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JENOPTIK AG Annual Report (ESEF) 2022

Apr 26, 2023

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Jenoptik AG

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Konzernstruktur

Die JENOPTIK AG mit Hauptsitz in Jena übernimmt als Corporate Center und strategische Holding für die Unternehmensgruppe übergeordnete Funktionen wie die strategische Unternehmensentwicklung sowie zentrale Aufgaben in den Bereichen Controlling, Corporate Development (Strategy, Mergers & Acquisitions, Innovation), Corporate Real Estate Management, Finanzen, Interne Revision, Investor Relations & Communications, Personal, Rechnungswesen, Recht & IP, Compliance & Risk Management, Steuern und Treasury. Darüber hinaus sind hier die Zentralfunktionen IT & Datensicherheit, Einkauf, Sicherheit sowie Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz gebündelt.

Das operative Geschäft des Konzerns obliegt den Divisionen und ist größtenteils auf den photonischen Wachstumsmarkt ausgerichtet. Zum 31. August 2022 wurde die JENOPTIK Medical GmbH (vorher BG Medical Applications GmbH) rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf die JENOPTIK Optical Systems GmbH verschmolzen.

Im Rahmen seiner 2022 erfolgten Neuaufstellung hat der Jenoptik-Konzern das photonische Kerngeschäft in den zwei neuen Divisionen Advanced Photonic Solutions (Industriekundengeschäft, B2B) und Smart Mobility Solutions (Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern, B2G) gebündelt. Dafür wurden im Verlauf des 1. Quartals 2022 die bisherige Division Light & Optics sowie Teile der ehemaligen Division Light & Production in die neue Division Advanced Photonic Solutions zusammengelegt. Die nicht-photonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten Aktivitäten werden innerhalb des Jenoptik-Konzerns unter den Non-Photonic Portfolio Companies als eigenständige Marken (darunter HOMMEL ETAMIC, Prodomax und INTEROB) geführt. Die frühere Division Light & Safety wurde zur Division Smart Mobility Solutions.

Die zwei photonischen Divisionen sowie die Non-Photonic Portfolio Companies stellen seit dem 1. Quartal 2022 die Segmente im Sinne von IFRS 8 dar.

Jenoptik hat zum 30. Juni 2022 die Veräußerung von VINCORION erfolgreich abgeschlossen. Die Genehmigungen durch die zuständigen Behörden wurden erteilt, die erforderlichen Closing-Bedingungen erfüllt. Erwerber von VINCORION ist ein von der Private Equity Gesellschaft STAR Capital Partners LLP („STAR“) verwalteter Fonds. VINCORION entwickelt, produziert und vertreibt mechatronische Produkte insbesondere für den Sicherheits- und Verteidigungsbereich, die Luftfahrt sowie die Bahn- und Transportindustrie. Die Aktivitäten von VINCORION sind im IFRS-Abschluss als aufgegebener Geschäfts-
bereich dargestellt.

In den letzten Jahren hat Jenoptik das internationale Geschäft und die damit verbundenen Strukturen weiter ausgebaut. Unter der Führung der US-Holding erfolgt am Standort Jupiter, Florida, die Steuerung der Gesamtstrategie und die Koordination der Finanzaktivitäten für den amerikanischen Markt. Die Region Asien/Pazifik wird aus Shanghai, China, gesteuert. In Europa werden die operativen Geschäfte aus Deutschland bzw. Groß-
britannien heraus über die Hauptstandorte geführt.

G05 Organisationsstruktur des Jenoptik-Konzerns im Geschäftsjahr 2022

Non-Photonic Portfolio Companies Integrierte Geschäfte
Advanced Photonic Solutions (B2B-Geschäft) Smart Mobility Solutions (B2G-Geschäft)
HOMMEL ETAMIC Prodomax
INTEROB
Halbleiter & Elektronik, Life Science & Medizintechnik
inkl. Lasermaterialbearbeitung

Management 27
Vergütungsbericht 107
Nichtfinanzieller Bericht 153
Konzernabschluss 219
Weitere Informationen 28
Grundlagen des Konzerns 73
Risiko- & Chancenbericht 48
Wirtschaftsbericht 85
prognosebericht 64
Segmentbericht 91
Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70
Lagebericht der JeNoptIK AG 94
erklärung zur Unternehmensführung G06

G06 Karte „Ausgewählte Standorte“

Deutschland Europa Amerika Afrika Asien/Pazifik
Berlin Frankreich USA Algerien Australien
Dresden Bayeux Fremont (CA) Algier Sydney
Jena Villeurbanne Huntsville (AL) Taiwan
Monheim am Rhein Österreich Jupiter (FL) Taoyan
Triptis Wien Rancho Cucamonga (CA) China
Villingen-Schwenningen Spanien Rochester Hills (MI) Japan
Wedel Valladolid Mexiko Yokohama
Wetzlar Schweiz Saltillo Shanghai
Heerbrugg Kanada Wuhan
Camberley Barrie Shizuoka City
Uster Mississauga Peking
Niederlande Suwon-si Singapur
Drunen Toronto Hongkong
Finnland Singapur
Tampere Hongkong
Großbritannien Südkorea
Pyeongtaek
Bangalore

Stand: Dezember 2022

29

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell und Märkte

Jenoptik ist ein international agierender Technologie-Konzern, der sich mit seinem Leistungsspektrum auf den Photonik-Markt fokussiert. Photonik umfasst die Grundlagen sowie Anwendungsfelder von optischen Verfahren und Technologien, die sich mit der Erzeugung, Übertragung, Formung und Messung von Licht befassen.

Wesentliche Standorte

Jenoptik ist in über 80 Ländern weltweit vertreten, davon in 20 mit direkter Präsenz, zum Beispiel mit eigenen Gesellschaften, Beteiligungen oder Zweigniederlassungen. Produktions- schwerpunkt des Konzerns ist Deutschland, gefolgt von den USA und China. Am Hauptsitz des Konzerns in Jena sind vor allem die Aktivitäten der Division Advanced Photonic Solutions beheimatet.# Jenoptik Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Das Portfolio umfasst OEM- bzw. Standardkomponenten, Module und Subsysteme bis hin zu komplexen Systemen und Produktionsanlagen für verschiedene Branchen. Auch umfassende Gesamtlösungen und komplette Betreibermodelle gehören zum Leistungsspektrum. Neben Industriekunden zählen in der Division Smart Mobility Solutions auch öffentliche Auftraggeber zu den Kunden. Mit ihrem Produktportfolio konkurriert Jenoptik mit zahlreichen international agierenden Unternehmen, die sich überwiegend auf nur einen bzw. wenige der von Jenoptik adressierten Produktbereiche und Märkte spezialisiert haben. Die unterschiedlichen Leistungsangebote sind nur bedingt vergleichbar und erschweren daher auch konkrete Marktanteilsschätzungen. Forschung und Entwicklung nimmt für Jenoptik eine Schlüsselstellung ein. Dabei steht immer der Kunde im Mittelpunkt. Die technologieintensiven Produkte und Systeme entstehen oft in enger Zusammenarbeit mit Kunden. Deshalb ist eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden für Jenoptik ein wichtiger Erfolgsfaktor. Gegenseitiges Vertrauen und das Wissen um die Bedürfnisse der Partner sind dabei wesentliche Voraussetzungen. Das spiegelt sich zum Beispiel in den Kosten für Entwicklungen im Kundenauftrag im Geschäftsjahr 2022 wider. Beispiele für innovative Produkte finden Sie im Kapitel „Forschung und Entwicklung“.

  • Weitere größere deutsche Standorte sind Wedel sowie Monheim bei Düsseldorf, Villingen-Schwenningen, Berlin, Dresden und Triptis.
  • Außerhalb Deutschlands unterhält Jenoptik Standorte bzw. ist mit Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen in den folgenden Ländern vertreten: Algerien, Australien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Korea, Mexiko, Niederlande, Österreich, Schweiz, Singapur, Spanien, Taiwan, Tschechien und USA.

Wirtschaftsbericht

(Kein Inhalt in diesem Abschnitt im bereitgestellten Text)

Segmentbericht

Die Jenoptik-Divisionen

Advanced Photonic Solutions

Die Division Advanced Photonic Solutions ist ein globaler Anbieter von Lösungen und Systemen, die auf photonischen Technologien basieren. Jenoptik verfügt hier über ein breites Spektrum solcher Technologien, insbesondere in den Bereichen Optik, Mikrooptik, Lasertechnik, digitale Bildverarbeitung, Optoelektronik, Sensorik sowie optische Test- und Messsysteme. Die Kernmärkte, in denen Jenoptik spezielle Marktsegmente besetzt, sind Halbleiterausrüstung, Medizintechnik/Life Science, Informations- und Kommunikationstechnologie, Messtechnik, Automotive, Virtual & Augmented Reality, Industrieautomation sowie die Sicherheitstechnik.

Als Entwicklungs- und Produktionspartner nutzt die Division ihre Expertise in den Schlüsseltechnologien, um die anspruchsvollen Anforderungen der Kunden zu lösen. Ihre Systeme, Module und Komponenten tragen dazu bei, dass die Kunden ihre Herausforderungen mithilfe photonischer Technologien über meistern können. Regionale Absatzschwerpunkte der Division Advanced Photonic Solutions liegen in Europa und Nordamerika sowie in der Region Asien/Pazifik.

Die Wettbewerbslandschaft der Division ist teilweise stark fragmentiert mit einer begrenzten Anzahl größerer Anbieter. Bei einigen Produkten ist die Division auch alleiniger Anbieter. Zu den Wettbewerbern gehören unter anderem MKS/Newport, Excelitas/Qioptiq, IDEX, II-VI /Coherent, Lumentum, Novanta, OptoAlignment Technologies, Optikos, Gooch & Housego, Trumpf oder Prima Industrie.

Semiconductor & Advanced Manufacturing

Im Bereich Semiconductor & Advanced Manufacturing entwickelt und produziert Advanced Photonic Solutions optische und mikrooptische Systeme sowie Präzisionskomponenten mit höchsten Qualitätsansprüchen. Diese umfassen komplette Systeme und Module bis hin zu speziellen optischen Komponenten und kundenspezifischen Lösungen für Wellenlängen vom fernen Infrarot (IR) bis zum Extreme-Ultraviolet-(EUV)-Bereich. Anwendung finden diese Produkte insbesondere in der Halbleiterausrüstungsindustrie sowohl im Lithografie- als auch im Inspektionsbereich. Die Division arbeitet hier mit führenden internationalen Herstellern, zum Beispiel ASML, zusammen.

Optical Test & Measurement

Im Bereich Optical Test & Measurement bietet die Division TRIOPTICS weltweit ein umfangreiches Portfolio optischer Mess-, Prüf- und Fertigungstechnik für die Entwicklung, Qualitätssicherung und Produktion. Die Expertise reicht vom Test ein- zelner Optikkomponenten bis zur Montage und Prüfung komplexer Kamerasysteme. Mit diesen Systemen können die Entwicklung, Qualitätskontrolle und Produktion von Linsen, Objektiven und Kameramodulen beschleunigt und verbessert werden. Zu den Kunden gehören unter anderem Smartphone- Kamera-Hersteller und deren Lieferanten. Aber auch die Märkte rund um neue Virtual- und Augmented-Reality-Anwen- dungen im Industrie- und Consumer-Segment, die Optikindus- trie und die Automobilindustrie werden adressiert. Die Produkte und Dienstleistungen werden weltweit über ein Netz von Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern vermarktet, in den wichtigsten Märkten gibt es lokale Servicezentren.

Darüber hinaus werden passende optischen Vorrichtungen und Sensorik bei Hamburg (Advanced Photonic Solutions) lassen sich Daten übertragen, Materialien analysieren, mikro-optische Bauelemente realisieren und berührungsfreie Präzisions- messungen durchführen. Autonome Fahrzeuge sind ohne LiDAR-Technik (Light Detection and Ranging) kaum vorstellbar. Auch für effizienten Datenaustausch ist Photonik entscheidend.

Mit ihren innovativen, zum Teil Software-unterstützten opti- schen und mikrooptischen Lösungen erschließt sich Jenoptik zudem weiteres Wachstumspotenzial im Umfeld der Digitali- sierung, zum Beispiel im Markt für Informations- und Kommu- nikationstechnologie und zunehmend auch im Markt für Laser- materialbearbeitung. Für die Informations- und Kommuni- kationstechnologie werden insbesondere Komponenten und Module für den Einsatz in opto-elektronischen Transceiver- Modulen sowie in Systemen zur optischen Freiraum-Datenüber- tragung angeboten. Darüber hinaus gehören opto-elektroni- sche Prüfkarten für das industrielle Testen von photonisch- integrierten Schaltungen auf Waferebene zum Produktspektrum. Im Bereich der Lasermaterialbearbeitung werden unter ande- rem System-Integratoren und Hersteller von Laserproduktions- anlagen mit Komponenten und Modulen, zum Beispiel f-Theta-Objektiven, Strahlaufweiter-Modulen oder Gittern sowie intelligenten Systemlösungen beliefert.

Im Bereich Biophotonics bietet die Division Applikationen für Bio-Imaging und Laser-basierte Therapie. Auf Basis ihrer Kern- kompetenzen von Laser- und LED-basierten Strahlquellen über optische Komponenten und Module bis hin zu Sensorik, digita- ler Bildverarbeitung und Systemintegration werden Lösungen und Produkte für die Medizintechnik/Life-Science-Branche entwickelt. Die OEM-Laserlösungen basieren auf Dioden- und Scheibenlasertechnologien und werden in den Bereichen Augenheilkunde, Dermatologie/Ästhetik sowie in der Chirurgie eingesetzt. Darüber hinaus entwickelt und produziert die Division optische und optoelektronische Module und Subsys- teme zur digitalen Bilderfassung sowie Mikroskopkameras für Anwendungen im medizinischen Bereich. 2021 erwarb Jenoptik durch die Akquisition von BG Medical ein komplementäres Produktportfolio in den Bereichen der Zahnmedizin (zum Beispiel Intraoral Scanners) sowie der robotergestützten Chirurgie (zum Beispiel Komponenten für minimal-invasive chirurgische Geräte). Durch die Aktivitäten der SwissOptic- Gruppe stärkt der Konzern das eigene Geschäft in den Bereichen Augenheilkunde und Life Science. Zu den Kunden im Bereich Biophotonics gehören nationale und internationale Medizintechnikunternehmen, insbesondere End- gerätehersteller in der Augenheilkunde, Zahnmedizin, Diagnos- tikanbieter sowie Unternehmen im Bereich der DNA-Sequenzie- rung. Das Halbleitergeschäft der Ende 2021 erworbenen SwissOptic- Gruppe rundet mit einem komplementären Angebot das Produktportfolio der Division weiter ab und ermöglicht es, über bestehenden und neuen Kunden ein noch breiteres Produkt- spektrum anzubieten.

Smart Mobility Solutions

Die Division Smart Mobility Solutions ist vor allem in den Geschäftsfeldern Verkehrsüberwachung (Traffic Law Enforcement/ Road Safety), zivile Sicherheit (Civil Security), Mautkontrolle und (Road User Charging) sowie Emissionskontrolle und Traffic Management aktiv. Für Kunden aus dem öffentlichen Bereich (kommunale und staatliche Behörden, Polizei- und Ordnungs- behörden sowie öffentliche und private Organisationen) ent- wickelt, produziert und vertreibt Jenoptik hier Photonik-basierte Komponenten, Systeme und Dienstleistungen, mit denen

  • Wedel Laser
  • Advanced Photonic Solutions (Hamburg)
  • Smart Mobility Solutions (Monheim)
  • Non-Photonic Portfolio Companies (Villingen-Schwenningen)
  • Advanced Photonic Solutions (Berlin, Dresden, Triptis)

Die photonischen Lösungen ermöglichen dabei den Einsatz von Lasertechnik, optischen Vorrichtungen und Sensorik, um Daten zu übertragen, Materialien zu analysieren, mikro-optische Bauelemente zu realisieren und berührungsfreie Präzisions- messungen durchzuführen. Autonome Fahrzeuge sind ohne LiDAR-Technik (Light Detection and Ranging) kaum vorstellbar. Auch für effizienten Datenaustausch ist Photonik entscheidend.

Prognosebericht

(Kein Inhalt in diesem Abschnitt im bereitgestellten Text)

Risiko- & Chancenbericht

Konzernabschluss

Nichtfinanzieller Bericht

Weitere Informationen

Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen

Erklärung zur Unternehmensführung

Vergütungsbericht

3 Management

27 Zusammengefasster Lagebericht

28 Grundlagen des Konzerns

30 Management

31 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

(Kein Inhalt in diesem Abschnitt im bereitgestellten Text)# Einhaltung geltender Vorschriften im Straßenverkehr kontrolliert und somit die Straßen und Städte weltweit sicherer gemacht Zum Bereich Optical Test & Measurement gehören zudem werden. optische Prüfsysteme zur Produktkontrolle und Prozessoptimie- rung, optische Wellenmesstechnik sowie komplexe Bildver- Mit dem Angebot an sensorbasierten Verkehrskameras und arbeitungssysteme für Anwendungen in der Teilevermessung, automatischer Nummernschilderkennung (ANPR /ALPR) fokus- Oberflächenprüfung und Lageerkennung. Die Kunden kommen siert sich die Division auf Technologien zur Verkehrsüberwa- vor allem aus der Automobil-, Stanz- und Glasindustrie sowie chung. Die angebotenen Lösungen decken ein breites Spektrum aus dem Bereich Maschinen- und Gerätebau. an stationären und mobilen Anwendungen ab, bei denen auch Videoanalyse und künstliche Intelligenz zum Einsatz kom- Für den Bereich Industrial Solutions bietet Advanced Photonic men. Beispiele dafür sind Fahrzeugüberwachung und -klassi- Solutions optoelektronische Hochleistungskomponenten und fizierung, Geschwindigkeit und Rotlichtüberwachung, illegale -module sowie integrierte Lösungen, die je nach Bedarf Optik, Wendemanöver, Ermittlung der Durchschnittsgeschwindigkeit, Lasertechnik, Sensorik und digitale Bildverarbeitung kombinieren. zivile Sicherheit sowie Straßennutzungsgebühren und Emissions- Neben komplexen Komponenten für Head-up-Displays sowie kontrolle. Objektiven für Fahrerassistenzsysteme werden auch Polymer- optiken für Machine-Vision-Anwendungen hergestellt. Die sen- Je nach Region und deren lokalen Anforderungen bietet die sorischen Produkte umfassen zum Beispiel Infrarot- und Thermo- Division unterschiedliche Geschäftsmodelle an, angefangen von grafie-Kamerasysteme, Polymer- und Infrarotoptiken sowie der Bereitstellung von Systemen, über Enabling Services bis hin Laser-Entfernungsmessgeräte. Der Fokus liegt hier auf Anwen- zu Managed Services und Traffic Service Provision einer Kombi- dungen in den Bereichen Industrieautomation, Mobilität und nation aus Gerätegeschäft und Dienstleistungen. Hier deckt Sicherheit/Verteidigung sowie auf industriellen Anwendungen. Jenoptik die gesamte begleitende Prozesskette ab – von der Systementwicklung über den Aufbau, die Installation und War- Zum Produktportfolio der Division Advanced Photonic Solutions tung der Überwachungsinfrastruktur bis zur Aufnahme der gehören darüber hinaus Lasermaschinen (zum Beispiel für die Verstoßbilder und deren automatisierte Weiterverarbeitung im Ver-
Laser-Airbagschwächung), die im Zuge der Prozessoptimie- Back Office. Smart Mobility Solutions bietet ihren Kunden auch rung und Automatisierung in Fertigungslinien der Kunden zum zunehmend Software-as-a-Service-Geschäftsmodelle (SaaS) Beispiel aus der Automobilindustrie integriert werden. Diese an, zum Beispiel in Großbritannien oder Australien, und folgt dienen der Bearbeitung von Kunststoffen und Leder mit hoher damit der Nachfrage nach mehr Flexibilität und weniger damit der Nachfrage nach mehr Flexibilität und weniger Geschwindigkeit und konturgenau und somit effizient und präzise. Vorabinvestitionen auf Kundenseite. Die Vertriebsaktivitäten der Division wurden in fünf regionale Einheiten gegliedert: Amerika, Naher Osten/Afrika, Großbritan- nien, Europa, APAC /Australien. Die regionale Ausrichtung wird hier vorrangig durch die Kunden bestimmt. So verfügt Smart
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Management
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Vergütungsbericht
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Nichtfinanzieller
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Konzernabschluss
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Weitere
Lagebericht
Bericht
Informationen
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Grundlagen des Konzerns
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Risiko- & Chancenbericht
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Wirtschaftsbericht
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prognosebericht
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Segmentbericht
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Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen
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Lagebericht der JeNoptIK AG
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erklärung zur Unternehmensführung
Mobility Solutions über eine starke lokale Präsenz in Deutsch-
land, Großbritannien, Niederlande, Schweiz, Österreich, Nord-
amerika und Australien und baut ihre Vertriebsaktivitäten ent-
sprechend der oben aufgeführten Struktur weiter aus.
von Rauheit, Kontur, Form und die Bestimmung von Dimensionen
in jeder Phase des Fertigungsprozesses sowie im Messraum.
Umfassende Dienstleistungen wie Beratung, Schulung und
Service inklusive langfristiger Wartungsverträge runden das
Metrology-Angebot ab. Neben internationalen Unternehmen wie beispielsweise Verra
Mobilty/Redflex, die Sensys Gatso Group, Idemia oder Vitronic
steht Smart Mobility Solutions zu einem großen Teil mit lokal
agierenden Unternehmen, zum Beispiel im asiatischen Raum,
im Wettbewerb.
Die Verkehrssicherheitsanlagen werden in Deutschland von der
27 Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig
geprüft und zertifiziert und erhalten damit einen Nachweis für
die Messgenauigkeit. Installationen im Ausland unterliegen der
Kontrolle nationaler Institute, wobei in verschiedenen Ländern
auch die deutsche PTB-Prüfbescheinigung oder Zulassungen
anderer namhafter europäischer Zulassungsbehörden ganz oder
teilweise anerkannt werden.
Non-Photonic Portfolio Companies
106
Mit langjähriger Erfahrung und Know-how im Bereich indus-
trieller Messtechnik und optischer Inspektion sowie hochflexibler
roboterbasierter Automatisierung entwickeln die Non-
Photonic Portfolio Companies Fertigungslösungen für die Kunden
aus den Branchen Automotive, Luft- und Raumfahrt und anderen
Fertigungsindustrien. Damit adressiert Jenoptik mit den
Produkten, Automatisierungslösungen sowie Service für Indus-
triekunden vor allem den Trend nach mehr Flexibilität und
Effizienz in Produktionsprozessen, insbesondere in der Auto-
mobilindustrie. Im Bereich Automation & Integration planen und
erstellen die Unternehmen Prodomax und INTEROB automatisierte Produktionslinien und integrieren diese in die Fertigungsum-
gebung des Kunden. Lösungen, Produkte und Service rund um die Themen Prozess Engineering und Implementierung umfassen Anlagenlayout, Simulation, Maschinen-Steuerung und Software-Design, Robot-Handling-Systeme sowie Trans-
portvorrichtungen. Zum Portfolio von HOMMEL ETAMIC im Bereich der Messtechnik (Metrology) gehört hochpräzise berührende und berührungs-
lose Fertigungsmesstechnik mit einer Auflösung im Nanometer-
bereich für die taktile, pneumatische oder optische Prüfung
Weiterführende Informationen zur
Entwicklung der Branchen und
Märkte siehe Kapitel „Gesamtwirtschaft-
liche und branchen-
bezogene Entwicklungen“
33
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022
Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns
Ziele und Strategien
Agenda 2025 „More Value“
Wie bereits im Kapitel „Geschäftsmodell und Märkte“ beschrie-
ben, basiert das Leistungsangebot von Jenoptik zum überwiegen-
den Teil auf optischen Verfahren und Technologien. Hoch-
präzise, flexible Methoden und Verfahren der Photonik werden
als sogenannte „Enabler“-Technologien weiterhin einen wach-
senden Anteil an der industriellen Wertschöpfung haben und
zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.
Um mit der Agenda 2025 mehr Wert für alle unsere Stakehol-
der zu schaffen, wollen wir darüber hinaus:
Mit einer stärkeren Ausrichtung auf photonische Wachstums-
märkte sind wir auf dem Weg, uns zu einem reinen und global aufgestellten Photonik-Unternehmen zu entwickeln.
• organisches und anorganisches Wachstum vorantreiben und die Profitabilität steigern,
Der photonische Markt soll laut Studien zum Beispiel von Verified
Market Research und Triton Market Research von 2021 bis 2028
eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate zwischen 6 und
8 Prozent aufweisen.
• finanzielle Flexibilität für weitere Akquisitionen und Investi-
tionen sicherstellen und
Transformation in einen reinen Photonik-Konzern
• sozial und ökologisch verantwortlich handeln.
Mit der 2018 kommunizierten Strategie 2022 fokussierte sich
Jenoptik auf die Kernkompetenzen rund um optische und
photonische Technologien. Das Ziel, vor allem solche Märkte
zu adressieren, in denen die technologische Kompetenz
von Jenoptik ein Preispremium rechtfertigt, wird mittels unserer
strategischen Agenda 2025 „More Value“ konsequent weiter-
verfolgt.
Jenoptik hat bereits in den vergangenen Jahren das Portfolio
auf photonische Kernmärkte ausgerichtet. Dazu haben auch die
Akquisitionen von TRIOPTICS, BG Medical und der SwissOptic-
Gruppe, aber auch die Desinvestitionen von Randaktivitäten
(nicht-optische Messtechnik für Schleifmaschinen und der Kris-
tallzucht) beigetragen.
Weitere Informatio-
nen zur Entwicklung des Photonik-Mark-
tes siehe Kapitel
„Gesamtwirtschaftli-
che Entwicklung und
branchenbezogene Entwicklungen“
G07
2025 – Jenoptik fokussiert sich auf drei Kernmärkte
Halbleiter & Elektronik
50 %
Life Science & Medizintechnik
25 %
75 %
B2B, Komponenten/
Systeme
ca.# JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Juni 2022 ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein bei der Transformation hin zu einem global führenden, reinen Photonik-Konzern.

Fokussierung auf drei Kernmärkte

Die drei Kernmärkte Halbleiter & Elektronik, Life Science & Medizintechnik sowie Smart Mobility sind für uns Märkte, die nicht nur überdurchschnittlich wachsen, sondern in denen sich Jenoptik zudem durch technologisches Differenzierungspotenzial im Bereich Optik und Photonik auszeichnet. Mit unseren Leistungsangeboten helfen wir unseren Kunden, komplexe photonische Herausforderungen zu lösen und somit einen entscheidenden Einfluss auf die Performance ihrer Produkte zu haben. Dies ermöglicht es uns, höhere Preise zu erzielen. Wie im November 2021 bekanntgegeben, streben wir für das Jahr 2025 an, ca. 50 Prozent des Konzernumsatzes im Halbleiter- & Elektronikmarkt zu generieren sowie jeweils etwa 25 Prozent mit Life Science&Medizintechnik und im Smart Mobility Markt.

Als innovatives Hightech-Unternehmen bleibt es für Jenoptik auch künftig entscheidend, Kundenbedürfnisse und Trends frühzeitig zu erkennen und strategische Maßnahmen und Geschäftsaktivitäten darauf auszurichten. Deshalb setzen wir weiterhin auf Forschung und Entwicklung – sowohl bei unseren eigenen innovativen Produkten als auch in gemeinsamen Entwicklungen mit unseren Kunden. So können wir Wettbewerbsvorteile erlangen, die über unsere Leistungsfähigkeit und damit den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden. Als Systempartner sucht Jenoptik gemeinsam mit Kunden nach neuen Lösungen. Oft werden wir durch unsere Kunden bereits in sehr frühen Stadien in die Entwicklungsprozesse einbezogen. So können wir Beziehungen festigen und stetig die Wertschöpfung erhöhen. Gleichzeitig wollen wir auch eigene Innovationen unabhängig von kundenbezogenen Aufträgen vorantreiben. Das geplante profitable Wachstum wird darüber hinaus durch Effizienzmaßnahmen, die Realisierung von Skaleneffekten und Investitionen in zukünftige Applikationen, wie zum Beispiel solche im Bereich Augmented and Virtual Reality, weiter fortsetzen.

Ziele 2025

Den Umsatz wollen wir bis zum Geschäftsjahr 2025 auf rund 1,2 Mrd Euro und die EBITDA-Marge auf rund 20 Prozent steigern, wie im November 2021 verkündet. Das Umsatzwachstum von durchschnittlich rund 8 Prozent p.a. soll überwiegend organisch erzielt werden, schließt jedoch auch weitere Portfolio-veränderungen mit ein. Drei Viertel unseres Umsatzes im photonischen Geschäft wollen wir 2025 in unserer Division „Advanced Photonic Solutions“ und die verbleibenden 25 Prozent in der Division „Smart Mobility Solutions“ erzielen. Informationen zur Konzernstruktur siehe Kapitel „Geschäftsmodell und Märkte“.

Die angestrebte Verbesserung der EBITDA-Marge soll vor allem durch einen verbesserten Produktmix, d.h. einem sukzessive steigenden Anteil höhermargiger Produkte, sowie durch Skaleneffekte erreicht werden.

Im Rahmen der Agenda 2025 „More Value“ wollen wir aus-reichende finanzielle Flexibilität für das geplante profitable Wachs-tum sicherstellen. Darüber hinaus werden wir den Return on Capital Employed (ROCE), also die Rendite auf unser eingesetz-tes Kapital, künftig stärker in den Fokus rücken. Der ROCE (ohne Goodwill) soll bis 2025 auf über 20 Prozent steigen.

Zugleich wollen wir uns so aufstellen, dass unser Geschäft widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen bleibt. Bis 2025 wollen wir etwa 50 Prozent unseres Konzernumsatzes in Märkten erzielen, die wenig zyklisch sind – das betrifft unser Geschäft in den Märkten Life Science & Medizintechnik sowie Smart Mobility. Der übrige Teil des Umsatzes soll auf Marktseg-mente entfallen, die zyklischer sind, wie beispielsweise die Halbleiterausrüstungsindustrie.

Wir wollen unter anderem unsere Software- Kompetenz und unser Know-how auf dem Gebiet der künstli-chen Intelligenz weiter ausbauen.

In einem mittel- und langfristigen Zeithorizont beschäftigen wir uns mit Marktsegmenten, die gegenwärtig insgesamt noch relativ klein sind, in denen wir aber (1) ein enormes Markt-wachstumspotenzial, sowie (2) einen großen Einfluss von hoch-performanten optischen Technologien sehen. Dies betrifft unter anderem das Thema Quantentechnologie.

Weitere Informatio-nen siehe Abschnitt „Forschung und Entwicklung“

35 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 | Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns

Grundlagen des Konzerns

Organisches Wachstum

Um unsere Ziele 2025 zu erreichen, planen wir ein deutliches organisches Wachstum. Dafür wollen wir:

  • den Umsatz mit bereits existierenden Kunden weiter ausbauen, indem wir sowohl die durch die Akquisitionen erweiterte Technologiebasis als auch die gemeinsamen Produktionskapazitäten noch besser nutzen,
  • neue Kunden gewinnen, die wir zum Beispiel durch die erweiterten gemeinsamen Kompetenzen ansprechen, und
  • signifikante Investitionen in Produktionskapazitäten vor-nehmen, dazu gehört beispielsweise der Neubau eines hoch-modernen Fertigungsgebäudes für Mikrooptiken und Sensoren in Dresden.

Auch künftig investiert Jenoptik weiter in den Aufbau neuer und die Erweiterung bestehender Vertriebs- und Service-Strukturen. Dabei setzen wir sowohl auf eigene direkte Vertriebskanäle als auch auf Händlerstrukturen.

Mitarbeiter – unsere wichtigste Ressource

Um nachhaltig profitabel zu wachsen, müssen wir hochquali-fizierte und engagierte Mitarbeiter gewinnen und an das Unter-nehmen binden. In einem demografisch anspruchsvoller wer-denden Umfeld erfordert dies eine strukturierte Personalplanung in allen Ländern, in denen wir vertreten sind. Über zielgerichtete Maßnahmen des Employerbrandings strebt Jenoptik an, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Personalentwicklungs-maßnahmen, ein interdisziplinäres und interkulturelles Arbeits-umfeld sowie eine offene und dialogorientierte Unternehmens-kultur sollen dazu beitragen, die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen zu stärken. Grundlage dafür sind unsere Werte – open, driving, confident –, die dazu beitragen, dass Jenoptik über verschiedene Kultur- und Rechtssysteme hinweg noch mehr zusammenwächst. Im Rahmen der Personalarbeit ist daher die Verankerung der Werte im Unternehmensalltag ein weiterer Schwerpunkt bei der Realisierung unserer strategischen Ziele.

Da wir davon überzeugt sind, dass mehr Vielfalt im Unternehmen zu mehr Innovation und Kreativität führt, haben wir uns beim Thema „Diversity“ Ziele gesetzt und Maßnahmen zu deren Umsetzung definiert: Weitere Informationen dazu finden Sie im Nichtfinanziellen Bericht.

Unseren kulturellen Wandel werden wir auch in den kommen-den Jahren weiter fortsetzen. Da wir bei der Etablierung einer offeneren Unternehmenskultur gut vorangekommen sind, werden wir bis 2025 unter dem Slogan „Driving Confident Per-formance“ die Werte „driving“ und „confident“ stärker in den Fokus rücken.

Nachhaltigkeit ist Teil unserer Unternehmensstrategie

Zum unternehmerischen Handeln gehört für uns nicht nur, wirtschaftliche Ziele zu erreichen, sondern auch eine Verpflich-tung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Daher ist das Thema Nachhaltigkeit bei Jenoptik in der gesamten Organisa-tion fest verankert. Als sogenannter „Enabler“ wollen wir mit durch unsere innovativen Produkte und Lösungen einen wichti-gen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher und klimatischer Weitere Informa-tionen zum Thema Unternehmens-kultur sowie Mitarbeiter und Unternehmenskultur siehe Nichtfinanzieller Bericht

Aktives Portfoliomanagement zur Unterstützung der Konzernstrategie

Bei der Umsetzung der Agenda 2025 setzen wir außerdem auf weitere Akquisitionen, um unser Portfolio zu optimieren. Durch gezielte Zukäufe wollen wir unseren Markt- und Kunden-zugang weiter ausbauen. Unser Portfolio soll durch komplemen-täre Technologien und zusätzliches System-Know-how über-nommen werden. Wesentliche Kriterien für einen Erwerb sind dabei, dass das akquirierte Unternehmen über eine starke technologische Basis und Wachstumspotenzial verfügt. Zudem sollte die Kundenbasis eine regionale Erweiterung ermöglichen.

Auch die Kriterien der Integrierbarkeit und der kulturellen Passfähigkeit sind relevant. Vor dem Hintergrund der angestreb-ten Fokussierung auf photonische Kernkompetenzen wird aber auch die Aufgabe von bestehenden Geschäftsaktivitäten bzw. die Veräußerung von Unternehmensteilen kontinuierlich geprüft.

Internationalisierung

Aufgrund der anhaltenden Stärkung der einheimischen Industrieproduktion in den Regionen Amerika und Asien/Pazifik sehen wir nach wie vor ein besonders großes Potenzial für künftiges Wachstum in diesen Regionen. Der weitere Ausbau der Wertschöpfung vor Ort soll dazu beitragen, lokale Kunden-bedürfnisse noch besser zu adressieren und durch regionalen Mitarbeiter und Unternehmenskultur Service zu unterstützen.

Mit der Akquisition von BG Medical und der SwissOptic-Gruppe konnten wir die globale Präsenz in strategisch wichtigen Märkten mit attraktiven Standorten weiter ausbauen und unser globales Produktionsnetzwerk inklusive moderner Reinraumkapazitäten deutlich erweitern. Die globale Steuerung der einzelnen Standorte wird dadurch besser möglich und zusätzliche Wachstumspotenziale können realisiert werden.

1,2 Mrd Euro Smart Mobility 25 % 25 % B2G, Komponenten/Systeme und Servicegeschäft 50% Nicht-zyklisches Geschäft 50% Zyklisches Geschäft 34 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung# Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Damit kann Jenoptik zukünftig die Auslas- Herausforderungen leisten und es unseren Kunden weltweit ermöglichen, effizienter und nachhaltiger zu mehr Ressourcen- schonung und Klimaschutz beizutragen. Erreichen einer kritischen Größe und helfen, die Kostenbasis unter Ausnutzung von Synergien zu optimieren. Über globale Prioritäten für die Strategieumsetzung 2022 Beschaffung und Produktion werden Kostenvorteile realisiert und Währungsrisiken minimiert. Weitere Informatio- nen zum Thema Nachhaltigkeit, zu Maßnahmen und Zielen sind im Nichtfinanziellen Bericht zu finden.

Im Rahmen der Strategie „More Value“ hatten wir uns für 2022 die folgenden Schwerpunkte gesetzt:

  • Anpassung der Organisationsstrukturen an die neue Auf- stellung des Konzerns,
  • Integration von BG Medical und der SwissOptic-Gruppe in die Jenoptik-Konzernstruktur,
  • Ausbau unserer Geschäfte im Bereich Smart Mobility Solutions,
  • Fortsetzung der Integration unserer Geschäfte „Optical Test & Measurement“ (unter anderem TRIOPTICS) und konsequentes Adressieren der Wachstumsregionen.

Die neue Organisationsstruktur wurde im Verlauf des 1. Quar- tals 2022 etabliert. Jenoptik ist jetzt in den beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions aktiv. Die nicht-photonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten Aktivitäten werden unter den Non-Photonic Portfolio Companies als eigenständige Marken geführt.

Die Integration von BG Medical und der SwissOptic-Gruppe läuft wie geplant. Die SwissOptic-Gruppe agiert weiter als unab- hängige Einheit, die Integration erfolgt schrittweise, Umstel- lungen im Bereich IT wurden bereits vorgenommen.

Die Division Smart Mobility Solutions konnte 2022 ihren Umsatz aufgrund von Lieferengpässen zu Jahresbeginn nur geringfügig ausbauen. Der Auftragseingang stieg hingegen im Berichtsjahr weiter deutlich.

Im Geschäftsjahr 2022 haben wir auch die Integration unserer Geschäfte im Bereich Optical Test& Measurement fortgesetzt, um die Nutzung von Synergien weiter voranzutreiben. Dafür wurden beispielsweise Prozesse weiter angeglichen.

Wirtschaftsbericht

Künftige strategische Ausrichtung des operativen Geschäfts

Wir wollen uns weiter nachhaltig profitabel wachsen. Durch eine weitere Internationalisierung, unter anderem in Asien, den Ausbau des Systemgeschäfts, den Fokus auf Schlüsselkunden, aber auch die Nutzung von Skaleneffekten wollen wir weiter nachhaltig profitabel wachsen. Das Halb- leitergeschäft der 2021 erworbenen SwissOptic-Gruppe rundet mit einem komplementären Angebot das Produktportfolio im Halbleiterausrüstungsbereich weiter ab und ermöglicht es, bestehenden und neuen Kunden ein noch breiteres Lösungs- spektrum anzubieten. Wir wollen uns zudem langfristig noch stärker als systemrelevanter Lieferant unserer Kunden positionieren.

Mit den optischen und mikrooptischen Lösungen sollen neben dem Markt für Halbleiterausrüstung weitere Märkte der digitalen Welt adressiert werden. So positioniert sich Jenoptik bereits heute im Markt für optische Informations- und Kommunikations- technologie, für den wir weiteres Wachstum erwarten. Schwerpunkt hier sind die optische Datenübertragung sowie die Lasermaterialbearbeitung, wo wir uns auf High-End-Kompo- nenten und intelligente Systemlösungen konzentrieren wollen.

Um diese Hochtechnologiemärkte auch künftig erfolgreich adressieren zu können, bleiben Innovation sowie eine techno- logische Weiterentwicklung und Differenzierung wesentliche Themen.

Des Weiteren gehört der Bereich Lasermaterialbearbeitung zur Division Advanced Photonic Solutions. Im Kontext von Smart Manufacturing fokussieren wir uns auf die automatisierte Bearbeitung von Kunststoffen. Unsere Lösungen können nach unserer Einschätzung dazu beitragen, Produktionsschritte zu optimieren und bei unseren Kunden damit mehr Effizienz zu schaffen. Wir wollen uns als Nischenanbieter mit Fokussierung auf das Kerngeschäft Laser-Airbagschwächung weiter eta- blieren.

In der Division „Smart Mobility Solutions“ folgen wir mit dem Schwerpunkt auf Mobilität und öffentliche Sicherheit zwei weiteren Zukunftstrends. Auf dem Gebiet der Verkehrsüberwa- chung unterstützen wir unsere Kunden – vorrangig öffentliche Auftraggeber (B2G) – mittels Komplettlösungen dabei, ihre Ziele in der Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen. Urbanisierung und Digitalisierung von Smart Cities führen zu einem moderaten, aber nachhaltigen Nachfragewachstum hin- sichtlich Verkehrsregulierung und -kontrolle. Dazu tragen auch Initiativen wie „Vision Zero“ bei. Auch die Corona-Pandemie und der Klimawandel haben die Diskussionen um Verkehrsmanagement in Innenstädten, Staugebühren und Luftreinhalte- zonen verstärkt.

Risiko- & Chancenbericht

Im Geschäftsjahr 2022 haben wir auch die Integration unserer Geschäfte im Bereich Optical Test& Measurement fortgesetzt, um die Nutzung von Synergien weiter voranzutreiben. Dafür wurden beispielsweise Prozesse weiter angeglichen. Um der erwarteten weiter steigenden Nachfrage nach Chips und damit auch nach der Ausrüstung zu deren Herstellung gerecht zu werden, erfolgen gezielte Investitionen, wie zum Beispiel in eine neue hochfunktionale Reinraum-Fabrik in Dresden. Die photonischen Divisionen des Konzerns sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden, Infrastrukturen und Querschnitts- funktionen werden verstärkt gemeinsam genutzt, beispiels- weise bei der weltweiten Beschaffung oder beim Ausbau des internationalen Vertriebsnetzwerkes. Gemeinsame Standorte und die Nutzung von Infrastruktur erleichtern den Markteintritt, die Auslastung der einzelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nutzen.

Wir richten unser Geschäft mit optischen und mikrooptischen Systemen im Bereich Semiconductor& Advanced Manufacturing weiter konsequent auf den Megatrend „Digitalisierung“ aus, der sich nach Markteinschätzungen, zum Beispiel von Research- andmarkets, noch verstärken wird. Darüber hinaus kann nach unserer Einschätzung Jenoptik vom dem Trend profitieren, dass sowohl die USA (US Chips Act) als auch Europa (European Chips Act) versuchen, die aktuell vor allem in Asien angesiedelte Halbleiterproduktion wieder in diese Regionen zurückzuholen.

Die Übernahme der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe 2021 haben wir unser globales Photonik-Geschäft gestärkt und neben dem Halbleiterausrüstungsgeschäft ins- besondere das Medizintechnikgeschäft spürbar ausgebaut. Die Akquisition hat das globale Produktionsnetzwerk inklusive moderner Reinraumkapazitäten mit den Standorten in Berlin, Heerbrugg (Schweiz) und Wuhan (China) deutlich erweitert. Dies ermöglicht der Division zukünftig, die Auslastung der ein- zelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nut- zen. Darüber hinaus hat die Division durch die Akquisition einen besseren Zugang zu asiatischen Kunden und Zulieferern erhal- ten und kann zusätzliche Wachstumspotenziale realisieren.

Die photonischen Divisionen des Konzerns sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden, Infrastrukturen und Querschnitts- funktionen werden verstärkt gemeinsam genutzt, beispiels- weise bei der weltweiten Beschaffung oder beim Ausbau des internationalen Vertriebsnetzwerkes. Gemeinsame Standorte und die Nutzung von Infrastruktur erleichtern den Markteintritt, die Auslastung der einzelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nutzen. Die Division Advanced Photonic Solutions liegt auch künftig auf den Märkten Halb- leiter & Elektronik sowie Life Science & Medizintechnik. Hier nutzen wir unsere Kompetenzen in der Photonik als Schlüssel- technologie und wollen als „Enabler“ unsere Kunden bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ökologischen Nachhaltigkeit unterstützen. Im Jahr 2025 will die Division im Halb- leiter & Elektronik-Markt einen Umsatz von rund 600 Mio Euro erzielen und von rund 300 Mio Euro im Markt für Life Science & Medizintechnik.

Durch die Akquisition der SwissOptic-Gruppe rundet Jenoptik das Produktportfolio im Halbleiterausrüstungsbereich weiter ab und ermöglicht es, bestehenden und neuen Kunden ein noch breiteres Lösungs- spektrum anzubieten. Dies ermöglicht der Division zukünftig, die Auslastung der ein- zelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nutzen. Darüber hinaus hat die Division durch die Akquisition einen besseren Zugang zu asiatischen Kunden und Zulieferern erhal- ten und kann zusätzliche Wachstumspotenziale realisieren.

Das Halbleitergeschäft der 2021 erworbenen SwissOptic-Gruppe rundet mit einem komplementären Angebot das Produktportfolio im Halbleiterausrüstungsbereich weiter ab und ermöglicht es, bestehenden und neuen Kunden ein noch breiteres Lösungs- spektrum anzubieten. Mit den optischen und mikrooptischen Lösungen sollen neben dem Markt für Halbleiterausrüstung weitere Märkte der digitalen Welt adressiert werden.

Mit den optischen und mikrooptischen Lösungen sollen neben dem Markt für Halbleiterausrüstung weitere Märkte der digitalen Welt adressiert werden. Mit den optischen und mikrooptischen Lösungen sollen neben dem Markt für Halbleiterausrüstung weitere Märkte der digitalen Welt adressiert werden. Die photonischen Divisionen des Konzerns sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden, Infrastrukturen und Querschnitts- funktionen werden verstärkt gemeinsam genutzt, beispiels- weise bei der weltweiten Beschaffung oder beim Ausbau des internationalen Vertriebsnetzwerkes. Gemeinsame Standorte und die Nutzung von Infrastruktur erleichtern den Markteintritt.

Prognosebericht

In der Division „Smart Mobility Solutions“ folgen wir mit dem Schwerpunkt auf Mobilität und öffentliche Sicherheit zwei weiteren Zukunftstrends. Auf dem Gebiet der Verkehrsüberwa- chung unterstützen wir unsere Kunden – vorrangig öffentliche Auftraggeber (B2G) – mittels Komplettlösungen dabei, ihre Ziele in der Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen. Urbanisierung und Digitalisierung von Smart Cities führen zu einem moderaten, aber nachhaltigen Nachfragewachstum hin- sichtlich Verkehrsregulierung und -kontrolle. Dazu tragen auch Initiativen wie „Vision Zero“ bei. Auch die Corona-Pandemie und der Klimawandel haben die Diskussionen um Verkehrsmanagement in Innenstädten, Staugebühren und Luftreinhalte- zonen verstärkt.

Segmentbericht

Advanced Photonic Solutions

Der Fokus der Geschäftstätigkeit der Division Advanced Photonic Solutions liegt auch künftig auf den Märkten Halb- leiter & Elektronik sowie Life Science & Medizintechnik. Hier nutzen wir unsere Kompetenzen in der Photonik als Schlüssel- technologie und wollen als „Enabler“ unsere Kunden bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ökologischen Nachhaltigkeit unterstützen. Im Jahr 2025 will die Division im Halb- leiter & Elektronik-Markt einen Umsatz von rund 600 Mio Euro erzielen und von rund 300 Mio Euro im Markt für Life Science & Medizintechnik.

Die Übernahme der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe 2021 hat unser globales Photonik-Geschäft gestärkt und neben dem Halbleiterausrüstungsgeschäft ins-

besondere das Medizintechnikgeschäft spürbar ausgebaut. Die Akquisition hat das globale Produktionsnetzwerk inklusive moderner Reinraumkapazitäten mit den Standorten in Berlin, Heerbrugg (Schweiz) und Wuhan (China) deutlich erweitert. Dies ermöglicht der Division zukünftig, die Auslastung der ein-

zelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nut- zen. Darüber hinaus hat die Division durch die Akquisition einen besseren Zugang zu asiatischen Kunden und Zulieferern erhal- ten und kann zusätzliche Wachstumspotenziale realisieren.

Wir richten unser Geschäft mit optischen und mikrooptischen Systemen im Bereich Semiconductor& Advanced Manufacturing weiter konsequent auf den Megatrend „Digitalisierung“ aus, der sich nach Markteinschätzungen, zum Beispiel von Research- andmarkets, noch verstärken wird. Darüber hinaus kann nach unserer Einschätzung Jenoptik vom dem Trend profitieren, dass sowohl die USA (US Chips Act) als auch Europa (European Chips Act) versuchen, die aktuell vor allem in Asien angesiedelte Halbleiterproduktion wieder in diese Regionen zurückzuholen. Um der erwarteten weiter steigenden Nachfrage nach Chips und damit auch nach der Ausrüstung zu deren Herstellung gerecht zu werden, erfolgen gezielte Investitionen, wie zum Beispiel in eine neue hochfunktionale Reinraum-Fabrik in Dresden.

Die photonischen Divisionen des Konzerns sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden, Infrastrukturen und Querschnitts- funktionen werden verstärkt gemeinsam genutzt, beispiels-

weise bei der weltweiten Beschaffung oder beim Ausbau des internationalen Vertriebsnetzwerkes. Gemeinsame Standorte und die Nutzung von Infrastruktur erleichtern den Markteintritt, die Auslastung der einzelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nutzen. Das Halb- leitergeschäft der 2021 erworbenen SwissOptic-Gruppe rundet mit einem komplementären Angebot das Produktportfolio im Halbleiterausrüstungsbereich weiter ab und ermöglicht es, bestehenden und neuen Kunden ein noch breiteres Lösungs- spektrum anzubieten. Wir wollen uns zudem langfristig noch stärker als systemrelevanter Lieferant unserer Kunden positionieren.

Um diese Hochtechnologiemärkte auch künftig erfolgreich adressieren zu können, bleiben Innovation sowie eine techno- logische Weiterentwicklung und Differenzierung wesentliche Themen.

Des Weiteren gehört der Bereich Lasermaterialbearbeitung zur Division Advanced Photonic Solutions. Im Kontext von Smart Manufacturing fokussieren wir uns auf die automatisierte Bearbeitung von Kunststoffen. Unsere Lösungen können nach unserer Einschätzung dazu beitragen, Produktionsschritte zu optimieren und bei unseren Kunden damit mehr Effizienz zu schaffen. Wir wollen uns als Nischenanbieter mit Fokussierung auf das Kerngeschäft Laser-Airbagschwächung weiter eta- blieren.

Smart Mobility Solutions

Non-Photonic Portfolio Companies

Die nicht-photonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten Aktivitäten werden unter den Non-Photonic Portfolio Companies als eigenständige Marken geführt.

Optical Test & Measurement

Im Bereich Optical Test & Measurement soll durch die Verbin- dung der Optikkompetenz und der Expertise auf dem Gebiet der industriellen Bildverarbeitung eine nach unserer Einschätzung technologisch führende Position weiter ausgebaut und damit verbundene Marktanteile gewonnen werden. Hier können wir auch auf eine unserer Meinung nach gute Positionierung in Bezug auf Messgenauigkeit unserer Systeme und langjährige Erfahrung in der Prüfung und Messung in der Großserienproduktion setzen.

Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen

An bestehende Schlüsselkunden von TRIOPTICS in Asien will Jenoptik beste- hende Marktanteile in den strategisch wichtigen Märkten wie China, Taiwan und Korea ausbauen. Zudem versprechen wir uns durch den Ausbau des Leistungsangebots eine weitere Stärkung unserer Position in Nordamerika, insbesondere hinsicht- lich der dortigen Kunden im Digital- und Kommunikations- bereich.

Lagebericht der Jenoptik AG

Grundlagen des Konzerns

Im Rahmen der Strategie „More Value“ hatten wir uns für 2022 die folgenden Schwerpunkte gesetzt:

  • Anpassung der Organisationsstrukturen an die neue Auf- stellung des Konzerns,
  • Integration von BG Medical und der SwissOptic-Gruppe in die Jenoptik-Konzernstruktur,
  • Ausbau unserer Geschäfte im Bereich Smart Mobility Solutions,
  • Fortsetzung der Integration unserer Geschäfte „Optical Test & Measurement“ (unter anderem TRIOPTICS) und konsequentes Adressieren der Wachstumsregionen.

Die neue Organisationsstruktur wurde im Verlauf des 1. Quar- tals 2022 etabliert. Jenoptik ist jetzt in den beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions aktiv. Die nicht-photonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten Aktivitäten werden unter den Non-Photonic Portfolio Companies als eigenständige Marken geführt.

Die Integration von BG Medical und der SwissOptic-Gruppe läuft wie geplant. Die SwissOptic-Gruppe agiert weiter als unab- hängige Einheit, die Integration erfolgt schrittweise, Umstel- lungen im Bereich IT wurden bereits vorgenommen.

Die Division Smart Mobility Solutions konnte 2022 ihren Umsatz aufgrund von Lieferengpässen zu Jahresbeginn nur geringfügig ausbauen. Der Auftragseingang stieg hingegen im Berichtsjahr weiter deutlich.

Wirtschaftsbericht

Ressourcen- & Klimaschutz

Damit kann Jenoptik zukünftig die Auslas- Herausforderungen leisten und es unseren Kunden weltweit ermöglichen, effizienter und nachhaltiger zu mehr Ressourcen- schonung und Klimaschutz beizutragen.

Globalisierung

Die Akquisition hat das globale Produktionsnetzwerk inklusive moderner Reinraumkapazitäten mit den Standorten in Berlin, Heerbrugg (Schweiz) und Wuhan (China) deutlich erweitert. Dies ermöglicht der Division zukünftig, die Auslastung der ein- zelnen Standorte besser zu steuern und Kostenvorteile zu nut- zen. Darüber hinaus hat die Division durch die Akquisition einen besseren Zugang zu asiatischen Kunden und Zulieferern erhal- ten und kann zusätzliche Wachstumspotenziale realisieren.

Wir partizipieren auch mit innovativen Industrie-Applikationen an dem Trend zu mehr Mobilität und Effizienz. Ein Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem Ausbau des Volumenge- schäfts mit optoelektronischen und polymeroptischen Hochleis- tungskomponenten und -modulen. Darüber hinaus verfolgen wir auch künftig entlang unserer Kernkompetenzen vielverspre- chende Wachstumsoptionen mit Technologien für innovative Anwendungen wie zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme oder für das autonome Fahren (LiDAR). Auch auf diesen Anwen- dungsgebieten wollen wir uns zu einem international agieren- den Anbieter entwickeln.

In Sachen weltweiter Beschaffung werden Kostenvorteile realisiert und Währungsrisiken minimiert.

Digitalisierung

Biophotonics

Im Bereich Biophotonics fokussieren wir uns auf den Mega- trend „Gesundheit“. Wir wollen uns noch stärker als einer der führenden und profitabel wachsenden Partner für die Entwick- lung von photonischen Modulen und Systemlösungen für die Medizintechnik- und Life-Science-Industrie positionieren. Dabei stützen wir uns auf unser Produktportfolio mit Lichtquellen und Bildgebungssystemen für diagnostische und analytische Anwendungen im Bereich Life Science sowie laserbasierten Lösungen und Kamerasystemen für diagnostische und therapeu- tische Anwendungen in der Ophthalmologie, Ästhetik, Zahnheilkunde und in der minimalinvasiven und robotergestütz- ten Chirurgie. Wir setzen dabei sowohl auf die Entwicklung kundenspezifischer Produkte als auch auf technologische Allein- stellungsmerkmale.

Innovation & Technologie

Gesundheit

Im Bereich Biophotonics fokussieren wir uns auf den Mega- trend „Gesundheit“. Wir wollen uns noch stärker als einer der führenden und profitabel wachsenden Partner für die Entwick- lung von photonischen Modulen und Systemlösungen für die Medizintechnik- und Life-Science-Industrie positionieren. Dabei stützen wir uns auf unser Produktportfolio mit Lichtquellen und Bildgebungssystemen für diagnostische und analytische Anwendungen im Bereich Life Science sowie laserbasierten Lösungen und Kamerasystemen für diagnostische und therapeu- tische Anwendungen in der Ophthalmologie, Ästhetik, Zahnheilkunde und in der minimalinvasiven und robotergestütz- ten Chirurgie. Wir setzen dabei sowohl auf die Entwicklung kundenspezifischer Produkte als auch auf technologische Allein- stellungsmerkmale.

Life Science & Medizintechnik

Verkehr & Sicherheit

Smart Mobility Solutions

Erklärung zur Unternehmensführung

(Keine relevanten Informationen im bereitgestellten Text)

Vergütungsbericht

(Keine relevanten Informationen im bereitgestellten Text)

Nichtfinanzieller Bericht

Konzernabschluss

Weitere Informationen

(Keine relevanten Informationen im bereitgestellten Text)# Lagebericht der JeNoptIK AG

Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns

Wichtiges Potenzial sehen wir hier zum Beispiel in den durch terroristische Anschläge sowie regionale Lockdowns das wachsenden Märkten rund um neue Virtual- und Augmen- Bedürfnis nach Schutz und vorausschauender Polizeiarbeit. ted-Reality-Anwendungen im Industrie- und Consumer-Segment. Mit der gut ausgebauten Präsenz und dem etablierten Zugang 38 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung In den kommenden Jahren will die Division Smart Mobility Im Bereich Automation & Integration bieten wir eigene Pro- Solutions weiter sowohl organisch als auch durch Akquisitionen dukte und Systeme, automatisierte Anlagenkonzepte bis hin zu wachsen und bis 2025 den Umsatz auf rund 300 Mio Euro kompletten Prozesslösungen für effiziente Fertigungsumge- erhöhen. Zum organischen Wachstum beitragen sollen der bungen an. Ausbau der Wertschöpfungskette und der Kundenbeziehungen, insbesondere in Nordamerika. Darüber hinaus wollen wir ein Mit der Inspektions- und Fertigungsmesstechnik bietet Produktportfolio mit Plattformansatz etablieren. Ziel ist es, Ein- Jenoptik Lösungen unter anderem zur Verringerung des Treib- stiegsprodukte für Schwellenländer und High-End-Lösungen stoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes insbesondere bei für entwickelte, homologierte Märkte mit zusätzlichen Applika- Verbrennungsmotoren. Deutlich beeinflusst wird das Geschäft tionen/Funktionalitäten anzubieten. Dafür wollen wir die jedoch durch den aktuellen Trend in der Automobilindustrie Technologie- und Softwarekompetenz ausbauen und künstliche hin zu immer mehr E-Mobilität. Die Erschließung von Anwen- Intelligenz verstärkt anwenden. Unser Ziel ist es, unsere Pro- dungen im Bereich der E-Mobilität sowie außerhalb der 27 dukt-Roadmap und neue Geschäftsmodelle umzusetzen, zu Automobilindustrie, zum Beispiel in der Fertigungsmesstechnik denen auch Software-as-a-Service gehört. Wir bauen unser für zerspanende Prozesse, wird weiterhin einen Schwerpunkt Partnernetzwerk weiter aus und werden eng mit einer kleinen bilden. Anzahl von Technologiepartnern zusammenarbeiten, um die Strategieerarbeitung und -prozesse Markteinführung neuer Produkte zu beschleunigen. Unsere Investitionen in Deep Learning werden auch in den kommen- den Jahren dazu beitragen, Leistung und Funktionalität unserer Auf die Strategieentwicklung für den Konzern und die Divi- Systeme zu steigern. sionen – wie zuletzt 2021 mit der Weiterentwicklung von „More Light“ zu „More Value“ – folgt eine mehrjährige Phase der Darüber hinaus sollen mögliche Akquisitionen helfen, den Strategieumsetzung. Dabei arbeiten Corporate Center und Divi- 106 Marktanteil und den Anteil an der Wertschöpfungskette auszu- sionen hinsichtlich der strategischen Planung und der Imple- bauen oder die Technologie- bzw. Produktpalette zu erweitern. mentierung von Maßnahmen eng zusammen. Der Fokus wird dabei vor allem auf die wichtigsten Eckpunkte zur Untersetzung Im weltweiten Markt für Verkehrssicherheitstechnik ist zudem der Wachstumsziele des Konzerns gelegt. eine Entwicklung hin zu größeren Projekten mit einer Kombina-Weitere Informa- tion aus Gerätegeschäft und Dienstleistung, dem sogenannten In den jährlichen Strategie-Reviews mit dem Executive Manage- tionen zu den Segmenten siehe Traffic Service Provision, zu beobachten. Daher setzen wir auf ment Committee und dem Aufsichtsrat wird zum einen die Segmentbericht und Kapitel „Geschäfts- eine Stärkung dieses profitablen Service-Geschäfts. Bis 2025 strategische Ausrichtung anhand der aktuellen Marktentwick- modell und Märkte“ soll der Anteil von wiederkehrenden Umsätzen auf ca. 50 Prozent lungen validiert, wobei es punktuell zu Anpassungen der des Divisionsumsatzes steigen. Neben dem Bereich der Ver- strategischen Roadmap kommen kann. Zum anderen werden kehrssicherheit gewinnen auch die angrenzenden Märkte wie aktuelle Schwerpunkte diskutiert und verabschiedet, welche zivile Sicherheit und Road User Charging an Bedeutung. Basie- die strategischen Ziele untersetzen und das aktive Portfolio- rend auf den bereits vorhandenen Systemen und Software-Appli- Management weiter vorantreiben. Neben gezielten Investitionen kationen will sich die Division hin zu einem integrierten in organisches Wachstum kann dies auch durch Unternehmens- Lösungsanbieter für zivile Sicherheit und künftige Smart Cities käufe unterstützt werden. entwickeln und positioniert sich daher gleichzeitig für eine Zukunft, in der autonomes Fahren zum Alltag gehören wird. Wir wollen auch künftig neue Technologien und Lösungen entwickeln, die für aufkommende Sektoren wie vernetzte und autonome Fahrzeuge optimiert sind. Mit den „Non-Photonic Portfolio Companies“ adressieren wir als Anbieter von Produkten, Automations-Lösungen sowie Service für Industriekunden vor allem den Trend nach mehr Flexibilität und Effizienz in Produktionsprozessen, insbesondere in der Automobilindustrie. 39 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns Steuerungssystem Kennzahlen im „Gegenstromverfahren“ (bottom up – top down). Im Laufe eines Geschäftsjahres wird die Planung in Die Unternehmenssteuerung ist an der langfristigen Unter- mehreren Prognosezyklen aktualisiert. Zur Steuerung der nehmensstrategie sowie an den kurz- bis mittelfristigen Zielen Unternehmensentwicklung dienen neben den quartalsweise des Konzerns ausgerichtet. Der Vorstand ist verantwortlich für des Konzernerstellungten Prognosen ein rollierender 3-Monats-Forecast für die Gesamtplanung und somit für die Realisierung der formulier- Umsatz und Auftragseingang, der monatlich erarbeitet wird. ten Ziele im Rahmen der strategischen Unternehmensent- wicklung. Zur operativen Steuerung werden im Rahmen der EMC-Sit- zungen die monatlichen Ergebnisse des Konzerns und der Divi- Mit Unterstützung des Executive Management Committees sionen besprochen. In diesen Gesprächen informieren die (EMC) steuert der Vorstand mittels eines Strategieprozesses Leiter der Divisionen bzw. die Regionalverantwortlichen den die Entwicklung der Geschäftseinheiten. Er überwacht die Vorstand über die wirtschaftliche Lage, die Entwicklung der Umsetzung festgelegter Maßnahmen in den quartalsweise Kundenbeziehungen und Wettbewerbssituation sowie über stattfindenden Business Reviews. In den jährlich stattfindenden außergewöhnliche Geschäftsvorfälle. Grundlage für die Bericht- Strategiemeetings werden auf der Basis von globalen Trends erstattung sind ein standardisiertes Reporting und Sonder- Wachstumspfade definiert, Chancen und Risiken bewertet, analysen, die maßgeblich auf Steuerungskennzahlen, Informa- Portfolioentscheidungen getroffen und Schwerpunkte für tionsgrößen und qualitativen Einschätzungen basieren. Auf eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mithilfe dieser Basis werden dann gegebenenfalls bei Planabweichungen sogenannter Technologie-Roadmaps bestimmt. Strategie- und weitere operative sowie strategische Einzelmaßahmen zur Ziel- Planungsmeetings bilden die Grundlage für die Planung des erreichung definiert. Im internen Reporting für die monatlichen Folgejahres und die mittelfristige Konzernplanung. Vorstandssitzungen sind die für die Divisionen und das Cor- porate Center aggregierten finanziellen und nichtfinanziellen Auf Basis der langfristigen Unternehmensstrategie wird jährlich Informationen enthalten, die wesentlich sind, um den Konzern eine Planungsrechnung für das kommende Jahr und einen global zu steuern, Ressourcen zielgerichtet zu allokieren und Fünf-Jahres-Zeitraum erstellt. Den Ausgangspunkt hierfür bildet Vorstandsbeschlüsse zu fassen. eine marktorientierte strategische Planung der wichtigsten G08 Kennzahlensystem zur Unternehmenssteuerung Wachstum Umsatz, Auftragseingang, Investitionen Liquidität Cash-Conversion-Rate Profitabilität EBITDA-Marge Wachstum Auftragsbestand Umwelt Ökostrom-Rate, CO2-Reduktion Rentabilität ROCE Mitarbeiter Diversitäts-Rate, Engagement Score Profitabilität EBIT-Marge Lieferanten CSR-Rate (nachhaltige Lieferkette) Liquidität Nettoverschuldung, Working Capital Innovation Vitality Index Finanzielle Kennzahlen Nichtfinanzielle Kennzahlen 40 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung Eine Business-Intelligence-Umgebung ermöglicht und unter- Der ROCE (Return on Capital Employed) berechnet sich, indem stützt eine kontinuierliche Verbesserung der Analyse der das EBIT durch das durchschnittlich gebundene operative Kapi- Geschäftsentwicklung, des Reportings sowie des Planungspro- tal dividiert wird. Das durchschnittlich gebundene operative zesses. Kapital setzt sich zusammen aus dem langfristig unverzinslichen Vermögen (wie immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts- Das 2022 im internen Reporting und zur Steuerung der oder Firmenwerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition Geschäftseinheiten angewandte Kennzahlensystem umfasst die gehaltene Immobilien) zuzüglich dem kurzfristig unverzinslichem sogenannten Top-Steuerungsgrößen (Leistungsindikatoren Vermögen (im Wesentlichen Vorräte, Forderungen aus der hoher Priorität). Darüber hinaus sind weitere finanzielle und operativen Geschäftstätigkeit und sonstige kurzfristige Forde- nichtfinanzielle Informationsgrößen enthalten.

Steuerungssystem Kennzahlen im „Gegenstromverfahren“ (bottom up – top down).

Die Unternehmenssteuerung ist an der langfristigen Unternehmensstrategie sowie an den kurz- bis mittelfristigen Zielen des Konzerns ausgerichtet. Der Vorstand ist verantwortlich für die Gesamtplanung und somit für die Realisierung der formulierten Ziele im Rahmen der strategischen Unternehmensentwicklung.

Mit Unterstützung des Executive Management Committees (EMC) steuert der Vorstand mittels eines Strategieprozesses die Entwicklung der Geschäftseinheiten. Er überwacht die Umsetzung festgelegter Maßnahmen in den quartalsweise stattfindenden Business Reviews. In den jährlich stattfindenden Strategiemeetings werden auf der Basis von globalen Trends Wachstumspfade definiert, Chancen und Risiken bewertet, Portfolioentscheidungen getroffen und Schwerpunkte für eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mithilfe sogenannter Technologie-Roadmaps bestimmt. Strategie- und Planungsmeetings bilden die Grundlage für die Planung des Folgejahres und die mittelfristige Konzernplanung.

