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Iveco Group N.V. Annual Report 2009

Nov 2, 2010

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Annual Report

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Publication

Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Ulm

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009

Lagebericht

Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die Wirtschaftskrise erfasst voll den Nutzfahrzeugmarkt

Nachdem die weltweite Finanzkrise des Jahres 2008 eine Weltwirtschaftskrise 2009 auslöste, traf der weltweite Abschwung Deutschland mit unerwartet großer Wucht. Konjunkturpakete, Kreditklemme sowie gestiegene Geschäftspartner- und Lieferantenrisiken deuten 2009 auf fundamentale Umbrüche hin. Im Berichtsjahr hat die Krise voll auf das Bruttoinlandsprodukt mit einem negativen Wachstum von real 5,0 Prozent durchgeschlagen, wobei sich die Talfahrt ab Herbst auf dem erreichten, niedrigen Niveau stabilisierte. Die Impulse im vierten Quartal kamen insbesondere von den Investitionen in Ausrüstungen und Bauten.

In den einzelnen Sektoren hat sich im Verlauf 2009 eine differenzierte Entwicklung gezeigt: Der in früheren Jahren stets zuverlässige Wachstumsmotor Export fiel aus, der deutsche Export brach um 14,7 Prozent ein, wobei der Außenbeitrag mit minus 3,4 Prozent sogar einen negativen Wachstumsbeitrag lieferte. Die Ausrüstungsinvestitionen brachen sogar um 20,0 Prozent ein, die Bauinvestitionen lagen dagegen lediglich minus 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der private Konsum bildete erstmals eine positive Ausnahme und nahm aufgrund des relativ stabilen Arbeitsmarkts sowie des gestiegenen verfügbaren Einkommens zudem leicht um 0,4 Prozent zu, während die staatlichen Konsumausgaben außerdem um 2,7 Prozent stiegen.

Die Inflationsrate betrug insbesondere aufgrund der gesunkenen Rohölpreise lediglich noch 0,3 Prozent und konnte damit einen signifikanten Beitrag zu der stabilisierenden Wirkung des privaten Konsums leisten.

Die verlängerte Kurzarbeiterregelung hat im Berichtsjahr eine erstaunliche Stabilisierung des Arbeitsmarktes bewirkt, die Arbeitslosenquote stieg — in Anbetracht der Krise — nur mäßig um 0,5 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent. Der Druck auf den Arbeitsmarkt blieb aber angesichts stark unterausgelasteter Kapazitäten weiter sehr hoch.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den nationalen wie internationalen Nutzfahrzeugmarkt fielen nach einer langen Hochkonjunktur weitaus stärker aus als es der Rückgang der Wirtschaftstätigkeit erwarten ließe. Die traditionell besonders hohen Auftragsschwankungen der Branche haben sich in dieser Schwächeperiode durch die Einbrüche bei Investitionen, Industrieproduktion und Welthandel sowie zunehmende Finanzierungsschwierigkeiten potenziert. In Westeuropa sank 2009 der Umsatz in der Nutzfahrzeugbranche um ca. 40 Prozent und stellt einen historischen Tiefstand dar.

So hat der deutsche Nutzfahrzeugmarkt ab 3,5 Tonnen einen in der Höhe nie da gewesenen Einbruch in den Neuzulassungen um 30,2 Prozent auf 125.563 Einheiten (Vorjahr: 179.956 Einheiten) erfahren. Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei den Schwerfahrzeugen ab 16 Tonnen mit minus 41,6 Prozent und im mittelschweren Segment mit 32,9 Prozent; im Vergleich dazu eher gemäßigt fiel dagegen die Abschwächung im Transporterbereich mit rund 23 Prozent aus. Am Ende des vierten Quartals zeichnet sich im Nutzfahrzeugmarkt in Deutschland eine Stabilisierung der Auftragseingänge und Zulassungen auf einem sehr niedrigen Niveau ab.

GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO MAGIRUS AG

1. Absatzentwicklung von Markteinbruch geprägt

Infolge des beschriebenen, dramatischen Einbruchs auf dem Nutzfahrzeugmarkt hat die Iveco Magirus AG nach dem Rekordjahr 2008 mit damals 39.466 abgesetzten Einheiten im Berichtsjahr 2009 lediglich noch 15.408 Einheiten und damit um 61,0 Prozent weniger Neufahrzeuge im In- und Ausland verkauft. Dabei nahm das Unternehmen bewusst nicht am sich verschärfenden Preiswettbewerb auf diesem Markt teil und gab damit der Aufrechterhaltung der finanziellen Leistungsfähigkeit den Vorrang vor möglichen höheren Verkaufszahlen.

Während auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt der Absatz um 48,1 Prozent auf 10.057 Fahrzeuge zurückging, brachen die Ausfuhren um 73,4 Prozent auf 5.351 Einheiten ein. Insbesondere in den europäischen Ländern außerhalb der EU kam der Markt weitgehend zum Erliegen (151 Einheiten nach 2.967 im Vorjahr). Der Exportanteil ging daher von 50,9 Prozent im Vorjahr auf 34,7 Prozent im Berichtsjahr zurück.

Diese differenzierte Entwicklung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Ausfuhren der Iveco Magirus AG aus den von der Krise überdurchschnittlich betroffenen schweren Fahrzeugen ab 16 Tonnen aus Fahrzeugen der Produktion in Ulm bestehen, während im Inland die gesamte Produktpalette der Iveco S.p.A. vertrieben wird.

Im Produktionswerk von Iveco Magirus AG wurden 5.557 schwere Lkw hergestellt, wovon 21,2 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent) im Inland abgesetzt wurden. Die bedeutendsten Exportmärkte waren auch im Berichtsjahr wieder Italien mit 38,0 Prozent, Frankreich mit 21,7 Prozent und England mit 9,5 Prozent.

Der Auftragseingang aus dem In- und Ausland nahm im Berichtsjahr um 55,9 Prozent auf 14.252 Einheiten ab (Vorjahr: 32.302 Einheiten). Auch hier zeigte sich 2009 ein unterschiedlich starker negativer Trend. Nachdem die Inlandsaufträge bereits im Vorjahr einen erheblichen Teil des Abschwungs vorweggenommen hatten, gingen sie nochmals um 25,4 Prozent auf 10.526 Einheiten zurück (Vorjahr: minus 42,8 Prozent auf 14.104 Fahrzeuge). Dagegen stürzten die Exportaufträge regelrecht ab, um rund 79,5 Prozent auf 3.726 Einheiten (Vorjahr: minus 3,0 Prozent auf 18.198 Fahrzeuge).

Der Auftragsbestand hat sich zum Jahresende 2009 trotz der Markteinbrüche aufgrund einer vorausschauenden Unternehmenspolitik mit minus 18,4 Prozent auf 5.275 Einheiten relativ stabil gehalten, der Auftragsbestand auf dem inländischen Markt nahm sogar um 38,6 Prozent auf 2.791 Einheiten zu.

2. Umsatz

Der Umsatz der Iveco Magirus AG betrug im Berichtsjahr EUR 1.042,4 Millionen. In diesem Betrag sind wie in den Vorjahren verrechnungspreisbedingte Einflüsse enthalten, nach deren Bereinigung sich ein Umsatz von EUR 971,8 Millionen (Vorjahr: EUR 2.226,9 Millionen) ergibt. Damit betrug der krisenbedingte Rückgang gegenüber dem Vorjahr 56,4 Prozent.

54,5 Prozent des Gesamtumsatzes wurden mit EUR 529,6 Millionen im Inland erzielt (Vorjahr: EUR 883,3 Millionen bzw. 39,7 Prozent). Der auf ausländischen Märkten erzielte Umsatz betrug EUR 442,2 Millionen bzw. 45,5 Prozent (Vorjahr: EUR 1.343,6 Millionen bzw. 60,3 Prozent).

Der Umsatz aus der Produktion im Ulmer Iveco Magirus-Werk betrug EUR 375,3 Millionen, 38,6 Prozent vom Gesamtumsatz. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch 57,5 Prozent bzw. EUR 1.280,5 Millionen betragen. Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 316,7 Millionen bzw. 32,6 Prozent vom Gesamtumsatz aus (Vorjahr: EUR 595,9 Millionen bzw. 26,8 Prozent). Der mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten, Ersatzteilen und Reparaturen erzielte Umsatz lag bei EUR 279,8 Millionen und damit bei 28,8 Prozent vom Gesamtumsatz (Vorjahr: EUR 350,5 Millionen bzw. 15,7 Prozent).

3. Ergebnis in schwierigem Marktumfeld negativ

Nach der sehr guten Ergebnisentwicklung in den Jahren 2007 und 2008 muss im Berichtsjahr durch den Einbruch des Umsatzes um 58 Prozent als Ergebnis ein Verlust von EUR 15,1 Millionen ausgewiesen werden. Der Rückgang des Ergebnisses ist insbesondere durch die Halbierung des europäischen Nutzfahrzeugmarktes für schwere Fahrzeuge verursacht.

Die Margen aus Neufahrzeugverkauf konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den verschärften Wettbewerb nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden. Das fehlende Bestellvolumen im Segment der schweren Nutzfahrzeuge hat zu hohen Stillstandskosten geführt, die nur teilweise durch Kostensenkungsmaßnahmen sowie die Einführung von Kurzarbeit kompensiert werden konnten.

Außerdem wird das Ergebnis durch außerordentliche Aufwendungen in Höhe von EUR 3,0 Millionen belastet, die durch notwendige Personalmaßnahmen zur Anpassung des Kapazitätsvolumens an das wirtschaftliche Umfeld entstanden.

Das Beteiligungsergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 6,4 Millionen (Vorjahr minus EUR 2,2 Millionen). Das Vertriebsnetz der Iveco Magirus AG ist auch durch den Absatzeinbruch bei Neu- und Gebrauchtwagen stark negativ belastet worden. Ein forcierter Bestandsabbau bei Gebrauchtfahrzeugen in den Vertriebsgesellschaften hat das Ergebnis überproportional belastet.

Der Absatzeinbruch sowohl im Inland wie auch im Ausland bei schweren Nutzfahrzeugen und deutlich höhere Risikokosten für die Gebrauchtfahrzeuge führten über das Jahr 2009 zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit gegenüber Vorjahr um EUR 79,0 Millionen auf EUR 0,5 Millionen.

Das Jahresergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 15,1 Millionen. Das Ergebnis wurde auch durch die hohen Steuer- und Zinsnachforderungen aus der steuerlichen Außenprüfung mit insgesamt EUR 14,9 Millionen belastet.

Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 50.783.325,57 auf neue Rechnung vorzutragen.

4. Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Berichtsjahr gegenüber Vorjahr um EUR 153,2 Millionen auf EUR 590,7 Millionen, im Wesentlichen durch den Abbau von Vorräten und den konjunkturbedingten Rückgang von Forderungen.

Das Anlagevermögen reduzierte sich im Wesentlichen durch planmäßige Abschreibungen um EUR 10,0 Millionen auf EUR 163,7 Millionen, wobei Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 5,2 Millionen getätigt wurden.

Das Umlaufvermögen sank um 25,1 Prozent gegenüber 2008 auf EUR 425,8 Millionen (Vorjahr EUR 568,5 Millionen), bedingt durch den Rückgang der Forderungen und geringere Vorräte. Diese Entwicklung ist primär verursacht durch das marktbedingt rückgängige Auftragsvolumen. Die ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen um EUR 29,4 Millionen ab, im Wesentlichen durch den Rückgang im Key Account-Geschäft. Die Vorräte reduzierten sich um EUR 80,0 Millionen.

Das Eigenkapital sank um den Jahresfehlbetrag von EUR 15,1 Millionen auf EUR 125,1 Millionen. Die Eigenkapitalquote stieg auf 21,2 Prozent und verbesserte sich somit gegenüber dem Vorjahr (18,9 Prozent), bedingt durch die niedrigere Bilanzsumme.

Einschließlich der Pensionsrückstellungen steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 222,1 Millionen (Vorjahr: EUR 240,6 Millionen) zur Verfügung.

Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital sank um EUR 134,7 Millionen auf EUR 368,6 Millionen, im Wesentlichen durch die gesunkenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und geringere Rückstellungen. Es bestehen keine Bankkredite im Berichtszeitraum.

Im Rahmen des Cash Pooling mit Fiat Finance and Trade Ltd. S.A., Luxemburg stellte die Gesellschaft zeitweise liquide Mittel zur Verfügung, die als Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen wurden. Zugleich musste die Gesellschaft auf den Cash Pool zurückgreifen, um die notwendige Liquidität sicherzustellen. Der Cash Pool wird als Kontokorrent geführt. Vertraglich ist geregelt, dass die Mittel aus dem Cash Pool jederzeit seitens der Gesellschaft abrufbar sind.

5. Investitionen

Die Iveco Magirus AG hat im Berichtsjahr in Sachanlagen EUR 5,2 Millionen investiert, nachdem im Vorjahr aufgrund der Einführung einer zweiten Schicht im Produktionswerk und weiterer Projekte das Investitionsniveau noch bei EUR 16,8 Millionen lag.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit betraf auch 2009 wieder den Produktionsbereich sowie die Lieferanten. Im Ulmer Werk ging es dabei mit EUR 1,5 Millionen vorrangig um Maßnahmen zur Rationalisierung der Produktionsabläufe sowie zu ergonomischen Verbesserungen und zur Verringerung der Lärmbelästigung an den Arbeitsplätzen sowie zur Optimierung der Logistikprozesse im Rahmen von Word Class Manufacturing (WCM). Weitere Mittel wurden für Ersatzbeschaffungen sowie für Investitionen aufgrund gesetzlicher Änderungen und für den Umweltschutz bereitgestellt. Bei Zulieferbetrieben wurden Produktionsanlagen im Wert von EUR 3,2 Millionen beschafft.

Im Entwicklungsbereich wurde auch im Berichtsjahr wieder in neue Prüf- und Versuchseinrichtungen investiert.

ENTWICKLUNG

Sicherung der führenden Position in der Umwelttechnologie

Nachdem der Entwicklungsbereich der Iveco Magirus AG in seiner Gesamtverantwortung für den Konzern in den Vorjahren die Palette schwerer Nutzfahrzeuge auf den neuesten Stand der Technik gebracht und in wichtigen Bereichen ergänzt hat, wurde das Berichtsjahr dazu genutzt, Ivecos führende Rolle bei umweltfreundlichen Fahrzeugen, aber auch bei Qualität und Wirtschaftlichkeit weiter zu festigen. Neben weiteren Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und Sicherheit im Verkehr stand die Fortsetzung des Ausbaus der Umwelttechnologie unter dem Stichwort Abgasnorm Euro 6, die einen hohen konstruktiven Aufwand erfordert, im Fokus.

Die Sonderstellung des Unternehmens bei Erdgasfahrzeugen wurde 2009 weiter ausgebaut. Das Einsatzgebiet des mit Erdgas wie auch mit Biogas zu betreibenden, extrem schadstoffarmen, Stralis Cursor 8 CNG für den Kommunalbetrieb wurde auf den Einsatz als innerstädtisches Verteilerfahrzeug erweitert. Der CNG-Motor wurde einer weiteren Optimierung unterzogen und entspricht nun auch der seit dem 01.10.2009 geltenden Gesetzgebung zur Diagnose der Abgasentwicklung bei schweren, gasbetriebenen Nutzfahrzeugen im Fahrbetrieb.

Zur Erhöhung der Sicherheit in extremen Fahrsituationen wurde das elektronische Stabilitätsprogramm ESC (Electronic Stability Control) auch für dreiachsige Sattelzugmaschinen zur Anwendung gebracht.

Eine höhere Wirtschaftlichkeit konnte mit einer weiteren Verbesserung der Nutzlast der leichten Version Stralis durch einen weitergehenden Aluminiumeinsatz erreicht werden.

Darüber hinaus hat die Produktpalette einige Erweiterungen erfahren, z. B. hat die Einführung einer Nachlaufachse bei dreiachsigen Sattelschleppern für den koreanischen Markt die globale Präsenz von Iveco weiter erhöht.

Die Entwicklung einer auf dem Baustellenfahrzeug basierenden Fahrzeugreihe für den militärischen Einsatz auch mit geschütztem Fahrerhaus und mit zwei, drei oder vier Achsen konnte im Berichtsjahr erweitert werden. Das zusammen mit der Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG für den weltweiten Einsatz in Krisengebieten konzipierte geschützte Fahrerhaus bietet Schutz gegen Beschuss, Minen sowie biologische und chemische Kampfstoffe. Die Erprobung bei militärischen Kunden wurde erfolgreich abgeschlossen.

Als Partner des Joint Ventures „Saic-Iveco-HongYan” in China hat Iveco an der neuen Baureihe „Genlyon” mitgearbeitet, die 2009 in Serie ging und bereits mit mehreren Preisen in China ausgezeichnet worden ist, unter anderem als „Nutzfahrzeug des Jahres 2010” in der Klasse Flotten.

Alle von Iveco konstruierten Produkte wurden auch im Berichtsjahr mittels modernster Prüfeinrichtungen sowie unter extremen Bedingungen auf der Straße und im Gelände umfassend getestet, um höchste Qualität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

PRODUKTION UND EINKAUF

1. Produktionsvolumen unverzüglich angepasst

Das Produktionsvolumen der Iveco Magirus AG hat sich infolge des Einbruchs auf dem Nutzfahrzeugmarkt im Berichtsjahr dramatisch reduziert. Dazu trugen mehrere Faktoren bei: Die ausschließlich im Werk Ulm produzierten schweren Fahrzeuge waren über die Maßen von der Krise auf dem Nutzfahrzeugmarkt betroffen. Da noch im Vorjahr 85 Prozent der in Ulm hergestellten Fahrzeuge exportiert wurden, hat sich der dramatische Exporteinbruch um 73,4 Prozent unmittelbar auf die Ulmer Produktion ausgewirkt.

Diese Faktoren führten nach einem absoluten Rekordergebnis von 22.401 Fahrzeugen im Vorjahr zu einem nie da gewesenen Absturz des Produktionsvolumens auf lediglich noch 5.557 Einheiten (minus 75,2 Prozent).

Werden die unterschiedlichen schweren Lkw-Modelle betrachtet, zeigt sich, dass die komfortableren Stralis ASL für den internationalen Fernverkehr in erster Linie von der Krise betroffen waren und nach 57,4 Prozent im Vorjahr im Berichtsjahr nur noch 36,6 Prozent der Gesamtproduktion ausmachten.

Als einen großen Vorteil für das Unternehmen erwies es sich, dass bereits im Vorjahr unverzüglich auf den Nachfrageeinbruch zur Jahresmitte mit der Einstellung der zweiten Schicht reagiert wurde, womit ein Zurückfahren der arbeitstäglichen Ausbringung von 130 auf anschließend 82 Fahrzeuge verbunden war. Im Berichtsjahr musste dann eine weitere Reduzierung auf 62 Einheiten erfolgen. Dazu kam die Einführung von Kurzarbeit, somit wurde nur noch an 83 Tagen produziert. Weiter wurde ein umfassendes Sparprogramm umgesetzt, um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen.

Die mit der Kurzarbeit entstehenden Pausen hat das Unternehmen dazu genutzt, in zahlreichen Bereichen der Produktion die Arbeitsplätze ergonomischer und effizienter zu gestalten. Ebenfalls wurden in diesen Phasen die Trainings- und Fortbildungsprogramme der Mitarbeiter verstärkt fortgeführt, um eine hervorragende Ausgangsposition für einen künftigen Aufschwung am Nutzfahrzeugmarkt zu schaffen.

Der Weg dazu war die konsequente Fokussierung auf das 2007 eingeführte Programm des „World Class Manufacturing” WCM, das darauf abzielt, erkannte Schwachstellen und Fehler in den Produktionsabläufen unverzüglich zu beseitigen und die Prozesse so zu gestalten, dass Fehler erst gar nicht entstehen. Im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt auf einer Intensivierung der Aktivitäten in der Arbeitsplatzorganisation, Logistik und Arbeitssicherheit.

Im abgelaufenen Jahr waren bereits 89 Prozent der Arbeitsgruppen in der Produktion beim Thema Arbeitsplatzorganisation und sogar 100 Prozent bei der Arbeitssicherheit engagiert. Die Teileanlieferung wurde so umgestaltet, dass nahezu alle Teile bzw. Teilesätze in einer optimalen Form angeliefert werden. Diese werden stets passend für das jeweils zu montierende Fahrzeug dem Montageband zugeführt.

Eine weitere Verbesserung des Qualitätsstandards wurde dadurch erreicht, dass die Kontrollstufen am Band verdichtet wurden, um eine unmittelbare Korrektur von Fehlern zu erreichen sowie künftig Fehler zu vermeiden. Als Verbindungsglied zwischen Kontrolle und Bandarbeiter sowie zur Optimierung der Abläufe wurde für jeden Kontrollabschnitt die Funktion eines Gruppen-Experten geschaffen.

Um in der Lage zu sein, den jeweiligen Status und die erreichten Fortschritte zu kontrollieren, werden von externen Auditoren regelmäßige WCM-Audits durchgeführt, in denen die Fortschritte festgehalten werden. Bei dem zweiten Audit des Jahres 2009 im Oktober wurden weitere Fortschritte konstatiert, das Unternehmen erhielt nunmehr den WCM-Bronze-Award und rangiert damit in der Gruppe der fünfzehn besten Werke unter den einhundertfünfzig Werken des Fiat-Konzerns.

Mit 2.514 Verbesserungsvorschlägen hat sich die absolute Anzahl der Vorschläge im betrieblichen Vorschlagswesen zwar gegenüber dem Vorjahr leicht um 8,7 Prozent verringert, gemessen an der niedrigen Zahl der Arbeitstage und der rückläufigen Mitarbeiterzahl bedeutet das aber eine Erhöhung der Intensität des Vorschlagswesens um mehr als 100 Prozent. Darüber hinaus wurden weitere 140 Kaizen-Projekte realisiert.

Neben der erneuten Zertifizierung nach ISO 14001 konnte im Berichtsjahr das CCC-Audit zur Autorisierung des Exports auf den chinesischen Markt abgeschlossen werden.

2. Einkauf

Die Iveco Magirus AG hat im Berichtsjahr Einkäufe in Höhe von EUR 720,6 Millionen getätigt. Als Folge von Wirtschaftskrise und Absatzeinbruch lag dieser Wert um 61,4 Prozent unter dem des Vorjahres von EUR 1.864,5 Millionen. Dabei machten die konzerninternen Bezüge EUR 463,9 Millionen (Vorjahr: EUR 1.044,9 Millionen) aus. Von externen Lieferanten beliefen sich die Bezüge auf EUR 256,7 Millionen (Vorjahr: EUR 819,5 Millionen).

Dabei wurde Produktionsmaterial in Höhe von EUR 255,8 Millionen (Vorjahr: EUR 1.051,4 Millionen) von Unternehmen innerhalb und außerhalb des Konzerns eingekauft. Konzernunternehmen lieferten Produktionsmaterial für EUR 99,9 Millionen (Vorjahr: EUR 402,2 Millionen) und damit 39,1 Prozent des gesamten Produktionsmaterials.

Von Dritten wurde Material für die Produktion in Höhe von EUR 155,9 Millionen (Vorjahr: EUR 649,2 Millionen) bezogen. Davon waren 47,5 Prozent Inlandsbezüge, von italienischen Herstellern kamen 36,0 Prozent.

Da die Iveco Magirus AG nicht nur die im Inland hergestellten schweren Straßenfahrzeuge, sondern auch die übrigen Modelle der kompletten Produktpalette des Konzerns vertreibt, werden diese von den Schwesterwerken in Italien und Spanien bezogen. Im Berichtsjahr betrug die Anzahl der eingeführten Fahrzeuge 8.954 Einheiten (Vorjahr: 18.436 Fahrzeuge) im Wert von EUR 195,4 Millionen (Vorjahr: EUR 532,9 Millionen).

Für den Bezug von Ersatzteilen und Gebrauchtfahrzeugen wurden EUR 269,4 Millionen (Vorjahr: EUR 280,1 Millionen) ausgegeben, davon EUR 90,4 Millionen konzernintern und EUR 179,0 Millionen an externe Lieferanten.

3. Umweltschutz

Der Schutz der Umwelt sowie ein sorgsamer Umgang mit den Ressourcen sind für die Iveco Magirus AG von hoher und ständig weiter zunehmender Bedeutung. Dazu gehört neben der Tatsache, dass die Iveco-Fahrzeuge im Betrieb bereits eine Spitzenstellung in der Umweltfreundlichkeit verkörpern, auch die ständige Fortentwicklung der Produktionsprozesse und aller damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten unter diesem Gesichtspunkt.

Dabei werden sämtliche oberirdischen Lagerstätten und Umschlagplätze mit Auffangwannen geschützt und alle unterirdischen Rohrleitungen sowie Tanks ständigen Überprüfungen unterzogen. Für einen eventuellen Schadensfall ist die unverzügliche Ergreifung der notwendigen Maßnahmen sichergestellt. Im Berichtsjahr ist kein Schadensfall eingetreten. Ebenso unterliegen alle Maschinen und Anlagen einer regelmäßigen Wartung und Überwachung.

Die kontinuierliche Umstellung auf Mehrwegverpackungen sowie die Optimierung der Abfalltrennung wurden auch 2009 konsequent fortgeführt. Mit 97 Prozent konnte der sehr hohe Standard beim Recycling gehalten werden. Die Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter zu Abfallrecycling und zu einem schonenden Umgang mit Materialien und Energie werden auch im Jahr 2010 fortgeführt.

Bei der kontinuierlichen Zertifizierung des Umweltmanagementsystems gemäß ISO 14001 und der Adaption des jeweiligen Standards wurde verstärkt der Fokus auf die Senkung des Energieverbrauchs sowie eine Verbesserung der CO2-Bilanz gelegt und entsprechende Maßnahmen erfolgreich durchgeführt. Das Energiemanagement umfasste insbesondere den Stromverbrauch der Produktions- und Heizungsanlagen, der Beleuchtung und Drucklufterzeugung sowie den Verbrauch an Heizungsenergie mittels Fernwärme. Auch der spezifische Verbrauch von Lack und die damit verbundenen Lösungsmittelemissionen der Lackieranlagen konnten verringert werden.

VERTRIEB

Nutzfahrzeugmarkt mit außerordentlichen Einbußen

Für nahezu das gesamte Transportwesen, insbesondere aber für die Nutzfahrzeughersteller war 2009 ein Jahr von Einbußen in bisher nicht gekanntem Umfang. Die nationale und weltweite Wirtschaftskrise hat in allen Transportbereichen zu starken Rückgängen geführt, viele Fahrzeuge wurden von ihren Betreibern stillgelegt, zahlreiche Transportunternehmen waren gezwungen, Insolvenz anzumelden. Statt geplanter Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen wurden die Fahrzeuge zumeist weiter betrieben, zumal sich auch die Finanzierungsbedingungen für Investitionen verschlechtert haben.

Die Folge war, dass nach einem Zulassungsvolumen auf dem deutschen Markt für Neufahrzeuge ab 3,5 Tonnen im Vorjahr auf höchstem Niveau die Zulassungswerte im Berichtsjahr um 30,2 Prozent auf 125.563 Einheiten fielen. Noch relativ glimpflich verlief die Entwicklung bei den Transportern, während die schweren Nutzfahrzeuge am stärksten betroffen waren. Diese Entwicklung wurde auch dadurch verschärft, dass das letzte Quartal des Vorjahres trotz eines positiven Gesamtjahres bereits vom Rückgang geprägt war und daher bereits Ende 2008 der Auftragsbestand erheblich abgenommen hatte.

Wirtschaftliche Vernunft vor hohem Marktanteil

Die Iveco Magirus AG betrieb im Berichtsjahr eine Politik wirtschaftlicher Solidität und stellte die Einhaltung auskömmlicher Margen über eine vorrangige Mengenpolitik zu unverantwortlichen Preisen. Mit einem besonderen Augenmerk auf dem Verkauf von Lagerfahrzeugen konnten sowohl die Kapitalbindungskosten gesenkt werden als auch erreicht werden, dass bei einem Anspringen der Nachfrage unverzüglich auch die Produktion wieder gesteigert werden kann.

Einen weiteren Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität lieferte auch eine umsichtige Rückkaufverpflichtungspolitik. Bei den vor allem im Vermieterbereich üblichen Rücknahmegeschäften hat sich das Unternehmen eine strikte Selbstbeschränkung auferlegt. Insgesamt hat dieses Vorgehen, das auf eine Reihe von wirtschaftlich nicht sinnvollen Geschäften verzichtet hat, im Berichtsjahr zu einem Rückgang des Marktanteils ab 3,5 Tonnen von 9,8 Prozent im Vorjahr auf 8,4 Prozent geführt.

MITARBEITER

Konjunkturbedingt weitere Reduzierung der Mitarbeiterzahl

Im Berichtsjahr galt es für den Personalbereich, das Arbeitsvolumen auf eine sozial möglichst verträgliche Art an die stark gefallene Fahrzeugausbringung anzupassen, ohne dass die Qualität und Effizienz sowie insbesondere die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens darunter leiden. Um dem deutlichen Erlösrückgang entgegenzuwirken, wurden definierte Kostensenkungsprogramme in allen Bereichen konsequent umgesetzt. Neben dem Abbau von Leihkräften und Auslaufen von befristeten Verträgen wird dabei vor allem Kurzarbeit in der Produktion und Verwaltungsbereichen genutzt.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 war bereits das Arbeitsvolumen kurzfristig an die zu diesem Zeitpunkt schon rückläufige Produktionsmenge angepasst worden. Im Berichtsjahr wurde diese Linie nun fortgeführt, indem weitere Anpassungen erfolgten.

Darüber hinaus war es konjunkturbedingt notwendig, die Gesamtbelegschaft der Iveco Magirus AG von 2.372 Mitarbeitern im Vorjahr um 339 auf 2.033 Mitarbeiter zu reduzieren. Dies geschah in erster Linie durch die Beendigung befristeter Arbeitsverhältnisse und nur zu einem kleinen Teil durch Wechsel innerhalb des Konzerns sowie normale Fluktuation. Damit ist es gelungen, auch in dieser schwierigen Periode die hoch qualifizierte und hervorragend ausgebildete Stammbelegschaft zu erhalten.

Die Gesamtbelegschaft des Unternehmens bestand Ende 2009 aus 1.420 Lohnempfängern (Vorjahr: 1.720 Personen) und 613 Gehaltsempfängern (Vorjahr: 652).

Nach Abzug von 209 Personen, die sich in der bezahlten Freistellungsphase der Altersteilzeit befanden, sowie von 24 unter anderem für die Bundeswehr freigestellten Mitarbeitern betrug die aktive Stammbelegschaft noch 1.800 Personen (Vorjahr: 2.106 Personen). Davon waren in Ulm, Neu-Ulm und Langenau 1.631 aktiv Beschäftigte (90,6 Prozent) sowie in Unterschleißheim und anderen Außenstellen 169 Mitarbeiter (9,4 Prozent) tätig.

Im Jahresdurchschnitt 2009 betrug die Mitarbeiterzahl 2.100 Personen (Vorjahr: 2.534 Personen).

Die in den Vorjahren durchgeführte planmäßige Senkung des Durchschnittsalters der Belegschaft konnte im Berichtsjahr aufgrund der Trennung von befristeten Mitarbeitern nicht fortgeführt werden, dieses stieg daher von 43,5 auf 45,3 Jahre.

Trotz der negativen konjunkturellen Entwicklung hielt das Unternehmen an der im Vorjahr auf 121 erhöhten Zahl von Auszubildenden fest und hat wiederum 35 neue Auszubildende eingestellt. Das interne Programm zur Weiterbildung wurde 2009 auf das Thema WCM (World Class Manufacturing) in der Produktion konzentriert. 896 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an insgesamt 18.600 Trainingsstunden teil.

RISIKOMANAGEMENT

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Ein wirksames Risikomanagement ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Daher wird die Iveco Magirus AG auch in Zukunft den Bereich Risikomanagement kontinuierlich weiter entwickeln und an die veränderten Rahmenbedingungen sowie gesetzlichen Vorschriften anpassen. Das Risikomanagement ist somit ein kontinuierlicher Prozess, der die Aktivitäten des Unternehmens begleitet.

Ziele des Risikomanagements

Risikomanagement zielt auf die systematische Identifikation, Beurteilung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab. Das bestehende Risikomanagementsystem der Iveco Magirus AG sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, von vorhandenen Risiken frühzeitig Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können.

Instrumente des Risikomanagementprozesses

Das zentral installierte Risikomanagement koordiniert den Prozess zur Ermittlung der Risiken im Rahmen einer jährlich durchgeführten Risikoinventur. Dabei wird eine Analyse der Risiken in allen wesentlichen Geschäftsfeldern der Iveco Magirus AG durchgeführt. Grundlage bildet die Erhebung von Daten über dezentral eingesetzte Risikobeauftragte.

Die aus der Risikoinventur resultierenden Informationen und darin enthaltenen Risikobewertungen werden aufbereitet und vom Risikomanagement im Rahmen eines Risikoberichts inklusive einer zusammengeführten Risikomatrix dem Vorstand vorgelegt. Auf dieser Basis können bei Bedarf notwendige Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Neben diesem Instrument besteht eine Reihe von weiteren parallelen Informationskanälen über Risiken an den Vorstand. Der Vorstand erhält kontinuierlich risikorelevante Informationen an Hand regelmäßig generierter Reports direkt aus den einzelnen Fachbereichen. Darin werden wesentliche Risiken fortlaufend überwacht, mit Hilfe von Kennzahlen bewertet bzw. einzelfallbezogen verfolgt. Ebenso wird in verschiedenen Berichten über die gegenwärtige und erwartete Geschäftsentwicklung und die damit verbundenen Chancen und Risiken informiert.

Die im Risikobericht beschriebenen und in die Zukunft gerichteten Aussagen basieren auf den aktuellen Erwartungen und somit auf bestimmten Annahmen. Sie bergen daher ein gewisses Maß an Ungewissheit.

Daneben sind bei der Iveco Magirus AG sogenannte Risikoinstitute eingerichtet. Diese Organisationseinheiten bzw. spezielle Funktionen zeigen Risiken auf, helfen diese zu vermeiden oder sorgen für ihre Minimierung.

Zu den weiteren installierten Regelungen und Verfahren zur Begrenzung von operationellen Risiken zählen insbesondere das interne Kontrollsystem unter anderem in Form von regelmäßig erstellten Berichten durch die jeweiligen Fachbereiche, die schriftlich fixierten Organisationsrichtlinien für die wesentlichen Arbeitsabläufe, der Einsatz von qualifiziertem Personal sowie die ständige Weiterentwicklung der Methoden und die Verbesserung der technischen Abläufe. Die operationellen Risiken werden somit als gering eingeschätzt.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Es bleibt für das Jahr 2010 abzuwarten, ob die eingangs dargestellte Wirtschaftskrise bereits ausgestanden ist oder ob noch weitere Zusammenbrüche im Banken- und Unternehmenssektor anstehen. In 2010 wird eine leichte konjunkturelle Erholung im Euroraum erwartet, was unter anderem auch auf staatliche Stützungsprogramme zurückzuführen ist.

Die gesamtwirtschaftlichen Prognosen sind weiterhin mit außerordentlich hohen Unsicherheiten im Hinblick auf die Weltkonjunktur verbunden. Um auf die daraus resultierenden Gefahren und externen Rahmenbedingungen im Jahr 2010 flexibel reagieren zu können, wurden bei der Iveco Magirus AG bereits Maßnahmen zur Risikovorsorge eingeleitet.

Auf die für die Iveco Magirus AG wesentlichen Risiken wird in den folgenden Ab schnitten eingegangen. Neben den dort genannten Risiken sieht der Vorstand auch zahlreiche Chancen, auf welche in den weiteren Teilen des Geschäftsberichts eingegangen wird.

Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Aufgrund des starken Nachfrageeinbruchs im Jahr 2009 blieben auch bei der Iveco Magirus AG mögliche Produktionskapazitäten ungenutzt. Im Verlauf des Jahres 2009 lagen in Deutschland die Auftragseingänge und Zulassungen in ihrer Entwicklung deutlich auseinander, d.h. die schwache Entwicklung der Auftragseingänge schlug noch nicht so stark auf die Zulassungen durch. Somit konnte auch bei der Iveco Magirus AG ein Abbau der Fahrzeugbestände aus dem Jahre 2008 erzielt werden.

Auftragseingänge und der Auftragsbestand Ende 2009 deuten noch nicht auf eine spürbare Verbesserung der Situation hin. Speziell die Schlüsselbranchen der Speditionen mit der Stilllegung von 60.000 Fahrzeugen in 2009 und der Vermieter werden auf absehbare Zeit keine positiven Impulse für die Nachfrage leisten können. Für den Transporter-Bereich dürfte es in 2010 deutlich positiver aussehen. So dürfte auch das Jahr 2010 für die Hersteller von einem Produktionsvolumen auf dem reduzierten Niveau geprägt sein, was unter anderem eine Fortsetzung der Kurzarbeit zur Folge haben und weitere Maßnahmen zur Fixkostenreduzierung erforderlich machen wird.

Im Vertrieb muss von einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Handel, insbesondere bei Ersatzteilen, ausgegangen werden. Die Stärkung der Leistungskraft und Ertragssituation der Händler macht eine laufende Optimierung des Vertriebskanals sowie eine wirksame Unterstützung bei Finanzierungsproblemen erforderlich.

Die Bestände an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen der Iveco Magirus AG konnten im Lauf des Jahres 2009 abgebaut werden, binden jedoch weiter hohes Kapital. Diese Fahrzeuge unterliegen u. a. dem Risiko der Marktpreisentwicklung. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wurden Wertberichtigungen gebildet. Die Entwicklung der Marktpreise wird turnusmäßig überwacht und hat zeitnahen Einfluss auf die internen Bewertungssysteme. Zusätzlich liegen im Bereich der Gebrauchtfahrzeuge Abverkaufsstrategien vor, die zum Teil bereits umgesetzt werden.

Mittelfristig ist aber trotz der gesamtwirtschaftlich aktuell angespannten Situation weiterhin davon auszugehen, dass nach Überwindung der Schwächephase der Nutzfahrzeugmarkt auch in Zukunft aufgrund des steigenden Transportaufkommens Wachstumsmarkt bleibt.

Wegen ihrer großen marktstrategischen Bedeutung setzt die Iveco Magirus AG weiterhin einen Schwerpunkt auf Mobilitätsdienstleistungen wie Stellung von Ersatzfahrzeugen im Bedarfsfall, Service-Leasing und Flottenmanagement. Die damit entstehende Markenbindung enthält neben den Chancen auch einige Risiken durch mittel- und langfristige Verpflichtungen, die mit angemessener Sorgfalt behandelt werden.

Produkt- und Entwicklungsrisiken

Die Wettbewerbsposition der Iveco-Gruppe, welcher die Iveco Magirus AG angehört, hängt bedeutend von der Entwicklung erfolgreicher Produkte und Produkttechnologien ab. Daher investiert die Gruppe sowie der Fiat-Konzern weiterhin beachtliche finanzielle Mittel in die Forschung und Entwicklung. Neben der intensiven Forschung in konzerninternen Entwicklungsabteilungen werden auch wichtige Systemlieferanten eingebunden, wodurch zusätzlich externes Know-how Eingang findet.

Das Produktportfolio wird entsprechend den Markterfordernissen ständig angepasst und erweitert. Die frühzeitige Berücksichtigung der weiter steigenden Anforderungen unter anderem durch den Umweltschutz, die knapper werdenden Ressourcen und den immer härter werdenden Wettbewerb war bereits in den zurückliegenden Jahren ein Kennzeichen des Unternehmens.

Damit eine effektive und effiziente Verwendung in die Forschung und Entwicklung investierter Mittel sichergestellt ist, sind entsprechende Aufbau- und Ablauforganisationen mit Fachbereichen und Reportingstrukturen zur Überwachung von Entwicklungsprojekten implementiert.

Schäden durch unsere Produkte, welche trotz vorheriger intensiver Prüfungen erst auftreten, wenn unsere Produkte bereits am Markt sind, können zu Garantie-, Gewährleistungs- sowie Kulanzkosten führen. Im extremsten Fall sind Produkthaftungsansprüche und Schadenersatzforderungen vorstellbar. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird ein hohes Augenmerk auf die Qualität gerichtet. Zusätzlich werden Informationen zeitnah in den betroffenen Fachabteilungen ausgetauscht und ggf. entsprechende Projekte bzw. Kampagnen neu aufgesetzt.

Die Iveco Magirus AG wird diese Unternehmenspolitik weiter verfolgen. Somit besteht kein Risiko, die erforderlichen Zukunftsentwicklungen zu vernachlässigen.

Produktion und Beschaffung

Mit Lieferproblemen von Zulieferern sind Effizienzminderungen und eine ungünstigere Fixkostenverteilung verbunden. Mit verschiedenen Initiativen konnten eine verbesserte Transparenz für die Lieferanten mit der Folge einer verlässlicheren Termintreue und gleichzeitig niedrige Bestände erreicht werden.

Ein standardisierter Produktionsprozess stellt sicher, dass nur funktionierende und sichere Produkte auf den Markt kommen. Einheitlich definierte Qualitätssicherungsstandards sorgen dafür, dass Fehler in der Herstellungsphase rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Nach Verkauf der Iveco-Produkte stellt das Servicenetz sicher, dass alle aufgetretenen Fehler gesammelt, bewertet und abgestellt werden können.

Die fortlaufende Optimierung der Produktionsprozesse bietet vielfältige Chancen zur Verbesserung der Ertragskraft. Aus diesem Grund nimmt die Iveco Magirus AG an einem Programm zur kontinuierlichen Verbesserung des Produktionssystems teil und gehört dabei im Benchmarking zu den besten 20 der weltweit 150 Werke der Fiat-Gruppe.

Das Ziel zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge vermindert das Risiko der Garantiekosten und bewirkt eine Verringerung der Fehlerrate in der Produktion. Mit der teilweisen Auslagerung von Eigenfertigungen entsteht eine zunehmende Abhängigkeit, insbesondere dann, wenn das Unternehmen nur auf einen einzigen Lieferanten angewiesen ist. Mit einer standardisierten Vertragsgestaltung im Bereich Einkauf sowie einer ständigen Beobachtung der Preisentwicklungen wird den Risiken im Bereich der Lieferanten vorgebeugt.

Möglichen Risiken im Rahmen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes wird durch die Einrichtung von zentralen Verantwortlichen begegnet, die eine kontinuierliche Optimierung und Überwachung sicherstellen.

Eventuelle Betriebsstörungen werden mit einer vorbeugenden Wartung weitgehend vermieden und zusätzlich durch Versicherungen abgesichert.

Aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage und des damit verbundenen starken Einbruchs des Auftragsvolumens, konnte die Rentabilitätsschwelle des Produktionswerkes in Ulm im Jahr 2009 zur Deckung der Herstellungskosten trotz gesteigerter Kostenreduzierungsmaßnahmen (wie z. B. Kurzarbeit) nicht erreicht werden. Schwierigkeiten bereiten zusätzlich die starken Kapazitätsschwankungen in der Produktion. Sensitivitätsreports ermöglichen der Geschäftsleitung einen zeitnahen Überblick und bilden u. a. die Grundlage für weitere strategische Entscheidungen.

Die Iveco Magirus AG ist dieser Herausforderung mit Hilfe ihrer Arbeitszeitmodelle mit hoher Flexibilität begegnet und ist damit auf Risiken dieser Art gut vorbereitet. Sollte sich jedoch das Auftragsvolumen im Laufe des Jahres 2010 nicht weiter verbessern, stellt dies ein hohes Risiko dar.

Risiken aus dem Personalbereich

Innovation und Fortschritt setzen hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte voraus. Chancen im Personalbereich bestehen in der Qualität und der Kreativität der Mitarbeiter und sichern dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Die Mitarbeiter der Iveco Magirus AG stellen somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Ein standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen stellt sicher, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen qualifiziert sind.

Fehlverhalten von Mitarbeitern kann den Ruf des Unternehmens und damit seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Seit 2003 definiert ein schriftlich fixierter Verhaltenskodex den Mitarbeitern einen entsprechenden Rahmen. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2009 ein neuer Compliance Beauftragter definiert und ein Konzept hierzu festgelegt.

Die laufende Optimierung der Prozesse wird von den Mitarbeitern im Rahmen des internen Vorschlagswesens unterstützt, wodurch die Geschäftstätigkeit aktiv mitgestaltet wird. Durch interne Kontrollen wird die Einhaltung von Richtlinien in den Geschäftsprozessen sichergestellt. Dies führt zu einer Reduzierung der Risiken und bildet einen Schutz des Vermögens.

Im Interesse der Mitarbeiter sowie zur Stärkung der Mitarbeiterbindung bietet die Iveco Magirus AG eine Reihe von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an. Die Eigenkündigungsquote lag im Jahr 2009 unter einem Prozent, worin sich die Loyalität und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie das positive Image der Iveco Magirus AG als Arbeitgeber widerspiegelt. Flexible Arbeitszeit- und Vertragsmodelle ermöglichen eine zeitnahe Anpassung des Personalbedarfs an Bedarfsveränderungen.

In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Lage steht der Personalbestand nicht im Einklang mit der aufgrund der niedrigen Auftragslage erforderlichen Personalkapazität. Dadurch besteht ein erhöhtes Kostenrisiko, welches aktuell weitestgehend durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit abgefedert werden konnte.

Finanz- und Währungsrisiken

Für das Jahr 2010 erwartet der Vorstand aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage ein Verharren des niedrigen Zinsniveaus im Bereich der Werte vom Jahr 2009.

Das Währungsrisiko kann ebenfalls als relativ gering angesehen werden, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und bezahlt. Sofern Transaktionen in Fremdwährung getätigt werden, werden die daraus resultierenden Währungsrisiken einzelgeschäftsbezogen abgesichert.

Händler- und Direktendkundengeschäfte werden in der Regel durch Absatzfinanzierungen über eigene Finanzierungsgesellschaften oder über Drittinstitute abgesichert. Mögliche Insolvenzen könnten ein Risiko darstellen, sofern eine Finanzierungsabsicherung nicht gegeben ist. Durch im Direktkundengeschäft regelmäßig stattfindende, regresslose Forderungsverkäufe werden Adressenausfallrisiken minimiert bzw. die entsprechenden Risiken an den Forderungsankäufer verlagert.

Die Strukturierung der Inlandsfinanzierungen erfolgt zentral durch das Kreditmanagement, um eine einheitliche Kreditlinieneinräumung zu gewährleisten. Die Auslands-Finanzierungen und die damit verbundenen Risiken sind stark rückläufig, da diese Geschäfte im Wesentlichen über die Iveco S.p.A. abgewickelt werden. Dies beinhaltet auch die bisherigen Geschäfte mit den internationalen IvecoGesellschaften. Eine Ausnahme stellt hierbei das Ersatzteilgeschäft dar.

Mit den Kunden vereinbarte Rückkaufverpflichtungen stellen in dem Fall ein zusätzliches Risiko dar, wenn sich die am Markt künftig erzielbaren Gebrauchtfahrzeugerlöse wesentlich gegenüber den Erwartungen bei Vertragsabschluss verändert haben. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird dieses laufend überwacht und soweit möglich aktiv gesteuert. Die Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung werden kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei findet eine regelmäßige Überprüfung der zugrunde liegenden Parameter statt.

Eine weiterhin anhaltende negative Entwicklung der Kapitalmärkte kann die Finanzierungskosten der Iveco Magirus AG erhöhen. Zur Liquiditätssteuerung bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.

Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich werden, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden um gegebenenfalls Fremdkapitalfinanzierungen anzustoßen. Darüber hinaus stehen bereits Avallinien bei Banken zur Verfügung, welche zum Jahresende lediglich mit rund 4,5 Prozent ausgelastet waren.

Investitionen des Unternehmens werden überwiegend durch Eigenkapital und von Konzernunternehmen zur Verfügung gestellte Mittel finanziert.

Rechtliche Risiken

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die Iveco Magirus AG Risiken aus Rechtsstreiten und -verfahren ausgesetzt. Diese Risiken werden unter anderem durch standardisierte Prozesse, transparente Vertragsgestaltung sowie Einschaltung von Rechtsexperten minimiert. Dennoch bestehen laufend Risiken aus den Bereichen allgemeines Vertriebsrecht, Verträge und Gewährleistung/Garantie, Produkthaftung, Kartellrecht, Umwelthaftung.

Die damit in Verbindung stehenden Ergebnisse der Verfahren können nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden, so dass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder durch Vereinbarungen von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Dies kann somit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben.

Zum Jahresende 2009 bestand lediglich ein Verfahren von Bedeutung, das über die normale Geschäftstätigkeit hinausgeht. Für Risiken aus diesem Verfahren und den bestehenden anderen Rechtsstreiten sowie für Ansprüche aus Produkthaftung oder ähnlichen Ansprüchen sind entsprechende Rückstellungen gebildet.

Informationstechnologie

Eine ständige Verbesserung der Informationssysteme und ihrer Infrastruktur sowie der Sicherheit ist zwingende Voraussetzung des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit. Die Komplexität der Prozesse und die umfassende Einbindung der Mitarbeiter erfordern eine kontinuierliche Optimierung der Mittel und Methoden, um den aktuellen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit zu entsprechen.

In Zusammenhang mit der Weiterführung des WCM-Projekts (World Class Manufacturing) wurden in der Produktion prozessoptimierende Systeme implementiert.

In den Vertriebsgesellschaften wurden alle ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning — Anwendungssoftware zur Planung der Unternehmensressourcen) auf den neuesten Stand gebracht. Hier tragen vor allem ein neues Dealer Management System und die SAP Finanzbuchhaltung zu besseren Abläufen, mehr Effizienz und weiterer Transparenz bei.

Wie in den Vorjahren erreichte die Iveco Magirus AG mit Hilfe unterschiedlicher Normen- und Qualitätsmanagementsysteme einen hohen Standard. Die Einführung neuer Systeme erfolgt nach hohen Standards der Iveco Projekt Management Methoden.

Der Bereich ICT (Information and Communication Technology) realisiert ständig Verbesserungen und Maßnahmen zur Prävention und Verminderung von Risiken, die im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung der Informationstechnologie stehen.

Beurteilung des Gesamt-Risikos

Das Gesamtrisiko der Iveco Magirus AG setzt sich aus Einzelrisiken aller Risikokategorien innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zusammen. Aufgrund der Finanzmarktkrise mit ihren Auswirkungen auf die gesamte globale Marktwirtschaft haben die Risiken im Verlauf des Jahres 2009 auch bei der Iveco Magirus AG weiter zugenommen und zeigen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Diese Auswirkungen werden jedoch nicht als dauerhaft und wesentlich angesehen, sondern als branchenbedingte Schwankung bewertet, die durch die globalen Rahmenbedingungen verstärkt wurden.

Dennoch stellt der Vorstand auf Grundlage des von der Iveco Magirus AG installierten Risikomanagementsystems fest, dass neben der derzeitig schwierigen konjunkturellen Lage und dem damit in Verbindung stehenden niedrigen Auftragsbestand zum Jahresende keine Risiken erkennbar sind, die — allein oder in Kombination mit anderen Risiken — den Fortbestand der Iveco Magirus AG gefährden.

AUSBLICK

1. Erholungstendenzen mit Risiken

Die Wirtschaftskrise scheint in Deutschland überwunden. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich im dritten Quartal 2009 um 0,7 Prozent. Die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs werden aber noch lange und nachhaltig zu spüren sein. 2010 gilt es in Deutschland, die Unternehmen zu stabilisieren und für die Zukunft erfolgreich aufzustellen.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2010 eine Steigerung der deutschen Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent. Auch die Verbraucher beurteilen die Konjunkturaussichten optimistisch. Getrübt werden kann das Verbraucherverhalten allerdings durch steigende Energiepreise und eine schwierige Arbeitsmarktsituation. Ein massiver Einbruch droht, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt dramatisch verschlechtert.

Nach einem Rückgang der Ausfuhren um fast 15 Prozent für 2009 erholt sich die Auftragslage in der Exportwirtschaft leicht. Die starken Einbrüche werden aber den Unternehmen dauerhaft zu schaffen machen.

Voraussagen für das Jahr 2010 sind allerdings mit erheblichen Ungenauigkeiten und Risiken behaftet, insbesondere was die Stabilität des Finanzsektors und die Kreditversorgung betrifft.

Im Nutzfahrzeugsegment wird durch das gedämpfte Investitionsklima die Auftragslage auf absehbare Zeit ungünstig bleiben. Insgesamt scheint die Talsohle erreicht, aber durch die fehlende Dynamik in Osteuropa und Teilen von Südeuropa werden noch einige Jahre vergehen, bis die hohen Wachstumsraten von vor 2008 wieder erreicht werden.

Für 2010 erwartet die Transportbranche eine leichte Belebung des Warentransports in Deutschland, die sich etwas über dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bewegen wird. Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass Transportunternehmen stillgelegte Kapazitäten wieder aktivieren werden, um den gestiegenen Transportbedarf abzudecken. Der Ersatzbedarf wird durch die bestehende Unsicherheit im Markt weiterhin unter den Vorjahren liegen. Der deutsche Nutzfahrzeugmarkt wird auch durch die fehlenden Exportmöglichkeiten nach Osteuropa nur sehr moderat wachsen. In der Industrie wurden während der Wirtschaftskrise die Lagerbestände auf historisch niedrige Niveaus abgebaut, dadurch besteht die Erwartung, dass im dritten Quartal die Produktionen wieder leicht hochgefahren werden.

Die Exportmärkte, insbesondere Osteuropa, werden auch 2010 weiter stagnieren und frühestens 2011 wieder eine Bedeutung für die Nutzfahrzeughersteller haben.

Die Entwicklung des Nutzfahrzeugmarktes in Deutschland wird im Jahr 2010 von folgenden Faktoren maßgeblich beeinflusst werden:

1. Verfügbarkeit von Finanzierungsmöglichkeiten (Kreditklemme) und eine Zunahme von Insolvenzen bei Transportunternehmen
2. Wachstum der Frachtvolumina
3. Steigende Haltekosten durch höhere Treibstoffkosten und niedrigere Restwerte

Durch die weiter bestehende Unsicherheit und mangelndes Vertrauen im deutschen Markt für Nutzfahrzeuge wird für 2010 nur ein leichtes Wachstum von 2 bis 3 Prozent erwartet.

2. Erwartungen im neuen Geschäftsjahr 2010

Nachdem sich in den letzten Monaten des Berichtsjahres der Auftragseingang jedoch stabilisiert hat, erwartet das Unternehmen für 2010 in der zweiten Jahreshälfte Erholungstendenzen. Derzeit sind noch keine Anzeichen für eine deutliche Volumensteigerung in Sicht. Die mögliche Belebung hängt jedoch maßgeblich von der Stabilisierung der Wirtschaft und dem Erfolg der Regierung, eine sich abzeichnende Vertrauenskrise abzuwenden, ab. Für die Auslastung der Produktionskapazitäten und die Beschäftigung ist die Entwicklung der Exportmärkte für den Auftragseingang von Schwerfahrzeugen von Bedeutung. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass neben dem deutschen Markt insbesondere die großen Exportmärkte Italien und Frankreich zu einem Anstieg der Kapazitätsauslastung beitragen dürften. Auch dies wird aber nur zu einem Teil die für eine Auslastung der Produktionskapazität fehlenden Aufträge ausgleichen können.

Die Iveco Magirus AG rechnet für 2010 mit einem leichten Umsatzanstieg von etwa 10 Prozent und einer leichten Belebung des Nutzfahrzeugabsatzes auf niedrigem Niveau. Die schwache Verfassung wichtiger Märkte wird sich auch 2010 wie im Vorjahr in einem negativen Jahresergebnis niederschlagen. Vor dem Hintergrund der reduzierten Produktionsumfänge und des angestrebten Produktivitätsfortschritts wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Beschäftigten weiter abnehmen wird. Das Unternehmen hat Maßnahmen zur Senkung von Kosten und Effizienzsteigerungsprogramme eingeleitet. Zielsetzung bleibt die Senkung von Material- und Gemeinkosten, die Reduzierung von Arbeitskosten sowie eine Straffung der Organisation. Ein weiterer Schwerpunkt für 2010 aufgrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen bleibt ein fokussiertes Cash Flow Management sowie die Vermeidung von Kreditrisiken. Die Finanzierungsstruktur der Iveco Magirus AG basiert auf dem operativen Cash Flow, so dass auch in 2010 die Nachhaltigkeit von Maßnahmen zur Reduzierung von Vorräten und Forderungen von hoher Bedeutung sein wird.

Für das Jahr 2011 ist von einer Erholung des Nutzfahrzeugmarktes auszugehen durch eine deutliche Steigerung des Transportgütervolumens bedingt durch einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in den wichtigen Ländern in Westeuropa. Diese Entwicklung wird eine entsprechende Auswirkung auf das Geschäft der Iveco Magirus AG haben.

BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2009 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.

Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft und unsere Beteiligungsgesellschaften erhielten bei jedem der im Bericht über Beziehungen zu verbunden Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Sie wurden durch die getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die berichtspflichtigen Vorgänge durchgeführt wurden.”

Der Abschlussprüfer hat Einwendungen gegen diesen Bericht nicht erhoben.

Ulm, den 25.02.2010

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Astengo

Barschkis

Borgo

Nizet

Snieders

Starup

Bilanz zum 31. Dezember 2009

IVECO MAGIRUS AG

AKTIVA

Anhang 31.12.2009

Euro
31.12.2008

Euro
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 260.371,58 533.875,67
Sachanlagen 77.381.513,63 87.819.457,37
Finanzanlagen 86.026.828,92 85.391.797,03
163.668.714,13 173.745.130,07
Umlaufvermögen
Vorräte (2)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.126.173,29 20.945.565,25
Unfertige Erzeugnisse 1.959.129,92 5.941.104,89
Fertige Erzeugnisse und Waren 141.355.325,24 212.588.469,65
159.440.628,45 239.475.139,79
Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände (3)
Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 58.610.277,55 88.060.294,78
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 199.803.922,68 221.829.165,96
Sonstige Vermögensgegenstände 6.822.561,61 13.409.839,97
265.236.761,84 323.299.300,71
Flüssige Mittel (4) 1.120.750,00 5.698.089,78
425.798.140,29 568.472.530,28
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 1.245.380,94 1.696.179,72
590.712.235,36 743.913.840,07
PASSIVA
Anhang 31.12.2009

Euro
31.12.2008

Euro
Eigenkapital (6)
Gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000.000,00
Kapitalrücklage 9.611.520,43 9.611.520,43
Gewinnrücklage
Gesetzliche Rücklage 14.736.772,57 14.736.772,57
Bilanzgewinn (7) 50.783.325,57 65.889.756,44
125.131.618,57 140.238.049,44
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 96.973.512,00 100.356.274,00
Steuerrückstellungen 13.172.356,17 11.958.889,37
Sonstige Rückstellungen 182.974.045,19 228.544.287,94
293.119.913,36 340.859.451,31
Verbindlichkeiten (9)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 14.602.161,62 19.451.999,56
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 85.139.958,75 171.353.665,51
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 58.249.859,98 66.400.595,01
Sonstige Verbindlichkeiten 14.468.723,08 5.610.079,24
172.460.703,43 262.816.339,32
590.712.235,36 743.913.840,07

Gewinn- und Verlustrechnung 2009

IVECO MAGIRUS AG

Anhang 2009

EURO
2008

EURO
Umsatzerlöse (10) 1.042.380.426,25 2.424.931.194,54
Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (46.970.048,97) 48.654.495,92
Andere aktivierte Eigenleistungen 16.114,34 79.843,89
995.426.491,62 2.473.665.534,35
Sonstige betriebliche Erträge (11) 87.956.108,54 110.398.585,43
Materialaufwand (12) (866.428.881,15) (2.179.140.434,76)
Personalaufwand (13) (102.607.403,58) (153.036.450,90)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) (16.030.235,59) (20.612.974,13)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) (86.085.739,47) (153.184.850,82)
12.230.340,37 78.089.409,17
Beteiligungsergebnis (16) (6.442.491,34) (2.155.031,88)
Zinsergebnis (17) (5.244.532,59) 3.644.962,42
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 543.316,44 79.579.339,71
Außerordentliches Ergebnis (3.000.000,00) 0,00
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8.885.063,60) (10.926.450,43)
Sonstige Steuern (3.764.683,71) (2.763.132,84)
Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss (15.106.430,87) 65.889.756,44
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 65.889.756,44 0,00
Bilanzgewinn 50.783.325,57 65.889.756,44

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Iveco Magirus AG wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.

Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst.

Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen, soweit steuerlich zulässig.

Die Abschreibungen auf die Zugänge 2009 sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit einem Wert unter EUR 150 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit einem Wert von EUR 150 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die steuerlich aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten.

Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Teilwertverfahren auf der Grundlage der biometrischen Richttafeln 2005G und eines Rechnungszinsfußes von 6,0 Prozent ermittelt.

Die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Posten werden mit dem Kurs des Entstehungszeitpunkts bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren Kurs und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Kurs des Bilanzstichtags umgerechnet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung des Anlagevermögens (in '000 EUR)

Entwicklung 2009 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2009 136.304 50.869 183.595 472 371.240
Zugänge - 133 5.103 - 5.236
Abgänge - (423) (634) - (1.057)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2009 136.304 50.579 188.064 472 375.419
Abschreibungen
Stand am 01.01.2009 104.125 44.079 135.216 - 283.420
Zugänge 1.656 910 13.106 - 15.672
Abgänge - (422) (633) - (1.055)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2009 105.781 44.567 147.689 - 298.037
Nettobuchwert am 31.12.2009 30.523 6.012 40.375 472 77.382
Nettobuchwert am 31.12.2008 32.179 6.790 48.378 472 87.819
Entwicklung 2009 Finanzanlagen und immaterielle Vermögenswerte Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Sonstige Ausleihungen Finanzanlagen Gesamt Immaterielle Vermögenswerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2009 64.503 19.953 1.221 85.677 3.055
Zugänge - 751 105 856 85
Abgänge - - (251) (251) (41)
Umbuchungen - - (43) (43) -
Stand am 31.12.2009 64.503 20.704 1.032 86.239 3.099
Abschreibungen
Stand am 01.01.2009 - - 285 285 2.521
Zugänge - - 6 6 359
Abgänge - - (79) (79) (41)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2009 - - 212 212 2.839
Nettobuchwert am 31.12.2009 64.503 20.704 820 86.027 260
Nettobuchwert am 31.12.2008 64.503 19.953 936 85.392 534
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2009 163.669
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2008 173.745

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Die Zugänge in Anlagen und Betriebsausstattung belaufen sich auf EUR 5,2 Millionen und dienen im Wesentlichen zur Modernisierung des Werks in Ulm.

Über die Zugänge im Sachanlagevermögen wird im Lagebericht berichtet.

2. Vorräte

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind bedingt durch den Produktionsrückgang um 23,0 Prozent gefallen. Auch die unfertigen Erzeugnisse reduzierten sich um EUR 4,0 Millionen, bedingt durch das niedrige Auftragsvolumen im Jahr 2009. Der durch die Wirtschaftskrise verursachte Anstieg der Bestände an Fahrzeugen in 2008 konnte durch gezielte Abverkaufsmaßnahmen im Berichtsjahr reduziert werden. Der Bestand an Fahrzeugen reduzierte sich auf EUR 141,4 Millionen und fiel um 33,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresbestand (EUR 212,6 Millionen). Insgesamt reduzierte sich das Vorratsvermögen um 33,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 159,4 Millionen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR (000) 31.12.2009 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 31.12.2008 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
• Buchforderungen 58.610 860 87.872 952
• Wechselforderungen - - 188 -
58.610 860 88.060 952
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
• aus Lieferungen und Leistungen 189.249 - 165.097 -
• sonstige 10.555 - 56.732 -
199.804 - 221.829 -
Sonstige Vermögensgegenstände 6.823 - 13.410 -
265.237 860 323.299 952

Der Anteil der aus Exportgeschäften stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich solcher Forderungen gegen verbundene Unternehmen sank mit 74,7 Prozent gegenüber Vorjahr (77,3 Prozent). In Summe sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 2,1 Prozent nur leicht gegenüber Vorjahresniveau durch das rückgängige Geschäftsvolumen auf EUR 247,9 Millionen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr auf EUR 6,8 Millionen im Wesentlichen durch niedrigere Steuerforderungen.

In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind kurzfristige Darlehen in Höhe von EUR 10,6 Millionen (Vorjahr EUR 37,3 Millionen) enthalten.

4. Flüssige Mittel

EUR (000) 31.12.2009 31.12.2008 Veränderung
Kassenbestand und Schecks 10 18 (8)
Guthaben bei Kreditinstituten 1.111 5.680 (4.569)
1.121 5.698 (4.577)

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten enthält im Wesentlichen vorausbezahlte Umsatzsteuer aus Anzahlungen sowie Pensionszahlungen für das 1. Quartal 2010 an den Essener Verband sowie Mietvorauszahlungen.

6. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital der Iveco Magirus AG, Ulm, beträgt EUR 50.000.000,00. Es ist eingeteilt in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00.

Mit Schreiben gemäß § 20 AktG vom 16. Oktober 2003 hat die IVECO S.p.A., Turin, Italien, mitgeteilt, dass die Mehrheit der Anteile von ihr gehalten wird. Die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, teilte ebenfalls mit Schreiben gemäß § 20 AktG vom 16. Oktober 2003 mit, dass sie mehr als 25,0 Prozent der Anteile hält. An den Anteilsverhältnissen ergaben sich 2009 keine Veränderungen.

7. Bilanzgewinn

EUR (000) 2009 2008
Jahresüberschuss des Vorjahres 65.890 0
Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss (15.107) 65.890
Bilanzgewinn 50.783 65.890

Der Bilanzgewinn aus dem Vorjahr wurde in voller Höhe thesauriert.

8. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 6a EStG mit ihrem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Teilwert angesetzt. Gemäß Art. 28 EGHGB wurde auf die Bildung einer Pensionsrückstellung für Zusagen vor dem 1. Januar 1987 verzichtet. Der verbleibende Fehlbetrag beträgt zum Stichtag insgesamt EUR 10.733.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten u. a. drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen und Wartungs- und Reparaturverträgen, Gewährleistungen, sonstige vertriebliche Risiken (EUR 117 Millionen), Verpflichtungen im Personalbereich (EUR 54 Millionen) sowie Aufwandsabgrenzungen und Abdeckung von sonstigen Risiken.

9. Verbindlichkeiten

EUR (000) 31.12.2009 31.12.2008
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 14.602 19.452
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 85.140 171.354
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 58.250 66.400
Sonstige Verbindlichkeiten
• aus Steuern 10.004 1.675
• übrige 4.465 3.935
14.469 5.610
172.461 262.816

Der Rückgang der Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2009 beruht im Wesentlichen auf dem stark gesunkenen Geschäftsvolumen und dadurch zurückgefahrener Produktion. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 50,3 Prozent oder EUR 86,2 Millionen zurückgegangen.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind weiterhin Verrechnungskonten in Höhe von EUR 40,4 Millionen (Vorjahr EUR 40,7 Millionen) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 15,7 Millionen (Vorjahr EUR 25,5 Millionen) enthalten.

Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten sowie Restlaufzeiten über ein Jahr liegen wie im Vorjahr nicht vor.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:

EUR (000) 2009 % 2008 %
Fahrzeuge 691.994 66,4 1.876.390 77,4
Gebrauchtfahrzeuge 38.591 3,7 44.615 1,8
Komponenten, Motoren 13.333 1,3 29.618 1,2
Ersatzteile 189.805 18,2 231.739 9,6
Reparaturen, Sonstige Umsätze 38.068 3,6 44.527 1,8
Verrechnungsverfahren 70.589 6,8 198.042 8,2
1.042.380 100,0 2.424.931 100,0
Bundesrepublik Deutschland 529.597 50,8 883.298 36,4
Übrige EU-Länder 387.045 37,1 1.051.723 43,4
Übriges Europa 25.465 2,4 210.055 8,6
Außereuropäische Länder 29.684 2,9 81.813 3,4
Verrechnungsverfahren 70.589 6,8 198.042 8,2
1.042.380 100,0 2.424.931 100,0

Durch das Verrechnungspreissystem sind die Umsatzerlöse aus Fahrzeugen um EUR 70,6 Millionen (Vorjahr EUR 198,0 Millionen) erhöht ausgewiesen. Bei einer Eliminierung der konzerninternen Verrechnung von Fahrzeugen reduzieren sich die Umsatzerlöse auf EUR 971,8 Millionen. Diese Umsatzentwicklung liegt im Rahmen der ausgewiesenen Absatzentwicklung deutlich unter dem Vorjahresniveau bedingt durch die schwere Absatzkrise im Nutzfahrzeugmarkt. Der Rückgang bei den verkauften schweren Nutzfahrzeugen ist jedoch überproportional zur Entwicklung des gesamten Absatzvolumens.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus weiterberechneten Dienstleistungen und Kosten sowie nicht unter Umsatzerlösen auszuweisende Leistungen.

Daneben enthält der Posten Erträge aus Währungsdifferenzen, Mieteinnahmen, Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen.

In der Gesamtsumme von EUR 88,0 Millionen (Vorjahr EUR 110,4 Millionen) sind periodenfremde Erträge von EUR 23,7 Millionen (Vorjahr EUR 30,8 Millionen) enthalten, davon EUR 18,8 Millionen (Vorjahr EUR 23,5 Millionen) aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Weiterhin entfallen EUR 51,5 Millionen (Vorjahr EUR 65,0 Millionen) auf weiterberechnete Dienstleistungen und Kosten.

12. Materialaufwand

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 714.028 1.864.452 (1.150.424)
Aufwendungen für Fahrzeuge Eigenproduktion 78.217 211.479 (133.262)
Aufwendungen für bezogene Leistungen 74.184 103.209 (29.025)
Materialaufwand 866.429 2.179.140 (1.312.711)

Der Materialaufwand für Produktion sank um 75,7 Prozent gegenüber Vorjahr und entspricht dem Rückgang des Produktionsvolumens. Dem wirken Aufwendungen für Fahrzeuge aus Eigenproduktion entgegen. Somit sinkt der Materialaufwand um 60,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

13. Personalaufwand

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Löhne und Gehälter 77.358 119.406 (42.048)
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 17.081 22.391 (5.310)
Aufwendungen für Altersversorgung 8.168 11.239 (3.071)
Summe 25.249 33.630 (8.381)
Personalaufwand 102.607 153.036 (50.429)

Der Rückgang der Löhne und Gehälter um 35,2 Prozent ist bedingt durch den Personalabbau im Jahr 2009 insbesondere in der Produktion und durch die Einführung der Kurzarbeit seit Februar 2009.

14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Planmäßige Abschreibungen 15.672 20.300 (4.628)
Abschreibungen Immaterielle Wirtschaftsgüter 358 313 45
Abschreibungen 16.030 20.613 (4.583)

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken. In der Gesamtsumme von EUR 86,1 Millionen sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 3,0 Millionen enthalten.

16. Beteiligungsergebnis

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 16.916 7.591 9.325
Aufwendungen aus Verlustübernahmen (23.358) (9.746) (13.612)
(6.442) (2.155) (4.287)

Die ausgewiesenen Ergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.

17. Zinsergebnis

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Erträge aus Ausleihungen
• von Dritten 6 16 (10)
• von verbund. Unternehmen 1.005 1.028 (23)
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.011 1.044 (33)
Zinsen und ähnliche Erträge
• von Dritten 419 747 (328)
• von verbundenen Unternehmen 2.004 14.726 (12.722)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.423 15.473 (13.050)
Zinserträge 3.434 16.517 (13.083)
Abschreibungen auf Finanzanlagen (6) (30) 24
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
• an Dritte (3.809) (4.537) 728
• an verbundene Unternehmen (4.864) (8.305) 3.441
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (8.673) (12.842) 4.169
Zinsaufwendungen (8.679) (12.872) 4.193
Zinsergebnis (5.245) 3.645 (8.890)

Das Zinsergebnis ist um EUR 8,9 Millionen geringer als im Vorjahr. Die Entwicklung wird geprägt durch höhere Aufwendungen im operativen Geschäft und deutlich niedrigere Erträge infolge gesunkener Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Das Zinsergebnis fällt im Geschäftsjahr auf einen Verlust von EUR 5,2 Millionen.

SONSTIGE ANGABEN

18. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiter Produktion Verwaltung Ulm Vertrieb und Ersatzteillager 2009

Gesamt
2008

Gesamt
Lohnempfänger 1.259 21 1.280 1.708
Angestellte 387 188 575 585
Auszubildende u.ä. 236 9 245 241
1.882 218 2.100 2.534

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl sank um 17,1 Prozent gegenüber Vorjahr. Die außerordentlichen Aufwendungen haben keine steuerlichen Auswirkungen, da diese als steuerlicher Aufwand berücksichtigt werden.

19. Vorstand, Aufsichtsrat

2009 EUR
Bezüge des Vorstands 998.443,92
Bezüge ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 670.077,68
Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 6.079.750,00
Vergütung Aufsichtsrat 117.000,00

Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten 47 ff.

20. Haftungsverhältnisse

EUR (000) 2009 2008 Veränderung
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften
• gegenüber Dritten 12.376 13.989 (1.613)
• gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0
12.376 13.989 (1.613)

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften bestehen ausschließlich aus eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Absatzfinanzierungen im Inland und Ausland.

Die Reduzierung der Haftungsverhältnisse gegenüber Dritten ergibt sich aus einer geänderten Vertriebspolitik des Unternehmens, die ausstehende Bürgschaften aktiv reduziert. Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen.

21. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in

EUR (000) zu Barwerten 2009
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen
fällig 2010 6.657
2011 bis 2014 17.304
2015 und folgende Jahre 5.675
Investitionsbestell-Obligo 1.588
Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften 188.122
219.346
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0

22. Derivative Instrumente

Das Unternehmen ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen die Iveco Magirus AG eine Absicherung gegen diese Risiken beabsichtigt, werden derivative Instrumente eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Wechselkursrisiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden laufend überwacht.

Derivative Währungsinstrumente

EUR (000)
Marktwerte Nominalwerte
2009 2008 2009 2008
--- --- --- --- ---
Devisentermingeschäfte 5.932 4.377 5.868 4.194

Die Devisentermingeschäfte sind überwiegend innerhalb eines Jahres fällig. Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der Kauf- oder Verkaufsbeträge der jeweiligen Derivate. Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

23. Aufstellung Anteilsbesitz (Stand 31. Dezember 2009)

Beteiligungen 2009 Kapitalanteil

%
Eigenkapital

EUR (000)
Ergebnis

EUR (000)
Iveco Investitions GmbH, Ulm (1) 99 2.556 469
Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil (1) 90 40.728 16.631
Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg (1) 100 4.833 (6.285)
Iveco Bayern GmbH, Nürnberg (1) 100 2.276 (3.519)
Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin (1) 100 4.781 (4.216)
Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim (1) 100 4.474 (7.775)
Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf (1) 100 9.076 (1.564)

(1) Ergebnisse vor Ergebnisabführung / -übernahme

24. Konzern-Zugehörigkeit

Die Iveco S.p.A., Turin, Italien, ist mit Mehrheit an der Iveco Magirus AG, Ulm, beteiligt.

Die Iveco S.p.A. wiederum ist Teil des Fiat-Konzerns. Der Konzernabschluss der Fiat S.p.A., Turin, Italien, ist in Turin im Tribunale Civile e Penale di Torino, Sezione Società, hinterlegt.

Dieser, unter Einbeziehung der Iveco Magirus AG, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die Iveco Magirus AG, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss der Fiat S.p.A., Turin, Italien, ist nach IFRS erstellt.

Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung
Bewertung der Pensionsrückstellungen nach IAS 19
Bewertung latenter Steueransprüche
Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung)

25. Abschlussprüferhonorar

Auf die Angabe des vom Abschlussprüfer berechneten Honorars wird gemäß § 285 HGB verzichtet, da die Angabe im konsolidierten Konzernabschluss der Muttergesellschaft enthalten ist.

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Mario Astengo Ressort Produktion und Technik, Qualitätswesen, Einkauf, Entwicklung, Field Engineering
Peter Barschkis Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern
Pietro Borgo Ressort Militär- und Spezialfahrzeuge, Ausfuhrverantwortlicher
Roeland Nizet Ressort Brandschutz
Laurens Snieders Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme
Henrik Starup-Hansen Ressort Vertrieb, Export, Logistik, Marketing und Kommunikation

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 2009

Paolo Monferino Vorsitzender

Chief Executive Officer Iveco S.p.A.
Bernhard Maurer ** Stellvertretender Vorsitzender

Betriebsratsvorsitzender der Iveco Magirus AG
Michael Braun * Kassierer der IG Metall Ulm
Sam Burman Senior Vice President Iveco S.p.A.
Roberto Cibrario Assereto Senior Vice President Iveco S.p.A.
Javier Colón Senior Vice President Iveco S.p.A.
Markus Görtler * Betriebsrat der Iveco Magirus AG
Norbert Holzer * Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus AG
Franco Miniero Senior Vice President Iveco S.p.A.
Antonio Picca Piccon Senior Vice President Iveco S.p.A.
Paul Rodenfels * 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Singen
Wilfried Schmid * Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Iveco Magirus AG

* von den Arbeitnehmern gewählt

** als Vertreter der Arbeitnehmer gerichtlich bestellt

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag der Iveco Magirus AG, Ulm, im Geschäftsjahr 2009 beträgt EUR 15.106.430,87.

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 50.783.325,57 auf neue Rechnung vorzutragen.

Ulm, den 25.02.2010

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Astengo

Barschkis

Borgo

Nizet

Snieders

Starup

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss — bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang — unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, den 26. Februar 2010

**Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Gillar, Wirtschaftsprüferin

ppa. Pisternick, Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft hat uns im Geschäftsjahr 2009 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.

Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.

In der Sitzung am 17.03.2009 hat der Aufsichtsrat das Vorstandsmandat von Herrn Mario Astengo, Ressort Produktion und Entwicklung, um ein weiteres Jahr verlängert.

In der Sitzung am 09.07.2009 wurden die Vorstandsmandate der Herren Roeland Nizet, Ressort Brandschutz, und Henrik Starup-Hansen, Ressort Vertrieb, um jeweils ein Jahr verlängert.

In der Sitzung am 01.12.2009 wurden die Vorstandsmandate der Herren Peter Barschkis, Ressort Finanzen, Pietro Borgo, Ressort Spezialfahrzeuge, und Laurens Snieders, Ressort Personal, um jeweils ein Jahr verlängert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.

Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 und schließen uns dem Vorschlag des Vorstands an, den sich aus dem Jahresverlust 2009 und dem Gewinnvortrag aus 2008 ergebenden Bilanzgewinn von EUR 50.783.325,57 auf neue Rechnung vorzutragen.

Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.”

Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.

Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.

Ulm, im März 2010

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender