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Iveco Group N.V. Annual Report 2019

Jan 6, 2021

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Annual Report

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Publication

Iveco Magirus Aktiengesellschaft

UIm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Iveco Magirus Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Anlage zum Bestätigungsvermerk

Nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Lageberichts

Folgende Bestandteile des Lageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:

Ulm: Kompetenzzentrum für schwere Lkw
Umweltschutz
Nachhaltigkeit
Ziele des Risikomanagements
Aufbauorganisation
Internes Kontrollsystem
Produkt- und Entwicklungsrisiken
Fahrzeugumbau/-aufbau und Beschaffung
Mitarbeiter
IT Risiken
Compliance
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Stuttgart, 28. Februar 2020

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Kaschub, Wirtschaftsprüfer

Filev, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Euro Euro
--- --- --- ---
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 31.288,36 9.064,92
Sachanlagen 36.366.535,42 36.151.331,35
Finanzanlagen 72.335.749,76 72.457.557,21
108.733.573,54 108.617.953,48
Umlaufvermögen
Vorräte (2)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 409.546,40 434.475,90
Fertige Erzeugnisse und Waren 243.427.252,31 199.119.987,99
243.836.798,71 199.554.463,89
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.764.248,39 9.856.274,53
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 359.549.370,85 431.640.243,22
Sonstige Vermögensgegenstände 2.671.730,27 5.475.607,00
371.985.349,51 446.972.124,75
Flüssige Mittel (4) 158.955,79 477.369,26
615.981.104,01 647.003.957,90
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 991.185,75 586.732,54
725.705.863,30 756.208.643,92

PASSIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Euro Euro
--- --- --- ---
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (6) 50.000.000,00 50.000.000,00
Kapitalrücklage (6) 683.611.520,43 683.611.520,43
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 14.736.772,57 14.736.772,57
Bilanzverlust (7) (672.233.239,42) (667.543.543,96)
76.115.053,58 80.804.749,04
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 113.731.854,94 111.760.395,00
Steuerrückstellungen 0,00 10.050.000,00
Sonstige Rückstellungen 262.670.030,12 251.507.068,65
376.401.885,06 373.317.463,65
Verbindlichkeiten (9)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 728.108,07 251.285,20
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 71.614.785,05 63.911.311,31
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 176.432.335,21 212.284.535,42
Sonstige Verbindlichkeiten 24.413.696,33 25.639.299,30
273.188.924,66 302.086.431,23
725.705.863,30 756.208.643,92

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019

Anhang 2019 2018
Euro Euro
--- --- --- ---
Umsatzerlöse (10) 1.347.500.920,35 1.347.364.228,29
Erhöhung (Vorjahr Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 406.723,08 (34.704,75)
1.347.907.643,43 1.347.329.523,54
Sonstige betriebliche Erträge (11) 28.725.763,41 39.458.236,18
Materialaufwand (12) (1.095.644.152,56) (1.113.373.704,20)
Personalaufwand (13) (81.767.141,01) (79.852.936,88)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) (1.841.352,20) (1.810.349,64)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) (185.645.119,43) (163.200.912,67)
11.735.641,64 28.549.856,33
Beteiligungsergebnis (16) 629.232,09 (26.165.183,14)
Zinsergebnis (17) (15.732.359,25) (17.274.103,59)
(3.367.485,52) (14.889.430,40)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 0,00
Ergebnis nach Steuern (3.367.485,52) (14.889.430,40)
Sonstige Steuern (1.322.209,94) (944.202,78)
Jahresfehlbetrag (4.689.695,46) (15.833.633,18)
Verlustvortrag aus dem Vorjahr (667.543.543,96) (651.709.910,78)
Bilanzverlust (672.233.239,42) (667.543.543,96)

ANHANG

der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm

Die Iveco Magirus Aktiengesellschaft mit Sitz in Ulm ist beim Amtsgericht Ulm unter HRB 1432 eingetragen. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.

Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst.

Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen.

Die Abschreibungen auf die Zugänge des Jahres 2019 sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit einem Wert unter EUR 250 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit einem Wert von EUR 250 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Ausleihungen werden grundsätzlich mit dem Nennwert bilanziert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten.

Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der biometrischen „Richttafeln 2018 G“ nach Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 2,71 (Vorjahr 3,21) Prozent. Unverändert zum Vorjahr wurden der Rententrend mit 1,75 Prozent und die Entgeltsteigerungen gemäß der entsprechenden Pensionsvereinbarung mit 0,00 bzw. 2,50 Prozent berücksichtigt.

Der Abzinsungssatz beruht auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und werden mit dem Erfüllungsbetrag bzw. dem anzusetzenden Barwert passiviert.

Der Erfüllungsbetrag wird unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde. Diese beiden Effekte wirken gegenläufig. Bei Effekten aus der Diskontierung wurden die einzelnen Rückstellungen zugunsten des Zinsergebnisses reduziert. Es wurden zum Teil prognostizierte Zinssätze verwendet, welche von den Zinssätzen der deutschen Bundesbank abweichen. Hieraus ergeben sich aber keine wesentlichen Abweichungen auf die Bewertung der Rückstellungen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Umrechnungskurs bei Entstehung bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Die Bilanzierungsvorschriften der Iveco Gruppe sehen vor, die latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede in Organgesellschaften auf Ebene der Organgesellschaft zu ermitteln und in der Iveco Magirus Aktiengesellschaft zu erfassen. Latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen und auf Verlustvorträge sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Berechnung der latenten Steuern ergab ausschließlich aktive latente Steuern. Vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB, die aktiven latenten Steuern nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. Damit ergaben sich keine Steuereffekte aus latenten Steuern. Aktive latente Steuern ergeben sich in erster Linie aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen u. a. bei der Bewertung der Pensionsrückstellung und bei der Bewertung der Sonstigen Rückstellungen sowie aus Verlustvorträgen. Für die Ermittlung wurde ein Steuersatz von 29,3 Prozent zugrunde gelegt.

Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt des Übergangs der Risiken und Chancen der Fahrzeuge auf den Kunden realisiert. Dies ist der Fall, wenn im Rahmen des Fahrzeugverkaufs dieses dem Händler oder dem Kunden zur Verfügung gestellt wird. Für mögliche Risiken aus bestehenden Rückkaufverpflichtungen wird im Rahmen der Rückstellungsbildung Vorsorge getroffen. Erlösminderungen in Form von Preisnachlässen, zurückgewährten Entgelten sowie Rückstellungszuführungen für über dem Marktniveau liegende Rücknahmepreise werden von den Umsätzen abgesetzt.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung 2019 Sachanlagen in EUR (000) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2019 145.441 40.550 9.177 0 195.168
Zugänge 1.125 645 284 2.054
Abgänge 65 43 108
Stand am 31.12.2019 146.566 41.130 9.418 0 197.114
Abschreibungen
Stand am 01.01.2019 113.515 37.557 7.945 0 159.017
Zugänge 1.048 352 435 1.835
Abgänge 65 40 105
Stand am 31.12.2019 114.563 37.844 8.340 0 160.747
Nettobuchwert am 31.12.2019 32.003 3.286 1.078 0 36.367
Nettobuchwert am 31.12.2018 31.926 2.993 1.232 0 36.151
Entwicklung 2019 Finanzanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in EUR (000) Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Sonstige Ausleihungen Finanzanlagen Gesamt Immaterielle Vermögensgegenstände, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2019 64.503 7.764 194 72.461 2.358
Zugänge 1.158 70 1.228 27
Abgänge 1.268 81 1.349
Stand am 31.12.2019 64.503 7.654 183 72.340 2.385
Abschreibungen
Stand am 01.01.2019 - - 3 3 2.349
Zugänge - - 2 2 5
Abgänge - - 1 1
Stand am 31.12.2019 - - 4 4 2.354
Nettobuchwert am 31.12.2019 64.503 7.654 179 72.336 31
Nettobuchwert am 31.12.2018 64.503 7.764 191 72.458 9
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2019 108.734
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2018 108.618

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der „Entwicklung des Anlagevermögens“ (Anlagespiegel) dargestellt.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Verbundene Unternehmen Kapitalanteil Eigenkapital
% EUR (000)
--- --- ---
Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg 100,00 4.833
Iveco Bayern GmbH, Nürnberg 100,00 2.276
Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin 100,00 4.781
Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim 100,00 4.474
Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf 100,00 9.076
Iveco Investitions GmbH, Ulm 99,02 2.608
Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil 90,03 40.728

Die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen sind nach Ergebnisabführung/ -übernahme ausgeglichen.

Daneben bestehen über die Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil (1) und die Iveco Investitions GmbH (2) folgende indirekte Beteiligungen:

Verbundene Unternehmen Kapitalanteil Eigenkapital Ergebnis
% EUR (000) EUR (000)
--- --- --- --- ---
Magirus GmbH, Ulm (1) 99,76 19.492 0 *
Magirus Camiva, Chambéry (F) (1) 100,00 1.756 ** (193) **
Magirus Lohr GmbH, Kainbach (A) (1) 100,00 2.452 ** 123 **
IAV Industrie-Anlagen-Verpachtung GmbH, Ulm (2) 95,00 72 0 *
EFFE Grundbesitzgesellschaft mbH, Ulm (2) 90,00 9.507 (1)

* Die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen sind nach Ergebnisabführung / -übernahme ausgeglichen.

** Laut Jahresabschluss zum 31.12.2018.

2. Vorräte

Das Vorratsvermögen insgesamt hat sich gegenüber dem Vorjahr um 22,1 Prozent auf EUR 243,8 Millionen erhöht. Der Bestand an Fertigerzeugnissen und Waren stieg stark um 22,3 Prozent (um EUR 44,3 Millionen) auf EUR 243,4 Millionen (Vorjahr EUR 199,1 Millionen).

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR (000) 31.12.2019 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 31.12.2018 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
• Buchforderungen 9.764 1 9.856 1
9.764 1 9.856 1
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
• aus Lieferungen und Leistungen 15.660 - 80.958 -
• sonstige 343.889 - 350.682 -
359.549 - 431.640 -
Sonstige Vermögensgegenstände 2.672 - 5.476 -
371.985 1 446.972 1

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit EUR 9,8 Millionen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um EUR 72,1 Millionen auf EUR 359,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr gemindert. Die Minderung betrifft mit EUR 65,3 Millionen stichtagsbezogen niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Cash Pool Guthaben in Höhe von EUR 335,9 Millionen (Vorjahr EUR 346,5 Millionen) enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände von EUR 2,7 Millionen enthalten im Wesentlichen debitorische Kreditoren sowie Steuerforderungen.

4. Flüssige Mittel

EUR (000) 31.12.2019 31.12.2018 Veränderung
Kassenbestand und Schecks 7 6 1
Guthaben bei Kreditinstituten 152 471 (319)
159 477 (318)

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Vorauszahlungen für Versicherungen, Mieten und Vertriebsveranstaltungen für das 1. Quartal 2020 sowie vorausgezahlte Kfz-Steuern.

6. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, beträgt unverändert EUR 50.000.000,00 und ist in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00 eingeteilt.

7. Bilanzverlust

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Verlustvortrag (667.543) (651.710) (15.833)
Jahresfehlbetrag (4.690) (15.834) 11.144
Bilanzverlust (672.233) (667.544) (4.689)

8. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt EUR 113,7 Millionen (Vorjahr EUR 111,8 Millionen). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des siebenjährigen und des zehnjährigen Durchschnittszinssatzes beläuft sich auf EUR 10,5 Millionen (Vorjahr EUR 11,8 Millionen). Dieser unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen u. a. drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen, Verpflichtungen aus Wartungs- und Reparaturverträgen, Gewährleistungen, sonstige vertriebliche Risiken, Zinssubventionen, Verpflichtungen im Personalbereich sowie die Abdeckung von sonstigen Risiken.

Nach Abschluss des Kommissionsverfahrens in 2016 wegen Verstöße aller namhaften europäischen Lastkraftwagenhersteller einschließlich Iveco gegen das europäische Wettbewerbsrecht im Bereich mittelschwere und schwere Lkw machen Kunden - wie in solchen Fällen üblich - Schadensersatzansprüche geltend.

Sie behaupten, durch den von der Kommission festgestellten Verstoß einen Schaden erlitten zu haben. Die Iveco Magirus Aktiengesellschaft geht nicht davon aus, dass es durch das von der Europäischen Kommission festgestellte Verhalten zu einem Schaden bei Kunden gekommen ist. Verschiedene Kunden haben ihre vermeintlichen Forderungen außergerichtlich und teilweise auch auf dem Klageweg geltend gemacht. Der Vorstand geht derzeit unverändert davon aus, dass es zu keinen nennenswerten zukünftigen Mittelabflüssen kommen wird, kann dies aber nicht vollends ausschließen.

9. Verbindlichkeiten

EUR (000) 31.12.2019 31.12.2018
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 728 251
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 71.615 63.911
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 176.432 212.285
Sonstige Verbindlichkeiten
• aus Steuern 19.533 17.994
• im Rahmen der sozialen Sicherheit 11 2
• übrige 4.870 7.643
24.414 25.639
273.189 302.086

Insgesamt haben die Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um EUR 28,9 Millionen auf EUR 273,2 Millionen abgenommen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die erhaltenen Anzahlungen sind um EUR 7,7 Millionen bzw. um EUR 0,5 Millionen höher als zum Vorjahresende.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 76,9 Millionen (Vorjahr EUR 120,7 Millionen) und Verrechnungskonten in Höhe von EUR 99,5 Millionen (Vorjahr EUR 91,6 Millionen) enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind aus der Pfandabwicklung in Zusammenhang mit dem Ersatzteil-Geschäft insgesamt EUR 2,5 Millionen (Vorjahr EUR 1,9 Millionen) gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.

Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten liegen nicht vor. Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:

EUR (000) 2019 % 2018 %
Fahrzeuge 754.874 56,0 721.292 53,5
Gebrauchtfahrzeuge 66.181 4,9 104.288 7,7
Busse 151.366 11,2 153.062 11,4
Komponenten, Motoren 1.210 0,1 1.337 0,1
Ersatzteile 235.451 17,5 226.253 16,8
Reparaturen, Sonstige Umsätze 56.518 4,2 56.069 4,2
Sonstige betriebliche Erlöse 81.901 6,1 85.063 6,3
1.347.501 100,0 1.347.364 100,0
Bundesrepublik Deutschland 971.028 72,1 1.038.469 77,0
Übrige EU-Länder 249.567 18,5 181.243 13,5
Übriges Europa 38.104 2,8 22.712 1,7
Außereuropäische Länder 6.901 0,5 19.877 1,5
Sonstige betriebliche Erlöse 81.901 6,1 85.063 6,3
1.347.501 100,0 1.347.364 100,0

Die Umsatzerlöse sind um 0,1 Millionen höher als im Vorjahr. Höheren Umsätzen bei Neufahrzeugen und Ersatzteilen steht ein Umsatzrückgang bei Gebrauchtfahrzeugen gegenüber. Niedrigere Umsätze in Deutschland und außerhalb Europas werden durch Umsatzsteigerungen in Europa leicht überkompensiert.

11. Sonstige betriebliche Erträge

In der Gesamtsumme von EUR 28,7 Millionen (Vorjahr EUR 39,5 Millionen) sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 20,2 Millionen (Vorjahr EUR 34,7 Millionen) sowie Versicherungsentschädigungen, Währungsdifferenzen und übrige sonstige Erträge in Höhe von EUR 8,5 Millionen (Vorjahr EUR 4,8 Millionen) enthalten. Davon betreffen EUR 0,2 Millionen (Vorjahr EUR 0,6 Millionen) Erträge aus Währungsumrechnung. Von den übrigen sonstigen Erträgen entfallen EUR 3,6 Millionen auf den Wegfall der durchlaufenden Verpflichtung zur Vertriebsunterstützung an Händler, der ein entsprechender Aufwand gegenübersteht.

12. Materialaufwand

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 944.501 973.236 (28.735)
Aufwendungen für bezogene Leistungen 151.143 140.138 11.005
Materialaufwand 1.095.644 1.113.374 (17.730)

Der Materialaufwand ist um EUR 17,7 Millionen oder 1,6 Prozent niedriger als im Vorjahr.

13. Personalaufwand

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Löhne und Gehälter 64.157 63.089 1.068
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 10.189 9.817 372
Aufwendungen für Altersversorgung 7.421 6.947 474
Summe 17.610 16.764 846
Personalaufwand 81.767 79.853 1.914

Die Personalaufwendungen sind im Berichtsjahr um 2,4 Prozent angestiegen.

Dieser Anstieg resultiert mit 1,7 Prozent aus höheren Löhnen und Gehältern und im Übrigen im Wesentlichen aus erhöhten Sozialabgaben und Zuführungen zur Rückstellung für Altersversorgung.

14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Abschreibungen Sachanlagen 1.836 1.770 66
Planmäßige Abschreibungen Immaterielle Vermögenswerte 5 40 (35)
Abschreibungen 1.841 1.810 31

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen, Pauschalwertberichtigungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr um EUR 22,4 Millionen. Dieser Anstieg resultiert aus höheren vom Konzern weiterbelasteten Rechtskosten im Zusammenhang mit dem in 2016 abgeschlossenen Kommissionsverfahren wegen Verstöße gegen das europäische Wettbewerbsrecht (EUR 28,6 Millionen in 2019 nach EUR 18,1 Millionen in 2018) sowie um Aufwendungen aus einem Wartungs- und Reparaturvertrag (EUR 15,0 Millionen).

Darüber hinaus sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 0,6 Millionen (Vorjahr EUR 0,9 Millionen) sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 0,2 Millionen (Vorjahr EUR 0,4 Millionen) enthalten.

16. Beteiligungsergebnis

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 5.064 2.101 2.963
Aufwendungen aus Verlustübernahmen (4.435) (28.266) 23.831
629 (26.165) 26.794

Die ausgewiesenen Beteiligungsergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.

17. Zinsergebnis

EUR (000) 2019 2018 Veränderung
Erträge aus Ausleihungen
• von verbund. Unternehmen 19 35 (16)
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 19 35 (16)
Zinsen und ähnliche Erträge
• von Dritten 7 0 7
• von verbundenen Unternehmen 29 18 11
• Abzinsungen 400 4 396
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 436 22 414
Zinserträge 455 57 398
Abzinsungen auf Finanzanlagen (2) (2) 0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
• an Dritte (4.624) (6.105) 1.481
• an verbundene Unternehmen (7.690) (6.380) (1.310)
• Aufzinsungen (3.871) (4.844) 973
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (16.185) (17.329) 1.144
Zinsaufwendungen (16.187) (17.331) 1.144
Zinsergebnis (15.732) (17.274) 1.542

Durch die Diskontierung der Pensionsrückstellungen ergab sich ein Aufzinsungaufwand bei den langfristigen Personalrückstellungen in Höhe von EUR 3,5 Millionen (Vorjahr EUR 3,9 Millionen).

Das Zinsergebnis weist im Geschäftsjahr 2019 einen um EUR 1,5 Millionen niedrigeren Verlust von EUR 15,7 Millionen aus, der vor allem aus niedrigeren Zinsaufwendungen an Dritte resultiert.

SONSTIGE ANGABEN

18. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiter Engineering Verwaltung Ulm Vertrieb und Ersatzteillager 2019 Gesamt 2018 Gesamt
Lohnempfänger 259 14 273 292
Angestellte 298 188 486 487
Auszubildende u. ä. 41 17 58 44
598 219 817 823

Die durchschnittliche Mitarbeiter-Anzahl hat sich um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemindert.

19. Vorstand, Aufsichtsrat

2019 EUR
Bezüge des Vorstands 704.527,73
Bezüge ehern. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 700.376,33
Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 9.486.705,00
Vergütung Aufsichtsrat 135.000,00

Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten am Ende des Anhangs.

20. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

21. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

EUR (000) zu Barwerten 31.12.2019
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen
fällig 2020 4.109
2021 bis 2024 9.076
2025 und folgende Jahre 5.515
Investitionsbestell-Obligo 2.034
Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften 355.819
376.553
davon gegenüber verbundenen Unternehmen -
davon gegenüber assoziierten Unternehmen -

22. Derivative Instrumente

Das Unternehmen ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken werden teilweise durch Devisenterminkontrakte abgesichert. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Wechselkursrisiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden laufend überwacht.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 bestanden keine Devisentermingeschäfte offen.