Auf Basis der langfristigen Unternehmensstrategie wird jährlich eine Planungsrechnung für das kommende Jahr und einen Fünf-Jahres-Zeitraum erstellt. Den Ausgangspunkt hierfür bildet eine marktorientierte strategische Planung der wichtigsten

Im Laufe eines Geschäftsjahres wird die Planung in mehreren Prognosezyklen aktualisiert. Zur Steuerung der Unternehmensentwicklung dienen neben den quartalsweise erstellten Prognosen ein rollierender 3-Monats-Forecast für Umsatz und Auftragseingang, der monatlich erarbeitet wird. Zur operativen Steuerung werden im Rahmen der EMC-Sitzungen die monatlichen Ergebnisse des Konzerns und der Divisionen besprochen. In diesen Gesprächen informieren die Leiter der Divisionen bzw. die Regionalverantwortlichen den Vorstand über die wirtschaftliche Lage, die Entwicklung der Kundenbeziehungen und Wettbewerbssituation sowie über außergewöhnliche Geschäftsvorfälle. Grundlage für die Berichterstattung sind ein standardisiertes Reporting und Sonderanalysen, die maßgeblich auf Steuerungskennzahlen, Informationsgrößen und qualitativen Einschätzungen basieren. Auf dieser Basis werden dann gegebenenfalls bei Planabweichungen weitere operative sowie strategische Einzelmaßahmen zur Zielerreichung definiert. Im internen Reporting für die monatlichen Vorstandssitzungen sind die für die Divisionen und das Corporate Center aggregierten finanziellen und nichtfinanziellen Informationen enthalten, die wesentlich sind, um den Konzern global zu steuern, Ressourcen zielgerichtet zu allokieren und Vorstandsbeschlüsse zu fassen.

Eine Business-Intelligence-Umgebung ermöglicht und unterstützt eine kontinuierliche Verbesserung der Analyse der Geschäftsentwicklung, des Reportings sowie des Planungsprozesses.

Das 2022 im internen Reporting und zur Steuerung der Geschäftseinheiten angewandte Kennzahlensystem umfasst die sogenannten Top-Steuerungsgrößen (Leistungsindikatoren hoher Priorität). Darüber hinaus sind weitere finanzielle und nichtfinanzielle Informationsgrößen enthalten.

G08 Kennzahlensystem zur Unternehmenssteuerung

Finanzielle Kennzahlen Nichtfinanzielle Kennzahlen
Wachstum Mitarbeiter
Umsatz, Auftragseingang, Investitionen Diversitäts-Rate, Engagement Score
Liquidität Lieferanten
Cash-Conversion-Rate CSR-Rate (nachhaltige Lieferkette)
Profitabilität Innovation
EBITDA-Marge Vitality Index
Wachstum Auftragsbestand
Umwelt
Ökostrom-Rate, CO2-Reduktion
Rentabilität
ROCE
Profitabilität
EBIT-Marge
Liquidität
Nettoverschuldung, Working Capital

Der ROCE (Return on Capital Employed) berechnet sich, indem das EBIT durch das durchschnittlich gebundene operative Kapital dividiert wird. Das durchschnittlich gebundene operative Kapital setzt sich zusammen aus dem langfristig unverzinslichen Vermögen (wie immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts- oder Firmenwerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) zuzüglich dem kurzfristig unverzinslichem Vermögen (im Wesentlichen Vorräte, Forderungen aus der operativen Geschäftstätigkeit und sonstige kurzfristige Forde- rungen).# Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F+E) hat für Jenoptik als Technologiekonzern eine hohe Bedeutung. Mit unseren Produkten bzw. Leistungen erlangen wir Wettbewerbsvorteile, die über unsere Leistungsfähigkeit und damit den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden. Eines unserer wesentlichen strategischen Ziele ist es daher, unsere Innovationsfähigkeit in den photonischen Wachstumsmärkten auszubauen und zum Treiber von Innovationen zu werden. Wir entwickeln dabei Technologien, Produkte und Plattformen mit Alleinstellungsmerkmalen und sichern diese, wenn möglich und sinnvoll, über Schutzrechte ab. Mit unseren Produkten und Lösungen wollen wir nicht nur die Leistungsfähigkeit und Ertragskraft unserer Kunden verbessern, sondern auch einen Beitrag zu mehr Energieeffizienz und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen leisten. Jenoptik fungiert dabei als sogenannter „Enabler“.

Unsere F+E-Leistung beläuft sich einschließlich kundenspezifischer Entwicklungen auf 8,9 Prozent vom Umsatz. Den Erfolg unserer Innovationsaktivitäten messen wir mithilfe des sogenannten „Vitality Index“. Der Umsatzanteil mit Produkten und Plattformen, die in den letzten drei Jahren entwickelt wurden, soll dabei im Verhältnis zum Gesamtumsatz kontinuierlich steigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Vitality Index auf 23,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden (i.Vj. 22,2 Prozent). Damit wurde der Zielwert für 2022 i.H.v. 20 Prozent übertroffen. Um am Markt zu bestehen und neue Märkte zu adressieren, müssen wir sowohl auf eigene als auch auf Entwicklungen mit externen Kooperationspartnern setzen, um agiler Innovationen hervorzubringen.

Mit der Einführung des Jenoptik Business Systems (JBS) wird sich auf der operativen Ebene eine standardisierte Produktplanungs- gruppe etabliert. Damit soll es noch besser möglich sein, Projekte gezielt zu priorisieren, Produkte an die Marktbedürfnisse anzupassen und die Produktpipeline kontinuierlich zu füllen.

Die wichtigsten nichtfinanziellen Informationsgrößen (sog. Nach- haltigkeitskennzahlen) finden in der Vorstandsvergütung sowie der Konzernfinanzierung Berücksichtigung.

106 Erläuterung der Kennzahlenbasis

Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschrei- bungen (inklusive Wertminderungen und Wertaufholungen) für die fortgeführten Geschäftsbereiche. Die EBITDA-Marge setzt das EBITDA in das Verhältnis zum Umsatz.

Der Free Cashflow berechnet sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuerzahlungen abzüg- lich der Investitionen in und Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen.

Die Cash-Conversion-Rate ist das Verhältnis von Free Cashflow zu EBITDA.

Für weitere Informationen zu den nichtfinanziellen Informationsgrößen siehe Nichtfinanzieller Bericht

Zur geplanten Entwicklung der Top-Steuerungs- größen siehe Prognosebericht 41

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung Trends und den Bedürfnissen unserer Kunden, in einem ersten Schritt Wachstumspotenziale identifiziert. Auf deren Basis entstehen Innovationsprojekte unter Berücksichtigung unserer Kernkompetenzen, oftmals in direkter Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden. Strategische Entwicklungsvorhaben werden in Roadmaps geplant und anhand entsprechender Meilensteine überwacht. Dies gilt für Produkt-, Technologie- und Prozessinno- vationen. Innovationsvorhaben können so nun bereits in den frühen Phasen der Entwicklung schneller durchgeführt und somit innovative Lösungen früher am Markt platziert werden.

Innovationsmanagement ist bei Jenoptik ein wichtiges Instrument, um erfolgversprechende Ideen systematisch zu identifizieren und umzusetzen. Mit vernetzten Prozessen ist dieses primär darauf ausgerichtet, aus Wissen Kapital zu erwirtschaften, indem Markt- und Unternehmenssicht zusammengeführt werden. Unser Innovationsmanagement hat eine konzernweit einheit- liche Prozesslandschaft, die in den Divisionen an die Anforde- rungen der jeweiligen Industrie angepasst ist. Diese Rahmenbe- dingungen helfen, Entwicklungen voranzutreiben, um für den gesamten Konzern positive Wertbeiträge zu leisten. Innovations- management liegt bei Jenoptik im Verantwortungsbereich des Vorstandsvorsitzenden. Im Innovationsmanagement wird der Fokus auf Photonik weiter durch die Instrumente kontinuier- licher Verbesserung (Kaizen) sowie die prozessuale Verankerung verstärkt.

Neben der Schaffung einer optimalen prozessualen Innovations- landschaft spielt die Stärkung der Innovationskultur eine wich- tige Rolle, um das gesamte Potenzial unseres Unternehmens auszuschöpfen. Zentrales Element ist dabei die Kommunikation, Vernetzung und Weitergabe von Wissen. Hierzu werden Mittel wie Best-Practice Communities, kreatives Co-Working und Mitarbeiter-Podcasts für Technologie und Innovation genutzt.

Innovationsprozess

Innovation, Entwicklung und operationale Exzellenz in der Markteinführung neuer Produkte sind eine der tragenden Säulen in der Strategie 2025. Beim Innovationsprozess von Jenoptik werden, ausgehend von einer strategischen Analyse der globalen

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

Für eine erfolgreiche Forschung und Entwicklung sind die Erfahrungen und das Know-how unserer Mitarbeiter entschei- dend. Entsprechend hoch ist unser Anspruch an ihr Qualifika- tionsniveau. Ihr Wissen wird sowohl für spezifische Aufgaben als auch divisionsübergreifend in entsprechenden Entwicklungs- projekten genutzt. Insgesamt arbeiteten 2022 641 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung (i.Vj. 599 Mitarbeiter).

Mitarbeiter in F+E

2022 2021
Anzahl Mitarbeiter im F+E-Bereich 641 599
Anteil an der Gesamtmitarbeiterzahl in % 14,1 14,2

Entwicklungsleistungen

Die F+E-Leistung einschließlich der Entwicklungen im Kunden- auftrag lag mit 87,1 Mio Euro über dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 63,6 Mio Euro). Die F+E-Kosten legten ebenfalls deutlich auf 54,6 Mio Euro zu (i.Vj. 38,9 Mio Euro). Die Kosten für Entwicklungen im Kundenauftrag erhöhten sich hauptsächlich aufgrund des Beitrags der Division Advanced Photonic Solutions auf 28,0 Mio Euro und sind den Umsatzkosten zugerechnet (i.Vj. 20,3 Mio Euro). Entwicklungsleistungen einschließlich Patente wurden 2022 in Höhe von 4,5 Mio Euro aktiviert (i.Vj. 4,4 Mio Euro). Die Aktivierungsquote, d.h. die aktivierten Entwicklungskosten dividiert durch die gesamten F+E-Kosten, reduzierte sich damit 2022 auf 8,2 Prozent (i.Vj. 11,3 Prozent).

Mitgliedschaften in Verbänden

Über gezielte strategische Kooperationen erschließt sich Jenoptik zusätzliches externes Know-how. Durch Forschungskoopera- tionen können Vorhaben marktorientiert realisiert, Entwicklungs- zeiten verkürzt sowie Spezialwissen erfolgreich aufgebaut werden. Jenoptik arbeitet dabei sowohl mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als auch mit Industriepartnern und Schlüsselkunden zusammen.

Darüber hinaus ist Jenoptik in zahlreichen branchen- und tech- nologieorientierten Verbänden aktiv. Beispielhaft hierfür sind das Photoniknetzwerk Optonet auf regionaler, SPECTARIS auf nationaler sowie das European Photonics Industry Consortium (EPIC) auf europäischer Ebene. Neben der aktiven Mitglied- schaft soll in Zukunft stärker mit den o.g. Netzwerken interagiert werden, um die Reichweite und das Kooperationspotenzial für disruptive Innovationen zu nutzen. Auch im Bereich der Quantentechnologie ist Jenoptik aktiv und gehört seit 2022 zum „European Quantum Industry Consortium“ (QuIC). 2023 wird der Konzern auch dem „Quantum Economic Development Consortium“ (QED-C) beitreten.

Für eine erfolgreiche Forschung und Entwicklung sind die Erfahrungen und das Know-how unserer Mitarbeiter entschei- dend. Entsprechend hoch ist unser Anspruch an ihr Qualifika- tionsniveau. Ihr Wissen wird sowohl für spezifische Aufgaben als auch divisionsübergreifend in entsprechenden Entwicklungs- projekten genutzt. Insgesamt arbeiteten 2022 641 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung (i.Vj. 599 Mitarbeiter).

Innovationskultur

Neben der Schaffung einer optimalen prozessualen Innovations- landschaft spielt die Stärkung der Innovationskultur eine wich- tige Rolle, um das gesamte Potenzial unseres Unternehmens auszuschöpfen. Zentrales Element ist dabei die Kommunikation, Vernetzung und Weitergabe von Wissen. Hierzu werden Mittel wie Best-Practice Communities, kreatives Co-Working und Mitarbeiter-Podcasts für Technologie und Innovation genutzt.

Das Innovationsteam ist daher mit verschiedenen Unternehmens- bereichen wie zum Beispiel Controlling und Investitionsmanage- ment eng vernetzt und intensiv in die rollierenden Strategie- und Planungsprozesse eingebunden.

Neue Technologie- bzw. Anwendungsfelder wurden im Berichtsjahr weiter untersucht. Hervorzuheben ist dabei das aufstrebende Technologiefeld der Quantentechnologie, in der photonische Komponenten eine essenzielle Rolle spielen. Mit Anwendungsfeldern wie dem Quantumcomputing, der Quantumcommunication und dem Quantum Sensing&Imaging sollen hier in Zukunft zahlreiche disruptive Applikationen entstehen. Jenoptik liefert mit ihrer photonischen Kompetenz bereits in dieser frühen Phase Komponenten an Unternehmen und in die Wissenschaft. Um zukünftig weiterhin innovative Pro- jekte im Bereich neuer photonischer Technologien und ebenso anderer Bereiche zu fördern, steht im Innovationsmanagement ein zusätzliches Innovationsbudget zur Verfügung. Darüber hinaus koordiniert das Innovationsmanagement die Möglichkei- ten externer Forschungsförderungen zur Unterstützung inno- vativer Projekte und Ideen.

Kenn- rungen) abzüglich des unverzinslichen Fremdkapitals (wie zahlen orientieren sich dabei am Shareholder Value, den Inter- Rückstellungen – ohne Pensionen und Steuern –, Verbindlich- essen unserer Stakeholder, an den Anforderungen des Kapital- keiten aus der operativen Geschäftstätigkeit und sonstige 27 marktes und der Strategie des Unternehmens. Die wichtigsten kurzfristige Verbindlichkeiten). Die Durchschnittsberechnung Kennzahlen sind in der Grafik 08 dargestellt. berücksichtigt die zwölf Monatsendbestände im Betrachtungs- zeitraum und den Anfangsbestand zu Jahresbeginn. Die Informationsgrößen, wie zum Beispiel der Auftragsbestand, die Anzahl der Mitarbeiter oder nichtfinanzielle Größen, werden auf Ebene der Geschäftseinheiten zur Steuerung eingesetzt.
28 Grundlagen des Konzerns # Zusammengefasster Lagebericht

Informationen zu den Abschreibungen auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte finden Sie im Anhang im Abschnitt 1 „Immaterielle Vermögenswerte“. Werte betreffen die fortgeführten Geschäftsbereiche ohne VINCORION.

Die F+E-Leistung verteilt sich wie in der Tabelle T05 dargestellt auf die Divisionen. Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung werden über das zentrale IP-Management in enger Zusammenarbeit mit den operativen Bereichen geschützt. Dabei setzen wir insbesondere verstärkt auf qualitativ hochwertige Anmeldungen und internationalisieren diese in wichtigen Wachstumsmärkten wie zum Beispiel China und den USA. 2022 wurden insgesamt 26 neue Erstpatente durch Jenoptik-Tochtergesellschaften angemeldet (i.Vj. 25 Patente) sowie weitere 32 internationale Nachanmeldungen durchgeführt. Der Schwerpunkt lag weiterhin im Bereich Optische Komponenten und optische Module. In den Patentzahlen sind angemeldete Designs, Gebrauchsmuster sowie Markenanmeldungen nicht enthalten. Informationen zu Lizenznahmen und Lizenzvergaben veröffentlicht Jenoptik aus Wettbewerbsgründen nicht.

Die F+E-Leistung der Division Advanced Photonic Solutions enthielt Aufwendungen für Entwicklungen im Kundenauftrag in Höhe von 25,1 Mio Euro (i.Vj. 17,3 Mio Euro), die insbesondere im Bereich Halbleiterausrüstung und Biophotonics deutlich über dem Vorjahreswert lagen. Die F+E-Kosten betrugen 2022 34,8 Mio Euro (i.Vj. 20,2 Mio Euro).

In der F+E-Leistung der Division Smart Mobility Solutions waren Entwicklungen im Kundenauftrag von 0,8 Mio Euro (i.Vj. 0,6 Mio Euro) enthalten. Die F+E-Kosten beliefen sich auf 15,5 Mio Euro (i.Vj. 14,4 Mio Euro).

Bei den Non-Photonic Portfolio Companies betrug die F+E-Leistung 2022 5,6 Mio Euro (i.Vj. 6,7 Mio Euro). Davon waren 2,1 Mio Euro Entwicklungen im Kundenauftrag (i.Vj. 2,4 Mio Euro).

Wesentliche Projekte und Ergebnisse

2022 hat Jenoptik unter anderem die in Tabelle T07 beschriebenen Lösungen entwickelt bzw. in den Markt eingeführt.

T05 F+E-Leistung nach Segmenten (in Mio EUR)

Veränderung 2022 2022 2021 in %
Konzern 87,1 63,6 36,9
Advanced Photonic Solutions 63,1 41,9 50,6
Smart Mobility Solutions 17,6 15,0 17,2
Non-Photonic Portfolio Companies 5,6 6,7 -17,2
Sonstige 0,8 0,0

T06 F+E-Leistung (in Mio EUR)

2022 2021 2020 2019 2018
F+E-Kosten 54,6 38,9 39,4 44,1 47,4
Aktivierte Entwicklungsleistungen einschließlich Patente 4,5 4,4 4,0 4,0 1,5
Entwicklungen im Kundenauftrag 28,0 20,3 13,5 20,4 20,2
F+E-Leistungen 87,1 63,6 56,9 68,4 69,2
F+E-Quote 1 (F+E-Leistung/Umsatz) in % 8,9 8,5 9,2 8,0 8,3
F+E-Quote 2 (F+E-Kosten/Umsatz) in % 5,6 5,2 6,4 5,2 5,7

¹ Werte der Jahre 2018 bis 2019 sind Angaben für den Konzern inkl. VINCORION

T07 Wesentliche Projekte und Ergebnisse 2022

| Markt | 2022 entwickelte und am Markt eingeführte Produkte und Lösungen Auszubildende) einen Beschäftigungszuwachs von 5,5 Prozent (31.12.2021: 4.205 Mitarbeiter). Die Anzahl der Jenoptik-Mitarbeiter im Ausland stieg dabei um 4,6 Prozent auf 1.595 Mitarbeiter (31.12.2021: 1.525 Mitarbeiter). Damit ist der Anteil der Belegschaft im Ausland mit 36,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben (31.12.2021: 36,3 Prozent).

Zur Abdeckung von Produktionsspitzen und kurzfristigen Auftragseingängen sowie für Großprojekte wurden auch im ab- laufenden Geschäftsjahr Leiharbeitnehmer beschäftigt. Der Ein- satz erfolgte dabei vorwiegend in den operativen Bereichen und schwankte unterjährig. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren 114 Leiharbeitnehmer bei Jenoptik tätig (31.12.2021: 130).

Mit 347,2 Mio Euro lagen die Personalkosten (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Aufwendungen für Altersversorgung) 2022 um 26,5 Prozent über dem Vorjahresniveau von 274,4 Mio Euro.

Die Altersstruktur der Beschäftigten ist, wie in der nachfolgen- den Tabelle ersichtlich, ausgewogen. Die Werte sind im Vergleich zum Vorjahr weitestgehend unverändert.

Der Frauenanteil (In- und Ausland) betrug zum 31. Dezember 2022 30,5 Prozent und lag damit über dem Niveau des Vorjahres (31.12.2021: 28,4 Prozent).

Der Krankenstand der Jenoptik-Beschäftigten in Deutschland lag 2022 mit 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau (i.Vj. 4,6 Pro- zent). Dieser Effekt deckt sich auch mit der generellen Entwick- lung in Deutschland. Die Fluktuationsrate erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 7,1 Prozent (i.Vj. 5,9 Prozent). Dies ist ein grundsätzlicher Trend auf dem Arbeitsmarkt und spiegelt den aktuell eher arbeitnehmergetriebenen Bewerbermarkt wider.

Die Fluktuationsrate berechnet sich aus der Anzahl der Aus- tritte der Mitarbeiter im Geschäftsjahr geteilt durch die Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag des Vorjahres zuzüglich der im Geschäftsjahr eingetretenen Mitarbeiter. In der Berechnung bleiben Aushilfen unberücksichtigt.# JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht

Ausbildung & Personalentwicklung

Zum 31. Dezember 2022 waren 154 Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschulen in den fortgeführten Geschäftsbereichen beschäftigt (31.12.2021: 152). Davon wurden 47 neu eingestellt (i.Vj. 36). Zugleich konnten im Berichtsjahr 37 Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschulen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen (i.Vj. 25). An den Standorten Villingen-Schwenningen, Jena und Triptis werden die Nachwuchskräfte in den optischen, feinmechanischen, elektronischen und kaufmännischen Berufen in Bildungszentren berufsspezifisch ausgebildet. Das Jenaer Bildungszentrum gGmbH – Schott, Zeiss, Jenoptik, in dem Jenoptik Gesellschafter ist, hat sich inzwischen als Qualifizierungszentrum in den Bereichen Optik und Photonik deutschlandweit etabliert. In die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investierte Jenoptik 2022 mit rund 2,7 Mio Euro mehr als im Vorjahr (i.Vj. 1,9 Mio). Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Integration der SwissOptic-Gruppe zurückzuführen, beinhaltet aber auch eine Steigerung der Kosten aufgrund von Nachholeffekten und gestiegenen Präsenzveranstaltungen nach Ende der strengen Corona-Maßnahmen. Diese Kosten umfassen sowohl die Aufwendungen für Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschulen als auch die Kosten für die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter. Der gesamte Entwicklungsbedarf im Konzern wird in den regelmäßig stattfindenden Mitarbeitergesprächen ermittelt. Hieraus werden dann geeignete Qualifizierungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Weitere Informationen hierzu sind im Nichtfinanziellen Bericht zu finden.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklungen

Die Weltwirtschaft wurde 2022 vor allem von drei Faktoren belastet: der weltweite Kampf gegen die Inflation, der Krieg in der Ukraine sowie eine Wiederbelebung der Corona-Pandemie in China. Die Weltwirtschaft hat sich im Jahresverlauf aber als widerstandsfähiger erwiesen als zunächst befürchtet, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Januar 2023 berichtete. In vielen Ländern haben sich im 3. Quartal 2022 Konsum und Investitionen als robuster erwiesen als prognostiziert. Zudem habe die Inflation in vielen Ländern den Höhepunkt überschritten, was nun zu besseren Finanzierungsbedingungen führe. Staatliche Maßnahmen für Unternehmen und Privathaushalte zur Abmilderung der Energiekrise haben sich laut IWF ebenso positiv ausgewirkt wie die zunehmende konjunkturelle Dynamik im Welthandel. Lieferengpässe hätten sich abgeschwächt, Transportkosten reduziert und so einen Aufschwung in zuvor eingeschränkten Industrien, wie in der Automobilindustrie, ermöglicht. Im Schlussquartal schwächte sich diese positive Entwicklung jedoch laut IWF in vielen Industriestaaten – außer den USA – ab; viele Konjunkturindikatoren wie Indizes zum Geschäfts- und Konsumklima deuteten auf eine Verlangsamung hin.

Trotz Inflation, Ukraine-Krieg, Energiekrise und Lieferkettenproblemen erhöhte sich das BIP in Deutschland 2022 um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt Ende Januar 2023 mitteilte. Allerdings sei ein wesentlicher Teil des Wachstums auf das 1. Quartal zurückzuführen, bevor die Belastungen durch den Ukraine-Krieg spürbar wurden. Im Schlussquartal ging das BIP entgegen der erwarteten Stagnation um 0,2 Prozent zum Vorquartal zurück, vor allem aufgrund geringerer privater Konsumausgaben. Die Industrieproduktion ging im Gesamtjahr um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Sie hatte sich zwar nach dem starken Einbruch im Frühjahr im Jahresverlauf erholt, wie das Statistische Bundesamt meldete, fiel jedoch zum Jahresende unerwartet ab. Gründe waren die nachlassende Produktion im Baugewerbe und die erneute Drosselung der Produktion in energieintensiven Branchen wie Metall, Chemie oder Papier. Auch die Exporte sanken zum Jahresende in einem schwachen globalen Konjunkturumfeld, wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) meldete. Im gesamten Jahr habe die deutsche Exportwirtschaft zwar so viel wie nie ausgeführt und den bisherigen Höchstwert aus 2021 um 14,3 Prozent übertroffen. Allerdings lag das an Preiserhöhungen; preisbereinigt hätten sich die deutschen Exporte 2023 um 2 Prozentpunkte schwächer entwickelt als der globale Handel, so der BDI.

China wuchs 2022 nach Angaben des chinesischen Statistikamts nur um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Wirtschaft noch um 8,4 gewachsen war. Damit verfehlte China auch das eigene BIP-Ziel von 5,5 Prozent, was unter anderem an der lange verfolgten Null-Covid-Politik mit strikten Lockdowns lag.

Die US-Wirtschaft verzeichnete 2022 trotz hoher Inflation und steigender Zinsen ein preisbereinigtes Wachstum von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Nach einem schwachen Start stieg das aufs Jahr hochgerechnete Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal um 2,9 Prozent und damit etwas geringer als im 3. Quartal mit 3,2 Prozent. Leitzinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation hatten die wirtschaftliche Aktivität leicht gedämpft – die Unternehmen erhöhten ihre Investitionen im 4. Quartal nicht mehr so stark wie im Sommer, die Exporte verringerten sich um 1,3 Prozent, die Importe sogar um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die USA haben 2022 mit dem sogenannten Inflation Reduction Act (IRA) ein wichtiges Subventionsprogramm verabschiedet, um die Ansiedlung von Fabriken für grüne Technologien zu fördern, zum Beispiel für Elektroautos, Wasserstoffwirtschaft oder Windparks.

Die Photonik gilt als Schlüsseltechnologie („Key Enabling Technology“) für viele Zukunftsmärkte. Viele Anwendungen der Photonik haben maßgeblich indirekt zur Pandemiebekämpfung beigetragen und unterstützen die digitale Transformation. Für die deutsche Photonik-Industrie geht der Industrieverband Spectaris auf Basis der Entwicklung im 1. Halbjahr 2022 davon aus, dass der Jahresumsatz der Branche um einen Wert im oberen einstelligen Bereich gestiegen ist nach 47 Mrd Euro im Vorjahr. Global lag das Marktvolumen 2022 laut dem Marktforscher Fortune Business Insights bei 495,5 Mrd US-Dollar, leicht über dem Vorjahrswert von 489 Mrd US-Dollar.

Die globale Halbleiterindustrie hat 2022 als ein weiteres Rekordjahr abgeschlossen, wie der Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA) meldete. So seien die globalen Umsätze um 3,2 Prozent auf 573,5 Mrd US-Dollar gestiegen. Allerdings habe sich die Nachfrage zum Jahresende verlangsamt. In der Region Nord- und Südamerika gab es im gesamten Jahr das stärkste Wachstum. China blieb der größte Einzelmarkt. Der Marktbeobachter Gartner berichtete, dass nach seinen vorläufigen Daten der weltweite Halbleiterumsatz 2022 nur um 1,1 Prozent auf 601,7 Mrd US-Dollar stieg.

Belastet durch die wirtschaftliche Gesamtlage und internationale Lieferkettenprobleme verzeichnete der deutsche Maschinen- und Anlagenbau trotz des anfänglichen Zuwachses bei Bestellungen in den ersten drei Quartalen insgesamt nur ein Minus von 4 Prozent im Auftragseingang, da die Nachfrage nach Investitionsgütern zum Jahresende deutlich abnahm – im Schlussquartal sogar um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Verband VDMA berichtete. Der VDMA ging für 2022 von einem November 2022 die erwarteten Ergebnisse für 2022. So rechnet der Verband mit einem Wachstum der Branche von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem Umsatz von 37,7 Mrd Euro entsprechen würde. Belastungen ergaben sich aus dem Ukraine-Krieg, massiven Lieferkettenstörungen, davon steigenden Material-, Energie- und Logistikkosten sowie den Auswirkungen der europäischen Medizinprodukteverordnung.

Tabellen

T09 Umsatz je Mitarbeiter (in TEUR)

Veränderung in % 2022 2021
Umsatz je Mitarbeiter (inkl. Leiharbeitnehmer) 235,8 199,2

T08 Mitarbeiter nach Regionen (inklusive Azubis)

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung absolut Veränderung in %
Inland 2.840 2.680 160 6,0
Inland in % 64,0 63,7 0
Ausland 1.595 1.525 70 4,6
Ausland in % 36,0 36,3 0
Europa (ohne Deutschland) 593 544 49 9,0
Amerika 592 569 23 4,0
Asien/Pazifik 410 412 – 2 –0,5

T10 Altersstruktur Fortgeführte Geschäftsbereiche

unter 30 30–39 40–49 50–59 60–65 über 65 Summe
31.12.2022 15,9% 29,7% 24,7% 21,1% 7,1% 1,5% 100,0%
31.12.2021 14,7% 28,0% 24,1% 23,3% 7,8% 2,2% 100,0%

T11 Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (in Prozent)

2022* 2021
Welt 3,4 6,2
USA 2,0 5,9
Euro-Zone 3,5 5,3
Deutschland 1,9 2,6
China 3,0 8,4
Indien 6,8 8,7
Schwellenländer 3,9 6,7
  • Schätzung

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2023# Zusammengefasster Lagebericht

Wirtschaftsbericht

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit blieben 2022 im Wesentlichen konstant und hatten daher auch keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Jenoptik-Konzerns.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Vergleich tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf

Mit der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse im Februar 2022 prognostizierte das Jenoptik-Management für das Geschäftsjahr 2022 aufgrund des guten Auftragseingangs im 4. Quartal 2021, des hohen Auftragsbestands und des anhaltend vielversprechenden Verlaufs in den photonischen Kernge- schäften, vor allem im Halbleiterbereich, weiteres profitables Wachstum. Diese Prognose wurde vom Vorstand am 29. März 2022 mit Veröffentlichung der finalen Zahlen konkretisiert.

Der Vorstand erwartete 2022, inklusive der erstmalig für ein gesamtes Geschäftsjahr konsolidierten BG Medical und der SwissOptic-Gruppe, für die fortgeführten Geschäftsbereiche ein Umsatzplus von mindestens 20 Prozent. Beim EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inkl. Wert- minderungen und Wertaufholungen) rechnete er mit einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr ohne Einmal- effekt. Die EBITDA-Marge sollte bei ca. 18 Prozent liegen. Die- ser Ausblick wurde mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des 1. Quartals 2022 bestätigt.

Auf Basis der positiven Entwicklung im 1. Halbjahr 2022 und der gut gefüllten Projektpipeline hat der Vorstand die Prognose für das Jahr 2022 für die fortgeführten Geschäftsbereiche mit der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse im August 2022 angehoben. Er erwartete zu diesem Zeitpunkt beim Umsatz einen Wert zwischen 930 und 960 Mio Euro. Das EBITDA sollte ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahreswert ohne Einmal- effekt zulegen und die EBITDA-Marge sich entsprechend auf 18,0 bis 18,5 Prozent verbessern.

Ende November 2022 konkretisierte der Vorstand angesichts der positiven Entwicklung in den ersten neun Monaten die Prognose vom August und erwartete nunmehr einen Umsatz in der oberen Hälfte der bestehenden Spanne von 930 und 960 Mio Euro und weiterhin eine EBITDA-Marge zwischen 18,0 und 18,5 Prozent.

In der zweiten Jahres- geringen Produktionsplus von 1 Prozent aus. In China war die hälfte verringerten Inflation und eine schwache Konjunktur Maschinenproduktion laut VDMA ähnlich schwach, in den USA die Nachfrage nach PCs, Speicherchips und Smartphones. lag sie 5 Prozent über dem Vorjahreswert. Der globale Umsatz lag nach VDMA-Berechnungen 3 Prozent über dem Vorjahr. Ein Rekordjahr verzeichneten die Halbleiterausrüster: Nach der ersten Schätzung des Branchenverbands Semiconductor Equip- ment and Materials International (SEMI) vom Jahresende lagen knappheit belastet, insbesondere bei Halbleitern, von steigen- die globalen Umsätze mit 108,5 Mrd US-Dollar um 5,9 Prozent den Preisen oder regional verschärften, zusätzlichen Knappheiten über dem Vorjahr. China, Taiwan und Südkorea waren erneut die Regionen mit den höchsten Investitionen. in der Wertschöpfungskette, wie Branchenverbände meldeten. Die Lage habe sich aber zum Jahresende verbessert, sodass die Autobauer beginnen konnten, ihren hohen Auftragsbestand Für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie war 2022 trotz abzubauen. Dagegen blieben viele Autozulieferer im Krisenmo- aller Widrigkeiten ein starkes Jahr, wie der Branchenverband dus, vor allem infolge von gestörten Lieferketten und Kosten- ZVEI meldete. So sei die Produktion von Januar bis November steigerungen für Rohstoffe und Logistik. um 3,7 Prozent gestiegen und damit schon sehr nahe an der Jahresprognose von 4 Prozent Wachstum. Die Umsätze erhöhten Nach Berechnungen des Analysten MarketsandMarkets lag sich um 12 Prozent auf 224 Mrd Euro im Vergleich zum Vor- das Umsatzvolumen des weltweiten Markts für Verkehrssicher- jahr. Am stärksten war das Wachstum bei elektronischen Bau- heitstechnik 2022 bei 4,035 Mrd US-Dollar und damit 9,4 Pro- teilen, gefolgt von Informations- und Kommunikationstechnik, zent höher als im Vorjahr. In Deutschland ermittelte das Statisti- Batterien, Energietechnik und Automation. sche Bundesamt in seiner vorläufigen Unfallstatistik für das Jahr 2022 einen Anstieg der Zahl der Verkehrstoten gegenüber Die Bildverarbeitungsindustrie in Deutschland hat laut VDMA 2021, das unter anderem wegen des coronabedingt niedri- Machine Vision im vergangenen Jahr einen Umsatz von geren Verkehrsaufkommens einen historischen Tiefstand aufwies. 3,3 Mrd Euro erzielt und damit 8 Prozent mehr als 2021, wie In den USA meldete die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA die VDMA-Fachabteilung zuletzt im Oktober 2022 ermittelte. Anfang 2023, dass die Zahl der Verkehrstoten in den ersten Die stärkste Nachfrage kam aus dem Ausland. neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gesunken sei – das zweite Quartal in Folge nach fast zwei Jahren Für die deutsche Medizintechnikbranche meldete Spectaris auf für steigender Zahlen. der Datenbasis des Statistischen Bundesamtes zuletzt im

Ertragslage

Im Berichtsjahr erzielte Jenoptik mit 980,7 Mio Euro einen Umsatz, der etwas über dem oberen Ende der erwarteten Band- breite lag.

Die EBITDA-Marge stieg auf 18,8 Prozent, (i.Vj. 16,7 Prozent (ohne Einmaleffekt/20,7 Prozent inkl. Einmaleffekt)). Damit übertraf Jenoptik die prognostizierte Spanne von 18,0 bis 18,5 Prozent.

Der Vorstand ging aufgrund des starken Auftragseingangs von einer verhaltenen Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 aus. Zum Jahresende war der Auftragseingang insbesondere aufgrund des Geschäfts mit der Halbleiterausrüstungsindustrie höher als erwartet.

Für die Cash-Conversion-Rate wurde in der im März gegebenen Prognose ein Wert zwischen 45 und 55 Prozent erwartet. Zum Jahresende 2022 lag die Cash-Conversion-Rate bei 44,9 Prozent (i.Vj. 27,7 Prozent).

Bezüglich der Investitionen wurde erwartet, dass diese im Geschäftsjahr 2022 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen würden. Die Investitionen betrugen 106,0 Mio Euro und lagen damit wie erwartet signifikant über dem Vorjahresniveau von 49,9 Mio Euro.

In den Tabellen des Lageberichts, die wichtige Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern, sind in der Position „Sonstige“ das Corporate Center (Holding, Shared Services, Immobilien) sowie Konsolidierungseffekte enthalten. Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies.

Im folgenden Text werden, soweit nicht anders vermerkt, die Zahlen für die fortgeführten Geschäftsbereiche (die Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies) dargestellt. Auf- grund der Unterzeichnung des Vertrags zur Veräußerung der VINCORION im November 2021 wird diese Division gemäß IFRS 5 als aufgegebener Geschäftsbereich dargestellt und ist damit unter anderem nicht mehr in den Angaben für Umsatz, EBITDA, Auftragseingang oder Auftragsbestand der fortge- führten Geschäftsbereiche enthalten. Der Verkaufsprozess wurde mit dem Closing am 30. Juni 2022 abgeschlossen.

BG Medical und der SwissOptic-Gruppe, belief sich auf insge- samt 160,4 Mio Euro. Auch in den aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, der auch 2022 andauernden COVID-19-Pandemie, Inflation und Liefereng- pässen weiterhin anspruchsvollen Zeiten verfügt Jenoptik nach eigener Einschätzung über ein in weiten Teilen krisenresistentes Geschäftsmodell und eine gute finanzielle und bilanzielle Auf- stellung.

Das Wachstum kam im Berichtszeitraum vor allem aus der Division Advanced Photonic Solutions, gestützt von einer anhal- tend hohen Nachfrage im Bereich der Halbleiterausrüstung sowie der guten Entwicklung unter anderem im Bereich Bio- photonics. Aber auch die Division Smart Mobility Solutions steuerte höhere Umsatzbeiträge bei.

Das umsatzstärkste Quartal sowohl des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 als auch des Vorjahres war das 4. Quartal mit 282,7 Mio Euro (i.Vj. 231,3 Mio Euro).

Im Geschäftsjahr 2022 erzielten die fortgeführten Geschäfts- bereiche einen Umsatz von 980,7 Mio Euro, der 30,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres lag (i.Vj. 750,7 Mio Euro). Das organische Wachstum betrug 2022 10,9 Prozent. Der Umsatz- beitrag der Ende 2021 akquirierten Unternehmen, der bisherigen

Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf für den Jenoptik-Konzern (in Mio EUR / bzw. laut Angabe) Stand Jahresende 2021 Prognose 2022 Stand Jahresende 2022 Veränderung in %
Umsatz 750,7 980,7 30,6
Advanced Photonic Solutions 495,6 729,6 47,2
Smart Mobility Solutions 110,1 114,3 3,8
Non-Photonic Portfolio Companies 141,3 132,3 –6,4

Februar: Weiteres Wachstum
März 3: Wachstum von mind. 20 Prozent (inkl. BG Medical und SwissOptic)
August: 930–960 Mio Euro
November: in der oberen Hälfte der bestehenden Spanne von 930 und 960 Mio Euro
März 3: Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich
März 3: Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich
März 3: Wachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich
März 3: Deutliches EBITDA-Wachstum/Marge ca.


50 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Wirtschaftsbericht

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit blieben 2022 im Wesentlichen konstant und hatten daher auch keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Jenoptik-Konzerns.

Ertragslage

Im Berichtsjahr erzielte Jenoptik mit 980,7 Mio Euro einen Umsatz, der etwas über dem oberen Ende der erwarteten Band- breite lag.

Die EBITDA-Marge stieg auf 18,8 Prozent, (i.Vj. 16,7 Prozent (ohne Einmaleffekt/20,7 Prozent inkl. Einmaleffekt)). Damit übertraf Jenoptik die prognostizierte Spanne von 18,0 bis 18,5 Prozent.

Der Vorstand ging aufgrund des starken Auftragseingangs von einer verhaltenen Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 aus. Zum Jahresende war der Auftragseingang insbesondere aufgrund des Geschäfts mit der Halbleiterausrüstungsindustrie höher als erwartet.

Für die Cash-Conversion-Rate wurde in der im März gegebenen Prognose ein Wert zwischen 45 und 55 Prozent erwartet. Zum Jahresende 2022 lag die Cash-Conversion-Rate bei 44,9 Prozent (i.Vj. 27,7 Prozent).

Bezüglich der Investitionen wurde erwartet, dass diese im Geschäftsjahr 2022 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen würden. Die Investitionen betrugen 106,0 Mio Euro und lagen damit wie erwartet signifikant über dem Vorjahresniveau von 49,9 Mio Euro.

In den Tabellen des Lageberichts, die wichtige Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern, sind in der Position „Sonstige“ das Corporate Center (Holding, Shared Services, Immobilien) sowie Konsolidierungseffekte enthalten. Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies.

Im folgenden Text werden, soweit nicht anders vermerkt, die Zahlen für die fortgeführten Geschäftsbereiche (die Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies) dargestellt. Auf- grund der Unterzeichnung des Vertrags zur Veräußerung der VINCORION im November 2021 wird diese Division gemäß IFRS 5 als aufgegebener Geschäftsbereich dargestellt und ist damit unter anderem nicht mehr in den Angaben für Umsatz, EBITDA, Auftragseingang oder Auftragsbestand der fortge- führten Geschäftsbereiche enthalten. Der Verkaufsprozess wurde mit dem Closing am 30. Juni 2022 abgeschlossen.

BG Medical und der SwissOptic-Gruppe, belief sich auf insge- samt 160,4 Mio Euro. Auch in den aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, der auch 2022 andauernden COVID-19-Pandemie, Inflation und Liefereng- pässen weiterhin anspruchsvollen Zeiten verfügt Jenoptik nach eigener Einschätzung über ein in weiten Teilen krisenresistentes Geschäftsmodell und eine gute finanzielle und bilanzielle Auf- stellung.

Das Wachstum kam im Berichtszeitraum vor allem aus der Division Advanced Photonic Solutions, gestützt von einer anhal- tend hohen Nachfrage im Bereich der Halbleiterausrüstung sowie der guten Entwicklung unter anderem im Bereich Bio- photonics. Aber auch die Division Smart Mobility Solutions steuerte höhere Umsatzbeiträge bei.

Das umsatzstärkste Quartal sowohl des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 als auch des Vorjahres war das 4. Quartal mit 282,7 Mio Euro (i.Vj. 231,3 Mio Euro).

Im Geschäftsjahr 2022 erzielten die fortgeführten Geschäfts- bereiche einen Umsatz von 980,7 Mio Euro, der 30,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres lag (i.Vj. 750,7 Mio Euro). Das organische Wachstum betrug 2022 10,9 Prozent. Der Umsatz- beitrag der Ende 2021 akquirierten Unternehmen, der bisherigen

Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf für den Jenoptik-Konzern (in Mio EUR / bzw. laut Angabe) Stand Jahresende 2021 Prognose 2022 Stand Jahresende 2022 Veränderung in %
Umsatz 750,7 980,7 30,6
Advanced Photonic Solutions 495,6 729,6 47,2
Smart Mobility Solutions 110,1 114,3 3,8
Non-Photonic Portfolio Companies 141,3 132,3 –6,4

3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 Prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70 Lagebericht der JENoPtIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung


Ertragslage

Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht

Im Geschäftsjahr 2022 konnte Jenoptik den Umsatz in allen Regionen steigern. Zum deutlichen Zuwachs in Deutschland, Europa und Amerika trugen neben dem organischen Wachstum auch die 2021 erworbenen Unternehmen bei. Der Umsatz in den beiden Regionen Amerika sowie Asien/Pazifik belief sich zusammen auf 440,3 Mio Euro bzw. 44,9 Prozent des Gesamtumsatzes (i.Vj. 378,6 Mio Euro bzw. 50,4 Prozent). Mit 751,7 Mio Euro erzielten die fortgeführten Geschäftsbereiche im abgelaufenen Geschäftsjahr 76,7 Prozent des Umsatzes im Ausland (i.Vj. 611,3 Mio Euro bzw. 81,4 Prozent).

Den größten Umsatzanteil erwirtschaftete Jenoptik 2022 aufgrund der hohen Nachfrage sowie infolge der Akquisition mit 363,8 Mio Euro bzw. 37,1 Prozent mit der Halbleiterausrüs-tungs-/Elektronikindustrie (i.Vj. 242,1 Mio Euro bzw. 32,2 Prozent). Der Umsatzanteil im Automotive& Maschinen-bau-Markt reduzierte sich auf 31,3 Prozent (i.Vj. 34,9 Prozent). Akquisitionsbedingt, aber auch durch organisches Wachstum wurde 2022 im Markt für Medizintechnik spürbar mehr Umsatz erzielt. Der Umsatzanteil mit Medizintechnik stieg auf 14,2 Prozent (i.Vj. 9,5 Prozent).

Im Geschäftsjahr 2022 entfielen 25,8 Prozent des Umsatzes der fortgeführten Geschäftsbereiche auf unsere Top-3-Kunden (i.Vj. 21,4 Prozent).

Die Umsatzkosten stiegen um 28,6 Prozent auf 635,0 Mio Euro (i.Vj. 493,8 Mio Euro) und damit leicht unterproportional zum Umsatz, unter anderem durch Mix- und Skaleneffekte. Der Zuwachs der Umsatzkosten resultierte vor allem aus höheren Material- und Personalkosten, unter anderem infolge von Preis-erhöhungen, aber auch bedingt durch die 2021 getätigte Akquisition. In den Umsatzkosten enthalten sind zudem Auf-wendungen für Entwicklungen im Kundenauftrag von insge-samt 28,0 Mio Euro (i.Vj. 20,3 Mio Euro), denen entsprechende Umsatzerlöse gegenüberstanden. Der Anstieg resultierte vor allem aus Kundenprojekten in der Division Advanced Photonic Solutions.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz überstieg mit 345,7 Mio Euro das Vorjahresniveau von 256,9 Mio Euro deutlich. Die Brutto-marge stieg aufgrund eines verbesserten Produktmixes auf 35,3 Prozent (i.Vj. 34,2 Prozent).

2022 betrugen die Forschungs- und Entwicklungskosten 54,6 Mio Euro (i.Vj. 38,9 Mio Euro). Auch hier zeigten sich Effekte aus der o.g. Akquisition. Der Anteil der F+E-Kosten am Umsatz stieg damit auf 5,6 Prozent (i.Vj. 5,2 Prozent). Mit 87,1 Mio Euro lag die F+E-Leistung inkl. der Entwicklungen im Kundenauf-trag deutlich über dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 63,6 Mio Euro). Aufgrund der starken operativen Performance der Division Advanced Photonic Solutions verbesserte sich die Profitabilität im Geschäftsjahr 2022 signifikant. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (inkl. Wertminderungen und -auf-holungen) (EBITDA) erhöhte sich auf 184,1 Mio Euro und lag damit um 18,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 155,7 Mio Euro. Im Vorjahr war zudem der o.g. positive Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro enthalten. Die EBITDA-Marge für die fortge-führten Geschäftsbereiche lag 2022 bei 18,8 Prozent (i.Vj. 20,7 Prozent, ohne Einmaleffekt 16,7 Prozent). Auch beim EBITDA war das 4. Quartal mit 66,3 Mio Euro das stärkste (i.Vj. 46,1 Mio Euro), die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 23,4 Prozent (i.Vj. 19,9 Prozent, ohne Einmaleffekt 17,8 Prozent).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich von 52,9 Mio Euro auf 21,5 Mio Euro. Im Vorjahr war in diesem Posten ein positiver Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro im Zusammenhang mit der Bewertung der bedingten Kaufpreiskomponenten aus den Erwerben von TRIOPTICS und INTEROB enthalten. Positiv dagegen wirkten 2022 höhere Währungsgewinne von 12,0 Mio Euro (i.Vj. 8,6 Mio Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 37,7 Mio Euro (i.Vj. 19,7 Mio Euro). Nach einer Prüfung und Neubewertung der Geschäftsperspektiven vor allem von INTEROB wurden in diesem Posten Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Geschäfts- oder Firmenwerte von insgesamt 13,9 Mio Euro vorgenommen. Die Währungs-

T13 Umsätze nach Segmenten (in Mio EUR)

Veränderung 2022 2021 in %
Fortgeführte Geschäftsbereiche 980,7 750,7 30,6
Advanced Photonic Solutions 729,6 495,6 47,2
Smart Mobility Solutions 114,3 110,1 3,8
Non-Photonic Portfolio Companies 132,3 141,3 –6,4
Sonstige 4,5 3,7 21,0

T14 Umsätze nach Regionen (in Mio EUR)

Veränderung 2022 2021 in %
Fortgeführte Geschäftsbereiche 980,7 750,7 30,6
Deutschland 229,0 139,4 64,3
Europa 275,7 208,4 32,3
Amerika 244,1 205,7 18,7
Asien/Pazifik 196,2 172,9 13,5
Mittlerer Osten/Afrika 35,7 24,3 46,5

T15 Umsätze nach Zielmärkten (in Mio EUR und in Prozent vom Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche)

2022 2021
Halbleiter & Elektronik 363,8 37,1% 242,1 32,2%
Automotive & Maschinenbau 307,2 31,3% 261,7 34,9%
Medizintechnik 138,8 14,2% 71,3 9,5%
Verkehr 130,7 13,3% 130,3 17,4%
Sonstige 40,1 4,1% 45,3 6,0%
FortgeführteꢀGeschäftsbereiche 980,7 100,0ꢀ% 750,7 100,0ꢀ%

Wirtschaftsbericht

Die Vertriebskosten erhöhten sich 2022 um 19,9 Prozent auf 107,6 Mio Euro (i.Vj. 89,7 Mio Euro). Die Zunahme resultierte vor allem aus dem Erwerb der bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe sowie den mit den PPA-Effekten verbundenen 27 höheren Abschreibungen insbesondere auf Kundenbeziehun-gen. Die Vertriebskostenquote lag mit 11,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau (i.Vj. 11,9 Prozent).

Die allgemeinen Verwaltungskosten legten auf 65,5 Mio Euro zu (i.Vj. 53,5 Mio Euro). Dieser Anstieg war ausschließlich auf die 2021 erworbenen Unternehmen zurückzuführen. Die Verwaltungskostenquote sank auf 6,7 Prozent (i.Vj. 7,1 Prozent).

Das EBIT (Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern) lag mit 101,9 Mio Euro um 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 108,1 Mio Euro. Wesentliche Gründe dafür sind, neben dem bereits genannten positiven Einmaleffekt im Vorjahr, die Wertminderungen von 13,9 Mio Euro, höhere planmäßige Abschreibungen von 68,3 Mio Euro (i.Vj. 47,6 Mio Euro), davon aus Kaufpreisallokationen minus 26,5 Mio Euro im Berichtsjahr (i.Vj. minus 14,3 Mio Euro).

Insbesondere aufgrund des deutlich höheren durchschnittlich gebundenen Kapitals und des leicht rückläufigen EBIT reduzierte sich zum 31. Dezember 2022 der ROCE (Return on Capital Employed) der fortgeführten Geschäftsbereiche auf 7,9 Prozent (i.Vj. 13,4 Prozent). Die Berechnung des ROCE ist im Kapitel Steuerungssystem erläutert und in der folgenden Tabelle darge-stellt. Die Durchschnittsberechnung berücksichtigt die zwölf Monatsendbestände im Betrachtungszeitraum und den Anfangs-bestand zu Jahresbeginn.

Das Finanzergebnis verringerte sich in der Berichtsperiode auf insgesamt minus 6,0 Mio Euro (i.Vj. minus 5,6 Mio Euro). In der Zunahme der Finanzaufwendungen spiegeln sich insbesondere gestiegene Zinsaufwendungen infolge der höheren Verschuldung wider. Positiv wirkten dagegen Abzinsungseffekte bei den Rückstellungen (i.Vj. Aufzinsung der bedingten Kaufpreiskompo-nenten).

Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 54,6 Mio Euro (i.Vj. 38,9 Mio Euro). Die Zunahme resultierte vor allem aus der Akquisition. Der Anteil der F+E-Kosten am Umsatz lag bei 5,6 Prozent (i.Vj. 5,2 Prozent). Die F+E-Leistung inkl. der Entwicklungen im Kundenauftrag lag mit 87,1 Mio Euro deutlich über dem Vorjahresniveau (i.Vj. 63,6 Mio Euro).

Die Vertriebskosten stiegen auf 107,6 Mio Euro (i.Vj. 89,7 Mio Euro). Die Zunahme resultierte vor allem aus Akquisitionseffekten, insbesondere aus der Bewertung von Kundenbeziehungen. Die Vertriebskostenquote lag mit 11,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau (i.Vj. 11,9 Prozent).

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen auf 65,5 Mio Euro (i.Vj. 53,5 Mio Euro). Diese Zunahme war ausschließlich auf die Akquisitionen zurückzuführen. Die Verwaltungskostenquote sank auf 6,7 Prozent (i.Vj. 7,1 Prozent).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken deutlich auf 21,5 Mio Euro (i.Vj. 52,9 Mio Euro). Im Vorjahr war in diesem Posten ein positiver Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro im Zusammenhang mit der Bewertung der bedingten Kaufpreiskomponenten aus den Erwerben von TRIOPTICS und INTEROB enthalten. Positiv wirkten dagegen höhere Währungsgewinne von 12,0 Mio Euro (i.Vj. 8,6 Mio Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 37,7 Mio Euro (i.Vj. 19,7 Mio Euro). Nach einer Prüfung und Neubewertung der Geschäftsperspektiven vor allem von INTEROB wurden in diesem Posten Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Geschäfts- oder Firmenwerte von insgesamt 13,9 Mio Euro vorgenommen. Die Währungs-verluste überstiegen mit 14,0 Mio Euro den Vorjahreswert von 8,6 Mio Euro und trugen so ebenfalls zum Anstieg bei.

Im Saldo lagen die sonstigen betrieblichen Erträge und Auf-wendungen bei minus 16,1 Mio Euro (i.Vj. 33,3 Mio Euro).

T16 Wesentliche Posten der Gesamtergebnisrechnung (in Mio EUR)

Veränderung 2022 2021 in % Detaillierte Angaben zur Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen siehe Anhang Punkte 4.5 und 4.6
Umsatz 980,7 750,7 30,6
Umsatzkosten 635,0 493,8 28,6
F+E-Kosten 54,6 38,9 40,4
Vertriebskosten 107,6 89,7 19,9
Verwaltungskosten 65,5 53,5 22,5
Sonstige betriebliche Erträge 21,5 52,9 –59,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 37,7 19,7 91,5

Das EBIT lag mit 101,9 Mio Euro um 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 108,1 Mio Euro. Wesentliche Gründe dafür sind, neben dem bereits genannten positiven Einmaleffekt im Vorjahr, die Wertminderungen von 13,9 Mio Euro, höhere planmäßige Abschreibungen von 68,3 Mio Euro (i.Vj. 47,6 Mio Euro), davon aus Kaufpreisallokationen minus 26,5 Mio Euro im Berichtsjahr (i.Vj. minus 14,3 Mio Euro).

Insbesondere aufgrund des deutlich höheren durchschnittlich gebundenen Kapitals und des leicht rückläufigen EBIT reduzierte sich zum 31. Dezember 2022 der ROCE (Return on Capital Employed) der fortgeführten Geschäftsbereiche auf 7,9 Prozent (i.Vj. 13,4 Prozent). Die Berechnung des ROCE ist im Kapitel Steuerungssystem erläutert und in der folgenden Tabelle darge-stellt. Die Durchschnittsberechnung berücksichtigt die zwölf Monatsendbestände im Betrachtungszeitraum und den Anfangs-bestand zu Jahresbeginn.

Das Finanzergebnis verringerte sich in der Berichtsperiode auf insgesamt minus 6,0 Mio Euro (i.Vj. minus 5,6 Mio Euro). In der Zunahme der Finanzaufwendungen spiegeln sich insbesondere gestiegene Zinsaufwendungen infolge der höheren Verschuldung wider. Positiv wirkten dagegen Abzinsungseffekte bei den Rückstellungen (i.Vj. Aufzinsung der bedingten Kaufpreiskompo-nenten).

T18 EBITDA (in Mio EUR)

Veränderung 2022 2021 in %
EBITDA 184,1 155,7 18,2
EBITDA-Marge 18,8% 16,7%
  • ¹ 2021 ohne Einmaleffekte
  • ² ohne Finanzanlageinvestitionen
  • ³ im Lagebericht des Geschäftsberichts 2021

51 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht

Die Vertriebskosten erhöhten sich 2022 um 19,9 Prozent auf 107,6 Mio Euro (i.Vj. 89,7 Mio Euro). Die Zunahme resultierte vor allem aus dem Erwerb der bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe sowie den mit den PPA-Effekten verbundenen 27 höheren Abschreibungen insbesondere auf Kundenbeziehun-gen. Die Vertriebskostenquote lag mit 11,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau (i.Vj. 11,9 Prozent).

Die allgemeinen Verwaltungskosten legten auf 65,5 Mio Euro zu (i.Vj. 53,5 Mio Euro). Dieser Anstieg war ausschließlich auf die 2021 erworbenen Unternehmen zurückzuführen. Die Verwaltungskostenquote sank auf 6,7 Prozent (i.Vj. 7,1 Prozent).

Das EBIT (Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern) lag mit 101,9 Mio Euro um 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 108,1 Mio Euro. Wesentliche Gründe dafür sind, neben dem bereits genannten positiven Einmaleffekt im Vorjahr, die Wertminderungen von 13,9 Mio Euro, höhere planmäßige Abschreibungen von 68,3 Mio Euro (i.Vj. 47,6 Mio Euro), davon aus Kaufpreisallokationen minus 26,5 Mio Euro im Berichtsjahr (i.Vj. minus 14,3 Mio Euro).

Die liquiditätswirksame Steuerquote, das Verhältnis zwischen den laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und dem Ergebnis vor Steuern, erhöhte sich einerseits aufgrund des gestiegenen ausländischen Anteils der zu versteuernden Einkommen und andererseits wegen nicht steuerwirksamer Verluste im Ausland auf 20,8 Prozent (i.Vj. 13,6 Prozent), lag aber aufgrund des Inlandsergebnisses und der im Inland anrechenbaren Verlustvorträge auf einem für deutsche Unter-nehmen vergleichsweise niedrigen Niveau.

Der nicht zahlungswirksame latente Steueraufwand betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,1 Mio Euro (i.Vj. minus 4,3 Mio Euro). Der Anstieg resultierte überwiegend aus der Inanspruch-nahme

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3 Management

27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 Prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70 Lagebericht der JENoPtIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung

2022 betrugen die Forschungs- und Entwicklungskosten 54,6 Mio Euro (i.Vj. 38,9 Mio Euro). Auch hier zeigten sich Effekte aus der o.g. Akquisition. Der Anteil der F+E-Kosten am Umsatz stieg damit auf 5,6 Prozent (i.Vj. 5,2 Prozent). Mit 87,1 Mio Euro lag die F+E-Leistung inkl. der Entwicklungen im Kundenauf-trag deutlich über dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 63,6 Mio Euro). Aufgrund der starken operativen Performance der Division Advanced Photonic Solutions verbesserte sich die Profitabilität im Geschäftsjahr 2022 signifikant. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (inkl. Wertminderungen und -auf-holungen) (EBITDA) erhöhte sich auf 184,1 Mio Euro und lag damit um 18,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 155,7 Mio Euro. Im Vorjahr war zudem der o.g. positive Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro enthalten. Die EBITDA-Marge für die fortge-führten Geschäftsbereiche lag 2022 bei 18,8 Prozent (i.Vj. 20,7 Prozent, ohne Einmaleffekt 16,7 Prozent). Auch beim EBITDA war das 4. Quartal mit 66,3 Mio Euro das stärkste (i.Vj. 46,1 Mio Euro), die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 23,4 Prozent (i.Vj. 19,9 Prozent, ohne Einmaleffekt 17,8 Prozent).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich von 52,9 Mio Euro auf 21,5 Mio Euro. Im Vorjahr war in diesem Posten ein positiver Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro im Zusammenhang mit der Bewertung der bedingten Kaufpreiskomponenten aus den Erwerben von TRIOPTICS und INTEROB enthalten. Positiv dagegen wirkten 2022 höhere Währungsgewinne von 12,0 Mio Euro (i.Vj. 8,6 Mio Euro).

106 T16 Wesentliche Posten der Gesamtergebnisrechnung

Veränderung 2022 2021 in % Detaillierte Angaben zur Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen siehe Anhang Punkte 4.5 und 4.6
Umsatz 980,7 750,7 30,6
Umsatzkosten 635,0 493,8 28,6
F+E-Kosten 54,6 38,9 40,4
Vertriebskosten 107,6 89,7 19,9
Verwaltungskosten 65,5 53,5 22,5
Sonstige betriebliche Erträge 21,5 52,9 –59,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 37,7 19,7 91,5

verluste überstiegen mit 14,0 Mio Euro den Vorjahreswert von 8,6 Mio Euro und trugen so ebenfalls zum Anstieg bei.

Im Saldo lagen die sonstigen betrieblichen Erträge und Auf-wendungen bei minus 16,1 Mio Euro (i.Vj. 33,3 Mio Euro).

Die liquiditätswirksame Steuerquote, das Verhältnis zwischen den laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und dem Ergebnis vor Steuern, erhöhte sich einerseits aufgrund des gestiegenen ausländischen Anteils der zu versteuernden Einkommen und andererseits wegen nicht steuerwirksamer Verluste im Ausland auf 20,8 Prozent (i.Vj. 13,6 Prozent), lag aber aufgrund des Inlandsergebnisses und der im Inland anrechenbaren Verlustvorträge auf einem für deutsche Unter-nehmen vergleichsweise niedrigen Niveau.

Der nicht zahlungswirksame latente Steueraufwand betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,1 Mio Euro (i.Vj. minus 4,3 Mio Euro). Der Anstieg resultierte überwiegend aus der Inanspruch-nahme

Lagebericht der JENOPTIK AG

Sowohl die Währungsgewinne als auch die Währungsverluste stiegen gegenüber dem Vorjahr, glichen sich in Summe jedoch etwa aus. Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich geringfügig. Das verminderte EBIT spiegelte sich auch im Ergebnis vor Steuern wider, das mit insgesamt 96,0 Mio Euro um 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag (i.Vj. 102,5 Mio Euro). Die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Geschäftsbereiche lagen mit 20,0 Mio Euro über dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 14,0 Mio Euro). Davon entfielen auf die Fortführung steuerlicher Verlustvorträge im Inland. Die Steuerquote belief sich damit auf 33,5 Prozent (i.Vj. 9,4 Prozent), die Ertragsteuern auf insgesamt 32,1 Mio Euro (i.Vj. 9,7 Mio Euro).

Das Ergebnis nach Steuern des aufgegebenen Geschäftsbereichs (VINCORION) betrug minus 6,8 Mio Euro (i.Vj. minus 8,5 Mio Euro). Es beinhaltet neben dem Ergebnis von VINCORION bis zum Closing auch das Ergebnis aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs (siehe auch Anhang Punkt 4.9).

Der Konzern erwirtschaftete 2022 ein Ergebnis nach Steuern von 57,0 Mio Euro (i.Vj. 53,8 Mio Euro, ohne Einmaleffekt/ 84,3 Mio Euro inkl. Einmaleffekt). Das Ergebnis der Aktionäre lag demzufolge mit 55,1 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 82,0 Mio Euro (inkl. Einmaleffekt). Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich mit 0,96 Euro gegenüber dem Vorjahreswert ohne Einmaleffekt von 0,90 Euro, lag aber deutlich unterhalb des Wertes inkl. Einmaleffekt von 1,43 Euro je Aktie. Die fortgeführten Geschäftsbereiche erzielten 2021 ohne Einmaleffekt ein Ergebnis je Aktie von 1,05 Euro (1,58 Euro inkl. Einmaleffekt) und 2022 von 1,08 Euro. Für detaillierte Informationen zum Thema Steuern siehe Anhang Punkt 4.8.

Auftragslage

Die hohe Nachfrage der ersten neun Monate setzte sich im 4. Quartal weiter fort. Der Auftragseingang 2022 der fortgeführten Geschäftsbereiche erhöhte sich im Berichtsjahr deutlich um 26,6 Prozent auf 1.185,4 Mio Euro (i.Vj. 936,7 Mio Euro), sowohl organisch als auch durch die neuen Aufträge der 2021 akquirierten Unternehmen. Damit überstieg der Auftragseingang erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Die bisherige BG Medical und die SwissOptic-Gruppe trugen 211,9 Mio Euro bei. In der Division Advanced Photonic Solutions verbuchten vor allem die Bereiche Halbleiterausrüstung, Biophotonics sowie Industrial Solutions mehr Aufträge. Auch die Division Smart Mobility Solutions konnte ihren Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessern. Der Auftragseingang ist hier stark von Projekten geprägt und unterliegt damit deutlichen Schwankungen. Der Auftragseingang der Non-Photonic Portfolio Companies verbesserte sich ebenfalls im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Die Book-to-Bill-Rate der fortgeführten Geschäftsbereiche erreichte 1,21 (i.Vj. 1,25). Sowohl die beiden Divisionen als auch die Non-Photonic Portfolio Companies wiesen in der Berichtsperiode eine Book-to-Bill-Rate von mehr als 1 auf. Der Auftragsbestand der fortgeführten Geschäftsbereiche erhöhte sich zum Jahresende 2022 auf 733,7 Mio Euro (31.12.2021: 543,5 Mio Euro). Von diesem Auftragsbestand werden 83,4 Prozent (i.Vj. 85,9 Prozent) im laufenden Jahr 2023 zu Umsatz führen.

Finanzlage

Der Ukrainekrieg, die Effekte der COVID-19-Pandemie sowie Inflation und Lieferengpässe stellten auch im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Unsicherheitsfaktoren dar, die in der finanziellen Steuerung des Jenoptik-Konzerns berücksichtigt wurden. Nach Einschätzung des Vorstands stellt der Konzern weiterhin gesunde Bilanzrelationen und eine komfortable Liquiditätssituation sicher und verfügt somit über eine gute finanzielle Aufstellung.

Die folgende Beschreibung der Finanzlage im Geschäftsjahr 2022 bezieht sich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche des Jenoptik-Konzerns.

Grundsätze des Finanzmanagements

Der Zentralbereich Treasury plant den Bedarf und steuert die Bereitstellung liquider Mittel innerhalb des Konzerns. Auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung und quartalsweiser Forecasts werden die finanzielle Flexibilität und die Zahlungsfähigkeit des Konzerns zu jeder Zeit gewährleistet. Ein Cashpooling-System stellt zudem die Liquiditätsversorgung aller wesentlichen Gesellschaften in Europa und Nordamerika sicher. Diejenigen Gesellschaften, die nicht in das Cashpooling-System integriert sind, werden in der Regel über konzerninterne Darlehen oder in Ausnahmefällen über Kreditlinien bei lokalen Banken mit Liquidität versorgt.

Jenoptik nutzt ein Programm zum Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (sog. Factoring). Der Rahmen dieses Instruments wurde 2022 von 25 auf 50 Mio Euro erhöht, tatsächlich genutzt wurden ca. 25 Mio Euro.

Vor allem mit Devisentermingeschäften sichert Jenoptik Aufträge und konzerninterne Darlehensforderungen in Fremdwährung ab und reduziert so die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf Ergebnis und Cashflow. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung des operativen Geschäfts sowie betriebsnotwendiger Finanztransaktionen eingesetzt.

Aufgrund der genannten Maßnahmen, der bestehenden Finanzierungsinstrumente – im Wesentlichen Konsortialkredit und Schuldscheindarlehen – sowie des vorhandenen Zahlungsmittelbestands war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Liquiditätsversorgung aller Konzerngesellschaften zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

Kapitalstruktur und Finanzierungsanalyse

Mit einer Eigenkapitalquote von 50,4 Prozent zum 31. Dezember 2022, einer Nettoverschuldung von 479,0 Mio Euro sowie einem Leverage (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA) von 2,6 verfügt der Konzern nach Einschätzung des Vorstands über eine solide und tragfähige Finanzierungsstruktur und gesunde Bilanzrelationen. Dies gibt Jenoptik die Flexibilität sowie den finanziellen Spielraum, um das künftige organische Wachstum und weitere eventuelle Akquisitionen zu finanzieren und so die Agenda 2025 umzusetzen.

Jenoptik hat im März 2021 Schuldscheindarlehen mit Nachhaltigkeitskomponenten mit einem Volumen von rund 400 Mio Euro zu attraktiven Konditionen am Kapitalmarkt platziert. Die Schuldscheindarlehen umfassten mehrere Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die neben Euro in geringerem Umfang (59 Mio USD) auch in US-Dollar begeben wurden. Den Investoren aus dem In- und Ausland wurden sowohl feste als auch variable Verzinsungsvarianten angeboten.

Im Dezember 2021 hat Jenoptik außerdem einen revolvierenden Konsortialkredit refinanziert und von 230 auf über 400 Mio Euro aufgestockt. Die Laufzeit des von sieben Banken bereitgestellten Kredits betrug ursprünglich fünf Jahre und wurde 2022 um ein weiteres Jahr verlängert. Bei Zustimmung der Geldgeber kann die Laufzeit noch einmal um ein Jahr verlängert und das Volumen bei Bedarf auf 600 Mio Euro aufgestockt werden. Auch dieses Finanzierungsinstrument wurde erstmals mit Nachhaltigkeitskomponenten versehen.

Neben den Zahlungsmitteln von 56,8 Mio Euro und kurzfristigen Finanzanlagen von 1,0 Mio Euro konnte der Konzern Ende 2022 auf ein ungenutztes Rahmenkreditvolumen in Höhe von insgesamt rund 380 Mio Euro zurückgreifen. Somit standen Jenoptik Ende 2022 über 430 Mio Euro für Maßnahmen zur Unternehmensentwicklung zur Verfügung.

Segmentbericht

T19 EBIT (in Mio EUR) Veränderung in % T17 ROCE für fortgeführte Geschäftsbereiche (in Mio EUR)
2022 2021
Fortgeführte Geschäftsbereiche 101,9 108,1
Advanced Photonic Solutions 123,0 116,6
Smart Mobility Solutions 13,9 14,1
Non-Photonic Portfolio Companies – 20,4 – 4,5
Sonstige – 14,6 – 18,0
T20 Auftragseingang (in Mio EUR) Veränderung in % T22 Book-to-Bill-Rate
2022 2021
Fortgeführte Geschäftsbereiche 1.185,4 936,7
Advanced Photonic Solutions 891,8 674,9
Smart Mobility Solutions 125,8 116,5
Non-Photonic Portfolio Companies 163,4 141,6
Sonstige 4,5 3,7
T21 Auftragsbestand (in Mio EUR) Veränderung in %
2022 2021
Fortgeführte Geschäftsbereiche 733,7
Advanced Photonic Solutions 581,4
Smart Mobility Solutions 65,7
Non-Photonic Portfolio Companies 86,6

Weitere Informationen

  • Zusammengefasster Vergütungsbericht 18
  • Nichtfinanzieller Bericht 129
  • Konzernabschluss 153
  • Weitere Informationen 219
  • Lagebericht 27
  • Grundlagen des Konzerns 73
  • Risiko- & Chancenbericht 48
  • Wirtschaftsbericht 85
  • Prognosebericht 64
  • Segmentbericht 91
  • Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70
  • Erklärung zur Unternehmensführung 94
  • G09 Entwicklung der Book-to-Bill-Rate 1,21 (2022), 1,25 (2021), 0,97 (2020), 0,95 (2019), 1,05 (2018)
  • 1 Werte für fortgeführte Geschäftsbereiche
  • 55 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht
  • Weitere Informationen zur Liquidität siehe Anhang 8.2
  • Weitere Informationen zum Factoring siehe Anhang Punkt 5.7# Lagebericht der JENOPTIK AG

2022 erhöhten sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten fristigen Finanzverbindlichkeiten. Sie verbesserte sich zum auf 477,7 Mio Euro (31.12.2021: 448,7 Mio Euro). Der Bilanz- Jahresende 2022 auf minus 1,2 Mio Euro (31.12.2021: minus posten enthielt Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kredit- 92,6 Mio Euro), vor allem aufgrund des Rückgangs der kurz- instituten in Höhe von 435,4 Mio Euro (31.12.2021: 421,2 Mio fristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Zahlungsmittel inklusive Euro) sowie Leasingverbindlichkeiten von 42,4 Mio Euro kurzfristiger Finanzanlagen lagen nahezu unverändert bei (31.12.2021: 27,5 Mio Euro). Ende 2022 betrug der Anteil der 57,8 Mio Euro (31.12.2021: 56,4 Mio Euro). langfristigen Finanzverbindlichkeiten an den Finanzverbindlich- keiten von Jenoptik rund 89 Prozent (31.12.2021: 75 Prozent).

Durch die Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten konnte auch die Nettoverschuldung im Verlauf des Berichtszeitraums Unter anderem durch die Tilgung der letzten Tranche der zurückgeführt werden und lag zum 31. Dezember 2022 bei 2015 begebenen Schuldscheindarlehen sanken die kurzfristigen 479,0 Mio Euro (31.12.2021: 541,4 Mio Euro). Finanzverbindlichkeiten deutlich auf 59,1 Mio Euro (31.12.2021: 149,0 Mio Euro).

Der Verschuldungsgrad lag am Jahresende 2022 bei 0,98 (31.12.2021: 1,25). Der Verschuldungsgrad wird als Verhältnis von Fremdkapital (828,5 Mio Euro) zu Eigenkapital (843,3 Mio Euro) definiert.

Die Net-Cash-Position wird definiert als die Summe aus Zahlungsmitteln und kurzfristigen Finanzanlagen abzüglich der kurz-

Investitionsanalyse

Die Investitionsschwerpunkte werden aus der Konzernstrategie abgeleitet und stehen im Einklang mit den geplanten Wachstumszielen und der Vermögensstruktur des Konzerns. Um dies sicherzustellen, werden die Einzelinvestitionen systematisch anhand von erfolgs- und finanzwirtschaftlichen Kennzahlen auf ihre Zukunftsfähigkeit sowie ihren Wertbeitrag geprüft, und es wird eine dezidierte Chancen- sowie Risiko-Betrachtung vorgenommen.

2022 investierte Jenoptik 106,0 Mio Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (i.Vj. 49,9 Mio Euro). Die Investitionen erfolgten vor allem, um die Voraussetzungen für Wachstum und neue Kundenaufträge zu schaffen. Mit 95,5 Mio Euro entfiel erneut der größte Teil der Investitionen auf Sachanlagen (i.Vj. 39,9 Mio Euro). Hier wurden Fertigungskapazitäten erweitert und Investitionen in die technische Ausstattung, insbesondere für die Halbleiterausrüstungsindustrie, für den Bau der Fabrik in Dresden, den neuen Standort der bisherigen BG Medical in Berlin sowie das Mitarbeiterrestaurant in Jena vorgenommen.

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte blieben mit 10,5 Mio Euro weitgehend stabil (i.Vj. 10,1 Mio Euro). Die Investitionen entfielten im Wesentlichen auf Kosten im Zusammenhang mit dem neuen IT-System (SAP S/4 HANA) sowie auf die zu aktivierenden Entwicklungsleistungen aus internen Projekten, die im Berichtszeitraum 4,2 Mio Euro betrugen (i.Vj. 4,2 Mio Euro).

Die planmäßigen Abschreibungen der fortgeführten Geschäfts- bereiche stiegen auf 68,3 Mio Euro (i.Vj. 47,6 Mio Euro), insbe- sondere in Folge der Akquisitionen im Geschäftsjahr 2021 inkl. der PPA-Effekte.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen lagen bei 37,2 Mio Euro (i.Vj. 28,8 Mio Euro) und damit signifikant unter den Sachanlageinvestitionen.

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- werte von 30,9 Mio Euro (i.Vj. 18,7 Mio Euro) beinhalteten wie im Vorjahr in erster Linie Abschreibungen von Software sowie auf im Rahmen von Unternehmenserwerben identifizierte immaterielle Vermögenswerte.

G10 Verschuldungsgrad

2022 2021 2020 2019 2018
1 0,98 1,25 0,94 0,65 0,65

¹ Werte der Jahre 2018 bis 2020 sind Angaben für den Konzern inkl. VINCORION

T23 Netto- und Bruttoverschuldung (in Mio EUR)

2022 2021 2020 2019 2018
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 477,7 448,7 138,4 122,6 111,4
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 59,1 149,0 130,9 37,0 10,1
Bruttoverschuldung 536,8 597,7 269,3 159,6 121,5
abzüglich kurzfristige Finanzanlagen 1,0 1,6 4,9 69,7 59,5
abzüglich Zahlungsmittel 56,8 54,8 63,4 99,0 89,3
Nettoverschuldung 479,0 541,4 201,0 –9,1 –27,2

¹ Werte der Jahre 2018 bis 2020 sind Angaben für den Konzern inkl. VINCORION

Liquiditätsanalyse

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit des Konzerns stieg im Berichtsjahr deutlich auf 142,7 Mio Euro (i.Vj. 98,0 Mio Euro). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf ein deutlich besseres zahlungswirksames Ergebnis sowie geringere negative Effekte aus dem Aufbau des Working Capitals zurückzuführen.

2022 lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns bei minus 13,4 Mio Euro (i.Vj. minus 413,6 Mio Euro). Er wurde im Berichtszeitraum insbesondere beeinflusst durch signifikant höhere Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und die Liquiditätsflüsse im Zusammenhang mit der Veräußerung von VINCORION. Im Vorjahr war er maßgeblich durch die Auszahlungen für den Erwerb von BG Medical und der SwissOptic- Gruppe sowie die verbleibenden 25 Prozent (zweite Kaufpreis- tranche) für TRIOPTICS geprägt.

Aufgrund des höheren Cashflows aus laufender Geschäfts- tätigkeit vor Steuern lag der Free Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche mit 82,7 Mio Euro trotz der gestiegenen Auszahlungen aus operativer Investitionstätigkeit deutlich über dem Vorjahreswert von 43,2 Mio Euro. Auf Konzernebene erreichte er 79,6 Mio Euro (i.Vj. 62,8 Mio Euro). Der Free Cash- flow ergibt sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäfts- tätigkeit vor Ertragsteuerzahlungen des Konzerns in Höhe von 157,5 Mio Euro (i.Vj. 108,3 Mio Euro) und des Cashflows aus operativer Investitionstätigkeit, d.h. des Saldos der Ein- und Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sach- anlagen von minus 77,9 Mio Euro (i.Vj. minus 45,5 Mio Euro).

Die Cash-Conversion-Rate der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug im Geschäftsjahr 2022 44,9 Prozent (i.Vj. 27,7 Prozent).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf minus 127,3 Mio Euro (i.Vj. 304,2 Mio Euro). Beeinflusst wurde er insbesondere durch die Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten (im Vorjahr Begebung der Schuldscheindarlehen) und den Auszahlungen für die Tilgung der noch bestehenden Tranche des 2015 platzierten Schuld-

T24 Investitionen und Abschreibungen der fortgeführten Geschäftsbereiche (in Mio EUR)

2022 2021 Veränderung in %
Investitionen 106,0 49,9 112,2
Immaterielle Vermögenswerte 10,5 10,1 3,9
Sachanlagen 95,5 39,9 139,6
Abschreibungen/Wertminderungen und -aufholungen 82,2 47,6 72,7
Immaterielle Vermögenswerte 44,2 18,7 136,6
Sachanlagen 37,8 28,4 33,4
als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0,1 0,5 –75,7

T25 Investitionen nach Segmenten – immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (in Mio EUR)

2022 2021 Veränderung in %
Fortgeführte Geschäftsbereiche 106,0 49,9 112,2
Advanced Photonic Solutions 79,6 30,7 159,6
Smart Mobility Solutions 7,8 8,1 –3,4
Non-Photonic Portfolio Companies 3,8 1,7 130,0
Sonstige 14,8 9,5 55,3

Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2022 führte der Abschluss des Verkaufs von VINCORION zu Änderungen in der Konzernbilanz. Ende 2021 wurden die Vermögenswerte und Schulden auf der Aktiv- und Passivseite jeweils als separate Posten – „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ und „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ – ausgewiesen.

Im Vergleich zum Jahresende 2021 reduzierte sich die Bilanz- summe des Jenoptik-Konzerns zum 31. Dezember 2022 vor allem aufgrund der genannten Veräußerung auf 1.671,8 Mio Euro (31.12.2021: 1.757,0 Mio Euro), ein Rückgang um 85,3 Mio Euro.

Auf der Aktivseite legten die langfristigen Vermögenswerte auf 1.128,5 Mio Euro zu (31.12.2021: 1.110,8 Mio Euro). Dies resultierte insbesondere aus dem Anstieg bei den Sachanlagen infolge der getätigten Investitionen. Zugenommen haben zudem die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte durch Derivate. Dagegen verringerten sich sowohl die immateriellen Vermögenswerte von 753,2 Mio Euro auf 730,6 Mio Euro, vor allem aufgrund von Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, als auch die latenten Steuern überwiegend durch die Inanspruchnahme des Verlustvortrags der JENOPTIK AG.

2022 wurden zudem Dividenden an die Gesellschafter des Mutterunternehmens und Minderheitsgesellschafter in Höhe von 17,6 Mio Euro gezahlt (i.Vj. 16,1 Mio Euro), davon 14,3 Mio Euro an die Aktionäre der JENOPTIK AG und 3,3 Mio Euro an Minderheitsgesellschafter von TRIOPTICS.

G11 Free Cashflow (in Mio EUR)

2022 2021 2020 2019 2018
1 82,7 43,2 52,5 77,2 108,3

¹ Werte der Jahre 2018 bis 2019 sind Angaben für den Konzern inkl. VINCORION

T26 Cashflow Konzern (inkl.# VINCORION) (in Mio EUR) 2022 2021 2020 2019 2018
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 142,7 | 98,0 | 89,7 | 108,9 | 135,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –13,4 | –413,6 | –188,4 | –54,4 | –117,5
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –127,3 | 304,2 | 63,7 | –46,1 | –60,9
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2,0 | –11,4 | –35,0 | 8,4 | –42,9
Nicht zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –0,1 | 2,8 | –0,6 | 1,4 | –0,1
VeränderungꢀderꢀZahlungsmittelꢀundꢀZahlungsmitteläquivalenteꢀ | 1,9 | –ꢀ8,6 | –ꢀ35,6 | 9,8 | –ꢀ43,1
ZahlungsmittelꢀundꢀZahlungsmitteläquivalenteꢀamꢀEndeꢀdesꢀ Geschäftsjahrs | 56,8 | 54,8 | 63,4 | 99,0 | 89,3
59 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht

Die Sachanlagen stiegen von 266,7 Mio Euro Ende 2021 auf 324,6 Mio Euro zum 31. Dezember 2022. Dies ist unter anderem auf die Zunahme bei den technischen Anlagen und Maschinen, geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sowie den Posten Bauten zurückzuführen. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen siehe Anhang Punkte 5.1. und 5.2.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 543,3 Mio Euro (31.12.2021: 646,3 Mio Euro). Zurückzuführen war das vor allem auf den Abschluss des Verkaufsprozesses von VINCORION und dem damit verbundenen Abgang der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte. Dazu beigetragen haben zudem geringere Vertragsvermögenswerte von 58,1 Mio Euro (31.12.2021: 81,4 Mio Euro), hier war insbesondere bei den Non-Photonic Portfolio Companies durch den Abschluss eines Großprojekts eine deutliche Abnahme zu verzeichnen. Dies wurde durch die Zunahme von Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerte kompensiert. Die Vorräte stiegen auf 256,0 Mio Euro (31.12.2021: 200,2 Mio Euro). Hier wurden Vorleistungen für künftige Umsätze erbracht, kritische Bestände aufgebaut und sichergestellt, dass Vorprodukte verfügbar sind. Die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag vor allem in der Umsatzausweitung insbesondere im 4. Quartal begründet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente blieben mit 56,8 Mio Euro weitgehend konstant (31.12.2021: 54,8 Mio Euro).

Das Working Capital der fortgeführten Geschäftsbereiche stieg zum 31. Dezember 2022 auf 287,4 Mio Euro (31.12.2021: 260,6 Mio Euro). Auf der Aktivseite erhöhten sich Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deutlich stärker als die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten auf der Passivseite. Die Working Capital-Quote, das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz auf Basis der letzten zwölf Monate, verbesserte sich zum Jahresende 2022 auf 29,3 Prozent (31.12.2021: 34,7 Prozent).

Zum 31. Dezember 2022 lag das Eigenkapital mit 843,3 Mio Euro deutlich über dem Wert vom Jahresende 2021 (31.12.2021: 780,7 Mio Euro). Hier wirkten vor allem das Periodenergebnis sowie Währungs- und versicherungsmathematische Effekte positiv. Einen eigenkapitalmindernden Effekt hatte dagegen die Dividende für die Aktionäre der JENOPTIK AG sowie die Minderheitsgesellschafter von TRIOPTICS von insgesamt 17,6 Mio Euro. Die Eigenkapitalquote, das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme, verbesserte sich deutlich auf 50,4 Prozent (31.12.2021: 44,4 Prozent).

Die langfristigen Schulden legten auf 519,0 Mio Euro zu (31.12.2021: 503,1 Mio Euro). Ihre Entwicklung wurde 2022 insbesondere durch den Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 477,7 Mio Euro infolge von Kreditaufnahmen und neuen Leasingverträgen beeinflusst (31.12.2021: 448,7 Mio Euro). Die Pensionsverpflichtungen reduzierten sich aufgrund der gestiegenen Zinsen (vgl. Anhang, Kapitel „Pensionsverpflichtungen“ Punkt 5.12).

Die kurzfristigen Schulden sanken auf 309,5 Mio Euro (31.12.2021: 473,3 Mio Euro). Wesentlich dazu beigetragen hat der Abgang der Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten nach dem Abschluss des Verkaufs von VINCORION (31.12.2021: 93,6 Mio Euro). Darüber hinaus erfolgte die Tilgung der letzten Tranche der 2015 begebenen Schuldscheindarlehen, was zu einer Abnahme der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 59,1 Mio Euro führte (31.12.2021: 149,0 Mio Euro). Reduziert haben sich zudem die sonstigen T27

Bestandteile des Working Capitals (in Mio EUR) 2022 2021 Veränderung in %
Vorräte 256,0 200,2 27,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138,8 120,5 15,2
Vertragsvermögenswerte 58,1 81,4 –28,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 100,6 94,2 6,8
Vertragsverbindlichkeiten 64,9 47,3 37,0
Gesamt 287,4 260,6 10,3

60 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 Prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70 Lagebericht der JENoPtIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung

kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von 22,0 Mio Euro Ende 2021 auf 10,3 Mio Euro Ende 2022. Auf 100,6 Mio Euro (31.12.2021: 94,2 Mio Euro) zugelegt haben stichtagsbedingt die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistun- gen. Vor allem der Anstieg der erhaltenen Anzahlungen für Unternehmens- erwerben und Projekte mit zeitpunktbezogener Umsatzrealisierung führte zu höheren Vertragsverbindlichkeiten von 64,9 Mio Euro (31.12.2021: 47,3 Mio Euro).

Unternehmenskäufe und -verkäufe: Die im Geschäftsjahr 2022 erfolgten Unternehmenskäufe und -verkäufe sind im Kapitel Konzernstruktur beschrieben. Wei- tere Unternehmenskäufe und -verkäufe fanden 2022 nicht statt.

Nicht bilanzierte Werte und Verpflichtungen:
Der Wert der Marke Jenoptik gehört für uns zu den wesent- lichen nicht bilanzierten Werten. Jenoptik agiert in dem stark fragmentierten, von einer Vielzahl von hochspezialisierten Unternehmen geprägten Photonik-Markt. Unsere Markenwahr- nehmung soll in den kommenden Jahren vor allem interna- tional weiter steigen. Seit Anfang 2019 ist Jenoptik mit einer neuen Markenpositionierung und einem neuem Corporate Design im Markt aktiv. Strategisch positioniert sich Jenoptik als Photonik-Spezialist.

Weitere Information

  • Unternehmens-
    -veräußerungen siehe Anhang Punkt 2.4

G12 Eigenkapitalquote (in Prozent)

2022 2021 2020 2019 2018
Wert 50,4 44,4 51,5 60,5 60,6

106 2018

T28 Finanzverbindlichkeiten nach Fälligkeiten (in Mio EUR)

bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
2022 2021 2022 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 47,1 137,6 203,1 201,9
Verbindlichkeiten aus Leasing 11,9 11,4 27,8 25,4
Gesamt 59,1 149,0 230,9 227,3

T29 Bestandteile von Finanzverbindlichkeiten (in Mio EUR)

2022 2021 Veränderung in %
kurzfristig 59,1 149,0 –60,4
Kreditverbindlichkeiten 47,1 137,6 –65,7
Leasing-Verbindlichkeiten 11,9 11,4 4,4
langfristig 477,7 448,7 6,5
Kreditverbindlichkeiten 435,4 421,2 3,4
Leasing-Verbindlichkeiten 42,4 27,5 53,9

61 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht

Für nicht nutzbare Verlustvorträge werden für körperschaft- steuerliche Zwecke in Höhe von 27,6 Mio Euro (i.Vj. 25,5 Mio Euro) und für gewerbesteuerliche Zwecke in Höhe von 1,2 Mio Euro (i.Vj. 11,8 Mio Euro) keine aktiven latenten Steuern bilan- ziert, da diese voraussichtlich nicht in einem festgelegten Planungshorizont verbraucht werden. Gleichermaßen wurden für abzugsfähige zeitliche Bilanzunterschiede in Höhe von 3,0 Mio Euro (i.Vj. 2,0 Mio Euro) keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage: Jenoptik nutzt ein Factoring-Programm als zusätzliches Instrument zur Liquiditäts- und Working-Capital- Steuerung. Dabei werden Forderungen aus Lieferung und Leistung ausgewählter Kunden an eine Factoring-Gesellschaft verkauft. Dies trägt dazu bei, dass Jenoptik unter anderem auch langlaufende Forderungen kurzfristig in Liquidität trans- formieren kann. Der Rahmen dieses Instruments wurde 2022 von 25 auf 50 Mio Euro erhöht, tatsächlich genutzt wurden jedoch weiterhin ca. 25 Mio Euro. Da beim Verkauf der Forde- rungen die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen und Risiken auf den Forderungskäufer übergehen, werden die ent- sprechenden Forderungen nicht mehr bei der Jenoptik bilan- ziert (sog. echtes Factoring). Abgesehen davon nutzt Jenoptik keine weiteren wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungs- instrumente.

Informationen zu den Haftungsverhältnissen und Eventualver- bindlichkeiten sind im Konzernanhang unter Punkt 8.3 zu finden.

Klauseln in Verträgen der JENOPTIK AG, die im Falle eines Kontrollwechsels in der Eigentümerstruktur der JENOPTIK AG infolge eines Übernahmeangebots (Change of Control) greifen, bestehen für Finanzierungsverträge mit einem ausgenutzten Gesamtvolumen von rund 456,8 Mio Euro (i.Vj. 549,6 Mio Euro). Weitere Angaben dazu sind bei den Übernahmerechtlichen Angaben zu finden.# Lagebericht der JENOPTIK AG

Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Geschäftsverlaufs

Jenoptik zeigte im Geschäftsjahr 2022 eine positive Entwicklung bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis (auf vergleichbarer Basis). Der Krieg in der Ukraine, COVID-19 und auch Themen wie Inflation und Lieferengpässe hatten im Berichtsjahr insgesamt keine signifikant negativen Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit der Jenoptik-Gesellschaften und somit auf die Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage des Konzerns. Jenoptik konnte unterjährig die Prognose erhöhen und erreichte im Geschäftsjahr 2022 beim Umsatz und bei der 27 EBITDA-Marge Werte, die leicht über den dann prognostizierten Spannen lagen. Trotz des herausfordernden Umfelds und der Akquisitionen im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin über gestiegenen Verschuldung stellte der Konzern zudem aus Sicht des Vorstands weiterhin gesunde Bilanzrelationen sicher.

Die fortgeführten Geschäftsbereiche erzielten 2022 ein spürbares Umsatzwachstum. Dazu beigetragen hat vor allem die anhaltend hohe Nachfrage im Bereich der Halbleiterausrüstung, die gute Entwicklung im Biophotonik-Markt und im Bereich Industrial Solutions in der Division Advanced Photonic Solutions. In der Division Smart Mobility Solutions lagen die Umsätze ebenfalls über dem Vorjahresniveau. Die Non-Photonic Portfolio Companies erzielten einen Umsatz, der unter dem Vorjahresniveau lag.

Im Geschäftsjahr 2022 konnten die fortgeführten Geschäfts- bereiche auch das EBITDA steigern. Auf vergleichbarer Basis, d.h. ohne den Einmaleffekt im Zusammenhang mit der Neubewertung von Kaufpreisbestandteilen aus den Erwerben von TRIOPTICS und INTEROB im Geschäftsjahr 2021, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr auch die Profitabilität spürbar verbessert.

Beim Auftragseingang legten 2022 alle drei Segmente beträchtlich zu. Der Auftragsbestand des Konzerns lag Ende 2022 ebenfalls über dem guten Niveau des Vorjahres und bildet damit nach Einschätzung des Vorstands eine stabile Grundlage für das weitere profitable Wachstum von Jenoptik.

Aufgrund des höheren Cashflows aus laufender Geschäfts- tätigkeit lag der Free Cashflow der fortgeführten Geschäfts- bereiche über dem Vorjahreswert. Dadurch konnte im Jahres- verlauf die Nettoverschuldung spürbar reduziert werden. Damit verfügt Jenoptik nach Einschätzung des Vorstands auch aufgrund der Akquisitionen im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin über ausreichend finanziellen Spielraum für Investitionen im photonischen Kerngeschäft und mögliche weitere Akquisitionen. Damit wurde eine gute Basis für das weitere Wachstum geschaffen.

Die Bilanz- und Finanzierungsstruktur ist aus Sicht des Vor- stands solide. Die Eigenkapitalquote stieg zum Jahresende auf 50,4 Prozent.

Angesichts des auch 2022 herausfordernden Umfelds war der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung insgesamt sehr zufrieden.

Segmentbericht

Die beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies stellen die Segmente im Sinne von IFRS 8 dar. Die Vorjahres- angaben im Segmentbericht wurden an die neue Struktur des Jenoptik-Konzerns angepasst.

Zur Konzernstruktur im Berichtsjahr 2022 siehe Kapitel Konzernstruktur.

Die Division Advanced Photonic Solutions unterstützt als Partner ihre Kunden mit einem breiten photonischen Technologie- portfolio von der Entwicklung bis zur Serienfertigung. Die Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen großen Unter- nehmen als Entwicklungs- und Produktionspartner war auch wichtiger Bestandteil des Geschäfts.

Advanced Photonic Solutions erzielte 2022 einen Umsatz von 729,6 Mio Euro (i.Vj. 495,6 Mio Euro). Umsatzstärkstes Quartal war mit 200,5 Mio Euro das 4. Quartal (i.Vj. 146,0 Mio Euro). Vor allem das Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie legte 2022 weiter zu. Aber auch die Bereiche Biophotonics, Industrial Solutions sowie Optical Test & Measurement trugen zur positiven Geschäftsentwicklung bei. Der Umsatz der bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe belief sich auf 160,4 Mio Euro (i.Vj. 9,6 Mio Euro). Damit ist Advanced Photonic Solutions die Division im Berichtszeitraum organisch um 17,4 Prozent gewachsen. Der Anteil von Advanced Photonic Solutions am Umsatz von Jenoptik stieg auf 74,4 Prozent (i.Vj. 66,0 Prozent).

Insgesamt wurden 2022 rund 77,2 Prozent des Divisionsumsatzes im Ausland erzielt (i.Vj. 85,6 Prozent). Die Erlöse stiegen in allen Regionen. Unter anderem durch den Beitrag der erworbenen Unternehmen legten die Erlöse in Europa (inkl. Deutschland) auf 396,8 Mio Euro zu (i.Vj. 227,4 Mio Euro) und stellten unverändert den größten Anteil, gefolgt von Asien/Pazifik. Hier stieg der Umsatz vor allem durch den erstmals enthaltenen Beitrag der SwissOptic-Gruppe von 141,6 Mio Euro auf 165,8 Mio Euro.

Mit dem Closing am 30. November 2021 hat Jenoptik den Erwerb der bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe erfolgreich abgeschlossen und diese in die Division Advanced Photonic Solutions integriert. BG Medical wurde 2022 auf die JENOPTIK Optical Systems GmbH verschmolzen. Die Unternehmen wurden 2021 erst seit dem Closing in den Abschluss einbezogen und sind daher in den Vorjahresangaben wie Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang nur für einen Monat enthalten. Die Beiträge der erworbenen Unternehmen zu Umsatz, Auftragseingang und -bestand werden im nachfolgenden Text angegeben.

Bei den im Segmentbericht aufgeführten Angaben zum Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand handelt es sich ausschließlich um Geschäfte mit konzernexternen Dritten.

Informationen zu den jeweiligen Märkten finden Sie im Branchenbericht und zur zukünftigen Entwicklung im Prognosebericht. Weitere Informationen zum Umsatz in den Regionen siehe Segmentbericht im Anhang T30.

Advanced Photonic Solutions auf einen Blick (in Mio EUR)

2022 2021 Veränderung in %
Umsatz 729,6 495,6 47,2
EBITDA 170,0 143,4 18,6
EBITDA-Marge in %¹ 23,3 28,6
EBIT 123,0 116,6 5,5
EBIT-Marge in %¹ 16,8 23,2
Investitionen 79,6 30,7 159,6
Free Cashflow 100,1 79,0 26,7
Cash-Conversion-Rate in % 58,9 55,1
Auftragseingang 891,8 674,9 32,1
Auftragsbestand 581,4 430,2 35,1
Mitarbeiter 2.995 2.721 10,1

¹ Basierend auf Summe aus externem und internem Umsatz

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zeigte mit 170,0 Mio Euro (inklusive negativer PPA-Effekte von 1,2 Mio Euro) einen spürbaren Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr mit 143,4 Mio Euro (inkl. der PPA-Effekte von 2,1 Mio Euro). Dazu beigetragen hat insbesondere die sehr gute Performance in den Bereichen Halbleiter- ausrüstung und Biophotonics. Im Vorjahresergebnis war ein positiver Einmaleffekt von 30,5 Mio Euro im Zusammenhang mit den bedingten Kaufpreiskomponenten aus dem Erwerb von TRIOPTICS und INTEROB enthalten. Die EBITDA-Marge erreichte im Berichtszeitraum 23,3 Prozent und lag damit über dem vergleichbaren Vorjahreswert ohne Einmaleffekt von 22,8 Prozent, aber unter dem Vorjahreswert von 28,6 Prozent (inkl. Einmal- effekt).

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem der oben beschriebene Einmaleffekt enthalten war, verbesserte die Division das EBIT auf 123,0 Mio Euro (i.Vj. 86,1 Mio Euro ohne Einmaleffekt/ 116,6 Mio Euro inkl. Einmaleffekt). Im EBIT enthalten sind PPA-Effekte aus den 2020 und 2021 erfolgten Akquisitionen von minus 22,6 Mio (i.Vj. minus 10,8 Mio Euro). Die EBIT- Marge lag bei 16,8 Prozent (i.Vj. 17,4 Prozent ohne Einmal- effekt/ 23,2 Prozent inkl. Einmaleffekt).

Die Nachfrage nach Produkten der Division blieb auch 2022 unverändert hoch. Der Auftragseingang übertraf mit 891,8 Mio Euro den Vorjahreswert von 674,9 Mio Euro um 32,1 Prozent. Im 4. Quartal verbuchte die Division mit neuen Aufträgen im Umfang von 221,3 Mio Euro (i.Vj.

Vor dem Hintergrund des sehr guten Geschäftsverlaufs erhöhte sich der Free Cashflow vor Zinsen und Ertragsteuern auf 100,1 Mio Euro (i.Vj. 79,0 Mio Euro), trotz der signifikant gestiegenen Investitionen. Die Cash-Conversion-Rate stieg in der Folge von 55,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 58,9 Prozent zum Jahresende 2022. Die Division nutzte auch 2022 Factoring als Finanzierungsinstrument.

Deutlich gestiegen hingegen ist, unter anderem aufgrund des signifikanten Aufbaus von Vorräten, das Working Capital. Es legte von 179,1 Mio Euro Ende 2021 auf 204,2 Mio Euro zum 31. Dezember 2022 zu.

Advanced Photonic Solutions beschäftigte zum 31. Dezember 2022 insgesamt 2.995 Mitarbeiter und damit 274 Personen mehr als im Vorjahr (i.Vj. 2.721), vor allem im Bereich Halb- leiterausrüstung. Ende 2022 hatte die Division 115 Auszubil- dende (i.Vj. 111 Auszubildende).

Einschließlich der Entwicklungsleistungen im Kundenauftrag von 63,1 Mio Euro lag die F+E-Leistung der Division auf 63,1 Mio Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 41,9 Mio Euro. Die F+E-Kosten lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 34,8 Mio Euro (i.Vj. 20,2 Mio Euro). Der Anteil der Gesamtauf- wendungen für F+E am Divisionsumsatz betrug 8,6 Prozent (i.Vj. 8,5 Prozent).

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögens-# Zusammengefasster Lagebericht | Segmentbericht

Smart Mobility Solutions

Die Division Smart Mobility Solutions verantwortet im Konzern das Geschäft mit Systemen und Dienstleistungen rund um Verkehrssicherheit, wie Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen und spezielle Lösungen zur Ermittlung anderer Verkehrsverstöße sowie für die Bereiche der öffentlichen Sicherheit und Mautkontrolle. Das Geschäft ist geprägt durch Projekte. Im Berichtszeitraum konnte die Division unter anderem größere Aufträge in Nordamerika, Europa, Südamerika sowie in der Region Mittlerer Osten/Afrika verbuchen. Die Book-to-Bill-Rate verbesserte sich auf 1,10 (i.Vj. 1,06).

2022 realisierte die Division einen Umsatz von 114,3 Mio Euro (i.Vj. 110,1 Mio Euro), 3,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nach einem durch Lieferengpässe verhaltenen Start konnte die Division die Umsätze im Jahresverlauf von Quartal zu Quartal steigern und verbuchte im 4. Quartal mit 38,5 Mio Euro (i.Vj. 37,8 Mio Euro) den höchsten Umsatz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steuerte Smart Mobility Solutions 11,7 Prozent zum Umsatz bei (i.Vj. 14,7 Prozent). Mit insgesamt 485 Mitarbeitern blieb die Zahl der zum Jahresende 2022 beschäftigten Personen in der Division nahezu kons-tant (31.12.2021: 491 Mitarbeiter). Ende Dezember zählte die Division insgesamt wie im Jahr zuvor 9 Auszubildende.

Das EBITDA lag mit 19,3 Mio Euro geringfügig über dem Vorjahreswert von 19,2 Mio Euro. Mit 10,9 Mio Euro wurde ein erheblicher Ergebnisbeitrag im 4. Quartal erwirtschaftet (i.Vj. 10,6 Mio Euro). Da der Umsatz stärker als das EBITDA gestiegen ist, lag die EBITDA-Marge 2022 mit 16,9 Prozent geringfügig unter dem Vorjahreswert von 17,4 Prozent. Im 4. Quartal erzielte die Division eine EBITDA-Marge von 28,3 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert von 28,0 Prozent.

Der Auftragseingang der Division unterliegt den typischen Schwankungen im Projektgeschäft. 2022 erhielt Smart Mobility Solutions neue Aufträge im Wert von 125,8 Mio Euro und damit mehr als im Vorjahr (i.Vj. 116,5 Mio Euro).

Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2022 stieg infolge des höheren Auftragseingangs deutlich auf 65,7 Mio Euro (31.12.2021: 54,3 Mio Euro).

Mit etwa 67,3 Prozent war der Anteil des Auslandsumsatzes 2022 projektbedingt geringer als im Vorjahr mit 72,0 Prozent. Zuwächse verzeichnete die Division in Europa inkl. Deutschland und in der Region Mittlerer Osten/Afrika. Die Erlöse in Amerika waren dagegen rückläufig. 2022 überstiegen die F+E-Kosten mit 15,5 Mio Euro das Vorjahresniveau von 14,4 Mio Euro. In Summe erhöhte sich die F+E-Leistung der Division auf 17,6 Mio Euro (i.Vj. 15,0 Mio Euro). Für Informationen zu wesentlichen Entwicklungsthemen siehe Kapitel 10, Forschung und Entwicklung.

Die Division investierte im Berichtsjahr 7,8 Mio Euro in Sach-anlagen und immaterielle Vermögenswerte (i.Vj. 8,1 Mio Euro), vor allem im Zusammenhang mit Traffic-Service-Provision- (TSP)-Projekten, insbesondere in Nordamerika und Europa. Bei diesen Projekten wird die Verkehrssicherheitstechnik von Jenoptik installiert und im Auftrag des Kunden betrieben. 2022 fiel damit das Investitionsvolumen um 3,4 Prozent geringer aus als im Jahr zuvor. Planmäßige Abschreibungen in Höhe von 5,5 Mio Euro (i.Vj. 5,1 Mio Euro) standen den Investitionen gegenüber.

Das Working Capital erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 auf 34,1 Mio Euro, nach 25,6 Mio Euro im Vorjahr. Dies resultierte hauptsächlich aus höheren Vorräten aufgrund gestörter Liefer-ketten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Insbesondere geringere negative Effekte aus dem Aufbau von Working Capital führten zu einem höheren Free Cashflow (vor Zinsen und Ertragsteuern) von 4,2 Mio Euro im Geschäftsjahr (i.Vj. minus 4,4 Mio Euro). Die Cash-Conversion-Rate lag in der Folge mit 22,0 Prozent ebenfalls signifikant über dem Vorjah-reswert (i.Vj. <0).

T31 Smart Mobility Solutions auf einen Blick (in Mio EUR) 2022 2021 Veränderung in %
Umsatz 114,3 110,1 3,8
EBITDA 19,3 19,2 0,8
EBITDA-Marge in % ¹ 16,9 17,4 –1,4
EBIT 12,1 12,8 –1,4
EBIT-Marge in % ¹ 13,9 14,1 –1,4
Investitionen 7,8 8,1 –3,4
Free Cashflow 4,2 –4,4 k.A.
Cash-Conversion-Rate in % 22,0 <0 k.A.
Auftragseingang 125,8 116,5 7,9
Auftragsbestand 65,7 54,3 21,0
Mitarbeiter 485 491 –1,2

¹ Basierend auf Summe aus externem und internem Umsatz

Non-Photonic Portfolio Companies

Die Non-Photonic Portfolio Companies sind insbesondere auf Lösungen für die Automobilindustrie fokussiert und konzentrieren sich auf die beiden Geschäftsfelder Metrology sowie Auto-mation & Integration.

Die Non-Photonic Portfolio Companies waren 2022 die Auswirkungen der Corona-Pandemie, von Liefereng-pässen sowie strukturellen Themen nach wie vor spürbar.

Der Umsatz der Non-Photonic Portfolio Companies lag 2022 bei 132,3 Mio Euro (i.Vj. 141,3 Mio Euro). Einen Zuwachs ver-zeichnete der Bereich Automation&Integration in Nordamerika. In der Vorjahresperiode waren noch die Umsatzbeiträge des per 30. Juli 2021 veräußerten nicht-optischen Prozess-Messtechnik-geschäfts für Schleifmaschinen enthalten. Im 4. Quartal konnte mit 41,2 Mio Euro (i.Vj. 45,3 Mio Euro) der höchste Quartals-umsatz im Berichtsjahr erzielt werden. Der Anteil der Non-Photonic Portfolio Companies am Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche sank 2022 auf 13,5 Prozent (i.Vj. 18,8 Pro-zent).

Mit rund 84,1 Prozent generierte die Division auch 2022 den Großteil ihrer Umsätze im Ausland (i.Vj. 76,2 Prozent). Während die Umsätze in Amerika, insbesondere den USA (Anstieg von 69,2 Mio Euro auf 79,4 Mio Euro), den Vorjahreswert deutlich überstiegen, wurden in Europa, inkl. Deutschland, sowie in der Region Asien/Pazifik weniger Erlöse erzielt.

Das EBITDA ging um 49,8 Prozent auf 2,7 Mio Euro zurück (i.Vj. 5,4 Mio Euro). Es wurde unter anderem stark durch Projekte im Bereich Automation belastet. Im Vorjahr waren zudem ein Ertrag von 3,5 Mio Euro aus dem o.g. Verkauf des Messtechnik-Geschäfts für Schleifmaschinen sowie Effekte aus der Auflösung von Rückstellungen insbesondere im Zusammenhang mit den 2020 ergriffenen Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen enthalten. Die EBITDA-Marge verringerte sich auf 2,0 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr. Im 4. Quartal wurde mit einem EBITDA von 5,5 Mio Euro eine Marge von 13,2 Prozent erreicht (i.Vj. 1,0 Mio Euro bzw. 2,1 Prozent).

T32 Non-Photonic Portfolio Companies auf einen Blick (in Mio EUR) 2022 2021 Veränderung in %
Umsatz 132,3 141,3 –6,4
EBITDA 2,7 5,4 –49,8
EBITDA-Marge in % ¹ 2,0 3,8 –47,4
EBIT –20,4 –4,5 –349,2
EBIT-Marge in % ¹ –15,3 –3,2 –378,1
Investitionen 3,8 1,7 130,0
Free Cashflow 14,0 –13,5 k.A.
Cash-Conversion-Rate in % 520,8 <0 k.A.
Auftragseingang 163,4 141,6 15,4
Auftragsbestand 86,6 58,9 46,9
Mitarbeiter 657 692 –5,1

Zum 31. Dezember 2022 hatten die Non-Photonic Portfolio Companies 657 Mitarbeiter (31.12.2021: 692 Mitarbeiter). Zum Stichtag gab es insgesamt 21 Auszubildende (31.12.2021: 20 Auszubildende).

Die F+E-Leistung sank auf 5,6 Mio Euro (i.Vj. 6,7 Mio Euro). Darin enthalten sind Entwicklungen im Kundenauftrag in Höhe von 2,1 Mio Euro (i.Vj. 2,4 Mio Euro). Die F+E-Kosten beliefen sich auf 3,5 Mio Euro (i.Vj. 4,3 Mio Euro). 2022 betrug der Anteil der F+E-Leistung am Gesamtumsatz in den Non-Photonic Portfolio Companies 4,2 Prozent (i.Vj. 4,8 Prozent).

207,7 Mio Euro) den höchsten Beitrag. Hier ist die erste Tranche eines Rahmenvertrags (i.Vj. 30,7 Mio Euro). Um den wachsenden Kundenanforderun- gen gerecht zu werden, investiert die Division in Maschinen und Anlagen, aber auch in einen neuen Entwicklungs- und Fer-tigungsstandort in Berlin. Infolge der steigenden Nachfrage nach Optiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie erweitert Jenoptik außerdem die Fertigungskapazitäten und wird am Standort Dresden mehr als 70 Mio Euro in ein hochmodernes Halbleiter-fertigungsgebäude für Mikrooptiken und Sensoren sowie einen neuen Bürokomplex investieren. Der Spatenstich erfolgte im September 2022, Anfang 2025 soll die Produktion in der neuen Fabrik starten.

Der Zuwachs beim Auftragseingang gab es insbesondere aus der Halbleiterausrüstungsindustrie und in den Bereichen Biophotonics und Industrial Solutions. Hier haben auch neue Aufträge der bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe von 211,9 Mio Euro (i.Vj. 9,9 Mio Euro) zum Anstieg beigetragen. Im Verhält-nis zum Umsatz ergab sich für den Berichtszeitraum eine Book-to- Bill-Rate von 1,22 (i.Vj. 1,36). Den Investitionen standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 47,0 Mio Euro gegenüber (i.Vj. 26,8 Mio Euro), der Anstieg resultierte aus den PPA-Effekten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der vergangenen Jahre sowie aus höheren Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögens-gegenstände.

Aufgrund des hohen Auftragseingangs stieg der Auftragsbe-stand zum Jahresende 2022 um 151,1 Mio Euro auf 581,4 Mio Euro (31.12.2021: 430,2 Mio Euro). Die bisherige BG Medical und die SwissOptic-Gruppe verbuchten davon einen Auftrags-bestand von 115,0 Mio Euro (i.Vj. 62,7 Mio Euro).

65 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Segmentbericht

werte stiegen signifikant um 159,6 Prozent auf 79,6 Mio Euro ten Beitrag. Hier ist die erste Tranche eines Rahmenvertrags (i.Vj. 30,7 Mio Euro). Um den wachsenden Kundenanforderun-gen gerecht zu werden, investiert die Division in Maschinenund Anlagen, aber auch in einen neuen Entwicklungs- und Fer-tigungsstandort in Berlin. Infolge der steigenden Nachfragenach Optiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie erweitert Jenoptik außerdem die Fertigungskapazitäten und wird amStandort Dresden mehr als 70 Mio Euro in ein hochmodernes Halbleiter-fertigungsgebäude für Mikrooptiken und Sensoren sowie einen neuen Bürokomplex investieren. Der Spatenstich erfolgteim September 2022, Anfang 2025 soll die Produktion in derneuen Fabrik starten.

Der Zuwachs beim Auftragseingang gab es insbesondere aus derHalbleiterausrüstungsindustrie und in den Bereichen Biophotonicsund Industrial Solutions. Hier haben auch neue Aufträge derbisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe von 211,9 MioEuro (i.Vj. 9,9 Mio Euro) zum Anstieg beigetragen. Im Verhält-nis zum Umsatz ergab sich für den Berichtszeitraum eine Book-to-Bill-Rate von 1,22 (i.Vj. 1,36). Den Investitionen standen planmäßigeAbschreibungen in Höhe von 47,0 Mio Euro gegenüber (i.Vj. 26,8 Mio Euro), derAnstieg resultierte aus den PPA-Effekten im Zusammenhangmit den Akquisitionen der vergangenen Jahre sowie aus höherenAbschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögens-gegenstände.

Aufgrund des hohen Auftragseingangs stieg der Auftragsbe-stand zum Jahresende 2022 um 151,1 Mio Euro auf 581,4 MioEuro (31.12.2021: 430,2 Mio Euro). Die bisherige BG Medicalund die SwissOptic-Gruppe verbuchten davon einen Auftrags-bestand von 115,0 Mio Euro (i.Vj. 62,7 Mio Euro).

65 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Segmentbericht

Für weitere mit einem Gesamtvolumen im oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und einer Laufzeit von drei Jahren enthalten,die Ende 2022 mit einem weltweit tätigen Technologiekonzernabgeschlossen wurde. Informationen zu wesentlichenEntwicklungsthemen siehe KapitelForschung und Entwicklung

27

Zusammengefasster 107 Lagebericht 129 Vergütungsbericht 153 Nichtfinanzieller Bericht 219 Konzernabschluss 28 Grundlagen des Konzerns 73 Wirtschaftsbericht 85 Prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70 Lagebericht der JENoPtIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung

3 Management

48 Risiko- & Chancenbericht# Lagebericht der JENOPTIK AG

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen auf 3,8 Mio. Euro (i.Vj. 1,7 Mio. Euro). Der Anstieg ist auf den Bereich Automation in Nordamerika zurückzuführen. Den Investitionen standen im Geschäftsjahr 2022 planmäßige Abschreibungen in Höhe von 9,2 Mio. Euro gegenüber (i.Vj. 9,9 Mio. Euro). Darin enthalten sind unter anderem die Abschreibungen aus PPA-Effekten. Darüber hinaus wurden nach einer Prüfung und Neubewertung der Geschäftsperspektiven vor allem von INTEROB Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 4,7 Mio. Euro vorgenommen. Aufgrund der damit verbundenen Reduktion der erwarteten künftigen Cashflows der Division in Verbindung mit gestiegenen Kapitalkosten wurde darüber hinaus eine Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 9,2 Mio. Euro erfasst.

Das EBIT der Non-Photonic Portfolio Companies verringerte sich auf minus 20,4 Mio. Euro (i.Vj. minus 4,5 Mio. Euro). Es enthielt Effekte aus der Kaufpreisallokation (planmäßige Abschreibungen) aus den Akquisitionen von INTEROB, Prodomax und Five Lakes Automation von minus 4,9 Mio. Euro (i.Vj. minus 5,2 Mio. Euro).

Die EBIT-Marge sank auf minus 15,3 Prozent (i.Vj. minus 3,2 Prozent).

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte sich beim Auftragseingang, der im Geschäftsjahr 2022 auf 163,4 Mio. Euro zulegte. Damit wurden 15,4 Prozent mehr neue Aufträge in den Bereichen Automation in Nordamerika sowie Messtechnik verbucht als 2021 mit 141,6 Mio. Euro. Mit 54,1 Mio. Euro (i.Vj. 29,0 Mio. Euro) wurde im 4. Quartal der höchste Auftragseingang verzeichnet. Die Book-to-Bill-Rate erreichte 2022 einen Wert von 1,24 (i.Vj. 1,00). Der Auftragsbestand betrug am Jahresende 2022 86,6 Mio. Euro und lag damit 46,9 Prozent über dem Wert von Ende Dezember 2021 (31.12.2021: 58,9 Mio. Euro).

Vor allem ein höherer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, unter anderem durch positive Effekte im Working Capital, führte zu einer deutlichen Verbesserung des Free Cashflows (vor Zinsen und Ertragsteuern) auf 14,0 Mio. Euro (i.Vj. minus 13,5 Mio. Euro). Das Working Capital wurde von 69,0 Mio. Euro Ende 2021 auf 58,7 Mio. Euro zum Ende des Berichtsjahres reduziert, vor allem aufgrund des Rückgangs der Vertragsvermögenswerte.

Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung der Segmente

Auch 2022 gelang es Jenoptik nach Einschätzung des Vorstands, ein breiteres Systemangebot zu etablieren und internationale Projekte sowie Neukunden zu gewinnen. Beide Divisionen und die Non-Photonic Portfolio Companies konnten 2022 mehr Aufträge als im Vorjahr und einen höheren Auftragsbestand verbuchen. Damit wurde eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung des Konzerns geschaffen. Umsatzseitig konnten wir ebenfalls in allen drei berichtspflichtigen Segmenten eine Steigerung verzeichnen.

Division Advanced Photonic Solutions

2022 profitierte die Division Advanced Photonic Solutions von einem guten Umsatz und Auftragseingang mit der Halbleiterausrüstungsindustrie. Aber auch die positive Entwicklung in den Bereichen Biophotonics und Industrial Solutions und die Beiträge der Ende 2021 akquirierten bisherigen BG Medical und der SwissOptic-Gruppe trugen zum deutlichen Wachstum bei. Die Division konnte außerdem das EBITDA und den Free Cashflow spürbar verbessern.

Division Smart Mobility Solutions

2022 realisierte die Division Smart Mobility Solutions eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr und konnte dabei die Umsätze von Quartal zu Quartal steigern. Das EBITDA verbesserte sich ebenfalls leicht. Auch der Auftragseingang zeigte eine positive Entwicklung, was auch zu einem spürbar gestiegenen Auftragsbestand führte. Der Division gelang es zudem, nach einem negativen Wert im Vorjahr, 2022 wieder einen positiven Free Cashflow zu generieren.

Non-Photonic Portfolio Companies

Ein schwieriges Umfeld und strukturelle Herausforderungen spiegelten sich 2022 in der Geschäftsentwicklung der Non-Photonic Portfolio Companies wider. Bei wesentlichen Kennzahlen wie Umsatz und Ergebnis wurden die Vorjahreswerte nicht erreicht. Erfreulich war dagegen auch hier der Zuwachs beim Auftragseingang und der erzielte positive Free Cashflow. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr investierte Jenoptik weiter in den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie die Entwicklung neuer Produkte.

Lagebericht der JENOPTIK AG (Kurzfassung nach HGB)

Ergänzend zur Berichterstattung über den Jenoptik-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der JENOPTIK AG.

Die JENOPTIK AG ist das Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns und hat ihren Sitz in Jena. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der JENOPTIK AG ist maßgeblich durch ihre Eigenschaft als Holdinggesellschaft für den Jenoptik-Konzern bestimmt. Die operative Tätigkeit der JENOPTIK AG umfasst im Wesentlichen die Erbringung von Dienstleistungen für Tochtergesellschaften sowie die Vermietung von Gewerbeflächen.

Der Jahresabschluss der JENOPTIK AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) und den ergänzenden Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, Derivate, Rückstellungen, latente Steuern, Leasing und Umsatzrealisierung.

Im Fokus der strategischen Konzernpolitik steht eine stärkere Ausrichtung auf photonische Wachstumsmärkte und damit die Entwicklung zu einem global aufgestellten Photonik-Unternehmen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Mio. Euro auf 52,3 Mio. Euro gestiegen. Das resultierte vor allem aus höheren Umsätzen aus konzerninternen Dienstleistungen.

Die Vertriebskosten von 1,2 Mio. Euro (i.Vj. 1,6 Mio. Euro) betrafen Aufwendungen für Kommunikation, Werbung und Sponsoring sowie strategische Markenprojekte.

Die Verwaltungskosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Mio. Euro auf 12,7 Mio. Euro. Sie enthielten im Wesentlichen Personalkosten in Höhe von 5,3 Mio. Euro (i.Vj. 8,3 Mio. Euro). Der starke Rückgang der Personalkosten ist unter anderem auf eine höhere interne Leistungsverrechnung zurückzuführen, was zu einem entsprechenden Ausweis in den Umsatzkosten führte.

Die JENOPTIK AG verzeichnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 0,8 Mio. Euro (i.Vj. 0,1 Mio. Euro). Diese umfassten vor allem Aufwendungen für das Innovationsmanagement sowie die Koordination von F+E-Aktivitäten im Jenoptik-Konzern.

Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltete sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 27,9 Mio. Euro (i.Vj. 19,2 Mio. Euro). Diesen standen sonstige betriebliche Aufwendungen von 25,3 Mio. Euro (i.Vj. 18,1 Mio. Euro) gegenüber.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthielten im Wesentlichen Währungsgewinne von 9,4 Mio. Euro (i.Vj. 4,7 Mio. Euro), konzerninterne Weiterberechnungen in Höhe von 2,0 Mio. Euro (i.Vj. 8,4 Mio. Euro) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 0,2 Mio. Euro (i.Vj. 1,5 Mio. Euro). Darüber hinaus enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsjahr 2022 Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen im Zusammenhang mit der Veräußerung der VINCORION in Höhe von 16,1 Mio. Euro.

Wesentliche Positionen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren Währungsverluste von 9,6 Mio. Euro (i.Vj. 6,1 Mio. Euro) sowie Aufwendungen für konzerninterne Weiterberechnungen von 2,6 Mio. Euro (i.Vj. 8,7 Mio. Euro). Darüber hinaus wurden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch außerplanmäßige Abschreibungen auf kurzfristige Darlehen an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von 8,8 Mio. Euro beeinflusst.

Die Steuern von Einkommen und Ertrag sanken gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. Euro aufgrund des geringeren steuerlichen Einkommens des Organkreises im Geschäftsjahr 2022.

Der Jahresüberschuss der JENOPTIK AG stieg insgesamt um 39,3 Mio. Euro auf 55,4 Mio. Euro (i.Vj. 16,0 Mio. Euro). Maßgeblich beeinflusst wurde die Ertragslage der Gesellschaft durch

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der JENOPTIK AG (in TEUR)

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Umsatzerlöse 52.345 44.167
Umsatzkosten 46.361 44.047
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.984 119
Vertriebskosten 1.210 1.643
Allgemeine Verwaltungskosten 12.698 14.487
Forschungs- und Entwicklungskosten 838 57
Sonstiges betriebliches Ergebnis 2.613 1.094
Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen und Beteiligungserträge 71.140 88.937
Finanzergebnis –1.873 –48.483
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.735 9.437
Ergebnis nach Steuern 55.383 16.044
Jahresüberschuss 55.383 16.044
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 20.000 30.000
Bilanzgewinn 75.383 46.044

Im Vorjahr waren sowohl die Ergebnisse der Tochtergesellschaften, die aufgrund bestehender Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge an die JENOPTIK AG abgeführt werden, als auch die Aufwendungen für konzerninterne Weiterberechnungen stark durch Beraterkosten für M+A-Aktivitäten beeinflusst. Der Netto-Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften hat sich gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Mio Euro auf 71,1 Mio Euro verringert. Grund dafür ist die gute Ergebnisentwicklung in der Halbleiterausrüstungsindustrie und der Medizintechnik sowie die positive Entwicklung in den Bereichen Biophotonics und Industrial Solutions. Gegenläufig wirkte das negative Ergebnis der JENOPTIK Advanced Systems GmbH, welches aufgrund der Veräußerung der VINCORION im abgelaufenen Geschäftsjahr nur für das Rumpfgeschäftsjahr 1. Januar bis 30. Juni 2022 ausgeglichen wurde. Anders als für 2022 prognostiziert sind die Umsatzerlöse T34 Bilanz der JENOPTIK AG (in TEUR) deutlich gestiegen, was insbesondere aus konzerninternen 106 Dienstleistungen resultierte. Das für 2022 als stabil gegenüber 31.12.2022 31.12.2021 Vorjahr prognostizierte Ergebnis war mit einer Steigerung Aktiva des Jahresüberschusses vor Ergebnisabführungen der Tochter- Immaterielle Vermögensgegenstände, gesellschaften in Höhe von 56,5 Mio Euro deutlich besser als Sachanlagen 87.007 79.587 erwartet. Hintergrund sind deutlich niedrigere Abschreibungen Finanzanlagen 982.739 1.047.663 auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens Anlagevermögen 1.069.747 1.127.250 in Höhe von 9,1 Mio Euro (i.Vj. 47,3 Mio Euro), deutlich höhere Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 146.264 135.732 sonstige betriebliche Erträge im Zusammenhang mit dem Zahlungsmittel 779 3.305 Verkauf von VINCORION (16,1 Mio Euro) sowie gestiegene Umlaufvermögen 147.043 139.036 Umsatzerlöse aus Preiserhöhungen konzerninterner Dienstleis- Rechnungsabgrenzungsposten 5.487 1.764 tungen. 1.222.276 1.268.051 Vermögens- und Finanzlage Passiva Gezeichnetes Kapital 148.819 148.819 Die Bilanzsumme der JENOPTIK AG lag mit 1.222,3 Mio Euro (Bedingtes Kapital 14.950 TEUR) 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 1.268,1 Mio Euro. Kapitalrücklagen 180.756 180.756 Gewinnrücklagen 298.836 287.101 Die Aktivseite der Bilanz reflektierte die Holdingeigenschaft der Bilanzgewinn 75.383 46.044 JENOPTIK AG: Neben einer Anlagenintensität von 87,5 Prozent, Eigenkapital 703.794 662.721 wovon 80,4 Prozent auf Finanzanlagen und 7,1 Prozent auf Rückstellungen 19.663 16.978 sonstiges Anlagevermögen (insbesondere Immobilien) entfielen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 442.429 531.538 ist die Bilanzsumme durch einen hohen Bestand an Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 10,9 Prozent geprägt. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.920 11.914 Übrige Verbindlichkeiten 48.471 44.271 Der Rückgang bei den Finanzanlagen um 64,9 Mio Euro resul- Verbindlichkeiten 498.819 587.723 tierte im Wesentlichen aus Abgängen von Anteilen an verbunde- Rechnungsabgrenzungsposten 0 629 nen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unter- 1.222.276 1.268.051 nehmen im Zusammenhang mit der Veräußerung derVINCORION (58,6 Mio Euro). Darüber hinaus wurden Ausleihungen an 71 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Lagebericht der JENOPTIK AG Tochterunternehmen in Höhe von 9,5 Mio Euro aufgrund der Die übrigen Verbindlichkeiten beinhalteten im Wesentlichen kürzeren Fälligkeit in das Umlaufvermögen umgegliedert. Cashpool-Verbindlichkeiten in Höhe von 29,4 Mio Euro sowie 14,0 Mio Euro für den Verlustausgleich einer Tochtergesellschaft. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 133,2 Mio Euro (31.12.2021: 134,3 Mio Euro) betrafen im Die Fremdkapitalquote der JENOPTIK AG veränderte sich im Wesentlichen Cashpool-Bestände von Tochtergesellschaften in Berichtsjahr vor allem durch den Rückgang der Kreditverbind- Höhe von 124,5 Mio Euro (31.12.2021: 127,8 Mio Euro) und lichkeiten von 47,8 Prozent auf 42,4 Prozent Anteil an der kurzfristige Darlehensforderungen gegen zwei Tochtergesell- Bilanzsumme. schaften, welche zum Stichtag noch mit 5,9 Mio Euro valutierten. Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte die JENOPTIK AG 283 Mit- Der Abbau der liquiden Mittel um 2,5 Mio Euro ist stichtagsbe- arbeiter; davon 30 Aushilfen und Auszubildende (31.12.2021: dingt und Ergebnis des aktiven Liquiditätsmanagements. 261 Mitarbeiter, davon 27 Aushilfen und Auszubildende). Gesamtaussage des Vorstands zu Entwicklung des Als Holding ist die Finanzlage der JENOPTIK AG maßgeblich durch die Liquiditätssituation des Konzerns geprägt. Insgesamt Geschäftsverlaufs beurteilen wir unsere Liquiditätssituation als komfortabel. Wir verweisen dazu auf den Abschnitt „Finanzlage“. Der Geschäftsverlauf der JENOPTIK AG ist abhängig von der Geschäftsentwicklung des Konzerns insgesamt. Insofern verwei- Der Rechnungsabgrenzungsposten umfasste im Wesentlichen sen wir dazu auf unsere Aussagen im Abschnitt „Gesamtaussage abgegrenzte Kosten für EDV-Dienstleistungs- und Wartungsver- des Vorstands zur Entwicklung des Geschäftsverlaufs“. träge. Risiken und Chancen Auf der Passivseite zeigte sich insbesondere die Finanzierungs- funktion der JENOPTIK AG als Holding für den Jenoptik-Konzern. Die Geschäftsentwicklung der JENOPTIK AG unterliegt aufgrund Das Eigenkapital belief sich auf 703,8 Mio Euro (57,6 Prozent der Funktion als Holdinggesellschaft den gleichen Risiken und der Bilanzsumme) und die Verbindlichkeiten gegenüber Kredit- Chancen wie der Jenoptik-Konzern. An den Risiken der Beteili- instituten auf 442,4 Mio Euro (36,2 Prozent der Bilanzsumme). gungen und Tochterunternehmen partizipiert die JENOPTIK AG grundsätzlich entsprechend ihren Beteiligungen und Finanz- Das Eigenkapital verbesserte sich um 41,1 Mio Euro, insbeson- investitionen. Die Risiken und Chancen des Konzerns und der dere durch das positive Jahresergebnis von 55,4 Mio Euro, und Segmente sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. stieg von 662,7 Mio Euro auf 703,8 Mio Euro. Gegenläufig wirkte die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2021 Prognosebericht in Höhe von 14,3 Mio Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 52,3 Prozent auf 57,6 Prozent, auch aufgrund des Abbaus der Das Jahresergebnis der JENOPTIK AG ist maßgeblich von der Kreditverbindlichkeiten. Entwicklung der Ergebnisbeiträge der Tochtergesellschaften abhängig. Die Rückstellungen erhöhten sich von 17,0 Mio Euro auf 19,7 Mio Euro. Der Anstieg um 2,7 Mio Euro resultierte insbe- Auf Basis der dargestellten Entwicklung im Konzern-Prognose- sondere aus den erhöhten sonstigen Rückstellungen von bericht rechnet die JENOPTIK AG für das Geschäftsjahr 2023 12,2 Mio Euro (31.12.2021: 9,6 Mio Euro). Diese beinhalteten mit deutlich höheren Umsätzen aus erwarteten Preissteigerungen unter anderem Rückstellungen für Personal und Rückstellungen für Energie- und Mietnebenkosten. Den erhöhten Umsätzen für ausstehende Rechnungen sowie im Geschäftsjahr 2022 stehen gleichlautend erhöhte Kosten für Mietnebenkosten gegen- gebildete Rückstellungen von 3,1 Mio Euro für Freistellungen über. Die Umsätze aus Holding-Dienstleistungen und Service- im Zusammenhang mit dem Verkauf von VINCORION. Umlagen bleiben auf Vorjahresniveau. Der Rückgang der Kreditverbindlichkeiten von 531,5 Mio Euro Das Ergebnis der JENOPTIK AG – vor Abführung der Ergebnisbei- um 89,1 Mio Euro auf 442,4 Mio Euro steht im Zusammenhang träge der Tochtergesellschaften und ohne Berücksichtigung etwa- mit der Tilgung der letzten Tranche der Schuldscheindarlehen iger Effekte aus Unternehmenstransaktionen sowie außerplan- aus 2015 in Höhe von 55,0 Mio Euro sowie der Rückführung mäßiger Abschreibungen – bleibt voraussichtlich gegenüber dem der Inanspruchnahme des Konsortialkredits von 75,0 Mio Euro abgelaufenen Geschäftsjahr stabil. Für eine detaillierte Darstellung auf 45,6 Mio Euro. der erwarteten zukünftigen Entwicklung des Jenoptik-Konzerns und seiner Segmente verweisen wir auf den Prognosebericht.

70 Lagebericht der JENOPTIK AG

27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen

28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung

Risiko- und Chancenbericht

Grundlagen des Risiko- und Chancen- Managements (Enterprise Risk Managements) bei Jenoptik

Jenoptik agiert in einer globalen und komplexen Geschäftswelt und ist daher stets internen und externen Einflüssen auf die Geschäftstätigkeit ausgesetzt. Daher setzt jede unternehmerische Entscheidung eine Abwägung von Risiken und Chancen der Unternehmensumwelt voraus. Diese Abwägung gehört für Jenoptik zu den Grundsätzen einer verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung. Das umfassende Chancen- und Risikomanagement von Jenoptik dient dazu, Risiken und Chancen sowie innerhalb dieser Kategorien auch Nachhaltigkeitsrisiken frühzeitig zu identifizieren, transparent und vergleichbar darzustellen, zu bewerten und zu steuern. Dies geschieht zum einen durch die Förderung einer offenen Risikokultur und zum anderen durch eine regelmäßige Weiterentwicklung des an der ISO-Norm 31000 orientierten Enterprise Risk Management Systems.

Aufbau und organisatorische Verankerung des Enterprise Risk Managements

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Existenz und Wirksamkeit des Enterprise Risk Managements von Jenoptik.# 3 Management

Risiko- & Chancenbericht

Die Gesamtverantwortung für das ERM-System des Jenoptik-Konzerns liegt beim Vorstand. Die konzernweite Vorgehensweise ist in einem Risikohandbuch definiert. Der Aufbau und Ablauf wird in der Abbildung G14 dargestellt. Die fachliche Zuständigkeit liegt im Zentralbereich Compliance & Risk Management. Dieser berichtet im Rahmen des Konzern-Risikomanagements direkt an den Finanzvorstand, der auch als Risikoverantwortlicher für den Konzern definiert ist.

Das Risk Committee besteht aus den Mitgliedern des Vorstands sowie dem Leiter des Zentralbereichs Compliance & Risk Management. Es führt alle aggregierten Reportingergebnisse zu einer übergreifenden Bewertung der Risikolage des Konzerns zusammen.

Die Definition und Weiterentwicklung des Systems erfolgen in enger Abstimmung zwischen dem Zentralbereich Compliance & Risk Management, dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Verantwortet und beschlossen wird es vom Vorstand. Ihm gegenüber kommuniziert der Leiter des Zentralbereichs Compliance & Risk Management die aktuellen Anforderungen an das Risikomanagement-System, berät bei der praktischen Umsetzung und überwacht die Maßnahmen sowie die Ergebnisse der Risikomanagement-Prozesse. Ebenso organisiert und steuert der Zentralbereich Compliance & Risk Management das System in enger Zusammenarbeit mit den anderen Zentralbereichen sowie den Risikobeauftragten und -verantwortlichen der Divisionen. Diese verantworten wiederum die Umsetzung des ERM-Systems in den jeweiligen Risiko-Reportingeinheiten. Bei den Risiko-Reportingeinheiten handelt es sich um definierte Berichtseinheiten, die der genauen Identifizierung und Zuordnung der Risiken und Chancen dienen. Diese können sowohl Business Units als auch einzelne Tochtergesellschaften oder regionale zusammengefasste Einheiten sein.

Das Enterprise Risk Management (ERM) gehtsweise berücksichtigt sowohl Risiken als auch Chancen und ist in die gesamte Organisation integriert. Ziel ist es, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen und Maßnahmen festzulegen, die eine optimale Balance zwischen Wachstums- und Renditezielen einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits schaffen. Zur Umsetzung der Strategie ist es notwendig, strategische, operative, finanzielle sowie Compliance-bezogene Risiken zu identifizieren und zu managen.

G13 Risikobewertung

Eintrittswahrscheinlichkeit Metrik Konsequenzen bzw. Schadenhöhe
5 = Hoch bis 50% oder > 20% Das Ziel des Konzerns bzw. der Risiko-Reportingeinheit ist gefährdet
4 = Mittelhoch bis 40% oder > 15 bis 20% Das Ziel des Konzerns bzw. der Risiko-Reportingeinheit muss unmittelbar angepasst werden
3 = Mittel bis 30% oder > 10 bis 15% Das Ziel des Konzerns bzw. der Risiko-Reportingeinheit muss mittelfristig angepasst werden
2 = Niedrig bis 20% oder > 5 bis 10% Zusätzliche Maßnahmen sind notwendig, um das Ziel des Konzerns bzw. der Risiko-Reportingeinheit noch erreichen zu können
1 = Sehr Niedrig bis 10% oder > 0 bis 5% Geringe Konsequenzen

73 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht

Während die Interne Revision die Wirksamkeit, Angemessenheit und Wirtschaftlichkeit des Enterprise Risk Managements kontrolliert, nimmt der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats die externe Kontrollfunktion für bzw. mit dem Aufsichtsrat wahr. Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wird das Risikofrüh-erkennungssystem der JENOPTIK AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen durch den Abschlussprüfer untersucht. Die Prüfung für das Geschäftsjahr 2022 ergab, dass das Jenoptik ERM-System den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüh-erkennungssystem entspricht und sein konzeptioneller Aufbau geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand des Konzerns gefährden, frühzeitig erkennen zu können.

Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem bilanziellen Konsolidierungskreis.

Ablauf und Prozesse des Enterprise Risk Management Systems

Als Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen und Ereignisse definiert, die zu einer für das Unternehmen negativen Ziel- und Prognoseabweichung führen können und die Unsicherheit über den Eintritt eines Sachverhaltes bergen. Chancen sind entsprechend Ereignisse, die eine positive Abweichung zu den Erwartungswerten zur Folge haben können.

G14 Ablauf des Risikoreportings

Risikoverantwortliche der Divisionen und Zentralbereiche
    -> Einzelrisiko-Assessments
Zentralfunktionen
    -> Review aggregierter Risiken
Zentralbereich Compliance & Risk Management
    -> Review & Analyse Konzernrisiken
Risk Committee
    -> Analyse Konzernrisiken
Vorstand
    -> Finale Bewertung Konzernrisiken
Prüfungsausschuss
    -> Auswertung Konzernrisiken
Aufsichtsrat

74 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung

Der in sich abgeschlossene, regelmäßige und IT-gestützte Prozess des Risikomanagements besteht aus verschiedenen Risiko-Assessments. Diese erfolgen in einer Kombination von Top- Down- und Bottom-Up-Elementen. Um eine möglichst vollständige Risiko-Identifizierung und Vergleichbarkeit innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten, wurde ein Risiko-Register entwickelt, welches das Management bei der Evaluierung der Risiken unterstützt. Es enthält mehrere vorgegebene Kategorien, unterteilt in Subkategorien, die mit vordefinierten Risikosymptomen untersetzt sind und den Risiko-Reportingeinheiten den Rahmen für die Zuordnung potenzieller Risiken und Chancen vorgeben. Damit soll sichergestellt werden, dass sich jede Risiko-Reportingeinheit mit der gesamten Risikolandschaft auseinandersetzt und gleichzeitig eine Aggregation der Ergebnisse über die vorgegebenen Kategorien gewährleistet ist. Während operative und finanzwirtschaftliche Ziele für einen Zeithorizont von bis zu zwei Jahren betrachtet werden, werden strategische und Compliance-bezogene Themen für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren berücksichtigt. Nachhaltigkeitsrisiken werden in der aktuellen Systematik noch nicht in einer eigenständigen Risikokategorie ermittelt, sondern derzeit in den bestehenden Risikokategorien abgedeckt.

G15 Berechnung der Risikozahlen

Konsequenzen bzw. Schadenshöhe
    5    4    3    2    1
5   25   20   15   10    5
4   20   16   12    8    4
3   15   12    9    6    3
2   10    8    6    4    2
1    5    4    3    2    1

Sehr Niedrig  Niedrig  Mittel  Mittelhoch  Hoch

G16 106 G16 Risiko- und Chancen-Kategorien

  • Operationale Risiken /Chancen: Supply Chain Management/Arbeits- und Umweltschutz/Fertigung (einschließlich Qualitätsmanagement)/Personalmanagement/IT/Compliance/Organisationsentwicklung (Abläufe und Ressourcen)/Recht/Immobilien
  • Strategische Risiken / Chancen: Marktentwicklung/Produktentwicklung (einschließlich Forschung und Entwicklung)/Marketing und Vertrieb/Patente und Schutzrechte/Unternehmensentwicklung (Portfolio und Struktur)/Compliance/Datenschutz/Datensicherheit
  • Finanzwirtschaftliche Risiken /Chancen: Rechnungswesen/Finanzmanagement (Treasury)/Controlling/Steuern
  • Compliance-Risiken/Chancen: Unternehmensinterne/straf- und wettbewerbsrechtliche Compliance/Datenschutz/Datensicherheit

75 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht

Im Rahmen der Risikoanalyse ermitteln die Reportingeinheiten die Risiken und Chancen, die durch divisonale Risikomanager in den monatlichen Vorstandssitzungen, den EMC-Meetings und den vierteljährlichen Business Reviews, Assessments und speziellen Genehmigungsprozessen erfasst werden, um sie im nächsten Schritt bezüglich der Bewertungsmethoden (qualitativ oder quantitativ) und der bereits getroffenen oder noch notwendigen Maßnahmen einer validen Risikobewertung unterziehen zu können. Die Erfassung erfolgt sowohl nach der Brutto- als auch der Nettomethode. Für die Aggregation und die Berichterstattung werden nur die bewerteten Residualrisiken (Nettorisiken) verwendet, das heißt, mitigierende Maßnahmen werden in die Bewertung bereits mit einbezogen. Die Bewertung eines Risikos ist das Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und der quantitativen Schadens-höhe bzw. dem qualitativen Schadensausmaß. Analog werden auch die Chancen bewertet.

Für die beiden genannten Bewertungsfaktoren Eintritts-wahrscheinlichkeit und Schadenshöhe besteht jeweils eine Skala von 1 bis 5, sodass die kleinstmögliche Risikokennzahl 1 und die größtmögliche Risikokennzahl 25 ist. G15

Die Ergebnisse der Assessments werden halbjährlich vom Zentralbereich Compliance & Risk Management bei den Risiko-Reportingeinheiten abgefragt und zum Konzern-Risiko- und Chancenbericht aggregiert. Anschließend validieren die Zentral-funktionen die Risiken und Chancen sowie deren Auswirkungen auf das Unternehmen. Gleichzeitig können potenzielle Risiken für das Erreichen der strategischen Ziele direkt im Strategieentwicklungsprozess berücksichtigt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Die Einhaltung nationaler und internationaler Compliance-Anforderungen ist fester Bestandteil der Risikoprävention und der Prozesse des Risikomanagement-Systems von Jenoptik. Um die Mitarbeiter zu sensibilisieren und ein unternehmensweit einheitliches Verständnis der Compliance-Standards zu erreichen, gibt es regelmäßige Schulungen zu Compliance-relevanten Themengebieten wie Korruptionsprävention oder Kartellrecht, aber auch zu datenschutzrechtlichen Aspekten. Für alle Mitarbeiter sind Online-Trainings zu den bedeutendsten Compliance-Themen verpflichtend. Nähere Informationen erhalten Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung. Für wichtige Risiko- oder Compliance-relevante Fragen der Mitarbeiter steht ein entsprechender Helpdesk im Intranet zur Verfügung. Die im Konzern implementierten Richtlinien zu den wesentlichen Geschäftsprozessen werden regelmäßig überprüft, ggf. erweitert, aktualisiert und über Intranetportale veröffentlicht.

Für die beiden genannten Bewertungsfaktoren Eintritts-wahrscheinlichkeit und Schadenshöhe besteht jeweils eine Skala von 1 bis 5, sodass die kleinstmögliche Risikokennzahl 1 und die größtmögliche Risikokennzahl 25 ist. G15

Die Ergebnisse der Assessments werden halbjährlich vom Zentralbereich Compliance & Risk Management bei den Risiko-Reportingeinheiten abgefragt und zum Konzern-Risiko- und Chancenbericht aggregiert. Anschließend validieren die Zentral-funktionen die Risiken und Chancen sowie deren Auswirkungen auf das Unternehmen. Gleichzeitig können potenzielle Risiken für das Erreichen der strategischen Ziele direkt im Strategieentwicklungsprozess berücksichtigt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Die Einhaltung nationaler und internationaler Compliance-Anforderungen ist fester Bestandteil der Risikoprävention und der Prozesse des Risikomanagement-Systems von Jenoptik. Um die Mitarbeiter zu sensibilisieren und ein unternehmensweit einheitliches Verständnis der Compliance-Standards zu erreichen, gibt es regelmäßige Schulungen zu Compliance-relevanten Themengebieten wie Korruptionsprävention oder Kartellrecht, aber auch zu datenschutzrechtlichen Aspekten. Für alle Mitarbeiter sind Online-Trainings zu den bedeutendsten Compliance-Themen verpflichtend. Nähere Informationen erhalten Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung. Für wichtige Risiko- oder Compliance-relevante Fragen der Mitarbeiter steht ein entsprechender Helpdesk im Intranet zur Verfügung. Die im Konzern implementierten Richtlinien zu den wesentlichen Geschäftsprozessen werden regelmäßig überprüft, ggf. erweitert, aktualisiert und über Intranetportale veröffentlicht.# Management

Sie dienen bereiche des Corporate Centers die Ergebnisse, bevor sie im zusammen mit dem Verhaltenskodex für Jenoptik-Mitarbeiter Risk Committee diskutiert werden. Der Vorstand nimmt eine der weiteren Risikoprävention. übergreifende Bewertung vor, wird über die Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit informiert, die im Rahmen einer Monte- Die Verhaltenskodizes für Lieferanten sowie für Vertriebspartner Carlo-Simulation ermittelt werden, und beschließt gegebenenfalls der Jenoptik verpflichten Auftragnehmer von Jenoptik, ent- weitere Maßnahmen. Danach wird der Konzern-Risiko- und sprechend den internationalen Standards verschiedene Com- Chancenbericht im Aufsichtsrat sowie in dessen Prüfungsaus- pliance-Anforderungen einzuhalten. Mithilfe zentraler schuss vorgestellt und diskutiert. Geschäftspartner-Screenings (Third Party Due Diligence) wird überprüft, ob eine Zusammenarbeit aus Compliance-Sicht Darüber hinaus werden unterjährig identifizierte Risiken, die erfolgen kann. eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein hohes potenzielles Schadensausmaß haben, unverzüglich an den Leiter des Zentral- Jenoptik verfügt damit über ein präventiv angelegtes System bereichs Compliance & Risk Management und den Vorstand an Regelungen, Prozessen und Kontrollen, mit deren Hilfe mög- kommuniziert. Diese entscheiden nach gemeinsamer Analyse liche Defizite im Unternehmen frühzeitig identifiziert und mit mit den Fachabteilungen über weitere Maßnahmen und die entsprechenden Maßnahmen minimiert werden sollen. gegebenenfalls erforderliche Kommunikation. Das Interne Kontrollsystem (IKS) ist neben dem Risiko- und dem Risikoprävention und Sicherstellung von Compliance Compliance-Management-System wesentlicher Bestandteil der Corporate Governance. Es umfasst technische und organisatori- Prävention ist ein wesentliches Element des Risikomanage- sche Regelungen und Kontrollschritte zur Einhaltung von Richt- ment-Systems und integraler Bestandteil der ordentlichen linien und Abwehr von Schäden sowie klare Verantwortlich- Geschäfts- und Gremientätigkeit. Sie besteht im Wesentlichen keiten und Funktionstrennungen unter Wahrung des Vier- aus einem Risikomonitoring im Rahmen der verschiedenen Augen-Prinzips. Es soll insbesondere die Sicherheit und Effizienz 76 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung der Geschäftsabwicklung sowie die Zuverlässigkeit der Finanz- Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und berichterstattung gewährleisten. Auch im abgelaufenen Risikomanagement-Systems (IKS) im Hinblick auf die Geschäftsjahr wurden IKS-Self-Assessments bei allen Konzern- Rechnungslegungsprozesse des Konzerns sowie der gesellschaften durchgeführt, welche vom jeweiligen Manage- JENOPTIK AG (§289 Abs.4 HGB und §315 Abs.4 HGB) ment zu bearbeiten waren. Die Kontrolle sowie die Beurteilung der ausgefüllten Selbstauskünfte erfolgen durch die Interne Revision. Berichtete Defizite werden analysiert und entsprechende Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist Gegenmaßnahmen festgelegt, um diese nachhaltig zu beseitigen. Teil des IKS des Jenoptik-Konzerns. Es soll unter anderem einen Zudem wurde im Finanzbereich im Geschäftsjahr 2022 begon- ordnungsgemäßen Prozess der Konzernabschlusserstellung nen, ein global einheitliches, dokumentiertes und toolgestütztes gewährleisten und dabei sicherstellen, dass gesetzliche Vor- IKS für die größeren Jenoptik-Gesellschaften (Mitarbeiteranzahl schriften, Rechnungslegungsvorschriften und interne Richtlinien > 30) zu implementieren. Dies wird durch regelmäßige spezifi- für einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze ein- 27 sche IKS-Prüfungen durch die Interne Revision überwacht werden. gehalten werden, die für alle in den Konzernabschluss einbezo- Für das Jahr 2023 ist geplant, das System auf wesentliche genen Unternehmen verbindlich sind. Neue Vorschriften und nichtfinanzielle Prozesse auszuweiten und eine systemgestützte Änderungen bestehender Regelungen werden zeitnah analy- Wirksamkeitsüberwachung einzuführen. Langfristig wird siert und umgesetzt. Alle in den Rechnungslegungs-Prozess ein- das dokumentierte interne Kontrollsystem bei den größeren gebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Die Jenoptik-Gesellschaften das derzeit noch durchgeführte operativen Rechnungswesenprozesse erfolgen zum Teil durch IKS-Self-Assessment ersetzen. regionale Financial Delivery Center. Diese unterstützen zusätz- lich die Harmonisierung der Prozesse, sowie deren Effizienz und Die Interne Revision unterstützt den Jenoptik-Konzern bei Qualität und damit auch die Zuverlässigkeit des internen der Erreichung seiner Ziele mittels eines systematischen und um- Kontrollsystems. fassenden Ansatzes zur Beurteilung und Verbesserung der Wirksamkeit seiner Risikomanagement-, Kontroll- und Überwa- Durch Zugangsbeschränkungen in den entsprechenden IT- chungsprozesse. Sie ist verantwortlich für die risikoorientierte Systemen werden die Finanzsysteme vor Missbrauch geschützt. Prüfung aller Prozesse in den Divisionen, Regionen, Konzernge- Eine zentrale Steuerung und die regelmäßige Sicherung der sellschaften, Betriebsstätten/Niederlassungen, Strategischen IT-Systeme reduzieren das Risiko von Datenverlusten. Business Units oder Funktionen/Fachbereichen des Konzerns („Audit-Universe“) sowie für die Maßnahmennachverfolgung Zur Erstellung des Konzernabschlusses werden die Daten der festgestellter Mängel. Im Jahr 2022 wurden 17 Audits durchge- Gesellschaften von diesen direkt im Konsolidierungstool erfasst. führt. Die Funktion ist bei der JENOPTIK AG als Stabsfunktion Die übertragenen Abschlussdaten und Einzelabschlüsse der des Vorstands angesiedelt, um eine größtmögliche Unabhän- einbezogenen Gesellschaften werden durch systemtechnische gigkeit und Objektivität zu gewährleisten. Neben der laufenden und manuelle Kontrollen überprüft. Sämtliche zur Erstellung Berichterstattung an den Vorstand wird auch halbjährlich direkt des Konzernabschlusses erforderlichen Konsolidierungsprozesse an den Prüfungsausschuss berichtet. werden dokumentiert. Über diese Prozesse, Systeme und Kontrollen gewährleistet Jenoptik einen IFRS- sowie gesetzes- konformen Konzernrechnungslegungsprozess. Der Konzern- abschlussprüfer prüft den nach IFRS-Vorschriften erstellten Konzernabschluss sowie den Jahresabschluss der JENOPTIK AG in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprü- ferverordnung (Nr. 537/2014) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grund- sätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung. 77 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht Risiko- und Chancenprofil des Konzerns Das Gesamtrisiko des Konzerns ergibt sich nach einer Gewich- tung der einzelnen Segmente entsprechend ihrer Anteile am Mithilfe der Risiko- und Chancen-Assessments der jeweiligen gesamten Konzern-EBITDA. Segmente wurde das Risikoprofil des Konzerns ausgehend vom Jahr 2022 für die Folgejahre ermittelt. Bestandteil der Risiko-Insgesamt liegt das Risiko des Konzerns weiterhin im mittleren bewertung der Segmente ist auch eine Überprüfung durch die Risikobereich. Im Vergleich zum Vorjahr konnten keine signi- Zentralbereiche des Corporate Centers, sodass deren Risikoein- fikanten Änderungen festgestellt werden. schätzung in der Segmentberichterstattung bzw. in der finalen Konzernbewertung inkludiert ist. Unsere Prozesse zur Identifika- Strategische Risiken und Chancen des Konzerns wurden auch tion, Steuerung und zum Controlling von Risiken binden auf 2022 im Vergleich zu den operationalen und finanzwirtschaftli- allen Ebenen nichtfinanzielle Risiken aus den Bereichen Umwelt, chen Risiken durchschnittlich am höchsten bewertet. Die Fokus- Soziales und Unternehmensführung einschließlich klimabe- sierung auf photonische Marktfelder stellt für den Konzern zogener Risiken mit ein. Das Risiko- und Chancenmanagement Chance und Risiko zugleich dar. ermöglicht einen direkten Vergleich der einzelnen Risikoprofile bis auf Ebene der Risikosymptome. Die Risikobewertung auf Mit dem stufenweisen Auslaufen der weltweiten Notstandsre- Ebene der Risiko- und Chancenkategorien der einzelnen Sub- gelungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie und insbesondere kategorien wird in der nachfolgenden Grafik detaillierter darge- dem offiziellen Ende der Null-Covid-Strategie Chinas sinken die stellt. T35 Risiken, die sich aus möglichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergeben können und bisher Einfluss auf die T35 Risikoprofil des Jenoptik-Konzerns 2022 Konzern-Risikobewertung Aktuell (2022) Vorjahr (2021) StrategischeꢀRisiken Marktentwicklung Mittel Mittel Produktentwicklung (inklusive F + E ) Mittel Mittel Unternehmensentwicklung (Portfolio und Struktur) Mittel Mittel Organisationsentwicklung (Abläufe und Ressourcen) Mittel Mittel OperationaleꢀRisiken Supply Chain Management Mittel Mittelhoch Arbeits- und Umweltschutz (EHS) Mittel Niedrig Fertigung (inklusive Qualitätsmanagement) Mittel Mittel Marketing und Vertrieb Mittel Mittel Patente und Schutzrechte Niedrig Niedrig Personalmanagement Mittel Mittel IT Mittelhoch Mittel Recht Niedrig Niedrig Immobilien Mittel Niedrig FinanzwirtschaftlicheꢀRisiken Rechnungswesen Niedrig Niedrig Finanzmanagement Niedrig Niedrig Controlling Mittel Niedrig Steuern Mittel Niedrig ComplianceꢀRisiken Unternehmensinterne/straf- und wettbewerbsrechtliche Compliance Mittel Mittel Datensicherheit & Datenschutz Mittel Mittel Gesamtrisiko Mittel Mittel 78 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85# Zusammengefasster Lagebericht

Risiko- & Chancenbericht

Die weltweite Entwicklung, die globale Pandemie und ihre wirtschaftlichen Nachwirkungen sowie die geopolitische Lage stellen weiterhin eine große Herausforderung dar. Jenoptik ist von der wirtschaftlichen Entwicklung bestimmter Branchen und Märkte abhängig. So trifft uns insbesondere die bestehende Schwäche der Automobilmärkte. Der weltweite Trend zur Digitalisierung und verschiedene (supra-)nationale Förderprogramme zur Stärkung der lokalen Halbleiterbranche treiben weiterhin die Nachfrage nach optischen Technologien prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung in der Halbleiterausrüstungsindustrie und bieten große Chancen für Jenoptik, gehen aber auch mit Herausforderungen einher.

Regionale Ausbrüche und neue Mutationen sind weiterhin möglich und erfordern eine regelmäßige Neubewertung. In allen Bereichen ist Jenoptik einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Dem Risiko, durch Konkurrenzunternehmen verdrängt zu werden, begegnet Jenoptik unter anderem durch innovative Unterscheidungsmerkmale, gezielte und flexible Anpassungen des Produktspektrums bzw. durch kundenspezifische Adaptionen bestehender Produkte und Lösungen. Akquisitionen und Fusionen auf den von uns adressierten Märkten könnten zudem dazu führen, dass sich die Wettbewerbssituation verschärft und eventuell verbesserte Kostenstrukturen des Wettbewerbs und ein damit einhergehender steigender Preisdruck negative Auswirkungen auf das Konzern-Ergebnis entfalten. Jenoptik begegnet diesem Risiko durch eine fortlaufende Analyse des Portfolios, das heißt, ob und wie gezielte Unternehmenszu- und -verkäufe die Strategie sinnvoll unterstützen können, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren. M+A- Aktivitäten sowie die Integration der Akquisitionen bergen ein grundsätzliches Risiko für den Konzern. Diesem Risiko wird im Vorfeld aktiv durch eine umfangreiche Due Diligence Prüfung sowie durch einen strukturierten und individuell auf das erworbene Unternehmen angepassten Integrationsprozess entgegen- gewirkt.

Unsicherheiten aus handels- und geopolitischen Konflikten bestehen fort bzw. nehmen in einigen Regionen wieder zu. So kann eine zunehmend wirtschaftliche Entkopplung zwischen den USA und China aufgrund steigender Handelshemmnisse und technischer Regulierungen das globale Wachstum stören. Die Spannungen zwischen China auf der einen Seite und den Part- nern Taiwan und USA auf der anderen Seite können aktuell nicht sicher bewertet werden. Trotz der internationalen Aus- richtung der Halbleiter-Branche kann im Eskalationsfall auf- grund Taiwans starker Position in einigen Fertigungsstufen von einer signifikanten Auswirkung auf den globalen Halbleitermarkt ausgegangen werden. Der russische Krieg gegen die Ukraine mit den verbundenen Sanktionen birgt aufgrund der kaum vorhan- denen Geschäftstätigkeit mit beiden Ländern keine direkten Risiken. Indirekt kann er weiterhin Auswirkungen vor allem auf die Versorgung mit Energie haben und deren Preisentwicklung sowie die kurzfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen beeinflus- sen. Dies könnte die aktuell hohe Inflation weiter anheizen und im Risiko einer anhaltenden Lohn-Preis-Spirale bergen. Ebenso kann die Unterbindung von Finanztransaktionen auch Auswirkun- gen auf die Beschaffung oder den Vertrieb von sanktionsfreien Gütern haben. Beides könnte einen entscheidenden Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Wachstumsmärk- ten von Jenoptik und auf den Erfolg unserer Geschäftstätigkeit haben, indem Preissteigerungen von Rohstoffen und Vorleis- tungsgütern unsere Kostenstruktur negativ beeinflussen. Dem versucht Jenoptik über verschiedene Maßnahmen im Einkauf, durch eine weitere Optimierung der internen Kostenstruktur sowie gegebenenfalls über Preisanpassungen in enger Zusammen- arbeit mit unseren Kunden entgegenzuwirken. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Kriegslage weiterhin dynamisch und eine stetige Eskalation und Ausweitung des Konflikts, einschließlich NATO- Staaten, kann nicht ausgeschlossen werden. Eine Ausweitung des Kriegs hätte erhebliche Auswirkungen auf die europäischen Volkswirtschaften.

Die globalen IT-Systeme und -Prozesse sind für Jenoptik divisionsübergreifend von großer Bedeutung. Die Sicherheit und Verfügbarkeit der Systeme haben dabei oberste Priorität. Die Daten werden auf redundanten Speichermedien gelagert und durch ein teilweise mehrstufiges Archiv- und Backup-System vor Datenverlust gesichert. Dies soll im Krisen- fall eine zeitnahe Wiederherstellung ermöglichen. Aufgrund weltweit ansteigender Bedrohungen in der Informationstech- nik, so zum Beispiel in Form von Social Engineering wie Phishing-Angriffen oder Ransomware, ergreift Jenoptik aktiv sowohl präventive als auch korrektive Maßnahmen, um die Gefährdung durch Cyberangriffe zu reduzieren. So werden sämtliche Themen der IT-Sicherheit durch den Chief Infor- mation Security Officer koordiniert, bestehende Prozesse fortlaufend hinterfragt und angepasst, technische Maßnahmen umgesetzt und verantwortliche Mitarbeiter intern geschult. Ebenso hat Jenoptik ein Security Operations Center, abgekürzt SOC, eingerichtet, um den Schutz der IT-Infrastruktur besser zu gewährleisten. Es integriert, überwacht und analysiert sämt- liche sicherheitsrelevante Systeme wie unsere Unternehmens- netzwerke, Server, Arbeitsplatzrechner oder Internetservices, alarmiert die betroffenen Einheiten und ergreift Maßnahmen zum Schutz unserer Daten und Anwendungen. Jedoch können diese Maßnahmen, die zum Schutz unserer IT-Infrastruktur, unseres geistigen Eigentums und unseres Portfolios ergriffen werden, niemals eine vollständige Risikomitigation bewirken.

Den wichtigsten Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten unsere Mitarbeiter. Als internationaler Technologiekonzern benötigt Jenoptik hierfür auch weiterhin engagierte und gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen. Aufgrund des Fachkräftemangels, vor allem in Deutschland, besteht auch für Jenoptik das Risiko, vakante Stellen nicht zeitnah besetzen zu können. Diesem Risiko wird durch eine Vielzahl zielgerichteter Maßnahmen begegnet, unter anderem der Etablierung einer Nachfolge- planung auf Ebene der Führungspositionen, Leadership- und Professional Career Programmen, einer Employer-Branding- Kampagne sowie attraktiven und individuell angepassten Anreiz- und Bindungssystemen.

T36 Risikoprofile der Segmente 2022

Division 2022 2021 2022 2021 2022 2021
Advanced Photonic Solutions Smart Mobility Solutions Non-Photonic Portfolio Companies
Strategische Risiken
Marktentwicklung Niedrig Niedrig Mittel Mittel Mitelhoch Mitelhoch
Produktentwicklung (inkl. F + E) Mittel Mittel Mittelhoch Mittelhoch Mittel Mittel
Unternehmensentwicklung (Portfolio&Struktur) Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel
Organisationsentwicklung (Abläufe & Ressourcen) Mittel Mittel Mittel Mittel Mittelhoch
Operationale Risiken
Supply Chain Management Mittel Mittelhoch Mittelhoch Mittelhoch Mittel Mittelhoch
Arbeits- und Umweltschutz (EHS) Mittel Niedrig Mittel Mittel Niedrig Niedrig
Fertigung (inklusive Qualitätsmanagement) Mittelhoch Mittelhoch Mittel Mittel Mittel Mittel
Marketing & Vertrieb Niedrig Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel
Patente und Schutzrechte Niedrig Niedrig Mittel Mittel Niedrig Niedrig
Personalmanagement Mittel Mittelhoch Mittel Mittel Mittelhoch Mittel
IT Mittelhoch Mittelhoch Mittel Mittel Mittel Mittel
Recht Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig
Immobilien Mittelhoch Mittelhoch Niedrig Niedrig Mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechnungswesen Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig
Finanzmanagement Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig Mittel Mittel
Controlling Mittel Mittel Niedrig Niedrig Niedrig Niedrig
Steuern Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel Niedrig
Compliance Risiken
Unternehmensinterne/straf- und wettbewerbsrechtliche Compliance Mittel Mittel Mittel Mittel Niedrig Niedrig
Datensicherheit & Datenschutz Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel Niedrig
Gesamtrisiko Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel Mittel

80 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht

Die zunehmende Zahl komplexer, internationaler und vor allem technisch anspruchsvoller Projekte stellt sehr hohe operative Anforderungen an alle Geschäftsbereiche. Insbesondere das Lieferanten-Management und die Fertigung sind für die Sicher- stellung der Qualität unserer Produkte verantwortlich. Unter anderem die Nutzung von Single-Source-Lieferanten oder weiter- hin mögliche Insolvenzen können das Risiko der Abhängigkeit oder des Ausfalls von einzelnen Lieferanten erhöhen. Auch kann es weiterhin inflationsbedingt seitens unserer Lieferanten zu einem erhöhten Preisdruck bei Einkaufsprodukten kommen. Die stetige Weiterentwicklung unserer Einkaufs- und Produktions- organisationen soll daher sicherstellen, dass unsere Kunden auch weiterhin qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Lösungen termingerecht erhalten.

Die Nichteinhaltung gesetzlicher, ethischer oder vertraglicher Anforderungen stellt vor dem Hintergrund der internationalen Geschäftstätigkeit von Jenoptik ebenfalls ein bereichsübergrei- hendes Risiko dar. In den Bereichen Controlling sowie Rechnungswesen ergeben sich Chancen vor allem durch den weiteren Ausbau und die Optimierung eines einheitlichen ERP-Systems sowie durch

27 Zusammengefasster

107 Vergütungsbericht

153 Nichtfinanzieller Bericht

219 Konzernabschluss

28 Grundlagen des Konzerns

73 Risiko- & Chancenbericht

48 Wirtschaftsbericht

64 prognosebericht

91 Segmentbericht

70 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen

94 Lagebericht der JeNoptIK AG

erklärung zur Unternehmensführung# Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht

Risiko- und Chancenprofil des Segmente

Das Risiko- und Chancenprofil des Jenoptik-Konzerns wurde von den unterschiedlichen Risikoprofilen der Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions sowie der Non-Photonic Portfolio Companies abgeleitet. Finanzwirtschaftliche Risiken werden gebündelt im Risiko- und Chancenprofil des Konzerns abgebildet.

Die finanzwirtschaftlichen Risiken wurden 2022 konzernübergreifend im Durchschnitt als niedrig bewertet. Die nachfolgenden Themen umfassen dabei auch die segmentspezifischen Risiken.

Advanced Photonic Solutions

Strategische Risiken und Chancen resultieren vor allem aus der Nachfrage in der Halbleiterausrüstungsindustrie. Sie kann das Ergebnis deutlich positiv, aber auch negativ beeinflussen. Darüber hinaus birgt die Fokussierung auf einzelne größere Kunden und die sich daraus ergebende Kundenkonzentration grundsätzlich das Risiko, dass negative Geschäftsentwicklungen oder der Verlust der Kunden deutliche Umsatz- und Ergebnisauswirkungen haben könnten. Andererseits ermöglicht die Bindung solcher Kunden aufgrund von Skaleneffekten ein profitables Umsatzwachstum. Aufgrund des hochspeziellen Technologieportfolios sowohl der Jenoptik als auch der Schlüsselkunden besteht die Abhängigkeit in beide Richtungen. Zwar ist dieses durch eine zunehmende Anzahl vor allem asiatischer Wettbewerber sowie dem Trend von Lieferanten und Kunden zur Vorwärts- bzw. Rückwärtsintegration immer latent gefährdet, es kann jedoch durch den stetigen Ausbau der bestehenden Wettbewerbsvorteile, eigener Entwicklungsaktivitäten und Internationalisierung realisiert werden. Zudem begegnet die Division diesem Risiko durch eine kontinuierliche Überprüfung der Wertschöpfungstiefe mit dem Ziel, mehr System- und Servicelösungen für unsere Kunden anbieten zu können.

Sowohl die zuvor bereits kontinuierlich gestiegene und durch die COVID-19-Pandemie beschleunigte Bedeutung von Digitalisierung als auch die (supra-)nationale Industriepolitik mit Ziel, die Abhängigkeit im Halbleiterbereich von einzelnen Ländern zu verringern, bietet für die Division sowohl in der aktuellen Lage als auch in den kommenden Jahren große Chancen, die mit steigenden Herausforderungen in operativen Themen, wie dem Lieferkettenmanagement, der Fachkräftegewinnung und der Fertigungskapazitätsteigerung, einhergehen. Jenoptik steht in diesen Bereichen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen der Halbleiterausrüstungsbranche. Die amerikanische Subventionspolitik geht einher mit steigenden Anforderungen in der Exportabwicklung, da mit ihr geopolitische Interessen verbunden sind. Auch der ständige medizinisch-technologische Fortschritt sowie die demografische Entwicklung, vor allem in Asien und Amerika, führen zu einer steigenden Nachfrage nach Produktlösungen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios und mit dem strategischen Zukauf der BG Medical GmbH im Bereich der Medizintechnik sowie die stärkere Marktorientierung von Jenoptik können die Anforderungen unserer Kunden besser bedient werden. Jedoch verursacht das zunehmende Finanzierungsproblem im Gesundheitswesen einen stark steigenden Preisdruck unter den Anbietern. Die tendenziell zunehmende Komplexität des Marktumfelds erschwert eindeutige und sichere Prognosen vor allem in innovativen Anwendungsfeldern.

Die hohen technologischen und qualitativen Anforderungen an Jenoptik und unsere Zulieferer bezüglich Ausgangsmaterialien und Produktionstechnik führen zu besonderen operationalen Risiken und Chancen im Bereich des Lieferanten-Managements sowie in den Fertigungsprozessen. Es gibt für zahlreiche Komponenten der Division nur eine sehr begrenzte Anzahl qualifizierter Lieferanten, welche die notwendigen Spezifikationen zeitgerecht erfüllen können. Beim Ausfall eines solchen Lieferanten oder sich verändernden Spezifikationen durch die Kunden kann es zu entsprechenden Problemen im Entwicklungs- bzw. Produktionsprozess kommen. Um mittel- und langfristig über eine stabile Basis von geeigneten Lieferanten zu verfügen, qualifiziert die Division kontinuierlich, unterstützt durch den strategischen Einkauf, unsere Partner. Außerdem unterstützen spezielle Lieferantenentwicklungsteams unsere Lieferanten bei der notwendigen Weiterentwicklung ihrer Organisation oder Geschäftsprozesse. Weiterhin können teilweise angespannte Lieferketten Risiken bergen, gerade in einer Phase der erhöhten Nachfrage nach unseren Produkten. Diese zeigen sich für bestimmte Materialien in der individuellen Zuweisung durch Lieferanten oder einem starken Preisanstieg. Diese Herausforderungen versucht Jenoptik durch die Einrichtung dedizierter Task Forces zu bewältigen.

Spezifische Kundenanforderungen, vor allem hinsichtlich der Qualität, der wachsende Anteil komplexer High-End-Produkte sowie das dynamische Wachstum einiger Geschäftsfelder führen zu steigenden Anforderungen an die Fertigungstechnologien, -kapazitäten und Flächenkonzepte, die durch gezielte Erweiterungs- bzw. Ersatzinvestitionen erfüllt werden. Verzögerungen notwendiger Investitionen können das Risiko erhöhen, dass die Qualitäts- und Leistungsanforderungen nicht zur vereinbarten Zeit oder gar nicht erfüllt werden können, was entweder zu Verzögerungen bei der Auslieferung oder zur Nichtabnahme beim Kunden führen kann.

Die Division investiert in neue Standorte und entwickelt weltweit die Bestandsflächen bei laufendem Betrieb kontinuierlich weiter, um die wachsende Nachfrage in Zukunft besser zu bedienen.

Smart Mobility Solutions

Die strategischen Risiken und Chancen der Division Smart Mobility Solutions resultieren aktuell hauptsächlich aus den unsicheren wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen weltweit. Jenoptik ist als Auftragnehmer vor allem internationaler öffentlicher Auftraggeber sowohl der politischen als auch der wirtschaftlichen Entwicklung in den jeweiligen Ländern ausgesetzt. Dies kann besonders bei Unruhen oder Regierungswechseln dazu führen, dass Projekte nur verzögert abgewickelt oder nicht realisiert werden. Aufgrund der angespannten Haushaltslagen nach der COVID-19-Pandemie sowie der Neu- ausrichtung öffentlicher Budgets im Zuge des Krieges in der Ukraine können für die Zukunft mögliche Kürzungen öffentlicher Investitionen für Verkehrsüberwachungsprojekte nicht ausgeschlossen werden.

Mit der Konsolidierung des Verkehrssicherheitsmarktes durch die Akquisition von Redflex durch Verra Mobility 2021 bestehen weiterhin absatzmarktseitige Risiken vor allem in den Vereinigten Staaten, aber auch auf anderen internationalen Märkten durch den Markteintritt asiatischer Wettbewerber. Aktuell arbeitet die Division an der Neuausrichtung der amerikanischen Marktbearbeitung sowie der weiteren Produktentwicklung gemäß den regional divergierenden Anforderungen. Unterstützend wirkt hier auch der stark regulierte europäische Verkehrs- sicherheitsmarkt, der aufgrund seiner hohen Zulassungsanforderungen gewisse Markteintrittsbarrieren hat.

Controlling-Instrumente

Als Unternehmen mit Kunden und Geschäftspartnern in zahlreichen Ländern und globalen, öffentlichen Auftraggebern muss sich Jenoptik mit vielen und teilweise wachsenden Compliance-Anforderungen in den unterschiedlichsten Märkten auseinandersetzen. Obwohl mit der konzernweiten Exportkontroll- sowie Datenschutzorganisation, dem Zentralbereich Compliance & Risk Management sowie mit entsprechenden Risiko- und Chancenprofil Prozessen die notwendigen organisatorischen Strukturen und Maßnahmen zur Minimierung möglicher Compliance-Verstöße implementiert sind, können diese nicht vollständig ausgeschlossen werden. Mithilfe der strikten Einhaltung des Compliance-Programms sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems sollen mögliche Prozesslücken geschlossen sowie gesetzes- und regeltreue Verfahren sichergestellt werden.

Seit diesem Jahr werden Compliance Risiken als eigene Risikokategorie ermittelt und ausgewiesen. Diese Risiken, die gesellschafts-, straf- und wettbewerbsrechtliche Risiken sowie Datenschutz umfassen, befinden sich konzernweit auf einem mittleren Niveau.

Controlling-Instrumente

Eine wesentliche Aufgabe des Zentralbereichs Treasury ist es, die Finanzierung aller Konzerngesellschaften langfristig sicherzustellen und zu koordinieren. Dabei kann Jenoptik auf verschiedene externe Finanzierungsinstrumente zurückgreifen.

Währungsbedingte Risiken, die aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns resultieren, werden in Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften identifiziert und durch geeignete Maßnahmen, zum Beispiel durch den Abschluss von Devisen- termingeschäften, reduziert.

Hinsichtlich des Zinsänderungsrisiko wird unter anderem durch den Einsatzes von Finanzinstrumenten Abschluss festverzinslicher Darlehen begegnet. Zusätzlich kommt auf den Konzernanhang, Abschnitt 8.2 verwiesen werden, auf Bedarf Zinsderivate zum Einsatz.

Liquiditätsrisiken sollen durch eine konzernweite Langfrist- planung frühzeitig erkannt und systematisch minimiert werden. Zur Liquiditätssteuerung und -überwachung sind regelmäßige Treasury-Reports sowie quartalsweise Aktualisierungen der Pla- nung etabliert.

Integrierende und stetige Verbesserung

Die Einrichtung neuer Controlling-Instrumente sowie die stetige Verbesserung der Compliance-Strukturen und Prozesse unterstützt hierbei alle Fachbereiche und Geschäftseinheiten. Dies begegnet dem Risiko möglicher fehlender geschäftsentscheidender Informationen im internen Berichtswesen. Dies stellt eine zutiefst greifende Risiko dar. Insbesondere erfolgreich abgeschlossene Zentralisierungen von Buchhaltungsaktivitäten zur permanenten M+A-Aktivitäten bedürfen sorgfältiger Integrations- und Abstimmungsprozesse, um die übernommenen Unternehmen vollständig in unsere Corporate Governance einzubinden.# Lagebericht der JeNoptIK AG

3 Management Bericht

27 Zusammengefasster Lagebericht

28 Grundlagen des Konzerns

48 Wirtschaftsbericht

64 Segmentbericht

70 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen

73 Risiko- & Chancenbericht

85 Prognosebericht

91 Erklärung zur Unternehmensführung

94 Nichtfinanzieller Bericht

107 Vergütungsbericht

129 Konzernabschluss

153 Weitere Informationen

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73 Risiko- & Chancenbericht

Die strategischen Risiken bzw. Chancen der Non-Photonic Portfolio Companies werden maßgeblich durch die Entwicklung der Automobilindustrie und deren Investitionen beeinflußt. In der Branche bestehen weiterhin Herausforderungen aufgrund der technologischen Transformationen und Absatzentwicklungen von Fahrzeugen mit konventionellen Antriebssträngen, die Risiken für unseren Geschäftserfolg als Ausrüster dieser Branche bergen. Die Fokussierung auf größere Kunden im Bereich intelligenten Verkehrsstromlösungen (Smart City), der Erhebung der Prozessautomation birgt grundsätzlich das Risiko, dass von Mautgebühren für die Nutzung innerstädtischer Verkehrs- negative Geschäftsentwicklungen oder der Verlust von Kunden infrastruktur und der Einhaltung von Emissionswerten für deutliche Umsatz- und Ergebnisauswirkungen haben könnten. Schadstoffe in der Luft, vor allem in Ballungsräumen, erhöhen Die Anpassung der Divisionsstrategie weg von großen integrier- sich zugleich die Chancen für die Division. Durch eine perma- ten Projekten hin zu kleineren Einzelprojekten kann kurzfristig nente Optimierung des Produktportfolios und den Aufbau einer zu Anpassungsbedarf beim Working Capital führen. Durch die einheitlichen Plattform, welche die zuvor genannten Zukunfts- Adressierung weiterer Industriezweige mit unserem Produkt- themen abbilden kann, soll unsere strategische Wettbewerbs- portfolio soll die Abhängigkeit von der Automobilindustrie position verbessert werden. zukünftig verringert werden.

Die operationalen Risiken und Chancen sind durch die ange- In den operationalen Risiken und Chancen spiegelt sich die spannte Situation in Teilen der Lieferkette geprägt. Die Produkte zunehmende Internationalisierung von Projekten und Teilen der von Smart Mobility Solutions bedürfen vor allem in den euro- Wertschöpfungskette in erhöhten Anforderungen an die päischen Ländern einer technischen Zulassung, deren Dauer nicht Bereiche Lieferanten-Management, Fertigung, Marketing und beeinflußbar ist. Eine Substitution der eingekauften Mate- Vertrieb sowie Personalmanagement wider. Der konsequente rialien und Baugruppen ist daher nicht in jedem Fall einfach Ausbau effizienter Service- und Vertriebsstrukturen ist von ent- umzusetzen, ohne eine erneute Betriebserlaubnis beantragen scheidender Bedeutung, um Wachstumsziele insbesondere zu müssen. Daher ist oftmals nur eine sehr begrenzte Anzahl von den Bereichen im Ausland zu erreichen. Anbietern als Zulieferer qualifiziert. Beim Ausfall eines solchen Lieferanten oder der Abkündigung von Produkten kann es zu Der finanzielle Druck auf die Beteiligten in der gesamten Liefer- entsprechenden Herausforderungen durch erneute Zulassun- kette der Automobilhersteller steigt stetig. Dadurch können gen, geänderte Produktionsprozesse oder einer Einschränkung 106 der Lieferfähigkeit und negativen Auswirkungen für den lang- der Non-Photonic Portfolio Companies erhöhte Risiken fristigen Absatz kommen. Unser strategischer Einkauf unter- durch kundenseitige Cashflow-Optimierungen, aber auch das stützt die Division, um Partner zu qualifizieren und um mittel- Wegbrechen eigener Zulieferer ergeben. Um dem zu begeg- und langfristig über eine stabile Basis von geeigneten nen, wurden ein enger getaktetes Forderungsmanagement und Lieferanten zu verfügen. die weitere Qualifizierung geeigneter Lieferanten eingeleitet.

Die Division muss darüber hinaus hohe Compliance-Anforde- rungen erfüllen, sei es durch Kunden oder durch den Gesetzge- VINCORION ber. Sie bergen das Risiko von Verzögerungen in unseren Geschäftsprozessen bzw. zusätzlichen Aufwänden, die das Aufgrund des Vollzugs der Veräußerung des Geschäftsbereichs Ergebnis negativ beeinträchtigen könnten. In der Verkehrs- zum 30. Juni 2022 werden an dieser Stelle keine Risiken und sicherheitstechnik sind vor allem die Anforderungen der Daten- Chancen für den Geschäftsbereich VINCORION aufgeführt. schutzgrundverordnung von besonderer Bedeutung. Mit dem Es verbleiben geringe Nettorisiken aus Inanspruchnahme gege- weiteren Ausbau einer konzernweit vereinheitlichten Daten- bener Freistellung. Diese sind nicht in die Konzernrisikobewer- schutzorganisation wird diesen Herausforderungen begegnet. tung eingeflossen.

Für den Konzern ergeben sich mit dem Verkauf des Geschäfts- bereichs den Aktienkurs betreffende Chancen, da der Anteil der Non-Photonic Portfolio Companies Sicherheits- und Wehrtechnik am Umsatz unter die Fünf-Prozent- Marke gefallen ist. Somit steht die Jenoptik-Aktie auch wieder

Die strategischen Risiken bzw. Chancen der Non-Photonic institutionellen Anbietern, die sich an hohen ESG-Kriterien Portfolio Companies werden maßgeblich durch die Entwicklung orientieren müssen, als Anlagemöglichkeit zur Verfügung, was der Automobilindustrie und deren Investitionen beeinflusst. positive Effekte auf den Aktienkurs haben kann. In der Branche bestehen weiterhin Herausforderungen aufgrund der technologischen Transformationen und Absatzentwicklun- gen von Fahrzeugen mit konventionellen Antriebssträngen, die Risiken für unseren Geschäftserfolg als Ausrüster dieser 83

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022
Zusammengefasster Lagebericht | Risiko- & Chancenbericht

Gesamtaussage des Vorstands zur

Risiko- und Chancenlage des Konzerns

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die konsequente Fokussierung auf die strategischen Marktsegmente des Konzerns (mithilfe der Strategie 2025) sukzessive dazu beitragen kann, bestehende strategische Risiken zu senken. Die zunehmende Auf der Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagement- Bedeutung der photonischen Industrie und die damit ver- Systems wurden die wesentlichen und steuerbaren Risiken und bundene starke Nachfrage nach Anwendungen und Systemen, Chancen identifiziert und bewertet. Insgesamt hat der Jenoptik- sowohl durch Privathaushalte als auch von Unternehmen, Konzern im Durchschnitt von strategischen, operationalen bieten für Jenoptik weiterhin entsprechendes Wachstumspoten- und finanzwirtschaftlichen Risiken ein im Vergleich zum Vorjahr zial. Unterstützend kann hier noch, wie im Abschnitt zur marginal gestiegenes Risiko-Exposure zu verzeichnen und Advanced Photonic Solutions erwähnt, die (supra-)nationale liegt aktuell weiterhin im mittleren Risikobereich. Durch die Ein- Industriepolitik im Rahmen des amerikanischen CHIPS and leitung und Nachverfolgung geeigneter Maßnahmen werden Science Acts und des European Chips Act wirken. die adressierten Risiken – soweit möglich – begrenzt. Insgesamt besteht ein zufriedenstellendes Verhältnis zwischen Zusätzlich zu den im Konzernlagebericht beschriebenen spezifi- Risiken und Chancen im Jenoptik-Konzern. Es wurden keine schen Risiken kann es allerdings jederzeit zu unvorhersehbaren den Bestand des Konzerns gefährdenden Risiken identifiziert. Ereignissen kommen, welche die Marktentwicklung, unsere Vertriebs- und Produktionsprozesse sowie die Reputation des Unternehmens erheblich beeinflussen. Die mittel- und lang- fristigen Auswirkungen der instabilen geopolitischen Lage, wie beispielsweise dem anhaltenden russischen Krieg gegen die Ukraine, aber auch die zunehmenden Spannungen zwischen China auf der einen Seite und den Partnern Taiwan und USA auf der anderen Seite können aktuell nicht sicher bewertet werden. Diese können Folgen auf die Versorgung und Preisent- wicklung von Energie, Rohstoffen sowie Logistik- und Bau- dienstleistungen haben. Trotz der internationalen Ausrichtung der Halbleiter-Branche kann im Eskalationsfall aufgrund Taiwans starker Position in einigen Fertigungsstufen von einer signifikanten Auswirkung auf den globalen Halbleitermarkt ausgegangen werde. Nachgelagert können sich daraus für die kommenden Jahre hoch bleibende oder steigende Inflations- raten entwickeln.

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85 Prognosebericht

Rahmenbedingungen: Künftige

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

und der Jenoptik-Branchen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem wirtschaftlichen schwierigen Jahr 2023, da die drei wichtigsten Wirtschaftsräume – USA, EU und China – gleichzeitig schwä- cheln; die Hälfte der EU-Staaten werde 2023 eine Rezession erleben, weltweit könnte es ein Drittel der Länder sein. Aller- dings seien die Aussichten für die Weltwirtschaft „weniger düster“ als zuletzt in der Prognose von Oktober 2022 befürch- tet, da sich zahlreiche Volkswirtschaften als widerstandsfähiger erwiesen hatten als erwartet und das Ende der Null-Covid- Strategie in China zum Treiber der Wirtschaft werden könne. Eine Verschärfung der Corona-Situation in China durch rasant steigende Infektionen könnte dagegen auch zum Risiko für die heimische und globale Wirtschaft werden.

Für China erhöhte der IWF seine Wachstumsprognose zwar um 0,8 Prozentpunkte gegenüber der Oktober-Prognose, sieht aber weiterhin erhebliche Risiken. Vor allem der unkalkulier- bare weitere Verlauf der Corona-Pandemie nach dem Ende der Null-Covid-Politik, eine Krise im Immobilienmarkt sowie eine schwächere globale Nachfrage könnten Chinas Wirtschafts- wachstum beeinträchtigen.

Die USA könnten 2023 laut IWF eine Rezession vermeiden oder nur eine sehr milde Rezession erleben. Die Arbeitsmärkte seien stabil und die Verbrauchernachfrage trotz Zinserhöhungen zur Reduzierung der Inflation stark. Mit dem 2022 verabschie- deten Subventionsgesetz mit dem Titel „Inflation Reduction Act“ sollen in den USA sehr große Subventionsanreize und Steuer- senkungen für den grünen Umbau der Wirtschaft geboten werden. Verbunden sind damit Vorschriften für die lokale Pro- duktion in den USA, weshalb die EU in diesem rund 430 Mrd# Weitere Risiken

US-Dollar schweren Subventionsprogramm eine Benachteiligung sieht der IWF in der möglichen Eskalation des Ukraine-Kriegs von europäischen Firmen sieht, die umweltfreundliche Produkte 106 oder durch die Belastungen infolgedessen wie hohe Energie- in die USA exportieren wollen, bzw. das Risiko, dass Firmen ihre preise. Zudem bremse zwar die strenge Geldpolitik der Zentral- Investitionen und Werke in die USA verlagern würden. Die banken die Inflation zunehmend, sie erhöhe aber auch das EU will deshalb im Gegenzug ihre Regelungen für Subventionen Risiko für eine mögliche Schuldenkrise in vielen Schwellen- und vereinfachen und Genehmigungen beschleunigen, wie die Entwicklungsländern. EU-Kommission Anfang 2023 meldete. Für 2023 rechnet der IWF mit einem globalen Wirtschafts- Für die Eurozone prognostiziert der IWF ein Wirtschaftswachs- wachstum von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das sind tum von 0,7 Prozent im laufenden Jahr und 1,6 Prozent 2024. 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober 2022 ange- Die im Vergleich zum Oktober leicht erhöhte Prognose spiegele nommen. Für 2024 wird ein Wachstum von 3,1 Prozent prog- die schnellere Zinserhöhung der EZB und niedrigere Energie- nostiziert. T37 Großhandelspreise wider ebenso wie zusätzliche Ankündigungen zur Stärkung der Kaufkraft in Form von Energiepreiskontrollen und Finanzhilfen. Die EU-Kommission rechnet mit einem Wirt- schaftswachstum in der Euro-Zone 2023 von 0,9 Prozent. T37 Prognose des Bruttoinlandsprodukts (in Prozent) Die Wirtschaft in Deutschland habe sich laut der IWF-Einschät- 2023 2024 zung von Januar 2023 überraschend robust erwiesen, sodass es Welt 2,9 3,1 möglich sei, eine Rezession im laufenden Jahr zu vermeiden. USA 1,4 1,0 Nach dem prognostizierten geringen Wachstum von 0,1 Prozent Euro-Zone 0,7 1,6 im Jahr 2023 könnte die Wirtschaft 2024 um 1,4 Prozent Deutschland 0,1 1,4 gegenüber dem Vorjahr zulegen. Die deutsche Bundesregierung China 5,2 4,5 rechnet für 2023 damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um Indien 6,1 6,8 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigt und nicht wie noch Schwellenländer 4,0 4,2 im Herbst befürchtet um 0,4 Prozent schrumpfen würde. Für die deutsche Exportwirtschaft rechnet die Bundesregierung mit einem schwierigen Jahr: Die Ausfuhren würden voraussichtlich Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2023 nur noch um 2,2 Prozent wachsen. 85 * Prognose

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Prognosebericht

Dank der Digitalisierung befindet sich die Photonik-Branche Angesichts des hohen Chipbedarfs in vielen Industrien, aber weiterhin in einem wachsenden Umfeld, so der Industrieverband zugleich möglicher Handelskonflikte wollen Länder wie die USA Spectaris. Der Einsatz von Lichttechnologien trage essenziell oder die EU ihre eigenen Chipkapazitäten mittels Förderpro- zum globalen Marktwachstum bei und sei eine unverzichtbare grammen erhöhen, um unabhängiger von der Versorgung aus Technologie für viele Innovationen geworden, unter anderem dem Ausland zu werden. So plant die EU-Kommission mit als Basistechnologie für das autonome Fahren, für die Industrie Hilfe des European Chips Act, dass mittel- bis langfristig neue 4.0 und Big-Data-Anwendungen, für das sogenannte „Smarte Chipfabriken in Europa entstehen und sich so der europäische Labor“ in der Analyse- und Biotechnologie sowie mittels der Anteil an der weltweiten Chip-Produktion bis 2030 auf 20 Pro- Quantentechnologie, die der Photonik den nächsten Wachstums- zent verdoppelt. Auch die USA wollen mit dem im August schub bringen kann. Ein positiver Beitrag wird laut Spectaris 2022 verabschiedeten CHIPS Act Investitionen und Innovatio- durch das Streben nach besserem Klimaschutz und Nachhaltig- nen in der US-Chipfertigung fördern. So sind laut SIA bereits keit erwartet. Im Sinne von „Green Photonics“ gelten licht- der Bau von 23 neue Chipfabriken sowie der Ausbau von 9 Fabs basierte Technologien hierbei als wichtiger Schlüssel: Spectaris bekannt gegeben worden, was wiederum Investitionen bei rechnet damit, dass dank Photonik im Jahr 2030 knapp 3 Mrd Zulieferern und Ausrüstern nach sich ziehen werde. Auch der Tonnen CO2 eingespart werden können. Verband der Halbleiterausrüster, SEMI, bestätigte die positiven Auswirkungen von staatlichen Bemühungen zum Ausbau von Branchenexperten sehen einige Trends, die die Photonik- Produktionskapazitäten und der Stärkung von Lieferketten: Industrie beeinflussen werden. So würden zum Beispiel mehr So würde die globale Halbleiterindustrie bis einschließlich 2023 photonische Lösungen in der Halbleiterausrüstungsindustrie über 500 Mrd US-Dollar in 84 Chipfabriken investieren. benötigt, da neue Chipfabriken im Zuge von Förderprogrammen gebaut werden wie dem „CHIPS and Science Act“ in den USA, In Bezug auf die kurzfristige Chipnachfrage rechnet der Markt- dem „Chips Act“ in der EU oder ähnlichen staatlichen Initiativen analyst IC Insights damit, dass die Schwäche im Speichermarkt in China, Südkorea oder Taiwan. Auch der Markt für industrielle voraussichtlich bis zur ersten Jahreshälfte anhalten wird und Laser, insbesondere für Schneid- und Schweißanwendungen, deshalb die Investitionsausgaben für Speicher 2023 um 25 Pro- könne 2023 um 5 bis 10 Prozent wachsen, allerdings mit Unsi- zent zurückgehen werden. Darüber hinaus würden die im cherheiten bzgl. China. In der Halbleiterindustrie trage zudem Oktober 2022 beschlossenen US-Sanktionen gegen chinesische die EUV-Technologie (extremes Ultraviolett) dazu bei, immer Halbleiterhersteller, insbesondere in Bezug auf den Erwerb von kleinere Chipstrukturen zu fertigen. Ein weiteres wachsendes Chipfertigungsanlagen von US-Unternehmen, dazu führen, dass Marktsegment für photonische Komponenten sei die soge- die Investitionsausgaben chinesischer Unternehmen 2023 um nannte „free space optical communication“: Die nächste Gene- 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Anfang 2023 einig- ration von Satelliten werde Laser-Terminals für die optische ten sich die USA mit den Niederlanden und Japan auf weitere Kommunikation im Weltraum brauchen. Exportrestriktionen gegen China. Hierdurch könnten Lieferket- ten in der Halbleiterausrüstriung beeinträchtigt werden. Branchenexperten rechnen mit einem durchschnittlichen jähr- Für den globalen Markt der Halbleiterausrüster erwartet der lichen Wachstum (CAGR) der globalen Photonik-Industrie von Verband SEMI einen Rückgang von 108,5 Mrd US-Dollar im mindestens 6 Prozent in den nächsten Jahren: Marktforscher Vorjahr auf 91,2 Mrd US-Dollar im Jahr 2023 sowie ein erneu- Tematys (zusammen mit Photonics21) prognostiziert einen tes Umsatzwachstum in 2024 auf das Niveau von 2022. CAGR von 6 Prozent bis 2025 auf 900 Mrd Euro; Marketsand- Markets 7,1 Prozent auf 837,8 Mrd US-Dollar bis 2025 sowie Der Branchenverband ZVEI rechnet für die deutsche Elektro- Triton 8,1 Prozent auf 921,7 Mrd US-Dollar bis 2028. Angetrie- und Digitalindustrie 2023 mit einer „schwarzen Null“ bei der ben wird das Wachstum vor allem durch die zunehmende Produktion, was einer Konsolidierung auf sehr hohem Niveau Anwendung von photonischen Produkten im Gesundheits- entspräche. wesen, in der Industrie sowie im Informations- und Kommuni- kationsbereich. Die Wachstumsaussichten für die Bildverarbeitungsindustrie sind laut VDMA Machine Vision für die kommenden Jahre trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten positiv. Die kon- junkturelle Erholung bei den „sehenden Maschinen“ habe 86 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 Prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung sich fortgesetzt, die industrielle Bildverarbeitung sei in der Auto- Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau rechnet der matisierung eine Schlüsselkomponente. Laut dem Marktfor- Industrieverband VDMA im Jahr 2023 mit einem leichten Pro- schungsunternehmen MarketsandMarkets könne der Markt für duktionsrückgang um 2 Prozent sowie einem Umsatzrückgang Anwendungen mit Augmented Reality bzw. Virtual Reality um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die exportorientierte (AR /VR) bis 2027 um jährlich durchschnittlich 25,3 Prozent branche werde durch das voraussichtlich weiter schwache wachsen, was auf Basis des Umsatzes 2022 in Höhe von Wachstum in China, hohe Energiepreise infolge des Kriegs in 37,0 Mrd US-Dollar dann einem Volumen von 114,5 Mrd der Ukraine sowie steigende Zinsen belastet. US-Dollar entsprechen würde. In der Automobilindustrie wird nur eine langsame Besserung 27 Für die deutsche Medizintechnikbranche erwartet der Industrie- erwartet: In Deutschland würden zwar die Produktion und die verband Spectaris im Jahr 2023 ein Umsatzwachstum unterhalb Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr wieder steigen, aber des Niveaus von 2022. Das Wachstum werde zudem von deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen, so der Verband Kostensteigerungen begleitet, was die Ertragslage verschlech- VDA. Eine ähnliche Entwicklung erwartet der VDA für die USA. tere. Eine Mehrheit der Branchenunternehmen verzeichne Nur in China werde der Automarkt langsamer wachsen, da Produktionsbehinderungen durch Materialknappheit und Fach- er sich bereits von der Krise erholt habe. kräftemangel. Langfristige Wachstumstreiber sind nach Anga- ben von Spectaris die Chancen aufgrund der demografischen Der globale Markt der Verkehrssicherheit wird bis 2028 voraus- Entwicklung insbesondere in Industrieländern sowie hohe sichtlich um jährlich durchschnittlich 12,4 Prozent auf 6,6 Mrd Gesundheitsinvestitionen vieler Schwellenländer. Die Digitalisie- US-Dollar wachsen, so das US-Marktforschungsunternehmen 106 rung in der Branche wurde durch die Pandemie noch verstärkt; Grand View Research im Marktbericht vom Mai 2021.# 87 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung der Geschäftslage

Die Prognose der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2023 wurde auf Basis der im Herbst 2022 erfolgten Konzernplanung erstellt. Mögliche Akquisitionen, Desinvestitionen sowie Wechselkursschwankungen werden grundsätzlich in der Planung nicht berücksichtigt. Das System der Top-Steuerungsgrößen umfasst die Kennzahlen Umsatz, EBITDA-Marge, Auftragseingang und Investitionen sowie die Cash Conversion Rate. Weitere Kennzahlen werden auch künftig regelmäßig erhoben und dienen dem Top-Management als Informationsgrößen.

Weitere Informationen zu den Mit der strategischen Agenda 2025 „More Value“ setzen wir Top-Steuerungsgrößen und auf nachhaltiges profitables Wachstum in den Kernmärkten Informationsgrößen siehe Kapitel Halbleiter & Elektronik, Life Science & Medizintechnik Steuerungssystem und Smart Mobility. Die Transformation zu einem global führenden, reinen Photonik-Konzern soll fortgeführt werden.

Weitere Informationen zur Strategie In der Division Advanced Photonic Solutions geht der Vorstand und zur Divisionsstruktur siehe Kapitel für 2023 insgesamt von einer anhaltend positiven Entwicklung Geschäftsmodell und Märkte sowie Ziele und Strategie des Geschäfts mit einer Steigerung von Umsatz und Ergebnis aus. Dazu sollen die Intensivierung unserer Geschäftsaktivitäten als weltweit aktiver Anbieter von Lösungen und Produkten, die auf photonischen Technologien basieren, die Fokussierung auf die Hauptabsatzmärkte, die Erweiterung der globalen Präsenz sowie innovative Produkte und ein gesamtres Angebot an integrierten Systemlösungen beitragen. Die Division sollte hier weiter von einer hohen Nachfrage nach optischen und mikrooptischen Systemlösungen für die Halbleiterfertigung profitieren. Im Bereich Biophotonics (Medizintechnik & Life Science) sollen die bereits bestehende Zusammenarbeit mit internationalen Schlüsselkunden im laufenden Geschäftsjahr weiter ausgebaut und neue Kunden gewonnen werden und so weiteres Wachstum erzielt werden. Für den Bereich Optical Test & Measurement wird ebenfalls eine positive Entwicklung erwartet, die auch durch Anwendungen im Bereich der Virtual and Augmented Reality gestützt wird.

Aktuell rechnet der Vorstand im laufenden Geschäftsjahr 2023 beim EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) mit einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreswert (2022: 184,1 Mio Euro). Die EBITDA-Marge soll bei 19,0 bis 19,5 Prozent (2022: 18,8 Prozent) liegen.

Der Auftragseingang wird auch von Großaufträgen, vor allem in der Division Smart Mobility Solutions, beeinflusst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhielten die fortgeführten Geschäftsbereiche neue Aufträge in Höhe von 1.185,4 Mio Euro und verfügten damit zum Jahresende 2022 über eine gute Auftragsbasis. 83,4 Prozent des zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Auftragsbestands sollen 2023 umsatzwirksam werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2023 geht der Vorstand davon aus, dass der Auftragseingang in etwa auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres liegen wird.

Planungsprämissen für Konzern und Divisionen

Die Division Advanced Photonic Solutions wird im laufenden Geschäftsjahr insbesondere in ihre operative Leistungsfähigkeit und den Vertrieb investieren, um das künftige Wachstum zu unterstützen. Zu den wesentlichen Maßnahmen gehören dabei der Neubau einer Reinraumfabrik in Dresden sowie die Vergrößerung unseres Standorts in Berlin.

Für das Geschäftsjahr 2023 geht der Vorstand für die Division Smart Mobility Solutions von weiterem Wachstum aus. Gestützt werden soll dieses durch neue Produkte und den Ausbau von eigenen Vertriebskanälen und eine vielversprechende Projektpipeline. Durch Optimierung der Produktpipeline auch in Form neuer Geschäftsmodelle wie Software-as-a-Service und ein breiteres Angebot in der Wertschöpfungskette soll der Anteil der wiederkehrenden Umsatzbeiträge in der Division erhöht werden. Aus regionaler Sicht erwartet Jenoptik in der Division Smart Mobility Solutions Wachstumsimpulse vor allem in Nordamerika und Australien.

Die Geschäftsentwicklung der Non-Photonic Portfolio Companies war 2022 immer noch von den Effekten der COVID-19-Pandemie, Belastungen durch Projekte im Bereich Automation, aber auch von strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie geprägt. 2023 geht der Vorstand von einer positiven Entwicklung des Segments aus. Dabei wird insbesondere für das Geschäft im Bereich Automation & Integration in Nordamerika im laufenden Geschäftsjahr Wachstum erwartet.

Jenoptik hat seit dem 1. Quartal 2022 folgende berichtspflichtige Segmente: Advanced Photonic Solutions, Smart Mobility Solutions und Non-Photonic Portfolio Companies.

Den Ausgangspunkt bilden die Einzelplanungen der Divisionen sowie der operativen Geschäftseinheiten, die aufeinander abgestimmt in die Konzernplanung einfließen.

Prognose der Ertragslage 2023

Aufgrund des hohen Auftragseingangs und -bestands im Geschäftsjahr 2022 und des anhaltend vielversprechenden Geschäftsverlaufs in den photonischen Kerngeschäften, vor allem im Halbleiterausrüstungsbereich, ist der Vorstand optimistisch, im Geschäftsjahr 2023 weiteres profitables Wachstum zu erzielen.

Weitere Informationen zur zukünftigen Entwicklung der Jenoptik-Branchen siehe Kapitel Rahmenbedingungen und Ziele.

Jenoptik erwartet 2023 ein Umsatzwachstum auf 1.050 Mio Euro bis 1.100 Mio Euro (2022: 980,7 Mio Euro).

Prognose der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns

Im Geschäftsjahr 2023 geht Jenoptik davon aus, dass die Investitionen deutlich über dem Vorjahresniveau von 106,0 Mio Euro liegen werden. Die Sachanlageinvestitionen werden auf die Wachstumsbereiche innerhalb der Divisionen fokussiert bzw. erfolgen im Rahmen von neuen Kundenprojekten. Mit den Investitionen sollen Kapazitäten erweitert und so das künftige Wachstum abgesichert werden, zum Beispiel durch den Bau der neuen Reinraum-Fabrik in Dresden.

Bei der Cash-Conversion-Rate (Verhältnis von Free Cashflow zu EBITDA) rechnet der Vorstand 2023 mit einem Wachstum auf über 50 Prozent (31.12.2022: 44,9 Prozent).

Wichtiger Hinweis. Die tatsächlichen Ergebnisse können

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Markt- nun ändere sich als Folge auch das Geschäftsmodell der her- stellenden Unternehmen von klassischer Gerätetechnik über Lösungsanbieter in der aktuellen Dekade hin zum Anbieter digitaler und ganzheitlicher Gesundheitslösungen in der kommen- den Dekade.

Der Weltmarkt der Medizintechnik wird bis 2025 nach Schätzung von Frost & Sullivan durchschnittlich jährlich um mehr als 6 Prozent auf dann einen Wert von 582 Mrd US-Dollar wachsen. Marktforscher Fortune Business Insights prognostiziert dem globalen Markt für Medizintechnikgeräte ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,5 Prozent bis 2029 auf ein Marktvolumen von 718,9 Mrd US-Dollar. Gefördert werde die Marktentwicklung beispielsweise durch die zunehmende Nachfrage nach tragbaren Gesundheitsgeräten wie Fitness- trackern, die Ausbreitung von chronischen Erkrankungen und die Verlagerung auf häusliche Pflege, die tragbare, einfach nutzbare Ausrüstung erfordere. Für das Marktsegment der Point-of-Care-Diagnostik berechnete Marktforscher Marketsand- Markets auf Basis des Werts von 2022 (45,4 Mrd US-Dollar) ein durchschnittliches Wachstum von 10,7 Prozent auf 75,5 Mrd US-Dollar im Jahr 2027. Grund sei die anhaltend hohe Verbreitung von Atemwegs-, Herz-Kreislauf- oder ansteckenden Krankheiten, die mit PoC-Diagnostik besser eingedämmt werden könnten.

MarktsandMarkets rechnet mit einem durchschnitt- lichen jährlichen Wachstum von 9,6 Prozent bis 2026. Eine wesentliche Rolle spielen hier die zunehmende Urbanisierung und der Ausbau im Transport- und Verkehrswesen, die Weiter- entwicklung von intelligenten Systemen sowie Initiativen für mehr Verkehrssicherheit wie „Vision Zero“. Im Segment der Geschwindigkeitsüberwachung mache die automatische Kennzeichenerfassung (ANPR) einen beträchtlichen Teil des Branchenumsatzes aus; hier wird eine solide Nachfrage bis 2028 prognostiziert. Ebenfalls wichtiger werden Dienstleistungen bzw. die Fähigkeit, End-to-End-Überwachung und Wartungs- services anbieten zu können.

Global sollen im Rahmen der „Decade of Action for Road Safety 2021–2030“ Todes- und Unfälle im Straßenverkehr weit- gehend reduziert werden. Laut einer EU-Verordnung müssen ab Juli 2024 alle neuen Fahrzeugtypen mit einem sogenannten Intelligent Speed Assistant (ISA) ausgestattet sein. Dieses Assis- tenzsystem soll mittels Sensor-Fusion zwischen Verkehrszeichen- Erkennung, Tempomat und Navigationssystem zu einer unter- stützenden Tempobremse im Fahrzeug werden. In den USA will das Verkehrsministerium mit der „Safe Systems“-Strategie die Verkehrsstatistik und -sicherheit verbessern. So sollen bis Ende 2023 neben Beratungen auch 5 Mrd US-Dollar Fördermittel bereitgestellt werden, damit in US-Staaten zum Beispiel Tempo- Limits eingeführt oder Pilotprogramme zum stärkeren Einsatz von Geschwindigkeitskameras gestartet werden können.# T38 Ziele Konzern und Segmente (in Mio EUR)

Ist 2022 Prognose 2023 (ohne größere Portfolioänderungen)
Umsatz 980,7 1.050 Mio Euro bis 1.100 Mio Euro
Advanced Photonic Solutions 729,6 Wachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich
Smart Mobility Solutions 114,3 Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich
Non-Photonic Portfolio Companies 132,3 Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich
EBITDA/EBITDA-Marge 184,1/18,8% Deutliches Wachstum/19,0 bis 19,5 Prozent
Advanced Photonic Solutions 170,0 Wachstum analog zum Umsatz
Smart Mobility Solutions 19,3 Wachstum stärker als Umsatz
Non-Photonic Portfolio Companies 2,7 Wachstum stärker als der Umsatz
Auftragseingang 1.185,4 In etwa auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres
Cash-Conversion-Rate 44,9% >50 Prozent
Investitionen¹ 106,0 Deutlich über Vorjahresniveau

¹ ohne Finanzanlageinvestitionen

89 JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Prognosebericht

Gesamtaussage des Vorstands zur künftigen Entwicklung

Der Jenoptik-Konzern wird im laufenden Geschäftsjahr 2023 die Umsetzung seiner strategischen Agenda 2025 fortsetzen, in deren Mittelpunkt die Fokussierung auf drei photonische Kernmärkte steht. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung legen wir das Hauptaugenmerk auch weiterhin auf profitables Wachstum. Nach unserer Einschätzung werden Umsatzwachstum, ein positiver Produktmix, Skaleneffekte sowie effizientere und schnellere Prozesse zu einer Steigerung der Ergebnisse führen. Auch 2023 werden wir einen wesentlichen Teil unserer Mittel in die Entwicklung innovativer Produkte und in die Erweiterung von Kapazitäten investieren. Im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements werden mögliche Akquisitionen intensiv geprüft, Desinvestitionen werden auch weiterhin nicht ausgeschlossen.

Die Erreichung unserer Ziele ist abhängig von der Entwicklung des wirtschaftlichen und politischen Umfelds, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und damit zusammenhängenden Sanktionen.

Der Vorstand ist für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund der sehr guten Auftragseingangsentwicklung im Geschäftsjahr 2022, des vorliegenden Auftragsbestands und des anhaltend vielversprechenden Verlaufs im photonischen Kerngeschäft positiv gestimmt und geht im laufenden Geschäftsjahr von einem Umsatzwachstum auf 1.050 Mio Euro bis 1.100 Mio Euro aus. Die EBITDA-Marge soll bei 19,0 bis 19,5 Prozent liegen.

Durch die nach wie vor gute Vermögenslage und eine tragfähige Finanzierungsstruktur verfügt Jenoptik nach Einschätzung des Vorstands über ausreichend Handlungsspielraum, um sowohl Investitionen in das weitere organische Wachstum als auch potenzielle Akquisitionen zu finanzieren.

Auf Basis des Kenntnisstandes zum Zeitpunkt der Berichterstellung erwartet der Vorstand 2023 eine positive Geschäftsentwicklung für den Jenoptik-Konzern.

Jena, 20. März 2023

JENOPTIK AG

Dr. Stefan Traeger Hans-Dieter Schumacher
Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand

Dr. Prisca Havranek-Kosicek Dr. Ralf Kuschnereit
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

90 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 erklärung zur Unternehmensführung

Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen

Erläuternder Bericht gemäß § 176 WpHG sowie Berichterstattung zu den §§ 289a, 315a HGB gemäß dem Übernahmerichtlinien- Umsetzungsgesetz

1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2022 betrug das gezeichnete Kapital 148.819 TEUR (i.Vj. 148.819 TEUR). Es ist eingeteilt in 57.238.115 (i.Vj. 57.238.115) auf den Namen lautende Stückaktien. Damit ist jede Aktie am Grundkapital in Höhe von 2,60 Euro beteiligt.

Mit allen Aktien der Gesellschaft sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft (§§58 Abs. 4, 60 AktG). Zu den Vermögensrechten der Aktionäre gehört ferner das Bezugsrecht auf Aktien bei Kapitalerhöhungen (§ 186 AktG). Daneben stehen den Aktionären Verwaltungsrechte zu, zum Beispiel das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen, und die Befugnis, Fragen und Anträge zu stellen sowie das Stimmrecht auszuüben. Die weiteren Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich aus dem AktG, insbesondere aus den §§12, 53a ff., 118 ff., 186 AktG. Ein Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seiner Aktien ist gemäß §4 Abs. 3 der Satzung ausgeschlossen.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Gesetzliche Beschränkungen, die Stimmrechte betreffen, bestehen gemäß §136 Abs. 1 AktG bei der Abstimmung über die jährliche Entlastung in Bezug auf Aktien, die von Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitgliedern direkt oder indirekt gehalten werden. Auch Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne der §§33 Abs. 1 oder 2 sowie nach §38 Abs. 1 oder 91 WpHG können dazu führen, dass gemäß § 44 Abs. 1 Satz 1 AktG das Stimmrecht zumindest vorübergehend nicht besteht.

Gemäß §67 Abs. 2 AktG bestehen im Verhältnis zur Umsetzungsgesetz JENOPTIK AG Rechte und Pflichten aus Aktien nur für und gegen den im Aktienregister Eingetragenen. Die Aktionäre haben der JENOPTIK AG zur Eintragung in das Aktienregister die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben (Name bzw. Firma, Adresse, ggf. Sitz, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien) zu machen. Mitzuteilen ist gemäß der Satzung ferner, inwieweit die Aktien demjenigen, der als Inhaber im Aktienregister eingetragen werden soll, gehören. Aktionäre, die diesen Auskunftspflichten nicht nachkommen, dürfen ihr Stimmrecht gemäß §67 Abs. 2 Sätze 2 und 3 AktG nicht ausüben.

Im Zusammenhang mit Art.19 Abs. 11 der EU-Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) sowie aufgrund konzerninterner Vorgaben bestehen gewisse Handelsbeschränkungen für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie für bestimmte Mitarbeiter im zeitlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Quartalsmitteilungen und -berichten, vorläufigen Zahlen sowie dem Jahres- und Konzernabschluss.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Informationen zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, finden Sie im Anhang des Jahresabschlusses unter Punkt 3.

4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es existieren keine Aktien der JENOPTIK AG, die mit Sonderrechten versehen sind.

5. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Es gibt keine Arbeitnehmerbeteiligungen und somit auch keine Stimmrechtskontrolle.

6. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung

Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt ausschließlich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen der §§84, 85 AktG sowie §31 MitbestG. Demzu- folge sieht die Satzung in §6 Abs. 2 vor, dass die Bestellung der Mitglieder des Vorstands, der Widerruf ihrer Bestellung sowie der Abschluss, die Änderung und die Beendigung von Dienstverträgen mit Mitgliedern des Vorstands durch den Aufsichtsrat erfolgen. Nach § 31 Abs. 2 MitbestG ist für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich. Ein Widerruf einer Bestellung zum Mitglied des Vorstands ist nur aus wichtigem Grund möglich (§84 Abs. 3 AktG).

Bei Beschlüssen der Hauptversammlung genügt die einfache Mehrheit des vertretenen Grundkapitals, sofern nicht durch Gesetz etwas Anderes zwingend vorge-schrieben ist.

7. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf

Detaillierte Informationen zu den Befugnissen des Vorstands zur Aktienausgabe, d.h. zum Genehmigten Kapital 2019 und zum Bedingten Kapital 2021 sowie zur Befugnis des Vorstands, eigene Aktien zurückzuerwerben, finden Sie im Konzernanhang unter Punkt 5.11 „Eigenkapital“.

8. Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots

Klauseln in von der JENOPTIK AG geschlossenen Verträgen, die im Falle eines Kontrollwechsels in der Eigentümerstruktur der JENOPTIK AG infolge eines Übernahmeangebots (Change of Control) greifen, bestehen für die nachfolgend beschriebenen Finanzierungsverträge mit einem ausgenutzten Gesamt-
volumen zum 31. Dezember 2022 von 456,8 Mio Euro (i.Vj.# Erklärung zur Unternehmensführung (mit Corporate-Governance-Bericht)

Vorstand und Aufsichtsrat berichten in dieser Erklärung gemäß §§289 f, 315 d HGB sowie Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance des Unternehmens.

Vorstand und Aufsichtsrat der JENOPTIK AG bekennen sich zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle, die auf eine langfristige Wertschöpfung ausgerichtet ist und alle Bereiche des Konzerns umfasst. Sie sehen in guter Corporate Governance die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg und zugleich einen wichtigen Beitrag, um das Vertrauen von Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern sowie der breiten Öffentlichkeit in Jenoptik zu stärken.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2022 gemeinsam die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet, die den Aktionären auf der Internetseite des Konzerns dauerhaft unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Corporate-Governance zugänglich gemacht wurde. Sollten sich künftig Änderungen bei Jenoptik mit Auswirkungen auf eine erklärte Entsprechung ergeben, wird die Entsprechenserklärung unterjährig aktualisiert.

Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der JENOPTIK AG im Geschäftsjahr 2022

Nach §161 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz haben Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten Aktiengesellschaft jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ („Kodex“) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat der JENOPTIK AG bekennen sich zu den Empfehlungen des Kodex und erklären gemäß §161 Absatz 1 Satz 1 Aktiengesetz:

I. Seit der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2021

Bis zum Inkrafttreten der neuen Fassung des Kodex am 28. April 2022 („Kodex 2022“) wurde den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 bis auf die nachfolgende Ausnahme entsprochen:

Gemäß der Empfehlung von Ziffer C.4 soll ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt.

Unser Aufsichtsratsmitglied, Frau Doreen Nowotne, ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzende bei der Franz Haniel & Cie. GmbH (nicht börsennotiert) sowie bei der Brenntag AG (börsennotiert) und Aufsichtsratsmitglied bei der Lufthansa Technik AG (nicht börsennotiert). Sofern man das aus Jenoptik-Sicht konzerninterne Mandat bei Jenoptik in der Addition der Mandate gemäß Ziffer C.4 mitzählt, verfügt Frau Nowotne über insgesamt sechs Aufsichtsratsmandate, sodass höchstvorsorglich eine Abweichung erklärt wird. Der Aufsichtsrat hat sich jedoch bei Frau Nowotne vergewissert, dass ihr genügend Zeit für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben bei der JENOPTIK AG zur Verfügung steht.

II. Seit dem Inkrafttreten des Kodex 2022

Seit dem Inkrafttreten des Kodex 2022 wurde sämtlichen darin enthaltenen Empfehlungen bis auf die nachfolgenden Ausnahmen entsprochen:

Gemäß der Empfehlung von Ziffer C.4 des Kodex 2022 soll ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt.

Gemäß der Empfehlung von Ziffer A.5 des Kodex 2022 sollen im Lagebericht der Gesellschaft die wesentlichen Merkmale des gesamten internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems beschrieben werden und es soll zur Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme Stellung genommen werden. Gemäß Ziffer C.1 des Kodex 2022 soll der Stand der Umsetzung der Ausfüllung des Kompetenz-

Angaben zu Profils für den Aufsichtsrat in Form einer Qualifikationsmatrix in der Erklärung zur Unternehmensführung veröffentlicht werden. Da die beiden vorgenannten Empfehlungen der Ziffern A.5 und C.1 zum Zeitpunkt der Erstellung des letzten Geschäftsberichts im Lagebericht 2021 noch nicht vollständig und in der Erklärung zur Unternehmensführung 2021 nicht enthalten waren. Beide Empfehlungen werden jedoch künftig umgesetzt.

III. JENOPTIK AG wird künftig sämtlichen Empfehlungen des Kodex 2022 bis auf die nachfolgende höchstvorsorgliche Ausnahme entsprechen:

Gemäß der Empfehlung von Ziffer C.4 des Kodex 2022 soll ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt.

Unternehmensführungspraktiken

Verhaltenskodex, Risiko- und Chancenmanagement, Compliance

Für Jenoptik sind wirtschaftlicher Erfolg und die Verantwortung für unser Handeln untrennbar miteinander verbunden. Im verantwortungsvollen Umgang mit allen Stakeholdern sind für uns dabei Respekt, Fairness und Offenheit sowie die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und konzerninternen Regelwerken wesentlich. Die für Jenoptik wichtigsten Verhaltensgrundsätze wurden in einem Verhaltenskodex zusammengefasst, der für alle Mitarbeiter, Führungskräfte und den Vorstand des Jenoptik-Konzerns gleichermaßen verbindlich ist.

549,6 Mio Euro). Gemäß §6 Abs. 1 Satz 1 der Satzung muss der Vorstand der JENOPTIK AG aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen (§85 Abs. 1 Satz 1 AktG). Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands oder einen Sprecher des Vorstands ernennen (§84 Abs. 2 AktG, §6 Abs. 2 Satz 2 der Satzung). Inhaltliche Satzungsänderungen werden gemäß §§119 Abs.1 Ziff. 5, 179 Abs. 1 Satz 1 AktG von der Hauptversammlung beschlossen. Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen, können hingegen gemäß §179 Abs. 1 Satz 2 AktG i.V.m. §13 Absatz 3 der Satzung vom Aufsichtsrat beschlossen werden. Der Aufsichtsrat ist ferner berechtigt, Anpassungen der Satzung nach der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2019 sowie des Bedingten Kapitals 2021 zu beschließen. Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen gemäß §24 Abs. 1 der Satzung der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit nicht das Gesetz zwingend etwas Anderes vorschreibt. In den Fällen, in denen das Gesetz eine Mehrheit des bei Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals erfordert,

Die Bedingungen für die Annahme eines Kontrollwechsels sind in den Kreditverträgen jeweils unterschiedlich ausgestaltet. Bei den Schuldscheindarlehen mit einem ausgenutzten Gesamtvolumen von insgesamt 405,3 Mio Euro (i.Vj. 456,8 Mio Euro) haben die Darlehensgeber das Recht, im Falle eines Kontrollwechsels die Rückzahlung des Darlehensbetrags zuzüglich der bis zur Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen innerhalb von 30 Bankarbeitstagen nach Zugang der Kontrollwechselanzeige zu verlangen. Ein Kontrollwechsel liegt dabei vor, wenn eine Person oder mehrere Personen gemeinsam handelnd, die nicht dem Kreis des zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestehenden Hauptaktionärs zuzurechnen ist, zu irgendeiner Zeit direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Stimmrechte oder Kapitalanteile erwirbt, wobei die Zurechnung von Stimmrechten entsprechend den Vorgaben von §30 des WpÜG erfolgt.

Bei dem revolvierenden Konsortialkredit führt jede Veränderung im jeweils aktuellen Aktionärskreis der JENOPTIK AG, in dessen Folge mindestens 50 Prozent der Aktien oder Stimmrechte von einer oder mehreren im Sinne des §2 Abs. 5 WpÜG gemein-

92 3 Management 27 Zusammengefasster Lagebericht 107 Vergütungsbericht
129 Nichtfinanzieller Bericht 153 Konzernabschluss 219 Weitere Informationen
28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht
85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen
70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung

sam handelnden Personen gehalten werden, zu der Möglichkeit, dass Kreditgeber (i) die Beteiligung an weiteren Auszahlungen verweigern können sowie (ii) Kreditzusagen ganz oder teilweise kündigen und erfolgte Auszahlungen und Unterkreditlinienverbindlichkeiten ganz oder teilweise fällig stellen können, einschließlich der aufgelaufenen Zinsen. Der Konsortialkredit hat ein Gesamtvolumen von 400 Mio Euro, von denen zum 31. Dezember 2022 51,5 Mio Euro (i.Vj. 92,9 Mio Euro) ausgenutzt waren.

9. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind

Mit den Mitgliedern des Vorstands ist kein Kündigungsrecht für den Fall eines Kontrollwechsels, d.h., eines Erwerbs von mindestens 30 Prozent der Stimmrechte durch einen Dritten, vereinbart. Sie haben in diesem Fall auch keinen Anspruch auf eine Abfindung. Wird mit einem Vorstandsmitglied aus Anlass eines Kontrollwechsels eine vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit vereinbart, ist die Höhe einer Abfindung

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in Übereinstimmung mit den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, d.h., nach dem aktuellen Kodex in der Fassung vom 28. April 2022, auf maximal zwei Jahresvergütungen begrenzt. Keinesfalls darf die Abfindung jedoch höher sein als die für die Restlaufzeit des Dienstvertrages geschuldete Vergütung.

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JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Zusammengefasster Lagebericht | Erklärung zur Unternehmensführung# Erklärung zur Unternehmensführung

Wir verweisen dazu auf die Begründung zu Abschnitt I dieser Entsprechenserklärung zu den von unserem Aufsichtsratsmitglied, Frau Doreen Nowotne, wahrgenommenen Mandaten bei anderen Gesellschaften. Der Aufsichtsrat hat sich bei Frau Nowotne vergewissert, dass ihr auch künftig genügend Zeit für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben bei der JENOPTIK AG zur Verfügung steht.

Frau Nowotne hat öffentlich angekündigt, dass sie den Aufsichtsratsvorsitz bei Franz Haniel & Cie. GmbH voraussichtlich im April 2023 niederlegen wird. Ab diesem Zeitpunkt wird Jenoptik der Empfehlung von Ziffer C.4 und damit sämtlichen Empfehlungen des Kodex vollständig entsprechen.

Den Verhaltenskodex finden Sie unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Corporate Governance/Verhaltenskodex 14. Dezember 2022 | JENOPTIK AG

Anforderungen an unsere Lieferanten und Vertriebspartner sind im Verhaltungskodex für Business Partner des Jenoptik-Konzerns festgehalten, der für alle Business Partner weltweit gilt. Darüber hinaus hat Jenoptik die Charta der Vielfalt unterzeichnet und ist Mitglied im UN Global Compact.

Zu einer guten Unternehmensführung gehört für Jenoptik zudem ein kontinuierliches und systematisches Management von Chancen und Risiken. Das Enterprise Risk Management (ERM) berücksichtigt sowohl Risiken als auch Chancen und wurde in der gesamten Organisation implementiert. Ziel ist es, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen und Maßnahmen festzulegen, die eine optimale Balance zwischen Wachstums- und Renditezielen einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits schaffen.

Detaillierte Informationen zum Enterprise Risk Management siehe Risiko- und Chancenbericht

Die Einhaltung national und international anerkannter Compliance-Anforderungen ist ein wesentliches Element unserer Risikoprävention und der Prozesse des Jenoptik-Compliance- Management-Systems (CMS). Die Jenoptik-Werte, der Verhaltenskodex sowie die Konzernrichtlinien und Prozessbeschreibungen bilden die Basis des CMS. Ihre Einhaltung ist Grundvoraussetzung für das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Aktionäre und der Öffentlichkeit in die Leistung und Integrität von Jenoptik.

Das CMS wird kontinuierlich weiterentwickelt und sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst.

Mit den Konzernrichtlinien für wesentliche Geschäftsprozesse verfügt der Jenoptik-Konzern über ein global einheitliches Rahmenwerk. Zentralbereiche, Divisionen und Regionen können dieses Regelwerk entsprechend ihren jeweiligen Anforderungen mit detaillierteren Regelungen untersetzen. Die Richtlinien werden regelmäßig überprüft und ggf. erweitert oder aktualisiert.

Mit diesem System von Prozessen und Kontrollen sollen mögliche Defizite im Unternehmen frühzeitig identifiziert und mit entsprechenden Maßnahmen minimiert bzw. eliminiert werden.

Die Interne Revision hat im Rahmen ihrer durchgeführten Audits keine Kenntnisse erlangt, dass das Interne Kontrollsystem nicht angemessen und wirksam ist.

Weitere Informationen zum Internen Kontrollsystem siehe Risiko- und Chancenbericht

Im Vorstand ist der Vorsitzende Dr. Stefan Traeger für den Zentralbereich Compliance & Risk Management verantwortlich. Die weltweiten Compliance-Aktivitäten werden durch das Kompetenzzentrum in Deutschland koordiniert und durch lokale Kollegen in den Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik unterstützt.

Durch regelmäßige Online-Schulungen und Präsenzveranstaltungen werden die Mitarbeiter für Compliance-relevante Themengebiete wie Korruptionsprävention, Kartellrecht, Exportkontrolle, IT-Sicherheit sowie Datenschutz sensibilisiert und vertraut gemacht. So wird ein unternehmensweit einheitliches Verständnis unserer Compliance-Standards geschaffen. Angeboten werden Haupttrainingskurse für neue Mitarbeiter sowie verpflichtende E-Learning-Auffrischungskurse für alle Mitarbeiter. Darüber hinaus können die Mitarbeiter bei allen Fragen, die Compliance- oder Risiko-Themen bei Jenoptik betreffen, den Zentralbereich Compliance & Risk Management ansprechen, einen Helpdesk im Intranet oder eine App auf dem Smartphone nutzen.

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JENOPTIK Geschäftsbericht 2022
Zusammengefasster Lagebericht | Erklärung zur Unternehmensführung

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Vergütungsbericht

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Nichtfinanzieller
Bericht

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Konzernabschluss

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Weitere
Informationen

28
Grundlagen des Konzerns

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Risiko- & Chancenbericht

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Lagebericht der JeNoptIK AG

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Erklärung zur Unternehmensführung

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die Leiter der Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik sowie für die Wahrnehmung der Aufgaben genügend Zeit zur Verfü- die Leiter der beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions gung steht. Sechs seiner zwölf Mitglieder, davon drei Anteilseig- und Smart Mobility Solutions angehörten. Diese informieren ner- und drei Arbeitnehmervertreter, sind weiblich, sodass die Weitere Details zur Zusammensetzung den Vorstand in monatlich stattfindenden Sitzungen umfassend Vorgaben von §96 Abs. 2 Satz 1 AktG aktuell deutlich übererfüllt des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse über alle für das Unternehmen relevanten Vorfälle und die werden. Die Mitglieder der Anteilseigner wurden in der Haupt- finden Sie in §11 wirtschaftliche Lage der Divisionen. versammlung 2022 einzeln gewählt, drei von ihnen für eine der Satzung der JENOPTIK AG, im Amtszeit bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung Bericht des Aufsichtsrats sowie 2024 und drei bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversamm- im Jahresabschluss der JENOPTIK AG lung 2025. Das bei der Besetzung des Aufsichtsrats verfolgte 2022 Diversitätskonzept ist im Abschnitt „2.

Der Vorstand sorgt zudem für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Regelwerke (Compliance). Er verantwortet die Erstellung von Zwischenberichten sowie die weltweite Umsetzung der Unternehmensstrategie.

Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands der JENOPTIK AG werden durch den Aufsichtsrat bestellt. Entsprechend der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Sie tragen gemeinsam Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung und entscheiden über Grundsatzfragen der Geschäftspolitik, die Unternehmensstrategie, in der neben langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt werden, sowie über die Planung mit finanziellen und nachhaltigkeitsbezogenen Zielen. Im Geschäftsjahr 2022 gehörten dem Gremium zwei Mitglieder an. Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 wird der Vorstand auf drei Personen erweitert (s. dazu ausführlich im Abschnitt „1. Diversitätskonzept für den Vorstand“). Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet.

Er wird bei der Leitung des Unternehmens durch das Executive Management Committee (EMC) unterstützt, dem zum 31. Dezember 2022 neben den Vorstandsmitgliedern die Leiterin Personal, der Leiter Corporate Controlling & Accounting,

Aufsichtsrat und seine Ausschüsse

Die JENOPTIK AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit einem dualen Führungssystem, das aus Vorstand und Aufsichtsrat besteht. Deren Aufgaben und Befugnisse sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise ergeben sich im Wesentlichen durch das Aktiengesetz, die Satzung der JENOPTIK AG sowie die Geschäftsordnungen. Danach leitet der Vorstand die Gesellschaft in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Er berücksichtigt dabei die Belange aller Stakeholder, insbesondere der Aktionäre und der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und ist in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden.

Im Aufsichtsrat ist der Vorsitzende Dr. Stefan Traeger für den Zentralbereich Compliance & Risk Management verantwortlich. Die weltweiten Compliance-Aktivitäten werden durch das Kompetenzzentrum in Deutschland koordiniert und durch lokale Kollegen in den Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik unterstützt.

Durch regelmäßige Online-Schulungen und Präsenzveranstaltungen werden die Mitarbeiter für Compliance-relevante Themengebiete wie Korruptionsprävention, Kartellrecht, Exportkontrolle, IT-Sicherheit sowie Datenschutz sensibilisiert und vertraut gemacht. So wird ein unternehmensweit einheitliches Verständnis unserer Compliance-Standards geschaffen. Angeboten werden Haupttrainingskurse für neue Mitarbeiter sowie verpflichtende E-Learning-Auffrischungskurse für alle Mitarbeiter. Darüber hinaus können die Mitarbeiter bei allen Fragen, die Compliance- oder Risiko-Themen bei Jenoptik betreffen, den Zentralbereich Compliance & Risk Management ansprechen, einen Helpdesk im Intranet oder eine App auf dem Smartphone nutzen.

Weitere Informationen zu Compliance und zum Lieferantenmanagement siehe Kapitel „Nichtfinanzieller Bericht“ sowie 96

Nachhaltigkeit

Das Nachhaltigkeitsverständnis von Jenoptik beruht auf der Überzeugung, dass die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens und damit ein dauerhaft profitables Wachstum nur durch verantwortungsvolles Verhalten im Einklang mit der Umwelt und der Gesellschaft erreicht werden können. Die Einhaltung national und international anerkannter Compliance-Anforderungen ist ein wesentliches Element unserer Risikoprävention und der Prozesse des Jenoptik-Compliance-Management-Systems (CMS). Die Jenoptik-Werte, der Verhaltenskodex sowie die Konzernrichtlinien und Prozessbeschreibungen bilden die Basis des CMS. Ihre Einhaltung ist Grundvoraussetzung für das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Aktionäre und der Öffentlichkeit in die Leistung und Integrität von Jenoptik.

In dem gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht informieren wir ausführlich über das Jenoptik-Nachhaltigkeitsmanagement in den Bereichen Mitarbeiter- und Umweltbelange, Menschenrechte, Anti-Korruption und Lieferkette, Qualität sowie soziales Engagement des Konzerns.

Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand, Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen

Die JENOPTIK AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit einem dualen Führungssystem, das aus Vorstand und Aufsichtsrat besteht. Deren Aufgaben und Befugnisse sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise ergeben sich im Wesentlichen durch das Aktiengesetz, die Satzung der JENOPTIK AG sowie die Geschäftsordnungen. Danach leitet der Vorstand die Gesellschaft in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Er berücksichtigt dabei die Belange aller Stakeholder, insbesondere der Aktionäre und der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und ist in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden.

Im Vorstand ist der Vorsitzende Dr. Stefan Traeger für den Zentralbereich Compliance & Risk Management verantwortlich. Die weltweiten Compliance-Aktivitäten werden durch das Kompetenzzentrum in Deutschland koordiniert und durch lokale Kollegen in den Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik unterstützt.

96 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung 1 die Leiter der Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik sowie für die Wahrung der Aufgaben genügend Zeit zur Verfü- die Leiter der beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions gung steht. Sechs seiner zwölf Mitglieder, davon drei Anteilseig- und Smart Mobility Solutions angehörten. Diese informieren ner- und drei Arbeitnehmervertreter, sind weiblich, sodass die Weitere Details zur Zusammensetzung den Vorstand in monatlich stattfindenden Sitzungen umfassend Vorgaben von §96 Abs. 2 Satz 1 AktG aktuell deutlich übererfüllt des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse über alle für das Unternehmen relevanten Vorfälle und die werden. Die Mitglieder der Anteilseigner wurden in der Haupt- finden Sie in §11 wirtschaftliche Lage der Divisionen. versammlung 2022 einzeln gewählt, drei von ihnen für eine der Satzung der JENOPTIK AG, im Amtszeit bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung Bericht des Aufsichtsrats sowie 2024 und drei bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversamm- im Jahresabschluss der JENOPTIK AG lung 2025. Das bei der Besetzung des Aufsichtsrats verfolgte 2022 Diversitätskonzept ist im Abschnitt „2.

Der Vorstand sorgt zudem für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Regelwerke (Compliance). Er verantwortet die Erstellung von Zwischenberichten sowie die weltweite Umsetzung der Unternehmensstrategie.

Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands der JENOPTIK AG werden durch den Aufsichtsrat bestellt. Entsprechend der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Sie tragen gemeinsam Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung und entscheiden über Grundsatzfragen der Geschäftspolitik, die Unternehmensstrategie, in der neben langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt werden, sowie über die Planung mit finanziellen und nachhaltigkeitsbezogenen Zielen. Im Geschäftsjahr 2022 gehörten dem Gremium zwei Mitglieder an. Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 wird der Vorstand auf drei Personen erweitert (s. dazu ausführlich im Abschnitt „1. Diversitätskonzept für den Vorstand“). Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet.

Er wird bei der Leitung des Unternehmens durch das Executive Management Committee (EMC) unterstützt, dem zum 31. Dezember 2022 neben den Vorstandsmitgliedern die Leiterin Personal, der Leiter Corporate Controlling & Accounting,

Aufsichtsrat und seine Ausschüsse

96 3 Management 27 Zusammengefasster 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 153 Konzernabschluss 219 Weitere Lagebericht Bericht Informationen 28 Grundlagen des Konzerns 73 Risiko- & Chancenbericht 48 Wirtschaftsbericht 85 prognosebericht 64 Segmentbericht 91 Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen 70 Lagebericht der JeNoptIK AG 94 Erklärung zur Unternehmensführung 1 die Leiter der Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik sowie für die Wahrung der Aufgaben genügend Zeit zur Verfü- die Leiter der beiden Divisionen Advanced Photonic Solutions gung steht. Sechs seiner zwölf Mitglieder, davon drei Anteilseig- und Smart Mobility Solutions angehörten. Diese informieren ner- und drei Arbeitnehmervertreter, sind weiblich, sodass die Weitere Details zur Zusammensetzung den Vorstand in monatlich stattfindenden Sitzungen umfassend Vorgaben von §96 Abs. 2 Satz 1 AktG aktuell deutlich übererfüllt des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse über alle für das Unternehmen relevanten Vorfälle und die werden. Die Mitglieder der Anteilseigner wurden in der Haupt- finden Sie in §11 wirtschaftliche Lage der Divisionen. versammlung 2022 einzeln gewählt, drei von ihnen für eine der Satzung der JENOPTIK AG, im Amtszeit bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung Bericht des Aufsichtsrats sowie 2024 und drei bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversamm- im Jahresabschluss der JENOPTIK AG lung 2025. Das bei der Besetzung des Aufsichtsrats verfolgte 2022 Diversitätskonzept ist im Abschnitt „2.

Die Einrichtung des auf die Risikolage des Unternehmens aus- gerichteten Kontroll- und Risikomanagementsystems und des Compliance Management Systems. Der Vorstand veranlasst, dass die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologi- schen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit systematisch identifiziert und bewertet werden. Die konkrete Ressort- und die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands (einschließlich der Zuständigkeit für Nachhaltigkeits-Themen (Environment, Social, Governance) sind in einem Geschäftsver- teilungsplan als Anlage zur Geschäftsordnung des Vorstands geregelt.

Die Vorstandsmitglieder arbeiten eng und kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maß- nahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Mindestens einmal monatlich finden Vorstandssitzungen statt. Der Aufsichtsrat hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen. Diese legt fest, welche bedeutenden Geschäftsvorgänge der Zustimmung des Gesamtvorstands bzw. des Aufsichtsrats bedürfen. Darüber hinaus werden die vorstandsinterne Arbeitsweise sowie die Berichterstattung an und die Zusammenarbeit mit dem Auf- sichtsrat näher geregelt.

Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Die Mitglieder des Vorstands sind verpflichtet, dem Aufsichtsrat Interessenskonflikte unver- züglich offenzulegen und die anderen Vorstandsmitglieder hier- über zu informieren.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der JENOPTIK AG ist nach dem Mitbestim- mungsgesetz paritätisch besetzt und besteht aus zwölf Mitglie- dern. Sechs Mitglieder werden von den Aktionären in der Hauptversammlung, sechs Mitglieder nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes von den Arbeitnehmern gewählt. Der Aufsichtsrat ist so zusammengesetzt, dass die Mitglieder ins- gesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Effizienz verfügen. Jedes Mitglied achtet darauf, dass ihm

Die Ausschüsse bereiten Entscheidungen des Aufsichtsrats vor oder entscheiden in Einzelfällen, soweit dies gesetzlich zulässig ist, anstelle des Aufsichtsrats. Die jeweiligen Ausschussvorsit- zenden berichten dem Plenum spätestens in der nächsten Auf- sichtsratssitzung über die besprochenen Inhalte sowie die gefassten Beschlüsse und Empfehlungen.

Der Prüfungsausschuss tagt mindestens vier Mal im Jahr. Er überwacht insbesondere die Rechnungslegung und den Rech- nungslegungsprozess und befasst sich mit der Abschlussprü- fung sowie der Wirksamkeit, Angemessenheit und Weiterent- wicklung des Compliance-, des Risikomanagement- und des Internen Kontrollsystems. Nach Einholung der Unabhängig- keitserklärung des Abschlussprüfers bereitet er den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vor, erteilt den Prüfungsauftrag und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er berät mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und -planung und beurteilt regelmäßig die Qualität der Abschluss- prüfung. Auf der Grundlage der Berichte des Abschlussprüfers unterbreitet der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat nach eigener Prüfung Vorschläge zur Feststellung des Jahresabschlus- ses der JENOPTIK AG und zur Billigung des Konzernabschlusses. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich zudem mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtet dem Ausschuss hierüber. Der Prüfungsausschuss berät regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vor- stand. Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses gehört auch die Vorbereitung der Entscheidung des Aufsichtsrats zum zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht. Die Interne Revi- sion der Jenoptik berichtet regelmäßig an den Prüfungsausschuss.

Der Personalausschuss tagt mindestens ein Mal jährlich. Er befasst sich mit der langfristigen Nachfolgeplanung der Vorstandsmitglieder und bereitet deren Bestellung durch den Aufsichtsrat vor. Der Personalausschuss überprüft regelmäßig

Der Aufsichtsratsvorsitzende wird von den Aufsichtsratsmit- gliedern gewählt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde Herr Matthias Wierlacher nach seiner Wahl durch die Hauptver- sammlung am 15. Juni 2022 erneut zum Aufsichtsratsvorsitzen- den gewählt. Er koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Er steht in regelmäßigem Kontakt mit dem Vor- stand und wird von diesem über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und die Entwicklung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich informiert. Bei Abstimmungen im Aufsichtsrat zählt im Falle der Stimmen- gleichheit bei einer erneuten Abstimmung die Stimme des Auf- sichtsratsvorsitzenden doppelt, soweit das gesetzlich zulässig ist. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist zugleich Vorsitzender des Personal-, des Vermittlungs-, des Investitions- und des Nominie- rungsausschusses, nicht jedoch des Prüfungsausschusses.

Der Aufsichtsrat tagt mindestens vier Mal, in der Regel wegen der im Herbst stattfindenden Strategiesitzung des Aufsichtsrats fünf Mal im Jahr. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Abschlussprüfung sowie der Empfehlungen des Prüfungsaus- schusses prüft und billigt der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss, den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht, den zusammengefassten Lagebericht der JENOPTIK AG und des Konzerns und stellt den JahresabschIuss fest. Für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses des Geschäftsjah- res 2022 wurde die Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft, Stuttgart, bestellt. Der Aufsichtsrat beschließt zudem über den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, der anschließend der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Er beschließt und überprüft regelmäßig das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder. Gemeinsam mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat auch für die Erstellung des Vergütungsberichts zuständig. Er befasst sich außerdem auch mit Nachhaltigkeitsfragen.

In regelmäßigem Turnus führt der Aufsichtsrat eine Prüfung der Effizienz seiner Tätigkeiten durch. Der Aufsichtsrat hat beschlos- sen, diese Prüfung alle drei Jahre extern begleiten zu lassen. Dazwischen wird sie jährlich intern erörtert und überprüft. Die letzte externe Prüfung fand 2020 statt und hat ein – auch im Benchmark – positives Bild der Tätigkeiten des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ergeben. Auf Basis der Anregungen aus der internen Evaluation 2021 hat der Investitionsausschuss 2022 unter anderem sein Aufgabenprofil und seine Arbeitsweise überprüft. Auch im Geschäftsjahr 2022 fand nochmals eine interne Selbstbeurteilung des seit der Hauptversammlung in großen Teilen neu zusammengesetzten Aufsichtsratsgremiums statt. Auch diese Prüfung hat keinen grundsätzlichen Verände- rungsbedarf aufgezeigt und die Ergebnisse haben die professio- nelle Zusammenarbeit im Aufsichtsrat bestätigt.

Alle Aufsichtsratsmitglieder legen etwaige Interessenskonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2022 sind bei Aufsichtsratsmitgliedern keine offenzulegenden Inter- essenskonflikte aufgetreten.

Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats regelt wesentliche Aspekte der Zusammenarbeit im Gremium sowie mit dem Vor- stand. Die Geschäftsordnung verpflichtet zur Bildung von Aus- schüssen, um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit bei der Behandlung komplexer Sachverhalte zu steigern.

Der Aufsichtsrat hat derzeit fünf Ausschüsse gebildet, die – mit Ausnahme des Nominierungsausschusses, dem ausschließlich Anteilseignervertreter angehören – paritätisch besetzt sind. Bei der Besetzung der Ausschüsse wurde auf die fachliche und per- sönliche Eignung der jeweiligen Ausschussmitglieder geachtet.

Ausschussmitgliedschaften der Aufsichtsratsmitglieder

Mitglieder des Personalausschusses Mitglieder des Vermittlungsausschusses Mitglieder des Nominierungsausschusses
Matthias Wierlacher, Vorsitzender Matthias Wierlacher, Vorsitzender Matthias Wierlacher, Vorsitzender
Stefan Schaumburg, stellv. Vorsitzender Evert Dudok Evert Dudok
Alexander Münkwitz (seit 15.06.2022) Elke Eckstein (seit 15.06.2022) Elke Eckstein (seit 15.06.2022)
Stefan Schaumburg Dörthe Knips (seit 15.06.2022) Franziska Wolf (seit 15.06.2022)
Heinrich Reimitz (bis 15.06.2022) Thomas Klippstein (bis 15.06.2022)
Frank-Dirk Steininger (bis 15.06.2022)

Sowohl Herr Thomas Spitzenpfeil als Vorsitzender des Prüfungs- ausschusses als auch Frau Doreen Nowotne als Stellvertreterin verfügen über Sachverstand sowohl auf dem Gebiet der Rech- nungslegung als auch auf dem Gebiet der Abschlussprüfung im Sinne des §100 Abs. 5 AktG.# Erklärung zur Unternehmensführung

Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ist im Vergütungsbericht in diesem Geschäftsbericht beschrieben. Die letzte Abstimmung über das angepasste Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder fand durch die Hauptversammlung am 9. Juni 2021 statt, die das Vergütungssystem für den Vorstand mit 75,96 Prozent gebilligt hat. Die Beschlussfassung über das Vergütungssystem für die Aufsichtsratsmitglieder durch die Hauptversammlung 2022 erfolgte mit einer Zustimmung von 99,77 Prozent.

Sie finden den Vergütungsbericht von Vorstand und Aufsichtsrat über das letzte Geschäftsjahr, den Vermerk des Abschlussprüfers über die Prüfung dieses Vergütungsberichts sowie das geltende Vergütungssystem gemäß §87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG und den letzten Vergütungsbeschluss gemäß §113 Absatz 3 AktG auch im Internet unter www.jenoptik.de in den Rubriken Investoren/Corporate Governance bzw. Hauptversammlung. Der Vergütungsbericht samt Prüfungsvermerk ist ferner im gleichnamigen Kapitel dieses Geschäftsberichts enthalten.

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen/Zielgrößen für Frauenanteile

Gemäß §§111 Abs. 5, 96 Abs. 2 AktG muss der Aufsichtsrat bei der JENOPTIK AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und mindestens 30 Prozent aus Männern zusammengesetzt sein. Mit Elke Eckstein, Prof. Dr. Ursula Keller und Doreen Nowotne auf Anteilseignerseite sowie Dörthe Knips, Christina Süßenbach und Franziska Wolf auf Arbeitnehmerseite sind insgesamt sechs Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Dies entspricht einem Anteil von 50 Prozent, weshalb Jenoptik die gesetzlich geforderte Geschlechterquote im Aufsichtsrat deutlich übererfüllt.

Weitere Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2022 (sowie die individualisierten Sitzungsteilnahmen) finden Sie im Bericht des Aufsichtsrats in diesem Geschäftsbericht. Die Aufgabenverteilung der einzelnen Ausschüsse kann der auf unserer Internetseite veröffentlichten Geschäftsordnung des Aufsichtsrats entnommen werden.

Gemäß §111 Abs. 5 AktG ist der Aufsichtsrat der Jenoptik zudem verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand festzulegen. Da das Vorstandsgremium von Jenoptik bis zum 31. Dezember 2022 lediglich aus zwei Personen bestand, gilt bis zum 30. Juni 2023 weiterhin die vom Aufsichtsrat am 8. Juni 2020 festgelegte Zielquote von null Prozent. Die Anforderungen des Aktiengesetzes in der Fassung des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes sind erst anwendbar, wenn der Vorstand aus mindestens vier Personen besteht. Die am 31. Dezember 2022 erreichte Ist-Quote liegt bei null Prozent.

Die Festlegung einer höheren Quote hätte bei dem zweiköpfigen Vorstandsgremium zwingend zur Folge gehabt, dass im Falle einer Vakanz stets eine Frau benannt werden müsste. Der Aufsichtsrat wollte jedoch jeweils unter Beachtung der fachlichen Eignung und persönlichen Integrität die oder den aus seiner Sicht am besten geeignete Kandidatin oder geeigneten Kandidaten unabhängig von der Frage des Geschlechts bestellen.

Mit Wirkung ab dem 1. März 2023 wird dem Vorstand der Jenoptik mit Frau Dr. Prisca Havranek-Kosicek eine Frau angehören. Aufgrund der Erweiterung des Vorstandsgremiums auf drei Personen wird der Aufsichtsrat in der ersten Jahreshälfte 2023 auch eine neue Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand festlegen.

Gemäß §76 Abs. 4 AktG hat der Vorstand der JENOPTIK AG in seiner Sitzung am 24. Juni 2022 für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands eine neue Zielgröße für den Frauenanteil von 25 Prozent beschlossen. Diese Zielgröße soll bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden. Zur ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands der JENOPTIK AG zählen alle bei der JENOPTIK AG angestellten Executive Vice Presidents, Vice Presidents und Directors. Zum 31. Dezember 2022 betrug der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands aufgrund eines Wechsels einer weiblichen Führungskraft 10,5 Prozent (i.Vj. 16,7 Prozent). Der Vorstand hat jedoch verschiedene Maßnahmen getroffen, um den Frauenanteil mittel- bis langfristig wieder zu steigern. Eine Zielgröße für die zweite Führungsebene wurde nicht festgelegt, da die JENOPTIK AG als Corporate Center über flache Führungsstrukturen verfügt und es daher keine durchgehende zweite Führungsebene gibt.

Der Anteil von Frauen an allen Mitarbeitern der JENOPTIK AG betrug Ende 2022 54,4 Prozent. Jenoptik hat sich darüber hinaus freiwillig eine weitere Zielgröße, die sog. Diversity-Rate gesetzt, die sich aus dem durchschnittlichen prozentualen Anteil der Führungskräfte mit internationaler Herkunft sowie weiblicher Führungskräfte im gesamten Konzern ermittelt.

Die Diversity-Rate betrug zum 31. Dezember 2022 30,6 Prozent und soll bis 2025 auf 33 Prozent steigen. Um diesen Wandel in der Unternehmenskultur weiter zu beschleunigen, wurden im Jenoptik-Konzern zahlreiche Maßnahmen implementiert. So gibt es zum Beispiel interne und externe Recruiting-Kampagnen, Frauen-Netzwerke und regelmäßige (Online-)Veranstaltungen zum gegenseitigen Austausch.

Mitglieder des Prüfungsausschusses

  • Thomas Spitzenpfeil, Vorsitzender (seit 15.06.2022)
  • Doreen Nowotne, stellv. Vorsitzende
  • Dörthe Knips (seit 15.06.2022)
  • Alexander Münkwitz (seit 15.06.2022)
  • Heinrich Reimitz, Vorsitzender (bis 15.06.2022)
  • Astrid Biesterfeldt (bis 15.06.2022)
  • Thomas Klippstein (bis 15.06.2022)
  • Dörthe Knips (bis 15.06.2022)
  • Dieter Kröhn (bis 31.03.2022)
  • Alexander Münkwitz (01.04.2022 bis 15.06.2022)

Mitglieder Investitionsausschuss

  • Matthias Wierlacher, Vorsitzender
  • Stefan Schaumburg, stellv. Vorsitzender
  • Elke Eckstein
  • André Hillner (seit 15.06.2022)
  • Doreen Nowotne
  • Christina Süßenbach (seit 15.06.2022)

Ergänzende Informationen zum Aufsichtsrat

Beide sind nach Auffassung des Aufsichtsrats unabhängige Mitglieder (ausführliche Informationen dazu unter „2. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat“). Sie sind keine ehemaligen Mitglieder des Vorstands der JENOPTIK AG.

Der Sachverstand von Herrn Spitzenpfeil auf dem Gebiet der Rechnungslegung besteht aufgrund seines beruflichen Werdegangs und seiner aktuellen Tätigkeit als CFO der Schenck Process Group in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsystemen. Der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung besteht in besonderen Kenntnissen und langjährigen Erfahrungen in der Begleitung der Abschlussprüfung verschiedener, teils auch börsennotierter Kapitalgesellschaften in verantwortlichen Positionen.

Frau Nowotne verfügt sowohl aufgrund ihrer Ausbildung und ihres beruflichen Werdegangs bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über Expertise auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Zudem verfügt sie aufgrund ihrer umfangreichen Expertise als Aufsichtsratsvorsitzende verschiedener Kapitalgesellschaften sowie als langjähriges Prüfungsausschussmitglied bei Jenoptik über umfassende Kenntnisse in der Abschlussprüfung und hierbei zusätzlich über Expertise in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Jenoptik veröffentlicht bereits seit fünf Jahren einen nichtfinanziellen Bericht, dessen Erstellung und teilweise Prüfung mit sog. Limited Assurance Frau Nowotne seitdem begleitet hat.

Weitere Angaben zu diesen Gebieten können den Lebensläufen beider Mitglieder auf der Internetseite der Jenoptik entnommen werden.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Personalausschuss bereitet die Vergütungssysteme der Vorstandsmitglieder, das anschließend durch den Aufsichtsrat verabschiedet und der Hauptversammlung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen zur Billigung vorgelegt wird. Der Personalausschuss bereitet außerdem den Abschluss und die Abrechnung der Zielvereinbarungen für die kurzfristige und langfristige variable Vergütung der Vorstandsmitglieder vor. Bei Bedarf wird er von externen, unabhängigen Beratern unterstützt.

Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern vor und tagt nur bei Bedarf. Seine Vorschläge werden unter Berücksichtigung des Anforderungs- und Kompetenzprofils für den Aufsichtsrat sowie des Diversity Statements erarbeitet. Der Ausschuss berücksichtigt dabei ferner, ob der Gesamterfüllung des Geschlechteranteils nach §§ 111 Abs. 5, 96 Abs. 2 AktG widersprochen wurde (ausführliche Informationen unter „2. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat“).

Der Investitionsausschuss berät den Vorstand und unterstützt den Aufsichtsrat bei zustimmungspflichtigen Investitions- oder Desinvestitionsentscheidungen, insbesondere bei der Vorbereitung und der operativen Umsetzung von Beschlüssen über den Erwerb oder die Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen oder Unternehmensteilen.

Der mit den Aufgaben nach §31 Abs. 3 Satz 1 Mitbestimmungsgesetz betraute Vermittlungsausschuss tagt nur bei Bedarf.

Weitere Informationen

  • Die Diversity-Rate betrug zum 31. Dezember 2022 30,6 Prozent und soll bis 2025 auf 33 Prozent steigen.
  • Weitere Hinweise zu Maßnahmen zur Steigerung der Diversität im Jenoptik-Konzern finden Sie im zusammengefassten Lagebericht.
  • Das Diversitätskonzept beachtet zudem die Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats im Hinblick auf die Bestellung von Vorstandsmitgliedern. So gilt für die Bestellung des Vorstands das überarbeitete und aktualisierte Lebenslauf-

Personenbezogene Informationen zu Aufsichtsratsmitgliedern

  • Herr Spitzenpfeil: Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung aufgrund seines beruflichen Werdegangs und seiner aktuellen Tätigkeit als CFO der Schenck Process Group. Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung durch langjährige Erfahrung in der Begleitung von Abschlussprüfungen.
  • Frau Nowotne: Expertise auf dem Gebiet der Rechnungslegung aufgrund ihrer Ausbildung und ihres beruflichen Werdegangs bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Umfassende Kenntnisse in der Abschlussprüfung sowie Expertise in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung aufgrund ihrer Erfahrung als Aufsichtsratsvorsitzende und Prüfungsausschussmitglied.

Der Sachverstand von Herrn Spitzenpfeil und Frau Nowotne auf den genannten Gebieten kann den Lebensläufen beider Mitglieder auf der Internetseite der Jenoptik entnommen werden.# H1

27 Beschreibung, Ziele, Umsetzung und erreichte Ergebnisse des Diversitätskonzepts

1. Diversitätskonzept für den Vorstand einschließlich der im Geschäftsjahr 2022 erreichten Ergebnisse

Mit dem Diversitätskonzept für den Vorstand soll ein langfristiger und geordneter Auswahlprozess für die Bestellung neuer Vorstandsmitglieder sichergestellt werden. Ziel ist es, den Vorstand so zu besetzen, dass sämtliche Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen vorhanden sind, die unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine ordnungsgemäße Aufgabenwahrnehmung des Vorstands erforderlich und für die Tätigkeiten des Jenoptik-Konzerns wesentlich sind.

Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen für die langfristige Nachfolgeplanung des Vorstands und wird dabei vom Personalausschuss unterstützt. Sowohl im Personalausschuss als auch im Aufsichtsrat selbst werden die Vertragslaufzeiten und die Verlängerungsmöglichkeiten bei laufenden Vorstandsmandaten regelmäßig besprochen und es wird, sofern relevant, auch über mögliche Nachfolger beraten. Hierbei legen Sie unserer Internet- seite unter www.jenoptik.de/ ueber-jenoptik/ management entsprechende Kriterien wie Ausbildung, beruflicher Hintergrund sowie Anforderungen an die Persönlichkeit des Kandidaten fest.

Bei Bedarf werden der Personalausschuss und der Aufsichtsrat von unabhängigen, externen Experten unterstützt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat im Zuge der Erweiterung des Vorstandsgremiums auf drei Personen ab dem 1. Januar 2023 und der Suche nach einem Nachfolger für den zum 31. März 2023 ausscheidenden Hans-Dieter Schumacher stellt bei der Suche von Kandidaten für das Aufsichtsratsmandat mit Unterstützung des Personalausschusses das Anforderungs- und Kompetenzprofil für den Vorstand zugrunde und entwickeln dieses kontinuierlich weiter. Dieses ist Bestandteil des Diversitätskonzepts und legt verschiedene, zu erfüllende Kriterien wie Ausbildung, beruflicher Hintergrund sowie Anforderungen an die Persönlichkeit des Kandidaten fest.

Bei Bedarf werden der Personalausschuss und der Aufsichtsrat von unabhängigen, externen Experten unterstützt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat im Zuge der Erweiterung des Vorstandsgremiums auf drei Personen ab dem 1. Januar 2023 und der Suche nach einem Nachfolger für den zum 31. März 2023 ausscheidenden Hans-Dieter Schumacher stellt bei der Suche von Kandidaten für das Aufsichtsratsmandat mit Unterstützung des Personalausschusses das Anforderungs- und Kompetenzprofil für den Vorstand zugrunde und entwickeln dieses kontinuierlich weiter. Dieses ist Bestandteil des Diversitätskonzepts und legt verschiedene, zu erfüllende Kriterien wie Ausbildung, beruflicher Hintergrund sowie Anforderungen an die Persönlichkeit des Kandidaten fest.

Es sind zudem regelmäßig von Vorstandsmitgliedern eine Altersgrenze von maximal nichtfinanziellen Bericht unter tagende, regionale „Jenoptik Diversity Councils“ als interne 65 Jahren zum Zeitpunkt der Bestellung. Die Erstbestellung von Kapitel „Mitarbeiter- Ansprechpartner für Fragen zu Vielfalt im Unternehmen etab- Vorstandsmitgliedern soll kodexkonform für längstens drei belange“ liiert. Jahre erfolgen, sofern der Aufsichtsrat nicht im Einzelfall bei Vorliegen besonderer Gründe eine längere Erstbestellungsdauer vereinbart. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien richtet sich nach dem jeweils zu besetzenden Vorstandsmandat und den zugehörigen Ressorts. Ziel ist, dass sich die Vorstandsmitglieder in ihrer Gesamtheit im Hinblick auf ihre Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen bestmöglich ergänzen. In der Besetzung des Vorstands zum 31. Dezember 2022 wurde das Anforderungs- und Kompetenzprofil vollständig ausgefüllt. Mit der Bestellung von Dr. Ralf Kuschnereit zum Vorstandsmitglied ab 1. Januar 2023 und der damit verbundenen Erweiterung des Vorstands auf drei Personen wurden die photonischen und operativen Kompetenzen im Vorstandsgremium weiter verstärkt. Gemeinsam mit Dr. Prisca Havranek-Kosicek, die ab 1. März 2023 zum Vorstandsmitglied bestellt wurde und nach dem Aus- scheiden von Hans-Dieter Schumacher die Funktion des Finanz- vorstands übernehmen wird, wird im Gesamtvorstand aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten, Ausbildungen, berufli- chen Werdegänge und der vielfältigen internationalen Erfahrun- gen der Vorstandsmitglieder ein breites Spektrum von Kenntnis- sen und Erfahrungen sowie Bildungs- bzw. Berufshintergründen abgedeckt. Die Vorstandsmitglieder gehören zudem verschiede- nen Altersgruppen an.

2. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass der Aufsichtsrat so besetzt ist, dass das Gremium insgesamt über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügt, um seine Aufgaben wahrnehmen zu können. Damit wird eine professionelle und qualifizierte Kontrolle durch den Aufsichtsrat sichergestellt, die den jeweils gültigen Anforderungen des Aktiengesetzes, des Deutschen Corporate Governance Kodex, der Satzung und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats der JENOPTIK AG entspricht.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept bei der Wahl der Anteils- eignervertreter. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats stellt bei der Suche von Kandidaten für das Aufsichtsratsmandat sicher, dass die Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats („Diversity-Statement“), die Vorgaben des Aktienge- setzes sowie des Deutschen Corporate Governance Kodex und das Anforderungs- und Kompetenzprofil berücksichtigt werden.

Dabei beachtet er auch die vorhandenen Kompetenzen und Fähigkeiten der gewählten Arbeitnehmervertreter und unterbrei- tet dem Aufsichtsrat anschließend geeignete Kandidatenvor- schläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner an die Hauptversammlung. Bei der Auswahl der jeweiligen Kan- didaten vergewissert sich der Aufsichtsrat, dass sie die erforderli- che Zeit für die Ausübung dieser Tätigkeit aufbringen können.

Ende 2021 wurde mit Unterstützung eines externen Beraters das vom Aufsichtsrat erarbeitete Anforderungsprofil über erforderli- che Fähigkeiten und Kompetenzen im Aufsichtsrat im Hinblick auf die Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner durch die Hauptversammlung aktualisiert und weiterentwickelt. Das Anforderungsprofil legt verschiedene Kriterien im Hinblick auf Diversität, funktionale und strukturelle Kompetenzen sowie strategische und unternehmensbezogene Kompetenzen fest. Die Kriterien betreffen dabei Anforderungen, die das Aufsichtsrats- mandat bei Jenoptik als global agierender Photonik-Konzern in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld mit sich bringt. Mithilfe dieses Anforderungsprofils konnten der Hauptver- sammlung am 15. Juni 2022 geeignete Kandidaten zur Wahl vor- geschlagen werden.

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats werden mit der gegenwärti- gen Zusammensetzung die erforderlichen Fähigkeiten, Erfahrun- gen und Kompetenzen voll erfüllt. Die zwölf Aufsichtsratsmitglie- der bringen vielfältige spezifische Kenntnisse und Expertise in die Aufsichtsratsarbeit ein.

Die nachfolgende Grafik G17 und die Tabelle T40 auf den Seiten 102 und 104 zeigen die Qualifikationsmatrix des Auf- sichtsrats der JENOPTIK AG. Diese basiert auf dem überar- beiteten Kompetenzprofil des Aufsichtsrats und dem seit der Hauptversammlung am 15. Juni 2022 neu zusammenge- setzten Aufsichtsratsgremium. Den auf unserer Internetseite in der Rubrik Über Jenoptik/Management/Aufsichtsrat veröffent- lichten und jährlich im Februar aktualisierten Lebensläufen kann zudem die Vielfalt der Berufs- und Bildungshintergründe der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder entnommen werden.

In Übereinstimmung mit seinem Diversity Statement gehören dem Aufsichtsrat aktuell mindestens drei Mitglieder an, die auf eine umfangreiche internationale Erfahrung verweisen können. Des Weiteren sollen dem Aufsichtsrat mindestens vier Frauen angehören. Mit drei Frauen auf Anteilseigner- und drei Frauen auf Arbeitnehmerseite wird die durch das Aktiengesetz gefor- derte Quote von mindestens 30 Prozent mit aktuell 50 Prozent übererfüllt.

G17 Zusammensetzung des Aufsichtsrats der JENOPTIK AG*

52,6 Jahre % ø 3,3 Jahre
5 Mitglieder 40 –49 Jahre
3 Mitglieder 50 –59 Jahre
■ männlich 50% ■ weiblich 50% ■ 0–4 Jahre ■ 5–8 Jahre
4 Mitglieder ≥ 60 Jahre 6 Mitglieder 5 Mitglieder 1 Mitglied

*gem. 96 Abs. 2 Satz 1 AktG Stand 31.12.2022

Geschlechterquote im Aufsichtsrat

%
■ männlich 50
■ weiblich 50

Zugehörigkeitsdauer

■ 0–4 Jahre 6
■ 5–8 Jahre 5
■ 9–12 Jahre 1

Im Hinblick auf die Zugehörigkeitsdauer hat der Aufsichtsrat beschlossen, keine für alle Mitglieder geltende Regelgrenze fest- zulegen, da kein zwingender Zusammenhang zwischen der Zugehörigkeitsdauer und der Unabhängigkeit des betreffenden Mitglieds besteht. Eine pauschale Regelgrenze berücksichtigt individuelle Faktoren nicht, die eine längere Zugehörigkeit einzelner Aufsichtsratsmitglieder bei fortbestehender Unabhängigkeit rechtfertigen können. Der Auf- sichtsrat kann von einer langen Zugehörigkeitsdauer einzelner Mitglieder, insbesondere von deren Erfahrung und vertiefter Unternehmenskenntnis, wesentlich profitieren, wodurch die Qualität der Arbeit des gesamten Gremiums gefördert wird. Die durchschnittliche Zugehörigkeitsdauer zum Jenoptik-Aufsichtsrat beträgt derzeit nur 3,3 Jahre.

Kein Aufsichtsratsmitglied nimmt eine Beratungsfunktion oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder

Weitere Informationen zu Vorstand und Aufsichtsrat, insbeson- dere zu deren Arbeitsweisen einschließlich der Arbeit in den Aus- schüssen, zur Teilnahme an den Sitzungen und zu den von den Mitgliedern wahrgenommenen weiteren Mandaten sind im Bericht des Aufsichtsrats und im Anhang des Jahresabschlusses Die Lebensläufe der Aufsichtsrats- mitglieder ein- schließlich ihrer wahrgenommenen weiteren Mandate finden Sie unter www.jenoptik.de/ ueber-jenoptik/ management Hauptversammlung der JENOPTIK AG erläutert.

Die Aktionäre der JENOPTIK AG üben ihre Rechte in der mindes- tens ein Mal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Jede Aktie gewährt eine Stimme – Sonderstimmrechte bestehen nicht.# JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Erklärung zur Unternehmensführung

Die Aktien der JENOPTIK AG sind Namensaktien und die sonstigen Geschäftspartnern der JENOPTIK AG wahr, die zu Inhaber der Aktien sind im Aktienregister der JENOPTIK AG ein- einem wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessen- getragen. Nur die im Aktienregister eingetragenen und angemel- konflikt führt. Die Tätigkeit von Herrn Dudok als Executive deten Aktionäre sind auf der Hauptversammlung stimmberech- Vice President Connected Intelligence bei Airbus Defense&Space tigt. Sie können selbst an der Hauptversammlung teilnehmen, ihr beeinträchtigt nach Auffassung des Aufsichtsrats seine Unab- Stimmrecht durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsver- hängigkeit nicht, insbesondere da im Juni 2022 der Verkauf der treter der Gesellschaft, per Briefwahl oder durch einen Bevoll- Jenoptik-Division VINCORION abgeschlossen wurde. Auch die mächtigten ihrer Wahl ausüben. Die Anteilseigner werden dabei Division Advanced Photonic Solutions unterhält mit dem Airbus- von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Durch den Einsatz konzern Geschäftsbeziehungen. Keines dieser Geschäfte konzern elektronischer Kommunikationsmittel, insbesondere des Internets zwischen der Division und Airbus betraf jedoch den von Herrn und des Aktionärsportals, wird den Aktionären die Teilnahme an Dudok bei Airbus verantworteten Geschäftsbereich. Die der Hauptversammlung erleichtert. Die für die Hauptversamm- Umsätze der Division Advanced Photonic Solutions mit Unter- lung rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen sind nehmen des Airbus-Konzerns betrugen 2022 2,9 Mio Euro auf unserer Internetseite unter www.jenoptik.de in der Rubrik und damit weniger als 0,3 Prozent des Jenoptik-Konzernumsatzes. Investoren/Hauptversammlung abrufbar. Dort werden auch die Sie sind daher für den Jenoptik-Konzern nicht wesentlich. Rede des Vorstands sowie nach der Hauptversammlung die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse veröffentlicht.

Wegen der Corona-Pandemie hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, auch die Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2022 als virtuelle Hauptversammlung, d.h. ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten, durchzuführen. Dabei wurde den Aktionären die Möglichkeit eingeräumt, ihr Stimmrecht insbesondere im Wege der elektroni- schen Kommunikation, zum Beispiel über das Internet-basierte Aktionärsportal, das auf der Website von Jenoptik zur Verfügung stand, abzugeben und die Hauptversammlung dort in Bild und Ton zu verfolgen. Die Aktionäre konnten Fragen bis einen Tag vor Beginn der Hauptversammlung einreichen und Stellungnahmen und Videobotschaften übermitteln. Die Rede des Vorstands wurde vorab auf der Website veröffentlicht und live im Internet übertragen.

Im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit berichten wir umfassend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens. Dafür nutzen wir insbesondere das Internet und stellen Infor- mationen unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren zur Verfügung.

Jenoptik veröffentlicht unverzüglich wesentliche Veränderungen der Aktionärsstruktur, wenn ihr mitgeteilt wird, dass melde- pflichtige Stimmrechtsschwellen erreicht bzw. über- oder unter- schritten wurden. Sämtliche Veröffentlichungen sind auf der Internetseite der JENOPTIK AG unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Aktie/Stimmrechtsmitteilungen abrufbar. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im Einzelabschluss der JENOPTIK AG.

Directors‘ Dealings

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte von Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats gemäß Artikel 19 der EU-Markt- missbrauchsverordnung sind unter www.jenoptik.de unter der Rubrik Investoren/Corporate Governance/Directors‘ Dealings veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2022 wurden uns zwei Meldungen von Dr. Stefan Traeger mitgeteilt.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Jenoptik stellt den Konzernabschluss sowie die Konzernzwischen- berichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwen- denden handelsrechtlichen Vorschriften auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Aufstellung des für die Dividendenzahlung maßgeblichen Jahresabschlusses der JENOPTIK AG erfolgt gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes.

Der Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022. Die erstmalige Bestellung von EY erfolgte für das Geschäftsjahr 2016 nach einer externen Ausschreibung. Für die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts übernahm zum vierten Mal Steffen Maurer die Funktion des verantwortlichen Wirtschaftsprüfers. Den Bestäti- gungsvermerk unterzeichnen 2022 Steffen Maurer und Alexander Murrmann. 2021 unterzeichneten Steffen Maurer und Uwe Pester, 2019 und 2020 Michael Blesch und Steffen Maurer und von 2016 bis 2018 Michael Blesch und Uwe Pester. Die gesetzlichen Vorgaben zu den Rotationsverpflichtungen werden erfüllt. Auch der Vergütungsbericht wurde durch EY einer formellen Prüfung unterzogen. Die Prüfung des zusam- mengefassten nichtfinanziellen Berichts erfolgte mit einer sog. „limited assurance“ durch PriceWaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Der Aufsichtsrat hat mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass dieser den Aufsichtsratsvorsitzenden über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse unterrichtet, die während der Prüfung auftreten. Dies gilt auch, falls bei der Abschluss- prüfung Unrichtigkeiten der von Vorstand und Aufsichtsrat nach §161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung festge- stellt werden.

EY hat dem Aufsichtsrat vor Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung in einer Unabhängigkeitserklärung bestätigt, dass keine geschäftlichen, finanziellen, persönlichen oder sonstigen Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits bestehen, die Zweifel an der Unabhängigkeit des Prüfers begründen könnten. EY informierte auch darüber, in welchem Umfang im voraus- gegangenen Geschäftsjahr Nichtprüfungsleistungen für Jenoptik erbracht bzw. welche für das laufende Jahr vertraglich verein- bart wurden.

Qualifikationsmatrix

Matthias Wierlacher Evert Dudok Elke Eckstein Andre Hillner* Prof. Ursula Keller Dörthe Knips* Alexander Münkwitz* Doreen Nowotne Stefan Schaumburg* Thomas Spitzenpfeil Christina Süßenbach Franziska Wolf*
Zugehörigkeitsdauer / Erstbestellung 2012 2015 2017 2022 2022 2017 2022 2015 2017 2022 2022 2022
Geburtsjahr 1963 1959 1964 1979 1959 1974 1978 1972 1961 1962 1980 1982
Geschlecht Männlich Männlich Weiblich Männlich Weiblich Weiblich Männlich Weiblich Männlich Männlich Weiblich Weiblich
Nationalität Österreich Niederlande Deutsch Deutsch Schweiz Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch
Governance-spezifische Kompetenzen
Unabhängigkeit¹ n.a.
Verfügbarkeit, Mandatslast²
Corporate Governance Erfahrung
(Aufsichts- oder Vorstands-) Erfahrung in börsennotierten Gesellschaften
CEO-Erfahrung in nicht börsennotierten Unternehmen
CFO-Erfahrung in nicht börsennotierten Unternehmen
Finanz- und betriebswirtschaftliche Kompetenzen
Personalkompetenz, Mitbestimmungs- und Sozialbelange
Vertriebs- und Marketingexpertise
Operative Expertise
Digitalisierung, Innovation, IT
Technologie
Strategie und Wachstum/ M&A/Portfoliomanagement
Märkte und Internationalität
Unternehmertum/Management
Kapitalmärkte
Spezifische Industrie-/ Branchenerfahrung
ESG-Expertise

¹ Entsprechend der Selbsteinschätzung des Aufsichtsrats für die Anteilseignervertreter
² Das Kriterium der Mandatslast wird als nicht erfüllt angesehen, wenn von der Empfehlung gem. Ziffer C.4 des Kodex abgewichen wird.
 = Kriterium gilt auf Basis einer Selbsteinschätzung des Aufsichtsrats als erfüllt, wenn in der betreffenden Dimension gute Kenntnisse oder Erfahrungen vorliegen. Diese können durch vorhandene Qualifikationen oder im Rahmen der Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied (zum Beispiel einer langjährigen Tätigkeit im Prüfungsausschuss) erworben werden
* Arbeitnehmervertreter

Gesamtdauer im Amt (in Jahren) 11 8 5 0,7 0,7 5 0,7 7 5 0,7 0,7 0,7
Mitglieder des Aufsichtsrats
Matthias Wierlacher
Evert Dudok
Elke Eckstein
Andre Hillner*
Prof. Ursula Keller
Dörthe Knips*
Alexander Münkwitz*
Doreen Nowotne
Stefan Schaumburg*
Thomas Spitzenpfeil
Christina Süßenbach
Franziska Wolf*

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JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zusammengefasster Lagebericht | Erklärung zur Unternehmensführung

T40

27

107

129

153

219

28

73

48

85

64

91

70

94

Grundlagen des Konzerns

Risiko- & Chancenbericht

Wirtschaftsbericht

prognosebericht

Segmentbericht

Übernahmerechtliche Angaben und erläuterungen

Lagebericht der JeNoptIK AG

Erklärung zur Unternehmensführung

103
104
105# Konzernabschluss

Konzerngesamtergebnisrechnung

in TEUR

Verweise 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Fortgeführte Geschäftsbereiche
Umsatzerlöse 4.1 980.684 750.717
Umsatzkosten 4.2 634.982 493.814
Bruttoergebnis vom Umsatz 345.702 256.903
Forschungs- und Entwicklungskosten 4.3 54.610 38.886
Vertriebskosten 107.559 89.693
Allgemeine Verwaltungskosten 65.477 53.462
Sonstige betriebliche Erträge 4.5 21.508 52.950
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.6 37.655 19.663
EBIT 101.909 108.148
Finanzerträge 4.7 11.648 5.564
Finanzaufwendungen 4.7 17.604 11.164
Finanzergebnis –5.956 –5.600
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 95.954 102.548
Ertragsteuern 4.8 –32.103 –9.689
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 63.851 92.859
Aufgegebener Geschäftsbereich
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 4.9 –6.817 –8.520
Konzern
Ergebnis nach Steuern 57.034 84.339
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile 1.933 2.341
Ergebnis der Aktionäre 4.10 55.100 81.998
Ergebnis je Aktie in Euro (unverwässert = verwässert) 4.10 0,96 1,43
Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Euro (unverwässert = verwässert) 1,08 1,58

Konzerngesamtergebnisrechnung

in TEUR

Verweise 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Ergebnis nach Steuern 57.034 84.339
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 10.159 4.974
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 5.12 10.152 4.977
davon: Ertragsteuereffekte –2.951 –2.009
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente 7 –3
davon: Ertragsteuereffekte 0 –20
Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 13.084 17.998
Cashflow Hedge 8.2 1.229 –1.592
davon: Ertragsteuereffekte –520 661
Unterschied aus Währungsumrechnung 2.3 11.854 19.590
davon: Ertragsteuereffekte –746 –1.424
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen 23.243 22.972
Gesamtergebnis 80.276 107.311
Davon entfallen auf:
Nicht beherrschende Anteile 1.828 2.965
Aktionäre 78.448 104.346

Konzernbilanz

Aktiva in TEUR

Verweise 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte 1.128.455 1.110.770
Immaterielle Vermögenswerte 5.1 730.642 753.247
Sachanlagen 5.2/5.3 324.606 266.656
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.592 3.638
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 5.4 14.310 14.328
Finanzanlagen 2.754 2.987
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5.5 13.729 6.555
Latente Steuern 4.8 38.822 63.360
Kurzfristige Vermögenswerte 543.309 646.271
Vorräte 5.6 255.950 200.213
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.7 138.769 120.475
Vertragsvermögenswerte 5.8 58.096 81.414
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 5.9 13.423 19.582
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 5.10 19.265 11.439
Kurzfristige Finanzanlagen 1.048 1.555
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 56.758 54.817
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 4.9 0 156.777
Summe Aktiva 1.671.765 1.757.041

Passiva in TEUR

Verweise 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 5.11 843.307 780.659
Gezeichnetes Kapital 148.819 148.819
Kapitalrücklage 194.286 194.286
Andere Rücklagen 488.846 424.705
Nicht beherrschende Anteile 11.356 12.849
Langfristige Schulden 518.959 503.102
Pensionsverpflichtungen 5.12 4.262 9.379
Sonstige langfristige Rückstellungen 5.13 17.043 17.886
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 8.1/8.2 477.729 448.746
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 3.863 2.350
Latente Steuern 4.8 16.062 24.741
Kurzfristige Schulden 309.499 473.279
Ertragsteuerrückstellungen 10.921 6.949
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 5.13 43.887 39.907
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 8.1/8.2 59.052 148.993
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 100.600 94.221
Vertragsverbindlichkeiten 5.8 64.856 47.323
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5.15 10.306 22.023
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 5.16 19.876 20.249
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 4.9 0 93.613
Summe Passiva 1.671.765 1.757.041

Konzernkapitalflussrechnung

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 95.954 102.548
Ergebnis vor Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich –5.342 –8.230
Ergebnis vor Steuern 90.612 94.318
Finanzerträge und Finanzaufwendungen 6.371 6.370
Abschreibungen 68.265 54.179
Wertminderungen / Wertaufholungen von Anlagevermögen¹ 13.894 22.357
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen, Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 4.893 –3.858
Erträge/Aufwendungen aus Fair-Value-Anpassung von bedingten Kaufpreiskomponenten aus Unternehmenszusammenschlüssen 1.100 –30.509
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen –613 –2.158
Erhaltene Dividenden von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 720 0
Veränderung Rückstellungen –511 1.638
Veränderung Working Capital –20.809 –35.786
Veränderung sonstiger Vermögenswerte und Schulden –6.453 1.720
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuerzahlungen 157.469 108.271
Ertragsteuerzahlungen –14.761 –10.237
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 142.707 98.034
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte –14.784 –15.934
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 1.380 686
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen –64.466 –30.229
Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten abzüglich veräußerter Zahlungsmittel 63.166 7.586
Erwerb von konsolidierten Unternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 713 –379.963
Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 1.547 197
Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition –1.107 –1.564
Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen Finanzanlagen 36 6.036
Auszahlungen für Investitionen in sonstige Finanzanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien –132 –619
Erhaltene Zinsen und ähnliche Erträge 233 184
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –13.415 –413.621
Dividende an Anteilseigner des Mutterunternehmens –14.310 –14.310
Dividende an nicht beherrschende Anteile –3.298 –1.749
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 126.197 548.559
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten –206.783 –208.088
Auszahlungen für Leasing –14.639 –13.732
Veränderung der Konzernfinanzierung –3.949 945
Gezahlte Zinsen und ähnliche Aufwendungen –10.544 –7.420
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –127.325 304.205
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.967 –11.383
Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des aufgegebenen Geschäftsbereichs 46 –46
Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 36 2.871
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus Erstkonsolidierung und Bewertung –108 –30
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 54.817 63.405
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 56.758 54.817
¹ inklusive Wertminderungsaufwand aus der Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gemäß IFRS 5

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

Erfolgsneutral bewertete Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Kumulierte Gewinne Eigenkapital- instrumente Versicherungs- mathematische Effekte Währungs- differenzen Cashflow Hedge Den Aktionären der JENOPTIK AG zustehendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Gesamt
in TEUR
Stand am 1.1.2021 148.819 194.286 359.196 –83 702.218 10.222 712.440
Periodenergebnis 4.10 81.998 81.998 2.341 84.339
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 2.3/5.11/5.12/8.2 –3 –3 –3
Gesamtergebnis 81.998 –3 81.995 2.341 84.336
Transaktionen mit Eigentümern (Dividende) –14.310 –14.310 –1.749 –16.059
Übertragung versicherungs- mathematischer Effekte in kumulierte Gewinne –257 –257 –257
Stand am 31.12.2021 148.819 194.286 426.627 –86 771.566 10.814 782.380
Stand am 1.1.2022 148.819 194.286 426.627 –86 771.566 10.814 782.380
Periodenergebnis 4.10 55.100 55.100 1.933 57.033
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 2.3/5.11/5.12/8.2 7 7 7
Gesamtergebnis 55.100 7 55.107 1.933 57.040
Transaktionen mit Eigentümern (Dividende) –14.310 –14.310 –3.298 –17.608
Übertragung versicherungs- mathematischer Effekte sowie Neubewertungsrücklage für Eigenkapitalinstrumente in kumulierte Gewinne –11.560 79 –10.481 –10.481
Stand am 31.12.2022 148.819 194.286 455.858 0 791.963 9.449 801.412# Konzernanhang
## 1 Darstellung der Konzernverhältnisse

1.1 Mutterunternehmen

Das Mutterunternehmen ist die JENOPTIK AG, Jena, Deutschland, eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Jena in der Abteilung B unter der Nummer 200146. Die JENOPTIK AG ist an der Deutschen Börse in Frankfurt notiert und wird unter anderem im TecDax und seit 20. März 2023 im MDax (vorher: SDax) geführt. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß §313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 HGB wird im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist im Anhang im Abschnitt „Aufstellung des Anteilsbesitzes des Jenoptik-Konzerns“ zu finden. Die Unternehmen, welche die Befreiungsvorschriften des §264 Abs. 3 oder §264b HGB in Anspruch genommen haben, sind im Abschnitt „Sonstige Pflichtangaben und ergänzende Angaben nach HGB“ angegeben.

1.2 Rechnungslegungsgrundsätze

Jenoptik ist ein international aufgestellter Technologiekonzern. Der Konzernabschluss der JENOPTIK AG wurde für das Jahr 2022 in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vor- schriften. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass Rundungsdif- ferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. Die Konzerngewinn- und -verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Das Geschäftsjahr der JENOPTIK AG und ihrer in den Konzern- abschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden in der Gesamtergebnisrechnung und in der Bilanz einzelne Posten zusammengefasst. Die Aufgliederung dieser Posten ist im Anhang aufgeführt.

Geänderte Rechnungslegungsmethoden

Die folgenden IFRS werden im Konzernabschluss im Geschäfts-jahr 2022 erstmalig angewendet:

Standard/Interpretation Übernahme durch das IASB Anwendungs- pflicht durch EU Auswirkungen
IFRS 1 als Erstanwender 14.05.2020 01.01.2022 Ja
Aktualisierung von Verweisen auf das Rahmenkonzept 02.07.2021 01.01.2022 Ja
Gebühren beim 10%-Barwerttest in Bezug auf Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten 14.05.2020 01.01.2022 Ja
Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögens- wert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet 14.05.2020 01.01.2022 Ja
Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert 14.05.2020 01.01.2022 Ja

Veröffentlichte und noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards

Die nachfolgenden, vom IASB veröffentlichten Änderungen an Standards sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und wurden von Jenoptik im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nicht berücksichtigt. Der Konzern beabsichtigt keine vor- zeitige Anwendung dieser Standards.

Standard/Interpretation Übernahme durch das IASB Anwendungs- pflicht durch EU Voraussichtliche Auswirkungen
IAS 1 Angabe der Rechnungslegungsmethoden 12.02.2021 01.01.2023 Ja
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig mit Nebenbedingungen 23.01.2020/ 31.10.2022 01.01.2024 Nein
Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen 12.02.2021 01.01.2023 Ja
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen Geschäftsvorfall entstehen (Leasingverhältnisse sowie Rückbauverpflichtungen) 07.05.2021 01.01.2023 Ja
Änderung zur Leasingverbindlichkeit in einer Sale- and Leaseback-Transaktion 22.09.2022 01.01.2024 Nein
Versicherungsverträgeeinschließlich Änderungen an IFRS 17 18.05.2017 01.01.2023 Ja

1.3 Annahmen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erfordert bei einigen Posten, Annahmen zu treffen, die sich auf den Ansatz in der Bilanz bzw. in der Gesamtergebnisrechnung des Konzerns sowie auf die Angabe von Eventualforderungen und -verbindlich- keiten auswirken. Alle Annahmen und Schätzungen werden nachbestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsäch- lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Die zugrundeliegenden Annahmen und Schätzungen werden fortlaufend überprüft. Dabei ergeben sich für den Ersteller des Konzernabschlusses gewisse Ermessensspielräume. Vor dem Hintergrund des makroökonomischen und geopolitischen Umfelds, wie beispielsweise dem anhaltenden russischen Krieg gegen die Ukraine, bestehen derzeit erhöhte Unsicherheiten in Bezug auf Schätzungen sowie Prognosen (wie zum Beispiel im Bereich Versorgung und Preisentwicklung von Energie und Roh- stoffen) und somit Risiken im Hinblick auf wesentliche Buchwertanpassungen. Wesentliche klimabedingte Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns bestehen nicht. Die zugrunde liegenden Annah- men und Schätzungen berücksichtigen, soweit erforderlich, potenzielle Auswirkungen des Klimawandels, beispielsweise in der Prognose der künftigen Cashflows der Non-Photonic Portfolio Companies sowie für nachhaltige Investitionen in anderen Divisionen. Die zur Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses getroffenen Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf:

  • die Annahmen und Parameter zur Bewertung der im Rah- men von Kaufpreisallokationen identifizierten immateriellen Vermögenswerte (vgl. Abschnitt „Unternehmenserwerbe und -veräußerungen“),
  • die Bewertung von bedingten Kaufpreiskomponenten aus Unternehmenszusammenschlüssen und -veräußerungen (vgl. Abschnitte „Aufgegebener Geschäftsbereich“ sowie „Finanzinstrumente“),
  • die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen – ins- besondere aus Verlustvorträgen – bei der Bewertung aktiver latenter Steuern (vgl. Abschnitt „Ertragsteuern“),
  • die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte auch unter Berücksichtigung aktueller Unsicher- heiten von Prognosen (vgl. Abschnitt „Immaterielle Ver- mögenswerte“),
  • die Beurteilung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermö- genswerten gemäß IAS 36 insbesondere hinsichtlich der prognostizierten Cashflows (vgl. Abschnitt „Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“),
  • die versicherungsmathematischen Parameter zur Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflich- tungen (vgl. Abschnitt „Pensionsverpflichtungen“) und
  • die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zur Bewertung von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögens- werten oder Veräußerungsgruppen und aufgegebenen Geschäftsbereichen im Vorjahr sowie die Bewertung von wirtschaftlich zurückbehaltenen Risiken nach Closing (vgl. Abschnitt „Aufgegebener Geschäftsbereich“).

2 Konsolidierungsgrundsätze

2.1 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der JENOPTIK AG alle wesentlichen Tochterunternehmen voll einbezogen. Die Anteils- besitzliste ist im Anhang im Abschnitt „Aufstellung des Anteils- besitzes des Jenoptik-Konzerns“ dargestellt. Im Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 39 (i.Vj. 47) voll- konsolidierte Tochtergesellschaften enthalten. Davon haben 7 (i.Vj. 12) ihren Sitz im Inland und 32 (i.Vj. 35) im Ausland. Der Rückgang resultiert neben den im Abschnitt „Unternehmens- erwerbe und -veräußerungen“ dargestellten Veränderungen aus konzerninternen Verschmelzungen bzw. Auflösung oder Entkonsolidierung nicht mehr operativ tätiger Gesellschaften. Weiterhin werden 3 Unternehmen (i.Vj. 3) nach der Equity- Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Tochterunternehmen in der untenstehenden Tabelle haben eine materielle Beteiligung nicht beherrschender Gesellschafter. Darüber hinaus haben weitere Unternehmen nicht wesentliche Beteiligungen nicht beherrschender Gesellschafter. Die entspre- chenden Minderheitsbeteiligungen können der Anteilsbesitz- liste entnommen werden.


23.423 | 677.774 | 11.617 | 689.391 | Stand am 1.1.2021 | 81.998 | 2.341 | 84.339
–1.557 | 18.562 | 5.346 | 22.348 | Periodenergebnis | 624 | 22.972 |
–1.557 | 18.562 | 5.346 | 104.346 | Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 2.965 | 107.311 | Gesamtergebnis
–14.310 | –1.733 | –16.043 | (Dividende) | Transaktionen mit Eigentümern | | |
257 | 0 | 0 | Übertragung versicherungs- mathematischer Effekte in kumulierte Gewinne | | | |
–659 | 16.644 | –17.820 | 767.811 | 12.849 | 780.659 | Stand am 31.12.2021 |
–659 | 16.644 | –17.820 | 767.811 | 12.849 | 780.659 | Stand am 1.1.2022 |
1.229 | 11.961 | 10.152 | 23.349 | Periodenergebnis | –106 | 23.243 |
1.229 | 11.961 | 10.152 | 78.449 | Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 1.828 | 80.277 | Gesamtergebnis
–14.310 | –3.320 | –17.630 | (Dividende) | Transaktionen mit Eigentümern | | |
11.482 | 0 | 0 | Übertragung versicherungs- mathematischer Effekte sowie Neubewertungsrücklage für Eigenkapitalinstrumente in kumulierte Gewinne | | | |
570 | 28.605 | 3.813 | 831.951 | 11.356 | 843.307 | Stand am 31.12.2022 |
153 | 218 | 159 |

Konzernanhang | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 | 160
Veröffentlicht | Anwendungs- | Übernahme |
Standard/Interpretation | durch das IASB | pflicht durch EU | Auswirkungen |
-- | -- | -- | --
IFRS 3 | 02.07.2021 | 01.01.2022 | Ja | Keine Auswirkungen
IAS 16 | 14.05.2020 | 01.01.2022 | Ja | Keine Auswirkungen, da Präzisierung der unvermeidbaren Kosten
IAS 37 | 02.07.2021 | 01.01.2022 | Ja | Besteuerung bei Bewertungen zum |

3 | Management | 27
Zusammengefasster Lagebericht | 107
Vergütungsbericht | 129
Nichtfinanzieller | 161
Bericht | 160
Konzernanhang | 154
Konzerngesamtergebnisrechnung | 156
Konzernbilanz | 157
Konzernkapitalflussrechnung | 158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung | 153
Konzernabschluss | 219
Weitere Informationen | 153 | 218# Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 162

Trioptics

Trioptics in TEUR

China Hong Kong
Umsatzerlöse 15.069 17.617
(22.034) (15.106)
Ergebnis nach Steuern 6.074 328
(4.171) (2.072)
Sonstiges Ergebnis –429 547
(649) (450)
Gesamtergebnis 5.644 874
(4.821) (2.522)
Langfristige Vermögenswerte 1.465 2.252
(1.824) (2.840)
Kurzfristige Vermögenswerte 16.819 8.374
(11.886) (9.225)
Langfristige Schulden 632 372
(813) (470)
Kurzfristige Schulden 9.699 6.356
(5.669) (4.544)
Nettovermögen 7.953 3.899
(7.228) (7.051)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 8.339 1.477
(6.872) (3.981)
Cashflow aus Investitionstätigkeit –402 –39
(42) (0)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –2.616 –4.027
(–2.425) (–1.987)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr

2.2 Konsolidierungsmethoden

Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss voll einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen werden nach den für den Jenoptik-Konzern einheitlich geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt. Zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbs erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode. Die Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaften werden dabei mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Des Weiteren werden identifizierbare immaterielle Vermögenswerte aktiviert sowie bestimmte Eventualverbindlichkeiten passiviert. Der verbleibende Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung, einschließlich des beizulegenden Zeitwerts von bedingten Gegenleistungen, und dem erworbenen Nettovermögen entspricht dem Geschäfts- oder Firmenwert. Dieser wird in den Folgeperioden einem jährlichen Wertminderungstest (Impairment-Test) nach IAS 36 unterzogen.

Konzerninterne Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows aus Geschäften zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Die konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden sowohl auf der Basis von Marktpreisen als auch zu Verrechnungspreisen vorgenommen, die grundsätzlich auf der Grundlage des „Dealing-at-arm‘s-length-Prinzips“ ermittelt wurden. In den Vorräten und im Sachanlagevermögen enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen sind um Zwischenergebnisse bereinigt. Ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge unterliegen der Abgrenzung latenter Steuern, wobei aktive und passive latente Steuern saldiert werden, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und soweit sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Bei Verlust der Kontrolle über ein Tochterunternehmen werden die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens ausgebucht (Entkonsolidierung) und ein daraus entstehender Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die angewandten Konsolidierungsmethoden wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

2.3 Währungsumrechnung

Die in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 „Auswirkungen von Wechselkursänderungen“ nach der modifizierten Stichtagskursmethode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung der Gesellschaften grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden werden folglich zum Stichtagskurs, die Aufwendungen und Erträge zum Durchschnittskurs umgerechnet, der monatlich ermittelt wird. Der sich aus der Währungsumrechnung ergebende Unterschiedsbetrag wird erfolgsneutral verrechnet und im Eigenkapital gesondert unter kumulierte Währungsdifferenzen ausgewiesen.

Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Forderungen und Verbindlichkeiten, die nicht in der funktionalen Währung der Tochtergesellschaft bestehen, gemäß IAS 21 zum Stichtagskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen und, soweit diese aus Finanzgeschäften resultieren, in den Finanzerträgen bzw. Finanzaufwendungen (vgl. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Ausgenommen hiervon sind Währungsumrechnungsdifferenzen aus Darlehensforderungen, die einen Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb darstellen. Diese Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährung werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst; erst bei ihrem Abgang wird der kumulierte Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die für die Umrechnung verwendeten Kurse werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Jahresdurchschnittskurs 1.1.–31.12.2022 Jahresdurchschnittskurs 1.1.–31.12.2021 Stichtagskurs 31.12.2022 Stichtagskurs 31.12.2021
Australien AUD 1,5174 1,5747 1,5693 1,5615
Kanada CAD 1,3703 1,4835 1,4440 1,4393
Schweiz CHF 1,0052 1,0814 0,9847 1,0331
China CNY 7,0801 7,6340 7,3582 7,1947
Großbritannien GBP 0,8526 0,8600 0,8869 0,8403
Hongkong HKD 8,2512 9,1988 8,3163 8,8333
Indien INR 82,7145 87,4861 88,1710 84,2292
Japan JPY 138,0051 129,8575 140,6600 130,3800
Korea KRW 1.358,0712 1.353,9456 1.344,0900 1.346,3800
Malaysia MYR 4,6292 4,9026 4,6984 4,7184
Singapur SGD 1,4520 1,5896 1,4300 1,5279
Taiwan TWD 31,3227 33,0346 32,7235 31,5030
USA USD 1,0539 1,1835 1,0666 1,1326

Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 164

2.4 Unternehmenserwerbe und -veräußerungen

Unternehmenserwerbe des Vorjahres

Erwerb BG Medical Applications GmbH und SwissOptic-Gruppe

Mit Closing am 30. November 2021 erwarb die JENOPTIK AG über die JENOPTIK Optical Systems GmbH und die JENOPTIK Asia-Pacific Pte. Ltd. jeweils 100 Prozent der Anteile an den nachfolgenden Gesellschaften:

  • BG Medical Applications GmbH, Berlin, Deutschland
  • SwissOptic AG, Heerbrugg, Schweiz
  • SwissOptic (Wuhan) Co., Ltd., Wuhan, China

Mit dem Erwerb der SwissOptic (Wuhan) Co., Ltd. hat Jenoptik zudem die Beherrschung über deren Tochtergesellschaft Berliner Glas Wuhan Trading Co., Ltd., Wuhan, China, erlangt. Jenoptik stärkt mit der Akquisition das globale und stark wachsende Photonik-Geschäft und baut neben dem Halbleiterausrüstungsgeschäft insbesondere das Medizintechnikgeschäft deutlich aus.

Die Einbeziehung in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 erfolgte auf Basis von vorläufigen Beträgen, da die Bestimmung des finalen Kaufpreises, die Bewertung des Nettovermögens der Gesellschaften sowie der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch nicht abgeschlossen waren. Die Finalisierung der Erstkonsolidierung erfolgte bis zum 30. November 2022. Die Zahlung des vorläufigen Kaufpreises wurde in Höhe von 326.454 TEUR im November 2021 geleistet. Zum 31. Dezember 2021 wurde auf Basis von vorläufigen Closing Accounts ein Kaufpreis von 322.636 TEUR ermittelt und eine Forderung in Höhe von 3.818 TEUR aktiviert.

Mit Finalisierung der Closing Accounts erfolgte im 1. Halbjahr 2022 die Einigung über den finalen Kaufpreis in Höhe von 324.454 TEUR, der ausschließlich aus einer fixen Barkomponente besteht. Der sich daraus ergebende Rückzahlungsanspruch in Höhe von 2.000 TEUR wurde im 2. Halbjahr 2022 beglichen. Die Festlegung des finalen Kaufpreises sowie die Finalisierung der Kaufpreisallokation führte zu einer Reduzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 2.183 TEUR. Unter Berücksichtigung der erworbenen Zahlungsmittel ergab sich insgesamt ein Zahlungsmittelabfluss von 310.552 TEUR.

Bezogen auf den Erwerbszeitpunkt hat die Finalisierung der Erstkonsolidierung insgesamt zu folgenden Anpassungen geführt:

in TEUR
vorläufig Anpassung final
Langfristige Vermögenswerte 133.286 3.497 136.784
Immaterielle Vermögenswerte 98.520 4.737 103.256
Sachanlagen 34.176 –1.239 32.936
Aktive latente Steuern 591 0 591
Kurzfristige Vermögenswerte 70.037 1.542 71.579
Vorräte 34.042 –2.947 31.095
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20.662 0 20.662
Vertragsvermögenswerte 0 4.488 4.488
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1.431 0 1.431
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13.902 0 13.902
Vermögenswerte 203.324 5.039 208.362
Langfristige Schulden 26.972 1.038 28.009
Pensionsverpflichtungen 4.019 0 4.019
Finanzverbindlichkeiten 4.396 0 4.396
Passive latente Steuern 17.866 1.038 18.903
Sonstige langfristige Schulden 692 0 692
Kurzfristige Schulden 31.921 0 31.921
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 7.039 0 7.039
Finanzverbindlichkeiten 5.463 0 5.463
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.182 0 11.182
Vertragsverbindlichkeiten 3.358 0 3.358
Sonstige kurzfristige Schulden 4.879 0 4.879
Schulden 58.893 1.038 59.930
Summe identifizierbares Netto- vermögen zum Erwerbszeitpunkt 144.431 4.001 148.432
Geschäfts- oder Firmenwert 178.205 –2.183 –176.022
Kaufpreis 322.636 1.818 324.454

Aus Wesentlichkeitsgründen wurde keine Anpassung# 3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3.1 Bilanzierungs- und Bewertungseffekte im Zusammenhang mit COVID-19 und dem Ukraine-Krieg

Angesichts des anhaltenden Einflusses der COVID-19-Pandemie und den mit dem Ukraine-Krieg verbundenen Sanktionen auf die operative Tätigkeit der Jenoptik-Gesellschaften erfolgte eine fortlaufende Analyse möglicher bilanzieller Effekte und der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Aus der COVID-19-Pandemie und dem Ukraine-Krieg ergeben sich operative Effekte auf die Ertragslage von Jenoptik insbesondere durch Einschränkungen in der Mobilität und den globalen Lieferketten sowie durch spürbare Auswirkungen auf die Einkaufspreise, insbesondere die Energiepreise. Das zeigt sich vor allem im Aufbau von Vorratsvermögen zur Absicherung des operativen Geschäftsbetriebs, pandemiebedingten Verzögerungen bei der Zulieferung von Bauteilen und daraus resultierenden zeitliche Verschiebungen in der Umsatzrealisierung bzw. Projektverschiebungen.

Weitere Erläuterungen zu Bilanzierungs- und Bewertungs effekten sind in den jeweiligen Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung bzw. zur Bilanz enthalten.

3.2 Geschäfts- oder Firmenwert

Ein Geschäfts- oder Firmenwert nach IFRS 3 entspricht dem positiven Unterschiedsbetrag zwischen der Gegenleistung für einen Unternehmenszusammenschluss und den erworbenen neu bewerteten Vermögenswerten und Schulden inklusive bestimmter Eventualschulden, der nach Durchführung einer Kaufpreisallokation bestehen bleibt. Die identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden werden im Rahmen dieser Kaufpreisallokation nicht mit ihren bisherigen Buchwerten, sondern mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert.

Im Rahmen der Erlangung von Beherrschung über das erworbene Unternehmen werden nicht-beherrschende Anteile entsprechend dem Anteil am identifizierbaren Nettovermögen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens jährlich zu einem festgelegten Zeitpunkt bzw. immer dann, wenn es einen Anhaltspunkt gibt, dass die zahlungsmittelgenerierende Einheit wertgemindert sein könnte, auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird sofort ergebniswirksam erfasst und in Folgeperioden nicht wieder aufgeholt.

3.3 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, im Wesentlichen Patente, Marken, Software und Kundenbeziehungen, werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden planmäßig linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese liegt grundsätzlich zwischen drei und fünfzehn Jahren. Der Konzern überprüft, ob bei seinen immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer eine Wertminderung vorliegt (vgl. Abschnitt „Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“).

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, wenn die Ansatzkriterien des IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ erfüllt sind. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und die Fertigstellung, die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen sind. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass die Entwicklungsaufwendungen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden und verlässlich ermittelbar sind. Schließlich müssen hinreichend Ressourcen verfügbar sein, um die Entwicklung abschließen und den Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können.

Selbst geschaffene Patente werden planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese liegt grundsätzlich zwischen fünf und zehn Jahren. Nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden mindestens jährlich auf Wertminderungen überprüft (vgl. Abschnitt „Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“).

Aktivierte Entwicklungskosten werden planmäßig über den erwarteten Verkaufszeitraum der Produkte – aber grundsätzlich nicht länger als fünf Jahre – abgeschrieben. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Falls die Voraussetzungen für eine Aktivierung nicht gegeben sind, werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in Abhängigkeit von der Verursachung den entsprechenden Funktionsbereichen der Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 als laufender Aufwand in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst.

3.4 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Die Abschreibungsmethode entspricht dem erwarteten Verlauf des Verbrauchs des künftigen wirtschaftlichen Nutzens. Sofern die Anschaffungskosten einzelner Komponenten eines Vermögenswertes wesentlich sind (insbesondere bei Gebäuden), erfolgt die Abschreibung für jeden Teil der Sachanlage getrennt. Falls erforderlich, verringern Wertminderungen die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation neben der Neubewertung von Vorräten ins- besondere Kundenbeziehungen, der Auftragsbestand sowie eine Marke als immaterielle Vermögenswerte identifiziert. Die Abschreibungsdauern der immateriellen Vermögenswerte liegen zwischen einem und 15 Jahren. Außerdem wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 176.022 TEUR in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen, der die Übernahme des geschulten Personals sowie die Synergieeffekte primär in den Bereichen Einkauf, Forschung & Entwicklung und Kapazitätsoptimierung durch den Standort in Wuhan widerspiegelt. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist der Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten „Advanced Photonic Solutions“ zugeordnet und teilweise steuerlich abzugsfähig.

Kosten im Zusammenhang mit den Erwerb der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe entstanden im Jahr 2021 in Höhe von 6.369 TEUR und wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Konzernabschluss enthielt im Jahr 2021 aus der Einbe- ziehung der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe Umsätze in Höhe von 9.619 TEUR und ein Ergebnis nach Steuern von minus 1.126 TEUR. Im Ergebnis nach Steuern waren die Aufwen- dungen aus der planmäßigen Abschreibung der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögens- werte enthalten. Ergebniswirksame Effekte aus der Finalisie- rung der Erstkonsolidierung für den Zeitraum vom Erwerbszeit- punkt bis zum 31. Dezember 2021 waren nicht wesentlich, sodass auf eine Anpassung der Vergleichsperiode verzichtet wurde.

Unter der Fiktion, dass der Unternehmenserwerb bereits zum 1. Januar 2021 erfolgt wäre, hätten im Vorjahr der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche 864.848 TEUR und das Ergeb- nis nach Steuern 94.554 TEUR betragen. Zur Bestimmung dieser Angaben wurde angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte und Nutzungsdauern der im Rahmen der Kaufpreis- allokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2021 mit denen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt identisch sind. Diese Pro-forma-Zahlen wurden ausschließlich zu Vergleichszwecken erstellt. Sie geben weder zuverlässig Auf- schluss über die operativen Ergebnisse, die tatsächlich erzielt worden wären, wenn die Übernahme zu Beginn der Periode erfolgt wäre, noch über zukünftige Ergebnisse.

Unternehmensveräußerungen

Am 25. November 2021 hatte Jenoptik einen Vertrag über den Verkauf von VINCORION, bestehend aus den hundertpro- zentigen Tochtergesellschaften JENOPTIK Advanced Systems GmbH (Deutschland; mittlerweile firmierend unter VINCORION Advanced Systems GmbH), JENOPTIK Power Systems GmbH (Deutschland; mittlerweile firmierend unter VINCORION Power Systems GmbH) sowie JENOPTIK Advanced Systems, LLC (USA; mittlerweile firmierend unter VINCORION LLC), unterzeichnet. Mit dem Abschluss des verbindlichen Kaufvertrages wurde das Geschäftssegment VINCORION als aufgegebener Geschäftsbe- reich klassifiziert und die Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2021 als zur Veräußerung gehalten bilanziert. Mit dem Closing der Transaktion am 30. Juni 2022 hat Jenoptik die Kontrolle über diese Tochtergesellschaften verloren und die Entkonsolidierung vorgenommen. Detaillierte Angaben zum aufgegebenen Geschäftsbereich werden im Abschnitt „Aufgegebener Geschäftsbereich“ erläutert.

Unternehmensveräußerungen des Vorjahres

Anfang Juli 2021 schloss Jenoptik eine Vereinbarung über den Verkauf des Bereichs Kristallzüchtung an die Hellma Mate- rials GmbH. Das Closing erfolgte zum 31. August 2021. Im Juli 2021 meldete Jenoptik den Verkauf des nicht-optischen Prozess-Messtechnikgeschäfts für Schleifmaschinen an Mar- poss. Das Closing erfolgte zum 30. Juli 2021. Im Rahmen des Verkaufs wurden auch alle Geschäftsanteile der JENOPTIK Industrial Metrology Switzerland SA, Peseux, Schweiz, veräußert.

Konzernabschluss | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 166
3 Management
27
Zusammengefasster Lagebericht
107
Vergütungsbericht
129
Nichtfinanzieller
167
Bericht
160
Konzernanhang
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Konzerngesamtergebnisrechnung
156
Konzernbilanz
157
Konzernkapitalflussrechnung
158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
153
Konzernabschluss
219
Weitere Informationen
153
218# 3.4 Sachanlagen

Zuwendungen der öffentlichen Hand für langfristige Vermögenswerte werden grundsätzlich von den Anschaffungs- und Herstellungskosten nach IAS 20 „Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand“ abgesetzt (vgl. Abschnitt „Zuwendungen der öffentlichen Hand“). Die Ermittlung der Herstellungskosten erfolgt auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger, direkt zurechenbarer Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen. Entsprechend IAS 23 „Fremdkapitalkosten“ werden Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zuordenbar sind, als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert. Kosten für die Reparatur von Sachanlagen werden grundsätzlich aufwandswirksam behandelt. Für Komponenten von Sachanlagen, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden, erfolgt eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungskosten, sofern ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und die betreffenden Kosten verlässlich bewertbar sind. Den planmäßigen Abschreibungen liegen unverändert zum Vorjahr im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 12–80 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 5–15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–15 Jahre

Wenn Sachanlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

3.5 Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer wird an jedem Abschlussstichtag eingeschätzt, ob für die entsprechenden Vermögenswerte Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen nach IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“ vorliegen. Werden derartige Anhaltspunkte für einzelne Vermögenswerte oder eine zahlungsmittelgenerierende Einheit identifiziert, so wird für diese ein Wertminderungstest durchgeführt. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit für den Wertminderungstest von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ist grundsätzlich die Berichtseinheit. Die Überprüfung auf Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf der Ebene einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die durch das jeweilige Segment repräsentiert wird. Im Rahmen des Wertminderungstests wird zunächst der erzielbare Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt und dieser anschließend mit dem entsprechenden Buchwert verglichen, um so einen etwaigen Wertminderungsbedarf zu bestimmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird der Betrag bezeichnet, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts in einer Transaktion zu Marktbedingungen zwischen sachverständigen und vertragswilligen Parteien erzielt werden könnte. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt anhand der abgezinsten erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse. Dabei wird ein marktgerechter Zinssatz vor Steuern zugrunde gelegt, der die Risiken der Nutzung des Vermögenswerts widerspiegelt, die sich noch nicht in den geschätzten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüssen niederschlagen. Wird der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als der Buchwert eingeschätzt, wird dieser auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der Wertminderungsaufwand wird sofort ergebniswirksam im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

Konzernabschluss | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 168

Bei einer Wertaufholung in einer Folgeperiode wird der Buchwert des Vermögenswerts entsprechend dem festgestellten erzielbaren Betrag angepasst. Die Wertaufholungsobergrenze wird durch die Höhe der fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten bestimmt, die sich ergeben würden, wenn keine Wertminderung in den Vorperioden erfasst worden wäre. Die Wertaufholung wird sofort erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasst.

3.6 Zuwendungen der öffentlichen Hand

IAS 20 unterscheidet zwischen objektbezogenen Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte und erfolgsbezogenen Zuwendungen. Grundsätzlich sieht IAS 20 eine ertragswirksame, periodengerechte Behandlung von Zuwendungen vor. Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte werden im Jenoptik-Konzern von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt. Entsprechend werden auch die Abschreibungen auf Basis der verminderten Anschaffungs- und Herstellungskosten ermittelt.

3.7 Leasingverhältnisse

Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für eine bestimmte Zeit zu kontrollieren. Gemäß IFRS 16 bilanziert Jenoptik als Leasingnehmer grundsätzlich die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer abgeschrieben und betragen in der Klasse der Immobilien ein bis 25 Jahre und in der Klasse der Maschinen, technische Anlagen sowie in der Klasse Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung ein bis fünf Jahre. Die Nutzungsrechte werden in der Bilanzposition ausgewiesen, in dem der zugrundeliegende Vermögenswert ausgewiesen werden würde, wenn er Eigentum des Konzerns wäre. Leasingverbindlichkeiten werden zum Barwert erfasst. Sie beinhalten dabei feste Zahlungen, variable Leasingzahlungen, welche an einen Index oder Zinssatz gebunden sind, Zahlungen aus einem vertraglich garantierten Restwert, Zahlungen aus als hinreichend sicher eingeschätzten Ausübungen von Verlängerungs- oder Kaufoptionen und Vertragsstrafen bei der hinreichend sicheren Ausübung von Kündigungsoptionen. Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, sofern der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Die Leasingverbindlichkeiten des Konzerns sind in den Positionen „Langfristige Finanzverbindlichkeiten“ und „Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten“ enthalten. Der Konzern nutzt die Erleichterungen des IFRS 16 und erfasst bei kurzfristigen Leasingverhältnissen (außer Immobilien) sowie bei Leasinggegenständen von geringem Wert die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand.

3.8 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Diese Objekte werden nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern, die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke genutzt oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehalten. Dem Wahlrecht des IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ entsprechend werden diese zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten bilanziert. Die Ermittlung der anzugebenden beizulegenden Zeitwerte erfolgt unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode. Den linearen planmäßigen Abschreibungen liegt eine Nutzungsdauer von 20 bis 80 Jahren zugrunde. Abschreibungen aufgrund von Wertminderungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der Nutzungswert bzw. der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten des betreffenden Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Abschreibung aufgrund einer Wertminderung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Wertaufholungsobergrenze wird durch die Höhe der fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten bestimmt, die sich ergeben würden, wenn keine Wertminderung in den Vorperioden erfasst worden wäre.

3 Management 27
Zusammengefasster Lagebericht 107
Vergütungsbericht 129
Nichtfinanzieller 169 Bericht
160 Konzernanhang 154
Konzerngesamtergebnisrechnung 156
Konzernbilanz 157
Konzernkapitalflussrechnung 158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153
Konzernabschluss 219
Weitere Informationen 153 218

3.9 Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Gemäß IAS 32 gehören hierzu einerseits originäre Finanzinstrumente wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu auch derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt werden. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden ab dem Zeitpunkt in der Konzernbilanz berücksichtigt, ab dem der Konzern Vertragspartei des Finanzinstruments wird.# Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 170

Die bestehenden Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 9 in Abhängigkeit von dem Geschäftsmodell des Konzerns zur Steue- rung der Vermögenswerte und der Frage, ob die vertraglichen Zahlungsströme der Finanzinstrumente ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen, entweder als „zu fortgeführten Anschaffungskosten“, als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis“ oder als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert und entsprechend bewertet.

Als fortgeführte Anschaffungskosten eines finanziellen Ver- mögenswerts oder einer finanziellen Schuld wird der Betrag bezeichnet, mit dem ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Schuld bei der erstmaligen Erfassung bewertet wurde • abzüglich eventueller Tilgungen, • abzüglich etwaiger Wertminderungen oder eventueller Uneinbringlichkeiten sowie • zuzüglich/abzüglich der kumulierten Verteilung einer etwaigen Differenz zwischen dem ursprünglichen Betrag und dem bei der Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag (zum Beispiel Disagio und Transaktionskosten). Diese Differenz wird mittels der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Schuld verteilt. Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entspre- chen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Rückzahlungsbetrag.

Der beizulegende Zeitwert entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der beizulegende Zeitwert mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der geschätzten zukünftigen Zahlungsflüsse mit dem Marktzinssatz oder durch die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle ermittelt und durch Bestä- tigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft.

a) Originäre Finanzinstrumente

Anteile an Unternehmen

Der erstmalige Bilanzansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Im Jenoptik-Konzern werden alle langfristig gehaltenen Anteile an Unternehmen aufgrund der Ausübung des eingeräumten Wahlrechts nach IFRS 9 als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis“ klassifiziert und mit dem beizu- legenden Zeitwert bewertet. Mangels beobachtbarer Markt- preise werden die beizulegenden Zeitwerte dieser Finanzinstru- mente auf Basis von abgezinsten Zahlungsströmen ermittelt. Wertänderungen werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Anteile an Unternehmen, bei denen Jenoptik über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, sowie Anteile an Joint Ventures werden gemäß der Equity-Methode nach IAS 28 bewertet. Hierzu wird der ursprüngliche Beteiligungsbuchwert fortge- schrieben mit den Anteilen an den Eigenkapitalveränderungen des Unternehmens, die den Anteilseignern zustehen. Der Anteil am Gewinn oder Verlust der Gesellschaften ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Anteile am sonstigen Ergebnis werden hingegen erfolgsneutral ver- bucht. Die im laufenden Jahr erfassten Anteile am Gesamtergebnis basieren auf den vorläufigen Jahresabschlüssen der Gesell- schaften. Abweichungen zwischen vorläufigem und finalem Jahresabschluss werden jeweils im Folgejahr berücksichtigt.

Ausleihungen

Bei den Ausleihungen handelt es sich um vom Jenoptik- Konzern ausgereichte Kredite, die nach IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Langfristige unverzinsliche und niedrigverzinsliche Ausleihungen werden zum Barwert bilanziert. Bei Vorliegen objektiver subs- tanzieller Hinweise auf eine Wertminderung werden außerplan- mäßige Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund ihrer Kurzfristigkeit unverzinslich und werden zum Nominalwert abzüglich der Wertminderungen aufgrund erwarteter Forde- rungsausfälle angesetzt (fortgeführte Anschaffungskosten). Die Ermittlung der erwarteten Forderungsausfälle erfolgt nach IFRS 9 unter Anwendung des vereinfachten Verfahrens. Dabei Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 170 wird sowohl dem individuellen Ausfallrisiko als auch einem aus Erfahrungswerten abgeleiteten erwarteten Ausfallrisiko für eine Gruppe von Forderungen mit vergleichbaren Ausfallrisiko- profilen (portfoliobasierte Wertberichtigung) Rechnung getragen, indem eine Risikovorsorge in Höhe der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Forderungsausfälle erfasst wird. Sofern sich der Forderungsverlust endgültig realisiert, wird die Forderung unter Inanspruchnahme einer gegebenenfalls zuvor gebildeten Wertberichtigung ausgebucht. Ebenso erfolgt eine Ausbuchung der Forderung, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Zahlungsströme aus der Forderung auslaufen oder die Rechte zum Erhalt der Zahlungsströme in einer Transaktion übertragen werden, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum der Forderung verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Die Forderungen werden zur Vereinnahmung und zum Teil zum Weiterverkauf im Rahmen von Factoring gehalten.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Allen erkennbaren Ausfallrisiken wird durch entsprechende Abwertung Rechnung getragen. Langfristige unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Forderungen werden abgezinst.

Kurzfristige Finanzanlagen

Kurzfristige Geldanlagen und kurzfristige Finanzforderungen werden gemäß IFRS 9 als „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ klassifiziert und entsprechend bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind Kassenbe- stände, Schecks und sofort verfügbare Bankguthaben bei Kredit- instituten, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt. Diese werden zum Nennbetrag abzüglich einer Risiko- vorsorge für erwartete Kreditausfälle bilanziert.

Eigenkapitalinstrumente

Ein Eigenkapitalinstrument ist jede vertragliche Vereinbarung, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten des Kon- zerns nach Abzug sämtlicher Schulden darstellt. Die ausgege- benen Anteile wurden als Eigenkapital klassifiziert, wobei die Kosten (gemindert um die damit verbundenen Ertragsteuervor- teile), die direkt der Ausgabe von eigenen Aktien zurechenbar sind, vom Eigenkapital abgesetzt wurden.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verzinsliche Bankdarlehen und Überziehungskredite werden zum erhaltenen Auszahlungsbetrag abzüglich der direkt zurechenbaren Ausgabekosten bilanziert. Finanzierungskosten, einschließlich bei Rückzahlung oder Tilgung zahlbarer Prämien, werden nach dem Prinzip der Periodenabgrenzung unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die Amortisa- tion mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effek- tivzinsmethode bewertet. Davon nicht betroffen sind finan- zielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam mit dem beizulegen- den Zeitwert bilanziert werden.

b) Derivative Finanzinstrumente

Der Jenoptik-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente als Sicherungsgeschäfte zur Steuerung von Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen ein. Sie dienen der Reduzierung von Ergebnisvolatilitäten aus Zins- und Währungsrisiken. Die beizulegenden Zeitwerte wurden auf Basis der am Bilanzstich- tag bestehenden Marktkonditionen – Zinssätze, Devisenkurse – anhand allgemein anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden nicht zu Spekulations- zwecken eingesetzt. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt einer Konzernrichtlinie, die den Umgang mit deri- vativen Finanzinstrumenten regelt. Um Risiken aus Fremdwäh- rungs- und Zinsänderungen abzusichern, nutzt der Konzern Cashflow-Hedges. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die zur Absicherung eines Cashflow-Risikos dienen, werden dokumentiert. Sind die Sicherungsbeziehungen als effektiv eingestuft, werden die Veränderungen des beizu- legenden Zeitwerts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust erfolgt in der Periode, in der das abgesicherte Grundge- schäft ergebniswirksam wird. Wertschwankungen aus als nicht effektiv eingestuften Finanzinstrumenten werden direkt im Gewinn oder Verlust erfasst.

3.10 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Veräußerungs- erlös abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten. Bei der Ermitt- lung des Nettoveräußerungswerts kommen neben der Einzelfall- betrachtung auch Abwertungsroutinen zum Einsatz. Indikatoren für einen gesunkenen Nettoveräußerungserlös sind Parameter wie die Reichweite, der Marktpreis (auf Basis von vorliegenden 3 Management 27 Zusammengefasster Lagebericht 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 171 Bericht 160 Konzernanhang 154 Konzerngesamtergebnisrechnung 156 Konzernbilanz 157 Konzernkapitalflussrechnung 158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153 Konzernabschluss 219 Weitere Informationen 153 218 Bestellungen) sowie die Gängigkeit. Die konkreten Abschlags- sätze werden dabei regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten des Erwerbs sowie sonstige angefallene Kosten, um die Vorräte in ihren der- zeitigen Zustand zu versetzen. Minderungen wie Preisnach- lässe, Boni oder Skonti werden dabei berücksichtigt. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Voll- kosten, die auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslas- tung ermittelt werden.# Konzernanhang

3.11 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Enthalten sind neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Dabei werden insbesondere die Kosten berücksichtigt, die auf den spezifischen Produktionskostenstellen anfallen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzurechnen sind. Sofern die Werte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener Preise am Absatzmarkt niedriger sind, werden diese angesetzt. Grundsätzlich basiert die Bewertung gleichartiger Vermögenswerte des Vorratsvermögens auf der Durchschnittsmethode. Sind bei abgewerteten Vorräten die Gründe für eine Abwertung weggefallen und ist somit der Nettoveräußerungserlös gestiegen, werden die Wertaufholungen in der entsprechenden Periode, in der die Veränderung eintritt, als Minderung des Materialaufwands erfasst.

Ein Vertragsvermögenswert ist der noch nicht unbedingte Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst. Somit ergeben sich Vertragsvermögenswerte als Differenz zwischen den realisierten Umsätzen aus dem jeweiligen Auftrag abzüglich erhaltener Anzahlungen sowie Kundenfakturen. Forderungen gegen Kunden aus gestellten Rechnungen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Sofern die erhaltenen und fälligen angeforderten Anzahlungen sowie die darüber hinaus gestellten Kundenrechnungen die realisierten Umsatzerlöse übersteigen, wird eine Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Eine Vertragsverbindlichkeit ist demnach die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten hat bzw. eine angeforderte Anzahlung fällig ist. Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten darüber hinaus Verpflichtungen aus Vertragsstrafen, die als variable Gegenleistung umsatzmindernd zu berücksichtigen sind. Nach IFRS 15 ausgewiesene Vertragsvermögenswerte werden zum Nominalwert unter Berücksichtigung von Wertminderungen in Höhe der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Ausfälle bewertet.

3.12 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen und aufgegebener Geschäftsbereich

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen

Langfristige Vermögenswerte bzw. Veräußerungsgruppen werden nach IFRS 5 dann als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird und eine Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Ein Veräußerungsgeschäft wird als höchstwahrscheinlich eingeschätzt, wenn am Abschlussstichtag keine wesentlichen Risiken für den Vollzug bestehen, was regelmäßig den Abschluss verbindlicher Verträge oder zumindest eine Einigung bezüglich aller wesentlichen Vertragsinhalte erfordert. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen und mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten bewertet. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Aufgegebener Geschäftsbereich

Bei einem aufgegebenen Geschäftsbereich handelt es sich um einen Bestandteil des Unternehmens, der veräußert wurde bzw. als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird und einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geographischen Geschäftsbereich darstellt. Die Ergebnisse des aufgegebenen Geschäftsbereichs werden in der Gewinn- und Verlustrechnung separat dargestellt.

Konzernabschluss | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022
172

3.13 Latente Steuern

Die Bilanzierung und Bewertung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 „Ertragsteuern“. Aktive und passive latente Steuern werden als separate Posten in der Bilanz dargestellt, um die künftige steuerliche Wirkung aus zeitlichen Unterschieden zwischen den bilanziellen Wertansätzen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie den steuerlichen Verlustvorträgen zu berücksichtigen. Latente Steuerforderungen und Steuerverpflichtungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung beziehungsweise -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes berechnet. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen auf die latenten Steuern werden in dem Berichtszeitraum erfasst, in dem das der Steuersatzänderung zugrunde liegende Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist. Aktive latente Steuern auf Bilanzunterschiede und auf steuerliche Verlustvorträge werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile in einem absehbaren zeitlichen Rahmen wahrscheinlich ist. Aktive latente Steuern und passive latente Steuern werden miteinander verrechnet, soweit eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen.

3.14 Pensionsverpflichtungen

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen die Versorgungsverpflichtungen des Jenoptik-Konzerns sowohl aus leistungsorientierten als auch aus beitragsorientierten Altersversorgungssystemen.

Leistungsorientierte Pläne

Bei leistungsorientierten Altersversorgungssystemen werden die Pensionsverpflichtungen gemäß IAS 19 nach der „Projected-Unit-Credit-Methode“ bewertet. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und Trendannahmen für die Bewertungsparameter, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Hierzu werden mindestens einmal jährlich versicherungsmathematische Gutachten eingeholt. Vermögenswerte, welche die Anforderungen an Planvermögen nach IAS 19.8 erfüllen, werden mit dem Zeitwert bilanziert und mit den Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Der Dienstzeitaufwand der Pensionsverpflichtungen wird als Personalaufwand in den entsprechenden Funktionskosten ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen und durch Multiplikation der Nettoschuld zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der Pensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aufgrund von Anpassungen und Änderungen von Annahmen im Rahmen der Bewertung von Pensionsverpflichtung und Planvermögen (einschließlich des Unterschieds zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn typisierend angenommenen Rendite) werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Beitragsorientierte Pläne

Bei beitragsorientierten Altersversorgungssystemen werden die einzahlungspflichtigen Beiträge unmittelbar als Aufwand berücksichtigt.

3.15 Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern einschließlich unsicherer Steuerpositionen. Steuererstattungsansprüche werden in den sonstigen kurzfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Latente Steuern werden in gesonderten Posten der Bilanz ausgewiesen. Steuerrückstellungen für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer oder vergleichbare Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden auf der Grundlage der steuerpflichtigen Einkommen der einbezogenen Gesellschaften ermittelt und abzüglich geleisteter Vorauszahlungen angesetzt.

3.16 Sonstige Rückstellungen

Gemäß IAS 37 „Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen“ werden Rückstellungen gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Sonstige Rückstellungen werden nur für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, bei denen zum Abschlussstichtag mehr für ihr Bestehen als dagegen spricht. Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt, sofern der Zinseffekt

3 Management 27
Zusammengefasster Lagebericht 107
Vergütungsbericht 129
Nichtfinanzieller 173 Bericht
160
Konzernanhang 154
Konzerngesamtergebnisrechnung 156
Konzernbilanz 157
Konzernkapitalflussrechnung 158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153
Konzernabschluss 219
Weitere Informationen 153
218

wesentlich ist. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Preis- und Kostensteigerungen. Der Abzinsung liegen nicht negative Zinssätze vor Steuern zugrunde, die die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt widerspiegeln und von der entsprechenden Laufzeit der Verpflichtung abhängig sind. Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Rückstellung sowie Zinsänderungseffekte werden im Finanzergebnis erfasst. Die Rückstellungen werden ausgehend von den Erfahrungswerten der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Verhältnisse am Bilanzstichtag bewertet. Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des Verpflichtungsüberhangs aus der Differenz zwischen den unvermeidbaren Kosten zur Vertragserfüllung und dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzen gebildet.# Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 174

Rückstellungen für Gewährleistungen werden einzelfallbezogen sowie pauschal gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller gegenwärtig bekannten und zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle. Rückgriffsansprüche werden nur dann berücksichtigt, wenn diese so gut wie sicher sind.

3.17 Aktienbasierte Vergütung

Die Vorstandsmitglieder sowie Teile des Top-Managements der JENOPTIK AG erhalten mehrjährige variable Vergütungen in Form von Long Term Incentives (LTI) bzw. Performance Shares. Beide Arten virtueller Aktien werden gemäß IFRS 2 als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert. Zum Bilanzstichtag wird in Abhängigkeit von den vertraglichen Regelungen eine Rückstellung in Höhe des erdienten beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam gebildet.

3.18 Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse konkretisiert wird, die jedoch außerhalb des Einflussesbereichs des Jenoptik-Konzerns liegen. Ferner können gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualverbindlichkeiten darstellen, wenn die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen nicht hinreichend wahrscheinlich für die Bildung einer Rückstellung ist und/oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Sie werden grundsätzlich nicht bilanziert, sondern im Anhang erläutert.

3.19 Umsatzerlöse

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden gemäß IFRS 15 realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Bewertung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Für Umsatzgeschäfte mit mehreren Leistungsverpflichtungen erfolgt eine Aufteilung der Umsatzerlöse auf Grundlage der geschätzten relativen Einzelveräußerungspreise. Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden grundsätzlich zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Kontrolle über den Vermögenswert auf den Kunden übergeht. Bei der Bestimmung dieses Zeitpunkts werden unter anderem der Übergang des rechtlichen Eigentums, der physische Besitzübergang sowie eine eventuell vereinbarte Abnahme der Produkte durch den Kunden berücksichtigt.

In bestimmten Fällen stellen die von Jenoptik im Rahmen eines spezifischen Auftragsprozesses produzierten Güter Vermögenswerte ohne alternativen Nutzen für den Konzern dar. Unter der Voraussetzung eines Anspruchs auf Vergütung der bisher erbrachten Leistung erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen, wobei der Fertigstellungsgrad nach der inputorientierten cost-to-cost Methode bestimmt wird. Dies betrifft sowohl die Fertigung einzelner Vermögenswerte als auch Entwicklungsprojekte mit anschließender Serienfertigung (kundenspezifische Serienfertigung).

Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen, die separate Leistungsverpflichtungen im Sinne des IFRS 15 darstellen und aus denen der Kunde einen Nutzen gleichzeitig mit der Leistungserbringung ziehen kann, werden zeitraumbezogen nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads zum Bilanzstichtag realisiert, wobei sich der Fertigstellungsgrad grundsätzlich nach der inputorientierten cost-to-cost Methode bestimmt.

Der Konzern unterliegt üblicherweise gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen. Diese sogenannten assurance-type warranties werden gemäß IAS 37 in den Gewährleistungsrückstellungen erfasst. Sofern vereinbarte Garantien und Gewährleistungsansprüche den üblichen Rahmen signifikant übersteigen (sogenannte service-type warranties), werden diese als eigenständige Leistungsverpflichtung beurteilt und bilanziert. In diesem Fall erfolgt die Umsatzrealisierung des hierauf entfallenden Anteils linear über den vereinbarten Zeitraum der service-type warranty.

Die Erlöse aus der Vermietung von Immobilien werden linear über die Laufzeit der entsprechenden Mietverträge realisiert und in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Beinhaltet ein Vertrag mehrere abgrenzbare Bestandteile (Mehrkomponentenverträge), werden diese entsprechend vorstehenden Prinzipien separat erfasst.

Bei der Bestimmung der Gegenleistung, die Jenoptik für die Erfüllung eines Kundenauftrags erhält, werden vereinbarte variable Komponenten zu Vertragsbeginn geschätzt und dann in den Transaktionspreis einbezogen, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass die Beseitigung der Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistungskomponente nicht zu einer Stornierung bereits erfasster Umsatzerlöse führt. Dies betrifft bei Jenoptik sowohl vereinbarte Rabatte und Boni als auch mögliche Vertragsstrafen. Da vom Kunden erhaltene Anzahlungen in der Regel kurzfristig sind, nimmt der Konzern die Erleichterungsmöglichkeit des IFRS 15 in Anspruch und verzichtet auf die Berücksichtigung einer Finanzierungskomponente bei der Bestimmung der Gegenleistung.

3.20 Umsatzkosten

In den Umsatzkosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Kosten ausgewiesen. In dieser Position sind auch die Kosten der Dotierung von Rückstellungen für Gewährleistung enthalten. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden entsprechend der Verursachung in den jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen und sind in den Umsatzkosten enthalten, soweit sie auf den Herstellungsprozess entfallen.

3.21 Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten nicht aktivierungsfähige Forschungs- und Entwicklungskosten mit Ausnahme der Forschungs- und Entwicklungskosten im Kundenauftrag, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.

3.22 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

In den Vertriebskosten sind neben Personal- und Sachkosten die angefallenen Versand-, Werbe-, Verkaufsförderungs-, Marktforschungs- und Kundendienstkosten enthalten. Darüber hinaus beinhalten die Vertriebskosten auch die Kosten der Vertragsanbahnung, die aufgrund der Anwendung des praktischen Behelfs von IFRS 15 sofort aufwandswirksam erfasst werden, da der Abschreibungszeitraum für den Vermögenswert, den der Konzern andernfalls erfasst hätte, nicht mehr als ein Jahr beträgt. Abschreibungen auf die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Kundenbeziehungen und Auftragsbestände werden ebenfalls in den Vertriebskosten ausgewiesen. Zu den allgemeinen Verwaltungskosten gehören Personal- und Sachkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen.

3.23 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen von Wertminderungsaufwendungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten gemäß IFRS 9 sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen enthalten. Erträge aus Rückstellungsauflösungen werden in den Funktionskosten ausgewiesen, sofern die Rückstellung auch über die entsprechenden Funktionskosten gebildet wurde. Erfolgte die Rückstellungsbildung im sonstigen betrieblichen Aufwand, wird die Rückstellungsauflösung ebenfalls im sonstigen gebucht. Darüber hinaus sind in den Posten Fremdwährungsgewinne und -verluste aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Nettogewinne und -verluste aus Sicherungsinstrumenten für diese Posten enthalten. Des Weiteren beinhalten die Posten Effekte aus dem Hedging von Nettopositionen. Neben Restrukturierungsaufwendungen werden auch Aufwendungen für Konzernprojekte dem sonstigen betrieblichen Aufwand zugeordnet. Erträge und Aufwendungen aus der Zeitwertbewertung von bedingten Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben werden in diesen Posten ausgewiesen, wenn die bedingten Gegenleistungen von finanziellen Größen innerhalb des EBIT abhängig sind. Ebenso werden die Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen (sofern es sich nicht um einen aufgegebenen Geschäftsbereich handelt) sowie die Ergebnisbeiträge der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und sonstige Steuern über diese Posten realisiert.

3.24 Finanzerträge und -aufwendungen

Die Finanzerträge und -aufwendungen des Konzerns umfassen insbesondere Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Beteiligungsergebnis aus Finanzanlagen. Darüber hinaus sind im Finanzergebnis Fremdwährungsgewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden sowie Nettogewinne und -verluste aus Sicherungsinstrumenten für diese finanziellen Vermögenswerte und Schulden enthalten.

3 Management

27 Zusammengefasster Lagebericht

107 Vergütungsbericht

129 Nichtfinanzieller

175 Bericht

160 Konzernanhang

154 Konzerngesamtergebnisrechnung

156 Konzernbilanz

157 Konzernkapitalflussrechnung

158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

153 Konzernabschluss

219 Weitere Informationen

153

218

4 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

Detaillierte Angaben zu den Umsatzerlösen nach Divisionen und Regionen sind im Abschnitt „Informationen nach Segmenten“ dargestellt. Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach zeitraum- und zeitpunktbezogener Erlöserfassung ist in der untenstehenden Tabelle dargestellt.

2022 2021
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse ... ...
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse ... ...
Gesamt ... ...

In den zeitraumbezogen realisierten Umsätzen waren Umsätze aus kundenspezifischen Serienfertigungen in Höhe von 216.218 TEUR (i.Vj. 127.516 TEUR) enthalten. Darüber hinaus wurden insbesondere Umsätze für kundenspezifische Einzefertigung, erbrachte Dienstleistungen und aus Traffic Service Provision Verträgen zeitraumbezogen erfasst.## 4.2 Umsatzkosten in TEUR

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Materialaufwand und bezogene Leistungen 356.975 283.294
Personalaufwand 201.453 150.846
Abschreibungen 33.150 25.748
Übrige Umsatzkosten 43.403 33.926
Gesamt 634.982 493.814

4.3 Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen sämtliche den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zurechenbare Aufwendungen. Nicht in diesem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen sind die Aufwendungen im Zusammenhang mit von Kunden bezahlten Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 27.952 TEUR (i.Vj. 20.330 TEUR). Diese sind den Umsatzkosten zugeordnet. Für interne Entwicklungsprojekte wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Aufwendungen von 4.207 TEUR (i.Vj. 4.198 TEUR) in den immateriellen Vermögenswerten aktiviert.

4.4 Aufwendungen nach Aufwandsarten

In den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie den Forschungs- und Entwicklungskosten waren folgende wesentliche Aufwandsarten enthalten:

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
in TEUR
Materialaufwand und bezogene Leistungen 382.482 300.597
Personalaufwand 355.829 281.805
Abschreibungen 68.254 47.584
Sonstige Aufwendungen 55.703 45.870
Gesamt 862.628 675.855

Der Anstieg in allen Aufwandsarten ist insbesondere Folge des gestiegenen Umsatzvolumens sowie der 2022 ganzjährig einbezogenen Aufwendungen der Unternehmenserwerbe des Vorjahres. Der Anstieg der Abschreibungen resultierte vor allem aus den im Rahmen der Kaufpreisallokation für Akquisitionen identifizierten immateriellen Vermögenswerten.

Advanced Non-Photonic Photonic Solutions Smart Mobility Solutions Portfolio Companies Sonstige Gesamt
Konzernexterne Umsätze 729.617 114.307 132.265 4.493 980.684
(495.574) (110.101) (141.329) (3.714) (750.717)
davon zeitraumbezogen realisierte Umsätze 267.128 36.760 68.990 4.493 377.372
(170.473) (40.283) (84.937) (3.714) (299.407)
davon zeitpunktbezogen realisierte Umsätze 462.490 77.547 63.275 0 603.312
(325.101) (69.818) (56.391) (0) (451.310)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr

Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 176

4.5 Sonstige betriebliche Erträge

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
in TEUR
Erträge aus Währungsgewinnen 12.004 8.554
Wertaufholung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten 3.128 2.203
Erträge aus Sachbezügen 1.874 1.781
Erträge aus Dienstleistungen, Verrechnung und Vermietung 1.314 1.143
Erträge aus Equity-Bilanzierung 690 995
Erträge aus Schadensersatz-/ Versicherungsleistungen 600 859
Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 545 1.069
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen 208 219
Erträge aus Materialverkäufen 43 181
Erträge aus Fair-Value-Anpassung von bedingten Kaufpreiskomponenten 0 30.509
Erträge aus dem Abgang von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 0 3.874
Erträge aus der Wertaufholung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 0 451
Übrige 1.102 1.111
Gesamt 21.508 52.950

Erträge aus Dienstleistungen, Verrechnung und Vermietung, welche nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Unternehmen resultieren, werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die im Vorjahr ausgewiesenen Erträge aus der Fair-Value-Anpassung betrafen variable Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb von TRIOPTICS und INTEROB.

4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
in TEUR
Währungsverluste 13.970 8.583
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 13.894 460
Wertminderungsaufwendungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten 3.533 3.354
Transaktionskosten 1.796 7.383
Aufwendungen für Konzernprojekte 1.656 1.744
Aufwendungen aus Fair Value-Anpassung von bedingten Kaufpreiskomponenten 1.100 0
Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 716 259
Sonstige Steuern 606 658
Aufwendungen aus Dienstleistung und Vermietung 225 360
Übrige 729 900
Zuführung/Auflösung von Rückstellungen –569 –4.038
Gesamt 37.655 19.663

Eine saldierte Betrachtung der Währungsgewinne und -verluste führte 2022 zu einem Nettoverlust von 1.966 TEUR (i.Vj. 29 TEUR). Transaktionskosten beinhalten insbesondere Beratungskosten im Zusammenhang mit Akquisitionen und der Prüfung von möglichen weiteren Unternehmenserwerben. Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen von Wertminderungsaufwendungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten führten im Saldo zu einem Nettoverlust in Höhe von 405 TEUR (i.Vj. 1.151 TEUR). Informationen zu den Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte sind im Abschnitt „Immaterielle Vermögenswerte“ zu finden.

3 Management 27
Zusammengefasster Lagebericht 107
Vergütungsbericht 129
Nichtfinanzieller Bericht 160
Konzernanhang 154
Konzerngesamtergebnisrechnung 156
Konzernbilanz 157
Konzernkapitalflussrechnung 158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153
Konzernabschluss 219
Weitere Informationen 153
218

4.7 Finanzerträge und Finanzaufwendungen

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
in TEUR
Erträge aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzgeschäften 9.584 4.746
Übrige Zinsen und ähnliche Erträge 875 226
Ertrag aus der Auf-/Abzinsung von sonstigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.081 0
Beteiligungsergebnis 108 592
Summe Finanzerträge 11.648 5.564
Aufwand aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzgeschäften 8.001 3.296
Finanzierungskosten für Konsortialkredite und Schuldscheindarlehen 7.042 4.419
Aufwand aus der Auf-/Abzinsung von sonstigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0 1.664
Zinsaufwand für Leasingverhältnisse 976 785
Verwahrentgelt auf finanzielle Vermögenswerte (Negativzinsen) 2 244
Nettozinsaufwand der Pensionsrückstellungen 84 68
Übrige Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 1.498 688
Summe Finanzaufwendungen 17.604 11.164
Gesamt –5.956 –5.600

Die Erträge aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzgeschäften in Höhe von 9.584 TEUR (i.Vj. 4.746 TEUR) und die gegenläufigen Aufwendungen von 8.001 TEUR (i.Vj. 3.296 TEUR) führten im Geschäftsjahr 2022 zu einem Nettogewinn von 1.583 TEUR (i.Vj. 1.450 TEUR). Dieses Ergebnis resultierte aus Währungsgewinnen und -verlusten aus der Konzernfinanzierung.

4.8 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern laufenden (gezahlten oder geschuldeten) Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die Berechnung der laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag des Jenoptik-Konzerns erfolgt unter der Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuersätze. Für die Berechnung der latenten Steuern der inländischen Gesellschaften wurde ein Steuersatz in Höhe von 30,36 Prozent (i.Vj. 30,28 Prozent) zugrunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer in Höhe von 15,0 Prozent (i.Vj. 15,0 Prozent) und dem Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent der Körperschaftsteuerbelastung (i.Vj. 5,5 Prozent) wurde ein effektiver Gewerbesteuersatz von 14,54 Prozent (i.Vj. 14,46 Prozent) berücksichtigt. Für ausländische Gesellschaften erfolgte die Berechnung der latenten Steuern mit den im jeweiligen Land geltenden oder in Kürze geltenden Steuersätzen. Die latenten Steuern werden als Steueraufwand oder -ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasste Posten. In diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis dargestellt. Unsicherheiten bezüglich ertragsteuerlicher Behandlungen werden laufend analysiert. Sofern wahrscheinlich ist, dass die Steuerbehörden eine unsichere ertragsteuerliche Behandlung nicht akzeptieren, wird eine Risikovorsorge in angemessener Höhe gebildet. Der Betrag der Risikovorsorge entspricht dem Betrag, der unter Berücksichtigung etwaig vorhandener steuerlicher Unsicherheiten den wahrscheinlichsten Wert oder den Erwartungswert darstellt. Dabei werden ungewisse steuerliche Sachverhalte nicht getrennt, sondern zusammen betrachtet.

Der Steueraufwand gliederte sich nach seiner Herkunft wie folgt:

1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
in TEUR
Laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Inland 10.299 8.607
Ausland 9.697 5.354
Gesamt 19.996 13.961
Latente Steuern
Inland 18.652 –109
Ausland –6.546 –4.163
Gesamt 12.106 –4.272
Ertragsteuern gesamt 32.103 9.689

In den laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag war 2022 ein Ertrag in Höhe von 710 TEUR (i.Vj. Aufwand 915 TEUR) für laufende Steuern früherer Geschäftsperioden enthalten. Der latente Steueraufwand beinhaltet einen periodenfremden Aufwand in Höhe von 700 TEUR (i.Vj. Ertrag 840 TEUR). Im latenten Steueraufwand ist aufgrund der Entwicklung von temporären Differenzen ein Ertrag in Höhe von 3.438 TEUR (i.Vj. Ertrag 6.315 TEUR) enthalten.

Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 178

Zum Bilanzstichtag verfügte der Jenoptik-Konzern über folgende steuerliche Verlustvorträge zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen:

31.12.2022 31.12.2021
in TEUR
Körperschaftsteuer 98.341 139.532
Gewerbesteuer 241.773 292.898

Die Abnahme der steuerlichen Verlustvorträge resultierte überwiegend aus der Inanspruchnahme im abgelaufenen Geschäftsjahr. Unter Berücksichtigung aller zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse des Jenoptik-Konzerns ist eine Nutzung der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 70.763 TEUR (i.Vj. 114.004 TEUR) und der gewerbesteuerlichen Verlustvorträge von 240.586 TEUR (i.Vj. 281.093 TEUR) wahrscheinlich.Bezüglich dieser nutzungsfähigen steuerlichen Verlustvorträge wurde ein latenter Steueranspruch in Höhe von 46.907 TEUR (i.Vj. 59.407 TEUR) erfasst. Hiervon entfielen 34.982 TEUR (i.Vj. 40.632 TEUR) auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Hinsichtlich der verbleibenden nicht nutzbaren Verlustvorträge wurden für körperschaftsteuerliche Zwecke in Höhe von 27.578 TEUR (i.Vj. 25.528 TEUR) und für gewerbesteuerliche Zwecke in Höhe von 1.187 TEUR (i.Vj. 11.805 TEUR) keine aktiven latenten Steuern bilanziert.

Ein Teil der steuerlichen Verlustvorträge unterliegt einer zeitlich beschränkten Vortragsfähigkeit:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis 1 Jahr 184 0
2 bis 5 Jahre 362 770
6 bis 9 Jahre 308 4.977
Mehr als 9 Jahre 2.879 1.395
Gesamt 3.733 7.142

Für abzugsfähige zeitliche Unterschiede in Höhe von 2.978 TEUR (i.Vj. 2.033 TEUR) wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da sich diese im zugrunde gelegten Betrachtungszeitraum wahrscheinlich nicht realisieren werden.

Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten und auf steuerliche Verlustvorträge entfielen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte 11.126 1.875 35.274 33.488
Sachanlagen 1.493 829 14.740 15.905
Finanzanlagen 233 743 2.593 1.880
Vorräte 9.357 8.987 1.225 1.302
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.319 2.240 11.544 6.329
Rückstellungen 6.955 15.430 1.738 1.027
Verbindlichkeiten 13.469 13.987 1.333 345
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 47.255 62.629 0 0
Bruttowert 91.207 106.720 68.447 60.276
Saldierungen –52.385 –35.535 –52.385 –35.535
Bilanzansatz 38.822 71.185 16.062 24.741

In der Bilanz wie folgt ausgewiesen:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Fortgeführte Geschäftsbereiche 38.822 63.360 16.062 24.741
Aufgegebener Geschäftsbereich 0 7.825 0 0

Der Bestand des Aktivüberhangs an latenten Steuern minderte sich im Saldo um 15.859 TEUR. Unter Berücksichtigung der im Berichtsjahr erfolgsneutral verrechneten latenten Steuern (minus 2.616 TEUR), Anpassung von Erstkonsolidierungen (minus 1.038 TEUR) sowie Währungsumrechnungen (minus 99 TEUR) ergab sich ein in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltener latenter Steueraufwand von 12.106 TEUR.

Temporäre Unterschiede in Höhe von 226.735 TEUR (i.Vj. 219.761 TEUR) standen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften, auf die wegen IAS 12.39 keine passiven latenten Steuern gebildet worden sind. Auf Outside Basis Differences nach IAS 12.40 wurden passive latente Steuern in Höhe von 268 TEUR (i.Vj. 249 TEUR) gebildet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die steuerliche Überleitungsrechnung von dem im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten Steueraufwand zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wurde der im Geschäftsjahr 2022 gültige Konzernsteuersatz von 30,36 Prozent (i.Vj. 30,28 Prozent) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert.

3 Management 27 Zusammengefasster Lagebericht 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 179 Bericht 160 Konzernanhang 154 Konzerngesamtergebnisrechnung 156 Konzernbilanz 157 Konzernkapitalflussrechnung 158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153 Konzernabschluss 219 Weitere Informationen 153 218

in TEUR 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 95.954 102.548
Ergebnis vor Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich –5.342 –8.230
Ergebnis vor Steuern 90.612 94.318
Ertragsteuersatz des Jenoptik-Konzerns in % 30,36 30,28
Erwarteter Steueraufwand 27.510 28.560
Steuerliche Auswirkungen folgender Sachverhalte führten zu einer Abweichung des tatsächlichen zum erwarteten Steueraufwand:
Nicht abzugsfähige Aufwendungen, steuerfreie Erträge und permanente Abweichungen 5.405 –8.784
Veränderung in der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern und von Steuergutschriften 801 –7.953
Effekte aus Steuersatzdifferenzen –400 –573
Auswirkungen von Steuersatzänderungen –54 –1.497
Steuern früherer Jahre 82 75
Sonstige Steuereffekte 235 152
Summe der Anpassungen 6.069 –18.580
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand 33.579 9.979

Tatsächlicher Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Fortgeführten Geschäftsbereichen zuzurechnender Ertragsteueraufwand 32.103 9.689
Aufgegebenem Geschäftsbereich zuzurechnender Ertragsteueraufwand 1.476 290

4.9 Aufgegebener Geschäftsbereich

Mit der Unterzeichnung des verbindlichen Vertrags über den Verkauf der Division VINCORION am 25. November 2021 wurde das Geschäftssegment als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert und die Vermögenswerte sowie Schulden zum 31. Dezember 2021 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen. Der entsprechende Verkauf der Geschäftsanteile an den einhundertprozentigen Tochtergesellschaften JENOPTIK Advanced Systems GmbH, JENOPTIK Power Systems GmbH sowie JENOPTIK Advanced Systems, LLC wurde mit dem Closing am 30. Juni 2022 abgeschlossen.

Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich

Das Ergebnis der VINCORION stellt sich bis zum Veräußerungszeitpunkt wie folgt dar:

in TEUR 1.1.–30.6.2022 1.1.–31.12.2021
Umsatzerlöse 47.855 145.030
Aufwendungen 48.425 130.155
EBIT –570 14.875
Finanzaufwendungen –415 –805
Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern –985 14.070
Ertragsteuern –1.007 –3.090
Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit nach Ertragsteuern –1.992 10.980
Verlust aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs –4.826 0
Wertminderungsaufwand aus der Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten 0 –19.500
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich –6.817 –8.520

Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 180

Konzerninterne Transaktionen wurden vollständig aus den finanziellen Ergebnissen eliminiert, wobei konzerninterne Erträge beim leistenden Geschäftsbereich und die Eliminierung der zugehörigen Aufwendungen beim empfangenden Geschäftsbereich konsolidiert wurden.

Das Ergebnis aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs ermittelt sich wie folgt:

in TEUR
Erhaltene bzw. noch ausstehende Gegenleistung
Zahlungsmittel 63.241
Beizulegender Zeitwert der bedingten Gegenleistung¹ 0
Sonstige Forderungen/Rückstellungen aus Freistellungsvereinbarungen 1.726
Kaufpreis gesamt 64.966
Abgehendes Nettovermögen –68.774
Verlust aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs (vor Umgliederung der Währungsrücklage) –3.808
Umgliederung der Währungsrücklage –549
Ertragsteuern –469
Verlust aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs (nach Steuern) –4.827

¹ nach Neubewertung im 2. Halbjahr 2022

Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis basiert auf geprüften Closing Accounts unter Berücksichtigung der Nettofinanzverschuldung sowie einem Working-Capital-Ausgleichsmechanismus zum 30. Juni 2022. Des Weiteren wurden bedingte Gegenleistungen vereinbart, die vom Erreichen bestimmter EBITDA-Erfolgskriterien der VINCORION in den Jahren 2022 und 2023 abhängen und zu einer zusätzlichen Gegenleistung von bis zu 5.000 TEUR führen können. Auf Basis der Unternehmensplanung der VINCORION wurde der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung zum Zeitpunkt der Veräußerung mit 3.430 TEUR veranschlagt und als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteter finanzieller Vermögenswert angesetzt. Aufgrund der Entwicklung der VINCORION im 2. Halbjahr 2022 sowie der aktualisierten Unternehmensplanung für 2023 wurde die bedingte Gegenleistung im weiteren Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahres vollständig aufgelöst. Die Neubewertung der bedingten Gegenleistung ist im oben dargestellten Verlust aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs enthalten. Darüber hinaus bestehen bezüglich einzelner Vermögenswerte Ansprüche sowie betragsmäßig limitierte Verpflichtungen aus Freistellungsvereinbarungen gegenüber der VINCORION, sodass diese wirtschaftlich bei Jenoptik verbleiben und zum 31. Dezember 2022 als zusätzliche Kaufpreisforderung in Höhe von 4.846 TEUR bzw. Rückstellung in Höhe von 3.120 TEUR bilanziert werden.

Das Ergebnis je Aktie aus aufgegebenem Geschäftsbereich (unverwässert = verwässert) beträgt minus 0,12 Euro (i.Vj. minus 0,15 Euro).

Auswirkungen der Veräußerung auf die Bilanzposten des Konzerns

Das abgehende Nettovermögen zum Zeitpunkt des Closings am 30. Juni 2022 setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 30.6.2022
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 14.448
Sachanlagen 32.973
Latente Steuern 5.670
Vorräte 66.304
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 26.231
Vertragsvermögenswerte 6.834
Sonstige Vermögenswerte 2.882
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 75
Schulden
Pensionsverpflichtungen 14.152
Sonstige Rückstellungen 19.924
Finanzverbindlichkeiten 20.058
Latente Steuerschulden 3.291
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.815
Vertragsverbindlichkeiten 9.912
Sonstige Verbindlichkeiten 5.490
Abgehendes Nettovermögen –68.774

Netto-Cashflows aus aufgegebenem Geschäftsbereich

Die Netto-Cashflows von VINCORION stellen sich wie folgt dar:

1.1.–30.6.2022 1.1.–31.12.2021
Laufende Geschäftstätigkeit 1.752 29.753
Investitionstätigkeit¹ 58.558 –9.995
Finanzierungstätigkeit –2.076 –4.055
Netto-Cashflows 58.234 15.703

¹ einschließlich Einzahlungen aus dem Verkauf des aufgegebenen Geschäftsbereichs

3 Management 27 Zusammengefasster Lagebericht 107 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzieller 181 Bericht 160 Konzernanhang 154 Konzerngesamtergebnisrechnung 156 Konzernbilanz 157 Konzernkapitalflussrechnung 158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153 Konzernabschluss 219 Weitere Informationen 153 218

Vermögenswerte und Schulden der als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe Zum 31.# Konzernabschluss

5 Angaben zur Bilanz

5.1 Immaterielle Vermögenswerte

in TEUR Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Nettobuchwert
Stand am 31.12.2021 860.785 99.812 730.642
Stand am 31.12.2022 860.785 130.143 730.642
Erworbene Patente, Warenzeichen, Kundenbeziehungen 2.364 1.182 1.182
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3.714 0 3.714
Geschäfts- oder Firmenwerte 581.130 14.126 567.004
Immaterielle Vermögenswerte 273.577 114.835 158.742
in TEUR Erworbene Patente, Warenzeichen, Software, Kundenbeziehungen Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwerte Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. 22.522 10.529 577.989 853.059
(Vorjahr) (27.971) (7.569) (400.057) (585.013)
Währungen 5 3.863 9.175
(Vorjahr) (7) (0) (4.147) (16.742)
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse¹ 4.737 0 –2.183 2.554
(Vorjahr) (98.520) (0) (178.205) (276.725)
Zugänge 5.001 971 291 10.469
(Vorjahr) (1.732) (4.187) (201) (15.608)
Abgänge 14.325 0 121 14.658
(Vorjahr) (7.836) (3) (183) (16.501)
Umbuchungen (+/-) 7.963 –7.777 187 187
(Vorjahr) (594) (29) (0) (29)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0
(Vorjahr) (4.572) (659) (6.124) (24.558)
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 31.12. 26.512 3.714 581.130 860.785
(Vorjahr) (22.522) (10.529) (577.989) (853.059)
Abschreibungen
Stand am 1.1. 12.569 0 4.966 99.812
(Vorjahr) (13.972) (0) (9.895) (97.938)
Währungen 5 457 451
(Vorjahr) (7) (0) (0) (1.691)
Zugänge 30.028 0 184 30.909
(Vorjahr) (18.328) (0) (173) (18.920)
Wertminderungen 4.125 0 9.160 13.285
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0)
Abgänge 14.307 0 6 14.313
(Vorjahr) (7.776) (0) (108) (14.555)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0
(Vorjahr) (4.096) (0) (0) (4.183)
Abschreibungen
Stand am 31.12. 13.260 0 14.126 130.143
(Vorjahr) (12.569) (0) (4.966) (99.812)
Nettobuchwert am 31.12. 13.252 3.714 567.004 730.642
(Vorjahr) (9.953) (10.529) (573.022) (753.247)

¹ Finalisierung Erstkonsolidierung BG Medical und SwissOptic-Gruppe

Entwicklungskosten aus internen Entwicklungsprojekten betrafen in Höhe von 10.242 TEUR (i.Vj. 8.877 TEUR) noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte. Die Abgänge von erworbenen Patenten, Warenzeichen, Software und Kundenbeziehungen betrafen überwiegend immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Akquisitionen in früheren Jahren erfasst wurden und nach Ablauf ihrer Nutzung vollständig abgeschrieben sind.

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte werden entgeltlich erworbene Vermögenswerte ausgewiesen, die sich noch in Entwicklung befinden. Mit dem erfolgreichen Go-Live des neuen SAP S/4HANA Systems, welches im Rahmen eines Programms zur Harmonisierung von Prozessen und Daten eingeführt wurde, erfolgten Umbuchungen in die Position erworbene Software. Die Bestellobligos für immaterielle Vermögenswerte betrugen 299 TEUR (i.Vj. 241 TEUR).

Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Außer den Geschäfts- oder Firmenwerten lagen keine immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmbaren Nutzungsdauer vor. Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurde den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Advanced Photonic Solutions, Smart Mobility Solutions sowie Non-Photonic Portfolio Companies, die im laufenden Geschäftsjahr auch die berichtspflichtigen Segmente darstellen, zugeordnet. Im Zusammenhang mit der Anpassung an die neue Segmentstruktur (vgl. Abschnitt „Angaben zur Segmentberichterstattung“) erfolgte nach einer Prüfung der Werthaltigkeit eine teilweise Reallokation von Geschäfts- oder Firmenwerten zwischen den bisherigen Divisionen Light&Production und Light & Optics.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Advanced Photonic Solutions (Vj: Light & Optics) 462.123 443.472
Smart Mobility Solutions (Vj: Light & Safety) 40.742 42.819
Non-Photonic Portfolio Companies (Vj: Light & Production) 64.139 86.730
Gesamt 567.004 573.022

Die Werthaltigkeitsprüfung für die Geschäfts- und Firmenwerte erfolgte auf Ebene der Segmente. Überstiegen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, wurde der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend wertgemindert. Maßstab für die Werthaltigkeitsprüfung war der erzielbare Betrag, das heißt der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Jenoptik ermittelte den erzielbaren Betrag in Form des Nutzungswerts auf Basis einer Discounted-Cashflow-Methode. Grundlage hierfür war die fünfjährige, vom Management genehmigte Unternehmensplanung. Diese berücksichtigte die Erfahrungen der Vergangenheit sowie aktuelle operative Ergebnisse und beruhte auf der besten vom Management vorgenommenen Einschätzung über die zukünftige Entwicklung. Die Cashflows in der Detailplanungsphase wurden unter Zugrundelegung von differenzierten Wachstumsraten geplant. Diese berücksichtigten die Entwicklung und Dynamik der betreffenden Branchen und Zielmärkte. Für die Divisionen wurden folgende Planungsprämissen zugrunde gelegt:

Advanced Photonic Solutions

Die Division profitierte im Geschäftsjahr 2022 von einer steigenden Nachfrage und konnte die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Positiven Einfluss auf die Umsatzentwicklung nahmen der steigende Bedarf der Halbleiterausrüstungsindustrie im Bereich Semiconductor & Advanced Manufacturing. Das EBITDA konnte durch die gestiegenen Umsätze verbessert werden. Die Division fokussiert sich für weiteres Umsatzwachstum vor allem auf die Bereiche Semiconductor & Advanced Manufacturing, Biophotonics sowie Optical Test&Measurement. Trotz der zunehmenden Herausforderungen im Beschaffungsmarkt sowohl für die eigene als auch die Produktion unserer Kunden erwartet Jenoptik ein weiteres Wachstum über alle Bereiche der Division Advanced Photonic Solutions. Mit dem Erwerb der BG Medical und der SwissOptic-Gruppe Ende 2021 will Jenoptik die Chancen und Synergien im Mittelfristzeitraum nutzen, um deutlich zum Wachstum der Division beizutragen.

Smart Mobility Solutions

Die Division erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatzanstieg von ca. 3,8 Prozent. Der wachsende Bedarf an öffentlicher Sicherheit, insbesondere in den Regionen Amerika, Mittlerer Osten/Nordafrika und im europäischen Ausland, steht für die kommenden Jahre im Fokus der Entwicklung. Mit dem steigenden Wettbewerb werden eingeleitete Struktur- und Prozessoptimierungen fortgeführt und sollen mit der Erhöhung der lokalen und internationalen Wertschöpfung im Mittelfristzeitraum eine dauerhafte Umsatz- und Profitabilitätssteigerung, vor allem durch wiederkehrende Umsätze aus dem TSP-Geschäft, mit sich bringen.

4.10 Ergebnis der Aktionäre und Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis der Aktionäre beinhaltet das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen und das Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich. Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der Aktionäre dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Jahres im Umlauf befindlichen Aktien.

1.1.– 31.12.2022 1.1.– 31.12.2021
Ergebnis der Aktionäre – fortgeführte Geschäftsbereiche in TEUR 61.918 90.518
Ergebnis der Aktionäre – aufgegebener Geschäftsbereich in TEUR –6.817 –8.520
Ergebnis nach Steuern der Aktionäre in TEUR 55.100 81.998
Gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 57.238.115 57.238.115
Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert = verwässert) 0,96 1,43

Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich ist vollständig den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen. Vom Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 63.851 TEUR (i.Vj. 92.859 TEUR) ist ein Betrag von 61.918 TEUR (i.Vj. 90.518 TEUR) den Aktionären des Mutterunternehmens zuordnen. Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie für den aufgegebenen Geschäftsbereich ist im Abschnitt „Aufgegebener Geschäftsbereich“ angegeben.

Dezember 2021 wurden die folgenden Vermögenswerte und Schulden der VINCORION in der Kategorie „zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesen:

in TEUR 31.12.2021
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 10.773
Sachanlagen 32.128
Latente Steuern 7.824
Vorräte 54.421
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 39.306
Vertragsvermögenswerte 11.395
Sonstige Vermögenswerte 883
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 46
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 156.777
Schulden
Pensionsverpflichtungen 21.189
Sonstige Rückstellungen 21.541
Finanzverbindlichkeiten 21.745
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.282
Vertragsverbindlichkeiten 8.240
Sonstige Verbindlichkeiten 3.616
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 93.613
Reinvermögen, das in direktem Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe steht 63.164

In Folge der Klassifizierung als „zur Veräußerung gehalten“ wurde im Vorjahr ein Wertminderungsaufwand nach Steuern in Höhe von 19.500 TEUR (Wertminderungsaufwand vor Steuern 22.300 TEUR, Ertragsteuern 2.800 TEUR) im Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich erfasst und der Buchwert von VINCORION damit auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgewertet. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts lagen Bewertungs- parameter zugrunde, die nicht auf beobachteten Marktdaten beruhen (Stufe 3). Neben dem vertraglich vereinbarten Kaufpreis, der Nettofinanzverschuldung und einem vereinbarten Working-Capital-Ausgleichsmechanismus zum Bewertungsstichtag wurden auch erwartete bedingte Gegenleistungen in der Bewertung berücksichtigt.

Jahresabschluss | Konzernanhang | JENOPTIK | Geschäftsbericht 2022 | 182 | 3 Management | 27 | Zusammengefasster Lagebericht | 107 | Vergütungsbericht | 129 | Nichtfinanzieller | 183 | Bericht | 160 | Konzernanhang | 154 | Konzerngesamtergebnisrechnung | 156 | Konzernbilanz | 157 | Konzernkapitalflussrechnung | 158 | Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung | 153 | Konzernabschluss | 219 | Weitere Informationen | 153 | 218 |# Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 184

Non-Photonic Portfolio Companies

Die Non-Photonic Portfolio Companies verzeichneten 2022 einen Umsatzrückgang und insbesondere bedingt durch Verluste im Projektgeschäft sowie positive Sondereffekte im Vorjahr eine rückläufige Profitabilität. Zusätzlich ergab sich aus der Prüfung der Geschäftsperspektiven, vor allem von INTEROB, eine Reduktion der erwarteten künftigen Cashflows. Verbunden mit dem Anstieg der Kapitalkosten resultierte für die Non-Photonic Portfolio Companies ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 9.160 TEUR auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Infolge der geplanten Konzentration des Automation&Integration Geschäfts auf den Standort in Kanada prüfte Jenoptik auch einzelne Vermögenswerte auf Werthaltigkeit und erfasste auf Kundenbeziehungen einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand in Höhe von 4.125 TEUR sowie auf Sachanlagen in Höhe von 609 TEUR.

Trotz struktureller Veränderungen hin zur E-Mobilität erwartet Jenoptik deutliches Wachstum durch die Erweiterung des Kunden- und Produktportfolios sowie die insgesamt gute Auftragslage. Durch die abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen, Skaleneffekte sowie kontinuierliche Struktur- und Prozessoptimierungen wird eine Steigerung der Profitabilität im Mittelfristzeitraum erwartet.

Das Ergebnis des jeweiligen Planjahres wird zur Ermittlung des Free Cashflows um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge, wie beispielsweise Abschreibungen, bereinigt. Es wird eine ewige Rente unterstellt, deren Höhe durch das Management aus dem fünften Planjahr des Planungshorizonts individuell für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit abgeleitet wird. Die ewige Rente beinhaltet eine Wachstumskomponente in Form eines Abschlags auf den Kapitalisierungszinssatz von 1,0 Prozentpunkten (i.Vj. zwischen 0,9 und 1,0 Prozentpunkte). Einmalige Effekte im letzten Planjahr werden vor Berechnung der ewigen Rente eliminiert.

Der für die Werthaltigkeitsprüfungen erforderlich gewichtete Kapitalkostensatz nach Steuern stellt die aktuellen Markteinschätzungen hinsichtlich der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils zuzuordnenden spezifischen Risiken dar. Diese werden unter Verwendung des Capital Asset Pricing Models für die Ermittlung des Eigenkapitalkostensatzes bestimmt. Die Komponenten zur Berechnung der Eigenkapitalkosten sind ein risikofreier Zins, die Marktrisikoprämie, ein aufgrund von divisionsspezifischen Peergroups ermittelter branchenüblicher Beta-Faktor sowie das durchschnittliche Länderrisiko jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Fremdkapitalkosten ermitteln sich unter Einbeziehung des risikofreien Zinses, des branchenüblichen Zuschlags für das Kreditrisiko (Spread) sowie des typisierten durchschnittlichen Steuersatzes. Die Gewichtung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten erfolgt unter Anwendung der branchenüblichen Kapitalstruktur.

Die Werthaltigkeitsprüfungen wurden unter der Annahme gewichteter Kapitalkostensätze nach Steuern von 7,79 Prozent bis 9,45 Prozent (i.Vj. 6,42 Prozent bis 9,21 Prozent) vorgenommen. Dies entsprach gewichteten Kapitalkostensätzen vor Steuern von 9,87 Prozent bis 12,06 Prozent (i.Vj. 7,96 Prozent bis 12,21 Prozent).

Die Annahmen zur Bestimmung der Nutzungswerte je zahlungsmittelgenerierender Einheit sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Wachstums- komponente in der ewigen Rente Gewichtete Kapital- kostensätze nach Steuern Gewichtete Kapital- kostensätze vor Steuern
Advanced Photonic Solutions (Vj: Light & Optics) 1,00 (0,90) 8,36 (9,21) 10,82 (12,21)
Smart Mobility Solutions (Vj: Light & Safety) 1,00 (0,90) 7,79 (6,42) 9,87 (7,96)
Non-Photonic Portfolio Companies (Vj: Light & Production) 1,00 (1,00) 9,45 (8,36) 12,06 (10,72)

Für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen zum 31. Dezember 2022 Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet waren, wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Für die Divisionen Advanced Photonic Solutions sowie Smart Mobility Solutions würden eine Minderung der Cashflows oder eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkostensätze innerhalb der vom Management als möglich erachteten Bandbreiten nicht dazu führen, dass der erzielbare Betrag unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegt.

Ein Anstieg der Kapitalkostensätze oder ein Rückgang der Cashflows bei den Non-Photonic Portfolio Companies würde zu einem Rückgang des zum 31. Dezember 2022 ermittelten erzielbaren Betrags (Nutzungswert) von 162.773 TEUR und damit folgendem weiteren Wertminderungsbedarf führen:

  • Wertminderung von TEUR Erhöhung gewichtete Kapitalkosten (nach Steuern) um 1,00 Prozent: 19.491
  • Wertminderung von TEUR Reduktion Cashflows um 10 Prozent: 16.277

3 Management 27
Zusammengefasster Lagebericht 107
Vergütungsbericht 129
Nichtfinanzieller Bericht 160
Konzernanhang 154
Konzerngesamtergebnisrechnung 156
Konzernbilanz 157
Konzernkapitalflussrechnung 158
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 153
Konzernabschluss 219
Weitere Informationen 153
218

5.2 Sachanlagen

Grundstücke, Bauten und Gebäude in TEUR Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Geschäfts- ausstattung im Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. 238.469 (261.175) 187.949 (207.274) 95.304 (118.150) 18.424 (10.336) 540.146 (596.934)
Währungen 2.499 5.291 349 371 8.509
(3.586) (4.045) (922) (189) (8.741)
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse¹ –753 –486 0 0 –1.239
(17.926) (13.539) (2.443) (268) (34.176)
Zugänge 27.921 28.160 10.230 29.204 95.514
(6.041) (14.753) (9.067) (14.160) (44.020)
Abgänge 2.847 18.004 8.854 98 29.802
(2.997) (19.134) (15.765) (4) (37.899)
Umbuchungen (+/-) 6.828 4.869 577 –12.044 230
(767) (3.953) (597) (–5.413) (–97)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0 0
(–48.028) (–36.480) (–20.109) (–1.112) (–105.729)
Anschaffungs-/Herstellungskosten 272.116 207.779 97.606 35.857 613.358
Stand am 31.12. (238.469) (187.949) (95.304) (18.424) (540.146)
Abschreibungen
Stand am 1.1. 82.136 (91.531) 122.123 (152.490) 69.232 (89.415) 0 (0) 273.491 (333.436)
Währungen 848 4.074 317 0 5.239
(1.032) (2.807) (564) (0) (4.403)
Zugänge 12.500 15.771 8.954 0 37.225
(13.450) (12.290) (9.432) (0) (35.172)
Wertminderungen 160 156 293 0 609
(0) (3) (6) (0) (10)
Wertaufholungen 0 0 0 0 0
(–451) (0) (0) (0) (–451)
Abgänge 2.636 16.939 8.493 0 28.068
(2.347) (19.009) (15.121) (0) (36.477)
Umbuchungen (+/-) –1.832 1.511 64 0 –257
(–70) (2) (0) (0) (–68)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0 0
(–21.008) (–26.460) (–15.065) (0) (–62.533)
Abschreibungen 94.839 123.675 70.238 0 288.752
Stand am 31.12. (82.136) (122.123) (69.232) (0) (273.491)
Nettobuchwert am 31.12. 177.277 84.104 27.368 35.857 324.606
(156.334) (65.826) (26.073) (18.424) (266.656)

¹ Finalisierung Erstkonsolidierung BG Medical und SwissOptic-Gruppe
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr

Die Grundstücke und Gebäude des Konzerns mit einem Nettobuchwert von 177.277 TEUR (i.Vj. 156.334 TEUR) umfassten insbesondere die konzerneigenen Produktions- und Verwaltungsgebäude in Jena, Wedel, Bayeux (Frankreich), Heerbrugg (Schweiz), Huntsville (USA), Shanghai (China) und Rochester Hills (USA) sowie angemietete Produktions- und Verwaltungsgebäude in Berlin, Monheim und Chamberley (UK).

Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 186

Die Bestellobligos für Sachanlagen in Höhe von 26.859 TEUR sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (i.Vj. 30.049 TEUR) und resultierten im Wesentlichen aus Ersatz- und Neuinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen. Zum Bilanzstichtag waren wie zum 31. Dezember 2022 keine Sachanlagen verpfändet.

5.3 Leasing

Der Konzern hat Leasingverträge für Immobilien, technische Anlagen und Maschinen und andere Anlagen, Kraftfahrzeuge sowie für Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen. Der Ausweis der Nutzungsrechte erfolgt in der Bilanz innerhalb des Bilanzpostens Sachanlagen, in dem die zugrunde liegenden Vermögensgegenstände dargestellt würden, wenn sie Eigentum des Konzerns wären. Eine getrennte Darstellung der Nutzungsrechte zum 1. Januar 2022 und zum 31. Dezember 2022 sowie der Zugänge und Abschreibungen im Geschäftsjahr 2022 können der untenstehenden Tabelle entnommen werden.

Nutzungsrechte Grundstücke, Bauten und Maschinen in TEUR Nutzungsrechte Technische Anlagen und Maschinen Nutzungsrechte Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt Nutzungsrechte
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. 34.304 (58.041) 20.529 (10.277) 7.066 (8.132) 61.900 (76.450)
Währungen –82 395 –8 304
(1.395) (102) (94) (1.590)
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 0 0 0
(293) (5.508) (0) (5.802)
Zugänge 13.534 12.927 1.892 28.353
(4.365) (4.686) (1.904) (10.956)
Abgänge 1.566 605 2.354 4.525
(2.330) (0) (2.465) (4.795)
Umbuchungen (+/-) 0 –6.210 0 –6.210
(0) (0) (–20) (–20)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0
(–27.461) (–44) (–579) (–28.084)
Anschaffungs-/Herstellungskosten 46.190 27.037 6.596 79.822
Stand am 31.12. (34.304) (20.529) (7.066) (61.900)
Abschreibungen
Stand am 1.1. 13.724 (15.271) 3.683 (2.024) 3.852 (3.828) 21.258 (21.124)
Währungen –34 206 –16 156
(460) (52) (58) (570)
Zugänge 6.025 3.012 1.993 11.031
(8.255) (1.625) (2.476) (12.355)
Wertminderungen 0 18 99 117
(0) (0) (0) (0)
Abgänge 1.459 605 2.177 4.241
(1.688) (0) (2.198) (3.886)
Umbuchungen (+/-) 0 –3.704 3 –3.702
(0) (0) (–17) (–17)
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 0 0 0
(–8.573) (–19) (–296) (–8.887)
Abschreibungen 18.256 2.609 3.755 24.619
Stand am 31.12. (13.724) (3.683) (3.852) (21.258)
Nettobuchwert am 31.12. 27.934 24.428 2.841 55.203
(20.580) (16.846) (3.214) (40.640)
27.934 24.428 2.841 55.203 (20.581) (16.847) (3.214) (40.642) Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr

3 Management

27 Zusammengefasster Lagebericht
107 Vergütungsbericht
129 Nichtfinanzieller 187 Bericht
160 Konzernanhang
154 Konzerngesamtergebnisrechnung
156 Konzernbilanz
157 Konzernkapitalflussrechnung
158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
153 Konzernabschluss
219 Weitere Informationen
153 218

Der Ausweis der Leasingverbindlichkeiten erfolgt in der Bilanz innerhalb der Posten „Langfristige Finanzverbindlichkeiten“ bzw. „Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten“:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 42.360 27.528
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 11.916 11.418

Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Zinsaufwendungen für Leasing 976 TEUR (i.Vj. 785 TEUR). Neben den Abschreibungen und Zinsaufwendungen wurden folgende Aufwendungen ergebniswirksam erfasst:

Aufwand für Leasingverträge (in TEUR) 1.1.– 31.12.2022 1.1.– 31.12.2021
aus kurzfristigen Leasingverträgen 1.944 972
aus geringwertigen Leasingverträgen 1.597 1.605
aus variablen Leasingzahlungen 802 1.033
Gesamtaufwand Leasing 4.342 3.609

Die variablen Leasingzahlungen enthalten im Wesentlichen Zahlungen für Nichtleasingkomponenten von Leasingverträgen, die nach IFRS 16 bilanziert wurden. Die Zahlungsverpflichtungen aus fixen Leasingzahlungen sind nach ihrer Fristigkeit in nachfolgender Tabelle zusammengestellt:

Verbindlichkeiten aus fixen Leasingzahlungen (in TEUR) 31.12.2022 31.12.2021
bis 1 Jahr 12.962 12.373
1 bis 5 Jahre 31.498 23.929
über 5 Jahre 13.013 5.119
Gesamt 57.474 41.421

In den Leasingverträgen enthaltene Verlängerungs- und Kündi- gungsoptionen werden vom Management ausgehandelt. Die Beurteilung der Frage, ob die Ausübung dieser Verlängerungs- und Kündigungsoptionen hinreichend sicher ist, wurde vom Management entsprechend geprüft und bewertet. Die undiskontierten potenziellen künftigen Leasingzahlungen für Perioden nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die nicht in die Laufzeit des Leasing- verhältnisses eingeschlossen sind, sind in folgender Tabelle dargestellt:

Weitere Angaben (in TEUR) 31.12.2022 31.12.2021
Zahlungsverpflichtungen für kurzfristige Leasingverträge 989 394
Mögliche Zahlungsmittelabflüsse aus Verlängerungs- und Kündigungs- optionen, die nicht bilanziert wurden 7.204 6.191

Im Geschäftsjahr 2022 betrug der gesamte Zahlungsmittelab- fluss aus Leasingverträgen der fortgeführten Geschäftsbereiche (inklusive kurzfristigen und geringwertigen Leasingverträgen sowie variablen Leasingzahlungen) mit Zinsanteil 18.182 TEUR (i.Vj. 14.731 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die Erträge aus Unterver- mietung von Rechtsgütern für die Nutzung von Anlagevermögen auf 182 TEUR (i.Vj. 181 TEUR).

5.4 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Folgende Gesellschaften wurden als assoziiertes Unternehmen bzw. als Joint Venture nach der Equity-Methode in den Konzern- abschluss einbezogen:

  • TELSTAR-HOMMEL CORPORATION, Ltd., Pyeongtaek, Korea
  • HILLOS GmbH, Jena, Deutschland
  • Trioptics France S.A.R.L., Villeurbanne, Frankreich

Die nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanz- informationen der Gesellschaften, die für sich genommen nicht wesentlich sind:

Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 Joint Ventures 2022 Joint Ventures 2021¹ Assoziiertes Unternehmen 2022 Assoziiertes Unternehmen 2021¹
in TEUR
Summe der Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 8.504 8.544 5.806 5.784
Summe des Anteils des Konzerns am:
Gewinn/Verlust aus fortgeführten Aktivitäten 682 819 –105 –140
Sonstiges Ergebnis 0 0 12 –77
Gesamtergebnis 682 819 –93 –217

¹ Finanzinformationen angepasst an finalen Jahresabschluss der Gesellschaft

5.5 Sonstige langfristige Vermögenswerte

Sonstige langfristige Vermögenswerte enthalten sowohl finan- zielle als auch nichtfinanzielle Vermögenswerte.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Derivate 10.428 2.978
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 2.242 1.970
Übrige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.058 1.519
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2 2
Rückdeckungsversicherung 0 85
Gesamt 13.729 6.555

Für die sonstigen langfristigen Vermögenswerte bestanden wie im Vorjahr keine Verfügungsbeschränkungen. Die Gesamtposition der Derivate wird im Abschnitt „Finanz- instrumente“ erläutert.

5.6 Vorräte

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 105.796 80.655
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 112.626 86.840
Fertige Erzeugnisse und Waren 35.689 30.285
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 1.838 2.433
Gesamt 255.950 200.213

Zum Geschäftsjahresende 2022 wurden kumulierte Wertminde- rungen in Höhe von 38.922 TEUR (i.Vj. 38.552 TEUR) im Buch- wert berücksichtigt. Der Nettoveräußerungswert dieser Vorräte betrug 73.147 TEUR (i.Vj. 63.126 TEUR). Die in den Umsatzkosten als Aufwand erfassten Wertberichti- gungen betrugen 8.334 TEUR (i.Vj. 5.495 TEUR). Der Verbrauch der Vorräte beeinflusste den Aufwand mit 299.057 TEUR (i.Vj. 234.338 TEUR), die folgende Tabelle stellt die Verteilung dar:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Umsatzkosten 296.102 231.992
Forschungs- und Entwicklungskosten 2.251 1.783
Vertriebskosten 299 175
Verwaltungskosten 406 388
Gesamt 299.057 234.338

Zu den Stichtagen lagen wie im Vorjahr keine Verfügungsbe- schränkungen an den Vorräten vor.

3 Management

27 Zusammengefasster Lagebericht
107 Vergütungsbericht
129 Nichtfinanzieller 189 Bericht
160 Konzernanhang
154 Konzerngesamtergebnisrechnung
156 Konzernbilanz
157 Konzernkapitalflussrechnung
158 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
153 Konzernabschluss
219 Weitere Informationen
153 218

5.7 Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 134.844 110.766
Forderungen aus fälligen Anzahlungsanforderungen 3.343 9.398
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen 582 310
Gesamt 138.769 120.475

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprachen zum Stichtag den Buchwerten. Sie sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 60 Tagen. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Forderun- gen aus Lieferungen und Leistungen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bruttowert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 142.038 117.516
Forderungen aus fälligen Anzahlungsanforderungen 3.343 9.398
Bruttowert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen und Beteiligungs- unternehmen 582 310
Bruttowert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gesamt 145.963 127.225
Kumulierte Wertberichtigung –7.194 –6.750
Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.769 120.475

Ausfallrisiken wurden durch die Bonitätsbewertung von Kunden unter Berücksichtigung von regionalen und unternehmens- spezifischen Besonderheiten mittels Scorecard ermittelt. In diese fließt neben internen Unternehmensdaten auch die Kredit- beurteilung externer Auskunfteien ein. Anhand der vorgenom- menen Würdigung der Kunden werden Kreditrahmen vergeben, die eine aktive Steuerung von Geschäftsvorfällen gewährleisten. So können unter anderem bestimmte Zahlungs- modalitäten mit den Kunden entsprechend ihrer Bonität vereinbart werden. Zudem werden ausstehende Forderungen gegen Kunden regelmäßig überwacht und Maßnahmen ergriffen, die überfällige Forderungen reduzieren sollen. Dem Ausfallrisiko wird durch Einzelwertberichtigungen und pauschalierte Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die folgende Tabelle gibt die Veränderungen in den Wertbe- richtigungen auf den Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wieder:

in TEUR 2022 2021
Wertberichtigungen zum 1.1. 6.750 6.031
Zuführung 3.503 3.400
Auflösung/Ausbuchung 3.089 2.407
Inanspruchnahme 19 581
Konsolidierungskreisänderungen 0 369
Währungen 49 210
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 –272
Wertberichtigungen zum 31.12. 7.194 6.750

Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Abschlussstichtag analysiert, um die erwarteten Kreditverluste zu ermitteln. Liegen objektive Hinweise auf Wertminderungen vor, wird eine Einzel- wertberichtigung vorgenommen. Zudem werden pauschalierte Einzelwertberichtigungen für zu Kategorien zusammengefasste Forderungen auf der Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen erfasst. Abschließend erfolgt die Bildung einer Pauschal- wertberichtigung, um das bestehende Ausfallrisiko für nicht wertberichtigte, nicht fällige Forderungen zu berücksichtigen. Neben systemseitigen Bewertungsroutinen zur Ermittlung des erwarteten Ausfallrisikos werden zusätzliche individualisierte Bewertungsanpassungen vorgenommen. Dabei werden insbe- sondere geographische Lage, Branche, Fördermaßnahmen durch öffentliche Einrichtungen sowie individuelle Vereinbarun- gen mit den jeweiligen Kunden in die Bewertung einbezogen. Für nicht wertgeminderte Forderungen bestanden zum 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr keine Sicherheiten in Form von Bankgarantien.
```# Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 190

Die nachstehende Tabelle zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten:

Konzernabschluss Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 190
Geschätzter Gesamtbruttobuchwert in TEUR Erwartete Kreditausfallrate bei Zahlungsverzug Erwarteter Kreditverlust
nicht fällig 106.995 0,58% 616
überfällig < 30 Tage 15.912 0,97% 154
überfällig 30–60 Tage 5.823 6,56% 382
überfällig 61–120 Tage 6.147 19,69% 1.210
überfällig 121–240 Tage 3.059 46,27% 1.415
überfällig 241–360 Tage 1.275 65,25% 832
überfällig > 360 Tage 2.826 91,42% 2.584
Summe 142.038 5,06% 7.194

(0,58%)
(1,84%)
(6,95%)
(29,15%)
(26,96%)
(76,36%)
(95,21%)
(5,74%) | (510)
(239)
(399)
(1.248)
(527)
(793)
(3.035)
(6.750) |

Im Geschäftsjahr 2022 lagen die sachverhaltsbezogenen Einzelwertberichtigungen auf Forderungen bei 2.028 TEUR (i.Vj. 1.480 TEUR). Diese betrafen überwiegend Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 360 Tagen.

Factoring

Aufgrund verlängerter Zahlungsziele bei Kunden, Vorleistungen für kundenspezifische Projekte sowie geänderter Abrechnungsmodalitäten nutzt Jenoptik Factoring. Im Rahmen eines echten und stillen Factoring-Programms werden bestehende Forderungen gegen Entgelt – mit Übergang des Ausfall- oder Delkredere-risikos – an eine Factoring-Gesellschaft (im Folgenden „Factor“) veräußert. Die (aufgrund des stillen Charakters) vereinnahmten Zahlungen der originären Kunden an den Konzern werden als „sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten“ passiviert und anschließend an den Factor weitergeleitet.

In der Bilanz werden verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei Übergang des wirtschaftlichen Eigentums auf den Factor gemäß IFRS 9 ausgebucht und bis zur Einzahlung als Forderungen gegen den Factor unter dem Posten „Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte“ bilanziert. Bei Zahlung des Factors kommt es zur finalen Ausbuchung des Vermögenswerts.

Factoring-Gebühren werden in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung unter den Verwaltungskosten ausgewiesen. In der Kapitalflussrechnung werden die Einzahlungen des Factors an den Konzern im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abgebildet. Die Einzahlung durch den originären Kunden sowie die anschließende Auszahlung infolge der Weiterleitung an den Factor werden als Saldo im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erfasst.

Zum 31. Dezember 2022 wurden im Rahmen des stillen Factorings Forderungen im Wert von 25.000 TEUR (i.Vj. 20.796 TEUR) verkauft. Unter Berücksichtigung eines Sicherheitseinbehalts des Factors von 5 Prozent betrug die Summe der Zahlungseingänge 23.750 TEUR (i.Vj. 19.756 TEUR). Der Ausweis des Sicherheitseinbehalts erfolgt unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten.

5.8 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Der Bilanzposten „Vertragsvermögenswerte“ beinhaltet bedingte Ansprüche des Konzerns gegen Kunden auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die bereits übertragen wurden. Diese gliedern sich wie folgt:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Vertragsvermögenswerte 58.096 81.414
Realisierung innerhalb eines Jahres 57.310 78.398
Realisierung in mehr als einem Jahr 786 3.016

Dem Ausfallrisiko von Vertragsvermögenswerten wird grundsätzlich durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zum 31. Dezember 2022 wurden keine Indikatoren für eine Einzelwertberichtigung identifiziert. Das allgemeine Ausfallrisiko wurde mittels einer Wertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlustes abgebildet. Die Wertberichtigung betrug 85 TEUR (i.Vj. 123 TEUR).

Der Bilanzposten „Vertragsverbindlichkeiten“ stellt nach IFRS 15 die Verpflichtungen des Konzerns dar, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten hat bzw. für die eine angeforderte Anzahlung fällig ist. Den Stand der Vertragsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Vertragsverbindlichkeiten 64.856 47.323
Realisierung innerhalb eines Jahres 62.223 44.684
Realisierung in mehr als einem Jahr 2.633 2.639

Von den zu Jahresbeginn bilanzierten Vertragsverbindlichkeiten sind im Berichtsjahr 36.915 TEUR als Umsatzerlöse realisiert worden. Der Transaktionspreis für alle Kundenaufträge, die noch nicht vollständig erfüllt sind, wird als Auftragsbestand ausgewiesen. Dieser weist die nachfolgenden Fälligkeiten auf:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Transaktionspreis der noch nicht vollständig erfüllten Leistungsverpflichtungen 733.656 543.491
Realisierung innerhalb des nächsten Geschäftsjahres 611.980 467.020
Realisierung im übernächsten Geschäftsjahr 88.145 28.105
Realisierung in späteren Geschäftsjahren 33.531 48.365

5.9 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus bedingten Gegenleistungen 3.652 13.347
Forderungen aus Unternehmenserwerben 0 3.818
Forderungen aus Unternehmensverkäufen 4.846 0
Forderung aus Sicherheitseinbehalten Factoring 1.248 1.032
Sonstige Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen 1.006 115
Derivate 1.385 68
Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1.287 1.201
Gesamt 13.423 19.582

Forderungen aus bedingten Gegenleistungen resultieren aus einer im Rahmen des Erwerbs von TRIOPTICS vereinbarten umsatzabhängigen Malus-Regelung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde (vgl. Abschnitt „Finanzinstrumente“). Die Forderungen aus Unternehmensverkäufen resultieren aus der Veräußerung der VINCORION (vgl. Abschnitt „Aufgegebener Geschäftsbereich“). Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Buchwert der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bruttowert der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 14.712 20.335
Kumulierte Wertberichtigung –1.290 –753
Buchwert der sonstigen finanziellen Vermögenswerte zum 31.12. 13.423 19.582

Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 192

5.10 Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Abgrenzungen 8.730 5.711
Forderungen aus sonstigen Steuern 8.506 4.313
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.393 605
Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 636 810
Gesamt 19.265 11.439

5.11 Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals der Jenoptik ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 148.819 TEUR und ist eingeteilt in 57.238.115 auf den Namen lautende Stückaktien. Zugegangene Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind im Abschnitt „Eigenkapital“ des Jahresabschlusses der JENOPTIK AG enthalten. Sämtliche Stimmrechtsmitteilungen der letzten fünf Jahre sind zudem auf unserer Internetseite unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Aktie/Stimmrechtsmitteilungen veröffentlicht.

Genehmigtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juni 2019 wurde ein „Genehmigtes Kapital 2019“ wie folgt geschaffen: Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juni 2024 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 44.000 TEUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2019“). Die neuen Aktien können von einem Kreditinstitut oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:

a) für Spitzenbeträge;
b) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere auch im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder für den Erwerb von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen (einschließlich der Erhöhung des bestehenden Anteilsbesitzes) oder von anderen mit einem solchen Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern sowie von Forderungen gegen die Gesellschaft;
c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, soweit der auf die neuen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital unter Berücksichtigung von Hauptversammlungsbeschlüssen bzw. der Ausnutzung anderer Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG seit dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung weder insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Eintragung dieses genehmigten Kapitals bestehenden Grundkapitals noch insgesamt 10 Prozent des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien bestehenden Grundkapitals übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet;
d) bei der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft und von mit ihr mehrheitlich verbundenen Unternehmen.

Sämtliche vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals – bzw. falls dieser Wert geringer ist – auf 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Ausübung bestehenden Grundkapitals beschränkt.# Auf diese Höchstgrenze von 10 Prozent sind Aktien anzurechnen, die (i) zur Bedienung von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die während der Laufzeit des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden oder noch auszugeben sein können oder die (ii) während der Laufzeit des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts von der Gesellschaft als eigene Aktien veräußert werden. Über die Einzelheiten der Ausgabe der neuen Aktien, insbesondere über deren Bedingungen sowie über den Inhalt der Rechte der neuen Aktien entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Genehmigte Kapital 2019 wurde bisher nicht ausgenutzt.

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juni 2021 ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 14.950 TEUR durch Ausgabe von bis zu 5.750.000 neuen Stückaktien bedingt erhöht („bedingtes Kapital 2021“). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
• die Gläubiger bzw. Inhaber von Options- und/oder Wandlungsrechten aus Options- und/oder Wandelschuldver- schreibungen, die von der Gesellschaft oder einer in- und/oder ausländischen Kapitalgesellschaft, an der die Gesell- schaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptver- sammlung vom 9. Juni 2021 bis zum 8. Juni 2026 ausgege- ben wurden, von ihren Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch machen und/oder
• die zur Wandlung verpflichteten Gläubiger der von der Gesellschaft oder einer in- und/oder ausländischen Kapital- gesellschaft, an der die Gesellschaft unmittelbar oder mittel- bar mehrheitlich beteiligt ist, bis zum 8. Juni 2026 auf der Grundlage des Beschlusses der Hauptversammlung vom 9. Juni 2021 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und/oder Andienungen von Aktien erfolgen und nicht eigene Aktien eingesetzt werden oder keine Erfüllung in bar erfolgt.

Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung hiervon und auch von §60 Abs. 2 AktG abweichend auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr festlegen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen. Die Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss ist insoweit beschränkt, als der anteilige Betrag am Grundkapital, der auf unter dieser Ermächtigung nach Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten bzw. -pflichten auszugebende Aktien entfällt, 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bzw. – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigen darf. Auf diese 10-Prozent-Grenze ist auch die Veräußerung eigener Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit der vorstehenden Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss erfolgt; ferner sind Aktien anzu- rechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss unter einem genehmigten Kapital ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung (wie zum Beispiel die Ausstattung der Schuldverschreibungen, den Zinssatz, die Ausgestaltung der Verzinsung, die konkrete Laufzeit, die Stücke- lung, den Ausgabekurs, den Options- bzw. Wandlungspreis und den Options- bzw. Wandlungszeitraum) in den Anleihebe- dingungen festzulegen. Das bedingte Kapital 2021 wurde bisher nicht ausgenutzt.

Rücklagen

Kapitalrücklage.

Die Kapitalrücklage enthält die im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS erfassten Anpassungen sowie die bis zum 31. Dezember 2002 mit den Rücklagen verrechneten Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung.

Andere Rücklagen.

Bestandteil der anderen Rücklagen sind in der Vergangenheit erzielte und nicht ausgeschüttete Ergebnisse von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen abzüglich gezahlter Dividenden. In den anderen Rücklagen sind zudem die erfolgsneutral zu berücksichtigenden Wertveränderungen für
• Eigenkapitalinstrumente, die als erfolgsneutral zum beizule- genden Zeitwert im sonstigen Ergebnis designiert werden,
• Cashflow Hedges,
• kumulierte Währungsdifferenzen und
• versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen enthalten.

Die Rücklage für Cashflow Hedges beinhaltet neben dem wirksamen Teil der Gewinne und Verluste aus der Absicherung von Cashflows auch Wertänderungen des Zeitwerts des Zinscap sowie Elemente des Zins- und Währungsswap USD, soweit diese aus der Designation als Sicherungsinstrument ausgenommen wurde (vgl. Abschnitt „Finanzinstrumente“). Insbesondere in Folge der Veräußerung der VINCORION wurden bisher im Eigenkapital erfasste Verluste aus Währungsumrech- nung in Höhe von 593 TEUR (i.Vj. Gewinne von 16 TEUR) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Eigene Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 5. Juni 2018 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 4. Juni 2023 eigene Stückaktien im rechnerischen Betrag von insgesamt höchstens 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grund- kapitals oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu anderen Zwecken als dem Handel in eigenen Aktien zu erwerben. Auf die erworbenen eigenen Aktien dürfen zusam- men mit eigenen Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt (einschließlich der nach §§71a ff. AktG zuzurechnenden Aktien), nicht mehr als 10 Prozent des Grund- kapitals der Gesellschaft entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer zugelassener Zwecke ausgenutzt werden. Der Erwerb und die Veräußerung eigener Aktien kann durch die Gesellschaft oder bei bestimmten zugelassenen Zwecken auch von abhängigen oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte durchgeführt werden. Ein Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands als Kauf unter Wahrung des Gleichbehand- lungsgrundsatzes (§53a AktG) über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe eines Verkaufsangebots. Zum Zwecke des Schutzes der Aktionäre vor einer Verwässe- rung ihrer Anteile sieht der Beschlussvorschlag ausdrücklich eine Beschränkung der Verwendung erworbener eigener Aktien dergestalt vor, dass auf die Summe der erworbenen Aktien zusammen mit Aktien, die von der Gesellschaft während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter einer anderen Ermächti- gung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausge- geben oder veräußert werden oder die den Bezug von Aktien ermöglichen oder zu ihm verpflichten, rechnerisch ein Anteil am Grundkapital von insgesamt nicht mehr als 20 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermäch- tigung oder – falls der nachfolgende Wert geringer ist – zum Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung entfallen darf. Die weiteren Einzelheiten des Rückerwerbs eigener Aktien sind in TOP 9 der öffentlich zugänglichen Einladung zur Hauptver- sammlung 2018 auf unserer Internetseite unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren /Hauptversammlung beschrieben. Zum 31. Dezember 2022 verfügte die Gesellschaft über keine eigenen Aktien.

5.12 Pensionsverpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet und bestehen in Deutsch- land und der Schweiz. Darüber hinaus bestehen in Frankreich Zusagen auf Einmalzahlungen bei Renteneintritt. Durch die Akquisition der SwissOptic AG wurden 2021 zusätzliche Verpflichtungen aufgrund des Schweizer Vorsorgesystems übernommen, die aufgrund einer möglichen Nachschusspflicht im Falle einer Unterdeckung als leistungsorientierter Plan eingestuft werden. Der Plan ist entsprechend den gesetzlichen Anforderungen finanziert und sieht bis zum Übergang in den Ruhestand eine Risikobeteiligung der Versorgungsberechtigten vor. Hierbei erfolgt die Finanzierung des Pensionsplans durch Beiträge sowohl des Arbeitgebers als auch der Arbeitnehmer. Die korrespondierenden Vermögenswerte werden als Planver- mögen mit der übernommenen Verpflichtung verrechnet. Aufgrund der Klassifizierung der Division VINCORION als aufgegebener Geschäftsbereich nach IFRS 5 wurden die Rück- stellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen im Vorjahr in den Posten „Schulden in Verbindung mit zur Veräu- ßerung gehaltenen Vermögenswerten“ umgegliedert und sind zum Closing am 30. Juni 2022 abgegangen.

Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter bei Rentenbeginn ab. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl auf Basis von beitragsorientierten als auch leistungsorientierten Plänen. Bei den beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder ver- traglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen.# Leistungsorientierte Pläne

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko ist die Gesellschaft dem Währungsrisiko sowie dem Anlagerisiko ausgesetzt. Pensionspläne in der Struktur einer rückgedeckten Gruppenunterstützungskasse werden seit der Niedrigzinsphase aufgrund des damit verbundenen Risikos einer Inanspruchnahme aus der Subsidiärhaftung als leistungsorientierte Pläne eingestuft und entsprechend bilanziert.

Die in Deutschland bestehenden Versorgungspläne sind mit Ausnahme der rückgedeckten Gruppenunterstützungskasse geschlossen. Die Leistungszusagen umfassen 904 Anspruchsberechtigte, einschließlich 583 aktiver Mitarbeiter, 108 ehemaliger Mitarbeiter sowie 213 Pensionäre und Hinterbliebene. Insbesondere die Zusagen über die Gruppenunterstützungskasse, Pläne nach dem Schweizer Vorsorgesystem sowie die Verpflichtungen des aufgegebenen Geschäftsbereichs bis zur Entkonsolidierung sind mittels Planvermögen teilweise gedeckt und in Übereinstimmung mit IAS 19 saldiert. Das Planvermögen wird im Wesentlichen durch die Leica Pensionskasse (Schweiz) und die AXA Lebensversicherung AG verwaltet.

Die Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) ist im Folgenden dargestellt:

in TEUR 2022 2021
DBO am 1.1. 111.567 83.209
Währungseinfluss 4.066 637
Dienstzeitaufwand 3.648 719
Beiträge zu den Versorgungsplänen 2.862 490
Davon von Arbeitnehmern 2.862 490
Zinsaufwand 510 481
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) –21.799 –6.419
Erfahrungsbedingte Gewinne und Verluste –223 –145
Veränderungen demographischer Annahmen –41 –566
Veränderungen von finanziellen Annahmen –21.535 –5.707
Änderungen Konsolidierungskreis 0 83.129
Pensionszahlungen –694 –2.336
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 –48.342
DBO am 31.12. 100.160 111.567
davon Schweiz 85.827 90.890
davon Deutschland 13.711 20.050
davon Übrige Länder 622 627

Die Veränderungen des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2022 2021
Planvermögen am 1.1. 102.188 48.031
Währungseinfluss 4.266 628
Verzinsung des Planvermögens 426 266
Ergebnis des Planvermögens abzüglich typisierter Verzinsung (Neubewertungen) –9.468 568
Dotierung 5.737 744
Arbeitgeber 2.875 254
Arbeitnehmer 2.862 490
Änderungen Konsolidierungskreis 0 81.156
Verwaltungskosten –115 –14
Pensionszahlungen –405 –2.036
Umgliederung gemäß IFRS 5 0 –27.154
Planvermögen am 31.12. 102.629 102.188
davon Schweiz 92.557 88.136
davon Deutschland 10.071 14.053

Die Effekte des in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwands der fortgeführten Geschäftsbereiche werden folgendermaßen zusammengefasst:

in TEUR 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
Dienstzeitaufwand 3.648 358
Nettozinsaufwand 84 68
Gesamtaufwand 3.732 426

Der laufende Dienstzeitaufwand ist in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten. Der Zinsaufwand auf die Verpflichtung sowie die Verzinsung des Planvermögens wird im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die Nettopensionsverpflichtung zum Bilanzstichtag ergibt sich wie folgt:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Barwert der fondsgedeckten Pläne 96.425 105.741
Planvermögen –102.629 –102.188
Nettoverpflichtung/Vermögenswert der fondsgedeckten Pläne –6.203 3.552
Nettoverpflichtung der nicht fondsgedeckten Pläne 3.735 5.827
Nettoverpflichtung/ Vermögenswert aus leistungsorientierten Plänen –2.468 9.379
Anpassung aufgrund Vermögensobergrenze 6.730 0
Gesamt 4.262 9.379
davon Schweiz 0 2.754
davon Deutschland 3.639 5.998
davon Übrige Länder 622 627

Die Auswirkungen der Vermögensobergrenzen zum 31. Dezember 2022 betreffen die Verpflichtungen aufgrund des Schweizer Vorsorgesystems.

Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Versicherungsverträge 9.697 13.636
Aktien, Anleihen und sonstige Wertpapiere 37.720 42.425
Immobilien 37.076 31.205
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.930 3.385
Sonstige Unternehmensbeteiligungen 0 135
Sonstige Vermögenswerte und Schulden 12.204 11.403
Gesamt 102.628 102.188

Die Versicherungsverträge entfallen in Höhe von 9.544 TEUR auf Rentenversicherungen bei der AXA Lebensversicherung AG. Die Kapitalanlagen der Versicherungsgesellschaft erfolgten im Wesentlichen in Aktien und Investmentvermögen, Inhaberschuldverschreibungen und festverzinslichen Wertpapieren sowie sonstigen Darlehensforderungen.

Die wesentlichen gewichteten durchschnittlichen versicherungsmathematischen Annahmen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Inflationserwartungen sind in den genannten Annahmen, soweit zutreffend, berücksichtigt.

in Prozent 2022 2021
Abzinsungssatz
Deutschland 3,76 1,05
Schweiz 2,15 0,30
Frankreich 3,72 1,04
Künftige Gehaltssteigerungen¹
Schweiz 2,00 1,50
Frankreich 3,50 2,00
Künftige Rentensteigerungen
Deutschland 2,00 1,75
Deutschland (Gruppenunterstützungskasse) 1,00 1,00
Schweiz 0,25 0

¹ in Deutschland nicht relevant

Die Sterbewahrscheinlichkeiten werden in Deutschland nach den Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck ermittelt. In der Schweiz kommen die Sterbetafeln BVG 2020 zur Anwendung und in Frankreich die aktuellen Tabellen des INSEE.

Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen von den tatsächlichen Trends (zum Beispiel Einkommens- oder Rentenerhöhungen) gegenüber den Rechnungsannahmen. Entsprechend den Regeln von IAS 19 wird dieser Betrag mit dem sonstigen Ergebnis im Eigenkapital verrechnet.

Eine Veränderung der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zum Bilanzstichtag würde die DBO folgendermaßen beeinflussen:

Veränderung der DBO in TEUR Anstieg Rückgang
Abzinsungssatz 8.626
Veränderung um 1,0 Prozentpunkte (–14.864) (15.254)
Künftige Gehaltssteigerungen 1.485
Veränderung um 1,0 Prozentpunkte (1.625) (–1.579)
Künftige Rentensteigerungen 7.111
Veränderung um 1,0 Prozentpunkte (9.557) (–558)
Sterblichkeit 2.284
Veränderung um 1 Jahr (3.730) (–3.734)

Die Sensitivitätsanalyse stellt die Veränderung der DBO bei Veränderung einer Annahme dar. Da die Veränderungen aufgrund finanzmathematischer Effekte nicht linear auf die Berechnung der DBO wirken, kann die kumulative Veränderung der DBO aus der Veränderung mehrerer Annahmen nicht unmittelbar abgeleitet werden.

Die Verringerung der Rentensteigerung wurde auf maximal 0 Prozent begrenzt, was insbesondere auf die Versorgungsverpflichtung der SwissOptic AG Anwendung fand.

Zum 31. Dezember 2022 betrugen die gewichtete durchschnittliche Restdienstzeit 9 Jahre und die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Verpflichtung 13 Jahre. Die erwarteten Pensionszahlungen aus den Pensionsplänen zum 31. Dezember 2022 betragen für das folgende Geschäftsjahr 5.090 TEUR (i.Vj. 4.386 TEUR) und die darauf folgenden vier Geschäftsjahre insgesamt 22.239 TEUR (i.Vj. 19.219 TEUR).

Beitragsorientierte Pläne

Im Rahmen beitragsorientierter Pläne betrugen die Aufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche 2022 19.351 TEUR (i.Vj. 17.929 TEUR), darin enthalten sind Beiträge an gesetzliche Rentenversicherungsträger in Höhe von 14.455 TEUR (i.Vj. 13.562 TEUR).

5.13 Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist in der unten aufgeführten Tabelle dargestellt. Wesentliche Posten in den Personalrückstellungen betreffen Leistungsprämien, Ergebnisbeteiligungen und ähnliche Verpflichtungen sowie die aktienbasierte Vergütung für den Vorstand und Teile des Top-Managements. Weiterhin beinhalteten die Personalrückstellungen Jubiläumszuwendungen in Höhe von 4.500 TEUR (i.Vj. 5.217 TEUR) und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 2.035 TEUR (i.Vj. 1.628 TEUR). Für die Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen wurden versicherungsmathematische Gutachten erstellt, mit der Annahme einer Einkommenssteigerung in Deutschland von 2,71 Prozent (i.Vj. 2,44 Prozent).

Die Rückstellung für Garantieverpflichtungen umfasste Aufwendungen für Einzelgewährleistungssachverhalte sowie pauschale Gewährleistungsrisiken. Die Berechnung der Rückstellung für pauschale Gewährleistungsrisiken basiert auf Erfahrungs-werten der Vergangenheit, die als Gewährleistungskostenquote des Umsatzes unternehmens- bzw. produktgruppenspezifisch ermittelt und auf den gewährleistungsbehafteten Umsatz angewendet wurden. Die im Geschäftsjahr 2022 erfolgten Auflösungen beinhalteten insbesondere Gewährleistungsrückstellungen für konkrete Einzelsachverhalte, bei denen die zugrunde liegenden Verpflichtungen aufgrund von mit Kunden getroffenen Vereinbarungen zur Schadensbehebung entfallen waren.

Die Rückstellungen für Drohverluste wurden für einzelne Kundenaufträge gebildet und betreffen insbesondere einen größeren Kundenauftrag in der Division Advanced Photonic Solutions. Die übrigen Rückstellungen umfassen unter anderem Rückbauverpflichtungen. Weiterhin wurden in den übrigen Rückstellungen eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, die in Höhe der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrages berücksichtigt wurden, ausgewiesen.# Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 198

Die Zuführungen im Geschäftsjahr 2022 betreffen insbesondere Rückstellungen für betragsmäßig limitierte Freistellungsver- einbarungen aus dem Verkauf der VINCORION in Höhe von 3.120 TEUR (vgl. Abschnitt „Aufgegebener Geschäftsbereich“). Im Folgenden werden die erwarteten Inanspruchnahmen nach Fristigkeiten dargestellt:

in TEUR
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
2022
Personal 26.573 5.634 1.882 34.089
Garantie- verpflichtungen 6.392 1.999 0 8.391
Drohverluste 4.631 3.959 0 8.590
Übrige 6.292 2.230 1.339 9.860
Gesamt 43.887 13.822 3.221 60.930

5.14 Aktienbasierte Vergütung

Der Jenoptik-Konzern verfügte zum 31. Dezember 2022 über aktienbasierte Vergütungsinstrumente in Form von virtuellen Aktien für die beiden Vorstandsmitglieder und Teile des Top- Managements. Dabei ist zu unterscheiden zwischen den Long Term Incentives des für Hans-Dieter Schumacher bis Ende 2017 geltenden Vorstandsvergütungssystems (Auszahlung letzte Tranche 2022) und des Vergütungssystems für Teile des Top- Managements („LTI“) sowie den Performance Shares nach dem derzeit geltenden Vorstandsvergütungssystem.

Stand am 1.1.2022 Auf- und Währungen Zuführung Abzinsung Verbrauch Auflösung Stand am 31.12.2022
in TEUR
Personal 30.687 122 25.168 –622 –19.884 –1.383
Garantieverpflich- tungen 10.322 10 4.073 –81 –2.108 –3.826
Drohverluste 8.800 48 3.011 –362 –1.875 –1.032
Übrige 7.984 –12 5.502 –225 –1.652 –1.737
Gesamt 57.794 168 37.754 –1.290 –25.519 –7.978

In Zusammenhang mit der aktienbasierten Vergütung mit Bar- ausgleich ergaben sich für die fortgeführten Geschäftsbereiche folgende Effekte:

Gewinn oder Verlust Bilanz
in TEUR 2022 2021
virtuelle Aktien laufendes Jahr –461 –730
virtuelle Aktien Vorjahre 222 –717
Gesamt –240 –1.447

Bewertungsgrundlage für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der LTI ist der tagesgenaue und volumengewichtete durchschnittliche Aktienkurs der JENOPTIK AG der letzten zwölf Monate. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Performance Shares erfolgt auf Grundlage einer arbitragefreien Bewertung nach dem Optionspreismodell von Black/Scholes. Die dem Vorstand gewährten virtuellen Aktien werden grund- sätzlich nach Ablauf ihrer vierjährigen vertraglich festgelegten Laufzeit ausgezahlt. Dies gilt bei den Performance Shares jedoch nur, wenn bei Beendigung der Laufzeit mehrjährige Erfolgsziele erreicht werden. Performance Shares werden auch im Falle eines Ausscheidens erst zum Ende der jeweiligen Performance Periode je nach Erreichen der Erfolgsziele bewertet, final zugeteilt und sodann ausgezahlt. Die für die Geschäftsjahre 2019 bis 2022 vorläufig zugeteilten virtuellen Aktien für den Vorstand sind zum Bilanzstichtag 2022 zum beizulegenden Zeitwert bewertet und in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Entwicklung der virtuellen Aktien der Vorstandsmitglieder ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Anzahl 2022 Anzahl 2021
Vorstand 1.1. 125.026 124.701
gewährt für Periode 21.530 30.273
gewährt für Dividendenschutz Altaktien¹ n.a. 161
verfallen² –18.218 –8.102
ausgezahlt –22.018 –22.007
31.12. 106.319 125.026

¹ LTI gemäß dem bis 2017 geltenden Vorstandsvergütungssystem
² Anpassung vorläufige Zuteilung an Zielerreichung während der Performance-Periode

Auch für Teile des Top-Managements werden virtuelle Aktien gewährt. Die Ermittlung der Anzahl der zuzuteilenden virtuellen Aktien erfolgt auf Basis der Zielerreichung und des volumen- gewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Jenoptik-Aktie der letzten zwölf Monate des Bezugsjahres. Die Auszahlung erfolgt nach Ablauf des vierten Folgejahres nach Zuteilung auf Basis des volumengewichteten durchschnittlichen Schluss- kurses der Jenoptik-Aktie des vollen vierten Folgejahres. Bei einem Ausscheiden vor Ablauf der Laufzeit können die virtuellen Aktien in Abhängigkeit der Ausscheidensgründe verfallen. Die Entwicklung dieser virtuellen Aktien ist in nachfolgender Tabelle dargestellt:

Anzahl 2022 Anzahl 2021
Mitglieder des Top Managements 1.1. 28.491 25.496
gewährt für Periode 8.249 8.526
gewährt für Anpassung Zielerreichungsgrad Vorjahr 683 –2.242
ausgezahlt –5.629 –3.289
31.12. 31.794 28.491

Die virtuellen Aktien des Top Managements werden mit dem anteiligen, bereits erdienten beizulegenden Zeitwert bewertet und ebenfalls in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

5.15 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR
31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben 320 10.692
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 0 3.022
Verbindlichkeiten aus Zinsen 3.762 2.897
Derivate 1.963 1.818
Verbindlichkeiten aus Aufsichtsratsvergütung 796 791
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3.465 2.803
Gesamt 10.306 22.023

Die Positionen Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben und Derivate wird unter der Anhangangabe „Finanzinstru- mente“ näher erläutert. Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungs- unternehmen beinhalteten im Vorjahr die Cash-Pool-Verbindlich- keiten gegenüber der im Konzernabschluss nach der Equity- Methode bilanzierten HILLOS GmbH.

5.16 Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR
31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeitengegenüber Betriebsangehörigen 9.056 9.392
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 7.560 7.171
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 1.969 1.708
Verbindlichkeitengegenüber Berufsgenossenschaft 1.081 998
Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 210 980
Gesamt 19.876 20.249

Die Verbindlichkeiten gegenüber Betriebsangehörigen beinhal- teten unter anderem Urlaubsansprüche und Gleitzeitguthaben. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern wiesen im Wesent- lichen Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer aus.

Konzernabschluss | Konzernanhang

JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 200

6 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds wird definiert als die Summe der Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten mit einer anfänglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten. In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme erläutert, und zwar getrennt nach Mittelzu- und Mittelabflüssen aus dem laufenden Geschäft, aus der Investitions- und aus der Finanzie- rungstätigkeit. Eine Anpassung der Kapitalflussrechnung auf- grund des aufgegebenen Geschäftsbereichs erfolgte nicht; die Netto-Cashflows sind im Abschnitt „Aufgegebener Geschäfts- bereich“ dargestellt. Die Veränderungen der Bilanzposten, die für die Entwicklung der Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Änderungen des Konsolidierungskreises nicht zahlungswirksam sind und eliminiert werden. Ausgehend vom Ergebnis vor Steuern der fortgeführ- ten sowie des aufgegebenen Geschäftsbereichs wird der Cash- flow aus laufender Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Das Ergebnis vor Steuern wird um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge bereinigt. Diese betrafen im Vor- jahr insbesondere Erträge aus Fair-Value Anpassungen beding- ter Kaufpreiskomponenten aus den Erwerben von TRIOPTICS und INTEROB. Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Working Capital, in den Rückstellungen und den übrigen operativen Bilanzposten ergibt sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Trotz deutlicher gestiegener Investitionen in Sachanlagen hat sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit von minus 413.621 auf minus 13.415 TEUR verbessert, da im Vorjahr Auszahlungen für den Erwerb der BG Medical und SwissOptic-Gruppe enthalten waren, denen im laufenden Jahr Einzahlungen aus dem Abgang der VINCORION gegenüberstehen (vgl. dazu Abschnitte „Unter- nehmenserwerbe und -veräußerungen“ sowie „Aufgegebener Geschäftsbereich“). Die Mittelabflüsse für die gezahlte Dividende an Gesellschafter des Mutterunternehmens innerhalb des Cashflow aus der Finan- zierungstätigkeit entsprachen mit 14.310 TEUR (i.Vj. 14.310 TEUR) und 0,25 EUR /Aktie (i.Vj. 0,25 EUR /Aktie) dem Vorjahreswert. Darüber hinaus wurden an Minderheiten Dividenden in Höhe von 3.298 TEUR (i.Vj. 1.749 TEUR) gezahlt. Erläuterungen zu Ein- und Auszahlungen aus Krediten sind im Abschnitt „Finanz- instrumente“ dargestellt. Die Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten, die künftig zu Zahlungsströmen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit führen werden, sind in nachfolgender Tabelle dargestellt.

Zahlungs- unwirksame Veränderung Umgliede Zahlungs- rung Konsolidie rungskreis- änderungen Änderung im Währungen Änderung im beizulegenden Zeitwert Änderung in der Fristigkeit Stand am gemäß IFRS 5¹ Stand am 31.12.2022
in TEUR Stand am 1.1.2022 Zugang/ Abgang
Langfristige Finanz- verbindlichkeiten 448.746 15.000 3.355 0 24.828 119 –14.319 0
(138.410) (399.906) (3.131) (4.353) (8.504) (–641) (–86.699) (–18.220) (448.746)
Langfristige Verbind- lichkeiten gegenüber Kreditinstituten 421.218 15.000 3.388 0 0 120 –4.356 0
(90.685) (399.906) (2.220) (2.882) (0) (–641) (–73.834) (0) (421.218)
Langfristige Verbind- lichkeiten aus Leasing 27.528 0 –33 0 24.828 0 –9.963 0
(47.726) (0) (911) (1.470) (8.504) (0) (–12.864) (–18.220) (27.528)
KurzfristigeFinanz- verbindlichkeiten 148.993 –107.838 192 0 3.318 67 14.319 0
(130.871) (–72.496) (283) (5.061) (2.070) (32) (–86.699) (–3.525) (148.993)
Kurzfristige Verbind- lichkeiten gegenüber Kreditinstituten 137.575 –94.974 112 0 0 67 4.356 0
(118.565) (–58.764) (65) (3.843) (0) (32) (–73.834) (0) (137.575)
Kurzfristige Verbind- lichkeiten aus Leasing 11.418 –12.864 81 0 3.318 0 9.963 0
(12.306) (–13.731) (217) (1.218) (2.070) (0) (–12.864) (–3.525) (11.418)

Grundlage für die Darstellung der Segmente ist IFRS 8 „Geschäftssegmente“. IFRS 8 folgt dem Management Approach. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Berichtsstruktur an den Hauptentscheidungsträger („Chief Operating Decision Maker“). Der Vorstand wertet die Finanzinformationen anhand der Top-Steuerungsgrößen aus, die als Entscheidungsgrundlage für die Ressourcenallokation und Erfolgskontrolle dienen. Die Bilanzierungs- und Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind.

Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die Divisionen Advanced Photonics Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies. Im Rahmen der Neuaufstellung des Jenoptik-Konzerns wurden im Verlauf des 1. Quartals 2022 die bisherige Division Light & Optics sowie Teile der Division Light & Production in der neuen Division Advanced Photonic Solutions gebündelt. Die Division Advanced Photonic Solutions richtet sich an Industriekunden und ist ein globaler Anbieter von Lösungen und Systemen, die auf photonischen Technologien basieren. Jenoptik verfügt hier über ein breites Spektrum solcher Technologien, insbesondere in den Bereichen Optik, Mikrooptik, Sensorik sowie optische Test- und Messsysteme.

Die bisherige Division Light & Safety wurde zur Division Smart Mobility Solutions, die sich vor allem auf die Geschäftsfelder Verkehrsüberwachung, zivile Sicherheit, Mautkontrolle sowie Emissionskontrolle und Traffic Management fokussiert. Für Kunden aus dem öffentlichen Bereich entwickelt, produziert und vertreibt Jenoptik hier Photonik-basierte Komponenten, Systeme und Dienstleistungen. Die Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility Solutions bilden gemeinsam das photonische Kerngeschäft.

Die nicht-photonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten Aktivitäten werden innerhalb des Jenoptik-Konzerns seit 2022 unter den Non-Photonic Portfolio Companies geführt. Im Bereich industrieller Messtechnik und optischer Inspektion sowie hochflexibler roboterbasierter Automatisierung entwickeln die Non-Photonic Portfolio Companies Fertigungslösungen für Kunden aus den Branchen Automotive, Luft- und Raumfahrt und anderen Fertigungsindustrien.

Im Bereich Sonstige wird das Corporate Center (Holding, Shared Services, Immobilien) dargestellt. Die Spalte „Konsolidierung“ umfasst die zu konsolidierenden Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten und dem Bereich Sonstige sowie notwendige Überleitungen. Den Geschäftsbeziehungen zwischen den Gesellschaften der Segmente des Jenoptik-Konzerns liegen grundsätzlich Preise zugrunde, die auch mit Dritten vereinbart werden.

Mit einem Kunden aus der Division Advanced Photonic Solutions wurden Umsatzerlöse von mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes des Jenoptik-Konzerns getätigt (166.126 TEUR; i.Vj. 118.130 TEUR). Darüber hinaus bestehen keine weiteren Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Anteil gemessen an den Umsatzerlösen wesentliche Bedeutung hat. Die Auswertung der Umsätze nach Regionen erfolgt nach dem Land, in dem der Kunde seinen Geschäftssitz hat. Die Vorjahresangaben in den Informationen nach Segmenten wurden an die neue Struktur des Jenoptik-Konzerns angepasst.

7.1 Informationen nach Segmenten

in TEUR Advanced Photonic Solutions Smart Mobility Solutions Non-Photonic Portfolio Companies Sonstige Konsolidierung Gesamt
Umsatzerlöse 731.013 114.307 133.010 56.199 –53.846 980.684
(501.432) (110.101) (142.229) (44.763) (–47.807) (750.717)
davon konzerninterne Umsätze 1.395 0 745 51.706 –53.846 0
(5.858) (0) (900) (41.049) (–47.807) (0)
davon konzernexterne Umsätze 729.617 114.307 132.265 4.493 0 980.684
(495.574) (110.101) (141.329) (3.714) (0) (750.717)
Europa 396.839 68.104 35.287 4.493 0 504.722
(227.376) (62.164) (54.554) (3.714) (0) (347.807)
davon Deutschland 166.139 37.346 21.002 4.492 0 228.979
(71.193) (30.856) (33.624) (3.712) (0) (139.384)
davon Niederlande 141.824 3.452 18 0 0 145.293
(111.083) (3.760) (98) (0) (0) (114.941)
Amerika 137.272 27.375 79.431 0 0 244.077
(104.873) (31.620) (69.160) (0) (0) (205.653)
davon USA 131.458 17.085 56.148 0 0 204.690
(100.418) (22.213) (44.838) (0) (0) (167.469)
Mittlerer Osten und Afrika 29.739 5.528 385 0 0 35.652
(21.724) (2.490) (129) (0) (0) (24.343)
Asien/Pazifik 165.768 13.301 17.163 0 0 196.232
(141.601) (13.827) (17.486) (0) (0) (172.914)
EBITDA 170.019 19.346 2.696 –6.976 –1.017 184.068
(143.373) (19.191) (5.369) (–13.221) (1.023) (155.735)
Wertminderungen 0 0 –13.894 0 0 –13.894
(0) (0) (0) (–460) (0) (–460)
Free Cashflow (vor Ertragsteuern) 100.079 4.249 14.042 –35.729 37 82.678
(79.013) (–4.383) (–13.496) (–16.531) (–1.411) (43.192)
Working Capital 204.158 34.141 58.689 –9.725 97 287.359
(179.061) (25.585) (68.969) (–13.476) (418) (260.556)
Auftragseingang (extern) 891.776 125.761 163.409 4.493 0 1.185.440
(674.870) (116.504) (141.584) (3.714) (0) (936.672)
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 79.555 7.831 3.801 14.810 0 105.998
(30.650) (8.108) (1.653) (9.530) (0) (49.941)
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2.782 476 654 286 0 4.196
ohne Auszubildende (Köpfe) (2.154) (484) (714) (280) (0) (3.631)

Free Cashflow (vor Ertragsteuern) = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuerzahlung abzüglich der Ein- und Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

7.2 Überleitung des Segmentergebnisses

Das EBITDA ermittelt sich als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen). Die Überleitung des EBITDA zum in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung berichteten EBIT stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021
EBITDA 184.068 155.735
Planmäßige Abschreibungen –68.265 –47.578
Wertminderungen –13.894 –460
Wertaufholungen 0 451
EBIT 101.909 108.148

8 Sonstige Angaben

8.1 Kapitalmanagement

Ziel des Jenoptik-Kapitalmanagements ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Aktionäre, Gläubiger und Kapitalmärkte zu wahren sowie die nachhaltig erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Der Vorstand überwacht im Rahmen des regelmäßigen Managementreportings insbesondere die Eigenkapitalquote, die Cashflow Entwicklung sowie die Nettoverschuldung. Bei signifikanten Verschlechterungen der Kenngrößen werden Handlungsalternativen erarbeitet und entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Der Jenoptik-Konzern hat zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 als wesentliche Finanzierungen eine mit 51.478 TEUR ausgenutzte Konsortialkreditlinie in Höhe von 400.000 TEUR sowie zehn Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 350.000 TEUR und ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 59.000 TUSD ausstehend. Weitere Details dazu sind im Abschnitt „Liquiditätsrisiko“ dargestellt. Für die bestehenden Schuldscheindarlehen sowie für den Konsortialkredit wurden keine Vereinbarungen über die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen getroffen.

Neben dem Konsortialkredit sowie den Schuldscheindarlehen nutzt der Jenoptik-Konzern in kleinerem Umfang weitere Finanzierungsquellen bestehend aus bilateralen Kreditlinien, Förderdarlehen, Leasing- und Mietfinanzierungen sowie Factoring.# 8.2 Finanzinstrumente

Allgemein

Im Rahmen seiner operativen Tätigkeit ist der Jenoptik-Konzern Kredit- und Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken ausgesetzt. Zu den Marktrisiken zählen insbesondere Zinsän-derungs- und Währungsrisiken. Die oben genannten Risiken wirken sich in den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus, welche im Fol-genden dargestellt werden.

Finanzielle Vermögenswerte

Wertansatz in TEUR Bewertungs kategorie nach IFRS 9¹ Fortgeführte Anschaffungs- kosten 31.12.2022 Beizulegender Zeitwert – erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert – erfolgswirksam
Finanzanlagen
Kurzfristige Finanzanlagen (Geldanlagen) AC 1.048
(1.555)
Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen FVTOCI 807 807
(1.001) (1.001)
Ausleihungen und übrige Finanzanlagen AC 1.947
(1.985)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 138.771
(120.477)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus bedingten Gegenleistungen FVTPL 3.652
(13.347)
Derivate mit Hedge-Beziehungen
Zins- und Währungsswap 6.242
(2.957)
Devisentermingeschäfte/Devisenswaps 826
(20)
Zinscap 4.088
(0)
Derivate ohne Hedge-Beziehungen
Zins- und Währungsswap FVTPL 28
(0)
Devisentermingeschäfte/Devisenswaps FVTPL 630
(69)
Übrige finanzielle Vermögenswerte AC 10.628
(8.223)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 56.758
(54.817)
Gesamt 225.424 209.152 11.963
(204.451) (187.057) (3.978)
(13.416)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr
¹ AC = Amortised costs (fortgeführte Anschaffungskosten)
FVTPL = Fair value through Profit&Loss (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert – erfolgswirksam)
FVTOCI = Fair value through other comprehensive income (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert – erfolgsneutral)

Finanzielle Verbindlichkeiten

Wertansatz in TEUR Bewertungs kategorie nach IFRS 9¹ Fortgeführte Anschaffungs- kosten 31.12.2022 Beizulegender Zeitwert – erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert – erfolgswirksam Wertansatz nach IFRS 16²
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 482.505
(558.793)
Verbindlichkeiten aus Leasing 54.276
(38.946)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 100.860
(94.764)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen FVTPL 320
(0)
Derivate mit Hedge-Beziehungen
Devisentermingeschäfte/ Devisenswaps 1.782
(1.661)
Derivate ohne Hedge-Beziehungen
Zins- und Währungsswap FVTPL 0
(66)
Devisentermingeschäfte/ Devisenswaps FVTPL 596
(805)
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 11.211
(21.300)
Gesamt 651.550 594.576 1.782 916
(716.335) (674.857) (1.661) (870)
(38.946)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr
¹ AC = Amortised costs (fortgeführten Anschaffungskosten)
FVTPL = Fair value through Profit & Loss (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert – erfolgswirksam)
FVTOCI = Fair value through other comprehensive income (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert – erfolgsneutral)
² Bewertung gemäß IFRS 16

Die Einstufung der für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beizulegenden Zeitwerte ergibt sich aus fol-gender Übersicht:

Buchwert in TEUR 31.12.2022 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 807 0 0 807
(1.001) (0) (0) (1.001)
Forderungen aus bedingten Gegenleistungen 3.652 0 0 3.652
(13.347) (0) (0) (13.347)
Derivate mit Hedge-Beziehungen (Vermögenswerte) 11.155 0 11.155 0
(2.977) (0) (2.977) (0)
Derivate ohne Hedge-Beziehungen (Vermögenswerte) 657 0 657 0
(69) (0) (69) (0)
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen 320 0 0 320
(0) (0) (0) (0)
Derivate mit Hedge-Beziehungen (Verbindlichkeiten) 1.782 0 1.782 0
(1.661) (0) (1.661) (0)
Derivate ohne Hedge-Beziehungen (Verbindlichkeiten) 596 0 596 0
(870) (0) (870) (0)

Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die als quotierte Marktpreise jederzeit verfügbar sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren Parametern ermittelt werden. Der Stufe 3 liegen Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

Die beizulegenden Zeitwerte aller Derivate werden anhand der allgemein anerkannten Barwertmethode ermittelt. Dabei werden die über den jeweils vereinbarten Terminkurs bzw. Zinssatz determinierten zukünftigen Zahlungsströme mit aktuellen Marktdaten diskontiert. Die dabei verwendeten Marktdaten sind führenden Finanzinformationssystemen, wie beispielsweise Refinitiv, entnommen. Kommt eine Interpolation von Markt- daten zur Anwendung, erfolgt diese linear. Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten Verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung der zum Stichtag mit einem laufzeit- und risikoabhängigen Zinssatz diskontierten erwarteten Zahlungsabflüsse bewertet.

Die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Ver-bindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet sind, kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

in TEUR Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen Forderungen aus bedingten Gegenleistungen Verbindlich- keiten aus bedingten Gegenleistungen
Stand zum 1.1.2022 1.001 13.347 0
Zugänge 0 3.430 0
Abgänge –14 –9.450 0
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (-) 0 –781 –320
Im Finanzergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (-) 0 535 0
Im Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich erfasste Gewinne (+)/Verluste (-) 0 –3.430 0
Erfolgsneutrale Bewertung 7 0 0
Umbuchungen –187 0 0
Stand zum 31.12.2022 807 3.652 –320

Bedingte Gegenleistungen

Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus bedingten Gegen-leistungen resultierten zum 31. Dezember 2022 aus dem Unter-nehmenserwerb von TRIOPTICS im Jahr 2020. Diese beinhalten eine umsatzabhängige Bonus-/Malus- Regelung, die an den handelsrechtlichen Umsatz der TRIOPTICS- Gruppe anknüpft und bei Abweichungen vom ursprünglichen Unternehmensplan von bis zu 15 Prozent zu einem Bonus bzw. Malus von bis zu 15 Mio Euro führt. Darüber hinaus war eine Earn-Out Komponente vereinbart, die im Falle eines Überschrei-tens des definierten EBITDA Zielwertes zu einer weiteren bedingten zusätzlichen Kaufpreiszahlung durch Jenoptik von bis zu 15 Mio Euro geführt hätte.

Die für die Bewertung der Kaufpreisverbindlichkeiten relevanten Parameter – bestehend aus Umsatz- und Ergebnisgrößen nach HGB – wurden im Vorjahr auf Grundlage der zum 31. Dezem-ber 2021 erwarteten vorläufigen handelsrechtlichen Umsatz- und Ergebnisgrößen bilanziert. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine finale Anpassung an den geprüften und mit einem unein-geschränkten Bestätigungsvermerk versehenen handelsrecht-lichen Konzernabschluss der TRIOPTICS-Gruppe zum 31. Dezem-ber 2021.

Auf dieser Basis berechnet sich ein Malus von ca. 13 Prozent, der zu einer entsprechenden Malus-Forderung führt. Durch die handelsrechtlich geringeren Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021 konnte auch das erwartete handelsrechtliche EBITDA nicht erreicht werden, sodass keine Earn-Out Zahlung angefallen ist. Hinsichtlich der Höhe des Malus befindet sich Jenoptik aktuell in einem Schiedsgutachterverfahren, da die Verkäufer abwei-chend vom uneingeschränkt testierten handelsrechtlichen Konzernabschluss nur einen Malus in Höhe von ca. 1 Prozent annehmen. Jenoptik geht von der Richtigkeit der handelsrecht-lichen Bilanzierung im Konzernabschluss der TRIOPTICS-Gruppe und damit auch der Malus-Forderung im Jenoptik Konzern aus.

Die aktivierte Forderung wurde entsprechend der vertraglichen Regelungen im Jahr 2022 teilweise mit einem Einbehalt auf den Kaufpreis für die restlichen im Jahr 2021 erworbenen 25 Prozent an der TRIOPTICS verrechnet. Die verbleibende Forderung kommt nach einer abschließenden Feststellung der Malus-Forderung von einem Treuhandkonto zur Auszahlung.

Ergebniswirksame Fair-Value-Anpassungen der bedingten Forderungen und Verbindlichkeiten sind im sonstigen betriebli-chen Ertrag bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Die Aufzinsung ist im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Zugänge zu den Forderungen aus bedingten Gegenleis-tungen sowie die im Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbe-reich erfassten Aufwendungen resultierten aus dem Verkauf der VINCORION (vgl.# Kredit- und Ausfallrisiko

Das Kredit- und Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Kunde oder Vertragspartner des Jenoptik-Konzerns seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Hieraus resultieren zum einen das Risiko von bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten und zum anderen die Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen. Kredit- und Ausfallrisiken bestehen überwiegend bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diesen Risiken wird durch ein aktives Forderungsmanagement begegnet und im Bedarfsfall durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Zudem ist der Jenoptik-Konzern Kredit- und Ausfallrisiken bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie bei kurzfristigen Geldanlagen ausgesetzt. Diesen Risiken wird durch eine ständige Überwachung der Bonität unserer Geschäftspartner Rechnung getragen. Dazu werden die Kreditratings und Credit Default Swaps (CDS) der Geschäftspartner regelmäßig ausgewertet. Zur Risikosteuerung werden unter anderem die liquiden Mittel auf mehrere Kreditinstitute innerhalb festgelegter Limits verteilt. Gemäß IFRS 9 wurden bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie bei kurzfristigen Geldanlagen Wertberichtigungen vorgenommen.

Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte und betrug zum Stichtag 225.424 TEUR (i.Vj. 204.451 TEUR). Für finanzielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr folgende Wertberichtigungen erfasst:

in TEUR 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 3.533 3.354
Finanzanlagen 5 107
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 97 92
Gesamt 3.635 3.553

Diesen Wertberichtigungen standen folgende Wertaufholungen für finanzielle Vermögenswerte gegenüber:

in TEUR 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 3.128 2.203
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16 62
Gesamt 3.144 2.265

Die Wertberichtigungen bzw. Wertaufholungen von Finanzanlagen sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind im Finanzergebnis enthalten; für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Um eine jederzeitige Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität sicherzustellen, werden ein Mal pro Jahr mittels einer fünfjährigen Finanzplanung sowie vier Mal pro Jahr mittels einer Bilanz-, Ergebnis- und Cashflow-Vorschau der Zahlungsmittelbestand Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 208 sowie die Kreditlinien und deren Ausnutzung geplant. Das Liquiditätsrisiko wird zudem durch ein effektives Cash- und Working-Capital-Management begrenzt.

Die Liquiditätsreserven teilten sich zum Bilanzstichtag auf in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 56.758 TEUR (i.Vj. 54.817 TEUR) und kurzfristige Finanzanlagen von 1.048 TEUR (i.Vj. 1.555 TEUR). Darüber hinaus verfügt der Konzern über ein zugesichertes und nicht ausgenutztes Rahmenkreditvolumen in Höhe von 381.594 TEUR (i.Vj. 324.978 TEUR). Dieses resultiert im Wesentlichen aus dem im Dezember 2021 abgeschlossenen Konsortialkredit in Höhe von 400.000 TEUR. Der Konsortialkredit ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 mit Geldmarktkrediten in Höhe von 15.000 TEUR sowie durch Avale in Höhe von 5.850 TEUR und durch Kontokorrentkredite in Höhe von 30.628 TEUR in Anspruch genommen. Bei Abschluss war die Laufzeit des Konsortialkreditvertrages bis Dezember 2026 befristet. Durch die Inanspruchnahme der ersten von zwei Verlängerungsoptionen im Geschäftsjahr 2022 hat sich dessen Laufzeit um ein weiteres Jahr bis Dezember 2027 verlängert.

Im April 2022 erfolgte die Rückzahlung der aus dem Jahr 2015 noch ausstehenden Schuldscheindarlehenstranche in Höhe von 55.000 TEUR. Die insgesamt elf im März bzw. September 2021 emittierten Schuldscheindarlehenstranchen über in Summe 350.000 TEUR und 59.000 TUSD verfügen über ursprüngliche Laufzeiten zwischen viereinhalb und neuneinhalb Jahren. Sowohl für den Konsortialkredit als auch für die Schuldscheindarlehen wurden keine Financial Covenants vereinbart. Die Konditionen der Finanzierungen orientieren sich allerdings an den ESG-Zielen des Konzerns zur Steigerung der Diversität, Reduktion der CO2-Emissionen sowie Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette. Da Jenoptik alle für das Jahr 2022 vereinbarten Zielmarken erreicht hat, profitiert sie hier zukünftig von einem kleinen Zinsvorteil. Dank des Konsortialkredits und der Schuldscheindarlehen verfügt der Jenoptik-Konzern über eine sehr solide langfristige finanzielle Ausstattung und die finanzielle Grundlage für weiteres organisches und anorganisches Wachstum. Dies wird auch durch die nachfolgend aufgeführte Struktur der Fälligkeiten ersichtlich.

In den Zahlungsmittelabflüssen bis ein Jahr sind im Wesentlichen die Rückzahlung von Kontokorrentinanspruchnahmen und Geldmarktkrediten in Höhe von 15.000 TEUR plus Zinsen, gezogen unter dem Konsortialkredit, sowie Zinszahlungen für die Schuldscheindarlehen enthalten. Darüber hinaus umfasst diese Position Zins- und Tilgungszahlungen für Immobilienfinanzierungen in Deutschland sowie Leasingverbindlichkeiten.

In den Zahlungsmittelabflüssen in der Zeitspanne zwischen einem bis fünf Jahren sind im Wesentlichen die Rückzahlungen der Schuldscheindarlehen mit ursprünglich viereinhalb- und fünfjähriger Laufzeit enthalten. Darüber hinaus enthält die Position Zins- und Tilgungszahlungen für Immobilienfinanzierungen in Deutschland mit einer ursprünglich zehnjährigen Laufzeit sowie Verbindlichkeiten aus Leasing.

In den Zahlungsmittelabflüssen über fünf Jahren sind im Wesentlichen die Rückzahlungen für Schuldscheintranchen mit ursprünglichen Laufzeiten von sechseinhalb, sieben und neuneinhalb Jahren sowie Zins- und Tilgungszahlungen für Immobilienfinanzierungen in Deutschland und Leasing enthalten.

Zinssätze Buchwerte Zahlungsmittelabfluss in TEUR (Bandbreite in %) 31.12.2022 Gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten 2,80–3,20 287.675 304.970 48.297
gegenüber Kreditinstituten (0,90–1,30) (244.577) (261.928) (2.628)
Festverzinsliche Verbindlichkeiten 0,60–2,95 194.830 201.181 10.127
gegenüber Kreditinstituten (0,60–2,02) (314.216) (333.966) (140.006)
Verbindlichkeiten aus Leasing (0,75–6,77) 54.276 57.474 12.962
(0,75–5,73) (38.946) (41.421) (12.373)
Gesamt 536.781 563.624 71.386
(597.739) (637.315) (155.007)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken ist der Jenoptik-Konzern aufgrund von Schwankungen der Marktzinssätze grundsätzlich bei allen verzinsten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausgesetzt. Im Geschäftsjahr 2022 betraf dies im Wesentlichen die aufgenommenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 350.000 TEUR (i.Vj. 405.000 TEUR) und 59.000 TUSD (i.Vj. 59.000 TUSD) sowie die Inanspruchnahme des Konsortialkreditvertrages durch Geldmarktkredite in Höhe von 15.000 TEUR (i.Vj. 75.000 TEUR), jeweils zum Bilanzstichtag.

Buchwert in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Verzinsliche finanzielle Vermögenswerte 39.419 21.456
variabel verzinslich 8.078 9.226
festverzinslich 31.341 12.230
Verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 540.229 599.377
variabel verzinslich 294.227 245.670
festverzinslich 246.002 353.707

Die rechnerisch ermittelten Gewinne bzw. Verluste aus einer Änderung des Marktzinses zum 31. Dezember 2022 in einer Bandbreite von 100 Basispunkten sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Erhöhung um 100 Basispunkte
verzinsliche finanzielle Vermögenswerte 81 92
verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten –2.942 –2.457
Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern –2.861 –2.364
Verringerung um 100 Basispunkte
verzinsliche finanzielle Vermögenswerte –81 –92
verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 2.942 2.457
Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern 2.861 2.364

Im Rahmen der Steuerung von Zinsrisiken setzt Jenoptik auf eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Vermögenswerten und Schulden sowie auf verschiedene Zinssicherungsgeschäfte. Hier kommen zum Beispiel Zinsswaps, Zinscaps und -floors sowie kombinierte Zins- und Währungsswaps in Betracht. Zum Bilanzstichtag per 31. Dezember 2022 bestanden zwei kombinierte Zins- und Währungsswaps sowie ein Zinscap mit nachfolgender Struktur:

  • Zins- und Währungsswap CNY
    • Nominalvolumen: 17.980 TCNY
    • Laufzeit: 12. März 2015 bis 12. März 2025
    • Festzinssatz auf CNY zu zahlen: 5,10 Prozent p.a.
    • Variabler Zinssatz: 6-Monats-Euribor auf EUR zu erhalten zzgl. 0,2 Prozent p.a.
  • Zins- und Währungsswap USD
    • Nominalvolumen: 59.000 TUSD
    • Laufzeit: 31. März 2021 bis 31. März 2026
    • Festzinssatz auf USD zu erhalten: 2,024 Prozent p.a.
    • Festzinssatz auf EUR zu zahlen: 0,645 Prozent p.a.
  • Zinscap EUR
    • Nominalvolumen: 107.000 TEUR
    • Laufzeit: 30. September 2022 bis 31. März 2028
    • Zinsobergrenze: 3,00 Prozent p.a.
    • Referenzzins: 6-Monats-Euribor

Der Zins- und Währungsswap CNY dient der Absicherung eines konzerninternen Darlehens zur Immobilienfinanzierung in Shanghai (China). Dessen Marktwertveränderung von plus 93 TEUR wurde erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Der Zins- und Währungsswap USD dient zur Absicherung des Währungsänderungsrisikos der im Jahr 2021 emittierten Schuldscheintranche in Höhe von 59.000 TUSD.# Konzernabschluss | Konzernanhang JENOPTIK Geschäftsbericht 2022

Zinsänderungsrisiko

Die zu erwartenden zukünftigen Zahlungsströme wurden mit Abschluss über die gesamte Laufzeit fixiert. Der Marktwert wird in eine Zins- und eine Währungskomponente unterteilt. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 hatte die Zinskomponente einen positiven Marktwert von 374 TEUR, welcher erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurde. Ausführungen zur Währungskomponente folgen im nächsten Abschnitt „Währungsrisiko“.

Der Zinscap dient zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos einer im Jahr 2021 begebenen variabel verzinslichen Schuld-
scheindarlehens-Tranche in Höhe von 107.000 TEUR. Er ist an den variablen 6-Monats-Euribor Geldmarktsatz gekoppelt. Die Sicherungswirkung aus dem Cap greift, sobald der 6-Monats-Euribor die Marke von 3,0 Prozent p.a. überschreitet. In diesem Fall zahlt die Gegenpartei die Differenz zwischen dem dann jeweils aktuellen Geldmarktsatz und 3,0 Prozent an die JENOPTIK AG. Bis zum 31. Dezember 2022 lag der 6-Monats-Euribor unterhalb des Strikes von 3,0 Prozent, so dass bisher keine Ausgleichszahlungen stattgefunden haben.

Der ursprüngliche Zeitwert des Zinscap bei Vertragsabschluss wird über die 7-jährige Laufzeit zeitraumbezogen amortisiert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgsneutral im sonstigen Eigenkapital erfasst. Zudem wird für dieses Finanzinstrument auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden der intrinsische (innere) Wert ermittelt und bis zum Beginn der jeweiligen Zinsperiode ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapi-
tal erfasst. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 lag der intrinsische Wert bei 975 TEUR.

Aus den vorgenannten Sicherungsinstrumenten werden folgende Ein- und Auszahlungen erwartet:

bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Zins- und Währungsswap CNY
erwartete Aus- 128 215 0 343
zahlungen an Bank (138) (350) (0) (488)
Zins- und Währungsswap USD
erwartete Aus- 322 966 0 1.288
zahlungen an Bank (322) (1.288) (0) (1.610)
erwartete erhaltene 1.010 3.030 0 4.040
Zahlungen von Bank (1.010) (4.040) (0) (5.051)
Zinscap EUR
erwartete erhaltene 224 728 23 975
Zahlungen von Bank (0) (0) (0) (0)

Währungsrisiko

Währungsrisiken unterteilen sich in zwei Arten: translatorische und transaktorische Risiken. Das Translationsrisiko resultiert aus durch Wechselkursverände-
rungen hervorgerufene Wertschwankungen, die sich aus der Umrechnung von in Fremdwährung bestehenden finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in die Bilanzwährung ergeben. Da hiermit in der Regel keine Zahlungsströme ver-
bunden sind, wird in den meisten Fällen auf eine Absicherung verzichtet.

Das Transaktionsrisiko resultiert aus der durch Wechselkursver-
änderungen hervorgerufenen Wertschwankung von Zahlungs-
strömen in Fremdwährung. Zur Absicherung dieses Risikos werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dabei handelt es sich überwiegend um Devisentermingeschäfte und Devisen-
swaps sowie in kleinerem Umfang um Devisenoptionen. Abgesichert werden wesentliche Zahlungsströme in Fremd-
währung aus dem operativen Geschäft (Umsatzerlöse). Vertrag-
lich bereits fixierte Cashflows werden 1:1 über sogenannte Micro-Hedges abgesichert. Geplante Zahlungsströme werden im Rahmen von antizipativem Hedging anteilig abgesichert, wobei sowohl Gruppen von gleichartigen Geschäften (Umsatz-
erlöse) als auch Nettopositionen einzelner Gesellschaften gesichert werden. Zudem sichert die JENOPTIK AG die zu erwartenden Cashflows aus konzerninternen Darlehen in Fremdwährungen, die nicht als „Net Investment in a Foreign Operation“ deklariert wurden, mit derivativen Finanzinstrumenten ab.

Zum 31. Dezember 2022 stellte sich die Absicherung der konzerninternen Darlehen in Fremdwährungen wie folgt dar:

ausstehender Betrag konzerninterner Darlehen (ohne Anteil Darlehensnehmer „Net Investment in a Sicherungs- volumen
JENOPTIK Automotive North America, LLC, USA 47.200 TUSD 14.000 TUSD
Prodomax Automation Ltd., Canada 7.641 TCAD 11.500 TCAD
JENOPTIK JAPAN Co. Ltd., Japan 100.000 TJPY 100.000 TJPY

Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen. Für den überwiegenden Teil dieser Geschäfte wurde eine sogenannte Cashflow-
Hedge-Beziehung zu dem jeweiligen Grundgeschäft dokumen-
tiert, wodurch bei nachgewiesener Effektivität deren Wert-
veränderungen nicht erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen sind. Zur Messung der Effektivität wurde auf Basis der Rechnungslegungsvorschrift IFRS 9 „Finanzinstrumente“ zum Zeitpunkt der Designation sowie fortlaufend, in der Regel zu Bilanzierungszeitpunkten, ein prospektiver qualitativer Wirk-
samkeitstest durchgeführt.

Der bereits im vorhergehenden Abschnitt „Zinsänderungsrisiko“ erwähnte Zins- und Währungsswap USD dient zur Absicherung des Währungsänderungsrisikos der Schuldscheindarlehens-
Tranche über 59.000 TUSD. Der positive Marktwert von dessen Währungskomponente betrug zum Stichtag 31. Dezember 2022 5.409 TEUR. Die Marktwertveränderung der Währungs-
komponente wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Dadurch ergibt sich der angestrebte Ausgleich mit der gegenläufigen Wertveränderung des Grundgeschäfts (Bewertung der Fremdwährungsverbindlichkeit in EUR).

Die Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen sowie der Zins- und Währungsswap USD gliedern sich nach Währungsverkäufen und -ankäufen wie folgt auf:

31.12.2022 31.12.2021
USD – Verkauf gegen EUR 61.914 40.698
USD – Ankauf gegen EUR 53.097 49.907
GBP – Verkauf gegen EUR 0 2.717
USD – Verkauf gegen CHF 3.002 4.435
USD – Verkauf gegen CAD 1.897 1.348
USD – Ankauf gegen CAD 4.121 924
CNY – Verkauf gegen EUR 7.108 1.021
CNY – Ankauf gegen EUR 687 2.188
JPY – Verkauf gegen EUR 786 0
CAD – Verkauf gegen EUR 8.277 0
Summe Verkäufe in Fremdwährung 82.984 53.331
Summe Käufe in Fremdwährung 57.905 49.907

Die folgenden Marktwerte ergaben sich aus den Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen sowie aus dem Zins- und Währungsswap USD:

31.12.2022 31.12.2021
positive Marktwerte
Derivate mit Hedge Beziehung
langfristig 10.384 2.957
kurzfristig 771 20
Derivate ohne Hedge Beziehung
langfristig 44 21
kurzfristig 614 48
Summe positiver Marktwerte 11.813 3.046
negative Marktwerte
Derivate mit Hedge Beziehung
langfristig 415 492
kurzfristig 1.367 1.169
Derivate ohne Hedge Beziehung
langfristig 0 155
kurzfristig 596 649
Summe negativer Marktwerte 2.378 2.465
Saldo 9.436 581

Die Marktwerte für Absicherungsgeschäfte von konzerninternen Darlehen sind in den Derivaten ohne Hedge-Beziehungen enthalten, da sich das Grundgeschäft bestehend aus konzern-
internen Forderungen und Verbindlichkeiten heraus konsolidiert. Die positiven Marktwerte dieser Derivate zum Bilanzstichtag betrugen 582 TEUR (i.Vj. 27 TEUR), die negativen Marktwerte beliefen sich auf 577 TEUR (i.Vj. 281 TEUR). Die Veränderung führte insgesamt zu einem Gewinn von 259 TEUR (i.Vj. Verlust 281 TEUR), welcher erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst wurde.

Bei den Derivaten mit Hedge-Beziehung wurden zum 31. Dezem-
ber 2022 kumulierte Gewinne in Höhe von 793 TEUR (i.Vj. kumulierte Verluste von 957 TEUR) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Von den zum 31. Dezember 2021 erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Verlusten erfolgte 2022 in Höhe von 465 TEUR (i.Vj. Gewinne von 769 TEUR) eine Umgliederung aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust. Eine solche Umgliederung geht in der Regel mit der erfolgswirksamen Erfassung des Grundgeschäftes (zum Beispiel Erfassung der Umsatzerlöse und Buchung der entsprechenden Forderung bei Rechnungsstellung) einher, sodass sich hier die mit dem Abschluss des Sicherungsgeschäftes angestrebte ausgleichende Wirkung in der Gewinn- und Verlustrechnung einstellt.

Die Devisensicherungsgeschäfte sichern in Höhe von 61.599 TEUR Fremdwährungsrisiken mit einem Zeithorizont bis zum Jahresende 2023 ab. Fremdwährungsrisiken mit einem Zeithorizont bis Ende 2026 wurden in Höhe von 21.385 TEUR abgesichert.

Die wesentlichen Fremdwährungsrisiken im Jenoptik-Konzern betreffen den US-Dollar. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflis-
tung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in US-Dollar sowie die daraus resultierende bilanzielle Netto-
risikoposition:

31.12.2022 31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte 32.915 50.646
Finanzielle Verbindlichkeiten 59.426 55.497
Bilanzielle Nettorisikoposition –26.511 –4.851

Zum Bilanzstichtag bestand eine auf US-Dollar basierende bilanzielle Nettorisikoposition in Höhe von minus 26.511 TEUR (i.Vj. minus 4.851 TEUR). Eine Veränderung des US-Dollar-
Kurses hätte somit die nachfolgend dargestellten Auswirkungen gehabt:

EUR/USD-Kurs Änderung der Nettorisiko- position (in TEUR)
Stichtagskurs 31.12.2022 1,0666
(1,1326)
Erhöhung um 5 Prozent 1,1199 –1.262
(1,1892) (–231)
Verringerung um 5 Prozent 1,0133 1.395
(1,0760) (255)
Erhöhung um 10 Prozent 1,1733 –2.410
(1,2459) (–441)
Verringerung um 10 Prozent 0,9599 2.946
(1,0193) (539)

Neben den bilanziellen Risiken existieren in Bezug auf den US-Dollar weitere Risiken aus erwarteten Zahlungsströmen. Diese werden im Rahmen der jährlichen Mittelfristplanung abgeschätzt und anteilig abgesichert. Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich durch Derivate abgesicherte Zahlungsströme in US-Dollar auf einen Gegenwert von 59.502 TEUR (i.Vj. 46.481 TEUR).

8.3 Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

Bis zum 30.# 8.3 Bürgschaften und Patronatserklärungen

Bis zum Juni 2022 gehörte VINCORION zum Konsolidierungskreis des Jenoptik-Konzerns. Insofern wurden konzerninterne Bürgschaften, Patronatserklärungen und Garantien (nachfolgend zusammengefasst als Bürgschaften) der JENOPTIK AG nicht als externe Bürgschaftsverhältnisse dargestellt. Mit dem abgeschlossenen Verkauf von VINCORION werden die zum 31. Dezember 2022 noch bestehenden Bürgschaften von insgesamt 19.519 TEUR als konzernextern eingestuft. Die bei der JENOPTIK AG für einen bestimmten Zeitraum verbliebenen externen Vertragserfüllungsbürgschaften gegenüber Kunden der VINCORION betrugen zum 31. Dezember 2022 10.000 TEUR. Für weitere bestehende Bürgschaften in Höhe von 9.519 TEUR wurden für den Zeitraum bis zu einer befreienden Schuldübernahme durch VINCORION Rückbürgschaften von Banken gestellt. Das Risiko einer zukünftigen Inanspruchnahme wird derzeit als gering eingeschätzt. Darüber hinaus wurde einer sich in Liquidation befindlichen nicht konsolidierten Gesellschaft eine Finanzierungszusage im Hinblick auf eine geordnete Abwicklung der Liquidation gegeben.

8.4 Rechtsstreitigkeiten

Die JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an wenigen Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt. Für mögliche finanzielle Belastungen aus laufenden Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden in angemessener Höhe Rückstellungen für Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet (vgl. Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).

8.5 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen nach IAS 24

Als nahestehende Unternehmen oder Personen im Sinne des IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ gelten Unternehmen bzw. Personen, die den Jenoptik-Konzern beherrschen oder von ihm beherrscht werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie Unternehmen und Personen, die kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzen, die Finanz- und Geschäftspolitik des Managements der JENOPTIK AG maßgeblich zu steuern oder an der gemeinsamen Führung der JENOPTIK AG beteiligt sind. Beherrschung liegt hierbei dann vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der JENOPTIK AG hält. Der größte Einzelaktionär der JENOPTIK AG ist die Thüringer Industriebeteiligungs GmbH&Co. KG, Erfurt, die direkt insgesamt 11 Prozent der Stimmrechte hält.

Konzernanhang

Gesamt Unternehmen davon mit nicht konsolidierten Unternehmen verbundenen asoziierten und in TEUR konsolidierten Unternehmen
Beteiligungen Umsatz
819 0 819
(1.024) (12) (1.012)
Bezogene Leistungen 1.570 48 1.522
(1.959) (361) (1.598)
Forderungen aus operativer Geschäftstätigkeit 582 42 539
(310) (36) (274)
Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit 162 0 162
(0) (0) (0)
Finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0
(3.022) (0) (3.022)
Finanzielle Vermögenswerte, Gewährte Darlehen und Ausleihungen 1.016 0 1.016
(125) (0) (125)

Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr.

Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Als nahestehende Person der JENOPTIK AG gelten ferner die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats. Die Aufgliederung der im Jahr 2022 ergebniswirksam erfassten Gesamtvergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen (Vorstand und Aufsichtsrat) wird in nachfolgender Tabelle dargestellt.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Vergütung des Vorstands
Kurzfristig fällige Leistungen¹ 1.849 1.865
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 360 360
Anteilsbasierte Vergütung 3 1.121
Vergütung des Vorstands 2.207 3.346
Vergütung des Aufsichtsrats² 885 782
Gesamt 3.092 4.128

¹ Festvergütung, einjährige variable Vergütung sowie Nebenleistungen (Beiträge zur Unfallversicherung sowie die Bereitstellung von Firmenwagen)
² Festvergütung und Ausschussvergütung einschließlich Sitzungsgeldern, netto

Individualisierte Angaben zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der JENOPTIK AG sind im Vergütungsbericht dargestellt. Die in der Tabelle dargestellten Aufwendungen für die anteilsbasierte Vergütung des Vorstands resultierten aus der fortlaufenden Bewertung aller zum Bilanzstichtag vorläufig gewährten Performance Shares jeweils mit dem jeweils beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr vorläufig zugeteilten 21.530 Stück Performance Shares (i.Vj. 30.273 Stück zuzüglich 161 Stück Dividendenschutz-Altaktien) zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt 435 TEUR (i.Vj. 556 TEUR). Die den Mitgliedern des Vorstands gewährten Gesamtbezüge nach §314 Nr. 6 HGB betrugen im Geschäftsjahr 2022 damit insgesamt 2.645 TEUR (i.Vj. 2.781 TEUR). Gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bestanden zum Bilanzstichtag offene Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 3.375 TEUR (i.Vj. 4.047 TEUR) aus ein- und mehrjährigen variablen Vergütungsbestandteilen des Vorstands sowie der Vergütung des Aufsichtsrats. Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden in Höhe von 139 TEUR (i.Vj. 185 TEUR) geleistet. Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 1.552 TEUR (i.Vj. 3.108 TEUR). Der für diese bestehenden Rückstellungen im Geschäftsjahr 2022 erfasste Zinsaufwand betrug 31 TEUR (i.Vj. 20 TEUR). Wie im Vorjahr gab es im Geschäftsjahr 2022 keine Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern beider Gremien. Im Geschäftsjahr 2022 wurden – wie in den Jahren zuvor – keine Kredite oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder ausgereicht. Folglich gab es auch keine Darlehensablösungen.

9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand der JENOPTIK AG hat am 20. März 2023 die Weitergabe des vorliegenden Konzernabschlusses an den Aufsichtsrat genehmigt. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 27. März 2022 zu prüfen und zu billigen.

Dividende.

Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft JENOPTIK AG, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2022 beträgt der Bilanzgewinn der JENOPTIK AG 75.383.014,03 Euro, bestehend aus dem Jahresüberschuss 2022 in Höhe von 55.383.014,03 Euro zuzüglich eines Gewinnvortrags von 20.000.000,00 Euro. Der Vorstand empfiehlt dem Aufsichtsrat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022, der Hauptversammlung 2023 für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 0,30 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie und damit über Vorjahresniveau vorzuschlagen (i.Vj. 0,25 Euro). Damit soll vom Bilanzgewinn der JENOPTIK AG des Geschäftsjahres 2022 ein Betrag in Höhe von 17.171.434,50 Euro ausgeschüttet werden. Vom verbleibenden Bilanzgewinn der JENOPTIK AG soll ein Betrag von 38.211.579,53 Euro in andere Gewinnrücklagen eingestellt und ein Betrag in Höhe von 20.000.000,00 Euro auf neue Rechnung vorgetragen werden. Weitere Vorgänge von wesentlicher Bedeutung nach dem 31. Dezember 2022 gab es nicht.

10 Sonstige Pflichtangaben und ergänzende Angaben nach HGB

10.1 Pflichtangaben nach §315e HGB und §264 Abs.3 oder §264b HGB

Der Konzernabschluss der JENOPTIK AG ist gemäß §315e HGB mit befreiender Wirkung für einen Konzernabschluss nach HGB in Übereinstimmung mit den Richtlinien des IASB erstellt. Gleichzeitig stehen Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht im Einklang mit der Richtlinie der Europäischen Union zur Konzernrechnungslegung (2013/34/EU). Um die Gleichwertigkeit mit einem nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss zu erreichen, werden alle Angaben und Erläuterungen veröffentlicht, die vom HGB gefordert werden und die über die nach IFRS notwendigen Angabepflichten hinausgehen. Durch die Einbeziehung in den Konzernabschluss der JENOPTIK AG haben folgende vollkonsolidierte verbundene deutsche Unternehmen von den Erleichterungen des §264 Abs. 3 oder §264b HGB Gebrauch gemacht:
* JENOPTIK Automatisierungstechnik GmbH, Jena
* JENOPTIK Industrial Metrology Germany GmbH, Villingen-Schwenningen
* JENOPTIK Optical Systems GmbH, Jena
* JENOPTIK Robot GmbH, Monheim am Rhein
* Trioptics GmbH, Wedel

10.2 Beschäftigte und Personalaufwand

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten teilt sich wie folgt auf:

Mitarbeiter 2022 2021
Advanced Photonic Solutions 2.782 2.154
Smart Mobility Solutions 476 484
Non-Photonic Portfolio Companies 654 714
Sonstige¹ 613 971
Gesamt 4.524 4.322
davon fortgeführte Geschäftsbereiche 4.196 3.631

¹ Inklusive aufgegebener Geschäftsbereich VINCORION

Im Geschäftsjahr 2022 waren darüber hinaus im Durchschnitt 178 Auszubildende (i.Vj. 167) beschäftigt. Die Ermittlung des Durchschnitts erfolgte nach Maßgabe der Vorgaben des §267 Abs. 5 HGB zur Umschreibung der Größenklassen.# Der Personalaufwand der fortgeführten und des aufgegebenen Geschäftsbereichs setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
Löhne und Gehälter 322.071 282.951
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 49.842 47.813
Aufwendungen für Altersversorgung 5.294 2.644
Gesamt 377.208 333.408
davon fortgeführte Geschäftsbereiche 347.217 274.448

10.3 Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare für die erhaltenen Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers sowie der mit diesem verbundenen Unternehmen bzw. Netzwerkgesellschaften betrugen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Abschlussprüfungsleistungen 1.770 1.565
Andere Bestätigungsleistungen 108 21
Steuerliche Beratungsleistungen 4 23
Gesamt 1.881 1.609

Die Honorare für die Abschlussprüfungsleistungen betreffen Aufwendungen für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der JENOPTIK AG sowie gesetzliche und freiwillige Abschlussprüfungen von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Andere Bestätigungsleistungen des Abschlussprüfers wurden im Rahmen von Bescheinigungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und nach der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) erbracht. Darüber hinaus sind Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der VINCORION enthalten sowie der Prüfung des Vergütungsberichts gemäß §162 AktG. Steuerliche Beratungen entfallen auf Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Steuererklärung einer ausländischen Tochtergesellschaft. Von den Gesamtaufwendungen entfallen Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 1.095 TEUR (i.Vj. 1.040 TEUR), andere Bestätigungsleistungen von 108 TEUR (i.Vj. 21 TEUR) sowie Steuerberatungsleistungen von 0 TEUR (i.Vj. 18 TEUR) auf den Konzernabschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland.

10.4 Deutscher Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der JENOPTIK AG haben im Dezember 2022 die Entsprechenserklärung nach §161 AktG zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 abgegeben. Die Entsprechenserklärung wurde den Aktionären auf der Internet-Seite der JENOPTIK AG unter www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht. Die Erklärung liegt auch in den Geschäftsräumen der JENOPTIK AG (Carl-Zeiß-Straße 1, 07743 Jena, Deutschland) zur Einsichtnahme aus.

Konzernabschluss | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 216

11 Aufstellung des Anteilsbesitzes des Jenoptik-Konzerns zum 31. Dezember 2022 gemäß §313 Abs. 2 HGB

Nr. Name und Sitz der Gesellschaft Anteil Jenoptik bzw. Gesellschafters in % Eigenkapital 31.12.2022 TEUR¹ Ergebnis des unmittelbaren 2022 TEUR¹
1.1 Verbundene konsolidierte Unternehmen – unmittelbare Beteiligungen
1 JENOPTIK Asia-Pacific Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100
2 JENOPTIK Automatisierungstechnik GmbH, Jena, Deutschland 100
3 JENOPTIK Industrial Metrology Germany GmbH, Villingen-Schwenningen, Deutschland 100
4 JENOPTIK North America, Inc., Jupiter (FL), USA 100
5 JENOPTIK Optical Systems GmbH, Jena, Deutschland 100
6 JENOPTIK Robot GmbH, Monheim am Rhein, Deutschland 100
mittelbare Beteiligungen
7 Asam Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz, Deutschland 94
8 Berliner Glas Wuhan Trading Co., Ltd., Wuhan, China 100
9 BROXBURN, S.L., Madrid, Spanien 100
10 INTEROB RESEARCH & SUPPLY, S.L., Valladolid, Spanien 100
11 INTEROB, S.L., Valladolid, Spanien 100
12 JENOPTIK (Shanghai) International Trading Co., Ltd., Shanghai, China 100
13 JENOPTIK (Shanghai) Precision Instrument and Equipment Co., Ltd., Shanghai, China 100
14 JENOPTIK Australia Pty Ltd., Sydney, Australien 100
15 JENOPTIK Automotive North America, LLC, Rochester Hills (MI), USA 100
16 JENOPTIK Benelux B.V., Drunen, Niederlande 100
17 JENOPTIK India Private Limited, Bangalore, Indien 100
18 JENOPTIK INDUSTRIAL METROLOGY DE MEXICO, S. DE R.L. DE C.V., Saltillo, Mexiko 98
19 JENOPTIK Industrial Metrology France SAS, Bayeux Cedex, Frankreich 100
20 JENOPTIK JAPAN Co. Ltd., Yokohama, Japan 100
21 JENOPTIK Korea Corporation, Ltd., Pyeongtaek, Korea 66,66
22 JENOPTIK Optical Systems, LLC, Jupiter (FL), USA 100
23 JENOPTIK Traffic Solutions Switzerland AG, Uster, Schweiz 100
24 JENOPTIK Traffic Solutions UK Ltd., Camberley, Großbritannien 100
25 JENOPTIK UK Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100
26 Prodomax Automation Ltd., Barrie, Kanada 100
27 SwissOptic (Wuhan) Co., Ltd., Wuhan, China 100
28 SwissOptic AG, Heerbrugg, Schweiz 100
29 Trafipax, LLC, Jupiter (FL), USA 100
30 TRIOPTICS Berlin GmbH, Berlin, Deutschland 100
31 Trioptics GmbH, Wedel, Deutschland 100
32 Trioptics Hong Kong Limited, Hong Kong 100
33 Trioptics Japan Co., Ltd., Shizuoka, Japan 61,25
34 Trioptics Korea Co., Ltd., Suwon, Korea 60
35 Trioptics Optical Test Instruments (China) Ltd., Beijing, China 51
36 TRIOPTICS Scandinavia OY, Tampere; Finnland 100
37 TRIOPTICS SINGAPORE PTE. LTD., Singapore 100
38 TRIOPTICS TAIWAN LTD., Taoyuan, Taiwan 51
39 Trioptics, Inc., Rancho Cucamonga, California, USA 100
1.2 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen – unmittelbare Beteiligungen
40 FIRMICUS Verwaltungsgesellschaft mbH, Jena, Deutschland, i.L.² 100 35 –2
41 SAALEAUE Immobilien Verwaltungsgesellschaft mbH, Jena, Deutschland, i.L.² 100 36 2
42 KORBEN Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald, Deutschland, i.L.² 100 324 14
mittelbare Beteiligungen
43 JENOPTIK do Brasil Instrumentos de Precisão e Equipamentos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100 –8134 –94
44 JENOPTIK Saudi Arabia, LLC, Jeddah, Saudi-Arabien, i.L.² 100 95 –375
45 Hörsel GmbH (ehemals PHOTONIC SENSE GmbH), Eisenach, Deutschland, i.L.² 100 –541 330
2. At-equity bewertete Beteiligungen
46 HILLOS GmbH, Jena, Deutschland 50 15.944 1.156
47 TELSTAR-HOMMEL CORPORATION, Ltd., Pyeongtaek, Korea 33,33 17.6974 –4174
48 Trioptics France S.A.R.L., Villeurbanne, Frankreich 50 2564 344
3. Beteiligungen – unmittelbare Beteiligungen
49 JENAER BILDUNGSZENTRUM gGmbH SCHOTT CARL ZEISS JENOPTIK, Jena, Deutschland 33,33 1.5384 –334
mittelbare Beteiligungen
50 HOMMEL CS s.r.o., Teplice, Tschechische Republik 40 1.1614 1064
51 JENOPTIK Robot Algérie SARL, Algier, Algerien 49 1844 04
52 JT Optical Engine GmbH + Co. KG, Jena, Deutschland, i.L.² 50 506 –1
53 JT Optical Engine Verwaltungs GmbH, Jena, Deutschland, i.L.² 50 23 0
54 ZENTERIS GMBH, JENA, DEUTSCHLAND, I.I. ³ 24,97 6 6
  • ¹Angaben aus Jahresabschlüssen in Fremdwährung umgerechnet zum Stichtagskurs bzw. Durchschnittskurs des jeweiligen Jahres
  • ²i.L. = in Liquidation
  • ³i.I. = in Insolvenz
  • ⁴Angaben für Jahresabschluss 2021
  • ⁵Angaben zum 31. März 2018
  • ⁶Daten nicht verfügbar
  • ⁷abweichendes Geschäftsjahr zum 30. Juni
  • ⁸abweichendes Geschäftsjahr zum 30. September
  • ⁹Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. September 2021
  • ¹⁰mittelbare Beteiligung über Trioptics Optical Test Instruments (China) Ltd.

Jena, 20. März 2023

JENOPTIK AG

Dr. Stefan Traeger Hans-Dieter Schumacher
Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand

Dr. Prisca Havranek-Kosicek Dr. Ralf Kuschnereit
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernabschluss | Konzernanhang
JENOPTIK Geschäftsbericht 2022 218