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Infineon Technologies AG Annual Report 2020

Feb 15, 2021

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Annual Report

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Publication

Infineon Technologies AG

Neubiberg

Jahresfinanzbericht zum 30. September 2020

Geschäftsbericht 2020

Infineon-Kennzahlen

für die am 30. September endenden Geschäftsjahre (nach IFRS) 1

Geschäftsjahr vom 1. Oktober bis 30. September 2020 2019 2020/2019
€ in Millionen in % vom Umsatz € in Millionen in % vom Umsatz Veränderung

in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse nach Regionen 8.567 8.029 7
Europa, Naher Osten, Afrika 2.322 27 2.430 30 - 4
Darin: Deutschland 1.056 12 1.169 15 - 10
Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 1.291 15 1.187 15 9
Greater China 3.174 37 2.769 35 15
Darin: Festland-China, Hongkong 2.472 29 2.159 27 14
Japan 765 9 593 7 29
Amerika 1.015 12 1.050 13 - 3
Darin: USA 845 10 862 11 - 2
Umsatzerlöse nach Segmenten 8.567 8.029 7
Automotive 3.542 41 3.503 44 1
Industrial Power Control 1.406 17 1.418 18 - 1
Power & Sensor Systems 2.650 31 2.445 30 8
Connected Secure Systems 953 11 642 8 48
Sonstige Geschäftsbereiche 16 0 21 0 - 24
Konzernfunktionen und Eliminierungen - - - - -
Bruttoergebnis vom Umsatz/Bruttomarge 2.776 32,4 2.994 37,3 - 7
Forschungs- und Entwicklungskosten - 1.113 13,0 - 945 11,8 18
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - 1.042 12,2 - 865 10,8 20
Betriebsergebnis 581 1.161 - 50
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 372 889 - 58
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 4 - 19 79
Konzernjahresüberschuss 368 870 - 58
Segmentergebnis/Segmentergebnis-Marge 1.170 13,7 1.319 16,4 - 11
Sachanlagen 4.110 3.510 17
Bilanzsumme 21.999 13.581 62
Summe Eigenkapital 10.219 8.633 18
Geschäftsjahr vom 1. Oktober bis 30. September 2020

€ in Millionen
2019

€ in Millionen
2020/2019 Veränderung

in %
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.817 1.603 13
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 7.172 - 2.488 188
Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 6.274 1.167 438
Free-Cash-Flow 2 - 6.727 39 - 17.349
Planmäßige Abschreibungen 1.260 945 33
Investitionen 2 1.099 1.451 - 24
Brutto-Cash-Position 2 3.227 3.779 - 15
Netto-Cash-Position 2 - 3.806 2.223 - 271
Ergebnis je Aktie - unverwässert in € 0,26 0,75 - 65
Ergebnis je Aktie - verwässert in € 0,26 0,75 - 65
Bereinigtes Ergebnis je Aktie - verwässert in € 3 0,64 0,89 - 28
Dividendenertrag pro Aktie in € 4 0,22 0,27 - 19
Eigenkapitalquote 46,5 % 63,6 %
Eigenkapitalrendite 5 3,6 % 10,1 %
Gesamtkapitalrendite 5 1,7 % 6,4 %
Vorratsintensität 5 9,3 % 12,5 %
Verschuldungsgrad 5 68,8 % 18,0 %
Gesamtverschuldungsgrad 6 32,0 % 11,5 %
Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) 2 3,0 % 12,2 %
Infineon-Mitarbeiter * innen zum 30. September 46.665 41.418 13

1 Abweichungen von Summen durch Rundungsdifferenzen möglich.

2 Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 90 f.

3 Definition siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 100.

4 Für das Geschäftsjahr 2020 wird der Hauptversammlung am 25. Februar 2021 die Ausschüttung einer Bardividende von €0,22 je Aktie vorgeschlagen.

5 Definition siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage", S. 101.

6 Gesamtverschuldungsgrad = Verhältnis von kurz- und langfristigen Finanzschulden zur Bilanzsumme.

Infineon auf einen Blick

Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Mit weltweit rund 46.700 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2020 (Ende September) einen Umsatz von rund €8,6 Milliarden. Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol "IFX" und in den USA im Freiverkehrsmarkt OTCQX International Premier unter dem Symbol "IFNNY" notiert.

Part of your life.

Part of tomorrow.

8

im gesamten Halbleitermarkt

Quelle: Omdia, März 2020.

3

bei Mikrocontrollern

Quelle: Omdia, März 2020.

46.700

Mitarbeiter * innen

Die Segmente

Automotive

Schlüsselkunden 1

Aptiv / Bosch / BYD / Continental / Delphi / Denso / Hella / Hitachi / Hyundai / Keihin / Lear / Mando / Mitsubishi Electric / Preh / Valeo / Veoneer / Vitesco / ZF

Marktposition 2

1 im Automobil-Halbleitermarkt mit 13,4 % Marktanteil

(inklusive des Beitrags von Cypress)

Quelle: Strategy Analytics, April 2020

3 bei NOR-Flash-Speicher-ICs mit 19,5% Marktanteil

Quelle: Omdia, März 2020

Industrial Power Control

Schlüsselkunden 1

ABB / Alstom / Bombardier / CRRC / Danfoss / Eaton / Emerson / Goldwind / Inovance / Midea / Nidec / Rockwell / Schneider Electric / Semikron / Siemens / Sungrow / Toshiba / Vestas / Yaskawa

Marktposition 2

1 bei IGBT-Modulen mit 35,6 % Marktanteil

Quelle: Omdia: Power Semiconductor Market Share Database 2020.

September 2020

3 bei IPMs mit 11,5 % Marktanteil

Quelle: Omdia: Power Semiconductor Market Share Database 2020.

September 2020

Power & Sensor Systems

Schlüsselkunden 1

Airbus / Alibaba / Amazon / Artesyn / Baidu / Boeing / Cisco / Dell / Delta / Ericsson / Google / Hewlett Packard Enterprise / HP / Lenovo / LG Electronics / Lite-On / Makita / Nokia / Osram / Panasonic / Quanta / Samsung / ZTE

Marktposition 2

1 bei MOSFET-Leistungstransistoren mit 24,6 % Marktanteil

Quelle: Omdia: Power Semiconductor Market Share Database 2020.

September 2020

1 bei MEMS-Mikrofonen mit 43,5 % Marktanteil

Quelle: Omdia, Oktober 2020

Connected Secure Systems

Schlüsselkunden 1

Bang & Olufsen / Brother / Fitbit / Giesecke & Devrient / Google / HP / Idemia / Lenovo / Microsoft / Nintendo / Raspberry Pi / Thales / US Government Publishing Office / Watchdata

Marktposition 2

1 bei Sicherheits-ICs (ohne NFC-Controller und embedded Secure Element) mit 26,3 % Marktanteil

Quelle: ABI Research, Oktober 2020

5 bei Wi-Fi-ICs (nur stand alone) mit 9,8 % Marktanteil

Quelle: ABI Research, Juli 2020

Wesentliche Distributionskunden 1

Arrow / Avnet / Intron / Jingchuan / Macnica / Nexty / Rutronik / Weikeng / WPG Holding (SAC)

Eine detaillierte Darstellung der Anwendungsfelder sowie des Produktspektrums finden Sie im Kapitel "Anwendungsfelder und Produktspektrum"

1 In alphabetischer Reihenfolge.

2 Alle Angaben beziehen sich auf das Kalenderjahr 2019. Die Marktanteile der fünf größten Unternehmen finden Sie unter "Marktposition" beim jeweiligen Segment. Dortige Angaben zu Marktanteilsveränderungen beziehen sich auf die im Jahr 2020 ermittelten Marktanteile für die Jahre 2019 und 2018. Letztere können von den im Jahr 2019 veröffentlichten Marktanteilen aufgrund von geänderten Marktbetrachtungen abweichen.

Unser Jahr in Kürze

UMSATZ

€ 8,567 Milliarden

+ 7 Prozent

ZIEL

CO2-neutral bis 2030 1

SEGMENTERGEBNIS & -MARGE

€ 1,170 Milliarden

≡ 13,7 Prozent

1 Nähere Information finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

www.Infineon.com/nachhaltigkeit_reporting

Das Geschäftsjahr 2020 war geprägt von zwei einschneidenden Ereignissen: dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zur Mitte unseres Geschäftsjahres und dem Abschluss der Akquisition von Cypress im April 2020.

Mit der größten Übernahme unserer Firmengeschichte werden wir zur Nummer acht der weltgrößten Halbleiterunternehmen und zur Nummer eins in Europa. Wir konzentrieren uns weiterhin auf strukturell stark wachsende Märkte. Mit Cypress verstärken wir unsere Systemlösungskompetenz deutlich insbesondere für das IoT.

Infineon definiert Erfolg nicht allein über die erreichten Ziele, sondern auch über den Weg dorthin: Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in unserem Denken und Handeln. So setzen wir uns das Ziel, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Als Zwischenziel geben wir uns vor, im Jahr 2025 unseren CO2-Ausstoß gegenüber 2019 bereits um 70 Prozent zu reduzieren. Unsere hohen Bewertungen in Nachhaltigkeitsratings und die Aufnahme beziehungsweise Präsenz in Nachhaltigkeitsindizes sind für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich.

Vorstand und Aufsichtsrat

Brief an die Aktionäre

Neubiberg, im November 2020

Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner,

liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Infineon,

2020 wird als das Coronajahr in die Geschichte eingehen. Die Pandemie hat eine nie da gewesene Krise ausgelöst. Unser Unternehmen hat sich mit den vereinten Kräften aller Beschäftigten erfolgreich dagegengestemmt - dafür gleich an dieser Stelle im Namen des gesamten Vorstands ein herzliches DANKESCHÖN an unsere Mannschaft, die Großartiges geleistet hat. Gemeinsam haben wir Infineon trotz erheblicher Belastungen auf Kurs gehalten! Das Coronajahr ist für uns in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Wir haben nicht nur operativ den Einbruch gut gemeistert und durch die solide Ausgangsposition in einem überaus herausfordernden Umfeld ein respektables Ergebnis erzielt. Wir haben auch mit dem Vollzug der Akquisition von Cypress und ihrer weitgehenden Refinanzierung die Weichen für die Zukunft gestellt; eine Zukunft, die im Hinblick auf die Digitalisierung durch die Coronavirus-Pandemie deutlich näher an die Gegenwart herangerückt ist. Wir sehen uns bestens gerüstet, diese Zukunft nicht nur für Infineon, sondern auch für die Gesellschaft mitzugestalten, und wollen dazu beitragen, dass der Mensch und seine Umwelt dabei im Zentrum stehen.

Die Pandemie traf die Halbleiterindustrie in einer Phase, in der gerade erste Anzeichen einer Verbesserung der konjunkturellen Lage nach einem schwierigen Jahr 2019 sichtbar wurden. Für die globale Bedrohung durch das neuartige Virus SARS-CoV-2 lagen keine fertigen Aktionspläne in den Schubladen - auch bei Infineon nicht, und wir brauchen diese auch nicht. Denn bei uns übernimmt jeder Verantwortung, um rasch und eigenverantwortlich das Richtige zu tun, und genauso organisieren wir uns, um die wesentlichen Themen zentral zu steuern: Oberste Priorität hatte und hat der Schutz der Gesundheit unserer Beschäftigten und Geschäftspartner. Durch zahlreiche Arbeitsschutzmaßnahmen, kontinuierliche Information und Kommunikation, den nahezu kompletten Verzicht auf Geschäftsreisen ab März und umfassende Hygienekonzepte ist es uns gelungen, die Infektionsrate in unserer globalen Belegschaft auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Büroarbeitsplatz galt praktisch von einem auf den anderen Tag der Umstieg auf Arbeiten von zu Hause.

Unseren IT-Spezialisten ist es gelungen, die nötige Infrastruktur in wenigen Tagen bereitzustellen. So hatten wir über Wochen hinweg bis zu 23.000 Beschäftigte weltweit im Homeoffice, mit bis zu 60.000 Telefon- und Videokonferenzen und bis zu 36.000 Netzwerkzugriffen täglich. Rasch mussten neue Wege der Zusammenarbeit erlernt werden. Dabei hat sich schnell gezeigt, dass vieles online und digital mindestens so effizient funktioniert wie bei physischen Zusammentreffen, manches aber auch nicht. Wir sind dabei, auf Basis dieser Erfahrung eine neue Art des Arbeitens zu entwickeln, sind uns aber im Klaren darüber, dass wir noch einen langen Weg des Lernens vor uns haben. Für unsere Beschäftigten in den Werken gelten naturgemäß andere Bedingungen. Es macht uns stolz, dass wir den operativen Betrieb an allen größeren Fertigungsstandorten nahezu kontinuierlich aufrechterhalten konnten. Auch in besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern wie China, Malaysia, Mexiko oder den Philippinen konnten wir die dazu erforderlichen, strengen behördlichen Auflagen erfüllen. Übergreifende Optimierung und Flexibilität waren die Schlüssel-Erfolgsfaktoren, um Leerkosten im Griff zu halten und den möglichen Umsatz zu erzielen: kontinuierliche Neubewertung der Bedarfsszenarien, segment- und standortübergreifende Anpassung des Fertigungsprogramms, neue Wege entlang der Logistikketten. Die Zufriedenheit der Kunden ist auch in der schwierigen Phase für uns essenziell und das Feedback freut uns - das umsichtige und proaktive Handeln von Infineon wird geschätzt. Neben der Sicherung der Gesundheit unserer Mitarbeitenden und der Fortführung unseres Geschäfts ist es für Infineon wichtig, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und so Teil von ihr zu sein. Wir haben über 20 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehreren Hunderttausend Euro gefördert oder initiiert, um die Folgen der Pandemie zu mildern. Auch mit unseren Produkten können wir unterstützen, beispielsweise liefern wir Leistungselektronik für Beatmungsgeräte.

Natürlich ist unser Geschäft nicht immun gegen eine tief greifende Krise von historischen Dimensionen. Aber die beschriebenen Anstrengungen haben dazu geführt, dass wir Umsatz- und Gewinnrückgänge, von denen einige unserer Kernbereiche betroffen waren, begrenzen konnten. Insgesamt haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzvolumen von knapp €8,6 Milliarden erzielt. Darin enthalten sind rund €850 Millionen aus der seit Mitte April erfolgten Konsolidierung von Cypress. In unserem ehemaligen Infineon-Geschäft haben wir also im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 gut €300 Millionen weniger Umsatz erzielt. Insbesondere die Automobilindustrie wurde von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie hart getroffen. Im Frühjahr brach die Zahl der produzierten Fahrzeuge in allen Regionen regelrecht ein, hervorgerufen durch einen zeitgleichen Angebots- und Nachfrageschock. Zwar zeigten sich schon wenige Monate später spürbare Erholungstendenzen und in einigen Ländern wie China sogar ein V-förmiger Aufschwung über das Vorkrisenniveau hinaus; insgesamt jedoch gehen Marktforscher für 2020 von Rückgängen in der weltweiten Fahrzeugproduktion um rund 20 Prozent aus. Aber auch in der Krise gilt: Der Halbleiteranteil pro Fahrzeug steigt stetig und so fiel der Rückgang bei den Halbleiterherstellern geringer aus. Dieser Trend wird die zukünftige Geschäftsentwicklung unterstützen, auch bei schwacher Entwicklung der Autoproduktion. Als recht stabil erwies sich unser Industriegeschäft. Hier konnten wir die rückläufige Nachfrage nach industriellen Antrieben und Zugsystemen durch unsere einzigartige Produktkompetenz in stark aufstrebenden Anwendungsfeldern wie der Erzeugung von erneuerbarer Energie aus Solar- und Windkraft ausgleichen. Unsere Produkte für Rechenzentren und Kommunikationsnetzwerke wiederum konnten sogar von einigen Folgewirkungen der Pandemie profitieren oder, anders betrachtet, sie waren Teil von ihrer Bewältigung; Arbeit, Bildung, Unterhaltung, Shopping verlagerten sich in den virtuellen Raum und sorgten für Wachstumsimpulse. Auch bestimmte sicherheitsrelevante Anwendungen, wie das kontaktlose Bezahlen, erfreuten sich einer erhöhten Nachfrage.

In Summe konnten wir dem überaus starken Konjunktureinbruch, der in vielen Ländern zur schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte geführt hat, recht erfolgreich trotzen. Das Infineon-Geschäft ist dank der konsequenten Ausrichtung auf die strukturellen Wachstumstreiber in den Themenfeldern Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data sehr robust. Das wird auch beim Blick auf unsere Ergebnissituation deutlich: Mit einer Segmentergebnis-Marge von 13,7 Prozent konnten wir unsere Profitabilität auch unter den besonderen Herausforderungen von 2020 sicherstellen. In jedem einzelnen Quartal konnten wir ein positives Segmentergebnis erzielen. Dies ist auch das Ergebnis von zahlreichen Maßnahmen, die wir umgehend eingeleitet haben. Wesentlich war ein konsequentes Management der Produktion zur Optimierung der Belieferung der Kunden und der Bestände bei Minimierung der Unterauslastungskosten, unter anderem durch Einsatz von Kurzarbeit; Verschieben von Gehaltserhöhungen beziehungsweise deren Aussetzen für Vorstand und Top-Management; Anpassung der Investitionen. So konnten wir auch einen starken Liquiditätszufluss aus dem Geschäft heraus erzielen: Ohne die Berücksichtigung von Effekten aus dem Erwerb von Cypress lag unser Free-Cash-Flow bei über €900 Millionen. Neben dem Fokus auf das Hier und Jetzt hatten wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Zukunftsprojekte trotz des weitgehenden Einstellungsstopps erfolgreich umzusetzen. Durch Fokussierung und den besonderen Einsatz unseres Teams ist uns dies gut gelungen.

Zu Umsatzentwicklung, Profitabilitätssicherung und Cash-Flow-Generierung haben die ehemaligen Geschäfte von Cypress in der zweiten Hälfte unseres abgelaufenen Geschäftsjahres bereits wesentliche Beiträge geleistet. Aber Cypress ist mehr als der erwartete kurzfristige finanzielle Erfolg. Cypress ist ein wesentlicher Schritt entlang unseres Leitmotivs "Vom Produkt zum System", kurz P2S. Damit sind wir in der Lage, dem Kunden komplette Lösungen anzubieten. Mit unseren führenden Produkten, dem umfassenden Portfolio und unserer Applikationskompetenz, die nun deutlich um Software erweitert ist, ermöglichen wir unseren Kunden, in kurzer Zeit erfolgreiche Produkte zu entwickeln.

Anfang Juni 2019 hatten wir den Kaufvertrag für Cypress unterschrieben. Knapp ein Jahr später, am 16. April 2020, und nach Vorliegen sämtlicher behördlicher Genehmigungen konnten wir die Transaktion vollziehen. Nun liegt es also in unserer Hand, die größte Übernahme in unserer Unternehmensgeschichte zu einem Erfolg zu machen. In der Zusammenführung der Portfolien und der Kompetenzen der Teams von Cypress und Infineon steckt ein enormes Potenzial. Aus der Kombination von Mikrocontrollern, Sensoren, Konnektivitätsbausteinen, Leistungshalbleitern, Speichern für spezifische Anwendungen, Sicherheitslösungen samt Software und passender Entwicklungsumgebung für alle programmierbaren Komponenten entsteht ein umfassendes gemeinsames Portfolio für das IoT, das automatisierte Fahren, aber auch um Produkte zu entwickeln, die weniger Energie verbrauchen. Wir erleben, dass viele "Dinge" immer intelligenter und vernetzter werden und völlig neue Anwendungen mit erheblichem Zusatznutzen entstehen. Und was wir heute erleben, ist erst der Beginn.

Die Begeisterung, etwas zu erschaffen, das Probleme löst und unser Leben besser macht, die reale und digitale Welt zu verbinden, ist ein wesentlicher Faktor, die Integration beider Firmen "auf Distanz" erfolgreich umzusetzen. Es ist beeindruckend, wie innerhalb weniger Wochen die Roadmaps in Videokonferenzen abgestimmt und erste Synergieprojekte gestartet wurden.

Der Erfolg basiert aber auch auf einer guten Vorbereitung zwischen Vertragsunterschrift und Vollzug der Transaktion und der Erfahrung aus der Integration von International Rectifier. Die einzelnen Schritte sind generalstabsmäßig geplant. Am Anfang haben wir etwas gebremst, da die Stabilität der Geschäfte und unsere Kunden Priorität haben. Dennoch wurden die Produktionsstandorte von Cypress bereits mit "Tag 1" in die Fertigungscluster von Infineon aufgenommen, die weiteren Organisationsteile folgten beziehungsweise folgen nun schrittweise. Sicher macht die Coronavirus-Pandemie es nicht einfacher, aber in einem Jahr wird nicht mehr identifizierbar sein, was welche Wurzeln hat. Dagegen wird, wie üblich und geplant, die volle Integration der IT-Systeme noch einige Zeit benötigen.

Trotz der herausfordernden Randbedingungen sind wir auf Kurs bei den Zielen, die wir uns mit der Akquisition von Cypress gesetzt haben. Auf der Kostenseite wollen wir innerhalb von drei Jahren nach Zusammenschluss einen Betrag von jährlich €180 Millionen an Synergien heben, eine Reihe von konkreten Einsparpotenzialen ist identifiziert und zum Teil umgesetzt. Die eigentliche finanzielle Attraktivität resultiert jedoch aus Umsatzsynergien, die wir langfristig mit mehr als €1,5 Milliarden pro Jahr veranschlagen. Im Nahzeitraum setzen wir hierfür auf einen breiteren Kundenzugang sowie Cross-Selling und bereits jetzt können wir erste ermutigende Erfolge verzeichnen:

Ein langjähriger Automobilkunde von Infineon verwendet nun NOR-Flash-Speicher-ICs von Cypress für seine elektronischen Lenksysteme.
Ein Kunde entschied sich für eine Systemlösung für eine neue Generation von Haushaltsgeräten aus einem Mikrocontroller der PSoCTM-Familie von Cypress und einem intelligenten Leistungshalbleitermodul von Infineon.
In einem IoT-Gerät zum drahtlosen Aufladen von Mobiltelefonen, Tablets oder Laptops, in das bereits MOSFETs, Treiber- und Sicherheits-ICs von Infineon verbaut wurden, werden nun auch Bluetooth- und USB-Komponenten von Cypress verwendet.

Die Chancen sind groß, aber auch die Herausforderungen. Heute ist Infineon in seinen Segmenten entlang von Märkten organisiert. Die Grenzen haben schon vor der Akquisition von Cypress begonnen sich aufzulösen. Mit dem großen Schritt in die Systemorientierung werden wir in Zukunft eine komplexe Welt im Griff haben müssen.

Neben der Produkt- und Marktorientierung werden wir übergreifend in Applikationen zusammenarbeiten. Wir sind überzeugt, dass wir das erfolgreich meistern werden und dass dies ein Erfolgsfaktor sein wird, wie es bereits heute die Infineon-Kultur ist.

Die organisatorische Integration von Cypress erfolgt entlang der Markt- und Produktausrichtung der Segmente: Automotive wurde um Mikrocontroller für Automobil- und Speicher für spezifische Anwendungen erweitert; USB-Komponenten wurden in das umbenannte Segment Power & Sensor Systems aufgenommen; Wi-Fi- und Bluetooth-Produkte für drahtlose Kommunikation sowie Mikrocontroller für allgemeine Anwendungen wurden mit unseren Sicherheitslösungen zum stark erweiterten und ebenfalls neu benannten Segment Connected Secure Systems zusammengeführt. Das Management der Applikationsfelder wird wie bereits heute segmentübergreifend erfolgen.

Mit fortschreitender Integration und Synergiegenerierung wollen wir unser angepasstes Zielgeschäftsmodell erreichen, das heißt, über den Zyklus hinweg ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich mehr als 9 Prozent mit einer Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent erzielen. Dabei geht die Kapitalintensität aufgrund des hohen Anteils an Auftragsfertigung von Cypress zurück und für die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz haben wir das Ziel von 13 Prozent.

Infineon kann nicht nur eine langfristige Strategie erfolgreich umsetzen, sondern auch Projekte im Taskforce-Modus. Das hat unser Finanzteam bewiesen und in einem stark von Pandemie-Unsicherheiten geprägten Kapitalmarktumfeld in rascher Folge zwei große Transaktionen und das angekündigte Refinanzierungskonzept für die Akquisition von Cypress überzeugend realisiert. Ende Mai 2020 haben wir im Rahmen einer Kapitalerhöhung etwas über €1,0 Milliarden erlösen können, was zusammen mit den beiden im Kalenderjahr 2019 erfolgten Maßnahmen, einer ersten Kapitalerhöhung und der Begebung einer Hybridanleihe, die Grundlage für unser Investment-Grade-Rating darstellt. Im Juni 2020 haben wir die Brückenfazilität der Akquisitionsfinanzierung durch Anleihen mit Laufzeiten von bis zu zwölf Jahren über insgesamt €2,9 Milliarden komplett abgelöst. Infineon verfügt nun über ein ausbalanciertes Fälligkeitsprofil bis 2032 bei niedrigen Finanzierungskosten. Im Einklang mit unserem strategischen Liquiditätsziel wollen wir die Verschuldung in den kommenden Jahren entschlossen herunterfahren. Dazu haben wir noch im September 2020 US$555 Millionen der langfristigen Bankdarlehen der Akquisitionsfinanzierung vorzeitig getilgt und im Oktober 2020 den Restbetrag unserer Campeon-Finanzierung von €171 Millionen abgelöst. Auch unsere Dividendenzahlungen wollen wir fortführen, dabei mit Augenmaß den gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und weiter fortbestehenden Risiken der Coronavirus-Pandemie Rechnung tragen und einen entsprechenden finanziellen Spielraum erhalten. Des Weiteren hat sich die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien aufgrund der erwähnten Kapitalerhöhung um gut 4 Prozent erhöht. Daher werden wir der Hauptversammlung für das Coronajahr 2020 die Zahlung einer um 5 Cent reduzierten Dividende von 22 Cent je Aktie vorschlagen. Der prozentuale Rückgang der Ausschüttungssumme, die €286 Millionen nach €336 Millionen für das Vorjahr betragen würde, fiele somit geringer als die prozentuale Verminderung der Dividende je Aktie aus.

Wagen wir noch einen Blick in die Zukunft: Das Virus hat uns die Verwundbarkeit der global vernetzten Welt vor Augen geführt, aber auch die Möglichkeiten der digitalen Technologien. Aktuell stehen wir alle noch stark unter dem Eindruck der Pandemie, die zu so plötzlichen und tief greifenden Verwerfungen, menschlichen Tragödien und wirtschaftlichen Einbrüchen geführt hat, aber der Ruf nach einem Wiederaufbau, nach einem Aufbruch ist laut. Die Verbindung eines Aufbruchs mit mehr Nachhaltigkeit ist nur folgerichtig, es gilt, die Investitionen zukunftsweisend zu nutzen. Für Infineon ist Nachhaltigkeit schon lange ein zentraler Leitgedanke: Unser Ziel ist es, mit unseren Technologien zu helfen, aus weniger mehr zu machen und eine ressourcenschonendere und lebenswerte Zukunft mitzuprägen. Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussieht, aber klar ist: Der Wandel zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen beschleunigt sich; der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix wird weiter zunehmen, auch weil viele Menschen während der Krise erlebt haben, was bessere Luftqualität wert ist; die Digitalisierung erfährt in allen Lebensbereichen einen enormen Schub, weil vieles, was wir im Eilverfahren in die Wege geleitet haben, sich unerwartet gut bewährt hat. Das Homeoffice zum Beispiel hat eine der größten Veränderungen der Arbeitswelt seit der Industrialisierung ausgelöst. Grundlage der digitalen Trans formation ist ein forcierter Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur und Rechenzentrumskapazitäten. Damit wiederum wird ein deutlich größeres Spektrum nutzbringender, neuer Anwendungen des Internet der Dinge ermöglicht. Damit steigt jedoch auch der Bedarf an Absicherung applikationskritischer und persönlicher Daten.

Die Akquisition von Cypress wird uns auf unserem Erfolgsweg deutlich stärken. Auch arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unserer Kernkompetenz Leistungshalbleiter; sie ist ein starker Pfeiler unseres wirtschaftlichen Erfolgs und soll es noch lange bleiben. Ein wichtiges Zukunftsthema sind die Verbindungshalbleiter, also SiC und GaN. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unser Angebot an SiC-basierten MOSFETs um weitere Spannungsklassen ausgebaut und die neuen Typen der 650-Volt- und 1.700-Volt-CoolSiCTM-MOSFET-Familie eingeführt. Einen großen Schritt bei dieser Technologie erwarten wir uns durch die Einführung der Siltectra-Splitting-Technologie in die Serienfertigung. Hier kommen wir gut voran. Unser Umsatz mit SiC-Produkten hat sich in den vergangenen Jahren rasant auf mehr als €80 Millionen gesteigert und wir erwarten auch weiterhin eine hohe Dynamik. Neben der Technologie setzen wir auf Differenzierung durch Fertigungstechnik. Ein wesentlicher Meilenstein dabei ist unser zweites 300-Millimeter-Werk für Leistungshalbleiter in Villach (Österreich). Trotz der ungünstigen Randbedingungen sind wir mit dem Bau gut vorangekommen und planen den Start der Produktion - abhängig von den Marktentwicklungen - für Ende des Kalenderjahres 2021. In Verbindung mit dem Werk in Dresden (Deutschland) werden wir mit dem Konzept der "One Virtual Fab" eine Einheit bilden, die mehr Flexibilität und einen besseren Skaleneffekt ermöglicht. Ein Wert für uns und für unsere Kunden.

Vor uns liegt ein spannendes "Jahr 1" nach der Akquisition von Cypress. Wir sehen Erholungstendenzen in einigen unserer Zielmärkte, aber noch keinen breiten Aufschwung und nach wie vor ein herausforderndes Marktumfeld mit hoher gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit. Auch wenn wir Wege gefunden haben, mit der Pandemie zu leben, kann es doch wieder zu negativen Auswirkungen kommen, wie beispielsweise die letzten Wochen in Europa zeigen. Und damit bleibt essenziell, dass wir die sehr dynamischen Marktentwicklungen erkennen und uns anpassen. Aktuell gehen wir für das Geschäftsjahr 2021 von einem Jahresumsatz von €10,5 Milliarden, plus/ minus 5 Prozent aus. Bei dem angestrebten Umsatzniveau erwarten wir eine Segmentergebnis-Marge von rund 16,5 Prozent; höhere Auslastung unserer Fertigungskapazitäten und Fortschritte bei der Integration verschiedener Funktionsbereiche helfen uns bei der Steigerung der Profitabilität. Wir planen Investitionen zwischen €1,4 Milliarden und €1,5 Milliarden, wobei wir eine weitere positive Entwicklung im Folgejahr unterstellen, denn unsere Wachstumstreiber sind intakt. Langfristig sehen wir Risiken in einer Verschärfung der internationalen Handelskonflikte und insbesondere des Technologiestreits zwischen den USA und China, die schon heute negativ wirken.

Sie haben das Potenzial, das Wettbewerbsumfeld deutlich zu verändern. Als global agierendes Unternehmen sehen wir Entwicklungen, die auf Abschottung und einseitigen Schutz sowie Stärkung heimischer Industrien ausgerichtet sind, mit großer Sorge. Angesichts dessen muss Europa einen Weg finden, um die digitale Transformation unabhängig und nach eigenen demokratischen Vorstellungen gestalten zu können. Dazu braucht es aber den Mut voranzuschreiten, etwas auszuprobieren und zu lernen. Dass Innovation in Europa und Deutschland möglich ist, zeigt uns unser Team jeden Tag; ebenso, dass Innovation Nutzen für uns und unsere Gesellschaft bringt.

Langfristiger Nutzen und Weiterentwicklung sind die Basis unseres unternehmerischen Handelns. Das gilt auch für die Nachhaltigkeit unserer eigenen Wertschöpfung: Mit unseren Produkten tragen wir schon erheblich zur CO2-Effizienz bei, nun haben wir uns zusätzlich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Unser primäres Ziel ist die Vermeidung von Emissionen durch unsere Fertigung und unsere Energie versorgung. Bereits bis 2025 wollen wir 70 Prozent der erforderlichen Schritte umgesetzt haben. Die Ziele gelten bezogen auf unseren eigenen Fußabdruck und schließen neben allen direkten auch indirekte Emissionen durch Elektrizität und Wärme ein. Die größten eigenen Einsparungen bei den direkten Emissionen erzielen wir durch PFC-Abluftreinigung in den Werken, bei den indirekten durch den Erwerb von grünem Strom. Zu einem kleineren Teil werden wir Emissionen durch den Erwerb von Zertifikaten, die Entwicklungsprojekte mit einem ökologischen und sozialen Nutzen unterstützen, ausgleichen. So zu handeln, entspricht unseren Grundsätzen, aber wir wollen dies auch nochmals durch das vom Aufsichtsrat neu gestaltete Vergütungssystem für den Vorstand unterstreichen, das der kommenden Hauptversammlung vorgelegt werden wird. Wenn wir nachhaltig Erfolg haben wollen, müssen wir den Wandel aktiv gestalten, in allen Dimensionen.

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich

Dr. Reinhard Ploss

Vorstandsvorsitzender

Der Vorstand

Dr. Reinhard Ploss

Vorstandsvorsitzender

Reinhard Ploss ist seit 2007 Vorstandsmitglied der Infineon Technologies AG. Seit 1. Oktober 2012 ist er Vorstandsvorsitzender, verantwortlich für die Segmente, die Konzernstrategie, Communications & Government Relations, Human Resources (Arbeitsdirektor), Legal, Forschung und Entwicklung.

Reinhard Ploss wurde am 8. Dezember 1955 in Bamberg geboren. Er hat Verfahrenstechnik an der Technischen Universität München studiert und promovierte 1990 zum Dr.-Ingenieur. Seine Laufbahn bei Infineon begann er 1986 (bis 1999 Siemens AG).

Dr. Helmut Gassel

Chief Marketing Officer

Helmut Gassel ist seit 2016 Vorstandsmitglied der Infineon Technologies AG und Chief Marketing Officer. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung sowie Mergers & Acquisitions und Intellectual Property.

Helmut Gassel wurde am 13. März 1964 in Dortmund geboren. Er studierte Physik an der Ruhr-Universität in Bochum (Diplom) und promovierte im Fach Elektrotechnik an der Universität Duisburg. Seit 1995 ist er bei Infineon (bis 1999 Siemens AG).

Jochen Hanebeck

Chief Operations Officer

Jochen Hanebeck ist seit 2016 Vorstandsmitglied der Infineon Technologies AG und Chief Operations Officer. Er ist verantwortlich für Operations, einschließlich Manufacturing, Logistics, Quality, Customs und Purchasing.

Jochen Hanebeck wurde am 2. Februar 1968 in Dortmund geboren. Er hat ein Diplom in Elektrotechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Seit 1994 ist er bei Infineon (bis 1999 Siemens AG).

Dr. Sven Schneider

Finanzvorstand

Sven Schneider ist seit 2019 Vorstandsmitglied der Infineon Technologies AG und Finanzvorstand. Er ist verantwortlich für Accounting & Reporting, Financial Controlling, Financial Planning, Investor Relations, Tax, Treasury, Audit, Compliance, Export Control, Risk Management, Business Continuity und Information Technology.

Sven Schneider wurde am 21. März 1966 in Berlin geboren. Nach Abschluss einer Bankausbildung studierte er Betriebswirtschaftslehre (Diplom-Kaufmann) an den Universitäten Regensburg, Nantes (Frankreich) und Trier. Anschließend promovierte er an der Universität Trier im Fach Staatswissenschaften. 1995 begann er seine berufliche Karriere bei der Linde AG im Finanzbereich. Von 2000 bis 2019 war er bei Linde in leitenden Positionen tätig, zuletzt als Sprecher des Vorstands, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor.

Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung

Sehr geehrte Damen und Herren,

das vergangene Geschäftsjahr war, vor allem in seiner zweiten Hälfte, maßgeblich geprägt durch die Coronavirus-Pandemie. Vor diesem Hintergrund war und ist es über die Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen hinaus unser Bestreben, Gesundheit und Leben aller im Unternehmen und seinem Umfeld tätigen Menschen bestmöglich zu schützen. So hat der Vorstand von Anfang an ein ganz besonderes Augenmerk auf das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt und eine Vielzahl von Projekten initiiert und unterstützt, um die Folgen der Pandemie abzumildern. Letztlich war und ist das Handeln der Infineon-Führung davon bestimmt, das Unternehmen in all seinen Dimensionen sicher durch diese extrem herausfordernden Zeiten zu manövrieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass Infineon auch unter den so schwierigen aktuellen Rahmenbedingungen bestens aufgestellt ist. Es spricht viel dafür, dass wir sogar gestärkt aus dieser globalen Gesundheits- und Wirtschaftskrise hervorgehen werden. Diese Überzeugung ist nicht nur davon getragen, dass es dem Vorstand und der gesamten Infineon-Belegschaft bislang hervorragend gelungen ist, rasch und überzeugend sowohl auf die Herausforderungen der Pandemie als auch auf die darüber hinausgehenden geopolitischen Herausforderungen zu reagieren. Die positiven Zukunftserwartungen beruhen auch darauf, dass wir inmitten aller krisenhaften Entwicklungen die strategisch höchst relevante Cypress-Akquisition erfolgreich ins Ziel bringen konnten. Denn: Obwohl momentan umsichtiges Steuern auf Sicht unabdingbar ist, bedarf es weiterhin auch zukunftsorientierter strategischer Entscheidungen, die mittel- und langfristig wirken. Seien Sie versichert: Bei Infineon sind die Weichen für die Zukunft richtig gestellt.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat einmal mehr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit größtmöglicher Sorgfalt wahrgenommen. Er hat den Vorstand gleichermaßen beraten und überwacht. Grundlage dafür waren vor allem dessen ausführliche schriftliche und mündliche Berichte in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen über alle für das Unternehmen relevanten Fragen, insbesondere der Strategie und Planung, der Geschäftsentwicklung, der finanziellen Situation, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Dabei ist der Vorstand auch auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Planungen eingegangen. Solche Abweichungen waren im Geschäftsjahr 2020 nicht zuletzt auf die Pandemie und ihre konjunkturellen Auswirkungen zurückzuführen. Um der Dynamik der Situation gerecht zu werden und eine zeitnahe Information des Aufsichtsrats sicherzustellen, fanden zwischen den regulären Sitzungen regelmäßig außerordentliche Sitzungen statt, in denen der Vorstand über die aktuelle Geschäftslage informierte. Der Aufsichtsrat hatte stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen, und konnte sich damit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugen.

In der quartalsweisen schriftlichen Berichterstattung wurde der Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die wesentlichen Finanzdaten, Risiken und Chancen, bedeutende Rechtsstreitigkeiten sowie andere wichtige Einzelthemen in Kenntnis gesetzt. Zwischen den Quartalsberichten informierte der Vorstand zusätzlich in Monatsberichten über die jeweils aktuelle Geschäftslage und -entwicklung.

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats stand ich auch zwischen den Sitzungen in regelmäßigem Kontakt sowohl mit dem Vorsitzenden als auch den weiteren Mitgliedern des Vorstands, um mich unter anderem über Fragen der Strategie, der Geschäftsentwicklung und der Finanzlage abzustimmen. Über für das Unternehmen wesentliche Ereignisse wurde ich durch den Vorstandsvorsitzenden stets unverzüglich, das heißt auch unabhängig von den Sitzungen, informiert.

Im Geschäftsjahr 2020 fanden insgesamt neun Sitzungen (fünf ordentliche und vier außerordentliche Sitzungen, davon fünf in Form von Telefonkonferenzen) sowie zwei schriftliche Beschlussfassungen des Aufsichtsratsplenums statt. Darauf bezogen lag die Anwesenheit aller Aufsichtsratsmitglieder bei knapp 100 Prozent; Herr Dr. Eichiner musste sich für eine Sitzung entschuldigen lassen. Auch bei den Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse betrug die Anwesenheit nahezu 100 Prozent; Frau Engelfried nahm an einer Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses entschuldigt nicht teil. Eine tabellarische Übersicht zur individuellen Sitzungsteilnahme findet sich in der Erklärung zur Unternehmensführung.

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Im Zusammenhang mit den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden separate Vorbesprechungen sowohl der Aktionärs- als auch der Arbeitnehmervertreter statt. Im Rahmen der Sitzungen tagte der Aufsichtsrat auch regelmäßig ohne den Vorstand.

Unternehmensstrategie/Coronavirus-Pandemie/Cypress-Akquisition und (Re-)Finanzierung

Es ist weiterhin ein zentraler Anspruch des Infineon-Aufsichtsrats, den Vorstand bei der Konzeption und Umsetzung der Unternehmensstrategie intensiv zu begleiten. Nicht zuletzt deshalb fand im Berichtsjahr über die regulären Sitzungen des Strategie- und Technologieausschusses hinaus wieder eine ausschließlich der Behandlung strategischer Themen vorbehaltene Sitzung des Aufsichtsratsplenums statt, diesmal am Standort Villach in Österreich. In dieser Strategiesitzung wurde unter anderem über die geänderten markt- und geopolitischen Rahmenbedingungen, die strategische Basis von Infineon einschließlich der Bedeutung der Akquisition und Integration von Cypress, des Weiteren die finanzielle Resilienz von Infineon und die Dividendenstrategie diskutiert.

Wie bereits erwähnt, war die Coronavirus-Pandemie Anlass für zusätzliche außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsratsplenums. In diesen ging es nicht nur um die jeweils aktuelle Geschäftslage und -entwicklung, sondern darüber hinaus um die längerfristigen, strategischen Implikationen der Pandemie in Bezug auf die Weltwirtschaft, den Halbleitermarkt und vor allem die Zielmärkte von Infineon.

Neben der Pandemie war das Geschäftsjahr 2020 geprägt durch den erfolgreichen Abschluss der Anfang Juni 2019 bekannt gegebenen und für Infineon strategisch sehr wichtigen Akquisition des US-Halbleiterunternehmens Cypress Semiconductor Corporation. Mit dieser Übernahme hat Infineon seinen Fokus auf zentrale Wachstumstreiber und globale Megatrends weiter gestärkt, sein Technologie- und Produktportfolio entscheidend erweitert und ist in die Top Ten der größten Halbleiterhersteller weltweit aufgerückt. Wesentlicher Bestandteil der Akquisition war eine maßgeschneiderte Finanzierung mit einer hinreichenden Flexibilität für langfristige Refinanzierungsmaßnahmen. Dabei sollte die Übernahme letztlich zu rund 30 Prozent durch neues Eigenkapital finanziert werden. Mit der im Geschäftsjahr 2019 erfolgten Platzierung neuer Aktien sowie der Begebung einer Hybridanleihe hatte Infineon bereits vor dem Vollzug der Akquisition die wesentlichen Finanzierungsziele erreicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 wurde der angestrebte Eigenkapital anteil mit einer weiteren, höchst erfolgreichen Kapitalerhöhung komplettiert. Die dadurch bewirkte Stärkung der Kapitalstruktur und die erfolgte Bestätigung des Investment-Grade-Ratings sind Grundlage für die Deckung des verbleibenden Refinanzierungsbedarfs über Fremd kapitalinstrumente. Ein wichtiger Meilenstein in diesem Bereich war die erste Eurobond-Emission im Rahmen des neu etablierten Anleihenprogramms (sogenanntes EMTN-Programm, European Medium Term Notes). Der deutlich spürbare Rückhalt der Investoren sowohl im Bereich der Eigenkapital- als auch der Fremdkapitalmaßnahmen zeigt das Vertrauen der Kapitalmärkte in die Zukunftsperspektiven von Infineon. Der Aufsichtsrat hat, vor allem durch seinen Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss, die beschriebenen Refinanzierungsmaßnahmen eng begleitet.

Vorstandsangelegenheiten

Neues Vorstandsvergütungssystem

Am 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) in Kraft getreten. Des Weiteren hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex eine Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) beschlossen, die im März 2020 wirksam geworden ist. Beides hat zu veränderten Anforderungen im Bereich der Vorstandsvergütung geführt. Unterstützt durch einen externen, unabhängigen Vergütungsexperten hat sich der Aufsichtsrat daher sehr intensiv mit dem neuen regulatorischen Rahmen befasst und - auf der Grundlage der Vorarbeiten des Präsidialausschusses und dessen Empfehlung - in seiner Sitzung vom 20. November 2020 ein neues Vorstandsvergütungssystem beschlossen. Dieses wird der Hauptversammlung 2021 gemäß § 120a Aktiengesetz zur Billigung vorgelegt.

Bei der Überarbeitung des Vergütungssystems verfolgte der Aufsichtsrat die Absicht - neben einer Berücksichtigung der neuen regulatorischen Vorgaben -, auch in der Gestaltung der Vorstandsbezüge noch stärker als bisher die strategischen Zielsetzungen von Infineon abzubilden, dabei auch Nachhaltigkeitsziele zu integrieren, weiterhin eine angemessene und zugleich motivierende Vergütung sicherzustellen und schließlich die Zielstrukturen von Vorstand und Belegschaft zu synchronisieren. Die wesentlichen Änderungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Neben der fixen Grundvergütung und der betrieblichen Altersversorgung soll es im Bereich der variablen Vergütung künftig nur noch ein kurzfristiges (Short Term Incentive, STI) und ein langfristiges (Long Term Incentive, LTI) Vergütungselement geben; der bisherige Mid Term Incentive (MTI) entfällt. Damit wird erreicht, dass der Anteil der langfristig variablen Vergütung (mit einer grundsätzlichen Erfüllung in Aktien) gestärkt wird und den der kurzfristig variablen Vergütung übersteigt. Der im Ermessen des Aufsichtsrats stehende "Sonderbonus" in Höhe von bis zu 30 Prozent der fixen Grundvergütung wird ersatzlos gestrichen. Die Nebenleistungen bleiben im Wesentlichen unverändert.
Im Bereich des STI werden die bisherigen finanziellen Ziele Return on Capital Employed (RoCE) und Free-Cash-Flow (FCF) um ein drittes Ziel, die für Infineon zentrale operative Steuerungsgröße Segmentergebnis-Marge (SRM), ergänzt. Die SRM war auch bislang schon Bestandteil der für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geltenden STI-Zielstruktur. Die Möglichkeit des Aufsichtsrats, die Auszahlungsbeträge für den STI nach seinem Ermessen um bis zu 50 Prozent zu reduzieren oder zu erhöhen, wird durch einen "kriterienbasierten STI-Modifier" ersetzt. Danach definiert der Aufsichtsrat jedes Geschäftsjahr anhand eines festen Katalogs Kriterien zur Beurteilung der kollektiven Leistung des Vorstands. Nach Ablauf des Geschäftsjahres kann der Aufsichtsrat dann den Zielerreichungsgrad für den STI um bis zu 30 Prozent reduzieren oder erhöhen - abhängig von den Leistungen des Vorstands und auch, um etwaige außergewöhnliche, nicht vorhersehbare Entwicklungen zu berücksichtigen.
Der LTI wird auf einen ausschließlich leistungsabhängigen Performance Share-Plan (PSP) umgestellt; die frühere performanceunabhängige Zuteilung der Hälfte der Performance Shares wird abgeschafft. Das bisherige finanzielle Leistungskriterium, die Outperformance des Philadelphia Semiconductor Index durch den Infineon-Aktienkurs, wird durch das Kriterium eines relativen Total Shareholder Return (TSR) ersetzt: Der TSR ist definiert als die Aktienkursentwicklung von Infineon über eine vierjährige Performanceperiode hinweg im Vergleich zu einer vorab definierten Vergleichsgruppe, die aus den wichtigsten internationalen Wettbewerbern von Infineon besteht. Das TSR-Ziel fließt zu 80 Prozent in die Zielerreichung ein. Es wird ergänzt - und hierauf entfallen die weiteren 20 Prozent der LTI-Zielerreichung - durch nicht finanzielle Ziele aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social & Governance, ESG-Ziele). Zu den ESG-Zielen können beispielsweise Beiträge zum weltweiten Klimaschutz oder die Förderung von Diversität bei Infineon gehören, welche einen positiven Einfluss auf Innovation, das Mitarbeiterengagement und die finanzielle Leistung von Infineon haben. Durch den klaren Bezug der ESG-Ziele zur Geschäftsstrategie sowie zu aktuellen Marktanforderungen werden Anreize gesetzt, die Gesellschaft nachhaltig im Sinne der Stakeholder zu steuern. Dadurch sind die ESG-Ziele sowohl für den Angleich der Interessen des Vorstands und weiterer Stakeholder als auch für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unter nehmens von Bedeutung.
Das Vorstandsvergütungssystem enthält des Weiteren künftig "Share Ownership Guidelines": Die Vorstandsmitglieder werden dadurch verpflichtet, binnen einer Aufbauphase von grundsätzlich fünf Jahren einen Mindestbestand an Infineon-Aktien aufzubauen und bis zwei Jahre nach ihrem Ausscheiden aus dem Vorstandsamt zu halten. Für den Vorstandsvorsitzenden liegt dieser Mindestbestand im Gegenwert von 150 Prozent, bei den weiteren Vorstandsmitgliedern von 100 Prozent ihres Jahresgrundgehalts.
Schließlich wird im Rahmen des neuen Vorstandsvergütungssystems eine marktübliche Malus- und Clawback-Regelung eingeführt, die es dem Aufsichtsrat in bestimmten Fällen erlaubt, variable Vergütungsbestandteile einzubehalten oder zurückzufordern.

Die Einzelheiten des neuen Vorstandsvergütungssystems ergeben sich aus dessen Darstellung in der der Hauptversammlung 2021 zur Billigung nach § 120a Aktiengesetz vorgelegten Form.

Das neue Vergütungssystem gilt für alle Infineon-Vorstandsmitglieder, die nach der Beschlussfassung des Aufsichtsrats darüber am 20. November 2020 in ihre Funktion bestellt werden. Für die zu diesem Zeitpunkt bereits amtierenden Vorstandsmitglieder soll das Vergütungssystem grundsätzlich mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 (und damit ab dem Geschäftsjahr 2022) gelten. Die Regelungen über den LTI sollen hingegen schon mit der nächsten Zuteilung am 1. April 2021 (und damit für das Geschäftsjahr 2021) zur Anwendung kommen. Hintergrund für die vorgezogene Umsetzung der neuen LTI-Regelungen ist zum einen, dass zum 1. April 2021 der PSP für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgestellt werden soll und eine zeitliche Synchronität mit dem Vorstands-LTI wünschenswert ist. Zum anderen wird dadurch erreicht, dass bereits im Geschäftsjahr 2021 keine weitere Tranche des MTI, der nicht mehr Bestandteil des Vergütungssystems ist und im LTI aufgeht, aus gegeben werden muss.

Zur Umsetzung des neuen Vergütungssystems ist beabsichtigt, dass der Aufsichtsrat für die Gesellschaft mit den amtierenden Vorstandsmitgliedern entsprechende Anpassungen ihrer laufenden Anstellungsverträge vereinbart. In diesem Zusammenhang ist auch geplant, nicht nur die neue Vergütungsstruktur abzubilden, sondern erstmals nach mehreren Jahren auch die Vergütungshöhe anzupassen. Dabei wird der Aufsichtsrat den aktienrechtlichen Vorgaben Rechnung tragen, wonach bei der Festsetzung der Gesamtbezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds dafür zu sorgen ist, dass diese in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstands mitglieds sowie zur Lage der Gesellschaft stehen und die übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe übersteigen.

Sonstige Vergütungsthemen

Anfang Oktober 2020 ist erneut eine Tranche von Performance Shares fällig geworden. Da die vorgesehene Performance-Hürde nicht erreicht wurde, war die im Jahr 2016 zugeteilte Tranche nach Ablauf der vierjährigen Haltefrist nur im Umfang von 50 Prozent zu erfüllen. Dabei wurden, wie vorgesehen, Aktien zugeteilt. Verwendung fanden hier im Bestand der Gesellschaft befindliche, eigene Aktien.

Weitere Einzelheiten zur Vorstandsvergütung - insbesondere zu den im Geschäftsjahr 2020 im Einzelnen ausbezahlten Bezügen - entnehmen Sie bitte dem ausführlichen Vergütungsbericht. S. 130 ff.

Rechtsstreitigkeiten

Der Aufsichtsrat wurde auch im Geschäftsjahr 2020 regelmäßig und ausführlich über wichtige Rechtsstreitigkeiten informiert und hat sich über diese eingehend mit dem Vorstand beraten. Hierzu zählten insbesondere der vor den europäischen Gerichten geführte Rechtsstreit gegen eine von der EU-Kommission 2014 verhängte kartellrechtliche Geldbuße sowie damit im Zusammenhang stehende Folgeverfahren und die Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG über einen angeblichen Differenzhaftungsanspruch.

Aufsichtsratsthemen

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats; Onboarding; Kompetenzprofil und Zielekatalog

Mit Beendigung der letzten Hauptversammlung vom 20. Februar 2020 endeten die Aufsichtsratsmandate aller Arbeitnehmervertreter und von sechs der acht Aktionärsvertreter. Der seitdem zum Teil neu zusammengesetzte Aufsichtsrat bildet eine gute Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung, repräsentiert ein ausgewogenes Kompetenzprofil (das mit den Wahlen nicht zuletzt auch in den Bereichen Finanzen und Digitalisierung weiter gestärkt wurde) und setzt mit einem je hälftigen Anteil von Frauen und Männern im Aufsichtsrat ein deutliches Zeichen im Bereich Diversität.

Im Anschluss an die Hauptversammlung 2020 wurden die Aufsichtsratsausschüsse neu besetzt. Hervorzuheben sind hier die Wahl von Herrn Dr. Eichiner zum Prüfungsausschussvorsitzenden und von Herrn Dr. Spiesshofer zum Vorsitzenden des Strategie- und Technologieausschusses. Die Besetzung der Ausschüsse im Einzelnen ist in der Erklärung zur Unternehmensführung dargestellt.

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Die Gesellschaft unterstützte und unterstützt die Mitglieder des Aufsichtsrats im Zuge ihrer Amtseinführung im Rahmen eines "Onboarding"-Prozesses. So wurde eine Reihe von Workshops angeboten, in denen unter anderem die einzelnen Segmente von Infineon, die Grundlagen und wesentlichen Elemente der Unternehmensstrategie, das Zielgeschäftsmodell und die Investitionsplanung, des Weiteren die Fertigungsstrategie und das Zyklusmanagement vorgestellt wurden.

Grundlage für die Tätigkeit des Nominierungsausschusses des Aufsichtsrats und damit für die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung sind das Kompetenzprofil und der Zielekatalog für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Angesichts der im März 2020 wirksam gewordenen Neufassung des DCGK hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im August 2020 eine Anpassung des Kompetenzprofils und Zielekatalogs beschlossen; insbesondere wurden die Vorgaben zur Unabhängigkeit der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat an die neue Kodexfassung angepasst.

Investorendialog

Ebenfalls in der Augustsitzung 2020 hat der Aufsichtsrat eine neue Richtlinie für die Kommunikation des Aufsichtsrats mit Investoren beschlossen. Schon bislang sah die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in Übereinstimmung mit dem DCGK vor, dass der Aufsichtsratsvorsitzende mit Investoren Gespräche über aufsichtsratsspezifische Themen führen kann. Dies wird nun in der Richtlinie in Bezug auf Gesprächsformat, Gesprächspartner und Themenauswahl konkretisiert.

Ausschussarbeit

Die Ausschüsse bereiten Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie sonstige wichtige Projekte und Themen für die Plenumssitzungen vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat im gesetzlich zulässigen Rahmen bestimmte Entscheidungsbefugnisse an die Ausschüsse übertragen. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat aus den Sitzungen der Ausschüsse in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung.

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss musste im Berichtsjahr nicht einberufen werden.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss tagte im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Mal. Er befasste sich dabei intensiv mit der (auch langfristigen) Nachfolgeplanung des Aufsichtsrats. In Vorbereitung auf die in der Hauptversammlung 2020 stattgefundene Wahl von sechs Vertretern der Aktionäre beriet er sowohl über die Wiederwahl von Aufsichtsratsmitgliedern als auch über geeignete neue Kandidatinnen und Kandidaten. Bei deren Suche und Evaluierung legte der Ausschuss insbesondere das vom Aufsichtsrat für die Zusammensetzung des Gremiums beschlossene Kompetenzprofil einschließlich des Zielekatalogs zugrunde. Unterstützt wurde er in seiner Entscheidungsfindung von einem renommierten externen Personalberater.

Präsidialausschuss

Im Berichtsjahr fanden eine ordentliche und fünf außerordentliche Sitzungen des Präsidialausschusses statt.

Der Schwerpunkt der ordentlichen Sitzung lag in der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zur Festlegung der variablen Vergütung des Vorstands. Hierzu gehörten insbesondere die Bestimmung der Zielerreichungsgrade für das Geschäftsjahr 2019 sowie die Festlegung neuer Zielwerte für das Geschäftsjahr 2020.

Gegenstand der außerordentlichen Sitzungen war in erster Linie die Revision des Vorstandsvergütungssystems, deren wesentliche Elemente oben beschrieben sind.

Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss

Im Geschäftsjahr 2020 fanden vier ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses statt.

Schwerpunkte der Ausschusstätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung des Halbjahresabschlusses und der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern sowie die Erörterung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Zudem prüfte der Ausschuss die Finanz- und Investitionsplanung. Darüber hinaus ließ er sich regelmäßig über das interne Kontroll- und Revisionssystem, das Risikomanagementsystem und das Compliance-Management-System berichten und befasste sich mit der Wirksamkeit dieser Systeme. Der Ausschuss wurde auch kontinuierlich über die wesentlichen Rechtsstreitigkeiten informiert.

Die Empfehlung des Ausschusses an das Aufsichtsratsplenum, der Hauptversammlung die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, ("KPMG") als Abschlussprüfer vorzuschlagen, erfolgte auf Basis einer Unabhängigkeitserklärung der KPMG und einer Analyse der von dieser erbrachten Nichtprüfungsleistungen. Es wurden dabei keine Anhaltspunkte für Ausschluss- oder Befangenheitsgründe oder für eine anderweitige Gefährdung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festgestellt. Der Empfehlung lag zudem die Erklärung des Ausschusses zugrunde, dass sie frei von ungebührlicher Einflussnahme durch Dritte und ihm keine die Auswahlmöglichkeiten beschränkende Klausel im Sinne von Art. 16 Abs. 6 der EU-Abschlussprüferverordnung auferlegt worden sei. Der Ausschuss beschäftigte sich auch mit den Honorarvereinbarungen und erteilte entsprechende Prüfungsaufträge. Zudem wurden ergänzende Prüfungsschwerpunkte festgelegt.

Das wichtigste Einzelprojekt in der Ausschusstätigkeit des abgelaufenen Geschäftsjahres bildete die Begleitung der Refinanzierungsschritte der Cypress-Akquisition, insbesondere die Befassung mit einer weiteren Kapitalerhöhung, welcher der Ausschuss nach zwei außerordentlichen Sitzungen am 26. Mai 2020 seine Zustimmung erteilte.

Die Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an allen ordentlichen Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses teil und berichteten dort ausführlich über ihre Prüfungstätigkeit.

Strategie- und Technologieausschuss

Der Strategie- und Technologieausschuss des Aufsichtsrats kam im Berichtsjahr zu zwei Sitzungen zusammen. Er ließ sich vom Vorstand ausführlich über die Akquisition und Integration von Cypress informieren. Weitere Themen waren das Zyklusmanagement, die Entwicklung des chinesischen Marktes und die Transformation des Automotive-Bereichs.

Aufsichtsratsvergütung

Nach Maßgabe des ARUG II ist der Hauptversammlung 2021 neben dem Vorstands- auch das Aufsichtsratsvergütungssystem zur Beschlussfassung vorzulegen. Vor diesem Hintergrund hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit der aktuellen Aufsichtsratsvergütung befasst und ist zu der Einschätzung gelangt, dass deren aus dem Jahr 2016 stammende Struktur in einigen Punkten nicht mehr marktkonform ist und einer Anpassung bedarf. Damit soll insbesondere auch der Empfehlung des DCGK stärker Rechnung getragen werden, wonach der mit besonderen Funktionen im Aufsichtsrat verbundene zeitliche Mehraufwand in der Vergütung angemessen berücksichtigt werden soll. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung 2021 daher ein überarbeitetes Aufsichtsratsvergütungssystem vorlegen, das gegenüber der aktuellen Aufsichtsratsvergütung im Wesentlichen folgende Änderungen beinhaltet:

Während die fixe Grundvergütung und der Funktionszuschlag für den Aufsichtsratsvorsitzenden nur leicht erhöht werden sollen, ist geplant, die Funktionszulagen für die Ausschüsse und die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses deutlicher auf ein dann marktübliches Niveau anzuheben.
Die bisherige Sperrklausel, wonach bei mehreren Funktionen nur die jeweils höchste Funktionszulage gezahlt wird, soll gestrichen werden. Denn die Tätigkeit in mehreren Ausschüssen verursacht auch einen Mehraufwand, der entsprechend vergütet werden soll. Indem umgekehrt künftig eine Funktionszulage nur dann gezahlt wird, wenn in einem Geschäftsjahr mindestens drei Ausschusssitzungen stattgefunden haben, ist sichergestellt, dass allein relevanter Mehraufwand vergütet wird. Zusätzlich werden die ausschussbezogenen Funktionszulagen insgesamt auf 100 Prozent der fixen Grundvergütung gecappt. Im Ergebnis führt dies dazu, dass die Vergütung für ein Aufsichtsratsmitglied in Zukunft auf €200.000, die des Aufsichtsratsvorsitzenden auf €300.000 und die seines Stellvertreters auf €230.000 beschränkt sein wird.
Als weitere Änderung ist geplant, dass das Sitzungsgeld für außerordentliche Sitzungen in Form von Telefon- oder Videokonferenzen von €2.000 auf €1.000 reduziert wird.

Die Änderungen sollen mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 wirksam werden.

Corporate Governance

Entsprechenserklärung 2020

In der Entsprechenserklärung vom November 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat erklärt, zum einen seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2019 allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen zu haben, zum anderen aktuell allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 zu entsprechen und dies auch zukünftig zu tun. Vorsorglich haben Vorstand und Aufsichtsrat ergänzend erklärt, dass bis zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats über das neue Vorstandsvergütungssystem am 20. November 2020 den neuen, seit dem 20. März 2020 geltenden Kodexempfehlungen zur Vorstandsvergütung nicht in vollem Umfang entsprochen wurde; mit dem Wirksamwerden des neuen Vergütungssystems wird allen Empfehlungen entsprochen.

Die Entsprechenserklärung 2020 im Wortlaut sowie alle weiteren Entsprechenserklärungen aus der Vergangenheit finden Sie auf der Internet-Seite von Infineon.

www.infineon.com/entsprechenserklaerung

Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er als Organ insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Die letzte umfangreiche Überprüfung fand im Sommer 2019 statt; die Ergebnisse wurden anschließend eingehend im Aufsichtsrat erörtert. Wesentliche Defizite wurden dabei nicht festgestellt. Auch zwischenzeitlich haben sich keine diesbezüglichen Anhaltspunkte ergeben. Die nächste Überprüfung ist für den Sommer 2021 geplant.

Prüfung möglicher Interessenkonflikte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2020 sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte mitgeteilt worden.

Der DCGK verlangt vor der Übernahme von Nebentätigkeiten, insbesondere externer Aufsichtsratsmandate, durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Bei den übernommenen Mandaten waren keine Interessenkonflikte erkennbar, sie lagen vielmehr durchweg im Interesse von Infineon.

Weitere Ausführungen zur Corporate Governance finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung, die auch den Corporate Governance Bericht enthält.

www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung

Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand

Im August 2020 hat der Aufsichtsrat Anpassungen der Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat, seinen Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss und für den Vorstand beschlossen. Anlass waren das Inkrafttreten des ARUG II sowie die Neufassung des DCGK. Die Revision wurde zudem dafür genutzt, die Kataloge der zustimmungsbedürftigen Maßnahmen zu modernisieren. Zum einen wurde die Rolle des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses im Bereich der Verschuldungsmaßnahmen gestärkt. Zum anderen sind die für die Zustimmungsgrenzen relevanten Betragsgrenzen, die noch aus dem Jahr 2011 stammten, teilweise erhöht worden, um der - nicht zuletzt auch infolge der Cypress-Akquisition - deutlich gewachsenen Unternehmensgröße Rechnung zu tragen.

Alle Geschäftsordnungen stehen auf der Internet-Seite der Gesellschaft zur Verfügung.

www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/articles-of-association/

Related Party Transactions

Eine weitere Folge des ARUG II ist die Einführung neuer Vorgaben im Bereich der sogenannten Related Party Transactions. Unter anderem ist für börsennotierte Gesellschaften wie Infineon vorgesehen, dass bestimmte Geschäfte der Gesellschaft mit nahestehenden Unternehmen und Personen vor ihrem Abschluss der Zustimmung des Aufsichtsrats beziehungsweise eines seiner Ausschüsse bedürfen. Um solche zustimmungsbedürftigen Related Party Transactions zu identifizieren und gesetzeskonform zu behandeln, schreibt das ARUG II die Einführung eines geeigneten internen Verfahrens vor. Infineon hat ein solches Verfahren über eine weltweit geltende unternehmens interne Richtlinie implementiert. Der Aufsichtsrat hat die Zuständigkeit in diesem Bereich und insbesondere für etwaige Zustimmungsbeschlüsse an seinen Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss delegiert.

Jahres- und Konzernabschluss

KPMG hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2020 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen.

Zudem wurde der Halbjahresabschluss einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Es wurden keine Sachverhalte festgestellt, die zu der Annahme veranlasst hätten, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss oder der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Vorschriften aufgestellt worden wären.

KPMG ist seit dem Geschäftsjahr 1999 (Rumpfgeschäftsjahr 1. April 1999 bis 30. September 1999) Abschlussprüfer für die Infineon Technologies AG, Konzernabschlussprüfer für den Infineon-Konzern sowie Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten. Herr Prof. Dr. Andrejewski hat erstmals für das Geschäftsjahr 2019 (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) den Bestätigungsvermerk unterzeichnet, Herr Pritzer erstmals für das Geschäftsjahr 2017 (1. Oktober 2016 bis 30. September 2017).

In der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses vom 6. November 2020, fortgeführt im Rahmen einer Telefonkonferenz am 16. November 2020, wurde mit dem Abschlussprüfer intensiv über den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und die Gewinnverwendung sowie die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers diskutiert. Hierbei hat sich der Ausschuss ausführlich mit den im Bestätigungsvermerk dargestellten besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) und den hierauf bezogenen Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers befasst. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat auf Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, die vorgelegten Abschlüsse nach deren Aufstellung durch den Vorstand zu billigen und die beabsichtigte Gewinnverwendung mitzutragen.

In der Sitzung des Aufsichtsrats vom 20. November 2020 lagen diesem der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die schriftlichen Berichte der KPMG über die Prüfung vor. Der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläuterte in dieser Sitzung ausführlich die entsprechenden Empfehlungen des Ausschusses. Zudem wurden alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen, einschließlich der Key Audit Matters, mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert und vom Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfung des Aufsichtsrats umfasste auch die beabsichtigte Ausschüttung einer Dividende von €0,22 je dividendenberechtigte Aktie.

Der Aufsichtsrat ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer zu erheben sind. Der zusammengefasste Lagebericht entspricht nach der Überzeugung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen. Der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen im Lagebericht zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss des Infineon-Konzerns gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands angeschlossen.

Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss sowie das Aufsichtsratsplenum haben sich ferner mit dem vom Vorstand erstellten zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht zum 30. September 2020 befasst. Die beauftragte KPMG hat eine Prüfung mit dem Maßstab "limited assurance" durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erteilt. Die Unterlagen wurden vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss in seiner Sitzung vom 6. November 2020, fortgeführt in einer Telefonkonferenz am 16. November 2020, und vom Aufsichtsrat in der Sitzung vom 20. November 2020 umfassend geprüft. Der Aufsichtsrat hat den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht des Vorstands zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Vorstand für ihren enormen Einsatz und die erneut herausragenden Leistungen in einem in jeglicher Hinsicht herausfordernden Geschäftsjahr 2020.

Neubiberg, im November 2020

Für den Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Eder, Aufsichtsratsvorsitzender

Geschäftsausrichtung und Strategie

Geschäftsausrichtung

Wir wollen uns weiterentwickeln, wachsen und Mehrwert schaffen. Sowohl für unsere Kunden und unsere Aktionäre als auch für unsere Mitarbeiter * innen und die Gesellschaft. Die Coronakrise bremst uns dabei aktuell, aber sie kann uns nicht aufhalten. In den vergangenen Jahren haben wir begonnen, uns auf globale Megatrends auszurichten, die die Welt in Zukunft auch weiterhin prägen werden: demografischer und sozialer Wandel, Klimawandel und Ressourcenknappheit, Urbanisierung und digitale Transformation. Aus diesen Megatrends leiten wir auch in Zukunft unsere Fokussierung auf die Wachstumsfelder Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data ab. Wir orientieren uns in diesen Märkten an strukturellen Treibern, also Bereichen, die aufgrund der genannten Änderungen langfristig überproportional wachsen beziehungsweise ein großes Innovationspotenzial haben. An diesen zugrunde liegenden Annahmen hat sich durch das Coronavirus nichts geändert. Teilweise wirkt dieses sogar als Katalysator und wird die Veränderung von Gesellschaft und Wirtschaft beschleunigen.

Demografischer und sozialer Wandel

Laut den Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 rund 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben, zwei Milliarden mehr als heute. Das rasche Bevölkerungswachstum und der Wunsch nach einem guten Leben führen unter anderem zu einem Anstieg des Energieverbrauchs. Hieraus erwächst die Notwendigkeit, Energie effizienter zu erzeugen, zu speichern, zu übertragen und zu nutzen. Durch den steigenden Bedarf an Ressourcen stoßen auch bisherige Konzepte für Infrastruktur, Industrie und Kommunikation an ihre Grenzen. Mikroelektronik leistet einen entscheidenden Beitrag, um die wachsende und sich wandelnde Bevölkerung mit Energie zu versorgen und komfortable Lebensräume zu gestalten.

Klimawandel und Ressourcenknappheit

Der Klimawandel rückt mehr und mehr in das zentrale Bewusstsein der Bevölkerung. Mit unserem Handeln nehmen wir starken Einfluss auf unsere Umwelt. Eine effiziente Ressourcennutzung ist daher von elementarer Bedeutung. Die Entwicklung energieeffizienter Produkte ist ein zentrales Element, um Energie zu sparen und den Klimawandel anzugehen. "Mehr aus weniger" lautet daher unser Ziel. Unsere Halbleiter speisen verlustminimierend regenerative Energien in Stromnetze ein, reduzieren den Stromverbrauch bei Computern, sichern unseren digitalen Datenaustausch und treiben unsere Autos energieeffizienter an. So ermöglichen sie ein komfortableres Alltagsleben und gleichzeitig minimieren sie die Auswirkungen des Energieverbrauchs auf unsere Umwelt.

Urbanisierung

Immer mehr Menschen drängt es weltweit vom Land in die Stadt. Die Coronavirus-Pandemie hat das Potenzial, diesen Trend kurzfristig zu unterbrechen. Jedoch bleiben Metropolen und Metropolregionen langfristig Orte des Wachstums und der Migration, sodass sich der Trend der Urbanisierung fortsetzen wird. Dabei stellt die rasche Urbanisierung enorme Herausforderungen an Infrastruktur und damit zusammenhängende Dienstleistungen. Wie muss eine Metropole konzipiert werden, um ein Dasein auf engem Raum mit ausreichender Lebensqualität für jeden zu garantieren? Einen Ansatz zur Lösung bietet das Modell "Smart City": In den Städten der Zukunft werden sämtliche Aspekte des öffentlichen Lebens ineinandergreifen und miteinander vernetzt sein. Dies gilt auch für die Vorstadtregionen. Ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid) kann den Energiebedarf effizient verwalten, nachhaltige Mobilitätslösungen wie das Smart Car und ein Ausbau des Schienennetzes helfen, das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen, und digitale und intelligente Lösungen im Smart Home können die Lebensqualität steigern. Mit unseren Produkten tragen wir dazu bei, die Energieinfrastruktur, Verkehrs- und Beförderungssysteme sowie Wohnräume weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Metropolen effizienter, grüner und lebenswerter zu gestalten.

Digitale Transformation

Die Digitalisierung durchdringt immer mehr Bereiche unseres Lebens. Die Coronavirus-Pandemie hat diesen Trend noch beschleunigt. Neue digitale Kommunikationstechnologien prägen unseren Alltag, verändern unseren Lebensstil und lassen neue Verhaltensmuster entstehen. Des Weiteren ermöglicht die digitale Transformation eine verbesserte Nutzung von Ressourcen. Deren Einsatz kann beobachtet, nachverfolgt und dadurch optimiert werden. Währenddessen produzieren Menschen und Maschinen enorme Mengen an Daten. Big Data ist ein extrem wertvoller Rohstoff. Menschen geben mehr und mehr sensible Informationen über sich preis. Das macht es für Nutzer erforderlich, stets sicher und ohne das Risiko eines Datenmissbrauchs oder -diebstahls miteinander kommunizieren zu können. Die Absicherung elektronischer Geräte und Infrastrukturen hat somit oberste Priorität und ermöglicht die digitale Transformation. Diesem erhöhten Sicherheitsbedürfnis nachzukommen, stellt eine der Kernkompetenzen von Infineon dar.

Wachstumstreiber

In jedem der von uns adressierten Wachstumsfelder im Halbleitermarkt - Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data - zeigen sich zahlreiche Anwendungsgebiete mit einem hohen Wachstumspotenzial für unser Halbleitergeschäft. Mit dem steigenden Energiebedarf und dem weltweiten Ziel der CO2-Einsparung wächst die Notwendigkeit, Energie effizienter zu erzeugen, zu übertragen, zu speichern und zu nutzen. Angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens sind nachhaltige, intelligente Mobilitätslösungen unverzichtbar. In einer hochgradig digitalisierten Welt steigen die Anzahl an vernetzten Dingen und die Anforderungen an die sichere Verarbeitung, Übertragung und Speicherung von Daten. All diese Anwendungsfelder bedienen wir mit unseren Lösungen und Systemen, die uns helfen, ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

Energieeffizienz

Ein Umdenken beim Klimaschutz steht und fällt mit einem Umdenken im Rahmen der Energiewende. Nur wenn wir von der Stromerzeugung bis zum Stromverbrauch nachhaltig und klimafreundlich handeln, wird eine zukunftsfähige Energiewende gelingen. Dazu leistet Mikroelektronik einen entscheidenden Beitrag. Sie hilft, die stetig wachsende Zahl der Bevölkerung effizient und umweltfreundlich mit Energie zu versorgen. Der steigende Bedarf an elektrischer Energie kann zukünftig aus ökologischen Gründen nicht mehr im selben Umfang aus fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Erneuerbaren Energiequellen, die kein CO2 in die Umwelt abgeben, kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Ein Schlüssel liegt im Einsatz von Windkraft und Solarenergie. Die schwankende Verfügbarkeit dieser Energiequellen kann durch Speicher ausgeglichen werden, bedingt aber ein übergreifendes Management des Stromnetzes.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern

In Deutschland stammen über 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Im Rahmen der europäischen Corona-Hilfsmaßnahmen soll dieser Anteil nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa in den nächsten Jahren weiter stark ausgebaut werden. So hat zum Beispiel Deutschland seinen Zielwert für Offshore-Windanlagen auf 20 Gigawatt erhöht. Infineon profitiert davon, dass Wind- und Fotovoltaikkraftwerke je Gigawatt erzeugter Leistung, verglichen mit konventionellen Kraftwerken, ein Vielfaches an Leistungshalbleitern erfordern. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es keine Turbine, die 50-Hertz-Wechselstrom mit der passenden Spannung erzeugt. Deshalb kann der erzeugte Strom nicht direkt in das Netz eingespeist werden. Vielmehr bedarf es leistungselektronischer Systeme zur Konversion und Absicherung. Infineon beliefert alle großen Hersteller von Windkraftanlagen und Fotovoltaik-Wechselrichtern.

Wind

Bei der Energiegewinnung aus Wind sind es besonders zwei Trends, die den Halbleiterbedarf treiben. Zum einen werden ältere, leistungsschwache Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke ersetzt - "Repowering" genannt. Zum anderen kommen bei der Erstinstallation immer stärkere Anlagen zum Einsatz. Die Leistung der Windkraftanlagen steigerte sich von etwa 50 Kilowatt bis zu 150 Kilowatt in den 1980er-Jahren, über durchschnittlich 1 Megawatt zu Anfang der 2000er-Jahre bis heute zu durchschnittlich 3 Megawatt bei Onshore-Anlagen und 5 bis 6 Megawatt für Anlagen in Offshore-Parks. Jüngst wurde gar ein Projekt für eine Offshore-Windturbine mit der Rekordleistung von 14 Megawatt gestartet, welches 2024 ans Netz gehen soll. Je höher die Leistung, desto höher der Wert an verbauten Leistungshalbleitern. Vor allem Offshore-Windparks stellen zudem große Herausforderungen an die Robustheit und Zuverlässigkeit der verbauten Komponenten, da diese in einer rauen Umgebung, bei hoher Luftfeuchtigkeit und salzhaltiger Luft wartungsarm funktionieren müssen.

Fotovoltaik

Im Bereich Fotovoltaik ist Infineon international sehr breit aufgestellt und kooperiert seit Jahren mit den weltweit führenden Herstellern von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Wir profitieren unter anderem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller - und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaikausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit führenden europäischen Herstellern zusammen und unterstützen innovative amerikanische Unternehmen mit unseren Produkten. Effiziente Wandlung und niedrige Systemkosten tragen dazu bei, die Stromgestehungskosten in Fotovoltaik-Freiflächenanlagen zu senken und Netzparität im Vergleich zu herkömmlich erzeugtem Strom herzustellen. Der Einsatz unserer SiC-Transistoren ermöglicht den Herstellern von Wechselrichtern, bessere Systemleistung in Bezug auf Wirkungsgrad, Baugröße und Kosten im Vergleich zu Si-basierten Lösungen zu realisieren.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)

Weltweit spielen HGÜ-Systeme eine zentrale Rolle für eine zuverlässige, verlustarme Energieübertragung über lange Strecken. Ebenso werden sie bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks eingesetzt. Es ist auch zu erwarten, dass mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ein weiterer Bedarf an effizienten Übertragungsstrecken entsteht. Die Halbleiterprodukte für HGÜ-Anwendungen müssen dabei speziellen Anforderungen genügen: Robustheit, Kurzschlussfestigkeit und dynamisches Leistungsverhalten. Speziell hierfür haben wir einen IGBT- und Dioden-Chipsatz entwickelt.

Energiespeicherung

In Deutschland sollen im Rahmen der Energiewende bis 2035 55 Prozent bis 60 Prozent und bis 2050 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Deren Nutzung geht mit spezifischen Anforderungen an die gesamte Energieversorgungskette einher. Die Stromerzeugung mithilfe von Wind und Sonne erfolgt nicht mehr nur zentral in einigen wenigen Kraftwerken, sondern dezentral an vielen unterschiedlichen Orten. Hinzu kommt, dass die fluktuierende Stromerzeugung nicht immer dem aktuellen Bedarf angepasst werden kann. Konventionelle Kraftwerke müssen bislang als Ersatz für oder Ergänzung zu erneuerbaren Energiequellen dienen. Deshalb ist langfristig eine Energiespeicherung notwendig. Mit seinen Halbleitern liefert Infineon die entscheidenden Leistungsbausteine und Subsysteme zur effizienten Energiespeicherung.

Wasserstoff

Wasserstoff wird im Laufe dieses Jahrzehnts eine wesentliche Rolle bei der Energieversorgung spielen. In der in diesem Kalenderjahr von der Bundesregierung vorgestellten "Nationalen Wasserstoffstrategie" werden nun erstmals sehr konkrete Ziele für den Ausbau der Kapazitäten bis 2030 definiert. Auch wenn noch viele Probleme zu lösen sind, sehen wir ein großes Potenzial bei der Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ebenso wie bei der Nutzung von Wasserstoff in Brennstoffzellen und dessen Konversion zu synthetischen Kraftstoffen. Grüner Wasserstoff kann langfristig ein wesentlicher Wachstumstreiber für Infineon werden.

Nutzung elektrischer Energie

Stromversorgung

Die Stromversorgung von elektrischen Geräten besteht im Wesentlichen aus zwei Stufen. Zunächst wird im Netzteil die Netzwechselspannung (Alternating Current - AC) in eine meist viel niedrigere Gleichspannung (Direct Current - DC) umgewandelt, die sogenannte AC-DC-Wandlung. Je nach Verwendungszweck wird diese Gleichspannung dann in einem zweiten Schritt unmittelbar beim Verbraucher präzise an die jeweiligen Anforderungen, also zum Beispiel für den Prozessor eines Servers, angepasst. Dieser zweite Schritt heißt DC-DC-Wandlung. Meist haben die Geräte mehrere DC-DC-Wandler. Das Wachstum im Bereich Stromversorgung hängt von der Leistung, der Komplexität und vor allem auch vom Stückzahlwachstum der Geräte ab.

AC-DC-Wandlung

Das höchste Stückzahlwachstum im Bereich der AC-DC-Wandlung sehen wir mittelfristig bei Servern und Telekommunikationsinfrastruktur. Aufgrund der hohen Leistung werden hier entsprechend viele Leistungshalbleiter für die Stromversorgung benötigt. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Speicherkapazität hat durch die Coronavirus-Pandemie einen großen Anschub erfahren. Arbeiten von zu Hause und unterwegs, Videostreaming, soziale Netzwerke und zunehmend auch maschinelles Lernen werden den Bedarf weiter hochhalten. Das IoT und die Industrie 4.0 werden diesen Trend in Zukunft noch beschleunigen. Darüber hinaus sehen wir auch im Geschäft mit kompakten Ladegeräten, Schnellladefunktionen und Lösungen für kabelloses Laden für Smartphones, Tablets und leichte Notebooks (sogenannte Portables) Wachstumschancen.

Wireless Charging

Die Zahl der Geräte, die kabellos geladen werden können, nimmt stetig zu. Wireless Charging bietet dem Anwender die Möglichkeit, seine Geräte "ganz nebenbei" zu laden, sei es im Auto, zu Hause oder an öffentlichen Plätzen. Auch lassen sich über eine Ladestation die Akkus mehrerer Geräte gleichzeitig kabellos aufladen.

Die Akzeptanz bei den Anwendern wird sich mit zunehmenden Fast-Charging-Möglichkeiten weiterhin erhöhen. Wireless Charging bietet vor allem bei Kleingeräten Platz- und Designvorteile, da der Stecker eingespart werden kann. Ausgehend vom Smartphone wird das kabellose Laden auch bei vielen anderen Geräten Anwendung finden. Mithilfe elektromagnetischer Felder wird die Energie von der Ladestation zum Gerät transportiert und der Akku ohne physische Verbindung aufgeladen. In der Praxis ist der Wirkungsgrad deutlich geringer als beim Laden mit Kabel. In den letzten Jahren konnte der Wirkungsgrad jedoch immer weiter verbessert und näher an das Niveau des Ladens per Kabel herangeführt werden.

USB Power Delivery (USB-PD)

USB-Ports sind weltweit verbreitet, zum Beispiel in Notebooks, Flugzeugen oder an zahlreichen öffentlichen Orten als Wanddosen. USB-Ports dienen vornehmlich der Datenübertragung, können aber auch angeschlossene Geräte in begrenztem Umfang mit Strom versorgen. Um die maximal übertragbare Leistung deutlich zu erhöhen, wurde der USB-PD-Standard definiert. Dahinter steht die Idee eines universellen Netzteils für verschiedene Geräte, indem mehr Flexibilität bei der Stromversorgung bei zeitgleicher Datenübertragung in einem Kabel geboten wird. So können auch Geräte wie Notebooks, die einen höheren Strombedarf als ein Smartphone haben, über diese Schnittstelle versorgt und geladen werden. USB-PD hat das Potenzial, der neue universelle Ladestandard zu werden.

DC-DC-Wandlung

Wie bei der AC-DC-Wandlung ist die steigende Nachfrage nach mehr Rechen leistung und Speicherkapazität auch bei der Nachfrage nach DC-DC-Wandlern der treibende Faktor. Spezielle Prozessoren, wie zum Beispiel KI-Beschleuniger, FPGAs, ASICs oder GPUs, benötigen große Leistung und das bei sehr niedrigen Spannungen. Zusätzlich ändert sich der Energiebedarf je nach Auslastung erheblich und extrem schnell. Deswegen versorgt man die Elektronik mit höheren Spannungen, die dann direkt beim Prozessor präzise auf die benötigte niedrige Spannung heruntergesetzt werden. Ähnliches gilt auch für PCs und Kommunikationsgeräte, die zum Teil sehr viele unterschiedliche Spannungen benötigen. Das Konzept der Anpassung vor Ort nennt man Point-of-Load. Die Anforderungen an Dynamik, Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch steigen kontinuierlich. Die Kunden suchen nach performanten, einfach zu implementierenden und zuverlässigen Lösungen, was den Wechsel zur digitalen Regelung der Point-of-Load-Systeme bedingt und darüber hinaus den Trend zu Komplettlösungen antreibt.

Antriebe und Automatisierung

Elektrische Antriebe bilden das Herzstück einer Vielzahl von Systemen, wie zum Beispiel Kränen, Förderbändern, Automatisierungssystemen und Robotern. Wo auch immer etwas bewegt oder transportiert wird, kommen sie zum Einsatz. Laut der Europäischen Kommission entfallen auf Elektromotoren fast 50 Prozent des Stromverbrauchs in Europa. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. In der EU führt die Verwendung effizienterer Motoren bis 2020 jährlich zu Energieeinsparungen in Höhe von 57 Terawattstunden.

Industrielle Automatisierung

Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, also der Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf. Elektronisch geregelte Motoren stellen auch bei der Automatisierung ein zentrales Element dar. Ohne sie könnte man die verschiedenen Bewegungsabläufe nicht effizient aufeinander abstimmen. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird zunehmen. Eine drehzahlgeregelte Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse des Motors ab. Mit Industrie 4.0 wird ein neuer Investitionszyklus ausgelöst, was nicht nur die Automatisierung in den Fabriken betrifft, sondern auch übergreifende Transport- und Handlingsysteme sowie die kollaborativen Roboter (siehe "Internet der Dinge & Big Data" in diesem Kapitel, S. 30 ff.).

Haushaltsgeräte

Gemäß neuen EU-Regeln gelten für die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten ab 2021 im europäischen Markt strengere Anforderungen. Die neuen Regeln sollen unter anderem Anreize schaffen, Produkte langlebiger und effizienter zu gestalten. Hersteller von Haushaltsgroßgeräten setzen deshalb auf Motoren mit höherem Wirkungsgrad verbunden mit einer moderneren Drehzahlregelung. Solche Motoren sind deutlich energieeffizienter, geräuschärmer und haben eine längere Lebensdauer. Beispiele sind die Waschmaschine (Trommel und Wasserpumpe), Geschirrspüler, Kühlschrank (Kompressor) und Klimaanlage (Gebläse, Kompressor).

Batteriebetriebene Geräte

In batteriebetriebenen Geräten ist der Wirkungsgrad von besonderer Bedeutung, damit man mit einer Batterieladung lange arbeiten kann. Deswegen kommen immer mehr bürstenlose Gleichstrommotoren zum Einsatz. Bei diesen erfolgt die Kommutierung elektronisch, abhängig von der Rotorposition, der Rotordrehzahl und dem Drehmoment. Dafür werden entsprechende Leistungshalbleiter und - je nach Ausstattung - auch Komponenten für Diagnose- und Sicherheitsfunktionen benötigt. Diese Art von Motoren erfordert im Vergleich zu konventionellen Motoren leistungsfähige, elektronische Steuerungen. Neben ihrer hohen Energieeffizienz eignen sich bürstenlose Gleichstrommotoren auch wegen des geringeren Leistungsgewichts besonders gut für den Einsatz in batteriebetriebenen Systemen. Beispiele sind kabellose Haushaltsgeräte wie Saugroboter, Akkuschrauber oder elektrische Rasenmäher. Neben den Motoren werden auch die Akkus immer leistungsfähiger und erlauben längere Betriebszeiten, was die Umstellung von kabelgebundenen Geräten auf batteriebetriebene weiter vorantreibt. Hinzu kommen in allen genannten Beispielen weitere Leistungshalbleiterkomponenten für die Ladestationen. Bei batteriebetriebenen Geräten profitieren wir also sowohl vom Stückzahlwachstum als auch von der höheren Anzahl an verbauten Halbleiterkomponenten.

Mobilität

Durch das weltweite Bevölkerungswachstum und zunehmend globalere Wertschöpfungsketten sowie die Urbanisierung steigt der Bedarf an Verkehrsmitteln aller Art. Angefangen bei Massentransportmitteln wie Bussen und Zügen bis hin zu privat genutzten Fahrzeugen wie Autos, eBikes und eScootern. Besonders Städte stehen vor der Herausforderung, den Verkehr günstiger, effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Elektromobilität

Die Automobilindustrie arbeitet kontinuierlich daran, den Schadstoffausstoß zu senken. Vorgaben der Europäischen Kommission verlangen beispielsweise bis 2025 die Senkung der flottenweiten Emissionen von Neuwagen auf 81 Gramm CO2 pro Kilometer. Bis zum Jahr 2030 gilt ein Reduktionsziel auf 59 Gramm CO2 pro Kilometer. Das entspricht einer Reduktion von 37,5 Prozent verglichen mit 95 Gramm CO2 pro Kilometer im Kalenderjahr 2021. In diesem Zusammenhang werden vermehrt Halbleiter eingesetzt. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen und den Kundenwunsch nach nachhaltiger Mobilität zu erfüllen, reicht die Optimierung des Verbrennungsmotors allein nicht mehr aus. Vielmehr müssen im Fahrzeug verstärkt elektrische Verbraucher effizienter gemacht und hydraulische oder mechanische Lösungen durch effizientere elektromechanische und damit halbleiterbasierte Systeme ersetzt werden.

Um den durchschnittlichen Flottenverbrauch auf den geforderten CO2-Zielwert zu senken, erweitern viele Fahrzeughersteller ihre Produktpalette um Modelle mit Hybridoder reinem Elektroantrieb. Diese weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil als herkömmliche Fahrzeuge auf. Infineon bietet dafür eine Vielzahl an Leistungshalbleiterkomponenten an. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von US$457 verbaut, so liegt dieser Betrag bei Mildhybrid-Fahrzeugen bei US$572 und bei Voll- oder Plug-in-Hybridfahrzeugen sowie bei reinen Elektrofahrzeugen bei US$834. Dabei entfallen etwa drei Viertel dieses zusätzlichen Halbleiterwerts auf Leistungshalbleiter. G02

Interessant ist hier auch die 48-Volt-Technologie, die zusätzlich zum 12-Volt-Bordnetz eingesetzt wird. Man bezeichnet die Fahrzeuge, die diese nutzen, als Mildhybrid-Fahrzeuge. Zum einen kann mit dieser Technologie in gewissem Umfang Energie beim Bremsen zurückgewonnen werden. Zum anderen lassen sich Schadstoffemissionen durch effizientere Systeme reduzieren. Vormals mechanische Funktionen werden zunehmend elektrisch ausgeführt. Das 48-Volt-Teilbordnetz übernimmt die Versorgung leistungsstarker Verbraucher, zum Beispiel elektrischer Turbolader, elektrisch unterstützter Lenkung sowie Wankstabilisierung.

Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Die immer stärkere Verbreitung von Elektrofahrzeugen erfordert auch eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen erhöht den Anreiz zum Kauf eines Elektrofahrzeugs. Um die Akzeptanz der Elektromobilität zu fördern, bauen die meisten Länder ihr Netz öffentlich zugänglicher Ladestationen kontinuierlich aus. So sollen zum Beispiel in Deutschland innerhalb der nächsten Jahre alle Tankstellen mit Schnellladestationen ausgerüstet werden. Je nach Systemtopologie kommen in den Ladesäulen unterschiedliche Arten von Leistungshalbleitern zum Einsatz.

Sicheres automatisiertes Fahren

"Vision Zero" beschreibt eines der großen Ziele der Automobilindustrie: Die Fahrzeuge sollen so sicher werden, dass keine schweren oder gar tödlichen Unfälle mehr auftreten, von denen heute rund 90 Prozent auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Aktive Sicherheitssysteme können einen Unfall durch den direkten Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder zumindest seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele sind Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie Totwinkelerkennung. Diese Funktionen sind nicht mehr nur Ober klassefahrzeugen vorbehalten, sondern gehören inzwischen auch zur gängigen Ausstattung in der Mittelklasse.

Die aktiven Sicherheitssysteme werden mehr und mehr zu Fahrerassistenzsystemen erweitert. Indem sie den Fahrer bei seinen Aufgaben unterstützen, steigern sie sowohl den Komfort als auch die Verkehrssicherheit. Sie assistieren beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls dabei, einen Fahrfehler zu korrigieren - etwa durch das automatische Einleiten einer Notbremsung. Systeme für das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren bestehen im Wesentlichen erstens aus Sensoren (zum Beispiel Radar, Innenraum- oder Außenkamera), zweitens aus einem zentralen Hochleistungsrechner für die Auswertung der Sensordaten sowie die Berechnung der Fahrstrategie (gewissermaßen die Intelligenz des Systems) und drittens aus Aktuatoren (Lenkung, Bremse, Motorsteuerung und Getriebe). G03

Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit dieser elektronischen Assistenzsysteme in Fahrzeugen sind hoch, anders als beim Menschen erwartet man ein hundertprozentiges Funktionieren. Funktionale Sicherheit und Qualität von Produkten, Software und Systemen sind deswegen sehr wichtig. Die ganze Branche ist damit gefordert. Infineon fasst dies unter Verlässlichkeit beziehungsweise "Dependability" zusammen und besitzt auf diesem Gebiet einen großen Kompetenzvorsprung.

Personen- und Gütertransport

Nachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume ebenso wie zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. Ein verlässlicher und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Den Trend zu elektrischem Antrieb bei Zügen gibt es schon lange und er setzt sich fort. Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Metro- und Straßenbahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz. Zunehmend werden auch Lokomotiven von Güterzügen, aber auch Busse, Lastkraftwagen, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen elektrifiziert. Auch hier spielt Leistungselektronik eine zentrale Rolle.

Sicherheit

Die zunehmende Vernetzung von Personen, Maschinen und Geräten verlangt nach mehr IT-Sicherheit: von der Fertigungsindustrie über die Smart-Home-Anwendungen bis hin zur Informations- und Kommunikationstechnik. Wir liefern unseren Kunden robuste, zukunftssichere eingebettete Sicherheitshardware für elektronische Geräte, Computersysteme, Netzwerkkomponenten und Industrieanlagen. Diese Sicherheitstechnologien ermöglichen es, Personen und Maschinen zu authentifizieren, vertrauliche Daten zu schützen und unbefugte Änderungen an vernetzten Maschinen und Geräten zu erkennen. Im industriellen Bereich zeichnet sich dieser Trend schon deutlich ab. Mit der wachsenden Digitalisierung nimmt aber auch der Wunsch der Menschen nach einer zuverlässigen und einfach zu nutzenden IT-Sicherheit zu.

Sicherheit für mobile Geräte

Mit der Entwicklung von Smartphones und Wearables, des mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie lassen sich Bezahldienste heute in Mobilgeräte integrieren. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie schätzen Menschen diese Funktion. Bargeldloses Bezahlen ist jedoch nur eine von vielen Funktionen von mobilen Endgeräten, für die sensible Daten gespeichert und verarbeitet werden müssen. Menschen erleben zum Beispiel eine neue Form des Komforts durch das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen und physischen Fahrscheinen. Für diese Anwendungsgebiete bedarf es spezieller Sicherheitslösungen, zum Beispiel eines Sicherheitschips, des sogenannten Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut (als "embedded SE" (eSE) bezeichnet) oder in die SIM-Karte integriert werden.

Sichere Authentifizierung für das Internet der Dinge

Sicherheit spielt im IoT eine entscheidende Rolle. Die steigende Anzahl an Hackerangriffen unterstreicht die Notwendigkeit entsprechender Vorkehrungen. Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte und authentifizierte Geräte einzubinden und sie gegen Manipulation und Cyberattacken zu schützen. Sicherheit muss möglichst in jedem Endpunkt Einzug halten. Die elektronischen Bauelemente, die zentral für die Absicherung sind, werden typischerweise fest eingebaut. Daher wird in diesem Zusammenhang von Embedded Security (eingebettete Sicherheitscontroller) gesprochen.

Sicherheit für Industrieanwendungen (Smart Factories)

Im Zeitalter von Industrie 4.0 nutzen Unternehmen modernste Technologien, um ihre Produktion schneller und kostengünstiger zu gestalten, Ausschuss zu reduzieren oder um durch vorausschauende Wartung Störungen und Ausfallzeiten zu minimieren. Durch die Vernetzung und Digitalisierung der Fabriken entstehen jedoch Angriffspunkte für Hacker. Um sich zu schützen, müssen Unternehmen bei Industrie-4.0-Projekten daher von Anfang an die IT-Sicherheit berücksichtigen. Mit einer Kombination aus software- und hardwarebasierten Sicherheitslösungen können vernetzte Maschinen und Kommunikationsknoten geschützt werden. Beispiele sind die OPTIGATM TPM-Chips von Infineon. Sie lassen sich in Router, Industrie-PCs oder komplexe Steuereinheiten einbauen und dienen den Kommunikationspartnern im Netz als Ausweis der Geräte. Damit authentifizieren sie sich im Netzwerk und sichern die Datenübertragung. Gleichzeitig helfen sie auch dabei, die Geräte gegen Manipulation zu schützen, indem sie zum Beispiel Software-Updates absichern helfen. Sie sind gewissermaßen die Tresore für Verschlüsselungszertifikate.

Sicherheit für vernetzte Fahrzeuge

Die immer stärkere Vernetzung von Fahrzeugen bietet Möglichkeiten für viele neue Dienstleistungen, birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Die Fahrzeug- und Personensicherheit auf der einen Seite sowie die Daten- und IT-Sicherheit auf der anderen können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden. Das Fahrzeug wird zum vernetzten Computer auf vier Rädern und zu einem Teil des IoT. Der Bedarf an Daten- und IT-Sicherheit im Fahrzeug steigt. Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten - entweder als separaten Baustein oder in unseren Automobil-Mikrocontrollern integriert.

Integrität von Geräten

Durch die zunehmende Vernetzung von Geräten muss deren Integrität gewährleistet werden können. Im Prinzip heißt das, dass keine unzulässigen Veränderungen an Programmen und Daten von Fremden vorgenommen werden können. Ein Trusted Platform Module (TPM) kann hierzu eingesetzt werden. Mit diesem speziellen Sicherheitschip können Schlüssel, Passwörter und digitale Zertifikate geschützt und getrennt vom Hauptprozessor abgelegt werden. Sensible Informationen und sicherheitskritische Daten werden auf diese Weise in einen "Datentresor" eingeschlossen. Gleichzeitig kann die Integrität der Daten überprüft werden. Dadurch können Angriffe rechtzeitig erkannt und die korrekte Funktionsweise eines Systems gewährleistet werden.

Internet der Dinge & Big Data

Das IoT hat das Potenzial, die Interaktion von Unternehmen und Verbrauchern miteinander und mit der sie umgebenden Infrastruktur radikal zu verändern. Das IoT verbindet die reale und die digitale Welt. Eine ganze Reihe von physischen Dingen - von Smartphones, Uhren, Kameras über Autos und Computer bis hin zu Haushaltsgeräten und Industriemaschinen - werden mit eingebetteten elektronischen Systemen, Software und Sensoren ausgestattet. Die Möglichkeiten sind enorm, beispielsweise mehr Komfort und Sicherheit im intelligenten Heim (Smart Home), höhere Produktivität bei besserer Ökologie in der Landwirtschaft, mehr Produktivität in der Fertigung, neue Dienstleistungen und die Unterstützung älterer Menschen. An diesen Beispielen wird deutlich, dass das IoT und Big Data dem Menschen und der Zukunft unseres Planeten dienen können.

Dabei sind unsere Halbleiterlösungen Impulsgeber im IoT. Sensoren erfassen die in der Regel analogen Umweltinformationen und wandeln sie in digitale Daten; Mikrocontroller verarbeiten diese Daten und erzeugen Steuersignale; Stellglieder setzen die Steuersignale in Aktionen - meist Bewegungen, aber auch Licht oder Wärme - um; Sicherheitslösungen schützen die Integrität von Geräten und Daten und Konnektivitätschips stellen die Verbindung zwischen der realen und der digitalen Welt her.

Mensch-Maschine-Interaktion

Bei der Mensch-Maschine-Interaktion geht es darum, wie Menschen und Systeme miteinander interagieren und kommunizieren. Es handelt sich dabei längst nicht mehr nur um klassische Maschinen in der Industrie, sondern um Computer, digitale Systeme oder Geräte für das IoT - also um die Verbindung der realen mit der digitalen Welt. Immer mehr Geräte sind vernetzt und führen Aufgaben automatisch aus. Die Bedienung all dieser Maschinen, Systeme und Geräte muss möglichst intuitiv erfolgen, so als würde man mit Menschen kommunizieren.

Kollaborative Roboter

Das Feld der Robotik erfährt seit einigen Jahren erhöhte Aufmerksamkeit. Neben der Weiterentwicklung der herkömmlichen Industrieroboter werden in immer mehr Bereichen der Industrie kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, eingesetzt. Cobots kommen in Zusammenarbeit mit Menschen im Produktionsprozess zum Einsatz und sind dabei nicht mehr wie der typische industrielle Roboter durch Schutzeinrichtungen von ihren menschlichen Kollegen getrennt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit. Denn sie müssen ihre Umwelt so erkennen, dass die Zusammenarbeit mit dem Menschen effektiv ist und dieser dabei nicht gefährdet wird. Cobots werden den Menschen bei schweren und gefährlichen Aufgaben entlasten und ihn unterstützen können. Langfristig werden durch Cobots auch ältere Menschen bei einem selbstbestimmten Leben unterstützt. So werden Cobots helfen, die Herausforderung einer alternden Bevölkerung zu lösen. Mit ihrer Weiterentwicklung geht der Trend hin zu intuitiver Roboterprogrammierung und selbstlernenden Robotern. Infineon bietet nicht nur entsprechende Sensoren, Mikrocontroller, Konnektivitätslösungen und Leistungshalbleiter, sondern stellt in diesem Markt zahlreichen Start-ups Know-how im Bereich Motorsteuerung, Sensorsysteme und Sicherheit zur Verfügung.

Smart Home

Die "Smartifizierung" macht auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt. Während es im industriellen Kontext in erster Linie um die Steigerung der Produktivität geht, steht bei Anwendungen im privaten Umfeld meistens der Komfort im Mittelpunkt. In einem smarten Zuhause kann man nicht nur die Geräte fernsteuern, ein Smart Home kann durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Geräte und des Internet auch mehr Komfort, eine bessere Energieeffizienz und eine höhere Sicherheit bieten. Mit seinem Portfolio an Mikrocontrollern, Sensoren, Leistungshalbleitern, Konnektivitätslösungen sowie Sicherheitscontrollern bietet Infineon passende Lösungen für ein vernetztes Zuhause.

Infrastruktur-Mobilkommunikation

Die Anwendungsmöglichkeiten nehmen durch das Aufkommen des neuen Mobilfunkstandards 5G stark zu. Die Netzbetreiber bauen ihre Infrastruktur aus, um für das steigende Datenaufkommen gewappnet zu sein und ihren Kunden eine gute Netzabdeckung, hohe Datenraten und kurze Latenzzeiten bieten zu können. Die Umstellung der Netzwerkarchitektur auf kleinere und mehr Funkzellen ermöglicht unter anderem die Nutzung höherer Frequenzbereiche und eine bessere Ausnutzung des verfügbaren Frequenzspektrums. Unsere Hochfrequenzkomponenten werden sowohl für die Kommunikation zwischen Mobilgerät und Basisstation als auch für die drahtlose Breitbandanbindung (Wireless Backhaul) von lokalen Netzwerken an das Hauptnetz eingesetzt.

Konzernstrategie

In den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen, um in unseren Zielmärkten erfolgreich zu sein. Strategisch richten wir uns auf eine weitere Stärkung unseres Kerngeschäfts und die Erschließung neuer Wachstumsmärkte aus. Die hierfür nötige technische Expertise haben wir über viele Jahre aufgebaut und systematisch erweitert. Und weil gute Ideen erst durch ihren Markterfolg zur Innovation werden, haben wir auch die passenden Konzepte entwickelt, um unsere Strategie wertschaffend umzusetzen.

Im Zentrum der Umsetzung steht unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System", durch den wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg des Kunden ausrichten. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: eine breit verankerte Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, differenzierende Eigenfertigung und eine auf die verschiedenen Märkte zugeschnittene Vertriebsstrategie. Wir sind dadurch in der Lage, unseren Kunden führende Produkte, höchste Qualität und Liefersicherheit zu bieten und damit profitabel und schneller als der Markt zu wachsen. All das dient unserem Ziel, eine Führungsposition in den von uns adressierten Märkten und Applikationen zu erreichen und zu sichern, aber auch Zukunftsthemen erfolgreich zu adressieren.

Im Rahmen dieser strategischen Leitlinien ermöglicht uns die Akquisition von Cypress, schneller als rein organisch zu wachsen. Das primäre Ziel ist, sich breiter aufzustellen. Durch die Kombination sich ergänzender Produktportfolios stärken und erweitern wir unser Kerngeschäft und können ein noch umfangreicheres Anwendungsspektrum bedienen. Hierdurch steigern wir unsere Differenzierung und unser Wachstumspotenzial. Cypress verfügt über ein umfassendes Portfolio an Mikrocontrollern sowie Software und Konnektivitätslösungen. Durch die Kombination mit unseren Leistungshalbleitern, Sensoren und Sicherheitslösungen können wir unseren Kunden umfassende Systemlösungen mit besserer Performance anbieten und eine schnellere Markteinführung ermöglichen.

Langfristiges verantwortliches Denken und Handeln erstreckt sich nicht nur auf unser direktes Geschäft. Neben einem umfassenderen Verständnis der Systeme unserer Kunden, der Optimierung unserer Produkte und Lösungen sowie der Erzielung angemessener Rentabilität entsprechend unserer Zielsetzung ist es auch unabdingbar, dass wir unser Unternehmen nachhaltig führen und uns verantwortungsvoll für die Gesellschaft engagieren. Das Leben grüner zu machen, ist Teil unserer Mission. So haben wir uns dieses Jahr das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden.

Strategische Leitlinie: Stärkung des Kerngeschäfts und Erschließung neuer Wachstumsmärkte

Mit der strategischen Ausrichtung auf die bereits genannten Megatrends sichern wir das langfristige Wachstum von Infineon. S. 23 ff. Wir konzentrieren uns auf strukturell stark wachsende Märkte. Wie wir in diesen einzelnen Märkten agieren, hängt von unserer Wettbewerbsposition ab, die wir im Hinblick auf Technologien, Produkte und Applikationsverständnis analysieren. Hier betrachten wir drei Kategorien: erstens das Kerngeschäft, zweitens angrenzende, komplementäre Geschäfte und drittens neue Optionen sowohl in Bezug auf Produkte und Anwendungen als auch auf Märkte.

Zum Kerngeschäft gehören all jene Bereiche, in denen wir die Applikationen vollumfänglich verstehen oder die zugrunde liegenden Technologien beherrschen und für die wir folglich ein umfassendes, differenzierendes Produktportfolio anbieten können. Hier wollen wir mindestens mit dem Markt wachsen und so unsere führenden Positionen sichern oder sogar ausbauen ("grow in scale"). Ein Beispiel sind unsere Leistungshalbleiter, die bei der Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung elektrischer Energie zum Einsatz kommen. Wir verstehen, wie die dabei eingesetzten Systeme elektrische Energie wandeln und kontrollieren, und liefern für diesen Zweck besonders kompakte und energieeffiziente MOSFETs und IGBTs. Als unangefochtener Weltmarktführer in diesem Bereich gestalten wir mit einem breiten Technologie- und Produktportfolio aktiv den Übergang bestimmter Applikationen zu neuen Halbleitermaterialien wie SiC und GaN, bieten unseren Kunden die optimale Lösung und können ihnen neue Wege aufzeigen, um erfolgreich zu sein. Mit unserer Großserienfertigung erzielen wir Skaleneffekte, sind aber dabei in der Lage, Fertigungskapazität für individuelle Kundenprojekte bereitzustellen und gemeinsam mit den Kunden zu wachsen. G06

Das größte Wachstumspotenzial bieten Märkte, die an unser Kerngeschäft angrenzen, die wir bisher aber noch nicht oder nur zum Teil adressieren. Bereits entwickelte Technologien und Produkte können wir zum Beispiel mit vertretbarem Aufwand für weitere Applikationen adaptieren und so das Absatzpotenzial steigern. Und in den Anwendungsfeldern, in denen wir bereits aktiv sind, können wir unser Systemverständnis nutzen, um mit einem breiteren Produkt- und Lösungsportfolio mehr Umsatz zu erzielen ("grow in scope"). Der eingangs erwähnte Kern ist also nicht als ein statisches Portfolio von Aktivitäten zu verstehen. Vielmehr gehen die angrenzenden Bereiche mittelfristig in unserem Kerngeschäft auf, der Kern wächst, die Grenzen verschieben sich. Denn wenn wir in bestimmten Märkten Fortschritte hinsichtlich Technologie, Produkten und Applikationsverständnis erzielen, ändert sich auch deren Klassifikation entsprechend. Um beim Beispiel der Leistungshalbleiter zu bleiben: Diese stellen eine unserer originären Kernkompetenzen dar. Aber auch hier entwickeln wir uns kontinuierlich weiter. Wir erweitern unser Portfolio, um unseren Kunden neben den Leistungshalbleitern zunehmend auch "Intelligenz" anbieten zu können. Konkret bedeutet das, dass wir unser Angebot an effizienten Leistungstransistoren gezielt um Komponenten ergänzen, wobei zunehmend digitale Lösungen eingesetzt werden. Die Produkte, die für die intelligente Ansteuerung der Schalter benötigt werden, sind tendenziell komplexer und höherwertiger, weil sie mehr Funktionalität integrieren. Angesichts immer komplexerer Systeme und kürzerer Entwicklungszeiten schätzen dies viele Kunden sehr, denn so können sie ihren Entwicklungsaufwand und ihre Entwicklungsrisiken erheblich reduzieren.

Technologischer Fortschritt ermöglicht auch völlig neue Anwendungsfelder, deren breite Kommerzialisierung erst noch bevorsteht. Mal sind es Innovationen in der Halbleitertechnologie, die den Impuls für neue Applikationen geben, mal sind es bahnbrechende Konzepte auf Kundenseite, die die Entwicklung geeigneter Halbleiterlösungen erfordern. Durch unser Engagement in diesen neuen Geschäftsfeldern wollen wir uns rechtzeitig eine gute Ausgangsposition in vielversprechenden Zukunftsmärkten verschaffen. Nehmen wir das Beispiel der intelligenten Gebäude: Sensoren sind die Sinnesorgane eines Gebäudes. Sie nehmen die Umgebung aktiv wahr, indem sie "hören", "sehen", "riechen" und "fühlen". Mit unseren Sensoren können neue Anwendungsfelder, wie zum Beispiel die vorausschauende Wartung von intelligenten Gebäuden, bedient werden. Um Systemausfälle wie den einer Klimaanlage zu erkennen, bevor er entsteht, messen unsere Sensoren verschiedene Parameter und Datenpunkte. Diese Messwerte liefern Erkenntnisse darüber, ob die betreffende Anlage ordnungsgemäß läuft oder ob es bald zu Ausfällen kommen kann.

Die Fähigkeit, den Zustand dieser Geräte und Anlagen zu überwachen und Betriebsunterbrechungen vorherzusagen, bevor sie tatsächlich eintreten, sie aber auch nicht zu früh auszutauschen, bietet bei intelligenten Gebäuden ein erhebliches Potenzial für Kosteneinsparungen und für mehr Komfort für die Bewohner. Die intelligente Steuerung und Überwachung von Systemen kann aber natürlich auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden, besonders in der Industrie.

Wir werden unser organisches Wachstum auch in Zukunft selektiv durch Akquisitionen ergänzen. Diese müssen drei Kriterien erfüllen: a) strategisch sinnvoll entlang unserer drei Wachstumskategorien (Kerngeschäft, angrenzende Geschäfte, neue Optionen), b) finanziell vernünftig und c) kulturell passend. Ein Zukauf muss also entsprechend der strategischen Ausrichtung die Marktposition von Infineon stärken und unser Kompetenzspektrum sinnvoll ergänzen. Die Unternehmenskultur eines möglichen Akquisitionsziels muss zu der von Infineon passen oder sie sogar um wertvolle Elemente ergänzen. Nach der transformatorischen Akquisition von Cypress planen wir derzeit keine weiteren größeren Akquisitionen.

Strategische Handlungsfelder: Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung

Der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" prägt unser Handeln

Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" geht deutlich über das Denken in Technologien und Produkten hinaus. Dieser Ansatz war auch ein wesentliches Element bei der Entwicklung der oben beschriebenen strategischen Leitlinie zur Stärkung unseres Kerngeschäfts und der Erschließung angrenzender und neuer Wachstumsmärkte. Wir wollen verstehen, was die Märkte verlangen und wie sie sich verändern. Nur dann können wir auch verstehen, wie wir im Gegenzug die Märkte verändern können. Wir betrachten daher nicht nur die direkten Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte, sondern ebenso die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und die Entwicklung der Endmärkte. Wir wollen frühzeitig erkennen, wenn sich die Basis unseres Geschäfts verändert. Nur dann können wir rechtzeitig entsprechend handeln, nachhaltige Differenzierung in Wachstumsapplikationen sicherstellen und das Ergebnis steigern.

Damit das gelingt, müssen wir verstehen, in welchem Umfeld die Produkte unserer Kunden eingesetzt werden, wie sie in größere Systeme eingebettet sind, mit welchen anderen Geräten sie interagieren, welche Anforderungen an sie gestellt werden und welche Funktion sie erbringen sollen. Auf der Ebene unserer Produkte in diesen Systemen müssen wir berücksichtigen, welche anderen aktiven und passiven Komponenten sowie Steuerungskonzepte zum Einsatz kommen und welche Fähigkeiten unsere Kunden in den Wertschöpfungsprozess einbringen. Mit diesem Wissen können wir unsere Kompetenz noch besser ausspielen: Wir wollen das technologisch Mögliche in ein marktfähiges Produkt übersetzen, das den größtmöglichen Nutzen für unseren Kunden stiftet. Sensorsysteme erfassen beispielsweise nicht nur Umgebungsinformationen, sondern interpretieren und verarbeiten die gewonnenen Daten, um eine bestimmte Aktion zu initiieren. Digitale Regelung ermöglicht bei Stromversorgungen einen hohen Wirkungsgrad - sowohl bei niedriger als auch bei hoher Belastung.

Konnektivität ermöglicht die Vernetzung von Geräten. Sicherheitscontroller müssen erlaubte Zugriffe von unerlaubten unterscheiden können. In allen Fällen wird neben den Hardware-Komponenten auch mehr oder weniger umfangreiche Software benötigt. Systemverständnis bedeutet deshalb auch Software-Verständnis. Da aber auch Dienstleistungsangebote mehr und mehr zu einem Differenzierungsfaktor werden, haben wir unser Angebot um ein Ökosystem ergänzt. Für zahlreiche kleinere Kunden, deren Kompetenzen nicht im Verbau von Halbleiterkomponenten liegen, bietet ein Ökosystem einen zentralen Mehrwert, da es ihre Entwicklungszeiten signifikant verkürzen kann.

Der Grundgedanke ist, dass wir unser Kompetenzportfolio kontinuierlich erweitern, damit unser Differenzierungspotenzial vergrößern und die halbleitertypische Entwicklung mitprägen, dabei jedoch am besten immer einen Schritt voraus sind. Technologiekompetenz ist seit jeher die Grundlage unseres Geschäftsmodells, und zwar in Form von diskreten Bauelementen, integrierten Lösungen und Produkten, die sowohl analoge als auch digitale Funktionalität bieten (sogenannte Mixed-Signal-Komponenten). Unser breites Portfolio reicht von Einzelkomponenten bis hin zu Lösungen mit hardwarenaher Software. Dadurch sind wir in der Lage, Kunden mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zielgerichtet zu unterstützen. So gibt es Abnehmer, die sich durch ihre eigene Software vom Wettbewerb differenzieren und die von uns die erforderliche Hardware beziehen. Einen Schritt weiter gehen wir bei Automotive-Mikrocontrollern oder Sicherheitscontrollern, die wir mit spezieller Firmware liefern. Diese ermöglicht gewissermaßen die Grundfunktionalität der Hardware und ist nicht veränderbar. Weiterreichende Funktionen können schließlich durch einen zusätzlichen Programmcode realisiert werden. Die zweite Generation unserer digitalen Motorsteuerungsplattform iMOTIONTM wurde zum Beispiel für den Einsatz in Haushaltsgeräten ent wickelt und umfasst standardmäßig ein Entwicklungskit, das den Prioritäten unserer Kunden in diesem Markt Rechnung trägt: niedrigere Systemkosten, kompakter Aufbau, geringer Entwicklungsaufwand, kurze Entwicklungszeiten und hohe Zuverlässigkeit. Der iMOTIONTM-Baustein enthält bereits alle Algorithmen für die Ansteuerung eines Elektromotors, es müssen nur wenige anwendungsspezifische Parameter festgelegt werden, um die Programmierung abzuschließen. Weil wir in Systemen denken, können wir all diese unterschiedlichen Herangehensweisen unterstützen und verstehen, wie Mehrwert entsteht. Um unseren Kunden im digitalen Zeitalter einen noch größeren Mehrwert zu liefern, wird iMOTIONTM in Zukunft um Sicherheits- und Konnektivitätskomponenten erweitert. Nicht immer ist es die vollumfängliche Lösung, die den größten Mehrwert für den Kunden schafft. Mitunter genügen Standardkomponenten. Dennoch entsteht aus dem Systemverständnis ein Wettbewerbsvorteil, weil wir es im Dialog mit unseren Kunden und zur Entwicklung besserer Produkte nutzen können.

In den letzten Jahren haben wir unsere Aktivitäten im Bereich Software intensiviert, sowohl durch strategische Partnerschaften und eigene Entwicklung als auch durch die Akquisition von Cypress. Durch diese bekommen wir erstmals auch ein komplettes Ökosystem bestehend aus Software-Komponenten und Entwicklungsumgebung sowie Referenzdesigns, Produktsupport, Blogs, Entwickler-Community und Online-Tutorials. Ein zentrales Element dieses erfolgreichen Ökosystems ist die Entwicklungsumgebung ModusToolboxTM. Unter anderem enthält sie wiederverwendbare Firmware, die den Ingenieuren die Programmierung von Wi-Fi- und Bluetooth-Komponenten signifikant erleichtert.

Unsere eigenen Fortschritte im Bereich Software werden zudem zunehmend sichtbar und kommen unseren Kunden zugute. Wir verbinden unsere Software- mit unserer Hardware-Kompetenz. Die zweite Generation unserer erfolgreichen Automotive-Mikrocontroller-Familie AURIXTM kann beispielsweise die von unseren Radarsensor-ICs erfassten Signale vorverarbeiten. Diese digitale Vorverarbeitung der Daten haben wir schließlich in Hardware realisiert, da dies wesentlich effektiver ist. Wir waren dazu jedoch nur in der Lage, weil wir die zugrunde liegenden Algorithmen durchdrungen und eingebunden haben.

Qualitäts- und Technologieführerschaft erzeugt Mehrwert für Kunden

Kunden entscheiden sich für Infineon, weil wir für höchste Qualität, Zuverlässigkeit und technologischen Vorsprung stehen. Dass wir mit unserem konsequenten Qualitätsansatz Erfolg haben, zeigt sich an ihrer Zufriedenheit. Im Geschäftsjahr 2020 wurde Infineon wieder von zahlreichen führenden Herstellern der Automobilindustrie ausgezeichnet. So haben wir mit unseren Lieferungen an das Hirose-Werk von Toyota im sechsten Jahr in Folge eine makellose Qualitätsbilanz erzielt. Dafür hat der Automobilhersteller uns nun zum dritten Mal hintereinander mit dem höchsten Qualitätspreis des Werks, dem Honor Quality Award, ausgezeichnet. Infineon ist das erste nichtjapanische Halbleiterunternehmen, dem dies gelungen ist.

Um dem Versprechen des technologischen Vorsprungs gerecht zu werden, antizipieren unsere Ingenieure bereits viele Herausforderungen, noch bevor unsere Kunden davon betroffen sind. Wir erfüllen die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie, verbessern kontinuierlich den Wirkungsgrad beim Schalten von Strom und liefern Lösungen für die herausfordernden Sicherheitsprojekte der Welt. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden hilft uns dabei, dieses spezifische Know-how gezielt anzuwenden und zukünftige Trends frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus nutzen wir unsere starke technologische Position, um systematisch zusätzliche Kompetenzen aufzubauen und so unser Kerngeschäft zu stärken und zu verbreitern - zum Beispiel, wenn sich die Anforderungen unserer Märkte verändern, aber auch wenn wir in einem angrenzenden Geschäftsfeld langfristiges Wachstumspotenzial sehen. So haben wir als eines der marktführenden Unternehmen frühzeitig an neuen Materialien für Leistungshalbleiter geforscht. Insbesondere SiC und GaN eignen sich gut für den Einsatz in der Leistungselektronik. Damit stoßen wir in neue Leistungs- und Effizienzbereiche vor. Typischerweise sind diese Komponenten teurer als Si-basierte Produkte, eröffnen aber dank neuer Systemarchitekturen viele Dimensionen an zusätzlichem Kundennutzen, wie zum Beispiel eine kleinere Baugröße, einen höheren Wirkungsgrad und auch geringere Systemkosten. Die Realisierung dieser Vorteile geht oft einher mit einem höheren Forschungs- und Entwicklungsaufwand für unsere Kunden. Um die Einführung solcher neuen Technologien zu unterstützen, arbeiten wir deshalb einerseits eng mit innovationsstarken Kunden zusammen und erleichtern andererseits weniger technologieorientierten Kunden den Umstieg durch passende Lösungen, zum Beispiel durch abgestimmte Ansteuerbauelemente. Angesichts der zunehmenden Relevanz von SiC für bestimmte Leistungshalbleiter-Applikationen haben wir im November 2018 den SiC-Spezialisten Siltectra erworben. Das Unternehmen hat ein innovatives Verfahren entwickelt, die sogenannte Cold-Split-Technologie, zum besonders materialsparenden und effizienten Bearbeiten von Kristallen. Infineon wird die Cold-Split-Technologie sowohl für das effiziente Vereinzeln der SiC-Rohlinge (der sogenannten Boules) als auch zum Teilen von SiC-Wafern einsetzen.

Die gesteigerte Anzahl von SiC-Chips wird das Hochfahren unserer SiC-Produktion gerade mit Blick auf den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und den zunehmenden Einsatz von SiC im Antriebsstrang von Elektrofahrzeugen deutlich erleichtern. Wir verfügen über alle Voraussetzungen, um auch künftig im wachsenden SiC-Markt erfolgreich zu sein: Zugang zu qualitativ hochwertigen Wafern, führende Technologie auf Produktebene (Trench-SiC-MOSFET), Modul-Expertise und Systemverständnis.

Ausgehend von unserer Technologieführerschaft bei Transistoren wollen wir auch unsere Position bei Lösungen für deren Ansteuerung stärken und unser Produktportfolio erweitern. Als Nummer eins bei MOSFETs und IGBTs sehen wir interessante Möglichkeiten, um in diesem Bereich stärker als bisher zu wachsen. Diese Vorgehensweise ist exemplarisch für die oben erläuterte Strategie, aus einem starken Kerngeschäft heraus in angrenzende Märkte vorzudringen.

Auf dem Gebiet der Sensorik haben wir vor vielen Jahren bewusst neues Terrain betreten - im Wissen, dass die Erfassung von Umgebungsdaten in unseren Zielmärkten massiv an Bedeutung gewinnen wird. Heute haben wir ein umfassendes Portfolio an Sensoren für diverse Systeme im Auto, für mobile Endgeräte, Unterhaltungselektronik und das IoT. Vor allem MEMS-Mikrofone erleben einen Boom. Kabellose Kopfhörer liegen im Trend. Traditionell waren Audioqualität und Tragekomfort wichtige Indikatoren für die Kaufentscheidung von Kunden. Derzeit rückt die Geräuschunterdrückung mehr und mehr in den Fokus. Hier kommen unsere MEMS-Mikrofone ins Spiel. Um eine hoch performante Geräuschunterdrückung zu erreichen, verwendet ein In-Ear-Kopfhörer ein Mikrofon für die Sprache und zwei Mikrofone für die Umgebungsgeräusche. Für ein Stereo-in-Ear-Kopfhörerset werden deshalb bis zu sechs Mikrofone verwendet. Das ist der Grund für das rapide Marktwachstum bei kompakten, hochfunktionalen MEMS-Mikrofonen.

Eigenfertigung bietet strategische Differenzierung

All unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, einerseits Mehrwert für den Kunden und anderseits Differenzierungspotenzial für uns zu schaffen. Das gilt auch für die Fertigung. Wir fertigen Produkte selbst, wenn wir uns dadurch vom Wettbewerb durch niedrigere Kosten oder höhere Performance abheben können. Das ist typischerweise bei Leistungsbauelementen und Sensoren der Fall. Bei Standardtechnologien, bei denen das geistige Eigentum vor allem im Design oder in der Software liegt, arbeiten wir hingegen vornehmlich mit Auftragsfertigern zusammen. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller, Konnektivitätskomponenten, Sicherheits-ICs und Speicher-ICs. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung.

In vielen Anwendungsfeldern, etwa bei Leistungselektronik und Sensorik, verschaffen uns unsere herausragende Fertigungstechnik und unser Prozess- und Fertigungs-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir dadurch differenzierende Komponenten anbieten können. So auch bei den oben erwähnten MEMS-Mikrofonen.

MEMS-Mikrofone bestehen aus zwei Halbleitern: einer MEMS-Membran und einem ASIC. Zur Herstellung eines Mikrofon-Moduls werden diese zwei Chips in ein Gehäuse mit einer Öffnung eingebracht, durch die das Akustiksignal eindringt. Bis heute war Infineon bereits führend bei hochfunktionalen MEMS-Mikrofonen mit "Dual Backplate"-Technologie. Jetzt haben wir mit der "Sealed Dual Membrane"-Technologie einen weiteren revolutionären Innovationsschritt geschafft.

Mit unserer 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter haben wir einen großen Schritt gemacht. Als Pioniere dieser Technologie erzielen wir mit der inzwischen erreichten Größe signifikante Skaleneffekte. Im Vergleich zur Fertigung auf 200-Millimeter-Wafern profitieren wir von geringeren Kosten bei gleicher Produktivität und von einem geringeren Kapitaleinsatz. Mit einem weiteren Schritt bauen wir unseren Vorsprung sogar aus: Mit dem neuen Werk am Standort Villach (Österreich) etablieren wir zusammen mit der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) eine standortübergreifende, virtuelle Fertigung mit Synergien und Flexibilität. Unser Konzept "One Virtual Fab" sieht vor, dass wir in Villach und Dresden die gleichen Prozesse, Anlagen, Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepte nutzen. Das bringt Kostenvorteile, aber auch Vorteile für den Kunden, denn wir können rasch Fertigungsvolumen zwischen den Standorten verschieben. Durch die Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten senden wir somit ein starkes Signal an unsere Kunden: Infineon ist der ideale Partner für künftiges Wachstum.

Wesentliche Aspekte bei der Ausrichtung unserer Fertigungslandschaft sind neben Innovationskraft und Lieferfähigkeit auch Qualität und Produktivität. Führende Fertigungstechnologien und Prozessexpertise in der Eigenfertigung sowie Outsourcing in Bereichen mit geringer Differenzierung: Unsere Fertigungsstrategie sichert Wachstum, Wettbewerbsvorteile und Flexibilität.

Innovation ermöglicht Differenzierung

Innovation ist einer der grundlegenden Erfolgsfaktoren in der Halbleiterindustrie. So differenzieren wir uns vom Wettbewerb. In der Vergangenheit hat Infineon immer wieder gezeigt, dass wir durch Technologie- und Produktinnovation schneller als der Markt wachsen. Doch die Herausforderungen werden größer: In den von uns adressierten attraktiven Märkten nimmt der Wettbewerb zu und es bedarf eines immer breiteren Technologieportfolios, um dort in allen Applikationen wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch nimmt der Entwicklungsaufwand mit jedem weiteren Schritt überproportional zu, denn die Technologien nähern sich sukzessive physikalischen Grenzen. Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung von Skalen effekten und den Zusammenhang zwischen Technologieführerschaft und Größe. Bisherige Erfolgskonzepte greifen unter diesen Bedingungen zu kurz und müssen entweder erweitert oder durch neue ersetzt werden.

Innovation und Systemdenken ergänzen sich daher ideal. Wir überlegen uns, welches die Schlüsselfaktoren sind und wie wir mehrere innovative, manchmal auch scheinbar nur kleinere Schritte zu einem größeren Ganzen zusammenfügen, das dann wiederum einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen liefert. Und so umfasst unser Innovationsanspruch heute alle Bereiche unseres Unternehmens: Logistik, Fertigungstechnik, Technologie, Produkte, Systemlösungen und Zusammenarbeit mit Kunden. Je nach Markterfordernis setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte. Intern liegt dabei der Schwerpunkt auf Innovation in unseren Geschäftsaktivitäten und auf kontinuierlichen Verbesserungen, um schlanker und schneller zu werden. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Zusammenarbeit über organisatorische Grenzen hinweg und damit die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das uns dabei hilft, unsere innovativen Fähigkeiten zu erweitern. Parallel zu einem strukturierten Innovationsprozess haben wir erfolgreich neue Konzepte etabliert, die keinem hierarchischen Ansatz folgen, sondern auf der Eigeninitiative der Mitarbeiter * innen basieren und dabei auch den notwendigen Freiraum geben.

Eine besondere Rolle spielt dabei die digitale Transformation, von der wir als global tätiger Halbleiterhersteller in zweierlei Hinsicht profitieren: als Anwender sowie als Anbieter digitaler Lösungen. In unseren weit über 100 Digitalisierungsprojekten erzielen wir gute Fortschritte. So vernetzen wir zum Beispiel unsere Standorte und organisieren unsere globalen Lieferketten analog dem Konzept von Industrie 4.0 in einem virtuellen Produktionsverbund. Im Vertrieb verbessern wir mit neuen Methoden zur Analyse von Big Data unser Cross-Selling und können damit den Bedarf unserer Kunden noch zielgerichteter bedienen. Mit Initiativen wie diesen bauen wir digitale Kompetenz auf und werden noch wettbewerbsfähiger. Um das Potenzial des digitalen Wandels bestmöglich zu nutzen, verfolgen wir einen explorativen Ansatz. Auf diese Weise sammeln wir anhand konkreter Anwendungsfälle Erfahrungen und nähern uns der Lösung in einem iterativen Prozess.

Das IoT wie auch Big Data bringen immer neue Akteure auf den Elektronikmarkt und erfordern eine starke Zusammenarbeit über verschiedene Kompetenzgebiete hinweg. In diesem dynamischen Umfeld ist gemeinsame Innovation der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Ein Beispiel ist unser Silicon Valley Innovation Center - ein Gründerzentrum für Innovationen. Es bietet eine Plattform vor Ort, um neue Ideen zu erforschen und schnelles Lernen zu ermöglichen. Daneben betreiben wir sogenannte Co-Innovation Spaces. Den ersten haben wir in Singapur eröffnet. Die typischen Fähigkeiten von Start-ups, neue Technologien und Anwendungen auszuprobieren und einige davon zur Reife zu führen, können wir mit unserer Erfahrung und Kompetenz unterstützen. So profitieren beide Seiten. Diese Vorgehensweise ermöglicht uns, unsere eigenen Innovationsprozesse zu beschleunigen und in angrenzende und neue Märkte weiter vorzudringen. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines radarbasierten Blutdrucksensors. Ziel ist es, gemeinsam einen mobilen, nicht invasiven Blutdrucksensor auf Basis des XENSIVTM-60-Gigahertz-Radar-Chipsatzes zu entwickeln. Dieser ermöglicht erstmals kontinuierliche und präzise Messungen. Die neue Technologie hat das Potenzial, den Markt für tragbare Herz-Kreislauf-Überwachungsgeräte nachhaltig zu verändern.

Flexible Vermarktungsansätze ermöglichen Anpassung an sich schnell verändernde Märkte

Um mehr Kunden zu erreichen, werden wir in Zukunft noch flexibler vorgehen und neue Ansätze entwickeln. Infineon ist in der Vergangenheit durch eine enge Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden gewachsen. Mit diesen haben wir erfolgreich Produkte definiert und den Markt dafür dann in der Breite erschlossen. Eine Vielzahl kleinerer Kunden erreichen wir über Distributoren. Das große Potenzial des Distributionskanals werden wir noch stärker mit konfigurierbaren Standardprodukten für den breiten Markt ausschöpfen. Hier sind wir in den letzten Jahren bereits gut vorangekommen, weil wir auf kurzfristige Lieferfähigkeit, kontinuierliche, zielgerechte Anpassung des Produktportfolios und eine enge Zusammenarbeit mit den Distributoren gesetzt haben.

Mit der Digitalisierung und dem IoT entstehen neue Geschäftsmodelle. Hersteller konzentrieren sich in der Regel darauf, die Geräte durch die bestmögliche Erfassung und Verarbeitung von Daten "smart" zu machen. Mit der zugrunde liegenden Halbleitertechnologie können und wollen sie sich nicht beschäftigen. Für diese Kunden bieten wir "Easy-to-use"-Lösungen an, etwa durch optimierte Produktkombinationen, Referenzdesigns und Basissoftware. Gerade hier können wir mit Systemverständnis punkten.

Gleichzeitig bringen wir uns in Netzwerken aus Distributoren, Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistern ein. Diese Netzwerke ermöglichen es kleineren Firmen und auch Start-ups, Elektronik für neue Funktionen oder neue Endgeräte im Verbund zu entwickeln und herzustellen. Mit diesem breiten Vertriebsansatz wollen wir den Umsatz mit vorhandenen Technologien maximieren und letztlich auch die Rendite unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung steigern.

Strategische Weiterentwicklung und Sicherung von langfristigem Wachstumspotenzial - die Akquisition von Cypress

Die Akquisition von Cypress stellt einen großen und richtungsweisenden Schritt entlang der strategischen Grundausrichtung von Infineon dar. Die Ausrichtung auf strukturelle Wachstumstreiber wird gefestigt, die Basis des Geschäftsmodells erweitert. Durch die Kombination sich ergänzender Produktportfolios können wir unseren Kunden umfassende Lösungen für die Verbindung der realen mit der digitalen Welt anbieten. Damit erschließen wir neue Wachstumsmärkte. Cypress verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Mikrocontrollern, Speichern, Konnektivitätslösungen und Software. In Kombination mit unseren Leistungshalbleitern, Sensoren und Sicherheitslösungen können wir unseren Kunden noch umfangreichere und fortschrittlichere Systemlösungen in den Bereichen Automobil-, Industrie-, Kommunikations- und IoT-Anwendungen bieten.

Durch die Komplementierung unserer Produktpalette können wir uns in unseren Kernanwendungen noch stärker als Spieler mit unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" differenzieren, um so angrenzende Geschäftsfelder bedienen zu können. Unsere Systemlösungen bieten dem Kunden den Vorteil, dass die relevanten Teile aus einer Hand stammen. Sie sind aufeinander abgestimmt und werden durch Software-Lösungen komplettiert. Für unsere Kunden bedeutet dies kürzere Produktentwicklungszeiten und ein gutes Kosten-Leistungs-Verhältnis ihrer Produkte.

Fortschritte in der Mikroelektronik und die zunehmende Vernetzung von Geräten treiben das rasante Wachstum des IoT. Dieser Markt unterscheidet sich aufgrund der starken Fragmentierung der Kunden und Lösungen grundlegend von den Märkten, in denen Infineon historisch gewachsen ist. Die Herausforderung ist, diesem breit gefächerten Klientel den erwarteten Service anbieten zu können, und dies mit einem effektiven Mitteleinsatz. Der neue Weg zu Kunden ist digital mit global agierender Supportstruktur.

Cypress hat über die Jahre ein leistungsfähiges Ökosystem aus Software-Komponenten, Entwicklungsumgebung, Referenzdesigns und einer breiten Vermarktungsstruktur aufgebaut, das wir nun um die Produkte und Lösungen von Infineon erweitern werden. Ökosysteme haben einen starken Netzwerkeffekt. Durch sie lernen wir, unsere Kunden besser zu verstehen. Über das Ökosystem verstehen wir deren Bedürfnisse besser, erkennen Trends und können auf dieser Basis unsere Produkte und Dienstleistungen weiterentwickeln.

Mit der Kombination beider Unternehmen vergrößert sich unser potenzieller Markt. Wir beschleunigen unser Wachstum in Märkten, die an unser Kerngeschäft angrenzen, und dringen in neue Anwendungsfelder vor. Ein Beispiel sind Haushalts geräte. Traditionell produziert Infineon hierfür Halbleiter zur Ansteuerung von Motoren. Neue innovative Produkte sind in der Lage, sich mit dem Internet zu verbinden, um ein intelligentes Energiemanagement zu ermöglichen. Hier ergänzen sich die Produktportfolios von Infineon und Cypress optimal. Hierzu zwei Beispiele: IGBTs sowie Treiber-ICs von Infineon und Mikrocontroller von Cypress können für die Steuerung der Motoren eingesetzt werden; MEMS-Mikrofone von Infineon für die Sprachsteuerung von zum Beispiel Smart Speakern und Mikrocontroller und Konnektivität von Cypress für die Anbindung an das Internet.

Mit der Akquisition stärken wir unsere Marktposition weiter. Wir werden zum achtgrößten Halbleiterhersteller. Eine führende Marktposition schafft die Voraussetzung für Profitabilität und Innovation - und damit für weiteres Wachstum. Im Bereich Mikrocontroller werden wir zum drittgrößten Anbieter (G08) und bei Halb leitern für Automobilanwendungen erstmals zum Marktführer mit 13,4 Prozent Marktanteil (siehe Kapitel "Die Segmente", S. 58). Insbesondere mit Blick auf die wachsende Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen und neuen Elektronikarchitekturen bietet das erweiterte Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speicher-ICs, welche als Programmspeicher eingesetzt werden, großes Potenzial. Weitere Anwendungsbereiche liegen im Bereich Infotainment. Wir können Produkte für neue Applikationen wie zum Beispiel digitale Anzeigensysteme, Mensch-Maschine-Interaktion und Konnektivitätslösungen für Innenraumunterhaltung anbieten. Das sind Bereiche, die in den nächsten Jahren sehr stark wachsen werden.

Die dargestellte Strategie schlägt sich auch in der finanziellen Attraktivität nieder. Wir gehen davon aus, dass sich die Transaktion bereits ab dem Geschäftsjahr 2021 positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie auswirken wird. Dazu tragen zunächst die erwarteten Kostensynergien von jährlich rund €180 Millionen bei, die bis Mitte des Geschäftsjahres 2023 realisiert werden sollen. Entscheidender für die Wertschaffung sind jedoch die Umsatzsynergien, die auf der Basis unseres strategischen Ansatzes "Vom Produkt zum System" entstehen. Diese veranschlagen wir ab dem Geschäftsjahr 2028 mit mehr als €1,5 Milliarden pro Jahr, welche bis zu diesem Zeitpunkt kontinuierlich aufgebaut werden. Da Cypress aufgrund seines höheren Anteils an Fremdfertigung weniger kapitalintensiv ist, wird sich auch die Generierung des Free-Cash-Flows verbessern.

Nachhaltiges Wachstum: Optimierte Fertigungsprozesse, effiziente Produkte und verbindliche CO2-Emissionsziele

Um langfristig erfolgreich zu sein, muss wirtschaftlicher Erfolg mit ökologischem und sozialem Engagement Hand in Hand gehen. Der Ansatz "Mehr aus weniger" prägt seit Langem unser Handeln. Ein wesentlicher Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit und zur Lösung klimabedingter Herausforderungen sind dabei Technologien, die mit weniger Ressourceneinsatz mehr erreichen und gleichzeitig Emissionen einsparen. Durch die ganzheitliche Verfolgung dieses Ansatzes, auch in der Fertigung, verbraucht Infineon ohne Cypress in seinen Frontend-Fabriken 31 Prozent weniger Wasser, 53 Prozent weniger Elektrizität und verursacht 66 Prozent weniger Abfall als der globale Durchschnitt der im World Semiconductor Council organisierten Halbleiterunternehmen. Kontinuierlich arbeiten wir an der Vermeidung direkter Emissionen und an der weiteren Reduzierung des Energiebedarfs unserer Anlagen und Prozesse.

Unsere Produkte und Lösungen leisten durch ein gutes Ressourcenmanagement einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Während ihrer Nutzungsdauer tragen sie dazu bei, rund 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (ohne Cypress) einzusparen. Aber auch für uns gilt: Wir können noch mehr tun. Aus diesem Grund setzten wir uns in diesem Jahr als Unternehmen erstmals verbindliche CO2-Reduktionsziele. Wir haben das Ziel, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Dieses Ziel bezieht sich auf den eigenen Fußabdruck von Infineon bei Treibhausgasen und schließt neben allen direkten Emissionen auch indirekte durch Elektrizität und Wärme ein.

Langfristige Finanzziele unterstreichen unseren Wachstumsanspruch

In den nächsten Jahren werden strukturelle Trends unser Wachstum treiben, insbesondere Elektromobilität, automatisiertes Fahren, erneuerbare Energien, Fertigungsautomatisierung, der Mobilfunkstandard 5G, Rechenzentren, IoT sowie eine stetig wachsende Zahl batteriebetriebener Geräte. In diesen Märkten haben wir uns dank unserer führenden Technologien, unseres Applikations- und Systemverständnisses und unserer differenzierenden Fertigungsexpertise eine hervorragende Position erarbeitet. Die sich dadurch bietenden Chancen wollen wir nutzen und weiterhin schneller als der jeweilige Markt wachsen sowie unsere Profitabilität schrittweise erhöhen. Dazu investieren wir konsequent. Unsere langfristigen Finanzziele reflektieren diesen Anspruch. Sie gelten über den Zyklus hinweg und setzen auf einer stabilen allgemeinen Konjunkturlage auf.

Ziel 1: Durchschnittlich mehr als 9 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr über den Zyklus

Wir nehmen führende Positionen in unseren Kernmärkten ein, haben über die Jahre hinweg systematisch angrenzende Märkte erschlossen und sind mit unseren vier Segmenten auf die eingangs erwähnten Megatrends ausgerichtet. Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" erhält durch die Integration der Produktportfolien von Cypress noch mehr Dynamik. Damit können wir bessere Lösungen aus unserer umfangreichen Technologie- und Produktkompetenz entwickeln und so einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden schaffen. Wir erwarten zukünftig über den Zyklus ein Umsatzwachstum von mehr als 9 Prozent ("9 % +").

Ziel 2: 19 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus

Wachstum ist nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine weitere ist die Profitabilität. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das, dass wir unsere Entwicklungen gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen und von ihnen entsprechend honoriert werden. Darüber hinaus wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungsaufgaben mit unverminderter Geschwindigkeit fortführen können. Dabei setzen wir sowohl auf Skaleneffekte und Kostenvorteile durch den steigenden Anteil der 300-Millimeter-Fertigung am gesamten Fertigungsvolumen als auch auf einen unterproportionalen Aufbau von Funktionskosten. Und nicht zuletzt ermöglichen uns die Technologieführerschaft und der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" eine höhere Differenzierung.

Die Integration von Cypress und die damit verbundenen Kostensynergien werden unsere Profitabilität nachhaltig verbessern. Wir setzen uns das Ziel, eine Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent über den Zyklus hinweg zu erreichen.

Ziel 3: Investitionen in Höhe von 13 Prozent vom Umsatz über den Zyklus

Unsere Planung ist darauf ausgerichtet, die erforderliche Fertigungskapazität für das erwartete Wachstum bereitzustellen. Für das Wachstum im Bereich der Leistungshalbleiter, bei denen Infineon über eine wettbewerbsdifferenzierende Eigenfertigung verfügt, planen wir den Ausbau unserer 300-Millimeter-Fertigungen. Im Bereich der Mikrocontroller, Konnektivitätskomponenten, Sicherheits-ICs und Speicher-ICs aus dem Infineon- und Cypress-Portfolio arbeiten wir auch in Zukunft vornehmlich mit unseren Fertigungspartnern zusammen. Gemeinsam sind wir jetzt in der Position, unser Ziel für die Investitionsquote auf 13 Prozent vom Umsatz über den Zyklus zu setzen. Hinzu kommen bereits angekündigte Investitionen in Fertigungs-, Forschungs- und Büro gebäude, darunter die neue 300-Millimeter-Fertigung am Standort Villach (Österreich).

Kapitalstrukturziele belegen unsere langfristige Zuverlässigkeit

Der dauerhafte Bestand des Unternehmens ist aus verschiedenen Perspektiven von hoher Bedeutung: Unseren Kunden ist es wichtig, mit Infineon einen verlässlichen Partner zu haben, der auch in vielen Jahren noch sicher liefert. Unsere Kapitalgeber verlassen sich darauf, dass Zinszahlungen und Tilgungen über einen langen Horizont sicher erfolgen beziehungsweise sie eine langfristig attraktive Rendite erzielen können. Diese langfristige Verlässlichkeit wollen wir auch als Arbeitgeber unseren Mitarbeiter * innen bieten, und dies bei der Altersversorgung weit über ihr aktives Berufsleben hinaus. Entsprechend legen wir großen Wert auf eine solide Bonität. Ein Investment-Grade-Rating ist und bleibt Kernbestandteil der konservativen Finanzpolitik von Infineon. Daraus leiten wir unsere mittel- und langfristigen Kapitalstrukturziele auch nach der transformativen Akquisition von Cypress ab. Im Zuge der Transaktion hat die Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) das Rating von Infineon um eine Stufe auf derzeit "BBB -" mit stabilem Ausblick gesenkt, was weiterhin einem Investment-Grade-Rating entspricht.

Die Kapitalstrukturziele von Infineon bestehen aus einem Bruttoliquiditäts- und einem Bruttoverschuldungsziel. Für unsere Bruttoliquidität streben wir einen Zielwert von €1 Milliarde plus mindestens 10 Prozent des Umsatzes an. Mit dem fixen Sockelbetrag von €1 Milliarde halten wir eine solide Liquiditätsreserve für Eventual- und Pensionsverbindlichkeiten vor, welche unabhängig vom Umsatz sind. Darüber hinaus stehen uns mit mindestens 10 Prozent des Umsatzes ausreichend Barmittel zur Verfügung, um das operative Geschäft und die Investitionen über alle Phasen des Halbleiterzyklus hinweg finanzieren zu können. Das Liquiditätsziel bleibt auch nach der Akquisition von Cypress gewahrt, dies haben wir bei der Konzeption der Finanzierungsstruktur berücksichtigt.

Für unsere Bruttofinanzschulden gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization - EBITDA). Aufgrund der Akquisition von Cypress haben wir unser Bruttoverschuldungsziel überschritten, jedoch nur in einem Umfang, wie es mit der Beibehaltung des Investment-Grade-Ratings kompatibel ist. Mittelfristiges Ziel von Infineon nach der Akquisition ist eine konsequente Rückführung der Verschuldung auf beziehungsweise unter den maximalen Zielwert.

In Fortführung der Refinanzierungsschritte des Geschäftsjahres 2019 mit der Kapitalerhöhung im Juni sowie der Emission einer Hybridanleihe in zwei Tranchen im Volumen von insgesamt €1,2 Milliarden im Oktober haben wir bereits innerhalb von zwei Monaten nach Vollzug der Akquisition weitere wichtige Refinanzierungsmaßnahmen unternommen. Zunächst erfolgte im Mai 2020 eine Kapitalerhöhung im Volumen von etwas mehr als €1,0 Milliarden im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens, wodurch der gesamte geplante Eigenkapitalanteil der Refinanzierung der Akquisition von Cypress abgeschlossen werden konnte. Im Juni 2020 emittierte Infineon unter dem neu etablierten EMTN-Programm (European Medium Term Notes) Unternehmens anleihen mit einem Volumen von €2,9 Milliarden in vier Tranchen über drei, sechs, neun und zwölf Jahre zu attraktiven Finanzierungskonditionen. Damit konnte die Brückenfazilität der Akquisitionsfinanzierung vollständig zurückgeführt und das Fälligkeitenprofil deutlich verbessert werden.

Die weiteren Schritte der Refinanzierung werden sich auf die Laufzeitendarlehen beziehen, die als Teil der Akquisitionsfinanzierung bewusst in US-Dollar aufgenommen wurden, da mit Cypress ein US-Unternehmen mit funktionaler Währung US-Dollar in die Konzern-Bilanz von Infineon eingeht. Ein Teil dieser Laufzeitendarlehen mit Fälligkeit im Jahr 2022 wurde durch eine vorzeitige Tilgung in Höhe von US$555 Millionen im September 2020 bereits zurückgeführt.

Personalstrategie

Unsere Personalstrategie leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Infineon die Wachstums- und Profitabilitätsziele erreichen und erfolgreich durch unterschiedliche wirtschaftliche Phasen sowie Herausforderungen navigieren kann. Daneben sehen wir uns auch in der Verantwortung, zu den wesentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde bei Infineon die Personalstrategie evolutionär weiterentwickelt und weltweit ausgerollt. Demgemäß lautet unser Selbstverständnis im Bereich Personal "People create value. HR fosters people engagement". Unser übergeordnetes Ziel ist es, das Engagement unserer Mitarbeiter * innen zu fördern und die notwendigen Maßnahmen hierfür zu ergreifen. Wenn Mitarbeiter * innen sich für ihre Aufgabe begeistern können und die notwendigen Kompetenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben, resultiert dies zum einen in einem höheren Niveau an Arbeitsleistung, Kreativität, Produktivität und Innovation und zum anderen in einem persönlichen Erfolgserlebnis.

Die Coronavirus-Pandemie erfordert auch im Bereich Personal schnelles und gleichzeitig bedachtes Handeln. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter * innen steht für uns an erster Stelle. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Geschäftskontinuität sicherzustellen. Wir nutzen hierfür bereits bestehende, umfangreiche Flexibilisierungskonzepte und werden diese im Einklang mit den Herausforderungen im "neuen Normal" nach der Coronavirus-Pandemie weiterentwickeln. Die digitalen Lösungen, welche wir in den vergangenen Jahren eingeführt haben, helfen uns, die nächsten Schritte gemeinsam mit unseren Mitarbeiter * innen zu gehen.

Um auch in Zukunft innovativ, wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein, ist Infineon stets auf der Suche nach den besten Talenten. Dies ist eine Herausforderung, denn Talente in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Ein großer Vorteil ist das positive Marken- und Arbeitgeber-Image von Infineon, welches uns dabei hilft, Talente zu gewinnen und zu binden. Dass wir an zukunftsträchtigen Produkten arbeiten und einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, macht unser Unternehmen für viele potenzielle Mitarbeiter * innen sehr attraktiv. Zur Stärkung eines positiven Mitarbeiter * innenerlebnisses und daraus resultierend eines hohen Maßes an Engagement gehört es auch, Mitarbeiter * innen sowie Führungskräfte kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir richten unsere Lernformate auf Digitalisierung aus und bieten die richtigen Formate für die jeweiligen Inhalte an. So können unsere Mitarbeiter * innen beispielsweise auf ein großes Trainingsangebot von hoher Qualität in verschiedenen Sprachen zum Teil virtuell sowie zeit- und ortsunabhängig zurückgreifen.

Wir definieren uns auch über ein motivierendes Arbeitsumfeld und die Art der Zusammenarbeit: mit einer ausgeprägten Feedback-Kultur, gelebten Führungsprinzipien und einer internationalen Interaktion mit Kolleg * innen aus mehr als 100 Nationen. Auf diese Vielfalt sind wir stolz und stärken diese auch künftig in weiteren Dimensionen von Diversität. Wir sehen Diversität sowohl als die natürliche Partizipation aller, aber auch als Erfolgsfaktor. Die Erkenntnis einer Ergänzung von Fähigkeiten und Verhalten ist ein wesentlicher Teil unserer Personalauswahl und Organisationsentwicklung. Das für das Geschäftsjahr 2020 avisierte Zwischenziel von 15 Prozent Frauen in Führungspositionen haben wir bereits im Jahr davor erreicht. Hier werden wir auch weiterhin einen Fokus setzen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Durch regelmäßige Kurzbefragungen unserer Mitarbeiter * innen weltweit bleiben wir am Puls der Bedürfnisse und leiten notwendige Maßnahmen ab.

"Ease of Use", Effizienz und vorausschauende Weiterentwicklung sind ein wesentlicher Aspekt für die Ausrichtung von Service und Support in der Personalarbeit. Auch die Erwartungshaltungen der jüngeren Generation unterscheiden sich deutlich von denen früherer Generationen und resultieren in neuen Anforderungen. Mit der Umsetzung der digitalen Transformation im Personalbereich haben wir einen großen Schritt getan, um dem gerecht zu werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir erfolgreich ein globales, umfangreiches Transformationsprojekt im Bereich Personal abgeschlossen. Es umfasste beispielsweise ein kontinuierliches und flexibles Zielmanagement, die Nachfolgeplanung für Schlüsselpositionen, ein Basisangebot zu neuen Kompetenzen im Rahmen der Digitalisierung und einen global harmonisierten und vereinfachten Gehaltsplanungsprozess. Durch die neuen, anwenderorientierten Prozesse und Tools stärken wir unsere Mitarbeiter * innen darin, Verantwortung für ihre persönliche Weiterentwicklung selbstbestimmt wahrzunehmen. Gleichzeitig werden unsere Führungskräfte als Coach und Unterstützer ihrer Mitarbeiter * innen kontinuierlich durch unsere im Geschäftsjahr 2019 ausgerollten Führungsprinzipien bestärkt.

Neben all den angeführten Themen ist die erfolgreiche Integration von Cypress von hoher Priorität. Bei der Integration der weltweit über 6.000 Mitarbeiter * innen leistet der Personalbereich einen wesentlichen Beitrag - in strategischer, finanzieller und kultureller Hinsicht gleichermaßen.

Der Mensch steht im Fokus unseres Handelns. Nur mit engagierten, gesunden und erfolgreichen Mitarbeiter * innen wird es uns gelingen, unsere führende Position zu halten und auszubauen und damit für uns alle eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten.

Weitere Informationen inklusive detaillierter Statistiken finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2020 und im Personalbericht 2020.

www.Infineon.com/nachhaltigkeit_reporting www.Infineon.com/personalbericht

Zusammengefasster Lagebericht

Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht des Infineon-Konzerns ("Infineon" oder "Unternehmen"), bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch "die Gesellschaft") und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen.

Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Mit Wirkung zum 1. April 2020 hat sich der Name des Segments von "Power Management & Multimarket" in "Power & Sensor Systems" geändert. Die Namensänderung hatte keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Strategie oder den Geschäftsumfang.

Durch die Akquisition von Cypress haben sich nicht nur das Produktportfolio und die Anzahl der adressierten Anwendungen deutlich vergrößert, sondern auch die Kompetenzen und das Know-how wurden deutlich erweitert. Infolgedessen wurde der Name des Segments "Digital Security Solutions" zum 1. August 2020 in "Connected Secure Systems" geändert.

Geschäftsmodell und Finanzen

Geschäftsmodell

Mit weltweit 46.665 Beschäftigten ist Infineon ein global führender Anbieter von Halbleitern (Quelle: Basiert auf oder enthält Informationen, die von Omdia zur Verfügung gestellt wurden: Annual 2001 - 2019 Semiconductor Market Share Competitive Landscaping Tool - Q4 2019 v2. März 2020). Halbleiter verbinden die reale und die digitale Welt: Sie ermöglichen intelligente Mobilität, effizientes Energiemanagement und sichere Erfassung und Übertragung von Daten.

Infineon entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt eine Vielzahl an Halbleiter- und Systemlösungen. Dabei liegt der Fokus auf dem Automobil-, Industrie-, Informations- und Kommunikationsmarkt sowie auf hardwarebasierter Sicherheit. Das Produktangebot reicht von Standardkomponenten über kunden spezifische Lösungen für Bauteile und Systeme bis hin zu speziellen Komponenten für digitale, analoge sowie Mixed-Signal-Anwendungen.

Am 16. April 2020 hat Infineon die Cypress Semiconductor Corporation (Cypress) mit Sitz im kalifornischen San José (USA) für €8.254 Millionen übernommen. Cypress ist ein US-amerikanisches Halbleiterunternehmen.

Im Geschäftsjahr 2019 (zum 29. Dezember 2019) erzielte Cypress einen Umsatz von US$2.205 Millionen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 beschäftigte Cypress 5.871 Mitarbeiter * innen. Durch die Übernahme wird das Produktspektrum von Infineon um ein zusätzlich differenziertes Portfolio an Mikrocontrollern, Speichern, Software sowie Konnektivitätslösungen ergänzt. Die jeweiligen Produktlinien wurden in die verschiedenen Segmente von Infineon wie folgt integriert:

Infineon gliedert seine Aktivitäten in vier Segmente, deren strategische Ausrichtung sich aus der Konzernstrategie ableitet. Alle Aktivitäten können einem der übergeordneten Wachstumsfelder zugeordnet werden - Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data. Dabei verantworten die Segmente bestimmte Bereiche, die ihre Kernkompetenzen widerspiegeln. Das Geschäft mit Halbleitern für die Automobilelektronik sowie die Aktivitäten mit Speicherprodukten werden vom Segment Automotive verantwortet. Das Segment Industrial Power Control konzentriert sich auf Leistungshalbleiter, hauptsächlich für industrielle Anwendungen, während das Segment Power & Sensor Systems die konsumentennäheren Applikationen sowie Stromversorgungen im Allgemeinen adressiert. Darüber hinaus gehören die Aktivitäten im Bereich Hochfrequenz sowie die sensorbasierten Anwendungen - hierunter fallen die Erfassung von Sensordaten sowie die Interaktion mit Maschinen und Geräten - ebenfalls in den Verantwortungsbereich des Segments Power & Sensor Systems. Im Segment Connected Secure Systems sind Aktivitäten rund um klassische und neue Sicherheitsanwendungen, Mikrocontroller für Nicht-Automobilelektronik-Anwendungen sowie Konnektivitätslösungen gebündelt.

Unsere Fertigungslandschaft deckt beide Phasen der Halbleiterproduktion ab: die Frontend-Fertigung und die Backend-Fertigung. In der Frontend-Fertigung werden die Si-Scheiben, auch Wafer genannt, prozessiert. Hierbei werden mittels optischer, physikalischer und chemischer Verfahren Transistoren und deren Verbindungen untereinander implementiert. Damit wird die Funktion der Chips bestimmt. Vom Frontend-Standort werden die Wafer zu einem Backend-Standort verschickt, wo in der Backend-Fertigung die restlichen Verarbeitungsschritte erfolgen. Hierzu zählen das Sägen der Wafer in die einzelnen Chips sowie das Testen und Häusen. Anschließend werden sie an die Distributionszentren verschickt. Infineon unterhielt zum Ende des Geschäftsjahres 2020 acht Frontend-Standorte und 14 Backend-Standorte.

Entwicklung der Halbleiterindustrie

Betrachtung des Halbleitermarktes im Geschäftsjahr 2020 (in Euro)

Der weltweite Halbleiterumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2020 ein Volumen von €383,194 Milliarden (Quelle: Halbleiterbranchenverband WSTS (World Semiconductor Trade Statistics): Semiconductor Industry Blue Book History. 27. Oktober 2020). Im Vergleich zum Wert des Vorjahreszeitraums von €371,030 Milliarden betrug der Anstieg 3,3 Prozent. Damit zeigte sich der Halbleiterumsatz trotz der Coronavirus-Pandemie und des damit verbundenen wirtschaftlichen Rückgangs sehr widerstandsfähig. Besonders positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Mikroprozessoren. Auch der Umsatz mit Speicherchips, im Wesentlichen DRAM- und Flash-Speicherprodukte, stieg - nach dem starken Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2019 - etwas stärker als der für Infineon relevante Markt ohne DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips sowie Mikroprozessoren, der sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2 Prozent verbesserte. Der Umsatz von Infineon unter Berücksichtigung der Akquisition von Cypress erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Cypress wäre der Umsatz um 4 Prozent gesunken.

Betrachtung des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2019 (in US-Dollar) Im Kalenderjahr 2019 erreichte der weltweite Halbleiterumsatz US$428,397 Milliarden. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von US$485,052 Milliarden betrug der Rückgang 11,7 Prozent (Quelle: Omdia: Annual Competitive Landscaping Market Share Tool, Q2 2020. August 2020). Der Umsatzrückgang war vor allem die Folge deutlich niedrigerer Umsätze im Bereich Speicherchips und hier speziell bei DRAM und NAND-Flash, also Märkten, in denen Infineon nicht aktiv ist. Der DRAM-Markt verzeichnete einen Rückgang von 37,2 Prozent und der NAND-Flash-Markt einen Umsatzrückgang von 24,6 Prozent. Der Halbleiterumsatz im NOR-Flash-Markt, also einer Produkt kategorie, die wir durch die Akquisition von Cypress bedienen, verminderte sich hingegen nur um 7,1 Prozent.

Aufgrund des starken Umsatzrückgangs im Bereich DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips verdrängte Intel im Kalenderjahr 2019 Samsung wieder von Platz 1 der größten Halbleiterunternehmen. Der Umsatz von Intel stieg von US$69,895 Milliarden um 1,3 Prozent auf US$70,785 Milliarden. Der Anteil von Intel am Gesamtmarkt betrug damit 16,5 Prozent. Bei Samsung hingegen sank der Umsatz um 29,7 Prozent von US$74,644 Milliarden auf US$52,511 Milliarden. Dies entspricht einem Marktanteil von 12,3 Prozent. Die Rangfolge der Unternehmen SK Hynix, Micron Technology, Broadcom, Qualcomm und Texas Instruments auf den Plätzen 3 bis 7 blieb unverändert.

Für Infineon wurde von Omdia im Kalenderjahr 2019 ein Umsatz von US$8,891 Milliarden ermittelt. Durch den Umsatzbeitrag von Cypress (US$2,164 Milliarden) ergibt sich ein kombinierter Umsatz von US$11,055 Milliarden. Damit verbesserte sich Infineon von Position 11 im Kalenderjahr 2018 auf Position 8. Von den 20 größten Halbleiterfirmen zählen folgende Unternehmen zu den direkten Wettbewerbern von Infineon: Samsung (nur bei Sicherheits-ICs; dieser Umsatz beträgt unter 1 Prozent des Umsatzes von Samsung), Texas Instruments, STMicroelectronics, NXP, Renesas und Analog Devices. Apple zählte erstmals zu den 20 größten Halbleiterherstellern und verdrängte einen direkten Wettbewerber von Infineon: ON Semiconductor. Aufgrund der Akquisition von Cypress und damit des Geschäfts im Bereich Konnektivität gehören nun auch Broadcom und Qualcomm zu den Wettbewerbern.

Im Juli 2020 kündigte Analog Devices, ein auf Analog- und Mixed-Signal-Komponenten spezialisiertes US-amerikanisches Unternehmen, an, den US-amerikanischen Wettbewerber Maxim Integrated im Rahmen eines Aktientauschs für rund US$21 Milliarden zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende des Kalenderjahres 2021 erwartet. Infineon steht nur bei einigen wenigen Produktkategorien im Wettbewerb zu den beiden Firmen.

Im September 2020 kündigte der US-amerikanische Grafikprozessor-Hersteller nVidia an, den zum japanischen Konzern Softbank gehörenden Entwickler von Rechenkernen Arm für rund US$40 Milliarden zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende des Kalenderjahres 2021 erwartet. Infineon steht mit nVidia nicht im Wettbewerb. Infineon ist ein Lizenznehmer von Arm.

Im Oktober 2020 kündigte der US-amerikanische Server- und Grafikprozessor-Hersteller AMD an, den US-amerikanischen Hersteller von programmierbaren Logikchips Xilinx im Rahmen eines Aktientauschs für rund US$35 Milliarden zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende des Kalenderjahres 2021 erwartet. Infineon steht mit keiner der beiden Firmen im Wettbewerb.

Im Oktober 2020 gaben Intel und SK Hynix bekannt, dass SK Hynix für US$9 Milliarden das NAND-Speichergeschäft von Intel übernehmen wird. Diese Transaktion hat auf Infineon keine Auswirkung.

Die 20 größten Unternehmen repräsentierten im Kalenderjahr 2019 73,1 Prozent des weltweiten Halbleiterumsatzes (Vorjahr: 75,1 Prozent). Die verbleibenden 26,9 Prozent (Vorjahr: 24,9 Prozent) verteilten sich auf über 1.500 weitere Halbleiterunternehmen. Die Halbleiterbranche ist also sehr stark fragmentiert. Je nach Produktkategorie ist der Konsolidierungsprozess mehr oder weniger weit fortgeschritten.

Bezüglich des regionalen Absatzes von Halbleitern spielt China seit Jahren die dominierende Rolle. Auch im Kalenderjahr 2019 hat China seinen Anteil am weltweiten Halbleitermarkt weiter gesteigert und verfügt nun über einen Anteil von 50 Prozent nach 48 Prozent im Vorjahr und 47 Prozent im Kalenderjahr 2017. In China spielen die Auftragsfertiger eine besondere Rolle. Diese werden auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt und fertigen Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber. Das Geschäftsmodell spielt vor allem bei Gebrauchsgütern sowie bei Produkten der Informations- und Telekommunikationsindustrie wie Servern, PCs, Notebooks, Tablets und Mobiltelefonen eine bedeutende Rolle. Ein Großteil der nach China gelieferten und dort verbauten Halbleiter wird somit als Teil des Endprodukts wieder exportiert. G12

Im Hinblick auf das Beschaffungsvolumen vereinigten die 20 größten Firmen mit US$189 Milliarden einen Anteil von 44,1 Prozent auf sich (Vorjahr: US$209 Milliarden mit einem Anteil von 43,1 Prozent). Während bei den meisten Unternehmen das Beschaffungsvolumen im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, stieg es bei dem chinesischen Unternehmen Huawei gegen den Trend deutlich an. Hierdurch verdrängte Huawei Samsung von Platz 2 der Rangliste. Trotz des deutlichen Rückgangs der Fahrzeugproduktion im Kalenderjahr 2019 konnten Bosch mit Rang 12 und Continental mit Rang 13 ihre Plätze halten. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei Rechenzentren kein Rückgang der Investitionen. Dies spiegelt sich im gleich gebliebenen beziehungsweise gestiegenen Beschaffungsvolumen der beiden Rechenzentrumsbetreiber Alphabet mit Rang 14 (Vorjahr: Rang 18) und Amazon mit Rang 15 (Vorjahr: Rang 19) wider. G13

Das Geschäftsjahr 2020

Geschäftsverlauf von Coronavirus-Pandemie gekennzeichnet
Umsatzanstieg aufgrund Beitrag von Cypress
Dividende von 22 Cent je Aktie geplant

Umsatz um 7 Prozent gesteigert; Segmentergebnis-Marge von 13,7 Prozent erzielt

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte Infineon einen Umsatz von €8.567 Millionen, was einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €8.029 Millionen entspricht. Darin enthalten sind €857 Millionen aus der seit Mitte April erfolgten Konsolidierung von Cypress. Ohne den Umsatzbeitrag von Cypress wäre der Umsatz also um €319 Millionen gesunken. Dieser Rückgang resultierte in erster Linie aus den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die insbesondere die Automobilindustrie hart getroffen hat.

Die ursprüngliche Prognose für das Umsatzwachstum von Infineon im Geschäftsjahr 2020 (ohne Berücksichtigung von Cypress) lag bei einem Plus von 5 Prozent, plus oder minus 2 Prozentpunkte (siehe Kapitel "Prognosebericht", S. 107). Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2019 wurden zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 erste Anzeichen einer Verbesserung der konjunkturellen Lage sichtbar. Nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wurde die ursprüngliche Prognose im März 2020 jedoch wieder zurückgezogen, da die spezifischen Folgen für Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 nicht verlässlich abzuschätzen oder genauer zu quantifizieren waren. In zahlreichen Endmärkten, insbesondere der Automobilindustrie, kam es zu Produktionsstopps und Unterbrechungen von Lieferketten, genauso wie zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage. Im Frühjahr 2020 brach die Zahl der produzierten Fahrzeuge in allen Regionen regelrecht ein, hervorgerufen durch einen gleichzeitigen Angebots- und Nachfrageschock.

Am 16. April 2020 konnte die Übernahme von Cypress abgeschlossen werden. Der Umsatz für das Geschäftsjahr und für das kombinierte Unternehmen wurde nunmehr auf €8,4 Milliarden plus oder minus 5 Prozent geschätzt. Wenige Monate später zeigten sich spürbare Erholungstendenzen und in einigen Ländern wie China sogar ein V-förmiger Aufschwung über das Vorkrisenniveau hinaus. Mit Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal wurde der Ausblick daher leicht nach oben angepasst: Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2020 belief sich danach auf rund €8,5 Milliarden. Bei diesem Umsatzniveau sollte die Segmentergebnis-Marge etwa 13 Prozent betragen. Diese Werte wurden letztlich sogar leicht übertroffen.

Dabei entwickelten sich die Segmente unterschiedlich. Automotive war weiterhin das umsatzstärkste Segment. Mit €3.542 Millionen (Vorjahr: €3.503 Millionen) trug es 41 Prozent zum Gesamtumsatz von Infineon bei. Der Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug jedoch lediglich 1 Prozent. Im Segment Power & Sensor Systems konnte ein Umsatz von €2.650 Millionen (Vorjahr: €2.445 Millionen) erzielt werden. Dies entsprach einem Wachstum von 8 Prozent. In beiden Segmenten sind Umsatzbeiträge von Cypress enthalten. Der Umsatz im Segment Industrial Power Control betrug im Berichtszeitraum €1.406 Millionen und lag damit in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: €1.418 Millionen). Im Segment Connected Secure Systems stieg der Umsatz bedingt durch die Akquisition von Cypress um knapp 50 Prozent auf €953 Millionen (Vorjahr: €642 Millionen). Weitere Details zur Entwicklung der Segmente finden sich im Kapitel "Die Segmente". S. 53 ff.

Positiv wirkte sich die günstige Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses aus. Dieser notierte im Jahresdurchschnitt bei 1,12 gegenüber 1,13 im Vorjahr (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 97).

Das Segmentergebnis (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 90) betrug im Geschäftsjahr 2020 €1.170 Millionen, dies entspricht einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.319 Millionen. Im zweiten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres führte der durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Umsatzrückgang zu einem signifikanten Anstieg der Leerstandskosten. Des Weiteren fielen im Geschäftsjahr Zusatzkosten im Rahmen von Kapazitätseinschränkungen in der Fertigung im Zuge der Coronavirus-Pandemie an. Um die Unterauslastungskosten zu minimieren, wurden die Belieferung der Kunden sowie das Bestandsmanagement, beispielsweise durch eine kontinuierliche Neubewertung der Bedarfsszenarien und eine segment- und standortübergreifende Anpassung des Fertigungsprogramms, ausbalanciert. Ferner wurde an den deutschen und österreichischen Standorten Kurzarbeit eingeführt. Die bereits im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Produktivitäts- und Kostenoptimierung wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2020 weiter verstärkt.

Die Segmentergebnis-Marge lag entsprechend mit 13,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 16,4 Prozent, aber dennoch leicht über der zuletzt im dritten Quartal angepassten Prognose von etwa 13 Prozent.

Rückgang bei wesentlichen Konzernkennzahlen

Der Konzernjahresüberschuss hat sich auf €368 Millionen verringert (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 100). Das entspricht einem Rückgang um €502 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert von €870 Millionen. Das daraus resultierende Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2020 €0,26 (verwässert und unverwässert) und lag damit um 65 Prozent unter dem Vorjahreswert von €0,75 (verwässert und unverwässert). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) lag im Berichtszeitraum bei €0,64 (Vorjahr: €0,89). Hinsichtlich Details zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 100.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) verringerte sich von 12,2 Prozent im Vorjahr auf 3,0 Prozent im Geschäftsjahr 2020. Im Berichtszeitraum ging das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern um €452 Millionen auf €473 Millionen zurück (Vorjahr: €925 Millionen). Das Betriebsergebnis sank im Wesentlichen aufgrund gestiegener Leerstandskosten sowie zusätzlicher Abschreibungen und Aufwendungen aus der Aufdeckung stiller Reserven, die im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb von Cypress identifiziert wurden (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 98). Das eingesetzte Kapital stieg ebenfalls im Wesentlichen bedingt durch die Aufdeckung stiller Reserven und die Erfassung eines Geschäfts- oder Firmenwerts um €8.228 Millionen auf €15.827 Millionen zum 30. September 2020 (30. September 2019: €7.599 Millionen). Hinsichtlich der Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 90 f., beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage", S. 103.

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 90) belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf minus €6.727 Millionen (Vorjahr: €39 Millionen). Er war im Wesentlichen geprägt von der Nettokaufpreiszahlung (das heißt abzüglich übernommener Zahlungsmittel) für den Erwerb von Cypress in Höhe von €7.433 Millionen. Ohne die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress erreichte der Free-Cash-Flow einen positiven Wert von €911 Millionen. Investitionen in Sachanlagen sowie in sonstige immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte führten zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von €1.099 Millionen.

Die Brutto-Cash-Position (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 91) verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um €552 Millionen auf €3.227 Millionen zum Bilanzstichtag. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Kaufpreiszahlung für Cypress und den damit zusammenhängenden Finanzierungsmaßnahmen wie der Emission einer Hybridanleihe im Oktober 2019, der im Mai 2020 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie der Aufnahme von Finanzschulden. Die Auszahlungen für Investitionen, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 und die vorzeitige Rückzahlung eines Teils der langfristigen Bankdarlehen aus der Akquisitionsfinanzierung wirkten sich ebenfalls mindernd auf die Brutto-Cash-Position aus.

Die Netto-Cash-Position (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", S. 91) sank gegenüber dem Vorjahr um €6.029 Millionen und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2020 bei minus €3.806 Millionen (30. September 2019: €2.223 Millionen).

Dividende von €0,22 je Aktie geplant

Mit unserer Dividendenpolitik verfolgen wir das Ziel, unsere Aktionäre angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Infineon zu beteiligen. Grundsätzlich soll auch bei einem stagnierenden oder rückläufigen Ergebnis zumindest eine unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Allerdings soll den gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und dem weiteren Fortbestehen der Risiken der Coronavirus-Pandemie Rechnung getragen und ein entsprechender finanzieller Spielraum erhalten werden. Daher soll der kommenden Hauptversammlung vorgeschlagen werden, eine im Vergleich zum Vorjahr um €0,05 verminderte Dividende von €0,22 je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten.

Die Segmente

Infineon gliedert sich in vier Segmente, deren strategische Ausrichtung sich aus der Konzernstrategie ableitet. Alle Aktivitäten können einem der übergeordneten Wachstumsfelder zugeordnet werden - Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data. Dabei verantworten die Segmente bestimmte Bereiche, die ihre Kernkompetenzen widerspiegeln. Das Geschäft mit Halbleitern für die Automobilelektronik sowie die Aktivitäten mit Speicherprodukten werden vom Segment Automotive verantwortet. Das Segment Industrial Power Control konzentriert sich auf Leistungshalbleiter, hauptsächlich für industrielle Anwendungen und erneuerbare Energien, während das Segment Power & Sensor Systems die konsumentennäheren Applikationen sowie Stromversorgungen im Allgemeinen adressiert. Darüber hinaus gehören die Aktivitäten im Bereich Hochfrequenz sowie die sensorbasierten Anwendungen - hierunter fallen die Erfassung von Sensordaten sowie die Interaktion mit Maschinen und Geräten - ebenfalls in den Verantwortungsbereich des Segments Power & Sensor Systems. Im Segment Connected Secure Systems sind Aktivitäten rund um klassische und neue Sicherheitsanwendungen, Mikrocontroller für Nicht-Automobilelektronik-Anwendungen sowie Konnektivitätslösungen gebündelt.

Infineon hat seine traditionellen Kernkompetenzen im Bereich der Leistungshalbleiter, hardwarebasierter Sicherheit, Hochfrequenz und Embedded Control stetig weiterentwickelt, vertieft und um Expertise in angrenzenden Gebieten wie der Sensorik ergänzt. Durch die Akquisition von Cypress wird nun einerseits unsere Position im Bereich Embedded Control erheblich gestärkt. Dazu tragen das umfangreiche Portfolio an Mikrocontrollern sowie die Speicher für spezifische Anwendungen bei. Andererseits kommt mit Konnektivität eine neue, für den Wachstumsmarkt IoT unabdingbare Kompetenz hinzu, die wir wiederum in Verbindung mit unserem Sicherheits-Know-how auf eine neue Stufe heben.

Unsere Märkte wachsen immer mehr zusammen, sodass eine strikte organisationsbezogene Abgrenzung nicht angebracht wäre. Technologien und Produkte kommen mehr und mehr segmentübergreifend zum Einsatz, entlang unserer strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System". Besonders die digitale Transformation erfordert flexible und innovative Ansätze. Teams aus unterschiedlichen Organisationseinheiten arbeiten applikations- und kompetenzbezogen zusammen. In solchen Fällen übernimmt ein Segment die Verantwortung für das Gesamtsystem und entwickelt die Roadmap für die Applikation, während die Verantwortung für die benötigten Technologien und Produkte in den angestammten Organisationseinheiten verbleibt. Entsprechend arbeiten die Segmente auch bei der Technologieentwicklung zusammen. So sind zum Beispiel Hochvolt-Leistungshalbleiter für Elektromobilität ein Kernthema im Bereich Automobilelektronik, sodass das Segment Automotive folglich in diesem Bereich die Verantwortung hat. Für grundlegende Entwicklungen in der IGBT-Technologie, in der IGBT-Module-Gehäuse-Technologie und in der SiC-Technologie übernimmt hingegen das Segment Industrial Power Control die Verantwortung.

G16 Kernkompetenzen in den Segmenten

Kernkompetenz Automotive Industrial Power Control Power & Sensor Systems Connected Secure Systems
Sensorik
Hochfrequenz
Embedded Control
Ansteuerung von Leistungshalbleitern
Leistungshalbleiter
Speicher für spezifische Anwendungen
Konnektivität
IT-Sicherheit
Software
Differenzierende Eigenfertigung

Automotive

Das Segment Automotive gestaltet die Zukunft der Mobilität mit Produkten und Lösungen für saubere, sichere und intelligente Autos. Wir decken alle Anwendungsfelder im Fahrzeug ab: Antrieb und Energie management, Vernetzung und Infotainment, Karosserie- und Komfortelektronik sowie Fahrsicherheit und Datensicherheit. Unser Angebot ermöglicht den Übergang vom Antrieb mit Verbrennungsmotor zu Hybrid- und Elektroantrieb, einen immer höheren Grad des automatisierten Fahrens, die elektrischelektronische (E/E) Fahrzeugarchitektur sowie stärkere Vernetzung, Digitalisierung und höhere Datensicherheit von Fahrzeugen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden innovative Lösungen in den Bereichen Fahrsicherheit, digitales Cockpit, Infotainment, Komfort und Lichttechnik. Neben Sensoren, Mikrocontrollern, hochperformanten Speichern für spezifische Anwendungen sowie Leistungshalbleitern auf Basis von Si und SiC umfasst unser Produktportfolio auch Komponenten für die Mensch-Maschine-Interaktion und die Fahrzeugvernetzung. Infineon ist der Weltmarktführer bei Halbleiterlösungen fürs Auto (Quelle: Strategy Analytics: Automotive Semiconductor Vendor Market Shares. April 2020).

Anwendungsfelder S. 236

UMSATZ

€ 3.542 Millionen

SEGMENTERGEBNIS

€ 155 Millionen

Strategische Ausrichtung

Die Automobilindustrie durchläuft derzeit einen tief greifenden Umbruch. Das Auto der Zukunft fährt rein elektrisch und autonom; es ist voll vernetzt und immer online. Auch wenn das bis zum Ende der laufenden Dekade noch nicht auf jedes neu produzierte Fahrzeug zutrifft, so sehen wir eine Beschleunigung im Strukturwandel im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor. Gründe hierfür sind der Wunsch nach immer sichereren, intelligenteren und höher vernetzten Fahrzeugen sowie die Forderung nach Einhaltung immer strengerer Emissionsstandards und damit nachhaltiger Mobilität; ersichtlich an den automobilen Megatrends: Elektromobilität, automatisiertes Fahren, Vernetzung und Datensicherheit. Den größten Beitrag in diesem Prozess leisten die Fahrzeugelektronik und mithin Halbleiterlösungen. Wir tragen zu der Veränderung bei und wollen von diesem Trend überproportional profitieren. Hierin unterstützt uns die Akquisition von Cypress. Wir verfügen nun über ein breit gefächertes Produktportfolio an Automobil-Halbleiterlösungen. Mit hoher Systemexpertise kann Infineon ein großes Automobil-Anwendungsspektrum bedienen. Dazu gehören nun auch digitale Anzeigensysteme und Infotainment-Anwendungen, die das bisherige Angebot für Antriebsstrang, Assistenzsysteme, Fahrzeugsicherheit, Komfortelektronik sowie Datensicherheit ergänzen. Infineon verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Mikrocontrollern für die Automobilindustrie. Hinzu kommt eine führende Position bei Speicher-ICs für spezifische Anwendungen, wie sie für die Datenverarbeitung für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren sowie für digitale Anzeigensysteme und Infotainment-Anwendungen unabdingbar sind. Infineon unterstützt die Entwicklung hin zu zunehmender Vernetzung. Das schließt sowohl die Vernetzung der unterschiedlichen Steuergeräte innerhalb des Fahrzeugs ein (beispielsweise via CAN, CAN FD und FlexRayTM) als auch die Kommunikation mit anderen Fahrzeugen (Fahrzeug-zu-Fahrzeug) und mit der Cloud (Fahrzeug-zu-Infrastruktur). Ferner verstehen wir darunter die Anbindung mobiler Geräte via Wi-Fi und Bluetooth im Innenraum der Fahrzeuge. Im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion werden bisherige Schalter und Drehknöpfe zunehmend durch berührungsempfindliche Bedienflächen ersetzt. Zur Mensch-Maschine-Interaktion gehören auch Head-up-Displays.

In den klassischen Applikationen wird unser Wachstum einerseits durch neue Funktionen in den Bereichen Vernetzung, Lichttechnik, Komfort und Fahrsicherheit getrieben, andererseits durch die weitere Elektrifizierung verschiedener Fahrzeugfunktionen. Das lässt die Anzahl der elektronischen Komponenten und damit den Halbleiterwert pro Fahrzeug ansteigen. Die beiden Megatrends Elektromobilität und automatisiertes Fahren erhöhen den durchschnittlichen Halbleiterbedarf pro Fahrzeug weiter. Während Einführung und Verbreitung des autonomen Fahrens noch dauern werden, sind Fahrerassistenzsysteme überaus gefragt und werden ihr bereits starkes Wachstum auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Denn Fahrerassistenzsysteme sorgen einerseits für einen höheren Fahrkomfort und tragen andererseits zur Umsetzung von "Vision Zero" bei, also dem globalen Ziel, eines Tages den Verkehr ohne tödliche Unfälle ermöglichen zu können.

Vom Trend zum automatisierten Fahren profitieren wir einerseits mit unseren 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs, die unter anderem in Notbremsassistenzsystemen und zunehmend in Spurwechselassistenzsystemen eingesetzt werden. Andererseits bieten wir auch die passenden Mikrocontroller an, die einen wesentlichen Teil der Radarsignalverarbeitung übernehmen. Unsere Radarlösungen mit aufeinander abgestimmten Komponenten ermöglichen es unseren Kunden, mit ihren Radarsystemen schneller auf den Markt zu kommen. Neben radarbasierten Fahrerassistenzsystemen kommen unsere Mikrocontroller auch in kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen und in Sensor-Fusion-Systemen bis Level 2+ zum Einsatz. Dabei enthält die nachträglich definierte Zwischenstufe Level 2+ jene Funktionen, die für Level 3 vorgesehen sind, jedoch ohne die Funktion der komplexen Übergabe der Fahrzeugkontrolle zwischen Fahrzeug und Fahrer.

Für Elektromobilität hat Infineon ein umfassendes Angebot an Leistungshalbleitern und Ansteuerbauelementen mit jeweils passender Aufbau- und Verbindungstechnik Darüber hinaus bietet Infineon Batteriemanagementlösungen für das effiziente Laden und Überwachen von Batteriesystemen. Di Halbleiterlösungen von Infineon sind für alle Arten von Elektrofahrzeugen geeignet: für reine Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybridfahrzeuge und Mildhybrid-Fahrzeuge mit 48-Volt-Technologie. Unser Portfolio deckt dabei auch Halbleiterlösungen für Fahrzeuge ab, die auf der aufkommenden Wasser stofftechnologie basieren. Im Bereich Leistungselektronik sind wir bei Si-basierten Halbleiterlösungen unangefochtener Marktführer im Automobilmarkt. Darüber hinaus erweitern wir unser Portfolio auf Basis der Materialien SiC und GaN. Sie eröffnen zusätzliches Verbesserungspotenzial bei Effizienz und Leistungsdichte.

Unser Produktportfolio erfüllt die hohen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsanforderungen der Automobilindustrie. Für das automatisierte Fahren gilt: Je größer das Vertrauen in Technikinnovationen, die den menschlichen Fahrzeugführer ersetzen, desto höher ist die Akzeptanz und desto eher werden sich höhere Stufen der Automatisierung in Fahrzeugen durchsetzen - in Privatfahrzeugen, Taxis und Bussen, in Nutz- und Baufahrzeugen, in landwirtschaftlichen Maschinen sowie in Bahnen des öffentlichen Personenverkehrs. Voraussetzung für dieses Vertrauen ist die Verlässlichkeit der Fahrzeuge und damit die Verlässlichkeit der in ihnen verbauten Systeme, Komponenten und Halbleiterlösungen. Sie alle müssen fehlertolerant sein, dürfen nicht ausfallen und müssen bei unerwarteten Störungen eine Mindestfunktion sicherstellen, und dies über die Einsatzdauer des Fahrzeugs hinweg. Infineon bietet bereits seit geraumer Zeit Konzepte und Lösungen für die Verlässlichkeit auf der Komponenten- und Subsystemebene und verfolgt hierbei einen ganzheitlichen Ansatz: Unsere Halbleiterlösungen - Sensoren, Mikrocontroller, Speicher, Leistungselektronik, Stromversorgungs- und Sicherheitschips - ermöglichen Systeme, die die hohen Anforderungen funktionaler Sicherheit gemäß ISO 26262 erfüllen. Die Mikrocontroller unserer AURIXTM-Familie steuern zum Beispiel Lenkung und Bremse und fungieren als Host-Controller, die zur funktionalen Sicherheit zentraler Steuergeräte beitragen. Andere Halbleiterlösungen sichern die interne wie externe Datenkommunikation ab.

+ So bringt Cypress uns voran

Mit den Mikrocontrollern der TRAVEOTM-Familie adressieren wir digitale Anzeigensysteme und Head-up-Displays.
Die SEMPERTM NOR-Flash-Speicher-ICs eignen sich beim automatisierten Fahren für Daten- und Event-Logging.
Im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion ersetzen wir Schalter und Drehknöpfe durch berührungsempfindliche Bedienflächen.

Marktposition

Im Kalenderjahr 2019 ist die Fahrzeugproduktion um rund 6 Prozent eingebrochen (Quelle: IHS Markit: Light Vehicle Production Forecast. Oktober 2020). Dies führte zu einem Rückgang des Automobil-Halbleitermarktes um 1,3 Prozent; von US$37,668 Milliarden im Vorjahr auf US$37,186 Milliarden im Kalenderjahr 2019 (Quelle: Strategy Analytics). Bis auf Nordamerika (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr) ergab sich in allen Regionen ein Rückgang; in China (minus 2,5 Prozent) und Japan (minus 3,9 Prozent) waren die Rückgänge am stärksten. Europa blieb mit einer Marktgröße von US$12,892 Milliarden beziehungsweise einem Anteil von 34,7 Prozent die mit Abstand bedeutendste Region, G17.

Leistungshalbleiter und Controller repräsentieren die beiden größten Produktkategorien. Sie bilden zusammen rund die Hälfte aller Halbleiter im Automobilbereich ab. Infineon ist bei Leistungshalbleitern Marktführer mit einem Marktanteil von 25,5 Prozent. Bei den Controllern konnte Infineon einerseits einen Prozentpunkt organisch wachsen, andererseits kamen 6,1 Prozentpunkte durch Cypress hinzu. Somit hält Infineon nun einen Marktanteil von 16,2 Prozent und Rang 3. Der Abstand zu den beiden Spitzenreitern NXP (27,2 Prozent) und Renesas (27,0 Prozent) wurde verkürzt und die Distanz zu Texas Instruments (9,8 Prozent) vergrößert. Bei Sensoren blieb Infineon zweitgrößter Hersteller hinter Bosch. Der Abstand von 3,0 Prozentpunkten im Vorjahr konnte auf 0,6 Prozentpunkte im Kalenderjahr 2019 verringert werden.

Infineon war mit 13,4 Prozent Marktanteil (davon 11,2 Prozentpunkte von Infineon und 2,2 Prozentpunkte von Cypress) erstmals weltgrößter Automobil-Halbleiterhersteller, G18. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 49,1 Prozent (Vorjahr: 47,7 Prozent).

Infineon (inklusive Cypress) nahm in allen Regionen mindestens Rang 3 ein, G19. In der bedeutendsten Region Europa und in China, der am schnellsten wachsenden Region der letzten sieben Jahre, sowie in Korea war Infineon Marktführer. Infineon konnte in Japan gegen den Trend zulegen und den Marktanteil ohne Cypress von 7,3 Prozent auf 8,0 Prozent ausbauen. Cypress hielt den Marktanteil von 3,7 Prozent stabil. Mit 11,7 Prozent Marktanteil wurde Toshiba übersprungen und erstmals Rang 3 erreicht.

Entwicklung des Segments Automotive im Geschäftsjahr 2020

Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von €3.542 Millionen (inklusive Umsatzbeitrag von Cypress ab 16. April 2020). Dies entspricht einem Wachstum von 1,1 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €3.503 Millionen. Das Segment steuerte 41 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2020 €155 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 61,6 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €404 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 4,4 Prozent (Vorjahr: 11,5 Prozent). G20

Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres konnte die vorhandene Fertigungskapazität nicht vollständig genutzt werden. Durch den coronabedingten Umsatzeinbruch im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres verschärfte sich die Lage weiter und es entstanden erhebliche Leerstandskosten, die sich negativ auf das Segmentergebnis auswirkten. Die Geschäftsaktivitäten von Cypress trugen positiv zum Segmentergebnis bei.

Die Automobilproduktion erlebt im Kalenderjahr 2020 den stärksten Einbruch ihrer Geschichte. Die weltweite Fahrzeugproduktion ging um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück (Quelle: IHS Markit). Dieser Rückgang wurde jedoch durch einen erhöhten Bedarf an Halbleitern - hervorgerufen durch die Trends zu Fahrerassistenzsystemen, zu erhöhter Elektrifizierung und zu einer höheren Ausstattung - kompensiert. Dies spiegelte sich im Anstieg des durchschnittlichen Halbleiterwerts je Fahrzeug von US$417 im Kalenderjahr 2019 auf US$457 im Kalenderjahr 2020 wider, G02 auf S. 28. So blieb zum Beispiel trotz des deutlichen Rückgangs der weltweiten Fahrzeugproduktion unser Umsatz mit 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs stabil. Dies unterstreicht die zunehmende Ausstattung der Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen, in diesem Fall Notbrems assistenten und Abstandsregelung.

Vom Rückgang der Fahrzeugproduktion war zunächst auch die Produktion von Elektrofahrzeugen betroffen. Zur Mitte des Jahres trat allerdings eine Trendumkehr ein. Durch die Kaufanreizprogramme in vielen Ländern Europas, die gegen Mitte des Jahres in Kraft traten und insbesondere Elektrofahrzeuge fördern, stieg dort der Absatz von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen stark an. So entfielen in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres auf diese Fahrzeugtypen rund 7 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein anderes Bild ergab sich bei Elektrofahrzeugen in China. Dort kam es nach den Kürzungen der Fördermaßnahmen ab Juli 2019 zu einem deutlichen Rückgang in der Produktion. Dies setzte sich zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 fort. Erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zogen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in China wieder an. Europa gewann durch diese Entwicklungen an Bedeutung. Dieser Trend dürfte sich im Kalenderjahr 2021 durch die 95-Gramm-CO2-pro-Kilometer-Vorgaben der EU weiter fortsetzen.

Am Wachstum der Elektromobilität wollen wir in Zukunft noch stärker partizipieren. So haben wir unser Produktangebot für Elektrofahrzeuge im abgelaufenen Geschäftsjahr beispielsweise um einen neuen Sensing- und Balancing-IC für Batteriemanagementsysteme erweitert. Dieser IC kann sowohl in Hochvolt-Batteriesystemen in Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen wie auch in 48-Volt-Batteriesystemen in Mildhybrid-Fahrzeugen verwendet werden.

Unser Systemverständnis, unser Qualitätsanspruch und unsere exzellente Unterstützung schaffen Mehrwert für unsere Kunden und helfen ihnen, ihr Geschäft auszubauen. So verlieh uns im August 2020 der japanische Automobilzulieferer Denso zwei Auszeichnungen. Zum einen erhielten wir einen Preis für besonders hochwertige Produkte für Innovationen im Automobil und die Mobilität der Zukunft. Zum anderen erhielt Infineon in Amerika die Auszeichnung als bester Geschäftspartner des Jahres in Bezug auf außergewöhnliche Qualität, Leistung, Designunterstützung und Partnerschaftsaktivitäten in dieser Region.

Industrial Power Control

Das Segment Industrial Power Control ist spezialisiert auf Halbleiterlösungen für das intelligente Management und die effiziente Wandlung elektrischer Energie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung. Das Produktportfolio besteht hauptsächlich aus IGBT-Leistungstransistoren, Treiber-ICs zu deren Ansteuerung sowie Komponenten auf Basis von SiC. Die Produkte bieten wir in unterschiedlichen Bauformen und mit unterschiedlichem Funktionsgrad an. Das breite Anwendungsspektrum des Segments umfasst Motorsteuerungen für industrielle Fertigung und Gebäudetechnik, Wechselrichter für Fotovoltaik- und Windkraftanlagen, Haushaltsgeräte, Zugantriebssysteme, Elektronutzfahrzeuge wie Busse, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, Systeme zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung und Energiespeicherung, Industriestromversorgungen sowie Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge. Wir setzen auf Integration und Digitalisierung. Mithilfe von Lösungen zur drahtlosen Kommunikation lassen sich zudem zahlreiche innovative Anwendungsfälle rund um das Wachstumsthema Industrie 4.0 realisieren.

Anwendungsfelder S. 237

UMSATZ

€ 1.406 Millionen

SEGMENTERGEBNIS

€ 256 Millionen

Strategische Ausrichtung

Leistungshalbleiter stellen ein zentrales Element für die Produkte und Systeme unserer Kunden dar. Sie bestimmen wesentlich Funktion, Effizienz, Größe, Gewicht und Kosten der Systeme. Die Produkte des Segments Industrial Power Control bilden dabei das Fundament für eine effiziente Erzeugung, nahezu verlustfreie Übertragung und Speicherung elektrischer Energie einerseits sowie für die Reduzierung von Verlusten bei der Nutzung andererseits. Das Kerngeschäft besteht aus diskreten IGBTs und IGBT-Modulen sowie den jeweils zugehörigen Treiber-ICs. Diesen Kern wollen wir weiterhin stärken. Unsere bestehenden Produkte entwickeln wir kontinuierlich weiter und komplementieren sie zu Gesamtlösungen für den Kunden. Hierzu nutzen wir unsere Skalenvorteile sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Fertigung. Damit erreichen wir ein breites kosten- und performanceoptimiertes Portfolio. Darüber hinaus entwickeln wir Produkte mit langfristigem Differenzierungspotenzial.

Exemplarisch hierfür zwei Beispiele:

Das PrimePACKTM-Modul, welches die IGBT5-Chip-Technologie mit dem .XT-Modul-Aufbau kombiniert. Während die IGBT5-Chip-Technologie höhere Leistungsdichten mit geringeren statischen und dynamischen Verlusten ermöglicht, sorgt in den Modulen die .XT-Aufbau- und Verbindungstechnologie für eine längere Lebensdauer durch eine verbesserte thermische Lastwechselfestigkeit. Somit liefert sie unseren Kunden einen signifikanten Mehrwert bei Hochleistungs-Wechselrichtern in Wind- und Fotovoltaikanwendungen sowie in industriellen Antrieben.
Die Produkte der iMOTIONTM-Familie - es sind im Prinzip anwendungsoptimierte Mikrocontroller - bieten die Möglichkeit einer einfach implementierbaren intelligenten Motorsteuerung. Für diese kompakten Produkte bietet Infineon Referenzdesignlösungen an inklusive Konnektivitätslösungen und Komponenten für die Mensch-Maschine-Interaktion.

Unseren Produktkern stärken wir durch den Einsatz neuer Materialien (siehe Kapitel "Forschung und Entwicklung", S. 78 f.). Für den schnellen Markteinstieg ist dabei die Easy-Modul-Familie ein wichtiger Erfolgsfaktor. Sie bietet unseren Kunden eine flexible und einfach skalierbare Modullösung, die sich besonders bei Applikationen wie Fotovoltaik, industrieller Automatisierung und der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge bewährt. Neben den Modulen stärken wir die Serienproduktion unseres umfassenden Produktportfolios an diskreten SiC-MOSFET-Komponenten. Bei unseren SiC-Produkten können sich unsere Kunden darauf verlassen, dass sie die gewohnte Zuverlässigkeit und die Unterstützung bei der Entwicklung von Systemen, basierend auf dem neuen Material, geliefert bekommen.

Das bei der Anwendung von diskreten IGBTs und IGBT-Modulen gewonnene Know-how nutzt das Segment Industrial Power Control, um in angrenzenden Produktbereichen zusätzliches Wachstumspotenzial zu erschließen, zum Beispiel mit den sogenannten Intelligent Power Modules (IPMs). Die funktionale Integration von Treibern und Leistungsschaltern in unseren CIPOSTM-IPMs hilft unseren Kunden, die Effizienz bei Antrieben für Kleinmotoren zu steigern und so neue Standards für Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten sowie bei industriellen Anwendungen zu erfüllen. Zum anderen ermöglichen diese integrierten Produkte eine deutliche Reduzierung von Systemgröße und Entwicklungsaufwand. Für die oben erwähnten Produkte der iMOTIONTM-Familie entwickeln wir spezielle Steueralgorithmen, für die der Kunde nur wenige Parameter anpassen muss, um eine leistungsfähige Lösung für sein Problem zu erhalten. Die Produkte der iMOTIONTM-Familie werden in Haushaltsgeräten aller Art, vom Haartrockner über die Waschmaschine bis zur Klimaanlage, eingesetzt.

Segmentübergreifend profitiert das Segment Industrial Power Control vom Mikrocontroller-, Konnektivitäts- und Sicherheitsangebot des Segments Connected Secure Systems. Das öffnet die Tür für neue Märkte und weiteres Wachstumspotenzial in den dem Segment Industrial Power Control zugeordneten Anwendungsfeldern.

Mit dem erweiterten Angebot können wir einerseits einen größeren Teil des Halbleiterwerts einer Anwendung adressieren und damit in unseren bestehenden Märkten weiter wachsen und andererseits unseren Kunden einsatzbereite Lösungen anbieten. Mit dem Verständnis der neu gewonnenen Produkte und Märkte erweitern wir zudem unsere Aktionsfelder. Insbesondere in den Bereichen Haushaltsgeräte und Fabrikautomatisierung - hier speziell Robotik und fahrerlose Transportsysteme - sehen wir Potenzial für Synergien.

+ So bringt Cypress uns voran

Mikrocontroller und Konnektivitätslösungen werden mit den Leistungskomponenten segmentübergreifend zu neuen Systemlösungen kombiniert.
Fahrerlose Transportsysteme, kollaborative Roboter, Klimaanlagen und Haushaltsgeräte werden vom erweiterten Produktportfolio profitieren.
Wir wollen dabei einen größeren Teil des Halbleiterwerts einer Anwendung adressieren und unseren Kunden einsatzbereite Lösungen anbieten.

Marktposition

Der Weltmarkt für Leistungshalbleiter erfuhr nach dem starken Anstieg im Kalenderjahr 2018 eine Korrektur im Kalenderjahr 2019. Während Infineon im Kalenderjahr 2018 in nahezu allen Produktkategorien Marktanteile gewinnen konnte, kam es im Kalenderjahr 2019 zu einer gewissen Gegenreaktion. Der Umsatz von Infineon fiel in manchen Produktkategorien stärker als der Markt.

Der Weltmarkt für diskrete IGBT-Leistungstransistoren erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$1,439 Milliarden (Quelle: Omdia). Dies entsprach einem Anstieg um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$1,396 Milliarden. Der Umsatz von Infineon ging in diesem Bereich um 4,5 Prozent zurück. Mit einem Marktanteil von 32,5 Prozent war Infineon weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 35,1 Prozent), G21. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 63,9 Prozent (Vorjahr: 63,2 Prozent).

Der Weltmarkt für Intelligent Power Modules (IPMs) erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$1,586 Milliarden (Quelle: Omdia). Dies entsprach einem Rückgang um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$1,661 Milliarden. Der Umsatz von Infineon ging in diesem Bereich um 9,4 Prozent zurück. Mit einem Marktanteil von 11,5 Prozent lag Infineon weiterhin auf Rang 3 (Vorjahr: 12,1 Prozent), G22. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 76,9 Prozent (Vorjahr: 79,7 Prozent).

Der Weltmarkt für IGBT-Module erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$3,305 Milliarden (Quelle: Omdia). Dies entsprach einem Anstieg um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$3,108 Milliarden. Der Umsatz von Infineon stieg in diesem Bereich um 8,0 Prozent. Mit einem Marktanteil von 35,6 Prozent war Infineon weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 35,1 Prozent), G23. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 68,8 Prozent (Vorjahr: 68,1 Prozent).

Entwicklung des Segments Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2020

Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von €1.406 Millionen. Die Akquisition von Cypress hatte keinen Effekt auf den Umsatz in diesem Segment. Mit einem Rückgang um 0,8 Prozent blieb der Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (Vorjahr: €1.418 Millionen). Das Segment steuerte 17 Prozent des Konzern umsatzes bei.

Das Segmentergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2020 €256 Millionen. Dies entspricht einem Anstieg um 2,0 Prozent verglichen mit dem Wert im Vorjahr von €251 Millionen.

Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 18,2 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent).

Die gesunkene Marktnachfrage in einzelnen Bereichen führte im Verlauf des gesamten Geschäftsjahres zu einer Unterauslastung der verfügbaren Kapazität in Teilen der Fertigungslandschaft, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu gestiegenen Leerstandskosten führte.

Im Gegensatz dazu konnten die Betriebskosten durch die zu Beginn des Geschäftsjahres eingeleiteten und aufgrund der Coronakrise verstärkten Sparmaßnahmen reduziert werden. In Summe konnte das Segmentergebnis bei einem nahezu unveränderten Umsatz um €5 Millionen gesteigert werden.

Die für uns relevanten Zielmärkte waren von der Coronakrise unterschiedlich betroffen. Dementsprechend kam das Segment Industrial Power Control verhältnismäßig gut durch die Krise.

Der Bereich elektrische Antriebe, der größte dieses Segments, war von der Krise in mehrfacher Weise negativ betroffen. Zum einen blieben Anreize für einen Investitionsschub im Bereich Fabrikautomatisierung aus. Zum anderen kam es durch den deutlichen Ölpreisverfall in der Mitte des Geschäftsjahres praktisch zu einem Investitionsstopp in der Öl- und Gasindustrie.

Der Bereich erneuerbare Energien, der über 20 Prozent des Segmentumsatzes repräsentiert, verzeichnete erneut ein erfreuliches Wachstum und konnte den Umsatzrückgang im Bereich elektrische Antriebe ausgleichen. Der Umsatz mit Produkten für Fotovoltaik-Wechselrichter stieg um rund 37 Prozent, jener mit Produkten für Windenergie um mehr als 13 Prozent.

Im Bereich Haushaltsgeräte hält der Trend zu inverterisierten Motorsteuerungen an. Aufgrund von Effizienzvorschriften zum Energieverbrauch wird auch für die kommenden Jahre erwartet, dass die Nachfrage nach inverterisierten Endgeräten - insbesondere Klimaanlagen und Waschmaschinen - auf einem hohen Niveau bleiben wird. Aufgrund der Coronakrise kam es allerdings in China, unserem wichtigsten Markt in diesem Bereich, zu einem Rückgang der Bautätigkeiten, was die Nachfrage nach Klimaanlagen vorübergehend dämpfte. Als Folge davon sahen wir bei Haushalts geräten einen leichten Umsatzrückgang.

Der Umsatz im Bereich Zugsysteme war bis Mitte des Jahres nahezu unverändert, zeigte sich dann aber zunehmend rückläufig. Aufgrund der Coronakrise nutzen die Fahrgäste öffentliche Verkehrsmittel deutlich weniger als sonst. Der Ausbau der Transportkapazitäten wurde in vielen Regionen verschoben. Insbesondere in der Schwerpunktregion China wurden Infrastrukturprojekte zurückgestellt.

Produktseitig haben wir unser Portfolio an SiC-Komponenten weiter ausgebaut. Hinzugekommen ist unter anderem die erste Produktfamilie mit 1.700-Volt-CoolSiCTM-MOSFETs. Die Komponenten zielen auf Hilfsstromversorgungen in dreiphasigen Stromwandlern, etwa für Motorantriebe, erneuerbare Energien, Ladeinfrastruktur sowie HVDC-Systeme.

Power & Sensor Systems

Das Segment Power & Sensor Systems umfasst eine große Auswahl an Leistungshalbleiter-, Hochfrequenz- und Sensortechnologien. Damit machen wir Stromversorgungen, Elektrowerkzeuge, Beleuchtungssysteme, mobile Endgeräte sowie Industrie- und Konsumeranwendungen kleiner, leichter, energieeffizienter und erschließen neue Funktionalitäten. Mit der nächsten Generation von Lösungen auf Basis von Si, SiC und GaN ermöglichen wir neue, innovative Lösungen für Anwendungen in den Bereichen 5G, Big Data und erneuerbare Energien. Unser Portfolio an Produkten für Stromversorgungen, bestehend aus Steuer-ICs, Treibern und MOSFET-Leistungstransistoren, adressiert die beiden zentralen Anforderungen des Marktes: Wandlungseffizienz und Leistungsdichte. Im weltweiten MOSFET-Markt ist Infineon die klare Nummer eins, G25. Unsere hochpräzisen Sensorlösungen verleihen IoT-Geräten "menschliche Sinne", sodass sie intuitiv auf ihre Umgebung reagieren können. Abgerundet wird das Produktportfolio durch Audio verstärker, die als Basis für intelligente Lautsprecher und andere Audioanwendungen mit anspruchsvoller Klangleistung dienen.

Anwendungsfelder S. 238

UMSATZ

€ 2.650 Millionen

SEGMENTERGEBNIS

€ 636 Millionen

Mit Wirkung zum 1. April 2020 hat sich der Name des Segments von "Power Management & Multimarket" in "Power & Sensor Systems" geändert. Damit wurde der zunehmenden Bedeutung unseres Sensor-Portfolios im Namen des Segments Rechnung getragen. Denn Megatrends wie Digitalisierung, "smart everything" und das IoT treiben die Nachfrage nach unseren Sensoren. Darüber hinaus entwickeln wir uns seit einigen Jahren von einem der führenden Anbieter von Komponenten zu einem der führenden Anbieter von Systemlösungen und verfolgen dabei insbesondere unseren strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System". Der neue Name spiegelt unseren Anspruch wider, den Kunden ein ganzheitliches Portfolio sowie Systemkompetenz anzubieten. Die Namensänderung hatte keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Strategie oder den Geschäftsumfang.

Strategische Ausrichtung

Der Trend bei Stromversorgungen aller Art ist ungebrochen: hoher Wirkungsgrad, steigende Leistung und geringere Baugröße. Besonders die Leistungsdichte wird zu einer entscheidenden Größe. Mit unseren Konzepten im Bereich "Digital Power Management" - dem Wechsel von der analogen zur digitalen Regelung der Stromversorgung - wird diesem Trend Rechnung getragen. Mit Technik, die mehr leistet, weniger verbraucht und für alle verfügbar ist.

Die Leistungstransistoren der CoolMOSTM-und OptiMOSTM-Familien decken den gesamten Spannungsbereich ab: von niedrigen (bis 40 Volt) über mittlere (40 Volt bis 500 Volt) bis zu höheren Spannungen (über 500 Volt). Sie bilden gemeinsam mit entsprechenden Steuer-ICs und Treibern den Kern des Leistungshalbleitergeschäfts dieses Segments.

Beispiele für Anwendungsfelder sind die Stromwandlung für Rechenzentren, Telekommunikationseinrichtungen, Mobilfunk-Infrastruktur sowie batteriebetriebene Geräte.

Zu den wachstumsstärksten Applikationen für diese Produktgruppe der MOSFET-Leistungstransistoren gehören auch batteriebetriebene Geräte. Besonders interessant sind daneben Anwendungen mit bürstenlosen Gleichstrommotoren, die zunehmend die konventionellen Motoren ersetzen. Hier haben wir gezeigt, dass wir mit bereits bestehenden Produkten neue Applikationen wie eScooter bedienen können. Darüber hinaus erweitert Infineon kontinuierlich sein Produktportfolio zur digitalen Lastregelung und nimmt technologisch benachbarte Märkte in den Fokus, beispielsweise Point-of-Load-Controller für Rechenzentren oder Class-D-Audioverstärker.

Mit den USB-Controllern von Cypress erweitern wir nicht nur unsere Kompetenz bei der Kommunikation, wir stärken auch entscheidend unsere Positionen im Bereich Ladegeräte und Adapter. Hier können wir nun komplette Lösungen, bestehend aus den USB-Controllern und der AC-DC-Wandlung, anbieten. Insbesondere der neue Standard USB Type PD, der das Laden von Geräten bis zu 100 Watt erlaubt, hat das Potenzial, zum weltweit einheitlichen Ladestecker für Kleingeräte zu werden.

Sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Fertigung profitieren wir von Skaleneffekten und stärken damit unsere Marktposition. Beispielsweise können wir unser Kernportfolio an Si-basierten Leistungshalbleitern durch Schalter ergänzen, die auf den neuen Materialien SiC und GaN aufbauen.

Im Sensorikgeschäft verfügt Infineon über ein starkes Fundament durch Technologien wie Radar, Time-of-Flight für 3D-Kamera-Anwendungen sowie MEMS. MEMS-Mikrofone werden nicht mehr ausschließlich im Smartphone eingesetzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten wir erstmals einen signifikanten Umsatz mit speziellen MEMS-Mikrofonen für kabellose Ohrhörer. Diese sogenannten "Sealed Dual Membrane"-Mikrofone erlauben aktive Geräuschunterdrückung in In-Ear-Ohrhörern.

Neben Smartphones und deren Zubehör profitieren wir von der Vernetzung intelligenter Geräte wie Smart Speaker, Smart Home und Wearables. Diese Geräte werden mit der Stimme oder mit Gesten gesteuert.

Im Bereich Hochfrequenz bietet das Unternehmen Bausteine an, die beispielsweise für die Signalverstärkung in Mobiltelefonen oder für die Kommunikation zwischen Mobilgerät und Basisstation eingesetzt werden. Neue Anforderungen bezüglich der Ausrichtung der hochfrequenten elektromagnetischen Wellen zur Verbesserung der Übertragung eröffnen hier neue Potenziale.

+ So bringt Cypress uns voran

Mit den USB-Controllern und den Leistungshalbleitern für die Bereiche AC-DC und DC-DC können wir unseren Kunden neue, umfangreiche Lösungen für Adapter und Ladegeräte anbieten.
Mikrocontroller und Konnektivitätslösungen werden mit den Sensoren und Leistungshalbleitern segmentübergreifend zu neuen Systemlösungen kombiniert.
Mobile Geräte wie Fitness-Tracker, intelligente Uhren, intelligente Lautsprecher und andere batteriebetriebene Geräte werden vom erweiterten Produkt portfolio profitieren.

Marktposition

Der Weltmarkt für MOSFET-Leistungstransistoren, bestehend aus Standard-MOSFETs, Protected MOSFETs, SiC-MOSFETs und GaN-Transistoren, erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$8,097 Milliarden. Dies entsprach einem Rückgang um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$8,391 Milliarden (Quelle: Omdia). Der Umsatz von Infineon ging in diesem Bereich um 10,6 Prozent zurück. Mit einem Marktanteil von 24,6 Prozent war Infineon weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 26,5 Prozent), G25. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 59,8 Prozent (Vorjahr: 59,5 Prozent).

Der Weltmarkt für Leistungshalbleiter-ICs - bestehend aus Power-Management-ICs, Spannungsüberwachungs-ICs, Treibern, Spannungsreglern sowie Controllern für Schaltnetzteile, Verlustleistungskompensation und Batteriemanagement - erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$24,409 Milliarden. Dies entsprach einem Rückgang von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$25,438 Milliarden (Quelle: Omdia). Der Umsatz von Infineon ging in diesem Bereich um 9,3 Prozent zurück. Infineon lag mit einem Marktanteil von 7,7 Prozent auf Rang 2 (Vorjahr: Rang 2 mit 8,1 Prozent), G26. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 42,8 Prozent (Vorjahr: 44,3 Prozent).

Der Weltmarkt für MEMS-Mikrofone erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von 5,374 Milliarden Einheiten (Quelle: Omdia). Dies entsprach einem Anstieg von 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,619 Milliarden Einheiten. Der Umsatz in Einheiten von Infineon stieg um 36,8 Prozent. Infineon lag mit einem Marktanteil von 43,5 Prozent erstmals auf Rang 1 (Vorjahr: Rang 2 mit 37,0 Prozent), G27. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 95,8 Prozent (Vorjahr: 93,7 Prozent).

Zu dem Umsatzanstieg in Einheiten trug die Einführung der neuen und äußerst erfolgreichen "Sealed Dual Membrane"-Technologie im Herbst 2019 bei. Die erste auf dieser Technologie basierende Anwendung für unsere Mikrofone waren kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Unsere anderen MEMS-Mikrofone fanden im Wesentlichen in Smartphones und Tablets Verwendung.

Entwicklung des Segments Power & Sensor Systems im Geschäftsjahr 2020

Im Segment Power & Sensor Systems erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von €2.650 Millionen (inklusive Umsatzbeitrag von Cypress ab 16. April 2020). Dies entspricht einem Wachstum von 8,4 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.445 Millionen. Das Segment steuerte 31 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2020 €636 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von 8,7 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahres von €585 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge nahezu unverändert 24,0 Prozent (Vorjahr: 23,9 Prozent).

Eine gesunkene Marktnachfrage in einzelnen Bereichen führte im Verlauf des Geschäftsjahres zu einer Unterauslastung der verfügbaren Kapazität in Teilen der Fertigungslandschaft, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu gestiegenen Leerstandskosten führte. Die zu Beginn des Geschäftsjahres eingeleiteten und aufgrund der Coronakrise verstärkten Sparmaßnahmen kompensierten diesen Effekt.

Der Ausbau von Rechenzentren und 5G-Mobilfunk-Infrastruktur setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr fort. Im Bereich Rechenzentrum kam es coronabedingt insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zu einer starken Nachfrage. Viele Rechenzentrumsbetreiber passten ihre Rechen- und Speicherkapazitäten der gestiegenen Nachfrage nach digitalen Diensten wie Videostreaming, virtuelle Konferenzen, Online-Shopping, Work-from-Home sowie Homeschooling an. Im Bereich 5G-Mobilfunk-Infrastruktur setzte sich der im Vorjahr begonnene Ausbau fort. 5G-Basisstationen wurde vor allem in China und ferner in den USA, Korea und Japan installiert. Von beiden Trends profitierten unsere Komponenten für die Leistungsstufen.

Auch im Bereich Sensorik entwickelte sich die Nachfrage erfreulich. Für Umsatzzuwächse sorgte das Geschäft mit MEMS-Mikrofonen. Obwohl der Absatz von Smartphones rückläufig war, profitierten wir von weiteren Anwendungen und der Zunahme von Anwendungen zur Sprachsteuerung, welche ebenfalls MEMS-Mikrofone benötigen. Beispiele hierfür sind intelligente Lautsprecher sowie Fernbedienungen für Smart-Home-Geräte. Den größten Beitrag zum Umsatzwachstum trugen jedoch kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung bei.

Unsere 3D-Time-of-Flight-Sensoren erfuhren bei Smartphone- und Automotivekunden eine höhere Nachfrage. Hingegen verzeichneten unsere 24-Gigahertz-Radarsensor-ICs einen rückläufigen Umsatz. Sie werden im Wesentlichen in Systemen zur Totwinkelerkennung eingesetzt und waren vom Rückgang der Autoproduktion betroffen.

Unser Geschäft mit batteriebetriebenen Geräten entwickelte sich erfreulich, während das Geschäft mit LED- und konventionellen Beleuchtungssystemen gegenüber dem Vorjahr zurückging.

Im Laufe des Geschäftsjahres haben wir unser Portfolio an SiC-Produkten deutlich erweitert. Dem Wunsch unserer Kunden nach Energieeffizienz, Leistungsdichte und Robustheit für eine Vielzahl von Anwendungen kommt der 650-Volt-CoolSiCTM-Leistungsschalter entgegen. Von den im Februar vorgestellten neuen Bauteilen profitieren Server-, Telekommunikations- und Industrieschaltnetzteile, Solarenergiesysteme, Energiespeicher, Motorantriebe sowie Ladesysteme für Elektroautos.

Connected Secure Systems

Das Segment Connected Secure Systems bietet umfassende Systeme für eine gesicherte, vernetzte Welt, die auf vertrauenswürdigen, zukunftsweisenden Mikrocontrollern sowie drahtlosen Konnektivitäts- und Sicherheitslösungen basieren. Insbesondere wurden Mikrocontroller-, Wi-Fi-, Bluetooth- und kombinierte Konnektivitätslösungen (sogenannte Combo-Chips), hardwarebasierte Sicherheitstechnologien sowie eine leistungsfähige Software-Umgebung für die Programmierung und Konfigurierung der Mikrocontroller und Konnektivitätskomponenten entwickelt, die vielfältige Anwendungsbereiche abdecken: Kredit- und Debitkarten, elektronische Reisepässe, Personalausweise, Unterhaltungselektronik, IoT- und vernetzte Haushaltsgeräte, IT-Equipment, Cloud-Sicherheit und vernetzte Fahrzeuge. Mit unseren Technologien in den Bereichen Computing, Konnektivität und Sicherheit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um heutige und künftige vernetzte Systeme zuverlässig zu schützen. Denn Kommunikation und Datensicherheit sind zwei Seiten einer Medaille.

Anwendungsfelder S. 239

UMSATZ

€ 953 Millionen

SEGMENTERGEBNIS

€ 122 Millionen

Die zunehmende Digitalisierung eröffnet neue Potenziale, erhöht aber auch die Risiken eines Hackerangriffs, wenn nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Mit dem erweiterten Produktportfolio stärken wir unsere Position und bestätigen unsere Strategie, nämlich unsere Kunden im Hinblick auf einfache Integrationsmöglichkeiten sowie kurze Produkteinführungszeiten bestmöglich zu unterstützen.

Durch die Akquisition von Cypress haben sich nicht nur das Produktportfolio und die Anzahl der dadurch möglichen Anwendungen deutlich vergrößert, auch unsere Kompetenzen und das Know-how wurden deutlich erweitert. Infolgedessen wurde der Name des Segments zum 1. August 2020 von "Digital Security Solutions" in "Connected Secure Systems" geändert. Mit der nun vorhandenen Expertise in den Bereichen Sicherheit, Embedded Control und Konnektivität besitzen wir die wesentlichen Bausteine, um im Bereich IoT erfolgreich zu sein.

Neben seiner Rolle als eigenständige Geschäftseinheit erfüllt das Segment Connected Secure Systems eine zweite wichtige Funktion innerhalb des Infineon-Konzerns. Als Kompetenzzentrum unterstützt es die anderen drei Segmente dabei, Sicherheit und Konnektivität als Funktion in ihre Systemlösungen zu integrieren und so zusätzliches Differenzierungspotenzial gegenüber den Wettbewerbern zu schaffen. Das Segment stellt das Portfolio an Industrie-Mikrocontrollern und Software bereit, sodass die anderen Segmente vollständige Lösungen anbieten können.

Strategische Ausrichtung

Nicht erst durch die Coronavirus-Pandemie erfasst die digitale Transformation immer mehr Bereiche des täglichen Lebens - Sicherheit wird zum zentralen Aspekt für viele Anwendungen. Die Integration von Sicherheitslösungen bei der Ausstattung intelligenter Geräte, vernetzter Fahrzeuge, Unternehmen und Industrie-4.0-Fabriken wird somit unabdingbar für die Abwehr von Angriffen - egal, ob es dabei um Diebstahl, Betrug oder Manipulation geht.

Unsere Kernkompetenz in den klassischen Smartcard-Anwendungen Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente übertragen wir auf den wachstumsstarken Bereich der Embedded-Security-Anwendungen. Unser Geschäft wandelt sich somit von diesen klassischen Anwendungen hin zu Sicherheitslösungen mit einem Chip als hochzuverlässigem Anker für Sicherheit. Weiterhin nimmt die Bedeutung von Software als Teil der angebotenen Lösung zu. So bieten wir unseren Kunden Lösungen für sichere Authentifizierung, Verschlüsselung, Schutz vor unbefugtem Zugriff bis hin zu fertigen Systemlösungen im Bereich Payment. Zum Beispiel umfasst das SECORATM Pay-Portfolio einfach integrierbare Lösungen für kontaktlose Bezahlkarten und mobile Geräte. Mit SECORATM Connect erweitern wir die Produktfamilie um eine Lösung für batteriebetriebene, vernetzte Smart Wearables wie zum Beispiel Smart Watches. Die Lösung kombiniert ein Sicherheitsmodul (Secure Element) mit einer System-in-Package-NFC-Antenne und ermöglicht Geräteherstellern die einfache Integration und Verwaltung von Zahlungsanwendungen sowie Fahrschein- und Zugangslösungen. Grundlage hierfür ist die sichere Digitalisierung von Kredit- oder Debitkarten - man spricht von "Tokenization" - bei Smartphone oder Smart Watch.

Embedded-Security-Anwendungen eröffnen uns die Möglichkeit, uns strukturelle Wachstumstreiber zu erschließen und in neue Applikationsfelder vorzudringen. Diese umfassen beispielsweise die Authentifizierung von Geräten im IoT und die Vernetzung von Fahrzeugen, aber auch den Schutz von Smart Factories in der Industrie. Treibender Faktor für das Wachstum in diesem Bereich ist der steigende Datenaustausch. Zum Beispiel senden Autos Echtzeit-Verkehrsinformationen an die Cloud oder empfangen vom Autohersteller Updates "over the air", um Software schnell und kostengünstig zu aktualisieren. Sender und Empfänger dieser Daten - ob Autohersteller oder einzelne Systeme im Auto - authentifizieren sich dabei mittels kryptografischer Schlüssel. Im OPTIGATM TPM sind diese sensiblen Informationen, vergleichbar einem Tresor, in besonderem Maße vor datentechnischen und physikalischen Angriffen geschützt. Das Trusted Platform Module (TPM) sichert alle wichtigen Kommunikationswege im Auto wie das zentrale Gateway, die Telematik-Einheit und den Zugang zum Infotainment-System. Der OPTIGATM TPM kann insofern als erfolgreiches Beispiel für unseren strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" und die Zusammenarbeit über die Segmentgrenzen hinweg gesehen werden.

Ein führender Anbieter für Sicherheitslösungen zu sein, ist Teil der strategischen Ausrichtung von Infineon. Das Segment erzielt einen wesentlichen Teil des Umsatzes mit Produkten, bei denen der Sicherheitscontroller in engem Zusammenhang mit der Software, zum Beispiel Firmware, Treibersoftware oder hardwarenaher Anwendungssoftware, steht. Aufgrund der Software- und Systemkompetenz ist Infineon in der Lage, Referenzdesigns und einfach zu integrierende Sicherheitsmodule zur Verfügung zu stellen.

Nach der Akquisition von Cypress eröffnen sich uns mit dem erweiterten Produkt- und Kompetenzportfolio neue Wachstumschancen, insbesondere beim IoT. Unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" folgend, betreiben wir zum Beispiel die Weiterentwicklung spezieller Mikrocontroller um Sicherheitsfunktionen. Wir erweitern damit unser Portfolio von bislang spezialisierten Sicherheits-ICs um nun mit Sicherheitsfunktionen angereicherte Mikrocontroller. Diese erreichen zwar nicht ganz das Niveau der dedizierten Sicherheits-ICs, sind aber günstiger und erfüllen in vielen Anwendungsfällen die Sicherheitsanforderungen. Wir können also nun noch spezifischer auf das gewünschte Sicherheitsniveau des Kunden eingehen. Damit bieten sich uns neue Differenzierungsmerkmale und somit Wachstumsmöglichkeiten.

Unser Produktangebot umfasst nun auch Hardware und Software für Konnektivitätslösungen. Diese wurden von Cypress gezielt für IoT-Anwendungen entwickelt. Das Portfolio besteht aus Komponenten für die Übertragungsstandards Wi-Fi, Bluetooth und Bluetooth Low Energy. Zusammen mit den Industrie-Mikrocontrollern können den Kunden der Segmente Industrial Power Control und Power & Sensor Systems vollständige Lösungen bereitgestellt werden. In Kombination mit unserem Portfolio an Sicherheitslösungen sind wir darüber hinaus in der Lage, kundenspezifische Sicherheitsfunktionen zu den Controllern und Konnektivitätskomponenten anbieten zu können. Mit maßgeschneiderten Lösungen treffen wir bestmöglich das erforderliche Sicherheitsmaß bei geringster Systemkomplexität und schnellster Implementierbarkeit. Darüber hinaus sind die Lösungen kompakter.

Gerade die jahrelange Erfahrung von Cypress auf den Gebieten der Software-Entwicklung und des System-Know-hows ermöglicht es uns, noch schneller Referenzdesigns für das Prinzip "easy-to-use" beziehungsweise "plug-and-play" zu entwickeln. Dieser Ansatz ist deshalb so wichtig, weil es in Zukunft immer mehr Kunden geben wird, die aus Nicht-Elektronik-Bereichen kommen und deren Kompetenz nicht in der Anbindung ihrer Produkte an das Internet liegt. Diesen Kunden wollen wir schlüsselfertige Referenzdesigns anbieten können, die auf das jeweilige Projekt zugeschnitten sind. Alle erforderlichen Halbleiterkomponenten sowie die zur Ansteuerung unserer Komponenten notwendige Software stellen wir so weit wie möglich zur Verfügung. Die Anwendungssoftware bleibt in der Verantwortung des Kunden.

+ So bringt Cypress uns voran

Mikrocontroller und Konnektivitätskomponenten werden mit dem Sicherheits-Know-how zu neuen Systemlösungen für den beschleunigten Eintritt in den Wachstumsmarkt IoT kombiniert.
Mobile Geräte zur Gesundheitsüberwachung, ferngesteuerte Türschlösser und Überwachungskameras werden vom erweiterten Produktportfolio profitieren.
Wir bekommen Zugang zu einer großen Entwickler-Community; die Entwicklungsumgebung ModusToolboxTM ist dabei elementarer Bestandteil.

Marktposition

Der Weltmarkt für Sicherheits-ICs (ohne NFC-Controller; ohne NFC embedded Secure Element) erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von US$2,77 Milliarden (Quelle: ABI Research: Smart Card and Embedded Security IC Technologies. Oktober 2020). Dies entsprach einem Rückgang um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$2,87 Milliarden. Die drei größten Teilmärkte entwickelten sich recht unterschiedlich: Sicherheits-ICs für Bezahlkarten (US$982 Millionen, plus 2,5 Prozent); Sicherheits-ICs für SIM-Karten (US$534 Millionen; minus 9,9 Prozent); Sicherheits-ICs für hoheitliche Dokumente (US$509 Millionen; nahezu unverändert).

Infineon erreichte mit einem Marktanteil von 26,3 Prozent Rang 1 (eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahreswert ist nicht gegeben), G29. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 87,5 Prozent (eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahreswert ist ebenfalls nicht gegeben).

Im Kalenderjahr 2019 wurden 3,51 Milliarden Sicherheits-ICs für Bezahlkarten verkauft (Quelle: ABI Research). Mit einem Marktanteil von 47,6 Prozent nahm Infineon die führende Rolle ein (Vorjahr: Rang 1 mit 44,1 Prozent), G30. Die vier größten Wettbewerber erreichten zusammen einen Marktanteil von 91,4 Prozent (Vorjahr: 90,8 Prozent). (Für diesen Teilmarkt liegt nur eine Statistik nach Stückzahlen vor, nicht nach Wert. Es werden nur die vier größten Wettbewerber ausgewiesen.)

Der Weltmarkt für Wi-Fi-ICs (nur Stand-alone-ICs) erreichte im Kalenderjahr 2019 eine Größe von 978 Millionen Stück (Quelle: ABI Research). Dies entsprach einem Rückgang um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 992 Millionen Stück. Infineon konnte in diesem Bereich den Absatz um 3,7 Prozent steigern. Dieser Markt wird derzeit noch bestimmt durch die Endmärkte Router, PCs, Notebooks und Tablets.

Infineon ist in diesen Märkten nicht oder kaum vertreten, sondern fokussiert sich auf IoT-Anwendungen. Mit einem Marktanteil von 9,8 Prozent liegt Infineon auf Rang 5 (Vorjahr: Rang 5 mit 9,4 Prozent), G31. Die fünf größten Marktteilnehmer erreichten zusammen einen Marktanteil von 66,5 Prozent (Vorjahr: 66,0 Prozent).

Entwicklung des Segments Connected Secure Systems im Geschäftsjahr 2020

Im Segment Connected Secure Systems erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von €953 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von 48,4 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €642 Millionen, wozu der Umsatzbeitrag von Cypress ab 16. April 2020 entscheidend beitrug. Das Segment steuerte 11 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2020 €122 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von 58,4 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €77 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 12,8 Prozent (Vorjahr: 12,0 Prozent).

Bezogen auf das ursprüngliche Geschäft erfährt das Segment Connected Secure Systems durch die Akquisition von Cypress den größten prozentualen Umsatzanstieg. Dementsprechend war auch das Segmentergebnis durch den positiven Ergebnisbeitrag der Geschäftsaktivitäten von Cypress beeinflusst. Diesem positiven Effekt standen negative Skaleneffekte durch den Umsatzrückgang in den ursprünglichen Geschäftsaktivitäten entgegen, die trotz realisierter Einsparungen in den Betriebskosten nicht vollständig aufgefangen werden konnten.

Krisenbedingt nahmen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres weltweit die grenzüberschreitenden Reiseaktivitäten ab. Entsprechend kam es zu einer deutlichen Abschwächung beim Bedarf von Reisepässen. Dennoch konnte dieser Rückgang durch das Ausrollen anderer nationaler Ausweisdokumente kompensiert werden, sodass es im Bereich behördliche Dokumente sogar zu einem geringfügigen Umsatzanstieg kam.

Durch die vielen lokalen Lockdowns und den Übergang zu Work-from-Home wurde in vielen Städten weltweit der öffentliche Personenverkehr nur noch reduziert in Anspruch genommen. Als Folge dessen sahen wir eine schwächere Nachfrage nach Produkten unseres Bereichs Transport und Ticketing.

Das bargeldlose Bezahlen erfuhr eine erhöhte Akzeptanz, da viele Zahlungsdienstleister die Obergrenze für Zahlungen ohne PIN erhöhten. Insbesondere bevorzugten die Bürger * innen zunehmend kontaktloses Bezahlen, um einer Ansteckung am Bezahlterminal vorzubeugen. Der coronabedingt beschleunigte Übergang von rein kontaktbasierten Karten zu Dual-Interface-Karten führte dazu, dass es ab Mitte des dritten Quartals des Geschäftsjahres bei diesen Karten zu einem Anstieg im Bereich Bezahlsysteme kam, der zu Lieferengpässen führte und sich deshalb nicht in vollem Umfang auswirkte.

Der nächste Schritt in der Entwicklung des kontaktlosen Bezahlens ist die biometrische Karte, die wir im August angekündigt haben: Kontaktloses Bezahlen wird bei diesen Karten mit integriertem Fingerabdrucksensor noch komfortabler, sicherer und hygienischer. Die Karte bleibt während der gesamten kontaktlosen Zahlungstransaktion in der Hand des Karteninhabers - auch größere Zahlungsbeträge müssen nicht mehr durch PIN-Eingabe oder mittels Unterschrift bestätigt werden.

Der Umsatz mit embedded SIMs (eSIMs), die in Fahrzeugen für die automatische Notruffunktion zum Einsatz kommen, stieg weiter an. Auch im Bereich Industrie werden eSIMs immer stärker nachgefragt, vor allem getrieben durch den Fortschritt bei Industrie 4.0. Fertigungsmaschinen, Werkzeuge und andere technische Geräte sind immer öfter vernetzt und können so aus der Ferne überwacht beziehungsweise gewartet und instand gehalten werden.

Die durch die Akquisition von Cypress erhaltenen Geschäfte entwickelten sich stabil. Insbesondere Konnektivitätslösungen zeigten einen Umsatzanstieg. Zum einen war dies getrieben durch den verstärkten Aufenthalt zu Hause - dies förderte unter anderem den Absatz von Spielekonsolen, Unterhaltungsgeräten, intelligenten Lautsprechern, Überwachungskameras, ferngesteuerten Türschlössern, PC-Accessoires und Bürogeräten; zum anderen getrieben durch die zunehmende Ausstattung von Fahrzeugen mit Wi-Fi für die Anbindung mobiler Geräte zur Innenraumunterhaltung und zum Abruf von Informationen während der Fahrt. Die Geschäftsentwicklung blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, die wir vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hatten. Dennoch konnte im zweiten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres trotz des Rückgangs der Fahrzeugproduktion in diesem Geschäftsbereich ein kleines Umsatzplus verzeichnet werden.

Das Geschäft mit Mikrocontrollern erfuhr ebenfalls unterschiedliche Marktentwicklungen. Zwar liefen die Bereiche Fabrikautomatisierung und Haushaltsgeräte schlechter als erwartet. Aber durch die in vielen Ländern empfohlenen oder angeordneten Ausgangsbeschränkungen wurde verstärkt in die Ausstattung der eigenen vier Wände investiert. Wir sahen für unsere Mikrocontroller eine gestiegene Nachfrage nach Geräten zur Gesundheitsüberwachung, ferngesteuerten Türschlössern, Fitness-Trackern sowie ebenfalls nach den oben erwähnten Anwendungen. Insbesondere jenen IoT-Anwendungen, bei denen neben dem Mikrocontroller auch Konnektivität gefordert ist, gilt unser Augenmerk. Zum einen aufgrund der Wachstumsaussichten, zum anderen, da hier das reibungslose Zusammenspiel von Embedded Control und Wi-Fi- beziehungsweise Bluetooth-Konnektivität voll zur Geltung kommt.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2020 €1.113 Millionen nach €945 Millionen im Vorjahr. Ihr Anstieg um €168 Millionen beziehungsweise 18 Prozent fiel damit überproportional zu dem des Umsatzes aus, der um 7 Prozent zulegte. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 13,0 Prozent für Forschung und Entwicklung aufgewendet, verglichen mit 11,8 Prozent im Vorjahr. Zum Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsquote trug im Wesentlichen die erstmalige Konsolidierung von Cypress bei, da Cypress verhältnismäßig mehr für Forschung und Entwicklung aufwendete als Infineon. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf €158 Millionen (Vorjahr: €125 Millionen).

Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2020 €56 Millionen (Vorjahr: €57 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung sanken von €111 Millionen im Geschäftsjahr 2019 auf €108 Millionen im Geschäftsjahr 2020.

Im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2020 weltweit 9.262 Mitarbeiter * innen (20 Prozent der Belegschaft), zum Ende des Geschäftsjahres 2019 waren es 7.755 Mitarbeiter * innen (19 Prozent der Belegschaft). Der Anstieg geht wesentlich auf die Integration von Cypress zurück. Die Zahl der Forschungs- und Entwicklungsstandorte stieg auf 54 in 20 Ländern nach 37 Forschungs- und Entwicklungsstandorten in 16 Ländern zum Ende des Geschäftsjahres 2019.

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" ist auch hier von zentraler Bedeutung, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Er hilft uns, unsere Komponenten besser an die Anforderungen anzupassen. Wir verstehen neue Trends frühzeitig und können innovative Ansätze entwickeln bis dahin, dass wir unseren Kunden neue Vorgehensweisen vorschlagen oder ganz neue Möglichkeiten präsentieren. Von sehr hoher Bedeutung ist die Möglichkeit, dem Kunden komplette Lösungen zu bieten und ihm damit Vorteile in Bezug auf Systemperformance, Systemkosten und Entwicklungszeit zu bieten. Es bedeutet aber auch, dass wir zunehmend mehr Kompetenz und Fokus bei Software und Systemlösung aufbauen. Diese Strategie erfährt durch die Integration von Cypress einen gewaltigen Schub. Infineon verstärkt sich produktseitig komplementär, unter anderem durch das Portfolio an Mikrocontrollern, Konnektivitätslösungen und Speicher-ICs für spezifische Anwendungen sowie ein großes Software-Ökosystem.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bei Infineon folgen der Strategie, dass wir unser Kerngeschäft absichern beziehungsweise stärken und die angrenzenden Bereiche ausbauen wollen. Entsprechend konzentrieren sie sich einmal auf die fortlaufende Verbesserung unserer Leistungshalbleiter mit besonderem Fokus auch auf den Einsatz neuer Materialien wie SiC und GaN, zum anderen auf die Digitalisierung von Produkten und Systemen. Wesentliche Produkte sind hier die Mikrocontroller, Konnektivitätslösungen und Software sowie in zunehmendem Maße auch Künstliche Intelligenz im Edge Computing. Die Weiterentwicklung und Verbreiterung unserer Sensorpalette ist ein wesentlicher Faktor im Bereich IoT. Längerfristige Zukunftsthemen adressieren wir auf den Gebieten Quantencomputing und Post-Quantum-Kryptografie.

Patente

Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch an der Anzahl unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2020 rund 1.700 Patente angemeldet, gegenüber rund 1.800 Patentanmeldungen im Vorjahr. Durch die Akquisition von Cypress haben wir unser Portfolio in zukunftsrelevanten Bereichen um rund 3.000 Patente deutlich erhöht. Die Überprüfung und Bereinigung des Portfolios findet regelmäßig statt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 umfasste das Portfolio weltweit rund 29.000 Patente und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 27.000).

Forschungs- und Entwicklungsfelder bei Infineon 1

Leistungshalbleiter

Die Entwicklung von Leistungshalbleitern beschränkt sich nicht nur auf die einzelne Komponente, sondern umfasst auch komplette Systeme und damit die Bauelemente für die Ansteuerung und die Software bis zur vollständigen Lösung für ausgewählte Applikationen. Infineon deckt das Feld der Leistungselektronik in Bezug auf Technologien und Bauformen mit Niedervolt- und Hochvolt-Leistungsschaltern, Leistungshalbleitern basierend auf Si oder den neuen Materialien SiC und GaN sehr weitgehend ab. Die hohe Performanz unserer Bauelemente ergänzen wir durch eine stetig ausgeweitete Plattform von digitalen Mikrocontrollern. Solch abgestimmte Portfolios ermöglichen dem Kunden, Lösungen in kurzer Zeit mit herausragender Kostenperformanz zu entwickeln.

Wir sehen es als einen deutlichen Vorteil, dass wir dem Kunden mit unserem sehr breiten Portfolio an Leistungsbauelementen die optimale Lösung für sein Problem bieten können: Si, SiC und GaN oder auch Kombinationen daraus.

1 Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Neue Materialien

Fertigungstechnologien und Transistorarchitekturen für Leistungshalbleiterkomponenten auf Basis neuer Materialien bilden einen Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. SiC, eine Verbindung aus Si und Kohlenstoff, und GaN, eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff, ermöglichen eine höhere Leistungsdichte und geringe Schaltverluste, was beides zur Effizienz der Leistungshalbleiter und damit zu geringeren Verlusten beiträgt.

SiC

Die bisherigen Hauptanwendungsfelder für SiC waren überwiegend Fotovoltaik-Wechselrichter, Industrie-Stromversorgungen sowie die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, bei denen der Systemvorteil von SiC sehr deutlich zum Tragen kommt. Aktuell beginnt eine deutlich breitere Durchdringung industrieller Applikationen, insbesondere bei unterbrechungsfreien Stromversorgungen. Aber auch erste Designs im bedeutenden Markt drehzahlgeregelter Antriebe (Servomotoren, Robotik) profitieren von den besonderen Eigenschaften der neuen Technologie und erlauben eine aus Systemsicht performante und gleichzeitig kosteneffektive Implementierung. Ähnliches gilt für Hilfsaggregate in Zügen. Mittel- und langfristig weisen Elektrofahrzeuge, insbesondere Pkw und Lieferfahrzeuge, ein enormes Potenzial auf. Die Anwendungen hierbei sind der Hauptumrichter für den Antriebsstrang und die Onboard-Batterieladeeinheit.

Infineon hat im Kalenderjahr 2017 als einer der ersten Hersteller einen SiC-MOSFET in Trench-Technologie auf den Markt gebracht. Mit der Trench-Architektur, die im Vergleich zur technisch weniger anspruchsvollen planaren Architektur deutlich mehr Freiheitsgrade bei der Realisierung effizienter und gleichzeitig robuster Transistoren bietet, hat sich Infineon einen Entwicklungsvorsprung im Wettbewerb erarbeiten können. Diesen wollen wir mit der in Entwicklung befindlichen zweiten Generation weiter ausbauen.

Gleichzeitig erweitern wir unser Produktportfolio um zusätzliche Spannungsklassen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden SiC-MOSFETs mit Sperrspannungen von 650 Volt und 1.700 Volt eingeführt, weitere Produkte mit höheren Sperrspannungen bis zu 3.300 Volt werden schrittweise folgen. Hinzu kommen die passenden Gehäuse, um die Leistungsfähigkeit der SiC-Technologie voll ausschöpfen zu können.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 übernahmen wir die Firma Siltectra, um die hohen Kosten des Grundmaterials, also der SiC-Wafer, zu adressieren. Die Überführung von Siltectras Cold-Split-Technologie in den industriellen Maßstab liegt im Zeitplan. Diese Technologie ermöglicht es, kristalline Materialien im Vergleich zur üblichen Sägetechnik mit minimalem Materialverlust zu splitten, wodurch sich die Ausbeute, bezogen auf das Ausgangsmaterial für die Wafer, deutlich steigern lässt. Die Weiterentwicklung der Cold-Split-Technologie erfolgt in Villach (Österreich) und am Siltectra-Standort in Dresden (Deutschland).

GaN

Auch GaN-Transistoren bieten gegenüber Si-Transistoren ganz neue Eigenschaften, die zum Beispiel für Netzteile genutzt werden können. Durch geringere Verluste sowohl beim Schalten als auch im eingeschalteten Zustand können deutlich kompaktere und effizientere Geräte gebaut werden. Durch die von Si sehr verschiedenen Eigenschaften ist es möglich, Hochvoltsysteme auf einem Chip zu integrieren, was einen weiteren Schritt auf dem Weg zu kompakteren Lösungen darstellt. Diese können zum Beispiel für Motorsteuerungen in Robotern zum Einsatz kommen. Ein weiteres Einsatzfeld sind Rechenzentren, die höchste Anforderungen an Energieeffizienz und Leistungsdichte stellen. Ein weiterer vielversprechender Anwendungsbereich sind DC-DC-Wandler für mittlere Spannungen, hier spielt GaN seine niedrigen Schaltverluste aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere CoolGaNTM-Familie, bestehend aus verschiedenen 600-Volt-GaN-Leistungstransistoren, um einen 400-Volt-GaN-Leistungstransistor erweitert. Das neue CoolGaNTM-400-Volt-Bauteil ist für Class-D-Endstufen in Premium-Hi-Fi-Audiosystemen konzipiert. Es zeichnet sich durch eine integrierte, sehr schnell schaltende Diode sowie eine hohe lineare Verstärkung aus. Endverbraucher profitieren von einem natürlicheren und volleren Klangerlebnis.

Die Entwicklung der nächsten Generation unserer GaN-Transistoren hat bereits begonnen. Mit dieser neuen Architektur lässt sich die Performance nochmals deutlich steigern. Die Serienfertigung unserer GaN-Produkte erfolgt in Villach auf einer 150-Millimeter-Wafer-Fertigungslinie. Der Übergang der Serienfertigung auf 200-Millimeter-Wafern ist in Vorbereitung.

Digitalisierung der Produkte und Systeme

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten liegt neben dem Einsatz neuer Materialien auf der Digitalisierung der Ansteuerung von Leistungshalbleitern. Bei MOSFET-basierten Systemen im Bereich der AC-DC- und DC-DC-Anwendungen hat der Übergang bereits vor einigen Jahren begonnen; auch bei IGBT-basierten Applikationen hat dieser Trend nun eingesetzt. Infineon ist bei der Digitalisierung der gesamten Kette, bestehend aus Mikrocontroller, Ansteuer-ICs, Treiber-ICs und Leistungsschalter, vertreten.

Mikrocontroller

Mikrocontroller sind zentrale Bestandteile eines jeden Systems. Im Bereich Automotive werden die höchst erfolgreichen Mikrocontroller der AURIXTM-Familie mit den Schwerpunkten Antriebsstrang und ADAS (Advanced Driver Assistance Systems) um die TRAVEOTM-Familie von Cypress mit den Schwerpunkten Infotainment und Komfortfunktionen ergänzt. Im Industriebereich kommt die PSoCTM-Familie von Cypress hinzu. Sowohl die TraveoTM- als auch die PSoCTM-Familie sind Produktfamilien, die auf der ARM-Prozessorarchitektur aufbauen und damit auf eine breite Entwickler-Community treffen. Der Erfolg der PSoCTM-Familie ist auch auf die umfangreiche Software-Unterstützung und die leistungsfähige Entwicklungsumgebung der ModusToolboxTM zurückzuführen.

Sensorik und Hochfrequenzanwendungen

Sensoren erfassen die reale, analoge Welt. Die gemessenen Signale werden zunächst digitalisiert und entsprechend den Anforderungen der Anwendung als digitale Werte verarbeitet, übertragen und gespeichert. Sensoren spielen auch bei der Bedienung von Maschinen und Geräten, der sogenannten Mensch-Maschine-Interaktion, eine immer bedeutendere Rolle. Unsere MEMS-Mikrofone sind ein Beispiel für eine sehr erfolgreiche Markteinführung. Die Umsätze mit MEMS-Mikrofonen stiegen trotz der Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie deutlich an, wozu vor allem das erst im Geschäftsjahr 2019 am Markt eingeführte "Sealed Dual Membrane"-Mikrofon beitrug. Dieses High-End-Mikrofon hat ein herausragendes Signal-Rausch-Verhältnis bei sehr kleiner Baugröße und wird insbesondere in kabellosen Kopfhörern im oberen Preissegment eingesetzt.

Aufbauend auf unserer erfolgreichen Entwicklungsarbeit konnten wir bei 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs für den Automobileinsatz unsere Marktführung ausbauen (Quelle: Yole: Status of the Radar Industry, Market and Technology Report. 2020). Die nächste Generation, basierend auf einer 28-Nanometer-CMOS-Technologie, ist bereits in der Entwicklung.

Ebenfalls im Bereich Radar ermöglicht unser 60-Gigahertz-Radar-Chipsatz neue Anwendungsgebiete für den Konsumenten. So hat Infineon mit dem US-Start-up Blumio aus San Francisco eine Kooperation mit dem Ziel vereinbart, im Kalenderjahr 2021 gemeinsam einen mobilen, nicht invasiven Blutdrucksensor zu entwickeln. Der neue Chipsatz ermöglicht erstmals die kontinuierliche und präzise Messung ohne lästige Manschette oder Kabel.

Eine bereits marktreife Anwendung für die 60-Gigahertz-Technologie ist die Anwesenheitserkennung von Personen. Wir bieten ein komplettes System mit Radarsensor, Mikrocontroller und vor allem einer Software, welches unseren Kunden eine einfache Integration in ihre Endprodukte ermöglicht. Anwendungsbeispiele sind die Steuerung der Klimaanlage in Abhängigkeit von der anwesenden Personenzahl oder zahlenmäßige Zugangskontrollen. Letzteres ist in der Kantine von Infineon am Firmenhauptsitz in Neubiberg (Deutschland) bereits im Einsatz, um die Vorgaben zur Coronavirus-Pandemie-bedingten Abstandsregelung einhalten zu können. Der Vorteil von Radar im Vergleich zur Kamera ist dabei die Wahrung der Anonymität.

Im Bereich Hochfrequenzanwendungen bieten wir Lösungen für Smartphones und Mobilfunk-Infrastruktur an. Hierzu werden wir zu den heutigen Komponenten - im Wesentlichen rauscharme Signalverstärker, Antennenschalter und Antennen-Tuner - weitere Produkte hinzufügen, unter anderem Frontend-Antennenmodule und 5G-Millimeterwellen-Produkte.

Konnektivitätslösungen

Die Akquisition von Cypress ergänzt unser Produktportfolio unter anderem um kabellose Konnektivitätslösungen, die auf Wi-Fi und Bluetooth basieren. Dies versetzt Infineon in die Lage, den Kunden, basierend auf dem beschriebenen strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System", komplette Lösungsvorschläge für vernetzte Systeme anbieten zu können. Dabei sind die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt und optimiert.

Insbesondere die Fähigkeit, Wi-Fi- und Bluetooth-Technologien auf sogenannten "Combo"-Chips zu integrieren, aber auch die Möglichkeit, mit den hochintegrierten Dual-Stream-2 x 2-Wi-Fi-Bausteinen komplexe Systemanforderungen bedienen zu können, kommen den Kundenbedürfnissen bei vielen Anwendungen entgegen.

Die Wi-Fi- und Bluetooth-Lösungen von Cypress sind dabei bereits breit in den unterschiedlichen Märkten etabliert. Die aktuellen Hauptanwendungsfelder liegen in den Bereichen Consumer und IoT, wie zum Beispiel in intelligenten Lautsprechern (Smart Speaker), Fitnessarmbändern oder Druckern sowie im Bereich Automotive.

Unsere zukünftigen Entwicklungsanstrengungen unter dem Dach des Segments Connected Secure Systems fokussieren sich einerseits auf die nächste Generation von integrierten Wi-Fi-, Bluetooth- und Bluetooth-Low-Energy (BLE)-Produkten und andererseits auf die Einbindung der neuen Konnektivitätsfähigkeiten in unser bestehendes und zukünftiges Produkt- und Systemangebot in den von uns adressierten Märkten und Applikationen.

Innovative Speicherlösungen

Mit der Übernahme von Cypress verfügt Infineon über zusätzliche Expertise in verschiedenen Speichertechnologien. Davon sind die NOR-Flash-Speicher-ICs für Infineon die bedeutendsten, mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Automotive, Industrieapplikationen und Kommunikationsinfrastruktur. Ein NOR-Flash-Speicher-IC wird dabei primär als Programmspeicher eingesetzt und grenzt sich damit deutlich von den NAND-Flash-Speichern ab, die für (Multimedia-)Daten verwendet werden. Die NOR-Flash-Speicher-ICs von Infineon ermöglichen bei den eingesetzten Systemen eine sofortige Verfügbarkeit, quasi "instant on". Die Produktfamilie SEMPERTM NOR-Flash-Speicher wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr um SEMPERTM Secure erweitert. SEMPERTM Secure basiert auf einer intelligenten Speicherarchitektur und vereint als erste Speicherlösung die Sicherheit vor unerlaubten Speicherzugriffen mit der notwendigen funktionalen Sicherheit der Kategorie ASIL-B (ASIL = Automotive Safety Integrity Level) der ISO-Norm 26262 in einem einzigen NOR-Flash-Baustein. Damit bietet die Produktfamilie das benötigte Niveau an Sicherheit und Zuverlässigkeit, das vernetzte Automobil-, Industrie- und Kommunikationssysteme erfordern.

Quantencomputer und Post-Quantum-Kryptografie

Die aktive Nutzung und präzise Manipulation quantenmechanischer Effekte in wenigen oder einzelnen Teilchen ist eine Basis für neuartige Komponenten, die für zukünftige industrielle Produkte bedeutsam sein können. Vor allem dem Feld des Quantencomputing wird hierbei disruptives Potenzial zugesprochen, da durch diese neue Rechenarchitektur die Lösung von bisher kaum zugänglichen Aufgabenstellungen ermöglicht wird. Solche komplexen Probleme ergeben sich zum Beispiel in der Materialforschung, Medikamentenentwicklung, Wettervorhersage und Logistikoptimierung. Infineon ist auch in diesem hochinnovativen Feld ein gefragter Partner und bringt vor allem seine Kompetenz in Konzeption, Design und Herstellung von Spezialtechnologien beziehungsweise -bauelementen in nationale und internationale Forschungsverbünde ein. Aufgrund des noch frühen Entwicklungsstadiums - wir rechnen mit einer Verfügbarkeit von universellen Quantencomputern erst in voraussichtlich 10 bis 15 Jahren - werden dabei gegenwärtig noch unterschiedliche Ansätze verfolgt. So beteiligt sich Infineon beispielsweise sowohl an der Entwicklung von Ionenfallen-basierten Quantencomputern wie auch an der Untersuchung von Elektronenspin-Qubits in Halbleitersystemen. Erste Prototypen wurden am Standort Villach (Österreich) entwickelt und gefertigt (siehe Bild).

Auch wenn Quantencomputer erst in einigen Jahren verfügbar sein werden, hat dies bereits heute praktische Konsequenzen. Die Lebensdauer wichtiger Systeme oder Produkte, wie Reisepässe, industrielle Anlagen, Medizintechnik oder Autos, reicht potenziell in das Zeitalter der Quantencomputer hinein, und diese Systeme und Produkte sollen auch dann noch sicher sein. Etablierte Verschlüsselungstechnologien wie RSA (Rivest Shamir Adleman Cryptography) und ECC (Elliptic Curve Cryptography) könnten mit Quantencomputern angegriffen werden. Aus diesem Grund beschäftigt sich Infineon intensiv mit der Post-Quantum-Kryptografie, um schon heute Lösungen zu entwickeln, die der Rechenleistung von Quantencomputern standhalten können.

Software und Systemunterstützung

Im Bereich Forschung und Entwicklung gewinnt die Software-Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Sie ist ein ganz wesentlicher Teil unserer strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System", um dem Kunden umfassende und "Easy-to-use"-Lösungsvorschläge zu machen. Traditionell entwickeln wir hardwarenahe Software wie Firmware oder Treiber. Zusätzlich bieten wir für immer mehr Anwendungen applikationsbezogene Programmcodes. So umfasst die zweite Generation unserer digitalen Motorsteuerungsplattform iMOTIONTM ein Entwicklungskit, mit dem die Kunden niedrige Systemkosten und kurze Entwicklungszeiten bei hoher Zuverlässigkeit realisieren können. Mittlerweile haben wir in einigen Bereichen wie zum Beispiel Bezahlsystemen die Kompetenz erlangt, alle aufeinander aufbauenden Software-Elemente (Software Stack) vom Betriebssystem bis zur Applikationssoftware anbieten zu können. Großes Potenzial bietet auch der dynamische Markt des IoT. Gerade hier sind für den Kunden Aspekte wie kurze Entwicklungszeit und geringer Aufwand verbunden mit einem hohen Maß an IT-Sicherheit wichtig. Dazu braucht man nicht nur einzelne Software-Elemente, sondern eine umfassende Software-Entwicklungsumgebung.

Die Akquisition von Cypress bringt uns erstmals ein komplettes Ökosystem bestehend unter anderem aus der Entwicklungsumgebung ModusToolboxTM, Software-Komponenten und einer aktiven Entwickler-Community. Die ModusToolboxTM enthält unter anderem wiederverwendbare Firmware, die den Ingenieuren die Programmierung von Wi-Fi- und Bluetooth-Komponenten signifikant erleichtert. Die Entscheidung des Kunden für oder gegen einen Hardware-Hersteller hängt zunehmend von dem damit einhergehenden Software-Angebot ab.

Die Auswertung der Sensordaten ist ein weiterer Aspekt der Software-Entwicklung. Ein Beispiel ist unser 60-Gigahertz-Radarsensor-IC, mit dem unter anderem Gesten oder die Anzahl an Personen im Raum erkannt werden können. Unsere Software leistet eine Vorverarbeitung der Rohdaten und stellt dem Anwender die gewünschte Auswertung zur Verfügung. In diesem und in anderen Prozessen nutzen wir zudem Elemente der Künstlichen Intelligenz, um die Systeme zu trainieren und aus den Messwerten der einzelnen Sensoren einen höheren Erkenntnisgewinn zu erzielen.

Die Eigenentwicklung von Software bietet noch weitere Vorteile. Wir haben die Möglichkeit, Software und Hardware perfekt aufeinander abzustimmen und somit Performance, Energieeffizienz und Datensicherheit auf Systemebene zu optimieren. Generell bietet sich dabei die Möglichkeit, uns bei unseren Lösungen neben der Hardware auch mit eigens geschriebener Software vom Wettbewerb abzuheben.

Künstliche Intelligenz im Edge Computing

Der Ausbau des neuen Entwicklungszentrums in Dresden mit dem Schwerpunkt künstliche Intelligenz (KI) geht planmäßig voran. Die Anzahl der Mitarbeitenden konnte von 20 im Geschäftsjahr 2019 auf rund 50 zum Ende des Geschäftsjahres 2020 erhöht werden. Ein aktuelles Entwicklungsprojekt befasst sich mit smarten Chips mit eingebetteter KI, intuitiven Sensorlösungen und KI-Beschleunigern mit extrem niedrigem Stromverbrauch. Diese werden in den Bereichen Schlüsselwort- und Gestenerkennung, Objektidentifikation und Klassifizierung sowie Sensor-Fusion verwendet.

Sogenannte Edge-KI ermöglicht die Datenverarbeitung mit KI nahe am Sensor, ohne mit der Cloud zu kommunizieren. Die Voraussetzung dafür ist das Verständnis der Algorithmen neuronaler Netze, um diese in speziellen Halbleiterkomponenten direkt in Schaltkreisen, also in Hardware, umzusetzen. Dadurch kann ein enormer Geschwindigkeitsvorteil bei reduziertem Stromverbrauch gegenüber einer softwarebasierten Lösung erreicht werden. Es ist unser Ziel, auf unserem Know-how basierende, komplette Lösungen im Bereich Sensoren, KI-Beschleuniger, Mikrocontroller, Chipdesign und Software zu entwickeln.

Methoden der künstlichen Intelligenz kommen auch zur Verbesserung der Funktionalität in den Bauelementen zum Einsatz. Damit lassen sich adaptive Regelkreise für die verschiedensten Anwendungsbereiche schnell und leistungsfähig implementieren. KI ist ein wesentliches Element unserer Software-Kompetenz.

Natürlich beschäftigen wir uns in diesem Zusammenhang auch mit der Vertrauenswürdigkeit von KI-basierten Lösungen. Dabei steht das Wohlergehen des Menschen im Mittelpunkt allen Handelns. Die Achtung universeller Menschenrechte, rechtsstaatlicher Prinzipien und demokratischer Freiheiten in Übereinstimmung mit den KI-Prinzipien der OECD bildet das Fundament für eine KI, die auf ethischen Grundsätzen basiert. Diese Grundsätze müssen bei allen Entwicklungs- und Anwendungsschritten berücksichtigt werden. Nur so kann garantiert werden, dass KI-Produkte nicht zum Nachteil des Menschen agieren. Infineon engagiert sich in verschiedenen firmenübergreifenden und politisch koordinierten Initiativen, wie der BMBF-Plattform "Lernende Systeme. Die Plattform für Künstliche Intelligenz". Unser Mitarbeiter Wolfgang Ecker wurde in die Enquetekommission "Künstliche Intelligenz" des Deutschen Bundestags berufen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir heute nicht genug wissen, um alles richtig zu machen. Daher werden wir unser Handeln mit zunehmendem Lernen weiter anpassen.

F&E-Standorte

Amerika

Kanada

Richmond, BC

USA

Andover, MA
Beaverton, OR
Chandler, AZ
Colorado Springs, CO
El Segundo, CA
Hazlet, NJ
Irvine, CA
Leominster, MA
Lexington, KY
Lynnwood, WA
Milpitas, CA
San Diego, CA
San José, CA
Warwick, RI

Europa, Naher Osten, Afrika

Dänemark

Herlev

Deutschland

Augsburg
Dresden
Duisburg
Erlangen
Langen
Martinsried
Neubiberg
Regensburg
Warstein

Frankreich

Le Puy-Sainte-Réparade

Irland

Cork
Dublin

Israel

Netanya

Italien

Padua
Pavia

Österreich

Graz
Linz
Villach

Rumänien

Bukarest

UK

Bristol
Reigate

Ukraine

Lviv

Asien-Pazifik

Indien

Bangalore

Korea

Seoul

Malaysia

Ipoh
Kulim
Melaka
Penang

Philippinen

Muntinlupa

Singapur

Taiwan

Hsinchu
Taipeh

Greater China

Chengdu
Shanghai
Xi'an

Japan

Nagoya
Sendai
Tokio

Fertigung

Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2020 betrugen €1.099 Millionen. Dies war ein Rückgang um €352 Millionen beziehungsweise 24 Prozent im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €1.451 Millionen. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die schwache Nachfrage als Folge der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz verringerten sich von 18,1 Prozent im Vorjahr auf 12,8 Prozent im Geschäftsjahr 2020. Von den gesamten Investitionen entfielen €915 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €1.295 Millionen) und €184 Millionen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter Entwicklungskosten (Vorjahr: €156 Millionen).

Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf die Fertigung. Davon wiederum entfiel der größte Teil auf das Frontend und der kleinere auf das Backend.

Infineon hat in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2020 die Standorte von Cypress in die Fertigungslandschaft eingegliedert: Austin (Texas, USA), von dem aus auch Testkapazitäten in Penang (Malaysia) gesteuert werden, Bangkok (Thailand) und Cavite (Philippinen). Zum 30. September 2020 waren 31.292 Mitarbeiter * innen in fertigungsbezogenen Funktionen beschäftigt (Vorjahr: 28.981 Mitarbeiter * innen). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Integration von Cypress zurückzuführen.

Auswirkung der Coronavirus-Pandemie auf die Liefer- und Produktionsketten

Die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie hat unsere Liefer- und Produktionsketten vor große Herausforderungen gestellt. Dazu gehören die Einschränkungen durch partielle oder vollständige Lockdowns, insbesondere an unseren Standorten in Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Mexiko und den USA. Dank der Einführung umfassender Hygienekonzepte und der teilweisen Einstufung als systemrelevante Industrie erhielten wir die Erlaubnis, die Fertigung fortzuführen beziehungsweise nach kurzer Unterbrechung wieder anzufahren. Unterstützend dabei ist, dass die Fertigung in Reinräumen sehr sicher ist. Am Ende war es aber dem herausragenden Einsatz der Belegschaft zu verdanken, dass wir die Fertigung auf so hohem Niveau halten konnten. Die Logistik stellte eine weitere Herausforderung dar. Die Grenzschließungen sowie der Einbruch des Flugverkehrs erschwerten und verteuerten den Transport erheblich. Insgesamt gelang es uns, die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen und Auswirkungen auf unsere Kunden im Wesentlichen zu vermeiden.

Die indirekten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind für uns gravierender. Der Einbruch der globalen wirtschaftlichen Aktivität führte zeitweise zu einer schwachen Nachfrage und damit zu einer Unterauslastung unserer Fertigungskapazitäten. Dieser Entwicklung begegneten wir unter anderem mit Kurzarbeit an den Standorten in Deutschland und Österreich sowie mit einem reduzierten Investitionsbudget.

Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0

Als Anwender von KI-Lösungen integriert Infineon verschiedene Methoden des maschinellen Lernens in den Prozess der Produktentwicklung und Fertigung:

Digital Twin: Durch Simulationen kann die Dynamik sowohl von elektronischen Schaltungen, aber auch von Produktionsanlagen realistisch nachgebildet werden. Dies erlaubt, die Variation kritischer Parameter in ihrer Wirkung auf die Funktion eines Chips oder einer Produktionsanlage im Computer vorherzusagen. Darüber hinaus werden bei Infineon im Rahmen der Entwicklung elektronischer Bauteile und deren Simulation KI-Komponenten verwendet, die den Parametersatz künftiger Simulationen fortlaufend verbessern.
Optimierte Produktionssteuerung: Infineon nutzt KI-Komponenten, um den Produktionsablauf zu verbessern. So verwenden wir eine mathematische Optimierung der Fertigungsreihenfolge und entwickeln weiterführende Verfahren, bei denen beispielsweise in einer Simulation KI-Agenten die Steuerung der Fabrik übernehmen und verschiedene Abläufe selbstständig testen. Durch positives oder negatives Feedback lernen die Agenten, welche Strategien am erfolgreichsten sind, und können so die Prozessschritte optimieren.
Real-Time-Erfassung der Prozessdaten individuell für jeden Wafer oder Chip entlang des Fertigungsprozesses ermöglicht schnelle Produktivitäts- und Qualitätsverbesserung durch Einsatz von Data Analytics. Ein weiteres Einsatzfeld von Data Analytics sind KI-Lösungen in der Predictive Maintenance. Durch die Auswertung von Zeitreihen können Maschinenausfallzeiten vorhergesagt und Fehleranalysen erstellt werden.

Durch die Nutzung von Data Analytics auch in Verbindung mit KI-Komponenten optimiert Infineon nicht nur die Fertigungsabläufe, sondern stellt auch die stetige Verbesserung der eigenen Produkte sicher. Künstliche Intelligenz wird damit zu einem weiteren Differenzierungsmerkmal von Infineon am Markt.

Infineon investiert seit Jahren in die Automatisierung und Digitalisierung der Fertigungsstandorte. Diese Anstrengungen erfuhren im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Anerkennung, als unser Werk in Singapur vom Weltwirtschaftsforum in das Global Lighthouse Network aufgenommen wurde. Die Mitglieder dieses Netzwerks zeichnen sich durch eine sehr fortschrittliche Fertigung im industriellen Maßstab aus. Mit dem Start der "Smart Factory Pioneer"-Initiative im März 2017 erfolgte die Umsetzung von Industrie 4.0 mit der digitalen, horizontalen und vertikalen Integration der Wertschöpfungskette. Die intelligente Fabrik ist ein schnelles und agiles Fertigungsunternehmen, das die "4 Ms" (Mensch, Maschine, Material und Methode) durch Lösungen, die auf Automatisierung, IoT und Big Data-Technologien basieren, verbindet und steuert.

Investitionsschwerpunkte in der Fertigung im Geschäftsjahr 2020

1. One Virtual Fab: Mit dem neuen Werk am Standort Villach (Österreich) etablieren wir im Verbund mit der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) das Konzept einer standortübergreifenden virtuellen Fertigungssteuerung. Villach und Dresden werden die gleichen Prozesse, Anlagen, Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepte nutzen. Ziel ist es, das Fertigungsvolumen über beide Standorte hinweg flexibel verschieben zu können. Davon profitiert Infineon und davon profitieren unsere Kunden, insbesondere in Phasen schnellen Wachstums.

Mit der Errichtung des Gebäudes in Villach haben wir 2018 begonnen und gehen je nach Entwicklung der makroökonomischen Lage weiterhin von einem Produktionsstart gegen Ende des Kalenderjahres 2021 aus. Die geplanten Investitionen betragen für den Vollausbau von Gebäuden und Reinraum-Anlagen rund €1,6 Milliarden. Mit dem Ausbau erreichen wir deutliche Skaleneffekte am Standort Villach und steigern somit unsere Effizienz. Nicht zuletzt ermöglicht der Umbau der Fertigungskapazität für Si auch den Kapazitätsausbau für die Technologien SiC und GaN. Bestehende Gebäude und Fertigungslinien können für diese Verbindungshalbleiter nachgenutzt werden. Damit wird eine kapitaleffiziente Kapazitätserweiterung erreicht.

2. Weiterer Hochlauf der Serienfertigung unserer SiC-MOSFETs in Trench-Technologie und SiC-Dioden auf 150-Millimeter-Wafern.

3. Ausbau der Backend-Fertigungskapazität für IGBT-Module. Aufgrund der erwarteten starken Nachfrage nach IGBT-Modulen unter anderem für Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge erfolgte im September 2019 der Spatenstich für eine neue Modulfertigung in Cegléd (Ungarn). Im Februar 2020 begann der Bau unserer neuen Fertigungsgebäude an unserem größten Backend-Standort in Melaka (Malaysia).

4. Die Investitionen an unserem malaysischen Frontend-Standort in Kulim haben die MEMS-Mikrofon-Technologie sowie unsere Wafer-Rückseiten-Prozess-Technologie als Schwerpunkte.

Wie schon in den Vorjahren wurde darüber hinaus im abgelaufenen Geschäftsjahr an den Frontend- und Backend-Standorten hauptsächlich in folgende Bereiche investiert:

Anpassung und Umrüstung von Fertigungslinien an das geänderte Produktportfolio, insbesondere durch den Start der Serienfertigung neuer Technologien und Produkte;
Anlagen für innovative Technologien und weitere Qualitätsverbesserung;
Erhöhung der Automatisierung, zum Beispiel die Verbesserung des fabrikinternen Transports der Wafer.

Aufgrund der Kostenposition ist geplant, den Standort Temecula (USA) nur bis September 2021 zu betreiben und dann zu schließen oder bis dahin zu verkaufen. Die dort gefertigten Produkte werden an andere Infineon-Standorte transferiert beziehungsweise zur Fertigung an externe Partner vergeben.

Um den Kapitaleinsatz zu optimieren und die Flexibilität zu erhöhen, nutzen wir im Frontend-Bereich zusätzlich zur Eigenfertigung bei differenzierenden Technologien, wie zum Beispiel diskrete Leistungshalbleiter und Sensoren, verstärkt externe Fertigungspartner für CMOS- und CMOS-Derivattechnologien. Das gilt insbesondere für Strukturen von 65 Nanometern und kleiner sowie für ältere Generationen von Leistungshalbleitern. Die Produktion der Mikrocontroller und Konnektivitätschips von Cypress wird vor allem extern vergeben. Im Backend-Bereich, insbesondere in der Montage und dem Testen, nutzen wir für standardisierte Gehäusetypen verstärkt Fertigungspartner, wobei wir Wert auf stabile Partnerschaften legen.

Fertigungsstandorte

Amerika

Mexiko

Tijuana Backend-Fertigung

USA

El Segundo, CA Regionaler Hauptsitz
Milpitas, CA Regionaler Hauptsitz
Austin, TX Frontend-Fertigung
Leominster, MA Backend-Fertigung
Mesa, AZ Frontend-Fertigung
San José, CA Backend-Fertigung
Temecula, CA Frontend-Fertigung

Europa, Naher Osten, Afrika

Deutschland

Neubiberg Unternehmenszentrale
Dresden Frontend-Fertigung
Regensburg Frontend- und Backend-Fertigung
Warstein Backend-Fertigung

Österreich

Villach Frontend-Fertigung

Ungarn

Cegléd Backend-Fertigung

Asien-Pazifik

Singapur

Regionaler Hauptsitz; Backend-Fertigung (ausschließlich Test)

Indonesien

Batam Backend-Fertigung

Korea

Cheonan Backend-Fertigung

Malaysia

Kulim Frontend-Fertigung
Melaka Backend-Fertigung
Penang 1 Frontend-Fertigung

Philippinen

Cavite Backend-Fertigung

Thailand

Bangkok Backend-Fertigung

Greater China

Shanghai Regionaler Hauptsitz
Peking 2 Backend-Fertigung
Wuxi Backend-Fertigung

Japan

Tokio Regionaler Hauptsitz

Definitionen Frontend-/Backend-Fertigung S. 47

1 Penang ist dem Standort Austin zugeteilt. In Penang findet der Known Good Die (KGD)-Test statt.

2 Der Standort Peking wird zum Ende des Kalenderjahres 2020 geschlossen.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie, S. 33 ff., und der damit verbundenen langfristigen Finanzziele, S. 41 f., zu unterstützen. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen.

Die Erreichung unserer langfristigen Finanzziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts.

Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen.

Infineon setzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele ein. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, den quartalsweisen Prognosen, den monatlichen Ist-Daten sowie dem wöchentlichen Auftragseingang. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe hierzu den Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" im Internet, www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting) und Mitarbeiter * innen. Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei.

Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmen bedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance Standards eingehalten werden (siehe Kapitel "Corporate Governance", S. 126 ff.).

Steuerungskennzahlen

Hauptsteuerungskennzahlen

Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:

das Segmentergebnis beziehungsweise die Segmentergebnis-Marge zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios,
den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und
die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz.

Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses im Rahmen der vom Vorstand verabschiedeten Konzernstrategie liegt dabei in der Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente, erfolgt jedoch in enger Abstimmung mit dem Vorstand.

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen.

Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird.

Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeiter * innen und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt.

Alle drei Kennzahlen, insbesondere das Segmentergebnis, korrelieren stark mit dem Umsatzwachstum. Insofern ist das Umsatzwachstum keine eigene Hauptsteuerungskennzahl, wird aber indirekt über die drei Kennzahlen mit abgedeckt.

Segmentergebnis

Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von bestimmten Wertminderungen (wie insbesondere Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert), Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen, Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 30, S. 213 ff.). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2020 siehe Kapitel "Die Segmente", S. 53 ff., sowie "Das Geschäftsjahr 2020", S. 50 ff.).

Free-Cash-Flow

Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren. Der konsistenten Generierung von Free-Cash-Flow kommt angesichts der nach der Akquisition von Cypress deutlich erhöhten Verschuldung eine gestiegene Bedeutung zu (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2020 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage", S. 104 f.).

Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Infineon steuert sein operatives Nettoumlaufvermögen, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird.

Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Free-Cash-Flow ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene gesteuert.

Return on Capital Employed (RoCE)

Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Langfristige Vermögenswerte und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf.

RoCE = Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern / Eingesetztes Kapital

Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene berichtet. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung.

Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen Vermögenswerte sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren (zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2020 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage", S. 102 f.).

Ergänzende Steuerungskennzahlen

Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben.

Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen

Das Umsatzwachstum wird laufend dem Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gegenübergestellt. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird.

Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die Forschungs- und Entwicklungskosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen (zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 98 f.).

Liquiditätskennzahlen

Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen:

Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments.
Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzschulden.
Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten.
Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Entwicklungskosten.

Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage". S. 103 ff.

Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein.

Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen

Im Kapitel "Prognosebericht" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2020 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für die Geschäftsjahre 2020 und 2021. S. 107.

Nachhaltigkeit bei Infineon

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten werden im separaten Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" beschrieben.

Aus den Anforderungen des deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes leitet sich für die Infineon Technologies AG für das Berichtsjahr 2020 die Pflicht zur Veröffentlichung eines nichtfinanziellen Berichts auf Gesellschafts- und Konzernebene ab. Dieser wird gemeinsam für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern als zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht innerhalb des Nachhaltigkeitsberichts veröffentlicht. Die gesetzlich erforderlichen Informationen sind entsprechend gekennzeichnet, um sie von der freiwilligen Berichterstattung nach den GRI-Standards abzugrenzen. Der gesamte Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" inklusive der Kapitel, die zum nichtfinanziellen Bericht gehören, wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München (Deutschland), einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen und ohne Einschränkungen bescheinigt.

Der separate Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" einschließlich des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts findet sich im Internet unter www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting.

Die Infineon-Aktie

Basisinformationen zur Aktie

Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1 : 1)
Grundkapital €2.611.842.274 (am 30. September 2020), €2.501.368.142 (am 30. September 2019)
Ausgegebene Aktien 1 1.305.921.137 (am 30. September 2020), 1.250.684.071 (am 30. September 2019)
Eigenbesitz 5.251.391 Aktien (am 30. September 2020), 6.000.000 Aktien (am 30. September 2019)
ISIN DE0006231004
WKN 623100
Börsenkürzel IFX (Aktie), IFNNY (ADS)
Bloomberg Nasdaq IR Insight IFX GY (Xetra), IFNNY US IFX-XE, IFNNY-PK
Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB)
Marktkapitalisierung 2 €31.366 Millionen (am 30. September 2020)
Durchschnittlich auf Xetra gehandelte Aktien pro Tag in Stück 7.697.741 (im Geschäftsjahr 2020)
Handel in den USA ADS, außerbörslicher Handel am OTC-Markt (OTCQX)
Marktkapitalisierung 2 US$36.731 Millionen (am 30. September 2020)
Durchschnittlich gehandelte ADS pro Tag in Stück 235.205 (im Geschäftsjahr 2020)
Indexmitglied (Auswahl) DAX 30 TecDAX Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability World Index

1 Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beinhaltet die Aktien in Eigenbesitz.

2 Die Aktien in Eigenbesitz wurden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt.

Eine ausführliche Übersicht über weitere wichtige Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/infineon-share/ 5

Dieser Verweis ist nicht Bestandteil des geprüften Lageberichts.

Basisinformationen zu den Anleihen und anderen Finanzierungsinstrumenten

1,500 % Anleihe vom 10. März 2015 €500 Millionen fällig am 10. März 2022, ISIN: XS1191116174
0,750 % Anleihe vom 24. Juni 2020 €750 Millionen fällig am 24. Juni 2023, ISIN: XS2194282948
1,125 % Anleihe vom 24. Juni 2020 €750 Millionen fällig am 24. Juni 2026, ISIN: XS2194283672
1,625 % Anleihe vom 24. Juni 2020 €750 Millionen fällig am 24. Juni 2029, ISIN: XS2194283839
2,000 % Anleihe vom 24. Juni 2020 €650 Millionen fällig am 24. Juni 2032, ISIN: XS2194192527
2,875 % Hybridanleihe vom 1. Oktober 2019 €600 Millionen Kündigungssperrfrist 1. Januar 2025, ISIN: XS2056730323
3,625 % Hybridanleihe vom 1. Oktober 2019 €600 Millionen Kündigungssperrfrist 1. Januar 2028, ISIN: XS2056730679
US-Privatplatzierung vom 5. April 2016 US$350 Millionen Tranche fällig am 5. April 2024
US-Privatplatzierung vom 5. April 2016 US$350 Millionen Tranche fällig am 5. April 2026
US-Privatplatzierung vom 5. April 2016 US$235 Millionen Tranche fällig am 5. April 2028
Laufzeitendarlehen vom 3. Juni 2019 US$555 Millionen Tranche fällig am 3. September 2022
Laufzeitendarlehen vom 3. Juni 2019 US$1.110 Millionen Tranche fällig am 3. September 2023
Laufzeitendarlehen vom 3. Juni 2019 US$1.110 Millionen Tranche fällig am 3. Juni 2024
4,500 % Wandelanleihe vom 23. Juni 2016 US$216 Millionen fällig am 15. Januar 2022, ISIN: US232806AM17
Rating von S&P Global Ratings seit 16. April 2020: "BBB -" mit Ausblick "stabil"

Aktienkursentwicklung

Die Infineon-Aktie beendete das Geschäftsjahr 2020 mit einem Schlusskurs von €24,12. Gegenüber dem Schlusskurs zum Ende des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von €16,51 betrug der Kursanstieg 46 Prozent.

In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2020 zeigte die Infineon-Aktie einen erfreulichen Kursanstieg. Trotz der in China im Rahmen der Coronavirus-Pandemie im Januar ergriffenen, teils einschneidenden Maßnahmen setzte sich der Kursanstieg der Infineon-Aktie im Januar und bis Mitte Februar - unter Zunahme der Kursschwankungen - zunächst fort. Der Höchstkurs des ersten Halbjahres von €22,86 wurde am 13. Februar erreicht. Mit der immer stärkeren weltweiten Ausbreitung des Coronavirus, insbesondere auch in Norditalien und vielen weiteren Ländern Europas, kam es weltweit an den Börsen zu starken Kursrückgängen. Auch die Kursentwicklung der Infineon-Aktie war hiervon betroffen und die Aktie erreichte Mitte März das Jahrestief von €10,68. Hierauf folgte eine dynamische und bis zum Ende des Geschäftsjahres andauernde Kurserholung. Der Höchstkurs im Geschäftsjahr 2020 von €24,67 wurde am 14. September erreicht und das Geschäftsjahr mit einem Kursanstieg von insgesamt 46 Prozent beendet. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der DAX um 3 Prozent, während der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) ein Plus von 44 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index einen Anstieg um 45 Prozent erzielten. Auch die Marktkapitalisierung der Infineon-Aktie stieg deutlich von €20.552 Millionen am 30. September 2019 um 53 Prozent auf €31.366 Millionen am Ende des Geschäftsjahres 2020.

Nachdem Infineon im April 2020 alle erforderlichen Genehmigungen für die Akquisition der Cypress Semiconductor Corporation erhalten hatte, wurde der Abschluss der Transaktion am 16. April vollzogen. Im Rahmen der Refinanzierung der Akquisition hat Infineon die Kurserholung der Aktie nach dem Kurstief Mitte März genutzt und am 26. Mai 2020 mittels eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) 55 Millionen neue Aktien bei institutionellen Anlegern platziert. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien stieg damit zum 30. September 2020 auf 1.305.921.137. Hierin enthalten sind 5.251.391 eigene Aktien.

Handelsvolumen und Aktienindizes

Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie auf Xetra gemessen in Stück stieg im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent. Nach einem Tagesumsatz von durchschnittlich 7,3 Millionen Aktien im Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2020 täglich 7,7 Millionen Aktien umgesetzt. Gemessen in Euro stieg das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen um 13 Prozent. Im Geschäftsjahr 2019 hatte es pro Tag €126,9 Millionen betragen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden durchschnittlich täglich Infineon-Aktien im Wert von €143,5 Millionen gehandelt.

In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS (American Depositary Share) außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Im Geschäftsjahr 2020 wurden an diesem Markt rund 235.000 ADS pro Tag umgesetzt (Geschäftsjahr 2019: täglich rund 307.000 ADS). Die Anzahl der ausstehenden ADS erhöhte sich leicht von 38,9 Millionen ADS zum 30. September 2019 auf 39,2 Millionen Stück zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres.

In der DAX-Rangliste verbesserte sich Infineon in Bezug auf die Marktkapitalisierung von Platz 15 im Vorjahr auf Platz 13. Auch beim gehandelten Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett verbesserte sich Infineon um zwei Plätze von Platz 13 im Vorjahr auf Platz 11 zum 30. September 2020. Seit dem 25. September 2018 ist die Infineon-Aktie auch Teil des TecDAX und belegte zum 30. September 2020 bei der Marktkapitalisierung wie im Vorjahr Rang 3. Beim Handelsvolumen verbesserte sich das Unternehmen um eine Position von Platz 4 im Vorjahr auf Rang 3 zum Ende des Geschäftsjahres 2020.

Aktionärsstruktur

Zum 30. September 2020 waren vier Aktionäre mit jeweils mehr als 3 Prozent der ausgegebenen Aktien an Infineon beteiligt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 hielten drei Aktionäre jeweils mehr als 3 Prozent der Aktien des Unternehmens.

Das von Privataktionären gehaltene Aktienkapital betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2020 8,82 Prozent nach einem Anteil von 9,96 Prozent am Ende des Geschäftsjahres 2019.

Dividende

Mit unserer Dividendenpolitik verfolgen wir das Ziel, unsere Aktionäre angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Infineon zu beteiligen. Grundsätzlich soll auch bei einem stagnierenden oder rückläufigen Ergebnis zumindest eine unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Allerdings soll den gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und dem weiteren Fortbestehen der Risiken der Coronavirus-Pandemie Rechnung getragen und ein entsprechender finanzieller Spielraum erhalten werden. Des Weiteren hat sich die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien aufgrund der im Mai dieses Jahres durchgeführten Kapitalerhöhung um gut 4 Prozent erhöht. Daher soll der kommenden Hauptversammlung vorgeschlagen werden, eine im Vergleich zum Vorjahr um €0,05 verminderte Dividende von €0,22 je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten. Die im Mai 2020 ausgegebenen 55 Millionen neuen Aktien sind dabei voll dividendenberechtigt. Die voraussichtliche Ausschüttungssumme würde somit €286 Millionen nach €336 Millionen im Vorjahr betragen.

Der prozentuale Rückgang der Ausschüttungssumme fällt somit - verglichen mit der prozentualen Verminderung der Dividende je Aktie - geringer aus. Auf der Hauptversammlung am 20. Februar 2020 wurde für das Geschäftsjahr 2019 eine zum Vorjahr unveränderte Dividendenzahlung in Höhe von €0,27 je Aktie beschlossen. Aufgrund der durch die Kapitalerhöhung vom Juni 2019 erhöhten Aktienanzahl an dividendenberechtigten Aktien von 1.245.252.379 wurde insgesamt ein Betrag von €336 Millionen ausgeschüttet. Im Vorjahr hatte die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien noch 1.130.995.834 betragen, und die an die Aktionäre überwiesene Summe belief sich auf €305 Millionen.

Die Teilnahme an Telefonkonferenzen ist im Internet als Webcast auf unseren Investor-Relations-Seiten möglich.

www.infineon.com/boerse

Dieser Verweis ist nicht Bestandteil des geprüften Lageberichts.

Unseren Privataktionären stehen wir für Fragen per E-Mail ([email protected]) und per Telefon (+49 89 234-26655) zur Verfügung.

Geschäftsentwicklung des Konzerns

Darstellung der Ertragslage

Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung

€ in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2020 2019
Umsatzerlöse 8.567 8.029
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.776 2.994
Forschungs- und Entwicklungskosten - 1.113 - 945
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - 1.042 - 865
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Saldo - 40 - 23
Betriebsergebnis 581 1.161
Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Saldo) - 148 - 72
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 9 - 6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 52 - 194
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 372 889
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 4 - 19
Konzernjahresüberschuss 368 870
Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,26 0,75
Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,26 0,75
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,64 0,89

Umsatzanstieg aufgrund Beitrag von Cypress

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 um €538 Millionen beziehungsweise 7 Prozent auf €8.567 Millionen (Vorjahr: €8.029 Millionen). Darin enthalten sind €857 Millionen aus der seit Mitte April 2020 erfolgten Konsolidierung von Cypress. Ohne den Umsatzbeitrag von Cypress wäre der Umsatz um €319 Millionen gesunken. Dieser Rückgang resultierte in erster Linie aus den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die insbesondere die Automobilindustrie hart getroffen hat.

Das Segment Automotive war weiterhin das umsatzstärkste Segment. Mit €3.542 Millionen (Vorjahr: €3.503 Millionen) trug es 41 Prozent zum Gesamtumsatz von Infineon bei. Der Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug jedoch trotz der erstmaligen Konsolidierung von Cypress lediglich 1 Prozent. Die Automobilproduktion erlebte im Kalenderjahr 2020 den stärksten Einbruch ihrer Geschichte. Die beiden Megatrends Elektromobilität und automatisiertes Fahren beziehungsweise Fahrerassistenzsysteme blieben jedoch bestimmend für den Anstieg des durchschnittlichen Halbleiterwerts im Auto, wodurch der Nachfragerückgang abgemildert werden konnte.

Der Umsatz im Segment Industrial Power Control betrug im Berichtszeitraum €1.406 Millionen und lag damit in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: €1.418 Millionen). Die von diesem Segment adressierten Zielmärkte waren von der Coronavirus-Pandemie unterschiedlich betroffen. Insgesamt kam das Segment Industrial Power Control verhältnismäßig gut durch die Krise. Insbesondere der Bereich erneuerbare Energien entwickelte sich positiv, wohingegen die Umsätze in den Bereichen elektrische Antriebe, Zugsysteme und Haushaltsgeräte rückläufig waren.

Im Segment Power & Sensor Systems konnte, unterstützt durch den Beitrag von Cypress, ein Umsatz von €2.650 Millionen (Vorjahr: €2.445 Millionen) erzielt werden. Dies entspricht einem Wachstum von 8 Prozent. Der Ausbau von Rechenzentren und der 5G-Mobilfunk-Infrastruktur setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr fort, wovon Infineon profitierte.

Der Umsatz des Segments Connected Secure Systems stieg bedingt durch die Akquisition von Cypress um knapp 50 Prozent auf €953 Millionen (Vorjahr: €642 Millionen). In den ursprünglichen Geschäftsaktivitäten wurden jedoch Umsatzrückgänge verzeichnet.

Weitere Details zur Entwicklung der Segmente finden sich im Kapitel "Die Segmente". S. 53 ff.

Positiver Einfluss der Währungsentwicklung auf Umsatzwachstum

Ein Großteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2020 ist in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar hatten daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von rund 1,13 im Vorjahr auf 1,12 im Geschäftsjahr 2020. Dies führte zu positiven Währungseffekten.

Regionale Umsatzverteilung weitgehend unverändert zum Vorjahr

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2020 2019
Europa, Naher Osten, Afrika 2.322 27 % 2.430 30 %
Darin: Deutschland 1.056 12 % 1.169 15 %
Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 1.291 15 % 1.187 15 %
Greater China 1 3.174 37 % 2.769 35 %
Darin: Festland-China, Hongkong 2.472 29 % 2.159 27 %
Japan 765 9 % 593 7 %
Amerika 1.015 12 % 1.050 13 %
Darin: USA 845 10 % 862 11 %
Gesamt 8.567 100 % 8.029 100 %

1 Zu Greater China gehören Festland-China, Hongkong und Taiwan.

Die Umsatzverteilung nach Regionen war im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Wie im Vorjahr war die Region Greater China die nach Umsatz größte Region und repräsentierte im Geschäftsjahr 2020 37 Prozent vom Umsatz, gefolgt von der Region Europa, Naher Osten, Afrika mit 27 Prozent.

China (bestehend aus Festland-China und Hongkong) wies mit einem Anteil von €2.472 Millionen oder 29 Prozent am weltweiten Infineon-Umsatz den höchsten Umsatz auf Länderebene auf, gefolgt von Deutschland mit €1.056 Millionen oder 12 Prozent.

Bruttomarge wegen Effekten aus der Kaufpreisallokation und Leerstandskosten rückläufig

Die Umsatzkosten lagen im Berichtszeitraum mit €5.791 Millionen um €756 Millionen beziehungsweise 15 Prozent über dem Vorjahreswert in Höhe von €5.035 Millionen.

Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 konnte die vorhandene Fertigungskapazität nicht vollständig genutzt werden. Im zweiten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres führte der durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Umsatzrückgang zu einem signifikanten Anstieg der Leerstandskosten. Des Weiteren fielen im Geschäftsjahr Zusatzkosten im Rahmen von Kapazitätseinschränkungen in der Fertigung im Zuge der Coronavirus-Pandemie an. Um die Unterauslastungskosten zu minimieren, wurden die Belieferung der Kunden sowie das Bestandsmanagement, beispielsweise durch eine kontinuierliche Neubewertung der Bedarfsszenarien und eine segment- und standortübergreifende Anpassung des Fertigungsprogramms, ausbalanciert. Ferner wurde an den deutschen und österreichischen Standorten Kurzarbeit eingeführt. Die bereits im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Produktivitäts- und Kostenoptimierung wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2020 weiter verstärkt.

Die Umsatzkosten enthielten außerdem Aufwendungen im Zusammenhang mit den für die Erwerbe von International Rectifier (im Geschäftsjahr 2015) und Cypress durchgeführten Kaufpreisallokationen in Höhe von insgesamt €288 Millionen (Vorjahr: €42 Millionen). Diese beinhalten insbesondere höhere Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die im Zuge der Kaufpreisallokationen zu beizulegenden Zeitwerten neu bewertet wurden, sowie Aufwendungen aus dem Verbrauch von Vorräten, die ebenfalls zu Marktwerten bewertet wurden. Des Weiteren wurden akquisitionsbedingte Aufwendungen in Höhe von €28 Millionen (Vorjahr: €13 Millionen) in den Umsatzkosten erfasst.

Gegenläufig waren die Umsatzkosten durch einen Einmaleffekt in Höhe von €36 Millionen positiv beeinflusst. Dieser resultierte aus der Allokation zentraler produktionsbezogener Gemeinkosten, die differenzierter auf die gesamte Wertschöpfung verteilt wurden.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Berichtszeitraum auf €2.776 Millionen und lag damit um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert von €2.994 Millionen.

Die Bruttomarge sank entsprechend von 37,3 Prozent im Geschäftsjahr 2019 auf 32,4 Prozent im Geschäftsjahr 2020.

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2020 2019
Umsatzkosten 5.791 5.035
Prozentuale jährliche Veränderung 15 % 7 %
Prozent vom Umsatz 67,6 % 62,7 %
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.776 2.994
Prozent vom Umsatz (Bruttomarge) 32,4 % 37,3 %

Betriebskosten im Verhältnis zum Umsatz gestiegen

Bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) war im Geschäftsjahr 2020 ein Anstieg um €345 Millionen auf €2.155 Millionen zu verzeichnen (Vorjahr: €1.810 Millionen). Damit betrugen die Betriebskosten 25,2 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 22,5 Prozent).

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die ausgewiesenen Forschungs- und Entwicklungskosten, gemindert um vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie aktivierte Entwicklungskosten, stellten sich wie folgt dar:

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2020 2019
Forschungs- und Entwicklungskosten, brutto 1.379 1.181
Abzüglich:
Berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse - 108 - 111
Aktivierte Entwicklungskosten - 158 - 125
Forschungs- und Entwicklungskosten 1.113 945
Prozentuale jährliche Veränderung 18 % 13 %
Prozent vom Umsatz 13,0 % 11,8 %

Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind mit €1.113 Millionen im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zu €945 Millionen im Vorjahr um €168 Millionen beziehungsweise 18 Prozent angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Mitarbeiterzahl zurückzuführen. Zum 30. September 2020 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 9.262 Mitarbeiter * innen beschäftigt (30. September 2019: 7.755). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem Erwerb von Cypress. Des Weiteren wurden €18 Millionen akquisitionsbedingte Aufwendungen in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst (Vorjahr: €2 Millionen). Der prozentuale Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten am Umsatz erhöhte sich von 11,8 Prozent im Vorjahr auf 13,0 Prozent im Geschäftsjahr 2020. Zum diesem Anstieg trug im Wesentlichen die erstmalige Konsolidierung von Cypress bei, da Cypress verhältnismäßig mehr für Forschung und Entwicklung aufwendete als Infineon.

Die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Geschäftsjahr 2020 werden im Kapitel "Forschung und Entwicklung" näher erläutert. S. 76 ff.

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2020 2019
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 1.042 865
Prozentuale jährliche Veränderung 20 % 2 %
Prozent vom Umsatz 12,2 % 10,8 %

Die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um €177 Millionen beziehungsweise um 20 Prozent auf €1.042 Millionen. Auch hierin waren Ergebniseffekte aus den Kaufpreisallokationen sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen für die Erwerbe von Cypress und International Rectifier in Höhe von €161 Millionen enthalten (Vorjahr: €44 Millionen). Des Weiteren ist die Anzahl der Mitarbeiter * innen im Wesentlichen aufgrund des Erwerbs von Cypress zum 30. September 2020 um 1.429 auf 6.111 gestiegen (30. September 2019: 4.682). Der Anstieg der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten konnte durch bereits im Vorjahr eingeleitete Kostenoptimierungsmaßnahmen teilweise kompensiert werden.

Rückgang des Saldos aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen

Im Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen in Höhe von minus €40 Millionen (Vorjahr: minus €23 Millionen) ist im Berichtszeitraum ein Einmalertrag aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von €20 Millionen enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden unter anderem akquisitionsbedingte Aufwendungen in Höhe von €45 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) erfasst.

Finanzergebnis durch Finanzierungskosten von Cypress belastet

Die Veränderung des Finanzergebnisses von minus €72 Millionen auf minus €148 Millionen resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg des Zinsaufwands sowie aus der Amortisation der Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Finanzierung der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff., und Nr. 17, S. 179 ff.). Des Weiteren sind hier Aufwendungen aus der Bewertung von Zins siche rungs geschäften enthalten (siehe Konzern anhang Nr. 28, S. 203 f.).

Rückgang der effektiven Steuerquote auf 12,3 Prozent

Der Steueraufwand im Geschäftsjahr 2020 sank auf €52 Millionen (Vorjahr: €194 Millionen). Der verminderte Steueraufwand resultierte im Wesentlichen aus dem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern. Bezogen auf das Ergebnis vor Steuern in Höhe von €424 Millionen (Vorjahr: €1.083 Millionen) lag die Steuerquote im Berichtszeitraum bei 12,3 Prozent (Vorjahr: 17,9 Prozent).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag waren im Geschäftsjahr 2020, wie im Vorjahreszeitraum, durch ausländische Steuersätze, nicht abzugsfähige Aufwendungen, steuerfreie Erträge, Steuervergünstigungen und Änderungen der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beeinflusst.

Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Konzernanhang Nr. 6. S. 168 ff.

Konzernjahresüberschuss und Ergebnis je Aktie gesunken

Nach Abzug des Steueraufwands und des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2020 einen Konzernjahresüberschuss von €368 Millionen (Vorjahr: €870 Millionen).

Der verringerte Konzernjahresüberschuss führte zu einem entsprechenden Rückgang des Ergebnisses je Aktie.

Sowohl das unverwässerte als auch das verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich für das Geschäftsjahr 2020 auf €0,26 (Vorjahr: €0,75).

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 8 dargestellt. S. 171

Bereinigtes Ergebnis je Aktie rückläufig

Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere Cypress und International Rectifier), Einmaleffekte im Finanzergebnis im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert). Der bereinigte Konzernjahresüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) reduzierte sich von €0,89 auf €0,64 je Aktie und berechnet sich wie folgt:

€ in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2020 2019
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten - verwässert 372 889
Vergütungsanspruch der Hybridkapitalinvestoren 1 - 35 -
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 337 889
Zuzüglich/Abzüglich:
Wertminderungen (Wertaufholungen) (insbesondere auf den Geschäfts- oder Firmenwert) - 11 -
Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo 20 -
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung 14 11
Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen 540 114
Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo - 1 1
Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo 27 32
Akquisitionsbedingte Aufwendungen im Finanzergebnis 49 27
Steuereffekt auf Bereinigungen - 126 - 30
Wertaufholung beziehungsweise Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern, die aus der jährlich zu aktualisierenden Ertragsprognose resultieren - 35 - 3
Bereinigter Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 814 1.041
Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen) - verwässert 1.266 1.165
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 2 0,64 0,89

1 Einschließlich des kumulierten Steuereffekts.

2 Die Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten.

Darstellung der Vermögenslage

€ in Millionen, außer Prozentsätze 30. September 2020 30. September 2019 Veränderung
Kurzfristige Vermögenswerte 7.179 7.493 - 4 %
Langfristige Vermögenswerte 14.820 6.088 143 %
Summe Vermögenswerte 21.999 13.581 62 %
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.450 2.213 56 %
Langfristige Verbindlichkeiten 8.330 2.735 205 %
Summe Verbindlichkeiten 11.780 4.948 138 %
Summe Eigenkapital 10.219 8.633 18 %
Bilanzkennzahlen:
Gesamtkapitalrendite 1 1,7 % 6,4 %
Eigenkapitalquote 2 46,5 % 63,6 %
Eigenkapitalrendite 3 3,6 % 10,1 %
Verschuldungsgrad 4 68,8 % 18,0 %
Vorratsintensität 5 9,3 % 12,5 %
RoCE 6 3,0 % 12,2 %

1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe Vermögenswerte

2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Summe Vermögenswerte

3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Eigenkapital

4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzschulden)/Eigenkapital

5 Vorratsintensität = Vorräte (netto)/Summe Vermögenswerte

6 Ermittlung siehe nachfolgenden Abschnitt betreffend RoCE, S. 102 f.

Kurzfristige Vermögenswerte geprägt durch Verkäufe von Finanzinvestments und Cypress-Kaufpreiszahlung

Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken zum 30. September 2020 um €314 Millionen auf €7.179 Millionen, verglichen mit €7.493 Millionen zum 30. September 2019. Dieser Rückgang resultierte auch aus den Finanzinvestments, die aufgrund von Verkäufen um €1.382 Millionen auf €1.376 Millionen gesunken sind (30. September 2019: €2.758 Millionen). Die daraus frei gewordenen Mittel wurden im Wesentlichen für die Begleichung des Kaufpreises für Cypress eingesetzt. Weitere Ausführungen zur Entwicklung des Zahlungsmittelbestands finden sich im Kapitel "Darstellung der Finanzlage". S. 103 ff.

Gegenläufig entwickelten sich die Vorräte, die sich aufgrund des Beitrags von Cypress um €351 Millionen auf€2.052 Millionen erhöht haben (30. September 2019: €1.701 Millionen). Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte gingen im Berichtszeitraum um €240 Millionen auf€530 Millionen zurück. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr positive Marktwerte in Höhe von €210 Millionen aus Sicherungsgeschäften enthalten waren, die zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition von Cypress abgeschlossen wurden.

Langfristige Vermögenswerte stiegen im Wesentlichen aufgrund der Effekte aus der Kaufpreisallokation

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum Stichtag um €8.732 Millionen auf €14.820 Millionen (30. September 2019: €6.088 Millionen). Dieser Anstieg resultierte in erster Linie aus den Geschäfts- oder Firmenwerten, die sich im Vergleich zum Vorjahr um €4.988 Millionen erhöhten. Aus der im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress durchgeführten Kaufpreisallokation ergab sich zum Akquisitionszeitpunkt ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von €5.430 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 163). Auch die sonstigen immateriellen Vermögenswerte stiegen, im Wesentlichen bedingt durch die Effekte aus der Kaufpreisallokation, um €2.725 Millionen auf €3.621 Millionen. Bei beiden Bilanzposten wirkten sich negative Währungseffekte zum 30. September 2020 mindernd aus.

Die Zugänge zum Sachanlagevermögen im Berichtszeitraum resultierten einerseits aus Investitionen in Höhe von €924 Millionen sowie andererseits aus dem Erwerb von Cypress in Höhe von €588 Millionen. Investiert wurde unter anderem in die Fertigungsstätten in Villach (Österreich), Cegléd (Ungarn) sowie Kulim und Melaka (beide Malaysia) (siehe auch Kapitel "Fertigung", S. 84 ff.). Demgegenüber standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von €863 Millionen.

Des Weiteren erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte aufgrund der erstmaligen Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 zum 1. Oktober 2019. Im Rahmen der Erstanwendung wurden Nutzungsrechte an geleasten Vermögenswerten aktiviert, deren Wert zum 30. September 2020 €286 Millionen betrug.

Finanzierung der Akquisition von Cypress führte zu Anstieg der Bruttofinanzschulden

Zum 30. September 2020 lagen die Verbindlichkeiten bei €11.780 Millionen und damit um €6.832 Millionen über dem Vorjahr (30. September 2019: €4.948 Millionen). Dies war im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Bruttofinanzschulden, die sich um €5.477 Millionen auf €7.033 Millionen erhöht haben (30. September 2019: €1.556 Millionen). Im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress wurden im April 2020 Laufzeitendarlehen in Höhe von insgesamt US$3,3 Milliarden aufgenommen. Ein Teil dieser Darlehen (US$555 Millionen) wurde im Berichtszeitraum bereits zurückgeführt. Des Weiteren emittierte Infineon am 24. Juni 2020 unter dem hierfür etablierten EMTN-Programm (European Medium Term Notes) nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen in vier Tranchen mit einem Nominalwert von insgesamt €2,9 Milliarden. Darüber hinaus waren in den kurzfristigen Finanzschulden Wandelanleihen in Höhe von €329 Millionen enthalten, die im Zuge der Akquisition von Cypress übernommen wurden.

Die Zusammensetzung und Fälligkeiten der Bruttofinanzschulden werden im Konzernanhang unter Nr. 17 erläutert. S. 179 ff.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind im Berichtszeitraum um €375 Millionen auf €950 Millionen gestiegen (30. September 2019: €575 Millionen). Hierbei wirkten gegenläufige Effekte: Einerseits wurde eine finanzielle Verbindlichkeit im Zusammenhang mit der Fremdwährungssicherung der Akquisition von Cypress (Optionsprämie) im Geschäftsjahr 2020 zunächst weiter ratierlich aufgebaut und mit Abschluss der Akquisition am 16. April 2020 bezahlt. Dies resultierte in einem Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von €112 Millionen im Vergleich zum Vorjahresstichtag (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 199). Andererseits wurden finanzielle Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Zinssicherungen für künftige Refinanzierungsmaßnahmen (negative Marktwerte) in Höhe von €66 Millionen erfasst. Des Weiteren sind die Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden im Berichts zeitraum im Wesentlichen aufgrund der Akquisition von Cypress um €236 Millionen gestiegen.

Aus der erstmaligen Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 wurden außerdem langfristige Leasingverbindlichkeiten erfasst, deren Buchwert zum 30. September 2020 €235 Millionen betrug.

Eigenkapital im Wesentlichen durch Emission einer Hybridanleihe und Kapitalerhöhung gestiegen

Das Eigenkapital ist zum 30. September 2020 um €1.586 Millionen auf €10.219 Millionen gestiegen (30. September 2019: €8.633 Millionen). Dies ist unter anderem auf die Ausgabe einer unbefristeten Hybridanleihe zur Refinanzierung der Akquisition von Cypress zurückzuführen. Die Emission der Hybridanleihe erfolgte in zwei unbefristeten Tranchen mit einem Nominalbetrag in Höhe von jeweils €600 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 21, S. 188 f.). Des Weiteren wurde im Berichtszeitraum eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals beschlossen, was zu einem Anstieg des Grundkapitals und der Kapitalrücklage in Höhe von €1.062 Millionen führte (Bruttoemissionserlös). Ebenso erhöhte der im Geschäftsjahr 2020 erzielte Konzernjahresüberschuss von €368 Millionen das Eigenkapital. Gegenläufig wirkten im Wesentlichen die für das Geschäftsjahr 2019 gezahlte Dividende von €336 Millionen sowie negative Währungseffekte in Höhe von €543 Millionen, die in den anderen Rücklagen erfasst wurden.

Die Eigenkapitalquote zum 30. September 2020 lag bei einer Bilanzsumme von €21.999 Millionen bei 46,5 Prozent (30. September 2019: 63,6 Prozent bei einer Bilanzsumme von €13.581 Millionen).

RoCE durch Effekte aus der Kaufpreisallokation stark belastet

Im Geschäftsjahr 2020 ging das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern um €452 Millionen auf €473 Millionen zurück (Vorjahr: €925 Millionen). Das Betriebsergebnis sank im Wesentlichen aufgrund gestiegener Leerstandskosten sowie höherer Abschreibungen und Aufwendungen für die im Rahmen des Erwerbs von Cypress übernommenen und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage", S. 98 f.).

Das eingesetzte Kapital stieg ebenfalls im Wesentlichen bedingt durch die Aufdeckung stiller Reserven sowie die Erfassung eines Geschäfts- oder Firmenwerts um €8.228 Millionen auf €15.827 Millionen zum 30. September 2020 (30. September 2019: €7.599 Millionen).

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) ging entsprechend von 12,2 Prozent auf 3,0 Prozent zurück.

Der RoCE für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 ermittelte sich wie folgt:

€ in Millionen, außer Prozentsätze 2020 2019
Betriebsergebnis 581 1.161
Zuzüglich/Abzüglich:
Finanzergebnis ohne Zinsergebnis 1 - 47 - 36
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 9 - 6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 52 - 194
Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern (1) 473 925
Aktiva 21.999 13.581
Zuzüglich/Abzüglich:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 1.851 - 1.021
Finanzinvestments - 1.376 - 2.758
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - - 12
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten - 3.450 - 2.213
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 505 22
Eingesetztes Kapital (2) 15.827 7.599
RoCE (1)/(2) 3,0 % 12,2 %

1 Das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2020 und 2019 betrug minus €148 Millionen beziehungsweise minus €72 Millionen und enthielt ein Zinsergebnis von minus €101 Millionen beziehungsweise minus €36 Millionen.

Darstellung der Finanzlage

Cash-Flow

€ in Millionen 2020 2019
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.817 1.603
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 7.172 - 2.488
Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 6.274 1.167
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 6 - 2
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 913 280
Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 83 9
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 830 289

Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten gestiegen

Im Geschäftsjahr 2020 ergab sich ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.817 Millionen, eine Erhöhung um €214 Millionen im Vergleich zu €1.603 Millionen im Vorjahr. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.797 Millionen wirkten insbesondere Veränderungen der Vorräte sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €99 Millionen positiv auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Der Mittelabfluss für Ertragsteuern und Zinsen belief sich auf insgesamt €180 Millionen. Die übrige Veränderung resultierte aus der Veränderung der Rückstellungen, dem sonstigen nicht zahlungswirksamen Ergebnis sowie den Gewinnen aus dem Abgang von Sachanlagen.

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2019 hatte €1.603 Millionen betragen. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €2.070 Millionen wirkten insbesondere Veränderungen der Vorräte sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €277 Millionen mindernd auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Der Mittelabfluss für Ertragsteuern und Zinsen belief sich auf zusammen €167 Millionen.

Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geprägt durch Kaufpreiszahlung für Cypress

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf €7.172 Millionen. Darin ist die Auszahlung für den Erwerb von Cypress in Höhe von €7.433 Millionen enthalten (Nettoauszahlung, das heißt abzüglich übernommener Zahlungsmittel). Der Saldo aus den Käufen und Verkäufen von Finanzinvestments führte zu einem Zahlungsmittelzufluss in Höhe von €1.372 Millionen. Des Weiteren resultierte ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von €915 Millionen aus Investitionen in Sachanlagen sowie €184 Millionen aus Investitionen in sonstige immaterielle und sonstige Vermögenswerte.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2019 €2.488 Millionen betragen. Davon entfielen auf Investitionen in Sachanlagen €1.295 Millionen, €156 Millionen auf sonstige immaterielle und sonstige Vermögenswerte sowie €123 Millionen auf den Erwerb von 100 Prozent der Anteile an Siltectra. Im Saldo entfielen €924 Millionen auf Auszahlungen für den Kauf von Finanzinvestments.

Aufnahme von Finanzschulden, Kapitalerhöhung und Begebung von Hybridanleihe führten zu Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf €6.274 Millionen. Hierin enthalten waren Nettozuflüsse in Höhe von €4.443 Millionen aus der Aufnahme von Finanzschulden. Im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress wurden im April 2020 Laufzeitendarlehen in Höhe von insgesamt US$3,3 Milliarden aufgenommen. Ein Teil dieser Darlehen (US$555 Millionen) wurde im Berichtszeitraum bereits zurückgeführt. Des Weiteren emittierte Infineon am 24. Juni 2020 unter dem hierfür etablierten EMTN-Programm (European Medium Term Notes) nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen in vier Tranchen mit einem Nominalwert von insgesamt €2,9 Milliarden (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 179 f.). Die Tilgung von Finanzschulden, die von Cypress übernommen wurden, führte zu einem Zahlungsmittelabfluss in Höhe von €978 Millionen. Im Mai 2020 wurde außerdem eine Kapitalerhöhung durchgeführt, die in einem Nettozufluss von €1.040 Millionen resultierte. Die Emission einer Hybridanleihe in zwei Tranchen im Oktober 2019 führte zu einem Nettozufluss in Höhe von €1.184 Millionen (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 21, S. 188 f.). Gegenläufig wirkte die Aus zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2019 von €336 Millionen.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf €1.167 Millionen und war im Wesentlichen durch die im Juni 2019 durchgeführte Kapitalerhöhung mit Nettozuflüssen in Höhe von €1.524 Millionen geprägt. Gegenläufig wirkte insbesondere die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 von €305 Millionen.

Free-Cash-Flow

Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet:

€ in Millionen 2020 2019
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.817 1.603
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 7.172 - 2.488
Auszahlungen (+)/Einzahlungen (-) für Finanzinvestments, Saldo - 1.372 924
Free-Cash-Flow - 6.727 39

Erwerb von Cypress belastete den Free-Cash-Flow

Im Geschäftsjahr 2020 belief sich der Free-Cash-Flow auf minus €6.727 Millionen. Er war im Wesentlichen geprägt von der Nettoauszahlung (das heißt abzüglich übernommener Zahlungsmittel) für den Erwerb von Cypress in Höhe von €7.433 Millionen.

Ohne die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress erreichte der Free-Cash-Flow einen positiven Wert von €911 Millionen. Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress beinhalten die zum 30. September 2020 bereits erfolgte Kaufpreiszahlung in Höhe von €8.222 Millionen abzüglich des übernommenen Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von €789 Millionen sowie sonstige Auszahlungen im Zusammenhang mit der Akquisition in Höhe von insgesamt €205 Millionen. Investitionen in Sachanlagen sowie in sonstige immaterielle und sonstige Vermögenswerte führten zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von €1.099 Millionen.

Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag bei €39 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.603 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen sowie sonstige immaterielle und sonstige Vermögenswerte von gesamt €1.451 Millionen und die Akquisition von Siltectra von €123 Millionen. Auszahlungen im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition von Cypress belasteten den Free-Cash-Flow mit €23 Millionen.

Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position

Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzschulden dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.851 1.021
Finanzinvestments 1.376 2.758
Brutto-Cash-Position 3.227 3.779
Abzüglich:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 505 22
Langfristige Finanzschulden 6.528 1.534
Bruttofinanzschulden 7.033 1.556
Netto-Cash-Position - 3.806 2.223

Die Brutto-Cash-Position sank im Vergleich zum Vorjahr um €552 Millionen auf €3.227 Millionen zum Bilanzstichtag. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Kaufpreiszahlung für Cypress und den damit zusammenhängenden Finanzierungsmaßnahmen wie der Emission der Hybridanleihe in zwei Tranchen im Oktober 2019, der im Mai 2020 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie der Aufnahme von Finanzschulden. Die Auszahlungen für Investitionen, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 und die vorzeitige Rückzahlung eines Teils der langfristigen Bankdarlehen aus der Akquisitionsfinanzierung wirkten sich mindernd auf die Brutto-Cash-Position aus.

Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen sowie künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien (€69 Millionen; Vorjahr: €8.201 Millionen; siehe Konzern anhang Nr. 17, S. 180), geht Infineon davon aus, den derzeit zu erwartenden Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2021 decken zu können. Dies schließt die Rückzahlung von Finanzschulden mit ein. Ebenfalls darin eingeschlossen sind sonstige finanzielle Verpflichtungen beispielsweise aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben in Sachanlagen (siehe Konzernanhang Nr. 24, S. 192). Die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2021 sind im Kapitel "Prognosebericht" beschrieben. S. 107 ff.

Bei Infineon gibt es einen Finanzierungsvertrag, der eine Reihe von marktüblichen Auflagen beinhaltet, unter anderem sogenannte "Change of Control"-Klauseln sowie die Einhaltung einer Finanzrelation (sogenannte "Debt Coverage Ratio"), die ein bestimmtes Verhältnis von einer Schuldengröße (adjustiert) zu einer Ergebnisgröße (adjustiert) vorsieht (siehe Konzernanhang Nr. 22, S. 190).

Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur

Finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen, ist die Maxime des Konzern-Treasury von Infineon. Hierbei steht das Ziel einer ausreichenden Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Auch nach der Akquisition von Cypress streben wir für unsere Bruttoliquidität einen Zielwert von €1 Milliarde plus mindestens 10 Prozent des Umsatzes an.

Die Verschuldung soll grundsätzlich nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen, sodass jederzeit Handlungsspielraum gewahrt ist. Zentrales Ziel ist die Erhaltung des Investment-Grade-Ratings. Infineon wird aktuell von S&P Global Ratings mit "BBB -" mit stabilem Ausblick eingestuft und hat sich vorgenommen, seine im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress aufgenommenen Bruttofinanzschulden mittelfristig auf einen Wert von maximal dem Zweifachen des EBITDA zurückzufahren. Für weitere Informationen zur Art, Fälligkeits-, Währungs- und Zinsstruktur der Bruttofinanzschulden siehe Konzernanhang Nr. 17. S. 179 ff.

Die oben genannten Treasury-Grundsätze regeln konzernweit die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse.

Unseren Treasury-Grundsätzen gemäß verfolgen wir einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury.

Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben, soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und den externen Finanzierungsbedarf zu reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung zentral veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken. Zu Hedgingzwecken setzen wir im laufenden operativen Geschäft folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen (soweit sich Fremdwährungszahlungsströme im Konzern nicht ausgleichen) sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Für die Sicherung des Großteils der Fremdwährungsrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der am 16. April 2020 vollzogenen Akquisition von Cypress waren im Geschäftsjahr 2019 ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäft ("Deal Contingent Forward") und ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungsoptionsgeschäft ("Deal Contingent Option") abgeschlossen worden, die bei Vollzug der Akquisition genutzt und glattgestellt wurden. Zudem wurden im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 transaktionsabhängige Zinssicherungsgeschäfte ("Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps") in Euro und in US-Dollar abgeschlossen, um im Falle des Vollzugs der Akquisition von Cypress und damit verbundener geplanter Refinanzierungen zumindest partiell gegen das Risiko steigender Zinsen abgesichert zu sein. Ein Teil dieser Sicherungsgeschäfte wurde im Zusammenhang mit der im Juni 2020 erfolgten Begebung von Anleihen verwendet. Derivative Finanzinstrumente werden nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 202 ff., und Nr. 29, S. 207 ff.

Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien, soweit gesetzlich zulässig, direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet.

Zur Erörterung aktueller Finanzmarktentwicklungen und ihrer möglichen Auswirkungen auf Infineon sowie zur Abstimmung wichtiger Liquiditäts-, Sicherungs- und Finanzierungsthemen wurde ein quartalsweise tagendes Treasury Committee etabliert, dem neben dem Finanzvorstand auch Vertreter der Finance & Treasury-Abteilung sowie aus dem Bereich Rechnungswesen, Controlling und Steuern angehören.

Nach der am 16. April 2020 vollzogenen Akquisition wurde damit begonnen, die Finanzierungs- und Treasury-Aktivitäten von Cypress in die zentralen Infineon-Strukturen einzugliedern.

Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht

Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen

Die folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit den prognostizierten Werten und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2021.

€ in Millionen, außer Prozentsätze Ist GJ 2019 Ursprüngliche Prognose GJ 2020 1 Ist GJ 2020 Prognose GJ 2021
Hauptsteuerungskennzahlen
Segmentergebnis-Marge 16,4 % In etwa 13 % (bei einem Umsatzniveau von €8,5 Milliarden) 13,7 % In etwa 16,5 % (bei einem Umsatzniveau von €10,5 Milliarden)
Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten 39 Deutlich negativ - 6.727 Mehr als €700 Millionen
RoCE 12,2 % Deutlich rückläufig 3,0 % Etwa 6 %
Ausgewählte ergänzende Steuerungskennzahlen
Umsatz bzw. Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr 6 % Rund €8,5 Milliarden 7 % Anstieg des Umsatzes auf etwa €10,5 Milliarden plus oder minus 5 Prozent
Investitionen 1.451 Etwa €1,2 Milliarden 1.099 Zwischen €1,4 Milliarden und €1,5 Milliarden
Brutto-Cash-Position 3.779 €1 Mrd. + 35 % In der Spanne von €2,1 Milliarden bis €2,7 Milliarden und somit innerhalb des Ziels von €1 Milliarde plus mindestens 10 % vom Umsatz 2 3.227 €1 Mrd. + 26 % In der Spanne von €2,9 Milliarden bis €3,6 Milliarden und somit innerhalb des Ziels von €1 Milliarde plus mindestens 10 % vom Umsatz

1 Im Rahmen der Ad-hoc-Meldung vom 26. März 2020 wurde die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurückgezogen. Mit der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal 2020 wurde die angepasste Prognose veröffentlicht und im Zuge der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal konkretisiert. Die hier dargestellte Prognose entspricht der zuletzt im dritten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres konkretisierten Prognose.

2 Die Mittelzuflüsse aus der im Juni 2019 durchgeführten Kapitalerhöhung nicht mit einbezogen sowie ohne Berücksichtigung von Cypress.

Vergleich ursprünglicher Prognose mit Ist-Werten für das Geschäftsjahr 2020

Für das Geschäftsjahr 2020 war ursprünglich ein Umsatzwachstum von 5 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte prognostiziert worden (ohne den Umsatzbeitrag von Cypress). Unter Berücksichtigung des Cypress-Umsatzes rechnete Infineon mit einem deutlichen Anstieg des Konzernumsatzes im Geschäftsjahr 2020. Aufgrund der zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend abschätzbaren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie wurde die Prognose am 26. März 2020 zurückgezogen und im Rahmen der am 4. Mai 2020 veröffentlichten Ergebnisse für das zweite Quartal auf €8,4 Milliarden, plus oder minus 5 Prozent angepasst. Diese Prognose beinhaltete den Beitrag von Cypress, da die Akquisition zwischenzeitlich abgeschlossen worden war. Mit der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2020 Anfang August wurde die Erwartung für den Umsatz auf €8,5 Milliarden präzisiert. Im Geschäftsjahr 2020 wurde nun ein Umsatz von €8.567 Millionen erzielt.

Im Rahmen der angepassten Prognose für die Umsatzentwicklung wurde Anfang Mai auch die Erwartung für die Höhe der Segmentergebnis-Marge angepasst. Ursprünglich war eine Segmentergebnis-Marge von 16 Prozent prognostiziert worden (ohne Cypress). Unter Berücksichtigung von Cypress sollte die Segmentergebnis-Marge in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2019 liegen. Anfang Mai wurde die Prognose zunächst auf 12 Prozent im Mittelpunkt der Spanne für den erwarteten Umsatz reduziert (inklusive Cypress). Anfang August wurde dieser Wert dann auf 13 Prozent erhöht. Schlussendlich konnte diese Prognose leicht übertroffen werden: Die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2020 lag bei 13,7 Prozent.

Für den Free-Cash-Flow war ohne Berücksichtigung von Cypress ursprünglich ein Wert in der Spanne von €500 Millionen bis €700 Millionen erwartet worden. Unter Berücksichtigung der Kaufpreiszahlung und sonstiger Kosten im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress wurde ein deutlich negativer Free-Cash-Flow prognostiziert. Im Rahmen der im Mai 2020 angepassten Prognose wurde erwartet, dass der Free-Cash-Flow ohne die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress bei €100 Millionen bis €300 Millionen liegen würde. Anfang August wurde diese Annahme auf über €600 Millionen erhöht. Der letztlich erzielte Free-Cash-Flow lag bei minus €6.727 Millionen. Ohne die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress hätte der Free-Cash-Flow €911 Millionen betragen.

Ohne Berücksichtigung von Cypress sollte die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2019 liegen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Cypress wurde antizipiert, dass sich der RoCE deutlich rückläufig entwickeln würde. Diese Erwartung wurde im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht mehr angepasst. Tatsächlich lag der RoCE für das Geschäftsjahr 2020 im Wesentlichen aufgrund der Effekte aus der Kaufpreisallokation bei 3,0 Prozent und war damit im Vergleich zum Vorjahreswert von 12,2 Prozent wie erwartet deutlich rückläufig.

Mit €1,1 Milliarden lagen die Investitionen sowohl unterhalb des ursprünglich prognostizierten Werts von €1,3 Milliarden (ohne Cypress) als auch unter der schrittweise bis auf €1,2 Milliarden angepassten Prognose (mit Cypress) von Anfang August 2020.

Erläuterung der Prognose für das Geschäftsjahr 2021

Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung und der internen Planung von Infineon ergeben sich die folgenden Prognosen.

Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs

Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsatzerlöse nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und teilweise mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsatzerlöse zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ein gegenüber dem Euro stärker werdender US-Dollar führt zu positiven Effekten, während sich ein gegenüber dem Euro schwächer werdender US-Dollar umsatz- und ergebnismindernd auswirkt. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €4 Millionen pro Quartal oder etwa €16 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/ US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs weiterhin zu einer Umsatzveränderung von etwa €13 Millionen pro Quartal oder etwa €50 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2021 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,15 unterstellt.

Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt

Im Kalenderjahr 2019 betrug das Wachstum der Weltwirtschaft 2,4 Prozent. Für das Kalenderjahr 2020 hatten die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Oktober 2019 ursprünglich eine leichte Beschleunigung des Wachstums auf 2,7 Prozent erwartet. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und deren negativen Folgen für die Weltwirtschaft hat der IWF seine Prognosen angepasst und erwartet für das Kalenderjahr 2020 nun einen Einbruch der Weltwirtschaft um minus 4,7 Prozent. Für das Kalenderjahr 2021 rechnen die Experten mit einer Wiederaufnahme des Wachstums und einem Anstieg um 4,8 Prozent. Risiken für die erwartete Erholung des Wirtschaftswachstums im Kalenderjahr 2021 bestehen vor allem in der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie, aber auch durch die nach wie vor ungelösten geopolitischen Konflikte.

Trotz der negativen Entwicklung der Weltwirtschaft erwarten die Marktanalysten von Omdia für den Infineon-Referenzmarkt, also den Halbleitermarkt ohne DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips sowie Mikroprozessoren, gemessen in US-Dollar im Kalenderjahr 2020 eine relativ robuste Entwicklung und ein Wachstum von 2,5 Prozent nach einem Rückgang von minus 2,2 Prozent im Kalenderjahr 2019. Positiv auf die Nachfrage nach Halbleitern wirkte dabei der Anstieg des Datenverkehrs und Datenvolumens durch den Trend, vermehrt von zu Hause aus zu arbeiten und anstelle von Geschäftsreisen Videokonferenzen abzuhalten. Dies hat zu einer Erhöhung der Nachfrage nach Daten- und Telekommunikationsservern sowie Computern und anderen elektronischen Geräten geführt. Der Ausbau der 5G-Netzwerke wurde hierdurch ebenfalls beschleunigt. Für das Kalenderjahr 2021 gehen die Marktanalysten auf Basis der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft von einer Beschleunigung des Wachstums des Halbleitermarktes auf 5,4 Prozent aus.

Anstieg des Umsatzes auf etwa €10,5 Milliarden plus oder minus 5 Prozent

In Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der für Infineon relevanten Teilbereiche des Halbleitermarktes sowie eines bei der Prognose unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,15 rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf etwa €10,5 Milliarden plus oder minus 5 Prozent. Darin enthalten ist die erstmalig erfolgende Konsolidierung von Cypress für ein gesamtes Geschäftsjahr. Gegenüber dem Umsatz im Geschäftsjahr 2020 beträgt der Umsatzanstieg im Mittelpunkt der Umsatzspanne etwa €2 Milliarden. Zu diesem Umsatzanstieg wird das Segment Automotive etwas mehr als die Hälfte beitragen. Der weitere Anstieg wird je zur Hälfte von den Segmenten Power & Sensor Systems und Connected Secure Systems getragen. Bei Industrial Power Control wird ein leichter Umsatzanstieg erwartet.

Segmentergebnis-Marge in Höhe von etwa 16,5 Prozent vom Umsatz erwartet

Ausgehend von der oben beschriebenen Prognose für die Umsatzentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2021 bei Erreichen des Mittelpunkts der Spanne für das Umsatzwachstum in etwa bei 16,5 Prozent liegen wird.

Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten

Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet das Unternehmen damit, dass der Free-Cash-Flow mehr als €700 Millionen betragen wird.

RoCE

Im Geschäftsjahr 2020 verminderte sich die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) im Wesentlichen aufgrund der Effekte aus der Kaufpreisallokation nach dem Erwerb von Cypress auf 3,0 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2021 wird erwartet, dass der RoCE bei etwa 6 Prozent liegen wird.

Brutto-Cash-Position

Die Brutto-Cash-Position wird zum Ende des Geschäftsjahres 2021 voraussichtlich innerhalb einer Spanne von €2,9 Milliarden bis €3,6 Milliarden liegen. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass möglicherweise weitere vorzeitige Teilrückzahlungen der für die Akquisition von Cypress aufgenommenen Laufzeitendarlehen erfolgen könnten. Tilgungen der ursprünglich von Cypress ausgegebenen Wandelanleihen können von Infineon zeitlich nicht beeinflusst werden, da dafür die Wandlungen durch die Gläubiger maßgeblich sind. Für unsere Bruttofinanzschulden gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization - EBITDA). Aufgrund der Akquisition von Cypress haben wir unser Bruttoverschuldungsziel überschritten, jedoch nur in einem Umfang, wie es mit der Beibehaltung des Investment-Grade-Ratings kompatibel ist. Das mittelfristige Ziel von Infineon nach der Akquisition ist eine konsequente Rückführung der Verschuldung auf beziehungsweise unter den maximalen Zielwert.

Investitionen und Abschreibungen

Für das Geschäftsjahr 2021 werden Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, in Höhe von €1,4 Milliarden bis €1,5 Milliarden erwartet. Rund ein Viertel dieses Betrags entfällt auf Fertigungsgebäude samt deren Infrastruktur sowie Bürogebäude, um so die Voraussetzungen zu schaffen, vom nächsten Marktaufschwung zu profitieren und die strukturellen Wachstumspotenziale voll zu nutzen. Die im Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen in die Fertigung im Frontend-Bereich dienen sowohl Strukturanpassungen als auch der Qualität und Innovationsthemen. Darüber hinaus wird die 300-Millimeter-Kapazität weiter ausgebaut, um das erwartete Nachfragewachstum unserer Kunden mittelfristig weiter bedienen zu können. Das größte Einzelprojekt bleibt der Weiterbau des Reinraums für die neue 300-Millimeter-Fertigung in Villach (Österreich). Je nach weiterer Entwicklung der makroökonomischen Lage gehen wir derzeit von einem Produktionsstart gegen Ende des Kalenderjahres 2021 aus. Im Backend-Bereich wird für Strukturanpassungen und Kapazitätserweiterungen ein deutlich niedrigerer Betrag als im Frontend-Bereich investiert.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden €1.099 Millionen investiert. Diese teilten sich auf in €915 Millionen für Sachanlagen und €184 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2021 werden die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten und sonstige immaterielle Vermögenswerte etwas höher als im Geschäftsjahr 2020 sein.

Die Abschreibungen werden voraussichtlich zwischen €1,5 Milliarden und €1,6 Milliarden betragen. Rund €500 Millionen des prognostizierten Betrags entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress und zu einem kleineren Teil im Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2021 erwartet das Unternehmen einen Anstieg des Konzernumsatzes auf etwa €10,5 Milliarden plus oder minus 5 Prozent. Bei Erreichen des Mittelpunkts der Umsatzprognose wird die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 16,5 Prozent vom Umsatz liegen. Die Investitionen werden auf einen Wert in der Spanne von €1,4 Milliarden bis €1,5 Milliarden steigen. Die Abschreibungen werden zwischen €1,5 Milliarden und €1,6 Milliarden betragen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten soll sich auf mehr als €700 Millionen belaufen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird voraussichtlich bei 6 Prozent liegen.

Risiko- und Chancenbericht

Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements

Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer strategischen Ziele und Wachstumstreiber. Die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie führte zu einer erheblichen Verschlechterung des weltweiten Wachstums und damit zu einem neuen wesentlichen Risiko bei Infineon. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon weiterhin vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands.

Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystem-Elemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Management-System.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Das zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen, rechtlichen und Compliance-Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab.

Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten.

Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene, die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt.

Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip kumuliert über den mehrjährigen Planungshorizont unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft.

Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer oder qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit, kumuliert bewertet über den mehrjährigen Planungshorizont) sowie die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix sind in Grafik G40 dargestellt.

Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert.

Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter * innen über unser Intranet verfügbar. Dieses bein haltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung.

Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancensteuerung formal fest (im Falle von Risiken die Vermeidung, Verminderung, Übertragung oder Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System.

Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und empfiehlt korrigierende Maßnahmen.

Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Abschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das IKS zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet.

Das IKS orientiert sich an dem vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelten Rahmenkonzept "Internal Control - Integrated Framework" und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen.

Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob

konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden;
konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden;
bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden;
Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten;
Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen.

Beurteilung der Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben.

Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch eine Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle, sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge erfasst sind.

Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert.

Sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem werden kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten.

Seit der Akquisition von Cypress im April 2020 wird im Rahmen der Zusammenführung der rechtlichen Einheiten und Prozesse das interne Kontrollsystem von Cypress in das Infineon-Kontrollsystem integriert.

Wesentliche Risiken

Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können und damit den Risikoklassen Hoch oder Mittel angehören. Soweit nicht anders vermerkt, sind diese Risiken segmentübergreifend. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben.

Die Risiken im Zusammenhang mit Cypress sind in den wesentlichen Risiken integriert und nur die im Zusammenhang mit der Akquisition und Integration entstehenden potenziellen Risiken werden getrennt als "Risiken aus der Akquisition und Integration von Cypress" dargestellt. S. 118 f.

Strategische Risiken

Risiken der Coronavirus-Pandemie (RK: Hoch)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die rasche Verbreitung der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Krankheit zu einer wesentlichen Verschlechterung der Bedingungen für die Weltwirtschaft geführt. Auch bei Infineon hat sich diese Entwicklung nachteilig auf das Geschäft und die Ertragslage im Geschäftsjahr 2020 ausgewirkt. So birgt die Coronavirus-Pandemie erhebliche Risiken für die Lieferketten, die Produktion und den Verkauf von Produkten von Infineon. Diese Auswirkungen könnten beispielsweise durch Einschränkungen der Geschäftstätigkeit der Lieferanten, der Kunden und von Infineon selbst, durch Einschränkungen von Behörden aufgrund regionaler, nationaler oder internationaler Auflagen und durch die Nichtverfügbarkeit kritischer Arbeitskräfte verursacht werden. Zum Beispiel erlebte Infineon die vorübergehende Einstellung der Produktion durch verschiedene Behörden weltweit, welche die Produktionsstätten von Infineon sowie die seiner internationalen Lieferanten und Kunden betraf. Dies hatte und hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Komponenten sowie auf das Verkaufsvolumen von Infineon. Diese Effekte könnten sich noch verstärken, je länger die Coronavirus-Pandemie anhält.

Darüber hinaus können die aufgrund der Pandemie weltweit auferlegten Reisebeschränkungen die Integration von Cypress verzögern oder eine solche Integration schwieriger und kostspieliger machen, als von Infineon erwartet. Die Coronavirus-Pandemie sowie jede andere Pandemie, Epidemie oder der Ausbruch von Infektionskrankheiten könnten sich erheblich nachteilig auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage sowie den Cash-Flow von Infineon auswirken.

Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch)

Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass wir unsere geplanten Umsätze und Ergebnisbeiträge nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen vor allem in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen.

Handels- und Zollstreitigkeiten sowie Handelsbeschränkungen, vor allem auferlegt durch die US-Regierung, können den globalen Handel und damit das Weltwirtschaftswachstum beeinträchtigen. Ursache hierfür können politische Spannungen beziehungsweise Handelskonflikte zwischen einzelnen Ländern oder Regionen sein, die durch deren kurzfristige und auch unvorhersehbare Entscheidungen erheblichen Einfluss auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben können.

Unsere Abhängigkeit vom chinesischen Markt bleibt unverändert bestehen. Dies beinhaltet das Risiko einer aus chinesischer Sicht zurückgehenden Auslandsnachfrage und eines damit einhergehenden Rückgangs der chinesischen Fertigungsauslastung. Zudem besteht das Risiko einer künftig verstärkten Eigenfertigung von bisher zugelieferten Halbleitern in China und eines zunehmenden Exports der in China produzierten Halbleiter.

Die weltweite Staatsschuldensituation hat sich durch die zur Abmilderung der Folgen der Coronavirus-Pandemie aufgelegten Konjunkturprogramme nachhaltig verschärft. Auch die Bedingungen des tatsächlichen Vollzugs des Brexits sind weiterhin ungeklärt.

Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch)

Der weltweite Halbleitermarkt ist vom globalen Wirtschaftswachstum abhängig und somit Schwankungen ausgesetzt. So besteht in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. So ist es zum Beispiel möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form mit längeren Phasen von stagnierendem Wachstum annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben.

Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch)

Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen sowie strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus können verstärkte M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) in der Halbleiterbranche möglicherweise zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation führen. Daraus zu erwartende Vorteile des Wettbewerbers sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise in der Verstärkung von Vertriebswegen zu sehen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage ergeben.

Operative Risiken

Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Hoch)

Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann.

Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können.

Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Hoch)

Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten führen.

Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden.

Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dies könnte negative Auswirkungen auf unsere geplante Investitionsquote und somit auch auf die Finanz- und Ertragslage zur Folge haben.

Die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden kann zudem wachsen, indem einzelne Kunden einen überdurchschnittlich hohen Umsatz- und Ergebnisanteil bei Infineon erreichen. Dies kann getrieben sein durch einen außerordentlichen Geschäftserfolg des jeweiligen Kunden zum Beispiel durch überdurchschnittliche Nachfrage bei seinen Produkten oder auch durch Konsolidierungstendenzen insbesondere bei einem unserer Tier1- oder Tier2-Kunden.

Entwicklung der Produktqualität (RK: Mittel)

Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeute und somit die Liefertreue haben. Mangelnde Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation von Infineon können zusätzlich die zukünftige Ertragslage von Infineon in hohem Maße beeinflussen.

Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel)

Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel)

Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können.

Zudem sind wir erheblichen Preisrisiken aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien (zum Beispiel Rohscheiben), Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) sowie im Bereich Energie ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration in der Fertigung benötigen. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2021 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe sowie Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder mittels Preisanpassungen an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel)

Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge und somit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Fertigung geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise bei Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Fertigungsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Fertigungskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Veränderungen im Fertigungsprozess kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen.

Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel)

Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden.

Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel)

Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Der erworbene Geschäftsbetrieb von Cypress ist bei der Herstellung seiner Produkte, einschließlich Waferherstellung, Montage, Verpackung und Prüfung, in hohem Maße auf unabhängige Auftragnehmer und Subunternehmer angewiesen. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage haben.

Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiter * innen (RK: Mittel)

Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter * innen. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter * innen zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Finanz- und Ertragslage haben.

Finanzrisiken

Währungsrisiken (RK: Mittel)

Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Die Integration des Geschäfts von Cypress wird diesen Überschuss erhöhen.

Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ertragslage trotz Sicherungen negativ beeinflussen.

Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel)

Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls eines oder mehrerer unserer ausgewählten Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben.

Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 29 entnommen werden. S. 207 ff.

Rechtliche und Compliance-Risiken

Qimonda-Insolvenz (RK: Mittel)

Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der damit in Verbindung stehenden Klage des Insolvenzverwalters sind wir potenziellen Risiken ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 25 beschrieben sind. S. 193 f.

Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2020 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren von Qimonda entstehen können.

Urheberrechte und Patente (RK: Mittel)

Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen.

Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung.

Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätte.

Weitere Informationen zu Rechtsstreitigkeiten und staatlichen Untersuchungsverfahren sind dem Konzernanhang unter Nr. 25 zu entnehmen. S. 192 ff.

Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel)

Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein.

Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch die Vermögens- und Ertragslage beeinträchtigt werden könnten.

Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel)

Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeiter * innen und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen.

Gleichzeitig besteht bei Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen das Risiko, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen.

Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter * innen laufend.

Risiken aus der Akquisition und Integration von Cypress (RK: Mittel)

Aufgrund der Größe und Bedeutung der Akquisition von Cypress werden im Folgenden die wesentlichen Risiken dargestellt, die sich negativ auf das laufende oder künftige Geschäft, die Finanzlage, den Aktienkurs oder Dividendenzahlungen auswirken können.

Die aufgeführten Risiken erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ferner impliziert die Reihenfolge ihrer Nennung keine Wertigkeit der Risiken.

Risiken aus der Finanzierung der Akquisition

Im Zusammenhang mit der Akquisition schloss Infineon am 3. Juni 2019 mit verschiedenen internationalen Banken einen Vertrag über eine syndizierte Kreditfazilität mit zwei Währungen in Höhe von €6,6 Milliarden Brückenfazilität und US$3,3 Milliarden Laufzeitendarlehen ab.

Nach der Kapitalerhöhung von Infineon am 18. Juni 2019 und der Emission einer Hybridanleihe in zwei Tranchen am 1. Oktober 2019 wurde ein Gesamtbetrag von €2,7 Milliarden der syndizierten Darlehen von Infineon gekündigt. Bei Abschluss der Akquisition am 16. April 2020 wurden die verbleibenden Beträge in Höhe von €3,9 Milliarden und US$3,3 Milliarden vollständig in Anspruch genommen. Im Anschluss wurden innerhalb von zwei Monaten weitere wichtige Refinanzierungsmaßnahmen umgesetzt. Zunächst erfolgte im Mai 2020 eine Kapitalerhöhung im Volumen von etwas mehr als €1,0 Milliarden im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens, wodurch der gesamte geplante Eigenkapitalanteil der Refinanzierung der Akquisition von Cypress abgeschlossen werden konnte. Im Juni 2020 emittierte Infineon unter dem neu etablierten EMTN-Programm (European Medium Term Notes) Unternehmensanleihen in vier Tranchen mit einem Volumen von insgesamt €2,9 Milliarden. Mit den Erlösen aus beiden Maßnahmen konnte die Brückenfazilität der Akquisitionsfinanzierung vollständig abgelöst werden. Überdies erfolgte im September 2020 eine vorzeitige Teiltilgung der Laufzeitendarlehen in Höhe von US$555 Millionen aus vorhandener Liquidität. Damit sind unter dem Kreditfazilitätsvertrag per 30. September 2020 noch Laufzeitendarlehen von insgesamt knapp US$2,8 Milliarden mit gestaffelten Fälligkeiten in den Jahren 2022, 2023 und 2024 ausstehend.

Die Kreditvereinbarung enthält bestimmte marktübliche Verpflichtungen, Beschränkungen und Zusicherungen, welche die operative Flexibilität von Infineon einschränken können.

Nichterreichung von strategischen oder operativen Zielen und Risiken im Zusammenhang mit der Integration

Unsere strategischen und operativen Ziele bezüglich der Akquisition und Integration von Cypress basieren auf unseren Annahmen und Schätzungen, die sich nachträglich als unzutreffend erweisen könnten. Hierzu gehören die finanzielle und operative Entwicklung von Cypress, das Synergie- und Innovationspotenzial beider Unternehmen sowie zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen und Marktveränderungen.

Bei unerwarteten Schwierigkeiten im Rahmen der Integration, bei einem sich schwächer als erwartet entwickelnden Geschäft von Cypress oder anderen unvorhergesehenen Abweichungen in der Geschäftsentwicklung ist nicht auszuschließen, dass wir gezwungen sein könnten, eine Wertminderung von langfristigen Vermögenswerten und/oder des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der Akquisition von Cypress zu erfassen.

Belastend auswirken könnte sich insbesondere auch der mögliche Verlust von Mitarbeiter * innen in Schlüsselpositionen. Für die erfolgreiche Integration und Umsetzung einer gemeinsamen Strategie benötigen wir Führungskräfte und Talente von Infineon und Cypress. Wenn es uns zum Beispiel wegen der potenziellen Unsicherheit bei den Mitarbeiter * innen in Bezug auf Arbeitsplätze, Standorte oder Kultur nicht gelingen sollte, diese zu halten, könnte dies die effiziente Integration und Nutzung der jeweiligen Stärken der beiden Unternehmen beeinträchtigen.

Maßnahmen zur Umsetzung der Risikosteuerungsstrategie

Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend.

Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben.

Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen.

Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen.

Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit initiiert mit dem Ziel, die Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen weiter zu verbessern. Diese Absicherung erreichen wir im Wesentlichen durch den Betrieb unseres globalen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Mit dem systematischen Ansatz des Managementsystems versuchen wir, alle möglichen IT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und sicherzustellen, dass wir wirksame Prozesse und Tools zur Risikominimierung und -vermeidung anwenden. Unser ISMS deckt alle Unternehmensbereiche ab und ist gemäß der weltweit anerkannten Norm ISO/IEC 27001 zertifiziert. Im Rahmen regelmäßiger interner und externer Audits werden alle relevanten Risikobereiche kontinuierlich überprüft und optimiert.

Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften.

Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir ein konzernweites Compliance-Management-System etabliert, das wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Der Compliance-Officer berichtet quartalsweise an den Finanzvorstand und den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren.

Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung

Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Die Gesamtrisikolage ist im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr. Einzelrisiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt.

Chancen

Im Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse (CK) analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben.

Die wesentlichen im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress entstehenden potenziellen Chancen werden nachfolgend unter "Chancen aus der Akquisition und Integration von Cypress" dargestellt.

Chancen aus der Akquisition und Integration von Cypress (CK: Mittel)

Die Produkte und Technologien von Infineon und Cypress ergänzen sich hervorragend und setzen in ihren jeweiligen Bereichen die Standards. Zu unseren Leistungshalbleitern, Sensoren und Mikrocontrollern für Automobil- und Sicherheitsanwendungen kommen Konnektivität, Mehrzweck-Mikrocontroller für Industrie- und IoT-Anwendungen samt Software sowie Speicher für spezifische Anwendungen hinzu ("grow in scope").

Zusammen entstand ein umfassendes Portfolio zum Angebot kompletter Systemlösungen, wie sie für die Verbindung der realen mit der digitalen Welt gebraucht werden. Die sichere Vernetzung energieeffizienter Geräte ist dabei der Schlüssel für den Erfolg. Eine ganze Reihe relevanter Anwendungen steht gerade am Beginn von Wachstumsphasen, die sich mit funktionaler Integration adressieren lassen.

Wir treiben unsere Strategie "Vom Produkt zum System" voran und stärken und erweitern unseren Kern durch Wachstum in angrenzenden und neuen Feldern. Zwei Beispiele: Die Verbindung der Sicherheitsexpertise von Infineon mit dem Know-how zu Konnektivität von Cypress beschleunigt den Eintritt in neue industrielle IoT-Anwendungen. Bei Automobilhalbleitern bietet das erweiterte Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speichern großes Potenzial, insbesondere mit Blick auf deren wachsende Bedeutung für Fahrerassistenzsysteme und neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug.

Auch bei anderen Aspekten als den Produktportfolios sind die beiden Unternehmen komplementär zueinander. Dies gilt für geografische Schwerpunkte und Vertriebskanäle. So erhält Infineon durch Cypress breiteren Marktzugang insbesondere in Japan sowie bei Distributoren. Bei Forschung und Entwicklung bauen wir unsere Position im Silicon Valley aus. Hinsichtlich seiner Fertigungsstrategie setzt Cypress, bedingt durch sein Produktportfolio, in wesentlich stärkerem Maße auf Auftragsfertigung. Die Kombination wird dazu beitragen, unser Geschäft breiter aufzustellen und robuster zu machen, und sie kann zu zusätzlichen Kostensynergien führen.

Neue Technologien/Materialien (CK: Mittel)

Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie zum Beispiel Si in absehbarer Zeit in manchen Anwendungen seine physikalischen Grenzen erreicht.

Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien, wie beispielsweise SiC oder GaN, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen.

Strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" (CK: Mittel)

Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzwachstumspotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren.

Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte.

Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel)

Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Erneuerbare Energien spielen somit eine entscheidende Rolle, um die CO2-Emissionen zu begrenzen. Das Fernziel ist die auf dem Klimagipfel von Paris (Frankreich) im Dezember 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Die Europäische Union will im Rahmen des Green-Deal-Konzepts bis 2050 klimaneutral werden.

Halbleiter von Infineon ermöglichen eine effizientere Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie zum Beispiel in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen.

Digitalisierung (CK: Mittel)

Der Trend zur Digitalisierung birgt für Infineon ein hohes Geschäftspotenzial. Es spiegelt sich zum einen in der Optimierung interner Prozessabläufe wider, wie zum Beispiel in unseren weltweiten Fertigungslinien und deren Zusammenspiel. Zum anderen besitzen wir mit unserem Portfolio an Sensoren, Mikrocontrollern, Leistungshalbleitern und Sicherheitscontrollern sowie spezifischer Software eine ausgezeichnete Ausgangsposition, um das entstehende Marktpotenzial erfolgreich zu bedienen. Hierbei sind wir mit unserem bereits implementierten strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" bestens für die Marktdurchdringung und -entwicklung vorbereitet. Zu den Beispielen, die heute bereits sichtbar sind, zählen automatisiertes Fahren, Steuerung von Geräten und Maschinen durch Stimme und Gesten und die voranschreitende Entwicklung des IoT und von Big Data.

Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel)

Unsere eigenen Fertigungskapazitäten sowie die Fertigungskapazitäten unserer externen Fertigungspartner bieten uns genügend Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Nachfrage. Insbesondere wird mit dem sukzessiven Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland), des zweiten Fertigungsmoduls in Kulim (Malaysia) und dem Bau einer zweiten, vollautomatisierten 300-Millimeter-Fabrik am Standort Villach (Österreich) dem zunehmenden Bedarf nach Leistungshalbleitern Rechnung getragen.

Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfragen unserer bestehenden und neuen Kunden bedienen zu können. Im Geschäftsjahr 2020 profitierten wir von unserer Strategie der differenzierenden Eigenfertigung und konnten die starke Nachfrage nach MOSFETs für Rechenzentren und für die 5G-Mobilfunk-Infrastruktur sowie nach MEMS-Mikrofonen für Ohrhörer kurzfristig bedienen.

Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel)

China ist für Infineon das umsatzstärkste Land. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen für uns von höchster Bedeutung und betreffen folgende von uns bediente Märkte:

Die Autoproduktion in China wächst weiterhin, wenngleich auch mit einer geringeren Wachstumsrate. Das hohe Wachstum bei der Produktion von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen macht China seit einigen Jahren zum weltgrößten Markt für Elektromobilität. Aus diesem Grund hat Infineon im Geschäftsjahr 2018 das Joint Venture SIAPM für Leistungshalbleiterlösungen für Elektrofahrzeuge mit dem größten Autoproduzenten in China SAIC Motor gegründet, das bereits mit der Serienfertigung begonnen hat. Dies stärkt unsere Position in China und bietet weiteres Geschäftspotenzial für unser zukünftiges globales Geschäft.

China repräsentiert den größten Schienenfahrzeugmarkt der Welt und verfügt mit CRRC über den mit Abstand größten Zughersteller der Welt, der ein Kunde von Infineon ist. Neben dem weiteren Ausbau des inländischen Schienennetzes spielen internationale Infrastrukturprojekte eine zunehmende Rolle, von denen Infineon zunehmend profitiert.

China hat auf dem G20-Gipfel in Hangzhou (Volksrepublik China) im September 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und damit einer Reduzierung seiner CO2-Emissionen formal zugestimmt. Dadurch gewann der Ausbau der erneuerbaren Energien in China enorm an Bedeutung. Unsere dortige Präsenz und unsere Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Wind- und Solarbranche bieten uns weitere langfristige Wachstumschancen.

Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken.

Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel)

Wir erwarten eine weitere Zunahme des Halbleiterwerts pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach Elektromobilität, aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen.

Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2-Ziele ohne weitere Elektrifizierung nicht zu erreichen sind. Dies umfasst nicht nur die Elektromobilität, also Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge, sondern vor allem auch die Elektrifizierung von Aggregaten in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller sind wir hier sehr gut positioniert.

Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel)

Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch in der weiterhin hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Empfangssignalverstärker, Hochfrequenz-Antennenschalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs).

Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel)

Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Connected Secure Systems. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ferner eröffnen sich durch das IoT beziehungsweise Industrie 4.0 neue Märkte. Hier spielt die Authentifizierung von Geräten eine zunehmende Rolle, wofür wir entsprechende Sicherheitschips anbieten.

Finanzielle Position (CK: Mittel)

Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage", S. 103 ff., erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Geschäftsjahr 2020 war geprägt von zwei einschneidenden Ereignissen: dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zur Mitte des Geschäftsjahres und dem Abschluss der Akquisition von Cypress im April 2020.

Die Pandemie hat eine nie da gewesene Krise ausgelöst. Sie traf die Halbleiterindustrie in einer Phase, in der gerade erste Anzeichen einer Verbesserung der konjunkturellen Lage nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2019 sichtbar wurden. Infineon hat sich dieser Krise erfolgreich entgegengestellt und aus einer soliden Ausgangsposition in einem überaus herausfordernden Umfeld ein respektables Ergebnis erzielt.

Dazu hat auch die Akquisition von Cypress beigetragen, die am 16. April 2020 vollzogen wurde. In der Zusammenführung der Portfolien und der Kompetenzen der Teams von Cypress und Infineon steckt ein enormes Potenzial. Aus der Kombination von Mikrocontrollern, Sensoren, Konnektivitätsbausteinen, Leistungshalbleitern, Speichern für spezifische Anwendungen, Sicherheitslösungen inklusive Software und passender Entwicklungsumgebung für alle programmierbaren Komponenten entstand ein umfassendes Portfolio für das IoT, das automatisierte Fahren und die Entwicklung neuer Produkte, die weniger Energie verbrauchen. Auch zur Umsatz- und Profitabilitätssicherung sowie Cash-Flow-Generierung haben die ehemaligen Geschäfte von Cypress in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres bereits wesentliche Beiträge geleistet.

In Summe konnten wir dem überaus starken Konjunktureinbruch, der in vielen Ländern zur schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte geführt hat, erfolgreich begegnen. Das Infineon-Geschäft erwies sich dank der konsequenten Ausrichtung auf die strukturellen Wachstumstreiber in den Themenfeldern Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie IoT & Big Data als sehr robust. Das wird auch beim Blick auf unsere Ergebnissituation deutlich.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde, inklusive des Beitrags von Cypress, ein Umsatz von €8.567 Millionen erzielt. Dies entspricht einem Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr €1.170 Millionen, dies entspricht einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.319 Millionen. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Segmentergebnis-Marge lag bei 13,7 Prozent.

Durch die Akquisition von Cypress wurde der Free-Cash-Flow erwartungsgemäß stark belastet und betrug minus €6.727 Millionen. Ohne die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Cypress erreichte der Free-Cash-Flow einen positiven Wert von €911 Millionen.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) verringerte sich von 12,2 Prozent im Vorjahr auf 3,0 Prozent im Geschäftsjahr 2020. Das Betriebsergebnis sank im Wesentlichen aufgrund gestiegener Leerstandskosten sowie höherer Abschreibungen und Aufwendungen aus der Aufdeckung stiller Reserven, die im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb von Cypress identifiziert wurden. Das eingesetzte Kapital stieg ebenfalls im Wesentlichen bedingt durch die Aufdeckung stiller Reserven und die Erfassung eines Geschäfts- oder Firmenwerts.

Vor uns liegt ein spannendes "Jahr 1" nach der Akquisition von Cypress. Wir sehen Erholungstendenzen in einigen unserer Zielmärkte, aber noch keinen breiten Aufschwung und nach wie vor ein herausforderndes Marktumfeld mit hoher gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit. Für das Kalenderjahr 2021 rechnen die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 4,8 Prozent. Risiken für die erwartete Erholung des Wirtschaftswachstums im Kalenderjahr 2021 bestehen vor allem in der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie, aber auch durch die nach wie vor ungelösten geopolitischen Konflikte. Für den für Infineon relevanten Referenzmarkt, also den Halbleitermarkt ohne DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips sowie Mikroprozessoren, gehen die Marktanalysten von Omdia für das Kalenderjahr 2021 von einem Wachstum von 5,4 Prozent aus. In Anbetracht dieser Erwartungen sowie eines bei der Prognose unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,15 rechnen wir im Geschäftsjahr 2021 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf etwa €10,5 Milliarden plus oder minus 5 Prozent. Bei dem angestrebten Umsatzniveau erwarten wir eine Segmentergebnis-Marge von rund 16,5 Prozent (siehe Kapitel "Prognosebericht", S. 107 ff.).

Infineon Technologies AG

Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG.

Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das zentrale Treasury-Management, Investor Relations, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beide Deutschland).

Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs ("HGB") auf. Der vollständige Jahresabschluss wird separat veröffentlicht.

Ertragslage

Gewinn-und-Verlustrechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung)

€ in Millionen 2020 2019
Umsatz 5.346 5.483
Umsatzkosten - 3.745 - 3.802
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.601 1.681
Forschungs- und Entwicklungskosten - 1.091 - 1.069
Vertriebskosten - 370 - 292
Allgemeine Verwaltungskosten - 198 - 178
Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo - 2 - 63
Beteiligungsergebnis, Saldo 270 64
Zinsergebnis - 141 - 15
Übriges Finanzergebnis - 216 - 129
Ertragsteuern - 3 - 16
Ergebnis nach Steuern/Jahresfehlbetrag - 150 - 17
Entnahme aus den Gewinnrücklagen 437 355
Bilanzgewinn 287 338

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 4,8 Prozent, was zu einer Bruttomarge in Höhe von 29,9 Prozent im Geschäftsjahr 2020 führte. Der im Geschäftsjahr 2020 erzielte Jahresfehlbetrag der Infineon Technologies AG belief sich auf €150 Millionen. Beeinflusst wurde das Jahresergebnis durch einmalige Zins- und Finanzaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress sowie gegenläufig ein steigendes Beteiligungsergebnis. Nach Entnahmen aus den Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €437 Millionen verblieb ein Bilanzgewinn von €287 Millionen.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung)

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 692 778
Finanzanlagen 12.266 6.337
Anlagevermögen 12.958 7.115
Vorräte 1.207 1.142
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.659 886
Zahlungsmittel, Wertpapiere 2.587 3.592
Umlaufvermögen 5.453 5.620
Rechnungsabgrenzungsposten 116 52
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 2 1
Summe Aktiva 18.529 12.788
Ausgegebenes Kapital 2.601 2.489
Kapitalrücklage 3.515 2.553
Gewinnrücklagen 3.116 3.549
Bilanzgewinn 287 338
Eigenkapital 9.519 8.929
Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 304 225
Übrige Rückstellungen 725 586
Rückstellungen 1.029 811
Anleihen 4.634 504
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 341 400
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.125 1.131
Übrige Verbindlichkeiten 878 1.005
Verbindlichkeiten 7.978 3.040
Rechnungsabgrenzungsposten 2 7
Summe Passiva 18.529 12.788

Die Aktiva erhöhten sich zum 30. September 2020 um 44,9 Prozent auf €18.529 Millionen, verglichen mit €12.788 Millionen zum 30. September 2019. Das Anlagevermögen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um €5.843 Millionen, bedingt durch eine Kapital erhöhung bei einem verbundenen Unternehmen. Gegenläufig verringerte sich das Umlaufvermögen um €167 Millionen. Zum 30. September 2020 beliefen sich die Zahlungsmittel und Wertpapiere auf €2.587 Millionen (Vorjahr: €3.592 Millionen) und machten 47,4 Prozent des Umlaufvermögens aus. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um insgesamt €773 Millionen, bedingt durch die Übernahme des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements in diesem Geschäftsjahr von der Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg (Deutschland), nach deren Verschmelzung auf die Infineon Technologies AG.

Die Erhöhung des Eigenkapitals (€590 Millionen) war im Wesentlichen durch die im Geschäftsjahr 2020 erfolgte Kapitalerhöhung von €1.062 Millionen bedingt. Gegenläufig wirkten sich der erwirtschaftete Jahresfehlbetrag von €150 Millionen sowie die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 von €336 Millionen aus.

Im Bereich der Rückstellungen erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um insgesamt €79 Millionen, bedingt durch den rückläufigen zur Bewertung heranzuziehenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Gegenläufig wirkte sich dabei die positive Entwicklung des Zeitwerts des Planvermögens aus. Bei den übrigen Rückstellungen war ein Anstieg von insgesamt €139 Millionen zu verzeichnen; dies resultierte im Wesentlichen aus Rückstellungen im Zusammenhang mit unrealisierten Bewertungsverlusten aus Zinssicherungskontrakten in Höhe von €66 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden in Höhe von €64 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 um €4.938 Millionen auf€7.978 Millionen verglichen mit €3.040 Millionen zum 30. September 2019. Dieser Anstieg resultierte aus der Übernahme des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements im Rahmen der Verschmelzung mit der Infineon Technologies Finance GmbH sowie aus der Begebung einer Hybridanleihe in Höhe von €1.200 Millionen und der Emission von nicht nachrangigen, unbesicherten Anleihen in vier Tranchen mit einem Nominalwert in Höhe von insgesamt €2.900 Millionen.

Die Eigenkapitalquote betrug 51,4 Prozent nach 69,8 Prozent im Vorjahr.

Für Angaben zu eigenen Aktien wird auf die Ausführungen zu § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG im Jahresabschluss der Infineon Technologies AG verwiesen.

https://www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/reports-and-presentations/ annual-reports

Dividende

Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird.

Für das Geschäftsjahr 2020 wies der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €287 Millionen aus. In Bezug auf das Geschäftsjahr 2020 soll vorgeschlagen werden, aus dem Bilanzgewinn der Infineon Technologies AG in Höhe von €287 Millionen eine Dividende in Höhe von €0,22 je dividendenberechtigte Stückaktie auszuschütten. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung.

Für das Geschäftsjahr 2019 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,27 je Aktie beziehungsweise von €336 Millionen ausgeschüttet.

Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon siehe "Dividende" im Kapitel "Die Infineon-Aktie". S. 95

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen

Die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochtergesellschaften und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf das Kapitel "Risiko- und Chancenbericht". S. 110 ff.

Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen unter "Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage", S. 105 f., zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG.

https://www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/reports-and-presentations/ annual-reports

Corporate Governance

Angaben nach § 289a Abs. 1 und § 315a Abs. 1 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Zum 30. September 2020 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.611.842.274. Es ist eingeteilt in 1.305.921.137 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung.

Zum 30. September 2020 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 5.251.391 (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten nach § 33 Abs. 1 oder 2 sowie § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.

Gemäß § 67 Abs. 2 AktG bestehen im Verhältnis zur Infineon Technologies AG Rechte und Pflichten aus Aktien nur für und gegen den im Aktienregister Eingetragenen. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Postanschrift sowie eine elektronische Adresse, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Nach § 33 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2020 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2020 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit gehören dem Vorstand vier Mitglieder an. Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Aufsichtsratsmitglieder erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen.

Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist.

Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitalia der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 21. S. 188

Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen

Die Hauptversammlung vom 20. Februar 2020 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 19. Februar 2025 einmalig oder mehrmals Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (gemeinsam "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €4.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Gläubigern beziehungsweise Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen,

sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Wandlungs- und/oder Optionsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung noch auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung;
um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustände;
soweit Schuldverschreibungen gegen Sacheinlagen ausgegeben werden und der Wert der Sacheinlage in einem angemessenen Verhältnis zum Marktwert der Schuldverschreibungen steht.

Der Wandlungs- oder Optionspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz - mindestens 80 Prozent des arithmetischen Mittelwerts der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen. Weitere Einzelheiten dazu - auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Wandlungs- beziehungsweise Optionspreis ermäßigt werden kann - sind der Ermächtigung zu entnehmen.

Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien

Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Februar 2018 bis zum 21. Februar 2023 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden.

Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises.

Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie Aktienoptionsplänen genutzt oder Organmitgliedern und Arbeitnehmern im Konzern zum Erwerb angeboten beziehungsweise als Vergütungsbestandteil zugewendet und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Februar 2018 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis.

Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht nicht.

Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen.

Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Vorstandsmitgliedern oder mit Arbeitnehmern getroffen sind

Diverse Finanzierungsverträge mit kreditgebenden Banken und Kapitalmarktgläubigern sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis. Darüber hinaus ist in einem Finanzierungsvertrag vorgesehen, dass im Falle eines Kontrollwechsels von der Infineon Technologies AG die Stellung einer Sicherheit in Form einer Garantie oder wahlweise Barsicherheit verlangt werden kann.

Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche "Change of Control"-Klauseln, die bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen, ihm für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte oder sogar das Recht zur Kündigung einräumen.

Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines definierten Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung seines Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/ Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts jedoch für maximal 36 Monate, im Fall einer Abberufung/ Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. S. 130 ff.

Die mit den Vorstandsmitgliedern vereinbarten "Change of Control"-Klauseln sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels wirtschaftlich abzusichern, um auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten.

Die Bedingungen sowohl für den Performance Share-Plan, an dem neben den Vorstandsmitgliedern auch die Führungskräfte und weitere ausgewählte Mitarbeiter * innen des Unternehmens weltweit teilnehmen, als auch für den Restricted Stock Unit-Plan, der ergänzend für bestimmte Mitarbeiter * innen von Infineon zum Tragen kommt, enthalten Regelungen für den Fall eines definierten Kontrollwechsels. Diese Regelungen haben im Wesentlichen zum Gegenstand, dass die in den Planbedingungen vorgesehenen Wartefristen im Falle des Kontrollwechsels vorzeitig enden; die entsprechende Regelung im Performance Share-Plan gilt wegen der insoweit vorrangigen Anstellungsverträge jedoch nicht für die Vorstandsmitglieder.

Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB/Bericht zur Corporate Governance

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB einschließlich des Berichts zur Corporate Governance ist öffentlich zugänglich.

www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und erläutert die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder.

Grundlage des Vergütungsberichts ist neben den gesetzlichen Vorgaben vor allem der Deutsche Rechnungslegungsstandard zur Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder (DRS 17). Ergänzend enthält der Vergütungsbericht weiterhin auch die vom Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 (DCGK 2017) empfohlenen Mustertabellen - dies ungeachtet der Tatsache, dass der DCGK mit Wirkung zum 20. März 2020 neu gefasst wurde und in diesem Zusammenhang die Empfehlung zu den Mustertabellen entfallen ist. Aus Gründen der Konsistenz und Transparenz sollen die Mustertabellen bis zur Umstellung auf den neuen, durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) eingeführten Vergütungsbericht im Sinne des § 162 Aktiengesetz fortgeführt werden; dieser ist für die Infineon Technologies AG erstmals für das am 1. Oktober 2021 beginnende Geschäftsjahr verbindlich.

Vergütung des Vorstands

Vergütungssystem

Das Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder soll sich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des DCGK an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft auszurichten. Die Vergütung hat zur Förderung der Geschäftsstrategie und zur langfristigen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen. Für außerordentliche Entwicklungen soll eine Begrenzungsmöglichkeit bestehen. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet.

Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand

Im Geschäftsjahr 2020 haben sich am Vergütungssystem für den Vorstand gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen ergeben.

Sämtliche Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Zieljahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt:

Fixe Vergütung: Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird.
Variable (= erfolgsbezogene) Vergütung: Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahresbonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive).

Der Short Term Incentive ("STI") soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr honorieren. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt:

(i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstandsmitglieder Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen - ergänzt um die Segmentergebnis-Marge - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter * innen des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide genannten Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. S. 89 ff.

(ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden vom Aufsichtsrat, in Abhängigkeit von der auf Basis des testierten Jahresabschlusses ermittelten Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE, der konkrete Zielerreichungsgrad und die STI-Auszahlungsbeträge festgestellt.

Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr insgesamt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Obergrenze (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig von einem tatsächlich höheren Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt.

Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gekürzt (um ein Zwölftel für jeden an der vollständigen STI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird.

Der Mid Term Incentive ("MTI") soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine über einen längeren Zeitraum wirksame Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt auf diese Weise zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet" ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens.

Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue, jeweils dreijährige MTI-Tranche zu laufen. Am Ende der drei Jahre erfolgt eine Auszahlung in bar. Die Höhe der Auszahlung hängt wiederum von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und FreeCash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen sowohl für das RoCE- als auch das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden; andernfalls wird die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr mit null angesetzt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für die betreffende Jahresscheibe des MTI der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahres zeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Wert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt.

Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die von ihm jährlich, ausschließlich für diesen Zweck festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden und welcher Erfolg bei der Komplementierung des organischen Wachstums durch M&A-Aktivitäten zu verzeichnen ist. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent).

Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche auf Monatsbasis zeitanteilig gekürzt (um 1/36 für jeden an der vollständigen MTI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Für den Fall des Ausscheidens ist grundsätzlich sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an - gegebenenfalls zeitanteilig gekürzten - MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Anstellungsvertrag außerplanmäßig beendet werden, etwa bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird.

Der Long Term Incentive ("LTI") soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und zusätzlich einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens.

Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen, allerdings als freiwillige Unternehmensleistung - auch für die Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter * innen des Unternehmens weltweit zum Einsatz.

Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgt zum 1. März für das am vorhergehenden 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr, die endgültige Zuteilung und Übertragung (realer) Infineon-Aktien vier Jahre später.

Vorläufig zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des mit jedem Vorstandsmitglied vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungsbetrags in Euro. Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zuteilungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind (i) ein im Zusammenhang mit der vorläufigen Zuteilung zu tätigendes Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und (ii) der Ablauf einer vierjährigen, sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich (iii) die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt hat. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied nach Ablauf der Haltefrist je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze liegende Performance Shares erlöschen (Cap).

Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied frei verfügen. Das Gleiche gilt für die diesbezüglich als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist.

Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Haltefrist statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen wertentsprechenden Ausgleich in Geld zu leisten.

Eine verhältnismäßige Kürzung des LTI findet dann statt, wenn die Beschäftigungsdauer eines Vorstandsmitglieds im Jahr der LTI-Zuteilung kürzer als das Geschäftsjahr ist, auf das sich die LTI-Zuteilung bezieht. Dieser Fall tritt regelmäßig dann ein, wenn ein Vorstandsmitglied seinen Dienst nicht genau zum Beginn eines Geschäftsjahres antritt, oder dann, wenn es nicht genau zum Ende eines Geschäftsjahres ausscheidet. Die Kürzung erfolgt jeweils um ein Zwölftel des Zuteilungsbetrags für jeden an dem Geschäftsjahr der Zuteilung fehlenden ganzen Monat.

Zu einer verhältnismäßigen Kürzung kommt es auch im Fall des sogenannten "good leaver", also des Vorstandsmitglieds, das ohne eigenes Fehlverhalten, etwa wegen Erreichens der Altersgrenze, aus seinem Amt ausscheidet. Zur Gruppe der "good leaver" zählen ebenfalls die Fälle, in denen das Vorstandsmitglied seinen Vertrag bis zum vereinbarten Ende der Laufzeit ordentlich erfüllt und die Gesellschaft nur mangels Vertragsverlängerung verlässt. Bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird (sogenannter "bad leaver"), verfallen dagegen sämtliche noch nicht endgültig zugeteilten Performance Shares mit dem Zeitpunkt des Ausscheidens.

Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen.

Schließlich hat der Aufsichtsrat die - allerdings stets an sein pflichtgemäßes Ermessen gebundene - Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands oder einzelner seiner Mitglieder eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch in jedem Fall wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des betreffenden Vorstandsmitglieds beschränkt.

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2020 nach DRS 17

Gesamtvergütung

Die den Vorstandsmitgliedern gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Dr. Reinhard Ploss Vorstandsvorsitzender Dr. Sven Schneider Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 Dr. Helmut Gassel Vorstandsmitglied
in € 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.240.000 1.240.000 825.000 343.750 750.000 750.000
Nebenleistungen 37.211 39.492 55.750 23.876 70.893 69.756
Summe fixe Vergütung 1.277.211 1.279.492 880.750 367.626 820.893 819.756
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 477.950 491.700 325.875 139.688 295.460 303.960
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI) 1
Tranche 2017 - 2019 - 143.040 - - - 91.784
Tranche 2018 - 2020 159.317 163.900 - - 98.487 101.320
Tranche 2019 - 2021 159.317 163.900 108.625 46.563 98.487 101.320
Tranche 2020 - 2022 159.317 - 108.625 - 98.487 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan 2 290.050 289.287 264.125 - 165.725 165.315
Summe variable Vergütung 1.245.951 1.251.827 807.250 186.251 756.646 763.699
Gesamtvergütung 2.523.162 2.531.319 1.688.000 553.877 1.577.539 1.583.455
Jochen Hanebeck Vorstandsmitglied Gesamt Vorstand
in € 2020 2019 2020 2019 3
--- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 750.000 750.000 3.565.000 3.083.750
Nebenleistungen 34.476 35.143 198.330 168.267
Summe fixe Vergütung 784.476 785.143 3.763.330 3.252.017
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 295.460 303.960 1.394.745 1.239.308
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI) 1
Tranche 2017 - 2019 - 91.784 - 326.608
Tranche 2018 - 2020 98.487 101.320 356.291 366.540
Tranche 2019 - 2021 98.487 101.320 464.916 413.103
Tranche 2020 - 2022 98.487 - 464.916 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan 2 165.725 165.315 885.625 619.917
Summe variable Vergütung 756.646 763.699 3.566.493 2.965.476
Gesamtvergütung 1.541.122 1.548.842 7.329.823 6.217.493

1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen.

2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder basierten auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €12,50 (Vorjahr: €13,79), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Da die jährliche Zuteilung der Performance Shares für das Geschäftsjahr 2019 im Zeitpunkt des Amtsantritts von Herrn Dr. Schneider bereits stattgefunden hatte, erfolgte die Zuteilung zusammen mit und gemäß den Bedingungen der Zuteilung für das Geschäftsjahr 2020. Herrn Dr. Schneider wurden am 1. März 2020 6.214 Performance Shares für die Monate Mai bis September 2019 zugeteilt.

3 Der Vorjahreswert wurde um die Vergütung von Herrn Dominik Asam angepasst. Weitere Details hierzu siehe unter "Gesamtbezüge der früheren Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020". S. 140

Die Vorstandsmitglieder haben weder im Geschäftsjahr 2020 noch im Geschäftsjahr 2019 vom Unternehmen Kredite oder Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind.

Nebenleistungen

Gemäß ihren Anstellungsverträgen haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf einen Dienstwagen (mit Fahrer), der auch zu Privatfahrten genutzt werden kann. Die Betriebs- und Unterhaltungskosten des Dienstwagens sowie die Kosten für den Fahrer trägt die Gesellschaft. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung geht zulasten der Vorstandsmitglieder.

Weiterhin unterhält die Gesellschaft zugunsten ihrer Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung für den Todesfall (€3 Millionen) und den Fall der Invalidität (€5 Millionen).

Die übrigen Nebenleistungen beruhen im Wesentlichen auf gesetzlichen Verpflichtungen wie der Zahlung von Erfindervergütungen oder gehen zurück auf allgemeine, auch anderen Mitarbeiter * innen von Infineon zugängliche Vergünstigungen.

Aktienbasierte Vergütung

Wie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wird der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI vom Unternehmen in Form sogenannter Performance Shares gewährt, S. 132 f. Der für die Anzahl der für das Geschäftsjahr 2020 gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie betrug €18,10 (Vorjahr: €20,02).

Pro für das Geschäftsjahr 2020 gewährter Performance Share wurde ein beizulegender Zeitwert von €12,50 (Vorjahr: €13,79) zugrunde gelegt. Darin sind das für den LTI geltende Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags sowie die Performance-Hürde berücksichtigt.

Der nachfolgenden Tabelle sind die den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2020 gewährten Performance Shares zu entnehmen:

Performance Share-Plan
Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares

Anzahl
Im Geschäftsjahr neu gewährte virtuelle Performance Shares

Anzahl
Beizulegender Zeitwert bei Gewährung

in €
Im Geschäftsjahr fällig gewordene virtuelle Performance Shares 1

Anzahl
Im Geschäftsjahr verfallene virtuelle Performance Shares 2

Anzahl
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. Reinhard Ploss 2020 103.148 23.204 290.050 17.282 17.282
Vorstandsvorsitzender 2019 125.160 20.978 289.287 42.990 -
Dr. Sven Schneider 3 2020 - 21.130 264.125 - -
Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 2019 - - - - -
Dr. Helmut Gassel 2020 40.070 13.258 165.725 - -
Vorstandsmitglied 2019 28.082 11.988 165.315 - -
Jochen Hanebeck 2020 40.070 13.258 165.725 - -
Vorstandsmitglied 2019 28.082 11.988 165.315 - -
Gesamt 2020 183.288 70.850 885.625 17.282 17.282
2019 4 181.324 44.954 619.917 42.990 -
Performance Share-Plan
Vorstandsmitglied Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares

Anzahl
Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung

in €
--- --- ---
Dr. Reinhard Ploss 91.788 182.577
Vorstandsvorsitzender 103.148 188.878
Dr. Sven Schneider 3 21.130 59.802
Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 - -
Dr. Helmut Gassel 53.328 104.328
Vorstandsmitglied 40.070 107.929
Jochen Hanebeck 53.328 104.328
Vorstandsmitglied 40.070 107.929
Gesamt 219.574 451.035
183.288 404.736

1 Der Aktienkurs der am 1. Oktober 2019 fällig gewordenen virtuellen Performance Shares betrug €15,68.

2 Der Verfall der virtuellen Performance Shares im Geschäftsjahr 2020 resultierte aus dem Cap. Die endgültig zugeteilten Performance Shares dürfen 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen.

3 Da die jährliche Zuteilung der Performance Shares für das Geschäftsjahr 2019 im Zeitpunkt des Amtsantritts von Herrn Dr. Schneider bereits stattgefunden hatte, erfolgte die Zuteilung zusammen mit und gemäß den Bedingungen der Zuteilung für das Geschäftsjahr 2020. Herrn Dr. Schneider wurden am 1. März 2020 6.214 Performance Shares für die Monate Mai bis September 2019 zugeteilt.

4 Der Vorjahreswert wurde um die Vergütung von Herrn Dominik Asam angepasst. Weitere Details hierzu siehe unter "Gesamtbezüge der früheren Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020". S. 140

Bezüglich der zum 1. Oktober 2020 fällig gewordenen LTI-Tranche sowie der am 1. März 2020 für das Geschäftsjahr 2020 an die Vorstandsmitglieder gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 23. S. 191

Sonderleistungen

Sonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2020 vom Aufsichtsrat nicht gewährt.

Sonstige Zusagen

Bereits im Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft mit den damals amtierenden Vorstandsmitgliedern (von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss betroffen) eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Danach erstattet die Gesellschaft Kosten und Auslagen im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn es sich um ein Verfahren der Gesellschaft gegen das Vorstandsmitglied wegen einer Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG handelt.

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2020 nach DCGK 2017 (freiwillige Angabe)

Gewährte Zuwendungen

In der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2020 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt.

Abweichend zur Darstellung nach DRS 17 wird der STI in der nachstehenden Tabelle mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, angegeben. Der MTI wird, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" angegeben. Infineon geht dabei bei einer von 0 bis 200 Prozent reichenden Skala von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren wird der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe hierzu "Zusagen an Vorstandsmitglieder für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit" in diesem Kapitel, S. 139 f.), in die Gesamtvergütung eingerechnet.

Die den einzelnen Vorstandsmitgliedern gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Dr. Reinhard Ploss Vorstandsvorsitzender
in € 2020 2019 2020 (Min.) 2020 (Max.)
--- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.240.000 1.240.000 1.240.000 1.240.000
Nebenleistungen 37.211 39.492 37.211 37.211
Summe fixe Vergütung 1.277.211 1.279.492 1.277.211 1.277.211
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 550.000 550.000 - 1.375.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2019 - 2021 - 550.000 - -
Tranche 2020 - 2022 550.000 - - 1.100.000
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan 1 290.050 289.287 145.025 1.050.000
Summe variable Vergütung 1.390.050 1.389.287 145.025 3.525.000
Versorgungsaufwand 368.802 356.108 368.802 368.802
Gesamtvergütung (DCGK) 3.036.063 3.024.887 1.791.038 5.171.013

1 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder basierten auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €12,50 (Vorjahr: €13,79), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde.

Dr. Sven Schneider 1 Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 Dr. Helmut Gassel Vorstandsmitglied
in € 2020 2019 2020 (Min.) 2020 (Max.) 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 825.000 343.750 825.000 825.000 750.000 750.000
Nebenleistungen 55.750 23.876 55.750 55.750 70.893 69.756
Summe fixe Vergütung 880.750 367.626 880.750 880.750 820.893 819.756
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 375.000 156.250 - 937.500 340.000 340.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2019 - 2021 - 156.250 - - - 340.000
Tranche 2020 - 2022 375.000 - - 750.000 340.000 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan 2 264.125 - 132.062 956.250 165.725 165.315
Summe variable Vergütung 1.014.125 312.500 132.062 2.643.750 845.725 845.315
Versorgungsaufwand 294.037 114.134 294.037 294.037 106.961 98.324
Gesamtvergütung (DCGK) 2.188.912 794.260 1.306.849 3.818.537 1.773.579 1.763.395
Dr. Helmut Gassel Vorstandsmitglied Jochen Hanebeck Vorstandsmitglied
in € 2020 (Min.) 2020 (Max.) 2020 2019 2020 (Min.) 2020 (Max.)
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 750.000 750.000 750.000 750.000 750.000 750.000
Nebenleistungen 70.893 70.893 34.476 35.143 34.476 34.476
Summe fixe Vergütung 820.893 820.893 784.476 785.143 784.476 784.476
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) - 850.000 340.000 340.000 - 850.000
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2019 - 2021 - - - 340.000 - -
Tranche 2020 - 2022 - 680.000 340.000 - - 680.000
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan 2 82.862 600.000 165.725 165.315 82.862 600.000
Summe variable Vergütung 82.862 2.130.000 845.725 845.315 82.862 2.130.000
Versorgungsaufwand 106.961 106.961 129.139 114.234 129.139 129.139
Gesamtvergütung (DCGK) 1.010.716 3.057.854 1.759.340 1.744.692 996.477 3.043.615

1 Da die jährliche Zuteilung der Performance Shares für das Geschäftsjahr 2019 im Zeitpunkt des Amtsantritts von Herrn Dr. Schneider bereits stattgefunden hatte, erfolgte die Zuteilung zusammen mit und gemäß den Bedingungen der Zuteilung für das Geschäftsjahr 2020. Herrn Dr. Schneider wurden am 1. März 2020 6.214 Performance Shares für die Monate Mai bis September 2019 zugeteilt. Dies wurde entsprechend bei der Ermittlung der Maximalvergütung berücksichtigt.

2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder basierten auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €12,50 (Vorjahr: €13,79), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde.

Zufluss

Da die den Vorstandsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2020 gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einherging, wird nachfolgend in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2020 Mittel zugeflossen sind.

Dabei werden die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweils zugehörige Geschäftsjahr angegeben. Der MTI wird in dem Geschäftsjahr als Zufluss gezeigt, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2020 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist den Vorstandsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2020 damit die MTI-Tranche 2018-2020 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütung wird zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen angegeben. Die am 1. Oktober 2016 ausgegebenen Performance Shares, welche den Vorstandsmitgliedern nach Ende des Geschäftsjahres 2020 endgültig zugeteilt und in Form realer Infineon-Aktien übertragen wurden (siehe "Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand" in diesem Kapitel, S. 131 ff.), werden erst im Geschäftsjahr 2021 als Zufluss ausgewiesen. Der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 entspricht bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt.

Die den einzelnen Vorstandsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2020 zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Dr. Reinhard Ploss Vorstandsvorsitzender Dr. Sven Schneider Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 Dr. Helmut Gassel Vorstandsmitglied
in € 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 1.240.000 1.240.000 825.000 343.750 750.000 750.000
Nebenleistungen 37.211 39.492 55.750 23.876 70.893 69.756
Summe fixe Vergütung 1.277.211 1.279.492 880.750 367.626 820.893 819.756
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 477.950 491.700 325.875 139.688 295.460 303.960
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2017 - 2019 - 569.760 - - - 365.596
Tranche 2018 - 2020 533.500 - - - 329.800 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan - - - - - -
fällig im Geschäftsjahr 2019 - 859.370 - - - -
fällig im Geschäftsjahr 2020 270.905 - - - - -
Summe variable Vergütung 1.282.355 1.920.830 325.875 139.688 625.260 669.556
Versorgungsaufwand 368.802 356.108 294.037 114.134 106.961 98.324
Gesamtvergütung (DCGK) 2.928.368 3.556.430 1.500.662 621.448 1.553.114 1.587.636
Jochen Hanebeck Vorstandsmitglied
in € 2020 2019
--- --- ---
Fixe Vergütung
Jahresgrundgehalt 750.000 750.000
Nebenleistungen 34.476 35.143
Summe fixe Vergütung 784.476 785.143
Variable Vergütung
Einjährige variable Vergütung (STI) 295.460 303.960
Mehrjährige variable Vergütung
Mid Term Incentive (MTI)
Tranche 2017 - 2019 - 365.596
Tranche 2018 - 2020 329.800 -
Long Term Incentive (LTI)
Performance Share-Plan - -
fällig im Geschäftsjahr 2019 - -
fällig im Geschäftsjahr 2020 - -
Summe variable Vergütung 625.260 669.556
Versorgungsaufwand 129.139 114.234
Gesamtvergütung (DCGK) 1.538.875 1.568.933

Zusagen an Vorstandsmitglieder für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit

Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2020

In Übereinstimmung mit dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben alle Vorstandsmitglieder mittlerweile eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet. Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto - entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres - gutgeschrieben. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Für Herrn Dr. Ploss besteht neben der seit dem 1. Januar 2016 laufenden beitragsorientierten Zusage eine bereits vollständig erdiente, sich nicht weiter erhöhende Festbetragszusage für die Vorstandstätigkeit bis zum 31. Dezember 2015 über ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €210.000.

Soweit die Versorgungsansprüche der Vorstandsmitglieder (i) noch nicht gesetzlich unverfallbar geworden oder (ii) zwar gesetzlich unverfallbar geworden, aber nicht durch den Pensionssicherungsverein abgesichert sind, unterhält die Gesellschaft Rückdeckungsversicherungen zugunsten der betreffenden Vorstandsmitglieder, die zu ihrem Schutz an sie verpfändet sind.

Die Versorgungsregelungen der Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

Die Herren Dr. Gassel und Hanebeck haben aus ihrer früheren Beschäftigung als leitende Angestellte der Gesellschaft einen gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In ihren Anstellungsverträgen ist daher klargestellt, dass die Bereitstellungen zur Altersversorgung diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt, ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Anstellungsverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2020 betrug der Versorgungsbeitrag für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck jeweils €225.000.
Die für Herrn Dr. Ploss bestehende beitragsorientierte Ruhegehaltszusage basiert ebenfalls auf einem fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts. Für das Geschäftsjahr 2020 betrug der Versorgungsbeitrag der Gesellschaft €372.000.
Für Herrn Dr. Schneider beträgt der Versorgungsbeitrag gleichermaßen 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts. Für das Geschäftsjahr 2020 betrug der Versorgungsbeitrag der Gesellschaft €247.500.

Die für die Vorstandsmitglieder jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Anstellungsverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Anstellungsverhältnis nach Vollendung des 60. beziehungsweise für ab 2012 erteilte Zusagen nach Vollendung des 62. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt.

Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Der Barwert der Ruhegehalts- beziehungsweise der Versorgungsansprüche hängt insbesondere von der Entwicklung des anzuwendenden Rechnungszinssatzes (30. September 2020: 0,95 Prozent, 30. September 2019: 0,59 Prozent) ab.

Ruhegehaltsansprüche

in € Geschäftsjahr Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr fest gelegte Versorgungsbeiträge
Dr. Reinhard Ploss 1 2020 - 372.000
Vorstandsvorsitzender 210.000 -
2019 - 372.000
210.000 -
Dr. Sven Schneider 2020 - 247.500
Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 2019 - 103.125
Dr. Helmut Gassel 2020 - 225.000
Vorstandsmitglied 2019 - 225.000
Jochen Hanebeck 2020 - 225.000
Vorstandsmitglied 2019 - 225.000
Gesamt 2020 210.000 1.069.500
2019 2 210.000 925.125
in € Barwert des Ruhegehalts- beziehungsweise Versorgungsanspruchs Dienstzeitaufwand (im laufenden Jahr erdient)
Dr. Reinhard Ploss 1 2.474.927 368.802
Vorstandsvorsitzender 5.279.415 -
1.393.462 356.108
5.596.191 -
Dr. Sven Schneider 393.029 294.037
Finanzvorstand seit 1. Mai 2019 125.547 114.134
Dr. Helmut Gassel 2.653.885 106.961
Vorstandsmitglied 2.575.231 98.324
Jochen Hanebeck 3.279.840 129.139
Vorstandsmitglied 3.219.373 114.234
Gesamt 14.081.096 898.939
12.909.804 682.800

1 In der ersten Zeile betreffend das Geschäftsjahr 2020 beziehungsweise 2019 werden für Herrn Dr. Ploss der Versorgungsbeitrag, der Barwert und der Dienstzeitaufwand aus seiner zum 1. Januar 2016 zusätzlich gewährten beitragsorientierten Ruhegehaltszusage gezeigt. Die zweite Zeile des Geschäftsjahres 2020 beziehungsweise 2019 zeigt die Ruhegehaltsansprüche und den Barwert seiner Festbetragszusage.

2 Der Vorjahreswert wurde um die Vergütung von Herrn Dominik Asam angepasst. Weitere Details hierzu siehe unter "Gesamtbezüge der früheren Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020". S. 140

Vorzeitige Beendigung des Anstellungsvertrags

Die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder enthalten eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Vorstandsmitglieder berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihre Mandate niederzulegen und ihre Anstellungsverträge zu kündigen. In diesem Fall haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate.

Im Übrigen enthalten die Anstellungsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Anstellungsverhältnisses keine Abfindungszusage.

Gesamtbezüge der früheren Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020

Den früheren Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2020 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €2.211.263,52 (Vorjahr: €2.007.096,87) gewährt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen zum 30. September 2020 insgesamt €76.593.563 (Vorjahr: €81.187.076).

Da Herr Asam im Geschäftsjahr 2020 kein amtierendes Vorstandsmitglied mehr war, wurden seine Gesamtbezüge nicht mehr in den Gesamtbezügen nach DRS 17 ausgewiesen. Herr Asam erhielt im Geschäftsjahr 2019 eine fixe Vergütung in Höhe von €412.500 sowie Nebenleistungen in Höhe von €23.056. Mit Herrn Asam wurde außerdem ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot für die Dauer von 18 Monaten vereinbart. Als Entschädigung für dieses Wettbewerbsverbot erhielt Herr Asam im Geschäftsjahr 2020 eine einmalige Karenzentschädigung von €150.000.

Revision des Vorstandsvergütungssystems

Am 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) in Kraft getreten. Des Weiteren hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex eine Neufassung des DCGK beschlossen, die zum 20. März 2020 wirksam geworden ist. Unterstützt durch einen externen unabhängigen Vergütungsexperten hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit diesem Thema befasst. Auf der Grundlage der Vorarbeiten des Präsidialausschusses und dessen Empfehlung ist beabsichtigt, dass der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 20. November 2020 ein neues Vorstandsvergütungssystem beschließt. Dieses wird der Hauptversammlung 2021 gemäß § 120a Aktiengesetz zur Billigung vorgelegt. Es ist weiter geplant, die Vergütung der amtierenden Vorstandsmitglieder im Verlauf des Kalenderjahres 2021 auf das neue Vergütungssystem umzustellen und die Anstellungsverträge entsprechend anzupassen.

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütungsstruktur

Die Vergütung des Aufsichtsrats (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und setzt sich wie folgt zusammen:

Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €90.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres gezahlt.
Zuschläge für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €90.000, jeder seiner Stellvertreter von €30.000, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungs- und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Aufsichtsratsmitglied mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt.
Ein Sitzungsgeld von €2.000 für die persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einer seiner Ausschüsse. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen der genannten Gremien statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an.

Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente (Zahlung von einem Zwölftel des betreffenden jährlichen Vergütungsteils für jeden angefangenen Monat der Mitgliedschaft beziehungsweise Funktionsausübung).

Aufsichtsratsmitgliedern werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgelds) etwa anfallende Umsatzsteuer.

Überprüfung des Aufsichtsratsvergütungssystems

Vor dem Hintergrund des ARUG II ist gemäß § 113 Abs. 3 Aktiengesetz der Hauptversammlung auch das Aufsichtsratsvergütungssystem zur Billigung vorzulegen.

Vorstand und Aufsichtsrat sind zu der Erkenntnis gelangt, dass das aktuelle Aufsichtsratsvergütungssystem in Teilbereichen nicht mehr marktkonform ist und werden daher der Hauptversammlung 2021 Änderungen vorschlagen.

Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2020

Die den Aufsichtsratsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2020 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgelds) setzte sich wie folgt zusammen (hierbei nicht berücksichtigt ist die Umsatzsteuer in Höhe von 16 Prozent beziehungsweise im Falle der im Ausland ansässigen Aufsichtsratsmitglieder die Quellensteuer, der Solidaritätszuschlag sowie etwaige weitere Abgaben):

Aufsichtsratsvergütung

Aufsichtsratsmitglied,

in €
Geschäftsjahr Feste Vergütung Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung
Peter Bauer 1 2020 37.500 10.417 6.000 53.917
2019 90.000 25.000 24.000 139.000
Xiaoqun Clever 2, 3 2020 60.000 10.000 8.000 78.000
2019 - - - -
Johann Dechant 2020 90.000 30.000 38.000 158.000
2019 90.000 30.000 32.000 152.000
Dr. Herbert Diess 1 2020 37.500 - 4.000 41.500
2019 90.000 - 10.000 100.000
Dr. Wolfgang Eder 3 2020 90.000 90.000 30.000 210.000
2019 90.000 27.500 38.000 155.500
Dr. Friedrich Eichiner 2, 3 2020 60.000 16.667 8.000 84.667
2019 - - - -
Annette Engelfried 2020 90.000 15.000 30.000 135.000
2019 90.000 15.000 30.000 135.000
Peter Gruber 2020 90.000 15.000 22.000 127.000
2019 90.000 15.000 24.000 129.000
Gerhard Hobbach 1 2020 37.500 6.250 6.000 49.750
2019 90.000 15.000 22.000 127.000
Hans-Ulrich Holdenried 3 2020 90.000 15.000 22.000 127.000
2019 90.000 15.000 24.000 129.000
Prof. Dr. Renate Köcher 1 2020 37.500 - 4.000 41.500
2019 90.000 - 14.000 104.000
Dr. Susanne Lachenmann 2020 90.000 15.000 20.000 125.000
2019 90.000 15.000 22.000 127.000
Géraldine Picaud 3 2020 90.000 - 10.000 100.000
2019 90.000 - 16.000 106.000
Dr. Manfred Puffer 3 2020 90.000 - 18.000 108.000
2019 90.000 - 22.000 112.000
Melanie Riedl 2 2020 60.000 - 16.000 76.000
2019 - - - -
Jürgen Scholz 2020 90.000 15.000 22.000 127.000
2019 90.000 15.000 26.000 131.000
Kerstin Schulzendorf 2020 90.000 - 16.000 106.000
2019 90.000 - 18.000 108.000
Dr. Ulrich Spiesshofer 2, 3 2020 60.000 16.667 8.000 84.667
2019 - - - -
Margret Suckale 2, 3 2020 60.000 - 10.000 70.000
2019 - - - -
Dr. Eckart Sünner 1 2020 37.500 10.417 8.000 55.917
2019 90.000 84.583 34.000 208.583
Diana Vitale 2020 90.000 10.000 28.000 128.000
2019 90.000 - 22.000 112.000
Gesamt 2020 1.477.500 275.418 334.000 2.086.918
2019 1.440.000 257.083 378.000 2.075.083

1 Aufsichtsratsmitglied bis zum 20. Februar 2020. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 wurde daher zeitanteilig gewährt.

2 Aufsichtsratsmitglied seit dem 20. Februar 2020. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 wurde daher zeitanteilig gewährt.

3 Die Vertreter der Aktionäre im Aufsichtsrat haben auf ihren Anspruch auf Sitzungsgeld für bestimmte Sitzungen verzichtet. Die Gesellschaft wird das ersparte Sitzungsgeld an eine gemeinnützige Einrichtung spenden.

Aufsichtsratsmitglieder haben weder im Geschäftsjahr 2020 noch im Geschäftsjahr 2019 vom Unternehmen Kredite erhalten.

Neubiberg, den 20. November 2020

Der Vorstand

Dr. Reinhard Ploss

Dr. Sven Schneider

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung für die am 30. September 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahre

€ in Millionen Konzernanhang Nr. 2020 2019
Umsatzerlöse 4 8.567 8.029
Umsatzkosten 4 - 5.791 - 5.035
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.776 2.994
Forschungs- und Entwicklungskosten 4 - 1.113 - 945
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 4 - 1.042 - 865
Sonstige betriebliche Erträge 76 56
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 116 - 79
Betriebsergebnis 581 1.161
Finanzerträge 4 29 26
Finanzaufwendungen 4 - 177 - 98
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 5 - 9 - 6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 424 1.083
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6 - 52 - 194
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 372 889
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7 - 4 - 19
Konzernjahresüberschuss 368 870
Davon entfallen auf:
Aktionäre und Hybridkapitalinvestoren der Infineon Technologies AG 368 870
Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert: 1
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert 8 0,26 0,77
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert 8 - - 0,02
Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 8 0,26 0,75
Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert: 1
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - verwässert 8 0,26 0,77
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - verwässert 8 - - 0,02
Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 8 0,26 0,75

1 Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die am 30. September 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahre

€ in Millionen Konzernanhang Nr. 21 2020 2019
Konzernjahresüberschuss 368 870
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 1 21 - 153
Summe der Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliedert werden 21 - 153
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen - 543 85
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsgeschäften - 213 155
Kosten der Absicherung 42 - 42
Summe der Posten, die zukünftig in die Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliedert werden - 714 198
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 693 45
Gesamtergebnis nach Steuern - 325 915
Davon entfallen auf:
Aktionäre und Hybridkapitalinvestoren der Infineon Technologies AG - 325 915

1 Enthält Gewinne aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von €0 Millionen (Vorjahr: Verluste €2 Millionen).

Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 und 2019

Aktiva

€ in Millionen Konzernanhang Nr. 30. September 2020 30. September 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.851 1.021
Finanzinvestments 9 1.376 2.758
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 1.196 1.057
Vorräte 11 2.052 1.701
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen 6 77 83
Vertragsvermögenswerte 12 97 91
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 13 530 770
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - 12
Summe kurzfristige Vermögenswerte 7.179 7.493
Sachanlagen 14 4.110 3.510
Geschäfts- oder Firmenwerte 15 5.897 909
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 14 3.621 896
Nutzungsrechte 16 286 -
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 5 87 29
Langfristige Ertragsteuerforderungen 6 1 -
Aktive latente Steuern 6 627 599
Sonstige langfristige Vermögenswerte 28 191 145
Summe langfristige Vermögenswerte 14.820 6.088
Summe Aktiva 21.999 13.581
PASSIVA
€ in Millionen Konzernanhang Nr. 30. September 2020 30. September 2019
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 17 505 22
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.160 1.089
Kurzfristige Rückstellungen 18 436 383
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten 6 340 144
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 16 59 -
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 19 950 575
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 3.450 2.213
Langfristige Finanzschulden 17 6.528 1.534
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20 739 733
Passive latente Steuern 6 293 20
Langfristige Rückstellungen 18 313 283
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 16 235 -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 28 222 165
Summe langfristige Verbindlichkeiten 8.330 2.735
Summe Verbindlichkeiten 11.780 4.948
Eigenkapital: 21
Grundkapital 2.612 2.501
Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) 6.462 5.494
Hybridkapital 1.203 -
Gewinnrücklage 435 421
Andere Rücklagen - 460 254
Eigene Aktien - 33 - 37
Summe Eigenkapital 10.219 8.633
Summe Passiva 21.999 13.581

Konzern-Kapitalflussrechnung für die am 30. September 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahre

€ in Millionen Konzernanhang Nr. 27 2020 2019
Konzernjahresüberschuss 368 870
Zuzüglich: Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 19
Anpassungen zur Überleitung des Konzernjahresüberschusses auf Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit:
Planmäßige Abschreibungen 14,16 1.260 945
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6 52 194
Zinsergebnis 4 101 36
Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagen - 22 - 11
Verlust aus dem Verkauf des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten - 1
Erhaltene Dividenden 5 2 -
Wertminderungen/-aufholungen 14, 15, 30 12 6
Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis 56 16
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 46 71
Veränderung der Vorräte 11 124 - 239
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 71 - 109
Veränderung der Rückstellungen 18 65 - 25
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - - 4
Erhaltene Zinsen 4 17 25
Gezahlte Zinsen 4 - 129 - 67
Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6 - 68 - 125
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.817 1.603
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 6 - 2
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.811 1.601
Auszahlungen für Finanzinvestments 9 - 6.045 - 3.760
Einzahlungen aus Finanzinvestments 9 7.417 2.836
Akquisitionen von Geschäftseinheiten, abzüglich übernommener Zahlungsmittel 3 - 7.433 - 123
Einzahlungen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochtergesellschaften, abzüglich abgegangener Zahlungsmittel - 1 -
Investitionen in nahestehende Unternehmen 3 - 44 - 5
Auszahlungen für sonstige immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte 14 - 184 - 156
Auszahlungen für Sachanlagen 14 - 915 - 1.295
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und sonstigen Vermögenswerten 33 15
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 7.172 - 2.488
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit - 7.172 - 2.488
Veränderung der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten von nahestehenden Unternehmen 26 - - 14
Erhöhung langfristiger Finanzschulden 17 9.815 1
Rückzahlungen langfristiger Finanzschulden 17 - 5.372 - 23
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten 16 - 63 -
Auszahlungen für finanzierungsbezogene Derivate 4 - - 41
Einzahlungen aus finanzierungsbezogenen Derivaten 4 25 19
Einzahlungen aus Ausgabe von Aktien 21 1.043 1.530
Auszahlungen aus der Veränderung von Minderheiten - 2 -
Dividendenzahlungen 21 - 336 - 305
Einzahlungen aus Hybridkapital 21 1.184 -
Auszahlungen an Hybridkapitalinvestoren 21 - 20 -
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 6.274 1.167
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 6.274 1.167
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 913 280
Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 83 9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 1.021 732
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.851 1.021

Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung für die am 30. September 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahre

Ausgegebene Stückaktien
€ in Millionen, außer Anzahl von Aktien Konzernanhang Nr. 21 Anzahl Betrag Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage)
--- --- --- --- ---
Konzern-Bilanz zum 30. September 2018 1.136.995.834 2.274 4.486
Effekte aus Umstellung auf IFRS 9 und IFRS 15 - - -
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2018 1.136.995.834 2.274 4.486
Konzernjahresüberschuss - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - -
Dividenden - - - 305
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen 914.314 1 4
Aktienbasierte Vergütung 23 - - 10
Kapitalerhöhung 112.773.923 226 1.299
Konzern-Bilanz zum 30. September 2019 1.250.684.071 2.501 5.494
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2019 1.250.684.071 2.501 5.494
Konzernjahresüberschuss - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - -
Dividenden - - -
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen 237.066 1 1
Begebung Hybridkapital - - -
Zahlungen an Hybridkapitalinvestoren - - -
Aktienbasierte Vergütung 23 - - 11
Kapitalerhöhung 55.000.000 110 934
Erwerb eigener Aktien - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - 22
Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 1.305.921.137 2.612 6.462
€ in Millionen, außer Anzahl von Aktien Hybridkapital Gewinnrücklage
--- --- ---
Konzern-Bilanz zum 30. September 2018 - - 333
Effekte aus Umstellung auf IFRS 9 und IFRS 15 - 37
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2018 - - 296
Konzernjahresüberschuss - 870
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - 153
Gesamtergebnis nach Steuern - 717
Dividenden - -
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - -
Aktienbasierte Vergütung - -
Kapitalerhöhung - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2019 - 421
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2019 - 421
Konzernjahresüberschuss 39 329
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 21
Gesamtergebnis nach Steuern 39 350
Dividenden - - 336
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - -
Begebung Hybridkapital 1.184 -
Zahlungen an Hybridkapitalinvestoren - 20 -
Aktienbasierte Vergütung - -
Kapitalerhöhung - -
Erwerb eigener Aktien - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 1.203 435
Andere Rücklagen
€ in Millionen, außer Anzahl von Aktien Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen Sicherungsgeschäfte Kosten der Absicherung
--- --- --- ---
Konzern-Bilanz zum 30. September 2018 59 - 3 -
Effekte aus Umstellung auf IFRS 9 und IFRS 15 - - -
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2018 59 - 3 -
Konzernjahresüberschuss - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 85 155 - 42
Gesamtergebnis nach Steuern 85 155 - 42
Dividenden - - -
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - - -
Aktienbasierte Vergütung - - -
Kapitalerhöhung - - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2019 144 152 - 42
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2019 144 152 - 42
Konzernjahresüberschuss - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 543 - 213 42
Gesamtergebnis nach Steuern - 543 - 213 42
Dividenden - - -
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - - -
Begebung Hybridkapital - - -
Zahlungen an Hybridkapitalinvestoren - - -
Aktienbasierte Vergütung - - -
Kapitalerhöhung - - -
Erwerb eigener Aktien - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 - 399 - 61 -
€ in Millionen, außer Anzahl von Aktien Eigene Aktien Summe Eigenkapital
--- --- ---
Konzern-Bilanz zum 30. September 2018 - 37 6.446
Effekte aus Umstellung auf IFRS 9 und IFRS 15 - 37
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2018 - 37 6.483
Konzernjahresüberschuss - 870
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 45
Gesamtergebnis nach Steuern - 915
Dividenden - - 305
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - 5
Aktienbasierte Vergütung - 10
Kapitalerhöhung - 1.525
Konzern-Bilanz zum 30. September 2019 - 37 8.633
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2019 - 37 8.633
Konzernjahresüberschuss - 368
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - 693
Gesamtergebnis nach Steuern - - 325
Dividenden - - 336
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien:
Ausübung von Aktienoptionen - 2
Begebung Hybridkapital - 1.184
Zahlungen an Hybridkapitalinvestoren - - 20
Aktienbasierte Vergütung - 11
Kapitalerhöhung - 1.044
Erwerb eigener Aktien 4 4
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - 22
Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 - 33 10.219

Konzernanhang

Der Infineon-Konzern ("Infineon"), bestehend aus der Infineon Technologies AG ("die Gesellschaft") und deren direkten und indirekten Tochtergesellschaften, entwirft, entwickelt, fertigt und vermarktet ein breites Spektrum an Halbleiterprodukten und damit verbundene Systemlösungen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf Anwendungen der Automobilelektronik, Industrieelektronik, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik, Informations- und Kommunikationsinfrastruktur sowie auf hardwarebasierter Sicherheit. Das Produktspektrum umfasst Standard-, anwendungsspezifische und kundenspezifische Komponenten sowie Systemlösungen für Leistungs-, Digital-, Analog-, Hochfrequenz- und Mixed-Signal-Anwendungen. Forschungs- und Entwicklungsstandorte, Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika.

Die Infineon Technologies AG ist eine börsennotierte Gesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns. Sie hat ihren Firmensitz Am Campeon 1 - 15, 85579 Neubiberg (Deutschland), und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München (Deutschland) unter der Registernummer HRB 126492 eingetragen.

1 Grundlagen des Konzernabschlusses

Der von der Infineon Technologies AG als oberstes Mutterunternehmen aufgestellte Konzernabschluss zum 30. September 2020 wurde gemäß den vom International Accounting Standards Board ("IASB") erlassenen International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den diesbezüglichen Interpretationen, die zum 30. September 2020 anzuwenden waren, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union ("EU") übernommen sind, sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 des Handelsgesetzbuchs ("HGB") anzuwendenden Vorschriften erstellt. Die vorgenannten Standards wurden vollständig erfüllt.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert.

Das Geschäftsjahr von Infineon und der Gesellschaft endet jeweils zum 30. September eines Jahres.

Die Konzernberichtswährung lautet auf Euro ("€").

Abweichungen von Betragsangaben untereinander sind aufgrund von Rundungen möglich.

Am 20. November 2020 hat der Vorstand der Gesellschaft den Konzernabschluss aufgestellt.

Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende Standards geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die verpflichtend im Konzernabschluss zum 30. September 2020 anzuwenden sind:

Standard/Änderung/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens Auswirkung auf Infineon
IAS 19 Planänderung, -kürzung oder -abgeltung (Änderungen an IAS 19) 1. Januar 2019 keine
IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Änderungen an IAS 28) 1. Januar 2019 keine
IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichszahlung (Änderung an IFRS 9) 1. Januar 2019 keine
IFRS 16 Leasingverhältnisse 1. Januar 2019 siehe Erläuterungen unterhalb der Tabelle
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 1. Januar 2019 unwesentlich
Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2015 - 2017 - Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 sowie IAS 12 und IAS 23 1. Januar 2019 keine

IFRS 16 "Leasingverhältnisse"

Mit IFRS 16 "Leasingverhältnisse" wurde ein einheitliches Rechnungslegungsmodell eingeführt, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. IFRS 16 ersetzt alle bisherigen Standards und Interpretationen zur Leasingbilanzierung einschließlich IAS 17, IFRIC 4 sowie SIC 15 und SIC 27. Dies führt beim Leasingnehmer dazu, dass sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen künftig zu bilanzieren sind, es sei denn, es handelt sich um kurzfristige Leasingverhältnisse (Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger) oder Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Vermögenswerte (jeweils Ansatzwahlrecht). Die Rechnungslegung beim Leasinggeber sieht weiterhin die Einstufung nach Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnissen vor und unterscheidet sich hierbei nicht wesentlich von IAS 17 "Leasingverhältnisse". Infineon wendet den neuen Standard seit dem 1. Oktober 2019 nach der modifizierten retrospektiven Methode an. Entsprechend erfolgte keine Anpassung der Vorperioden.

Von der Erstanwendung waren bei Infineon im Wesentlichen die bislang als Operating Leasing klassifizierten Leasingverträge betroffen. Kurz laufende Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten (sofern sie keine Kaufoption enthielten) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert war, wurden entsprechend dem Wahlrecht nicht nach IFRS 16 bilanziert. Als Vermögenswerte von geringem Wert wurden grundsätzlich Leasinggegenstände mit einem Wert von maximal €5.000 definiert. Vertragsverhältnisse, die nach IAS 17 "Leasingverhältnisse" in Verbindung mit IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält" nicht als Leasingverhältnisse eingestuft waren, wurden nicht nach der Definition eines Leasingverhältnisses in IFRS 16 überprüft. Für alle neuen Leasingverträge nach dem 1. Oktober 2019 wurde IFRS 16 angewandt.

Infineon identifizierte folgende Kategorien von Leasingverhältnissen, bei denen es aufgrund der Umstellung auf IFRS 16 zum 1. Oktober 2019 zu einer Bilanz ie rung von bislang als Operating Leasing erfassten Verträgen als Leasing im Sinne von IFRS 16 kommt: Immobilien, technische Anlagen, Fahrzeuge und sonstige geleaste Vermögenswerte. Bei der Erstanwendung von IFRS 16 wurde das Nutzungsrecht für den Leasingvermögenswert aus Operating Leasing grundsätzlich mit dem Betrag der abgezinsten Leasingzahlungen bewertet. Dabei wurde der durchschnittlich gewichtete Grenzfremdkapitalkostenzinssatz (1,7 Prozent) zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 angewendet. Bei Vorliegen von abgegrenzten Leasingverbindlichkeiten wurde das zu aktivierende Nutzungsrecht um im Voraus geleistete Leasingzahlungen beziehungsweise abgegrenzte Leasingverbindlichkeiten angepasst. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der Erstanwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten nicht berücksichtigt.

Durch die Erstanwendung wurden Nutzungsrechte in Höhe von €255 Millionen und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von €262 Millionen in der Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2019 erfasst (siehe Konzernanhang Nr. 16, S. 178). Die Differenz in Höhe von €7 Millionen zwischen den beiden Abschlussposten bezieht sich auf im Voraus geleistete Leasingzahlungen sowie abgegrenzte Leasingverbindlichkeiten.

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung auf die Leasingverbindlichkeiten zum 1. Oktober 2019 dar:

€ in Millionen Summe
Nicht abgezinste Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen zum 30. September 2019 250
Kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger (short-term leases) - 4
Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten (low-value leases) - 1
Leasingverhältnisse, die abgeschlossen sind, jedoch zum 1. Oktober 2019 nicht begonnen haben - 22
Variable Leasingzahlungen - 1
Hinreichend sichere Verlängerungs- und Kündigungsoptionen 62
Brutto-Leasingverbindlichkeiten zum 1. Oktober 2019 284
Abzinsung - 22
Barwert der Leasingverbindlichkeiten durch die Erstanwendung von IFRS 16 zum 1. Oktober 2019 262

Erlassene, noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende, aus heutiger Sicht für Infineon grundsätzlich relevante, neue beziehungsweise geänderte Standards verabschiedet. Da diese Standards jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden sind beziehungsweise eine Übernahme durch die EU noch aussteht, wurden sie im Konzernabschluss zum 30. September 2020 nicht angewendet. Die neuen Standards beziehungsweise Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem jeweiligen Zeitpunkt des Inkrafttretens beginnen. Eine vorzeitige Anwendung erfolgt für gewöhnlich nicht, auch wenn einzelne Standards dies zulassen.

Standard/Änderung/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens Voraussichtliche Auswirkung auf Infineon
IAS 16 Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (Änderungen an IAS 16) 1. Januar 2022 unwesentlich
IAS 1 und IAS 8 Definition von Wesentlichkeit (Änderungen an IAS 1 und IAS 8) 1. Januar 2020 keine
IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (Änderungen an IAS 1) 1. Januar 2023 keine
IAS 37 Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags (Änderungen an IAS 37) 1. Januar 2022 unwesentlich
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderungen an IFRS 3) 1. Januar 2020 keine
IFRS 3 Verweise auf das Rahmenkonzept 1. Januar 2022 keine
IFRS 16 COVID-19-bezogene Mietkonzessionen (Änderung an IFRS 16) 1. Juni 2020 unwesentlich
IFRS 17 Versicherungsverträge inklusive Änderungen an IFRS 17 1. Januar 2023 keine
IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 (Änderungen an IFRS 4) 1. Januar 2021 keine
Interest Rate Benchmark Reform (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16) - Phase 2 1. Januar 2021 keine
Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 - 2020) 1. Januar 2022 keine
Überarbeitung des Rahmenkonzepts und Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards 1. Januar 2020 keine

2 Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst auf konsolidierter Basis die Einzelabschlüsse der Infineon Technologies AG und ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften. Als Tochtergesellschaft gilt ein Unternehmen, das von der Infineon Technologies AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht wird.

Beherrschung liegt vor, wenn Infineon variablen Rückflüssen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist oder Rechte auf solche hat und die Fähigkeit besitzt, diese Rückflüsse mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Verfügungsgewalt bedeutet, dass Infineon über bestehende Rechte verfügt, die Infineon ermöglichen, die relevanten Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, also die Aktivitäten, die im Wesentlichen die vorgenannten Rückflüsse bestimmen.

Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern Beherrschung erlangt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) und dem anteiligen beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird, falls aktivisch, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen oder, falls passivisch, erfolgswirksam vereinnahmt.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bewertungs- und Bilanzierungsgrundsätzen erstellt.

Die bilanziellen Effekte konzerninterner Transaktionen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Geschäftsbeziehungen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Eine Aufstellung der Tochtergesellschaften der Infineon Technologies AG ist im Konzernanhang Nr. 31 enthalten. S. 220 ff.

Sofern keine Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen vorliegt, es sich bei dem Beteiligungsunternehmen jedoch um ein Gemeinschaftsunternehmen oder ein assoziiertes Unternehmen handelt, werden diese nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen (siehe Konzernanhang Nr. 5, S. 166 f.).

Funktionale Währung und Währungsumrechnung

Die funktionale Währung der Infineon Technologies AG ist der Euro.

Fremdwährungstransaktionen werden von Konzernunternehmen mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in deren funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden zu dem am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung von Fremdwährungstransaktionen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst.

Die Vermögenswerte und Schulden von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Stichtagskurs zum Ende des Berichtszeitraums in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen dieser Gesellschaften werden mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet. Sämtliche aus der Konsolidierung resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral verrechnet und innerhalb des Eigenkapitals als "Andere Rücklagen" ausgewiesen.

Für die Erstellung des Konzernabschlusses ist insbesondere der Euro/US-Dollar-Wechselkurs wesentlich. Zum Stichtag 30. September 2020 betrug dieser 1,1708 (Vorjahr: 1,0935) sowie im Jahresdurchschnitt für das Geschäftsjahr 2020 1,1238 (Vorjahr: 1,1252).

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der folgenden Tabelle können die wichtigsten Bewertungsgrundsätze bei der Erstellung des Konzernabschlusses entnommen werden:

Bilanzposten Bewertungsgrundsatz
AKTIVA
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Finanzinvestments Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Unbedingter Anspruch auf Erhalt der Gegenleistung/Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Vertragsvermögenswerte Anspruch auf Gegenleistung/Wertminderung nach IFRS 9
Sachanlagen Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Geschäfts- oder Firmenwerte Impairment-only-Ansatz
Sonstige immaterielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Nutzungsrechte Fortgeführter Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen
Sonstige Vermögenswerte (kurz- und langfristig):
Sonstige finanzielle Vermögenswerte:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Designierte Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Übrige sonstige Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Bilanzposten Bewertungsgrundsatz
PASSIVA
Finanzschulden (kurz- und langfristig) Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Rückstellungen:
Pensionen Methode der laufenden Einmalprämien
Sonstige Rückstellungen (kurz- und langfristig) Erfüllungsbetrag
Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig) Fortgeführter Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen
Sonstige Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig):
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten:
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Designierte Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Übrige sonstige Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten
Eigene Aktien Anschaffungskosten
Hybridanleihen Anschaffungskosten

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen. Zahlungsmitteläquivalente enthalten teilweise Investitionen in Geldmarktfonds. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Finanzinstrumente

Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem Betrag aktiviert, auf dessen Zahlung Infineon ein unbedingtes Recht besitzt. Mit Ausnahme von Sachverhalten, die eine teilweise Erstattung des Kaufpreises an den Kunden nach sich ziehen, entspricht dies dem nach IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis. Die Folgebewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und Infineon alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind, das heißt, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Finanzielle Vermögenswerte

Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell von Infineon zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab.

Das Geschäftsmodell von Infineon zur Steuerung von Portfolien der finanziellen Vermögenswerte spiegelt wider, wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert, um Zahlungsströme zu generieren. Je nach Geschäftsmodell entstehen die Zahlungsströme durch die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme, den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte oder durch beides.

Damit ein finanzieller Vermögenswert in Form eines Schuldinstruments als zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet werden kann, dürfen die Zahlungsströme ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Diese Beurteilung wird als Zahlungsstrombedingungs- oder SPPI-Test ("solely payments of principal and interest"-Test) bezeichnet und auf der Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Auf Grundlage dessen finden bei Infineon für finanzielle Vermögenswerte folgende Bewertungskategorien Anwendung:

Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen sämtliche Vermögenswerte, deren vertragliche Bestimmungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, sofern diese Vermögenswerte mit der Absicht gehalten werden, die über ihre jeweilige Laufzeit erwarteten vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. In Folgeperioden werden finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Zinserträge, Währungsgewinne und -verluste, Wertminderungen sowie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung solcher finanziellen Vermögenswerte werden erfolgswirksam erfasst.

Infineon hielt zum Bilanzstichtag keine finanziellen Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme und zur Veräußerung bestimmt waren, sodass keine Zuordnung von finanziellen Vermögenswerten in Form von Schuldinstrumenten in die Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" erfolgte.

Finanzielle Vermögenswerte in Form von Schuldinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen bei Infineon sämtliche finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen.

Finanzielle Vermögenswerte in Form von Eigenkapitalinstrumenten werden bei Infineon einheitlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Nettogewinne und -verluste, einschließlich Zins- und Dividendenerträgen, aus finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Schuld- und Eigenkapitalinstrumente), werden in der Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst.

Zu den finanziellen Vermögenswerten zählen des Weiteren "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen)".

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Infineon bestimmt bei finanziellen Vermögenswerten in Form von Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Grundsätzlich erfolgt die Ermittlung der zukünftig zu erwartenden Kreditverluste durch Multiplikation der Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default) mit dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts (Exposure at Default) und der erwarteten Schadenquote (Loss Given Default).

Infineon ermittelt Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste hauptsächlich für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Finanzinvestments, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die erwarteten Kreditverluste werden zum jeweiligen Bilanzstichtag angepasst, um Änderungen im Kreditrisiko seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Instruments zu berücksichtigen.

Für die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ermittelt Infineon gemäß dem allgemeinen Ansatz Kreditverluste, die in den nächsten zwölf Monaten (Zwölf-Monats-Kreditverluste) erwartet werden. Wegen ihrer kurzfristigen Fälligkeit entspricht dies den erwarteten Kreditverlusten über die Gesamtlaufzeit. Infineon stuft das Kreditrisiko für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments als gering ein. Infineon geht davon aus, dass ein finanzieller Vermögenswert ein geringes Kreditrisiko aufweist, wenn er über ein Investment-Grade-Rating oder ein internes, einem Investment-Grade-Rating entsprechendes Rating verfügt. Um zu beurteilen, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatz vorliegt, betrachtet Infineon angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unverhältnismäßig hohen Aufwand verfügbar sind. Dazu gehören sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf der Grundlage der historischen Erfahrungen des Unternehmens und einer fundierten Bonitätsprüfung sowie zukunftsbezogener Informationen erfolgen. Makroökonomische Informationen werden im Rahmen des internen Ratingmodells berücksichtigt (Informationen zum finanziellen Risikomanagement von Infineon sind im Konzernanhang Nr. 29, S. 207 ff., enthalten). Unabhängig von der obigen Analyse wird von einem signifikanten Anstieg des Kreditrisikos ausgegangen, wenn ein Kreditnehmer mit der Leistung einer vertraglichen Zahlung mehr als 30 Tage überfällig ist.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte ermittelt Infineon entsprechend dem vereinfachten Verfahren Kreditverluste, die über die Gesamtlaufzeit erwartet werden. Die Schätzung der erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten basiert hauptsächlich auf den Analysen der Finanzdaten der Kunden, Ratings, Credit Default Spreads, dem vergangenen Zahlungsverhalten der Kunden sowie zukunftsgerichteten Informationen.

Bei objektiven Hinweisen darauf, dass erwartete zukünftige Cash-Flows beeinträchtigt sind, wird ein finanzieller Vermögenswert als wertgemindert (mit beeinträchtigter Bonität) eingestuft und einzelwertberichtigt. In der Regel ist dies für finanzielle Vermögenswerte (sofern es sich nicht um eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen handelt) spätestens nach 90 Tagen Überfälligkeit der Fall. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt die Feststellung der beeinträchtigten Bonität nicht automatisch bei einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen, sondern immer auf Basis der individuellen Beurteilung des Kreditmanagements.

Ein Ausfallereignis ist eingetreten, wenn Infineon zu der Einschätzung kommt, dass die Gegenpartei mit hoher Wahrscheinlichkeit den Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht in voller Höhe nachkommen kann.

Finanzielle Vermögenswerte werden teilweise oder vollständig und zusammen mit hierfür zuvor erfassten Wertminderungen ausgebucht, wenn keine begründete Erwartung für eine Rückzahlung besteht. Dies ist im Allgemeinen der Fall, wenn Infineon feststellt, dass der Schuldner über keine Vermögenswerte oder Einnahmequellen verfügt, die ausreichende Cash-Flows generieren könnten, um die der Ausbuchung unterliegenden Beträge zurückzuzahlen. Auch bei Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte führt Infineon weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen zu deren Einbringung durch. Rückzahlungen werden erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Infineon unterteilt seine finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" und "Andere finanzielle Verbindlichkeiten". Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen des Weiteren "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen)".

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten umfassen bei Infineon Derivate zur Absicherung von Währungsrisiken, für die kein Hedge-Accounting erfolgt, sowie Wandlungsrechte aus Wandelanleihen, welche im Zuge der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.) übernommen wurden.

Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Abzug von Transaktionskosten bewertet. Die Folgebilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen)

Bestimmte derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken oder Risiken der Rohstoffpreisentwicklung (wie beispielsweise des Goldpreises) werden festen Verpflichtungen sowie erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden zukünftigen Transaktionen als Sicherungsinstrumente zugeordnet, um das damit verbundene Risiko abzusichern (Absicherung von Zahlungsströmen).

Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert als "sonstige kurzfristige Vermögenswerte" oder "sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" bilanziert.

Der nach Maßgabe von IFRS 9 ermittelte effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind und die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Teil einer Sicherungsbeziehung erfüllen, wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Der Gewinn oder Verlust aus dem ineffektiven Teil wird erfolgswirksam gebucht.

Im Eigenkapital direkt erfasste Beträge werden in der Periode in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst, in der das Grundgeschäft erfolgswirksam wird, oder - soweit die erwartete Transaktion später zum Ansatz eines nichtfinanziellen Vermögenswerts führt - bei erstmaligem Ansatz des nichtfinanziellen Vermögenswerts in dessen Anschaffungskosten einbezogen.

In Einklang mit den Vorschriften des IFRS 9 wird bei Fremdwährungsderivaten der Währungsbasisspread (Kosten der Absicherung) von dem designierten Sicherungsinstrument getrennt und als separate Komponente innerhalb der "Anderen Rücklagen" im Eigenkapital ausgewiesen.

Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert wird oder wenn die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleibt der bis zu diesem Zeitpunkt erfasste Gewinn oder Verlust im Eigenkapital, bis das entsprechende Grundgeschäft tatsächlich stattfindet. Sofern ein erwartetes Grundgeschäft nicht mehr eintreten wird, erfolgt eine sofortige erfolgswirksame Auflösung des im Eigenkapital aufgelaufenen Gewinns oder Verlusts.

Hybridanleihen

Die Bilanzierung von einer Hybridanleihe hängt von der konkreten Ausgestaltung des Instruments ab. Eine Hybridanleihe wird als Eigenkapital bilanziert und bewertet, wenn gewisse Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Dazu zählen unter anderem, dass die Hybridanleihe keine Endfälligkeit hat, den Investoren keine Kündigungsrechte zustehen und Ausschüttungen im Ermessen von Infineon liegen. In diesem Fall werden Disagien, Transaktionskosten, Steuereffekte und die Vergütung der Hybridkapitalgeber direkt vom Eigenkapital abgesetzt.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den unter Anwendung der Durchschnittsmethode ermittelten historischen Anschaffungskosten beziehungsweise Herstellungskosten (produktionsbezogene Vollkosten) und ihrem Nettoveräußerungswert angesetzt. Letzterer entspricht dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten noch zu erwartenden Fertigstellungs- und Vertriebskosten.

Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, Fertigungslöhne und angemessene Teile der zurechenbaren Gemeinkosten, wozu auch zurechenbare Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte zählen. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge wird auf der Grundlage einer Normalauslastung der Produktionskapazität ermittelt.

Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert der Vorräte werden konzerneinheitlich auf Produktebene für technisch obsolete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit beziehungsweise auf Basis der voraussichtlichen Absatzmöglichkeiten des jeweiligen Produkts vorgenommen.

Die Vorräte enthalten einen aus Verkäufen mit Rückgaberecht resultierenden Vermögenswert für das Recht von Infineon, Produkte bei Begleichung der Erstattungsverpflichtung von Kunden zurückzuerhalten (siehe "Umsatzrealisierung", S. 159 f.). Die Bewertung erfolgt unter Bezugnahme auf den vorherigen Buchwert der Produkte.

Vertragsvermögenswerte

Vertragsvermögenswerte werden erfasst, sofern Infineon seine Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden erfüllt hat und ein unbedingter Anspruch auf die Gegenleistung des Kunden noch nicht besteht.

Bei Infineon resultieren Vertragsvermögenswerte aus der für bestimmte Vertragsarten erfolgenden zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung sowie aus Verkäufen an einige Kunden, bei denen Infineon ein Konsignationslager unterhält und Umsatz im Zeitpunkt der Einlieferung in das Konsignationslager realisiert, wobei die Rechnung erst im Zeitpunkt der Entnahme durch den Kunden ausgestellt wird.

Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste auf Vertragsvermögenswerte werden entsprechend der Bewertungsmethode für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermittelt (siehe "Finanzinstrumente", S. 152 ff.).

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen.

Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Gebäude 25
Technische Anlagen und Maschinen 3 - 10
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 10

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte bestehen aus aktivierten Entwicklungskosten und erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie zum Beispiel Lizenzen, Technologien und Kundenbeziehungen. Diese Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer und werden unter Berücksichtigung linearer Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Den planmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte liegen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Aktivierte Entwicklungskosten 3 - 10
Kundenbeziehungen 1 - 12
Technologien 1 - 12
Lizenzen und ähnliche Rechte 3 - 5
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte 3 - 12

Weder im Geschäftsjahr 2020 noch im Geschäftsjahr 2019 verfügte Infineon über sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer.

Werthaltigkeit von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten

Infineon überprüft langfristige Vermögenswerte einschließlich Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte auf mögliche Wertminderungen, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert eines Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Unabhängig davon, ob irgendein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, werden noch nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegende sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten (siehe auch "Forschungs- und Entwicklungskosten", S. 160) einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen.

Die Werthaltigkeit eines Vermögenswerts wird durch einen Vergleich seines Buchwerts mit seinem erzielbaren Betrag ermittelt. Sofern es nicht möglich ist, den erzielbaren Betrag des einzelnen Vermögenswerts zu ermitteln, wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert zugeordnet ist, mit ihrem erzielbaren Betrag verglichen.

Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (sogenannte Cash Generating Unit - "CGU") stellt die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten dar, die weitestgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten Mittelzuflüsse aus fortgeführter Tätigkeit erzeugt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert wird anhand diskontierter zukünftiger Zahlungsströme berechnet. Um die zukünftigen Zahlungsströme abschätzen zu können, ist erhebliches Ermessen des Managements erforderlich.

Wird ein Vermögenswert oder eine zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert eingestuft, bemisst sich die Höhe der zu erfassenden Wertminderung nach dem Betrag, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag überschreitet.

Liegt der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter dem Buchwert der Einheit, wird die Wertminderung pro rata auf die darin enthaltenen, vom Anwendungsbereich des IAS 36 erfassten Vermögenswerte verteilt. In Vorjahren erfasste Wertminderungen für Vermögenswerte werden zurückgenommen, soweit sich seit der letzten Wertminderung eine Änderung der zugrunde liegenden Schätzung ergeben hat und sich in der Folge ein geringerer Wertminderungsbedarf ergibt. Es erfolgt maximal eine Zuschreibung bis zu dem Buchwert, der bestimmt worden wäre (abzüglich der planmäßigen Abschreibungen), wenn in früheren Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ist der Betrag, um den die übertragene Gegenleistung (Kaufpreis) für die Erlangung der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb den beizulegenden Nettozeitwert der erworbenen, separat identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden im Erwerbszeitpunkt übersteigt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird denjenigen CGUs oder Gruppen von CGUs zugeordnet, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird nur bei Vorliegen einer Wertminderung abgeschrieben. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird von Infineon auf Ebene der operativen Segmente einmal jährlich zum 30. Juni sowie dann, wenn Ereignisse oder veränderte Rahmenbedingungen darauf hindeuten, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken sein könnte, auf eventuelle Wertminderungen überprüft. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert des jeweiligen operativen Segments, dem der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, den erzielbaren Betrag dieser Einheit, wird zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Für erfasste Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert sind Wertaufholungen in Folgeperioden nicht zulässig.

Leasing von Vermögenswerten (IAS 17; relevant bis 30. September 2019)

Infineon ist Leasingnehmer von Sachanlagen, die nach IAS 17 "Leasingverhältnisse" in Operating- beziehungsweise Finanzierungsleasingverträge einzuteilen waren. Bei Operating-Leasingverträgen wurden die Mietaufwendungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.

Leasing von Vermögenswerten (IFRS 16; relevant ab 1. Oktober 2019)

IFRS 16 definiert ein Leasingverhältnis als eine Vereinbarung, die zur Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts über einen bestimmten Zeitraum gegen die Bezahlung eines Entgelts berechtigt.

Infineon aktiviert ein Nutzungsrecht und passiviert eine entsprechende Leasingverbindlichkeit zu Beginn eines Leasingverhältnisses jeweils mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer (siehe "Sachanlagen") beziehungsweise über die Vertragslaufzeit, sofern diese kürzer ist, abgeschrieben. Leasingverbindlichkeiten werden in der Folgebewertung nach der Effektivzinsmethode zum fortgeführten Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen bewertet und sind als Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig) passiviert.

Leasingaufwendungen für Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten (sofern sie keine Kaufoption enthalten) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung linear in den Funktionskosten erfasst. Als Vermögenswert von geringem Wert werden grundsätzlich Leasinggegenstände mit einem Wert von maximal €5.000 definiert.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Die für die leistungsorientierten Pensionspläne ausgewiesene Nettopensionsverpflichtung umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung sowie der daraus resultierende Aufwand werden gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" für jeden Plan separat jährlich durch unabhängige, qualifizierte Versicherungsmathematiker mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Die Berechnung unterliegt unter anderem Annahmen zu den Personalkostensteigerungen, der künftigen Entwicklung der Renten sowie der Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten. Die ermittelten Verpflichtungen werden auf Basis der Rendite erstrangiger festverzinslicher Unternehmensanleihen von Schuldnern sehr hoher Bonität zum Bilanzstichtag abgezinst.

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pläne werden, mit Ausnahme des Nettozinsergebnisses, sämtliche Aufwendungen und Erträge per saldo in den Funktionskosten im Betriebsergebnis erfasst. Das Nettozinsergebnis, das sich aus der Multiplikation der Nettopensionsverpflichtungen (Pensionsverpflichtungen abzüglich Planvermögen) mit dem Diskontierungssatz ergibt, wird in den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Schätzungsänderungen in Bezug auf versicherungsmathematische Annahmen sowie die Differenz zwischen dem normierten und dem tatsächlichen Ertrag aus dem Planvermögen werden direkt im Eigenkapital verrechnet und periodengerecht in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche und/oder faktische Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von wirtschaftlichen Ressourcen führen, dessen Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Im Hinblick auf Rechts- und Klageverfahren, wie beispielsweise im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, beurteilt Infineon regelmäßig die Wahrscheinlichkeit ungünstiger Verfahrensausgänge. Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, darunter Rückstellungen für wesentliche Rechtskosten, von denen zum jeweiligen Bilanzstichtag angenommen wird, dass sie wahrscheinlich eintreten können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen - und die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Sobald zusätzliche Informationen verfügbar sind, werden, sofern notwendig, die möglichen Rückstellungen für diese Verfahren neu bewertet und getroffene Einschätzungen überprüft.

Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgabe dar. Die Schätzungen von Ergebnis und finanzieller Auswirkung hängen von der Bewertung des Managements zusammen mit Erfahrungswerten und gegebenenfalls der Einschätzung unabhängiger Sachverständiger ab. Wenn der zu bewertende Sachverhalt eine große Anzahl von möglichen künftigen Entwicklungen aufweist, wird die Verpflichtung durch Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit ihren jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten geschätzt (Erwartungswertmethode).

Soweit bei Verpflichtungen erst nach mehr als einem Jahr mit Mittelabflüssen gerechnet wird, entspricht der jeweilige Erfüllungsbetrag dem Barwert der voraussichtlichen Mittelabflüsse. Eine Abzinsung erfolgt allerdings nur, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz vom Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, abhängt. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die aber wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen oder deren Vermögensabfluss sich nicht zuverlässig quantifizieren lässt. Eventualverbindlichkeiten werden nicht in der Konzern-Bilanz erfasst, sondern im Konzernanhang ausgewiesen und beschrieben (siehe Konzernanhang Nr. 24, S. 192, und Nr. 25, S. 192 ff.).

Umsatzrealisierung

Infineon erwirtschaftet Umsatzerlöse im Wesentlichen aus dem Verkauf von Halbleiterprodukten und damit verbundenen Systemlösungen. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Übergang der Kontrolle gemäß IFRS 15 (Verfügungsgewalt) über die Produkte auf die Kunden, wobei der Erhalt der Gegenleistung des Kunden wahrscheinlich sein muss. Üblicherweise enthalten Kundenverträge von Infineon lediglich jeweils eine Leistungsverpflichtung, die entweder über einen Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wird. Bei Verkäufen kundenspezifischer Produkte ohne alternativen Nutzen für Infineon, für die Infineon bereits vor Auslieferung einen Rechtsanspruch auf Zahlung für bereits erbrachte Leistungen besitzt, erfolgt eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung. Der Leistungsfortschritt wird dabei mittels einer inputbasierten Methode ermittelt und basiert auf dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten. Soweit ein Umsatz aus Produktverkäufen nicht zeitraumbezogen realisiert wird, erfolgt die Umsatzrealisierung im Regelfall bei Lieferung, da Kunden vor diesem Zeitpunkt nicht den wesentlichen Nutzen aus den Produkten ziehen können. Die Umsatzrealisierung bei Lieferungen in Konsignationslager ist von der jeweiligen individuellen vertraglichen Ausgestaltung abhängig. Verbleibt die Verfügungsgewalt aufgrund einer fehlenden vertraglichen Entnahmeverpflichtung des Kunden zunächst bei Infineon, erfolgt die Umsatzrealisierung bei Entnahme der Produkte aus dem Konsignationslager durch den Kunden. Eine frühere Umsatzrealisierung zum Zeitpunkt der Einlieferung in das Konsignationslager erfolgt in den Fällen, in denen die Kunden vertraglich bereits zum Zeitpunkt der Einlieferung in das Konsignationslager über die Verfügungsgewalt der Produkte verfügen. Entsprechend kommt es in diesen Fällen zum Ansatz eines Vertragsvermögenswerts.

Rechnungen für Produktverkäufe werden im Zeitpunkt der Lieferung beziehungsweise Entnahme durch den Kunden aus dessen Konsignationslager ausgestellt und haben ein kurzfristiges Zahlungsziel. Die Höhe der Umsatzerlöse entspricht dem erwarteten vom Kunden zu erhaltenden Transaktionspreis.

Der Transaktionspreis kann variable Komponenten wie beispielsweise Rabatte oder Preisnachlässe enthalten. Diese können bei Infineon entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen und vorhandenen Erfahrungswerten verlässlich geschätzt werden. Variable Gegenleistungen werden nur insoweit berücksichtigt, als es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Rücknahme der Umsatzerlöse kommt.

Erwartet Infineon, dass die vom Kunden erhaltene Gegenleistung aufgrund nachträglicher Rabatte an den Kunden zurückerstattet wird, kommt eine Erstattungsverpflichtung zum Ansatz, welche unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird.

Bei Verkäufen an Großhändler (Distributoren) realisiert Infineon den Umsatz bei Lieferung an die Großhändler (sogenannte Sell-in-Methode), sofern der Umsatz nicht bereits vor Auslieferung zeitraumbezogen realisiert wurde. Insbesondere beim Verkauf an Großhändler enthält der Transaktionspreis variable Komponenten. So können Großhändler gemäß der üblichen Vorgehensweise in der Halbleiterindustrie unter bestimmten Umständen um Preisabsicherungen ersuchen. Diese ermöglichen den Großhändlern, Gutschriften (Nachbelastungen) für noch nicht verkaufte Vorräte zu erhalten, wenn Infineon die Standardlistenpreise für bestimmte Produkte reduziert (erhöht) hat. Daneben können Großhändler in bestimmten Fällen und für bestimmte Produkte Ship-and-Debit-Gutschriften für Preisanpassungen beantragen. Infineon erfasst den Umsatz wie bei allen Produktverkäufen in Höhe des Transaktionspreises und bildet in der Periode, in welcher der relevante Umsatz realisiert wird, für die an den Kunden zurückzuerstattende Gegenleistung eine Erstattungsverpflichtung, die in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten ist. Die Bestimmung des Transaktionspreises bei Ship-and-Debit basiert auf rollierenden historischen Preistrends, welche aus der Differenz zwischen den Angebotspreisen und den Standardlistenpreisen für Großhändler ermittelt werden. Die Bestimmung des Transaktionspreises bei Preisabsicherungen erfolgt unter Berücksichtigung aktueller Listenpreise und des Vorratsbestands der jeweiligen Großhändler. Aufgrund der Verfügbarkeit von detaillierten Vorratsdaten der Großhändler, der Transparenz der allgemeinen Preisbildung für Standardprodukte sowie der langjährigen Erfahrung bei der Preisbildung mit Großhändlern ist Infineon in der Lage, die Anpassungen für Preisabsicherungen und Ship-and-Debit-Gutschriften zum Periodenende verlässlich zu schätzen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Großhändler begrenzt Bestände zurückgeben ("Warenrückgabe") oder um Verwurfsgutschriften ersuchen. Der Transaktionspreis wird unter Berücksichtigung der erwarteten Warenrückgabe entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen und historischen Erfahrungswerten geschätzt. Verwurfsgutschriften werden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen bei der Bestimmung des Transaktionspreises berücksichtigt und bei berechtigtem Anspruch bis zur Höhe eines bestimmten Maximalbetrags bezogen auf den Umsatz der Periode gewährt. Infineon überwacht fortwährend derartige Rückgaben und passt die Schätzungsannahmen entsprechend an. Sowohl bei der Warenrückgabe als auch bei Verwurfsgutschriften werden Gegenleistungen des Kunden, die an den Kunden zurückerstattet werden müssen, als Erstattungsverpflichtung innerhalb der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten erfasst. Andere Warenrückgaben sind nur innerhalb der regulären Gewährleistungsfrist aufgrund von Qualitätsmängeln zulässig.

Die zusätzlichen Kosten einer Vertragsanbahnung werden bei Entstehung sofort als Aufwand erfasst, wenn der sich sonst ergebende Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr betragen würde. Kosten der Vertragserfüllung werden frühestens bei Vorliegen eines erwarteten, konkret bestimmbaren Vertrags aktiviert.

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der in der Berichtsperiode veräußerten Produkte. Darüber hinaus enthalten die Umsatzkosten unter anderem Aufwendungen für Leerstandskosten, Vorratsrisiken, Gewährleistungsfälle sowie Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Erfolgswirksam zu erfassende Fremd währungseffekte sowie Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden als Teil der Umsatzkosten erfasst.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Kosten für Forschungsaktivitäten werden als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden aktiviert, sofern die Ergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten oder für verbesserte Prozesse münden. Voraussetzung für die Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger Nutzen daraus wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss Infineon die Absicht haben und in der Lage sein, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen Materialkosten, Personalkosten und direkt zurechenbare Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Die aktivierten Kosten sind als selbst erstellte immate rielle Vermögenswerte in dem Bilanzposten "sonstige immaterielle Vermögenswerte" enthalten (siehe Konzernanhang Nr. 14, S. 174 ff.). Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Entwicklungskosten werden nach Abschluss der Entwicklung und mit dem Hochlaufen der Produktion als Teil der Umsatzkosten über einen Zeitraum von drei bis zehn Jahren abgeschrieben.

Zuschüsse und Zulagen

Zuschüsse und Zulagen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem hinreichend sichergestellt ist, dass einerseits Infineon die Förderbedingungen erfüllt und andererseits die Fördermittel ausgezahlt werden. Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt und reduzieren damit die Abschreibungen der künftigen Perioden.

Zuschüsse und Zulagen zu Aufwendungen werden mit der entsprechenden Aufwandsposition in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung verrechnet (siehe Konzernanhang Nr. 4, S. 165).

Laufende und latente Steuern

Die Ermittlung der laufenden Steuern erfolgt gemäß den zum Bilanzstichtag geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen.

Infineon ermittelt latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden sowie für steuerliche Verlustvorträge und Steuervergünstigungen, während auf den erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts aus einem Unternehmenszusammenschluss keine latenten Steuern zu erfassen sind. Ebenso erfolgt keine Berücksichtigung latenter Steuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden.

Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträgen und Steuervergünstigungen, die passive latente Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Konzerngesellschaft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Infineon überprüft aktivierte latente Steuern an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf die Höhe des zukünftig zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen. In dieser Einschätzung werden insbesondere auch Erkenntnisse aus der im abgelaufenen Geschäftsjahr verabschiedeten Unternehmensplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren berücksichtigt.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.

Steuern werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst mit Ausnahme derer, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im sonstigen Ergebnis oder im übrigen Eigenkapital erfasst worden sind.

Ertragsteuerverbindlichkeiten werden gemäß IAS 1.69(d) als kurzfristig ausgewiesen, da diese sofort fällig sind und Infineon in der Regel keine Möglichkeit hat, die Fälligkeit aufzuschieben.

Für unsichere Ertragsteuerpositionen wird eine Steuerverbindlichkeit gebildet beziehungsweise bei Bestehen eines Verlustvortrags oder einer Steuervergünstigung die darauf entfallende aktive latente Steuer entsprechend reduziert. IFRIC 23 stellt die Anwendung von Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 12, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, zum Beispiel ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Ertragsteuerpositionen unbeachtlich.

Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen.

Schätzungen und Annahmen

Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben.

Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden.

Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie, die Verwerfungen bei globalen Lieferketten, Endmärkten und der Konjunkturentwicklung insgesamt verursacht. Die Entwicklungen im Zuge der Pandemie sind dynamisch, sodass nicht auszuschließen ist, dass die tatsächlichen Ergebnisse deutlich von den im Rahmen dieses Konzernabschlusses getroffenen Schätzungen und Annahmen abweichen beziehungsweise in künftigen Perioden eine Anpassung der getroffenen Schätzungen und Annahmen erforderlich wird und dies einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon haben kann.

Bereiche, die Schätzungen und Annahmen beinhalten und folglich am ehesten davon betroffen sind, wenn die tatsächlichen Ergebnisse von den Schätzungen und Annahmen abweichen, sind:

Ansatz und Bewertung zu beizulegenden Zeitwerten von erworbenen Vermögenswerten im Rahmen der Kaufpreisallokation für Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.),
Ansatz und Bewertung von aktiven latenten Steuern sowie von unsicheren Ertragsteuerpositionen (siehe "Laufende und latente Steuern", S. 160 f., und Konzernanhang Nr. 6, S. 168 ff.),
Bewertung des Vorratsvermögens (siehe "Vorräte", S. 155, und Konzernanhang Nr. 11, S. 173),
zeitraumbezogene Umsatzrealisierung sowie Umsatzerlöse, deren Transaktionspreis eine variable Komponente enthält (siehe "Umsatzrealisierung", S. 159 f., und Konzernanhang Nr. 12, S. 173),
Werthaltigkeit nichtfinanzieller Vermögenswerte, insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwerte (siehe Konzernanhang Nr. 14, S. 174 ff., und Nr. 15, S. 176 f.),
Ansatz und Bewertung von Rückstellungen (siehe "Rückstellungen", S. 158, und Konzernanhang Nr. 18, S. 181, und Nr. 25, S. 192 ff.) sowie
Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen (siehe "Leistungsorientierte Pensionspläne", S. 157 f., und Konzernanhang Nr. 20, S. 182 ff.).

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Vorstand am 20. November 2020 erlangten Erkenntnisse.

3 Akquisitionen

Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der Cypress Semiconductor Corporation

Am 16. April 2020 hat Infineon sämtliche Anteile an der Cypress Semiconductor Corporation (Cypress) mit Sitz im kalifornischen San José (USA) erworben.

Infineon stärkt mit der Akquisition von Cypress seine Ausrichtung auf strukturelle Wachstumstreiber und bedient ein noch breiteres Anwendungsspektrum. Cypress verfügt über ein differenziertes Portfolio an Mikrocontrollern, Speichern für spezifische Anwendungen sowie Software und Konnektivitätslösungen, wodurch das bestehende Portfolio an Leistungshalbleitern, Sensoren und Sicherheitslösungen von Infineon ergänzt wird. Die Kombination ermöglicht ganz neue Lösungen für wachstumsstarke Anwendungen wie zum Beispiel elektrische Antriebe, batteriebetriebene Geräte, Stromversorgungen und Haushaltsgeräte. Bei Automobilhalbleitern bietet das erweiterte Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speicher-ICs großes Potenzial, insbesondere im Bereich Fahrerassistenzsysteme, digitale Anzeigensysteme und Infotainment. Die Verbindung der Sicherheitsexpertise von Infineon mit dem Konnektivitäts-Know-how von Cypress beschleunigt zudem den Eintritt in neue IoT-Anwendungen im Industrie- und Konsumer-Segment.

Nachstehend sind die beizulegenden Zeitwerte jeder Hauptgruppe von Gegenleistungen zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:

€ in Millionen
Zahlungsmittel 8.219
Verpflichtungen aus der Wandlung von Zusagen auf anteilsbasierte Vergütung in fixe Zahlungsmittelzusagen 172
Realisierte Gewinne aus Sicherungsgeschäften (siehe auch Konzernanhang Nr. 28, S. 203) - 137
Gesamte übertragene Gegenleistung (Kaufpreis) 8.254

Aus der Kaufpreisallokation, die grundsätzlich auf Basis der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfolgte, ergab sich neben dem Ansatz von Vorräten und Sachanlagen auch insbesondere der Ansatz von immateriellen Vermögenswerten wie Technologien, Kundenbeziehungen und Marken sowie eines Geschäfts- oder Firmenwerts. Die wesentlichen im Rahmen der Kaufpreisallokation getroffenen Annahmen betrafen die Umsatz- und Margenentwicklung in der Unternehmensplanung des erworbenen Geschäftsbetriebs, die erwarteten Synergien sowie die Kapitalkosten.

Die nachfolgende Tabelle stellt die vorläufige Verteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt dar:

€ in Millionen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 789
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 189
Vorräte 525
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen 8
Vertragsvermögenswerte 1
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 87
Sachanlagen 588
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3.108
Nutzungsrechte 39
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 32
Langfristige Ertragsteuerforderungen 13
Aktive latente Steuern 9
Sonstige langfristige Vermögenswerte 67
Summe Vermögenswerte 5.455
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 1.335
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 162
Kurzfristige Rückstellungen 24
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten 215
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 10
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 427
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20
Passive latente Steuern 361
Langfristige Rückstellungen 6
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 30
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 41
Summe Verbindlichkeiten 2.631
Erworbenes Nettovermögen 2.824
Geschäfts- oder Firmenwert 5.430
Übertragene Gegenleistung (Kaufpreis) 8.254
Durch Zahlungsmittel beglichen bis zum 30. September 2020 8.222

Der aus der Akquisition von Cypress entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von €5.430 Millionen, der originär in US-Dollar geführt wird, ist vor allem auf Synergien, erwartete Kostenvorteile durch Skaleneffekte, Erlöse aus dem zukünftigen Technologie- und Kundenportfolio sowie das Know-how des Mitarbeiterstamms zurückzuführen. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses kann aufgrund der noch andauernden operativen Integration von Cypress in den bestehenden Infineon-Konzern und daraus möglicherweise noch entstehender Erkenntnisse zu Gegebenheiten, die bereits im Erwerbszeitpunkt vorlagen, hinsichtlich der Sachanlagen, sonstigen immateriellen Vermögenswerte, laufenden und latenten Steuerposten sowie Eventualverbindlichkeiten noch Anpassungen unterliegen und ist insoweit als vorläufig zu betrachten.

Die mit der Akquisition verbundenen Kosten für die Durchführung des Unternehmenszusammenschlusses, im Wesentlichen Rechtsberatungskosten, Bankprovisionen und sonstige Beraterkosten, wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und beliefen sich auf €41 Millionen. Die den mit Vollzug der Akquisition von Cypress aufgenommenen Darlehen (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 179 f.) direkt zuzurechnenden Transaktionskosten beliefen sich auf €32 Millionen. Diese werden über die Laufzeit der Darlehen nach der Effektivzinsmethode verteilt und wurden im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von €22 Millionen in den Finanzaufwendungen erfasst.

Der Bruttobuchwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich im Erwerbszeitpunkt auf €189 Millionen und entsprach im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis von Cypress, die seit dem Erwerbszeitpunkt in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung für den Berichtszeitraum berücksichtigt wurden, stellten sich wie folgt dar:

€ in Millionen
Umsatzerlöse 857
Ergebnis nach Steuern - 189

Das Ergebnis nach Steuern von Cypress wurde wesentlich durch akquisitionsbedingte Abschreibungen, insbesondere auf im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierte sonstige immaterielle Vermögenswerte, und sonstige Aufwendungen belastet (siehe auch Konzernanhang Nr. 30 zur Segmentberichterstattung, S. 215).

Wäre Cypress bereits zum 1. Oktober 2019 erworben und konsolidiert worden, hätte Infineon in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse von €9.596 Millionen erfasst. Der Konzerngewinn hätte €230 Millionen betragen. Dabei wurden insbesondere planmäßige Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die annahmegemäß auch zum 1. Oktober 2019 gültig gewesen wären, sowie akquisitionsbedingte Finanzierungskosten zusätzlich berücksichtigt.

Die Geschäftsbereiche von Cypress wurden vollständig in die bestehenden Segmente Automotive, Power & Sensor Systems und Connected Secure Systems integriert.

Erwerb von 15 Prozent der Anteile an der pmdtechnologies ag

Am 12. November 2019 hat Infineon 15 Prozent der Anteile an der pmdtechnologies ag (pmd) mit Sitz in Siegen (Deutschland) erworben. Die Anteile werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen (siehe Konzernanhang Nr. 5, S. 166 ff.). Die Anschaffungskosten betrugen €44 Millionen.

pmd entwickelt CMOS-basierte 3D-Time-of-Flight (ToF)-Bildsensor-Technologien sowie dazugehörige Algorithmen und Software. Zudem erbringt pmd Ingenieurdienstleistungen für die Abstimmung der einzelnen Komponenten von ToF-Kamerasystemen. Infineon und pmd kooperieren bereits seit mehreren Jahren im Bereich ToF für Anwendungen in Fahrzeugen und Smartphones. Mit dem Anteilserwerb stärkt Infineon die langfristige Zusammenarbeit mit pmd.

4 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufgliederungen der Umsatzerlöse nach Segmenten, Produktgruppen und Regionen sind im Konzernanhang Nr. 30 dargestellt. S. 214 und S. 216

Die Gesamthöhe der Transaktionspreise der nicht und teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen, die sich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 mit erwarteten ursprünglichen Laufzeiten von mehr als einem Jahr ergibt, stellte sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt dar:

Umsatzerlöse erwartet in

(€ in Millionen)
Gesamt Weniger als 1 Jahr 1 Jahr und länger
Zum 30. September 2020 216 55 161
Zum 30. September 2019 113 19 94

Infineon verzichtet auf die Angabe der verbleibenden Leistungsverpflichtungen, die sich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 mit erwarteten ursprünglichen Laufzeiten von maximal einem Jahr ergeben.

Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen sowie Personalaufwendungen

In der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) sind die nachfolgend aufgeführten Aufwendungen für bezogene Leistungen, Material und Personal enthalten.

Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen setzten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.712 1.816
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.975 1.653
Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) 3.687 3.469

Die Personalaufwendungen setzten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Löhne und Gehälter 2.476 2.154
Sozialabgaben, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 440 399
Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) 2.916 2.553

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter * innen nach Regionen für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 ist in der folgenden Übersicht dargestellt:

2020 2019
Europa 18.894 18.365
Darin: Deutschland 12.201 11.896
Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 17.818 16.826
Greater China 1 2.218 2.087
Darin: Festland-China, Hongkong 1.967 1.927
Japan 432 203
Amerika 4.438 3.943
Darin: USA 2.877 2.016
Gesamt 43.800 41.424

1 Zu Greater China gehören Festland-China, Hongkong und Taiwan.

Zuschüsse und Zulagen

Infineon hat im Rahmen staatlicher Wirtschaftsförderungsprogramme von verschiedenen staatlichen Stellen Fördermittel erhalten, unter anderem für die Errichtung von Fertigungsstätten, für Forschung und Entwicklung sowie Mitarbeiterentwicklung. Die im Konzernabschluss berücksichtigten, direkt ertragswirksam erfassten Zuschüsse und Zulagen stellten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt dar:

€ in Millionen 2020 2019
In der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung enthalten in:
Umsatzkosten 40 58
Forschungs- und Entwicklungskosten 108 111
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 4 2
Gesamt 152 171

Von den im Geschäftsjahr 2020 in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung enthaltenen Zuschüssen und Zulagen von €152 Millionen (Vorjahr: €171 Millionen) betrafen €132 Millionen (Vorjahr: €124 Millionen) Aufwendungen aus Vorjahren.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden bei Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten Investitionszuschüsse von €21 Millionen (Vorjahr: €46 Millionen) von den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abgezogen. Im Geschäftsjahr 2020 flossen Infineon Investitionszuschüsse von €30 Millionen (Vorjahr: €24 Millionen) zu.

Bezüglich der Erfüllung der Bedingungen für die erhaltenen Zuschüsse und Zulagen beziehungsweise möglicher Rückerstattungspflichten bei Nichterfüllung siehe Konzernanhang Nr. 24. S. 192

Finanzerträge und Finanzaufwendungen

Die Finanzerträge setzten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Zinserträge 29 26
Gesamt 29 26

Die Finanzaufwendungen setzten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Zinsaufwendungen - 130 - 62
Sonstige Finanzaufwendungen - 47 - 36
Gesamt - 177 - 98

Die Finanzaufwendungen enthielten im Geschäftsjahr 2020 unter anderem sonstige Finanzaufwendungen in Höhe von €25 Millionen sowie Zinsaufwendungen in Höhe von €1 Million aus zur Absicherung der künftigen Refinanzierungsmaßnahmen abgeschlossenen Zinsderivaten.

Weitere Informationen zu Finanzerträgen und Finanzaufwendungen von Infineon sind im Konzernanhang Nr. 28 enthalten. S. 202

5 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen umfassen die Anteile an den im Folgenden aufgeführten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.

Gemeinschaftsunternehmen

Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG

Die Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG (Bipolar), mit Sitz in Warstein (Deutschland), entwickelt und produziert Produkte der bipolaren Leistungselektronik. Die Bilanzierung des von Infineon gehaltenen 60 Prozent-Anteils erfolgt unter Anwendung der Equity-Methode, weil es Infineon aufgrund bestimmter vertraglicher Mitbestimmungsrechte der Mitgesellschafterin an beherrschendem Einfluss fehlt.

Die Beteiligung an Bipolar ist dem Segment Industrial Power Control zugeordnet.

SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd.

Die SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd. (SIAPM), mit Sitz in Shanghai (Volksrepublik China), bietet Leistungshalbleiterlösungen für Elektrofahrzeuge in Festland-China an. Die Serienfertigung erfolgt am Standort von Infineon in Wuxi (Volksrepublik China). Infineon hält 49 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Die Beteiligung an SIAPM ist dem Segment Automotive zugeordnet.

Zusammengefasste Finanzinformationen

Zum 30. September 2020 und 2019 betrug der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen €21 Millionen und €29 Millionen. Die anteilig erfassten Ergebnisse von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen teilten sich in Summe für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 wie folgt auf die Segmente auf:

€ in Millionen 2020 2019
Segment Automotive - - 8
Segment Industrial Power Control - 8 2
Gesamtergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen - 8 - 6

Für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 stellten sich die anteilig auf Infineon entfallenden Beträge ausgewählter Posten der Gesamtergebnisrechnungen der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen aggregiert wie folgt dar:

€ in Millionen 2020 2019
Ergebnis nach Steuern - 8 - 6
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - 2
Gesamtergebnis nach Steuern - 8 - 8

Das Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nicht Bestandteil des Segmentergebnisses (siehe Konzernanhang Nr. 30, S. 215).

Assoziierte Unternehmen

pmdtechnologies ag

Die pmdtechnologies ag (pmd), mit Sitz in Siegen (Deutschland), entwickelt CMOS-basierte 3D-Time-of-Flight (ToF)-Bildsensor-Technologien sowie dazugehörige Algorithmen und Software. Zudem erbringt pmd Ingenieurdienstleistungen für die Abstimmung der einzelnen Komponenten von ToF-Kamerasystemen.

Die Bilanzierung des von Infineon seit dem 12. November 2019 gehaltenen 15 Prozent-Anteils erfolgt unter Anwendung der Equity-Methode, weil Infineon aufgrund des Rechts zur Besetzung einer Aufsichtsratsposition verbunden mit umfassenden Minderheitsschutzrechten sowie bestimmter vertraglicher Rechte im Rahmen von Entwicklungskooperationen über maßgeblichen Einfluss auf pmd verfügt.

Die Beteiligung an pmd ist dem Segment Power & Sensor Systems zugeordnet.

Deca Technologies Inc.

Die Deca Technologies Inc. (Deca), mit Sitz in George Town (Kaimaninseln), lizenziert ihr geistiges Eigentum (IP) an Kunden und erbringt Ingenieurdienstleistungen. Infineon hält seit dem Erwerb von Cypress am 16. April 2020 43 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Die Beteiligung an Deca ist dem Segment Automotive zugeordnet.

SkyHigh Memory Limited

Die SkyHigh Memory Limited (SkyHigh), mit Sitz in Hongkong (Volksrepublik China), entwirft, entwickelt und vermarktet nichtflüchtige Flash-Speicher mit hoher Leistung für die Hauptmärkte Automotive, Kommunikation, digitale Verbraucher sowie Industrie und Medizin. Infineon hält seit dem Erwerb von Cypress am 16. April 2020 40 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Die Beteiligung an SkyHigh ist dem Segment Automotive zugeordnet.

Zusammengefasste Finanzinformationen

Zum 30. September 2020 betrug der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen €66 Millionen. Die anteilig erfassten Ergebnisse von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen teilten sich in Summe für das Geschäftsjahr 2020 wie folgt auf die Segmente auf:

€ in Millionen 2020
Segment Automotive -
Segment Power & Sensor Systems - 1
Gesamtergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen - 1

Für das Geschäftsjahr 2020 stellten sich die anteilig auf Infineon entfallenden Beträge ausgewählter Posten der Gesamtergebnisrechnungen der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen aggregiert wie folgt dar:

€ in Millionen 2020
Ergebnis nach Steuern - 1
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -
Gesamtergebnis nach Steuern - 1

Aufgrund des unterjährigen Erwerbs der assoziierten Unternehmen entfällt die Angabe von Vorjahresangaben. Das Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen ist nicht Bestandteil des Segmentergebnisses (siehe Konzernanhang Nr. 30, S. 215).

6 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten ermittelten sich für die zum 30. September 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahre wie folgt:

€ in Millionen 2020 2019
Laufender Steueraufwand - 94 - 135
Latenter Steuerertrag (-aufwand) 42 - 59
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 52 - 194

Der laufende Steueraufwand beinhaltete einen Steuerertrag von €46 Millionen (Vorjahr: Steuerertrag €26 Millionen) für frühere Geschäftsjahre.

Im latenten Steuerertrag wirkten €63 Millionen (Vorjahr: Steueraufwand €3 Millionen) aus der Bildung und der Auflösung temporärer Differenzen.

Für das Geschäftsjahr 2020 betrug der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG ebenso wie im Vorjahr 28 Prozent. Dieser setzte sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 12 Prozent zusammen.

Das von ausländischen Gesellschaften erwirtschaftete steuerliche Einkommen wird auf Basis der länderspezifischen Steuergesetzgebung ermittelt und mit dem maßgeblichen landesspezifischen Steuersatz besteuert.

Die folgende Überleitung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2020 und 2019 erfolgte unter Zugrundelegung des deutschen Gesamtsteuersatzes in Höhe von 28 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent):

€ in Millionen 2020 2019
Erwarteter Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 118 - 303
Steuersatzdifferenzen 33 57
Effekte aufgrund von Steuersatzänderungen - 5 -
Effekte aus der Abweichung zwischen lokaler und funktionaler Währung - 14 - 11
Steuern für frühere Geschäftsjahre 50 20
Nicht abzugsfähige Aufwendungen - 27 - 22
Steuerfreie Erträge 33 37
Veränderung bilanzieller permanenter Effekte - 23 7
Veränderung der Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern - 10 - 53
Veränderung verfügbarer Steuervergünstigungen 47 75
Sonstiges - 18 - 1
Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 52 - 194

Der Effekt aufgrund Steuersatzänderungen resultierte aus der Änderung des anwendbaren Steuersatzes in Singapur.

Die Position "Sonstiges" beinhaltet die Passivierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften in Höhe von €20 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen).

Im Geschäftsjahr 2020 wirkte sich die Wertberichtigung beziehungsweise der Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von €1 Million (Vorjahr: €21 Millionen), auf Steuervergünstigungen in Höhe von €46 Millionen (Vorjahr: €57 Millionen) sowie auf temporäre Differenzen in Höhe von €0 Millionen (Vorjahr: €7 Millionen) ergebniswirksam aus. Eine Zuschreibung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge wurde in Höhe von €37 Millionen (Vorjahr: €8 Millionen) vorgenommen. Bei den temporären Differenzen betrug die Zuschreibung aktiver latenter Steuern im Geschäftsjahr 2020 €0 Millionen (Vorjahr: €1 Million), bei den Steuervergünstigungen €0 Millionen (Vorjahr: €23 Millionen).

Aufgrund der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, Steuervergünstigungen und temporärer Differenzen, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt waren, resultierte im Geschäftsjahr 2020 ein laufender Steuerertrag in Höhe von €5 Millionen (Vorjahr: €6 Millionen).

Die angesetzten aktiven und passiven latenten Steuern setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

30. September 2020 30. September 2019 Veränderung
€ in Millionen Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Gesamt Davon erfolgswirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 39 - 740 39 - 206 - 534 22
Sachanlagen 162 - 129 152 - 17 - 102 - 34
Rückstellungen, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 273 - 173 161 - 170 109 33
Verlustvorträge 606 - 393 - 213 19
Ungenutzte Steuervergünstigungen und Anrechnungsüberhänge aus ausländischen Steuern 184 - 123 - 61 - 11
Sonstiges 166 - 54 143 - 39 8 13
Summe latente Steuern 1.430 - 1.096 1.011 - 432 - 245 42
Saldierung - 803 803 - 412 412 - -
Gesamt 627 - 293 599 - 20 - 245 42

In Deutschland hatte die Infineon Technologies AG zum 30. September 2020 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €1,5 Milliarden (Vorjahr: €1,5 Milliarden) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €2,7 Milliarden (Vorjahr: €2,6 Milliarden).

Im Ausland bestanden körperschaftsteuerähnliche Verlustvorträge in Höhe von €717 Millionen (Vorjahr: €31 Millionen) sowie Verlustvorträge aus lokalen Ertragsteuern in Höhe von €287 Millionen (Vorjahr: €26 Millionen). Weiterhin bestanden Vorträge aus Steuervergünstigungen und Anrechnungsüberhängen aus ausländischen Steuern in Höhe von €596 Millionen (Vorjahr: €413 Millionen).

Infineon hat die aktiven latenten Steuern auf die Notwendigkeit einer Wertberichtigung überprüft. Basierend auf den Ergebnissen der Überprüfung der aktiven latenten Steuern und unter Abwägung aller positiven und negativen Faktoren und Informationen im Hinblick auf die vorhersehbare Zukunft auf Basis der Unternehmensplanung setzte Infineon nach Saldierung zum 30. September 2020 aktive latente Steuern in Höhe von €627 Millionen (Vorjahr: €599 Millionen) an.

Es wurden aktive latente Steuern in Höhe von €408 Millionen für Gesellschaften angesetzt, die im Geschäftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielten. Im Vorjahr wurden für diese Gesellschaften aktive latente Steuern in Höhe von €345 Millionen angesetzt. Der Verlust im Geschäftsjahr ist überwiegend auf Sondereffekte im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress zurückzuführen. Auf Basis der Unternehmensplanung werden für die kommenden Jahre, wie auch in den Vorjahren, in den betroffenen Gesellschaften positive steuerliche Ergebnisse erwartet. Bei der Bewertung der aktiven latenten Steuern wird der Möglichkeit von unplanbaren Sondereffekten Rechnung getragen.

Keine aktiven latenten Steuern wurden auf folgende Sachverhalte gebildet (Bruttobeträge):

€ in Millionen 2020 2019
Steuerliche Verlustvorträge (Körperschaftsteuer und körperschaftsteuerähnliche Verlustvorträge) 58 98
Steuerliche Verlustvorträge (lokale Ertragsteuern, insbesondere deutsche Gewerbesteuer und US State Taxes) 1.129 1.219
Steuervergünstigungen 412 290
Temporäre Differenzen 651 547

Von den körperschaftsteuerähnlichen Verlustvorträgen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verfallen €18 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen), von den lokalen Ertragsteuerverlustvorträgen €5 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) und von den Steuervergünstigungen verfallen €0 Millionen (Vorjahr: €2 Millionen) innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Die Veränderung des Saldos der aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz stellte sich wie folgt dar:

€ in Millionen 2020 2019
Latente Steuern, Saldo zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres 579 639
Latenter Steuerertrag (-aufwand), erfolgswirksam:
Aus fortgeführten Aktivitäten 42 - 59
Aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 1
Veränderung erfolgsneutral erfasster latenter Steuern:
Latente Steuern aus Unternehmenserwerben - 352 - 7
Latente Steuern, die direkt im Eigenkapital erfasst werden 27 -
Latente Steuern, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden 20 11
Effekte aus der Währungsumrechnung 21 -
Anpassung Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 - 3 - 6
Latente Steuern, Saldo zum Ende des Geschäftsjahres 334 579

Im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften bestanden zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von €544 Millionen (Vorjahr: €610 Millionen), auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, da der zeitliche Verlauf der Auflösung gesteuert werden kann und es insoweit nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit auflösen.

Unter Berücksichtigung der direkt im Eigenkapital, der im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge und der Aufwendungen/Erträge aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten ergaben sich folgende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag:

€ in Millionen 2020 2019
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten - 52 - 194
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 6
Direkt im Eigenkapital erfasste Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 25 - 3
Im sonstigen Ergebnis erfasste Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 18
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 6 - 173

Die Erhöhung der im sonstigen Ergebnis erfassten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultierte im Wesentlichen aus Steuereffekten in Höhe von €27 Millionen (Vorjahr: €7 Millionen) auf realisierte und nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsgeschäften sowie gegenläufigen Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus den Pensionsverpflichtungen in Höhe von €6 Millionen (Vorjahr: Erhöhung €15 Millionen). In den direkt im Eigenkapital erfassten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wirkten Steuereffekte im Zusammenhang mit der durchgeführten Kapitalerhöhung, der Ausgabe und der Vergütung im Zusammenhang mit Hybridkapital sowie Steuereffekte aus der Wertaufholung bisher nicht aktivierter latenter Steuern aus Kapitalmaßnahmen in Vorjahren.

7 Geschäftsanteilsveräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten

Qimonda - nicht fortgeführte Aktivitäten

Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG ("Qimonda"), eine sich im Mehrheitsbesitz von Infineon befindende Tochtergesellschaft, beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere in- und ausländische Tochtergesellschaften von Qimonda eröffnet. Einige dieser Insolvenzverfahren sind bereits abgeschlossen. Auswirkungen dieser Vorgänge sind, sofern die zugrunde liegenden Ereignisse vor der Eröffnung der Insolvenzverfahren eintraten, in allen ausgewiesenen Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt.

Die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda bestehenden Risiken und Rückstellungen sind im Konzernanhang Nr. 25 unter "Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda" beschrieben. S. 193 f.

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 ergaben sich Anpassungen bei einzelnen Rückstellungen an die aktuelle Entwicklung im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda sowie nachlaufende Erträge im Zusammenhang mit sonstigen nicht fortgeführten Aktivitäten.

Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

€ in Millionen 2020 2019
Anteil Qimonda am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 4 - 24
Anteil Sonstige am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 5
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 4 - 19

8 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem Konzernjahresüberschuss, dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der während der Berichtsperiode ausstehenden Aktien. Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf der Annahme einer Umwandlung aller potenziell verwässernden Instrumente in Stammaktien - mit der Folge einer entsprechenden Erhöhung der Aktienanzahl.

Die im Geschäftsjahr 2020 begebene Hybridanleihe ist als Eigenkapital klassifiziert (siehe Konzernanhang Nr. 21, S. 188 f.). Der damit zusammenhängende Vergütungsanspruch (nach Steuern) der Hybridkapitalgeber stellt Zahlungen für eine Komponente des Eigenkapitals dar, die das den Aktionären zur Ausschüttung zur Verfügung stehende Ergebnis mindern, und wurde daher bei der Ermittlung des Ergebnisses je Aktie (unverwässert und verwässert) berücksichtigt.

Zum 30. September 2020 und 2019 ermittelte sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie wie folgt:

€ in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2020 2019
Konzernjahresüberschuss - unverwässert und verwässert 368 870
Vergütungsanspruch der Hybridkapitalinvestoren 1 35 -
Konzernjahresüberschuss, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert und verwässert 333 870
Davon aus fortgeführten Aktivitäten 337 889
Davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 4 - 19
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen):
- Grundkapital 1.269,8 1.169,4
- Anpassung für eigene Aktien - 5,3 - 6,0
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert 1.264,5 1.163,4
Anpassungen für:
- Effekt aus aktienbasierter Vergütung 1,0 1,4
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert 1.265,5 1.164,8
Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert 2 :
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten 0,26 0,77
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - - 0,02
Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert 0,26 0,75

1 Einschließlich des kumulierten Steuereffekts.

2 Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten.

9 Finanzinvestments

Finanzinvestments umfassen Festgeldanlagen bei Kreditinstituten und Investmentfonds. Festgeldanlagen bei Kreditinstituten werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Investmentfonds werden als finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (zur Bewertung siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 198).

Die Finanzinvestments setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen (siehe auch Konzernanhang Nr. 2, S. 152 ff., und Nr. 28, S. 198):

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Festgelder 600 571
Investmentfonds 777 2.187
Finanzinvestments, brutto 1.377 2.758
Wertberichtigungen - 1 -
Finanzinvestments, Saldo 1.376 2.758

Die Wertberichtigungen auf Finanzinvestments, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, entwickelten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt:

€ in Millionen 2020 2019
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres - 2
Neubewertung der Wertberichtigungen, Saldo 1 - 2
Wertberichtigungen zum Ende des Geschäftsjahres 1 -

Informationen zum Kreditrisikomanagement von Infineon sind im Konzernanhang Nr. 29 enthalten. S. 210 f.

10 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus Verträgen mit Kunden und sind innerhalb eines Jahres fällig. Sie setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 1.192 1.059
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen 9 5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 1.201 1.064
Wertberichtigungen - 5 - 7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Saldo 1.196 1.057

Im Zuge der Integration von Cypress wurde der Bilanzausweis von Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden an die Vorgehensweise von Cypress angeglichen. Anstatt Erstattungsverpflichtungen als Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu behandeln, werden diese unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Konzernanhang Nr. 19, S. 181 f.). Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2020 beziehungsweise 2019 wie folgt:

€ in Millionen 2020 2019
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres 7 7
Zuführung (Auflösung) Wertberichtigungen, Saldo - 2 -
Verbrauch von Wertberichtigungen, Saldo - -
Wertberichtigungen zum Ende des Geschäftsjahres 5 7

Informationen zum Kreditrisikomanagement von Infineon sind im Konzernanhang Nr. 29 enthalten. S. 211

11 Vorräte

Die Vorräte setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 215 205
Unfertige Erzeugnisse 1.341 1.093
Fertige Erzeugnisse und Waren 496 403
Gesamt 2.052 1.701

Auf die Umsatzkosten der Geschäftsjahre 2020 und 2019 entfielen in wesentlichen Teilen Aufwendungen mit Bezug auf das Vorratsvermögen.

Zum 30. September 2020 und 2019 enthielten die fertigen Erzeugnisse und Waren einen aus Verkäufen mit Rückgaberecht resultierenden Vermögenswert in Höhe von €13 Millionen und €7 Millionen.

Zum 30. September 2020 und 2019 betrugen die Wertberichtigungen auf Vorräte €252 Millionen und €198 Millionen.

12 Vertragsvermögenswerte

Die Vertragsvermögenswerte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 um €6 Millionen auf €97 Millionen (1. Oktober 2019: €91 Millionen). Der Anstieg resultierte aus einem gestiegenen Bestand an aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung resultierenden Vertragsvermögenswerten.

13 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Umsatzsteuer- und sonstige Forderungen gegen Finanzbehörden 167 171
Abgegrenzte Aufwendungen 92 92
Forderungen aus Fördermitteln 71 88
Derivative Finanzinstrumente (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 202 ff.) 3 215
Sonstige 197 204
Gesamt 530 770

14 Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt:

Anschaffungs- und Herstellungskosten
€ in Millionen 1. Oktober 2019 Zugänge Zugänge durch Unternehmenserwerb 1 Abgänge Umbuchungen Fremdwährungseffekte
--- --- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten 1.660 54 278 - 1 36 - 31
Technische Anlagen und Maschinen 9.652 285 299 - 84 228 - 52
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.311 78 - - 50 19 - 9
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 525 507 11 - 1 - 283 - 6
Summe Sachanlagen 13.148 924 588 - 136 - - 98
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten 894 158 - - 18 - - 1
Kundenbeziehungen 406 - 998 - - - 83
Technologien 338 - 2.011 - - - 159
Lizenzen und ähnliche Rechte 260 26 3 - 12 - - 1
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 - 96 - - - 9
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.916 184 3.108 - 30 - - 253
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
€ in Millionen 30. September 2020 1. Oktober 2019 Abschreibungen
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten 1.996 - 885 - 55
Technische Anlagen und Maschinen 10.328 - 7.602 - 698
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.349 - 1.151 - 110
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 753 - -
Summe Sachanlagen 14.426 - 9.638 - 863
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten 1.033 - 351 - 56
Kundenbeziehungen 1.321 - 276 - 131
Technologien 2.190 - 188 - 125
Lizenzen und ähnliche Rechte 276 - 192 - 23
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte 105 - 13 - 6
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 4.925 - 1.020 - 341
Abschreibungen
€ in Millionen Abgänge Wertminderungen/-aufholungen Fremdwährungseffekte
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten 1 11 7
Technische Anlagen und Maschinen 84 - 27
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 50 - 7
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - 2 -
Summe Sachanlagen 135 9 41
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten 18 - 4 -
Kundenbeziehungen - - 11
Technologien - - 17
Lizenzen und ähnliche Rechte 12 - 2
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte - - 1
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte 30 - 4 31
Abschreibungen Buchwerte
€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2020 30. September 2019
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten - 921 1.075 775
Technische Anlagen und Maschinen - 8.189 2.139 2.050
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - 1.204 145 160
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 2 751 525
Summe Sachanlagen - 10.316 4.110 3.510
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten - 393 640 543
Kundenbeziehungen - 396 925 130
Technologien - 296 1.894 150
Lizenzen und ähnliche Rechte - 201 75 68
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte - 18 87 5
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte - 1.304 3.621 896

1 Die unter "Zugänge durch Unternehmenserwerb" dargestellten Beträge resultierten ausschließlich aus der Akquisition von Cypress.

Anschaffungs- und Herstellungskosten
€ in Millionen 1. Oktober 2018 Zugänge Zugänge durch Unternehmenserwerb Abgänge Umbuchungen Fremdwährungseffekte
--- --- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.593 43 - - 4 23 5
Technische Anlagen und Maschinen 8.845 627 1 - 118 282 15
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.248 103 - - 68 24 4
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 352 502 - - 1 - 329 1
Summe Sachanlagen 12.038 1.275 1 - 191 - 25
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten 769 125 - - - -
Kundenbeziehungen 396 - - - 1 - 11
Technologien 288 - 35 - - 15
Lizenzen und ähnliche Rechte 227 31 - - 1 - 3
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 - - - - -
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.698 156 35 - 2 - 29
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
€ in Millionen 30. September 2019 1. Oktober 2018 Abschreibungen
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.660 - 822 - 63
Technische Anlagen und Maschinen 9.652 - 7.069 - 635
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.311 - 1.109 - 106
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 525 - -
Summe Sachanlagen 13.148 - 9.000 - 804
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten 894 - 294 - 57
Kundenbeziehungen 406 - 229 - 43
Technologien 338 - 151 - 28
Lizenzen und ähnliche Rechte 260 - 180 - 12
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 - 12 - 1
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.916 - 866 - 141
Abschreibungen
€ in Millionen Abgänge Wertminderungen/-aufholungen Fremdwährungseffekte
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3 - - 3
Technische Anlagen und Maschinen 114 - - 12
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 67 - - 3
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - -
Summe Sachanlagen 184 - - 18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten - - -
Kundenbeziehungen 1 - - 5
Technologien - - - 9
Lizenzen und ähnliche Rechte 1 - - 1
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte - - -
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 - - 15
Abschreibungen Buchwerte
€ in Millionen 30. September 2019 30. September 2019 30. September 2018
--- --- --- ---
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten - 885 775 771
Technische Anlagen und Maschinen - 7.602 2.050 1.776
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - 1.151 160 139
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 525 352
Summe Sachanlagen - 9.638 3.510 3.038
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Aktivierte Entwicklungskosten - 351 543 475
Kundenbeziehungen - 276 130 167
Technologien - 188 150 137
Lizenzen und ähnliche Rechte - 192 68 47
Übrige sonstige immaterielle Vermögenswerte - 13 5 6
Sonstige immaterielle Vermögenswerte - 1.020 896 832

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung mehrheitlich in den Umsatzkosten erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen der sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden mehrheitlich unter den Umsatzkosten sowie den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Wertminderungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Zum 30. September 2020 diente Sachanlagevermögen in Höhe von €182 Millionen (Vorjahr: €186 Millionen) im Wesentlichen als Sicherheit für bestehende Finanzierungen der MoTo Objekt CAMPEON GmbH & Co. KG ("MoTo"), die am 16. Oktober 2020 zurückgezahlt wurden (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 180).

15 Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 stellte sich wie folgt dar:

€ in Millionen 2020 2019
Anschaffungskosten
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 909 764
Zugänge durch Unternehmenserwerb 5.430 95
Fremdwährungseffekte - 442 50
Stand am Ende des Geschäftsjahres 5.897 909
Kumulierte Wertminderungen und sonstige Veränderungen
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres - -
Stand am Ende des Geschäftsjahres - -
Buchwert
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 909 764
Stand am Ende des Geschäftsjahres 5.897 909

Die im Geschäftsjahr 2020 unter "Zugänge durch Unternehmenserwerb" dargestellten Beträge resultierten ausschließlich aus der Akquisition von Cypress.

Infineon führte zum 30. Juni 2020 auf Ebene der operativen Segmente die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte durch.

Infineon bestimmt den erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, anhand des Nutzungswerts. Der Nutzungswert wird unter Anwendung eines angemessenen Diskontierungssatzes aus dem Barwert der künftigen Zahlungsströme aus der fortgesetzten Nutzung dieser Einheit ermittelt.

Die Bestimmung der künftigen Zahlungsströme und der diesen zugrunde liegenden Parameter, wie Umsatzwachstum und Bruttomargen, erfolgt auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangten Sachkenntnissen, den aktuellen wirtschaftlichen Ergebnissen und der im abgelaufenen Geschäftsjahr verabschiedeten Unternehmensplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Planung wird unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen "von unten nach oben" (Bottom-up-Methode) aufgestellt. Die durchschnittlichen Wachstumsraten der Umsatzerlöse im Planungszeitraum liegen zwischen 8,0 Prozent und 21,7 Prozent und damit zum Teil über den durchschnittlichen historischen Wachstumsraten der Geschäftsfelder, in denen die betreffenden Segmente tätig sind, insbesondere weil die Segmente in unterschiedlichem Umfang von den von Cypress erworbenen Geschäften und den damit im Zusammenhang stehenden Umsatz- und Kostensynergien profitieren. Kapazitätserweiternde Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben, werden nicht berücksichtigt. Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode werden mit der Methode der ewigen Rente geschätzt.

Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsströme erforderliche Diskontierungssatz wird aus den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - "WACC") der betreffenden Einheit nach Steuern ermittelt; für die Schätzung der Eigenkapitalkosten wird das Capital Asset Pricing Model ("CAPM") verwendet. Der gemäß IAS 36 relevante Vorsteuer-WACC wird unter Verwendung von typisierten Steuersätzen für jedes Berichtssegment aus den geschätzten künftigen Zahlungsströmen nach Steuern und dem Nachsteuer-WACC abgeleitet. Dabei wird der risikolose Zinssatz nach der Svensson-Methode unter Berücksichtigung von Risikozuschlägen und das Beta sowie die Verschuldungsgrade aus einer Gruppe von Vergleichsunternehmen für jedes operative Segment abgeleitet. Der Diskontierungssatz spiegelt damit die gegenwärtigen Marktrenditen sowie die speziellen Risiken des jeweiligen operativen Segments wider.

Die folgende Tabelle zeigt die den Segmenten zugeordneten Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die verwendeten Bewertungsparameter:

Buchwert des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts

€ in Millionen
Vorsteuer-WACC 1

in %
Nachsteuer-WACC 1

in %
Segment 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Automotive 1.402 52 10,9 11,7 8,6 8,9
Industrial Power Control 226 100 11,9 12,1 9,1 9,2
Power & Sensor Systems 1.679 755 12,3 13,2 9,5 10,1
Connected Secure Systems 2.588 n/a 10,7 n/a 8,7 n/a
Konzernfunktionen 2 2
Gesamt 5.897 909
Wachstumsrate der ewigen Rente 1

in %
Segment 2020 2019
--- --- ---
Automotive 1,5 1,5
Industrial Power Control 1,5 1,5
Power & Sensor Systems 1,5 1,5
Connected Secure Systems 1,5 n/a
Konzernfunktionen
Gesamt

1 Bewertungsparameter zum 30. Juni 2020 und 2019.

Auf der Grundlage der durchgeführten Werthaltigkeitstests kam Infineon zu dem Ergebnis, dass sich im Berichtsjahr bei keinem der operativen Segmente eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert ergab.

Die Geschäftsplanung ist unter anderem durch Unsicherheiten hinsichtlich der Einschätzung von Märkten und des makroökonomischen Umfelds geprägt und basiert in hohem Maße auf der Annahme der erfolgreichen Realisierung der aus dem Erwerb von Cypress erwarteten Umsatz- und Kostensynergien. Daher wurden, unter Berücksichtigung für möglich gehaltener Änderungen der wesentlichen Annahmen, Sensitivitätsanalysen auf Ebene der Segmente durchgeführt. Auch unter Berücksichtigung der für möglich gehaltenen Änderungen der wesentlichen Annahmen ergab sich im Rahmen der Sensitivitätsanalysen auf Ebene der Segmente keine Wertminderung auf die Geschäfts- oder Firmenwerte.

Zum Bilanzstichtag lagen darüber hinaus keine Indikatoren dafür vor, dass der erzielbare Betrag eines Segments, dem ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, unter den Buchwert gesunken sein könnte.

16 Leasingverhältnisse

Infineon wendet den neuen Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" seit dem 1. Oktober 2019 an. Für die Angaben zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum Erstanwendungsdatum sowie im Geschäftsjahr 2020 wird auf Konzernanhang Nr. 1 verwiesen. S. 148 ff.

Die Veränderung der Nutzungsrechte im Geschäftsjahr 2020 teilte sich wie folgt auf:

€ in Millionen 1. Oktober 2019 Zugänge Zugänge durch Unternehmenserwerb 1 Abschreibungen Sonstige Veränderungen2 30. September 2020
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 240 66 32 - 48 - 23 267
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 7 - 2 - 1 9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 9 - - 6 - 3 10
Gesamt 255 75 39 - 56 - 27 286

1 Die unter "Zugänge durch Unternehmenserwerb" dargestellten Beträge resultierten ausschließlich aus der Akquisition von Cypress.

2 Die sonstigen Veränderungen bei Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten enthielten €11 Millionen Wertberichtigungen.

Die Aufteilung der diskontierten und undiskontierten Leasingverbindlichkeiten nach Fristigkeiten stellte sich zum 30. September 2020 wie folgt dar:

€ in Millionen Leasingverbindlichkeiten (diskontiert) Leasingverbindlichkeiten (undiskontiert)
Fällig innerhalb eines Jahres 59 60
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 159 172
Fällig nach mehr als fünf Jahren 76 85
Gesamt 294 317

In der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung sind im Geschäftsjahr 2020 folgende Beträge enthalten, die auf Leasingverhältnisse entfallen:

€ in Millionen 2020
Abschreibungen 56
Wertberichtigungen 11
Zinsaufwendungen 5
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger (short-term leases) 1
Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten (low-value leases) 1
Gesamt 74

In der Konzern-Kapitalflussrechnung sind im Geschäftsjahr 2020 folgende Beträge enthalten, die auf Leasingverhältnisse entfallen:

€ in Millionen 2020
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (short-term leases) und für Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten (low-value leases) 2
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten 63
Zinszahlungen 4
Gesamt 69

Die folgenden zukünftigen Leasingzahlungen sind aufgrund der Anforderungen von IFRS 16 nicht bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt worden:

€ in Millionen Zahlungen aus nicht sicheren Verlängerungsoptionen
Fällig innerhalb eines Jahres 1
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 11
Fällig nach mehr als fünf Jahren 58
Gesamt 70

Darüber hinaus bestehen zukünftige Zahlungsverpflichtungen für Leasingverhältnisse, die nicht begonnen, jedoch bereits vertraglich eingegangen wurden, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger (shortterm leases). Diese sind jedoch unwesentlich.

Die abgeschlossenen Leasingverhältnisse beziehen sich im Wesentlichen auf die Anmietung von Büro- und Lagerräumen, IT-Ausstattung, sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie auf Fahrzeuge für ausgewählte Mitarbeiter * innen.

Die Leasingverhältnisse von Infineon haben keine wesentlichen Auswirkungen auf Covenants im Zusammenhang mit Fremdfinanzierungsinstrumenten. Darüber hinaus sind Leasingverbindlichkeiten nicht Bestandteil der für Zwecke der Kapitalmarktberichterstattung verwendeten Kenngröße Netto-Cash-Position.

Die Leasingverträge, bei denen Infineon untervermietet und als Leasinggeber auftritt, sind aus Konzernsicht nicht wesentlich.

Die künftig zu erhaltenden erwarteten nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen für Grundstücke und Gebäude, die im Eigentum von Infineon sind, stellten sich für Infineon als Leasinggeber wie folgt dar:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Fällig innerhalb eines Jahres 19 20
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 60 62
Fällig nach mehr als fünf Jahren 2 15
Gesamt 81 97

17 Finanzschulden

Die Finanzschulden setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile der langfristigen Finanzschulden, Durchschnittszinssatz: 2,01 % (Vorjahr: 1,60 %) 176 22
Ausstehende Wandelanleihen, Durchschnittszinssatz: 4,50 % 329 -
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 505 22
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:
Unbesicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz: 1,06 % (Vorjahr: 1,15 %), fällig 2021 - 2023 6 11
Besicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz Vorjahr: 2,03 %, fällig 2020 - 172
Anleihe €500 Millionen, Kupon 1,50 %, fällig 2022 499 498
Anleihe €750 Millionen, Kupon 0,75 %, fällig 2023 746 -
Anleihe €750 Millionen, Kupon 1,125 %, fällig 2026 743 -
Anleihe €750 Millionen, Kupon 1,625 %, fällig 2029 740 -
Anleihe €650 Millionen, Kupon 2,00 %, fällig 2032 636 -
Laufzeitendarlehen US$2.775 Millionen, Durchschnittszinssatz: 1,66 %, fällig 2022 - 2024 2.361 -
USPP-Anleihen US$935 Millionen, Durchschnittszinssatz: 4,09 %, fällig 2024 - 2028 797 853
Langfristige Finanzschulden 6.528 1.534
Gesamt 7.033 1.556

Im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.) wurde im Juni 2019 von der Infineon Technologies AG eine Finanzierung mit verschiedenen nationalen und internationalen Banken abgeschlossen. Sie war unbesichert, nicht nachrangig und bestand aus:

einer Brückenfinanzierung in Höhe von €6.600 Millionen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren und neun Monaten ab Kreditzusage sowie
drei Laufzeitendarlehen in Höhe von je US$1.110 Millionen mit einer Laufzeit von drei, vier und fünf Jahren.

Infolge der Kapitalerhöhung mit einem Volumen von €1.545 Millionen im Juni 2019 und der Emission einer Hybridanleihe in zwei Tranchen mit einem Nominalwert von insgesamt €1.200 Millionen im Oktober 2019 (siehe Konzernanhang Nr. 21, S. 188 f.) konnte die Brückenfinanzierung auf €3.893 Millionen reduziert werden.

Mit Vollzug der Akquisition von Cypress im April 2020 wurden die verbliebenen Kreditlinien in Anspruch genommen. Die Brückenfinanzierung wurde kurz danach vollständig aus den Emissionserlösen der beschleunigten Kapitalerhöhung im Mai 2020 (siehe Konzernanhang Nr. 21, S. 187) und der nachfolgend beschriebenen Anleihebegebung zurückgeführt.

Am 24. Juni 2020 emittierte die Infineon Technologies AG unter ihrem hierfür am 10. Juni 2020 etablierten EMTN-Programm (European Medium Term Notes) nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen in vier Tranchen mit einem Nominalwert von insgesamt €2.900 Millionen:

eine Tranche mit einem Nominalwert von €750 Millionen, einem Kupon von 0,75 Prozent pro Jahr und einer Fälligkeit im Jahr 2023;
eine Tranche mit einem Nominalwert von €750 Millionen, einem Kupon von 1,125 Prozent pro Jahr und einer Fälligkeit im Jahr 2026;
eine Tranche mit einem Nominalwert von €750 Millionen, einem Kupon von 1,625 Prozent pro Jahr und einer Fälligkeit im Jahr 2029 sowie
eine Tranche mit einem Nominalwert von €650 Millionen, einem Kupon von 2,00 Prozent pro Jahr und einer Fälligkeit im Jahr 2032.

Die Anleihen sind an der Luxemburger Wertpapierbörse gelistet.

Am 28. September 2020 wurde ein Teil des im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress aufgenommenen Laufzeitendarlehens mit Fälligkeit im Jahr 2022 in Höhe von US$555 Millionen zurückgeführt. Zum 30. September 2020 waren damit noch Laufzeitendarlehen in Höhe von US$2.775 Millionen ausstehend.

Die Anleihen in Höhe von €2.900 Millionen und die Darlehen in Höhe von US$2.775 Millionen werden nach Abzug der direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Darüber hinaus waren unter den kurzfristigen Finanzschulden die im Zuge der Akquisition von Cypress übernommenen Wandelanleihen in Höhe von €329 Millionen enthalten, die noch ausstehen und bei denen die Inhaber der Schuldverschreibungen den Zeitpunkt der Umwandlung bestimmen können. Die Wandlungsrechte dieser Anleihen können nunmehr ausschließlich gegen Barzahlung ausgeübt werden. Die Bewertung der Wandelanleihen abzüglich Wandlungsrechten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Wandlungsrechte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 201).

Am 16. Oktober 2020 wurden die zum 30. September 2020 unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesenen besicherten Darlehen der MoTo Objekt CAMPEON GmbH & Co. KG in Höhe von €171 Millionen zurückgezahlt.

Die Kreditlinien zum 30. September 2020 und 2019 setzten sich insgesamt wie folgt zusammen:

30. September 2020 30. September 2019
Laufzeit,

€ in Millionen
Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar
--- --- --- --- --- --- ---
Kurzfristig 245 176 69 102 22 80
Langfristig 2.376 2.376 - 8.303 182 8.121
Gesamt 2.621 2.552 69 8.405 204 8.201

Zum 30. September 2019 waren darin die Kreditlinien zur Finanzierung der Akquisition von Cypress enthalten.

Von den Finanzschulden werden in den nächsten Jahren folgende Beträge sowie Zinsen fällig:

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen Finanzschulden Zinsen Finanzschulden Zinsen
--- --- --- --- ---
Fällig innerhalb eines Jahres 505 121 21 46
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 3.925 330 1.002 155
Fällig nach mehr als fünf Jahren 2.650 203 535 63
Gesamt 7.080 654 1.558 264

18 Rückstellungen

Die kurz- und langfristigen Rückstellungen setzten sich zum 30. September 2020 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 1. Oktober 2019 Zuführung Zugänge durch Unternehmenserwerb 1 Verbrauch Auflösung 30. September 2020
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeiter * innen 374 332 19 - 288 - 17 420
Gewährleistungen 26 19 5 - 7 - 3 40
Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda (siehe Konzernanhang Nr. 7, S. 170 f., und Nr. 25, S. 194) 205 6 - - 5 - 206
Sonstige 61 27 6 - 9 - 2 83
Summe Rückstellungen 666 384 30 - 309 - 22 749
Davon kurzfristig 383 436
Davon langfristig 283 313

1 Die unter "Zugänge durch Unternehmenserwerb" dargestellten Beträge resultierten ausschließlich aus der Akquisition von Cypress.

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeiter * innen beinhalteten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, ausstehenden Urlaub und Gleitzeit, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben.

Rückstellungen für Gewährleistungen spiegelten im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider.

Sonstige Rückstellungen enthielten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (außer im Zusammenhang mit Qimonda), Restrukturierungen, Rückbauverpflichtungen sowie diverse andere Verpflichtungen.

Bei einem Betrag von €436 Millionen und €383 Millionen der Rückstellungen für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 wurde der Zahlungsmittelabfluss innerhalb eines Jahres erwartet. Für die langfristigen Rückstellungen wurden die Zahlungsmittelabflüsse nach mehr als einem Jahr erwartet. Neben den Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda betreffen die langfristigen Rückstellungen mit €44 Millionen und €38 Millionen zum 30. September 2020 beziehungsweise 2019 dienstzeitabhängige Jubiläumszahlungen.

19 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

€ in Millionen 2020 2019
Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden 405 169
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten sowie ähnliche Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter * innen 221 132
Abgegrenzte Zinsaufwendungen 96 21
Andere finanzielle Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Zinssicherung künftiger Refinanzierungsmaßnahmen (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 203 f.) 66 -
Andere finanzielle Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fremdwährungssicherung der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 199) - 112
Sonstige 162 141
Gesamt 950 575

Im Zuge der Integration von Cypress wurde der Bilanzausweis von Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden an die Vorgehensweise von Cypress angeglichen (siehe Konzernanhang Nr. 10, s. 172). Die Erstattungsverpflichtungen werden nun innerhalb der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

20 Pensionspläne

Leistungsorientierte Pläne

Für die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeiter * innen bestehen bei Infineon im In- und Ausland sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Versorgungspläne für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen. Die im Infineon-Konzern wesentlichen Versorgungspläne in Deutschland betreffen die Infineon Technologies AG und bei den ausländischen Versorgungsplänen die Infineon Technologies Austria AG.

In Deutschland gewährt Infineon im Wesentlichen beitragsorientierte Leistungszusagen, die die Mitarbeiter * innen bei Eintritt ins Rentenalter, im Invaliditäts- und im Todesfall absichern. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bilden das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) und das Arbeitsrecht im Allgemeinen. Neueintritte erhalten mit dem Infineon-Pensionsplan, dessen Dotierung durch Infineon erfolgt, eine beitragsorientierte Leistungszusage. Die Leistungen aus dem Infineon-Pensionsplan werden in der Regel in zwölf Jahresraten ausgezahlt. Bei aktiven Mitarbeiter * innen, die vor Inkrafttreten des Infineon-Pensionsplans Ansprüche auf Leistungszusagen in Rentenform hatten, wurden diese Zusagen in den Infineon-Pensionsplan überführt und dabei die Möglichkeit auf Verrentung garantiert. Diese Gruppe macht zusammen mit ehemaligen Mitarbeiter * innen, deren Rentenleistungszusagen nicht mehr in den Infineon-Pensionsplan überführt wurden, derzeit den größten Teil der Verpflichtung aus. Für die leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland ist eine entsprechende Rückstellung erfasst, die zum Teil durch Planvermögen gedeckt ist. Für die Vorstandsmitglieder von Infineon existieren individuelle Zusagen, die durch Planvermögen abgedeckt sind (siehe ausführlich Kapitel "Vergütungsbericht" im zusammengefassten Lagebericht, S. 130 ff.). Das wesentliche Planvermögen wird durch eine Pensionstreuhand in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins verwaltet. Dieser setzt sich aus leitenden Angestellten der Infineon Technologies AG zusammen und die Anlagestrategie wird von der Infineon Technologies AG vorgegeben.

Die Versorgungsverpflichtung bemisst sich bei einigen ausländischen Versorgungsplänen nach dem Einkommen im letzten Monat oder letzten Jahr der Betriebszugehörigkeit, andere sind vom durchschnittlichen Einkommen während der Betriebszugehörigkeit abhängig. Im Ausland werden die Pensionspläne landesspezifisch von externen Pensionskassen oder anderen Pensionseinrichtungen verwaltet. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen im Ausland sind in bestimmten Ländern teilweise durch Planvermögen gedeckt. Die Verwaltung des bestehenden Planvermögens im Ausland erfolgt über die jeweilige Pensionseinrichtung.

Der Bewertungsstichtag der deutschen und ausländischen Pensionspläne ist jeweils der 30. September.

Die leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns sehen sich Risiken aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, wie Rechnungszins, Gehalts- und Rententrend, dem Kapitalanlagerisiko sowie dem Langlebigkeitsrisiko, ausgesetzt. Ein niedrigerer Abzinsungsfaktor führt zu höheren Pensionsverpflichtungen. Entsprechend kann eine niedriger als erwartet ausfallende Entwicklung des Planvermögens zu einer Verschlechterung des Finanzierungsstatus führen oder die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen erforderlich machen.

Die Entwicklung der Pensionspläne sowie der Planvermögen von Infineon ist für die deutschen ("Inland") und die ausländischen Versorgungspläne ("Ausland") zum 30. September 2020 und 2019 in der folgenden Tabelle dargestellt:

2020 2019
€ in Millionen Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Änderung der Anwartschaftsbarwerte (DBO) unter Berücksichtigung künftiger Gehaltssteigerungen:
Anwartschaftsbarwerte zu Beginn des Geschäftsjahres - 1.219 - 197 - 1.416 - 987 - 167 - 1.154
Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche - 32 - 6 - 38 - 26 - 4 - 30
Erträge (Aufwendungen) für Versorgungsansprüche aus vorangegangenen Geschäftsjahren - - - - 1 1
Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte - 7 - 4 - 11 - 17 - 5 - 22
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) für:
Erfahrungsbedingte Anpassungen - 58 - 5 - 63 - 2 - 1 - 3
Anpassung der demografischen Annahmen - 1 1 - - 1 - 1
Anpassung der finanzwirtschaftlichen Annahmen 81 - 5 76 - 200 - 26 - 226
Effekte aus Akquisitionen - - 20 - 20 - - -
Planabgeltungen - - - - 3 3
Gezahlte Versorgungsleistungen durch Infineon 22 9 31 19 6 25
Mitarbeiterbeiträge - 4 - - 4 - 6 - - 6
Fremdwährungseffekte - 6 6 - - 3 - 3
Anwartschaftsbarwerte zum Ende des Geschäftsjahres - 1.217 - 221 - 1.438 - 1.219 - 197 - 1.416
Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 600 83 683 534 68 602
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 4 2 6 10 2 12
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 10 1 11 52 11 63
Effekte aus Akquisitionen - 3 3 - - -
Beiträge des Unternehmens 18 8 26 17 6 23
Mitarbeiterbeiträge 4 - 4 6 - 6
Gezahlte Versorgungsleistungen - 22 - 9 - 31 - 19 - 6 - 25
Fremdwährungseffekte - - 3 - 3 - 2 2
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum Ende des Geschäftsjahres 614 85 699 600 83 683
Pensionsverpflichtung, Saldo - 603 - 136 - 739 - 619 - 114 - 733
Davon: Infineon Technologies AG - 552 - - 552 - 572 - - 572
Davon: Infineon Technologies Austria AG - - 64 - 64 - - 70 - 70

Die Pensionsverpflichtungen werden in der Konzern-Bilanz unter "Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" ausgewiesen. S. 145

Der Finanzierungsstatus der Pensionspläne von Infineon entsprach den in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2020 und 2019 ausgewiesenen Beträgen, da keine Vermögenswertobergrenzen ("Asset-Ceilings") zur Anwendung kamen.

Die Finanzierung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungspläne setzte sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Pläne, die nicht aus einem Fonds finanziert werden 9 104 113 13 100 113
Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden 1.208 117 1.325 1.206 97 1.303
Gesamt 1.217 221 1.438 1.219 197 1.416

Versicherungsmathematische Annahmen

Der Ermittlung der versicherungsmathematischen Werte der Versorgungspläne lagen folgende durchschnittliche gewichtete Annahmen zugrunde:

30. September 2020 30. September 2019
in % Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
Abzinsungsfaktor zum Ende des Geschäftsjahres 1,0 2,0 0,6 2,0
Personalkostenteuerungsrate 2,0 4,6 2,0 4,0
Erwartete Rentenentwicklung 1,8 2,1 1,8 2,0

Zur Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte zum Bilanzstichtag wurde die Ermittlung des Abzinsungsfaktors insofern angepasst, als zum 30. Juni 2020 erstmals auf das RATE:Link-Verfahren von Willis Towers Watson abgestellt wurde. Dem RATE:Link-Verfahren liegen unverändert erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen von Schuldnern sehr hoher Bonität zugrunde, welche die gleiche Laufzeit haben und auf die gleiche Währung lauten wie die zu bewertenden Pensionsverpflichtungen.

Der Effekt aus der Anpassung des Schätzverfahrens zum 30. September 2020 betrug €75 Millionen und wurde als versicherungsmathematischer Gewinn in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Für Deutschland wurden hinsichtlich der Sterblichkeit unverändert zum Vorjahr die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck und für Österreich die AVÖ 2018-P verwendet.

Sensitivitäten

Die nachfolgende Tabelle zur Sensitivitätsanalyse zeigt, wie der Barwert aller leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch eine Änderung der oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst würde. Sie betrachtet jeweils eine Änderung einer versicherungsmathematischen Annahme bei ansonsten unveränderten übrigen Annahmen.

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen bei:
einem um 50 Basispunkte höheren Abzinsungsfaktor 1.116 206 1.322 1.127 185 1.312
einem um 50 Basispunkte niedrigeren Abzinsungsfaktor 1.333 236 1.569 1.322 214 1.536
um 50 Basispunkte höheren erwarteten Personalkostensteigerungen 1.224 138 1.362 1.232 204 1.436
um 50 Basispunkte niedrigeren erwarteten Personalkostensteigerungen 1.206 127 1.333 1.205 194 1.399
einer um 50 Basispunkte höheren erwarteten Rentenentwicklung 1.266 75 1.341 1.240 204 1.444
einer um 50 Basispunkte niedrigeren erwarteten Rentenentwicklung 1.169 65 1.234 1.200 194 1.394
Erhöhung der Lebenserwartung um ein Jahr 1.258 136 1.394 1.250 203 1.453

Investitionsstrategie

Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Fondsmanagern angelegt. Die Anlagerichtlinien sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen über verschiedene Anlageklassen hinweg vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren sowie Immobilien und Rückdeckungsversicherungen, angestrebt, das die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem festgelegten Risiko maximiert. Das Investitionsrisiko wird laufend durch periodenweise Überprüfungen des Portfolios, durch Abstimmung mit Anlageberatern und durch jährliche Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -strategien werden periodisch im Rahmen detaillierter Vermögens-/Verbindlichkeitsstudien von unabhängigen Anlageberatern und Versicherungsfachleuten überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne unter Berücksichtigung von Änderungen im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte erreicht werden. Zielsetzung ist die Optimierung des Ertrag-Risiko-Profils des Planvermögens relativ zu den Verpflichtungen unter Verwendung eines diversifizierten Investitionsportfolios innerhalb eines definierten Risikobudgets, um dadurch den Deckungsgrad langfristig zu steigern.

Verteilung des Planvermögens

Am 30. September 2020 und 2019 stellte sich die Verteilung des investierten Planvermögens in den wesentlichen Anlagekategorien wie folgt dar:

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen An einem aktiven Markt notiert Nicht an einem aktiven Markt notiert An einem aktiven Markt notiert Nicht an einem aktiven Markt notiert
--- --- --- --- ---
Staatsanleihen 208 1 170 12
Unternehmensanleihen 117 - 141 13
Eigenkapitalinstrumente 213 - 209 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19 - 12 2
Rückdeckungsversicherungen - 36 - 35
Immobilien 5 30 6 30
Sonstiges 44 26 28 25
Gesamt 606 93 566 117

Die Staats- und Unternehmensanleihen werden an liquiden Märkten gehandelt und haben überwiegend ein Investment-Grade-Rating. Die geografische Allokation des Aktienanteils am Planvermögen orientiert sich überwiegend am MSCI World Index.

Gemäß den Richtlinien von Infineon investieren die Pensionspläne nicht in Aktien oder Schuldtitel von Infineon. Der in der obigen Tabelle aufgeführte Posten "Sonstiges" beinhaltet Exchange-traded Commodities (ETC) und sonstige Investmentfonds. Der Marktwert der ETC im Inland betrug zum 30. September 2020 €33 Millionen (Vorjahr: €28 Millionen).

Der Marktwert der von der rechtlich selbstständigen Pensionstreuhand an Infineon-Gruppengesellschaften vermieteten Grundstücke und Immobilien betrug zum 30. September 2020 und 2019 jeweils €30 Millionen.

Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen im Geschäftsjahr zum 30. September 2020 betrug €17 Millionen (Vorjahr: €74 Millionen).

In der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste Beträge

Die Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 beinhalteten:

2020 2019
€ in Millionen Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche - 32 - 6 - 38 - 26 - 4 - 30
Erträge (Aufwendungen) für Versorgungsansprüche aus vorangegangenen Geschäftsjahren - - - - 1 1
Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte - 7 - 4 - 11 - 17 - 5 - 22
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 4 2 6 10 2 12
Realisierter Gewinn aus Plankürzungen - - - - 3 3
Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen - 35 - 8 - 43 - 33 - 3 - 36

Die Aufwendungen für Versorgungsansprüche wurden in den Umsatzkosten, soweit produktionsbezogen, beziehungsweise in den Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen wurden saldiert unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen.

Versicherungsmathematische Gewinne (vor Steuern) von €25 Millionen und Verluste von €167 Millionen für das Geschäftsjahr 2020 beziehungsweise 2019 wurden außerhalb des Konzernjahresüberschusses im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste betrugen zum 30. September 2020 und 2019 €542 Millionen und €567 Millionen.

Für das Geschäftsjahr 2021 werden Einzahlungen in das Planvermögen von €33 Millionen aus Leistungen erwartet, die von den Konzerngesellschaften direkt an die Leistungsempfänger gezahlt werden.

Die gewichtete durchschnittliche Duration der leistungsorientierten Pensionspläne betrug zum 30. September 2020 und 2019 rund 18 und 17 Jahre.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die erwarteten Auszahlungen für die leistungsorientierten Pensionspläne für die nächsten zehn Geschäftsjahre zum 30. September 2020 und 2019:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Fällig innerhalb eines Jahres 40 32
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 177 152
Fällig nach mehr als fünf Jahren bis zehn Jahren 303 275
Gesamt 520 459

Beitragsorientierte Pläne

Im Rahmen beitragsorientierter Pläne werden festgelegte Beiträge an externe Versicherungen oder Fonds entrichtet. Über die Bezahlung der festgelegten Beiträge hinaus bestehen für Infineon grundsätzlich keine weiteren Leistungsverpflichtungen oder Risiken aus diesen Pensionsplänen. Zudem entrichtet der Konzern Beiträge an gesetzliche Rentenversicherungsträger. In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 betrugen die Aufwendungen im Zusammenhang mit beitragsorientierten Plänen €212 Millionen und €203 Millionen.

21 Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2020 um €110.474.132 erhöht. Zum einen hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 26. Mai 2020 eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 27. Mai 2020 in das Handelsregister eingetragen und ist damit wirksam geworden. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde dabei unter Ausschluss der Bezugsrechte der Altaktionäre durch Ausgabe von 55.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) erhöht. Die Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von €19,30 je Aktie zugeteilt und führten zu einem Bruttoemissionserlös von €1.062 Millionen. Sie sind ab dem 1. Oktober 2019 gewinnberechtigt. Zum anderen wurden 237.066 neue Aktien ausgegeben (Vorjahr: 914.314), die infolge der letztmaligen Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer im Rahmen des Aktienoptionsplans 2010 (siehe Konzernanhang Nr. 23, S. 191 f.) entstanden sind. Im Rahmen des Performance Share-Plans und des Restricted Stock Unit-Plans (siehe Konzernanhang Nr. 23, S. 191 f.) übertrug Infineon an Arbeitnehmer und Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 748.609 eigene Aktien. Zum 30. September 2020 betrug das Grundkapital damit €2.611.842.274 und war voll eingezahlt. Es war eingeteilt in 1.305.921.137 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2020 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 5.251.391 eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt.

Kapitalrücklage

Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich die Kapitalrücklage um €968 Millionen. Ausgehend von einem Bruttoemissionserlös von €1.062 Millionen aus der oben beschriebenen Ausgabe von 55.000.000 neuen Aktien am 27. Mai 2020, abzüglich auf das Grundkapital entfallender €110 Millionen sowie abzüglich €18 Millionen angefallener externer direkt zurechenbarer Kosten (netto, nach Steuern), wurden im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung €934 Millionen als Erhöhung der Kapitalrücklage erfasst. Steuereffekte in Höhe von €22 Millionen erhöhten die Kapitalrücklage. Die anteiligen Aufwendungen für die aktienbasierte Vergütung führten im Geschäftsjahr 2020 zu einer Erhöhung der Kapitalrücklage um €14 Millionen. Infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer erhöhte sich die Kapitalrücklage darüber hinaus um €1 Million. Aufgrund der Übertragung von eigenen Aktien an Arbeitnehmer und Vorstandsmitglieder verminderte sich die Kapitalrücklage gegenläufig um €4 Millionen.

Im Geschäftsjahr 2019 erhöhte sich die Kapitalrücklage um €1.008 Millionen. Aus gehend von einem Bruttoemissionserlös von €1.545 Millionen aus der Ausgabe von 112.773.923 neuen Aktien am 18. Juni 2019, abzüglich auf das Grundkapital entfallender €226 Millionen sowie abzüglich €20 Millionen angefallener externer direkt zurechenbarer Kosten (netto, nach Steuern), wurden im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung €1.299 Millionen als Erhöhung der Kapitalrücklage erfasst. Infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer erhöhte sich die Kapitalrücklage darüber hinaus um €4 Millionen. Die anteiligen Aufwendungen für die aktienbasierte Vergütung führten im Geschäftsjahr 2019 zu einer Erhöhung der Kapitalrücklage um €10 Millionen. Rücklagenmindernd wirkte die im Februar 2019 gezahlte Dividende in Höhe von €305 Millionen.

Genehmigtes Kapital

Zum 30. September 2020 sah die Satzung der Gesellschaft zwei genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €670.000.000 vor:

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum Ablauf des 19. Februar 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €640.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I). Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe an am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats hiervon und von § 60 Abs. 2 Aktiengesetz abweichend festlegen, dass die neuen Aktien vom Beginn eines bereits abgelaufenen Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Gewinn teilnehmen. Das ursprünglich in Höhe von €750.000.000 bestehende Genehmigte Kapital 2020/I hat sich durch die am 26. Mai 2020 von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossene und am 27. Mai 2020 in das Handelsregister eingetragene Kapitalerhöhung von €110.000.000 um eben diesen Betrag auf die genannten €640.000.000 reduziert. Im Rahmen des Genehmigten Kapitals 2020/I ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Barkapitalerhöhungen unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG dürfen von Gesetzes wegen weder zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Ermächtigung noch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder ihrer Ausübung 10 Prozent des bestehenden Grundkapitals übersteigen. Mit der Kapitalerhöhung vom 26./27. Mai 2020 wurde dieser Rahmen in Höhe von etwa 4 Prozent ausgeschöpft. Für Sachkapitalerhöhungen oder eine Kombination von Bar- und Sachkapitalerhöhung(en) sieht die Ermächtigung darüber hinaus insgesamt eine Höchstgrenze von 10 Prozent des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals vor.
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 17. Februar 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €30.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer Konzerngesellschaften zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016/I). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Die Aktien können in der Weise ausgegeben werden, dass die auf sie zu leistende Einlage aus dem Teil des Jahresüberschusses gedeckt wird, den Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG in andere Gewinnrücklagen einstellen könnten.

Bedingtes Kapital

Zum 30. September 2020 sah die Satzung der Gesellschaft ein bedingtes Kapital über bis zu €260.000.000 vor:

Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €260.000.000 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Aktien an die Gläubiger oder Inhaber von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 20. Februar 2020 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/1).

Hybridkapital

Die Infineon Technologies AG hat am 1. Oktober 2019 eine unbefristete Hybridanleihe zur Refinanzierung der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.) ausgegeben. Die Emission der Hybridanleihe erfolgte in zwei unbefristeten Tranchen mit einem Nominalbetrag in Höhe von jeweils €600 Millionen. Tranche 1 hat eine Kündigungssperrfrist von 5,25 Jahren und einen Kupon von 2,875 Prozent bis zur erneuten Zinsfestlegung. Tranche 2 hat eine Kündigungssperrfrist von 8,25 Jahren und einen Kupon von 3,625 Prozent bis zur erneuten Zinsfestlegung. Der Emissionskurs betrug 99,385 Prozent (Tranche 1) beziehungsweise 99,121 Prozent (Tranche 2), jeweils unter Abzug eines Disagios.

Die Hybridanleihe ist ein Eigenkapitalinstrument nach IAS 32. Die Laufzeit ist vertraglich nicht begrenzt; es besteht keine Endfälligkeit des Wertpapiers. Die Hybridanleihe kann nur von Infineon bei Eintritt bestimmter Ereignisse gekündigt werden. Die Investoren haben keine Kündigungsrechte und können eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung für Infineon nicht herbeiführen. Ausschüttungen liegen ausschließlich im Ermessen von Infineon.

Die Emissionserlöse in Höhe von €1.184 Millionen sind Infineon am 1. Oktober 2019 zugeflossen. Die Disagien und die Transaktionskosten in Höhe von insgesamt €16 Millionen sowie die hierauf entfallenden Ertragsteuern von €2 Millionen wurden direkt im Eigenkapital erfasst. Der Vergütungsanspruch der Hybridkapitalinvestoren belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf €39 Millionen. Davon wurden €20 Millionen am 1. April 2020 an die Hybridkapitalinvestoren ausgezahlt (siehe nachfolgend "Gewinnrücklage"). Für Zwecke der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde der auf die Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallende Konzernjahresüberschuss von €368 Millionen um den Vergütungsanspruch der Hybridkapitalinvestoren in Höhe von €35 Millionen (netto, nach Steuern) auf €333 Millionen vermindert (siehe Konzernanhang Nr. 8, S. 171).

Gewinnrücklage

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung der Gewinnrücklage zum 30. September 2020 und 2019:

€ in Millionen
Saldo zum 1. Oktober 2018 - 296
Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend 870
Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €16 Millionen - 153
Saldo zum 30. September 2019 421
Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend 368
Dividendenzahlung an Aktionäre der Infineon Technologies AG - 336
Zahlungen an Hybridkapitalinvestoren - 20
Abgegrenzte Vergütungen an Hybridkapitalinvestoren - 19
Versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €6 Millionen 21
Saldo zum 30. September 2020 435

Seit dem Geschäftsjahr 2020 erfolgt die Ausschüttung aus der Gewinnrücklage, soweit diese zum jeweiligen Geschäftsjahresende die Ausschüttung im Folgejahr abdeckt.

Dividenden

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde eine Bardividende in Höhe von €0,27 je Aktie (Gesamtbetrag: €336 Millionen) ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2018 wurden €0,27 je Aktie (Gesamtbetrag: €305 Millionen) ausgeschüttet.

In Bezug auf das Geschäftsjahr 2020 soll vorgeschlagen werden, aus dem Bilanzgewinn der Infineon Technologies AG in Höhe von €287 Millionen eine Dividende in Höhe von €0,22 je dividendenberechtigte Stückaktie auszuschütten. Dies würde zu einer voraussichtlichen Ausschüttung von etwa €286 Millionen führen. Die Zahlung dieser Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung am 25. Februar 2021.

Andere Rücklagen

Die Veränderungen der anderen Rücklagen in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 stellten sich wie folgt dar:

2020 2019
€ in Millionen Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
--- --- --- --- --- --- ---
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen - 543 - - 543 85 - 85
Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Sicherungsgeschäften - 71 - - 71 146 9 155
Realisierte Gewinne (Verluste) aus Sicherungsgeschäften 1 - 170 28 - 142 - - -
Kosten der Absicherung 1 42 - 42 - 42 - - 42
Gesamt - 742 28 - 714 189 9 198

1 Im Geschäftsjahr 2020 wurden realisierte Gewinne aus dem Deal Contingent Forward und der Deal Contingent Option nach Abzug der Kosten der Absicherung mit €137 Millionen (vor Steuern) bei der Bemessung der übertragenen Gegenleistung im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress berücksichtigt (siehe "Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen" im Konzernanhang Nr. 28, S. 203 ff.).

22 Kapitalmanagement

Das primäre Ziel von Infineon im Hinblick auf das Kapitalmanagement besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Gleichzeitig soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen.

Auf Basis dieser Grundsätze und der Intention, sein Investment-Grade-Rating zu behalten, hat Infineon seine mittel- und langfristigen Hauptziele für sein Kapitalmanagement abgeleitet. Diese bleiben auch nach der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.) und der hierfür erforderlichen Finanzierung weiterhin bestehen. Infineon strebt für seine Liquidität (Brutto-Cash-Position) einen Zielwert von €1 Milliarde plus mindestens 10 Prozent des Umsatzes an. Für die Bruttofinanzschulden von Infineon gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Aufgrund der Akquisition von Cypress hat Infineon sein Bruttoverschuldungsziel überschritten, jedoch nur in einem Umfang, wie es mit der Beibehaltung des Investment-Grade-Ratings kompatibel ist. Mittelfristiges Ziel von Infineon nach der Akquisition ist eine konsequente Rückführung der Verschuldung auf beziehungsweise unter den maximalen Zielwert gemäß seinem Kapitalstrukturziel.

Infineon unterliegt keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung.

Das Kapitalmanagement sowie dessen Ziele und Definitionen basieren auf Kennziffern, die auf Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses ermittelt werden. Die Brutto-Cash-Position setzt sich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments zusammen. Die Bruttofinanzschulden umfassen kurz- und langfristige Finanzschulden. Infineon definiert EBITDA als den Überschuss (Fehlbetrag) aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen, Steuern und planmäßigen Abschreibungen.

Die Brutto-Cash-Position verringerte sich von €3.779 Millionen zum 30. September 2019 auf €3.227 Millionen zum 30. September 2020 (siehe ausführlich Kapitel "Darstellung der Finanzlage" im zusammengefassten Lagebericht, S. 105). Auf Basis von Umsatzerlösen von €8.567 Millionen lag das Verhältnis von Brutto-Cash-Position zu Umsatzerlösen zum 30. September 2020 bei €1 Milliarde sowie zusätzlich 26,0 Prozent des Umsatzes. In den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2020 ist Cypress seit dem 16. April 2020 berücksichtigt (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 163 f.). Für das Vorjahr betrug das Verhältnis von Brutto-Cash-Position zu Umsatzerlösen €1 Milliarde sowie zusätzlich 34,6 Prozent des Umsatzes, wobei darin die im Juni 2019 zur Finanzierung der Akquisition von Cypress durchgeführte Kapitalerhöhung mit Nettoemissionserlösen von €1.524 Millionen enthalten war.

Bei einer Bruttoverschuldung in Höhe von €7.033 Millionen zum 30. September 2020 infolge der Finanzierung der Akquisition von Cypress (Vorjahr: €1.556 Millionen) und einem EBITDA von €1.785 Millionen für das Geschäftsjahr 2020 (Vorjahr: €2.064 Millionen) lag das Verhältnis von Bruttoverschuldung zu EBITDA per 30. September 2020 bei 3,9 (Vorjahr: 0,8). Im EBITDA des Geschäftsjahres 2020 ist Cypress seit dem 16. April 2020 berücksichtigt. Infineon verfügt weiterhin über ausreichend finanzielle Flexibilität und ist in der Lage, neben der Durchführung der geplanten Investitionen auch regelmäßige Dividenden (siehe Konzernanhang Nr. 21, S. 189) auszuschütten.

Die USPP-Anleihen in Höhe von US$935 Millionen, welche im April 2016 begeben wurden, beinhalten eine Reihe von marktüblichen Auflagen, unter anderem sogenannte "Change of Control"-Klauseln sowie die Einhaltung einer Finanzrelation (sogenannte "Debt Coverage Ratio"), die ein bestimmtes Verhältnis von einer Schuldengröße (adjustiert) zu einer Ergebnisgröße (adjustiert) vorsieht.

Infineon hat im Geschäftsjahr 2020 die vorgesehenen Mindestanforderungen aller Auflagen erfüllt. Sollten die Auflagen der USPP-Anleihen seitens Infineon nicht eingehalten werden, können die zum 30. September 2020 ausstehenden USPP-Anleihen von US$935 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 179) zur sofortigen Rückzahlung fällig werden.

23 Aktienbasierte Vergütung

Die Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2010, ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan und zudem ab dem Geschäftsjahr 2017 den Restricted Stock Unit-Plan.

Performance Share-Plan

Als Nachfolger für den Aktienoptionsplan 2010 wurde für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte ein neuer Long Term Incentive ("LTI")-Plan entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Performance Share-Plan.

Unter diesem Plan werden jeweils am 1. März (bis zum Geschäftsjahr 2017: am 1. Oktober) des laufenden Geschäftsjahres (virtuelle) Performance Shares entsprechend einem festgelegten LTI-Zuteilungsbetrag in Euro zunächst vorläufig zugeteilt. Mit der Zuteilung einer (virtuellen) Performance Share erwirbt der Planteilnehmer das Recht auf Übertragung einer (realen) Infineon-Aktie, wenn ein von Position und LTI-Zuteilungsbetrag abhängiges Eigeninvestment in Infineon-Aktien über eine vierjährige Haltefrist gehalten wird.

Die Performance Shares teilen sich in jeweils 50 Prozent erfolgsabhängige und 50 Prozent erfolgsunabhängige Anteile auf. Die erfolgsabhängigen Performance Shares werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie vom Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares bis zum Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung der Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen - erfüllt, ist der Anspruch auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien erworben. Dabei darf bei Vorstandsmitgliedern der Wert der je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap).

Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell zur Prognose von Aktienkurs-/ Indexentwicklungen) ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Instrumente wird unter Berücksichtigung zukünftiger Dividenden sowie der Auszahlungsbegrenzung (Cap) ermittelt.

Die erfolgten Zuteilungen stellen sich im Überblick wie folgt dar:

Tranche Ende der Wartezeit Neun-Monats-Durchschnittskurs in € vor Zuteilung Anzahl ausstehender Performance Shares zum 30. September 2020 Beizulegender Zeitwert in € je Performance Share
Geschäftsjahr 2020: Mitarbeiter * innen 29. Februar 2024 18,10 1.044.146 12,95
Geschäftsjahr 2020: Vorstände 29. Februar 2024 18,10 70.850 12,50
Geschäftsjahr 2019: Mitarbeiter * innen 28. Februar 2023 20,02 749.482 14,20
Geschäftsjahr 2019: Vorstände 28. Februar 2023 20,02 44.954 13,79
Geschäftsjahr 2018: Mitarbeiter * innen 28. Februar 2022 21,48 657.434 15,76
Geschäftsjahr 2018: Vorstände 28. Februar 2022 21,48 41.896 15,25
Geschäftsjahr 2017: Mitarbeiter * innen 30. September 2020 13,01 864.358 11,86
Geschäftsjahr 2017: Vorstände 30. September 2020 13,01 61.874 11,25

Die im Oktober 2020 fällige Tranche für das Geschäftsjahr 2017 wurde in Aktien erfüllt. Da die vorgesehene Performance-Hürde zum 30. September 2020 nicht erreicht wurde, war die Tranche nur im Umfang von 50 Prozent (erfolgsunabhängiger Anteil) zu erfüllen. Im Oktober 2020 wurden 460.985 Infineon-Aktien an die berechtigten Vorstände und Mitarbeiter * innen aus dem Bestand an eigenen Aktien ausgegeben.

Aktienoptionsplan 2010

Der Aktienoptionsplan 2010 ist im Dezember 2019 ausgelaufen.

Restricted Stock Unit-Plan

Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Restricted Stock Unit-Plan (RSUP) eingeführt, der Infineon-Mitarbeiter * innen in den USA adressiert und sich an den lokalen Marktbedingungen orientiert. Die Restricted Stock Units werden jeweils zum beizulegenden Zeitwert ihres Zuteilungsdatums ausgewiesen. Zum 30. September 2020 waren 0,7 Millionen (Vorjahr: 0,5 Millionen) Restricted Stock Units mit tranchenabhängigen beizulegenden Zeitwerten zwischen €17,31 und €20,99 ausstehend. Die im Februar beziehungsweise März 2020 fälligen Tranchen wurden in Aktien erfüllt. Es wurden 180.301 Infineon-Aktien an die berechtigten Mitarbeiter * innen aus dem Bestand an eigenen Aktien ausgegeben.

Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung

Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf €14 Millionen (Vorjahr: €11 Millionen).

24 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestanden sonstige nicht in der Konzern-Bilanz zu erfassende finanzielle Verpflichtungen. Diese resultierten insbesondere aus unbedingten Abnahmeverpflichtungen, die im Nachfolgenden näher erläutert werden.

Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben in Sachanlagen (Bestellobligo) bestanden zum 30. September 2020 Verpflichtungen in Höhe von €435 Millionen (Vorjahr: €660 Millionen).

Infineon erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuwendungen der öffentlichen Hand für den Bau und die Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten. Darüber hinaus erhält Infineon Zuwendungen für ausgewählte Projekte im Rahmen seiner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Infineon hat bestimmte Zuwendungen unter der Voraussetzung erhalten, dass bestimmte projektbezogene Kriterien erfüllt werden, wie zum Beispiel die Schaffung einer gewissen Anzahl von Arbeitsplätzen über einen gewissen Zeitraum. Von der Erfüllung dieser Bedingungen geht Infineon derzeit aus. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können maximal €200 Millionen der bis zum 30. September 2020 (Vorjahr: €163 Millionen) erhaltenen Zuwendungen zurückgefordert werden.

Im Zusammenhang mit seiner regelmäßigen Geschäftstätigkeit kann Infineon bei bestimmten Umsätzen und anderen Verträgen verpflichtet sein, die Vertragspartner unter bestimmten Voraussetzungen vom Schadensersatz bei Gewährleistungsfällen, Patentverletzungen und anderen Vorfällen freizustellen. Der Höchstbetrag von eventuellen zukünftigen Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen kann nicht zuverlässig geschätzt werden, da die eventuellen Verpflichtungen von Vorkommnissen, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht bestimmbar sind, und von bestimmten vertragsspezifischen Fakten und Umständen abhängig sind. In der Vergangenheit hatten Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

25 Rechtliche Risiken

Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren

Wettbewerbsrechtliche Verfahren Smartcard-Chips

Im Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Im September 2014 hat die EU-Kommission eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt, die im Juli 2020 durch Urteil des Europäischen Gerichts auf €76,9 Millionen reduziert worden ist.

Im Zusammenhang mit dem Verfahren der EU-Kommission wurden in Kanada zwei Sammelklagen auf Schadensersatz in unbezifferter Höhe eingereicht: die erste Klage in der Provinz British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage in der Provinz Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU-Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt.

Im Juli 2019 hat ein direkter Kunde unter Bezugnahme auf das vorgenannte EU-Kartellverfahren in London (Großbritannien) eine Klage gegen die Infineon Technologies UK Limited und mehrere Renesas-Gesellschaften eingereicht. Im August 2020 hat außerdem ein indirekter Kunde unter Bezugnahme auf das vorgenannte EU-Kartellverfahren die Gesellschaft über einen angeblichen Schaden informiert.

Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesen Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt.

Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung

Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt.

Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaftung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Weiterhin macht der Insolvenzverwalter einen Zahlungsanspruch aus Qimonda angeblich zu Unrecht weiterbelasteten Beraterkosten im Zusammenhang mit dem Qimonda-Börsengang von €10 Millionen geltend.

Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen.

Der Rechtsstreit fokussiert sich mittlerweile auf die wegen angeblich fehlender Werthaltigkeit geltend gemachten Ansprüche. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt, der sich auch mit technischen Fragestellungen beschäftigt.

Der Rechtsstreit wird von beiden Parteien mit sehr hohem Aufwand geführt.

Die Parteien haben bereits eine Vielzahl äußerst umfangreicher Schriftsätze ausgetauscht. Für beide Seiten sind zahlreiche Experten und Sachverständige tätig, die den jeweiligen Parteivortrag mit Gutachten und Stellungnahmen stützen.

Am 21. September 2018 hat der gerichtlich bestellte Sachverständige in Abstimmung mit den Parteien einen Zwischenbericht über seine vorläufige Einschätzung zum Wert der Sacheinlagen vorgelegt. Die Gesellschaft ist grundsätzlich bereit, auf Basis dieses Zwischenberichts Gespräche über eine außergerichtliche Beilegung des Rechtsstreits zu führen.

Die Parteien tauschen weiter Schriftsätze aus. Es ist derzeit nicht absehbar, ob der Rechtsstreit tatsächlich durch eine außergerichtliche Einigung beendet werden kann und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, wann es zu einer erstinstanzlichen gerichtlichen Entscheidung kommt.

Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG

Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Mit den meisten wesentlichen Nachhaftungsgläubigern konnten zwischenzeitlich Vergleiche erzielt werden.

Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Qimonda

Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann.

Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2020 hat Infineon daher unter Würdigung des Zwischenberichts des gerichtlich bestellten Sachverständigen Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda von insgesamt €206 Millionen bilanziert. Darin sind im Wesentlichen Rückstellungen für den weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung inklusive Verteidigungskosten enthalten. Zum 30. September 2019 beliefen sich die Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda auf€205 Millionen.

Es gibt keine Sicherheit, dass die für Qimonda erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind und insoweit eine Eventualverbindlichkeit darstellen. Sollten die in dem Rechtsstreit aus wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaftung geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten - über die gebildeten Rückstellungen hinaus - erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Sonstiges

Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können insbesondere Produkte, Leistungen, Patente, Exportkontrolle, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen.

Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren jeweils kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte.

Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seinerjetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Exportkontrolle und sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter * innen oder Dritter in Anspruch genommen werden.

Im Rahmen einer Feststellung der Betriebsprüfung zur steuerlichen Behandlung von Verlusten aus dem Rückkauf von Wandelschuldverschreibungen in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 bestand zum 30. September 2020 und 2019 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von €55 Millionen für nachzuzahlende Kapitalertragsteuer.

Im Rahmen des laufenden Rechtsbehelfsverfahrens wurde Aussetzung der Vollziehung gewährt. Infineon geht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon aus, im Rechtsbehelfsverfahren oder einem potenziellen Klageverfahren zu obsiegen.

Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten und sonstige ungewisse Rechtspositionen

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und sonstige ungewisse Rechtspositionen werden gebildet, wenn es wahrscheinlich ist, dass eine Verpflichtung entstanden ist, und der entsprechende Betrag zumindest annähernd geschätzt werden kann. Soweit Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten und sonstigen ungewissen Rechtspositionen nicht überwiegend wahrscheinlich sind oder nicht annähernd verlässlich geschätzt werden können, sind diese als Eventualverbindlichkeiten zu qualifizieren.

Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird eine mögliche Haftung erneut überprüft und, wenn notwendig, werden die Schätzungen entsprechend angepasst. Die in Bezug auf diese Vorgänge gebildeten Rückstellungen sind abhängig von künftigen neuen Entwicklungen oder veränderten Umständen in jedem der Vorgänge, welche erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Eine vergleichsweise Erledigung oder negative gerichtliche Entscheidung in jeder der oben beschriebenen Angelegenheiten könnte erhebliche finanzielle Verpflichtungen begründen und andere negative Auswirkungen haben, was wiederum einen wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon haben kann. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe und dem Erfolg der genannten Klagen und anderen oben beschriebenen Angelegenheiten können erhebliche Kosten im Zusammenhang mit der Verteidigung gegen diese Angelegenheiten entstehen.

26 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Infineon nimmt im laufenden Geschäftsbetrieb auch Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und anderen verbundenen Unternehmen ("nahestehende Unternehmen") vor. Die nahestehenden Unternehmen sind im Konzernanhang Nr. 31, S. 220 ff. dargestellt. Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens, namentlich Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (siehe Konzernanhang Nr. 31, S. 217 f.) und deren nahe Angehörige ("nahestehende Personen").

Nahestehende Unternehmen

Infineon bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen grundsätzlich zu fremdüblichen Bedingungen.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen beziehungsweise gegenüber nahestehenden Unternehmen setzten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen Andere verbundene Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 4 5 - 5
Finanzielle Forderungen 32 - 1 32
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 9 - 1 10
Finanzielle Verbindlichkeiten - - 1 -
30. September 2019
€ in Millionen Assoziierte Unternehmen Andere verbundene Unternehmen
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - -
Finanzielle Forderungen - 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten - 1
Finanzielle Verbindlichkeiten - -

Die Umsätze und Leistungsverrechnungen mit beziehungsweise empfangene Lieferungen und Leistungen von nahestehenden Unternehmen setzten sich im Geschäftsjahr 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

2020 2019
€ in Millionen Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen Andere verbundene Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
--- --- --- --- ---
Umsätze und Leistungsverrechnungen 29 5 2 40
Empfangene Lieferungen und Leistungen 75 - 17 83
2019
€ in Millionen Assoziierte Unternehmen Andere verbundene Unternehmen
--- --- ---
Umsätze und Leistungsverrechnungen - 2
Empfangene Lieferungen und Leistungen - 16

Im Rahmen von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen bestanden Abnahmeverpflichtungen zum 30. September 2020 in Höhe von €4 Millionen (Vorjahr: €7 Millionen).

Nahestehende Personen

Die im Geschäftsjahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von €3,8 Millionen (Vorjahr: €3,7 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von €3,6 Millionen (Vorjahr: €2,3 Millionen). Diese setzte sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von €1,4 Millionen (Vorjahr: €1,2 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von €1,3 Millionen (Vorjahr: €1,1 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhielt der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher seit dem Geschäftsjahr 2014 in Form von Performance Shares gewährt wird. Der aus dem LTI resultierende Aufwand belief sich auf €0,9 Millionen (Vorjahr: €0,6 Millionen). Die an die aktiven Vorstandsmitglieder für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020 gewährte Gesamtvergütung betrug €7,3 Millionen (Vorjahr: €6,7 Millionen).

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2020 €2,1 Millionen (Vorjahr: €2,1 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bezogen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt.

Den früheren Mitgliedern des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2020 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) in Höhe von €2,2 Millionen gewährt (Vorjahr: €2,0 Millionen).

Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen zum 30. September 2020 €76,6 Millionen (Vorjahr: €81,2 Millionen).

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 315e Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabea Satz 5 bis 8 HGB (in der Fassung vor dem ARUG II) wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. S. 130 ff.

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 gab es keine bedeutenden Transaktionen zwischen Infineon und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise die vertragliche Vergütung hierfür hinausgehen.

27 Ergänzende Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Von den zum 30. September 2020 und 2019 bilanzierten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von €1.851 Millionen und €1.021 Millionen unterlagen €77 Millionen beziehungsweise €66 Millionen rechtlichen Transfereinschränkungen und standen somit nicht zur generellen Verfügung von Infineon. Es handelte sich dabei um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von konsolidierten Gesellschaften, die in Ländern mit rechtlichen Transfereinschränkungen ansässig sind, wie zum Beispiel China.

Die unten stehende Überleitungsrechnung zeigt Änderungen solcher finanzieller Verbindlichkeiten und Absicherungsgeschäfte, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden.

€ in Millionen Anfangsbestand Zahlungswirksame Änderungen
--- --- ---
Geschäftsjahr 2020
Kurz- und langfristige Finanzschulden 1.556 4.443
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen - 1
Leasingverbindlichkeiten 2 262 - 63
Gesamt 1.818 4.381
Geschäftsjahr 2019
Kurz- und langfristige Finanzschulden 1.532 - 22
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1 - 1
Gesamt 1.533 - 23
Zahlungsunwirksame Änderungen
€ in Millionen Erwerbe 1 Währungseffekte Neue Leasingverhältnisse Sonstige Änderungen
--- --- --- --- ---
Geschäftsjahr 2020
Kurz- und langfristige Finanzschulden 1.335 - 306 - 5
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen - - - -
Leasingverbindlichkeiten 2 40 - 8 63 -
Gesamt 1.375 - 314 63 5
Geschäftsjahr 2019
Kurz- und langfristige Finanzschulden - 47 - - 1
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen - - - -
Gesamt - 47 - - 1
€ in Millionen Endbestand
Geschäftsjahr 2020
Kurz- und langfristige Finanzschulden 7.033
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1
Leasingverbindlichkeiten 2 294
Gesamt 7.328
Geschäftsjahr 2019
Kurz- und langfristige Finanzschulden 1.556
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen -
Gesamt 1.556

1 Die unter "Erwerbe" gezeigten Beträge bezogen sich im Geschäftsjahr 2020 auf im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress erworbene Finanzschulden.

2 Der Anfangsbestand im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse" wurde angepasst (siehe Konzernanhang Nr. 1, S. 149).

28 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente nach den jeweiligen Klassen sowie eine Aufgliederung in die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten zum 30. September 2020 und 2019 nach IFRS 9 dar:

Kategorien der finanziellen Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte,

€ in Millionen
Buchwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen) Beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- ---
Stand zum 30. September 2020
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.851 1.524 327 - 1.851
Finanzinvestments 1.376 777 599 - 1.376
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.196 - 1.196 - 1.196
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 257 2 254 1 257
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1 154 98 56 - 154
Gesamt 4.834 2.401 2.432 1 4.834
Stand zum 30. September 2019
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.021 73 948 - 1.021
Finanzinvestments 2.758 2.187 571 - 2.758
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2 1.057 - 1.057 - 1.057
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 558 2 343 213 558
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1 107 55 52 - 107
Gesamt 5.501 2.317 2.971 213 5.501

1 Innerhalb der sonstigen langfristigen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, war zum 30. September 2020 €1 Million (Vorjahr: €1 Million) aus einer Vereinbarung im Zusammenhang mit der Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (siehe Konzernanhang Nr. 25, S. 194) enthalten, die zur Sicherung möglicher Ansprüche gegen Infineon auf einem Treuhandkonto hinterlegt war.

2 Im Zuge der Integration von Cypress wurde der Bilanzausweis von Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden an die Vorgehensweise von Cypress angeglichen (siehe Konzernanhang Nr. 10, S. 172). Die Erstattungsverpflichtungen werden nun innerhalb der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

Buchwert Kategorien der finanziellen Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten,

€ in Millionen
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Andere finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert)
--- --- --- ---
Stand zum 30. September 2020
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 505 139 366
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.160 - 1.160
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 59 - -
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 845 2 777
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzschulden 6.528 - 6.528
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 235 - -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 77 - 77
Gesamt 9.409 141 8.908
Stand zum 30. September 2019
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 22 - 22
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.089 - 1.089
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 1 470 3 467
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzschulden 1.534 - 1.534
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 63 - 63
Gesamt 3.178 3 3.175
Keiner IFRS 9-Bewertungskategorie zuordenbar Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten,

€ in Millionen
Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen) Sonstige
--- --- --- ---
Stand zum 30. September 2020
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden - - 509
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - 1.160
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten - 59 -
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 66 - 845
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzschulden - - 6.783
Langfristige Leasingverbindlichkeiten - 235 -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - - 77
Gesamt 66 294 9.374
Stand zum 30. September 2019
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden - - 21
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - 1.089
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 1 - - 470
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzschulden - - 1.608
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - - 63
Gesamt - - 3.251

1 Im Zuge der Integration von Cypress wurde der Bilanzausweis von Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden an die Vorgehensweise von Cypress angeglichen (siehe Konzernanhang Nr. 19, S. 181 f.). Die Erstattungsverpflichtungen werden nun innerhalb der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthielten im Geschäftsjahr 2019 als andere finanzielle Verbindlichkeit €112 Millionen beim Abschluss der Akquisition von Cypress zu bezahlende Optionsprämie (siehe nachfolgend "Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen", S. 202 ff.).

Diese Verbindlichkeit wurde im Geschäftsjahr 2020 ratierlich aufgebaut und es wurden beim Abschluss der Akquisition am 16. April 2020 insgesamt €141 Millionen bezahlt.

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 gab es keine Umgliederungen zwischen den Kategorien von Finanzinstrumenten.

Für die der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordneten Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die gleiche Annahme gilt für die der Kategorie "Andere finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert)" zugeordneten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Der beizulegende Zeitwert von kurz- und langfristigen Finanzschulden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, basiert entweder auf den Kursnotierungen zum Bilanzstichtag (Level 1) oder wird auf Basis der erwarteten künftigen Zahlungsströme ermittelt, die mit einem aktuellen Marktzinssatz diskontiert werden (Level 2). Zum 30. September 2020 und 2019 betrugen die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Finanzschulden, die dem Level 1 zugeordnet waren, €3.521 Millionen beziehungsweise €518 Millionen. Für Level 2 beliefen sich die beizulegenden Zeitwerte auf €3.262 Millionen beziehungsweise €1.089 Millionen.

Die mit dem beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 13 der folgenden Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Die Zuordnung zu den verschiedenen Levels erfolgt nach der Marktnähe der in die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einfließenden Bewertungsparameter:

Level 1: notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden,
Level 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachten lassen,
Level 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte und Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

Die Einteilung in die Levels zum 30. September 2020 und 2019 stellte sich wie folgt dar:

Beizulegender Zeitwert nach Kategorie
€ in Millionen Beizulegender Zeitwert Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
30. September 2020
--- --- --- --- ---
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.524 1.524 - -
Finanzinvestments 777 777 - -
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3 - 3 -
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige langfristige Vermögenswerte 98 81 - 17
Gesamt 2.402 2.382 3 17
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 139 - 139 -
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 68 - 68 -
Gesamt 207 - 207 -
30. September 2019
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 73 73 - -
Finanzinvestments 2.187 2.187 - -
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 215 - 5 210
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige langfristige Vermögenswerte 55 38 - 17
Gesamt 2.530 2.298 5 227
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 3 - 3 -
Gesamt 3 - 3 -

Zahlungsmitteläquivalente enthielten teilweise Investitionen in geldmarktnahe Fonds.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beziehungsweise Verbindlichkeiten enthielten derivative Finanzinstrumente (einschließlich Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen). Deren beizulegender Zeitwert wurde mittels Diskontierung künftiger Zahlungsströme nach der Discounted-Cash-Flow-Methode ermittelt. Als Bewertungsparameter wurden, soweit möglich, die am Stichtag beobachtbaren relevanten Marktdaten (wie Währungskurse, Zinssätze oder Rohstoffpreise) verwendet, die von anerkannten externen Quellen bezogen wurden (Level 2). Sofern beizulegende Zeitwerte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren geschätzt wurden, wurden diese dem Level 3 der Kategorie der beizulegenden Zeitwerte zugeordnet.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte des Deal Contingent Forward und der Deal Contingent Option, die als Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen zur teilweisen Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung aus der Akquisition von Cypress (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff., sowie nachfolgend "Derivative Finanz instrumente und Sicherungsbeziehungen", S. 202 ff.) designiert waren, erfolgte auf der Grundlage von am Markt beobachtbaren Faktoren, wie Terminkursen, Zinskurven und Volatilitäten. Zusätzlich wurde als nicht beobachtbarer Faktor die Eintrittswahrscheinlichkeit der geplanten Akquisition berücksichtigt.

Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps im Zusammenhang mit den geplanten Refinanzierungsmaßnahmen (siehe nachfolgend "Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen", S. 202 ff.) wurden die am Markt beobachtbaren Faktoren wie Zins kurven und der US-Dollar-Kassakurs sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit der Akquisition als nicht beobachtbarer Faktor berücksichtigt.

Die kurzfristigen Finanzschulden enthielten die Wandlungsrechte aus den im Zuge der Akquisition von Cypress übernommenen Wandelanleihen (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 179 ff.), die von Anleihegläubigern bis zur Endfälligkeit der Instrumente gegen Barzahlung ausgeübt werden können. Der beizulegende Zeitwert der Wandlungsrechte wurde mittels Diskontierung künftiger Zahlungsströme nach der Discounted-Cash-Flow-Methode ermittelt. Als Bewertungsparameter wurden die am Stichtag beobachtbaren relevanten Marktdaten wie Zinssätze und US-Dollar-Kassakurs verwendet, die von anerkannten externen Quellen bezogen wurden (Level 2).

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten Beteiligungen und Fondsanteile. Soweit diese an einem aktiven Markt gehandelt werden, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis der aktuell notierten Preise ermittelt (Level 1). Für Beteiligungen, die über keinen auf einem aktiven Markt notierten Marktpreis verfügen, werden bestehende vertragliche Regelungen (auf Basis der extern beobachtbaren Dividendenpolitik) zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt (Level 3).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der in Level 3 eingeordneten Finanzinstrumente (vor Steuern):

€ in Millionen 30. September 2019 Käufe (inklusive Zugängen) Verkäufe (inklusive Abgängen) Unrealisierte erfolgswirksame Verluste 2 Realisierte erfolgswirksame Gewinne 2 Gewinne (Verluste) im Eigenkapital
Beteiligungen 17 - - - - -
Deal Contingent Forward 91 - - 98 - - 7
Deal Contingent Option 1 119 29 - 181 - 1 32
Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps - - 11 5 - 10 - - 97
Gesamt 227 18 - 274 - 10 1 - 58
€ in Millionen Umgliederung in Level 2 30. September 2020
Beteiligungen - 17
Deal Contingent Forward - -
Deal Contingent Option 1 - -
Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps 113 -
Gesamt 113 17

1 Die Zugänge bei der Deal Contingent Option sind auf die Fortschreibung der beim Abschluss der Akquisition von Cypress zu bezahlenden Optionsprämie zurückzuführen.

2 Es handelt sich um Gewinne in den Finanzerträgen beziehungsweise um Verluste in den Finanzaufwendungen.

Mit Abschluss der Akquisition von Cypress und Wegfall der Eintrittsbedingung wurden die Level 3 zugeordneten Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps als Forward Starting Interest Rate Swaps fortgeführt und entsprechend in Level 2 umgegliedert.

Eine hypothetische Änderung der wesentlichen nicht beobachtbaren Bewertungsparameter zum Bilanzstichtag um ± 10 Prozent hätte zu einer theoretischen Minderung der beizulegenden Zeitwerte um €1 Million beziehungsweise zu einem Anstieg um €1 Million (Vorjahr: €25 Millionen) geführt.

Die aus Finanzinstrumenten erzielten Nettogewinne beziehungsweise -verluste (einschließlich Zinserträgen und -aufwendungen) innerhalb der fortgeführten Aktivitäten in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung betrugen zum 30. September 2020 und 2019:

€ in Millionen 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten - 42 149
Davon Zinserträge 28 26
Davon Wertminderungsaufwendungen (Vorjahr: Erträge) - 1 2
Davon Fremdwährungsumrechnung - 70 122
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 15 - 26
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten - 18 - 180
Davon Zinsaufwendungen - 120 - 52
Davon Fremdwährungsumrechnung 107 - 123
Davon sonstige Finanzaufwendungen - 5 - 5
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 3 -
Finanzielle Vermögenswerte beziehungsweise Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - Handelsbestand - 40 - 5
Davon Fremdwährungsumrechnung - 40 - 5
Gesamt - 118 - 62

Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beinhalteten im Wesentlichen Zinsen auf Finanzschulden und die Effekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode.

Infineon nimmt bei Finanzinstrumenten keine Saldierungen vor. Der Infineon-Konzern schließt gemäß den Global-Netting-Vereinbarungen (Rahmenvertrag) der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) und anderen vergleichbaren nationalen Rahmenvereinbarungen Derivatgeschäfte ab. Aus den genannten Vereinbarungen hätten sich unter der Bedingung des Eintritts bestimmter zukünftiger Ereignisse aus der Saldierung keine wesentlichen Effekte auf die bilanzielle Darstellung dieser Finanzinstrumente ergeben.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden bei Infineon ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Dabei kommen Devisentermingeschäfte, Fremdwährungsoptionen, Zins- und Rohstoffswaps zum Einsatz. Ziel ist die Verringerung der Auswirkungen von Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Nettozahlungsströme.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von Infineon zum 30. September 2020 und 2019 gehaltenen Derivate, die nicht in einer Cash-Flow-Sicherungsbeziehung designiert waren, sind im Folgenden dargestellt:

30. September 2020 30. September 2019
€ in Millionen Nominalwert Beizulegender Zeitwert Nominalwert Beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- ---
Devisenterminverträge Verkauf 144 - 2 134 - 3
Devisenterminverträge Kauf 151 2 150 2
Gesamt - - 1

Infineon schließt Fremdwährungsderivate ab, um das Währungsrisiko erwarteter Zahlungseingänge aus laufender Geschäftstätigkeit auszugleichen. Im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress wurden im Geschäftsjahr 2020 Fremdwährungsderivate zur Absicherung des laufenden Geschäfts übernommen, die als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung redesigniert worden sind. Im Rahmen der Absicherung wurde lediglich das Kassaelement der Devisentermingeschäfte als Sicherungsinstrument designiert. Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts wurden von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen. Der ökonomische Zusammenhang wurde mittels einer Regressionsanalyse nachgewiesen. Diese Fremdwährungsderivate sind zum 30. September 2020 vollständig ausgelaufen.

Zum 30. September 2020 und 2019 hielt Infineon die folgenden Instrumente, die in einer Cash-Flow-Sicherungsbeziehung designiert waren, um sich gegen Wechselkurs-, Zins- und Rohstoffpreisänderungen abzusichern.

€ in Millionen (wenn nicht anders angegeben sowie Wechselkurse, Zinssätze und Preise) Kurzfristig
30. September 2020
Absicherung von Zinsrisiken
Forward Starting Interest Rate Swaps
Nominalbetrag (US-Dollar) 750
Durchschnittlicher Zinssatz 1,9548 %
Absicherung von sonstigen Risiken
Rohstoffswaps
Nominalbetrag 15
Durchschnittlicher Preis (US-Dollar/Unze) 1.765
30. September 2019
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward
Nominalbetrag 3.300
Durchschnittlicher Terminkurs (Euro/US-Dollar) 1,1199
Deal Contingent Option
Nominalbetrag 3.300
Durchschnittlicher Ausübungspreis (Euro/US-Dollar) 1,1506
Absicherung von sonstigen Risiken
Rohstoffswaps
Nominalbetrag 30
Durchschnittlicher Preis (US-Dollar/Unze) 1.364

Für die Sicherung des Großteils der Fremdwährungsrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von Cypress wurden im Vorjahr ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäft ("Deal Contingent Forward") und ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungsoptionsgeschäft ("Deal Contingent Option") mit einem Nominalbetrag von jeweils €3,3 Milliarden abgeschlossen und als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Mit Abschluss der Akquisition von Cypress am 16. April 2020 wurden der Deal Contingent Forward und die Deal Contingent Option fällig. In den anderen Rücklagen zuvor berücksichtigte Beträge aus diesen Sicherungsbeziehungen von €137 Millionen wurden bei der Bemessung der übertragenen Gegenleistung in voller Höhe berücksichtigt (siehe Konzernanhang Nr. 3, S. 162 ff.). In diesem Betrag ist die im Zusammenhang mit der Ausübung der Deal Contingent Option gezahlte Optionsprämie von €141 Millionen enthalten. Für diese Sicherungsbeziehung wurden keine Ineffektivitäten in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst.

Im Hinblick auf geplante künftige Refinanzierungsmaßnahmen hat sich Infineon im Dezember 2019 gegen das Risiko steigender Zinsen durch transaktionsabhängige Zinssicherungsgeschäfte ("Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps") über ein Gesamtnominalvolumen von €2.025 Millionen sowie US$750 Millionen teilweise abgesichert und sie als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Infineon überprüfte zu Beginn des Sicherungsgeschäfts und fortlaufend das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument (Critical Term). Für die genannten Sicherungsbeziehungen betrug das Absicherungsverhältnis 1:1. Im Rahmen der Absicherung wurden die Swapsätze in ihrem Volumen zu 100 Prozent designiert. Die in Swapsätzen implizit enthaltene Deal-Contingency-Komponente war dagegen von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen und wird über die Laufzeit der Geschäfte bis zum Zeitpunkt der geplanten Refinanzierungsmaßnahmen erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung berücksichtigt. Aus den genannten Zins-Swaps wurden im Geschäftsjahr 2020 keine wesentlichen Ineffektivitäten in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst. Die Ursache für die Ineffektivitäten resultiert im Wesentlichen aus den Anpassungen für das Ausfall risiko der Gegenpartei und des Konzerns, die nicht durch Wertänderungen der gesicherten künftigen Refinanzierungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Mit Vollzug der Refinanzierungsmaßnahmen wird der effektive Teil der Sicherungsbeziehung über die Laufzeit der Instrumente als Teil der Zinsaufwendungen berücksichtigt.

Die Zins-Swaps wurden bei der Erstbilanzierung jeweils zum Marktpreis erfasst, der mit dem Bewertungsmodell am Tag der Transaktion berechnet wurde. Die Transaktionspreise der Zins-Swaps wichen von den Marktpreisen ab, da sie aufgrund der Abhängigkeit vom Abschluss der Akquisition von Cypress mit einem Aufschlag zum jeweiligen Marktpreis abgeschlossen wurden. Die Marktpreisabweichungen vom jeweiligen Transaktionspreis wurden als sogenannte Verluste im Zugangszeitpunkt ("Day-one-Losses") aktiviert und werden über die Laufzeit der Geschäfte bis zum Zeitpunkt der geplanten Refinanzierungsmaßnahmen erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst.

Die Entwicklung der Verluste im Zugangszeitpunkt ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

€ in Millionen
Stand zum 1. Oktober 2019 -
Zuführung aus neuen Transaktionen 11
Erfolgswirksame Auflösung in der Periode - 10
Stand zum 30. September 2020 1

Mit Begebung der Anleihen vom 24. Juni 2020 (siehe Konzernanhang Nr. 17, S. 179 f.) wurden Zins-Swaps mit einem Nominalvolumen von €1.525 Millionen fällig. Die zuvor berücksichtigten Beträge aus dieser Sicherungsbeziehung in Höhe von minus €36 Millionen, die in den anderen Rücklagen erfasst wurden, werden über die Laufzeit der einzelnen Tranchen der Anleihen im Zinsaufwand erfasst.

Aufgrund der Entwicklungen an den Kapitalmärkten infolge der Coronavirus-Pandemie wurde für Zins-Swaps mit einem Nominalvolumen von €500 Millionen die Designation als Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen aufgehoben, da der Eintritt der abgesicherten Transaktion als unwahrscheinlich anzunehmen war. In diesem Zusammenhang wurden Verluste in Höhe von €11 Millionen aus den anderen Rücklagen in die Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliedert.

Die folgende Tabelle stellt die Auswirkungen des Deal Contingent Forward, der Deal Contingent Option sowie der Deal Contingent Forward Starting Interest Rate Swaps zum 30. September 2020 und 2019 auf die Posten der Konzern-Bilanz sowie der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung (vor Steuern) dar:

€ in Millionen Deal Contingent Forward Deal Contingent Option Forward Starting Interest Rate Swaps Gesamt
30. September 2020
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte - - 1 1
Andere Rücklagen - - - 98 - 98
Davon Rücklage für Sicherungsgeschäfte - - - 98 - 98
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - - 66 66
Finanzaufwendungen - - 26 26
30. September 2019
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 91 119 - 210
Andere Rücklagen 91 7 - 98
Davon Rücklage für Sicherungsgeschäfte 56 84 - 140
Davon Rücklage für Kosten der Absicherung 35 - 77 - - 42
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - 112 - 112

Zur Absicherung des Preisrisikos für sehr wahrscheinliche Goldeinkäufe des Geschäftsjahres 2021 hat Infineon Swapgeschäfte abgeschlossen und als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Die designierten Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente unterlagen demselben Risiko. Der ökonomische Zusammenhang wurde mittels einer Regressionsanalyse nachgewiesen. Aufgrund der Durchführung ausschließlich hochwirksamer Sicherungsgeschäfte geht Infineon davon aus, dass in der Regel kein nennenswerter ineffektiver Anteil entsteht. Infineon wendet ein Absicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Ineffektivität kann im Wesentlichen aufgrund der Auswirkungen der Kreditrisiken der Gegenparteien und von Infineon auf den beizulegenden Zeitwert der Swapgeschäfte entstehen, die sich nicht in der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der abgesicherten Zahlungsströme widerspiegeln, die auf die Änderung der Rohstoffpreise zurückzuführen sind. Infineon hat wie im Vorjahr hierfür keine Ineffektivitäten in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst. Wie im Vorjahr wurden keine Gewinne und Verluste aus den anderen Rücklagen erfolgswirksam erfasst, die daraus resultierten, dass Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen für zukünftige Rohstoffeinkäufe aufgehoben wurden, da der Eintritt der abgesicherten Transaktion als unwahrscheinlich anzunehmen war.

Die Beträge, die sich auf Positionen bezogen, die als gesichertes Grundgeschäft designiert waren, stellten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt dar:

€ in Millionen Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts, welche zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurde Rücklage für Sicherungsgeschäfte (vor Steuern) Rücklage für Kosten der Absicherung (vor Steuern)
30. September 2020
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward - 98 - -
Deal Contingent Option - 75 - -
Absicherung von Zinsrisiken
Forward Starting Interest Rate Swaps 99 - 98 -
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - 1 1 -
Gesamt - 97 -
30. September 2019
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward - 56 56 35
Deal Contingent Option - 67 84 - 77
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - 3 3 -

Im Geschäftsjahr 2020 und 2019 sind im sonstigen Ergebnis keine Beträge verblieben, für die das Hedge-Accounting nicht länger angewendet wird.

Die relevanten Beträge der als Sicherungsinstrumente designierten derivativen Finanzinstrumente (vor Steuern) stellten sich zum 30. September 2020 und 2019 wie folgt dar:

€ in Millionen Buchwert Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität in der Berichtsperiode Im sonstigen Ergebnis erfasste Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
30. September 2020
--- --- --- ---
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward - 98 - 56
Deal Contingent Option - 39 - 84
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken 1 1 - 2
Sonstige Verbindlichkeiten
Absicherung von Zinsrisiken 66 - 99 - 98
Gesamt 67 39 - 240
30. September 2019
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward 91 91 56
Deal Contingent Option 119 7 84
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken 3 3 6
Gesamt 213 101 146
€ in Millionen Im sonstigen Ergebnis erfasste Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Kosten der Absicherung Aus der Rücklage für Sicherungsgeschäfte in die Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliederter Betrag Aus der Rücklage für Sicherungsgeschäfte in die Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliederter Betrag aus Sicherungsbeziehungen, für den das Grundgeschäft nicht mehr erwartet wird
30. September 2020
--- --- --- ---
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward - 35 - -
Deal Contingent Option 77 - -
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - - -
Sonstige Verbindlichkeiten
Absicherung von Zinsrisiken - - 1 - 11
Gesamt 42 - 1 - 11
30. September 2019
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward 35 - -
Deal Contingent Option - 77 - -
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - - -
Gesamt - 42 - -
€ in Millionen Aus der Rücklage für Sicherungsgeschäfte in die Anschaffungskosten der nichtfinanziellen Vermögenswerte umgegliederter Betrag Aus der Rücklage für Kosten der Absicherung in die Anschaffungskosten der nichtfinanziellen Vermögenswerte umgegliederter Betrag Von der Umgliederung betroffene Posten in der Bilanz beziehungsweise in der Gewinn-und-Verlustrechnung
30. September 2020
--- --- --- ---
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward 70 28 Geschäfts- oder Firmenwerte
Deal Contingent Option 181 - 142 Geschäfts- oder Firmenwerte
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - 5 - Vorräte
Sonstige Verbindlichkeiten
Absicherung von Zinsrisiken - - Finanzaufwendungen
Gesamt 246 - 114
30. September 2019
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte:
Absicherung von Währungsrisiken
Deal Contingent Forward - - -
Deal Contingent Option - - -
Absicherung von Rohstoffpreisrisiken - - -
Gesamt - -

Folgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung für die Rücklage für Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen (vor Steuern) nach Risikokategorien dar:

€ in Millionen Absicherung von Währungsrisiken Absicherung von Zinsrisiken Absicherung von Rohstoffpreisrisiken Gesamt
30. September 2019 98 - 3 101
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts 39 - 99 - 7 - 67
In die Gewinn-und-Verlustrechnung umgegliederter Betrag - 1 - 1
In die Kosten für nichtfinanzielle Posten umgegliederter Betrag - 137 - 5 - 132
30. September 2020 - - 98 1 - 97

29 Management finanzieller Risiken

Infineon ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt: Marktrisiken (einschließlich Währungsrisiken, Zinsrisiken und Preisrisiken), Kreditrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Risikomanagement von Infineon bezüglich finanzieller Risiken soll mögliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage und Liquiditätssituation begrenzen. Zur Begrenzung bestimmter Risiken, denen Infineon ausgesetzt ist, werden derivative Finanzinstrumente genutzt. Das Management finanzieller Risiken wird durch die zentrale Finance & Treasury-Abteilung (FT) anhand von Richtlinien, die durch den Finanzvorstand genehmigt sind, vorgenommen. In enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten werden die finanziellen Risiken durch FT identifiziert, bewertet und abgesichert. Die Richtlinien von FT umfassen neben Grundsätzen bezüglich des allgemeinen Risikomanagements Vorgaben im Hinblick auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, den Einsatz derivativer und nicht derivativer Finanzinstrumente oder die Anlage freier Liquidität.

Die Coronavirus-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus können für Infineon mittelbare und unmittelbare Auswirkungen auf die finanziellen Risiken haben. Der Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus sowie die Folgen auf die Risikoposition von Infineon werden laufend überwacht und in den zur Steuerung der finanziellen Risiken verwendeten Methoden, Modellen und Prozessen berücksichtigt. Mögliche längerfristige Auswirkungen auf Infineon als Folge der Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundene Volatilität der Finanzmärkte sind derzeit nicht absehbar.

Marktrisiko

Das Marktrisiko ist definiert als das Verlustrisiko, das aus einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise von Finanzinstrumenten resultiert. Unter dem Marktrisiko werden sowohl das Währungsrisiko, das Zinsrisiko als auch die sonstigen Preisrisiken subsumiert.

Im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist Infineon dem Marktrisiko in verschiedener Weise ausgesetzt, im Wesentlichen durch Änderungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen. Um diesem Risiko zu begegnen, schließt Infineon verschiedene derivative Finanzgeschäfte mit diversen Vertragspartnern ab. Derivate werden ausschließlich zur Absicherung, nicht jedoch zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko im Sinne von IFRS 7 ist das Risiko aus Veränderungen von Wechselkursen. Wechselkursrisiken in diesem Sinne treten bei Finanzinstrumenten auf, die auf eine fremde Währung, das heißt auf eine andere Währung als die funktionale Währung, lauten, wobei die fremde Währung die relevante Risikovariable darstellt. Risiken aus Umrechnungen in die Berichtswährung stellen keine Risiken im Sinne von IFRS 7 dar.

Obgleich Infineon den Konzernabschluss in Euro aufstellt, fallen in unterschiedlicher Höhe bedeutende Anteile der Umsatzerlöse wie auch der Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Vertriebskosten der Produkte in anderen Währungen, hauptsächlich in US-Dollar, an. Schwankungen der Wechselkurse dieser Währungen im Vergleich zum Euro hatten in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 Auswirkungen auf die Ergebnisse von Infineon.

Der Vorstand hat Richtlinien erlassen, welche die einzelnen Unternehmen des Infineon-Konzerns verpflichten, die Währungsrisiken gegenüber ihrer funktionalen Währung zu steuern. Zur Ermittlung der Währungsrisiken erstellen die Konzerngesellschaften monatlich eine rollierende währungsspezifische Finanzplanung. Die daraus ermittelten Nettowährungspositionen müssen gesichert werden. Dies erfolgt in der Regel durch den Abschluss von internen Sicherungsgeschäften. Die Geschäftspolitik von Infineon zur Begrenzung kurzfristiger Fremdwährungsrisiken sieht grundsätzlich vor, mindestens 75 Prozent des erwarteten Nettozahlungsmittelzuflusses über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Nettozahlungsmittelzuflusses im dritten Monat und, in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts, einen Anteil in nachfolgenden Zeiträumen abzusichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt aufgrund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Infineon ermittelt dieses Restrisiko auf Basis der Zahlungsflüsse unter Berücksichtigung der Bilanzposten, von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen sowie auf Basis aller anderen geplanten Einzahlungen und Auszahlungen.

Für die Sicherung des Großteils der Fremdwährungsrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von Cypress hat Infineon im Geschäftsjahr 2019 ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäft ("Deal Contingent Forward") und ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungsoptionsgeschäft ("Deal Contingent Option") abgeschlossen und als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Mit Abschluss der Akquisition von Cypress am 16. April 2020 wurden der Deal Contingent Forward und die Deal Contingent Option fällig (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 198 ff.).

Bezüglich des im Konzernjahresüberschuss erfassten Nettoergebnisses aus Fremdwährungssicherungsgeschäften und Fremdwährungstransaktionen wird auf Konzern anhang Nr. 28 verwiesen. S. 202

Das Währungsrisiko resultiert bei Infineon im Wesentlichen aus den Positionen in US-Dollar. Das Nettorisiko zum 30. September 2020 und 2019 ist im Folgenden dargestellt:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Euro/US-Dollar 34 67
Euro/japanischer Yen - 86 - 60
Euro/Singapur-Dollar - 70 - 15
Euro/malaysischer Ringgit - 48 - 37
Euro/britisches Pfund - 7 - 2
Bilanzrisiko - 177 - 47
Euro/US-Dollar - 144 - 124
Euro/japanischer Yen 37 26
Euro/Singapur-Dollar 24 32
Euro/malaysischer Ringgit 57 64
Euro/britisches Pfund 9 2
Devisentermingeschäfte -17 -
Nettorisiko - 194 - 47

Die folgende Tabelle stellt die Auswirkungen einer Änderung des Wechselkurses um ± 10 Prozent auf die Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 sowie das Eigenkapital zum 30. September 2020 und 2019 dar. Die unterstellten Wechselkursänderungen betreffen ausschließlich Finanzinstrumente im Sinne des IAS 32.

Gewinn-und-Verlustrechnung Eigenkapital
€ in Millionen + 10 % - 10 % + 10 % - 10 %
--- --- --- --- ---
30. September 2020 18 - 22 6 - 7
Euro/US-Dollar 10 - 12 6 - 7
Euro/japanischer Yen 5 - 6 - -
Euro/Singapur-Dollar 4 - 5 - -
Euro/malaysischer Ringgit - 1 1 - -
30. September 2019 4 - 5 - 395 712
Euro/US-Dollar 5 - 6 - 395 712
Sonstige - 1 1 - -

Zinsrisiko

Entsprechend IFRS 7 ist das Zinsrisiko definiert als das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Zinssatzänderungen.

Die Zinsrisikopositionen von Infineon resultieren aus Geldanlageinstrumenten sowie finanziellen Verbindlichkeiten, die sich aus Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen zusammensetzen. Vor dem Hintergrund der Zyklizität des Kerngeschäfts sowie zur Erhaltung hoher operativer Flexibilität hält Infineon einen vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Finanzmitteln, die in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer angelegt werden. Diese Vermögenswerte werden hauptsächlich mit Vertragslaufzeiten zwischen einem Monat und zwölf Monaten zu kurzfristig erzielbaren Zinssätzen angelegt. Das damit einhergehende Zinsrisiko ist in der aktuellen Niedrig- beziehungsweise Nullzinsphase nicht materiell.

Zur Reduzierung des verbleibenden Nettozinsänderungsrisikos kann Infineon Zinsderivate nutzen, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.

Zinsrisiken im Zusammenhang mit geplanten künftigen Refinanzierungsmaßnahmen waren durch Zinsderivate teilweise abgesichert, die als Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen designiert wurden (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 203 f.).

Gemäß IFRS 7 ist eine Sensitivitätsanalyse durchzuführen, welche die Auswirkungen möglicher Änderungen der Marktzinsen auf das Ergebnis sowie das Eigenkapital darstellt. Infineon nutzt hierfür die Iterationsmethode.

Änderungen der Marktzinssätze wirken sich auf die Zinserträge und -aufwendungen aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten sowie aus festverzinslichen Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, beziehungsweise auch auf das Eigenkapital bei den im Rahmen des Hedge-Accounting designierten Zinssicherungsinstrumenten aus. Eine Erhöhung beziehungsweise Verminderung der Zinssätze um 100 Basispunkte hätte im Geschäftsjahr 2020 bei einem Nettobestand von minus €288 Millionen (Vorjahr: €2.187 Millionen) das Zinsergebnis um €0 Millionen (Vorjahr: €22 Millionen) erhöht beziehungsweise um €18 Millionen vermindert (Vorjahr: €22 Millionen). Der Effekt aus den im Rahmen des Hedge-Accounting designierten Sicherungsinstrumenten (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 203 f.) hätte das Eigenkapital zum 30. September 2020 um €53 Millionen erhöht (30. September 2019: €0 Millionen) beziehungsweise um €59 Millionen gemindert (30. September 2019: €0 Millionen).

Wie im Vorjahr hielt Infineon keine festverzinslichen finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Des Weiteren hielt Infineon unverändert zum Vorjahr keine festverzinslichen Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Sonstige Preisrisiken

IFRS 7 definiert das sonstige Preisrisiko als das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken können (bei denen es sich nicht um jene handelt, die sich aus dem Zinsrisiko oder dem Wechselkursrisiko ergeben), und zwar unabhängig davon, ob diese Änderungen durch Faktoren verursacht werden, die für jedes einzelne Finanzinstrument oder seinen Emittenten spezifisch sind, oder durch Faktoren, die alle ähnlichen auf dem Markt gehandelten Finanzinstrumente betreffen.

Infineon hielt im Geschäftsjahr 2020 Finanzinstrumente, welche Preisrisiken ausgesetzt sind. Eine Änderung der relevanten Marktpreise im Geschäftsjahr 2020 und 2019 hätte keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt.

Weiterhin ist Infineon aufgrund seiner Abhängigkeit von verschiedenen Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Infineon versucht, diese Risiken durch seine Einkaufsstrategie (einschließlich des Warenbezugs bei unterschiedlichen Anbietern, soweit möglich) und betriebliche Maßnahmen zu minimieren. Zusätzlich schließt Infineon derivative Finanzinstrumente für bestimmte Rohstoffeinkäufe (Gold) des folgenden Geschäftsjahres ab, um das verbleibende Risiko aus einer Schwankung der Rohstoffpreise zu begrenzen (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 205). Eine Änderung der relevanten Marktpreise von ±10 Prozent hätte im Geschäftsjahr 2020 das Eigenkapital um €2 Millionen (Vorjahr: €3 Millionen) erhöht oder vermindert.

Kreditrisiko

Ein Kreditrisiko konkretisiert sich, wenn ein Kunde oder eine andere Gegenpartei eines Finanzinstruments nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt. Infineon ist diesem Risiko infolge seiner laufenden Geschäftstätigkeit, seiner Finanzmittelanlage und bestimmter Finanzierungsaktivitäten ausgesetzt. Die Kreditrisiken von Infineon resultieren im Wesentlichen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Finanzinvestments, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten. Ohne Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Sicherheiten entspricht der Buchwert der Finanzinvestments, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem maximalen Kreditrisiko.

Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie die Anlage flüssiger Mittel in Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzinvestments werden weltweit mit großen Kreditinstituten mit hoher Kreditwürdigkeit getätigt. Infineon setzt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kreditinstitute eine Methodik ein, mit deren Hilfe täglich und auf Basis der aktuellen Ratings (von S&P, Moody's oder Fitch) sowie der Credit-Default-Swap-Prämien Anlagegrenzen für die einzelnen Kreditinstitute neu berechnet werden. Eventuelle Überziehungen der errechneten Anlagegrenzen haben eine unmittelbare Meldung und Aufforderung zur Reduzierung des Risikos zur Folge. Diese Methodik wird auch zur Ermittlung eines signifikanten Anstiegs des Kreditrisikos im Rahmen der Erfassung der erwarteten Kreditverluste im Sinne von IFRS 9 zum Bilanzstichtag genutzt.

Infineon wendet das allgemeine Wertminderungsmodell nach IFRS 9 für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments an. Da Infineon zur Minimierung des Ausfallrisikos ausschließlich in hochwertige finanzielle Vermögenswerte von Emittenten mit einem Rating von mindestens Investment-Grade investiert, geht Infineon davon aus, dass seine finanziellen Vermögenswerte aufgrund der Bonität der Geschäftspartner ein geringes Kreditrisiko aufweisen, sodass die bei der erstmaligen Erfassung gebildete Wertberichtigung auf die erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverluste begrenzt ist. Infineon betrachtet das geringe Risiko als ein internes Kreditrating "Holding Quality 1". Eine Änderung des internen Ratings von "Holding Quality 1" auf "Holding Quality 0" bedeutet einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos. Die Berechnung der Wertberichtigung erfolgt nach einer wahrscheinlichkeitsgewichteten Methode. Diese Wertberichtigung wird auf Basis der Risikoposition zum jeweiligen Abschlussstichtag, der Verlustquote für diese Risikoposition und des Credit-Default-Swap-Spreads als Maß für die Ausfallwahrscheinlichkeit berechnet.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über das Kreditrisiko für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments zum 30. September 2020 beziehungsweise 2019:

€ in Millionen Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Infineon-Rating Externes Rating Basis zur Ermittlung der Wertberichtigung
--- --- ---
30. September 2020
Holding Quality 1 A bis BBB 926
Holding Quality 0 - -
Gesamt 926
30. September 2019
Holding Quality 1 A bis BBB 1.372
Holding Quality 0 BBB 147
Gesamt 1.519

Die erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverluste für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments beliefen sich zum 30. September 2020 auf €1 Million (Vorjahr: €0 Millionen). Erwartete Gesamtlaufzeit-Kreditverluste auf nicht wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte betrugen im Geschäftsjahr 2020 €0 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). Wie im Vorjahr hatte Infineon zum 30. September 2020 keine finanziellen Vermögenswerte, die überfällig oder wertgemindert waren. Eine Umgliederung innerhalb der Wertminderungsstufen erfolgte in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 nicht.

Infineon hatte unverändert zum Vorjahr seine Geldanlagen zum 30. September 2020 auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2020 war kein Kreditinstitut für mehr als 22 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent) der Geldanlagen verantwortlich. Daraus resultierte ein maximales Risiko von €160 Millionen (Vorjahr: €139 Millionen) bei Ausfall eines einzelnen Kreditinstituts, vorausgesetzt, dass keine Form der Einlagensicherung greift. Zudem hielt Infineon derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2020 von €2 Millionen (Vorjahr: €215 Millionen). Darüber hinaus wurde zur breiteren Streuung des Investitionsrisikos in Geldmarktfonds mit bestem Rating beziehungsweise in geldmarktnahe Investmentfonds investiert.

Infineon steuert Kreditrisiken bei Forderungen durch eine umfassende Kreditprüfung aller wesentlichen Kunden, eine Kreditlimitvergabe sowie durch Überwachungsprozesse. Gemäß den Richtlinien des Konzerns werden neue Kunden auf ihre Bonität geprüft. Außerdem bestehen für den einzelnen Kunden Kreditlimits. Bonität und Kreditlimits werden ständig überwacht. Andere Aktivitäten zur Senkung des Kreditausfallrisikos beinhalten Eigentumsvorbehaltsklauseln. Trotz kontinuierlicher Überwachungen kann Infineon die Möglichkeit eines Verlusts aus einem Kreditausfall einer der Vertragsparteien nicht im vollen Umfang ausschließen.

Infineon ordnet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand externer Ratings, der Analyse von Kunden-Bilanzkennzahlen, der Ausfallwahrscheinlichkeiten (Credit Default Swaps), des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie Länderrisiken unterschiedlichen Risikoklassen zu. Zur Ermittlung der zu erwartenden Verluste aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Verfahren angewandt. Hierbei werden die erwarteten Verluste über die gesamte Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermittelt. Die Wertberichtigung wird für jeden Kunden nach einer wahrscheinlichkeitsgewichteten Methode berechnet. Bei der Berechnung der zu erwartenden Kreditverluste berücksichtigt Infineon für jeden Kunden eine von einer Ratingagentur zur Verfügung gestellte zukunftsbezogene Ausfallwahrscheinlichkeit. Bei Vorliegen entsprechender einzelfallbezogener Umstände beziehungsweise weiterer Risikoindikatoren werden individuelle Wertberichtigungen gebildet.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über das Kreditrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte zum 30. September 2020 beziehungsweise 2019.

€ in Millionen Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Infineon-Rating Risikoklasse Externes Rating Basis zur Ermittlung der Wertberichtigung
--- --- --- --- ---
30. September 2020 30. September 2019 1
--- --- --- --- ---
1 geringes Risiko A - bis AAA 256 273
2 mittleres Risiko BBB bis BBB + 470 422
3 über mittlerem Risiko BB + bis BBB - 296 223
4 erhöhtes Risiko BB - bis BB 109 75
5 hohes Risiko C bis B + 48 26
- individuell kein 4 6
- Sonstige kein 9 34
Gesamt 1.192 1.059

1 Im Zuge der Integration von Cypress wurde der Bilanzausweis von Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden an die Vorgehensweise von Cypress angeglichen (siehe Konzernanhang Nr. 10, S. 172). Die Erstattungsverpflichtungen werden nun innerhalb der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

Die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (siehe Konzernanhang Nr. 10, S. 172) beliefen sich zum 30. September 2020 für alle Risikoklassen auf €1 Million (Vorjahr: €1 Million). Die Einzelwertberichti gungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (kein Rating) betrugen im Geschäftsjahr 2020 €4 Millionen (Vorjahr: €6 Millionen).

Die Entwicklungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind sehr dynamisch, sodass nicht auszuschließen ist, dass die tatsächlich eintretenden Kreditverluste deutlich von den anhand der aktuellen Schätzungen und Annahmen ermittelten erwarteten Kreditverlusten abweichen beziehungsweise in künftigen Perioden eine Anpassung der getroffenen Schätzungen und Annahmen erforderlich sein wird und dies einen wesentlichen Einfluss auf die erwarteten Kreditverluste von Infineon haben kann.

Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko

Das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat.

Liquiditätsrisiken könnten aus einem potenziellen Unvermögen von Infineon resultieren, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Das Liquiditätsmanagement von Infineon sieht vor, ausreichende Zahlungsmittelbestände und kurzfristig verfügbare Finanzmittel vorzuhalten und zusätzlich die Verfügbarkeit einer Finanzierung durch adäquate zugesagte Kreditmittel erschließen zu können.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsstruktur nicht derivativer finanzieller Verbindlichkeiten sowie eine Analyse der Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativen beizulegenden Zeitwerten. Die Tabelle stellt die jeweiligen vertraglichen undiskontierten Zahlungen aus finanziellen Verbindlichkeiten dar. Zahlungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem Infineon Vertragspartner eines Finanzinstruments geworden ist. Beträge in Fremdwährung wurden mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Beträge in Bezug auf variabel verzinsliche Finanzinstrumente wurden unter Verwendung der Zinssätze der letzten Zinsfestsetzung vor dem 30. September 2020 beziehungsweise 30. September 2019 ermittelt. Zahlungen, die jederzeit geleistet werden können, sind dem Zeitraum zugeordnet, zu dem die früheste Tilgung möglich ist.

Fällig im Geschäftsjahr
€ in Millionen Gesamt 2021 2022 2023 2024 2025
--- --- --- --- --- --- ---
30. September 2020
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 10.054 2.624 1.165 1.846 1.362 92
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Mittelabflüsse 229 229 - - - -
Mittelzuflüsse 1 - 161 - 161 - - - -
Gesamt 10.122 2.692 1.165 1.846 1.362 92
Fällig im Geschäftsjahr
€ in Millionen Nach 2025
--- ---
30. September 2020
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 2.965
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Mittelabflüsse -
Mittelzuflüsse 1 -
Gesamt 2.965
Fällig im Geschäftsjahr
€ in Millionen Gesamt 2020 2021 2022 2023 2024
--- --- --- --- --- --- ---
30. September 2019
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 3.272 1.456 242 554 41 381
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Mittelabflüsse 156 156 - - - -
Mittelzuflüsse 1 - 153 - 153 - - - -
Gesamt 3.275 1.459 242 554 41 381
Fällig im Geschäftsjahr
€ in Millionen Nach 2024
--- ---
30. September 2019
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 598
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Mittelabflüsse -
Mittelzuflüsse 1 -
Gesamt 598

1 Es handelt sich um Mittelzuflüsse aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten, die bei Erfüllung des Instruments anfallen.

Die künftigen Zahlungsströme aus derivativen Finanzinstrumenten (siehe Konzernanhang Nr. 28, S. 202 ff.) können von den in der Tabelle dargestellten Beträgen abweichen, da Wechselkurse oder die relevanten Bedingungen Veränderungen unterworfen sind.

30 Segmentberichterstattung

Segmentdarstellung

Basis für die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente sind die Unterschiede zwischen den Produkten und Anwendungen. Im Geschäftsjahr 2020 war das Geschäft von Infineon in die vier operativen Segmente Automotive, Industrial Power Control, Power & Sensor Systems und Connected Secure Systems strukturiert. Daneben differenziert Infineon in Sonstige Geschäftsbereiche sowie Konzernfunktionen und Eliminierungen. Die Geschäftsbereiche von Cypress wurden vollständig auf die bestehenden Segmente aufgeteilt. Den Segmenten Automotive und Connected Secure Systems wurden mit rund 50 Prozent beziehungsweise rund 40 Prozent die größten Anteile am Umsatzbeitrag von Cypress zugeordnet. Rund 10 Prozent wurden dem Segment Power & Sensor Systems zugeordnet, wohingegen dem Segment Industrial Power Control durch die erstmalige Konsolidierung von Cypress kein Umsatzbeitrag zugeordnet wurde.

Automotive

Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt einerseits Halbleiterprodukte für Anwendungen in der Automobilindustrie und andererseits Speicher für spezifische Anwendungen für Automobil-, Industrie-, Informations-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik.

Industrial Power Control

Das Segment Industrial Power Control entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für die Wandlung elektrischer Energie für kleine, mittlere und große Leistungen. Die Produkte finden in der Erzeugung, der verlustarmen Übertragung, der Speicherung sowie der effizienten Nutzung elektrischer Energie Anwendung.

Power & Sensor Systems

Mit Wirkung zum 1. April 2020 hat sich der Name des Segments "Power Management & Multimarket" in "Power & Sensor Systems" geändert. Die Namensänderung hat keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Strategie oder den Geschäftsumfang. Das Segment Power & Sensor Systems entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für effiziente Stromversorgungen, mobile Endgeräte, Mobilfunk-Infrastruktur, Mensch-Maschine-Interaktion sowie Anwendungen mit besonderen Anforderungen an deren Robustheit und Verlässlichkeit.

Connected Secure Systems

Mit Wirkung zum 1. August 2020 hat sich der Name des Segments "Digital Security Solutions" in "Connected Secure Systems" geändert. Die Namensänderung trägt der Integration des Geschäftsbereichs "IoT, Compute & Wireless" von Cypress und der damit einhergehenden Erweiterung des Produktportfolios sowie des Geschäftsumfangs Rechnung. Das Segment Connected Secure Systems entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt einerseits halbleiterbasierte Sicherheitslösungen für vernetzte Geräte, kartenbasierte Anwendungen und hoheitliche Dokumente; andererseits Mikrocontroller für Industrie-, Unterhaltungs- und Haushaltsanwendungen, Komponenten für Konnektivitätslösungen sowie ein Ökosystem zur Kundenunterstützung bestehend aus Software, Dienstleistungen und Entwicklungsplattformen.

Sonstige Geschäftsbereiche

Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäften und andere Geschäftsaktivitäten. Darin enthalten sind seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts Lieferungen an Intel Mobile Communications. Zudem enthalten sie seit dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten Lieferungen von LDMOS-Wafern und zugehörigen Komponenten an sowie Packaging- und Test-Dienstleistungen für Cree, Inc.

Konzernfunktionen und Eliminierungen

Konzernfunktionen und Eliminierungen dient der Eliminierung konzerninterner Umsatzerlöse und Ergebnisse, soweit diese zwischen den Segmenten vorliegen.

Ebenfalls sind bestimmte Posten in Konzernfunktionen und Eliminierungen enthalten, die nicht auf die übrigen Segmente umgelegt werden. Das gilt insbesondere für bestimmte Kosten der Konzernzentrale sowie ausgewählte Themen, die nicht den Segmenten zugeordnet sind, da sie zentral entschieden werden und nicht der direkten Kontrolle des Segmentmanagements obliegen.

Darüber hinaus stehen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe nicht unter der Kontrolle oder in Verantwortung des Managements der operativen Segmente, sondern sind den Konzernfunktionen zugeordnet. Den operativen Segmenten zugeordnet sind die unfertigen und fertigen Erzeugnisse.

Hauptentscheidungsträger, Definition Segmentergebnis und Zurechnung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auf die Segmente

Der Vorstand als gemeinschaftlicher Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) entscheidet über die Ressourcenzuteilung auf die Segmente.

Anhand der Umsatzerlöse und des Segmentergebnisses beurteilt der Vorstand den Erfolg und legt operative Ziele sowie Budgets für die Segmente fest.

Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von bestimmten Wertminderungen (wie insbesondere Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert), Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen, Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren.

Finanzierungsentscheidungen sowie Entscheidungen über die Anlage von verfügbaren Finanzmitteln erfolgen nicht auf Segment-, sondern auf Unternehmensebene. Daher werden weder Finanzerträge noch Finanzaufwendungen (einschließlich Zinserträgen und Zinsaufwendungen) unternehmensintern auf die Segmente allokiert.

Weder werden Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder der Cash-Flow pro Segment regelmäßig dem Vorstand berichtet, noch werden die Segmente auf Basis dieser Größen beurteilt.

Die Ausnahme bilden bestimmte Vorratsinformationen, die unternehmensintern regelmäßig auf Segmentbasis analysiert werden. Ebenfalls werden den einzelnen Segmenten die Aufwendungen für Abschreibungen nach Maßgabe des Produktionsvolumens und der erzeugten Produkte auf Basis von Standardkosten zugeordnet.

Segmentdaten

Produktkategorie
Gesamt Leistungshalbleiter Embedded Control & Konnektivität
--- --- --- --- --- --- ---
€ in Millionen 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden:
Automotive 3.542 3.503 1.864 2.218 876 668
Industrial Power Control 1.406 1.418 1.406 1.418 - -
Power & Sensor Systems 2.650 2.445 1.921 1.883 99 -
Connected Secure Systems 953 642 - - 953 642
Zwischensumme 8.551 8.008 5.191 5.519 1.928 1.310
Sonstige Geschäftsbereiche 16 21
Konzernfunktionen und Eliminierungen - -
Gesamt 8.567 8.029
Produktkategorie
Hochfrequenz & Sensoren Speicher für spezifische Anwendungen
--- --- --- --- ---
€ in Millionen 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden:
Automotive 551 617 251 -
Industrial Power Control - - - -
Power & Sensor Systems 630 562 - -
Connected Secure Systems - - - -
Zwischensumme 1.181 1.179 251 -
Sonstige Geschäftsbereiche
Konzernfunktionen und Eliminierungen
Gesamt

Zwischen den operativen Segmenten bestanden in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 Leistungsbeziehungen in geringem Umfang. Kosten werden grundsätzlich ergebnisneutral weiterbelastet.

€ in Millionen 2020 2019
Segmentergebnis:
Automotive 155 404
Industrial Power Control 256 251
Power & Sensor Systems 636 585
Connected Secure Systems 122 77
Sonstige Geschäftsbereiche 3 4
Konzernfunktionen und Eliminierungen - 2 - 2
Gesamt 1.170 1.319

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung vom Segmentergebnis auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar:

€ in Millionen 2020 2019
Segmentergebnis: 1.170 1.319
Zuzüglich/Abzüglich:
Wertaufholungen (Wertminderungen) (insbesondere auf den Geschäfts- oder Firmenwert) 11 -
Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo - 20 -
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung - 14 - 11
Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen - 540 - 114
Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo 1 - 1
Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo - 27 - 32
Betriebsergebnis 581 1.161
Finanzerträge 29 26
Finanzaufwendungen - 177 - 98
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 9 - 6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 424 1.083

Im Geschäftsjahr 2020 entfielen von den "Akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen" in Höhe von €540 Millionen (Vorjahr: €114 Millionen) €316 Millionen (Vorjahr: €56 Millionen) auf die Umsatzkosten, €18 Millionen (Vorjahr: €2 Millionen) auf die Forschungs- und Entwicklungskosten, €161 Millionen (Vorjahr: €44 Millionen) auf die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie €45 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) auf sonstige betriebliche Erträge beziehungsweise Aufwendungen.

€ in Millionen 2020 2019
Abschreibungen:
Automotive 495 458
Industrial Power Control 181 159
Power & Sensor Systems 226 191
Connected Secure Systems 62 46
Sonstige Geschäftsbereiche 3 4
Den Segmenten zugeordnete Abschreibungen 967 858
Nicht den Segmenten zugeordnete Abschreibungen 293 87
Gesamt Abschreibungen 1.260 945
€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Vorräte:
Automotive 975 551
Industrial Power Control 251 201
Power & Sensor Systems 449 338
Connected Secure Systems 190 26
Sonstige Geschäftsbereiche 3 2
Konzernfunktionen und Eliminierungen 184 583
Gesamt 2.052 1.701

Die Wertminderungen von Vermögenswerten entfielen im Geschäftsjahr 2020 mit €5 Millionen (Vorjahr: €6 Millionen) auf das Segment Automotive, mit €5 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) auf das Segment Power & Sensor Systems sowie mit €13 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) auf Konzernfunktionen und Eliminierungen. Ebenfalls auf Konzernfunktionen und Eliminierungen entfielen im Geschäftsjahr 2020 Wertaufholungen auf Vermögenswerte mit €11 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen).

Unternehmensweite Angaben gemäß IFRS 8

Die Umsatzerlöse für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 nach Regionen stellten sich wie folgt dar:

€ in Millionen 2020 2019
Umsatzerlöse:
Europa, Naher Osten, Afrika 2.322 2.430
Darin: Deutschland 1.056 1.169
Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 1.291 1.187
Greater China 1 3.174 2.769
Darin: Festland-China, Hongkong 2.472 2.159
Japan 765 593
Amerika 1.015 1.050
Darin: USA 845 862
Gesamt 8.567 8.029

1 Zu Greater China gehören Festland-China, Hongkong und Taiwan.

Infineon hat im Laufe des Geschäftsjahres 2020 seine Berichterstattung den üblichen geografischen Bezeichnungen für die Teilregionen von China angepasst. Entsprechend wird nun statt der früheren Bezeichnung "China" die Bezeichnung "Festland-China, Hongkong" verwendet.

Die Regionszuordnung der Umsatzerlöse mit Dritten richtet sich nach den Standorten der Kunden. Eine Aufgliederung der durchschnittlichen Beschäftigtenzahlen nach Regionen ist im Konzernanhang Nr. 4 dargestellt. S. 165

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 entfielen auf keinen Einzelkunden mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes.

Die langfristigen Vermögenswerte zum 30. September 2020 und 2019 nach Regionen stellten sich wie folgt dar:

€ in Millionen 30. September 2020 30. September 2019
Langfristige Vermögenswerte:
Europa 3.627 3.068
Darin: Deutschland 2.495 2.413
Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 1.182 1.074
Greater China 1 73 51
Darin: Festland-China, Hongkong 67 50
Japan 14 2
Amerika 9.137 1.183
Darin: USA 9.124 1.175
Gesamt 14.033 5.378

1 Zu Greater China gehören Festland-China, Hongkong und Taiwan.

Nicht enthalten in den langfristigen Vermögenswerten sind Finanzinstrumente, aktive latente Steuern und Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer.

31 Ergänzende Erläuterungen nach HGB

Angabe gemäß § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist auf der Internet-Seite von Infineon veröffentlicht.

https://www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/ corporate-governance

Gebühren für Prüfungs- und Beratungsleistungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Gebühren für Abschlussprüfung

Die Aktionäre haben in der Hauptversammlung am 20. Februar 2020 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG"), zum Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2020 der Infineon Technologies AG gewählt. Im Geschäftsjahr 2020 betrug das Prüfungshonorar der KPMG insgesamt €3,4 Millionen für die Konzernabschlussprüfung und verschiedene Jahresabschlussprüfungen einschließlich einer prüferischen Durchsicht eines Zwischenabschlusses.

Gebühren für sonstige Bestätigungsleistungen

Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2020 insgesamt €0,5 Millionen für sonstige Bestätigungsleistungen, die vor allem die Erteilung eines Comfort Letters sowie die Prüfung von Angaben des Nachhaltigkeitsberichts umfassen.

Gebühren für Steuerberatungsleistungen

Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2020 €21 Tausend für steuerliche Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Beurteilung steuerlicher Einzelsachverhalte.

Gebühren für sonstige Leistungen

€0,1 Millionen wurden im Geschäftsjahr 2020 von KPMG für sonstige Leistungen an die Gesellschaft berechnet. Diese betrafen im Wesentlichen die Qualitätssicherung bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen und IT-Systemänderungen.

Vorstand und Aufsichtsrat

Vergütungen im Geschäftsjahr 2020

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabea Satz 5 bis 8 HGB (in der Fassung vor dem ARUG II) wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht, S. 130 ff., verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist.

Der Vorstand

Im Geschäftsjahr 2020 setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:

Name Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2020)
Dr. Reinhard Ploss Vorstandsvorsitzender, Arbeitsdirektor Aufsichtsratsmitglied › Infineon Technologies Austria AG, Österreich (Vorsitzender) › Futurium gGmbH, Deutschland Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies Americas Corp., USA
Dr. Sven Schneider Finanzvorstand Aufsichtsratsmitglied › Infineon Technologies Austria AG, Österreich Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies China Co., Ltd., Volksrepublik China › Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur › Infineon Technologies Americas Corp., USA
Dr. Helmut Gassel Chief Marketing Officer Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) › Infineon Technologies Japan K.K., Japan (Vorsitzender) › Infineon Technologies China Co., Ltd., Volksrepublik China › Infineon Technologies Americas Corp., USA (Vorsitzender)
Jochen Hanebeck Chief Operations Officer Aufsichtsratsmitglied › Infineon Technologies Austria AG, Österreich

Der Aufsichtsrat

Die Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2020, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf und deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien sind nachfolgend dargestellt:

Name Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2020)
Dr. Wolfgang Eder Vorsitzender Mitglied verschiedener Aufsichtsräte Aufsichtsratsmitglied › voestalpine AG, Österreich
Johann Dechant 1 Stellvertretender Vorsitzender Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Infineon Technologies AG Mitglied des Verwaltungsrats › SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, Deutschland
Xiaoqun Clever Unternehmensberaterin - LuxNova Suisse GmbH Aufsichtsratsmitglied › Capgemini SE, Frankreich › Amadeus IT Group SA, Spanien
Mitglied des Beirats › Maxingvest AG, Deutschland
Mitglied des Verwaltungsrats › Cornelsen Gruppe, Deutschland
Mitglied des Board of Directors › BHP Group Plc., Australien
Dr. Friedrich Eichiner Mitglied verschiedener Aufsichtsräte Aufsichtsratsmitglied › Festo AG, Deutschland (Vorsitzender) › Festo Management SE, Deutschland (Vorsitzender) › Allianz SE, Deutschland
Annette Engelfried 1 Gewerkschaftssekretärin der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen Aufsichtsratsmitglied › Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH, Deutschland › Siemens Gamesa Renewable Energy Management GmbH, Deutschland
Peter Gruber 1 Vertreter der Leitenden Angestellten Chief Financial Officer im Bereich Fertigung, Infineon Technologies AG Aufsichtsratsmitglied › Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH, Deutschland
Hans-Ulrich Holdenried Selbstständiger Unternehmensberater Mitglied des Beirats › Bridge imp GmbH, Deutschland
Dr. Susanne Lachenmann 1 Leitende Entwicklungsingenieurin
Géraldine Picaud Finanzvorständin, LafargeHolcim Ltd., Schweiz Mitglied des Board of Directors › Holcim Group Services Ltd, Schweiz › Holcim Technology Ltd, Schweiz › Lafarge Maroc SA, Marokko › LafargeHolcim Maroc SAS, Marokko › LafargeHolcim Maroc Afrique SAS, Marokko › Huaxin Cement Co., Ltd., Volksrepublik China
Dr. Manfred Puffer Selbstständiger Unternehmensberater Aufsichtsratsmitglied › Athora Lebensversicherung AG, Deutschland › Nova KBM Bank, Slowenien › EVO Finance, Spanien › Oldenburgische Landesbank AG, Deutschland Mitglied des Board of Directors › Athene Holding Ltd., Bermuda › Catalina Holdings (Bermuda) Ltd., Bermuda
Melanie Riedl 1 Analyseingenieurin und stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Campeon
Jürgen Scholz 1 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg Aufsichtsratsmitglied › Krones AG, Deutschland Mitglied des Verwaltungsrats › BKK der BMW AG, Deutschland
Kerstin Schulzendorf 1 Fachkraft in der Frontend-Produktion, Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG
Dr. Ulrich Spiesshofer Manager und Investor
Margret Suckale Mitglied verschiedener Aufsichtsräte Aufsichtsratsmitglied › HeidelbergCement AG, Deutschland › Deutsche Telekom AG, Deutschland › DWS Group GmbH & Co. KGaA, Deutschland
Diana Vitale 1 Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Warstein, Infineon Technologies AG

1 Arbeitnehmervertreter

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Vermittlungsausschuss

Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)

Johann Dechant

Hans-Ulrich Holdenried

Jürgen Scholz

Präsidialausschuss

Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)

Johann Dechant

Hans-Ulrich Holdenried

Diana Vitale

Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss

Dr. Friedrich Eichiner (Vorsitzender)

Johann Dechant

Dr. Wolfgang Eder

Annette Engelfried

Strategie- und Technologieausschuss

Dr. Ulrich Spiesshofer (Vorsitzender)

Xiaoqun Clever

Dr. Wolfgang Eder

Peter Gruber

Dr. Susanne Lachenmann

Jürgen Scholz

Nominierungsausschuss

Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)

Dr. Manfred Puffer

Margret Suckale

Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1 - 15, D-85579 Neubiberg (Deutschland).

Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und andere Unternehmen (nicht konsolidiert) zum 30. September 2020

Name der Gesellschaft Sitz Anteil

in %
Davon Infineon Technologies AG Eigenkapital

(€ in Millionen)
Jahresergebnis

(€ in Millionen)
Fußnote
Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften:
5200 Ben White Condominiums Association, Inc. Austin, Texas, USA k.A. 0 k.A. k.A. 14,24
AgigA Tech (Chengdu) LLC Chengdu, Volksrepublik China 100 0 - 0,02 - 0,05 15
AgigA Tech (Mauritius) LLC Ebène, Mauritius 100 0 1,73 - 0,02 8
AgigA Tech, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 8,16 - 2,34 14
Cirrent, LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 k.A. k.A. 14
CYLand Corp. General Trias, Philippinen 40 0 1,47 - 0,04 15
Cypress Innovates G.K. Kawasaki, Japan 100 0 27,51 1,32 15
Cypress International, LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 k.A. k.A. 14
Cypress Manufacturing, Ltd. George Town, Kaimaninseln 100 0 58,56 2,09 14
Cypress Semiconductor (Canada), Inc. Kanata, Ontario, Kanada 100 0 - 0,02 0,02 14
Cypress Semiconductor (France) SAS Boulogne-Billancourt, Frankreich 100 0 4,13 0,13 7
Cypress Semiconductor (Malaysia) Sdn. Bhd. Melaka, Malaysia 100 0 6,35 0,66 15
Cypress Semiconductor (Mauritius) LLC Ebène, Mauritius 100 0 0,20 - 1,03 8
Cypress Semiconductor (Scandinavia) AB Stockholm, Schweden 100 0 0,68 0,11 15
Cypress Semiconductor (Switzerland) Sàrl Lausanne, Schweiz 100 0 23,20 1,68 7
Cypress Semiconductor (Thailand) Limited Nonthaburi, Thailand 100 0 80,72 - 1,74 15
Cypress Semiconductor (UK) Limited Bristol, Großbritannien 100 0 4,90 0,24 6
Cypress Semiconductor Corporation Wilmington, Delaware, USA 100 0 1.793,86 34,53 14
Cypress Semiconductor Gebze Teknoloji ve Gelistirme (in Liquidation) Gebze, Türkei 100 0 0,13 0,00 3
Cypress Semiconductor GmbH München, Deutschland 100 0 7,27 0,53 7
Cypress Semiconductor Hong Kong Private Limited Hongkong, Volksrepublik China 100 0 0,40 0,05 14
Cypress Semiconductor International Sales B.V. Amsterdam, Niederlande 100 0 5,97 0,06 7
Cypress Semiconductor International, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 349,15 - 33,27 14
Cypress Semiconductor Ireland Limited Cork, Irland 100 0 2,75 0,73 7
Cypress Semiconductor Italia S.r.l. Basiglio (Mailand), Italien 100 0 0,34 0,09 7
Cypress Semiconductor Korea Ltd. Seoul, Republik Korea 100 0 3,50 0,28 15
Cypress Semiconductor México, S. de R.L. de C.V. Guadalajara, Mexiko 100 0 - 0,02 - 0,02 15
Cypress Semiconductor Philippines Headquarters, Ltd. George Town, Kaimaninseln 100 0 5,69 0,01 14
Cypress Semiconductor Singapore Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100 0 5,25 0,51 15
Cypress Semiconductor Technology (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 3,92 1,34 15
Cypress Semiconductor Technology India Private Limited Bangalore, Indien 100 0 27,04 3,34 8
Cypress Semiconductor Technology Ltd. George Town, Kaimaninseln 100 0 186,30 0,30 14
Cypress Semiconductor Ukraine LLC Lviv, Ukraine 100 0 1,36 0,13 15
Cypress Semiconductor World Trade Corp. George Town, Kaimaninseln 100 0 k.A. k.A. 14
Hitex GmbH Karlsruhe, Deutschland 100 100 2,16 0,00 9, 18, 19
IFX LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 9
Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100 0 16,56 1,87 15
Infineon Semiconductors (Shenzhen) Co., Ltd. Shenzhen, Volksrepublik China 100 0 k.A. k.A. 17
Infineon Semiconductors (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100 0 42,03 0,53 15
Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Melaka, Malaysia 100 0 36,35 4,62 9
Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100 0 304,51 52,30 9
Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Melaka, Malaysia 100 0 296,77 50,96 9
Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100 0 134,28 11,46 15
Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100 0 7,76 0,37 15
Infineon Technologies 2. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 0 0,02 0,00 11
Infineon Technologies Americas Corp. Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.562,39 350,50 9
Infineon Technologies Asia Pacific Pte Ltd Singapur, Singapur 100 0 568,53 149,71 9
Infineon Technologies Australia Pty Limited Bayswater, Australien 100 0 1,30 0,06 9
Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100 0,004 1.022,87 248,14 9
Infineon Technologies Cegléd Kft. Cegléd, Ungarn 100 0 16,11 0,80 9
Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 3,41 0,09 15
Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 187,30 12,68 15
Infineon Technologies Denmark ApS Herlev, Dänemark 100 0 4,50 - 0,98 9
Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG Dresden, Deutschland 100 100 237,82 13,55 9,22
Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH Neubiberg, Deutschland 100 0 0,09 0,00 9, 18, 19
Infineon Technologies Epi Services, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 4,86 3,76 9
Infineon Technologies Finance B.V. Rotterdam, Niederlande 100 100 k.A. k.A. 17
Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100 0 9,20 0,73 9
Infineon Technologies Holding Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100 0 2.922,54 8,16 9
Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100 100 4.418,34 434,76 9
Infineon Technologies Hong Kong Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100 0 2,13 0,38 9
Infineon Technologies India Private Limited Bangalore, Indien 100 0 11,63 2,47 8
Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100 0 0,12 - 0,01 5
Infineon Technologies Ireland Limited Dublin, Irland 100 100 14,07 30,56 9
Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100 0 5,07 2,06 9
Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100 0 9,98 5,35 9
Infineon Technologies Japan K.K. Tokio, Japan 100 0 36,12 7,60 9
Infineon Technologies Korea Co., LLC Seoul, Republik Korea 100 0 9,53 4,89 9
Infineon Technologies Linz GmbH & Co KG Linz, Österreich 100 0 5,36 5,32 9
Infineon Technologies LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 k.A. k.A. 17
Infineon Technologies Maasstad C.V. Rotterdam, Niederlande 100 0 24,73 4,73 9
Infineon Technologies Memory Solutions Holdings Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 k.A. k.A. 17
Infineon Technologies Memory Solutions Israel Ltd. Netanya, Israel 100 0 55,42 4,13 6
Infineon Technologies Memory Solutions Japan G.K. Kawasaki, Japan 100 0 k.A. k.A. 17
Infineon Technologies Memory Solutions Malaysia Sdn. Bhd. Kuala Lumpur, Malaysia 100 0 k.A. k.A. 17
Infineon Technologies Newport Holding Limited Bristol, Großbritannien 100 0 18,39 83,24 9
Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100 0 4,95 0,22 9
Infineon Technologies Philippines, Inc. Muntinlupa City, Philippinen 100 0 0,39 0,21 9
Infineon Technologies Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 100 100 53,17 3,17 9
Infineon Technologies Reigate Limited Bristol, Großbritannien 100 0 15,27 7,34 9
Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100 0 4,45 1,79 9
Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Maia, Portugal 100 100 3,50 0,62 9
Infineon Technologies Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100 0 7,17 1,09 9
Infineon Technologies UK Limited Bristol, Großbritannien 100 0 4,45 1,12 9
Infineon Technologies US HoldCo Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.205,60 146,91 9
Infineon Technologies US InterCo LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 1.503,88 136,15 9
Infineon Technologies US Investment LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 - 0,05 - 0,05 9
Infineon Technologies Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 100 125,22 0,00 9, 18, 20
Innoluce B.V. Nijmegen, Niederlande 100 0 3,00 1,67 5
International Rectifier HiRel Denmark ApS Herlev, Dänemark 100 0 1,07 0,25 9
International Rectifier HiRel Products, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 118,05 55,25 9
International Rectifier Japan Co., Ltd. Tokio, Japan 100 0 7,62 - 0,08 9
International Rectifier Mauritius, Inc. (in Liquidation) Curepipe, Mauritius 100 0 0,00 0,00 9
MOLSTANDA Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 6 133,40 0,00 9, 18, 19
MoTo Objekt CAMPEON GmbH & Co. KG Neubiberg, Deutschland 93 0 100,52 23,82 9,23
Nihon Cypress G.K. Kawasaki, Japan 100 0 19,23 2,61 15
PT Infineon Technologies Batam Batam, Indonesien 100 0 17,90 2,83 9
Ramtron International Corporation Wilmington, Delaware, USA 100 0 33,27 - 4,46 14
Rectificadores Internacionales, S.A. de C.V. Tijuana, Mexiko 100 0 9,67 0,90 9
SILTECTRA GmbH Dresden, Deutschland 100 0 2,95 0,16 10
Spansion Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.623,33 0,00 14
Spansion International AM, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 117,40 0,09 14
Spansion International IP, Inc. George Town, Kaimaninseln 100 0 42,48 - 75,06 14
Spansion International Trading, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 - 44,91 0,50 14
Spansion LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.276,73 25,91 14
Assoziierte Unternehmen:
Deca Technologies Inc. George Town, Kaimaninseln 42,5 0 41,39 - 16,11 15
pmdtechnologies ag Siegen, Deutschland 15 15 42,38 - 10,12 15
SkyHigh Memory Limited Hongkong, Volksrepublik China 40 0 8,89 3,75 16
Gemeinschaftsunternehmen:
Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein, Deutschland 60 60 52,33 1,28 5
SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd Shanghai, Volksrepublik China 49 25 - 0,38 - 18,30 15
Andere Unternehmen (nicht konsolidiert): 1
CHiL Semiconductors Corporation Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 9
Enovix Corporation Wilmington, Delaware, USA k.A. 0 k.A. k.A. 21
EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg, Deutschland 100 100 1,04 0,36 9
EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg, Deutschland 100 100 0,07 0,00 9
Futurium gGmbH Berlin, Deutschland k.A. k.A. k.A. k.A. 21
Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 100 0 1,97 0,32 9
Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein, Deutschland 60 60 0,03 0,00 5
Infineon Technologies Campeon Verwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 0 0,09 0,02 9
Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 - 0,01 9
Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,01 - 0,01 9
Infineon Technologies Holding GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,13 0,00 9,18
Infineon Technologies Iberia, S.L.U. Madrid, Spanien 100 0 0,14 0,04 9
Infineon Technologies Linz Verwaltungs GmbH Linz, Österreich 100 0 0,12 0,00 9
Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg, Deutschland 100 100 0,04 - 0,01 9
Infineon Technologies Mantel 27 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,03 0,00 9,18
Infineon Technologies Mantel 29 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,03 0,00 9,18
Infineon Technologies Memory Solutions Germany GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 0,00 13
Infineon Technologies Polska Sp. z o.o. Warschau, Polen 100 0 0,09 0,02 9
Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100 0 0,05 0,01 15
Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100 0 0,18 0,02 15
Infineon Technologies South America Ltda São Paulo, Brasilien 100 0 0,07 0,00 15
Infineon Technologies Vietnam Company Ltd. Hanoi, Vietnam 100 0 0,06 - 0,02 12
Inventek LLC Billerica, Massachusetts, USA k.A. 0 k.A. k.A. 21
IR International Holdings China, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 9
IR International Holdings, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 9
KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 100 0 0,28 0,19 15
KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt, Deutschland 24 24 1,33 - 0,39 15
Merus Audio (Hong Kong) Ltd. (in Liquidation) Hongkong, Volksrepublik China 100 0 0,00 0,00 4
Metawave Corporation Dover, Delaware, USA k.A. 0 k.A. k.A. 21
MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan k.A. 0 k.A. k.A. 21
MOTEON GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 0,00 13
OSPT IP Pool GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,01 - 0,01 9
PT Infineon Technologies Indonesia Jakarta, Indonesien 100 0 k.A. k.A. 17
R Labco, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 9
Rapt Touch Ireland Ltd. Dublin, Irland k.A. 0 k.A. k.A. 21
Schiltron Corporation Wilmington, Delaware, USA k.A. 0 k.A. k.A. 21
Schweizer Electronic AG Schramberg, Deutschland 9 9 55,43 - 2,76 15
Silicon Alps Cluster GmbH Villach, Österreich k.A. 0 k.A. k.A. 21
TTTech Auto AG Wien, Österreich k.A. k.A. k.A. k.A. 21
Virtual Vehicle Research GmbH Graz, Österreich k.A. k.A. k.A. k.A. 21
XMOS Limited Bristol, Großbritannien k.A. 0 k.A. k.A. 21
Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften: 2
Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs, Colorado, USA 17 - - 2
Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40 - - 2
Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. (in Liquidation) Melaka, Malaysia 77 - - 2
Qimonda AG (in Insolvenz) München, Deutschland 77 28 - - 2
Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77 - - 2
Qimonda Belgium BVBA (in Insolvenz) Leuven, Belgien 77 - - 2
Qimonda Beteiligungs GmbH (in Insolvenz) München, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Bratislava s.r.o. (in Liquidation) Bratislava, Slowakei 77 - - 2
Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (in Insolvenz) Dresden, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH (in Insolvenz) Dresden, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Europe GmbH (in Liquidation) München, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Finance LLC (in Insolvenz) Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2
Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH (in Liquidation) Dresden, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Flash GmbH (in Insolvenz) Dresden, Deutschland 77 - - 2
Qimonda France SAS (in Liquidation) St. Denis, Frankreich 77 - - 2
Qimonda Holding B.V. (in Insolvenz) Rotterdam, Niederlande 77 - - 2
Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77 - - 2
Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77 - - 2
Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. (in Liquidation) Suzhou, Volksrepublik China 77 - - 2
Qimonda Italy s.r.l. (in Liquidation) Padua, Italien 77 - - 2
Qimonda Korea Co. Ltd. (in Liquidation) Seoul, Republik Korea 77 - - 2
Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale, Florida, USA 77 - - 2
Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co. (in Liquidation) Suzhou, Volksrepublik China 77 - - 2
Qimonda North America Corp. (in Insolvenz) Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2
Qimonda Richmond LLC (in Insolvenz) Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2
Qimonda Solar GmbH Dresden, Deutschland 77 - - 2
Qimonda Taiwan Co. Ltd. (in Liquidation) Taipeh, Taiwan 77 - - 2
Qimonda UK Ltd. (in Liquidation) High Blantyre, Schottland 77 - - 2

1 Bei einigen Tochtergesellschaften wurde auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet.

2 Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte von Infineon unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da Infineon keine weiteren Informationen bezüglich der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda-Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda-Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon.

3 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2016.

4 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2017 (Periode vom 2. Juni 2017 bis 30. September 2017).

5 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2018.

6 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. Dezember 2018.

7 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2018.

8 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. März 2019.

9 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2019.

10 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2019 (Periode vom 1. Januar 2019 bis 30. September 2019).

11 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2019 (Periode vom 11. Januar 2019 bis 30. September 2019).

12 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2019 (Periode vom 12. April 2019 bis 30. September 2019).

13 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2019 (Periode vom 22. Mai 2019 bis 30. September 2019).

14 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 29. Dezember 2019.

15 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2019.

16 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2019 (Periode vom 14. Dezember 2018 bis 31. Dezember 2019).

17 Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2020 gegründet.

18 Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

19 Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Vorschriften des § 325 HGB über die Offenlegung des Jahresabschlusses.

20 Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Aufstellung eines Lageberichts und der Prüfung gemäß §§ 264 ff. HGB sowie von den Vorschriften des § 325 HGB über die Offenlegung des Jahresabschlusses.

21 Mangels Erfüllung der Voraussetzungen gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird von der Offenlegung des Anteilsbesitzes abgesehen.

22 Befreiung gemäß § 264b HGB von den Vorschriften über die Aufstellung des Anhangs und eines Lageberichts sowie von den Vorschriften über die Offenlegung des Jahresabschlusses.

23 Befreiung gemäß § 264b HGB von den Vorschriften über die Aufstellung eines Lageberichts und die Offenlegung des Jahresabschlusses.

24 Keine Kapitalgesellschaft. Ausweis eines Anteilsbesitzes in Prozent nicht zutreffend.

Neubiberg, 20. November 2020

Infineon Technologies AG

Dr. Reinhard Ploss

Dr. Sven Schneider

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck

Weitere Informationen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Neubiberg, 20. November 2020

Infineon Technologies AG

Dr. Reinhard Ploss

Dr. Sven Schneider

Dr. Helmut Gassel

Jochen Hanebeck

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Infineon Technologies AG, Neubiberg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. September 2020, der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Infineon Technologies AG und des Konzerns (im Folgenden "Konzernlagebericht") für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Identifizierung und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden im Rahmen der Akquisition der Cypress Semiconductor Corporation ("Cypress")

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 2. Angaben zum Erwerb von Cypress finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 3.

Das Risiko für den Abschluss

Am 16. April 2020 erwarb der Infineon Konzern sämtliche ausstehenden Anteile an Cypress. Insgesamt betrug die übertragene Gegenleistung EUR 8.254 Mio. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von EUR 2.824 Mio ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 5.430 Mio.

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden wurden grundsätzlich nach IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert am Tag des Erwerbs angesetzt. Die identifizierten Vermögenswerte beinhalten insbesondere immaterielle Vermögenswerte, wie Technologien, Kundenbeziehungen und Marken, Sachanlagen und Vorräte. Zur Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden hat die Gesellschaft einen externen Sachverständigen hinzugezogen.

Die Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden sind komplex und beruhen auf ermessensbehafteten Annahmen des Vorstands. Die wesentlichen Annahmen betreffen die Umsatz- und Margenentwicklung in der Unternehmensplanung des erworbenen Geschäftsbetriebs, die Synergieerwartungen und die Kapitalkosten.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden unzutreffend identifiziert bzw. fehlerhaft bewertet sind. Außerdem besteht das Risiko, dass die Angaben im Konzernanhang nicht vollständig und sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Einbezug unserer eigenen Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Identifikationsverfahren und Bewertungsmethoden beurteilt. Dafür haben wir uns zunächst durch Befragungen von Infineon Mitarbeitern des Finanzbereichs sowie durch Würdigung der relevanten Verträge ein Verständnis von der Erwerbstransaktion verschafft.

Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und Objektivität des von der Gesellschaft beauftragten unabhängigen Sachverständigen beurteilt. Außerdem haben wir den Prozess der Identifikation der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden vor dem Hintergrund unserer Kenntnisse des Geschäftsmodells von Cypress auf Übereinstimmung mit den Anforderungen nach IFRS 3 gewürdigt. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen untersucht.

Die erwartete Umsatz- und Margenentwicklung haben wir mit von der Gesellschaft hinzugezogenen externen Sachverständigen sowie Infineon Mitarbeitern aus dem Finanzbereich erörtert. Außerdem haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen für Vergleichsunternehmen untersucht. Die Synergieerwartungen wurden vom externen Sachverständigen mit den Infineon Planungsverantwortlichen diskutiert und es wurde beurteilt, inwiefern diese von üblichen Marktteilnehmern ebenfalls realisierbar wären. Wir haben diese Einschätzungen und die entsprechenden Begründungen gewürdigt. Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Die zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten herangezogenen Lizenzraten und Laufzeiten wurden durch Befragungen des externen Sachverständigen und dem Vergleich mit eigenen Analysen auf ihre Angemessenheit hin untersucht. Zur Beurteilung der rechnerischen Richtigkeit haben wir unter risikoorientierten Gesichtspunkten ausgewählte Berechnungen nachvollzogen und mit den Ergebnissen eigener Berechnungen verglichen.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zum Erwerb von Cypress vollständig und sachgerecht sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Das der Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Die wesentlichen Annahmen und Daten sind angemessen und die Darstellung im Konzernanhang ist vollständig und sachgerecht.

Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 2. Angaben zur Höhe der Geschäfts- oder Firmenwerte finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 15. Erläuterungen zum Unternehmenserwerb der Cypress Semiconductor Corporation finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 3.

Das Risiko für den Abschluss

Der Konzernabschluss der Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2020 Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von EUR 5.897 Mio aus. Mit 27 % der Bilanzsumme stellen die Geschäfts- oder Firmenwerte einen erheblichen Anteil an den Vermögenswerten dar. Im Geschäftsjahr 2020 sind die Geschäfts- oder Firmenwerte mit Abschluss des Unternehmenserwerbs der Cypress Semiconductor Corporation um EUR 5.430 Mio angestiegen. Der erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ist bei Zugang nach IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu allokieren und wurde von der Gesellschaft auf die bestehenden operativen Segmente Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC), Power & Sensor Systems (PSS) und Connected Secure Systems (CSS) aufgeteilt. Diese Aufteilung ist ermessensbehaftet.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird gemäß IAS 36 von Infineon auf Ebene der operativen Segmente einmal jährlich zum 30. Juni sowie dann, wenn Ereignisse oder veränderte Rahmenbedingungen darauf hindeuten, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken sein könnte, auf eventuelle Wertminderungen überprüft. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert des jeweiligen operativen Segments, dem der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, den erzielbaren Betrag dieser Einheit, wird der Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Infineon bestimmt den erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, anhand des Nutzungswerts.

Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die in der verabschiedeten Unternehmensplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren zugrunde liegenden Annahmen wie Umsatzwachstum und Bruttomargen, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten in der ewigen Rente und die zugrunde gelegten Diskontierungssätze.

Vor dem Hintergrund des deutlichen Anstiegs der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie angesichts der Ermessensbehaftung der dem Wertminderungstest zugrunde gelegten Annahmen besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Die Aufteilung des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Cypress Semiconductor Corporation auf die operativen Segmente Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC), Power & Sensor Systems (PSS) und Connected Secure Systems (CSS) haben wir nachvollzogen und anhand der erwarteten Synergieeffekte aus der Akquisition für die operativen Segmente, denen anteilig ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten beurteilt.

Bei der Beurteilung des Werthaltigkeitstests haben wir unter anderem die Angemessenheit wesentlicher Annahmen beurteilt. Die Berechnungsmethode der Gesellschaft und ausgewählte Annahmen haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Dazu haben wir geprüft, dass die Unternehmensplanung für die nächsten fünf Jahre aktualisiert und vom Vorstand verabschiedet wurde. Wir haben uns die Unternehmensplanung, insbesondere die Umsatz- und Bruttomargenentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten in der ewigen Rente von den für die Erstellung der Unternehmensplanung Verantwortlichen auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente erläutern lassen. Dazu wurde insbesondere die Umsatzentwicklung anhand von öffentlich verfügbaren Markteinschätzungen und -informationen kritisch gewürdigt und beurteilt, ob die der Bewertung zugrunde gelegte Umsatzentwicklung in einer angemessenen Bandbreite liegt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Wir haben die Ableitung und die Höhe der verwendeten Diskontierungssätze überprüft. Dazu haben wir die zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit der verwendeten Bewertungsmethode haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

Um der bestehenden Prognoseunsicherheit und dem vorgezogenen Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, hat die Gesellschaft die Auswirkungen möglicher Veränderungen der Diskontierungssätze, der Umsatz- und Bruttomargenentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsrate in der ewigen Rente auf den Nutzungswert untersucht, indem sie alternative Szenarien berechnet und mit den eigenen Wertansätzen verglichen hat (Sensitivitätsanalyse). Diese Analysen haben wir beurteilt. Um dem vorgezogenen Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen der Ereignisse bis zum 30. September 2020 auf die Werthaltigkeitsprüfung beurteilt.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sachgerecht sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Aufteilung des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Cypress Semiconductor Corporation auf die operativen Segmente Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC), Power & Sensor Systems (PSS) und Connected Secure Systems (CSS) ist sachgerecht.

Die der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.

Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen der Gesellschaft sind angemessen.

Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

den gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im Konzernlagebericht Bezug genommen wird,
die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im Konzernlagebericht Bezug genommen wird, und
die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Februar 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4. Mai 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 als Konzernabschlussprüfer der Infineon Technologies AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Pritzer.

München, den 20. November 2020

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

gez. Andrejewski, Wirtschaftsprüfer

gez. Pritzer, Wirtschaftsprüfer

Anwendungsfelder und Produktspektrum

Automotive

Anwendungsfelder

Antriebsstrang

Batteriemanagement
Batterieladesteuerung
Generatorregelung
Getriebesteuerung
Start-Stopp-Automatik
Steuerung für elektrischen Antriebsmotor
Steuerung für Verbrennungsmotor

Assistenz- und Sicherheitssysteme

ABS (Antiblockiersystem)
Abstandsregelung
Airbag
Automatisiertes Parken
Elektronisch geregelte Fahrwerke
Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung)
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm)
Notbremsassistent
Reifendruck-Überwachung
Spurhalteassistent
Tempomat
Totwinkelerkennung

Informationssicherheit

Authentifizierung von Originalteilen

Fahrtenschreiber

Kommunikation

Fahrzeug-zu-Fahrzeug
Fahrzeug-zu-Infrastruktur

Schutz vor Manipulation der Software

Schutz vor Manipulation von Geräten (z. B. Kilometerzähler)

Infotainment

Digitale Anzeigensysteme
Vernetzung für Unterhaltungselektronik im Innenraum

Komfortelektronik

Federung
Fensterheber
Karosseriesteuergeräte
Klimaanlage
Kofferraumklappe
Lenkung
Lichtsteuerung
Scheibenwischer
Schiebedach
Sitzelektronik
Türelektronik

Produktspektrum

32-Bit-Mikrocontroller für Antriebsstrang, Sicherheit, Fahrerassistenzsysteme und digitale Anzeigensysteme
3D-ToF-Sensoren
Diskrete Leistungshalbleiter
Druck- und Magnetfeldsensoren
IGBT-Module
Industrie-Mikrocontroller
Leistungs-ICs
Radarsensor-ICs (77 GHz)
SiC-Dioden, SiC-MOSFETs, SiC-Module
Spannungsregler
Speicher (NOR-Flash, SRAM, nvSRAM, F-RAM)
Transceiver (CAN, CAN FD, LIN, Ethernet, FlexRayTM)

Industrial Power Control

Anwendungsfelder

Energieerzeugung

Fotovoltaikanlagen
Windkraftanlagen

Energiespeicherung

Eigenverbrauch
Netzstabilität
Quartierspeicher
Wallbox

Energieverteilung

Anbindung von Offshore-Windparks
FACTS (Flexible AC Transmission Systems)
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)

Haushaltsgeräte

Geschirrspülmaschinen
Induktionskochfelder
Klimaanlagen
Kühlschränke
Mikrowellenherde
Staubsauger
Waschmaschinen

Industrieantriebe 1

Antriebstechnik
Aufzugssysteme
Automatisierungstechnik
Bohrtürme
Fördertechnik
Klimatechnik
Pipelines
Rolltreppen
Walzstraßen

Industriefahrzeuge

Agrarfahrzeuge
Baufahrzeuge
Elektrolieferfahrzeuge
Gabelstapler
Hybridbusse

Industrielle Stromversorgungen

Batterieladesysteme
Heimstromspeicher
Hilfsstromversorgungen
Ladestationen für Elektrofahrzeuge
Unterbrechungsfreie Stromversorgungen

Industrieroboter

Schienenfahrzeuge

Lokomotiven
Metrozüge
Schnellzüge
Straßenbahnen

1 Hierzu zählen Motoren, Kompressoren, Pumpen und Ventilatoren.

Produktspektrum

"Bare Die"-Geschäft
Diskrete IGBTs
IGBT-Module für niedrige, mittlere und hohe Leistungsklassen
IGBT-Modul-Lösungen inkl. IGBT-Stacks
Intelligente IGBT-Module mit integrierter Steuerung, Treiber und Schalter
SiC-Dioden, SiC-MOSFETs, SiC-Module
Treiber-ICs

Power & Sensor Systems

Anwendungsfelder

Audioverstärker

Batteriebetriebene Lautsprecher
Smart Speaker

Automobilelektronik

Antriebsstrang bei Kleinfahrzeugen
Innenraum-Ladevorrichtung
Onboard-Ladeeinheit
Totwinkelerkennung

Gleichstrommotoren

Batteriebetriebene Elektrowerkzeuge, z. B.

Akkuschrauber
Bohrmaschinen
Motorsägen

Batteriebetriebene Gartengeräte, z. B.

Heckenscheren
Rasenmäher

Batteriebetriebene Haushaltsgeräte, z. B.

Staubsauger

eBikes

eScooter

Multikopter

Hochzuverlässige Komponenten für raue Umgebungen

Luftfahrttechnik
Öl- und Gasexploration
Untersee-Telekommunikation
Verteidigungstechnik
Weltraumsysteme

Internet der Dinge

Kommunikation
Sensorik
Smart Speaker
Sprachsteuerung

Ladestationen für Elektrofahrzeuge

LED- und konventionelle Beleuchtungssysteme

Mensch-Maschine-Interaktion

Mobile Endgeräte

Fitnessarmbänder
Gesundheitsüberwachung
Navigationsgeräte
Smartphones
Tablets

Mobilfunk-Infrastruktur

Basisstationen

Stromversorgung (Ladegeräte, Adapter, Netzteile, DC-DC-Wandlung, drahtloses Laden)

Haushaltsgeräte
Konsumerelektronik
Mobile Geräte
PCs und Notebooks
Rechenzentren
Server
Telekommunikationstechnik

Produktspektrum

3D-ToF-Sensoren
Ansteuer-ICs für Leistungsschalter
Chips für Drucksensoren
Chips für MEMS-Mikrofone
Chips für Gas-Sensoren
Diskrete Niedervolt-, Mittelvolt- und Hochvolt-Leistungshalbleiter (Si-basiert)
GaN-Leistungsschalter
GPS-Signalverstärker
HF-Antennenschalter
HF-Leistungstransistoren
Kundenspezifische Chips (ASICs)
Niedervolt- und Hochvolt-Treiber-ICs
Radarsensor-ICs (24 GHz, 60 GHz)
Schutzdioden gegen elektrostatische Entladung
SiC-Dioden, SiC-MOSFETs
USB-Controller

Connected Secure Systems

Anwendungsfelder

Authentifizierung

Druckerpatronen
Industriesteuerungen
Markenschutz
Spielekonsolen
Zubehör

Automobilelektronik

Elektronische Mauterfassung (Toll Collect)

Innenraumunterhaltung

Schutz vor Manipulation (z. B. Fahrtenschreiber)

Vernetzte Fahrzeuge

eCall
Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation
Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation

Hoheitliche Dokumente

Führerscheine
Gesundheitskarten
Personalausweise
Reisepässe
Sozialversicherungsausweise

Internet der Dinge

Industrie 4.0
IT-Equipment
Smart City
Smart Home

Konsumerelektronik

Fernbedienungen
Smart Watches und Fitness-Tracker
Spielekonsolen

Mobilkommunikation

Embedded SIM (Maschine-zu-Maschine-Kommunikation)

Konsumeranwendungen
IoT-Anwendungen

SIM-Karten

Ticketing, Zutrittskontrolle

Trusted Computing

Zahlungsverkehr

Kredit- und Debitkarten
Mobiles Bezahlen
NFC-basiertes, kontaktloses Bezahlen

Produktspektrum

Eingebettete Sicherheitscontroller
Konnektivitätslösungen (Wi-Fi, Bluetooth, BLE)
Mikrocontroller für Unterhaltungselektronik und Industrieanwendungen
Sicherheitscontroller (kontaktlos, kontaktbasiert, Dual-Interface)

Abkürzungsverzeichnis

AC-DC alternating current to direct current conversion; Wechselspannung-zu-Gleichspannungswandlung
ASIC application-specific integrated circuit
ASIL automotive safety integrity level
BLE Bluetooth Low Energy
BT Bluetooth
CMOS complementary metal-oxide-semiconductor
CPU central processing unit
DC-DC direct current to direct current conversion; Gleichspannungswandlung
FHEV full-hybrid electric vehicle
FPGA field programmable gate array
GaN Galliumnitrid
GPU graphics processing unit
HF Hochfrequenz
HGÜ Hochspannung-Gleichstrom-Übertragung
HMI human-machine interaction
IC integrated circuit
IGBT insulated gate bipolar transistor
IoT Internet of Things; Internet der Dinge
IPM intelligent power module
KI Künstliche Intelligenz
LED Licht emittierende Diode
MEMS micro-electromechanical system
MOSFET metal-oxide-semiconductor field-effect transistor
NFC near-field communication
PHEV plug-in hybrid electric vehicle
PMIC power management IC
PSoC programmable system-on-chip
Si Silizium
SiC Siliziumkarbid
ToF time-of-flight
TPM trusted platform module
USB (USB-PD) universal serial bus (universal serial bus standard power delivery)
Wi-Fi wireless fidelity

Finanztermine

Donnerstag, 4. Februar 2021 1

Veröffentlichung der Ergebnisse des 1. Quartals 2021

Donnerstag, 25. Februar 2021

Ordentliche Hauptversammlung 2021 (virtuell)

(Beginn: 10.00 Uhr)

Dienstag, 4. Mai 2021 1

Veröffentlichung der Ergebnisse des 2. Quartals 2021

Dienstag, 3. August 2021 1

Veröffentlichung der Ergebnisse des 3. Quartals 2021

Mittwoch, 10. November 2021 1

Veröffentlichung der Ergebnisse des 4. Quartals und des Geschäftsjahres 2021

1 vorläufig

Besuchen Sie uns im Internet: www.infineon.com

Impressum

Herausgeber: Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland)
Redaktion: Investor Relations, Accounting, Consolidation & Reporting
Redaktionsschluss: 20. November 2020
Geschäftsjahr: 1. Oktober bis 30. September
Abschlussprüfer: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München (Deutschland)
Gestaltung: HGB Hamburger Geschäftsberichte GmbH & Co. KG, Hamburg (Deutschland)
Fotonachweis: Seite 6, 11: Werner Bartsch, Hamburg (Deutschland)

Hinweis:

Die folgenden Bezeichnungen waren im Geschäftsjahr 2020 Markennamen der Infineon Technologies AG:

Infineon, das Infineon-Logo, AURIXTM, CIPOSTM, CoolGaNTM, CoolMOSTM, CoolSiCTM, EZ-PDTM, iMOTIONTM, ModusToolboxTM, OPTIGATM, OptiMOSTM, PrimePACKTM, PSoCTM, SECORATM, SEMPERTM, TRAVEOTM, XENSIVTM

In die Zukunft gerichtete Aussagen:

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Spezifischer Haftungsausschluss für Berichte, Daten und Informationen von Informa Tech - ehemals IHS Markit Technology -, auf die in diesem Dokument verwiesen wird:

Die Berichte, Daten und Informationen von Informa Tech, auf die hier verwiesen wird (die "Informa Tech-Materialien" - hauptsächlich frühere "IHS Markit Technology-Materialien"), sind das urheberrechtlich geschützte Eigentum von Informa Tech Research Ltd. und ihren Tochtergesellschaften ("Informa Tech") und repräsentieren Daten, Forschungen, Meinungen oder Standpunkte von Informa Tech und sind keine Darstellungen von Tatsachen. Die Informa Tech-Materialien beziehen sich auf deren ursprüngliches Veröffentlichungsdatum und nicht auf das Datum dieses Dokuments. Die in den Informa Tech-Materialien enthaltenen Informationen und Meinungen können ohne Vorankündigung geändert werden. Weder Informa Tech noch Infineon können als Folge einer solchen Änderung verpflichtet oder dafür verantwortlich gemacht werden, die Informa Tech-Materialien oder diese Veröffentlichung zu aktualisieren. Die Informa Tech-Materialien werden ohne Gewähr und gemäß Verfügbarkeit bereitgestellt. Informa Tech lehnt jegliche Gewähr ab, ausdrücklich oder stillschweigend, einschließlich jeglicher Haftung für Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der in den Informa Tech-Materialien enthaltenen Informationen, Standpunkte und Schlussfolgerungen. Soweit gesetzlich zulässig, übernehmen Informa Tech und ihre Tochtergesellschaften, IHS Markit und ihre Tochtergesellschaften sowie ihre jeweiligen Vorstandsmitglieder, Direktoren, Mitarbeiter * innen und Agenten keinerlei Verantwortung (einschließlich und ohne Einschränkung jeglicher Verantwortung resultierend aus Fehlern und Fahrlässigkeit) hinsichtlich der Genauigkeit oder Vollständigkeit oder Nutzung der Informa Tech-Materialien. Informa Tech und/oder IHS Markit lehnen jegliche Haftung für Handels-, Investitions-, kommerzielle oder andere Entscheidungen, basierend auf oder getroffen im Vertrauen auf die Informa Tech-Materialien, ab. "IHS Markit"-Brand und -Logo wurden zur Verwendung durch Informa Tech lizenziert. "IHS Markit"-Brand und -Logo und gegebenenfalls weitere in den IHS Markit Technology-Materialien verwendete Markenbezeichnungen sind Eigentum von IHS Markit oder ihrer jeweiligen Inhaber.

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Infineon Technologies AG

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