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Iveco Group N.V. Management Reports 2012

Oct 9, 2013

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Management Reports

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Publication

Iveco- Magirus Aktiengesellschaft

UIm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Euro-Krise überschattet die Ökonomie

Die deutsche Wirtschaft wurde – trotz ihrer großen Wettbewerbsstärke – im Jahr 2012 von der Eurokrise in Mitleidenschaft gezogen. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im Berichtsjahr nur noch um 0,7 Prozent, nachdem 2011 ein Plus von 3,0 Prozent erreicht worden war. Auch das 4. Quartal 2012 war noch von zurückgehenden Auftragseingängen im verarbeitenden Gewerbe geprägt. Die Geschäftserwartungen (ifo-Geschäftsklimaindex) zeigten zum Jahresende und verstärkt in den ersten Wochen des Jahres 2013 eine leichte Tendenz zum Besseren.

Stark profitieren konnte die deutsche Wirtschaft vom deutlich zunehmenden Welthandel (plus 2,1 Prozent), wenngleich auch hier nicht mehr das Wachstum des Vorjahres erzielt wurde. Der Export nahm im Gesamtjahr um mehr als vier Prozent gegenüber 2011 zu (Vorjahr: plus 8,2 Prozent). Getragen wurde das positive Ergebnis vor allem durch Exporte in Länder außerhalb der EU (plus 10,4 Prozent), während die Ausfuhren in Staaten der Eurozone rückläufig waren (minus 1,7 Prozent).

Im Investitionsbereich haben sich aufgrund der Eurokrise die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen spürbar reduziert und lagen am Jahresende real um 4,4 Prozent unter dem 2011er Ergebnis; auch die Bauinvestitionen weisen im Jahre 2012 ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Lediglich beim Wohnungsbau wirkten die attraktiven Zinskonditionen anregend.

Der private Konsum – jahrelang das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft – konnte im Jahre 2012 erneut zulegen (preisbereinigt plus 0,8 Prozent); die Konsumausgaben des Staates haben sich nach der Finanzkrise im Jahr 2009 und moderaten Anstiegen in den beiden Folgejahren im Jahre 2012 um 1,0 Prozent erhöht.

Die Verbraucherpreise stiegen 2012 um etwa 2,0 Prozent (2011: 2,3 Prozent). Preistreiber waren vor allem die gestiegenen Rohölpreise.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erhöhte sich im Jahre 2012 kräftig und lag um knapp 500.000 über dem Niveau von 2011; die Arbeitslosenquote sank 2012 auf 6,8 Prozent.

Nutzfahrzeugmarkt im Rückwärtsgang

Der Aufwärtstrend der Jahre 2010 und 2011 auf den europäischen Nutzfahrzeugmärkten ist im Berichtsjahr zum Erliegen gekommen, wobei sich zum Jahresende der Einbruch noch einmal beschleunigt hat. Im Dezember fielen die Zulassungszahlen um fast 25 Prozent und damit auf den Stand von Oktober 2009.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden in der EU knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang gegenüber 2011 um 12,4 Prozent. Der Abstand zu dem Niveau vor der Krise im Jahr 2009 ist damit wieder angewachsen, damals lag das Volumen bei 2,5 Millionen Fahrzeugen. Besonders deutlich gingen die Marktvolumen in Spanien (minus 25,9 Prozent) und Italien (minus 31,7 Prozent) zurück.

Nachdem Deutschland in den Jahren 2010 und 2011 mit deutlichen Steigerungsraten bei den Zulassungsvolumen für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen den vorhergegangenen Markteinbruch zum Teil aufgeholt hatte, setzte sich der Trend im Berichtsjahr mit minus 9,8 Prozent nicht weiter fort.

Deutlich ausgeprägt war diese Entwicklung mit minus 9,6 Prozent auch bei den für die Produktion des Unternehmens in Ulm besonders bedeutenden schweren Lkw. Am deutlichsten brachen die Zulassungszahlen im Bereich über 16 Tonnen jedoch in Spanien (minus 20,4 Prozent) und Italien (minus 28,5 Prozent) ein.

Damit steckt die Nutzfahrzeugindustrie in einer Krise und eine Wiederbelebung wird frühestens Ende 2013 erwartet.

GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO MAGIRUS AG

Absatz deutlich abgeschwächt

Die geringere Nachfrage nach Lkw in Europa hat im Berichtsjahr den Gesamtabsatz der Iveco Magirus AG an Neufahrzeugen gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Mit 17.042 Fahrzeugen im In- und Ausland konnten 27,8 Prozent weniger Einheiten als 2011 ausgeliefert werden.

Von den im Ulmer Werk produzierten schweren Straßenfahrzeugen wurden 2.127 Einheiten (Vorjahr: 2.630 Einheiten) auf dem deutschen Markt verkauft. Der Export verzeichnet mit 3.612 Einheiten einen Rückgang (Vorjahr: 7.268 Einheiten) von etwa der Hälfte (minus 50,3 Prozent). Der Großteil der Fahrzeuge (2.931) wurde nach Italien geliefert, im Vergleich zum Jahr 2011 reduzierten sich die Stückzahlen jedoch um 42,3 Prozent. Märkte wie Frankreich oder Großbritannien spielten nur noch eine geringe Rolle.

Weniger drastisch fiel die Abschwächung auf dem Inlandsmarkt aus. Aber auch hier lag der Absatz mit 13.114 Fahrzeugen um 19,8 Prozent unter dem Vorjahresergebnis (Vorjahr: 16.353 Einheiten).

Die negative Marktentwicklung spiegelt sich auch im Auftragseingang und beim Auftragsbestand wider. Mit 13.157 Einheiten hat sich der Eingang stark reduziert (minus 46,1 Prozent). Zu dem deutlichen Rückgang führte auch, dass es im Berichtsjahr – außer für wenige Militärfahrzeuge (249) – nahezu nur noch Aufträge für den deutschen Markt (12.895 Fahrzeuge) gab. Zu dieser Entwicklung trug die Zentralisierung des Exportgeschäfts bei der Iveco S.p.A. einen wesentlichen Anteil bei.

Der Auftragsbestand lag mit 3.050 Einheiten zum Jahresende 2012 insgesamt um 29,4 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Dabei verlief die Entwicklung auf dem deutschen Markt (2.293 Fahrzeuge) mit minus 8,7 Prozent im internationalen Vergleich noch relativ gemäßigt. Der Auftragsbestand für Militärfahrzeuge war 8,1 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Umsatz

Der Umsatz der Iveco Magirus AG betrug im Berichtsjahr EUR 1.126,5 Millionen. Wie in den Vorjahren sind darin verrechnungsbedingte Einflüsse enthalten, nach deren Bereinigung ein Umsatz von EUR 1.041,8 Millionen verbleibt. Gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 1.316,0 Millionen resultiert daraus eine Minderung um 20,8 Prozent.

63,9 Prozent des bereinigten Umsatzes bzw. EUR 666,1 Millionen wurden im Inland erzielt (Vorjahr: 57,5 Prozent bzw. EUR 756,8 Millionen) und 36,1 Prozent im Ausland (Vorjahr: 42,5 Prozent).

Mit den Fahrzeugen aus Eigenproduktion wurden EUR 239,0 Millionen oder 22,9 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Im Vorjahr betrug dieser Wert EUR 590,0 Millionen (44,8 Prozent). Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 495,4 Millionen bzw. 47,6 Prozent vom Umsatz aus. Die Vorjahreswerte betrugen hier EUR 441,0 Millionen bzw. 33,5 Prozent. Mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten, Ersatzteilen und Reparaturen ergab sich ein Umsatz in Höhe von EUR 307,4 Millionen, was 29,5 Prozent vom Gesamtumsatz entspricht (Vorjahr: EUR 284,9 Millionen und 21,7 Prozent).

Produktionsschließung Werk Ulm

Durch die Entscheidung zur Schließung der Produktion am Standort Ulm, bedingt durch die seit Jahren bestehende Unterauslastung, waren bedeutende Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Iveco Magirus AG erforderlich. Die Produktion wurde am 3. August 2012 geschlossen und die Anlage abgebaut, um den Standort zum Kompetenzzentrum Brandschutz auszubauen.

Bestehende Vorräte bzw. Anlagen wurden, sofern nutzbar, an andere Iveco Werke veräußert. Der Personalabbau erfolgte im Einvernehmen mit dem Betriebsrat sozialverträglich. Die Kosten der Restrukturierung sind im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

Ergebnis

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2012 konnte sich aufgrund des rückläufigen Nutzfahrzeugmarktes dem positiven Trend aus 2011 nicht anschließen. Das operative Geschäft wies ein rückläufiges Ergebnis aus. Zudem war das Ergebnis belastet durch Restrukturierungskosten bedingt durch die Schließung der Produktion im Werk Ulm.

Die Margen aus dem Neufahrzeugverkauf waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durch einen harten Wettbewerb um Marktanteile weiter rückläufig. Durch die Schließung der Produktion sind die Erträge aus den Auslandsmärkten im Segment schwere Nutzfahrzeuge zurückgefallen. Das Geschäft mit Militärfahrzeugen allerdings hat weiterhin einen positiven Beitrag zum Ergebnis gebracht.

Das Beteiligungsergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 37,7 Millionen (Vorjahr: minus EUR 3,5 Millionen). Die Verluste stammen im Wesentlichen aus den Restrukturierungskosten bei den Aktivitäten der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH. Hier soll nach Konsolidierung verschiedener europäischer Werke ein Kompetenzzentrum für Feuerwehrfahrzeuge am Standort Ulm entstehen. Die Verluste bei den Vertriebsgesellschaften sind durch den Einbruch im Nutzfahrzeugmarkt gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen. Das Ergebnis beim Verkauf von Nutzfahrzeugen ist auch hier gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig.

Als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit musste im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Verlust von EUR 6,8 Millionen ausgewiesen werden gegenüber einem Gewinn von EUR 46,0 Millionen im Vorjahr.

Das Ergebnis wird zudem durch außerordentliche Effekte in Höhe von EUR 54,9 Millionen belastet; diese entstanden ausschließlich durch die Restrukturierungsmaßnahmen durch die Schließung der Produktion am Standort Ulm.

Das Jahresergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 62,7 Millionen gegenüber einem Gewinn von EUR 12,3 Millionen im Vorjahr.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme sank im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um EUR 121,6 Millionen auf EUR 577,8 Millionen auf der Aktivseite mit dem Rückgang der Sachanlagen, Vorräte und Forderungen, im Wesentlichen durch Effekte der Schließung der Produktion.

Das Anlagevermögen reduzierte sich durch den Verkauf und Abschreibung von Anlagen um EUR 34,8 Millionen auf EUR 117,4 Millionen, wobei Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 16,7 Millionen getätigt wurden. In dieser Summe sind geleistete Anzahlungen nicht berücksichtigt.

Das Umlaufvermögen fiel um 15,9 Prozent gegenüber 2011 auf EUR 460,0 Millionen (Vorjahr: EUR 546,9 Millionen), bedingt durch den Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Abbau von Vorräten. Die Vorräte reduzierten sich um EUR 7,2 Millionen. Zum Bilanzstichtag waren EUR 54,1 Millionen (Vorjahr EUR 48,8 Millionen) Forderungsverkäufe getätigt worden.

Durch den Jahresverlust von EUR 62,7 Millionen sank das Eigenkapital auf EUR 52,8 Millionen. Die Eigenkapitalquote fiel damit auf 9,1 Prozent und verschlechterte sich somit gegenüber dem Vorjahr (16,5 Prozent), primär bedingt durch die hohen außerordentlichen Verluste in Höhe von EUR 54,9 Millionen und ein negatives Beteiligungsergebnis von EUR 37,7 Millionen.

Einschließlich der Pensionsrückstellungen steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 164,0 Millionen (Vorjahr: EUR 230,3 Millionen) zur Verfügung.

Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital sank um EUR 55,4 Millionen auf EUR 413,8 Millionen, im Wesentlichen bedingt durch die niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Steuerrückstellungen. Es bestanden im Berichtszeitraum keine Bankkredite.

Im Rahmen des Cash Pooling mit Fiat Industrial Finance Europe S.A., Luxemburg, stellte das Unternehmen dem Fiat Industrial-Konzern liquide Mittel zur Verfügung, die als Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Der Cash Pool wird als Kontokorrent geführt. Vertraglich ist geregelt, dass die Mittel aus dem Cash Pool jederzeit seitens der Gesellschaft abrufbar sind.

Investitionen

Im Berichtsjahr hat das Unternehmen EUR 16,7 Millionen in Sachanlagen investiert. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag mit EUR 12,8 Millionen 2012 für Werkzeuge bei den Lieferanten, die nach der Schließung der Produktion an andere Iveco Gesellschaften veräußert wurden. Die Investitionen des Unternehmens wurden aus eigenem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert. In Sachanlagen im Produktionsbereich wurden EUR 3,9 Millionen investiert, wobei EUR 2,4 Millionen auf die Neuausrichtung des Standortes entfielen.

ENTWICKLUNG

Schwerpunkt Euro 6-Baureihen

Nach der Neuorganisation des Engineerings im Jahr 2011 fand 2012 eine Konsolidierung der neuen Organisation des Entwicklungsbereichs der Iveco Magirus AG statt.

Der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit lag wie bereits im Vorjahr bei der Entwicklung der Euro 6-Baureihen in der leichten, mittleren und schweren Fahrzeugklasse. Die ersten Vorserienfahrzeuge rollten Ende des Jahres 2012 auf die Straße. Die Euro 6-Entwicklung wird im dritten Quartal 2013 mit der Dokumentation der Nischenmodelle abgeschlossen werden.

Im September 2012 präsentierte Iveco auf der internationalen Messe IAA in Hannover mit den Modellen Stralis Hi-Way und Trakker Hi-Land die neue schwere Fahrzeuggeneration. Sie bildet die Basis für die Modelle mit Euro 6 Technologie. Internationale Fachjournalisten wählten den Stralis Hi-Way zum „Truck of the Year 2013“.

Im Bereich der schweren Erdgasfahrzeuge ist die Entwicklung eines Modells weiter verfolgt worden, das mit verflüssigtem Gas betrieben wird und eine wesentlich größere Reichweite bietet als bisherige Erdgas-Lkw.

Für die leichte Fahrzeugbaureihe Daily ist die Entwicklung eines vollelektrischen Modells weiter betrieben worden. Die Arbeiten an einem Hybridmodell haben begonnen. Parallel hierzu sind die Arbeiten für das neue Modelljahr in vollem Gange.

Für alle Fahrzeugbaureihen konnten Qualität und Zuverlässigkeit durch die Optimierung einzelner Baugruppen und Bauteile verbessert werden. Parallel zu diesen Aktivitäten überarbeitete das Ulmer Engineering technische Lösungen im Hinblick auf die Reduzierung der Produktkosten.

Die Realisierung weiterer Varianten der militärischen Fahrzeuge auf Basis des zivilen schweren Baustellenfahrgestells erfüllen die Anforderungen neuer Kunden.

PRODUKTION, EINKAUF UND UMWELTSCHUTZ

Produktion am Standort Ulm

Bei einer Informationsveranstaltung am 7. Mai 2012 wurden die Schließung der Ulmer Stralis-Produktion und der Ausbau des Standorts Ulm zu einem Brandschutz-Kompetenzzentrum bekanntgegeben. Ausgangspunkt für diese Unternehmensentscheidung war die seit Jahren andauernde zu geringe Auslastung der Produktionskapazitäten für die schweren Lkw in den beiden Werken Madrid und Ulm.

Mit der Reorganisation sollen ab 2013 die Prozesse, die Abläufe, das Produkt-Engineering, das Lieferanten-Management, die Logistik und andere Teilbereiche sowohl für den Stralis (Iveco Magirus AG) als auch für die Feuerwehrfahrzeuge (Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH) optimiert werden. In Ulm verbleiben von der Iveco Magirus AG das Zentrum für Forschung und Entwicklung sowie der Testing-Bereich.

Bis zum Produktionsende am 3. August 2012 wurden im Ulmer Werk im Berichtsjahr insgesamt 4.563 Fahrzeuge hergestellt, davon 2.920 Einheiten vom Fahrzeugmodell Stralis ASL für den internationalen Fernverkehr. Die übrigen 1.643 Einheiten verteilten sich auf die Modelle Stralis AT und AD, die überwiegend im nationalen Fernverkehr sowie im schweren Verteilerverkehr Verwendung finden. Diese Zahlen entsprechen einer Reduzierung des Produktionsvolumens gegenüber dem Vorjahr um knapp 53 Prozent.

Im Zeitraum Januar bis April des Berichtsjahrs konnten die Anzahl der täglich in der Montagelinie montierten Fahrzeuge erhöht, die Durchlauf- und Taktzeiten verkürzt und die Produktivität verbessert werden. Ab Mai wurde die Produktionsgeschwindigkeit der Montagelinie schrittweise reduziert.

Bis 3. August 2012 betrug die Anzahl der Produktionstage 91. Die produktionsfreie Zeit hat das Unternehmen vor allem bis zur Bekanntgabe der Werksschließung konsequent genutzt, um Arbeitsplatzorganisation und Logistik zu optimieren sowie mit weiteren Qualifizierungsmaßnahmen das Know-how der Mitarbeiter und damit die Qualität der Produkte nochmals zu verbessern.

Im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz lagen die Schwerpunkte auf ergonomischen Verbesserungen der Arbeitsplätze und auf der weiteren Steigerung der Mitarbeitersensibilität für Risiken, unsichere Bedingungen und Handlungen. Wie in den zurückliegenden beiden Jahren konnte auch 2012 die offizielle Zertifizierung nach dem Standard des Occupational Health and Safety Assessment System wieder bestätigt werden. Die Anzahl der Arbeitsunfälle reduzierte sich im Zeitraum 1. Januar 2012 bis 3. August 2012 um mehr als 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In der Produktion wurden auch 2012 gezielte Maßnahmen zur Energieeinsparung durchgeführt. Durch die weitere Umsetzung der 2011 begonnenen Beleuchtungskonzepte konnte nicht nur Strom eingespart, sondern auch eine verbesserte Beleuchtungssituation geschaffen werden. Ein Großprojekt zu Jahresbeginn war die Installation einer gezielten Beleuchtungssteuerung, unterteilt nach Zonen und Arbeitsbereichen.

Das betriebliche Vorschlagswesen (Ideen-Management), bei dem auch weniger bedeutende Verbesserungsvorschläge eingereicht und umgesetzt werden können, war auch in diesem Berichtsjahr bis zum Produktionsende erfolgreich. So wurden im Zeitraum bis August mit 2.349 eingereichten Ideen nahezu die Vorjahreszahlen erreicht. Zudem bekam das Werk im Mai für sein Ideenmanagement vom Deutschen Institut für Betriebswirtschaft unter 87 Bewerbern in der Kategorie „Bestes Ideenmanagement Branche Automobil“ einen 2. Platz verliehen.

Das 2011 konzernweit zur Kontrolle der Leistungseffizienz eingeführte Berichtssystem (Scorecard) wurde auch 2012 in den Bereichen Sicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Personalwesen verfolgt. Dabei waren die Kennzahlen bis zur Bekanntgabe der Werksschließung alle im grünen Bereich bzw. in einem positiven Trend. Ab September wurde die Scorecard in reduzierter Form mit den Bereichen Wirtschaftlichkeit und Personalwesen fortgeführt.

Einkauf

Entsprechend dem reduzierten Produktionsvolumen nahm das Einkaufsvolumen um 22,2 Prozent von EUR 1.047,1 Millionen im Vorjahr auf EUR 815,2 Millionen im Berichtsjahr ab. Dabei betrugen die konzerninternen Bezüge EUR 525,9 Millionen (Vorjahr: EUR 625,6 Millionen) und die Bezüge von externen Lieferanten EUR 289,2 Millionen nach EUR 421,5 Millionen im Jahr zuvor.

Der Aufwand für das gesamte Produktionsmaterial betrug EUR 220,4 Millionen (Vorjahr: EUR 493,9 Millionen). Aus Konzernunternehmen stammte davon Produktionsmaterial für EUR 77,4 Millionen (Vorjahr: EUR 182,0 Millionen) und damit 35,1 Prozent vom gesamten Produktionsmaterial.

Externe Anbieter außerhalb des Konzerns lieferten Material für die Produktion in Höhe von EUR 143,0 Millionen (Vorjahr: EUR 311,9 Millionen). Davon kamen wiederum 46,1 Prozent aus dem Inland (Vorjahr: 46,5 Prozent) und 37,9 Prozent von italienischen Herstellern (Vorjahr: 38,0 Prozent).

Von der Iveco Magirus AG werden nicht nur die im Unternehmen hergestellten schweren Fahrzeuge in Deutschland vertrieben, sondern die gesamte, sehr breite Iveco-Produktpalette vom Transporter bis zu den schweren Lkw mit höchstzulässigem Gesamtgewicht sowie Busse. Dazu wurden im Berichtsjahr aus Italien und Spanien sowie Tschechien (Busse) und weiteren Standorten 11.059 Iveco-Fahrzeuge importiert (Vorjahr: 13.726 Einheiten). Der Wert dieser Einfuhren von Neufahrzeugen betrug im Berichtsjahr EUR 299,1 Millionen (Vorjahr: EUR 303,3 Millionen).

Für den Bezug von Ersatzteilen, Gebrauchtfahrzeugen und Sonstigem wurden EUR 295,6 Millionen ausgegeben (Vorjahr: EUR 249,9 Millionen). Davon betrafen EUR 149,4 Millionen (Vorjahr: EUR 140,4 Millionen) Lieferungen von Konzernunternehmen und EUR 146,2 Millionen (Vorjahr: EUR 109,6 Millionen) Bezüge von außerhalb des Unternehmens.

Umweltschutz

Ein äußerst schonender Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen zeichnete nicht nur die von Iveco hergestellten Fahrzeuge, sondern auch sämtliche Produktionsprozesse und alle damit verbundenen Aktivitäten im Ulmer Werk der Iveco Magirus AG aus. Die wiederholte Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001 und die Adaption an den jeweiligen Standard sind bei der Iveco Magirus AG zur Selbstverständlichkeit geworden. Seit mehreren Jahren werden kontinuierlich Optimierungen des Strom-, Fernwärme- und Gasverbrauchs der Produktions- und Heizanlagen sowie des Stromverbrauchs der Beleuchtung und Drucklufterzeugung vorgenommen. Als Ergänzung des bestehenden Umweltmanagement-Systems ist die Erstzertifizierung des Energiemanagements (ISO 50001) für 2013 geplant.

Auch der spezifische Verbrauch von Lack einschließlich der damit verbundenen Lösungsmittelemissionen hat sich im Berichtsjahr weiter verringert. Die Belastung des Kanalsystems konnte dadurch vermindert werden, dass Regenwasser von umfangreichen versiegelten Flächen des Werks nicht mehr in den Abwasserkanal geleitet, sondern durch bauliche Maßnahmen der Versickerung zugeführt wird.

Eine Optimierung der Abfalltrennung und die kontinuierliche Umstellung auf Mehrwegverpackungen stellten auch 2012 den sehr hohen Standard von über 97 Prozent beim Recycling sicher. Konsequentes Abfallrecycling sowie der schonende Umgang mit Materialien und Energie waren auch im Berichtsjahr Themen spezifischer Schulungen der Mitarbeiter.

Sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Umgebung von Produktions- und Lagerstätten vor Verunreinigung wurden auch 2012 nachhaltig verfolgt. Auffangwannen schützten alle oberirdischen Lagerstätten und Umschlagplätze; Rohrleitungen und Tanks unterlagen der ständigen Überprüfung, Maschinen und Anlagen kontinuierlicher Wartung und Überwachung. Für den eventuellen Eintritt eines Schadensfalls war das unverzügliche Ergreifen der notwendigen Maßnahmen sichergestellt. Wie in den Vorjahren ist auch 2012 kein Schadensfall eingetreten.

Im Laufe des zweiten Halbjahres wurde mit den intensiven Maßnahmen am Standort Ulm für den Aufbau des Kompetenzzentrums der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH begonnen. Die Produktionsanlagen für die Stralis-Montage mussten rückgebaut werden, um für die neuen Produktionslinien der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH, die die Produktionshalle künftig nutzen wird, Platz zu schaffen. Die bei diesen Arbeiten anfallenden Abfälle wurden soweit möglich umweltverträglich recycelt. Bei der Neugestaltung der Produktionsstätten wird der neueste technische Stand für energiesparende Maßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel neue effiziente Heizsysteme und verbesserte Dämmungen von Dach und Fassaden.

VERTRIEB

Iveco behauptet sich auf schrumpfendem Markt

Das Berichtsjahr war nach einem guten Start zur Jahresmitte hin von deutlichen Rückgängen am Nutzfahrzeugmarkt gekennzeichnet. Der Aufwärtstrend der letzten beiden Jahre setzte sich auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt im Berichtsjahr nicht fort. Nach einem Plus von 20,4 Prozent 2011 bei den Zulassungen ab 3,5 Tonnen steht für 2012 ein Minus von 6,0 Prozent zu Buche. Überdurchschnittlich fiel der Rückgang mit minus 10,6 Prozent auf 52.057 Fahrzeuge bei den schweren Lkw ab 16 Tonnen aus. Auch für die Nutzfahrzeuge im Bereich bis 15,9 Tonnen reduzierte sich die Nachfrage um über 10 Prozent. Im Teilsegment der Transporter (2,8 bis 7,3 Tonnen) verlief die Entwicklung im Berichtsjahr mit einem Minus von 4,0 Prozent etwas verhaltener. Gegen Ende des Berichtsjahrs schwächte sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen nochmals deutlich ab.

Während sich der deutsche Markt im unsicheren europäischen Umfeld zunächst stabil entwickelt, ist zum Jahresende ein Einbruch in den Zulassungszahlen zu verzeichnen. Die Investitionen in den Fuhrparks der Kunden gehen zurück. Am deutlichsten ist der Rückgang bei den mittelschweren Lkw und den Schwerfahrzeugen. Diese Segmente gelten allgemein als Frühindikator für die künftige Entwicklung im Nutzfahrzeugmarkt. Bei den Transportern ist der Rückgang weniger stark ausgeprägt.

Der von der internationalen Messe IAA erhoffte Schub in 2012 ist nicht vollumfänglich eingetreten, obwohl fast alle Hersteller mit Neuigkeiten und großem Optimismus aufgewartet haben. Im Bereich leichter Nutzfahrzeuge bestehen die Risiken der Einführung einer strengeren CO2-Gesetzgebung mit einem möglichen Zwang zu teuren alternativen Antriebskonzepten über jeder Kaufentscheidung. CO2 senkende Technologien sind deutlich teurer als die heutige Antriebstechnik und im Verhältnis zum derzeitigen Preis eines Transporters signifikant. Die aktuelle Situation im Transportgewerbe ist daher eher abwartend und wird für die Entwicklung im Jahr 2013 entscheidend sein.

Insgesamt erreichte die Iveco Magirus AG im Berichtsjahr ab 3,5 Tonnen einen Marktanteil von 8,0 Prozent (Vorjahr: 8,5 Prozent) und 13.078 Zulassungen. Erfreulich war, dass der Marktanteil bei den schweren Lkw auf 5,1 Prozent (Vorjahr: 4,9 Prozent) leicht gesteigert werden konnte. Richtet man den Fokus auf die Fahrzeugklassen ab 6,0 Tonnen, so konnte der Marktanteil sogar von 8,3 Prozent im Jahr 2011 auf 8,6 Prozent im Berichtsjahr erhöht werden. Eine absolute Sonderstellung nimmt der Daily im Bereich 6,1 bis 7,3 Tonnen ein. Mit 1.174 Einheiten und 86,0 Prozent Marktanteil beherrschte er dieses kleine, aber interessante Marktsegment.

Bussparte integriert

Am 1. Januar 2012 wurde das Geschäftsfeld Busse in den Vertrieb der Iveco Magirus AG integriert. Mit Konzentration auf Überland- und Reisebusse konnte der Marktanteil in diesem Marktsegment in Deutschland auf 9,1 Prozent gesteigert werden, nachdem er im Jahr 2011 noch bei 5,1 Prozent gelegen hatte. In der Gesamtbetrachtung stieg der Anteil der Iveco Magirus AG an den Zulassungen im Geschäftsbereich Busse um 1,4 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Die Iveco Magirus AG ist damit stärkste Importmarke in Deutschland und belegt in der Zulassungsstatistik den dritten Platz.

Im Jahr 2013 werden eine weitgehende Erneuerung des Produktangebots und eine weitere Verstärkung der Vertriebsstruktur stattfinden. Noch im Berichtsjahr konnte ein Rahmenvertrag mit der DB Regio AG abgeschlossen werden, der die Lieferung von rund 150 Überlandbussen vom Typ Crossway Low Entry im Jahr 2013 vorsieht.

MITARBEITER

Neuausrichtung des Standorts Ulm

Nach Jahren der Unterauslastung und Kurzarbeit entschied sich der Konzern, die Montage der schweren Lkw am Standort Ulm zu schließen. Die Produktion in Ulm wurde im August eingestellt. Das Berichtsjahr war deshalb geprägt vom Personalabbau im Produktionsbereich. Ein Teil der Beschäftigten hat sozial verträgliche Angebote zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses akzeptiert, andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten neue Aufgaben bei der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH übernehmen.

Die Gesamtbelegschaft der Iveco Magirus AG reduzierte sich zum Jahresende auf 1.364 (Vorjahr: 1.965) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zusammengesetzt aus 800 (Vorjahr: 1.339) Lohnempfängern und 564 (Vorjahr: 626) Gehaltsempfängern. Nach Abzug der in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befindlichen Beschäftigten sowie der im Rahmen der Elternzeit oder zur Weiterbildung freigestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrug die aktive Stammbelegschaft 1.145 (Vorjahr 1.750) Personen. Die meisten Mitarbeiter (957) hatten in Ulm, Neu-Ulm und Langenau ihren Arbeitsplatz, 188 Angestellte waren in Unterschleißheim und anderen Außenstellen beschäftigt.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens haben insgesamt 23 neue Auszubildende (Vorjahr: 34) ihre Ausbildung begonnen, und zwar 17 gewerbliche, vier Studenten nach dem dualen Studiengang des Ulmer Modells und erstmalig auch wieder zwei kaufmännische Auszubildende. Übernommen wurden alle Auszubildenden, die ihre Lehre im Berichtsjahr abgeschlossen haben.

Das interne Programm zur Weiterbildung fokussierte sich auf die im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses zunehmend wichtiger werdende internationale Kommunikationsfähigkeit und damit auf intensiven Sprachunterricht. Dabei absolvierten 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 7.650 Schulungsstunden, schwerpunktmäßig in englischer und italienischer Sprache.

NACHHALTIGKEIT

Die Iveco Magirus AG bekennt sich zu den Nachhaltigkeitsgrundsätzen, die durch den Konzern Fiat Industrial S.p.A. und den damit verbundenen Konzerngesellschaften gemeinschaftlich als Selbstverpflichtung verfolgt werden. Hierzu zählen im Rahmen der Geschäftstätigkeit sowohl der Schutz der Umwelt, als auch das gesellschaftlich verantwortungsvolle Handeln wahr zu nehmen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sind konzernweite Berichtssysteme eingerichtet worden, die mit ihrem Fokus auf den Bereich Wirtschaft, Ökologie und Soziales und die damit verbundenen Einflussfaktoren und Themenfelder gerichtet sind. Dieses Berichtsystem ermöglicht es, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und Schwachstellen zu erkennen, die mit Finanz- und Reputationsrisiken in Verbindung stehen.

Im zweiten Jahr in Folge wurde der Fiat Industrial Konzern 2012 als führendes Unternehmen seiner Branche auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit in den Dow Jones Sustainability (DJSI) World und Europe Index aufgenommen.

Dabei wurde die höchste Punktzahl in den zentralen Untersuchungsbereichen „Umwelt“ und „Soziales“ außerdem bei „Risiko-, Krisen- und Lieferkettenmanagement“ erzielt. Zu diesen außerordentlich guten Ergebnissen trägt auch die Iveco Magirus AG mit ihrem Engagement bei, um die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit weiter sicherzustellen.

RISIKOMANAGEMENT

Ziele des Risikomanagements

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Ein wirksames Risikomanagement ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Daher entwickelt die Iveco Magirus AG auch in Zukunft den Bereich Risikomanagement kontinuierlich weiter und passt diesen an die veränderten Rahmenbedingungen sowie gesetzlichen Vorschriften an.

Seit dem Jahr 2010 besteht eine fixierte und im Unternehmen kommunizierte Risikostrategie. Die darin enthaltenen Grundsätze fördern das einheitliche Risikoverständnis und bilden die Grundlage für den Umgang mit Risiken bei der Iveco Magirus AG.

Risikomanagement zielt auf die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken ab. Das bestehende Risikomanagementsystem der Iveco Magirus AG sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, von vorhandenen Risiken frühzeitig Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können.

Aufbauorganisation

Die Iveco Magirus AG ist als Konzerngesellschaft der Iveco S.p.A. in das konzernweite Risikomanagement mit seinen international übergreifenden Kontrollmechanismen eingebunden. Diese Systeme gewährleisten, dass den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung rechtzeitig ergriffen werden können. Eine Überprüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit erfolgt regelmäßig durch die konzerninterne Revision sowie die intern bei der Iveco Magirus AG benannten Risikoverantwortlichen. Außerdem partizipiert das Unternehmen an den internationalen Planungsinstrumenten des Konzerns.

Bei der Iveco Magirus AG bildet die seit Ende 2011 geltende neue Organisationsrichtlinie Risikomanagement die Grundlage für das national installierte Risikomanagementsystem. Die Richtlinie enthält Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Informationspflichten und Vorgaben zur Quantifizierung von Risiken unter Berücksichtigung von Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadens.

Das bei der Iveco Magirus AG zentral installierte Risikomanagement koordiniert die Ermittlung der Risiken und ist für die fortlaufende Weiterentwicklung der in diesem Zusammenhang erforderlichen Prozesse und Methoden zuständig.

Um einen ganzheitlichen und transparenten Überblick über die Risiken zu ermöglichen, sind dezentral vom Vorstand benannte Risikoverantwortliche eingesetzt, welche die wesentlichen Geschäftsbereiche der Iveco Magirus AG abdecken.

Darüber hinaus wurden beim Unternehmen sogenannte Risiko-Institutionen eingerichtet, die Risiken aufzeigen und bei ihrer Vermeidung bzw. Minimierung helfen.

Um das Thema Risikomanagement kontinuierlich weiterzuentwickeln und mit den laufenden Geschäftsthemen zu verzahnen, wurde vom Vorstand ein „Risiko-Ausschuss“ als fest installiertes Gremium implementiert.

Risikomanagementprozesse

Im Geschäftsjahr 2012 erfolgte die Optimierung des Risikomanagementprozesses sowie der Dokumentationen in Anlehnung an den internationalen Risikomanagementstandard ISO 31000.

Kern des Risikomanagementprozesses stellt das Risk Assessment (die Risikoeinschätzung) dar, welches im Rahmen der jährlichen durchgeführten Risikoinventur durchlaufen wird. Die Risikoinventur zielt auf die systematische Identifizierung, Bewertung und Überwachung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken in allen wesentlichen Geschäftsfeldern ab. Grundlage bildet die Erhebung von Daten über die dezentral eingesetzten Risikoverantwortlichen.

Dabei erfolgt die Risikoidentifikation sowohl durch den Risiko-Ausschuss als auch durch die einzelnen Risikoverantwortlichen. Als Ergebnis wird der aktualisierte und an die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens angepasste Risiko-Atlas ermittelt.

In der darauf folgenden Risikoanalyse werden durch die der jeweiligen Risikokategorie zugeordneten Experten die Risiken überprüft und bewertet. Dabei werden der Einfluss, die Auswirkungen sowie die Instrumente zur Früherkennung, Steuerung und Überwachung dieser Risiken berücksichtigt. Eine differenzierte Betrachtung hinsichtlich der Auswirkungen auf die Finanzen bzw. das Image wird mit einbezogen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur werden in einem Risikobericht zusammengefasst. Auf Basis dessen können durch den Vorstand bei Bedarf notwendige Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem der Iveco Magirus AG ist an das konzernübergreifend organisierte interne Kontrollsystem angeschlossen. Grundlage bilden die von der Fiat Industrial S.p.A. veröffentlichten „Guidelines for the Internal Control System”. Darin werden die Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten definiert sowie die Identifizierung von Risiken und die Implementierung von Kontrollen in den Tochtergesellschaften geregelt. Auf dieser Grundlage können Effektivität und Effizienz des Systems sichergestellt werden.

In Ergänzung besitzt die Iveco Magirus AG eigene Kontrollmechanismen wie systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, das Vier-Augen-Prinzip, die Trennung von Funktionen, sowie die Sicherstellung der Einhaltung von internen Richtlinien. Hierzu zählen der konzernweit gültige Verhaltenskodex, die Betriebsordnung, diverse organisatorische Richtlinien sowie die klar definierten Unterschriftsregelungen bezüglich der Beschaffung von Dienstleistungen und Gütern sowie für alle rechtsverbindlichen Erklärungen.

Darüber hinaus stellen angemessene Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen sowie die Konzernrichtlinien in der Finanzbuchhaltung einschließlich deren definierte Prozesse die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich sind. Die Abwicklung der Rechnungslegung erfolgt bei der Iveco Magirus AG durch den Dienstleister Fiat GmbH, der bezüglich des Rechnungslegungsprozesses ebenfalls an das konzernübergreifende interne Kontrollsystem angeschlossen ist.

Der Vorstand der Iveco Magirus AG stellte für das Berichtsjahr die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems fest und schätzt dabei die operationellen Risiken als tragbar ein.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Neben den Risiken bestehen auch zahlreiche Chancen für die zukünftige Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche und somit der gesamten Iveco Magirus AG.

Sehr gute Absatzchancen werden dem 2013 neu auf der internationalen Messe IAA von Iveco präsentierten Stralis Hi-Way eingeräumt. Das Fahrzeug bildet die perfekte Einheit aus Komfort und Produktivität. Ein Fahrzeugkonzept, das mit dem Ziel entwickelt wurde, die Betriebsgesamtkosten (Total Cost of Ownwership, TCO) zu senken, die Einsatzkosten (Verbrauch, Wartung) zu minimieren und gleichzeitig Werterhalt und Effizienz der Fahrzeugflotte zu steigern. Der Stralis Hi-Way erhielt die internationale Auszeichnung „Truck of the Year 2013“, welche jährlich von führenden internationalen Fachjournalisten vergeben wird.

Auch der 2012 eingeführte, neue Iveco-Transporter New Daily mit einer erhöhten Nutzlast, neuen stärkeren Motorisierungen und einer gesteigerten Umweltfreundlichkeit erschließt für das Unternehmen zusätzliche Verkaufschancen in neuen Anwendungsbereichen. Eine Bestätigung dessen erfolgte bereits kurz nach Markteinführung durch die Verleihung mehrerer europäischer Auszeichnungen aus dem Transportwesen. So erhielt der New Daily in Spanien den „Europäischen Preis für den Transport” und in Deutschland holte der Elektro-Daily den „Europäischen Preis für die Nachhaltigkeit im Transportwesen“.

Die Irisbus Deutschland GmbH wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2012 vollständig in die Iveco Magirus AG eingegliedert. Die zunehmenden Marktpräsenz der Marke Irisbus in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie die durch die Eingliederung realisierten Synergieeffekte werden für 2013 weiter als Chance gesehen. Damit steht die Iveco Magirus AG ihren Kunden nun auch als kompetenter Partner im Busbereich und der damit erweiterten Produktpalette zur Verfügung.

Die Chancen werden nicht innerhalb des Risikomanagementsystems verfolgt bzw. bearbeitet. Die Verantwortung, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichen und findet damit Eingang in die operativen sowie strategischen Planungen. Weitere Aussagen werden hierzu in den vorangegangenen Kapiteln des Lageberichts gemacht.

Für die Iveco Magirus AG wesentliche Risiken, die grundlegende Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden in den nachfolgenden Kapiteln im Detail dargestellt.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die internationalen Finanzmärkte stehen weiterhin unter dem Einfluss der europäischen Staatsschuldenkrise. Diese Krise, mit der damit in Verbindung stehenden Anpassungsrezession im Euro-Gebiet, hat auch im Jahre 2012 die deutsche Konjunktur-Entwicklung belastet, was sich durch die engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Euroraum auch bei der Iveco Magirus AG bemerkbar machte.

Deutschland hat durch die positive Entwicklung des Exports nach Übersee sowie eine sehr stabile Binnennachfrage weiter ein Wirtschaftswachstum generiert und bessere wirtschaftliche Aussichten als die übrigen großen Nationen im Euroraum.

Mit der bis August 2012 in Deutschland ansässigen Produktion und dem Iveco eigenen Vertriebsnetz in Deutschland, das im Wesentlichen aus Tochtergesellschaften, eigenen Händlerbetrieben und dem Servicenetz besteht, profitierte die Iveco Magirus AG vom Exportgeschäft, wodurch auch im Jahr 2012 zusätzliche Absatzchancen realisiert werden konnten. Zukünftig werden Chancen im Ausbau des Kompetenzzentrums für Brandschutz am Standort Ulm und in dem Ausbau des Busgeschäfts gesehen.

Dem Risiko aus der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fertigkomponenten wird mit langfristigen Preisbindungen begegnet. Als Teil des Fiat Industrial-Konzerns partizipiert die Iveco Magirus AG vom sehr gut ausgebauten und international vernetzten Einkauf des Konzerns.

Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Die Nutzfahrzeugbranche reagiert regelmäßig stark zyklisch in Abhängigkeit von der jeweiligen Konjunktur. Die Konjunktur wird dabei von zahlreichen Faktoren, die zueinander in bestimmten Abhängigkeiten stehen, beeinflusst.

Um den damit verbundenen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, erfolgt eine permanente Marktbeobachtung. Veränderungen werden analysiert, um zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, wodurch Branchenrisiken minimiert werden.

Das Transportaufkommen im gewerblichen Straßenverkehr hat sich im Jahr 2012 gegenüber dem Jahre 2011 mit minus 2,4 Prozent deutlich negativ entwickelt. Für das Jahr 2013 wird weiter ein leichter Rückgang erwartet. Für die Jahre 2014 bis 2016 erwartet der Vorstand ein überdurchschnittliches Wachstum. Es ist davon auszugehen, dass nach Überwindung der Schwächephase der Nutzfahrzeugmarkt in Europa aufgrund des steigenden Transportaufkommens auch in Zukunft Wachstumsmarkt bleibt. Das Risiko der Verlagerung von Transportvolumen von Nutzfahrzeugen hin zu anderen Verkehrsmitteln wird als gering eingeschätzt.

Für Euro 6 Fahrzeuge soll eine neue Mautklasse unterhalb von Euro 5 Fahrzeugen eingeführt werden, welche eine geringere Kostenbelastung zur Folge haben könnte. Bei Verabschiedung einer neuen Mauthöheverordnung und des damit in Kraft tretenden Mautvorteils ist für den Bereich der schweren Nutzfahrzeuge mit einer partiellen Auflösung des derzeitigen Investitionsstaus zu rechnen.

Bei den Beständen von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen gab es 2012 eine gegenläufige Entwicklung. Während sich der Neufahrzeugbestand – auch bedingt durch die Produktionsschließung in Ulm – weiter reduziert hat, konnte im Gebrauchtfahrzeugbestand der Trend der Reduzierung aus dem Vorjahr konjunkturbedingt nicht weiter fortgesetzt werden. Die Fahrzeuge unterliegen dem Risiko der Marktpreisentwicklung. Um diesem Risiko entgegenzuwirken wird die Entwicklung der Marktpreise überwacht und gegebenenfalls Wertberichtigungen gebildet.

Im Vertrieb muss von einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Handel – besonders bei Ersatzteilen – ausgegangen werden. Die Stärkung der Leistungskraft und Ertragssituation der Händler macht eine laufende Optimierung des Vertriebskanals sowie eine wirksame Unterstützung bei Finanzierungsproblemen erforderlich.

Produkt- und Entwicklungsrisiken

Die ab dem Jahr 2014 in Europa geltende Abgasnorm Euro 6 erfordert einen sehr hohen Entwicklungsaufwand. Die Iveco Magirus AG entwickelt und modernisiert gleichzeitig die bestehenden Fahrzeugbaureihen, sowohl technisch als auch im Design.

Wegen des breitgefächerten Iveco Produktportfolios ist die Entwicklung einer großen Anzahl von neuen Einzelkomponenten und Einbauvarianten erforderlich, die im ersten Schritt an digitalen Versuchsmodellen, sogenannten DigitalMockUps (DMUs), virtuell getestet und anschließend in Versuchsfahrzeugen erprobt werden. Dazu kommt die kontinuierliche Verbesserung des Qualitätsniveaus von weiteren Fahrzeugteilen und Baugruppen.

Die Produktpalette wird schrittweise um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erweitert. Hierzu zählen Erdgas-Antriebe mit CNG (Compressed Natural Gas) und LNG (Liquid Natural Gas), Hybrid- oder vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge. Wegen der noch relativ niedrigen Verkaufsstückzahlen sind die spezifischen Entwicklungskosten nach wie vor sehr hoch. Hier handelt es sich jedoch um Investitionen in Zukunftstechnologien, die wegen der endlichen Erdölvorkommen unvermeidbar sind und die Zukunft des Unternehmens sichern.

Die Projektsteuerung und -überwachung wird über alle Baureihen hinweg über so genannte Plattformen – multifunktionale Projektteams – sichergestellt. Sie sind in der Lage, schnell und zielgerichtet zu agieren, um auf die wachsenden und sich ständig ändernden Anforderungen der Märkte zu reagieren. Dabei können sie auf den zentral entwickelten und bewährten Baukasten aus Produkten und Komponenten zugreifen, um daraus vor Ort mit den lokalen Entwicklungsabteilungen markt- und kundengerechte Lösungen zu entwickeln. Diese Adaption an lokale klimatische Bedingungen und verkehrstechnische Gegebenheiten ist dann mit vergleichsweise geringen Investitionen und Entwicklungszeiten vor Ort zu bewerkstelligen und verspricht globale Wettbewerbsfähigkeit zu vertretbaren Kosten.

Zu diesem Zweck wurden die Kompetenzzentren in der Produktentwicklung ausgebaut. Die Mitarbeiter in den Entwicklungsabteilungen können durch die globale Zusammenarbeit und die Mitarbeit an neuen Projekten ihr Wissensspektrum deutlich erweitern und sind damit den Herausforderungen der Zukunft gewachsen. Investiert wird dafür auch in die Infrastruktur der Werke und in die weltweite Vereinheitlichung der IT Entwicklungs- und Dokumentationssysteme in allen Entwicklungsbereichen.

Neue Produkte werden vollständig mit CAD entwickelt und – noch vor dem Bau des ersten realen Prototyps – virtuell als DMU dargestellt. Funktion, Haltbarkeit und Montagefreundlichkeit werden zunächst durch Simulation auf dem Computer überprüft. Anschließend unterliegen Bauteile, Baugruppen und komplette Prototypfahrzeuge intensiven Prüfungen und durchlaufen ausgiebige Testverfahren, die alle denkbaren Einsatzbedingungen abdecken. Ein Feldtest mit ausgewählten Kunden schließt die Entwicklung ab und minimiert das Risiko von Schäden im Einsatz bei den Kunden nach Serienstart.

Dennoch bleibt ein geringes Restrisiko von Schäden, die auftreten können, wenn die Produkte bereits am Markt sind. Es können Garantie- und Gewährleistungsansprüche entstehen. Im Extremfall sind Produkthaftungsansprüche und Schadensersatzforderungen vorstellbar. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird die Qualität kontinuierlich überprüft. Zusätzlich werden ständig Informationen aus dem Feld mit den Fachabteilungen ausgetauscht und bei Bedarf Gegenmaßnahmen möglichst frühzeitig in die Wege geleitet.

Produktion und Beschaffung

Ein standardisierter Produktionsprozess stellt sicher, dass nur funktionierende und sichere Produkte auf den Markt kommen. Einheitlich definierte Qualitätssicherungsstandards sorgen dafür, dass Fehler in der Herstellungsphase rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Für Iveco-Produkte im Kundeneinsatz stellt das Servicenetz sicher, dass alle in der Produktion aufgetretenen Fehler gesammelt, bewertet und unverzüglich abgestellt werden.

Die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge bewirkt eine Verringerung der Fehlerrate in der Produktion und vermindert damit das Risiko von Garantiekosten. Mit der teilweisen Auslagerung von Eigenfertigung entsteht eine zunehmende Abhängigkeit, insbesondere dann, wenn das Unternehmen nur auf einen einzigen Lieferanten angewiesen ist. Mit einer standardisierten Vertragsgestaltung im Bereich Einkauf sowie einer ständigen Beobachtung der Preisentwicklungen wird den Risiken im Bereich der Lieferanten vorgebeugt.

Möglichen Risiken im Rahmen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes wurde durch die Einrichtung von zentralen Verantwortlichen begegnet, die eine kontinuierliche Optimierung und Überwachung sicherstellen. Eventuelle Betriebsstörungen vermeidet man weitgehend durch eine vorbeugende Wartung, und in einem Brandfall sind sie durch Versicherungen abgedeckt.

Auch in diesem Geschäftsjahr wurde im Bereich Produktion als Frühwarnsystem ein Berichtssystem (Scorecard) genutzt. Sie enthält standardisierte Kennzahlen, die auf monatlicher Basis vom Werk aktualisiert werden. Schwerpunkte liegen auf der Überwachung von Sicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Personalwesen. Durch die ständige Kontrolle und den Vergleich mit anderen Werken konnten bereits im Vorfeld negative Trends entdeckt und ihnen mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert werden.

Die Entscheidung, die Produktion der Lkw zu schließen, machte große Umorganisationsmaßnahmen innerhalb der Iveco Magirus AG erforderlich. Durch die geringe Auslastung bis zum Produktionsstopp am 3. August 2012 entstanden keine Lieferprobleme für das Unternehmen. Die Restmaterialien übernahmen nach dem Produktionsende, soweit möglich, andere Iveco-Werke.

Im Rahmen des Aufbaus des Kompetenzzentrums für Feuerwehrfahrzeuge bei der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH trägt die Iveco Magirus AG als Mutterkonzern und Eigentümer der Gebäude einen Teil der Investitionskosten. Als Investitions- bzw. Projektrisiko wird der eng gesetzte Zeitrahmen für die Umsetzung dieses Großprojektes gesehen. Abhängigkeiten bestehen in diesem Zusammenhang mit der Schließung von Produktionsbereichen in anderen Brandschutztechnik-Werken sowie dem parallelen Aufbau am Standort Ulm, um den geplanten Start der neuen Produktion im Laufe des Jahres 2013 zu realisieren.

Die Anpassung der Dienstleistungsverträge an die neue Nutzung der Produktionsgebäude durch die Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH sowie die am Standort aktuell nicht ausgelastete Infrastruktur stellen ein gewisses Kostenrisiko dar.

Mitarbeiter

Hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind das wertvollste Kapital unseres Unternehmens. Der Personalbereich nutzt alle Möglichkeiten, mit einer hohen Qualität und Kreativität beim Erfolgsfaktor Mitarbeiter die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein modernes Online-Bewerbungssystem, lokales und bundesweites Personalmarketing sowie die Zusammenarbeit mit renommierten Personalberatungen sichern eine professionelle Personalbeschaffung auf hohem Niveau. Ein standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen stellt sicher, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen laufend weiterqualifiziert werden.

Die laufende Optimierung der Prozesse wird von den Mitarbeitern im Rahmen des internen Vorschlagswesens unterstützt, das kontinuierlich ausgebaut wird. Durch interne Kontrollen wird die Einhaltung von Richtlinien in den Geschäftsprozessen sichergestellt. Dies führt zu einer Reduzierung der Risiken und bildet einen Schutz des Vermögens.

Im Personalbereich wird ausschließlich über ein eigens dafür implementiertes Kommunikationssystem zwischen der Iveco Magirus AG und dem Servicedienstleister Fiat GmbH kommuniziert. Es ermöglicht den strukturierten, standardisierten Austausch von Informationen bezüglich administrativer Prozesse, um die mit der standardisierten Bearbeitung zusammenhängenden Risiken zu minimieren.

Fehlverhalten von Mitarbeitern kann den Ruf des Unternehmens und damit seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Seit 2003 definieren ein auf Fiat Industrial Gruppenebene schriftlich fixierter und 2012 zuletzt aktualisierter Verhaltenskodex sowie eine in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung erstellte Betriebsordnung den entsprechenden Rahmen, in dem alle Mitarbeiter agieren sollen.

Flexible Arbeitszeit- und Vertragsmodelle erlaubten bisher eine zeitnahe Anpassung der Personalkapazität an Bedarfsänderungen. Durch die Schließung der Produktion war ein Abbau des Personalbestandes im Bereich Produktion erforderlich. Die hierzu nötigen Maßnahmen konnten von der Iveco Magirus AG erfolgreich, sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen bis Ende des Geschäftsjahres umgesetzt werden. Aktivitäten wie die Überleitung von Mitarbeitern auf die Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH, Altersteilzeitlösungen und Auflösungsverträge machten dies möglich.

Finanzen

Die notwendige Sanierung der Staatshaushalte und die verhaltenen, ungleichen Wachstumsaussichten der verschiedenen europäischen Länder lassen eine weiterhin niedrige Zinsprognose für 2013 erwarten.

Größere Währungsrisiken bestehen nicht, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und bezahlt. Sofern Transaktionen in Fremdwährung stattfinden, werden die daraus resultierenden Währungsrisiken einzelgeschäfts-bezogen abgesichert. Bilanzielle Bewertungseinheiten wurden nicht gebildet.

Händler- und Direktkundengeschäfte werden zum Großteil durch Absatzfinanzierungen über die eigene Finanzierungsgesellschaft Iveco Finance GmbH oder über Drittinstitute abgewickelt. Insolvenzen können ein Risiko darstellen, sofern eine Finanzierungsabsicherung nicht gegeben ist. Infolge regelmäßiger regressloser Forderungsverkäufe werden Adressausfallrisiken reduziert.

Die Gewährung von Lieferantenkrediten im Bereich der Neufahrzeuge erfolgt primär mit Hilfe systemseitiger Unterstützung (Scoring und Kreditlimit-Kalkulation) zentral durch das Kreditmanagement.

Exportgeschäfte werden größtenteils über die Iveco S.p.A. abgewickelt. Andernfalls werden diese durch Kreditversicherungen bzw. Export-Akkreditive abgesichert. Geschäfte mit den internationalen Iveco-Gesellschaften werden ebenso konzernübergreifend von Iveco S.p.A. gesteuert. Eine Ausnahme stellt hierbei das Ersatzteilgeschäft im Export dar. Die hierbei möglicherweise entstehenden Risiken werden durch Factoring begrenzt.

Getroffene Rückkaufverpflichtungen mit Kunden können ein zusätzliches Risiko darstellen, wenn sich die am Markt künftig erzielbaren Gebrauchtfahrzeugerlöse wesentlich gegenüber den Erwartungen bei Vertragsabschluss verändern. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird dieses laufend überwacht und aktiv gesteuert. Die Verfahren zur Risikomessung und Risikoberichterstattung werden kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei findet eine regelmäßige Überprüfung der zugrunde liegenden Parameter statt.

Eine weiterhin verhaltene Entwicklung der Kapitalmärkte kann die Finanzierungskosten der Iveco Magirus AG erhöhen. Zur Liquiditätssteuerung bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.

Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich werden, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden. Diese können auch als Aval-Linie in Anspruch genommen werden.

Die Investitionen des Unternehmens werden eigenfinanziert. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung für schwere Nutzfahrzeuge werden Projektkosten im Auftragsentwicklungsverfahren mit Iveco S.p.A. abgerechnet.

IT-Risiken

Für die bereichsübergreifenden Geschäfts- und Produktionsprozesse der Iveco Magirus AG sowie die interne und externe Kommunikation kommt dem Bereich Informationstechnik eine wichtige Bedeutung zu. Eine ständige Verbesserung der Infrastruktur sowie der Sicherheit ist Voraussetzung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Bereich ICT (Information and Communication Technology) realisiert ständig Verbesserungen und Maßnahmen zur Prävention und Verminderung von Risiken, die in Zusammenhang mit der Entwicklung der Informationstechnologie stehen.

Mit den IT-Dienstleistern bestehen Wiederherstell- und Kontinuitätspläne. Fallback-Szenarien sind für geschäftskritische Prozesse eingeführt, Redundanzen bei Infrastrukturen entsprechend der Anforderungen ausgelegt.

Sicherheitssysteme wie Antivirenprogramme, Firewall- oder Intrusion-Prevention-Systeme begegnen dem Risiko des unbefugten Zugriffs auf Unternehmensdaten. Die IT-Sicherheit wird durch die Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf die bestehenden IT-Systeme zusätzlich erhöht.

Die Einführung neuer Systeme erfolgt nach der Iveco Projekt Management Methode, durch die mögliche Risiken bereits im Vorfeld analysiert und begrenzt werden.

Wegen der rasant fortschreitenden Entwicklung im IT-Bereich besteht für die IT-Sicherheit ein lediglich geringes Restrisiko.

Rechtliche Risiken

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die Iveco Magirus AG Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren in den Bereichen allgemeines Vertriebs- und Vertragsrecht, Gewährleistung/Garantie, Produkthaftung, Wettbewerbsrecht und Umwelthaftung sowie Steuern ausgesetzt. Diese Risiken werden unter anderem durch standardisierte Prozesse, transparente Vertragsgestaltung sowie die Einschaltung von externen Rechtsanwälten minimiert.

Aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder durch Vereinbarungen von Vergleichen können Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und somit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben können. Das Unternehmen hat für die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren Rückstellungen gebildet, soweit die sich daraus ergebenden Verpflichtungen hinreichend bestimmbar sind.

Zum Jahresende 2012 bestand lediglich ein Verfahren von Bedeutung, das über die normale Geschäftstätigkeit hinausgeht. Von der EU-Kommission wurde gegen alle namhaften europäischen Lkw-Hersteller, darunter auch die Iveco Magirus AG, ein Ermittlungsverfahren wegen vermeintlich unzulässigen Informationsaustausches aufgenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich der Ausgang des Verfahrens und die daraus möglicherweise resultierenden finanziellen Belastungen für das Unternehmen nicht zuverlässig abschätzen, da solche EU-Verfahren in der Regel mehrere Jahre dauern, ihr Ausgang von vielen Faktoren abhängt und sich das Verfahren derzeit noch in einem frühen Stadium befindet.

Steuerrisiken können sich insbesondere auch im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr getroffenen Reorganisationsmaßnahmen ergeben. Diesen Risiken stehen jedoch Verlustvorträge entgegen.

Compliance

Über den Verhaltenskodex hinaus besteht ein konzernübergreifendes Compliance-Management-System, welches fortlaufend weiterentwickelt wird. Dieses System beinhaltet einen konzernübergreifend zuständigen Compliance-Officer sowie in den lokalen Gesellschaften Compliance-Beauftragte innerhalb der Rechtsabteilung.

Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Das Gesamtrisiko der Iveco Magirus AG setzt sich aus Einzelrisiken aller Risikokategorien innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zusammen. Nach der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen in den vergangenen Jahren ist die geschäftliche Risikosituation bei der Iveco Magirus AG im Verlauf des Jahres 2012 stabil geblieben. Jedoch birgt die derzeitige finanzwirtschaftliche Situation rund um die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum sowie die aktuell stattfindende Neuorganisation im Konzern – Schließung der Produktion und Aufbau des Kompetenzzentrums Brandschutztechnik am Standort Ulm – weitere Gefahren, die die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Iveco Magirus AG negativ beeinflussen können. Diese Auswirkungen werden jedoch nicht als dauerhaft angesehen, beinhalten jedoch ein kalkulierbares Risiko.

Der Vorstand stellt auf Grundlage des von der Iveco Magirus AG installierten Risikomanagementsystems fest, dass keine Risiken erkennbar sind, die – allein oder in Kombination mit anderen Risiken – den Fortbestand der Iveco Magirus AG gefährden könnten.

AUSBLICK

Export und Privatkonsum treiben die Konjunktur

Für das Jahr 2013 wird ein Anstieg des Welthandels um knapp vier Prozent erwartet. Vor allem in den Schwellenländern wird sich eine spürbare Erholung zeigen. Der deutsche Export dürfte damit im Berichtsjahr erneut etwa auf dem Niveau des Vorjahres um 3,8 Prozent zunehmen, wobei nach einem sehr verhaltenen Start vor allem in der zweiten Jahreshälfte die Ausfuhren deutlich zulegen sollten. Insgesamt wird für das Jahr 2013 in Deutschland eine Steigerung des BIP erwartet. Als Basis für diese Prognose wird ein durchschnittlicher Ölpreis von 111 Dollar pro Barrel sowie ein Wechselkurs des Euro von 1,30 US-Dollar unterstellt. Es wird zudem davon ausgegangen, dass die Eurokrise weiter eingedämmt werden kann. Für die deutsche Wirtschaft wird aber ein geringeres Wachstum als im abgelaufenen Jahr erwartet. Die Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Perspektiven in der Eurozone wird die Aussichten für ein Wachstum im Jahr 2013 bestimmen und die Konjunktur dämpfen.

Eine Abschwächung der Absatz- und Gewinnerwartungen der Unternehmen lässt für die Ausrüstungsinvestitionen in 2013 lediglich eine Stagnation erwarten, nach einem Rückgang im Jahr 2012. Die bereits erkennbare positive Entwicklung der Bauinvestitionen im Jahr 2013 wird im Wesentlichen vom Wohnungsbau (plus 3,8 Prozent) getragen, was sich auch durch die zunehmenden Investitionen der Privatwirtschaft in Sachwerte erklären lässt.

Der private Konsum wird im Jahre 2013 einen deutlich positiveren Beitrag (plus 2,9 Prozent) zum BIP leisten können als in den letzten Jahren. Dies ist vor allem der weitgehend stabilen Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie den steigenden Bruttolöhnen zu verdanken. Die konjunkturelle Abschwächung wird allerdings leicht dämpfenden Einfluss haben.

Die positive Lage am Arbeitsmarkt wird sich 2013 nur wenig verändern und mit 41,7 Millionen Erwerbstätigen auf hohem Niveau bleiben. Vor allem in den exportorientierten Branchen ist jedoch zu erwarten, dass die Erhöhung der Beschäftigtenquote spürbar langsamer vor sich geht. Dennoch dürfte die Arbeitslosenquote im Jahr 2013 um die Sieben-Prozent-Marke pendeln. In einigen Bereichen steht jedoch für das erste Quartal die Beantragung von Kurzarbeit auf der Agenda, so zum Beispiel in der Nutzfahrzeugindustrie.

Nachfrage nach Nutzfahrzeugen bleibt verhalten

In Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung wird erwartet, dass die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen auf dem deutschen Markt gegenüber 2012 weiter stagnieren, sich allenfalls am Ende der zweiten Jahreshälfte leicht erhöhen wird. Besonders für die leichten Nutzfahrzeuge bis sechs Tonnen sowie die schweren Lkw über 16 Tonnen ist grundsätzlich Zuwachspotenzial vorhanden.

Mit den 2012 erneuerten Baureihen der schweren Straßen- und Baufahrzeuge, New Stralis und New Trakker, kann Iveco für die unterschiedlichsten Marktanforderungen passgenaue Antworten liefern. Eine besondere Motorentechnologie ermöglicht die Einhaltung der Euro 6-Abgasgrenzwerte ohne Abgasrückführung und damit eine sehr effiziente Kraftstoffverwertung. Mit Neuheiten und Innovationen in allen Baureihen konnten auf der internationalen Messe IAA Nutzfahrzeuge 2012 großes Interesse geweckt und Kaufanreize ausgelöst werden, die sich im Jahr 2013 in konkreten Ergebnissen niederschlagen sollten. Mit einem ständig erneuerten Produktprogramm und großer Flexibilität ist das Unternehmen gut auf die Herausforderungen volatiler Märkte vorbereitet.

Das Unternehmen rechnet für 2013 in allen Segmenten, Light, Medium und Heavy, mit einem moderat steigenden Marktanteil, am stärksten ausgeprägt bei den schweren Sattelzugmaschinen. Die Prognose für die Marktentwicklung im Gesamtjahr 2013 bleibt jedoch insgesamt zurückhaltend. Einer der Antriebsfaktoren für die Lkw-Nachfrage könnte die Umstellung auf die neue Abgasnorm Euro 6 sein.

Der Ausblick für den Gesamtmarkt der Nutzfahrzeuge bleibt volatil und die Unsicherheiten mit Blick auf den weiteren Verlauf der Eurokrise bleiben bestehen. Aus einem sich stabilisierenden makroökonomischen Umfeld – vor allem im zweiten Halbjahr – erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2013 unter den grundlegend veränderten Rahmenbedingungen durch den Wegfall der Lkw-Produktion am Standort Ulm eine leicht positive Entwicklung des Umsatzes und des Gewinns aus den operativen Aktivitäten. Das Unternehmen verfügt über ausreichende und stabile Liquiditätsreserven, um die finanziellen Verpflichtungen des Geschäftsjahres abzudecken und eine Aufstockung der liquiden Reserven durch Bankkredite zu vermeiden. 2014 wird eine ähnliche Entwicklung erwartet.

Mit den Tochtergesellschaften der Iveco Magirus AG bestehen Ergebnisabführungsverträge. In Abhängigkeit von deren Ergebnissen besteht das Risiko, Verluste ausgleichen zu müssen. Für die kommenden beiden Geschäftsjahre erwartet das Unternehmen eine deutliche Verbesserung der Ergebnislage bei den Vertriebsgesellschaften und der Brandschutzgesellschaft und damit eine geringere Verlustübernahme.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine Marktbelebung ist eine Erholung der Wirtschaft in Südeuropa. Damit würde der Transportbranche bei der Stabilisierung des Warentransports mehr Sicherheit für verstärkte Investitionen gegeben werden. Mittel- und langfristig bleibt die Nutzfahrzeugindustrie eine Wachstumsbranche mit überproportionalen Steigerungsraten bis zum Jahr 2020.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2012 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.

Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft und unsere Beteiligungsgesellschaften erhielten bei jedem der im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Sie wurden durch die getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die berichtspflichtigen Vorgänge durchgeführt wurden.“

Der Abschlussprüfer hat Einwendungen gegen diesen Bericht nicht erhoben.

Ulm, 19.02.2013

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barberis

Barschkis

Lupi

Snieders

Bilanz zum 31. Dezember 2012

AKTIVA

Anhang 31.12.2012

Euro
31.12.2011

Euro
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 67.582,18 111.914,14
Sachanlagen 33.861.249,71 66.170.489,64
Finanzanlagen 83.474.608,50 85.901.427,86
117.403.440,39 152.183.831,64
Umlaufvermögen
Vorräte (2)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.143.533,98 17.259.124,22
Unfertige Erzeugnisse 0,00 1.040.213,78
Fertige Erzeugnisse und Waren 83.426.923,43 73.461.348,57
84.570.457,41 91.760.686,57
Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände (3)
Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 43.738.340,36 20.743.791,70
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 319.332.779,36 426.166.058,97
Sonstige Vermögensgegenstände 11.092.401,48 7.119.225,38
374.163.521,20 454.029.076,05
Flüssige Mittel (4) 1.274.050,19 1.102.602,13
460.008.028,80 546.892.364,75
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 395.499,04 380.263,18
577.806.968,23 699.456.459,57
PASSIVA
Anhang 31.12.2012

Euro
31.12.2011

Euro
Eigenkapital (6)
Gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000.000,00
Kapitalrücklage 9.611.520,43 9.611.520,43
Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage 14.736.772,57 14.736.772,57
Bilanzverlust / -gewinn (7) (21.564.952,99) 41.135.521,91
52.783.340,01 115.483.814,91
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 111.223.963,00 114.782.316,00
Steuerrückstellungen 2.534.057,18 19.164.917,00
Sonstige Rückstellungen 230.468.442,65 183.600.580,34
344.226.462,83 317.547.813,34
Verbindlichkeiten (9)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 22.520.953,26 24.676.163,77
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 51.251.448,46 135.319.238,09
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 92.159.935,93 94.360.744,89
Sonstige Verbindlichkeiten 14.864.827,74 12.068.684,57
180.797.165,39 266.424.831,32
577.806.968,23 699.456.459,57

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2012

Anhang 2012

EURO
2011

EURO
Umsatzerlöse (10) 1.126.531.207,61 1.478.518.714,71
Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (10.689.998,78) (1.047.948,20)
Andere aktivierte Eigenleistungen - 80.074,00
1.115.841.208,83 1.477.550.840,51
Sonstige betriebliche Erträge (11) 87.613.058,55 84.674.357,28
Materialaufwand (12) (978.091.426,38) (1.280.936.191,04)
Personalaufwand (13) (86.022.946,54) (112.704.957,86)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) (12.292.802,95) (13.523.747,31)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) (93.422.922,09) (101.094.760,04)
33.624.169,42 53.965.541,54
Beteiligungsergebnis (16) (37.729.142,71) (3.458.033,32)
Zinsergebnis (17) (2.741.500,14) (4.486.035,11)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (6.846.473,43) 46.021.473,11
Außerordentliches Ergebnis (18) (54.875.577,84) (14.487.876,00)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (219.427,63) (18.654.573,01)
Sonstige Steuern (758.996,00) (591.449,94)
Jahresfehlbetrag / -gewinn (62.700.474,90) 12.287.574,16
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 41.135.521,91 28.847.947,75
Bilanzverlust / -gewinn (21.564.952,99) 41.135.521,91

ANHANG

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Iveco Magirus AG wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.

Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst.

Im Berichtsjahr wurde die Irisbus Deutschland GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 auf die Iveco Magirus AG verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte zu Buchwerten. Gewinne bzw. Verluste haben sich aus der Verschmelzung nicht ergeben.

Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen.

Die Abschreibungen auf die Zugänge 2012 sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit einem Wert unter EUR 150 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit einem Wert von EUR 150 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten.

Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der biometrischen Richttafeln 2005G nach Heubeck ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 5,07 Prozent und einem Rententrend von 1,75 Prozent p. a. Die Entgeltsteigerungen werden mit 0-2,0 Prozent berücksichtigt.

Die Iveco Magirus AG hat von dem Wahlrecht § 253 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre zu verwenden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Künftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen sind bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt.

Durch die Diskontierung der Pensionsrückstellungen war ein Aufzinsungsbetrag bei den langfristigen Personalrückstellungen in Höhe von EUR 5,7 Millionen erforderlich. Der Aufwand wurde im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und werden mit dem Erfüllungsbetrag bzw. dem anzusetzenden Barwert passiviert.

Der Erfüllungsbetrag wird unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde. Diese beiden Effekte wirken gegenläufig. Bei Effekten aus der Diskontierung wurden die einzelnen Rückstellungen zugunsten des Zinsergebnisses reduziert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Umrechnungskurs bei Entstehung bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Die Bilanzierungsvorschriften sehen vor, die latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede in Organgesellschaften auf Ebene der Organgesellschaft zu ermitteln und in der Iveco Magirus AG zu erfassen. Latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen und auf Verlustvorträge sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Berechnung der latenten Steuern auf die Bewertungsänderungen ergab aktive latente Steuern. Vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB, den Aktivüberhang nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. Damit ergaben sich keine Steuereffekte aus latenten Steuern, somit auch keine Reduzierung der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten laufenden Ertragsteuern. Aktive latente Steuern ergeben sich in erster Linie aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen u. a. bei der Bewertung der Pensionsrückstellung und bei der Bewertung der Sonstigen Rückstellungen.

Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt des Übergangs der Risiken und Chancen der Fahrzeuge auf den Kunden realisiert. Dies ist der Fall, wenn im Rahmen des Fahrzeugverkaufs dieses dem Händler oder dem Kunden zur Verfügung gestellt wird. Für mögliche Risiken aus bestehenden Rückkaufverpflichtungen wird im Rahmen der Rückstellungsbildung Vorsorge getroffen. Erlösminderungen in Form von Preisnachlässen, zurückgewährten Entgelten sowie Rückstellungszuführungen für über dem Marktniveau liegenden Rücknahmepreisen werden von den Umsätzen abgesetzt.

Erträge und Aufwendungen, die mit der Schließung der Produktion und der damit verbundenen Restrukturierung in Zusammenhang stehen, werden unter den außerordentlichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung des Anlagevermögens (in '000 EUR)

Entwicklung 2012 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2012 135.567 46.072 191.749 5.084 378.472
Zugänge 1.856 501 14.356 115 16.828
Abgänge (5) (12.034) (155.097) (4.850) (171.986)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2012 137.418 34.539 51.008 349 223.314
Abschreibungen
Stand am 01.01.2012 108.109 40.090 164.103 - 312.302
Zugänge 1.031 859 10.340 - 12.230
Abgänge (2) (8.079) (126.998) - (135.079)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2012 109.138 32.870 47.445 - 189.453
Nettobuchwert am 31.12.2012 28.280 1.669 3.563 349 33.861
Nettobuchwert am 31.12.2011 27.458 5.982 27.646 5.084 66.170
Entwicklung 2012 Finanzanlagen und immaterielle Vermögenswerte Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Sonstige Ausleihungen Finanzanlagen Gesamt Immaterielle Vermögenswerte, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und änliche Rechte und Werte
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2012 64.503 20.794 752 86.049 2.689
Zugänge - 4.129 255 4.384 18
Abgänge - (6.420) (439) (6.859) (16)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2012 64.503 18.503 568 83.574 2.691
Abschreibungen
Stand am 01.01.2012 - - 147 147 2.577
Zugänge - - 26 26 63
Abgänge - - (74) (74) (16)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2012 - - 99 99 2.624
Nettobuchwert am 31.12.2012 64.503 18.503 469 83.475 67
Nettobuchwert am 31.12.2011 64.503 20.794 605 85.902 112
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2012 117.403
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2011 152.184

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Die Zugänge in Sachanlagen ohne geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau belaufen sich auf EUR 16,7 Millionen.

Im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion des Ulmer Werkes wurde bisher für die Produktion benötigtes Anlagevermögen an andere Werke des Iveco-Konzerns veräußert bzw. verschrottet.

2. Vorräte

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sinken durch die Schließung der Produktion um 93,4 Prozent. Auch die unfertigen Erzeugnisse werden komplett abgebaut. Der Bestand an Fertigerzeugnissen und Waren stieg um 13,6 Prozent auf EUR 83,4 Millionen gegenüber dem Vorjahresbestand (EUR 73,5 Millionen), auch begründet durch den erhöhten Bestand an gebrauchten Fahrzeugen. Insgesamt reduzierte sich das Vorratsvermögen um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 84,6 Millionen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR (000) 31.12.2012 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 31.12.2011 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 43.738 604 20.744 699
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
• aus Lieferungen und Leistungen 67.682 54.470
• sonstige 251.651 - 371.696 -
319.333 - 426.166 -
Sonstige Vermögensgegenstände 11.092 - 7.119 -
374.163 604 454.029 699

Der Anteil der aus Exportgeschäften stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich solcher Forderungen gegen verbundene Unternehmen bleibt mit 59,0 Prozent gegenüber einem Anteil von 58,6 Prozent im Vorjahr auf gleichem Niveau. In Summe stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 48,1 Prozent gegenüber Vorjahresniveau auf EUR 111,4 Millionen. Grund hierfür sind unter anderem Forderungen gegen verbundene Unternehmen für Produktionsanlagen im Rahmen der Schließung der Produktion von schweren Fahrzeugen in Ulm.

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr auf EUR 11,1 Millionen im Wesentlichen durch geleistete Anzahlungen.

In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Cash Pool Guthaben in Höhe von EUR 251,4 Millionen (Vorjahr: EUR 371,7 Millionen) bei der Fiat Industrial Finance Europe S.A. enthalten.

4. Flüssige Mittel

EUR (000) 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Kassenbestand und Schecks 8 11 (3)
Guthaben bei Kreditinstituten 1.266 1.092 174
1.274 1.103 171

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Versicherungsvorauszahlungen für das 1. Quartal 2013.

6. Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Iveco Magirus AG, Ulm, beträgt EUR 50.000.000,00. Es ist eingeteilt in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00.

Mit Schreiben gemäß § 20 AktG vom 17.12.2010 hat die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, mitgeteilt, dass die Mehrheit der Anteile von ihr gehalten wird. An den Anteilsverhältnissen ergaben sich 2012 keine Veränderungen.

7. Bilanzverlust / -gewinn

EUR (000) 2012 2011
Gewinnvortrag 41.135 28.848
Jahresergebnis (62.700) 12.287
Bilanzverlust / -gewinn (21.565) 41.135

Der Bilanzverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen.

8. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 253 Abs. 1, 2 HGB mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt EUR 111,2 Millionen (Vorjahr EUR 114,8 Millionen).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen u. a. drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen und Wartungs- und Reparaturverträgen, Gewährleistungen, sonstige vertriebliche Risiken, Verpflichtungen im Personalbereich sowie Abdeckung von sonstigen Risiken. Weiterhin wurde für die Maßnahmen zur Schließung der Produktion im Werk Ulm eine Rückstellung in Höhe von EUR 67,8 Millionen gebildet.

9. Verbindlichkeiten

EUR (000) 31.12.2012 31.12.2011
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 22.521 24.676
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 51.251 135.319
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 92.160 94.361
Sonstige Verbindlichkeiten
• aus Steuern° 11.261 9.822 1
• im Rahmen der sozialen Sicherheit - 1
• übrige 3.604 2.246
14.865 12.069
180.797 266.425

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund der Schließung der Produktion um 62,1 Prozent auf EUR 51,3 Millionen gesunken. Die erhaltenen Anzahlungen gehen um EUR 2,2 Millionen zurück.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind weiterhin Verrechnungskonten in Höhe von EUR 75,2 Millionen (Vorjahr EUR 62,0 Millionen) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 17,0 Millionen (Vorjahr EUR 32,3 Millionen) enthalten.

Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten sowie Restlaufzeiten über ein Jahr liegen wie im Vorjahr nicht vor.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:

EUR (000) 2012 % 2011 %
Fahrzeuge 734.411 65,3 1.031.071 69,8
Gebrauchtfahrzeuge 40.911 3,6 58.266 3,9
Busse 41.010 3,6 - -
Komponenten, Motoren 11.584 1,0 2.532 0,2
Ersatzteile 184.198 16,4 198.430 13,4
Reparaturen, Sonstige Umsätze 29.703 2,6 25.708 1,7
Verrechnungsverfahren 84.714 7,5 162.512 11,0
1.126.531 100,0 1.478.519 100,0
Bundesrepublik Deutschland 666.092 59,1 756.782 51,2
Übrige EU-Länder 291.655 25,9 483.169 32,7
Übriges Europa 52.538 4,7 21.784 1,5
Außereuropäische Länder 31.532 2,8 54.272 3,6
Verrechnungsverfahren 84.714 7,5 162.512 11,0
1.126.531 100,0 1.478.519 100,0

Bei einer Eliminierung der konzerninternen Verrechnung von Fahrzeugen reduzieren sich die Umsatzerlöse auf EUR 1.041,8 Millionen. Diese Umsatzentwicklung liegt im Rahmen der zugrunde liegen den Absatzentwicklung und ist bedingt durch die Absatzrückgänge auf den Nutzfahrzeugmärkten, insbesondere in Deutschland, unter dem Vorjahresniveau. Die Auslandsumsätze bei den verkauften schweren Nutzfahrzeugen haben sich aufgrund der Schließung der Produktion unterproportional zum Gesamtvolumen entwickelt.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus weiterberechneten Dienstleistungen und Kosten sowie nicht unter Umsatzerlösen auszuweisende Leistungen.

Daneben enthält der Posten Erträge aus Währungsdifferenzen, Mieteinnahmen, Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen. Ferner sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten, welche mit EUR 4,7 Millionen auf niedrigere Resturlaubs- und Zeitguthaben im Zusammenhang mit dem restrukturierungsbedingt niedrigeren Mitarbeiterbestand zu sehen sind.

In der Gesamtsumme von EUR 87,6 Millionen (Vorjahr EUR 84,7 Millionen) sind periodenfremde Erträge von EUR 13,7 Millionen (Vorjahr EUR 8,3 Millionen) enthalten, davon EUR 9,4 Millionen (Vorjahr EUR 5,4 Millionen) aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Weiterhin entfallen EUR 63,2 Millionen (Vorjahr EUR 62,0 Millionen) auf weiterberechnete Dienstleistungen und Kosten sowie Erträge aus Währungsumrechnung (EUR 0,4 Millionen).

12. Materialaufwand

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 815.155 1.047.097 (231.942)
Aufwendungen für Fahrzeuge Eigenproduktion 85.940 152.681 (66.741)
Aufwendungen für bezogene Leistungen 76.996 81.158 (4.162)
Materialaufwand 978.091 1.280.936 (302.845)

Der Materialaufwand für Produktion sank um 55,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und entspricht dem niedrigeren Produktionsvolumen im Geschäftsjahr durch die Schließung der Produktion im August. Somit fiel der gesamte Materialaufwand um 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

13. Personalaufwand

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Löhne und Gehälter 68.156 94.672 (26.516)
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 15.035 15.204 (169)
Aufwendungen für Altersversorgung 2.832 2.829 3
Summe 17.867 18.033 (166)
Personalaufwand 86.023 112.705 (26.682)

Durch die Restrukturierungsmaßnahmen aufgrund der Stilllegung der Produktion sanken die Löhne und Gehälter um 28,0 Prozent. Die Aufwendungen für Altersversorgung bleiben auf dem Vorjahresniveau.

14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Planmäßige Abschreibungen Sachanlagen 12.230 13.403 (1.173)
Planmäßige Abschreibungen Immaterielle Vermögenswerte 63 121 (58)
Abschreibungen 12.293 13.524 (1.231)

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken. In der Gesamtsumme von EUR 93,4 Millionen sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 3,8 Millionen sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung (EUR 0,5 Millionen) enthalten.

16. Beteiligungsergebnis

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 4.129 1.904 2.225
Aufwendungen aus Verlustübernahmen (41.858) (5.362) (36.496)
(37.729) (3.458) (34.271)

Die ausgewiesenen Ergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.

17. Zinsergebnis

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Erträge aus Ausleihungen
• von Dritten 1 4 (3)
• von verbund. Unternehmen 911 1.019 (108)
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 912 1.023 (111)
Zinsen und ähnliche Erträge
• von Dritten 168 225 (57)
• von verbundenen Unternehmen 11.213 8.594 2.619
• Abzinsungen 65 1.131 (1.066)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11.446 9.950 1.496
Zinserträge 12.358 10.973 1.385
Abzinsungen auf Finanzanlagen (25) (36) 11
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
• an Dritte (4.501) (4.771) 270
• an verbundene Unternehmen (4.912) (4.838) (74)
• Aufzinsungen (5.661) (5.814) 153
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (15.074) (15.423) 349
Zinsaufwendungen (15.099) (15.459) 360
Zinsergebnis (2.741) (4.486) 1.745

Die Entwicklung des Zinsergebnisses wird geprägt durch leicht gefallene Aufwendungen im operativen Geschäft, höhere Erträge infolge gestiegener Finanzforderungen an verbundene Unternehmen und ein niedrigeres Zinsniveau. Entsprechend den Bilanzierungsvorschriften wird der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Zinsergebnis weist im Geschäftsjahr einen Verlust von EUR 2,7 Millionen aus.

18. Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis von - EUR 54,9 Millionen (Vorjahr: - EUR 14,5 Millionen) setzt sich aus außerordentlichen Aufwendungen von EUR 103,3 Millionen (Vorjahr: EUR 14,5 Millionen) sowie außerordentlichen Erträgen von EUR 48,4 Millionen zusammen, welche im Zusammenhang mit der im Berichtsjahr vorgenommenen Restrukturierung angefallen sind.

Zum 3. August 2012 ist die Produktion von schweren Lkw am Standort Ulm eingestellt worden und als Schadenersatz für die entstandenen Kosten für die notwendige Restrukturierung wurde ein Betrag von insgesamt EUR 43,0 Millionen vereinbart. Der Gewinn aus der Anlagenveräußerung beträgt EUR 5,4 Millionen. Die außerordentlichen Erträge betrugen somit EUR 48,4 Millionen.

Die außerordentlichen Aufwendungen belaufen sich auf EUR 103,3 Millionen, wobei für Personalmaßnahmen für rund 500 betroffene Mitarbeiter Kosten von EUR 69,7 Millionen entstanden sind. Weitere Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Verschrottungen sowie außerplanmäßigen Abschreibungen.

Die außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres (EUR 14,5 Millionen) waren durch die Umwertung der Pensionsrückstellungen im Zusammenhang mit dem BilMoG (Bilanzmodernisierungsgesetz) bedingt.

SONSTIGE ANGABEN

19. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiter Produktion Verwaltung Ulm Vertrieb und Ersatzteillager 2012 Gesamt 2011 Gesamt
Lohnempfänger 914 19 933 1.115
Angestellte 350 199 549 557
Auszubildende u. ä. 301 12 313 301
1.565 230 1.795 1.973

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl sank um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

20. Vorstand, Aufsichtsrat

2012 EUR
Bezüge des Vorstands 797.010,24
Bezüge ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 609.767,07
Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 6.998.343,00
Vergütung Aufsichtsrat 117.000,00

Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten am Ende des Anhangs.

21. Haftungsverhältnisse

EUR (000) 2012 2011 Veränderung
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften
• gegenüber Dritten 10.346 12.673 (2.327)
• gegenüber verbundenen Unternehmen - - -
10.346 12.673 (2.327)

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften bestehen ausschließlich aus eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Absatzfinanzierungen im Inland und Ausland.

Die Reduzierung der Haftungsverhältnisse gegenüber Dritten ergibt sich aus der Entspannung am Kreditmarkt gegenüber 2011 und dadurch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für Kunden und Rückgang des Geschäftsvolumens. Es bestehen Bürgschaften im Gesamtbetrag von EUR 10,3 Millionen. Diese betreffen im Wesentlichen Ausfallbürgschaften zugunsten der Iveco Händlerbetriebe. Auf Basis der Kreditanalysen ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen. Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen.

22. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in

EUR (000) zu Barwerten 2012
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen
fällig 2013 7.340
2014 bis 2017 18.177
2018 und folgende Jahre 7.286
Investitionsbestell-Obligo 3.303
Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften 304.053
340.159
davon gegenüber verbundenen Unternehmen -

23. Derivative Instrumente

Das Unternehmen ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen die Iveco Magirus AG eine Absicherung gegen Währungsrisiken beabsichtigt, werden derivative Instrumente, ausschließlich Devisenterminkontrakte, eingesetzt. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Wechselkursrisiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden laufend überwacht.

Derivative Währungsinstrumente

EUR (000)
Marktwerte Nominalwerte
2012 2011 2012 2011
--- --- --- --- ---
Devisenterminverkäufe 4.145 8.021 4.160 7.900

Die Devisentermingeschäfte sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der Kauf- oder Verkaufsbeträge der jeweiligen Derivate. Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

24. Anteile an verbundenen Unternehmen (Stand 31. Dezember 2012)

Verbundene Unternehmen Kapitalanteil % Eigenkapital

EUR (000)
Iveco Investitions GmbH, Ulm 99 2.608
Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil 90 40.728
Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg 100 4.833
Iveco Bayern GmbH, Nürnberg 100 2.276
Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin 100 4.781
Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim 100 4.474
Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf 100 9.076

Die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen sind nach Ergebnisabführung / -übernahme ausgeglichen.

25. Konzern-Zugehörigkeit

Die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, ist mit Mehrheit an der Iveco Magirus AG, Ulm, beteiligt.

Die Fiat Netherlands Holding N.V. wiederum ist Teil des Fiat Industrial-Konzerns. Der Konzernabschluss der Fiat Industrial S.p.A., Turin, Italien, ist in Turin im Tribunale Civile e Penale di Torino, Sezione Società, hinterlegt und wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Dieser, unter Einbeziehung der Iveco Magirus AG, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die Iveco Magirus AG, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss der Fiat Industrial S.p.A., Turin, Italien, ist nach IFRS erstellt.

Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung
Bewertung der Pensionsrückstellungen nach IAS 19
Bewertung latenter Steueransprüche
Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung)

26. Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012 berechnete Honorar einschließlich Auslagenersatz beträgt EUR 83.695.

27. Außerbilanzielle Geschäfte

Als absatzpolitische Maßnahme werden im Zusammenhang mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen mit den Kunden vereinbart. Diese Vereinbarungen sind im Nutzfahrzeugmarkt üblich. Durch diese Buy-Back-Vereinbarungen wird dem Käufer das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert, der über dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Rücknahme liegen kann, zurückzugeben. Die Umsätze aus diesen Verkaufsgeschäften werden bei Gefahrenübergang der Neufahrzeuge realisiert. Dem Risiko aus über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung zu Lasten der Umsatzerlöse Rechnung getragen.

Der Betrag der zum Bilanzstichtag bestehenden Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften beträgt EUR 304,1 Millionen. Es bestehen – wie bereits im Vorjahr – keine Rückkaufverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Zum 31. Dezember 2012 wurden Forderungen in Höhe von EUR 54,1 Millionen (Vorjahr EUR 48,8 Millionen) an Factoring Gesellschaften veräußert. Das echte Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring Gesellschaft über. Das Debitorenmanagement verbleibt weiter bei der Gesellschaft.

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Peter Barschkis Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern
Giulio Barberis Ressort Militär- und Spezialfahrzeuge, Ausfuhrverantwortlicher
Gianalberto Lupi (ab 24.07.2012) Ressort Vertrieb, Export, Logistik, Marketing und Kommunikation
Laurens Snieders Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme
John Venstra (bis 31.05.2012) Ressort Vertrieb, Export, Logistik, Marketing und Kommunikation

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Alfredo Altavilla Vorsitzender Chief Operating Officer EMEA Fiat S.p.A.
Bernhard Maurer ** Stellvertretender Vorsitzender
Ralf Ailinger * Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus AG
Michael Braun * 2. Bevollmächtigter der IG Metall Ulm
Enzo Gioachin Senior Vice President Iveco S.p.A. Sales & Marketing
Markus Görtler * Betriebsrat der Iveco Magirus AG
Norbert Holzer Senior Vice President Iveco S.p.A. Product Development & Engineering Truck & Bus
Alberto Morelli Senior Vice President Iveco S.p.A. Manufacturing EMEA – Truck, Bus & Specialty Vehicles
Francesco Perciavalle HR – Industrial Relations Manager Iveco S.p.A.
Paul Rodenfels * Hauptvorstand der IG Metall
Wilfried Schmid * Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Iveco Magirus AG
Stephane Viez Senior Vice President Iveco S.p.A. Finance

* von den Arbeitnehmern gewählt

** als Vertreter der Arbeitnehmer gerichtlich bestellt

Ergebnis

Der Jahresverlust der Iveco Magirus AG, Ulm, im Geschäftsjahr 2012 beträgt EUR 62.700.474,90.

Der Bilanzverlust beläuft sich auf EUR 21.564.952,99.

Ulm, 19.02.2013

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barberis

Barschkis

Lupi

Snieders

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Iveco Magirus AG, Ulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

\Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Stuttgart, 26. Februar 2013

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Hummel, Wirtschaftsprüfer

Liebe, Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft hat uns im Geschäftsjahr 2012 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.

Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage, die Schließung der Produktion am Standort Ulm sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Stellvertretende Vorsitzende wurden fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.

In der Sitzung am 24.07.2012 wurde der Aufsichtsrat darüber informiert, dass Herr John Venstra sein Vorstandsmandat zum 31.05.2012 niedergelegt hat. Der Aufsichtsrat widerruft die Bestellung von Herrn Venstra zum Mitglied des Vorstands zum 31.05.2012.

Der Aufsichtsrat hat Herrn Gianalberto Lupi mit sofortiger Wirkung zum 24.07.2012 für die Dauer von einem Jahr zum weiteren Vorstandsmitglied bestellt. Herr Lupi ist für das Ressort Vertrieb & Marketing zuständig.

In der Sitzung am 11.12.2012 hat der Aufsichtsrat die Vorstandsmandate der Herren Peter Barschkis und Laurens Snieders jeweils um ein Jahr verlängert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.

Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 und beschließen, den sich aus dem Jahresfehlbetrag 2012 und dem Gewinnvortrag aus 2011 ergebenden Bilanzverlust von EUR 21.564.952,99 auf neue Rechnung vorzutragen.

Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“

Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.

Herr Alfredo Altavilla hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 28.02.2013 niedergelegt. Neues Mitglied des Aufsichtsrats seit 06.03.2013 ist Herr Andreas Klauser. In der Sitzung am 15.03.2013 ist der Aufsichtsrat in seiner neuen Besetzung zusammengetreten. Als neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Herr Andreas Klauser gewählt.

Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.

Ulm, im März 2013

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender