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Iveco Group N.V. Management Reports 2011

Oct 23, 2012

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Management Reports

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Publication

Iveco- Magirus Aktiengesellschaft

Ulm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

L A G E B E R I C H T

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Konjunktureller Aufholprozess fortgesetzt

Der im Vorjahr begonnene Aufholprozess der deutschen Wirtschaft setzte sich im Berichtsjahr nahezu unvermindert fort. Die Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts betrug 3,0 Prozent (2010: plus 3,7 Prozent), wobei die Entwicklung gegen Jahresende ins Stocken kam und im 4. Quartal ein leicht rückläufiges Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahresquartal aufwies.

Das Export-Wachstum hat sich gegenüber dem Vorjahr etwas verringert, es betrug noch 8,2 Prozent (2010: plus 13,7 Prozent). Bei einer ebenfalls abgeschwächten Steigerung des Imports fiel der Außenbeitrag mit plus 0,8 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Während die Abwertung des Euro der Exportentwicklung in die Schweiz und nach Japan Auftrieb verlieh, ließ insbesondere die Dynamik der Ausfuhren nach China und Südostasien nach.

Zum Ausgleich wurde die Konjunktur vermehrt von der inländischen Nachfrage gestützt. Die privaten Konsumausgaben haben sich in Zusammenhang mit der auf 7,1 Prozent weiter zurückgehenden Arbeitslosenquote 2011 mit plus 1,5 Prozent erstmals wieder deutlich erhöht (2010: plus 0,6 Prozent). Dagegen sind die staatlichen Konsumausgaben nur noch um 1,2 Prozent gestiegen (Vorjahr: plus 1,7 Prozent).

Die Investitionen haben in Deutschland im Berichtsjahr mit 6,5 Prozent stark zugelegt, die Ausrüstungsinvestitionen um 8,3 Prozent (2010: 10,5 Prozent) und die Bauinvestitionen um 5,4 Prozent (Vorjahr: 2,2 Prozent).

Die Verbraucherpreise stiegen primär aufgrund der erhöhten Rohölpreise um 2,3 Prozent (2010: plus 1,1 Prozent).

Nutzfahrzeugmarkt weiter im Aufwind

Der Aufwärtstrend auf den europäischen Nutzfahrzeugmärkten hat sich im Berichtsjahr fortgesetzt, wobei die Entwicklung auf den einzelnen Märkten ausgesprochen differenziert verlief.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden in der EU mehr als 1,93 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2010 von 9,9 Prozent. Das Niveau bleibt aber immer noch rund 20 Prozent unter dem Niveau von vor der Krise im Jahr 2009, in dem das Volumen bei 2,5 Millionen Fahrzeugen lag.

Nachdem in Deutschland bereits 2010 mit einer Steigerung um 15,7 Prozent das Zulassungsvolumen für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen den vorhergegangenen Markteinbruch zum Teil aufgeholt hatte, setzte sich der Trend im Berichtsjahr mit plus 20,4 Prozent verstärkt fort.

Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung mit plus 23,5 Prozent bei den für die Produktion des Unternehmens in Ulm besonders bedeutenden schweren Lkw, beinahe ebenso stark aber auch im mittelschweren Bereich und bei den leichteren Transportern bis 3,5 Tonnen. Lediglich die höhere Gewichtsklasse bei den Transportern konnte nicht ganz mithalten und wuchs nur im einstelligen Bereich.

GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO MAGIRUS AG

Absatz wieder im Aufwind

Auch im Berichtsjahr hat der Gesamtabsatz der Iveco Magirus AG an Neufahrzeugen im In- und Ausland den Erholungsprozess aus dem Vorjahr mit einer Zunahme um 12,1 Prozent auf 23.604 Fahrzeuge fortgesetzt. Dabei verlief die Entwicklung auf den Märkten durchaus unterschiedlich. So ist die Belebung in erster Linie auf die Dynamik des deutschen Marktes, aber in geringerem Umfang auch auf die anderen EU- Länder und die Exporte in außereuropäische Länder zurückzuführen.

So stieg der Inlandsabsatz um 16,2 Prozent auf 16.353 Einheiten (Vorjahr: 14.072). Der Gesamtexport innerhalb und außerhalb der EU nahm um 3,7 Prozent zu, wobei die Ausfuhren in EU-Länder um 6,9 Prozent auf 6.370 Fahrzeuge stiegen.

Von den im Ulmer Werk produzierten schweren Straßenfahrzeugen wurden 2.630 Einheiten (Vorjahr: 1.851 Einheiten) an den deutschen Markt geliefert und 7.268 Einheiten (Vorjahr: 5.911 Einheiten) exportiert.

Ebenfalls zweistellig nahm der Auftragseingang zu, und zwar um 13,4 Prozent auf insgesamt 24.427 Einheiten. Auf dem deutschen Markt wurden 15.954 Aufträge platziert, um 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei der Eingang im 2. Halbjahr etwas rückläufig war. Gleichzeitig stiegen die Auslandsaufträge um 19,4 Prozent auf 8.473 Einheiten, was allerdings zum großen Teil auf einen Großauftrag für Militärfahrzeuge aus dem Ausland zurückzuführen ist.

Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2011 insgesamt um 23,5 Prozent auf 4.321 Einheiten unter dem Vorjahreszeitraum. Dabei verlief die Entwicklung auf dem deutschen Markt mit minus 18,7 Prozent im internationalen Vergleich noch relativ gemäßigt. Beim Auftragsbestand aus den Exportmärkten betrug der Rückgang 29,6 Prozent, wobei ein noch stärkerer Einbruch durch den genannten Großauftrag vermieden wurde.

Umsatz im Plus

Der Umsatz der Iveco Magirus AG betrug im Berichtsjahr EUR 1.478,5 Millionen. Wie in den Vorjahren sind darin verrechnungsbedingte Einflüsse enthalten, nach deren Bereinigung sich ein Umsatz von EUR 1.316,0 Millionen ergibt. Gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 1.219,0 Millionen ergibt das eine Steigerung um 8,0 Prozent.

57,5 Prozent des bereinigten Umsatzes bzw. EUR 756,8 Millionen wurden im Inland erzielt, (Vorjahr: 57,3 Prozent bzw. EUR 698,1 Millionen) und 42,5 Prozent im Ausland (Vorjahr: 42,7 Prozent).

Mit den Fahrzeugen aus Eigenproduktion wurden EUR 590,1 Millionen oder 44,8 Prozent des Gesamtumsatzes, erzielt. Im Vorjahr betrug dieser Wert EUR 511,8 Millionen (42,0 Prozent). Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 441,0 Millionen bzw. 33,5 Prozent vom Umsatz aus. Die Vorjahreswerte betrugen hier EUR 405,1 Millionen bzw. 33,2 Prozent. Mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten, Ersatzteilen und Reparaturen ergab sich ein Umsatz in Höhe von EUR 284,9 Millionen, was 21,7 Prozent vom Umsatz entspricht (Vorjahr EUR 302,1 Millionen und 24,8 Prozent).

Ergebnis

Dank der stabilen Marktsituation bei den schweren Nutzfahrzeugen in Deutschland konnte die Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 an den positiven Trend aus 2010 anschließen. Somit konnte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn erzielen bei einer deutlichen Verbesserung der operativen Ergebnisse. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist jedoch noch nicht befriedigend und die Erträge aus den Geschäften mit schweren Fahrzeugen liegen noch deutlich unter denen vor der Finanzkrise 2008. Das operative Ergebnis liegt mit EUR 54,0 Millionen mit EUR 42,5 Millionen über dem Vorjahr. Trotz der Sondereinflüsse aus außerordentlichen Belastungen aus der vollumfänglichen Zuführung der Pensionsrückstellungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2010 und hohen Steuerbelastungen konnte 2011 ein Jahresgewinn von EUR 12,3 Millionen ausgewiesen werden.

Die Margen aus dem Neufahrzeugverkauf waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durch einen harten Wettbewerb um Marktanteile nochmals rückläufig. Die fehlenden Aufträge aus den Auslandsmärkten im Segment schwere Nutzfahrzeuge haben weiter zu hohen Stillstandskosten geführt und konnten nur teilweise durch Kostensenkungen sowie die Beibehaltung von Kurzarbeit kompensiert werden.

Das Beteiligungsergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 3,5 Millionen (Vorjahr: minus EUR 21,4 Millionen). Die Verluste stammen im Wesentlichen aus einer Rückstellung für Risiken aus Untersuchungen des Bundeskartellamts bei den Aktivitäten der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH. Die Verluste bei den Vertriebsgesellschaften konnten 2011 weiter reduziert werden. Insbesondere das Ergebnis beim Verkauf von Neufahrzeugen konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden.

Als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kann im Geschäftsjahr ein Gewinn von EUR 46,0 Millionen ausgewiesen werden gegenüber einem Verlust von EUR 14,7 Millionen im Vorjahr.

Das Ergebnis wird außerdem durch Außerordentliche Aufwendungen in Höhe von EUR 14,5 Millionen belastet; diese entstanden ausschließlich durch Zuführung zu den Pensionsrückstellungen.

Das Jahresergebnis beläuft sich auf einen Gewinn von EUR 12,3 Millionen gegenüber einem Verlust von EUR 24,1 Millionen im Vorjahr.

Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.135.521,91 auf neue Rechnung vorzutragen.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme wuchs im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um EUR 47,3 Millionen auf EUR 699,5 Millionen auf der Aktivseite an, im Wesentlichen durch den Aufbau von Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Das Anlagevermögen stieg leicht durch getätigte Investitionen in der Produktion um EUR 1,6 Millionen auf EUR 152,2 Millionen, wobei Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 9,4 Millionen getätigt wurden. In dieser Summe sind geleistete Anzahlungen nicht berücksichtigt.

Das Umlaufvermögen stieg um 9,1 Prozent gegenüber 2010 auf EUR 546,9 Millionen (Vorjahr: EUR 501,1 Millionen), bedingt durch den Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese Entwicklung war primär verursacht durch den Aufbau der Finanzposition in Zusammenhang mit dem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Vorräte reduzierten sich um EUR 12,8 Millionen. Zum Bilanzstichtag waren EUR 48,8 Millionen (Vorjahr EUR 7,5 Millionen) im Rahmen von Factoring Geschäften verkauft.

Durch den Jahresgewinn von EUR 12,3 Millionen stieg das Eigenkapital auf EUR 115,5 Millionen. Die Eigenkapitalquote stieg auf 16,5 Prozent an und verbesserte sich somit gegenüber dem Vorjahr (15,8 Prozent), primär bedingt durch das positive Jahresergebnis.

Einschließlich der gestiegenen Pensionsrückstellungen durch die Anwendung der BilMoG Vorschriften steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 230,3 Millionen (Vorjahr: EUR 206,1 Millionen) zur Verfügung.

Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital stieg um EUR 23,2 Millionen auf EUR 469,2 Millionen, im Wesentlichen bedingt durch die gestiegenen Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und höhere erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen. Es bestanden im Berichtszeitraum keine Bankkredite.

Im Rahmen des Cash Pooling mit Fiat Industrial Finance Europe S.A., Luxemburg, stellte das Unternehmen dem Fiat Industrial-Konzern liquide Mittel zur Verfügung, die als Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Der Cash Pool wird als Kontokorrent geführt. Vertraglich ist geregelt, dass die Mittel aus dem Cash Pool jederzeit seitens der Gesellschaft abrufbar sind.

Investitionen

Im Berichtsjahr hat das Unternehmen EUR 9,4 Millionen in Sachanlagen investiert, nachdem sich in den Vorjahren die Investitionstätigkeit auf die für den Produktionsablauf notwendigen Maßnahmen beschränkt hatten.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit betraf mit EUR 8,9 Millionen auch 2011 wieder den Produktionsbereich einschließlich der Lieferanten. Im Ulmer Produktionswerk ging es dabei hauptsächlich um die Umsetzung verschiedener Rationalisierungsprojekte, wie beispielsweise die Einführung eines automatischen Materialandienungs-Systems durch ein führerloses Transportsystem für die Anlieferung der Teile an die Montagelinie mittels mehrerer Aufzüge von Ebene 0 auf Ebene 1. Weiter wurde bei der Armaturenbrett-Vormontage auf Fließfertigung mit einem ebenfalls fahrerlosen Transportsystem übergegangen. Dazu kamen noch Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie zur Erhöhung der Sicherheit im Werk.

In Zusammenhang mit der ab Januar 2014 vorgeschriebenen EU-Norm Euro 6 für den Schwerlastverkehr wurden bereits EUR 0,6 Millionen für neue Vorrichtungen und Anlagen investiert. Bei Zulieferbetrieben wurden für Produktionsanlagen und Modernisierungen EUR 6,1 Millionen investiert.

Im Entwicklungsbereich wurden im Berichtsjahr für die Erneuerung von Mess- und Versuchseinrichtungen EUR 0,6 Millionen ausgegeben.

Die Investitionen des Unternehmens wurden aus eigenem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

ENTWICKLUNG

Ulmer Entwicklungsbereich jetzt mit weltweiter Verantwortung

Im Rahmen einer Umstrukturierung im gesamten Konzern wurde auch der Entwicklungsbereich der Iveco Magirus AG neu organisiert. Nachdem bisher für jede Fahrzeugreihe eigenständige Entwicklungsbereiche zuständig waren, verantworten nunmehr Kompetenzzentren die Entwicklung der einzelnen Fahrzeugsysteme quer über alle Baureihen.

Die sich daraus ergebenden Vorteile sind offensichtlich: Es arbeiten nun nicht mehr verschiedene Bereiche an im Prinzip gleichen Aufgabenstellungen, wie etwa beispielsweise an der sehr komplexen Entwicklung des Systems zur Abgasnachbehandlung für Euro 6. Hier wurde in Zusammenarbeit mit einem Lieferanten in Ulm ein System so konstruiert, dass es sowohl in den schweren als auch in den mittelschweren Iveco-Fahrzeugen, aber auch in den Bussen, zum Einsatz kommt. Das bedeutet geringeren Aufwand für die Entwicklung sowie wegen der höheren Stückzahlen niedrigere Preise der Komponenten.

Das in Ulm angesiedelte Kompetenzzentrum ist dabei für die Chassis sowie Hydraulik- und Pneumatik-Systeme sämtlicher Baureihen der Iveco zuständig, also für Transporter, mittelschwere Fahrzeuge, schwere Lkw für Straße und Baustelle, Brandschutzfahrzeuge, Schwertransport- und Sonderfahrzeuge einschließlich Militärfahrzeuge und Busse.

Die Mehrzahl der Mitarbeiter dieses Kompetenzzentrums ist in Ulm angesiedelt, aber weitere Abteilungen arbeiten unter Ulmer Verantwortung auch in Italien, Frankreich, Spanien, Tschechien, Brasilien, China und Australien. Durch diese Zusammenarbeit mit den Entwicklungsabteilungen vor Ort wird es möglich, schneller auf die Anforderungen der jeweiligen Märkte zu reagieren. Auch Mitarbeiter anderer Kompetenzzentren sowie einiger Stabsabteilungen mit Leitungssitz in Turin sind in Ulm tätig, so etwa die Elektrik- und Elektronikentwicklung, der Fahrzeugtest und der Musterbau für schwere Lkw.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Ulmer Kompetenzzentrums lag im Berichtsjahr bei der Entwicklung der Euro 6-Baureihen. Auch das Jahr 2012 wird von dieser komplexen Aufgabe geprägt sein. Erste Prototypen laufen bereits in Erprobung.

Im Bereich der Erdgas-Fahrzeuge wurden die Stralis- und EuroCargo-Baureihen um weitere Modelle erweitert. Die Entwicklung eines Modells für den Betrieb mit verflüssigtem Erdgas wurde begonnen. Damit soll vor allem die Reichweite der äußerst umweltfreundlichen Fahrzeuge mit Gasantrieb erhöht und der Anwendungsbereich vom kommunalen Einsatz und innerstädtischen Transport auch auf den nationalen Transport von Gütern ausgedehnt werden.

Die Entwicklung des New Daily wurde mit Beteiligung der Ulmer Ingenieure abgeschlossen. Produktionsstart war im September. Parallel dazu wurde im Berichtszeitraum bereits an der Entwicklung der Nachfolgegeneration gearbeitet.

Qualität und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge wurde durch die Optimierung einzelner Bauteile verbessert, wobei sowohl Vorschläge aus den Produktionswerken als auch aufgrund von Kundenanforderungen aus den Märkten berücksichtigt wurden.

Mitte des Jahres wurde ein Brainstorming zur Optimierung technischer Lösungen und der Produktkosten gestartet. An diesem Projekt arbeiten außer den Ingenieuren des Kompetenzzentrums der Chassisentwicklung Mitarbeiter aller Unternehmensbereiche mit, um neue Ideen für innovative Lösungen zu finden.

Die militärischen Fahrzeuge auf Basis des zivilen Baustellenfahrgestells Trakker wurden um weitere Varianten für neue Kunden erweitert.

Im Bereich Brandschutzfahrzeuge wurde mit der Entwicklung einer neuen Generation der Flugfeldlöschfahrzeuge DRAGON begonnen. Die ersten Kundenfahrzeuge in der Konfiguration Vierachser wurden bereits ausgeliefert, die Entwicklung der Fahrzeuge mit zwei und drei Achsen wurde begonnen und wird die Ulmer Entwickler bis weit ins Jahr 2012 beschäftigen.

PRODUKTION, EINKAUF UND UMWELTSCHUTZ

Produktion um 24 Prozent gesteigert

Der im Vorjahr begonnene Aufholprozess nach dem dramatischen Einbruch im Krisenjahr 2009 setzte sich im Berichtsjahr mit einer weiteren Steigerung des Produktionsvolumens im Ulmer Werk um 24,2 Prozent auf insgesamt 9.643 Fahrzeuge fort. Davon bestanden 5.822 Einheiten aus dem Fahrzeugmodell für den internationalen Fernverkehr Stralis ASL. Die übrigen 3.821 Einheiten verteilten sich auf die Modelle Stralis AT und AD, die überwiegend im nationalen Fernverkehr sowie im schweren Verteilerverkehr Verwendung finden.

Mit der Produktionssteigerung konnten die Anzahl der täglich auf der Montagelinie montierten Fahrzeuge erhöht, die Durchlauf- und Taktzeiten verkürzt und die Produktivität erheblich verbessert werden.

Gleichzeitig nahm die Anzahl der Produktionstage von 151 im Vorjahr auf 175 zu. Die sich immer noch ergebende produktionsfreie Zeit hat das Unternehmen auch im Berichtsjahr konsequent genutzt, um Arbeitsplatzorganisation und Logistik zu optimieren sowie mit weiteren Qualifizierungsmaßnahmen das Know-how der Mitarbeiter und damit die Qualität der Produkte nochmals zu optimieren.

In der Armaturenbrett-Vormontage einschließlich der Kabelsatzvorbereitung wurde im Interesse einer Verbesserung der Arbeitsplatzorganisation vom Werkbankprinzip zum Fließprinzip übergegangen. Mit modernen, fahrerlosen Transportsystemen werden die Kabelsätze nun von Arbeitsstation zu Arbeitsstation und bis zum Einbau ins Armaturenbrett an die Montagelinie transportiert.

Die bedeutendste Maßnahme bestand aber in einer kompletten Reorganisation des Logistikkonzeptes am Aufbauband. Hier wurde der gesamte Bereich, vom Wareneingang bis zur Montagelinie, zu einem durchgängigen und übersichtlichen Fluss umgestaltet. Insbesondere ging es dabei um eine neues System des Materialhandlings, bei dem die Teile in sieben sogenannten Zügen, bestehend aus jeweils einem fahrerlosen Transportsystem mit mehreren Anhängern, vom Erdgeschoss mit Hilfe von Aufzügen an das Band im ersten Stock transportiert werden. Aufgrund der hohen Qualifikation der Mitarbeiter konnte dieses Konzept von der Belegschaft weitgehend eigenständig umgesetzt werden.

Im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz lagen die Schwerpunkte auf ergonomischen Verbesserungen der Arbeitsplätze und auf der weiteren Steigerung der Mitarbeitersensibilität für Risiken, unsichere Bedingungen und Handlungen. Die im Vorjahr erreichte offizielle Zertifizierung nach dem Standard des Occupational Health and Safety Assessment System konnte im Berichtsjahr wieder bestätigt werden. Die Anzahl der Arbeitsunfälle konnte in dem Zusammenhang halbiert werden.

In der gesamten Produktion wurden auch 2011 gezielte Maßnahmen zur Energieeinsparung durchgeführt. Mit neuen Beleuchtungskonzepten konnte nicht nur erheblich Strom eingespart, sondern auch eine verbesserte Beleuchtungssituation geschaffen werden. Ebenso wurde durch modernere Heizungsanlagen mit Deckenstrahlplatten weniger Energie verbraucht sowie gleichzeitig eine angenehmere Strahlungswärme erzeugt.

Das im Vorjahr eingeführte neue Ideen-Managementsystem hat im Berichtsjahr seine volle Wirksamkeit entfaltet. Die Motivation, auch weniger bedeutende Vorschläge einzureichen, wurde dadurch gesteigert, dass auch für solche umgesetzten Vorschläge Punkte gesammelt werden können. Damit verdreifachte sich die Anzahl der eingereichten Vorschläge im Vergleich zum Vorjahr auf 3.450. Für diese Neuerung wurde dem Werk im Mai vom Deutschen Institut für Betriebswirtschaft die Auszeichnung „Bestes Ideenmanagement System“ verliehen.

Wie in allen Produktionswerken konzernweit wurde zur Kontrolle der Performance eine Scorekarte eingeführt, auf der monatlich jedes Werk standardisierte Kennzahlen für Bereiche wie Sicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Personalwesen einträgt. Durch eine ständige Kontrolle und einen Vergleich mit anderen Werken können bereits sehr frühzeitig negative Trends entdeckt und ihnen mit entsprechenden Aktionen gegengesteuert werden.

Einkauf

Entsprechend dem gestiegenen Produktionsvolumen nahm das Einkaufsvolumen um 10,3 Prozent von EUR 949,4 Millionen im Vorjahr auf EUR 1.047,1 Millionen im Berichtsjahr zu. Dabei betrugen die konzerninternen Bezüge EUR 625,6 Millionen (Vorjahr: EUR 648,1 Millionen) und die Bezüge von externen Lieferanten EUR 421,5 Millionen nach EUR 301,3 Millionen im Jahr zuvor.

Der Aufwand für das gesamte Produktionsmaterial betrug EUR 493,9 Millionen (Vorjahr: EUR 361,6 Millionen). Aus Konzernunternehmen stammte davon Produktionsmaterial für EUR 182,0 Millionen (Vorjahr: EUR 141,7 Millionen) und damit 36,9 Prozent vom gesamten Produktionsmaterial.

Externe Anbieter außerhalb des Konzerns lieferten Material für die Produktion in Höhe von EUR 311,9 Millionen (Vorjahr: EUR 219,9 Millionen). Davon kamen wiederum 46,5 Prozent aus dem Inland (Vorjahr: 46,9 Prozent) und 38,0 Prozent von italienischen Herstellern (Vorjahr: 37,5 Prozent).

Von der Iveco Magirus AG werden nicht nur die im Unternehmen hergestellten schweren Fahrzeuge in Deutschland vertrieben, sondern die gesamte, sehr breite Iveco-Produktpalette vom Transporter bis zu den schweren Lkw mit höchstzulässigem Gesamtgewicht. Dazu wurden im Berichtsjahr aus Italien und Spanien 13.726 Iveco-Fahrzeuge importiert (Vorjahr: 12.120 Einheiten). Der Wert dieser Einfuhren von Neufahrzeugen betrug im Berichtsjahr EUR 303,3 Millionen (Vorjahr: EUR 409,9 Millionen).

Für den Bezug von Ersatzteilen, Gebrauchtfahrzeugen und Sonstigem wurden EUR 249,9 Millionen ausgegeben (Vorjahr: EUR 177,9 Millionen). Davon betrafen EUR 140,4 Millionen Lieferungen von Konzernunternehmen und EUR 109,5 Millionen (Vorjahr: EUR 81,4 Millionen) Bezüge von außerhalb des Unternehmens.

Umweltschutz

Ein äußerst schonender Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen zeichnet nicht nur die von Iveco hergestellten Fahrzeuge, sondern auch sämtliche Produktionsprozesse und alle damit verbundenen Aktivitäten im Ulmer Werk der Iveco Magirus AG aus. Die wiederholte Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001 und die Adaption an den jeweiligen Standard sind bei der Iveco Magirus AG zur Selbstverständlichkeit geworden. Seit mehreren Jahren werden kontinuierlich Optimierungen des Strom-, Fernwärme- und Gasverbrauchs der Produktions- und Heizanlagen sowie des Stromverbrauchs der Beleuchtung und Druck-lufterzeugung vorgenommen. Als Ergänzung des bestehenden Umweltmanagement-Systems ist die Erstzertifizierung des Energiemanagements (ISO 16001) für 2012 geplant.

Im Berichtsjahr hat das Unternehmen umfangreiche Investitionen zur Senkung des Energieverbrauchs getätigt. So wurden in mehreren Produktions- und Sozialbereichen sowie in Büroräumen sowohl Energie sparende Leuchtkörper eingebaut als auch mit intelligenten Steuerungssystemen durch die Gebäudeleittechnik bzw. in nur sporadisch benutzten Räumen mit Bewegungsmeldern weitere Fortschritte erzielt. In einer weiteren Halle trägt eine neue Heizungsanlage über Gas-Wärmestrahler ebenfalls zu einer besseren Energiebilanz bei.

Auch der spezifische Verbrauch von Lack einschließlich der damit verbundenen Lösungsmittelemissionen konnte im Berichtsjahr weiter verringert werden. Die Belastung des Kanalsystems konnte dadurch vermindert werden, dass das Regenwasser von umfangreichen versiegelten Flächen des Werks nicht mehr in den Abwasserkanal geleitet, sondern durch bauliche Maßnahmen der Versickerung zugeführt wird.

Eine Optimierung der Abfalltrennung und die kontinuierliche Umstellung auf Mehrwegverpackungen stellten auch 2011 den sehr hohen Standard beim Recycling von über 97 Prozent sicher. Konsequentes Abfallrecycling sowie der schonende Umgang mit Materialien und Energie waren auch im Berichtsjahr Themen spezifischer Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter.

Sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Umgebung von Produktions- und Lagerstätten vor Verunreinigung wurden auch 2011 konsequent verfolgt. Auffangwannen schützten sämtliche oberirdischen Lagerstätten und Umschlagplätze. Rohrleitungen und Tanks unterlagen der ständigen Überprüfung sowie Maschinen und Anlagen kontinuierlicher Wartung und Überwachung. Für den Fall des Eintritts eines Schadensfalls war das unverzügliche Ergreifen der notwendigen Maßnahmen sichergestellt. Wie in den Vorjahren ist auch 2011 kein Schadensfall eingetreten.

VERTRIEB

Iveco wächst mit dem Markt

Der im Vorjahr begonnene Erholungsprozess auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt setzte sich im Berichtsjahr verstärkt fort. Nach einem Plus von 15,7 Prozent 2010 betrug 2011 die Zunahme der Zulassungen ab 3,5 Tonnen 20,4 Prozent. Dabei machten die schweren Lkw ab 16 Tonnen den stärksten Sprung nach oben mit plus 23,5 Prozent auf 58.252 Zulassungen. Allerdings war dieses Segment von der Krise im Jahr 2009 auch besonders stark betroffen gewesen. Lediglich im Teilsegment der schwereren Transporter über 3,5 Tonnen verlief die Entwicklung im Berichtsjahr etwas verhaltener.

Gegen Ende des Berichtsjahrs schwächte sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen allerdings etwas ab, da beim Investitionsgut Nutzfahrzeug die Erwartung eines geringeren Wirtschaftswachstums im Folgejahr eine zunehmende Zurückhaltung bewirkt hat.

Die Betreiber von Nutzfahrzeugen sahen sich im Berichtszeitraum aufgrund des starken Wettbewerbs auch wegen zunehmender ausländischer Konkurrenz mit einer günstigeren Kostenstruktur nicht in der Lage, ihre Frachtraten zu erhöhen. Das hatte zur Folge, dass auch die Margen bei Nutzfahrzeugen sich in engem Rahmen bewegten. Außerdem führte der Nutzfahrzeugboom in Zusammenhang mit der Einführung der Schadstoffklasse Euro 5 im Jahr 2008 zu einem auch im Jahr 2011 noch relativ jungen Fahrzeugbestand, was bei der Nachfrage begrenzend wirkte.

Insgesamt konnte die Iveco Magirus AG im Berichtsjahr ihren Marktanteil mit 8,5 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent) und 14.816 Zulassungen (plus 15,3 Prozent) knapp behaupten. Besonders erfreulich war, dass das Zulassungsvolumen der bei Iveco Magirus AG in Ulm produzierten Schwerfahrzeuge bei steigendem Marktanteil um 32,6 Prozent auf 2.831 Einheiten zunahm.

MITARBEITER

Trotz Kurzarbeit Ausbildungsniveau erhöht

Auch im Berichtsjahr war es Aufgabe des Personalbereichs, das Arbeitsvolumen und das Produktionsniveau, das zwar gestiegen war, sich aber noch nicht auf dem Niveau von vor der Krise bewegte, auf effiziente und sozialverträgliche Weise in Einklang zu bringen. Die Fortführung der Erholungstendenz bei der Fahrzeugnachfrage ermöglichte eine weitere Reduzierung der Kurzarbeit. Die dennoch noch zur Verfügung stehenden Kurzarbeitszeiten wurden vom Unternehmen zu einer weiteren Qualifizierungsoffensive genutzt, insbesondere in Hinblick auf das World Class Manufacturing-Programm zur Vermeidung von Schwachstellen im Produktionsablauf.

In Zusammenhang mit der Umstrukturierung im Engineering-Bereich von einem Zentrum für die schweren Lkw in ein Kompetenzzentrum mit bereichs-übergreifender Verantwortung wurde in diesem Bereich sogar Personal aufgestockt.

Die Gesamtbelegschaft der Iveco Magirus AG zum Jahresende konnte mit 1.965 Mitarbeitern praktisch konstant gehalten werden (minus 1,5 Prozent), wodurch eine Anpassung an ein stark steigendes Nachfragevolumen auch kurzfristig jederzeit möglich ist. Es erfolgte lediglich eine leichte Reduzierung mittels natürlicher Fluktuation.

Im Einzelnen setzte sich die Belegschaft aus 1.339 (Vorjahr: 1.382) Lohnempfängern und 626 Gehaltsempfängern (Vorjahr: 612) zusammen.

Nach Abzug der in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befindlichen und der Elternzeit und Weiterbildung freigestellten Mitarbeiter betrug die aktive Stammbelegschaft 1.750 Personen (Vorjahr: 1.787). Davon waren in Ulm, Neu-Ulm und Langenau 1.587 Personen (90,7 Prozent nach 90,6 Prozent im Vorjahr) sowie in Unterschleißheim und anderen Außenstellen 163 Personen (9,3 Prozent) beschäftigt.

Im Jahresdurchschnitt des Berichtsjahres betrug die Mitarbeiterzahl 1.973 Personen nach 1.999 im Jahr zuvor. Aufgrund der Entwicklung der Mitarbeiterstruktur stieg das Durchschnittsalter der Belegschaft von 45,6 auf 45,7 Jahre.

Trotz der konjunkturbedingt immer noch niedrigen Auslastung der Produktion wurde im Interesse der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens das Ausbildungsvolumen angehoben. Es wurden insgesamt 34 neue Auszubildende (Vorjahr: 19 Auszubildende) eingestellt, 26 gewerbliche, sechs Studenten nach dem dualen Studiengang des Ulmer Modells und erstmalig auch wieder zwei kaufmännische Auszubildende. Die Auszubildenden, die ihre Lehre im Berichtsjahr abgeschlossen haben, wurden übernommen.

Das interne Programm zur Weiterbildung wurde neben dem wieder aufgenommenen Schwerpunkt der Sprachkurse und der Neuausrichtung des Entwicklungsbereichs noch enger auf das Thema World Class Manufacturing fokussiert. Dabei absolvierten 935 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 6.160 Schulungsstunden.

RISIKOMANAGEMENT

Ziele des Risikomanagements

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Ein wirksames Risikomanagement ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Daher entwickelt die Iveco Magirus AG auch in Zukunft den Bereich Risikomanagement kontinuierlich weiter und passt ihn an die veränderten Rahmenbedingungen sowie gesetzlichen Vorschriften an.

Im Jahr 2010 wurde eine neue Risikostrategie festgelegt, die im Jahr 2011 allen Mitarbeitern kommuniziert wurde. Die darin enthaltenen Grundsätze fördern das einheitliche Risikoverständnis und bilden die Grundlage für den Umgang mit Risiken bei der Iveco Magirus AG.

Risikomanagement zielt auf die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken ab. Das bestehende Risikomanagementsystem der Iveco Magirus AG sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, von vorhandenen Risiken frühzeitig Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können.

Struktur und Prozesse

Die Iveco Magirus AG ist als Konzerngesellschaft der Iveco S.p.A. in das konzernübergreifende Risikomanagement mit seinen international übergreifenden Kontrollmechanismen eingebunden. Diese Systeme gewährleisten, dass den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung rechtzeitig ergriffen werden können. Eine Überprüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit erfolgt regelmäßig durch die konzerninterne Revision sowie die intern bei der Iveco Magirus AG benannten Risikoverantwortlichen. Außerdem partizipiert das Unternehmen an den internationalen Planungsinstrumenten des Konzerns.

Bei der Iveco Magirus AG bildet die ab Ende 2011 geltende neue Organisationsrichtlinie Risikomanagement die Grundlage für das national installierte Risikomanagementsystem. Die Richtlinie enthält Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Informationspflichten und Vorgaben zur Quantifizierung von Risiken unter Berücksichtigung von Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadens.