23. Konzern-Zugehörigkeit

Die CNH Industrial N.V., Amsterdam, Niederlande, eine Aktiengesellschaft nach niederländischem Recht, ist mit Mehrheit an der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, beteiligt. Sie erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen.

Die CNH Industrial N.V., Amsterdam, Niederlande ist in dem Konzernabschluss der EXOR N.V., Amsterdam, Niederlande voll konsolidiert. Damit ist die Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm ein verbundenes Unternehmen zur EXOR Industrial N.V., die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird, erstellt. Der Konzernabschluss der EXOR N.V., Amsterdam, Niederlande, wird im Internet unter https://www.exor.com/pages/investors-media/financial-results publiziert.

Der Konzernabschluss der CNH Industrial N.V. ist bei der Handelskammer in Amsterdam, Niederlande, hinterlegt und wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Dieser unter Einbeziehung der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss der CNH Industrial N.V., Amsterdam, Niederlande, ist nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Umsatzrealisierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden IFRS 15
Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungen IFRS 2
Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung
Bilanzierung der Wartungs- und Reparaturverpflichtungen sowie der Verpflichtungen für Garantieverlängerungen nach IFRS 15
Bilanzierung von Leasingverträgen IFRS 16
Ansatz, Ausweis und Bewertung von Finanzinstrumenten
Bewertung der Pensionsrückstellungen nach IAS 19
Bewertung latenter Steueransprüche
Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung)

24. Abschlussprüferhonorar

Das Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 für Abschlussprüferleistungen einschließlich Auslagenersatz beträgt TEUR 120.

25. Außerbilanzielle Geschäfte

Als absatzpolitische Maßnahme werden im Zusammenhang mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen mit den Kunden vereinbart. Diese Vereinbarungen sind im Nutzfahrzeugmarkt üblich. Durch diese Buy-Back-Vereinbarungen wird dem Käufer das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert, der über dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Rücknahme liegen kann, zurückzugeben. Die Umsätze aus diesen Verkaufsgeschäften werden bei Gefahrenübergang der Neufahrzeuge realisiert. Dem Risiko aus über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung zu Lasten der Umsatzerlöse Rechnung getragen.

Der Betrag der zum Bilanzstichtag bestehenden Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften beträgt EUR 355,8 Millionen. Es bestehen - wie bereits im Vorjahr- keine Rückkaufverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Zum 31. Dezember 2019 wurden Forderungen in Höhe von EUR 87,7 Millionen (Vorjahr EUR 94,1 Millionen) an Factoring Gesellschaften veräußert. Das echte Factoring dient der Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring Gesellschaft über. Das Debitorenmanagement verbleibt weiter bei der Gesellschaft. Wesentliche Risiken im Zusammenhang mit dem Factoring werden nicht gesehen.

26. Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 672,2 Millionen auf neue Rechnung vorzutragen.

27. Nachtragsbericht

Seit dem 31. Dezember 2019 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wir einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwarten und die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind.

MITGLIEDER DES VORSTANDS 2019

Klaus Rekitt Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern
Achim Specht Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme
Christian Sulser (seit 20.03.2019) Ressort Vertrieb Ausfuhrverantwortlicher
Sascha Kaehne (bis 19.03.2019) Ressort Vertrieb Ausfuhrverantwortlicher

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 2019

Dr. Gerrit Marx (seit 28.02.2019) Vorsitzender President Commercial and Specialty Vehicles
Iveco S.p.A., Turin, Italien
Tom Verbaeten (bis 27.02.2019) Vorsitzender Chief Supply Chain Officer
CNH Industrial N.V., London, Vereinigtes Königreich
Wilfried Schmid * Stellvertretender Vorsitzender Konzernbetriebsratsvorsitzender der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm
Michael Braun * 2. Bevollmächtigter (Geschäftsführer) und Kassierer der IG Metall Ulm
Marco Chiarolini Chief Accounting Officer
Iveco S.p.A., Turin, Italien
Damiano Cretarola (seit 18.11.2019) Chief Financial Officer Commercial & Specialty Vehicles Iveco S.p.A., Turin, Italien
Bernhard Geiges * Betriebsrat der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm
Markus Görtler * Konzernbetriebsrat der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm
Wolfgang Hänle (seit 28.02.2019) Geschäftsführer Hänle Consulting GmbH, Ulm
Dirk Hofmann * Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm
Riccardo lessi (bis 28.02.2019) Chief Financial Officer EMEA
CNH Industrial N.V., London, Vereinigtes Königreich
Marco Liccardo Medium & Heavy Trucks Global Product Line Iveco S.p.A., Turin, Italien
Isabella Macrelli Industrial Relations EMEA CNH Industrial N.V., London, Vereinigtes Königreich
Mariano Pizzorno (seit 28.02.2019 bis 01.08.2019) Chief Financial Officer Commercial & Specialty Vehicles Iveco S.p.A., Turin, Italien
Paul Rodenfels * Gewerkschaftssekretär IG Metall Vorstandsverwaltung Frankfurt

* von den Arbeitnehmern gewählt

Ulm, den 28. Februar 2020

Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Rekitt

Specht

Sulser

LAGEBERICHT

der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Abgeschwächtes Wirtschaftswachstum

Die Konjunktur in Deutschland hat sich im laufenden Jahr weiter abgekühlt. Mit Einsetzen des Abschwungs zur Jahreswende 2017/2018 ist nunmehr ein Großteil der zuvor recht deutlichen Überauslastung der Produktionskapazitäten abgebaut. Die Gründe für die konjunkturelle Abkühlung sind in erster Linie in der Industrie zu suchen.

In der Industrie ist die Produktion seit Mitte letzten Jahres rückläufig, da sich die Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern in wichtigen Absatzmärkten abschwächte. Allmählich strahlt die Rezession auch auf die Dienstleister der Industrie aus. Trotzdem befindet sich die Bundesrepublik in einer der langanhaltendsten Wachstumsphasen. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte nun im zehnten Jahr in Folge zu.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde auch 2019 das Wachstum wieder stark von den staatlichen wie den privaten Konsumausgaben - die von einer stabilen Beschäftigungslage profitierten - getragen. So sind in 2019 der Wachstumsbeitrag des privaten Konsums 0,7 und der des staatlichen Konsums 0,4 Prozentpunkte. Die stärksten Negativbeiträge gingen von den gestiegenen Einfuhren aus, die mit minus 1,1 Prozentpunkten das Wachstum bremsten; insgesamt minderte der Außenbeitrag durch sein absolutes Minus von minus 0,9 Prozent das BIP um 0,6 Prozentpunkte.

Die Dynamik im Arbeitsmarkt ließ zuletzt nach. Die Forschungsinstitute erwarten in ihrer Gemeinschaftsdiagnose für 2019 einen Anstieg der Erwerbstätigen um 383.000 Stellen bei einer (standardisierten) Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent.

Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Jahresdurchschnitt nur um 1,4 Prozent (Vorjahr: 1,9 Prozent).

Im Euro-Raum wuchs die Wirtschaft 2019 um 1,2 Prozent. Die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe war abermals rückläufig, während sie bei den öffentlichen und privaten Dienstleistern, im Baugewerbe sowie in den Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe weiter moderat zulegte. Alles in allem war der leichte Aufschwung wie schon im Vorjahr von der Binnenwirtschaft getrieben.

Die Beschäftigung im Euro-Raum stieg gegenüber dem Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 Prozent auf 7,6 Prozent.

Parallel dazu sind die Verbraucherpreise im Euro-Raum im Schnitt um 1,3 Prozent angezogen. In fast allen großen Ländern lagen die Inflationsraten wieder niedriger als im Vorjahr.

Die Weltkonjunktur kühlte sich 2019 ab. Der internationale Warenhandel ist rückläufig. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe stagnierte und sank in einigen fortgeschrittenen Volkswirtschaften sogar. Insgesamt wird das weltweite Wachstum mit 2,6 Prozent angegeben.

Dazu trugen die Schwellenländer 4,6 Prozent bei, das BIP-Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften liegt lediglich bei 1,7 Prozent. Hier wird für 2019 von einer Inflation von 1,6 Prozent und von einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent ausgegangen.

Insgesamt leicht gestiegene Nutzfahrzeugnachfrage

In Westeuropa hat die Nutzfahrzeugnachfrage im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr weiter zugelegt. Bei den Fahrzeugen unter 6,0 Tonnen wurden knapp 2.334.700 Einheiten zugelassen; dies sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zulassung in den elf neuen EU-Ländern Osteuropas betrug 254.800 und war 7,1 Prozent höher als 2018.

Bei den Fahrzeugen mit 6,0 Tonnen oder mehr zulässigem Gesamtgewicht wurden in Westeuropa 294.400 neue Einheiten zugelassen. Dies ist ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Osteuropas EU-Ländern kamen weitere 71.200 Einheiten hinzu, was einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber 2018 entspricht.

Unter den europäischen Volumenmärkten erreichte 2019 Italien bei den Nutzfahrzeugen unter 6,0 Tonnen (hier sind VANs und Trucks eingerechnet) mit einem Plus von rund 10,4 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Zuwachs - nach einem schrumpfenden Markt im Vorjahr. In Deutschland (plus 1,5 Prozent), Frankreich (plus 3,0 Prozent), UK (plus 1,3 Prozent) und Spanien (plus 3,4 Prozent) wuchsen die Märkte, während einzig Schweden mit minus 12,9 Prozent sehr deutlich schrumpfte.

Etwas anders stellt sich die Situation bei den schweren Nutzfahrzeugen dar. Insbesondere Italien konnte sich weiter erholen und fuhr ein Plus von 4,5 Prozent ein.

Spanien war mit 2,2 Prozent ebenfalls im Plus. In Frankreich (minus 0,2 Prozent) und in UK (minus 7,2 Prozent) lagen die Absatzzahlen im Abwärtstrend; Deutschland schloss sich diesem Trend mit minus 3,4 Prozent an.

Geschäftsmodell Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Die Iveco Magirus Aktiengesellschaft ist ein Unternehmen, das Nutzfahrzeuge entwickelt und vertreibt. Im Jahr 2016 konnte Iveco Magirus Aktiengesellschaft das 100-jährige Jubiläum der Lkw-Entwicklung feiern.

Bis heute befindet sich das Iveco-Entwicklungszentrum in Ulm. Die lange Tradition und das Know-how spiegeln sich auch im Iveco Customizing Center (ICC) wider.

Das 2017 am Standort Ulm eröffnete Iveco Kunden Center als Auslieferungszentrum für Lkw und Busse sowie die OK Trucks und OK Bus Gebrauchtwagen-Zentrale Ulm, die - neben der bereits 1997 eröffneten GWZ Hildesheim - vor allem den süddeutschen Raum sowie die Schweiz und Österreich bedient, haben sich im Geschäftsjahr 2019 zu wichtigen und integralen Bestandteilen des Standorts Ulm entwickelt. In Unterschleißheim bei München hat die Vertriebszentrale ihren Sitz. Vertrieb und Service werden daneben von fünf Tochtergesellschaften in Deutschland erbracht.

Das Sortiment umfasst neben leichten, mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen auch Fahrzeuge für den Personentransport sowie Spezialfahrzeuge. Abgerundet wird das Programm durch Gebrauchtfahrzeuge sowie Ersatzteile.

GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO MAGIRUS AKTIENGESELLSCHAFT

Inlandsmarkt gewachsen

Die Lkw-Zulassungen in den für IVECO relevanten Marktsegmenten (ab 3,5 Tonnen) legten in Deutschland 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 10,1 Prozent zu und lagen damit über dem Vorjahr von plus 7,9 Prozent.

Das Plus resultierte - wie schon 2018 - vor allem aus einem Zuwachs bei den leichten Lkw (3,5 bis 6,0 Tonnen) um 14,4 Prozent. Die Steigerung im schweren Segment ab 16 Tonnen fiel mit 2,3 Prozent geringer aus als im Vorjahr (3,7 Prozent). Die Zulassungszahlen der mittleren Lkw stiegen in 2019 deutlich um 5,8 Prozent; bei Eingrenzung auf den Bereich von 7,5 bis 16 Tonnen jedoch nur um 0,5 Prozent. Der größte Zuwachs entfiel mit 10,5 Prozent auf die Transporter von 6,01 bis 7,49 Tonnen sowie in allererster Linie auf die 3,5-Tonner (+14,5 Prozent).

IVECO nahm bei einem Zulassungsplus um 5,9 Prozent am insgesamt positiven Trend nur leicht unterdurchschnittlich teil. Im Segment bis 6,0 Tonnen betrug das Plus 2,3 Prozent, jedoch mit minus 0,6 Prozentpunkten Marktanteil gegenüber 2018. Im Bereich Medium (6,01 bis 15,99 Tonnen) erreichte IVECO ein Plus von 19 Prozent und damit auch einen Marktanteilszuwachs von 2,9 Prozent. Rechnet man aber die schweren Transporter zu den Light-Fahrzeugen, sind es ab 7,5 Tonnen minus 8,6 Prozent Zulassungen und 1 Prozent weniger Marktanteil im Medium-Bereich als 2018. Dafür steht Light bis 7,49 Tonnen mit plus 9,7 Prozent deutlich besser als im Vorjahr da; auch die Marktanteilsverluste im Light-Bereich fallen mit minus 0,3 Prozent geringer aus als bei der Betrachtung bis nur 6 Tonnen. Bei über 16 Tonnen Gesamtgewicht erzielte IVECO einen Marktanteil von 2,6 Prozent, das sind 0,4 Prozent weniger als 2018 - positiv fallen hier die steigenden Marktanteile bei den Sattelzugmaschinen (um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent) auf.

Der Bus-Markt blieb 2019 in Deutschland mit 6.429 Einheiten um minus 3,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (6.660 Einheiten), IVECO Bus erreichte mit seinen 632 Einheiten einen Marktanteil von 9,8 Prozent. Das sind 0,4 Prozent weniger als 2018, als 678 Einheiten zugelassen wurden.

Einen deutlichen Rückgang gibt es im Berichtsjahr auch beim Auftragseingang zu verzeichnen.

Umsatz

Die Iveco Magirus Aktiengesellschaft erzielte im Berichtsjahr einem Umsatz von EUR 1.347,5 Millionen, der den Vorjahreswert um EUR 0,1 Millionen übersteigt.

76,7 Prozent bzw. EUR 971,0 Millionen des um Weiterbelastungen bereinigten Umsatzes wurden im Inland erzielt (Vorjahr: 82,3 Prozent bzw. EUR 1.038,5 Millionen) und 23,3 Prozent bzw. EUR 294,6 Millionen im Ausland (Vorjahr: 17,7 Prozent bzw. EUR 223,8 Millionen).

Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 754,9 Millionen bzw. 56,0 Prozent vom Umsatz aus. Im Vorjahr lagen die Werte bei EUR 721,3 Millionen bzw. ebenfalls 53,5 Prozent. Mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten und Motoren, Ersatzteilen, Reparaturen und Bussen ergab sich ein Umsatz in Höhe von EUR 510,7 Millionen, was 37,9 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht (Vorjahr: EUR 541,0 Millionen und 40,2 Prozent).

Erträge aus Weiterbelastungen werden innerhalb der Umsatzerlöse als sonstige betriebliche Erlöse mit EUR 81,9 Millionen (Vorjahr: EUR 85,1 Millionen) ausgewiesen.

Ergebnis

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 war weiter durch eine Fokussierung des Absatzmix auf eine Verbesserung der Margen geprägt. Damit war im Inland ein Umsatzrückgang verbunden, der durch Zuwächse in ausländischen Märkten leicht überkompensiert wurde. Das Geschäft mit Militärfahrzeugen und Bussen hat einen positiven Beitrag zum Ergebnis gebracht. Sonderbelastungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verschlechterten das Betriebsergebnis (als Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungen) gegenüber dem Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr um EUR 22,4 Millionen. Dieser Anstieg resultiert aus höheren vom Konzern weiterbelasteten Rechtskosten im Zusammenhang mit dem in 2016 abgeschlossenen Kommissionsverfahren wegen Verstöße gegen das europäische Wettbewerbsrecht sowie aus Aufwendungen aus einem Wartungs- und Reparaturvertrag.

Das Betriebsergebnis (vor Beteiligungsergebnis, Zinsen und Steuern) weist im Berichtsjahr einen Gewinn von EUR 11,7 Millionen (Vorjahr EUR 28,5 Millionen) aus.

Das Beteiligungsergebnis weist einen Gewinn in Höhe von EUR 0,6 Millionen (Vorjahr: minus EUR 26,2 Millionen) auf. Die Restrukturierungsmaßnahmen bei der Magirus GmbH führten im Berichtsjahr zu einem positiven Ergebnisbeitrag. Die Verluste bei den Vertriebsgesellschaften lagen leicht über dem Vorjahr.

Als Ergebnis nach Ertragsteuern ist im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Verlust von EUR 3,4 Millionen auszuweisen nach einem Minus von EUR 14,9 Millionen im Vorjahr.

Als Jahresergebnis ergibt sich ein Verlust von EUR 4,7 Millionen gegenüber EUR 15,8 Millionen im Vorjahr.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme hat sich zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr um EUR 30,5 Millionen (4,0 Prozent) auf EUR 725,7 Millionen vermindert.

Das Anlagevermögen blieb nahezu unverändert. Bei den Sachanlagen stehen Investitionen in Höhe von EUR 2,1 Millionen planmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 1,8 Millionen gegenüber.

Das Umlaufvermögen nahm um EUR 31,0 Millionen auf EUR 616,0 Millionen (Vorjahr: EUR 647,0 Millionen) ab. Reduziert haben sich vor allem die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um EUR 72,1 Millionen, während fertige Erzeugnisse und Waren um EUR 44,3 Millionen zunahmen.

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 4,7 Millionen minderte das Eigenkapital insgesamt auf EUR 76,1 Millionen. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 10,5 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent).

Einschließlich der Pensionsrückstellungen steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 189,8 Millionen (Vorjahr: EUR 192.6 Millionen) zur Verfügung.

Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital hat sich um EUR 27,8 Millionen auf EUR 535,9 Millionen gemindert. Dieser Rückgang betrifft im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 35,9 Millionen), denen höhere Lieferantenschulden (EUR 7,7 Millionen) gegenüberstehen. Auch im Berichtszeitraum bestanden keine Bankkredite.

Im Rahmen des Cash-Pooling mit CNH Industrial Finance Europe S.A., Luxemburg, stellte das Unternehmen dem CNH Industrial-Konzern liquide Mittel zur Verfügung, die als Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Der Cash-Pool wird als Kontokorrent geführt. Die Mittel aus dem Cash-Pool kann die Gesellschaft vertraglich jederzeit abrufen. Das Cash-Pool Guthaben in Höhe von EUR 335,9 Millionen (Vorjahr EUR 346,5 Millionen) hat sich um EUR 10,6 Millionen vermindert.

Investitionen

Das Unternehmen hat im Berichtsjahr EUR 2,1 Millionen in Sachanlagen investiert (Vorjahr: EUR 3,0 Millionen). Der Schwerpunkt der Investitionen lag 2019 bei Ersatzbeschaffungen und technischer Modernisierung.

Die Investitionen des Unternehmens wurden aus eigenem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

Gesamtbeurteilung

Unter Berücksichtigung der sich verschlechternden Marktbedingungen ist der Vorstand der Auffassung, dass sich die Geschäfte der Iveco Magirus Aktiengesellschaft im Berichtsjahr insgesamt zufriedenstellend entwickelt haben.

Der Umsatz liegt leicht über Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis (Jahresergebnis vor Finanzergebnis und vor Steuern) verschlechterte sich entgegen der Prognose des Vorjahres vor allem aufgrund von Sondereffekten im sonstigen Aufwand um EUR 16,8 Millionen. Die Ergebnisentwicklung bei den eigenen Vertriebsgesellschaften sowie der Brandschutzsparte entspricht weitgehend unseren Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres, welche eine deutliche Verbesserung der Ertragslage vorsahen. Ein ausgeglichenes Ergebnis bei den Vertriebsgesellschaften konnte jedoch nicht erreicht werden.

Das Ergebnis der Magirus GmbH war im Berichtsjahr nach mehrjähriger Restrukturierung positiv.

