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Infineon Technologies AG Audit Report / Information 2016

Dec 28, 2016

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Audit Report / Information

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Publication

Infineon Technologies AG

Neubiberg

Jahresabschluss zum 30. September 2016 Infineon Technologies AG

Gewinn- und Verlustrechnung

FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2016 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR

€ in Millionen Anhang Nr. 2016 2015
Umsatzerlöse 1 5.357 5.243
Umsatzkosten 3 -3.781 -3.698
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.576 1.545
Forschungs- und Entwicklungskosten 4 -742 -724
Vertriebskosten 5 -181 -153
Allgemeine Verwaltungskosten 6 -303 -400
Sonstige betriebliche Erträge 10 212 245
Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 -175 -197
Beteiligungsergebnis 12 37 361
Zinsergebnis 13 - -52
Übriges Finanzergebnis 14 21 -7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 445 618
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 -38 -47
Jahresüberschuss 407 571
Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG -158 -137
Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG - -208
Bilanzgewinn 35 249 226

Bilanz zum 30. SEPTEMBER 2016

AKTIVA:

€ in Millionen Anhang Nr. 2016 2015
Anlagevermögen: 16
Immaterielle Vermögensgegenstände 17 77 52
Sachanlagen 18 560 478
Finanzanlagen 19 6.185 5.245
6.822 5.775
Umlaufvermögen:
Vorräte 20 613 517
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 290 259
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 22 451 1.152
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 1
Sonstige Vermögensgegenstände 23 91 69
Wertpapiere 24 400 123
Zahlungsmittel 25 1.554 1.549
3.399 3.670
Rechnungsabgrenzungsposten 26 40 39
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 27 4 3
10.265 9.487
PASSIVA:
€ in Millionen Anhang Nr. 2016 2015
Eigenkapital: 28
Gezeichnetes Kapital 2.265 2.259
(Bedingtes Kapital) 33 282 309
Eigene Anteile -12 -12
Ausgegebenes Kapital 29 2.253 2.247
Kapitalrücklage 32 1.207 1.179
Gewinnrücklagen 34 2.897 2.737
Bilanzgewinn 35 249 226
6.606 6.389
Sonderposten mit Rücklagenanteil 36 1 1
Rückstellungen:
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37 93 142
Steuerrückstellungen 38 2 17
Sonstige Rückstellungen 39 314 345
409 504
Verbindlichkeiten: 40
Anleihen 41 804 804
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42 - 795
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 284 253
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43 1.301 678
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 44 7 7
Sonstige Verbindlichkeiten 45 841 41
3.237 2.578
Rechnungsabgrenzungsposten 46 12 15
10.265 9.487

Anhang für das am 30. September 2016 endende Geschäftsjahr

Grundlagen und Methoden

Der Jahresabschluss zum 30. September 2016 der Infineon Technologies AG, Neubiberg, wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen Euro ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2015 ausgewiesen.

Als börsennotiertes Mutterunternehmen der Infineon Gruppe (nachfolgend auch "Infineon" oder "Infineon-Konzern") erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und übriges Finanzergebnis dargestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erlöse, Kosten und Aufwendungen

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.

Forschungs- und Entwicklungskosten werden nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst.

Aufwendungen für Aktienoptionen und (virtuelle) Performance Shares werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Erdienungszeitraum aufgebaut.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst.

Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. In begründeten Fällen erfolgt die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts über einen darüber hinausgehenden Zeitraum, sofern seine individuelle Nutzungsdauer mehr als fünf Jahre beträgt. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Für vor dem 1. Oktober 2010 erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten.

Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode.

Folgende Nutzungsdauern werden angewandt:

Jahre
Fabrik- und Geschäftsbauten 20-50
Übrige Bauten 5-10
Technische Anlagen und Maschinen 5-10
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-10
Spezial- und Normalwerkzeuge 1

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird.

Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen.

Umlaufvermögen

In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und - soweit unverzinslich - bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet.

Der Satz für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen beträgt unverändert 0,25 Prozent.

Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen.

Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 29 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung

Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Zur Verrechnung von Verpflichtungen mit Vermögensgegenständen sowie damit zusammenhängenden Erträgen und Aufwendungen siehe "Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung".

Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Bei der Ermittlung des Aufzinsungsaufwands wird unterstellt, dass Änderungen des Abzinsungssatzes, des Verpflichtungsumfangs und der Restlaufzeit zum Ende des Geschäftsjahres eintreten. Erfolge aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 19. Juni 2013 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. In den Fällen, in denen der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.

Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips.

Währungs- und Rohstoffpreisrisiken

Zur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs-, Zins- sowie Rohstoffpreisrisiken werden Devisentermingeschäfte, Zins- und Rohstoffswaps sowie Optionen eingesetzt, die ausschließlich zu Sicherungszwecken verwendet werden. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt.

Bewertungseinheiten

Zur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken werden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, indem die Wertänderungen oder Zahlungsströme aus den Grund- und Sicherungsgeschäften einander gegenübergestellt werden. Soweit sich daraus ein negativer Überhang ergibt, wird eine Drohverlustrückstellung passiviert. Die bilanzielle Behandlung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 UMSATZERLÖSE

Die Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt:

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Automotive 2.890 54% 2.630 50%
Industrial Power Control 688 13% 796 15%
Power Management & Multimarket 794 15% 897 17%
Chip Card & Security 844 16% 804 15%
Sonstige Geschäftsbereiche 141 2% 116 3%
Gesamt 5.357 100% 5.243 100%
davon Lizenzerträge 12 0% 13 0%

Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst andere Geschäftsaktivitäten.

Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar:

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Umsätze mit konsolidierten Infineon-Gesellschaften 3.611 67% 3.206 61%
Umsätze mit fremden Dritten und nicht konsolidierten Infineon-Gesellschaften 1.746 33% 2.037 39%
Gesamt 5.357 100% 5.243 100%

Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle:

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Europa, Naher Osten, Afrika 1.870 35% 2.042 39%
darin Deutschland 770 14% 930 18%
Asien-Pazifik (ohne Japan) 2.638 49% 2.420 46%
darin China 248 5% 332 6%
Japan 303 6% 301 6%
Amerika 546 10% 480 9%
darin USA 537 10% 469 9%
Gesamt 5.357 100% 5.243 100%

2 FUNKTIONSKOSTEN

Die Funktionskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten.

3 UMSATZKOSTEN

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Umsatzkosten 3.781 3.698
Prozent des Umsatzes 71% 71%

Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche.

4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Forschungs- und Entwicklungskosten 742 724
Prozent des Umsatzes 14% 14%
davon Zulagen und Zuschüsse -21 -19
Prozent des Umsatzes 0% 0%

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung.

Zulagen und Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet.

5 VERTRIEBSKOSTEN

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Vertriebskosten 181 153
Prozent des Umsatzes 3% 3%

Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen.

6 ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Allgemeine Verwaltungskosten 303 400
Prozent des Umsatzes 6% 8%

Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten.

7 SONSTIGE STEUERN UND ZÖLLE

€ in Millionen 2016 2015
Sonstige Steuern und Zölle 4 5

Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst.

8 AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGEN

Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 auf €9 Millionen beziehungsweise €6 Millionen.

9 HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

10 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Sonstige betriebliche Erträge 212 245
Prozent des Umsatzes 4% 5%
davon Zuordnung zu anderen Perioden 51 45

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2016 2015
Erträge aus der Währungsumrechnung 136 177
Auflösung von Rückstellungen 40 34
Erträge aus der Vermietung von Liegenschaften 21 20
Erträge aus Wertaufholungen von wertberichtigten Forderungen 7 -
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 4 2
Sonstige 4 12
212 245

11 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2016 2015
Sonstige betriebliche Aufwendungen 175 197
Prozent des Umsatzes 3% 4%
davon Zuordnung zu anderen Perioden 4 2

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten:

€ in Millionen 2016 2015
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 139 173
Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermietung von Liegenschaften 20 20
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 5 -
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 3 2
Sonstige 8 2
175 197

12 BETEILIGUNGSERGEBNIS

€ in Millionen 2016 2015
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 37 22
davon
Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden 18 18
Infineon Technologies Vermögensverwaltungs GmbH, Neubiberg 16 -
Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg 3 3
Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe - 1
Erträge aus Gewinnvereinnahmungen - 131
davon
Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande - 130
Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co.KG, Warstein - 1
Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen - 208
davon
Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande - 208
37 361

Zum 30. September 2016 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften:

Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe,
Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden,
Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg,
Infineon Technologies Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (ehemals Infineon Technologies Mantel 21 GmbH), Neubiberg,
Infineon Technologies Mantel 27 GmbH, Neubiberg.

13 ZINSERGEBNIS

€ in Millionen 2016 2015
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 80 54
davon aus verbundenen Unternehmen 60 50
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -80 -106
davon aus verbundenen Unternehmen -37 -17
- -52

In den Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Erträge aus der Wertänderung des Deckungsvermögens in Höhe von €16 Millionen (Vorjahr: €1 Million) sowie €2 Millionen aus Änderung des Abzinsungszinssatzes (Vorjahr: €0 Millionen) enthalten. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und sonstigen langfristigen Rückstellungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf €3 Millionen (Vorjahr: €69 Millionen). Unter Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind auch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Akquisition von International Rectifier enthalten.

14 ÜBRIGES FINANZERGEBNIS

€ in Millionen 2016 2015
Übrige finanzielle Erträge 23 3
Erträge aus Verrechnung Planvermögen ATZ Trust - 3
Übrige finanzielle Aufwendungen -2 -13
21 -7

15 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

€ in Millionen 2016 2015
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 38 47
38 47

Neben dem von der Infineon Technologies AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die Infineon Technologies AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen.

Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2016 und 2015 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 29 Prozent. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 13 Prozent zusammen.

Der Steueraufwand des Geschäftsjahrs ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, sowie die Nutzung von Verlustvorträgen positiv beeinflusst. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten.

Die Infineon Technologies AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von ca. €2,0 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von ca. €3,1 Milliarden. Die innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren voraussichtlich nutzbaren Beträge führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der Infineon Technologies AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

16 ANLAGEVERMÖGEN

Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt.

€ in Millionen Anschaffungs- und Herstellungskosten
30. September 2015 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30. September 2016
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 156 24 - -2 178
Geschäfts- oder Firmenwert 288 28 - - 316
444 52 - -2 494
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 205 5 1 -1 210
Technische Anlagen und Maschinen 1.143 82 41 -15 1.251
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 352 20 3 -17 358
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 47 88 -45 -14 76
1.747 195 - -47 1.895
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 5.190 2.459 - -1.518 6.131
Beteiligungen 55 - - -1 54
5.245 2.459 - -1.519 6.185
GESAMT 7.436 2.706 - -1.568 8.574
€ in Millionen Kumulierte Abschreibungen
30. September 2015 Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge 30. September 2016
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -132 -8 - - 2 -138
Geschäfts- oder Firmenwert -260 -19 - - - -279
-392 -27 - - 2 -417
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -155 -3 - - 1 -157
Technische Anlagen und Maschinen -816 -71 - - 10 -877
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -298 -20 - - 17 -301
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - -
-1.269 -94 - - 28 -1.335
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - -
Beteiligungen - - - - - -
- - - - - -
GESAMT -1.661 -121 - - 30 -1.752
€ in Millionen Buchwerte Buchwerte
30. September 2016 30. September 2015
--- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40 24
Geschäfts- oder Firmenwert 37 28
77 52
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53 50
Technische Anlagen und Maschinen 374 327
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 57 54
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 76 47
560 478
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 6.131 5.190
Beteiligungen 54 55
6.185 5.245
GESAMT 6.822 5.775

Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2016 außerplanmäßigen Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB in Höhe von €5 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen).

17 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

€ in Millionen 2016 2015
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40 24
Geschäfts- oder Firmenwert 37 28
77 52

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betrugen €27 Millionen

(Vorjahr: €26 Millionen). Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 keine außerplanmäßigen Abschreibungen.

18 SACHANLAGEN

€ in Millionen 2016 2015
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53 50
Technische Anlagen und Maschinen 374 327
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 57 54
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 76 47
560 478

Es erfolgten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von €89 Millionen (Vorjahr: €75 Millionen). Es erfolgten im Geschäftsjahr 2016 außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von €5 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen).

19 FINANZANLAGEN

€ in Millionen 2016 2015
Anteile an verbundenen Unternehmen 6.131 5.190
Beteiligungen 54 55
6.185 5.245

Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €5.190 Millionen um €941 Millionen auf €6.131 Millionen erhöht.

Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus:

€ in Millionen 2016
Einlage der Anteile an der US HoldCo Inc. in die Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 2.422
Abgang der Anteile an der Infineon Technologies US HoldCo Inc., Wilmington, USA1 -1.518

1 Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz

Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Es ergaben sich im Geschäftsjahr 2016 keine Zuschreibungen (Vorjahr: €208 Millionen).

20 VORRÄTE

€ in Millionen 2016 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 115 80
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 267 233
Fertige Erzeugnisse und Waren 239 216
Erhaltene Anzahlungen -8 -12
613 517

21 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

€ in Millionen 2016 2015
Lieferungen und Leistungen 290 259
290 259
davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr - -

22 FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN

€ in Millionen 2016 2015
Lieferungs- und Leistungsverkehr 215 205
Darlehen 199 792
Konzerninterner Verrechnungsverkehr 37 155
451 1.152
davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 157 908

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind.

23 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

€ in Millionen 2016 2015
Lieferantenkredite 33 26
Steuererstattungsansprüche 35 26
Sonstige 23 17
91 69
davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 1 -

24 WERTPAPIERE

€ in Millionen 2016 2015
Anteile Geldmarktfonds 400 123
400 123

25 ZAHLUNGSMITTEL

€ in Millionen 2016 2015
Guthaben bei Kreditinstituten 1.554 1.549
1.554 1.549

Hiervon hat die Infineon Technologies AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt.

Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€400 Millionen).

26 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

€ in Millionen 2016 2015
Disagio Anleihe €500 Millionen 2 2
Disagio Anleihe €300 Millionen 1 1
Sonstige 37 36
40 39

Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen. Die Differenz zwischen Ausgabe- und Erfüllungsbetrag (Disagio) von insgesamt €3 Millionen wird im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zudem zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2016.

27 AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG

€ in Millionen 2016 2015
Zeitwert des Planvermögens 27 22
Erfüllungsbetrag für Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen -23 -19
Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Erfüllungsrückständen 4 3

Die Vermögensgegenstände zur Sicherung von Pensionen und Altersteilzeitverhältnissen werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet.

Einzelnen Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von €12 Millionen (Vorjahr: €10 Millionen) stand ein zu verrechnendes Deckungsvermögen aus Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von €14 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) und Anschaffungskosten von €14 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) gegenüber.

Im Geschäftsjahr wurden Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von €11 Millionen mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" von €13 Millionen (Vorjahr: €10 Millionen) und Anschaffungskosten €13 Millionen (Vorjahr: €10 Millionen) verrechnet.

Aus der Verrechnung dieser Verpflichtungen mit den dazugehörigen Deckungsvermögen resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von €4 Millionen (Vorjahr: €3 Millionen).

28 EIGENKAPITAL

€ in Millionen 2016 2015
Ausgegebenes Kapital 2.253 2.247
Kapitalrücklage 1.207 1.179
davon aus Agiobeträgen 117 117
davon aus anderen Zuzahlungen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB 970 951
davon aus Aktienoptionen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 106 97
davon aus vereinfachter Kapitalherabsetzung 14 14
Gewinnrücklagen 2.897 2.737
davon gesetzliche Rücklage 32 32
davon andere Gewinnrücklagen 2.865 2.705
Bilanzgewinn 249 226
6.606 6.389

29 AUSGEGEBENES KAPITAL

AUSGEGEBENES KAPITAL

€ in Millionen 2016 2015
Stand 1. Oktober 2015 bzw. 2014 2.247 2.243
Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Wandlungsrechten aus Aktienoptionsplänen* 6 4
Stand 30. September 2016 bzw. 2015 2.253 2.247

* Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz

ANZAHL AKTIEN

in Stück 2016 2015
Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 1. Oktober 2015 bzw. 2014) 1.123.271.481 1.121.739.230
Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Optionsrechten aus Aktienoptionsplänen 3.401.628 1.532.251
Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 30. September 2016 bzw. 2015) 1.126.673.109 1.123.271.481
Zurückgekaufte eigene Aktien 6.000.000 6.000.000
Ausgegebene Aktien (Stand 30. September 2016 bzw. 2015) 1.132.673.109 1.129.271.481

Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2016 um €6.803.256 erhöht. Es wurden 3.401.628 neue Aktien ausgegeben (Vorjahr: 1.532.251), die infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer sowie aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder entstanden sind. Zum 30. September 2016 betrug das Grundkapital damit €2.265.346.218. Es ist eingeteilt in 1.132.673.109 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2016 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 6 Millionen eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Für weitere Angaben zu eigenen Aktien verweisen wir auf die Ausführungen zu § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG.

30 GENEHMIGTES KAPITAL

Zum 30. September 2016 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €706.000.000 vor (das Genehmigte Kapital 2016/I wurde durch die Hauptversammlung vom 18. Februar 2016 neu geschaffen):

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum Ablauf des 11. Februar 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €676.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Barkapitalerhöhungen unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG dürfen von Gesetzes wegen weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch zum Zeitpunkt ihrer Ausübung 10 Prozent des bestehenden Grundkapitals übersteigen. Für Sachkapitalerhöhungen oder eine Kombination von Bar- und Sachkapitalerhöhung(en) sieht die Ermächtigung darüber hinaus eine Höchstgrenze von 20 Prozent des -wiederum auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern der Betrag niedriger ist, der Ausübung der Ermächtigung berechneten - Grundkapitals vor.
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 17. Februar 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €30.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer Konzerngesellschaften zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016/I). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Die Aktien können in der Weise ausgegeben werden, dass die auf sie zu leistende Einlage aus dem Teil des Jahresüberschusses gedeckt wird, den Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG in andere Gewinnrücklagen einstellen könnten.

31 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

Die Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2010 und ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan.

Performance Share-Plan

Die erfolgten Zuteilungen stellen sich im Überblick wie folgt dar:

Tranche Ende der Wartezeit Neun-Monats-Durchschnittskurs in € vor Zuteilung Anzahl Performance Shares zum 30. September 2016 Beizulegender Zeitwert in € je Performance Share1
Geschäftsjahr 2016: Mitarbeiter 30. September 2019 10,56 1.186.294 7,26
Geschäftsjahr 2016: Vorstände 30. September 2019 10,56 80.964 7,07
Geschäftsjahr 2015: Mitarbeiter 30. September 2018 8,49 1.003.944 5,44
Geschäftsjahr 2015: Vorstände 30. September 2018 8,49 100.702 5,31
Geschäftsjahr 2014: Mitarbeiter 30. September 2017 6,62 1.199.588 5,72
Geschäftsjahr 2014: Vorstände 30. September 2017 6,62 114.046 5,20

1 Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell) ermittelt.

Zum 1. Oktober 2016 wurden dem Vorstand 80.704 (virtuelle) Performance Shares und den Mitarbeitern 960.160 (virtuelle) Performance Shares zugeteilt.

Aktienoptionsplan 2010

Zum 30. September 2016 beziehungsweise 2015 waren 6,0 Millionen und 9,5 Millionen Aktienoptionen mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von €7,18 beziehungsweise €7,33 je Aktienoption ausstehend. Davon sind zum 30. September 2016 beziehungsweise 2015 jeweils 1,9 Millionen Aktienoptionen ausübbar.

32 KAPITALRÜCKLAGE

€ in Millionen 2016 2015
Stand 1. Oktober 2015 bzw. 2014 1.179 1.165
Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB 19 8
Aufwand aus Aktienoptionen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 9 6
Stand 30. September 2016 bzw. 2015 1.207 1.179

33 BEDINGTES KAPITAL

Zum 30. September 2016 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei bedingte Kapitalia über insgesamt bis zu €281.714.094 vor (das bisherige Bedingte Kapital III wurde durch die Hauptversammlung vom 18. Februar 2016 aufgehoben):

Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €21.714.094 durch Ausgabe von bis zu 10.857.047 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") der Gesellschaft bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/I). Im Geschäftsjahr 2016 wurden aus dem Bedingten Kapital 2010/I aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 insgesamt 3.401.628 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital 2010/I um €6.803.256 auf nunmehr €14.910.838 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden.
Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €260.000.000 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, die bis zum 12. Februar 2019 begeben werden können, erhöht (Bedingtes Kapital 2014).

34 GEWINNRÜCKLAGEN

€ in Millionen 2016 2015
Stand 1. Oktober 2015 bzw. 2014 2.737 2.365
Einstellung in die Gewinnrücklagen aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 58 Abs. 2 AktG 158 137
Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gemäß § 58 Abs. 2a AktG - 208
Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 1 27
Stand 30. September 2016 bzw. 2015* 2.897 2.737
davon eigene Anteile* -22 -22

* Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz

35 BILANZGEWINN

€ in Millionen 2016 2015
Stand 1. Oktober 2015 bzw. 2014 226 229
Jahresüberschuss 407 571
Einstellung in die Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 58 Abs. 2 AktG -158 -137
Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gemäß § 58 Abs. 2a AktG - -208
Ausschüttung Dividende -225 -202
Einstellung in die Gewinnrücklagen durch die Hauptversammlung -1 -27
Stand 30. September 2016 bzw. 2015 249 226

36 SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEIL

€ in Millionen 2016 2015
§ 4 Fördergebietsgesetz 1 1
1 1

In Anwendung der Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt.

Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf.

Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,08 Millionen sind in dem Posten Sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

37 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

€ in Millionen 2016 2015
Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 571 585
Zeitwert des Planvermögens -478 -443
Nettowert für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Rückstellungen) 93 142

Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Infineon Technologies AG ihre Verpflichtungen durch Vermögen in externen, zweckgebundenen Treuhandvermögen abgedeckt. Teilweise werden die Pensionsverpflichtungen durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen abgedeckt. Diese dienen ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen.

Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €571 Millionen (Vorjahr: €585 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwert -verfahrens ermittelt. Die Bewertung beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) den Marktzinssatz von 4,08 Prozent p.a., eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) ansetzte. Bei dem Zinssatz handelt es sich aufgrund der Neuregelung durch das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften um den für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Im Vorjahr wurde der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre von 4,73 Prozent angewendet. Unter Anwendung des für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre von 3,37 Prozent p.a. würde sich im Geschäftsjahr 2016 der Erfüllungsbetrag in Höhe von €645 Millionen (inklusive des im aktiven Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung enthaltenen Erfüllungsbetrags) ergeben. Der Unterschiedsbetrag i. S. d. § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt im Geschäftsjahr €62 Millionen und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

Im Geschäftsjahr wurden Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sowie "Sondervermögen Pension Trust" von €432 Millionen (Vorjahr: €404 Millionen) und Anschaffungskosten von €317 Millionen (Vorjahr: €318 Millionen) verrechnet. Es wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen mit den entsprechenden Zinserträgen in Höhe von €21 Millionen (Vorjahr: €8 Millionen) verrechnet.

Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern außerdem die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandsteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von €47 Millionen (Vorjahr: €40 Millionen) und sind dem Zugriff anderer Gläubiger durch die Auslagerung in ein zweckgebundenes Treuhandvermögen entzogen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2016 von €46 Millionen (Vorjahr: €39 Millionen) und Anschaffungskosten von €39 Millionen (Vorjahr: €33 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Zusätzlich erfolgte aus den Entgeltumwandlungen im Zinsergebnis eine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen in Höhe von €1 Millionen (Vorjahr: €2 Million).

38 STEUERRÜCKSTELLUNGEN

€ in Millionen 2016 2015
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 17
Übrige 2 -
2 17

39 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

€ in Millionen 2016 2015
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 122 139
Gewährleistungen 41 48
Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda 31 40
Sonstige 120 118
314 345

Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit Qimonda verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Verfahren.

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, Urlaubsgeld, Altersteilzeit, Jubiläumszahlungen, Übergangs- und Sterbegeld, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben.

Rückstellungen für Gewährleistungen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider.

Die Position "Sonstige" beinhaltet Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Währungssicherungskontrakten und Rohstoffswaps, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Rückbauverpflichtungen, Rechtsstreitigkeiten sowie diverse andere Verpflichtungen.

40 VERBINDLICHKEITEN

Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag
€ in Millionen 2016 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2015
--- --- --- --- --- ---
Anleihen 804 4 300 500 804
(im Vorjahr) 4 300 500
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - - 795
(im Vorjahr) 3 - 792
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 284 284 - - 253
(im Vorjahr) 253 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.301 1.301 - - 678
(im Vorjahr) 678 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7 7 - 7
(im Vorjahr) 7 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 841 49 - 792 41
(im Vorjahr) 41 - -
davon aus Steuern 12 12 11
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - -
3.237 1.645 300 1.292 2.578
(im Vorjahr) 986 300 1.292

41 ANLEIHEN

€ in Millionen 2016 2015
Anleihe €500 Millionen, Kupon 1,50%, fällig 2022 500 500
Anleihe €300 Millionen, Kupon 1,00%, fällig 2018 300 300
Verbindlichkeiten aus Zinsen 4 4
804 804

Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen im Rahmen eines Angebots an institutionelle und private Investoren in Europa:

eine Anleihe mit einem Nominalwert von €300 Millionen ist im Jahr 2018 fällig und verzinst sich mit 1,0 Prozent pro Jahr und
eine Anleihe mit einem Nominalwert von €500 Millionen ist im Jahr 2022 fällig und verzinst sich mit 1,5 Prozent pro Jahr.

Die Anleihen sind an der Luxemburger Wertpapierbörse gelistet.

42 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

€ in Millionen 2016 2015
Darlehen - 792
Verbindlichkeiten aus Zinsen - 3
- 795

Das Darlehen in Höhe von US$934 Millionen, welches Infineon im Vorjahr im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier Corporation, El Segundo, USA, bei verschiedenen internationalen Banken aufgenommen hatte, wurde am 13. April 2016 vollständig mit den Mitteln aus der US-Privatplatzierung von Anleihen (sogenannte USPP) zurückgezahlt.

43 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

€ in Millionen 2016 2015
Lieferungs- und Leistungsverkehr 246 156
Konzerninterner Verrechnungsverkehr 1.055 522
1.301 678

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind.

44 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT

€ in Millionen 2016 2015
Lieferungs- und Leistungsverkehr 7 7
7 7

45 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

€ in Millionen 2016 2015
USPP-Anleihen US$935 Millionen, fällig 2024-2028, inklusive Zinsen 809 -
Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen 14 11
Noch abzuführende Lohn- und Kirchensteuer 12 11
Kreditorische Debitoren 2 1
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Qimonda - 14
Sonstige 4 4
841 41
davon aus Steuern 12 11
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - -

Infineon hat im April 2016 erfolgreich eine US-Privatplatzierung von Anleihen (sogenannte USPP) mit einem Nominalwert von US$935 Millionen abgeschlossen. Die nicht nachrangigen, unbesicherten USPP-Anleihen, welche im Durchschnitt mit 4,09 Prozent pro Jahr verzinst werden, teilen sich wie folgt auf:

Anleihen mit einem Nominalwert von US$350 Millionen sind im Jahr 2024 fällig,
Anleihen mit einem Nominalwert von US$350 Millionen sind im Jahr 2026 fällig und
Anleihen mit einem Nominalwert von US$235 Millionen sind im Jahr 2028 fällig.

46 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

€ in Millionen 2016 2015
Rechnungsabgrenzungsposten 12 15
12 15

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der Infineon Technologies AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen.

Sonstige Angaben

Personalaufwand

€ in Millionen 2016 2015
Löhne und Gehälter 687 668
Soziale Abgaben und Aufwendung für Unterstützung 92 85
Aufwendungen für Altersversorgung - 31
779 784

Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen.

Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach den gesetzlichen Vorschriften in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten.

Beschäftigte

Die durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der Infineon Technologies AG zeigen die folgenden Übersichten:

Anzahl 2016 Anzahl 2015
Neubiberg 3.788 3.506
Regensburg 2.424 2.282
Warstein 1.348 1.286
Sonstige 170 156
Gesamt 7.730 7.230
Angestellte 6.040 5.670
Gewerbliche Mitarbeiter 1.690 1.560
Gesamt 7.730 7.230

Materialaufwand

€ in Millionen 2016 2015
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.435 2.553
Aufwendungen für bezogene Leistungen 912 908
3.347 3.461

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Die Infineon Technologies AG schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Rohstoff- sowie Zinswährungsswaps ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft zu Sicherungszwecken und nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. In Einzelfällen erfolgt die Bildung von Bewertungseinheiten.

Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Infineon Technologies AG zum 30. September 2016 und 2015 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt:

Nominalvolumen Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Marktwert Gesamtbetrag
€ in Millionen 2016 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2015 2016
--- --- --- --- --- --- ---
Warenterminkontrakte
Rohstoffswaps 39 39 - - 41 1
39 39 - - 41 1
Devisenbezogene Instrumente
Zinswährungsswaps 792 - 792 792 42
Deal Contingent Forwards 455 455 - - - -8
Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung 259 259 - - 260 -
Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung 170 170 - - 137 -
Sonstige Währungen ohne EURO Gegenwährung 19 19 - - 5 -
1.695 903 - 792 1.194 34
Davon mit einer Restlaufzeit
€ in Millionen bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2015
--- --- --- --- ---
Warenterminkontrakte
Rohstoffswaps 1 - - -2
1 - - -2
Devisenbezogene Instrumente
Zinswährungsswaps - - 42 7
Deal Contingent Forwards -8 - - -
Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung - - - -1
Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung - - - -
Sonstige Währungen ohne EURO Gegenwährung - - - -
-8 - 42 6

Die Nominalvolumen stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Die Marktwerte der Rohstoffswaps ergeben sich aus der Bewertung zu Marktpreisen, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Devisenoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet.

Die Warenterminkontrakte bestehen derzeit aus Rohstoffswaps (Goldswaps) zur Sicherung der Einkaufspreise von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Goldkäufen. Die Marktwerte der Warentermingeschäfte werden auf Basis von aktuellen Kassapreis-Notierungen an den Warenterminbörsen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. abschläge bestimmt.

Infineon macht gemäß § 254 HGB Gebrauch von dem Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten. Sofern derivative Finanzinstrumente mit den zugehörigen Grundgeschäften in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch zu jedem darauffolgenden Bilanzstichtag, an dem diese Sicherungsbeziehung besteht, eine Messung ihrer Wirksamkeit. Im Zusammenhang mit der Absicherung des Zins- und Wechselkursrisikos von Vermögensgegenständen und Schulden werden die Bedingungen und Parameter von Grund und Sicherungsgeschäft miteinander verglichen. Bei der Absicherung zukünftiger Transaktionen kommt die Critical Term Match Methode zum Einsatz. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird durch das Infineon Risikomanagement überwacht. Aufgrund der Volumen- und Laufzeitkongruenz von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich die zukünftigen Wertschwankungen und Zahlungsstromänderungen bis zum Bilanzstichtag aus und werden sich auch künftig ausgleichen.

Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von des Wolfspeed Geschäfts von Cree Inc., USA, hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr zwei transaktionsabhängige EUR/USD-Fremdwährungstermingeschäfte (sogenannter "Deal Contingent Forwards") mit einem Nominalbetrag von jeweils $250 Millionen abgeschlossen. Es handelt sich um eine Micro-Bewertungseinheit. Mit dem Abschluss der Transaktion wird am Anfang des Kalenderjahres 2017 gerechnet. Die Sicherungsbeziehung wird aufgrund der Übereinstimmung der werttreibenden Parameter als hochwirksam eingestuft. Der Nachweis erfolgt unter der Anwendung der Critical Term Match Methode. Die Bildung einer Rückstellung für Drohverluste aus schwebenden Geschäften war nicht erforderlich.

Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos im Zusammenhang mit einem Fremdwährungsdarlehen wurden im Vorjahr Zinswährungsswaps in gleicher Höhe abgeschlossen. Infolge der Refinanzierung des Fremdwährungsdarlehens ist der auf Zinszahlungen entfallende Teil der gebildeten Bewertungseinheit aufgrund der unterschiedlichen Zinstermine weggefallen. Die Absicherung des Währungsrisikos aus dem refinanzierten Nominalbetrag der Darlehensverbindlichkeit wird in der Bewertungseinheit fortgeführt. Es handelt sich um eine Mikro-Bewertungseinheit. Der Sicherungszeitraum beträgt bis zu zwölf Jahre. Es wird ein zukünftiger Wertausgleich erwartet, da die wesentlichen bewertungsrelevanten Merkmale von Grund- und Sicherungsgeschäften übereinstimmen.

Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet.

Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz entnommen.

€ in Millionen 2016 2015
Sonstige Vermögensgegenstände
Zinswährungsswaps 3 2
Sonstige Rückstellungen
Rohstoffswaps - -2
Währungssicherungskontrakte - -1
3 -1

Haftungsverhältnisse

€ in Millionen 2016 2015
Kreditbürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen 162 177
Garantieverpflichtungen zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen 40 -
Kreditbürgschaften im Zusammenhang mit Fördermaßnahmen 31 31
Mietgarantien 18 17
Sonstige - 8
251 233
Davon zugunsten verbundenen Unternehmen 249 223

Zum Bilanzstichtag wurden die bestehenden Haftungsverhältnisse der Infineon Technologies AG unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Geschäftspartner hinsichtlich der Risikosituation überprüft. Die Gesellschaft schätzt bei allen aufgeführten Verpflichtungen das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag
€ in Millionen 2016 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2015
--- --- --- --- --- ---
Verpflichtungen aus geschlossenen Miet- und Leasingverträgen gegenüber fremden Dritten 397 79 177 141 385
Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und Investitionsvorhaben gegenüber fremden Dritten 332 320 12 278
729 399 189 141 663

Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände gegenüber fremden Dritten. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der Infineon Technologies AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen.

Am Bilanzstichtag bestehen ferner zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und begonnenen oder geplanten Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gegenüber fremden Dritten.

Die Infineon Technologies AG führt als Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns entsprechende Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Gesellschaft steuert die logistischen und produktionsbezogenen Prozesse innerhalb des Konzernverbundes. Neben eigenen Fertigungen in Regensburg und Warstein nutzt die Gesellschaft Fertigungskapazitäten bei Auftragsfertigern innerhalb des Konzernverbundes. Entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen hat die Gesellschaft potenzielle Kostenrisiken aufgrund nicht ausgelasteter Kapazitäten bei den beauftragten Konzernunternehmen zu tragen.

Die möglichen finanziellen Verpflichtungen liegen nach Einschätzung der Gesellschaft im geschäftsüblichen Rahmen.

Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren

Wettbewerbsrechtliche Verfahren Smartcards

Im Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die EU-Kommission hat am 3. September 2014 eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt, die im Oktober 2014 bezahlt wurde. Infineon weist sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück. Zudem sieht Infineon seine Verfahrensrechte durch die EU-Kommission verletzt und hat Mitte November 2014 Klage gegen die Bußgeldentscheidung beim Europäischen Gericht in Luxemburg eingelegt. Die mündliche Verhandlung hat am 28. April 2016 stattgefunden.

Im Zusammenhang mit dem Verfahren der EU-Kommission wurden in Kanada zwei Sammelklagen auf Schadensersatz in unbezifferter Höhe eingereicht: die erste Klage in der Provinz British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage in der Provinz Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU-Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt.

Im Dezember 2014 hat ein indirekter Kunde in London (Großbritannien) Klage gegen Infineon und Renesas eingereicht, die der Gesellschaft am 20. April 2015 zugestellt wurde. Mit der Klage macht der Kläger Schadensersatz in noch zu bestimmender Höhe im Zusammenhang mit den von der EU-Kommission erhobenen Vorwürfen geltend.

Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesen Verfahren könnte daher die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt.

Am 11. September 2014 haben die Gesellschaft und der Insolvenzverwalter einen Teilvergleich geschlossen, der den Erwerb des Qimonda-Patentgeschäfts beinhaltet und der am 9. Oktober 2014 vollzogen wurde. Am Vollzugstag hat die Gesellschaft für diesen Teilvergleich €260 Millionen an den Insolvenzverwalter bezahlt. Mit dem Teilvergleich wurden sämtliche Ansprüche des Insolvenzverwalters erledigt, solange diese nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren zur angeblichen wirtschaftlichen Neugründung und Differenzhaftung sowie der Nachhaftung Qimonda Dresden stehen.

Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung

Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt.

Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaftung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Weiterhin macht der Insolvenzverwalter einen Zahlungsanspruch aus Qimonda angeblich zu Unrecht weiterbelasteten Beraterkosten im Zusammenhang mit dem Qimonda-Börsengang von €10 Millionen geltend.

Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen.

Der Rechtsstreit fokussiert sich mittlerweile auf die wegen angeblich fehlender Werthaltigkeit geltend gemachten Ansprüche. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt, der sich auch mit technischen Fragestellungen beschäftigen wird.

Der Rechtsstreit wird von beiden Parteien mit sehr hohem Aufwand geführt. Die Parteien haben bereits eine Vielzahl äußerst umfangreicher Schriftsätze ausgetauscht. Für beide Seiten sind zahlreiche Experten und Sachverständige tätig, die den jeweiligen Parteivortrag mit Gutachten und Stellungnahmen stützen.

Angesichts der hohen Komplexität der zu entscheidenden Fragen und der Höhe der geltend gemachten Ansprüche ist derzeit nicht absehbar, ob dieser Rechtsstreit ebenfalls durch eine außergerichtliche Einigung beendet werden könnte und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, wann es zu einer erstinstanzlichen gerichtlichen Entscheidung kommt.

Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG

Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Mit den meisten wesentlichen Nachhaftungsgläubigern konnten zwischenzeitlich Vergleiche erzielt werden.

Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Qimonda

Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann.

Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2016 und zum 30. September 2015 hat Infineon daher im Zusammenhang mit einigen der oben genannten Sachverhalte Rückstellungen und Verbindlichkeiten von insgesamt €31 Millionen beziehungsweise €54 Millionen bilanziert. Von den zum 30. September 2016 bilanzierten Rückstellungen entfallen €12 Millionen auf die Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden. Für die Verteidigung im weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung hat die Gesellschaft zum 30. September 2016 eine Rückstellung von €17 Millionen erfasst. Übrige Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda belaufen sich zum 30. September 2016 auf €2 Millionen.

Es gibt keine Sicherheit, dass die für Qimonda erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind und insoweit eine Eventualverbindlichkeit darstellen. Dies gilt insbesondere für den oben ausgeführten Rechtsstreit aus angeblicher wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaftung. Sollten die geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesem Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Sonstiges

Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen.

Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren jeweils kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte.

Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden.

Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen gemäß § 285 Nr. 21 HGB

Die Infineon Technologies AG nimmt im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, vor ("nahestehende Unternehmen").

Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 gab es keine Transaktionen zwischen der Gesellschaft und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise der vertraglichen Vergütung hierfür hinausgehen.

Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge.

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt jeweils €451 Millionen bzw. €1.153 Millionen zum 30. September 2016 und 2015.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt €1.308 Millionen und €685 Millionen zum 30. September 2016 und 2015.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2016 und 2015 werden zunächst in Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen Infineon Technologies AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen.

Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €3.624 Millionen und €3.217 Millionen in den Geschäftsjahren 2016 und 2015, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.097 Millionen und €1.941 Millionen in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 betrugen.

Vorstand und Aufsichtsrat

Vergütungen im Geschäftsjahr 2016

Die im Geschäftsjahr 2016 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2,9 Millionen (Vorjahr: €2,7 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von insgesamt €2,8 Millionen (Vorjahr: €3,9 Millionen). Diese setzte sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,3 Millionen (Vorjahr: €2,0 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,5 Millionen (Vorjahr: €1,9 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhielt der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher seit dem Geschäftsjahr 2014 in Form von Performance Shares gewährt wird. Der aus dem LTI resultierende Aufwand belief sich auf €0,4 Millionen (Vorjahr: €0,5 Millionen). Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016 gewährte Gesamtvergütung betrug €6,1 Millionen (Vorjahr: €7,1 Millionen).

Herr Mittal hat sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf geeinigt, sein Amt als Vorstandsmitglied der Gesellschaft mit Wirkung zum 30. Juni 2016 niederzulegen und seinen Dienstvertrag mit Wirkung zum 30. September 2016 zu beenden. In der Zeit nach der Niederlegung seines Vorstandsamts bis zu seinem endgültigen Ausscheiden zum Ende des Geschäftsjahres 2016 stand Herr Mittal der Gesellschaft im zeitlichen Umfang seiner bisherigen Tätigkeit zum Zwecke der Übertragung seiner Aufgaben und zur Einarbeitung seines Nachfolgers zur Verfügung. Herrn Mittal stehen aus seinem zum 30. September 2016 endenden Dienstvertrag noch Leistungen in Höhe von €557.344,13 zu.