Das bei der Iveco Magirus AG zentral installierte Risikomanagement koordiniert den Prozess zur Ermittlung der Risiken im Rahmen einer jährlich durchgeführten Risikoinventur, die auf eine systematische Identifizierung, Bewertung und Überwachung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken in allen wesentlichen Geschäftsfeldern abzielt. Grundlage bildet die Erhebung von Daten über die dezentral eingesetzten Risikoverantwortlichen. Auf Basis des daraus resultierenden Risikoberichts können bei Bedarf notwendige Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Ergänzend zur turnusmäßigen Berichterstattung besteht für die Risikoverantwortlichen eine Berichtspflicht über neu bzw. unerwartet auftretende Risiken, die in standardisierter Form direkt an den Vorstand übermittelt werden.

Neben diesen Instrumenten besteht eine Reihe von weiteren parallelen Informationskanälen über Risiken an den Vorstand. So erhält dieser risikorelevante Informationen anhand regelmäßiger Berichte der einzelnen Fachbereiche. Darin werden wesentliche Risiken fortlaufend überwacht und mit Hilfe von Kennzahlen bewertet bzw. einzelfallbezogen verfolgt.

Ebenso wird in verschiedenen Berichten über die gegenwärtige und zu erwartende Geschäftsentwicklung und die damit verbundenen Chancen und Risiken informiert. Darüber hinaus wurden beim Unternehmen sogenannte Risiko-Institutionen eingerichtet, die Risiken aufzeigen und bei ihrer Vermeidung bzw. Minimierung helfen.

Im Berichtsjahr 2011 wurde die Risikokategorisierung neu überarbeitet und an die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. Dabei wurde eine differenzierte Betrachtung hinsichtlich der Auswirkungen auf die Finanzen bzw. das Image mit berücksichtigt.

Um das Thema Risikomanagement kontinuierlich weiterzuentwickeln und mit den laufenden Geschäftsthemen zu verzahnen wurde vom Vorstand ein „Risiko-Ausschuss“ als fest installiertes Gremium implementiert.

Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem der Iveco Magirus AG ist an das konzernübergreifend organisierte Interne Kontrollsystem angeschlossen. Grundlage bilden die von der Fiat Industrial S.p.A. veröffentlichten “Guidelines for the Internal Control System”. Darin werden die Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten definiert sowie die Identifizierung von Risiken und die Implementierung von Kontrollen in den Tochtergesellschaften geregelt. Auf dieser Grundlage können Effektivität und Effizienz des Systems sichergestellt werden.

In Ergänzung besitzt die Iveco Magirus AG eigene Kontrollmechanismen wie systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, das Vier-Augen-Prinzip, die Trennung von Funktionen sowie die Sicherstellung der Einhaltung von internen Richtlinien.

Darüber hinaus stellen angemessene Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen sowie die Konzernrichtlinien in der Finanzbuchhaltung einschließlich deren definierte Prozesse die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich sind. Die Abwicklung der Rechnungslegung erfolgt bei der Iveco Magirus AG durch den Dienstleister Fiat GmbH, der bezüglich des Rechnungslegungsprozesses ebenfalls an das konzernübergreifende Interne Kontrollsystem angeschlossen ist.

Der Vorstand der Iveco Magirus AG stellte für das Berichtsjahr die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystems fest und schätzt dabei die operationellen Risiken als tragbar ein.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Neben den Risiken bestehen auch zahlreiche Chancen für die zukünftige Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche und somit der gesamten Iveco Magirus AG.

Die Erholung des Nutzfahrzeugmarktes in Italien bietet starke Exportchancen, da ein bedeutender Anteil der Ulmer Produktion nach Italien geht, in dem Iveco traditionell einen hohen Marktanteil aufweist. Durch den scharfen Konjunktureinbruch in diesem Land waren Neuanschaffungen weitgehend zurückgestellt worden, wodurch sich ein hoher Nachholbedarf ergibt.

Bei den in Ulm produzierten schweren Lkw liegen gute Chancen in den derzeitigen Vorbereitungen für den Produktionsstart des neuen Modells Stralis auf Basis der neuen Grenzwerte für Abgasemissionen nach Euro 6.

Sehr gute Absatzchancen werden auch dem 2012 eingeführten, neuen Iveco-Transporter New Daily eingeräumt. Mit einer erhöhten Nutzlast, neuen stärkeren Motorisierungen und einer gesteigerten Umweltfreundlichkeit wird der robuste Daily zusätzliche Verkaufschancen in neuen Anwendungsbereichen für das Unternehmen erschließen. Eine Bestätigung haben diese positiven Aussichten bereits kurz nach Markteinführung mit der Verleihung zweier europäischer Auszeichnungen aus dem Transportwesen erhalten.

Die Chancen werden jedoch nicht innerhalb des Risikomanagementsystems verfolgt bzw. bearbeitet. Die Verantwortung, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichen und findet damit Eingang in die operativen sowie strategischen Planungen. Weitere Aussagen hierzu erhalten Sie in den vorangegangenen Kapiteln des Lageberichts.

Für die Iveco Magirus AG gibt es wesentliche Risiken, die grundlegende Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Nach der Finanzkrise mit seinen Auswirkungen in 2009 und 2010 war das Jahr 2011 in Deutschland von einem konjunkturellen Aufholprozess gekennzeichnet. Dennoch wird aktuell die Konjunktur im Euro-Raum insbesondere durch die Schuldenkrise wichtiger europäischer Volkswirtschaften gedämpft, was sich durch die engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Euro-Raum auch bei der Iveco Magirus AG bemerkbar macht. Insgesamt ergaben sich daraus bei der Iveco Magirus AG auch 2011 noch teilweise ungenutzte Produktionskapazitäten.

Die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ist aktuell außergewöhnlich groß. Nach Aussagen im Monatsbericht der Deutschen Bundesbank wird unter Berufung auf Experten des Eurosystems mit Berücksichtigung der globalen wirtschaftlichen Entwicklungen in anderen Euro-Ländern, ab dem Frühjahr 2012 eine wirtschaftliche Belebung prognostiziert, welche sich im Anschluss nach und nach verstärken soll.

Als Produktionsbetrieb mit eigenem Vertriebsnetz in Deutschland, bestehend im Wesentlichen aus Tochtergesellschaften, eigenen Händlerbetrieben und dem Servicenetz, profitierte die Iveco Magirus AG vom Exportgeschäft, wodurch auch in 2011 zusätzliche Absatzchancen realisiert werden konnten. Somit wird auch für die kommenden Jahre der Export als Chance gesehen.

Dem Risiko aus der Entwicklung der Preise von Energie und Rohstoffen sowie der Fertigkomponenten wird mit langfristigen Preisbindungen begegnet. Als Teil des Fiat Industrial-Konzerns partizipiert die Iveco Magirus AG vom sehr gut ausgebauten und international vernetzten Einkauf des Konzerns.

Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Die Nutzfahrzeugbranche reagiert regelmäßig stark zyklisch in Abhängigkeit von der jeweiligen Konjunktur. Die Konjunktur wird dabei von zahlreichen Faktoren, die zueinander in bestimmten Abhängigkeiten stehen, beeinflusst. Die damit verbundenen Schwankungen bei den Produktvolumina stellen eine laufende Herausforderung hinsichtlich der Kapazitätssteuerung in der Produktion dar. Mangelnde Auslastung kann somit zu Kosten für nicht ausgelastete Kapazität, Unterdeckung und Verlust bei einzelnen Produkten, Abschreibung auf Bestände und Ertragseinbußen führen.

Aufgrund der derzeitigen politischen und konjunkturellen Situation im Euro-Raum ist eine mittelfristige Prognose der Nutzfahrzeug-Nachfrage sehr schwierig.

Um den damit verbundenen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, erfolgt eine permanente Marktbeobachtung. Veränderungen werden analysiert, um zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, wodurch Branchenrisiken minimiert werden.

Die Bestände an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen der Iveco Magirus AG konnten im Laufe des Jahres 2011 weiter reduziert werden und binden damit weniger Kapital. Die Fahrzeuge unterliegen dem Risiko der Marktpreisentwicklung. Um diesem Risiko entgegenzuwirken wurden Wertberichtigungen gebildet. Die Entwicklung der Marktpreise wird turnusmäßig überwacht und hat zeitnahen Einfluss auf die internen Bewertungssysteme. Zusätzlich wurde im Bereich der Gebrauchtfahrzeuge auf eine Vermietung von Fahrzeugen gesetzt, um Kunden einen flexibleren Einsatz der Nutzfahrzeuge zu ermöglichen und dadurch zusätzlich Erträge zu generieren.

Das Transportaufkommen im gewerblichen Straßenverkehr hat sich im Jahr 2011 um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Für das Jahr 2012 wird eine abgeschwächte Steigerung um 1,8 Prozent erwartet. Eine Prognose zeigt für die Jahre 2013 bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von 2,2 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass nach Überwindung der Schwächephase der Nutzfahrzeugmarkt aufgrund des steigenden Transportaufkommens auch in Zukunft Wachstumsmarkt bleibt. Dennoch besteht das Risiko der Verlagerung von Transportvolumen von Nutzfahrzeugen hin zu anderen Verkehrsmitteln.

Im Vertrieb muss von einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Handel, insbesondere bei Ersatzteilen, ausgegangen werden. Die Stärkung der Leistungskraft und Ertragssituation der Händler macht eine laufende Optimierung des Vertriebskanals sowie eine wirksame Unterstützung bei Finanzierungsproblemen erforderlich.

Produkt- und Entwicklungsrisiken

Die für den Jahresanfang 2014 im Rahmen der EU geplante Einführung der Euro 6-Abgasnormen erfordert bereits aktuell einen sehr hohen Entwicklungsaufwand. Die Iveco Magirus AG hat diese Herausforderung angenommen und investiert im Hinblick darauf beträchtliche Mittel in die Modernisierung der bestehenden Baureihen.

Die breite Diversifizierung des Iveco Produktportfolios erfordert die Entwicklung einer Vielzahl von Einzelkomponenten und Einbauvarianten, die im Prototypenbau dargestellt und vom Versuch getestet werden müssen. Dazu kommt die Modernisierung und Verbesserung des Qualitätsniveaus von weiteren, die Identität prägenden Fahrzeugteilen und Baugruppen.

Durch die konzernweite Neustrukturierung der Entwicklung kann nun auf das gesamte Know-how der Fiat Industrial S.p.A. zugegriffen werden. Komponenten- und Systemvereinheitlichungen werden weitere Synergieeffekte mit sich bringen.

Die Produktpalette wird schrittweise um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erweitert, was einen für die noch relativ niedrigen Stückzahlen vergleichsweise hohen Entwicklungsaufwand erfordert. Hierbei geht es aber um Investitionen in mögliche Zukunftsinvestitionen. Beispiele sind etwa der neue Daily Electric oder zusätzliche Fahrzeugmodelle mit Erdgasmotoren.

Die Projektsteuerung und -überwachung wurde an allen Standorten weltweit und über alle Baureihen hinweg einheitlich ausgerichtet. Multifunktionale Projektteams sind in der Lage, schnell und zielgerichtet zu agieren, um auf die wachsenden und sich ständig ändernden Anforderungen der Märkte zu reagieren. Dabei können sie auf den bereits bewährten Baukasten aus Produkten und Komponenten zugreifen, um daraus vor Ort markt- und kundengerechte Lösungen zu entwickeln. Diese Adaption an lokale klimatische Bedingungen und verkehrstechnische Gegebenheiten ist mit vergleichsweise geringem Einsatz an Investitionen zu bewerkstelligen und verspricht eine größere Marktpräsenz zu vertretbaren Kosten.

Zu diesem Zweck werden die Kompetenzzentren in der Entwicklung ausgebaut. Die Mitarbeiter werden durch die globale Zusammenarbeit und die Mitarbeit an neuen Projekten ihr Wissensspektrum deutlich erweitern können und den Herausforderungen der Zukunft besser gewachsen sein. Investiert wird dafür auch in die Infrastruktur der Werke und in die Vereinheitlichung der Dokumentationssysteme in den Entwicklungsbereichen weltweit.

Alle aus der Entwicklung kommenden Produkte werden intensiven Prüfungen unterzogen und durchlaufen ausgiebige Testverfahren, die alle denkbaren, auch extremen, Einsatzarten abdecken. Dennoch bleibt trotz zahlreicher Vorkehrungen ein geringes Restrisiko von Schäden, die auftreten können, wenn die Produkte bereits am Markt sind. Diese können zu Garantie- und Gewährleistungsansprüchen führen. Im Extremfall sind Produkthaftungsansprüche und Schadensersatzforderungen vorstellbar. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird die Qualität kontinuierlich überprüft. Zusätzlich werden ständig Informationen in den Fachabteilungen ausgetauscht und bei Bedarf entsprechende Projekte bzw. Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Produktion und Beschaffung

Mit Lieferproblemen von Zulieferern sind Effizienzminderungen und eine ungünstigere Fixkostenverteilung verbunden. Mit verschiedenen Initiativen konnten sowohl eine verbesserte Transparenz für die Lieferanten mit der Folge einer verlässlicheren Termintreue als auch gleichzeitig niedrigere Bestände erreicht werden.

Ein standardisierter Produktionsprozess stellt sicher, dass nur funktionierende und sichere Produkte auf den Markt kommen. Einheitlich definierte Qualitätssicherungsstandards sorgen dafür, dass Fehler in der Herstellungsphase rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Für die Iveco-Produkte im Kundeneinsatz stellt das Servicenetz sicher, dass alle dann noch aufgetretenen Fehler gesammelt, bewertet und unverzüglich abgestellt werden.

Die fortlaufende Optimierung der Produktionsprozesse bietet vielfältige Chancen zur Verbesserung der Ertragskraft. Aus diesem Grund nimmt die Iveco Magirus AG an einem Programm zur kontinuierlichen Verbesserung des Produktionssystems teil und gehört dabei im Benchmarking zur Spitzengruppe der 20 Besten unter den weltweit 150 Werken der Fiat-Gruppe.

Die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge bewirkt eine Verringerung der Fehlerrate in der Produktion und vermindert damit das Risiko von Garantiekosten. Mit der teilweisen Auslagerung von Eigenfertigung entsteht eine zunehmende Abhängigkeit, insbesondere dann, wenn das Unternehmen nur auf einen einzigen Lieferanten angewiesen ist. Mit einer standardisierten Vertragsgestaltung im Bereich Einkauf sowie einer ständigen Beobachtung der Preisentwicklungen wird den Risiken im Bereich der Lieferanten vorgebeugt.

Möglichen Risiken im Rahmen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes wurde durch die Einrichtung von zentralen Verantwortlichen begegnet, die eine kontinuierliche Optimierung und Überwachung sicherstellen. Eventuelle Betriebsstörungen werden darüber hinaus durch eine vorbeugende Wartung weitgehend vermieden und in einem Brandfall mit Versicherungen abgedeckt.

Auf die mit den Kapazitätsschwankungen verbundenen Schwierigkeiten in der Produktion wurde reagiert, indem die Montage von bisher zwei auf lediglich eine Montagelinie umgestellt wurde. Sensitivitätsreports ermöglichen der Geschäftsleitung einen zeitnahen Überblick und bilden die Grundlage für strategische Entscheidungen.

Im Berichtsjahr wurde als Frühwarnsystem eine neue globale Manufacturing Scorecard eingeführt. Sie enthält standardisierte Kennzahlen, die auf monatlicher Basis vom Werk aktualisiert werden. Schwerpunkte liegen auf der Überwachung von Sicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Personalwesen. Durch die ständige Kontrolle und den Vergleich mit anderen Werken können bereits im Vorfeld negative Trends entdeckt und kann ihnen mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert werden.

Mitarbeiter

Innovation und Fortschritt setzen hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte voraus. Der Personalbereich nutzt alle Chancen, mit einer hohen Qualität und Kreativität des Erfolgsfaktors Mitarbeiter die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen stellt sicher, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen qualifiziert sind.

Fehlverhalten von Mitarbeitern kann den Ruf des Unternehmens und damit seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Seit 2003 definiert ein schriftlich fixierter und 2010 aktualisierter Verhaltenskodex den Mitarbeitern einen entsprechenden Rahmen. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2009 ein Compliance-Beauftragter implementiert.

Die laufende Optimierung der Prozesse wird von den Mitarbeitern im Rahmen des internen Vorschlagswesens unterstützt, das im Berichtsjahr weiter ausgebaut wurde. Durch interne Kontrollen wird die Einhaltung von Richtlinien in den Geschäftsprozessen sichergestellt. Dies führt zu einer Reduzierung der Risiken und bildet einen Schutz des Vermögens.

Im Personalbereich wurde ein neues System zur Optimierung des Prozessablaufs eingeführt. Dieses System ermöglicht, die administrativen Prozesse zwischen der Iveco Magirus AG und dem Servicedienstleister Fiat GmbH standardisiert und kontrolliert abzuwickeln, um die mit der standardisierten Bearbeitung zusammenhängenden Risiken zu minimieren.

Im Interesse der Mitarbeiter sowie zur Stärkung der Mitarbeiterbindung bietet die Iveco Magirus AG eine Reihe von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an. Die Eigenkündigungsquote lag im Jahr 2011 unter einem Prozent, worin sich die Loyalität und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie das positive Image der Iveco Magirus AG als Arbeitgeber widerspiegeln. Diese Grundlage trägt dazu bei, das Risiko eines Know-how-Verlustes zu minimieren.

Flexible Arbeitszeit- und Vertragsmodelle sowie die Kurzarbeit ermöglichen eine zeitnahe Anpassung der Personalkapazität an Bedarfsänderungen. In Anbetracht der aktuellen Marktentwicklung und Auftragslage steht der Personalbestand nicht im Einklang mit der erforderlichen Personalkapazität. Dadurch besteht ein erhöhtes Kostenrisiko, das aktuell weitestgehend durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit abgefedert werden konnte. Dabei gelang es, die qualifizierte Stammbelegschaft stabil zu halten und damit die kurzfristige Anpassung an eine künftige Marktbelebung zu ermöglichen.

Finanzen

Für das Jahr 2012 wird aufgrund der aktuellen Schuldenkrise und der damit verbundenen Rezessionsgefahr mit einem weiterhin relativ niedrigen Zinsniveau gerechnet.

Größere Währungsrisiken bestehen nicht, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und bezahlt. Sofern Transaktionen in Fremdwährung stattfinden, werden die daraus resultierenden Währungsrisiken einzelgeschäfts-bezogen abgesichert.

Händler- und Direktkundengeschäfte werden zum Großteil durch Absatzfinanzierungen über die eigene Finanzierungsgesellschaft Iveco Finance GmbH oder über Drittinstitute abgewickelt. Insolvenzen können ein Risiko darstellen, sofern eine Finanzierungsabsicherung nicht gegeben ist. Infolge regelmäßiger regressloser Forderungsverkäufe werden Adressausfallrisiken reduziert.

Die Gewährung von Lieferantenkrediten im Bereich der Neufahrzeuge erfolgt primär mit Hilfe systemseitiger Unterstützung (Scoring und Kreditlimit-Kalkulation) zentral durch das Kreditmanagement.

Exportgeschäfte werden größtenteils über die Iveco S.p.A. abgewickelt. Andernfalls werden diese durch Kreditversicherungen bzw. Export-Akkreditive abgesichert. Geschäfte mit den internationalen Iveco-Gesellschaften werden ebenso konzernübergreifend von Iveco S.p.A. gesteuert. Eine Ausnahme stellt hierbei das Ersatzteilgeschäft im Export dar. Die hierbei möglicherweise entstehenden Risiken werden durch Factoring begrenzt.

Getroffene Rückkaufverpflichtungen mit Kunden stellen ein zusätzliches Risiko dar, wenn sich die am Markt künftig erzielbaren Gebrauchtfahrzeugerlöse wesentlich gegenüber den Erwartungen bei Vertragsabschluss verändern. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird dieses laufend überwacht und soweit möglich aktiv gesteuert. Die Verfahren zur Risikomessung und Risikoberichterstattung werden kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei findet eine regelmäßige Überprüfung der zugrunde liegenden Parameter statt.

Eine weiterhin verhaltene Entwicklung der Kapitalmärkte kann die Finanzierungskosten der Iveco Magirus AG erhöhen. Zur Liquiditätssteuerung bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.

Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich werden, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden. Diese können auch als Aval-Linie in Anspruch genommen werden.

Die Investitionen des Unternehmens werden eigenfinanziert. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung werden finanzielle Mittel durch die Iveco S.p.A. zur Verfügung gestellt.

Mit den Tochtergesellschaften der Iveco Magirus AG bestehen Ergebnisabführungsverträge. In Abhängigkeit von deren Ergebnissen besteht das Risiko, Verluste ausgleichen zu müssen. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen eine weitere Verbesserung der Ergebnislage bei den Iveco-Vertriebsgesellschaften und damit eine geringere Verlustübernahme.

IT-Risiken

Für die bereichsübergreifenden Geschäfts- und Produktionsprozesse der Iveco Magirus AG sowie die damit in Verbindung stehende interne und externe Kommunikation kommt dem Bereich Informationstechnik eine fortwährend wachsende Bedeutung zu. Eine ständige Verbesserung der Infrastruktur sowie der Sicherheit ist wichtige Voraussetzung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Bereich ICT (Information and Communication Technology) realisiert ständig Verbesserungen und Maßnahmen zur Prävention und Verminderung von Risiken, die in Zusammenhang mit der Entwicklung der Informationstechnologie stehen. Change Management ist integraler Bestandteil der Serviceleistung zur Sicherstellung der Qualitätsstandards.

Mit den IT-Dienstleistern bestehen Wiederherstell- und Kontinuitätspläne. Fallbackszenarien wurden für geschäftskritische Prozesse eingeführt und Redundanzen bei Infrastrukturen entsprechend der Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit ausgelegt.

Konzernübergreifend eingesetzte und standardisierte Virenprogramme, Firewall- sowie Intrusion-Prevention-Systeme begegnen dem Risiko des unbefugten Zugriffs auf Unternehmensdaten. Die IT-Sicherheit wird durch die Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf die bestehenden IT-Systeme zusätzlich erhöht.

Im Zusammenhang mit dem Projekt „World Class Manufacturing“ wurden im Berichtsjahr weitere Verbesserungen umgesetzt und Erneuerungen an Systeminfrastrukturen realisiert.

Wie in den Vorjahren erreichte die Iveco Magirus AG mit Hilfe unterschiedlicher Normen- und Qualitätsmanagementsysteme einen hohen Standard. Die Einführung neuer Systeme erfolgt nach Iveco Projekt Management-Methode, durch die bereits im Vorfeld mit ihnen in Verbindung stehende Risiken analysiert und begrenzt werden.

Zur Verbesserung der Infrastruktur und Sicherheit sowie der Kommunikationseffizienz sind alle Standorte der Vertriebsgesellschaften in die Netze von Fiat und Iveco sowie Systemstandards integriert. Nach der Einführung der SAP-Finanzbuchhaltung ERP (Enterprise Ressource Planning) des Dealer Management Systems in den vergangenen Jahren, wurde nunmehr mit der Einführung eines neuen CRM-Systems (Customer Relationship Management) die umfassende Erneuerung der Prozesse, Infrastruktur und Systeme unter gleichzeitiger Erhöhung der Effizienz und Transparenz sichergestellt und abgeschlossen.

Auf Grund der rasant fortschreitenden Entwicklung im IT-Bereich besteht für die IT-Sicherheit ein lediglich geringes Restrisiko, das nicht vollständig beherrscht werden kann.

Rechtliche Risiken und Compliance

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die Iveco Magirus AG Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren in den Bereichen allgemeines Vertriebsrecht und Vertragsrecht, Gewährleistung/Garantie, Produkthaftung, Kartellrecht und Umwelthaftung ausgesetzt. Diese Risiken werden unter anderem durch standardisierte Prozesse, transparente Vertragsgestaltung sowie die Einschaltung von externen Rechtsanwälten minimiert.

Aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder durch Vereinbarungen von Vergleichen können Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und somit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben können. Das Unternehmen hat für die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren Rückstellungen gebildet, soweit die sich daraus ergebenden Verpflichtungen hinreichend bestimmbar sind.

Zum Jahresende 2011 bestand lediglich ein Verfahren von Bedeutung, das über die normale Geschäftstätigkeit hinausgeht. Von der EU-Kommission wurde gegen alle namhaften europäischen Lkw-Hersteller, darunter auch die Iveco Magirus AG, ein Ermittlungsverfahren wegen vermeintlich unzulässigen Informationsaustausches aufgenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich der Ausgang des Verfahrens und die daraus möglicherweise resultierenden finanziellen Belastungen für das Unternehmen nicht zuverlässig abschätzen, da solche EU-Verfahren in der Regel mehrere Jahre dauern, ihr Ausgang von vielen Faktoren abhängt und sich das Verfahren derzeit noch in einem sehr frühen Stadium befindet.

Die Verhaltensrichtlinie (Code of Conduct) der Fiat Industrial Gruppe wird fortlaufend aktualisiert. Diese Richtlinie bildet für die Fiat Industrial Gruppe und damit auch für die Iveco Magirus AG die Grundlage für das Compliance-Management-System, das laufend weiterentwickelt wird.

Beurteilung des Gesamt-Risikos

Das Gesamtrisiko der Iveco Magirus AG setzt sich aus Einzelrisiken aller Risikokategorien innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zusammen. Nach der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen in den vergangenen Jahren hatte sich die Risikosituation bei der Iveco Magirus AG im Verlauf des Jahres 2011 weiter stabilisiert. Jedoch birgt die derzeitige finanzwirtschaftliche Situation rund um die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum weitere Gefahren, die die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Iveco Magirus AG negativ beeinflussen können. Diese Auswirkungen werden jedoch nicht als dauerhaft und wesentlich angesehen.

Der Vorstand stellt auf Grundlage des von der Iveco Magirus AG installierten Risikomanagementsystems fest, dass keine Risiken erkennbar sind, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der Iveco Magirus AG gefährden könnten.

AUSBLICK

Moderates Wirtschaftswachstum mit Risiken

Die Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft im Berichtsjahr hat zu Jahresende einen deutlichen Dämpfer erfahren. Die im letzten Quartal leicht rückläufige Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland bildete den Ausgangspunkt für eine im Jahr 2012 zunächst stagnierende Entwicklung, die im Jahresverlauf wieder in eine lebhaftere Wirtschaftstätigkeit übergehen dürfte. Dabei wird die Entwicklung etwas positiver verlaufen als im restlichen Euro-Raum.

Über die erwartete Stärke des Wachstumsimpulses 2012 gehen die Meinungen der Konjunkturforscher auseinander, hier wird von der Annahme des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung ausgegangen, dass die Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts 0,7 Prozent betragen wird. Damit hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seine Prognose vom Herbst 2011 leicht nach unten korrigiert. Allerdings stellt er diese verhalten optimistische Prognose unter einen Vorbehalt, nämlich dass die Lösung der Schuldenkrise in Europa weiter vorankommt und die Verunsicherung der Finanzmärkte abnimmt.

Insbesondere der schwächere Welthandel und ein lediglich um zwei Prozent zunehmender Export bei gleichzeitig um drei Prozent wachsendem Import nach Deutschland bedeutet nach dem Krisenjahr 2009 wieder einen negativen Wachstumsimpuls durch den Außenbeitrag.

Konjunkturelle Impulse können 2012 daher nur vom Binnenmarkt erwartet werden. So dürften die günstige Situation am Arbeitsmarkt mit einer auf 6,8 Prozent sinkenden Arbeitslosenquote und einer zunehmenden Erwerbstätigenzahl sowie um drei Prozent steigende verfügbare Einkommen einen privaten Konsum von plus 1,2 Prozent ermöglichen, der auch in diesem Jahr wieder eine deutliche Konjunkturstütze darstellen wird. Die Steigerung der Verbraucherpreise wird voraussichtlich mit 1,8 Prozent geringer ausfallen als im Berichtsjahr.

Bei der Investitionstätigkeit wird nach einem Plus von 6,5 Prozent 2011 im laufenden Jahr lediglich noch mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent gerechnet. Die Unternehmen werden aufgrund der schwachen außenwirtschaftlichen Konjunktur bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückhaltender agieren, während die Bauinvestitionen wegen zahlreicher Baugenehmigungen und günstiger Rahmenbedingungen einen belebenden Beitrag liefern könnten.

Nachfrage nach Nutzfahrzeugen konstant

In Abhängigkeit von der zurückhaltenden konjunkturellen Entwicklung wird erwartet, dass sich die Nachfrage für Nutzfahrzeuge auf dem deutschen Markt etwa auf dem Niveau von 2011 bewegen und geringfügig abnehmen wird. Dabei werden voraussichtlich leichte Verluste im leichten und schweren Bereich durch Gewinne im mittelschweren Segment ausgeglichen. Die nachlassende gesamtwirtschaftliche Dynamik wird sich jedoch auch in der Geschäftsentwicklung der Iveco Magirus AG widerspiegeln.

Im laufenden Jahr wird mit der IAA Nutzfahrzeuge im September neben dem neuen Iveco-Daily wieder eine große Anzahl von Neuheiten und Innovationen in allen Baureihen von Iveco vorgestellt werden, die auf hohes Interesse bei den Kunden stoßen und Kaufanreize auslösen werden. Dabei werden im Mittelpunkt alternative Citylogistik-Lösungen stehen. Auf mittlere Sicht wird auch die Iveco Magirus AG mit einer leichten Verminderung der Nutzfahrzeugmärkte und zurückgehenden Wachstumsraten zurechtkommen müssen. Das Unternehmen ist auf die Herausforderung mit einer gewachsenen Flexibilität gut vorbereitet.

Aus der Realwirtschaft kommen die ersten Zeichen für eine nachlassende Wirtschaftsdynamik. Im vierten Quartal 2011 schwächte sich der Auftragseingang leicht ab. Das Unternehmen rechnet für 2012 in allen Segmenten mit einem leicht steigenden Marktanteil. Die Prognose für die Marktentwicklung im Jahr 2012 bleibt jedoch zurückhaltend. Einer der Antriebsfaktoren für die Lkw Nachfrage wird auch 2012 die deutsche Pkw Industrie sein, die durch die starke Vernetzung mit der Zulieferindustrie ein starkes Transportaufkommen im In- und Ausland generiert.

Der Ausblick für den Gesamtmarkt der Nutzfahrzeuge bleibt volatil und die Unsicherheit damit groß. Der Vorstand sieht für das Unternehmen den Erfolg in flexibel anzupassenden Produktionskapazitäten und dabei die Herstellungsabläufe effizienter zu gestalten. Aus einem sich stabilisierenden makroökonomischen Umfeld und einer positiven Prognose für das Umsatz- und Ergebniswachstum 2012 erwartet der Vorstand auch für das Geschäftsjahr 2013 eine weiter positive Entwicklung des Umsatzes und des Gewinns aus den operativen Aktivitäten.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2011 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.

Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft und unsere Beteiligungsgesellschaften erhielten bei jedem der im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Sie wurden durch die getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die berichtspflichtigen Vorgänge durchgeführt wurden.“

Der Abschlussprüfer hat Einwendungen gegen diesen Bericht nicht erhoben.

Ulm, den 16.02.2012

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barberis

Barschkis

Snieders

Venstra

Bilanz zum 31. Dezember 2011

AKTIVA

Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Euro Euro
--- --- --- ---
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 111.914,14 198.052,52
Sachanlagen 66.170.489,64 65.392.957,90
Finanzanlagen 85.901.427,86 85.000.585,71
152.183.831,64 150.591.596,13
Umlaufvermögen
Vorräte (2)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 17.259.124,22 13.812.484,59
Unfertige Erzeugnisse 1.040.213,78 742.044,98
Fertige Erzeugnisse und Waren 73.461.348,57 90.035.731,83
91.760.686,57 104.590.261,40
Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände (3)
Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 20.743.791,70 53.778.869,89
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 426.166.058,97 338.666.425,42
Sonstige Vermögensgegenstände 7.119.225,38 2.891.215,42
454.029.076,05 395.336.510,73
Flüssige Mittel (4) 1.102.602,13 1.212.236,12
546.892.364,75 501.139.008,25
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 380.263,18 384.308,50
699.456.459,57 652.114.912,88
PASSIVA
Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Euro Euro
Eigenkapital (6)
Gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000.000,00
Kapitalrücklage 9.611.520,43 9.611.520,43
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 14.736.772,57 14.736.772,57
Bilanzgewinn (7) 41.135.521,91 28.847.947,75
115.483.814,91 103.196.240,75
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 114.782.316,00 102.879.990,00
Steuerrückstellungen 19.164.917,00 0,00
Sonstige Rückstellungen 183.600.580,34 174.854.498,58
317.547.813,34 277.734.488,58
Verbindlichkeiten (9)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.676.163,77 4.402.701,67
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 135.319.238,09 147.503.772,36
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 94.360.744,89 106.162.020,88
Sonstige Verbindlichkeiten 12.068.684,57 13.115.688,64
266.424.831,32 271.184.183,55
699.456.459,57 652.114.912,88

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011

Anhang 2011 2010
EURO EURO
--- --- --- ---
Umsatzerlöse (10) 1.478.518.714,71 1.323.173.645,65
Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (1.047.948,20) (39.609.002,94)
Andere aktivierte Eigenleistungen 80.074,00 100.240,86
1.477.550.840,51 1.283.664.883,57
Sonstige betriebliche Erträge (11) 84.674.357,28 94.627.792,68
Materialaufwand (12) (1.280.936.191,04) (1.147.987.812,97)
Personalaufwand (13) (112.704.957,86) (110.712.657,27)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) (13.523.747,31) (14.696.690,30)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) (101.094.760,04) (93.392.655,11)
53.965.541,54 11.502.860,60
Beteiligungsergebnis (16) (3.458.033,32) (21.431.219,69)
Zinsergebnis (17) (4.486.035,11) (4.757.975,46)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 46.021.473,11 (14.686.334,55)
Außerordentliches Ergebnis (18) (14.487.876,00) (7.361.359,00)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (18.654.573,01) (1.615.861,75)
Sonstige Steuern (591.449,94) (405.822,52)
Jahresgewinn / fehlbetrag 12.287.574,16 (24.069.377,82)
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 28.847.947,75 50.783.325,57
Entnahme aus Sonstigen Gewinnrücklagen - 2.134.000,00
Bilanzgewinn 41.135.521,91 28.847.947,75

A N H A N G

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Iveco Magirus AG wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.

Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst.

Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen, soweit steuerlich zulässig.

Die Abschreibungen auf die Zugänge 2011 sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit einem Wert unter EUR 150 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit einem Wert von EUR 150 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die steuerlich aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten.

Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der biometrischen Richttafeln 2005G nach Heubeck ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 5,13 Prozent und einem Rententrend von 1,75 Prozent p. a. Die Entgeltsteigerungen werden mit 0-2,0 Prozent berücksichtigt. Aufgrund des Wahlrechts gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB werden den Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr EUR 14,5 Millionen zugeführt.

Die Iveco Magirus AG hat von dem Wahlrecht § 253 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre zu verwenden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Künftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen sind bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt.

Durch die Diskontierung der Pensionsrückstellungen war ein Aufzinsungsbetrag bei den langfristigen Personalrückstellungen in Höhe von EUR 5,8 Millionen erforderlich. Der Aufwand wurde im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und werden mit dem Erfüllungsbetrag bzw. dem anzusetzenden Barwert passiviert.

Der Erfüllungsbetrag wird unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst, wie von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde. Diese beiden Effekte wirken gegenläufig. Bei Effekten aus der Diskontierung wurden die einzelnen Rückstellungen zugunsten des Zinsergebnisses reduziert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Umrechnungskurs bei Entstehung bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Die Bilanzierungsvorschriften sehen vor, die latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede in Organgesellschaften auf Ebene der Organgesellschaft zu ermitteln und in der Iveco Magirus AG zu erfassen. Latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen und auf Verlustvorträge waren im Vorjahr erstmals zu bilden. Die Berechnung der latenten Steuern auf die Bewertungsänderungen ergab aktive latente Steuern. Vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB, den Aktivüberhang nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. Damit ergaben sich keine Steuereffekte, somit auch keine Reduzierung der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ertragsteuern. Aktive latente Steuern ergeben sich in erster Linie aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen u. a. bei der Bewertung der Pensionsrückstellung und bei der Bewertung der Sonstigen Rückstellungen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung des Anlagevermögens (in '000 EUR)

Entwicklung 2011 Sachanlagen Grundstücke, grundstücks-

gleiche Rechte und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-

ausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2011 135.455 45.093 184.142 234 364.924
Zugänge 112 1.358 7.886 4.850 14.206
Abgänge - (379) (279) - (658)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2011 135.567 46.072 191.749 5.084 378.472
Abschreibungen
Stand am 01.01.2011 107.031 39.541 152.959 - 299.531
Zugänge 1.078 927 11.398 13.403
Abgänge - (378) (254) i (632)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2011 108.109 40.090 164.103 - 312.302
Nettobuchwert am 31.12.2011 27.458 5.982 27.646 5.084 66.170
Nettobuchwert am 31.12.2010 28.424 5.552 31.183 234 65.393
Entwicklung 2011 Finanzanlagen und immaterielle Vermögenswerte Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Sonstige Ausleihungen Finanzanlagen Gesamt entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und änliche Rechte und Werte
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2011 64.503 19.850 847 85.200 2.654
Zugänge - 3.157 163 3.320 35
Abgänge - (2,213) (258) (2,471) -
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2011 64.503 20.794 752 86.049 2.689
Abschreibungen
Stand am 01.01.2011 - - 199 199 2.456
Zugänge - - 24 24 121
Abgänge - - (76) (76) -
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2011 - - 147 147 2.577
Nettobuchwert am 31.12.2011 64.503 20.794 605 85.902 112
Nettobuchwert am 31.12.2010 64.503 19.850 648 85.001 198
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2011 152.184
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2010 150.592

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Die Zugänge in Sachanlagen ohne geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau belaufen sich auf EUR 9,4 Millionen und dienen im Wesentlichen zur Modernisierung des Werks in Ulm.

2. Vorräte

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind bedingt durch eine bessere Produktionsauslastung um 25,0 Prozent gestiegen. Auch die unfertigen Erzeugnisse stiegen um EUR 0,3 Millionen an, bedingt durch eine höhere Produktion im Jahr 2011. Der Bestand an Fahrzeugen konnte durch eine verbesserte, auf den Kunden hin optimierte Auslieferungsplanung reduziert werden. Der Bestand an Fertigerzeugnissen und Waren sank um 18,4 Prozent auf EUR 73,5 Millionen gegenüber dem Vorjahresbestand (EUR 90,0 Millionen). Insgesamt reduzierte sich das Vorratsvermögen weiter um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 91,8 Millionen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR (000) 31.12.2011 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 31.12.2010 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
° Buchforderungen 20.744 699 53.779 774
° Wechselforderungen - - - -
20.744 699 53.779 774
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
° aus Lieferungen und Leistungen 54.470 - 102.414 -
° sonstige 371.696 - 236.253 -
426.166 - 338.667 -
Sonstige Vermögensgegenstände 7.119 - 2.891 -
454.029 699 395.337 774

Der Anteil der aus Exportgeschäften stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich solcher Forderungen gegen verbundene Unternehmen bleibt mit 58,6 Prozent gegenüber einem Anteil von 59,1 Prozent im Vorjahr auf gleichem Niveau. In Summe sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 51,8 Prozent gegenüber Vorjahresniveau auf EUR 75,2 Millionen. Grund hierfür ist ein verstärkter Forderungsverkauf und gezielte Maßnahmen im Kreditmanagement.

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr auf EUR 7,1 Millionen im Wesentlichen durch geleistete Anzahlungen.

In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Cash Pool Guthaben in Höhe von EUR 371,7 Millionen (Vorjahr: EUR 235,9 Millionen) bei der Fiat Industrial Finance Europe S.A. enthalten.

4. Flüssige Mittel

EUR (000) 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Kassenbestand und Schecks 11 10 1
Guthaben bei Kreditinstituten 1.092 1.202 (110)
1.103 1.212 (109)

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Versicherungsvorauszahlungen für das 1. Quartal 2012.

6. Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Iveco Magirus AG, Ulm, beträgt EUR 50.000.000,00. Es ist eingeteilt in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00.

Mit Schreiben gemäß § 20 AktG vom 17.12.2010 hat die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, mitgeteilt, dass die Mehrheit der Anteile von ihr gehalten wird. An den Anteilsverhältnissen ergaben sich 2011 keine Veränderungen.

7. Bilanzgewinn

EUR (000) 2011 2010
Gewinnvortrag 28.848 50.783
Jahresergebnis 12.288 (24,069)
Entnahme aus Sonstigen Gewinnrücklagen - 2.134
Bilanzgewinn 41.136 28.848

Der Bilanzgewinn aus dem Vorjahr wurde in voller Höhe thesauriert.

8. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 253 Abs. 1, 2 HGB mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt EUR 114,8 Millionen (Vorjahr EUR 117,4 Millionen).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen u. a. drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen und Wartungs- und Reparaturverträgen, Gewährleistungen, sonstige vertriebliche Risiken, Verpflichtungen im Personalbereich sowie Abdeckung von sonstigen Risiken.

9. Verbindlichkeiten

EUR (000) 31.12.2011 31.12.2010
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.676 4.403
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 135.319 147.504
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen 94.361 106.162
Unternehmen
Sonstige Verbindlichkeiten
° aus Steuern 9.822 10.585
° im Rahmen der sozialen Sicherheit 1 2
° übrige 2.246 2.528
12.069 13.115
266.425 271.184

Während die erhaltenen Anzahlungen um EUR 20,3 Millionen gestiegen sind, gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 8,3 Prozent oder EUR 12,2 Millionen leicht zurück.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind weiterhin Verrechnungskonten in Höhe von EUR 62,0 Millionen (Vorjahr EUR 72,5 Millionen) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 32,3 Millionen (Vorjahr EUR 33,7 Millionen) enthalten.

Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten sowie Restlaufzeiten über ein Jahr liegen wie im Vorjahr nicht vor.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:

EUR (000) 2011 % 2010 %
Fahrzeuge 1.031.071 69,8 916.904 69,3
Gebrauchtfahrzeuge 58.266 3,9 65.598 5,0
Komponenten, Motoren 2.532 0,2 2.825 0,2
Ersatzteile 198.430 13,4 197.576 14,9
Reparaturen, Sonstige Umsätze 25.708 1,7 36.097 2,7
Verrechnungsverfahren 162.512 11,0 104.174 7,9
1.478.519 100,0 1.323.174 100,0
Bundesrepublik Deutschland 756.782 51,2 698.076 52,8
Übrige EU-Länder 483.169 32,7 468.675 35,4
Übriges Europa 21.784 1,5 22.959 1,7
Außereuropäische Länder 54.272 3,6 29.290 2,2
Verrechnungsverfahren 162.512 11,0 104.174 7,9
1.478.519 100,0 1.323.174 100,0

Bei einer Eliminierung der konzerninternen Verrechnung von Fahrzeugen reduzieren sich die Umsatzerlöse auf EUR 1.316,0 Millionen. Diese Umsatzentwicklung liegt im Rahmen der ausgewiesenen Absatzentwicklung und über dem Vorjahresniveau bedingt durch die Erholung der Nutzfahrzeugmärkte, insbesondere in Deutschland. Die Auslandsumsätze bei den verkauften schweren Nutzfahrzeugen haben sich jedoch unterproportional zum Gesamtvolumen entwickelt.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus weiterberechneten Dienstleistungen und Kosten sowie nicht unter Umsatzerlösen auszuweisende Leistungen.

Daneben enthält der Posten Erträge aus Währungsdifferenzen, Mieteinnahmen, Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen.

In der Gesamtsumme von EUR 84,7 Millionen (Vorjahr EUR 94,6 Millionen) sind periodenfremde Erträge von EUR 8,3 Millionen (Vorjahr EUR 16,3 Millionen) enthalten, davon EUR 5,4 Millionen (Vorjahr EUR 10,9 Millionen) aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Weiterhin entfallen EUR 62,0 Millionen (Vorjahr EUR 60,3 Millionen) auf weiterberechnete Dienstleistungen und Kosten sowie Erträge aus Währungsumrechnung (EUR 0,6 Millionen).

12. Materialaufwand

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.047.097 949.362 97.735
Aufwendungen für Fahrzeuge Eigenproduktion 152.681 116.345 36.336
Aufwendungen für bezogene Leistungen 81.158 82.281 (1,123)
Materialaufwand 1.280.936 1.147.988 132.948

Der Materialaufwand für Produktion stieg um 36,6 Prozent gegenüber Vorjahr und entspricht dem höheren Produktionsvolumen. Somit steigt der gesamte Materialaufwand um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

13. Personalaufwand

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Löhne und Gehälter 94.672 91.358 3.314
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 15.204 14.595 609
Aufwendungen für Altersversorgung 2.829 4.760 (1.931)
Summe 18.033 19.355 (1.322)
Personalaufwand 112.705 110.713 1.992

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,6 Prozent ist bedingt durch die weitere Reduzierung der Kurzarbeitstage gegenüber 2010. Der Rückgang der Aufwendungen für Altersversorgung in 2011 ergibt sich durch eine niedrigere Zuführung bei den Rückstellungen für Pensionen.

14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Planmäßige Abschreibungen Sachanlagen 13.403 14.494 (1.091)
Abschreibungen Immaterielle Vermögenswerte 121 203 (82)
Abschreibungen 13.524 14.697 (1,173)

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken. In der Gesamtsumme von EUR 101,1 Millionen sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 1,3 Millionen sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung (EUR 1,3 Millionen) enthalten.

16. Beteiligungsergebnis

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1.904 - 1.904
Aufwendungen aus Verlustübernahmen (5.362) (21.431) 16.069
(3.458) (21.431) 17.973

Die ausgewiesenen Ergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.

17. Zinsergebnis

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Erträge aus Ausleihungen
° von Dritten 4 3 1
° von verbund. Unternehmen 1.019 1.018 1
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.023 1.021 2
Zinsen und ähnliche Erträge
° von Dritten 225 174 51
° von verbundenen Unternehmen 8.594 6.375 2.219
° Abzinsungen 1.131 2.038 (907)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.950 8.587 1.363
Zinserträge 10.973 9.608 1.365
Abzinsungen auf Finanzanlagen (36) (178) 142
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
° an Dritte (4.771) (5.872) 1.101
° an verbundene Unternehmen (4.838) (3.242) (1.596)
° Aufzinsungen (5.814) (5.074) (740)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (15.423) (14.188) (1.235)
Zinsaufwendungen (15.459) (14.366) (1.093)
Zinsergebnis (4.486) (4.758) 272

Die Entwicklung wird geprägt durch höhere Aufwendungen im operativen Geschäft, höhere Erträge infolge gestiegener Ausleihungen an verbundene Unternehmen und ein niedrigeres Zinsniveau. Durch die Bilanzierungsvorschriften wird der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Zinsergebnis weist im Geschäftsjahr einen Verlust von EUR 4,5 Millionen aus.

18. Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis beläuft sich auf EUR 14,5 Millionen (Vorjahr: EUR 7,4 Millionen) und ist verursacht durch die Umwertung der Pensionsrückstellung.

Die außerordentlichen Aufwendungen haben keine steuerlichen Auswirkungen.

SONSTIGE ANGABEN

19. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiter Produktion Verwaltung Ulm Vertrieb und Ersatzteillager 2011 Gesamt 2010 Gesamt
Lohnempfänger 1.094 21 1.115 1.169
Angestellte 376 181 557 550
Auszubildende u. ä. 292 9 301 280
1.762 211 1.973 1.999

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl sank um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

20. Vorstand, Aufsichtsrat

2011 EUR
Bezüge des Vorstands 589.009,40
Bezüge ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 589.179,36
Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 5.924.043,00
Vergütung Aufsichtsrat 117.000,00

Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten 53 ff.

21. Haftungsverhältnisse

EUR (000) 2011 2010 Veränderung
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln - - -
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften
° gegenüber Dritten 12.673 14.809 (2.136)
° gegenüber verbundenen Unternehmen - - -
12.673 14.809 (2.136)

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften bestehen ausschließlich aus eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Absatzfinanzierungen im Inland und Ausland.

Die Reduzierung der Haftungsverhältnisse gegenüber Dritten ergibt sich aus der Entspannung am Kreditmarkt gegenüber 2010 und dadurch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für Kunden. Es bestehen Bürgschaften im Gesamtbetrag von EUR 12,7 Millionen. Diese betreffen im Wesentlichen Ausfallbürgschaften zugunsten der Iveco Händlerbetriebe. Auf Basis der Kreditanalysen ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen. Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen.

22. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in

EUR (000) zu Barwerten 2011
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen
fällig 2011 7.349
2012 bis 2015 16.168
2016 und folgende Jahre 1.514
Investitionsbestell-Obligo 13.568
Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften 225.417
264.016
davon gegenüber verbundenen Unternehmen -

Als absatzpolitische Maßnahme können mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen (so genannte Buy-Back-Verpflichtun-gen) mit den Kunden vereinbart werden. Dem Käufer wird das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert zurückzugeben. Die Geschäfte werden als Verkaufsgeschäfte mit Gewinnrealisation bei Gefahrenübergang der Fahrzeuge abgebildet. Dem Risiko über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen.

23. Derivative Instrumente

Das Unternehmen ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Wäh-rungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen die Iveco Magirus AG eine Absicherung gegen diese Risiken beabsichtigt, werden derivative Instrumente eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Wechselkursrisiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden laufend überwacht.

Derivative Währungsinstrumente Marktwerte Nominalwerte
EUR (000) 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Devisentermingeschäfte 8.021 7.118 7.900 6.434

Die Devisentermingeschäfte sind überwiegend innerhalb eines Jahres fällig. Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der Kauf- oder Verkaufsbeträge der jeweiligen Derivate. Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

24. Aufstellung Anteilsbesitz (Stand 31. Dezember 2011)

Beteiligungen 2011 Kapitalanteil Eigenkapital
% EUR (000)
--- --- ---
Iveco Investitions GmbH, Ulm 99 2.608
Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil 90 40.728
Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg 100 4.833
Iveco Bayern GmbH, Nürnberg 100 2.276
Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin 100 4.781
Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim 100 4.474
Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf 100 9.076

Die Ergebnisse der Beteiligungen sind nach Ergebnisabführung / -übernahme ausgeglichen.

25. Konzern-Zugehörigkeit

Die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, ist mit Mehrheit an der Iveco Magirus AG, Ulm, beteiligt.

Die Fiat Netherlands Holding N.V. wiederum ist Teil des Fiat Industrial-Konzerns. Der Konzernabschluss der Fiat Industrial S.p.A., Turin, Italien, ist in Turin im Tribunale Civile e Penale di Torino, Sezione Società, hinterlegt.

Dieser, unter Einbeziehung der Iveco Magirus AG, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die Iveco Magirus AG, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss der Fiat Industrial S.p.A., Turin, Italien, ist nach IFRS erstellt.

Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung
Bewertung der Pensionsrückstellungen nach IAS 19
Bewertung latenter Steueransprüche
Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung)

26. Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 berechnete Honorar beträgt EUR 83.396. Davon entfallen EUR 77.396 auf Abschlussprüfungsleistungen und EUR 6.000 auf sonstige Leistungen.

27. Außerbilanzielle Geschäfte

Als absatzpolitische Maßnahme werden im Zusammenhang mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen (so genannte Buy-Back-Verpflichtungen) mit den Kunden vereinbart. Diese Vereinbarungen sind im Nutzfahrzeugmarkt üblich und werden seit einigen Jahren von der Gesellschaft praktiziert. Durch die Buy-Back-Vereinbarungen wird dem Käufer das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert, der über dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Rücknahme liegen kann, zurückzugeben. Die Umsätze aus diesen Verkaufsgeschäften werden bei Gefahrenübergang der Neufahrzeuge realisiert. Dem Risiko aus über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung zu Lasten der Umsatzerlöse Rechnung getragen.

Der Betrag der zum Bilanzstichtag bestehenden Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften beträgt EUR 225,4 Millionen. Es bestehen wie bereits im Vorjahr keine Rückkaufverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Es wurden Forderungen in Höhe von EUR 48,8 Millionen (Vorjahr EUR 7,5 Millionen) an Factoring Gesellschaften veräußert. Das echte Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring Gesellschaft über. Das Debitorenmanagement verbleibt weiter bei der Gesellschaft.

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Peter Barschkis Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern
Giulio Barberis (ab 01.01.2012) Ressort Militär- und Spezialfahrzeuge, Ausfuhrverantwortlicher
Pietro Borgo (bis 31.12.2011)
Laurens Snieders Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme
John Venstra Ressort Vertrieb, Export, Logistik, Marketing und Kommunikation

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Alfredo Altavilla Vorsitzender
Chief Executive Officer Iveco S.p.A.
Bernhard Maurer ** Stellvertretender Vorsitzender
Betriebsratsvorsitzender der Iveco Magirus AG
Ralf Ailinger * Vertreter der Leitenden Angestellten der
(seit 03.03.2011) Iveco Magirus AG
Michael Braun * Kassierer der IG Metall Ulm
Sam Burman Senior Vice President Iveco S.p.A.
(bis 28.02.2011)
Roberto Cibrario Assereto Senior Vice President Iveco S.p.A.
(bis 30.06.2011)
Javier Colón Senior Vice President Iveco S.p.A.
(bis 28.02.2011)
Enzo Gioachin Senior Vice President Iveco S.p.A.
(seit 12.07.2011)
Markus Görtler * Betriebsrat der Iveco Magirus AG
Norbert Holzer * Vertreter der Leitenden Angestellten der
(bis 28.02.2011) Iveco Magirus AG
Norbert Holzer Senior Vice President Iveco S.p.A.
(seit 03.03.2011)
Franco Miniero Senior Vice President Iveco S.p.A.
(bis 30.06.2011)
Alberto Morelli Senior Vice President Iveco S.p.A.
(seit 03.03.2011)
Francesco Perciavalle HR — Industrial Relations Manager Iveco S.p.A.
(seit 12.07.2011)
Paul Rodenfels * 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle
Singen
Wilfried Schmid * Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats
der Iveco Magirus AG
Stephane Viez Senior Vice President Iveco S.p.A.

* von den Arbeitnehmern gewählt

** als Vertreter der Arbeitnehmer gerichtlich bestellt

Ergebnisverwendung

Der Jahresgewinn der Iveco Magirus AG, Ulm, im Geschäftsjahr 2011 beträgt EUR 12.287.574,16.

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.135.521,91 auf neue Rechnung vorzutragen.

Ulm, den 16.02.2012

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barberis

Barschkis

Snieders

Venstra

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Iveco Magirus AG, Ulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Stuttgart, 20. Februar 2012

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Hummel

Wirtschaftsprüfer

Liebe

Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft hat uns im Geschäftsjahr 2011 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.

Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.

In der Sitzung am 25.03.2011 wurde das Vorstandsmandat von Herrn John Venstra, welches am 12.07.2011 endet, um ein Jahr verlängert.

In der Sitzung am 09.12.2011 hat der Aufsichtsrat die Niederlegung des Vorstandmandats von Herrn Pietro Borgo, Ressort Spezialfahrzeuge, angenommen. Der Aufsichtsrat hat Herrn Giulio Barberis ab 01.01.2012 zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort Defence Vehicles, für ein Jahr bestellt. In seiner Funktion ist Herr Barberis zuständig als Ausfuhrverantwortlicher.

Die Vorstandsmandate der Herren Peter Barschkis und Laurens Snieders wurden jeweils um ein Jahr verlängert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.

Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und schließen uns dem Vorschlag des Vorstands an, den sich aus dem Jahresgewinn 2011 und dem Gewinnvortrag aus 2010 ergebenden Bilanzgewinn von EUR 41.135.521,91 auf neue Rechnung vorzutragen.

Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“

Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.

Zum 28.02.2011 haben die Herren Norbert Holzer als Vertreter der Leitenden Angestellten, Herr Sam Burman und Herr Javier Colón ihre Aufsichtsratsmandate niedergelegt.

Zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die Herren Alberto Morelli und Norbert Holzer als Vertreter der Arbeitgeberseite gewählt. Die außerordentliche Hauptversammlung fand am 03.03.2011 statt. Neuer Vertreter der Leitenden Angestellten im Aufsichtsrat ist Herr Ralf Ailinger.

Die Herren Roberto Cibrario Assereto und Franco Miniero haben ihre Aufsichtsratsmandate mit Wirkung zum 30.06.2011 niedergelegt. Zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die Herren Enzo Gioachin und Francesco Perciavalle in der außerordentlichen Hauptversammlung am 12.07.2011 gewählt.

Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.

Ulm, im März 2012

Der Aufsichtsrat

-Vorsitzender-