ENTWICKLUNG

Ulm: Kompetenzzentrum für schwere Lkw

Im Juli 2019 wurden in Madrid die S-WAY und X-WAY der neuen schweren Iveco-Baureihe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Entwicklung hatte das Ziel, nicht nur ein neues Außendesign und ein wesentlich besseres Raumangebot im Fahrerhaus darzustellen, sondern auch eine Reduzierung des Kraftstoff-Verbrauchs und eine messbare Erhöhung der Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Ein serienmäßiges Telematik-Modul, das Fahrdaten und mögliche Defekte direkt an den zentralen Iveco-Service sendet, oder neue, wesentlich langlebigere Substrate in der Abgasnachbehandlung sind Beispiele der vielen Neuerungen des intern „Model-Year 19“ genannten Projekts.

Die jetzt präsentierten Fahrzeuge sind der Grundstock für eine konsequente Erneuerung aller Schwerfahrzeuge, von den Versionen mit Erdgas-Antrieb über Regional- und Baustellenfahrzeuge bis hin zu den verschiedenen Export-Ausführungen.

Das mit der NIKOLA-Motor-Company, Phoenix, Arizona, Vereinigte Staaten, einem amerikanischen Start-up, in 2019 geschlossene Joint Venture hat das Ziel, den Lkw-Markt mit Elektro- und Brennstoffzellen-Antrieben zu revolutionieren. Die Ulmer Lkw-Entwicklung wurde in das Projekt eingebunden und durch die Start-up-typischen sehr kurzen Zeitvorgaben vor neue Herausforderungen gestellt.

UMWELTSCHUTZ

Auch im Jahr 2019 wurden sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Umgebung von Produktions- und Lagerstätten vor Verunreinigungen nachhaltig verfolgt. Auffangwannen schützen alle oberirdischen Lagerstätten und Umschlagplätze vor Boden- und Grundwasserverunreinigungen. Tanks, Maschinen und Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen unterliegen der ständigen Überwachung durch interne und externe Prüfstellen. Wie in den Vorjahren trat auch 2019 kein Umweltschaden ein.

Eine gute Abfalltrennung als Voraussetzung für ein effektives Recycling und der Ressourcen sparende Umgang mit Materialien waren wieder wichtige Themen im Bereich Umweltschutz. Mit der ab 1. Januar 2019 gültigen neuen Gewerbeabfallverordnung erweiterte sich der Umfang der Abfalltrennung. Die ab 2019 erforderliche Getrenntsammlungsquote von mindestens 90 Prozent konnte mühelos erreicht werden.

Die regelmäßigen Zertifizierungs-Audits des Umweltmanagements nach ISO 14001 sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Im März wurde der Standort Ulm bereits zum zweiten Mal nach dem neuen Umweltstandard ISO 14001:2015 im Rahmen eines Überwachungs-Audits erfolgreich zertifiziert.

Im Rahmen der Multi-Site Auditierung wurde das Energiemanagementsystem für die Bereiche der Magirus GmbH auch dieses Jahr erneut nach ISO 50001 zertifiziert. Ebenso konnte das gesetzlich vorgeschriebene Energieaudit für die Iveco Magirus Aktiengesellschaft erfolgreich absolviert werden.

Im Juni 2019 wurde der Standort Ulm außerdem erstmalig nach dem neuen Standard für Arbeitssicherheit ISO 45001:2018 zertifiziert. Somit sind nun das Umweltmanagementsystem sowie das Managementsystem für Arbeitssicherheit nach demselben System, der so genannten High Level Structure, aufgebaut, wodurch sich Möglichkeiten zur Vereinheitlichung der HSE-Prozesse (Health, Saftety and Environmental Protection) ergeben. Beide Systeme werden bereits seit einigen Jahren an gemeinsamen Terminen zertifiziert.

MITARBEITER

Die Gesamtbelegschaft der Iveco Magirus Aktiengesellschaft ist zum Jahresende mit 794 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr (814) gesunken (um 20). Sie setzte sich aus 295 (Vorjahr: 305) Lohn- und 499 (Vorjahr: 509) Gehaltsempfängern zusammen. Ohne die in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befindlichen Beschäftigten oder zur Weiterbildung freigestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrug die aktive Stammbelegschaft wie im Vorjahr 780 Personen. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (601) hatten in Ulm und Langenau ihren Arbeitsplatz, 179 waren in Unterschleißheim und in anderen Außenstellen beschäftigt.

NACHHALTIGKEIT

Aufgrund seiner herausragenden Stellung als Hersteller emissions- und geräuscharmer Fahrzeuge über das gesamte Spektrum vom Transporter bis zum Schwer-Lkw hat Iveco sein Technologieführer-Image nochmals geschärft. Als Vorreiter war Iveco auch Treiber beim Aufbau einer LNG- (verflüssigtes, tiefkaltes Erdgas) Infrastruktur. Das zahlt sich nunmehr aus, weil ein Iveco mit LNG-Antrieb und einer klassenbesten Reichweite von 1.600 km sauber und sparsam quer durch Europa fahren kann, ohne ein Tankstellenproblem zu haben.

Im September hat Iveco die Zusammenarbeit mit dem US-Start-up NIKOLA-Motor-Company, Phoenix, Arizona, Vereinigte Staaten bekannt gegeben. NIKOLA-Motor-Company verfügt über eine anerkannte Expertise bei Elektro- und Brenn- stoffzellen-Antrieben. Damit zeigt Iveco einen klaren, langfristigen Pfad zur Bewältigung der künftigen Herausforderungen auf, insbesondere gegenüber den ambitionierten CO2-Vorgaben der EU für 2025 und 2030.

Im Bereich der Stadtbusse fährt die Konzernmarke Heuliez, die sich auf elektrische Antriebe spezialisiert hat, an der Kapazitätsgrenze, die von der Verfügbarkeit der Batterien bestimmt ist. Auf einer Rekordfahrt hat ein Heuliez ELEC auf dem Ulmer Testgelände bei Konstantfahrt eine Strecke von 500 km mit einer Batterie-Ladung zurückgelegt.

RISIKOMANAGEMENT

Ziele des Risikomanagements

Ein wirksames Risikomanagement ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Deshalb passt die Iveco Magirus Aktiengesellschaft das Risikomanagement kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen sowie gesetzlichen Vorschriften an.

Es besteht eine fixierte und im Unternehmen kommunizierte Risikostrategie. Die darin enthaltenen Grundsätze fördern das einheitliche Risikoverständnis und bilden die Grundlage für den Umgang mit Risiken bei der Iveco Magirus Aktiengesellschaft.

Das Risikomanagement zielt auf die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken ab. Das bestehende Risikomanagementsystem der Iveco Magirus Aktiengesellschaft sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, von vorhandenen Risiken frühzeitig Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können.

Aufbauorganisation

Die Iveco Magirus Aktiengesellschaft ist als Konzerngesellschaft der Iveco S.p.A. sowie der CNH Industrial N.V. in das konzernweite Risikomanagement mit seinen international übergreifenden Kontrollmechanismen eingebunden. Diese Systeme gewährleisten, dass den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung rechtzeitig ergriffen werden können. Eine Überprüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit erfolgt regelmäßig durch die konzerninterne Revision sowie den Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft.

Das zentral installierte Risikomanagement koordiniert bei der Iveco Magirus Aktiengesellschaft die Ermittlung der Risiken und ist für die fortlaufende Weiterentwicklung der in diesem Zusammenhang erforderlichen Prozesse und Methoden zuständig. Grundlage bildet die Organisationsrichtlinie Risikomanagement, welche an den ISO Standard 31000 angelehnt ist.

Um einen ganzheitlichen und transparenten Überblick über die Risiken zu ermöglichen, sind dezentral vom Vorstand benannte Risikoverantwortliche eingesetzt. Sie decken die wesentlichen Geschäftsbereiche der Iveco Magirus Aktiengesellschaft ab.

Darüber hinaus hat das Unternehmen Risiken Risiko-Institutionen definiert, die spezielle Risiken bearbeiten und bei deren Vermeidung bzw. Minimierung helfen.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem der Iveco Magirus Aktiengesellschaft ist an das konzernübergreifend organisierte interne Kontrollsystem angeschlossen. Die Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten sind definiert sowie die Identifizierung von Risiken und die Implementierung von Kontrollen in den Tochtergesellschaften geregelt. Auf dieser Grundlage lassen sich Effektivität und Effizienz des Systems sicherstellen.

In Ergänzung besitzt die Iveco Magirus Aktiengesellschaft eigene Kontrollmechanismen wie systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, das Vier-Augen-Prinzip, die Trennung von Funktionen sowie die Sicherstellung der Einhaltung von internen Richtlinien. Hierzu zählen der konzernweit gültige Verhaltenskodex, die Arbeitsordnung, diverse organisatorische Richtlinien und die klar definierten Unterschriftsregelungen bezüglich der Beschaffung von Dienstleistungen und Gütern sowie für alle rechtsverbindlichen Erklärungen.

Darüber hinaus stellen angemessene Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen sowie die Konzernrichtlinien in der Finanzbuchhaltung einschließlich der dort definierten Prozesse die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher.

Die Abwicklung der Rechnungslegung erfolgt bei der Iveco Magirus Aktiengesellschaft teilweise auch mit Inanspruchnahme von Konzernunternehmen sowie eines Serviceproviders, der bezüglich des Rechnungslegungsprozesses in das konzernübergreifende interne Kontrollsystem der Muttergesellschaft eingebunden ist.

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft stellte für das letzte Berichtsjahr die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems fest und schätzt die operativen Risiken als tragbar ein.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Neben den Risiken bestehen auch zahlreiche Chancen für die zukünftige Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche und somit der gesamten Iveco Magirus Aktiengesellschaft.

Auch konzernseitig werden Chancen analysiert und verfolgt, welche im Rahmen der Umsetzung von neuen Projekten bzw. Zielvorgaben sowie Maßnahmenverfolgungen lokal unterstützt und umgesetzt werden.

Die Verzahnung im CNH Industrial Konzern wird von der Iveco Magirus Aktiengesellschaft als Chance gesehen. Verstärkte Nutzung von Synergien, insbesondere in den Zentralfunktionen und im Rahmen von Projekten, eine bessere Refinanzierung und ein stärkerer Marktauftritt lassen sich dadurch realisieren. Insgesamt kann eine größere Produktpalette zur Verfügung gestellt werden.

Die Chancen werden nicht innerhalb des Risikomanagementsystems verfolgt bzw. bearbeitet. Die Verantwortung, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, liegt lokal bei den jeweiligen Geschäftsbereichen und findet Eingang in die strategischen sowie operativen Planungen.

Für die Iveco Magirus Aktiengesellschaft wesentliche Risiken, die grundlegende Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden in den nachfolgenden Kapiteln im Detail dargestellt.

Risiken der Gesamtwirtschaft

Die internationalen Finanzmärkte stehen weiterhin unter dem Einfluss der europäischen Staatsschuldenkrise sowie der aktuell noch offenen Umsetzung des Brexits. Es wird erwartet, dass die Verschuldung und die anhaltenden Strukturprobleme in einer Reihe von Ländern - auch außerhalb Europas (insbesondere in den BRIC-Staaten) - noch einige Zeit die Störanfälligkeit der europäischen und der globalen Wirtschaft beeinflussen werden.

Die nach wie vor sehr niedrigen Zinsen, der gegenüber dem US-Dollar schwächer bewertete Euro sowie die nur leicht steigenden Energiepreise haben 2019 für eine stabile Konjunktur im Euro-Raum gesorgt. Im Jahr 2020 wird aus heutiger Sicht ein leicht positives BIP erwartet.

Aufgrund der derzeitigen politischen und konjunkturellen Situation im Euro-Raum sowie der derzeit offenen Brexit-Umsetzung ist eine mittelfristige Einschätzung der Nutzfahrzeug-Nachfrage sehr schwierig. Jüngste Erwartungen - basierend auf einer mittelfristigen Konjunktur-Prognose - gehen von einem spürbar geringeren Wirtschaftswachstum sowie einer konjunkturellen Abkühlung im kommenden Jahr aus.

Das Thema Ökologiesierung gewinnt am Markt immer mehr an Bedeutung. Das Produktangebot an Fahrzeugen mit alternativen Antriebsformen nimmt rasant zu. Das hierzu bestehende Angebot bei der Iveco Magirus Aktiengesellschaft unterstreicht die Innovationsfähigkeit und damit den Wert einer strategischen Partnerschaft mit den Kunden.

Die Entwicklung der Gesetzgebung hat ebenso Auswirkungen auf die laufende Geschäftstätigkeit und muss bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Transitionsrisiken bestehen im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Schwerpunkte legt die europäische Kommission unter anderem auf weniger Schadstoffausstoß, schärfere Kontrollen, wirtschaftliche Zwangsinstrumente wie zum Beispiel Straßennutzungsgebühren und die Sicherheit im Straßenverkehr. Es wird davon ausgegangen, dass der Trend zur staatlichen Reglementierung anhalten wird.

Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Die Nutzfahrzeugbranche reagiert regelmäßig stark auf konjunkturelle Veränderungen.

Um den damit verbundenen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, erfolgt eine permanente Marktbeobachtung. Diese Beobachtungen erstrecken sich sowohl auf den Nutzfahrzeugmarkt als auch auf die Branchen der Hauptabsatzmärkte. Veränderungen werden analysiert, um zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, wodurch Branchenrisiken minimiert werden.

Das Transportaufkommen im gewerblichen Straßenverkehr ist auch 2019 moderat gewachsen. Für das Jahr 2020 wird mit ähnlichen Zuwachsraten gerechnet. Das Risiko der Verlagerung von Transportvolumen von Nutzfahrzeugen hin zu anderen Verkehrsmitteln wird als gering eingeschätzt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geht in seiner Langfrist-Prognose 2010 bis 2030 von einem Zuwachs im Lkw-Güterverkehr von 39 Prozent bezogen auf die Tonnenkilometer aus.

Der Bestand an Neufahrzeugen blieb im Berichtsjahr 2019 nahezu konstant, der Bestand an Gebrauchtfahrzeugen hingegen hat sich im Berichtsjahr erhöht. Zur Bestandssteuerung werden bei Bedarf konzernweit abgestimmte Abverkaufs-Aktionen eingesetzt. Gebrauchtfahrzeuge unterliegen grundsätzlich und jederzeit dem Risiko der Marktpreisschwankung. Um Risiken hieraus entgegenzuwirken, werden die Altersstruktur des Bestandes sowie die Marktpreise permanent überwacht. Gegebenenfalls werden Preisanpassungen vorgenommen und - sofern erforderlich - Wertberichtigungen gebildet.

Mit Blick auf das Kundenportfolio im Neufahrzeug-Direktvertrieb bestehen Konzentrationsrisiken und damit eine Abhängigkeit von Kunden im Bereich Fahrzeugvermietung. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird der Fokus verstärkt auf die Neukundengewinnung gelegt, um eine stärkere Diversifikation zu erzielen.

Rückkaufverpflichtungen gegenüber Kunden können ein Risiko darstellen, wenn sich die am Markt erzielbaren Gebrauchtfahrzeugerlöse wesentlich gegenüber den Erwartungen bei Vertragsabschluss verändern. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird der Einsatz dieses Vertriebsunterstützungsinstruments kontinuierlich hinsichtlich des Einsatzes überprüft, laufend überwacht und aktiv gesteuert sowie bei Bedarf angepasst.

Mit dem Iveco-Vertriebsnetz in Deutschland, das im Wesentlichen aus Tochtergesellschaften, Händlerbetrieben und dem Servicenetz besteht, profitierte die Iveco Magirus Aktiengesellschaft von der positiven Binnennachfrage. Dadurch ließen sich auch im Jahr 2019 zusätzliche Absatzchancen realisieren.

Die Stärkung der Leistungskraft und Ertragssituation der Händler macht eine laufende Optimierung der Vertriebskanäle sowie eine wirksame Unterstützung bei erweiterten Dienstleistungen erforderlich.

Im Vertrieb muss von einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs ausgegangen werden, insbesondere auch bei Ersatzteilen. Die Verfügbarkeit der Ersatzteile wird durch europaweit verbundene Läger sichergestellt. So können die Absatzmärkte flexibel bedient werden. Die Logistikdienstleistung ist über spezialisierte Geschäftspartner langfristig gesichert.

Produkt- und Entwicklungsrisiken

Die Fahrzeuge müssen kontinuierlich an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Hierzu zählen insbesondere Bestimmungen zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit und der Sicherheit. Durch die Mitarbeit in internationalen Gremien und Verbänden soll auch erreicht werden, dass die Übergangsfristen mit den erforderlichen Entwicklungszeiten in Einklang sind und genügend Vorlaufzeit gewährleistet ist.

Die Produktpalette wird schrittweise um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erweitert. Während sich die Fahrzeuge mit Gasantrieb auf dem Markt inzwischen etabliert haben, sind die neuen Herausforderungen nun durch Batterie- bzw. Brennstoffzellenfahrzeuge gegeben. Hohe Entwicklungskosten werden hier durch ein Joint Venture mit dem amerikanischen Unternehmen Nikola Motors geteilt. Es handelt sich hier um unumgängliche Investitionen in Zukunftstechnologien, die wegen der endlichen Erdölvorkommen sowie den gesetzten CO2-Zielen der EU unvermeidbar sind und die Zukunft des Unternehmens sichern. Durch diese Entwicklungen und die verbundenen Investitionen sollen Transitionsrisiken minimiert werden, um mögliche Strafen durch die EU aufgrund einer Überschreitung von CO2-Zielen zu vermeiden.

Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ist es unabdingbar, schnell und zielgerichtet auf die wachsenden Anforderungen der globalen Märkte zu reagieren. Diese Anforderungen fallen lokal sehr unterschiedlich aus, da sie von klimatischen Bedingungen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten abhängig sind. Ein zentral entwickelter und bewährter Baukasten aus Produkten und Komponenten ermöglicht den Entwicklungsabteilungen, markt- und kundengerechte Lösungen zu finden und mit vergleichsweise geringen Investitionen und Entwicklungszeiten globale Wettbewerbsfähigkeit zu vertretbaren Kosten zu erreichen.

Die Projektsteuerung und -überwachung wird über alle Baureihen hinweg durch sogenannte Plattformen - multifunktionale Projektteams - sichergestellt. Auf diese Weise werden alle Abteilungen frühzeitig in den Entwicklungsprozess eingebunden und können zeitnah ihre Erfahrungen einbringen. Die Mitarbeiter in den Entwicklungsabteilungen können durch die globale Zusammenarbeit und die Mitarbeit an neuen Projekten ihr Wissensspektrum erweitern und sind damit den Herausforderungen der Zukunft gewachsen. Neue Produkte werden vollständig mit Computer Aided Design entwickelt und - noch vor dem Bau des ersten realen Prototyps - virtuell als Digital Mock-up dargestellt. Funktion, Haltbarkeit und Montagefreundlichkeit werden zunächst durch Simulation am Computer überprüft. Anschließend unterliegen Bauteile, Baugruppen und komplette Prototypfahrzeuge intensiven Prüfungen und durchlaufen ausgiebige Testverfahren, um alle denkbaren Einsatzbedingungen abzudecken. Ein Feldtest mit ausgewählten Kunden schließt die Entwicklung ab und minimiert das Risiko von Schäden im Einsatz bei den Kunden nach Serienstart.

Dennoch bleibt ein geringes Restrisiko von Schäden, die auftreten können, wenn die Produkte bereits am Markt sind. Es können Garantie- und Gewährleistungsansprüche entstehen. Im Extremfall sind Produkthaftungsansprüche und Schadensersatzforderungen vorstellbar. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird die Qualität kontinuierlich überprüft. Zusätzlich werden ständig Rückmeldungen der Kunden an die Fachabteilungen weitergegeben, um bei Bedarf möglichst frühzeitig Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten.

Fahrzeugumbau/-aufbau und Beschaffung

Im Iveco Customizing Center werden in enger Abstimmung mit dem Vertrieb kundenspezifische Produktanpassungen sowie individuell benötigte Produkterweiterungen realisiert.

Möglichen Risiken im Rahmen der Arbeitssicherheit, des Umweltschutzes und des Energiemanagements wurde durch die Einrichtung von zentralen Verantwortlichen begegnet, die eine kontinuierliche Optimierung und Überwachung sicherstellen. Eventuelle Betriebsstörungen werden weitgehend durch turnusgemäße Wartung sowie gesetzlich vorgeschriebene Unfallverhütungs-Prüfungen vermieden. Zur Sicherstellung der Liefertreue besteht ein umfassendes, workflow-begleitendes Auftragsmanagement, welches eine enge Abstimmung mit allen involvierten Schnittstellen und Fachbereichen beinhaltet.

Die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge und Prozesse bewirkt eine Verringerung der Fehlerrate in der Produktion sowie innerhalb des Fahrgestellmodifikationsprozesses und vermindert damit das Risiko von Garantiekosten und Produkthaftungsrisiken. Die Zertifizierung nach der Qualitätsmanagementnorm DIN ISO 9001 wird jährlich durchgeführt.

Dem Risiko aus der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fertigkomponenten wird mit langfristigen Preisbindungen und aktuellen Preisanfragen begegnet. Als Teil des CNH Industrial-Konzerns partizipiert die Iveco Magirus Aktiengesellschaft am sehr gut ausgebauten und international vernetzten Einkauf des Konzerns.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital des Unternehmens. Der Personalbereich nutzt alle Möglichkeiten, mit einer hohen Qualität und Kreativität beim Erfolgsfaktor Mitarbeiter die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Gewinnung von qualifizierten Fach- und Führungskräften auf einem gesättigten Arbeitsmarkt erfordert den Zugriff auf spezialisierte Rekrutierungskanäle. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die auf unsere Branche spezialisiert sind, genauso wichtig wie der Vorstoß in proaktive Rekrutierungsstrategien. Beispiel hierfür ist auch das Active Sourcing, insbesondere im Online-Bereich, über am Markt bestehende professionelle Soziale Netzwerke sowie Soziale Medien. Dies rückt aktuell ganz besonders in den Fokus, da unsere erfolgreiche Zukunft von der Entwicklung neuer Technologien im Bereich Elektro-, Gas- und Wasserstoffantriebe abhängig ist und wir hierfür den Bedarf an nötigen Spezialisten laufend abdecken müssen. Dies geschieht durch Weiterbildung sowie durch Rekrutierung über die genannten breitgefächerten Kanäle.

Lokales und bundesweites Personalmarketing wie zum Beispiel der Auftritt auf wichtigen Produktmessen wie der IAA Nutzfahrzeuge, welche in 2020 wieder stattfinden wird, die Teilnahme an einschlägigen Personalmarketing- und Rekrutierungs-Messen wie der IKOM oder der HOKO sowie der aktive Austausch mit anderen CNH Industrial-Personalbereichen sichern weiterhin eine professionelle Personalbeschaffung auf höchstem Niveau und bilden einen essenziellen Baustein für die Rekrutierung in einem stark umkämpften Markt.

Ein von der Muttergesellschaft CNH Industrial entwickelter, standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen garantiert, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen laufend weiterqualifiziert werden. Eine auf lokaler Ebene eingerichtete Ausbildungs- und Trainingsabteilung sorgt für eine professionelle Auswahl an Auszubildenden und begleitet die Ausbildung bis zum Abschluss, so dass der Bedarf an jungen, gut vorbereiteten Nachwuchskräften gedeckt werden kann. Auch hier besteht aufgrund der aktuellen Entwicklung und unserer Rolle als Vorreiter in der Branche bezüglich alternativer Antriebe hoher Bedarf an fachlicher Weiterqualifizierung.

Flexible Arbeitszeit- und Vertragsmodelle, sofern erforderlich an den Standorten auch durch Betriebsvereinbarungen mit der Arbeitnehmervertretung geregelt, erlauben eine zeitnahe Anpassung der Personalkapazität an Bedarfsänderungen.

Fehlverhalten von Beschäftigten kann den Ruf des Unternehmens und damit auch seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Ein auf Konzernebene schriftlich fixierter und laufend an die veränderten Gegebenheiten angepasster Verhaltenskodex sowie eine in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung erstellte Betriebsordnung definieren den entsprechenden Rahmen, in dem alle Mitarbeiter agieren sollen.

Vier unterschiedliche Online-Schulungen zu Themen wie Korruption und Konzernethik wurden im Berichtsjahr 2019 für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Zugang zum Intranet verpflichtend durchgeführt. So werden vom Unternehmen maximale Vorkehrungen getroffen, um das Schadens-Risiko durch Fehlverhalten zu vermindern. Darüber hinaus wurde ein anonymer Berichtskanal eingerichtet, um die Hemmschwelle für die Meldung von Verstößen oder eines Verdachts auf Verstöße möglichst niedrig zu halten.

Finanzen

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich die Niedrigzinsphase fortgesetzt. Es gibt keine Anzeichen, dass sich das Zinsniveau im Jahr 2020 erhöht. Daher werden hieraus keine Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft erwartet.

Größere Währungsrisiken bestehen nicht, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und zahlt. Sofern Transaktionen in Fremdwährung stattfinden, werden die daraus resultierenden Währungsrisiken einzelgeschäftsbezogen abgesichert. Bilanzielle Bewertungseinheiten wurden nicht gebildet.

Händler- und Direktkundengeschäfte werden zum Großteil durch Absatzfinanzierungen über die eigene Finanzierungsgesellschaft bzw. über Drittinstitute abgewickelt. Insolvenzen können ein Risiko darstellen, sofern eine Finanzierungsabsicherung nicht gegeben ist. Infolge regelmäßiger regressloser Forderungsverkäufe werden Adressausfallrisiken reduziert.

Die Gewährung von Händlerkrediten im Bereich des Neufahrzeugvertriebes erfolgt unter anderem mit Hilfe systemseitiger Unterstützung bei Bonitätsanalysen, Scoring und Kreditlimit-Kalkulation zentral durch Credit Underwriting seitens CNH Industrial Financial Services S.A. Zweigniederlassung Heilbronn.

Exportgeschäfte werden größtenteils über die Iveco S.p.A., Turin/Italien abgewickelt. Andernfalls werden diese durch Kreditversicherungen bzw. Export-Akkreditive abgesichert. Geschäfte mit den internationalen Iveco-Gesellschaften werden konzernübergreifend von Iveco S.p.A. gesteuert. Eine Ausnahme stellt hierbei das Ersatzteilgeschäft im Export dar. Die hierbei möglicherweise entstehenden Risiken werden durch Kreditversicherung oder Bankgarantien begrenzt.

Wesentliche Quelle der Liquidität ist der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Dieser wird beeinflusst durch die Rentabilität der Geschäfte und das Nettoumlaufvermögen, primär dem Forderungsbestand. Zur Liquiditätssteuerung bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.

Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich werden, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden, bei denen derzeit Aval-Linien bestehen.

Für den heute nicht zu erkennenden Fall, dass die Unterstützung der Konzernmutter für die Brandschutzsparte (Beteiligung an der Iveco Magirus Fire Fighting GmbH) nicht mehr gegeben sein sollte, stellt die derzeit vertraglich festgelegte Verlustübernahmevereinbarung der Beteiligung ein weiteres finanzielles Risiko dar.

Die Investitionen des Unternehmens werden eigenfinanziert. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung für schwere Nutzfahrzeuge werden Projektkosten im Auftragsentwicklungsverfahren mit Iveco S.p.A. abgerechnet.

IT-Risiken

Für die Geschäftsprozesse der Iveco Magirus Aktiengesellschaft sowie für die Bereitstellung der internen und externen Kommunikation kommt dem Bereich Informationstechnik eine wichtige Bedeutung zu. Eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der IT-Infrastruktur sowie der Sicherheitsmaßnahmen ist daher Voraussetzung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Unter Führung der zentralen IT des CNH Industrial-Konzerns werden Strategien zur Abwehr von Cyber-Bedrohungen geprüft und umgesetzt.

Mit IT-Dienstleistern bestehen vereinbarte Wiederherstell- und Kontinuitätspläne. Fallback-Szenarien sind für geschäftskritische Prozesse eingeführt, Redundanzen bei Infrastrukturen sind entsprechend den Anforderungen ausgelegt.

Die Einführung neuer Systeme sowie die Weiterentwicklung bestehender Anwendungen erfolgt nach zentral vorgegebenen Standards von CNH Industrial, durch welche mögliche Risiken bereits im Vorfeld analysiert und begrenzt werden.

Rechtliche Risiken

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die Iveco Magirus Aktiengesellschaft Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren in den Bereichen allgemeines Vertriebs- und Vertragsrecht, Gewährleistung, Garantie, Produkthaftung, Wettbewerbsrecht und Umwelthaftung sowie Steuern ausgesetzt. Diese Risiken werden unter anderem durch standardisierte Prozesse im CNH Industrial-Konzern, transparente Vertragsgestaltung sowie die Einschaltung von Rechtsanwälten minimiert.

Über die normale Geschäftstätigkeit hinaus waren zum Jahresende 2019 Schadensersatzverfahren von Kunden im Zusammenhang mit Verstößen gegen europäisches Wettbewerbsrecht gegen die Gesellschaft anhängig. Die Erfolgsaussichten dieser Klagen lassen sich derzeit nicht verlässlich abschätzen.

Alle Liegenschaften werden zentral von CNH Industrial betreut und verwaltet, um die damit verbundenen Risiken laufend zu überwachen und zu minimieren. Die administrative Unterstützung erfolgt lokal durch den Finanzbereich.

Aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder durch Vereinbarungen in Vergleichen können Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und somit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben können. Das Unternehmen hat für die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren Rückstellungen gebildet, soweit die sich daraus ergebenden Verpflichtungen hinreichend bestimmbar sind.

Compliance

Über den Verhaltenskodex hinaus besteht ein konzernübergreifendes Compliance-Management-System, welches fortlaufend weiterentwickelt wird und Compliance-Verstößen vorbeugend entgegenwirkt. Dieses System beinhaltet einen konzernübergreifend zuständigen Compliance-Officer mit der dazugehörigen Compliance-Organisation. In den lokalen Gesellschaften befinden sich zusätzlich Compliance-Ansprechpartner innerhalb der Rechtsabteilung.

Als einheitliches Informationsmittel stehen das Intranet und die Compliance Helpline international und flächendeckend zur Verfügung. Online-Schulungen und wichtige Informationen zu Compliance-Themen werden für alle Mitarbeiter zentral koordiniert und kommuniziert.

Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Das Gesamtrisiko der Iveco Magirus Aktiengesellschaft setzt sich aus Einzelrisiken aller Risikokategorien innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zusammen. Die finanzwirtschaftliche Situation rund um die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum, die Unsicherheiten um das Brexit-Verfahren mit den daraus resultierenden Folgen sowie die für das Jahr 2020 vom Konzern CNH Industrial N.V. geplante Aufspaltung in „On-Road“ und „Off-Road“ birgt weiterhin Gefahren, welche die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Iveco Magirus Aktiengesellschaft negativ beeinflussen können.

Der Vorstand stellt auf Grundlage des von der Iveco Magirus Aktiengesellschaft installierten Risikomanagementsystems fest, dass keine Risiken erkennbar sind, die - allein oder in Kombination mit anderen Risiken - den Fortbestand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft gefährden könnten.

AUSBLICK

Deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig, Wirtschaftsklima aber weiter eingetrübt

Zum Jahresende 2019 zeigt sich die deutsche Konjunktur widerstandsfähig und wird im vierten Quartal mit einem Wachstum von 0,2 Prozent das Jahr beschließen, nach einem Wachstum im gesamten Jahr um 0,5 Prozent. Die Produktion geht dabei jedoch in einer rezessiven Situation ins neue Jahr.

Alles in allem dürfte die Expansion der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020 schwach bleiben, wobei rund 0,4 Prozentpunkte auf eine größere Zahl an Arbeitstagen als im Jahr 2019 entfallen.

Das Wachstum in der EU 27 wird in 2020 wie in 2019 bei 1,4 Prozent gesehen. Ab 2021 rechnen die Institute, die an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligt sind, mit einem BIP-Anstieg von 1,6 Prozent.

Eine Erholung und damit ein positiver Beitrag zum Weltwirtschaftsklima wird aus Lateinamerika erwartet, in einem gewichteten Durchschnitt aus Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Chile und Peru wird diese Region 2020 um 1,7 Prozent wachsen, 2021 sogar um 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote in diesem Raum wird merklich auf 6,5 Prozent (2020) und 5,5 Prozent (2021) sinken.

Asien pendelt sich bei einem Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent ein, allerdings mit durchaus unterschiedlichen Arbeitslosenquoten - so werden es in Japan in den beiden kommenden Jahren nur 2,4 Prozent sein, in China und dem restlichen Ostasien 3,8 Prozent und in Südkorea 3,7 Prozent.

Ausblick 2020 mit deutlichem Rückgang, alternative Antriebe von Interesse

Der Markt für Nutzfahrzeuge wird von deutlichen Rückgängen vor allem im schweren Bereich geprägt sein. Neu ist, dass auch Transporter bzw. leichte Nutzfahrzeuge bis 6,0 Tonnen - wenngleich schwächer - betroffen sein werden.

Aufgrund der weltpolitischen Ereignisse, die nicht mehr längerfristigen Entwicklungen folgen, sind auch die Prognosen fast schon monatlichen Schwankungen unterworfen. Die Entwicklung des Handelsstreits zwischen den USA und China hat eine ähnliche Kurzfrist-Dynamik wie der Realität gewordene Brexit.

Ging man zur Jahresmitte bei Fahrzeugen über 6,0 Tonnen in Deutschland bereits von Rückgängen von 7,1 Prozent aus, lag die Dezember-Schätzung des VDA bereits bei minus 12,0 Prozent. In Verkaufszahlen bedeutet das nur noch rund 79.000 Einheiten in 2020 gegenüber geschätzten 90.000 Einheiten für 2019. Bei den Transportern/leichten Nutzfahrzeugen bis 6,0 Tonnen wird dagegen ein weniger starker Abwärtstrend gesehen. Während zur Jahresmitte Zulassungen für 2020 von minus 3,8 Prozent erwartet wurden, wird im Dezember von nur noch ein einprozentiger Rückgang erwartet. Das bedeutet rund 297.000 Einheiten in 2020 statt 300.000 Einheiten im Jahr 2019.

Im leichten Segment über 3,5 Tonnen ist jeder fünfte Transporter ein IVECO Daily (22,8 Prozent). Überproportional vertreten sind dabei die „schweren“ Transporter, bei denen der Daily konstruktionsbedingt fast alternativlos ist. Mit einer neuen Generation, die im Frühjahr vorgestellt wurde, ergeben sich große Möglichkeiten, den Anteil auszubauen, weil das Fahrzeug bezüglich Assistenzsysteme und Connectivity mittlerweile Benchmark ist.

Im Bereich der Schwerfahrzeuge sind die Markt-Chancen deutlich positiv. Nach einer selbstverfassten Zurückhaltung im Berichtsjahr konnte IVECO seine Situation im Markt junger Gebrauchter - hier gibt es herstellerübergreifend ein Überangebot - korrigieren. Mit der Einführung des S-WAY, eines neuen Schwerfahrzeugs, startet Iveco Magirus Aktiengesellschaft zudem mit diesem Fahrzeug ohne Gebrauchtwagenbestand. Das Fahrzeug ist konsequent auf Fahrerwünsche zugeschnitten und eröffnet neue Potenziale zur richtigen Zeit, denn der Fahrer wird als wertvollster Faktor eines Transportunternehmens mehr und mehr zum Entscheider bei der Fahrzeugwahl.

Bei alternativen Kraftstoffen - hier ist IVECO mit LNG Pionier - hat sich die Infrastruktur, bisher das größte Hindernis, erfreulich entwickelt und ist weiterhin von einer guten Dynamik geprägt. Unsicherheitsfaktor ist jedoch die Fortschreibung der Mautbefreiung, die den Absatz der sauberen und sparsamen Technologie im Berichtsjahr befeuert hat.

Im September hat Iveco eine vielbeachtete Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Technologieführer Nikola Motors im Bereich von Brennstoffzellen bekannt gegeben. Zusammen will man zu den ersten gehören, die sowohl batterieelektrisch als auch mit Brennstoffzellen den Markt für Schwerfahrzeuge bedienen. Damit zeigt Iveco einen klaren Pfad hin zur Null-Emission.

Während sich in 2019 der Umsatz wie erwartet nur leicht erhöhte, verminderte sich das Betriebsergebnis aufgrund von Sondereffekten im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet der Vorstand in einem schwierigen Markt dennoch einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres mit einem positiven Betriebsergebnis (als Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungen). Das Unternehmen verfügt über ausreichende und stabile Liquiditätsreserven, um die finanziellen Verpflichtungen des Geschäftsjahres abzudecken und eine Aufstockung der liquiden Reserven durch Bankkredite zu vermeiden.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Im Geschäftsjahr 2016 wurden Zielgrößen und Fristen zur Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, Vorstand sowie den beiden Führungsebenen unterhalb des Geschäftsführungsorgans festgelegt, die weiterhin Gültigkeit besitzen. Ziel der Regelung ist es, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Hierbei war zu berücksichtigen, dass die Nutzfahrzeugbranche traditionell männerdominiert ist und der weibliche Führungsnachwuchs sich nur zögerlich entwickelt. Entsprechend kann die im Rahmen von Bandbreiten angestrebte Frauenquote auch nur langfristig erreicht werden. Als Untergrenze im Zielkorridor wurde deshalb der Status-Quo in 2015 festgelegt. Im Aufsichtsrat soll die Frauenquote zwischen 8 und 16 Prozent betragen, was einem Anteil von 1 bis 2 Frauen entspricht. Im Vorstand wurde die Quote zwischen 0 und 25 Prozent festgelegt, wodurch sich der Frauenanteil von 0 auf 1 erhöhen würde. In den beiden Führungsebenen unterhalb des Geschäftsführungsorgans wurde der Zielkorridor mit einem Anteil von jeweils 1 bis 3 Frauen definiert, was einer Quote zwischen 4 und 13 Prozent entspricht. An der Erreichung der Zielgrößen wird weiter gearbeitet (Frist bis 30. Juni 2022).

BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2019 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.

Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft und unsere Beteiligungsgesellschaften erhielten bei jedem der im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Sie wurden durch die getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die berichtspflichtigen Vorgänge durchgeführt wurden.“

Der Abschlussprüfer hat Einwendungen gegen diesen Bericht nicht erhoben.

Ulm, den 28. Februar 2020

Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Rekitt

Specht

Sulser

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft und die Geschäftsführung der Magirus GmbH hat uns im Geschäftsjahr 2019 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.

Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage, sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Stellvertretende Vorsitzende wurden fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.

Herr Sascha Kaehne hat sein Vorstandsmandat zum 19.03.2019 niedergelegt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Christian Sulser mit Wirkung zum 20.03.2019 zum weiteren Vorstandsmitglied der Iveco Magirus AG bis zum 30.07.2019 bestellt. Herr Sulser ist für das Ressort Vertrieb zuständig.

In der Sitzung am 29.07.2019 hat der Aufsichtsrat die Vorstandsmandate der Herren Klaus Rekitt, Achim Specht und Christian Sulser jeweils bis zum 30.07.2020 verlängert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.

Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 und beschließen, den Jahresfehlbetrag 2019 zusammen mit dem Verlustvortrag aus 2018, insgesamt EUR 672.233.239,42, auf neue Rechnung vorzutragen.

Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“

Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.

Folgende Mitglieder des Aufsichtsrates haben ihre Mandate niedergelegt: Herr Tom Verbaeten zum 27.02.2019, Herr Riccardo lessi zum 28.02.2019 und Herr Mariano Pizzorno, der vom 28.02.2019 bis 01.08.2019 Mitglied des Aufsichtsrats war.

Neue Mitglieder des Aufsichtsrats sind seit 28.02.2019 Herr Dr. Gerrit Marx und Herr Wolfgang Hänle. In der Sitzung am 20.03.2019 wurde Herr Dr. Gerrit Marx zum neuen Vorsitzenden gewählt. Neues Mitglied des Aufsichtsrats seit 18.11.2019 ist Herr Damiano Cretarola.

Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.

Ulm, im März 2020

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender