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Iveco Group N.V. — Annual Report 2024
Apr 7, 2026
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Annual Report
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Publication
IVECO Deutschland Aktiengesellschaft (vormals: Iveco Magirus Aktiengesellschaft)
UIm
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024
LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024
1. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
Geschäftsmodell der IVECO Deutschland AG
Die IVECO Deutschland AG ist ein Unternehmen, das Nutzfahrzeuge entwickelt und vertreibt.
Das Iveco-Entwicklungszentrum befindet sich am Traditionsstandort in Ulm. Die lange Tradition und das Know-how spiegeln sich auch im Iveco Customizing Center (ICC) wider. Das 2017 am Standort Ulm eröffnete Iveco Kunden Center (IKC) als Auslieferungszentrum für Lkw und Busse sowie die „OK Trucks“ und „OK Bus“ Gebrauchtwagen-Zentrale (GWZ Ulm), die - neben der bereits 1997 eröffneten GWZ Hildesheim, die 2024 dort neue Räumlichkeiten bezogen hat - vor allem den süddeutschen Raum sowie die Schweiz und Österreich bedient, haben sich im Geschäftsjahr 2024 weiter zu wichtigen und integralen Bestandteilen des Standorts Ulm entwickelt. Die Vertriebszentrale hat ihren Sitz in Unterschleißheim bei München. Daneben werden in Deutschland Vertrieb und Service von fünf Tochtergesellschaften erbracht.
Das Sortiment umfasst neben leichten, mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen mit verschiedensten Antriebsarten auch Fahrzeuge für den Personentransport sowie Spezialfahrzeuge. Abgerundet wird das Programm durch Gebrauchtfahrzeuge sowie Ersatzteile.
Mit Wirkung zum 3. Januar 2025 hat die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm (vormals: Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil), die eine 100%-ige Tochtergesellschaft der IVECO Deutschland AG ist, sämtliche Anteile an der Magirus GmbH (Magirus-Gruppe) an die Mutares S.E., München, veräußert. Nach dem Verkauf der Magirus-Gruppe und den damit zusammenhängenden Namensrechten wurde die Gesellschaft am 13. Juni 2025 in IVECO Deutschland AG (vormals: Iveco Magirus AG) umfirmiert.
Wesentliche Veränderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr
In Vorbereitung auf den geplanten Verkauf der Magirus-Gruppe - die die Magirus GmbH und deren Tochtergesellschaften umfasst (Brandschutz-Gruppe) - an die Mutares SE, München, mit Wirkung zum 3. Januar 2025 wurden in der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2024 nachfolgend beschriebene Transaktionen umgesetzt.
Per notarieller Beurkundung von 26. November 2024 veräußerte die FCA Partecipazioni S.p.A., Turin, Italien, die von ihr an der IVECO Deutschland AG gehaltenen 30.000 Inhaberaktien im Nennwert von jeweils 100,00 EUR, die einem rechnerischen Anteil am Grundkapital der IVECO Deutschland AG von insgesamt 3.000.000,00 EUR entsprechen (6,0 %) incl. dem Dividendenbezugsrecht für das Geschäftsjahr 2024 an die Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande. Nach der Transaktion hält die Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande, 94,34% der Anteile und die Iveco S.p.A., Turin, Italien, 5,66% der Anteile an der Gesellschaft.
Die IVECO Deutschland AG erwarb im November 2024 jeweils die Anteile der FCA Partecipazioni S.p.A, Turin, Italien, an der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm (vormals Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil), an der Iveco Investitions GmbH und an der IAV Industrie-Anlagen-Verpachtung GmbH. Die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH hat im November 2024 die Anteile der FCA Partecipazioni S.p.A, Turin, Italien, an der Magirus GmbH erworben. Nach Abschluss der Transaktion hält die Gesellschaft jeweils 100% der Anteile an den Gesellschaften.
Darüber hinaus hat die IVECO Deutschland AG zur Stärkung des Eigenkapitals der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm, per Gesellschafterbeschluss vom 19. Dezember 2024 eine Einzahlung in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft in Höhe von EUR 155 Mio. beschlossen, die Einzahlung ist am 20. Dezember 2024 erfolgt.
Zur Stärkung des Eigenkapital der IVECO Deutschland AG haben die Gesellschafter - die Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande, und die Iveco S.p.A., Turin, Italien - auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 19. Dezember 2024 eine Zuzahlung in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft in Höhe von insg. EUR 225 Mio. beschlossen, die Einzahlung wurde am 19. Dezember 2024 geleistet.
Im Vorgriff auf die anstehende Transaktion hat die IVECO Deutschland AG die Marken- und IP Rechte (Magirus) an die Magirus GmbH zum Kaufpreis von EUR 3,3 Mio. veräußert.
Darüber hinaus ist Magirus GmbH im Dezember 2024 aus dem Cash-Pooling mit der IVECO Deutschland AG ausgeschieden.
2. WIRTSCHAFTSBERICHT
2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Deutsche Wirtschaft im Umbruch - Konjunktur und Wachstum schwach1
Mehrere Faktoren belasteten 2024 die deutsche Wirtschaft, darunter die Dekarbonisierung, die mangelnde Digitalisierung, der demografische Wandel und der stärkere Wettbewerb mit Unternehmen aus China. Diese strukturellen Anpassungsprozesse dämpften die Wachstumsaussichten. Zudem leidet das Verarbeitende Gewerbe unter gestiegenen Energiekosten und schwächelnder globaler Nachfrage.2
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2024 nach aktuellem Stand preisbereinigt um 0,2 Prozent zurückgegangen.3 „Damit tritt die deutsche Wirtschaft seit nunmehr fünf Jahren auf der Stelle“ urteilen die Autoren der ifo Konjunkturprognose Winter 2024.4
2024 nahmen die Ausrüstungen um 5,5 Prozent und die Bauinvestitionen um 3,5 Prozent gegenüber 2023 ab, wobei sich die Bruttoanlageinvestitionen insgesamt um 2,8 Prozent verringerten. Hingegen stiegen die privaten Konsumausgaben um 0,3 Prozent und die Konsumausgaben des Staates um 2,6 Prozent.5
Im Euroraum erwies sich abermals die Konjunktur Spaniens am dynamischsten, aber auch Frankreich verzeichnete einen robusten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. Die Industrieproduktion tendierte im Euroraum in den vergangenen Monaten jedoch abwärts und die Unternehmensstimmung ist weiterhin pessimistisch. Insbesondere die Auftragsbestände wurden deutlich niedriger eingeschätzt als zuletzt.6 Im Jahr 2024 wuchs das reale BIP im Euroraum saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent.7
Der IWF (Internationaler Währungsfonds) ermittelte für 2024 ein weltweites Wachstum von 3,2 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent).8
Der Leitzins der EZB (Europäische Zentralbank) sank im Jahr 2024 um 100 Basispunkte auf 3 Prozent.9
Mit 46,1 Millionen Erwerbstätigen waren im Jahr 2024 in Deutschland knapp 100.000 mehr Menschen in Beschäftigung, ebenso aber auch 2,8 Millionen in Arbeitslosigkeit. Damit wurde 2024 mit 6,0 Prozent eine leichte Steigerung der Arbeitslosenquote gegenüber 2023 (5,7 Prozent)10 verzeichnet.
1 Vgl. Gemeinschaftsgutachten 2024 mit Titel „Deutsche Wirtschaft im Umbruch - Konjunktur und Wachstum schwach“
2 Vgl. https://www.ifo.de/fakten/2024-09-26/gemeinschaftsdiagnose-herbst-2024-deutsche-wirtschaft-im-umbruch-konjunktur-und
5 Vgl. Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 um 0,2 % gesunken
4 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg
5 Vgl. Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 um 0,2 % gesunken - Statistisches Bundesamt
6 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg, Kapitel Euroraum und Weltwirtschaft
7 Vgl. [tec00115] Real GDP growth rate - volume
8 Wirtschaft: IWF erwartet weniger Wachstum in Deutschland - ZDFheute
9 EZB-Zinsentscheid 2024: Aktueller Leitzins und Prognosen
10 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg, Kapitel Eckdaten der Prognose für Deutschland
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2024 insgesamt nur noch um 2,5 Prozent gestiegen, nach einer Gesamtinflationsrate 2023 in Höhe von 5,9 Prozent. Die Kerninflation, also die um die Energiekosten bereinigte Inflation, betrug 2,8 Prozent gegenüber 6,0 Prozent in 2023.11
Der Leistungsbilanzsaldo lag mit EUR 268,7 Mrd. bei 6,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (nach EUR 248,7 Mrd. bzw. 5,9 Prozent im Vorjahr).12
Herausforderungen und Chancen im Markt für Lastkraftwagen
Insgesamt war das Jahr 2024 für Lkw-Hersteller in Deutschland und in Europa aus einer Mischung von Herausforderungen und Chancen geprägt, wobei der Fokus zunehmend auf nachhaltigen und emissionsfreien Fahrzeugen lag. Dabei waren in den wesentlichen Einflussbereichen folgende Trends zu beobachten13 :
Nachfrage und Produktion: Nach einer Phase hoher Auslieferungszahlen und Produktionssteigerungen in den letzten Jahren zeigte der europäische Lkw-Markt 2024 Anzeichen einer Abschwächung. Die Nachfrage nach neuen Lkw über 6 Tonnen verminderte sich im Jahr 2024 um etwa 7 Prozent - nach einer Steigerung im Vorjahr um 16 Prozent14. Bei Fahrzeugen bis 6 Tonnen war ein Rückgang von minus 2 Prozent (nach plus 16 Prozent im Vorjahr) zu beobachten15.
Politisches Umfeld: Der Trend zu emissionsfreien Fahrzeugen setzte sich fort, was die Hersteller dazu zwang, mehr Elektro-Lkw zu produzieren, u.a. um die strengen Umweltvorschriften zu erfüllen. Seit Juli 2024 kamen in Deutschland neue GSR- Vorschriften (General Safety Regulations) zur Anwendung. Hiernach sind Notbremssignal, Alkohol-Zündschlosssperre, Müdigkeitswarner, Reifendrucküberwachung, Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrerkennungssystem, Kollisionswarner und Totwinkelassistent bei neu zugelassenen Lkw verbindlich erforderlich.16
Lieferkettenprobleme: Lieferkettenunterbrechungen, die durch geopolitische Spannungen verstärkt wurden, beeinträchtigten weiterhin die Produktion. Dies führte zu längeren Vorlaufzeiten und höheren Kosten.
Preissteigerungen: Die Preise für neue Lkw stiegen aufgrund höherer Rohstoffkosten, der oben genannten neuen gesetzlichen Anforderungen und nicht zuletzt aufgrund eines 15 Prozent-Anstiegs des europäischen Verbraucherpreisindexes innerhalb von zwei Jahren.
Marktdynamik: Einige Unternehmen passten ihre Flotten der geringeren Nachfrage an, während andere einen Nachholbedarf hatten, der auf ein Wachstumspotenzial hinweist, sobald sich das Geschäftsklima verbessert.
11 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg, Kapitel Eckdaten der Prognose für Deutschland
12 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg, Kapitel Eckdaten der Prognose für Deutschland
13 Basierend auf eigener Recherche und Bewertung, z.B. basierend auf „Donau Trucks.de -Den-Wandel-navigieren-Dereuropäische-Lkw-Markt-im-Jahr-2024.pdf“
14 Vgl. VDA, Konjunktur- und Absatzlage in der Nutzfahrzeugbranche, Berlin, November 2024, S.12 (2024-Daten: Prognose)
15 VDA, Konjunktur- und Absatzlage in der Nutzfahrzeugbranche, Berlin, November 2024, S.13 (2024-Daten: Prognose)
16 Übersicht aus „mobiltree.net: Neue EU-Sicherheitsvorschriften für Lkw ab Juli 2024“ sowie „DEKRA.de: „Auf dem Weg zur Vision Zero“
2.2 Branchenentwicklung
Entwicklung der Nutzfahrzeug-Neuzulassungen
Der Absatz im „Light-Markt“ (3,5 bis 6,0 Tonnen) in Deutschland ist von 145.908 im Jahr 2023 auf knapp 158.437 Einheiten im Jahr 2024 gestiegen.
Bei den Fahrzeugen über 6 Tonnen wurde 2024 in Deutschland mit knapp 75.000 Einheiten gegenüber 82.201 im Jahr 2023 ein deutlicher Zulassungsrückgang von 9 Prozent beobachtet, nach einer Steigerung von 25,5 Prozent im Vorjahr.
In Europa (EU, EFTA und UK) ist der Markt 2024 bei den leichten Nutzfahrzeugen bis 6 Tonnen relativ stabil geblieben: Bis 6 Tonnen wird derzeit eine Zahl von 1,7 Millionen Einheiten kommuniziert, das ist gegenüber 1,73 Millionen im Jahr 2023 ein Minus von 1 Prozent. Insbesondere in den Segmenten über 6 Tonnen aber ist der Markt stark zurückgegangen. Es wird für das Jahr 2024 von einem Gesamtabsatz von rund 367.000 Einheiten ausgegangen, was gegenüber dem Absatz in 2023 (393.000 Einheiten) ein Minus von 7 Prozent bedeutet.
In den für Iveco relevanten Marktsegmenten (beginnend ab 3,5 Tonnen) haben sich die registrierten Zulassungen über alle Segmente mit 233.768 Einheiten in etwa auf dem „Vorkriegs- bzw. „Vorkrisenniveau“ stabilisiert. Damit wurden gegenüber 2023 (228.109 Einheiten) sogar noch mal etwas mehr Fahrzeuge zugelassen. Gegen- über 2022 (als „nur“ knapp 196.000 Einheiten registriert wurden) ist in den letzten zwei Jahren sogar eine Steigerung um fast 20 Prozent erfolgt und auch gegenüber 2021 - dem letzten Vorkriegsjahr - sind mit einer Gesamtsteigerung von fast 5 Prozent die zwischenzeitlichen „Verluste“ mehr als ausgeglichen.
Dennoch entwickelten sich die einzelnen Segmente sehr differenziert.
Betrachtet man das so genannte Segment der „Light Commercial Vehicles“ (3,5 bis 7,49 Tonnen), dann ist mit 167.162 Einheiten insgesamt und IVECO-gebrandeten Zulassungen in Höhe von 12.331 Fahrzeugen nochmal eine deutliche, nicht immer so erwartete, Marktsteigerung erfolgt, und damit einhergehend ein Ausbau des Marktanteils von 6,7 Prozent auf 7,4 Prozent.
Das Medium-Segment der Fahrzeuge (7,5 bis 15,99 Tonnen) hat ebenfalls wieder ein Wachstum erzielt. Die Steigerung von 8.109 Neuzulassungen im Jahr 2023 auf 8.336 in 2024 bedeutet ein Plus von 2,8 Prozent, nachdem der Markt im Vorjahr mit 16,2 Prozent bereits stark gewachsen war. Mit über 1.232 Fahrzeugen hat IVECO hier einen überaus hohen Absatz und Marktanteil erreicht, fast 15 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge waren von IVECO. Dies bedeutet eine Steigerung des Marktanteils um 8,8 Prozentpunkte.
Nicht so gut sieht die Jahresbilanz bei den sogenannten „Heavies“, den schweren Nutzfahrzeugen ab 16 Tonnen, aus. Hier ist - erwartungsgemäß - der Markt mit 8.270 Einheiten (nach 66.316 Einheiten in 2023) spürbar zurückgegangen und hat mit minus von 12,1 Prozent die im Vorjahr hinzugewonnenen 27 Prozent fast zur Hälfte wieder eingebüßt. Mit 2.610 zugelassenen Einheiten musste auch IVECO einen Rückgang um knapp 10 Prozent hinnehmen, was aber hinsichtlich der Marktanteile sogar eine leichte Steigerung von 4,4 Prozent auf 4,5 Prozent bedeutet.
Bei den Bussen ist der Gesamtmarkt über alle Segmente stabil geblieben. Insgesamt wurden 2024 5.400 Einheiten im Vergleich zu 5.489 Einheiten im Jahr 2023 zugelassen. IVECO verlor mit etwas mehr als 400 Einheiten Marktanteil; nach 8,2 Prozent im Vorjahr liegt dieser nun noch bei knapp 7 Prozent.
Im Coach-Segment konnte IVECO den Marktanteil auf 2 Prozent und im Intercity-Bereich auf 15 Prozent steigern. Im Minibus-Segment sank der Marktanteil trotz höherer Zulassungen auf 6 Prozent. Im schrumpfenden „City-Markt“ sank der Marktanteil auf knapp 5 Prozent.
3. GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO DEUTSCHLAND AG
3.1 Ertragslage
Umsatz
Die IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von EUR 1.712,3 Millionen, der um EUR 1,6 Millionen unter dem Vorjahreswert liegt. Dieser Rückgang betrifft insbesondere die Geschäftsbereiche Bus (EUR -15,7 Millionen), Ersatzteile (EUR -12,4 Millionen) sowie die Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Services (EUR-12,0 Millionen), während hingegen die Umsatzerlöse in den Bereichen Neufahrzeuge (EUR 17,7 Millionen), Gebrauchtfahrzeuge (EUR 10,0 Millionen) sowie Umsatzerlöse aus Reparaturen (EUR 10,5 Millionen) leicht angestiegen sind im Vergleich zum Vorjahr.
85,9 Prozent bzw. EUR 1.346,7 Millionen des um Erträge aus Weiterbelastungen an Konzernunternehmen und Dritte bereinigten Umsatzes wurden im Inland erzielt (Vorjahr: 82,2 Prozent bzw. EUR 1.280,1 Millionen) und 14,1 Prozent bzw. EUR 220,6 Millionen im Ausland (Vorjahr: 17,8 Prozent bzw. EUR 276,9 Millionen).
Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 1.059,3 Millionen bzw. 61,9 Prozent vom Umsatz aus. Im Vorjahr lagen die Werte bei EUR 1.041,6 Millionen bzw. 60,7 Prozent. Mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten und Motoren, Ersatzteilen, Reparaturen sowie Bussen ergab sich ein Umsatz in Höhe von EUR 508,1 Millionen, was 29,6 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht (Vorjahr: EUR 515,4 Millionen und 30,1 Prozent). Der Umsatz mit Bussen nahm gegenüber dem Vorjahr erneut um EUR 15,7 Millionen ab.
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Services reduzierten sich infolge geringer Weiterbelastungen von Entwicklungsleistungen auf EUR 145,0 Millionen (Vorjahr: EUR 156,9 Millionen).
Ergebnis
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 war weiterhin geprägt von der Fokussierung des Absatzmix auf eine Verbesserung der Margen sowie von einer Steigerung des Umsatzvolumens im Neufahrzeug-Bereich. Im Gebrauchtfahrzeugsegment konnte der Absatz und damit verbunden das Ergebnis des Vorjahres aufgrund der höheren Verfügbarkeit von Gebrauchtwagen im Beschaffungs-Markt übertroffen werden. Das Ergebnis im Bereich Busse verschlechterte sich erneut zum Vorjahr.
Bei den Umsatzerlösen gab es einen leichten Anstieg im Inland, die übrigen Märkte entwickelten sich leicht rückläufig. Leicht überproportional gesunkenen Materialaufwendungen und niedrigeren Aufwendungen für Altersversorgung als Teil der niedrigeren Personalkosten stehen deutlich höhere Bezüge für bezogene Dienstleistungen, sonstige Aufwendungen und für Rechtsberatung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber, die das Betriebsergebnis (als Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungen) belastet haben.
Die Materialaufwandsquote (bezogen auf die Umsatzerlöse) verbesserte sich vor allem aufgrund höherer Margen bei den Neufahrzeugen im Berichtsjahr um 2,8 Prozentpunkte (bzw. Rückgang der Materialaufwendungen um EUR 48,5 Millionen) auf 79,0 Prozent (Vorjahr 81,8 Prozent). Die Personalaufwandsquote (bezogen auf die Umsatzerlöse) verbesserte sich von 6,2 auf 5,8 Prozent, bedingt durch niedrigere Zuführungen zu Rückstellungen für Altersversorgung.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 41,9 Millionen auf EUR 219,9 Millionen (Vorjahr EUR 178,1 Millionen) resultiert überwiegend aus höheren Aufwendungen für externe Dienstleistungen (Engineering Designkosten Model Year 2024), Management Fees von der Iveco Group N.V., höhere sonstige Aufwendungen sowie gestiegene Rechts- und Beratungsaufwendungen.
Das Betriebsergebnis (vor Beteiligungsergebnis, Zinsen und Steuern) weist im Berichtsjahr einen Gewinn von EUR 44,3 Millionen (Vorjahr EUR 29,7 Millionen) aus.
Das Beteiligungsergebnis schließt mit einem Verlust in Höhe von EUR 173,8 Millionen (Vorjahr: Verlust EUR 21,3 Millionen) ab. Der negative Ergebnisbeitrag der Brandschutzsparte beträgt EUR 176,6 Millionen (Vorjahr EUR 28,4 Millionen). Er ergibt sich vor allem aus der Abwertung der Beteiligungsbuchwerte in der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH (EUR 115,6 Millionen) im Vorgriff auf den Verkauf der Magirus-Gruppe (Magirus GmbH und deren Tochtergesellschaften, aus Verlusten aus dem Abgang von Beteiligungen (EUR 8,3 Millionen) sowie aus der Verlustübernahme des vorläufigen Jahresfehlbetrages der Magirus GmbH (EUR 52,9 Millionen) durch die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH. Die Vertriebsgesellschaften erzielten 2024 einen Gewinn von EUR 2,2 Millionen und haben sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 5,9 Millionen) verschlechtert.
Die Verschlechterung in den Vertriebsgesellschaften ist hier auf ein analog zur Muttergesellschaft höheres Geschäftsvolumen im Vertrieb, bei einem niedrigeren Ergebnisbeitrag im Service- und Teilebereich zurückzuführen. Die Immobiliengesellschaften erwirtschafteten im Berichtsjahr wieder ein leicht positives Ergebnis.
Als Jahresergebnis ergibt sich somit ein Verlust von EUR 148,3 Millionen gegenüber EUR 10,5 Millionen im Vorjahr.
3.2 Vermögenslage
Die Bilanzsumme ist zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr um EUR 133,0 Millionen (12,3 Prozent) auf EUR 1.217,9 Millionen gewachsen.
Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 175,2 Millionen erhöht. Bei den Sachanlagen stehen Investitionen in Höhe von EUR 21,3 Millionen planmäßigen Abschreibungen von EUR 3,1 Millionen gegenüber. Eine Einzahlung in die freie Kapitalrücklage der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH und Aufstockungen des Anteilsbesitzes auf 100 Prozent bei mehreren Tochtergesellschaften erhöhten die Anteile an verbundenen Unternehmen um EUR 157,2 Millionen. Bei den Finanzanlagen minderten sich die Ausleihungen um EUR 0,2 Millionen. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen überstiegen die Abschreibungen die Zugänge um EUR 0,2 Millionen.
Das Umlaufvermögen nahm um EUR 41,8 Millionen auf EUR 917,7 Millionen (Vorjahr: EUR 959,5 Millionen) ab. Gestiegen ist vor allem der Bestand an fertigen Erzeugnissen und Waren um EUR 30,2 Millionen, welche durch einen höheren Fahrzeugbestand bedingt sind. Hingegen haben die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um EUR 72,9 Millionen aufgrund niedrigerer Liefer- und Leistungs- Forderungen und insgesamt geringerer Cash-Pool Forderungen abgenommen. Die Cash-Pool-Forderung gegen die Iveco Group N.V., Amsterdam/Niederlande, erhöhte sich um EUR 97,2 Mio. aufgrund der Einzahlung in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft (von EUR 225,0 Millionen), wovon EUR 155,0 Millionen als Einzahlung in die freie Kapitalrücklage an die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH geleistet wurden. Die Finanzforderungen hingegen sind um EUR 128,7 Mio. gesunken. Dieser Effekt resultiert hauptsächlich aus der Beendigung der Cash-Pool Zugehörigkeit der Magirus GmbH im Berichtsjahr, die die Restforderung aufgrund des Ausscheidens aus der Iveco-Gruppe mit Wirkung zum 3. Januar 2025 im Geschäftsjahr 2024 abgelöst hat. Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich vor allem durch Steuerforderungen um EUR 2,8 Millionen.
Bei einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 148,3 Millionen (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von EUR 10,5 Millionen) und der Einzahlung der Gesellschafter von EUR 225,0 Millionen in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft stieg das Eigenkapital insgesamt auf EUR 147,8 Millionen (Vorjahr: EUR 71,1 Millionen). Die Eigenkapitalquote beträgt 12,1 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent).
Einschließlich der Pensionsrückstellungen steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 262,6 Millionen (Vorjahr: EUR 191,2 Millionen) zur Verfügung.
Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital hat sich um EUR 61,6 Millionen auf EUR 955,3 Millionen erhöht. Dieser Anstieg betrifft vorwiegend die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (um EUR 37,7 Millionen), insbesondere höhere Cashpool-Verbindlichkeiten und die sonstigen Rückstellungen (um EUR 31,7 Millionen) mit höheren Vertriebsbezogenen Rückstellungen, wohingegen vor allem die Lieferverbindlichkeiten (um EUR 7,4 Millionen) abnahmen.
3.3 Finanzlage
Die IVECO Deutschland AG ist in die konzerninterne Finanzierung der Iveco Group eingebunden. Im Rahmen des Cash-Pooling mit der Iveco Group N.V., Amsterdam/Niederlande, stellte das Unternehmen der Iveco Group liquide Mittel zur Verfügung, die als Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Darüber hinaus ist die IVECO Deutschland AG Cashpool-Führer für ihre deutschen Tochter- bzw. Schwester- und Enkelgesellschaften. Der Cash-Pool wird als Kontokorrent geführt.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde die EVCO GmbH, Ulm, eine Schwestergesellschaft der IVECO Deutschland AG, in das konzerninterne Cash-Pooling der IVECO Deutschland AG aufgenommen.
Die Mittel aus dem Cashpool kann die Gesellschaft vertraglich jederzeit abrufen. Das Cashpool Guthaben in Höhe von insgesamt EUR 605,3 Millionen (Vorjahr EUR 636,1 Millionen) hat sich um EUR 30,9 Millionen vermindert.
Die Iveco Group N.V. hat am 3. Februar 2026 zugunsten der IVECO Deutschland AG eine harte Patronatserklärung abgegeben, in der sie sich verpflichtet, die IVECO Deutschland AG bei Bedarf mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten, so dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen sowie eine Überschuldung zu vermeiden. Die Patronatserklärung ist betragsmäßig nicht limitiert und auf den 30. Juni 2027 befristet.
Neben der konzerninternen Finanzierung über die Iveco Group besteht eine Rahmenkreditvereinbarung mit einem Volumen von EUR 35,0 Millionen, die am Bilanzstichtag für Avalkredite von EUR 25,1 (Vorjahr EUR 28,5 Millionen) in Anspruch genommen wurde.
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft zum Stichtag - wie im Vorjahr - in geringem Umfang über liquide Mittel in Form von Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten.
3.4 Gesamtaussage
Die IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) blickt ergebnisseitig (operatives Betriebsergebnis) auf ein erfolgreiches Jahr 2024 im Nutzfahrzeugvertrieb zurück. Zwar fakturierte IVECO im Jahr 2024 über alle Baureihen hinweg rund 10 Prozent weniger Fahrzeuge als im Jahr 2023, konnte aber insbesondere bei den leichten Nutzfahrzeugen höhere Erträge erwirtschaften.
Der Umsatz liegt mit EUR 1.712,3 Millionen (2023: EUR 1.713,9 Millionen) leicht unter Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis (Jahresergebnis vor Finanzergebnis und vor Steuern) verbesserte sich aufgrund gesunkener Material- und Personalaufwendungen bei gegenläufig höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 14,7 Millionen bzw. 49,2 %.
Den im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2024 prognostizierten leichten Rückgang der Umsatzerlöse konnte die Gesellschaft mit Umsatzerlösen nahezu auf Vorjahresniveau im Wesentlichen bedingt durch höhere Umsatzerlöse im Bereich Militärfahrzeuge nahezu kompensieren. Bezogen auf das operative Betriebsergebnis konnte die Prognose für das Jahr 2024 aufgrund der im Bereich „Ertragslage“ genannten Faktoren ebenfalls leicht übertroffen werden.
Die Ergebnisentwicklungen bei den eigenen Vertriebsgesellschaften liegen weitgehend auf unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024; die Vertriebsgesellschaften schlossen jeweils das Geschäftsjahr 2024 mit einem deutlich positiven Ergebnis ab. Die Brandschutzsparte konnte im Geschäftsjahr 2024 die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, das Ergebnis der Brandschutzsparte war im Berichtsjahr weiter stark negativ. Insgesamt ergab sich somit ein um EUR 137,9 Millionen höherer Jahresfehlbetrag gegenüber dem Vorjahr.
Unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Umfeldes wie anhaltende Lieferengpässe und gestiegene Beschaffungspreise ist der Vorstand der Auffassung, dass sich die Geschäfte der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) im Berichtsjahr insgesamt zufriedenstellend entwickelt haben.
3.5 Investitionen
Das Unternehmen hat im Berichtsjahr EUR 21,3 Millionen in Sachanlagen investiert (Vorjahr: EUR 6,4 Millionen).
Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2024 auf Investitionen in Gebäude zur Anpassung an neue Vorschriften und an neue Arbeitsstrukturen, hierfür wurden EUR 4,4 Millionen investiert (Vorjahr: EUR 3,5 Millionen).
Darüber hinaus hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2024 weiterhin in den Neubau der Teststrecke in Ulm investiert, der im Jahr 2025 abgeschlossen wurde. Im Berichtsjahr wurden in die Teststrecke EUR 12,7 Millionen investiert nach EUR 5,5 Millionen im Vorjahr.
Daneben wurden EUR 0,5 Millionen (Vorjahr: EUR 0,6 Millionen) für Fahrzeugaufbauten und Fahrzeuganhänger investiert, die überwiegend im Fahrzeugversuch benötigt werden. Die übrigen Investitionen betreffen Ersatzbeschaffungen und weitere technische Modernisierungen.
Die Investitionen des Unternehmens wurden aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.
3.6 Mitarbeiter
Die Gesamtbelegschaft der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) ist zum Jahresende gegenüber dem Vorjahr (941) um 4 auf 945 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leicht gestiegen. Sie setzt-sich aus 407 (Vorjahr: 365) Lohn- und 538 (Vorjahr: 576) Gehaltsempfängern zusammen.
Am Standort Ulm wurde im Jahr 2024 begonnen, die Iveco Group-Tochter EVCO GmbH in die IVECO Deutschland AG prozessseitig zu integrieren. Der Verkauf der Magirus GmbH wurde zum 3. Januar 2025 final umgesetzt. Der Standort Ulm wird weiterhin durch einen Gemeinschaftsbetriebsrat vertreten und einzelne Kolleginnen und Kollegen werden weiterhin Services an die Magirus GmbH leisten. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (795) haben in Ulm und Giengen ihren Arbeitsplatz, 150 waren in Unterschleißheim und in anderen Außenstellen beschäftigt.
4. FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Finanzielle Leistungsindikatoren
Zentrale steuerungsrelevante Messgrößen der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) sind die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis. Die IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) setzt ein umfangreiches Steuerungssystem für diese und andere Kennzahlen ein. Dazu gehören ein monatliches Reporting an den Iveco Konzern sowie regelmäßige Besprechungen zum Ergebnis und den Erwartungen für die nächsten Monate mit dem Management des Iveco Konzerns.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Konzern sind qualifizierte Mitarbeiter sowie die Qualitäts- und Umweltbelange, ohne diese explizit zur Steuerung des Unternehmens einzusetzen oder entsprechend zu planen.
5. ENTWICKLUNG, NACHHALTIGKEIT UND UMWELTSCHUTZ
5.1 Entwicklung
Für das Entwicklungsteam in Ulm war das Jahr 2024 insbesondere geprägt durch die Betreuung des Produktionsanlaufs der neuen Modellreihe 2024 für alle Konfigurationen (S-Way, X-Way, T-Way jeweils mit Diesel- und Gasantrieben).
Auf dem Weg zur CO2 -Reduzierung und Klimaneutralität ist die Neuentwicklung von elektrisch angetriebenen schweren Lkw ein essenzieller Bestandteil. Erste Fahrzeugkonzepte wurden weiterentwickelt, mehrere Prototypen im Musterbau gebaut und fahrbereit gemacht zur erfolgreichen Vorstellung und Fahrdemonstration auf der IAA-Nutzfahrzeugausstellung im September. Gestützt auf die positive Resonanz laufen weitere Entwicklungs- und Versuchsaktivitäten für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge auf Hochtouren.
Neben der Entwicklung des vollelektrischen Lkw unterstützte das Entwicklungsteam auch unterschiedliche Technologiekonzepte für Wasserstoff-Fahrzeuge, mit mechanischen oder elektrischen Antrieben, einschließlich einer Versuchsflotte von Brennstoffzellen-elektrischen Fahrzeugen im Rahmen des EU-Forschungsprojekts H2- Haul.
Über die Erweiterung des Produkt-Portfolios mit neuen Lösungen hinaus wurde auch die Entwicklungsinfrastruktur weiter zukunftsfähig ausgebaut. Hervorzuheben ist hier die komplette Erneuerung der Teststrecke im Donautal, einschließlich deren Erweiterung mit einer neuen Fahrdynamik-Fläche für Tests von Fahrerassistenzsystemen und autonom fahrenden Fahrzeugen.
Insbesondere aus dem Bereich Kabinenkonstruktion werden zukünftig, auch durch die Partnerschaft mit Ford-Otosan, neue Impulse mit großem Kundennutzen erwartet.
Im Bereich Entwicklung sind zum 31. Dezember 2024 345 Mitarbeiter (31. Dezember 2023: 343 Mitarbeiter) beschäftigt. Ferner werden Entwicklungsleistungen auch von Partnerunternehmen bezogen. Die Entwicklungsdienstleistungen werden im Auftrag der Iveco S.p.A., Turin, Italien, erbracht und an diese mit EUR 90,7 Millionen (Vorjahr EUR 105,6 Millionen) weiterbelastet.
5.2 Umweltschutz
Für die IVECO Deutschland AG fand im Juli 2024 der Audit zur Rezertifizierung nach ISO 14001 statt.
Die im Jahr 2023 begonnene Installation der Elektroladestationen konnte im Jahr 2024 abgeschlossen werden. Durch diese Maßnahme verfügt der Standort Ulm über 46 Pkw- und 10 Lkw-Ladesäulen.
Im kommenden Jahr ist der Start der Kanalsanierung in unserem Werk geplant. Nach Abschluss der Befahrungen mit einem Kamerasystem werden Instandsetzungen am Kanalnetz durchgeführt, um den Schutz von Boden und Grundwasser zu gewährleisten. Durch den Einsatz moderner Sanierungstechniken werden wir nicht nur die Lebensdauer der Kanäle verlängern, sondern auch das Risiko von Leckagen und Umweltschäden minimieren. Die Sanierung wird in mehreren Phasen durchgeführt, um den Betrieb des Werks so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Die Sanierung der Dachflächen an den Gebäuden der Drehleiterfertigung sowie dem Instandhaltungsgebäude soll im Jahr 2025 abgeschlossen werden. Im Zuge der Sanierung wurde die bisherige Dämmung ausgetauscht. Durch diese Maßnahme wird auch der Brandschutz verbessert. Die neue Dämmung wird außerdem den Heizenergieverbrauch senken.
Im Jahr 2024 wurden im Werk insgesamt 29 Begehungen durchgeführt, um die Einhaltung unserer Umweltziele und Standards sicherzustellen.
Die laut Gewerbeabfallverordnung vorgeschriebene Getrenntsammlungsquote von mindestens 90 Prozent konnte auch im Jahr 2024 wieder erreicht werden.
Im Jahr 2025 sind Überwachungsaudits bei den Entsorgungsunternehmen Remondis, Ars-Tec und Karletshofer geplant. Diese Audits werden von der Abteilung HSE (Health Safety Environment) durchgeführt. Mit den Audits soll sichergestellt werden, dass sämtliche Abfallarten ordnungsgemäß ihrer Verwertung zugeführt werden.
5.3 Nachhaltigkeit
IVECO hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Strategie zu stellen, um sie so zu einem integralen Bestandteil der täglichen Arbeit zu machen und um sicherzustellen, dass unsere Kunden mit ihren Nutzfahrzeugen Geschäfte in einer wirtschaftlich gesunden, umweltfreundlichen und sozial nützlichen Weise führen können.
IVECO hat dazu im Jahr 2024 umfangreiche Projekte zur Verbesserung der Umweltleistung der Produktionsprozesse, der Logistik und des Produktportfolios durchgeführt, um den potenziellen Auswirkungen des Klimawandels weiter entgegenzuwirken und das ehrgeizige Ziel bis zum Jahr 2040 - zehn Jahre vor Ablauf der Frist des Pariser Abkommens - klimaneutral zu sein, zu verwirklichen.
Im Bewusstsein der Dringlichkeit der Herausforderungen des Klimawandels und der wichtigen Rolle der Speditions-, Logistik- und Handwerkerbranche bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs setzt IVECO auf einen sofortigen Umweltschutz und über alle Produktreihen hinweg auf eine Multi-Antriebs-Strategie.
Wie auf der Fachmesse IAA-Nutzfahrzeugausstellung im Jahr 2024 zu sehen war, hat IVECO eines der umfangreichsten Angebote an alternativ angetriebenen Fahrzeugen mit hydriertem Pflanzenöl (HVO), Biogas, Strom und Wasserstoff auf dem Markt.
6. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
6.1 Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
RISIKOMANAGEMENT
Ziel des Risikomanagements ist die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken. Hierzu besteht im Unternehmen eine fixierte und kommunizierte Risikostrategie. Da sich die Rahmenbedingungen und die gesetzlichen Vorschriften ändern, wird das Risikomanagement kontinuierlich aktualisiert.
Das Risikomanagementsystem sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, frühzeitig von vorhandenen Risiken Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können.
Der Aufbau des Risikomanagements ergibt sich bei der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) als Konzerngesellschaft der Iveco S.p.A. sowie der Iveco Group N.V. durch die Einbindung in das konzernweite Risikomanagement. Dieses wird dezentral durch vom Vorstand der Iveco Magirus AG eingesetzte Risikoverantwortliche ergänzt, welche die wesentlichen Geschäftsbereiche der Iveco Magirus AG abdecken.
Das konzernweite interne Kontrollsystem definiert Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten, identifiziert Risken und implementiert entsprechende Kontrollen. Diese Grundlage unterstützt die Effektivität und Effizienz des Systems.
In Ergänzung hat die IVECO Deutschland AG eigene konkrete Kontrollmechanismen eingerichtet, wie systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, das Vier-Augen-Prinzip, Funktionstrennung sowie die Überprüfung des Einhaltens von internen Richtlinien. Hierzu zählen der konzernweit gültige Verhaltenskodex, die Arbeitsordnung, diverse organisatorische Richtlinien und klar definierte Unterschriftsregelungen bezüglich der Beschaffung von Dienstleistungen und Gütern sowie für alle rechtsverbindlichen Erklärungen.
Darüber hinaus stellen angemessene Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen sowie die Konzernrichtlinien in der Finanzbuchhaltung einschließlich der dort definierten Prozesse die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher.
Neben den Risiken bestehen auch zahlreiche Chancen für die zukünftige Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche und somit der gesamten IVECO Deutschland AG.
Auch konzernseitig werden Chancen analysiert und verfolgt, welche im Rahmen der Umsetzung von neuen Projekten bzw. Zielvorgaben sowie Maßnahmenverfolgungen lokal unterstützt und umgesetzt werden.
Die Abspaltung der Iveco Gruppe von CNH Industrial Anfang 2022 in die im gleichen Jahr gegründete Iveco Group N.V. 2, der weitere Ausbau der auf Elektromobilität fokussierte EVCO GmbH am Ulmer Traditions- und Zukunftsstandort und die Veräußerung der verlustreichen Brandschutzsparte (Magirus Gruppe) Anfang 2025 werden von der IVECO Deutschland AG als große Chancen gesehen. Damit verbunden sind insbesondere Investitionen in die Entwicklung von Zukunftstechnologien und ein stärkerer Marktauftritt.
Für die IVECO Deutschland AG wesentliche Risiken, die grundlegende Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden im Folgenden dargestellt.
Ein Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt besteht in stark überzeichnetem Kaufverhalten auf konjunkturelle Veränderungen. Um damit verbundenen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, wird der Markt permanent beobachtet. Diese Beobachtungen erstrecken sich sowohl auf den Nutzfahrzeugmarkt als auch auf die Branchen der Hauptabsatzmärkte.
Bei den Antriebsarten werden die Angebote immer vielfältiger, in diesem Bereich sehen wir die Iveco-Gruppe mit neuen Modellen und Technologien als sehr gut aufgestellt an. Hier gilt es, die Wünsche des Marktes rechtzeitig zu erkennen und aufzunehmen.
Die Produkt- und Entwicklungsrisiken liegen bei Iveco S.p.A.
Im Bereich Fahrzeugumbau/-aufbau und Beschaffung (Iveco Customizing Center) werden in enger Abstimmung mit dem Vertrieb kundenspezifische Produktanpassungen sowie individuell benötigte Produkterweiterungen realisiert. Zur Sicherstellung der Liefertreue besteht ein umfassendes, workflow-begleitendes Auftragsmanagement. Dem Preisrisiko, z.B. bei den Fertigkomponenten, wird mit langfristigen Preisbindungen und aktuellen Preisanfragen begegnet. Um Lieferantenausfälle zu vermeiden, wird vor allem bei kritischen Beschaffungen „Dual Sourcing“ betrieben. Die einwandfreie Qualität der Lieferungen wird durch kontinuierliche Qualitätskontrollen sichergestellt.
Risiken im Personalbereich bestehen darin, qualifizierte Fach- und Führungskräfte auf einem gesättigten Arbeitsmarkt zu gewinnen, zum Beispiel um die Technologien im Bereich Elektro-, Gas- und Wasserstoffantriebe zu entwickeln, und zu halten.
Fehlverhalten von Beschäftigten kann den Ruf des Unternehmens und damit auch seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Ein auf Konzernebene schriftlich fixierter und laufend an die veränderten Gegebenheiten angepasster Verhaltenskodex sowie eine in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung erstellte Arbeitsordnung definieren den entsprechenden Rahmen, in dem alle Mitarbeiter agieren sollen.
Die IVECO Deutschland AG ist eigenfinanziert, so dass Änderungen des Zinsniveaus als Finanzrisiken insbesondere hinsichtlich des Forderungsverkaufes bestehen . Größere Währungsrisiken bestehen nicht, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und zahlt.
Händler- und Direktkundengeschäfte werden zum Großteil durch Absatzfinanzierungen über die eigene Finanzierungsgesellschaft bzw. über Drittinstitute abgewickelt. Ausfallrisiken durch Insolvenzen der Händler bzw. der Direktkunden werden mit regelmäßigen Bonitätsanalysen, Scoring- und Kreditlimit-Kalkulationen sowie mögliche regresslose Forderungsverkäufe begrenzt.
Die Gewährung von Händlerkrediten im Bereich des Neufahrzeugvertriebes erfolgt ebenfalls mit Hilfe von Bonitätsanalysen, Scoring und Kreditlimit-Kalkulation zentral durch Credit Underwriting seitens IC Financial Services S.A., Turin und Heilbronn.
Exportgeschäfte werden größtenteils über die Iveco S.p.A., Turin/Italien abgewickelt. Andernfalls werden diese durch Kreditversicherungen bzw. Export-Akkreditive abgesichert. Bei Exporten im Ersatzteilgeschäft werden Risiken durch Bankgarantien begrenzt.
Zur Liquiditätssteuerung bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.
Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich sind, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden, bei denen derzeit Aval-Linien bestehen.
Für die Geschäftsprozesse der IVECO Deutschland AG sowie für die Bereitstellung der internen und externen Kommunikation kommt dem Bereich Information-Technologie eine wichtige Bedeutung zu. Zur Meidung von IT-Risiken wird die IT-Infrastruktur kontinuierlich überprüft und angepasst. Unter Führung der zentralen IT der Iveco Group N.V. werden die bestehenden Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Bedrohungen regelmäßig überprüft und der aktuellen Bedrohungslage angepasst.
Mit IT-Dienstleistern bestehen vertraglich vereinbarte Wiederherstell- und Kontinuitätspläne. Redundanzen bei Infrastrukturen wurden entsprechend den Erfordernissen ausgestaltet und darüber hinaus sind Fallback-Szenarien für geschäftskritische Prozesse eingerichtet.
Die Einführung neuer Systeme sowie die Weiterentwicklung bestehender Anwendungen erfolgt nach zentral vorgegebenen Standards der Iveco Group N.V., wodurch mögliche Risiken bereits im Vorfeld erkannt und begrenzt werden können.
Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die IVECO Deutschland AG Rechtsrisiken in den Bereichen allgemeines Vertriebs- und Vertragsrecht, Gewährleistung, Garantie, Produkthaftung, Wettbewerbsrecht und Umwelthaftung sowie Steuern ausgesetzt. Diesen Risiken wird unter anderem durch standardisierte Prozesse in der Iveco Group N.V., transparente Vertragsgestaltung sowie die Einschaltung der Konzernrechtsabteilung und externe Rechtsberater begegnet.
Über die normale Geschäftstätigkeit hinaus sind zum Jahresende 2024 Schadensersatzverfahren von Kunden im Zusammenhang mit Verstößen gegen europäisches Wettbewerbsrecht gegen die Gesellschaft anhängig. Die Erfolgsaussichten dieser Klagen lassen sich derzeit nicht verlässlich abschätzen. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen im Anhang.
Alle Liegenschaften werden zentral von der Iveco Group N.V. betreut und verwaltet, um die damit verbundenen Risiken laufend zu identifizieren und zu minimieren. Risiken bestehen hier insbesondere im Zusammenhang mit der Instandhaltung der Gebäude sowie der Umsetzung amtlicher Vorschriften.
Es besteht ein konzernübergreifendes Compliance-Management-System, welches fortlaufend weiterentwickelt wird und Compliance-Verstößen vorbeugend entgegenwirkt. Dieses System beinhaltet einen konzernübergreifend zuständigen Compliance-Officer mit der dazugehörigen Compliance-Organisation. Auf Länderebene sind Rechts- sowie Personalabteilung zusätzliche Anlaufstelle für die Mitarbeiter zu Compliance-Themen.
Bei der Gesamtbeurteilung der Risikosituation stellt der Vorstand auf Grundlage des vom Konzern global installierten Riskmanagements und dessen Verzahnung in die einzelnen Gesellschaften sowie des bei der IVECO Deutschland AG national installierten Risikomanagementsystems fest, dass keine Risiken erkennbar sind, die - allein oder in Kombination mit anderen Risiken - den Fortbestand der IVECO Deutschland AG gefährden könnten.
Ein von der Iveco Group entwickelter, standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen garantiert, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen laufend weiterqualifiziert werden. Das umfassende E-Learning-Portal wird weiterhin aktiv mit Inhalten gefüllt.
Eine auf lokaler Ebene eingerichtete Ausbildungs- und Trainingsabteilung sorgt für eine professionelle Auswahl an Auszubildenden und begleitet die Ausbildung bis zum Abschluss, so dass der Bedarf an jungen, gut vorbereiteten Nachwuchskräften gedeckt werden kann.
6.2 Prognosebericht
Branchenentwicklung im Jahr 2025
Insgesamt war das Jahr 2025 für LKW-Hersteller in Deutschland und in Europa von Herausforderungen geprägt. So lagen insbesondere die Lagebewertung als auch die Geschäftserwartungen bei den Verkehrsdienstleistungen nun bereits das zweite Jahr im negativen Bereich, wenn auch beide Indikatoren zum Ende des Jahres 2025 leicht nach oben zeigten. Generell „belasten schwächere Nachfrage und Kostensteigerungen“ die gesamte Branche.
Nachdem der europäische LKW-Markt schon 2024 Anzeichen einer Abschwächung zeigte, mit einer damals um 7 Prozent reduzierten Nachfrage nach neuen LKW über 6 Tonnen, verminderte sich im Jahr 2025 das Volumen an Neuzulassungen noch einmal um etwa 15 Prozent. Bei Fahrzeugen bis 6 Tonnen war wieder ein Rückgang von minus 2 Prozent (wie schon im Vorjahr) zu beobachten.
Auch der deutsche Markt entwickelt sich im Jahr 2025 rückläufig. Der Absatz im auf den Iveco-relevanten „Light-Markt“ fokussierten Bereich zwischen 3,5 und 6,0 Tonnen ist in Deutschland von 166.990 im Jahr 2024 auf 163.641 Einheiten im Jahr 2025 um 2 Prozent gesunken. Bei den Nutzfahrzeugen über 6 Tonnen erfolgte im Jahr 2025 in Deutschland mit 64.300 Einheiten gegenüber rund 75.000 Einheiten im Jahr 2024 ein deutlicher Rückgang um mehr als 14 Prozent.
Ausblick 2026 Strukturwandel und Produktionspotenzial als Schlüsselbegriffe
Für 2026 wird beim Bruttoinlandsprodukt wieder eine Stabilisierung im leicht positiven Bereich erwartet. Das Münchner ifo-Institut geht in seiner Winterprognose von einem Wachstum in Höhe von 0,8 Prozent gegenüber 202517 aus. Vor einem Jahr ist das ifo-Institut in einem Szenario von 0,4 und von 1,1 Prozent Wachstum in einem Alternativszenario gegenüber 2024 ausgegangen.18 In der aktuellen (Winter-) Prognose ist für 2025 dieses erwartete BIP-Wachstum nun auf minimale 0,1 Prozent geschrumpft.
Ein strukturell bedingtes Ausbleiben der Dynamik, „geprägt durch Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografische Veränderungen und geopolitische Umbrüche“, führt dazu, dass es „der Deutschen Wirtschaft nur langsam und kostspielig gelingt, sich durch Innovationen und neue Geschäftsmodelle anzupassen“. Folglich ist eine unterdurchschnittliche Entwicklung des Produktionspotentials weiterhin das Szenario, das die Industrie bremst. Zölle, getrieben durch die US-Politik, belasten den Welthandel19.
Insgesamt ist die Prognose für das Jahr 2026 von Risiken geprägt, die sowohl aus geopolitischen Konflikten, aber auch der Zollpolitik der USA resultieren. Zudem ergibt sich eine Prognoseunsicherheit aus der neuen Rolle Chinas innerhalb der Weltwirtschaft und der veränderten Produktions- und Nachfragestruktur.
Prognose der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft
IVECO konnte im Jahr 2024 in diesem dynamischen Umfeld nicht nur erfolgreich bestehen, sondern auch den eigenen Marktanteil in allen Hauptsegmenten ausbauen.
Ein Meilenstein über alle Baureihen hinweg war die vollständige Einführung des Modelljahres 2024, die planmäßig zum Jahresende abgeschlossen wurde. Der Produktionsstart verlief - abgesehen von geringfügigen Anpassungen - reibungslos. Die zusätzliche Kalibrierung der neuen gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerassistenzsysteme in der Werkstatt macht Auslieferungen anspruchsvoller. Auch hierbei konnten und können wir unsere hohe Servicequalität und Anpassungsfähigkeit zeigen.
Das Jahr 2025 schließt die IVECO Deutschland AG - basierend auf vorläufigen Zahlen - insgesamt mit einem Umsatzrückgang von ca. 7,0% auf EUR 1.592,0 Millionen ab. Der Umsatzrückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Umsatzerlösen im Bereich Neufahrzeuge sowie geringeren Umsätzen mit Gebrauchtfahrzeugen, während gegenläufig die Umsatzerlöse mit Bussen deutlich angestiegen sind. Ergebnisseitig schließt die IVECO Deutschland AG das Geschäftsjahr 2025 - basierend auf den vorläufigen Zahlen - mit einem operativen Betriebsergebnis von EUR 49,9 Millionen und einen Jahresüberschuss von EUR 34,8 Millionen ab.
17 ifo Konjunkturprognose Winter 2025: Der Strukturwandel hat Deutschland fest im Griff | Fakten | ifo Institut
18 ifo Konjunkturprognose Winter 2024: Deutsche Wirtschaft am Scheideweg | Fakten | ifo Institut
19 ifo Konjunkturprognose Winter 2025: Der Strukturwandel hat Deutschland fest im Griff | Fakten | ifo Institut
Für das Jahr 2026 erwarten wir vor dem Hintergrund der VDA-Prognosen und einer moderaten konjunkturellen Erholung eine vorsichtige Marktbelebung. Leichte Nutzfahrzeuge dürften ein moderates Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreichen, gestützt durch eine stabile Logistiknachfrage. Für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge wird - ausgehend von einem niedrigen Ausgangsniveau - mit prozentual höheren Zuwächsen gerechnet, ohne dass das langfristige Durchschnittsniveau erreicht wird. Der Gebrauchtfahrzeugmarkt wird auch 2026 eine zentrale Rolle spielen und strukturell an Bedeutung gewinnen. Vor allem, wenn sich Lieferzeiten wieder verlängern sollten und sich aufgrund der erwarteten Konjunkturerholung kurzfristige Bedarfe ergeben sollten, die mit den aktuell reduzierten oder überalterten Fuhrparks dann nicht vollumfänglich erfüllt werden können.
Insgesamt bleibt das Marktumfeld aber anspruchsvoll. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen, wie sie aktuelle ifo-Prognosen darstellen, deuten auf ein moderates, aber weiterhin schwieriges Umfeld für Investitionen und Nachfrage im Nutzfahrzeugsektor hin. Unser Fokus liegt 2026 darauf, unsere Kunden bei der Verkehrswende einsatzorientiert mit unserem kompletten Multi-Energy-Portfolio und vor allem dem erweiterten Angebot an Elektrofahrzeugen zu unterstützen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir - nach dem Verkauf des Militärbereichs in eine eigenständige Schwestergesellschaft mit Wirkung zum 1. November 2025 - einen Rückgang der Umsatzerlöse und des operatives Betriebsergebnisses von jeweils rund 10% (bereinigt um den Sondereffekt aus dem Veräußerungsgewinn des Militärbereichs).
Das Unternehmen verfügt über ausreichende und stabile Liquiditätsreserven, um die finanziellen Verpflichtungen des Geschäftsjahres abzudecken und eine Aufstockung der liquiden Reserven durch Bankkredite zu vermeiden.
7. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289f ABS. 4 HGB
Der Aufsichtsrat ist nach § 111 Abs. 5 AktG verpflichtet, jeweils Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand sowie Fristen zu deren Erreichung festzulegen.
Für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2027 hat der Aufsichtsrat folgende Zielgrößen festgelegt: Bandbreite von 8 bis 16 Prozent (1-2 Frauen) für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und 25 Prozent (eine Frau) für den Frauenanteil im Vorstand. Mit einem Frauenanteil im Aufsichtsrat von 17 Prozent zum 30. Juni 2024 wurde der Frauenanteil im oberen Bereich der Bandbreite erreicht. Zum Stichtag war keine Frau Mitglied des Vorstandes, da es keinen Wechsel im Vorstand gab.
Die Strategie der Unternehmensgruppe zielt darauf ab, die Frauenquote in allen Bereichen zu erhöhen und dies im Falle von Neubesetzungen entsprechend zu berücksichtigen. Ziel ist es, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Nutzfahrzeugbranche von Frauen und weiblichen Führungskräften in der Vergangenheit nicht als attraktives Berufsumfeld wahrgenommen wurde und die Rekrutierung sowie die Entwicklung von weiblichem Führungsnachwuchs sich daher traditionell schwierig gestaltet und nur langfristig erreicht werden kann. Ziel ist es, den Frauenanteil im Aufsichtsrat bis zum neuen Stichtag zumindest zu halten. Weiteres Ziel ist die Berufung einer Frau in den Vorstand innerhalb des neuen Zeitraumes.
Der Vorstand der Gesellschaft hat Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden ersten Führungsebenen unterhalb des Vorstandes festzulegen.
Für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2027 hat der Vorstand folgende Zielgrößen festgelegt: Bandbreite von 11 bis 17 Prozent (2-3 Frauen) für die erste Führungsebene und 12,5 bis 15 Prozent (5-6 Frauen) für die zweite Führungsebene. Mit einem Frauenanteil von 20,0 Prozent auf der ersten und 19,2 Prozent auf der zweiten Führungsebene wurden die Zielgrößen zum Stichtag übertroffen.
Grundsätzliches Ziel ist es, den Anteil von Frauen auf beiden Führungsebenen durch eine gezielte geschlechterneutrale Personalentwicklung und Cross-Moves innerhalb der Unternehmensgruppe auszubauen bzw. zumindest stabil zu halten.
Dem Aufsichtsrat ist einmal jährlich Bericht zu erstatten mit den Schwerpunkten geschlechterneutrale Personalentwicklung und geschlechterneutrale Qualifizierungsmaßnahmen für alle Führungsebenen und alle Beschäftigten im Gesamtunternehmen.
8. BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2024 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.
Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahme getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen nicht getroffen wurden, oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
Ulm, den 16. Februar 2026
IVECO Deutschland AG
Der Vorstand
Breitscheidel
Rekitt
Sulser
Bilanz zum 31. Dezember 2024
AKTIVA
| Anhang | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|
| Euro | Euro | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | (1) | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 180.050,47 | 382.617,11 | |
| Sachanlagen | 75.349.052,91 | 57.379.591,85 | |
| Finanzanlagen | 224.476.572,30 | 67.016.159,33 | |
| 300.005.675,68 | 124.778.368,29 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Vorräte | (2) | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 265.743,24 | 328.701,84 | |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 238.932.141,79 | 208.775.005,94 | |
| Geleistete Anzahlungen | 838.985,86 | 1.241.766,51 | |
| 240.036.870,89 | 210.345.474,29 | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (3) | ||
| Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen | 2.995.499,55 | 3.807.461,30 | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 663.697.456,17 | 736.568.539,26 | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 10.537.639,57 | 7.704.440,95 | |
| 677.230.595,29 | 748.080.441,51 | ||
| Flüssige Mittel | (4) | 441.297,44 | 1.050.983,70 |
| 917.708.763,62 | 959.476.899,50 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | (5) | 226.829,51 | 676.605,89 |
| 1.217.941.268,81 | 1.084.931.873,68 |
PASSIVA
| Anhang | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|
| Euro | Euro | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | (6) | 50.000.000,00 | 50.000.000,00 |
| Kapitalrücklage | (6) | 968.611.520,43 | 743.611.520,43 |
| Gewinnrücklagen | |||
| Gesetzliche Rücklage | 14.736.772,57 | 14.736.772,57 | |
| Bilanzverlust | (7) | -885.589.185,94 | -737.277.102,82 |
| 147.759.107,06 | 71.071.190,18 | ||
| Rückstellungen | (8) | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 114.846.247,00 | 120.171.262,00 | |
| Steuerrückstellungen | 1.567.305,00 | 671.000,00 | |
| Sonstige Rückstellungen | 352.525.480,46 | 320.806.699,48 | |
| 468.939.032,46 | 441.648.961,48 | ||
| Verbindlichkeiten | (9) | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 17.958,69 | 11.619,68 | |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 9.202.310,02 | 7.760.696,59 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 111.460.105,40 | 118.903.599,14 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 436.413.993,56 | 398.723.376,93 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 44.148.761,62 | 46.812.429,68 | |
| 601.243.129,29 | 572.211.722,02 | ||
| 1.217.941.268,81 | 1.084.931.873,68 |
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024
| Anhang | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Euro | Euro | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | (10) | 1.712.304.129,28 | 1.713.879.365,73 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | (25) | 23.401,00 | 78.442,68 |
| Gesamtleistung | 1.712.327.530,28 | 1.713.957.808,41 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (11) | 7.934.135,72 | 4.329.975,37 |
| Materialaufwand | (12) | -1.352.717.782,95 | -1.401.261.122,75 |
| Personalaufwand | (13) | -99.965.719,01 | -106.400.281,30 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | (14) | -3.347.233,65 | -2.861.658,01 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (15) | -219.933.598,68 | -178.079.451,33 |
| Betriebsergebnis | 44.297.331,71 | 29.685.270,39 | |
| Beteiligungsergebnis | (16) | -173.787.658,56 | -21.257.729,19 |
| Zinsergebnis | (17) | -16.844.251,41 | -17.538.635,82 |
| Ergebnis vor Steuern | -146.334.578,26 | -9.111.094,62 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1.197.863,09 | -522.000,00 | |
| Ergebnis nach Steuern | -147.532.441,35 | -9.633.094,62 | |
| Sonstige Steuern | -779.641,77 | -823.185,17 | |
| Jahresfehlbetrag | -148.312.083,12 | -10.456.279,79 | |
| Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -737.277.102,82 | -726.820.823,03 | |
| Bilanzverlust | -885.589.185,94 | -737.277.102,82 |
ANHANG
der IVECO Deutschland AG (vormals: Iveco Magirus AG), Ulm
Allgemeine Angaben
Die IVECO Deutschland AG (vormals: Iveco Magirus AG) mit Sitz in Ulm ist beim Amtsgericht Ulm unter HRB 1432 eingetragen. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.
Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst und in Ausübung des Wahlrechts nach § 265 Abs. 5 S. 2 HGB teilweise Zwischensummen eingefügt worden.
Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden - gegenüber dem Vorjahr - unverändert beibehalten.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.
Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung werden nicht in die Herstellungskosten eingerechnet.
Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter EUR 250 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von EUR 250 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und im Geschäftsjahr der Bildung und den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben.
Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Das Abschreibungswahlrecht bei vorübergehender Wertminderung wird grundsätzlich nicht in Anspruch genommen. Ausleihungen werden grundsätzlich mit dem Nennwert bilanziert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (Einzelkosten) oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten und anteilige fertigungsbedingte Abschreibungen.
Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der von der Heubeck-Richttafeln-GmbH herausgegebenen biometrischen „Richttafeln 2018 G“ ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 1,90 Prozent (Vorjahr 1,83 Prozent). Der Rententrend wurde bei Zusagen nach der Iveco-Pensionsordnung bedingt durch die höhere Inflation für die beiden Folgejahre 2025 und 2026 mit 2,4 Prozent und im Übrigen mit 2,0 (Vorjahr: für 2024 und 2025 mit 3,7 und im Übrigen mit 2,0) Prozent angesetzt. Die Entgeltsteigerungen gemäß der entsprechenden Pensionsvereinbarung wurden mit 0,0 bzw. 2,5 Prozent berücksichtigt.
Der Abzinsungssatz beruht auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Effekte aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die Steuerrückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbarer Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen.
Die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und werden mit dem Erfüllungsbetrag bzw. dem anzusetzenden Barwert passiviert.
Der Erfüllungsbetrag wird unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde. Diese beiden Effekte wirken gegenläufig. Bei Effekten aus der Diskontierung wurden die einzelnen Rückstellungen zugunsten des Zinsergebnisses reduziert.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs im Zeitpunkt der Transaktion erfasst und am Bilanzstichtag umgerechnet. Alle übrigen auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Umrechnungskurs bei Entstehung bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs umgerechnet.
Die Bilanzierungsvorschriften der Iveco Gruppe sehen vor, die latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede in Organgesellschaften auf Ebene der Organgesellschaft zu ermitteln und in der IVECO Deutschland AG zu erfassen. Latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen und auf Verlustvorträge sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Berechnung der latenten Steuern ergab ausschließlich aktive latente Steuern. Vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB, die aktiven latenten Steuern nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. Damit ergaben sich keine Steuereffekte aus latenten Steuern. Aktive latente Steuern ergeben sich in erster Linie aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen u. a. bei der Bewertung der Pensionsrückstellung und bei der Bewertung der Sonstigen Rückstellungen sowie aus Verlustvorträgen. Für die Ermittlung wird ein Steuersatz von 29,3 Prozent (Vorjahr: 29,3%) zugrunde gelegt.
Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt des Übergangs der Risiken und Chancen der Fahrzeuge auf den Kunden realisiert. Dies ist der Fall, wenn im Rahmen des Fahrzeugverkaufs dieses dem Händler oder dem Kunden zur Verfügung gestellt wird. Für mögliche Risiken aus bestehenden Rückkaufverpflichtungen wird im Rahmen der Rückstellungsbildung Vorsorge getroffen. Erlösminderungen in Form von Preisnachlässen, zurückgewährten Entgelten sowie Rückstellungszuführungen für über dem Marktniveau liegende Rücknahmepreise werden von den Umsätzen abgesetzt.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der „Entwicklung des Anlagevermögens“ (Anlagespiegel) dargestellt.
Entwicklung des Anlagevermögens
| Entwicklung 2024 Sachanlagen in EUR (000) | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Sachanlagen Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2024 | 160.986 | 45.446 | 12.813 | 7.196 | 226.441 |
| Zugänge | 5.025 | 1.014 | 1.529 | 13.756 | 21.324 |
| Abgänge | 515 | 4.691 | 3.229 | 0 | 8.435 |
| Stand am 31.12.2024 | 165.496 | 41.769 | 11.113 | 20.952 | 239.330 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2024 | 119.356 | 39.647 | 10.058 | 0 | 169.061 |
| Zugänge | 1.430 | 739 | 940 | 0 | 3.109 |
| Abgänge | 358 | 4.603 | 3.229 | 0 | 8.190 |
| Stand am 31.12.2024 | 120.428 | 35.783 | 7.769 | 0 | 163.980 |
| Nettobuchwert am 31.12.2024 | 45.068 | 5.986 | 3.343 | 20.952 | 75.349 |
| Nettobuchwert am 31.12.2023 | 41.630 | 5.799 | 2.754 | 7.196 | 57.379 |
| Entwicklung 2024 Finanzanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in EUR (000) | Anteile an verbundenen Unternehmen | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | Sonstige Ausleihungen | Finanzanlagen Gesamt | Immaterielle Vermögensgegenstände, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2024 | 64.528 | 2.428 | 66 | 67.022 | 3.164 |
| Zugänge | 157.676 | 0 | 35 | 157.711 | 35 |
| Abgänge | 0 | 251 | 0 | 251 | 0 |
| Stand am 31.12.2024 | 222.204 | 2.177 | 101 | 224.482 | 3.199 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2024 | 0 | 0 | 5 | 5 | 2.781 |
| Zugänge | 0 | 0 | 0 | 0 | 238 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12.2024 | 0 | 0 | 5 | 5 | 3.019 |
| Nettobuchwert am 31.12.2024 | 222.204 | 2.177 | 96 | 224.477 | 180 |
| Nettobuchwert am 31.12.2023 | 64.528 | 2.428 | 60 | 67.016 | 383 |
| NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2024 | 300.006 | ||||
| NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2023 | 124.778 |
Anteile an verbundenen Unternehmen
Am 26. November 2024 erwarb die Gesellschaft von der FCA Partecipazioni S.p.A., Turin, Italien, die restlichen 0,98 Prozent Anteile an der Iveco Investitions GmbH, Ulm, sowie die restlichen 9,97 Prozent Anteile an der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm (vormals: Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil). Darüber hinaus erwarb die Iveco Investitions GmbH die restlichen 5,0 Prozent Anteile an der IAV Industrie-Anlagen-Verpachtung GmbH von der FCA Partecipazioni S.p.A., Turin, Italien. Im Dezember 2024 leistete die IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) zur Stärkung des Eigenkapitals eine Einlage von EUR 155 Millionen in die freie Kapitalrücklage der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm..
| Verbundene Unternehmen | Kapitalanteil | Eigenkapital |
|---|---|---|
| % | EUR (000) | |
| --- | --- | --- |
| Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg | 100,00 | 4.833 |
| Iveco Bayern GmbH, Nürnberg | 100,00 | 2.276 |
| Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin | 100,00 | 4.781 |
| Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim | 100,00 | 4.474 |
| Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 9.076 |
| Iveco Investitions GmbH, Ulm | 100,00 | 2.608 |
| Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH (vormals: Iveco Magirus Fire Fighting GmbH), Weisweil | 100,00 | 195.728 |
| Blitz S19-499 GmbH, Ulm | 100,00 | 25 |
Die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen sind nach Ergebnisabführung/ -übernahme ausgeglichen. Mit Ausnahme der Biltz S19-499 GmbH bestehen mit sämtlichen Unternehmen Ergebnisabführungsverträge, das Jahresergebnis der Blitz S19-499 GmbH beträgt TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Mit Wirkung zum 26. November 2024 hat die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH die restlichen 0,24 Prozent Anteile an der Magirus GmbH von der FCA Partecipazioni S.p.A. erworben.
Daneben bestehen über die Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, (1) und die Iveco Investitions GmbH (2) folgende indirekte Beteiligungen
| Verbundene Unternehmen | Kapitalanteil | Eigenkapital | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| % | EUR (000) | EUR (000) | |
| --- | --- | --- | --- |
| Magirus GmbH, Ulm (1) | 100,00 | 174.492 | 0* |
| Magirus Camiva, Chambéry (F) (1) | 100,00 | 1.118** | 231** |
| Magirus Lohr GmbH, Premstätten (A) (1) | 100,00 | 18.853** | (4.640) ** |
| Magirus Italia S.r.l., Brescia (I) (1) | 100,00 | 31.842** | (6.695) ** |
| IAV Industrie-Anlagen-Verpachtung GmbH, Ulm (2) | 100,00 | 72 | 0* |
* Die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen sind nach Ergebnisabführung / -übernahme ausgeglichen.
** Laut vorläufigem Jahresabschluss zum 31.12.2024.
Gegenüber dem Vorjahr ist in dieser Übersicht die Magirus Italia S.r.l., Brescia, Italien, neu enthalten. Die Anteile an der Magirus Italia S.r.l. hat mit Wirkung zum 5. Dezember 2024 die Magirus GmbH von der Iveco S.p.A., Turin, Italien, übernommen.
2. Vorräte
Das Vorratsvermögen insgesamt hat sich gegenüber dem Vorjahr um 14,1 Prozent auf EUR 240,0 Millionen erhöht. Um EUR 0,1 Millionen verminderten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen steht ein um EUR 30,2 Millionen höherer Bestand an Fertigerzeugnissen und Waren gegenüber. Die geleisteten Anzahlungen von EUR 0,8 Millionen sind um EUR 0,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr gemindert.
3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| EUR (000) | 31.12.2024 | davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr | 31.12.2023 | davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||||
| • Buchforderungen | 2.995 | 0 | 3.807 | 0 |
| • Wechselforderungen | - | - | ||
| 2.995 | 0 | 3.807 | 0 | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | ||||
| • aus Lieferungen und Leistungen | 58.364 | - | 100.357 | - |
| • sonstige | 605.333 | - | 636.212 | - |
| 663.697 | - | 736.569 | - | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 10.538 | 0 | 7.704 | - |
| 677.230 | 0 | 748.080 | 0 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben um EUR 72,9 Millionen auf EUR 663,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 42,0 Millionen und die sonstigen Forderungen aus dem Cash Pool sowie hierauf erfasste Zinsabgrenzungen um EUR 30,9 Millionen vermindert.
In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Cash Pool Guthaben in Höhe von EUR 605,3 Millionen (Vorjahr EUR 636,1 Millionen) enthalten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände von EUR 10,5 Millionen enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen debitorische Kreditoren sowie Steuerforderungen.
4. Flüssige Mittel
| EUR (000) | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Kassenbestand | 5 | 9 | (4) |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 436 | 1.042 | (606) |
| 441 | 1.051 | (610) |
5. Rechnungsabgrenzungsposten
Dieser Posten enthält Vorauszahlungen für Versicherungen und für Kfz-Steuern, im Vorjahr zusätzlich für Mieten und Vertriebsveranstaltungen.
6. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage
Das Grundkapital der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG), Ulm, beträgt unverändert EUR 50.000.000,00 und ist in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00 Nennwert eingeteilt.
Am 26. November 2024 erwarb die Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande, Aktien in Höhe von 6,0 Prozent (30.000 Stück) von der FCA Partecipazioni S.P.A., Turin, Italien und hält damit 94,34 Prozent (Vorjahr 88,34 Prozent) der Anteile an der IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG). Die Iveco S.p.A., Turin, Italien hält - unverändert zum Vorjahr 5,66% der Anteile an der IVECO Deutschland AG.
Am 19. Dezember 2024 wurde das Eigenkapital durch die Aktionärin Iveco Group N.V ., Amsterdam, Niederlande, durch eine Einzahlung in die freie Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB um EUR 225 Millionen erhöht.
7. Bilanzverlust
| EUR (000) | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Verlustvortrag | (737.277) | (726.821) |
| Jahresfehlbetrag | (148.312) | (10.456) |
| Bilanzverlust | (885.589) | (737.277) |
8. Rückstellungen
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt EUR 114,8 Millionen (Vorjahr EUR 120,2 Millionen). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des siebenjährigen und des zehnjährigen Durchschnittszinssatzes beläuft sich auf EUR 7,9 Millionen (Vorjahr EUR 1,2 Millionen). Dieser unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen vor allem drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen (EUR 32,3 Millionen, Vorjahr: EUR 36,4 Millionen), Verpflichtungen aus Wartungs- und Reparaturverträgen (EUR 64,9 Millionen, Vorjahr: EUR 61,0 Millionen), Gewährleistungen (EUR 82,8 Millionen, Vorjahr: EUR 79,2 Millionen), sonstige vertriebliche Risiken (EUR 61,9 Millionen, Vorjahr: EUR 39,6 Millionen), Verpflichtungen im Personalbereich (EUR 29,4 Millionen, Vorjahr: EUR 32,0 Millionen) und ausstehende Rechnungen (EUR 49,0 Millionen, Vorjahr: EUR 45,2 Millionen).
Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen wird versicherungsmathematisch, unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G der Heubeck-Richttafeln-GmbH), entsprechend IDW RS HFA 3 ermittelt. Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte mit dem Barwert und unter Anwendung eines laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatzes für eine durchschnittliche mittlere Restlaufzeit der Altersteilzeitverpflichtungen von einem Jahr von 1,51 % (Vj.: 0,99 %). Zukünftig erwartete Entgeltsteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen bei den Entgelten von 2,5 % (Vj.: 2,5 %) p.a. ausgegangen. Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB besteht nicht.
Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method), wobei am Bilanzstichtag jeweils nur der Teil der künftigen Jubiläumsleistungen berücksichtigt wird, der zeitratierlich bereits erdient ist. Die Rückstellungsberechnung erfolgt auf der Grundlage der Heubeck-Richttafeln 2018 G. Die Abzinsung erfolgt mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren von 1,96 % (Vj.: 1,75 %). Zukünftig erwartete Entgeltsteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen bei den Entgelten von 2,5 % (Vj.: 2,5 %) p.a. ausgegangen.
Nach Abschluss des Kommissionsverfahrens in 2016 wegen Verstößen aller namhaften europäischen Lastkraftwagenhersteller einschließlich Iveco gegen das europäische Wettbewerbsrecht im Bereich mittelschwere und schwere Lkw machen Kunden - wie in solchen Fällen üblich - Schadensersatzansprüche geltend. Sie behaupten, durch den von der Kommission festgestellten Verstoß einen Schaden erlitten zu haben. Mehrere Kunden in Deutschland als auch im europäischen Ausland haben ihre vermeintlichen Schadensersatzforderungen auf dem Klageweg und auch teilweise außergerichtlich gegen Iveco S.p.A. sowie IVECO Deutschland AG (vormals Iveco Magirus AG) geltend gemacht. Der Vorstand geht derzeit unverändert davon aus, dass es zu keinen nennenswerten zukünftigen Mittelabflüssen kommen wird, kann dies aber nicht vollends ausschließen. Zum 31.12.2024 wurden Rückstellungen für Rechtskosten im Zusammenhang mit diesen Schadenersatzklagen gebildet. Dies erfolgt auch in Übereinstimmung mit dem durch das Konzernmanagement getroffenen Annahmen für den Konzernabschluss des Mutterunternehmens.
9. Verbindlichkeiten
| EUR (000) | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 18 | 12 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 9.202 | 7.761 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 111.460 | 118.904 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 436.414 | 398.723 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||
| • aus Steuern | 36.529 | 41.054 |
| • im Rahmen der sozialen Sicherheit | 259 | 67 |
| • übrige | 7.361 | 5.691 |
| 44.149 | 46.812 | |
| 601.243 | 572.212 |
Insgesamt sind die Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um EUR 29,0 Millionen auf EUR 601,2 Millionen angestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich um EUR 37,7 Millionen erhöht. Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus höheren Verrechnungskonten aus dem Cash Pooling und höheren Verpflichtungen zum Verlustausgleich aus den Ergebnisabführungsverträgen (insgesamt um EUR 130,6 Millionen), der niedrigere konzerninterne Lieferschulden (Minderung um EUR 92,9 Millionen) gegenüberstehen.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 178,4 Millionen (Vorjahr EUR 271,3 Millionen) und sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungskonten in Höhe von EUR 258,0 Millionen (Vorjahr EUR 127,3 Millionen) enthalten.
Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten liegen nicht vor. Es bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte der Lieferanten. Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
10. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:
| EUR (000) | 2024 | % | 2023 | % |
|---|---|---|---|---|
| Fahrzeuge | 1.059.254 | 61,9 | 1.041.588 | 60,7 |
| Gebrauchtfahrzeuge | 75.355 | 4,4 | 65.325 | 3,8 |
| Busse | 139.559 | 8,1 | 155.220 | 9,1 |
| Komponenten, Motoren | 1.951 | 0,1 | 1.703 | 0,1 |
| Ersatzteile | 223.711 | 13,1 | 236.070 | 13,8 |
| Reparaturen, Sonstige Umsätze | 67.498 | 3,9 | 57.035 | 3,3 |
| Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Services | 144.976 | 8,5 | 156.938 | 9,2 |
| 1.712.304 | 100,0 | 1.713.879 | 100,0 | |
| Bundesrepublik Deutschland | 1.346.720 | 78,6 | 1.280.083 | 74,7 |
| Übrige EU-Länder | 168.072 | 9,8 | 209.380 | 12,2 |
| Übriges Europa | 35.639 | 2,1 | 37.488 | 2,2 |
| Außereuropäische Länder | 16.897 | 1,0 | 29.990 | 1,7 |
| Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Services | 144.976 | 8,5 | 156.938 | 9,2 |
| 1.712.304 | 100,0 | 1.713.879 | 100,0 |
Die Umsatzerlöse sind um EUR 1,6 Millionen niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang betrifft die Bereiche Busse, Ersatzteile sowie Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Services, während die Umsätze mit Fahrzeugen, mit Gebrauchtfahrzeugen und aus Reparaturen zunahmen.
Die Umsätze in Deutschland sind um 5,2 Prozent gestiegen, während sie in den übrigen EU-Ländern um -19,7 Prozent rückläufig waren.
11. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um EUR 3,6 Millionen auf EUR 7,9 Millionen erhöht.
Hier sind Währungsdifferenzen, Schadenersatz und übrige sonstige Erträge in Höhe von EUR 4,2 Millionen (Vorjahr EUR 1,6 Millionen) erfasst. Davon betreffen EUR 0,5 Millionen Erträge aus Schadenersatz (Vorjahr EUR 0,6 Millionen) sowie TEUR 30 (Vorjahr EUR 0,1 Millionen) Erträge aus Währungsumrechnung. Die Erträge aus Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte Kursgewinne als auch nicht realisierte Kursgewinne aus der Umrechnung zum Bilanzstichtag. Die Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen betragen EUR 3,7 Millionen (Vorjahr EUR 2,8 Millionen), darüber hinaus sind weitere periodenfremde Erträge wie im Vorjahr in Höhe von EUR 0,3 Millionen enthalten.
12. Materialaufwand
| EUR (000) | 2024 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 1.197.289 | 1.246.788 | (49.499) |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 155.429 | 154.473 | 956 |
| Materialaufwand | 1.352.718 | 1.401.261 | (48.543) |
13. Personalaufwand
| EUR (000) | 2024 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 85.248 | 84.864 | 384 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 13.080 | 12.299 | 781 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 1.638 | 9.237 | (7.599) |
| Summe | 14.718 | 21.536 | (6.818) |
| Personalaufwand | 99.966 | 106.400 | (6.434) |
Die Personalaufwendungen haben im Berichtsjahr um 6,0 Prozent abgenommen.
Die Löhne und Gehälter blieben praktisch unverändert. Höheren durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen und Tarifen stehen niedrigere Tantiemen und Gratifikationen gegenüber. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung haben sich um EUR 0,8 Millionen erhöht. Bei Aufwendungen für Altersversorgung reduzierten sich die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen.
14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
| EUR (000) | 2024 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Abschreibungen Sachanlagen | 3.109 | 2.642 | 467 |
| Planmäßige Abschreibungen Immaterielle Vermögenswerte | 238 | 220 | 18 |
| Abschreibungen | 3.347 | 2.862 | 485 |
15. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen, Pauschalwertberichtigungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich 2024 gegenüber dem Vorjahr um EUR 41,9 Millionen erhöht. Es stiegen vor allem die Aufwendungen für bezogene Dienstleistungen, und für Rechtsberatung.
Darüber hinaus sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 7,2 Millionen (Vorjahr EUR 6,3 Millionen) insbesondere aus Rückstellungszuführungen angefallen. Zudem sind Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 0,1 Millionen (Vorjahr ebenfalls EUR 0,1 Millionen) enthalten. Die Aufwendungen aus Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte Kursverluste als auch nicht realisierte Kursverluste aus der Umrechnung zum Bilanzstichtag.
16. Beteiligungsergebnis
| EUR (000) | 2024 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 3.358 | 6.922 | (3.564) |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | (177.146) | (28.180) | (148.966) |
| (173.788) | (21.258) | (152.530) |
Die ausgewiesenen Beteiligungsergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.
Das Beteiligungsergebnis weist einen Verlust in Höhe von EUR 173,8 Millionen (Vorjahr EUR 21,3 Millionen) auf. Das von der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm im Jahr 2024 übernommene Ergebnis ist negativ mit EUR 176,6 Millionen (Vorjahr minus EUR 28,2 Millionen). Die Verlustübernahme der Magirus GmbH für das Geschäftsjahr 2024 bei der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm, basiert auf vorläufigen Zahlen, da der Jahresabschluss der Magirus GmbH zum 31.12.2024 bereits aufgestellt, die Abschlussprüfung jedoch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses der IVECO Deutschland AG noch nicht vollständig abgeschlossen wurde. Die Vertriebsgesellschaften erwirtschafteten im Saldo einen Gewinn von EUR 2,2 Millionen (Vorjahr: Gewinn EUR 5,9 Millionen). Der abgeführte Gewinn der Iveco Investitions GmbH beläuft sich auf EUR 0,5 Millionen (Vorjahr EUR 1,0 Millionen).
Das negative Ergebnis der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm, ergibt sich insbesondere aus Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen (Mio. EUR 115,6), Verlusten aus dem Abgang einer Beteiligung (EUR 8,3 Millionen) sowie der Verlustübernahme der Magirus GmbH für 2024 (EUR 52,9 Millionen).
17. Zinsergebnis
| EUR (000) | 2024 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Erträge aus Ausleihungen | |||
| • von verbund. Unternehmen | 11 | 10 | 1 |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 11 | 10 | 1 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | |||
| • von verbundenen Unternehmen | 19.242 | 18.950 | 292 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 19.242 | 18.950 | 292 |
| Zinserträge | 19.253 | 18.960 | 293 |
| Abzinsungen auf Finanzanlagen | 0 | (1) | 1 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | |||
| • an Dritte | (6.303) | (6.096) | (207) |
| • an verbundene Unternehmen | (27.573) | (28.297) | 724 |
| • Aufzinsungen | (2.221) | (2.105) | (116) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | (36.097) | (36.498) | 401 |
| Zinsaufwendungen | (36.097) | (36.499) | 402 |
| Zinsergebnis | (16.844) | (17.539) | 695 |
Durch die Diskontierung vor allem der Pensionsrückstellungen ergab sich ein Aufzinsungsaufwand in Höhe von EUR 2,2 Millionen (Vorjahr EUR 2,1 Millionen). Das Zinsergebnis weist im Geschäftsjahr 2024 einen Verlust von EUR 16,8 Millionen aus, der sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,7 Millionen vermindert hat.
SONSTIGE ANGABEN
18. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)
| Mitarbeiter | Standort Ulm | übrige Standorte | 2024 Gesamt | 2023 Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Lohnempfänger | 335 | 2 | 337 | 325 |
| Angestellte | 386 | 149 | 535 | 537 |
| 721 | 151 | 872 | 862 | |
| Auszubildende u. ä. | 87 | 20 | 107 | 92 |
| 808 | 171 | 979 | 954 |
Die durchschnittliche Mitarbeiter-Anzahl (ohne Auszubildene) hat sich um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.
19. Vorstand, Aufsichtsrat
| EUR | 2024 |
|---|---|
| Bezüge des Vorstands | 2.873.963 |
| Bezüge ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene | 658.276 |
| Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene | 9.543.631 |
| Vergütung Aufsichtsrat | 135.000 |
Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten am Ende des Anhangs.
20. Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag mit Ausnahme der Patronatserklärung zugunsten der Magirus GmbH (beendet am 3. Januar 2025 zum Zeitpunkt des Verkaufs der Magirus-Gruppe) nicht.
Ein Risiko in Bezug auf die Inanspruchnahme aus Patronatserklärung besteht aus unserer Sicht nicht.
21. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
| EUR (000) zu Barwerten | 31.12.2024 |
|---|---|
| Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen | |
| fällig 2025 | 5.478 |
| 2026 bis 2029 | 15.506 |
| 2030 und folgende Jahre | 8.595 |
| Investitionsbestell-Obligo | 5.328 |
| Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften | 325.254 |
| 360.161 | |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 0 |
| davon gegenüber assoziierten Unternehmen | 0 |
Der Abschluss von Leasing- und Mietverträgen dient der Verringerung der Kapitalbindung und verlagert das Verwertungsrisiko auf den Vermieter. Die Mietverträge haben eine Laufzeit bis maximal 2034. Besondere Chancen oder zusätzliche Risiken bestehen hieraus nicht.
Die Leasingverpflichtungen resultieren aus Operating Lease Verträgen für Fahrzeuge sowie Büro- und Geschäftsausstattung. Der Abschluss der oben genannten Leasingverträge dient der Verringerung der Kapitalbindung und verlagert das Verwertungsrisiko auf den Leasinggeber. Die Leasingverträge haben eine Laufzeit bis maximal 2029. Besondere Chancen oder zusätzliche Risiken bestehen hieraus nicht.
Die mit Kunden vereinbarte Rückkaufverpflichtungen sind im Nutzfahrzeugmarkt üblich und dienen der Kundenbindung. Dem Risiko aus über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wurde durch die Bildung einer Rückstellung (EUR 32,3 Millionen) Rechnung getragen.
22. Derivative Instrumente
Im Geschäftsjahr 2024 wurden wie im Vorjahr keine Devisentermingeschäfte abgeschlossen.
23. Konzern-Zugehörigkeit
Die Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande, eine Aktiengesellschaft nach niederländischem Recht, ist Hauptaktionärin der IVECO Deutschland Aktiengesellschaft, Ulm. Sie erstellt den Konzernabschluss sowohl für den kleinsten als auch den größten Kreis der Unternehmen.
Der Konzernabschluss der Iveco Group N.V. ist bei der Handelskammer in Amsterdam, Niederlande, hinterlegt und wird im Bundesanzeiger in englischer Sprache veröffentlicht.
Dieser unter Einbeziehung der IVECO Deutschland Aktiengesellschaft, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die IVECO Deutschland Aktiengesellschaft, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.
Der Konzernabschluss der Iveco Group N.V., Amsterdam, Niederlande, ist nach „IFRS® Accounting Standards“, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:
| • | Umsatzrealisierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) |
| • | Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungen (IFRS 2) |
| • | Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung |
| • | Bilanzierung der Wartungs- und Reparaturverpflichtungen sowie der Verpflichtungen für Garantieverlängerungen nach IFRS 15 |
| • | Bilanzierung von Leasingverträgen (IFRS 16) |
| • | Ansatz, Ausweis und Bewertung von Finanzinstrumenten nach (IFRS 9) |
| • | Bewertung der Pensionsrückstellungen nach (IAS 19) |
| • | Bewertung latenter Steueransprüche nach (IFRS 16) |
| • | Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung) nach (IAS 38) |
24. Abschlussprüferhonorar
Das aufwandswirksam erfasste Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2024 einschließlich Auslagenersatz beträgt TEUR 120 und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.
25. Außerbilanzielle Geschäfte
Als absatzpolitische Maßnahme werden im Zusammenhang mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen mit den Kunden vereinbart. Diese Vereinbarungen sind im Nutzfahrzeugmarkt üblich. Durch diese Buy- Back-Vereinbarungen wird dem Käufer das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert, der über dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Rücknahme liegen kann, zurückzugeben. Die Umsätze aus diesen Verkaufsgeschäften werden bei Gefahrenübergang der Neufahrzeuge realisiert. Dem Risiko aus über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung zu Lasten der Umsatzerlöse Rechnung getragen.
Der Betrag der zum Bilanzstichtag bestehenden Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften beträgt 325,3 Millionen (Vorjahr: EUR 369,1 Millionen). Es bestehen - wie bereits im Vorjahr - keine Rückkaufverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Zum 31. Dezember 2024 wurden Forderungen in Höhe von EUR 205,0 Millionen (Vorjahr EUR 299,6 Millionen) an Factoring Gesellschaften veräußert. Das echte Factoring dient der Verbesserung sowohl der Liquiditätssituation als auch der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring Gesellschaft über. Das Debitorenmanagement verbleibt weiter bei der Gesellschaft. Wesentliche Risiken im Zusammenhang mit dem Factoring werden nicht gesehen.
26. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Geschäftsbeziehungen zu Schwestergesellschaften, Tochtergesellschaften und unserer Muttergesellschaft beziehen sich hauptsächlich auf Kauf und Verkauf von Fertigerzeugnissen, Komponenten und Ersatzteilen sowie den Erhalt bzw. die Erbringung von Dienstleistungen zu marktüblichen Bedingungen. Nicht zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossene Geschäfte mit nahestehenden Personen und verbundenen Unternehmen wurden nicht getätigt.
27. Ergebnisverwendung
Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 885,6 Millionen auf neue Rechnung vorzutragen.
MITGLIEDER DES VORSTANDS
| Christian Sulser | Vorsitzender |
| (seit 17.01.2025) | |
| Ressort Vertrieb | |
| Ausfuhrverantwortlicher | |
| Sascha Breitscheidel | Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme |
| Klaus Rekitt | Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern |
| Thomas Hilse | Vorsitzender |
| (bis 23.12.2024) | Ressort Brandschutz |
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
| Olof Persson | Vorsitzender |
| (seit 12.07.2024) | Chief Executive Officer |
| Iveco Group N.V. | |
| Dr. Gerrit Marx | Vorsitzender |
| (bis 30.06.2024) | Chief Executive Officer |
| Iveco Group N.V. | |
| Wilfried Schmid* | Stellvertretender Vorsitzender |
| Konzernbetriebsratsvorsitzender der Iveco Magirus AG | |
| Michael Braun* | 2. Bevollmächtigter (Geschäftsführer) und Kassierer der IG Metall Ulm |
| Marco Chiarolini | Chief Accounting Officer |
| Iveco S.p.A. | |
| Damiano Cretarola | Business Control Iveco Group N.V. |
| Bernhard Geiges* | Betriebsrat der Iveco Magirus AG |
| Markus Görtler* | Konzernbetriebsrat der Iveco Magirus AG |
| Wolfgang Hänle | Geschäftsführer Hänle Consulting GmbH |
| Dirk Hofmann* | Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus AG |
| Marco Liccardo | Chief Technology & Digital Officer |
| Iveco Group N.V. | |
| Isabella Macrelli | Industrial Relations |
| Iveco Group N.V. | |
| Yvonne Möller* | Gewerkschaftssekretärin |
| IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg |
* von den Arbeitnehmern gewählt
28. Nachtragsbericht
Die weitere Entwicklung ist aktuell vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten sowie der noch hohen Inflation mit gewissen Risiken hinsichtlich der Stabilität der Lieferketten und der Preise behaftet; wir gehen derzeit jedoch nicht von einer wesentlichen Beeinflussung unserer Umsatz- und Ertragssituation im laufenden Geschäftsjahr aus. Die aktuelle Entwicklung im Geschäftsjahr 2025 bestätigt diese Prognose.
Durch den Verkauf der Magirus-Gruppe (Brandschutz-Gruppe) am 3. Januar 2025 von der Liegenschaftsverwaltung Weisweil GmbH, Ulm, an die Mutares S.E., München, und den damit zusammenhängenden Namensrechten wurde mit Wirkung zum 13. Juni 2025 der Firmenname von Iveco Magirus AG geändert in IVECO Deutschland AG.
Im Zuge des von der Iveco-Gruppe angekündigten Verkaufs der Militärsparte im Q1/2026 wurde der in der IVECO Deutschland AG geführte Geschäftsbereich „Defense“ mit Wirkung zum 1. November 2025 im Rahmen eines Asset Deals in eine eigenständige Schwestergesellschaft, die IDV Deutschland GmbH, Ulm, veräußert.
Darüber hinaus haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschluss des Geschäftsjahres ereignet, über die zu berichten wäre.
Ulm, den 16. Februar 2026
IVECO Deutschland AG
Der Vorstand
Breitscheidel
Rekitt
Sulser
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die IVECO Deutschland Aktiengesellschaft (vormals: Iveco Magirus Aktiengesellschaft), Ulm
Wir haben den Jahresabschluss der IVECO Deutschland Aktiengesellschaft (vormals: Iveco Magirus Aktiengesellschaft), Ulm, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der IVECO Deutschland Aktiengesellschaft (vormals: Iveco Magirus Aktiengesellschaft), Ulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die in Abschnitt „7. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289f ABS. 4 HGB“ des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt „7. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289f ABS. 4 HGB“ enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| • | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| • | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 16. Februar 2026
**Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Sven Ilg, Wirtschaftsprüfer
Karin Schwendemann, Wirtschaftsprüferin
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Vorstand der IVECO Deutschland Aktiengesellschaft (vormals: Iveco Magirus Aktiengesellschaft) hat uns im Geschäftsjahr 2024 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.
Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage, sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Stellvertretende Vorsitzende wurden fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.
In der Sitzung am 18.07.2024 hat der Aufsichtsrat die Vorstandsmandate der Herren Sascha Breitscheidel, Klaus Rekitt und Christian Sulser jeweils bis zum 30.07.2025 verlängert. Mit Wirkung zum 23.12.2024 hat Herr Thomas Hilse sein Vorstandsmandat niedergelegt.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen. Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.
Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 und beschließen, den Jahresfehlbetrag 2024 zusammen mit dem Verlustvortrag aus 2023, insgesamt EUR 885.589.185,94, auf neue Rechnung vorzutragen.
Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
| 1. | die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, |
| 2. | bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war, |
| 3. | bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“ |
Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.
Mit Wirkung zum 30.06.2024 hat Herr Gerrit Marx sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Neues Mitglied des Aufsichtsrats ist seit 12.07.2024 Herr Olof Persson, der in der Sitzung am 18.07.2024 zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.
Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.
Ulm, im März 2026
Der Aufsichtsrat
Vorsitzender