chancen für die Geschäftsentwicklung von Jungheinrich könnten sich aus geringeren Beschaffungskosten aufgrund von niedrigeren Rohstoffund Materialpreisen sowie aus der Aufwertung bedeutender Währungen gegenüber dem Euro, zum Beispiel des US-Dollars, ergeben.

Des Weiteren können Chancen durch neue Produkte und Dienstleistungen sowie durch die fortschreitenden Trends zur Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung in der Intralogistik entstehen. Beispielsweise können Dienstleistungsangebote im Bereich des Flottenmanagements sowie der Ausbau der Geschäftsaktivitäten im Bereich integrierter Gesamtlösungen für die Intralogistik weitere Marktchancen eröffnen.

Darüber hinaus ergeben sich aus der Technologieentwicklung im Bereich der Energiespeichersysteme zusätzliche Chancen für Jungheinrich, die starke Position im Markt für elektromotorbetriebene Flurförderzeuge weiter auszubauen.

Gesamtbeurteilung der Risikolage und der Chancen durch die Unternehmensleitung

Auf der Grundlage unseres Risikomanagement-Systems wurden die wesentlichen und steuerbaren Risiken identifiziert und bewertet. Durch geeignete Maßnahmen werden diese – soweit möglich – begrenzt. Die Entwicklung wesentlicher Risiken im Zeitablauf wird auf Konzernebene regelmäßig verfolgt.

Derzeit bestehen keine Risiken, die im Jahr 2018 einzeln oder kumuliert mit anderen Risiken die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Jungheinrich--Konzerns nachhaltig beeinträchtigen könnten oder existenzgefährdend sind.

Prognosebericht

Konjunkturelle Perspektiven weltweit gut

Alle Regionen tragen 2018 zum Weltwirtschaftswachstum bei, das sich gegenüber 2017 etwas beschleunigen dürfte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,9 Prozent (2017: 3,7 Prozent), trotz der Unsicherheit im Hinblick auf die künftige US-Wirtschaftspolitik und die damit verbundenen weltwirtschaftlichen Folgen. Das BIP der USA dürfte, unter anderem getragen von der vor Kurzem verabschiedeten amerikanischen Steuerreform, um 2,7 Prozent und damit etwas stärker als im Vorjahreszeitraum wachsen (2017: 2,3 Prozent). Für die chinesische Wirtschaft wird eine etwas weniger dynamische Entwicklung als im Vorjahr prognostiziert (6,6 Prozent; 2017: 6,8 Prozent).

Für die Eurozone wird 2018 ein gutes Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent erwartet (2017: 2,4 Prozent). Deutschland dürfte mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 2,3 Prozent etwas hinter dem Vorjahr (2,5 Prozent) zurückbleiben. Der Branchenverband Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) rechnet 2018 mit einem Produktionsplus von 3,0 Prozent. Das BIP Frankreichs soll um 1,9 Prozent wachsen (2017: 1,8 Prozent). Die italienische Wirtschaft dürfte ein Plus von 1,4 Prozent vorlegen, nach 1,6 Prozent im vergangenen Jahr. Für Großbritannien wird ein gegenüber dem Vorjahr leicht abgeschwächtes Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent (2017: 1,7 Prozent) erwartet. In Polen soll die konjunkturelle Dynamik nachlassen (3,3 Prozent; 2017: 3,8 Prozent). Für Russland wird 2018 ein Wachstum des BIP von 1,7 Prozent prognostiziert (2017: 1,8 Prozent).

Nach Deutschland sind Frankreich, Italien und Großbritannien die bedeutendsten Flurförderzeugmärkte in Westeuropa. In Osteuropa sind dies Polen und Russland.

Wachstumsraten für ausgewählte Wirtschaftsregionen

Bruttoinlandsprodukt in % Prognose 2018
Welt 3,9
USA 2,7
China 6,6
Eurozone 2,2
Deutschland 2,3

Quelle: Internationaler Währungsfonds (Stand: Januar 2018)

Weltmarkt für Flurförderzeuge soll weiter wachsen

In Anbetracht der weltweit positiven Konjunkturindikatoren erwarten wir, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge 2018 im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wächst. In einzelnen Märkten halten wir sogar ein höheres Wachstum für möglich. In unserem Kernmarkt Europa gehen wir ebenfalls von einem Anstieg des Marktvolumens im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus.

Umsatzziel 2018: 3,6 Mrd. € bis 3,7 Mrd. €

Unter Berücksichtigung des zuvor beschriebenen Konjunktur- und Branchenausblickes erwartet Jungheinrich für 2018 einen Auftragseingang zwischen 3,75 Mrd. € und 3,85 Mrd. € (2017: 3,56 Mrd. €). Wir streben eine leichte Verbesserung unseres Marktanteiles in Europa (2017: 21,5 Prozent) an. Der Konzernumsatz dürfte sich innerhalb einer Bandbreite von 3,6 Mrd. € bis 3,7 Mrd. € (2017: 3,44 Mrd. €) bewegen.

Im Jahr 2017 wurden 88 Prozent des Konzernumsatzes in Europa erzielt. Daher kommt dem Konjunkturverlauf im Euroraum eine bedeutende Rolle hinsichtlich der Erreichung der prognostizierten Werte zu. Rund 8 Prozent des Umsatzes in Europa entfielen 2017 auf Großbritannien. Jungheinrich erwartet im laufenden Jahr keine substanziellen Auswirkungen des Brexits auf die Geschäftsaktivitäten beziehungsweise auf die Unternehmensprognose.

Steigendes EBIT erwartet

Das EBIT sollte 2018 nach aktueller Einschätzung bei einem Wert zwischen 270 Mio. € und 280 Mio. € liegen (2017: 259 Mio. €). Wir erwarten eine EBIT-Rendite in der Größenordnung des Vorjahres (7,5 Prozent). Hinsichtlich der Materialkostenentwicklung gehen wir von keinen ungewöhnlichen Veränderungen aus. Das EBT sollte 250 Mio. € bis 260 Mio. € erreichen (2017: 243 Mio. €). Die EBT-Rendite dürfte ebenfalls auf Vorjahresniveau (7,1 Prozent) liegen.

Zur Wahrung der finanziellen Unabhängigkeit und zum Erhalt eines angemessenen finanziellen Spielraumes halten wir weiterhin an einer hohen Liquiditätsposition fest. Zum Jahresende 2018 erwarten wir wachstumsbedingt eine Nettoverschuldung im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich (2017: 7 Mio. €).

Der ROCE dürfte vor dem Hintergrund eines überproportionalen Anstieges des zinspflichtigen Kapitals im Vergleich zur EBIT-Erhöhung innerhalb einer Bandbreite von 16,5 Prozent bis 17,5 Prozent liegen (2017: 17,3 Prozent).

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Jungheinrich-Konzerns

Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir insgesamt von einem positiven wirtschaftlichen Umfeld aus. Allerdings haben die politischen Unsicherheiten zugenommen. Bezüglich des globalen Marktvolumens für Flurförderzeuge erwarten wir weiteres Wachstum. Politische Risiken, aber auch terroristische Akte oder kriegerische Konflikte können zu deutlichen, unerwarteten Veränderungen der Rahmenbedingungen führen. Die globalen Entwicklungen in der Intralogistik, wie beispielsweise die Trends zur Modernisierung von Lagern, zu Automatisierungslösungen, die kundenseitige Fokussierung auf die Intralogistik sowie Elektrofahrzeuge und auch die Entwicklung digitaler Produkte, bieten Chancen für unser Geschäftsmodell.

Der Jungheinrich-Konzern ist für die Zukunft gut aufgestellt. Hinsichtlich der Umsetzung unseres Wachstumszieles von 4 Mrd. € Umsatz für das Jahr 2020 sind wir auf einem guten Weg. Unser integriertes Geschäftsmodell mit den Geschäftsfeldern Neugeschäft, Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft sowie Kundendienst in Verbindung mit einem starken Finanzdienstleistungsangebot bildet eine solide Grundlage. Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens mit Nachdruck vorantreiben.

Wir rechnen daher im laufenden Geschäftsjahr mit einem Anstieg von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis. Dies setzt voraus, dass sich die Konjunktur und der Flurförderzeugmarkt wie prognostiziert entwickeln und dass es nicht zu drastischen rezessiven Entwicklungen in unseren Absatzmärkten kommt. Vor diesem Hintergrund planen wir eine leichte Verbesserung unseres Marktanteiles in Europa.

Jungheinrich verfügt über eine solide Bilanzstruktur und ausreichend finanzielle Mittel, um auch im Fall einer hinter den Erwartungen zurückbleibenden Konjunktur- und Marktentwicklung die erforderlichen Maßnahmen im Zuge der langfristigen, strategischen Positionierung umzusetzen. Unsere Eigenkapitalquote von 30 Prozent beziehungsweise – bereinigt um die Einflüsse des Segmentes "Finanzdienstleistungen" – 48 Prozent ist sehr hoch. Hierauf legen wir auch zukünftig großen Wert. Wir verfolgen grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen.

Insgesamt erwarten wir, im Geschäftsjahr 2018 an die erfolgreiche Entwicklung des Berichtsjahres anknüpfen zu können.

Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen kann der tatsächliche Geschäftsverlauf von den in diesem Konzernlagebericht wiedergegebenen Erwartungen, Annahmen und Einschätzungen der Unternehmensleitung von Jungheinrich abweichen. Zu den Faktoren, die zu Abweichungen führen können, gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, innerhalb der Flurförderzeugbranche sowie der Devisenkurse und Zinsen. Eine Gewähr für zukunftsgerichtete Aussagen in diesem Konzernlagebericht wird daher nicht übernommen.

Konzernabschluss

Konzernanhang

  • Allgemeine Angaben
  • Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • Erläuterungen zur Konzernbilanz
  • Sonstige Erläuterungen

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

in Tausend € Anhang 2017 2016
Umsatzerlöse (3) 3.435.325 3.084.849
Umsatzkosten (4) 2.407.046 2.132.699
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.028.279 952.150
Vertriebskosten 608.709 583.625
Forschungs- und Entwicklungskosten (12) 68.096 56.253
Allgemeine Verwaltungskosten 95.505 88.573
Sonstige betriebliche Erträge (7) 2.690 6.951
Sonstige betriebliche Aufwendungen (8) 2.076 1.466
Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Unternehmen (16) 2.028 5.785
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern 258.611 234.969
Zinserträge (9) 1.138 175
Zinsaufwendungen (9) 8.788 8.096
Übriges Finanzergebnis (10) –7.563 –11.323
Finanzergebnis –15.213 –19.244
Ergebnis vor Steuern 243.398 215.725
Ertragsteuern (11) 61.252 61.370
Ergebnis nach Steuern 182.146 154.355
davon auf die Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 182.146 154.355
Ergebnis je Aktie in €
(verwässert/unverwässert)
(38)
Stammaktien 1,78 1,50
Vorzugsaktien 1,80 1,52

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in Tausend € 2017 2016
Ergebnis nach Steuern 182.146 154.355
Posten, die zukünftig möglicherweise in
die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Ergebnis aus der Bewertung von Finanzinstrumenten
mit Sicherungsbeziehung
–1.009 –1.933
Ergebnis aus der Bewertung von zur Veräußerung
verfügbaren Finanzinstrumenten
581 495
Ergebnis aus der Währungsumrechnung –15.758 –5.590
Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
umgegliedert werden
Ergebnis aus der Pensionsbewertung 7.912 –20.043
Sonstiges Ergebnis nach Steuern –8.274 –27.071
Gesamtergebnis 173.872 127.284
davon auf die Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 173.872 127.284

Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird unter Anhangangabe (24) erläutert.

Konzernbilanz

Aktiva

in Tausend € Anhang 31.12.2017 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (12) 151.905 148.757
Sachanlagen (13) 451.922 430.482
Mietgeräte (14) 374.861 326.416
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen (15) 448.314 394.667
Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen (16) 27.095 26.204
Übrige Finanzanlagen 83 83
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
(18) 9.968 13.488
Forderungen aus Finanzdienstleistungen (19) 649.359 537.024
Derivative finanzielle Vermögenswerte (36) 442 319
Übrige Forderungen und
sonstige Vermögenswerte
(20) 6.567 2.433
Wertpapiere (21) 32.505 30.021
Rechnungsabgrenzungsposten (23) 49 1
Latente Steueransprüche (11) 105.920 106.380
2.258.990 2.016.275
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (17) 481.290 395.650
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (18) 658.039 600.299
Forderungen aus Finanzdienstleistungen (19) 241.370 214.818
Ertragsteuerforderungen 11.550 5.971
Derivative finanzielle Vermögenswerte (36) 2.314 6.136
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte (20) 51.300 45.494
Wertpapiere (21) 137.931 131.369
Liquide Mittel (22) 272.803 214.087
Rechnungsabgrenzungsposten (23) 13.957 12.879
1.870.554 1.626.703
4.129.544 3.642.978

Antrieb    An unsere Aktionäre    Konzernlagebericht    Konzernabschluss    Weitere Informationen

Konzernbilanz

Passiva

in Tausend € Anhang 31.12.2017 31.12.2016
Eigenkapital (24)
Gezeichnetes Kapital 102.000 102.000
Kapitalrücklage 78.385 78.385
Gewinnrücklagen 1.138.059 999.713
Sonstige Eigenkapitalveränderungen (74.239) (65.965)
1.244.205 1.114.133
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen
(25) 219.927 222.690
Übrige Rückstellungen (26) 42.184 55.140
Latente Steuerschulden (11) 19.698 19.289
Finanzverbindlichkeiten (27) 299.332 215.557
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
(28) 945.880 820.463
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten (36) 868 2.101
Übrige Verbindlichkeiten (30) 874 1.692
Rechnungsabgrenzungsposten (31) 82.374 76.270
1.611.137 1.413.202
Kurzfristige Schulden
Ertragsteuerschulden 16.489 16.407
Übrige Rückstellungen (26) 188.222 186.364
Finanzverbindlichkeiten (27) 150.547 103.938
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen (28) 369.262 335.277
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
(29) 367.127 287.034
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten (36) 4.493 2.915
Übrige Verbindlichkeiten (30) 137.950 146.585
Rechnungsabgrenzungsposten (31) 40.112 37.123
1.274.202 1.115.643
4.129.544 3.642.978

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Tausend € 2017 2016
Ergebnis nach Steuern 182.146 154.355
Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 77.853 72.397
Abschreibungen auf Miet- und Leasinggeräte 206.778 181.976
Veränderung der Rückstellungen –13.861 33.499
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) –318.936 –247.470
Veränderung der Sachanlagen aus Finance Leases (ohne Abschreibungen) –19 –2.678
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 255 224
Veränderung der at-equity-bilanzierten Unternehmen und übrigen Finanzanlagen –891 120
Veränderung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden 869 –9.847
Veränderung
Vorräte –85.640 –77.649
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –54.220 –85.566
Forderungen aus Finanzdienstleistungen –138.887 –50.159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80.093 43.898
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 159.402 83.563
Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten –11.773 17.894
Sonstige betriebliche Aktiva –1.957 10.013
Sonstige betriebliche Passiva –10.711 17.546
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 70.501 142.116
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –109.328 –71.548
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 2.122 1.728
Auszahlungen für Investitionen in at-equity-bilanzierte Unternehmen –15.604
Auszahlungen für den Erwerb von Gesellschaften und Geschäftsbereichen,
abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–14.562
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren –99.283 –100.875
Einzahlungen aus dem Verkauf/der Endfälligkeit von Wertpapieren 91.324 121.057
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –115.165 –79.804
Gezahlte Dividenden –43.800 –39.380
Veränderung der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten 6.419 –16.544
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Finanzkrediten 154.575 11.418
Auszahlungen aus der Tilgung von langfristigen Finanzkrediten –16.333 –14.272
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 100.861 –58.778
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 56.197 3.534
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes 2.103 154
Veränderung des Finanzmittelbestandes 58.300 3.688
Finanzmittelbestand am 01.01. 205.272 201.584
Finanzmittelbestand am 31.12. 263.572 205.272

Ein- und Auszahlungen im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

in Tausend € 2017 2016
Gezahlte Zinsen 33.452 35.023
Erhaltene Zinsen 51.498 47.716
Erhaltene Dividenden 2.093 3.330
Ertragsteuern 66.745 56.183

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird unter Anhangangabe (33) erläutert.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Sonstige Eigenkapitalveränderungen
Marktbewertung
Finanzinstrumente
in Tausend € Wäh
rungs
umrech
nung
Neu
bewertung
Pensionen
zur
Veräuße
rung
verfügbar
mit
Siche
rungs
beziehung
Gesamt1)
Stand am
01.01.2017
102.000 78.385 999.713 16.110 –82.345 485 –215 1.114.133
Dividende für
das Vorjahr
–43.800 –43.800
Ergebnis
nach Steuern
182.146 182.146
Sonstiges Ergeb
nis nach Steuern
–15.758 7.912 581 –1.009 –8.274
Gesamtergebnis 182.146 –15.758 7.912 581 –1.009 173.872
Stand am
31.12.2017
102.000 78.385 1.138.059 352 –74.433 1.066 –1.224 1.244.205
Stand am
01.01.2016
102.000 78.385 884.738 21.700 –62.302 –10 1.718 1.026.229
Dividende für
das Vorjahr
–39.380 –39.380
Ergebnis
nach Steuern
154.355 154.355
Sonstiges Ergeb
nis nach Steuern
–5.590 –20.043 495 –1.933 –27.071
Gesamtergebnis 154.355 –5.590 –20.043 495 –1.933 127.284
Stand am
31.12.2016
102.000 78.385 999.713 16.110 –82.345 485 –215 1.114.133

1) Das Konzern-Eigenkapitel ist den Aktionären der Jungheinrich AG vollständig zuzurechnen.

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals wird unter Anhangangabe (24) erläutert.

Allgemeine Angaben

(1) Geschäftsgegenstand

Die Jungheinrich AG hat ihren Firmensitz in der Straße "Friedrich-Ebert-Damm 129" in Hamburg (Deutschland) und ist beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 44885 im Handelsregister eingetragen.

Der Jungheinrich-Konzern ist international – mit Schwerpunkt in Europa – als Hersteller und Anbieter von Produkten der Flurförderzeug- und Lagertechnik sowie aller damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen tätig. Diese umfassen Vermietung und Absatzfinanzierung der Produkte, Wartung und Reparatur von Geräten, Aufarbeitung und Verkauf von Gebrauchtgeräten sowie die Projektierung und Generalunternehmerschaft für vollständige Logistiksysteme. Das Produktprogramm reicht vom einfachen Handgabelhubwagen bis zu komplexen integrierten Gesamtanlagen.

Die Herstellung von Flurförderzeugen erfolgt in den Werken in Norderstedt, Moosburg, Degernpoint, Landsberg und Lüneburg (jeweils Deutschland) sowie im Werk in Qingpu/Shanghai (China). Handgabelhubwagen werden weiterhin aus China fremdbezogen.

Die Aufarbeitung von gebrauchten Flurförderzeugen erfolgt im Gebrauchtgeräte-Zentrum in Klipphausen/ Dresden (Deutschland).

Jungheinrich unterhält ein stark ausgebautes Direktvertriebsnetz mit 27 eigenen Vertriebsgesellschaften in Europa. Weitere Auslandsgesellschaften sind in Australien, Brasilien, Chile, China, Indien, Malaysia, Singapur, Südafrika und Thailand angesiedelt. Der Vertrieb von Jungheinrich-Produkten in Nordamerika erfolgt über einen exklusiven Vertriebspartner.

Darüber hinaus werden Jungheinrich-Produkte, insbesondere in Übersee, auch über lokale Händler vertrieben.

Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel werden in den Werken in München (Deutschland), Gyöngyös (Ungarn) und Kunshan (China) gefertigt und weltweit unter der Marke MIAS vertrieben.

(2) Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen

Die Jungheinrich AG hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Es wurden alle zum Abschlussstichtag gültigen Standards und die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen Angaben in Tausend €. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde am 27. Februar 2018 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

Konsolidierung

Tochterunternehmen einschließlich strukturierter Unternehmen, auf welche die Jungheinrich AG, Hamburg, direkt oder indirekt Beherrschung ausüben kann, sind in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn das Mutterunternehmen die Verfügungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das Tochterunternehmen hat, es an deren variablen Renditen partizipiert und diese Renditen durch seine Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Strukturierte Unternehmen, die beherrscht werden, sind ebenfalls zu konsolidieren. Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte nicht ausschlaggebend für die Festlegung der Beherrschung sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich die Stimmrechte lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die maßgeblichen Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind.

Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen Jungheinrich die Beherrschung zusammen mit einem Partnerunternehmen ausübt und gemeinsam mit diesem die Rechte am Nettovermögen der Beteiligung hat.

Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die aufgrund ihrer ruhenden oder nur geringen Geschäftstätigkeit für den Konzern und für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind, werden zu Anschaffungskosten angesetzt, da weder ein notierter Marktpreis vorliegt noch ein beizulegender Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Jungheinrich AG die Beherrschung über die Gesellschaft erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Jungheinrich AG endet, in den Konzernabschluss einbezogen.

Die zu konsolidierenden Abschlüsse der Jungheinrich AG als Muttergesellschaft und der einbezogenen Tochtergesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt.

Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des anteiligen Kapitals zugrunde gelegt.

Unternehmenszusammenschlüsse, das heißt Erwerbe von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, werden gemäß IFRS 3 entsprechend der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei wird die übertragene Gegenleistung zum Zeitpunkt des Erwerbes mit dem zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewerteten Nettovermögen verrechnet. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst. Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden ebenfalls mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert des identifizierten Nettovermögens, wird dieser aktive Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Ist der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens höher als die Anschaffungskosten, ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag. Dieser wird dann im Erwerbsjahr sofort ertragswirksam erfasst. Wenn die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mit diesen vorläufig ermittelten Werten bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraumes von zwölf Monaten ab Erwerbszeitpunkt. Innerhalb dieses Bewertungszeitraumes werden alle erforderlichen Anpassungen an den ermittelten beizulegenden Zeitwerten gegen den vorläufig ermittelten Unterschiedsbetrag gebucht.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen werden anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals der Beteiligungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Die Anteile des Jungheinrich-Konzerns an at-equity-bilanzierten Unternehmen beinhalten die bei Erwerb entstandenen Firmenwerte. Da diese Firmenwerte nicht getrennt ausgewiesen werden, sind sie nach IAS 36 nicht separat auf Wertminderung zu überprüfen. Stattdessen wird der gesamte Buchwert des Anteiles gemäß IAS 36 auf Wertminderung untersucht, sobald Anzeichen für ein Absinken des erzielbaren Betrages unter den Buchwert des Investments vorliegen. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert eines at-equity-bilanzierten Unternehmens, erfolgt eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages. Wertaufholungen in nachfolgenden Berichtsperioden werden ergebniswirksam erfasst.

Währungsumrechnung

In Fremdwährung gehaltene liquide Mittel sowie Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in den Jahresabschlüssen der Konzerngesellschaften werden zu dem am Bilanzstichtag geltenden Kurs umgerechnet und dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam erfasst.

die Landeswährung.

Jahres, die Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die des sonstigen Ergebnisses werden mit den Jahresdurchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aus der Währungsumrechnung resultierende Unterschiedsbeträge werden bis zum Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital innerhalb des Postens "Sonstige Eigen-

kapitalveränderungen" ausgewiesen. Zum Zeitpunkt

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet. Dies ist die jeweilige Landeswährung, wenn die Tochterunternehmen wirtschaftlich eigenständig in den Währungsraum ihres Sitzlandes integriert sind. Bei den Unternehmen des Jungheinrich-Konzerns ist die funktionale Währung

Für den Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der in Landeswährung berichteten Vermögenswerte und Schulden in Euro zum jeweiligen Mittelkurs am Bilanzstichtag. Veränderungen während des der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam aufgelöst.

Umsatzrealisierung

Umsätze werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatten mit dem Eigentums- und Gefahrenübergang an den Kunden erfasst. Dies ist im Allgemeinen der Fall, wenn die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise die Leistung erbracht wurde, der Verkaufspreis fixiert oder bestimmbar und der Zahlungseingang hinreichend wahrscheinlich ist.

Ist das Ergebnis von langfristigen Fertigungsaufträgen verlässlich zu schätzen, werden die Auftragserlöse und Auftragskosten dieser Fertigungsaufträge entsprechend dem jeweiligen Leistungsfortschritt (sogenannte "Percentage of Completion"-Methode) am Bilanzstichtag als Umsatzerlöse und Umsatzkosten erfasst. Für Automatisierungsprojekte im Bereich der Logistiksysteme erfolgt die Ermittlung des Fertigstellungsgrades nach der Meilensteinmethode,

Wesentliche Wechselkurse für den Jungheinrich-Konzern

Mittelkurs am Bilanzstichtag Jahresdurchschnittskurs
Währung Basis 1 € 31.12.2017 31.12.2016 2017 2016
AUD 1,53460 1,45960 1,47320 1,48860
BRL 3,97290 3,43050 3,60540 3,86163
CHF 1,17020 1,07390 1,11170 1,09018
CLP 737,78000 705,78000 732,18773 748,65048
CNY 7,80440 7,32020 7,62900 7,34958
CZK 25,53500 27,02100 26,32600 27,03431
DKK 7,44490 7,43440 7,43860 7,44536
GBP 0,88723 0,85618 0,87667 0,81890
HUF 310,33000 309,83000 309,19000 311,45933
INR 76,60550 71,59350 73,53240 74,35528
MYR 4,85360 4,72870 4,85270 4,58418
NOK 9,84030 9,08630 9,32700 9,29269
PLN 4,17700 4,41030 4,25700 4,36363
RON 4,65850 4,53900 4,56880 4,49075
RUB 69,39200 64,30000 65,93830 74,22236
SEK 9,84380 9,55250 9,63510 9,46731
SGD 1,60240 1,52340 1,55880 1,52776
THB 39,12100 37,72600 38,29600 39,04226
TRY 4,54640 3,70720 4,12060 3,34274
UAH 33,81415 28,58510 30,02750 28,27278
USD 1,19930 1,05410 1,12970 1,10660
ZAR 14,80540 14,45700 15,04900 16,27720

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Konzernanhang

das heißt, die erbrachte Leistung wird im Verhältnis zur Gesamtleistung betrachtet. Für Fertigungsaufträge von Regalbediengeräten der Marke MIAS wird der Fertigstellungsgrad nach dem "Cost to Cost"-Verfahren ermittelt. Die realisierten Auftragserlöse ergeben sich dabei aus den aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinnes. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich bestimmt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst.

Umsätze aus Finanzdienstleistungsgeschäften werden bei einer Klassifizierung des Vertrages als sogenannter "Operating Lease" in Höhe der Leasingraten linear über die Laufzeit der Verträge realisiert. Bei einer Klassifizierung des Vertrages als sogenannter "Finance Lease" werden die Umsätze in Höhe des Nettoinvestitionswertes des Leasinggegenstandes bei Vertragsbeginn erfasst. Die Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Verträge realisiert. Im Fall der Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft wird bei Verträgen mit einer vereinbarten Restwertgarantie, die mehr als 10 Prozent des Verkaufswertes beträgt, der Verkaufserlös abgegrenzt und linear über die Zeit bis zur Fälligkeit der Restwertgarantie umsatzwirksam aufgelöst.

Produktbezogene Aufwendungen

Aufwendungen für Werbung und Absatzförderung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens ergebniswirksam. Fracht- und Versandkosten werden unter den Umsatzkosten ausgewiesen.

Die produktbezogenen Aufwendungen enthalten auch Zuführungen zu den Rückstellungen für Garantieverpflichtungen sowie zu den Rückstellungen für belastende Verträge.

Forschungskosten und nicht aktivierungsfähige Entwicklungsausgaben werden in der Periode, in der sie entstehen, ergebniswirksam erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand – Investitionszulagen und Investitionszuschüsse

Investitionszulagen und Investitionszuschüsse werden erfasst, wenn ausreichende Sicherheit besteht, dass Jungheinrich die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und dass die Zuwendungen gewährt werden. Sie mindern nicht die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Vermögenswerte, sondern werden grundsätzlich passiv abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögenswerte planmäßig verteilt. Die Auflösungsbeträge werden pro rata temporis ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie beruht auf der durchschnittlichen Anzahl der jeweiligen während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stückaktien. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 lagen keine Eigenkapitalinstrumente vor, die das Ergebnis je Aktie auf Basis der jeweiligen ausgegebenen Aktien verwässert hätten.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und – sofern deren Nutzungsdauer begrenzt ist – linear abgeschrieben. Für Softwarelizenzen werden Nutzungsdauern von 3 bis 8 Jahren zugrunde gelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, betreffen insbesondere Kundenbeziehungen, Technologien sowie Kundenverträge. Für diese Kundenbeziehungen und Technologien wurden wirtschaftliche Nutzungsdauern zwischen 6 und 20 Jahren und für die Kundenverträge von 15 bis 20 Jahren festgelegt. Erworbene Nutzungsrechte an Grundstücken in China und Singapur sind auf 50 beziehungsweise 36 Jahre begrenzt.

Entwicklungsausgaben werden aktiviert, sofern erwartet wird, dass die Herstellung der entwickelten Produkte dem Jungheinrich-Konzern einen wirtschaftlichen Nutzen bringen wird und technisch durchführbar ist, und sofern die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Die aktivierten Entwicklungsausgaben umfassen sämtliche direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten einschließlich entwicklungsbezogener Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden ab dem Produktionsbeginn planmäßig linear über die vorgesehene Laufzeit der Serienproduktion, in der Regel zwischen 4 und 7 Jahren, abgeschrieben.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet und den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Die

Anschaffungskosten ermitteln sich als aktiver Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem zum beizulegenden Zeitwert erworbenen Nettovermögen. In Folgeperioden werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich – sofern erforderlich – kumulierter Wertminderungen bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung überprüft. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) den erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung in Höhe des Unterschiedsbetrages sofort ergebniswirksam erfasst. Eine Wertaufholung, auch unterjährig erfasster Wertminderungen, erfolgt in späteren Berichtsperioden nicht. Für die Überprüfung auf mögliche Wertminderung ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, zu ermitteln. Die ZGEs entsprechen dabei in der Regel den rechtlichen Konzernunternehmen. Für die Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwertes aus dem Erwerb von MIAS wurde als ZGE die MIAS Group bestimmt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zunächst auf Grundlage der Bestimmung des Nutzungswertes einer ZGE mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode. Grundsätzlich werden die geplanten Cashflows aus der bottom-up erstellten und durch das Management der Jungheinrich AG plausibilisierten Fünf--Jahres-Planung verwendet. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode werden langfristige Umsatz- und Renditeerwartungen angesetzt. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Der Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz sowie konzernunternehmensbeziehungsweise länderspezifischen Risikozuschlägen für Eigen- und Fremdkapital. Ist der Nutzungswert niedriger als der Buchwert, wird zur Bestimmung des erzielbaren Betrages zusätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt.

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungsoder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Abschreibungen. Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden als Aufwand erfasst. Kosten

für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Abnutzbare Gegenstände werden planmäßig linear abgeschrieben. Bei Verkauf oder Verschrottung scheiden Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte aus; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Nutzungsdauern für Sachanlagen

Gebäude 10 – 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen,
Einbauten in Gebäude
10 – 50 Jahre
Betriebsvorrichtungen 8 – 15 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 – 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 10 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit unbestimmbarer oder unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Mietgeräte

Jungheinrich vermietet Fahrzeuge an Kunden auf Basis kurzfristiger Verträge. Diese Mietgeräte werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 6 beziehungsweise 9 Jahren, je nach Produktgruppe, abgeschrieben. Abschreibungen werden über die ersten beiden Jahre je nach Produktgruppe mit jeweils 30 beziehungsweise 20 Prozent der Anschaffungsoder Herstellungskosten und danach linear bis zum Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer erfasst.

Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Mietgeräten

Die Überprüfung von Geschäfts- oder Firmenwerten auf eine Wertminderung wird unter "Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" erläutert.

Für alle übrigen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Mietgeräte wird die Werthaltigkeit mindestens einmal jährlich oder immer dann überprüft, wenn Anzeichen bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes seinem Buchwert gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt

Zahlungsmittelzuflüsse, die nicht weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheit) sind. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert, den geschätzten diskontierten zukünftigen Cashflows. Sofern der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswertes überschreitet, wird eine Wertminderung erfasst.

Wenn der Grund für eine in Vorjahren erfasste Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Leasing und Finanzdienstleistungen

Im Rahmen des Finanzdienstleistungsgeschäftes schließen Jungheinrich-Konzerngesellschaften direkt oder unter Zwischenschaltung von Leasinggesellschaften Verträge mit den Kunden ab.

Die Klassifizierung und damit die Behandlung der Leasingtransaktionen für die Bilanzierung richtet sich nach der Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums. Bei sogenannten "Finance Lease"-Verträgen liegt das wirtschaftliche Eigentum beim Leasingnehmer und führt bei den Jungheinrich-Konzerngesellschaften als Leasinggeber zum Ausweis der zukünftig zu zahlenden Leasingraten inklusive eines nicht garantierten Restwertes als Forderungen aus Finanzdienstleistungen in Höhe ihres Nettoinvestitionswertes. Die ratierlich realisierten Zinserträge über die Laufzeit stellen sicher, dass eine konstante Rendite auf die ausstehende Nettoinvestition erzielt wird.

Ist das wirtschaftliche Eigentum Jungheinrich als Leasinggeber zuzurechnen, liegt ein sogenannter "Operating Lease"-Vertrag vor, und die Fahrzeuge werden als "Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen" zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 6 beziehungsweise 9 Jahren, je nach Produktgruppe, abgeschrieben. Abschreibungen werden über die ersten beiden Jahre je nach Produktgruppe mit jeweils 30 beziehungsweise 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und danach linear bis zum Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer erfasst. Die Leasingerträge werden erfolgswirksam linear über die Vertragslaufzeit erfasst. Mit Beendigung des Kundenleasingvertrages werden die Fahrzeuge zum Buchwert in die Vorräte übertragen.

Die Refinanzierung dieser langfristigen Kundenverträge ("Finance Lease" und "Operating Lease") erfolgt laufzeitkongruent und ist als Verbindlichkeiten aus Finanzierungen in der Position "Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen" passiviert. Neben objektbezogenen Darlehensfinanzierungen werden im Jungheinrich-Konzern im Rahmen des Verkaufes zukünftig fälliger Leasingraten aus konzerninternen Überlassungsverträgen die vereinnahmten Verkaufserlöse in den Verbindlichkeiten aus Finanzierungen abgegrenzt und nach der Effektivzinsmethode über die Zeit der Nutzungsüberlassung aufgelöst. Zudem finanziert sich Jungheinrich über das ausschließlich für den Zweck der Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäftes gegründete verbundene Unternehmen Elbe River Capital S.A., Luxemburg. Diese Refinanzierungsgesellschaft kauft zukünftig fällige Leasingraten aus konzerninternen Überlassungsverträgen an und refinanziert sich durch die Begebung von Schuldverschreibungen. Darüber hinaus werden Leasinggeräte im Sale-and-lease-back-Verfahren refinanziert. Die dabei entstehenden Veräußerungsgewinne werden entsprechend abgegrenzt und über die Laufzeit der Leasingverhältnisse erfolgswirksam verteilt.

Bei Kundenverträgen unter Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft liegt das wirtschaftliche Eigentum aufgrund einer Rückkaufverpflichtung mit einer vereinbarten Restwertgarantie, die mehr als 10 Prozent des Objektwertes beträgt, bei den Jungheinrich--Konzerngesellschaften, sodass diese an Leasinggesellschaften verkauften Fahrzeuge nach IFRS weiterhin in der Bilanz von Jungheinrich anzusetzen sind. Zum Zeitpunkt der Aktivierung als "Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen" werden die Verkaufserlöse innerhalb der passiven Rechnungsabgrenzungsposten in der Position "Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen" erfasst. Die Abschreibung der Leasinggeräte erfolgt über die Laufzeit der zugrunde liegenden Leasingverträge zwischen den Leasinggesellschaften und den Endkunden. Die abgegrenzten Verkaufserlöse werden linear über die Zeit bis zur Fälligkeit der Restwertgarantie umsatzwirksam aufgelöst. Die Rückkaufverpflichtungen werden in Höhe der vereinbarten Restwertgarantien in der Position "Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen" ausgewiesen.

Außerhalb des Finanzdienstleistungsgeschäftes mieten Jungheinrich-Konzerngesellschaften als Leasingnehmer hauptsächlich Sachanlagen sowie Kunden-Mietgeräte. Bei Vorliegen eines sogenannten "Finance Lease" werden bei Vertragsbeginn die

Vermögenswerte als immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen oder Mietgeräte aktiviert und in gleicher Höhe Leasingverbindlichkeiten mit dem Barwert der Leasingraten passiviert. Der Ausweis der Leasingverbindlichkeiten erfolgt in der Position "Finanzverbindlichkeiten". Die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Mietgeräte und die Tilgung der Verbindlichkeiten erfolgen über die Dauer der Grundmietzeit. Bei Vorliegen eines sogenannten "Operating Lease" werden die von Jungheinrich geleisteten Miet- und Leasingzahlungen als Aufwand linear über die Vertragslaufzeit erfasst.

Finanzinstrumente

Gemäß IAS 32 und IAS 39 werden Finanzinstrumente definiert als Verträge, die gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu finanziellen Vermögenswerten und bei dem anderen Unternehmen zu finanziellen Schulden oder Eigenkapitalinstrumenten führen.

Gemäß IAS 39 sind Finanzinstrumente einer der folgenden vier Kategorien zuzuordnen:

  • Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten,
  • bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen,
  • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte,
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Der Ansatz von originären Finanzinstrumenten erfolgt zum Erfüllungszeitpunkt, das heißt zu dem Zeitpunkt, an dem der Vermögenswert an oder durch Jungheinrich geliefert wird.

Jungheinrich bilanziert Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte, sonstige Verbindlichkeiten und finanzielle Schulden, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen sowie Finanzschulden.

Wertpapiere, die der Kategorie "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen" zugeordnet sind, werden nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten oder, bei Wertminderung, zum Barwert der erwarteten künftigen Cashflows bilanziert. Etwaige Differenzen zwischen dem ursprünglichen Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag werden über die Laufzeit im Finanzergebnis berücksichtigt. Sofern wesentliche objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, wird der ermittelte Wertberichtigungsaufwand im Finanzergebnis erfasst.

Wertpapiere, die zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet worden sind, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht den auf aktiven Märkten notierten Marktpreisen. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden bis zur Ausbuchung der Wertpapiere erfolgsneutral im Eigenkapital (sonstige Eigenkapitalveränderungen) erfasst. Zum Zeitpunkt der Veräußerung der Wertpapiere werden die zuvor im sonstigen Ergebnis berücksichtigten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht. Im Falle eines signifikanten oder länger anhaltenden Rückganges des beizulegenden Zeitwertes wird die Wertminderung des betroffenen Vermögenswertes ergebniswirksam erfasst, auch wenn das Wertpapier nicht ausgebucht wurde. Wertaufholungen von Schuldinstrumenten in nachfolgenden Berichtsperioden werden ergebniswirksam erfasst.

Forderungen

Forderungen werden nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten dem Nennwert abzüglich Einzelwertberichtigungen. Einzelwertberichtigungen werden nur vorgenommen, wenn Forderungen ganz oder teilweise uneinbringlich sind oder die Uneinbringlichkeit wahrscheinlich ist, wobei der Betrag der Wertberichtigungen hinreichend genau ermittelbar sein muss.

Zu den Forderungen aus Finanzdienstleistungen wird auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen verwiesen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfasst wird.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen und Finanzdienstleistungen sind mit dem Barwert der Leasingraten angesetzt. Auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen wird verwiesen.

Anteile an verbundenen und at-equity-bilanzierten Unternehmen

Die unter Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, da sie über keinen notierten Marktpreis verfügen und ein beizulegender Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann. Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet.

Wertpapiere

Zu den als Wertpapieren ausgewiesenen Finanzinstrumenten zählen alle "bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen". Diese Position beinhaltet auch Wertpapiere im Spezialfonds, die zum Zeitpunkt ihres Erwerbes ausnahmslos als "zur Veräußerung verfügbar" designiert werden.

Derivative Finanzinstrumente

Jungheinrich setzt derivative Finanzinstrumente hauptsächlich zu Sicherungszwecken ein.

Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt, an dem die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswertes eingegangen wurde, angesetzt.

IAS 39 erfordert, dass alle derivativen Finanzinstrumente mit ihren Marktwerten als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert werden. Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivates werden, je nachdem ob es sich um einen Fair Value Hedge oder einen Cashflow Hedge handelt, im Ergebnis oder erfolgsneutral im Eigenkapital (sonstige Eigenkapitalveränderungen) berücksichtigt. Bei einem Fair Value Hedge werden die Ergebnisse aus der Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente ergebniswirksam erfasst. Die Marktwertveränderungen der Derivate, die als Cashflow Hedge zu klassifizieren sind, werden in Höhe des hedge-effektiven Teiles zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt. Die Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des zugeordneten Grundgeschäftes. Der hedge-ineffektive Teil wird unmittelbar im Finanzergebnis erfasst.

Derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert sind, werden der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" zugeordnet. Gewinne und Verluste dieser derivativen Finanzinstrumente, welche aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren, werden unmittelbar ergebniswirksam berücksichtigt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente werden nach der Bedeutung der in ihre Bewertungen einfließenden Faktoren und Informationen klassifiziert und in Bewertungsstufen eingeordnet. Die Einordnung eines Finanzinstrumentes in eine Stufe erfolgt nach der Bedeutung seiner Inputfaktoren für seine Gesamtbewertung, und zwar nach der niedrigsten Stufe, deren Berücksichtigung für die Bewertung als Ganzes erheblich beziehungsweise maßgeblich ist. Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:

Stufe 1 – in aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,

Stufe 2 – andere Inputdaten als notierte Marktpreise, die sich für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt (aus Preisen abgeleitet) beobachten lassen,

Stufe 3 – herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.

Jungheinrich erfasst Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Bewertungsstufen zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.

Liquide Mittel

Liquide Mittel sind Kassenbestände, Schecks und Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt.

Vorräte

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten ("Lower of cost and net realizable value") bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Abschreibungen. Zur Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gleichartiger Vorräte wird die Durchschnittskostenmethode angewendet.

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Konzernanhang

Verwertungsrisiken, die sich aus der Lagerdauer ergeben, werden auf Basis historischer Verbräuche durch Abwertungen der Bestände berücksichtigt. Sofern die Gründe für die Abwertungen nicht länger bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen.

Latente Steuern

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden entsprechend der bilanzorientierten Methode für alle temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz bilanziert. Diese Behandlung gilt grundsätzlich für alle Vermögenswerte und Schulden außer für Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung. Daneben sind latente Steueransprüche für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste und noch nicht genutzter Steuergutschriften bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass diese verwendet werden können. Latente Steuern werden mit den aktuellen Steuersätzen bewertet. Wenn zu erwarten ist, dass sich die Differenzen in Jahren mit anderen Steuersätzen ausgleichen, werden die dann jeweils gültigen Sätze verwendet. Für den Fall, dass sich die Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderungen verabschiedet werden.

Für aktive latente Steuern, deren Realisierung unwahrscheinlich ist, wird eine Wertberichtigung vorgenommen.

Sonstige Eigenkapitalveränderungen

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen die Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung, der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen und der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert. Die Veränderungen des Berichtsjahres werden in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung bewertet. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen sowie demografische Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Neubewertungen,

die bei Jungheinrich versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie den Ertrag aus dem Planvermögen (unter Ausschluss von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld enthalten sind) umfassen, werden unmittelbar bei Entstehung im sonstigen Ergebnis erfasst und sind damit direkt in der Bilanz enthalten. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Bestandteil der sonstigen Eigenkapitalveränderungen und werden in Folgeperioden nicht mehr in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert. Die Kostenkomponente Dienstzeitaufwand wird ergebniswirksam in den Personalkosten der entsprechenden Funktionsbereiche erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst. Pensionsund ähnliche Verpflichtungen einiger ausländischer Gesellschaften sind durch Pensionsfonds, die Planvermögen im Sinne des IAS 19 sind, finanziert.

Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unterdeckung der leistungsorientierten Pensionspläne des Jungheinrich--Konzerns dar.

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden erfasst, wenn das Arbeitsverhältnis eines Mitarbeiters vor dem regulären Renteneintritt beendet wird oder ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der Konzern erfasst diese Leistungen nur, sofern entweder aufgrund eines detaillierten formalen, nicht mehr zu revidierenden Planes oder aber aufgrund einer individuellen Vereinbarung Jungheinrich nachweislich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zur Erbringung der Leistungen verpflichtet ist. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gemäß IAS 19 bilanziert.

Darüber hinaus sind Ansprüche der Mitarbeiter, die bei deren Ausscheiden nach landesrechtlichen Vorschriften fällig werden, sowie sonstige kurz- und langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend zurückgestellt. Die Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 bilanziert.

Die übrigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, der Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig schätzbar ist. Die Bilanzierung

der übrigen Rückstellungen stellt die bestmögliche Schätzung der Kosten dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich sind. Lässt sich die Höhe der erforderlichen Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmen, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt, bei gleicher Wahrscheinlichkeit der Mittelwert.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit ein detaillierter formaler Plan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt zeitnah.

Langfristige Rückstellungen werden abgezinst und in Höhe des Barwertes der erwarteten Ausgaben angesetzt. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Abschlussgliederung

Kurzfristige und langfristige Vermögenswerte sowie kurzfristige und langfristige Schulden werden als getrennte Gliederungsgruppen in der Bilanz dargestellt. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig eingestuft, wenn ihre Realisation beziehungsweise Tilgung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden als langfristig klassifiziert, wenn sie eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. Pensionsverpflichtungen werden entsprechend ihrem Charakter als langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer unter den langfristigen Schulden gezeigt. Latente Steueransprüche und Steuerschulden sind den langfristigen Vermögenswerten und Schulden zugeordnet.

Einzelne Posten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie in der Bilanz sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Schätzungen

Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie der Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich für die konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte, für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter anderem für Pensionen, Risiken aus Restwertgarantien, Garantieverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten. Den Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren und sowohl historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen einschließen.

Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Wenn die tatsächliche von der erwarteten Entwicklung abweicht, werden die Prämissen und – soweit erforderlich – die Buchwerte der relevanten Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE), welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswertes bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der ZGE, einer nachhaltigen Wachstumsrate und eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Eine Veränderung dieser und weiterer Einflussfaktoren kann zu Wertminderungen führen. Weitere Informationen können der Anhangangabe (12) entnommen werden.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken.

Die Schätzungen zukünftiger Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und Garantieverpflichtungen sind mit vielen Unsicherheiten behaftet.

Oftmals kann der Ausgang einzelner Gerichtsverfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass Jungheinrich aufgrund abschließender Urteile zu einigen der Rechtsfälle Aufwendungen entstehen können, die die hierfür gebildeten Vorsorgen überschreiten und deren zeitlicher Anfall sowie deren Bandbreite nicht mit Sicherheit vorausbestimmt werden können.

Für die Garantieverpflichtungen bestehen Unsicherheiten hinsichtlich des Inkrafttretens neuer Gesetze und Regulierungen, der Zahl der betroffenen Fahrzeuge oder der Art der zu veranlassenden Maßnahmen. Es ist nicht auszuschließen, dass die tatsächlichen Aufwendungen für diese Maßnahmen die hierfür gebildeten Rückstellungen in nicht vorhersehbarer Weise übersteigen. Weitere Informationen können der Anhangangabe (26) entnommen werden.

Obwohl im Fall einer erforderlichen Anpassung der Rückstellungen in der Berichtsperiode die daraus resultierenden Aufwendungen einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis von Jungheinrich haben können, wird erwartet, dass die sich daraus ergebenden möglichen Verpflichtungen unter Einbeziehung der dafür bestehenden Vorsorgen keinen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben werden.

Veröffentlichte, von der EU übernommene und im Geschäftsjahr 2017 erstmals angewendete IFRS

Die erstmals zum 1. Januar 2017 verpflichtend in der EU anzuwendenden Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Veröffentlichte, von der EU übernommene und noch nicht angewendete IFRS

Im Mai 2014 wurde vom IASB der Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Er ersetzt die in den bisherigen IAS 18 "Umsatzerlöse" und IAS 11 "Fertigungsaufträge" enthaltenen Regelungen zur Erfassung von Umsatzerlösen. IFRS 15 legt fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse zu erfassen sind, und erweitert die Angabevorschriften. Der neue Standard führt ein einheitliches, fünfstufiges Modell zur Erlösrealisierung aus Kundenverträgen ein. Zunächst sind der Kundenvertrag und die darin enthaltenen separaten Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend ist der Transaktionspreis des Kundenvertrages zu ermitteln und auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufzuteilen. Sobald die vereinbarte Leistung erbracht wurde, ist nach dem neuen Modell für jede Leistungsverpflichtung Umsatz in Höhe des zugeordneten anteiligen Transaktionspreises zu realisieren.

Jungheinrich hat im Rahmen einer Betroffenheitsanalyse die Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 15 auf den Konzernabschluss für die derzeit bestehenden wesentlichen Vertragsarten mit Kunden untersucht.

Im Jungheinrich-Konzern werden Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Flurförderzeugen sowie der Erbringung von Kundendienstleistungen derzeit mit dem Eigentums- und Gefahrenübergang an den Kunden erfasst. Dies ist im Allgemeinen der Fall, wenn die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise eine Leistung erbracht wurde, der Verkaufspreis fixiert

oder bestimmbar und der Zahlungseingang hinreichend wahrscheinlich ist. Nach IFRS 15 sind die Umsatzerlöse mit dem Kontrollübergang, das heißt, sobald ein Kunde die Beherrschung über die Güter erlangt, zu realisieren. Weiterhin ist unter IFRS 15 zu prüfen, ob Verträge, die zeitgleich oder in zeitlicher Nähe zueinander mit dem gleichen Kunden abgeschlossen wurden, als ein Vertrag zu behandeln sind. Dies ist der Fall, wenn die Verträge entweder unter einer gemeinsamen wirtschaftlichen Zielsetzung verhandelt wurden, der Betrag der Gegenleistung eines Vertrages vom Preis oder der Erfüllung des anderen Vertrages abhängt oder wenn es sich bei den im Rahmen der Verträge versprochenen Gütern oder Dienstleistungen um eine einzige Leistungsverpflichtung handelt. Derzeit erfolgt im Jungheinrich-Konzern die Umsatzrealisierung auf Basis der Einzelverträge. Auch unter IFRS 15 wird im Wesentlichen eine getrennte Umsatzrealisierung auf Basis der Einzelverträge erfolgen, da aus heutiger Sicht keines der genannten Kriterien, die eine Zusammenfassung von Verträgen verlangen, erfüllt ist.

Jungheinrich erfasst für langfristige Fertigungsaufträge, deren Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, Auftragserlöse und Auftragskosten derzeit entsprechend dem jeweiligen Leistungsfortschritt (sogenannte "Percentage of Completion"-Methode), das heißt zeitraumbezogen, als Umsatzerlöse und Umsatzkosten. Für Fertigungsaufträge von Regalbediengeräten der Marke MIAS wird sich die Erfassung von Umsatzerlösen unter IFRS 15 ändern. Die Regalbediengeräte werden in den Werkshallen von MIAS gefertigt und anschließend für den Kunden vor Ort in dem entsprechenden Lager eingebaut. Da unter IFRS 15 für den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung der Kontrollübergang an den Kunden entscheidend ist, wird Jungheinrich Auftragserlöse und Auftragskosten für Fertigungsaufträge von Regalbediengeräten der Marke MIAS zukünftig zeitpunktbezogen, das heißt erst bei Kundenabnahme, erfassen. Für Automatisierungsprojekte im Bereich der Logistiksysteme erfolgt unter IFRS 15 die Erfassung von Umsatzerlösen und Umsatzkosten unverändert zeitraumbezogen.

Jungheinrich schließt Finanzdienstleistungsverträge direkt oder indirekt über Leasinggesellschaften oder Banken (sogenannte Vendor-Verträge) mit Kunden ab. Im Fall der Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft werden Verträge mit Rückkaufverpflichtungen und einer vereinbarten Restwertgarantie, die mehr als 10 Prozent des Verkaufswertes beträgt, derzeit als sogenannte "Operating Lease"-Verträge

bilanziert. Die Verkaufserlöse werden abgegrenzt und linear über die Zeit bis zur Fälligkeit der Restwertgarantie umsatzwirksam aufgelöst. Alle übrigen Vendor-Verträge werden derzeit als Verkauf bilanziert, das heißt, Umsatzerlöse in Höhe des Nettoveräußerungswertes werden zum Zeitpunkt des Fahrzeugverkaufes an die Leasinggesellschaft oder Bank in voller Höhe ergebniswirksam berücksichtigt. IFRS 15 verweist bei Verträgen mit Kunden, die eine abgeschlossene Rückkaufverpflichtung enthalten, auf die Anwendung der Regelungen des IAS 17 "Leasingverhältnisse". Jungheinrich wird mit Anwendung des IFRS 15 alle Vendor-Verträge mit vereinbarten Rückkaufverpflichtungen gemäß den Regelungen des IAS 17 klassifizieren und bewerten. Aus der Anwendung der Klassifizierungskriterien wird es Verschiebungen in der Realisierung von Umsatzerlösen geben. Vendor-Verträge, die derzeit als sogenannte "Operating Lease"-Verträge bilanziert werden, könnten aufgrund der anzuwendenden Klassifizierungskriterien des IAS 17 zukünftig als "Finance Lease"-Verträge klassifiziert und bilanziert werden. In diesem Fall werden zukünftig die Umsatzerlöse in Höhe des Nettoveräußerungswertes in voller Höhe mit Vertragsbeginn realisiert.

Durch die Anwendung von IFRS 15 ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Das Konzern-Eigenkapital wird in der Eröffnungsbilanz des Konzerns zum 1. Januar 2018 gegenüber dem zum 31. Dezember 2017 veröffentlichten Wert um einen niedrigen einstelligen Millionen--Euro-Betrag vermindert.

Das IASB hat sein Projekt zur Ablösung von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" im Juli 2014 durch die Veröffentlichung des finalen IFRS 9 "Finanzinstrumente" abgeschlossen. Der neue Standard regelt die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten im Hinblick auf Klassifizierung, Ansatz und Bewertung einschließlich der Erfassung von Wertminderungen. Darüber hinaus enthält IFRS 9 Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Die Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten wurden grundlegend überarbeitet, während die Regelungen zur Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten nahezu unverändert in den IFRS 9 übernommen wurden. Zudem hat sich die Bilanzierung von Wertminderungen bei finanziellen Vermögenswerten grundlegend geändert, da nicht nur eingetretene Verluste, sondern bereits erwartete Verluste zu erfassen sind. Ferner wurde die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen mit dem Ziel geändert, das Hedge Accounting stärker an der ökonomischen Risikosteuerung des Unternehmens zu orientieren. Die im IFRS 9 herausgegebenen Vorschriften enthalten Neuerungen und Erleichterungen in Bezug auf die Designationsmöglichkeiten, die Effektivitätsprüfung sowie die Beendigung von Sicherungsbeziehungen.

Die neuen Einstufungsanforderungen des IFRS 9 werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung der finanziellen Vermögenswerte im Jungheinrich-Konzern haben. Alle derzeit zum beizulegenden Zeitwert gehaltenen finanziellen Vermögenswerte werden weiterhin zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Wertpapiere im Spezialfonds werden derzeit ausnahmslos der Bewertungskategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet, damit zum beizulegenden Zeitwert bewertet, und nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden bis zur Ausbuchung der Wertpapiere erfolgsneutral im Eigenkapital (sonstige Eigenkapitalveränderungen) erfasst. Zum Zeitpunkt der Veräußerung der Wertpapiere werden die zuvor im sonstigen Ergebnis berücksichtigten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht. Im Falle eines signifikanten oder länger anhaltenden Rückganges des beizulegenden Zeitwertes wird die Wertminderung des betroffenen Vermögenswertes ergebniswirksam erfasst, auch wenn das Wertpapier nicht ausgebucht wurde. Der Spezialfonds hält sowohl Eigenkapital- als auch Schuldinstrumente. Mit Anwendung des IFRS 9 werden Gewinne und Verluste dieser Wertpapiere, welche aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren, unmittelbar ergebniswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 9 werden sich für Jungheinrich insbesondere daraus ergeben, dass die neuen Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen auch erwartete zukünftige Verluste miteinbeziehen, während IAS 39 lediglich die Erfassung von bereits eingetretenen Wertminderungen berücksichtigt. Davon sind insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betroffen.

Bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 hat Jungheinrich das Wahlrecht, anstatt der Anforderungen des IFRS 9 weiterhin die Bilanzierungsvorschriften des IAS 39 für Sicherungsgeschäfte anzuwenden. Jungheinrich wird die Regelungen des IAS 39 weiterhin anwenden.

Durch den Übergang auf IFRS 9 wird es keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage geben.

IFRS 15 und IFRS 9 wurden im September 2016 von der EU übernommen und sind erstmals verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

Das IASB hat im Januar 2016 den Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" veröffentlicht. Er ersetzt die im IAS 17 "Leasingverhältnisse" sowie in den zugehörigen Interpretationen IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27 enthaltenen Regelungen zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen. Die hieraus resultierenden Änderungen betreffen hauptsächlich die Bilanzierung beim Leasingnehmer, der zukünftig alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in seiner Bilanz zu erfassen hat. Ausnahmen bestehen für Leasingverträge mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten, vorausgesetzt der Leasingvertrag enthält keine Kaufoption, sowie für sogenannte geringwertige Leasinggegenstände, für die die bisherige Bilanzierung als "Operating Lease" beibehalten werden kann. Für Leasinggeber sind die Bilanzierungsvorschriften, insbesondere im Hinblick auf die weiterhin erforderliche Klassifizierung von Leasingverhältnissen, weitgehend unverändert geblieben. Der neue Leasingstandard fordert umfangreichere Angaben sowohl für Leasingnehmer als auch Leasinggeber. Die Analyse der Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss ist noch nicht abgeschlossen. Als wesentliche Auswirkung wurde bislang identifiziert, dass der Konzern für bestehende "Operating Lease"-Verträge, hauptsächlich über Grundstücke, Gebäude und Geschäftsräume sowie über Fahrzeuge, bei denen Jungheinrich Leasingnehmer ist, neue Vermögenswerte (Nutzungsrechte) und Schulden erfassen wird. Darüber hinaus wird es Änderungen in der Erfassung von Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind, geben. Derzeit werden die Mietund Leasingraten aus "Operating Lease"-Verträgen aufwandswirksam linear über die Vertragslaufzeit erfasst. Mit Anwendung des IFRS 16 sind Abschreibungsaufwendungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen unter Anwendung der Effektivzinsmethode für die Schulden aus den Leasingverträgen über die Laufzeit der Leasingverhältnisse ergebniswirksam zu erfassen.

IFRS 16 wurde im Oktober 2017 von der EU übernommen und ist erstmals verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung des IFRS 16 ist möglich. Jungheinrich wird IFRS 16 erstmals für das am 1. Januar 2019 beginnende Geschäftsjahr anwenden. Jungheinrich plant derzeit den modifiziert retrospektiven Übergang auf IFRS 16, das heißt auf die Anpassung der Vorjahreszahlen zu verzichten und die Übergangseffekte kumulativ in den Gewinnrücklagen auszuweisen. Die vom IFRS 16 zusätzlich geforderten Angaben wird Jungheinrich, sofern relevant, ab dem Geschäftsjahr 2019 entsprechend im Anhang berichten.

Veröffentlichte, von der EU noch nicht übernommene und noch nicht angewendete IFRS

Die veröffentlichten, von der EU noch nicht übernommenen, geänderten Standards werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Jungheinrich--Konzerns haben. Bei Anerkennung dieser Standards durch die EU, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant Jungheinrich derzeit keine vorzeitige Anwendung dieser Standards.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Jungheinrich AG, Hamburg, als Muttergesellschaft 74 (Vorjahr: 74) ausländische und 19 (Vorjahr: 16) inländische Unternehmen einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst 83 (Vorjahr: 80) vollkonsolidierte Unternehmen einschließlich eines strukturierten Unternehmens, die direkt oder indirekt von der Jungheinrich AG beherrscht werden. Nach der Equity-Methode werden 10 (Vorjahr: 10) Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.

Der Universal-FORMICA-Fonds, Frankfurt am Main, an dem Jungheinrich 100 Prozent der Fondsanteile hält, wird als strukturiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Jungheinrich ist durch Vertragsvereinbarungen in der Lage, die Tätigkeiten des Spezialfonds zu steuern und somit die Höhe der Rendite zu beeinflussen. Zweck des Fondsinvestments ist es, bei einem begrenzten Risiko die Renditechancen des Kapitalmarktes zu nutzen. Zur Begrenzung der Risiken wurde der Spezialfonds als Wertsicherungsmandat ausgestaltet.

Der vollständige Anteilsbesitz der Jungheinrich AG, Hamburg, wird in der Anhangangabe (43) dargestellt.

Veränderungen des Konsolidierungskreises

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Jungheinrich AG Tochterunternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Inland Inland Ausland Inland Ausland Gesamt
Stand am 01.01.2017 1 15 65 1 9 91
Zugänge 3 3
Abgänge
Stand am 31.12.2017 1 18 65 1 9 94
Stand am 01.01.2016 1 15 64 1 2 83
Zugänge 3 7 10
Abgänge 2 2
Stand am 31.12.2016 1 15 65 1 9 91

Im 2. Quartal 2017 wurde die Jungheinrich Projektlösungen AG & Co. KG, Offenbach am Main, gegründet. Die Gesellschaft entwickelt Produkte für das Logistiksystemgeschäft.

Für Zwecke der Ausgliederung aus dem Vermögen der Jungheinrich Moosburg AG & Co. KG, Moosburg, wurde im 2. Quartal 2017 die eigenständige Gesellschaft Jungheinrich Degernpoint AG & Co. KG, Moosburg, gegründet. Die Ausgliederung erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2017 ohne eine Veränderung der im Konzern bestehenden Vermögenswerte und Schulden.

Mit Jungheinrich Digital Solutions AG & Co. KG, Hamburg, wurde im 4. Quartal 2017 eine Gesellschaft für die Entwicklung, Integration und den Vertrieb digitaler Lösungen im Bereich von Flurförderzeugen, Logistiksystemen und weiterer industrieller Fahrzeuge und Maschinen gegründet. Die Gesellschaft hat im Januar 2018 ihre operative Tätigkeit aufgenommen.

Aus der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaften, alle in Deutschland, ergaben sich keine Unterschiedsbeträge.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(3) Umsatzerlöse

Zusammensetzung der Umsatzerlöse

in Tausend € 2017 2016
Neugeschäft 2.099.129 1.762.790
Miete und Gebrauchtgeräte 569.885 555.663
Kundendienst 922.555 852.303
Intralogistik 3.591.569 3.170.756
Finanzdienstleistungen 840.284 737.190
Summe Segmente 4.431.853 3.907.946
Überleitung –996.528 –823.097
Jungheinrich-Konzern 3.435.325 3.084.849

In den Umsatzerlösen des Segmentes "Intralogistik" sind mithilfe der "Percentage of Completion"--Methode ermittelte Auftragserlöse in Höhe von 108.628 T€ (Vorjahr: 69.411 T€) enthalten.

Die Umsatzerlöse des Segmentes "Finanzdienstleistungen" beinhalten in Höhe von 50.442 T€ (Vorjahr: 47.422 T€) Zinserträge aus "Finance Lease"-Kundenverträgen.

(5) Personalaufwand

leistungen" resultieren.

sicherungsgeschäften resultieren.

Personalaufwand in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

in Tausend € 2017 2016
Gehälter 797.353 740.316
Soziale Abgaben 158.919 146.501
Aufwendungen für
Altersversorgung und
für Unterstützung
Leistungsorientierte Pläne 12.526 12.083
Beitragsorientierte Pläne 9.104 7.787
Sonstige Aufwendungen
für Altersversorgung
und für Unterstützung
829 845
978.731 907.532

Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter

2017 2016
Gewerbliche Arbeitnehmer 7.323 6.835
Angestellte 7.841 7.299
Auszubildende 400 402
15.564 14.536

Die Funktionskosten enthalten zusätzlich zum Personalaufwand auch Kosten für Leiharbeitnehmer in Höhe von 37.947 T€ (Vorjahr: 29.843 T€).

(6) Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen

Konzernanhang

Die Abschreibungen, Wertminderungen sowie Wertaufholungen werden jeweils in der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte sowie der Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen dargestellt. Sämtliche Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sind in den Funktionskosten enthalten.

(7) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Berichtsjahres beinhalten mit 869 T€ (Vorjahr: 490 T€) Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sowie in Höhe von 240 T€ (Vorjahr: 813 T€) Auflösungsbeträge aus abgegrenzten Zuwendungen der öffentlichen Hand.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Jahres 2016 sind Erträge aus der Endkonsolidierung der Boss Manufacturing Ltd., Leighton Buzzard (Großbritannien), in Höhe von 4.725 T€ enthalten.

(8) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Berichtsjahres beinhalten mit 1.124 T€ (Vorjahr: 714 T€) Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.

(9) Zinsergebnis

Zusammensetzung des Zinsergebnisses

in Tausend € 2017 2016
Zinsen und zinsähnliche
Ergebnisse aus Wertpapieren
370 –820
Übrige Zinsen und
ähnliche Erträge
768 995
Zinserträge 1.138 175
Zinsaufwendungen 8.788 8.096
Zinsergebnis –7.650 –7.921

In den Umsatzkosten sind als Materialaufwand Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren und Leistungen in Höhe von 1.791.003 T€ (Vorjahr: 1.554.035 T€) enthalten.

Im Materialaufwand sind Kursverluste in Höhe von 4.189 T€ (Vorjahr: 13.022 T€ Kursgewinne) enthalten, die im Wesentlichen aus Einkäufen der ausländischen Vertriebsgesellschaften in Konzernwährung und den damit im Zusammenhang stehenden Kurs-

Die Umsatzkosten beinhalten in Höhe von 24.351 T€ (Vorjahr: 25.986 T€) Zinsaufwendungen, die aus der laufzeitkongruenten Refinanzierung der langfristigen Kundenverträge des Segmentes "Finanzdienst-

(4) Umsatzkosten

(10) Übriges Finanzergebnis

Zusammensetzung des übrigen Finanzergebnisses

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Konzernanhang

in Tausend € 2017 2016
Ergebnis aus Derivaten –2.874 –5.694
Nettozinsen aus leistungs
orientierten Pensionsplänen
–3.588 –4.200
Sonstiges Finanzergebnis –1.101 –1.429
Übriges Finanzergebnis –7.563 –11.323

Im Ergebnis aus Derivaten werden sämtliche Ergebnisse von derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen, die nicht Lieferungen und Leistungen betreffen und zum Bilanzstichtag auch nicht als Sicherungsinstrumente designiert waren. Dazu zählen im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente, die zur Sicherung von Währungskursen bei konzerninternen Finanzvorgängen abgeschlossen wurden, sowie Derivate im Spezialfonds. Das Ergebnis aus Derivaten beinhaltet auch die Währungsdifferenzen aus Finanzierungen. Ergebnisse aus Derivaten im Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen werden unter den Umsatzkosten ausgewiesen.

Das sonstige Finanzergebnis beinhaltet mit 334 T€ (Vorjahr: 610 T€) Aufzinsungsbeträge für langfristige Personalrückstellungen.

(11) Ertragsteuern

Zusammensetzung des Steueraufwandes

in Tausend € 2017 2016
Effektive Steuern
Deutschland 41.041 35.288
Ausland 22.503 29.981
Latente Steuern
Deutschland 2.508 2.290
Ausland –4.800 –6.189
Steueraufwand 61.252 61.370

Der effektive Steueraufwand in Deutschland ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung gestiegen. Er beinhaltet einen Ertrag aus Vorjahressteuern in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. € Steueraufwand).

Der effektive Steueraufwand im Ausland ist gegenüber dem Vorjahr gesunken, da wirtschaftsfördernde Abschreibungsregelungen für Investitionsgüter angewendet werden konnten und Steuersätze gesenkt wurden. Ferner beinhaltet der Betrag für das Jahr 2017 einen Steuerertrag für Vorjahre in Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €).

Die auf Deutschland und das Ausland entfallenden ergebniswirksamen latenten Steuern sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Der latente Steuerertrag des Berichtsjahres in Höhe von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) setzte sich zusammen aus einem Aufwand von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) aus der Nutzung der Verlustvorträge und aus einem Steuerertrag in Höhe von 4,4 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €) aus der Veränderung temporärer Differenzen.

Der inländische Gesamtsteuersatz betrug für das Geschäftsjahr 2017 30,0 Prozent (Vorjahr: 30,0 Prozent). Er setzte sich unverändert aus 15,0 Prozent Körperschaftsteuerbelastung zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5 Prozent der Körperschaftsteuerbelastung und einem Gewerbesteuersatz von 14,2 Prozent zusammen.

Die angewandten lokalen Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variierten zwischen 9,0 Prozent (Vorjahr: 9,0 Prozent) und 35,0 Prozent (Vorjahr: 35,0 Prozent).

Zum 31. Dezember 2017 bestanden im Konzern körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von rund 51 Mio. € (Vorjahr: 64 Mio. €). Der Verlustvortrag (US) betrug zum 31. Dezember 2017 rund 31 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €). Die Veränderung ist wechselkursbedingt. Die Senkung des Steuersatzes aufgrund der US-Steuerreform war nicht ergebniswirksam, da latente Steueransprüche mit Blick auf die künftigen Nutzungsmöglichkeiten wie im Vorjahr nicht angesetzt wurden. Der Verlustvortrag (US) ist im Wesentlichen bis zum Jahr 2026 vortragsfähig.

Zum 31. Dezember 2017 betrugen die nutzbaren körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge 19,5 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €). Sie waren unbegrenzt vortragsfähig. Im Zusammenhang mit diesen Verlustvorträgen sind Wertminderungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) vorgenommen worden. Daneben bestanden zum 31. Dezember 2017 gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 2,3 Mio. €).

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Konzernanhang

Zusammensetzung der aktiven und passiven latenten Steuern

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 186.178 163.593 91.771 74.508
Vorräte 29.589 15.839 10.979 7.847
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 115.369 77.515 330.130 306.613
Steuerliche Verlustvorträge 4.949 7.038
Pensionsrückstellungen 31.806 34.080 1.216 531
Übrige Rückstellungen 22.917 16.472 6.070 332
Verbindlichkeiten 175.061 177.132 59.778 35.815
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 9.519 11.503
Sonstige 21.080 17.852 10.302 8.287
Latente Steuern vor Saldierung 596.468 521.024 510.246 433.933
Saldierungen –490.548 –414.644 –490.548 –414.644
Bilanzansatz 105.920 106.380 19.698 19.289

Bei dem Bilanzausweis der latenten Steueransprüche ist einzuschätzen, inwieweit sich aus bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen und den Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden voraussichtlich künftige effektive Steuerentlastungen ergeben. Dabei sind alle positiven und negativen Einflussfaktoren berücksichtigt worden. Die Einschätzung hat sich zum Vorjahr nicht verändert. Die gegenwärtige Einschätzung kann sich in Abhängigkeit von Veränderungen der Ertragslage zukünftiger Jahre ändern und eine höhere oder niedrigere Wertminderung erforderlich machen.

Vom Nettobetrag der latenten Steuern in Höhe von 86.222 T€ (Vorjahr: 87.091 T€) wurden 27.321 T€ (Vorjahr: 30.170 T€) direkt im Eigenkapital erfasst.

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Als erwarteter Steueraufwand ist der Betrag ausgewiesen, der sich unter Anwendung des für die Konzernobergesellschaft geltenden Gesamtsteuersatzes von 30,0 Prozent (Vorjahr: 30,0 Prozent) auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern ergibt.

Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand

in Tausend € 2017 2016
Erwarteter Steueraufwand 73.019 64.718
Änderung des Steuersatzes 828 1.772
Besteuerungsunterschied
Ausland
–4.426 –821
Veränderung der
Wertminderungen
22 19
Veränderung aus
Vorjahressteuern
–2.424 –586
Nicht abziehbare
Betriebsausgaben und
steuerfreie Erträge
–6.410 –4.901
Sonstiges 643 1.169
Tatsächlicher Steueraufwand 61.252 61.370

Die Konzernsteuerquote 2017 betrug 25,2 Prozent (Vorjahr: 28,4 Prozent).

Erläuterungen zur Konzernbilanz

(12) Immaterielle Vermögenswerte

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Berichtsjahr

in Tausend € Erworbene
immaterielle
Vermögenswerte
Selbst erstellte
immaterielle
Vermögenswerte
Geschäfts- oder
Firmenwerte
Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 01.01.2017 113.287 113.602 38.356 265.245
Währungsdifferenzen –1.779 –112 –84 –1.975
Zugänge 6.464 21.350 27.814
Abgänge 2.390 18.879 21.269
Stand am 31.12.2017 115.582 115.961 38.272 269.815
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand am 01.01.2017 45.450 67.939 3.099 116.488
Währungsdifferenzen –344 –9 –353
Abschreibungen des Geschäftsjahres 10.079 8.814 18.893
Wertminderungen des Geschäftsjahres 3.984 152 4.136
Kumulierte Abschreibungen und
Wertminderungen auf Abgänge 2.375 18.879 21.254
Stand am 31.12.2017 52.810 61.849 3.251 117.910
Buchwert am 31.12.2017 62.772 54.112 35.021 151.905

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Vorjahr

in Tausend € Erworbene
immaterielle
Vermögenswerte
Selbst erstellte
immaterielle
Vermögenswerte
Geschäfts- oder
Firmenwerte
Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 01.01.2016 101.854 98.379 33.479 233.712
Währungsdifferenzen 679 –14 14 679
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 5.876 4.863 10.739
Zugänge 5.564 15.237 20.801
Abgänge 1.687 1.687
Umbuchungen 1.001 1.001
Stand am 31.12.2016 113.287 113.602 38.356 265.245
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand am 01.01.2016
36.643 58.528 3.015 98.186
Währungsdifferenzen –20 –3 –23
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 10 10
Abschreibungen des Geschäftsjahres 10.226 8.409 18.635
Wertminderungen des Geschäftsjahres 1.002 87 1.089
Kumulierte Abschreibungen auf Abgänge 1.409 1.409
Stand am 31.12.2016 45.450 67.939 3.099 116.488
Buchwert am 31.12.2016 67.837 45.663 35.257 148.757

Die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte enthalten die aktivierten Entwicklungsausgaben des Jungheinrich-Konzerns. Im Berichtsjahr angefallene Entwicklungsausgaben in Höhe von 21.350 T€ (Vorjahr: 15.237 T€) erfüllten die Aktivierungskriterien nach IFRS.

Forschungs- und Entwicklungskosten in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

in Tausend € 2017 2016
Forschungskosten und
nicht aktivierte
Entwicklungsausgaben
55.298 46.842
Abschreibungen auf aktivierte
Entwicklungsausgaben
8.814 8.409
Wertminderungen auf
aktivierte Entwicklungs
ausgaben
3.984 1.002
68.096 56.253

Die Prüfung der Werthaltigkeit der Buchwerte der aktivierten Entwicklungsausgaben erfolgt je Produktlinie auf Basis geschätzter diskontierter zukünftiger Cashflows. Aus der Prüfung der Werthaltigkeit zum 31. Dezember 2017 resultierten Wertminderungsaufwendungen für vier Fahrzeugbaureihen in Höhe von insgesamt 3.984 T€. Die im Vorjahr erfassten Wertminderungen in Höhe von insgesamt 1.002 T€ entfielen auf drei Fahrzeugbaureihen.

Jungheinrich führte im 4. Quartal 2017 die jährlichen Werthaltigkeitstests für die den ZGEs zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Wesentliche Annahmen im Rahmen der Ermittlung des Nutzungswertes einer ZGE waren die Free Cashflows, der Abzinsungssatz sowie die nachhaltige Wachstumsrate.

den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE)
in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
MIAS Group 24.109 24.109
Vertriebsgesellschaft in:
Australien 4.151 4.151
Rumänien 2.958 3.036
Chile 1.819 1.819

Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte zu

Österreich 1.771 1.771
Übrige 111 269
Jungheinrich
Systemlösungen GmbH,
Graz (Österreich) 102 102
35.021 35.257

Bei der Überprüfung des südafrikanischen Geschäfts- oder Firmenwertes im Berichtsjahr wurde eine Wertminderung identifiziert. Der Buchwert der ZGE fiel höher aus als ihr ermittelter erzielbarer Betrag, sodass ein Wertminderungsaufwand von 152 T€ im Jahr 2017 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Der im Vorjahr erfasste Wertminderungsaufwand in Höhe von 87 T€ betraf die Wertminderung des malaysischen Geschäfts- oder Firmenwertes. Die Wertminderungsaufwendungen wurden jeweils vollständig dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet.

Aus der Prüfung auf Werthaltigkeit der übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte resultierten keine Wertminderungsaufwendungen. Eine Erhöhung der verwendeten Abzinsungssätze um jeweils 0,5 Prozent oder auch eine Reduzierung der Wachstumsraten um jeweils 0,5 Prozent hätten zu keinem Wertminderungsaufwand geführt.

Finanzielle Annahmen zur Ermittlung des Nutzungswertes der ZGEs, denen signifikante Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind

Abzinsungssatz vor Steuern Nachhaltige Wachstumsrate
in % 30.09.2017 30.09.2016 30.09.2017 30.09.2016
MIAS Group 12,2 11,2 1,2 1,0
Vertriebsgesellschaft in:
Australien 12,2 10,9 1,2 1,2
Rumänien 15,3 13,5 1,3 1,0

(13) Sachanlagen

Entwicklung der Sachanlagen im Berichtsjahr

Grundstücke und
Bauten einschließlich
Technische Betriebs
und
in Tausend € der Bauten auf frem
den Grundstücken
Anlagen und
Maschinen
Geschäfts
ausstattung
Anlagen
im Bau
Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 01.01.2017
431.517 160.999 271.720 10.967 875.203
Währungsdifferenzen –2.363 –731 –2.046 –86 –5.226
Zugänge 11.782 12.312 33.091 24.348 81.533
Abgänge 1.171 6.901 21.010 29.082
Umbuchungen 3.486 3.626 1.768 –8.880
Stand am 31.12.2017 443.251 169.305 283.523 26.349 922.428
Abschreibungen
Stand am 01.01.2017
147.580 115.946 181.195 444.721
Währungsdifferenzen –750 –392 –1.177 –2.319
Abschreibungen des Geschäftsjahres 14.761 13.084 26.979 54.824
Kumulierte Abschreibungen auf Abgänge 521 6.369 19.830 26.720
Stand am 31.12.2017 161.070 122.269 187.167 470.506
Buchwert am 31.12.2017 282.181 47.036 96.356 26.349 451.922

Entwicklung der Sachanlagen im Vorjahr

Grundstücke und
Bauten einschließlich
der Bauten auf frem
den Grundstücken
Technische
Anlagen und
Maschinen
Betriebs
und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen
im Bau
Gesamt
419.008 153.474 248.600 13.824 834.906
–1.649 59 118 –2 –1.474
46 121 448 615
7.549 8.861 27.245 9.769 53.424
273 3.570 7.424 11.267
6.836 2.054 2.733 –12.624 –1.001
431.517 160.999 271.720 10.967 875.203
133.792 106.673 161.332 401.797
–617 3 318 –296
13 127 140
14.655 13.081 24.937 52.673
273 3.373 5.947 9.593
10 –438 428
147.580 115.946 181.195 444.721
283.937 45.053 90.525 10.967 430.482

In den Sachanlagen waren in Höhe von 12.667 T€ (Vorjahr: 13.266 T€) gemietete Immobilien enthalten, die wegen der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge ("Finance Lease") dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zugerechnet wurden. Die auf gemietete Immobilien entfallenden Abschreibungen des Jahres betrugen insgesamt 571 T€ (Vorjahr: 701 T€).

Grundstücke und Bauten waren am Bilanzstichtag zur Sicherung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 34.766 T€ (Vorjahr: 31.356 T€) verpfändet.

(14) Mietgeräte

Entwicklung der Mietgeräte

in Tausend € 2017 2016
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand am 01.01. 588.765 534.022
Währungsdifferenzen –10.164 5.955
Zugänge durch Unterneh
menszusammenschlüsse
8.236
Zugänge 239.088 174.333
Abgänge 157.762 133.781
Stand am 31.12. 659.927 588.765
Abschreibungen
Stand am 01.01.
262.349 234.757
Währungsdifferenzen –4.134 3.388
Zugänge durch Unterneh
menszusammenschlüsse
4.248
Abschreibungen des
Geschäftsjahres
102.928 90.675
Kumulierte Abschreibungen
auf Abgänge
76.077 70.719
Stand am 31.12. 285.066 262.349
Buchwert am 31.12. 374.861 326.416

Der Gesamtbestand an Mietgeräten enthält geleaste Mietgeräte in Höhe von 4.550 T€ (Vorjahr: 13.546 T€), die wegen der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge ("Finance Lease") dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzurechnen sind. Die Abschreibungen des Jahres auf diese Geräte beliefen sich auf 2.974 T€ (Vorjahr: 2.564 T€).

Im Rahmen der Finanzierung von Forderungen aus konzerninternen Mietkaufverträgen waren Mietgeräte mit Buchwerten in Höhe von 66.633 T€ (Vorjahr: 62.779 T€) als Sicherheit für die damit verbundenen Finanzverbindlichkeiten gestellt.

(15) Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen

Entwicklung der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen

in Tausend € 2017 2016
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand am 01.01. 602.065 534.947
Währungsdifferenzen –6.060 –7.559
Zugänge 194.984 182.302
Abgänge 96.523 107.625
Stand am 31.12. 694.466 602.065
Abschreibungen
Stand am 01.01. 207.398 180.464
Währungsdifferenzen –2.024 –2.845
Abschreibungen des
Geschäftsjahres 103.850 91.301
Kumulierte Abschreibungen
auf Abgänge 63.072 61.522
Stand am 31.12. 246.152 207.398
Buchwert am 31.12. 448.314 394.667

Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG 103

Zusammensetzung der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Kundenverträge
"Operating Lease"
404.980 354.432
Verträge mit
Zwischenschaltung einer
Leasinggesellschaft 43.334 40.235
448.314 394.667

Im Rahmen des Finanzdienstleistungsgeschäftes, bei dem Jungheinrich-Konzerngesellschaften als Leasinggeber auftreten, werden als Leasinggeräte die Flurförderzeuge aktiviert, bei denen mit einem Endkunden ein Leasingvertrag geschlossen wird, der nach IFRS als "Operating Lease" zu klassifizieren ist.

Leasinggeräte mit Buchwerten in Höhe von 240.017 T€ (Vorjahr: 218.492 T€) waren am Bilanzstichtag als Sicherheit für Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen gestellt.

Bei Kundenverträgen mit Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft erfolgt aufgrund der Höhe einer vereinbarten Restwertgarantie mit mehr als 10 Prozent des Objektwertes ebenfalls eine Aktivierung unter der Position "Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen".

Die zum Bilanzstichtag bestehenden Kundenverträge "Operating Lease" enthielten in Höhe von 65.010 T€ (Vorjahr: 59.882 T€) Fahrzeugflotten, die Großkunden zur flexiblen Nutzung bereitgestellt werden. Weiterhin enthielten sie eine Fahrzeugflotte in Höhe von 12.097 T€ (Vorjahr: 10.695 T€), die Kunden in Australien zur flexiblen Nutzung bereitgestellt wird.

Für die übrigen zum Bilanzstichtag bestehenden, unkündbaren Kundenverträge "Operating Lease" sind die zukünftigen an Jungheinrich zu entrichtenden Leasingzahlungen nach Fälligkeiten in folgender Tabelle dargestellt.

Konzernanhang

Fälligkeiten der Mindestleasingzahlungen aus den übrigen Kundenverträgen "Operating Lease"

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Fällig innerhalb eines Jahres 109.871 96.152
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
195.177 168.366
Fällig nach mehr als
fünf Jahren
2.007 1.560
Stand am 31.12. 307.055 266.078

Für Leasinggeräte mit Buchwerten in Höhe von 102.912 T€ (Vorjahr: 87.891 T€) erfolgt die Finanzierung im Sale-and-lease-back-Verfahren. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen betragen 76.282 T€ (Vorjahr: 59.070 T€).

(16) Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen

Entwicklung der Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen

in Tausend € 2017 2016
Stand am 01.01. 26.204 10.695
Zugänge 15.604
Anteilige Ergebnisse 2.028 5.785
Ausschüttungen 2.093 3.330
Konsolidierung 956 –2.550
Stand am 31.12. 27.095 26.204

Wesentliche Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen

Kapitalanteile in %
Gesellschaft Hauptgeschäft 31.12.2017 31.12.2016
JULI Motorenwerk s.r.o., Moravany (Tschechien) Entwicklung, Herstellung und
Vertrieb von Elektromotoren
50 50
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (China) Co., Ltd.,
Shanghai (China)
Vermietung von Flurförder
zeugen im chinesischen Markt
50 50

Informationen zu den übrigen at-equity-bilanzierten Unternehmen können der Anhangangabe (43) entnommen werden.

Die folgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen zu den einzeln betrachtet wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben nicht den Anteil der Jungheinrich AG, sondern 100 Prozent darstellen.

Zusammengefasste Finanzinformationen der at-equity-bilanzierten wesentlichen Unternehmen

JULI Motorenwerk s.r.o.,
Moravany (Tschechien)1)
Jungheinrich Heli Industrial
Truck Rental (China) Co., Ltd.,
Shanghai (China)1)
in Tausend € 2017 2016 2017 20162)
Umsatzerlöse 149.490 133.383 22.115 10.904
Ergebnis nach Steuern 6.367 12.525 433 –348
in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte 22.686 20.298 49.376 40.129
Kurzfristige Vermögenswerte 30.424 27.632 12.026 12.357
Langfristige Schulden 993 682 9.994 14.207
Kurzfristige Schulden 18.364 17.145 25.536 11.389
Eigenkapital 33.753 30.103 25.872 26.890

1) Inklusive Tochtergesellschaften

2) Die Angaben zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung betrafen im Rumpfgeschäftsjahr den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Dezember 2016.

Überleitung von den zusammengefassten Finanzinformationen zum Buchwert der Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss

JULI Motorenwerk s.r.o.,
Moravany (Tschechien)1)
Jungheinrich Heli Industrial
Truck Rental (China) Co., Ltd.,
Shanghai (China)1)
in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
Eigenkapital 33.753 30.103 25.872 26.890
Anteiliges Eigenkapital 16.877 15.052 12.936 13.445
Konsolidierung / Sonstiges –2.561 –1.826 –778 –2.451
At-equity-Buchwert 14.316 13.226 12.158 10.994

1) Inklusive Tochtergesellschaften

Die folgende Tabelle enthält zusammengefasste aggregierte Finanzinformationen der einzeln betrachtet unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Jungheinrich--Konzerns darstellen.

Zusammengefasste aggregierte Finanzinformationen der at-equity-bilanzierten unwesentlichen Unternehmen

Übrige
Gemeinschaftsunternehmen
in Tausend € 2017 2016
Ergebnis nach Steuern –1.406 –318
Gesamtergebnis –1.406 –318
At-equity-Buchwert am 31.12. 621 1.984

Der Konzern hat im Berichtsjahr anteilige Verluste von insgesamt 43 T€ (Vorjahr: – T€) in Bezug auf seine Anteile an Gemeinschaftsunternehmen nicht erfasst. Die kumuliert im at-Equity-Buchwert nicht angesetzten Verluste betrugen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 43 T€ (Vorjahr: – T€).

Aus der Prüfung der Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag resultierten im Jahr 2017 keine Wertminderungsaufwendungen.

(17) Vorräte

Zusammensetzung der Vorräte

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe
94.157 74.005
Unfertige Erzeugnisse
und Leistungen
24.280 24.232
Fertige Erzeugnisse 168.487 135.039
Waren 111.804 96.044
Ersatzteile 57.867 51.022
Geleistete Anzahlungen 24.695 15.308
481.290 395.650

Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind 39.624 T€ (Vorjahr: 30.497 T€) zum Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Wertberichtigungen auf Vorräte betrugen zum Bilanzstichtag 45.613 T€ (Vorjahr: 41.400 T€).

(18) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Zusammensetzung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Forderungen aus Lieferun
gen und Leistungen
(ohne Forderungen aus
Fertigungsaufträgen) 662.915 610.865
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
20.372 17.744
Wertberichtigungen –15.280 –14.822
668.007 613.787

Überfälligkeiten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Wertberichtigungen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Überfällig weniger als 30 Tage 76.293 61.902
Überfällig zwischen
30 und 60 Tagen
20.146 18.657
Überfällig zwischen
61 und 90 Tagen
8.773 8.291
Überfällig zwischen
91 und 180 Tagen
8.968 7.529
Überfällig mehr als 180 Tage 298 358
Summe Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
überfällig, aber
nicht wertberichtigt 114.478 96.737

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthielten Besitzwechsel in Höhe von 6.593 T€ (Vorjahr: 9.038 T€). Zum Diskont gegebene Besitzwechsel in Höhe von 254 T€ (Vorjahr: 1.159 T€) wurden nicht ausgebucht, da das Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag bei Jungheinrich lag. Die zugehörigen Wechselverbindlichkeiten werden in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 98 T€ (Vorjahr: 96 T€) und gegen at-equity-bilanzierte Unternehmen in Höhe von 8.786 T€ (Vorjahr: 5.165 T€) enthalten.

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

in Tausend € 2017 2016
Wertberichtigungen am 01.01. 14.822 14.083
Währungsdifferenzen –231 –93
Verbrauch 1.713 1.201
Auflösung 471 837
Zuführung 2.873 2.870
Wertberichtigungen am 31.12. 15.280 14.822

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 512.152 T€ (Vorjahr: 474.657 T€) waren zum Bilanzstichtag weder wertberichtigt noch überfällig. Am Bilanzstichtag deutete nichts darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages bestanden zum Bilanzstichtag Kreditversicherungen.

Zusammensetzung der Forderungen aus Fertigungsaufträgen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Angefallene Kosten und
ausgewiesene Gewinne
(abzüglich ausgewiesener
Verluste) 149.133 70.061
Erhaltene Anzahlungen –128.761 –52.317
Forderungen aus
Fertigungsaufträgen
20.372 17.744

(19) Forderungen aus Finanzdienstleistungen

Im Rahmen des Finanzdienstleistungsgeschäftes, bei dem Jungheinrich-Konzerngesellschaften als Leasinggeber auftreten, werden die Nettoinvestitionswerte der Leasingverträge mit Kunden, die nach IFRS als "Finance Lease" klassifiziert werden, mit Beginn des Leasingverhältnisses als Forderungen aus Finanzdienstleistungen aktiviert. Unter den Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden nur zukünftig fällige Leasingzahlungen und nicht garantierte Restwerte ausgewiesen. Für die bei Fälligkeit der Leasingzahlungen in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgebuchten Beträge werden die Überfälligkeiten und Wertberichtigungen daher unter der Anhangangabe (18) erfasst.

Forderungen aus Finanzdienstleistungen: Überleitungsrechnung von der Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Summe der ausstehenden
Mindestleasingzahlungen
1.010.613 851.380
Fällig innerhalb
eines Jahres
287.969 255.256
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
668.681 561.812
Fällig nach mehr als
fünf Jahren
53.963 34.312
Barwert der ausstehenden
Mindestleasingzahlungen
890.729 751.842
Fällig innerhalb
eines Jahres
241.370 214.818
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
597.972 504.520
Fällig nach mehr als
fünf Jahren
51.387 32.504
Noch nicht realisierte
Zinserträge
119.884 99.538

In den Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen in Höhe von 240.421 T€ (Vorjahr: 211.548 T€) enthalten.

Forderungen aus Finanzdienstleistungen mit Buchwerten in Höhe von 506.485 T€ (Vorjahr: 448.747 T€) waren am Bilanzstichtag als Sicherheit für Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen gestellt.

(20) Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Zusammensetzung der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Forderungen aus
sonstigen Steuern
43.740 37.145
Vermögenswerte aus der
Bewertung fondsfinanzierter
Pensionspläne
4.070 1.482
Forderungen aus
Darlehen und Vorschüssen
an Mitarbeiter
1.070 916
Sonstige Vermögenswerte 8.987 8.384
57.867 47.927

In den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sind Forderungen gegen at-equity-bilanzierte Unternehmen in Höhe von 20 T€ (Vorjahr: – T€) enthalten.

Zum Bilanzstichtag waren sämtliche übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte weder überfällig noch wertgemindert. Zum Bilanzstichtag deutete nichts darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Konzernanhang

(21) Wertpapiere

Zusammensetzung der Wertpapiere

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Anleihen und
Schuldverschreibungen
129.455 141.766
Schuldscheindarlehen 15.000
Aktien 11.908 6.356
Pfandbriefe 11.428 4.569
Investmentfonds 2.645 8.699
170.436 161.390

Der Gesamtbestand an Wertpapieren enthält in Höhe von 52.010 T€ (Vorjahr: 40.521 T€) Finanzinstrumente, die der Kategorie "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen" zugeordnet sind. Jungheinrich will und kann diese Wertpapiere bis zur jeweiligen Endfälligkeit halten. Die Wertpapiere, die sich am 31. Dezember 2017 im Bestand von Jungheinrich befanden, werden in den Jahren 2018 bis 2019 endfällig. Aus der Prüfung der Wertpapiere auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag resultierten im Jahr 2017 keine Wertminderungsaufwendungen. Für die Wertpapiere, die sich am 31. Dezember 2016 im Bestand von Jungheinrich befanden und im Jahr 2017 ihre Endfälligkeit erreichten, erfolgte die Rückzahlung bei Endfälligkeit.

Die am 31. Dezember 2017 im Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere mit Buchwerten in Höhe von insgesamt 118.426 T€ (Vorjahr: 120.869 T€) wurden als "zur Veräußerung verfügbar" designiert.

(22) Liquide Mittel

Die liquiden Mittel umfassen Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände und Schecks. Sie haben eine ursprüngliche Fälligkeit von höchstens drei Monaten. Die liquiden Mittel enthalten mit 13.642 T€ (Vorjahr: 7.376 T€) Bankguthaben des Spezialfonds. Zum Bilanzstichtag bestanden im Jungheinrich-Konzern Bankguthaben in Höhe von 9.231 T€ (Vorjahr: 8.815 T€), die an Kreditinstitute verpfändet waren.

(23) Rechnungsabgrenzungsposten

Die Rechnungsabgrenzungsposten setzen sich im Wesentlichen aus Vorauszahlungen auf Mieten, Leasingraten, Zinsen und Versicherungsprämien zusammen.

(24) Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Jungheinrich AG, Hamburg (Deutschland), war zum Bilanzstichtag voll eingezahlt und betrug 102.000 T€ (Vorjahr: 102.000 T€). Es war wie im Vorjahr eingeteilt in 54.000.000 Stammaktien und 48.000.000 Vorzugsaktien mit jeweils einem rechnerischen Anteil am gezeichneten Kapital von 1,00 €. Sämtliche Aktien waren zum Bilanzstichtag ausgegeben.

Die Inhaber stimmrechtsloser Vorzugsaktien erhalten aus dem zur Verteilung gelangenden Bilanzgewinn vorweg einen Vorzugsgewinnanteil von 0,04 € je Vorzugsaktie. Nach Ausschüttung eines Gewinnanteiles von 0,04 € je Stammaktie wird der verbleibende zur Ausschüttung gelangende Bilanzgewinn auf die Stamm- und Vorzugsaktionäre nach dem Verhältnis der auf ihre jeweiligen Aktien entfallenden anteiligen Beträge des gezeichneten Kapitals verteilt, wobei den Vorzugsaktionären gegenüber den Stammaktionären vorweg eine Zusatzdividende von 0,02 € je Vorzugsaktie zusteht.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien sowie die Mehrerlöse aus dem Verkauf eigener Aktien in Vorjahren.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten die in Vorjahren erzielten, nicht ausgeschütteten Ergebnisse der Jungheinrich AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sowie das Ergebnis nach Steuern der Berichtsperiode.

Dividendenvorschlag

Die Dividendenausschüttung der Jungheinrich AG erfolgt aus dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Jungheinrich AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Der Vorstand der Jungheinrich AG schlägt vor, den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 57.351 T€ zur Zahlung einer Dividende in Höhe von insgesamt 49.920 T€ mit 0,48 € je Stammaktie und 0,50 € je Vorzugsaktie sowie in Höhe von 7.431 T€ für die Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen zu verwenden.

Sonstige Eigenkapitalveränderungen

Details zu den Veränderungen aus dem sonstigen Ergebnis

in Tausend € 2017 2016
Ergebnis aus der Bewertung
von Finanzinstrumenten
mit Sicherungsbeziehung –1.009 –1.933
Nicht realisiertes Ergebnis –408 8.378
Realisiertes Ergebnis –1.120 –10.609
Latente Steuern 519 298
Ergebnis aus der
Bewertung von zur
Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten
581 495
Nicht realisiertes Ergebnis 1.395 –111
Realisiertes Ergebnis –565 818
Latente Steuern –249 –212
Ergebnis aus der
Währungsumrechnung
–15.758 –5.590
Nicht realisiertes Ergebnis –15.758 –865
Realisiertes Ergebnis –4.725
Ergebnis aus der
Pensionsbewertung
7.912 –20.043
Ergebnis aus der
Neubewertung von
leistungsorientierten
Pensionsplänen
11.031 –26.904
Latente Steuern –3.119 6.861
Sonstiges Ergebnis
nach Steuern
–8.274 –27.071

Kapitalmanagement

Konzernanhang

Jungheinrich unterliegt keinen satzungsmäßigen Mindestkapitalerfordernissen.

Der Konzern steuert die wirtschaftliche Nutzung seines Kapitals über die Kapitalrendite des gebundenen zinspflichtigen Kapitals (ROCE). Für das Berichtsjahr ergab sich ein ROCE von 17,3 Prozent (Vorjahr: 17,8 Prozent).

EBIT-Kapitalrendite (ROCE)

in Tausend € 2017 2016
Zinspflichtiges Kapital 31.12. 1.496.683 1.318.212
EBIT 258.611 234.969
ROCE
in %
17,3 17,8

Die Steuerung der Kapital- und Finanzstruktur des Konzerns und seiner Gesellschaften erfolgt primär auf Basis der Kennzahl "Verschuldungsgrad". Diese ermittelt sich als Verhältnis der Nettoverschuldung zum Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA), bereinigt um Abschreibungen auf Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen.

Nettoverschuldung

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Finanzverbindlichkeiten 449.879 319.495
Liquide Mittel und
Wertpapiere
–443.239 –375.477
Nettoverschuldung 6.640 –55.982

Der Jungheinrich-Konzern wies zum Bilanzstichtag eine Nettoverschuldung in Höhe von 6.640 T€ (Vorjahr: 55.982 T€ Nettoguthaben) aus. Der Verschuldungsgrad befand sich weiterhin auf einem guten Niveau.

Verschuldungsgrad

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Nettoverschuldung 6.640 –55.982
EBITDA (bereinigt um
Abschreibungen auf
Leasinggeräte aus
Finanzdienstleistungen)
439.392 398.041
Verschuldungsgrad
in Jahren
0,02 < 0

Die Kennzahlen ermittelt Jungheinrich im Rahmen der Quartalsabschlüsse. Sie werden vierteljährlich an den Vorstand berichtet, damit gegebenenfalls notwendige Maßnahmen eingeleitet werden können.

(25) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionspläne

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Jungheinrich-Konzern sowohl auf Basis von Beitrags- als auch Leistungszusagen. Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen geht Jungheinrich über die Entrichtung von Beitragszahlungen an staatliche oder private Rentenversicherungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Die laufenden Beitragszahlungen werden als Pensionsaufwand des jeweiligen Jahres erfasst.

In Deutschland bestehen wesentliche Verpflichtungen aus erteilten einzel- und tarifvertraglich geregelten leistungsorientierten Pensionszusagen an Vorstände, Geschäftsführer und Mitarbeiter der Jungheinrich AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaften. Die Höhe des Pensionsanspruches ist bei tarifvertraglich geregelten Zusagen von den bei Eintritt des Versorgungsfalles zurückgelegten anrechnungsfähigen Dienstjahren und dem monatlichen Durchschnittseinkommen des Berechtigten abhängig. Die deutschen Pensionspläne sind rückstellungsfinanziert. Die Versorgungswerke der Jungheinrich AG und der Jungheinrich Moosburg AG & Co. KG sind seit dem 1. Juli 1987 beziehungsweise seit dem 14. April 1994 für Geschäftsführer und Mitarbeiter geschlossen.

In Großbritannien bestehen wesentliche Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen im Rahmen von Betriebsvereinbarungen an Mitarbeiter der Jungheinrich UK Ltd. sowie an ehemalige Mitarbeiter des im Jahr 2004 geschlossenen Produktionswerkes Boss Manufacturing Ltd. Die Pensionspläne dieser Gesellschaften haben im Jahr 2003 fusioniert. Die Höhe der zugesagten Versorgungsleistung ist von dem während der Dienstzeit vom Berechtigten durchschnittlich bezogenen Entgelt abhängig. Der Pensionsplan ist durch einen ausgegliederten Fonds finanziert und seit dem 1. Oktober 2002 beziehungsweise seit dem 18. Januar 2003 für Neueintritte geschlossen. Für Anspruchsberechtigte des Pensionsplanes werden weiterhin Beiträge der Jungheinrich UK Ltd. und der Mitarbeiter in den Pensionsfonds eingezahlt.

Im übrigen Ausland bestehen bei mehreren Gesellschaften Pensionspläne für Geschäftsführer und Mitarbeiter. Die wesentlichen ausländischen Pensionsansprüche werden durch Versicherungsverträge finanziert.

Nach italienischem Recht bestehende Abfertigungsverpflichtungen an Geschäftsführer und Mitarbeiter wurden von Jungheinrich im Berichtsjahr neu klassifiziert. Die zum 31. Dezember 2016 mit ihrem Barwert in Höhe von 9.205 T€ in den "Rückstellungen im Personalbereich" erfassten Leistungsverpflichtungen werden seit dem 1. Januar 2017 im Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" ausgewiesen.

Zusammensetzung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Barwert der fonds
finanzierten Leistungs
verpflichtungen 295.587 309.207
Beizulegender Zeitwert
der Planvermögen
285.080 295.329
Unterdeckung 10.507 13.878
Barwert der nicht
fondsfinanzierten
Leistungsverpflichtungen 205.350 207.330
Nettoschuld aus
leistungsorientierten
Pensionsplänen 215.857 221.208
Deutschland 187.317 197.683
Großbritannien –4.070 –1.482
Übrige Länder 32.610 25.007

Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist mit 219.927 T€ (Vorjahr: 222.690 T€) im Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" und mit 4.070 T€ (Vorjahr: 1.482 T€) im Bilanzposten "Sonstige Vermögenswerte" enthalten.

Entwicklung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen

in Tausend € 2017 2016
Barwert der leistungs
orientierten Verpflichtungen
am 01.01. 516.537 496.200
Währungsdifferenzen –13.398 –34.798
Laufender Dienstzeitaufwand 7.691 7.491
Gewinne aus Abgeltungen –304
Nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
480 –122
Zinsaufwand 10.442 13.025
Versicherungsmathematische
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
Veränderungen
finanzieller Annahmen
–3.446 73.013
Veränderungen
demografischer
Annahmen
425 –1.009
Erfahrungsbedingten
Anpassungen
–3.935 2.105
Beiträge von Arbeitnehmern 1.883 1.962
Geleistete Renten
zahlungen aus dem Unter
nehmensvermögen
–8.874 –10.029
Geleistete Rentenzahlungen
aus dem Planvermögen
–15.537 –9.246
Sonstige Veränderungen 8.669 –21.751
Barwert der leistungs
orientierten Verpflichtungen
am 31.12. 500.937 516.537
Deutschland 187.317 197.683
Großbritannien 244.339 255.417
Übrige Länder 69.281 63.437

Die sonstigen Veränderungen des Berichtsjahres enthalten mit 9.205 T€ den Zugang des beizulegenden Zeitwertes der italienischen Leistungsverpflichtungen.

Die sonstigen Veränderungen des Vorjahres betrafen mit –28.275 T€ den Abgang des Barwertes der niederländischen Leistungsverpflichtungen sowie mit 7.383 T€ den Zugang des beizulegenden Zeitwertes der französischen Leistungsverpflichtungen.

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Konzernanhang

Deutschland Übrige Länder
in % 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
Abzinsungssatz 1,9 1,7 2,6 2,7 1,2 1,0
Erwartete Rentensteigerungen 1,5 1,5 3,0 3,1 0,1

Wesentliche finanzielle Annahmen (gewichteter Durchschnitt) zur Ermittlung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen

Die demografischen Annahmen in Deutschland wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 auf der Grundlage der Richttafeln 2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck festgelegt. Für die Bewertung der Pläne in Großbritannien sowie den übrigen Ländern basierten die verwendeten Lebenserwartungen auf den länderspezifischen Sterbetafeln.

Aus den Pensionsplänen leiten sich für Jungheinrich im Wesentlichen das Zinsänderungsrisiko, das Rentensteigerungsrisiko sowie das Langlebigkeitsrisiko ab. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind.

Sensitivitätsbetrachtung der wesentlichen finanziellen Annahmen: Auswirkungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Abzinsungssatz
um 0,5 % höher
–37.975 –41.444
Abzinsungssatz
um 0,5 % niedriger
42.881 43.648
Erwartete Rentensteige
rungen um 0,5 % höher
26.319 27.664

Bei einer Erhöhung der Lebenserwartung um ein Jahr würden sich die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen in Deutschland sowie Großbritannien um etwa 4,5 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent erhöhen.

Die tatsächliche Veränderung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen ist aus der vorstehenden Sensitivitätsanalyse nicht ableitbar. Es ist nicht zu erwarten, dass die Abweichungen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

Darüber hinaus ist Jungheinrich keinen besonderen Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen am Bilanzstichtag betrug in Deutschland rund 13 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre), in Großbritannien rund 19 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre) und im übrigen Ausland rund 17 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre).

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Jungheinrich, Rentenzahlungen aus dem Unternehmensvermögen in Höhe von rund 9,2 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) zu leisten.

Entwicklung des beizulegenden Zeitwertes der Planvermögen

in Tausend € 2017 2016
Beizulegender Zeitwert der
Planvermögen am 01.01.
295.329 305.979
Währungsdifferenzen –12.200 –36.240
Zinsertrag 6.854 8.825
Versicherungsmathematische
Gewinne (+) und Verluste (–)
4.075 47.205
Beiträge vom Arbeitgeber 5.985 6.796
Beiträge von Arbeitnehmern 1.883 1.962
Geleistete Rentenzahlungen –15.537 –9.246
Sonstige Veränderungen –1.309 –29.952
Beizulegender Zeitwert der
Planvermögen am 31.12.
285.080 295.329
Großbritannien 248.409 256.899
Übrige Länder 36.671 38.430

Im Berichtsjahr betrugen die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen 10.162 T€ (Vorjahr: 55.212 T€). Es gab, wie im Vorjahr, keine Auswirkungen einer Begrenzung auf die Vermögensobergrenze.

Die Planvermögen bestehen im Wesentlichen aus dem ausgegliederten Fonds zur Deckung der Pensionsansprüche in Großbritannien. Das Vermögen und die Erträge des Pensionsfonds sind ausschließlich für Versorgungsleistungen und für die Aufwendungen der Verwaltung des Pensionsplanes vorgesehen. Bei der Anlage des Planvermögens arbeitet Jungheinrich mit externen Investmentmanagern zusammen.

Die langfristige Anlagestrategie berücksichtigt unter anderem Mindestanforderungen an das Deckungskapital und die Zielsetzung, bei angemessener Volatilität eine Maximierung der Erträge des Fondsvermögens zu erreichen, um die langfristigen Aufwendungen für die leistungsorientierten Pensionspläne zu minimieren.

Bei der Anlage des Fondsvermögens wird auch berücksichtigt, dass jederzeit ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen, um fällige Versorgungsleistungen an Berechtigte bedienen zu können.

Zusammensetzung der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens in Großbritannien

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
388 514
Eigenkapitalinstrumente 45.971 41.746
Aktienindexfonds
Großbritannien
28.029 25.561
Aktienindexfonds Europa
(ohne Großbritannien)
17.942 16.185
Schuldinstrumente 202.050 214.639
Staatsanleihen
Großbritannien
180.682 193.316
Unternehmensanleihen 21.368 21.323
Beizulegender Zeitwert
am 31.12.
248.409 256.899

Die beizulegenden Zeitwerte der obigen Eigenkapital- und Schuldinstrumente wurden auf der Grundlage von in aktiven Märkten notierten Preisen bestimmt.

Der beizulegende Zeitwert der Planvermögen der übrigen Länder in Höhe von insgesamt 36.671 T€ (Vorjahr: 38.430 T€) kann nicht in Anlageklassen aufgegliedert werden, da es sich bei diesen Planvermögen um Versicherungsverträge handelt.

Die ausgegliederten Pensionsfonds enthielten zum Bilanzstichtag, unverändert zum Vorjahr, weder eigene Finanzinstrumente noch von Konzerngesellschaften genutzte Immobilien.

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Jungheinrich als Arbeitgeber, zahlungswirksame Beiträge in das Planvermögen in Höhe von rund 6,0 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) zu leisten, um die gesetzlichen und vertraglichen Mindestanforderungen zu erfüllen.

Kosten für leistungsorientierte Pensionspläne in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung

2017 2016
–7.691 –7.491
304
–480 122
–3.588 –4.200
–767 –818
–12.526 –12.083
6.956 –74.109
4.075 47.205
11.031 –26.904
–38.987
–1.495

Die Komponenten "Laufender Dienstzeitaufwand", "Gewinne aus Abgeltungen" und "Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand" wurden in den Personalkosten der Funktionsbereiche erfasst. Die Nettozinsen und Planverwaltungskosten waren im Finanzergebnis enthalten.

(26) Übrige Rückstellungen

Entwicklung der übrigen Rückstellungen

in Tausend € Stand
01.01.2017
Währungs
differenzen
Zuführung Verbrauch Auflösung Stand
31.12.2017
Rückstellungen im
Personalbereich
152.999 –1.307 106.462 107.253 3.157 147.744
Rückstellungen für
Garantieverpflichtungen
29.424 –393 43.662 38.115 2.603 31.975
Rückstellungen für
belastende Verträge
34.834 –745 12.994 9.684 5.719 31.680
Sonstige Rückstellungen 24.247 –249 14.213 13.677 5.527 19.007
Übrige Rückstellungen 241.504 –2.694 177.331 168.729 17.006 230.406

Die Rückstellungen im Personalbereich betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, Jubiläumsverpflichtungen, erfolgsabhängige Vergütungen sowie für Urlaubsansprüche.

Aus Altersteilzeitvereinbarungen bestanden zum Bilanzstichtag Verpflichtungen in Höhe von 19.187 T€ (Vorjahr: 16.701 T€), die mit finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 8.678 T€ (Vorjahr: 8.023 T€) saldiert waren. Für die Finanzierung dieser Verpflichtungen wurden liquide Mittel an einen externen Treuhänder übertragen. Dieses Treuhandvermögen wird ausschließlich zur Sicherung der im Rahmen der Altersteilzeitvereinbarungen langfristig fälligen Leistungen an Mitarbeiter gehalten und erfüllt die Voraussetzungen des IAS 19 als Planvermögen. Die liquiden Mittel sind aufgrund des Sicherungszusammenhanges zurzeit nicht frei verfügbar. Darüber hinaus wurden Rückstellungen für Ansprüche potenzieller Anwärter für künftige Altersteilzeit-Arbeitsverhältnisse entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in Höhe von 6.219 T€ (Vorjahr: 7.460 T€) gebildet.

Die Zuführungen zu den Rückstellungen im Personalbereich enthielten Aufzinsungsbeträge in Höhe von insgesamt 334 T€ (Vorjahr: 610 T€). Von den Rückstellungen im Personalbereich wiesen Beträge in Höhe von 29.981 T€ (Vorjahr: 38.853 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.

Der Konzern bildet zum Zeitpunkt des Verkaufes der Produkte oder bei Initiierung neuer Garantiemaßnahmen Rückstellungen für Garantieverpflichtungen auf Basis von Erfahrungswerten. Diese beziehen sich auf die Einschätzung der zukünftig zu erbringenden Leistungen und die dafür anfallenden Kosten. Die Rückstellungen für Garantieverpflichtungen enthalten sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen und Rückrufaktionen. Die Zuführungen zu den Garantieverpflichtungen umfassen die produktbezogenen Garantieaufwendungen des Jahres 2017 für im Berichtsjahr verkaufte Flurförderzeuge.

Die Rückstellungen für belastende Verträge betreffen im Wesentlichen die Vorsorge für Risiken aus Restwertgarantien, die im Rahmen des Finanzdienstleistungsgeschäftes vor allem gegenüber Leasinggesellschaften gegeben werden. Darüber hinaus werden drohende Verluste aus Vertragsabbrüchen und sonstigen Vertragsrisiken erfasst. Von den Rückstellungen für belastende Verträge wiesen Beträge in Höhe von 10.755 T€ (Vorjahr: 14.621 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen Rückstellungen für Kundenboni, Rechtsstreitigkeiten, Umweltrisiken und sonstige Verpflichtungen.

(27) Finanzverbindlichkeiten

Zusammensetzung und Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten

in Tausend € Verbindlich
keiten
gegenüber
Kredit
instituten
Schuld
schein
darlehen
Verbindlich
keiten Fi
nanzierung
Mietgeräte
Leasing
verbind
lichkeiten
Sachanlagen
und immate
rielle Vermö
genswerte
Wechsel
verbind
lichkeiten
Finanz
verbind
lichkeiten
31.12.2017
Summe der künftigen Cashflows 170.165 214.110 75.721 16.699 1.930 478.625
Fällig innerhalb eines Jahres 78.283 2.517 71.686 2.167 1.930 156.583
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
72.352 130.732 4.026 6.448 213.558
Fällig nach mehr als fünf Jahren 19.530 80.861 9 8.084 108.484
Barwert der künftigen Cashflows 160.215 200.000 73.884 13.850 1.930 449.879
Fällig innerhalb eines Jahres 76.280 70.730 1.607 1.930 150.547
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
67.514 123.000 3.146 4.808 198.468
Fällig nach mehr als fünf Jahren 16.421 77.000 8 7.435 100.864
Künftige Zinsaufwendungen 9.950 14.110 1.837 2.849 28.746
31.12.2016
Summe der künftigen Cashflows 129.463 105.297 87.608 16.466 2.180 341.014
Fällig innerhalb eines Jahres 78.432 1.272 25.662 1.624 2.180 109.170
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
28.707 104.025 61.938 5.500 200.170
Fällig nach mehr als fünf Jahren 22.324 8 9.342 31.674
Barwert der künftigen Cashflows 118.531 100.000 85.657 13.127 2.180 319.495
Fällig innerhalb eines Jahres 75.983 24.723 1.052 2.180 103.938
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
24.045 100.000 60.926 3.717 188.688
Fällig nach mehr als fünf Jahren 18.503 8 8.358 26.869
Künftige Zinsaufwendungen 10.932 5.297 1.951 3.339 21.519

Jederzeit rückzahlbare Finanzverbindlichkeiten sind als "Fällig innerhalb eines Jahres" ausgewiesen.

Details zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Währung Zins
kondition
Restlaufzeit
der Zins
bindung
zum
31.12.2017
Nominal
volumen
zum
31.12.2017
in Tausend €
Bandbreite
effektive
Zinssätze
2017
Buchwerte
zum
31.12.2017
in Tausend €
Nominal
volumen
zum
31.12.2016
in Tausend €
Bandbreite
effektive
Zinssätze
2016
Buchwerte
zum
31.12.2016
in Tausend €
EUR variabel < 1 Jahr 9.235 EURIBOR +
Marge
9.235 24.937 EURIBOR +
Marge
24.937
GBP variabel < 1 Jahr 11.305 LIBOR +
Marge
11.305 11.655 LIBOR +
Marge
11.655
CNY variabel < 1 Jahr 5.752 LIBOR +
Marge
5.752 LIBOR +
Marge
SGD variabel < 1 Jahr 1.685 LIBOR +
Marge
1.685 1.808 LIBOR +
Marge
1.808
PLN variabel < 1 Jahr 15.802 LIBOR +
Marge
15.802 11.354 LIBOR +
Marge
11.354
Andere variabel < 1 Jahr 23.159 LIBOR +
Marge
23.159 12.858 LIBOR +
Marge
12.858
EUR fest 1 – 14 Jahre 114.817 0,65 % –
5,2 %
79.438 67.992 1,9 % –
5,3 %
34.787
SGD variabel > 15 Jahre 8.387 SIBOR +
Marge
7.890 8.822 SIBOR +
Marge
8.631
Andere fest < 1 – 5 Jahre 10.236 6,0 % –
6,6 %
5.949 26.289 5,2 % –
20,8 %
12.501
Summe Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
200.378 160.215 165.715 118.531

Zusammensetzung des Schuldscheindarlehens am 31. Dezember 2017

Endfälligkeit
im Jahr
Nominalzins Nominalbetrag
in Tausend €
Jungheinrich AG 2014 (I) 2019 Festzins 25.000
Jungheinrich AG 2014 (II) 2019 EURIBOR + Marge 25.000
Jungheinrich AG 2014 (III) 2021 Festzins 50.000
Jungheinrich AG 2017 (I) 2022 Festzins 13.000
Jungheinrich AG 2017 (II) 2022 EURIBOR + Marge 10.000
Jungheinrich AG 2017 (III) 2024 Festzins 30.000
Jungheinrich AG 2017 (IV) 2024 EURIBOR + Marge 17.000
Jungheinrich AG 2017 (V) 2027 Festzins 30.000

Zur Absicherung der variablen Zinsen des im Jahr 2014 aufgenommenen Schuldscheindarlehens wurde eine Zinssicherung durchgeführt. Der Nominalbetrag dieses Darlehens entspricht dem Buchwert.

Im Berichtsjahr erfolgte die Aufnahme eines weiteren Schuldscheindarlehens in Höhe von 100.000 T€ mit Laufzeittranchen von fünf, sieben und zehn Jahren. Der Nominalbetrag dieses Darlehens entspricht dem Buchwert.

Die Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten resultierten in Höhe von 69.395 T€ (Vorjahr: 70.076 T€) aus der Refinanzierung von Forderungen aus konzerninternen Mietkaufverträgen mittels Kredit. Jungheinrich wurde ein Kreditrahmen zur Verfügung gestellt, der jeweils maximal bis zur Höhe der Restschuld aus den Mietkaufverträgen ausnutzbar war.

Daneben standen Verbindlichkeiten in Höhe von 4.489 T€ (Vorjahr: 15.581 T€) im Zusammenhang mit der Refinanzierung von Mietgeräten im Sale-and-lease-back-Verfahren. Künftige Mindestleasingzahlungen für diese Leasingverträge, die nach IFRS als "Finance Lease"-Verträge zu klassifizieren sind, sind mit 5.684 T€ (Vorjahr: 16.876 T€) in den Cashflows für Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten enthalten. Die Vermögenswerte sind durch Jungheinrich als Leasingnehmer entsprechend zu aktivieren. Die Leasingverbindlichkeiten werden über die Grundmietzeit der Leasingverträge getilgt.

Die beschriebene Bilanzierung erfolgt gleichermaßen für die "Leasingverbindlichkeiten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte", denen fast ausschließlich Immobilienleasingverträge zugrunde liegen. Die Immobilienleasingverträge enthalten teilweise Kaufoptionen zu vereinbarten Restwerten.

(28) Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen

Die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen enthielten mit 19.689 T€ (Vorjahr: 18.787 T€) Verpflichtungen aus Restwertgarantien, die im Rahmen von Leasingverträgen mit Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft gegeben wurden und bei denen die Restwerte mehr als 10 Prozent des Objektwertes betrugen.

Daneben waren Verbindlichkeiten aus Finanzierungen in Höhe von 1.295.453 T€ (Vorjahr: 1.136.953 T€) enthalten. Diese resultierten aus der laufzeitkongruenten Refinanzierung der langfristigen Kundenverträge, die entsprechend der Zuordnung des wirtschaftlichen Eigentums bei den Jungheinrich-Konzerngesellschaften unter Forderungen aus Finanzdienstleistungen ("Finance Lease") oder unter Leasinggeräten aus Finanzdienstleistungen ("Operating Lease") aktiviert werden.

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungen enthielten in Höhe von 266.403 T€ (Vorjahr: 245.003 T€) Verbindlichkeiten aus der Begebung von Schuldverschreibungen über die konsolidierte Verbriefungsgesellschaft in Luxemburg.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungen: Überleitungsrechnung von der Summe der künftigen Zahlungen zu deren Barwert

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Summe der
künftigen Cashflows
1.354.591 1.187.495
Fällig innerhalb
eines Jahres
388.929 353.484
Fällig zwischen
einem und fünf Jahren
911.249 797.145
Fällig nach mehr
als fünf Jahren
54.413 36.866
Barwert der
künftigen Cashflows
1.295.453 1.136.953
Fällig innerhalb
eines Jahres
365.170 331.632
Fällig zwischen
einem und fünf Jahren
876.820 769.107
Fällig nach mehr
als fünf Jahren
53.463 36.214
Künftige Zinsaufwendungen 59.138 50.542

In den Verbindlichkeiten aus Finanzierungen sind künftige Mindestleasingzahlungen aus der Refinanzierung im Sale-and-lease-back-Verfahren in Höhe von 341.917 T€ (Vorjahr: 292.238 T€) enthalten.

(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 31 T€ (Vorjahr: 31 T€) und gegenüber at-equity-bilanzierten Unternehmen in Höhe von 3.798 T€ (Vorjahr: 4.856 T€) enthalten.

Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

(30) Übrige Verbindlichkeiten

Zusammensetzung der übrigen Verbindlichkeiten

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Verbindlichkeiten aus
sonstigen Steuern
65.304 63.003
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen
43.217 34.536
Verbindlichkeiten für
soziale Sicherheit
11.267 10.986
Verbindlichkeiten aus
Fertigungsaufträgen
3.582 21.898
Verbindlichkeiten
gegenüber Mitarbeitern
3.403 2.819
Sonstige Verbindlichkeiten 12.051 15.035
138.824 148.277

Zusammensetzung der Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Angefallene Kosten und
ausgewiesene Gewinne
(abzüglich ausgewiesener
Verluste)
2.323 15.962
Erhaltene Anzahlungen –5.905 –37.860
Verbindlichkeiten aus
Fertigungsaufträgen
–3.582 –21.898

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von – T€ (Vorjahr: 2 T€) und gegenüber at-equity-bilanzierten Unternehmen in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 60 T€) enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthielten in Höhe des geschätzten beizulegenden Zeitwertes von 1.865 T€ (Vorjahr: 2.687 T€) bedingte Gegenleistungen, die mit dem Unternehmenszusammenschluss in Rumänien im Zusammenhang stehen. Die Auszahlung der bedingten Gegenleistung in den Jahren 2018 und 2019 ist an die Erreichung vereinbarter operativer Kennzahlen gekoppelt. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Jungheinrich, eine Kaufpreisauszahlung in Höhe von 990 T€ zu leisten.

Alle anderen übrigen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die Umsatzabgrenzungen aus Finanzdienstleistungen betreffen die Leasingverträge mit Zwischenschaltung einer Leasinggesellschaft, bei denen das wirtschaftliche Eigentum trotz des Verkaufes der Fahrzeuge an die Leasinggesellschaft aufgrund der vereinbarten Restwertgarantie mit mehr als 10 Prozent des Objektwertes bei den Jungheinrich-Konzerngesellschaften liegt. Die hieraus resultierende Aktivierungspflicht nach IFRS führt zur Abgrenzung der bereits erzielten Verkaufserlöse mit der Leasinggesellschaft. Diese Abgrenzungen werden linear über die Zeit bis zur Fälligkeit der Restwertgarantie umsatzwirksam aufgelöst.

Die Gewinnabgrenzungen aus Finanzdienstleistungen enthalten Gewinnabgrenzungen aus der Refinanzierung von Leasinggeräten. Die Auflösung der Gewinnabgrenzungen erfolgt über die Laufzeit der Leasingverträge.

Die sonstigen Abgrenzungen des Berichtsjahres enthalten in Höhe von 3.575 T€ (Vorjahr: 3.815 T€) Zuwendungen der öffentlichen Hand.

Zusammensetzung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens

in Tausend € Umsatzabgrenzungen aus
Finanzdienstleistungen
Gewinn
abgrenzungen
aus Finanz
dienstleistungen
Sonstige
Abgrenzungen
Rechnungs
abgrenzungs
posten
31.12.2017 38.852 71.894 11.740 122.486
Davon Restlaufzeit
bis zu einem Jahr
13.652 21.147 5.313 40.112
Davon Restlaufzeit
über ein Jahr
25.200 50.747 6.427 82.374
31.12.2016 35.571 59.097 18.725 113.393
Davon Restlaufzeit
bis zu einem Jahr
12.838 17.607 6.678 37.123
Davon Restlaufzeit
über ein Jahr
22.733 41.490 12.047 76.270

Konzernanhang

(32) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien

31.12.2017 31.12.2016
in Tausend € Bewertungs
kategorie
nach IAS 39
Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
Aktiva
Liquide Mittel LaR 272.803 272.803 214.087 214.087
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 668.007 668.007 613.787 613.787
Forderungen aus Finanzdienstleistungen n.a. 890.729 901.365 751.842 765.053
Wertpapiere HtM 52.010 52.107 40.521 40.609
Wertpapiere AfS 118.426 118.426 120.869 120.869
Anteile an verbundenen Unternehmen AfS 83 83 83 83
Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen AfS 27.095 27.095 26.204 26.204
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung FAHfT 2.053 2.053 4.050 4.050
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 703 703 2.405 2.405
Sonstige finanzielle Vermögenswerte LaR 1.090 1.090 916 916
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 367.127 367.127 287.034 287.034
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 160.215 162.824 118.531 123.238
Schuldscheindarlehen FLAC 200.000 198.301 100.000 99.034
Verbindlichkeiten Finanzierung Mietgeräte FLAC 69.395 69.395 70.076 70.076
Verbindlichkeiten Finanzierung Mietgeräte n.a. 4.489 4.489 15.581 15.581
Leasingverbindlichkeiten Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte
n.a. 13.850 15.891 13.127 14.393
Wechselverbindlichkeiten FLAC 1.930 1.930 2.180 2.180
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen FLAC 992.659 1.003.002 880.814 889.056
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen n.a. 322.483 329.568 274.926 281.479
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung FLHfT 3.036 3.036 2.517 2.517
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 2.325 2.325 2.499 2.499
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 3.937 3.937 4.395 4.395
Davon aggregiert nach
Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Ausleihungen und Forderungen (LaR) 941.900 941.900 828.790 828.790
Bis zur Endfälligkeit zu haltende
Finanzinvestitionen (HtM)
52.010 52.107 40.521 40.609
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte (AfS)1)
145.604 145.604 147.156 147.156
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte (FAHfT)
2.053 2.053 4.050 4.050
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC)
1.795.263 1.806.516 1.463.030 1.475.013
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten (FLHfT)
3.036 3.036 2.517 2.517

1) Darin enthalten sind zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile in Höhe von 83 T€ (Vorjahr: 83 T€) und at-equity-bilanzierte

Eigenkapitalanteile in Höhe von 27.095 T€ (Vorjahr: 26.204 T€), für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind.

Die Buchwerte der im Konzernabschluss zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind in folgender Tabelle in Abhängigkeit ihrer zur Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren in die entsprechenden Stufen der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 eingeordnet.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 1 wurde auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Derivate ohne Hedge-Beziehung

Derivate mit Hedge-Beziehung

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 2 wurde in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen und unter Verwendung von beobachtbaren aktuellen Marktpreisen für ähnliche Instrumente bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminaufschläge beziehungsweise -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wurde auf der Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung der jeweiligen Zahlungsfälligkeiten ermittelt. Kontrahentenrisiken wurden bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes von Jungheinrich berücksichtigt.

31.12.2017 31.12.2016
in Tausend € Stufe 1 Stufe 2 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Gesamt
Aktiva
Wertpapiere (AfS) 118.426 118.426 120.869 120.869
Derivate ohne Hedge-Beziehung
(FAHfT)
2.053 2.053 256 3.794 4.050
Derivate mit Hedge-Beziehung
(n.a.)
703 703 2.405 2.405
Passiva

(FLHfT) – 3.036 3.036 75 2.442 2.517

(n.a.) – 2.325 2.325 – 2.499 2.499

Bemessungshierarchie für Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden

Devisenoptionen wurden anhand von Optionspreismodellen unter Verwendung von aktuellen Marktdaten bewertet.

Auf die weiteren Erläuterungen zu den Bewertungsstufen in den Grundsätzen der Rechnungslegung wird verwiesen.

Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen wurden aktuelle Zinssätze herangezogen, zu denen vergleichbare Darlehen mit identischen Fristigkeiten zum Bilanzstichtag hätten aufgenommen werden können.

Die beizulegenden Zeitwerte für endfällige, verzinsliche Wertpapiere, die als "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestition" designiert wurden, entsprachen den verfügbaren Marktwerten zum Bilanzstichtag.

Liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte sind überwiegend kurzfristig fällig. Daher entsprachen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Anteile an verbundenen Unternehmen wurden im Konzernabschluss zu Anschaffungskosten bewertet. Sie verfügten über keinen notierten Marktpreis und ein beizulegender Zeitwert konnte nicht verlässlich bestimmt werden.

Anteile an at-equity-bilanzierten Unternehmen wurden nach der Equity-Methode bewertet. Sie verfügten über keinen notierten Marktpreis und ein beizulegender Zeitwert konnte nicht verlässlich bestimmt werden.

Es wurde angenommen, dass bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Restlaufzeiten den Buchwerten dieser Finanzinstrumente entsprachen.

Bei den Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten mit variablen Zinssätzen wurde vereinfachend angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprachen, da die vereinbarten und die am Markt erzielbaren Zinssätze annähernd gleich hoch waren.

Die Buchwerte kurzfristiger, verzinslicher Finanzverbindlichkeiten entsprachen annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

31.12.2017 31.12.2016
in Tausend € Stufe 1 Stufe 2 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Gesamt
Aktiva
Forderungen aus
Finanzdienstleistungen
901.365 901.365 765.053 765.053
Wertpapiere (HtM) 52.107 52.107 40.609 40.609
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
162.824 162.824 123.238 123.238
Schuldscheindarlehen 198.301 198.301 99.034 99.034
Leasingverbindlichkeiten
Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte
15.891 15.891 14.393 14.393
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
1.332.570 1.332.570 1.170.535 1.170.535

Bemessungshierarchie für Finanzinstrumente, die nicht zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden und für die nicht angenommen wird, dass die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten entsprechen

Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten

aus Zinsen,
Dividenden
aus der Folgebewertung Nettoergebnis
in Tausend € zum bei
zulegenden
Zeitwert
Wert
berichti
gungen
2017 2016
Ausleihungen und Forderungen (LaR) 768 –2.402 –1.634 –1.169
Bis zur Endfälligkeit zu haltende
Finanzinvestitionen (HtM)
78 78 125
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte (AfS)
–273 565 292 –945
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte und
finanzielle Verbindlichkeiten (FAHfT/FLHfT)
3.787 3.787 11.288
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC)
–23.839 –23.839 –25.364

Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten werden in oben stehender Tabelle nach Bewertungskategorien dargestellt.

Zinsen und Dividenden aus Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis unter den Zinserträgen und Zinsaufwendungen sowie in den Umsatzkosten ausgewiesen.

Nettoergebnisse aus der Folgebewertung von Wertpapieren der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (AfS) zum beizulegenden Zeitwert werden zum Zeitpunkt der Veräußerung dieser Finanzinstrumente aus dem Eigenkapital in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht. Diese Nettoergebnisse werden im Finanzergebnis als Bestandteil der Zinserträge erfasst.

Nettoergebnisse aus der Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten (FAHfT/FLHfT) zum beizulegenden Zeitwert sind in den Umsatzkosten sowie im übrigen Finanzergebnis enthalten.

Wertberichtigungen auf Ausleihungen und Forderungen (LaR) werden unter den Umsatzkosten ausgewiesen.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten im Berichtsjahr

Zahlungs
wirksame
Veränderung
Zahlungs
unwirksame
Veränderung
in Tausend € Stand
01.01.2017
Währungs
differenzen
Stand
31.12.2017
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.531 44.661 –2.977 160.215
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 62.612 6.419 –2.093 66.938
Langfristige Kredite 55.919 38.242 –884 93.277
Schuldscheindarlehen 100.000 100.000 200.000
Summe Finanzverbindlichkeiten aus
der Finanzierungstätigkeit
218.531 144.661 –2.977 360.215

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit umfasste die Zu- und Abgänge der nicht über "Finance Lease"--Verträge refinanzierten Sachanlagen, der immateriellen Vermögenswerte, insbesondere auch die Zugänge aktivierter Entwicklungskosten, die Erwerbe und Verkäufe von Wertpapieren, Kaufpreiszahlungen für Unternehmenserwerbe sowie Auszahlungen für Investitionen in at-equity-bilanzierte Unternehmen.

Konzernanhang

Im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wurden neben den Kapitalmaßnahmen und Dividendenzahlungen die Zahlungsströme aus der Aufnahme und Tilgung langfristiger Finanzkredite einschließlich Schuldscheindarlehen sowie die zahlungswirksamen Veränderungen der kurzfristigen Bankver-

bindlichkeiten dargestellt.

Der Finanzmittelbestand zum Jahresende entspricht der in der Bilanz ausgewiesenen Position für die liquiden Mittel abzüglich der liquiden Mittel, die Jungheinrich nicht frei zur Verfügung standen. Es bestanden Bankguthaben in Höhe von 9.231 T€ (Vorjahr: 8.815 T€), die zum Bilanzstichtag an Kreditinstitute verpfändet waren. Der Finanzmittelbestand umfasste zum Bilanzstichtag unverändert fast aus-

schließlich Bankguthaben.

Sonstige Erläuterungen

(33) Konzern-Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wurden die Zahlungsströme unabhängig von der Bilanzstruktur dargestellt, und zwar getrennt nach den Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Den Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wurden direkt die entsprechenden Zahlungsströme zugeordnet, der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde indirekt abgeleitet.

Ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, das zunächst um die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen, im Wesentlichen Abschreibungen, korrigiert wurde, ergab sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Weiteren unter Berücksichtigung der Veränderungen im Working Capital. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit schloss darüber hinaus die Buchwertveränderungen der Miet- und Leasinggeräte und bestimmter Sachanlagen aus "Finance Lease"-Verträgen, insbesondere Immobilien, sowie die aus der Finanzierung dieser Vermögenswerte resultierenden Verbindlichkeiten beziehungsweise Umsatzund Erlösabgrenzungen mit ein.

(34) Eventualschulden

Konzernunternehmen sind nicht an laufenden oder absehbaren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten oder innerhalb der letzten zwei Jahre hatten.

Für eventuelle finanzielle Belastungen aus anderen Gerichts- oder Schiedsverfahren sind in den jeweiligen Konzernunternehmen in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet worden.

Jungheinrich hatte am Bilanzstichtag für Gemeinschaftsunternehmen Patronatserklärungen für die Sicherung von Kreditlinien in Höhe von 5.475 T€ (Vorjahr: 925 T€) abgegeben. Darüber hinaus bestand am 31. Dezember 2017 eine Bürgschaft für die anteilige Erfüllung künftiger Mietzahlungen eines Gemeinschaftsunternehmens in Höhe von 2.988 T€ (Vorjahr: 3.795 T€).

Vor dem Hintergrund der angemessenen Finanzmittelausstattung der Unternehmen wurde von einer Erfüllung der zugrunde liegenden Verpflichtungen ausgegangen; mit einer Inanspruchnahme wurde nicht gerechnet.

(35) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo für Investitionen ausschließlich in Sachanlagen bestand zum Bilanzstichtag in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €).

Konzernunternehmen haben an verschiedenen Standorten Miet- und Leasingverträge ("Operating Lease") für Grundstücke und Geschäftsräume, EDV-Anlagen, Büroeinrichtungen sowie Fahrzeuge abgeschlossen. Die Verträge beinhalten teilweise Verlängerungs- und Kaufoptionen sowie Preisanpassungsklauseln. Die Fälligkeiten der künftigen Mindestzahlungen bis zum ersten vertraglich vereinbarten Kündigungstermin sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Zukünftige finanzielle Verpflichtungen aus unkündbaren Miet- und Leasingverträgen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Fällig innerhalb eines Jahres 54.104 46.037
Fällig zwischen einem
und fünf Jahren
92.469 70.682
Fällig nach mehr als
fünf Jahren
26.969 25.047
173.542 141.766

Die aufwandswirksam erfassten Miet- und Leasingzahlungen aus den "Operating Lease"-Verträgen beliefen sich für das Jahr 2017 auf 53.950 T€ (Vorjahr: 49.637 T€).

(36) Risikomanagement und Finanzinstrumente

Grundsätze des Risikomanagements

Der Jungheinrich-Konzern verfolgt mit seinem Risikomanagement das Ziel, dass gefährdende Entwicklungen von Finanzpreisrisiken, insbesondere aus Zinsänderungs- und Devisenkursrisiken, frühzeitig erkannt werden und ihnen durch systematisierte Handlungsabläufe schnell und effektiv begegnet werden kann. Weiterhin wird sichergestellt, dass nur solche Finanzgeschäfte getätigt werden, für die das notwendige Fachwissen und die technischen Voraussetzungen vorhanden sind.

Die Finanzmärkte bieten die Möglichkeit, Risiken auf andere Marktteilnehmer zu transferieren, die entweder einen komparativen Vorteil oder eine höhere Risikoaufnahmekapazität besitzen. Der Jungheinrich-Konzern bedient sich dieser Möglichkeiten ausschließlich zur Absicherung der Risiken aus operativen Grundgeschäften und zur Liquiditätsanlage und -aufnahme. Finanzgeschäfte mit Spekulationscharakter sind nach den Konzernrichtlinien unzulässig. Finanzgeschäfte des Jungheinrich-Konzerns dürfen grundsätzlich nur mit Kreditinstituten beziehungsweise Leasinggesellschaften als Vertragspartnern getätigt werden.

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Die Verantwortung für die Einleitung erforderlicher organisatorischer Maßnahmen zur Begrenzung von Finanzpreisrisiken trägt der Gesamtvorstand. Jungheinrich hat ein Risiko-Controlling und Risikomanagement-System aufgebaut, welches die Identifikation, Messung, Überwachung und Steuerung der Risikopositionen ermöglicht. Das Risikomanagement umfasst die Entwicklung und Festlegung von Methoden der Risiko- und Performance-Messung, die Überwachung von eingeräumten Risikolimits sowie die Erstellung des damit verbundenen Berichtswesens.

Im Rahmen der Konzernstrategie steuert Jungheinrich finanzielle Risiken aus dem Kerngeschäft zentral. Risiken aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft des Jungheinrich-Konzerns sind dabei Gegenstand eines gesonderten Risikomanagements.

Die spezifischen Risiken des Finanzdienstleistungsgeschäftes werden bestimmt durch Restwertrisiken, Refinanzierungsrisiken und Adressausfallrisiken.

Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements im Finanzdienstleistungsgeschäft ist eine europaweite Vertragsdatenbank auf Basis von SAP, die eine konzerneinheitliche Erfassung, Risikoanalyse und Risikobewertung von Finanzdienstleistungsverträgen ermöglicht.

Die Refinanzierung der Finanzdienstleistungsverträge erfolgt grundsätzlich unter Einhaltung des Prinzips der Laufzeit- und Zinskongruenz zwischen Kundenund Refinanzierungsvertrag.

Zu dem allgemeinen Bonitäts- beziehungsweise Delkredererisiko bei Kunden wird auf die Ausführungen zu den Ausfallrisiken verwiesen.

Mittels konzernweit geltender Vertriebsrichtlinien werden für die Kalkulation von Restwertgarantien konzerneinheitliche Vorgaben maximal zulässiger Restwerte erteilt. Quartalsmäßig wird eine Risikobewertung des Bestandes an Finanzdienstleistungsverträgen vorgenommen. Diese umfasst insbesondere auch eine Bewertung aller Einzelverträge mit ihren Restwerten zu aktuellen Marktpreisen. Bei Überschreitung des Restwertes gegenüber dem aktuellen Marktwert wird diesem Risiko durch die Bildung angemessener Rückstellungen Rechnung getragen.

Die Vereinbarung von Abbruchklauseln in Kundenverträgen wird durch zentrale Vorgaben eingeschränkt und ist an risikominimierende Vorgaben geknüpft. Dem möglichen Ergebnisrisiko aus Abbruchklauseln wird ebenfalls durch die Bildung angemessener Rückstellungen Rechnung getragen.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken sind Risiken, die den Ertrag oder den Wert einer Position verändern, wobei die Position als aktiver oder passiver Bilanzposten definiert ist. Diese Risiken resultieren aus der Veränderung von Zinssätzen, Devisenkursen, Aktienkursen oder sonstigen Positionen und Preisbildungsfaktoren. Hieraus leiten sich für den Jungheinrich-Konzern das Zinsänderungsrisiko, das Devisenkursrisiko und das Aktienkursrisiko ab. Nennenswerte Risikokonzentrationen gab es im Berichtsjahr, unverändert zum Vorjahr, nicht.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Finanzierungs- und Geldanlagetätigkeit des Konzerns. Zur Risikobestimmung werden fest- und variabel verzinsliche Positionen getrennt voneinander betrachtet. Aus aktiven und passiven verzinslichen Instrumenten werden Netto-Positionen gebildet und gegebenenfalls Sicherungen auf die Netto-Positionen vorgenommen. Im Berichtszeitraum wurden Zinsswapgeschäfte zur Zinssicherung eingesetzt.

Die Zinsrisiken des Jungheinrich-Konzerns beinhalten Cashflow-Risiken aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten ohne abgeschlossene Zinssicherungen. Für diese Finanzinstrumente wurde die folgende Analyse unter der Annahme erstellt, dass der Betrag der ausstehenden Verbindlichkeit zum Ende der Berichtsperiode für das gesamte Jahr ausstehend war.

Wenn das Marktzinsniveau am 31. Dezember 2017 um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, wäre das Ergebnis um 669 T€ (Vorjahr: 626 T€) niedriger (höher) gewesen.

Bei den zum Bilanzstichtag bestehenden Zinsswaps mit Hedge-Beziehung hätte ein solcher Anstieg (Rückgang) des Marktzinsniveaus zu einer erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis zu erfassenden Veränderung des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von +5.239 T€ (–5.790 T€) geführt.

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Konzernanhang

Währungsrisiken

Im Jungheinrich-Konzern werden fest und nicht fest kontrahierte Fremdwährungseingänge und -ausgänge, insbesondere Umsatzerlöse und Einkaufsvolumina, bei der Ermittlung der Risikoposition berücksichtigt. Die Risikoposition ist das Netto-Währungsexposure, das sich aus der Saldierung gegenläufiger Zahlungsströme in einzelnen Währungen unter Berücksichtigung bereits getätigter Sicherungsgeschäfte für den betrachteten Zeitraum ergibt. Jungheinrich setzte im Berichtszeitraum zur Risikosteuerung Devisentermingeschäfte sowie Devisenswap- und Devisenoptionsgeschäfte ein.

Zur Messung der Risikoposition verwendet der Jungheinrich-Konzern den Value-at-Risk-Ansatz. Der Value at Risk gibt den maximalen Verlust an, der bis zum Ende einer vorgegebenen Haltedauer mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) nicht überschritten wird. Die für die Risikoberechnung verwendeten Parameter – Marktschwankungen beziehungsweise Volatilitäten – werden aus der Standardabweichung der logarithmierten Veränderungen der letzten 180 Handelstage berechnet und auf die eintägige Halteperiode mit einem einseitigen Konfidenzniveau von 95 Prozent umgerechnet.

Zur Risikosteuerung wird aus der Unternehmensplanung die maximale Verlustobergrenze für den Gesamtkonzern ermittelt. Darüber hinaus werden entsprechende Unterlimits auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften festgelegt. Das monatliche Reporting stellt diesen Limits die aktuellen Value-at-Risk-Werte für sämtliche offenen Positionen gegenüber.

Aus der Value-at-Risk-Betrachtung zum 31. Dezember 2017 ergab sich, dass bei einer Haltedauer von einem Tag das maximale Risiko mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent den Betrag von 1.266 T€ (Vorjahr: 821 T€) nicht überschreiten wird. Der Value at Risk bewegte sich während des Berichtszeitraumes zwischen einem Minimum von 1.004 T€ (Vorjahr: 821 T€) und einem Maximum von 1.522 T€ (Vorjahr: 1.432 T€). Der Jahresdurchschnitt lag bei 1.259 T€ (Vorjahr: 1.177 T€).

Aktienkursrisiken

Jungheinrich hat liquide Mittel in Höhe von 125.000 T€ in einem Spezialfonds angelegt. Aus den in diesem Fonds gehaltenen Aktien, Aktienindexfonds und Aktienderivaten ergibt sich für den Jungheinrich-Konzern das Aktienkursrisiko. Am 31. Dezember 2017 wurde im Fonds ein Aktienexposure in Höhe von insgesamt 29.406 T€ (Vorjahr: 27.131 T€) gehalten. Wenn das Aktienkursniveau am 31. Dezember 2017 um 10 Prozent höher (niedriger) gewesen wäre, wäre das Eigenkapital um 2.941 T€ (Vorjahr: 2.713 T€) höher (niedriger) gewesen.

Zur Begrenzung der Aktienkursrisiken ist der Spezialfonds als Wertsicherungsmandat ausgestaltet.

Ausfallrisiken

Jungheinrich ist Ausfallrisiken fast ausschließlich aus dem operativen Kerngeschäft ausgesetzt. Die operativen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden dezentral von den verantwortlichen Konzerneinheiten laufend überwacht. Den Ausfallrisiken wird durch den Ansatz von individuellen anlassbezogenen und auch pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Das gesamte Geschäft unterliegt einer stetigen Bonitätsprüfung. Gemessen an dem gesamten Risikoexposure aus den Ausfallrisiken sind dabei die Außenstände gegenüber Großkunden nicht so groß, dass diese außerordentliche Risikokonzentrationen begründen könnten. Die im Rahmen des Risikomanagements das Bonitätsrisiko mindernden Kundenvereinbarungen und Maßnahmen umfassen im Wesentlichen die Vereinbarung von Kundenanzahlungen, die Teilung des Risikos mit Finanzierern, die laufende Kontrolle der Kunden über Auskunftsportale sowie den Abschluss von Kreditversicherungen.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Es lagen zum Bilanzstichtag keine wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen, wie zum Beispiel Aufrechnungsvereinbarungen, vor.

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Konzernanhang

Liquiditätsrisiken

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Jungheinrich-Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vorgehalten. Mittelfristige Kreditlinien werden bei den Hausbanken des Konzerns gehalten und durch kurzfristige Kreditlinien einzelner Konzerngesellschaften bei lokalen Banken ergänzt.

Kontrahentenrisiken

Der Konzern ist Kontrahentenrisiken ausgesetzt, welche durch Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen seitens der Kontrahenten entstehen. Zur Begrenzung dieser Risiken werden entsprechende Kontrakte nur mit ausgewählten Finanzinstituten abgeschlossen, welche die internen Mindestanforderungen an die Bonität der Geschäftspartner erfüllen. Auf der Grundlage ihres Ratings, das von angesehenen Ratingagenturen durchgeführt wird, sowie weiterer Risikoindikatoren wird die Bonität der Vertragspartner laufend überwacht. Zum Bilanzstichtag bestanden für Jungheinrich keine bedeutsamen Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Kontrahenten. Bei der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten werden die berechneten Marktwerte in Höhe der durch Analysetools ermittelten Risikowerte (Credit Value Adjustment/Debit Value Adjustment) angepasst.

Das allgemeine Liquiditätsrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten, welches entsteht, wenn ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommt, wird nicht für wesentlich gehalten.

Sicherungsbeziehungen

Der Jungheinrich-Konzern sichert im Rahmen des Cashflow Hedging unter anderem zukünftige variable Zahlungsströme, die sich aus teils realisierten und teils prognostizierten hochwahrscheinlichen Umsatzerlösen und Materialeinkäufen ergeben. Eine eindeutige Zuordnung von Sicherungs- und Grundgeschäften ist durch eine umfassende Dokumentation gewährleistet. Die zu sichernden Volumina werden jeweils zu höchstens 75 Prozent als Grundgeschäft designiert und können bis zu dieser Höhe vollständig gesichert werden.

Zur Sicherung der Zinsrisiken wurden die Zahlungsströme der variablen Tranche des Schuldscheindarlehens (Laufzeit 2014 bis 2019) laufzeitkongruent und über den gleichen Nominalbetrag durch einen entsprechenden Zinsswap gesichert.

Bei der Refinanzierung von Mietgeräten mittels Kredit wird zur Absicherung von Zinsrisiken rollierend ein Zinsswap in Höhe des Finanzierungsvolumens abgeschlossen.

Des Weiteren werden die im Rahmen der Finanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäftes über die konzerneigene Finanzierungsgesellschaft Elbe River Capital S.A., Luxemburg, bestehenden variabel verzinslichen Verbindlichkeiten durch Zinsswaps gegen Zinsänderungsrisiken gesichert.

Die Sicherungsbeziehungen können prospektiv als hochwirksam eingestuft werden. Die Beurteilung der retrospektiven Effektivität von Sicherungsbeziehungen erfolgt zum Ende eines jeden Quartals.

Nominalwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente

Nominalvolumen der Sicherungs
instrumente für Cashflow Hedges
Nominalvolumen übriger Derivate
in Tausend € Währungs
sicherungs
kontrakte
Zinsswaps Währungs
sicherungs
kontrakte
Sonstige
31.12.2017
Nominalvolumen gesamt 174.825 266.403 228.281 116.319
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 160.400 75.755 228.281 91.319
Restlaufzeit zwischen
einem und fünf Jahren
14.425 188.571 25.000
Restlaufzeit mehr als fünf Jahre 2.077
31.12.2016
Nominalvolumen gesamt 139.534 251.684 195.066 127.668
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 123.372 68.928 195.066 102.668
Restlaufzeit zwischen
einem und fünf Jahren
16.162 179.891 25.000
Restlaufzeit mehr als fünf Jahre 2.865

Die Nominalwerte der Währungssicherungskontrakte beinhalten im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung der rollierenden Zwölf-Monats-Exposure in den einzelnen Währungen eingesetzt werden.

Die Nominalwerte der Zinssicherungskontrakte beinhalten Zinssicherungsgeschäfte, welche im Wesentlichen zur Absicherung des langfristigen Zinsniveaus für variabel verzinsliche Finanzierungen abgeschlossen wurden.

Die Nominalvolumen der sonstigen derivativen Finanzinstrumente beinhalteten Futures im Spezialfonds und Zinssicherungskontrakte, die nicht als Sicherungsbeziehung bilanziert werden.

Die Realisierung der Grundgeschäfte der Cashflow Hedges wird korrespondierend zu den in der Tabelle ausgewiesenen Laufzeitbändern der Sicherungsgeschäfte erwartet.

Die Sicherungsmaßnahmen waren bis zum Bilanzstichtag mit keinen wesentlichen Ineffektivitäten verbunden.

Beizulegende Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert eines derivativen Finanzinstrumentes ist der stichtagsbezogene Preis, zu dem das jeweilige Instrument am Markt veräußerbar wäre. Die Marktwerte wurden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der in Anhangangabe (32) dargestellten, auf bestimmten Preisen beruhenden Bewertungsmethoden berechnet. Angesichts variierender Einflussfaktoren können die hier aufgeführten Werte von den später am Markt realisierten Werten abweichen.

Beizulegende Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Derivative finanzielle
Vermögenswerte
2.756 6.455
Derivate mit
Hedge-Beziehung
703 2.405
Devisentermingeschäfte/
Devisenswaps
283 2.275
Zinsswaps 420 130
Derivate ohne
Hedge-Beziehung
2.053 4.050
Devisentermingeschäfte/
Devisenswaps
1.803 3.794
Devisenoptionen 18
Futures 232 256
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
5.361 5.016
Derivate mit
Hedge-Beziehung
2.325 2.499
Devisentermingeschäfte/
Devisenswaps
1.841 767
Zinsswaps 484 1.732
Derivate ohne
Hedge-Beziehung
3.036 2.517
Devisentermingeschäfte/
Devisenswaps
2.544 2.053
Zinsswaps 284 389
Futures 208 75

(37) Segmentinformationen

Konzernanhang

Jungheinrich ist international – mit Schwerpunkt in Europa – als Hersteller und Anbieter von Produkten der Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik und aller damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen tätig.

Der Vorstand der Jungheinrich AG handelt und entscheidet gesamtverantwortlich für alle Geschäftsbereiche des Konzerns. Das Ziel des Jungheinrich--Geschäftsmodells ist die Betreuung der Kunden aus einer Hand über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes.

Die Segmentberichterstattung folgt der internen Organisations- und Berichtsstruktur und umfasst somit die berichtspflichtigen Segmente "Intralogistik" und "Finanzdienstleistungen".

Das Segment "Intralogistik" umfasst die Entwicklung und Produktion, den Verkauf sowie die kurzfristige Vermietung von Neuprodukten der Flurförderzeugund Lagertechnik einschließlich der Logistiksysteme ebenso wie den Verkauf und die Vermietung von Gebrauchtfahrzeugen sowie den Kundendienst, bestehend aus Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilservice.

Die Aktivitäten des Segmentes "Finanzdienstleistungen" erstrecken sich auf die im Wesentlichen europaweite Absatzfinanzierung und Nutzungsüberlassung von Produkten der Flurförderzeug- und Lagertechnik. Im Sinne des Jungheinrich-Geschäftsmodells unterstützt dieser selbstständige Geschäftsbereich die operativen Vertriebseinheiten des Segmentes "Intralogistik". Dabei erfolgt die Finanzierung des Segmentes "Finanzdienstleistungen" eigenständig.

Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Eine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten liegt nicht vor.

Als Segmentergebnis wird das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) dargestellt. Die Überleitungsrechnung auf das Konzernergebnis vor Steuern ist integraler Bestandteil der Darstellung. Das Ergebnis des Segmentes "Intralogistik" enthält in Höhe von 2.028 T€ (Vorjahr: 5.785 T€) vollständig die anteiligen Jahresergebnisse der at-equity-bilanzierten Unternehmen. Ertragsteuern werden in die Darstellung nicht einbezogen, da diese bei Jungheinrich intern nicht nach Segmenten berichtet und gesteuert werden. Aus diesem Grund werden die Ertragsteuern nur auf Konzernebene zusammengefasst ausgewiesen. Entsprechend ergibt sich hieraus das Ergebnis nach Steuern lediglich für den Jungheinrich-Konzern.

Die Investitionen, Abschreibungen sowie Wertminderungen betreffen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben. Die Vermögenswerte und Schulden umfassen alle Vermögenswerte beziehungsweise Schulden, die dem jeweiligen Segment zuzuordnen sind. Eingeschlossen sind damit ebenso alle Bilanzposten, die effektive und latente Ertragsteuern betreffen.

Die Überleitungspositionen enthalten die im Rahmen der Konsolidierung zu eliminierenden konzerninternen Umsätze, Zinsen und Zwischenerfolge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten.

in Tausend € Intralogistik Finanzdienst
leistungen
Summe
Segmente
Überleitung Jungheinrich
Konzern
Außenumsatzerlöse 2.714.768 720.557 3.435.325 3.435.325
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 876.801 119.727 996.528 –996.528
Umsatzerlöse gesamt 3.591.569 840.284 4.431.853 –996.528 3.435.325
Segmentergebnis (EBIT) 287.944 11.967 299.911 –41.300 258.611
Zinserträge 1.907 96 2.003 –865 1.138
Zinsaufwendungen 8.795 858 9.653 –865 8.788
Übriges Finanzergebnis –7.390 –173 –7.563 –7.563
Ergebnis vor Steuern (EBT) 273.666 11.032 284.698 –41.300 243.398
Ertragsteuern 61.252
Ergebnis nach Steuern 182.146
Langfristige Vermögenswerte
Investitionen 87.994 3 87.997 87.997
Abschreibungen und Wertminderungen 64.530 525 65.055 65.055
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
602.465 8.782 611.247 –7.420 603.827
Mietgeräte 374.861 374.861 374.861
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 539.761 539.761 –91.447 448.314
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 890.729 890.729 890.729
Liquide Mittel und Wertpapiere 421.727 21.512 443.239 443.239
Übrige Vermögenswerte 1.464.255 277.960 1.742.215 –373.641 1.368.574
Vermögenswerte 31.12. 2.863.308 1.738.744 4.602.052 –472.508 4.129.544
Eigenkapital 31.12. 1.361.083 88.620 1.449.703 –205.498 1.244.205
Pensionsrückstellungen 219.839 88 219.927 219.927
Finanzverbindlichkeiten 448.322 1.557 449.879 449.879
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
1.315.142 1.315.142 1.315.142
Übrige Schulden 834.064 333.337 1.167.401 –267.010 900.391
Schulden 31.12. 1.502.225 1.650.124 3.152.349 –267.010 2.885.339
Eigenkapital und Schulden 31.12. 2.863.308 1.738.744 4.602.052 –472.508 4.129.544

Segmentinformationen für das Jahr 2017

Segmentinformationen für das Jahr 2016

in Tausend € Intralogistik Finanzdienst
leistungen
Summe
Segmente
Überleitung Jungheinrich
Konzern
Außenumsatzerlöse 2.459.758 625.091 3.084.849 3.084.849
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 710.998 112.099 823.097 –823.097
Umsatzerlöse gesamt 3.170.756 737.190 3.907.946 –823.097 3.084.849
Segmentergebnis (EBIT) 247.858 11.511 259.369 –24.400 234.969
Zinserträge 815 191 1.006 –831 175
Zinsaufwendungen 8.196 731 8.927 –831 8.096
Übriges Finanzergebnis –11.321 –2 –11.323 –11.323
Ergebnis vor Steuern (EBT) 229.156 10.969 240.125 –24.400 215.725
Ertragsteuern 61.370
Ergebnis nach Steuern 154.355
Langfristige Vermögenswerte
Investitionen 58.988 58.988 58.988
Abschreibungen und Wertminderungen 62.167 819 62.986 62.986
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
576.899 9.760 586.659 –7.420 579.239
Mietgeräte 326.416 326.416 326.416
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 474.165 474.165 –79.498 394.667
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 751.842 751.842 751.842
Liquide Mittel und Wertpapiere 356.560 18.917 375.477 375.477
Übrige Vermögenswerte 1.263.182 239.622 1.502.804 –287.467 1.215.337
Vermögenswerte 31.12. 2.523.057 1.494.306 4.017.363 –374.385 3.642.978
Eigenkapital 31.12. 1.206.655 81.663 1.288.318 –174.185 1.114.133
Pensionsrückstellungen 222.597 93 222.690 222.690
Finanzverbindlichkeiten 314.637 4.858 319.495 319.495
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
1.155.740 1.155.740 1.155.740
Übrige Schulden 779.168 251.952 1.031.120 –200.200 830.920
Schulden 31.12. 1.316.402 1.412.643 2.729.045 –200.200 2.528.845
Eigenkapital und Schulden 31.12. 2.523.057 1.494.306 4.017.363 –374.385 3.642.978

Im ausgewiesenen Segmentergebnis "Intralogistik" sind als wesentliche zahlungsunwirksame Posten neben den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und Mietgeräte die ergebniswirksamen Veränderungen bei den Pensionsrückstellungen sowie Personalrückstellungen enthalten.

Im Folgenden werden die Umsatzerlöse nach Empfängerregionen berichtet und die langfristigen Vermögenswerte, welche die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen betreffen, nach Regionen aufgegliedert.

Umsatzerlöse nach Regionen

in Tausend € 2017 2016
Deutschland 851.331 753.175
Italien 350.235 321.442
Frankreich 349.298 300.670
Großbritannien 237.665 227.407
Übriges Europa 1.232.113 1.079.505
Übrige Länder 414.683 402.650
3.435.325 3.084.849

Langfristige Vermögenswerte nach Regionen

in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016
Deutschland 400.114 378.959
Übriges Europa 111.779 107.242
Übrige Länder 61.643 62.747
Konsolidierung 30.291 30.291
603.827 579.239

In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 gab es keine Beziehungen zu einzelnen externen Kunden, deren Umsatzanteil – gemessen am Konzernumsatz – wesentlich war.

(38) Ergebnis je Aktie

Basis für die Berechnung ist das Ergebnis nach Steuern, wie es in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen wird, da es vollständig den Aktionären der Jungheinrich AG zusteht.

Ergebnis je Aktie

2017 2016
Ergebnis
nach Steuern
in Tausend € 182.146 154.355
Im Umlauf befind
liche Stückaktien1)
Stammaktien in Tsd. Stück 54.000 54.000
Vorzugsaktien in Tsd. Stück 48.000 48.000
Ergebnis je Aktie
(verwässert/
unverwässert)
Ergebnis
je Stammaktie
in € 1,78 1,50
Ergebnis
je Vorzugsaktie
in € 1,80 1,52

1) Gewichteter Durchschnitt

In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 lagen keine Eigenkapitalinstrumente vor, die das Ergebnis je Aktie auf Basis der jeweiligen ausgegebenen Aktien verwässert hätten.

(39) Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres 2017

Im Januar 2018 übernahm Jungheinrich mit der Grupo Agencia Alemana seinen langjährigen Vertriebspartner in Südamerika, um zukünftig die Märkte in Kolumbien, Peru und Ecuador im Direktvertrieb zu bearbeiten. Die vorläufige übertragene Gegenleistung besteht aus einem festen Kaufpreis in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages. Aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs von Erwerbszeitpunkt und Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Konzernabschlusses können derzeit keine Anpassungen zum beizulegenden Zeitwert quantifiziert und weiteren nach IFRS 3 geforderten Angaben zum Erwerb der Grupo Agencia Alemana gemacht werden.

Es sind nach Ablauf des Geschäftsjahres 2017 keine weiteren Vorgänge oder Ereignisse eingetreten, die für Jungheinrich von wesentlicher Bedeutung sind.

Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG 133

134 Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG

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Konzernanhang

(40) Honorare für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses

Die Details zu den vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, für das Berichtsjahr berechneten Honoraren können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Honorare des Abschlussprüfers

in Tausend € 2017
Abschlussprüfung 477
Andere Bestätigungsleistungen
Steuerberatungsleistungen
Sonstige Leistungen 31
Gesamt 508

Die sonstigen Leistungen entfielen auf zwei Projekte zu Fragen des Datenschutzes und der IT-Sicherheit.

(41) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die maßgeblichen Stammaktionäre der Jungheinrich AG sind die LJH-Holding GmbH, Wohltorf, und die WJH-Holding GmbH, Aumühle.

Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhielt Jungheinrich Beziehungen zu Gemeinschaftsunternehmen und verbundenen, nicht konsolidierten Tochtergesellschaften. Alle Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die Transaktionen mit den nicht konsolidierten Tochterunternehmen waren von geringem Umfang.

Das Volumen an Lieferungen und Leistungen zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Jungheinrich-Konzerns und den Gemeinschaftsunternehmen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen

Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen
in Tausend € 2017 2016 2017 2016
JULI Motorenwerk s.r.o., Tschechien1) 85 24 60.084 59.611
Jungheinrich Heli Industrial Truck
Rental (China) Co., Ltd., China1)
12.585 29.214 2.969 6.462
Übrige Gemeinschaftsunternehmen 183 74 223 219
12.853 29.312 63.276 66.292
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen gegen
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen gegenüber
in Tausend € 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
JULI Motorenwerk s.r.o., Tschechien1) 3.794 3.636
Jungheinrich Heli Industrial Truck
Rental (China) Co., Ltd., China1)
8.786 5.165 1.220
Übrige Gemeinschaftsunternehmen 4
8.786 5.165 3.798 4.856

1) Inklusive Tochtergesellschaften

Am 31. Dezember 2017 bestanden sonstige Forderungen aus Finanzierungen gegen Irapol Sp. z o.o., Łódź (Polen), in Höhe von 20 T€ (Vorjahr: – T€).

Am 31. Dezember 2017 bestanden sonstige Verbindlichkeiten aus Finanzierungen gegenüber der Supralift GmbH & Co. KG, Hofheim am Taunus (Deutschland), in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 60 T€).

Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates der Jungheinrich AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer Unternehmen, mit denen die Jungheinrich AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt.

Die Angaben über die Vergütung von Aufsichtsrat und Vorstand können der Anhangangabe (42) entnommen werden.

(42) Gesamtbezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den leistungsorientierten Verpflichtungen für die Mitglieder des Vorstandes resultierende laufende Dienstzeitaufwand ausgewiesen.

Die Angabe der Bezüge jedes einzelnen Vorstandsmitgliedes unter Namensnennung, aufgeteilt nach erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a Sätze 5 bis 8 HGB, unterbleibt, da die Hauptversammlung am 24. Mai 2016 einen entsprechenden Beschluss gefasst hat, der für die Dauer von fünf Jahren gilt.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes gemäß § 315e HGB in Verbindung mit § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 1 HGB beliefen sich im Jahr 2017 auf 8.659 T€ (Vorjahr: 7.206 T€).

Am 31. Dezember 2017 bestanden, unverändert zum Vorjahr, keine Vorschüsse oder Kredite an Vorstandsund Aufsichtsratsmitglieder der Jungheinrich AG.

Die Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstandes betrugen 1.613 T€ (Vorjahr: 788 T€).

Zum 31. Dezember 2017 hat die Jungheinrich AG für die früheren Mitglieder des Vorstandes Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 12.767 T€ (Vorjahr: 13.312 T€) gebildet.

Vergütungen der aktiven Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Vorstand Aufsichtsrat
in Tausend € 2017 2016 2017 2016
Kurzfristig fällige Leistungen 6.244 5.002 1.097 1.130
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 927
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 365 563
Andere langfristig fällige Leistungen 2.415 2.204
Gesamt 9.951 7.769 1.097 1.130

(43) Aufstellung des Anteilsbesitzes der Jungheinrich AG, Hamburg, gemäß § 313 Abs. 2 HGB

In den Konzernabschluss der Jungheinrich AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2017 sind die folgenden Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen:

Stimmrechts
und Kapitalanteil
Name und Sitz in %
Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Norderstedt AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Export AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Service & Parts AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Beteiligungs-GmbH, Hamburg 100,0
Jungheinrich Moosburg AG & Co. KG, Moosburg 100,0
Jungheinrich Degernpoint AG & Co. KG, Moosburg 100,0
Jungheinrich Logistiksysteme GmbH, Moosburg 100,0
Jungheinrich Projektlösungen AG & Co. KG, Offenbach am Main 100,0
Jungheinrich Digital Solutions AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Landsberg AG & Co. KG, Landsberg/Saalekreis 100,0
Jungheinrich Financial Services AG & Co. KG (vormals: GmbH), Hamburg 100,0
Jungheinrich Rental International AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Financial Services International GmbH, Hamburg 100,0
Elbe River Capital S.A., Luxemburg, Luxemburg 100,0
Jungheinrich PROFISHOP AG & Co. KG, Hamburg 100,0
Jungheinrich Profishop GmbH, Wien, Österreich 100,0
Jungheinrich PROFISHOP AG, Hirschthal, Schweiz 100,0
Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden AG & Co. KG (vormals: GmbH & Co. KG), Klipphausen/Dresden 100,0
Jungheinrich Finances Holding SAS, Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100,0
Jungheinrich France SAS, Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100,0
Jungheinrich Finance France SAS, Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100,0
Jungheinrich Financial Services SAS, Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100,0
Jungheinrich UK Holdings Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100,0
Jungheinrich UK Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100,0
Jungheinrich Lift Truck Finance Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100,0
Jungheinrich Financial Services Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100,0
Jungheinrich Italiana S.r.l., Rosate/Mailand, Italien 100,0
Jungheinrich Rental S.r.l., Rosate/Mailand, Italien 100,0
Jungheinrich Fleet Services S.r.l., Rosate/Mailand, Italien 100,0
Jungheinrich de España S.A.U., Abrera/Barcelona, Spanien 100,0
Jungheinrich Rental S.L., Abrera/Barcelona, Spanien 100,0
Jungheinrich Fleet Services S.L., Abrera/Barcelona, Spanien 100,0
Jungheinrich Nederland B.V., Alphen a. d. Rijn, Niederlande 100,0
Jungheinrich Finance B.V., Alphen a. d. Rijn, Niederlande 100,0
Jungheinrich Financial Services B.V., Alphen a. d. Rijn, Niederlande 100,0
Jungheinrich AG, Hirschthal, Schweiz 100,0
Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG 137
Name und Sitz Stimmrechts
und Kapitalanteil
in %
Jungheinrich n.v./s.a., Leuven, Belgien 100,0
Jungheinrich Austria Vertriebsges. m.b.H., Wien, Österreich 100,0
Jungheinrich Fleet Services GmbH, Wien, Österreich 100,0
Jungheinrich Polska Sp. z o.o., Ozarow Mazowiecki/Warschau, Polen 100,0
Jungheinrich Norge AS, Oslo, Norwegen 100,0
Jungheinrich (ČR) s.r.o., Ricany/Prag, Tschechien 100,0
Jungheinrich Svenska AB, Arlöv, Schweden 100,0
Jungheinrich Hungária Kft., Biatorbágy/Budapest, Ungarn 100,0
Jungheinrich Danmark A/S, Tåstrup, Dänemark 100,0
Jungheinrich d.o.o., Kamnik, Slowenien 100,0
Jungheinrich Portugal Equipamentos de Transporte, Lda., Rio de Mouro/Lissabon, Portugal 100,0
Jungheinrich Lift Truck Ltd., Maynooth, Co. Kildare, Irland 100,0
Jungheinrich Hellas EPE, Acharnes/Athen, Griechenland 100,0
Jungheinrich Istif Makinalari San. ve Tic. Ltd. Sti., Alemdag/Istanbul, Türkei 100,0
Jungheinrich spol. s.r.o., Senec, Slowakei 100,0
Jungheinrich Lift Truck Singapore Pte Ltd., Singapur, Singapur 100,0
Jungheinrich Lift Truck Malaysia Sdn. Bhd., Shah Alam/Kuala Lumpur, Malaysia 100,0
Jungheinrich Lift Truck Comercio de Empilhadeiras Ltda., Itupeva-SP, Brasilien 100,0
Jungheinrich Lift Truck OOO, Moskau, Russland 100,0
Jungheinrich Parts OOO, Moskau, Russland 100,0
Jungheinrich Lift Truck TOV, Kiew, Ukraine 100,0
Jungheinrich Lift Truck SIA, Riga, Lettland 100,0
Jungheinrich Lift Truck UAB, Vilnius, Litauen 100,0
Jungheinrich Lift Truck Oy, Kerava, Finnland 100,0
Jungheinrich (Shanghai) Management Co., Ltd., Shanghai, China 100,0
Jungheinrich Lift Truck (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,0
Jungheinrich Lift Truck Manufacturing (Shanghai) Co., Ltd., Qingpu/Shanghai, China 100,0
Jungheinrich Lift Truck Ltd., Samuthprakarn/Bangkok, Thailand 100,0
Jungheinrich Lift Truck India Private Ltd., Mumbai, Indien 100,0
Jungheinrich Lift Truck Corporation, Houston/Texas, USA 100,0
Jungheinrich Systemlösungen GmbH, Graz, Österreich 100,0
Jungheinrich South Africa (Pty) Ltd, Edenvale/Johannesburg, Südafrika 100,0
Jungheinrich Romania S.R.L., Tătărani, Rumänien 100,0
Jungheinrich Rentalift SpA, Pudahuel/Santiago de Chile, Chile 100,0
MIAS Maschinenbau, Industrieanlagen & Service GmbH, München 100,0
MIAS Hungary Kft., Gyöngyös, Ungarn 100,0
MIAS Holding Inc., Charlotte/North Carolina, USA 100,0
MIAS Property LLC, Charlotte/North Carolina, USA 100,0
MIAS Inc., Charlotte/North Carolina, USA 100,0
MIAS Italia S.r.l., Bozen, Italien 100,0
MIAS Asia Holding Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
MIAS Materials Handling (Kunshan) Co., Ltd., Kunshan, China
Jungheinrich Australia Holdings Pty Ltd., Adelaide, Australien
100,0
100,0
NTP Pty Ltd., Adelaide, Australien 100,01)
NTP Fleet Management Pty Ltd., Adelaide, Australien 100,01)
Universal-FORMICA-Fonds, Frankfurt am Main2) 0,0

1) 10,0 Prozent der Anteile indirekt über Treuhandgesellschaft

2)Einbeziehung als strukturiertes Unternehmen gemäß IFRS 10

In den Konzernabschluss der Jungheinrich AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2017 sind die folgenden Unternehmen at equity einbezogen:

Stimmrechts
Name und Sitz und Kapitalanteil
in %
JULI Motorenwerk s.r.o., Moravany, Tschechien 50,0
Supralift GmbH & Co. KG, Hofheim am Taunus 50,0
Fujian JULI Motor Co., Ltd., Putian, China 50,0
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (China) Co., Ltd., Shanghai, China 50,0
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 45,5
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou, China 45,5
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (Guangzhou) Co., Ltd., Guangzhou, China 45,5
Jungheinrich Heli Industrial Truck Rental (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin, China 45,5
Industrial Components of Texas LLC, Houston/Texas, USA 50,0
Irapol Sp. z o.o., Łódź, Polen 50,0

In den Konzernabschluss der Jungheinrich AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2017 sind die folgenden Unternehmen nicht einbezogen:

Stimmrechts
Name und Sitz und Kapitalanteil
in %
Jungheinrich Katalog Verwaltungs-GmbH, Hamburg1) 100,0
Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden Verwaltungs-GmbH, Klipphausen/Dresden1) 100,0
NTP Unit Trust, Adelaide, Australien1) 100,0
Jungheinrich Latinoamérica y Caribe Ltda., Pudahuel/Santiago de Chile, Chile1) 100,0
Jungheinrich Lift Truck Middle East (FZE), Sharjah, VAE1) 100,0
Multiton MIC Corporation, Richmond/Virginia, USA1) 100,0
Jungheinrich Unterstützungskasse GmbH, Hamburg1) 100,0
FORTAL Administracào e Participacoes S.A., Rio de Janeiro, Brasilien1) 100,0
Boss Manufacturing Ltd., Leighton Buzzard, Großbritannien1) 100,0
Motorenwerk JULI CZ s.r.o., Moravany, Tschechien1) 50,0
Supralift Beteiligungs- und Kommunikations-Gesellschaft mbH, Hofheim am Taunus1) 50,0

1) Nicht einbezogen aufgrund untergeordneter Bedeutung

(44) Inanspruchnahme der §§ 264 Abs. 3, 264b HGB

Die nachfolgenden, in den Konzernabschluss der Jungheinrich AG einbezogenen inländischen Tochterunternehmen haben in Teilen von den Möglichkeiten der Befreiung gemäß §§ 264 Abs. 3, 264b HGB Gebrauch gemacht:

  • Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Norderstedt AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Export AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Service & Parts AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Moosburg AG & Co. KG, Moosburg
  • Jungheinrich Degernpoint AG & Co. KG, Moosburg
  • Jungheinrich Projektlösungen AG & Co. KG, Offenbach am Main
  • Jungheinrich Digital Solutions AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Landsberg AG & Co. KG, Landsberg/Saalekreis
  • Jungheinrich Rental International AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich Financial Services AG & Co. KG, Hamburg
  • Jungheinrich PROFISHOP AG & Co. KG, Hamburg
  • Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden AG & Co. KG, Klipphausen/Dresden
  • Jungheinrich Beteiligungs-GmbH, Hamburg
  • Jungheinrich Financial Services International GmbH, Hamburg
  • Jungheinrich Logistiksysteme GmbH, Moosburg

(45) Abgabe der Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Im Dezember 2017 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese auf der Website der Jungheinrich Aktiengesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Hamburg, den 27. Februar 2018

Konzernanhang

Jungheinrich Aktiengesellschaft Der Vorstand

Hans-Georg Frey

Dr. Lars Brzoska

Dr. Volker Hues

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hamburg, den 27. Februar 2018

Jungheinrich Aktiengesellschaft Der Vorstand

Hans-Georg Frey Dr. Lars Brzoska Dr. Volker Hues Dr. Klaus-Dieter Rosenbach

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Jungheinrich Aktiengesellschaft, Hamburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Jungheinrich Aktiengesellschaft, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Jungheinrich AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

142 Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG

Das Risiko für den Abschluss Die Geschäfts- oder Firmenwerte betragen zum 31. Dezember 2017 TEUR 35.021. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird jährlich auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überprüft. Dazu wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der jeweiligen zah-

lungsmittelgenerierenden Einheit verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten für die nächsten 5 Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und der verwendete Abzinsungssatz.

Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die Gesellschaft die Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 152 wertberichtigt.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht oder nicht in angemessener Höhe erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z. B. für Controllingzwecke oder Investitionsplanungen, und der vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt.

Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre sowie die Forecasts des Geschäftsjahres 2017 mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Zu den Ausführungen der gesetzlichen Vertreter verweisen wir auf Abschnitt (2) "Grundsätze der Rechnungslegung: Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Mietgeräten" sowie die "Erläuterungen zur Konzernbilanz" in Abschnitt (12) "Immaterielle Vermögenswerte" im Konzernanhang und auf die Abschnitte "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" sowie "Prognosebericht" im Konzern-

Geschäfts- oder Firmenwerten

Werthaltigkeit von

lagebericht.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes

des unabhängigen Abschlussprüfers

Antrieb    An unsere Aktionäre    Konzernlagebericht    Konzernabschluss    Weitere Informationen

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Da sich bereits geringfügige Änderungen des Abzinsungssatzes wesentlich auf die Ergebnisse des Werthaltigkeitstests auswirken können, haben wir die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

Um der bestehenden Prognoseunsicherheit und dem vorgezogenen Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sachgerecht sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Die der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht in Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.

Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind angemessen.

Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.

Aktualisierung der Softwarekomponenten (Softwareupdate) zur Erfassung und Bilanzierung von Leasingverträgen für wesentliche Konzerngesellschaften

Zu den Ausführungen der gesetzlichen Vertreter verweisen wir auf Abschnitt (2) "Grundsätze der Rechnungslegung: Leasing und Finanzdienstleistungen" und die "Erläuterungen zur Konzernbilanz" in Abschnitt (15) "Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen", (19) "Forderungen aus Finanzdienstleistungen" und (28) "Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen" im Konzernanhang und auf Abschnitt "Finanzdienstleistungen" im Konzernlagebericht.

Das Risiko für den Abschluss

Sämtliche Finanzdienstleistungen des Konzerns sind im Segment Finanzdienstleistungen zusammengefasst. Innerhalb des Konzerns nimmt dieses eine Dienstleistungsfunktion für den Vertrieb wahr. Zum Jahresende 2017 entspricht der Vertragsbestand mit insgesamt 155 Tsd. Fahrzeugen einem Neuwert von EUR 2.486 Mio. Bezogen auf die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge wurden 42 Prozent (i. Vj. 40 Prozent) über Finanzdienstleistungsverträge abgesetzt.

In Deutschland, Österreich und Belgien wurden im Geschäftsjahr 2017 alle Softwarekomponenten zur Erfassung und Bilanzierung von Leasingverträgen aktualisiert, um deren Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen (Softwareupdate). Grundlage für die Bilanzierung von Leasingverhältnissen ist die Einstufung dieser in Finanzierungsleasing oder Operating-Leasing. Dabei ist zu beurteilen, in welchem Umfang die mit dem Eigentum eines Leasinggegenstands verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber oder Leasingnehmer liegen. Durch die neue Software wird ein Vertragsbestand von knapp 40 Tsd. Kundenverträgen mit unterschiedlichsten Vertragskonstellationen abgedeckt. Das hohe Vertragsvolumen sowie die Einstufung von Leasingverhältnissen sind komplex und im Zusammenhang mit dem Softwareupdate mit zusätzlichen Risiken verbunden.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass aufgrund des Softwareupdates die Kundenverträge aus Finanzdienstleistungsgeschäften nicht vollständig oder nicht korrekt erfasst werden bzw. die Klassifizierungen in die unterschiedlichen Leasing-Kategorien nicht korrekt erfolgen und somit die hiermit in Zusammenhang stehenden Forderungen und Verbindlichkeiten und Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen sowie die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge unzutreffend im Konzernabschluss bilanziert werden.

Unsere Vorgehensweise bei der Prüfung

Wir haben, unter Einbezug unserer IT-Spezialisten, das allgemeine IT-Umfeld und dabei insbesondere den Umgang mit Programmänderungen (Ausführung, Test und Freigabe sowie Autorisierung für die Entwicklung und Implementierung im Produktivsystem) auf Angemessenheit und Wirksamkeit beurteilt.

Auf Basis von Befragungen der Mitarbeiter des Unternehmens sowie Einsichtnahmen in risikoorientiert ausgewählte Geschäftsvorfälle, haben wir uns ein Prozessverständnis über die Datenerfassung und Verarbeitung von Leasingverträgen im Kontext des Softwareupdates verschafft. Um die Vollständigkeit und Richtigkeit der Datenerfassung zu beurteilen, wurden relevante Kontrollen identifiziert und auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit getestet. Dazu haben wir uns in Stichproben einzelne Vorgänge angesehen und die Datengrundlage aus dem System mit den zugrunde liegenden Leasingverträgen abgestimmt. Zudem haben wir die Berechnungsmethoden der Software zur Ermittlung der Forderungen und Verbindlichkeiten sowie der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungsverträgen, nachvollzogen und beurteilt, ob diese Berechnungsmethoden in Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Vorgehensweise zur Bilanzierung von Forderungen und Verbindlichkeiten und Leasinggeräten aus Finanzdienstleistungen sowie der korrespondierenden Aufwendungen und Erträge aus Leasingverträgen auf Basis des Softwareupdates steht in Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

144 Geschäftsbericht 2017 • Jungheinrich AG

Bestätigungsvermerk des unabhängigen

Abschlussprüfers

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Mai 2017 als Jahresabschlussprüfer gewählt und sind damit gemäß § 318 Abs. 2 HGB auch zum Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 23. Oktober 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2017 als Konzernabschlussprüfer der Jungheinrich Aktiengesellschaft, Hamburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Jochen Haußer.

Hamburg, den 27. Februar 2018

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Schmelzer Dr. Haußer

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Jungheinrich weltweit Standorte

Lateinamerika

Europa
-------- --
Argentinien Panama Albanien
Großbritannien

Moldawien

Serbien
Brasilien Paraguay Belgien Irland
Montenegro
Slowakei
Chile Peru Bosnien und
Island

Niederlande

Slowenien
Costa Rica Uruguay Herzegowina Italien
Norwegen
Spanien
Ecuador Venezuela Bulgarien
Kosovo

Österreich
Tschechische
El Salvador Dänemark
Kroatien

Polen
Republik
Guatemala Deutschland Lettland
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Honduras Estland
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Usbekistan


Malaysia

Thailand
Israel
Nigeria

Myanmar

Vietnam
Jordanien
Oman
Neukaledonien

Die Adressen der jeweiligen Standorte finden Sie unter www.jungheinrich.com.

Quartalsübersicht 2017

Produktion

in Stück

Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern in Mio. €

Fünf-Jahres-Übersicht

Jungheinrich-Konzern 2017 2016 2015 2014 2013
Auftragseingang Stück 123.500 109.200 97.100 85.600 78.200
Mio. € 3.560 3.220 2.817 2.535 2.357
Produktion Flurförderzeuge Stück 120.100 106.300 91.200 83.500 72.500
Umsatzerlöse Mio. € 3.435 3.085 2.754 2.498 2.290
davon Inland Mio. € 851 753 701 655 613
davon Ausland Mio. € 2.584 2.332 2.053 1.843 1.677
Auslandsquote % 75 76 75 74 73
Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertrag steuern,
Abschreibungen (EBITDA)
Mio. € 543 489 432 383 347
Ergebnis vor Finanzergebnis und
Ertragsteuern (EBIT)
Mio. € 259 235 213 193 172
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) % 7,5 7,6 7,7 7,7 7,5
EBIT-Kapitalrendite (ROCE) % 17 18 18 18 19
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 243 216 198 175 150
EBT-Rendite (EBT-ROS) % 7,1 7,0 7,2 7,0 6,6
Ergebnis nach Steuern Mio. € 182 154 138 126 107
Investitionen1) Mio. € 88 59 87 84 91
Ausgaben für Forschung und Entwicklung Mio. € 77 62 55 50 45
Bilanzsumme 31.12. Mio. € 4.130 3.643 3.349 3.040 2.751
Mietgeräte Mio. € 375 326 299 248 214
Leasinggeräte aus FDL2) Mio. € 448 395 3543) 283 259
Forderungen aus FDL2) Mio. € 891 752 692 639 605
Verbindlichkeiten aus FDL2) Mio. € 1.315 1.155 1.072 942 871
Eigenkapital 31.12. Mio. € 1.244 1.114 1.026 900 831
davon gezeichnetes Kapital Mio. € 102 102 102 102 102
Eigenkapitalquote (Konzern) % 30 31 31 30 30
Eigenkapitalquote (Intralogistik) % 48 48 48 46 47
Eigenkapitalrendite nach Ertragsteuern (ROE) % 15 14 14 15 14
Nettoverschuldung Mio. € 7 –56 –75 –132 –154
Verschuldungsgrad Jahre 0,02 <0 <0 <0 <0
Mitarbeiter 31.12. FTE4) 16.248 15.010 13.962 12.549 11.840
davon Inland FTE4) 6.962 6.511 6.078 5.638 5.356
davon Ausland FTE4) 9.286 8.499 7.884 6.911 6.484
Ergebnis je Vorzugsaktie 1,80 1,52 1,365) 1,245) 1,065)
Dividende je Aktie – Stammaktie 0,486) 0,42 0,385) 0,335) 0,275)
– Vorzugsaktie 0,506) 0,44 0,405) 0,355) 0,295)

Berechnung der Finanzkennzahlen: Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Gesamtkapital x 100; EBITRendite (EBITROS) = EBIT/Umsatzerlöse x 100; EBTRendite (EBTROS) = EBT/Umsatzerlöse x 100; EBITKapitalrendite (ROCE) = EBIT/eingesetztes zinspflichtiges Kapital7) x 100;

Eigenkapitalrendite nach Ertragsteuern (ROE) = Ergebnis nach Steuern/durchschnittliches Eigenkapital x 100; Nettoverschuldung = Finanzverbindlichkeiten – Liquide Mittel und Wertpapiere; Verschuldungsgrad = Nettoverschuldung/EBITDA (exklusive Abschreibungen auf Leasinggeräte aus FDL2))

1) Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben 2) FDL = Finanzdienstleistungen 3) Aufgrund der Klassifizierung und Bewertung von Kundenleasingverträgen (NTP)

5) Werte rückwirkend angepasst wegen Aktiensplit (1:3) 6) Vorschlag

rückwirkend angepasst

4) FTE = Full Time Equivalents (Vollzeitäquivalente)

7) Eigenkapital + Finanzverbindlichkeiten – Liquide Mittel und Wertpapiere + Pensionsrückstellungen und langfristige Personalrückstellungen

Finanzkalender

Bilanzpressekonferenz Veröffentlichung Geschäftsbericht 2017 7. März 2018 Analystenkonferenz, Frankfurt am Main 7. März 2018 Hauptversammlung 2018, Theater Neue Flora, Hamburg 17. April 2018 Dividendenzahlung 20. April 2018 Quartalsmitteilung zum 31. März 2018 4. Mai 2018 Zwischenbericht zum 30. Juni 2018 9. August 2018 Quartalsmitteilung zum 30. September 2018 6. November 2018

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