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Josef Manner & Comp. AG — Annual Report (ESEF) 2022
Apr 28, 2023
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Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
2 Kennzahlen
Konzernkennzahlen nach IFRS
| T€ | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Umsatzerlöse (T€) | 239.265 |
| Exportquote | 60,2% |
| Betriebsergebnis (T€) | 6.959 |
| Betriebsergebnis-Marge (ROS) | 2,9% |
| Ergebnis vor Steuern (T€) | 4.888 |
| Periodenergebnis (T€) | 3.528 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 7,6% |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 3,7% |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (T€) | 4.037 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit (T€) | -10.240 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (T€) | 11.287 |
| Mitarbeiter*innen in Jahresdurchschnitt | 848 |
| Bilanzsumme (T€) | 188.349 |
| Eigenkapital (T€) | 64.001 |
| Eigenkapitalquote | 34,0% |
| Nettoverschuldung (T€) | 54.328 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | 84,9% |
Stammaktien zum 31. Dezember
| € | € |
|---|---|
| 2022 | |
| ISIN | AT0000728209 |
| Anzahl der Aktien (Stück) | 1.890.000 |
| Höchstkurs (€) | 121,00 |
| Tiefstkurs (€) | 100,00 |
| Schlusskurs (€) | 115,00 |
| Durchschnittskurs (€) | 111,00 |
| Dividende je Aktie (€) | 1,20 |
| ¹ Laut Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. AG schlägt der Vorstand vor, für das Jahr 2022 eine Dividende von € 1,20 pro Aktie auszuschütten. Das ergibt eine Ausschüttung von T€ 2.268. Im Vorjahr wurde eine Dividende von € 0,80 pro Aktie (T€ 1.512) ausgeschüttet. |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
3 Inhaltsverzeichnis
Kennzahlen ......................................................................................................................................................................... 2
Vorwort des Vorstands ........................................................................................................................................................ 4
Konzernorganigramm .......................................................................................................................................................... 5
Corporate-Governance-Bericht ........................................................................................................................................... 6
Bericht des Aufsichtsrats ................................................................................................................................................... 14
Konzernlagebericht ........................................................................................................................................................... 16
Konzernabschluss ............................................................................................................................................................. 72
Bestätigungsvermerk ...................................................................................................................................................... 125
Erklärung des Vorstands zum Konzernabschluss ........................................................................................................... 130
Jahresabschluss ............................................................................................................................................................. 131
Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und aus Rücksichtnahme auf Ressourcen wird auf die gedruckte Version des Jahresfinanzberichtes 2022 verzichtet.
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4 Vorwort des Vorstands
Sehr geehrte Aktionärinnen,
Sehr geehrte Leserinnen,
Das Jahr 2022 war für die gesamte Lebensmittel-Industrie und auch für unser Traditions-Süßwarenhaus ein weiteres schwieriges Jahr. Während zu Beginn des Jahres eine vorsichtige Erleichterung hinsichtlich der zurückgefahrenen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung aufkam, wurde durch den Krieg in der Ukraine ab dem 24. Februar 2022 auch unser Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Lieferengpässe, enorme Kostensteigerungen in sämtlichen Bereichen und die Vorbereitung auf potenzielle Gas-Engpässe beschäftigten die gesamte Organisation. Ebenfalls zentrales Thema für das Unternehmen war das branchenübergreifende Problem des Fach- und Arbeitskräftemangels. Mit dem internen Mitarbeiterbindungsprogramm „Miteinander.Manner“, dem Fokus auf Lehrlingsausbildung, der Verstärkung unseres Recruitings und der Überarbeitung von Zeitmodellen wurde diesem Trend entgegengesteuert.
In diesem herausfordernden Umfeld hat sich allerdings auch gezeigt, dass auf ein tolles Team und auf starke Traditionsmarken Verlass ist. Konsument*innen setzten in diesen Zeiten erhöhter Unsicherheit auf die verlässliche Qualität unserer österreichischen Kultmarken wie Manner, Casali, Napoli oder Victor Schmidt. Dies untermauern nun auch die Marktdaten. Manner konnte am österreichischen Markt mit seinen starken Marken im vergangenen Jahr dynamischer als der Markt sowohl im Umsatz als auch im Absatz wachsen.
Manner kann daher aufgrund der Bemühungen unserer engagierten Mitarbeiterinnen trotz aller Widrigkeiten am Markt auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei sämtlichen Kolleginnen aufs Herzlichste bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Kutil
CEO Josef Manner & Comp. AG
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5 Konzernorganigramm
der Josef Manner & Comp. AG, Wien, Österreich als Muttergesellschaft
* - Geblergasse 116 GmbH & Co KG, Wien, Österreich, 100 %
* - Manner Azerbaijan LLC, Khudat City, Aserbaidschan, 100 %
* - Josef Manner s.r.o., Brno, Tschechische Republik, 100 %
* - Josef Manner, marketinske storitve, d.o.o., Ljubljana, Slowenien, 100 %
* - Unterstützungseinrichtung der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich, 100 %
* - Compliment Süßwaren Vertriebs Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich, 100 %
* - Manner Management GmbH, Wien, Österreich, 100 %
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6 Konsolidierter Corporate Governance-Bericht der Josef Manner & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2022
Die Josef Manner & Comp. AG ist verpflichtet, einen konsolidierten Corporate Governance-Bericht gemäß § 267b UGB zu erstellen, der die in § 243c UGB vorgeschriebenen Angaben enthält, wobei die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen sind, um neben der Lage der Muttergesellschaft auch jene der insgesamt in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen bewerten zu können. Gemäß § 251 Abs. 3 UGB werden die Angaben in einem gemeinsamen Bericht zusammengefasst.
Bekenntnis zum Corporate Governance Kodex
Die Josef Manner & Comp. AG verfolgt eine Strategie der nachhaltigen Wert- und Ertragssteigerung. Auf die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtete Managementgrundsätze und die permanente Weiterentwicklung der Systeme zur Bereitstellung vollständiger und transparenter Informationen bilden die Grundlage des Handelns. In diesem Sinne bekennen sich Vorstand und Aufsichtsrat zum Regelungsziel des Österreichischen Corporate Governance Kodex (§ 243c Abs.1 Z.1 UGB), welcher im Oktober 2002 in Kraft gesetzt und zuletzt in der Fassung Jänner 2023 angepasst wurde. Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Webseite des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance (www.corporate-governance.at) öffentlich zugänglich. Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex geforderten Informationen sind in diesem Bericht und entsprechend der thematischen Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht, oder auf der Webseite des Unternehmens ersichtlich.
Die 83 Regeln des bestehenden Kodex können in drei Regelkategorien eingeteilt werden, wobei die erste Kategorie, die L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen und somit verpflichtend anzuwenden sind.Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply or Explain), sollten eingehalten oder bei Abweichung begründet werden. Erläuterungen bzw. Begründungen für die Abweichungen bei C-Regeln finden Sie in diesem Bericht. Von R-Regeln, die einen reinen Empfehlungscharakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung abweichen. Der Corporate Governance-Bericht wird für das Berichtsjahr 2022 erstmals als konsolidierter Bericht unter Einbeziehung der Tochtergesellschaften der Josef Manner & Comp. AG erstellt. Der Österreichische Corporate Governance Kodex unterscheidet seine Regeln in solche, die vordergründig für die (Mutter-) Gesellschaft Geltung haben und solche, deren Geltung sich auf Tochtergesellschaften erstreckt oder die Einbeziehung von Tochtergesellschaften nahelegen.
Konzernstruktur
Die Josef Manner & Comp. AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien. Sie produziert Süßwaren und verkauft diese im In- und Ausland. Neben den in Folge genannten Tochterunternehmen besteht eine Niederlassung (erweiterte Betriebsstätte) in Köln, Deutschland. Über diese werden die Waren in Deutschland vertrieben und ein Shop in der Region Berlin betrieben. Eine weitere Betriebsstätte in Kroatien wird durch einen Mitarbeiter vor Ort begründet. Die Geschäfte in Kroatien (Betriebsstätte der AG) werden in der Ergebnisabrechnung der AG berücksichtigt. Außerdem hat die Gesellschaft ein Lager in Tschechien, wodurch sie eine (vereinfachte) Steuernummer in Tschechien hat.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 7
Die Josef Manner s.r.o. ist eine in Brünn, Tschechien ansässige 100%-Tochter der AG. Sie bedient den tschechischen Markt, auf dem sie von der AG gekaufte Waren im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vertreibt. Darüber hinaus wickelt sie Geschäfte für die AG am slowakischen Markt ab. Diese Waren werden im Namen der AG in der Slowakei verkauft, wodurch die AG eine Betriebsstätte in der Slowakei unterhält. Für letztgenannte Tätigkeit erhält die Josef Manner s.r.o. Provisionen von der AG. Die JOSEF MANNER, marketinške storitve, d.o.o. ist ebenfalls eine 100%-Tochter der AG, mit Sitz in Ljubljana, Slowenien. Sie vermittelt Geschäfte (Agentur), territorial eingeschränkt, die dann durch die Josef Manner & Comp. AG getätigt werden. Die Unterstützungseinrichtung der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Gesellschaft m.b.H. ist eine 100%- Tochter der AG, hat den Sitz am Standort der AG und zahlt an ehemalige Mitarbeiter*innen der AG Betriebspensionen aus, für die die Josef Manner & Comp. AG haftet. Die Compliment Süßwarenvertriebs-GmbH ist eine 100%-Tochter der AG und hat den Sitz in Wolkersdorf. Sie dient als Inverkehrbringer, der im Bedarfsfall auf Verpackungen von Privat-Label-Produkten angedruckt wird. Sie hat keinerlei Umsätze oder sonstige Geschäftstätigkeit. Die Geblergasse 116 GmbH & Co KG ist eine 100%-Tochter der AG und hat den Sitz am Standort der Josef Manner & Comp. AG. Sie ist eine Immobiliengesellschaft, hat die Sockelsanierung der ihr gehörenden Wohnhäuser umgesetzt und vermarktet diese. Die Manner Management GmbH ist eine 100%-Tochter der AG und ist der Komplementär in der Geblergasse KG. Die AG ist dort der Kommanditist. Die Manner Azerbaijan LLC ist eine 100%-Tochter der AG und hat den Sitz in Khudat City, Aserbaidschan. Manner LLC ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der eine Haselnussplantage errichtet, um Erträge durch Haselnussverkauf zu erwirtschaften.
Abweichungen zum Corporate Governance Kodex
Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Unternehmenskultur. Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben sich mit dem Kodex befasst und ihre Geschäftsordnungen entsprechend angepasst. Die Erläuterungen und die Abweichungen zu den C-Regeln sind nachstehend dargestellt:
- Regel 18a: Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nicht gesondert jährlich über die Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen, da Korruptionsbekämpfung als Teil des allgemeinen Risikomanagements gesehen wird.
- Regel 38: Der Aufsichtsrat hat bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen, dass die berufliche Zuverlässigkeit gegeben ist. Hinsichtlich der beruflichen Zuverlässigkeit von Vorstandsmitgliedern wurde der Nachweis nicht schriftlich erbracht.
- Regel 43: Mangels einschlägiger Erfahrung im Bereich Vergütungspolitik lässt sich der Ausschuss von externen Expert*innen beraten, die nicht gleichzeitig den Vorstand in Vergütungsfragen beraten.
- Regel 68: Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte ausschließlich in deutscher Sprache. Entsprechend der geographischen Herkunft der Aktionäre besteht keine Notwendigkeit, die Berichte auch in englischer Sprache zu verfassen.
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Zusammensetzung der Organe und Organbezüge
Zusammensetzung des Vorstands:
- Mag. Andreas Kutil
- CEO, Vorstand für Marketing & Verkauf
- Geburtsjahr: 1969
- erstmals bestellt ab 01.03.2021; bestellt bis 29.02.2024
- keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
- Dr. Hans Peter Andres
- Vorstand für Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
- Geburtsjahr: 1961
- erstmals bestellt ab 01.07.1992; bestellt bis 30.06.2024
- keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
- Thomas Gratzer
- Vorstand für Produktion & Technik
- Geburtsjahr: 1967
- erstmals bestellt ab 01.06.2014; bestellt bis 31.05.2028
- keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Veränderung der Zusammensetzung des Vorstands
- Mag. Albin Hahn (ausgeschieden)
- Vorstand für Finanzen & Recht
- Geburtsjahr: 1957
- erstmals bestellt ab 01.01.2008; bestellt bis 31.03.2022
- keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Vergütung des Vorstands
In 2022 verfügten die Vorstände über ein Grundgehalt und eine erfolgsabhängige variable Vergütung. Des Weiteren wird hier auf den veröffentlichten Vergütungsbericht des entsprechenden Geschäftsjahres verwiesen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats (aktuell)
- Mag. Florian Jonak
- Vorsitzender
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1967
- erstmals bestellt ab 30.05.2017; bestellt bis zur 108. o. HV (2023)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- Dr. Martina Andres
- Stellvertreterin des Vorsitzenden
- Geburtsjahr: 1964
- erstmals bestellt ab 28.05.2019; bestellt bis zur 110. o. HV (2025);
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Beteiligung >10%
- es besteht eine persönliche Beziehung zu einem Vorstandsmitglied
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- Dr. Josef Doppler
- Mitglied
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1960
- erstmals bestellt ab 25.05.2021; bestellt bis zur 109. o. HV (2024)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- Dr. Michael Grahammer
- Mitglied
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1964
- erstmals bestellt ab 25.05.2021; bestellt bis zur 109. o. HV (2024)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- Mag. Dr. Wolfgang Hötschl
- Mitglied
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1954
- erstmals bestellt ab 29.05.2018; bestellt bis zur 109. o. HV (2024)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- Prof. Dr. Sita Monica Mazumder
- Mitglied
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1970
- erstmals bestellt ab 28.05.2019; bestellt bis zur 110. o. HV (2025);
- ein weiteres Aufsichtsratsmandat in einem börsennotierten Unternehmen (Palfinger AG)
- Dr. Martin Schober
- Mitglied
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- Geburtsjahr: 1955
- erstmals bestellt ab 30.11.2022; bestellt bis zur 110. o. HV (2025)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- Dipl. Ing. Markus Spiegelfeld
- Mitglied
- Geburtsjahr: 1952
- erstmals bestellt ab 27.06.2002; bestellt bis zur 108. o. HV (2023)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
- vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Beteiligung >10%
- im Jahr 2021 gab es einen zustimmungspflichtigen Vertrag mit Werkstatt Wien Spiegelfeld, Holnsteiner & Co Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, der im Jahr 2021 eine Zahlung in der Höhe von € 5.000,00 zur Folge hatte.
- Gerda Erika Clementi
- Mitglied; Betriebsrat
- Geburtsjahr: 1961
- bestellt vom Betriebsrat der Arbeiter in Wolkersdorf
- Peter Freudenschuss
- Mitglied; Betriebsrat
- Geburtsjahr: 1968
- bestellt vom Betriebsrat der Angestellten in Wien
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- Peter Habel
- Mitglied; Betriebsrat
- Geburtsjahr: 1959
- bestellt vom Betriebsrat der Angestellten in Wien
- Christian Hackl
- Mitglied; Betriebsrat
- Geburtsjahr: 1969
- bestellt vom Betriebsrat der Arbeiter in Wien
Veränderung der Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Vor der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 30.11.2022 war:
- Dr. Ernst Burger
- unabhängig gem. Anhang 1 des ÖCGK
- vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Beteiligung >10%
- Geburtsjahr: 1948
- erstmals bestellt ab 29.06.2004; bestellt bis zur 107. o. HV (2022)
- keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
der Aufsichtsratsvorsitzende. Dr. Ernst Burger ist per 30.11.2022 (konstituierende Aufsichtsratssitzung) aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden und Mag. Florian Jonak hat den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen. Der Stellvertreter des Vorsitzenden war bis zum 30.11.2022 Dipl. Ing. Markus Spiegelfeld. Seither ist Dr. Martina Andres Stellvertreterin des Vorsitzenden und Dipl. Ing. Markus Spiegelfeld verbleibt als einfaches Mitglied im Aufsichtsrat. Dr. Martin Schober ist seit der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 30.11.2022 als neues einfaches Mitglied zum Aufsichtsrat gewählt worden. Die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder hat sich im Berichtszeitraum nicht verändert. Veränderungen in den Ausschüssen folgen untenstehend unter Punkt 3.# Kriterien der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern
Der Aufsichtsrat hat die im Österreichischen Corporate Governance Kodex (Anhang 1) enthaltenen Leitlinien für die Unabhängigkeit als Kriterien der Unabhängigkeit festgelegt. Demnach ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung der gewählten Aufsichtsräte erfolgt nach den in der 107. o. HV. beschlossenen Kriterien. Die Vergütung setzt sich aus einer vom Unternehmensergebnis abhängigen Aufsichtsratsvergütung und einem Sitzungsgeld zusammen. Des Weiteren wird hier auf den veröffentlichten Vergütungsbericht des entsprechenden Geschäftsjahres verwiesen.
Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Da hohe Transparenz und umfassende und zeitgleiche Information aller relevanten Interessensgruppen wichtige Anliegen sind, überwacht ein Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung der Compliance-Richtlinie der Josef Manner & Comp. AG, welche auf der Marktmissbrauchsverordnung des Europäischen Parlamentes und des Rates basiert.
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Im Sinne des Kodex pflegen Vorstand und Aufsichtsrat zusätzlich zu den Aufsichtsratssitzungen einen regen Gedankenaustausch und offenen Diskurs zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens, Geschäftsentwicklung, Risikomanagement und wesentlichen Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen erfolgt eine unverzügliche Information an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats. In Vorstandssitzungen finden ebenfalls offene Diskussionen zwischen den Vorstandsmitgliedern, insbesondere auf Grundlage der im Vorhinein übermittelten Sitzungsunterlagen, statt.
Im Jahr 2022 haben acht Sitzungen des Aufsichtsrats stattgefunden. Es hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen. Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Seine Kontrolltätigkeit übt er auch durch Ausschüsse aus und hat dafür einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungs- & Vergütungsausschuss eingerichtet. Zusätzlich befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit und führt eine Selbstevaluierung durch.
Der Prüfungsausschuss befasst sich, gem. §92 (4a) 4 AktG, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Überwachung der Arbeit des Abschlussprüfers, der Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung und des Lageberichts. Darüber hinaus überwacht er die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems und hat einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers zu erstatten und darüber dem Aufsichtsrat zu berichten.
Dem Prüfungsausschuss gehörten bis zur konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 30.11.2022 folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
* Dr. Michael Grahammer (Vorsitzender)
* Mag. Florian Jonak (Stellvertreter des Vorsitzenden)
* Dr. Ernst Burger (Finanzexperte)
* Dr. Martina Andres
* Gerda Erika Clementi
* Peter Freudenschuss
Seit dem 30.11.2022 gehören dem Prüfungsausschuss folgende Mitglieder an:
* Dr. Michael Grahammer (Vorsitzender)
* Mag. Florian Jonak (Stellvertreter des Vorsitzenden)
* Dr. Martina Andres
* Gerda Erika Clementi
* Peter Habel
Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2022 vier Sitzungen abgehalten. Bei drei der vier Sitzungen des Prüfungsausschusses und bei einer Sitzung des Aufsichtsrats war der Wirtschaftsprüfer anwesend.
Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung freiwerdender Mandate im Vorstand, befasst sich weiters mit Fragen der Nachfolgeplanung und unterbreitet der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Aufsichtsrat. Darüber hinaus befasst er sich mit dem Inhalt von Vorstandsverträgen und überprüft die Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder in regelmäßigen Abständen.
Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehörten bis zur konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 30.11.2022 folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
* Dr. Ernst Burger (Vorsitzender)
* Mag. Dr. Wolfgang Hötschl (Stellvertreter des Vorsitzenden)
* Peter Habel
Seit dem 30.11.2022 gehören dem Ausschuss folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
* Mag. Florian Jonak (Vorsitzender)
* Mag. Dr. Wolfgang Hötschl (Stellvertreter des Vorsitzenden)
* Peter Freudenschuss
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 12
Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2022 vier Sitzungen abgehalten.
Der Digitalisierungsausschuss beschäftigt sich mit der ganzheitlichen Transformation des Unternehmens, mit dem Ziel, den internen und externen Kundennutzen zu erhöhen. Darüber hinaus befasst er sich sowohl bei dem Kerngeschäft als auch bei neuen Geschäftsfeldern mit der Optimierung von Aufbau- und Prozessorganisation und Modernisierung der Unternehmenskultur.
Dem Digitalisierungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
* Prof. Dr. Sita Monica Mazumder (Vorsitzende)
* Mag. Dr. Wolfgang Hötschl (Stellvertreter der Vorsitzenden)
* Dr. Martina Andres
* Mag. Florian Jonak
* Peter Habel
* Christian Hackl
An der Zusammensetzung dieses Ausschusses gab es aufgrund der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 30.11.2022 keine Veränderungen. Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2022 drei Sitzungen abgehalten.
Wirtschaftsprüfer
Die CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH wurde von der 107. ordentlichen Hauptversammlung zum Abschlussprüfer bestellt. Die Abschlussprüfung des Jahresabschlusses 2022 sowie die Konzernabschlussprüfung 2022 wurden von der CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH durchgeführt, wofür insgesamt € 102.000,00 verrechnet wurden.
Maßnahmen zur Förderung von Frauen
Im Rahmen der unternehmensweit einheitlichen Personalpolitik, die für alle Mitarbeiter*innen gleiche Chancen und Rechte sicherstellt, bemüht sich die Gesellschaft um die Entwicklung und Weiterbildung von Frauen. Die Gesellschaft verfolgt das Ziel, den Anteil der Frauen in leitenden Stellungen mittelfristig auf ein ausgewogenes Niveau zu heben.
Derzeit sind in der Gesellschaft drei von fünfzehn Mitgliedern der Organe Vorstand und Aufsichtsrat weiblich. Außerdem sind zwei von vier Prokuristinnen weiblich. Der Frauenanteil in leitenden Stellungen (§ 80 AktG) in der Gesellschaft (AG) beträgt 29% (2021: 20%). Mit Ende des Geschäftsjahres 2022 beschäftigt die Gesellschaft 805 Mitarbeiterinnen, wovon 38% weiblich sind. Für den Aufsichtsrat und auch für den Vorstand gelten bei Personalentscheidungen und bei der Entlohnung ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen als Kriterien; hohes Augenmerk wird auf die strenge Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt.
In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für Führungsaufgaben in der ersten und zweiten Berichtsebene qualifizieren. In den Tochterunternehmen der Gesellschaft nehmen acht verschiedene Personen eine oder mehrere leitende Stellungen ein. Zwei davon sind Frauen, das entspricht einem Frauenanteil von 25%. In den Tochtergesellschaften sind 16 leitende Stellungen vergeben. Zwei von diesen Stellungen sind von Frauen besetzt. Das entspricht einem Frauenanteil von 12,5%.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 13
Beschreibung des Diversitätskonzepts
Ein aus der Unternehmenspolitik bzw. aus dem Code of Conduct der Gesellschaft herausgelöstes Diversitätskonzept besteht nicht. Die Josef Manner & Comp. AG verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, die Vielfältigkeit der Mitarbeiter*innen in Bezug auf Ausbildung, Erfahrung, Alter, kulturelle Herkunft, Geschlecht und ähnliche Gesichtspunkte zu fördern.
Allfälliger Bericht über eine externe Evaluierung
Gem. C-Regel 62 hat die Gesellschaft die Einhaltung der C-Regeln des Kodex alle drei Jahre durch eine externe Institution evaluieren zu lassen und über das Ergebnis im Corporate Governance-Bericht zu berichten. Der Bericht über das Geschäftsjahr 2019 wurde durch die TPA Wirtschaftsprüfung GmbH einer externen Evaluierung unterzogen. Somit ist für das hier gegenständliche Geschäftsjahr 2022 eine weitere externe Evaluierung vorgesehen, mit welcher die CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH beauftragt wurde. Die Evaluierung ergab keine Sachverhalte, die zu der Annahme veranlasst hätten, dass der Corporate Governance-Bericht der Josef Manner & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2022 in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften (§ 243c UGB) aufgestellt worden sei. Die nächste Evaluierung betrifft somit die Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2025.
Veränderungen nach dem Abschlussstichtag
Nach dem Abschlussstichtag haben sich keine nennenswerten Veränderungen ergeben.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 14
Bericht des Aufsichtsrats der Josef Manner & Comp. AG über das Geschäftsjahr 2022
In der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats der Josef Manner & Comp. AG wurde einstimmig nachstehender Bericht gemäß § 96 AktG beschlossen:
Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2022
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von acht Plenarsitzungen, vier Sitzungen des Prüfungsausschusses, vier Sitzungen des Vergütungs- und Nominierungsausschusses und drei Sitzungen des Digitalisierungsausschusses wahrgenommen. Er hat sich dabei vom Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft schriftlich und mündlich umfassend Auskunft geben lassen. Einer der Schwerpunkte des Aufsichtsrats lag auf der Erstellung des Konzernabschlusses aufgrund der Prüfung durch die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR). Ein weiterer Schwerpunkt betraf den Russland-Ukraine Krieg und seinen Einfluss auf die Geschäftsgebarung, Personalsituation und Wertschöpfungskette.# Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Prüfungsausschuss ist seinen Überwachungs- und Prüfaufgaben gem. § 92 Abs. 4a Z 4 AktG nachgekommen. Insbesondere befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem nach den International Financial Reporting Standards („IFRS“) zu erstellenden Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 und 2022. Weitere Überprüfungen betrafen unter anderem den Corporate Governance-Bericht 2022, die Jahresabschlüsse 2022 der Tochtergesellschaften, die Finanzierungssituation und allgemeine Zinsänderungsrisiken. Der Abschlussprüfer stand dem Prüfungsausschuss in drei Sitzungen sowie dem Aufsichtsrat in einer Sitzung für Fragen und Diskussionen zur Verfügung und der Prüfungsausschuss überwachte die Arbeiten des Abschlussprüfers.
Der Vergütungs- und Nominierungsausschuss befasste sich unter anderem mit der Vertragsverlängerung von Vorstandsmitglied Thomas Gratzer, dem Vergütungssystem, der Vereinbarung sowie der Erreichung von Zielen und den Vergütungen der Aufsichtsräte der Josef Manner & Comp. AG.
Der Digitalisierungsausschuss befasste sich im Jahr 2022 insbesondere mit der Vorbereitung von Entscheidungen für die kontinuierliche Effizienzsteigerung durch Prozessoptimierungen. Das wichtigste Vorhaben dafür war die Vorbereitung der Einführung von SAP S/4HANA als unternehmensweit einheitliches ERP-System. Außerdem wurden im Berichtsjahr auf Empfehlung des Digitalisierungsausschusses die unternehmensweite E-Learning-Plattform optimiert sowie Maßnahmen zur Einschätzung und Milderung von Risiken aus Cyberkriminalität bearbeitet.
Details zur Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse und des Aufsichtsrats können dem Corporate Governance-Bericht entnommen werden.
Jahresabschluss zum 31.12.2022
Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss zum 31.12.2022 der Josef Manner & Comp. AG, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang samt Lagebericht, wurde gemäß den österreichischen Rechnungslegungsbestimmungen erstellt, und von dem nach § 270 UGB gewählten Abschlussprüfer, CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH, 1010 Wien, geprüft. Die Prüfung durch den Abschlussprüfer ergab, dass die Buchführung und der Jahresabschluss samt Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und die Bestimmungen der Satzung beachtet wurden. Die Prüfung ergab ferner, dass den Kriterien des § 269 UGB in vollem Umfang entsprochen wurde, sodass der Abschlussprüfer den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilte.
Der Prüfbericht des Abschlussprüfers und der Jahresabschluss samt Lagebericht wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 28.03.2023 behandelt, umfassend mit dem Abschlussprüfer erörtert und dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat prüfte und billigte in seiner Sitzung am 04.04.2023 den Jahresabschluss sowie den Lagebericht. Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.
In seiner Sitzung am 04.04.2023 prüfte der Aufsichtsrat ferner den Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2022. Dabei stellte er fest, dass das Geschäftsjahr 2022 mit einem Bilanzgewinn von € 2.308.315,62 schließt und billigte den Vorschlag des Vorstands, eine Dividende von € 1,20 pro Aktie an die Aktionäre auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Konzernabschluss zum 31.12.2022
Der vom Vorstand vorgelegte Konzernabschluss 2022, bestehend aus der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern- Kapitalflussrechnung sowie dem Konzernanhang samt Konzernlagebericht wurde gemäß IFRS erstellt und durch die CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH, 1010 Wien, geprüft. Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB als Teil des Lageberichts des Jahresabschlusses wurde angelehnt an den GRI-Standard (Global Reporting Initiative) und entsprechend den Anforderungen des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) erstellt und wurde als Teil des Konzernlageberichts des Konzernabschlusses aufgenommen.
Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme in Übereinstimmung mit den IFRS. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss im Einklang steht und erteilte den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Prüfbericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Konzernabschlusses sowie der Konzernabschluss zum 31.12.2022 samt Konzernlagebericht wurden im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats am 28.03.2023 eingehend mit dem Abschlussprüfer behandelt. Der Prüfungsausschuss empfahl die Billigung des Konzernabschlusses zum 31.12.2022 samt Konzernlagebericht, welcher dem Aufsichtsrat mit dem Prüfbericht des Abschlussprüfers in der Sitzung am 04.04.2023 vorgelegt wurde. Nach der Prüfung der vorgelegten Unterlagen durch den Aufsichtsrat wird festgestellt, dass die Geschäftsführung durch den Vorstand und der vorgelegte Konzernabschluss samt Konzernlagebericht zu keiner Beanstandung Anlass geben. Der Aufsichtsrat billigt daher den Konzernabschluss zum 31.12.2022 samt Konzernlagebericht.
Zudem prüfte und genehmigte der Aufsichtsrat, nach vorheriger Befassung und Empfehlung des Prüfungsausschusses, den Corporate Governance- Bericht gemäß § 267b iVm § 243c UGB.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats danken dem Vorstand sowie sämtlichen Mitarbeiterinnen der Manner-Gruppe für die hervorragenden Leistungen und den großen Einsatz in dem herausfordernden Geschäftsjahr 2022. Darüber hinaus bedankt sich der Aufsichtsrat bei den Aktionärinnen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Wien, am 4. April 2023
Für den Aufsichtsrat
Mag. Florian Jonak
Vorsitzender
Konzernlagebericht der Josef Manner & Comp. AG, Wien
Inhaltsverzeichnis
- Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage .................................................................................... 16
- Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Manner-Gruppe ............................................................ 26
- Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems ................................................................. 30
- Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen ........................... 31
- Nichtfinanzielle Erklärung ............................................................................................................................................... 33
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Die Gruppe im Überblick
Die Josef Manner & Comp. AG (kurz: Manner) ist in den Segmenten Süßwaren Österreich, Süßwaren Deutschland, Süßwaren Rest, Mietshäuser und Haselnussanbau tätig. Die wichtigsten Konzerngesellschaften sind die Josef Manner & Comp. AG als Muttergesellschaft, die Geblergasse 116 GmbH & Co KG sowie die Manner Azerbaijan LLC.
Wesentliche Entwicklungen 2022
- Umsatz mit € 239,3 Mio. gegenüber 2021 um 10,1% gestiegen
- Exportquote von 60,2% (Vorjahr: 63,0%)
- Rohstoff- und Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr merklich gestiegen
- Eigenkapitalquote von 34,0% (Vorjahr: 35,6%)
- Ergebnis vor Steuern von € 4,9 Mio. (Vorjahr: € 3,9 Mio.)
- Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen als maßgebliche Einflussfaktoren
Wirtschaftliches Umfeld
Die Wirtschaftserholung, die 2021 begonnen hat, setzte sich auch 2022 fort. Nach der starken ersten Jahreshälfte hat sich die Konjunktur in Österreich mittlerweile aber wieder deutlich eingebremst. Die Belastungen für den Konsum und die Investitionen durch die hohe Inflation werden über den Winter erwartungsgemäß zu einer Rezession führen. Diese sollte jedoch dank des stabilen Arbeitsmarkts und der fiskalischen Unterstützung kurz und milde ausfallen und in einer moderaten Erholung münden (Quelle: UniCredit Research). Das reale Bruttoinlandsprodukt soll gemäß der aktuellen Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO 2022 insgesamt um ca. 4,8% gegenüber dem Vorjahr wachsen. Die Inflation hat sich im Jahr 2022 sehr stark beschleunigt, von 2,8% im Jahr 2021 auf ca. 8,5% im Jahr 2022 (Quelle: UniCredit Research). Der starke Zuwachs ist insbesondere auf die Erhöhung der Energiepreise und einiger wesentlicher Rohstoffpreise infolge des Ukrainekriegs zurückzuführen.
Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2022 sehr gut erholt. Der Krieg in der Ukraine hatte für den Arbeitsmarkt keinen wesentlichen negativen Effekt und die Arbeitslosenzahlen liegen bereits unter dem Vorkrisenjahr. Die Anzahl der offenen Stellen erreichte einen Rekordwert, es ist nach wie vor schwierig, qualifizierte, aber auch angelernte Arbeitskräfte für offene Positionen zu finden.
Die Aussichten und die Planung für 2023 beruhen auf der Annahme, dass es zu keinen negativen Auswirkungen von COVID-19 auf die Konjunktur kommt. Erneute Einschränkungen wegen eines Aufflammens der Pandemie, sowie Produktionsausfälle wegen Ausfalls von Produktionspersonal, sind wesentliche, vom Unternehmen nicht abwendbare Risiken, die einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf 2023 haben könnten. Mit dem erwarteten Nachfragerückgang wird sich die Inflation langsam abschwächen, was in einer weitgehenden Stabilisierung der Rohstoffpreise, vor allem für Energie, und einer Entspannung der Materialengpässe resultieren kann. Als wesentliches Risiko für 2023 wird zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses eine Vertiefung des Konflikts zwischen Ukraine und Russland gesehen, wodurch es vor allem beschaffungsseitig, unabhängig vom erwarteten leichten Nachfragerückgang, immer wieder zu sprunghaften Änderungen der Kosten kommen könnte.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Grundsätzlich werden die Rohstoff- und Energiepreise für das gesamte Jahr 2023 auf einem hohen Niveau erwartet. Für die Finanzierung besteht die Annahme, dass 2023 weitere Leitzinserhöhungen durch die EZB erfolgen werden.
Finanzielle Leistungsindikatoren
| Finanzielle Leistungsindikatoren | T€ | T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (T€) | 239.265 | 217.278 | ||
| Betriebsergebnis (T€) | 6.959 | 5.095 | ||
| Betriebsergebnis-Marge (ROS) | 2,9 % | 2,3 % | ||
| Ergebnis vor Steuern (T€) | 4.888 | 3.882 | ||
| Return of Investment (ROI) | 3,7 % | 3,0 % | ||
| Return on Equity (RoE) | 7,6 % | 6,4 % | ||
| Nettoverschuldung (T€) | 54.328 | 44.550 | ||
| Eigenkapital (T€) | 64.001 | 60.626 | ||
| Eigenkapitalquote | 34,0 % | 35,6 % |
Bei den angeführten Verkaufszahlen handelt es sich um konsolidierte Verkaufszahlen, das bedeutet, dass Verkäufe zwischen den Segmenten in dieser Darstellung bereinigt dargestellt sind.
Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2022 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10,1% von T€ 217.278 auf T€ 239.265 gestiegen. Die erfreuliche Steigerung konnte insbesondere am Heimatmarkt realisiert werden und resultiert vor allem aus gestiegenen Verkaufspreisen sowie einem besseren Produkt-Mix. Die verkaufte Menge hat sich insgesamt um -4,2% von 55.676 to auf 53.361 to reduziert, was vor allem auf Preissteigerungen und die makroökonomische Situation zurückzuführen ist. Die Folge ist eine auf 60,2% gesunkene Exportquote, verglichen zum Wert des Vorjahres von 63,0%.
Ertragslage
2022 ergab sich das Ergebnis vor Steuern mit T€ 4.888 (Vorjahr: T€ 3.882) über Vorjahr, das Betriebsergebnis mit T€ 6.959 (Vorjahr: T€ 5.095) erhöhte sich ebenfalls im Vergleich zum Wert aus 2021. Vorrangig der bessere Produkt-Mix, sowie die gestiegenen Verkaufspreise in Relation zu den stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen, begründen diese Verbesserung gegenüber 2021. Durch die gestiegenen Umsatzerlöse ist auch die Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 13,1% von T€ 218.398 auf T€ 247.063 deutlich gestiegen. Sowohl aufgrund erhöhter Lagerbestände als auch wegen der stark gestiegenen Bestandsbewertungen durch die 2022 stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, haben sich die Warenbestände zum Ende des Jahres 2022 gegenüber 2021 deutlich erhöht.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 18
Trotz der auslaufenden staatlichen Zuschüsse betreffend COVID-19 führte eine Versicherungsvergütung wegen eines Siebbruchs im Werk Wien, sowie der beantragte Energiekostenzuschuss zu im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträgen. Neben den Preisen für Kakao, Zucker, Mehl, Fett und Milchprodukten sind auch nahezu alle anderen eingesetzten Rohstoffe im Preisniveau deutlich angestiegen. Aufgrund der umgesetzten Verkaufspreissteigerungen sank der Anteil der Rohstoffkosten in Prozent zur Betriebsleistung geringfügig auf 35,1%, verglichen mit 35,7% zur Vorperiode.
Die Veränderung des Personalaufwands von +10,4% (Vorjahr: -1,7%) ergibt sich insbesondere aus einem Aufbau von verzinslichen Personalrückstellungen, aufgrund der hohen kollektivvertraglichen Abschlüsse 2022. Die gestiegenen Zinsen hatten einen leicht abschwächenden Effekt. Auch die Erhöhung von Urlaubs- und sonstigen Personalaufwendungen, die auf der erhöhten Personaltätigkeit wegen der bevorstehenden Umstellung des ERP-Systems, sowie die herausfordernde Situation bei der Besetzung der offenen Stellen beruht, hatte eine auftreibende Auswirkung auf die Personalkosten. Zusätzlich gab es erhöhte Krankenstände, wodurch der Bedarf und somit Aufwand für Leihkräfte im Verhältnis zum Vorjahr ebenfalls deutlich erhöht war.
Die Stärkung der Unternehmensmarken durch Werbung und Verkaufsförderung wird als langfristiges strategisches Engagement erachtet. Insofern wurde der dafür vorgesehene Etat lediglich in leicht geringerer Höhe als im Vorjahr veranschlagt und auch großteils umgesetzt. Den weiterhin schwierigen Marktbedingungen und vor allem dem gestiegenen Trade Working Capital geschuldet, ergaben sich sowohl im laufenden Betrieb während des Jahres, als auch zum Jahresultimo höhere Bankverbindlichkeiten. Durch striktes Cash-Management konnte der vorhandene Saldo an liquiden Mitteln per Jahresultimo gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden. Durch den frühzeitigen Neuabschluss von teilweise auslaufenden Kreditlinien wurde die Zinssituation gegenüber der derzeitigen Marktsituation weitestgehend abgesichert.
Finanzlage
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ergab sich mit T€ -6.203, um T€ 18.100 unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Der Beitrag aus dem Ergebnis wirkt sich positiv aus, die Veränderungen aus dem Trade Working Capital dagegen wirken sich insbesondere aufgrund der inflationär gestiegenen Kosten, negativ aus. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund der starken Aktivitäten per Jahresende. Die Lieferantenverbindlichkeiten haben sich geringfügig verringert. Die Investitionsausgaben, verglichen mit 2021, wurden vor allem aufgrund des bevorstehenden Go-live von SAP sowie der Tätigkeiten auf der Haselnussplantage in Aserbaidschan erhöht. Nach Ausschüttung der Dividende für das Wirtschaftsjahr 2021, aber auch durch die Rückführung von Krediten war es notwendig die Bankverbindlichkeiten in der noch erfreulichen Zinslandschaft im Stichtagsvergleich zu erhöhen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten inklusive Leasing wurden demnach von letztjährigen T€ 58.824 auf T€ 73.509 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Striktes Cash-Management resultierte in ebenfalls deutlich angestiegenen frei verfügbaren Barmittelbeständen per Jahresultimo. Folglich ergibt sich, dass sich die Nettoverschuldung, der Saldo der Bankschulden und flüssigen Mittel von T€ 44.550 zum 31.12.2021 auf T€ 54.328 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Das Eigenkapital wurde leicht gesteigert und aus diesen Änderungen resultiert, dass sich der Nettoverschuldungsgrad (Gearing), definiert als das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital, von letztjährigen 73,5% auf 84,9% erhöht.
Vermögens- und Kapitalstruktur
Der Anstieg bei den immateriellen Vermögensgegenständen steht im Zusammenhang mit den geleisteten Zahlungen für eine neue ERP-Software, die 2023 in Betrieb genommen wird. Durch einen Überhang der Investitionen hat sich der Buchwert der Sachanlagen entsprechend leicht erhöht, was insbesondere auf die Investitionstätigkeit in dem Segment Süßwaren sowie der Manner Azerbaijan LLC zurückzuführen ist. Ziel der Manner Azerbaijan ist es, die künftige Preis- und Versorgungssituation bei Haselnüssen merklich zu verbessern. Das gesamte langfristige Vermögen hat sich um T€ 804 (+0,8%) leicht erhöht.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 19
Die Vorräte haben sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem preisbedingt deutlich erhöht und gleichzeitig sind zum Stichtag auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gestiegen, was mit einem starken Geschäftsgang gegen Ende des Jahres zusammenhängt. In Zusammenhang mit dem beschriebenen Guthabenbestand bei den Banken hat es insgesamt eine Steigerung des kurzfristigen Vermögens von T€ 17.414 (+24,3%) gegeben. Die Eigenkapitalquote liegt mit 34,0% um 1,6 Prozentpunkte unter den 35,6% des Vorjahres, was mit den Guthaben bei Kreditinstituten und deren bilanzverlängernder Auswirkung sowie dem gestiegenen Trade Working Capital zusammenhängt. Eine Konzern-Eigenkapitalquote von eindeutig über 40% ist weiterhin ein Fixpunkt der Unternehmensplanung und des Risikomanagements der Gruppe – dies insbesondere, um die finanzielle Stabilität der Gruppe zu gewährleisten und wirtschaftlich schwierige Perioden unbeschadet überbrücken zu können. Das Nettoumlaufvermögen, die Differenz des kurzfristigen Vermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten, wurde um T€ 10.099 von T€ 1.693 im Jahr 2021 auf T€ 11.792 im Jahr 2022 erhöht, da das kurzfristige Vermögen vor allem aufgrund der Vorräte, Lieferantenforderungen und hohen Barbeständen gestiegen ist, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten nur in geringerem Ausmaß gestiegen sind.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Das Managen nichtfinanzieller Themen ist in der Manner-Gruppe integraler Bestandteil des Managementverständnisses und Basis für eine ertragreiche Zukunft, denn die finanzielle Gebarung zeigt in der Regel die Ergebnisauswirkungen nichtfinanzieller Entscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb, als Unternehmen die internen und externen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns zu beschreiben und zu dokumentieren. Nachfolgend sind Arbeitnehmerbelange, Marketing, Markenthemen, Sponsoring, sowie Forschung und Entwicklung auszugsweise dargelegt.
Arbeitnehmerbelange
In herausfordernden Zeiten gilt es umso mehr, dass qualifizierte, engagierte Mitarbeiterinnen die Erfolge des Unternehmens ermöglichen. Manner fördert die eigenen Mitarbeiterinnen und ist bestrebt, ein motivierendes und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld anzubieten. Bei der Personalauswahl wird neben hoher fachlicher Qualifikation auch insbesondere die soziale Kompetenz berücksichtigt. Bei Personalentscheidungen gelten ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenz. Auf Gleichbehandlung wird zudem hohes Augenmerk gelegt. Mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen wird den geänderten Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung getragen. Seit Oktober 2021 wird die E-Learning-Plattform J.O.S.E.F. (Josef Manner Online Schulungen Erleichtern Fortbildung) genutzt. Diese eröffnet nun breite Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen. Es werden sowohl vorgefertigte Schulungsinhalte zu zahlreichen Soft-Skills-Themen angeboten, die Plattform wird in Zukunft aber auch für interne Trainings und Standardschulungen genutzt. Die Lehrlingsausbildung wurde im Jahr 2022 fortgesetzt und erweitert. 14 Lehrlinge waren 2022 in Ausbildung (Mechatronik, Lebensmitteltechnik, Elektrotechnik, Prozesstechnik, Betriebslogistik). Manner sieht hierin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.Daher werden nach Lehrzeitende auch in der Regel alle Lehrlinge in ein Dienstverhältnis übernommen. Der durchschnittliche Mitarbeiterinnenstand (FTE) im Jahr 2022 betrug 431,2 Arbeiterinnen (2021: 446,7) und 416,7 Angestellte (2021: 383,2). Mit Stichtag 31.12.2022 hat Manner um 19,8 Mitarbeiterinnen mehr beschäftigt als zum 31.12.2021. Dies entspricht einer Erhöhung von 2,4%.
Marketing
Das Jahr 2022 war auch im Marketing stark von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine geprägt, während sich die Implikationen der Pandemie im Jahresverlauf deutlich reduziert haben. Der Ukrainekrieg hat zu dramatisch erhöhten Herstellkosten der Markenprodukte geführt. Dazu zählen unter anderem stark gestiegene Preise für wichtige Rohwaren, Energiepreise auf Rekordniveau, schwankende Verfügbarkeiten bei wichtigen Komponenten und Rohstoffen mit teils drastisch erhöhten Vorlaufzeiten.
Darauf hat Manner umgehend reagiert, indem die Verkaufspreise an Handelspartner angepasst sowie die Mediaausgaben fokussiert wurden. Durch die Markteinführung attraktiver Neuprodukte konnte der hohe Anteil der Innovationen am Gesamtumsatz nochmals gesteigert werden. Dadurch war es möglich, im Wettbewerbsumfeld in allen drei Regionen – Österreich, Deutschland und dem Rest der Welt – den Markenabsatz deutlich zu steigern und Marktanteile zu erhöhen.
Schwerpunkte Marke Manner
Vor allem in den beiden wichtigsten Regionen Österreich und Deutschland ist es mit der Hauptmarke Manner gelungen, in der Kategorie Schnitten (AT) sowie Waffeln (DE) deutlich stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen und die bestehende Marktführerschaft auszubauen. Die Manner-Winterpromotion „Rosa Glückssprung“ zum Markenthema Skisprung ist ein Fixpunkt im Kalender und hat zum Jahresstart 2022 für noch höhere Teilnehmerzahlen gesorgt und konnte das Manner-Skisprung-Engagement verstärken. Erzielt wurde dies mit zahlreichen POS-Aufbauten und einer starken Präsenz in den digitalen Medien und Social Media.
Mit dem Neuprodukt Manner Knuspino Limette 125g konnte gleich zum Jahresstart ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt werden. Damit hat die neue Sorte Limette – die erste Fruchtsorte in der Knuspino 125g-Range – die Performance der gesamten Produktfamilie weiter verstärkt. Im März wurde mit dem Launch von Manner Snack Minis Milch-Schokolade im 75g-Taschenpackungsformat die Erfolgsgeschichte der Snack-Minis-Range fortgeschrieben. Das neue Produkt ergänzt die bestehende Sorte Milch– Haselnuss im gleichen Format. Mit der Sub-Marke Snack Minis wird weiterhin das übergeordnete Markenziel der Verjüngung verfolgt, wobei sich die Sub-Range als „Brückenbauer“ zwischen Tradition und Moderne versteht.
Mannerschnitten eignen sich ideal für die wärmere Jahreszeit, da sie nicht in der Wärme schmelzen. Diese Tatsache wurde aufgegriffen und im Mai eine Range mit drei neuen Sommerwaffeln am Markt platziert. Die neue Range „Manner Sommerglück“ im 185g-Beutel in den Sorten Himbeere, Pfirsich und Orange hat mit der erfolgreichen Einführung einen Anteil zum Wachstum der Marke geleistet. Im Sommer hat die Sommerpromotion „Wandern mag man eben“ sportlich das Thema Wandern aufgegriffen und produktseitig mit der Manner-Vorratspackung mit acht Original Neapolitaner Schnitten verknüpft. Ausgehend von dem durch Corona ausgelösten Wandertrend, wurde eine aufmerksamkeitsstarke Promotion am „Point of Sale“ umgesetzt. Verstärkt wurden diese Aktivitäten auf diversen Social-Media-Kanälen, sowie mit einer Sommer-Trailertour in Deutschland.
Nachdem sich die Manner-Snack-Minis-Range weiter zum Erfolgsgaranten und Wachstumstreiber entwickelte, wurde im März die Snackvariante mit 25g in den beiden bekannten Sorten Milch-Haselnuss und Milch-Schoko eingeführt. Erhältlich sind beide Sorten als Singleprodukt sowie im 5x25g-Multipack. In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 lag daher der Fokus der Kommunikation neben der Markenartikelkampagne für die Markenikone Original Neapolitaner Schnitte 75g auf der Bekanntmachung der Manner- Snack-Minis-Range in den Formaten Beutel und Taschenpackung mithilfe von Fernsehspots. Zur Ostersaison konnte vor allem über Printanzeigen und Onlineaktivitäten die Bekanntheit weiter ausgebaut werden.
Der Schwerpunkt im zweiten und dritten Quartal lag zum einen auf der Weiterführung der Nachhaltigkeitsbestrebungen mit Fairtrade-Kakao (TV und Outdoor) und zum anderen auf der Kommunikation der Sortenvielfalt im 75g- Taschenpackungsformat (Outdoor). Im letzten Quartal wurde kommunikativ der Fokus erneut auf die Manner-Snack-Minis-Range gelegt (Outdoor) und der Saisonhöhepunkt Weihnachten mit Social-Media-Aktivitäten und Printinseraten unterstützt.
Der Manner Club in Österreich und Deutschland kann weiterhin neue Markenfans generieren und hat mittlerweile über 45.000 Mitglieder, die mit zahlreichen Aktivitäten regelmäßig angesprochen werden. Der Manner Online Shop entwickelt sich seit dem Go-live im ersten Quartal 2022 weiterhin positiv und etabliert sich als zusätzliches Verkaufs- und Aktivierungstool für die Marke.
Das Konsumentenservice ist weiterhin stark im direkten Kontakt mit Konsument*innen und Markenfans involviert und hat im Jahr 2022 ca. 10.000 Anfragen über Telefon, Brief, E-Mail und Onlineformulare bearbeitet.
Schwerpunkte Casali, Napoli
Die Marke Casali konnte den positiven Trend aus den beiden Vorjahren mitnehmen und 2022 im Heimatmarkt Österreich im Umsatz zulegen. Der gelungene Jahresstart wurde durch den Launch der neuen Sorte „Shot of the Year Banane“ eingeläutet. Mit dem langjährigen Erfolgskonzept der limitierten Edition „Shot of the Year“ gelingt es Casali weiterhin, Impulse am Markt zu setzen und neue Konsument*innen für die Marke zu gewinnen. Folgerichtig lag auch im ersten Halbjahr der kommunikative Schwerpunkt in der Bewerbung dieser Aktivität sowie der Unterstützung des Hauptprodukts Casali Rum-Kokos 300g im Medium TV sowie ergänzend in den digitalen Kanälen.
Der Fokus im Herbst war auf den Launch des Neuprodukts Casali Waves 250g gerichtet. Diese Innovation mit der Sorte Kokos-Ananas soll die Marke jüngeren Konsumentinnen näherbringen und insgesamt die Präsenz der Marke im Segment Schaumware stärken, wobei die ersten Verkäufe vielversprechend sind. Auch die Casali-Herbstpromotion konnte 2022 wieder für starke Verkäufe und Aufmerksamkeit bei den Konsumentinnen und Fans am POS sorgen.
Bei der Marke Napoli Dragee Keksi sind limitierte Editionen weiterhin ein Instrument, um für Abwechslung zu sorgen und neue Konsumentinnen zu akquirieren. Die zum Jahresstart eingeführte Sorte „Keksi des Jahres à la Crème Caramel“ konnte diese Tradition erfolgreich fortführen. Unterstützt wurde die Produkteinführung im Hörfunk sowie in Social Media. Eine Plakatkampagne im Herbst kommunizierte auf dem Hauptprodukt die Umstellung der Marke auf Fairtrade-Kakao – eine wichtige Nachhaltigkeitsbotschaft für Konsumentinnen, die beim Einkauf verstärkt nach Brand Purpose suchen.
Schwerpunkte Victor Schmidt
Der Aktivitätenschwerpunkt für die Mozartkugel-Marke Victor Schmidt lag im Jahr 2022 auf der Sichtbarkeit am POS und der weiteren Ausweitung der Distribution, um das starke, deutlich über dem Gesamtmarkt liegende Wachstum weiter abzusichern. Hierzu beigetragen hat weiterhin die im Jahr 2021 eingeführte Innovation „Mozartkugel White Edition“, die sich dynamisch entwickelt und neue Konsumentinnen für die Marke generiert. Auch die Tatsache, dass im Sommer und zur Weihnachtssaison wieder mehr Touristinnen nach Österreich gefunden haben, hat die Entwicklung der Marke Victor Schmidt zum Marktführer beim Absatz unterstützt.
Die wichtigsten Auszeichnungen für das Jahr 2022
- Superbrands Austria Award 2022/23 für die Marke Manner verliehen von Brand Council Superbrands Austria;
- Best2Trust Gold 2022 für die Marke Manner verliehen vom Handelsmagazin CASH in Österreich;
- Top Marke 2022 verliehen von Lebensmittelzeitung in Deutschland;
- Produkt des Jahres 2022 in Gold für Manner Snack Minis 300g-Beutel von Lebensmittel Praxis in Deutschland;
- Top-3-Finalist beim Fairtrade Award 2022 in Deutschland.
Manner Shops
2022 war wieder ein herausforderndes Jahr für die Manner Shops. Das erste Quartal war noch geprägt durch einen Lockdown für Ungeimpfte bis Anfang Februar. Die Frequenz an den Tourismusstandorten und am Flughafen hat sich erst ab dem zweiten Quartal gesteigert. Eine langfristige positive Ertragsprognose für den Standort Wien Mitte war nicht absehbar, daher wurde für diesen Standort zum 31.5.2022 eine Auflösungsvereinbarung getroffen. Ab der zweiten Jahreshälfte gab es eine deutliche Umsatzverbesserung in den bestehenden Shops. Zum Jahresende konnte das Budget sogar erreicht werden. Zu diesem Ergebnis haben auch Pop-up-Stores, wie z.B. Salzburg Getreidegasse, Wien Rathausplatz und Naschmarkt sowie Amstetten beigetragen. Als weiteres Highlight kann erwähnt werden, dass im Monat Dezember der höchste Umsatz seit Bestand der Manner Shops erzielt wurde.
Skisprung-Sponsoring
Manner ist seit vielen Jahren Sponsor im Skisprung-Sport und als Kopfsponsor mit den markanten rosa Manner-Helmen sowie bei ausgewählten Skisprungevents sichtbar. Langfristige Partnerschaften mit den Sportler*innen, die als Teil der Manner-Familie gesehen werden, zeichnen die Sponsoringstrategie aus. 2022 unterstützte Manner Skisprung-Adler aus Deutschland, Österreich und Polen tatkräftig. Für die deutschen Athleten Karl Geiger und Pius Paschke hieß es in diesem Jahr: „Schanze frei“. Im März 2022 beendete Severin Freund, der Ausnahmeathlet aus Deutschland seine Karriere und wechselte in die wohlverdiente Skisprung-Pension. Neben dem Superadler Stefan Kraft und der Gesamtweltcupgewinnerin Sara Marita Kramer verstärkten Jan Hörl und Daniel Huber das österreichische Team. Der polnische Weltmeister und Vierschanzentournee-Gewinner Dawid Kubacki komplettiert die internationale Manner-Equipe.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Sportliches Engagement
2022 war für die Athletinnen sehr erfolgreich. Sara Marita Kramer gewann den Gesamtweltcup, Karl Geiger beendet die Saison als zweiter. Medaillen bei den Olympischen Spielen konnten Dawid Kubacki, Karl Geiger, Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Huber erspringen. Manner-Testimonials im Skisprungbereich waren neben den aktiven Athletinnen 2022 der ehemalige Springer und ORF- Moderator Martin Koch sowie Lukas Müller, der nach seinem schweren Sturz als Vorspringer wieder ins Manner-Team aufgenommen wurde. 2022 war Manner erneut bei zahlreichen Skisprung-Events als Sponsor sichtbar und sorgte mit der riesigen aufblasbaren Manner Schnitte und Banden im Auslauf für beste „rosa“ Aussichten. In diesem Jahr waren es die Weltcup-Events in Lahti, das Finale in Planica sowie das Weltcup-Springen in Ruka. Damit schafft Manner die perfekte Verknüpfung der Emotionen im Skispringen mit der rosa Kult-Marke.
Vertriebsstandorte
Manner weist folgende wesentliche Vertriebsstandorte auf:
- Josef Manner & Comp. AG: Zweigniederlassung Köln, Deutschland
- Josef Manner s.r.o.: Vertriebsstandort Brno, Tschechische Republik
- Josef Manner, marketinske storitve, d.o.o., Ljubljana, Slowenien
Im Vergleich zum Vorjahr gab es hier keine Veränderungen.
Forschung und Entwicklung
Im Jahr 2022 lagen die Schwerpunkte in der Abteilung Forschung und Entwicklung vor allem in der Umsetzung von Projekten zu Produktinnovationen und Produktoptimierungen sowie in der Unterstützung bei Prozess- und Rohstoffoptimierungsprojekten.
Für die Manner-Knuspino-Produktfamilie wurde für den Jahresstart 2022 die neue Sorte Limette entwickelt. Für einen Launch im März wurde das Produkt Manner Snack Minis Milch-Schokolade entwickelt, das im Taschenpackungsformat 75g als schokoliertes Produkt adaptiert wurde. In dieser Produktzusammensetzung wird besonders der dreischichtige Waffelaufbau durch die helle Milchcreme und die dunkle Kakaocreme im Zusammenspiel mit den schokoladebraunen Kakaowaffeln betont.
Für die wärmere Jahreszeit wurde eine Manner-Waffelrange im wiederverschließbaren 185g-Beutel mit den drei Sorten Himbeere, Pfirsich und Orange entwickelt. Die „Manner Sommerglück“ genannte Produktfamilie besticht dabei durch einen fruchtig-frischen Waffelgenuss und ist damit ideal für den süßen Genuss bei höheren Temperaturen im Sommer geeignet.
Für den Herbststart wurden die beiden bestehenden Sorten Manner Snack Minis Milch-Haselnuss und Milch-Schoko auf das innovative 25g-Snackingformat in der Flowpack-Verpackung adaptiert und international gelauncht.
Für die beiden Marken Casali und Napoli wurden die limitierten Editionen Rum-Kokos „Shot of the Year Banane“ sowie das Dragee Keksi des Jahres à la Crème Caramel entwickelt und erfolgreich am Markt platziert.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
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Produktionsstandorte
Wie in den letzten Jahren wurde erneut großes Augenmerk auf die Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität gelegt. So wurden im Jahr 2022 eine Vielzahl an Verbesserungsprojekten in beiden Werken in Österreich umgesetzt. Im Zuge des Manner-Produktionssystems wurde die Mitarbeiter*innenausbildung weiter intensiviert, sowie Schulungsprogramme überarbeitet und verbessert. Um im administrativen Bereich Prozesse und Durchlaufzeiten zu verbessern, wurden die Qualifizierungsprogramme auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgeführt. Ziel ist in allen Unternehmensbereichen, langfristig das System der kontinuierlichen Verbesserung zu manifestieren, um den Erfolg nachhaltig abzusichern.
Der Strategie entsprechend wurden im Jahr 2022 in Wien und in Wolkersdorf ca. 50 technische Projekte umgesetzt. Hervorzuheben ist die Installation eines neuen Waffelofens samt Zusatzaggregaten, der im Dezember installiert wurde und ab Jänner 2023 in Vollbetrieb ist.
Die Reduktion von Verschwendung in allen Bereichen ist ein wesentlicher Punkt des Manner-Produktionssystems. So konnten auch im Jahr 2022 einige Verbesserungen bezüglich Energieeffizienz in beiden Werken umgesetzt werden. Um die Versorgungsrisiken im Energiebereich zu reduzieren, wurden beide Werke mit Hybridbrenner ausgestattet. Somit können, je nach Verfügbarkeit, zwei unterschiedliche Energiequellen für die Prozessenergie verwendet werden.
Segment Süßwaren Österreich
Marktentwicklung
Die Manner-Gruppe produziert und vertreibt als österreichisches Familienunternehmen fünf der bekanntesten und beliebtesten Süßwarenmarken Österreichs (Manner, Casali, Victor Schmidt, Ildefonso und Napoli). Manner ist ein starkes Markenartikelunternehmen für Süßwaren und die Marken verbinden beste Qualität mit höchstem Genuss. Die Produktion findet ausschließlich an österreichischen Standorten statt, am Standort Wien im 17. Wiener Gemeindebezirk und am Standort Wolkersdorf in Niederösterreich. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa.
Der Gesamtumsatz am österreichischen Markt erreichte gegenüber dem Vorjahr ein kräftiges, zweistelliges Umsatzplus, insbesondere bei allen Marken des Hauses Manner. Trotz Rohstoff- und Energiepreissteigerungen und den daraus resultierenden Preiserhöhungen konnte ein Umsatzwachstum erzielt werden. Umsatztreiber ist die Marke Manner, die durch Zuwächse im Segment Taschenpackungen sowie Beutel Marktanteile am österreichischen Markt stark ausbauen konnte. Neben dem Umsatzwachstum im klassischen Lebensmittelhandel nähert sich Manner in Österreich auch bei den Großhandelskunden wieder dem Vorkrisenniveau.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
| Süßwarengeschäft Österreich | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Abgesetzte Menge in Tonnen | 18.119 | 18.286 |
| Umsatzerlöse in T€ | 95.318 | 80.385 |
| Betriebsergebnis (EBIT) in T€ | 6.068 | 2.365 |
| Betriebsergebnis-Marge in % | 6,4% | 2,9% |
Segment Süßwaren Deutschland
Marktentwicklung
In Deutschland konnte der Gesamtumsatz nach mehreren Jahren des Wachstums stabilisiert werden. Mit der Marke Manner wurde auch im Jahr 2022 der Wachstumskurs wiederum im zweistelligen Bereich fortgesetzt. Der Hauptgrund für das Wachstum der Marke Manner liegt im Distributionsausbau bei fast allen Handelspartnern begründet, sowie der sehr erfolgreichen Einführung der Manner Snack Minis in Beutelform. Auch in Deutschland konnten nicht alle Kostensteigerungen auf die Wareneinsätze an die Kund*innen weitergegeben werden und führten somit zu einer Belastung des Ergebnisses.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
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Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
| Süßwarengeschäft Deutschland | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Abgesetzte Menge in Tonnen | 17.234 | 18.786 |
| Umsatzerlöse in T€ | 70.157 | 69.911 |
| Betriebsergebnis (EBIT) in T€ | 509 | 1.739 |
| Betriebsergebnis-Marge in % | 0,7% | 2,5% |
Segment Süßwaren Rest
Marktentwicklung
Das Umsatzwachstum außerhalb Österreichs und Deutschlands des ersten Halbjahres hat sich in der 2. Jahreshälfte leicht abgeschwächt und erreichte im Gesamtjahr ein Plus von knapp 10%. Mengenrückgänge durch Verkaufspreiserhöhungen, gepaart mit Inflationsraten und daraus begründeten Kaufkraftverlusten in Ländern wie Ungarn und Tschechien, die weit über jenen in Österreich lagen, führten zur Verlangsamung des Umsatzwachstums. Trotz des herausfordernden Umfelds konnte in mehreren Ländern wie Kroatien, Italien, Polen und Libyen das starke Wachstum im Gesamtjahr fortgesetzt werden.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
| Süßwarengeschäft Rest der Welt | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Abgesetzte Menge in Tonnen | 18.055 | 18.653 |
| Umsatzerlöse in T€ | 74.062 | 67.245 |
| Betriebsergebnis (EBIT) in T€ | 386 | 105 |
| Betriebsergebnis-Marge in % | 0,5% | 0,2% |
Segment Mietshäuser
Marktentwicklung
Die Umsatzerlöse im Bereich der Mietshäuser bleiben aufgrund der weiterhin hohen Vermietungsquote nur minimal unter dem Vorjahreswert. Das niedrigere EBIT lässt sich durch eine Abwertung des Verkehrswerts der Immobilie erklären, die aufgrund des steigenden Zinsniveaus erforderlich ist. 2021 wurde hier eine Aufwertung vorgenommen.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
| Mietshäuser Österreich | T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Investment Property | 14.060 | 14.240 | |
| Mieterlöse | 444 | 446 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 329 | 978 |
Segment Haselnussplantage
Marktentwicklung
Qualitativ hochwertige Haselnüsse sind für den Geschmack zahlreicher Produkte aus dem Hause Manner ausschlaggebend. Die Qualität und Verfügbarkeit des Rohstoffs ist für das Unternehmen wesentlich. 2018 wurde aus Überlegungen der Rückwärtsintegration – also der Übernahme von Fertigungsstufen von Zulieferern – die Tochterfirma
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
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Manner LLC in Aserbaidschan gegründet und 2019 erste Anbaugebiete in Aserbaidschan erworben. Damit setzte die Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Insgesamt wurden bisher ca. 318 Hektar Agrarland (das entspricht ca. 445 Fußballfeldern) im Norden Aserbaidschans für den geplanten Anbau von rund 190.000 Haselnusspflanzen gekauft. Im Spätsommer 2025 ist mit einer ersten, kleinen Ernte zu rechnen. Bei vollem Ertrag wird zukünftig rund 20 Prozent des Bedarfs an Haselnüssen von der eigenen Haselnuss-Farm gedeckt. Bis Jahresende 2021 konnten bereits 45.000 Jung-Haselnussbäume gepflanzt werden, bis Jahresende 2022 wurden mit weiteren 35.000 Bäume knapp 40% der geplanten Pflanzungen umgesetzt. Im Frühjahr 2023 werden weitere 80.000 Bäume folgen.
2022 arbeiteten ca. 45 fixe Arbeiter*innen auf der Haselnussfarm, temporär wurden noch einmal so viele Kräfte für das Setzen der Jungpflanzen, sowie für den Ausbau des Bewässerungssystems eingesetzt. Das Bewässerungssystem konnte bis Jahresende 2022 komplettiert werden. Herausfordernd war in diesem Jahr auch der durch den Ukrainekrieg erschwerte und letztendlich auf 2023 verzögerte Transport der Pflanzen nach Aserbaidschan. Darüber hinaus stand 2022 neben der Betreuung der bereits gepflanzten und dem Einsetzen neuer Bäume die Schaffung einer effizienten Farm-Organisation im Fokus.# Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Segment Haselnussplantagen
| T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Sachanlagevermögen | 8.167 | 6.263 |
| Umsatzerlöse | 0 | 0 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -316 | -307 |
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2022
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Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Manner-Gruppe
Voraussichtliche Entwicklung
Das Jahr 2023 steht bei Manner ganz im Zeichen des weiteren Ausbaus der Erfolgsrange Manner Snack Minis mit der Etablierung des im Herbst 2022 eingeführten Formats im 25g-Flowpack. Gestartet wird das Jahr mit der Manner Winterpromotion, die am POS (Point of Sale) und in Social Media kommuniziert wird und im Jahr 2023 unter dem Titel „Rosa Höhenflug“ firmiert. Der Saisonhöhepunkt im ersten Halbjahr ist die Nordische Ski-WM in Planica/Slowenien, bei der Manner als einer der Hauptsponsoren auftritt. Im Vorfeld und während dieses Events sind zahlreiche mediale Aktivitäten mit den Manner-Testimonials in den Social-Media-Kanälen geplant. Die Kommunikation für die Marke Manner wird 2023 deutlich digitaler und affiner für die jüngere Zielgruppe gestaltet. Der Fokus liegt darauf, die Konsument*innen medial in den Kanälen abzuholen, in denen sie sich aufhalten. Daher besteht der geplante Mix aus Aktivitäten im TV, im Bereich Outdoor, in den Social-Media-Kanälen, den digitalen Medien sowie über Schwerpunkte bei PR und wird durch Samplings und Kooperationen ergänzt.
Die Marke Casali legt 2023 den Fokus auf die Etablierung der im Herbst 2022 gelaunchten Innovation Casali Waves sowie auf die Einführung der limitierten Edition „Shot of the Year Blutorange“. Beide Aktivitäten werden medial über Outdoor, digitale Medien und Social Media kommuniziert sowie durch Samplingmaßnahmen und Kooperationen verstärkt. Die am POS geplante Casali-Sommerpromotion wird diese Schwerpunkte weiter verstärken.
Die Marke Napoli Dragee Keksi führt das neue „Keksi des Jahres Schoko Brownie“ ein und wird diese Aktivität sowie die Unterstützung der Hauptprodukte über Social Media, digitale Kanäle und zahlreiche Kooperationen kommunizieren.
Die Finanzierung der Tochterunternehmen, wie insbesondere der Manner Azerbaijan LLC, wird, zusätzlich zu den laufend für den Süßwaren-Betrieb notwendigen Investitionen, den Cashflow entsprechend beeinflussen.
Die Segmente der Manner-Gruppe sind von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Insbesondere im Beschaffungsbereich sind die Preise für Rohstoffe und Energie im Vorjahr stark angestiegen. Für 2023 wird mit einer Stabilisierung auf dem derzeitigen Niveau gerechnet. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2023 mit leicht höheren Umsätzen, einer leichten Verbesserung im Betriebsergebnis und einem geringen Anstieg im Ergebnis vor Steuern gegenüber 2022 gerechnet.
Segment Süßwaren Österreich
In Österreich steht für das Jahr 2023 weiterhin der Distributionsausbau bereits erfolgreich etablierter Produkte der Marken Manner, Casali und Napoli im Fokus. Ziel ist es, die Marktanteile am österreichischen Süßwarenmarkt weiter auszubauen.
Segment Süßwaren Deutschland
Für das Jahr 2023 steht weiterhin der Distributionsausbau der Marke Manner im Fokus, sowie die Erschließung zusätzlicher Absatzkanäle.
Segment Süßwaren Rest
Auch im Jahr 2023 ist aufgrund der Rohstoffpreissteigerungen und der hohen Energiekosten eine weitere Preiserhöhung in den Exportmärkten umzusetzen. Werden Preisschwellen überschritten, kann dies zu Absatzrückgängen führen. Potenziale liegen vor allem beim Ausbau der Distribution des Kernsortiments und der Innovationen.
Segment Mietshäuser
Im Bereich der Mietshäuser sind keine wesentlichen Veränderungen zum Vorjahr zu erwarten und es wird prognostiziert, die Ergebnisse im Bereich des vorangegangenen Jahres zu erreichen.
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2022
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Segment Haselnussplantage
Neben den großen Pflanzungsaktivitäten ist für 2023 der Bau eines Lager- und Verarbeitungsgebäudes geplant. Durch geänderte Aufgaben und Ansprüche wird die Dimensionierung des Gebäudes deutlich größer als ursprünglich geplant ausfallen. Zusätzlich werden sich die generell gestiegenen Preise für Baumaterial ebenfalls verteuernd auf das Projekt auswirken. Durch Ausnutzung von Subventionen und Einsparungen bei anderen geplanten Investitionen ist das Management bestrebt, die Auswirkungen auf den Businessplan so gering wie möglich zu halten. Die in den vergangenen Wochen deutlich gestiegenen Preise bei Haselnüssen bestärken den Glauben an die Richtigkeit dieses Projekts.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die Geschäftstätigkeit der Manner-Gruppe ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht gänzlich ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der festgelegten Risikopolitik bestimmt. Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und Eigenständigkeit der Gruppe als börsennotierte österreichische Familienunternehmensgruppe. Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für die Risikopolitik, dass die Gruppe bereit ist, unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten Geschäftsaktivitäten und die daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts zu erwarten ist. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein Gegenüberstellen von Chancen und Gefahren abgewogen. Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens. Die Manner-Gruppe versteht damit Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das Risikomanagement besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- & Krisenmanagement ist eine wesentliche Aufgabe aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen-Management-Team. Alle nicht zu den Kerntätigkeitsfeldern der Unternehmensgruppe gehörenden Risiken, wie z. B. Zinsänderungs-, Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell und nach Möglichkeit auf Dritte (z. B. Versicherungsgesellschaften) übertragen.
Absatz- und Nachfragerisiko
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere die Risiken von Seiten des Marktes (z. B. Nachfrageschwankungen) trägt das Unternehmen selbst und werden nicht versichert. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte oder Märkte. Die Handelskonzentrationen in den jeweiligen Märkten stellen ein systemimmanentes Risiko in der Lebensmittelindustrie dar. Diesem Risiko wird sowohl durch die konsequente Pflege der einzelnen Marken der Gruppe im Süßwarenbereich als auch durch die Verstärkung der Exportaktivitäten gegengesteuert. Die fortgesetzte Konzentration im Bereich des Handels führt zu einem erhöhten Druck auf die Abgabepreise.
Beschaffungsrisiko
Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktionsmaterialien, Verpackungen und Energie, das nicht zeitgerecht oder im vollen Umfang an die Abnehmer*innen weitergegeben werden kann. Diese Kostensteigerungen werden sich immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen (Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. Die Gruppe ist bestrebt, mit Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung gegenzusteuern. Lieferengpässe bei Rohstoffen, Energie, Verpackungen und Produktionsmaterialien können zu Produktionsausfällen führen.
Elementarrisiken
Gegen Elementarrisiken (z. B. Feuer, Wasser) besteht Versicherungsschutz, dasselbe gilt auch für Produktrisiken (Produkthaftpflicht).
Manner Gruppe
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Finanz- und Zinsänderungsrisiko
Gegen Finanzrisiken wird laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Das Risiko einer Zinsänderung besteht für Finanzanlagen und Finanzschulden und wird ständig überwacht. Bei den Wertpapieren der Finanzanlagen handelt es sich überwiegend um Anteile an Investmentfonds, die kurzfristig veräußert werden können. Ein Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß. Die bestehenden Bankverbindlichkeiten sind überwiegend fix verzinst. Aufgrund des Saisongeschäfts kommt es unterjährig zu einer Ausnutzung von Kontokorrentlinien, die variabel verzinst sind.
Kreditrisiko
Die in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapiere, die in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten stellen das maximale Kreditrisiko dar. Das Risiko umfasst insbesondere das Ausfallrisiko. Dieses Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch bestehende Kreditversicherungen reduziert, wobei jedoch nur ein Teil der Forderungen versichert ist. Das Ausfallrisiko bei den Forderungen verteilt sich über eine große Anzahl von Kund*innen, die aufgrund der Bonität aller großen Handelspartner das Risiko insgesamt reduziert. Das Kreditrisiko wird weiter reduziert durch ein konsequentes Forderungsmanagement. Die Wertpapiere unterliegen den Risiken des Kapitalmarkts.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass finanzielle Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllt werden können. Dieses Risiko wird als gering eingestuft, aufgrund der vorhandenen Barbestände per Bilanzstichtag sowie die nicht ausgenutzten langfristig aufgesetzten Kreditlinien bei den finanzierenden Banken.# IT-Risiken
Durch den Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP) bestehen für das Unternehmen Risiken in Zusammenhang mit dem Ausfall des Systems (Verfügbarkeit, Datensicherheit), Performance des Systems sowie der Richtigkeit der Daten (Fehleingaben). Um die Verfügbarkeit des Systems und die Datensicherheit zu gewährleisten, sind entsprechende Notfallsysteme implementiert. Das Risiko von Fehleingaben wird durch Schulung von Mitarbeiterinnen und durch Plausibilitätsüberprüfungen eingeschränkt. Hinsichtlich der Performance von Systemen besteht ein permanenter Verbesserungsprozess, der gemeinsam mit externen EDV-Partnerinnen betrieben wird.
Personalrisiken
Das Personalrisiko ist durch die durchschnittlich lange Firmenzugehörigkeit von Mitarbeiterinnen als relativ gering einzustufen. Augenmerk wird auf das Übertragen von Unternehmenswissen und professionelle Aus- und Weiterbildung gelegt. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen sind die Herausforderungen der nächsten Jahre erfolgreich zu bewältigen.
Qualitätsrisiken
Trotz eines etablierten Wareneingangsprozesses sowie laufender und umfassender Qualitätskontrollen besteht das Risiko, dass sich nicht erkennbare Mängel bei Rohstoffen auf Produkte vermindernd auswirken. Diesem Risiko wird durch eine laufende Weiterentwicklung der Wareneingangsprüfung sowie einem permanenten Monitoring des Rohstoffmarktes (Food Fraud) entgegengewirkt.
Russland-Ukraine-Krieg
Aufgrund des andauernden Krieges Russlands in der Ukraine ist die Gruppe im Bereich Süßwaren derzeit mit überdurchschnittlich hohen Rohstoff- und Energiepreisen konfrontiert. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass sich dieses Ereignis 2023 negativ auf die Ergebnisse auswirken kann. Deshalb sind Verkaufspreissteigerungen, um diese Beschaffungspreissteigerungen abfedern zu können, unumgänglich. Einschränkungen und Verzögerungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr bzw. in der Energieverfügbarkeit können einen Engpass bei Rohstoffen, Energie, Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 29 Verpackungsmaterialien sowie Ersatzteilen verursachen und dadurch zu Einschränkungen bzw. Ausfällen in der Produktion führen.
Politisches Risiko: Länderrisiko Aserbaidschan
Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ist deutlich ersichtlich, dass das Verhältnis ehemaliger Sowjetländer zu Russland nicht frei von Spannungen ist. Einerseits gibt es Konkurrenz um die Energielieferungen nach Europa und andererseits spielt das Verhältnis zu Armenien um die autonome Berg-Karabach-Region eine prominente Rolle. Mit dem Beitritt Armeniens zur russisch geführten Zollunion hat sich das Land unter den Schutz Russlands gestellt, wodurch jederzeit mit neuen bewaffneten Auseinandersetzungen zu rechnen ist. Dazu kommt, dass die Animositäten zwischen Aserbaidschan und Armenien immer wieder kurzfristig aufflammen. Die Gruppe stuft das aktuelle Risiko als gering ein, deswegen werden derzeit keine weitergehenden Maßnahmen für notwendig erachtet.
Krisenmanagement
2022 hat sich die pandemische Gefahr hinsichtlich COVID-19 deutlich entspannt. Ein Impfangebot wurde fix implementiert und COVID-19 als wiederkehrendes respiratorisches Syndrom akzeptiert. Manner geht dementsprechend mit COVID-19 ähnlich wie mit dem jährlichen Influenzazyklus um, verstärkt zu gewissen Jahreszeiten das Hygienemanagement und bietet allgemein entsprechende Präventionsmaßnahmen wie Impfungen niederschwellig für die Belegschaft an. Der Krisenstatus wurde für beendet erklärt und die weiterführenden Aufgaben in das Tagesgeschäft integriert. Den durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Risiken Kostenexplosion, Lieferausfälle, Produktionsstillstände und Qualitätsabweichungen wurde durch die Gründung eines Krisenteams zwischen den Abteilungen Beschaffung, Vertrieb, Energiemanagement, Finance und Qualität entgegengewirkt. Gemeinsam wurden Maßnahmen abgeleitet um die Lagerhaltung zu optimieren, das Sourcing zu verstärken, rechtzeitig Kontrakte abzuschließen und den Energieverbrauch zu optimieren. Die intensive Vorsorgearbeit, sehr agile Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen sowie die gleichzeitig bemerkbare Entspannung am Markt führten dazu, dass die Krise bewältigt werden konnte. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 30
3 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems
Die Verantwortung für die Errichtung und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie die Sicherstellung der Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen und internen Richtlinien liegen beim Vorstand der Manner AG.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Das interne Kontrollsystem der Manner-Gruppe besteht aus sämtlichen vom Vorstand sowie dem Management vorgegebenen Grundsätzen, Abläufen und sonstigen Regelungen, die zu Folgendem dienen:
- Sicherung der vorhandenen Vermögenswerte;
- Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit;
- Einhaltung der erteilten Kompetenzen;
- Einhaltung des vorgegebenen Budgets;
- Gewährleistung der Vollständigkeit sowie Richtigkeit der Rechnungslegung;
- Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften;
- Unterstützung des Managements bei der Überwachung.
Das IKS gewährleistet die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der internen Abläufe und bietet dem Management eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen. Das IKS ist direkt in die Organisation eingebunden und nicht Aufgabenbereich einer speziellen Abteilung, wobei die interne Revision die Einhaltung und Wirksamkeit des IKS überprüft. Die Grundlage des IKS ist ein durchgängiges „Vier-Augen-Prinzip“.
Die interne Revision in der Manner-Gruppe ist an ein externes Dienstleistungsunternehmen ausgelagert und berichtet direkt an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Das Rechnungswesen sämtlicher inländischen Gesellschaften wird von der Abteilung Finanzbuchhaltung entsprechend der unternehmensrechtlichen und sonstigen relevanten Vorschriften geführt. Das Rechnungswesen der ausländischen Gesellschaften der Gruppe ist an mittelständische bzw. größere Wirtschaftsprüferkanzleien ausgelagert. Das implementierte Berechtigungskonzept sieht vor, dass die für den Zahlungsverkehr zuständige Abteilung Finanzbuchhaltung keine zahlungsrelevanten Stammdaten, insbesondere Bankverbindungen bei im System angelegten Lieferanten, verändern können. Im Fakturierungsprozess werden nichtfakturierte Lieferungen in einem Fehlerprotokoll aufgezeichnet. Bei der Prüfung der Eingangsrechnungen gewährleistet die Verknüpfung von Bestellung, Wareneingang und Eingangsrechnung eine durchgängige Rechnungsprüfung.
Der Konzernabschluss nach IFRS wird von einem externen Dienstleister erstellt. Die konzerneinheitliche Bilanzierung sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung werden vom Konzernabschlussprüfer jährlich im Rahmen der Abschlussprüfung geprüft. Das Controlling ist für das interne Berichtswesen verantwortlich. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 31
4 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300 und ist in 1.890.000 nennbeitragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (246.658 Stück; Vorjahr: 244.648 Stück) oder auf Namen (1.643.342 Stück; Vorjahr: 1.645.352 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel im Marktsegment Standard Market Auction).
Folgende direkte Beteiligungen am Kapital, die zumindest zehn Prozent betragen, sind dem Unternehmen mit Stichtag 31.12.2022 bekannt:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Privatstiftung Manner | ||
| Andres Holding Gesellschaft m.b.H. | ||
| Privatstiftung Manner | ||
| Andres Holding Gesellschaft m.b.H. | ||
| Aktien Stückanzahl | 931.865 | 931.465 |
| 453.533 | 453.533 | |
| Anteil | 49,3 % | 49,3 % |
| 24,0 % | 24,0 % |
Die Privatstiftung Manner mit 815.023 Stück (Vorjahr: 815.023) ihrer Aktien und die Andres Holding Gesellschaft m.b.H mit 453.533 Stück (Vorjahr 453.533) ihrer Aktien gehören dem „Manner“-Syndikat an. In Summe hält dieses Syndikat, soweit dem Unternehmen bekannt, 1.670.870 (Vorjahr: 1.670.870) Stammaktien (= 88,41%; Vorjahr: 88,41%). Bei dem Syndikat handelt es sich um ein zweistufiges Syndikat, bestehend aus dem Manner/Riedl-Syndikat (= 57,41%; Vorjahr 57,41%) und der Andres-Gruppe (= 31,00%; Vorjahr: 31,00%). Entsprechend den Syndikatsverträgen unterliegen die syndizierten Aktien Beschränkungen, die das Stimmrecht und die Übertragung von Aktien betreffen. Das weitere nicht syndizierte Aktienkapital von 11,59% (Vorjahr 11,59%; = 219.130 Stück; Vorjahr 219.130) verteilt sich, soweit dem Unternehmen bekannt, auf die Privatstiftung Manner mit 116.842 (Vorjahr: 116.442) Stammaktien (= 6,18%; Vorjahr 6,16%) und eine Vielzahl von Kleinaktionären mit 102.288 (Vorjahr: 102.688) Stammaktien (= 5.41%; Vorjahr: 5,43%). Zu den weiteren Punkten des §243a UGB bestehen nach Wissensstand des Unternehmens keine Offenlegungsnotwendigkeiten.
Börsezahlen 2022
Das Unternehmen besitzt keine eigenen Aktien und hat auch keine eigenen Aktien erworben oder verkauft. Die dem Unternehmen bekannten Directors Dealings des Jahres 2022 wurden auf der Webseite der Gesellschaft sowie über ein elektronisches Informationsverbreitungssystem veröffentlicht.
| Börsenkennzahlen (€) | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Umsatz (€) | 421.270 | 569.864 |
| Kapitalisierung (€) | 217.350.000 | 209.790.000 |
| Schlusskurs per 31.12. (€) | 115 | 111 |
| Umsatz Stück | 3.818 | 5.386 |
Laut Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 30.11.2022 ist der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten ab dem 24.05.2022 gemäß § 65 Abs. 1 Z4 und Z8 sowie Abs. 1a und Abs. 1b AktG ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu maximal 10% des Grundkapitals sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, zu verwenden oder zu veräußern, auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts, das mit einem solchen Erwerb, Verwendung oder Veräußerung einhergehen kann (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss).Den Erwerb über die Börse kann der Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 32 Vorstand der Josef Manner & Comp. AG beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. 2022 hat die Gesellschaft von der Ermächtigung zum Erwerb, zur Verwendung oder zur Veräußerung eigener Aktien keinen Gebrauch gemacht.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 33
5 Nichtfinanzielle Erklärung
Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB der Josef Manner & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2022
Josef Manner & Comp. AG produziert und vertreibt als österreichisches Familienunternehmen fünf der bekanntesten und beliebtesten Süßwarenmarken Österreichs (Manner, Casali, Victor Schmidt, Ildefonso und Napoli). Manner ist ein starkes Markenartikelunternehmen für Süßwaren und die Marken verbinden beste Qualität mit höchstem Genuss. Die Produktion findet ausschließlich an österreichischen Standorten statt, am Standort Wien im 17. Wiener Gemeindebezirk und am Standort Wolkersdorf in Niederösterreich. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa. Die Haselnussplantage in Aserbaidschan ist in Anbau und es wird 2025 mit einer ersten kleinen Ernte gerechnet.
Das Management nichtfinanzieller Themen ist bei Manner integraler Bestandteil des Managementverständnisses und Basis für eine ertragreiche Zukunft, denn die finanzielle Gebarung zeigt in der Regel die Ergebnisauswirkungen nichtfinanzieller Entscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb, als Unternehmen die internen und externen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns zu beschreiben und zu dokumentieren. Risiko- & Krisenmanagement sind wesentliche Aufgaben aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko- Krisenmanagement-Team. Risiken werden durch diese nichtfinanzielle Erklärung sowie den Risikobericht im Geschäftsbericht erläutert.
Manner veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2022 eine nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft wesentlich ist. Mit dieser nichtfinanziellen Erklärung erläutert Manner die wesentlichen Aspekte gemäß § 267a UGB sowie darüber hinaus die Themen Produktverantwortung und Lieferkette als wesentliche Bestandteile der Wertschöpfungskette. Manner gibt einen Einblick in die Unternehmensführung (Governance), indem der Managementansatz, die Geschäftsprozesse und Risiken, sowie die wesentlichen damit zusammenhängenden nichtfinanziellen Kennzahlen beschrieben werden. Der vorliegende Bericht entspricht nicht den GRI-Standards (Global Reporting Initiative). Es wird jedoch darauf geachtet, dass diese als Orientierung für die Kennzahlen und die Management-Ansätze verwendet werden.
5.1 EU-TAXONOMIE
Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 ist Manner verpflichtet, drei wesentliche Leistungsindikatoren (Umsatz, CapEx und OpEx) im Zusammenhang mit den für die EU-Taxonomie in Frage kommenden wirtschaftlichen Aktivitäten offenzulegen. Die EU-Taxonomie ist Teil der umfassenden Bemühungen der EU, die Ziele des europäischen „Green Deals“ zu verwirklichen und Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Es handelt sich dabei um ein Klassifizierungsinstrument, das Unternehmen und Investoren bei nachhaltigen Investitionsentscheidungen unterstützen soll. Laut EU-Taxonomie und dem damit verbundenen Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 liegt eine nachhaltige Investition dann vor, wenn sie wesentlich zur Verwirklichung von mindestens einem Umweltziel der EU beiträgt. Für das Geschäftsjahr 2022 sind Vorgaben zu den ersten beiden Umweltzielen – Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – in Kraft. Für das Berichtsjahr 2022 ist erstmals die Berichterstattung zu taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten gefordert.
Manner-Wirtschaftstätigkeiten im Rahmen der EU-Taxonomie
Es wurden alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, die im Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 inkl. Anhänge I und II sowie im ergänzenden Delegierten Rechtsakt (EU) 2022/1214 aufgeführt sind, analysiert. Der Delegierte Rechtsakt zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel konzentriert sich auf die wirtschaftlichen Aktivitäten und Sektoren, die das größte Potenzial haben, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Zu den erfassten Sektoren gehören im Wesentlichen Energie, ausgewählte verarbeitende Gewerbe, Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Verkehr und Gebäude.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 34
Nach einer gründlichen internen Überprüfung, an der alle relevanten Abteilungen und Funktionen beteiligt waren, kamen wir zu dem Schluss, dass unsere wirtschaftlichen Kernaktivitäten nicht unter den Delegierten Rechtsakt zum Klimawandel bzw. Klimawandelanpassung fallen und folglich nicht taxonomiefähig sind. Es kann daher schlussgefolgert werden, dass die Produktion von Lebensmitteln im Rahmen der EU-Taxonomie nicht als relevante Quelle von THG-Emissionen identifiziert wurde. Unsere Bewertung der Taxonomiefähigkeit konzentrierte sich daher auf wirtschaftliche Aktivitäten, die nicht das Kerngeschäft, sondern übergreifende Unternehmensbereiche betreffen, und in die Investitionen getätigt werden oder Betriebskosten anfallen.
Folgende taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten wurden für das Jahr 2022 identifiziert:
| Wirtschaftstätigkeit nach Sektor # Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
EU-Taxonomierelevante Leistungsindikatoren 2022
Für das Geschäftsjahr 2022 sind erstmals neben den Leistungsindikatoren zu taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten auch die taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten auszuweisen. Im Rahmen der Konformitätsanalyse, die mit dem technischen Fachbereich vorgenommen wurde, wurde festgestellt, dass die technischen Bewertungskriterien nicht eingehalten werden oder die Nachweise für die Erfüllung nicht zur Verfügung standen. Daher können lediglich taxonomiefähige aber nicht konforme Tätigkeiten ausgewiesen werden. Manner arbeitet daran Prozesse weiter zu verbessern, um in Zukunft die notwendigen Nachweise zur Taxonomiekonformität erbringen zu können, dabei sind wir jedoch in einigen Bereichen auf Informationen von Zulieferern und Herstellern angewiesen, die diese zur Verfügung stellen müssen. Die Berichterstattung gemäß der Taxonomie-Verordnung betrifft den Manner Konzern. Eine doppelte Zuordnung zu wirtschaftlichen Aktivitäten wird vermieden, jede Aktivität wird individuell betrachtet. Wesentlichkeitsgrenzen wurden in dieser Betrachtungsperiode nicht eingezogen, sämtliche Aktivitäten wurden mit aufgenommen.
[1] vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) 2021/2139 Anhang I und II (Climate Delegated Act) und dessen Ergänzung (EU) 2022/1214 (Complementary Delegated Act)
[2] vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) 2021/2178 zu den Artikel-8-Kennzahlen (Disclosure Delegated Act)
Tabellen für die Berichterstattung zu den Art. 8 KPIs gem. der EU-TaxonomieVO
Umsätze
| Kriterien für einen wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser - und Meeresresourcen (7) | Kreislaufwirtschaft (8) | Umweltverschmutzung (9) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | ||
| Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | ||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 49.896 | 0,02% | freiwillige Angabe zu Beitrag und DNSH möglich (siehe Bereich A.1) | |||||
| High-efficiency co-generation of heat/ cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 245.222 | 0,10% | |||||||
| Umsatz mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 295.118 | 0,12% | ||||||||
| Total (A.1 + A.2) | 295.118 | 0,12% | ||||||||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| Umsatz mit nicht taxonomiefähigen Tätigkeiten (B) | 238.969.639 | 99,88% | ||||||||
| Gesamt (A + B) | 239.264.757 | 100,00% |
DNSH- Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser - und Meeresresourcen (13) | Kreislaufwirtschaft (14) | Umweltverschmutzung (15) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (16) | Mindestschutz (17) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | J | J | J | J | J | J | J | ||
| Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | ||||||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 49.896 | 0,02% | freiwillige Angabe zu Beitrag und DNSH möglich (siehe Bereich A.1) | |||||
| High-efficiency co-generation of heat/ cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 245.222 | 0,10% | |||||||
| Umsatz mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 295.118 | 0,12% | ||||||||
| Total (A.1 + A.2) | 295.118 | 0,12% | ||||||||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| Umsatz mit nicht taxonomiefähigen Tätigkeiten (B) | 238.969.639 | 99,88% | ||||||||
| Gesamt (A + B) | 239.264.757 | 100,00% |
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Taxonomie- konformer Umsatz- anteil, Jahr N (18) | Taxonomie- konformer Umsatz- anteil, Jahr N-1 (19) | Kategorie (ermöglich- ende Tätigkeiten) (20) | Kategorie (Übergangs- tätigkeiten) (21) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | 0,0% | 0,0% | E | |||
| Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | 0,0% | 0,0% | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 49.896 | 0,02% | |||
| High-efficiency co-generation of heat/ cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 245.222 | 0,10% | ||||
| Umsatz mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 295.118 | 0,12% | 0,0% | 0,0% | 0% | ||
| Total (A.1 + A.2) | 295.118 | 0,12% | 0,0% | 0,0% | 0% | ||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||
| Umsatz mit nicht taxonomiefähigen Tätigkeiten (B) | 238.969.639 | 99,88% | |||||
| Gesamt (A + B) | 239.264.757 | 100,00% |
Die taxonomiefähigen Umsätze 2022 stammen zur Gänze aus den Erlösen durch die Einspeisung von Energie in das Strom- bzw. Fernwärmenetz.
CapEx
| Kriterien für einen wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser - und Meeresresourcen (7) | Kreislaufwirtschaft (8) | Umweltverschmutzung (9) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | ||
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | ||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | District heating/cooling distribution | 4.15 | 9.558 | 0,10% | ||||||
| Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | - | 0,00% | |||||||
| Transport by motorbikes, passenger cars and light commercial vehicles | 6.5 | 203.213 | 2,18% | |||||||
| Installation, maintenance and repair of energy efficiency equipment | 7.3 | 97.463 | 1,04% | |||||||
| Installation, maintenance and repair of instruments and devices for measuring, regulation and controlling energy performance of buildings | 7.5 | 107.256 | 1,15% | |||||||
| CapEx mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 417.490 | 4,47% | ||||||||
| Total (A.1 + A.2) | 417.490 | 4,47% | ||||||||
| B. NICHT TAXONOMIEKONFORME TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 8.914.731 | 95,53% | ||||||||
| Gesamt (A + B) | 9.332.222 | 100,00% |
DNSH- Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser - und Meeresresourcen (13) | Kreislaufwirtschaft (14) | Umweltverschmutzung (15) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (16) | Mindestschutz (17) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| A.1.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 42 |
Wirtschaftstätigkeiten
CapEx
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Taxonomie-konformer CapEx- Anteil, Jahr N (18) | Taxonomie-konformer CapEx- Anteil, Jahr N-1 (19) | Kategorie (ermöglich-ende Tätigkeiten) (20) | Kategorie (Übergangs-tätigkeiten) (21) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | % | Prozent | Prozent | E | T | ||
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | ||||||
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | |||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||
| District heating/cooling distribution | 4.15 | 9.558 | 0,10% | ||||
| Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | - | 0,00% | ||||
| Transport by motorbikes, passenger cars and light commercial vehicles | 6.5 | 203.213 | 2,18% | ||||
| Installation, maintenance and repair of energy efficiency equipment | 7.3 | 97.463 | 1,04% | ||||
| Installation, maintenance and repair of instruments and devices for measuring, regulation and controlling energy performance of buildings | 7.5 | 107.256 | 1,15% | ||||
| CapEx mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 417.490 | 4,47% | |||||
| Total (A.1 + A.2) | 417.490 | 4,47% | |||||
| B. NICHT TAXONOMIEKONFORME TÄTIGKEITEN | |||||||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 8.914.731 | 95,53% | |||||
| Gesamt (A + B) | 9.332.222 | 100,00% |
Die taxonomiefähigen CapEx 2022 beziehen sich auf Investitionen in das Sachanlagevermögen (EUR 214.277,00) und Zugänge zu Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 (EUR 203.213,30)
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 43
OpEx Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser - und Meeresresourcen (7) | Kreislaufwirtschaft (8) | Umweltver -schmutzung (9) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | % | % | % | % | % | % | % | ||
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | ||
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | 0% | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||||
| Storage of thermal energy | 4.11 | 115.771 | 0,94% | ||||||
| District heating/cooling distribution | 4.15 | 357.717 | 2,91% | ||||||
| Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 347.313 | 2,83% | ||||||
| High-efficiency co-generation of heat/cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 25.252 | 0,21% | ||||||
| Construction, extension and operation of water collection, treatment and supply systems | 5.1 | 231.542 | 1,88% | ||||||
| Collection and transport of non-hazardous waste in source segregated fractions | 5.5 | 115.771 | 0,94% | ||||||
| Freight transport services by road | 6.6 | 6.475 | 0,05% | ||||||
| Installation, maintenance and repair of energy efficiency equipment | 7.3 | 1.173.855 | 9,55% | ||||||
| Installation, maintenance and repair of instruments and devices for measuring, regulation and controlling energy performance of buildings | 7.5 | 247.542 | 2,01% | ||||||
| OpEx mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) ( A.2) | 2.621.239 | 21,32% | |||||||
| Total (A.1 + A.2) | 2.621.239 | 21,32% | |||||||
| B. NICHT TAXONOMIEKONFORME TÄTIGKEITEN | |||||||||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 9.672.792 | 78,68% | |||||||
| Gesamt (A + B) | € 12.294.031 | 100,00% |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 44
DNSH- Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser - und Meeresresourcen (13) | Kreislaufwirtschaft (14) | Umweltver -schmutzung (15) | Biologische Vielfalt und Ökosysteme (16) | Mindestschutz (17) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | % | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | ||
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | J | J | J | J | J | J | J | ||
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | ||||||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | ||||||||||
| Storage of thermal energy | 4.11 | 115.771 | 0,94% | |||||||
| District heating/cooling distribution | 4.15 | 357.717 | 2,91% | |||||||
| Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 347.313 | 2,83% | |||||||
| High-efficiency co-generation of heat/cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 25.252 | 0,21% | |||||||
| Construction, extension and operation of water collection, treatment and supply systems | 5.1 | 231.542 | 1,88% | |||||||
| Collection and transport of non-hazardous waste in source segregated fractions | 5.5 | 115.771 | 0,94% | |||||||
| Freight transport services by road | 6.6 | 6.475 | 0,05% | |||||||
| Installation, maintenance and repair of energy efficiency equipment | 7.3 | 1.173.855 | 9,55% | |||||||
| Installation, maintenance and repair of instruments and devices for measuring, regulation and controlling energy performance of buildings | 7.5 | 247.542 | 2,01% | |||||||
| OpEx mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) ( A.2) | 2.621.239 | 21,32% | ||||||||
| Total (A.1 + A.2) | 2.621.239 | 21,32% | ||||||||
| B. NICHT TAXONOMIEKONFORME TÄTIGKEITEN | ||||||||||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 9.672.792 | 78,68% | ||||||||
| Gesamt (A + B) | € 12.294.031 | 100,00% |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 45
OpEx
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatzanteil (4) | Taxonomie-konformer OpEx- Anteil, Jahr N (18) | Taxonomie-konformer OpEx- Anteil, Jahr N-1 (19) | Kategorie (ermöglich-ende Tätigkeiten) (20) | Kategorie (Übergangs-tätigkeiten) (21) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | % | Prozent | Prozent | E | T | ||
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | 0,00% | ||||||
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - | 0,00% | |||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||
| Storage of thermal energy | 4.11 | 115.771 | 0,94% | ||||
| District heating/cooling distribution | 4.15 | 357.717 | 2,91% | ||||
| Production of heat/cool using waste heat | 4.25 | 347.313 | 2,83% | ||||
| High-efficiency co-generation of heat/cool and power from fossil gaseous fuels | 4.30 | 25.252 | 0,21% | ||||
| Construction, extension and operation of water collection, treatment and supply systems | 5.1 | 231.542 | 1,88% | ||||
| Collection and transport of non-hazardous waste in source segregated fractions | 5.5 | 115.771 | 0,94% | ||||
| Freight transport services by road | 6.6 | 6.475 | 0,05% | ||||
| Installation, maintenance and repair of energy efficiency equipment | 7.3 | 1.173.855 | 9,55% | ||||
| Installation, maintenance and repair of instruments and devices for measuring, regulation and controlling energy performance of buildings | 7.5 | 247.542 | 2,01% | ||||
| OpEx mit taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) ( A.2) | 2.621.239 | 21,32% | |||||
| Total (A.1 + A.2) | 2.621.239 | 21,32% | |||||
| B. NICHT TAXONOMIEKONFORME TÄTIGKEITEN | |||||||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 9.672.792 | 78,68% | |||||
| Gesamt (A + B) | € 12.294.031 | 100,00% |
Die taxonomiefähigen OpEx 2022 beziehen sich zum überwiegenden Teil auf Aufwände für Reparatur, Wartung und Instandhaltung durch externe Dritte sowie direkt zuordenbare Personalaufwände für die Instandhaltung der Gebäude und Anlagen.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 46
Im Vergleich zum Vorjahr gibt es bei den taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten eine Erweiterung. Durch den ergänzenden Delegierten Rechtsakt (EU) 2022/1214 wurden von der EU-Kommission Kriterien zusätzliche Wirtschaftstätigkeiten im Energiesektor definiert, die im Juli 2022 in Kraft getreten sind. Konkret betrifft dies die Wirtschaftstätigkeiten im Bereich der Kernenergie und fossilem Gas. Daher ergibt sich für 2022 in geringem Umfang zusätzlich die taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeit „4.30. Hocheffiziente Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen“. Manner betreibt am Standort in Wien ein Blockheizkraftwerk, das die Kriterien für die Taxonomiefähigkeit erfüllt. Die geringen, damit zusammenhängenden Umsätze bzw. OpEx sind aus diesem Grund im Bereich A.2 in der jeweiligen Tabelle inkludiert. Weitere Wirtschaftstätigkeiten aus diesem ergänzenden Delegierten Rechtsakt sind nicht für Manner relevant.
5.2 ORGANISATION
MANNER Veränderung findet statt, die Bedürfnisse der Konsumentinnen ändern sich, Märkte, aber auch Arbeitswelten sind einem fortlaufenden Wandel unterworfen. Neue Technologien sowie die Digitalisierung sind oftmals Katalysator dieser Veränderungen und treiben sie voran. Manner konnte sich die letzten 132 Jahre sehr gut auf aktuelle Herausforderungen einstellen und nachhaltig mit starken Marken für Konsumentinnen relevant sein. Um auch für die nächsten 132 Jahre gut aufgestellt zu sein, galt es 2022 Weichen zu stellen, um dem Wandel aktiv zu begegnen und uns den Herausforderungen zu stellen. Es gibt eine vom Manner-Aufsichtsrat am 05.04.2022 verabschiedete Strategie 2026, die auch eine Vision, dahinterliegende Werte und konkrete nächste Schritte beinhaltet. Diese wurde 2022 in der Organisation flächendeckend ausgerollt und die Mitarbeiter*innen wurden mit verschiedenen Maßnahmen abgeholt.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Die „Strategie 2025“, die 2017 ausgerollt wurde, erforderte in den Jahren 2015/2016 intensive Arbeit. Seitdem haben sich jedoch viele Dinge verändert, nicht zuletzt durch eine Pandemie und aktuell durch einen Krieg in Europa. Die neue Strategie stellt keine komplette Kehrtwende dar, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung und Aktualisierung des kontinuierlich verfolgten Weges.
Die Vision „Wiener Süßwarengenuss, der begeistert“ wird, neben Finanzzielen, von fünf zentralen Strategiefeldern flankiert:
- Organisation entwickeln
- Marken wachsen und Innovationen treiben
- Distribution und Sichtbarkeit stärken
- Kosten senken und Qualität verbessern
- Nachhaltig handeln
Organisation und Personal
Vorstand und Managementstruktur
Als Organisation wurde Manner bislang von vier Vorständen geführt. Seit dem 01.03.2021 ist die Position des Marketing- und Vertriebsvorstands gleichzeitig CEO des Unternehmens. Mit dem 01.04.2022 wurde nach Beendigung der operativen Tätigkeit des Vorstands für Finanzen, Personal und IT die Anzahl der Vorstände von vier auf drei reduziert. Diese Bereiche wurden dem CEO unterstellt und die Stelleninhaber mit Prokura ausgestattet.
Die Berichtsebene unter dem CEO/Vorstand umfasst 16 Mitarbeiter*innen, von denen 8 Mitglieder des Board of Management sind. In der nächsten Ebene finden sich die Abteilungsleiter*innen, dann Sachbearbeiter*innen und das Fachpersonal.
Mitarbeiteranzahl und Vertragsformen
Mit Stichtag 31.12.2022 waren bei Manner 805 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 305 Frauen und 500 Männer. Alle Mitarbeiter*innen sind in Kollektivvertragsvereinbarungen (Kollektivvertrag der Nahrungs- und Genussmittel / Bereich Süßwaren sowie Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge in Handelsbetrieben) erfasst. In der Regel werden bei Manner unbefristete Verträge ausgestellt.
Auslandsniederlassungen
Die Vertriebsniederlassung in Köln umfasst per Jahresende 10 Mitarbeiter*innen, die Niederlassungen in Tschechien 20 und Slowenien 4,0 Mitarbeiter*innen. Alle sind organisatorisch der Verkaufsleitung in Österreich unterstellt. Sämtliche Werte und Richtlinien von Manner gelten auch hier in gleichem Umfang. Aserbaidschan umfasst 38 Mitarbeiter*innen und wird durch den Vorstand für Einkauf und Materialwirtschaft sowie eine lokale Geschäftsführerin geleitet. Die „Geblergasse 116 GmbH & Co KG“ ist vertreten durch den Vorstand für Einkauf und Materialwirtschaft sowie den CFO.
Personalpolitik und Gleichstellung
Im Rahmen der unternehmensweit einheitlichen Personalpolitik, die für alle Mitarbeiter*innen gleiche Chancen und Rechte sicherstellt, bemüht sich die Gesellschaft um die Entwicklung und Weiterbildung von Frauen. Die Gesellschaft verfolgt das Ziel, den Anteil der Frauen in leitenden Stellungen mittelfristig auf ein ausgewogenes Niveau zu heben. Derzeit sind drei Mitglieder der Organe Vorstand und Aufsichtsrat weiblich.
Für den Aufsichtsrat wie auch für den Vorstand gelten bei Personalentscheidungen und bei der Entlohnung ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen. Hohes Augenmerk wird auf die strenge Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt. In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für Führungsaufgaben in der ersten und zweiten Berichtsebene qualifizieren.
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Mitarbeiter*innen (Anzahl per 31.12.) nach Geschlecht
| | 2022 | | | | | | 2021 | | | | |
|:---------------|-------:|:-------|:-------------|------:|-----:|-----:|-------:|:-------|:-------------|------:|-----:|-----:|
| | Frauen | | | | | | Männer | | | | |
| | Aufsichtsrat | Vorstand | Führungskräfte | sonst MA | Gesamt | Aufsichtsrat | Vorstand | Führungskräfte | sonst MA | Gesamt |
| 2022 | 2 | 0 | 33 | 272 | 305 | 2021 | 2 | 0 | 29 | 269 | 298 |
| 2022 | 6 | 3 | 56 | 441 | 500 | 2021 | 6 | 4 | 52 | 423 | 479 |
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Mitarbeiter*innen (Anzahl per 31.12.) nach Alter
| 2022 | 2021 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Alter | Vorstand | Führungskräfte | sonst MA | Gesamt | Alter | Vorstand | Führungskräfte | sonst MA | Gesamt | |
| unter 30 | 0 | 3 | 118 | unter 30 | 0 | 2 | 117 | |||
| 30-50 | 0 | 60 | 392 | 30-50 | 0 | 54 | 364 | |||
| über 50 | 3 | 26 | 203 | über 50 | 4 | 25 | 211 | |||
| Summe | 3 | 89 | 713 | 805 | Summe | 4 | 81 | 692 | 777 |
Aufsichtsrat ohne Arbeitnehmervertreter*innen
MANNER STEHT ZUR GESELLSCHAFTLICHEN VERANTWORTUNG
Die „Wahrnehmung der Produktverantwortung gegenüber Kund*innen durch Berücksichtigung von Ernährungstrends“ und auch die „Reduktion des Zuckeranteils in Produkten“ stehen neben rein technischen sowie umwelt- und ethisch relevanten Aspekten im Zentrum des Innovationsprozesses. Manner integriert aktuelle Ernährungstrends in die Produktentwicklung, um die Gesundheits- und Ernährungsbedürfnisse der Verbraucher*innen zu berücksichtigen und in neuen, marktreifen Produkten umzusetzen.
Beispielhaft hat sich der vegane Lebensstil zu einem Trend etabliert und ist für zahlreiche Manner-Konsument*innen wichtig. In der Produktentwicklung greift das Unternehmen dieses Thema auf und setzt es bei zahlreichen Produkten um. Im Jahr 2022 wurden vier vegane Manner-Neuprodukte auf den Markt gebracht. Die gesamte Manner-Sommer-Glück-Range mit den sommerlichen Sorten Himbeere, Pfirsich und Orange, sowie die neue Variante Limette der beliebten Manner-Knuspino-Range tragen diesem Trend Rechnung.
Sowohl bei der Entwicklung von Neuprodukten als auch bei der Optimierung von bestehenden Produkten hat sich die Manner-Gruppe für Schnitten- und Waffelprodukte der Marke Manner zum Ziel gesetzt, den Zuckergehalt um zehn Prozent – bezogen auf das Benchmark-Produkt Manner Original Neapolitaner Schnitten – zu senken. 2022 schafften sämtliche Markeninnovationen wie die Manner Snack Minis Milch-Schoko in der Taschenpackung (-19,2%), Manner Sommer Glück Himbeere (-23,4%), Sommer Glück Pfirsich (-14,9%) und die Sorte Sommer Glück Orange (- 14,9%) dieses Ziel.
Das im Jahr 2020 gestartete Projekt, spezielle Getreidesorten im österreichischen Vertragsanbau für eine besonders hohe und gleichmäßige Waffelmehlqualität anbauen zu lassen, wurde im Jahr 2022 fortgesetzt. Das externe Forschungsprojekt alternative Getreidesorten, die regional in Österreich angebaut und für die Backwarenherstellung bislang kaum eingesetzt werden, ist mit Ende 2022 ausgelaufen. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Hier könnten sich interessante Ansätze für neue Innovationen und Alternativen zu konventionellen Rohstoffen ergeben.
Sustainable Development Goals (SDGs)
Bei den SDGs handelt es sich um 17 von den Vereinten Nationen festgelegte Ziele, die weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Auch die Manner Gruppe hat auf alle drei Ebenen Einfluss und kann die Entwicklung in diesen Feldern durch Innovationen und bewusstes Handeln in eine positive Richtung lenken. Die Manner Gruppe sieht ihre Chance, etwas zu bewirken. Daher sind die SDGs zentrales Steuerinstrument in der Nachhaltigkeitsstrategie. Nachhaltiges und bewusstes Handeln ist von Beginn an einer der zentralen Werte des Süßwarenherstellers. Das Familienunternehmen sieht alle SDGs als relevant an, jedoch muss beachtet werden, dass die Manner Gruppe zu gewissen Zielen mehr beitragen kann als zu anderen. Darum wird ein starker Fokus auf jene Ziele gesetzt, bei denen das Unternehmen eine langfristig nachhaltige Wirkung erzielen und direkten Einfluss nehmen kann. Anzumerken ist, dass sich einige der Ziele mit anderen SDGs überschneiden, wodurch auch SDGs angesprochen werden, die in dieser Auflistung nicht genannt werden. Im Folgenden werden jene SDGs aufgelistet, die die Manner-Gruppe mit einem besonderen Fokus in der Nachhaltigkeitsstrategie bearbeitet.
Relevante Nachhaltigkeitsziele
| SDG | Beschreibung | Beispiele Manner-Gruppe |
|---|---|---|
| SDG 3 | Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. | Die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter*innen haben oberste Priorität. Manner hat ein Gesundheits- und Sicherheitsmanagement etabliert, das in regelmäßigen Abständen reflektiert, überprüft und angepasst wird. |
| SDG 4 | Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern. | Das Unternehmen fördert Aus- und Weiterbildungen seiner Mitarbeiter*innen. Zusätzlich bietet Manner die Möglichkeit einer Lehrlingsausbildung im eigenen Haus an. Durch die Arbeit mit Fairtrade werden Projekte zur Bildung in Ursprungsländern unterstützt. |
| SDG 5 | Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. | Manner fördert die Chancengleichheit von Frauen wie die Rückkehr nach der Karenz. Flexible Arbeitszeitmodelle und Frauen in Führungspositionen sind fester Bestandteil der Firmenpolicy. |
| SDG 7 | Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern. | Durch Kooperation mit Wien-Energie gelingt es Manner die überschüssige Wärme der Backöfen in lokale Heizsysteme, die sich in unmittelbarer Umgebung des Sitzes in Wien befinden, einzuspeisen. Am Standort Wolkersdorf wird durch ein Solarkraftwerk Ökostrom für den Standort erzeugt, wodurch sich die Produktion zum Großteil selbst versorgen kann. |
| SDG 8 | Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern. | Durch den Einkauf von Fairtrade-zertifiziertem Kakao zahlt Manner einen fairen Preis für diesen Rohstoff und Farmer werden gerecht entlohnt. Die Manner-Haselnussfarm in Aserbaidschan sichert einen wichtigen Rohstoff zu einem stabilen Preis und schafft vor Ort neue, sichere Arbeitsplätze. |
| SDG 12 | Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen. | Manner setzt sich hohe Ziele im Umgang mit Ressourcen und in Richtung effiziente Produktion. Bruchware, die während der Produktion entsteht, wird im „rework“ wiederverwendet. Durch präzise Arbeit und zahlreiche Qualitätsaudits werden Prozesse überprüft, um die geforderten Standards zu erfüllen. |
| SDG 13 | Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen. | Das Süßwarenunternehmen nimmt seine Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel sehr ernst. Zahlreiche Projekte zielen darauf ab, den CO2-Fußabdruck zu senken. |
50 Stakeholderanalyse
Ein wichtiger Bestandteil des Manner Geschäftsmodells ist der proaktive und gezielte Dialog mit den unterschiedlichen Stakeholdern. Manner sieht es als Teil der verantwortungsvollen Unternehmensführung, die Interessen der Stakeholder und die Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf diese Stakeholdergruppen in die Unternehmensentscheidungen zu integrieren. Allgemein ist der Zweck des Stakeholder-Dialogs, eine förderliche Entwicklung für Unternehmen, Umwelt, Gesellschaft und Zukunft zu gestalten. In der Grafik sind die Stakeholdergruppen dargestellt, mit denen die Manner Gruppe regelmäßigen Austausch auf Augenhöhe pflegt und deren Erwartungen laufend evaluiert werden. Die Gruppen wurden gewählt, da sie entweder direkt oder indirekt von der Wirtschaftstätigkeit Manners betroffen sind oder diese beeinflussen. Manner begegnet allen Stakeholdern stets mit Offenheit, Respekt und Wertschätzung, und schafft so das Umfeld für einen zielführenden und ehrlichen Austausch.
Wesentlichkeitsanalyse
Auch in die Wesentlichkeitsanalyse, die das Herzstück der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist, sind die Erwartungen von Stakeholdern eingearbeitet. Im Jahr 2018 hat Manner gemeinsam mit einem externen Partner die Position der Kund*innen zu Nachhaltigkeitsthemen eruiert. Im Rahmen der Erhebung wurden 502 Personen aus ganz Österreich gefragt, welche nachhaltigkeitsbezogenen Aspekte ihnen bei Manner besonders relevant erscheinen. Dabei sollten die Befragten jedes potenziell wesentliche Thema anhand einer fünfstufigen Skala zwischen „sehr wichtig“ und „gar nicht wichtig“ bewertet. Weiteres sollten sie beurteilen, welche finanziellen und nichtfinanziellen Auswirkungen sich aus dem jeweiligen Aspekt ergeben, z.B. ob das jeweilige Thema eine Auswirkung auf Umwelt- oder Arbeitnehmerbelange hat. Insgesamt orientierte sich der Fragebogen damit eng an den Anforderungen der GRI, der SASB Standards sowie des NaDiVeG.
Die Ergebnisse der Befragung wurden in einem zweiten Schritt im Rahmen eines Workshops mit dem Vorstand diskutiert. Dabei wurden auch die Beeinflussbarkeit durch Manner und die Messbarkeit durch Kennzahlen reflektiert. In der finalen Wesentlichkeitsaufstellung wurde schließlich die Bewertung der Kund*innen mit denen des Vorstandes kombiniert. Das Ergebnis sind sieben wesentliche Aspekte, die das Verständnis von Verantwortung als Unternehmen aufzeigen:
- Einhaltung der Lebensmittelsicherheits-Standards.
- Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette.
- Hoher Stellenwert der Aus- und Weiterbildung.
- Hohe Ressourceneffizienz.
- Wahrnehmung der Produktverantwortung gegenüber Kunden durch Berücksichtigung von Ernährungstrends.
- Reduktion des Zuckeranteils in Produkten.
- Sicherstellung eines geringen Reklamationsfaktors.
Die wesentlichen Aspekte spiegeln die zentralen nichtfinanziellen Handlungsfelder wider, die im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements in die strategische und operative Planung aufgenommen wurden. Sie werden in den einzelnen Kapiteln der nichtfinanziellen Erklärung vordergründig berichtet. Für 2023 ist geplant, sowohl die Stakeholderanalyse als auch die Wesentlichkeitsanalyse im Board of Management zu überarbeiten.
„Fair von Herzen“
2022 startete Manner die Nachhaltigkeitsinitiative unter dem Kommunikationsdach „Fair von Herzen“. Nachhaltigkeit ist im Unternehmen seit jeher verankert – als die Herzensangelegenheit, Leben und Miteinander aller Menschen zu verschönern und zu verbessern. Die Überzeugung dahinter: Fairness ist eine Grundhaltung, auf die das Unternehmen seit 1890 baut. Es gibt seit dem Bestehen des Unternehmens zahlreiche Aktivitäten, die darauf abzielen. Die 2022 neu aufgestellte Nachhaltigkeitsgruppe unter der Leitung des CEOs ist in der Projektverantwortung der Leiterin Unternehmenskommunikation. Die Initiative „Fair von Herzen“ bildet ein Dach über all jene Projekte, die in Richtung Nachhaltigkeit zielen. Um diese Projekte klar zu kennzeichnen und die Aktivitäten zu unterstreichen, hat das Unternehmen zusätzlich ein eigenes Logo dafür entwickelt.
SOS-Kinderdorf
Manner und das SOS-Kinderdorf sind seit 2013 Partner. Gemeinsam wird das Ziel verfolgt, Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Seit Beginn der Kooperation spendete der Süßwarenhersteller bereits über 500.000 Euro. Mit diesen Spenden wurde unter anderem ein Haus für eine Kinderdorf-Familie im SOS-Kinderdorf Abobo Gare an der Elfenbeinküste finanziert. Zudem übernahm Manner die jährlichen Kosten für die dort lebende Familie sowie die Ausbildung und Versorgung der Kinder.
2022 wurde die Kooperation unter dem Nachhaltigkeits-Motto „Fair von Herzen“ erneuert. Manner stellt als Unternehmenspartner des SOS-Kinderdorfs ab 2022 jährlich etwa 1.500 Stunden „Herzensbildung“ (also Lern- und Nachhilfe) für Kinder und Jugendliche zur Verfügung und übernimmt eine Hauspatenschaft in Wien. Dadurch soll langfristig in die Zukunft dieser jungen Menschen investiert werden. Im Frühjahr wurde zusätzlich die SOS-Kinderdorf-Plakatkampagne mit einem eigenen Sujet unterstützt. Auch Manner-Mitarbeiterinnen helfen mit, diese Partnerschaft zu leben. Eine dieser Aktivitäten fand am 9. September 2022 statt, als Manner-Kolleginnen mithalfen, den Kindern vom SOS-Kinderdorf Floridsdorf und Umgebung ein unvergessliches Familienfest zu organisieren. Sowohl der rosa Schokobrunnen als auch die Wurfstation und das Manner-Glücksrad mit zahlreichen Manner-Preisen waren bei den Kindern enorm beliebt. Darüber hinaus wurden auch nicht mehr benötigtes Spielzeug, Sportartikel, Regen- und Winterstiefel, Werkbänke usw. für den SOS-Ballon gesammelt, der erste Sozialmarkt für Spiel- und Kinderwaren. Anfang Dezember wurden unter dem Motto „Rosa Weihnachtsbäckerei“ Weihnachtskekse von Mitarbeiter*innen gebacken und verkauft, der gesamte Erlös ging ebenfalls an das SOS-Kinderdorf.
Manner als langjähriger Partner der Sporthilfe
Seit der Gründung von Manner im Jahr 1890 nimmt auch soziales Engagement eine zentrale Rolle ein. Nachhaltige Partnerschaften im Sportsponsoring sind Manner als Unternehmen mit hohen Wertevorstellungen wichtig. Mit Athletinnen und Markenbotschafterinnen verbindet Manner eine langjährige Zusammenarbeit, genauso wie mit der Österreichischen Sporthilfe.
Die Österreichische Sporthilfe ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. Sie leistet durch ihre finanzielle und ideelle Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Absicherung von Spitzensportlerinnen mit und ohne körperliche Behinderung. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch nachhaltige Partnerschaften mit der Wirtschaft, Benefizveranstaltungen oder Fundraising-Aktivitäten. Auch 2022 gab es zahlreiche gemeinsame Aktionen, wie etwa Ware in Paketen an Athletinnen sowie Teilnahme an der Sporthilfe-Auktion.
Bienen an beiden Produktionsstandorten
Manner setzt einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und heißt seit 2021 zwölf Bienenvölker an den Produktionsstandorten Wien und Wolkersdorf willkommen. Die ca. 800.000 Bienen werden von Imkermeister Thomas Zelenka betreut. Im Jahr 2022 wurden 470 kg Honig geerntet, 400 kg am Standort Wolkersdorf und 70 kg in Wien. Die gesamte Ernte wurde in den Manner-Shops verkauft. Zudem fanden zwei Bienenführungen mit jeweils 25 Mitarbeiterinnen statt, die vom Imkermeister selbst geführt wurden, um den Mitarbeiterinnen das Projekt und seinen Nutzen näherzubringen.
Miteinander Manner
Mit der Initiative „Miteinander Manner“ sollen das Engagement und die Bindung der Mitarbeiterinnen an das Unternehmen gesteigert werden. Dieses maßgeschneiderte Manner-Mitarbeiterinnen-Projekt wurde von und für Mitarbeiterinnen, die in der Josef Manner & Comp. AG tätig sind, zusammengestellt. Dadurch soll abteilungs- und standortübergreifend ein Gefühl der Zugehörigkeit entstehen und die positive Manner-Kultur langfristig weiterentwickelt und gefestigt werden. Neben zahlreichen Vorteilen, die man als Arbeitnehmerin bei Manner genießt, soll durch interne Aktionen der Zusammenhalt unter den Mitarbeiter*innen und die Verbundenheit zum Unternehmen gestärkt werden.
5.4 MANNER ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG FÜR SICHERE PRODUKTE
Qualität bedeutet, dass Manner-Konsument*innen zu jeder Zeit Produkte aus dem Hause Manner in einer konstant hohen Qualität genießen können. Jedes Genussmittel ist aber nur so gut wie die Summe seiner Einzelteile. Aus diesem Grund legt Manner höchsten Wert auf ausgewählte, hochqualitative Zutaten. Alle Rohstoffe werden nach der Anlieferung im hauseigenen Betriebslabor entsprechend eines risikobasierten Prüfplans bemustert, analysiert und nur nach Übereinstimmung mit der Spezifikation zur Verarbeitung in der Produktion freigegeben.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
5.4 Qualitätsmanagement
Das Manner-Labor wurde 2014 unter Berücksichtigung aller gängiger Standards errichtet und wird laufend mit „State of the art“-Technologien ausgestattet. Die Manner-Philosophie ist es, mit den Rohstofflieferant*innen eine langfristige partnerschaftliche Geschäftsbeziehung einzugehen. So sind neben den Wareneingangsprüfungen auch regelmäßige Lieferantenaudits und Lieferantengespräche ein integraler Bestandteil zur Sicherstellung der geforderten Rohstoffqualität. Auch die jährliche Teilnahme an internationalen Ringversuchen zur Überprüfung und Sicherstellung der Laborleistung ist ein wesentlicher Pfeiler der Qualitätssicherung.
Die Qualität der Produkte wird auch in der Herstellung laufend kontrolliert. So werden zum Beispiel täglich in sämtlichen Produktionsschichten von jeder Produktions-Charge Muster gezogen und von einem Team geschulter Sensorikerinnen verkostet und bewertet. Die kontinuierliche Verbesserung der Qualitätsstandards gehört zu den Grundpfeilern des Unternehmenserfolgs. Unternehmensweit wurden an sämtlichen Produktionsanlagen Qualitätstische als Standard etabliert. Durch die Mitarbeiterinnen selbst werden kontinuierlich Muster aus dem laufenden Prozess gezogen und vor Ort auf die geforderten Qualitätsvorgaben geprüft. Die dokumentierten Ergebnisse und rückgestellten Muster dieser Stichproben werden an den Qualitätstischen dazu auch im „Vier-Augen-Prinzip“ überprüft. Produktionsfehler können so rasch aufgedeckt werden und die Einleitung von Sofortmaßnahmen erfolgen. Die strukturierte Aufnahme von erfassten Produktionsfehlern wird in täglichen schnittstellenübergreifenden Qualitätsmeetings besprochen und Abstellmaßnahmen oder Problemlösungsaktivitäten gestartet.
Manner hat durch die Einführung von HACCP-gestützten Verfahren ein System zur Eigenkontrolle für die Erfassung, Bewertung und Reduktion von Gefahren implementiert. Dieses nach den Forderungen der VO(EG) Nr. 852/2004 ausgerichtete Verfahren zur Gefahrenanalyse und Ableitung geeigneter Kontrollpunkte und deren Beherrschung entlang der Wertschöpfungskette – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Versand – trägt wesentlich zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit bei.
Sowohl die gesetzlichen Anforderungen als auch das Bestreben, die Sorgfaltspflicht in Bezug auf das Inverkehrbringen von sicheren Lebensmitteln zu erfüllen, haben dazu geführt, dass Präventionsmaßnahmen implementiert wurden, die eine gute Hygienepraxis und eine gute Herstellungspraxis gewährleisten. Eine regelmäßige Verifizierung des Systems deckt Verbesserungspotenziale auf und trägt zur ständigen Weiterentwicklung sowie zur Erfüllung der Anforderungen für die Erzeugnis-Sicherheit bei.
Stark getrieben von der kontinuierlichen Verbesserung und dem in der Strategie verankerten Ziel „Qualität verbessern“ setzt Manner seit 2018 die Röntgentechnologie zur Fremdkörperdetektion ein und bleibt damit zur Einhaltung der Lebensmittelsicherheit am Stand der Technik. Insgesamt sind zehn Röntgengeräte zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit und Steigerung der Kundenzufriedenheit im Einsatz, denn mit den zum Einsatz kommenden Röntgengeräten können nicht nur kleinere Fremdkörper, sondern auch ausgewählte Qualitätsmerkmale erkannt werden. Am Produktionsstandort Wien sind derartige Geräte für Taschenpackungen, Schnittenblöcke und auch für Standbeutel installiert. Dort wo der Einsatz von Metalldetektoren weiterhin sinnvoll ist, werden die Geräte gegen Detektoren der neuesten Generation getauscht. 2022 wurden für den Standort Wolkersdorf drei Detektoren der neuesten Generation angeschafft. Ausgebaut und werksübergreifend standardisiert wurde auch der strategische Einsatz von Sieben und Magneten zur Absicherung von Produktionsstufen und zur zusätzlichen Steigerung der Lebensmittelsicherheit. Eine weitere wesentliche Verbesserung brachte die Digitalisierung der Ausleitungen. Erkannte Fremdkörper werden ab einem gewissen Schwellenwert direkt über SMS an die jeweils verantwortliche Person kommuniziert. Die Ausleitungen werden im Detail analysiert und bilden das Fundament für weitere Verbesserungen.
Seit Dezember 2004 ist Manner nach dem Standard „IFS Food“ (International Featured Standards) zertifiziert und seit 2019 nimmt Manner freiwillig am Programm zur unangekündigten Auditierung teil. Gerade dieser Ansatz verdeutlicht das Streben nach nachhaltigen Lebensmittelsicherheitsstandards. Die Erfüllung der Standardvorgaben wird nach wie vor von externen, zertifizierten Auditor*innen überprüft. Bei der Verlängerung des Zertifikats im Jahr 2022 konnte Manner so wie in den Vorjahren wieder ein Ergebnis auf hohem Niveau (Higher Level) für alle Produktionsstandorte erreichen.
Die Deklaration der Manner-Produkte basiert auf der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und diese sieht detaillierte Deklarationspflichten für alle Zutaten vor. Das heißt, alle Bestandteile, die rezepturmäßig enthalten sind, werden in der Zutatenliste aufgelistet. Alle anderen Bestandteile, die nicht als Zutat einzustufen sind, jedoch in Spuren, beispielsweise durch Überschneidung von Produktionsprozessen vorhanden sein können, werden durch eine freiwillige „Kann-Kennzeichnung“ (z.B.: „Kann Spuren von Milchbestandteilen enthalten“) abgedeckt. Sollten gesetzliche Anforderungen an herkunfts- oder gesundheitsbezogene Angaben zutreffen, werden die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt.
Die Fokussierung auf hygienisch einwandfreie Prozesse sowie qualitativ hochwertige Produkte steht im Zentrum des Handelns und wird durch regelmäßige Audits abgesichert. Das zur Aufrechterhaltung der Produktsicherheit und zur Minimierung der Reklamationen erarbeitete Konzept wurde auch 2022 fortgeführt und erweitert. Insgesamt wurden unternehmensweit 59 Audits zu den Schwerpunkten IFS und 5S von der Qualitätsabteilung durchgeführt. Alle Konsumentenreklamationen sowie Feedback vom Handel werden statistisch erfasst und monatlich bewertet. Unter Berücksichtigung der im Vergleichszeitraum verkauften Menge ergibt sich ein sogenannter Reklamationsfaktor. Als permanente Inputgeber für die kontinuierliche Verbesserung dienen neben der Reklamationsstatistik (Auswertung aller eingehenden Konsumentenreklamationen) die Rückmeldungen von Kundinnen (Handel) sowie die internen Reklamationen und Fehler (Kennzahl: Quarantäne Setzungen). Die Visualisierung der Reklamationsstatistik am Shopfloor schafft bei Mitarbeiterinnen Bewusstsein für dieses Thema, das durch das tägliche Besprechen aktueller Cases in den Daily Morning Meetings verstärkt wird. Alle eingehenden Reklamationen werden einer Risikozahl zugeordnet, entsprechend intern eskaliert und über einen 8D-Report bearbeitet. Auf Basis der Reklamationsstatistik werden laufend Optimierungsmaßnahmen im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gestartet und mit Hilfe der PDCA-Systematik umgesetzt.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 54
Zur nachhaltigen Absicherung der Produktsicherheit wurden 2022 knapp 600 KVPs eingeleitet und über ein Prämiensystem die besten ausgewählt. Die Abarbeitung der KVPs wird über eine Kennzahl verfolgt; diese gibt Auskunft über die Anzahl der eingereichten KVPs im Themenspeicher und in den Phasen Plan, Do, Check und Act, sowie über die Durchdringung der KVP-Arbeit in den Abteilungen (KVPs pro MA und Prozent der MA, die KVP eingereicht haben) und wird monatlich an den Vorstand berichtet. Eine positive Auswirkung einzelner KVPs und Verbesserungsprojekte auf die Reklamationsstatistik – insbesondere auf die Fremdkörpervermeidung – konnte auch 2022 beobachtet werden. Trotz eines punktuell deutlichen Rückgangs der Reklamationen erreicht der Reklamationsfaktor unternehmensweit betrachtet noch nicht den Zielwert und die intensive Fokussierung auf die Sicherstellung der Produktqualität wird auch 2023 fortgeführt.
Auch im Jahr 2022 wurden Trainings zur Vertiefung der Lean-Philosophie in der Belegschaft angeboten und der Fokus in Richtung Lean Admin gestärkt. Für die administrativen Prozesse wurden regelmäßige KVP-Meetings eingeführt, Verantwortlichkeiten festgelegt und 14 weitere Lean-Admin-Green-Belt-Ausbildungen abgeschlossen. 2023 steht weiterhin ganz im Zeichen des Leanmanagements, darum werden auch 2023 dahingehende Ausbildungsprogramme entwickelt und angeboten. Durch die parallele Ausbildung von Green Belts sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich ergibt sich eine Optimierung der unternehmensweiten Abläufe.
Das Prinzip 1. Sicherheit (vor) 2. Qualität (vor) 3. Leistung nach dem jetzt bereits die Kennzahlen am Shopfloor aufgebaut sind, muss in das Bewusstsein aller Mitarbeiter*innen dringen und deren Handeln leiten.
5.5 QUALITÄTSSICHERUNG ENTLANG DER GESAMTEN LIEFERKETTE HAT HÖCHSTE PRIORITÄT
Die „Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette“ ist für die Manner-Gruppe ein zentrales Anliegen. „Wir streben eine Balance von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung an“ – so ist es im Manner-Verhaltenskodex festgehalten.
Im Bereich der Rohstoffe gibt es seit einigen Jahren einen Schwerpunkt in puncto Nachhaltigkeit. Das betrifft auch das Palmöl, das Manner bezieht. Bezüglich der Herkunft der gekauften Mengen an Palmöl bestätigt Manner, dass das Palmöl direkt von europäischen Herstellern, die alle zertifizierte RSPO-Mitglieder (Roundtable on Sustainable Palm Oil) sind, ohne Zwischenhändler angekauft wird. Die Einhaltung der nationalen und internationalen Standards wird durch interne und externe Audits inklusive unangekündigter Kundenaudits laufend überprüft. Um den hohen Qualitätsstandard über die gesamte Supply Chain zu garantieren, werden in einem definierten Intervall risikobasiert Lieferantenaudits (Rohstoff, Verpackung, Logistikpartner, Co-Packer) durchgeführt. Die zuständigen Fachabteilungen vergewissern sich in regelmäßigen Abständen bei den Lieferanten vor Ort über die Einhaltung aller wesentlichen GMP-Anforderungen (Good Manufacturing Practice).# Zertifiziert nachhaltiger Kakao
Als einer der ersten der Branche hat Manner 2020 sämtliche Markenprodukte auf 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao umgestellt. Dieses Ziel wurde 2012 gesetzt und gemeinsam mit den Partnern UTZ (jetzt: Rainforest Alliance) und Fairtrade 2022 erreicht. Während an dieser Stelle in den vergangenen Berichten eine Aufschlüsselung des zertifiziert eingekauften Kakaos abgebildet wurde, wird in Zukunft von dieser Betrachtungsweise abgesehen. Denn der Kauf von Zertifikaten und der Kauf der Rohware waren in manchen Jahren nicht deckungsgleich, da auch Zertifikate aus vorhergehenden Jahren verwendet werden. Die aussagekräftigere Betrachtungsweise ist jene des eingesetzten Kakaos in der Produktion. Daher wird in diesem Bericht fortan folgende Darstellungsweise gewählt: Sämtliche produzierte Ware aus dem Hause Manner ist zu 100% mit nachhaltig zertifiziertem Kakao hergestellt. Manner produziert die gesamte Schokolade from-bean-to-bar, denn qualitativ hochwertige Schokolade ist ein zentraler Bestandteil der Süßwaren-Klassiker.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 55
Verarbeitung von nachhaltig zertifizierten Kakao im Hause Manner
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| 100% | 100% | 100% |
Meilensteine:
- 2012 wurden alle Waffel- und Schnittenprodukte der Marke Manner auf nachhaltigen, UTZ-zertifizierten Kakao umgestellt.
- 2015 wurde die Schokobananen-Range auf Fairtrade umgestellt – mit dem All-that-can-be-Siegel, da sowohl Zucker als auch Banane sowie der Kakao aus Fairtrade-Anbau sind.
- 2020 erhielt die gesamte Victor-Schmidt-Mozartkugel-Range das Fairtrade-Siegel.
- 2021 war ein weiterer wichtiger Schritt für das Thema fairer Kakao bei Manner, denn sämtliche Manner Waffel- und Schnittenprodukte wurden auf Fairtrade-zertifizierten Kakao umgestellt.
- 2022 wurde das beliebte Napoli Dragee Keksi auf Fairtrade-Kakao umgestellt.
Zwei Vertreter von Manner haben im Oktober mit Fairtrade-Österreich die Elfenbeinküste in Afrika besucht, um mit Bauern, Kooperativen und Fairtrade-Afrika über Herausforderungen, Projektideen und Errungenschaften beim Fairtrade-Kakao-Anbau zu sprechen. Denn Kakao ist als wichtigster Rohstoff eines der zentralen Themen der Manner-Nachhaltigkeitsstrategie. Um die enormen Herausforderungen im Kakaoanbau anzugehen – von Armut über Kinderarbeit bis zum Klimawandel – setzt Manner für eine nachhaltig umgesetzte Produktverantwortung auf Fairtrade. Während der einwöchigen Kakao-Partnerreise von Abidjan nach Gagnoa und Divo wurde sichtbar, wie wichtig das Manner-Engagement für fairen Kakaoanbau ist. Der Kakao-Mindestpreis, also die faire Entlohnung der Kakaobauern sowie die Fairtrade-Prämie, durch die unter anderem die Errichtung von Schulen, Brunnen und die Initiierung von Frauenförderungsprogrammen ermöglicht werden, sind die Eckpfeiler dieser fairen Partnerschaft.
Manner-Haselnussfarm
Qualitativ hochwertige Haselnüsse sind für den Geschmack zahlreicher Produkte aus dem Hause Manner ausschlaggebend. Die Qualität und Verfügbarkeit des Rohstoffs ist für das Unternehmen wesentlich. 2018 wurde aus Überlegungen der Rückwärtsintegration – also der Übernahme von Fertigungsstufen von Zulieferern – die Tochterfirma Manner Azerbaijan LLC gegründet und Anbaugebiete in Aserbaidschan erworben. Damit setzte Manner einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungsicherheit und Preisstabilität. Insgesamt wurden bisher ca. 318 Hektar Agrarland (das entspricht ca. 445 Fußballfeldern) im Norden Aserbaidschans für den geplanten Anbau von rund 190.000 Haselnusspflanzen gekauft. Im Spätsommer 2025 ist mit einer ersten, kleinen Ernte zu rechnen. Bei vollem Ertrag wird zukünftig rund 20 bis 25 Prozent des Bedarfs an Haselnüssen von der Manner-Haselnussfarm gedeckt. Die erste Haselnuss der Farm wurde – aus symbolischen Gründen – nach Wien mitgenommen und wird in der Firmenzentrale verwahrt.
Das Jahr 2022 begann mit Herausforderungen, da enorme Niederschlagsmengen die geplanten Pflanzungsarbeiten im Frühjahr erschwerten und dazu das Wachstum von Unkraut begünstigten. Diese Schwierigkeiten und der Ausbruch des Ukrainekrieges, der im zweiten Halbjahr zu logistischen Problemen mit verlängerten Transportzeiten führte, vereitelten das Erreichen unserer hoch gesetzten Pflanzungsziele. Transportzeiten von bis zu vier Wochen verhinderten für Herbst geplante Baumanlieferungen aus Europa und so konnten nur ca. 50% der 2022 geplanten 70.000 Haselnusspflanzungen durchgeführt werden. Die Fehlmengen werden zu Jahresbeginn 2023 nachgepflanzt, da trotz unverändert langer Transportzeiten die im „Winterschlaf“ befindlichen Jungbäume ab Ende Dezember bis März transportfähig sind. Bis Ende 2023 soll der Rückstand aufgeholt sein und erwartet das Unternehmen ca. 160.000 gepflanzte Bäume. Per Jahresende 2022 waren insgesamt ca. 81.000 Bäume gepflanzt. Trotz der längeren Regenperiode war 2022 kein Einsatz von Chemikalien bei der Unkrautbekämpfung notwendig. Mitarbeiter*innen jäteten das Unkraut manuell sowie mit speziellen mechanischen Geräten.
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2022 lag einer der Schwerpunkte auf der Schaffung einer optimalen Farmorganisation. 38 Mitarbeiterinnen waren in diesem Jahr auf der Farm angestellt. Für den reibungslosen Ablauf sorgen drei Vorarbeiterinnen, eine Frau und zwei Männer. Die Themen Schulung und Weiterbildung waren 2022 ebenfalls zentral. Im November wurde durch einen Agrarspezialisten aus Spanien eine Schulung zum Thema „Pflanzenschnitt“ vorgenommen. Während 2021 noch der Bau der Bewässerungsanlage mit Verlegung der Bewässerungsleitung, einer zentralen Pumpen- und Filterstation, sowie als Hauptaufgabe der Bau eines 150.000m³ Wasserreservoirs im Fokus stand, konnte im abgelaufenen Jahr die komplette Bewässerungsanlage in Betrieb genommen werden. Somit läuft die Bewässerung automatisch in die bepflanzten Teile der Farm. Dafür wurde eine ressourcenschonende Tröpfchenbewässerung verlegt, mit der sowohl Wasser als auch Dünger zu den Pflanzen transportiert wird. Aufgrund der topographisch günstigen Lage der Farm mit Höhenunterschieden von ca. 100 m wird das Unternehmen in der Lage sein, ca. 45% der Bäume mit Schwerkraft ohne Einsatz von elektrischen Pumpen zu bewässern.
CO2-Reduktion durch Umstieg auf Mehrwegpaletten
Seit 2020 wird in einer Projektgruppe das Thema Einwegpaletten und Mehrwegsysteme bei Manner behandelt. In einem vorgelagerten Schritt wurden bereits die Holz-Einwegpaletten auf Mehrweg bzw. auf Pressholz umgestellt. In einem weiteren Schritt hat sich Manner zum Ziel gesetzt, One-way-Pressholzpaletten stark zu reduzieren. Gemeinsam mit CHEP, einem der größten Anbieter von Mehrwegpaletten, wurden bereits 2020 nahezu alle neuen Display-Artikel nur mehr auf CHEP-Mehrwegpaletten umgesetzt. Die CHEP-Mehrwegpalette wird CO2-neutral hergestellt und nach einer Lebensdauer von bis zu zehn Jahren im Recycling-Prozess wiederaufbereitet. Damit schafft es das Unternehmen, CO2 einzusparen und gleichzeitig werden das Handling und die Abwicklung vereinfacht. Mit Ende 2020 wurde begonnen, auch die weiteren Artikel umzustellen. 2021 zeigte bereits mit einem Anteil von 96 Prozent (vgl. 2019: 63%, 2020: 71%) von Mehrwegpaletten am Gesamtvolumen eine massive Steigerung auf. Im Jahr 2022 konnte das Ziel erreicht werden. Das verbleibende ein Prozent kommt nur aufgrund einer Inventurbuchung zustande, 2023 werden auch buchhalterisch die 100 Prozent erreicht werden.
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| % Einweg am Gesamtvolumen | 1% | 4% | 29% | 37% |
| % Mehrweg am Gesamtvolumen | 99% | 96% | 71% | 63% |
Audits
Nachstehend ein Überblick über interne und externe Audits:
- Interne Systemaudits
- Interne Revision
- Interne Prozess- und Produktaudits
- IFS (externes Audit)
- 5S (internes Audit)
- TPM (internes Audit)
- RFA (Rainforest Alliance – externes Audit)
- Fairtrade (externes Audit)
- iRSPO (internes RSPO Audit)
- RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil – externes Audit)
- HG Audit (Herkunftssicherung für Ei und Eiprodukte)
- Bio (zur Aufrechterhaltung des Zertifikats, zurzeit keine Produktionen)
- Kosher
- Vegan
- Non-GMO
Darüber hinaus finden auf Basis der Kundenverträge auch unangekündigte Kundenaudits sowie zur Erfüllung konkreter Kundenanforderungen Audits statt, die sich am Zielmarkt orientieren (z.B. FDA). Des Weiteren werden auch Rohstofflieferanten risikobasiert bzw. anlassbezogen auditiert. Auslöser und Ziele von Lieferantenaudits sind neben der
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Überprüfung der Erfüllung der Standardanforderungen (bspw. IFS) auch die Potenzialerhebung hinsichtlich Entwicklungsmöglichkeiten und Absicherung der Versorgungssicherheit. Die Erweiterung des Rohstoff-Know-hows und das Schaffen bzw. Fördern einer gemeinsamen Vertrauensbasis zwischen Lieferant*innen und Manner sind weitere Eckpfeiler der Lieferantenaudits und tragen zu einer stetigen Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und Qualität bei.
Managementsystem
Kundenanforderungen werden immer anspruchsvoller, Terminfristen kürzer und die Komplexität von Produkten und Abläufen nimmt stetig zu. Globalisierung und technologische Innovationen betreffen alle Branchen und müssen in die unternehmerische Planung miteinbezogen werden. Damit unser Unternehmen gerade in dieser Zeit der Schnelllebigkeit und Variantenvielfalt überhaupt funktionieren kann, sind Aufgaben, Ziele, Abläufe, Prozesse und viele weitere unternehmerische Elemente aufeinander abzustimmen und zu einem System zu verbinden. Das Managementsystem unterstützt das Unternehmen dabei, die Unternehmenspolitik wie auch die gesetzten Unternehmensziele umzusetzen, den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und letztlich den Unternehmenserfolg zu fördern. Erst das Managementsystem ermöglicht dem Unternehmen, komplexe bereichsübergreifende Führungsaufgaben zu bewältigen. Durch klare Rollen, Regeln und Abläufe werden Themen wie Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation, Wissen und Arbeitssicherheit strukturiert gemanagt. Es stellt die Anforderungen von Kundinnen und weiteren interessierten Parteien, aber auch z.B.# von Nachhaltigkeitsthemen in den Mittelpunkt und unterstützt uns entscheidend dabei, die Herausforderungen des Marktes und der Gesellschaft erfolgreich zu bewältigen. Unser Managementsystem ist nicht nach einem Regelwerk zertifiziert, der Mehrwert ist dennoch vielfältig und betrifft alle Bereiche des Unternehmens. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen, der für die meisten Unternehmen primär angestrebt wird, ist für uns auch der ökologische Nutzen von Bedeutung, der heute mehr denn je von höchster Wichtigkeit ist. Das Schaffen eines Bewusstseins für Umwelteinflüsse im eigenen Arbeitsfeld kann schon zu deutlicher Verringerung der Einwirkungen auf die Umwelt führen. Die Mitarbeiterinnen nutzen das Managementsystem als ein Instrument zur gezielten Verwirklichung der definierten Ziele und der Vision „Wiener Süßwarengenuss, der begeistert.“
Qualitätspolitik
Das Unternehmen hat sich der Herausforderung gestellt, höchste Qualitätsstandards für Produkte zu erreichen. Dies ist fester Bestandteil der Unternehmenspolitik, die die Bekenntnisse umweltgerechtes Wirtschaften, ethische Grundsätze in allen Bereichen (vom Lieferanten bis zum Kunden), Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, kontinuierliche Verbesserung von Geschäftsprozessen, Einhaltung des Standes der Technik und Streben nach Exzellenz enthalten. Die Mitarbeiterinnen streben nach Exzellenz, wollen kontinuierlich Spitzenleistungen erbringen und die Leistung laufend verbessern. Sie führen Geschäftsideen zu nachhaltigem Erfolg, indem sie die richtigen Dinge hinsichtlich Zeit und Qualität richtig tun (= Service Exzellenz), nachhaltig robuste und schlanke Prozesse in allen Unternehmensbereichen sollen implementiert werden (= Operational Exzellenz) und entschlossen handeln, vorbildlich führen und kontinuierliche Weiterentwicklung (= Management Exzellenz). Mit Fokus werden konsequent die Ziele verfolgt. Dier Mitarbeiterinnen sind selbstbestimmt, indem sie agieren statt reagieren und die Erwartungen der Konsument*innen sowie zukünftige Entwicklungen (Trends) rechtzeitig erkennen. Sie nutzen ihre Kernkompetenzen, konzentrieren sich auf das Wesentliche und verfolgen mit allen Unternehmensbereichen ein gemeinsames Unternehmensziel. Wirtschaftlichkeit, nachhaltige Profitabilität und Wertsteigerung sind zentrale Eckpunkte des fokussierten Handelns und sie sichern damit nachhaltig die Eigenständigkeit des Unternehmens und der Arbeitsplätze.
Die erforderlichen Mittel für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Organisation werden zur Verfügung gestellt. Dies inkludiert u.a. Maßnahmen zur Erreichung der Qualitätsziele, zur sicheren Herstellung von Lebensmittelmitteln im Sinne der Gesetzgebung, des Codex Alimentarius, der Good Manufacturing Practice, der Good Hygiene Practice sowie solche zur Absicherung des Produktschutzes (Food Defense). Im Sinne des Verbraucherschutzes sind Lebensmittelsicherheit und Produktqualität integrierter Bestandteil aller Prozesse und Entwicklungen. In unserem Unternehmen versteht man unter Qualität nicht die Eigenschaft eines Produktes, sondern die Qualität als Ergebnis der Qualität aller Arbeitsschritte. Sowohl die Unternehmensleitung als auch jeder einzelne Mitarbeiterin verpflichten sich zur Erfüllung aller Anforderungen an Erzeugnissicherheit und -legalität sowie zur Verantwortung gegenüber der Kundin bzw. dem Kunden, der Umwelt sowie der Hygiene- und Anstellungsbedingungen. Der entscheidende Faktor in der Umsetzung der Unternehmenspolitik ist das vorbildliche Verhalten durch das Management. Die Geschäftsleitung und jede Führungskraft im Unternehmen verpflichtet sich, das tägliche Handeln nach der dargelegten Unternehmenspolitik auszurichten. Nur durch den Beitrag einereines jeden im Unternehmen kann es gelingen, die Qualität der Produkte zu sichern, langfristig ausschließlich fehlerfreie Arbeitsergebnisse an die Kundinnen weiterzugeben, sowie die Umweltverträglichkeit unserer Produkte zu verbessern.
Managementreview (MMR)
Die oberste Leitung verpflichtet sich, das Managementsystem sowie die Strategie in geplanten Abständen zu prüfen und zu bewerten, um Zustand, Eignung, Angemessenheit, Wirksamkeit und Angleichung an die strategische Ausrichtung der Organisation zu prüfen bzw. sicherzustellen (Managementbewertung). Ziel der Managementbewertung ist die Feststellung der fortdauernden Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit, sowie die Bewertung von Möglichkeiten zur Verbesserung des Managementsystems. Dies soll auf Basis von definierten Kennzahlen erfolgen. Kennzahlen werden zwischen Vorstand und Bereichsleiter*innen vereinbart und sie geben Auskunft darüber, ob Prozesse geeignet sind, um geplante Resultate zu erreichen. An die Kennzahlen werden folgende Anforderungen gestellt: Ziel, Definition, Sollwert und Trend. Die Erreichung der Kennzahlen wird einmal jährlich auf Basis des Geschäftsberichts von den Bereichsleitern bewertet und die Maßnahmen von den Vorständen freigegeben bzw. Änderungen initiiert. Im Zuge der Managementbewertung muss eine Erarbeitung und Dokumentation mindestens folgender relevanter Parameter erfolgen:
- Leistung und Wirksamkeit des Managementsystems inkl.:
- Kundenzufriedenheit und Rückmeldungen
- Erfüllung der Qualitätsziele
- Prozessleistung und -konformität
- Unternehmenspolitik inkl. Aspekte der Lebensmittelsicherheitskultur
- Produktkonformität
- Nichtkonformitäten und Korrekturmaßnahmen
- Ergebnisse von Überwachungen und Messungen
- Auditergebnisse, Ergebnisse von Überprüfungen
- Authentizitäts- und Konformitätsvorfälle
- Benachrichtigungen von Behörden
- Trendanalysen (Vergleich mit MMR des Vorjahres)
Resultate von Managementbewertungen werden schriftlich festgehalten und fließen in die Erstellung des Unternehmensprogramms für die nächste Periode ein.
Management-Handbuch
Das Management-Handbuch ist der zentrale Teil der Dokumentation des Managementsystems, beschreibt dessen allgemeine Grundsätze und verweist direkt oder indirekt auf alle gültigen Dokumente des Managementsystems. Es stellt die Abläufe im Unternehmen sowie die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten dar und definiert die genutzten Werkzeuge und Methoden Somit ist es ein Teil der gemeinsamen Wissensbasis der Mitarbeiter*innen, bietet eine Hilfestellung für die Arbeit im Unternehmen und fördert das Verständnis für das eigene Unternehmen. Als notwendige Ergänzung sichert ein integriertes Dokumenten-Managementsystem den notwendigen detaillierten Einblick in die Regelwerke sowie in die Prozesse und Dokumentationen.
5.6 MASSNAHMEN ZUR REDUKTION DER UMWELTAUSWIRKUNGEN
Nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen ist ein wichtiger Pfeiler der Manner-Strategie. Klimaschutz sowie der sparsame Umgang mit Ressourcen sind dabei zentral. Ressourcenschonende Produktion, Effizienzsteigerungen, Steigerung des Anteils von zertifiziert nachhaltigen Rohstoffen sowie Maßnahmen im Bereich Verpackung, Abfallreduktion und Logistik stehen dabei im Zentrum der Bemühungen.
Manner-Energiemanagementsystem
Bei den Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden sowohl technische als auch organisatorische Optimierungen durchgeführt, die zur Steigerung der Energieeffizienz führen. Dazu ist vor allem die am Standort Wien erfolgte Umstellung von der Linienproduktion zur vertikalen Produktion, auch Strukturproduktion genannt, anzuführen. Dabei werden innerbetriebliche Transportwege der Rohstoffe, Zwischenfabrikate und Produkte verkürzt, sowie die Produktion selbst optimiert. Durch die Bewertung der Produktion vor und nach der Maßnahmenumsetzung ist eine Effizienzmaßnahme evident. Die Feststellung der Größe der Einsparung erfolgt durch die genaue Aufzeichnung der Produktionsmengen und der dafür erforderlichen Endenergie. Hierfür wird ein Energieleistungskennzahlenmodell zur energetischen Bewertung herangezogen. Nachfolgend werden die wichtigsten effizienzsteigernden Maßnahmen aufgelistet und beschrieben.
Wärmerückgewinnungen für Backöfen
Für die sieben bestehenden Backöfen wurden im Jahr 2016 drei Wärmerückgewinnungen installiert, um die Wärme der Abluft der Backöfen rückzugewinnen und im Prozess zu verwenden. Die Installation dieser Wärmerückgewinnungen wurde mittels Energieeffizienzmaßnahme im Jahr 2016 bereits dokumentiert (MM1281303-0104). Im Jahr 2017 wurde eine weitere Wärmerückgewinnung installiert und (mit Verzögerung) in Betrieb gesetzt und bereits dokumentiert (MM1281303- 0114). Bei den bestehenden Wärmerückgewinnungen hat sich gezeigt, dass bisher aufgrund von fehlerhaften Wärmetauschern und Umschaltklappen nicht die volle rückgewinnbare Wärmeleistung der Backofenabluft genutzt werden konnte. Daher wurde im Jänner 2019 eine Sanierung/Optimierung der bestehenden Wärmetauscher und Umschaltklappen aller bestehenden Öfen durchgeführt. Diese Maßnahme führte zu einer Erhöhung der auskoppelbaren Wärmeleistung aller Öfen-Wärmerückgewinnung und damit zu einer zusätzlichen Energieeinsparung. Im Zuge dieser Sanierung wurde auch die Wärmerückgewinnung für den Neapolitaner-Ofen fertiggestellt, der bereits 2018 in Betrieb genommen wurde, bei dem jedoch die Funktionalität zur funktionstüchtigen Wärmerückgewinnung noch nicht gegeben war. Im März 2019 wurde der vorletzte Backofen mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Wärmerückgewinnung für den letzten Backofen ist Anfang 2020 in Betrieb gegangen. Ab Dezember 2022 wird ein neuer energieeffizienterer Backofen installiert, die geplante Inbetriebnahme ist Jänner 2023.
Optimierung Dampferzeugung Standort Wolkersdorf
Der bestehende Dampfkessel wird mit einem neuen Hybridbrenner ausgestattet. Mit dem Tausch auf eine moderne Steuerung wird eine Verbesserung der Energieeffizienz erreicht. Es ist geplant, sämtliche Wärmequellen so zu bündeln, dass der bestehende gasbetriebene Heizkessel ersetzt werden kann und der Bedarf an Wärme für diverse Masseheizungen so abgedeckt wird.# Druckluft Wien
2022 gab es erneut Verbesserungen im Bereich Leckagen, der Reinigungsluft und des Leitungsnetzes. Es wurden alle Anlagengruppen mittels eigenen Schalters komplett vom Druckluft-Netz getrennt. Damit konnte eine massive Verbesserung im Bereich der Leckagen während des Produktionsstillstands erreicht werden. Mit dieser Maßnahme soll auch die Laufzeit der Kompressoren, speziell im Zeitraum von Produktionsstillständen, reduziert werden. 2018 wurde ein weiterer ölfreier Druckluftkompressor installiert, welcher zum einen die Druckluftqualität (Sauberkeit) massiv verbessert, zum anderen einen alten, wenig energieeffizienten Kompressor ersetzt. Ziel war es, bis 2020 mit einem weiteren, ölfreien Kompressor den gesamten Druckluftbedarf auf höchstem Niveau der Sauberkeit bereit zu stellen. 2022 wurde ein dritter ölfreier Druckluftkompressor installiert, die gewonnene Abwärme wird, so wie bei den bisherigen Anlagen, ins Abwärmenetz eingespeist. Die Energie-Saving-Gruppe wird auch in weiterer Zukunft großes Augenmerk auf das Thema Druckluftverbrauch legen.
Strom Wien & Wolkersdorf
Im Zuge der fortlaufenden Bestandssanierung wurden und werden weitere Produktionsflächen mit dementsprechend energieeffizienten LED-Beleuchtungen samt Lichtsteuerung ausgestattet.
Management
Seit 2020 arbeitet eine Energie-Saving-Gruppe an Optimierungen, 2022 wurde diese erweitert, um auf Abweichungen schneller reagieren zu können.
Schulungen zum Thema Energieeffizienz
2022 haben mehrere Schulungen, sowohl im fachlichen als auch im Bereich Bewusstseinsbildung stattgefunden.
Audits
Seit 2014 finden spezielle Audits im Bereich Druckluft statt, um hier dementsprechend Potenziale zu lokalisieren. Im Jahr 2017 lag der Fokus auf der Implementierung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001. Seit 2018 gibt es Audits im Bereich Energieeinsparungspotenziale. 2019 hat ein weiteres Energieeffizienzaudit, durchgeführt durch externe Auditoren, stattgefunden. Für 2023 ist ein Energieeffizienzaudit – abhängig vom neuen Energieeffizienzgesetz – durch einen externen Auditor geplant.
Fernwärme-Projekt Wien Energie
Die Wien Energie GmbH nutzt Abwärme aus industriellen Prozessen von Manner und speist diese in das Fernwärme- Sekundärnetz ein, um Fernwärmekunden mit Abwärme zu versorgen. Es sind mindestens 3.600 MWh pro Jahr an Abwärmeeinspeisung vorgesehen. Erwartet wird, dass ca. 5.400 MWh pro Jahr genutzt werden können. Aufgrund der neuen, größeren Blockheizkraftwerk-Anlage werden höhere Abgabemengen erwartet. Aus diesem Grund plant Fernwärme Wien die Einbindung eines zweiten Fernwärmerings, um ganzjährig eine kontinuierliche Abnahme zu gewährleisten. Im Rahmen dieses Projekts werden Verbindungsleitungen zwischen dem Pufferspeicher und dem Wärmetauscher von Wien Energie, inkl. einer Pumpenstation, sowie der dazu notwendigen Elektrik für zwei Temperaturebenen errichtet.
Technische Daten
| [kW] | |
|---|---|
| Thermische Nennleistung | 1.000 |
| Ausgekoppelte Wärmemenge pro Jahr [MWh] | mindestens 3.600 MWh |
| Leistung | 1 MW |
| Einsparung CO 2 -Emissionen | 1.000 t/Jahr |
| Abwärme-Einspeisung | 5.600 MWh |
Für 2023 ist seitens Fernwärme Wien eine Erweiterung der Abnahme geplant, um bisherige saisonbedingte Abnahmeengpässe zu verhindern.
Weitere Schritte in Bezug auf Energieeffizienz
- Detailausarbeitung ausgewählter Maßnahmen aus dem Vorschlag nach Energieaudit Wien
- Weitere Maßnahmen zur Optimierung der klimatischen Verhältnisse und damit verbundene Energieeinsparungen in den Produktionsbereichen werden ständig evaluiert und laufend umgesetzt.
- Für 2024 ist geplant, den 9. Waffelbackofen ebenfalls mit einer Abgaswärmerückgewinnung auszustatten.
- Wolkersdorf
- Erneuerung der kompletten Druckluftversorgung durch energieeffiziente Komponenten und intelligenter Steuerung (geplant für 2023).
- Nutzung der neuen Wärmequellen aus den Druckluftkomponenten (geplant 2023/2024).
- Ersatz des bestehenden gasbetriebenen Heizkessels, durch Zusammenführung von Wärmerückgewinnungen (geplant 2024).
- Effizienzsteigerung im Bereich Kesselanlagen (Dampf/Heizung), durch Tausch der Brenner, samt neuer Steuerung (Umsetzung 2022/2023).
Auswirkung des Energieeffizienzgesetzes
- gesteigerte Bewusstseinsbildung im Kernteam
- dauerhafte Daten-/ Informationslage für Energienutzung
- finanzieller Erfolg durch Verkauf von Maßnahmen
- Potenzial für weitere Steigerung der Energieeffizienz erkannt
- Wettbewerbsvorteile durch energetisch optimierte Produktion
- Wertschätzung des Bereichs Energie (-versorgung und -effizienz)
- Umsetzbarkeit von Effizienzmaßnahmen, die betriebswirtschaftlich nicht umsetzbar wären
- Aufrechterhalten des Verbesserungsprozesses durch das Managementsystem
Abfallvermeidung
Seit 2020 sind Projekte mit dem Ziel der Reduzierung des Abfalls, sowohl im technischen als auch im organisatorischen Bereich, im Fokus. Schwerpunkt dabei war auch 2022 die Verbesserung der Mülltrennung, und damit die Reduzierung des Restmüllanteils. Nach Reorganisation der Fraktionen, Organisation von zentralen Sammelplätzen in den Produktionsabteilungen und zusätzlicher Schulung der Mitarbeiter*innen ist es gelungen, den Restmüllanteil seit 2020 um 40% zu reduzieren. Weiters konnte der Anteil der nicht verwertbaren Lebensmittelreste um mehr als 60% gegenüber 2021 reduziert werden. Durch Anschaffung von Papier- und Plastikpressen konnte der Transportaufwand für diese beiden Fraktionen halbiert werden.
Wien & Wolkersdorf
Spezifischer Wasserverbrauch je kg Ware WIEN
| Wasserverbrauch [m³] | kg Ware | |
|---|---|---|
| 2022 | 115.827 | 31.701.616,00 |
| 2021 | 112.661 | 37.724.000,00 |
| 2020 | 110.628 | 36.499.647,00 |
| 2019 | 112.519 | 36.359.513,27 |
| 2018 | 107.937 | 35.884.745,00 |
Spezifischer Wasserverbrauch je kg Ware WODO
| Wasserverbrauch [m³] | kg Ware | |
|---|---|---|
| 2022 | 94.965 | 12.167.822,00 |
| 2021 | 103.979 | 16.265.982,00 |
| 2020 | 110.122 | 15.516.622,00 |
| 2019 | 99.245 | 15.852.110,00 |
| 2018 | 111.215 | 14.778.418,00 |
TOCHTERGESELLSCHAFT Manner Azerbaijan LLC, Khudat City, Aserbaidschan
Energieverbrauch
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Strom (kWh) | 57.200 | 39.000 |
| Diesel, Benzin | ||
| Strom (BHKW Erzeugung nicht berücksichtigt) | 20.000.000,00 | |
| Gas | 40.000.000,00 | |
| Gesamtenergieverbrauch | 60.000.000,00 | |
| 80.000.000,00 | ||
| 100.000.000,00 | ||
| 120.000.000,00 | ||
| 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 |
Manner Produktionsmengen und Gesamtenergieverbrauch
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtenergieverbrauch (kWh) | 95.481.591,36 | 99.913.242,71 | 98.021.451,63 | 99.756.480,60 |
| Manner Produktionsmengen (kg) | 52.234.516,00 | 53.989.982,00 | 52.016.269,00 | 52.211.623,27 |
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Gas (m³) | 5.940 | 1.350 | ||
| Diesel (l) | 24.900 | 12.370 | ||
| Benzin (l) | 14.900 | 12.240 | ||
| Wasser (m³) | 1.080.000 | 4.600 |
TOCHTERGESELLSCHAFT Josef Manner s.r.o., Brno, Tschechische Republik
Gesamtenergieverbrauch (3 Standorte)
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Strom (kWh) | 19.339 | 16.197 |
| Diesel (l) | 18.940 | 22.774 |
TOCHTERGESELLSCHAFT Josef Manner, marketinske storitve, d.o.o., Ljubljana, Slowenien
Gesamtenergieverbrauch
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Diesel (l) | 5.794 | 6.832 |
Die Energiekosten (Strom und Heizung) sind in einem langjährigen Mietvertrag in der Mietpauschale integriert.
Arbeitssicherheit
Die Arbeitssicherheit der Mitarbeiterinnen ist dem Unternehmen ein besonders wichtiges Anliegen. Deshalb werden sämtliche Mitarbeiterinnen bei erstmaligem Arbeitsantritt ausführlich unterwiesen, darüber hinaus finden jährliche Arbeitssicherheitsschulungen für alle verpflichtend statt. Die theoretischen Schulungen werden seit 2022 durch praktische Übungen im neu geschaffenen Safety-Center am Standort Wien ergänzt. Die Errichtung eines Safety-Centers am Standort Wolkersdorf ist für 2023 vorgesehen. Weiters haben die Mitarbeiter*innen einmal wöchentlich die Möglichkeit, die Sprechstunde der Arbeitsmedizinerin (Betriebsärztin) zu besuchen. Die Präventivfachkräfte (Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmedizinerin) führen regelmäßige Rundgänge in beiden Werken sowie in allen Manner-Shops durch, um etwaige Gefahrenquellen zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Vor Inbetriebnahmen von Neuanlagen werden im Zuge von MindMap-Abnahmen sicherheitstechnische Risiken bewertet. Um zielgerechte Maßnahmen zu erarbeiten, werden die Arbeitsunfälle in unterschiedlichen Kategorien erfasst.
Kennzahl: Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter*innen (vollbeschäftigt)
| 2022 | 2021 | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Arbeitsunfälle (meldepflichtig) | |||
| Wien | 17 | 11 | 18 |
| Wolkersdorf | 20 | 6 | 18 |
| Gesamt Manner AG | 37 | 17 | 36 |
Zielsetzung für 2023 = Kennzahl 35
5.7 ARBEITNEHMER*INNEN SIND DIE BASIS ERFOLGREICHEN WIRTSCHAFTENS
Alles fängt mit den Menschen an: Sie stehen im Mittelpunkt der Strategie „Manner 2026“ und stellen damit einen wesentlichen Erfolgsfaktor des Unternehmens dar. Die Menschen bei Manner sind der Schlüssel, um Unternehmensziele zu erreichen. Sie machen Erfolg erst möglich, denn sie prägen das Unternehmen nach innen wie nach außen. Der tägliche Einsatz der Mitarbeiterinnen ist damit der entscheidende Beitrag zum Geschäftserfolg. Menschen und Erfolg gehören bei Manner untrennbar zusammen. Volles Engagement ist nur möglich, wenn der Umgang miteinander wertschätzend ist. Wertbasierte Führung und Zusammenarbeit sowie transparente Kommunikation haben deshalb einen hohen Stellenwert im Geschäftsalltag und zeichnen die Unternehmenskultur von Manner aus. Im Jahr 2022 wurde an den Werten gearbeitet und ein Manner- Wertewürfel mit den Kernwerten - Zusammenarbeit, - Verantwortlichkeit, - Kundenorientierung, - Lösungsorientierung und - Menschlichkeit entworfen. Quer durch die Organisation und alle Abteilungen wurde in diesem Jahr auch daran gearbeitet, diese Werte für alle Mitarbeiterinnen sichtbar zu machen. Die Beschreibung der Kompetenzen wird regelmäßig bei Mitarbeiterinnengesprächen verwendet, um fundiertes Feedback dahingehend zu geben. Manner ist bestrebt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiterinnen ihr volles Potenzial entwickeln und in den Job einbringen können, in dem die Arbeit von Vertrauen geprägt ist und alle in ihrem Job Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt erfahren.Als Familienunternehmen sind diese Werte sozusagen in der DNA und darin sieht Manner auch einen Wettbewerbsvorteil. Auch Dr. Carl Manner (†) hat die respektvolle Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel zum Wohle des Unternehmens in den Mittelpunkt gestellt. Dies bedeutet ein höfliches, offenes und faires Verhalten, bei dem der Mensch nie Mittel zum Zweck ist. Manner versteht, dass Menschen unterschiedlich sind, schätzt unterschiedliche Meinungen und bezieht diese in den Arbeitsalltag ein. Die 2017 von Manner begonnene Kooperation mit REiNTEGRA, einer Organisation, die sich seit über 30 Jahren für die berufliche Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen engagiert, wurde auch 2022 erfolgreich weitergeführt. Dabei wurden von REiNTEGRA Fertigungsarbeiten für Manner durchgeführt. Auch im vergangenen Jahr waren durchschnittlich etwa 50 Mitarbeiter*innen für Manner tätig. Manner hat im Jahr 2010 die HAY-Stellenbewertung eingeführt. Dieses international anerkannte und bei zahlreichen Unternehmen angewandte System unterteilt Stellen in verschiedene Funktionsgruppen.
Unfallkennzahl
| 2022 | 2021 | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Manner AG | 45 | 22 | 48 |
| Manner Gruppe |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 65
Externe Schulungen wurden im Jahr 2022 aufgrund der finanziellen Situation nur in eingeschränktem Maße durchgeführt. Schwerpunkte waren u.a. Führungskräfte-Workshops, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern und den Teamzusammenhalt zu stärken sowie fachspezifische Schulungen im technischen Bereich.
Seit Oktober 2021 wird die E-Learning-Plattform J.O.S.E.F. (Josef Manner Online Schulungen Erleichtern Fortbildung) genutzt. Diese eröffnet nun breite Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen. Es werden sowohl vorgefertigte Schulungsinhalte zu zahlreichen Soft-Skills-Themen angeboten, die Plattform wird in Zukunft aber auch für interne Trainings und Standardschulungen genutzt.
Im Jahr 2022 wurde ein umfassendes Kulturentwicklungsprogramm, welches auch Employer Branding umfasst, neu gestartet. Unter dem Namen „Miteinander Manner“ arbeiten Manner-Mitarbeiter*innen quer durch alle Hierarchien und Abteilungen gemeinsam daran, Manner morgen noch ein Stück besser zu machen.
Ziele von „Miteinander Manner“:
* Die Manner-Kultur positiv weiterentwickeln als Basis für den gemeinsamen Erfolg
* Die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen und Abteilungen verbessern
* Das Engagement der Mitarbeiterinnen und die Bindung an das Unternehmen steigern
In den vier Gruppen „Zugehörigkeit“, „Entwicklung“, „Benefits“ und „Arbeitsumfeld“ wurden zahlreiche Maßnahmen und Projekte identifiziert, einige davon waren zu Ende des Jahres bereits in Umsetzung.
Wichtig ist für Manner auch der Erhalt der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiterinnen im Alter. Dazu wurden Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt und in Wolkersdorf das Projekt Fit2work gestartet. Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die Arbeitsbedingungen optimieren und den Mitarbeiterinnen die Arbeit erleichtern. Das Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung, welches Manner aufgrund von Fit2work erhalten hat, war bis 2021 gültig und wurde für die Jahre 2022 bis 2024 wieder zuerkannt.
In Wien startete Fit2work mit der Erhebung des Arbeitsbewältigungsindex, auf dessen Basis im Jahr 2022 durch die Steuergruppe Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt wurden. Diese Maßnahmen um umfassten v.a. technische und ergonomische Verbesserungen wie z.B. die Anschaffung von Hebehilfen, Schulungen zum richtigen Bedienen der Anlagen, richtige Anordnung der Hochdrucklanzen. Weitere Maßnahmen im organisatorischen Bereich (abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, Optimierung der Arbeitsabläufe, Schulung der Führungskräfte) sind für das Jahr 2023 geplant. Im Bürobereich wird es ab 2023 durch die Arbeitsmedizin regelmäßige Beratungen zur Ergonomie der Schreibtischarbeitsplätze geben.
Im März 2021 wurde am Standort Wien 17 durch die neue Arbeitsmedizinerin Dr. Sigrid Kölbl-Klufa eine enge Zusammenarbeit mit dem Bereich Arbeitssicherheit gestartet. Betriebsbegehungen, Arbeitsplatzevaluierungen, die Neuorganisation der Ersten Hilfe sowie arbeitsmedizinische Untersuchungen wurden durchgeführt. Parallel dazu stellte die Mitarbeit im COVID-Krisenteam (Beratung Risikogruppen, Bestellung Impfstoff, Impfberatung, Impfen, Antigen-/PCR- Testungen) einen großen Schwerpunkt dar.
Der Schwerpunkt bei Manner bezüglich der Ausbildung der Mitarbeiterinnen im MPS (Manner-Produktions-System) wurde weiterverfolgt. Im Rahmen dieser Ausbildung wurden im Sinne des Lean-Gedankens weitere Green Belts ausgebildet. Manner legt großen Wert auf Arbeitnehmerschutz. Dies beginnt bei Sicherheitsunterweisungen bei Eintritt, regelmäßigen Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit und vertieft sich durch regelmäßige Jour fixes der Führungskräfte sowie Meetings und Begehungen mit Arbeitsmedizinerinnen und Betriebsrat. Darüber hinaus werden die Anlagen laufend an die aktuellen Sicherheitsstandards angepasst.
Lehrlinge
Die Lehrlingsausbildung wurde im Jahr 2022 fortgesetzt und erweitert. 14 Lehrlinge waren 2022 in Ausbildung (Mechatronik, Lebensmitteltechnik, Elektrotechnik, Prozesstechnik, Betriebslogistik). Manner sieht hierin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es werden nach Lehrzeitende daher auch alle Lehrlinge in ein Dienstverhältnis übernommen. Gemäß der Vision der Lehrlingsausbildung, „leistungsorientierte Jugendliche zu hochqualifizierten und werteorientierten Führungs- und Fachkräften zu entwickeln“, wurden zahlreiche zusätzliche Ausbildungsangebote wahrgenommen. Schulungsschwerpunkte bei den Lehrlingen gab es 2022 unter anderem zum Thema IT (Datenschutz und -sicherheit, IT- Sicherheit, Social Media Awareness). Außerdem absolvierten die Lehrlinge ab dem dritten Lehrjahr eine LEAN- und QS- Ausbildung in Kooperation mit den Firmen EVVA und Hörbiger. Alle haben die Prüfungen erfolgreich bestanden.
Manner AG
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| MA | Zahl | % | MA | |
| Frauen | 305 | 38 | 298 | 38 |
| Männer | 500 | 62 | 479 | 62 |
| Summe | 805 | 100 | 777 | 100 |
Neu eingestellte Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht und Alter
| 2022 | 2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| U 30 | 30-50 | Ü 50 | U 30 | 30-50 | Ü 50 | |
| Frauen | 15 | 31 | 8 | 13 | 25 | 4 |
| Summe | 54 | 100 | 42 | 100 | ||
| Männer | 42 | 68 | 5 | 24 | 32 | 5 |
| Summe | 115 | 100 | 61 | 100 |
Personalfluktuation nach Geschlecht und Alter
| 2022 | 2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| U 30 | 30-50 | Ü 50 | U 30 | 30-50 | Ü 50 | |
| Frauen | 15 | 19 | 7 | 6 | 17 | 14 |
| Summe | 41 | 100 | 37 | 100 | ||
| Männer | 28 | 59 | 1 | 15 | 36 | 1 |
| Summe | 88 | 100 | 64 | 100 |
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prozentsatz der ungeplanten Abwesenheit von Mitarbeiter*innen | 7,1% | 5,6% | 5,9% | 5,9% | 5,8% |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 67
ASERBAIDSCHAN
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| MA | Zahl | % | MA | |
| Frauen | 6 | 16 | 5 | 15 |
| Männer | 32 | 84 | 28 | 85 |
| Summe | 38 | 100 | 33 | 100 |
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Alter
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| Alter | Alter | |||
| unter 30 | 25 | unter 30 | 21 | |
| 30-50 | 2 | 30-50 | 2 | |
| über 50 | 11 | über 50 | 10 | |
| Summe | 38 | Summe | 33 |
SLOWENIEN
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| MA | Zahl | % | MA | |
| Frauen | 1 | 25 | 1 | 25 |
| Männer | 3 | 75 | 3 | 75 |
| Summe | 4 | 100 | 4 | 100 |
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Alter
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| Alter | Alter | |||
| unter 30 | 0 | unter 30 | 0 | |
| 30-50 | 3 | 30-50 | 3 | |
| über 50 | 1 | über 50 | 1 | |
| Summe | 4 | Summe | 4 |
TSCHECHIEN
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| MA | Zahl | % | MA | |
| Frauen | 15 | 75 | 15 | 71 |
| Männer | 5 | 25 | 6 | 29 |
| Summe | 20 | 100 | 21 | 100 |
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Alter
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| Alter | Alter | |||
| unter 30 | 0 | unter 30 | 1 | |
| 30 -50 | 16 | 30-50 | 16 | |
| über 50 | 4 | über 50 | 4 | |
| Summe | 20 | Summe | 21 |
DEUTSCHLAND
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Geschlecht
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| MA | Zahl | % | MA | |
| Frauen | 5 | 50 | 3 | 33 |
| Männer | 5 | 50 | 6 | 67 |
| Summe | 10 | 100 | 9 | 100 |
Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen per Jahresende nach Alter
| 2022 | 2021 | |||
|---|---|---|---|---|
| Alter | Alter | |||
| unter 30 | 0 | unter 30 | 0 | |
| 30-50 | 4 | 30-50 | 4 | |
| über 50 | 6 | über 50 | 6 | |
| Summe | 10 | Summe | 10 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 68
Folgende Prozesse wurden zur Qualitätssicherung implementiert:
* Interne Kontrollprozesse: Im Rahmen von IFS Food (International Featured Standards) werden Personalthemen wie Schulungen und Stellenbeschreibungen kontrolliert. Abgesichert ist diese Vorgehensweise durch einen workflow-gestützten Onboarding-Prozess. Dieser startet schon vor Dienstantritt und stellt sicher, dass die Mitarbeiterinnen an ihrem ersten Arbeitstag alle notwendigen Arbeitsmittel vorfinden und ein spezifischer Schulungsplan vorliegt. Dieser wird während der Einschulungsphase konsequent verfolgt, die Ausbildungsziele durch Tests und persönliche Gespräche abgefragt und der Workflow erst abgeschlossen, wenn die Mitarbeiterinnen selbst bestätigen, fit für die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu sein.
* Interne Revision: Die interne Revision führt regelmäßig Überprüfungen der unternehmensinternen Prozesse und Kontrollmaßnahmen gemäß des jährlichen Revisionsplans durch. Mit der Durchführung der internen Revision ist ein externer Dienstleister beauftragt.
* Gesundheit am Arbeitsplatz: An jedem Standort sind Betriebs*ärztinnen im Einsatz, die sowohl bei der ergonomischen und sicheren Arbeitsplatzgestaltung unterstützen als auch gemeinsam mit der Geschäftsleitung und Personalabteilung Gesundheitsprogramme erarbeiten.
Lean als ganzheitlicher Ansatz
Zur Absicherung einer nachhaltigen Wertschöpfung sowie zur Erfüllung der jährlichen Vorgaben bezüglich Effizienzsteigerung wurde 2015 ein Projekt gestartet mit dem Ziel, das Manner-Produktions-System (MPS) durch den Einsatz von Lean-Methoden zu integrieren. Zur Erreichung der Projektziele, wie zum Beispiel die Optimierung der Arbeitsplätze hinsichtlich Sicherheit und Ergonomie und die Gestaltung von effizienteren Prozessen, oder die Reduktion von Fehlchargen wurden Leanmanagement-Tools wie 5S, KVP, TPM, SFM usw. implementiert und laufend weiterentwickelt.# 5.7 ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ
Dies bedarf intensiver Schulungen und Trainings aller Mitarbeiter*innen. Insgesamt wurden bisher über 100 Führungskräfte zu Lean Production Green Belts oder Lean Admin Green Belts ausgebildet und mit einem Zertifikat der Donau Universität Krems ausgezeichnet. Für das Training aller Mitarbeiter*innen aus den produzierenden Bereichen, das in einem Tagesworkshop abgehalten wird, wurde ein eigenes Manner-Planspiel entwickelt. Auch 2022 wurden wieder mehr als 50 Mitarbeiter*innen geschult.
Verstärkt angewendet wurde die Lean-Methode SPC (Statistical Process Control), bei der ein Prozess mit dem Fokus auf die Prozessfähigkeit analysiert wird. Auf Basis dieser Analysen werden weiterführende Mechanismen entwickelt, um den Prozess möglichst im gewünschten Fenster zu halten. Diese Methode findet bereits breite Anwendung im Automotive Segment und Manner zählt hier als Vertreter für die Lebensmittelindustrie zu den Vorreitern in puncto Prozessfähigkeitsanalysen.
Der Arbeitssicherheits-Jour-Fixe (ASJF) ist ein Gremium bestehend aus dem Vorstand Produktion & Technik, den Produktionsleiter*innen, der Leiterin Personal, der Leiterin „Qualität, Sicherheit, Umwelt“, dem Leiter „Integriertes Management System“, dem Leiter Technik Wien, dem Leiter Materialwirtschaft, der Sicherheitsfachkraft und dem Brandschutzbeauftragten, das alle sechs Wochen zusammenkommt. Seit 2019 nehmen auch die Betriebsräte regelmäßig teil. Im ASJF werden alle aktuellen Themen des Arbeitnehmerschutzes und auch des Brandschutzes besprochen, Maßnahmen präsentiert und freigegeben sowie die grundsätzlichen Zielsetzungen und Schwerpunkte des Arbeitnehmerschutzes festgelegt.
Darüber hinaus finden jährlich in den Werken Wien und Wolkersdorf Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen (ASA) gemäß §88 ASchG statt. Zusätzlich findet einmal im Jahr eine Zentrale Arbeitsschutzausschuss-Sitzung (ZASA) am Unternehmenssitz in Wien gemäß §88a ASchG statt. Zusätzlich zum ASFJ ist der Vorstand bei der ASA und ZASA anwesend.
Arbeitsunfälle, und damit auch hohe Ausfallsraten, Risiken aus Haftungen und Reputationsrisiken werden vermieden durch:
- Präventivarbeit mittels regelmäßiger Schulungen inklusive abschließender Prüfungen, Begehungen vor Ort etc.
- Statistische Auswertungen der Vorfälle und dadurch Fokus-Setzung auf richtige Schwerpunkte.
Im Jahr 2020 wurde ein Verbesserungsprojekt zur Reduzierung des Explosionsrisikos in der Puderaufbereitung in Wolkersdorf umgesetzt. Durch eine neu konzipierte Explosionsunterdrückungsanlage kann dauerhaft das Risiko im Brandfall reduziert werden.
- Aufstellung von Zielen zur Verringerung von Arbeitsunfällen, die entsprechend kommuniziert und evaluiert werden.
- Das Unfallmeldesystem wird über einen webbasierten Workflow abgewickelt. Es stellt sicher, dass sowohl die/der direkte Vorgesetzte der/des Verunfallten sowie die/der Verantwortliche der Unfallstelle adressiert werden und sofort eine Aufforderung zur Behebung der Gefahrenstelle und Nachschulung erhalten.
- Zusammenarbeit mit externen Behörden.
Arbeitssicherheit ist nicht nur Aufgabe des Managements, sondern auch Teil der täglichen Arbeit der Schichtleiter*innen und in der Stellenbeschreibung verankert. Über das gesetzlich geforderte Maß hinaus wurden Schichtleiter*innen und andere Personen des Produktions- und Instandhaltungsbereichs als Sicherheitsvertrauensperson ausgebildet. Täglich gibt es am Shopfloor ein Daily Morning Meeting, bei dem unter anderem auch Sicherheitskennzahlen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung besprochen werden.
Darüber hinaus werden alle Mitarbeiter*innen aus Produktion/Technik/Materialwirtschaft einmal pro Jahr auf Hygiene, Arbeitssicherheit und Brandschutz geschult. Die Wirksamkeitsüberprüfung der Schulung erfolgt per Test: Die Mindestanforderung von 60 Prozent richtigen Antworten wurde auch 2020 in allen Bereichen im Durchschnitt erreicht.
Alle Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Produktion/Technik/Materialwirtschaft erhalten einen individuell angepassten Gehörschutz. Hierbei wird ein Abdruck des äußeren Gehörgangs genommen und der Gehörschutz individuell an die Mitarbeiter*innen angepasst. Dies ermöglicht einen deutlich verbesserten Tragekomfort sowie durch den Einsatz spezieller Filter die Anpassung der Dämpfungsleitung an den Umgebungslärm.
Das im Jahr 2017 eingeführte Meldesystem für Unfälle erfasst auch „Beinahe-Unfälle“ und „unsichere Zustände“. Damit soll die Sicherheitskultur im Unternehmen weiter positiv entwickelt werden. Alle Maßnahmen gemeinsam haben das Ziel, zur Reduktion des Abwesenheitsprozentsatzes beizutragen. Mit dem Ende des Jahres 2022 zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Meldekultur auch in Bezug auf Beinahe-Unfälle. Auch die Qualität der Schulungen im Bereich Arbeitssicherheit konnte gesteigert werden, indem ein neu geschaffenes „Safety-Center“ installiert wurde, in dem praktische Übungen zu den theoretischen Lerninhalten vermittelt werden.
5.8 BESTECHUNG UND KORRUPTION HABEN BEI MANNER KEINEN PLATZ
Manner spricht sich strikt gegen Korruption und unsaubere Geschäfte aus und begegnet diesen Risiken mit mehreren Vorkehrungen: Interne Kontrollsysteme, Richtlinien und Berechtigungssysteme wurden aufgesetzt, um gesetzwidrige Handlungen zu vermeiden. So ist beispielsweise ab einer gewissen Rechnungssumme das Vier-Augen-Prinzip vorgesehen und in der 2014 eingeführten „Anti-Korruptionsrichtlinie“ wurden intern höhere Standards als gesetzlich vorgeschrieben gesetzt. In dieser Richtlinie werden rechtlich unlautere Handlungen definiert, untersagt und für alle Bereichsleiter*innen Meldepflichten verankert, sodass jährlich über Zuwendungen, Geschenke und Einladungen Bericht zu erstatten ist.
Folgende Maßnahmen wurden gesetzt, um finanzielle Risiken (Betrugsrisiken) und Reputationsschäden zu vermeiden:
- Manner Code of Conduct (Verhaltensregeln)
- Einkaufs- und Rechnungsprozess-Richtlinie
- Anti-Korruptionsrichtlinie
- Interne Revision (mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Vertrieb und Einkauf)
- Berechtigungssysteme des ERP-Programms
- Mitarbeiterschulungen
Durch die oben genannten Prozesse, Richtlinien und Maßnahmen sind alle Mitarbeiter*innen der Gesellschaft dazu verpflichtet, Korruption und andere unlautere Handlungen zu unterlassen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden in der Josef Manner & Comp. AG und ihren Tochtergesellschaften keine Korruptionsrisiken an den Standorten identifiziert und keine Korruptionsfälle bekannt.
5.9 MANNER ACHTET DIE MENSCHENRECHTE
Die Einhaltung der Menschenrechte ist für Manner eine Grundvoraussetzung unternehmerischer Verantwortung. Seit Gründung des Unternehmens besteht das Ziel, die Vielfältigkeit der Mitarbeiter*innen in Bezug auf Ausbildung, Erfahrung, Alter, kulturelle Herkunft, Geschlecht und ähnliche Gesichtspunkte zu fördern. Freie Arbeitnehmervertretungswahlen finden in regelmäßigen Abständen statt. Die Achtung der Menschenrechte und Ablehnung jeder Art von Diskriminierung von Mitarbeiter*innen und Kooperationspartnern sind die Basis, um geschäftlich tätig zu sein (licence-to-operate).
Maßnahmen sind:
- Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette (z. B. Kakao aus nachhaltig zertifizierten Quellen)
- Verantwortungsvolles Marketing
Manner bekennt sich darüber hinaus allumfassend zu den Rechten der Arbeitnehmer*innen und dem Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit. Als wesentliches Instrument zur Meldung von Verstößen gegen diese Rechte existiert bei Manner eine etablierte Arbeitnehmer*innenvertretung. Diese fungiert als zentrales Bindeglied zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmer*innen. Es sind keine Verstöße gegen die Menschenrechte durch die Josef Manner & Comp. AG oder ihre Tochtergesellschaften bekannt, ebenso wenig gab es im Jahr 2022 Beanstandungen wegen Diskriminierung.
Österreich schützt Menschenrechte in der Verfassung und in zahlreichen einfachen Gesetzen. Die Europäische Menschenrechtskonvention, die das maßgebende Instrument für den Menschenrechtsschutz in Europa darstellt, hat Verfassungsrang. Neben den Hauptübereinkommen des internationalen Menschenrechtssystems bestehen auch zahlreiche Übereinkommen zu speziellen Menschenrechtsfragen. Der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der Europarats-Kommissar für Menschenrechte, die OSZE sowie die Agentur der EU für Grundrechte wachen unter anderem über die Einhaltung der Menschenrechte in der EU.
Hinweis
Dieser Lagebericht enthält unter anderem Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen, die basierend auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen erstellt wurden. Diese Aussagen, welche die gegenwärtige Einschätzung des Vorstands hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln, sind nicht als Garantien zukünftiger Leistungen zu verstehen und beinhalten schwer vorhersehbare Risiken und Unsicherheiten. Verschiedenste Ursachen könnten dazu führen, dass tatsächliche Ergebnisse oder Umstände grundlegend von den in den Aussagen getroffenen Annahmen abweichen.
Wien, am 16. März 2023
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. AG
Mag. Andreas Kutil
CEO
Dr. Hans Peter Andres
Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
Thomas Gratzer
Produktion & Technik
Konzernabschluss 2022 nach IFRS (International Financial Reporting Standards)
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ..................................................................................................................................................... 75
Konzerngewinn- und -verlustrechnung .............................................................................................................................. 76
Konzern-Gesamtergebnisrechnung ..................................................................................................................................# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Inhaltsverzeichnis
- Konzernbilanz ... 78
- Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung ... 80
- Konzern-Kapitalflussrechnung ... 81
- 1 Grundlagen ................................................................................................................................................................. 82
- 2 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden ... 85
- 3 Konsolidierung ... 86
- 4 Währungsumrechnung ............................................................................................................................................... 87
- Angaben zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung ... 88
- 5 Umsatzerlöse ... 88
- 6 Segmentberichtserstattung ... 89
- 7 Sonstige betriebliche Erträge ... 90
- 8 Materialaufwand und bezogene Leistungen ... 91
- 9 Personalaufwand ... 92
- 10 Sonstige betriebliche Aufwendungen ... 92
- 11 Finanzerträge ... 93
- 12 Finanzaufwendungen ... 93
- 13 Ertragsteuern ... 93
- 14 Ergebnis je Aktie ... 94
- Angaben zur Konzernbilanz ... 95
- 15 Sachanlagen ... 95
- 16 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ... 97
- 17 Immaterielle Vermögenswerte ... 99
- 18 Finanzanlagen ... 100
- 19 Vorräte ... 101
- 20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ... 101
- 21 Sonstige Forderungen ... 102
- 22 Sonstige finanzielle Vermögenswerte ... 102
- 23 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ... 102
- 24 Eigenkapital ... 102
- 25 Rückstellungen ... 103
- 26 Finanzielle Verbindlichkeiten ... 106
- 27 Sonstige Verbindlichkeiten ... 108
- 28 Latente Steuern ... 108
- Sonstige Angaben ... 110
- 29 Leasingverhältnisse ... 110
- 30 Finanzinstrumente ... 114
- 31 Risikoberichterstattung ... 117
- 32 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ... 121
- 33 Organe ... 123
- 34 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ... 123
- 35 Freigabe des Konzernabschlusses ... 124
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 74
Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bezeichnung |
|---|---|
| AC | measured at amortised cost – zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet |
| FVPL | measured at fair value through profit or loss – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet |
| WACC | Weighted average cost of capital – gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten |
| WKZ | Werbekostenzuschüsse |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 76
Konzerngewinn- und -verlustrechnung
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| T€ | Note | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5 | 239.265 | 217.278 |
| Bestandsveränderungen | 5.052 | -469 | |
| Aktivierte Eigenleistungen | 51 | 18 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 7 | 2.695 | 1.571 |
| Materialaufwand und bezogene Leistungen | 8 | -142.288 | -121.886 |
| Personalaufwand | 9 | -50.898 | -46.118 |
| Abschreibungen | 15, 17 | -9.531 | -9.712 |
| Bewertungsergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 16 | -180 | 481 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 10 | -37.206 | -36.068 |
| Betriebsergebnis | 6.959 | 5.095 | |
| Finanzerträge | 11 | 41 | 155 |
| Finanzaufwendungen | 12 | -2.113 | -1.368 |
| Finanzergebnis | -2.071 | -1.213 | |
| Ergebnis vor Steuern | 4.888 | 3.882 | |
| Ertragsteuern | 13 | -1.360 | -882 |
| Periodenergebnis | 3.528 | 3.000 | |
| Eigentümer des Mutterunternehmens | 3.528 | 3.000 | |
| Ergebnis je Aktie € € | |||
| Verwässert = unverwässert | 1,87 | 1,59 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 77
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
SONSTIGES ERGEBNIS
| T€ | Note | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 3.528 | 3.000 | |
| Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 25 | 1.326 | 575 |
| Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | -212 | -123 | |
| 1.114 | 451 | ||
| Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können | |||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 4 | 246 | 429 |
| Sonstiges Ergebnis | 1.360 | 880 | |
| GESAMTERGEBNIS | 4.888 | 3.880 | |
| Eigentümer des Mutterunternehmens | 4.888 | 3.880 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 78
Konzernbilanz
AKTIVA
| Note | 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|
| LANGFRISTIGES VERMÖGEN | |||
| Sachanlagen | 15 | 75.521 | 77.027 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 16 | 14.060 | 14.240 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 17 | 4.123 | 2.594 |
| Finanzanlagen | 18 | 4.440 | 3.611 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 22 | 854 | 851 |
| Latente Steueransprüche | 28 | 132 | 4 |
| Summe langfristiges Vermögen | 99.130 | 98.326 | |
| KURZFRISTIGES VERMÖGEN | |||
| Vorräte | 19 | 39.420 | 32.084 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 26.723 | 20.503 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 22 | 594 | 613 |
| Ertragsteuerforderungen | 116 | 133 | |
| Sonstige Forderungen | 21 | 3.184 | 4.197 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 23 | 19.181 | 14.275 |
| Summe kurzfristiges Vermögen | 89.219 | 71.805 | |
| SUMME AKTIVA | 188.349 | 170.131 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 79
PASSIVA
| Note | 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|
| EIGENKAPITAL | |||
| Eigenkapital (Eigentümer des Mutterunternehmens) | 24 | 64.001 | 60.626 |
| LANGFRISTIGE SCHULDEN | |||
| Kreditverbindlichkeiten | 26 | 30.693 | 20.581 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 5.525 | 6.390 |
| Rückstellungen | 25 | 9.206 | 11.444 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 27 | 608 | 645 |
| Latente Steuerschulden | 28 | 888 | 333 |
| Summe langfristige Schulden | 46.921 | 39.393 | |
| KURZFRISTIGE SCHULDEN | |||
| Kreditverbindlichkeiten | 26 | 37.890 | 32.423 |
| Rückstellungen | 25 | 2.232 | 1.710 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 614 | 587 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 27 | 24.981 | 25.347 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 27 | 7.621 | 6.279 |
| Summe kurzfristige Schulden | 77.427 | 70.112 | |
| SUMME PASSIVA | 188.349 | 170.131 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 80
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| T€ | 2022 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundkapital | Kapital- rücklagen | Währungs- umrechnungs- differenzen | IAS 19- Rücklagen | Gewinn- rücklagen | Gesamt | |
| Stand zum 1. Jänner | 13.740 | 1 | 205 | -157 | 46.836 | 60.626 |
| Periodenergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 3.528 | 3.528 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 246 | 1.114 | - | 1.360 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 246 | 1.114 | 3.528 | 4.888 |
| Dividende | 0 | 0 | 0 | 0 | -1.512 | -1.512 |
| Stand zum 31. Dezember | 13.740 | 1 | 451 | 957 | 48.852 | 64.001 |
| T€ | 2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundkapital | Kapital- rücklagen | Währungs- umrechnungs- differenzen | IAS 19- Rücklagen | Gewinn- rücklagen | Gesamt | |
| Stand zum 1. Jänner | 13.740 | 1 | -224 | -608 | 45.349 | 58.258 |
| Periodenergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 3.000 | 3.000 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 429 | 451 | 0 | 880 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 429 | 451 | 3.000 | 3.880 |
| Dividende | 0 | 0 | 0 | 0 | -1.512 | -1.512 |
| Stand zum 31. Dezember | 13.740 | 1 | 205 | -157 | 46.836 | 60.626 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 81
Konzern-Kapitalflussrechnung
| T€ | Note | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem operativen Bereich | |||
| Periodenergebnis | 3.528 | 3.000 | |
| Ertragsteuern | 13 | 1.360 | 882 |
| Finanzaufwendungen | 12 | 2.113 | 1.368 |
| Finanzerträge | 11 | -41 | -155 |
| Bewertungsergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 16 | 180 | -481 |
| Abschreibungen von Sachanlagen (inklusive Nutzungsrechte) und immateriellen Vermögenswerten | 15, 17 | 9.531 | 9.712 |
| Abschreibungen und Zuschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 125 | -69 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Transaktionen | -6.092 | 442 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | -1.101 | -712 | |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 9.602 | 13.988 | |
| Veränderung von Vorräten | -2.233 | -316 | |
| Veränderung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | -4.451 | -4.309 | |
| Veränderung von Verbindlichkeiten | 1.474 | 11.355 | |
| Veränderung von Rückstellungen | -354 | -153 | |
| Veränderung aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -5.565 | 6.577 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 4.037 | 20.565 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | |||
| Erwerb von Sachanlagen | -7.589 | -5.981 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 139 | 131 | |
| Erwerb von Immateriellen Vermögenswerten | -1.743 | -1.690 | |
| Investitionen in als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 0 | -768 | |
| Erwerb von finanziellen Vermögenswerten | -1.103 | -392 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von finanziellen Vermögenswerten | 0 | 9 | |
| Erhaltene Zinsen | 57 | 24 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -10.240 | -8.668 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | |||
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Kreditverbindlichkeiten | 26 | 20.506 | 25.439 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Kreditverbindlichkeiten | 26 | -4.935 | -20.273 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten | 26 | 65 | 6 |
| Auszahlungen für die Tilgung sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten | 26 | -238 | -610 |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | 26 | -1.312 | -1.285 |
| Gezahlte Zinsen | -1.286 | -1.194 | |
| Gezahlte Dividenden | -1.512 | -1.512 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 11.287 | 571 | |
| Währungsdifferenzen | -179 | -35 | |
| Cashflow gesamt | 4.906 | 12.433 | |
| Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1. Jänner | 14.275 | 1.842 | |
| Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember | 19.181 | 14.275 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Konzernanhang
1 Grundlagen
Unternehmen
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Wien Hernals, Wilhelminenstraße 6, 1170 Wien („Mutterunternehmen“, „Gesellschaft“, „Manner AG“ oder „Unternehmen“) und deren sieben Tochterunternehmen bilden die „Manner Gruppe“ (die „Gruppe“ oder der „Konzern“). Das Mutterunternehmen verfügt zum 31. Dezember 2022 über acht Zweigniederlassungen in Österreich und zwei Zweigniederlassungen in Deutschland (Vertrieb in Köln und ein Shop in Berlin).
Die Tätigkeit der Manner Gruppe besteht in der Erzeugung von und dem Handel mit Schokolade-, Zucker- und Dauerbackwaren (gemeinsam „Süßwaren“). Die erzeugten Süßwaren werden an den Lebensmitteleinzelhandel in Österreich, Deutschland und im Rest der Welt verkauft. Ein geringer Teil der erzeugten Süßwaren wird in eigenbetriebenen Shops in Österreich, Deutschland und Tschechien verkauft. Die Produktion der Süßwaren findet in den Standorten Wien Hernals und Wolkersdorf, Niederösterreich, statt. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa.
Als Nebentätigkeit vermietet die Manner Gruppe eine Immobilie in Wien. Außerdem betreibt die Manner Gruppe eine Haselnussplantage (in Entstehung) in Aserbaidschan.
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft hat Aktien begeben, die an der Wiener Börse zum amtlichen Handel zugelassen sind (näheres dazu siehe Note 24). Die Manner AG gilt somit als börsennotiertes oder kapitalmarktorientiertes Unternehmen.
Übereinstimmungserklärung
Der vorliegende Konzernabschluss der Manner Gruppe wurde nach den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2022 anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Bestimmungen von § 245a UGB erstellt.
Bilanzstichtag
Der Konzernabschluss wurde zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. Das Geschäftsjahr aller konsolidierten Gesellschaften ist das Kalenderjahr. Zum 31. Dezember 2022 weisen keine Konzerngesellschaften einen abweichenden Bilanzstichtag auf.
Ukraine-Krise
Durch den Krieg in der Ukraine sowie die eingeführten Sanktionen gegen Russland sind die Preise für Rohstoffe, Energie und Verpackungsmaterial teilweise dramatisch gestiegen und sehr volatil geworden. Im Jahr 2022 war die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie im Großen und Ganzen ausreichend gegeben, jedoch kann die Verfügbarkeit in naher Zukunft eingeschränkt werden. Es besteht außerdem die Gefahr, dass die Bevölkerung infolgedessen teilweise weniger Geld zur Verfügung hat und die Ausgaben für Süßwaren einschränkt. Zusätzliche Einschränkungen in der Reisefreiheit im Tourismus können zu weiteren Absatz- und Umsatzrückgängen führen, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Ertragslage. Einschränkungen und Verzögerungen im Rohstoff- und Warenverkehr sowie Energie-, insbesondere Gaslieferungen, können Engpässe oder Ausfälle in der Produktion verursachen, die sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Das Unternehmen hat Notfallpläne und Simulationen für eine Situation erarbeitet, in der zum Beispiel die Gaslieferungen kurzfristig stark reduziert werden.
82 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Aufgrund der sehr volatilen Preisentwicklung im Bereich der Rohstoffe und Energie mussten im Jahr 2022 Preiserhöhungen vorgenommen werden. Die auf der Einkaufsseite verbuchten Preissteigerungen konnten großteils und teilweise zeitversetzt an die Abnehmenden weitergegeben werden.
Auswirkungen von Klimarisiken
Der Klimawandel und seine Folgen für unsere Umwelt sind eine globale Bedrohung, deren vielfältige Auswirkungen bereits heute in vielen Ländern spürbar sind. Die Manner Gruppe ist auf Energie als primären Inputfaktor für die Produktion von Süßwaren angewiesen. Der Stromverbrauch und der Wassereinsatz sind wesentliche Ressourcen, deren Einsatz die Manner Gruppe laufend optimiert. Das Thema Umweltbelange wird bei der Manner Gruppe auf Vorstandsebene wahrgenommen. Dabei fokussiert sich die Gruppe auf die Optimierung von Prozessen und Systemen, die wirtschaftlich sinnvoll sind und die gleichzeitig mit einer geringen Umweltbelastung sowie einem geringen Energie- und Ressourceneinsatz einhergehen. Regelmäßig gibt es in der Vorstandssitzung Vorgaben und Updates zu umweltrelevanten Themen. Besonders hervorzuheben ist die Wiedergewinnung von Energie bei der Produktion. Die Manner Gruppe speist Wärme, die bei der Produktion von Süßwaren entsteht, in das Fernwärmenetz der Wiener Stadtwerke ein.
Bewertungsgrundlagen
Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:
- Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
- Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet.
- Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden mit dem Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrags bewertet.
- Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der bestehenden Differenzen ermittelt.
- Derivative Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente wurden freistehend bilanziert und nicht in eine Sicherungsbeziehung einbezogen.
Die Konzerngewinn- und -verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Alle Beträge wurden auf Tausend Euro (T€) gerundet, soweit nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Rechnungslegungsmethoden
Die Beschreibung der Rechnungslegungsmethoden befindet sich jeweils an der Stelle, wo der betreffende Abschlussposten erläutert wird. Die Manner Gruppe konzentriert sich auf die Beschreibung der Bilanzierungswahlrechte und wie diese innerhalb des IFRS-Regelwerks ausgeübt wurden. Die Wiederholung von IFRS-Texten wird vermieden, außer die Gruppe erachtet es als wichtig für das Verständnis einer Angabe.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Die Rechnungslegungsmethoden befinden sich an folgenden Stellen:
| Rechnungslegungsmethoden | Standard | Note |
|---|---|---|
| Konsolidierung | IFRS 10 | 3 |
| Umsatzerlöse | IFRS 15 | 5 |
| Segmentberichterstattung | IFRS 8 | 6 |
| Ertragsteuern | IAS 12 | 13 |
| Sachanlagen, biologische Vermögenswerte | IAS 16, IAS 36, IAS 41 | 15 |
| Immaterielle Vermögenswerte | IAS 38, IAS 36 | 17 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | IAS 40 | 16 |
| Vorräte | IAS 2 | 19 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | IFRS 15 | 20 |
| Rückstellungen | IAS 37, IAS 19 | 25 |
| Latente Steuern | IAS 12 | 28 |
| Leasingverhältnisse | IFRS 16 | 29 |
| Finanzinstrumente | IFRS 7, IFRS 9 | 30 |
| Wertminderungen von Forderungen | IFRS 7, IFRS 9 | 31 |
Ermessensentscheidungen
Die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden erfordert Ermessensentscheidungen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie auf die Angaben im Anhang auswirken. Die Manner Gruppe hat folgende wesentliche Ermessensentscheidungen getroffen:
| Ermessensentscheidungen | Kriterium | Standard | Note | T€ Buchwert zum 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|
| Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnisse | Leasingverhältnisse | IFRS 16 | 15, 29 | 3.413 |
| Klassifizierung von Leasingverträgen | Leasingverhältnisse | IFRS 16 | 29 | 3.413 |
| Nahestehende Unternehmen | Oberstes beherrschendes Unternehmen | IAS 24 | 32 | n.a. |
Für Details zu den einzelnen Ermessensentscheidungen wird auf die Ausführungen im jeweiligen Notes-Kapitel verwiesen.
Schätzungen und Annahmen
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie auf die Angaben im Anhang auswirken. Die künftigen tatsächlichen Werte können von den getroffenen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Änderungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst.
Die Manner Gruppe hat folgende wesentliche Schätzungen und Annahmen getroffen:
| Schätzungen und Annahmen | Abschlussposten | Kriterium | Standard | Note |
|---|---|---|---|---|
| Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten | Bewertung des erzielbaren Betrags | IAS 36 | 15 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts | IAS 40 | 16 | |
| Leistungsorientierte Verpflichtungen | Festlegung versicherungsmathematischer Annahmen | IAS 19 | 25 | |
| Leasingverhältnisse | Schätzung des Grenzfremdkapitalzinssatzes | IFRS 16 | 29 | |
| Finanzinstrumente | Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts | IFRS 9 | 30 |
Für Details zu den einzelnen Schätzungen und Annahmen wird auf die Ausführungen im jeweiligen Notes-Kapitel verwiesen.
2 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Erstmalig angewendete Standards
Folgende geänderte Standards wurden von der Europäischen Union in den Rechtsstand übernommen und waren von der Manner Gruppe im Geschäftsjahr 2022 erstmalig anzuwenden. Diese geänderten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
| Erstmalig angewendete Standards | Inkrafttreten |
|---|---|
| Verweis auf das Rahmenkonzept (Änderung an IFRS 3) | 01.01.2022 |
| Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (Änderung an IAS 16) | 01.01.2022 |
| Kosten für die Erfüllung eines belastenden Vertrags (Änderung an IAS 37) | 01.01.2022 |
| Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2018-2020 | 01.01.2022 |
Zukünftig anzuwendende Standards
Folgende vom IASB verlautbarte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende neue oder geänderte Standards werden von der Manner Gruppe erst zum Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Durch diese Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
| Zukünftig anzuwendende Standards | Inkrafttreten |
|---|---|
| Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (Änderungen an IAS 1) | 01.01.2024 |
| Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen (Änderungen an IAS 1) | 01.01.2024 |
| Leasingverbindlichkeiten in Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen (Änderung an IFRS 16) | 01.01.2024 |
| Auf die Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 (Änderung an IFRS 16) | 01.04.2023 |
| Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen (Änderung an IFRS 17) | 01.01.2023 |
| Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion bestehen (Änderung an IAS 12) | 01.01.2023 |
| Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Änderung an IAS 1 und am IFRS-Leitliniendokument 2 zur Wesentlichkeit) | 01.01.2023 |
| Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen (Änderung an IAS 8) | 01.01.2023 |
| Versicherungsverträge (IFRS 17) | 01.01.2023 |
Das Inkrafttreten bezieht sich auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen. Die verlautbarten Änderungen wurden bis auf die ersten zwei Änderungen von der Europäischen Union übernommen.
3 Konsolidierung
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis der Manner Gruppe besteht aus dem Mutterunternehmen und folgenden Tochterunternehmen:
| Gesellschaft | Sitz |
|---|---|
| Manner Management GmbH | Wien |
| Compliment Süßwaren Vertriebs GmbH | Wolkersdorf |
| Geblergasse 116 GmbH & Co KG | Wien |
| Unterstützungseinrichtung der Josef Manner Comp. AG GmbH | Wien |
| Manner Azerbaijan LLC | Aserbaidschan |
| Josef Manner s.r.o. | Tschechien |
| Josef Manner d.o.o. | Slowenien |
Die Manner AG hielt vom 1. Jänner 2022 bis zum 31. Dezember 2022 durchgehend 100 % der Anteile an jedem ihrer Tochterunternehmen. Alle Tochterunternehmen wurden vor der Erstkonsolidierung gegründet. Es gab keine Unternehmenserwerbe.
Rechnungslegungsmethoden
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss der Manner Gruppe umfasst die Abschlüsse der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (Mutterunternehmen) und ihrer Tochterunternehmen (gemeinsam die „Konzerngesellschaften“). Für die Konzerngesellschaften kommen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung. Wahlrechte für Rechnungslegungsmethoden, Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen werden einheitlich für alle Konzerngesellschaften ausgeübt.
Abschlussstichtag
Das Mutterunternehmen und sämtliche Tochterunternehmen haben alle den gleichen Abschlussstichtag, nämlich den 31. Dezember.
Vollkonsolidierung
Ein Mutterunternehmen ist ein Unternehmen, das ein oder mehrere Unternehmen beherrscht. Ein Tochterunternehmen ist ein Unternehmen, das durch ein anderes Unternehmen beherrscht wird. Ein Investor beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er schwankenden Renditen in seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Ein Investor besitzt Verfügungsgewalt über ein Beteiligungsunternehmen, wenn er über bestehende Rechte verfügt, die ihm die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten, d. h. die Tätigkeiten, die die Renditen des Beteiligungsunternehmens wesentlich beeinflussen, zu lenken.
Die Manner AG beherrscht ihre Beteiligungsunternehmen, weil sie an ihnen jeweils 100 % der Stimmrechte hält und ihren Einfluss ausschließlich über die Stimmrechte ausübt. Es bestehen keine anderslautenden Vereinbarungen, die der ausschließlichen Einflussnahme über die Stimmrechte entgegenstehen.
Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, und bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung endet, im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Bei der Vollkonsolidierung werden alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Zwischenergebnisse eliminiert. Die Manner AG hat zum 31. Dezember 2021 erstmalig IFRS angewendet und erstmalig einen Konzernabschluss erstellt. Daher wurden die Konzerngesellschaften zum 1. Jänner 2020 erstmalig konsolidiert (Erstkonsolidierung).
Unternehmenserwerbe und -veräußerungen
Die Manner Gruppe hat seit ihrem Bestehen weder andere Unternehmen erworben noch Tochterunternehmen veräußert.
4 Währungsumrechnung
Die Konzernberichtswährung ist der Euro. Bei in Fremdwährung bilanzierenden Tochterunternehmen wird die funktionale Währung grundsätzlich anhand des primären (volks-)wirtschaftlichen Umfelds, in dem das jeweilige Konzernunternehmen tätig ist, bestimmt. Eine wesentliche Determinante ist hierbei jene Währung, in welcher der überwiegende Teil der Wirtschafts-, Waren- und Dienstleistungsströme in dem jeweiligen Land abgewickelt wird. Bei allen Unternehmen der Gruppe entspricht die funktionale Währung der Landeswährung. Gemäß IAS 21 erfolgt die Umrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei werden in den zu konsolidierenden Abschlüssen enthaltenen Vermögenswerte und Schulden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem gewichteten durchschnittlichen Devisenmittelkurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Die Währungsumrechnung erfolgt zu den von der Europäischen Zentralbank sowie von den lokalen Nationalbanken veröffentlichten Kursen.
Die Stichtags- und Durchschnittskurse der Manner Gruppe stellen sich wie folgt dar:
| Währung | Stichtagskurs 31.12.2022 | Stichtagskurs 31.12.2021 | Durchschnittskurs 2022 | Durchschnittskurs 2021 |
|---|---|---|---|---|
| CZK | 24,1160 | 24,8580 | 24,5659 | 25,6405 |
| AZN | 1,8114 | 1,9265 | 1,7886 | 2,0099 |
Für die Erfassung von Wechselkursdifferenzen im sonstigen Ergebnis wird auf die Ausführungen zur Währungsumrechnungsrücklage in Note 24 verwiesen.
Angaben zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung
5 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:
| Umsatzerlöse | T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Bruttoverkaufserlöse | 290.205 | 269.291 | |
| Erlösschmälerungen | -52.741 | -54.570 | |
| Übrige Umsatzerlöse | 1.801 | 2.557 | |
| Summe | 239.265 | 217.278 |
Die Bruttoverkaufserlöse betreffen den Verkauf von Süßwaren vor Abzug von Erlösschmälerungen.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
5 Erlöse
Die Erlösschmälerungen betreffen Boni und Werbekostenzuschüsse (siehe Rechnungslegungsmethoden). Im Geschäftsjahr 2022 betrafen die übrigen Umsatzerlöse Auflösungen von Rückstellungen für Saisonware, Boni und Werbekostenzuschüsse T€ 928 (2021: T€ 1.913) sowie Rückeinspeisungen von aus der Produktion gewonnener Energie. Für die Untergliederung der Umsatzerlöse nach Regionen wird auf die Segmentberichterstattung in Note 6 verwiesen.
Rechnungslegungsmethoden
Sachverhalt
Die Manner Gruppe produziert Süßwaren und verkauft diese an den Lebensmitteleinzelhandel. Der Lebensmitteleinzelhandel erbringt Werbeleistungen, wie die Platzierung von Produkten (z.B. nahe der Kassa), die Regalpflege oder den Einbezug der Waren in Verkaufsaktionen und Flugblätter. Die Werbeleistungen dienen der Verkaufsförderung und damit sowohl dem Produzenten als auch dem Kunden. Die Werbeleistungen sind vertraglich geregelt. Die Manner Gruppe leistet sogenannte Werbekostenzuschüsse („WKZ“), die zum größten Teil als Prozentsatz der Bruttoerlöse von den Kunden verrechnet werden.
Bilanzierung
Der Verkauf von Süßwaren fällt in den Anwendungsbereich von IFRS 15. Die Manner Gruppe schließt Verträge über den Verkauf von Süßwaren mit seinen Kunden, dem Lebensmitteleinzelhandel, ab. Die Verträge enthalten durchsetzbare Rechte und Pflichten. Die Zusage von der Manner Gruppe, Süßwaren an Kunden zu übertragen, stellt ein eigenständig abgrenzbares Gut dar. Die Manner Gruppe erbringt keine Dienstleistungen. Die zugesagte Leistung besteht somit einzig aus der Übertragung von Gütern. Die vom Kunden erbrachte Werbeleistung steht hingegen in engem Zusammenhang mit den verkauften Süßwaren. Ohne die Süßwaren fände die Werbeleistung nicht statt. Das in IFRS 15.27 enthaltene Kriterium der eigenständigen Abgrenzbarkeit ist somit für Werbeleistungen nicht gegeben.
Der Transaktionspreis ist die Gegenleistung, die ein Unternehmen für die Übertragung zugesagter Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises hat ein Unternehmen folgenden Faktoren Rechnung zu tragen: Variable Gegenleistungen, Begrenzung der Schätzung variabler Gegenleistungen und an einen Kunden zu zahlende Gegenleistungen. Der Transaktionspreis der Süßwaren ist von variablen Faktoren, wie Skonti, Rabatte, Boni und WKZ abhängig, die auf der Grundlage von Bruttoerlösen berechnet werden. Ein Unternehmen darf eine geschätzte variable Gegenleistung nur dann in den Transaktionspreis einbeziehen, wenn hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt.
WKZ stellen eine an einen Kunden zu zahlende Gegenleistung dar, die als Verringerung des Transaktionspreises und damit als Verringerung der Erlöse zu erfassen sind. Die Manner Gruppe erfasst daher Skonti, Rabatte, Boni und WKZ als Erlösschmälerung und stellt damit sicher, dass die Gegenleistung für den Verkauf von Süßwaren unter Abzug von WKZ insgesamt nicht zu hoch bestimmt wird.
Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfolgt im Fall der Süßwaren zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden. Die Werbeleistungen werden über einen Zeitraum erbracht (Nutzung bei Zufluss), stellen aber kein Leistungsbündel mit den Süßwaren dar, sondern an einen Kunden zu zahlende Gegenleistung. Die Verrechnung von bis zum Abschlussstichtag gelieferten Süßwaren erfolgt jedoch nur mit bis zum Abschlussstichtag bezogenen Werbeleistungen, womit die periodenreine Erfassung gewahrt ist.
6 Segmentberichterstattung
Die Manner Gruppe verwendet folgende Geschäftssegmente in der Segmentberichterstattung:
Segmentberichterstattung T€
| Haselnuss- Süßwaren Österreich | Süßwaren Deutschland | Süßwaren Österreich | Mietshäuser Aserbaidschan | Konsolidierung Rest der Welt | Konzern 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse internes Reporting | 100.482 | 79.476 | 76.118 | 32 | 0 | -305 |
| IFRS-Anpassungen | -5.164 | -9.319 | -2.055 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 95.318 | 70.157 | 74.062 | 32 | 0 | -305 |
| davon Außenumsätze | 95.318 | 70.157 | 73.757 | 0 | 0 | 0 |
| davon Innenumsätze | 0 | 0 | 305 | 0 | 0 | -305 |
| Betriebsergebnis | 6.068 | 509 | 386 | 329 | -316 | -17 |
| Finanzergebnis internes Reporting | -177 | -109 | -105 | -93 | 305 | -494 |
| IFRS-Anpassungen | -214 | -157 | -183 | -37 | -808 | 0 |
| Finanzergebnis | -390 | -266 | -288 | -130 | -503 | -494 |
| Ergebnis vor Steuern | 5.678 | 243 | 98 | 199 | -820 | -511 |
Segmentberichterstattung T€
| Haselnuss- Süßwaren Österreich | Süßwaren Deutschland | Süßwaren Österreich | Mietshäuser Aserbaidschan | Konsolidierung Rest der Welt | Konzern 2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse internes Reporting | 85.714 | 86.189 | 69.390 | 0 | 0 | -263 |
| IFRS-Anpassungen | -5.329 | -16.278 | -2.145 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 80.385 | 69.911 | 67.245 | 0 | 0 | -263 |
| davon Außenumsätze | 80.385 | 69.911 | 66.982 | 0 | 0 | 0 |
| davon Innenumsätze | 0 | 0 | 263 | 0 | 0 | -263 |
| Betriebsergebnis | 2.365 | 1.739 | 105 | 978 | -307 | 214 |
| Finanzergebnis internes Reporting | 66 | 64 | 75 | -93 | -104 | -1.096 |
| IFRS-Anpassungen | -46 | -41 | -38 | 0 | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | 19 | 24 | 36 | -93 | -104 | -1.096 |
| Ergebnis vor Steuern | 2.384 | 1.763 | 141 | 885 | -410 | -881 |
Als operative Geschäftssegmente wurden die Geschäftsfelder Süßwaren Österreich, Süßwaren Deutschland, Süßwaren Rest, Mietshäuser Österreich und Haselnussanbau Aserbaidschan festgelegt. Sämtliche Unternehmen der Gruppe sind einem bestimmten Segment zugeordnet. In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Konsolidierung der Überleitung von Segmentzahlen auf Konzernzahlen.
Die interne Berichterstattung an den Vorstand basiert auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften. Aus diesem Grund werden in der Segmentberichterstattung die Werte gemäß interner Berichterstattung auf IFRS-Werte übergeleitet. Die wesentlichen Unterschiede zwischen der internen Berichterstattung und den Konzernwerten nach IFRS bestehen vor allem bei den Umsatzerlösen. Gemäß IFRS 15 werden Zahlungen an Kunden ohne eigenständige Gegenleistung durch den Kunden, abweichend von den lokalen Rechnungslegungsvorschriften, erlösmindernd erfasst. Davon betroffen sind die Werbekostenzuschüsse (siehe Note 5).
Die IFRS-Anpassungen im Finanzergebnis resultieren im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen für Leasing sowie Erträgen und Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzinstrumenten.
Das Segmentvermögen sowie die dazugehörigen Abschreibungen, die Segmentschulden und die Investitionen sind nicht Bestandteile der internen Berichterstattung und werden aus diesem Grund nicht in der Segmentberichterstattung angeführt.
Im Geschäftsjahr 2022 gab es drei Kunden, mit denen jeweils Umsatzerlöse von mehr als 10 % der gesamten Umsatzerlöse erzielt wurden. Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die kumulierten Umsatzerlöse mit diesen drei Kunden T€ 128.836 (2021: T€ 129.890) und sind in den Segmenten Süßwaren Österreich, Süßwaren Deutschland und Süßwaren Rest der Welt enthalten.
Rechnungslegungsmethoden
Verantwortliche Unternehmensinstanz
Die Segmentberichterstattung beruht auf der internen Finanzberichterstattung des Unternehmens an die verantwortliche Unternehmensinstanz. Dabei handelt es sich um die höchste Managementebene, die für die Allokation der Ressourcen und die Bewertung der Ertragskraft verantwortlich ist. Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Manner Gruppe ist der Vorstand der Manner AG, an den regelmäßig berichtet wird.
Identifikation der Geschäftssegmente
Die Geschäftssegmente wurden auf Basis der internen Berichterstattung an den Vorstand festgelegt. Aus Vertriebssicht ergibt sich bei der Manner AG primär eine Orientierung nach regionalen Gesichtspunkten. Neben der zentralen Vertriebssteuerung in Österreich wird für andere Märkte jeweils ein eigenes Vertriebssystem aufrechterhalten und darüber an den Vorstand berichtet. Dies betrifft neben Österreich auch Deutschland mit einer relevanten Anzahl an lokalen Vertriebsmitarbeitern sowie die österreichischen Nachbarländer und den Rest der Welt.
Die Betrachtung der Segmente nach regionalen Gesichtspunkten wird dadurch unterstützt, dass nach dieser Segmentierung eine eindeutige Zuordnung der Umsatzerlöse möglich ist und eine Darstellung der Betriebsergebnisse erfolgt. Aus diesem Grund wurden die Produkte der Manner AG folgenden regionalen Segmenten zugeordnet: Süßwaren Österreich, Süßwaren Deutschland und Süßwaren Rest der Welt.
Das Segment Mietshäuser Österreich enthält eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie, die in einem Tochterunternehmen gehalten und vermietet wird. Das Mietshaus steht in keiner betriebswirtschaftlichen Verbindung zum Süßwarengeschäft der Manner Gruppe. Der Buchwert der Immobilie stellt aber einen bedeutenden Teil der Vermögenswerte der Manner Gruppe dar. Das Immobilieninvestment wird daher außerhalb der Süßwaren-Segmente als eigenes Segment geführt.
Die Haselnussplantage in Aserbaidschan wird von einem Tochterunternehmen gehalten und betrieben. Im Geschäftsjahr 2022 fielen in der Haselnussplantage noch keine Umsatzerlöse an, da sich die Plantage in Entstehung befindet. Es ist geplant, dass die Haselnussernte in Zukunft sowohl für den eigenen Verbrauch als auch zum Verkauf am Weltmarkt dienen soll. Die Haselnussplantage unterscheidet sich daher grundlegend von den Süßwarensegmenten, die sich am Vertrieb orientieren. Daher wird die Haselnussplantage als eigenes berichtspflichtiges Segment ausgewiesen.
7 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge stellen sich wie folgt dar:
Sonstige betriebliche Erträge T€
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Mieterlöse | 444 | 446 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen | 139 | 131 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 36 | 4 |
| Übrige betriebliche Erträge | 2.076 | 988 |
| Summe | 2.695 | 1.571 |
Die Mieterlöse werden durch die Vermietung einer Immobilie in Wien Hernals erzielt. Die Immobilie wird als Finanzinvestition gehaltene Immobilien gemäß IAS 40 eingestuft (siehe Note 16). Mieterlöse werden gemäß IFRS 16 linear erfasst.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
In den Mieterlösen sind keine Erlöse aus weiterverrechneten Betriebskosten erfasst. Betriebskostenerlöse werden mit den angefallenen Betriebskosten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 waren in den übrigen betrieblichen Erträgen Erlöse aus Schadensfällen von T€ 945 (2021: T€ 196), Kursdifferenzen von T€ 0 (2021: T€ 336), Zuwendungen der öffentlichen Hand (Annuitätenzuschüsse) von T€ 178 (2021: T€ 178), Zuschüsse für Energiekosten von T€ 400 (2021: T€ 0) sowie Zuschüsse für Kurzarbeit aufgrund Covid-19 von T€ 380 (2021: T€ 79) enthalten.
Rechnungslegungsmethoden
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Kompensation von Kosten für Vermögenswerte (Vermögenszuschüsse), werden als passiver Abgrenzungsposten zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und der Empfänger die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllen wird. In der Folge wird der Abgrenzungsposten über den Zeitraum der Nutzungsdauer des Vermögenswerts in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Kompensation von Aufwendungen (Aufwandszuschüsse), werden in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen erfasst werden, als sonstige betriebliche Erträge erfasst, wenn die Zuwendungsbedingungen erfüllt sind.
Die Manner Gruppe hat Annuitätenzuschüsse von der öffentlichen Hand zur Rückzahlung von Darlehen erhalten. Die Annuitätenzuschüsse wurden als Aufwandszuschüsse eingestuft und in denjenigen Perioden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst, in denen die entsprechenden geförderten Aufwendungen erfasst wurden.
Die Manner Gruppe weist Covid-19-Förderungen und -Zuschüsse, Zuschüsse für Energiekosten sowie Investitionszuschüsse (siehe Note 27) aus.
8 Materialaufwand und bezogene Leistungen
Der Materialaufwand und die bezogenen Leistungen stellen sich wie folgt dar:
| Materialaufwand und bezogene Leistungen | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Rohstoffe | -86.683 |
| Bezogene Leistungen | -30.160 |
| Verpackungsmaterial | -21.886 |
| Kontraktrückstellungen | -527 |
| Bezogene Rohwaren, Halb- und Fertigfabrikate | -3.033 |
| Summe | -142.288 |
| 2021 | |
| Rohstoffe | -77.885 |
| Bezogene Leistungen | -22.774 |
| Verpackungsmaterial | -18.387 |
| Kontraktrückstellungen | 0 |
| Bezogene Rohwaren, Halb- und Fertigfabrikate | -2.841 |
| Summe | -121.886 |
In den bezogenen Leistungen sind im Wesentlichen Aufwendungen für Energie von T€ 11.140 (2021: T€ 5.717), Aufwendungen für Leihpersonal von T€ 5.339 (2021: T€ 4.422) sowie Aufwendungen für Reparaturen und Wartung von T€ 7.119 (2021: T€ 6.673) enthalten.
91 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
9 Personalaufwand
Der Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:
| Personalaufwand | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Löhne | -15.814 |
| Gehälter | -22.928 |
| Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder | -93 |
| Gesetzliche Sozialabgaben und Pflichtbeiträge | -10.884 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | -1.179 |
| Summe | -50.898 |
| 2021 | |
| Löhne | -14.140 |
| Gehälter | -20.764 |
| Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder | -330 |
| Gesetzliche Sozialabgaben und Pflichtbeiträge | -9.893 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | -991 |
| Summe | -46.118 |
Im Geschäftsjahr 2022 waren in den gesetzlichen Sozialabgaben und Pflichtbeiträgen Zahlungen an Mitarbeitervorsorgekassen von T€ 446 (2021: T€ 404) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2022 waren in der Manner Gruppe durchschnittlich 848 Arbeitnehmer (2021: 830 Arbeitnehmer) beschäftigt.
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen sich wie folgt dar:
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Logistik | -15.045 |
| Marketing | -10.689 |
| Reparatur, Entsorgung, Reinigung | -3.802 |
| Verwaltungsaufwand | -1.877 |
| Beratungsaufwand | -1.101 |
| Mietaufwand | -1.769 |
| Versicherungen | -765 |
| Sonstige Steuern und Abgaben | -397 |
| Bilanzierung und Abschlussprüfung | -352 |
| Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -125 |
| Finanzierung | -112 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | -1.173 |
| Summe | -37.206 |
| 2021 | |
| Logistik | -14.067 |
| Marketing | -13.090 |
| Reparatur, Entsorgung, Reinigung | -2.130 |
| Verwaltungsaufwand | -1.769 |
| Beratungsaufwand | -1.221 |
| Mietaufwand | -1.188 |
| Versicherungen | -728 |
| Sonstige Steuern und Abgaben | -365 |
| Bilanzierung und Abschlussprüfung | -336 |
| Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 69 |
| Finanzierung | 13 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | -1.257 |
| Summe | -36.068 |
Der Mietaufwand betrifft variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind (das sind vor allem Umsatzmieten), Betriebskosten und kurzfristige Mietverträge, welche die Ansatzerfordernisse von IFRS 16 nicht erfüllen. Für weitere Informationen zu Leasing siehe Note 29.
Im Geschäftsjahr 2022 waren in den Aufwendungen für Bilanzierung und Abschlussprüfung Aufwendungen für den Abschlussprüfer von T€ 100 (2021: T€ 131) enthalten, die ausschließlich Prüfungsleistungen betreffen.
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Schadensfälle aus Kundengeschäften von T€ 827 (2021: T€ 644) und Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen von T€ 156 (2021: T€ 210).
92 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
11 Finanzerträge
Die Finanzerträge stellen sich wie folgt dar:
| Finanzerträge | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Zinserträge | 19 |
| Sonstige Finanzerträge | 22 |
| Summe | 41 |
| 2021 | |
| Zinserträge | 24 |
| Sonstige Finanzerträge | 131 |
| Summe | 155 |
Im Geschäftsjahr 2022 waren in den sonstigen Finanzerträgen Wertpapiererträge von T€ 5 (2021: T€ 0), Erträge aus der Bewertung von Derivaten von T€ 0 (2021: T€ 105) sowie Kursdifferenzen von T€ 16 (2021: T€ 26) enthalten.
12 Finanzaufwendungen
Die Finanzaufwendungen stellen sich wie folgt dar:
| Finanzaufwendungen | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Zinsaufwendungen Banken | -737 |
| Transaktionskosten aus der Finanzierung | -563 |
| Zinsaufwendungen Leasing | -83 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | -11 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | -719 |
| Summe | -2.113 |
| 2021 | |
| Zinsaufwendungen Banken | -539 |
| Transaktionskosten aus der Finanzierung | -385 |
| Zinsaufwendungen Leasing | -99 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | -5 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | -339 |
| Summe | -1.368 |
Transaktionskosten aus der Finanzierung betreffen Geldbeschaffungskosten, die mittels Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Finanzierungen verteilt werden.
Die sonstigen Finanzaufwendungen betreffen im Wesentlichen nicht ausgenutzte Lieferantenskonti von T€ 49 (2021: T€ 168), die Bewertung von Wertpapieren von T€ 210 (2021: T€ 21) sowie die Bewertung von Derivaten von T€ 381 (2021: T€ 92).
13 Ertragsteuern
Die nachstehende Tabelle zeigt die Bestandteile des Steueraufwands:
| Ertragsteuern | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Laufender Steueraufwand | -1.145 |
| Latenter Steueraufwand / (-ertrag) | -215 |
| Gesamter Steueraufwand | -1.360 |
| 2021 | |
| Laufender Steueraufwand | -589 |
| Latenter Steueraufwand / (-ertrag) | -293 |
| Gesamter Steueraufwand | -882 |
Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des erwarteten Steueraufwands auf den tatsächlichen Steueraufwand:
| Steuerüberleitung | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Ergebnis vor Steuern | 4.888 |
| Steuersatz | 25 % |
| Erwarteter Steueraufwand | -1.222 |
| Sonstige steuerfreie Einkünfte | 106 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen | -50 |
| Steuerbefreiung von Tochtergesellschaften | 2 |
| Ausländische Steuersätze | -74 |
| Nicht angesetzte latente Steuer auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge | -160 |
| Steuersatzänderung latente Steuern | 47 |
| Sonstige Effekte | -8 |
| Summe | -1.360 |
| 2021 | |
| Ergebnis vor Steuern | 3.882 |
| Steuersatz | 25 % |
| Erwarteter Steueraufwand | -970 |
| Sonstige steuerfreie Einkünfte | 61 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen | -45 |
| Steuerbefreiung von Tochtergesellschaften | -74 |
| Ausländische Steuersätze | 129 |
| Nicht angesetzte latente Steuer auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge | 17 |
| Steuersatzänderung latente Steuern | 0 |
| Sonstige Effekte | 1 |
| Summe | -882 |
Rechnungslegungsmethoden
Im Jahr 2022 wurde seitens der Manner AG ein Gruppenantrag für die Bildung einer Unternehmensgruppe im Sinne des § 9 KStG mit der Manner Azerbaijan LLC als Gruppenmitglied gestellt. Aufgrund einer im nationalen aserbaidschanischen Steuerrecht liegenden Unsicherheit betreffend die tatsächliche Verwertbarkeit der Auslandsverluste im Rahmen der Unternehmensgruppe wurde die Auswirkung einer solchen bei der Verbuchung des Steueraufwandes nicht berücksichtigt. Eine abweichende Beteilung des Sachverhaltes hätte keine Auswirkung auf das Ergebnis, vielmehr würde sich eine Verschiebung zwischen laufendem und latentem Steueraufwand ergeben.
Darüber hinaus stellen die übrigen Gesellschaften in der Manner Gruppe jeweils ein gesondertes Steuersubjekt dar. Für eine der Tochtergesellschaften besteht eine Steuerbefreiung, weshalb für diese kein Ertragsteueraufwand berücksichtigt wurde.
Betreffend latente Steuern wird auf Note 28 verwiesen.
14 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:
| Ergebnis je Aktie | T€ |
|---|---|
| 2022 | |
| Periodenergebnis | 3.528 |
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 1.890.000 |
| Ergebnis je Aktie | 1,87 |
| 2021 | |
| Periodenergebnis | 3.000 |
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 1.890.000 |
| Ergebnis je Aktie | 1,59 |
Das Periodenergebnis ist zur Gänze den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
Die Anzahl der Aktien entspricht der durchschnittlich im Geschäftsjahr im Umlauf gewesenen Stammaktien.
Das Ergebnis je Aktie ist unverwässert, da keine verwässernden Bestandteile bestehen.
94 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Angaben zur Konzernbilanz
15 Sachanlagen
Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar:
| Sachanlagen (T€) | Technische Grundstücke und Gebäude | Geleistete Anlagen und Rechte | Haselnuss plantage und Anlagen | Geschäftsstücke | Maschinen im Bau | Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | |||||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 62.219 | 159.506 | 19.111 | 6.301 | 1.928 | 8.421 | 257.487 |
| Zugänge | 30 | 869 | 1.125 | 1.558 | 3.598 | 429 | 7.609 |
| Abgänge | 0 | -1.948 | -790 | 0 | -7 | -39 | -2.785 |
| Umbuchungen | 70 | 2.018 | 212 | 0 | -2.300 | 0 | 0 |
| Wechselkursdifferenzen | 2 | 9 | 0 | 381 | 0 | 18 | 409 |
| Stand zum 31. Dezember | 62.320 | 160.454 | 19.657 | 8.240 | 3.219 | 8.828 | 262.719 |
| Abschreibungen | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 26.580 | 133.186 | 16.363 | 38 | 0 | 4.292 | 180.459 |
| Zugänge | 1.416 | 5.100 | 1.639 | 33 | 0 | 1.134 | 9.323 |
| Abgänge | 0 | -1.948 | -633 | 0 | 0 | -17 | -2.598 |
| Umbuchungen | 0 | -5 | 5 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | 6 | 0 | 2 | 0 | 6 | 14 |
| Stand zum 31. Dezember | 27.997 | 136.339 | 17.374 | 73 | 0 | 5.415 | 187.198 |
| Buchwerte | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 35.639 | 26.320 | 2.748 | 6.263 | 1.928 | 4.129 | 77.027 |
| Stand zum 31. Dezember | 34.324 | 24.115 | 2.283 | 8.167 | 3.219 | 3.413 | 75.521 |
| Sachanlagen (Vorjahr) | |||||||
| 2021 | |||||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 62.159 | 158.377 | 19.008 | 4.300 | 656 | 8.182 | 252.682 |
| Zugänge | 11 | 539 | 1.157 | 1.570 | 2.580 | 209 | 6.067 |
| Abgänge | 0 | -507 | -1.234 | 0 | 0 | 0 | -1.741 |
| Umbuchungen | 46 | 1.081 | 180 | 0 | -1.308 | 0 | 0 |
| Wechselkursdifferenzen | 3 | 16 | 0 | 431 | 0 | 30 | 479 |
| Stand zum 31. Dezember | 62.219 | 159.506 | 19.111 | 6.301 | 1.928 | 8.421 | 257.486 |
| Abschreibungen | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 25.166 | 128.278 | 15.640 | 10 | 0 | 3.327 | 172.421 |
| Zugänge | 1.414 | 5.396 | 1.644 | 26 | 0 | 961 | 9.440 |
| Abgänge | 0 | -496 | -921 | 0 | 0 | 0 | -1.417 |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | 8 | 0 | 2 | 0 | 5 | 14 |
| Stand zum 31. Dezember | 26.580 | 133.186 | 16.363 | 38 | 0 | 4.292 | 180.459 |
| Buchwerte | |||||||
| Stand zum 1. Jänner | 36.993 | 30.099 | 3.369 | 4.290 | 656 | 4.855 | 80.261 |
| Stand zum 31. Dezember |
Rechnungslegungsmethoden
Sachanlagen
Die Grundstücke und Gebäude sowie die technischen Anlagen und Maschinen betreffen die Produktionsstandorte in Wien Hernals und Wolkersdorf. Die aktivierten Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 betreffen Mietverträge über Manner Shops, Firmenautos und Büros. Näheres zu Leasingverhältnissen siehe Note 29.
Die Haselnussplantage beinhaltet Grundstücke, ein Bewässerungssystem inklusive Brunnen, Haselnussbäume und sonstige Anlagen betreffend die Haselnussplantage in Aserbaidschan.
Zum 1. Jänner 2020 wurden im Zuge der Erstkonsolidierung Wertminderungsaufwendungen bei den Manner Shops von insgesamt T€ 2.754 erfasst, die mit T€ 2.204 in den Abschreibungen von Nutzungsrechten und mit T€ 551 in den Abschreibungen von Geschäftsausstattung dieser Shops ausgewiesen wurden. Die Wertminderungsaufwendungen betrafen das Segment Süßwaren Österreich.
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurden Wertminderungsaufwendungen bei den Manner Shops von T€ 25 erfasst, die in den Abschreibungen von Geschäftsausstattung des betreffenden Shops ausgewiesen wurden. Auch diese Wertminderungsaufwendungen betreffen das Segment Süßwaren Österreich. Die Notwendigkeit eines etwaigen Wertaufholungsbedarfs betreffend die in den Vorjahren wertgeminderten Shops wurde zum Stichtag 31. Dezember 2022 geprüft und ist nicht gegeben.
Bei den Zugängen zu den Abschreibungen handelt es sich ausschließlich um planmäßige Abschreibungen.
Schätzungen und Annahmen
Wertminderungen
Die anlassbezogene Überprüfung der Werthaltigkeit von abnutzbaren Vermögenswerten basiert auf wesentlichen Annahmen und Schätzungen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist abhängig von verfügbaren Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen unabhängigen Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte oder beobachtbare Marktpreise abzüglich geschätzter Veräußerungskosten (beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten) oder von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Diskontierungssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate (Nutzungswert).
Rechnungslegungsmethoden
Sachanlagen werden beim erstmaligen Ansatz mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Die Manner Gruppe hat für die Folgebewertung von Sachanlagen das Anschaffungskostenmodell gewählt. Demnach werden Sachanlagen nach dem erstmaligen Ansatz zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Die Gruppe hat als Abschreibungsmethode für die planmäßige Abschreibung die lineare Abschreibung gewählt und überprüft regelmäßig die Werthaltigkeit der Sachanlagen.
Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden folgende Nutzungsdauern angenommen:
- Gebäude: 10 bis 40 Jahre
- Technische Anlagen und Maschinen: 3 bis 10 Jahre
- Geschäftsausstattung: 2 bis 5 Jahre
Vermögenswerte mit Anschaffungskosten unter € 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Entwicklung des Anlagevermögens sofort als Abgang behandelt.
Biologische Vermögenswerte
Die Manner Gruppe besitzt und betreibt eine Haselnussplantage (in Entstehung) in Aserbaidschan. Im Jahr 2019 wurde ein Grundstück in Aserbaidschan erworben und im Jahr 2021 wurden darauf die ersten 45.000 Haselnussbäume gepflanzt. Im Jahr 2021 wurde eine Bewässerungsanlage angeschafft. Die Haselnussbäume befinden sich seither und zum 31. Dezember 2022 in einem Wachstumszustand, in dem die Pflanzen noch keine Früchte tragen. Es wird erwartet, dass die ersten Früchte im Jahr 2024 geerntet werden.
Haselnusspflanzen (ohne Früchte) sind fruchttragende Pflanzen gemäß IAS 16 und können zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Manner Gruppe hat sich dafür entschieden, fruchttragende Pflanzen zu Anschaffungskosten zu bewerten.
Haselnüsse sind landwirtschaftliche Erzeugnisse gemäß IAS 41 und werden, sofern die Voraussetzungen gemäß IAS 41 erfüllt sind, zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Im Geschäftsjahr 2022 haben die Haselnusspflanzen noch keine Früchte getragen. Daher wurde noch keine Bewertung von Haselnüssen zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Wertminderungen
Sachanlagen werden bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung einmal jährlich nach den Bestimmungen von IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Anzeichen für eine Wertminderung sind dann gegeben, wenn in Folge eines oder mehrerer Ereignisse ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Zahlungsströme von Vermögenswerten negativ verändert haben.
Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag, das ist der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert, für die jeweiligen Sachanlagen ermittelt. Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten zukünftigen Mittelüberschüsse aus der Verwendung der zusammengefassten Vermögenswerte unter Zugrundelegung eines marktüblichen Zinssatzes ermittelt. Der Zeitwert stellt den Erlös für Vermögenswerte dar, welcher am Markt unter unabhängigen Dritten abzüglich anfallender Veräußerungskosten erzielt werden kann.
Zur Prüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, werden die Sachanlagen in der kleinsten identifizierbaren Gruppe von Vermögenswerten (cash generating unit – CGU) zusammengefasst, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder CGUs sind.
Ist der erzielbare Betrag einer CGU geringer als deren Buchwert, wird eine erfolgswirksame Wertminderung erfasst. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt die Indikatoren für die Wertminderung wegfallen, führt dies zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS am 1. Jänner 2020 wurden die gemäß IFRS 16 angesetzten Nutzungsrechte (Shops) einem Wertminderungs-Test unterzogen. Die einzelnen Shops stellen jeweils eine CGU dar. Der erzielbare Betrag wurde durch Bestimmung des Nutzungswerts unter der Anwendung des WACC ermittelt. Zum 1. Jänner 2020 betrug der WACC vor Steuern 5,8 %.
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurde erneut ein Wertminderungs-Test betreffend die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) Shops in Österreich und Tschechien sowie die Produktionsstätten in Wien und Wolkersdorf durchgeführt. Zum 31. Dezember 2022 betrug der WACC vor Steuern 8,7 %.
16 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien entwickelte sich wie folgt:
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | T€ |
|---|---|
| Stand zum 1. Jänner | 14.240 |
| Zugänge | 0 |
| Bewertungsergebnis | -180 |
| Stand zum 31. Dezember | 14.060 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | T€ |
|---|---|
| Stand zum 1. Jänner | 13.710 |
| Zugänge | 49 |
| Bewertungsergebnis | 481 |
| Stand zum 31. Dezember | 14.240 |
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betreffen ein im Eigentum der Manner Gruppe stehendes Wohnhaus in Wien Hernals, das vermietet wird und mit dem Mieteinnahmen erzielt werden. Die Zugänge im Vorjahr betreffen Investitionen (Gebäudesanierungen). Das Bewertungsergebnis ergibt sich aus den unterschiedlichen gutachterlichen Marktwerten zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden mit den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien Mieteinnahmen von T€ 444 (2021: T€ 446) erzielt. Die direkten betrieblichen Aufwendungen (Betriebskosten) betrugen T€ 81 (2021: T€ 118).
Schätzungen und Annahmen
Marktwert von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
Die Manner Gruppe bewertet als Finanzinvestition gehaltene Immobilien unter Anwendung des Modells des beizulegenden Zeitwerts. Die Gruppe hat einen externen Gutachter mit der Bewertung des Mietshauses in Wien Hernals beauftragt. Als beizulegender Zeitwert wird der Marktwert der Immobilie angesehen. Die Bestimmung des Marktwerts erfolgt unter Zugrundelegung bestimmter Inputfaktoren, wie die marktkonforme Miete und die Zinssätze für die Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströmen (siehe unten, Tabellen Inputfaktoren und Sensitivitätsanalyse).
Rechnungslegungsmethoden
Definition
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht selbst genutzt oder zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehalten werden. Zu den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zählen unbebaute Grundstücke, Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Bauten und Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter.
Bewertung
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei Zugang mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Transaktionskosten sind in die erstmalige Bewertung einzubeziehen. Transaktionskosten sind direkt zurechenbare Kosten, wie Beratungskosten oder Grunderwerbsteuer.
Für die Folgebewertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien hat die Manner Gruppe das Modell des beizulegenden Zeitwerts gewählt. Nach dem Modell des beizulegenden Zeitwerts werden alle Immobilien nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein Gewinn oder Verlust, der durch die Änderung des beizulegenden Zeitwerts entsteht, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der er entstanden ist.
Die Gruppe aktiviert nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Immobilie. Zum Bewertungsstichtag entspricht der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dem mittels Marktwertgutachten bestimmten beizulegenden Zeitwert. Die Manner Gruppe hat für die Ermittlung des Marktwerts einen externen Gutachter bestellt. Die Veränderungen des Buchwerts zur Vergleichsperiode können sowohl durch Aktivierungen von Investitionen (Sanierungen) als auch durch Bewertungen entstehen.# Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
Die Bewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt mittels der Kapitalisierung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme, die sich aus den zukünftigen marktkonformen Mieteinnahmen ergeben. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt unter Zugrundelegung von beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren, die nicht aus einem aktiven Markt ableitbar sind (Inputfaktoren auf der Stufe 3). Für die wesentlichen Inputfaktoren, die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts einfließen, wird auf die nachstehende Tabelle Inputfaktoren und Sensitivitätsanalyse verwiesen.
Inputfaktoren
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Bewertung von Immobilien:
| Inputfaktoren | T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Marktmiete (€/m² p.m.) | 10,99 | 10,99 | |
| Liegenschaftszinsatz | 1,5% | 1,5% | |
| Kapitalisierungszinssatz | 2,2% | 2,0% |
98 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Sensitivitätsanalyse
Die folgenden Tabellen zeigen die Sensitivität des beizulegenden Zeitwerts von Immobilien bei der Veränderung wesentlicher Inputfaktoren:
Sensitivitätsanalyse
| T€ | Veränderung | Erhöhung | Verminderung |
|---|---|---|---|
| Marktmiete +/- 5,0 % | 760 | -790 | |
| 2022 | Liegenschaftszinssatz +/- 0,5 % | -1.720 | 2.080 |
| Kapitalisierungszinssatz +/- 0,5 % | -820 | 850 |
Sensitivitätsanalyse (Vorjahr)
| T€ | Veränderung | Erhöhung | Verminderung |
|---|---|---|---|
| Marktmiete +/- 5,0 % | 780 | -790 | |
| 2021 | Liegenschaftszinssatz +/- 0,5 % | -1.760 | 2.150 |
| Kapitalisierungszinssatz +/- 0,5 % | -880 | 950 |
17 Immaterielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
Immaterielle Vermögenswerte
| T€ | Lizenzen und Software | geleistete Anzahlungen | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 8.093 | 1.991 | 1.634 | 11.718 |
| Zugänge | 63 | 1.642 | 38 | 1.743 |
| Abgänge | -277 | 0 | -366 | -643 |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 31. Dezember | 7.880 | 3.633 | 1.306 | 12.819 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 7.605 | 0 | 1.520 | 9.125 |
| Zugänge | 155 | 0 | 58 | 213 |
| Abgänge | -277 | 0 | -366 | -643 |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 31. Dezember | 7.483 | 0 | 1.212 | 8.696 |
| Buchwerte | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 488 | 1.991 | 114 | 2.594 |
| Stand zum 31. Dezember | 396 | 3.633 | 94 | 4.123 |
99 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr)
| T€ | Lizenzen und Software | geleistete Anzahlungen | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 7.601 | 1.089 | 1.559 | 10.249 |
| Zugänge | 6 | 1.609 | 76 | 1.690 |
| Abgänge | 0 | -222 | 0 | -222 |
| Umbuchungen | 485 | -485 | 0 | 0 |
| Wechselkursdifferenzen | 1 | 0 | 0 | 1 |
| Stand zum 31. Dezember | 8.093 | 1.991 | 1.634 | 11.718 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 7.468 | 0 | 1.384 | 8.852 |
| Zugänge | 136 | 0 | 135 | 272 |
| Wechselkursdifferenzen | 1 | 0 | 0 | 1 |
| Stand zum 31. Dezember | 7.605 | 0 | 1.520 | 9.125 |
| Buchwerte | ||||
| Stand zum 1. Jänner | 134 | 1.089 | 174 | 1.397 |
| Stand zum 31. Dezember | 488 | 1.991 | 114 | 2.594 |
Die geleisteten Anzahlungen betreffen Investitionen in ein Softwaresystem (SAP).
Rechnungslegungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung orientiert sich an der bestimmbaren Nutzungsdauer. Firmenwerte werden keine ausgewiesen, da sämtliche Tochtergesellschaften gegründet wurden. Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden Nutzungsdauern zwischen drei und 15 Jahren angenommen. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden linear abgeschrieben. Bei Anzeichen einer Wertminderung werden immaterielle Vermögenswerte einem Wertminderungstest unterzogen. Übersteigt der Buchwert des Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist auf den niedrigeren Wert abzuschreiben. Vermögenswerte mit Anschaffungskosten unter € 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Entwicklung des Anlagevermögens sofort als Abgang behandelt.
18 Finanzanlagen
Die Finanzanlagen stellen sich wie folgt dar:
Finanzanlagen
| T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Anleihen | 3.000 | 1.500 |
| Übrige Wertpapiere | 1.440 | 2.111 |
| Summe | 4.440 | 3.611 |
Die Anleihen betreffen eine 6-jährige Anleihe (2017-2023), fix verzinst mit 0,55 % p.a., einer Kapitalgarantie und einer 50 % Beteiligung an der positiven Wertentwicklung des Indexes. Im Geschäftsjahr 2022 wurden drei weitere Anleihen angeschafft. Zwei dieser Anleihen haben eine Laufzeit bis einschließlich 2028, unterliegen einer Kapitalgarantie und einer 100 % Beteiligung an der positiven Wertentwicklung des zugrundeliegenden Indexes. Die dritte neu angeschaffte Anleihe hat eine Laufzeit bis einschließlich 2026, unterliegt einer Kapitalgarantie und stellt sich in Form einer Stufenzinsanleihe mit einer fixen jährlichen Anpassung des Zinssatzes dar. Bei den übrigen Wertpapieren handelt es sich um gängige Rentenfonds. Die Finanzanlagen werden zur Vorsorge für Abfertigungs- und Pensionszahlungen gehalten.
100 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
19 Vorräte
Die Vorräte stellen sich wie folgt dar:
Vorräte
| T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Rohstoffe | 6.611 | 4.691 |
| Verpackungsmaterial | 5.253 | 4.826 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 1.506 | 1.235 |
| Unfertige Erzeugnisse | 5.853 | 5.137 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 20.124 | 16.195 |
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 74 | 0 |
| Summe | 39.420 | 32.084 |
Die Rohstoffe betreffen bezogene Verbrauchsgüter wie Kakao, Nüsse und Fette, die unmittelbar in die Fertigerzeugnisse eingehen. Zum 31. Dezember 2022 sind in den fertigen Erzeugnissen und Waren Handelswaren von T€ 227 (2021: T€ 190) enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Bestandsveränderungen von T€ 5.052 (2021: T€ -469) erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden unter anderem aufgrund verdorbener Vorräte Wertminderungen auf Vorräte von T€ 3.474 (2021: T€ 3.750) erfasst. Davon wurden Wertminderungen von Rohstoffen und Verpackungsmaterial von T€ 1.226 (2021: T€ 1.208) im Materialaufwand und Wertminderungen von unfertigen Erzeugnissen sowie fertigen Erzeugnissen und Waren von T€ 2.248 (2021: T€ 2.542) in den Bestandsveränderungen erfasst.
Rechnungslegungsmethoden
Vorräte werden gemäß IAS 2 mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten alle Kosten, die angefallen sind, um die Waren in den erforderlichen Zustand und an den jeweiligen Ort zu bringen. Die Herstellungskosten umfassen alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der in Zusammenhang mit der Herstellung angefallenen Gemeinkosten auf Basis einer normalen Auslastung der Produktionsanlagen. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach dem Durchschnittspreisverfahren. Unfertige Erzeugnisse sowie fertige Erzeugnisse und Waren werden mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten werden anhand angefallener Materialkosten, Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten und anteiliger Verwaltungsgemeinkosten der Produktion ermittelt. Der Nettoveräußerungswert errechnet sich aus den im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erzielbaren Verkaufserlösen abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und der bis zum Verkauf anfallenden Kosten.
20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen T€ 26.723 (2021: T€ 20.503).
Rechnungslegungsmethoden
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen aus der Lieferung von Süßwaren an Kunden. Die Kunden sind zum größten Teil der Lebensmitteleinzelhandel in Österreich, Deutschland und im Rest der Welt. Für weitere Informationen zu Erlösen aus Verträgen mit Kunden wird auf Note 5 verwiesen. Die in der Praxis übliche Verrechnung von Rabatten, Skonti, Boni und WKZ mit den Erlösen führt dazu, dass auch bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechende Kürzungen stattfinden. Für die Erfassung von Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Note 31, Kreditrisiko, verwiesen.
101 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
21 Sonstige Forderungen
Sonstige Forderungen
| T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Forderungen aus sonstigen Steuern | 578 | 933 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungen | 1.102 | 2.039 |
| Übrige sonstige Forderungen | 1.504 | 1.225 |
| Summe | 3.184 | 4.197 |
Die sonstigen Forderungen enthalten ausschließlich nicht finanzielle Vermögenswerte. Die aktiven Rechnungsabgrenzungen betreffen diverse im Geschäftsjahr angefallene Kosten, die Folgejahre betreffen. Die übrigen sonstigen Forderungen betreffen Antizipationen von Erträgen, die in Folgejahren zahlungswirksam werden und betreffen unter anderem Rückvergütungen aus Energieabgaben.
22 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
| T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Langfristig | ||
| Kautionen | 821 | 818 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 33 | 32 |
| Summe | 854 | 851 |
| Kurzfristig | ||
| Positive Marktwerte von Derivaten | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 594 | 613 |
| Summe | 594 | 613 |
| Gesamt | 1.448 | 1.464 |
23 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente T€ 19.181 (2021: T€ 14.275) und bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten von T€ 19.055 (2021: T€ 14.202) und einem Kassenbestand von T€ 126 (2021: T€ 72). Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
24 Eigenkapital
Zum 31. Dezember 2022 betrug das Grundkapital der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft € 13.740.300,00 (2021: € 13.740.300,00) und ist in 1.890.000 nennbetragslose Stückaktien (2021: 1.890.000 Stückaktien) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt € 7,27 (vormals: ATS 100). Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (246.658 Stück, 2021: 244.638 Stück) oder auf Namen (1.643.342 Stück, 2021: 1.645.362 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel). In der Rücklage für Währungsumrechnungsdifferenzen zum 31. Dezember 2022 von T€ 451 (2021: T€ 205) sind Effekte aus der Umrechnung von Investitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb enthalten.# Die Manner AG
102 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Die Manner AG hat ein an das Tochterunternehmen in Aserbaidschan vergebenes Darlehen als Teil der Nettoinvestition eingestuft. Das Tochterunternehmen rechnet die Euro-Kreditverbindlichkeit gegenüber der Manner AG zu verschiedenen Stichtagen mit unterschiedlichen Kursen in die aserbaidschanische Währung um, woraus Kurs-Differenzen entstehen. Kursdifferenzen aus der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind gemäß IAS 21.35 im sonstigen Ergebnis zu erfassen und in eine Rücklage im Eigenkapital zu kumulieren. Für weitere Informationen zur Währungsumrechnung siehe Note 4.
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die IAS-19-Rücklagen T€ 957 (2021: T€ -157). In den IAS-19-Rücklagen sind kumulierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung leistungsorientierter Verpflichtungen (Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen) enthalten.
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Gewinnrücklagen T€ 48.852 (2021: T€ 46.836). In den Gewinnrücklagen sind gesetzliche Rücklagen von T€ 1.374 (2021: T€ 1.374) enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2021 von € 0,80 € je Aktie (2021: € 0,80 je Aktie) beschlossen und ausgezahlt, was einem Gesamtbetrag von T€ 1.512 (2021: T€ 1.512) entspricht.
Ziel des Konzerns ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Anleger, Gläubiger und Märkte zu wahren und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2022 34,0 % (2021: 35,6 %). Eine Eigenkapitalquote von über 40 % ist weiterhin ein Fixpunkt der Unternehmensplanung und des Risikomanagements der Manner Gruppe.
Der Konzern überwacht das Eigenkapital mithilfe der Nettoverschuldung und des Nettoverschuldungsgrads (gearing). Die Nettoverschuldung ergibt sich als dem Saldo der Kreditverbindlichkeiten zuzüglich Leasingverbindlichkeiten und abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und beträgt zum 31. Dezember 2022 T€ 54.328 (2021: T€ 44.550). Der Nettoverschuldungsgrad ergibt sich aus dem Quotienten von Nettoverschuldung durch Eigenkapital und beträgt zum 31. Dezember 2022 84,7 % (2020: 73,5%).
25 Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
| Rückstellungen | TEUR | Zuführung | Auflösung | Verbrauch | Stand zum 01.01. | Stand zum 31.12. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristig | ||||||
| Abfertigungsrückstellungen | 5.692 | 235 | -1.046 | -291 | 4.590 | |
| Pensionsrückstellungen | 4.281 | 24 | -827 | -273 | 3.206 | |
| Jubiläumsgeldrückstellungen | 1.471 | 124 | -168 | -17 | 1.410 | |
| Summe | 11.444 | 384 | -2.041 | -580 | 9.206 | |
| Kurzfristig | ||||||
| Abfertigungsrückstellungen | 178 | 348 | 0 | -178 | 348 | |
| Pensionsrückstellungen | 522 | 265 | 0 | -260 | 527 | |
| Jubiläumsgeldrückstellungen | 66 | 76 | 0 | -66 | 76 | |
| Sonstige Rückstellungen | 945 | 1.201 | -28 | -836 | 1.281 | |
| Summe | 1.710 | 1.890 | -28 | -1.340 | 2.232 | |
| Gesamt | 13.154 | 2.273 | -2.069 | -1.920 | 11.438 |
103 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
| Rückstellungen (Vorjahr) | T€ | Zuführung | Auflösung | Verbrauch | Stand zum 01.01. | Stand zum 31.12. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristig | ||||||
| Abfertigungsrückstellungen | 5.821 | 155 | 0 | -284 | 5.692 | |
| Pensionsrückstellungen | 5.143 | 0 | 0 | -862 | 4.281 | |
| Jubiläumsgeldrückstellungen | 1.255 | 219 | 0 | -2 | 1.471 | |
| Summe | 12.219 | 374 | 0 | -1.149 | 11.444 | |
| Kurzfristig | ||||||
| Abfertigungsrückstellungen | 455 | 178 | 0 | -455 | 178 | |
| Pensionsrückstellungen | 651 | 145 | 0 | -274 | 522 | |
| Jubiläumsgeldrückstellungen | 118 | 66 | 0 | -118 | 66 | |
| Sonstige Rückstellungen | 538 | 835 | -4 | -423 | 945 | |
| Summe | 1.761 | 1.223 | -4 | -1.270 | 1.710 | |
| Gesamt | 13.980 | 1.597 | -4 | -2.419 | 13.154 |
Die Rückstellungen bestehen zum größten Teil aus Personalrückstellungen und betreffen Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder. Die sonstigen Rückstellungen von T€ 1.281 (2021: T€ 945) betreffen diverse Vorsorgen, sowie Prämien für Skispringer, Pönalen von Kunden oder Abschlagszahlungen an Vertriebsagenturen.
Die Entwicklung der Barwerte leistungsorientierter Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:
| Barwerte leistungsorientierter Verpflichtungen | T€ | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | |||||
| Abfertigungen | Pensionen | Abfertigungen | Pensionen | |||
| Stand am 1. Jänner | 5.869 | 4.803 | 6.276 | 5.794 | ||
| Dienstzeitaufwand | 222 | 0 | 233 | 0 | ||
| Zinsaufwand | 68 | 36 | 54 | 25 | ||
| Auszahlungen | -468 | -533 | -588 | -547 | ||
| Neubewertungen | ||||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | 293 | 253 | -116 | -358 | ||
| Veränderung finanzieller Annahmen | -1.046 | -827 | 10 | -110 | ||
| Stand an 31. Dezember | 4.939 | 3.732 | 5.869 | 4.803 |
Das Fälligkeitsprofil leistungsorientierter Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:
| Fälligkeiten | T€ | 31.12.2022 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| < 1 Jahr | 1–5 Jahre | 6–10 Jahre | |||
| Abfertigungsrückstellungen | 348 | 1.746 | 2.001 | ||
| Pensionsrückstellungen | 527 | 1.656 | 1.269 |
| Fälligkeiten (Vorjahr) | T€ | 31.12.2021 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| < 1 Jahr | 1–5 Jahre | 6–10 Jahre | |||
| Abfertigungsrückstellungen | 178 | 1.469 | 2.532 | ||
| Pensionsrückstellungen | 522 | 1.683 | 1.341 |
Schätzungen und Annahmen
Personalrückstellungen
Die Barwerte der Verpflichtungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählt die Festlegung des Rechnungszinssatzes, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und künftiger Pensionssteigerungen. Aufgrund der Komplexität in der Bewertung und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Sämtliche Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Zudem werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Für weiterführende Informationen zu den versicherungsmathematischen Annahmen siehe Unterkapitel Versicherungsmathematische Annahmen und Sensitivitätsanalyse.
Rechnungslegungsmethoden
Rückstellungen sind rechtliche oder faktische gegenwärtige Verpflichtungen, die aus Ereignissen der Vergangenheit entstehen und deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen in der Zukunft verbunden ist. Die verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung ist eine Voraussetzung für den Ansatz einer Rückstellung. Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sind leistungsorientierte Verpflichtungen und unterliegen umfangreichen Angaben gemäß IAS 19. Die Bewertung der künftigen Verpflichtungen erfolgt nach der Projected Unit Credit Method. Dabei wird unterstellt, dass dem Arbeitnehmer sein Anspruch jährlich gleichmäßig verteilt zuwächst. Die bis zum Bilanzstichtag erworbenen Ansprüche werden auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abgezinst. Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis österreichischem Recht unterliegt und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (Abfertigung alt). Als Bemessungsgrundlage für den am Abschlussstichtag erreichten Anspruch gilt die voraussichtliche Bemessungsgrundlage bei Leistungsanfall für die Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung.
Rückstellungen für Jubiläumsgelder sind andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer und unterliegen nicht den Angaben leistungsorientierter Verpflichtungen. Die Personalrückstellungen werden von einem externen Aktuar berechnet.
Versicherungsmathematische Annahmen
Für die Ermittlung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
| Versicherungsmathematische Annahmen | T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Abfertigungen | Pensionen | Abfertigungen | Pensionen | ||
| Diskontierungszinssatz | 4,2 % | 4,0 % | 1,2 % | 0,7 - 0,9 % | |
| Gehaltssteigerungen | 2,7 % | 0,0 % | 1,8 % | 0,0 % | |
| Pensionsalter Männer (Jahre) | 65 | 65 | 65 | 65 | |
| Pensionsalter Frauen (Jahre) | 60/65 | 60/65 | 60/65 | 60/65 |
Die Annahmen bezüglich Sterblichkeit, Invalidisierung und Witwenvorsorge wurden den Pensionstafeln AVÖ 2018-P entnommen. Im Geschäftsjahr 2022 betrug die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit (duration) der Abfertigungsrückstellungen 12 Jahre (2021: 12 Jahre) und der Pensionsrückstellungen 5 bis 7 Jahre (2021: 6 bis 8 Jahre).
105 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Sensitivitätsanalyse
Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes oder der Gehaltssteigerungen hätte jeweils bei Gleichbleiben der übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen:
| Sensitivitätsanalyse | T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Abfertigungen | Pensionen | Abfertigungen | Pensionen | ||
| Diskontierungszinssatz | |||||
| -0,25 % | 109 | 54 | 151 | 0 | |
| +0,25 % | -105 | -53 | -146 | -84 | |
| Gehaltssteigerungen | |||||
| -0,25 % | -106 | 0 | -144 | -85 | |
| +0,25 % | 109 | 56 | 149 | 87 |
26 Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| Finanzielle Verbindlichkeiten | T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|---|
| Langfristig | |||
| Kreditverbindlichkeiten | 30.693 | 20.581 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 3.765 | 4.546 | |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.761 | 1.844 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 5.525 | 6.390 | |
| Kurzfristig | |||
| Kreditverbindlichkeiten | 37.890 | 32.423 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.161 | 1.274 | |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 2.548 | 2.493 | |
| Negative Marktwerte von Derivaten | 381 | 0 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.090 | 3.767 | |
| Summe | 78.198 | 63.161 |
Die Leasingverbindlichkeiten betreffen Manner Shops, Bürogebäude und Firmenautos. Die langfristigen übrigen finanzielle Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen ein Darlehen von der Stadt Wien.
106 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Überleitung der finanziellen Verbindlichkeiten auf den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Die finanziellen Verbindlichkeiten haben sich unter Berücksichtigung der Veränderungen der Cashflows wie folgt entwickelt:
| Finanzielle Verbindlichkeiten | T€ | Kredite | Leasing verbindlichkeiten | Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | |||||
| Stand zum 1. Jänner | 53.004 | 5.820 | 4.337 | 63.161 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme | 20.506 | 0 | 65 | 20.570 | |
| Auszahlungen für die Tilgung | -4.935 | -1.312 | -238 | -6.485 | |
| Stand nach Cashflows | 68.574 | 4.508 | 4.164 | 77.246 | |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | -12 | -2 | -14 | |
| Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten | 0 | 0 | 381 | 381 | |
| Veränderungen aus Leasingverhältnissen | 0 | 429 | 0 | 429 | |
| Zinsabgrenzungen | 9 | 0 | 147 | 156 | |
| Stand zum 31.12. |
| Leasing- Verbindlichkeiten | Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | Gesamt |
|---|---|---|
| 2021 | ||
| Stand zum 1. Jänner | 47.825 | 6.912 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme | 25.439 | 0 |
| Auszahlungen für die Tilgung | -20.273 | -1.285 |
| Stand nach Cashflows | 5.166 | -1.285 |
| Wechselkursdifferenzen | 0 | -24 |
| Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten | 0 | 0 |
| Veränderungen aus Leasingverhältnissen | 0 | 217 |
| Zinsabgrenzungen | 14 | 0 |
| Stand zum 31.12. | 53.004 | 5.820 |
107 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten (nicht finanziell), und stellen sich wie folgt dar:
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht finanzielle T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Sonstige Verbindlichkeiten, langfristig | ||
| Investitionszuschüsse | 608 | 645 |
| Summe | 608 | 645 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - Dritte | 24.981 | 25.347 |
| Summe | 24.981 | 25.347 |
| Sonstige Verbindlichkeiten, kurzfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Personalabgrenzungen | 4.818 | 4.346 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.427 | 1.340 |
| Verbindlichkeiten aus übrigen Steuern | 729 | 400 |
| Abgegrenzte Schulden und passive Rechnungsabgrenzung | 430 | 41 |
| Übrige Verbindlichkeiten (nicht-finanziell) | 217 | 151 |
| Summe | 7.621 | 6.279 |
| Gesamt | 33.210 | 32.271 |
28 Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
| Steuerabgrenzung T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|---|
| Latente | Latente | Latente | Latente | |
| Bilanzposition | Steueransprüche | Steuerschulden | Steueransprüche | Steuerschulden |
| Immobilienvermögen | 0 | -2.348 | 0 | -2.572 |
| Sachanlagen | 600 | -1.333 | 611 | -1.466 |
| Forderungen | 461 | 0 | 538 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 1.437 | -6 | 1.605 | -10 |
| Rückstellungen | 434 | 0 | 964 | 0 |
| Summe | 2.932 | -3.688 | 3.719 | -4.048 |
| Saldierung | -2.800 | 2.800 | -3.715 | 3.715 |
| Gesamt | 132 | -888 | 4 | -333 |
Rechnungslegungsmethoden
Zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld im IFRS-Konzernabschluss und seinem steuerlichen Wert können temporäre Differenzen entstehen. Wenn in zukünftigen Perioden der Buchwert des Vermögenswerts realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, führt dies bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Ergebnisses zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen. Zukünftig wahrscheinlich eintretende steuerliche Be- und Entlastungen werden bereits zum Abschlussstichtag als latente Steuern erfasst. Erwartete Steuerersparnisse aus der Nutzung von als zukünftig realisierbar eingeschätzten Verlustvorträgen werden aktiviert. Die Steuerabgrenzung erfolgt nach der bilanzorientierten Sichtweise. Für die Ermittlung der Abgrenzung werden die bei der Auflösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet. Zukünftige Steuersätze werden berücksichtigt, sofern die Steuersatzänderung zum Bilanzstichtag bereits beschlossen ist. In Österreich 108 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 beträgt der Körperschafsteuersatz im Jahr 2023 24% und ab dem Jahr 2024 23%. Mangels Wesentlichkeit und aus Vereinfachungsgründen wurde bei der Ermittlung der latenten Steuerabgrenzung zum 31. Dezember 2022 einheitlich von einem Steuersatz in Höhe von 23% ausgegangen. Für die Ermittlung der Steuerabgrenzung zum 31. Dezember 2022 wurden folgende Steuersätze zugrunde gelegt:
- Österreich: 23 % (2021: 25%)
- Tschechien: 19 %
- Slowenien: 19 %
- Aserbaidschan: 20 %
Latente Steueransprüche wurden nur in jenem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass in einem absehbaren Zeitraum ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. noch nicht genutzten Verlustvorträge verwendet werden können. Für zum 31. Dezember 2022 noch nicht genutzte Verlustvorträge von T€ 3 (2021: T€ 32) wurden keine latenten Steueransprüche von T€ 1 (2021: T€ 8) angesetzt. Die Verlustvorträge der Manner Azerbaijan LLC belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf T€ 4.369 (2021: T€ 2.886). Gemäß der vorliegenden Planungsrechnung der Manner Azerbaijan LLC wird erstmalig im Jahr 2028 ein positives Ergebnis erwartet. Da die Verlustvortragsmöglichkeit in Aserbaidschan auf fünf Jahre begrenzt ist, wird nicht erwartet, dass die bestehenden Verlustvorträge verwertet werden können, weshalb diese im Hinblick auf die latente Steuerabgrenzung keine Relevanz haben. Darüber hinaus bestehen keine Verlustvorträge, für die latente Steuern angesetzt wurden. In Übereinstimmung mit IAS 12.74 werden latente Steueransprüche und -schulden je Gesellschaft saldiert ausgewiesen. Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die aus einbehaltenen Gewinnen resultierenden Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem anteiligen Eigenkapital der im Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften im Wesentlichen steuerfrei bleiben. Daher wurde dafür keine Steuerabgrenzung vorgenommen.
109 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Sonstige Angaben
29 Leasingverhältnisse
Leasingnehmer
Die Manner Gruppe hat Leasingverträge über die Anmietung von Geschäftsräumlichkeiten (Manner Shops), Betriebsräumlichkeiten (Bürogebäuden) und Firmen-PKWs abgeschlossen. Die Nutzungsrechte für Immobilien (Shops, Büros) und PKWs werden in den Sachanlagen ausgewiesen und haben sich wie folgt entwickelt:
| Nutzungsrechte – Immobilien T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Jänner | 3.676 | 4.494 |
| Zugänge | 225 | 0 |
| Abschreibungen | -956 | -843 |
| Währungsdifferenzen | 12 | 25 |
| Stand zum 31.12. | 2.958 | 3.676 |
| Nutzungsrechte – PKWs T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Jänner | 453 | 362 |
| Zugänge | 203 | 209 |
| Buchwertabgang | -22 | 0 |
| Abschreibungen | -179 | -118 |
| Stand zum 31.12. | 455 | 453 |
Die Gruppe hat in der Gewinn- und Verlustrechnung folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen erfasst:
| Erfolgswirksame Beträge aus Leasingverhältnissen T€ | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 83 | 99 |
| Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse | 890 | 714 |
Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse betrifft vor allem den Mietaufwand für zwei Shops und ein Büro, die nicht als Leasingverhältnis identifiziert wurden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden in der Kapitalflussrechnung Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse von T€ 1.395 (2021: T€ 1.384) erfasst. Darin sind Tilgungen von T€ 1.312 (2021: T€ 1.285) und Zinsen von T€ 83 (2021: T€ 99) enthalten.
Die Fälligkeitsanalyse der nicht abgezinsten vertraglichen Leasingzahlungen stellt sich wie folgt dar:
| Fälligkeiten zu leistender Leasingzahlungen T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Bis 1 Jahr | 1.161 | 1.274 |
| In 1 bis 5 Jahren | 3.055 | 3.338 |
| Nach 5 Jahren | 710 | 1.208 |
| Summe | 4.925 | 5.820 |
110 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Leasinggeber
Die Manner Gruppe vermietet eine Immobilie in Wien Hernals zu Wohnzwecken. Die Vermietung der Immobilie wurde als Operating-Leasing eingestuft (siehe Rechnungslegungsmethoden) und wurde in den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ausgewiesen (siehe Note 16). Die Manner Gruppe hat für zwei in Wien Hernals im Eigentum stehende Grundstücke langfristige Baurechte vergeben. Die Baurechtnehmer haben auf den Grundstücken eine Tiefgarage und ein Bürogebäude errichtet. Das Bürogebäude wird von Manner angemietet. Die Baurechte wurden als Operating-Leasing eingestuft (siehe Rechnungslegungsmethoden) und sind in den Sachanlagen (Grundstücke und Gebäude) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Mieterlöse von T€ 444 (2021: T€ 446) erzielt (siehe Note 7).
Die folgende Tabelle zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.
| Fälligkeiten zu erhaltender Leasingzahlungen – Grundstücke (IAS 16) T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Bis 1 Jahr | 25 | 24 |
| In 1 bis 2 Jahren | 25 | 24 |
| In 2 bis 3 Jahren | 25 | 24 |
| In 3 bis 4 Jahren | 25 | 24 |
| In 4 bis 5 Jahren | 25 | 24 |
| Über 5 Jahren | 825 | 787 |
| Gesamt | 952 | 906 |
| Fälligkeiten zu erhaltender Leasingzahlungen – Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (IAS 40) T€ | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Bis 1 Jahr | 444 | 446 |
| In 1 bis 2 Jahren | 444 | 446 |
| In 2 bis 3 Jahren | 444 | 446 |
| In 3 bis 4 Jahren | 444 | 446 |
| In 4 bis 5 Jahren | 444 | 446 |
| Über 5 Jahren | 3.334 | 3.795 |
| Gesamt | 5.556 | 6.027 |
Die Verträge sind überwiegend auf bestimmte Laufzeiten abgeschlossen. Die zukünftigen Zahlungen sind indexiert.
Ermessensentscheidungen Laufzeit von Leasingverhältnissen
Die Manner Gruppe hat Mietverträge über Shops, PKWs und Bürogebäude abgeschlossen. Die Manner Gruppe bestimmt die Leasinglaufzeit als unkündbare Grundlaufzeit unter Berücksichtigung von Zeiträumen, die sich aus Verlängerungs- und Kündigungsoptionen ergeben, sofern eine Ausübung hinreichend sicher ist. Die Gruppe hat bei der Beteilung, ob die Ausübung der Optionen hinreichend sicher ist, dahingehend Ermessen ausgeübt, dass im Fall von PKW-Leasing der Vertrag bei Ablauf endet (keine Kündigungsoption) und im Fall von Shops und Büros die erst mögliche Kündigungsfrist wahrgenommen wird, die frühestens nach fünf Jahren eintritt. Im Fall der unbestimmten vertraglichen Laufzeit eines Shops wurde die Kündigung nach zehn Jahren angenommen, da dies dem Re-Investitionszyklus des Handels entspricht.
Klassifizierung von Leasingverhältnissen
Die Manner Gruppe tritt als Leasinggeber zweier Grundstücke mittels langfristiger Baurechtsverträge auf. Auf einem Grundstück wurde ein Bürogebäude errichtet, das die Manner Gruppe anmietet – auf dem anderen Grundstück wurde eine öffentliche Parkgarage errichtet. In beiden Fällen ist die Manner Gruppe zu dem Schluss gekommen, dass das wirtschaftliche Eigentum nicht an den Baurechtsnehmer übergeht, da die Grundstücke am Ende der Laufzeit des Baurechts vertraglich an die an die Manner Gruppe zurückgehen.
111 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Schätzungen und Annahmen Grenzfremdkapitalzinssatz
Die Manner Gruppe verwendet den Grenzfremdkapitalzinssatz zur Berechnung der Leasingverbindlichkeit, da sie den impliziten Zinssatz des Leasingverhältnisses nicht bestimmen kann.# Der Grenzfremdkapitalzinssatz
Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den das Unternehmen zahlen müsste, wenn es einen Kredit mit vergleichbarer Laufzeit und vergleichbarer Besicherung aufnehmen würde, um einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert in einem ähnlichen ökonomischen Umfeld zu erwerben. Der Grenzfremdkapitalzinssatz spiegelt daher die Zinsen wider, welche die Manner Gruppe für eine Kreditaufnahme zu zahlen hätte. Die Manner Gruppe hat ihre zum 31. Dezember 2022 bestehenden Kredite betrachtet und daraus einen laufzeitkongruenten, gewichteten Zinssatz abgeleitet.
Rechnungslegungsmethoden
Erstmalige Anwendung
Die Manner Gruppe hat zum 31. Dezember 2021 IFRS erstmalig angewandt. Der Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS ist der 1. Jänner 2020. IFRS 1 sieht einige Erleichterungen hinsichtlich der Bilanzierung von Leasingverhältnissen vor (IFRS 1.D9-D9E). Die Manner Gruppe hat diese Erleichterungen in Anspruch genommen.
Identifizierung des Leasingverhältnisses
Ein Unternehmen beteilt bei Vertragsbeginn, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Die Manner Gruppe hat die Erleichterung in IFRS 1.D9 in Anspruch genommen und Verträge, die vor dem 1. Jänner 2020 abgeschlossen wurden, zum 1. Jänner 2020 beteilt.
Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten
Beim Immobilienleasing fallen Betriebskosten und Lagerkosten an. Die Betriebskosten sind (für sich allein) keine Leasingkomponente, da sie den Leasingnehmer nicht dazu berechtigen, die Nutzung der Immobilie zu kontrollieren. Die Manner Gruppe bilanziert Betriebskosten als Nichtleasingkomponente und nimmt den Behelf nach IFRS 16.15, von einer Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten abzusehen, nicht in Anspruch. Die Betriebskosten werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter Mietaufwand erfasst.
Laufzeit des Leasingverhältnisses
Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst die unkündbare Grundlaufzeit zuzüglich der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung oder Kündigung ergeben, für die es hinreichend sicher ist, dass der Leasingnehmer diese Option ausüben oder, im Fall der Kündigung, nicht ausüben wird. Die Manner Gruppe hat bei der Bestimmung der Laufzeit gemäß IFRS 1.D9D(e) spätere Erkenntnisse berücksichtigt. Die Laufzeit der Leasingverträge beträgt bei den Manner Shops und den PKWs fünf Jahre. Die Manner Gruppe hat bei einem Shop, bei dem die Laufzeit vertraglich unbestimmt ist, die Laufzeit aufgrund des im Einzelhandel üblichen Reinvestitionszyklus mit zehn Jahren festgelegt.
Freistellung vom Ansatz
Die Manner Gruppe ist bei zwei Manner Shops zu dem Schluss gekommen, dass aufgrund beidseitiger Kündigungsrechte kein Leasingverhältnis entstanden ist. Die Zahlungen für diese beiden Shops wurden im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.
Leasingnehmer – Ansatz und Bewertung
Am Bereitstellungsdatum (bzw. zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) erfasst ein Leasingnehmer ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit. Beim erstmaligen Ansatz wird das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten ergeben sich aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit abzüglich erhaltener Leasinganreize und zuzüglich anfänglicher direkter Kosten. Nach dem Bereitstellungsdatum (bzw. nach dem Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) werden Nutzungsrechte zu Anschaffungskosten bewertet, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen sowie berichtigt um Neubewertungen aus Veränderungen der Laufzeit oder der veränderten Beteilung einer Kaufoption.
Am Bereitstellungsdatum (bzw. zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet, abgezinst mit dem, dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmen, ist der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers – gegebenenfalls zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS – heranzuziehen.
Die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit zu berücksichtigenden Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen und variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind; Restwertgarantien; den Ausübungspreis einer hinreichend sicheren Kaufoption; Strafzahlungen für Kündigungen. Die Manner Gruppe hat bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit feste Zahlungen und variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, berücksichtigt. Dabei wurden aufgrund von IFRS 1.D9D(e) bei der Bestimmung der zu berücksichtigenden Leasingzahlungen spätere Erkenntnisse berücksichtigt. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind – wie Umsatzmieten – werden im Aufwand erfasst.
Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Leasingverbindlichkeit zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Leasingverbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Indexanpassung verändern oder wenn der Konzern seine Einschätzung hinsichtlich der relevanten Parameter ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird das Nutzungsrecht angepasst. Eine erfolgswirksame Anpassung erfolgt dann, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat. Im vorliegenden Abschluss ist es aufgrund von Indexanpassungen zu Neubewertungen gekommen. In der Bilanz weist die Manner Gruppe Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus.
Baurechte
Die Manner Gruppe hat Baurechtsverträge als Baurechtsgeber abgeschlossen. Die Gruppe vermietet Grundstücke an Dritte zwecks Errichtung eines Bürogebäudes sowie einer Tiefgarage. Diese Baurechtsverträge stellen Leasinggeberverhältnisse im Sinne von IFRS 16 dar und werden als Operating-Leasing dargestellt (siehe unten, „Leasinggeber“).
Leasinggeber
Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt. Ist dies nicht der Fall, wird ein Leasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. IFRS 16 führt beispielhaft fünf Fälle an, die für den Leasinggeber zur Einstufung eines Vertrags als Finanzierungsleasing führen würden (Eigentumsübergang, günstige Kaufoption, Laufzeittest, Barwerttest oder Spezialleasing). Die Manner Gruppe tritt hinsichtlich als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Grundstücken des Sachanlagevermögens als Leasinggeber auf. Die Gruppe ist zu dem Schluss gekommen, dass für alle Mietverträge das wirtschaftliche Eigentum an den Objekten bei der Manner Gruppe verbleibt und damit die wesentlichen Risiken und Chancen nicht übertragen werden. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die Laufzeit der Mietverträge deutlich kürzer ist als die wirtschaftliche Nutzungsdauer einer Immobilie oder Grundstücks (Laufzeittest). Außerdem entspricht zu Beginn des Mietvertrags der Barwert der Leasingzahlungen nicht dem nahezu gesamten beizulegenden Zeitwerts der Immobilie oder Grundstücks (Barwerttest). Somit werden alle Mietverträge, bei denen die Manner Gruppe als Leasinggeber auftritt, als Operating-Leasingverträge eingestuft.
30 Finanzinstrumente
Kategorien und Buchwerte
Die folgenden Tabellen zeigen für jede Klasse von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten die Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 und die Buchwerte.
| Kategorien und Buchwerte | T€ | ||
|---|---|---|---|
| Kategorie | 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | |||
| Anleihen | AC | 3.000 | 1.500 |
| Übrige Wertpapiere und Anteile | FVPL | 1.440 | 2.111 |
| Kautionen | AC | 821 | 818 |
| Sonstige langfristige Forderungen | AC | 33 | 32 |
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | |||
| Positive Marktwerte von Derivaten | FVPL | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | AC | 594 | 613 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 26.723 | 20.503 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| Kreditverbindlichkeiten | AC | 30.693 | 20.581 |
| Leasingverbindlichkeiten | n.a. | 3.765 | 4.546 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 1.761 | 1.844 |
| Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| Kreditverbindlichkeiten | AC | 37.890 | 32.423 |
| Leasingverbindlichkeiten | n.a. | 1.161 | 1.274 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 2.548 | 2.493 |
| Negative Marktwerte von Derivaten | FVPL | 381 | 0 |
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Die Stufen in der Bemessungshierarchie und die Buchwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | Stufe | Buchwert 31.12.2022 | Buchwert 31.12.2021 |
|---|---|---|---|
| Übrige Wertpapiere und Anteile | 1 | 1.440 | 2.111 |
| Negative Marktwerte von Derivaten | 2 | 381 | 0 |
| Positive Marktwerte von Derivaten | 2 | 0 | 0 |
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Die Manner Gruppe geht davon aus, dass für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten sowie für variabel verzinste finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Die Anleihen wurden zu Anschaffungskosten (AC) bewertet, da Halteabsicht besteht und ausschließlich Zinsen und Tilgungen vorliegen.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente | T€ | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| Buchwert | Buchwert | Zeitwert | Zeitwert | |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Anleihen | 3.000 | 2.858 | 1.500 | 1.528 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 821 | 821 | 818 | 818 |
| Langfristige Finanzschulden | ||||
| Kreditverbindlichkeiten | 30.693 | 27.328 | 20.581 | 20.866 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.761 | 1.421 | 1.844 | 1.779 |
Sämtliche Instrumente in der vorstehenden Tabelle wurden der Stufe drei der Bemessungshierarchie zugeordnet.
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien zusammengefasst. Erträge werden ohne Vorzeichen und Aufwendungen mit negativem Vorzeichen dargestellt.
| Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten | T€ | Zinsaufwendungen | Wertberichtigungen | Zinsaufwendungen | Bewer-tungen | Währungs-differenzen | Sonstige Aufwendungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | ||||||||
| Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten FVPL | 0 | 0 | -591 | 0 | 0 | 0 | 0 | -591 |
| Finanzielle Vermögenswerte AC | 19 | 0 | 0 | 16 | -125 | 0 | 0 | -89 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten AC | 0 | -1.310 | 0 | 0 | 0 | -206 | -1.516 | -1.516 |
| Gesamt | 19 | -1.310 | -591 | 16 | -125 | -206 | -1.516 | -2.196 |
| Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr) | ||||||||
| 2021 | ||||||||
| Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten FVPL | 0 | 0 | -8 | 0 | 0 | 0 | 0 | -8 |
| Finanzielle Vermögenswerte AC | 24 | 0 | 0 | 26 | 69 | 0 | 0 | 118 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten AC | 0 | -930 | 0 | 0 | 0 | -325 | -1.255 | -1.255 |
| Gesamt | 24 | -930 | -8 | 26 | 69 | -325 | -1.255 | -1.144 |
Die Wertberichtigungen ergeben sich aus dem Saldo von Zuführungen und Auflösungen von Wertberichtigungen, wobei im Geschäftsjahr 2022 ein Überschuss der Zuführungen über die Auflösungen und im Geschäftsjahr 2021 ein Überschuss der Auflösungen über die Zuführungen bestand (siehe Note 31, Ausfallsrisiko). Im Geschäftsjahr 2022 enthält das sonstige Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten Zinsaufwendungen für Leasing von T€ 83 (2021: T€ 99) sowie nicht ausgenützte Lieferantenskonti von T€ 51 (2021: T€ 168).
Schätzungen und Annahmen
Beizulegender Zeitwert von finanziellen Verbindlichkeiten
Sofern die beizulegenden Zeitwerte von angesetzten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht mithilfe von notierten Preisen in aktiven Märkten bemessen werden können, werden sie unter Verwendung von Bewertungsverfahren, insbesondere der Discounted-Cashflow-Methode, ermittelt. Die in das Modell eingehenden Inputparameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts in hohem Maße auf Annahmen und Schätzungen des Managements. Die Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko, Volatilität, Diskontierungssatz oder Wachstumsraten. Änderungen der getroffenen Annahmen für diese Faktoren können sich auf die angesetzten beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente auswirken.
Die Manner Gruppe hat den beizulegenden Zeitwert von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Banken derart bestimmt, dass an Stelle des vertraglichen Zinssatzes ein marktkonformer Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Der marktkonforme Zinssatz bestimmt sich aus dem risikolosen Zinssatz zuzüglich eines unternehmensspezifischen Aufschlags. Der unternehmensspezifische Aufschlag wurde anhand der Bonität des Mutterunternehmens festgestellt.
Rechnungslegungsmethoden
Erstmaliger Ansatz
Die erstmalige Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert sowie bei Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzüglich oder abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Transaktionspreis angesetzt.
Die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, wenn das vertragliche Anrecht auf Zahlungsströme ausläuft oder übertragen wird. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sobald diese getilgt wurden.
Klassifizierung
IFRS 9 unterscheidet bei der Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte drei Kategorien: finanzielle Vermögenswerte, die für die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Unter die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte fallen jene Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Ziel das Halten dieser Instrumente ist, um daraus vertragliche Zahlungsströme zu generieren. Zudem muss das Zahlungsstromkriterium erfüllt werden, wonach die Vereinnahmung von Zahlungsströmen ausschließlich aus Tilgungen und Zinsen besteht.
Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht das einmalig ausübbare Wahlrecht, diese Instrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne anschließende Umgliederung in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Manner Gruppe hat dieses Wahlrecht dahingehend ausgeübt, Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Davon ausgenommen sind zum FVPL bewertete finanzielle Verbindlichkeiten, wie beispielsweise freistehende Derivate mit negativem Marktwert. Die von der Manner Gruppe vorgenommene Klassifizierung von Finanzinstrumenten ist dem vorstehenden Kapitel „Kategorien und Buchwerte“ zu entnehmen.
Folgebewertung
Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Zudem unterliegen solche Vermögenswerte den Bestimmungen zu Wertminderungen gemäß IFRS 9. Hinsichtlich der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte sieht IFRS 9 das Modell der erwarteten Kreditausfälle (expected credit losses) vor. Demnach ist eine Wertminderung entweder in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird, oder es ist eine Wertminderung in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, die über die Gesamtlaufzeit des Vermögenswerts erwartet werden. Ersteres ist der Fall, wenn sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts nicht signifikant erhöht hat; der zweite Fall tritt ein, wenn sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat oder wenn infolge eines Ausfallereignisses objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen.
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, sowie wahlweise für Forderungen aus Leasingverhältnissen kommt die vereinfachte Vorgehensweise (simplified approach) zur Anwendung, die eine Bemessung der Wertminderungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste vorsieht. Die Manner Gruppe bewertet Forderungen aus Leasingverhältnissen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste.
Beizulegender Zeitwert
In den zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten eingesetzten Bewertungstechniken fließen Inputfaktoren ein. Die Manner Gruppe verwendet dabei so weit wie möglich beobachtbare Inputfaktoren. Die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden in drei Stufen innerhalb der Bemessungshierarchie eingeordnet.
In den zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eingesetzten Bewertungstechniken werden Inputfaktoren verwendet. Die sogenannte Bemessungshierarchie teilt die verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein.
- Inputfaktoren der Stufe 1 sind in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden notierte, nicht berichtigte Preise. Dies betrifft zum Beispiel Aktien.
- Inputfaktoren der Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind, zum Beispiel Zinsswaps. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps wird durch die Abzinsung zukünftiger erwarteter Cashflows und nach Optionspreismodellen ermittelt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch Credit Valuation Adjustments und Debit Valuation Adjustments Rechnung getragen.
- Inputfaktoren der Stufe 3 sind Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind, zum Beispiel Genussscheine oder Kreditverbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente wird durch Abzinsung der künftig erwarteten Cashflows ermittelt. In die Bewertung fließen beobachtbare Inputfaktoren (Zinssätze, Wechselkurse) und nicht beobachtbare Inputfaktoren (eigenes Bonitätsrisiko) ein.
Wenn die für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedlichen Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.
Umgliederungen zwischen den Stufen werden am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist, erfasst.
31 Risikoberichterstattung
Risikomanagement
Die Geschäftstätigkeit der Manner Gruppe ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht gänzlich ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der festgelegten Risikopolitik bestimmt.# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und Eigenständigkeit der Gruppe als börsennotierte, österreichische Familienunternehmensgruppe. Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für die Risikopolitik, dass die Gruppe bereit ist, unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten Geschäftsaktivitäten und die daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts zu erwarten ist. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein Gegenüberstellen von Chancen und Gefahren abgewogen. Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, diese zu bewerten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens. Die Manner Gruppe versteht darunter Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das Risikomanagement besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- und Krisenmanagement ist eine wesentliche Aufgabe aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen-Management-Team. Alle nicht zu den Kerntätigkeitsfeldern der Unternehmensgruppe gehörenden Risiken, wie z. B. Zinsänderungs-, Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell und nach Möglichkeit auf Dritte (z.B. Versicherungsgesellschaften) übertragen.
117 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Absatz- und Nachfragerisiko
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere die Risiken von Seiten des Marktes (z. B. Nachfrageschwankungen) trägt das Unternehmen selbst und werden nicht versichert. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte oder Märkte. Die Handelskonzentrationen in den jeweiligen Märkten stellen ein systemimmanentes Risiko in der Lebensmittelindustrie dar. Diesem Risiko wird sowohl durch die konsequente Pflege der einzelnen Marken der Gruppe im Süßwarenbereich als auch durch die Verstärkung der Exportaktivitäten gegengesteuert. Die fortgesetzte Konzentration im Bereich des Handels führt zu einem erhöhten Druck auf die Abgabepreise.
Beschaffungsrisiko
Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktionsmaterialien, Verpackungen und Energie, das nicht zeitgerecht oder im vollen Umfang an die Abnehmenden weitergegeben werden kann. Diese Kostensteigerungen werden sich immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen (Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. Die Gruppe ist bestrebt, mit Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung gegenzusteuern. Lieferengpässe bei Rohstoffen, Energie, Verpackungen und Produktionsmaterialien können zu Produktionsausfällen führen.
Finanz- und Zinsänderungsrisiko
Gegen Finanzrisiken wird laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Das Risiko einer Zinsänderung besteht für Finanzanlagen und Finanzschulden und wird ständig überwacht. Bei den Wertpapieren der Finanzanlagen handelt es sich überwiegend um Anteile an Investmentfonds, die kurzfristig veräußert werden können. Ein Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß. Die Manner Gruppe schätzt die Risikokonzentration von Guthaben bei Banken als gering ein, da die Guthaben auf mehrere Banken verteilt sind.
Ausfallrisiko
Die in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapiere, die in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten stellen das maximale Kreditrisiko dar. Das Risiko umfasst insbesondere das Ausfallrisiko. Die Wertpapiere unterliegen den Risiken des Kapitalmarkts. Die nachstehende Tabelle enthält die Bruttoforderungen, die Wertberichtigungen und die sich daraus ergebenden Nettoforderungen der finanziellen Vermögenswerte, für die der Konzern Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 zu erfassen hat:
| Finanzielle Vermögenswerte | Bruttobuchwert (T€) | Wertberichtigung (T€) | Nettobuchwert (T€) |
|---|---|---|---|
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | 31.12.2022 | |
| Anleihen | 3.000 | 1.500 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 26.909 | 20.570 | 186 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.448 | 1.464 | 0 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 19.055 | 14.202 | 0 |
| Summe | 50.412 | 37.736 | 186 |
Für Anleihen, sonstige finanzielle Forderungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten wurden aus Wesentlichkeitsgründen keine Wertberichtigungen erfasst. Aufgrund der hohen Bonität der Gegenparteien ergeben sich nur marginale Ausfallswahrscheinlichkeiten. Für weiterführende Informationen zu den Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf das nachstehende Kapitel verwiesen.
118 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht darin, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen gänzlich oder teilweise nicht nachkommen. Dem Ausfallrisiko wird durch Kreditversicherungen begegnet, die für einen großen Teil der Forderungen abgeschlossen wurden. Für den nicht versicherten Teil der Forderungen werden Wertberichtigungen gebildet. Das Ausfallrisiko bei den Forderungen verteilt sich über eine große Anzahl von Kunden, die aufgrund der Bonität aller großen Handelspartner das Risiko insgesamt reduziert. Das Kreditrisiko wird durch ein konsequentes Forderungsmanagement weiter reduziert. Die Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar:
| Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (T€) | Erwartete Kreditverluste | Eingetretene Kreditverluste | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | |
| Stand zum 1. Jänner | 12 | 9 | 55 |
| Zuführung | 0 | 3 | 133 |
| Verwendung | 0 | 0 | -5 |
| Auflösung | -5 | 0 | -3 |
| Umrechnungsdifferenzen | 0 | 0 | -1 |
| Stand zum 31. Dezember | 7 | 12 | 179 |
Erwartete Kreditverluste werden aufgrund der Bonität der Kunden unter Berücksichtigung von Versicherungen gebildet. Eingetretene Kreditverluste werden für überfällige Forderungen gebildet. Zuführungen zu Wertberichtigungen werden gebildet, wenn Forderungen eine bestimmte Überfälligkeitsdauer überschreiten. Verwendungen treten ein, wenn bei Zahlungseingang einer wertberichtigten Forderung ein Abgang der Wertberichtigungen stattfindet. Auflösungen treten ein, wenn eine wertberichtigte Forderung abgeschrieben wird. Die Manner Gruppe schätzt die Risikokonzentration bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als gering ein, weil sich die Forderungen auf mehrere Kunden in mehreren Ländern verteilen und zu einem großen Teil gegen das Ausfallsrisiko versichert sind.
Rechnungslegungsmethoden
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind finanzielle Vermögenswerte und fallen unter die Wertminderungsbestimmungen von IFRS 9.5.5. Demnach sind Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste zu erfassen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommt die vereinfachte Vorgehensweise zur Anwendung, die darin besteht, dass die Wertberichtigungen stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen sind. Ein Unternehmen kann für die Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vereinfachte Methoden anwenden, beispielsweise mittels einer Wertberichtigungstabelle, bei der historische Ausfallsraten nach Überfälligkeitsklassen zur Anwendung kommen. Die Manner Gruppe verwendet jedoch keine Wertberichtigungsmatrix, sondern einen bonitätsbasierten Ansatz. Manner unterteilt seine Kunden in Kundengruppen, wobei die fünf größten Kunden für rund drei Viertel der Umsatzerlöse verantwortlich sind. Durch Zugrundelegung der Ratings (Ausfallswahrscheinlichkeiten) dieser Kunden kann ein Großteil der Forderungen wertberichtigt werden. Außerdem wurden bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste die Versicherung von Forderungen berücksichtigt. Erwartete Kreditverluste ergeben sich aus dem Produkt von Ausfallswahrscheinlichkeit, Versicherungsanteil und Buchwert. Bei einer vollständigen Besicherung fallen somit keine Kreditverluste an. Für einen großen Teil der Forderungen bestehen Versicherungen. Für den übrigen Teil der Forderungen wurden die Ratings der Kunden herangezogen. Die großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels in Österreich und Deutschland haben sehr gute Ratings. Die gewichtete Ausfallswahrscheinlichkeit beträgt 0,02 %. Das führt dazu, dass die erwarteten Kreditverluste sehr niedrig sind. Der Konzern verwendet angemessene und belastbare Informationen, die über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Bedingungen und künftige wirtschaftliche Bedingungen verfügbar sind, indem er die Prognosen über die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) in den Regionen, wo die Schuldner der finanziellen Verbindlichkeiten ansässig sind, berücksichtigt.
119 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass die Manner Gruppe ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Aufgrund der vorhandenen Barbestände per Bilanzstichtagsdatum sowie der nicht ausgenutzten Kreditlinien bei den finanzierenden Banken wird dieses Risiko als gering eingestuft.# Fälligkeiten finanzieller Verbindlichkeiten nach Zeitbändern
Die folgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten finanzieller Verbindlichkeiten nach Zeitbändern:
| Fälligkeitsanalyse | T€ | 31.12.2022 Buchwert | 2023 Zinsen | 2023 Tilgung | 2024-2027 Zinsen | 2024-2027 Tilgung | Ab 2028 Zinsen | Ab 2028 Tilgung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kreditverbindlichkeiten | 68.583 | 1.226 | 37.892 | 1.313 | 23.215 | 153 | 7.513 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 4.925 | 68 | 1.161 | 128 | 3.055 | 11 | 710 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24.981 | 0 | 24.981 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4.309 | 18 | 2.548 | 58 | 626 | 41 | 1.133 | |
| Summe | 102.799 | 1.312 | 66.582 | 1.500 | 26.896 | 205 | 9.356 |
Fälligkeitsanalyse (Vorjahr)
| Fälligkeitsanalyse | T€ | 31.12.2021 Buchwert | 2022 Zinsen | 2022 Tilgung | 2023-2026 Zinsen | 2023-2026 Tilgung | Ab 2027 Zinsen | Ab 2027 Tilgung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kreditverbindlichkeiten | 53.004 | 428 | 32.423 | 715 | 9.543 | 267 | 11.074 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 5.820 | 81 | 1.274 | 168 | 3.338 | 26 | 1.208 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 25.347 | 0 | 25.347 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4.337 | 20 | 2.493 | 64 | 567 | 55 | 1.277 | |
| Summe | 88.508 | 529 | 61.537 | 947 | 13.447 | 347 | 13.560 |
Die Fälligkeitsanalyse stellt die künftigen nicht abgezinsten vertraglichen Zahlungsströme finanzieller Verbindlichkeiten dar. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten wurden dem frühesten Laufzeitband zugeordnet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Manner Gruppe sind nach Kontrahenten breit gestreut, sodass die Exposition gegenüber einer geänderten Risikopolitik einzelner Kreditinstitute als gering angesehen werden kann, womit das Konzentrationsrisiko adressiert wird.
Währungsrisiko
Die Manner Gruppe unterliegt in geringem Ausmaß dem Fremdwährungsrisiko, wenn Transaktionen und Zahlungen nicht in der Darstellungswährung Euro getätigt werden. Dies ist der Fall in Tschechien und Aserbaidschan. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 bestanden zwei Sicherungsinstrumente zur Währungssicherung des britischen Pfunds, um den Einkauf von Kakao abzusichern. Zu keinem Zeitpunkt wurden Sicherungsinstrumente in eine Sicherungsbeziehung einbezogen.
Zinsänderungsrisiko
Langfristige Finanzierungen unterliegen dem Risiko sich ändernder Zinsen, vor allem bei Bankkrediten. Der Bereich Konzernfinanzen legt zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken regelmäßig die Zusammensetzung aus fest und variabel verzinsten finanziellen Vermögenswerten und Schulden fest. Im Geschäftsjahr 2022 waren die langfristigen Kreditverbindlichkeiten zum größten Teil fix verzinst. Zinsänderungsrisiken können durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert werden. Die Manner Gruppe ist zum 31. Dezember 2022 Zinsänderungsrisiken ausgesetzt, die im Wesentlichen aus nicht derivativen variabel verzinsten Finanzinstrumenten resultieren. Zum 31. Dezember 2022 bestehen jedoch keine wesentlichen Sicherungsrisiken, weshalb die Manner Gruppe keine Sicherungsgeschäfte abgeschlossen hat.
120 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
Für die Zinsänderungsrisiken dieser Finanzinstrumente wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen des Marktzinsniveaus auf das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden die betroffenen Bestände zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als Steuersatz wurde der Konzernsteuersatz von 25 % verwendet. Außerdem wurde bei der Analyse unterstellt, dass alle anderen Variablen, insbesondere Wechselkurse, konstant bleiben.
Zinssensitivitäten
| T€ | 31.12.2022 Erhöhung | 31.12.2022 Verminderung | 31.12.2021 Erhöhung | 31.12.2021 Verminderung |
|---|---|---|---|---|
| Zinsniveau +/- 0.5 % | ||||
| Jahresergebnis | 75 | -75 | 56 | -56 |
| Konzerneigenkapital | 75 | -75 | 56 | -56 |
Sonstiges Marktrisiko
Die Manner Gruppe ist neben Zinsänderungsrisiken auch anderen Preisrisiken ausgesetzt (etwa Kursrisiken aus Wertpapieren im Eigenbestand), die aber insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind.
Derivate
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen wurden in Vorjahren Kaufoptionen auf britische Pfund abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 wurden zwei Forward Kontrakte gehalten, die zur Absicherung gegen Währungsrisiken dienen und im Geschäftsjahr 2023 auslaufen. Diese Derivate wurden als freistehende Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der negative Marktwert zum 31. Dezember 2022 betrug T€ 381 (2021: T€ 0).
Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden
Eine Saldierung in der Bilanz gemäß IAS 32 wird in der Manner Gruppe nicht vorgenommen, da es im laufenden Geschäftsbetrieb in der Regel nicht zu einem Nettoausgleich mehrerer Transaktionen kommt.
Sicherheiten und Verfügungsbeschränkungen
Zum 31. Dezember 2022 bestanden eingetragene Hypotheken ausschließlich für das Mietshaus in Wien Hernals (Geblergasse 116 GmbH & Co KG) in Höhe von T€ 7.508 (2021: T€ 7.508). Kreditverbindlichkeiten in Höhe von T€ 21.500 (2021: T€ 17.500) sind durch eine Globalzession der Exportforderungen dinglich besichert.
32 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Geschäftsjahr 2022 sind in der Manner Gruppe Aufwendungen aus Geschäftsvorfällen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen von T€ 73 (2021: T€ 150) angefallen. Zum 31. Dezember 2022 bestanden in der Manner Gruppe keine Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen (2021: Verbindlichkeiten T€ 109). Ansonsten bestanden keine Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen oder Personen.
Die folgende Tabelle zeigt die Vergütungen der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen:
Vergütungen der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
| T€ | Vorstände 2022 | Vorstände 2021 | Aufsichtsräte 2022 | Aufsichtsräte 2021 | Leitende Angestellte 2022 | Leitende Angestellte 2021 | Gesamt 2022 | Gesamt 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer | 1.361 | 1.527 | 186 | 158 | 1.704 | 1.544 | 3.251 | 3.229 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 14 | 5 | 0 | 0 | 13 | 19 | 28 | 24 |
| Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 8 | 0 | 8 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0 | 53 | 0 | 0 | 0 | 16 | 0 | 69 |
| Summe | 1.375 | 1.586 | 186 | 158 | 1.718 | 1.587 | 3.279 | 3.331 |
Die Manner Gruppe unterteilt die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen als Vorstände, Aufsichtsräte und leitende Angestellte (Prokuristen und Bereichsleiter).
Ermessensentscheidungen
Gemäß IAS 24 ist das oberste beherrschende Unternehmen (ultimate controlling party) anzugeben. Die Eigentümer der Manner Gruppe setzen sich aus der Manner Privatstiftung, Wien, der Andres Holding GmbH, Wien, und einer Reihe von Einzelpersonen zusammen. Die Manner Privatstiftung und eine Reihe von Personen haben sich zum Manner/Riedl-Syndikat zusammengeschlossen. Das Manner/Riedl- Syndikat hält über die Hälfte der Stimmrechte an der Manner AG. Beschlüsse des Syndikats führen gemäß Syndikatsvertrag dazu, dass die Stimmrechte des Syndikats einheitlich ausgeübt werden. Weiters besteht das Manner-Syndikat, das sich aus dem Manner/Riedl-Syndikat und der Andres Gruppe zusammensetzt. Das Manner- Syndikat hält über drei Viertel der Stimmrechte an der Manner AG. Die Manner Gruppe ist zu dem Schluss gekommen, dass das Manner/Riedl-Syndikat die Mehrheit der Stimmrechte hält und über seine Stimmrechte Verfügungsmacht ausübt und damit die Manner AG kontrolliert. Die Manner Gruppe ist somit zu dem Schluss gekommen, dass das Manner/Riedl-Syndikat, obwohl es kein Unternehmen ist, als oberstes beherrschendes Unternehmen (ultimate controlling party) gemäß IAS 24 einzustufen ist. Das Manner-Syndikat kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Für weiterführende Informationen betreffend die Eigentümerstruktur der Manner AG wird auf die Berichterstattung gemäß § 243a UGB im Lagebericht des Einzelabschlusses der Manner AG verwiesen (siehe Jahresfinanzbericht 2022).
122 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
33 Organe
Im Geschäftsjahr 2022 waren folgende Personen für die Josef Männer & Comp. Aktiengesellschaft, Wien, in einer Organfunktion tätig.
Vorstand
* Mag. Andreas KUTIL (CEO)
* Dr. Hans Peter ANDRES (Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik)
* Thomas GRATZER (Produktion und Technik)
Im Geschäftsjahr 2022 sind folgende Vorstände ausgeschieden:
* Mag. Albin HAHN (Finanzen, Personal und IT, bis 31. März 2022)
Aufsichtsrat
* Mag. Florian JONAK, Vorsitzender
* Dr. Martina ANDRES, Vorsitz-Stellvertreterin
* Dr. Josef DOPPLER
* Dr. Michael GRAHAMMER
* Mag. Dr. Wolfgang HÖTSCHL
* Prof. Dr. Sita Monica MAZUMDER
* Dr. Martin SCHOBER (ab 30. November 2022)
* Dipl. Ing. Markus SPIEGELFELD
Vom Betriebsrat delegierte Mitglieder
* Gerda CLEMENTI (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wolkersdorf)
* Peter FREUDENSCHUSS (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
* Peter HABEL (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
* Christian HACKL (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wien)
Mit 30. November 2022 ist der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ernst BURGER aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
34 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum von 1. Jänner 2023 bis zum Datum der Freigabe des Konzernabschlusses gab es keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
123 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
35 Freigabe des Konzernabschlusses
Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Vorstand der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft am 16. März 2023 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 16. März 2023
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Mag. Andreas Kutil
Dr. Hans Peter Andres
Thomas Gratzer
124 Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022
125 Bestätigungsvermerk Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.# Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Aktionäre der Josef Manner & Comp. AG
Beurteilung
Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. AG (nachstehend „der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Geldflussrechnung für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
-
Sachverhalt und Risiken
Die Josef Manner & Comp. AG weist in ihrem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 Buchwerte für Sachanlagen in Höhe von insgesamt 75,5 Mio. EUR aus. Der Vorstand hat zu beurteilen, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass langfristige Vermögenswerte wertgemindert sein könnten. Bei dieser Beurteilung hat der Vorstand sowohl interne als auch externe Informationsquellen heranzuziehen und zukunftsbezogenen Annahmen zu treffen. Diese Annahmen erfordern wesentliche Schätzungen des Vorstandes über künftige Umsatzentwicklungen und Ergebnismargen und daraus resultierende Zahlungsmittelüberschüsse.Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 126
Für den Konzernabschluss besteht daher das Risiko einer Überbewertung der Sachanlagen. Auf die Angaben im Konzernanhang im Abschnitt 15 wird verwiesen.
-
Unser Vorgehen bei der Prüfung
Wir haben die Konzeption des Prozesses der Gesellschaft zur Überprüfung der zahlungsmittegerierenden Einheiten auf Indikatoren von Wertminderungen erhoben und beurteilt. Zusätzlich haben wir die vom Vorstand getroffenen Annahmen und vorgenommenen Schätzungen kritisch hinterfragt und unter anderem folgende Prüfungshandlungen gesetzt:- Befragung des Vorstands hinsichtlich der wesentlichen Schlüsselannahmen;
- Analyse der Annahmen mittels öffentlich verfügbaren Brancheninformationen und Würdigung der Auswirkungen auf die wesentlichen Planungsparameter;
- Nachvollzug des Berechnungsmodells zur rechnerischen Überprüfung auf Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten („indikativer Werthaltigkeitstest“);
- Stichprobenartige Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der indikativen Werthaltigkeitstests;
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im integrierten Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den konsolidierten Corporate Governance-Bericht gemäß § 267b UGB haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des integrierten Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwort¬lichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten.
Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 127
Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:
- Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
- Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.# Bericht des unabhängigen Abschlußprüfers
An die Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Prüfungsurteil zum Konzernabschluss
Wir haben den Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (im Folgenden „der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Kapitalflussrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und den dazugehörigen Anhangsangaben, geprüft.
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Er vermittelt nach unserer Beurteilung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Finanzwechselwirkungen für das am selben Stichtag endende Geschäftsjahr.
Grundlage für unser Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen gesetzlichen Vorschriften und den österreichischen berufsrechtlichen Normen – insbesondere den Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung – durchgeführt. Unsere Verantwortung gemäß diesen Vorschriften und Normen ist in dem Abschnitt „Verantwortung des Prüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unserer Erklärung weiter erläutert.
Wir sind unabhängig von dem Konzern gemäß den österreichischen gesetzlichen Vorschriften und den anzuwendenden beruflichen Verhaltensanforderungen und haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltensanforderungen in Übereinstimmung mit diesen erfüllt. Wir sind davon überzeugt, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Wir versichern, dass die für die Abschlussprüfung maßgeblichen berufsrechtlichen Anordnungen eingehalten wurden.
Wesentliche Prüfungssachverhalte
Wesentliche Prüfungssachverhalte sind Sachverhalte, die nach unserem beruflichen Ermessen am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des laufenden Geschäftsjahres waren. Sie sind mit den Sachverhalten befasst, mit denen sich unser Management bei der Prüfung des Konzernabschlusses befasst hat. Wir haben diese Sachverhalte und ihre Behandlung in unserer Prüfung nicht gesondert behandelt, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe der Sachverhalte aus, oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Verantwortung des Vorstands und der für die Überwachung Zuständigen für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen unternehmensrechtlichen Vorschriften die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in einer für ein möglichst getreues Bild wesentlichen Darstellung wiedergibt. Die gesetzlichen Vertreter sind ferner verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, einschlägige Rechnungslegungsgrundsätze anzuwenden und die Frage der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu klären, sofern diese nicht entfällt. Sie sind zudem dafür verantwortlich, alle einschlägigen Umstände offenzulegen, die die Fortführung der Unternehmenstätigkeit begründen oder ihr entgegenstehen könnten. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, die Rechnungslegungsgrundsätze der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, sofern sie nicht beabsichtigen, den Konzern zu liquidieren oder die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine realistische Alternative dazu haben.
Die für die Überwachung zuständigen Personen sind verantwortlich für die Überwachung des Berichtsprozesses des Konzerns über Finanzinformationen.
Verantwortung des Prüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind es, hinreichende Sicherheit darüber zu gewinnen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, seien sie durch Betrug oder Irrtum verursacht, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil enthält. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine von uns durchgeführte Prüfung stets alle wesentlichen falschen Darstellungen aufdeckt, falls diese vorhanden sind. Falsche Darstellungen können aus einzelnen oder aggregierten Fehlern oder Irrtümern entstehen und gelten als wesentlich, wenn vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie einzelne oder aggregierte Entscheidungen der Nutzer, die auf diesen Konzernabschluss getroffen werden, beeinflussen.
Im Rahmen einer Prüfung nach den österreichischen berufsrechtlichen Grundsätzen führen wir ein={} berufliches Ermessen aus und bewahren eine professionelle Skepsis während der gesamten Prüfung. Dies beinhaltet:
- Identifizierung und Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss, unabhängig davon, ob diese durch Betrug oder Irrtum verursacht werden, sowie Planung und Durchführung von Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken. Die Prüfungshandlungen umfassen auch die Untersuchung der Ursachen und Auswirkungen wesentlicher falscher Darstellungen, falls diese auftreten, und die Durchführung von Verfahren, die auf die Feststellung von wesentlichen falschen Darstellungen abzielen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen, die durch Betrug verursacht werden, nicht entdeckt werden, ist höher als bei solchen, die durch Irrtum verursacht werden, da Betrugshandlungen absichtliche Verschleierungen, Fälschungen, vorsätzliche Falschangaben, das Umgehen von Kontrollen oder die Nichtoffenlegung von Sachverhalten beinhalten können.
- Erlangung eines Verständnisses von den internen Kontrollen, die für die Prüfung relevant sind, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns auszudrücken.
- Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der geschätzten Rechnungslegungsposten und der damit verbundenen Angaben, die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommen wurden.
- Schlussfolgerung über die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern verwendeten Rechnungslegungsgrundsätze sowie Beurteilung der Gesamtdarstellung, des Aufbaus und des Inhalts des Konzernabschlusses, einschließlich der Angaben, und ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnisse aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. November 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Jahresabschluss 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Mario Zagiczek.
Wien, am 16. März 2023
CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH
Mag. Mario Zagiczek
Wirtschaftsprüfer
Dr. Andreas Staribacher
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Erklärung des Vorstands zum Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. AG zum 31. Dezember 2022
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 16. März 2023
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. AG
Mag. Andreas Kutil
CEO
Dr. Hans Peter Andres
Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
Thomas Gratzer
Produktion & Technik
Inhaltsverzeichnis
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022.......................................................................................................................... 133
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage ............................................... 133
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens.................. 139
3 Bericht über Forschung und Produktentwicklung ...................................................................... 142
4 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ................................ 142
5 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen ... 143
Unternehmens-Kennzahlen ............................................................................................................................................. 146
Bilanz .............................................................................................................................................................................. 147
Gewinn- und Verlustrechnung ......................................................................................................................................... 149
Anhang ............................................................................................................................................................................ 151
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ................................................................................. 152
II. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ................................................ 154
III. Sonstige Angaben ..................................................................................................................... 158
Anlagespiegel .................................................................................................................................................................. 160
Bestätigungsvermerk ...................................................................................................................................................... 163
Erklärung des Vorstandes ............................................................................................................................................... 169
Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und aus Rücksichtnahme auf Ressourcen wird auf die gedruckte Version des Geschäftsberichts 2022 verzichtet.
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
DIE GESELLSCHAFT
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Aktien an der Wiener Börse im Markt „Amtlicher Handel“, Marktsegment „Standard Market Auction“ notieren. Die Gesellschaft produziert seit 1890 Süßwaren und hält Beteiligungen an Unternehmen, die in den Bereichen Vertrieb von Süßwaren, Mietshäuser und Anbau von Haselnüssen tätig sind.
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN 2022
- Umsatz mit € 254,0 Mio.# WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Die kräftige Wirtschaftserholung, die 2021 begonnen hat, setzte sich auch 2022 fort. Nach der starken ersten Jahreshälfte hat sich die Konjunktur in Österreich mittlerweile aber wieder deutlich eingebremst. Die Belastungen für den Konsum und die Investitionen durch die hohe Inflation werden über den Winter erwartungsgemäß zu einer Rezession führen. Diese sollte jedoch dank des stabilen Arbeitsmarkts und der fiskalischen Unterstützung kurz und milde ausfallen und in einer moderaten Erholung münden (Quelle: UniCredit Research). Das reale Bruttoinlandsprodukt soll gemäß der aktuellen Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts 2022 insgesamt um ca. 4,8% gegenüber dem Vorjahr wachsen. Die Inflation hat sich im Jahr 2022 sehr stark beschleunigt, von 2,8% 2021 auf ca. 8,5% 2022 (Quelle: UniCredit Research). Der starke Zuwachs ist insbesondere auf die Erhöhung der Energiepreise und einiger wesentlicher Rohstoffpreise infolge des Ukrainekriegs zurückzuführen. Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2022 sehr gut erholt. Der Krieg in der Ukraine hatte für den Arbeitsmarkt keinen wesentlichen negativen Effekt und die Arbeitslosenzahlen liegen bereits unter dem Vorkrisenjahr. Die Anzahl der offenen Stellen erreichte einen Rekordwert, es ist nach wie vor schwierig, qualifizierte, aber auch angelernte Arbeitskräfte für offene Positionen zu finden.
Die Aussichten und die Planung für 2023 beruhen auf der Annahme, dass es zu keinen negativen Auswirkungen von COVID-19 auf die Konjunktur kommt. Erneute Einschränkungen wegen eines neuerlichen Aufflammens der Pandemie sowie Produktionsausfälle wegen Ausfalls von Produktionspersonal sind wesentliche, vom Unternehmen nicht abwendbare Risiken, die einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf 2023 haben könnten. Mit dem erwarteten Nachfragerückgang wird sich die Inflation langsam abschwächen, was in einer weitgehenden Stabilisierung der Rohstoffpreise, vor allem für Energie, und einer Entspannung der Materialengpässe resultieren kann. Als wesentliches Risiko für 2023 wird zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses eine Vertiefung des Konflikts zwischen Ukraine und Russland gesehen, wodurch es vor allem beschaffungsseitig, unabhängig vom erwarteten leichten Nachfragerückgang, immer wieder zu sprunghaften Änderungen der Kosten kommen könnte. Grundsätzlich werden die Rohstoff- und Energiepreise für das gesamte Jahr 2023 auf einem hohen Niveau erwartet. Für die Finanzierung besteht die Annahme, dass 2023 nur mehr moderate Leitzinserhöhungen durch die EZB erfolgen werden.
UMSATZENTWICKLUNG
Im Geschäftsjahr 2022 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,1% von T€ 239.426 auf T€ 253.978 gestiegen. Die erfreuliche Steigerung konnte insbesondere am Heimatmarkt realisiert werden und resultiert vor allem aus gestiegenen Verkaufspreisen sowie einem besseren Produkt-Mix. Die verkaufte Menge hat sich insgesamt um 4,1% von 55.676 to auf 53.358 to reduziert, was vor allem auf die makroökonomische Situation in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen ist. Die Folge ist eine auf 60,2% gesunkene Exportquote, verglichen mit dem Wert des Vorjahrs von 63,8%.
ERTRAGSLAGE
2022 ergab sich das Ergebnis vor Steuern mit T€ 4.100 (Vorjahr: T€ 3.034) über Vorjahr, der Betriebserfolg (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) mit T€ 4.169 (Vorjahr: T€ 2.836) erhöhte sich ebenfalls im Vergleich zum Wert aus 2021. Vorrangig begründen der bessere Produkt-Mix sowie die gestiegenen Verkaufspreise in Relation zu den sehr stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen diese Verbesserung gegenüber 2021. Durch die gestiegenen Umsatzerlöse ist auch die Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 8,8% von T€ 239.890 auf T€ 261.090 deutlich gestiegen. Sowohl aufgrund erhöhter Lagerbestände wegen des bevorstehenden Go-live des neuen ERP-(Enterprise Resource Planning) Systems SAP per 1. April 2023, als auch wegen der stark gestiegenen Bestandsbewertungen durch die 2022 deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise haben sich die Warenbestände zum Ende des Jahres 2022 gegenüber 2021 erheblich erhöht. Trotz der auslaufenden staatlichen Zuschüsse betreffend COVID-19 führten eine Versicherungsvergütung wegen eines Siebbruchs im Werk Wien sowie der beantragte Energiekostenzuschuss zu im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträgen. Neben den Preisen für Kakao, Zucker und Milchprodukte sind auch nahezu alle anderen eingesetzten Rohstoffe im Preisniveau deutlich angestiegen. Der Anteil der Rohstoffkosten in Prozent zur Betriebsleistung stieg daher auf 34,0%, verglichen mit 33,2% zur Vorperiode.
Die Veränderung des Personalaufwands von 12,1% (Vorjahr: -0,8%) ergibt sich insbesondere aus einem Aufbau von verzinslichen Personalrückstellungen aufgrund der hohen kollektivvertraglichen Abschlüsse 2022. Die gestiegenen Zinsen hatten einen leicht gegenläufigen Effekt. Auch die Erhöhung von Urlaubs- und sonstigen Personalaufwendungen, die auf der erhöhten Personaltätigkeit wegen der bevorstehenden Umstellung des ERP-Systems sowie der herausfordernden Situation bei der Besetzung der offenen Stellen beruht, hatte eine auftreibende Auswirkung auf die Personalkosten. Zusätzlich gab es erhöhte Krankenstände, wodurch der Aufwand für Leihkräfte im Verhältnis zum Vorjahr ebenfalls deutlich erhöht war.
Die Stärkung der Unternehmensmarken durch Werbung und Verkaufsförderung wird als langfristiges strategisches Engagement erachtet. Insofern wurde der dafür vorgesehene Etat lediglich in leicht geringerer Höhe als im Vorjahr veranschlagt und auch großteils umgesetzt. Den weiterhin schwierigen Marktbedingungen und vor allem dem gestiegenen Trade Working Capital geschuldet, ergaben sich sowohl im laufenden Betrieb während des Jahres als auch zum Jahresultimo höhere Bankverbindlichkeiten. Durch striktes Cash-Management konnte der vorhandene Saldo an liquiden Mitteln per Jahresultimo gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden. Durch den frühzeitigen Neuabschluss von teilweise auslaufenden Kreditlinien wurde die Zinssituation gegenüber der derzeitigen Marktsituation weitestgehend abgesichert.
FINANZLAGE
Der „Free“ Cashflow (= Summe aus Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit, nach Schema „KFS/BW II“) ergab sich mit T€ -8.787, um T€ 17.128 unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Der Beitrag aus dem Ergebnis wirkt sich positiv aus, die Veränderungen aus dem Working Capital dagegen wirken sich insbesondere aufgrund der inflationär gestiegenen Kosten negativ aus. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund der starken Aktivitäten per Jahresende. Die Lieferantenverbindlichkeiten haben sich verringert. Die Investitionstätigkeit, verglichen mit 2021, wurde insgesamt vor allem aufgrund des bevorstehenden Go-live von SAP sowie der Tätigkeiten auf der Haselnussplantage in Aserbaidschan erhöht. Nach Ausschüttung der Dividende für das Wirtschaftsjahr 2021, aber auch durch die Rückführung von Krediten war es notwendig, die Bankverbindlichkeiten in der noch erfreulichen Zinslandschaft im Stichtagsvergleich zu erhöhen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden demnach von letztjährigen T€ 48.996 auf T€ 64.859 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Striktes Cash-Management resultierte in ebenfalls deutlich angestiegenen frei verfügbaren Barmittelbeständen per Jahresultimo. Folglich ergibt sich, dass sich die Nettoverschuldung, der Saldo der Bankschulden und flüssigen Mittel von T€ 35.795 zum 31.12.2021 auf T€ 46.312 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Das Eigenkapital wurde leicht gesteigert und aus diesen Änderungen resultiert, dass sich der Nettoverschuldungsgrad (Gearing), definiert als das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gem. § 23 URG, von letztjährigen 60,5% auf 76,3% erhöht.
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Der Anstieg bei den immateriellen Vermögensgegenständen steht im Zusammenhang mit den geleisteten Anzahlungen für eine neue ERP-Software, die 2023 in Betrieb genommen wird. Durch einen Überhang der laufenden Abschreibungen hat sich der Buchwert der Sachanlagen entsprechend verringert. Die Finanzanlagen haben sich erhöht, was insbesondere auf eine Ausdehnung des Darlehens der Manner Azerbaijan Limited Liability Company zurückzuführen ist. Ziel der Manner Azerbaijan Limited Liability Company ist es, die künftige Preis- und Versorgungssituation Haselnüsse betreffend merklich zu verbessern. Das gesamte Anlagevermögen hat sich um T€ 2.441 (+2,9%) leicht erhöht. Die Vorräte haben sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem preisbedingt deutlich erhöht und gleichzeitig sind zum Stichtag auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gestiegen, was mit einer starken Geschäftsaktivität gegen Ende des Jahres zusammenhängt. In Zusammenhang mit dem beschriebenen Guthabenbestand bei den Banken hat es insgesamt eine Steigerung des Umlaufvermögens von T€ 15.127 (+20,2%) gegeben. Die Eigenkapitalquote (gem. § 23 URG) liegt mit 34,2% um 2,5 Prozentpunkte unter den 36,7% des Vorjahres, was mit den Guthaben bei Kreditinstituten und deren bilanzverlängernder Auswirkung sowie dem gestiegenen Trade Working Capital zusammenhängt. Eine Eigenkapitalquote von eindeutig über 40% ist weiterhin ein Fixpunkt der Unternehmensplanung und des Risikomanagements des Unternehmens. Dies insbesondere, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten und wirtschaftlich schwierige Perioden unbeschadet überbrücken zu können.Das Nettoumlaufvermögen, die Differenz des kurzfristigen Umlaufvermögens und des kurzfristigen Fremdkapitals wurde um T€ 10.049 von T€ 3.360 im Jahr 2021 auf T€ 13.409 im Jahr 2022 gesteigert, da das Umlaufvermögen vor allem aufgrund der Vorräte, Lieferantenforderungen und hohen Barbestände gestiegen ist, während das kurzfristige Fremdkapital nur in geringerem Ausmaß gestiegen ist.
NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Hinsichtlich der nichtfinanziellen Erklärung wird auf den Konzernlagebericht verwiesen.
Mitarbeiter*innen
In herausfordernden Zeiten gilt es umso mehr, dass qualifizierte, engagierte Mitarbeiterinnen die Erfolge des Unternehmens ermöglichen. Manner fördert die eigenen Mitarbeiterinnen und ist bestrebt, ein motivierendes und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld anzubieten. Bei der Personalauswahl wird neben hoher fachlicher Qualifikation auch insbesondere die soziale Kompetenz berücksichtigt. Bei Personalentscheidungen gelten ausschließlich fachliche Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 136 Fähigkeiten und persönliche Kompetenz. Auf Gleichbehandlung wird zudem hohes Augenmerk gelegt. Mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen wird den geänderten Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung getragen. Schulungen wurden im Jahr 2022 aufgrund der finanziellen Situation leider wieder nur in sehr eingeschränktem Maß durchgeführt. Schwerpunkte waren u.a. Führungskräfte-Workshops, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern und den Teamzusammenhalt zu stärken - sowie fachspezifische Schulungen im technischen Bereich. Seit Oktober 2021 wird die E-Learning-Plattform J.O.S.E.F. (Josef Manner Online Schulungen Erleichtern Fortbildung) genutzt. Diese eröffnet nun breite Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen. Es werden sowohl vorgefertigte Schulungsinhalte zu zahlreichen Soft-Skills-Themen angeboten, die Plattform wird in Zukunft aber auch für interne Trainings und Standardschulungen genutzt. Die Lehrlingsausbildung wurde im Jahr 2022 fortgesetzt und erweitert. 14 Lehrlinge waren 2022 in Ausbildung (Mechatronik, Lebensmitteltechnik, Elektrotechnik, Prozesstechnik, Betriebslogistik). Manner sieht hierin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es werden nach Lehrzeitende daher auch in der Regel alle Lehrlinge in ein Dienstverhältnis übernommen. Der durchschnittliche Mitarbeiterinnenstand (FTE) im Jahr 2022 betrug 426,2 Arbeiterinnen (2021: 416,0) und 355,3 Angestellte (2021: 355,0). Mit Stichtag 31.12.2022 hat Manner um 10,5 Mitarbeiterinnen mehr beschäftigt als zum 31.12.2021. Dies entspricht einer Erhöhung von 1,4 Prozent. Die Betriebsleistung pro durchschnittlicher Beschäftigter hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,4% exklusive Leihpersonal erhöht, während sie bei Betrachtung inklusive Leihpersonal um 5,5% gesteigert werden konnte.
MARKETING
Das Jahr 2020 war auch im Marketing stark von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine geprägt, während sich die Implikationen der Pandemie im Jahresverlauf deutlich reduziert haben. Der Ukrainekrieg hat zu dramatisch erhöhten Herstellkosten der Markenprodukte geführt. Dazu zählen unter anderem stark gestiegene Preise für wichtige Rohwaren, Energiepreise auf Rekordniveau, schwankende Verfügbarkeiten bei wichtigen Komponenten und Rohstoffen mit teils drastisch erhöhten Vorlaufzeiten sowie ein Rückgang bei konsumstarken Reisenden aus Russland, dem Nahen Osten und Asien, der nicht durch die steigenden Ankünfte aus konsumschwächeren Ländern ausgeglichen werden konnte. Darauf hat Manner umgehend reagiert, indem die Verkaufspreise an Handelspartner angepasst, sowie die Marketingaktivitäten auf margenstarke Erfolgsprodukte konzentriert und der Fokus insbesondere bei den Mediaausgaben gesetzt wurde. Durch den Marktstart attraktiver Neuprodukte konnte der hohe Anteil der Innovationen am Gesamtumsatz nochmals gesteigert werden. Dadurch war es möglich, im Wettbewerbsumfeld in allen drei Regionen Österreich, Deutschland und dem Rest der Welt den Markenabsatz deutlich zu steigern und Marktanteile trotz schwieriger Bedingungen zu erhöhen.
Schwerpunkte Marke Manner
Vor allem in den beiden wichtigsten Regionen Österreich und Deutschland ist es mit der Hauptmarke Manner gelungen, in der Kategorie Schnitten (AT) sowie Waffeln (DE) deutlich stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen und die bestehende Marktführerschaft auszubauen. Die Manner-Winterpromotion „Rosa Glückssprung“ zum Markenthema Skisprung ist ein Fixpunkt im Kalender, hat zum Jahresstart 2022 für noch höhere Teilnehmerinnenzahlen gesorgt und konnte das Manner-Skisprung-Engagement verstärken. Erzielt wurde dies mit zahlreichen POS-Aufbauten und einer starken Präsenz in den digitalen Medien und Social Media. Mit dem Neuprodukt Manner Knuspino Limette 125g konnte gleich zum Jahresstart ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt werden. Damit hat die neue Sorte Limette – die erste Fruchtsorte in der Knuspino-125g-Range – die Performance der gesamten Produktfamilie weiter verstärkt. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 137 Im März wurde mit dem Launch von Manner Snack Minis Milch-Schokolade im 75g-Taschenpackungsformat die Erfolgsgeschichte der Snack-Minis-Range fortgeschrieben. Das neue Produkt ergänzt die bestehende Sorte Milch- Haselnuss im gleichen Format. Mit der Sub-Marke Snack Minis wird weiterhin das übergeordnete Markenziel der Verjüngung verfolgt, wobei sich die Sub–range als „Brückenbauer“ zwischen Tradition und Moderne versteht. Mannerschnitten eignen sich ideal für die wärmere Jahreszeit, da sie nicht in der Wärme schmelzen. Diese Tatsache wurde aufgegriffen und im Mai eine Range mit drei neuen Sommerwaffeln am Markt platziert. Die neue Range „Manner Sommerglück“ im 185g-Beutel in den Sorten Himbeere, Pfirsich und Orange hat mit der erfolgreichen Einführung einen Anteil zum Wachstum der Marke geleistet. Im Sommer hat die Sommerpromotion „Wandern mag man eben“ sportlich das Thema Wandern aufgegriffen und produktseitig mit der Manner-Vorratspackung mit acht Original Neapolitaner Schnitten verknüpft. Ausgehend von dem durch Corona ausgelösten Wandertrend wurde eine aufmerksamkeitsstarke Promotion am Point of Sale umgesetzt. Verstärkt wurden diese Aktivitäten auf diversen Social-Media-Kanälen sowie mit einer Sommer-Trailertour in Deutschland. Nachdem sich die Manner-Snack-Minis-Range weiter zum Erfolgsgaranten und Wachstumstreiber entwickelt, wurde im März die Snackvariante mit 25g in den beiden bekannten Sorten Milch-Haselnuss und Milch-Schoko eingeführt. Erhältlich sind beide Sorten als Singleprodukt sowie im 5x25g-Multipack. In der Kommunikation wurde eine Strategie gewählt, welche die Einführung der Neuprodukte unterstützt und die bestehenden Hauptumsatzträger stärkt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 lag daher der Fokus neben der Markenartikelkampagne für die Markenikone Original Neapolitaner Schnitte 75g auf der Bekanntmachung der Manner- Snack-Minis-Range in den Formaten Beutel und Taschenpackung mithilfe von Fernsehspots. Zur Ostersaison konnte vor allem über Printanzeigen und Onlineaktivitäten die Bekanntheit weiter ausgebaut werden. Der Schwerpunkt im zweiten und dritten Quartal lag zum einen auf der Weiterführung der Nachhaltigkeitsbestrebungen mit Fairtrade-Kakao (TV und Outdoor) und zum anderen auf der Kommunikation der Sortenvielfalt im 75g- Taschenpackungsformat (Outdoor). Im letzten Quartal wurde kommunikativ der Fokus erneut auf die Manner-Snack-Minis-Range gelegt (Outdoor) und der Saisonhöhepunkt Weihnachten mit Social-Media-Aktivitäten und Printinseraten unterstützt. Der Manner Club in Österreich und Deutschland kann weiterhin neue Markenfans generieren und hat mittlerweile über 45.000 Mitglieder, die mit zahlreichen Aktivitäten regelmäßig angesprochen werden. Der Manner Online Shop entwickelt sich seit dem Go-live im ersten Quartal 2022 weiterhin sehr positiv und etabliert sich als wichtiges Verkaufs- und Aktivierungstool für die Marke. Das Konsumentenservice ist weiterhin stark im direkten Kontakt mit Konsumentinnen und Markenfans involviert und hat im Jahr 2022 ca. 10.000 Anfragen über Telefon, Brief, E-Mail und die Onlineformulare bearbeitet. Ein weiterer Beweis für die Beliebtheit der Marke Manner.
Schwerpunkte Marken Casali, Napoli
Die Marke Casali konnte den positiven Trend aus den beiden Vorjahren mitnehmen und auch 2022 im Heimatmarkt Österreich weitere Marktanteile gewinnen. Der gelungene Jahresstart wurde durch den Launch der neuen Sorte „Shot of the Year Banane“ eingeläutet. Mit dem langjährigen Erfolgskonzept der Limitierten Edition „Shot of the Year“ gelingt es Casali weiterhin, Impulse am Markt zu setzen und neue Konsumentinnen für die Marke zu gewinnen. Folgerichtig lag auch im ersten Halbjahr der kommunikative Schwerpunkt in der Bewerbung dieser Aktivität sowie der Unterstützung des Hauptprodukts Casali Rum-Kokos 300g im Medium TV sowie ergänzend auf den digitalen Kanälen. Der Fokus im Herbst war auf den Launch des Neuprodukts Casali Waves 250g gerichtet. Diese Innovation mit der Sorte Kokos-Ananas soll die Marke jüngeren Konsumentinnen näherbringen und insgesamt die Präsenz der Marke im Segment Schaumware stärken, wobei die ersten Verkäufe vielversprechend sind. Auch die Casali-Herbstpromotion konnte 2022 wieder für starke Verkäufe und Aufmerksamkeit bei den Konsumentinnen und Fans am POS sorgen. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 138 Bei der Marke Napoli Dragee Keksi sind Limitierte Editionen weiterhin ein Instrument, um für Abwechslung zu sorgen und neue Konsumentinnen zu akquirieren. Die zum Jahresstart eingeführte Sorte „Keksi des Jahres à la Crème Caramel“ konnte diese Tradition erfolgreich fortführen, unterstützt wurde die Produkteinführung im Hörfunk sowie in Social Media. Eine Plakatkampagne im Herbst kommunizierte auf dem Hauptprodukt die Umstellung der Marke auf Fairtrade-Kakao – eine wichtige Nachhaltigkeitsbotschaft für Konsumentinnen, die beim Einkauf verstärkt nach Brand Purpose suchen.# Schwerpunkte Marke Victor Schmidt
Der Aktivitätenschwerpunkt für die Mozartkugel-Marke Victor Schmidt lag im Jahr 2022 auf der Sichtbarkeit am POS und der weiteren Ausweitung der Distribution, um das starke, deutlich über dem Gesamtmarkt liegende Wachstum weiter abzusichern. Hierzu beigetragen hat weiterhin die im Jahr 2021 eingeführte Innovation „Mozartkugel White Edition“, die sich dynamisch entwickelt und neue Konsumentinnen für die Marke generiert. Auch die Tatsache, dass im Sommer und zur Weihnachtssaison wieder mehr Tourist*innen nach Österreich gefunden haben, hat die Entwicklung der Marke Victor Schmidt zum Marktführer beim Absatz unterstützt.
Die wichtigsten Auszeichnungen für das Jahr 2022
- Superbrands Austria Award 2022/23 für die Marke Manner verliehen von Brand Council Superbrands Austria;
- Best2Trust Gold 2022 für die Marke Manner verliehen vom Handelsmagazin CASH in Österreich;
- Top Marke 2022 verliehen von Lebensmittelzeitung in Deutschland;
- Produkt des Jahres 2022 in Gold für Manner Snack Minis 300g-Beutel von Lebensmittel Praxis in Deutschland;
- Top-3-Finalist beim Fairtrade Award 2022 in Deutschland.
MANNER Shops
2022 war wiederum ein herausforderndes Jahr für die Manner Shops. Das erste Quartal war noch geprägt durch einen Lockdown bis Anfang Februar für Ungeimpfte. Die Frequenz an den Tourismusstandorten und am Flughafen hat sich erst ab dem zweiten Quartal gesteigert. Eine langfristige positive Ertragsprognose für den Standort Wien Mitte war nicht absehbar, daher wurde für diesen Standort zum 31.05.2022 eine Auflösungsvereinbarung getroffen. Ab der zweiten Jahreshälfte gab es eine deutliche Umsatzverbesserung in den bestehenden Shops und somit konnte zum Jahresende das Budget sogar übertroffen werden. Zu diesem Ergebnis haben auch Pop-up-Stores, wie z.B. Salzburg Getreidegasse, Wien Rathausplatz und Naschmarkt sowie Amstetten beigetragen. Als weiteres Highlight kann erwähnt werden, dass im Monat Dezember der höchste Umsatz seit Bestand der Manner Shops erzielt wurde.
Skisprung-Sponsoring
Manner ist renommierter Sponsor im Skisprung-Sport und als Kopfsponsor mit den markanten rosa Manner-Helmen sowie bei ausgewählten Skisprungevents sichtbar. Langfristige Partnerschaften mit den Sportlerinnen, die als Teil der Manner- Familie gesehen werden, zeichnen die Sponsoringstrategie aus. 2022 unterstützte Manner Skisprung-Adler aus Deutschland, Österreich und Polen tatkräftig. Für die deutschen Athleten Karl Geiger und Pius Paschke hieß es in diesem Jahr: „Schanze frei“. Im März 2022 beendete Severin Freund, der Ausnahmeathlet aus Deutschland seine Karriere und wechselte in die wohlverdiente Skisprung-Pension. Neben dem Superadler Stefan Kraft und der Gesamtweltcupgewinnerin Sara Marita Kramer verstärkten Jan Hörl und Daniel Huber das österreichische Team. Der polnische Weltmeister und Vierschanzentournee-Gewinner Dawid Kubacki komplettiert die internationale Manner-Equipe. 2022 war für die Athletinnen sehr erfolgreich. Sara Marita Kramer gewann den Gesamtweltcup, Karl Geiger beendet die Saison als zweiter. Medaillen bei den Olympischen Spielen konnten Dawid Kubacki, Karl Geiger, Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Huber erspringen. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 139 Manner-Testimonials im Skisprungbereich waren neben den aktiven Athlet*innen 2022 der ehemalige Springer und ORF- Moderator Martin Koch sowie Lukas Müller, der nach seinem schweren Sturz als Vorspringer wieder ins Manner-Team aufgenommen wurde. 2022 war Manner erneut bei zahlreichen Skisprung-Events als Sponsor sichtbar und sorgte mit der riesigen aufblasbaren Manner Schnitte und Banden im Auslauf für beste „rosa“ Aussichten. In diesem Jahr waren es die Weltcup-Events in Lahti, das Finale in Planica sowie das Weltcup-Springen in Ruka. Damit schafft Manner die perfekte Verknüpfung der Emotionen im Skispringen mit der rosa Kult-Marke.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Manner weist folgende wesentliche Zweigniederlassung auf: Josef Manner & Comp. AG Zweigniederlassung Deutschland, Köln. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Zweigniederlassung keine Veränderungen.
PRODUKTIONSSTANDORTE
Wie in den letzten Jahren wurde erneut großes Augenmerk auf die Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität gelegt. So wurden im Jahr 2022 eine Vielzahl an Verbesserungsprojekten in beiden Werken umgesetzt. Im Zuge des Manner- Produktionssystems wurde die Mitarbeiter*innenausbildung weiter intensiviert, sowie Schulungsprogramme überarbeitet und verbessert. Um im administrativen Bereich Prozesse und Durchlaufzeiten zu verbessern, wurden die Manner- Qualifizierungsprogramme auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgeführt. Ziel ist in allen Unternehmensbereichen, langfristig das System der kontinuierlichen Verbesserung zu manifestieren, um den Erfolg nachhaltig abzusichern. Der Strategie entsprechend wurden im Jahr 2022 in Wien und in Wolkersdorf ca. 50 technische Projekte umgesetzt. Hervorzuheben ist die Installation eines neuen Waffelofens samt Zusatzaggregaten, der im Dezember installiert wurde und ab Jänner 2023 in Vollbetrieb ist. Die Reduktion von Verschwendung in allen Bereichen ist ein wesentlicher Punkt des Manner-Produktionssystems. So konnten auch im Jahr 2022 wieder einige Verbesserungen bezüglich Energieeffizienz in beiden Werken umgesetzt werden. Um die Versorgungsrisiken im Energiebereich zu reduzieren, wurden beide Werke mit Hybridbrenner ausgestattet. Somit können je nach Verfügbarkeit, zwei unterschiedliche Energiequellen für die Prozessenergie verwendet werden.
CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT
Das Unternehmen hat gemäß § 267b iVm § 243c UGB einen Corporate-Governance-Bericht erstellt, der auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht wurde. In diesem Bericht bekennen sich Vorstand und Aufsichtsrat zum Regelungsziel des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Erläuterungen und die Abweichungen zu den C-Regeln sind im Bericht dargestellt. Der Corporate-Governance-Bericht ist auf der Webseite des Unternehmens (josef.manner.com) veröffentlicht.
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG
Das Jahr 2023 steht bei Manner ganz im Zeichen des weiteren Ausbaus der Erfolgsrange Manner Snack Minis mit der Etablierung des im Herbst 2022 eingeführten Formats im 25g-Flowpack. Gestartet wird das Jahr mit der Manner-Winterpromotion, die am POS (Point of Sale) und in Social Media kommuniziert wird und im Jahr 2023 unter dem Titel „Rosa Höhenflug“ firmiert. Der Saisonhöhepunkt im ersten Halbjahr ist die Nordische WM in Planica/Slowenien, bei der Manner als einer der Hauptsponsoren auftritt. Im Vorfeld und während dieses Events sind zahlreiche mediale Aktivitäten mit den Manner-Testimonials auf den Social-Media-Kanälen geplant. Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 140 Rechtzeitig zum Beginn des Sommers wird im Eissegment ein Manner-Produkt gelauncht, dass der Partner DMK in Lizenz herstellen und in zahlreichen Märkten in Europa vermarkten wird. Im Sommer wird die Manner-Sommerpromotion das attraktive Thema Wandern aufgreifen und den Markenklassiker Original Neapolitaner Schnitte einbinden. Hierzu ist ein Multipack als Wandervorrat für Markenfans geplant. Die Kommunikation für die Marke Manner wird 2023 deutlich digitaler und affiner für die jüngere Zielgruppe gestaltet. Der Fokus liegt darauf, die Konsument*innen medial in den Kanälen abzuholen, in denen sie sich aufhalten. Daher besteht der geplante Mix aus Aktivitäten im TV, im Bereich Outdoor, in den Social-Media-Kanälen, den digitalen Medien sowie über Schwerpunkte bei PR und wird durch Samplings und Kooperationen ergänzt. Die Marke Casali hat 2023 den Fokus auf die Etablierung der im Herbst 2022 gelaunchten Innovation Casali Waves sowie auf die Einführung der Limitierten Edition „Shot of the Year Blutorange“ gelegt. Beide Aktivitäten werden medial über Outdoor, digitale Medien und Social Media kommuniziert sowie durch Samplingmaßnahmen und Kooperationen verstärkt. Die am POS geplante Casali-Sommerpromotion wird diese Schwerpunkte weiter verstärken. Die Marke Napoli Dragee Keksi führt das neue „Keksi des Jahres Schoko Brownie“ ein und wird diese Aktivität sowie die Unterstützung der Hauptprodukte über Social Media, digitale Kanäle und zahlreiche Kooperationen kommunizieren. Die Finanzierung der Tochterunternehmen, wie insbesondere der Manner Azerbaijan LLC, wird, zusätzlich zu den laufend für den Betrieb notwendigen Investitionen, den Cashflow entsprechend beeinflussen. Das neue ERP-Systems SAP (Enterprise Resource Planning) wird nach ca. zwei Jahren Vorbereitungszeit voraussichtlich im April 2023 in Betrieb genommen, was noch bis Jahresende Personalressourcen verstärkt in Anspruch nehmen wird. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2023 mit leicht höheren Umsätzen, einer leichten Verbesserung im Betriebsergebnis und einem geringen Anstieg im Ergebnis vor Steuern gegenüber 2022 gerechnet.
WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN
Die Geschäftstätigkeit von Manner ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht gänzlich ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der festgelegten Risikopolitik bestimmt. Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und Eigenständigkeit von Manner als börsennotiertes, österreichisches Familienunternehmen. Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für die Risikopolitik, dass Manner bereit ist, unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten Geschäftsaktivitäten und die daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts zu erwarten ist. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein Gegenüberstellen von Chancen und Gefahren abgewogen.# Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und für ausgewählte Risiken (Fokus und Priorisierung) Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens. Manner versteht damit Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das Risikomanagement besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- & Krisenmanagement ist eine wesentliche Aufgabe aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen- Management-Team.
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere die Risiken von Seiten des Marktes (z.B. Nachfrageschwankungen) trägt das Unternehmen selbst. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte oder Märkte. Alle nicht zu diesen Kerntätigkeitsfeldern des Unternehmens gehörenden Risiken, wie z.B. Zinsänderungs-, Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell und nach Möglichkeit auf Dritte (z.B. Versicherungen) übertragen.
Es besteht generell, und im Jahr 2022 ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Krieg in besonderem Ausmaß, das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Materialien und Energie, welche nicht im vollen Umfang an die Abnehmer*innen Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 141 weitergegeben werden können. Diese Kostensteigerungen werden sich immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen (Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. Manner ist bestrebt, mit Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung gegenzusteuern. Die Konzentration im Bereich des Handels führt zu hohem Druck auf die Abgabepreise. Gleichzeitig ist aber aufgrund der Bonität aller großen Handelspartner das Ausfallrisiko als gering einzustufen, überdies wird diesem durch entsprechendes Debitorenmanagement und marktübliche Absicherungen Rechnung getragen.
Gegen Elementarrisiken (z.B. Feuer, Wasser) besteht Versicherungsschutz, dasselbe gilt auch für Produktrisiken (Produkthaftpflicht). Gegen Finanzrisiken wird nach Möglichkeit laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Ein Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß. Größere Fremdwährungsverbindlichkeiten werden durch Kurssicherungsgeschäfte abgesichert.
Durch den Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP) bestehen für das Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit dem Ausfall des Systems (Verfügbarkeit, Datensicherheit), Performance des Systems sowie der Richtigkeit der Daten (Fehleingaben). Um die Verfügbarkeit des Systems und die Datensicherheit zu gewährleisten, sind entsprechende Notfallsysteme implementiert. Das Risiko von Fehleingaben wird durch die Schulung von Mitarbeiterinnen und durch Plausibilitätsüberprüfungen eingeschränkt und die verfügbaren Stammdaten werden im Zuge der Vorarbeiten für die geplante Umstellung des ERP-Systems auf SAP verifiziert. Hinsichtlich der Performance von Systemen besteht ein permanenter Verbesserungsprozess, der gemeinsam mit externen EDV-Partnerinnen betrieben wird.
Das Personalrisiko ist durch die unüblich hohe Personalfluktuation bei gleichzeitig herausfordernder Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften am Arbeitsmarkt gestiegen. Dem entgegen wirken die lange Firmenzugehörigkeit von zahlreichen Mitarbeiterinnen sowie interne Initiativen zur Optimierung des Recruiting- und Onboarding-Prozesses. Darüber hinaus wurden Maßnahmen erarbeitet, die mittelfristig zur Standardisierung der Mitarbeiterinnen-Entwicklung und zur Mitarbeiterinnen-Bindung beitragen sollen. Augenmerk wird auf das Übertragen von Unternehmenswissen und professionelle Aus- und Weiterbildung gelegt. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen sind die Herausforderungen der nächsten Jahre erfolgreich zu bewältigen.
Trotz eines etablierten Wareneingangsprozesses sowie laufender und umfassender Qualitätskontrollen besteht das Risiko, dass sich nicht erkennbare Mängel bei Rohstoffen auf Produkte vermindernd auswirken. Diesem Risiko wird durch eine laufende Weiterentwicklung der Wareneingangsprüfung sowie einem permanenten Monitoring des Rohstoffmarkts (Food Fraud) entgegengewirkt.
KRISENMANAGEMENT
2022 hat sich die pandemische Gefahr hinsichtlich COVID-19 deutlich entspannt. Ein Impfangebot wurde fix implementiert und COVID-19 als wiederkehrendes respiratorisches Syndrom akzeptiert. Manner geht dementsprechend mit COVID-19 ähnlich wie mit dem jährlichen Influenzazyklus um, verstärkt zu gewissen Jahreszeiten das Hygienemanagement und bietet allgemein entsprechende Präventionsmaßnahmen wie Impfungen niederschwellig für die Belegschaft an. Der Krisenstatus wurde für beendet erklärt und die weiterführenden Aufgaben in das Tagesgeschäft integriert.
Den durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Risiken Kostenexplosion, Lieferausfälle, Produktionsstillstände und Qualitätsabweichungen wurde durch die Gründung eines Krisenteams und einer kurzzyklischen Abstimmung zwischen den Abteilungen Beschaffung, Vertrieb, Energiemanagement, Finance und Qualität entgegengewirkt. Gemeinsam wurden Maßnahmen wie Lagerhaltung optimieren, global und local Sourcing verstärken, rechtzeitig und umfassend Kontrakte abschließen sowie monatlicher Energieabgleich von Vertragsmenge vs. Verbrauchsmenge definiert. Die intensive Vorsorgearbeit, sehr agile Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen sowie die gleichzeitig bemerkbare Entspannung am Markt führten dazu, dass die gesetzten Ziele die Versorgung aufrechtzuerhalten und Budgets einzuhalten weitgehend erreicht werden konnten.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 142
3 Bericht über Forschung und Produktentwicklung
Im Jahr 2022 lagen die Schwerpunkte in der Abteilung Forschung und Entwicklung vor allem in der Umsetzung von Projekten zu Produktinnovationen und Produktoptimierungen sowie in der Unterstützung bei Prozess- und Rohstoffoptimierungsprojekten.
Für die Manner-Knuspino-Produktfamilie wurde für den Jahresstart 2022 die neue Sorte Limette entwickelt. Für einen Launch im März wurde das Produkt Manner Snack Minis Milch-Schokolade entwickelt, das im Taschenpackungsformat 75g als schokoliertes Produkt adaptiert wurde. In dieser Produktzusammensetzung wird besonders der dreischichtige Waffelaufbau durch die helle Milchcreme und die dunkle Kakaocreme im Zusammenspiel mit den schokoladebraunen Kakaowaffeln herausgehoben.
Für die wärmere Jahreszeit wurde eine Manner-Waffelrange im wiederverschließbaren 185g-Beutel mit den drei Sorten Himbeere, Pfirsich und Orange entwickelt. Die „Manner Sommerglück“ genannte Produktfamilie besticht dabei durch einen fruchtig-frischen Waffelgenuss und ist damit ideal für den süßen Genuss bei höheren Temperaturen im Sommer geeignet.
Für den Herbststart wurden die beiden bestehenden Sorten Manner Snack Minis Milch-Haselnuss und Schoko-Milch auf das innovative 25g-Snackingformat in der Flowpack-Verpackung adaptiert und international gelauncht. Für die beiden Marken Casali und Napoli wurden die Limitierten Editionen Rum-Kokos Shot of the Year Banane sowie das Dragee Keksi des Jahres à la Crème Caramel entwickelt und erfolgreich am Markt platziert.
4 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die Verantwortung für die Errichtung und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie die Sicherstellung der Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen und internen Richtlinien liegen beim Vorstand der Manner AG.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Das interne Kontrollsystem der Manner-Gruppe besteht aus sämtlichen vom Vorstand sowie dem Management vorgegebenen Grundsätzen, Abläufen und sonstigen Regelungen, die zu Folgendem dienen:
* Sicherung der vorhandenen Vermögenswerte;
* Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit;
* Einhaltung der erteilten Kompetenzen;
* Einhaltung des vorgegebenen Budgets;
* Gewährleistung der Vollständigkeit sowie Richtigkeit der Rechnungslegung;
* Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften;
* Unterstützung des Managements bei der Überwachung.
Das IKS gewährleistet die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der internen Abläufe und bietet dem Management eine verlässliche Grundlage für dessen Entscheidungen. Das IKS ist direkt in die Organisation eingebunden und nicht Aufgabenbereich einer speziellen Abteilung, wobei die interne Revision die Einhaltung und Wirksamkeit des IKS überprüft. Die Grundlage des IKS ist ein durchgängiges „Vier-Augen-Prinzip“.
Die interne Revision in der Manner-Gruppe ist an ein externes Dienstleistungsunternehmen ausgelagert und berichtet direkt an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Das Rechnungswesen sämtlicher inländischen Gesellschaften wird von der Abteilung Finanzbuchhaltung entsprechend der unternehmensrechtlichen und sonstigen relevanten Vorschriften geführt. Das Rechnungswesen der ausländischen Gesellschaften der Gruppe ist an mittelständische bzw. größere Wirtschaftsprüferkanzleien ausgelagert.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 143
Das implementierte Berechtigungskonzept sieht vor, dass die für den Zahlungsverkehr zuständige Abteilung Finanzbuchhaltung keine zahlungsrelevanten Stammdaten, insbesondere Bankverbindungen bei im System angelegten Lieferanten, verändern kann. Im Fakturierungsprozess werden nicht fakturierte Lieferungen in einem Fehlerprotokoll aufgezeichnet. Bei der Prüfung der Eingangsrechnungen gewährleistet die Verknüpfung von Bestellung, Wareneingang und Eingangsrechnung eine durchgängige Rechnungsprüfung. Der Konzernabschluss nach IFRS wird von einem externen Dienstleister erstellt.## Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
OFFENLEGUNG GEMÄSS § 243A UGB
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300 und ist in 1.890.000 nennbeitragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (246.658 Stück; Vorjahr: 244.648 Stück) oder auf Namen (1.643.342 Stück; Vorjahr: 1.645.352 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel im Marktsegment Standard Market Auction).
Folgende direkte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10% betragen, sind dem Unternehmen mit Stichtag 31.12.2022 bekannt: Die Privatstiftung Manner mit 815.023 Stück (Vorjahr: 815.023) ihrer Aktien und die Andres Holding Gesellschaft m.b.H mit 453.533 Stück (Vorjahr 453.533) ihrer Aktien gehören dem „Manner“-Syndikat an. In Summe hält dieses Syndikat soweit dem Unternehmen bekannt, 1.670.870 (Vorjahr: 1.670.870) Stammaktien (= 88,41%; Vorjahr: 88,41%). Bei dem Syndikat handelt es sich um ein zweistufiges Syndikat, bestehend aus dem Manner/Riedl-Syndikat (= 57,41%; Vorjahr 57,41%) und der Andres-Gruppe (= 31,00%; Vorjahr: 31,00%). Entsprechend von Syndikatsverträgen unterliegen die syndizierten Aktien Beschränkungen, die das Stimmrecht und die Übertragung von Aktien betreffen. Das weitere nichtsyndizierte Aktienkapital von 11,59% (Vorjahr 11,59%; = 219.130 Stück; Vorjahr 219.130) verteilt sich, soweit dem Unternehmen bekannt, auf die Privatstiftung Manner mit 116.842 (Vorjahr: 116.442) Stammaktien (= 6,18%; Vorjahr 6,16%) und einer Vielzahl von Kleinaktionären mit 102.288 (Vorjahr: 102.688) Stammaktien (= 5.41%; Vorjahr: 5,43%). Zu den weiteren Punkten des § 243a UGB bestehen nach Wissensstand des Unternehmens keine Offenlegungsnotwendigkeiten.
BÖRSEZAHLEN 2022
Das Unternehmen besitzt keine eigenen Aktien und hat auch keine eigenen Aktien erworben oder verkauft. Die dem Unternehmen bekannten Directors Dealings des Jahres 2022 wurden auf der Webseite der Gesellschaft sowie über ein elektronisches Informationsverbreitungssystem veröffentlicht.
- Privatstiftung Manner - 931.865 Stück (VJ: 931.465 Stück) - (= 49,31%) (= VJ 49,28%)
- Andres Holding Gesellschaft m.b.H. 453.533 Stück (VJ: 453.533 Stück) (= 24,00%) (= VJ 24,00%)
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 144
| Börsenkennzahlen | € | € |
|---|---|---|
| 2022 | 2021 | |
| Umsatz | 421.270 | 569.864 |
| Kapitalisierung | 217.350.000 | 209.790.000 |
| Schlusskurs per 31.12. | 115 | 111 |
| Umsatz Stück | 3.818 | 5.386 |
Laut Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 30.11.2022 ist der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten ab dem 24.05.2022 gemäß § 65 Abs. 1 Z4 und Z8 sowie Abs. 1a und Abs. 1b AktG ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu maximal 10% des Grundkapitals sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, zu verwenden oder zu veräußern, auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts, das mit einem solchen Erwerb, Verwendung oder Veräußerung einhergehen kann (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss). Den Erwerb über die Börse kann der Vorstand der Josef Manner & Comp. AG beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. 2022 hat die Gesellschaft von der Ermächtigung zum Erwerb, zur Verwendung oder zur Veräußerung eigener Aktien keinen Gebrauch gemacht.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 145
HINWEIS
Dieser Lagebericht enthält unter anderem Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen, die basierend auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen erstellt wurden. Diese Aussagen, welche die gegenwärtige Einschätzung des Vorstands hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln, sind nicht als Garantien zukünftiger Leistungen zu verstehen und beinhalten schwer vorhersehbare Risiken und Unsicherheiten. Verschiedenste Ursachen könnten dazu führen, dass tatsächliche Ergebnisse oder Umstände grundlegend von den in den Aussagen getroffenen Annahmen abweichen.
Wien, am 16. März 2023
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
- Mag. Andreas Kutil CEO
- v Dr. Hans Peter Andres Vorstand Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
- Thomas Gratzer Vorstand Produktion & Technik
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 146
Unternehmens-Kennzahlen
Kennzahlen zur Ertragslage
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
| Umsatzerlöse | 253.978 | 239.426 | 217.222 | 222.056 | 209.882 |
| Exportquote | 60,2% | 63,8% | 62,5% | 58,1% | 58,4% |
| Betriebsleistung | 261.090 | 239.890 | 221.525 | 224.069 | 211.890 |
| EBITDA | 12.583 | 11.614 | 11.842 | 16.130 | 16.186 |
| EBIT | 4.169 | 2.836 | 3.050 | 7.363 | 8.127 |
| EBT | 4.100 | 3.034 | 2.630 | 7.118 | 7.636 |
| Jahresüberschuss | 3.067 | 2.484 | 1.912 | 5.237 | 5.708 |
| Bilanzgewinn | 2.308 | 1.512 | 757 | 1.512 | 1.508 |
| ROS (Umsatzrentabilität) | 1,6% | 1,2% | 1,4% | 3,3% | 3,9% |
| ROE (Eigenkapitalrentabilität) | 6,8% | 5,1% | 4,5% | 12,5% | 14,3% |
| ROI (Gesamtkapitalrentabilität) | 2,3% | 1,8% | 2,1% | 5,1% | 5,8% |
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
| Bilanzsumme | 177.667 | 160.988 | 146.604 | 145.427 | 139.971 |
| Anlagevermögen | 85.227 | 82.785 | 83.535 | 82.919 | 80.629 |
| Umlaufvermögen | 89.965 | 74.838 | 60.121 | 59.515 | 56.905 |
| Eigenkapital nach § 23 URG | 60.681 | 59.126 | 58.154 | 56.998 | 53.273 |
| Verbindlichkeiten | 94.215 | 82.663 | 72.305 | 70.317 | 68.438 |
| Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 2.106 | 16.670 | 7.793 | 12.245 | 15.598 |
| Free Cashflow | -8.787 | 8.341 | -1.773 | 1.235 | 10.992 |
| Net Debt / Nettoverschuldung | 46.312 | 35.795 | 42.535 | 39.862 | 39.365 |
| Working Capital / Nettoumlaufvermögen | 13.409 | 3.360 | 4.285 | 525 | 1.283 |
| Equity Ratio (Eigenkapitalquote) | 34,2% | 36,7% | 39,7% | 39,2% | 38,1% |
| Gearing (Nettoverschuldungsgrad) | 76,3% | 60,5% | 73,1% | 69,9% | 73,9% |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 147
Bilanz
Bilanz (Einzelabschluss nach UGB) der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
| AKTIVA | € | € |
|---|---|---|
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie Lizenzen | 505.327,94 | 625.360,52 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 3.633.305,84 | 1.991.171,88 |
| 4.138.633,78 | 2.616.532,40 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten | 34.280.247,53 | 35.591.290,26 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 23.992.257,88 | 26.268.611,13 |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.537.318,19 | 3.093.264,64 |
| 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 2.616.951,25 | 1.327.586,59 |
| 63.426.774,85 | 66.280.752,62 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 933.146,32 | 933.146,32 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 12.498.047,69 | 9.665.074,09 |
| 3. Wertpapiere des Anlagevermögens | 4.230.122,02 | 3.289.827,92 |
| 17.661.316,03 | 13.888.048,33 | |
| 85.226.724,66 | 82.785.333,35 | |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 13.356.470,33 | 10.738.445,97 |
| 2. unfertige Erzeugnisse | 5.853.129,68 | 5.137.157,98 |
| 3. fertige Erzeugnisse und Waren | 20.153.248,82 | 16.162.887,36 |
| 39.362.848,83 | 32.038.491,31 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 28.945.729,41 | 25.803.616,02 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| 2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 532.639,27 | 1.059.049,02 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| 3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 2.577.213,12 | 2.736.535,41 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 879.744,06 | 775.561,06 |
| 32.055.581,80 | 29.599.200,45 | |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 18.546.780,90 | 13.200.795,52 |
| 89.965.211,53 | 74.838.487,28 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 1.033.398,04 | 1.967.099,79 |
| D. AKTIVE LATENTE STEUERN | 1.441.779,34 | 1.397.526,21 |
| SUMME AKTIVA | 177.667.113,57 | 160.988.446,63 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 148
Bilanz (Einzelabschluss nach UGB) der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
| PASSIVA | € | € |
|---|---|---|
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| A. EIGENKAPITAL | ||
| I. eingefordertes und einbezahltes Grundkapital | 13.740.300,00 | 13.740.300,00 |
| II. Kapitalrücklagen | ||
| 1. gebundene | 675,00 | 675,00 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| 1. gesetzliche Rücklagen | 1.374.030,00 | 1.374.030,00 |
| 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 43.257.816,06 | 42.497.816,06 |
| 44.631.846,06 | 43.871.846,06 | |
| IV. Bilanzgewinn | 2.308.315,62 | 1.513.670,74 |
| davon Gewinnvortrag | 1.670,74 | 1.365,97 |
| 60.681.136,68 | 59.126.491,80 | |
| B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE | 607.859,69 | 644.705,97 |
| C. RÜCKSTELLUNGEN | ||
| 1. Rückstellungen für Abfertigungen | 6.486.305,00 | 5.936.721,00 |
| 2. Rückstellungen für Pensionen | 2.495.210,00 | 2.597.607,00 |
| 3. Steuerrückstellungen | 452.479,00 | 535.112,00 |
| 4. sonstige Rückstellungen | 12.729.153,72 | 9.484.797,40 |
| 22.163.147,72 | 18.554.237,40 | |
| D. VERBINDLICHKEITEN | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 64.858.708,06 | 48.996.029,34 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 27.248.768,49 | 34.353.172,16 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 37.609.939,57 | 14.642.857,18 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 23.061.199,96 | 24.418.025,68 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 23.061.199,96 | 24.418.025,68 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.783.188,76 | 2.000.438,79 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 1.592.391,37 | 1.728.211,81 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 190.797,39 | 272.226,98 |
| 4. sonstige Verbindlichkeiten | 4.511.872,70 | 7.248.517,65 |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 4.511.872,70 | 7.248.517,65 |
| davon aus Steuern | 719.572,65 | 395.661,51 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.406.405,78 | 1.323.668,31 |
| 94.214.969,48 | 82.663.011,46 | |
| davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 28.841.159,86 | 36.081.383,97 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 65.373.809,62 | 46.581.627,49 |
| E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 0,00 | 0,00 |
| SUMME PASSIVA | 177.667.113,57 | 160.988.446,63 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 | 149
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn - und Verlustrechnung (Einzelabschluss nach UGB) Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
| € | € | |
|---|---|---|
| 01-12 2022 | 01-12 2021 | |
| 1. |
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 150
| 01-12 2022 | 01-12 2021 | |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 253.978.036,33 | 239.426.018,71 |
| 2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 5.030.104,57 | -471.674,86 |
| 3. andere aktivierte Eigenleistungen | 50.862,22 | 18.372,33 |
| 4. sonstige betriebliche Erträge | ||
| a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 123.561,87 | 131.386,05 |
| b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 58.055,17 | 98.890,22 |
| c. übrige | 1.849.308,21 | 687.481,90 |
| 2.030.925,25 | 917.758,17 | |
| 5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen | ||
| a. Materialaufwand | -112.101.575,64 | -99.112.395,67 |
| b. Aufwendungen für bezogene Leistungen | -30.224.736,58 | -22.914.968,74 |
| -142.326.312,22 | -122.027.364,41 | |
| 6. Personalaufwand | ||
| a. Löhne | -15.303.909,27 | -13.692.192,64 |
| b. Gehälter | -22.514.627,47 | -20.413.223,58 |
| c. soziale Aufwendungen | -13.214.113,03 | -11.401.742,41 |
| davon Aufwendungen für Altersversorgung | -251.009,80 | -129.499,95 |
| aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | -1.412.750,83 | -796.859,64 |
| bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | -10.676.823,34 | -9.690.664,37 |
| -51.032.649,77 | -45.507.158,63 | |
| 7. Abschreibungen | ||
| a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen | -8.413.912,23 | -8.777.953,41 |
| 8. sonstige betriebliche Aufwendungen | -55.148.259,47 | -60.742.296,00 |
| davon Steuern, soweit sie nicht unter Z17 fallen | -159.086,68 | -134.947,43 |
| 9. Zwischensumme aus Z1 bis 8 (Betriebsergebnis) | 4.168.794,68 | 2.835.701,90 |
| 10. Erträge aus Beteiligungen | 184.297,87 | 418.211,35 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen | 184.297,87 | 418.211,35 |
| 11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 891.487,87 | 617.057,32 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen | 874.026,23 | 595.581,30 |
| 12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 333,10 | 122,67 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,00 |
| 13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens | 5.463,73 | 0,00 |
| 14. Abschreibung von Wertpapieren | -178.652,13 | -20.226,58 |
| 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -971.759,17 | -816.965,38 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,00 |
| 15. Zwischensumme aus Z10 bis 14 (Finanzergebnis) | -68.828,73 | 198.199,38 |
| 16. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z9 und Z15) | 4.099.965,95 | 3.033.901,28 |
| 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1.033.321,07 | -549.596,51 |
| davon latente Steuern | 44.253,13 | 38.935,98 |
| 18. Jahresüberschuss | 3.066.644,88 | 2.484.304,77 |
| 19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen | -760.000,00 | -972.000,00 |
| 20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 1.670,74 | 1.365,97 |
| 21. Bilanzgewinn | 2.308.315,62 | 1.513.670,74 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 151
Anhang
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 152
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss der Josef Manner & Comp. AG wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung und unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, erstellt. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung werden eingehalten. Bei der Bewertung wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Der Grundsatz der Einzelbewertung wird angewandt. Dem Vorsichtsgrundsatz wird Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Bilanzstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
2. Anlagevermögen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
Die entgeltlich erworbenen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. §208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Den immateriellen Vermögensgegenständen wurde eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren zugrunde gelegt. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Sachanlagevermögen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. §208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wurde der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
- Bauten: 33 bis 40 Jahre
- Technische Anlagen und Maschinen: 10 Jahre
- Betriebs- und Geschäftsausstattung: 5 Jahre
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Finanzanlagevermögen
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. §208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
3. Umlaufvermögen
Vorräte
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten unter Anwendung des gewogenen Durchschnittspreisverfahrens, wobei nach Maßgabe die niedrigeren Marktwerte zum Bilanzstichtag und nötige Abwertungen, die durch Überbestände bedingt sind, angemessen berücksichtigt werden. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten auf Basis der Einzelkosten zuzüglich angemessener Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Bedachtnahme auf eine verlustfreie Bewertung zum Jahresende. Nötige Abwertungen, die durch Überbestände bedingt sind, wurden in angemessener Höhe vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen wurden mit dem Nennwert, die sonstigen Vermögensgegenstände mit den Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wurde der niedrigere beizulegende Wert angesetzt. Pauschalwertberichtigungen wurden keine angesetzt.
Latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß §198 Abs. 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept gebildet und resultieren aus Differenzen zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen. Analog werden künftige Steuerentlastungen als aktive latente Steuern in der Bilanz berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatzes von 24%.
Rückstellungen für Sozialkapital
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen, nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (PUC-Methode) auf Basis einer durchschnittlichen Bezugserhöhung von 2,7% (Vorjahr: 1,8%) und des gesetzlichen Pensionsantrittsalters errechnet. Der verwendete Rechnungszinssatz ist jeweils ein Sieben-Jahres-Durchschnittszinssatz von hochwertig verzinsten Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von zwölf Jahren in Höhe von 1,30% (Vorjahr: 1,19%). Für die Rückstellungen für Abfertigungen wurde wie im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag berücksichtigt. Für die Jubiläumsgeldverpflichtungen wurde ein Fluktuationsabschlag, abhängig vom Dienstalter zwischen 0,4% und 15,6% (Vorjahr: 1,5% – 15,0%) berücksichtigt. Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen in Höhe des unternehmensrechtlichen Erfordernisses nach dem Teilwertverfahren unter Verwendung der Generationentafeln “AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ und eines Rechnungszinssatzes von 0,75% (Vorjahr: 0,67%), errechnet. Das Pensionsantrittsalter wurde ab 2003 den Regelungen der Pensionsreform bzw. dem Pensionsharmonisierungsgesetz 2004 angepasst.
Übrige Rückstellungen
Bei Berechnung der sonstigen Rückstellungen wurden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe oder dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach bestmöglicher Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung aufgewendet werden müssen.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Währungsumrechnungen
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren bzw. höheren Kurs am Bilanzstichtag bewertet.
II. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
1. Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Bezüglich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage I).
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Der Grundwert in der Position Grundstücke und Bauten beträgt zum Stichtag T€ 3.168 (Vorjahr: T€ 3.168).
Finanzanlagen
Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen zur Deckung der Rückstellungen für Pensionen (§14 EStG) und zur Nutzung von Ertragspotenzialen.
Angaben zu verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungsunternehmen
| Anteile an verbundenen Unternehmen (Vorjahreswerte in Klammern) | Sitz | Beteiligungs- quote % | Eigenkapital z. 31.12.2022 T€ | Jahresergebnis 2022 T€ |
|---|---|---|---|---|
| Unterstützungseinrichtung der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Gesellschaft m.b.H. *) | Wien, A | 100 (100) | 0 (0) | 0 (0) |
| Manner Management GmbH *) | Wien, A | 100 (100) | 29 (3) | 26 (-5) |
| Geblergasse 116 GmbH & Co KG *) | Wien, A | 100 (100) | -1.208 (-1.314) | 107 (170) |
| JOSEF MANNER, marketinske storitve, d.o.o. |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 153
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 154# Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 155
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Zum 31.12.2022 wurden die nachträglichen Bonifikationen soweit saldierungsfähig in Höhe von T€ 5.431 (Vorjahr: T€ 4.523) mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgerechnet. Von den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen T€ 511 (Vorjahr: T€ 1.035) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und T€ 21 (Vorjahr: T€ 24) sonstige Forderungen. Im Posten sonstige Forderungen sind Erträge in Höhe von T€ 1.145 (Vorjahr: T€ 705) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Latente Steuern
Zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bestehen folgende Unterschiedsbeträge bzw. Steuerlatenzen:
| in T€ | 12/2022 Aktiv | 12/2022 Passiv | 12/2021 Aktiv | 12/2021 Passiv | 1-12/2022 Bewegungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 1.591 | 1.776 | 1.373 | 1.156 | -402 | |
| Abfertigungsrückstellung | 2.760 | 2.273 | 487 | |||
| Pensionsrückstellung | 592 | 650 | -58 | |||
| Sonstige Rückstellungen | 1.317 | 1.033 | 284 | |||
| Verbindlichkeiten | 2.434 | 2.116 | 318 | |||
| Verlustanteil verb. Unt. | 645 | 1.293 | 693 | 1.393 | 52 | |
| Summe aktive/passive Unterschiedsbeträge | 9.339 | 3.069 | 8.138 | 2.549 | 681 | |
| Aktive(+)/passive(-) latente Steuerabgrenzung | 23% (VJ: 25%) | 2.148 | 706 | 2.035 | 637 | |
| Aktive/passive Saldogröße | 1.442 | 1.397 |
Eigenkapital
Das Grundkapital beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300,- und ist in 1.890.000 nennbetragslose Stückaktien mit Stimmrecht zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber oder auf Namen. Die gesetzliche Rücklage ist in gefordertem Ausmaß dotiert.
Sonstige Rückstellungen
Für nicht konsumierte Urlaube, Jubiläumsgelder und Zeitguthaben sind T€ 5.426 (Vorjahr: T€ 4.867) rückgestellt. Wesentliche sonstige Rückstellungen sind auch jene für variable Bezüge in Höhe von T€ 611 (Vorjahr: T€ 458), Rechts- und Beratungskosten T€ 426 (Vorjahr: T€ 157) und am Bilanzstichtag noch ausständige Eingangsrechnungen T€ 1.671 (Vorjahr: T€ 431), davon Energie T€ 710 und Pönalen T€ 490 getroffen. In den sonstigen Rückstellungen sind sonstige Vergütungen an Kunden in Höhe von T€ 3.410 (Vorjahr: T€ 2.985) ausgewiesen.
Verbindlichkeiten
Gegenüber Kreditinstituten bestehen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in der Höhe von T€ 5.195 (im Vorjahr T€ 8.458). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren betragen T€ 647 (Vorjahr: T€ 974). Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beziehen sich so wie im Vorjahr keine auf Lieferungen und Leistungen, sämtliche T€ 1.783 (Vorjahr: T€ 2.000) sind sonstige Verbindlichkeiten. Im Posten sonstige Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von T€ 4.152 (Vorjahr: T€ 5.871) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 156
Haftungsverhältnisse, Verpflichtungen aus der Nutzung nicht in der Bilanz ausgewiesener Sachanlagen
Verpflichtungen aus nicht in der Bilanz ausgewiesenem Sachanlagevermögen
Die Verpflichtungen aus nicht in der Bilanz ausgewiesenem Sachanlagevermögen (Mietverträge) betragen für das kommende Geschäftsjahr T€ 2.866 (Vorjahr: T€ 2.529) und für die nächsten fünf Geschäftsjahre T€ 14.042 (Vorjahr: T€ 12.457).
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Aus bestehenden Sponsorenverträgen ergeben sich Verpflichtungen in Höhe von T€ 931 (Vorjahr: T€ 1.457), die die Wirtschaftsjahre 2023 bis 2025 betreffen. Darüber hinaus bestehen analog zum Vorjahr keine Haftungsverhältnisse nach §199 UGB.
Derivative Finanzinstrumente
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen wurden Kaufoptionen auf britische Pfund abgeschlossen, wovon zum Bilanzstichtag noch Kaufoptionen mit einem Nominalwert in Höhe von TGBP 9.600 (Vorjahr: TGBP 0) vorhanden waren. Die Rohstoffeinkäufe sowie die Kaufoption stehen in einer Sicherungsbeziehung zueinander und bilden eine bilanzielle Bewertungseinheit. Der Nachweis einer Bewertungseinheit wird durch eine entsprechende Hedging-Dokumentation erbracht, aus der sowohl die Entwicklung des Sicherungsgeschäftes als auch die gegenläufige Entwicklung des Grundgeschäftes hervorgehen. Als Methode der Effektivitätsmessung kommt die Offset-Methode zur Anwendung. Aufgrund der Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde der negative beizulegende Zeitwert der Kaufoption nicht in der Bilanz erfasst. Zum Bilanzstichtag waren Kaufoptionen mit einem positiven beizulegenden Zeitwert von T€ 0 und einem negativen beizulegenden Zeitwert von T€ -381 vorhanden. Im Vorjahr waren per Bilanzstichdatum keine derivativen Finanzinstrumente aushaftend.
Gegebene Sicherheiten
Kreditverbindlichkeiten in Höhe von M€ 21,5 (Vorjahr M€ 17,5) sind durch eine Globalzession der Exportforderungen dinglich besichert.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 157
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
| T€ 2022 | T€ 2021 | T€ 2020 | T€ 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | 100.993 | 86.642 | 81.055 | 93.039 |
| EU | 145.526 | 146.006 | 130.138 | 122.743 |
| Drittländer | 7.459 | 6.627 | 5.534 | 6.273 |
| 253.978 | 239.276 | 217.222 | 222.056 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:
| € Österreich | € Deutschland | |
|---|---|---|
| Körperschaftsteueraufwand 2022 | 756.312 | 146.741 |
| Solidaritätszuschlag 2022 | 0,00 | 8.071 |
| Gewerbesteuer 2022 | 0,00 | 166.450 |
| Zwischenergebnis | 756.312 | 321.262 |
| Bewegung latente Steuern | -44.253 | 0,00 |
| 712.059 | 321.262 |
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
| T€ 2022 | T€ 2021 | T€ 2020 | |
|---|---|---|---|
| Vorstände und ehemalige Vorstände | 279 | 441 | 514 |
| Angestellte und Arbeiter*innen | 1.385 | 474 | 670 |
| 1.664 | 915 | 1.184 |
In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen (Abfertigungszahlungen zuzüglich Veränderung der Abfertigungsrückstellung) in Höhe von T€ 967 (Vorjahr: T€ 393) enthalten.
Bilanzgewinn
Der Vorstand schlägt vor, an die dividendenberechtigten Aktien eine Dividende von € 1,20 je Aktie (Vorjahr: € 0,80) auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 158
III. Sonstige Angaben
KONZERNVERHÄLTNISSE
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft hat zum 31.12.2022 aufgrund der Bestimmungen des §249 Abs. 2 UGB einen Konzernabschluss erstellt.
ORGANE DER GESELLSCHAFT
Vorstand
- Mag. Andreas KUTIL (CEO)
- Dr. Hans Peter ANDRES (Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik)
- Thomas GRATZER (Produktion & Technik)
- Mag. Albin HAHN (Finanzen, Personal & IT) (bis 31. März 2022)
Aufsichtsrat
Von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder:
- Mag. Florian JONAK, Vorsitzender (Vorsitzender ab 30.11.2022)
- Dr. Martina ANDRES, Vorsitzender-Stellvertreter (Vorsitzender-Stv. ab 30.11.2022)
- Dr. Ernst BURGER (bis 30.11.2022)
- Dr. Josef DOPPLER
- Dr. Michael GRAHAMMER
- Mag. Dr. Wolfgang HÖTSCHL
- Prof. Dr. Sita Monica MAZUMDER
- Dr. Martin SCHOBER (ab 30.11.2022)
- Dipl. Ing. Markus SPIEGELFELD
Vom Betriebsrat delegierte Mitglieder:
- Gerda CLEMENTI (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wolkersdorf)
- Peter FREUDENSCHUSS (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
- Peter HABEL (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
- Christian HACKL (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wien)
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 159
Bezüge des Vorstands sowie des Aufsichtsrats
Die Bezüge des Vorstands betrugen T€ 1.047 (Vorjahr: T€ 1.043). Weiters wurden variable Gehaltsbestandteile in Höhe von T€ 122 (Vorjahr: T€ 82) als Rückstellung berücksichtigt. Betreffend die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder wird die Schutzklausel gemäß §239 Abs. 1 Ziffer 4 UGB in Verbindung mit §242 Abs. 4 UGB angewendet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats bezogen im Geschäftsjahr 2022 Sitzungsgelder für das laufende Jahr in Höhe von T€ 147 (Vorjahr: T€ 101). Für das Jahr 2022 wurden Vergütungen in Höhe von T€ 38 (Vorjahr: T€ 57) rückgestellt.
Beschäftigte
Im Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 781,5 Dienstnehmer (FTE, Vorjahr: 771,0), davon 355,3 Angestellte (Vorjahr: 355,0) und 426,2 Arbeiter*innen (Vorjahr: 416,0) beschäftigt.
Aufwendungen für den Abschlussprüfer
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer 2022 sind dem Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft zu entnehmen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind.
Wien, am 16. März 2023
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 160
Anlagespiegel
Entwicklung zu Anschaffungs- und Herstellkosten
| € Stand 01.01.22 | € Zugang 31.12.22 | € Umbuchung | € Abgang | € Stand 31.12.22 | |
|---|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie Lizenzen | 9.825.863,66 | 100.823,35 | 0,00 | 642.737,63 | 9.283.949,38 |
| 2. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 1.991.171,88 | 1.642.133,96 | 0,00 | 0,00 | 3.633.305,84 |
| 11.817.035,54 | 1.742.957,31 | 0,00 | 642.737,63 | 12.917.255,22 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke und Bauten | 62.165.770,95 | 29.900,00 | 69.800,80 | 0,00 | 62.265.471,75 |
| 2. Maschinen | 159.202.195,96 | 760.421,91 | 2.023.391,68 | 1.808.386,78 | 160.177.622,77 |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 19.066.082,03 | 1.116.985,68 | 206.609,37 | 783.478,84 | 19.606.198,24 |
| 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 1.327.586,59 | 3.596.466,51 | -2.299.801,85 | 7.300,00 | 2.616.951,25 |
| 241.761.635,53 | 5.503.774,10 | 0,00 | 5.599.165,62 | 244.666.244,01 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 940.288,96 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 940.288,96 |
| 2. | |||||
| ### Entwicklung der Abschreibung | |||||
| € Stand 01.01.22 | € Zugang | € Abgang | € Zuschreibung | € Stand 31.12.22 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie Lizenzen | 9.200.503,14 | 220.855,93 | 642.737,63 | 0,00 | 8.778.621,44 |
| 2. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 9.200.503,14 | 220.855,93 | 642.737,63 | 0,00 | 8.778.621,44 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke und Bauten | 26.574.480,69 | 1.410.743,53 | 0,00 | 0,00 | 27.985.224,22 |
| 2. Maschinen | 132.933.584,83 | 5.060.166,84 | 1.808.386,78 | 0,00 | 136.185.364,89 |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 15.972.817,39 | 1.722.145,93 | 626.083,27 | 0,00 | 17.068.880,05 |
| 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 175.480.882,91 | 8.193.056,30 | 2.434.470,05 | 0,00 | 181.239.469,16 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.142,64 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 7.142,64 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 27.508,17 | 174.022,31 | 0,00 | 0,00 | 201.530,48 |
| 34.650,81 | 174.022,31 | 0,00 | 0,00 | 208.673,12 | |
| SUMME ANLAGENSPIEGEL | 184.716.036,86 | 8.587.934,54 | 3.077.207,68 | 0,00 | 190.226.763,72 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 161
Anlagespiegel
Buchwerte
| € Stand 31.12.21 | € Stand 31.12.22 | |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie Lizenzen | 625.360,52 | 505.327,94 |
| 2. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 1.991.171,88 | 3.633.305,84 |
| 2.616.532,40 | 4.138.633,78 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten | 35.591.290,26 | 34.280.247,53 |
| 2. Maschinen | 26.268.611,13 | 23.992.257,88 |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.093.264,64 | 2.537.318,19 |
| 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 1.327.586,59 | 2.616.951,25 |
| 66.280.752,62 | 63.426.774,85 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 933.146,32 | 933.146,32 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 9.665.074,09 | 12.498.047,69 |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 3.289.827,92 | 4.230.122,02 |
| 13.888.048,33 | 17.661.316,03 | |
| SUMME ANLAGENSPIEGEL | 82.785.333,35 | 85.226.724,66 |
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 162
Bestätigungsvermerk
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 164
VORHANDENSEIN UND BEWERTUNG DER VORRÄTE EINSCHLIESSLICH BEWERTUNG DER EINKAUFSKONTRAKTE
Sachverhalt und Risiken
Die Gesellschaft weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 einen Vorratsbestand in Höhe von T€ 39.363 aus. Die Vorräte stellen einen wesentlichen Teil des Umlaufvermögens sowie der Aktiva der Gesellschaft dar. Die Vorräte werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Für die Bewertung werden als Zeitwerte Marktpreise zum Bilanzstichtag oder zu den letzten diesem Stichtag vorausgehenden Tagen herangezogen. Es besteht das Risiko, dass Teile des Vorratsbestands nicht werthaltig sind. Die in der Bilanz angesetzten Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse werden aus der Kostenrechnung abgeleitet. Aufgrund der Komplexität der Bewertung besteht das Risiko von Fehlbewertungen. Die Qualität sowie die Versorgungssicherheit der im Produktionsprozess eingesetzten Rohstoffe erfordern den Abschluss wesentlicher langfristiger Kontrakte. Es besteht das Risiko, dass Wertschwankungen der Einkaufspreise den Ansatz wesentlicher Drohverlustrückstellungen erfordern. Im Zusammenhang mit den Angaben der Gesellschaft zum Vorratsvermögen verweisen wir auf auf die Ausführungen im Anhang unter Abschnitt I/3.
Unser Vorgehen bei der Prüfung
Im Rahmen unserer Abschlussprüfung haben wir ein Verständnis über den Einkaufsprozess, der Materialwirtschaft sowie den relevanten internen Kontrollen erlangt. Zusätzlich haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen gesetzt:
* Inventurbeobachtungen
* Nachvollzug der Bewertungen
* Preistests anhand von Belegprüfungen
* Einsichtnahme in die wesentlichen Einkaufskontrakte und Beurteilung der Auswirkungen auf den Jahresabschluss
VORHANDENSEIN UND BEWERTUNG DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN EINSCHLIESSLICH PERIODENRICHTIGKEIT DER UMSATZERLÖSE
Sachverhalt und Risiken
Die Gesellschaft weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 28.946 aus. Die Forderungen stellen einen wesentlichen Teil des Umlaufvermögens sowie der Aktiva der Gesellschaft dar. Die sachgerechte Umsatzrealisation ist aufgrund von individuell verhandelten Bonifikationsvereinbarungen komplex. Es besteht das Risiko von Abgrenzungsfehlern und damit von nicht periodengerecht ausgewiesenen Umsatzerlösen. Im Zusammenhang mit den Angaben zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang unter Abschnitt I/3.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 165
Unser Prüfungsvorgehen
Im Rahmen unserer Abschlussprüfung haben wir ein Verständnis über den Verkaufsprozess einschließlich des Abrechnungsprozesses für Boni sowie der relevanten internen Kontrollen erlangt. Zusätzlich haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen gesetzt:
* Saldenbestätigungsaktion
* Einsichtnahme in wesentliche Rahmenverträge
* Belegstichproben einschließlich wesentlicher Zahlungseingänge.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben. In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.# Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 166
Darüber hinaus gilt:
- Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
- Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 167
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. November 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Jahresabschluss 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 168
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Mario Zagiczek.
Wien, am 16. März 2023
CENTURION Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH
Mag. Mario Zagiczek
Wirtschaftsprüfer
Dr. Andreas Staribacher
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Manner Gruppe Jahresfinanzbericht 2022 169
Erklärung des Vorstandes gemäß §124 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) aufgestellte Jahresabschluss der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Unternehmens entsteht und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 16. März 2023
Der Vorstand:
Mag. Andreas Kutil
CEO
Dr. Hans Peter Andres
Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
Thomas Gratzer
Produktion & Technik