Bezüglich der Vergütung von Herrn Mittal nach Beendigung seiner Vorstandstätigkeit siehe den Abschnitt "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" im Kapitel "Vergütungsbericht" im zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht.

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2016 €1,7 Millionen (Vorjahr: €1,5 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bezogen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt.

An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2016 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1,2 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €1,1 Millionen).

Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2016 insgesamt €46,9 Millionen (Vorjahr: €46,2 Millionen).

Weder die Infineon Technologies AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt.

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts ist.

Der Vorstand

Als Vorstand der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2016 folgende Herren bestellt beziehungsweise berufen:

Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2016)
Dr. Reinhard Ploss 60 30. September 2020 Vorsitzender des Vorstands, Mitglied des Aufsichtsrats
Chief Executive Officer, - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (Vorsitzender)
Arbeitsdirektor Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender)
Dominik Asam 47 31. Dezember 2018 Mitglied des Vorstands, Mitglied des Aufsichtsrats
Executive Vice President, - EPCOS AG, München
Finanzvorstand - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich
Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA
- Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur
- Infineon Technologies China Co.,
Ltd., Shanghai, Volksrepublik China
Dr. Helmut Gassel (seit 1. Juli 2016) 52 30. Juni 2019 Mitglied des Vorstands Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA (seit 1. Juli 2016)
- Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) (seit 1. Juli 2016)
- Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan (Vorsitzender) (seit 1. Juli 2016)
Jochen Hanebeck (seit 1. Juli 2016) 48 30. Juni 2019 Mitglied des Vorstands Mitglied des Aufsichtsrats
- Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (seit 14. Juni 2016)
- Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (bis 15. Juni 2016)
Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies (Kulim) Sdn.
Bhd., Kulim, Malaysia (seit 12. August 2016)
Arunjai Mittal (bis 30. Juni 2016) 45 Mitglied des Vorstands, Mitglied des Aufsichtsrats
Executive Vice President - tesa SE, Hamburg
Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA (bis 30. Juni 2016)
- Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) (bis 30. Juni 2016)
- Infineon Technologies India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien (bis 30. Juni 2016)
- Infineon Technologies Japan K.K.,
Tokio, Japan (bis 30. Juni 2016)

Der Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt:

Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2016)
Wolfgang Mayrhuber 69 Ordentliche Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats
Vorsitzender Hauptversammlung - Deutsche Lufthansa AG, Köln (Vorsitzender)
2020 - Münchener RückversicherungsGesellschaft AG, München
Mitglied des Board of Directors
- Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA
Johann Dechant1 51 Ordentliche Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Mitglied des Verwaltungsrats - BKK der Siemens AG, Heidenheim/Brenz
Stellvertretender Vorsitzender Hauptversammlung Infineon Technologies AG
2020
Peter Bauer 56 Ordentliche Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung - OSRAM Licht AG, München (Vorsitzender)
2020 - OSRAM GmbH, München (Vorsitzender)
Dr. Herbert Diess 57 Ordentliche Mitglied des Vorstands Volkswagen AG, Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung Wolfsburg - Porsche Austria GmbH, Salzburg, Österreich (seit 23. Dezember 2015)
2020 - Porsche Holding GmbH, Salzburg, Österreich (seit 3. Dezember 2015)
- Porsche Retail GmbH, Salzburg, Österreich (seit 23. Dezember 2015)
Mitglied des Board of Directors
- FAW-Volkswagen Automotive Co., Ltd., Changchun, Volksrepublik China (seit 1. November 2015)
- Shanghai Volkswagen Automotive Co., Ltd., Anting, Volksrepublik China (seit 1. November 2015)
Mitglied des Beirats
- Porsche Holding GmbH, Salzburg, Österreich (seit 1. Dezember 2015)
Annette Engelfried1 51 Ordentliche Gewerkschaftssekretärin der IG Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung Metall-Bezirksleitung - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden
2020 Berlin-Brandenburg-Sachsen
Peter Gruber1 55 Ordentliche Leiter Operations Finanzen, Mitglied des Aufsichtsrats
Vertreter der Leitenden Angestellten Hauptversammlung Infineon Technologies AG - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden
2020 Mitglied des Board of Directors
- Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia
Gerhard Hobbach1 54 Ordentliche Mitglied des Betriebsrats Campeon,
Hauptversammlung Infineon Technologies AG
2020
Hans-Ulrich Holdenried 65 Ordentliche Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung - Wincor Nixdorf AG, Paderborn (bis 30. September 2016)
2020
Prof. Dr. Renate Köcher 64 Ordentliche Geschäftsführerin Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung Allensbach - Allianz SE, München
2020 - BMW AG, München
- Robert Bosch GmbH, Gerlingen
- Nestle Deutschland AG, Frankfurt/Main
Dr. Susanne Lachenmann1 49 Ordentliche Entwicklungsingenieurin
Hauptversammlung
2020
Dr. Manfred Puffer 53 Ordentliche Unternehmensberater Mitglied des Board of Directors
Hauptversammlung - Athene Holding Ltd., Pembroke, Bermuda
2020 - Athene Life Re Ltd., Pembroke, Bermuda
Mitglied des Aufsichtsrats
- Athene Lebensversicherung AG, Wiesbaden (seit 1. Oktober 2015)
Prof. Dr. Doris SchmittLandsiedel 63 Ordentliche Professorin
(bis 8. November 2016) Hauptversammlung Technische Universität München,
2020 München
Jürgen Scholz1 55 Ordentliche 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Mitglied des Aufsichtsrats
Hauptversammlung Regensburg - Krones AG, Neutraubling
2020 Mitglied des Verwaltungsrats
- BKK der BMW AG, Dingolfing
Kerstin Schulzendorf1 54 Ordentliche Freigestellte Betriebsrätin des Betriebsrats Dresden,
Hauptversammlung Infineon Technologies Dresden GmbH
2020
Dr. Eckart Sünner 72 Ordentliche Selbstständiger Mitglied des Aufsichtsrats - K+S AG, Kassel
Hauptversammlung Rechtsanwalt
2020
Diana Vitale1 41 Ordentliche Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Warstein,
Hauptversammlung Infineon Technologies AG
2020

1 Arbeitnehmervertreter

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Vermittlungsausschuss

Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)

Johann Dechant

Hans-Ulrich Holdenried

Jürgen Scholz

Präsidialausschuss

Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)

Johann Dechant

Gerhard Hobbach

Hans-Ulrich Holdenried

Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss

Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender)

Johann Dechant

Annette Engelfried

Wolfgang Mayrhuber

Strategie- und Technologieausschuss

Peter Bauer (Vorsitzender)

Peter Gruber

Hans-Ulrich Holdenried

Dr. Susanne Lachenmann

Wolfgang Mayrhuber

Jürgen Scholz

Nominierungsausschuss

Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)

Prof. Dr. Renate Köcher

Dr. Manfred Puffer

Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2016 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg (Deutschland).

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG

Die Gesellschaft hatte am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Der Aktienrückkauf diente ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung, der Bedienung von Wandelanleihen und der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und erfolgte im Übrigen nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EG-VO, jeweils in der damals geltenden Fassung.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt, die zum 30. September 2016 weiterhin im Bestand der Gesellschaft sind. Diese Aktien entsprechen einem Betrag von nominal €12 Millionen beziehungsweise 0,53% des Grundkapitals zum 30. September 2016.

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG

Für Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG verweisen wir auf die Ausführungen zum genehmigten Kapital.

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Nach § 21 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurden folgende zum 30. September 2016 bestehende Beteiligungen nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an die Gesellschaft entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):

Die The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 22. April 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 20. April 2016 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,08 Prozent (das entspricht 57.514.100 Stimmrechten) betrug. 5,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 57.514.100 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei gehalten über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG jeweils 3 Prozent oder mehr beträgt: Euro Pacific Growth Fund, Inc.
Die Capital Research and Management Company, Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. August 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 28. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 Prozent (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) betrug. 5,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Die EuroPacific Growth Fund, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 10. Mai 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 3. Mai 2016 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,25 Prozent (das entspricht 59.408.914 Stimmrechten) betrug.
Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt (Deutschland) hat der Gesellschaft gemäß §§ 21 Abs. 1, 41 Abs. 4f WpHG am 12. Januar 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 26. November 2015 5,74 Prozent (das entspricht 64.856.671 Stimmrechten) betragen hat. 5,74 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 64.856.671 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock, Inc., Wilmington (Delaware/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17. August 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 12. August 2016 4,28 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 48.410.314 Stimmrechten) betrug. 4,28 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 48.410.314 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 WpHG zuzurechnen.
Die Kuwait Investment Authority as Agent for the Government of the State of Kuwait, Kuwait (Kuwait) hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29. Dezember 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Dezember 2014 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,25 Prozent (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) betragen hat.
Der Staat von Kuwait, Kuwait (Kuwait) hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 13. Januar 2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Dezember 2014 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,25 Prozent (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) betragen hat. 3,25 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei gehalten über folgende von ihm kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG jeweils 3 Prozent oder mehr beträgt: Kuwait Investment Authority.

Alle der Gesellschaft nach §§ 21 ff. WpHG zugegangenen Mitteilungen sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar.

Angabe gemäß § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärungen") veröffentlicht.

Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11a HGB

Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil

in %
davon Infineon Technologies AG

in %
Eigenkapital

in Mio. €
Jahresergebnis

in Mio. €
Fußnoten
Deutschland
EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg 100% 100% 0,50 0,18 3
EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg 100% 100% 0,05 0,00 3
Haus der Zukunft gGmbH Berlin 1% 1% k.A. k.A. 11
Hitex GmbH Karlsruhe 100% 100% 2,16 0,00 2,3
Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein 60% 60% 67,88 0,97 3
Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein 60% 60% 0,03 0,00 3
Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3
Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden 100% 100% 224,27 0,00 2,3
Infineon Technologies Finance GmbH Neubiberg 100% 50% 369,89 0,00 2,3
Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3
Infineon Technologies Mantel 24 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3
Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg 100% 100% 0,04 0,00 3
Infineon Technologies Mantel 27 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,03 0,00 2,12
Infineon Technologies Neu-Isenburg Vertriebs GmbH Neu-Isenburg 100% 10,56 2,63 5
Infineon Technologies Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg 100% 100% 0,03 0,00 2,3
KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt 24% 24% 1,72 -0,32 6
Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg 100% 1,92 -12,64 6
OSPT IP Pool GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3
Qimonda AG in Insolvenz München 77% 28% - - 1
Qimonda Beteiligungs GmbH in Insolvenz München 77% - - 1
Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG in Insolvenz Dresden 77% - - 1
Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1
Qimonda Europe GmbH in Liquidation München 77% - - 1
Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH in Liquidation Dresden 77% - - 1
Qimonda Flash GmbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1
Qimonda Solar GmbH Dresden 77% - - 1
Schweizer Electronic AG Schramberg 9% 9% 51,45 5,46 6
Übriges Europa
DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH Linz, Österreich 72% 0,10 0,00 3
DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG Linz, Österreich 72% 1,93 1,88 3
Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 88% 1,60 0,27 3
Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100% 0,004% 520,53 122,59 3
Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG Villach, Österreich 100% 0,85 -0,05 6
Infineon Technologies Bipolaris Kft. Cegled, Ungarn 60% 1,80 0,22 3
Infineon Technologies Cegled Kft. Cegled, Ungarn 100% 14,63 0,76 3
Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100% 11,52 0,08 3
Infineon Technologies Holding 2 B.V. Rotterdam, Niederlande 100% k.A. k.A. k.A.
Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 100% 2.031,23 222,50 3
Infineon Technologies Iberia S.L.U. Madrid, Spanien 100% 0,14 0,04 3
Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 0,13 0,00 3
Infineon Technologies Ireland Ltd. Dublin, Irland 100% 0,41 0,12 3
Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100% 1,82 0,49 3
Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100% 6,69 3,91 3
Infineon Technologies Maasstad C.V. Rotterdam, Niederlande 100% k.A. k.A. k.A.
Infineon Technologies Newport Holding Limited Newport, Großbritannien 100% 35,76 0,00 7
Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100% 5,52 0,32 3
Infineon Technologies Polska sp.z.o.o. Warschau, Poland 100% k.A. k.A. 3
Infineon Technologies Reigate Ltd. Newport, Großbritannien 100% 157,26 2,00 7
Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100% 1,77 0,88 3
Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100% 0,03 0,00 6
Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100% 0,12 0,03 6
Infineon Technologies Schweiz GmbH Zürich, Schweiz 100% 0,20 0,03 3
Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Maia, Portugal 100% 100% 1,66 0,32 3
Infineon Technologies U.K. Ltd. Bristol, Großbritannien 100% 0,56 0,01 3
International Rectifier HiRel Denmark Aps Skovlunde (Kopenhagen), Dänemark 100% 1,58 0,09 7
IR Newport Limited Newport, Großbritannien 100% 149,67 -5,22 7
Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40% - - 1
KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 100% 0,10 0,00 6
Übriges Europa
Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz Leuven, Belgien 77% - - 1
Qimonda Bratislava s.r.o. in Liquidation Bratislava, Slowakei 77% - - 1
Qimonda France SAS in Liquidation St. Denis, Frankreich 77% - - 1
Qimonda Holding B.V. in Insolvenz Rotterdam, Niederlande 77% - - 1
Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77% - - 1
Qimonda Italy s.r.l. in Liquidation Padua, Italien 77% - - 1
Qimonda UK Ltd. in Liquidation High Blantyre, Schottland 77% - - 1
TTTech Computertechnik AG Wien, Österreich k.A. k.A. k.A. k.A. k.A.
Nord- und Südamerika
Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs, Colorado, USA 17% - - 1
CHiL Semiconductors Corporation Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 3
eupec Thermal Management Inc. (in Liquidation) Wilmington, Delaware, USA 51% -0,03 0,00 3
Infineon Technologies Americas Corp. Wilmington, Delaware, USA 100% k.A. k.A. k.A.
Infineon Technologies Canada, Inc. St.John, New Brunswick, Kanada 100% 0,00 0,00 3
Infineon Technologies Epi Services, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% -11,48 1,22 8
Infineon Technologies Federal Solutions Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% k.A. k.A. k.A.
Infineon Technologies North Carolina Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% k.A. k.A. k.A.
Infineon Technologies South America Ltda. Sao Paulo, Brasilien 100% -0,04 -0,01 3
Infineon Technologies US HoldCo Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 2.225,98 0,00 3
Infineon Technologies US InterCo LLC Wilmington, Delaware, USA 100% 1.580,94 -6,48 3
International Rectifier HiRel Products, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 3,64 0,20 8
IR International Holdings China, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 8
IR International Holdings, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 8
Qimonda Finance LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1
Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale, Florida, USA 77% - - 1
Qimonda North America Corp. in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1
Qimonda Richmond LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1
R Labco, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 8
Rectificadores Internacionales, S.A. de C.V. Tijuana, Mexiko 100% 9,03 -0,58 8
Asien/Ozeanien
Advanced Power Electronics Corp. Hsinchu County, Taiwan k.A. k.A. k.A. 11
Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100% 14,69 1,48 6
Infineon Semiconductors (Wuxi) Co. Ldt. Wuxi, Volksrepublik China 100% 19,66 -2,70 9
Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 25,23 3,29 3
Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100% 125,34 -11,78 3
Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 148,72 15,70 3
Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100% 118,75 10,02 6
Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100% 6,77 0,20 6
Infineon Technologies Asia Pacific Pte Ltd Singapur, Singapur 100% 193,40 55,68 3
Infineon Technologies Australia Pty. Ltd. Bayswater, Australien 100% 1,35 0,20 3
Infineon Technologies Batam PT Batam, Indonesien 100% 13,96 1,69 3
Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 3,47 0,27 6
Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 141,80 9,92 6
Infineon Technologies Holding Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100% k.A. k.A. 13
Infineon Technologies Hong Kong Sales Limited Hongkong, Volksrepublik China 100% 20,81 5,00 7
Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100% 1,61 0,24 3
Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100% 15,10 0,76 4
Infineon Technologies Japan K. K. Tokio, Japan 100% 15,09 5,07 3
Infineon Technologies Korea Co., Ltd. Seoul, Republik Korea 100% 4,06 0,95 3
Infineon Technologies Philippines, Inc. Muntinlupa City, Philippinen 100% -0,36 -0,05 8
Infineon Technologies Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 100% 100% 17,58 8,75 3
Infineon Technologies Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100% 3,49 1,22 3
International Rectifier Japan Co., Ltd. Tokio, Japan 100% 9,96 0,35 8
International Rectifier Malaysia Sdn Bhd Kuala Lumpur, Malaysia 100% 0,46 0,02 7
International Rectifier Mauritius, Inc. Curepipe, Mauritius 100% 4,33 -0,07 8
International Rectifier Power Management Private Limited (in Liquidation) Bangalore, Indien 100% 0,16 0,00 4
IR Infotech Private, Ltd. (in Liquidation) Mumbai, Indien 100% 0,92 0,00 10
MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan k.A. k.A. k.A. 11
Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. in Liquidation Malakka, Malaysia 77% - - 1
Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77% - - 1
Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77% - - 1
Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1
Qimonda Korea Co.Ltd. in Liquidation Seoul, Republik Korea 77% - - 1
Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co., in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1
Qimonda Taiwan Co. Ltd. in Liquidation Taipeh, Taiwan 77% - - 1
Shanghai International Rectifier Trading, Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 2,90 -1,20 6
Xi'an IR PERI Company, Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 50% k.A. k.A.

1 Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte von Infineon unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da Infineon keine weiteren Informationen bezüglich der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda-Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda-Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon.

2 Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Infineon Technologies AG

3 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2015

4 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. März 2015

5 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. Juni 2015

6 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2015

7 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2015 (Periode vom 01. Juli 2014 bis 31. September 2015)

8 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2015 (Periode vom 01. Juli 2015 bis 31. September 2015)

9 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2015 (Periode vom 17. April 2015 bis 31. Dezember 2015)

10 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 13. Mai 2013 (Periode vom 01. April 2013 bis 13. Mai 2013)

11 Anteil unter 5 Prozent

12 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2015 (Periode vom 16. Oktober 2014 bis 31. September 2015)

Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Stichtagskurs zum 30. September 2016.

Neubiberg, 22. November 2016

Infineon Technologies AG

Der Vorstand

Dr. Reinhard Ploss

Dominik Asam

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2016 einen Jahresüberschuss von €407 Millionen aus. Unter Berücksichtigung der Einstellung von insgesamt €158 Millionen in die anderen Gewinnrücklagen wird ein Bilanzgewinn in Höhe von €249 Millionen ausgewiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 16. Februar 2017 vor, den zum 30. September 2016 ausgewiesenen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von €0,22 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden und zur Einstellung des restlichen Betrages in die anderen Gewinnrücklagen zu verwenden.

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 22. November 2016

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Braun, Wirtschaftsprüfer

Wolper, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung

Infineon ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Und Infineon bleibt auf Wachstumskurs - anders als viele unserer Wettbewerber und trotz eines derzeit zurückgehenden Halbleitermarktes. Das liegt insbesondere daran, dass sich das Unternehmen strategisch auf Zukunftstechnologien mit hoher Wachstumsdynamik fokussiert hat, etwa die Energieeffizienz, Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme, erneuerbare Energien oder das Internet der Dinge. Nach der erfolgreichen Integration von International Rectifier, der größten Akquisition in der Geschichte von Infineon, sichern wir uns mit dem geplanten Kauf der Geschäftseinheit Wolfspeed des US-Unternehmens Cree langfristig einen entscheidenden Technologievorsprung in eben diesen Wachstumsmärkten. Den Erfolgskurs wollen und werden wir fortsetzen, nicht zuletzt mit einer in Teilen neu aufgestellten und verstärkten Führungsmannschaft im Vorstand.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats

Auch im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben engagiert wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens eingehend beraten und dessen Tätigkeit überwacht. Grundlage dafür war, dass der Vorstand in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse diesen Gremien detailliert die aktuelle Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, die Quartalsabschlüsse sowie die Unternehmensplanung erläutert hat. Der Vorstand stimmte nicht nur die strategische Ausrichtung im Ganzen, sondern auch relevante Einzelmaßnahmen mit uns ab. Der Aufsichtsrat hatte stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen. Wir haben uns dabei von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugt.

In der schriftlichen Quartalsberichterstattung wurde der Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die wesentlichen Finanzdaten, Risiken und Chancen, bedeutende Rechtsstreitigkeiten sowie andere wichtige Einzelthemen in Kenntnis gesetzt. Zwischen den Quartalsberichten informierte uns der Vorstand zusätzlich in Monatsberichten über die aktuelle Geschäftslage.

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats stand ich darüber hinaus - ebenso wie die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses - in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Über für das Unternehmen wesentliche Ereignisse wurde ich unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands informiert.

Im Geschäftsjahr 2016 fanden sechs ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsratsplenums statt. Bezogen auf sämtliche Plenumssitzungen lag die Präsenz bei knapp 94 Prozent. Hinsichtlich der Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse betrug die Präsenz sogar 100 Prozent.

Finanz- und Investitionsplanung; Akquisitionen; Unternehmensstrategie

In der Sitzung vom 17. November 2015 billigte der Aufsichtsrat die vom Vorstand vorgelegte Finanz- und Investitionsplanung einschließlich des Gesamtinvestitionsbudgets und der Verschuldungsgrenze für das Geschäftsjahr 2016.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt der Aufsichtsratsarbeit im Berichtsjahr bildeten die vom Unternehmen durchgeführten beziehungsweise geplanten Akquisitionen. Im Hinblick auf den Erwerb von International Rectifier berichtete der Vorstand über die mit großem Erfolg abgeschlossene Integration. Nachdem zudem bereits im Geschäftsjahr 2015 das Euro-Darlehen aus der Akquisitionsfinanzierung durch die Emission zweier Unternehmensanleihen (sogenannter Eurobonds) abgelöst werden konnte, folgte nun die Refinanzierung des US-Dollar-Darlehens mittels der Privatplatzierung von Anleihen in den USA (sogenanntes US Private Placement). Dadurch konnte das günstige Zinsumfeld genutzt und langfristig festgeschrieben sowie das Fälligkeitsprofil der Verbindlichkeiten weiter verbessert werden.

Vor allem aber befasste sich der Aufsichtsrat in mehreren ordentlichen und in zwei außerordentlichen Sitzungen mit dem geplanten Kauf von Wolfspeed, einer Geschäftseinheit des US-Halbleiterherstellers Cree. Der Aufsichtsrat ließ sich ausführlich mögliche Alternativen sowie die Gründe dieser Akquisition erläutern. Nach intensiven Beratungen stimmte der Aufsichtsrat der Akquisition sowie der damit einhergehenden Finanzierung zu. Der Aufsichtsrat teilt die Auffassung des Vorstands, dass sich das Geschäft sowie das Know-how von Infineon und Wolfspeed hervorragend ergänzen und Infineon durch die Akquisition seine führende Position in wichtigen Wachstumsmärkten stärkt.

Der Aufsichtsrat legt weiterhin großen Wert darauf, sich einmal im Jahr ausschließlich und fokussiert mit strategischen Themen zu befassen. In der Sitzung vom 3. August 2016 wurden daher ausführlich die Kernelemente der Infineon-Strategie, die wesentlichen technologischen Branchentrends, die Anforderungen und politischen Rahmenbedingungen für Geschäfte in den USA und China sowie die Aufstellung von Infineon in diesen Regionen diskutiert. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit den Auswirkungen und den Potenzialen des Konsolidierungstrends in der Halbleiterindustrie.

Personalthemen

Der Aufsichtsrat hat mit großem Bedauern dem Wunsch des Vorstandsmitglieds Arunjai Mittal entsprochen, Infineon zum Ende des Geschäftsjahres 2016 aus familiären Gründen zu verlassen. Von den Mitarbeitern des Unternehmens, dem Vorstand und nicht zuletzt den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurde Herr Mittal persönlich sehr geschätzt. Herr Mittal verdiente sich große Anerkennung für seine hervorragende Arbeit in verschiedenen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Er hat über viele Jahre das Geschäft von Infineon im Bereich der Leistungshalbleiter vorangetrieben und ab Anfang 2012 seine erfolgreiche Arbeit im Vorstand fortgesetzt. Herr Mittal hat die Positionierung von Infineon in den wichtigen Wachstumsmärkten mitgeprägt und mit dem Erwerb von International Rectifier die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte umsichtig gesteuert. Für all dies gilt ihm unser besonderer Dank. Für seine private und berufliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat beschlossen, dem Wachstumskurs von Infineon durch eine Erweiterung des Vorstandsteams von drei auf vier Mitglieder Rechnung zu tragen. Seit Anfang des Jahrzehnts hat sich der Umsatz von Infineon nahezu verdoppelt. Die Anforderungen an den Vorstand haben massiv zugenommen. Um die erfolgreiche Arbeit angesichts der gewachsenen Komplexität mit gleicher Dynamik fortführen zu können und um den Vorsitzenden des Vorstands Herrn Dr. Ploss zu entlasten, haben wir diesen Schritt bereits seit Längerem erwogen und nun umgesetzt. Zur Besetzung des neu geschaffenen Vorstandspostens und im Hinblick auf die Nachfolge von Herrn Mittal hat der Aufsichtsrat externe und interne Lösungen in Erwägung gezogen und dabei auch einen Fokus auf weibliche Kandidaten gelegt. Für die externe Suche und die Evaluierung der potenziellen internen Kandidaten wurde ein Personalberater eingeschaltet. Im Ergebnis hat sich eine interne Besetzung als die für das Unternehmen beste Variante herausgestellt. Die Wahl fiel auf zwei sehr erfahrene Führungskräfte, die seit vielen Jahren in verantwortungsvollen Positionen bei Infineon hervorragende Arbeit leisten: Jochen Hanebeck, vorher Präsident des Segments Automotive, wurde zum 1. Juli 2016 für drei Jahre zum Vorstandsmitglied für das neu geschaffene Ressort Operations bestellt. Ebenfalls zum 1. Juli 2016 und für drei Jahre wurde Dr. Helmut Gassel, zuvor Präsident des Segments Industrial Power Control, zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property. Der Aufsichtsrat wünscht den beiden neuen Vorstandsmitgliedern viel Erfolg.

Vorstandsvergütung

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, das Vorstandsvergütungssystem einer regelmäßigen Überprüfung zu unterziehen. Eine solche Überprüfung hatte zuletzt im Jahr 2014 stattgefunden. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr erneut einen unabhängigen externen Vergütungsexperten beauftragt, das Vergütungssystem bei Infineon sowie die individuellen Zieljahreseinkommen der Mitglieder des Infineon-Vorstands zu überprüfen. Der Vergütungsexperte ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vergütungssystem sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Kodexempfehlungen entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Zudem seien die individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder angemessen. Dabei bestünden aber gleichwohl gewisse Handlungsspielräume. Die in einem abschließenden Gutachten im Herbst vorgelegten Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden am 24. Oktober 2016 im Präsidialausschuss und am 15. November 2016 im Plenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vergütungsexperten.

Der Aufsichtsrat hat entschieden, die Altersversorgung des Vorsitzenden des Vorstands Dr. Reinhard Ploss anzupassen. Vertraglich war diesem bislang ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt. Diese Zusage war jedoch auf ein Ausscheiden im Alter von 60 Jahren ausgerichtet und reflektierte nicht, dass Herr Dr. Ploss bis 2020 zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt ist. Der Aufsichtsrat hat daher Handlungsbedarf gesehen, was auch durch das Vergütungsgutachten bestätigt wird. Gemäß dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben die nach dessen Verabschiedung in den Vorstand berufenen Herren Asam, Mittal, Dr. Gassel und Hanebeck anstelle einer dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage erhalten, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet. Auf diese beitragsorientierte Altersversorgung wurde nun auch der Dienstvertrag von Herrn Dr. Ploss umgestellt.

Einzelheiten zur Vorstandsvergütung - insbesondere zu den im Geschäftsjahr 2016 im Einzelnen gezahlten Bezügen - entnehmen Sie bitte dem ausführlichen Vergütungsbericht im Geschäftsbericht.

Aufsichtsratsvergütung

Auch das System der Aufsichtsratsvergütung wurde durch einen unabhängigen Vergütungsexperten grundlegend überprüft. Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat ist es dann von der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 neu geregelt worden. Gegenstand dieser Revision war, den bisher variablen Vergütungsteil zu streichen und die Aufsichtsratsvergütung künftig als reine Festvergütung zu gewähren. Wegen des entfallenen variablen Vergütungsteils wurde die Festvergütung zugleich auf ein im Marktvergleich angemessenes Niveau angehoben. Die Hauptversammlung 2016 hat den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit zugestimmt. Die entsprechende Satzungsänderung wurde im März 2016 in das Handelsregister eingetragen und ist damit wirksam. Die Vergütungsregelung gilt rückwirkend zum 1. Oktober 2015.

Rechtsstreitigkeiten

Der Aufsichtsrat wurde auch im Geschäftsjahr 2016 regelmäßig und ausführlich über wichtige Rechtsstreitigkeiten informiert und hat sich über diese mit dem Vorstand beraten. Hierzu zählten insbesondere die Klage des Unternehmens gegen ein von der EU-Kommission 2014 verhängtes kartellrechtliches Bußgeld sowie die Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG über einen angeblichen Differenzhaftungsanspruch.

Corporate Governance

Aktualisierte Entsprechenserklärung 2015 und Entsprechenserklärung 2016

Die Entsprechenserklärung aus dem November 2015 wurde durch die Erklärung aus dem März 2016 insoweit aktualisiert, als sich die zuvor erklärte Abweichung betreffend Nummer 5.4.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex zur Aufsichtsratsvergütung erledigt hatte. Hintergrund der Abweichung war der erfolgsorientierte Vergütungsbestandteil für die Mitglieder des Aufsichtsrats. Da dieser Vergütungsbestandteil keine mehrjährige Bemessungsgrundlage aufwies, blieb unklar, ob er den Anforderungen des Kodex vollumfänglich entsprach. Mit der Revision der Aufsichtsratsvergütung und hier der Abschaffung des erfolgsorientierten Vergütungsbestandteils wird nunmehr zweifelsfrei auch der Kodexempfehlung zur Aufsichtsratsvergütung Genüge getan.

In der aktuellen Entsprechenserklärung aus dem November 2016 haben Vorstand und Aufsichtsrat erklärt, dass allen Empfehlungen entsprochen wurde und die Infineon Technologies AG ihnen auch zukünftig entsprechen wird.

Alle Entsprechenserklärungen im Wortlaut finden Sie auf der Internet-Seite von Infineon.

@ www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/ declaration-of-compliance/

Effizienzprüfung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat überprüft jährlich die Effizienz seiner Tätigkeit. Anhand des in vorangegangenen Prüfungen bewährten Fragenkatalogs wurden die Aufsichtsratsmitglieder im Sommer 2016 erneut um eine umfassende Rückmeldung zur Aufsichtsratsarbeit und zur Zusammenarbeit mit dem Vorstand gebeten. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 4. August 2016 eingehend erörtert. Nennenswerte Defizite konnten nicht festgestellt werden.

Prüfung möglicher Interessenkonflikte

Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat auch wieder mit möglichen Interessenkonflikten befasst, ist aber stets zu dem Ergebnis gekommen, dass kein Konflikt mit den Interessen von Infineon vorliegt. So wurde insbesondere zugestimmt, dass Herr Dr. Ploss ein Mandat im Hochschulrat der Technischen Universität München übernimmt.

Weitere Ausführungen zur Corporate Governance finden sich im Corporate Governance Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat, der über die Internet-Seite von Infineon öffentlich zugänglich ist.

@ www.infineon.com/corporate-governance-bericht

Bericht aus den Ausschüssen des Aufsichtsrats

Die Ausschüsse bereiten Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie Themen für die Plenumssitzungen vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat - im gesetzlich zulässigen Rahmen - bestimmte Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat aus den Sitzungen der Ausschüsse routinemäßig in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung.

Nominierungs- und Vermittlungsausschuss

Der Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr zu einer Sitzung zusammen, um allgemein über Fragen der Nachfolgeplanung und die zukünftige Zusammensetzung der Anteilseignerseite sowie über die notwendigen Maßnahmen zu sprechen. In der Folgezeit gab es eine Reihe von Gesprächen zwischen dem Ausschussvorsitzenden und den Ausschussmitgliedern über die Entwicklung in diesem Prozess.

Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.

Präsidialausschuss

Im Berichtsjahr fanden eine ordentliche sowie fünf außerordentliche Sitzungen des Präsidialausschusses statt.

Der Schwerpunkt der ordentlichen Sitzung lag in der Vorbereitung der Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Bemessung der variablen Vergütung des Vorstands. Hierzu gehörten insbesondere die Bestimmung der Zielerreichungsgrade für das Geschäftsjahr 2015 sowie die Festlegung neuer Zielwerte für das Geschäftsjahr 2016.

In den außerordentlichen Sitzungen bereitete der Präsidialausschuss die Revision der Aufsichtsratsvergütung und die Beschlussfassungen des Aufsichtsratsplenums sowohl zur Mandatsniederlegung von Herrn Mittal als auch zur Erweiterung des Vorstandsgremiums und den Bestellungen der Herren Dr. Gassel und Hanebeck vor.

Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss

Im Berichtsjahr fanden fünf Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses statt.

Die Schwerpunkte der Ausschusstätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung des Halbjahresabschlusses und der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern sowie die Erörterung der Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer. Zudem prüfte und erörterte der Ausschuss die Finanz- und Investitionsplanung und die Verschuldungsgrenze für das Geschäftsjahr 2016. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss mit der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Revisionssystems sowie des Risikomanagementsystems. Die Ausschussmitglieder ließen sich zudem regelmäßig vom Compliance Officer berichten. Auch wurde der Ausschuss regelmäßig über die wesentlichen Rechtsstreitigkeiten informiert.

Der Ausschuss setzte sich zudem eingehend mit den diversen Finanzierungsthemen (Restrukturierung der Finanzierung für den Erwerb von International Rectifier und Akquisitionsfinanzierung für den geplanten Erwerb von Wolfspeed) auseinander und sprach Empfehlungen für die entsprechenden Beschlussfassungen des Aufsichtsrats aus.

Zu den weiteren Aktivitäten des Ausschusses gehörten die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte sowie die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer erbrachten Nichtprüfungsleistungen. In diesem Zusammenhang befasste sich der Ausschuss auch eingehend mit den neuen gesetzlichen Anforderungen zur Abschlussprüfung und hier insbesondere den künftig strengeren Vorgaben für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer.

Der Ausschuss bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Prüferwahl vor und erteilte die entsprechenden Prüfungsaufträge. Im Zusammenhang damit befasste er sich mit den diesbezüglichen Honorarvereinbarungen.

Des Weiteren setzte sich der Ausschuss (ebenso wie das Aufsichtsratsplenum) eingehend mit dem Bericht der KPMG über die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung zur Einhaltung der sogenannten EMIR-Verordnung auseinander, die unter anderem Unternehmen wie Infineon bestimmte Pflichten im Derivate-Management auferlegt.

Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses teil und berichtete dort ausführlich über seine Prüfungstätigkeit.

Strategie- und Technologieausschuss

Der Strategie- und Technologieausschuss kam im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen.

Der Ausschuss ließ sich ausführlich zur Patentsituation in der Halbleiterindustrie und der entsprechenden Strategie von Infineon, des Weiteren zum Produktportfolio von International Rectifier und über die im Rahmen der Integration angestrebte Vereinheitlichung sämtlicher Kundenschnittstellen in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Logistik und Finanzen berichten. Er beschäftigte sich zudem mit den Segmenten Chip Card & Security sowie Power Management & Multimarket und informierte sich über Qualitätsinitiativen und Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit.

Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel ist im Mai 2016 aus dem Strategie- und Technologieausschuss und damit auch als dessen Vorsitzende ausgeschieden. Die Nachfolge hat Herr Bauer angetreten, der sowohl über die technische Expertise als auch über die praktischen Erfahrungen in der strategischen Ausrichtung eines im harten Wettbewerb stehenden Technologieunternehmens verfügt. Anfang November 2016 ist Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel aus persönlichen Gründen auch aus dem Gesamtgremium ausgeschieden. Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel war seit 2005 Mitglied des Aufsichtsrats und hat, nicht zuletzt als langjährige Vorsitzende des Strategie- und Technologieausschusses, einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Arbeit unseres Gremiums geleistet. Dafür danken wir ihr sehr und wünschen ihr alles Gute.

Jahres- und Konzernabschluss

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2016 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Der Halbjahresabschluss und die Quartalsabschlüsse wurden einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

In der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses vom 14. November 2016 wurde mit dem Abschlussprüfer intensiv über den Jahresabschluss, den IFRS-Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und die Gewinnverwendung sowie die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers diskutiert. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat beschlossen, auf dieser Grundlage dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, die Abschlüsse nach deren Aufstellung durch den Vorstand zu billigen und die beabsichtigte Gewinnverwendung mitzutragen.

In der Sitzung des Aufsichtsrats vom 15. November 2016 erläuterte der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses die Empfehlungen des Ausschusses. In dieser Sitzung wurden alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert und vom Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfung umfasste auch die beabsichtigte Ausschüttung einer Dividende von €0,22 je dividendenberechtigter Aktie.

In der Sitzung des Aufsichtsrats vom 29. November 2016 lagen dem Aufsichtsrat dann der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die schriftlichen Berichte der KPMG über die Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts vor. Unter Berücksichtigung der schon in der Sitzung vom 15. November 2016 gewonnenen Erkenntnisse ist der Aufsichtsrat zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer zu erheben sind. Der zusammengefasste Lagebericht entspricht nach der Überzeugung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen; der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen im Lagebericht zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss des Infineon-Konzerns gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands angeschlossen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen Einsatz und die herausragenden Leistungen im Geschäftsjahr 2016.

Neubiberg, im November 2016

Für den Aufsichtsrat

Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016

Finanzen und Strategie

Das Geschäftsjahr 2016

Organisches Wachstum von 7 Prozent trotz schwierigem Marktumfeld erzielt; Segmentergebnis-Marge innerhalb des prognostizierten Korridors
Positive Geschäftsentwicklung ermöglicht höhere Dividende

Umsatz gestiegen durch organisches Wachstum, durch Währungseffekte und durch Akquisition von International Rectifier; Segmentergebnis-Marge innerhalb des prognostizierten Korridors

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte Infineon einen Umsatz von €6.473 Millionen, das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €5.795 Millionen. Dieser Zuwachs ist zum Großteil auf eine positive Geschäftsentwicklung aller Segmente zurückzuführen (siehe Kapitel "Die Segmente") und berücksichtigt erstmalig International Rectifier für ein volles Geschäftsjahr, während im Vorjahr die Umsatzerlöse erst ab dem Abschluss der Akquisition am 13. Januar 2015 enthalten sind. Dies berücksichtigend, konnte Infineon in einem konjunkturell schwierigen Umfeld ein organisches Wachstum von 7 Prozent erzielen.

Die positive Geschäftsentwicklung von Infineon war auch von Währungseffekten, insbesondere von der Entwicklung des Wechselkurses des US-Dollars zum Euro, getrieben. Vom Umsatzanstieg von 12 Prozent entfallen circa 2 Prozent auf Währungseffekte.

China ist für Infineon seit mehreren Jahren der wichtigste Absatzmarkt. Das Land steht mit €1.574 Millionen für einen Umsatzanteil von 24 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent). Darauf folgt wiederum Deutschland mit €1.000 Millionen Umsatz und einem Anteil von 15 Prozent (Vorjahr: 16 Prozent).

Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2016 €982 Millionen; ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €897 Millionen. Die Segmentergebnis-Marge lag mit 15,2 Prozent (Vorjahr: 15,5 Prozent) innerhalb des zu Beginn des Geschäftsjahres prognostizierten Korridors (siehe Kapitel "Prognosebericht").

Verbesserung wesentlicher Konzernkennzahlen

Trotz der weiterhin anfallenden Aufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier erhöhte sich der Konzernjahresüberschuss vor allem bedingt durch den Ergebnisbeitrag aufgrund des Umsatzanstiegs in Höhe von €678 Millionen (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage") und betrug zum 30. September 2016 €743 Millionen. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €634 Millionen.

Das daraus resultierende Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2016 €0,66 (verwässert und unverwässert) und lag damit um 18 Prozent über dem Vorjahreswert von €0,56 (verwässert und unverwässert). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte im Berichtszeitraum von €0,60 auf €0,76 verbessert werden (hinsichtlich Details zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage").

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf €490 Millionen, was einem Anstieg um €2.144 Millionen gegenüber minus €1.654 Millionen im Geschäftsjahr 2015 entspricht. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr war belastet durch die Zahlung des Kaufpreises für International Rectifier, Zahlungen aus dem Teilvergleich an den Insolvenzverwalter von Qimonda und Zahlungen an die EU-Kommission für die verhängte Geldbuße im Chipkarten-Kartellverfahren von in Summe €2.047 Millionen. Gegenüber einem um diese Sondereffekte bereinigten Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 von €393 Millionen hat sich der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr um 25 Prozent verbessert. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit überstieg dabei mit €1.313 Millionen (Vorjahr: €957 Millionen) die im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von €826 Millionen (Vorjahr: €785 Millionen).

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) lag im Geschäftsjahr 2016 bei 15,0 Prozent und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahreswert von 12,8 Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Steigerung des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €664 Millionen auf €799 Millionen zurückzuführen (hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage").

Die Brutto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") betrug am 30. September 2016 €2.240 Millionen, was einem Anstieg um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €2.013 Millionen entspricht. Der bereits erläuterte Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten von €490 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €225 Millionen für das Geschäftsjahr 2015.

Die Netto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 114 Prozent und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2016 bei €471 Millionen (30. September 2015: €220 Millionen) entsprechend dem Anstieg der Brutto-Cash-Position.

Erhöhung der Dividende um 10 Prozent geplant

Unsere Dividendenpolitik besteht darin, einerseits unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen und andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse zumindest eine konstante Dividende auszuschütten.

Für das Geschäftsjahr 2016 wird der ordentlichen Hauptversammlung am 16. Februar 2017 aufgrund der im Berichtszeitraum erzielten Ergebnisse sowie eines positiven Geschäftsausblicks eine gegenüber dem Vorjahr um 2 Cent höhere Dividende von €0,22 je Aktie vorgeschlagen.

Akquisition von Wolfspeed

Am 14. Juli 2016 haben Infineon und das US-amerikanische Unternehmen Cree Inc. ("Cree") einen Vertrag über den Kauf der Geschäftseinheit Wolfspeed Power and RF ("Wolfspeed") von Cree unterzeichnet. Infineon beabsichtigt, Wolfspeed (inklusive des damit verbundenen Materialgeschäfts) für einen Kaufpreis von US$850 Millionen zu erwerben. Wolfspeed hat seinen Hauptsitz in North Carolinas Research Triangle Park (USA) und beschäftigt weltweit rund 550 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Leistungshalbleitern auf der Basis von Siliziumkarbid (SiC) und von Hochfrequenz-Leistungsbauelementen auf der Basis von Galliumnitrid-auf-Siliziumkarbid (GaN-auf-SiC).

Mit der geplanten Akquisition werden wir zum Anbieter mit dem industrieweit umfassendsten Angebot von Verbindungshalbleitern auf Basis von SiC und GaN und stärken unsere führende Position bei Leistungselektronik und Hochfrequenz-Leistungsbauelementen für Wachstumsmärkte wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und die Mobilfunk-Infrastruktur der nächsten Generation für das Internet der Dinge. Wir werden zur Nummer eins bei Leistungshalbleitern auf Basis von SiC und wollen bis 2020 auch der Marktführer bei Hochfrequenz-Leistungsbau-elementen werden.

Der Kaufvertrag mit Cree umfasst auch die Fertigung von Rohscheiben aus SiC und - für Hochfrequenzanwendungen - aus SiC mit einer einkristallinen GaN-Schicht. Durch die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette sind wir in der Lage, das Ausgangsmaterial im Sinne unseres strategischen Ansatzes "Vom Produkt zum System" gezielt für unsere Leistungshalbleiterkomponenten zu optimieren.

Auch nach der geplanten Akquisition von Wolfspeed wird Infineon seine sich selbst gesetzten Kapitalstrukturziele einhalten. Ebenso wird sich das im Februar 2016 erstmalig erhaltene langfristige Kreditrating durch die geplante Akquisition nicht ändern (siehe ausführlich zu Infineons Kapitalstrukturzielen sowie zum Kreditrating im Kapitel "Treasury und Kapitalbedarf").

Entwicklung der Halbleiterindustrie

Der weltweite Halbleiterumsatz betrug im Geschäftsjahr 2016 €295,996 Milliarden (Quelle: Halbleiterbranchenverband WSTS). Dies entspricht einem Rückgang um 0,1 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums von €296,353 Milliarden. Infineon hat im gleichen Zeitraum seinen Umsatz rein organisch um 6,6 Prozent gesteigert.

Der Halbleitermarkt ist stark fragmentiert. Nur die beiden größten Wettbewerber hatten im Kalenderjahr 2015 einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent (Quelle: Marktforschungsunternehmen IHS Markit). Intel kam bei einer Marktgröße von US$347,118 Milliarden mit einem Umsatz von US$51,420 Milliarden auf 14,8 Prozent, und Samsung Electronics erreichte mit einem Umsatz von US$40,156 Milliarden einen Anteil von 11,6 Prozent. Alle anderen Wettbewerber haben jeweils einen Marktanteil von weniger als 5 Prozent. Infineon steht mit einem Umsatz von US$6,813 Milliarden und einem Marktanteil von 2,0 Prozent auf Position 11.

Intel ist führend im Bereich Prozessoren, Samsung Electronics ist führend im Bereich Speicher. In beiden Produktkategorien ist Infineon nicht tätig. Somit stehen die beiden Unternehmen bei diesen Produktkategorien nicht im direkten Wettbewerb zu Infineon. Von den 20 größten Halbleiterfirmen stehen folgende Firmen im Wettbewerb zu Infineon: Samsung (nur bei Chipkarten-ICs; dieser Umsatz beträgt lediglich rund 1 Prozent des Umsatzes von Samsung), Texas Instruments, NXP, Toshiba, STMicroelectronics, Renesas und ON Semiconductor.

Die 20 größten Unternehmen repräsentierten 69,8 Prozent des globalen Umsatzes. Die verbleibenden 30,2 Prozent verteilten sich auf rund 2.000 weitere Halbleiterunternehmen. Die Halbleiterbranche ist also sehr stark fragmentiert, jedoch findet in einzelnen Produktkategorien eine Konsolidierung statt. Mit der Akquisition von International Rectifier hat Infineon die jüngste Konsolidierungswelle im Bereich Leistungshalbleiter vorangetrieben. Die geplante Akquisition von Wolfspeed ist ein weiterer wesentlicher Schritt in diesem Bereich. Auch die Übernahme von Fairchild durch ON Semiconductor am 19. September 2016 trägt zur Konsolidierung im Bereich Leistungshalbleiter bei. Diese Übernahme ist in den Marktzahlen für das Kalenderjahr 2015 noch nicht berücksichtigt.

Bezüglich des regionalen Absatzes von Halbleitern spielt China seit Jahren die dominierende Rolle. 41,5 Prozent aller Halbleiter wurden im Kalenderjahr 2015 dort verbaut. In China spielen die Auftragsfertiger - in der Branche auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt - eine besondere Rolle. Diese Firmen fertigen Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber. Das Geschäftsmodell spielt vor allem bei Gebrauchsgütern sowie bei Produkten der Informations- und Telekommunikationsindustrie wie Servern, PCs, Notebooks und Mobiltelefonen eine bedeutende Rolle. Ein Großteil der in China verbauten Halbleiter wird als Teil des Endprodukts wieder exportiert.

Konzernstrategie

Das Ziel von Infineon ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf Märkte, in denen wir mit unseren Kernkompetenzen langfristig erfolgreich sein können, und streben dort nach der Führungsposition. Im Bestreben unseren Kunden immer die beste Lösung am Markt zu bieten, erreichen wir dreierlei: Wir steigern kontinuierlich den Unternehmenswert für unsere Aktionäre, bieten unseren Mitarbeitern sichere und attraktive Arbeitsplätze und tragen außerdem dazu bei, das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher zu machen.

Infineon adressiert heute die drei im Zeitraum von 2015 bis 2020 am schnellsten wachsenden Segmente des Halbleitermarktes: Industrie-Leistungshalbleiter sollen laut Marktforschern jedes Jahr mit durchschnittlich 8,2 Prozent wachsen, Chipkarten-ICs mit 7,3 Prozent und Automobilhalbleiter mit 5,8 Prozent. Die Nachfrage in diesen Segmenten wird von langfristigen, globalen Megatrends getrieben.

Grundlagen der Strategie

Globale Megatrends treiben Kerngeschäft

Rund 7,3 Milliarden Menschen lebten laut den Vereinten Nationen im Jahr 2015 auf der Erde. 2020 sollen es bereits 7,8 Milliarden sein, 2030 dann 8,5 Milliarden. Die Weltbevölkerung wächst mit hoher Geschwindigkeit und mit ihr der Bedarf an Energie, Nahrung, nachhaltigen Konzepten für den Verkehr in und zwischen den expandierenden Ballungszentren sowie an leistungsfähiger Kommunikationsinfrastruktur. Gleichzeitig werden natürliche Ressourcen knapp, beispielsweise fossile Energieträger und landwirtschaftliche Nutzfläche. Um die immer zahlreicheren Menschen dennoch mit Energie und Nahrung versorgen zu können, ihnen einen höheren Lebensstandard zu bieten und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, bedarf es neuer Lösungen. "Mehr aus weniger" lautet die Maxime. Mikroelektronik leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.

Konvergenz von realer und digitaler Welt bietet Chancen

Halbleiter machen erneuerbare Energiequellen überhaupt erst nutzbar. Sie reduzieren den Strombedarf elektrisch betriebener Geräte und ermöglichen Systeme, mit denen Verkehrsmittel sicherer und sauberer werden. Darüber hinaus bildet die Technologie das Fundament der modernen Kommunikation und Datentechnik. Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit sind daher ohne Halbleiter nicht denkbar. Das gilt umso mehr, je stärker die reale und die digitale Welt miteinander verschmelzen und dadurch neue Potenziale entstehen lassen. Mit der Digitalisierung steigt die Produktivität industrieller Fertigungsprozesse.

Diese Entwicklung, auch Industrie 4.0 genannt, geht weit über die Automatisierung hinaus. Die Landwirtschaft erzielt dank Digitalisierung mit umweltschonenderen Verfahren höhere Erträge und dem Endverbraucher eröffnet sie neue Möglichkeiten. Dazu gehört auch, dass der Austausch von Daten vor Missbrauch geschützt und damit die Akzeptanz der zunehmenden Vernetzung gewährleistet ist. Infineon profitiert von diesen Trends, weil sie langfristig die Nachfrage in unseren Zielmärkten stimulieren.

Drei Säulen der Strategie: Fokus, Technologieführerschaft und Systemverständnis

Infineon setzt nicht nur auf die richtigen Wachstumstreiber, sondern verfügt auch über die Kompetenzen und das strategische Konzept, um von ihnen zu profitieren. Unsere Strategie basiert dabei auf drei Säulen. Erstens fokussieren wir uns auf jene Märkte, in denen wir eine führende Position einnehmen beziehungsweise erreichen können: Auto, Stromversorgungen, Leistungselektronik für die Industrie, Hochfrequenztechnik und Sicherheit. Die Basis für die führenden Positionen schaffen wir zum Zweiten mit umfassendem Technologie-, Produkt- und Applikations-Know-how, das wir regelmäßig um neue Anwendungsfelder und innerhalb der bestehenden Einsatzgebiete erweitern. Die dritte Säule bildet unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System". Auf der Basis tief greifenden Systemverständnisses wollen wir dem Kunden Lösungen bieten, die ihn erfolgreicher machen und für Infineon das Umsatz- und Ergebnispotenzial erhöhen. Unser Anspruch ist dabei, mit unserem Wissen Innovationen zu schaffen, die die Märkte verändern und uns dadurch langfristig deutlich vom Wettbewerb unterscheiden.

Das Konzept lässt sich an vielen Beispielen verdeutlichen: Im Auto steigen die Anforderungen, den CO2 -Ausstoß zu senken, und treiben so die Entwicklung des Elektroantriebs voran. Gleichzeitig verhilft das Streben nach mehr Verkehrssicherheit radarbasierten Assistenzsystemen zum Durchbruch. Beides führt zu einer höheren Nachfrage nach Halbleitern. Durch unsere Leistungshalbleiter wiederum werden Stromversorgungen aller Art effizienter und kompakter: Neue Materialien wie Siliziumkarbid erlauben beispielsweise das Design von Umrichtern für Fotovoltaikanlagen, die im Vergleich zu bisherigen Modellen deutlich kleiner und etwa 20 Prozent günstiger in der Herstellung sind - obwohl der Wert der darin verbauten Halbleiter steigt. Hochfrequenzkomponenten auf Basis von Galliumnitrid sind Voraussetzung für schnelle Mobilfunknetze nach dem 5G-Standard. Sensortechnologien ermöglichen neue Anwendungsfelder wie die sogenannte Augmented Reality in Smartphones oder die intuitive Bedienung von Geräten durch Gestensteuerung. Sicherheitscontroller schließlich sorgen in einer zunehmend vernetzten Welt für den Schutz beim Datenaustausch.

Infineon nutzt seine Kernkompetenzen im gesamten Konzernverbund

Kernkompetenzen ATV IPC PMM CCS
Leistungshalbleiter
Ansteuerung von Leistungshalbleitern
Embedded Control
Sensorik
Hochfrequenz
IT-Sicherheit
Fertigung

Infineon hat seine traditionellen Kernkompetenzen im Bereich der Leistungshalbleiter, hardwarebasierter Sicherheit, Hochfrequenztechnologie und Embedded Control stetig weiterentwickelt, vertieft und um Expertise in angrenzenden Gebieten wie der Sensorik ergänzt. Für jedes Anwendungsfeld nutzen wir das Know-how des gesamten Konzernverbunds inklusive unserer führenden Eigenfertigung. Heute sind wir die klare Nummer eins bei Leistungshalbleitern sowie führender Anbieter sowohl von Systemlösungen für Automobilelektronik als auch von Sicherheitslösungen.

Akquisitionen ergänzen organisches Wachstum

Unser organisches Wachstum ergänzen wir durch gezielte Akquisitionen. Diese müssen drei Kriterien erfüllen: strategisch sinnvoll, finanziell vernünftig und kulturell passend. Ein Zukauf muss also entsprechend der strategischen Ausrichtung die Marktposition von Infineon stärken und unser Kompetenzspektrum sinnvoll ergänzen. Das akquirierte Geschäft muss unser Ergebnis steigern, zu unserem Margenziel von 17 Prozent (bisher 15 Prozent) über den Zyklus beitragen sowie mindestens die Kapitalkosten verdienen. Und schließlich soll auch die Unternehmenskultur eines möglichen Akquisitionsziels zu der von Infineon passen oder sie sogar um wertvolle Elemente ergänzen.

Diese Kriterien haben wir auch bei der geplanten Akquisition von Wolfspeed zugrunde gelegt, die wir am 14. Juli 2016 angekündigt haben und bei der wir davon ausgehen, dass sie Anfang des Kalenderjahres 2017 abgeschlossen sein wird. Mit Wolfspeed stärken wir unsere Position in wichtigen Wachstumsmärkten wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und MobilfunkInfrastruktur der nächsten Generation für das Internet der Dinge. Der Kaufvertrag beinhaltet auch das Geschäft mit den Siliziumkarbid (SiC)-Rohscheiben. Mit den Zukunftstechnologien der SiC-basierten Leistungshalbleiter und der auf Galliumnitrid basierenden Hochfrequenz-Leistungsbauelemente wollen wir weiterhin schneller als der Markt wachsen und dabei in den entsprechenden Segmenten eine führende Position absichern oder in absehbarer Zeit erringen. Wir erwarten, dass sich die Akquisition sofort positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie von Infineon auswirken wird. Auch die Kultur von Wolfspeed, in der die Entwicklung von führendem Technologie-Know-how sehr wertgeschätzt wird, passt hervorragend zu Infineon.

Erfolgsfaktoren der Strategie

In den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen. Wir haben uns auf Kernkompetenzen fokussiert, die angesichts globaler Megatrends heute gefragter sind denn je. Die hierfür nötige technische Expertise haben wir über viele Jahre aufgebaut und systematisch erweitert. Und weil gute Ideen erst durch ihren Markterfolg zur Innovation werden, haben wir auch die passenden Konzepte entwickelt, um unsere Strategie in unternehmerischen Erfolg umzusetzen. Im Zentrum steht unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System", durch den wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg des Kunden ausrichten. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: durch eine fest verankerte Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, differenzierende Eigenfertigung und ein auf die verschiedenen Märkte zugeschnittenes Vorgehen. Wir sind dadurch in der Lage, unseren Kunden führende Produkte, höchste Qualität und Liefersicherheit zu bieten und so das Ziel zu erreichen, profitabel und schneller als der Markt zu wachsen.

Der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" prägt unser Handeln

Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" geht, wie oben bereits skizziert, deutlich über das Denken in Technologien und Produkten hinaus. Wir wollen verstehen, was die Märkte fordern und wie sie sich verändern. Nur dann können wir auch verstehen, wie wir die Märkte verändern können. Wir betrachten daher nicht nur die direkten Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte und Lösungen, sondern ebenso die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und die Entwicklung der Endmärkte. Wir wollen frühzeitig erkennen, wenn sich die Basis unseres Geschäfts verändert. Nur dann können wir rechtzeitig entsprechend reagieren, nachhaltige Differenzierung in Wachstumsapplikationen sicherstellen und das Ergebnis steigern. So stellen wir zum Beispiel die Frage, wie wir dazu beitragen können, die nächste Generation von Radarsystemen für das assistierte Fahren gleichzeitig sowohl kostengünstiger

als auch präziser zu machen. Mit einem optimierten Chip-Set und einer neuen Montagetechnik, die den Gesamtaufbau vereinfacht, machen wir wesentlich größere Fortschritte möglich, als wenn wir nur die Kostenreduktion des einzelnen Produkts anstrebten. Ähnlich wirkt das bereits diskutierte Beispiel der Siliziumkarbid-Technologie in Fotovoltaik-Wechselrichtern. Das Denken in Systemen prägt alle Aspekte unseres unternehmerischen Handelns, angefangen bei unserer differenzierenden Eigenfertigung bis hin zu spezifischen Vertriebskonzepten für dynamische Teilmärkte und die enge Zusammenarbeit mit den Kunden, die auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten sind. Damit wollen wir sicherstellen, dass Infineon seine führende Position in den verschiedenen Märkten und den Schlüsseltechnologien optimal ausspielt. Denn es sind umfangreiche Ressourcen erforderlich, um sowohl ein breites Leistungsspektrum als auch tiefe Systemkompetenz bereitzustellen. So kann Infineon für jede Applikation das Produkt mit dem bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis bei wettbewerbsfähigen Kosten anbieten.

Technologieführerschaft erzeugt Mehrwert für Kunden

Kunden entscheiden sich für Infineon, weil wir für höchste Qualität, Zuverlässigkeit und technologischen Vorsprung stehen. Unsere Ingenieure antizipieren bereits viele Herausforderungen, noch bevor unsere Kunden davon betroffen sind. Wir erfüllen die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie, erzielen die höchsten Wirkungsgrade beim Schalten von Strom und liefern Lösungen für die herausforderndsten Sicherheitsprojekte der Welt. Außerdem sind wir in der Lage, dieses spezifische Know-how im gesamten Konzernverbund zu nutzen. So basieren beispielsweise unsere barometrischen Drucksensoren, die in Mobilgeräten die Indoor-Navigation ermöglichen, auf derselben Technologie wie jene, die im Auto zur Ermittlung des optimalen Benzin-Luft-Gemischs eingesetzt werden. Und jenseits von Bezahlkarten und hoheitlichen Dokumenten ist auch unsere Sicherheitsexpertise in Zeiten des Internet der Dinge gefragter denn je: Kunden in diesem Bereich konzentrieren sich auf das optimale Zusammenspiel der vernetzten Geräte und wollen das Leistungsmerkmal "Sicherheit" als einfach zu implementierende Komplettlösung zukaufen. Infineon hat diesen Trend früh erkannt und bietet neben entsprechenden Controllern und Software auch das umfangreiche Know-how des Infineon Security Partner Network. Die Netzwerkpartner entwickeln Sicherheitslösungen, die auf die Bedürfnisse einzelner Branchen und Märkte zugeschnitten sind. Das Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von Beratung und Design bis zu Systemintegration und Servicemanagement.

Darüber hinaus bauen wir systematisch zusätzliche Kompetenzen auf - zum Beispiel, wenn sich die Anforderungen unserer Märkte verändern, aber auch wenn wir in einem neuen Geschäftsfeld langfristiges Wachstumspotenzial sehen. So haben wir als Marktführer frühzeitig an neuen Materialien für Leistungshalbleiter geforscht. Insbesondere Siliziumkarbid und Galliumnitrid eignen sich gut für den Einsatz in der Leistungselektronik. Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed verstärken wir uns in diesem Bereich weiter. Im Bereich Sensorik haben wir andererseits vor einiger Zeit bewusst neues Terrain betreten - im Wissen, dass die Erfassung von Umgebungsdaten in unseren Zielmärkten massiv an Bedeutung gewinnen wird. Heute haben wir ein umfassendes Portfolio an Sensoren für diverse Systeme im Auto, für mobile Endgeräte, Unterhaltungselektronik und das Internet der Dinge. Bei Silizium-Mikrofonen -als Beispiel für akustische Sensoren - haben wir unseren Marktanteil von 1,5 Prozent im Kalenderjahr 2007 auf aktuell 31,1 Prozent gesteigert.

Durch die gezielte Erweiterung unserer Kompetenzen wollen wir in allen Geschäftsfeldern immer die beste Lösung anbieten können. Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" geht über die inkrementelle Weiterentwicklung von Produkten hinaus und wir heben für unsere Kunden Verbesserungspotenziale auf Systemebene.

Innovation ermöglicht Differenzierung

Innovation ist einer der grundlegenden Erfolgsfaktoren in der Halbleiterindustrie und ermöglicht uns Differenzierung vom Wettbewerb. In der Vergangenheit hat Infineon immer wieder gezeigt, dass wir durch Technologie- und Produktinnovation schneller als der Markt wachsen und die Profitabilität steigern können. Doch die Herausforderungen wachsen: Der Wettbewerb wird intensiver. Es bedarf eines immer breiteren Technologieportfolios, um in unseren Märkten in allen Applikationen wettbewerbsfähig zu sein. Auch nimmt der Entwicklungsaufwand mit jedem weiteren Schritt überproportional zu, denn die Technologien nähern sich sukzessive den physikalischen Grenzen. Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung von Skaleneffekten und den Zusammenhang zwischen Technologieführerschaft und Größe. Bisherige Erfolgskonzepte greifen unter diesen Bedingungen zu kurz und müssen entweder erweitert oder durch neue ersetzt werden.

Innovation und Systemdenken ergänzen sich daher ideal. Wir überlegen uns, welches die Schlüsselfaktoren sind und wie wir mehrere innovative, manchmal auch scheinbar nur kleinere Schritte zu einem größeren Ganzen zusammenfügen, das dann wiederum einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen liefert. Und so umfasst unser Innovationsanspruch heute alle Bereiche unseres Unternehmens: Logistik, Fertigungstechnik, Technologie, Produkte, Systemlösungen und Zusammenarbeit mit Kunden. Je nach Markterfordernis setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte. Innerhalb des Konzerns agieren einige Einheiten wie Start-ups, andere verwenden einen umfassenden Ansatz, um neues Differenzierungspotenzial zu erschließen. Natürlich nutzen sie dabei das gesamte Spektrum der Möglichkeiten und Kompetenzen, die Infineon bietet. Möglich wird das durch eine ausgeprägte Kultur der Zusammenarbeit, die für uns ein nachhaltig differenzierendes Element darstellt.

Die Entwicklung des 3D-Bildsensors REAL3™ ist ein gutes Beispiel eines Start-up-Konzepts. Am Anfang stand die Idee für eine hochinnovative Technologie, ohne dass direkt klar war, in welcher Anwendung sie ihr Potenzial am besten ausspielen konnte. Ein Team hat zusammen mit Schlüsselkunden verschiedene Anwendungen entwickelt und getestet. Inzwischen gibt es erste Erfolge im Smartphone und bei Sicherheitsanwendungen im Auto, um übermüdete oder abgelenkte Fahrer vor Unfällen zu bewahren. Einen anderen Ansatz verfolgen wir hingegen im Bereich der Industrie-Leistungshalbleiter. Mit unserem Leistungsmodul MIPAQ™ Pro adressieren wir Wechselrichter für Wind-, Solar- und Industrieanwendungen. Hier sind die Anforderungen der Kunden klar definiert und wir differenzieren uns durch die Kombination aus führender Technologie, Systemverständnis und Sicherheitsexpertise. Das Modul ermöglicht kompakte Designs, bietet hohe Zuverlässigkeit und ist darüber hinaus mit einem Sicherheitscontroller ausgestattet, der die Authentifizierung der Originalbauteile erlaubt.

Eigenfertigung bietet strategischen Vorteil

All unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Mehrwert für den Kunden und Differenzierungspotenzial für uns zu schaffen. Das gilt auch für die Fertigung. Wir fertigen die Produkte selbst, bei denen wir uns im Markt vom Wettbewerb abheben können. Bei Standardtechnologien arbeiten wir hingegen vornehmlich mit Auftragsfertigern zusammen. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller und Chipkarten-ICs. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung.

In vielen Anwendungsfeldern, etwa bei Leistungselektronik und Sensorik, verschaffen uns unsere Fertigungstechnik und unser Prozess-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir Komponenten anbieten können, die nur in anspruchsvollen Fertigungsverfahren hergestellt werden können. So haben wir vor einigen Jahren als erstes Unternehmen weltweit hochintegrierte Schaltkreise für den Frequenzbereich von 77 Gigahertz entwickelt, die auf der neuartigen Siliziumgermanium-Technologie basieren. Das senkt die Kosten für Radarsysteme, die deshalb zunehmend auch in Fahrzeugen unterhalb der Premiumklasse eingesetzt werden und den Straßenverkehr sicherer machen.

Wesentliche Aspekte bei der Ausrichtung unserer Fertigungslandschaft sind neben Innovationskraft auch Lieferfähigkeit, Qualität und Kosten. Innovation findet schwerpunktmäßig in Europa statt. Unsere asiatischen Standorte haben den Fokus auf Effizienz und sollen das weitere Wachstum abdecken. So haben wir kürzlich in Kulim (Malaysia) erfolgreich eine weitere Fertigungslinie eröffnet. Damit stellen wir auch unsere Lieferfähigkeit sicher, die besonders für unsere Automobilkunden ein wichtiger Aspekt ist. So sind wir auch gut für den weiteren Ausbau der Elektromobilität vorbereitet, der einen ebenfalls wachsenden Bedarf an Leistungshalbleitern bedeutet.

Ein weiterer erfolgreicher Schritt bei der Fertigungstechnik ist die Einführung eines größeren Scheibendurchmessers für die Produktion von Leistungshalbleitern. Die Nutzung der 300-Mil-limeter-Dünnwafer-Technologie bringt deutliche Vorteile bei Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz. Allerdings sind die technischen Herausforderungen groß. Infineon ist bisher das einzige Unternehmen, das diesen Schritt erfolgreich umgesetzt hat. Der Produktivitätsvorteil kommt zum Tragen, sobald wir 20 bis 30 Prozent des heute geplanten Endausbaus erreicht haben. Dies wird voraussichtlich Ende 2017 der Fall sein.

Flexible Vermarktungsansätze ermöglichen Anpassung an sich schnell verändernde Märkte

Um unsere Kunden zu erreichen, werden wir in Zukunft noch flexibler vorgehen und neue Ansätze entwickeln. Infineon ist in der Vergangenheit durch eine enge Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden gewachsen. Mit diesen haben wir erfolgreich Produkte definiert und den Markt dafür dann in der Breite erschlossen. Eine Vielzahl kleinerer Kunden erreichen wir über Distributoren. Das große Potenzial des Distributionskanals werden wir noch stärker mit standardisierten und gleichzeitig flexiblen Produkten für den Breitenmarkt ausschöpfen. Hier profitieren wir von der Akquisition von International Rectifier, die das Modell schon länger erfolgreich nutzten. Es zeichnet sich aus durch kurzfristige Lieferfähigkeit, kontinuierliche, pragmatische Anpassung des Produktportfolios und eine enge Zusammenarbeit mit den Distributoren. Mit der Digitalisierung und dem Internet der Dinge entstehen neue Anforderungen. Vom Thermostat bis hin zum Auto sind heute immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden und gewinnen dadurch neue Funktionen hinzu. Die Hersteller konzentrieren sich in der Regel darauf, die Geräte durch die bestmögliche Erfassung und Verarbeitung von Daten "smart" zu machen. Mit der zugrunde liegenden Halbleitertechnologie können und wollen sie sich nicht beschäftigen. Für diese Anbieter wollen wir unsere Produkte und Lösungen einfacher verfügbar machen, etwa durch optimierte Produktkombinationen und Hilfestellung in Form von Referenzdesigns. Gerade hier können wir mit Systemverständnis punkten. Mit dem breiten Vertriebsansatz wollen wir den Umsatz mit vorhandenen Technologien maximieren und auch hier die Rendite unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung steigern.

Digitalisierung verändert unser Arbeiten

Die Digitalisierung spielt nicht nur in unseren Märkten eine große Rolle. Auch die Art und Weise, wie wir fertigen, entwickeln und mit den Märkten interagieren, verändert sich. Schon heute setzen wir erfolgreich das Konzept von Industrie 4.0 um: Automatisierung wird verknüpft mit der Nutzung von Big-Data-Methoden in der Fertigung. Der Computer erkennt durch die Auswertung der Daten über mehr als 1.000 Fertigungsschritte hinweg untypische Abweichungen und weist auf mögliche Ursachen hin. Das hilft uns, die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie auch in der Zukunft zu erfüllen. Denn die Anforderungen werden mit dem Schritt zum autonomen Fahren und der entsprechend notwendigen Zuverlässigkeit der Systeme nochmals steigen. Die Digitalisierung wird unser Arbeiten in allen Bereichen verändern -sei es in der Logistik, beim Kunden oder in Forschung und Entwicklung. In der Entwicklung, in der wir schon heute sehr umfangreich computergestützte Methoden nutzen, wollen wir zum Beispiel das Lernen und den Aufbau von Wissen beschleunigen. Damit wird es uns gelingen, unseren technologischen Vorsprung trotz wachsender Herausforderungen zu halten und die Komplexität, die das Denken in Systemen mit sich bringt, erfolgreich zu meistern.

Finanzziele unterstreichen unseren Wachstumsanspruch

Infineon ist heute hervorragend aufgestellt. Wir sind in den weiterhin am stärksten wachsenden Märkten aktiv und profitieren von langfristigen Megatrends. Mit den Investitionen der letzten Jahre haben wir ein solides Fundament gelegt, um Größen- und Verbundvorteile zu realisieren und unsere Profitabilität zu steigern. Als klare Nummer eins bei Leistungshalbleitern und als führender Anbieter von Systemlösungen für Automobilelektronik sowie von Sicherheitslösungen erreichen wir entsprechend hohe Fertigungsstückzahlen und können investieren, um die Technologieführerschaft zu halten oder auszubauen.

Unsere Strategie ist auf nachhaltig profitables Wachstum ausgelegt. Entsprechend ehrgeizig sind die Ziele, die wir uns gesteckt haben. Sie unterstreichen einerseits den Anspruch, den wir an uns selbst richten, und stellen andererseits sicher, dass wir die nötige Balance zwischen Umsatzwachstum, Profitabilität und Investitionsvolumen erreichen.

Ziel 1: Durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr

Das heutige Geschäft von Infineon ist seit Beginn der Eigenständigkeit im Geschäftsjahr 1999 -ohne Berücksichtigung des Umsatzhubs durch Akquisitionen - jährlich um rund 9 Prozent gewachsen. Wir sind weiterhin in denselben Märkten aktiv und mit unseren vier Segmenten auf die oben erwähnten Megatrends ausgerichtet. Diese entfalten ungebrochene Nachfragedynamik für unsere Produkte. Wir gehen daher davon aus, auch künftig unser Wachstum sehr nahe an der historischen Rate fortführen zu können. Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Wachstumstreiber folgt im nächsten Kapitel. Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" hilft uns dabei, bessere Lösungen aus unserer breiten Technologie- und Produktkompetenz zu entwickeln und so einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Für diese werthaltigeren Lösungen sind sie auch bereit, mehr zu bezahlen. Darüber hinaus verbreitern wir durch maßgeschneiderte Vermarktungsstrategien unsere Kundenbasis und generieren dadurch mehr Geschäft. Im Durchschnitt wollen wir auf diese Weise mit 8 Prozent pro Jahr wachsen.

Ziel 2: 17 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus

Wachstum ist nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine weitere ist die Profitabilität. Dabei ist die von unseren Produkten erzielte Marge ein Indikator für den Wert, den unsere Produkte beim Kunden schaffen. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das, dass wir unsere Entwicklungen offensichtlich gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen. Profitabel arbeiten bedeutet, Innovationskraft effektiv im Sinne des Kunden und der Märkte einzusetzen. Daneben wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungs- und Vertriebsaufgaben mit unverminderter Geschwindigkeit fortführen können. Künftig streben wir im Zyklusdurchschnitt eine Segmentergebnis-Marge in Höhe von 17 Prozent vom Umsatz an (bisher lag das Ziel bei 15 Prozent). Verglichen mit dem Zeitpunkt, zu dem wir unser vorheriges Margenziel formuliert haben, profitieren wir heute von einem stärkeren US-Dollar. Um dieses Ziel dauerhaft erreichen zu können, setzen wir darüber hinaus auf Kostenvorteile durch die Integration der Fertigungslandschaft von International Rectifier sowie aus dem weiteren Ausbau und der Auslastung unserer 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland). Auch in Forschung, Entwicklung und Vertrieb erzielen wir Größenvorteile durch führende Marktpositionen in unseren Zielmärkten. Und nicht zuletzt ermöglichen uns die Technologieführerschaft und der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" eine höhere Differenzierung. Im Geschäftsjahr 2016 erzielten wir eine Segmentergebnis-Marge von 15,2 Prozent.

Ziel 3: Investitionen in Höhe von 13 Prozent vom Umsatz

Für den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten investieren wir nur dort in eigene Fertigungen, wo dies einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung unserer Produkte leistet. Dies trifft insbesondere bei Leistungshalbleiterkomponenten, bei Hochfrequenzkomponenten sowie bei MEMS-basierten Sensoren zu. Dort, wo dies nicht der Fall ist, lagern wir einen zunehmenden Anteil unserer Wafer-Prozessierung sowie unserer Gehäusemontage an Fertigungspartner aus.

Bisher wurde unsere Kapitalintensität durch die bislang verwendete 200-Millimeter-Technologie geprägt. Die neue 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie weist aber gegenüber der 200-Milli-meter-Fertigung relativ zur bereitgestellten Kapazität geringere Investitionen auf. Damit sinken die für die Realisierung des Zielwachstums erforderlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter.

Bei Produkten, die in Standard-CMOS-Technologie bei Strukturen von 65 Nanometern oder kleiner gefertigt werden, arbeiten wir mit Auftragsfertigern zusammen und entwickeln mit ihnen die nötigen Technologiemodifikationen. Die wesentliche Differenzierung dieser Produkte liegt im Design und weniger in der Prozesstechnologie, daher fertigen wir sie nicht mehr in unseren eigenen Werken und vermeiden die andernfalls erforderlichen Investitionen in die Frontend-Fertigung.

Auch in nicht differenzierenden Teilen der Backend-Fertigung, also der Gehäusemontage, werden wir die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern weiter ausbauen, insbesondere bei Standardgehäusen. Damit sind auch dort entsprechend geringere Investitionen zu erwarten.

Letztlich erhöhen wir auch die Ausbringung, indem wir kontinuierlich die Produktivität aller Fertigungsprozesse steigern. In Summe führen diese Ansätze zu dem Ziel, im Zyklusdurchschnitt rund 13 Prozent vom Umsatz zu investieren. Darin enthalten sind rund 2 Prozent aktivierte Entwicklungskosten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr entsprach die Investitionsquote genau dem Zielwert von 13 Prozent. Unser Investitionsvolumen ist so angelegt, dass es uns weiterhin in die Lage versetzt, unser angestrebtes durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Jahr zu realisieren.

Kapitalstrukturziele belegen unsere Zuverlässigkeit

Unseren Kunden ist es wichtig, mit Infineon einen verlässlichen Partner zu haben, der auch noch in vielen Jahren sicher liefert. Diese langfristige Verlässlichkeit wollen wir auch als Arbeitgeber unseren Mitarbeitern bieten, und dies weit über ihr aktives Arbeitsleben hinaus bei der Altersversorgung. Entsprechend legen wir großen Wert auf eine solide Bonität. Dies spiegelt sich in unseren konservativen Kapitalstrukturzielen wider.

Für unsere Bruttoliquidität streben wir €1 Milliarde plus 10 bis 20 Prozent des Umsatzes an. Mit dem fixen Sockelbetrag von €1 Milliarde halten wir weiterhin eine solide Liquiditätsreserve für Eventual- und Pensionsverbindlichkeiten vor, welche unabhängig vom Umsatz sind. Darüber hinaus stehen uns mit 10 bis 20 Prozent des Umsatzes jederzeit ausreichend Barmittel zur Verfügung, um das operative Geschäft in allen Zyklusphasen finanzieren zu können.

Für unsere Bruttofinanzschulden gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization - EBITDA). Durch das moderate Verschuldungsniveau und das gut verteilte Fälligkeitsprofil bis 2028 sind wir in der Lage, unsere Verbindlichkeiten unabhängig vom aktuellen Kapitalmarktumfeld zuverlässig zu bedienen.

Die Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) bewertet die Bonität von Infineon mit "BBB" (Ausblick "stabil") (siehe Kapitel "Treasury und Kapitalbedarf"). Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers.

Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre

Wir sind davon überzeugt, dass organisches Wachstum mittel- und langfristig die größte Wertsteigerung erzeugt. Ein guter Indikator hierfür ist die Spanne zwischen der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - RoCE) und den gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC). Auch nach der Akquisition von International Rectifier im vorigen Geschäftsjahr übersteigt unsere Rendite auf das eingesetzte Kapital unsere Kapitalkosten. In Zeiten ohne akquisitionsbedingte Effekte entspricht unser RoCE bei Erreichen unserer Finanzziele rund dem Doppelten des WACC. Wir wollen auch weiterhin aus jedem Euro, den wir in organisches Wachstum investieren, eine solche Überrendite erzielen und so kontinuierlich den Unternehmenswert steigern.

Unsere Strategie hat sich bewährt. Infineon wächst nachhaltig profitabel. Aufgrund unserer operativen Rentabilität und unserer gesunden Kapitalstruktur sind wir finanziell handlungsfähig und können in künftiges Wachstum investieren. Die kontinuierliche Wertsteigerung hat sich in den letzten Jahren auch in einem stetig wachsenden Gewinn je Aktie sowie in der höheren Bewertung unseres Unternehmens am Kapitalmarkt niedergeschlagen.

Die positive Kursentwicklung kommt unseren Aktionären zugute. Darüber hinaus verfolgen wir eine Dividendenpolitik, deren Ziel es ist, die Anteilseigner angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Infineon zu beteiligen und auch in Zeiten langsameren Wachstums eine mindestens konstante Dividende ausschütten zu können.

Wachstumstreiber

Im vorangegangenen Kapitel haben wir die Strategie von Infineon im Detail beschrieben. Eines ihrer wesentlichen Elemente ist die Fokussierung auf Märkte, in denen wir langfristig erfolgreich sein können. Im Folgenden skizzieren wir die wichtigsten Wachstumstreiber für unser Geschäft, geordnet nach vier grundlegenden Trends: individuelle Mobilität, effizientes Energiemanagement, Vernetzung und Sensorik sowie Sicherheit.

Individuelle Mobilität

Zunehmender Wohlstand führt meist zum Wunsch nach individueller Mobilität. Dies ist vor allem in Schwellenländern zu beobachten. In Indien und China wächst die Mittelschicht jedes Jahr um jeweils rund zehn Millionen Menschen, was sich auch in der Nachfrage nach Autos bemerkbar macht. Auch in Afrika ist der Wechsel vom Fahrrad oder Moped auf das Auto Ausdruck größeren Wohlstands. Für die weltweite Automobilproduktion wird für die Jahre 2015 bis 2020 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,6 Prozent gerechnet (Quelle: IHS Markit).

Im Fahrzeug selbst nimmt die Anzahl der Elektronikanwendungen stetig zu, denn rund 90 Prozent der Innovationen beruhen mittlerweile auf Elektronik. Dieser Anteil dürfte nach Einschätzung von Marktexperten auch in den kommenden Jahren auf diesem Niveau bleiben. Insgesamt ist über alle Regionen hinweg eine steigende Ausstattung der Fahrzeuge zu beobachten. Innovative Lösungen für Sicherheits- und Komfortfunktionen beginnen typischerweise in Premiumfahrzeugen und werden dann nach und nach auch in der Mittel- und Kompaktklasse angeboten, wodurch der Wert der Halbleiter pro Fahrzeug steigt.

"Vision Zero" und automatisiertes Fahren

"Vision Zero" beschreibt eines der großen Ziele der Automobilindustrie: Die Fahrzeuge sollen so sicher werden, dass keine schweren oder gar tödlichen Unfälle mehr auftreten, von denen heute noch rund 90 Prozent auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Sicherheitssysteme können diese Fehler verhindern oder zumindest deren Folgen mindern.

Trotz immer mehr Fahrzeugen auf den Straßen ist die Zahl der Verkehrstoten in den entwickelten Ländern über viele Jahre zurückgegangen. Dies ist vor allem ein Verdienst der Sicherheitssysteme. Insbesondere aktive Sicherheitssysteme sind ein großer Wachstumsmarkt. Diese können einen Unfall durch direkten Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele sind Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie Totwinkel-Erkennung. Diese Funktionen findet man inzwischen nicht mehr nur in der Oberklasse, sondern zunehmend auch in der Mittelklasse.

Die aktiven Sicherheitssysteme werden zu Fahrerassistenzsystemen erweitert. Diese werden immer wichtiger für die Verkehrssicherheit, weil sie den Fahrer bei seinen Aufgaben erheblich unterstützen. Sie assistieren ihm beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls, einen Fahrfehler zu korrigieren und so das Unfallrisiko zu reduzieren. Systeme für das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren bestehen im Wesentlichen erstens aus den Sensoren (zum Beispiel Radar, Innenraum- und Außenkamera), zweitens aus einem zentralen Hochleistungsrechner (gewissermaßen die Intelligenz des Systems) für die Auswertung der Sensordaten sowie die Berechnung der Fahrstrategie und drittens aus den Aktuatoren (Lenkung, Bremse, Motorsteuerung und Getriebe). Als führender Anbieter von Systemlösungen verfügt Infineon über ein umfassendes Produktportfolio für Assistenzsysteme und das automatisierte Fahren.

Mikrocontroller unserer AURIX™-Familie sorgen für die Verlässlichkeit der Systeme. In seiner Funktion als Hauptcontroller gehen im automatisierten Betrieb von AURIX™ die Steuerbefehle für die Aktuatoren aus. Darüber hinaus hat der Mikrocontroller eine weitere Schlüsselrolle als Sicherheitsanker, indem er die nicht nach den Standards der Automobilindustrie qualifizierten Komponenten absichert.

Aktuatoren sind ebenfalls sicherheitskritische Anwendungen. Daher ist eine der wichtigsten Anforderungen an das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren, dass das System im Fall eines Fehlers trotzdem weiter verlässlich arbeitet. Um dies zu ermöglichen, bietet Infineon für diese Anwendungen auch ISO 26262-zertifizierte Komponenten mit Redundanz für den Fehlerfall an: Sicherheitskritische Komponenten und Teilsysteme müssen "hochverfügbar", also gegen Ausfall geschützt sein. Deshalb werden solche Sensoren, Mikrocontroller und Leistungshalbleiter mehrfach, das heißt redundant, ausgelegt. Dies erhöht den Bedarf an Halbleitern.

Mit unseren Komponenten tragen wir ganz wesentlich dazu bei, dass das Auto den Fahrer unterstützen und zunehmend eigenständig fahren kann. Durch die Verbindung mit dem Internet gewinnt das Fahrzeug neue Funktionen hinzu und neue Services werden möglich. Auch hierbei spielen Halbleiter eine wichtige Rolle.

Vernetzung sowie Daten- und IT-Sicherheit

Ein weiterer wichtiger Trend ist die immer stärkere Vernetzung der Fahrzeuge. Diese bietet Möglichkeiten für viele neue Dienstleistungen, birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Die Fahrzeug- und Personensicherheit ("Safety") auf der einen Seite sowie Daten- und IT-Sicherheit ("Information Security") auf der anderen Seite können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden. Das Fahrzeug wird zum "vernetzten Computer auf vier Rädern". Der Bedarf an Daten- und IT-Sicherheit im Fahrzeug wird also steigen. Infineon sieht sich für diese Entwicklung bestens positioniert, verfügen wir doch über jahrzehntelange Erfahrung auf diesem Gebiet durch das Segment Chip Card & Security.

CO2-Reduktion

Die Automobilindustrie arbeitet kontinuierlich daran, den Schadstoffausstoß zu senken. Dieses Streben geht zum einen auf gesetzliche Regelungen zurück: So verlangt zum Beispiel eine Vorgabe der Europäischen Kommission die Reduzierung des durchschnittlichen Flottenausstoßes auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Derzeit findet eine verstärkte Diskussion über Abgas-Testverfahren unter realistischeren Bedingungen statt. Sollte sich der Gesetzgeber zu Vorgaben für neue, realitätsnähere Testverfahren entschließen, bedeutet dies eine implizite Verschärfung der CO2 -Reduktionsvorgaben. Dies würde den Halbleiterbedarf weiter steigern. Zum anderen treffen auch die Kunden ihre Kaufentscheidung heute in dem Bewusstsein, dass ein geringerer Kraftstoffverbrauch Geld spart, ökologische und gesundheitliche Beeinträchtigungen minimiert und damit zu einer höheren Lebensqualität insbesondere in Ballungszentren beiträgt.

Um die Zielvorgaben zu erreichen und den Kundenwunsch nach nachhaltiger Mobilität zu bedienen, reicht die Optimierung des Verbrennungsmotors alleine nicht aus. Vielmehr müssen im Fahrzeug verstärkt elektrische Verbraucher effizienter gemacht und hydraulische oder mechanische Lösungen durch effizientere elektromechanische und damit halbleiterbasierte Lösungen ersetzt werden. Darüber hinaus ist eine höhere Anzahl an Hybrid- und Elektrofahrzeugen unerlässlich, um den Flottendurchschnitt vieler Fahrzeughersteller auf den geforderten Zielwert zu senken. Hybrid- und Elektrofahrzeuge weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeugmodelle. Die heutigen Lösungen - angefangen von Mild- und Plug-in-Hybridfahrzeugen bis zu reinen Elektrofahrzeugen - wandeln die Gleichspannung der Batterie in die erforderliche Wechselspannung des Antriebsmotors um. Infineon bietet für diese unterschiedlichen Systeme eine Vielzahl an Leistungshalbleiterkomponenten an. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von US$352 verbaut, so liegt dieser Betrag für den Durchschnitt der Hybrid- und Elektrofahrzeuge bei rund US$700. Dabei entfallen etwa drei Viertel des zusätzlichen Halbleiterwerts auf Leistungshalbleiter. Sie sind der entscheidende Faktor beim Antrieb der starken Elektromotoren und auch ein Schlüssel zur Reduktion der Kosten. Innovative Systemlösungen und insbesondere der Einsatz von Komponenten auf Basis von Siliziumkarbid haben großes Potenzial, das elektrische Fahren erschwinglicher zu machen.

Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Die immer stärkere Verbreitung von Elektrofahrzeugen erfordert auch eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen erhöht den Anreiz zum Kauf eines Elektrofahrzeugs. Um die Akzeptanz der Elektromobilität zu fördern, hat China damit begonnen, Ladestationen entlang der acht wichtigsten Autobahnen des Landes in Betrieb zu nehmen. Dazu gehört auch die wichtige Verbindung zwischen Peking und Shanghai. Bis 2020 sollen 10.000 Ladestationen mit 120.000 Ladepunkten entstehen, das Investitionsvolumen beträgt rund US$770 Millionen. Die Ladestationen haben eine Leistung von bis zu 100 Kilowatt und erfordern jeweils Leistungshalbleiter im Wert von US$200 bis US$300. Auch in anderen Ländern dürfte das Netz an öffentlich zugänglichen Ladestationen in den nächsten Jahren stetig erweitert werden. Neben dedizierten Stromtankstellen ist auch die Integration von Ladesäulen in Straßenlaternen möglich.

Effizientes Energiemanagement

Erneuerbare Energien

Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen kann der zunehmende Bedarf an elektrischer Energie nicht mehr in gleichem Maße wie bisher aus fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Europa, die USA, China und Japan haben daher Ausbauziele für erneuerbare Energien definiert, um die CC>2-Emissionen in den kommenden Jahrzehnten auf ihre jeweiligen Zielwerte zu reduzieren. Im Dezember 2015 einigten sich die teilnehmenden Länder auf der Weltklimakonferenz in Paris (Frankreich) auf ein Klimaschutzabkommen, in dem die Cbergrenze für die Erderwärmung erstmals völkerrechtlich verbindlich auf maximal zwei Grad Celsius festgesetzt wurde. Außerdem soll in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Treibhausgasneutralität erreicht werden. Das Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten.

Dekarbonisierung durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Infineon profitiert vom Zubau von Wind- und Fotovoltaikkraftwerken. Denn je Gigawatt erzeugter Leistung erfordern sie ein Vielfaches an Leistungshalbleitern verglichen mit konventionellen Kraftwerken. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es bei Wind- und Fotovoltaikkraftwerken keine Turbine, die mit ihrem gleichmäßigen Lauf eine konstante 50-Hertz-Wechselspannung erzeugt, sodass die Energie direkt in das Netz eingespeist werden könnte. Aus diesem Grund bedarf es leistungselektronischer Systeme zur Anpassung.

Wind: Im Bereich Windenergie rechnen wir mittel- und langfristig mit nachhaltigem Wachstum. Pro Megawatt erfordern Windparks etwa den 30-fachen Halbleiteranteil im Vergleich zu konventionellen Kohlekraftwerken. China und die USA fördern die Windenergie. Zudem wird die Erneuerung älterer, leistungsschwacher Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke Windturbinen - "Repowering" genannt - noch lange anhalten. Auch bei der Erstinstallation kommen immer stärkere Generatoren zum Einsatz, was einen höheren Halbleiterbedarf pro Windkraftanlage zur Folge hat. Diese Entwicklung ist besonders deutlich in China zu beobachten, wo wir seit 2011 mit dem chinesischen Windturbinenhersteller Goldwind kooperieren. Wurden bisher vor allem Turbinen mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt installiert, werden nun verstärkt Turbinen mit einer Generatorleistung von 2 bis 3 Megawatt eingesetzt.

Fotovoltaik: Bei Leistungshalbleiter-Modulen für Solarenergie rechnen die Marktforscher von IHS Markit bis 2020 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 9,2 Prozent. Seit einigen Jahren beobachten wir eine strukturelle Veränderung, da sich das Geschäft inzwischen verstärkt von Europa nach Asien und in die USA verlagert. Infineon ist international sehr breit aufgestellt und kooperiert seit Jahren mit den weltweit führenden Herstellern von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Wir profitieren unter anderem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller - und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaikausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit führenden europäischen Herstellern zusammen, die auch in den USA sehr erfolgreich sind. Effiziente Wandlung und niedrige Systemkosten tragen dazu bei, die Stromentstehungskosten in Fotovoltaikkraftwerken zu senken und Netzparität im Vergleich zu herkömmlich erzeugtem Strom herzustellen. Dadurch kann der weitere Ausbau ohne Fördermittel bewerkstelligt werden. In Wechselrichtern werden die Stärken von Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid voll zum Tragen kommen. Mit dem Umstieg auf diese neue Technologie werden in Zukunft die Systemkosten für die Hersteller sinken, während der Wert der verbauten Halbleiter steigt. Durch die geplante Akquisition von Wolfspeed können wir diese Entwicklung beschleunigen und dabei Marktanteile gewinnen.

Zugsysteme

Nachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume ebenso wie zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. Ein verlässlicher und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Metro- und Straßenbahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz.

China ist inzwischen der größte Schienenfahrzeugmarkt der Welt. Dort spielen insbesondere Hochgeschwindigkeitszüge, Überlandzüge und Metrobahnen eine große Rolle. Eine Belebung des Marktes für Zugsysteme sehen wir auch im restlichen Asien. Dort werden als Konsequenz der Industrialisierung vor allem Metrobahnen und Regionalzüge nachgefragt. Weitere Wachstumsmärkte sind Südafrika, Südamerika, der Nahe Osten und künftig wohl auch die USA.

Mit Bombardier Transportation, der chinesischen CRRC und Siemens zählen die größten Schienenfahrzeughersteller der Welt zu unseren Kunden.

Automatisierung

Elektrische Antriebe bilden das Herzstück einer Vielzahl von Systemen, wie zum Beispiel Kränen, Förderbändern und Robotern. Wo immer etwas bewegt oder transportiert wird, kommen sie zum Einsatz. Elektromotoren werden ferner in Pumpen in der Kälte- und Klimatechnik und bei der simplen Erzeugung von Druckluft eingesetzt. Die stärksten elektrischen Industriemotoren arbeiten in Schleusen, Zementmühlen, in Pumpen für städtische Wasserwerke, in Luftverdichtern zur Herstellung von technischen Gasen sowie in Kompressoren für Gaspipelines. Rund 300 Millionen Elektromotoren sind allein in der Industrie rund um den Globus installiert und verbrauchen rund zwei Drittel des gewerblich genutzten Stroms. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, also der Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Moderne Produktionsanlagen, in denen eine kontinuierliche Drehzahlanpassung erforderlich ist, können sogar nur mit geregelten Elektromotoren realisiert werden. Die nächste Stufe der Automatisierung wird mit Industrie 4.0 erreicht werden. Diese wird einen neuen Investitionszyklus initiieren. Derzeit sind erst gut 15 Prozent der Elektromotoren elektronisch geregelt. Dies kommt uns zugute: Die Umsetzung einer drehzahlgeregelten Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse des Motors ab.

Bürstenlose Gleichstrommotoren

Eine wichtige Bauart elektrischer Motoren sind sogenannte bürstenlose Gleichstrommotoren (BLDC-Motoren). Bei BLDC-Motoren erfolgt die Kommutierung elektronisch; abhängig von der Rotorposition, der Rotordrehzahl und dem Drehmoment. Rotorposition und Drehzahl können zum Beispiel über Sensoren (etwa Magnetfeldsensoren) erfasst werden. Über geeignete Leistungshalbleiter werden dann die Wicklungen so mit Strom versorgt, dass sich der Rotor weiterdreht. Durch die elektronische Kommutierung entstehen bei BLDC-Motoren keine Verluste wie bei bürstenbehafteten Motoren. Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und ihres geringen Leistungsgewichts kommen bürstenlose Gleichstrommotoren unter anderem in batteriebetriebenen Systemen zum Einsatz.

Elektrowerkzeuge: Millionen von Haushalten verlassen sich weltweit auf kabellose Elektrowerkzeuge, um Reparaturen durchzuführen. Da die Endkunden robuste und zuverlässige, tragbare Werkzeuge wollen, achten sie bei der Kaufentscheidung neben dem Preis insbesondere auf Benutzerfreundlichkeit und lange Batterielebensdauer. Batteriebetriebene Werkzeuge müssen zudem mit Diagnose- und Sicherheitsfunktionen ausgestattet sein, um durch Qualität sowie Sicherheit beim Nutzer Vertrauen in die Anwendung herzustellen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an geeigneten Halbleiterlösungen.

Multikopter: Ein relativ junges Anwendungsgebiet mit großem Wachstumspotenzial sind Multikopter. Diese ferngesteuerten Fluggeräte sind längst nicht mehr nur bei Freizeitpiloten beliebt, sondern werden immer häufiger auch für kommerzielle Zwecke genutzt. Erste Tests mit Zustelldrohnen finden bereits statt, einerseits für die Paketzustellung, andererseits für den zeitkritischen Transport von Medikamenten. In der Landwirtschaft werden Multikopter bereits für die Überwachung von Nutzflächen eingesetzt. Multikopter erfordern eine Vielzahl von Halbleitern für die Steuerung der Gleichstrommotoren, angefangen bei Mikrocontrollern über Sensoren und MOSFET-Leistungstransistoren bis hin zu Hochfrequenzkomponenten für die Navigation, Kollisionsvermeidung und Kommunikation.

Haushaltsgroßgeräte

Um die Effizienz ihrer Geräte zu steigern - sei es aufgrund von strikteren Effizienzvorschriften oder um dem Verbraucher sparsamere, langlebigere und leisere Geräte zu bieten -, steigen immer mehr Hersteller auf geregelte Motoren um. Wo bislang ein Motor nur ein- oder ausgeschaltet werden konnte, sorgt jetzt eine Motorsteuerung für eine lastabhängige Drehzahl. Anwendungsbeispiele sind die Motoren in der Waschmaschine und im Geschirrspüler, der Kompressor im Kühlschrank oder der Ventilator in der Klimaanlage. Das Prinzip dahinter ist einfach: Damit ein Gerät effizient arbeiten kann, messen Sensoren ständig Daten - bei einem Kühlschrank etwa Temperatur, Feuchtigkeit und Motordrehzahl. Aus diesen Daten berechnet ein Mikrocontroller die optimale Drehzahl. Leistungshalbleiter verstärken die Steuerungssignale des Mikrocontrollers und bilden die Schnittstelle zum Motor.

Stromversorgung

Die Stromversorgung von elektrischen Geräten besteht im Wesentlichen aus zwei Stufen. Zunächst findet im Netzteil die Wandlung der Netzwechselspannung (Alternating Current - AC) in eine Gleichspannung (Direct Current - DC) statt, die sogenannte AC-DC-Wandlung. In einem zweiten Schritt wird diese Gleichspannung unmittelbar beim Verbraucher präzise an die jeweiligen Anforderungen, also zum Beispiel für den Prozessor eines Servers, angepasst. Dieser zweite Schritt heißt DC-DC-Wandlung.

AC-DC-Wandlung: Das Wachstum im Bereich Stromversorgung hängt von der Leistung und noch mehr vom Stückzahlwachstum der Geräte ab. Das höchste Stückzahlwachstum erfahren neben Smartphones seit einigen Jahren und auf absehbare Zeit Server, bedingt durch den Aus- und Aufbau von Rechenzentren und Cloud-Lösungen zur Speicherung von Daten aller Art im Internet. Aufgrund der hohen Leistung werden hier auch entsprechend viele Leistungshalbleiter für die Stromversorgung benötigt. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Speicherkapazität wird derzeit getrieben durch soziale Netzwerke; künftig im Wesentlichen durch das Internet der Dinge und Industrie 4.0. Darüber hinaus sehen wir auch im Geschäft mit kompakten Ladegeräten für Tablets und leichte Notebooks (sogenannte Portables) Wachstumschancen. Bei PCs und Notebooks hingegen rechnen wir in den kommenden Jahren mit keinem Wachstum.

DC-DC-Wandlung: Bei der DC-DC-Wandlung setzt sich zunehmend die "intelligente Stromversorgung vor Ort", Point-of-Load genannt, durch. Server, PCs und Kommunikationsgeräte werden mit höheren Spannungen versorgt, die dann direkt beim Prozessor auf die benötigte niedrige Spannung heruntergesetzt werden. Zum einen ist das praktischer, weil meist sehr viele unterschiedliche Spannungen gebraucht werden, zum anderen ist die direkte Versorgung mit einer niedrigen Spannung bei hoher Leistung technisch nicht möglich. Der Leistungsbedarf eines Prozessors reicht von wenigen Watt bis über 100 Watt. Ein weiterer Wachstumsmotor ist die Digitalisierung der Regelschleife. Die Anforderungen an Dynamik, Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch steigen kontinuierlich. Analoge Regelsysteme kommen hier zunehmend an ihre Grenzen und werden durch digitale ersetzt.

Vernetzung und Sensorik

Hochfrequenz-Leistungsbauelemente

Hochfrequenz-Leistungsbauelemente sind die Grundlage für die moderne Kommunikationstechnik. Eines der Hauptanwendungsgebiete ist die Mobilfunk-Infrastruktur. Der mobile Datenverkehr nimmt kontinuierlich zu: Wurden im Jahr 2015 noch 5,3 Exabyte (das sind 5,3 Milliarden Gigabyte) pro Monat über Mobilfunk transferiert, rechnen Experten für das Jahr 2021 mit 52 Exabyte pro Monat. Noch zu Beginn des Internet-Zeitalters war das Herunterladen (Downlink) die vorherrschende Datenrichtung. Dies änderte sich durch die rasante Verbreitung von Smartphones und das Aufkommen sozialer Medien. Der Datenstrom im Uplink hat sich durch das Hochladen von Bildern und Filmen sowie durch Mitteilungsdienste drastisch erhöht, das Datenaufkommen ist nun nahezu symmetrisch.

Bei jedem neuen Mobilfunkstandard wird der zunehmenden Zahl an Mobilfunknutzern sowie dem exponentiell steigenden Datenaufkommen Rechnung getragen. Die Funkzellen werden kleiner, somit müssen mehr Netzzugangsknoten installiert werden. Die Infrastruktur für die kommenden Mobilfunkstandards wie 5G und die darauf folgenden wird Frequenzen von bis zu 80 Gigahertz nutzen. Bei diesen hohen Frequenzen können nur modernste Verbindungshalbleiter die benötigte Ausgangsleistung bereitstellen. Verbindungshalbleiter auf der Basis von Galliumnitrid-auf-Silizium (GaN-auf-Si) bieten ein hohes Maß an Integration und ermöglichen Frequenzen von bis zu 10 Gigahertz. Durch die Akquisition von International Rectifier haben wir uns auf diesem Gebiet vor rund zwei Jahren gezielt verstärkt. Halbleiter auf der Basis von Galliumnitrid-auf-Siliziumkarbid (GaN-auf-SiC) ermöglichen sogar Frequenzen von bis zu 80 Gigahertz. Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed erweitern wir unser Portfolio nun auch um diese Zukunftstechnologie, werden so zum Anbieter mit dem umfangreichsten Angebot und schaffen die Grundlage, um zum Marktführer bei Hochfrequenz-Leistungs-bauelementen werden zu können.

Hochfrequenz-Kleinsignal-Komponenten

Hochfrequenz (HF)-Komponenten werden nicht nur in den Basisstationen der Mobilfunk-Infra-struktur benötigt, sondern auch im mobilen Endgerät. Mit jeder neuen Smartphone-Generation müssen mehr Frequenzbänder unterstützt werden. Beim Übergang von einem Mobilfunkstandard zum nächsten steigen die Anforderungen an die Signalqualität und damit an die HF-Eigenschaften vieler Bauelemente. So erfordern zum Beispiel enger beieinanderliegende Frequenzbänder präzisere Frequenzfilter, empfindlichere Signalverstärker sowie eine größere Anzahl von schnelleren Antennenschaltern. In Smartphones und Tablets sind wir dabei unter anderem mit HF-CMOS-Schaltern für das Schalten zwischen verschiedenen Antennen vertreten.

Derzeit profitieren wir stark von der zunehmenden Anzahl an LTE (Long Term Evolution)-fähigen Smartphones. Dieser Übertragungsstandard der vierten Generation hat eine deutlich höhere Komplexität verglichen mit der dritten Generation (UMTS). LTE-fähige Smartphones enthalten mehr beziehungsweise höher integrierte HF-Komponenten als frühere Smartphone-Generationen. Mit dem Übergang auf den 5G-Standard wird die Komplexität weiter zunehmen.

Hochfrequenz- und optische Sensoren

HF-Komponenten spielen auch in der Sensorik eine wichtige Rolle. Neben der Anwendung im Auto sehen wir viele interessante Einsatzmöglichkeiten in mobilen Endgeräten und Konsumelektronik. Zum Beispiel lassen sich Geräte dank Radarchips präzise per Handbewegung steuern. Die Technologie zur Gestenerkennung eröffnet damit neue Möglichkeiten für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Auf Infrarotlicht basiert hingegen unser Bildsensorchip REAL3™. Er ermöglicht Geräten das dreidimensionale Sehen unter Nutzung des Laufzeitverfahrens. Für jeden Bildpunkt ermittelt der Chip, wie lange das abgestrahlte Licht von der Quelle zum Objekt und wieder zurück benötigt, und errechnet daraus die Entfernung. Infineon ist der einzige Anbieter weltweit, dessen Bildsensorchip die Anforderungen der Google-Technologie-Plattform Tango erfüllt.

Die Technologie kommt im Smartphone PHAB2 Pro von Lenovo zum Einsatz und erlaubt die dreidimensionale Erfassung der Umgebung. Dadurch können Objekte der sogenannten Augmented Reality dargestellt werden. Weitere Anwendungen sind Aufmerksamkeits-Assistenten beziehungsweise Müdigkeitserkennung für das teilautomatisierte Fahren oder die Gestenerkennung im Fahrzeug.

MEMS (Mikro-Elektromechanische Systeme)-Sensoren

Bei Sensoren für Mobilgeräte sind MEMS-basierte Silizium-Mikrofone unsere bedeutendste Produktfamilie. Mobile Geräte der neuesten Generation erfordern mehrere, teils verschiedene Mikrofonvarianten mit zunehmend besserem Signal-Rausch-Verhältnis. Bessere akustische Fähigkeiten bieten nicht nur ein Differenzierungspotenzial für den Smartphone-Hersteller, sondern eröffnen auch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für die leistungsfähigen Mikrofone. So wird zum Beispiel Sprachsteuerung auch in Umgebungen mit hohen Hintergrundgeräuschen durch zusätzliche Mikrofone merklich besser und Telefongespräche gewinnen an Klangqualität. Zudem werden Mikrofone mit den höchsten technischen Anforderungen neben der Kamera eingebaut, um eine hohe Audioqualität bei Videoaufzeichnungen mit dem Smartphone zu erreichen.

Neben dem Stückzahlwachstum der Geräte und der steigenden Zahl der Mikrofone pro Gerät profitieren wir vor allem davon, dass neben Smartphones auch Tablets und Notebooks auf Silizium-Mikrofone umstellen. Zudem entwickeln sich ganz neue Geräteklassen als potenzielle Anwendungsfelder. Dazu zählen beispielsweise Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung.

Gleichzeitig werden die Geräte um immer mehr Funktionen erweitert, die die Erfassung zusätzlicher physikalischer Größen erfordern. Das treibt die Nachfrage nach immer neuen Sensoren. Barometrische Drucksensoren ermöglichen zum Beispiel neue Funktionen wie die Indoor-Navigation in Hochhäusern oder Einkaufszentren. Gassensoren können die Luftqualität kontrollieren. Ein entsprechend ausgestattetes Smartphone kann den Anwender dann zum Beispiel, wenn nötig, vor Smog warnen. Wir sehen enorme Wachstumschancen in den Anwendungsbereichen Konsumelektronik, Automobilelektronik und Internet der Dinge.

Sicherheit

Für unsere Sicherheitscontroller gibt es zwei wesentliche Einsatzgebiete: zum einen klassische Anwendungen wie Bezahlkarten, hoheitliche Dokumente und Fahrkarten, zum anderen den schnell wachsenden Bereich der sogenannten Embedded-Security-Applikationen. Dazu gehören beispielsweise die Absicherung von mobilen Bezahlvorgängen, das Verhindern der Manipulation eines Computers oder die Authentifizierung von vernetzten Geräten. Gerade hierfür verspricht das Internet der Dinge mit all seinen Facetten langfristige Wachstumsmöglichkeiten.

Hoheitliche Dokumente

Unter hoheitlichen Dokumenten versteht man Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine und im weiteren Sinne auch Gesundheitskarten. Solche Dokumente werden zunehmend mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Die Marktdurchdringung von chipbasierten behördlichen Dokumenten erhöht sich stetig. Immer mehr Länder stellen erstmalig um beziehungsweise führen weitere chipbasierte Dokumente ein. Infineon ist der führende Anbieter von Sicherheitslösungen für Ausweisprojekte in Europa. Darüber hinaus ist Infineon laut US-Bundesdruckerei einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den elektronischen Reisepässen der USA. Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005.

Sicherheit für mobile Geräte

Mit der Entwicklung von Smartphones und Wearables, dem mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie lassen sich Bezahldienste heute in Mobilgeräte integrieren. Bargeldloses Bezahlen ist jedoch nur eine von vielen Funktionen von mobilen Endgeräten, für die sensible Daten gespeichert und verarbeitet werden müssen. Menschen erleben zum Beispiel eine neue Form des Komforts durch das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen und physischen Fahrscheinen.

Für alle diese Anwendungen liefert Infineon den Sicherheitschip, das sogenannte Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut werden (als "embedded SE" bezeichnet), in die SIM/UICC-Karte integriert werden oder in einer microSD-Karte untergebracht sein. Für alle drei Alternativen bietet Infineon eine entsprechende Lösung an.

Sicherheit für das Internet der Dinge

Als Internet der Dinge werden Geräte und Maschinen bezeichnet, die mit dem Internet verbunden sind und über dieses Daten austauschen beziehungsweise gesteuert werden (zum Beispiel Haushaltsgeräte, Stromzähler, Sensoren, Webcams). Der Trend der zunehmenden Vernetzung wirkt sich vor allem in den Bereichen Automobil, Industrie 4.0, Smart Home sowie der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur aus. Sicherheit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die steigende Anzahl an Hackerangriffen unterstreicht die Bedeutung entsprechender Vorkehrungen. Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte Geräte miteinander zu verbinden und sie so gegen Manipulation der Daten oder Cyberattacken zu schützen. Sicherheit muss somit möglichst in jedem kritischen Endpunkt Einzug halten, daher wird in diesem Zusammenhang von Embedded Security (eingebettete Sicherheitscontroller) gesprochen. Infineon liefert mit der Produktreihe OPTIGA™ verschiedene Sicherheitschips und Sicherheitslösungen für die Authentifizierung elektronischer Systeme: von der komplexen IT-Infrastruktur mit zahlreichen Servern und Computern bis hin zu Tablets wie dem Microsoft Surface Pro 4 oder Routern wie dem Google OnHub.

Sicherheit als segmentübergreifende Kompetenz

Infineon nutzt die Beziehung und den Zugang zu seinen Kunden, um Sicherheitsprodukte zu vermarkten und in Kombination mit anderen Komponenten als Systemlösung anzubieten.

Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten - entweder als einzelnen als einzelner Baustein oder als dessen Funktion integriert auf unseren Automobil- oder Industrie-Mikrocontrollern. Mit unseren hardwarebasierten Sicherheitslösungen sind wir führend. Darüber hinaus können wir unseren Kunden die umfassende Kompetenz des Infineon Security Partner Network bieten, die von Beratung und Design bis hin zu Systemintegration und Servicemanagement die komplette Wertschöpfungskette abdeckt.

Die Segmente

Automotive

Das Segment Automotive im Geschäftsjahr 2016

Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung und dem industrieweit umfangreichsten Portfolio an Leistungshalbleitern, Sensoren und Mikrocontrollern ist Infineon der führende Anbieter von Systemlösungen für Automobilelektronik. Unter dem Leitbild "clean, safe und smart" adressiert das Segment Automotive die aktuellen Megatrends der Branche - Elektromobilität, automatisiertes Fahren sowie Vernetzung und Sicherheit. Mit unserem tief greifenden Systemverständnis unterstützen wir die Hersteller in ihrem Streben, den CO2 -Ausstoß zu reduzieren und Unfälle zu vermeiden. Elektromobilität und automatisiertes Fahren steigern den Halbleiterbedarf pro Fahrzeug und sorgen in den nächsten fünf Jahren für 50 Prozent unseres Wachstums bei Automotive. Infineon ist der einzige Halbleiterhersteller, der von beiden Megatrends profitiert.

Der Markt für Elektrofahrzeuge hat in den vergangenen beiden Jahren spürbar an Fahrt aufgenommen. Allein in China verdreifachte sich die Zahl der produzierten Einheiten im Kalenderjahr 2015 auf rund 340.000. Die lange Zeit als Zukunftsvision gehandelte Elektromobilität hat damit erstmals ein signifikantes Marktvolumen erreicht. In heutigen Hybrid- und Elektrofahrzeugen sind im Durchschnitt Halbleiter im Wert von rund US$700 verbaut und damit mehr als doppelt so viel wie in Autos mit Verbrennungsmotor. Für Hybridfahrzeuge muss im ohnehin beengten Motorraum eine Steuerung für den Elektromotor untergebracht werden, die einerseits kompakt und andererseits leistungsstark sein soll. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir das Modul HybridPACK™ DSC (Double Sided Cooling) vorgestellt, mit dem ein solcher Wechselrichter bei gleicher Leistung rund 60 Prozent kleiner wird als mit bisherigen Lösungen. Dementsprechend rechnen wir mit großem Interesse seitens der Automobilhersteller. In Zukunft werden Leistungshalbleiter auf Basis von Siliziumkarbid noch kompaktere Wechselrichter und On-Board-Ladegeräte ermöglichen. Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed werden wir unser Angebot in diesem Bereich weiter ausbauen.

Assistenzsysteme (Advanced Driver Assistance System, kurz: ADAS) unterstützen den Fahrer bei immer anspruchsvolleren Aufgaben: Während passive Systeme wie Gurtstraffer oder Airbags die Auswirkungen eines Unfalls mindern, greifen aktive Systeme wie Notbremsassistenten sogar eigenständig ins Fahrgeschehen ein, um Zusammenstöße zu verhindern. Die nächste Stufe sind Autos, die autonom fahren - zunächst in bestimmten Umgebungen, später dann komplett ohne Fahrer. Erste Modelle, die selbstständig einparken, sind bereits auf dem Markt. Infineon bietet ein umfassendes Produktportfolio für Assistenzsysteme. Neben unseren Sensoren und Leistungshalbleitern werden auch unsere AURIX™-Mikrocontroller in immer mehr ADAS-Anwendungen eingesetzt.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die immer stärkere Vernetzung der Fahrzeuge. Diese bietet die Möglichkeit für viele neue Dienstleistungen, birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe von Dritten. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Mit unserer IT-Sicherheitskompetenz und den Chips des Segments Chip Card & Security bieten wir passende Lösungen für eine sichere Fahrzeugarchitektur.

Umsatzentwicklung

Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von €2.651 Millionen; ein Wachstum von 13 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.350 Millionen. Das Segment steuerte 41 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Die Megatrends Elektromobilität und automatisiertes Fahren waren wie schon in den Jahren zuvor auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die bestimmenden Wachstumstreiber. Darüber hinaus leistete International Rectifier erstmalig über das gesamte Geschäftsjahr 2016 einen Beitrag zum Umsatz gegenüber nur rund achteinhalb Monaten im Vorjahr.

Positiv entwickelte sich weltweit die Nachfrage nach Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Insbesondere in China, dem inzwischen größten Markt für Elektromobilität, wird für das Kalenderjahr 2016 für Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid- oder reinem Elektroantrieb bei Produktion und Absatz mit einem weiteren Rekordjahr gerechnet.

Die mit dem automatisierten Fahren in Verbindung stehende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen führte zu einer steigenden Nachfrage nach unseren Radarsensor-ICs sowie nach unseren 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern der AURIX™-Familie. Die in den Vorjahren gewonnenen Kundenaufträge im Bereich aktive Sicherheitssysteme sowie bei kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen führten im Geschäftsjahr 2016 zu einem deutlichen Umsatzanstieg bei den AURIX™-Mikrocontrollern.

Die steigende Nachfrage nach Radarsensor-ICs kam einerseits von der zunehmenden Marktdurchdringung von radarbasierten Fahrerassistenzsystemen und andererseits von der höheren Anzahl an Radarsensoren pro Fahrzeug. Insbesondere unsere 77-Gigahertz-Radarlösungen für Fahrerassistenzsysteme waren sehr gefragt. Aktuell ist Infineon der führende Zulieferer der wichtigsten Hersteller von Radarsystemen in den Regionen Europa, Nordamerika und Asien. Als Folge der steigenden Nachfrage nach 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als zwölf Millionen Stück verkauft und damit in etwa so viel wie in den beiden vorhergehenden Geschäftsjahren zusammen. Um auch zukünftig die weiterhin steigende Nachfrage decken zu können, wurde für dieses Produkt mit dem Ausbau der Frontend-Fertigungskapazität in Regensburg (Deutschland) begonnen.

Die Absatzzahlen in den Fahrzeugmärkten in Europa, Nordamerika und China stiegen an.

Die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der oberen Mittelklasse - insbesondere sportliche Geländefahrzeuge, sogenannte SUVs (Sport Utility Vehicles) - hielt global an. Bezeichnend für diesen Fahrzeugtyp ist ein vergleichsweise hoher Anteil an Zusatzausstattung für Sicherheits- und Komfortfunktionen. Ferner waren Fahrzeuge von deutschen Automobilherstellern - insbesondere Oberklassefahrzeuge - in allen Regionen besonders gefragt.

Entwicklung des Segmentergebnisses

Das Segmentergebnis betrug €396 Millionen; ein Anstieg um 20 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €331 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 14,9 Prozent (Vorjahr: 14,1 Prozent).

Das Segmentergebnis wurde durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz positiv beeinflusst. Darüber hinaus trugen Produktivitätsfortschritte, vor allem im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016, zu einer höheren Segmentergebnis-Marge bei. Demgegenüber wirkten sich temporäre Anlaufkosten für die neue Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) negativ auf die Segmentergebnis-Marge aus.

Anwendungsfelder

Antriebsstrang Assistenz- und Sicherheitssysteme Informationssicherheit Komfortelektronik
> Batteriemanagement > ABS (Antiblockiersystem) > Authentifizierung von Originalteilen > Dämpfung
> Batterieladesteuerung > Abstandswarnung > Fahrtenschreiber > Fensterheber
> Generatorregelung > Airbag > Kommunikation (Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) > Heckklappe
> Getriebesteuerung > Automatisches Parken > Schutz vor Manipulation von Geräten (zum Beispiel Tachometer) > Karosseriesteuergeräte
> Start-Stopp-Automatik > Elektronisch geregelte Fahrwerke > Schutz vor Manipulation der Software > Klimaanlage
> Steuerung für Elektromotor > Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) > Lenkung
> Steuerung für Verbrennungsmotor > ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) > Lichtsteuerung
> Reifendruck-Überwachung > Scheibenwischer
> Spurhalteassistent > Schiebedach
> Totwinkel-Erkennung > Sitzelektronik
> Türelektronik

Marktposition

Trotz des starken Wachstums der noch vergleichsweise kleinen Anwendungsfelder Fahrerassistenzsysteme und Elektromobilität und der insgesamt gestiegenen Nachfrage nach Automobilhalbleitern ist der Weltmarkt im Kalenderjahr 2015 leicht um 0,6 Prozent geschrumpft: von US$27,537 Milliarden im Kalenderjahr 2014 auf US$27,363 Milliarden (Quelle: Strategy Analytics). Die Gründe hierfür waren im Wesentlichen Währungseffekte (einerseits die Entwicklung von Yen zu US-Dollar und andererseits die Entwicklung von Euro zu US-Dollar). In den einzelnen Regionen gab es sehr große Unterschiede in den Wachstumsraten. Die Märkte in Nordamerika, Europa und Korea entwickelten sich einheitlich und gingen um 2 bis 3 Prozent zurück. Der Markt in Japan schrumpfte hingegen um 11,2 Prozent und fiel hinter den chinesischen Markt zurück. Der Markt in China selbst wuchs um 17,0 Prozent und wurde damit zum ersten Mal der drittgrößte Markt.

Renesas verlor 1,7 Prozentpunkte an Marktanteil und fiel hinter Infineon zurück. Durch die Übernahme von Freescale durch NXP entstand jedoch eine neue Nummer eins. Infineon blieb somit auf Rang zwei mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent (Vorjahr: 10,5 Prozent). Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 49,6 Prozent Marktanteil.

Bei Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen konnte Infineon seine Nummer-eins-Position um 0,4 Prozentpunkte auf 25,2 Prozent Marktanteil ausbauen. Bei Mikrocontrollern blieb Infineon auf Rang drei mit einem nahezu unveränderten Marktanteil von 8,6 Prozent (Vorjahr: 8,7 Prozent). Bei Sensoren gewann Infineon 0,4 Prozentpunkte Marktanteile auf 11,9 Prozent und festigte Rang zwei. In den übrigen Produktkategorien - sie umfassen unter anderem Speicher, optische Komponenten und nicht-leistungshalbleiterbezogene Analog-ICs - ist Infineon kaum oder nicht vertreten.

Industrial Power Control

Das Segment Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2016

Kernkompetenz des Segments Industrial Power Control ist die Wandlung elektrischer Energie für mittlere und große Leistung. Die Anwendungen reichen vom Kühlschrank mit wenigen Hundert Watt bis hin zum Erdgasverdichter mit bis zu 50 Megawatt. Das Produktportfolio umfasst diskrete IGBTs, IGBT-Module, Treiber und Controller für die Ansteuerung sowie deren Kombination in sogenannten Intelligent Power Modules (IPM) oder vorgefertigten Stack-Einheiten. Bei IGBT-basierten Leistungshalbleitern (diskrete und Module) ist Infineon Weltmarktführer.

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich insbesondere das Geschäft mit Komponenten für erneuerbare Energiequellen sehr gut entwickelt. Weltweit wurden in diesem Zeitraum Windkraftanlagen mit Infineon-Technologie installiert, die eine Leistung von mehr als 23 Gigawatt bereitstellen. Sehr erfolgreich sind wir mit einer Modulbaureihe, die speziell auf die anspruchsvollen Bedingungen in Windrädern ausgelegt ist. Sie kombiniert unsere PrimePACK™-Gehäusetechnologie mit IGBT5-Leistungstransistoren und dem neuen .XT-Modulaufbau. Damit sind die Module besonders effizient, kompakt und langlebig. Ganz im Sinne unseres strategischen Ansatzes "Vom Produkt zum System" reduzieren sie darüber hinaus die Systemkosten unserer Kunden, während der Wert der verbauten Halbleiter steigt.

Auch die führenden Hersteller von Fotovoltaik-Wechselrichtern setzen auf unser Applikationsverständnis und unsere herausragende Technologie. Die Stärken von Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) werden in diesem Markt voll zum Tragen kommen. Schon heute bieten wir SiC-Dioden und -Hybridmodule an; einen SiC-MOSFET haben wir bereits angekündigt. Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed werden wir den Trend zu SiC-basierten Leistungshalbleitern beschleunigen und unsere Position im Wettbewerb stärken.

Eine erfreuliche Entwicklung sehen wir auch bei der zunehmenden Elektrifizierung von Industriefahrzeugen. Deren Elektronik ist starken Temperaturschwankungen, Vibrationen und Schmutz ausgesetzt. Neben Effizienz und Leistungsdichte sind in diesem Markt daher auch die Robustheit und Zuverlässigkeit unserer Komponenten starke Verkaufsargumente, mit denen wir unsere Kunden überzeugen. Gleiches gilt für Hybrid- und Elektrobusse. Auf den Straßen Chinas fahren zum Beispiel bereits mehrere Zehntausend Elektrobusse mit Modulen von Infineon - Tendenz steigend.

Umsatzentwicklung

Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von €1.073 Millionen; ein Wachstum von 11 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €971 Millionen. Das Segment steuerte 16 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Der Umsatzanstieg war hauptsächlich durch die erneuerbaren Energien getrieben. Der weltweite Zubau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen hielt an. Die Ausbauziele einiger wichtiger Länder wie zum Beispiel China, USA oder Indien sorgten für verstärkte Nachfrage. Das in den letzten Jahren überproportionale Wachstum dieses Bereichs führte auch zu einer Verschiebung der Umsatzverteilung nach Endmärkten: Erneuerbare Energien repräsentieren inzwischen rund ein Fünftel des Segmentumsatzes.

Das Segment profitierte auch vom Ausbau der Elektromobilität. Der Umsatz mit IGBT-Modulen für Hybrid- und Elektrobusse stieg deutlich an, vor allem mit chinesischen Kunden. In anderen Bereichen - unter anderem bei Antrieben, Zugsystemen sowie in der Gas- und Ölförderung -sahen wir eine flache oder leicht rückläufige Nachfrage. Darüber hinaus leistete International Rectifier erstmalig über das gesamte Geschäftsjahr 2016 einen Beitrag zum Umsatz gegenüber nur rund achteinhalb Monaten im Vorjahr.

Der Bereich Haushaltsgroßgeräte war im ersten Halbjahr durch eine Schwäche aufgrund von Lagerbeständen bei chinesischen Kunden geprägt. Außerhalb Chinas war die Nachfrage erfreulich, vor allem in Korea. Im Jahresvergleich ergab sich ein überdurchschnittliches Wachstum. Dadurch entwickelte sich der Bereich Haushaltsgroßgeräte zum drittgrößten Teilbereich des Segments.

Entwicklung des Segmentergebnisses

Das Segmentergebnis betrug €126 Millionen; ein Anstieg um 10 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €115 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 11,7 Prozent (Vorjahr: 11,8 Prozent).

Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Demgegenüber wirkten sich Währungseffekte sowie temporäre Anlaufkosten für die neue Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) negativ auf die Segmentergebnis-Marge aus.

Anwendungsfelder

Energieübertragung Erneuerbare Energieerzeugung Haushaltsgeräte Industrieantriebe1 Industriefahrzeuge Schienenfahrzeuge
> Anbindung von Offshore-Windparks > Fotovoltaikanlagen > Induktionskochfelder > Antriebstechnik > Agrarfahrzeuge > Lokomotiven
> FACTS (Flexible AC Transmission Systems) > Windkraftanlagen > Geschirrspülmaschinen > Aufzugssysteme > Baufahrzeuge > Metrozüge
> Klimaanlagen > Automatisierungstechnik > Gabelstapler > Schnellzüge
> Kühlschränke > Fördertechnik > Hybridbusse > Straßenbahnen
> Mikrowellenherde > Klimatechnik Ladestationen für Elektrofahrzeuge Unterbrechungsfreie Stromversorgung
> Waschmaschinen > Robotik
> Rolltreppen
> Walzstraßen

1 Hierzu zählen Motoren, Kompressoren, Pumpen und Ventilatoren.

Marktposition

Der Weltmarkt für IGBT-basierte Leistungshalbleiter - diskrete IGBT-Leistungstransistoren und IGBT-Module - erreichte im Kalenderjahr 2015 eine Größe von US$3,944 Milliarden; ein Rückgang um 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$4,473 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon konnte seinen Marktanteil von 26,5 Prozent im Vorjahr auf 27,6 Prozent im Kalenderjahr 2015 erhöhen und die Distanz zur Nummer zwei auf 7,0 Prozentpunkte (Vorjahr: 4,9 Prozentpunkte) ausbauen. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 73,2 Prozent Marktanteil.

Power Management & Multimarket

Das Segment Power Management & Multimarket im Geschäftsjahr 2016

Das Segment Power Management & Multimarket umfasst das Geschäft mit Leistungshalbleitern für Stromversorgungen, Komponenten für Mobilfunk-Infrastruktur und mobile Endgeräte sowie mit hochzuverlässigen Komponenten für Anwendungen in rauen Umgebungen.

Im weltweiten MOSFET-Markt ist Infineon die klare Nummer eins. Wir verfügen über führende Basistechnologien und bieten ein breites Produktportfolio an Treibern, Controllern und MOSFET-Leistungstransistoren für niedrige (bis 40 Volt), mittlere (von 40 Volt bis 500 Volt) und höhere Spannungen (über 500 Volt). Mit unseren Produkten setzen wir Maßstäbe hinsichtlich der beiden zentralen Anforderungen des Marktes: Wandlungseffizienz und Leistungsdichte.

Ein wichtiges Anwendungsfeld im Niedervoltbereich sind Stromversorgungen für Server. Hier sind wir mit unserer Systemlösung zur digitalen Gleichspannungsregelung hervorragend positioniert. Sie umfasst eine integrierte Leistungsstufe sowie digitale Controller, die die gängigen Spezifikationen (VR12.5, VR13) erfüllen, und wird zusammen mit unseren OptiMOS™-Transistoren von den führenden Serverherstellern eingesetzt. Unsere sehr erfolgreiche CoolMOS™-Familie für hohe Spannungen kommt vor allem in AC-DC-Stromversorgungen zum Einsatz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir sie um eine Variante mit optimiertem Preis-Leistungs-Verhältnis für den Massenmarkt (800 Volt CoolMOS™ P7) und ein Derivat für High-End-Anwendungen (CoolMOS™ C7 Gold) erweitert. Sie sind zwei von vielen Beispielen für die Breite unseres Portfolios, welches von Standardprodukten bis hin zu hochentwickelten, differenzierenden Komponenten reicht.

Bei Mobilgeräten setzt sich der Trend zu immer mehr Sensoren fort. Von dieser Entwicklung profitieren wir mit unserer führenden MEMS (Mikro-Elektromechanische Systeme)-Technologie: Unsere barometrischen Drucksensoren sind beispielsweise besonders klein und effizient, funktionieren in einem breiten Temperaturspektrum und erkennen Höhen bis auf wenige Zentimeter genau. Somit eignen sie sich hervorragend für Anwendungen im Bereich Navigation, Lokalisierung, Gesundheit und Wetterüberwachung in Smartphones, Wearables und Geräten des Internet der Dinge. Darüber hinaus vergrößern wir auch unser Portfolio an radarbasierten Sensoren kontinuierlich. Diese kommen neben Mobilgeräten auch in Industrieanwendungen zum Einsatz, etwa zur präzisen Füllstandsmessung in Tanks.

Durch die geplante Akquisition von Wolfspeed stärken wir darüber hinaus unsere Position bei Hochfrequenz-Leistungsbauelementen für die Mobilfunk-Infrastruktur der nächsten Generation (5G). Damit schaffen wir die Grundlage, um hier künftig die Führungsposition einzunehmen.

Umsatzentwicklung

Im Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von €2.050 Millionen; ein Wachstum von 14 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.796 Millionen. Das Segment steuerte 32 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Der Umsatzanstieg war im Wesentlichen begünstigt durch eine erhöhte Nachfrage nach MOSFET-Leistungstransistoren aller Spannungsklassen. Darüber hinaus leistete International Rectifier erstmalig über das gesamte Geschäftsjahr 2016 einen Beitrag zum Umsatz gegenüber nur rund achteinhalb Monaten im Vorjahr.

Unsere OptiMOS™-Leistungstransistoren der unteren und mittleren Spannungsklasse profitierten einerseits von der steigenden Anzahl von Anwendungen mit Gleichstrommotoren, insbesondere mit bürstenlosen Gleichstrommotoren. Beispiele hierfür sind Bohrmaschinen, Akkuschrauber sowie Multikopter für Transport, Landwirtschaft und Freizeit. In diesen Bereichen trug die Akquisition von International Rectifier wesentlich zu einer Erweiterung unseres Produkt- und Applikationsportfolios und damit zu einer Diversifizierung bei. Andererseits blieb die Nachfrage nach unseren OptiMOS™-Leistungstransistoren auch in Anwendungen ohne Motor hoch: zum Beispiel bei Netzteilen von Servern sowie bei Fotovoltaikwechselrichtern. Darüber hinaus wuchs das Geschäft mit DC-DC-Stromversorgungen mit digitaler Regelung in Servern. Neben unseren OptiMOS™-Niedervolt-Leistungstransistoren profitierten davon auch unsere Ansteuer- sowie Treiber-ICs.

Elektromobilität wirkt sich nicht nur auf unser Segment Automotive aus, sondern hat auch Einfluss auf das Segment Power Management & Multimarket, nämlich im Bereich Ladeinfrastruktur. Je nach Topologie kommen IGBT- oder MOSFET-Leistungstransistoren zum Einsatz. Beim Infrastrukturprojekt in China bilden MOSFET-Leistungstransistoren in den Ladesäulen die Basis. Hier zeigte sich der technologische Vorsprung unseres CoolMOS™-Hochvolt-Leistungstransistors. Er ist so energieeffizient, dass weniger Aufwand für Kühlung erforderlich ist. So können die Ladestationen kompakter gebaut werden. Dank dieser führenden Technologie sind wir in China als bevorzugter Lieferant ausgewählt worden.

Insgesamt bewegten die neuen Smartphone-Modelle die Endkunden nicht im erwarteten Maß zum Neukauf, sodass der weltweite Absatz von Smartphones gegenüber dem Vorjahr kaum stieg. Das Geschäft mit Komponenten für Smartphones blieb daher im Geschäftsjahr 2016 hinter unseren ursprünglichen Erwartungen zurück. Jedoch zeigten sich im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016 die Erfolge unserer Diversifizierungsstrategie: Wir erzielten erstmals nennenswerte Umsätze mit lokalen chinesischen Smartphone-Herstellern.

Das Geschäft mit Mobilfunk-Infrastruktur, insbesondere mit der vierten Generation (LTE), war wie schon in den Vorjahren von den Aktivitäten in China dominiert. Dort fand kein beschleunigter Ausbau mehr statt. Der Umsatz blieb in diesem Bereich leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Entwicklung des Segmentergebnisses

Das Segmentergebnis betrug €328 Millionen; ein Anstieg um 2 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €323 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 16,0 Prozent (Vorjahr: 18,0 Prozent).

Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Demgegenüber wirkten sich höhere Betriebskosten, insbesondere höhere Entwicklungskosten, sowie temporäre Anlaufkosten für die neue Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) negativ auf die Segmentergebnis-Marge aus.

Anwendungsfelder

Anwendungen in rauen Umgebungen Gleichstrommotoren LED- und konventionelle Beleuchtungssysteme Mobile Endgeräte
> Luftfahrttechnik > E-Bikes Stromversorgung für: > Fitnessarmbänder
> Öl- und Gasexploration > Heimwerkergeräte (Akkuschrauber, Bohrmaschinen etc.) > Haushaltsgeräte > Navigationsgeräte
> Untersee-Telekommunikation > Multikopter > IT und Telekom > Smartphones
> Verteidigungstechnik > Pedelecs > PCs und Notebooks > Tablets
> Weltraumsysteme Ladestationen für Elektrofahrzeuge > Server Mobilfunk-Infrastruktur
> Smartphones > Basisstationen
> Tablets
> Unterhaltungselektronik

Marktposition

Standard-MOSFET-Leistungstransistoren

Der Weltmarkt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren (Niedervolt- und Hochvolt-MOSFETs) erreichte im Kalenderjahr 2015 eine Größe von US$5,484 Milliarden; ein Rückgang um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$6,012 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon ist mit einem Marktanteil von 26,4 Prozent weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 25,3 Prozent). Die Distanz zur Nummer zwei betrug 16,9 Prozentpunkte (Vorjahr: 14,1 Prozentpunkte). Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 60,1 Prozent Marktanteil.

Hochfrequenz-Leistungstransistoren

Der Weltmarkt für Hochfrequenz-Leistungstransistoren erreichte im Kalenderjahr 2015 eine Größe von US$1,513 Milliarden (Quelle: Marktforschungsunternehmen ABI Research; ein Vergleich zum Vorjahr liegt nicht vor, da für das Kalenderjahr 2014 keine Marktstudie erstellt wurde). Infineon stand mit einem Marktanteil von 10,6 Prozent auf Rang drei (Angabe zum Vorjahr liegt nicht vor). Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 81,2 Prozent Marktanteil.

Chip Card & Security

Das Segment Chip Card & Security im Geschäftsjahr 2016

Das Segment Chip Card & Security verfügt über rund 30 Jahre Erfahrung in den anspruchsvollsten und größten Sicherheitsprojekten der Welt. Als führender Anbieter von Sicherheitslösungen adressieren wir einerseits klassische Smartcard-Anwendungen und bieten andererseits Lösungen für den Bereich Embedded Security, also Sicherheit als Teil von größeren elektronischen Systemen.

Zu den traditionellen Anwendungsfeldern gehören Bezahlkarten, elektronische hoheitliche Dokumente, SIM-Karten für Mobilkommunikation sowie Ticketing (Fahrkarten)-Lösungen. Insbesondere das Geschäft mit behördlichen Dokumenten ist im Geschäftsjahr 2016 weiter gewachsen. In Europa beliefern wir rund 70 Prozent aller Ausweisprojekte. Hier konnten wir, genau wie in Asien und Südamerika, weitere Aufträge gewinnen. Darüber hinaus sind wir auch in kleineren und regionalen Sicherheitsprojekten erfolgreich, mit denen wir unser Kundenportfolio diversifizieren. Im Sommer hat beispielsweise die Betreibergesellschaft der koreanischen Zivilflughäfen KAC (Korea Airports Corporation) damit begonnen, ein neues System für die Gebäudezutrittskontrolle zu implementieren. Flughäfen gehören weltweit zu den bestgeschützten Orten, entsprechend hoch sind die Sicherheitsanforderungen. Die nun eingeführte Lösung basiert auf dem offenen CIPURSE™-Sicherheitsstandard. Infineon liefert die Chips für die Mitarbeiterausweise. Das Projekt ist ein weiterer Meilenstein bei der Etablierung von CIPURSE™, nachdem bereits zwei Metropolen in Europa und Südamerika den Standard für die Tickets ihrer Nahverkehrssysteme nutzen. Infineon hat die Entwicklung und Einführung von CIPURSE™ maßgeblich unterstützt, weil wir von den Vorteilen offener Standards überzeugt sind.

In vielen Anwendungsfeldern besteht die Herausforderung darin, ein Höchstmaß an Sicherheit mit geringem Platzbedarf zu verbinden. Hier sind wir hervorragend aufgestellt. Das Unternehmen NFC Ring hat im Sommer einen Ring zum kontaktlosen Bezahlen vorgestellt. Dieser nutzt einen Sicherheitscontroller von Infineon, der in Millisekunden über eine winzige Antenne mit dem Zahlungsterminal kommuniziert, den gesicherten Zahlungsvorgang initiiert und dabei Verschlüsselungsverfahren nutzt. Das Bezahlen funktioniert mit diesem Ring wie mit einer chipbasierten Kreditkarte, ist jedoch deutlich bequemer. Infineon ist das weltweit erste und bislang einzige Unternehmen, das den internationalen EMV (Europay International, MasterCard und VISA)-Standard erfüllt.

Mit der fortschreitenden Evolution des Internet der Dinge gewinnen Sicherheitsfunktionen, die in vernetzte Geräte integriert sind, an Bedeutung. Die sogenannte Embedded Security dient beispielsweise dem Schutz von Mobilgeräten wie Laptops, Tablets und Wearables, aber auch von Informations- und Kommunikationsinfrastruktur sowie von Industrieanlagen und vernetzten Fahrzeugen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von hardwarebasierten Sicherheitstechnologien nimmt in diesem Bereich kontinuierlich zu. Einfach zu implementierende Lösungen wie unser erfolgreicher OPTIGA™ TPM-Chip sind für unsere Kunden dabei besonders attraktiv. Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Zertifizierung von Sicherheitslösungen, wir stellen Referenzdesigns zur Verfügung, und wir bieten Software an, die in einem engen Zusammenhang mit unseren Sicherheitscontrollern steht (zum Beispiel Firmware, Treibersoftware, hardwarenahe Anwendungssoftware). Mit diesen Serviceleistungen reduzieren wir die Entwicklungsaufwendungen unserer Kunden und beschleunigen die Markteinführung ihrer Produkte.

Umsatzentwicklung

Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von €698 Millionen; ein Wachstum von 5 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €665 Millionen. Das Segment steuerte 11 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Gegenüber dem Geschäftsjahr 2015, in dem fast alle Geschäftsfelder zum Umsatzwachstum beitrugen, entwickelten sich die einzelnen Geschäftsfelder im abgelaufenen Geschäftsjahr recht unterschiedlich. Den höchsten Beitrag zum Umsatzwachstum lieferte das Geschäft mit hoheitlichen Dokumenten. In Europa, Asien und Südamerika konnten wir weitere Projekte gewinnen.

Nachdem der Bereich Bezahlkarten im Geschäftsjahr 2015 noch mit einem Plus von rund 50 Prozent außergewöhnlich stark von der Auslieferung von chipbasierten Kreditkarten in den USA und in China profitierte, wuchs dieser Bereich im Geschäftsjahr 2016 erwartungsgemäß nur mit einer hohen einstelligen Rate. Nach der Erstausrüstung folgt nun die Phase des Ersatzes, wie es für Bezahlkarten typisch ist.

Höherwertige SIM-Karten mit Funktionalität für mobiles Bezahlen profitierten im Geschäftsjahr 2015 von der Markteinführung einiger sehr erfolgreicher Smartphones. Dieser Sondereffekt blieb im Geschäftsjahr 2016 aus. Ebenso liefen im Bereich Pay-TV, der typischerweise durch Projektgeschäfte charakterisiert ist, zum Ende des Geschäftsjahres 2015 wesentliche Projekte aus. So kam es auch hier im Geschäftsjahr 2016 im Jahresvergleich zu einem Umsatzrückgang.

Sehr erfreulich verlief demgegenüber die Nachfrage nach Notebooks und Tablets, die unseren TPM (Trusted Platform Module)-Chip beinhalten, sowie nach Smartphones und Smartwatches, die mit unserem embedded Secure Element (eSE)-Sicherheitschip ausgestattet sind. Insgesamt erwarten wir vom Bereich Embedded Security, zu dem neben den beiden genannten Anwendungen auch Authentifizierungslösungen zählen, langfristig die höchsten Wachstumsraten.

Entwicklung des Segmentergebnisses

Das Segmentergebnis betrug €135 Millionen; ein Anstieg um 7 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €126 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 19,3 Prozent (Vorjahr: 18,9 Prozent). Dies ist die höchste Profitabi-lität dieses Segments seit Firmengründung. Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Demgegenüber wirkten sich Währungseffekte negativ auf die Segmentergebnis-Marge aus.

Anwendungsfelder

Authentifizierung Gesundheitskarten Mobilkommunikation Ticketing, Zutrittskontrolle
> Ersatzteile Hoheitliche Dokumente > Höherwertige SIM-Karten Trusted Computing
> Industriesteuerungen > Führerscheine > Klassische SIM-Karten Zahlungsverkehr
> Spielekonsolen > Personalausweise > Maschine-zu-Maschine-Kommunikation > Kredit- und Debitkarten
> Zubehör > Reisepässe Sichere NFC-Transaktionen > NFC-basiertes,
Automobil Internet der Dinge kontaktloses Bezahlen
> Elektronische Maut-Erfassung (Toll Collect) > Industrie 4.0 > Mobiles Bezahlen
> Schutz vor Manipulation (zum Beispiel Kilometerzähler, Fahrtenschreiber) > IT
> Vernetzte Fahrzeuge (zum Beispiel E-Call, Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) > Smart Home
> Vernetztes Fahren

Marktposition

Der Weltmarkt für mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs umfasst kontaktbasierte und kontaktlose ICs für die Anwendungen SIM-Karten, Bezahlkarten, hoheitliche Dokumente, Zutrittskontrolle, Transport sowie Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Dieser Markt ist im Kalenderjahr 2015 um 2,6 Prozent gewachsen: von US$2,65 Milliarden im Kalenderjahr 2014 auf US$2,72 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon hielt im Kalenderjahr 2015 einen Marktanteil von 24,8 Prozent.

Infineon wuchs im besagten Zeitraum unter allen Marktteilnehmern am schnellsten und konnte 1,1 Prozentpunkte Marktanteile gewinnen. Die Distanz zum Marktführer verringerte sich auf 5,7 Prozentpunkte (Vorjahr: 7,0 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf 97,0 Prozent Marktanteil.

Standorte

Europa

Funktion Forschung & Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend
Dänemark
Skovlunde - HiRel-Produkte
Deutschland
Augsburg - Software für Chipkartenanwendungen
Ditzingen Vertrieb
Dresden - CMOS-Derivat-Technologien, unter anderem für Hochfrequenz und Sensorik FE - 200-mm- und 300-mm-Fertigung
- Leistungshalbleiter
Duisburg Vertrieb - System-on-Chip-Entwicklung
Erlangen Vertrieb
Großostheim Distributions zentrum
Karlsruhe Vertrieb - Hitex Entwicklungswerkzeuge für Embedded-Systeme
Hannover Vertrieb
Neubiberg Hauptsitz, Vertrieb - Technologieintegration
bei München - Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung
- IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Sensoren und Chipkarten-ICs
- Leistungselektronik
Neu-Isenburg Vertrieb
Regensburg - Kompetenzzentrum für Vormontage und Gehäuseentwicklung FE - Hochfrequenz
- Technologieentwicklung für Sensoren - Analog- und Mixed-Signal-Komponenten
- Leistungshalbleiter
BE - Chipkartenmodule
- Leistungshalbleiter
- Sensoren
Warstein Vertrieb - Produktentwicklung IGBT-Module BE - IGBT-Module
- Gehäuse- und Montagetechnologie für IGBT-Module
Finnland
Espoo Vertrieb
Frankreich
Le Puy-Sainte-Reparade - Integrierte Leistungshalbleiter
Saint-Denis Vertrieb
Großbritannien
Bristol Vertrieb - Mikrocontrollersysteme für Automobilanwendungen
Newport FE - Leistungshalbleiter
Reigate - Konzeption von Gehäuseinnovationen
- Grundlagenentwicklung für Gehäuse
Irland
Dublin Vertrieb
Italien
Mailand Vertrieb
Padua - Integrierte Leistungshalbleiter
Pavia - Treiber-ICs für Motorsteuerungen
Niederlande
Rotterdam Vertrieb
Österreich
Graz - Chipkartenanwendungen
- Leistungshalbleiter
- Sensorprodukte
Klagenfurt Servicefunktion
Linz - Hochfrequenz-ICs
Villach Vertrieb - Leistungshalbleiter, Analog- und Mixed-Signal-ICs und Sensoren FE - Leistungshalbleiter
- Kompetenzzentrum für Dünnwafer- und Verbindungshalbleiter-Technologien - SiC- und GaN-Technologie
Wien Vertrieb
Portugal
Porto Servicefunktion
Rumänien
Bukarest - Integrierte Leistungshalbleiter
- Mixed-Signal- und Hochfrequenzkomponenten
- Chipkarten-ICs
Russische
Föderation
Moskau Vertrieb
Schweden
Kista Vertrieb
Schweiz
Zürich Vertrieb
Spanien
Barcelona Vertrieb
Madrid Vertrieb
Türkei
Istanbul Vertrieb
Ungarn
Cegled BE - IGBT-Module

Asien-Pazifik

Funktion Forschung & Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend
Australien
Blackburn Vertrieb
China
Hongkong Vertrieb
Peking Vertrieb -Anwendungsentwicklung BE - IGBT-Stack-Montage
Shanghai Distributionszentrum, Vertrieb -Anwendungsentwicklung
Shenzhen Vertrieb
Wuxi BE - Chipkartenmodule
- Diskrete Halbleiter
- Leistungshalbleiter
Xi'an Vertrieb
Indien
Bangalore Vertrieb - Software- und Systementwicklung
- Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung
Indonesien
Batam BE - Integrierte Leistungshalbleiter
Japan
Nagoya Vertrieb
Osaka Vertrieb
Tokio Vertrieb
Korea
Cheonan BE - IGBT-Module
Seoul Vertrieb - Systemlösungen für Automobilanwendungen
- Systemintegration für Leistungshalbleiter
Malaysia
Ipoh - Gehäusederivate
Kulim FE - Leistungshalbleiter
Malakka - Gehäuseentwicklung BE - Leistungshalbleiter
- Diskrete Halbleiter
- Sensoren
- ICs
Philippinen
Muntinlupa - Schnittstelle zu Backend-Partnern
Singapur
Regionaler Hauptsitz, Distributionszentrum, Vertrieb - IC-, Software- und Systementwicklung BE - Kompetenzzentrum für Endtest
- Gehäusetechnologie -Testkonzepte
Taiwan
Taipeh Vertrieb

Amerika

Funktion Forschung & Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend
Brasilien
Sao Paulo Vertrieb
Mexiko
Tijuana BE - Leistungshalbleiter
USA
Chandler - Entwicklung und Charakterisierung von diskreten Leistungshalbleitern
Durham Vertrieb
El Segundo Vertrieb - Komponenten für Luft- und Raumfahrt
- Gehäuseplattformen
Hayward Distributionszentrum
Kokomo Vertrieb
Lebanon Vertrieb
Leominster Vertrieb - HiRel-Leistungskomponenten BE - HiRel-Leistungskomponenten - HiRel-Leistungsmodule
- HiRel-Leistungsmodule
Livonia Vertrieb
Mesa - Epitaxie FE - Epitaxie
Milpitas Regionaler Hauptsitz, Vertrieb
Morgan Hill - Hochfrequenz-Leistungstransistoren BE - Hochfrequenz-Leistungstransistoren
Raleigh Vertrieb
San Jose - Leistungshalbleiter für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Hochtemperaturanwendungen BE - HiRel-Hybridmodule
Temecula FE - Leistungshalbleiter
Tewksbury - DC-DC-Spannungswandler, Treiber-ICs und Leistungs-ICs
Torrance - Controller-ICs für Digital Power Management
Warwick - Digital Power Management-Lösungen für DC-DC-Leistungsstufen

Forschung & Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) betrugen im Geschäftsjahr 2016 €770 Millionen nach €717 Millionen im Vorjahr; ein Anstieg um €53 Millionen beziehungsweise 7 Prozent. Sie sind somit prozentual etwas geringer angestiegen als der Umsatz, der 12 Prozent zulegte. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,9 Prozent für F&E aufgewendet im Vergleich zu 12,4 Prozent im Vorjahr. Mit dieser Quote liegen wir weiterhin in unserem angestrebten Zielkorridor, nämlich einem Prozentsatz vom Umsatz im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich.

An unseren Forschungs- und Entwicklungsstandorten beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2016 weltweit 6.057 Mitarbeiter (17 Prozent der Belegschaft), zum Ende des Geschäftsjahres 2015 waren es 5.778 Mitarbeiter (16 Prozent der Belegschaft). Infineon unterhält F&E-Abteilungen an 34 Standorten in 14 Ländern (siehe Kapitel "Standorte").

Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf €98 Millionen (Vorjahr: €100 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2016 €31 Millionen (Vorjahr: €29 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für F&E stiegen von €59 Millionen im Geschäftsjahr 2015 auf €75 Millionen im Geschäftsjahr 2016.

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

F&E-Kosten entstehen nicht nur für Produktentwicklungen, sondern zunehmend auch für Plattformentwicklungen, für neue Produktfamilien sowie für neue Fertigungstechnologien. Hierzu zählen zum Beispiel die digitale Steuerung der Stromversorgung, Technologieplattformen für Nieder- und Hochvolt-Leistungsschalter, Leistungshalbleiter basierend auf den neuen Materialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie neue Sensortypen, insbesondere solche basierend auf unseren Magnetfeld-, Radar-, Infrarot- und MEMS (Mikro-Elektromechanische Systeme)-Technologien.

Während in der Vergangenheit sowohl Forschung als auch Entwicklung meist technologiebeziehungsweise komponentenorientiert waren, spielen zunehmend die Systeme, in denen die Bauelemente zur Anwendung kommen, eine maßgebliche Rolle. Innovative Systemlösungen gehen von einer Optimierung der Systemfunktionalität aus. Wenn durch Einsparungen und Verbesserungen - zum Beispiel bei passiven Komponenten, Kühlung, Gehäuse, Gewicht, Zuverlässigkeit - ein Mehrwert für den Kunden entsteht, ist dieser bereit, für die dafür ursächlichen Halbleiterkomponenten einen höheren Preis zu bezahlen. Oft wird dabei die digitale Mikroelektronik mit Komponenten aus den Bereichen Hochfrequenz, Ansteuerung von Leistungsbauelementen, Sensorik oder Aktuatorik kombiniert, was zu einem deutlichen Leistungssprung führt.

Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt im Bereich Sensorik. Mit Sensoren wird die reale, analoge Welt erfasst. Die gemessenen Signale werden zunächst digitalisiert und entsprechend den Anforderungen der Anwendung als digitale Werte verarbeitet, übertragen und gespeichert. Infineon verfügt über nahezu 40 Jahre Erfahrung in Sensordesign und Sensorfertigung und bietet das umfassendste Portfolio an Druck- und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen an.

Infineon forscht und entwickelt darüber hinaus an sehr unterschiedlichen Sensortypen. Für den im letzten Jahr vorgestellten digitalen barometrischen Drucksensor haben wir erste Kundenaufträge erhalten, die im kommenden Geschäftsjahr zu Umsätzen führen werden. Ferner wird unser 3D-Bildsensor REAL3™ neben Automobilanwendungen nun auch in Konsumelektronik eingesetzt. Die Technologie zur 3D-Erfassung der Umgebung kommt im Smartphone PHAB2 Pro von Lenovo zum Einsatz.

Zusammen mit dem belgischen Forschungszentrum für Nano- und Mikroelektronik Imec hat Infineon die Entwicklung eines hochintegrierten 79-Gigahertz-CMOS-Radarsensorchips gestartet. Die CMOS-Technologie erlaubt einen höheren Integrationsgrad und ermöglicht geringere Fertigungskosten. Das Ziel ist eine kostengünstige Ein-Chip-Lösung, jedoch sind Signalqualität und Sendeleistung im Vergleich zu den siliziumgermaniumbasierten Radarsensorchips geringer. Unser 77-Gigahertz-Radarsensorchip für den Fernbereich wird deswegen weiterhin auf Basis von Siliziumgermanium gefertigt. Das 79-Gigahertz-Band hat im Vergleich zum etablierten 24-Gigahertz-Band gewisse Vorteile. Es ermöglicht im Nahbereich eine höhere Entfernungs- und Winkelauflösung. Automatisiertes Parken und Totwinkel-Erkennung sind hier die Zielanwendungen. Infineon ermöglicht mit seinem industrieweit größten Portfolio an Radarsensorchips den radargestützten Sicherheitskokon für das teil- und vollautomatisierte Fahrzeug.

Neben Sensoren bilden Fertigungstechnologien und Transistorarchitekturen für Leistungshalbleiterkomponenten auf Basis neuer Materialien einen weiteren Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kündigten wir einen neuen MOSFET-Leistungstransistor auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) an. Die Stärke von SiC liegt bei Anwendungen von 600 Volt und höher. Hier ermöglicht das Material Leistungsschalter, die deutlich geringere Schalt- und Leitungsverluste haben. Jedoch hat SiC wegen des teureren Grundmaterials einen Kostennachteil. Seinen Vorteil wird SiC anfangs dort ausspielen, wo kompakte Baugrößen und Wirkungsgrad zum Tragen kommen: On-Board-Ladegerät und Antriebsstrang für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie Fotovoltaik-Wechselrichter. Mit einer Änderung des Systemaufbaus werden auch andere Anwendungen die Vorteile nutzen können, denn durch überproportional hohe Einsparungen bei anderen Bauelementen können die Systemkosten trotz höherer SiC-MOSFET-Kosten reduziert werden. Ähnliches gilt für Leistungstransistoren auf Basis von Galliumnitrid. Hier entwickeln wir derzeit die nächste Transistorgeneration. Sie findet ihre Anwendung bei hochkompakten Netzteilen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten liegt im Bereich der Digitalisierung der Ansteuerung von Leistungshalbleitern. Wir befinden uns im Übergang von der analogen Ansteuerung zur digitalen Ansteuerung von Leistungsschaltern. Digitale Ansteuerungen ermöglichen eine wesentlich bessere Anpassung an die verschiedenen Betriebszustände (zum Beispiel Stand-by, Teillast, Volllast), aber auch eine bessere Nutzung der immer komplexeren Leistungsbauelemente. Durch die Programmierfähigkeit der Ansteuer-ICs ist es für den Kunden bei kürzeren Lernzyklen einfacher, die Funktion der Steuerung ihren Bedürfnissen anzupassen. Bei MOSFET-basierten Steuerungen hat der Übergang bereits vor einigen Jahren begonnen; bei IGBT-basierten Steuerungen setzt dieser Trend nun ein. Infineon ist bei der Digitalisierung der gesamten Kette, bestehend aus Ansteuer-IC, Treiber-ICs und Leistungsschalter, vertreten.

Infineon nutzt seine technischen Kernkompetenzen systematisch, wobei die Segmente eng zusammenarbeiten (siehe Grafik im Kapitel "Konzernstrategie" unter "Grundlagen der Strategie"). So können wir unsere Skalenvorteile bei Leistungshalbleitern, Hochfrequenz und IT-Sicherheit effizient nutzen.

Patente

Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2016 rund 2.000 Patente angemeldet gegenüber rund 2.200 Patentanmeldungen im Vorjahr. Das Patentportfolio bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2016 weltweit aus rund 27.000 Patenten und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 25.000 Patente und Patentanmeldungen). Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed kommen weitere rund 2.000 Patente und Patentanmeldungen hinzu.

Operations

Unsere Fertigungsstrategie folgt dem Grundsatz, dass durch Eigenfertigung ein Differenzierungspotenzial in Kosten und/oder Performance erreicht werden muss. Ist dies nicht der Fall, ist Fremdfertigung vorzuziehen. Das gilt sowohl für die Frontend-Fertigung als auch die Backend-Fertigung. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen.

Für die Frontend-Fertigung ergibt sich aus diesem Grundsatz, dass Leistungshalbleiter, Sensoren und Hochfrequenzkomponenten bevorzugt an eigenen Fertigungsstandorten hergestellt werden. Hier verschaffen uns unsere Fertigungstechnologie und unser Prozess-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir Komponenten anbieten können, die nur in anspruchsvollen Fertigungsverfahren hergestellt werden können. Bei CMOS-basierten Prozesstechnologien hingegen arbeiten wir mit Fertigungspartnern zusammen. Dies betrifft den überwiegenden Teil unserer in 90-Nanometer-Fertigungstechnologie gefertigten Produkte sowie alle in 65-Nanometer- und 40-Nanometer-Fertigungstechnologie gefertigten Produkte. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller und Chipkarten-ICs. Bei der Backend-Fertigung kooperieren wir bei bestimmten Gehäusetypen mit Partnern, um ausreichend Kapazitätswachstum sicherstellen und Phasen starker Nachfrageschwankungen besser handhaben zu können. Dies betrifft zum Beispiel Standard-Leistungshalbleitergehäuse.

Ein weiterer erfolgreicher Schritt im Bereich Fertigungstechnologie ist die Einführung eines größeren Wafer-Durchmessers für die Fertigung von Leistungshalbleitern. Die Nutzung von 300-Millimeter-Dünnwafern bringt deutliche Vorteile bei Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz. Allerdings sind die technischen Herausforderungen groß. Infineon ist bisher das einzige Unternehmen, das diesen Schritt erfolgreich umgesetzt hat. Weitere Informationen zum Hochlauf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie finden Sie am Ende dieses Kapitels.

Infineon unterhält insgesamt 19 Fertigungsstandorte in elf Ländern: Dresden, Regensburg und Warstein (alle Deutschland); Villach (Österreich); Newport (Wales, UK); Cegled (Ungarn); Peking und Wuxi (beide China); Malakka und Kulim (beide Malaysia); Cheonan (Korea); Batam (Indonesien); Singapur; Tijuana (Mexiko) sowie Leominster, Mesa, Morgan Hill, San Jose und Temecula (alle USA) (siehe Kapitel "Standorte"). Zum 30. September 2016 waren an diesen Fertigungsstandorten 26.383 Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt (Vorjahr: 25.909 Mitarbeiter).

Unsere Investitionen betrugen im Geschäftsjahr 2016 €826 Millionen. Dies ist ein Anstieg um €41 Millionen beziehungsweise 5 Prozent im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €785 Millionen. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz reduzierten sich von 13,5 Prozent im Vorjahr auf 12,8 Prozent im Geschäftsjahr 2016. Von den gesamten Investitionen entfielen €716 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €646 Millionen) und €110 Millionen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter F&E-Kosten (Vorjahr: €139 Millionen).

Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf Investitionen in Fertigungsanlagen. Davon wiederum entfielen rund zwei Drittel auf Frontend-Fertigungsanlagen, der Rest im Wesentlichen auf Backend-Fertigungsanlagen.

Meilensteine und wesentliche Investitionsschwerpunkte in der Fertigung im Geschäftsjahr 2016

Eine anhaltend hohe Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen führte zum weiteren Ausbau der zweiten Fertigungshalle am Frontend-Standort Kulim, der Fertigungshalle "Kulim 2". Am 15. Januar 2016 wurde der Meilenstein "Ready for Equipment", also der Beginn der Ausstattung des Reinraums mit Fertigungsmaschinen, erreicht. Die offizielle Eröffnung der Fertigungshalle erfolgte planmäßig am 13. Mai 2016. Dies war zugleich der Start der Serienfertigung.

Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr an den Frontend- und Backend-Stand-orten hauptsächlich in folgende Bereiche investiert:

Ausbau der 200-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in differenzierenden Fertigungstechnologien wie zum Beispiel MEMS-Sensoren, Hochfrequenzkomponenten oder Leistungshalbleitern und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen.
Ausbau der 300-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität (siehe nächster Absatz).
Weitere Erhöhung der Automatisierung in unseren Frontend- und Backend-Standorten, zum Beispiel die Verbesserung des fabrikinternen Transports der Wafer oder die mathematisch optimierte Fertigungsplanung.
Ausbau der Backend-Fertigungskapazität, insbesondere in Malakka sowie in Wuxi mit dem Bau einer zweiten Fertigungshalle.
Anpassung und Umrüstung von Fertigungslinien an das geänderte Produktportfolio, insbesondere durch den Start der Serienfertigung neuer Technologien und Produkte.

Hochlauf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung erfolgt planmäßig

Der kontinuierliche Ausbau der Fertigungskapazitäten unseres 300-Millimeter-Frontend-Fertigungsverbunds - bestehend aus den Standorten Dresden und Villach - erfolgt planmäßig. Der nächste Meilenstein steht Ende des Kalenderjahres 2017 an. Wir wollen bis dahin die verfügbare Reinraumfläche zu 20 bis 30 Prozent mit Anlagen für 300-Millimeter-Dünnwafer ausgestattet haben. Dann erwarten wir die Kosten pro Chip der 300-Millimeter-Fertigung auf dem Niveau unserer 200-Millimeter-Fertigung.

Die Auslastung der 300-Millimeter-Fertigungskapazität steigt aus verschiedenen Gründen. Zum einen kann die Nachfrage nach unseren Leistungshalbleiterkomponenten nicht mehr aus den 200-Millimeter-Werken gedeckt werden. Zum anderen verlagern wir einen Teil der Fertigung von Newport nach Dresden. Und ferner werden bestimmte neue Produkte ausschließlich auf der 300-Millimeter-Fertigungslinie gefertigt, so zum Beispiel der im Geschäftsjahr 2016 vorgestellte 800-Volt-Leistungstransistor CoolMOS™ P7.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen, die bei "Konzernstrategie" im Kapitel "Finanzen und Strategie" dargestellt ist. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Infineon hat sich vorgenommen,

beim Umsatz mit durchschnittlich jährlich 8 Prozent zu wachsen,
dabei über den Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 17 Prozent (bislang 15 Prozent) zu erzielen und
über den Zyklus die Investitionen relativ zum Umsatz auf 13 Prozent zu begrenzen.

Die Erreichung dieser finanziellen Ziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts.

Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert einerseits kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen.

Infineon setzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele ein. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, den quartalsweisen Prognosen, dem wöchentlichen Auftragseingang sowie monatlich aus Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe hierzu den Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" im Internet) und Mitarbeiter (siehe Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"). Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei.

Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance-Standards eingehalten werden (siehe Kapitel "Corporate Governance").

Steuerungskennzahlen

Hauptsteuerungskennzahlen

Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:

das Segmentergebnis beziehungsweise die Segmentergebnis-Marge zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios,
den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und
die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz.

Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird.

Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses im Rahmen der vom Vorstand verabschiedeten Konzernstrategie liegt dabei in der Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente, erfolgt jedoch in enger Abstimmung mit dem Vorstand.

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen.

Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird.

Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt.

Alle drei Kennzahlen, insbesondere das Segmentergebnis, korrelieren stark mit dem Umsatzwachstum. Insofern ist das Umsatzwachstum keine eigene Hauptsteuerungskennzahl, wird aber indirekt über die drei Kennzahlen mit abgedeckt.

Segmentergebnis

Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Saldo aus Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten; Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 23). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2016 siehe Kapitel "Die Segmente" sowie "Das Geschäftsjahr 2016").

Free-Cash-Flow

Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2016 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage").

Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Infineon steuert sein operatives Nettoumlaufvermögen, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird.

Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Free-Cash-Flow ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern und auf 13 Prozent vom Umsatz zu begrenzen. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet.

Return on Capital Employed (RoCE)

Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Langfristige Vermögenswerte und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf.

RoCE = Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern / Eingesetztes Kapital

Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene berichtet. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung.

Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen Vermögenswerte sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren (zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2016 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage").

Ergänzende Steuerungskennzahlen

Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben.

Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen

Das Umsatzwachstum wird laufend dem Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gegenübergestellt. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird.

Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die F&E-Kosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen (zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage").

Liquiditätskennzahlen

Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen:

Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments.
Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten.
Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten.
Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Forschungs- und Entwicklungskosten.

Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage".

Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein.

Operative Frühindikatoren

Um das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwendet Infineon folgende operative Frühindikatoren:

Auftragseingang: Wertmäßige Summe aller Aufträge, die das Unternehmen in der entsprechenden Rechnungslegungsperiode von seinen Kunden erhalten hat.
Auftragseingang zum Umsatz: Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatzerlösen derselben Rechnungslegungsperiode (auch Book-to-Bill-Ratio genannt).

Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz ist ein Indiz für die zukünftige Nachfrageentwicklung. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet.

Zur Entwicklung des Auftragseingangs und des Verhältnisses von Auftragseingang zum Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage".

Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen

Im Kapitel "Prognosebericht" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2016 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2016 und das Geschäftsjahr 2017.

Nachhaltigkeit bei Infineon

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten werden im Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" im Internet beschrieben.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

In unserer Personalarbeit fokussieren wir uns auf die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen. Wir sind davon überzeugt, dass erfolgreiche Personalarbeit eine Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg ist. Denn nur zufriedene und erfolgreiche Mitarbeiter machen langfristig unternehmerische Höchstleistungen möglich und unterstützen uns bei der Erreichung unserer eingangs beschriebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele. Wir arbeiten tagtäglich daran, die Leistung und das Potenzial unserer Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. Die drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" und "Unsere Belegschaft" bündeln dabei alle unsere Aktivitäten.

1 Im Folgenden: Mitarbeiter (außer wenn zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern differenziert wird).

Exzellente Führung

Offenes und ehrliches Feedback

Ohne Ehrlichkeit und offenes Feedback kann eine Organisation sich nicht weiterentwickeln. Dieser Grundgedanke findet Ausdruck in unseren gemeinsam definierten Werten - unserem "High Performance Behavior Model" (vergleiche Abbildung). Unsere Werte sind kein theoretisches Konstrukt: Das Modell zeigt, wie wir die Unternehmensziele erreichen wollen, und setzt Prioritäten.

Ihre Bedeutung finden diese Verhaltensbeschreibungen unter anderem in den jährlichen Mitarbeitergesprächen im Rahmen des globalen STEPS-Prozesses (Abkürzung für "Steps To Employees' Personal Success"). Doch die grundlegende Kultur der Offenheit macht selbstverständlich hier nicht halt. Ebenso wichtig wie das Feedback von Führungskräften an Mitarbeiter ist uns die Rückmeldung von Teams an ihre Führungskräfte. Deshalb haben wir als Ergänzung zu den STEPS-Gesprächen das Format des Führungsgesprächs etabliert, das alle zwei Jahre stattfindet. Im Rahmen der Führungsgespräche bekommen Führungskräfte strukturiert Rückmeldung von ihren Mitarbeitern. Das ermöglicht ihnen, das eigene Führungsverhalten zu reflektieren, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und damit die Zusammenarbeit mit und im Team zu verbessern.

Offenes Feedback ist uns auch stets wichtig im konstruktiven Dialog mit unseren Arbeitnehmervertretern in den Betrieben. Die Mitbestimmung ist ein wesentlicher Faktor unserer Personalarbeit. Gemeinsam und vertrauensvoll gestalten wir in den jeweiligen Gremien, insbesondere im Gesamtbetriebsrat und im Unternehmenssprecherausschuss, die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Kernthemen.

Mit der regelmäßigen Great Place to Work®-Befragung messen wir unsere Fortschritte in Sachen Führungs- und Feedbackkultur. Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie ihr Bestes geben können. Die Ergebnisse vom Frühjahr 2016 zeigen, dass wir uns im Vergleich zu 2013 in allen Kategorien verbessert haben. Was uns besonders freut: 78 Prozent aller befragten Mitarbeiter sagen: "Alles in allem ist dies ein sehr guter Arbeitsplatz".

Führungskräfteentwicklung

Gute Führung ist eine der Grundlagen für den Erfolg von Infineon. Gute Führung ermöglicht, dass jeder Einzelne seine Aufgaben erfolgreich erledigt und so zum Unternehmenserfolg beiträgt. Gleichzeitig erwarten unsere Mitarbeiter, dass sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen im passenden Umfeld weiterentwickeln können. In diesem Sinne sind die Gestaltung einer attraktiven Arbeitsumgebung und die langfristige Mitarbeiterbindung bei Infineon zentrale Aufgaben der Führungskräfte.

Wir unterstützen unsere Führungskräfte dabei mit diversen Lern- und Entwicklungsangeboten auf den verschiedenen Führungsebenen. Unser Lernansatz umfasst dabei unterschiedliche Methoden aus Theorie und Praxis. Wir arbeiten im Rahmen von Präsenzveranstaltungen und E-Learnings an konkreten Praxisbeispielen.

Neben unseren Basis-Führungskräfteentwicklungs-Programmen "Infineon Leadership Excellence Programs" bieten wir verschiedene Lernangebote für spezielle Lernanlässe an. Ein Beispiel hierfür ist das "New Leader Orientation"-Programm - ein firmeninterner Workshop für neue Führungskräfte mit Fokus auf Führungskultur und Führungsinstrumente bei Infineon. In einem weiteren Training, "Leadership in Healthy Lifestyle", das in Asien angeboten wird, lernen TopManager, wie sie ihre Ressourcen stärken und ihre Gesundheitskompetenz erweitern können. Das E-Learning "Health & Care" stellt zudem den Aspekt Gesundheit als Führungsaufgabe dar.

Förderung der Talente

Talentmarketing und -management

Bei Infineon können Mitarbeiter ihre Karriere gemäß ihren individuellen Kenntnissen und Talenten in unterschiedlichen Laufbahnen, die sich an den Bedürfnissen von Infineon orientieren, entwickeln. Bereits etabliert sind vier Karrierewege:

die Fachkarriere als "Individual Contributor", im Rahmen derer individuelle Expertise in einem klassischen Unternehmensbereich wie Finanzen, Einkauf oder Vertrieb gefördert wird;
die "Technical Ladder", in der sich unsere technischen Experten weiterentwickeln können;
die Projektmanagementkarriere, welche den Projektmanagern eine klare Perspektive für ihre persönliche Weiterentwicklung und Karriere bietet - und die Bedeutung für den Erfolg von Infineon bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten unterstreicht; sowie
die Managerlaufbahn für die (Nachwuchs-)Führungskräfte.

Als international tätiges Unternehmen wollen wir unseren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven über Organisationsgrenzen und Länder hinweg bieten. Ein wichtiges Instrument hierfür sind die weltweiten Development Conferences, in denen Führungskräfte gemeinsam mit dem Personalbereich die konkrete Weiterentwicklung unserer Talente diskutieren.

In Asien-Pazifik (einschließlich Japan) bieten wir aufgrund der Erwartungshaltung der Mitarbeiter und spezieller Rahmenbedingungen vor Ort zusätzlich zu den Infineon-Karrierepfaden eigens entwickelte Talentmanagement-Programme an: "ENGINE" für die Managementlaufbahn und "TechStar" für den technischen Karriereweg. Beide Programme konzentrieren sich auf die Schlüsselbereiche Ausbildung, Interaktion mit dem Management und Anwendung des Gelernten in konkreten Projekten.

Förderung der Vielfalt

Als international agierendes Unternehmen ist uns die Vielfalt unserer Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Unser globales Diversity-Management schafft den Rahmen für eine Unternehmenskultur, die die Individualität jedes Mitarbeiters wertschätzt und Chancengerechtigkeit fördert - unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität. Die Schwerpunkte unseres Diversity-Engagements können dabei von Standort zu Standort variieren und sind auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten. Beispielsweise konzentriert sich das Diversity-Team in Asien-Pazifik besonders auf die ethnisch-kulturelle Vielfalt und auf die demografische Entwicklung.

Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist einer der Schwerpunkte unseres Diversity-Managements. Wir hatten uns das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis zum Jahr 2015 auf 15,0 Prozent zu erhöhen. Trotz einer kontinuierlichen Steigerung auf 13,4 Prozent über die vergangenen Jahre ist uns das nicht ganz gelungen. Wir werden unsere Anstrengungen fortsetzen und planen, das Ziel nun bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Alle Unternehmensbereiche unterstützen dieses Ziel mit individuellen Maßnahmen und Leistungskennzahlen. An unserem langfristigen Ziel von 20 Prozent Frauen in Führungspositionen halten wir fest.

Mitarbeiter gesamt Frauen1 Männer1
Mittlere und obere Führungsebene2 5.999 13,4 86,6
Untere Führungsebene2 6.538 25,7 74,3
Fachkräfte 23.762 46,9 53,1
Gesamt 36.299 37,5 62,5

1 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2016 in der jeweiligen Vergleichsgruppe.

2 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem.

Weiterhin haben die Infineon Technologies AG sowie die Infineon Technologies Dresden GmbH im Zuge des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" Ziele für den Frauenanteil für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Über die Zielerreichung hierzu werden wir zum 30. Juni 2017 berichten; dies betrifft Ziele für Aufsichtsrat, Vorstand/ Geschäftsführung sowie erste und zweite Führungsebene (siehe auch Kapitel "Corporate Governance").

Hochschulkooperationen

Zur Gewinnung von Berufseinsteigern setzt Infineon auf langfristige Kontakte zu Studierenden und Professoren - etwa über spezielle High-Potential-Programme: Infineon ist seit 2002 Mitglied im UNITECH-Netzwerk zur Förderung europäischer Ingenieurtalente. Inzwischen hat sich UNITECH für Infineon zu einer nachhaltigen Quelle für internationale Top-Profile entwickelt. Sehr erfolgreich ist die langjährige Kooperation mit dem College des Ingenieurs (CDI). Bei diesem internationalen MBA-Programm hat sich Infineon als attraktives und zuverlässiges Partnerunternehmen etabliert.

Überdies organisiert Infineon beispielsweise an ausgewählten Top-Universitäten in China "Student Dialogs" sowie "Infineon Days" und unterhält langfristig angelegte "Joint Labs", "Training Labs" und einen Stiftungslehrstuhl zur dauerhaften Förderung der anwendungsbezogenen Forschung und Lehre.

Qualifikation und Weiterbildung

Wir messen der Weiterbildung unserer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert bei. Wir haben unsere Mitarbeiter mit all ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten immer im Blick, um sie persönlich wie fachlich voranzubringen.

Im Fokus der Weiterbildung stehen: Fachschulungen, die die Fachkenntnisse und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen; Angebote zur gezielten Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur; Trainings zur Weiterentwicklung der sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten; Trainings zum Projektmanagement. Aber auch interne Weiterbildungsangebote wie Mentoring-Programme und "Trainings on the job" sind uns wichtig.

Unsere Belegschaft

Gesundheitsmanagement

Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist für uns unverzichtbar. Wir schützen und fördern sie deshalb mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement. Präventionsprogramme wie "Fit4Health" in Deutschland und Österreich oder H.A.P.P.Y. (Healthy Active People Program for You) in Singapur stärken die Gesundheitskompetenz unserer Mitarbeiter. Zusätzliche bedarfsorientierte lokale Gesundheitsinitiativen ergänzen das Angebot.

Fachkompetenzentwicklung

Wie stellen wir uns bestmöglich für die Arbeitswelt der Zukunft auf? Eine Antwort auf diese Frage geben wir mit unserem strategischen Kompetenzmanagement, das künftig benötigte Fähigkeiten identifiziert und entsprechende Entwicklungspfade aufzeigt.

Unser funktionales Trainingsangebot wird primär über die Plattform "Academy Connect" umgesetzt. Insgesamt elf global agierende "funktionale Akademien" (segment- und bereichsspezifisch) arbeiten zusammen, um ein abgestimmtes Lernangebot zum Aufbau der fachlichen Kompetenzen bereitzustellen. Akademien gibt es zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Finanzen, Fertigung, Qualitätsmanagement und Supply Chain. Diese Lernangebote werden kontinuierlich ausgebaut. Denn mit der fachlichen und zielorientierten Entwicklung unserer Mitarbeiter wollen wir die Unternehmensstrategie unterstützen und unsere Produktivität erhöhen.

Mitarbeiter und Personalaufwand

Zum 30. September 2016 beschäftigte Infineon weltweit 36.299 Mitarbeiter gegenüber 35.424 Mitarbeitern zum 30. September 2015.

Der weltweite Personalaufwand für aktive interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2016 €2.047 Millionen (Vorjahr: €1.939 Millionen). In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Pensionsaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten.

Ausblick

Unsere Personalarbeit führt erfolgreiche Initiativen und Programme fort und entwickelt neue Maßnahmen als Antwort auf aktuelle Anforderungen. Die langfristige Personalstrategie trägt dazu bei, immer wieder aufs Neue den High-Performance-Anspruch von Infineon zu erfüllen: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter kompetent und richtig eingesetzt sind und durch persönlichen Erfolg motiviert zum gemeinsamen Erfolg von Infineon beitragen.

Dazu fokussiert sich unsere Personalarbeit auf die oben beschriebenen drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" sowie "Unsere Belegschaft". Die Initiative "HR Operational Excellence" verbessert zudem unsere Kernprozesse im Personalbereich. Mit stabilen Prozessen und effizienten Instrumenten begleitet HR als strategischer Partner und Berater für Führungskräfte und Mitarbeiter Infineon auf seinem High-Performance-Weg.

Nach Abschluss der Integration von International Rectifier im Geschäftsjahr 2016 wird die geplante Akquisition von Wolfspeed ein Fokusthema für den HR-Bereich im Geschäftsjahr 2017 sein.

Die Infineon-Aktie

Basisinformationen zu Aktie und zu Anleihen

Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1 : 1)
Grundkapital €2.265.346.218 (am 30. September 2016),
€2.258.542.962 (am 30. September 2015)
Ausgegebene Aktien' 1.132.673.109 (am 30. September 2016),
1.129.271.481 (am 30. September 2015)
Eigenbesitz 6 Millionen Aktien (am 30. September 2016)
ISIN DE0006231004
WKN 623100
Börsenkürzel IFX (Aktie), IFNNY (ADS)
Bloomberg IFX GY (Xetra), IFNNY US
Reuters IFX-XE, IFNNY-XE
Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB)
Marktkapitalisierung2 €17.892 Millionen (am 30. September 2016)
Durchschnittlich in Xetra gehandelte Aktien pro Tag in Stück 5.469.535 (im Geschäftsjahr 2016)
Handel in den USA ADS, außerbörslicher Handel am OTC-Markt (OTCQX)
Marktkapitalisierung2 US$20.032 Millionen (am 30. September 2016)
Durchschnittlich gehandelte Aktienzertifikate (ADS) pro Tag in Stück 216.173 (im Geschäftsjahr 2016)
Indexmitglied (Auswahl) DAX 30
Dow Jones STOXX Europe 600
Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment
Dow Jones Germany Titans 30
MSCI Germany
S&P-Europe-350
Dow Jones Sustainability World Index
Dow Jones Sustainability Europe Index
1,0 % Infineon-Anleihe vom 10. März 2015 fällig am 10. September 2018, ISIN: XS1191115366
1,5 % Infineon-Anleihe vom 10. März 2015 fällig am 10. März 2022, ISIN: XS1191116174
Rating von S&P Global Ratings seit Februar 2016: "BBB" (Ausblick "stabil")

1 Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beinhaltet die Aktien in Eigenbesitz.

2 Die Aktien in Eigenbesitz wurden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt.

Weiterer Kursanstieg im Geschäftsjahr 2016

Im Geschäftsjahr 2016 setzte die Infineon-Aktie ihre positive Kursentwicklung aus den Vorjahren fort und beendete das Geschäftsjahr mit einem Schlusskurs von €15,88. Der Kursanstieg gegenüber dem Schlusskurs vom Ende des Geschäftsjahres 2015 von €10,06 beträgt 58 Prozent. Gleich zu Beginn des Geschäftsjahres erreichte der Aktienkurs von Infineon das Jahrestief von €9,75. Im weiteren Verlauf stieg der Kurs unter deutlichen Kursschwankungen kontinuierlich an. Der Höchstkurs von €15,88 wurde am letzten Handelstag des Geschäftsjahres, dem 30. September 2016, erzielt. Im Geschäftsjahr 2016 war die Wertentwicklung der Infineon-Aktie deutlich besser als die Kursentwicklung der Vergleichsindizes. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) stieg um 39 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index um 35 Prozent. Mit einem Plus von 9 Prozent fiel der Anstieg des DAX im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich niedriger aus.

Handelsvolumen und DAX-Rangliste

Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück auf Xetra sank im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent. So wurden im Geschäftsjahr 2016 täglich 5,5 Millionen Aktien gehandelt nach 7,6 Millionen Aktien im Vorjahr. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen in Euro verringerte sich ebenfalls leicht um 7 Prozent von €73,7 Millionen im Geschäftsjahr 2015 auf €68,5 Millionen im Geschäftsjahr 2016.

In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS (American Depositary Share) außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Das durchschnittliche Handelsvolumen stieg von im Vorjahr 147 Tausend pro Tag gehandelten ADS auf 216 Tausend ADS pro Tag im Geschäftsjahr 2016. Die Anzahl der ausstehenden ADS verringerte sich und betrug zum 30. September 2016 16,7 Millionen Stück nach 23,2 Millionen ADS zum Ende des Geschäftsjahres 2015.

In der DAX-Rangliste verbesserte sich Infineon beim Kriterium der Marktkapitalisierung um 5 Positionen von Platz 22 zum Ende des Geschäftsjahres 2015 auf Rang 17 am Ende des Geschäftsjahres 2016. Hinsichtlich des gehandelten Volumens in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett belegte Infineon im Geschäftsjahr 2016 den 19. Platz nach Position 21 im Vorjahr.

Aktionärsstruktur

Zum 30. September 2016 hielten von den ausgegebenen Aktien vier Aktionäre jeweils mehr als 3 Prozent; davon zwei mehr als 5 Prozent. Am Ende des Geschäftsjahres 2015 waren sechs Aktionäre mit jeweils mehr als 3 Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt. Das von Privataktionären gehaltene Aktienkapital verringerte sich von 11,79 Prozent am Ende des Geschäftsjahres 2015 auf 9,53 Prozent am 30. September 2016.

Dividende

Nachdem die Dividende für das Geschäftsjahr 2014 bereits von €0,12 auf €0,18 erhöht worden war, hatten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 für das Geschäftsjahr 2015 eine weitere Anhebung der Dividende auf €0,20 je Aktie vorzuschlagen. Die Aktionäre stimmten dem Vorschlag zu und somit wurde am 19. Februar 2016 ein Betrag von €225 Millionen an die Aktionäre ausbezahlt. Die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien betrug zu diesem Zeitpunkt 1.123.271.481 Stück. Zum 30. September 2016 belief sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien auf 1.132.673.109. Hierin enthalten sind unverändert 6 Millionen Aktien in Eigenbesitz. Diese sind nicht dividendenberechtigt. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung sowie eines positiven Geschäftsausblicks wird den Aktionären auch für das Geschäftsjahr 2016 eine Erhöhung der Dividende um 2 Cent beziehungsweise 10 Prozent von €0,20 auf €0,22 auf der Hauptversammlung 2017 vorgeschlagen. Zur Dividendenpolitik siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie".

Dividende für Geschäftsjahr Dividende je Aktie

in €
2010 0,10
2011 0,12
2012 0,12
2013 0,12
2014 0,18
2015 0,20
Vorschlag 2016 0,22

Geschäftsentwicklung des Konzerns

Darstellung der Ertragslage

Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

€ in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2016 2015
Umsatzerlöse 6.473 5.795
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.330 2.080
Forschungs- und Entwicklungskosten - 770 - 717
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - 791 - 778
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Saldo - 6 - 30
Betriebsergebnis 763 555
Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Saldo) - 61 - 39
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 36 102
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 741 622
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2 12
Konzernjahresüberschuss 743 634
Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,66 0,56
Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,66 0,56
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,76 0,60

Konzernjahresüberschuss verbessert

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr im Zuge des Umsatzanstiegs um €109 Millionen auf €743 Millionen verbessert. Der Rückgang um €83 Millionen bei den akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen (Berichtsjahr: €191 Millionen; Vorjahr: €274 Millionen) für International Rectifier (insbesondere Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation) wurde durch einen geringeren Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €66 Millionen großteils ausgeglichen.

Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) liegt mit €0,66 je Aktie entsprechend über dem Ergebnis je Aktie des Vorjahres in Höhe von €0,56.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte von €0,60 auf €0,76 je Aktie deutlich verbessert werden (zur Ermittlung siehe "Bereinigtes Ergebnis je Aktie deutlich verbessert" in diesem Kapitel).

Positive Geschäftsentwicklung und Einbezug von International Rectifier für ein volles Geschäftsjahr führen zu Umsatzanstieg

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2016 um €678 Millionen auf €6.473 Millionen (Vorjahr: €5.795 Millionen). Dieser Anstieg ist zum Großteil auf eine positive Geschäftsentwicklung aller Segmente zurückzuführen (siehe Kapitel "Die Segmente") und berücksichtigt erstmalig International Rectifier für ein volles Geschäftsjahr, während im Vorjahr die Umsatzerlöse erst ab dem Abschluss der Akquisition am 13. Januar 2015 enthalten sind.

Stärke des US-Dollars führt zu positivem Währungseffekt bei den Umsatzerlösen

Ein Großteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2016 ist in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,14 im Vorjahr auf 1,11 im Geschäftsjahr 2016. Über alle Währungen und das gesamte Geschäftsjahr hinweg gesehen, trug der Währungseffekt mit circa 2 Prozent zum Umsatzanstieg bei. Der Währungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsatzerlöse des aktuellen Geschäftsjahres die jeweiligen durchschnittlichen Wechselkurse des vorherigen Geschäftsjahres angewendet werden.

Die Bedeutung von Asien-Pazifik nimmt weiter zu; China vor Deutschland wichtigster Absatzmarkt

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2016 2015
Europa, Naher Osten, Afrika 2.147 33 % 2.020 35 %
Darin: Deutschland 1.000 15 % 942 16 %
Asien-Pazifik (ohne Japan) 3.083 48 % 2.666 46 %
Darin: China 1.574 24 % 1.337 23 %
Japan 424 6 % 399 7 %
Amerika 819 13 % 710 12 %
Darin: USA 661 10 % 568 10 %
Gesamt 6.473 100 % 5.795 100 %

Durch die Akquisition von International Rectifier wurde der Marktzugang in China und den USA deutlich gestärkt, was sich in einem überproportionalen Anstieg der Umsatzerlöse in diesen Regionen zeigt. Auch in den übrigen Regionen ist Infineon gewachsen.

Mit €417 Millionen entfiel mehr als die Hälfte des Umsatzwachstums (62 Prozent) auf die Region Asien-Pazifik (ohne Japan), gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit einem Anstieg von €127 Millionen (entspricht 19 Prozent des Umsatzanstiegs) sowie der Region Amerika mit einem Anstieg von €109 Millionen (entspricht 16 Prozent des Umsatzanstiegs).

War die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) bereits im Vorjahr mit 46 Prozent die nach Umsatz größte Region vor Europa, Naher Osten und Afrika (damals 35 Prozent), so erhöhte sich die Bedeutung im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter. Asien-Pazifik (ohne Japan) repräsentierte nun 48 Prozent vom Umsatz vor Europa, Naher Osten und Afrika mit 33 Prozent.

China wies mit einem Anteil von €1.574 Millionen oder 24 Prozent am weltweiten Infineon-Umsatz den höchsten Umsatz auf Länderebene auf, gefolgt von Deutschland mit €1.000 Millionen oder 15 Prozent.

Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz weiterhin auf hohem Niveau

Gegenüber dem Vorjahr ist das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) mit 1,09 (Vorjahr: 1,11) nahezu unverändert und befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Auftragseingang stieg im Geschäftsjahr 2016 um 10 Prozent auf €7.050 Millionen (Vorjahr: €6.421 Millionen).

Bruttomarge leicht verbessert

Die Bruttomarge verbesserte sich im Geschäftsjahr 2016 mit 36,0 Prozent leicht gegenüber dem Vorjahr mit 35,9 Prozent. Geringere Ergebnisbelastungen aus der Kaufpreisallokation und sonstigen akquisitionsbedingten Aufwendungen für International Rectifier wurden durch höhere Umsatzkosten aus einem veränderten Produktmix sowie Anlaufkosten für Kulim 2 und die 300-Millimeter-Fertigung großteils ausgeglichen. Darüber hinaus wurde weiter in die Produktion investiert, um die Basis für langfristiges Wachstum zu schaffen. Die Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation und sonstigen akquisitionsbedingten Aufwendungen für International Rectifier auf die Bruttomarge betrugen im Geschäftsjahr 2016 €96 Millionen nach €143 Millionen im Vorjahr und betreffen insbesondere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Im Vorjahr waren zusätzlich noch Aufwendungen aus dem Verbrauch von im Rahmen der Kaufpreisallokation zu Marktwerten bewerteten Vorräten enthalten.

Teile der Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte aus den Umsatzerlösen teilweise aus, sodass im abgelaufenen Geschäftsjahr der positive Währungseffekt auf das Bruttoergebnis vom Umsatz geringer ist.

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2016 2015
Umsatzkosten 4.143 3.715
Prozentuale jährliche Veränderung 12 % 39 %
Prozent vom Umsatz 64,0 % 64,1 %
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.330 2.080
Prozent vom Umsatz (Bruttomarge) 36,0 % 35,9 %

Im Verhältnis zum Umsatz leicht gesunkene Betriebskosten

Bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) war im Geschäftsjahr 2016 ein Anstieg um €66 Millionen auf €1.561 Millionen zu verzeichnen (Vorjahr: €1.495 Millionen). Damit betrugen die Betriebskosten 24,1 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 25,8 Prozent).

Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten)

Die ausgewiesenen F&E-Kosten werden durch vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu F&E-Projekten sowie aktivierte Entwicklungskosten gemindert.

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2016 2015
Forschungs- und Entwicklungskosten 770 717
Prozentuale jährliche Veränderung 7 % 30 %
Prozent vom Umsatz 11,9 % 12,4 %
Darin berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse 75 59
Prozent vom Umsatz 1,2 % 1,0 %
Nachrichtlich: Aktivierte Entwicklungskosten 98 100
Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 12,7 % 13,9 %

Die F&E-Kosten sind mit €770 Millionen im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zu €717 Millionen im Geschäftsjahr 2015 um €53 Millionen beziehungsweise 7 Prozent angestiegen. Damit beliefen sie sich auf 11,9 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent) vom Umsatz und befinden sich weiterhin planmäßig im Zielkorridor eines unteren bis mittleren Zehnerprozentbereichs vom Umsatz. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen zum einen aus der zeitlich vollen Einbeziehung von International Rectifier im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr. Zum anderen wurden, um die Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert und unter anderem weitere Mitarbeiter eingestellt. Zum 30. September 2016 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 6.057 Mitarbeiter beschäftigt (30. September 2015: 5.778).

Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2016 werden im Kapitel "Forschung und Entwicklung" näher erläutert.

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2016 2015
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 791 778
Prozentuale jährliche Veränderung 2 % 57 %
Prozent vom Umsatz 12,2 % 13,4 %

Mit 12,2 Prozent des Umsatzes verringerten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem Vorjahr (13,4 Prozent). Absolut erhöhten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten um €13 Millionen auf €791 Millionen, im Wesentlichen aus der zeitlich vollen Einbeziehung von International Rectifier im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorjahr waren demgegenüber auch direkte Erwerbsnebenkosten (Rechtsberatungskosten sowie Bankprovisionen) für International Rectifier enthalten.

Auflösung latenter Steuerverbindlichkeiten und Änderungen von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern führen zu Steuerertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Geschäftsjahr 2016, wie im Vorjahreszeitraum, durch ausländische Steuersätze, nicht abzugsfähige Aufwendungen, Steuervergünstigungen und Änderungen der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beeinflusst. Bei einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €705 Millionen ergab sich ein Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €36 Millionen. Dieser beruht im Wesentlichen auf einem latenten Steuerertrag im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Integration von International Rectifier. Neben der Auflösung latenter Steuerverbindlichkeiten aus der Kaufpreisallokation wirkten sich insbesondere Änderungen von Wertberichtigungen auf Steuergutschriften in Höhe von €43 Millionen aus, die durch die Integration von International Rectifier nutzbar wurden.

Im Vorjahr führte die Neueinschätzung und Wertaufholung bei den aktiven latenten Steuern in Höhe von €209 Millionen zu einem Steuerertrag in Höhe von €102 Millionen bei einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €520 Millionen.

Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Konzernanhang Nr. 7.

Ergebnis je Aktie verbessert

Der verbesserte Konzernjahresüberschuss führte zu einem entsprechenden Anstieg des Ergebnisses je Aktie. Beliefen sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2015 auf jeweils €0,56, lagen die entsprechenden Werte im Geschäftsjahr 2016 bei €0,66.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie deutlich verbessert

Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere International Rectifier) als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) wie folgt:

€ in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2016 2015
Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 742 620
Zuzüglich/Abzüglich:
Wertaufholungen/Wertminderungen von Vermögenswerten und von zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten, Saldo 16 31
Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo - 7 13
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen 9 6
Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen 191 274
Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo 4 2
Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo 6 16
Steuereffekt auf Bereinigungen - 49 - 73
Wertaufholung beziehungsweise Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern, die aus der jährlich zu aktualisierenden Ertragsprognose resultieren - 59 - 209
Bereinigter Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 853 680
Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert 1.129 1.125
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert1 0,76 0,60

1 Die Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten.

Der bereinigte Konzernjahresüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen. Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 8 dargestellt.

Darstellung der Vermögenslage

€ in Millionen, außer Prozentsätze 30. September 2016 30. September 2015 Veränderung
Kurzfristige Vermögenswerte 4.492 4.115 9 %
Langfristige Vermögenswerte 4.595 4.626 - 1 %
Summe Vermögenswerte 9.087 8.741 4 %
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.530 1.585 - 3 %
Langfristige Verbindlichkeiten 2.534 2.491 2 %
Summe Verbindlichkeiten 4.064 4.076 0 %
Summe Eigenkapital 5.023 4.665 8 %
Bilanzkennzahlen:
Gesamtkapitalrendite1 8,2 % 7,3 %
Eigenkapitalquote2 55,3 % 53,4 %
Eigenkapitalrendite3 14,8 % 13,6 %
Verschuldungsgrad4 35,2 % 38,4 %
Vorratsintensität5 13,1 % 12,9 %
RoCE6 15,0 % 12,8 %

1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe Vermögenswerte

2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Summe Vermögenswerte

3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Eigenkapital

4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten)/Eigenkapital

5 Vorratsintensität = Vorräte (netto)/Summe Vermögenswerte

6 Ermittlung siehe nachfolgenden Abschnitt betreffend RoCE

Anstieg bei den kurzfristigen Vermögenswerten bedingt durch höhere Brutto-Cash-Position

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind zum 30. September 2016 um 9 Prozent auf €4.492 Millionen gestiegen, verglichen mit €4.115 Millionen zum 30. September 2015. Infineons Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) stieg um €227 Millionen (siehe "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Zudem erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte in Summe um €94 Millionen im Zuge des organischen Umsatzwachstums der Segmente.

Leichter Rückgang der langfristigen Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte gingen von €4.626 Millionen zum 30. September 2015 auf €4.595 Millionen zum 30. September 2016 leicht zurück. Die Investitionen ins Sachanlagevermögen lagen mit €716 Millionen über den Abschreibungen von €665 Millionen im selben Zeitraum. Investiert wurde unter anderem in die Fertigungsstätten in Regensburg (Deutschland), Kulim (Malaysia), Villach (Österreich) sowie Malakka (Malaysia). Demgegenüber lagen bei den immateriellen Vermögenswerten die Investitionen mit €110 Millionen unter den Abschreibungen von €168 Millionen.

Geringfügiger Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten; langfristige Verbindlichkeiten nahezu unverändert

Zum 30. September 2016 lagen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei €1.530 Millionen, €55 Millionen (3 Prozent) niedriger als zum 30. September 2015 (€1.585 Millionen). Die langfristigen Verbindlichkeiten blieben mit €2.534 Millionen (30. September 2015: €2.491 Millionen) nahezu unverändert.

Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern verringerten sich um €58 Millionen, insbesondere da die getätigten Zahlungen der erfolgsabhängigen Mitarbeitervergütung für das Vorjahr die Neubildung für das Geschäftsjahr 2016 überstiegen. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um €55 Millionen unter anderem im Zuge des organischen Umsatzwachstums der Segmente im Einklang mit dem Anstieg der Vorräte.

Bilanzstruktur Aktiva

€ in Millionen 2015 2016
Brutto-Cash-Position 2.013 2.240
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 742 774
Vorräte 1.129 1.191
Sachanlagen 2.093 2.119
Immaterielle Vermögenswerte 1.738 1.656
Aktive latente Steuern 604 623
Übrige Vermögenswerte 422 484
8.741 9.087

Bilanzstruktur Passiva

€ in Millionen 2015 2016
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 802 857
Finanzverbindlichkeiten 1.793 1.769
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 426 604
Rückstellungen 474 403
Übrige Verbindlichkeiten 581 431
Eigenkapital 4.665 5.023
8.741 9.087

Die langfristigen Verbindlichkeiten sind von €2.491 Millionen zum 30. September 2015 leicht auf €2.534 Millionen zum 30. September 2016 gestiegen. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen hierbei um €178 Millionen hauptsächlich aufgrund versicherungsmathematischer Verluste. Der gegenläufige Rückgang der passiven latenten Steuern in Höhe von €137 Millionen resultierte im Wesentlichen aus der Auflösung latenter Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier sowie aus der Zuschreibung aktiver latenter Steuern im In- und Ausland.

Anteil Finanzverbindlichkeiten in Euro unverändert

Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten in Euro (kurz- und langfristig) blieb im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr mit 53 Prozent unverändert. Der Anteil der in US-Dollar gehaltenen Finanzverbindlichkeiten stieg geringfügig auf 47 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent). Das Darlehen in Höhe von US$934 Millionen, welches Infineon im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier bei verschiedenen internationalen Banken aufgenommen hatte, wurde vollständig mit den Mitteln aus der Begebung von USPP-Anleihen (US-Privatplatzierungen von Anleihen) zurückgezahlt.

Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Nr. 14 erläutert.

Finanzverbindlichkeiten nach Währungen

€ in Millionen 2015 2016
Euro 947 939
US-Dollar 828 830
Sonstige 18 0
1.793 1.769

Eigenkapital durch Konzernjahresüberschuss gestiegen

Das Eigenkapital ist zum 30. September 2016 um €358 Millionen (8 Prozent) auf €5.023 Millionen gestiegen (30. September 2015: €4.665 Millionen). Ursächlich hierfür war vor allem der im Geschäftsjahr 2016 erzielte Konzernjahresüberschuss von €743 Millionen. Gegenläufig wirkten im Wesentlichen die für das Geschäftsjahr 2015 gezahlte Dividende von €225 Millionen sowie im sonstigen Ergebnis erfasste versicherungsmathematische Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von €159 Millionen nach Steuern (ausführlich hierzu siehe im Konzernanhang unter Nr. 15 und 20).

Die Eigenkapitalquote stieg zum 30. September 2016 auf 55,3 Prozent (30. September 2015: 53,4 Prozent).

Höheres Ergebnis führt zu Anstieg beim RoCE

Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €664 Millionen im Vorjahr auf €799 Millionen und damit auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) von 12,8 Prozent auf 15,0 Prozent trotz eines Anstiegs des eingesetzten Kapitals von €5.176 Millionen zum 30. September 2015 auf €5.334 Millionen zum 30. September 2016. Damit hat Infineon auch im Geschäftsjahr 2016 mehr als seine Kapitalkosten erwirtschaftet.

Der RoCE für die Geschäftsjahre 2016 und 2015 ermittelt sich wie folgt:

€ in Millionen 2016 2015
Betriebsergebnis 763 555
Zuzüglich:
Finanzerträge ohne Zinserträge1 - 4
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 4
Abzüglich:
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 36 102
Finanzaufwendungen ohne Zinsaufwendungen2 - 3 - 1
Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern 1 799 664
Aktiva 9.087 8.741
Abzüglich:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 625 - 673
Finanzinvestments - 1.615 - 1.340
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - -
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten - 1.530 - 1.585
Zuzüglich:
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 17 33
Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten - -
Eingesetztes Kapital 2 5.334 5.176
RoCE 1/2 15,0 % 12,8 %

1 Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2016 und 2015 betrugen €6 Millionen beziehungsweise €10 Millionen und enthielten jeweils €6 Millionen Zinserträge.

2 Die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2016 und 2015 betrugen €67 Millionen beziehungsweise €49 Millionen und enthielten €64 Millionen beziehungsweise €48 Millionen Zinsaufwendungen.

Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Etwaige Beispiele für solche das eingesetzte Kapital beeinflussende Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen, Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen sowie Änderung der aktiven und passiven latenten Steuern.

Darstellung der Finanzlage

Cash-Flow

€ in Millionen 2016 2015
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.313 957
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 1.098 - 2.593
Mittelzufluss/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 229 1.363
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 22 - 140
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 36 - 413
Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 12 28
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 48 - 385

Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten deutlich höher als im Vorjahreszeitraum

Im Geschäftsjahr 2016 ergab sich ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.313 Millionen, eine Verbesserung um €356 Millionen im Vergleich zu €957 Millionen im Vorjahr. Ursächlich hierfür war vor allem das um €259 Millionen verbesserte Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.612 Millionen (Vorjahr: €1.353 Millionen). Darüber hinaus haben im Vorjahreszeitraum die Zahlung von €104 Millionen für die Beilegung der Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten und die Zahlung von €83 Millionen an die EU-Kommission für die verhängte Geldbuße im Chipkarten-Kartellverfahren als Sondereffekte den Cash-Flow belastet.

Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geprägt durch Investitionen in das Sachanlagevermögen

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf €1.098 Millionen. Dieser resultierte im Wesentlichen aus Investitionen in Sachanlagen von €716 Millionen sowie €110 Millionen in immaterielle und sonstige Vermögenswerte. Ebenfalls zu einem Mittelabfluss führten mit einem Saldo von €275 Millionen Auszahlungen für den Kauf von Finanzinvestments.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr

2015 €2.593 Millionen betragen. Davon entfielen €1.869 Millionen nach Abzug übernommener Zahlungsmittel auf die Akquisition von International Rectifier. Investitionen in Sachanlagen sowie in immaterielle und sonstige Vermögenswerte betrugen in Summe €785 Millionen.

Auszahlung der Dividende führt zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2016 bei €229 Millionen. Darin enthalten ist im Wesentlichen die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von €225 Millionen. Darüber hinaus hat Infineon im April 2016 erfolgreich eine US-Privatplatzierung von Anleihen (USPP) mit einem Volumen von US$935 Millionen abgeschlossen, wodurch es zu einem Nettomittelzufluss in Höhe von €819 Millionen kam. Im Gegenzug wurde das US-Dollar-Darlehen in Höhe von US$934 Millionen, welches im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier aufgenommen wurde, zurückgezahlt, was zu einem Mittelabfluss in Höhe von €820 Millionen führte.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2015 €1.363 Millionen betragen. Im Rahmen der Finanzierung der Akquisition von International Rectifier kam es zu einem Nettozahlungsmittelzufluss von €1.584 Millionen. Daneben erfolgte die Auszahlung der Dividende von €202 Millionen für das Geschäftsjahr 2014.

Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten

Der Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf €22 Millionen, im Wesentlichen aufgrund von Zahlungen von €14 Millionen an den Insolvenzverwalter von Qimonda für erzielte Vergleichsvereinbarungen über Nachhaftungsansprüche von ehemaligen Mitarbeitern von Qimonda Dresden sowie für Verteidigungskosten.

Im Geschäftsjahr 2015 hatte der Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten €140 Millionen betragen. Davon entfielen nach Erstattung von Umsatzsteuerbeträgen €125 Millionen auf Zahlungen im Rahmen des mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda geschlossenen Teilvergleichs.

Free-Cash-Flow

Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet:

€ in Millionen 2016 2015
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.313 957
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 1.098 - 2.593
Auszahlungen(+)/Einzahlungen(-) für Finanzinvestments, Saldo 275 - 18
Free-Cash-Flow 490 - 1.654

Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit übersteigt Investitionen Der Free-Cash-Flow betrug €490 Millionen im Geschäftsjahr 2016. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.313 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €826 Millionen.

Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag dagegen bei negativen €1.654 Millionen. Davon entfielen €1.869 Millionen nach Abzug übernommener Zahlungsmittel auf die Akquisition von International Rectifier. Zusätzlich belasteten Zahlungen an den Insolvenzverwalter von Qimonda abzüglich des Erlöses aus dem Verkauf der Qimonda-Patente und Zahlungen an die EU-Kommission den Free-Cash-Flow in Summe mit €178 Millionen.

Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position

Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet:

€ in Millionen 30. September 2016 30. September 2015
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 625 673
Finanzinvestments 1.615 1.340
Brutto-Cash-Position 2.240 2.013
Abzüglich:
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 17 33
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.752 1.760
Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.769 1.793
Netto-Cash-Position 471 220

Der Free-Cash-Flow von €490 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €225 Millionen deutlich. Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2016 erhöhte sich demgemäß um €227 Millionen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 17. November 2016 hat Infineon einen Kaufvertrag über den Erwerb von 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo") unterzeichnet. Der Kauf bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Abschluss der Transaktion wird für das Ende des Kalenderjahres 2016 erwartet und führt zur anschließenden Vollkonsolidierung der MoTo.

Die MoTo ist Eigentümerin und Vermieterin des bestehenden Bürokomplexes Campeon in Neubiberg bei München, dem Hauptsitz von Infineon. Mit der MoTo besteht seit Oktober 2005 eine Leasingvereinbarung für den Bürokomplex mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Nach 15 Jahren hat Infineon das Recht, den Immobilienkomplex zu erwerben oder für weitere fünf Jahre zu mieten (siehe Konzernanhang Nr. 24).

Verkäufer der Anteile ist die Geneba RE 3 B.V. Der Verkaufspreis beträgt €113 Millionen und wird von Infineon aus vorhandenen Barmitteln finanziert. Der Erwerb der Unternehmensanteile rentiert mit einer Verzinsung weit oberhalb der Fremdkapitalkosten von Infineon und hat ab dem Geschäftsjahr 2017 einen positiven Einfluss auf das Segmentergebnis in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrags. Durch die Kaufpreiszahlung in Höhe von €113 Millionen verringert sich der Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2017. Für die Folgejahre führt die Transaktion zu einem Anstieg des Free-Cash-Flows zwischen €20 und €30 Millionen jährlich. Bestehende Finanzverbindlichkeiten der MoTo in Höhe von circa €220 Millionen erhöhen Infineons Finanzverbindlichkeiten.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen

Am 14. Juli 2016 haben Infineon und Cree einen Vertrag über die Akquisition des Wolfspeed-Geschäfts von Cree unterzeichnet. Infineon beabsichtigt, Wolfspeed, inklusive des damit verbundenen Materialgeschäfts, für einen Kaufpreis von US$850 Millionen zu erwerben. Zum Abschluss der Transaktion, welche Anfang des Kalenderjahres 2017 erwartet wird, bedarf es noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Daher gelten die in diesem Kapitel gemachten Prognosen nur für das Geschäft des Infineon-Konzerns. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Akquisition werden diese Prognosen zeitnah an die dann geänderte Unternehmensstruktur angepasst.

Am 17. November 2016 hat Infineon einen Kaufvertrag über den Erwerb von 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo") unterzeichnet (siehe Kapitel "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"). Die sich daraus ergebenden Effekte auf Infineons Steuerungskennzahlen sind im nachfolgenden Prognosebericht bereits berücksichtigt.

Prognosebericht

Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen

Die folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit der ursprünglichen Prognose und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2017. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 enthalten die Finanzzahlen von International Rectifier für ein volles Geschäftsjahr. Die im Geschäftsjahr 2015 erzielten Ergebnisse berücksichtigen die Finanzzahlen von International Rectifier erst ab dem 13. Januar 2015, also dem Zeitpunkt des Abschlusses der Akquisition.

€ in Millionen, außer Prozentsätze Ist Ursprüngliche Prognose Ist Prognose
GJ 2015 GJ 2016 GJ 2016 GJ 2017
--- --- --- --- ---
Hauptsteuerungskennzahlen
Segmentergebnis-Marge 15,5 % in etwa 16 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) 15,2 % in etwa 16 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum)
Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten - 1.654 zwischen €500 und €600 Millionen 490 zwischen €400 und €500 Millionen
RoCE 12,8 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr 15,0 % leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr
Ergänzende Steuerungskennzahlen
Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen
Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr 34 % Anstieg um 13 % plus/minus 2 Prozentpunkte 12 % Anstieg um 6 % plus/minus 2 Prozentpunkte
Bruttomarge 35,9 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr 36,0 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr
Forschungs- und Entwicklungskosten 717 30 % Wachstum mit oder leicht unter dem Umsatzwachstum 770 7 % Wachstum geringer als das Umsatzwachstum
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 778 57 % Wachstum leicht unter dem Umsatzwachstum 791 2 % Wachstum geringer als das Umsatzwachstum
Liquiditätskennzahlen
Brutto-Cash-Position 2.013 in der Spanne von 30 % bis 40 % relativ 2.240 in der Spanne von €1,7 bis €2,4 Milliarden
34,7 % zum Umsatz und somit innerhalb des Ziels von 30 % bis 40 % 34,6 % und somit innerhalb des Ziels von €1 Milliarde + 10 % bis 20 % vom Umsatz
Netto-Cash-Position 220 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) 471 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten)
Nettoumlaufvermögen 550 zwischen €700 und €850 Millionen 739 zwischen €750 und €900 Millionen
Investitionen 785 etwa €850 Millionen 826 etwa €950 Millionen

Vergleich ursprünglicher Prognose mit Ist-Werten für das Geschäftsjahr 2016

Für die Segmentergebnis-Marge war im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum ein Wert von 16 Prozent prognostiziert worden. Das Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2016 betrug 12 Prozent und erreichte damit einen Wert von 1 Prozentpunkt unterhalb des Mittelpunkts der Spanne. Somit lag die Segmentergebnis-Marge von 15,2 Prozent im Rahmen der Erwartung. Der Free-Cash-Flow betrug im Geschäftsjahr 2016 €490 Millionen und lag damit leicht unterhalb der erwarteten Spanne von €500 bis €600 Millionen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) verbesserte sich von 12,8 Prozent im Geschäftsjahr 2015 auf 15,0 Prozent und ist somit wie erwartet angestiegen.

Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2016 betrug 12 Prozent und lag damit innerhalb der prognostizierten Spanne von 13 Prozent plus beziehungsweise minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge stieg wie erwartet leicht von 35,9 Prozent im Geschäftsjahr 2015 auf 36,0 Prozent im Geschäftsjahr 2016. Die Betriebskosten entwickelten sich besser als erwartet. Sowohl für die Forschungs- und Entwicklungskosten als auch für die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten war ein Wachstum mit oder leicht unter dem Umsatzwachstum prognostiziert worden. Mit einem Anstieg von 7 Prozent lag der Zuwachs bei den Forschungs- und Entwicklungskosten 5 Prozentpunkte unter dem Anstieg des Umsatzes und somit innerhalb der Erwartung. Die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stiegen hingegen nur um 2 Prozent gegenüber einem Umsatzwachstum von 12 Prozent und somit deutlich geringer als der Umsatz.

Erläuterung der Prognose für das Geschäftsjahr 2017

Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs

Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsatzerlöse nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und teilweise mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsatzerlöse zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €2 bis €3 Millionen pro Quartal oder etwa €8 bis €12 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von etwa €8 Millionen pro Quartal oder etwa €32 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2017 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 unterstellt.

Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt

Das Wachstum der Weltwirtschaft betrug im Kalenderjahr 2015 2,6 Prozent. Im Kalenderjahr 2016 wird das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts voraussichtlich bei etwa 2,4 Prozent liegen. Damit hat sich die Weltwirtschaft weiter seitwärts bewegt und nicht die noch im Herbst 2015 von den Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartete Dynamik entfalten können. Im Herbst 2015 lag die Wachstumsprognose für das Kalenderjahr 2016 bei 3,0 Prozent. Diese wurde dann aufgrund der sich verschlechternden Rahmenbedingungen im Laufe des Jahres nach unten angepasst. Das Kalenderjahr 2016 war wie die Vorjahre von geopolitischen Krisen und Terrorangst geprägt. Hinzu kam das überraschende Votum der Briten für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Daraus werden negative Einflüsse auf die künftige Konjunkturentwicklung erwartet, und es erhöht auch in den kommenden Jahren die Unsicherheit. Außerhalb Europas entwickelte sich die US-Wirtschaft, relativ zum bisherigen Wachstum, eher schwach. China arbeitet weiter am Umbau seiner Wirtschaft und auch in Japan kam es zu keiner wirtschaftlichen Erholung. Länder wie Brasilien und Russland, deren Staatseinnahmen von Öl- und Rohstoffpreisen abhängen, litten weiterhin unter den niedrigen, sich jedoch langsam erholenden Preisen.

Für das Kalenderjahr 2017 erwarten die Experten des IWF eine Wachstumsrate von 2,8 Prozent. Konjunkturstimulierende Maßnahmen in China, Japan und anderen Ländern sowie weiterhin niedrige Zinsen sollten sich positiv auf die Nachfrage in den Bereichen Konsum und Investitionen auswirken. Auch die erwartete Fortsetzung der Erholung der Öl- und Rohstoffpreise würde den rohstoffexportierenden Ländern wieder einen größeren finanziellen Spielraum ermöglichen. Brasilien und Russland können möglicherweise im Kalenderjahr 2017 die Rezession der beiden Vorjahre überwinden. Die Risiken und Herausforderungen für die Welt und somit auch die Weltkonjunktur bleiben jedoch unverändert hoch. Protektionistische Tendenzen, Terrorgefahr sowie nach wie vor ungelöste Konflikte in diversen Ländern und Regionen zählen zu den möglichen Belastungsfaktoren.

Ähnlich schwach wie die Weltwirtschaft hat sich auch der Welt-Halbleitermarkt in den letzten beiden Jahren entwickelt. Nach einem Umsatzrückgang von 2,0 Prozent im Kalenderjahr 2015 wird der Gesamtmarkt auch im Kalenderjahr 2016 leicht schrumpfen.

Mit einem erwarteten Anstieg von 4,8 Prozent für das Kalenderjahr 2017 sind die Aussichten für das Wachstum des Welt-Halbleitermarktes deutlich positiver.

Anstieg des Umsatzes gegenüber Vorjahr von 6 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte erwartet

In Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der für Infineon relevanten Teilbereiche des Halbleitermarktes erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 einen Anstieg des Konzernumsatzes um 6 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Im Segment Automotive wird ein Umsatzwachstum deutlich über dem Konzerndurchschnitt erwartet. Das Wachstum des Segments Industrial Power Control sollte in etwa auf dem Niveau des Konzerndurchschnitts oder leicht darüber liegen. In den Segmenten Power Management & Multimarket und Chip Card & Security wird das Umsatzwachstum voraussichtlich geringer als im Konzerndurchschnitt sein.

Leicht steigende Bruttomarge erwartet

Für das Geschäftsjahr 2017 wird erwartet, dass im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum die Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Weiterhin wird die Bruttomarge durch akquisitionsbedingte Kosten negativ beeinflusst.

Steigende Betriebskosten erwartet

Aufgrund des prognostizierten Umsatzwachstums geht Infineon davon aus, dass die Betriebskosten in absoluten Werten ansteigen. Relativ zum Umsatz sollte der Anstieg jedoch geringer als das Umsatzwachstum ausfallen. Dabei werden voraussichtlich sowohl die Forschungs- und Entwicklungskosten als auch die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten prozentual weniger als der Umsatz steigen. Die in den Betriebskosten enthaltenen akquisitionsbedingten Kosten werden im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen.

Segmentergebnis-Marge bei etwa 16 Prozent vom Umsatz erwartet Aufgrund der oben beschriebenen Prognosen für die Umsatz- und Kostenentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2017 bei Erreichen des Mittelpunkts der Spanne für das Umsatzwachstum auf etwa 16 Prozent steigen wird.

Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis

Infineon erwartet, dass das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis, vor allem aufgrund von akquisitionsbedingten Aufwendungen, im Geschäftsjahr 2017 zwischen minus €200 Millionen und minus €250 Millionen liegen wird (Geschäftsjahr 2016: minus €219 Millionen). Rund €130 Millionen des prognostizierten Betrags entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier.

Finanzergebnis

Die Finanzverbindlichkeiten von Infineon betrugen zum 30. September 2016 €1.769 Millionen. Dem standen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments in Höhe von €2.240 Millionen gegenüber. Im Geschäftsjahr 2016 belief sich das Finanzergebnis, der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, auf minus €61 Millionen. Nach dem rechtlichen Zustandekommen der geplanten Akquisition von Wolfspeed wird Infineon für die Finanzierung der Kaufpreiszahlung circa US$720 Millionen an zusätzlichen Schulden aufnehmen und Teile seiner Brutto-Cash-Position verwenden. Aufgrund des Anstiegs der Verschuldung und geringerer Zinseinnahmen durch die Abnahme der Liquidität wird das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 sinken.

Steuern

Im Geschäftsjahr 2017 wird der Steuersatz des Infineon-Konzerns für laufenden Steueraufwand (cash tax) voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen. Dieser Steuersatz ist bezogen auf das Ergebnis ohne Berücksichtigung der Effekte aus der Kaufpreisallokation aufgrund der Akquisition von International Rectifier und setzt sich aus den zahlungswirksamen inländischen und ausländischen Steuern der Infineon-Konzerngesellschaften zusammen.

In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Dies führt zu einem zahlungswirksamen inländischen Steuersatz von etwa 12 Prozent. Zum 30. September 2016 belief sich der Verlustvortrag für Körperschaftsteuerzwecke auf €2,0 Milliarden und der Verlustvortrag für Gewerbesteuerzwecke auf €3,1 Milliarden.

Nettoumlaufvermögen

Für das Geschäftsjahr 2017 wird erwartet, dass das Nettoumlaufvermögen am 30. September 2017 zwischen €750 Millionen und €900 Millionen liegen wird.

Investitionen und Abschreibungen

Für das Geschäftsjahr 2017 wird ein Anstieg der Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, auf etwa €950 Millionen erwartet. Im Geschäftsjahr 2016 waren €826 Millionen investiert worden. Diese teilten sich in €716 Millionen für Sachanlagen und €110 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte auf. Im Geschäftsjahr 2017 werden die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte auf einem ähnlichen Niveau wie im Geschäftsjahr 2016 liegen. In den geplanten Investitionen von etwa €950 Millionen sind circa €35 Millionen für ein neues Bürogebäude am Hauptsitz des Unternehmens in Neubiberg bei München enthalten. Das Verhältnis von Investitionen zum Mittelpunkt der prognostizierten Umsatzspanne für das Geschäftsjahr 2017 liegt bei 13,8 Prozent. Ohne die Aufwendungen für das neue Bürogebäude beträgt dieser Prozentsatz circa 13 Prozent.

Die Investitionen in die Fertigung teilen sich in etwa zu gleichen Teilen in Investitionen zur Kapazitätserweiterung im Frontend-Bereich, Aufwendungen für Anpassungen der bestehenden Frontend-Produktion und Investitionen im Backend-Bereich auf. So ist geplant, die Produktionskapazitäten sowohl bei der 200-Millimeter- als auch bei der 300-Millimeter-Fertigung weiter auszubauen. Weiterhin wird die Frontend-Produktion durch kontinuierliche Investitionen in Automatisierung, Qualität, Innovation und Infrastruktur auf dem aktuellen erforderlichen Stand der Technik gehalten. Etwa ein Drittel des zu investierenden Kapitals wird im Geschäftsjahr 2017 für die Anpassung und Erweiterung der Backend-Produktion eingesetzt.

Die Abschreibungen werden voraussichtlich etwa €830 Millionen betragen.

Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten

Für das Geschäftsjahr 2017 wird erwartet, dass der Free-Cash-Flow einen Wert zwischen €400 Millionen und €500 Millionen erreichen wird.

Brutto-Cash-Position

Die Brutto-Cash-Position wird zum Ende des Geschäftsjahres 2017 voraussichtlich in einer Spanne zwischen €1,7 Milliarden und €2,4 Milliarden liegen. Damit erwartet Infineon auch im Geschäftsjahr 2017 die Einhaltung seiner Kapitalstrukturziele. Zu den Kapitalstrukturzielen siehe "Kapitalstrukturziele belegen unsere Zuverlässigkeit" im Kapitel "Konzernstrategie".

RoCE

Für das Geschäftsjahr 2017 wird bei einem in etwa stabilen Konzernjahresüberschuss ein Anstieg des eingesetzten Kapitals erwartet. Daher sollte die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) gegenüber dem Vorjahreswert von 15,0 Prozent leicht zurückgehen. Die erwartete Verbesserung des Segmentergebnisses wird durch höhere Steueraufwendungen sowie den Anstieg des eingesetzten Kapitals im Zuge der Konsolidierung der MoTo (siehe Kapitel "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag") überkompensiert.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Infineon-Konzerns

Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2017 erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr von 6 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge wird voraussichtlich leicht ansteigen. Bei Erreichen des Mittelpunkts der Umsatzprognose sollte die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 16 Prozent vom Umsatz liegen. Die Investitionen werden etwa €950 Millionen betragen. Die Abschreibungen werden sich voraussichtlich auf etwa €830 Millionen belaufen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten sollte einen Wert zwischen €400 Millionen und €500 Millionen erreichen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird voraussichtlich gegenüber dem Vorjahreswert von 15,0 Prozent leicht zurückgehen.

Risiko- und Chancenbericht

Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements

Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer im Kapitel "Konzernstrategie" erläuterten strategischen Ziele, nachhaltig profitabel zu wachsen und durch effizienten Kapitaleinsatz finanzielle Mittel zu schonen. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands.

Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystem-Elemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Managementsystem.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Das zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und regelkonformen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab.

Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten.

Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene, die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt.

Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, jedoch ohne Saldierung mit eventuell gebildeten Rückstellungen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft.

Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer beziehungsweise qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert.

Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung.

Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancen-steuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System.

Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und initiiert korrigierende Maßnahmen.

Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Abschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet.

Das interne Kontrollsystem ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob

konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden;
konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden;
bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden;
Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten;
Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen.

Beurteilung der Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben.

Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch eine Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle, sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge erfasst sind.

Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert.

Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder, einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten.

Im Geschäftsjahr 2016 wurde das interne Kontrollsystem von International Rectifier im Rahmen der Zusammenführung der rechtlichen Einheiten und Prozesse in das Infineon-Kontrollsystem integriert.

Wesentliche Risiken

Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können und damit den Risikoklassen hoch oder mittel angehören. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben.

Strategische Risiken

Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch)

Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass wir unsere geplanten Umsätze nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen.

So beobachten wir insbesondere die europäische Schuldenkrise. Infolge der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand werden verstärkt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung durchgeführt und Investitionsausgaben zurückgehalten. Konsumenten und Unternehmen fühlen sich zunehmend verunsichert und in vielen EU-Ländern herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit. Hinzu kommen die aktuellen geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit den Krisen zum Beispiel in der Ukraine und den Unruhen sowie Bürgerkriegen im Mittleren und Nahen Osten.

Ein erneut überdurchschnittliches Umsatzwachstum konnten wir in China erreichen, wo der Umsatzanteil von 23 Prozent im Geschäftsjahr 2015 nochmals leicht auf 24 Prozent im Geschäftsjahr 2016 angestiegen ist. Unsere Abhängigkeit vom chinesischen Markt bleibt damit bestehen und resultiert in einem leicht angestiegenen Risiko im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Risiko beinhaltet eine aus chinesischer Sicht zurückgehende Auslandsnachfrage und einen damit einhergehenden Rückgang der chinesischen Fertigungsauslastung. Zudem besteht das Risiko einer künftig verstärkten Eigenfertigung von bisher zugelieferten Halbleitern in China. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch)

Der weltweite Halbleitermarkt ist vom globalen Wirtschaftswachstum abhängig und somit Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch weiterhin in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. So ist es zum Beispiel möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben.

Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch)

Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen sowie strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus können verstärkte M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) in der Halbleiterbranche möglicherweise zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation führen. Daraus zu erwartende Vorteile des Wettbewerbers sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise in der Verstärkung von Vertriebswegen zu sehen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage ergeben.

Operative Risiken

Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Hoch)

Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann.

Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können.

Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Hoch)

Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Lieferantenverträgen führen.

Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden.

Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dies könnte negative Auswirkungen auf unsere Investitionsquote und somit auch auf die Ertragslage zur Folge haben.

Die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden kann zudem wachsen, indem einzelne Kunden einen überdurchschnittlich hohen Umsatz- und Ergebnisanteil in unserem Geschäft erreichen. Dies kann getrieben sein durch einen außerordentlichen Geschäftserfolg des jeweiligen Kunden zum Beispiel durch überdurchschnittliche Nachfrage bei seinen Produkten oder auch durch Konsolidierungstendenzen insbesondere bei einem unserer Tier1- oder Tier2-Kunden.

Entwicklung der Produktqualität (RK: Mittel)

Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeute und somit die Liefertreue haben. Mangelnde Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation von Infineon können zusätzlich die zukünftige Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen.

Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel)

Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel)

Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können.

Zudem sind wir erheblichen Preisrisiken aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien, Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) und im Bereich Energie ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration in der Fertigung benötigen.

Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2017 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe und Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel)

Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Fertigung geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologietransfers.

Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Fertigungsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Fertigungskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Veränderungen im Fertigungsprozess kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen.

Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel)

Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden.

Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel)

Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern (RK: Mittel)

Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Finanzrisiken

Währungsrisiken (RK: Mittel)

Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt.

Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse trotz Sicherungen negativ beeinflussen.

Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel)

Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls eines oder mehrerer unserer ausgewählten Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben.

Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 22 entnommen werden.

Rechtliche und Compliance-Risiken

Qimonda-Insolvenz (RK: Mittel)

Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der in diesem Zusammenhang uns gegenüber vorgebrachten Forderungen sind wir, auch nach dem Teilvergleich vom 11. September 2014, weiterhin erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 23 beschrieben sind.

Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2016 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können.

Urheberrechte und Patente (RK: Mittel)

Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen.

Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren und anstreben, den Schutz in diesem Risikofeld durch den Abschluss weiterer Verträge auszudehnen, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung.

Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unsere Ertragslage hätte.

Weitere Informationen sind dem Konzernanhang unter Nr. 23 zu entnehmen.

Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel)

Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein.

Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten.

Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel)

Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeitern und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen.

Gleichzeitig besteht auch im Fall von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen.

Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter laufend.

Maßnahmen zur Umsetzung der Risikosteuerungsstrategie

Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend.

Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben.

Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen.

Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktions-übergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen.

Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit initiiert mit dem Ziel, die Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen weiter zu verbessern. Diese Absicherung erreichen wir im Wesentlichen durch den Betrieb unseres globalen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Mit dem systematischen Ansatz des Managementsystems versuchen wir, alle möglichen IT-Risiken zu identifizieren und zu bewerten und sicherzustellen, dass wir wirksame Prozesse und Tools zur Risikominimierung und -vermeidung anwenden. Unser ISMS deckt alle Unternehmensbereiche ab und ist gemäß der weltweit anerkannten Norm ISO/IEC 27001 zertifiziert. Im Rahmen regelmäßiger interner und externer Audits werden alle relevanten Risikobereiche kontinuierlich überprüft und optimiert.

Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Patentrisiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften.

Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir ein konzernweites Compliance-Management-System etabliert, das wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Der Compliance-Officer berichtet quartalsweise an den Finanzvorstand und den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren.

Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung

Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt.

Chancen

Im Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse (CK) analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben.

Neue Technologien/Materialien (CK: Mittel)

Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie beispielsweise Silizium in manchen Einsatzbereichen seine physikalischen Grenzen erreichen könnte.

Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien, wie beispielsweise Siliziumkarbid oder Galliumnitrid, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Die geplante Akquisition von Wolfspeed könnte die Markteinführung von Produkten auf Basis von Siliziumkarbid und Galliumnitrid beschleunigen.

Strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" (CK: Mittel)

Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzpotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte.

Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel) Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Erneuerbare Energien spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die CO2 -Emissionen zu begrenzen. Das Fernziel ist die auf dem Klimagipfel von Paris im Dezember 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts.

Halbleiter von Infineon ermöglichen die effizientere Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie zum Beispiel in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen.

Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel)

Unsere eigenen Fertigungskapazitäten sowie die Fertigungskapazitäten unserer externen Fertigungspartner bieten uns genügend Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Nachfrage. Insbesondere wird mit dem Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) und des zweiten Fertigungsmoduls Kulim 2 (Malaysia) dem zunehmenden Bedarf nach Leistungshalbleitern Rechnung getragen. Ferner wurde als Folge der gestiegenen Nachfrage nach 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs der Ausbau der Fertigungskapazität in Regensburg (Deutschland) beschlossen.

Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfragen unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken.

Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel)

China ist für Infineon das umsatzstärkste Land. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen für uns von höchster Bedeutung und betreffen folgende von uns bediente Märkte:

Die Autoproduktion in China wächst weiterhin, wenngleich auch mit einer geringeren Wachstumsrate. Das hohe Wachstum bei der Produktion von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen macht China jedoch zum weltgrößten Markt für Elektromobilität.

China repräsentiert den größten Schienenfahrzeugmarkt der Welt und verfügt über den mit Abstand größten Zughersteller der Welt, der ein Kunde von Infineon ist. Neben dem weiteren Ausbau des inländischen Schienennetzes spielen internationale Infrastrukturprojekte eine zunehmende Rolle, von denen Infineon zunehmend profitiert.

China hat auf dem G20-Gipfel in Hangzhou (China) im September 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und damit einer Reduzierung seiner CO2 -Emissionen formal zugestimmt. Dadurch gewinnt der Ausbau der erneuerbaren Energien in China enorm an Bedeutung. Unsere dortige Präsenz und unsere Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Wind- und Solarbranche bieten uns weitere langfristige Wachstumschancen.

Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken.

Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel)

Wir erwarten eine weitere Zunahme des Halbleiterwerts pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen.

Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2 -Ziele ohne weitere Elektrifizierung nicht zu erreichen sind. Dies umfasst nicht nur die Elektromobilität, also Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge, sondern vor allem auch die Elektrifizierung von Aggregaten in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller sind wir hier sehr gut positioniert.

Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel)

Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch in der weiterhin hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: Erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (Silizium-MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Verstärker, Hochfrequenz-Antennenschalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs).

Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel)

Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Chip Card & Security. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ferner eröffnen sich durch das Internet der Dinge beziehungsweise Industrie 4.0 neue Märkte. Hier spielt die Authentifizierung von Geräten eine zunehmende Rolle, wofür wir entsprechende Sicherheitschips anbieten.

Finanzielle Position (CK: Mittel)

Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns unternehmerische Flexibilität bei der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet.

Akquisition von International Rectifier (CK: Mittel im Geschäftsbericht 2015)

Die im Geschäftsbericht 2015 beschriebenen Chancen durch die Akquisition von International Rectifier sind im Geschäftsjahr 2016 in der Mittelfristplanung der Segmente integriert und werden daher nicht mehr explizit dargestellt.

Treasury und Kapitalbedarf

Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur

Finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen, ist die Maxime des Konzern-Treasury von Infineon. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Die Verschuldung soll dabei nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen, sodass jederzeitig Handlungsspielraum gewahrt wird. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert. Diese Kapitalstrukturziele wurden Anfang 2016 überarbeitet, um dem starken Umsatzwachstum und der positiven Entwicklung der Ertragskraft von Infineon in den letzten Jahren Rechnung zu tragen.

Infineon plant demzufolge, mindestens €1 Milliarde sowie zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Umsatzes an Liquidität (Brutto-Cash-Position) vorzuhalten. Die bisherige Zielbandbreite für die Brutto-Cash-Position belief sich auf 30 bis 40 Prozent des Umsatzes. Die Bruttoverschuldung soll weiterhin das Zweifache des EBITDA (Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen und Steuern zuzüglich planmäßiger Abschreibungen) nicht übersteigen.

Die Resultante aus diesen beiden Größen wird nicht mehr mit einem eigenen Ziel belegt (bisher: positive Netto-Cash-Position).

Infineon unterliegt keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung.

Treasury-Grundsätze und Verantwortlichkeiten

Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze, die durch den Finanzvorstand genehmigt sind und regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt.

Zentralisierte Treasury-Funktion

Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury.

Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, leiten die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiter, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren.

Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung zentral veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken. Dabei werden Fremdwährungszahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert (für weitere Ausführungen siehe im Konzernanhang unter Nr. 22).

Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen, soweit gesetzlich zulässig, alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden.

Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung der aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und stabile Finanzinstitute. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen und lokalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen. Infineon hat seine Geldanlagen auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2016 war kein Kreditinstitut für mehr als 13 Prozent der Geldanlagen verantwortlich.

Kapitalbedarf im Geschäftsjahr 2017

Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit

Entsprechend unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2017 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Nähere Angaben zu aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen, wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnliches resultierenden Verpflichtungen zum 30. September 2016 finden sich im Konzernanhang unter Nr. 24.

Investitionen

Die Halbleiterfertigung ist sehr kapitalintensiv. Die Zielquote von Infineon für zukünftige Geschäftsjahre für die im Zyklusmittel erwarteten Investitionen (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") relativ zum Umsatz beträgt rund 13 Prozent. Abhängig von der Geschäftssituation plant Infineon derzeit für das Geschäftsjahr 2017 Investitionen in Höhe von rund €950 Millionen (für Details siehe Kapitel "Prognosebericht"). Davon war zum 30. September 2016 ein Betrag von €275 Millionen vertraglich fest vereinbart.

Rückzahlung fälliger Darlehen

Von unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2016 in Höhe von €1.769 Millionen wird im Geschäftsjahr 2017 ein Betrag von €17 Millionen fällig.

Geplante Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 wird den Aktionären von Infineon eine Dividende von €0,22 je Aktie vorgeschlagen werden. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, wird dies zu einer Ausschüttung von voraussichtlich rund €248 Millionen führen (für das Vorjahr: €225 Millionen). Siehe hierzu ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 15.

Akquisition von Wolfspeed

Am 14. Juli 2016 haben die Gesellschaft und Cree Inc. (Cree), USA, einen Vertrag über den Kauf des Wolfspeed-Geschäfts von Cree unterzeichnet. Infineon beabsichtigt, Wolfspeed (inklusive des damit verbundenen Materialgeschäfts) für einen Kaufpreis von US$850 Millionen zu erwerben. Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen. Die Transaktion wird von Infineon aus vorhandenen Barmitteln sowie durch drei fest vereinbarte Bankkredite mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren finanziert (siehe Konzernanhang unter Nr. 14).

Kauf eines Mehrheitsanteils an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG

Am 17. November 2016 hat Infineon einen Kaufvertrag mit Geneba RE 3 B.V. (Geneba) über den Kauf von deren Anteilen von 93 Prozent an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG (MoTo) für €113 Millionen abgeschlossen (siehe Kapitel "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"). Die Transaktion wird von Infineon aus vorhandenen Barmitteln finanziert.

Deckung des Kapitalbedarfs

Unsere Brutto-Cash-Position belief sich am 30. September 2016 auf €2.240 Millionen. Wir können €720 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") wird im Geschäftsjahr 2017 zwischen €400 Millionen bis €500 Millionen liegen, da der erwartete Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit die geplanten Investitionen übersteigen sollte.

Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2017 decken zu können. Darin eingeschlossen sind begebene Garantien im Wesentlichen für Gebäudemieten (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 24).

Derivative Finanzinstrumente

Zu Hedgingzwecken setzen wir folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der geplanten Akquisition von Wolfspeed haben wir zwei transaktionsabhängige Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäfte (sogenannte "Deal Contingent Forwards") abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente werden bei uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Konzernanhang Nr. 21 und 22.

Rating

Im Februar 2016 erhielt Infineon von der internationalen Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) erstmalig ein langfristiges Kreditrating. Das solide Investment-Grade-Rating von "BBB" (Ausblick "stabil") berücksichtigt unter anderem auch die angepassten Kapitalstrukturziele von Infineon. S&P hat das Rating von Infineon nach der Ankündigung der geplanten Akquisition von Wolfspeed bestätigt.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich Infineon trotz eines konjunkturell schwierigeren Umfelds sehr gut behauptet. Unsere Wachstumsziele haben wir erreicht: Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf €6.473 Millionen, das Segmentergebnis verbesserte sich um 9 Prozent auf €982 Millionen, was einer Marge von 15,2 Prozent entspricht. Trotz höherer Investitionen verbesserte sich der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten auf €490 Millionen. Im Vorjahr hatte er -bereinigt um die drei Sondereffekte International-Rectifier-Akquisition, Qimonda-Teilvergleich zu Patenten und EU-Strafzahlung - €393 Millionen betragen. Unsere Entwicklung in den letzten Jahren hat auch die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P; vormals Standard & Poor's Ratings Services) überzeugt, die im Februar 2016 erstmalig ein langfristiges Kreditrating für Infineon vergeben hat. S&P bewertet die Bonität mit "BBB" (Ausblick "stabil") im Investment-Grade-Bereich. Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers. An unserer positiven Entwicklung wollen wir unsere Anteilseigner angemessen beteiligen. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 16. Februar 2017 daher eine um 2 Cent - also 10 Prozent - höhere Dividende von €0,22 je Aktie vorschlagen.

Das Geschäftsjahr 2016 hat gezeigt, dass Infineon ein kerngesundes Unternehmen ist und die richtige Strategie hat. In den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen und uns auf Applikationen, Technologien und Produkte fokussiert, die angesichts globaler Megatrends heute gefragter sind denn je. Die hierfür nötigen Kompetenzen haben wir über viele Jahre aufgebaut, systematisch erweitert und sehr erfolgreich im Sinne unserer Kunden eingesetzt. Ausgehend von unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" richten wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg unserer Kunden aus. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: durch eine durchgängige Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, durch differenzierende Eigenfertigung und ein auf die verschiedenen Märkte zugeschnittenes Vorgehen. So sichern wir unseren Erfolg heute und in der Zukunft.

Mit der geplanten Akquisition von Wolfspeed erweitern wir abermals unser Kompetenzspektrum. Wir werden einerseits zur Nummer eins bei Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid und schaffen andererseits die Grundlage, um auch der Marktführer bei Hoch-frequenz-Leistungsbauelementen werden zu können. Wir vergrößern unser Portfolio um Technologien der Zukunft und adressieren damit Wachstumsmärkte der Zukunft wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und Mobilfunk-Infrastruktur der nächsten Generation für das Internet der Dinge. Mit Wolfspeed können wir die Markteinführung dieser innovativen Technologien beschleunigen. Dadurch leisten wir einen Beitrag, um den Bedarf der modernen Gesellschaft an Energieeffizienz, Vernetzung und Mobilität mit modernsten Halbleiterlösungen zu decken. Wir erwarten, dass sich die Akquisition sofort positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie von Infineon auswirken wird.

Auch in Zukunft wollen wir schneller wachsen als der Markt. Deshalb gehen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und halten weiterhin an unserem Ziel fest, im Durchschnitt des Zyklus mit rund 8 Prozent pro Jahr zu wachsen, und wollen dabei künftig im Durchschnitt des Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 17 Prozent (bislang 15 Prozent) erzielen. Das Wachstum wollen wir im Zyklusdurchschnitt mit Investitionen von rund 13 Prozent vom Umsatz erreichen.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir - die geplante Akquisition von Wolfspeed noch nicht berücksichtigt - ein Umsatzwachstum von 6 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, wobei wir einen Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 unterstellen. Für den Mittelpunkt der Umsatzspanne erwarten wir für das Geschäftsjahr 2017 eine Segmentergebnis-Marge von etwa 16 Prozent. Die für das Geschäftsjahr 2017 geplanten Investitionen belaufen sich auf etwa €950 Millionen.

Infineon Technologies AG

Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG.

Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beides Deutschland).

Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht.

Ertragslage

Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung)

€ in Millionen 2016 2015
Umsatz 5.357 5.243
Umsatzkosten - 3.781 - 3.698
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.576 1.545
Forschungs- und Entwicklungskosten - 742 - 724
Vertriebskosten - 181 - 153
Allgemeine Verwaltungskosten - 303 - 400
Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo 37 48
Beteiligungsergebnis, Saldo 37 361
Zinsergebnis - - 52
Übriges Finanzergebnis 21 - 7
Ergebnis vor Ertragsteuern 445 618
Ertragsteuern - 38 - 47
Jahresüberschuss 407 571
Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG - 158 - 137
Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG - - 208
Bilanzgewinn 249 226

Bei den Umsatzerlösen und dem Bruttoergebnis vom Umsatz verzeichnete die Infineon Technologies AG im Geschäftsjahr 2016 einen leichten Zuwachs von jeweils 2 Prozent. Der starke Rückgang des Beteiligungsergebnisses ist im Wesentlichen auf eine hohe Zuschreibung der Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. im Vorjahr zurückzuführen, mit der die handelsrechtlich zulässige Wertobergrenze erreicht wurde. Der im Geschäftsjahr 2016 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €407 Millionen. Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €158 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €249 Millionen.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung)

€ in Millionen 2016 2015
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 637 530
Finanzanlagen 6.185 5.245
Anlagevermögen 6.822 5.775
Vorräte 613 517
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände 832 1.481
Zahlungsmittel, Wertpapiere 1.954 1.672
Umlaufvermögen 3.399 3.670
Rechnungsabgrenzungsposten 40 39
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 4 3
Summe Aktiva 10.265 9.487
Ausgegebenes Kapital 2.253 2.247
Kapitalrücklage 1.207 1.179
Gewinnrücklagen 2.897 2.737
Bilanzgewinn 249 226
Eigenkapital 6.606 6.389
Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 93 142
Übrige Rückstellungen 316 362
Rückstellungen 409 504
Anleihen 804 804
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 795
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 284 253
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.301 678
Übrige Verbindlichkeiten 848 48
Verbindlichkeiten 3.237 2.578
Rechnungsabgrenzungsposten 12 15
Summe Passiva 10.265 9.487

Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG wurde im Vergleich zum Vorjahr durch folgende wesentliche Effekte beeinflusst: Bei den Aktiva ist ein Anstieg der Finanzanlagen (€940 Millionen) sowie eine Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€282 Millionen) zu verzeichnen, bedingt durch Änderungen der konzerninternen Beteiligungsstruktur. Gleichzeitig sind die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zurückgegangen. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€217 Millionen) ist im Wesentlichen durch den im Geschäftsjahr 2016 erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €407 Millionen bedingt. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2015 von €225 Millionen aus.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich um €49 Millionen bedingt durch die mit einer gesetzlichen Neuregelung verbundene erstmalige Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Bei den übrigen Rückstellungen war ein Rückgang von insgesamt €46 Millionen zu verzeichnen. Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2016 um €659 Millionen erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €623 Millionen zurückzuführen. Die Gesellschaft hat das Bankdarlehen in Höhe von €792 Millionen (US$934 Millionen) im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier vollständig mit den Mitteln aus der Begebung von USPP-Anleihen zurückgezahlt, was zum Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und zum Anstieg der übrigen Verbindlichkeiten geführt hat.

Die Eigenkapitalquote beträgt 64,4 Prozent nach 67,3 Prozent im Vorjahr.

Dividende

Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird.

Für das Geschäftsjahr 2016 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €249 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2016 soll der Hauptversammlung aufgrund der im Berichtszeitraum erzielten Ergebnisse sowie eines positiven Geschäftsausblicks die Ausschüttung einer um €0,02 je Aktie höheren Bardividende von €0,22 je Aktie vorgeschlagen werden. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung.

Für das Geschäftsjahr 2015 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,20 je Aktie beziehungsweise von €225 Millionen ausgeschüttet.

Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie".

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen

Die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf das Kapitel "Risiko- und Chancenbericht".

Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen im Kapitel "Treasury und Kapitalbedarf" zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG.

Corporate Governance

Angaben nach § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Zum 30. September 2016 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.265.346.218. Es ist eingeteilt in 1.132.673.109 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung.

Zum 30. September 2016 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6 Millionen (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne des § 21 Abs. 1 oder 1a sowie § 25 Abs. 1 oder § 25a Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 28 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.

Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht.

Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Nach § 21 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2016 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2016 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.

Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Mit Wirkung zum 1. Juli 2016 wurde der Vorstand von drei auf vier Mitglieder erweitert. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgen gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen.

Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Bestimmungen über die Änderung der Satzung

Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitali an der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 15.

Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen

Die Hauptversammlung vom 13. Februar 2014 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 12. Februar 2019 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (gemeinsam "Anleihen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Anleihen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Anleihen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Anleihen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszuschließen,

sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Anleihen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung;
um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände.

Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz - mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen; weitere Einzelheiten dazu - auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Options- beziehungsweise Wandlungspreis ermäßigt werden kann - sind der Ermächtigung zu entnehmen.

Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Anleihen und deren Bedingungen festzulegen.

Erwerb eigener Aktien

Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 bis zum 27. Februar 2018 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises.

Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Options- und Wandelanleihen sowie Aktienoptionsplänen genutzt oder Organmitgliedern und Arbeitnehmern im Konzern zum Erwerb angeboten beziehungsweise als Vergütungsbestandteil zugewendet und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis.

Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird.

Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist.

Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen.

Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend.

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels

Diverse Finanzierungsverträge mit kreditgebenden Banken und Kapitalmarktgläubigern (siehe hierzu im Konzernanhang unter Nr. 14) sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis.

Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen.

Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts maximal jedoch für 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht.

Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Nummer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels abzusichern und auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten.

Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nur in wenigen Einzelfällen. Dessen ungeachtet enthalten die Bedingungen für den Performance Share-Plan, an dem neben den Vorstandsmitgliedern auch die Führungskräfte und weitere ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit teilnehmen, eine Regelung für den Fall eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG); diese hat im Wesentlichen zum Gegenstand, dass die in den Planbedingungen vorgesehene Wartefrist von vier Jahren im Falle des Kontrollwechsels vorzeitig endet; diese Regelung des Performance Share-Plans gilt nicht für die Vorstandsmitglieder.

Corporate Governance Bericht

Der Corporate Governance Bericht ist unter www.infineon.com/corporate-governance-bericht öffentlich zugänglich.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist unter www.infineon.com/ erklaerung-zur-unternehmensfuehrung öffentlich zugänglich.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 5. Mai 2015 die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar.

Vergütung des Vorstands

Vergütungssystem

Das Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des DCGK an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten; für außerordentliche Entwicklungen soll eine Begrenzungsmöglichkeit bestehen. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet.

Im Geschäftsjahr 2016 fand die turnusmäßige Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten statt. Die Überprüfung kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft ungeachtet bestehender Handlungsspielräume konform mit den Vorgaben des Aktiengesetzes und des DCGK ist und den marktüblichen Bedingungen entspricht (zu Einzelheiten der Überprüfung siehe "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel).

Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich am Vergütungssystem für den Vorstand gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen ergeben.

Sämtliche Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt:

Fixe Vergütung: Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird.
Variable (= erfolgsbezogene) Vergütung: Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahresbonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive).

Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr honorieren. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt:

(i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstandsmitglieder Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen -ergänzt um das Segmentergebnis - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide genannten Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben.

(ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden in Abhängigkeit von der tatsächlichen Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE vom Aufsichtsrat der konkrete Zielerreichungsgrad und der sich daraus ergebende STI-Betrag festgestellt.

Ein STI wird nur gezahlt, wenn auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr insgesamt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Obergrenze (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom erreichten Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt.

Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gequotelt (1/12 für jeden angefangenen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei einer vom Vorstandsmitglied einseitig veranlassten Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird.

Der Mid Term Incentive (MTI) soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine über einen längeren Zeitraum wirksame Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt auf diese Weise zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet" ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens.

Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue, jeweils dreijährige MTI-Tranche zu laufen. Am Ende der drei Jahre erfolgt eine Auszahlung in bar. Die Höhe der Auszahlung hängt wiederum von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-CashFlow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen sowohl für das RoCE- als auch das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden; andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für die betreffende Jahresscheibe des MTI der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt.

Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die von ihm jährlich - ausschließlich für diesen Zweck - festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent).

Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche zeitanteilig gequotelt (1/36 für jeden angefangenen Monat einer vollständigen MTI-Tranche). Für den Fall des Ausscheidens ist sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa bei einer vom Vorstandsmitglied einseitig veranlassten Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird.

Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und zusätzlich einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens.

Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI in Form eines sogenannten Performance Share-Plans gewährt. Der neue LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen - auch für die Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit zum Einsatz.

Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgt jeweils zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahres für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr. Zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungs-betrags in Euro. Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zutei-lungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der -auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind (i) ein schon im Zusammenhang mit der vorläufigen Zuteilung zu tätigendes Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und (ii) der Ablauf einer vierjährigen sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich (iii) die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt hat. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied nach Ablauf der Haltefrist je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap).

Die Übertragung der Infineon-Aktien erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist.

Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Haltefrist statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen wertentsprechenden Ausgleich in Geld zu leisten.

Scheidet das Vorstandsmitglied während der ersten zwei Jahre der insgesamt vierjährigen Haltefrist der Performance Shares einer LTI-Tranche aus dem Dienst aus, verfallen diese ersatzlos, es sei denn, das Ausscheiden erfolgt aufgrund des Erreichens der dienstvertraglich festgelegten Altersgrenze. Für die Eigeninvestment-Aktien endet nur die Haltefrist mit dem Ausscheiden; über die Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Scheidet das Vorstandsmitglied später aus - außer bei einer vom Vorstandsmitglied einseitig veranlassten Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird -, läuft die betreffende LTI-Tranche (einschließlich des Eigeninvestments) unverändert weiter. Das Vorstandsmitglied wird insoweit in jeder Hinsicht so behandelt, als ob es weiter im Amt geblieben wäre; eine zeitanteilige Kürzung der LTI-Tranche aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens findet nicht statt.

Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen.

Vor der Einführung des Performance Share-Plans hat die Gesellschaft als LTI einen von der Hauptversammlung 2010 beschlossenen Aktienoptionsplan unterhalten. Die den Mitgliedern des Vorstands auf der Basis dieses sogenannten "Aktienoptionsplans 2010" zugeteilten Aktienoptionen können - die Einhaltung der Planbedingungen, insbesondere die Erreichung des absoluten und des relativen Erfolgsziels, unterstellt - noch bis zum 14. Dezember 2019 ausgeübt werden.

Schließlich hat der Aufsichtsrat die - allerdings stets an sein pflichtgemäßes Ermessen gebundene - Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands oder einzelner seiner Mitglieder eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des Vorstandsmitglieds beschränkt.

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17

Gesamtvergütung

Die den Mitgliedern des Vorstands gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

in € Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel3
Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand Mitglied des Vorstands
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2016 2015 2016 2015 2016 2015
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Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 750.000 750.000 171.250 -
Nebenleistungen 35.724 35.909 41.185 41.368 8.714 -
Summe fixe Vergütung 1.110.724 1.110.909 791.185 791.368 179.964 -
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 474.720 831.840 336.260 589.220 76.153 -
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)1
Tranche 2013 - 2015 - 242.620 - 177.921 - -
Tranche 2014 - 2016 288.460 242.620 201.537 177.921 - -
Tranche 2015 - 2017 158.240 277.280 112.087 196.407 - -
Tranche 2016 - 2018 158.240 - 112.087 - 25.384 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan2 244.367 228.277 164.024 153.225 - -
Summe variable Vergütung 1.324.027 1.822.637 925.995 1.294.694 101.537 -
Gesamtvergütung 2.434.751 2.933.546 1.717.180 2.086.062 281.501 -

1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen.

2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2016 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €7,07 (Vorjahr: €5,31), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde.

3 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property.

in € Jochen Hanebeck3 Arunjai Mittal4 Gesamt
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands Vorstand
--- --- --- --- --- --- ---
2016 2015 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 171.250 - 562.500 750.000 2.730.000 2.575.000
Nebenleistungen 7.697 - 26.962 29.445 120.282 106.722
Summe fixe Vergütung 178.947 - 589.462 779.445 2.850.282 2.681.722
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 76.153 - 336.260 589.220 1.299.546 2.010.280
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)1
Tranche 2013 - 2015 - - - 177.921 - 598.462
Tranche 2014 - 2016 - - 201.537 177.921 691.534 598.462
Tranche 2015 - 2017 - - 112.087 196.407 382.414 670.094
Tranche 2016 - 2018 25.384 - 112.087 - 433.182 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan2 - - - 153.225 408.391 534.727
Summe variable Vergütung 101.537 - 761.971 1.294.694 3.215.067 4.412.025
Gesamtvergütung 280.484 - 1.351.433 2.074.139 6.065.349 7.093.747

1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen.

2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2016 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €7,07 (Vorjahr: €5,31), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde.

3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen.

4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Die im Geschäftsjahr 2016 gewährten variablen Vergütungsbestandteile STI und MTI wurden von Herrn Mittal bereits in vollem Umfang während seiner Vorstandstätigkeit erdient.

Herr Mittal hat sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf geeinigt, sein Amt als Vorstandsmitglied der Gesellschaft mit Wirkung zum 30. Juni 2016 niederzulegen und seinen Dienstvertrag mit Wirkung zum 30. September 2016 zu beenden. In der Zeit nach der Niederlegung seines Vorstandsmandats bis zu seinem endgültigen Ausscheiden zum Ende des Geschäftsjahres 2016 stand Herr Mittal der Gesellschaft im zeitlichen Umfang seiner bisherigen Tätigkeit zum Zwecke der Übertragung seiner Aufgaben und zur Einarbeitung seines Nachfolgers zur Verfügung. In den Monaten Juli bis September 2016 erhielt Herr Mittal folgende Vergütung: Festvergütung in Höhe von €187.500, Nebenleistungen in Höhe von €8.948. Die mehrjährige variable Vergütung (MTI) wird Herrn Mittal für die bereits laufenden Tranchen (siehe Tabelle) ebenfalls vertragsgemäß weitergewährt. Dabei wurde für die mit dem Geschäftsjahr ablaufende Tranche 2014 - 2016 die tatsächliche Zielerreichung unterstellt. Für die Tranchen 2015 - 2017 und 2016 - 2018 wurde auf Basis einer prognostizierten durchschnittlichen Zielerreichung für den Zeitraum 2016 bis 2018 (119,7 Prozent) eine Rückstellung in Höhe von €393.320,13 gebildet. Darüber hinaus wurde in der zwischen Herrn Mittal und der Gesellschaft abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung geregelt, dass die Herrn Mittal bisher zugeteilten Performance Shares (LTI) nicht als Folge seines Ausscheidens verfallen. Am 1. Oktober 2015 wurden Herrn Mittal für das Geschäftsjahr 2016 23.200 Performance Shares mit einem beizulegenden Wert von €164.024 gewährt. Zugleich hat Herr Mittal sich verpflichtet, für die Dauer von einem Jahr nach Beendigung seines Vertrags, das heißt bis zum 30. September 2017, nicht für eines der wesentlichen Wettbewerbsunternehmen von Infineon tätig zu werden. Für dieses nachvertragliche Wettbewerbsverbot muss die Gesellschaft gemäß der mit Herrn Mittal abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung keine gesonderte Karenzentschädigung bezahlen. Die gesamte nach Ablauf seiner Vorstandstätigkeit gewährte mehrjährige variable Vergütung beläuft sich auf €557.344,13.

Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2016 noch im Geschäftsjahr 2015 vom Unternehmen Kredite erhalten.

Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2016 noch im Geschäftsjahr 2015 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind.

Nebenleistungen

Gemäß ihren Dienstverträgen haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf einen Dienstwagen mit Fahrer, die auch zu Privatfahrten genutzt werden können. Die Betriebs- und Unterhaltungskosten des Dienstwagens sowie die Kosten für den Fahrer trägt die Gesellschaft. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung geht zulasten der Vorstandsmitglieder.

Weiter unterhält die Gesellschaft zugunsten ihrer Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung.

Aktienbasierte Vergütung

Wie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wird der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der für die Anzahl der für das Geschäftsjahr 2016 gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie betrug €10,56 (Vorjahr: €8,49).

Pro für das Geschäftsjahr 2016 gewährter Performance Share wurde ein beizulegender Zeitwert von €7,07 (Vorjahr: €5,31) zugrunde gelegt. Darin ist unter anderem das für den LTI geltende Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags berücksichtigt.

Der nachfolgenden Tabelle sind die den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2016 gewährten Performance Shares zu entnehmen. Daneben enthält die Tabelle Angaben zum Aktienoptionsplan 2010, auf dessen Grundlage den Vorstandsmitgliedern letztmals im Geschäftsjahr 2013 Aktienoptionen zugeteilt wurden.

Performance Share-Plan
Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares Zu Beginn des Geschäftsjahres neu gewährte virtuelle Performance Shares Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares
--- --- --- --- --- ---
Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Anzahl Beizulegender Zeitwert bei Gewährung

in €
Anzahl
--- --- --- --- --- ---
Dr. Reinhard Ploss 2016 90.572 34.564 244.367 125.136
(Vorsitzender des Vorstands) 2015 47.582 42.990 228.277 90.572
Dominik Asam 2016 62.088 23.200 164.024 85.288
(Finanzvorstand) 2015 33.232 28.856 153.225 62.088
Dr. Helmut Gassel1 2016 - - - -
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - -
Jochen Hanebeck2 2016 - - - -
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - -
Arunjai Mittal3 2016 62.088 - - 62.088
(Mitglied des Vorstands) 2015 33.232 28.856 153.225 62.088
Gesamt 2016 214.748 57.764 408.391 272.512
2015 114.046 100.702 534.727 214.748

1 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property.

2 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen.

3 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Der Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung von Herrn Mittal bezieht sich auf die Zeit als Vorstandsmitglied. Bezüglich der Herrn Mittal für das Geschäftsjahr 2016 gewährten Performance Shares verweisen wir auf "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" in diesem Kapitel. Der Gesamtaufwand für diese Performance Shares beläuft sich auf €164.136.

Aktienoptionsplan 2010
Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Im Geschäftsjahr ausgeübte Optionen Im Geschäftsjahr verfallene Optionen1 Am Ende des Geschäftsjahres ausübbare Optionen
--- --- --- --- --- --- ---
Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. Reinhard Ploss 2016 433.214 307.500 95.800 29.914 120.000
(Vorsitzender des Vorstands) 2015 433.214 433.214 - - 120.000
Dominik Asam 2016 350.952 130.952 167.740 52.260 -
(Finanzvorstand) 2015 350.952 350.952 - - -
Dr. Helmut Gassel1 2016 - - - - -
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - - -
Jochen Hanebeck3 2016 - - - - -
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - - -
Arunjai Mittal4 2016 229.167 229.167 - - -
(Mitglied des Vorstands) 2015 229.167 229.167 - - -
Gesamt 2016 1.013.333 667.619 263.540 82.174 120.000
2015 1.013.333 1.013.333 - - 120.000
Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung
Vorstandsmitglied in €
--- ---
Dr. Reinhard Ploss 323.243
(Vorsitzender des Vorstands) 314.286
Dominik Asam 213.678
(Finanzvorstand) 217.610
Dr. Helmut Gassel1 -
(Mitglied des Vorstands) -
Jochen Hanebeck3 -
(Mitglied des Vorstands) -
Arunjai Mittal4 160.607
(Mitglied des Vorstands) 197.925
Gesamt 697.528
729.821

1 Durch die Ausübung von Aktienoptionen darf von den Vorstandsmitgliedern nur ein bestimmter Höchstbetrag als Gewinn vereinnahmt werden (Cap). Der Verfall der Optionen erklärt sich aus dem Erreichen des Cap.

2 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property.

3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen.

4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Der Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung von Herrn Mittal bezieht sich auf die Zeit als Vorstandsmitglied. Bezüglich der Herrn Mittal für das Geschäftsjahr 2016 gewährten Performance Shares verweisen wir auf "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" in diesem Kapitel. Der Gesamtaufwand für diese Performance Shares beläuft sich auf €164.136.

Bezüglich der am 1. Oktober 2016 für das Geschäftsjahr 2017 an die Mitglieder des Vorstands gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 17.

Sonderleistungen

Sonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2016 vom Aufsichtsrat nicht gewährt.

Sonstige Zusagen

Bereits im Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft mit den damals amtierenden Vorstandsmitgliedern (von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss betroffen) eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Danach erstattet die Gesellschaft Kosten und Auslagen im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn das Verfahren eine Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG zum Gegenstand hat.

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Der DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden.

Gewährte Zuwendungen gemäß DCGK

In der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2016 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt.

Abweichend zur Darstellung nach DRS 17 ist der STI den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, anzugeben. Der MTI ist, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" anzugeben. Infineon geht dabei von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe hierzu "Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit" in diesem Kapitel), in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen.

Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands nach DCGK gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

in € Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam
Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand
--- --- --- --- --- --- ---
2016 2015 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 1.075.000 1.075.000 750.000 750.000
Nebenleistungen 35.724 35.909 35.724 35.724 41.185 41.368
Summe fixe Vergütung 1.110.724 1.110.909 1.110.724 1.110.724 791.185 791.368
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 480.000 480.000 - 1.200.000 340.000 340.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2015 - 2017 - 480.000 - - - 340.000
Tranche 2016 - 2018 480.000 - - 960.000 340.000 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan1 244.367 228.277 122.183 912.500 164.024 153.225
Summe variable Vergütung 1.204.367 1.188.277 122.183 3.072.500 844.024 833.225
Versorgungsaufwand - 219.796 - - 271.061 272.721
Gesamtvergütung (DCGK) 2.315.091 2.518.982 1.232.907 4.183.224 1.906.270 1.897.314
in € Dominik Asam Dr. Helmut Gassel2
Finanzvorstand Mitglied des Vorstands
--- --- --- --- --- --- ---
2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 2015 2016 (Min.) 2016 (Max.)
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 750.000 750.000 171.250 - 171.250 171.250
Nebenleistungen 41.185 41.185 8.714 - 8.714 8.714
Summe fixe Vergütung 791.185 791.185 179.964 - 179.964 179.964
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) - 850.000 77.000 - - 192.500
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2015 - 2017 - - - - - -
Tranche 2016 - 2018 - 680.000 231.000 - - 462.000
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan1 82.012 612.500 - - - -
Summe variable Vergütung 82.012 2.142.500 308.000 - - 654.500
Versorgungsaufwand 271.061 271.061 25.458 - 25.458 25.458
Gesamtvergütung (DCGK) 1.144.258 3.204.746 513.422 - 205.422 859.922
in € Jochen Hanebeck3 Arunjai Mittal4
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
--- --- --- --- --- --- ---
2016 2015 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 171.250 - 171.250 171.250 562.500 750.000
Nebenleistungen 7.697 - 7.697 7.697 26.962 29.445
Summe fixe Vergütung 178.947 - 178.947 178.947 589.462 779.445
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 77.000 - - 192.500 340.000 340.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2015 - 2017 - - - - - 340.000
Tranche 2016 - 2018 231.000 - - 462.000 340.000 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan1 - - - - - 153.225
Summe variable Vergütung 308.000 - - 654.500 680.000 833.225
Versorgungsaufwand 29.321 - 29.321 29.321 241.677 241.183
Gesamtvergütung (DCGK) 516.268 - 208.268 862.768 1.511.139 1.853.853
in € Arunjai Mittal4
Mitglied des Vorstands
--- --- ---
2016 (Min.) 2016 (Max.)
--- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 562.500 562.500
Nebenleistungen 26.962 26.962
Summe fixe Vergütung 589.462 589.462
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) - 850.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2015 - 2017 - -
Tranche 2016 - 2018 - 680.000
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan1 - -
Summe variable Vergütung - 1.530.000
Versorgungsaufwand 241.677 241.677
Gesamtvergütung (DCGK) 831.139 2.361.139

1 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2016 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €7,07 (Vorjahr: €5,31), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde.

2 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Dr. Gassel nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.981.124 zu berücksichtigen.

3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Hanebeck nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €2.326.793 zu berücksichtigen.

4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Herr Mittal wird bezüglich der Altersversorgung vertragsgemäß so behandelt, als ob er bis zum 30. September 2016 als Vorstandsmitglied im Amt geblieben wäre.

Bezüglich der Vergütung von Herrn Mittal nach Beendigung seiner Vorstandstätigkeit, also für die Monate Juli bis September 2016, siehe "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" in diesem Kapitel.

Zufluss gemäß DCGK

Da die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2016 Mittel zugeflossen sind.

Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweils zugehörige Geschäftsjahr anzugeben. Der MTI ist gemäß den Empfehlungen des DCGK in dem Geschäftsjahr als Zufluss zu zeigen, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2016 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 damit die MTI-Tranche 2014 - 2016 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt.

Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 nach dem DCGK zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

in € Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel1
Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand Mitglied des Vorstands
--- --- --- --- --- --- ---
2016 2015 2016 2015 2016 2015 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 750.000 750.000 171.250 -
Nebenleistungen 35.724 35.909 41.185 41.368 8.714 -
Summe fixe Vergütung 1.110.724 1.110.909 791.185 791.368 179.964 -
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 474.720 831.840 336.260 589.220 76.153 -
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2013 - 2015 - 552.300 - 405.020 - -
Tranche 2014 - 2016 706.080 - 507.792 - - -
Long Term Incentive (LTI)
Aktienoptionsplan 2010 550.000 - 962.500 - - -
Performance Share-Plan - - - - - -
Summe variable Vergütung 1.730.800 1.384.140 1.806.552 994.240 76.153 -
Versorgungsaufwand - 219.796 271.061 272.721 25.458 -
Gesamtvergütung (DCGK) 2.841.524 2.714.845 2.868.798 2.058.329 281.575 -
in € Jochen Hanebeck2 Arunjai Mittal3
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
--- --- --- --- ---
2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 171.250 - 562.500 750.000
Nebenleistungen 7.697 - 26.962 29.445
Summe fixe Vergütung 178.947 - 589.462 779.445
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 76.153 - 336.260 589.220
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2013 - 2015 - - - 405.020
Tranche 2014 - 2016 - - 507.792 -
Long Term Incentive (LTI)
Aktienoptionsplan 2010 - - - -
Performance Share-Plan - - - -
Summe variable Vergütung 76.153 - 844.052 994.240
Versorgungsaufwand 29.321 - 241.677 241.183
Gesamtvergütung (DCGK) 284.421 - 1.675.191 2.014.868

1 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Dr. Gassel nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.981.124 zu berücksichtigen.

2 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Hanebeck nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €2.326.793 zu berücksichtigen.

3 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Herr Mittal wird bezüglich der Altersversorgung vertragsgemäß so behandelt, als ob er bis zum 30. September 2016 als Vorstandsmitglied im Amt geblieben wäre.

Bezüglich der Herrn Mittal zugeflossenen Vergütung nach Beendigung seiner Vorstandstätigkeit, also für die Monate Juli bis September 2016, siehe "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" in diesem Kapitel.

Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit

Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2016

Den bereits vor der Verabschiedung des neuen Vorstandsvergütungssystems im Jahr 2010 aktiven Mitgliedern des Vorstands war vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden; hieran hat das neue Vergütungssystem nichts geändert. Dies betrifft im Geschäftsjahr 2016 allein noch Herrn Dr. Ploss, der danach die Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €210.000 hat. Dieser Anspruch ist bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden (zu den vom Aufsichtsrat beschlossenen Anpassungen der Altersversorgung von Herrn Dr. Ploss siehe am Ende dieses Abschnitts).

Gemäß dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben die nach dessen Verabschiedung in den Vorstand berufenen Herren Asam, Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal anstelle einer dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres gutgeschrieben.

Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf Jahresraten, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird.

Soweit die Versorgungsansprüche der Vorstandsmitglieder (i) noch nicht gesetzlich unverfallbar geworden oder (ii) zwar gesetzlich unverfallbar geworden, aber dennoch nicht durch den Pensionssicherungsverein abgesichert sind, unterhält die Gesellschaft Rückdeckungsversicherungen zugunsten der betreffenden Vorstandsmitglieder, die zu ihrem Schutz an sie verpfändet sind.

Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen von Herrn Asam einerseits und den Herren Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal andererseits bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit:

Zusätzlich zu einem einmaligen und vertraglich unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht auf unverfallbare Altersversorgungsansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts, also der fixen Vergütung, bereit. Für das Geschäftsjahr 2016 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam wie im Vorjahr auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €225.000. Die Versorgungsansprüche aus den für Herrn Asam bereitgestellten Versorgungsbeiträgen sind seit dem 31. Dezember 2013 vertraglich unverfallbar.

Die Herren Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal haben aus ihrer früheren Beschäftigung für die Gesellschaft einen gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In ihren Vorstandsanstellungsverträgen ist daher klargestellt, dass die danach erfolgenden Bereitstellungen zur Altersversorgung diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt, ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für die Herren Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Dienstverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2016 beträgt der Versorgungsbeitrag für Herrn Mittal €225.000 und für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck €51.375 (anteiliger Versorgungsbeitrag für drei Monate Vorstandstätigkeit).

Die für die Herren Asam, Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt.

Im Zuge seiner Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsbezüge (zu Einzelheiten siehe "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel) hat der Aufsichtsrat beschlossen, die bestehende Altersversorgung von Herrn Dr. Ploss an die veränderten Verhältnisse anzupassen. Die bisherige Zusage eines Festbetrags reflektierte insbesondere nicht, dass Herr Dr. Ploss noch bis 2020 zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt ist. Der Aufsichtsrat hat daher Handlungsbedarf gesehen, was auch durch das Vergütungsgutachten bestätigt wird. Danach erhält Herr Dr. Ploss für die Zeit ab Januar 2016 wie die übrigen Mitglieder des Vorstands eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet. Dabei ist für Herrn Dr. Ploss ein fixer Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts festgelegt worden.

Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Da Herr Dr. Ploss seinen Ruhegehaltsanspruch bereits vollständig erdient hat, fällt für ihn im Geschäftsjahr 2016 kein Dienstzeitaufwand an. Der Dienstzeitaufwand für die Herren Dr. Gassel, Hanebeck und Mittal bezieht sich in der Tabelle alleine auf die Zeiten aktiver Vorstandstätigkeit. Der Barwert der Ruhegehalts- beziehungsweise der Versorgungsansprüche hängt zudem von der Entwicklung des anzuwendenden Rechnungszinssatzes (30. September 2016: 1,0 Prozent, 30. September 2015: 2,4 Prozent) ab.

Ruhegehaltsansprüche

in € Geschäftsjahr Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Versorgungsbeiträge Barwert des Ruhegehalts-beziehungsweise Versorgungsanspruchs Dienstzeitaufwand (im laufenden Jahr erdient)
Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
Dr. Reinhard Ploss 2016 210.000 - 6.832.791 -
(Vorsitzender des Vorstands) 2015 205.000 - 5.634.266 219.796
Dominik Asam 2016 - 225.000 2.558.440 271.061
(Finanzvorstand) 2015 - 225.000 2.163.812 272.721
Dr. Helmut GasseP 2016 - 51.375 2.780.620 25.458
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - -
Jochen Hanebeck2 2016 - 51.375 3.540.697 29.321
(Mitglied des Vorstands) 2015 - - - -
Arunjai Mittal3 2016 - 225.000 2.511.117 241.677
(Mitglied des Vorstands) 2015 - 225.000 3.322.550 241.183
Gesamt 2016 210.000 552.750 18.223.665 567.517
2015 205.000 450.000 11.120.628 733.700

1 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand und Chief Marketing Officer berufen. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung, Mergers & Acquisitions und Intellectual Property. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Dr. Gassel nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.981.124 zu berücksichtigen.

2 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. Aufgrund der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen war für Herrn Hanebeck nach IAS 19 im Geschäftsjahr 2016 ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von €2.326.793 zu berücksichtigen.

3 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Herr Mittal wird bezüglich der Altersversorgung vertragsgemäß so behandelt, als ob er bis zum 30. September 2016 als Vorstandsmitglied im Amt geblieben wäre.

Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags

Die Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands enthalten eine sogenannte "Change of ControlKlausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihre Mandate niederzulegen und ihre Dienstverträge zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate.

Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate.

Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage.

Leistungen an im Geschäftsjahr 2016 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder

Herr Mittal hat sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf geeinigt, sein Amt als Vorstandsmitglied der Gesellschaft mit Wirkung zum 30. Juni 2016 niederzulegen und seinen Dienstvertrag mit Wirkung zum 30. September 2016 zu beenden. In der Zeit nach der Niederlegung seines Vorstandsamts bis zu seinem endgültigen Ausscheiden zum Ende des Geschäftsjahres 2016 stand Herr Mittal der Gesellschaft im zeitlichen Umfang seiner bisherigen Tätigkeit zum Zwecke der Übertragung seiner Aufgaben und zur Einarbeitung seines Nachfolgers zur Verfügung. Dementsprechend wurden Herrn Mittal die dienstvertraglich vereinbarten Leistungen bis zum 30. September 2016 weitergewährt. Darüber hinaus wurde Herrn Mittal gestattet, die bereits am 1. Oktober 2015 zugesagten Performance Shares ungeachtet seines Ausscheidens zu behalten. Zugleich hat Herr Mittal sich verpflichtet, für die Dauer von einem Jahr nach Beendigung seines Vertrags, das heißt bis zum 30. September 2017, nicht für eines der wesentlichen Wettbewerbsunternehmen von Infineon tätig zu werden. Für dieses nachvertragliche Wettbewerbsverbot muss die Gesellschaft gemäß der mit Herrn Mittal abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung keine gesonderte Karenzentschädigung bezahlen.

Bezüglich der Vergütung von Herrn Mittal nach Beendigung seiner Vorstandstätigkeit, also für die Monate Juli bis September 2016, siehe "Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2016 nach DRS 17" in diesem Kapitel.

Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2016

An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2016 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.200.240,60 (Vorjahr: €1.124.622) ausbezahlt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betragen zum 30. September 2016 insgesamt €77.037.350 (Vorjahr: €60.212.071).

Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen

In Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem im Geschäftsjahr 2016 durch einen unabhängigen Vergütungsexperten sowohl auf seine rechtliche Konformität als auch auf seine Angemessenheit überprüfen lassen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Die Überprüfung kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Empfehlungen des DCGK entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Zudem seien die individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder sowohl im horizontalen (also anderen vergleichbaren Unternehmen gegenüber) als auch im vertikalen Vergleich (den Mitarbeitergruppen von Infineon gegenüber) angemessen. Dabei bestünden aber sowohl beim Zieljahreseinkommen als auch bei der Altersversorgung gewisse Handlungsspielräume. Die in einem abschließenden Gutachten im Herbst 2016 vorgelegten Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden am 24. Oktober 2016 im Präsidialausschuss und am 15. November 2016 im Aufsichtsratsplenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vergütungsexperten. Er hat daher beschlossen, die Altersversorgung von Herrn Dr. Ploss für die Zeit ab Januar 2016 auf eine beitragsorientierte Zusage umzustellen (zu Einzelheiten siehe "Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2016" in diesem Kapitel).

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütungsstruktur

Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde im Geschäftsjahr 2016 durch einen unabhängigen Vergütungsexperten grundlegend überprüft und auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 mit (Rück-)Wirkung zum 1. Oktober 2015 neu geregelt. Ziel der Revision war, den bisher variablen Vergütungsteil zu streichen und die Aufsichtsratsvergütung in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex künftig als reine Festvergütung zu gewähren. Wegen des entfallenen variablen Vergütungsteils wurde die Festvergütung zugleich auf ein im Marktvergleich angemessenes Niveau angehoben. Die Hauptversammlung 2016 hat den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit zugestimmt.

Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und setzt sich wie folgt zusammen:

Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €90.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres gezahlt.
Ein Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €90.000, jeder seiner Stellvertreter von €30.000, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominie-rungs- und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt.
Ein Sitzungsgeld von €2.000 für die persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einer seiner Ausschüsse. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an.

Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente (Zahlung von einem Zwölftel des betreffenden jährlichen Vergütungsteils für jeden angefangenen Monat der Mitgliedschaft beziehungsweise Funktionsausübung).

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgelds) etwa anfallende Umsatzsteuer.

Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2016

Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent):

Aufsichtsratsvergütung

in € Geschäftsjahr Feste Vergütung Variable Vergütung1 Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung
Aufsichtsratsmitglied
--- --- --- --- --- --- ---
Peter Bauer2 2016 90.000 - 10.417 16.000 116.417
2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333
Wigand Cramer3 2016 - - - - -
2015 20.833 8.125 6.250 10.000 45.208
Johann Dechant2 2016 90.000 - 30.000 30.000 150.000
2015 33.333 13.000 25.000 14.000 85.333
Dr. Herbert Diess2 2016 90.000 - - 14.000 104.000
2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333
Annette Engelfried2 2016 90.000 - 15.000 20.000 125.000
2015 33.333 13.000 10.000 12.000 68.333
Reinhard Gottinger3 2016 - - - - -
2015 20.833 8.125 6.250 4.000 39.208
Peter Gruber 2016 90.000 - 15.000 22.000 127.000
2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500
Gerhard Hobbach 2016 90.000 - 15.000 24.000 129.000
2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500
Hans-Ulrich Holdenried 2016 90.000 - 15.000 28.000 133.000
2015 50.000 19.500 15.000 20.000 104.500
Prof. Dr. Renate Köcher 2016 90.000 - - 12.000 102.000
2015 50.000 19.500 - 12.000 81.500
Dr. Susanne Lachenmann2 2016 90.000 - 15.000 22.000 127.000
2015 33.333 13.000 10.000 10.000 66.333
Wolfgang Mayrhuber 2016 90.000 - 90.000 34.000 214.000
2015 50.000 19.500 50.000 28.000 147.500
Dr. Manfred Puffer 2016 90.000 - - 14.000 104.000
2015 50.000 19.500 - 14.000 83.500
Gerd Schmidt3 2016 - - - - -
2015 20.833 8.125 15.625 10.000 54.583
Prof. Dr. Doris 2016 90.000 - 16.667 22.000 128.667
Schmitt-Landsiedel 2015 50.000 19.500 25.000 16.000 110.500
Jürgen Scholz 2016 90.000 - 15.000 22.000 127.000
2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500
Kerstin Schulzendorf2 2016 90.000 - - 10.000 100.000
2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333
Dr. Eckart Sünner 2016 90.000 - 25.000 24.000 139.000
2015 50.000 19.500 25.000 18.000 112.500
Diana Vitale2 2016 90.000 - - 16.000 106.000
2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333
Gesamt 2016 1.440.000 - 262.084 330.000 2.032.084
2015 745.830 290.875 233.125 248.000 1.517.830

1 Basierend auf einem Ergebnis je Aktie (unverwässert) aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von €0,55. Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 umgestellt. Eine variable Vergütung wird ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gewährt.

2 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 12. Februar 2015. Die Vergütung für 2015 wurde daher zeitanteilig gewährt.

3 Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 12. Februar 2015. Die Vergütung für 2015 wurde daher zeitanteilig gewährt.

Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2016 noch im Geschäftsjahr 2015 vom Unternehmen Kredite erhalten.

Sonstiges

Am 25. August 2015 hat die Gesellschaft mit der Technischen Universität München einen Vertrag über die Erbringung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen abgeschlossen. Diese Leistungen werden im Wesentlichen durch den Lehrstuhl von Frau Professor Schmitt-Landsiedel erbracht. Daher hat der Aufsichtsrat dem Vertrag am 4. August 2015 vorsorglich zugestimmt. Im Geschäftsjahr 2016 ist von der Gesellschaft unter diesem Vertrag eine erste Rate (€50.000) an die Technische Universität München gezahlt worden.

Neubiberg, den 22. November 2016

Der Vorstand

Dr. Reinhard Ploss

Dominik Asam

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind.

Neubiberg, 29. November 2016

Infineon Technologies AG

Dr. Reinhard Ploss

Dominik Asam

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck