Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

IVU Traffic Technologies AG Annual Report 2010

Apr 28, 2011

233_rns_2011-04-28_c63cd9df-b332-43d0-b301-8464cfc95592.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

IVU Traffic Technologies AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der IVU Traffic Technologies AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Berlin, 17. März 2011

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

scroll

Glöckner

Wirtschaftsprüfer
Weiß

Wirtschaftsprüfer

Anlage 1

IVU Traffic Technologies AG, Berlin

Bilanz zum 31. Dezember 2010

scroll

AKTIVA 31.12.2009
T€
--- --- --- ---
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 166.010,00 187
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.742.087,00 3.222
2.908.097,00 3.409
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 28.478,09 49
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 791.947,66 978
820.425,75 1.027
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.855.094,79 1.855
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Unfertige Leistungen 9.466.905,82 5.879
2. Waren 1.112.166,65 1.190
3. Geleistete Anzahlungen 102.175,11 454
10.681.247,58 7.523
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.778.802,83 13.995
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.354.015,15 358
3. Sonstige Vermögensgegenstände 174.811,46 651
12.307.629,44 15.004
III. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 0,00 165
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.423.547,78 2.603
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 212.002,44 474
30.208.044,78 32.060

scroll

PASSIVA 31.12.2009
T€
--- --- --- ---
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 17.719.160,00 17.719
II. Kapitalrücklage 49.102.472,94 49.103
III. Bilanzverlust 53.706.692,96 54.161
13.114.939,98 12.661
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.734.432,13 3.027
2. Steuerrückstellungen 83.591,28 84
3. Sonstige Rückstellungen 5.016.289,42 4.491
7.834.312,83 7.602
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 1.467
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.681.905,89 5.443
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.980.758,51 3.332
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 682.504,84 729
5. Sonstige Verbindlichkeiten 778.567,19 649
davon aus Steuern € 753.367,01 (Vj. T€ 616)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 7.046,23 (Vj. T€ 24)
9.123.736,43 11.620
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 135.055,54 177
30.208.044,78 32.060

Anlage 2

IVU Traffic Technologies AG, Berlin

Gewinn- und Verlustrechnung für 2010

scroll

2009
T€
--- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 31.640.549,92 35.441
2. Erhöhung (Vj.Verminderung) des Bestands

an unfertigen Leistungen
3.587.449,00 -228
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.106.328,83 736
36.334.327,75 35.949
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe und für bezogene Waren
6.748.333,47 7.309
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.482.337,69 3.124
10.230.671,16 10.433
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 14.526.528,77 14.270
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für 2.573.605,69 2.437
Altersversorgung und für Unterstützung

davon für Altersversorgung € 137.671,62 (Vj. T€ 148)
17.100.134,46 16.707
6. Abschreibungen:
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen
1.134.996,12 1.058
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens 0,00 107
1.134.996,12 1.165
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.763.571,71 5.496
35.229.373,45 33.801
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 91.152,59 86
9. Erträge aus Beteiligungen 635.311,81
davon aus verbundenen Unternehmen € 635.311,81 (Vj. T€ 0)
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 14.686,52 9
davon aus verbundenen Unternehmen € 0 (Vj. T€ 2)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 389.284,48 215
davon an verbundene Unternehmen € 14.461,28 (Vj. T€ 13)
351.866,44 -120
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.456.820,74 2.028
13. Außerordentliche Aufwendungen 968.026,00 0
14. Außerordentliches Ergebnis -968.026,00 0
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 88
16. Sonstige Steuern 34.868,64 8
17. Jahresüberschuss 453.926,10 1.932
18. Verlustvortrag 54.160.619,06 56.093
19. Bilanzverlust 53.706.692,96 54.161

Anlage 3

IVU Traffic Technologies AG, Berlin

Anhang für das Geschäftsjahr 2010

I. Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die IVU Traffic Technologies AG wendet erstmalig für das Geschäftsjahr 2010 die Regelungen des am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) an. Soweit sich daraus Änderungen bei Ausweis und Bewertung von Bilanzposten ergeben, wurden die Vorjahreszahlen nicht angepasst.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um nutzungsbedingte lineare Abschreibungen, bewertet.

Die ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden in Abweichung zu § 285 Nr. 13 HGB über 11 bzw. 15 Jahre planmäßig abgeschrieben, was der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer entspricht.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten.

Unfertige Leistungen werden zu Herstellungskosten, Waren nach der FiFo-Methode (First in First out) bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einschließlich Verwaltungskosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens. Fremdkapitalzinsen und Vertriebskosten werden in die Herstellungskosten nicht mit einbezogen. Soweit die erwarteten Verkaufserlöse aus Aufträgen nicht die Anschaffungs- und Herstellungskosten zuzüglich noch anfallender Kosten decken, erfolgen Abschläge, um eine verlustfreie Bewertung sicherzustellen.

Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten unter Beachtung des Niederstwertprinzips.

Die Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen in angemessener Höhe ab. Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit einem Zinssatz von 5,15 % und unter Verwendung der Heubeck Richttafeln 2005G ermittelt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der Jahresabschluss enthält Positionen, denen Beträge in fremder Währung zu Grunde liegen. Posten in Fremdwährung in der Bilanz wurden zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Für die Ermittlung der latenten Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Aus der Gegenüberstellung von aktiven und passiven latenten Steuern (einschließlich der Differenzen aus steuerlichen Verlustvorträgen) ergab sich zum Bilanzstichtag ein Aktivüberhang. Temporäre Differenzen i.S.v. § 274 HGB ergeben unter Verwendung eines Steuersatzes von 30,79 % sich bei folgenden Bilanzposten:

Immaterielle Vermögensgegenstände (passive latente Steuern)
Pensionsrückstellungen (aktive latente Steuern)
Sonstige Rückstellungen (aktive latente Steuern)

Darüber hinaus bestehen ungenutzte steuerliche Verlustvorträge, deren Realisierung durch zukünftige positive Steuerbemessungsgrundlagen hinreichend sicher scheint. Auch hieraus ergibt sich eine aktive latente Steuer. Insgesamt übersteigen die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern, sodass ein Aktivüberhang vorliegt, der entsprechend § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert wird.

III. Angaben zu bestimmten Bilanzpositionen sowie zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Aufgliederung und die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagenspiegel.

In den immateriellen Vermögensgegenständen werden zum Bilanzstichtag Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von T€ 2.742 ausgewiesen. Im Geschäftsjahr betrugen die planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte T€ 480.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter € 410 betragen, wurden im Geschäftsjahr als Aufwand erfasst. Der in den Vorjahren im Rahmen der Anwendung der Poolabschreibung gebildete Sammelposten für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen € 150 und € 1.000 wurde planmäßig zu einem Fünftel abgeschrieben. Im Jahr 2010 wurden Investitionen teilweise im Rahmen von Mietkaufverträgen durchgeführt.

Der Anteilsbesitz stellt sich zum 31. Dezember 2010 wie folgt dar:

scroll

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am

Kapital

%
Eigenkapital

T€
Ergebnis

T€
IVU – Gesellschaft für Informatik,

Verkehrs- und Umweltplanung

mbH, Berlin ("IVU GmbH")
100,00 480 0 *
IVU Benelux B.V., Veenendaal, Nie-

derlande ("IVU Benelux")
100,00 457 ** 11 **
IVU Traffic Technologies Italia s.r.l.,

Rom, Italien ("IVU Italia")
100,00 426 ** 96 **
IVU Traffic Technologies UK Ltd.,

Birmingham, Großbritannien ("IVU

UK")
100,00 77 ** -30 **

* nach Ergebnisübernahme durch IVU Traffic Technologies AG

** nach IFRS Einzelabschluss

Die unfertigen Leistungen sind zu Herstellungskosten, der Warenbestand ist zu Anschaffungskosten, jeweils unter Beachtung des Niederstwertprinzips, bewertet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zu Nominalbeträgen abzüglich Einzel- und Pauschalwertberichtigungen bewertet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben mit Ausnahme der Sicherheitseinbehalte eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Sicherheitseinbehalte, die zum Stichtag erst nach einem Jahr zur Auszahlung gelangen, betragen T€ 93.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 1.354 (Vj. T€ 357)

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Steuerforderungen in Höhe von T€ 52 sowie Zuwendungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Höhe von T€ 22. Insgesamt sind in den sonstigen Vermögensgegenständen Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von T€ 0 enthalten (Vj. T€ 509). Die Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr betrafen in 2009 die Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen, die in 2010 mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet wurden.

Die Flüssigen Mittel enthalten in Höhe von T€ 911 (Vj. T€ 1.154) Termingelder, die als Sicherheit für ausgereichte Bürgschaften hinterlegt und nicht frei verfügbar sind.

In den Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken ausreichend berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Personalrückstellungen in Höhe von T€ 1.692, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von T€ 1.626 und Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von T€ 581.

Die Pensionsrückstellungen werden nach der „Projected Unit Credit“ (PUC) Methode unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln 2005G ermittelt. Für die Abzinsung wurde gemäß § 253 Abs. 2 S. 2 HGB pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 5,15 % (Vj. 6,0 %) verwendet.

Für Verpflichtungen wurden erwartete Rentensteigerungen mit 2,0 % p. a. (Vorjahr 0 % p. a.) und Gehaltssteigerungen von 2,5 % p.a. (Vorjahr 0 %) berücksichtigt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde mit 3 % (Vorjahr 0 %) unterstellt.

Insgesamt wurden gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB Vermögenswerte, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen, in Höhe von T€ 1.418 mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Die Fälligkeit der Verbindlichkeiten ergibt sich aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel (in Klammern Angabe der Vorjahreswerte):

scroll

Restlaufzeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Gesamt
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten
0 (1.467) 0 0 0 (1.467)
Erhaltene Anzahlungen auf

Bestellungen
4.682 (5.443) 0 0 4.682 (5.443)
Verbindlichkeiten aus Liefe-

rungen und Leistungen
2.669 (2.982) 312 (349) 2.981 (3.331)
Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen
683 (729) 0 0 683 (729)
Sonstige Verbindlichkeiten 778 (644) 0 (5) 778 (649)
8.812 11.265 312 (354) 9.124 (11.619)

Kreditlinien bei der Deutsche Bank AG und der Landesbank Berlin AG in Höhe von jeweils T€ 1.500 sind durch Globalzession von Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen und aus der Vergabe von Lizenzen gesichert. Die Kreditlinien wurden zum Stichtag nicht in Anspruch genommen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus der Bilanz nicht ersichtliche sonstige finanzielle Verpflichtungen von Bedeutung bestehen aus Dauerschuldverhältnissen (Mietverträgen und Leasingverträgen), die zu folgenden Zahlungen führen:

scroll

Mietzahlungen

T€
Leasingzahlungen

T€
Summe

T€
2011 844 435 1.279
2012 838 290 1.128
2013 840 166 1.006
2014 848 86 934
2015 und später 278 0 278
Gesamt 3.648 977 4.625

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

scroll

2010

T€
2009

T€
Public Transport 27.514 30.154
Logistics 3.634 4.617
Sonstige 493 670
31.641 35.441
Inland 18.665 17.725
Ausland 12.976 17.716
31.641 35.441

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 583, Kursgewinne in Höhe von T€ 129 sowie Erträge aus Zuwendungen für Forschung und Entwicklung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Höhe von insgesamt T€ 61.

Darüber hinaus beinhalten die sonstige betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge aus einer Steuererstattung für Vorjahre in Höhe von T€ 120.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus der Einzelwertberichtigung von Forderungen in Höhe von T€ 799.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen T€ 91 (Vj. T€ 86) betreffen den gemäß Ergebnisabführungsvertrag abgeführten Gewinn des Geschäftsjahres 2010 der IVU GmbH - an die IVU Traffic Technologies AG (IVU AG).

Die außerordentlichen Aufwendungen beinhalten ausschließlich den Effekt aus der Umstellung der Bewertung der Pensionsrückstellungen (T€ 967) und der Rückstellung für Sterbegeld (T€ 1) infolge der erstmaligen Anwendungen der Vorschriften des BilMoG zum 1. Januar 2010.

Sonstige Angaben

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag € 17.719.160 eingeteilt in 17.719.160 Stückaktien zum rechnerischen Wert von je € 1.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2010 wurde das genehmigte Kapital 2002/I aufgehoben und der Vorstand wurde ermächtigt das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 18. Mai 2015 einmalig oder mehrmalig um bis zu € 1.000.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 1.000.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Zum 31. Dezember 2009 betrug das genehmigte Kapital € 0.

Organe und Organbezüge

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde die Gesellschaft vertreten durch die Vorstände:

Herrn Martin Müller-Elschner (Vorsitzender)
Herrn Frank Kochanski
Herrn Helmut Bergstein

Die Gesamtbezüge der Vorstände beliefen sich im Berichtsjahr auf T€ 768 (2009: T€ 875). Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus einem fixen Anteil und einem variablen Anteil zusammen. Im Berichtsjahr betrug der variable Vergütungsanteil ca. 24 % (2009: 24 %) der Gesamtbezüge. Die Hauptversammlung hat am 24. Mai 2006 beschlossen, die Gesellschaft von der Offenlegung der Bezüge einzelner Mitglieder des Vorstands zu befreien.

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrates waren bestellt.

Herr Klaus-Gerd Kleversaat (Vorsitzender des Aufsichtsrates), Berlin

Vorstand der quirin bank AG, Berlin,
Vorstand der Tradegate Wertpapierhandelsbank AG, Berlin,
stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ventegis Capital AG, Berlin,
Aufsichtsratsmitglied der Euro Change Wechselstuben AG, Berlin,
Aufsichtsratsmitglied der Stream Films AG, Berlin,
Aufsichtsratsmitglied der Orbit Software AG, Berlin.

Herr André Neiß, Hannover

Vorstandsvorsitzender der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, Hannover,
Beirat der Hannover Region Grundstücksgesellschaft mbH HRG & Co. Passerelle KG, Hannover,
Mitglied des Beirats der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH, Hannover,
Geschäftsführer der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbH, Hannover,
Beirat Haftpflichtgemeinschaft Deutscher Nahverkehrs- und Versorgungsunternehmen (HDN), Bochum.

Herr Prof. Dr. Herbert Sonntag, Berlin

Vizepräsident der Technischen Hochschule Wildau (FH),
Vorsitzender des Vorstands Logistiknetz Berlin Brandenburg e.V.,
Berlin – Potsdam,
Mitglied des Vorstandes der Allianz pro Schiene e.V., Berlin

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder beträgt im Berichtsjahr T€ 37,5 (2009: T€ 37,5).

Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder wurden im Berichtsjahr Pensionszahlungen in Höhe von T€ 81 (2009: T€ 40) geleistet.

Für frühere Organmitglieder bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 1.103 (2009: T€ 1.798). Der Rückgang der Pensionsrückstellungen für frühere Organmitglieder resultiert insbesondere aus der Verrechnung von Aktivwerten mit den Pensionsrückstellungen.

Mitarbeiter

Übersicht über die beschäftigten Mitarbeiter:

scroll

Anzahl

durchschnittlich

Beschäftigter

in 2010
Mitarbeiter per

31. Dezember 2010
Angestellte Vollzeit 244 242
Angestellte Teilzeit 24 25
Aushilfen 46 45
314 312

Erklärung gemäß § 289a HGB zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung wurde gemäß § 289a Abs. 1 HGB veröffentlicht und den Aktionären auf der Internetseite der IVU AG zugänglich gemacht. Die Erklärung zur Unternehmensführung beinhaltet die Erklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate-Governance-Kodex.

Mitteilungen nach dem WpHG

Der IVU AG wurden im Geschäftsjahr 2010 die folgenden Anteilserwerbe/Anteilsveräußerungen nach § 15a WpHG gemeldet:

Im Geschäftsjahr 2010 hat Klaus-Gerd Kleversaat, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, 30.000 IVU-Aktien erworben.
Im Geschäftsjahr 2010 Frank Kochanski, Mitglied des Vorstands, hat im Berichtszeitraum 3.500 IVU-Aktien erworben.

Der IVU AG wurden im Geschäftsjahr 2009 die folgenden Anteilserwerbe/Anteilsveräußerungen nach § 15a WpHG gemeldet:

Im Geschäftsjahr 2009 hat der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Ernst Denert 58.132 Stück Aktien veräußert.
Im Geschäftsjahr 2009 hat der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Gerd Kleversaat 90.000 Stück Aktien erworben.

Prüfungs- und Beratungshonorare

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers beträgt T€ 94. Der Aufwand für Steuerberatungsleistungen beträgt T€ 58.

Mitteilungspflichtige Beteiligungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Im Geschäftsjahr 2010 wurde der IVU AG die Über- oder Unterschreitung der folgenden Schwellenwerte gemäß § 21 Abs. 1 WpHG gemeldet:

Herr Prof. Dr. Ernst Denert, Deutschland, hat der IVU AG am 15. April 2010 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der IVU Traffic Technologies AG, Bundesallee 88, 12161 Berlin, Deutschland, am 29. März 2010 die Schwelle von 10 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,7 % (1.720.000 Stimmrechtsaktien) betrug.

Im Geschäftsjahr 2009 wurde der IVU AG die Über- oder Unterschreitung der folgenden Schwellenwerte gemäß § 21 Abs. 1 WpHG gemeldet:

Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG hat im Berichtsjahr 2009 1.500.000 Stück Aktien veräußert. Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, Deutschland, hat der IVU AG am 2. Dezember 2009 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der IVU Traffic Technologies AG, Bundesallee 88, 12161 Berlin, Deutschland, durch Aktienveräußerung am 26.11.2009 einen Stimmrechtsanteil von insgesamt 550.000 Stimmrechten (entspricht 3,11 % der Gesamtmenge der Stimmrechte) hatte, wodurch der Stimmrechtsanteil der üstra die Schwelle von 5 % unterschritten hat, und durch Aktienveräußerung am 27. November .2009 einen Stimmrechtsanteil von insgesamt 215.000 Stimmrechten (entspricht 1,22 % der Gesamtmenge der Stimmrechte) hatte, wodurch der Stimmrechtsanteil der üstra die Schwelle von 3 % unterschritten hat. Davon sind der üstra in keinem der Fälle Stimmrechte nach § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen (entspricht 0 % der Gesamtmenge der Stimmrechte).
Herr Dr. Wolf-Dieter Klemt, Berlin, hat der IVU AG am 26. Mai 2009 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der IVU Traffic Technologies AG, Bundesallee 88, 12161 Berlin, Deutschland, am 30. Juli 2006 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 4,94 % (875.958 Stimmrechtsaktien) betrug.
Herr Dr. Wolf-Dieter Klemt, Berlin, hat der IVU AG am 13. Dezember 2009 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der IVU Traffic Technologies AG, Bundesallee 88, 12161 Berlin, Deutschland, am 10. Dezember 2009 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 2,56 % (454.059 Stimmrechtsaktien) betrug.

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss gemäß § 315a Abs. 1 HGB.

Berlin, 11. März 2011

Der Vorstand

IVU Traffic Technologies AG, Berlin

Entwicklung des Anlagevermögens 2010

scroll

Anschaffungskosten
1.1.2010

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2010

EUR
--- --- --- --- ---
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 7.525.279,78 73.540,92 0,00 7.598.820,70
2. Geschäfts- oder Firmenwert 7.195.406,91 0,00 0,00 7.195.406,91
14.720.686,69 73.540,92 0,00 14.794.227,61
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 2.693.204,76 0,00 31.317,05 2.661.887,71
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.898.141,82 356.093,93 38.372,04 3.215.863,71
5.591.346,58 356.093,93 69.689,09 5.877.751,42
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.375.432,82 0,00 0,00 12.375.432,82
12.375.432,82 0,00 0,00 12.375.432,82
32.687.466,09 429.634,85 69.689,09 33.047.411,85

scroll

Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1.1.2010

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2010

EUR
31.12.2010

EUR
31.12.2009

TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 7.338.534,78 94.275,92 0,00 7.432.810,70 166.010,00 187
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.973.487,91 479.832,00 0,00 4.453.319,91 2.742.087,00 3.222
11.312.022,69 574.107,92 0,00 11.886.130,61 2.908.097,00 3.409
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 2.644.472,34 18.760,33 29.823,05 2.633.409,62 28.478,09 49
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.920.160,21 542.127,87 38.372,03 2.423.916,05 791.947,66 978
4.564.632,55 560.888,20 68.195,08 5.057.325,67 820.425,75 1.027
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.520.338,03 0,00 0,00 10.520.338,03 1.855.094,79 1.855
10.520.338,03 0,00 0,00 10.520.338,03 1.855.094,79 1.855
26.396.993,27 1.134.996,12 68.195,08 27.463.794,31 5.583.617,54 6.291

Anlage 4

Lagebericht

Inhalt

scroll

1. Die IVU und der Markt
2. Personal
3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
4. Nachtragsbericht
5. Risiken und Ausblick
6. Ergänzende Angaben nach § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB; § 289 Abs. 4 HGB und § 289a HGB

1. Die IVU und der Markt

250 Mal um den Erdball fahren Busse und Bahnen laut Statistischem Bundesamt täglich allein in Deutschland. Rund 10,7 Milliarden Fahrgäste nutzen hierzulande die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit der zunehmenden Urbanisierung steigt ihre Zahl weiter an. Mehr denn je sind intelligente IT-Systeme gefragt, die den effektiven Ressourceneinsatz im öffentlichen Verkehr ermöglichen. Der öffentliche Verkehr bleibt ein Wachstumsmarkt – in Deutschland und auf der ganzen Welt. Das zeigen auch die Umsätze. Unser Kerngeschäft, der öffentliche Personenverkehr, lag 2010 mit 87 % des erwirtschafteten Umsatzes erneut auf einem hohen Niveau.

Dabei dienen unsere Projekte im Inland vor allem der Produktentwicklung. Der öffentliche Verkehr in der Bundesrepublik ist flächendeckend auf einem modernen technischen Standard, der weltweit Eindruck macht. Um diese Qualität nachhaltig zu sichern, sind ständige Weiter- und Neuentwicklungen grundlegend. Durch strukturelle Besonderheiten wie länderübergreifende Verkehrsverbünde und umfassende Tarifregeln sind die Anforderungen in Deutschland sehr komplex. Dementsprechend anspruchsvoll sind auch die Funktionalitäten unserer Produkte. Kunden im Ausland profitieren von diesem kontinuierlichen Fortschritt. Hier werden öffentliche Verkehrssysteme oft völlig neu aufgebaut. Mit der IVU.suite stehen diesen Kunden Standardprodukte für alle Anforderungen zur Verfügung. Daher ist das Auslandsgeschäft für uns sehr lukrativ.

In Südamerika beweist ein Auftrag aus Argentinien, dass die Nachfrage nach deutscher Ingenieurskunst aus dem Hause IVU weiterhin groß ist. Das Verkehrsunternehmen RosarioBus wird seinen Betrieb in Buenos Aires mit über 200 Bussen zukünftig mit IVU.plan steuern. Und auch in Australien besteht großer Investitionsbedarf. So stehen viele Städte des Kontinents heute vor der Herausforderung, ihre über Jahre gewachsenen Verkehrssysteme zu modernisieren und auszubauen. Die erfolgreiche Projektumsetzung in Adelaide hat der IVU die Tür zu diesem Markt geöffnet. Wir sind bekannter geworden und bauen darauf weiter auf. Der Folgeauftrag aus Auckland/Neuseeland zeigt, dass die Strategie Erfolg hat.

Ein sowohl im Inland als auch im Ausland wichtiges Wachstumsfeld sind zudem die Eisenbahnbetriebe. Nachdem Eigenentwicklungen den steigenden Anforderungen oft nicht mehr gerecht werden, investiert diese Kundengruppe verstärkt in erprobte Standardprodukte, vor allem für Planungs- und Dispositionssysteme, aber auch in den Bereichen Flottenmanagement, Fahrgastinformation und Ticketing. Als Anbieter integrierter Gesamtlösungen und als Komponentenlieferant für kundenspezifische Funktionalitäten verfügt die IVU über eine starke Position in diesem attraktiven Markt. Nach Eisenbahnen in Deutschland, Italien, Ungarn und der Schweiz haben sich 2010 auch die Finnischen Staatsbahnen für Software-Lösungen der IVU.suite entschieden.

Systeme für lebendige Städte

Ein zentrales Thema der unter dem Motto „Better City, Better Life“ ausgerichteten Weltausstellung 2010 in Shanghai war die Frage nach der zukünftigen Mobilität von Menschen im urbanen Raum. Weltweit ist der Bedarf an komfortablen, bezahlbaren und umweltschonenden Verkehrsangeboten aufgrund zunehmender Urbanisierung und der Verknappung fossiler Brennstoffe stetig gewachsen.

Mit unseren IT-Lösungen leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu dieser Zukunftsfrage. Und das präsentieren wir nun auch nach außen – mit neuem Claim und modernem Erscheinungsbild. Das neue Motto ‚Systeme für lebendige Städte' beschreibt den ganzheitlichen Ansatz, mit integrierten Systemen die logistischen Herausforderungen zu lösen. Ein neues Logo vermittelt auf einen Blick den Tätigkeitsschwerpunkt der IVU, indem bewegte Linien den Bezug zu Netzen, Gleisen und Strukturen herstellen. Frische Farben stehen für Innovation und moderne technische Standards. Zudem wurden die Namen der Logistik-Produkte entsprechend angepasst und unter dem Markendach IVU vereint.

IVU – das bedeutet sichere und intelligente Systemlösungen, engagierte und lösungskompetente Mitarbeiter sowie eine offene und menschliche Unternehmenskultur. Das neue Markenbewusstsein stärkt die Position der IVU gegenüber ihren Wettbewerbern weiter und wurde von Kunden und Fachbesuchern auf der Innotrans 2010 durchweg positiv aufgenommen.

Die „neuen“ Logistikprodukte

Nicht nur die effiziente Organisation des öffentlichen Verkehrs stellt für die Millionenmetropolen dieser Welt eine Herausforderung dar, auch die zielgruppengenaue Kundenansprache wird in den hochverdichteten Städten und auf den viel umworbenen Käufermärkten zur komplexen Aufgabe. Hier bieten wir mit unserer Geomarketing-Lösung IVU.locate (früher Filialinfo) die optimale Unterstützung. Auf Basis geografischer Informationssysteme (GIS) werden die Informationen verschiedener Datenquellen auf Landkarten übereinandergelegt und Zusammenhänge visualisiert. Entscheidungen über Standorte, die Werbemittelverteilung oder andere strategische Planungen sind mit der Softwareunterstützung problemlos möglich.

Neben der kundenindividuellen Ansprache müssen auch Dienstleistungen in den Städten Tag für Tag reibungslos funktionieren. Mit unseren Produkten IVU.waste (früher Combitour) und IVU.workforce (früher Contour) bieten wir auch für Ver- und Entsorger Softwaresysteme zur Optimierung all ihrer Geschäftsprozesse. Ob Flottenmanagement, Einsatz- und Routenplanung, Tourenoptimierung, Auftragsverwaltung oder das Nachverfolgen des Lieferstatus – die integrierten IT-Lösungen der IVU sorgen in allen Bereichen für Effizienz und optimale Wertschöpfung.

Zuverlässigkeit ist das oberste Gebot bei der Organisation von Millionenmetropolen. Das gilt auch für Wahlen. Mit unserem Wahlsystem IVU.elect unterstützen wir die Durchführung und Abwicklung von Wahlen bei Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. So führt IVU.elect die Auszählungsergebnisse nach den komplexen Regeln der Wahlgesetze präzise zusammen, berechnet Mandate auf Parteien als auch Kandidaten und bildet die Sitzverteilung im Parlament gesetzeskonform ab.

Städte sind dynamische Systeme, die intelligente IT-Lösungen verlangen. Unter dem Markendach IVU werden nun all diese Lösungen vereint.

Höhepunkte 2010

Ausland. IVU.suite weltweit etabliert.

Australien. IVU.rail erobert den fünften Kontinent.

IVU.rail sorgt für Bewegung im südaustralischen Personenverkehr. Mit Rail Commissioner (früher: TransAdelaide) hat die IVU ihren ersten Kunden in Australien gewonnen – und einen weiteren interessanten Markt betreten. Der Verkehrsbetrieb bestellte das komplette IVU-System zur Fahr-, Umlauf- und Dienstplanung. Und auch bei Disposition und Optimierung setzen die Australier auf IVU.rail. Damit steuert das IVU-System den gesamten Betrieb des südaustralischen Personenverkehrs auf der Schiene – für ein mehr als 120 Kilometer langes innerstädtisches Liniennetz und das stark expandierende Straßennetz.

Überzeugen konnten die IVU-Systeme mit einer kurzen Implementierungsphase von nur neun Monaten sowie einer individuellen und komfortablen Konfigurierbarkeit. Die Einführung des Systems wurde bereits im Geschäftsjahr 2010 abgeschlossen. IVU.rail plant und optimiert nun wöchentlich bis zu 4.500 Zug- und Straßenbahnfahrten für jährlich rund 15 Mio. Fahrgäste in der südaustralischen Hauptstadt.

Neuseeland. IVU nimmt Kurs auf Auckland.

Dass die IVU-Systeme im asiatisch-pazifischen Raum zunehmend gefragt sind, zeigt der erste Auftrag aus Neuseeland. Der Verkehrsverbund Auckland Regional Transport Authority (ARTA) setzt bei der Fahrplanung und Fahrgastinformation auf die Software der IVU.suite. In Auckland, der größten Stadt Neuseelands, sollen künftig die Fahrpläne für sämtliche Busse, Bahnen und Fähren mit IVU.plan erstellt und verkehrsbetriebsübergreifend in IVU.pool zusammengeführt werden. Dies bildet die Basis für eine komfortable und moderne Fahrplanauskunft mit IVU.journey.

Rund 1,4 Mio. Menschen leben und arbeiten im Ballungsraum Auckland. Im Jahr 2009 verzeichnete ARTA ca. 58,6 Mio. Fahrten. Ziel des Verkehrsverbundes ist es, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs weiter zu steigern und bis 2016 die Zahl der Fahrten auf 100 Mio. zu erhöhen. Die IT-Lösungen der IVU unterstützen ARTA dabei. Der gemeinsame Kurs ist klar: Ein leistungsstarkes System, das eine effiziente und zuverlässige Fahrplanung und Echtzeit-Fahrinformation ermöglicht – für einen gut funktionierenden Nahverkehr und zufriedene Fahrgäste.

Finnland. IVU-Systeme disponieren für die Staatsbahn.

Der Puls des finnischen Verkehrs schlägt am Hauptbahnhof in Helsinki: Mit 19 Gleisen, 310 Fernstrecken- und 890 Pendlerfahrten täglich ist die Hauptstadt der wichtigste Schienenknotenpunkt des Landes. Die Finnische Staatsbahn (VR Group) plant die Frequenz und die Qualität des Fahrzeugmanagements weiter zu verbessern – und das mit IVU.rail.

Der Dispositionsaufwand am Bahnhof in Helsinki ist hoch und verlangt nach einer zuverlässigen Softwarelösung. Jede Minute fahren Züge ein und aus. Kommt es dabei zu Verspätungen, müssen schnellstmöglich freie Gleisabschnitte ermittelt und wartende Züge umgeleitet werden. Für eine optimierte Abstellplanung soll die Software der IVU sorgen. Nach der umfangreichen Anforderungsanalyse starteten die IVU-Ingenieure 2010 in die Entwicklungsphase. Bereits im Sommer 2011 sollen erste Systemkomponenten in den Betrieb gehen.

Argentinien. IVU-Systeme optimieren den Busverkehr.

Der Busverkehr im Ballungsraum Buenos Aires und in Rosario wird zukünftig von IVU.plan optimiert. Die für den Stadtverkehr in dieser Region zuständige Holding RosarioBus löst mit dem IVU-System ihre selbstentwickelte Planungssoftware ab, um für anstehende Expansionsvorhaben gerüstet zu sein. Zunächst wird der Betrieb in Buenos Aires mit rund 200 Bussen mit der IVU-Software ausgestattet. Insgesamt sind 1.100 Busse für RosarioBus im Einsatz und diese Zahl soll sich künftig durch neue Konzessionen erhöhen.

Landestypische Herausforderungen sind die umfangreichen gesetzlichen Restriktionen, die den Busbetreibern vor Ort nur wenig Freiraum bei der Routenplanung gewähren. Um die kostenintensiven Ressourcen dennoch optimal einsetzen zu können, war ein Planungssystem notwendig, das sowohl alle gesetzlichen Anforderungen als auch die jeweiligen betrieblichen Bedürfnisse erfüllt, dabei aber dennoch für eine effiziente Dienst- und Fahrplanung sorgt.

Spanien. Flottenmanagement und Fahrgastinformation mit IVU-Systemen.

Beim Aufbau einer modernen Verkehrsinfrastruktur in Süd-Spanien setzen die andalusischen Verkehrsbetriebe Ferrocarriles de la Junta de Andalucía auf die Kompetenz der IVU. Auf dem 24 km langen Streckennetz, das die Städte San Fernando und Chiclana de la Frontera mit Cádiz verbindet, werden zukünftig die Systeme der IVU.suite zum Einsatz kommen.

In der zentralen Leitstelle wird IVU.fleet für ein effektives Flottenmanagement sorgen. Die Qualitätssicherung und Berichterstellung werden von IVU.control vereinfacht und optimiert. Über die aktuellen Abfahrtzeiten der Tram informiert IVU.realtime die Fahrgäste an den Haltestellenanzeigern. Und in den Fahrzeugen sorgen der Bordrechner IVU.box und die dazugehörige Software IVU.cockpit für die Echtzeitkommunikation zwischen Fahrzeug und Zentrale sowie die Fahrgastinformation.

Deutschland. IVU kommt gut an.

BeNEX sorgt mit IVU-Systemen für gute Verbindungen

BeNEX nimmt künftig mit den Systemen der IVU.suite Fahrt auf. Bei der norddeutschen Holding für Verkehrsleistungen ist der Name Programm: „Bessere Verbindungen im Nahverkehr“, also gute Verbindungen im ganzen Land aufzubauen ist das erklärte Ziel von BeNEX. Dazu beitragen soll das Betriebsleitsystem der IVU, das beispielsweise im Regionalnetz Regensburg inklusive der Donautalbahn sowie im Dieselnetz Oberfranken zum Einsatz kommt. IVU.fleet, IVU.cockpit und IVU.control übernehmen hier die gesamte Kommunikation zwischen Leitstelle und Fahrbetriebspersonal, die Weitergabe der Betriebsdaten an die Fahrgastinformation und die Verarbeitung in Statistiken.

Mit Beteiligungen an fünf Schienen- und drei Busverkehrsunternehmen erbringt BeNEX jährlich eine Verkehrsleistung von rund 38 Mio. Zugkilometern und mehr als 15 Mio. Kilometern auf der Straße. Ein solch komplexes Verkehrsunternehmen benötigt ein integriertes Softwaresystem wie die IVU.suite, das die Anforderungen aller beteiligten Betriebe erfüllt, dabei aber nicht auf einen einheitlichen Standard verzichtet.

Cottbus und Schwerin haben komplette IVU.suite im Einsatz.

Ob Planung, Disposition oder Betriebslenkung – künftig setzt die Cottbusverkehr GmbH auf die gesamte IVU.suite. Mit der Bestellung von 70 Bordrechnern und der dazugehörigen Software IVU.cockpit vervollständigt das Verkehrsunternehmen die IVU-Systemfamilie. Damit steuert die IVU.suite den gesamten Bus- und Straßenbahnverkehr des brandenburgischen Betriebes auf 38 Linien für jährlich rund 11 Mio. Fahrgäste.

Und auch die Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) plant, steuert und optimiert seit vielen Jahren ihre Fahrzeuge erfolgreich mit der IVU.suite. Um die Qualität ihres Verkehrsangebots für die Fahrgäste weiter zu verbessern, hat die NVS nun die gesamte Software für die ITCS-Leitstelle bei der IVU bestellt. So werden die Fahrgäste der NVS zukünftig nicht nur umfassender informiert, sondern können auch Anschlussverbindungen leichter erreichen und Fahrscheine bargeldlos erwerben. Zudem stellt der Verkehrsbetrieb den bisher verwendeten analogen Betriebsfunk komplett auf den Mobilfunkstandard UMTS für Daten und Sprache über Voice over IP (VoIP) um. Aufgrund höherer Datenübertragungsraten erreichen Informationen die Disponenten schneller und Absprachen mit Fahrern werden beschleunigt. Neu ist auch die in das IVU-System integrierte Pausen- und Lenkzeitüberwachung.

Logistik. IVU-Systeme überzeugen langfristig.

Niederlande. 2010 wird erneut mit IVU.elect gewählt.

Bei der Neuwahl des niederländischen Parlaments am 9. Juni 2010 kam das IVU-Wahlsystem IVU.elect zum Einsatz. Auslöser für die Neuwahlen war der Bruch der bisherigen Koalition. Der Kiesraad, der niederländische Wahlbeirat, verwendete IVU.elect damit zum dritten Mal. Die E-Government-Lösung hatte bereits bei den Europawahlen 2009 und bei den niederländischen Gemeinderatswahlen im März 2010 ihre Zuverlässigkeit bewiesen. Kern der IVU-Software ist eine Komponente, die selbst so komplexe Regeln wie die der Wahlgesetze präzise abbilden kann, die Auszählungsergebnisse gesetzeskonform zusammenführt und die Sitzverteilung auf Parteien und Kandidaten berechnet.

Deutschland. Spartenübergreifende Instandhaltung für die NBB mit IVU.workforce

Ein Gasnetz mit einer Gesamtlänge von rund 12.000 Kilometern, das mehr als 800.000 Kunden im Raum Berlin-Brandenburg versorgt, bedarf regelmäßiger Kontrolle und Instandhaltung. Dabei setzt die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) seit Herbst 2010 auf das Workforce-Management-System der IVU. Von der Einsatz- und Tourenplanung bis hin zum mobilen Endgerät ist die komplette Lösung im Einsatz, die sich auch schon bei den Stadtwerken München erfolgreich bewährt hat.

Eine Besonderheit bei der NBB ist, dass IVU.workforce als dezentrale Lösung für die spartenübergreifende Instandhaltung eingesetzt wird. Wartungsaufträge werden an das jeweils zuständige Dienstleistungsunternehmen gegeben, das dann in der eigenen Dispositionszentrale die Einsätze seiner Mitarbeiter mit dem IVU-System plant. Daher sind auch die Arbeitsabläufe auf dem mobilen Endgerät frei definierbar. Eine einzelne Wartungsaufgabe hat bis zu 1.000 Checklisten-Punkte, die abgearbeitet, dokumentiert und archiviert werden müssen. Jeder Dienstleister kann die für ihn relevanten Punkte und deren Abfolge individuell konfigurieren.

Veranstaltungen. IVU zieht an.

Gut besucht. Das Anwenderforum 2010.

Ein breit gefächertes Spektrum an Fachthemen erwartete die rund 400 Teilnehmer aus 14 Nationen auf dem IVU-Anwenderforum des Bereichs Public Transport. Den Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 22. und 23. Februar in Berlin stattfand, bildeten Neuerungen der IVU.suite und die User Groups. Die Anwender-Arbeitsgruppen stellten die Ergebnisse der im Vorjahr behandelten Fachthemen vor und identifizierten neue Aufgabenstellungen. Ergänzend dazu nutzten die Teilnehmer die begleitende Ausstellung der IVU-Produkte, um neue Funktionalitäten zusammen mit den IVU-Experten gleich am Live-System zu testen.

International. Die IVU präsentiert sich auf der InnoTrans im neuen Gewand.

Vom 21. bis 24. September präsentierten wir uns auf der InnoTrans 2010, der internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik in Berlin, erstmals mit unserem neuen Erscheinungsbild. 106.612 Besucher aus 110 Ländern informierten sich auf der internationalen Fachmesse über Produkte und Lösungen rund um den Personen- und Güterverkehr vorwiegend auf der Schiene. Unsere integrierten IT-Lösungen, aber auch unser durch den Messestand vermitteltes neues Markenbewusstsein trafen auf viel positive Resonanz. Zahlreiche interessante Kontakte im In- und Ausland wurden geknüpft.

Forschung und Entwicklung

Der Schlüssel für langfristig erfolgreiche Produkte ist eine kontinuierliche Weiter- und Neuentwicklung. All unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten folgen dabei einem ganzheitlichen Ansatz. Hierzu zählt vor allem die enge Zusammenarbeit mit IVU-Kunden und wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin. Gemeinsam entwickeln wir die Anforderungen für moderne und leistungsfähige Software-Systeme, die alle logistischen Fragestellungen weltweit beantworten können. Im Berichtsjahr betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 816 T€.

Unsere Entwicklungsleiter in Berlin und Aachen sorgen mit ihren Teams dafür, dass die definierten Standards stets aktuell in unserer Software umgesetzt werden. Ein wichtiger Punkt des Jahres 2010 war die Skalierung unserer Systeme für immer komplexere Aufgaben. Besonders im Hinblick auf die umfassenden Verkehrssysteme großer Metropolen ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Wesentliche Fortschritte wurden auch bei der Funkübertragung zwischen Disponenten und Fahrern gemacht. Mit der neuen Leitstelle IVU.fleet sind nun erstmals auch Gruppenrufe mittels öffentlicher Netze über Voice-over-IP (VoIP) über GPRS möglich. Das heißt, der Disponent kann gleichzeitig mit mehreren Angehörigen einer Gesprächsgruppe kommunizieren. Bisher war dies nur über den Aufbau privater und damit kostenintensiver Netze realisierbar. Zudem ermöglicht das neue Funkverfahren alle Funktionen des herkömmlichen analogen Sprech- und Datenfunks und bietet eine hervorragende Tonqualität sowie weitreichende Ortsabdeckung. Sprech- und Datenfunk sind gleichzeitig möglich. Als einziger Systemhersteller hat die IVU das neue digitale Funkverfahren bisher in den produktiven Betrieb gebracht. Bei der MVG Mainz kommunizieren bereits alle Busfahrer über PTT/VoIP over GPRS.

Branchenstandards rund um „Traffic Technologies“

Bei der Entwicklung neuer Technologien und Funktionalitäten setzen wir stets auf übergreifende Branchenstandards rund um „Traffic Technologies“. Dafür engagieren wir uns in verschiedenen Forschungsverbänden und Vereinen, deren Arbeit wir mit unseren langjährigen Erfahrungen vor allem im Bereich Public Transport unterstützen. So wurde 2010 nach fünf Jahren Forschungsarbeit das Projekt BAIMplus abgeschlossen, dessen Aufgabe die Entwicklung eines detaillierten Informationssystems zum barrierefreien Reisen war. Das Ergebnis ist ein in seiner Detailtiefe weltweit einzigartiges Auskunftssystem für mobilitätseingeschränkte Personen. Dafür haben wir unser Fahrplandatenmanagementsystem IVU.pool für die Erfassung barrierefreier und nichtbarrierefreier Ausstattungen an Haltestellen und in Fahrzeugen kontinuierlich ausgebaut. Insbesondere die Möglichkeiten zur Versionierung von Umsteigebauwerken standen im Vordergrund der Entwicklungsarbeiten. So können beispielsweise längere Umbauphasen mit mehreren Umsetzungsstufen und damit wechselnden Umsteigewegen datenseitig abgebildet werden.

Gemeinsam mit den rund 25 Projektpartner der Initiative railML® fördert die IVU zudem die Entwicklung eines allgemeinen Standards für den Austausch von Eisenbahndaten. Dazu haben wir die Projektteilnehmer im Oktober 2010 zu einer gemeinsamen Tagung in die Räume der IVU eingeladen. Thematischer Schwerpunkt dieser 18. railML® -Konferenz war die Entwicklung neuester Lösungsansätze für eine reibungslose Interoperabilität von Bahndaten. Denn ebenso wie Fahrgäste heute täglich perfekte und sichere Anschlüsse für ihren Zug erwarten, sind Bahnbetreiber und Planer an einem reibungslosen Austausch der Daten im Vorfeld und zur Abrechnung interessiert. Die IVU setzt diese Standards kontinuierlich in ihren Softwarelösungen um und sichert so die Anschlussfähigkeit an vorhandene Systemlandschaften.

Seit Herbst 2010 ist die IVU auch Mitglied im Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), der alle Hersteller von Produkten für die Bahnindustrie zusammenbringt und den fachlichen Austausch organisiert. Hier bringen wir unsere Erfahrung aus mehr als 30 Jahren Softwareentwicklung für den öffentlichen Verkehr ein und unterstützen so den Dialog zwischen Herstellern und Anwendern. Das Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der IVU-Systeme nah am Kunden, um auch zukünftig modernste und leistungsfähige Bahntechnologien garantieren zu können.

Und nicht zuletzt hat Systemarchitekt und Autor Dr. Gero Scholz sein Standardwerk über „IT-Systeme für Verkehrsunternehmen“ vollendet, das speziell auf die Anforderungen des öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) ausgerichtet ist. Das Werk fasst die Bedürfnisse der Branche übersichtlich zusammen und entwirft auf dieser Grundlage ein UML-Domänenmodell, das als Verständigungsbasis für Verkehrsbetriebe und Systemanbieter dienen kann. Bei der Systematisierung der weltweit im Einsatz befindlichen Systemlandschaften wurde Dr. Scholz maßgeblich von den Experten der IVU unterstützt, die ihre langjährigen Erfahrungen aus internationalen Projekten in das Werk mit einbrachten.

Die IVU ist in Deutschland an den zwei Standorten Berlin und Aachen vertreten. Darüber hinaus verfügt die IVU über eine Zweigniederlassung in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) und in Bogota (Kolumbien).

2. Personal

Personalentwicklung

scroll

2010 2009 Veränderung
Anzahl der Mitarbeiter

zum 31.12.
312 296 +5,4 %
Personalkapazität1

im Jahresdurchschnitt
265 251 +5,6 %

1 unter Personalkapazität versteht man die rechnerische Anzahl von Vollzeitarbeitskräften.

Wir. Über uns.

Es sind unsere Mitarbeiter, die mit intelligenten IT-Lösungen dafür sorgen, dass unsere Kunden effizient planen und disponieren können und ihre Wertschöpfung steigern. Täglich tragen wir so dazu bei, dass Städte lebendiger und lebenswerter werden – durch einen zuverlässigen öffentlichen Verkehr, reibungslose Ver- und Entsorgungsdienste, präzise ermittelte Wahlergebnisse und klug geplante Filialnetze. Um dies zu erreichen, fördern wir ein Umfeld, das sich durch Offenheit und Vertrauen auszeichnet und unsere Mitarbeiter motiviert, Wissen über Bereichsgrenzen hinweg auszutauschen und sinnvoll zu nutzen.

Unsere Personalstrategie ist eng mit unserer Geschäftsstrategie verknüpft. Für die verstärkte Internationalisierung und das kontinuierliche Wachstum haben wir auch in 2010 die Mitarbeiterkapazität durch gezieltes Personalmarketing um gut 5,6 % auf 265 FTE erhöht. Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte die IVU AG insgesamt 312 Mitarbeiter (Vorjahr: 296) – inklusive Teilzeitkräften und studentischen Mitarbeitern. Der Personalaufwand ist um 2,4 % auf 17,1 Mio. € gestiegen. Grund dafür waren Neueinstellungen, die wir für die Realisierung unserer anspruchsvollen Projekte im nationalen und internationalen Umfeld benötigen.

Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter waren sowohl Qualifikation als auch personelle Vielfalt unser Leitgedanke. 15 Nationalitäten sind in unserem Team vertreten – für das weltweite Projektgeschäft ein wichtiger Pluspunkt. Dabei sind wir auch stets daran interessiert, für jede offene Position geeignete Bewerber unterschiedlichster sozialer und kultureller Hintergründe in Betracht zu ziehen. Der Akademikeranteil lag 2010 erneut auf einem hohen Niveau von 83 %. Wie leistungsstark das IVU-Team ist, verdeutlicht zudem der Pro-Kopf-Rohertrag (PKR): Mit 97 T€ in 2010 knüpft die IVU an den guten PKR des Vorjahres an.

Um die Qualität unserer Systeme langfristig zu sichern, sind hochqualifizierte Fachleute eine grundlegende Voraussetzung. Wir investieren gern in unser Team, um Potenziale aufzubauen und anhaltend zu fördern. Im Berichtsjahr fanden neben dem Führungsnachwuchskreis auch diverse Fachseminare, Entwicklerworkshops und Sprachkurse statt. Zudem konnten unsere Mitarbeiter in verschiedenen Trainingseinheiten ihre persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln.

Ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum ist seit der Gründung der IVU 1976 ein Kernelement unserer Firmenkultur. Wir fördern ein Arbeitsumfeld, das die Mitarbeiter zu unternehmerischem Denken und Eigeninitiative motiviert. Dies zeigt sich auch in den Projekten unseres Führungsnachwuchskreises, den wir 2010 ins Leben gerufen haben. Im Sommer 2011 initiiert der Führungsnachwuchskreis eine Hausmesse, die das vernetzte Denken über Standorte und Bereiche hinweg fördern soll. Dazu werden sämtliche Neuentwicklungen, die wichtigsten Projekte und Systeme der gesamten Belegschaft vorgestellt und erläutert.

Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig. Sie zu gewinnen, zu fördern und zu halten ist ein strategisches Ziel, das wir konsequent verfolgen.

3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die Gesamtleistung liegt auf Vorjahresniveau (35,2 Mio. €; Vj. 35,2 Mio. €). Das Rohergebnis erhöhte sich in 2010 um 0,2 Mio. € auf 25,0 Mio. €. Das zweite Mal in Folge stieg damit das Rohergebnis stärker an als das Gesamtergebnis. Als Kennzahl für die eigene Leistung des Unternehmens, die es durch die Arbeit seiner Mitarbeiter erbracht hat, verdeutlicht das Rohergebnis die hohe Wertschöpfung der IVU.

Wachstumstreiber Auslandsgeschäft

Auf den internationalen Märkten konnte sich die IVU in 2010 mit ihren Produkten weiter etablieren. Mit einem neuen Auftrag in Argentinien haben wir unsere Präsenz auf dem südamerikanischen Markt ausgebaut. Wichtige Erfolge konnten zudem im asiatischpazifischen Raum verzeichnet werden. Ein Auftrag aus Adelaide/Australien und ein Folgeauftrag aus Auckland/Neuseeland kennzeichnen den Eintritt in diesen margenstarken Markt. Im asiatisch-pazifischen Raum stehen viele Städte heute vor der Herausforderung, ihre über Jahre gewachsenen Verkehrssysteme auszubauen und zu modernisieren. Hier sehen wir großes Potential für die Systeme der IVU.suite.

Neue Märkte wie Südamerika und Asien-Pazifik sind wichtige Wachstumstreiber, aber auch mit länderspezifischen Risiken verbunden. So verzögert sich der Auftrag aus Santiago de Chile durch den zweimaligen Wechsel des Verkehrsministers innerhalb von zehn Monaten stark. Wie und wann das Projekt startet, ist aufgrund der neuen Gegebenheiten unklar. Daher wurde das Projekt zunächst aus dem Forecast genommen. Erfolge in anderen Wachstumsregionen sorgen dafür, dass das Ergebnis für 2010 und die gesteckten Ziele für 2011 eingehalten werden. Den Plan zum Ausbau des Südamerikageschäfts verfolgen wir kontinuierlich weiter und verhandeln bereits über die Lieferung individueller Lösungen.

Durch die konsequente Weiterentwicklung der Systeme nach modernen deutschen Standards, sind Produkte auf hohem technischem Niveau für alle betrieblichen Anforderungen eines Verkehrsunternehmens entstanden. So bieten wir nicht nur weltweit IT-Lösungen für die länderspezifischen Aufgaben im ÖPV, sondern garantieren mit der Leistungsfähigkeit unserer Systeme auch langfristig werthaltige Lösungen.

Kosten und Abschreibungen

Der Personalaufwand hat sich mit 17,1 Mio. € um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr (16,7 Mio. €) erhöht. Die leichte Steigerung resultiert vor allem aus den kontinuierlichen Neueinstellungen, die für die Umsetzung neu gewonnener internationaler Projekte erforderlich sind.

Auch die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte sind mit 1,1 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr leicht angewachsen (7 %), vor allem auch durch größere Investitionen in die hauseigene IT-Infrastruktur (Hard- und Software), die für anspruchsvolle Entwicklungs- und Projektarbeit benötigt wird.

Mit dem verstärkten Engagement im Ausland sind auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gestiegen. Sie liegen mit 6,8 Mio. € um 24 % höher als im Vorjahr. Dies ist unter anderem eine Folge des starken Auslandsgeschäfts der IVU im Berichtsjahr und der hierdurch bedingten Reisekosten. Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 0,8 Mio. € enthalten.

Vermögenslage konstant verbessert

Das Eigenkapital stieg um 0,5 Mio. € auf nunmehr 13,2 Mio. €. Die Eigenkapitalquote, also das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme, erhöhte sich entsprechend um 3,9 % auf 43,4 % (Vorjahr: 39,5 %). Die seit drei Jahren konstant positive Entwicklung basiert auch auf der Tilgung langfristiger Darlehen und die damit verbundene Verringerung der Zinsaufwendungen. Seit dem 30.06.2009 ist die IVU schuldenfrei.

Liquidität

Zum 31.12.2010 betrugen die liquiden Mittel 1,4 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahresstichtag sind sie um 1,2 Mio. € gesunken. Der Rückgang resultiert vor allem aus der Verrechnung von Festgeldern in Höhe von 0,9 Mio. €, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen mit den Pensionsrückstellungen. Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die gute Auftragslage für 2011, die noch bestehenden Forderungen in Höhe von 10,8 Mio. € sowie eine komfortable Kreditlinie sorgen im Geschäftsjahr 2011 für eine ausreichende Liquidität.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 0,5 Mio. €. Auch 2011 können notwendige Sachinvestitionen und Investitionen in Forschung und Entwicklung aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden.

Auftragslage

Der Auftragsbestand für 2011, definiert durch die unterschriebenen Verträge, beläuft sich zum 28.02.2011 auf 28,1 Mio. € (Vorjahr: 30,4 Mio. €). Die fest zugesagten Aufträge haben ein Volumen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €). Hinzu kommen offene Angebote und Anbahnungen, die wir vorsichtig mit 3,3 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) bewerten, so dass die gesamte Auftragslage die für 2011 geplanten Ziele bereits zu einem erheblichen Teil abdeckt.

2010 in Kürze

Das Geschäftsjahr 2010 ist ein Beweis für das anhaltende Wachstum der IVU und unseren langfristigen Erfolg. Die Gesamtleistung konnte auf dem hohen Vorjahresniveau (35,2 Mio. €; Vj. 35,2 Mio. €) gehalten werden. Das Rohergebnis wurde um 0,2 Mio. € auf 25,0 Mio. € gesteigert. Der Jahresüberschuss ist um 1,5 Mio. € gesunken, was jedoch im Wesentlichen auf die außerordentlichen Aufwendungen aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Zuge der Umstellung auf die Vorschriften des BilMoG in Höhe von 1,0 Mio. € zurückzuführen ist.

4. Nachtragsbericht

Seit dem 31. Dezember 2010 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

5. Risiken und Ausblick

Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, zielen wir auf eine frühzeitige Identifikation, Analyse und Kontrolle der Risiken ab. Das Risikomanagement umfasst sämtliche Regelungen zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse im Unternehmen. Dazu gehören alle Faktoren, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Abschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich beeinflussen können.

Das Risikomanagement basiert auf dem monatlichen Berichtswesen (Controlling Report), das wesentliche Kennzahlen beinhaltet und die Plan- den Ist-Zahlen gegenüberstellt. Dazu gehören auch die Budgets aus den jeweiligen Projekten. Die Tochtergesellschaften sind in das Berichtssystem einbezogen. Die Abweichungsanalysen dienen dem Management als Instrument der Unternehmenssteuerung.

Regelmäßige Soll/Ist-Gespräche mit den Verantwortlichen zur Umsatz-, Kosten- und Terminentwicklung ermöglichen es, den Vorstand über kritische Entwicklungen rechtzeitig zu informieren und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Um sicherzustellen, dass die vorhandene Liquidität und die Kreditlinien ausreichen, wird die Liquidität rollierend geplant und die Entwicklung der liquiden Mittel täglich überwacht.

Analyse der Chancen und Risiken

Unsere Unternehmensstrategie ist darauf ausgerichtet, die gute Stellung im nationalen Markt weiterhin auszubauen – und die sich ergebenen Chancen der Internationalisierung konsequent zu nutzen. Wachstumsimpulse resultieren aus den weltweiten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, aus der zunehmenden Urbanisierung und dem wachsenden Bedarf nach einem gut organisierten ÖPV. Vertriebserfolge im Exportgeschäft verringern die Abhängigkeit vom deutschen Markt. Den Chancen der Internationalisierung stehen die Kosten der Markterschließung gegenüber. Darüber hinaus unterliegt die IVU AG den allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in den Ländern, in denen sie tätig ist.

Das Projektgeschäft der IVU beruht fast vollständig auf Werkverträgen. Darin liegt naturgemäß das Risiko, dass der tatsächlich zu leistende Aufwand den Plan übersteigt. Aus möglichen Lieferverzögerungen können Pönalen resultieren. Wir setzen auf ein effizientes Projektmanagement, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Durch eine konsequente Qualitätskontrolle sichern wir den hohen Standard unserer IT-Systeme. Sollten dennoch Mängel in der gelieferten Software auftreten, können diese die Abnahme und damit die Bezahlung von Rechnungen verzögern, wodurch ein Liquiditätsengpass entstehen kann.

Ein spezialisiertes Softwareunternehmen wie die IVU erreicht seine Stärke am Markt, weil hochqualifizierte Fachkräfte anspruchsvolle Projekte vorantreiben und spezielle Kundenwünsche realisieren. Aus diesem Grund verfolgen wir eine langfristig angelegte Personalpolitik. Wir streben eine niedrige Fluktuationsrate an und setzen auf starke Mitarbeiterbindung. Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Verlust von Know-how-Trägern.

Zahlungsverzögerungen und eventuell sogar -ausfälle sind in allen großen und/oder internationalen Projekten eine Gefahr. Da ein Großteil unserer Kunden aus dem öffentlichen Sektor kommt, war dies in der Vergangenheit jedoch ein relativ geringes Risiko. Durch lieferorientierte Zahlungspläne sowie den Einsatz von Instrumenten der Zahlungssicherung versuchen wir uns bestmöglich zu schützen.

Die Transaktionen sind in den überwiegenden Fällen in Euro denominiert.

Da die IVU einen Teil ihres Geschäfts außerhalb der Euro-Währungsländer tätigt, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Währungsrisiken bestehen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht der funktionalen Währung des Unternehmens entsprechen. Die Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Eine Sicherung des Fremdwährungsrisikos erfolgt in der Regel z. B. mit Hilfe von sogenannten Devisenswaps.

Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der IVU AG beweist, dass wir eine solide Basis für ein langfristiges Wachstum geschaffen haben. Unsere Produkte haben sich weltweit etabliert und auch die Bekanntheit des Unternehmens steigt international an. Mit unserem neuen Unternehmensauftritt stärken wir unseren Markenwert und unsere Position gegenüber Wettbewerbern nachhaltig. „Systeme für lebendige Städte“ ist das neue Leitmotto der IVU, das den anhaltenden weltweiten Bedarf an IT-Systemen zur Lösung logistischer Herausforderungen widerspiegelt. Besonders in den Millionenmetropolen, die vor einem kontinuierlichen Bevölkerungswachstum stehen, ist die Nachfrage nach leistungsfähigen und modernen Softwarelösungen für den öffentlichen Verkehr ungebrochen. Wir konzentrieren uns dabei insbesondere auf die margenstarken Märkte in Südamerika und Asien-Pazifik. Hier stehen Städte vor der Aufgabe, ihre über Jahre gewachsenen Systemlandschaften zu modernisieren oder gar ein Verkehrssystem völlig neu aufzubauen. Die IVU hat schon jetzt eine große Präsenz auf diesen Märkten erzielt, die auch im Folgejahr weiter ausgebaut werden soll. Der Heimatmarkt hingegen ist ein Garant für die Qualität der IVU-Produkte, die auf einem hohen technischen Niveau stetig weiterentwickelt werden. Mit der Erforschung und Integration von etablierten Branchenstandards sichern wir zudem die Anschlussfähigkeit unserer Systeme und somit auch deren Werthaltigkeit.

Auch für 2011 erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung, die abhängig von einzelnen Großaufträgen über dem Vorjahresniveau verlaufen kann. Den Umsatz planen wir daher vorsichtig mit 36 Mio. € und das Rohergebnis mit 26 Mio. €. In 2012 rechnen wir mit einer anhaltenden positiven Tendenz des Geschäftsverlaufes. Die Voraussetzungen dafür sind gut, die wirtschaftliche Krise auf dem Heimatmarkt ist vorbei und wir erwarten eine international positive Entwicklung.

6. Ergänzende Angaben nach § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB; § 289 Abs. 4 HGB und § 289a HGB

Der Vorstand der IVU AG hat im Geschäftsjahr 2010 Bezüge in Höhe von 768 T€ erhalten. Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Im Berichtsjahr betrug der variable Vergütungsanteil ca. 24 % (2009: 24 %) der Gesamtbezüge. Der variable Vergütungsanteil bemisst sich nach dem Ergebnis vor Steuern im IFRS Konzernabschluss.

Die Vergütung des Aufsichtsrats enthält keine erfolgsorientierte Komponente und besteht aus einer fixen Grundvergütung. Ein Sitzungsgeld ist nicht vereinbart.

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft in Höhe von € 17.719.160 ist eingeteilt in 17.719.160 Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je € 1. Es besteht ein genehmigtes Kapital bis zum 18. Mai 2015 in Höhe von € 1.000.000.

Es liegen keine Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen vor. Vereinbarungen dieser Art zwischen den einzelnen Gesellschaften sind dem Vorstand nicht bekannt. Ferner sind keine wesentlichen Vereinbarungen getroffen, die Regelungen für einen Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes enthalten.

Die Gesellschaft hat auf ihrer Internetseite www.ivu.de die Erklärung zur Unternehmensführung öffentlich zugänglich gemacht. Die Erklärung zur Unternehmensführung beinhaltet die Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate-Governance-Kodex.

Gemäß § 7 der Satzung ernennt der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Weitere Einzelheiten der Ernennung und der Abberufung regelt §§ 84f. AktG.

Der Aufsichtsrat ist gemäß § 17 zu Änderungen der Satzung berechtigt, die nur ihre Fassung betreffen. Ansonsten wird die Satzung gemäß § 179 AktG durch die Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen.

Berlin, 11. März 2011

Der Vorstand

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

im Berichtsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstands gemäß Gesetz und Satzung kontinuierlich überwacht und beratend begleitet. Er hat sich umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung, wichtige Geschäftsereignisse sowie über die Strategie und Planung des Unternehmens informiert. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat zeitnah und regelmäßig. Dem Aufsichtsrat lagen alle Sachverhalte rechtzeitig vor, die für anstehende Entscheidungen wichtig waren. Die Mitglieder des Aufsichtsrats standen über die Sitzungen hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand.

Sitzungen

2010 fanden vier planmäßige Sitzungen statt: am 17. März, 12. Mai, 26. Juli und am 10. November 2010.

Der Aufsichtsrat bildete keine Ausschüsse, alle zustimmungspflichtigen Geschäfte haben wir gemeinsam entschieden.

Schwerpunkte der Beratungen

Im Fokus der Beratungen stand die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, die Perspektiven und die zukünftige Ausrichtung im internationalen Wettbewerbsumfeld.

Wichtige Punkte in den Sitzungen waren:

Prüfung und Genehmigung der Planung für das Geschäftsjahr 2010
Genehmigung des Konzernabschlusses der IVU und des Einzelabschlusses der AG
Liquiditätsplanung
Besprechung der Quartalsabschlüsse
Personalentwicklung
Risikomanagement
Großprojekte und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen
Vorbereitung der Hauptversammlung
die Internationalisierungsstrategie

Corporate Governance

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und nachhaltige Wertschöpfung ist für die IVU Traffic Technologies AG von großer Bedeutung. Daher haben Aufsichtsrat und Vorstand auch im Berichtsjahr 2010 die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erörtert und die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. abgegeben.

Jahresabschluss

In unserer Bilanzsitzung am 23. März 2011 haben wir uns eingehend mit dem Jahresabschluss der IVU Traffic Technologies AG und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 sowie den jeweiligen Lageberichten befasst. Der Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, stand während der Sitzung für Fragen zur Verfügung. Nach eingehender Prüfung und Erörterung haben wir sowohl den Konzernabschluss gebilligt als auch den Einzelabschluss der AG festgestellt.

Der Abschlussprüfer hat einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Er lautet im Auszug:

„Unsere Prüfung hat zu keinerlei Einwänden geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung treffend dar.“

Der Bestätigungsvermerk ist auf der Website der IVU (www.ivu.de) in voller Länge hinterlegt.

Berlin, im März 2011

*Für den Aufsichtsrat

Klaus-Gerd Kleversaat

Vorsitzender des Aufsichtsrats*

Chart

IVU Traffic Technologies AG

Erklärung zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat erklären hiermit gemäß den Bestimmungen des § 161 des Aktiengesetzes, dass die IVU Traffic Technologies AG die Bestimmungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex beachtet hat und weiter beachten wird mit folgenden Ausnahmen: (Die nachfolgende Nummerierung entspricht den so nummerierten Punkten des Kodex.)

2.3.3 Benennung eines Stimmrechtsvertreters

Der Vorstand hat bei der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008 im Jahre 2009 keinen Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre gestellt.

Die Gesellschaft hat bislang von der Benennung eines Stimmrechtsvertreters abgesehen, weil bisher seitens der Aktionäre nicht der Wunsch geäußert worden ist, einen Vertreter für weisungsgebundene Ausübung der Stimmrechte durch die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.

3.8 Selbstbehalt bei einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat

Da die Aufsichtsratstantieme relativ gering ist, hält die Gesellschaft einen nennenswerten Selbstbehalt für den Aufsichtsrat für nicht zumutbar. Auch ohne Selbstbehalt besteht eine ausreichende Grundlage für pflichtgemäßes Verhalten des Aufsichtsrates.

4.2.4 Ausweisen der Vorstandsbezüge

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird im Anhang des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2009 nicht individualisiert.

Die Gesellschaft hat bisher die Vergütung der Vorstandsmitglieder nicht individualisiert aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24.5.2006 gem. § 286 Abs. 5 HGB. Die Gesellschaft hält den Persönlichkeitsschutz für vorrangig.

5.1.2 Altersgrenze für Vorstandsmitglieder

Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder wird der Aufsichtsrat nicht festlegen.

Die Gesellschaft sieht keine Veranlassung, eine Art Altersgrenze für den Vorstand vorzusehen, da dem Unternehmen grundsätzlich auch die Expertise erfahrener Vorstandsmitglieder zur Verfügung stehen soll und ein allein altersbedingter Ausschluss des Vorstands nicht sachgerecht erscheint.

5.1.3 Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der IVU AG erachtet die sich aus dem Aktiengesetz ergebenden Bestimmungen für die Arbeit des aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats als ausreichend.

Der Gesellschaft erscheinen die gesetzlichen Vorgaben ausreichend für eine flexible innere Ordnung des Aufsichtsrates.

5.4.1 Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder

Der Aufsichtsrat hat bislang keine Altersbegrenzung beschlossen.

Dem Unternehmen soll grundsätzlich auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen und ein allein altersbedingter Ausschluss des Aufsichtsrates erscheint nicht sachgerecht.

5.4.6 Erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Eine erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates ist nicht vorgesehen.

Die Gesellschaft hält an dem System einer Festvergütung für die Aufsichtsratsmitglieder fest, weil es sich für die Gesellschaft bewährt hat.

Berlin, den 16.04.2010

*Für der Vorstand

Martin Müller-Elschner

Der Aufsichtsrat

Klaus-Gerd Kleversaat (Vorsitzender)

André Neiß

Prof. Dr. Herbert Sonntag*