Annual Report • Mar 2, 2018
Annual Report
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Infineon Technologies AG Neubiberg Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 Geschäftsbericht 2017 Infineon auf einen Blick Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Mit weltweit rund 37.500 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 (Ende September) einen Umsatz von mehr als €7 Milliarden. Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol "IFX" und in den USA im Freiverkehrsmarkt OTCQX International Premier unter dem Symbol "IFNNY" notiert. Automotive Anwendungsfelder ― Antriebsstrang ― Assistenz- und Sicherheitssysteme ― Informationssicherheit ― Komfortelektronik Produktspektrum ― 32-Bit-Mikrocontroller für Antriebsstrang, Sicherheit und Fahrerassistenzsysteme ― Diskrete Leistungshalbleiter ― Druck- und Magnetfeldsensoren ― IGBT-Module ― Industrie-Mikrocontroller ― Leistungs-ICs ― Radarsensor-ICs (77 GHz) ― Spannungsregler ― Transceiver (CAN, LIN, Ethernet, FlexRay) Schlüsselkunden1 Autoliv / Bosch / BYD / Continental / Delphi / Denso / Hella / Hitachi / Hyundai / Keihin / Lear / Mando / Mitsubishi Electric / Omron / Preh / Valeo / ZF Marktposition2 2 mit 10,7 % Marktanteil Quelle: Strategy Analytics, April 2017 Industrial Power Control Anwendungsfelder ― Energieverteilung ― Erneuerbare Energieerzeugung ― Haushaltsgeräte ― Industrieantriebe ― Industriefahrzeuge ― Industrieroboter ― Ladestationen für Elektrofahrzeuge ― Schienenfahrzeuge ― Unterbrechungsfreie Stromversorgung Produktspektrum ― "Bare Die"-Geschäft ― Diskrete IGBTs ― IGBT-Module für niedrige, mittlere und hohe Leistungsklassen ― IGBT-Modul-Lösungen inkl. IGBT-Stacks ― Siliziumkarbid-Module ― Treiber-ICs Schlüsselkunden1 ABB / Alstom / Bombardier / CRRC / Danfoss / Eaton / Emerson / Goldwind / Midea / Rockwell / Schneider Electric / Siemens / Toshiba / Vestas / Yaskawa Marktposition2 1 mit 26,6 % Marktanteil bei IGBT-basierten Komponenten Quelle: IHS Markit, Technology Group, August 2017 Power Management & Multimarket Anwendungsfelder ― Anwendungen in rauen Umgebungen ― Gleichstrommotoren ― Ladestationen für Elektrofahrzeuge ― LED- und konventionelle Beleuchtungssysteme ― Stromversorgung (Ladegeräte, Adapter, Netzteile) ― Internet der Dinge ― Mobile Geräte ― Mobilfunk-Infrastruktur Produktspektrum ― Ansteuer-ICs ― Chips für Silizium-Mikrofone ― Diskrete Niedervolt- und Hochvolt-Leistungshalbleiter ― Drucksensoren ― GPS-Signalverstärker ― HF-Antennenschalter ― HF-Leistungstransistoren ― Kundenspezifische Chips (ASICs) ― Niedervolt- und Hochvolt-Treiber-ICs ― Radarsensor-ICs (24 GHz, 60 GHz) ― Schutzdioden gegen elektrostatische Entladung Schlüsselkunden1 Airbus / Artesyn / Boeing / Cisco / Dell / Delta / Ericsson / Hewlett Packard Enterprise / HP / Huawei / Lenovo / LG Electronics / Lite-On / Nokia / Osram / Panasonic / Quanta / Samsung / ZTE Marktposition2 1 mit 26,4 % Marktanteil bei Standard-MOSFET-Leistungstransistoren Quelle: IHS Markit, Technology Group, August 2017 Chip Card & Security Anwendungsfelder ― Authentifizierung ― Automobil ― Gesundheitskarten ― Hoheitliche Dokumente ― Internet der Dinge ― Mobilkommunikation ― Ticketing, Zutrittskontrolle ― Trusted Computing ― Zahlungsverkehr, mobiles Bezahlen Produktspektrum ― Eingebettete Sicherheitscontroller ― Kontaktbasierte Sicherheitscontroller ― Kontaktlose Sicherheitscontroller ― Sicherheitscontroller mit kontaktloser sowie kontaktbasierter Schnittstelle (Dual-Interface) Schlüsselkunden1 Gemalto / Giesecke & Devrient / Google / HP / Idemia / Lenovo / Microsoft / Samsung / US Government Publishing Office / Watchdata Marktposition2 1 mit 24,8 % Marktanteil bei mikrocontrollerbasierten Chipkarten-ICs Quelle: IHS Markit, Technology Group, Juli 2017 1 In alphabetischer Reihenfolge. Wesentliche Distributionskunden für Infineon sind Arrow, Avnet, Intron, Jingchuan, Macnica, Weikeng und WPG Holding (SAC). 2 Alle Angaben beziehen sich auf das Kalenderjahr 2016. Die Marktanteile der fünf größten Unternehmen finden Sie unter "Marktposition" beim jeweiligen Segment. Dortige Angaben zu Marktanteilsveränderungen beziehen sich auf die im Jahr 2017 ermittelten Marktanteile für die Jahre 2016 und 2015. Letztere können von den im Jahr 2016 veröffentlichten Marktanteilen aufgrund von geänderten Marktbetrachtungen abweichen. Infineon-Kennzahlen für die am 30. September endenden Geschäftsjahre (nach IFRS)1 scroll Geschäftsjahr vom 1. Oktober bis 30. September 2017 2016 2017/2016 € in Millionen in % vom Umsatz € in Millionen in % vom Umsatz Veränderung in % Umsatzerlöse nach Regionen 7.063 6.473 9 Europa, Naher Osten, Afrika 2.272 32 2.147 33 6 Darin: Deutschland 1.094 15 1.000 15 9 Asien-Pazifik (ohne Japan) 3.447 49 3.083 48 12 Darin: China 1.735 25 1.574 24 10 Japan 463 7 424 6 9 Amerika 881 12 819 13 8 Darin: USA 714 10 661 10 8 Umsatzerlöse nach Segmenten 7.063 6.473 9 Automotive 2.989 42 2.656 41 13 Industrial Power Control 1.206 17 1.072 17 13 Power Management & Multimarket 2.148 31 2.041 31 5 Chip Card & Security 708 10 703 11 1 Sonstige Geschäftsbereiche 9 0 8 0 13 Konzernfunktionen und Eliminierungen 3 0 -7 0 +++ Bruttoergebnis vom Umsatz/Bruttomarge 2.621 37,1 2.330 36,0 12 Forschungs- und Entwicklungskosten -776 11,0 -770 11,9 1 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -819 11,6 -791 12,2 4 Betriebsergebnis 983 763 29 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 791 741 7 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1 2 --- Konzernjahresüberschuss 790 743 6 Segmentergebnis/Segmentergebnis-Marge 1.208 17,1 982 15,2 23 Sachanlagen 2.659 2.119 25 Bilanzsumme 9.945 9.087 9 Summe Eigenkapital 5.636 5.023 12 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.728 1.313 32 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.131 -1.098 - 3 Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -340 -229 -48 Free-Cash-Flow2 594 490 21 Planmäßige Abschreibungen 812 833 -3 Investitionen 1.022 826 24 Brutto-Cash-Position2 2.452 2.240 9 Netto-Cash-Position2 618 471 31 Ergebnis je Aktie - unverwässert in € 0,70 0,66 6 Ergebnis je Aktie - verwässert in € 0,70 0,66 6 Bereinigtes Ergebnis je Aktie - verwässert in € 0,85 0,76 12 Dividendenertrag pro Aktie in €3 0,25 0,22 14 Eigenkapitalquote 56,7 % 55,3 % Eigenkapitalrendite4 14,0 % 14,8 % Gesamtkapitalrendite4 7,9 % 8,2 % Vorratsintensität4 12,5 % 13,1 % Verschuldungsgrad4 32,5 % 35,2 % Gesamtverschuldungsgrad5 18,4 % 19,5 % Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE)2 14,9 % 15,0 % Infineon-Mitarbeiter zum 30. September 37.479 36.299 3 1 Abweichungen von Summen durch Rundungsdifferenzen möglich. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 wurden einzelne kleine Produktgruppen anderen Segmenten zugeordnet. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst. 2 Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem", [s] Seite 60. 3 Für das Geschäftsjahr 2017 wird der Hauptversammlung am 22. Februar 2018 die Ausschüttung einer Bardividende von €0,25 je Aktie vorgeschlagen. 4 Definition siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage", [s] Seite 72. 5 Gesamtverschuldungsgrad = Verhältnis von kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zur Bilanzsumme. Unser Jahr 2017 Im Geschäftsjahr 2017 hat Infineon seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 9 Prozent. Das Segmentergebnis steigerten wir auf €1,208 Milliarden. Dies entspricht einer Marge von 17,1 Prozent. Das zu Beginn des Geschäftsjahres angehobene Profitabilitätsziel haben wir damit früher als erwartet erreicht. Mit führender Technologie und Systemverständnis machen wir unsere Kunden erfolgreicher. Dabei profitieren wir von langfristigen, globalen Megatrends und entwickeln Lösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Unsere traditionellen Kernkompetenzen sind heute gefragter denn je. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Wachstumsstrategie weiter und stellen die Weichen für den Erfolg von morgen. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals große Fortschritte bei strategischen Projekten erzielt. Infineon definiert Erfolg nicht allein über die erreichten Ziele, sondern auch über den Weg dorthin: Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in unserem Denken und Handeln. Die höchste Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) und der Platz im DJSI-Weltindex sind für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich. Die Titelseite zeigt einen Siliziumkarbid (SiC)-Wafer vor der Bearbeitung. Gut zuerkennen: Im Gegensatz zu Silizium ist das Verbindungshalbleitermaterial SiC transparent. Infineon bezieht die Wafer von speziellen Lieferanten. Nach der Prozessierung sind auch SiC-Wafer durch verschiedene Metallisierungsschichten undurchsichtig. SiC bietet insbesondere im Bereich Leistungshalbleiter Vorteile gegenüber Silizium. Im Geschäftsjahr 2017 brachte Infineon die ersten MOSFET-Leistungstransistoren auf Basis von SiC auf den Markt. Mehr zu den Anwendungen und unseren weiteren Entwicklungen im Bereich SiC-basierter Leistungskomponenten finden Sie in den Kapiteln "Die Segmente -Industrial Power Control" (Seite 42) beziehungsweise "Forschung und Entwicklung" (Seite 54). Unser Jahr in Kürze Im Geschäftsjahr 2017 hat Infineon seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 9 Prozent. Das Segmentergebnis steigerten wir auf €1,208 Milliarden. Dies entspricht einer Marge von 17,1 Prozent. Das zu Beginn des Geschäftsjahres angehobene Profitabilitätsziel haben wir damit früher als erwartet erreicht. Mit führender Technologie und Systemverständnis machen wir unsere Kunden erfolgreicher. Dabei profitieren wir von langfristigen, globalen Megatrends und entwickeln Lösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Unsere traditionellen Kernkompetenzen sind heute gefragter denn je. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Wachstumsstrategie weiter und stellen die Weichen für den Erfolg von morgen. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals große Fortschritte bei strategischen Projekten erzielt. Infineon definiert Erfolg nicht allein über die erreichten Ziele, sondern auch über den Weg dorthin: Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in unserem Denken und Handeln. Die höchste Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) und der Platz im DJSI-Weltindex sind für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich. Vorstand und Aufsichtsrat Brief an die Aktionäre Neubiberg, im November 2017 Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner, liebe Mitarbeite von Infineon, das Geschäftsjahr 2017 war ein ereignisreiches für Infineon: Wir sind schneller gewachsen als erwartet, haben das zu Beginn des Geschäftsjahres angehobene Profitabilitätsziel von 17 Prozent Segmentergebnis-Marge früher als erwartet erreicht und die Auswirkungen der nicht zustande gekommenen Akquisition von Wolfspeed weitgehend kompensiert. Das Geschäftsjahr 2017 war nicht nur ein ereignisreiches Jahr, sondern auch ein erfolgreiches. Ihr Unternehmen hat sich in dieser Zeit sehr gut weiterentwickelt. Der Umsatz stieg auf €7.063 Millionen, das Segmentergebnis verbesserte sich bei einer Marge von 17,1 Prozent auf €1.208 Millionen. Die im März nach oben korrigierte Prognose haben wir damit voll erfüllt. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 70 Cent. Das soll auch unseren Anteilseignern zugutekommen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 22. Februar 2018 eine Dividende von 25 Cent je Aktie vorschlagen. Mit einer so starken Wachstumsdynamik war zu Beginn des Geschäftsjahres nicht unbedingt zu rechnen. Im November 2016 hatten wir deshalb zunächst ein Umsatzwachstum von 6 Prozent und eine Segmentergebnis-Marge von 16 Prozent in Aussicht gestellt. Allerdings verzeichneten wir im Frühjahr insbesondere bei Halbleitern für Automobile, Industrie und Stromversorgungen eine überraschend starke Nachfrage, die auch in der Folgezeit auf hohem Niveau blieb. In diesem freundlichen Umfeld konnten wir nicht nur Umsatz und Ergebnis steigern, sondern auch große Fortschritte bei zwei strategischen Projekten erzielen. Erstens: Mit unserer auf Wachstum ausgelegten Fertigungsstrategie waren wir in der Lage, den stark steigenden Bedarf bei Leistungshalbleitern zu erfüllen. Eine besondere Rolle spielt hier die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung in Dresden (Deutschland). Bis zum Ende des Kalenderjahres 2017 werden wir bis zu 30 Prozent der verfügbaren Reinraumfläche mit Anlagen ausstatten. Dann erwarten wir, dass der Produktivitätsvorteil zu greifen beginnt und die Kosten pro Chip der 300-Millimeter-Fertigung unter das Niveau unserer 200-Millimeter-Fertigungen fallen werden. Von den geringeren Investitionen je produzierten Chip profitieren wir schon heute. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Kapitel "Operations". Zweitens: Siliziumkarbid - als Basistechnologie für Leistungstransistoren mit überlegenen Eigenschaften - hat endgültig den Durchbruch geschafft. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir erstmals Umsatz mit unserem Siliziumkarbid-MOSFET erzielt. Unter anderem haben wir Aufträge führender Hersteller von Fotovoltaik-Wechselrichtern erhalten. Details hierzu finden Sie im Kapitel "Industrial Power Control". Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle für die geplante Akquisition von Wolfspeed geworben. Wie Sie heute wissen, ist es anders gekommen: Die für Investitionen aus dem Ausland zuständige US-Behörde CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States) hat der Transaktion nicht zugestimmt. Selbstverständlich haben wir uns einen anderen Ausgang gewünscht. Hauptziel der Akquisition war es, auf Basis der herausragenden Kompetenz von Wolfspeed bei der Galliumnitrid-auf-Siliziumkarbid (GaN-auf-SiC)-Technologie mittelfristig die Führung im Weltmarkt für Leistungsverstärker in Basisstationen zu übernehmen. Aber auch bei siliziumkarbidbasierten Leistungshalbleitern hätte uns Wolfspeed geholfen, die Markteinführung zu beschleunigen. Allerdings haben wir nicht auf den Abschluss der Akquisition gewartet, sondern unsere eigene SiC-Trench-MOSFET-Technologie zügig weiterentwickelt. Deshalb waren wir in der Lage, im Geschäftsjahr 2017 ein selbst entwickeltes Produkt auf den Markt zu bringen, das bereits großen Zuspruch erfährt. Der Ausbau der Technologieplattform ist eines unserer Zukunftsprojekte mit hoher Relevanz für erneuerbare Energien und Mobilität. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist, neben der technologischen Kompetenz, der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System". Hinter dieser knappen Bezeichnung verbirgt sich der Leitgedanke, an dem wir uns sowohl im Tagesgeschäft als auch bei langfristigen Überlegungen orientieren: Wir wollen die Systeme unserer Kunden und die Anforderungen ihrer Märkte verstehen, damit wir unsere Halbleiterkompetenz noch gezielter einsetzen können. Dadurch machen wir unsere Kunden erfolgreicher und steigern das Ergebnispotenzial für Infineon. Entlang dieser Ausrichtung entwickeln wir unsere Strategie mit Augenmaß weiter, denn durch technologischen Fortschritt verändern sich Systeme, gewinnen an Komplexität und erfordern teilweise neue Kompetenzen. Wo dies der Fall ist und wo wir zugleich einen strategischen Nutzen erkennen, richten wir uns danach aus. Besonders deutlich wird dies im Bereich der Software. Technologiekompetenz ist seit jeher die Grundlage unseres Geschäftsmodells, sei es in Form von diskreten Bauelementen, integrierten Lösungen oder Produkten, die sowohl analoge als auch digitale Funktionalität bieten (sogenannte Mixed-Signal-Komponenten). Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren das erforderliche Know-how aufgebaut, um unsere Chips - wo sinnvoll und gewünscht - mit entsprechender Software auszuliefern. Jüngstes Beispiel dafür ist unsere Minderheitsbeteiligung an dem britischen Unternehmen XMOS Limited (Bristol), einem Spezialisten für Spracherkennungstechnologie. Durch diesen Schritt intensivieren wir die bereits bestehende Partnerschaft, kooperieren bei wichtigen Kundenprojekten und können so unsere technische Kompetenz rasch vergrößern. Außerdem gewinnen wir ein noch besseres Verständnis für das Zusammenspiel von Sensor, Prozessor und Algorithmen und stärken unsere Position in einem zukunftsträchtigen Markt, den wir schon heute mit führender MEMS-Technologie beliefern. Durch unser weitreichendes Systemverständnis können wir auf Kunden mit unterschiedlichen Ansätzen eingehen und ihren jeweiligen Bedarf zielgerichtet adressieren. Mehr dazu finden Sie im Kapitel "Konzernstrategie". Unsere Kernkompetenz sind und bleiben selbstverständlich Halbleiter. Durch das fortwährende Streben nach Innovation wollen wir unsere Position als Technologieführer festigen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere Innovationskraft unter Beweis gestellt. Den Erfolg bei Siliziumkarbid habe ich bereits erwähnt. Eine ebenso beeindruckende Leistung ist uns im Bereich der Post-Quantum-Kryptografie gelungen. Noch sind Quantencomputer eher ein wissenschaftliches Phänomen, dessen Realisierung noch einige Jahre entfernt ist. Mit ihrer extrem hohen Rechenleistung werden sie in der Lage sein, aktuell verwendete Verschlüsselungsalgorithmen zu knacken. Damit sind Systeme und Daten gefährdet, die heute generiert werden und auch in mehreren Jahren geschützt sein sollen. Als führender Anbieter von Sicherheitslösungen müssen wir deshalb schon heute den reibungslosen Übergang von gegenwärtigen Sicherheitsprotokollen auf die Post-Quantum-Kryptografie vorbereiten. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass entsprechend komplexe Verschlüsselungsverfahren in kleinen Chips mit begrenztem Speicherplatz funktionieren müssen. Im Mai haben Spezialisten von Infineon erstmals ein System für den Post-Quantum-Schlüsselaustausch auf einem kommerziell verfügbaren kontaktlosen Sicherheitschip implementiert. Damit sind wir Vorreiter bei der Entwicklung von Verschlüsselungen, die der Macht der Quantencomputer standhalten. Im Kapitel "Forschung und Entwicklung" lesen Sie mehr zu diesem Thema. Was bisher noch niemand entschlüsselt hat, ist die Formel für garantierten Erfolg. Als Unternehmen können wir jedoch Rahmenbedingungen schaffen und strategische Leitplanken formulieren, mit denen man erfolgreich sein kann. Dass daraus etwas entsteht, liegt nicht zuletzt in den Händen - und Köpfen - der über 37.000 Menschen, die Infineon zu dem machen, was es ist. Im Namen des gesamten Vorstandsteams möchte ich mich daher bei Ihnen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bedanken: für das, was Sie leisten, aber auch für die Art und Weise, wie Sie es tun. Die Welt scheint 2017 komplizierter geworden zu sein. Globale Herausforderungen stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe, Nationalismus und Protektionismus wird das Wort geredet und internationale Konflikte gewinnen an Schärfe. Infineon steht für das Gegenteil: für eine vielfältige Gesellschaft und für eine Wirtschaft, die auf freiem Handel gründet. Als Ingenieure wissen wir, dass es keine einfachen Antworten auf komplizierte Fragestellungen gibt. Und als Kaufleute verstehen wir, dass Abschottung Wachstum hemmt. Bei Infineon arbeiten Menschen aus über 100 Nationen an Standorten in mehr als 20 Ländern zusammen. Obwohl sie über die ganze Welt verteilt sind, leben sie eine Kultur des Miteinanders und tragen dazu bei, das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher zu machen. Darauf können wir stolz sein. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Newport (Wales). Im Zuge der Integration von International Rectifier haben wir vor rund zweieinhalb Jahren angekündigt, das Werk nicht über das Kalenderjahr 2017 hinaus weiter zu betreiben. Dennoch hat das Team vor Ort mit enormem Einsatz die Qualität und Zuverlässigkeit der dortigen Fertigungsaktivitäten sichergestellt. Im September haben wir die Fabrik an Neptune 6 Limited (Cardiff, Wales) verkauft und damit eine tragfähige Lösung gefunden, die dem Standort eine Zukunft gibt. Unternehmen sind immer auch Teil der Gesellschaft und tragen Verantwortung. Deshalb stellen wir hohe Ansprüche an uns selbst - sowohl im Hinblick auf die Ziele, die wir erreichen wollen, als auch in Bezug auf den Weg, der uns zu ihnen führt. Die Nachfrage nach energieeffizienten Leistungshalbleitern ist ein wesentlicher Wachstumstreiber für unser Unternehmen. Deshalb achten auch wir in unserer eigenen Geschäftstätigkeit auf einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Detaillierte Informationen hierzu veröffentlichen wir in einem separaten Nachhaltigkeitsbericht, den Sie auf unserer Internet-Seite finden. @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting Sie kennen unser Wachstumsziel: Über den Zyklus hinweg wollen wir den Umsatz um durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr steigern. Mit einem Plus von 12 Prozent im Vorjahr gefolgt von nun 9 Prozent haben wir diese Marke zwei Jahre in Folge überboten. Darauf wollen wir uns nicht ausruhen. Aber uns ist klar: Der Halbleitermarkt bleibt zyklisch. Über kurz oder lang werden sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verändern und die zuletzt extrem hohe Nachfrage in den Bereichen Automobil und Industrie wird sich normalisieren. Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir heute von einem Umsatzwachstum von 9 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte aus. Die Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Euro bedeutet für uns einen Gegenwind, der in dieser Prognose berücksichtigt ist. Für das Segmentergebnis erwarten wir eine Marge von etwa 17 Prozent im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum. Wir sind bestens vorbereitet, um unsere Wachstumsgeschichte fortzuschreiben. Wir freuen uns, dass wir diesen Weg gemeinsam mit Ihnen gehen können. Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Reinhard Ploss ist seit 2007 Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG. Seit 1. Oktober 2012 ist er Vorsitzender des Vorstands, verantwortlich für die Segmente, die Konzernstrategie, Communications & Government Relations, Human Resources (Arbeitsdirektor), Legal, Forschung und Entwicklung. Reinhard Ploss wurde am 8. Dezember 1955 in Bamberg geboren. Er hat Verfahrenstechnik an der Technischen Universität München studiert und promovierte 1986 zum Dr.-Ingenieur. Im selben Jahr begann er seine Laufbahn bei Infineon (bis 1999 Siemens AG). Dominik Asam Finanzvorstand Dominik Asam ist seit 2011 Finanzvorstand der Infineon Technologies AG, verantwortlich für Accounting & Reporting, Financial Controlling, Financial Planning, Investor Relations, Tax, Treasury, Audit, Compliance, Export Control, Risk Management, Business Continuity, Information Technology. Dominik Asam wurde am 6. März 1969 in München geboren. Er hat an der Technischen Universität München sowie an der École Centrale Paris studiert und ist Diplom-Ingenieur Maschinenwesen und Ingénieur des Arts et Manufactures. Zudem absolvierte er einen MBA an der INSEAD in Fontainebleau (Frankreich). Seine erste Position bei Infineon trat er 2003 an. Dr. Helmut Gassel Mitglied des Vorstands Helmut Gassel ist seit 2016 Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG und Chief Marketing Officer. Er ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb, Regionen, Strategieentwicklung sowie Mergers & Acquisitions und Intellectual Property. Helmut Gassel wurde am 13. März 1964 in Dortmund geboren. Er hat an der Ruhr-Universität in Bochum studiert und ist Diplom-Physiker und promovierter Ingenieur der Elektrotechnik. Seit 1995 ist er bei Infineon (bis 1999 Siemens AG). Jochen Hanebeck Mitglied des Vorstands Jochen Hanebeck ist seit 2016 Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG. Er ist verantwortlich für Operations, einschließlich Manufacturing, Logistics, Quality, Customs und Purchasing. Jochen Hanebeck wurde am 2. Februar 1968 in Dortmund geboren. Er hat ein Diplom in Elektrotechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Seit 1994 ist er bei Infineon (bis 1999 Siemens AG). Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung Sehr geehrte Damen und Herren, die Infineon-Erfolgsgeschichte ist dadurch geprägt, dass das Unternehmen nicht nur seit Jahren langfristiges Wachstum und stetige Ergebnisverbesserung verspricht, sondern sein Versprechen auch zuverlässig hält. Das Geschäftsjahr 2017 hat dies abermals gezeigt. Zwar war es sicherlich eine Enttäuschung, als Mitte Februar 2017 das Scheitern der Übernahme von Wolfspeed, einer Geschäftseinheit des US-Halbleiterherstellers Cree, wegen Sicherheitsbedenken der US-Regierung feststand. Doch schon im Monat danach demonstrierte Infineon wieder einmal in beeindruckender Art und Weise seine Stärke. Im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung verkündete das Unternehmen eine Erhöhung der Jahresprognose, was an der Börse einen Kurssprung von nahezu 10 Prozent auslöste. Das zeigt: Insbesondere mit unseren Lösungen für Elektromobilität, autonomes Fahren, die Erzeugung erneuerbarer Energien sowie effiziente Stromnutzung sind wir strategisch bestens positioniert. Die Märkte wachsen. Und wir wachsen sogar schneller als die Märkte. Auch die langfristigen Trends stimmen zuversichtlich. Das ist erfreulich für den Infineon-Konzern und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber natürlich auch für Sie als Aktionäre. Sie profitieren nicht nur von der positiven Aktienkursentwicklung. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen erneut eine Erhöhung der Dividende, in diesem Jahr um 14 Prozent auf dann €0,25 je Aktie - dies ohne Beeinträchtigung der weiterhin hervorragenden Bonität und soliden Finanzziele des Unternehmens. Die Infineon-Erfolgsgeschichte setzt sich fort. Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats Auch im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit größtem Engagement wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens gleichermaßen überwacht und beraten. Grundlage dafür waren vor allem die detaillierten Berichte des Vorstands in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen über die aktuelle Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, die Quartalsabschlüsse sowie die Unternehmensplanung. Der Vorstand stimmte nicht nur die strategische Ausrichtung, sondern auch wesentliche operative Themen mit uns ab. Der Aufsichtsrat hatte stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen. Wir haben uns dabei von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugt. In der schriftlichen quartalsweisen Berichterstattung wurde der Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die wesentlichen Finanzdaten, Risiken und Chancen, bedeutende Rechtsstreitigkeiten sowie andere wichtige Einzelthemen in Kenntnis gesetzt. Zwischen den Quartalsberichten informierte uns der Vorstand zusätzlich in Monatsberichten über die aktuelle Geschäftslage. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats stand ich darüber hinaus - ebenso wie die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses -in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Über für das Unternehmen wesentliche Ereignisse wurde ich durch den Vorsitzenden des Vorstands stets unverzüglich und unabhängig von den Sitzungen informiert. Im Geschäftsjahr 2017 fanden sechs Sitzungen und eine schriftliche Beschlussfassung des Aufsichtsrats statt. Darauf bezogen lag die Präsenz bei knapp 96 Prozent. Herr Dr. Diess fehlte entschuldigt bei den Sitzungen vom 15. November 2016 sowie vom 16. Februar und 2. August 2017. Frau Picaud konnte an der Sitzung vom 16. Februar 2017 nicht teilnehmen. Bei den Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse betrug die Präsenz 100 Prozent. Finanz- und Investitionsplanung; Unternehmensstrategie; Cyberkriminalität In der Sitzung vom 15. November 2016 billigte der Aufsichtsrat die vom Vorstand vorgelegte Finanz- und Investitionsplanung einschließlich des Gesamtinvestitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2017 und bestätigte die in der Höhe unverändert gebliebene Verschuldungsgrenze. Dem Aufsichtsrat ist es weiterhin ein großes Anliegen, sich einmal im Jahr ausschließlich und fokussiert mit strategischen Themen zu befassen. In der eigens zu diesem Zweck angesetzten Plenumssitzung vom 2. August 2017 wurde daher sehr intensiv über die Strategie des Infineon-Konzerns und deren Kernelemente diskutiert. Es ging dabei zum einen um die wesentlichen Treiberfaktoren, Fokusbereiche und Technologiekompetenzen, zum anderen aber auch um die Finanzziele des Unternehmens. Des Weiteren wurden die Markt- und Anwendungstrends in der Halbleiterindustrie erörtert. Beleuchtet wurden zudem die spezifischen Stärken und Schwächen von Infineon. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der vom Vorstand in Ergänzung zur erfolgreichen organischen Wachstumshistorie verfolgten M&A-Strategie. In einem gesonderten Termin ließ sich der Aufsichtsrat über das wichtige Thema Cyberkriminalität, die Gefährdungslage bei Infineon und die vom Vorstand in diesem Bereich getroffenen Schutz- und Abwehrmaßnahmen informieren. Personalthemen Das am 1. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt nicht nur, dass sich der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Der Aufsichtsrat muss zudem in regelmäßigen Abständen eine Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand festlegen und zugleich eine Frist bestimmen, innerhalb derer dieser Anteil erreicht werden soll. Erstmals wurde eine solche Zielquote kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes festgelegt. Damals hatte sich der Aufsichtsrat aus guten Gründen auf eine Zielquote von 0 Prozent verständigt. Nunmehr hat der Aufsichtsrat eine neue Zielquote von 20 Prozent beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 Gültigkeit hat. Vorstandsvergütung In Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) lässt der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende und bewährte Vorstandsvergütungssystem regelmäßig durch einen unabhängigen Vergütungsexperten sowohl auf seine rechtliche Konformität als auch auf seine Angemessenheit überprüfen. Im Berichtsjahr wurde die turnusmäßige, bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr 2016 begonnene Überprüfung abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Der Vergütungsexperte ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Empfehlungen des DCGK entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Ungeachtet des Umstands, dass die Vergütung und die individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder sowohl im horizontalen (also anderen Unternehmen gegenüber) als auch im vertikalen Vergleich (den Infineon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern gegenüber) grundsätzlich angemessen seien, bestünden gleichwohl Handlungsspielräume für eine Anhebung der Vergütung. Die im Herbst 2016 vorgelegten Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden im Präsidialausschuss und im Aufsichtsratsplenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vergütungsexperten - auch hinsichtlich der aufgezeigten Handlungsspielräume. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass der Marktvergleich und die Wettbewerbssituation sowie nicht zuletzt die hervorragenden Leistungen des Vorstands eine mit Augenmaß vorgenommene Anpassung der Vergütung rechtfertigen. Der Aufsichtsrat hat daher auf Empfehlung des Präsidialausschusses beschlossen, die Bezüge der Vorstandsmitglieder mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 im Fall von Herrn Dr. Ploss um 15 Prozent und im Fall der Herren Asam, Dr. Gassel und Hanebeck um jeweils 10 Prozent zu erhöhen; das Verhältnis der einzelnen Vergütungskomponenten untereinander und das Vergütungssystem als solches bleiben dabei unverändert. Der Aufsichtsrat hält damit im Ergebnis an einer Vergütungspolitik mit einem moderaten Vergütungsniveau fest. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses beschlossen, die im Rahmen der langfristig-variablen Vergütungskomponente LTI zu gewährenden Performance Shares künftig jeweils am 1. März (und nicht wie bisher am 1. Oktober) eines jeden Geschäftsjahres zuzuteilen. Hintergrund dieser eher technischen Änderung bei der Bedienung des LTI ist der auch aus administrativen Gründen wünschenswerte Gleichlauf mit der ebenfalls auf den 1. März verschobenen Zuteilung bei den Infineon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, die vor allem eine zeitliche Synchronisierung der Zuteilung der Performance Shares mit den jährlichen Personalgesprächen bezweckt. Am Ende des Berichtsjahres ist das erste Mal eine Tranche von Performance Shares fällig geworden. Da die vorgesehene Performance-Hürde erreicht wurde, war die im Jahr 2013 zugeteilte Tranche nach Ablauf der vierjährigen Haltefrist nunmehr in vollem Umfang zu erfüllen. Der Aufsichtsrat hat diesbezüglich beschlossen, den aus dieser Tranche resultierenden Anspruch der Vorstandsmitglieder nicht in Aktien, sondern in bar zu erfüllen. Auch damit wird eine Gleichbehandlung zu den Infineon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern erreicht, für die der Vorstand ebenfalls eine Barerfüllung der aktuellen Tranche beschlossen hat. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung - insbesondere zu den im Geschäftsjahr 2017 im Einzelnen gezahlten Bezügen - entnehmen Sie bitte dem ausführlichen Vergütungsbericht im Geschäftsbericht. Rechtsstreitigkeiten Der Aufsichtsrat wurde auch im Geschäftsjahr 2017 regelmäßig und ausführlich über wichtige Rechtsstreitigkeiten informiert und hat sich über diese eingehend mit dem Vorstand beraten. Hierzu zählten insbesondere der vor den europäischen Gerichten geführte Rechtsstreit gegen das von der EU-Kommission 2014 verhängte kartellrechtliche Bußgeld sowie die Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG über einen angeblichen Differenzhaftungsanspruch. Corporate Governance Entsprechenserklärung 2017 In der aktuellen Entsprechenserklärung aus dem November 2017 haben Vorstand und Aufsichtsrat erklärt, dass sämtlichen Empfehlungen entsprochen wurde und die Infineon Technologies AG ihnen auch zukünftig entsprechen wird. Alle Entsprechenserklärungen im Wortlaut finden Sie auf der Internet-Seite von Infineon. @ www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/declaration-of-compliance/ Revision und Veröffentlichung der Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat Nachdem die Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat letztmalig im Jahr 2013 angepasst wurden, hat der Aufsichtsrat diese im Berichtsjahr einer umfassenden Überprüfung unterzogen. Inhaltlich hat sich dabei aber kein grundlegender Änderungsbedarf ergeben. Der Aufsichtsrat hat daher im Wesentlichen klarstellende und redaktionelle Anpassungen beschlossen. Im Zusammenhang mit der Revision wurde zugleich entschieden, sämtliche Geschäftsordnungen auf der Internet-Seite von Infineon zu veröffentlichen. @ www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/articles-of-association/ Effizienzprüfung der Tätigkeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat überprüft jährlich die Effizienz seiner Tätigkeit. Nachdem die Prüfungen der vergangenen Jahre mittels eines internen Fragebogens durchgeführt wurden, hat sich der Aufsichtsrat im Berichtsjahr für eine Prüfung mit der Unterstützung eines externen, unabhängigen Beraters ausgesprochen. Dabei wurden von diesem auch persönliche Interviews mit allen Aufsichtsratsmitgliedern sowie dem Vorsitzenden des Vorstands und dem Finanzvorstand geführt. Die Ergebnisse der externen Effizienzprüfung sind in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 3. August 2017 eingehend erörtert worden. Die Prüfung hat ein positives Bild der Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Zusammenarbeit mit dem Vorstand ergeben. Nennenswerte Defizite konnten nicht festgestellt werden. Prüfung möglicher Interessenkonflikte Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2017 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Der DCGK verlangt vor der Übernahme von Nebentätigkeiten, insbesondere externer Aufsichtsratsmandate, durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr hat der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats zugestimmt, dass Herr Dr. Ploss ein Mandat im Präsidium des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. übernimmt sowie Herr Dr. Gassel Mandate im Board of Directors der Global Semiconductor Alliance (GSA), im Vorstand des ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. und im Kuratorium des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB. Der Aufsichtsrat wurde zudem darüber informiert, dass Herr Asam in den Aufsichtsrat der Zalando SE gewählt worden ist und dort den Vorsitz im Prüfungsausschuss übernommen hat; der Übernahme dieses Mandats hatte der Aufsichtsrat bereits im Geschäftsjahr 2016 zugestimmt. Weitere Ausführungen zur Corporate Governance finden sich im Corporate Governance Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat sowie in der Erklärung zur Unternehmensführung. Beide Dokumente sind über die Internet-Seite von Infineon öffentlich zugänglich. @ www.infineon.com/corporate-governance-bericht Zusammensetzung des Aufsichtsrats Nachdem Frau Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel im November 2016 aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ausgeschieden ist, hat die Hauptversammlung vom 16. Februar 2017 als Nachfolgerin Frau Géraldine Picaud gewählt. Das Mandat von Frau Picaud läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 beschließt. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 DCGK folgend hat der Aufsichtsrat bereits im Jahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und diesen Zielekatalog in den Folgejahren weiterentwickelt. Die genannte Empfehlung wurde in der neuen Kodexfassung vom 7. Februar 2017 nun dahingehend ergänzt, dass der Aufsichtsrat auch ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten soll. Wenngleich der bisherige Infineon-Zielekatalog aufgrund des darin enthaltenen Anforderungsprofils bereits Charakteristika eines solchen Kompetenzprofils aufwies, hat der Aufsichtsrat die Ergänzung der Kodexempfehlung zum Anlass einer umfassenden Revision des Zielekatalogs genommen. Dabei war es dem Aufsichtsrat wichtig abzubilden, dass es zum einen individuelle Anforderungen an jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied gibt, unter anderem in Bezug auf Persönlichkeit und Integrität sowie zeitliche Verfügbarkeit. Zum anderen ist aber vor allem auch sicherzustellen, dass das Gremium insgesamt über die zur bestmöglichen Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen fachlichen Fähigkeiten verfügt. Die Kompetenzen im Aufsichtsrat müssen insofern dahingehend breit angelegt sein, dass das Gremium bei seinem Handeln in der Lage ist, die Interessen aller relevanten Stakeholder wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden, Investoren und Öffentlichkeit einzubeziehen sowie den organisatorischen und technologischen Wandel aktiv zu begleiten. Den mit Wirkung zum 3. August 2017 neu gefassten Zielekatalog zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats einschließlich des darin enthaltenen Anforderungs- und Kompetenzprofils finden Sie als Teil der Erklärung zur Unternehmensführung auf der Internet-Seite von Infineon. @ www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung Ausschüsse des Aufsichtsrats Die Ausschüsse bereiten Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie Themen für die Plenumssitzungen vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat - im gesetzlich zulässigen Rahmen - bestimmte Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat aus den Sitzungen der Ausschüsse routinemäßig in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung. Nominierungs- und Vermittlungsausschuss Der Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr zu insgesamt sechs Sitzungen zusammen. Der Ausschuss befasste sich intensiv mit der Nachfolgeplanung auf Anteilseignerseite - dies zum einen bezogen auf die Nachbesetzung des infolge des Ausscheidens von Frau Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel frei gewordenen Mandats, zum anderen aber auch darüber hinaus hinsichtlich mittel- und langfristig zu besetzender Vakanzen. Dem Ausschuss ist es ein wichtiges Anliegen, auf lange Sicht weiterhin eine hochkompetente Besetzung der Anteilseignerbank sicherzustellen. Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden. Präsidialausschuss Im Berichtsjahr fanden eine ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen sowie eine schriftliche Beschlussfassung des Präsidialausschusses statt. Der Schwerpunkt der ordentlichen Sitzung lag in der Vorbereitung der Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Bemessung der variablen Vergütung des Vorstands. Hierzu gehörten insbesondere die Bestimmung der Zielerreichungsgrade für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Festlegung neuer Zielwerte für das Geschäftsjahr 2017. In den außerordentlichen Sitzungen bereitete der Präsidialausschuss die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Festlegung der Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand, zur Anpassung der Vorstandsvergütung sowie zur Verschiebung des jährlichen Zuteilungsdatums für die LTI-Performance Shares und zur Erfüllung der 2017 fällig gewordenen Performance Share-Tranche vor. Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses statt. Die Schwerpunkte der Ausschusstätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung des Halbjahresabschlusses und der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern sowie die Erörterung der Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer. Zudem prüfte der Ausschuss die Finanz- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2017 und erörterte die Verschuldungsgrenze. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss mit der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Revisionssystems, des Risikomanagementsystems und des Compliance-Management-Systems. Die Ausschussmitglieder ließen sich zudem regelmäßig vom Compliance Officer berichten. Auch wurde der Ausschuss kontinuierlich über die wesentlichen Rechtsstreitigkeiten informiert. Zu den weiteren Aktivitäten des Ausschusses gehörten die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte sowie die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer erbrachten Nichtprüfungsleistungen. Der Ausschuss bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Prüfers vor und erteilte die entsprechenden Prüfungsaufträge. Im Zusammenhang damit befasste er sich mit den diesbezüglichen Honorarvereinbarungen. Des Weiteren setzte sich der Ausschuss (ebenso wie das Aufsichtsratsplenum) mit dem Bericht der KPMG über die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung zur Einhaltung der sogenannten EMIR-Verordnung auseinander, die unter anderem Unternehmen wie Infineon bestimmte Pflichten im Derivate-Management auferlegt. Schließlich befasste sich der Ausschuss auch mit dem Bedrohungspotenzial durch Cyberkriminalität und den von Infineon in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses teil und berichtete dort ausführlich über seine Prüfungstätigkeit. Strategie- und Technologieausschuss Der Strategie- und Technologieausschuss des Aufsichtsrats kam im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen. Er ließ sich ausführlich zu Aktivitäten im Sales- & Marketingbereich und zur Fertigungsstrategie berichten. Der Ausschuss beschäftigte sich zudem intensiv mit der geplanten, später nicht umgesetzten Akquisition der Geschäftseinheit Wolfspeed des US-Halbleiterherstellers Cree und weiteren M&A-Aktivitäten, einschließlich strategischer Investitionen im Venture-Capital-Bereich. Jahres- und Konzernabschluss Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2017 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Zudem wurde der Halbjahresabschluss einer prüferischen Durchsicht unterzogen. In der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses vom 9. November 2017 wurde mit dem Abschlussprüfer intensiv über den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und die Gewinnverwendung sowie die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers diskutiert. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, die Abschlüsse nach deren Aufstellung durch den Vorstand zu billigen und die beabsichtigte Gewinnverwendung mitzutragen. In der Sitzung des Aufsichtsrats vom 21. November 2017 lagen dem Aufsichtsrat der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die schriftlichen Berichte der KPMG über die Prüfung vor. Der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläuterte in dieser Sitzung ausführlich die entsprechenden Empfehlungen des Ausschusses. Zudem wurden alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen, einschließlich der sogenannten Key Audit Matters, mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert und vom Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfung umfasste auch die beabsichtigte Ausschüttung einer Dividende von €0,25 je dividendenberechtigte Aktie. Der Aufsichtsrat ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer zu erheben sind. Der zusammengefasste Lagebericht entspricht nach der Überzeugung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen; der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen im Lagebericht zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss des Infineon-Konzerns gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands angeschlossen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Infineon für ihren großartigen Einsatz und die erneut herausragenden Leistungen im Geschäftsjahr 2017. Neubiberg, im November 2017 Für den Aufsichtsrat Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusammengefasster Lagebericht Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe ("Infineon" oder "Unternehmen"), bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch "die Gesellschaft") und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 wurden einzelne kleine Produktgruppen anderen Segmenten zugeordnet. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst. Unser Konzern Finanzen und Strategie Das Geschäftsjahr 2017 ― Umsatzerlöse in einem freundlichen Marktumfeld um 9 Prozent gesteigert; Segmentergebnis-Marge von 17,1 Prozent erzielt ― Positive Geschäftsentwicklung ermöglicht weitere Erhöhung der Dividende Umsatzanstieg übertrifft ursprüngliche Prognose; angehobenes Margenziel über den Zyklus bereits im Geschäftsjahr 2017 erreicht Im Geschäftsjahr 2017 erzielte Infineon einen Umsatz von €7.063 Millionen, das entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €6.473 Millionen und übertrifft damit den zu Beginn des Geschäftsjahres prognostizierten Anstieg von 6 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte und liegt innerhalb der am 24. März 2017 erhöhten Jahresprognose für das Umsatzwachstum von 8 bis 11 Prozent (siehe Kapitel "Prognosebericht"). Vor allem die starke Nachfrage nach Halbleitern in den Bereichen Automobil, Industrie und Stromversorgungen führte zum Umsatzwachstum. Unser umsatzstärkstes Segment Automotive trug mit 56 Prozent mehr als die Hälfte zum Umsatzwachstum von €590 Millionen bei (siehe Kapitel "Die Segmente"). China ist für Infineon seit mehreren Jahren der wichtigste Absatzmarkt. Das Land steht mit €1.735 Millionen für einen Umsatzanteil von 25 Prozent (Vorjahr: 24 Prozent). Darauf folgen Deutschland mit €1.094 Millionen Umsatz und einem Anteil von 15 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent), die USA mit €714 Millionen und einem Anteil von 10 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent) sowie Japan mit €463 Millionen und einem Anteil von 7 Prozent (Vorjahr: 6 Prozent). Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2017 €1.208 Millionen; ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €982 Millionen. Unser zu Beginn des Geschäftsjahres 2017 angehobenes Margenziel von durchschnittlich 17 Prozent über den Zyklus wurde mit einer Segmentergebnis-Marge von 17,1 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent) bereits im Jahr der Bekanntgabe erreicht. Die Segmentergebnis-Marge lag damit über dem zu Beginn des Geschäftsjahres prognostizierten Wert in Höhe von 16 Prozent im Mittelpunkt der Umsatzprognose und innerhalb der am 24. März 2017 erhöhten Jahresprognose für die Segmentergebnis-Marge in Höhe von 17 Prozent im Mittelpunkt der Umsatzprognose (siehe Kapitel "Prognosebericht"). Verbesserung wesentlicher Konzernkennzahlen Der Konzernjahresüberschuss erhöhte sich bedingt durch den positiven Segmentergebnisbeitrag aufgrund des Umsatzanstiegs bei jedoch gegenläufig höheren Ertragsteueraufwendungen auf €790 Millionen (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Das entspricht einem Anstieg um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €743 Millionen. Das daraus resultierende Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2017 €0,70 (verwässert und unverwässert) und lag damit um 6 Prozent über dem Vorjahreswert von €0,66 (verwässert und unverwässert). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte im Berichtszeitraum von €0,76 auf €0,85 verbessert werden (hinsichtlich Details zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf €594 Millionen, was einem Anstieg um €104 Millionen beziehungsweise 21 Prozent gegenüber €490 Millionen im Geschäftsjahr 2016 entspricht. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit überstieg dabei mit €1.728 Millionen (Vorjahr: €1.313 Millionen) die im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von €1.022 Millionen (Vorjahr: €826 Millionen) sowie die Auszahlungen für den Erwerb von 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo"), der Eigentümerin des Bürokomplexes und Infineon-Hauptsitzes Campeon (Neubiberg). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) lag im Geschäftsjahr 2017 bei 14,9 Prozent gegenüber 15,0 Prozent im Vorjahr. Bei einem Anstieg des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €799 Millionen auf €847 Millionen ist der Rückgang des RoCE um 0,1 Prozentpunkte auf einen Anstieg des eingesetzten Kapitals von €5.334 Millionen im Vorjahr auf €5.695 Millionen zurückzuführen (hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage"). Die Brutto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") betrug am 30. September 2017 €2.452 Millionen, was einem Anstieg um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €2.240 Millionen entspricht. Der bereits erläuterte Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten von €594 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €248 Millionen für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Rückzahlung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €119 Millionen. Die Netto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2017 bei €618 Millionen (30. September 2016: €471 Millionen). Erhöhung der Dividende um 14 Prozent geplant Unsere Dividendenpolitik setzt darauf, einerseits unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen und andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse zumindest eine konstante Dividende auszuschütten. Für das Geschäftsjahr 2017 soll der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Februar 2018 aufgrund der guten Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gegenüber dem Vorjahr um 3 Cent oder 14 Prozent höhere Dividende von €0,25 je Aktie vorgeschlagen werden. Entwicklung der Halbleiterindustrie Der weltweite Halbleiterumsatz betrug im Geschäftsjahr 2017 €353,964 Milliarden (Quelle: Halbleiterbranchenverband WSTS). Dies entspricht einem Anstieg um 19,6 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums von €296,080 Milliarden. Das hohe Wachstum ist hauptsächlich auf den starken Preisanstieg der Produktkategorie Speicher zurückzuführen. Diese Produktkategorie - hierzu zählen im Wesentlichen DRAM- und Flash-Speicherprodukte - wuchs um 55,4 Prozent und repräsentierte mit €99,667 Milliarden rund 28 Prozent des gesamten Halbleitermarktes. Infineon hat im gleichen Zeitraum seinen Umsatz um 9,1 Prozent gesteigert. Der Halbleitermarkt ist stark fragmentiert. Nur die beiden größten Wettbewerber hatten im Kalenderjahr 2016 einen Marktanteil von mehr als 5 Prozent (Quelle: Marktforschungsunternehmen IHS Markit). Intel kam bei einer Marktgröße von US$352,531 Milliarden mit einem Umsatz von US$54,980 Milliarden auf 15,6 Prozent, und Samsung erreichte mit einem Umsatz von US$40,389 Milliarden einen Anteil von 11,5 Prozent. Alle anderen Wettbewerber haben jeweils einen Marktanteil von weniger als 5 Prozent. Infineon steht mit einem Umsatz von US$7,197 Milliarden und einem Marktanteil von 2,0 Prozent auf Position 11. Intel ist führend im Bereich Prozessoren, Samsung ist führend im Bereich Speicher. In beiden Produktkategorien ist Infineon nicht tätig. Somit stehen die beiden Unternehmen bei diesen Produktkategorien nicht im direkten Wettbewerb zu Infineon. Von den 20 größten Halbleiterfirmen stehen folgende Firmen im Wettbewerb zu Infineon: Samsung (nur bei Chipkarten-ICs; dieser Umsatz beträgt lediglich rund 1 Prozent des Umsatzes von Samsung), Texas Instruments, Toshiba, NXP, STMicroelectronics, Renesas und ON Semiconductor. Die 20 größten Unternehmen repräsentierten 70,7 Prozent des globalen Umsatzes. Die verbleibenden 29,3 Prozent verteilten sich auf über 1.500 weitere Halbleiterunternehmen. Die Halbleiterbranche ist also sehr stark fragmentiert, jedoch ist in einzelnen Produktkategorien eine weitere Konsolidierung zu erwarten. So ist zum Beispiel durch die Übernahme von Fairchild durch ON Semiconductor am 19. September 2016 im Bereich Leistungshalbleiter hinter Infineon eine neue Nummer zwei entstanden. Bezüglich des regionalen Absatzes von Halbleitern spielt China seit Jahren die dominierende Rolle. 43 Prozent (Vorjahr: 42 Prozent) aller Halbleiter wurden im Kalenderjahr 2016 dort verbaut. In China spielen die Auftragsfertiger - in der Branche auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt - eine besondere Rolle. Diese Firmen fertigen Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber. Das Geschäftsmodell spielt vor allem bei Gebrauchsgütern sowie bei Produkten der Informations- und Telekommunikationsindustrie wie Servern, PCs, Notebooks und Mobiltelefonen eine bedeutende Rolle. Ein Großteil der in China verbauten Halbleiter wird als Teil des Endprodukts wieder exportiert. Konzernstrategie Das Ziel von Infineon ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf Märkte, in denen wir mit unseren Kernkompetenzen langfristig erfolgreich sein können, und streben dort nach der Führungsposition. Im Bestreben, unseren Kunden immer die beste Lösung am Markt zu bieten, erreichen wir dreierlei: Wir steigern kontinuierlich den Unternehmenswert für unsere Aktionäre, bieten unseren Mitarbeitern sichere und attraktive Arbeitsplätze und tragen außerdem dazu bei, das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher zu machen. Infineon adressiert heute die beiden am schnellsten wachsenden Segmente des Halbleitermarktes: Automobilhalbleiter sollen laut Marktforschern bis 2021 jedes Jahr mit durchschnittlich 8,2 Prozent wachsen, Industrie-Leistungshalbleiter mit 6,8 Prozent. Die Nachfrage in diesen Segmenten wird von langfristigen, globalen Megatrends getrieben. Grundlagen der Strategie Globale Megatrends treiben Kerngeschäft Laut den Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2030 um eine Milliarde Menschen auf dann 8,6 Milliarden anwachsen. Gleichzeitig werden fossile Brennstoffe knapper und bisherige Konzepte - etwa für Verkehr, Industrie und Kommunikation - stoßen an ihre Grenzen. Mikroelektronik leistet einen entscheidenden Beitrag, um die immer zahlreicheren Menschen mit Energie zu versorgen, ihnen einen höheren Lebensstandard zu ermöglichen und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. "Mehr aus weniger" lautet die Maxime. Konvergenz von realer und digitaler Welt bietet Chancen Halbleiter machen erneuerbare Energiequellen überhaupt erst nutzbar. Sie reduzieren den Strombedarf elektrisch betriebener Geräte und ermöglichen Systeme, mit denen Verkehrsmittel sauberer, sicherer und intelligenter werden. Darüber hinaus bildet die Technologie das Fundament der modernen Kommunikation und Datentechnik. Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit sind daher ohne Halbleiter nicht denkbar. Das gilt umso mehr, je stärker die reale und die digitale Welt miteinander verschmelzen und dadurch neue Potenziale entstehen lassen. Mit der Digitalisierung steigt die Produktivität industrieller Fertigungsprozesse. Diese Entwicklung, auch Industrie 4.0 genannt, geht weit über die Automatisierung hinaus. Die Landwirtschaft erzielt zum Beispiel dank Digitalisierung mit umweltschonenderen Verfahren höhere Erträge. Und auch dem Endverbraucher eröffnet der digitale Wandel neue Möglichkeiten. Grundvoraussetzung ist, dass der Austausch von Daten vor Missbrauch geschützt und damit die Akzeptanz der zunehmenden Vernetzung gewährleistet ist. Infineon profitiert von diesen Trends, weil sie langfristig die Nachfrage in unseren Zielmärkten stimulieren. Drei Säulen der Strategie: Fokus, Technologieführerschaft und Systemverständnis Infineon setzt nicht nur auf die richtigen Wachstumstreiber, sondern verfügt auch über die Kompetenzen und das strategische Konzept, um von ihnen zu profitieren. Unsere Strategie basiert auf drei Säulen. Erstens fokussieren wir uns auf jene Märkte, in denen wir eine führende Position einnehmen beziehungsweise erreichen können: Automobil, Stromversorgungen, Leistungselektronik für die Industrie, Hochfrequenztechnik und Sicherheit. Die Basis für die führenden Positionen schaffen wir zum Zweiten durch Fertigungskompetenz sowie mit umfassendem Technologie-, Produkt- und Applikations-Know-how, das wir regelmäßig um neue Anwendungsfelder und innerhalb der bestehenden Einsatzgebiete erweitern. Die dritte Säule bildet unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System". Auf der Basis tief greifenden Systemverständnisses wollen wir dem Kunden Lösungen bieten, die ihn erfolgreicher machen und die für Infineon das Umsatz- und Ergebnispotenzial erhöhen. Unser Anspruch ist dabei, mit unserem Wissen Innovationen zu schaffen, die die Märkte verändern und uns dadurch langfristig deutlich vom Wettbewerb unterscheiden. Das Konzept lässt sich an vielen Beispielen verdeutlichen: In der Automobilindustrie treiben die sinkenden Grenzwerte für CO2 und NOx die Entwicklung des Elektroantriebs voran. Unterdessen verhilft das Streben nach mehr Verkehrssicherheit und höherem Fahrkomfort radarbasierten Assistenzsystemen zum Durchbruch. Beides führt zu einer höheren Nachfrage nach Halbleitern pro Fahrzeug. Im Industriebereich werden beispielsweise Stromversorgungen aller Art durch unsere Leistungshalbleiter effizienter und kompakter: Neue Materialien wie Siliziumkarbid (SiC) erlauben beispielsweise das Design von Umrichtern für Fotovoltaikanlagen, die im Vergleich zu bisherigen Modellen deutlich kleiner und leichter sind, was die Montage im Gelände vereinfacht. Und obwohl der Wert der darin verbauten Halbleiter steigt, sind sie mehr als 10 Prozent günstiger in der Herstellung. Sensortechnologien ermöglichen neue Anwendungsfelder wie die sogenannte Augmented Reality in Smartphones oder die intuitive Bedienung von Geräten durch Gestensteuerung. Und schließlich sorgen Sicherheitscontroller in einer zunehmend vernetzten Welt für Schutz beim Datenaustausch. Infineon hat seine traditionellen Kernkompetenzen im Bereich der Leistungshalbleiter, hardwarebasierter Sicherheit, Hochfrequenztechnologie und Embedded Control stetig weiterentwickelt, vertieft und um Expertise in angrenzenden Gebieten wie der Sensorik ergänzt. Für jedes Anwendungsfeld nutzen wir das Know-how des gesamten Konzernverbunds, inklusive unserer führenden Eigenfertigung. Heute sind wir die klare Nummer eins bei Leistungshalbleitern, der Marktführer bei Sicherheitslösungen sowie führender Anbieter von Systemlösungen für Automobilelektronik. Akquisitionen ergänzen organisches Wachstum Unser organisches Wachstum ergänzen wir durch gezielte Akquisitionen. Diese müssen drei Kriterien erfüllen: strategisch sinnvoll, finanziell vernünftig und kulturell passend. Ein Zukauf muss also entsprechend der strategischen Ausrichtung die Marktposition von Infineon stärken und unser Kompetenzspektrum sinnvoll ergänzen. Das akquirierte Geschäft muss unser Ergebnis steigern, zu unserem Margenziel von durchschnittlich 17 Prozent über den Zyklus beitragen sowie mindestens die Kapitalkosten verdienen. Und schließlich soll auch die Unternehmenskultur eines möglichen Akquisitionsziels zu der von Infineon passen oder sie sogar um wertvolle Elemente ergänzen. Erfolgsfaktoren der Strategie In den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen. Wir haben uns auf Kernkompetenzen fokussiert, die angesichts globaler Megatrends heute gefragter sind denn je. Die hierfür nötige technische Expertise haben wir über viele Jahre aufgebaut und systematisch erweitert. Und weil gute Ideen erst durch ihren Markterfolg zur Innovation werden, haben wir auch die passenden Konzepte entwickelt, um unsere Strategie wertschaffend umzusetzen. Im Zentrum steht unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System", durch den wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg des Kunden ausrichten. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: durch eine fest verankerte Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, differenzierende Eigenfertigung und ein auf die verschiedenen Märkte zugeschnittenes Vorgehen. Wir sind dadurch in der Lage, unseren Kunden führende Produkte, höchste Qualität und Liefersicherheit zu bieten und so das Ziel zu erreichen, profitabel und schneller als der Markt zu wachsen. Der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" prägt unser Handeln Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" geht, wie oben bereits skizziert, deutlich über das Denken in Technologien und Produkten hinaus. Wir wollen verstehen, was die Märkte fordern und wie sie sich verändern. Nur dann können wir auch verstehen, wie wir die Märkte verändern können. Wir betrachten daher nicht nur die direkten Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte und Lösungen, sondern ebenso die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und die Entwicklung der Endmärkte. Wir wollen frühzeitig erkennen, wenn sich die Basis unseres Geschäfts verändert. Nur dann können wir rechtzeitig entsprechend reagieren, nachhaltige Differenzierung in Wachstumsapplikationen sicherstellen und das Ergebnis steigern. Damit das gelingt, müssen wir verstehen, in welchem Umfeld die Produkte unserer Kunden eingesetzt werden, wie sie in größere Systeme eingebettet sind, mit welchen anderen Geräten sie interagieren, welche Anforderungen an sie gestellt werden und welche Funktion sie erbringen sollen. Und wir müssen berücksichtigen, welche aktiven und passiven Komponenten sie verwenden, ob Software zum Einsatz kommt und welche Fähigkeiten unsere Kunden im Wertschöpfungsprozess einbringen. Mit diesem Wissen können wir unsere Kompetenz noch besser ausspielen: Wir übersetzen das technologisch Mögliche in ein marktfähiges Produkt, welches den größtmöglichen Nutzen für unseren Kunden stiftet. An drei bereits erwähnten Beispielen lässt sich verdeutlichen, was wir damit meinen: Sensorsysteme erfassen nicht nur Umgebungsinformationen, sondern interpretieren und verarbeiten die gewonnenen Daten, um eine bestimmte Aktion zu initiieren. Digitale Regelung ermöglicht bei Stromversorgungen einen hohen Wirkungsgrad sowohl bei niedriger als auch bei hoher Belastung. Sicherheitscontroller müssen erlaubte Zugriffe von unerlaubten unterscheiden können. All das erfordert neben den Hardware-Komponenten auch mehr oder weniger umfangreiche Software. Systemverständnis bedeutet deshalb zu einem gewissen Teil auch: Software-Verständnis. Technologiekompetenz ist seit jeher die Grundlage unseres Geschäftsmodells, und zwar in Form von diskreten Bauelementen, integrierten Lösungen oder Produkten, die sowohl analoge als auch digitale Funktionalität bieten (sogenannte Mixed-Signal-Komponenten). Unser breites Portfolio reicht von Einzelkomponenten bis hin zu Lösungen mit hardwarenaher Software. Dadurch sind wir in der Lage, Kunden mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zielgerichtet zu unterstützen. So gibt es nach wie vor Abnehmer, die sich durch ihre eigene Software vom Wettbewerb differenzieren und die von uns die erforderliche Hardware beziehen. Einen Schritt weiter gehen wir bei Automotive-Mikrocontrollern oder Sicherheitscontrollern, die wir mit spezieller Firmware liefern. Diese ermöglicht gewissermaßen die Grundfunktionalität der Hardware und ist nicht veränderbar. Weiter reichende Funktionen können schließlich durch zusätzlichen Programmcode realisiert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir zum Beispiel die zweite Generation unserer digitalen Motorsteuerungsplattform iMOTION™ auf den Markt gebracht. Sie wurde für den Einsatz in Haushaltsgroßgeräten entwickelt und umfasst standardmäßig ein Entwicklungskit, das den Prioritäten unserer Kunden in diesem Markt Rechnung trägt: niedrigere Systemkosten, geringer Entwicklungsaufwand, kurze Entwicklungszeiten und hohe Zuverlässigkeit. Der iMOTION™-Baustein enthält bereits alle Algorithmen für die Ansteuerung eines Elektromotors, es müssen nur wenige anwendungsspezifische Parameter festgelegt werden, um die Programmierung abzuschließen. Weil wir in Systemen denken, können wir all diese unterschiedlichen Herangehensweisen unterstützen. Nicht immer ist es die vollumfängliche Lösung, die den größten Mehrwert für den Kunden schafft. Mitunter genügen Standardkomponenten. Dennoch entsteht aus dem Systemverständnis ein Wettbewerbsvorteil, weil es uns zu einer fundierten Beratung befähigt und weil wir durch dieses Wissen bessere Produkte entwickeln. In diesem Kontext ist auch unsere Minderheitsbeteiligung an dem britischen Unternehmen XMOS Limited (Bristol) zu sehen. Bereits im Frühjahr haben wir auf dem Mobile World Congress in Barcelona (Spanien) eine gemeinsame Lösung vorgestellt. Das Zusammenspiel von Radarsensoren und Silizium-Mikrofonen von Infineon mit einem Audioprozessor und Spracherkennungsalgorithmen von XMOS ermöglicht selbst bei größeren Gruppen die Fokussierung auf einzelne Personen und somit eine zuverlässige Sprachsteuerung. Durch unsere nun getätigte Investition vertiefen wir die Partnerschaft und entwickeln ein noch besseres Verständnis für das Zusammenspiel zwischen Hardware und Algorithmen. Wir sind damit hervorragend positioniert, um am Wachstum sprachgesteuerter Geräte zu partizipieren. Die Interaktion von Menschen und Maschinen wird sich weg von der Tastatur entwickeln und hin zu natürlicheren Arten der Kommunikation - Sprache, Gestik, Mimik. Sprachsteuerung wird damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Internet der Dinge. Der Gedanke "Vom Produkt zum System" spielt auch eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung und Einführung neuer Technologien, wie zum Beispiel bei den neuen Halbleitermaterialien Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Typischerweise sind diese Komponenten teurer als siliziumbasierte Produkte, eröffnen aber dank neuer Systemarchitekturen viele Dimensionen an zusätzlichem Kundennutzen wie zum Beispiel eine kleinere Baugröße, einen höheren Wirkungsgrad und auch geringere Systemkosten. Die Realisierung dieser Vorteile geht einher mit einem höheren Forschungs- und Entwicklungsaufwand für unsere Kunden. Um die Einführung solcher neuen Technologien zu unterstützen, arbeiten wir deshalb einerseits eng mit innovationsstarken Kunden zusammen und erleichtern andererseits weniger technologieorientierten Kunden den Umstieg durch passende Lösungen. Technologieführerschaft erzeugt Mehrwert für Kunden Kunden entscheiden sich für Infineon, weil wir für höchste Qualität, Zuverlässigkeit und technologischen Vorsprung stehen. Unsere Ingenieure antizipieren bereits viele Herausforderungen, noch bevor unsere Kunden davon betroffen sind. Wir erfüllen die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie, erzielen die höchsten Wirkungsgrade beim Schalten von Strom und liefern Lösungen für die herausforderndsten Sicherheitsprojekte der Welt. Außerdem sind wir in der Lage, dieses spezifische Know-how im gesamten Konzernverbund zu nutzen. So basieren beispielsweise unsere barometrischen Drucksensoren, die unter anderem in Mobilgeräten die Indoor-Navigation ermöglichen, auf derselben Technologie wie jene, die im Auto zur Ermittlung des optimalen Benzin-Luft-Gemischs eingesetzt werden. Und jenseits von Bezahlkarten und hoheitlichen Dokumenten ist auch unsere Sicherheitsexpertise in Zeiten des Internet der Dinge gefragter denn je: Kunden in diesem Bereich konzentrieren sich auf das optimale Zusammenspiel der vernetzten Geräte und wollen das Leistungsmerkmal "Sicherheit" als einfach zu implementierende Komplettlösung zukaufen. Infineon hat diesen Trend früh erkannt und bietet neben entsprechenden Controllern und Software auch das umfangreiche Know-how des Infineon Security Partner Network. Die Netzwerkpartner entwickeln Sicherheitslösungen, die auf die Bedürfnisse einzelner Branchen und Märkte zugeschnitten sind. Das Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von Beratung und Design bis zu Systemintegration und Servicemanagement. Darüber hinaus bauen wir systematisch zusätzliche Kompetenzen auf - zum Beispiel, wenn sich die Anforderungen unserer Märkte verändern, aber auch wenn wir in einem neuen Geschäftsfeld langfristiges Wachstumspotenzial sehen. So haben wir als Marktführer frühzeitig an neuen Materialien für Leistungshalbleiter geforscht. Insbesondere SiC und GaN eignen sich gut für den Einsatz in der Leistungselektronik. Außerdem werden wir in Zukunft unsere Kompetenz bei der Ansteuerung von Leistungshalbleitern weiter stärken und unser Produktportfolio erweitern. Als Nummer eins bei MOSFETs und IGBTs sehen wir interessante Möglichkeiten, um in diesem angrenzenden Bereich stärker als bisher zu wachsen. Auf dem Gebiet der Sensorik haben wir andererseits vor einiger Zeit bewusst neues Terrain betreten - im Wissen, dass die Erfassung von Umgebungsdaten in unseren Zielmärkten massiv an Bedeutung gewinnen wird. Heute haben wir ein umfassendes Portfolio an Sensoren für diverse Systeme im Auto, für mobile Endgeräte, Unterhaltungselektronik und das Internet der Dinge. Das Beispiel der Silizium-Mikrofone zeigt, dass wir flexibel agieren und uns auf Markterfordernisse einstellen: Mit führender MEMS-Technologie haben wir unseren Marktanteil in den vergangenen zehn Jahren auf aktuell 33,5 Prozent gesteigert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir dann erstmals ein Mikrofon in unserem eigenen Gehäuse auf den Markt gebracht und schließlich mit der bereits erwähnten Minderheitsbeteiligung an XMOS einen ersten Schritt unternommen, um unsere Software-Kompetenz im Bereich der Sprachsteuerung zu stärken. Innovation ermöglicht Differenzierung Innovation ist einer der grundlegenden Erfolgsfaktoren in der Halbleiterindustrie und ermöglicht uns Differenzierung vom Wettbewerb. In der Vergangenheit hat Infineon immer wieder gezeigt, dass wir durch Technologie- und Produktinnovation schneller als der Markt wachsen und die Profitabilität steigern können. Doch die Herausforderungen wachsen: Der Wettbewerb wird intensiver. Es bedarf eines immer breiteren Technologieportfolios, um in unseren Märkten in allen Applikationen wettbewerbsfähig zu sein. Auch nimmt der Entwicklungsaufwand mit jedem weiteren Schritt überproportional zu, denn die Technologien nähern sich sukzessive den physikalischen Grenzen. Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung von Skaleneffekten und den Zusammenhang zwischen Technologieführerschaft und Größe. Bisherige Erfolgskonzepte greifen unter diesen Bedingungen zu kurz und müssen entweder erweitert oder durch neue ersetzt werden. Innovation und Systemdenken ergänzen sich daher ideal. Wir überlegen uns, welches die Schlüsselfaktoren sind und wie wir mehrere innovative, manchmal auch scheinbar nur kleinere Schritte zu einem größeren Ganzen zusammenfügen, das dann wiederum einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen liefert. Und so umfasst unser Innovationsanspruch heute alle Bereiche unseres Unternehmens: Logistik, Fertigungstechnik, Technologie, Produkte, Systemlösungen und Zusammenarbeit mit Kunden. Je nach Markterfordernis setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte. Innerhalb des Konzerns agieren einige Einheiten wie Start-ups, andere verwenden einen umfassenden Ansatz, um neues Differenzierungspotenzial zu erschließen. Natürlich nutzen sie dabei das gesamte Spektrum der Möglichkeiten und Kompetenzen, die Infineon bietet. Möglich wird das durch eine ausgeprägte Kultur der Zusammenarbeit, die für uns ein nachhaltig differenzierendes Element darstellt. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir zum Beispiel erstmals Umsatz mit unserem CoolSiC™-MOSFET erzielt. Seine Markteinführung ist das Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, deren Früchte wir nun zu ernten beginnen. Zu den ersten Kunden gehören Hersteller von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Darüber hinaus werden CoolSiC™-Module bald in europäischen Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen und 15 Automobilhersteller und -zulieferer evaluieren das Produkt im Hinblick auf künftige Fahrzeugplattformen. Damit ist die SiC-Technologie ein Musterbeispiel für den strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System": Mit dem Umstieg auf SiC generieren wir einen höheren Wert für den Kunden und für Infineon. Die Systemkosten für die Herstellung von Fotovoltaik-Wechselrichtern sinken, die kleineren und leichteren Geräte lassen sich einfacher installieren und der Wert der verbauten Halbleiter steigt deutlich. Außerdem stärken wir mit dieser Technologie unsere Position gleich in mehreren Endmärkten. Eigenfertigung bietet strategischen Vorteil All unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Mehrwert für den Kunden und Differenzierungspotenzial für uns zu schaffen. Das gilt auch für die Fertigung. Wir fertigen jene Produkte selbst, bei denen wir uns im Markt vom Wettbewerb abheben können. Bei Standardtechnologien arbeiten wir hingegen vornehmlich mit Auftragsfertigern zusammen. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller und Chipkarten-ICs. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung. In vielen Anwendungsfeldern, etwa bei Leistungselektronik und Sensorik, verschaffen uns unsere anspruchsvolle Fertigungstechnik und unser Prozess-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir dadurch differenzierende Komponenten anbieten können. So haben wir vor einigen Jahren als erstes Unternehmen weltweit hochintegrierte Radarsensor-ICs für den Frequenzbereich von 77 Gigahertz entwickelt, die auf der neuartigen Siliziumgermanium-Technologie basieren. Das senkt die Kosten für Radarsysteme, die deshalb zunehmend auch in Fahrzeugen unterhalb der Premiumklasse eingesetzt werden und den Straßenverkehr sicherer machen. Wesentliche Aspekte bei der Ausrichtung unserer Fertigungslandschaft sind neben Innovationskraft auch Lieferfähigkeit, Qualität und Kosten. Innovation von Fertigungsprozessen findet schwerpunktmäßig in Europa statt. Unsere asiatischen Standorte haben den Fokus auf Effizienz und sollen das weitere Wachstum abdecken. So haben wir im vorigen Geschäftsjahr in Kulim (Malaysia) erfolgreich eine weitere Fertigungshalle eröffnet. Damit stellen wir auch unsere Lieferfähigkeit sicher, die besonders für unsere Automobilkunden ein wichtiger Aspekt ist. So sind wir auch gut für den weiteren Ausbau der Elektromobilität vorbereitet, der einen ebenfalls wachsenden Bedarf an Leistungshalbleitern bedeutet. Ein weiterer erfolgreicher Schritt bei der Fertigungstechnik ist die Einführung eines größeren Scheibendurchmessers für die Fertigung von Leistungshalbleitern. Die Nutzung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie bringt deutliche Vorteile bei Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz. Bis zum Ende des Kalenderjahres 2017 werden wir bis zu 30 Prozent der verfügbaren Reinraumfläche in Dresden (Deutschland) mit Anlagen ausstatten. Dann erwarten wir, dass der Produktivitätsvorteil zu greifen beginnt und die Kosten pro Chip der 300-Millimeter-Fertigung unter das Niveau unserer 200-Millimeter-Fertigungen fallen werden. Von den geringeren Investitionen je produzierten Chip profitieren wir schon heute. Flexible Vermarktungsansätze ermöglichen Anpassung an sich schnell verändernde Märkte Um mehr Kunden zu erreichen, werden wir in Zukunft noch flexibler vorgehen und neue Ansätze entwickeln. Infineon ist in der Vergangenheit durch eine enge Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden gewachsen. Mit diesen haben wir erfolgreich Produkte definiert und den Markt dafür dann in der Breite erschlossen. Eine Vielzahl kleinerer Kunden erreichen wir über Distributoren. Das große Potenzial des Distributionskanals werden wir noch stärker mit standardisierten und gleichzeitig flexiblen Produkten für den Breitenmarkt ausschöpfen. Hier sind wir in den letzten Jahren bereits gut vorangekommen, weil wir auf kurzfristige Lieferfähigkeit, kontinuierliche, pragmatische Anpassung des Produktportfolios und eine enge Zusammenarbeit mit den Distributoren gesetzt haben. Mit der Digitalisierung und dem Internet der Dinge entstehen neue Geschäftsmodelle. Vom Thermostat bis hin zum Auto sind heute immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden und gewinnen dadurch neue Funktionen hinzu. Die Hersteller konzentrieren sich in der Regel darauf, die Geräte durch die bestmögliche Erfassung und Verarbeitung von Daten "smart" zu machen. Mit der zugrunde liegenden Halbleitertechnologie können und wollen sie sich nicht beschäftigen. Für diese Anbieter wollen wir unsere Produkte und Lösungen einfacher verfügbar machen, etwa durch optimierte Produktkombinationen und Hilfestellung in Form von Referenzdesigns. Gerade hier können wir mit Systemverständnis punkten. Gleichzeitig bringen wir uns in Netzwerken aus Distributoren, Entwicklungsdienstleistern und Fertigungsdienstleistern ein. Diese Netzwerke ermöglichen es kleineren Firmen und auch Start-ups, Elektronik für neue Funktionen oder neue Endgeräte im Verbund zu entwickeln und herzustellen und damit das Internet der Dinge Realität werden zu lassen. Mit diesem breiten Vertriebsansatz wollen wir den Umsatz mit vorhandenen Technologien maximieren und auch hier die Rendite unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung steigern. Digitale Transformation Die Digitalisierung ist in vollem Gange und verändert die Art und Weise, wie wir entwickeln, fertigen und mit den Märkten interagieren. Schon heute setzen wir erfolgreich das Konzept von Industrie 4.0 um: Automatisierung wird verknüpft mit der Nutzung von Big-Data-Methoden in der Fertigung. Der Computer erkennt durch die Auswertung der Daten über mehr als 1.000 Fertigungsschritte hinweg untypische Abweichungen und weist auf mögliche Ursachen hin. Das hilft uns, die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie auch in der Zukunft zu erfüllen. Denn die Anforderungen werden mit dem Schritt zum autonomen Fahren und der entsprechend notwendigen Zuverlässigkeit der Systeme nochmals steigen. Aber nicht nur in der Fertigung werden wir neue Methoden anwenden, auch bei Forschung und Entwicklung, Planung, Logistik oder in der Zusammenarbeit mit dem Kunden wird sich unsere Arbeitsweise ändern. In der Entwicklung, in der wir schon heute sehr umfangreich computergestützte Methoden nutzen, wollen wir zum Beispiel das Lernen und den Aufbau von Wissen beschleunigen. Damit wird es uns gelingen, unseren technologischen Vorsprung trotz wachsender Herausforderungen zu halten und die Komplexität, die das Denken in Systemen mit sich bringt, erfolgreich zu meistern. Die Digitalisierung gewinnt jedoch auch an Bedeutung im Hinblick auf die Produkte, Lösungen und Services, die wir unseren Kunden bieten. So wird sich die Interaktion zwischen Menschen, Maschinen und Computern ändern. Sprache, Gesten und Mimik werden wichtiger. Das sogenannte "Deep Machine Learning" (tief gehendes, maschinelles Lernen) und neuronale Netze sind dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor und erfordern neue Kompetenzen und Methoden. Wir sind bereits mit einzelnen Pilotprojekten erfolgreich und werden unsere Strategie in den nächsten Jahren dahingehend weiterentwickeln. Aber nicht nur die Technik wird sich ändern, auch die Art und Weise, wie wir über bestehende Organisationsformen hinaus optimale Lösungen entwickeln. Das erfordert flexible Vorgehensweisen und Organisationsformen. Hier zahlt es sich aus, dass wir in den letzten Jahren unsere Kultur weiterentwickelt und entsprechende Kompetenzen aufgebaut haben. Schon heute arbeiten Teams aus verschiedenen Organisationseinheiten zusammen, indem sie losgelöst von gewohnten Zuständigkeiten Verantwortung übernehmen oder abgeben - immer mit Blick auf das übergeordnete Ziel. Finanzziele unterstreichen unseren Wachstumsanspruch Infineon ist heute hervorragend aufgestellt. Wir sind in den weiterhin am stärksten wachsenden Märkten aktiv und profitieren von langfristigen Megatrends. Mit den Investitionen der letzten Jahre haben wir ein solides Fundament gelegt, um Größen- und Verbundvorteile zu realisieren und unsere Profitabilität zu steigern. Als klare Nummer eins bei Leistungshalbleitern und als führender Anbieter von Systemlösungen für Automobilelektronik sowie von Sicherheitslösungen erzielen wir Skaleneffekte und können investieren, um die Technologieführerschaft zu halten oder auszubauen. Unsere Strategie ist auf nachhaltig profitables Wachstum ausgelegt. Entsprechend ehrgeizig sind die Ziele, die wir uns gesteckt haben. Sie unterstreichen einerseits den Anspruch, den wir an uns selbst haben, und stellen andererseits sicher, dass wir die nötige Balance zwischen Umsatzwachstum, Profitabilität und Investitionsvolumen erreichen. Ziel 1: Durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr Das heutige Geschäft von Infineon ist seit Beginn der Eigenständigkeit im Geschäftsjahr 1999 - ohne Berücksichtigung des Umsatzhubs durch Akquisitionen - jährlich um rund 9 Prozent gewachsen. Wir nehmen führende Positionen in unseren Kernmärkten ein, haben über die Jahre hinweg systematisch angrenzende Märkte erschlossen und sind mit unseren vier Segmenten auf die eingangs erwähnten Megatrends ausgerichtet. Diese entfalten ungebrochene Nachfragedynamik für unsere Produkte. Wir gehen daher davon aus, auch künftig unser Wachstum sehr nahe an der historischen Rate fortführen zu können. Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Wachstumstreiber folgt im nächsten Kapitel. Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" hilft uns dabei, bessere Lösungen aus unserer breiten Technologie- und Produktkompetenz zu entwickeln und so einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Für diese werthaltigeren Lösungen sind sie auch bereit, mehr zu bezahlen. Darüber hinaus verbreitern wir durch maßgeschneiderte Vermarktungsstrategien unsere Kundenbasis und generieren dadurch mehr Geschäft. Im Durchschnitt wollen wir auf diese Weise mit 8 Prozent pro Jahr wachsen. Im Geschäftsjahr 2017 lag das Wachstum bei 9 Prozent. Ziel 2: 17 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus Wachstum ist nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine weitere ist die Profitabilität. Dabei ist die von unseren Produkten erzielte Marge ein Indikator für den Wert, den unsere Produkte beim Kunden schaffen. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das, dass wir unsere Entwicklungen offensichtlich gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen. Profitabel arbeiten bedeutet, Innovationskraft effektiv im Sinne des Kunden und der Märkte einzusetzen. Daneben wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungs- und Vertriebsaufgaben mit unverminderter Geschwindigkeit fortführen können. Im Zyklusdurchschnitt streben wir eine Segmentergebnis-Marge in Höhe von 17 Prozent vom Umsatz an. Um dieses Ziel dauerhaft erreichen zu können, setzen wir auf Skaleneffekte sowie auf Kostenvorteile aus dem weiteren Ausbau und der Auslastung unserer 300-Millimeter-Fertigung. Auch in Forschung, Entwicklung und Vertrieb erzielen wir Größenvorteile durch führende Marktpositionen in unseren Zielmärkten. Und nicht zuletzt ermöglichen uns die Technologieführerschaft und der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" eine höhere Differenzierung. Im Geschäftsjahr 2017 erzielten wir eine Segmentergebnis-Marge von 17,1 Prozent. Ziel 3: Investitionen in Höhe von 13 Prozent vom Umsatz Für den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten investieren wir nur dort in eigene Fertigungen, wo dies einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung unserer Produkte leistet. Dies trifft insbesondere bei Leistungshalbleiterkomponenten, bei Hochfrequenzkomponenten sowie bei MEMS-basierten Sensoren zu. Dort, wo dies nicht der Fall ist, lagern wir einen zunehmenden Anteil unserer Wafer-Prozessierung sowie unserer Gehäusemontage an Fertigungspartner aus. Bisher wurde unsere Kapitalintensität durch die bislang verwendete 200-Millimeter-Technologie geprägt. Die neue 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie weist aber gegenüber der 200-Millimeter-Fertigung relativ zur bereitgestellten Kapazität geringere Investitionen auf. Damit sinken die für die Realisierung des Zielwachstums erforderlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter. Bei Produkten, die in Standard-CMOS-Technologie mit Strukturen von 65 Nanometern oder kleiner gefertigt werden, arbeiten wir mit Auftragsfertigern zusammen und entwickeln mit ihnen die nötigen Technologiemodifikationen. Die wesentliche Differenzierung dieser Produkte liegt im Design und weniger in der Prozesstechnologie, daher fertigen wir sie nicht mehr in unseren eigenen Werken und vermeiden die andernfalls erforderlichen Investitionen in die Frontend-Fertigung und Basistechnologieentwicklung. Auch in nicht differenzierenden Teilen der Backend-Fertigung, also der Gehäusemontage, werden wir die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern weiter ausbauen, insbesondere bei Standardgehäusen. Damit sind auch dort entsprechend geringere Investitionen zu erwarten. Letztlich erhöhen wir auch die Ausbringung, indem wir kontinuierlich die Produktivität aller Fertigungsprozesse steigern. In Summe führen diese Ansätze zu dem Ziel, im Zyklusdurchschnitt rund 13 Prozent vom Umsatz zu investieren. Darin enthalten sind rund 2 Prozent aktivierte Entwicklungskosten. Unser Investitionsvolumen ist so angelegt, dass es uns weiterhin in die Lage versetzt, das angestrebte durchschnittliche Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Jahr zu realisieren. Je nach Marktsituation kann das tatsächliche Investitionsvolumen in einzelnen Jahren von diesem Zielwert abweichen und insbesondere in Jahren überdurchschnittlichen Umsatzwachstums darüber liegen. So lag die Investitionsquote beispielsweise im abgelaufenen Geschäftsjahr angesichts der starken Nachfrage mit 14 Prozent über dem definierten Zielwert. Kapitalstrukturziele belegen unsere Zuverlässigkeit Unseren Kunden ist es wichtig, mit Infineon einen verlässlichen Partner zu haben, der auch noch in vielen Jahren sicher liefert. Diese langfristige Verlässlichkeit wollen wir auch als Arbeitgeber unseren Mitarbeitern bieten, und dies weit über ihr aktives Arbeitsleben hinaus bei der Altersversorgung. Entsprechend legen wir großen Wert auf eine solide Bonität. Dies spiegelt sich in unseren konservativen Kapitalstrukturzielen wider. Für unsere Bruttoliquidität streben wir €1 Milliarde plus 10 bis 20 Prozent des Umsatzes an. Mit dem fixen Sockelbetrag von €1 Milliarde halten wir eine solide Liquiditätsreserve für Eventual- und Pensionsverbindlichkeiten vor, welche unabhängig vom Umsatz sind. Darüber hinaus stehen uns mit 10 bis 20 Prozent des Umsatzes jederzeit ausreichend Barmittel zur Verfügung, um das operative Geschäft in allen Zyklusphasen finanzieren zu können. Für unsere Bruttofinanzschulden gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization - EBITDA). Durch das moderate Verschuldungsniveau und das gut verteilte Fälligkeitsprofil bis 2028 sind wir in der Lage, unsere Verbindlichkeiten unabhängig vom jeweiligen Kapitalmarktumfeld zuverlässig zu bedienen. Die Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) bewertet die Bonität von Infineon mit "BBB" (Ausblick "stabil"). Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers. Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre Wir sind davon überzeugt, dass organisches Wachstum mittel- und langfristig die größte Wertsteigerung erzeugt. Ein guter Indikator hierfür ist die Spanne zwischen der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - RoCE) und den gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC). Ohne akquisitionsbedingte Effekte entspricht unser RoCE bei Erreichen unserer Finanzziele rund dem Doppelten des WACC. Wir wollen auch weiterhin aus jedem Euro, den wir in organisches Wachstum investieren, eine solche Überrendite erzielen und so kontinuierlich den Unternehmenswert steigern. Unsere Strategie hat sich bewährt. Infineon wächst nachhaltig profitabel. Aufgrund unserer operativen Rentabilität und unserer gesunden Kapitalstruktur sind wir finanziell handlungsfähig und können in künftiges Wachstum investieren. Die kontinuierliche Wertsteigerung hat sich in den letzten Jahren auch in einem stetig wachsenden Gewinn je Aktie sowie in der höheren Bewertung unseres Unternehmens am Kapitalmarkt niedergeschlagen. Die positive Kursentwicklung kommt unseren Aktionären zugute. Darüber hinaus verfolgen wir eine Dividendenpolitik, deren Ziel es ist, die Anteilseigner angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Infineon zu beteiligen und auch in Zeiten langsameren Wachstums eine mindestens konstante Dividende ausschütten zu können. Wachstumstreiber Im vorangegangenen Kapitel haben wir die Strategie von Infineon im Detail beschrieben. Eines ihrer wesentlichen Elemente ist die Fokussierung auf Märkte, in denen wir langfristig erfolgreich sein können. Im Folgenden skizzieren wir die wichtigsten Wachstumstreiber für unser Geschäft, geordnet nach vier übergeordneten Trends: individuelle Mobilität, effizientes Energiemanagement, Datenerfassung und -übertragung sowie Sicherheit. Individuelle Mobilität Durch das weltweite Bevölkerungswachstum und die zunehmende Industrialisierung steigt der Bedarf an Verkehrsmitteln aller Art. Angefangen bei Massenverkehrsmitteln wie Flugzeugen und Zügen bis hin zu privat genutzten Fahrzeugen wie Autos und Pedelecs. Das Auto gilt als Ausdruck von Wohlstand und als Schlüssel zu individueller Mobilität. Dies ist vor allem in Schwellenländern zu beobachten. Das Wachstum der Mittelschicht in Indien und China macht sich unter anderem in der Nachfrage nach Autos bemerkbar. Für die weltweite Automobilproduktion wird für die Jahre 2016 bis 2021 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,2 Prozent gerechnet (Quelle: Marktforschungsunternehmen IHS Markit). Infineon profitiert davon in zweierlei Hinsicht: einerseits durch die höheren Stückzahlen, andererseits durch die ebenfalls wachsende Zahl elektronischer Systeme pro Fahrzeug. Rund 90 Prozent der Innovationen im Fahrzeug beruhen mittlerweile auf Elektronik. Dieser Anteil dürfte nach Einschätzung von Marktexperten auch in den kommenden Jahren auf diesem Niveau bleiben. Insgesamt ist über alle Regionen hinweg eine steigende Ausstattung der Fahrzeuge zu beobachten. Innovative Lösungen für Sicherheits- und Komfortfunktionen kommen typischerweise zunächst in Premiumfahrzeugen zum Einsatz und werden dann nach und nach auch in der Mittel- und Kompaktklasse angeboten, wodurch der Wert der Halbleiter pro Fahrzeug steigt. Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren "Vision Zero" beschreibt eines der großen Ziele der Automobilindustrie: Die Fahrzeuge sollen so sicher werden, dass keine schweren oder gar tödlichen Unfälle mehr auftreten, von denen heute noch rund 90 Prozent auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Sicherheitssysteme können diese Fehler verhindern oder zumindest deren Folgen mindern. Trotz immer mehr Fahrzeugen auf den Straßen ist die Zahl der Verkehrstoten in den entwickelten Ländern über viele Jahre zurückgegangen. Um weiter in Richtung der "Vision Zero" voranzukommen, sind mehr aktive Sicherheitssysteme notwendig. Diese können einen Unfall durch direkten Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder zumindest seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele sind Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie Totwinkel-Erkennung. Diese Funktionen sind nicht mehr nur der Oberklasse vorbehalten, sondern gehören inzwischen auch zur gängigen Ausstattung in der Mittelklasse. Nach und nach werden die aktiven Sicherheitssysteme zu Fahrerassistenzsystemen erweitert. Indem sie den Fahrer bei seinen Aufgaben unterstützen, steigern sie sowohl den Komfort als auch die Verkehrssicherheit. Sie assistieren beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls dabei, einen Fahrfehler zu korrigieren - etwa durch das automatische Einleiten einer Notbremsung. Systeme für das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren bestehen im Wesentlichen erstens aus den Sensoren (zum Beispiel Radar, Innenraum- oder Außenkamera), zweitens aus einem zentralen Hochleistungsrechner für die Auswertung der Sensordaten sowie die Berechnung der Fahrstrategie (gewissermaßen die Intelligenz des Systems) und drittens aus den Aktuatoren (Lenkung, Bremse, Motorsteuerung und Getriebe). Als führender Anbieter von Systemlösungen verfügt Infineon über ein umfassendes Produktportfolio für Assistenzsysteme und das automatisierte Fahren. Mikrocontroller unserer AURIX™-Familie sorgen für die Verlässlichkeit der Systeme. Auf Ebene der Aktuatoren führt AURIX™ lokale Rechenoperationen in Echtzeit aus und sendet entsprechende Steuerbefehle. Darüber hinaus hat der Mikrocontroller eine weitere Schlüsselrolle als Sicherheitsanker, indem er die nicht nach den Standards der Automobilindustrie qualifizierten Komponenten absichert. Aktuatoren sind ebenfalls sicherheitskritische Anwendungen. Daher ist eine der wichtigsten Anforderungen an das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren, dass das System im Fall eines Fehlers trotzdem weiter verlässlich arbeitet. Um dies zu ermöglichen, bietet Infineon für diese Anwendungen auch ISO 26262-zertifizierte Komponenten mit Redundanz für den Fehlerfall an: Sicherheitskritische Komponenten und Teilsysteme müssen "hochverfügbar", also gegen Ausfall geschützt sein. Deshalb werden solche Sensoren, Mikrocontroller und Leistungshalbleiter mehrfach, das heißt redundant, ausgelegt. Dies erhöht den Bedarf an Halbleitern. Mit unseren Komponenten tragen wir ganz wesentlich dazu bei, dass das Auto den Fahrer unterstützen und zunehmend eigenständig fahren kann. Durch die Verbindung mit dem Internet gewinnt das Fahrzeug weitere Funktionen hinzu und neue Services werden möglich. Auch hierbei spielen Halbleiter eine wichtige Rolle. Vernetzung sowie Daten- und IT-Sicherheit Die immer stärkere Vernetzung der Fahrzeuge bietet Möglichkeiten für viele neue Dienstleistungen, birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Die Fahrzeug- und Personensicherheit auf der einen Seite sowie Daten- und IT-Sicherheit auf der anderen Seite können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden. Das Fahrzeug wird zum vernetzten Computer auf vier Rädern und zu einem Teil des Internet der Dinge. Der Bedarf an Daten- und IT-Sicherheit im Fahrzeug steigt. Infineon sieht sich für diese Entwicklung bestens positioniert, verfügen wir doch über jahrzehntelange Erfahrung auf diesem Gebiet durch das Segment Chip Card & Security. Schadstoffreduktion Die Automobilindustrie arbeitet kontinuierlich daran, den Schadstoffausstoß zu senken. Dieses Streben geht zum einen auf gesetzliche Regelungen zurück: So verlangt zum Beispiel eine Vorgabe der Europäischen Kommission die Reduzierung des durchschnittlichen Flottenausstoßes auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Realitätsnähere Abgas-Testverfahren, wie der seit September 2017 gültige WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) bedeuten eine weitere, implizite Verschärfung der CO2 -Reduktionsvorgaben. Dies trägt zu einer Steigerung des Halbleiterbedarfs bei. Zum anderen treffen auch die Kunden ihre Kaufentscheidung heute in dem Bewusstsein, dass ein geringerer Kraftstoffverbrauch Geld spart, ökologische und gesundheitliche Beeinträchtigungen minimiert und damit zu einer höheren Lebensqualität insbesondere in Ballungszentren beiträgt. Um die gesetzlichen Zielvorgaben zu erreichen und den Kundenwunsch nach nachhaltiger Mobilität zu erfüllen, reicht die Optimierung des Verbrennungsmotors alleine nicht mehr aus. Vielmehr müssen im Fahrzeug verstärkt elektrische Verbraucher effizienter gemacht und hydraulische oder mechanische Lösungen durch effizientere elektromechanische und damit halbleiterbasierte Systeme ersetzt werden. Neben CO2 rücken auch gesundheitsschädliche Stickstoffoxide, kurz NOx, immer mehr in den Fokus. Sie entstehen bei der Verbrennung fossiler Energieträger und führen neben einer Reihe weiterer Faktoren zu erhöhter Feinstaubbelastung. In Städten verursachen Dieselmotoren den Großteil der NOx-Emissionen, weshalb immer wieder über Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge diskutiert wird. Das Risiko, solche Fahrverbotszonen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ansteuern zu können, dürfte bei vielen Kunden die Kaufentscheidung beeinflussen und stellt dadurch mittel- bis langfristig einen Wettbewerbsnachteil für den Diesel gegenüber anderen Antriebsformen dar. Elektromobilität Um den Flottendurchschnitt auf den geforderten CO2 -Zielwert zu senken, erweitern viele Fahrzeughersteller ihre Produktpalette nun um Modelle mit Hybrid- und Elektroantrieb. Diese weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeugmodelle. Die heutigen Lösungen wandeln die Gleichspannung der Batterie in die erforderliche Wechselspannung des Antriebsmotors um. Infineon bietet für diese unterschiedlichen Systeme eine Vielzahl an Leistungshalbleiterkomponenten an. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von US$355 verbaut, so liegt dieser Betrag für den Durchschnitt der Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge bei US$695. Dabei entfallen etwa drei Viertel des zusätzlichen Halbleiterwerts auf Leistungshalbleiter. Sie sind der entscheidende Faktor beim Antrieb der starken Elektromotoren und auch ein Schlüssel zur Senkung der Kosten. Neben Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb tragen auch die sogenannten Mild-Hybrid-Fahrzeuge basierend auf der 48-Volt-Technologie zur Verringerung der Schadstoffemissionen bei. Mechanische Funktionen werden zunehmend elektrisch ausgeführt und bringen das 12-Volt-Bordnetz an seine Grenzen. Ein zusätzliches 48-Volt-Teilbordnetz übernimmt die Versorgung leistungsstarker Verbraucher, zum Beispiel elektrischer Turbolader, elektrisch unterstützter Lenkung, Wankstabilisierung. Für die Ansteuerung dieser Verbraucher sowie die Kopplung beider Bordnetze rechnen Marktforscher mit rund US$75 zusätzlichem Leistungshalbleiterbedarf. Die 48-Volt-Technologie ist der Einstieg in die Hybridwelt. Der zusätzliche Wert an Leistungshalbleitern ist zwar geringer als bei Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb, doch sind die Stückzahlen mit erwarteten 15 Millionen bis 2025 weitaus höher. In Zukunft haben innovative Systemlösungen und insbesondere der Einsatz von Komponenten auf Basis von Siliziumkarbid großes Potenzial, das elektrische Fahren erschwinglicher zu machen. Ladegeräte und Wechselrichter werden mit Siliziumkarbid kompakter, leichter und effizienter, wodurch die Reichweite des Fahrzeugs steigt. Die immer stärkere Verbreitung von Elektrofahrzeugen erfordert auch eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen erhöht den Anreiz zum Kauf eines Elektrofahrzeugs. Um die Akzeptanz der Elektromobilität zu fördern, hat China damit begonnen, Ladestationen entlang der acht wichtigsten Autobahnen des Landes in Betrieb zu nehmen. Dazu gehört auch die wichtige Verbindung zwischen Peking und Shanghai. Bis 2020 sollen 10.000 Ladestationen mit 120.000 Ladepunkten entstehen, das Investitionsvolumen beträgt rund US$770 Millionen. Die Infrastruktur kommt 202 Städten zugute und deckt rund 36.000 Kilometer Schnellstraße ab. Die Ladestationen haben eine Leistung von bis zu 100 Kilowatt und erfordern jeweils Leistungshalbleiter im Wert von US$200 bis US$300. Auch in anderen Ländern dürfte das Netz an öffentlich zugänglichen Ladestationen in den nächsten Jahren stetig erweitert werden. Erst kürzlich hat ein Konsortium deutscher Automobilhersteller ein Projekt gestartet, durch das bis 2020 1.000 Schnellladestationen mit einer Leistung von 350 Kilowatt an 400 Standorten in Europa entstehen sollen. Infineon liefert hierfür Leistungsmodule auf Basis von Siliziumkarbid. Neben dedizierten Stromtankstellen ist auch die Integration von Ladesäulen in Straßenlaternen möglich. Energieeffizienz Erneuerbare Energien Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen kann der zunehmende Bedarf an elektrischer Energie nicht mehr in gleichem Maße wie bisher aus fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Im November 2016 trat das Klimaschutzabkommen von Paris (Frankreich) in Kraft. Darin verpflichteten sich die teilnehmenden Länder der Weltklimakonferenz erstmals völkerrechtlich verbindlich, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Außerdem soll in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts Treibhausgasneutralität erreicht werden. Und auch wenn die Position der neuen US-Regierung bezüglich des Abkommens noch nicht endgültig geklärt ist, erfährt der Kampf gegen den Klimawandel nach wie vor breite politische Unterstützung. So haben beispielsweise zahlreiche Bürgermeister großer US-Städte und die Gouverneure einiger Bundesstaaten ihr Bekenntnis zum Klimaschutz bekräftigt. Darüber hinaus schlossen China und der Bundesstaat Kalifornien im Juni 2017 ein bilaterales Klimaabkommen. Dekarbonisierung durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Infineon profitiert vom Zubau von Wind- und Fotovoltaikkraftwerken. Je Gigawatt erzeugte Leistung erfordern sie ein Vielfaches an Leistungshalbleitern verglichen mit konventionellen Kraftwerken. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es bei Wind- und Fotovoltaikkraftwerken keine Turbine, die mit ihrem gleichmäßigen Lauf eine konstante 50-Hertz-Wechselspannung erzeugt, sodass die Energie direkt in das Netz eingespeist werden könnte. Aus diesem Grund bedarf es leistungselektronischer Systeme zur Anpassung. Wind: Im Bereich Windenergie rechnen wir mittel- und langfristig mit nachhaltigem Wachstum. Pro Megawatt erfordern Windparks etwa den 30-fachen Halbleiteranteil im Vergleich zu konventionellen Kohlekraftwerken. China und die USA fördern die Windenergie. Zudem wird die Erneuerung älterer, leistungsschwacher Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke Windturbinen - "Repowering" genannt - noch lange anhalten. Auch bei der Erstinstallation kommen immer stärkere Generatoren zum Einsatz, was einen höheren Halbleiterbedarf pro Windkraftanlage zur Folge hat. Diese Entwicklung ist besonders deutlich in China zu beobachten, wo wir seit 2011 mit dem chinesischen Windturbinenhersteller Goldwind kooperieren. Wurden bisher vor allem Turbinen mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt installiert, werden nun verstärkt Turbinen mit einer Generatorleistung von 2 bis 3 Megawatt eingesetzt. Fotovoltaik: Bei IGBT-Modulen für Solarenergie rechnen die Marktforscher von IHS Markit von 2016 bis 2021 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 9,0 Prozent. Seit einigen Jahren beobachten wir eine strukturelle Veränderung, da sich das Geschäft inzwischen verstärkt von Europa nach Asien und in die USA verlagert. Infineon ist international sehr breit aufgestellt und kooperiert seit Jahren mit den weltweit führenden Herstellern von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Wir profitieren unter anderem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller- und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaikausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit führenden europäischen Herstellern zusammen, die auch in den USA sehr erfolgreich sind. Effiziente Wandlung und niedrige Systemkosten tragen dazu bei, die Stromentstehungskosten in Fotovoltaikkraftwerken zu senken und Netzparität im Vergleich zu herkömmlich erzeugtem Strom herzustellen. Dadurch kann der weitere Ausbau ohne Fördermittel bewerkstelligt werden. Fotovoltaik-Wechselrichter zählen zu den ersten Systemen, in denen Leistungshalbleiter auf Basis von Siliziumkarbid zum Einsatz kommen. Mit dem Umstieg auf Siliziumkarbid sinken die Systemkosten und der Installationsaufwand für die Hersteller, während der Wert der verbauten Halbleiter deutlich steigt. Zugsysteme Nachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume ebenso wie zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. Ein verlässlicher und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Metro- und Straßenbahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz. China ist einer der größten Schienenfahrzeugmärkte der Welt. Im Sommer 2017 wurde auf der Linie Peking - Shanghai der erste Hochgeschwindigkeitszug in Betrieb genommen, der auf dieser Strecke mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde unterwegs ist. Die IGBT-Module hierfür stammen von Infineon. Auch Überlandzüge und Metrobahnen spielen in China eine große Rolle. Eine Belebung des Marktes für Zugsysteme sehen wir auch im restlichen Asien. Dort werden als Konsequenz der Industrialisierung vor allem Metrobahnen und Regionalzüge nachgefragt. Weitere Wachstumsmärkte sind Indien und die USA. Mit Bombardier Transportation, der chinesischen CRRC und Siemens zählen die größten Schienenfahrzeughersteller der Welt zu unseren Kunden. Automatisierung Elektrische Antriebe bilden das Herzstück einer Vielzahl von Systemen, wie zum Beispiel Kränen, Förderbändern und Robotern. Wo immer etwas bewegt oder transportiert wird, kommen sie zum Einsatz. Elektromotoren werden ferner in Pumpen in der Kälte- und Klimatechnik und bei der simplen Erzeugung von Druckluft eingesetzt. Die stärksten elektrischen Industriemotoren arbeiten in Schleusen, Zementmühlen, in Pumpen für städtische Wasserwerke, in Luftverdichtern zur Herstellung von technischen Gasen sowie in Kompressoren für Gaspipelines. Elektromotoren sind für 28 Prozent des weltweiten Strombedarfs verantwortlich. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, also der Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Moderne Produktionsanlagen, in denen eine kontinuierliche Drehzahlanpassung erforderlich ist, können sogar nur mit geregelten Elektromotoren realisiert werden. Die Umsetzung einer drehzahlgeregelten Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse des Motors ab. Die nächste Stufe der Automatisierung wird mit Industrie 4.0 erreicht werden. Diese wird einen neuen Investitionszyklus auslösen. Bürstenlose Gleichstrommotoren Eine wichtige Bauart elektrischer Motoren sind sogenannte bürstenlose Gleichstrommotoren (BLDC-Motoren). Bei BLDC-Motoren erfolgt die Kommutierung elektronisch, abhängig von der Rotorposition, der Rotordrehzahl und dem Drehmoment. Rotorposition und Drehzahl können zum Beispiel über Sensoren (etwa Magnetfeldsensoren) erfasst werden. Über geeignete Leistungshalbleiter werden die Wicklungen so mit Strom versorgt, dass sich der Rotor weiterdreht. Durch die elektronische Kommutierung entstehen bei BLDC-Motoren keine Verluste wie bei bürstenbehafteten Motoren. Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und ihres geringen Leistungsgewichts kommen bürstenlose Gleichstrommotoren unter anderem in batteriebetriebenen Systemen zum Einsatz. Elektrowerkzeuge: Millionen von Haushalten verlassen sich weltweit auf kabellose Elektrowerkzeuge, um Reparaturen durchzuführen. Endverbraucher achten bei der Kaufentscheidung vor allem auf den Preis, Robustheit, einfache Handhabung und lange Batterielaufzeiten. Darüber hinaus schaffen Diagnose- und Sicherheitsfunktionen Vertrauen in die Qualität und Betriebssicherheit. All diese Eigenschaften hängen maßgeblich von den eingesetzten Halbleiterlösungen ab. Multikopter: Ein relativ junges Anwendungsgebiet mit großem Wachstumspotenzial sind Multikopter. Diese ferngesteuerten Fluggeräte sind längst nicht mehr nur bei Freizeitpiloten beliebt, sondern werden immer häufiger auch für kommerzielle Zwecke genutzt. Erste Tests mit Zustelldrohnen finden bereits statt, einerseits für die Paketzustellung, andererseits für den zeitkritischen Transport von Medikamenten. In der Landwirtschaft werden Multikopter bereits für die Überwachung von Nutzflächen eingesetzt. Multikopter erfordern eine Vielzahl von Halbleitern für die Steuerung der Gleichstrommotoren, angefangen bei Mikrocontrollern, über Sensoren, Treiber und MOSFET-Leistungstransistoren bis hin zu Hochfrequenzkomponenten für die Navigation, Kollisionsvermeidung und Kommunikation. Hinzu kommen weitere Leistungshalbleiterkomponenten für die Ladestationen. Haushaltsgroßgeräte Um die Effizienz ihrer Geräte zu steigern - sei es aufgrund von strikteren Effizienzvorschriften oder um dem Verbraucher sparsamere, langlebigere und leisere Geräte zu bieten -, steigen immer mehr Hersteller auf geregelte Motoren um. Wo bislang ein Motor nur ein- oder ausgeschaltet werden konnte, sorgt jetzt eine Motorsteuerung für eine lastabhängige Drehzahl. Beispiele sind die Motoren in der Waschmaschine und im Geschirrspüler, der Kompressor im Kühlschrank oder der Ventilator in der Klimaanlage. Das Prinzip dahinter ist einfach: Damit ein Gerät effizient arbeiten kann, messen Sensoren ständig Daten - bei einem Kühlschrank etwa Temperatur, Feuchtigkeit und Motordrehzahl. Aus diesen Daten berechnet ein Mikrocontroller die optimale Drehzahl. Leistungshalbleiter verstärken die Steuerungssignale des Mikrocontrollers und bilden die Schnittstelle zum Motor. Stromversorgung Die Stromversorgung von elektrischen Geräten besteht im Wesentlichen aus zwei Stufen. Zunächst findet im Netzteil die Wandlung der Netzwechselspannung (Alternating Current - AC) in eine Gleichspannung (Direct Current - DC) statt, die sogenannte AC-DC-Wandlung. In einem zweiten Schritt wird diese Gleichspannung unmittelbar beim Verbraucher präzise an die jeweiligen Anforderungen, also zum Beispiel für den Prozessor eines Servers, angepasst. Dieser zweite Schritt heißt DC-DC-Wandlung. In beiden Stufen kommen Leistungshalbleiter zum Einsatz. AC-DC-Wandlung: Das Wachstum im Bereich Stromversorgung hängt von der Leistung und noch mehr vom Stückzahlwachstum der Geräte ab. Das höchste Stückzahlwachstum erfahren neben Smartphones seit einigen Jahren und auf absehbare Zeit Server, bedingt durch den Aus- und Aufbau von Rechenzentren und Cloud-Lösungen zur Speicherung von Daten aller Art im Internet. Aufgrund der hohen Leistung werden hier auch entsprechend viele Leistungshalbleiter für die Stromversorgung benötigt. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Speicherkapazität wird derzeit getrieben durch soziale Netzwerke; künftig im Wesentlichen durch das Internet der Dinge und Industrie 4.0. Darüber hinaus sehen wir auch im Geschäft mit kompakten Ladegeräten für Tablets und leichte Notebooks (sogenannte Portables) Wachstumschancen. Bei PCs und Notebooks hingegen rechnen wir in den kommenden Jahren mit keinem Wachstum. DC-DC-Wandlung: Bei der DC-DC-Wandlung setzt sich zunehmend die "intelligente Stromversorgung vor Ort", Point-of-Load genannt, durch. Server, PCs und Kommunikationsgeräte werden mit höheren Spannungen versorgt, die dann direkt beim Prozessor auf die benötigte niedrige Spannung heruntergesetzt werden. Zum einen ist das praktischer, weil meist sehr viele unterschiedliche Spannungen gebraucht werden, zum anderen ist die direkte Versorgung mit einer niedrigen Spannung bei hoher Leistung technisch nicht möglich. Der Leistungsbedarf eines Prozessors reicht von wenigen Watt bis über 100 Watt. Ein weiterer Wachstumsmotor ist die Digitalisierung der Regelschleife. Die Anforderungen an Dynamik, Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch steigen kontinuierlich. Analoge Regelsysteme kommen hier zunehmend an ihre Grenzen und werden durch digitale ersetzt. Datenerfassung und -übertragung Mobilkommunikation Mobilfunk-Infrastruktur: Hochfrequenz (HF)-Leistungsbauelemente sind die Grundlage für die moderne Kommunikationstechnik. Eines der Hauptanwendungsgebiete ist die Mobilfunk-Infrastruktur. Der mobile Datenverkehr nimmt kontinuierlich zu: Wurden im Jahr 2016 noch 8,8 Exabyte (das sind 8,8 Milliarden Gigabyte) pro Monat über Mobilfunk transferiert, rechnen Experten für das Jahr 2022 mit 71 Exabyte pro Monat. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung werden neben der zunehmenden Verbreitung datenintensiver Smartphone-Apps künftig auch das Internet der Dinge und vernetzte Fahrzeuge sein. Um sich für das exponentiell steigende Datenaufkommen zu wappnen, höhere Datenraten zu erzielen und die Netzabdeckung zu verbessern, setzen Netzbetreiber auf eine leistungsfähige Infrastruktur. Die Umstellung der Netzwerkarchitektur auf kleinere Funkzellen ermöglicht unter anderem die Nutzung höherer Frequenzbereiche und eine bessere Ausnutzung des verfügbaren Frequenzspektrums. Hochfrequenz-Komponenten werden sowohl für die Kommunikation zwischen Mobilgerät und Basisstation als auch für die drahtlose Breitbandanbindung (Wireless Backhaul) von lokalen Netzwerken an das Hauptnetz benötigt. Mobiltelefone: Hochfrequenz-Komponenten werden nicht nur in den Basisstationen der Mobilfunk-Infrastruktur benötigt, sondern auch im mobilen Endgerät. Mit jeder neuen Smartphone-Generation müssen mehr Frequenzbänder unterstützt werden. Beim Übergang von einem Mobilfunkstandard zum nächsten steigen die Anforderungen an die Signalqualität und damit an die HF-Eigenschaften vieler Bauelemente. Der LTE (Long Term Evolution)-Übertragungsstandard der vierten Generation hat beispielsweise eine deutlich höhere Komplexität verglichen mit der dritten Generation (UMTS). LTE-fähige Smartphones enthalten mehr beziehungsweise höher integrierte HF-Komponenten als frühere Smartphone-Generationen. So erfordern zum Beispiel enger beieinanderliegende Frequenzbänder präzisere Frequenzfilter, empfindlichere Signalverstärker sowie eine größere Anzahl von schnelleren Antennenschaltern. In Smartphones und Tablets sind wir dabei unter anderem mit HF-CMOS-Schaltern für das Schalten zwischen verschiedenen Antennen vertreten. Mit dem Übergang auf den 5G-Standard wird die Komplexität weiter zunehmen. Sensoren für Konsumelektronik und Industrieanwendungen MEMS (Mikro-Elektromechanische Systeme)-Sensoren: Bei Sensoren für Mobilgeräte und Unterhaltungselektronik sind MEMS-basierte Silizium-Mikrofone unsere bedeutendste Produktfamilie. Mobile Geräte der neuesten Generation erfordern mehrere, teils verschiedene Mikrofonvarianten mit zunehmend besserem Signal-Rausch-Verhältnis. Bessere akustische Fähigkeiten bieten nicht nur ein Differenzierungspotenzial für den Smartphone-Hersteller, sondern eröffnen auch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für die leistungsfähigen Mikrofone. So wird zum Beispiel Sprachsteuerung auch in Umgebungen mit hohen Hintergrundgeräuschen durch zusätzliche Mikrofone merklich besser und Telefongespräche gewinnen an Klangqualität. Zudem werden Mikrofone mit den höchsten technischen Anforderungen neben der Kamera eingebaut, um eine hohe Audioqualität bei Videoaufzeichnungen mit dem Smartphone zu erreichen. Seit diesem Sommer bieten wir unsere Silizium-Mikrofone auch in einem eigenen Gehäuse an. Dadurch können wir Gehäuse und Membran optimal aufeinander abstimmen und erreichen eine noch höhere Performance. Neben dem Stückzahlwachstum der Geräte und der größeren Anzahl an Mikrofonen pro Gerät profitieren wir vor allem davon, dass neue Anwendungsgebiete hinzukommen. Neben Tablets, Notebooks und Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung werden insbesondere sprachgesteuerte smarte Lautsprecher den Bedarf an Silizium-Mikrofonen steigern. Gleichzeitig werden die Geräte um immer mehr Funktionen erweitert, die die Erfassung zusätzlicher physikalischer Größen erfordern. Das treibt unter anderem die Nachfrage nach immer neuen MEMS-Sensoren. Barometrische Drucksensoren ermöglichen zum Beispiel neue Funktionen wie Indoor-Navigation. Gassensoren können die Luftqualität kontrollieren. Ein entsprechend ausgestattetes Smartphone kann den Anwender dann zum Beispiel, wenn nötig, vor Smog warnen. Wir sehen enorme Wachstumschancen in den Anwendungsbereichen Konsumelektronik, Automobilelektronik und Internet der Dinge. Radar: Auch in der Sensorik kommt HF-Technologie zum Einsatz. Neben der Anwendung im Auto sehen wir viele interessante Einsatzmöglichkeiten in mobilen Endgeräten und Konsumelektronik. Zum Beispiel lassen sich Geräte dank Radarchips präzise per Handbewegung steuern. Die Technologie zur Gestenerkennung eröffnet damit eine neue Dimension für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Auch in Industrieanwendungen wird Radartechnologie eingesetzt, um Personen und Objekte zu erkennen. Dadurch entstehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel kooperative Roboter oder intelligent steuerbare Straßenlaternen. Durch die intelligente Verknüpfung mehrerer Technologien lässt sich die Leistung von Sensorsystemen weiter steigern. Mit mehr Sensoren werden auch mehr Informationen über die Umgebungssituation erfasst, aus deren Kombination sich zusätzliche Erkenntnisse ableiten lassen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die bereits erwähnte Partnerschaft mit XMOS Limited: Das Zusammenspiel von Radarsensoren und Silizium-Mikrofonen von Infineon mit einem Audioprozessor und Spracherkennungsalgorithmen von XMOS ermöglicht selbst bei größeren Gruppen die Befehlserkennung von einzelnen Personen und somit eine zuverlässige Sprachsteuerung. Möglich wird dies, weil das System mittels Radar erkennt, wo sich im Raum Personen befinden, im Zusammenspiel mit den Mikrofonen den Sprecher identifiziert und das Spracherkennungssystem dann optimal auf diesen ausrichtet. Damit vermeidet man, dass falsche Befehle aufgenommen werden oder dass sich der Fernseher einmischt. Sicherheit Für unsere Sicherheitscontroller gibt es zwei wesentliche Einsatzgebiete: zum einen klassische Anwendungen wie Bezahlkarten, hoheitliche Dokumente und Fahrkarten, zum anderen den schnell wachsenden Bereich der sogenannten Embedded-Security-Applikationen. Dazu gehören beispielsweise die Absicherung von mobilen Bezahlvorgängen, das Verhindern der Manipulation eines Computers oder die Authentifizierung von vernetzten Geräten. Gerade hierfür verspricht das Internet der Dinge mit all seinen Facetten langfristige Wachstumsmöglichkeiten. Hoheitliche Dokumente Unter hoheitlichen Dokumenten versteht man Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine und im weiteren Sinne auch Gesundheitskarten. Solche Dokumente werden zunehmend mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Die Marktdurchdringung von chipbasierten behördlichen Dokumenten erhöht sich stetig. Immer mehr Länder stellen erstmalig um beziehungsweise führen weitere chipbasierte Dokumente ein. Infineon ist der führende Anbieter von Sicherheitslösungen für Ausweisprojekte in Europa. Darüber hinaus ist Infineon laut US-Bundesdruckerei einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den elektronischen Reisepässen der USA. Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005. Sicherheit für mobile Geräte Mit der Entwicklung von Smartphones und Wearables, dem mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie lassen sich Bezahldienste heute in Mobilgeräte integrieren. Bargeldloses Bezahlen ist jedoch nur eine von vielen Funktionen von mobilen Endgeräten, für die sensible Daten gespeichert und verarbeitet werden müssen. Menschen erleben zum Beispiel eine neue Form des Komforts durch das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen und physischen Fahrscheinen. Für alle diese Anwendungen liefert Infineon den Sicherheitschip, das sogenannte Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut werden (als "embedded SE" (eSE) bezeichnet), in die SIM-Karte integriert werden oder in einer microSD-Karte untergebracht sein. Für alle drei Alternativen bietet Infineon eine entsprechende Lösung an. Sicherheit für das Internet der Dinge Als Internet der Dinge werden Geräte und Maschinen bezeichnet, die mit dem Internet verbunden sind und über dieses Daten austauschen beziehungsweise gesteuert werden (zum Beispiel Haushaltsgeräte, Stromzähler, Sensoren, Webcams). Der Trend der zunehmenden Vernetzung wirkt sich vor allem in den Bereichen Automobil, Industrie 4.0, Smarthome sowie der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur aus. Sicherheit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die steigende Anzahl an Hackerangriffen unterstreicht die Bedeutung entsprechender Vorkehrungen. Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte und authentifizierte Geräte miteinander zu verbinden und sie so gegen Manipulation der Daten oder Cyberattacken zu schützen. Sicherheit muss somit möglichst in jedem kritischen Endpunkt Einzug halten, daher wird in diesem Zusammenhang von Embedded Security (eingebettete Sicherheitscontroller) gesprochen. Infineon liefert mit der Produktreihe OPTIGA™ verschiedene Sicherheitschips und Sicherheitslösungen für die Authentifizierung elektronischer Systeme: von der komplexen IT-Infrastruktur mit zahlreichen Servern und Computern bis hin zu Routern und Tablets. Sicherheit als segmentübergreifende Kompetenz Infineon nutzt die Beziehung und den Zugang zu seinen Kunden, um Sicherheitsprodukte zu vermarkten und in Kombination mit anderen Komponenten als Systemlösung anzubieten. Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten - entweder als einzelner Baustein oder als dessen Funktion integriert auf unseren Automobil- oder Industrie-Mikrocontrollern. Mit unseren hardwarebasierten Sicherheitslösungen sind wir führend. Darüber hinaus können wir unseren Kunden die umfassende Kompetenz des Infineon Security Partner Network bieten, die von Beratung und Design bis hin zu Systemintegration und Servicemanagement die komplette Wertschöpfungskette abdeckt. Die Segmente Automotive scroll UMSATZ €2.989 Millionen SEGMENTERGEBNIS €474 Millionen Das Segment Automotive im Geschäftsjahr 2017 Mehr als 40 Jahre Erfahrung und das industrieweit umfangreichste Portfolio an Leistungshalbleitern, Sensoren und Mikrocontrollern machen Infineon zum führenden Anbieter von Systemlösungen für Automobilelektronik. Unter dem Leitgedanken "clean, safe und smart" arbeitet das Segment Automotive gemeinsam mit den Herstellern und ihren Zulieferern an den Fahrzeugen von morgen. Unser Fokus liegt auf den wesentlichen Eigenschaften des Fahrzeugs wie Antrieb, Sicherheit und Komfort (dem "core of the car"). Hier findet sich der Großteil der verbauten Halbleiter. Viele Funktionen werden erst durch unsere Produkte ermöglicht. Durch Innovation haben wir die Systemkosten für Radarsensor-ICs signifikant reduziert, weshalb beispielsweise Notbremsassistenzsysteme auch in der Kompaktklasse eingesetzt werden können. Wir punkten mit herausragender Technologie, Systemverständnis und starker Kundenorientierung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben mit Toyota, DENSO und Bosch gleich drei Spitzenunternehmen der Automobilbranche Infineon für herausragende Qualität ausgezeichnet. Infineon profitiert in stärkerem Maße als andere Halbleiterhersteller sowohl vom Trend zur Elektromobilität als auch zum automatisierten Fahren. Beide Entwicklungen lassen den durchschnittlichen Halbleiterbedarf pro Fahrzeug besonders stark ansteigen und werden in den nächsten fünf Jahren für rund die Hälfte unseres Wachstums im Segment Automotive sorgen. Daneben profitieren wir weiterhin von neuen Funktionen in den Bereichen Beleuchtung, Komfort und Fahrsicherheit sowie von der weiteren Elektrifizierung des klassischen Antriebsstrangs. Der größte Markt für Elektrofahrzeuge ist China: Hier stieg die Zahl der produzierten Einheiten im Kalenderjahr 2016 um 51,7 Prozent auf 517.000 Stück. Neben dem Stückzahlwachstum profitieren wir auch vom steigenden Halbleiterbedarf je Fahrzeug: In heutigen Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen sind im Durchschnitt Halbleiter im Wert von US$695 verbaut. Das ist rund doppelt so viel wie in Autos mit reinem Verbrennungsmotor. Beim Wert der Leistungshalbleiter im Antriebsstrang erwarten wir gar einen Anstieg um das 15-Fache. Leistungshalbleiter haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Reichweite und Ladezeit des Fahrzeugs, aber auch auf dessen Größe und Gewicht. Deshalb erfreuen sich beispielsweise unsere auf Energieeffizienz und Robustheit optimierten EDT2-IGBTs und unsere HybridPACK™ DSC (Double Sided Cooling)-Module großer Beliebtheit. Insgesamt haben wir für unsere Leistungshalbleiter im Automobilbereich im abgelaufenen Geschäftsjahr Aufträge im Wert von mehr als €1,5 Milliarden erhalten, die sich über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren erstrecken. Die Summe entspricht einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. In Zukunft wird auch unsere Siliziumkarbid (SiC)-Technologie zum Wachstum beitragen. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren mehr und mehr Komponenten auf Basis von SiC in Neuentwicklungen zum Einsatz kommen werden - zunächst im On-Board-Ladegerät, ab 2021 dann auch im Antriebsstrang. Dank der sehr viel höheren Schaltgeschwindigkeit und der geringeren Durchlassverluste im Vergleich zu siliziumbasierten Komponenten lässt sich elektrische Leistung sehr viel effizienter und kompakter wandeln. Durch die geringen Verluste ist auch der Kühlaufwand geringer. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichneten wir großes Interesse für die Muster unserer CoolSiC™-Leistungsmodule. Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber ist die steigende Zahl an Assistenzsystemen (Advanced Driver Assistance System, kurz: ADAS). Sie unterstützen den Fahrer bei immer anspruchsvolleren Aufgaben: Während passive Systeme wie Gurtstraffer oder Airbags die Auswirkungen eines Unfalls mindern, greifen aktive Systeme wie Notbremsassistenten sogar eigenständig ins Fahrgeschehen ein, um Zusammenstöße zu verhindern. Die nächste Stufe sind Autos, die selbsttätig fahren - zunächst teilautonom in bestimmten Umgebungen, später dann vollautonom in allen Verkehrssituationen. Erste Modelle, die selbstständig einparken, sind bereits auf dem Markt. Infineon bietet ein umfassendes Produktportfolio für alle Teilaufgaben der Assistenzsysteme: Erkennen (Sensoren), Bewerten (Mikrocontroller) und Agieren (Leistungshalbleiter). Die zunehmende Autonomie der Fahrzeuge geht einher mit einer immer stärkeren Vernetzung. Diese bietet die Möglichkeit für viele neue Dienstleistungen, die Digitalisierung birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe von Dritten. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Mit unserer IT-Sicherheitskompetenz und den Sicherheitscontrollern des Segments Chip Card & Security bieten wir passende Lösungen für eine sichere Fahrzeugarchitektur. Umsatzentwicklung Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in Höhe von €2.989 Millionen; ein Wachstum von 13 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von € 2.656 Millionen. Das Segment steuerte 42 Prozent des Konzernumsatzes bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind wir in allen Produktkategorien gewachsen. Hierzu haben die Reduktion von Emissionen in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sowie neue Komfortfunktionen beigetragen. Die bestimmenden Wachstumstreiber waren jedoch wie schon in den Jahren zuvor die Megatrends Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Insbesondere in China nimmt die Zahl der produzierten und zugelassenen Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid- oder reinem Elektroantrieb weiterhin stark zu. Auch in den anderen Regionen stieg der Absatz, vor allem durch eine größere Modellvielfalt, wodurch neue Käuferschichten adressiert werden konnten. Die mit dem automatisierten Fahren in Verbindung stehende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen führte zu einer steigenden Nachfrage nach unseren Radarsensor-ICs sowie nach unseren 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern der AURIX™-Familie. Speziell die AURIX™-Mikrocontroller profitierten von den in den Vorjahren gewonnenen Kundenaufträgen im Bereich Sicherheitssysteme - hierzu zählen unter anderem die elektrische Servolenkung sowie kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme - und erreichten auch im Geschäftsjahr 2017 wieder einen deutlichen Umsatzanstieg. Infineon hat bei 32-Bit-Mikrocontrollern traditionell eine starke Position im Bereich Antriebsstrang. Durch die Entwicklung entsprechender 32-Bit-Mikrocontroller-Derivate adressiert Infineon nun auch die Bereiche Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme. Damit erschließt sich Infineon neue Wachstumsmärkte. Die steigende Nachfrage nach Radarsensor-ICs kam einerseits von der zunehmenden Marktdurchdringung von radarbasierten Fahrerassistenzsystemen und andererseits von der höheren Anzahl an Radarsensoren pro Fahrzeug. Insbesondere unsere 77-Gigahertz-Radarlösungen für Fahrerassistenzsysteme waren weiterhin sehr gefragt. Aktuell ist Infineon einer der führenden Zulieferer der wichtigsten Hersteller von Radarsystemen in den Regionen Europa, Nordamerika und Asien. Als Folge der steigenden Nachfrage nach 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr rund doppelt so viele verkauft wie im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der oberen Mittelklasse - insbesondere nach sportlichen Geländefahrzeugen, sogenannte SUVs (Sport Utility Vehicles) - hielt global an. Dieser Fahrzeugtyp ist üblicherweise mit deutlich mehr Sicherheits- und Komfortfunktionen ausgestattet. Ferner kam uns zugute, dass Fahrzeuge von deutschen Automobilherstellern - insbesondere Oberklassefahrzeuge - in allen Regionen besonders gefragt waren. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €474 Millionen; ein Anstieg um 31 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €363 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 15,9 Prozent (Vorjahr: 13,7 Prozent). Das Segmentergebnis wurde durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz sowie durch Produktivitätsfortschritte positiv beeinflusst. Ferner fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr die temporären Anlaufkosten für die Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) geringer aus als im Vorjahr. Aufgrund der starken Nachfrage nach unseren Produkten im Bereich Elektromobilität bereiten wir uns für weiteres Wachstum vor. Hierzu haben wir mit der Errichtung weiterer Backend-Fertigungslinien in Warstein (Deutschland) und Wuxi (China) begonnen, wodurch temporäre Anlaufkosten entstanden sind. Anwendungsfelder scroll Antriebsstrang Assistenz- und Sicherheitssysteme Informationssicherheit Komfortelektronik › Batteriemanagement › Batterieladesteuerung › Generatorregelung › Getriebesteuerung › Start-Stopp-Automatik › Steuerung für elektrischen Antriebsmotor › Steuerung für Verbrennungsmotor › ABS (Antiblockiersystem) › Abstandswarnung › Airbag › Automatisches Parken › Elektronisch geregelte Fahrwerke › Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) › ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) › Notbremsassistent › Reifendruck-Überwachung › Spurhalteassistent › Tempomat › Totwinkel-Erkennung › Authentifizierung von Originalteilen › Fahrtenschreiber › Kommunikation (Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) › Schutz vor Manipulation von Geräten (zum Beispiel Kilometerzähler) › Schutz vor Manipulation der Software › Federung › Fensterheber › Karosseriesteuergeräte › Klimaanlage › Kofferraumklappe › Lenkung › Lichtsteuerung › Scheibenwischer › Schiebedach › Sitzelektronik › Türelektronik Marktposition Der Weltmarkt für Automobilhalbleiter erreichte im Kalenderjahr 2016 zum ersten Mal eine Größe von über US$30 Milliarden. Er wuchs von US$27,363 Milliarden im Kalenderjahr 2015 um 10,4 Prozent auf US$30,214 Milliarden (Quelle: Strategy Analytics). Alle Regionen trugen zum Wachstum bei. Die am schnellsten wachsende Region war wie schon in den Jahren zuvor China. Mit einem Wachstum von 18,8 Prozent erreichte der chinesische Markt eine Größe von US$5,556 Milliarden. Damit liegt er nur noch knapp hinter dem nordamerikanischen Markt (US$5,745 Milliarden), der um 6,4 Prozent zulegte. Im Kalenderjahr 2017 wird China wohl zum zweitgrößten Markt für Automobilhalbleiter aufsteigen. Europa als größter Markt (US$9,858 Milliarden) wuchs um 8,3 Prozent. Während die globale Fahrzeugproduktion um rund 5 Prozent stieg, nahm der Wert der Halbleiter pro Fahrzeug um rund 6 Prozent zu. Dieser Trend zeigte sich schon in den Vorjahren und dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Das heißt, das Wachstum des Automobilhalbleitermarktes wird zunehmend von der Ausstattung der Fahrzeuge (allen voran Fahrerassistenzsysteme) und dem Übergang zur Elektromobilität getrieben und immer weniger vom Wachstum der Fahrzeugproduktion. Während Marktführer NXP 0,2 Prozentpunkte Marktanteil verlor (von 14,2 Prozent auf 14,0 Prozent), gewann Infineon 0,3 Prozentpunkte Marktanteil hinzu (von 10,4 Prozent auf 10,7 Prozent). Renesas verlor im vierten Jahr in Folge Marktanteile und fiel 2016 mit 9,8 Prozent erstmals unter die 10-Prozent-Linie. Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 49,7 Prozent. Bei Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen konnte Infineon seine Nummer-eins-Position um 0,4 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent Marktanteil ausbauen. Bei Mikrocontrollern hielt Infineon seinen Marktanteil nahezu unverändert bei 8,7 Prozent (Vorjahr: 8,6 Prozent). Bei Sensoren gewann Infineon 0,6 Prozentpunkte Marktanteile auf 12,5 Prozent und festigte Rang zwei. In den übrigen Produktkategorien - sie umfassen unter anderem Speicher, optische Komponenten und nicht-leistungshalbleiterbezogene Analog-ICs - ist Infineon kaum oder nicht vertreten. Industrial Power Control scroll UMSATZ €1.206 Millionen SEGMENTERGEBNIS €183 Millionen Das Segment Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2017 Kernkompetenz des Segments Industrial Power Control ist die effiziente Wandlung elektrischer Energie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: Erzeugung, Übertragung und Nutzung. Die Anwendungen reichen vom Windrad über Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung bis hin zum Kühlschrank. Das Produktportfolio umfasst sowohl diskrete IGBTs, ungehäuste IGBT-Komponenten (das sogenannte "Bare Die"-Geschäft), IGBT-Module, Treiber und Controller für die Ansteuerung sowie die Kombination von Treiber und Schalter in sogenannten Intelligent Power Modules (IPM). Bei IGBT-basierten Leistungshalbleitern (diskrete und Module) ist Infineon Weltmarktführer. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir über alle Regionen und Applikationen hinweg eine sehr hohe Nachfrage nach Leistungshalbleitern verzeichnet. Besonders gut entwickelte sich das Geschäft mit Komponenten für Haushaltsgroßgeräte. Dazu zählen beispielsweise Klimaanlagen oder Kühlschränke. Immer mehr Hersteller steigen auf geregelte Motoren um, deren Drehzahl an die jeweilige Last angepasst wird (sogenannte Variable Speed Drives, kurz: VSD). Diesem Prinzip liegt eine andere Motorbauweise zugrunde, die einen effizienteren Betrieb ermöglicht. Unsere Motorsteuerungsplattform iMOTION™, deren zweite Generation wir im abgelaufenen Geschäftsjahr vorgestellt haben, ist genau auf die Anforderungen von VSD-Applikationen abgestimmt: Sie kombiniert Hardware in unterschiedlichen Integrationsstufen mit Software. Ganz im Sinne unseres strategischen Ansatzes "Vom Produkt zum System" senken wir damit trotz wachsendem Halbleiteranteil die Systemkosten unserer Kunden um bis zu 30 Prozent und verkürzen die Zeit bis zur Marktreife. Vorteile für die Endkunden sind ein geringerer Stromverbrauch und mehr Komfort. Entsprechend groß ist die Nachfrage. Sehr erfreulich verlief überdies die Markteinführung unserer Siliziumkarbid (SiC)-MOSFET-Technologie. Als erstes Mitglied dieser CoolSiC™-Familie bieten wir seit Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres das Modul Easy 1B an. Im Geschäftsjahr 2018 werden wir das Produktportfolio um das "Bare Die"-Geschäft und diskrete MOSFETs erweitern. Mit SMA und KACO haben bereits zwei führende Hersteller von Fotovoltaik-Wechselrichtern unserer MOSFET-Technologie den Zuschlag für kommende Gerätegenerationen gegeben. SiC ermöglicht hier kompaktere und leichtere Systeme und schafft damit einen Mehrwert für unsere Kunden. Wir sind hervorragend positioniert, um von der Dynamik des SiC-Marktes zu profitieren. Dennoch ist und bleibt auf absehbare Zeit der Markt für IGBT-basierte Leistungshalbleiter deutlich größer. Hier streben wir mit fortwährender Innovation den Ausbau unserer Marktführerschaft an. Mit unserem umfassenden Produktportfolio können wir sowohl preissensitive als auch High-End-Anwendungen zielgerichtet adressieren. Auch der Trend zur Elektrifizierung von Industrie- und Lieferfahrzeugen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgesetzt. Die Elektronik dieser Fahrzeuge ist starken Temperaturschwankungen, Vibrationen und Schmutz ausgesetzt. Neben Effizienz und Leistungsdichte sind in diesem Markt daher auch die Robustheit und Zuverlässigkeit unserer Komponenten starke Verkaufsargumente, mit denen wir unsere Kunden überzeugen. Gleiches gilt für Hybrid- und Elektrobusse. Auf den Straßen Chinas fahren zum Beispiel bereits mehrere Zehntausend Elektrobusse mit Modulen von Infineon - Tendenz steigend. Umsatzentwicklung Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in Höhe von €1.206 Millionen; ein Wachstum von 13 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.072 Millionen. Das Segment steuerte 17 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzanstieg war im Wesentlichen durch den Bereich Haushaltsgeräte getrieben. Gründe hierfür waren erstens die starke Nachfrage nach Klimaanlagen in Asien und Osteuropa, zweitens die Erhöhung unseres Lieferanteils bei wichtigen asiatischen Kunden und drittens der Markterfolg unserer kompakten, hochintegrierten IGBT-Module, der sogenannten IPMs (Intelligent Power Modules), sowie der Produkte unserer iMOTION™-Familie. Darüber hinaus führte das Ende des Abbaus zuvor überhöhter Lagerbestände bei chinesischen Haushaltsgeräteherstellern zu weiteren positiven Effekten. Den zweitgrößten Beitrag zur Umsatzsteigerung steuerten die Komponenten für erneuerbare Energien (Wind und Fotovoltaik) bei. Beide Geschäftsfelder haben in Bezug auf Umsatz ungefähr die gleiche Größe. Sowohl das Geschäft mit Windturbinen wie auch das Geschäft mit Fotovoltaik-Wechselrichtern waren vor allem durch die Installation neuer Anlagen in China positiv beeinflusst, wo die weiterhin hohen Ausbauziele durch Regierungsmaßnahmen unterstützt werden. Im größten Geschäftsfeld, Industrieantriebe, gab es in Summe eine leicht rückgängige Nachfrage. Während es in einzelnen Industrieanwendungen, wie zum Beispiel kleinen Antrieben und der Stückgutbearbeitung, der sogenannten diskreten Fabrikautomation, zu Umsatzsteigerungen kam, stagnierten oder schrumpften andere Anwendungen mit großen Leistungen wie zum Beispiel die Öl- und Gasförderung. In den anderen Bereichen - unter anderem Zugsysteme, unterbrechungsfreie Stromversorgungen, Energieübertragung sowie Industriefahrzeuge - kam es zu keinen größeren Umsatzveränderungen. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €183 Millionen; ein Anstieg um 38 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €133 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 15,2 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent). Das Segmentergebnis wurde im Wesentlichen positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Darüber hinaus fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr die temporären Anlaufkosten für die Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) geringer aus als im Vorjahr. Anwendungsfelder scroll Energieerzeugung Energieverteilung Energieverbrauch › Energiespeicherung › Fotovoltaikanlagen › Windkraftanlagen › Anbindung von Offshore-Windparks › FACTS (Flexible AC Transmission Systems) Haushaltsgeräte › Geschirrspülmaschinen › Induktionskochfelder › Klimaanlagen › Kühlschränke › Mikrowellenherde › Waschmaschinen Industrieantriebe1 › Antriebstechnik › Aufzugssysteme › Automatisierungstechnik › Fördertechnik › Klimatechnik › Rolltreppen › Walzstraßen Industrieroboter Ladestationen für Elektrofahrzeuge Unterbrechungsfreie Stromversorgung Industriefahrzeuge › Agrarfahrzeuge › Baufahrzeuge › Gabelstapler › Hybridbusse Schienenfahrzeuge › Lokomotiven › Metrozüge › Schnellzüge › Straßenbahnen 1 Hierzu zählen Motoren, Kompressoren, Pumpen und Ventilatoren. Marktposition Der Weltmarkt für IGBT-basierte Leistungshalbleiter - diskrete IGBT-Leistungstransistoren und IGBT-Module - erreichte im Kalenderjahr 2016 eine Größe von US$4,392 Milliarden; ein Anstieg um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$4,229 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon konnte mit einem Marktanteil von 26,6 Prozent seine Führungsposition weiter ausbauen (plus 1,2 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 69,5 Prozent. Power Management & Multimarket scroll UMSATZ €2.148 Millionen SEGMENTERGEBNIS €427 Millionen Das Segment Power Management & Multimarket im Geschäftsjahr 2017 Das Segment Power Management & Multimarket umfasst das Geschäft mit Leistungshalbleitern für Energiemanagement, Komponenten für Mobilfunk-Infrastruktur und mobile Endgeräte sowie mit hochzuverlässigen Komponenten für Anwendungen in rauen Umgebungen. Im weltweiten MOSFET-Markt ist Infineon die klare Nummer eins. Neben führender Technologie für niedrige (bis 40 Volt), mittlere (von 40 Volt bis 500 Volt) und höhere Spannungen (über 500 Volt) umfasst unser breites Produktportfolio außerdem entsprechende Treiber und Controller. Die Zielapplikationen verlangen typischerweise nach größtmöglicher Energieeffizienz und Leistungsdichte. Hier setzen die Produkte von Power Management & Multimarket Maßstäbe. Ein wichtiges Anwendungsfeld im Niedervoltbereich sind DC-DC-Stromversorgungen für Server. Hier sind wir mit unserer Systemlösung zur digitalen Spannungsregelung hervorragend positioniert. Die digitale Regelung ermöglicht einen hohen Wirkungsgrad sowohl bei niedriger als auch hoher Belastung. Unsere Lösung umfasst eine integrierte Leistungsstufe sowie digitale Controller, die die gängigen Spezifikationen (VR12.5, VR13) erfüllen, und wird von den führenden Serverherstellern eingesetzt. Im Niedervoltbereich sind wir darüber hinaus auch mit unserer OptiMOS™-Familie sehr erfolgreich. Deren Komponenten werden beispielsweise zur Ansteuerung von Gleichstrommotoren benötigt, wie sie etwa in batteriebetriebenen Geräten verwendet werden. Unsere sehr erfolgreiche CoolMOS™-Familie für hohe Spannungen kommt vor allem in AC-DC-Stromversorgungen zum Einsatz, also zum Beispiel in Netzteilen von Servern, Desktop-PCs, Notebooks und Fernsehgeräten. Hier reicht unser breites Portfolio von kostenoptimierten Varianten für preissensitive Märkte bis hin zu besonders leistungsstarken Komponenten für High-End-Geräte. Ausgehend von unserer Position als klarer Marktführer bei MOSFETs wollen wir künftig auch unsere Kompetenz bei der Ansteuerung von Leistungshalbleitern stärken. Seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr setzen zudem erste Kunden unsere Galliumnitrid (GaN)-Technologie erfolgreich in AC-DC-Anwendungen ein, insbesondere in leistungsstarken Netzteilen für Rechenzentren. Die Produkte der CoolGaN™-Familie ermöglichen höhere Wandlungseffizienz bei niedrigeren Systemkosten und kompakterer Bauweise. Die Umstellung auf GaN erfordert aufseiten der Kunden Anpassungen der Systemarchitektur. Dabei unterstützen wir sie mit unserem tief greifenden Systemverständnis. Bei Mobilgeräten setzt sich der Trend zu immer mehr Sensoren fort. Auch hier sind wir mit unserem Technologieportfolio gut positioniert. So bieten wir zum Beispiel unsere Silizium-Mikrofone seit dem vergangenen Sommer auch in einem eigenen Gehäuse an. Dadurch sind wir in der Lage, Gehäuse und Membran optimal aufeinander abzustimmen und damit die Empfindlichkeit bei niedrigen Störgeräuschen, dem sogenannten Rauschen, zu erhöhen. Mit der Infineon-eigenen Dual-Backplate-Technologie verdoppelt sich die Entfernung, aus der das Mikrofon Sprachbefehle eines Benutzers sauber erfassen kann. Dank dieser herausragenden Eigenschaften können wir neben dem ungebrochenen Bedarf an Silizium-Mikrofonen aus dem Bereich Smartphones auch am Aufschwung sprachgesteuerter Assistenzgeräte partizipieren. Hier werden wir in Zukunft außerdem von unserer strategischen Beteiligung an XMOS Limited profitieren, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Spracherkennungstechnologie. Durch diesen Schritt intensivieren wir die bereits bestehende Partnerschaft und erhalten künftig Einblicke in technologische Details, die in dieser Tiefe sonst nicht möglich wären. Damit gewinnen wir ein noch besseres Verständnis für das Zusammenspiel von Sensor, Prozessor und Algorithmen und stärken unsere Position in einem zukunftsträchtigen Markt, den wir schon heute mit führender MEMS-Technologie adressieren. Darüber hinaus erweitern wir auch unser Angebot an radarbasierten Sensoren kontinuierlich. Diese kommen neben mobilen Geräten auch in Industrieanwendungen zum Einsatz, etwa in Robotern oder Multikoptern zur Erkennung von Hindernissen. Auch bei der Interaktion zwischen Mensch und Maschine spielen sie eine immer größere Rolle und werden beispielsweise für die Gestenerkennung eingesetzt. Umsatzentwicklung Im Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in Höhe von €2.148 Millionen; ein Wachstum von 5 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.041 Millionen. Das Segment steuerte 31 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzanstieg war durch unser Geschäft mit Leistungshalbleitern getrieben. Hierzu zählen unsere Geschäftsfelder AC-DC-Stromversorgung und DC-DC-Stromversorgung. Beide Geschäftsfelder wuchsen zweistellig. Unsere OptiMOS™-Leistungstransistoren der unteren und mittleren Spannungsklasse profitierten einerseits von der steigenden Anzahl von Anwendungen mit Gleichstrommotoren, insbesondere mit bürstenlosen Gleichstrommotoren. Beispiele hierfür sind Bohrmaschinen, Akkuschrauber sowie Multikopter für Transport, Landwirtschaft und Freizeit. Andererseits blieb die Nachfrage nach unseren OptiMOS™-Leistungstransistoren auch in Anwendungen ohne Motor hoch: zum Beispiel in Fotovoltaik-Wechselrichtern sowie in DC-DC-Stromversorgungen mit digitaler Regelung in Servern. Neben unseren OptiMOS™-Niedervolt-Leistungstransistoren profitierten davon auch unsere Ansteuer- sowie Treiber-ICs. Der Umsatzschub bei AC-DC-Stromversorgungen kam einerseits aus einem guten konjunkturellen Umfeld über alle Anwendungsbereiche und andererseits aus einer deutlichen Erweiterung der Modellpalette unserer Hochvolt-Leistungstransistoren der CoolMOS™-Familie. Der technologische Vorsprung dieser Produkte zeigt sich unter anderem am großen Markterfolg unserer Produkte bei der Ausstattung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in China. Der größte Bedarf an CoolMOS™-Produkten entsteht jedoch bei Netzteilen aller Art, insbesondere bei hocheffizienten Netzteilen für Server in Rechenzentren. Die sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2016 abzeichnende Schwäche im Bereich Smartphones setzte sich bis zur Mitte des abgelaufenen Geschäftsjahres fort. Erst in der zweiten Hälfte zog die Nachfrage wieder an. Dennoch ergab sich für das gesamte Geschäftsjahr 2017 in diesem Bereich ein Umsatzrückgang. Das Geschäft mit Mobilfunk-Infrastruktur, insbesondere mit der vierten Generation (LTE), war wie schon in den Vorjahren von den Aktivitäten in China dominiert. Dort waren die Investitionen in die Infrastruktur rückläufig. Der Umsatz blieb daher in diesem Bereich unter dem Niveau des Vorjahres. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €427 Millionen; ein Anstieg um 21 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €354 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 19,9 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent). Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Ferner fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr die temporären Anlaufkosten für die Frontend-Fertigungsstätte Kulim 2 (Malaysia) geringer aus als im Vorjahr. Anwendungsfelder scroll Anwendungen in rauen Umgebungen Gleichstrommotoren LED- und konventionelle Beleuchtungssysteme Internet der Dinge › Luftfahrttechnik › Öl- und Gasexploration › Untersee-Telekommunikation › Verteidigungstechnik › Weltraumsysteme › E-Bikes › Heimwerkergeräte (z.B. Akkuschrauber, Bohrmaschinen) › Multikopter › Pedelecs Ladestationen für Elektrofahrzeuge Stromversorgung für: › Haushaltsgeräte › Mobile Geräte › PCs und Notebooks › Server › Telekommunikationstechnik › Unterhaltungselektronik › Kommunikation › Sensorik › Sprachsteuerung Mobile Endgeräte › Fitnessarmbänder › Navigationsgeräte › Smartphones › Tablets Mobilfunk-Infrastruktur › Basisstationen Marktposition Der Weltmarkt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren erreichte im Kalenderjahr 2016 eine Größe von US$5,775 Milliarden; ein Anstieg um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$5,496 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon ist mit einem Marktanteil von 26,4 Prozent weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 25,9 Prozent). Die Distanz zur Nummer zwei betrug 13,0 Prozentpunkte (Vorjahr: 11,9 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 63,8 Prozent. Chip Card & Security scroll UMSATZ €708 Millionen SEGMENTERGEBNIS €124 Millionen Das Segment Chip Card & Security im Geschäftsjahr 2017 Das Segment Chip Card & Security verfügt über 30 Jahre Erfahrung in den anspruchsvollsten und größten Sicherheitsprojekten der Welt. Als führender Anbieter von Sicherheitslösungen adressieren wir einerseits klassische Smartcard-Anwendungen und bieten andererseits Lösungen für den Bereich Embedded Security, also Sicherheit als Teil von größeren elektronischen Systemen. Zu den traditionellen Anwendungsfeldern gehören Bezahlkarten, elektronische hoheitliche Dokumente, SIM-Karten für Mobilkommunikation sowie Ticketing (Fahrkarten)-Lösungen. Das Geschäft mit behördlichen Dokumenten ist im Geschäftsjahr 2017 weiter gewachsen. In Europa beliefern wir rund 70 Prozent aller Ausweisprojekte. Hier konnten wir, genau wie in Asien, Afrika und Südamerika, weitere Aufträge gewinnen. Darüber hinaus sind wir auch in kleineren und regionalen Sicherheitsprojekten erfolgreich, mit denen wir unser Kundenportfolio diversifizieren. So entscheiden sich beispielsweise immer mehr Betreiber von Nahverkehrsnetzen für Ticketing-Lösungen, die auf dem offenen Sicherheitsstandard CIPURSE™ basieren. Infineon hat die Entwicklung und Einführung von CIPURSE™ maßgeblich unterstützt. Auch im Mobilfunk wird Infineon seine Sicherheitskompetenz künftig bei der Definition von Standards einbringen: Seit dem Frühjahr 2017 sind wir Mitglied der GSMA (Global System for Mobile Communications Association). Als führender Industrieverband der Mobilfunkbranche definiert sie beispielsweise die Anforderungen für neue embedded SIM (eSIM)-Lösungen. eSIMs werden während des Herstellungsprozesses in das zu vernetzende Gerät integriert. Sie werden für die Identifikation gegenüber dem Netzbetreiber benötigt. Unser breites Portfolio umfasst unter anderem den weltweit kleinsten eSIM-Chip für besonders kompakte tragbare Geräte wie Smartwatches. Auch im Auto kommen eSIMs zum Einsatz: Unsere zertifizierten eSIM-Sicherheitscontroller werden für die Notruffunktion (Emergency Call, kurz eCall), die ab 31. März 2018 in der EU für alle Neuwagen verpflichtend sein wird, verwendet. In einer zunehmend vernetzten Welt beschränkt sich der Sicherheitsgedanke nicht mehr nur auf den Schutz von Informationen im Speicher, sondern gilt auch für die Übertragung. Daher gewinnt Embedded Security im Zeitalter des Internet der Dinge zunehmend an Bedeutung. Hardwarebasierte Sicherheitslösungen sind erforderlich, um Komponenten oder ganze Systeme zu authentifizieren und die Integrität von Informationen sicherzustellen. Nur so lassen sich Mobilgeräte wie Laptops, Tablets und Wearables, aber auch Informations- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Industrieanlagen effektiv gegen unerlaubte Zugriffe schützen. Einfach zu implementierende Lösungen wie unsere erfolgreichen OPTIGA™ TPM- und OPTIGA™ Trust-Chipfamilien sind für unsere Kunden dabei besonders attraktiv. Aufgrund unserer Software- und Systemkompetenz sind wir in der Lage, Referenzdesigns zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Zertifizierung von Sicherheitslösungen, und wir bieten Software an, die in einem engen Zusammenhang mit unseren Sicherheitscontrollern steht (zum Beispiel Firmware, Treibersoftware, hardwarenahe Anwendungssoftware). Mit diesen Serviceleistungen reduzieren wir die Entwicklungsaufwendungen unserer Kunden und beschleunigen die Markteinführung ihrer Produkte. Umsatzentwicklung Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in Höhe von €708 Millionen; ein Wachstum von 1 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €703 Millionen. Das Segment steuerte 10 Prozent des Konzernumsatzes bei. Wie schon im Vorjahr lieferte das Geschäft mit hoheitlichen Dokumenten den höchsten Beitrag zum Umsatzwachstum. Aufgrund einer hohen Durchdringung mit chipbasierten Dokumenten in vielen Ländern der Welt gewinnt das Ersatzgeschäft zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus führen immer mehr Länder weitere chipbasierte Dokumente ein. Dadurch steigt die Zahl der ausgegebenen chipbasierten Dokumente. Das Geschäft mit Bezahlkarten wird weiterhin besonders von den Entwicklungen auf den Märkten China und USA bestimmt. Die Phase der Erstausrüstung kam schon gegen Ende des Vorjahres zum Abschluss; darauf folgte das Ersatzgeschäft. Insgesamt entwickelte sich der Markt mit Bezahlkarten im abgelaufenen Geschäftsjahr schwächer als prognostiziert. Dennoch konnte der Umsatz nahezu auf dem zuvor erreichten hohen Niveau gehalten werden. Smartphones und Smartwatches, die mit unserem embedded Secure Element (eSE)-Sicherheitschip ausgestattet sind, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr teilweise durch neue Modelle ersetzt. Dadurch kam es in diesem Bereich zum größten prozentualen Umsatzrückgang des Segments. Da nur wenige Hersteller mit wenigen Produkten am Markt aktiv sind, war es nicht möglich, diese Verluste zu kompensieren. Sehr erfreulich verlief dagegen die Nachfrage nach unseren Sicherheitslösungen für embedded SIM, TPM (Trusted Platform Module) und Authentifizierungen. Das höchste Wachstum mit fast einer Verdopplung zum Vorjahr erzielte unsere embedded SIM-Lösung, die im Wesentlichen für eCall-Anwendungen in Fahrzeugen eingesetzt wird. Hier profitieren wir von der gesetzlichen Vorgabe, dass ab März 2018 alle Neuwagen in Europa eine eCall-Funktion haben müssen. Die Automobilindustrie stattet jedoch bereits seit diesem Jahr viele Neuwagen mit dieser Funktion aus. Die Nachfrage nach unseren TPM-Lösungen erhöhte sich durch ihre Verwendung in Computern, Servern sowie verschiedenen vernetzten Geräten erheblich. Ein ähnlicher Trend wurde bei unseren Authentifizierungslösungen beobachtet. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €124 Millionen; ein Rückgang um 8 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €135 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 17,5 Prozent (Vorjahr: 19,2 Prozent). Das Segmentergebnis wurde im Wesentlichen durch gestiegene Betriebskosten beeinflusst. Sie beinhalten einerseits den im Vorjahr begonnenen Aufbau von Mitarbeitern in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb sowie andererseits höhere Entwicklungskosten bedingt durch mehr Kundenprojekte und eine Erweiterung des Produktportfolios. Diese Aktivitäten wurden teilweise schon im Vorjahr gestartet und sind eine Anpassung unserer Organisationsstruktur an die enormen Umsatzsteigerungen der letzten Jahre. Anwendungsfelder scroll Authentifizierung Automobil Hoheitliche Dokumente Internet der Dinge Ticketing, Zutrittskontrolle › Industriesteuerungen › Markenschutz › Spielekonsolen › Zubehör › Elektronische Mauterfassung (Toll Collect) › Schutz vor Manipulation (z.B. Fahrtenschreiber) › Vernetzte Fahrzeuge (z.B. eCall, Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) › Führerscheine › Gesundheitskarten › Personalausweise › Reisepässe › Industrie 4.0 › IT › Smarthome Mobilkommunikation › SIM-Karten › Maschine-zu- Maschine- Kommunikation Trusted Computing Zahlungsverkehr › Kredit- und Debitkarten › NFC-basiertes, kontaktloses Bezahlen › Mobiles Bezahlen Marktposition Der Weltmarkt für mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs umfasst kontaktbasierte und kontaktlose ICs für die Anwendungen SIM-Karten, Bezahlkarten, hoheitliche Dokumente, Zutrittskontrolle, Transport sowie Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Dieser Markt ist im Kalenderjahr 2016 um 1,8 Prozent geschrumpft: von US$2,84 Milliarden im Kalenderjahr 2015 auf US$2,79 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon wuchs im besagten Zeitraum unter allen Marktteilnehmern am schnellsten und konnte 0,9 Prozentpunkte Marktanteil gewinnen auf nunmehr 24,8 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 23,9 Prozent). Infineon hält nun wieder die Nummer-eins-Position. Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 85,0 Prozent. Standorte Europa scroll Allgemeine Funktion Kompetenzschwerpunkte bei Forschung und Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend Dänemark Herlev Forschung und Entwicklung - HiRel-Produkte Deutschland Augsburg Forschung und Entwicklung - Software für Chipkartenanwendungen Ditzingen Vertrieb Dresden Forschung und Entwicklung - CMOS-Derivat-Technologien, unter anderem für Hochfrequenz und Sensorik - Leistungshalbleiter FE - 200-mm- und 300-mm-Fertigung Duisburg Vertrieb, Forschung und Entwicklung - System-on-Chip-Entwicklung Erlangen Vertrieb Großostheim Distributionszentrum Hannover Vertrieb Karlsruhe Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Hitex Entwicklungswerkzeuge für Embedded Systeme Neubiberg Hauptsitz, Vertrieb, - Technologieintegration bei München Forschung und Entwicklung - Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung - IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Sensoren und Chipkarten-ICs - Leistungselektronik Neu-Isenburg Vertrieb Regensburg Forschung und Entwicklung - Kompetenzzentrum für Vormontage und Gehäuseentwicklung - Technologieentwicklung für Sensoren FE - Hochfrequenz - Analog- und Mixed-Signal-Komponenten - Leistungshalbleiter BE - Chipkartenmodule - Leistungshalbleiter - Sensoren Warstein Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Produktentwicklung IGBT-Module - Gehäuse- und Montagetechnologie für IGBT-Module - Gehäuse- und Montagetechnologie für SiC-Module BE - IGBT-Module - SiC-Module Finnland Espoo Vertrieb Frankreich Le Puy-Sainte-Réparade Forschung und Entwicklung - Integrierte Leistungshalbleiter Saint-Denis Vertrieb Toulouse Vertrieb Großbritannien Bristol Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Mikrocontrollersysteme für Automobilanwendungen Reigate Forschung und Entwicklung - Konzeption von Gehäuseinnovationen - Grundlagenentwicklung für Gehäuse Irland Dublin Logistik Italien Mailand Vertrieb Padua Forschung und Entwicklung - Integrierte Leistungshalbleiter Pavia Forschung und Entwicklung - Treiber-ICs für Motorsteuerungen Niederlande Nimwegen Forschung und Entwicklung - Lidar-Sensoren Rotterdam Vertrieb Österreich Graz Forschung und Entwicklung - Chipkartenanwendungen - Leistungshalbleiter - Sensorprodukte Klagenfurt Servicefunktion Linz Forschung und Entwicklung - Hochfrequenz-ICs Villach Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Leistungshalbleiter, Analog- und Mixed-Signal-ICs und Sensoren - Kompetenzzentrum für Dünnwafer- und Verbindungshalbleiter-Technologien FE - Leistungshalbleiter - SiC- und GaN-Technologie Wien Vertrieb Polen Warschau Vertrieb Portugal Porto Servicefunktion Rumänien Bukarest Forschung und Entwicklung - Integrierte Leistungshalbleiter - Mixed-Signal- und Hochfrequenzkomponenten - Chipkarten-ICs Russische Föderation Moskau Vertrieb Schweden Kista Vertrieb Schweiz Zürich Vertrieb Spanien Barcelona Vertrieb Madrid Vertrieb Türkei Istanbul Vertrieb Ungarn Cegléd BE - IGBT-Module Asien-Pazifik scroll Allgemeine Funktion Kompetenzschwerpunkte bei Forschung und Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend Australien Blackburn Vertrieb China Hongkong Vertrieb Peking Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Anwendungsentwicklung BE - IGBT-Stack-Montage Shanghai Distributionszentrum, Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Anwendungsentwicklung Shenzhen Vertrieb Wuxi BE - Chipkartenmodule - Diskrete Halbleiter - Leistungshalbleiter - IGBT-Module Xi'an Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Anwendungsentwicklung Indien Bangalore Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Software- und Systementwicklung - Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung Indonesien Batam BE - Integrierte Leistungshalbleiter Japan Nagoya Vertrieb Osaka Vertrieb Tokio Vertrieb Korea Cheonan BE - IGBT-Module Seoul Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Systemlösungen für Automobilanwendungen - Systemintegration für Leistungshalbleiter Malaysia Ipoh Forschung und Entwicklung - Gehäusederivate Kulim FE - Leistungshalbleiter Melaka Forschung und Entwicklung - Gehäuseentwicklung BE - Leistungshalbleiter - Diskrete Halbleiter - Sensoren - ICs Philippinen Muntinlupa Forschung und Entwicklung - Schnittstelle zu Backend-Partnern Singapur Regionaler Hauptsitz, Distributionszentrum, Vertrieb, Forschung und Entwicklung - IC-, Software- und Systementwicklung - Gehäusetechnologie - Testkonzepte BE - Kompetenzzentrum für Endtest Taiwan Taipeh Vertrieb Amerika scroll Allgemeine Funktion Kompetenzschwerpunkte bei Forschung und Entwicklung Fertigung FE = Frontend BE = Backend Brasilien São Paulo Vertrieb Mexiko Tijuana BE - Leistungshalbleiter USA Chandler Forschung und Entwicklung - Entwicklung und Charakterisierung von diskreten Leistungshalbleitern El Segundo Vertrieb, Forschung und Entwicklung - Komponenten für Luft- und Raumfahrt - Gehäuseplattformen Hayward Distributionszentrum Kokomo Vertrieb Lebanon Vertrieb Leominster Vertrieb, Forschung und - HiRel-Leistungskomponenten BE - HiRel-Leistungskomponenten Entwicklung - HiRel-Leistungsmodule - HiRel-Leistungsmodule Livonia Vertrieb Mesa Forschung und Entwicklung - Epitaxie FE - Epitaxie Milpitas Regionaler Hauptsitz, Vertrieb Morgan Hill Forschung und Entwicklung - Hochfrequenz-Leistungstransistoren BE - Hochfrequenz-Leistungstransistoren Morrisville Vertrieb San José Forschung und Entwicklung - Leistungshalbleiter für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Hochtemperaturanwendungen BE - HiRel-Hybridmodule Temecula FE - Leistungshalbleiter Tewksbury Forschung und Entwicklung - DC-DC-Spannungswandler, Treiber-ICs und Leistungs-ICs Torrance Forschung und Entwicklung - Controller-ICs für Digital Power Management Warwick Forschung und Entwicklung - Digital-Power-Management-Lösungen für DC-DC-Leistungsstufen Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) betrugen im Geschäftsjahr 2017 €776 Millionen nach €770 Millionen im Vorjahr; ein Anstieg um €6 Millionen beziehungsweise 1 Prozent. Sie sind somit prozentual geringer angestiegen als der Umsatz, der 9 Prozent zulegte. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,0 Prozent für F&E aufgewendet im Vergleich zu 11,9 Prozent im Vorjahr. Mit dieser Quote liegen wir weiterhin in unserem angestrebten Zielkorridor, nämlich bei einem Prozentsatz vom Umsatz im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich. An unseren Forschungs- und Entwicklungsstandorten beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2017 weltweit 6.362 Mitarbeiter (17 Prozent der Belegschaft), zum Ende des Geschäftsjahres 2016 waren es 6.057 Mitarbeiter (17 Prozent der Belegschaft). Infineon unterhält F&E-Abteilungen an 36 Standorten in 15 Ländern (siehe Kapitel "Standorte"). Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf €129 Millionen (Vorjahr: €98 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2017 €39 Millionen (Vorjahr: €31 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für F&E gingen von €75 Millionen im Geschäftsjahr 2016 auf €68 Millionen im Geschäftsjahr 2017 zurück. Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten F&E-Kosten entstehen nicht nur für Produktentwicklungen, sondern zunehmend auch für Plattformentwicklungen, für neue Produktfamilien sowie für neue Fertigungstechnologien. Hierzu zählen zum Beispiel die digitale Steuerung der Stromversorgung, Technologieplattformen für Nieder- und Hochvolt-Leistungsschalter, Leistungshalbleiter basierend auf den neuen Materialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie neue Sensortypen, insbesondere solche basierend auf unseren Magnetfeld-, Radar-, Infrarot- und MEMS (Mikro-Elektromechanische Systeme)-Technologien. Während in der Vergangenheit sowohl Forschung als auch Entwicklung meist technologie- beziehungsweise komponentenorientiert waren, spielen zunehmend die Systeme, in denen die Bauelemente zur Anwendung kommen, eine maßgebliche Rolle. Innovative Systemlösungen gehen von einer Optimierung der Systemfunktionalität aus. Wenn durch Einsparungen und Verbesserungen - zum Beispiel bei passiven Komponenten, Kühlung, Gehäuse, Gewicht, Zuverlässigkeit - ein Mehrwert für den Kunden entsteht, ist dieser bereit, für die dafür ursächlichen Halbleiterkomponenten einen höheren Preis zu bezahlen. Oft wird dabei die digitale Mikroelektronik mit Komponenten aus den Bereichen Hochfrequenz, Ansteuerung von Leistungsbauelementen, Sensorik oder Aktuatorik kombiniert, was zu einem deutlichen Leistungssprung führt. Zunehmend wird die Hardware auch durch Software ergänzt. Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt im Bereich Sensorik. Mit Sensoren wird die reale, analoge Welt erfasst. Die gemessenen Signale werden zunächst digitalisiert und entsprechend den Anforderungen der Anwendung als digitale Werte verarbeitet, übertragen und gespeichert. Infineon verfügt über nahezu 40 Jahre Erfahrung in Sensordesign und Sensorfertigung und bietet das umfassendste Portfolio an Druck- und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen an. Weiterhin bilden Fertigungstechnologien und Transistorarchitekturen für Leistungshalbleiterkomponenten auf Basis neuer Materialien einen zukunftsweisenden Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten. Im Mai des abgelaufenen Geschäftsjahres brachten wir unseren ersten MOSFET-Leistungstransistor auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) auf den Markt - mit durchschlagendem Erfolg. Unsere Kunden haben innerhalb kürzester Zeit Projekte mit einem Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich mit uns vereinbart. Unser derzeitiges Hauptprodukt ist ein 1.200-Volt-SiC-Modul (siehe auch Kapitel "Die Segmente - Industrial Power Control"). Die Hauptanwendungen sind Fotovoltaik-Umrichter sowie die Infrastruktur für Elektromobilität, insbesondere Schnellladestationen. Diese Markterfolge zeigen, dass sich die nicht zustande gekommene Übernahme von Wolfspeed im Februar 2017 nicht nachteilig auf unser Geschäft in diesem Anwendungsfeld ausgewirkt hat. Parallel zu den Vorbereitungen für die Übernahme hatten wir die Entwicklung des SiC-Trench-MOSFETs beschleunigt, um den nächsten Technologieschritt zu vollziehen. Darüber hinaus wurde eine Initiative mit dem Ziel gestartet, unsere SiC-bezogenen Entwicklungen und damit die Markteinführung eigener Produkte zu beschleunigen. Hierfür wurden neue Stellen in allen Regionen und allen Funktionsgruppen (Technologieentwicklung, Qualitätsmanagement, Vertrieb, Anwendungsunterstützung) geschaffen. Der Schwerpunkt unserer künftigen Entwicklungsaktivitäten im Bereich SiC liegt in der Erweiterung des Produktportfolios, und zwar sowohl bezüglich weiterer Bauformen (dies betrifft die Gehäuse und die Topologien in den Modulen) als auch bezüglich höherer Spannungsklassen (zum Beispiel 1.700 Volt). Darüber hinaus arbeiten wir an der Qualifizierung dieser Komponenten für den Einsatz im Bereich Elektrofahrzeuge. Anwendungen hierbei sind die On-Board-Batterieladeeinheit sowie mittel- bis langfristig der Hauptumrichter für den Antriebsstrang. Auch im Bereich Galliumnitrid (GaN) haben wir bedeutende Fortschritte erzielt. Das vor knapp drei Jahren gestartete Programm zur Entwicklung von Produkten basierend auf einem sogenannten Enhancement-Mode (e-Mode)-GaN-Transistor hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr die ersten Produkte unserer CoolGaN™-Familie, verschiedene 600-Volt-GaN-Leistungstransistoren, auf den Markt gebracht und damit bereits Umsatz erzielt. Die Hauptanwendungen dieser GaN-Produkte sind auf höchste Effizienz optimierte Netzteile für leistungsstarke Server in Rechenzentren. Die bis zu 3.000 Watt starken Netzteile, die GaN nutzen, können anders gestaltet werden als siliziumbasierte Netzteile. Je nach Konfiguration sind dadurch Systemkostenvorteile realisierbar. Durch die höhere Effizienz verringert sich der Kühlaufwand, und die Kosten für Kühlkörper und Klimatisierung sinken. Denn höchste Effizienz und damit eine Minimierung der laufenden Betriebskosten werden von den Betreibern der Rechenzentren - wie zum Beispiel Google, Facebook, Amazon Web Services oder Microsoft - gefordert, liegt doch der Strombedarf solcher Rechenzentren mit bis zu 40.000 Servern im zweistelligen Megawatt-Bereich. Eine Verbesserung des Wirkungsgrads um 1 Prozentpunkt bedeutet dann eine Einsparung von mehreren Hundert Kilowatt. Ebenso kann die Kompaktheit - also Leistungsdichte, gemessen in Watt pro Kubikzentimeter - erhöht werden. Sie ist wichtig, weil jeder Quadratmeter Stellfläche in den klimatisierten Räumen sehr teuer ist. Neben Servern spielt die Leistungsdichte auch bei extrem dünnen Flachbildschirmen sowie bei kompakten Ladegeräten und Adaptern von mobilen Endgeräten eine Rolle. Jedoch wird es bei diesen preissensitiven Märkten wohl noch länger dauern, bis eine breite Akzeptanz von GaN-Transistoren erreicht sein wird. Die Entwicklung der nächsten Generation unseres GaN-Transistors hat bereits begonnen. Mit dieser neuen Architektur lassen sich kleinere und somit günstigere Transistoren realisieren. Dies wird die Einführung der GaN-Technologie auch in preissensitiven Märkten begünstigen. Ferner arbeiten wir an integrierten GaN-Lösungen, in denen entweder mehrere Transistoren oder Transistor und Ansteuerung monolithisch verbunden oder gemeinsam verpackt werden. Diese kompakten Lösungen können zum Beispiel für Motorsteuerungen in Waschmaschinen oder Klimaanlagen zum Einsatz kommen. Die Serienfertigung unserer GaN-Produkte erfolgt in Villach (Österreich) auf einer 150-Millimeter-Wafer-Fertigungslinie. Der Übergang der Serienfertigung auf 200-Millimeter-Wafern ist in Planung. Ein weiterer Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten liegt im Bereich der Digitalisierung der Ansteuerung von Leistungshalbleitern. Wir befinden uns im Übergang von der analogen Ansteuerung zur digitalen Ansteuerung von Leistungsschaltern. Digitale Ansteuerungen ermöglichen eine wesentlich bessere Anpassung an die verschiedenen Betriebszustände (zum Beispiel Stand-by, Teillast, Volllast), aber auch eine bessere Nutzung der immer komplexeren Leistungsbauelemente. Durch die Programmierfähigkeit der Ansteuer-ICs ist es für den Kunden bei kürzeren Lernzyklen einfacher, die Funktion der Steuerung ihren Bedürfnissen anzupassen. Bei MOSFET-basierten Steuerungen hat der Übergang bereits vor einigen Jahren begonnen; bei IGBT-basierten Steuerungen hat dieser Trend nun eingesetzt. Infineon ist bei der Digitalisierung der gesamten Kette, bestehend aus Ansteuer-IC, Treiber-ICs und Leistungsschalter, vertreten. Infineon nutzt seine technischen Kernkompetenzen systematisch, wobei die Segmente eng zusammenarbeiten. So können wir unsere Skalenvorteile bei Leistungshalbleitern, Hochfrequenz und IT-Sicherheit effizient nutzen. Infineon demonstriert als weltweit erstes Unternehmen Algorithmus für Post-Quantum-Kryptografie in kontaktlosen Sicherheitschips In der Welt der Sicherheit ist vorausschauendes Handeln erforderlich. Die Entwickler von Infineon müssen sich geistig in die Zukunft versetzen und überlegen schon heute, welchen Anforderungen ihre Produkte in 10 oder 20 Jahren gerecht werden müssen. Pässe sind zum Beispiel bis zu 10 Jahre im Gebrauch. Vernetzte Fahrzeuge oder auch Industriesteuerungen sollen auch noch in 20 Jahren gut gesichert arbeiten können. Dementsprechend sollen auch die implementierten Sicherheitslösungen langfristig schützen. Das heißt, bereits bei der Auslieferung müssen Angriffe bedacht werden, die unter Umständen erst in vielen Jahren möglich sind. Quantencomputer stellen ein solches Szenario dar, das in 10, 20 oder vielleicht erst 30 Jahren zu einer Bedrohung heutiger Sicherheitsfunktionen werden könnte. Zukünftige Quantencomputer werden spezielle Probleme sehr viel schneller als konventionelle Computer lösen können. Leider gehört zu ihren Fähigkeiten auch, dass sie viele aktuell genutzte kryptografische Verfahren sehr leicht angreifen könnten. Damit das nicht passiert, setzt sich Infineon mit Verschlüsselungstechnologien für diese Zeit, der sogenannten Post-Quantum Cryptography (PQC), auseinander und arbeitet daran, sie in Sicherheitsprodukte von Infineon zu integrieren. Wie die Entwickler des Segments Chip Card & Security im abgelaufenen Geschäftsjahr gezeigt haben, lassen sich ganz neue, spezielle Algorithmen auf herkömmlichen Prozessoren abbilden, die auch Quantencomputer aufgrund ihrer Architektur praktisch nicht oder nur sehr schwer aushebeln können. Neue Algorithmen mussten gefunden werden. Das ist der wesentliche Punkt. Aus dem Wissen, wie Quantencomputer arbeiten, konnte abgeleitet werden, wie neue Verschlüsselungsalgorithmen aussehen müssten, die gegen Angriffe von Quantencomputern resistent sind. Die neuen Algorithmen können auf herkömmlichen Computerarchitekturen und Sicherheitscontrollern laufen. Darüber hinaus zu zeigen, dass PQC-Algorithmen auch auf kontaktlosen Sicherheitschips funktionieren, ist Infineon jetzt als erstem IC-Hersteller gelungen. Wegen der beschränkten Ressourcen auf diesen Chips ist dies alles andere als trivial. Es steht nur wenig Speicher für Software zur Verfügung. Und weil die Chips kontaktlos sind, müssen sie ihre Energie aus den elektromagnetischen Wellen gewinnen, die das Lesegerät aussendet. Sie müssen also mit nur sehr wenig Energie auskommen. Auch muss es möglich sein, die verschlüsselten Daten in Bruchteilen von Sekunden zu übertragen. Das große Ziel ist es, den Algorithmus für eine große Zahl von Anwendungen verfügbar zu machen, also für all die vielen kleinen Produkte wie Geldkarten, Gesundheitskarten oder elektronische Pässe. Im nächsten Schritt werden Standards definiert, damit die Systeme - also Karten und Lesegeräte unterschiedlicher Hersteller - miteinander kommunizieren können. Dies könnte bis 2023 der Fall sein. In den Jahren danach werden die ersten Produkte zur Marktreife entwickelt. Patente Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2017 rund 1.800 Patente angemeldet gegenüber rund 2.000 Patentanmeldungen im Vorjahr. Der leichte Rückgang erklärt sich aus unserer Entscheidung, Patente noch stärker auf ihre strategische Relevanz zu prüfen und nur mehr tendenziell qualitativ höherwertige Patente anzumelden. Das Patentportfolio bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2017 weltweit aus rund 27.300 Patenten und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 27.000). Operations Unsere Fertigungsstrategie folgt dem Grundsatz, dass durch Eigenfertigung ein Differenzierungspotenzial in Kosten und/oder Performance erreicht werden muss. Ist dies nicht der Fall, ist Fremdfertigung vorzuziehen. Das gilt sowohl für die Frontend-Fertigung als auch die Backend-Fertigung. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen. Für die Frontend-Fertigung ergibt sich aus diesem Grundsatz, dass Leistungshalbleiter, Sensoren und Hochfrequenzkomponenten bevorzugt an eigenen Fertigungsstandorten hergestellt werden. Hier verschaffen uns unsere Fertigungstechnologie und unser Prozess-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir Komponenten anbieten können, die nur in anspruchsvollen Fertigungsverfahren hergestellt werden können. Bei CMOS-basierten Prozesstechnologien hingegen arbeiten wir mit Fertigungspartnern zusammen. Dies betrifft den überwiegenden Teil unserer in 90-Nanometer-Fertigungstechnologie gefertigten Produkte sowie alle in 65 Nanometer und kleiner gefertigten Produkte. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller und Chipkarten-ICs. Bei der Backend-Fertigung kooperieren wir bei bestimmten Gehäusetypen mit Partnern, um ausreichend Kapazitätswachstum sicherstellen und Phasen starker Nachfrageschwankungen besser handhaben zu können. Dies werden wir vor allem im Bereich der Standard-Leistungshalbleitergehäuse weiter ausbauen. Ein weiterer erfolgreicher Schritt im Bereich Fertigungstechnologie ist die Einführung eines größeren Wafer-Durchmessers für die Fertigung von Leistungshalbleitern. Die Nutzung von 300-Millimeter-Dünnwafern bringt deutliche Vorteile bei der Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz. Allerdings sind die technischen Herausforderungen groß. Infineon ist bisher das einzige Unternehmen, das diesen Schritt erfolgreich umgesetzt hat. Der kontinuierliche Ausbau der Fertigungskapazitäten erfolgt planmäßig. Der nächste Meilenstein steht Ende des Kalenderjahres 2017 an. Bis dahin werden wir bis zu 30 Prozent der verfügbaren Reinraumfläche in Dresden (Deutschland) mit Anlagen für die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung ausstatten. Dann erwarten wir, dass der Produktivitätsvorteil zu greifen beginnt und die Kosten pro Chip der 300-Millimeter-Fertigung unter das Niveau unserer 200-Millimeter-Fertigungen fallen werden. Von den geringeren Investitionen je produzierten Chip profitieren wir schon heute. Die Nachfrage nach 300-Millimeter-fähigen Produkten wie MOSFETs und IGBTs ist sehr hoch, sodass bereits weitere Ausbauschritte in der Planung beziehungsweise in Umsetzung sind. Infineon unterhält insgesamt 18 Fertigungsstandorte in zehn Ländern: Dresden, Regensburg und Warstein (alle Deutschland); Villach (Österreich); Cegléd (Ungarn); Peking und Wuxi (beide China); Melaka und Kulim (beide Malaysia); Cheonan (Korea); Batam (Indonesien); Singapur; Tijuana (Mexiko) sowie Leominster, Mesa, Morgan Hill, San José und Temecula (alle USA) (siehe Kapitel "Standorte"). Zum 30. September 2017 waren an diesen Fertigungsstandorten 27.105 Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt (Vorjahr: 26.383 Mitarbeiter). Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2017 betrugen €1.022 Millionen. Dies ist ein Anstieg um €196 Millionen beziehungsweise 24 Prozent im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €826 Millionen. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz erhöhten sich von 12,8 Prozent im Vorjahr auf 14,5 Prozent im Geschäftsjahr 2017. Von den gesamten Investitionen entfielen €874 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €716 Millionen) und €148 Millionen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter F&E-Kosten (Vorjahr: €110 Millionen). Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf Investitionen in Fertigungsanlagen. Davon wiederum entfielen rund zwei Drittel auf Frontend-Fertigungsanlagen, der Rest im Wesentlichen auf Backend-Fertigungsanlagen. Meilensteine und wesentliche Investitionsschwerpunkte in der Fertigung im Geschäftsjahr 2017 Im Geschäftsjahr 2017 ergaben sich vier Investitionsschwerpunkte: 1. Ausbau der 300-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in differenzierenden Fertigungstechnologien für Leistungshalbleiter wie zum Beispiel MOSFET- und IGBT-Leistungsschalter. Auch wenn Leistungsschalter auf Basis von Verbindungshalbleitern ein hohes Wachstum verzeichnen, wird auf absehbare Zeit die weitaus größere Nachfrage nach diesen klassischen Leistungshalbleitern bestehen. 2. Ausbau der 200-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in differenzierenden Fertigungstechnologien wie zum Beispiel MEMS-Sensoren, Hochfrequenzkomponenten oder Leistungshalbleitern und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen. 3. Vollständige Umrüstung der Siliziumkarbid (SiC)-Fertigungslinien auf 150-Millimeter-Wafer. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr gestartete Serienfertigung des SiC-MOSFETs wurde von Anbeginn auf 150-Millimeter-Wafern gestartet. Zudem wurden die Fertigungslinien für SiC-Dioden von 100-Millimeter-Wafern auf 150-Millimeter-Wafer umgestellt. Als eines der ersten Unternehmen weltweit fertigt Infineon nun das gesamte SiC-Portfolio auf Wafern mit 150 Millimeter Durchmesser. 4. Ausbau der Backend-Fertigungskapazität für Elektromobilität. Aufgrund der starken Nachfrage nach IGBT-Modulen für den Antriebsstrang von Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen wurden die Backend-Fertigungskapazitäten erweitert. Der Ausbau erfolgte in Warstein für die IGBT-Module der HybridPACK™-Familie. Außerdem wurde in Wuxi eine zweite Fertigungshalle fertiggestellt. In einer Ebene des mehrstöckigen Gebäudes werden zukünftig ebenfalls IGBT-Module der HybridPACK™-Familie hergestellt. Damit wird später der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge bedient. Der Standort Newport (Wales) wurde zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres verkauft. Mit dem neuen Eigentümer wurde eine Kooperation über eine Auftragsfertigung über einen Zeitraum von zwei Jahren vereinbart. Dies ermöglicht dem neuen Eigentümer einen erfolgreichen Start und versetzt Infineon in Zeiten großer Nachfrage nach Leistungshalbleitern in die Lage, seine Kunden noch besser zu bedienen. Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr an den Frontend- und Backend-Standorten hauptsächlich in folgende Bereiche investiert: ― Weitere Erhöhung der Automatisierung in unseren Frontend- und Backend-Standorten, zum Beispiel die Verbesserung des fabrikinternen Transports der Wafer. ― Anpassung und Umrüstung von Fertigungslinien an das geänderte Produktportfolio, insbesondere durch den Start der Serienfertigung neuer Technologien und Produkte. ― Ausbau der Backend-Fertigungskapazität in Melaka. Es kommen Industrie 4.0-Elemente zur Anwendung, die die Fertigungseffizienz steigern. ― Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Frontend-Fertigung in Regensburg. Dort werden hauptsächlich Komponenten für Automobilanwendungen, insbesondere Radar, gefertigt. Unternehmensinternes Steuerungssystem Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen, die im Kapitel "Konzernstrategie" dargestellt ist. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Infineon hat sich vorgenommen, ― beim Umsatz mit durchschnittlich jährlich 8 Prozent zu wachsen, ― dabei über den Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 17 Prozent zu erzielen und ― über den Zyklus das oben genannte Umsatzwachstum mit Investitionen relativ zum Umsatz von 13 Prozent zu realisieren. Die Erreichung dieser finanziellen Ziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert einerseits kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen. Infineon setzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele ein. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, den quartalsweisen Prognosen, dem wöchentlichen Auftragseingang sowie aus den monatlichen Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe hierzu den Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" im Internet @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting) und Mitarbeiter (siehe Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"). Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance Standards eingehalten werden (siehe Kapitel "Corporate Governance"). Steuerungskennzahlen Hauptsteuerungskennzahlen Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen: ― das Segmentergebnis beziehungsweise die Segmentergebnis-Marge zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios, ― den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und ― die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses im Rahmen der vom Vorstand verabschiedeten Konzernstrategie liegt dabei in der Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente, erfolgt jedoch in enger Abstimmung mit dem Vorstand. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen. Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird. Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Alle drei Kennzahlen, insbesondere das Segmentergebnis, korrelieren stark mit dem Umsatzwachstum. Insofern ist das Umsatzwachstum keine eigene Hauptsteuerungskennzahl, wird aber indirekt über die drei Kennzahlen mit abgedeckt. Segmentergebnis Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Saldo aus Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten; Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 24). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2017 siehe Kapitel "Die Segmente" sowie "Das Geschäftsjahr 2017"). Free-Cash-Flow Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2017 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Infineon steuert sein operatives Nettoumlaufvermögen, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird. Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Free-Cash-Flow ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed (RoCE) Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Langfristige Vermögenswerte und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. scroll RoCE = Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern ------------------------------------------------------------------ Eingesetztes Kapital Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene berichtet. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen Vermögenswerte sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren (zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2017 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage"). Ergänzende Steuerungskennzahlen Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Das Umsatzwachstum wird laufend dem Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gegenübergestellt. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die F&E-Kosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen (zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Liquiditätskennzahlen Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen: ― Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments. ― Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten. ― Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten. ― Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Entwicklungskosten. Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage". Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Im Kapitel "Prognosebericht" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2017 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2017 und das Geschäftsjahr 2018. Nachhaltigkeit bei Infineon Die Nachhaltigkeitsaktivitäten werden im Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" beschrieben, den Sie auf unserer Internet-Seite finden. @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter In unserer Personalarbeit fokussieren wir uns auf die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter1 sowie auf die Gewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen. Wir sind davon überzeugt, dass erfolgreiche Personalarbeit eine Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg ist. Denn nur zufriedene, gesunde und erfolgreiche Mitarbeiter machen langfristig unternehmerische Höchstleistungen möglich und unterstützen uns bei der Erreichung unserer eingangs beschriebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele. Wir arbeiten tagtäglich daran, die Leistung und das Potenzial unserer Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. Die drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" und "Unsere Belegschaft" bündeln dabei alle unsere Aktivitäten. 1 Im Folgenden: Mitarbeiter (außer wenn zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern differenziert wird). Exzellente Führung Offenes und ehrliches Feedback Ohne Ehrlichkeit und offenes Feedback kann eine Organisation sich nicht weiterentwickeln. Dieser Grundgedanke findet Ausdruck in unseren gemeinsam definierten Werten - unserem "High Performance Behavior Model". Unsere Werte sind kein theoretisches Konstrukt: Das Modell zeigt, wie wir die Unternehmensziele erreichen wollen, und setzt Prioritäten. Ihre Bedeutung finden diese Verhaltensbeschreibungen unter anderem in den jährlichen Mitarbeitergesprächen im Rahmen des globalen STEPS-Prozesses (Abkürzung für "Steps To Employees' Personal Success"). Doch die grundlegende Kultur der Offenheit macht selbstverständlich hier nicht halt. Ebenso wichtig wie das Feedback von Führungskräften an Mitarbeiter ist uns die Rückmeldung von Teams an ihre Führungskräfte. Deshalb haben wir als Ergänzung zu den STEPS-Gesprächen das Format des Führungsgesprächs etabliert, das alle zwei Jahre für alle unsere Führungskräfte ab Senior-Manager-Ebene mit fünf oder mehr direkten Mitarbeitern stattfindet. Im Rahmen der Führungsgespräche bekommen Führungskräfte strukturiert Rückmeldung von ihren Mitarbeitern. Das ermöglicht ihnen, das eigene Führungsverhalten zu reflektieren, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und damit die Zusammenarbeit mit und im Team zu verbessern. Feedbackkultur entsteht nicht nur im Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, sondern ist ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit in Teams und Projekten, welchen wir aktiv unterstützen. Mitarbeiterbefragungen in den Fachbereichen, Feedback bei der Unternehmenskommunikation und nach Erreichen wichtiger Projekt- oder Prozessschritte: Dies sind feste Bestandteile unseres Arbeitsalltags. Offenes Feedback ist uns auch stets wichtig im konstruktiven Dialog mit unseren Arbeitnehmervertretern in den Betrieben. Die Mitbestimmung ist ein wesentlicher Faktor unserer Personalarbeit. Gemeinsam und vertrauensvoll gestalten wir in den jeweiligen Gremien, insbesondere im Gesamtbetriebsrat und im Unternehmenssprecherausschuss, die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Kernthemen. Mit der regelmäßigen Great Place to Work® -Befragung messen wir unsere Fortschritte in Sachen Führungs- und Feedbackkultur. Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie ihr Bestes geben können. Die Ergebnisse vom Frühjahr 2016 zeigen, dass wir uns im Vergleich zu 2013 in allen Kategorien verbessert haben. Was uns besonders freut: 78 Prozent aller befragten Mitarbeiter sagen: "Alles in allem ist dies ein sehr guter Arbeitsplatz". Führungskräfteentwicklung Gute Führung ist eine der Grundlagen für den Erfolg von Infineon. Gute Führung ermöglicht, dass jeder Einzelne seine Aufgaben erfolgreich erledigt und so zum Unternehmenserfolg beiträgt. Gleichzeitig erwarten unsere Mitarbeiter, dass sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen im passenden Umfeld weiterentwickeln können. In diesem Sinne sind die Gestaltung einer attraktiven Arbeitsumgebung und die langfristige Mitarbeiterbindung bei Infineon zentrale Aufgaben der Führungskräfte. Wir unterstützen unsere Führungskräfte dabei mit diversen Lern- und Entwicklungsangeboten auf den verschiedenen Führungsebenen. Unser Lernansatz umfasst dabei unterschiedliche Methoden aus Theorie und Praxis. Wir arbeiten im Rahmen von Präsenzveranstaltungen und E-Learnings an konkreten Praxisbeispielen, verstärken durch Mentoringprogramme und Lerntandems die Netzwerkbildung und erreichen so schnell umsetzbare Lernerfolge. Unser Führungskräfteentwicklungs-Programm "Infineon Leadership Excellence Program" bietet einen Trainingsrahmen, mit dem unsere Führungskräfte bestmöglich in ihrer Führungsrolle und -verantwortung unterstützt werden. Zusätzlich zum Besuch des Trainings führen die teilnehmenden Manager eine Selbsteinschätzung durch und erhalten im Anschluss ein Coaching. Neben dem "Infineon Leadership Excellence Program" bieten wir verschiedene Lernangebote für spezielle Lernanlässe an. Ein Beispiel hierfür ist das "New Leader Orientation"-Programm - ein firmeninterner Workshop für neue Führungskräfte mit Fokus auf Führungskultur und Führungsinstrumente bei Infineon. In einem weiteren Training, "Leadership in Healthy Lifestyle", das in Asien angeboten wird, lernen Top-Manager, wie sie ihre Ressourcen stärken und ihre Gesundheitskompetenz erweitern können. Das E-Learning "Health & Care" stellt zudem den Aspekt Gesundheit als Führungsaufgabe dar. Förderung der Talente Talentmarketing und -management Bei Infineon können Mitarbeiter ihre Karriere gemäß ihren individuellen Kenntnissen und Talenten in unterschiedlichen Laufbahnen, die sich an den Bedürfnissen von Infineon orientieren, entwickeln. Bereits etabliert sind vier Karrierewege: ― die Fachkarriere als "Individual Contributor", im Rahmen derer individuelle Expertise in einem klassischen Unternehmensbereich wie Finanzen, Einkauf oder Vertrieb gefördert wird; ― die "Technical Ladder", in der sich unsere technischen Experten weiterentwickeln können; ― die Projektmanagementkarriere, welche den Projektmanagern eine klare Perspektive für ihre persönliche Weiterentwicklung und Karriere bietet - und die Bedeutung für den Erfolg von Infineon bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten unterstreicht; sowie ― die Managerlaufbahn für die (Nachwuchs-)Führungskräfte. Als international tätiges Unternehmen wollen wir unseren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven über Organisationsgrenzen und Länder hinweg bieten. Ein wichtiges Instrument hierfür sind die weltweiten Development Conferences, in denen Führungskräfte gemeinsam mit dem Personalbereich die konkrete Weiterentwicklung unserer Talente diskutieren. In Asien-Pazifik (einschließlich Japan) bieten wir aufgrund der Erwartungshaltung der Mitarbeiter und spezieller Rahmenbedingungen vor Ort zusätzlich zu den Infineon-Karrierepfaden eigens entwickelte Talentmanagement-Programme an: "ENGINE" für die Managementlaufbahn und "TechStar" für den technischen Karriereweg. Beide Programme konzentrieren sich auf die Schlüsselbereiche Ausbildung, Interaktion mit dem Management und Anwendung des Gelernten in konkreten Projekten. Förderung der Vielfalt Als international agierendes Unternehmen ist uns die Vielfalt unserer Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Unser globales Diversity-Management schafft den Rahmen für eine Unternehmenskultur, die die Individualität jedes Mitarbeiters wertschätzt und Chancengerechtigkeit fördert - unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität. Die Schwerpunkte unseres Diversity-Engagements können dabei von Standort zu Standort variieren und sind auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist einer der Schwerpunkte unseres Diversity-Managements. Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis zum Jahr 2020 auf 15 Prozent zu erhöhen. So konnten wir den Anteil in der mittleren und oberen Führungsebene von 13,4 Prozent im Jahr 2016 auf 13,9 Prozent im Jahr 2017 steigern. Alle Unternehmensbereiche unterstützen dieses Ziel mit individuellen Maßnahmen und Leistungskennzahlen. An unserem langfristigen Ziel von 20 Prozent Frauen in Führungspositionen halten wir fest. scroll Mitarbeiter gesamt Frauen1 Männer1 Mittlere und obere Führungsebene2, 3 6.268 13,9 % 86,1 % Untere Führungsebene2 6.978 26,5 % 73,5 % Fachkräfte 24.233 46,5 % 53,5 % Gesamt 37.479 37,3 % 62,7 % 1 Angaben basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2017 in der jeweiligen Vergleichsgruppe. 2 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise sowie durch Projektleitungsfunktionen entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. 3 Inklusive des Vorstands. Weiterhin haben die Infineon Technologies AG sowie die Infineon Technologies Dresden GmbH im Zuge des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" Ziele für den Frauenanteil für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Details zur Zielerreichung zum 30. Juni 2017 beziehungsweise zu den neuen Zielsetzungen enthält das Kapitel "Corporate Governance". Hochschulkooperationen Zur Gewinnung von Berufseinsteigern setzt Infineon auf langfristige Kontakte zu Studierenden und Professoren -etwa über spezielle High-Potential-Programme: Infineon ist seit 2002 Mitglied im UNITECH-Netzwerk zur Förderung europäischer Ingenieurtalente. Inzwischen hat sich UNITECH für Infineon zu einer nachhaltigen Quelle für internationale Top-Profile entwickelt. Sehr erfolgreich ist die langjährige Kooperation mit dem Collège des Ingénieurs (CDI). Bei diesem internationalen MBA-Programm hat sich Infineon als attraktives und zuverlässiges Partnerunternehmen etabliert. Überdies organisiert Infineon beispielsweise an ausgewählten Top-Universitäten in China "Student Dialogs" sowie "Infineon Days" und unterhält langfristig angelegte "Joint Labs", "Training Labs" und einen Stiftungslehrstuhl zur dauerhaften Förderung der anwendungsbezogenen Forschung und Lehre. Qualifikation und Weiterbildung Wir messen der Weiterbildung unserer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert bei. Wir haben unsere Mitarbeiter mit all ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten immer im Blick, um sie persönlich wie fachlich voranzubringen. Im Fokus der Weiterbildung stehen: Fachschulungen, die die Fachkenntnisse und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen; Angebote zur gezielten Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur; Trainings zur Weiterentwicklung der sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten; Trainings zum Projektmanagement. Aber auch interne Weiterbildungsangebote wie Mentoring-Programme und "Trainings on the job" sind uns wichtig. Unsere Belegschaft Gesundheitsmanagement Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist für uns unverzichtbar. Wir schützen und fördern sie deshalb mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement. Präventionsprogramme wie "Fit4Health" in Deutschland und Österreich oder H.A.P.P.Y. (Healthy Active People Program for You) in Singapur stärken die Gesundheitskompetenz unserer Mitarbeiter. Fachkompetenzentwicklung Wie stellen wir uns bestmöglich für die Arbeitswelt der Zukunft auf? Eine Antwort auf diese Frage geben wir mit unserem strategischen Kompetenzmanagement, das künftig benötigte Fähigkeiten identifiziert und entsprechende Entwicklungspfade aufzeigt. Unser funktionales Trainingsangebot wird primär über die Plattform "Academy Connect" umgesetzt. Insgesamt elf global agierende "funktionale Akademien" (segment- und bereichsspezifisch) sowie weitere interne Trainingsanbieter arbeiten zusammen, um ein abgestimmtes Lernangebot zum Aufbau der fachlichen Kompetenzen bereitzustellen. Akademien gibt es zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Finanzen, Fertigung, Qualitätsmanagement und Supply Chain. Diese Lernangebote werden kontinuierlich ausgebaut. Denn mit der fachlichen und zielorientierten Entwicklung unserer Mitarbeiter wollen wir die Unternehmensstrategie unterstützen und unsere Produktivität erhöhen. Mitarbeiter und Personalaufwand Zum 30. September 2017 beschäftigte Infineon weltweit 37.479 Mitarbeiter gegenüber 36.299 Mitarbeitern zum 30. September 2016. Der weltweite Personalaufwand für aktive interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2017 €2.206 Millionen (Vorjahr: €2.047 Millionen). In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Pensionsaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten. Ausblick Unsere Personalarbeit führt erfolgreiche Initiativen und Programme fort und entwickelt neue Maßnahmen als Antwort auf aktuelle Anforderungen. Die langfristige Personalstrategie trägt dazu bei, immer wieder aufs Neue den High-Performance-Anspruch von Infineon zu erfüllen: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter kompetent und richtig eingesetzt sind und durch persönlichen Erfolg motiviert zum gemeinsamen Erfolg von Infineon beitragen. Dazu fokussiert sich unsere Personalarbeit auf die oben beschriebenen drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" sowie "Unsere Belegschaft". Mit der HR-Initiative "Connect" wollen wir innerhalb der nächsten Jahre die richtigen Weichen für die Zukunft stellen und so unseren High-Performance-Anspruch noch weiter steigern. Wir wollen modernste, digitale Technologien nutzen, um unsere Prozesse im Personalwesen noch leistungsfähiger und effizienter zu machen. Dabei hilft uns auch eine unternehmensweite Standardisierung und Vereinfachung unserer Systeme und Abläufe. Mit "Connect" werden wir unser Handeln an der Unternehmensstrategie ausrichten und unsere Unternehmenskultur weiter gestalten. Die Infineon-Aktie Basisinformationen zur Aktie scroll Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1:1) Grundkapital €2.272.401.858 (am 30. September 2017), €2.265.346.218 (am 30. September 2016) Ausgegebene Aktien1 1.136.200.929 (am 30. September 2017), 1.132.673.109 (am 30. September 2016) Eigenbesitz 6 Millionen Aktien (am 30. September 2017) ISIN WKN DE0006231004 623100 Börsenkürzel IFX (Aktie), IFNNY (ADS) Bloomberg Reuters IFX GY (Xetra), IFNNY US IFX-XE, IFNNY-XE Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) Marktkapitalisierung2 €24.039 Millionen (am 30. September 2017) Durchschnittlich auf Xetra gehandelte Aktien pro Tag in Stück 4.143.726 (im Geschäftsjahr 2017) Handel in den USA ADS, außerbörslicher Handel am OTC-Markt (OTCQX) Marktkapitalisierung2 US$28.504 Millionen (am 30. September 2017) Durchschnittlich gehandelte ADS pro Tag in Stück 98.358 (im Geschäftsjahr 2017) Indexmitglied (Auswahl) @ Eine ausführliche Übersicht über weitere wichtige Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/about-infineon/ investor/infineon-share/index-membership/ DAX 30 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability World Index Dow Jones Sustainability Europe Index 1 Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beinhaltet die Aktien in Eigenbesitz. 2 Die Aktien in Eigenbesitz wurden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt. @ Die Teilnahme an den Telefonkonferenzen ist im Internet als Webcast auf unseren Investor Relations-Seiten (www.infineon.com/ investor) möglich. Unseren Privataktionären stehen wir für Fragen per E-Mail ([email protected]) und per Telefon (+49 89 234-26655) zur Verfügung. Basisinformationen zu den Anleihen scroll 1,0 % Infineon-Anleihe vom 10. März 2015 1,5 % Infineon-Anleihe vom 10. März 2015 fällig am 10. September 2018, ISIN: XS1191115366 fällig am 10. März 2022, ISIN: XS1191116174 Rating von S&P Global Ratings seit Februar 2016: "BBB" (Ausblick "stabil") Weiterer Kursanstieg im Geschäftsjahr 2017 Im Geschäftsjahr 2017 setzte die Infineon-Aktie ihre positive Kursentwicklung aus den Vorjahren fort und beendete das Geschäftsjahr mit einem Schlusskurs von €21,27. Der Kursanstieg gegenüber dem Schlusskurs Ende des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von €15,88 beträgt 34 Prozent. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2017 entwickelte sich der Aktienkurs von Infineon unter leichten Schwankungen weitgehend seitwärts. Am 2. Dezember 2016 wurde mit €15,33 der Tiefststand im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Es folgte eine Aufwärtsbewegung mit stärkeren Kursschwankungen, die zum Schlusskurs von €21,27 führte. Dies war gleichzeitig der Höchstkurs im Geschäftsjahr 2017. Mit einem Anstieg von 34 Prozent war die Wertentwicklung der Infineon-Aktie im Geschäftsjahr 2017 besser als die Kursentwicklung der Vergleichsindizes DAX und Dow Jones US Semiconductor Index. Der DAX stieg um 22 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index um 29 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) stieg im gleichen Zeitraum um 40 Prozent und hat damit den guten Anstieg der Infineon-Aktie sogar noch übertroffen. Handelsvolumen und DAX-Rangliste Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück auf Xetra verringerte sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent. Im Geschäftsjahr 2017 wurden täglich 4,1 Millionen Aktien gehandelt nach 5,5 Millionen Aktien im Vorjahr. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen gemessen in Euro stieg hingegen um 8 Prozent von €68,5 Millionen im Geschäftsjahr 2016 auf €74,3 Millionen im Geschäftsjahr 2017. In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS (American Depositary Share) außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Das durchschnittliche Volumen der pro Tag gehandelten ADS verminderte sich im Geschäftsjahr 2017 von 216 Tausend ADS auf 98 Tausend ADS. Die Anzahl der ausstehenden ADS stieg hingegen von 16,7 Millionen ADS zum Ende des Geschäftsjahres 2016 auf 21,8 Millionen Stück zum 30. September 2017. In der DAX-Rangliste verbesserte sich Infineon beim Kriterium der Marktkapitalisierung um eine Position von Platz 17 zum Ende des Geschäftsjahres 2016 auf Rang 16 am Ende des Geschäftsjahres 2017. Hinsichtlich des gehandelten Volumens in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett belegte Infineon zum Vorjahr unverändert den 19. Platz. Aktionärsstruktur Zum 30. September 2017 hielten drei Aktionäre jeweils mehr als 3 Prozent der ausgegebenen Aktien von Infineon. Am Ende des Geschäftsjahres 2016 waren vier Aktionäre mit jeweils mehr als 3 Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt. Das von Privataktionären gehaltene Aktienkapital blieb mit einem Anteil von 9,52 Prozent am Ende des Geschäftsjahres 2017 nach 9,53 Prozent zum Ende des Vorjahres quasi stabil. Dividende In den letzten Jahren hat Infineon die Dividendenzahlung kontinuierlich bis auf €0,20 je Aktie für das Geschäftsjahr 2015 erhöht. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 16. Februar 2017 eine weitere Anhebung der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 um 10 Prozent auf €0,22 je Aktie vorgeschlagen. Die Aktionäre haben diesem Vorschlag zugestimmt. Somit wurde nach den neuen Regelungen des Aktiengesetzes am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung, also am 21. Februar 2017, ein Betrag von €248 Millionen an die Aktionäre ausbezahlt. Die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien betrug zu diesem Zeitpunkt 1.126.673.109 Stück. Zum 30. September 2017 belief sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien auf 1.136.200.929. Hierin enthalten sind unverändert 6 Millionen Aktien in Eigenbesitz. Diese sind nicht dividendenberechtigt. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung soll den Aktionären auf der Hauptversammlung 2018 für das Geschäftsjahr 2017 eine Erhöhung der Dividende um 3 Cent von €0,22 auf €0,25 vorgeschlagen werden. Zur Dividendenpolitik siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie". scroll Dividende für Geschäftsjahr Dividende je Aktie in € 2010 0,10 2011 0,12 2012 0,12 2013 0,12 2014 0,18 2015 0,20 2016 0,22 Vorschlag 2017 0,25 Geschäftsentwicklung des Konzerns Darstellung der Ertragslage Posten der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung scroll € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2017 2016 Umsatzerlöse 7.063 6.473 Bruttoergebnis vom Umsatz 2.621 2.330 Forschungs- und Entwicklungskosten -776 -770 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -819 -791 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Saldo -43 -6 Betriebsergebnis 983 763 Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Saldo) -53 -61 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 3 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -142 36 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 791 741 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1 2 Konzernjahresüberschuss 790 743 Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,70 0,66 Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,70 0,66 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,85 0,76 Konzernjahresüberschuss verbessert Im Geschäftsjahr 2017 hat sich der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um €47 Millionen auf €790 Millionen verbessert. Die positive Geschäftsentwicklung ließ die Umsatzerlöse um 9 Prozent auf €7.063 Millionen steigen. Der Ergebnisbeitrag, im Wesentlichen bedingt durch den Umsatzanstieg, führte zu einem Anstieg des Betriebsergebnisses um 29 Prozent oder €220 Millionen auf €983 Millionen. Gegenläufig wirkten höhere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (siehe Konzernanhang Nr. 4). Weiterhin sind akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen in Höhe von €153 Millionen (Vorjahr: €191 Millionen) hauptsächlich für International Rectifier (insbesondere Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation) enthalten. Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) liegt mit €0,70 je Aktie entsprechend über dem Ergebnis je Aktie des Vorjahres in Höhe von €0,66. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte von €0,76 auf €0,85 je Aktie weiter verbessert werden (zur Ermittlung siehe "Bereinigtes Ergebnis je Aktie weiter verbessert" in diesem Kapitel). Positive Geschäftsentwicklung führt zu Umsatzanstieg Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 um €590 Millionen auf €7.063 Millionen (Vorjahr: €6.473 Millionen). Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung konnten alle vier operativen Segmente die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr steigern (siehe Kapitel "Die Segmente"). Vor allem die starke Nachfrage nach Halbleitern in den Bereichen Automobil, Industrie und Stromversorgungen führte zum Umsatzwachstum. Das umsatzstärkste Segment Automotive trug mit 56 Prozent mehr als die Hälfte zum Umsatzwachstum bei. Kein wesentlicher Einfluss der Währungseffekte auf die Umsatzerlöse Ein Großteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2017 ist in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von rund 1,11 gegenüber dem Vorjahr nicht. Über alle Währungen und das gesamte Geschäftsjahr hinweg gesehen, trugen die Währungseffekte mit weniger als 1 Prozent zum Umsatzanstieg bei. Der Währungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsatzerlöse des aktuellen Geschäftsjahres die jeweiligen durchschnittlichen Wechselkurse des vorherigen Geschäftsjahres angewendet werden. Die Bedeutung von Asien-Pazifik nimmt kontinuierlich zu; China vor Deutschland wichtigster Absatzmarkt scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2017 2016 Europa, Naher Osten, Afrika 2.272 32 % 2.147 33 % Darin: Deutschland 1.094 15 % 1.000 15 % Asien-Pazifik (ohne Japan) 3.447 49 % 3.083 48 % Darin: China 1.735 25 % 1.574 24 % Japan 463 7 % 424 6 % Amerika 881 12 % 819 13 % Darin: USA 714 10 % 661 10 % Gesamt 7.063 100 % 6.473 100 % Mit €364 Millionen entfiel mehr als die Hälfte des Umsatzwachstums (62 Prozent) auf die Region Asien-Pazifik (ohne Japan), gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit einem Anstieg von €125 Millionen (entspricht 21 Prozent des Umsatzanstiegs) sowie der Region Amerika mit einem Anstieg von €62 Millionen (entspricht 11 Prozent des Umsatzanstiegs). War die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) bereits im Vorjahr mit 48 Prozent die nach Umsatz größte Region, so erhöhte sich die Bedeutung im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter. Asien-Pazifik (ohne Japan) repräsentierte nun 49 Prozent vom Umsatz gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit 32 Prozent. China wies mit einem Anteil von €1.735 Millionen oder 25 Prozent am weltweiten Infineon-Umsatz den höchsten Umsatz auf Länderebene auf, gefolgt von Deutschland mit €1.094 Millionen oder 15 Prozent. Anstieg der Bruttomarge Die Bruttomarge verbesserte sich im Geschäftsjahr 2017 mit 37,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 36,0 Prozent. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Umsatzsteigerung, vor allem bei Automotive, und damit verbunden eine höhere Auslastung sowie positive Währungseffekte zurückzuführen. Weiterhin werden in den Umsatzkosten Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen für International Rectifier (insbesondere höhere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die im Rahmen der Kaufpreisallokation zu beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden) in Höhe von €89 Millionen (Vorjahr: €96 Millionen) erfasst. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2017 2016 Umsatzkosten 4.442 4.143 Prozentuale jährliche Veränderung 7 % 12 % Prozent vom Umsatz 62,9 % 64,0 % Bruttoergebnis vom Umsatz 2.621 2.330 Prozent vom Umsatz (Bruttomarge) 37,1 % 36,0 % Betriebskosten im Verhältnis zum Umsatz weiter rückläufig Bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) war im Geschäftsjahr 2017 ein Anstieg um €34 Millionen auf €1.595 Millionen zu verzeichnen (Vorjahr: €1.561 Millionen). Damit betrugen die Betriebskosten 22,6 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 24,1 Prozent). Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) Die ausgewiesenen F&E-Kosten werden durch vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu F&E-Projekten sowie aktivierte Entwicklungskosten gemindert. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2017 2016 Forschungs- und Entwicklungskosten 776 770 Prozentuale jährliche Veränderung 1 % 7 % Prozent vom Umsatz 11,0 % 11,9 % Darin berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse 68 75 Prozent vom Umsatz 1,0 % 1,2 % Nachrichtlich: Aktivierte Entwicklungskosten 129 98 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 16,6 % 12,7 % Die F&E-Kosten sind mit €776 Millionen im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zu €770 Millionen im Geschäftsjahr 2016 um €6 Millionen beziehungsweise 1 Prozent angestiegen. Damit beliefen sie sich auf 11,0 Prozent (Vorjahr: 11,9 Prozent) vom Umsatz und befinden sich weiterhin planmäßig im Zielkorridor eines unteren bis mittleren Zehnerprozentbereichs vom Umsatz. Um die Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen, wurden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert und unter anderem weitere Mitarbeiter eingestellt. Zum 30. September 2017 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 6.362 Mitarbeiter beschäftigt (30. September 2016: 6.057). Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2017 werden im Kapitel "Forschung und Entwicklung" näher erläutert. Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2017 2016 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 819 791 Prozentuale jährliche Veränderung 4 % 2 % Prozent vom Umsatz 11,6 % 12,2 % Mit 11,6 Prozent des Umsatzes verringerten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem Vorjahr (12,2 Prozent). Absolut erhöhten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten um €28 Millionen beziehungsweise um 4 Prozent auf €819 Millionen und damit unterproportional zum Anstieg der Umsatzerlöse. Sonstige betriebliche Aufwendungen gestiegen Der Saldo aus Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen ist gegenüber dem Vorjahr von minus €6 Millionen auf minus €43 Millionen zurückgegangen. Im Saldo sind unter anderem der Verlust aus dem Verkauf von 100 Prozent der Anteile der IR Newport Limited ("Newport") in Höhe von €13 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 5) sowie die vertraglich vereinbarte Kompensationszahlung von €12 Millionen an das US-amerikanische Unternehmen Cree Inc. aufgrund der nicht zustande gekommenen Akquisition von Wolfspeed enthalten. Effektive Steuerquote von 15,2 Prozent Bei Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €142 Millionen im Geschäftsjahr 2017 beläuft sich die Steuerquote, bezogen auf ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von €933 Millionen, auf 15,2 Prozent. Im Vorjahr wurde ein Steuerertrag von €36 Millionen erzielt, der im Wesentlichen auf latente Steuererträge im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Integration von International Rectifier zurückzuführen war. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Geschäftsjahr 2017, wie im Vorjahreszeitraum, durch ausländische Steuersätze, nicht abzugsfähige Aufwendungen, Steuervergünstigungen und Änderungen der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beeinflusst. Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Konzernanhang Nr. 4. Ergebnis je Aktie verbessert Der verbesserte Konzernjahresüberschuss führte zu einem entsprechenden Anstieg des Ergebnisses je Aktie. Beliefen sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2016 auf jeweils €0,66, lagen die entsprechenden Werte im Geschäftsjahr 2017 bei €0,70. Bereinigtes Ergebnis je Aktie weiter verbessert Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere International Rectifier) als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) wie folgt: scroll € in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2017 2016 Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 791 742 Zuzüglich/Abzüglich: Wertaufholungen/Wertminderungen von Vermögenswerten und von zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten, Saldo 5 16 Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo 3 -7 Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen 13 9 Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen 153 191 Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo 15 4 Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo 36 6 Steuereffekt auf Bereinigungen -49 -49 Wertaufholung beziehungsweise Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern, die aus der jährlich zu aktualisierenden Ertragsprognose resultieren - -59 Bereinigter Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 967 853 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen) - verwässert 1.134 1.129 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert1 0,85 0,76 1 Die Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten. Der bereinigte Konzernjahresüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen. Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 6 dargestellt. Darstellung der Vermögenslage scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 30. September 2017 30. September 2016 Veränderung Kurzfristige Vermögenswerte 4.871 4.492 8 % Langfristige Vermögenswerte 5.074 4.595 10 % Summe Vermögenswerte 9.945 9.087 9 % Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.098 1.530 37 % Langfristige Verbindlichkeiten 2.211 2.534 -13 % Summe Verbindlichkeiten 4.309 4.064 6 % Summe Eigenkapital 5.636 5.023 12 % Bilanzkennzahlen: Gesamtkapitalrendite1 7,9 % 8,2 % Eigenkapitalquote2 56,7 % 55,3 % Eigenkapitalrendite3 14,0 % 14,8 % Verschuldungsgrad4 32,5 % 35,2 % Vorratsintensität5 12,5 % 13,1 % RoCE6 14,9 % 15,0 % 1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe Vermögenswerte 2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Summe Vermögenswerte 3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Eigenkapital 4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten)/Eigenkapital 5 Vorratsintensität = Vorräte (netto)/Summe Vermögenswerte 6 Ermittlung siehe nachfolgenden Abschnitt betreffend RoCE Kurzfristige Vermögenswerte vor allem durch Anstieg der Brutto-Cash-Position gestiegen Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum 30. September 2017 um 8 Prozent auf €4.871 Millionen, verglichen mit €4.492 Millionen zum 30. September 2016. Darin stieg Infineons Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) um €212 Millionen (siehe ausführlich "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Darüber hinaus erhöhten sich die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um in Summe €126 Millionen infolge des organischen Umsatzwachstums der Segmente. Anstieg der langfristigen Vermögenswerte durch Vollkonsolidierung der MoTo und Investitionen Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von €4.595 Millionen zum 30. September 2016 um €479 Millionen auf €5.074 Millionen zum 30. September 2017. Mit Wirkung zum 30. Dezember 2016 hat Infineon 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo") erworben und die Vermögenswerte und Schulden wurden ab diesem Zeitpunkt vollständig in den Infineon-Konzern einbezogen. Dies bedingte einen Anstieg der Sachanlagen um €366 Millionen. Die übrigen Investitionen ins Sachanlagevermögen beliefen sich auf €874 Millionen. Gegenläufig wirkten Abschreibungen in Höhe von €652 Millionen. Investiert wurde unter anderem in die Fertigungsstätten in Melaka und Kulim (beide Malaysia), Dresden und Regensburg (beide Deutschland) sowie Villach (Österreich). Der Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte verringerten sich wechselkursbedingt um €58 Millionen. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte lagen mit €148 Millionen unter den Abschreibungen von €160 Millionen. Anstieg der Verbindlichkeiten im Wesentlichen durch Vollkonsolidierung der MoTo Zum 30. September 2017 lagen die Verbindlichkeiten bei €4.309 Millionen und damit um €245 Millionen (6 Prozent) über denen zum 30. September 2016 (€4.064 Millionen). Hierbei erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um €163 Millionen unter anderem im Zuge des organischen Umsatzwachstums der Segmente und aufgrund des hohen Investitionsvolumens. Die Finanzverbindlichkeiten stiegen um insgesamt €65 Millionen. Darin enthalten sind €219 Millionen aufgrund der oben beschriebenen vollständigen Einbeziehung der MoTo-Finanzverbindlichkeiten und gegenläufig die Rückzahlung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €119 Millionen. Wechselkursbedingt gingen die Finanzverbindlichkeiten um €40 Millionen zurück. Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Nr. 12 erläutert. Ferner stiegen die Rückstellungen und Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern um €57 Millionen, da die Neubildung der erfolgsabhängigen Mitarbeitervergütung für den Berichtszeitraum die für das Vorjahr getätigten Zahlungen überstieg. Gegenläufig wirkte vor allem der Rückgang der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen um €101 Millionen hauptsächlich aufgrund versicherungsmathematischer Gewinne durch die aktuelle Zinsentwicklung (siehe ausführlich Konzernanhang unter Nr. 14). Eigenkapital im Wesentlichen durch Konzernjahresüberschuss gestiegen Das Eigenkapital ist zum 30. September 2017 um €613 Millionen (12 Prozent) auf €5.636 Millionen gestiegen (30. September 2016: €5.023 Millionen). Ursächlich hierfür waren vor allem der im Geschäftsjahr 2017 erzielte Konzernjahresüberschuss von €790 Millionen sowie im sonstigen Ergebnis erfasste versicherungsmathematische Gewinne aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von €118 Millionen nach Steuern (siehe ausführlich hierzu im Konzernanhang unter Nr. 14 und 15). Gegenläufig wirkten im Wesentlichen die für das Geschäftsjahr 2016 gezahlte Dividende von €248 Millionen und Fremdwährungseffekte von €66 Millionen. Die Eigenkapitalquote stieg zum 30. September 2017 auf 56,7 Prozent (30. September 2016: 55,3 Prozent). RoCE von 14,9 Prozent erzielt Im Geschäftsjahr 2017 erhöhte sich das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern um 6 Prozent von €799 Millionen im Vorjahr auf €847 Millionen. Das eingesetzte Kapital stieg um 7 Prozent von €5.334 Millionen zum 30. September 2016 auf €5.695 Millionen zum 30. September 2017. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) ging entsprechend von 15,0 Prozent auf 14,9 Prozent leicht zurück. Damit hat Infineon auch im Geschäftsjahr 2017 mehr als seine Kapitalkosten erwirtschaftet. Der RoCE für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 ermittelt sich wie folgt: scroll € in Millionen 2017 2016 Betriebsergebnis 983 763 Zuzüglich/Abzüglich: Finanzergebnis ohne Zinsergebnis1 3 -3 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 3 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -142 36 Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern[1] 847 799 Aktiva 9.945 9.087 Zuzüglich/Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -860 -625 Finanzinvestments -1.592 -1.615 Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte -23 - Summe kurzfristige Verbindlichkeiten -2.098 -1.530 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 323 17 Eingesetztes Kapital[2] 5.695 5.334 RoCE [1]/[2] 14,9 % 15,0 % 1 Das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2017 und 2016 betrug minus €53 Millionen beziehungsweise minus €61 Millionen und enthielt ein Zinsergebnis von minus €56 Millionen beziehungsweise minus €58 Millionen. Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Etwaige Beispiele für solche das eingesetzte Kapital beeinflussende Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen, Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen sowie Änderungen der aktiven und passiven latenten Steuern. Darstellung der Finanzlage Cash-Flow scroll € in Millionen 2017 2016 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.728 1.313 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.131 -1.098 Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -340 -229 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten -5 -22 Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 252 -36 Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -17 -12 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 235 -48 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten deutlich gesteigert Im Geschäftsjahr 2017 ergab sich ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.728 Millionen, eine Verbesserung um €415 Millionen im Vergleich zu €1.313 Millionen im Vorjahr. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.806 Millionen (Vorjahr: €1.612 Millionen) wirkten insbesondere zahlungswirksame Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Vorräte, der Rückstellungen sowie der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit insgesamt €81 Millionen erhöhend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Der Mittelabfluss für Ertragsteuern und Zinsen belief sich auf zusammen €191 Millionen. Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geprägt durch Investitionen in das Sachanlagevermögen und Erwerb der MoTo Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf €1.131 Millionen. Davon entfielen auf Investitionen in Sachanlagen €874 Millionen und €148 Millionen auf immaterielle und sonstige Vermögenswerte. Der Mittelabfluss für den Erwerb der MoTo-Anteile betrug abzüglich der übernommenen Zahlungsmittel €112 Millionen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2016 €1.098 Millionen betragen. Investitionen in Sachanlagen sowie in immaterielle Vermögenswerte betrugen in Summe €826 Millionen. Ebenfalls zu einem Mittelabfluss führten mit einem Saldo von €275 Millionen Auszahlungen für den Kauf von Finanzinvestments. Auszahlung der Dividende und Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten führen zu Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf €340 Millionen und war im Wesentlichen durch die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 von €248 Millionen geprägt. Darüber hinaus wurden langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €119 Millionen zurückgezahlt (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 12). Gegenläufig wirkten Einzahlungen aus der Ausgabe von Aktien im Rahmen des Infineon-Aktienoptionsplans in Höhe von €26 Millionen. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2016 €229 Millionen betragen. Darin enthalten war im Wesentlichen die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von €225 Millionen. Free-Cash-Flow Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll € in Millionen 2017 2016 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.728 1.313 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.131 -1.098 Auszahlungen (+)/Einzahlungen (-) für Finanzinvestments, Saldo -3 275 Free-Cash-Flow 594 490 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit übersteigt Investitionen Der Free-Cash-Flow betrug €594 Millionen im Geschäftsjahr 2017. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.728 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle und sonstige Vermögenswerte sowie die Auszahlung für den Erwerb der MoTo-Anteile von gesamt €1.134 Millionen deutlich. Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag bei €490 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.313 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle und sonstige Vermögenswerte von €826 Millionen. Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 860 625 Finanzinvestments 1.592 1.615 Brutto-Cash-Position 2.452 2.240 Abzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 323 17 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.511 1.752 Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.834 1.769 Netto-Cash-Position 618 471 Der Free-Cash-Flow von €594 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €248 Millionen sowie die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten von €119 Millionen deutlich. Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2017 erhöhte sich demgemäß um €212 Millionen. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen sowie künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien (€72 Millionen; Vorjahr: €720 Millionen; hierzu siehe ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 12), gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2018 decken zu können. Darin eingeschlossen sind fest vereinbarte vertragliche Verpflichtungen, wie zum Beispiel für Investitionen, Leasingvereinbarungen, fest eingegangene Liefer- und Dienstleistungsverträge für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnliches (hierzu siehe ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 18). Zu den geplanten Investitionen siehe ausführlich im Kapitel "Prognosebericht". Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur Finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen, ist die Maxime des Konzern-Treasury von Infineon. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Die Verschuldung soll dabei nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen, sodass jederzeit Handlungsspielraum gewahrt ist. Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln konzernweit die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben, soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und den externen Finanzierungsbedarf zu reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung zentral veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken. Zu Hedgingzwecken setzen wir folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen (soweit sich Fremdwährungszahlungsströme im Konzern nicht ausgleichen) sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Derivative Finanzinstrumente werden bei uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe im Konzernanhang unter Nr. 22 und 23. Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen, soweit gesetzlich zulässig, alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Prognosebericht Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Die folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit den prognostizierten Werten und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2018. Am 24. März 2017 hat Infineon die Prognose für die Umsatzentwicklung, die Segmentergebnis-Marge und die Investitionen erhöht. So wurde die Prognose für die Umsatzentwicklung von einem Anstieg um 6 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte auf die Spanne von 8 bis 11 Prozent erhöht. Bei der Segmentergebnis-Marge wurde im Mittelpunkt der Umsatzspanne nun eine Segmentergebnis-Marge von etwa 17 Prozent erwartet nach zuvor etwa 16 Prozent. Aufgrund der stärker als erwarteten Entwicklung von Umsatz und Auftragseingang stieg auch der Wert für die geplanten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten von etwa €950 Millionen auf etwa €1.050 Millionen. In beiden Werten waren circa €35 Millionen für einen Erweiterungsbau am Hauptsitz von Infineon in Neubiberg bei München enthalten. Der folgende Vergleich der erreichten Ist-Werte im Geschäftsjahr 2017 mit den prognostizierten Werten bezieht sich nur auf die ursprüngliche Prognose vom November 2016, wie sie im Geschäftsbericht 2016 dargestellt war. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze Ist GJ 2016 Ursprüngliche Prognose GJ 2017 Ist GJ 2017 Prognose GJ 2018 Hauptsteuerungskennzahlen Segmentergebnis-Marge 15,2 % in etwa 16 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) 17,1 % in etwa 17 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten 490 zwischen €400 Millionen und €500 Millionen 594 zwischen €500 Millionen und €600 Millionen RoCE 15,0 % leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr 14,9 % leicht steigend Ergänzende Steuerungskennzahlen Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr 12 % Anstieg um 6 % plus/minus 2 Prozentpunkte 9 % Anstieg um 9 % plus/minus 2 Prozentpunkte Bruttomarge 36,0 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr 37,1 % leicht steigend Forschungs- und Entwicklungskosten 770 7 % Wachstum geringer als das Umsatzwachstum 776 1 % Anstieg etwas stärker als das Umsatzwachstum Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 791 2 % Wachstum geringer als das Umsatzwachstum 819 4 % Anstieg geringer als das Umsatzwachstum Liquiditätskennzahlen Brutto-Cash-Position 2.240 €1 Mrd. + 19 % in der Spanne von €1,7 Milliarden bis €2,4 Milliarden und somit innerhalb des Ziels von €1 Milliarde + 10 % bis 20 % vom Umsatz 2.452 €1 Mrd. + 21 % in der Spanne von €1,8 Milliarden bis €2,6 Milliarden und somit innerhalb des Ziels von €1 Milliarde + 10 % bis 20 % vom Umsatz Netto-Cash-Position 471 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) 618 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) Nettoumlaufvermögen 739 zwischen €750 Millionen und €900 Millionen 621 zwischen €650 Millionen und €850 Millionen Investitionen 826 etwa €950 Millionen 1.022 zwischen €1,1 Milliarden und €1,2 Milliarden Vergleich ursprünglicher Prognose mit Ist-Werten für das Geschäftsjahr 2017 Für die Segmentergebnis-Marge war im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum ursprünglich ein Wert von 16 Prozent prognostiziert worden. Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2017 betrug 9 Prozent und lag damit 1 Prozentpunkt über der ursprünglich angekündigten Spanne von 4 bis 8 Prozent. Bedingt durch dieses höhere Wachstum wurde eine Segmentergebnis-Marge von 17,1 Prozent erzielt. Der Free-Cash-Flow betrug im Geschäftsjahr 2017 €594 Millionen und lag damit ebenfalls über der erwarteten Spanne von €400 Millionen bis €500 Millionen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) erreichte 14,9 Prozent und lag damit wie prognostiziert leicht unter dem Wert von 15,0 Prozent im Geschäftsjahr 2016. Die Bruttomarge verbesserte sich wie erwartet von 36,0 Prozent im Geschäftsjahr 2016 auf 37,1 Prozent im Geschäftsjahr 2017. Die Betriebskosten entwickelten sich besser als erwartet. Sowohl für die Forschungs- und Entwicklungskosten als auch für die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten war im Vergleich zum Umsatzwachstum ein niedrigeres Wachstum prognostiziert worden. Mit einem Anstieg von 4 Prozent lag der Zuwachs bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten 5 Prozentpunkte unter dem Anstieg des Umsatzes und somit innerhalb der Erwartung. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen sogar nur um 1 Prozent und lagen somit weit unter dem Umsatzwachstum von 9 Prozent und waren deutlich besser als ursprünglich prognostiziert. Erläuterung der Prognose für das Geschäftsjahr 2018 Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsatzerlöse nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und teilweise mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsatzerlöse zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ein steigender US-Dollar führt zu positiven Effekten, während sich ein fallender US-Dollar umsatz- und ergebnismindernd auswirkt. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €3 Millionen pro Quartal oder etwa € 12 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von etwa €9 Millionen pro Quartal oder etwa € 36 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2018 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,15 unterstellt. Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt Das Wachstum der Weltwirtschaft betrug im Kalenderjahr 2016 2,5 Prozent. Im Kalenderjahr 2017 dürfte das Wachstum nach Einschätzung der Experten des Internationalen Währungsfonds 3,0 Prozent erreichen. Im Herbst 2016 lag die Wachstumserwartung für das Kalenderjahr 2017 noch bei 2,8 Prozent. Damit hat sich die Weltwirtschaft im Laufe des Kalenderjahres 2017 stärker entwickelt als vor einem Jahr prognostiziert. Nach Meinung der Experten steht der Aufschwung auf solidem Fundament und wird sich auch im Kalenderjahr 2018 fortsetzen. Das erwartete Wachstum für das Kalenderjahr 2018 beträgt 3,1 Prozent. Jedoch bestehen weiterhin diverse geopolitische Risiken. So könnte zum Beispiel eine Zuspitzung des Nordkorea-Konflikts den Aufschwung bremsen. Auch die Märkte, die Infineon mit seinen Produkten beliefert, profitieren von der weltweit guten Konjunkturentwicklung. Der für Infineon relevante Welt-Halbleitermarkt ohne Speicher-ICs und Mikroprozessoren ist im Kalenderjahr 2016 auf US-Dollar-Basis um 1,4 Prozent gestiegen (Quelle: IHS Markit, Technology Group). Im Kalenderjahr 2017 erwartet das Marktforschungsunternehmen ein Wachstum von 7,3 Prozent. Für das Kalenderjahr 2018 wird ein Wachstum von 4,7 Prozent prognostiziert. Für den gesamten Welt-Halbleitermarkt inklusive Speicher-ICs und Mikroprozessoren erwarten die Marktanalysten aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage bei Speicher-ICs im Kalenderjahr 2017 einen Zuwachs von insgesamt 17,8 Prozent. Das Umsatzwachstum für die Produktkategorie Speicher-ICs wird für das Kalenderjahr 2017 mit rund 51 Prozent prognostiziert. Der Anstieg für den Gesamtmarkt im Kalenderjahr 2018 wird - bei einer erwarteten Normalisierung des Wachstums im Bereich Speicher-ICs - voraussichtlich 5,4 Prozent betragen. Alle Wachstumsangaben beziehen sich auf die in US-Dollar betrachteten Marktgrößen. Anstieg des Umsatzes gegenüber Vorjahr von 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte erwartet In Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der für Infineon relevanten Teilbereiche des Halbleitermarktes sowie eines bei der Prognose unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,15 erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 einen Anstieg des Konzernumsatzes um 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Im Segment Automotive wird ein Umsatzwachstum deutlich über dem Konzerndurchschnitt erwartet. Das Wachstum der Segmente Industrial Power Control und Power Management & Multimarket wird voraussichtlich unter dem Konzerndurchschnitt liegen. Für das Segment Chip Card & Security wird aufgrund der schwierigen Marktlage ein ähnliches Umsatzniveau wie im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet. Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Euro/US-Dollar-Wechselkurs durchschnittlich 1,11 und war damit für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Infineon vorteilhafter als der nun unterstellte Wechselkurs von 1,15. Bruttomarge voraussichtlich leicht steigend Für das Geschäftsjahr 2018 wird erwartet, dass im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum die Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Die Bruttomarge wird dabei weiterhin durch akquisitionsbedingte Kosten negativ beeinflusst. Steigende Betriebskosten erwartet Aufgrund des prognostizierten Umsatzwachstums geht Infineon davon aus, dass die Betriebskosten in absoluten Werten ansteigen. Dabei werden die Forschungs- und Entwicklungskosten voraussichtlich prozentual etwas stärker als der Umsatz steigen. Die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten werden hingegen prozentual weniger als der Umsatz ansteigen. Die in den Betriebskosten enthaltenen akquisitionsbedingten Kosten werden im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen. Segmentergebnis-Marge bei etwa 17 Prozent vom Umsatz erwartet Aufgrund der oben beschriebenen Prognosen für die Umsatz- und Kostenentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2018 bei Erreichen des Mittelpunkts der Spanne für das Umsatzwachstum bei etwa 17 Prozent liegen wird. Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis Infineon erwartet, dass das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis, vor allem aufgrund von akquisitionsbedingten Aufwendungen, im Geschäftsjahr 2018 bei etwa minus €150 Millionen liegen wird (Geschäftsjahr 2017: minus €225 Millionen). Rund €100 Millionen des prognostizierten Betrags entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier. Finanzergebnis Im Geschäftsjahr 2017 belief sich das Finanzergebnis, der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, auf minus €53 Millionen. Für das Geschäftsjahr 2018 wird ein Finanzergebnis in etwa gleicher Höhe erwartet. Steuern Im Geschäftsjahr 2018 wird der Steuersatz des Infineon-Konzerns beim laufenden Steueraufwand voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen. Dieser Steuersatz ist insbesondere beeinflusst durch steuerliche Verlustvorträge in Deutschland. In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Dies führt zu einem laufenden inländischen Steuersatz von etwa 12 Prozent. Zum 30. September 2017 belief sich der Verlustvortrag für Körperschaftsteuerzwecke auf €1,8 Milliarden und der Verlustvortrag für Gewerbesteuerzwecke auf €2,9 Milliarden. Nettoumlaufvermögen Für das Geschäftsjahr 2018 wird erwartet, dass das Nettoumlaufvermögen zum 30. September 2018 zwischen €650 Millionen und €850 Millionen liegen wird. Investitionen und Abschreibungen Für das Geschäftsjahr 2018 wird ein Anstieg der Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, auf eine Spanne zwischen €1,1 Milliarden und €1,2 Milliarden erwartet. Im Geschäftsjahr 2017 wurden €1.022 Millionen investiert. Diese teilten sich auf in €874 Millionen für Sachanlagen und €148 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2018 sollten die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte einen ähnlichen Wert wie im Geschäftsjahr 2017 erreichen. Das Verhältnis von Investitionen zum Mittelpunkt der prognostizierten Umsatzspanne für das Geschäftsjahr 2018 sollte bei etwa 15 Prozent liegen und damit die Zielvorgabe des Unternehmens von 13 Prozent vom Umsatz übersteigen. Ursache hierfür sind - aufgrund der erwarteten steigenden Nachfrage - hohe Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten, insbesondere für Produkte aus dem Bereich Elektromobilität. Die im Geschäftsjahr 2018 geplanten Investitionen in die Fertigung dienen schwerpunktmäßig der Kapazitätserweiterung im Frontend-Bereich. So ist geplant, die Produktionskapazitäten sowohl bei der 200-Millimeter- als auch bei der 300-Millimeter-Fertigung weiter auszubauen. Ein ebenfalls bedeutender Betrag ist für Anpassungen und Kapazitätserweiterungen im Backend-Bereich vorgesehen. Ein kleinerer Teil der Investitionen dient der Anpassung der bestehenden Frontend-Produktion, um diese im Hinblick auf Automatisierung, Qualität, Innovation und Infrastruktur auf dem aktuellen erforderlichen Stand der Technik zu halten. Die Abschreibungen werden voraussichtlich etwa €880 Millionen betragen. Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten Für das Geschäftsjahr 2018 wird erwartet, dass der Free-Cash-Flow zwischen €500 Millionen und €600 Millionen liegen wird. Brutto-Cash-Position Die Brutto-Cash-Position wird zum Ende des Geschäftsjahres 2018 voraussichtlich in einer Spanne zwischen €1,8 Milliarden und €2,6 Milliarden liegen. Damit erwartet Infineon, auch im Geschäftsjahr 2018 seine Kapitalstrukturziele in Bezug auf die Liquidität einzuhalten. Zu den Kapitalstrukturzielen siehe "Kapitalstrukturziele belegen unsere Zuverlässigkeit" im Kapitel "Konzernstrategie". RoCE Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird im Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich leicht steigen. Dabei wird erwartet, dass der Konzernjahresüberschuss und das eingesetzte Kapital leicht ansteigen. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Infineon-Konzerns Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2018 erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr von 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge sollte dabei leicht steigen. Bei Erreichen des Mittelpunkts der Umsatzprognose wird die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 17 Prozent vom Umsatz liegen. Die Investitionen werden auf eine Spanne zwischen €1,1 Milliarden und €1,2 Milliarden steigen. Die Abschreibungen werden voraussichtlich etwa €880 Millionen betragen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten sollte einen Wert zwischen €500 Millionen und €600 Millionen erreichen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird voraussichtlich leicht steigen. Risiko- und Chancenbericht Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer im Kapitel "Konzernstrategie" erläuterten strategischen Ziele, nachhaltig profitabel zu wachsen und durch effizienten Kapitaleinsatz finanzielle Mittel zu schonen. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystem-Elemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Management-System. Risiko- und Chancenmanagementsystem Das zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und regelkonformen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab. Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene, die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, jedoch ohne Saldierung mit eventuell gebildeten Rückstellungen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer beziehungsweise qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix sind in der folgenden Grafik dargestellt. Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert. Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineonspezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancensteuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und initiiert korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Abschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das IKS zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das IKS ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob ― konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; ― konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; ― bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; ― Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; ― Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. Beurteilung der Wirksamkeit Die Wirksamkeit des IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch eine Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle, sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge erfasst sind. Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. Wesentliche Risiken Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können und damit den Risikoklassen Hoch oder Mittel angehören. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben. Strategische Risiken Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch) Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten -kann dazu führen, dass wir unsere geplanten Umsätze nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, vor allem in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. So beobachten wir insbesondere die europäische Schuldenkrise. Infolge der anhaltend hohen Verschuldung der öffentlichen Hand werden verstärkt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung durchgeführt und Investitionsausgaben zurückgehalten. Konsumenten und Unternehmen fühlen sich zunehmend verunsichert und in vielen EU-Ländern herrscht weiterhin eine hohe Arbeitslosigkeit. Hinzu kommen Risiken aufgrund von aktuellen geopolitischen Krisen, wie zum Beispiel der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea oder die Unruhen sowie Bürgerkriege im Mittleren und Nahen Osten. Ein erneut überdurchschnittliches Umsatzwachstum konnten wir in China erreichen, wo der Umsatzanteil von 24 Prozent im Geschäftsjahr 2016 nochmals leicht auf 25 Prozent im Geschäftsjahr 2017 angestiegen ist. Unsere Abhängigkeit vom chinesischen Markt bleibt damit bestehen und resultiert in einem leicht angestiegenen Risiko im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Risiko beinhaltet eine aus chinesischer Sicht zurückgehende Auslandsnachfrage und einen damit einhergehenden Rückgang der chinesischen Fertigungsauslastung. Zudem besteht das Risiko einer künftig verstärkten Eigenfertigung von bisher zugelieferten Halbleitern in China und eines zunehmenden Exports der in China produzierten Halbleiter. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch) Der weltweite Halbleitermarkt ist vom globalen Wirtschaftswachstum abhängig und somit Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch weiterhin in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. So ist es zum Beispiel möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch) Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen sowie strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus können verstärkte M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) in der Halbleiterbranche möglicherweise zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation führen. Daraus zu erwartende Vorteile des Wettbewerbers sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise in der Verstärkung von Vertriebswegen zu sehen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage ergeben. Operative Risiken Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Hoch) Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann. Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Hoch) Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden. Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dies könnte negative Auswirkungen auf unsere geplante Investitionsquote und somit auch auf die Ertragslage zur Folge haben. Die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden kann zudem wachsen, indem einzelne Kunden einen überdurchschnittlich hohen Umsatz- und Ergebnisanteil in unserem Geschäft erreichen. Dies kann getrieben sein durch einen außerordentlichen Geschäftserfolg des jeweiligen Kunden zum Beispiel durch überdurchschnittliche Nachfrage bei seinen Produkten oder auch durch Konsolidierungstendenzen insbesondere bei einem unserer Tier1- oder Tier2-Kunden. Entwicklung der Produktqualität (RK: Mittel) Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeute und somit die Liefertreue haben. Mangelnde Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation von Infineon können zusätzlich die zukünftige Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen. Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel) Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel) Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Zudem sind wir erheblichen Preisrisiken aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien (zum Beispiel Rohscheiben), Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) sowie im Bereich Energie ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration in der Fertigung benötigen. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2018 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe sowie Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder mittels Preisanpassungen an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel) Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Fertigung geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise bei Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Fertigungsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Fertigungskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Veränderungen im Fertigungsprozess kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen. Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel) Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel) Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern (RK: Mittel) Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Finanzrisiken Währungsrisiken (RK: Mittel) Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse trotz Sicherungen negativ beeinflussen. Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel) Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls eines oder mehrerer unserer ausgewählten Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 23 entnommen werden. Rechtliche und Compliance-Risiken Qimonda-Insolvenz (RK: Mittel) Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der in diesem Zusammenhang uns gegenüber vorgebrachten Forderungen sind wir, auch nach den erfolgten Teilvergleichen, weiterhin erheblichen potenziellen Risiken ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 19 beschrieben sind. Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2017 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren von Qimonda entstehen können. Urheberrechte und Patente (RK: Mittel) Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen. Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren und anstreben, den Schutz in diesem Risikofeld durch den Abschluss weiterer Verträge auszudehnen, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unsere Ertragslage hätte. Weitere Informationen zu Rechtsstreitigkeiten und staatlichen Untersuchungsverfahren sind dem Konzernanhang unter Nr. 19 zu entnehmen. Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel) Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten. Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel) Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeitern und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Gleichzeitig besteht auch im Fall von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter laufend. Maßnahmen zur Umsetzung der Risikosteuerungsstrategie Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend. Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben. Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit initiiert mit dem Ziel, die Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen weiter zu verbessern. Diese Absicherung erreichen wir im Wesentlichen durch den Betrieb unseres globalen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Mit dem systematischen Ansatz des Managementsystems versuchen wir, alle möglichen IT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und sicherzustellen, dass wir wirksame Prozesse und Tools zur Risikominimierung und -vermeidung anwenden. Unser ISMS deckt alle Unternehmensbereiche ab und ist gemäß der weltweit anerkannten Norm ISO/IEC 27001 zertifiziert. Im Rahmen regelmäßiger interner und externer Audits werden alle relevanten Risikobereiche kontinuierlich überprüft und optimiert. Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Patentrisiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir ein konzernweites Compliance-Management-System etabliert, das wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Der Compliance-Officer berichtet quartalsweise an den Finanzvorstand und halbjährlich an den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. Chancen Im Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse (CK) analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben. Neue Technologien/Materialien (CK: Mittel) Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie zum Beispiel Silizium in absehbarer Zeit in manchen Anwendungen seine physikalischen Grenzen erreicht. Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien, wie beispielsweise Siliziumkarbid oder Galliumnitrid, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" (CK: Mittel) Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzpotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel) Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Erneuerbare Energien spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die CO2 -Emissionen zu begrenzen. Das Fernziel ist die auf dem Klimagipfel von Paris (Frankreich) im Dezember 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Halbleiter von Infineon ermöglichen die effizientere Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie zum Beispiel in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen. Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel) Unsere eigenen Fertigungskapazitäten sowie die Fertigungskapazitäten unserer externen Fertigungspartner bieten uns genügend Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Nachfrage. Insbesondere wird mit dem Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) und des zweiten Fertigungsmoduls Kulim 2 (Malaysia) dem zunehmenden Bedarf nach Leistungshalbleitern Rechnung getragen. Ferner wurde als Folge der gestiegenen Nachfrage nach 77-Gigahertz-Radarsensor-ICs die Fertigungskapazität in Regensburg (Deutschland) ausgebaut. Darüber hinaus wurde als Folge der gestiegenen Nachfrage nach IGBT-Modulen für Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge die Fertigungskapazität in Warstein (Deutschland) ausgebaut. Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfragen unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken. Von dieser Entwicklung haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr profitiert. Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel) China ist für Infineon das umsatzstärkste Land. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen für uns von höchster Bedeutung und betreffen folgende von uns bediente Märkte: Die Autoproduktion in China wächst weiterhin, wenngleich auch mit einer geringeren Wachstumsrate. Das hohe Wachstum bei der Produktion von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen macht China seit einigen Jahren zum weltgrößten Markt für Elektromobilität. China repräsentiert den größten Schienenfahrzeugmarkt der Welt und verfügt mit CRRC über den mit Abstand größten Zughersteller der Welt, der ein Kunde von Infineon ist. Neben dem weiteren Ausbau des inländischen Schienennetzes spielen internationale Infrastrukturprojekte eine zunehmende Rolle, von denen Infineon zunehmend profitiert. China hat auf dem G20-Gipfel in Hangzhou (China) im September 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und damit einer Reduzierung seiner CO2 -Emissionen formal zugestimmt. Dadurch gewinnt der Ausbau der erneuerbaren Energien in China enorm an Bedeutung. Unsere dortige Präsenz und unsere Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Wind- und Solarbranche bieten uns weitere langfristige Wachstumschancen. Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken. Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel) Wir erwarten eine weitere Zunahme des Halbleiterwerts pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen. Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2 -Ziele ohne weitere Elektrifizierung nicht zu erreichen sind. Dies umfasst nicht nur die Elektromobilität, also Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge, sondern vor allem auch die Elektrifizierung von Aggregaten in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller sind wir hier sehr gut positioniert. Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel) Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch in der weiterhin hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: Erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (Silizium-MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Empfangssignalverstärker, Hochfrequenz-Antennenschalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs). Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel) Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Chip Card & Security. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ferner eröffnen sich durch das Internet der Dinge beziehungsweise Industrie 4.0 neue Märkte. Hier spielt die Authentifizierung von Geräten eine zunehmende Rolle, wofür wir entsprechende Sicherheitschips anbieten. Finanzielle Position (CK: Mittel) Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns unternehmerische Flexibilität bei der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts Im Geschäftsjahr 2017 hat sich Infineon sehr gut weiterentwickelt. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf €7.063 Millionen gegenüber €6.473 Millionen im Vorjahr. Das Segmentergebnis verbesserte sich bei einer Marge von 17,1 Prozent auf €1.208 Millionen um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €982 Millionen. Unser zu Beginn des Geschäftsjahres 2017 angehobenes Margenziel von durchschnittlich 17 Prozent über den Zyklus haben wir bereits im Jahr der Bekanntgabe erreicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) erhöhte sich auf 85 Cent. Trotz höherer Investitionen verbesserte sich der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten auf €594 Millionen gegenüber €490 Millionen im Vorjahr. Weiterhin bewertet die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) die Bonität von Infineon mit "BBB" (Ausblick "stabil") im Investment-Grade-Bereich. Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers. An unserer positiven Entwicklung wollen wir unsere Anteilseigner angemessen beteiligen. Der Hauptversammlung am 22. Februar 2018 soll daher eine um 3 Cent - also 14 Prozent - höhere Dividende von €0,25 je Aktie vorschlagen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir nicht nur Umsatz und Ergebnis steigern, sondern auch große Fortschritte bei strategischen Innovationsprojekten erzielen, insbesondere beim Ramp/Hochlauf unserer 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung in Dresden (Deutschland) sowie bei der Markteinführung von Siliziumkarbid - der Basistechnologie für Leistungstransistoren mit überlegenen Eigenschaften -, wo wir erste Umsätze mit unserem Siliziumkarbid-MOSFET erzielt haben. In den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen und uns auf Technologien, Produkte und Applikationen fokussiert, die angesichts globaler Megatrends heute gefragter sind denn je. Die hierfür nötigen Kompetenzen haben wir über viele Jahre aufgebaut, systematisch erweitert und sehr erfolgreich im Sinne unserer Kunden eingesetzt. Ausgehend von unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" richten wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg unserer Kunden aus. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: durch eine durchgängige Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, durch differenzierende Eigenfertigung und ein auf die verschiedenen Märkte zugeschnittenes Vorgehen. So sichern wir unseren Erfolg heute und in der Zukunft. Auch in Zukunft wollen wir schneller wachsen als der Markt und wollen über den Zyklus hinweg unseren Umsatz um durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr steigern. Mit einem Plus von 12 Prozent im Vorjahr gefolgt von nun 9 Prozent haben wir diese Marke zwei Jahre in Folge überboten. Aber der Halbleitermarkt bleibt zyklisch. Über kurz oder lang werden sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verändern und die zuletzt extrem hohe Nachfrage in den Bereichen Automobil und Industrie wird sich normalisieren. Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir ein Umsatzwachstum von 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, wobei wir eine Abwertung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses auf 1,15 unterstellen. Für den Mittelpunkt der Umsatzspanne erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018 eine Segmentergebnis-Marge von etwa 17 Prozent. Die für das Geschäftsjahr 2018 geplanten Investitionen belaufen sich auf voraussichtlich zwischen €1,1 Milliarden und €1,2 Milliarden. Infineon Technologies AG Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beides Deutschland). Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. Ertragslage Gewinn- und-Verlust-Rechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 2017 20161 Umsatz 5.789 5.378 Umsatzkosten -4.228 -3.839 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.561 1.539 Forschungs- und Entwicklungskosten -907 -787 Vertriebskosten -259 -240 Allgemeine Verwaltungskosten -172 -161 Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo 7 36 Beteiligungsergebnis, Saldo 478 37 Zinsergebnis -74 - Übriges Finanzergebnis 24 21 Ertragsteuern -46 -38 Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 612 407 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG -306 -158 Bilanzgewinn 306 249 1 Informationen zu den Umgliederungen im Geschäftsjahr 2016 können dem Jahresabschluss der Infineon Technologies AG entnommen werden. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen Zuwachs bei den Umsatzerlösen von 8 Prozent. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist im Geschäftsjahr 2017 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der im Geschäftsjahr 2017 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €612 Millionen. Darin enthalten ist eine Gewinnausschüttung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam (Niederlande), in Höhe von €337 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €306 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €306 Millionen. Vermögens- und Finanzlage Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 708 637 Finanzanlagen 6.300 6.185 Anlagevermögen 7.008 6.822 Vorräte 617 613 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände 903 832 Zahlungsmittel, Wertpapiere 2.216 1.954 Umlaufvermögen 3.736 3.399 Rechnungsabgrenzungsposten 44 40 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 4 4 Summe Aktiva 10.792 10.265 Ausgegebenes Kapital 2.260 2.253 Kapitalrücklage 1.226 1.207 Gewinnrücklagen 3.203 2.897 Bilanzgewinn 306 249 Eigenkapital 6.995 6.606 Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 140 93 Übrige Rückstellungen 350 316 Rückstellungen 490 409 Anleihen 804 804 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 316 284 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.291 1.301 Übrige Verbindlichkeiten 885 848 Verbindlichkeiten 3.296 3.237 Rechnungsabgrenzungsposten 10 12 Summe Passiva 10.792 10.265 Bei den Aktiva sind ein Anstieg der Finanzanlagen (€115 Millionen) bedingt durch die Kapitalerhöhung bei der Infineon Technologies Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der MoTo GmbH & Co. KG (siehe im Konzernanhang unter Nr. 3) sowie eine Zunahme von €262 Millionen bei den Zahlungsmitteln und Wertpapieren (kurzfristig verfügbare Geldanlagen) zu verzeichnen. Zahlungsmittel und Wertpapiere machen 59 Prozent des Umlaufvermögens aus. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€389 Millionen) ist im Wesentlichen durch den im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €612 Millionen bedingt. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2016 von €248 Millionen aus. Im Bereich der Rückstellungen erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um €47 Millionen bedingt durch den rückläufigen zur Bewertung heranzuziehenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Bei den übrigen Rückstellungen war ein Anstieg von insgesamt €34 Millionen zu verzeichnen, im Wesentlichen aufgrund höherer Rückstellungen für erfolgsabhängige Mitarbeitervergütung. Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2017 um €59 Millionen erhöht, insbesondere aufgrund des Anstiegs der übrigen Verbindlichkeiten um €37 Millionen. Die Eigenkapitalquote beträgt 64,8 Prozent nach 64,4 Prozent im Vorjahr. Dividende Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2017 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €306 Millionen aus. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung soll den Aktionären auf der Hauptversammlung 2018 für das Geschäftsjahr 2017 eine Erhöhung der Dividende um 3 Cent von €0,22 auf €0,25 vorgeschlagen werden. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2016 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,22 je Aktie beziehungsweise von €248 Millionen ausgeschüttet. Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie". Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochtergesellschaften und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf das Kapitel "Risiko- und Chancenbericht". Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen unter "Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag entsprechen den im Konzernabschluss (siehe Konzernanhang unter Nr. 25) genannten Ereignissen. Corporate Governance Angaben nach § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Zum 30. September 2017 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.272.401.858. Es ist eingeteilt in 1.136.200.929 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Zum 30. September 2017 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6 Millionen (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne des § 21 Abs. 1 oder 1a sowie § 25 Abs. 1 oder § 25a Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 28 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Nach § 21 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2017 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2017 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. 1 §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB in der Fassung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 11. April 2017 finden nach Art. 80 EGHGB erstmals für das nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahr (also das Infineon-Geschäftsjahr 2018) Anwendung. Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit gehören dem Vorstand vier Mitglieder an. Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). Bestimmungen über die Änderung der Satzung Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitalia der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 15. Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen Die Hauptversammlung vom 13. Februar 2014 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 12. Februar 2019 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (gemeinsam "Anleihen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Anleihen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Anleihen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Anleihen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszuschließen, ― sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Anleihen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; ― um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz -mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen; weitere Einzelheiten dazu - auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Options- beziehungsweise Wandlungspreis ermäßigt werden kann - sind der Ermächtigung zu entnehmen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Anleihen und deren Bedingungen festzulegen. Erwerb eigener Aktien Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 bis zum 27. Februar 2018 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises. Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Options- und Wandelanleihen sowie Aktienoptionsplänen genutzt oder Organmitgliedern und Arbeitnehmern im Konzern zum Erwerb angeboten beziehungsweise als Vergütungsbestandteil zugewendet und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend. Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels Diverse Finanzierungsverträge mit kreditgebenden Banken und Kapitalmarktgläubigern (siehe hierzu im Konzernanhang unter Nr. 12) sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung seines Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts jedoch für maximal 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels wirtschaftlich abzusichern, um auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nur in wenigen Einzelfällen. Dessen ungeachtet enthalten die Bedingungen sowohl für den Performance Share-Plan, an dem neben den Vorstandsmitgliedern auch die Führungskräfte und weitere ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit teilnehmen, als auch für den Restricted Stock Unit-Plan, der ergänzend für bestimmte Mitarbeiter von Infineon in den USA zum Tragen kommt, Regelungen für den Fall eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG). Diese Regelungen haben im Wesentlichen zum Gegenstand, dass die in den Planbedingungen vorgesehenen Wartefristen im Falle des Kontrollwechsels vorzeitig enden; die entsprechende Regelung im Performance Share-Plan gilt wegen der insoweit vorrangigen Dienstverträge jedoch nicht für die Vorstandsmitglieder. Corporate Governance Bericht Der Corporate Governance Bericht ist öffentlich zugänglich. @ www.infineon.com/corporate-governance-bericht Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB1 ist öffentlich zugänglich. @ www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung Vergütungsbericht Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. 1 §§ 289f, 315d HGB in der Fassung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 11. April 2017 finden nach Art. 80 EGHGB erstmals für das nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahr (also das Infineon-Geschäftsjahr 2018) Anwendung. Vergütung des Vorstands Vergütungssystem Das Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des DCGK an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten; für außerordentliche Entwicklungen soll eine Begrenzungsmöglichkeit bestehen. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2017 wurde die turnusmäßige, bereits im vorigen Geschäftsjahr begonnene Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten abgeschlossen. Die Überprüfung kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft ungeachtet bestehender Handlungsspielräume konform mit den Vorgaben des Aktiengesetzes und des DCGK ist und den marktüblichen Bedingungen entspricht (zu Einzelheiten der Überprüfung siehe "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel). Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand Im Geschäftsjahr 2017 haben sich am Vergütungssystem für den Vorstand gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen ergeben. Sämtliche Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt: ― Fixe Vergütung: Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. ― Variable (= erfolgsbezogene) Vergütung: Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahresbonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr honorieren. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt: (i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstandsmitglieder Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen - ergänzt um das Segmentergebnis - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide genannten Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. (ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden in Abhängigkeit von der tatsächlichen Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE vom Aufsichtsrat der konkrete Zielerreichungsgrad und die STI-Auszahlungsbeträge festgestellt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr insgesamt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Obergrenze (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig von einem tatsächlich höheren Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt. Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gekürzt (um 1/12 für jeden an der vollständigen STI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Mid Term Incentive (MTI) soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine über einen längeren Zeitraum wirksame Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt auf diese Weise zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert -auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet" ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue, jeweils dreijährige MTI-Tranche zu laufen. Am Ende der drei Jahre erfolgt eine Auszahlung in bar. Die Höhe der Auszahlung hängt wiederum von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen sowohl für das RoCE- als auch das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden; andernfalls wird die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr mit null angesetzt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für die betreffende Jahresscheibe des MTI der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Wert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die von ihm jährlich, ausschließlich für diesen Zweck festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden und welcher Erfolg bei der Komplementierung des organischen Wachstums durch M&A-Aktivitäten zu verzeichnen ist. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent). Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche zeitanteilig gekürzt (um 1/36 für jeden an der vollständigen MTI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Für den Fall des Ausscheidens ist grundsätzlich sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an - gegebenenfalls zeitanteilig gekürzten - MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und zusätzlich einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens. Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der neue LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen und als freiwillige Unternehmensleistung - auch für die Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit zum Einsatz. Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgte jeweils zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahres für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat hat am 3. August 2017 auf Empfehlung des Präsidialausschusses beschlossen, die im Rahmen des LTI zu gewährenden Performance Shares künftig jeweils am 1. März eines jeden Geschäftsjahres vorläufig zuzuteilen; der vierjährigen Laufzeit der jeweiligen Tranche entsprechend erfolgt damit auch die endgültige Zuteilung der (echten) Infineon-Aktien mit Ablauf des Monats Februar vier Jahre später. Zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungsbetrags in Euro; bei unterjährigem Amtsantritt erfolgt eine entsprechende Kürzung. Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zuteilungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind (i) ein im Zusammenhang mit der vorläufigen Zuteilung zu tätigendes Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und (ii) der Ablauf einer vierjährigen sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich (iii) die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied nach Ablauf der Haltefrist je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Die Übertragung der Infineon-Aktien erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist. Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Haltefrist statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen wertentsprechenden Ausgleich in Geld zu leisten. Der Aufsichtsrat hat am 3. August 2017 beschlossen, die mit Ablauf des 30. September 2017 fällig werdenden Performance Shares der am 1. Oktober 2013 ausgegebenen Tranche nicht in Form von Infineon-Aktien zuzuteilen, sondern in Übereinstimmung mit dem im Performance Share-Plan vorgesehenen Wahlrecht in bar auszugleichen. Scheidet das Vorstandsmitglied während der ersten zwei Jahre der insgesamt vierjährigen Haltefrist der Performance Shares einer LTI-Tranche aus dem Dienst aus, verfallen diese ersatzlos, es sei denn, das Ausscheiden erfolgt krankheitsbedingt, aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund oder aufgrund Erreichens der dienstvertraglich festgelegten Altersgrenze. Für die Eigeninvestment-Aktien endet nur die Haltefrist mit dem Ausscheiden; über die Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Scheidet das Vorstandsmitglied später aus - außer bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird -, läuft die betreffende LTI-Tranche (einschließlich des Eigeninvestments) unverändert weiter. Das Vorstandsmitglied wird insoweit in jeder Hinsicht so behandelt, als ob es weiter im Amt geblieben wäre; eine zeitanteilige Kürzung der LTI-Tranche aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens findet nicht statt. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen. Vor der Einführung des Performance Share-Plans hat die Gesellschaft als LTI einen von der Hauptversammlung 2010 beschlossenen Aktienoptionsplan unterhalten. Die den Mitgliedern des Vorstands auf der Basis dieses sogenannten "Aktienoptionsplans 2010" zugeteilten Aktienoptionen können - die Einhaltung der Planbedingungen, insbesondere die Erreichung des absoluten und des relativen Erfolgsziels, unterstellt - noch bis zum 14. Dezember 2019 ausgeübt werden. Schließlich hat der Aufsichtsrat die - allerdings stets an sein pflichtgemäßes Ermessen gebundene - Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands oder einzelner seiner Mitglieder eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des Vorstandsmitglieds beschränkt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2017 nach DRS 17 Gesamtvergütung Die den Mitgliedern des Vorstands gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam Finanzvorstand Dr. Helmut Gassel3Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 2016 2017 2016 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 750.000 750.000 685.000 171.250 Nebenleistungen 36.154 35.724 43.203 41.185 47.728 8.714 Summe fixe Vergütung 1.111.154 1.110.724 793.203 791.185 732.728 179.964 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 670.080 474.720 474.640 336.260 429.968 76.153 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI)1 Tranche 2014 - 2016 - 288.460 - 201.537 - - Tranche 2015 - 2017 243.040 158.240 172.153 112.087 - - Tranche 2016 - 2018 243.040 158.240 172.153 112.087 155.951 25.384 Tranche 2017 - 2019 243.040 - 172.153 - 155.951 - Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan2 315.608 244.367 211.838 164.024 190.238 - Summe variable Vergütung 1.714.808 1.324.027 1.202.937 925.995 932.108 101.537 Gesamtvergütung 2.825.962 2.434.751 1.996.140 1.717.180 1.664.836 281.501 1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen. 2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2017 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €11,25 (Vorjahr: €7,07), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. 3 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. scroll in € Jochen Hanebeck3Mitglied des Vorstands Arunjai Mittal4Mitglied des Vorstands Gesamt Vorstand 2017 2016 2017 2016 2017 2016 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 685.000 171.250 - 562.500 3.195.000 2.730.000 Nebenleistungen 32.016 7.697 - 26.962 159.101 120.282 Summe fixe Vergütung 717.016 178.947 - 589.462 3.354.101 2.850.282 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 429.968 76.153 - 336.260 2.004.656 1.299.546 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI)1 Tranche 2014 - 2016 - - - 201.537 - 691.534 Tranche 2015 - 2017 - - - 112.087 415.193 382.414 Tranche 2016 - 2018 155.951 25.384 - 112.087 727.095 433.182 Tranche 2017 - 2019 155.951 - - - 727.095 - Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan2 190.238 - - - 907.922 408.391 Summe variable Vergütung 932.108 101.537 - 761.971 4.781.961 3.215.067 Gesamtvergütung 1.649.124 280.484 - 1.351.433 8.136.062 6.065.349 1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen. 2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2017 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €11,25 (Vorjahr: €7,07), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. 3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Geschäftsjahr 2016 vom Unternehmen Kredite erhalten. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Geschäftsjahr 2016 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. Nebenleistungen Gemäß ihren Dienstverträgen haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf einen Dienstwagen (mit Fahrer), der auch zu Privatfahrten genutzt werden kann. Die Betriebs- und Unterhaltungskosten des Dienstwagens sowie die Kosten für den Fahrer trägt die Gesellschaft. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung geht zulasten der Vorstandsmitglieder. Weiter unterhält die Gesellschaft zugunsten ihrer Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung für den Todesfall (€3 Millionen) und den Fall der Invalidität (€5 Millionen). Aktienbasierte Vergütung Wie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wird der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI vom Unternehmen in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der für die Anzahl der für das Geschäftsjahr 2017 gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie betrug €13,01 (Vorjahr: €10,56). Pro für das Geschäftsjahr 2017 gewährter Performance Share wurde ein beizulegender Zeitwert von €11,25 (Vorjahr: €7,07) zugrunde gelegt. Darin ist unter anderem das für den LTI geltende Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags berücksichtigt. Der nachfolgenden Tabelle sind die den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2017 gewährten Performance Shares zu entnehmen. Daneben enthält die Tabelle Angaben zum Aktienoptionsplan 2010, auf dessen Grundlage den Vorstandsmitgliedern letztmals im Geschäftsjahr 2013 Aktienoptionen zugeteilt wurden. scroll Performance Share-Plan Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares Zu Beginn des Geschäftsjahres neu gewährte virtuelle Performance Shares Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Anzahl Beizulegender Zeitwert bei Gewährung in € Anzahl Dr. Reinhard Ploss 2017 125.136 28.054 315.608 153.190 (Vorsitzender des Vorstands) 2016 90.572 34.564 244.367 125.136 Dominik Asam 2017 85.288 18.830 211.838 104.118 (Finanzvorstand) 2016 62.088 23.200 164.024 85.288 Dr. Helmut Gassel1 2017 - 16.910 190.238 16.910 (Mitglied des Vorstands) 2016 - - - - Jochen Hanebeck2 2017 - 16.910 190.238 16.910 (Mitglied des Vorstands) 2016 - - - - Arunjai Mittal3 2017 - - - - (Mitglied des Vorstands) 2016 62.088 - - 62.088 Gesamt 2017 210.424 80.704 907.922 291.128 2016 214.748 57.764 408.391 272.512 1 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. 2 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 3 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. scroll Aktienoptionsplan 2010 Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Im Geschäftsjahr ausgeübte Optionen Im Geschäftsjahr verfallene Optionen1 Am Ende des Geschäftsjahres ausübbare Optionen Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Dr. Reinhard Ploss 2017 307.500 - 208.200 99.300 - (Vorsitzender des Vorstands) 2016 433.214 307.500 95.800 29.914 120.000 Dominik Asam 2017 130.952 - 62.800 68.152 - (Finanzvorstand) 2016 350.952 130.952 167.740 52.260 - Dr. Helmut Gasse2 2017 - - - - - (Mitglied des Vorstands) 2016 - - - - - Jochen Hanebeck3 2017 - - - - - (Mitglied des Vorstands) 2016 - - - - - Arunjai Mittal4 2017 - - - - - (Mitglied des Vorstands) 2016 229.167 229.167 - - - Gesamt 2017 438.452 - 271.000 167.452 - 2016 1.013.333 667.619 263.540 82.174 120.000 scroll Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung Vorstandsmitglied Geschäftsjahr in € Dr. Reinhard Ploss 2017 376.461 (Vorsitzender des Vorstands) 2016 323.243 Dominik Asam 2017 285.173 (Finanzvorstand) 2016 213.678 Dr. Helmut Gasse2 2017 94.858 (Mitglied des Vorstands) 2016 - Jochen Hanebeck3 2017 94.858 (Mitglied des Vorstands) 2016 - Arunjai Mittal4 2017 - (Mitglied des Vorstands) 2016 160.607 Gesamt 2017 851.350 2016 697.528 1 Durch die Ausübung von Aktienoptionen darf von den Vorstandsmitgliedern nur ein bestimmter Höchstbetrag als Gewinn vereinnahmt werden (Cap). Der Verfall der Optionen erklärt sich aus dem Erreichen des Cap. 2 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. 3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Bezüglich der am 1. Oktober 2016 für das Geschäftsjahr 2017 an die Mitglieder des Vorstands gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 17. In Abweichung von der bisherigen Praxis werden die Performance Shares für das Geschäftsjahr 2018 den Mitgliedern des Vorstands erst am 1. März 2018 zugeteilt. Sonderleistungen Sonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2017 vom Aufsichtsrat nicht gewährt. Sonstige Zusagen Bereits im Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft mit den damals amtierenden Vorstandsmitgliedern (von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss betroffen) eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Danach erstattet die Gesellschaft Kosten und Auslagen im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn es sich um ein Verfahren der Gesellschaft gegen das Vorstandsmitglied wegen einer Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG handelt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2017 nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex Der DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden. Gewährte Zuwendungen gemäß DCGK In der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2016 und 2017 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2017 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt. Abweichend zur Darstellung nach DRS 17 ist der STI den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, anzugeben. Der MTI ist, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" anzugeben. Infineon geht dabei von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe hierzu "Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit" in diesem Kapitel), in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands nach DCGK gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands 2017 2016 2017 (Min.) 2017 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 1.075.000 1.075.000 Nebenleistungen 36.154 35.724 36.154 36.154 Summe fixe Vergütung 1.111.154 1.110.724 1.111.154 1.111.154 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 480.000 480.000 - 1.200.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2015 - 2017 - 480.000 - - Tranche 2016 - 2018 480.000 - - 960.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 315.608 244.367 157.804 912.500 Summe variable Vergütung 1.275.608 1.204.367 157.804 3.072.500 Versorgungsaufwand2 321.123 - 321.123 321.123 Gesamtvergütung (DCGK) 2.707.885 2.315.091 1.590.081 4.504.777 scroll in € Dominik Asam Finanzvorstand 2017 2016 2017 (Min.) 2017 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 750.000 750.000 750.000 750.000 Nebenleistungen 43.203 41.185 43.203 43.203 Summe fixe Vergütung 793.203 791.185 793.203 793.203 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 340.000 340.000 - 850.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2015 - 2017 - 340.000 - - Tranche 2016 - 2018 340.000 - - 680.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 211.838 164.024 105.919 612.500 Summe variable Vergütung 891.838 844.024 105.919 2.142.500 Versorgungsaufwand2 297.220 271.061 297.220 297.220 Gesamtvergütung (DCGK) 1.982.261 1.906.270 1.196.342 3.232.923 scroll in € Dr. Helmut Gassel3Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 (Min.) 2017 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 685.000 171.250 685.000 685.000 Nebenleistungen 47.728 8.714 47.728 47.728 Summe fixe Vergütung 732.728 179.964 732.728 732.728 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 308.000 77.000 - 770.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2015 - 2017 - 231.000 - - Tranche 2016 - 2018 308.000 - - 616.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 190.238 - 95.119 550.000 Summe variable Vergütung 806.238 308.000 95.119 1.936.000 Versorgungsaufwand2 132.853 25.458 132.853 132.853 Gesamtvergütung (DCGK) 1.671.819 513.422 960.700 2.801.581 scroll in € Jochen Hanebeck4Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 (Min.) 2017 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 685.000 171.250 685.000 685.000 Nebenleistungen 32.016 7.697 32.016 32.016 Summe fixe Vergütung 717.016 178.947 717.016 717.016 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 308.000 77.000 - 770.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2015 - 2017 - 231.000 - - Tranche 2016 - 2018 308.000 - - 616.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 190.238 - 95.119 550.000 Summe variable Vergütung 806.238 308.000 95.119 1.936.000 Versorgungsaufwand2 162.385 29.321 162.385 162.385 Gesamtvergütung (DCGK) 1.685.639 516.268 974.520 2.815.401 scroll in € Arunjai Mittal5Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 (Min.) 2017 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt - 562.500 - - Nebenleistungen - 26.962 - - Summe fixe Vergütung - 589.462 - - Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) Mehrjährige variable Vergütung - 340.000 - - Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2015 - 2017 - 340.000 - - Tranche 2016 - 2018 - - - - Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 - - - - Summe variable Vergütung - 680.000 - - Versorgungsaufwand2 - 241.677 - - Gesamtvergütung (DCGK) - 1.511.139 - - 1 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2017 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €11,25 (Vorjahr: €7,07), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. 2 Im Geschäftsjahr 2017 wurde für Herrn Dr. Ploss ein Ertrag aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.114.773 berücksichtigt (siehe unter "Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2017" in diesem Kapitel). 3 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. 4 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 5 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Zufluss gemäß DCGK Da die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017 gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2017 Mittel zugeflossen sind. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweils zugehörige Geschäftsjahr anzugeben. Der MTI ist gemäß den Empfehlungen des DCGK in dem Geschäftsjahr als Zufluss zu zeigen, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2017 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017 damit die MTI-Tranche 2015 - 2017 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Die am 1. Oktober 2013 ausgegebenen Performance Shares, welche den Mitgliedern des Vorstands nach Ende des Geschäftsjahres 2017 in bar ausgezahlt werden (siehe "Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand" in diesem Kapitel), werden erst im Geschäftsjahr 2018 in nachfolgender Tabelle als Zufluss ausgewiesen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017 nach dem DCGK zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam Finanzvorstand Dr. Helmut Gassel2Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 2016 2017 2016 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 1.075.000 750.000 750.000 685.000 171.250 Nebenleistungen 36.154 35.724 43.203 41.185 47.728 8.714 Summe fixe Vergütung 1.111.154 1.110.724 793.203 791.185 732.728 179.964 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 670.080 474.720 474.640 336.260 429.968 76.153 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2014 - 2016 - 706.080 - 507.792 - - Tranche 2015 - 2017 678.720 - 480.760 - - - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 1.525.500 550.000 550.000 962.500 - - Performance Share-Plan - - - - - - Summe variable Vergütung 2.874.300 1.730.800 1.505.400 1.806.552 429.968 76.153 Versorgungsaufwand1 321.123 - 297.220 271.061 132.853 25.458 Gesamtvergütung (DCGK) 4.306.577 2.841.524 2.595.823 2.868.798 1.295.549 281.575 scroll in € Jochen Hanebeck3Mitglied des Vorstands Arunjai Mittal4Mitglied des Vorstands 2017 2016 2017 2016 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 685.000 171.250 - 562.500 Nebenleistungen 32.016 7.697 - 26.962 Summe fixe Vergütung 717.016 178.947 - 589.462 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 429.968 76.153 - 336.260 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2014 - 2016 - - - 507.792 Tranche 2015 - 2017 - - - - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 - - - - Performance Share-Plan - - - - Summe variable Vergütung 429.968 76.153 - 844.052 Versorgungsaufwand1 162.385 29.321 - 241.677 Gesamtvergütung (DCGK) 1.309.369 284.421 - 1.675.191 1 Im Geschäftsjahr 2017 wurde für Herrn Dr. Ploss ein Ertrag aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.114.773 berücksichtigt (siehe unter "Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2017" in diesem Kapitel). 2 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. 3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2017 In Übereinstimmung mit dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben alle Mitglieder des Vorstands mittlerweile eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet. Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres gutgeschrieben. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Für Herrn Dr. Ploss besteht neben der seit dem 1. Januar 2016 laufenden beitragsorientierten Zusage eine bereits vollständig erdiente, sich nicht weiter erhöhende Festbetragszusage für die Vorstandstätigkeit bis zum 31. Dezember 2015 über ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €210.000. Soweit die Versorgungsansprüche der Vorstandsmitglieder (i) noch nicht gesetzlich unverfallbar geworden oder (ii) zwar gesetzlich unverfallbar geworden, aber nicht durch den Pensionssicherungsverein abgesichert sind, unterhält die Gesellschaft Rückdeckungsversicherungen zugunsten der betreffenden Vorstandsmitglieder, die zu ihrem Schutz an sie verpfändet sind. Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen der Mitglieder des Vorstands bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit: ― Die für Herrn Dr. Ploss bestehende beitragsorientierte Leistungszusage basiert ebenfalls auf einem fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt der Versorgungsbeitrag der Gesellschaft €322.500. ― Für Herrn Asam hat die Gesellschaft zu Beginn seiner Vorstandstätigkeit einen einmaligen, vertraglich unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht auf unverfallbare Altersversorgungsansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber bereitgestellt. Daneben erhält Herr Asam für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts. Für das Geschäftsjahr 2017 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam wie im Vorjahr auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €225.000. Die Versorgungsansprüche aus den für Herrn Asam bereitgestellten Versorgungsbeiträgen sind seit dem 31. Dezember 2013 vertraglich unverfallbar. ― Die Herren Dr. Gassel und Hanebeck haben aus ihrer früheren Beschäftigung als leitende Angestellte der Gesellschaft einen gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In ihren Vorstandsanstellungsverträgen ist daher klargestellt, dass die Bereitstellungen zur Altersversorgung diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt, ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Dienstverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt der Versorgungsbeitrag für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck jeweils €205.500. Die für die Mitglieder des Vorstands jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt. Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Der in der Tabelle ausgewiesene Dienstzeitaufwand für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck bezieht sich alleine auf die Zeiten aktiver Vorstandstätigkeit. Der Barwert der Ruhegehaltsbeziehungsweise der Versorgungsansprüche hängt insbesondere von der Entwicklung des anzuwendenden Rechnungszinssatzes (30. September 2017: 1,8 Prozent, 30. September 2016: 1,0 Prozent) ab. Ruhegehaltsansprüche scroll in € Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Ruhegehalts- ansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Versorgungs- beiträge Barwert des Ruhegehalts- beziehungsweise Versorgungs- anspruchs Dienstzeit- aufwand (im laufenden Jahr erdient) Dr. Reinhard Ploss1 2017 - 322.500 629.343 321.123 (Vorsitzender des Vorstands) 210.000 - 4.876.940 - 2016 210.000 - 6.832.791 - Dominik Asam 2017 - 225.000 2.586.986 297.220 (Finanzvorstand) 2016 - 225.000 2.558.440 271.061 Dr. Helmut Gassel2 2017 - 205.500 2.716.822 132.853 (Mitglied des Vorstands) 2016 - 51.375 2.780.620 25.458 Jochen Hanebeck3 2017 - 205.500 3.361.736 162.385 (Mitglied des Vorstands) 2016 - 51.375 3.540.697 29.321 Arunjai Mittal4 2017 - - - - (Mitglied des Vorstands) 2016 - 225.000 2.511.117 241.677 Gesamt 2017 210.000 958.500 14.171.827 913.581 2016 210.000 552.750 18.223.665 567.517 1 In der ersten Zeile wird für Herrn Dr. Ploss der Versorgungsbeitrag, der Barwert und der Dienstzeitaufwand aus seiner zum 1. Januar 2016 zusätzlich gewährten beitragsorientierten Leistungszusage gezeigt. Die zweite Zeile zeigt die Ruhegehaltsansprüche und den Barwert seiner Festbetragszusage. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Ertrag aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von €1.114.773 berücksichtigt. 2 Herr Dr. Helmut Gassel wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 zum Vorstand für Strategieentwicklung, Sales & Marketing und Regionen berufen. 3 Herr Jochen Hanebeck wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 als Vorstand für Operations berufen. 4 Herr Arunjai Mittal ist mit Wirkung zum 30. Juni 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Dienstverhältnis endete mit Wirkung zum 30. September 2016. Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags Die Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands enthalten eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihre Mandate niederzulegen und ihre Dienstverträge zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2017 Den früheren Mitgliedern des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2017 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.324.427,14 (Vorjahr: €1.200.241) gewährt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2017 insgesamt €67.862.601 (Vorjahr: €77.037.350). Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen In Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem durch einen unabhängigen Vergütungsexperten sowohl auf seine rechtliche Konformität als auch auf seine Angemessenheit überprüfen lassen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Empfehlungen des DCGK entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Ungeachtet des Umstands, dass die individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder sowohl im horizontalen (also anderen vergleichbaren Unternehmen gegenüber) als auch im vertikalen Vergleich (den Mitarbeitergruppen von Infineon gegenüber) angemessen seien, bestünden aber insoweit gewisse Handlungsspielräume. Die im Herbst 2016 vorgelegten Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden am 24. Oktober 2016 und am 9. Mai 2017 im Präsidialausschuss sowie am 15. November 2016 und am 18. Mai 2017 im Aufsichtsratsplenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vergütungsexperten. Er hat daher beschlossen, die Bezüge der Vorstandsmitglieder mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2017 zu erhöhen - im Fall von Herrn Dr. Ploss um 15 Prozent und im Fall der Herren Asam, Dr. Gassel und Hanebeck um jeweils 10 Prozent. Dabei soll das Verhältnis der einzelnen Vergütungskomponenten untereinander und damit die Vergütungsstruktur insgesamt unverändert bleiben. Vergütung des Aufsichtsrats Vergütungsstruktur Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde zuletzt von der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 mit (Rück-) Wirkung zum 1. Oktober 2015 neu geregelt. Ziel der Revision war, den bisher variablen Vergütungsteil zu streichen und die Aufsichtsratsvergütung in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex künftig als reine Festvergütung zu gewähren. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und setzt sich wie folgt zusammen: ― Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €90.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres gezahlt. ― Ein Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €90.000, jeder seiner Stellvertreter von €30.000, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungs- und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt. ― Ein Sitzungsgeld von €2.000 für die persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einer seiner Ausschüsse. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen der genannten Gremien statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an. Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente (Zahlung von einem Zwölftel des betreffenden jährlichen Vergütungsteils für jeden angefangenen Monat der Mitgliedschaft beziehungsweise Funktionsausübung). Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgelds) etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2017 Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): Aufsichtsratsvergütung scroll in € Aufsichtsratsmitglied Geschäftsjahr Feste Vergütung Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung Peter Bauer 2017 90.000 25.000 18.000 133.000 2016 90.000 10.417 16.000 116.417 Johann Dechant 2017 90.000 30.000 26.000 146.000 2016 90.000 30.000 30.000 150.000 Dr. Herbert Diess 2017 90.000 - 6.000 96.000 2016 90.000 - 14.000 104.000 Annette Engelfried 2017 90.000 15.000 20.000 125.000 2016 90.000 15.000 20.000 125.000 Peter Gruber 2017 90.000 15.000 18.000 123.000 2016 90.000 15.000 22.000 127.000 Gerhard Hobbach 2017 90.000 15.000 18.000 123.000 2016 90.000 15.000 24.000 129.000 Hans-Ulrich Holdenried 2017 90.000 15.000 24.000 129.000 2016 90.000 15.000 28.000 133.000 Prof. Dr. Renate Köcher 2017 90.000 - 16.000 106.000 2016 90.000 - 12.000 102.000 Dr. Susanne Lachenmann 2017 90.000 15.000 18.000 123.000 2016 90.000 15.000 22.000 127.000 Wolfgang Mayrhuber 2017 90.000 90.000 36.000 216.000 2016 90.000 90.000 34.000 214.000 Géraldine Picaud1 2017 60.000 - 6.000 66.000 2016 - - - - Dr. Manfred Puffer 2017 90.000 - 20.000 110.000 2016 90.000 - 14.000 104.000 Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel2 2017 15.000 - - 15.000 2016 90.000 16.667 22.000 128.667 Jürgen Scholz 2017 90.000 15.000 18.000 123.000 2016 90.000 15.000 22.000 127.000 Kerstin Schulzendorf 2017 90.000 - 12.000 102.000 2016 90.000 - 10.000 100.000 Dr. Eckart Sünner 2017 90.000 25.000 20.000 135.000 2016 90.000 25.000 24.000 139.000 Diana Vitale 2017 90.000 - 12.000 102.000 2016 90.000 - 16.000 106.000 Gesamt 2017 1.425.000 260.000 288.000 1.973.000 2016 1.440.000 262.084 330.000 2.032.084 1 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 16. Februar 2017. Die Vergütung für 2017 wurde daher zeitanteilig gewährt. 2 Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 8. November 2016. Die Vergütung für 2017 wurde daher zeitanteilig gewährt. Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Geschäftsjahr 2016 vom Unternehmen Kredite erhalten. Neubiberg, den 17. November 2017 Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Konzernabschluss Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung für das am 30. September 2017 und 2016 endende Geschäftsjahr scroll € in Millionen Konzern- anhang Nr. 2017 2016 Umsatzerlöse 7.063 6.473 Umsatzkosten -4.442 -4.143 Bruttoergebnis vom Umsatz 2.621 2.330 Forschungs- und Entwicklungskosten -776 -770 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -819 -791 Sonstige betriebliche Erträge 14 17 Sonstige betriebliche Aufwendungen -57 -23 Betriebsergebnis 983 763 Finanzerträge 10 6 Finanzaufwendungen -63 -67 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 3 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 933 705 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 -142 36 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 791 741 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5 -1 2 Konzernjahresüberschuss 790 743 Davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile - -1 Aktionäre der Infineon Technologies AG 790 744 Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert:1 Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert 6 0,70 0,66 Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert 6 - - Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 6 0,70 0,66 Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert:1 Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - verwässert 6 0,70 0,66 Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - verwässert 6 - - Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 6 0,70 0,66 1 Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten. Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das am 30. September 2017 und 2016 endende Geschäftsjahr scroll € in Millionen Konzern- anhang Nr. 15 2017 2016 Konzernjahresüberschuss 790 743 Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen1 118 -159 Summe der Positionen, die zukünftig nicht in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden 118 -159 Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen -49 -28 Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsgeschäften 4 -6 Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte 2 -1 Summe der Positionen, die zukünftig in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden -43 - 35 Sonstiges Ergebnis nach Steuern 75 -194 Gesamtergebnis nach Steuern 865 549 Davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile - -1 Aktionäre der Infineon Technologies AG 865 550 1 Enthält Erträge aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von €1 Million (Vorjahr: Aufwendungen €2 Millionen). Konzern-Bilanz zum 30. September 2017 und 2016 AKTIVA scroll € in Millionen Konzern- anhang Nr. 30. September 2017 30. September 2016 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 860 625 Finanzinvestments 8 1.592 1.615 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9 851 774 Vorräte 10 1.240 1.191 Ertragsteuerforderungen 4 5 6 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 300 281 Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 5 23 - Summe kurzfristige Vermögenswerte 4.871 4.492 Sachanlagen 11 2.659 2.119 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte 11 1.586 1.656 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 28 32 Langfristige Ertragsteuerforderungen 4 - 3 Aktive latente Steuern 4 612 623 Sonstige langfristige Vermögenswerte 189 162 Summe langfristige Vermögenswerte 5.074 4.595 Summe Aktiva 9.945 9.087 PASSIVA € in Millionen Konzern- anhang Nr. 30. September 2017 30. September 2016 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 12 323 17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.020 857 Rückstellungen 13 422 327 Ertragsteuerverbindlichkeiten 4 103 120 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 230 209 Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 2.098 1.530 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 12 1.511 1.752 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14 503 604 Passive latente Steuern 4 18 10 Langfristige Rückstellungen 13 67 76 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 112 92 Summe langfristige Verbindlichkeiten 2.211 2.534 Summe Verbindlichkeiten 4.309 4.064 Eigenkapital: 15 Grundkapital 2.272 2.265 Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) 4.774 5.016 Verlustvortrag -1.404 -2.312 Andere Rücklagen 31 91 Eigene Aktien zu Anschaffungskosten -37 -37 Summe Eigenkapital 5.636 5.023 Summe Passiva 9.945 9.087 Konzern-Kapitalflussrechnung für das am 30. September 2017 und 2016 endende Geschäftsjahr scroll € in Millionen Konzern- anhang Nr. 2017 2016 21 Konzernjahresüberschuss 790 743 Zuzüglich/Abzüglich: Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 -2 Anpassungen zur Überleitung des Konzernjahresüberschusses auf Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit: Planmäßige Abschreibungen 11 812 833 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 142 -36 Zinsergebnis 56 58 Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen 2 5 Dividende von Gemeinschaftsunternehmen 2 2 Wertminderungen 11 5 16 Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis 28 6 Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9 -91 -25 Veränderung der Vorräte 10 -73 -66 Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 177 57 Veränderung der Rückstellungen 13 91 -72 Veränderung der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -23 -60 Erhaltene Zinsen 9 6 Gezahlte Zinsen -58 -26 Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 -142 -126 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.728 1.313 Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten -5 -22 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.723 1.291 Auszahlungen für Finanzinvestments 8 -3.300 -4.130 Einzahlungen aus Finanzinvestments 8 3.303 3.855 Auszahlungen für Investitionen in sonstige Beteiligungen -9 - Akquisitionen von Geschäftseinheiten, abzüglich übernommener Zahlungsmittel -5 -11 Akquisition von Anteilen an der MoTo, abzüglich übernommener Zahlungsmittel 3 -112 - Einzahlungen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochtergesellschaften, abzüglich abgegangener Zahlungsmittel 5 10 - Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte 11 -148 -110 Auszahlungen für Sachanlagen 11 -874 -716 Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und sonstigen Vermögenswerten 4 14 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.131 -1.098 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten - - Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -1.131 -1.098 Veränderungen der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 12 -1 -8 Veränderung der Finanzforderungen und -verbindlichkeiten von nahestehenden Unternehmen 20 - -1 Erhöhung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 12 2 824 Rückzahlungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten 12 -119 -846 Veränderung der als Sicherheitsleistungen hinterlegten liquiden Mittel - 1 Einzahlungen aus Ausgabe von Aktien 15 26 26 Dividendenzahlungen 15 -248 -225 Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -340 -229 Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten - - Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -340 -229 Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 252 -36 Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -17 -12 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 625 673 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 860 625 Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung für das am 30. September 2017 und 2016 endende Geschäftsjahr scroll € in Millionen, außer Anzahl von Aktien Konzern- anhang Nr. Ausgegebene Stückaktien Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) Verlustvortrag Andere Rücklagen Anzahl Betrag Fremdwährung- sumrechnungs- differenzen 15 Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2015 1.129.271.481 2.259 5.213 -2.897 126 Konzernjahresüberschuss - - - 744 - Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - -159 -28 Gesamtergebnis nach Steuern - - - 585 -28 Dividenden - - -225 - - Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: Ausübung von Aktienoptionen 3.401.628 6 19 - - Aktienbasierte Vergütungen 17 - - 9 - - Konzern-Bilanz zum 30. September 2016 1.132.673.109 2.265 5.016 -2.312 98 Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2016 1.132.673.109 2.265 5.016 -2.312 98 Konzernjahresüberschuss - - - 790 - Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - 118 -49 Gesamtergebnis nach Steuern - - - 908 -49 Dividenden - - -248 - - Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: Ausübung von Aktienoptionen 3.527.820 7 19 - - Aktienbasierte Vergütungen 17 - - -13 - - Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - - - -17 Konzern-Bilanz zum 30. September 2017 1.136.200.929 2.272 4.774 -1.404 32 scroll € in Millionen, außer Anzahl von Aktien Eigene Summe Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG Nicht beherrschende Anteile Gesamt Wertpapiere Sicherungsgeschäfte Aktien Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2015 -1 1 -37 4.664 1 4.665 Konzernjahresüberschuss - - - 744 -1 743 Sonstiges Ergebnis nach Steuern -1 -6 - -194 - -194 Gesamtergebnis nach Steuern -1 -6 - 550 -1 549 Dividenden - - - -225 - -225 Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: Ausübung von Aktienoptionen - - - 25 - 25 Aktienbasierte Vergütungen - - - 9 - 9 Konzern-Bilanz zum 30. September 2016 -2 -5 -37 5.023 - 5.023 Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2016 -2 -5 -37 5.023 - 5.023 Konzernjahresüberschuss - - - 790 - 790 Sonstiges Ergebnis nach Steuern 2 4 - 75 - 75 Gesamtergebnis nach Steuern 2 4 - 865 - 865 Dividenden - - - -248 - -248 Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: Ausübung von Aktienoptionen - - - 26 - 26 Aktienbasierte Vergütungen - - - -13 - -13 Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - - -17 - -17 Konzern-Bilanz zum 30. September 2017 - -1 -37 5.636 - 5.636 Konzernanhang Die Infineon-Gruppe ("Infineon" oder "Infineon-Konzern"), bestehend aus der Infineon Technologies AG ("die Gesellschaft") und deren Tochtergesellschaften, entwirft, entwickelt, fertigt und vermarktet ein breites Spektrum an Halbleiterprodukten und damit verbundene Systemlösungen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf Anwendungen der Automobilelektronik, Industrieelektronik, Informations- und Kommunikationsinfrastruktur sowie auf hardwarebasierter Sicherheit. Das Produktspektrum umfasst Standard-, anwendungsspezifische und kundenspezifische Komponenten sowie Systemlösungen für Leistungs-, Digital-, Analog-, Hochfrequenz- und Mixed-Signal-Anwendungen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielt Infineon mit Leistungshalbleitern, der übrige Umsatz entfällt auf Hochfrequenzkomponenten, Sensoren, Treiberbausteine sowie Mikrocontroller für Automobil-, Industrie- und Sicherheitsanwendungen. Forschungs- und Entwicklungsstandorte, Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika. Die Infineon Technologies AG ist eine börsennotierte Gesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns. Sie hat ihren Firmensitz Am Campeon 1-12, 85579 Neubiberg (Deutschland), und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München (Deutschland) unter der Registernummer HRB 126492 eingetragen. 1 Grundlagen des Konzernabschlusses Der von der Infineon Technologies AG als oberstes Mutterunternehmen aufgestellte Konzernabschluss zum 30. September 2017 wurde gemäß den vom International Accounting Standards Board ("IASB") erlassenen International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den diesbezüglichen Interpretationen, die zum 30. September 2017 anzuwenden waren, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union ("EU") übernommen sind, sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 (in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 17. Juli 2015) des Handelsgesetzbuchs ("HGB") anzuwendenden Vorschriften erstellt. Die vorgenannten Standards wurden vollständig erfüllt. Die Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Das Geschäftsjahr von Infineon und der Gesellschaft endet jeweils zum 30. September eines Jahres. Die Konzernwährung lautet auf Euro ("€"). Abweichungen von Betragsangaben untereinander sind aufgrund von Rundungen möglich. Am 17. November 2017 hat der Vorstand der Gesellschaft den Konzernabschluss aufgestellt. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften Das IASB hat folgende Standards geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die verpflichtend im Konzernabschluss zum 30. September 2017 anzuwenden sind: scroll Standard/Änderung/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens Auswirkung auf Infineon IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten - Änderungen an IAS 1) 1. Januar 2016 unwesentlich IAS 16/IAS 38 Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden (Änderungen an IAS 16 und IAS 38) 1. Januar 2016 keine IFRS 11 Bilanzierung des Erwerbs an Anteilen von gemeinschaftlichen Tätigkeiten (Änderungen an IFRS 11) 1. Januar 2016 keine Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012 - 2014 1. Januar 2016 unwesentlich Erlassene, noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften Das IASB hat folgende, aus heutiger Sicht für Infineon grundsätzlich relevante, neue beziehungsweise geänderte Standards verabschiedet. Da diese Standards jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden sind beziehungsweise eine Übernahme durch die EU noch aussteht, wurden sie im Konzernabschluss zum 30. September 2017 nicht angewendet. Die neuen Standards beziehungsweise Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem jeweiligen Zeitpunkt des Inkrafttretens beginnen. Eine vorzeitige Anwendung erfolgt für gewöhnlich nicht, auch wenn einzelne Standards dies zulassen. scroll Standard/Änderung/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens Voraussichtliche Auswirkung auf Infineon IAS 7 Kapitalflussrechnungen (Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten - Änderungen an IAS 7) 1. Januar 2017 unwesentlich IAS 12 Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten (Änderungen an IAS 12) 1. Januar 2017 unwesentlich IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung (Klassifizierung und Bewertung anteilsbasierter Transaktionen - Änderungen an IFRS 2) 1. Januar 2018 unwesentlich IFRS 9 Finanzinstrumente 1. Januar 2018 siehe Erläuterungen unterhalb der Tabelle IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen inklusive Klarstellungen zu IFRS 15 1. Januar 2018 siehe Erläuterungen unterhalb der Tabelle IFRS 16 Leasingverhältnisse 1. Januar 2019 siehe Erläuterungen unterhalb der Tabelle IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 1. Januar 2018 unwesentlich IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 1. Januar 2019 unwesentlich Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 - 2016 - Änderungen an IFRS 12 1. Januar 2017 keine Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 - 2016 - Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 1. Januar 2018 keine IFRS 9 "Finanzinstrumente" IFRS 9 enthält neue Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, die insbesondere auf dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell des Portfolios, dem der finanzielle Vermögenswert zugeordnet ist, sowie der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme basieren. Infineon geht davon aus, dass in begrenztem Umfang finanzielle Vermögenswerte, die derzeit zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bilanziert werden, zukünftig erfolgswirksam zum Fair Value auszuweisen sind. Die Erfassung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach IFRS 9 künftig nach den erwarteten Verlusten statt wie bislang unter IAS 39 nach den eingetretenen Verlusten. Hierzu wurden unter anderem Modelle zur Ermittlung zukünftig erwarteter Kreditausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments entwickelt, welche in die bestehenden Kreditrisikomanagementprozesse integriert werden. IFRS 9 enthält zudem neue Regelungen zur Anwendung von Hedge-Accounting, welche bei Infineon vor allem Änderungen der Dokumentations- und Effektivitätsanforderungen zur Folge haben. Die Vorschriften zu finanziellen Verbindlichkeiten wurden weitgehend aus IAS 39 übernommen. Zudem ergeben sich im Anhang erweiterte quantitative und qualitative Angaben. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Infineon wird den Standard ab dem Geschäftsjahr, das am 1. Oktober 2018 beginnt, anwenden. Nach den bisherigen Erkenntnissen erwartet Infineon keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss, wobei die Auswirkungen zum derzeitigen Stand noch nicht verlässlich quantifiziert werden können. Die neuen Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung sowie den Wertminderungen werden grundsätzlich retrospektiv angewendet, während die neuen Regelungen zum Hedge-Accounting prospektiv anzuwenden sind. Infineon wird von der Ausnahme Gebrauch machen, keine Anpassung von Vergleichsinformationen für Vorperioden vorzunehmen. Der Unterschiedsbetrag, der sich beim Übergang auf IFRS 9 ergeben wird, wird zu Beginn des Geschäftsjahres der Erstanwendung im Eigenkapital erfasst. IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Kundenverträgen" Der neue Standard legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt beziehungsweise über welchen Zeitraum hinweg Umsatzerlöse zu erfassen sind. Hierfür gibt der Standard ein prinzipienbasiertes einheitliches, fünfstufiges Modell vor, das auf alle Kategorien von Umsatztransaktionen mit Kunden anzuwenden ist. Im Kern erfolgt die Umsatzlegung der Leistung bei Kontrollübergang an den Kunden. IFRS 15 ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Infineon wird den neuen Standard ab dem Geschäftsjahr, das am 1. Oktober 2018 beginnt, anwenden. Die Erstanwendung wird durch eine Anpassung des Eigenkapitals in Höhe des kumulativen Effekts erfolgen (modifizierte rückwirkende Anwendung). In einem bereichsübergreifenden IFRS 15-Projekt erfasst und würdigt Infineon die voraussichtlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Dabei teilt sich das IFRS 15-Projekt in eine Analyse- und Designphase sowie in eine Implementierungsphase auf. Die Analysephase ist zum Bilanzstichtag fortgeschritten, jedoch noch nicht abgeschlossen. Demnach wird für bestimmte Vertragsarten künftig eine zeitraum- anstatt einer zeitpunktbezogenen Umsatzrealisierung erfolgen. Dies führt tendenziell zu einer früheren Umsatzlegung im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise. Bei einigen Kunden, bei denen Infineon ein Konsignationslager unterhält, wird sich der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung von der Entnahme der Waren und Produkte durch den Kunden auf den Zeitpunkt der Einlieferung in das Kundenkonsignationslager verschieben. Änderungen werden sich in der Bilanz durch den separaten Ausweis von Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten sowie im Anhang durch erweiterte quantitative und qualitative Angaben ergeben. Insgesamt erwartet Infineon keine wesentlichen quantitativen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Eine verlässliche Quantifizierung der Bilanzierungseffekte ist zum derzeitigen Projektstand nicht möglich, sondern erst nach Abschluss der systemseitigen Implementierung des Fachkonzepts. IFRS 16 "Leasingverhältnisse" Mit IFRS 16 wird ein einheitliches Rechnungslegungsmodell eingeführt, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Dies führt beim Leasingnehmer dazu, dass sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen künftig zu bilanzieren sind. IFRS 16 sieht Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger und für Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Vermögenswerte vor. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber sieht weiterhin die Einstufung nach Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnissen vor. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Demnach wird Infineon den Standard ab dem Geschäftsjahr, das am 1. Oktober 2019 beginnt, anwenden. Infineon hat derzeit damit begonnen zu prüfen, welche quantitativen und qualitativen Auswirkungen die Anwendung des IFRS 16 auf den Konzernabschluss hat, und kann daher deren Umfang noch nicht verlässlich abschätzen. Als Leasingnehmer kann Infineon im Übergang den retrospektiven Ansatz oder den modifizierten retrospektiven Ansatz mit optionalen praktischen Vereinfachungsregelungen anwenden. Der Konzern hat noch nicht festgelegt, welcher Übergangsansatz anzuwenden ist. 2 Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze Konsolidierungskreis Der vorliegende Konzernabschluss umfasst auf konsolidierter Basis die Einzelabschlüsse der Infineon Technologies AG und ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften. Als Tochtergesellschaft gilt ein Unternehmen, das von der Infineon Technologies AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht wird. Beherrschung liegt vor, wenn Infineon variablen Rückflüssen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist oder Rechte auf solche hat und die Fähigkeit besitzt, diese Rückflüsse über seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Verfügungsgewalt bedeutet, dass Infineon über bestehende Rechte verfügt, die Infineon ermöglichen, die relevanten Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, also die Aktivitäten, die im Wesentlichen die vorgenannten Rückflüsse bestimmen. Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern Beherrschung erlangt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) und dem anteiligen beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird, falls aktivisch, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen oder, falls passivisch, erfolgswirksam vereinnahmt. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bewertungs- und Bilanzierungsgrundsätzen erstellt. Die bilanziellen Effekte konzerninterner Transaktionen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Geschäftsbeziehungen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Eine Aufstellung der Tochtergesellschaften der Infineon Technologies AG ist im Konzernanhang Nr. 26 enthalten. Funktionale Währung, Berichtswährung und Währungsumrechnung Die funktionale Währung der Infineon Technologies AG ist der Euro. Der Konzernabschluss wird in Euro als Berichtswährung aufgestellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf die funktionale Währung des bilanzierenden Unternehmens lauten, werden zu dem am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung im Betriebsergebnis erfasst. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Kurs zum Ende des Berichtszeitraums in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen dieser Gesellschaften werden mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet. Sämtliche kumulierten Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung des Eigenkapitals von ausländischen Tochtergesellschaften, die aus Änderungen der Umrechnungskurse resultieren, werden erfolgsneutral verrechnet und innerhalb des Eigenkapitals als "Andere Rücklagen" ausgewiesen. Nachfolgend sind die bei der Erstellung des Konzernabschlusses verwendeten Wechselkurse (€1 in Fremdwährungseinheiten) für die wesentlichen Währungen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt: scroll €1 in Fremdwährungseinheiten Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs 30. September 2017 30. September 2016 2017 2016 Japanischer Yen 132,8200 112,9300 123,5746 122,8719 Malaysischer Ringgit 4,9827 4,6434 4,8052 4,5685 Singapur-Dollar 1,6031 1,5270 1,5425 1,5266 US-Dollar 1,1806 1,1225 1,1060 1,1065 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der folgenden Tabelle können die wichtigsten Bewertungsgrundsätze bei der Erstellung des Konzernabschlusses entnommen werden: scroll Bilanzposten Bewertungsgrundsatz Aktiva Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Nennwert Finanzinvestments Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte Niedrigerer Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Sachanlagen (Fortgeführte) Anschaffungs- oder Herstellungskosten Geschäfts- oder Firmenwerte Impairment-only-Ansatz Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte): Mit bestimmter Nutzungsdauer Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten Sonstige Vermögenswerte (kurzfristig und langfristig): Sonstige finanzielle Vermögenswerte: Kredite und Forderungen Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Zur Veräußerung verfügbar Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Designierte Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Übrige sonstige Vermögenswerte (Fortgeführte) Anschaffungskosten Passiva Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Finanzverbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Rückstellungen Pensionen Methode der laufenden Einmalprämien Sonstige Rückstellungen Erfüllungsbetrag Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig): Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Designierte Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Andere finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Übrige sonstige Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten Eigene Aktien Anschaffungskosten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nennwert. Finanzinstrumente Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und Infineon alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Infineon unterscheidet finanzielle Vermögenswerte nach folgenden Kategorien: "Kredite und Forderungen", "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" und "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte". Zu den finanziellen Vermögenswerten zählen des Weiteren "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges)". Finanzinstrumente der Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Vermögenswerte" bestanden bei Infineon nicht. Infineon unterteilt seine finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" und "Andere finanzielle Verbindlichkeiten". Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen des Weiteren "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges)". Kredite und Forderungen Gewährte Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Bei Infineon enthalten die Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente", "Finanzinvestments", "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" sowie kurz- und langfristige "Sonstige Vermögenswerte" finanzielle Vermögenswerte, welche der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden. Gewährte Kredite und Forderungen werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und beinhaltet eine Werthaltigkeitsprüfung. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass Infineon zum jeweiligen Fälligkeitstermin nicht alle vertraglich vereinbarten Beträge erhalten wird. Objektive Hinweise, die auf eine zu erfassende Wertminderung hindeuten, sind zum Beispiel bekannte Zahlungsschwierigkeiten oder die Insolvenz des Schuldners. Die Wertminderung wird indirekt erfasst (über ein gesondertes Wertminderungskonto). Wenn der Zahlungsausfall sicher ist, werden gewährte Kredite und Forderungen als uneinbringlich eingestuft und zusammen mit gegebenenfalls hierfür zuvor erfassten Wertminderungen ausgebucht. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert oder keiner der übrigen (siehe oben) Kategorien zugeordnet sind. Sie werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Anschaffungsnebenkosten im Zusammenhang mit zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten mit einer endlichen Laufzeit und festen oder bestimmbaren Zahlungen werden aktiviert und unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Liegt der beizulegende Zeitwert dauerhaft beziehungsweise wesentlich unter den fortgeführten Anschaffungskosten, liegt eine erfolgswirksam zu erfassende Wertminderung vor. Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird ein erheblicher beziehungsweise dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter seine Anschaffungskosten als Anhaltspunkt für eine Wertminderung angesehen. Sofern ein solches Anzeichen vorliegt, wird der bisher direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust in Höhe der Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich etwaiger aufwandswirksam verbuchter Wertminderungen ergebniswirksam aus dem Eigenkapital ausgebucht. Wenn als zur Veräußerung verfügbar eingestufte finanzielle Vermögenswerte verkauft werden, werden die bereits zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten umfassen bei Infineon nahezu ausschließlich Derivate zur Absicherung von Währungsrisiken, für die kein Hedge-Accounting erfolgt. Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges) Bestimmte derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken oder Risiken der Rohstoffpreisentwicklung (wie beispielsweise des Goldpreises) werden erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden zukünftigen Transaktionen als Sicherungsinstrumente zugeordnet, um das damit verbundene Risiko abzusichern (Absicherung von Zahlungsströmen). Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert als "sonstige kurzfristige Vermögenswerte" oder "sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" bilanziert. Der effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind und die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Teil einer Sicherungsbeziehung erfüllen, wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Unter "effektiv" versteht man den Grad, zu dem Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Zahlungsströme des Grundgeschäfts, die aus einem gesicherten Risiko resultieren, durch Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder der Zahlungsströme des Sicherungsgeschäfts kompensiert werden. Der Gewinn oder Verlust aus dem ineffektiven Teil wird erfolgswirksam gebucht. Im Eigenkapital direkt erfasste Beträge werden in den Perioden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst, in denen das Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert wird oder wenn die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleibt der bis zu diesem Zeitpunkt erfasste Gewinn oder Verlust im Eigenkapital, bis das entsprechende Grundgeschäft tatsächlich stattfindet. Sofern ein erwartetes Grundgeschäft nicht mehr eintreten wird, erfolgt eine sofortige erfolgswirksame Auflösung des im Eigenkapital aufgelaufenen Gewinns oder Verlusts. Andere finanzielle Verbindlichkeiten Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Abzug von Transaktionskosten bewertet. Die Folgebilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den unter Anwendung der Durchschnittsmethode ermittelten historischen Anschaffungskosten beziehungsweise Herstellungskosten (produktionsbezogene Vollkosten) und ihrem Nettoveräußerungswert angesetzt. Letzterer entspricht dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten noch zu erwartenden Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, Fertigungslöhne und angemessene Teile der zurechenbaren Gemeinkosten, wozu auch zurechenbare Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zählen. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge wird auf der Grundlage einer Normalauslastung der Produktionskapazität ermittelt. Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert der Vorräte werden konzerneinheitlich auf Produktebene für technisch obsolete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit beziehungsweise auf Basis der voraussichtlichen Absatzmöglichkeiten des jeweiligen Produkts vorgenommen. Sachanlagen Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen. Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde: scroll Jahre Gebäude 10 - 25 Technische Anlagen und Maschinen 3 - 10 Sonstige Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 10 Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwert) Immaterielle Vermögenswerte bestehen hauptsächlich aus erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie Lizenzen, Technologien und Kundenbeziehungen, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden, sowie aus aktivierten Entwicklungskosten. Diese immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer und werden unter Berücksichtigung linearer Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Den planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte liegen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde: scroll Jahre Aktivierte Entwicklungskosten 3 - 5 Kundenbeziehungen 1 - 12 Technologien 4 - 12 Lizenzen und ähnliche Rechte 3 - 5 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 - 8 Weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Geschäftsjahr 2016 verfügte Infineon über immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer. Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und anderem Anlagevermögen Geschäfts- oder Firmenwert Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ist der Betrag, um den die übertragene Gegenleistung (Kaufpreis) für Anteile an einem Unternehmen den beizulegenden Nettozeitwert der erworbenen, separat identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten am Tag des Unternehmenszusammenschlusses übersteigt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen und denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (sogenannte Cash Generating Units - CGUs) oder Gruppen von CGUs zugeordnet, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen. Eine CGU stellt die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten dar, die weitestgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten Mittelzuflüsse aus fortgeführter Tätigkeit erzeugt. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird nur bei Vorliegen einer Wertminderung abgeschrieben. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird von Infineon auf Ebene der operativen Segmente einmal jährlich zum 30. Juni sowie dann, wenn Ereignisse oder veränderte Rahmenbedingungen darauf hindeuten, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken sein könnte, auf eventuelle Wertminderungen überprüft. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert des jeweiligen operativen Segments, dem der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, den erzielbaren Betrag dieser Einheit, wird zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Für erfasste Wertminderungen werden in Folgeperioden keine Wertaufholungen vorgenommen. Infineon bestimmt den erzielbaren Betrag der jeweiligen Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, anhand des Nutzungswerts. Der Nutzungswert wird unter Anwendung eines angemessenen Diskontierungssatzes aus dem Barwert der künftigen Zahlungsströme aus der fortgesetzten Nutzung dieser Einheit ermittelt. Die Bestimmung der künftigen Zahlungsströme und der diesen zugrunde liegenden Parameter wie Umsatzwachstum und Bruttomargen erfolgt auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangten Sachkenntnissen, den aktuellen wirtschaftlichen Ergebnissen und der im abgelaufenen Geschäftsjahr verabschiedeten strategischen Planung über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Planung wird unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen "von unten nach oben" (Bottom-up-Methode) aufgestellt. Zahlungsströme für Zeiträume über den Planungshorizont hinaus werden mit der Methode der ewigen Rente geschätzt. Die dabei verwendeten Wachstumsraten berücksichtigen keine kapazitätserweiternden Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben, werden aus frei verfügbaren Marktstudien von Marktforschungsinstituten abgeleitet und übersteigen nicht die langfristigen durchschnittlichen historischen Wachstumsraten des Geschäftsfelds, in dem das betreffende Segment tätig ist. Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsströme erforderliche Diskontierungssatz wird aus den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC) der betreffenden Einheit nach Steuern ermittelt; für die Schätzung der Eigenkapitalkosten wird das "Capital Asset Pricing Model" (CAPM) verwendet. Der gemäß IAS 36 relevante Vorsteuer-WACC wird unter Verwendung von typisierten Steuersätzen für jedes Berichtssegment aus den geschätzten künftigen Zahlungsströmen nach Steuern und dem Nachsteuer-WACC abgeleitet. Dabei wird der risikolose Zinssatz nach der Svensson-Methode unter Berücksichtigung von Risikozuschlägen und das Beta sowie die Verschuldungsgrade aus einer Gruppe von Vergleichsunternehmen für jedes operative Segment abgeleitet. Der Diskontierungssatz spiegelt damit die gegenwärtigen Marktrenditen sowie die speziellen Risiken des jeweiligen operativen Segments wider. Die folgende Tabelle zeigt die den Segmenten zugeordneten Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die verwendeten Bewertungsparameter: scroll Buchwert des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts Vorsteuer-WACC1 Nachsteuer-WACC1 € in Millionen in % in % Segment 2017 2016 2017 2016 2017 2016 Automotive 5 0 12,3 n. a. 9,2 n. a. Industrial Power Control 48 51 12,4 12,8 9,4 9,9 Power Management & Multimarket 704 746 14,1 14,0 10,4 10,7 Konzernfunktionen 2 2 Gesamt 759 799 scroll Wachstumsrate der ewigen Rente1 in % Segment 2017 2016 Automotive 1,5 n. a. Industrial Power Control 1,5 1,0 Power Management & Multimarket 1,5 1,0 Konzernfunktionen Gesamt 1 Bewertungsparameter zum 30. Juni 2017 und 2016. Zusätzlich führt Infineon Sensitivitätsanalysen durch, in denen für Umsatzwachstum, Bruttomargen, WACC sowie Wachstumsraten in der ewigen Rente von den ursprünglichen Schätzungen abweichende Annahmen getroffen werden, die von Infineon für nicht wahrscheinlich, aber noch für möglich gehalten werden. Damit berücksichtigt Infineon Unsicherheiten im Rahmen von Schätzungen und analysiert die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts auch für Szenarien, die ungünstiger als geschätzt sind. Für möglich gehaltene Änderungen der genannten Parameter hätten keine Auswirkung auf die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Auf der Grundlage der durchgeführten Werthaltigkeitstests sowie der in diesem Rahmen durchgeführten Sensitivitätsanalysen kam Infineon zu dem Ergebnis, dass sich im Berichtsjahr bei keinem der operativen Segmente eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert ergibt. Zum Bilanzstichtag lagen keine auslösenden Ereignisse vor, die darauf hindeuten, dass der erzielbare Betrag einer Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, unter den Buchwert gesunken sein könnte. Immaterielle Vermögenswerte und anderes Anlagevermögen Infineon überprüft langfristige Vermögenswerte einschließlich Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf mögliche Wertminderungen, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Die Werthaltigkeit von genutzten Vermögenswerten wird durch einen Vergleich des Buchwerts des Vermögenswerts mit dessen erzielbarem Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird grundsätzlich anhand diskontierter zukünftiger Zahlungsströme der CGU, der der Vermögenswert zugeordnet ist, berechnet. Um die zukünftigen Zahlungsströme abschätzen zu können, ist erhebliches Ermessen des Managements erforderlich. Wird ein Vermögenswert als wertgemindert eingestuft, bemisst sich die Höhe der zu erfassenden Abschreibung als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem erzielbaren Betrag. In Vorjahren erfasste Wertminderungen für Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts werden zurückgenommen, soweit sich seit der Erfassung der letzten Wertminderung eine Änderung der zugrunde liegenden Schätzung ergeben hat und sich in der Folge ein geringerer Wertminderungsbedarf ergibt. Es erfolgt maximal eine Zuschreibung bis zu dem Buchwert, der bestimmt worden wäre (abzüglich der planmäßigen Abschreibungen), wenn in früheren Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Aktivierte Entwicklungskosten (siehe auch "Forschungs- und Entwicklungskosten" in diesem Kapitel) werden einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen, sofern sie noch nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegen und darüber hinaus soweit Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Anhaltspunkte für eine Wertminderung sind insbesondere Rückgänge der erwarteten Umsatzerlöse oder höhere Aufwendungen. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Infineon hat für die meisten Mitarbeiter für die Zeit nach der altersbedingten Beendigung ihrer Tätigkeit direkt oder durch Zahlungen an private und öffentliche Einrichtungen Vorsorge getroffen. Die Leistungen unterscheiden sich nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Erfordernissen des jeweiligen Lands und sind meist von Beschäftigungsdauer und Entgelt des Mitarbeiters abhängig. Die betriebliche Altersversorgung umfasst sowohl beitragsorientierte (defined contribution) als auch leistungsorientierte (defined benefit) Pläne. Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt Infineon aufgrund gesetzlicher oder privatrechtlicher Bestimmungen festgelegte Beiträge an einen eigenständigen Fonds oder an öffentliche oder private Rentenversicherungen. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die Beiträge werden zum Fälligkeitszeitpunkt als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionskosten und damit im Betriebsergebnis ausgewiesen. Für die an die verschiedenen beitragsorientierten Pläne zu leistenden Zahlungen werden Verbindlichkeiten eingestellt. Vorauszahlungen werden als Vermögenswert aktiviert, soweit eine Rückerstattung oder Reduzierung zukünftiger Zahlungen möglich ist. Die anderen Pläne, die nicht unter die Definition eines beitragsorientierten Plans fallen, werden als leistungsorientierte Pläne bilanziert. Dabei handelt es sich um Verpflichtungen von Infineon aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene. Die Verpflichtungen beziehen sich auch auf Ruhegelder. Die für die leistungsorientierten Pläne ausgewiesene Verbindlichkeit umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens sowie Anpassungen für nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung sowie der daraus resultierende Aufwand werden gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" für jeden Plan separat jährlich durch unabhängige, qualifizierte Versicherungsmathematiker mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Berechnung werden versicherungsmathematische Verfahren verwendet, für die spezifische Annahmen zu treffen sind. Diese sind im Wesentlichen der Abzinsungssatz, erwartete künftige Steigerungen von Gehältern und Renten sowie Sterberaten. Die Bestimmung der Abzinsungssätze basiert auf Renditen für erstrangige, festverzinsliche Unternehmensanleihen von Schuldnern sehr hoher Bonität am Bilanzstichtag, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen erfolgen werden, und deren Restlaufzeiten etwa den Laufzeiten der jeweiligen Pensionsverpflichtungen entsprechen. Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pläne werden, mit Ausnahme des Nettozinsergebnisses, sämtliche Aufwendungen und Erträge per saldo in den Funktionsbereichen im Betriebsergebnis erfasst. Das Nettozinsergebnis, das sich aus der Multiplikation der Nettopensionsverpflichtung (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) mit dem Diskontierungssatz ergibt, wird in den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Die sich bei den leistungsorientierten Plänen ergebenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus nicht erwarteten Änderungen der Pensionsverpflichtungen oder Planvermögenswerte sowie aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen werden direkt im Eigenkapital verrechnet und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung in den Perioden ausgewiesen, in denen sie angefallen sind. Ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst. Rückstellungen Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche und/oder faktische Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von wirtschaftlichen Ressourcen führen, dessen Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Im Hinblick auf Rechts- und Klageverfahren, wie beispielsweise die Insolvenz von Qimonda, beurteilt Infineon regelmäßig die Wahrscheinlichkeit ungünstiger Verfahrensausgänge. Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, darunter Rückstellungen für wesentliche Rechtskosten, von denen zum jeweiligen Bilanzstichtag angenommen wird, dass sie wahrscheinlich eintreten können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen - und die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Sobald zusätzliche Informationen verfügbar sind, werden, sofern notwendig, die möglichen Rückstellungen für diese Verfahren neu bewertet und getroffene Einschätzungen überprüft. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgabe dar. Die Schätzungen von Ergebnis und finanzieller Auswirkung hängen von der Bewertung des Managements zusammen mit Erfahrungswerten und gegebenenfalls der Einschätzung unabhängiger Sachverständiger ab. Wenn der zu bewertende Sachverhalt eine große Anzahl von möglichen künftigen Entwicklungen aufweist, wird die Verpflichtung durch Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit ihren jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten geschätzt (Erwartungswertmethode). Bei einer Bandbreite möglicher Ergebnisse, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Punkte gleich groß ist, wird der Mittelwert verwendet. Soweit bei Verpflichtungen erst nach mehr als einem Jahr mit Mittelabflüssen gerechnet wird, werden die Rückstellungen mit dem Barwert der voraussichtlichen Mittelabflüsse angesetzt, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren. Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz vom Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, abhängt. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die aber wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen oder deren Vermögensabfluss sich nicht zuverlässig quantifizieren lässt. Die Eventualverbindlichkeiten werden nicht in der Konzern-Bilanz erfasst, sondern im Konzernanhang ausgewiesen und beschrieben (siehe Konzernanhang Nr. 18 und Nr. 19). Umsatzrealisierung Infineon erwirtschaftet Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Halbleiterprodukten und damit verbundenen Systemlösungen. Die Halbleiterprodukte von Infineon beinhalten ein weites Spektrum von Chips und Komponenten, die in elektronischen Applikationen für Fahrzeugelektronik über Industrieanwendungen bis hin zu Chipkarten zum Einsatz kommen. Ferner werden die Produkte von Infineon in einer Vielzahl mikroelektronischer Anwendungen wie Computersystemen, Telekommunikationssystemen und Konsumgütern eingesetzt. Die Unterschiede in den Produktarten und Applikationen sind Differenzierungsmerkmal hinsichtlich der Zuordnung der Umsatzerlöse zu den einzelnen Segmenten. Zusätzlich erwirtschaftet Infineon jeweils geringe Teile seines Umsatzes aus der Gewährung von Lizenzen. Umsatzerlöse aus Produktverkäufen werden zum Zeitpunkt der Übertragung der maßgeblich mit dem Eigentum der verkauften Ware verbundenen Risiken und Chancen auf den Käufer erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass Infineon der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird. Die Höhe der erfassten Umsatzerlöse basiert auf den beizulegenden Zeitwerten der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung unter Berücksichtigung von Rücklieferungen, Skonti und Boni. Infineon realisiert bei Verkäufen an Großhändler (Distributoren) den Umsatz grundsätzlich, wenn das Produkt an den Großhändler verkauft wird (sogenannte Sell-in-Methode). Gemäß der üblichen Vorgehensweise in der Halbleiterindustrie können Großhändler unter bestimmten Umständen eine Preisabsicherung sowie sogenannte Ship-and-Debit-Gutschriften ersuchen. Preisabsicherungen ermöglichen den Großhändlern, eine Gutschrift für noch nicht verkaufte Vorräte zu beantragen, wenn Infineon die Standardlistenpreise für solche Produkte reduziert hat. Daneben kann der Großhändler in bestimmten Fällen Ship-and-Debit-Gutschriften für Preisanpassungen beantragen. Die Entscheidung über die Genehmigung solcher Gutschriften an den Großhändler liegt ausschließlich bei Infineon. Infineon ermittelt die Rückstellung für Preisabsicherungen und Ship-and-Debit in der Periode, in der der relevante Umsatz gelegt wird. Die Rückstellung für Ship-and-Debit basiert auf rollierenden historischen Preistrends, welche aus der Differenz zwischen den Angebotspreisen und den Standardlistenpreisen für den Großhändler ermittelt werden. Die Rückstellungen für Preisabsicherungen werden unter Berücksichtigung aktueller Listenpreise und des Vorratsbestands des Großhändlers ermittelt. Aufgrund der Verfügbarkeit von detaillierten Vorratsdaten der Großhändler, der Transparenz der allgemeinen Preisbildung für Vorratsvermögen von Standardprodukten sowie der langjährigen Erfahrung bei der Preisbildung mit Großhändlern ist Infineon in der Lage, die Rückstellung für Preisabsicherungen und Ship-and-Debit-Gutschriften zum Periodenende verlässlich zu schätzen. Großhändler können unter bestimmten Voraussetzungen begrenzt Bestände zurückgeben ("Warenrückgabe") oder Verwurfsgutschriften ersuchen. Rückgabegutschriften werden auf Grundlage der erwarteten Warenrückgabe entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen und historischen Erfahrungswerten abgegrenzt. Verwurfsgutschriften werden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen abgegrenzt und bei berechtigtem Anspruch bis zur Höhe eines bestimmten Maximalbetrags bezogen auf den Umsatz der Periode gewährt. Infineon überwacht fortwährend derartige Rückgaben und passt die Abgrenzungsannahmen entsprechend an. Andere Warenrückgaben sind nur innerhalb der regulären Gewährleistungsfrist aufgrund von Qualitätsmängeln zulässig. Teilweise werden mit bestimmten Kunden oder Großhändlern Rabatte vereinbart, welche bei Erreichung bestimmter Umsatzgrenzen gewährt werden. Derartige Rabatte werden im Rahmen der Umsatzrealisierung berücksichtigt. Umsatzkosten Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der in der Berichtsperiode veräußerten Produkte. Darüber hinaus enthalten die Umsatzkosten unter anderem Aufwendungen für Leerkosten, Vorratsrisiken, Gewährleistungsfälle sowie Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Ergebniswirksam zu erfassende Fremdwährungseffekte sowie Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden als Teil der Umsatzkosten erfasst. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Kosten für Forschungsaktivitäten werden als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden aktiviert, sofern die Ergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten oder für verbesserte Prozesse münden. Voraussetzung für die Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie zukünftiger Nutzen daraus wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss Infineon die Absicht haben und in der Lage sein, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Personalkosten und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Die aktivierten Kosten sind als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte" enthalten (siehe Konzernanhang Nr. 11). Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Entwicklungskosten werden nach Abschluss der Entwicklung und mit dem Hochlaufen der Produktion als Teil der Umsatzkosten in der Regel über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren abgeschrieben. Zuschüsse und Zulagen Zuschüsse und Zulagen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem hinreichend sichergestellt ist, dass einerseits Infineon die Förderbedingungen erfüllt und andererseits die Fördermittel ausgezahlt werden. Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt und reduzieren damit die Abschreibungen der künftigen Perioden. Zuschüsse und Zulagen zu Aufwendungen werden mit der entsprechenden Aufwandsposition in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung verrechnet (siehe Konzernanhang Nr. 7). Laufende und latente Ertragsteuern Die Ermittlung der laufenden Ertragsteuern erfolgt gemäß den zum Bilanzstichtag geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen. Infineon ermittelt latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden sowie für steuerliche Verlustvorträge, während auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen keine latenten Steuern zu erfassen sind. Ebenso erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen, die passive latente Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Konzerngesellschaft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Infineon überprüft aktivierte latente Steuern an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf die Höhe des zukünftig zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen. Ertragsteuern werden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst mit Ausnahme derer, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im sonstigen Ergebnis oder im übrigen Eigenkapital erfasst worden sind. Für unsichere Ertragsteuerpositionen wird eine Steuerrückstellung gebildet beziehungsweise bei Bestehen eines Verlustvortrags die darauf entfallende aktive latente Steuer entsprechend reduziert. Bei der Einschätzung der unsicheren Ertragsteuerposition wird die beste Schätzung zugrunde gelegt. Schätzungen und Annahmen Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon haben. Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Bereiche, die Schätzungen und Annahmen beinhalten und folglich am ehesten davon betroffen sind, wenn die tatsächlichen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen, sind: ― Ansatz und Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern (siehe "Laufende und latente Ertragsteuern" und Konzernanhang Nr. 4), ― Bewertung des Vorratsvermögens (siehe "Vorräte" und Konzernanhang Nr. 10), ― Werthaltigkeit nichtfinanzieller Vermögenswerte, insbesondere Geschäfts- oder Firmenwert (siehe "Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und anderem Anlagevermögen" und Konzernanhang Nr. 11), ― Ansatz und Bewertung von Rückstellungen (siehe "Rückstellungen" und Konzernanhang Nr. 13 und Nr. 19) sowie ― Bewertung von Pensionsplänen (siehe "Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" und Konzernanhang Nr. 14). Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Vorstand am 17. November 2017 erlangten Erkenntnisse. 3 Akquisitionen Erwerb von 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG Mit Kaufvertrag vom 17. November und mit Wirkung zum 30. Dezember 2016 hat Infineon 93 Prozent der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo"), abzüglich der übernommenen Zahlungsmittel, für €112 Millionen erworben. Die MoTo ist Eigentümerin und Vermieterin des bestehenden Bürokomplexes Campeon in Neubiberg bei München, des Hauptsitzes von Infineon. Neben Sachanlagen mit einem beizulegenden Zeitwert von €366 Millionen wurden im Wesentlichen bestehende Finanzverbindlichkeiten der MoTo von €219 Millionen übernommen. Zudem gingen Zahlungsmittel in Höhe von €1 Million zu. Der Erwerb der Anteile ist nach IFRS 3 als "Asset-Deal" zu klassifizieren und die Vermögensgegenstände und Schulden wurden zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten übernommen. Die MoTo wird seit dem 30. Dezember 2016 vollkonsolidiert. 4 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten ermitteln sich für die zum 30. September 2017 und 2016 endenden Geschäftsjahre wie folgt: scroll € in Millionen 2017 2016 Laufender Steueraufwand -125 -116 Latenter Steuerertrag (-aufwand) -17 152 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -142 36 Der laufende Steueraufwand beinhaltet einen Steueraufwand von €4 Millionen für frühere Geschäftsjahre. Ein latenter Steuerertrag von €51 Millionen resultiert aus der Bildung und der Auflösung temporärer Differenzen. Für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 29 Prozent. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 13 Prozent zusammen. Das von ausländischen Gesellschaften erwirtschaftete steuerliche Einkommen wird auf Basis der länderspezifischen Steuergesetzgebung ermittelt und mit dem maßgeblichen landesspezifischen Steuersatz besteuert. Die folgende Überleitung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2017 und 2016 erfolgt unter Zugrundelegung des deutschen Gesamtsteuersatzes in Höhe von 29 Prozent für die Geschäftsjahre 2017 und 2016: scroll € in Millionen 2017 2016 Erwarteter Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -271 -203 Veränderung verfügbarer Steuervergünstigungen 49 70 Steuersatzdifferenzen 25 27 Effekte aus der Abweichung zwischen lokaler und funktionaler Währung (Malaysia) -11 7 Nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge, Saldo 34 25 Steuern für frühere Geschäftsjahre 12 19 Veränderung der Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern 39 63 Effekte aufgrund von Steuersatzänderungen -18 32 Sonstiges -1 -4 Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -142 36 Der Effekt aufgrund von Steuersatzänderungen resultiert im Wesentlichen aus Änderungen des anwendbaren Steuersatzes (Gewerbesteuer) in Deutschland sowie in Singapur. Im Geschäftsjahr 2017 hat sich die Wertberichtigung aktiver latenter Steuern auf Steuergutschriften in Höhe von €4 Millionen sowie auf temporäre Differenzen in Höhe von €15 Millionen ergebniswirksam ausgewirkt. Eine Zuschreibung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge wurde in Höhe von €76 Millionen vorgenommen. Bei den temporären Differenzen beträgt die Zuschreibung im Geschäftsjahr 2017 €17 Millionen. Aufgrund der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, Steuervergünstigungen und temporärer Differenzen, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt waren, resultiert im Geschäftsjahr 2017 ein laufender Steuerertrag in Höhe von €13 Millionen. Die angesetzten aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Immaterielle Vermögenswerte 35 -210 17 -206 Sachanlagen 122 -40 93 -26 Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen 255 -212 190 -173 Verlustvorträge 430 - 492 - Ungenutzte Steuervergünstigungen und Anrechnungsüberhänge aus ausländischen Steuern 141 - 146 - Sonstiges 165 -92 142 -62 Summe latente Steuern 1.148 -554 1.080 -467 Saldierung -536 536 -457 457 Gesamt 612 -18 623 -10 In Deutschland hatte die Infineon Technologies AG zum 30. September 2017 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €1,8 Milliarden und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €2,9 Milliarden. Im Ausland bestehen körperschaftsteuerähnliche Verlustvorträge in Höhe von €31 Millionen sowie Verlustvorträge aus lokalen Ertragsteuern in Höhe von €216 Millionen. Weiterhin bestehen ungenutzte Vorträge aus Steuervergünstigungen und Anrechnungsüberhängen aus ausländischen Steuern in Höhe von €401 Millionen. Infineon hat die aktiven latenten Steuern auf die Notwendigkeit einer Wertberichtigung überprüft. Basierend auf den Ergebnissen der Überprüfung der aktiven latenten Steuern und unter Abwägung aller positiven und negativen Faktoren und Informationen im Hinblick auf die vorhersehbare Zukunft hat Infineon nach Saldierung zum 30. September 2017 aktive latente Steuern in Höhe von €612 Millionen angesetzt. Keine aktiven latenten Steuern wurden auf folgende Sachverhalte gebildet (Bruttobeträge): scroll € in Millionen 2017 2016 Steuerliche Verlustvorträge (Körperschaftsteuer und lokale Ertragsteuern) 1.868 2.427 Steuervergünstigungen 260 243 Temporäre Differenzen 516 740 Es gibt keine Verlustvorträge, für die wesentliche aktive latente Steuern nicht angesetzt wurden und die nach gesetzlichen Regelungen verfallen. Von den Steuervergünstigungen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verfallen €27 Millionen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Die Veränderung des Saldos der aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz stellt sich wie folgt dar: scroll € in Millionen 2017 2016 Latente Steuern, Saldo zu Beginn des Geschäftsjahres 613 457 Latente Steuern aus fortgeführten Aktivitäten -17 153 Latente Steuern, die direkt im Eigenkapital erfasst werden -2 5 Effekte aus der Währungsumrechnung - -2 Latente Steuern, Saldo zum Ende des Geschäftsjahres 594 613 Im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften bestehen zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von €668 Millionen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, da der zeitliche Verlauf der Auflösung gesteuert werden kann und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren. Unter Berücksichtigung der direkten Eigenkapitalbuchungen und der Aufwendungen/Erträge aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten ergeben sich folgende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag: scroll € in Millionen 2017 2016 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten -142 36 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten -6 -3 Direkt im Eigenkapital erfasste Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 5 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -148 38 Bei den direkt im Eigenkapital erfassten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wirken latente und laufende Steuern gegenläufig (jeweils €2 Millionen). 5 Geschäftsanteilsveräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten sowie zur Veräußerung stehende Vermögenswerte Qimonda - nicht fortgeführte Aktivitäten Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG ("Qimonda"), eine sich im Mehrheitsbesitz von Infineon befindende Tochtergesellschaft, beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere in- und ausländische Tochtergesellschaften von Qimonda eröffnet. Einige dieser Insolvenzverfahren sind bereits abgeschlossen. Auswirkungen dieser Vorgänge sind, sofern die zugrunde liegenden Ereignisse vor der Eröffnung der Insolvenzverfahren eintraten, in allen ausgewiesenen Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt. Sofern Ereignisse nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren eingetreten sind, werden ihre Auswirkungen als Teil der fortgeführten Aktivitäten dargestellt. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 ergaben sich Anpassungen bei einzelnen Rückstellungen an die aktuelle Entwicklung sowie nachlaufende Erträge im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda beziehungsweise sonstigen nicht fortgeführten Aktivitäten. Diese führten zu den in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Ergebnissen nach Ertragsteuern. Die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda bestehenden Risiken und Rückstellungen sind im Konzernanhang Nr. 19 bei "Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda" ausführlich beschrieben. Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag scroll € in Millionen 2017 2016 Qimondas Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1 -1 Anteil Sonstiger am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 3 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1 2 Newport Am 29. September 2017 wurden 100 Prozent der Anteile der IR Newport Limited ("Newport") veräußert. Das im Geschäftsjahr 2017 erhaltene Entgelt belief sich auf €15 Millionen. Insgesamt ergab sich aus der Transaktion ein Verlust aus der Entkonsolidierung in Höhe von €13 Millionen, der unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Dieser resultierte mit €20 Millionen im Wesentlichen aus der ertragswirksamen Umgliederung kumulativer Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen aufgrund der Abwertung des britischen Pfunds, die im abgelaufenen und früheren Geschäftsjahren im sonstigen Ergebnis erfasst worden waren. Im Zusammenhang mit dem Beherrschungsverlust wurden im Geschäftsjahr 2017 Vermögenswerte in Höhe von €33 Millionen entkonsolidiert. Darin enthalten waren veräußerte Zahlungsmittel in Höhe von €5 Millionen. Zudem wurden Verbindlichkeiten in Höhe von €6 Millionen entkonsolidiert. Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte Am 30. September 2017 wurden Grundstücke und Gebäude sowie Technische Anlagen und Maschinen mit einem Buchwert in Höhe von €23 Millionen (30. September 2016: €0 Millionen) als zur Veräußerung stehende Vermögenswerte ausgewiesen. 6 Ergebnis je Aktie Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem Konzernjahresüberschuss, dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der während der Berichtsperiode ausstehenden Aktien. Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf der Annahme einer Umwandlung aller potenziell verwässernden Instrumente in Stammaktien - mit der Folge einer entsprechenden Erhöhung der Aktienanzahl auf der einen sowie einer entsprechenden Reduzierung der Ergebnisbelastung aus diesen Instrumenten, wie zum Beispiel Zinsaufwand, auf der anderen Seite. Zum 30. September 2017 und 2016 ermitteln sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie wie folgt: scroll € in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2017 2016 Konzernjahresüberschuss, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG -unverwässert und verwässert 790 744 Davon aus fortgeführten Aktivitäten 791 742 Davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten -1 2 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen): - Grundkapital 1.134,6 1.131,2 - Anpassung für eigene Aktien -6,0 -6,0 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert 1.128,6 1.125,2 Anpassungen für: - Effekt aus aktienbasierter Vergütung 5,3 4,1 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert 1.133,9 1.129,3 Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert1 : Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten 0,70 0,66 Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - - Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert 0,70 0,66 1 Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten. 7 Ergänzende Erläuterungen zur Gewinn- und-Verlust-Rechnung Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen sowie Personalaufwendungen In der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) sind die nachfolgend aufgeführten Aufwendungen für bezogene Leistungen, Material und Personal enthalten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen und Material setzen sich für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2017 2016 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.497 1.412 Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.426 1.295 Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) 2.923 2.707 Die Personalaufwendungen setzen sich für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2017 2016 Löhne und Gehälter 1.868 1.734 Sozialabgaben, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 338 313 Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) 2.206 2.047 Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 ist in folgender Übersicht dargestellt: scroll 2017 2016 Europa 15.566 14.971 Darin: Deutschland 10.124 9.727 Asien-Pazifik (ohne Japan) 17.448 17.148 Darin: China 1.963 1.998 Japan 181 172 Amerika 3.767 3.705 Darin: USA 2.062 2.092 Gesamt 36.962 35.996 Zuschüsse und Zulagen Infineon hat im Rahmen staatlicher Wirtschaftsförderungsprogramme von verschiedenen staatlichen Stellen Fördermittel erhalten, unter anderem für die Errichtung von Fertigungsstätten, für Forschung und Entwicklung sowie Mitarbeiterentwicklung. Die im Konzernabschluss berücksichtigten, ertragswirksamen Zuschüsse und Zulagen stellen sich für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 wie folgt dar: scroll € in Millionen 2017 2016 In der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung enthalten in: Umsatzkosten 37 33 Forschungs- und Entwicklungskosten 68 75 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 1 2 Gesamt 106 110 Bezüglich der Erfüllung der Bedingungen für die erhaltenen Zuschüsse und Zulagen beziehungsweise möglicher Rückerstattungspflichten bei Nichterfüllung siehe Konzernanhang Nr. 18. 8 Finanzinvestments Finanzinvestments umfassen Festgeldanlagen bei Kreditinstituten, Investmentfonds, Geldmarktfonds und Wertpapiere. Während die Festgeldanlagen bei Kreditinstituten mit ursprünglichen Laufzeiten von mehr als drei Monaten sowie Geldmarktfonds nach IAS 39, "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung", als Kredite und Forderungen qualifiziert werden, sind die Investmentfonds und die Wertpapiere als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte kategorisiert (zur Bewertung siehe Konzernanhang Nr. 2). Die Finanzinvestments setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen (weitere Informationen siehe Konzernanhang Nr. 22 und Nr. 23): scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Festgelder und Geldmarktfonds 1.070 1.157 Investmentfonds 466 399 Wertpapiere 56 59 Finanzinvestments 1.592 1.615 9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die innerhalb eines Jahres fällig sind, setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 860 784 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen - 1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 860 785 Wertberichtigungen -9 -11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Saldo 851 774 Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wie folgt entwickelt: scroll € in Millionen 2017 2016 Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres 11 7 Zuführung/Auflösung Wertberichtigungen, Saldo -2 4 Wertberichtigungen zum Ende des Geschäftsjahres 9 11 Die zum Stichtag ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte nach Wertberichtigungen setzen sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen Buchwert Davon noch nicht überfällig Überfällig zwischen 0 und 30 Tagen Überfällig seit mehr als 31 Tagen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2017 851 831 16 4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2016 773 753 14 6 Bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die am Bilanzstichtag nicht überfällig und nicht wertberichtigt sind, gibt es keine Hinweise, dass die Kunden, basierend auf der Kredithistorie und den aktuellen Bonitätseinstufungen, nicht imstande sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden als sonstige langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. 10 Vorräte Die Vorräte setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 131 111 Unfertige Erzeugnisse 749 701 Fertige Erzeugnisse und Waren 360 379 Gesamt 1.240 1.191 Auf die Umsatzkosten der Geschäftsjahre 2017 und 2016 entfallen in wesentlichen Teilen Aufwendungen mit Bezug auf das Vorratsvermögen. Zum 30. September 2017 und 2016 betragen die Wertberichtigungen auf Vorräte €131 Millionen und €136 Millionen. 11 Sachanlagen, Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Die Zusammenfassung der Entwicklung der Sachanlagen sowie der Geschäfts- oder Firmenwerte und anderer immaterieller Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 ist in der folgenden Übersicht dargestellt: Entwicklung des Konzernsachanlagevermögens und der Geschäfts- oder Firmenwerte und anderer immaterieller Vermögenswerte 2017 scroll Anschaffungs- und Herstellungskosten € in Millionen 1. Oktober 2016 Zugänge Zugänge durch Unternehmens- erwerb1 Abgänge Umbuchungen Über- tragungen2 Fremd- währungs- effekte 30. September 2017 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.095 32 366 -21 45 -10 -6 1.501 Technische Anlagen und Maschinen 7.648 437 - -127 215 - -27 8.146 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.210 76 - -65 14 - -8 1.227 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 284 329 - -2 -274 -4 -1 332 Summe Sachanlagen 10.237 874 366 -215 - -14 -42 11.206 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte 799 - 5 - - - -45 759 Aktivierte Entwicklungskosten 517 129 - -3 - - - 643 Kundenbeziehungen 396 - - - - - -4 392 Technologien 283 - 2 - - - -10 275 Lizenzen und ähnliche Rechte 212 19 - -11 - - -1 219 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 - - - - - - 18 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte 2.225 148 7 -14 - - -60 2.306 scroll Abschreibungen € in Millionen 1. Oktober 2016 Abschreibungen Abgänge Umbuchungen Über- tragungen2 Wert- minderungen Fremd- währungs- effekte 30. September 2017 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -731 -60 15 -1 2 - 4 -771 Technische Anlagen und Maschinen -6.305 -498 113 1 - - 20 -6.669 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -1.082 -94 64 - - - 5 -1.107 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - - - - Summe Sachanlagen -8.118 -652 192 - 2 - 29 -8.547 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte - - - - - - - - Aktivierte Entwicklungskosten -205 -39 2 - - -5 - -247 Kundenbeziehungen -121 -58 - - - - - -179 Technologien -70 -41 - - - - 2 -109 Lizenzen und ähnliche Rechte -163 -21 10 - - - - -174 Sonstige immaterielle Vermögenswerte -10 -1 - - - - - -11 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte -569 -160 12 - - -5 2 -720 scroll Buchwerte € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 730 364 Technische Anlagen und Maschinen 1.477 1.343 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 120 128 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 332 284 Summe Sachanlagen 2.659 2.119 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte 759 799 Aktivierte Entwicklungskosten 396 312 Kundenbeziehungen 213 275 Technologien 166 213 Lizenzen und ähnliche Rechte 45 49 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 7 8 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte 1.586 1.656 1 Zum 30. September 2017 beziehen sich die unter Sachanlagen als "Zugänge durch Unternehmenserwerb" gezeigten Beträge auf im Zusammenhang mit der Akquisition von der MoTo erworbene Vermögenswerte. 2 Zum 30. September 2017 beziehen sich die als Übertragung gezeigten Beträge auf Vermögenswerte, die als "zur Veräußerung stehend" umgegliedert wurden. Entwicklung des Konzernsachanlagevermögens und der Geschäfts- oder Firmenwerte und anderer immaterieller Vermögenswerte 2016 scroll Anschaffungs- und Herstellungskosten € in Millionen 1. Oktober 2015 Zugänge Zugänge durch Unternehmens- erwerb Abgänge Umbuchungen Über- tragungen Fremd- währungs- effekte 30. September 2016 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.003 26 - -9 73 - 2 1.095 Technische Anlagen und Maschinen 7.220 336 - -95 210 - -23 7.648 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.175 83 - -64 15 - 1 1.210 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 314 271 - -3 -298 - - 284 Summe Sachanlagen 9.712 716 - -171 - - -20 10.237 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte 803 - - - - - -4 799 Aktivierte Entwicklungskosten 419 98 - - - - - 517 Kundenbeziehungen 395 - - - - - 1 396 Technologien 294 - - -12 - - 1 283 Lizenzen und ähnliche Rechte 201 12 - -1 - - - 212 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 - - - - - - 18 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte 2.130 110 - -13 - - -2 2.225 scroll Abschreibungen € in Millionen 1. Oktober 2015 Abschreibungen Abgänge Umbuchungen Über- tragungen Wert- minderungen Fremd- währungs- effekte 30. September 2016 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -693 -42 9 - - 6 -11 -731 Technische Anlagen und Maschinen -5.867 -536 89 - - -7 16 -6.305 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -1.059 -87 64 - - - - -1.082 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - - - - Summe Sachanlagen -7.619 -665 162 - - -1 5 -8.118 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte - - - - - - - - Aktivierte Entwicklungskosten -159 -31 - - - -15 - -205 Kundenbeziehungen -53 -68 - - - - - -121 Technologien -32 -43 5 - - - - -70 Lizenzen und ähnliche Rechte -144 -20 1 - - - - -163 Sonstige immaterielle Vermögenswerte -4 -6 - - - - - -10 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte -392 -168 6 - - -15 - -569 scroll Buchwerte € in Millionen 30. September 2016 30. September 2015 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 364 310 Technische Anlagen und Maschinen 1.343 1.353 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 128 116 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 284 314 Summe Sachanlagen 2.119 2.093 Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte 799 803 Aktivierte Entwicklungskosten 312 260 Kundenbeziehungen 275 342 Technologien 213 262 Lizenzen und ähnliche Rechte 49 57 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 8 14 Summe Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte 1.656 1.738 Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung mehrheitlich in den Umsatzkosten erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten werden mehrheitlich unter den Umsatzkosten sowie den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Zum 30. September 2017 dient Sachanlagevermögen in Höhe von €210 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) im Wesentlichen als Sicherheit für bestehende Finanzierungen (siehe Konzernanhang Nr. 12). Die künftig zu erhaltenden nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen exklusive Untermietverhältnissen (siehe Konzernanhang Nr. 18) stellen sich für Infineon als Leasinggeber wie folgt dar: scroll Zahlungen fällig in (€ in Millionen) Gesamt Weniger als 1 Jahr 1 - 5 Jahren 5 Jahren und länger Zum 30. September 2017 96 21 60 15 Zum 30. September 2016 8 6 2 - 12 Finanzverbindlichkeiten Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Kurzfristig fällige Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten, Durchschnittszinssatz: 1,65 % (Vorjahr: 1,37 %) 24 17 Anleihe €300 Millionen, Kupon 1,00 %, fällig 2018 299 - Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 323 17 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: Unbesicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz: 0,73 % (Vorjahr: 0,52 %), fällig 2018 - 2023 27 128 Besicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz: 2,03 %, fällig 2018 - 2021 198 - Anleihe €300 Millionen, Kupon 1,00 %, fällig 2018 - 298 Anleihe €500 Millionen, Kupon 1,50 %, fällig 2022 496 496 USPP-Anleihen US$935 Millionen, Durchschnittszinssatz: 4,09 %, fällig 2024 - 2028 790 830 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.511 1.752 Gesamt 1.834 1.769 Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der MoTo im Dezember 2016 wurden bestehende Finanzverbindlichkeiten mit einem beizulegenden Zeitwert von €219 Millionen übernommen, die durch die Immobilie (Grundstück und Gebäude) besichert sind. Nach zwischenzeitlichen Tilgungen beträgt der Buchwert zum 30. September 2017 €214 Millionen, wovon €198 Millionen unter langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen sind. Zur Optimierung der Kapitalstruktur hat Infineon ein Darlehen in Höhe von €100 Millionen im Juni 2017 zurückgezahlt. Die Anleihe über €300 Millionen wird im September 2018 zur Rückzahlung fällig und wurde zum 30. September 2017 in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Infineon hat weitere voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit vereinbart. Die Kreditlinien zum 30. September 2017 und 2016 setzen sich insgesamt wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Laufzeit Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar Kurzfristig 95 23 72 91 17 74 Langfristig 225 225 - 773 127 646 Gesamt 320 248 72 864 144 720 Die für die nicht zustande gekommene Akquisition von Wolfspeed im Vorjahr vereinbarten Kreditlinien in Höhe von US$500 Millionen und €200 Millionen wurden im Februar 2017 von Infineon vorzeitig gekündigt. Von den Finanzverbindlichkeiten werden in den nächsten Jahren folgende Beträge sowie Zinsen fällig: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Finanzverbindlichkeiten Zinsen Finanzverbindlichkeiten Zinsen Weniger als 1 Jahr 322 48 17 46 1-2 Jahre 20 44 303 46 2-3 Jahre 21 44 108 43 3-4 Jahre 176 41 8 42 5 Jahre und später 1.297 178 1.341 186 Gesamt 1.836 355 1.777 363 Für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 sind €56 Millionen beziehungsweise €58 Millionen Nettozinsaufwendungen im Finanzergebnis enthalten, die über Fremkapitalzinsen hinausgehend weitere Zinsaufwendungen, wie beispielsweise Nettozinsaufwand im Zusammenhang mit den Pensionsverpflichtungen, enthalten. 13 Rückstellungen Die kurz- und langfristigen Rückstellungen setzen sich zum 30. September 2017 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 1. Oktober 2016 Zugänge Verbrauch Auflösung 30. September 2017 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 288 282 -210 -6 354 Gewährleistungen 46 34 -10 -17 53 Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda (siehe Konzernanhang Nr. 19) 32 10 -5 -4 33 Sonstige 37 26 -7 -7 49 Summe Rückstellungen 403 352 -232 -34 489 Davon kurzfristig 327 422 Davon langfristig 76 67 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, ausstehenden Urlaub und Gleitzeit, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben. Rückstellungen für Gewährleistungen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider. Sonstige Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (außer im Zusammenhang mit Qimonda), Rückbauverpflichtungen, belastende Verträge sowie diverse andere Verpflichtungen. Bei einem Betrag von €422 Millionen und €327 Millionen der Rückstellungen für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 wird der Zahlungsmittelabfluss innerhalb eines Jahres erwartet. Außer für Jubiläumszahlungen von jeweils €27 Millionen zum 30. September 2017 beziehungsweise 2016 wird für die Mehrheit des verbleibenden Betrags von €40 Millionen und €49 Millionen zum 30. September 2017 beziehungsweise 2016 der Zahlungsmittelabfluss in einem Zeitraum von zwei bis sieben Jahren erwartet. 14 Pensionspläne Leistungsorientierte Pläne Für die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern bestehen bei Infineon im In- und Ausland sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Versorgungspläne für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen. Die im Infineon-Konzern wesentlichen Versorgungspläne in Deutschland betreffen die Infineon Technologies AG und bei den ausländischen Versorgungsplänen die Infineon Technologies Austria AG. In Deutschland gewährt Infineon im Wesentlichen beitragsorientierte Leistungszusagen, die die Mitarbeiter bei Eintritt ins Rentenalter, im Invaliditäts- und im Todesfall absichern. Neueintritte erhalten mit dem Infineon-Pensionsplan, dessen Dotierung durch Infineon erfolgt, eine beitragsorientierte Leistungszusage. Die Leistungen aus dem Infineon-Pensionsplan werden in der Regel in zwölf Raten ausgezahlt. Bei aktiven Mitarbeitern, die vor Inkrafttreten des Infineon-Pensionsplans Ansprüche auf Leistungszusagen in Rentenform hatten, wurden diese Zusagen in den Infineon-Pensionsplan überführt und dabei die Möglichkeit auf Verrentung garantiert. Diese Gruppe macht zusammen mit ehemaligen Mitarbeitern, deren Rentenleistungszusagen nicht mehr in den Infineon-Pensionsplan überführt wurden, derzeit den größten Teil der Verpflichtung aus. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bilden das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) und das Arbeitsrecht im Allgemeinen. Für die leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland ist eine entsprechende Rückstellung erfasst, die zum Teil durch Planvermögen gedeckt ist. Für die Mitglieder des Vorstands von Infineon existieren individuelle Zusagen, die durch Planvermögen abgedeckt sind (siehe ausführlich im Kapitel "Vergütungsbericht"). Die Versorgungsverpflichtung bemisst sich bei einigen ausländischen Versorgungsplänen nach dem Einkommen im letzten Monat oder letzten Jahr der Betriebszugehörigkeit, andere sind vom durchschnittlichen Einkommen während der Betriebszugehörigkeit abhängig. Des Weiteren leistet Infineon an Mitarbeiter in bestimmten Ländern Abfindungszahlungen unabhängig vom Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Diese Leistungen sind üblicherweise durch Gesetze in diesen Ländern festgelegt. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen im Ausland sind teilweise durch Planvermögen gedeckt. Der Bewertungsstichtag der deutschen und ausländischen Pensionspläne ist jeweils der 30. September. Die leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns sehen sich Risiken aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, wie Rechnungszins, Gehalts- und Rententrend, dem Kapitalanlagerisiko sowie dem Langlebigkeitsrisiko, ausgesetzt. Ein niedrigerer Abzinsungsfaktor führt zu höheren Pensionsverpflichtungen. Entsprechend kann eine niedriger als erwartet ausfallende Entwicklung des Planvermögens zu einer Verschlechterung des Finanzierungsstatus führen oder die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen erforderlich machen. Die Entwicklung der Pensionspläne sowie der Planvermögen von Infineon ist für die deutschen ("Inland") und die ausländischen Versorgungspläne ("Ausland") zum 30. September 2017 und 2016 in der folgenden Tabelle dargestellt: scroll € in Millionen 2017 2016 Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt Änderung der Anwartschaftsbarwerte (DBO) unter Berücksichtigung künftiger Gehaltssteigerungen: Anwartschaftsbarwerte zu Beginn des Geschäftsjahres -964 -172 -1.136 -773 -141 -914 Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche -24 -6 -30 -21 -5 -26 Aufwendungen/Erträge für Versorgungsansprüche aus vorangegangenen Geschäftsjahren 1 - 1 -5 - -5 Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte -10 -4 -14 -18 -5 -23 Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) für: Erfahrungsbedingte Anpassungen -21 1 -20 -2 -1 -3 Anpassung der demografischen Annahmen - - - - -13 -13 Anpassung der finanzwirtschaftlichen Annahmen 128 8 136 -159 -20 -179 Gezahlte Versorgungsleistungen durch Infineon 14 5 19 14 8 22 Fremdwährungseffekte - 4 4 - 5 5 Anwartschaftsbarwerte zum Ende des Geschäftsjahres -876 -164 -1.040 -964 -172 -1.136 Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens: Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 470 62 532 437 51 488 Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 5 2 7 11 2 13 Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) -1 - -1 23 11 34 Beiträge des Unternehmens 14 6 20 13 11 24 Gezahlte Versorgungsleistungen -14 -5 -19 -14 -8 -22 Fremdwährungseffekte - -2 -2 - -5 -5 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum Ende des Geschäftsjahres 474 63 537 470 62 532 Pensionsverpflichtung, Saldo -402 -101 -503 -494 -110 - 604 Davon: Infineon Technologies AG -373 - -373 -461 - -461 Davon: Infineon Technologies Austria AG - -53 -53 - -56 -56 Die Pensionsverpflichtungen werden in der Konzern-Bilanz unter "Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" ausgewiesen. Der Finanzierungsstatus der Pensionspläne von Infineon entspricht den in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2017 und 2016 ausgewiesenen Beträgen, da keine Vermögenswertobergrenzen ("Asset-Ceilings") zur Anwendung kamen. Die Finanzierung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungspläne setzt sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden 10 81 91 11 93 104 Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden 866 83 949 953 79 1.032 Gesamt 876 164 1.040 964 172 1.136 Versicherungsmathematische Annahmen Der Ermittlung der versicherungsmathematischen Werte der Versorgungspläne lagen folgende durchschnittliche gewichtete Annahmen zugrunde: scroll in % 30. September 2017 30. September 2016 Inland Ausland Inland Ausland Abzinsungsfaktor zum Ende des Geschäftsjahres 1,8 2,7 1,0 2,2 Personalkostenteuerungsrate 2,0 2,6 2,0 2,3 Erwartete Rentenentwicklung 1,8 2,1 2,0 1,9 Die Abzinsungsfaktoren werden auf der Basis erstrangiger festverzinslicher Unternehmensanleihen von Schuldnern sehr hoher Bonität gebildet. Sensitivitäten Die nachfolgende Tabelle zur Sensitivitätsanalyse zeigt, wie der Barwert aller leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch eine Änderung der oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst würde. Sie betrachtet jeweils eine Änderung einer versicherungsmathematischen Annahme bei ansonsten unveränderten übrigen Annahmen. scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen bei: einem um 50 Basispunkte höheren Abzinsungsfaktor 804 153 957 878 160 1.038 einem um 50 Basispunkte niedrigeren Abzinsungsfaktor 956 177 1.133 1.059 186 1.245 um 50 Basispunkte höheren erwarteten Personalkostensteigerungen 887 168 1.055 975 177 1.152 um 50 Basispunkte niedrigeren erwarteten Personalkostensteigerungen 866 160 1.026 954 167 1.121 einer um 50 Basispunkte höheren erwarteten Rentenentwicklung 893 170 1.063 982 177 1.159 einer um 50 Basispunkte niedrigeren erwarteten Rentenentwicklung 863 159 1.022 940 164 1.104 Erhöhung der Lebenserwartung um ein Jahr 896 167 1.063 992 172 1.164 Für Deutschland wurden hinsichtlich der Sterblichkeit die Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck und für Österreich die AVÖ 2008-P (Ang.) verwendet. Investitionsstrategie Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Fondsmanagern angelegt. Die Anlagerichtlinien sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen über verschiedene Anlageklassen hinweg vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren sowie Rückdeckungsversicherungen, angestrebt, das die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem festgelegten Risiko maximiert. Das Investitionsrisiko wird laufend durch periodenweise Überprüfungen des Portfolios, durch Abstimmung mit Anlageberatern und durch jährliche Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -strategien werden periodisch im Rahmen detaillierter Vermögens-/Verbindlichkeitsstudien von unabhängigen Anlageberatern und Versicherungsfachleuten überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne unter Berücksichtigung von Änderungen im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte erreicht werden. Zielsetzung ist die Optimierung des Ertrag-Risiko-Profils des Planvermögens relativ zu den Verpflichtungen, unter Verwendung eines diversifizierten Investitionsportfolios innerhalb eines definierten Risikobudgets, um dadurch den Deckungsgrad langfristig zu steigern. Verteilung des Planvermögens Am 30. September 2017 und 2016 stellt sich die Verteilung des investierten Planvermögens in den wesentlichen Anlagekategorien wie folgt dar: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Notiert an einem aktiven Markt Nicht an einem aktiven Markt notiert Notiert an einem aktiven Markt Nicht an einem aktiven Markt notiert Staatsanleihen 127 - 140 - Unternehmensanleihen 160 1 153 1 Eigenkapitalinstrumente 150 - 133 - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3 - 6 - Rückdeckungsversicherungen 1 34 - 33 Immobilien 3 15 3 19 Sonstiges 24 19 25 19 Gesamt 468 69 460 72 Die Staats- und Unternehmensanleihen werden an liquiden Märkten gehandelt und haben mehrheitlich ein Investment-Grade-Rating. Der in der obigen Tabelle aufgeführte Posten "Sonstiges" beinhaltet im Wesentlichen Rohstofffonds und -zertifikate. Gemäß den Richtlinien von Infineon investieren die Pensionspläne nicht in Aktien oder Schuldtitel von Infineon. Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen im Geschäftsjahr zum 30. September 2017 betrug €6 Millionen (Vorjahr: €47 Millionen). In der Gewinn- und-Verlust-Rechnung und der Gesamtergebnisrechnung erfasste Beträge Die Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 beinhalten: scroll € in Millionen 2017 2016 Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche -24 -6 -30 -21 -5 -26 Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte -10 -4 -14 -18 -5 -23 Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 5 2 7 11 2 13 Amortisation von noch nicht realisierten Versorgungsansprüchen aus vorangegangenen Geschäftsjahren 1 - 1 -5 - -5 Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen -28 -8 -36 -33 -8 -41 Die Dienstzeitaufwendungen wurden in den Umsatzkosten, soweit produktionsbezogen, beziehungsweise in den Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen wurden saldiert unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne von €115 Millionen und versicherungsmathematische Verluste von €161 Millionen für das Geschäftsjahr 2017 beziehungsweise 2016 sind außerhalb des Konzernjahresüberschusses im sonstigen Ergebnis erfasst. Die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste betrugen zum 30. September 2017 und 2016 €368 Millionen und €482 Millionen. Darüber hinaus sind kumulierte versicherungsmathematische Verluste von €6 Millionen beziehungsweise €7 Millionen, die aus Deferred-Compensation-Plänen sowie aus Plänen für medizinische Leistungen resultieren, ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst. Für das Geschäftsjahr 2018 werden Einzahlungen in das Planvermögen von €26 Millionen aus Leistungen erwartet, die von den Konzerngesellschaften direkt an die Leistungsempfänger gezahlt werden. Die gewichtete durchschnittliche Duration der leistungsorientierten Pensionspläne beträgt zum 30. September 2017 und 2016 jeweils rund 17 beziehungsweise 18 Jahre. Die nachfolgende Tabelle zeigt die erwarteten Auszahlungen für die leistungsorientierten Pensionspläne für die nächsten zehn Geschäftsjahre zum 30. September 2017 und 2016: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Weniger als 1 Jahr 26 21 1 - 2 Jahre 27 22 2 - 5 Jahre 98 81 5 - 10 Jahre 223 191 Gesamt 374 315 Beitragsorientierte Pläne Im Rahmen beitragsorientierter Pläne werden festgelegte Beiträge an externe Versicherungen oder Fonds entrichtet. Über die Bezahlung der festgelegten Beiträge hinaus bestehen für Infineon grundsätzlich keine weiteren Leistungsverpflichtungen oder Risiken aus diesen Pensionsplänen. Zudem entrichtet der Konzern Beiträge an gesetzliche Rentenversicherungsträger. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 betrugen die Aufwendungen im Zusammenhang mit beitragsorientierten Plänen €165 Millionen und €162 Millionen. 15 Eigenkapital Grundkapital Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2017 um €7.055.640 erhöht. Es wurden 3.527.820 neue Aktien ausgegeben (Vorjahr: 3.401.628), die infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer sowie aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder entstanden sind. Zum 30. September 2017 betrug das Grundkapital damit €2.272.401.858 und ist voll eingezahlt. Es ist eingeteilt in 1.136.200.929 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2017 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 6 Millionen eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Kapitalrücklage Im Geschäftsjahr 2017 verringerte sich die Kapitalrücklage im Konzernabschluss um €242 Millionen. Davon entfielen €248 Millionen auf die im Februar 2017 gezahlte Dividende. Infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer sowie aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder erhöhte sich die Kapitalrücklage um €19 Millionen. Die anteiligen Aufwendungen für die aktienbasierte Vergütung beliefen sich für das Geschäftsjahr 2017 auf €13 Millionen; die Kapitalrücklage erhöhte sich im selben Umfang. Daneben wurden im Geschäftsjahr 2017 minus €26 Millionen in Verbindung mit der Begleichung der Tranche für das Geschäftsjahr 2014 des Performance Share-Plans in der Kapitalrücklage erfasst (netto nach Steuern). Durch Vorstand und Aufsichtsrat wurde beschlossen, die Tranche für das Geschäftsjahr 2014 in Barmitteln zu begleichen. Dieser Betrag wurde in die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umgebucht (siehe ausführlich Konzernanhang Nr. 17). Im Geschäftsjahr 2016 verringerte sich die Kapitalrücklage im Konzernabschluss um €197 Millionen. Davon entfielen €225 Millionen auf die im Februar 2016 gezahlte Dividende. Infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Mitarbeiter sowie aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder erhöhte sich die Kapitalrücklage um €19 Millionen. Die anteiligen Aufwendungen für die aktienbasierte Vergütung beliefen sich für das Geschäftsjahr 2016 auf €9 Millionen; die Kapitalrücklage erhöhte sich im selben Umfang. Genehmigtes Kapital Zum 30. September 2017 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €706.000.000 vor: ― Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum Ablauf des 11. Februar 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €676.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Barkapitalerhöhungen unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG dürfen von Gesetzes wegen weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch zum Zeitpunkt ihrer Ausübung 10 Prozent des bestehenden Grundkapitals übersteigen. Für Sachkapitalerhöhungen oder eine Kombination von Bar- und Sachkapitalerhöhung(en) sieht die Ermächtigung darüber hinaus eine Höchstgrenze von 20 Prozent des - wiederum auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern der Betrag niedriger ist, der Ausübung der Ermächtigung berechneten - Grundkapitals vor. ― Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 17. Februar 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €30.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer Konzerngesellschaften zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016/I). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Die Aktien können in der Weise ausgegeben werden, dass die auf sie zu leistende Einlage aus dem Teil des Jahresüberschusses gedeckt wird, den Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG in andere Gewinnrücklagen einstellen könnten. Bedingtes Kapital Zum 30. September 2017 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei bedingte Kapitalia über insgesamt bis zu €274.910.838 vor: ― Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €14.910.838 durch Ausgabe von bis zu 7.455.419 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") der Gesellschaft (siehe Konzernanhang Nr. 17) bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/I). Im Geschäftsjahr 2017 wurden aus dem Bedingten Kapital 2010/I aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 insgesamt 3.527.820 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital 2010/I um €7.055.640 auf nunmehr €7.855.198 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden. ― Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €260.000.000 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, die bis zum 12. Februar 2019 begeben werden können, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Andere Rücklagen Die Veränderungen der anderen Rücklagen in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 stellen sich wie folgt dar: scroll € in Millionen 2017 2016 Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen -66 - -66 -28 - -28 Deal Contingent Forward 6 - 6 -6 - -6 Realisierte (Gewinne) Verluste aus Sicherungsbeziehungen 1 - 1 -1 - -1 Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Sicherungsgeschäften -2 -1 -3 4 -3 1 Realisierte (Gewinne) Verluste aus Wertpapieren 1 - 1 - - - Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Wertpapieren 1 - 1 -1 - -1 Gesamt -59 -1 -60 -32 -3 -35 Verlustvortrag Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung des Verlustvortrags zum 30. September 2016 und 2017: scroll € in Millionen Saldo zum 1. Oktober 2015 -2.897 Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend 744 Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €5 Millionen -159 Saldo zum 30. September 2016 -2.312 Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend 790 Versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €2 Millionen 118 Saldo zum 30. September 2017 -1.404 Dividenden Für das Geschäftsjahr 2016 wurde eine Bardividende in Höhe von €0,22 je Aktie (Gesamtbetrag: €248 Millionen) ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2015 sind im Vorjahr €0,20 je Aktie (Gesamtbetrag: €225 Millionen) ausgeschüttet worden. Aufgrund der im Berichtszeitraum erzielten Ergebnisse sowie eines positiven Geschäftsausblicks soll vorgeschlagen werden, aus dem Bilanzgewinn der Infineon Technologies AG in Höhe von €306 Millionen für das Geschäftsjahr 2017 eine gegenüber dem Vorjahr um €0,03 höhere Dividende in Höhe von €0,25 je dividendenberechtigte Stückaktie auszuschütten. Dies würde zu einer voraussichtlichen Ausschüttung von etwa €283 Millionen führen. Die Zahlung dieser Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung am 22. Februar 2018. 16 Kapitalmanagement Das primäre Ziel von Infineon im Hinblick auf das Kapitalmanagement besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert. Infineon plant demzufolge, mindestens €1 Milliarde sowie zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Umsatzes an Liquidität (Brutto-Cash-Position) vorzuhalten. Die Bruttoverschuldung soll das Zweifache des EBITDA nicht übersteigen. Infineon unterliegt keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. Das Kapitalmanagement sowie dessen Ziele und Definitionen basieren auf Kennziffern, die auf Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses ermittelt werden. Die Brutto-Cash-Position setzt sich aus Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments zusammen. Infineon definiert EBIT als den Überschuss (Fehlbetrag) aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen und Steuern. EBITDA wiederum ist EBIT zuzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Brutto-Cash-Position erhöhte sich von €2.240 Millionen zum 30. September 2016 auf €2.452 Millionen zum 30. September 2017 (siehe ausführlich Kapitel "Darstellung der Finanzlage" im zusammengefassten Lagebericht). Auf Basis von Umsatzerlösen von €7.063 Millionen lag das Verhältnis von Brutto-Cash zu Umsatz zum 30. September 2017 bei €1 Milliarde sowie zusätzlich 20,6 Prozent des Umsatzes und damit leicht oberhalb des angestrebten Zielkorridors. Für das Vorjahr lag das Verhältnis von Brutto-Cash zu Umsatz bei €1 Milliarde sowie zusätzlich 19,2 Prozent des Umsatzes. Bei einer Bruttoverschuldung in Höhe von €1.834 Millionen zum 30. September 2017 (Vorjahr: €1.769 Millionen) und einem EBITDA von €1.801 Millionen für das Geschäftsjahr 2017 (Vorjahr: €1.596 Millionen) lag das Verhältnis von Bruttoverschuldung zu EBITDA per 30. September 2017 bei 1,0 (Vorjahr: 1,1). Infineon verfügt weiterhin über ausreichend finanzielle Flexibilität und ist in der Lage, neben der Durchführung der geplanten Investitionen auch regelmäßige Dividenden (siehe Konzernanhang Nr. 15) auszuschütten. Die USPP-Anleihen von US$935 Millionen, welche im April 2016 aufgenommen wurden, beinhalten eine Reihe von marktüblichen Auflagen, unter anderem "Change of Control"-Klauseln sowie die Einhaltung einer Finanzrelation ("Debt Coverage Ratio"), die ein bestimmtes Verhältnis von einer Schuldengröße (adjustiert) zu einer Ergebnisgröße (adjustiert) vorsieht. Auch die übernommenen Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der MoTo beinhalten drei marktübliche Auflagen in Form gewisser Finanzrelationen ("Eigenkapital-Ratio", "Verschuldungs-Ratio" und "Liquiditäts-Ratio"). Infineon lag im Geschäftsjahr 2017 deutlich über den vorgesehenen Mindestanforderungen aller Auflagen. Sollten die Auflagen der USPP-Anleihen seitens Infineon nicht eingehalten werden, dann können die zum 30. September 2017 ausstehenden USPP-Anleihen von US$935 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 12) zur sofortigen Rückzahlung fällig werden. Im Falle der Nichteinhaltung der Auflagen der übernommenen Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der MoTo würden sich lediglich die jährlichen Gebühren dafür erhöhen, ohne dass es zu einer Rückzahlungsverpflichtung käme. 17 Aktienbasierte Vergütung Die Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2010 und ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan. Performance Share-Plan Als Nachfolger für den Aktienoptionsplan 2010 wurde für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte ein neuer Long Term Incentive ("LTI")-Plan entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Performance Share-Plan. Unter diesem Plan werden jeweils am 1. Oktober (ab dem Geschäftsjahr 2018: 1. März) des laufenden Geschäftsjahres (virtuelle) Performance Shares entsprechend einem festgelegten LTI-Zuteilungsbetrag in Euro zunächst vorläufig zugeteilt. Mit der Zuteilung einer (virtuellen) Performance Share erwirbt der Planteilnehmer das Recht auf Übertragung einer (realen) Infineon-Aktie, wenn ein von Position und LTI-Zuteilungsbetrag abhängiges Eigeninvestment in Infineon-Aktien über eine vierjährige Haltefrist gehalten wird. Die Performance Shares teilen sich in jeweils 50 Prozent erfolgsabhängige und 50 Prozent erfolgsunabhängige Anteile auf. Die erfolgsabhängigen Performance Shares werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie vom Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares bis zum Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung der Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen - erfüllt, ist der Anspruch auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien erworben. Dabei darf bei Vorstandsmitgliedern der Wert der je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell zur Prognose von Aktienkurs/Index-Entwicklungen) ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Instrumente wurde unter Berücksichtigung zukünftiger Dividenden sowie der Auszahlungsbegrenzung (Cap) ermittelt. Die erfolgten Zuteilungen stellen sich im Überblick wie folgt dar: scroll Tranche Ende der Wartezeit Neun-Monats- Durchschnittskurs in € vor Zuteilung Anzahl ausstehender Performance Shares zum 30. September 2017 Beizulegender Zeitwert in € je Performance Share Geschäftsjahr 2017: Mitarbeiter 30. September 2020 13,01 934.232 11,86 Geschäftsjahr 2017: Vorstände 30. September 2020 13,01 80.704 11,25 Geschäftsjahr 2016: Mitarbeiter 30. September 2019 10,56 1.142.538 7,26 Geschäftsjahr 2016: Vorstände 30. September 2019 10,56 80.964 7,07 Geschäftsjahr 2015: Mitarbeiter 30. September 2018 8,49 988.112 5,44 Geschäftsjahr 2015: Vorstände 30. September 2018 8,49 100.702 5,31 Geschäftsjahr 2014: Mitarbeiter 30. September 2017 6,62 1.182.830 5,72 Geschäftsjahr 2014: Vorstände 30. September 2017 6,62 114.046 5,20 Durch den Vorstand (für Mitarbeiter) beziehungsweise den Aufsichtsrat (für den Vorstand) wurde beschlossen und im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2017 kommuniziert, die im Oktober 2017 fällige Tranche für das Geschäftsjahr 2014 in Barmitteln zu begleichen. Demzufolge wurden zu diesem Zeitpunkt €28 Millionen, bei einem Aktienkurs von €21,90, von der Kapitalrücklage in die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umgebucht. Aktienoptionsplan 2010 Zum 30. September 2017 beziehungsweise 2016 waren 2,5 Millionen und 6,0 Millionen Aktienoptionen mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von €7,08 beziehungsweise €7,18 je Aktienoption ausstehend. Davon sind zum 30. September 2017 beziehungsweise 2016 2,5 Millionen und 1,9 Millionen Aktienoptionen ausübbar. Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 auf €13 Millionen beziehungsweise €9 Millionen. 18 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestehen sonstige nicht in der Konzern-Bilanz zu erfassende finanzielle Verpflichtungen. Diese resultieren insbesondere aus Leasingverhältnissen sowie aus unbedingten Abnahmeverpflichtungen, die im Nachfolgenden näher erläutert werden. Die künftig zu leistenden nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen stellen sich für Infineon als Leasingnehmer wie folgt dar: scroll Zahlungen fällig in (€ in Millionen) Gesamt Weniger als 1 Jahr 1 - 5 Jahren 5 Jahren und länger Zum 30. September 2017 308 96 140 72 Zum 30. September 2016 598 118 278 202 Die Summe der künftig zu erhaltenden nicht abgezinsten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen zum 30. September 2017 betrug €1 Million (Vorjahr: €133 Millionen). Die Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse betrugen €60 Millionen im Geschäftsjahr 2017 und €83 Millionen im Geschäftsjahr 2016 und betrafen jeweils im Wesentlichen geleistete Mindestleasingzahlungen. Die Erträge aus Untermietverhältnissen betrugen €4 Millionen im Geschäftsjahr 2017 und €16 Millionen im Geschäftsjahr 2016. Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr begründen sich jeweils im Wesentlichen durch die ab dem 30. Dezember 2016 erfolgende Vollkonsolidierung der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG als Eigentümerin des Campeon in Neubiberg bei München, dem Hauptsitz von Infineon (siehe Konzernanhang Nr. 3). Seitdem ist Infineon nicht mehr Operating-Leasingnehmer, sondern Eigentümer dieses Bürokomplexes. Der Rückgang der künftig zu erhaltenden nicht abgezinsten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen geht einher mit einem Anstieg der künftig zu erhaltenden nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen exklusive Untermietverhältnissen (siehe Konzernanhang Nr. 11). Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben in Sachanlagen (Bestellobligo) bestehen zum 30. September 2017 Verpflichtungen in Höhe von €359 Millionen (Vorjahr: €274 Millionen). Das Bestellobligo für geplante Investitionen in immaterielle Vermögenswerte zum 30. September 2017 beträgt € 1 Million (Vorjahr: €1 Million). Daneben bestehen weitere Verpflichtungen zur Investition in langfristige Vermögenswerte in Höhe von €10 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). Im Zusammenhang mit der Rohstoff- und Rohmaterialversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen insbesondere für Wafer, Halbleitervorprodukte, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich zum Stichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mindestabnahmeverpflichtungen in Höhe von rund €958 Millionen (Vorjahr: €810 Millionen). Die Laufzeit dieser Verträge liegt im Wesentlichen zwischen ein und fünf Jahren. Bezüge aus diesen Vereinbarungen werden entsprechend dem üblichen Geschäftsverlauf erfasst. Um der Nachfrage seitens seiner Kunden nach seinen Produkten entsprechen zu können, überprüft Infineon regelmäßig den voraussichtlichen Einkaufsbedarf. Die Einkaufsverträge werden regelmäßig auf drohende Verluste überprüft, die eintreten können, falls zum Beispiel die voraussichtlichen Bedarfsmengen unter die Mindestabnahmemengen fallen. Infineon erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuwendungen in Form von Zuschüssen und Zulagen der öffentlichen Hand für den Bau und die Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten. Darüber hinaus erhält Infineon Zuwendungen für ausgewählte Projekte im Rahmen seiner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Diese Beträge werden bei Erreichen definierter Kriterien erfolgswirksam vereinnahmt. Infineon hat bestimmte Zuwendungen unter der Voraussetzung erhalten, dass bestimmte projektbezogene Kriterien geschaffen beziehungsweise erhalten werden, wie zum Beispiel die Schaffung einer gewissen Anzahl von Arbeitsplätzen über einen gewissen Zeitraum. Infineon ist verpflichtet, diese Bedingungen zu erfüllen. Von der Erfüllung dieser Bedingungen geht Infineon derzeit aus. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können maximal €131 Millionen der bis zum 30. September 2017 (Vorjahr: €66 Millionen) erhaltenen Zuwendungen zurückgefordert werden. Dieser Betrag enthält keine möglichen Verbindlichkeiten für Zuwendungen, die Qimonda von der öffentlichen Hand bezogen hat (siehe Konzernanhang Nr. 19). Zum 30. September 2017 hat Infineon gegenüber konzernexternen Dritten Garantien in Höhe von €2 Millionen (Vorjahr: €1 Million) ausgereicht. Im Zusammenhang mit seiner regelmäßigen Geschäftstätigkeit kann Infineon bei bestimmten Umsätzen und anderen Verträgen verpflichtet sein, die Vertragspartner unter bestimmten Konditionen vom Schadensersatz bei Gewährleistungsfällen, Patentverletzungen und anderen Vorfällen freizustellen. Der Höchstbetrag von eventuellen zukünftigen Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen kann nicht zuverlässig geschätzt werden, da die eventuelle Verpflichtung von Vorkommnissen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht bestimmbar ist, und von bestimmten vertragsspezifischen Fakten und Umständen abhängig ist. In der Vergangenheit hatten Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. 19 Rechtliche Risiken Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren Wettbewerbsrechtliche Verfahren Smartcards Im Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Im September 2014 hat die EU-Kommission eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt, die im Oktober 2014 bezahlt wurde. Infineon weist sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück. Im November 2014 hat Infineon Klage gegen die Bußgeldentscheidung beim Europäischen Gericht eingelegt. Das Gericht hat die Klage abgewiesen und Infineon hat Ende Februar 2017 beim Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel gegen diese Entscheidung eingereicht. Im Zusammenhang mit dem Verfahren der EU-Kommission wurden in Kanada zwei Sammelklagen auf Schadensersatz in unbezifferter Höhe eingereicht: die erste Klage in der Provinz British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage in der Provinz Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU-Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt. Im Dezember 2014 hat ein indirekter Kunde in London (Großbritannien) Klage gegen Infineon und Renesas eingereicht, die der Gesellschaft im April 2015 zugestellt wurde. Mit der Klage macht der Kläger Schadensersatz in noch zu bestimmender Höhe im Zusammenhang mit den von der EU-Kommission erhobenen Vorwürfen geltend. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesen Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt. Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaftung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Weiterhin macht der Insolvenzverwalter einen Zahlungsanspruch aus Qimonda angeblich zu Unrecht weiterbelasteten Beraterkosten im Zusammenhang mit dem Qimonda-Börsengang von €10 Millionen geltend. Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen. Der Rechtsstreit fokussiert sich mittlerweile auf die wegen angeblich fehlender Werthaltigkeit geltend gemachten Ansprüche. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt, der sich auch mit technischen Fragestellungen beschäftigen wird. Der Rechtsstreit wird von beiden Parteien mit sehr hohem Aufwand geführt. Die Parteien haben bereits eine Vielzahl äußerst umfangreicher Schriftsätze ausgetauscht. Für beide Seiten sind zahlreiche Experten und Sachverständige tätig, die den jeweiligen Parteivortrag mit Gutachten und Stellungnahmen stützen. Angesichts der hohen Komplexität der zu entscheidenden Fragen und der Höhe der geltend gemachten Ansprüche ist derzeit nicht absehbar, ob dieser Rechtsstreit ebenfalls durch eine außergerichtliche Einigung beendet werden könnte und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, wann es zu einer erstinstanzlichen gerichtlichen Entscheidung kommt. Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Mit den meisten wesentlichen Nachhaftungsgläubigern konnten zwischenzeitlich Vergleiche erzielt werden. Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Qimonda Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2017 und zum 30. September 2016 hat Infineon daher im Zusammenhang mit einigen der oben genannten Sachverhalte Rückstellungen von insgesamt €33 Millionen beziehungsweise €32 Millionen bilanziert. Von den zum 30. September 2017 bilanzierten Rückstellungen entfallen €6 Millionen auf die Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden. Für die Verteidigung im weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung hat die Gesellschaft zum 30. September 2017 eine Rückstellung von €25 Millionen erfasst. Übrige Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda belaufen sich zum 30. September 2017 auf €2 Millionen. Es gibt keine Sicherheit, dass die für Qimonda erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind und insoweit eine Eventualverbindlichkeit darstellen. Dies gilt insbesondere für den oben ausgeführten Rechtsstreit aus angeblicher wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaftung. Sollten die geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesem Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Sonstiges Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren jeweils kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten und sonstige ungewisse Rechtspositionen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und sonstige ungewisse Rechtspositionen werden gebildet, wenn es wahrscheinlich ist, dass eine Verpflichtung entstanden ist, und der entsprechende Betrag zumindest annähernd geschätzt werden kann. Soweit Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten und sonstigen ungewissen Rechtspositionen nicht überwiegend wahrscheinlich sind oder nicht annähernd verlässlich geschätzt werden können, sind diese als Eventualverbindlichkeiten zu qualifizieren. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird eine mögliche Haftung erneut überprüft und, wenn notwendig, werden die Schätzungen entsprechend angepasst. Die in Bezug auf diese Vorgänge gebildeten Rückstellungen sind abhängig von künftigen neuen Entwicklungen oder veränderten Umständen in jedem der Vorgänge, welche erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Eine vergleichsweise Erledigung oder negative gerichtliche Entscheidung in jeder der oben beschriebenen Angelegenheiten könnte erhebliche finanzielle Verpflichtungen begründen und andere negative Auswirkungen haben, was wiederum einen wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon haben kann. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe und dem Erfolg der genannten Klagen und anderen oben beschriebenen Angelegenheiten können erhebliche Kosten im Zusammenhang mit der Verteidigung gegen diese Angelegenheiten entstehen. 20 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Infineon nimmt im laufenden Geschäftsbetrieb auch Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen und anderen verbundenen Unternehmen vor ("nahestehende Unternehmen"). Die nahestehenden Unternehmen sind im Konzernanhang Nr. 26 dargestellt. Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens, namentlich Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (siehe Konzernanhang Nr. 26) und deren nahe Angehörige ("nahestehende Personen"). Nahestehende Unternehmen Infineon bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu fremdüblichen Bedingungen. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen beziehungsweise gegenüber nahestehenden Unternehmen setzen sich zum 30. September 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Gemeinschafts- unternehmen Andere verbundene Unternehmen Gemeinschafts- unternehmen Andere verbundene Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - - 1 - Finanzforderungen - 1 - 1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 10 1 8 1 Finanzverbindlichkeiten - 1 - 1 Die Umsätze und Leistungsverrechnungen mit beziehungsweise empfangene Lieferungen und Leistungen von nahestehenden Unternehmen setzen sich im Geschäftsjahr 2017 und 2016 wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2017 2016 Gemeinschafts- unternehmen Andere verbundene Unternehmen Gemeinschafts- unternehmen Andere verbundene Unternehmen Umsätze und Leistungsverrechnungen 16 2 3 1 Empfangene Lieferungen und Leistungen 79 17 77 14 Im Rahmen von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen bestehen Abnahmeverpflichtungen zum 30. September 2017 in Höhe von €23 Millionen (Vorjahr: €5 Millionen). Nahestehende Personen Die im Geschäftsjahr 2017 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von €3,4 Millionen (Vorjahr: €2,9 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2017 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von €3,8 Millionen (Vorjahr: €2,8 Millionen). Diese setzte sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von €2,0 Millionen (Vorjahr: €1,3 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von €1,8 Millionen (Vorjahr: €1,5 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhielt der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher seit dem Geschäftsjahr 2014 in Form von Performance Shares gewährt wird. Der aus dem LTI resultierende Aufwand belief sich auf €0,9 Millionen (Vorjahr: €0,4 Millionen). Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2017 gewährte Gesamtvergütung betrug €8,1 Millionen (Vorjahr: €6,1 Millionen). Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2017 €2,0 Millionen (Vorjahr: €1,7 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bezogen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt. Den früheren Mitgliedern des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2017 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1,3 Millionen gewährt (Vorjahr: €1,2 Millionen). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2017 €67,9 Millionen (Vorjahr: €77,0 Millionen). Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 315a Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 8 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 gab es keine weiteren bedeutenden Transaktionen zwischen Infineon und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise die vertragliche Vergütung hierfür hinausgehen. 21 Ergänzende Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung Von den zum 30. September 2017 und 2016 bilanzierten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von €860 Millionen und €625 Millionen unterlagen €128 Millionen beziehungsweise €115 Millionen rechtlichen Transfereinschränkungen und standen somit nicht zur generellen Verfügung von Infineon. Es handelt sich dabei um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von konsolidierten Gesellschaften, die in Ländern mit rechtlichen Transfereinschränkungen ansässig sind, wie zum Beispiel der Volksrepublik China. 22 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente nach den jeweiligen Klassen sowie eine Aufgliederung in die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 dar. scroll € in Millionen Kategorien der finanziellen Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte Buchwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zur Veräußerung verfügbar Kredite und Forderungen Designierte Sicherungs- instrumente (Cash-Flow-Hedges) Beizulegender Zeitwert Bilanz zum 30. September 2017 Kurzfristige Vermögenswerte: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 860 - - 860 - 860 Finanzinvestments 1.592 - 522 1.070 - 1.592 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 851 - - 851 - 851 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 101 3 - 97 1 101 Langfristige Vermögenswerte: Sonstige langfristige Vermögenswerte 163 - 40 123 - 163 Gesamt 3.567 3 562 3.001 1 3.567 Bilanz zum 30. September 2016 Kurzfristige Vermögenswerte: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 625 - - 625 - 625 Finanzinvestments 1.615 - 458 1.157 - 1.615 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 774 - - 774 - 774 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 88 - - 87 1 88 Langfristige Vermögenswerte: Sonstige langfristige Vermögenswerte 132 - 32 100 - 132 Gesamt 3.234 - 490 2.743 1 3.234 scroll € in Millionen Kategorien der finanziellen Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten Buchwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Andere finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert) Designierte Sicherungs- instrumente (Cash-Flow-Hedges) Beizulegender Zeitwert Bilanz zum 30. September 2017 Kurzfristige Verbindlichkeiten: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 323 - 323 - 326 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.020 - 1.020 - 1.020 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 137 2 135 - 137 Langfristige Verbindlichkeiten: Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.511 - 1.511 - 1.566 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 40 - 40 - 40 Gesamt 3.031 2 3.029 - 3.089 Bilanz zum 30. September 2016 Kurzfristige Verbindlichkeiten: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 17 - 17 - 17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 857 - 857 - 857 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 121 2 111 8 121 Langfristige Verbindlichkeiten: Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.752 - 1.752 - 1.827 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 8 - 8 - 8 Gesamt 2.755 2 2.745 8 2.830 Für die der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordneten Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die gleiche Annahme gilt für die der Kategorie "Andere finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert)" zugeordneten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Innerhalb der sonstigen langfristigen Vermögenswerte sind €75 Millionen (Vorjahr: €75 Millionen) im Zusammenhang mit dem Campeon-Mietvertrag und den Darlehensverträgen der MoTo (siehe Konzernanhang Nr. 12) sowie €9 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) aus einer Vereinbarung im Zusammenhang mit der Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (siehe Konzernanhang Nr. 19) enthalten, die zur Sicherung möglicher Ansprüche gegen Infineon auf Treuhandkonten hinterlegt sind. Die mit dem beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 13 der folgenden Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Die Zuordnung zu den verschiedenen Levels erfolgt nach der Marktnähe der in die Fair-Value-Ermittlung einfließenden Bewertungsparameter: ― Level 1: notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden, ― Level 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachten lassen, ― Level 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte und Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. Die Einteilung in die Levels zum 30. September 2017 und 2016 stellt sich wie folgt dar: scroll € in Millionen Fair Value Beizulegender Zeitwert nach Kategorie Level 1 Level 2 Level 3 30. September 2017 Kurzfristige Vermögenswerte: Finanzinvestments 522 466 56 - Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 4 - 4 - Langfristige Vermögenswerte: Sonstige langfristige Vermögenswerte 40 19 - 21 Gesamt 566 485 60 21 Kurzfristige Verbindlichkeiten: Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2 - 2 - Gesamt 2 - 2 - 30. September 2016 Kurzfristige Vermögenswerte: Finanzinvestments 458 399 59 - Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1 - 1 - Langfristige Vermögenswerte: Sonstige langfristige Vermögenswerte 32 18 - 14 Gesamt 491 417 60 14 Kurzfristige Verbindlichkeiten: Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 10 - 10 - Gesamt 10 - 10 - Für die in den Finanzinvestments enthaltenen Wertpapiere besteht kein aktiver Markt. Der beizulegende Zeitwert wird als Barwert der zukünftigen, erwarteten Cash-Flows unter Berücksichtigung am Markt beobachtbarer Bewertungsparameter ermittelt (Level 2). Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beziehungsweise Verbindlichkeiten enthalten derivative Finanzinstrumente (einschließlich der Cash-Flow-Hedges). Deren beizulegender Zeitwert wird mittels Diskontierung künftiger Zahlungsströme nach der Discounted-Cash-Flow-Methode ermittelt. Als Bewertungsparameter werden, soweit möglich, die am Stichtag beobachtbaren relevanten Marktdaten (wie Währungskurse oder Rohstoffpreise) verwendet, die von anerkannten externen Quellen bezogen werden (Level 2). Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten Beteiligungen und Fondsanteile. Soweit diese an einem aktiven Markt gehandelt werden, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis der aktuell notierten Preise ermittelt (Level 1). Für Beteiligungen, die über keinen auf einem aktiven Markt notierten Marktpreis verfügen, werden bestehende vertragliche Regelungen (auf Basis der extern beobachtbaren Dividendenpolitik) zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt (Level 3). Im Geschäftsjahr 2017 erfolgten - wie im Vorjahr - keine Umqualifizierungen zwischen den Levels. Die aus Finanzinstrumenten erzielten Nettogewinne beziehungsweise -verluste (einschließlich Zinserträgen und -aufwendungen) innerhalb der fortgeführten Aktivitäten in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung betragen: scroll € in Millionen 2017 2016 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte - 2 Kredite und Forderungen -96 -22 Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten einzustufen -2 - Zu Handelszwecken gehalten -2 7 Andere finanzielle Verbindlichkeiten 63 -33 Gesamt -37 -46 Die in den Nettogewinnen beziehungsweise -Verlusten enthaltenen Nettowährungseffekte belaufen sich auf insgesamt plus €5 Millionen (Vorjahr: plus €1 Million). Diese Nettowährungseffekte resultieren ausschließlich aus bilanzierten Finanzinstrumenten. Die aus Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind, erzielten Zinserträge betrugen im Geschäftsjahr 2017 €9 Millionen (Vorjahr: €6 Millionen); die Zinsaufwendungen aus solchen Finanzinstrumenten beliefen sich auf €49 Millionen (Vorjahr: €53 Millionen). Infineon nimmt bei Finanzinstrumenten keine Saldierung vor. Der Infineon-Konzern schließt gemäß den Global-Netting-Vereinbarungen (Rahmenvertrag) der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) und anderen vergleichbaren nationalen Rahmenvereinbarungen Derivatgeschäfte ab. Aus den genannten Vereinbarungen würden sich unter der Bedingung des Eintritts bestimmter zukünftiger Ereignisse aus der Saldierung keine wesentlichen Effekte auf die bilanzielle Darstellung dieser Finanzinstrumente ergeben. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen Derivative Finanzinstrumente werden bei Infineon ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Dabei kommen Devisentermingeschäfte und Rohstoffswaps zum Einsatz. Ziel ist die Verringerung der Auswirkungen von Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Nettozahlungsströme. Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von Infineon zum 30. September 2017 und 2016 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Nominalwert Beizulegender Zeitwert Nominalwert Beizulegender Zeitwert Devisenterminverträge Verkauf 281 - 165 - Devisenterminverträge Kauf 126 1 167 -2 Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges) Deal Contingent Forward - - 455 -8 Rohstoffswaps 33 1 39 1 Gesamt 2 -9 Infineon schließt Fremdwährungsderivate ab, um das Währungsrisiko erwarteter Zahlungseingänge aus laufender Geschäftstätigkeit auszugleichen. Wie im Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2017 keine Fremdwährungsderivate zur Absicherung des laufenden Geschäfts als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bestimmt. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung aus der geplanten Akquisition von Wolfspeed hat die Gesellschaft im Juli 2016 zwei transaktionsabhängige Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäfte (sogenannte "Deal Contingent Forwards") mit einem Nominalbetrag von jeweils US$250 Millionen abgeschlossen und als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Zum 30. September 2016 betrug der beizulegende Wert der beiden Deal Contingent Forwards in Summe minus €8 Millionen. Die Wertänderung wurde in Höhe von minus €6 Millionen in den anderen Rücklagen erfasst. Aus den Deal Contingent Forwards wurden im Geschäftsjahr 2016 Ineffektivitäten in Höhe von €2 Millionen in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Aufgrund der nicht zustande gekommenen Akquisition von Wolfspeed im Februar 2017 wurden beide Deal Contingent Forwards aufgelöst und die Sicherungsbeziehung beendet. Aus der Auflösung der Deal Contingent Forwards hat die Gesellschaft einen Mittelzufluss in Höhe von €5 Millionen erzielt. Der Buchwert der beiden Deal Contingent Forwards sowie der in den anderen Rücklagen erfasste Betrag wurden ausgebucht und ein Ertrag in Höhe von €7 Millionen im Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2017 erfasst. Zur Absicherung des Preisrisikos für sehr wahrscheinliche Goldeinkäufe des jeweils kommenden Geschäftsjahres hat Infineon Swapgeschäfte abgeschlossen und als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert. Zum 30. September 2017 beträgt der beizulegende Zeitwert dieser Swapgeschäfte €1 Million (Vorjahr: €1 Million). Im Geschäftsjahr 2017 sind für diese Geschäfte €2 Millionen unrealisierte Verluste angefallen (Vorjahr: €4 Millionen unrealisierte Gewinne); diese haben die anderen Rücklagen entsprechend gemindert. Zugleich wurde €1 Million Verlust aus den im Vorjahr abgeschlossenen Swapgeschäften im Geschäftsjahr 2017 realisiert (Vorjahr: €1 Million Gewinn); der Betrag wurde von den anderen Rücklagen in die Umsatzkosten umgegliedert. Infineon hat wie im Vorjahr hierfür keine Ineffektivitäten in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Wie im Vorjahr wurden keine Gewinne und Verluste aus den anderen Rücklagen erfolgswirksam erfasst, die daraus resultierten, dass Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen für zukünftige Rohstoffeinkäufe aufgehoben wurden, da der Eintritt der abgesicherten Transaktion als unwahrscheinlich anzunehmen war. 23 Management finanzieller Risiken Infineon ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt: Marktrisiken (einschließlich Währungsrisiken, Zinsrisiken und Preisrisiken), Kreditrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Risikomanagement von Infineon bezüglich finanzieller Risiken soll mögliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage und Liquiditätssituation begrenzen. Zur Begrenzung bestimmter Risiken, denen Infineon ausgesetzt ist, werden derivative Finanzinstrumente genutzt. Das Management finanzieller Risiken wird durch die zentrale Finance & Treasury-Abteilung (FT) anhand von Richtlinien, die durch den Finanzvorstand genehmigt sind, vorgenommen. In enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten werden die finanziellen Risiken durch FT identifiziert, bewertet und abgesichert. Die Richtlinien von FT umfassen neben Grundsätzen bezüglich des allgemeinen Risikomanagements Vorgaben im Hinblick auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, den Einsatz derivativer und nicht derivativer Finanzinstrumente oder die Anlage freier Liquidität. Marktrisiko Das Marktrisiko ist definiert als das Verlustrisiko, das aus einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise von Finanzinstrumenten resultiert. Unter dem Marktrisiko werden sowohl das Währungsrisiko, das Zinsrisiko als auch die sonstigen Preisrisiken subsumiert. Im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist Infineon dem Marktrisiko in verschiedener Weise ausgesetzt, im Wesentlichen durch Änderungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen. Um diesem Risiko zu begegnen, schließt Infineon verschiedene derivative Finanzgeschäfte mit diversen Vertragspartnern ab. Derivate werden ausschließlich zur Absicherung, nicht jedoch zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet. Währungsrisiko Das Währungsrisiko im Sinne von IFRS 7 ist das Risiko von Veränderungen von Wechselkursen. Wechselkursrisiken in diesem Sinne treten bei monetären Finanzinstrumenten auf, die auf eine fremde Währung, das heißt auf eine andere Währung als die funktionale Währung, lauten, wobei die fremde Währung die relevante Risikovariable darstellt. Risiken aus Umrechnungen in die Berichtswährung stellen keine Risiken im Sinne von IFRS 7 dar. Obgleich Infineon den Konzernabschluss in Euro aufstellt, fallen in unterschiedlicher Höhe bedeutende Anteile der Umsatzerlöse wie auch der Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Vertriebskosten der Produkte in anderen Währungen, hauptsächlich in US-Dollar, an. Schwankungen der Wechselkurse dieser Währungen im Vergleich zum Euro hatten in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 Auswirkungen auf die Ergebnisse von Infineon. Der Vorstand hat Richtlinien erlassen, welche die einzelnen Unternehmen der Infineon-Gruppe verpflichten, die Währungsrisiken gegenüber ihrer funktionalen Währung zu steuern. Zur Ermittlung der Währungsrisiken erstellen die Konzerngesellschaften monatlich eine rollierende währungsspezifische Finanzplanung. Die daraus ermittelten Nettowährungspositionen müssen gesichert werden. Dies erfolgt in der Regel durch den Abschluss von internen Sicherungsgeschäften. Die Geschäftspolitik von Infineon zur Begrenzung kurzfristiger Fremdwährungsrisiken sieht grundsätzlich vor, mindestens 75 Prozent des erwarteten Nettozahlungsmittelzuflusses über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Nettozahlungsmittelzuflusses im dritten Monat und, in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts, einen Anteil in nachfolgenden Zeiträumen abzusichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt aufgrund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Infineon ermittelt dieses Restrisiko auf Basis der Zahlungsflüsse unter Berücksichtigung der Bilanzposten, von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen sowie auf Basis aller anderen geplanten Einzahlungen und Auszahlungen. Bezüglich des im Konzernjahresüberschuss erfassten Nettoergebnisses aus Fremdwährungssicherungsgeschäften und Fremdwährungstransaktionen siehe Konzernanhang Nr. 22. Die folgende Tabelle stellt die Auswirkungen einer Änderung des Wechselkurses um 10 Prozent auf die Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 sowie das Eigenkapital für die fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2017 und 2016 für die wesentlichen Währungen (welche in Konzernanhang Nr. 2 zu finden sind) dar. Die unterstellten Wechselkursänderungen betreffen ausschließlich Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 7. scroll € in Millionen Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung Eigenkapital +10 % -10 % +10 % -10 % 30. September 2017 21 -25 - - 30. September 2016 6 -7 -40 49 Zinsrisiko Entsprechend IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" ist das Zinsrisiko definiert als das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Zinssatzänderungen. Die Zinsrisikopositionen von Infineon resultieren aus Geldanlageinstrumenten sowie Finanzverbindlichkeiten, die sich aus Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen zusammensetzen. Vor dem Hintergrund der Zyklizität des Kerngeschäfts sowie zur Erhaltung hoher operativer Flexibilität hält Infineon einen vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Finanzmitteln, der in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer angelegt wird. Diese Vermögenswerte werden hauptsächlich mit Vertragslaufzeiten zwischen einem Monat und zwölf Monaten zu kurzfristig erzielbaren Zinssätzen angelegt. Das damit einhergehende Zinsrisiko ist in der aktuellen Niedrig- beziehungsweise Nullzinsphase nicht materiell. Zur Reduzierung des verbleibenden Nettozinsänderungsrisikos kann Infineon Zinsderivate nutzen, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern. Gemäß IFRS 7 ist eine Sensitivitätsanalyse durchzuführen, welche die Auswirkungen möglicher Änderungen der Marktzinsen auf das Ergebnis sowie das Eigenkapital darstellt. Infineon nutzt hierfür die Iterationsmethode. Infineon hält keine festverzinslichen finanziellen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Des Weiteren hält Infineon unverändert zum Vorjahr keine festverzinslichen, zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte. Änderungen der Marktzinssätze wirken sich auf die Zinserträge und -aufwendungen aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus. Unter der Annahme einer Erhöhung (eines Absinkens) des Marktzinssatzes um 100 Basispunkte in 2017 wäre das Zinsergebnis im Geschäftsjahr 2017 um €1 Million schlechter (besser) ausgefallen; unter der Annahme einer Erhöhung (eines Absinkens) des Marktzinssatzes um 100 Basispunkte in 2016 wäre das Zinsergebnis im Geschäftsjahr 2016 um €2 Millionen schlechter (besser) ausgefallen. Sonstige Preisrisiken IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" definiert das sonstige Preisrisiko als das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken können (bei denen es sich nicht um jene handelt, die sich aus dem Zinsrisiko oder dem Wechselkursrisiko ergeben), und zwar unabhängig davon, ob diese Änderungen durch Faktoren verursacht werden, die für jedes einzelne Finanzinstrument oder seinen Emittenten spezifisch sind, oder durch Faktoren, die alle ähnlichen auf dem Markt gehandelten Finanzinstrumente betreffen. Infineon hielt Finanzinstrumente, welche Preisrisiken ausgesetzt sind. Eine Änderung der relevanten Marktpreise im Geschäftsjahr 2017 und 2016 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis. Weiterhin ist Infineon aufgrund seiner Abhängigkeit von verschiedenen Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Infineon versucht, diese Risiken durch seine Einkaufsstrategie (einschließlich des Warenbezugs bei unterschiedlichen Anbietern, soweit möglich) und betriebliche Maßnahmen zu minimieren. Zusätzlich schließt Infineon derivative Finanzinstrumente für bestimmte Rohstoffeinkäufe (Gold) des folgenden Geschäftsjahres ab, um das verbleibende Risiko aus einer Schwankung der Rohstoffpreise zu begrenzen. Änderungen der relevanten Marktpreise im Geschäftsjahr 2017 und 2016 hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf das Eigenkapital. Kreditrisiko Ein Kreditrisiko konkretisiert sich, wenn ein Kunde oder eine andere Gegenpartei eines Finanzinstruments nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt. Infineon ist diesem Risiko infolge seiner laufenden Geschäftstätigkeit, seiner Finanzmittelanlage und bestimmter Finanzierungsaktivitäten ausgesetzt. Die Kreditrisiken von Infineon resultieren im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Finanzinvestments sowie aus derivativen Finanzinstrumenten. Ohne Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Sicherheiten entspricht der Buchwert der Finanzinvestments, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem maximalen Kreditrisiko. Das Kreditrisiko bei Forderungen ist aufgrund der großen Anzahl sowie wegen der regionalen Verteilung der Kunden begrenzt. Infineon steuert Kreditrisiken durch umfassende Kreditprüfung aller wesentlichen Kunden, Kreditlimitvergabe sowie Überwachungsprozesse. Gemäß den Richtlinien des Konzerns werden neue Kunden auf ihre Bonität geprüft. Außerdem bestehen für den einzelnen Kunden Kreditlimits. Bonität und Kreditlimits werden ständig überwacht. Andere Aktivitäten zur Senkung des Kreditausfallrisikos beinhalten Eigentumsvorbehaltsklauseln. Trotz kontinuierlicher Überwachungen kann Infineon die Möglichkeit eines Verlusts aus einem Kreditausfall einer der Vertragsparteien nicht im vollen Umfang ausschließen. Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie die Anlage flüssiger Mittel in Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzinvestments werden weltweit mit großen Kreditinstituten mit hoher Kreditwürdigkeit getätigt. Infineon setzt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kreditinstitute eine Methodik ein, mit deren Hilfe täglich und auf Basis der aktuellen Ratings (von S&P, Moody's oder Fitch) sowie der Credit-Default-Swap-Prämien Anlagegrenzen für die einzelnen Kreditinstitute neu berechnet werden. Eventuelle Überziehungen der errechneten Anlagegrenzen haben eine unmittelbare Meldung und Aufforderung zur Reduzierung des Risikos zur Folge. Infineon hat seine Geldanlagen auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2017 war kein Kreditinstitut für mehr als 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) der Geldanlagen verantwortlich. Daraus resultiert ein maximales Risiko von €181 Millionen (Vorjahr: €177 Millionen) bei Ausfall eines einzelnen Kreditinstituts, vorausgesetzt, dass keine Form der Einlagensicherung greift. Zudem hielt Infineon derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2017 von €4 Millionen (Vorjahr: €1 Million). Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko Das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Liquiditätsrisiken könnten aus einem potenziellen Unvermögen von Infineon resultieren, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Das Liquiditätsmanagement von Infineon sieht vor, ausreichende Zahlungsmittelbestände und kurzfristig verfügbare Finanzmittel vorzuhalten und zusätzlich die Verfügbarkeit einer Finanzierung durch adäquate zugesagte Kreditmittel erschließen zu können. Nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsstruktur nicht derivativer Finanzverbindlichkeiten sowie eine Analyse der Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativen beizulegenden Zeitwerten. Die Tabelle stellt die jeweiligen vertraglichen undiskontierten Zahlungen aus Finanzverbindlichkeiten dar. Zahlungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem Infineon Vertragspartner eines Finanzinstruments geworden ist. Beträge in Fremdwährung sind mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Beträge in Bezug auf variabel verzinsliche Finanzinstrumente sind unter Verwendung der Zinssätze der letzten Zinsfestsetzung vor dem 30. September 2017 ermittelt. Zahlungen, die jederzeit geleistet werden können, sind dem Zeitraum zugeordnet, zu dem die früheste Tilgung möglich ist. scroll € in Millionen Fällig im Geschäftsjahr Zum 30. September 2017 Gesamt 2018 2019 2020 2021 2022 Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 3.390 1.532 68 69 246 539 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: Mittelabflüsse 208 208 - - - - Mittelzuflüsse1 -206 -206 - - - - Gesamt 3.392 1.534 68 69 246 539 scroll € in Millionen Fällig im Geschäftsjahr Zum 30. September 2017 Nach 2022 Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 936 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: Mittelabflüsse - Mittelzuflüsse1 - Gesamt 936 scroll € in Millionen Fällig im Geschäftsjahr Zum 30. September 2016 Gesamt 2017 2018 2019 2020 2021 Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 3.137 1.052 352 152 52 46 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: Mittelabflüsse 709 709 - - - - Mittelzuflüsse1 -698 -698 - - - - Gesamt 3.148 1.063 352 152 52 46 scroll Fällig im Geschäftsjahr Zum 30. September 2016 Nach 2021 Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1.483 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: Mittelabflüsse - Mittelzuflüsse1 - Gesamt 1.483 1 Es handelt sich um Mittelzuflüsse aus derivativen Finanzverbindlichkeiten, die bei Erfüllung des Instruments anfallen. 24 Segmentberichterstattung Segmentdarstellung Basis für die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente sind die Unterschiede zwischen den Produkten und Anwendungen. Im Geschäftsjahr 2017 war das Geschäft von Infineon in die vier operativen Segmente Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket und Chip Card & Security strukturiert. Daneben differenziert Infineon in Sonstige Geschäftsbereiche sowie Konzernfunktionen und Eliminierungen. Automotive Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für Anwendungen in der Automobilindustrie. Industrial Power Control Das Segment Industrial Power Control entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für die Wandlung elektrischer Energie für mittlere und große Leistungen. Die Produkte finden in der Erzeugung, der verlustarmen Übertragung und der effizienten Nutzung elektrischer Energie Anwendung. Power Management & Multimarket Das Segment Power Management & Multimarket entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für effiziente Stromversorgungen, mobile Endgeräte, Mobilfunk-Infrastruktur sowie Anwendungen mit besonderen Anforderungen an deren Robustheit und Verlässlichkeit. Chip Card & Security Das Segment Chip Card & Security entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt halbleiterbasierte Sicherheitsprodukte für kartenbasierte Anwendungen, hoheitliche Dokumente sowie Sicherheitsfunktionen in vernetzten Geräten. Sonstige Geschäftsbereiche Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäften und andere Geschäftsaktivitäten und enthalten seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, entsprechend den abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen, Produktlieferungen an Intel Mobile Communications, sofern diese nicht den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet sind. Konzernfunktionen und Eliminierungen Konzernfunktionen und Eliminierungen dient der Eliminierung konzerninterner Umsatzerlöse und Ergebnisse, soweit diese zwischen den Segmenten vorliegen. Ebenfalls sind bestimmte Posten in Konzernfunktionen und Eliminierungen enthalten, die nicht auf die übrigen Segmente umgelegt werden. Das gilt insbesondere für bestimmte Kosten der Konzernzentrale sowie ausgewählte Themen, die nicht den Segmenten zugeordnet sind, da sie zentral entschieden werden und nicht der direkten Kontrolle des Segmentmanagements obliegen. Darüber hinaus stehen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die unfertigen Erzeugnisse der gemeinsamen Frontend-Fertigung und die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe der gemeinsamen Backend-Fertigung nicht unter der Kontrolle oder in Verantwortung des Managements der operativen Segmente, sondern sind den Konzernfunktionen zugeordnet. Lediglich die unfertigen Erzeugnisse der Backend-Fertigung und die fertigen Erzeugnisse sind den operativen Segmenten zugeordnet. Hauptentscheidungsträger, Definition Segmentergebnis und Zurechnung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auf die Segmente Der Vorstand als gemeinschaftlicher Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) entscheidet über die Ressourcenzuteilung auf die Segmente. Anhand der Umsatzerlöse und des Segmentergebnisses beurteilt der Vorstand den Erfolg und legt operative Ziele sowie Budgets für die Segmente fest. Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen); Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Finanzierungsentscheidungen sowie Entscheidungen über die Anlage von verfügbaren Finanzmitteln erfolgen nicht auf Segment-, sondern auf Unternehmensebene. Daher werden weder Finanzerträge noch Finanzaufwendungen (einschließlich Zinserträgen und Zinsaufwendungen) unternehmensintern auf die Segmente allokiert. Weder werden Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder der Cash-Flow pro Segment regelmäßig dem Vorstand berichtet, noch werden die Segmente auf Basis dieser Größen beurteilt. Die Ausnahme bilden bestimmte Vorratsinformationen, die unternehmensintern regelmäßig auf Segmentbasis analysiert werden. Ebenfalls werden den einzelnen Segmenten die Aufwendungen für Abschreibungen nach Maßgabe des Produktionsvolumens und der erzeugten Produkte auf Basis von Standardkosten zugeordnet. Segmentdaten Mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 wurden einzelne kleine Produktgruppen anderen Segmenten zugeordnet. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst. Die folgenden Darstellungen zeigen ausgewählte Segmentdaten: scroll € in Millionen 2017 2016 Umsatzerlöse: Automotive 2.989 2.656 Industrial Power Control 1.206 1.072 Power Management & Multimarket 2.148 2.041 Chip Card & Security 708 703 Sonstige Geschäftsbereiche 9 8 Konzernfunktionen und Eliminierungen 3 -7 Gesamt 7.063 6.473 Zwischen den operativen Segmenten bestehen derzeit Leistungsbeziehungen in geringem Umfang. Kosten werden grundsätzlich ergebnisneutral weiterbelastet. scroll € in Millionen 2017 2016 Segmentergebnis: Automotive 474 363 Industrial Power Control 183 133 Power Management & Multimarket 427 354 Chip Card Security 124 135 Sonstige Geschäftsbereiche 1 1 Konzernfunktionen und Eliminierungen -1 -4 Gesamt 1.208 982 Die folgende Tabelle stellt die Überleitung vom Segmentergebnis auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar: scroll € in Millionen 2017 2016 Segmentergebnis: 1.208 982 Zuzüglich/Abzüglich: Wertaufholungen/Wertminderungen von Vermögenswerten und von zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten, Saldo -5 -16 Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo -3 7 Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen -13 -9 Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen -153 -191 Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo -15 -4 Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo -36 -6 Betriebsergebnis 983 763 Finanzerträge 10 6 Finanzaufwendungen -63 -67 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 3 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 933 705 Die Wertminderungen/Wertaufholungen von Vermögenswerten und zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten entfielen im Geschäftsjahr 2017 mit €0 Millionen auf das Segment Automotive (Vorjahr: €6 Millionen), mit €0 Millionen auf das Segment Industrial Power Control (Vorjahr: €4 Millionen), mit €3 Millionen auf das Segment Power Management & Multimarket (Vorjahr: €1 Million) sowie mit €2 Millionen (Vorjahr: €4 Millionen) auf das Segment Chip Card & Security. Auf die Konzernfunktionen und Eliminierungen entfielen €0 Millionen (Vorjahr: €1 Million). Im Geschäftsjahr 2017 entfallen von den "akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen" in Höhe von €153 Millionen (Vorjahr: €191 Millionen) €89 Millionen auf die Umsatzkosten (Vorjahr: €96 Millionen), €2 Millionen (Vorjahr: €10 Millionen) auf die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie €62 Millionen (Vorjahr: €85 Millionen) auf die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten. scroll € in Millionen 2017 2016 Abschreibungen: Automotive 350 302 Industrial Power Control 112 120 Power Management & Multimarket 173 186 Chip Card & Security 47 82 Sonstige Geschäftsbereiche 1 3 Den Segmenten zugeordnete Abschreibungen 683 693 Nicht den Segmenten zugeordnete Abschreibungen 129 140 Gesamt Abschreibungen 812 833 Das anteilige Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von insgesamt jeweils €3 Millionen im Geschäftsjahr 2017 und 2016 wurde im Segment Industrial Power Control vereinnahmt. Das anteilige Ergebnis ist jedoch nicht Bestandteil des Segmentergebnisses. scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Vorräte: Automotive 397 338 Industrial Power Control 129 115 Power Management & Multimarket 264 255 Chip Card i Security 49 49 Sonstige Geschäftsbereiche - - Konzernfunktionen und Eliminierungen 401 434 Gesamt 1.240 1.191 Unternehmensweite Angaben gemäß IFRS 8 Die Umsatzerlöse für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 und die langfristigen Vermögenswerte nach Regionen zum 30. September 2017 und 2016 stellen sich wie folgt dar: scroll € in Millionen 2017 2016 Umsatzerlöse: Europa, Naher Osten, Afrika 2.272 2.147 Darin: Deutschland 1.094 1.000 Asien-Pazifik (ohne Japan) 3.447 3.083 Darin: China 1.735 1.574 Japan 463 424 Amerika 881 819 Darin: USA 714 661 Gesamt 7.063 6.473 Der Ausweis des Umsatzes mit Dritten richtet sich nach dem Sitz des Rechnungsempfängers. Eine Aufgliederung der durchschnittlichen Beschäftigtenzahlen nach Regionen ist im Konzernanhang Nr. 7 dargestellt. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 entfielen auf keinen Einzelkunden mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes. scroll € in Millionen 30. September 2017 30. September 2016 Langfristige Vermögenswerte: Europa 2.306 1.718 Darin: Deutschland 1.727 1.095 Asien-Pazifik (ohne Japan) 873 834 Darin: China 41 38 Japan 2 2 Amerika 1.118 1.286 Darin: USA 1.110 1.279 Gesamt 4.299 3.840 Nicht enthalten in den langfristigen Vermögenswerten sind Finanzinstrumente, aktive latente Steuern und Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer. 25 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses ergaben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. 26 Ergänzende Erläuterungen nach HGB Angabe gemäß § 161 AktG Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist auf der Internet-Seite von Infineon veröffentlicht. @ www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/declaration-of-compliance/ Gebühren für Prüfungs- und Beratungsleistungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB Gebühren für Abschlussprüfung Die Aktionäre haben in der Hauptversammlung am 16. Februar 2017 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG"), zum Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2017 der Infineon Technologies AG gewählt. Im Geschäftsjahr 2017 betrug das Prüfungshonorar der KPMG insgesamt €1,8 Millionen für die Konzernabschlussprüfung und verschiedene Jahresabschlussprüfungen einschließlich einer integrierten prüferischen Durchsicht eines Zwischenabschlusses. Gebühren für sonstige Bestätigungsleistungen Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2017 insgesamt €0,1 Millionen für sonstige Bestätigungsleistungen, die vor allem die Prüfung von Angaben des Nachhaltigkeitsberichts umfassen sowie andere gesetzlich oder vertraglich vorgeschriebene Prüfungen betreffen, wie zum Beispiel Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfung nach § 20 WpHG, Bestätigungen der Einhaltung vertraglicher Bedingungen. Gebühren für Steuerberatungsleistungen Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2017 €0,3 Millionen für steuerliche Beratungsleistungen im Zusammenhang mit durchgeführten Unternehmenserwerben, Umstrukturierungen und der Beurteilung steuerlicher Einzelsachverhalte. Gebühren für sonstige Leistungen €0,1 Millionen wurden im Geschäftsjahr 2017 von KPMG für sonstige Leistungen an die Gesellschaft berechnet. Diese betrafen die Qualitätssicherung bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen und Beratungsleistungen in Verbindung mit der Ersteinführung neuer Rechnungslegungsgrundsätze, wie IFRS 15 und IFRS 9. Vorstand und Aufsichtsrat Vergütungen im Geschäftsjahr 2017 Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 8 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. Der Vorstand Im Geschäftsjahr 2017 setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen: scroll Name Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2017) Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer, Arbeitsdirektor Mitglied des Aufsichtsrats › Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (Vorsitzender) Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA (seit 5. Oktober 2017) Dominik Asam Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand Mitglied des Aufsichtsrats › EPCOS AG, München, Deutschland (bis 17. Mai 2017) › Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich › Zalando SE, Berlin, Deutschland (seit 31. Mai 2017) Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA › Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur › Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China Dr. Helmut Gassel Mitglied des Vorstands Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies Americas Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) › Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) › Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan (Vorsitzender) Jochen Hanebeck Mitglied des Vorstands Mitglied des Aufsichtsrats › Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) Der Aufsichtsrat Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf und deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien sind nachfolgend dargestellt: scroll Name Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2017) Wolfgang Mayrhuber Vorsitzender Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats › Deutsche Lufthansa AG, Köln, Deutschland (Vorsitzender) (bis 24. September 2017) › Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, München, Deutschland (bis 31. Dezember 2016) Mitglied des Board of Directors › Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA Johann Dechant1 Stellvertretender Vorsitzender Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Infineon Technologies AG Mitglied des Verwaltungsrats › BKK der Siemens AG, Heidenheim/Brenz, Deutschland Peter Bauer Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats › OSRAM Licht AG, München, Deutschland (Vorsitzender) › OSRAM GmbH, München, Deutschland (Vorsitzender) Dr. Herbert Diess Mitglied des Vorstands Volkswagen AG, Wolfsburg, Deutschland Mitglied des Aufsichtsrats › Porsche Austria GmbH, Salzburg, Österreich › Porsche Holding GmbH, Salzburg, Österreich › Porsche Retail GmbH, Salzburg, Österreich Mitglied des Board of Directors › FAW-Volkswagen Automotive Co., Ltd., Changchun, Volksrepublik China › Shanghai Volkswagen Automotive Co., Ltd., Anting, Volksrepublik China Mitglied des Beirats › Porsche Holding GmbH, Salzburg, Österreich Annette Engelfried1 Gewerkschaftssekretärin der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen Mitglied des Aufsichtsrats › Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, Deutschland Peter Gruber1 Vertreter der Leitenden Angestellten Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG Mitglied des Aufsichtsrats › Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, Deutschland Mitglied des Board of Directors › Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia Gerhard Hobbach1 Mitglied des Betriebsrats Campeon, Infineon Technologies AG Hans-Ulrich Holdenried Unternehmensberater Mitglied des Beirats › Bridge imp GmbH, Grünwald, Deutschland Prof. Dr. Renate Köcher Geschäftsführerin Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach, Deutschland Mitglied des Aufsichtsrats › Allianz SE, München, Deutschland (bis 3. Mai 2017) › BMW AG, München, Deutschland › Robert Bosch GmbH, Gerlingen, Deutschland › Nestlé Deutschland AG, Frankfurt/Main, Deutschland Dr. Susanne Lachenmann1 Entwicklungsingenieurin Géraldine Picaud (seit 16. Februar 2017) Group CFO Essilor International, Charenton-le-Pont, Frankreich Mitglied des Board of Directors › Alstom S.A., Saint-Ouen, Frankreich › Vision For Life Foundation, Charenton-le-Pont, Frankreich (bis 7. Juli 2017) › Vision Direct Group Ltd., London, Großbritannien › Essilor India Private Limited, Bangalore, Indien › Xiamen Yarui Optical Co. Ltd., Xiamen, Volksrepublik China › Artgri Group International Pte. Ltd., Singapur Dr. Manfred Puffer Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats › Athene Lebensversicherung AG, Wiesbaden, Deutschland › Bremer Kreditbank AG, Bremen, Deutschland › Bankhaus Neelmeyer, Bremen, Deutschland (seit 4. April 2017) › Nova KBM Bank, Maribor, Slowenien Mitglied des Board of Directors › Athene Holding Ltd., Pembroke, Bermuda Jürgen Scholz1 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg Mitglied des Aufsichtsrats › Krones AG, Neutraubling, Deutschland Mitglied des Verwaltungsrats › BKK der BMW AG, Dingolfing, Deutschland Kerstin Schulzendorf1 Fachkraft in der Frontend-Produktion Dr. Eckart Sünner Selbstständiger Rechtsanwalt Mitglied des Aufsichtsrats › K+S AG, Kassel, Deutschland Diana Vitale1 Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Warstein, Infineon Technologies AG Ausgeschiedene Aufsichtsräte Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel (bis 8. November 2016) Professorin Technische Universität München, München, Deutschland 1 Arbeitnehmervertreter Ausschüsse des Aufsichtsrats Vermittlungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Johann Dechant Hans-Ulrich Holdenried Jürgen Scholz Präsidialausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Johann Dechant Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Johann Dechant Annette Engelfried Wolfgang Mayrhuber Strategie- und Technologieausschuss Peter Bauer (Vorsitzender) Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Dr. Susanne Lachenmann Wolfgang Mayrhuber Jürgen Scholz Nominierungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2017 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg (Deutschland). Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und andere verbundene Unternehmen zum 30. September 2017 scroll Name der Gesellschaft Sitz Anteil in % Davon Infineon Technologies AG Eigenkapital (€ in Millionen) Jahresergebnis (€ in Millionen) Fußnote Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften: DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG Linz, Österreich 72 0 2,39 2,34 7 Hitex GmbH Karlsruhe, Deutschland 100 100 2,16 0,00 7, 12, 13 Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100 0 15,77 1,76 10 Infineon Semiconductors (Wuxi) Co. Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100 0 18,79 0,04 10 Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Melaka, Malaysia 100 0 26,14 2,63 7 Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100 0 138,45 21,64 7 Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Melaka, Malaysia 100 0 160,12 21,53 7 Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100 0 123,70 10,43 10 Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100 0 6,70 0,24 10 Infineon Technologies Americas Corp. Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.495,67 -15,77 7 Infineon Technologies Asia Pacific Pte Ltd Singapur, Singapur 100 0 296,83 326,40 7 Infineon Technologies Australia Pty Limited Bayswater, Australien 100 0 1,40 0,08 7 Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100 0,004 771,93 128,98 7 Infineon Technologies Batam PT Batam, Indonesien 100 0 13,26 0,99 7 Infineon Technologies Cegléd Kft. Cegléd, Ungarn 100 0 15,71 1,21 7 Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 3,54 0,23 10 Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 150,12 14,86 10 Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden, Deutschland 100 100 224,27 0,00 7,12,14 Infineon Technologies Epi Services, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 -7,74 3,18 7 Infineon Technologies Finance GmbH Neubiberg, Deutschland 100 50 369,89 0,00 7, 12, 13 Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100 0 8,26 0,43 7 Infineon Technologies Holding 2 B.V. Rotterdam, Niederlande 100 0 34,96 -0,06 7 Infineon Technologies Holding Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100 0 1.435,84 160,74 9 Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100 100 4.860,63 282,39 7 Infineon Technologies Hong Kong Sales Limited Hongkong, Volksrepublik China 100 0 23,18 3,40 7 Infineon Technologies Hong Kong Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100 0 1,86 0,33 7 Infineon Technologies India Private Limited Bangalore, Indien 100 0 9,97 -4,65 4 Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100 0 0,13 0,00 7 Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100 0 4,20 0,77 7 Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100 0 6,84 4,20 7 Infineon Technologies Japan K.K. Tokio, Japan 100 0 16,19 3,35 7 Infineon Technologies Korea Co., Ltd. Seoul, Republik Korea 100 0 4,02 1,03 7 Infineon Technologies Maasstad C.V. Rotterdam, Niederlande 100 0 10,29 0,29 7 Infineon Technologies Neu-Isenburg Vertriebs GmbH Neu-Isenburg, Deutschland 100 0 14,30 3,74 6 Infineon Technologies Newport Holding Limited Bristol, Großbritannien 100 0 34,96 0,00 7 Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100 0 5,49 0,30 7 Infineon Technologies Philippines, Inc. Muntinlupa City, Philippinen 100 0 -0,18 0,12 7 Infineon Technologies Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 100 100 43,44 1,72 7 Infineon Technologies Reigate Limited Bristol, Großbritannien 100 0 156,71 2,97 7 Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100 0 2,85 1,15 7 Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Maia, Portugal 100 100 1,97 0,31 7 Infineon Technologies Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100 0 2,88 0,74 7 Infineon Technologies U.K. Limited Bristol, Großbritannien 100 0 -0,63 0,07 7 Infineon Technologies US HoldCo Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 2.149,55 0,00 7 Infineon Technologies US InterCo LLC Wilmington, Delaware, USA 100 0 1.511,21 8,07 7 Infineon Technologies Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 100 10,19 0,00 7, 12, 14 Innoluce B.V. Nimwegen, Niederlande 100 0 1,25 0,49 10 International Rectifier HiRel Denmark ApS Herlev, Dänemark 100 0 1,71 0,13 7 International Rectifier HiRel Products, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 55,46 52,00 7 International Rectifier Japan Co., Ltd. Tokio, Japan 100 0 7,10 -1,38 7 International Rectifier Malaysia Sdn. Bhd. Kuala Lumpur, Malaysia 100 0 0,49 0,07 5 International Rectifier Mauritius, Inc. Curepipe, Mauritius 100 0 1,81 -0,03 7 Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 6 0,38 -1,54 8, 12, 13 MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG Neubiberg, Deutschland 93 0 71,49 8,53 10, 16 Rectificadores Internacionales, S.A. de C.V. Tijuana, Mexiko 100 0 9,62 0,42 7 Shanghai International Rectifier Trading Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100 0 3,22 0,39 10 Gemeinschaftsunternehmen: Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein, Deutschland 60 60 65,27 0,38 7, 17 Infineon Technologies Bipoláris Kft. Cegléd, Ungarn 60 0 1,99 0,20 7 Andere Unternehmen (nicht konsolidiert):1 Advanced Power Electronics Corp. Hsinchu County, Taiwan k. A. 0 k. A. k. A. 3 CHiL Semiconductors Corporation Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 7 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH Linz, Österreich 72 0 0,10 0,00 7 EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg, Deutschland 100 100 0,57 0,22 7 EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg, Deutschland 100 100 0,06 0,00 7 Haus der Zukunft gGmbH Berlin, Deutschland k. A. k. A. k. A. k. A. 3 Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 88 0 1,71 0,28 7 Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein, Deutschland 60 60 0,03 0,00 7 Infineon Technologies Canada, Inc. St. John, New Brunswick, Kanada 100 0 0,00 0,00 7 Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 0,00 7 Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 0,00 7 Infineon Technologies Iberia, S.L.U. Madrid, Spanien 100 0 0,14 0,04 7 Infineon Technologies Ireland Limited Dublin, Irland 100 0 0,39 0,13 7 Infineon Technologies Campeon Verwaltungsgesellschaft mbH Neubiberg, Deutschland 100 0 0,02 0,00 7 Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg, Deutschland 100 100 0,04 0,00 7 Infineon Technologies Mantel 27 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,03 0,00 7,12,13 Infineon Technologies Mantel 28 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 k. A. k. A. 11,12,13 Infineon Technologies Mantel 29 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 k. A. k. A. 11,12,13 Infineon Technologies Mantel 30 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 k. A. k. A. 11 Infineon Technologies Mantel 31 GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 k. A. k. A. 11 Infineon Technologies Sp. z o.o. Warschau, Polen 100 0 0,11 0,06 10 Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100 0 0,03 0,00 10 Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100 0 0,12 0,00 10 Infineon Technologies Schweiz GmbH in Liquidation Baden, Schweiz 100 0 0,21 0,03 7 Infineon Technologies South America Ltda São Paulo, Brasilien 100 0 0,13 0,16 10 International Rectifier Power Management Private Limited (in Liquidation) Bangalore, Indien 100 0 0,00 0,00 7 IR International Holdings China, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 7 IR International Holdings, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 7 ITA Vermögensverwertungs GmbH in Liquidation Villach, Österreich 100 0 0,99 -0,16 10 KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 100 0 0,09 0,00 10 KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt, Deutschland 24 24 1,78 0,06 10 MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan k. A. 0 k. A. k. A. 3 OSPT IP Pool GmbH Neubiberg, Deutschland 100 100 0,02 0,00 7 R Labco, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100 0 0,00 0,00 7 Silicon Alps Cluster GmbH Villach, Österreich k. A. 0 k. A. k. A. 3 Schweizer Electronic AG Schramberg, Deutschland 9 9 53,75 4,73 10 TTTech Computertechnik AG Wien, Österreich k. A. k. A. k. A. k. A. 3 Xi'an IR PERI Company, Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 50 0 k. A. k. A. - XMOS Limited Bristol, Großbritannien k. A. 0 k. A. k. A. 15 Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften:2 Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs, Colorado, USA 17 - - 2 Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40 - - 2 Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. in Liquidation Melaka, Malaysia 77 - - 2 Qimonda AG in Insolvenz München, Deutschland 77 28 - - 2 Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77 - - 2 Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz Leuven, Belgien 77 - - 2 Qimonda Beteiligungs GmbH in Insolvenz München, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Bratislava s.r.o. in Liquidation Bratislava, Slowakei 77 - - 2 Qimonda Dresden GmbH Co. OHG in Insolvenz Dresden, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz Dresden, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Europe GmbH in Liquidation München, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Finance LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2 Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH in Liquidation Dresden, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Flash GmbH in Insolvenz Dresden, Deutschland 77 - - 2 Qimonda France SAS in Liquidation St. Denis, Frankreich 77 - - 2 Qimonda Holding B.V. in Insolvenz Rotterdam, Niederlande 77 - - 2 Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77 - - 2 Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77 - - 2 Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77 - - 2 Qimonda Italy s.r.l. in Liquidation Padua, Italien 77 - - 2 Qimonda Korea Co. Ltd. in Liquidation Seoul, Republik Korea 77 - - 2 Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale, Florida, USA 77 - - 2 Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co., in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77 - - 2 Qimonda North America Corp. in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2 Qimonda Richmond LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77 - - 2 Qimonda Solar GmbH Dresden, Deutschland 77 - - 2 Qimonda Taiwan Co. Ltd. in Liquidation Taipeh, Taiwan 77 - - 2 Qimonda UK Ltd. in Liquidation High Blantyre, Schottland 77 - - 2 1 Bei einigen Tochtergesellschaften wurde auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet. 2 Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte von Infineon unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da Infineon keine weiteren Informationen bezüglich der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda-Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda-Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Infineon. 3 Anteil nicht über 5 Prozent. 4 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. März 2016. 5 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 15. Juni 2016 (Periode vom 1. Oktober 2015 bis 15. Juni 2016). 6 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. Juni 2016. 7 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2016. 8 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2016 (Periode vom 1. Januar 2016 bis 30. September 2016). 9 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2016 (Periode vom 18. Januar 2016 bis 30. September 2016). 10 Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2016. 11 Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2017 gegründet. 12 Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. 13 Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB von den Vorschriften des § 325 HGB über die Offenlegung des Jahresabschlusses. 14 Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung des Jahresabschlusses sowie eines Lageberichts gemäß §§ 264 ff. HGB sowie von den Vorschriften des § 325 HGB über die Offenlegung des Jahresabschlusses. 15 Befreiung gemäß § 285 Abs. 11b HGB von der Offenlegungspflicht des Anteilsbesitzes. 16 Befreiung gemäß § 264b HGB von den Vorschriften über die Aufstellung eines Lageberichts und die Offenlegung des Jahresabschlusses. 17 Die Bilanzierung des Anteils erfolgt unter Anwendung der Equity-Methode, weil es aufgrund bestimmter vertraglicher Mitbestimmungsrechte der Mitgesellschafterin an beherrschendem Einfluss fehlt. Neubiberg, 17. November 2017 Infineon Technologies AG Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Weitere Informationen Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Neubiberg, 21. November 2017 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die Infineon Technologies AG, Neubiberg Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG, Neubiberg und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. September 2017, der Konzern-Gewinn- und-Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse ― entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB a.F. anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und ― vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Risiken im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AG Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen finden sich unter Ziffer 2. Die Angaben zu den rechtlichen Risiken sind unter Ziffer 19 dargestellt. Das Risiko für den Abschluss Für Risiken im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AG wurden zum 30. September 2017 Rückstellungen in Höhe von EUR 33 Mio (zum 30. September 2016 EUR 32 Mio) gebildet. Außerdem wurden Angaben zu Eventualverbindlichkeiten sowie weitere Erläuterungen in den Anhang aufgenommen. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft zugeordnet waren, aus der Infineon Technologies AG ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in die Qimonda AG eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, das am 1. April 2009 eröffnet wurde. Aus der Insolvenz der Qimonda AG haben sich verschiedene Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Die Rechtsstreitigkeiten fokussieren sich auf die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche im Zusammenhang mit der Bewertung der Sacheinlage in die Qimonda AG. Die Bewertung der Sacheinlage durch Infineon erfolgte unter Verwendung eines Gutachtens. Ferner war Infineon bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG. Bestimmte Altgläubiger haben hieraus Nachhaftungsansprüche gegen Infineon geltend gemacht. Der Ansatz einer Rückstellung, Erläuterungen zu Eventualverbindlichkeiten oder weitere Angaben zu Risiken aus der Insolvenz der Qimonda AG sind in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands abhängig. Gleiches gilt für die Bewertung gebildeter Rückstellungen. Damit bestehen Risiken für die standardkonforme Abbildung der betreffenden Risiken sowie deren Bewertung. Aufgrund der Höhe der gegenüber Infineon geltend gemachten Ansprüche im Insolvenzverfahren waren diese Einschätzungen und Annahmen aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von der Gesellschaft eingerichteten Prozess, der die Erfassung, die Einschätzung hinsichtlich des Verfahrensausgangs sowie die Darstellung des Rechtsstreites im Abschluss sicherstellt, beurteilt. Wir haben regelmäßig Gespräche mit dem Vorstand und der internen Rechtsabteilung der Gesellschaft geführt, um uns über die aktuellen Entwicklungen und Gründe, die zu den entsprechenden Einschätzungen geführt haben, ein Verständnis zu verschaffen, und holten hierzu eine schriftliche Stellungnahme der Gesellschaft ein. Außerdem haben wir die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme durch Einsichtnahme in zugrunde liegende Dokumente beurteilt. Für die Prüfung der von dem Vorstand getroffenen Risikoeinschätzung holten wir eine externe Rechtsanwaltsbestätigung ein. Zusätzlich haben wir den von der Gesellschaft beauftragten Bewertungsgutachter zu den für die Gesellschaft erstellten Stellungnahmen im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche befragt und die methodische Angemessenheit unter Hinzuziehung eines Bewertungsspezialisten gewürdigt. Soweit hinsichtlich zurückgestellter Beträge zwischenzeitlich Vergleiche erzielt wurden, haben wir die ursprünglich geschätzten Werte den tatsächlich gezahlten Beträgen gegenübergestellt, um einen Anhaltspunkt für die Effektivität der Risikoeinschätzung des Vorstands im Berichtsjahr zu erhalten. Schließlich haben wir uns von der Vollständigkeit der Angaben zu den Eventualverbindlichkeiten sowie weiterer Angaben im Anhang überzeugt. Unsere Schlussfolgerungen Die dem Ansatz und der Bewertung der Rückstellung für Risiken im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AG zugrunde liegenden Einschätzungen und getroffenen Annahmen des Vorstands sind sachgerecht. Die Angaben zu Eventualverbindlichkeiten sowie weitere Angaben im Anhang sind vollständig und angemessen. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf Konzernanhang Ziffer 2. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen sowie die Angaben zum durchgeführten Wertminderungstest finden sich unter Ziffer 2. Das Risiko für den Abschluss Der Konzernabschluss der Infineon Technologies AG enthält Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von EUR 759 Mio. Gemäß IAS 36 ist dieser Geschäfts- oder Firmenwert als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich (bei Infineon Technologies AG regelmäßig zum 30. Juni) auf Wertminderung zu prüfen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Faktoren. Hierzu zählen insbesondere die erwartete Geschäftsentwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche für die nächsten fünf Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und die zugrunde gelegten Kapitalkosten. Der von Segmentleitung und Vorstand erstellte 5-Jahres-Plan hat technologische Entwicklungen, geplante Produktionsmengen, Investitionsquoten, langfristige Wachstumsraten in Halbleitermärkten und Produktionskosten zu berücksichtigen. Da ein Großteil der Geschäfts- oder Firmenwerte auf das Segment Power Management & Multimarket allokiert ist, ist der Werthaltigkeitstest für diese Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Hinblick auf die Werthaltigkeit des Bilanzpostens von besonderer Bedeutung. Angesichts der Ermessensbehaftung der dem Wertminderungstest zugrunde gelegten Daten und Annahmen besteht das Risiko für den Abschluss, dass eingetretene Wertminderungen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt werden. Zudem ist die Vollständigkeit und Angemessenheit der Angaben im Anhang sicherzustellen. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Unsere Prüfungshandlungen umfassten unter anderem die Prüfung, dass die vom Vorstand aufgestellte 5-jährige strategische Geschäftsplanung des Konzerns sowie die dem Wertminderungstest nach IAS 36 zugrunde gelegten Annahmen regelmäßig aktualisiert wurden und die strategische Geschäftsplanung des Konzerns vom Aufsichtsrat im Rahmen seiner Überwachungsfunktion genehmigt wurde. Wir haben uns die Unternehmensplanung, insbesondere die Umsatz- und Ertragsentwicklung des Segments Power Management & Multimarket sowie die geplanten Entwicklungen der Produktionsmengen in diesem Bereich, von den Geschäftsbereichscontrollern und den Segmentverantwortlichen erläutern lassen. Dazu wurde insbesondere die Umsatzentwicklung anhand von öffentlich verfügbaren Markteinschätzungen und -informationen kritisch gewürdigt und beurteilt, ob die der Bewertung zugrunde gelegte Umsatzentwicklung in einer angemessenen Bandbreite liegt. Die Planungstreue haben wir anhand eines Vergleichs der erwarteten Umsatzentwicklungen aus Vorperioden mit den realisierten Umsätzen analysiert. Die Entwicklung der Unternehmensplanung haben wir durch Vergleich mit Vergangenheitswerten sowie anhand von Analysteneinschätzungen gewürdigt. Für die Entwicklung der Investitionsquote haben wir die geplanten und tatsächlichen Vergangenheitswerte gegenübergestellt, um die Schätzgenauigkeit zu würdigen. Mithilfe unserer Bewertungsspezialisten wurde das Bewertungsmodell hinsichtlich seiner IFRS-Konformität beurteilt. Des Weiteren haben wir die Ableitung und die Höhe der verwendeten Kapitalkosten überprüft. Dabei haben wir unter anderem verfügbare Kapitalmarkt- und Bilanzdaten vergleichbarer Unternehmen berücksichtigt. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, hat die Gesellschaft mögliche Veränderungen der Kapitalkosten auf die relevanten Wertansätze untersucht (Sensitivitätsanalyse) und alternative Szenarien mit den eigenen Wertansätzen verglichen. Diese Analysen haben wir beurteilt. Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte vollständig und angemessen sind. Unsere Schlussfolgerungen Das dem Werthaltigkeitstest der Geschäfts- und Firmenwerte zugrunde liegende Bewertungsmodell ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Ermessensentscheidungen des Vorstands sind angemessen und insgesamt ausgewogen. Die Angaben im Anhang sind vollständig und sachgerecht. Bewertung der aktiven latenten Steuern Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf Konzernanhang Ziffer 2. Weitere Angaben zu den aktiven latenten Steuern finden sich unter Ziffer 4 des Konzernanhangs. Das Risiko für den Abschluss In der Konzern-Bilanz der Infineon Technologies AG werden aktive latente Steuern in Höhe von EUR 612 Mio ausgewiesen. Davon entfallen EUR 430 Mio auf steuerliche Verlustvorträge. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern basiert auf der vom Vorstand aufgestellten 5-jährigen strategischen Geschäftsplanung des Konzerns sowie der hieraus abgeleiteten Ergebnisplanung je Gesellschaft. Die Geschäftsplanung ist in hohem Maße von Einschätzungen des Vorstands abhängig und ist daher mit entsprechender Unsicherheit behaftet. Für den Ansatz aktiver latenter Steuern sind Einschätzungen über das zukünftige zu versteuernde Einkommen und die Nutzbarkeit von Verlustvorträgen sowie Steuergutschriften zu treffen. Aufgrund dieser Ermessensbehaftung ist die Bewertung der aktiven latenten Steuern für uns von besonderer Bedeutung. Zudem besteht das Risiko unvollständiger Anhangangaben. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Im Rahmen unserer Prüfung der Steuersachverhalte haben wir unsere Steuerspezialisten in das Prüfungsteam eingebunden. Mit deren Unterstützung haben wir den von Infineon eingerichteten Prozess zur Bewertung der aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge sowie Steuergutschriften beurteilt. Wir haben die Unternehmensplanung analysiert und uns entsprechend erläutern lassen. Dazu haben wir die Umsatzentwicklung in wesentlichen Teilbereichen anhand von öffentlich verfügbaren Markteinschätzungen und -informationen kritisch gewürdigt und beurteilt, ob diese in einer angemessenen Bandbreite liegt. Die Planungstreue haben wir anhand eines Vergleichs der erwarteten Umsatzentwicklungen aus Vorperioden mit den realisierten Umsätzen analysiert. Die Entwicklung der Unternehmensplanung haben wir durch Vergleich mit Vergangenheitswerten sowie anhand von Analysteneinschätzungen gewürdigt. Die steuerlichen Korrekturen und die zugrunde gelegten Annahmen wurden beurteilt und Vergangenheitswerten gegenübergestellt. Die von der Gesellschaft vorgenommene Kalkulation der Wertansätze haben wir auf rechnerische Richtigkeit geprüft. Die Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge, Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen haben wir auf Basis unternehmensinterner Prognosen über die zukünftige steuerliche Ertragssituation der Infineon Technologies AG und ihrer wesentlichen ertragsteuerlichen Organgesellschaften (inländischer Organkreis) sowie der ausländischen Konzerngesellschaften mit der vom Vorstand aufgestellten Planung beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Außerdem haben wir uns von der Vollständigkeit der Anhangangaben überzeugt. Unsere Schlussfolgerungen Das der Bewertung der aktiven latenten Steuern zugrunde liegende Bewertungsmodell ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die getroffenen Annahmen des Vorstands zur Bewertung der latenten Steuern sind vertretbar und insgesamt ausgewogen. Die erforderlichen Angaben im Anhang wurden vollständig vorgenommen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB a.F. anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ― identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. ― gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. ― beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ― ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. ― beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Konzernanhangangaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315a HGB a.F. anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. ― holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. ― beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. ― führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Februar 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. Mai 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 1999/2000 als Konzernabschlussprüfer der Infineon Technologies AG, Neubiberg, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Pritzer. München, den 21. November 2017 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Braun, Wirtschaftsprüfer Pritzer, Wirtschaftsprüfer Technologieglossar 300-Millimeter-Technologie Oberbegriff für die Herstellung und Prozessierung von Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern. AC-DC-Wandlung Alternating Current/Direct Current-Wandlung. Wechselspannung-Gleichspannung-Wandlung. Dies ist ein Oberbegriff für Netzteile. Dort wird die Netzwechselspannung in eine Gleichspannung gewandelt, die oftmals noch auf einem niedrigeren Spannungsniveau feingeregelt werden muss (vgl. "DC-DC-Wandlung"). Analog-Mixed-Signal "Mixed-Signal" ist ein Oberbegriff für integrierte Schaltkreise, die gleichzeitig mit analogen und digitalen Signalen arbeiten. Sie werden aufgrund der ähnlichen Anforderungen an die Entwicklungs- und Fertigungsprozesse meist mit denjenigen integrierten Schaltkreisen zusammengefasst, die ausschließlich mit analogen Signalen arbeiten. Dadurch entsteht die Kombination "Analog-Mixed-Signal". ASIC Application Specific Integrated Circuit. Logikschaltung, die auf speziellen Kundenwunsch für eine spezifische Nutzung konstruiert wurde. Authentifizierung Authentifizierung ist der Nachweis der eigenen Identität, also der Nachweis, dass es sich um das Original handelt, wobei sich eine Authentifizierung nicht nur auf Menschen, sondern auch auf beliebige materielle oder immaterielle Gegenstände wie zum Beispiel ein Gerät oder ein elektronisches Dokument beziehen kann. Die Authentifizierung kann ein Benutzer auf drei verschiedenen Wegen erreichen: Erstens durch Nachweis der Kenntnis einer Information: Er weiß etwas, zum Beispiel ein Passwort; zweitens durch Verwendung eines Besitztums: Er hat etwas, zum Beispiel einen Schlüssel; drittens durch die Gegenwart des Benutzers selbst: Er ist etwas, zum Beispiel in Form eines biometrischen Merkmals. Backend-Fertigung Teil des Halbleiterherstellungsprozesses, der ausgeführt wird, nachdem der Wafer den Reinraum verlassen hat (vgl. "Frontend-Fertigung"). Zu diesem Vorgang gehören die Überprüfung der Chips auf dem Wafer, etwaige notwendige Reparaturen der Chips, Sägen der Wafer und Verpackung der einzelnen Chips. Immer mehr Halbleiterhersteller lagern den Montagevorgang an unabhängige Montageunternehmen aus, einige sogar das Testen. Ein Großteil der Montageunternehmen befindet sich in Ländern des pazifischen Raums. Bare Die Ein einzelner, ungehäuster Chip. Unter "Bare Die"-Geschäft versteht man den Verkauf von vollständig prozessierten, aber ungehäusten Chips. Das Häusen und anschließende Testen der gehäusten Chips erfolgt beim Kunden. In den meisten Fällen findet dieses Geschäft mit IGBT-Modul-Herstellern statt, die zwar eine Modulfertigung, aber selbst keine Halbleiterfertigung besitzen. Bipolar Ein Leistungsbipolartransistor ist eine spezialisierte Version eines Bipolartransistors, der für das Leiten und Sperren von großen elektrischen Strömen (bis zu mehreren Hundert Ampere) und sehr hohen Spannungen (bis zu mehreren Tausend Volt) optimiert ist. In der Industrie stellt der Leistungsbipolartransistor - ebenso wie der häufig alternativ verwendete Leistungs-MOSFET (vgl. "MOSFET") - eine wichtige industrielle Halbleiterkomponente zur Beeinflussung des elektrischen Stroms dar. CMOS Complementary Metal Oxide Semiconductor. Halbleiter-Standardfertigungstechnologie, um Mikrochips mit geringem Energieverbrauch und hohem Integrationsgrad zu produzieren. DC-DC-Wandlung Eine hohe Eingangsgleichspannung (Direct Current; DC) wird auf eine (in den meisten Fällen) niedrigere, hochpräzise Ausgangsgleichspannung gewandelt. Die DC-DC-Wandlung sitzt meist auf dem Motherboard, ganz nahe am elektrischen Verbraucher. Dieser Verbraucher kann zum Beispiel der Mikroprozessor eines PCs oder Servers sein oder der Grafikcontroller einer Grafikkarte oder der Netzwerkprozessor einer Telekommunikationseinrichtung. Dünnwafer Ein Wafer ist normalerweise rund 350 Mikrometer (um) dick, wenn er in die einzelnen Chips gesägt wird. Von Dünnwafer spricht man, wenn der Wafer auf unter 200 Mikrometer dünngeschliffen wird. Zum Vergleich: Ein Haar oder ein Blatt Papier liegt bei rund 60 Mikrometern. Die Dünnwafer-Technologie bietet Vorteile: Mit dünneren Chips kann man sowohl die Verluste reduzieren als auch die entstehende Wärme besser abführen. Daneben lassen sich auch elektrisch aktive Strukturen auf der Rückseite herstellen, die ganz neue Funktionen des Chips ermöglichen. Zudem haben Dünnwafer-Chips in kompakteren Gehäusen Platz. Epitaxie Von griechisch epi = "auf" oder "über" und taxis = "ordnen" oder "ausrichten". Epitaxie ist eine Form des Kristallwachstums. Sie tritt in der Natur (zum Beispiel bei Mineralien) und in der Technik auf. In der Halbleitertechnik wird mit Epitaxie das Aufwachsen von kristallinen Schichten auf einem Substrat (in der Regel der Wafer) verstanden. Mittels Epitaxie lassen sich verschiedene Dotierprofile für Transistoren herstellen, wie sie mit anderen Verfahren, zum Beispiel Diffusion oder Ionenimplantation, nicht möglich sind. FACTS Flexible AC Transmission System; flexibles Drehstromübertragungsnetz. Steuerungssysteme in der elektrischen Energietechnik. Sie werden in der Stromversorgung zur gezielten Beeinflussung von Leistungsflüssen in Drehstromnetzen eingesetzt, wobei als wesentliche Eigenschaft Komponenten der Leistungselektronik und damit Leistungshalbleiter, zum Beispiel IGBT-Module, zur Anwendung kommen. Die Steuerung der Leistungsflüsse kann in Wechselspannungsnetzen durch Veränderung der Blind- und Wirkleistung mittels Kondensatorbatterien oder Kompensationsspulen durchgeführt werden. Frontend-Fertigung Verarbeitung von Wafern, die im Reinraum durchgeführt wird. Zu den wesentlichen Verarbeitungsschritten zählen Belichtung, Ionenimplantation und das Aufbringen von Metallisierungsschichten. Nachdem die Verarbeitung der Wafer im Reinraum beendet ist - insgesamt bis zu 500 Arbeitsschritte -, werden sie an die Backend-Fertigung weitergeleitet; dort werden sie getestet und gehäust (vgl. "Backend-Fertigung"). Galliumnitrid Verbindungshalbleiter aus Gallium (chemisches Zeichen: Ga) und Stickstoff (chemisches Zeichen: N). Chemisches Zeichen ist GaN. GaN wird aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften (zum Beispiel gute Wärmeleitfähigkeit und hohe Elektronenmobilität) unter anderem für Hochfrequenz-MOSFETs verwendet (vgl. "MOSFET"). GaN Chemisches Zeichen für Galliumnitrid (vgl. "Galliumnitrid"). Hall-Sensor Ein auf dem Hall-Prinzip basierender Sensor zur Messung von Magnetfeldern. Benannt nach dem US-amerikanischen Physiker Edwin Herbert Hall (1855 - 1938). Hall-Sensoren werden zum Beispiel zur Positionserkennung von Pedalstellungen oder zur Messung der Rotationsgeschwindigkeit von Achsen eingesetzt. HGÜ Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung. HGÜ ist ein Verfahren der elektrischen Energieübertragung mit hoher Gleichspannung von bis zu 800 Kilovolt über Entfernungen von über 1.000 Kilometern. HGÜ wird auch zur Anbindung von Offshore-Windparks ans Stromnetz des Festlands eingesetzt. IC Integrated Circuit (integrierte Schaltung). Bauelement auf Basis eines Halbleitermaterials wie beispielsweise Silizium, auf dem zahlreiche Komponenten wie Transistoren, Widerstände, Kondensatoren und Dioden integriert und miteinander verbunden sind. IGBT-Modul Insulated-Gate-Bipolar-Transistor-Modul (Bipolartransistor mit isolierter Gate-Elektrode). Ein IGBT ist ein Halbleiterbauelement, das aufgrund seiner Robustheit, hohen Sperrspannung und nahezu leistungslosen Ansteuerung Anwendung in der Leistungselektronik findet. Mehrere IGBTs, zusammengeschaltet und in einem Gehäuse verpackt, nennt man Modul. Diese Module werden für die Ansteuerung von Elektromotoren im Automobilbereich wie auch im Industriebereich eingesetzt. Drehzahl und Drehmoment des Elektromotors können stufenlos reguliert werden. Auch Züge wie der deutsche ICE oder der französische TGV nutzen für die effiziente Ansteuerung der Elektroantriebe IGBT-Module. Integrity Guard Integrity Guard ist eine revolutionäre Sicherheitstechnologie für Chipkarten- und Sicherheitsanwendungen. Damit leitet Infineon ein neues Zeitalter im Bereich der hardwarebasierten Sicherheit ein. Integrity Guard wurde speziell für anspruchsvolle und langlebige Anwendungen (unter anderem Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente) entwickelt. Durch Integrity Guard bietet ein Sicherheitscontroller zum ersten Mal vollständige Fehlererkennung sowie umfassende Verschlüsselung aller Chipfunktionen über den gesamten Datenpfad im Chip. Man spricht daher auch von "digitaler Sicherheit". Integrity Guard wird in den Sicherheitscontrollern der Familien SLE 77 und SLE 78 verwendet. Integrity Guard wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Leistungstransistor Mit Leistungstransistor wird in der Elektronik ein Transistor zum Schalten oder Steuern großer Spannungen, Ströme beziehungsweise Leistungen bezeichnet. Eine exakte Grenze zwischen Transistoren zur Signalverarbeitung und Leistungstransistoren ist nicht einheitlich festgelegt. Leistungstransistoren werden überwiegend in Gehäusen produziert, die eine Montage auf Kühlkörpern ermöglichen, da es anders nicht möglich ist, die bei manchen Typen und Anwendungen bis zu einigen Kilowatt betragende Verlustleistung abzuführen. MEMS Mikro-Elektromechanisches System. Ein Mikro-Elektromechanisches System - oder einfach Mikrosystem - ist ein miniaturisiertes Gerät, eine Baugruppe oder ein Bauteil, dessen Komponenten kleinste Abmessungen (im Mikrometerbereich) haben und als System zusammenwirken. Üblicherweise besteht ein Mikrosystem aus einem oder mehreren Sensoren, Aktuatoren und einer Steuerungselektronik auf einem Chip. Infineon fertigt Mikrofone als MEMS. Wegen der geringen Abmessungen, der geringen Leistungsaufnahme, der guten Abschirmung von Störsignalen und der kostengünstigen Produktion werden diese Mikrofone zunehmend in mobilen Endgeräten eingebaut, wie beispielsweise Smartphones, Tablets und Kameras, oder in Accessoires wie Headsets oder Hörgeräten. MOSFET Metal-Oxide-Semiconductor Field-Effect Transistor. Der MOSFET ist die heute am meisten verwendete Transistorarchitektur. Der MOSFET wird sowohl in hochintegrierten Schaltkreisen als auch in der Leistungselektronik als spezieller Leistungs-MOSFET verwendet. NFC Near Field Communication. Ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken. Die ersten Entwürfe des Übertragungsstandards gehen schon einige Jahre zurück, aber erst 2011 mit der Einführung dieser Technologie in den ersten Smartphones kam der Durchbruch. Die Nahfunktechnik NFC kann als Zugriffsschlüssel an Terminals auf Inhalte und für Dienste verwendet werden, wie beispielsweise bargeldlose Zahlungen oder papierloses Ticketing. Schaltnetzteil Ein Schaltnetzteil ist eine elektronische Baugruppe, die eine Wechselspannung in eine Gleichspannung umwandelt. Schaltnetzteile besitzen einen höheren Wirkungsgrad und können kompakter und leichter aufgebaut werden als konventionelle Netzteile, die einen schweren Trafo mit Eisenkern enthalten. Schaltnetzteile werden vor allem in PCs, Notebooks und Servern eingesetzt. Sie erreichen aber auch bei kleinen Leistungen bereits einen sehr hohen Wirkungsgrad, sodass sie zunehmend auch in Steckernetzteilen, etwa als Ladegerät für Mobiltelefone, zu finden sind. Schottky-Diode Eine spezielle Diode, die keinen Halbleiter-Halbleiter-Übergang, sondern einen Metall-Halbleiter-Übergang besitzt. Als Halbleitermaterial verwendet man bis 250 Volt meist Silizium. Für Spannungen über 300 Volt kommt Siliziumkarbid (SiC) zum Einsatz (vgl. "Siliziumkarbid"). SiC-Schottky-Dioden bieten in der Leistungselektronik gegenüber den konventionellen Dioden eine Reihe von Vorteilen. Beim Einsatz zusammen mit IGBT-Transistoren ist eine erhebliche Reduktion der Schaltverluste in der Diode selbst, aber auch im Transistor möglich. Der Name geht auf den deutschen Physiker Walter Schottky (1886 - 1976) zurück. SiC Chemisches Zeichen für Siliziumkarbid (vgl. "Siliziumkarbid"). Siliziumkarbid Verbindungshalbleiter aus Silizium (chemisches Zeichen: Si) und Kohlenstoff (chemisches Zeichen: C). Chemisches Zeichen ist SiC. SiC wird aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften (zum Beispiel gute Wärmeleitfähigkeit) unter anderem für Schottky-Dioden verwendet (vgl. "Schottky-Diode"). TPM Trusted Platform Module. Ein Chip, der einen Computer oder ähnliche Geräte um grundlegende Sicherheitsfunktionen wie Lizenz- oder Datenschutz erweitert. Außer der Verwendung in PCs und Notebooks kann das TPM in Tablets, Smartphones und Unterhaltungselektronik integriert werden. Ein Gerät mit TPM, speziell angepasstem Betriebssystem und entsprechender Software bildet zusammen eine Trusted Computing Platform (vgl. "Trusted Computing"). Trusted Computing "Trusted Computing" bedeutet, dass die im PC, aber auch in anderen computergestützten Systemen wie Mobiltelefonen verwendete Hard- und Software kontrolliert werden kann. Dies geschieht über einen zusätzlichen Chip, Trusted Platform Module (TPM), der mittels kryptografischer Verfahren die Integrität sowohl der Hardware als auch der Software-Datenstrukturen messen kann und diese Werte nachprüfbar abspeichert. Umrichter Steuereinheit, die Wechselspannungen verschiedener Spannungen und Frequenzen ineinander überführen kann. Dies geschieht durch Leistungselektronik. Umrichter werden unter anderem in Windrädern eingesetzt, um die fluktuierende Windenergie ins Stromnetz mit einer Spannung mit konstanter Frequenz einzuspeisen. In der elektrischen Antriebstechnik, also etwa bei Motorsteuerungen und Zügen, wird mittels eines Umrichters aus einem Netz mit konstanter Frequenz und Spannung eine Ausgangsspannung mit variabler, lastabhängiger Frequenz erzeugt. Verbindungshalbleiter Im Gegensatz zu siliziumbasierten Halbleitern bestehen Verbindungshalbleiter aus mehreren chemischen Elementen. Die Kombination von Materialien aus den chemischen Hauptgruppen III (zum Beispiel Gallium) und V (zum Beispiel Stickstoff) besitzt die elektrische Leitfähigkeit von Halbleitern; ebenso die Kombination von Materialien aus der IV. Hauptgruppe (Kohlenstoff, Silizium). Diese Verbindungshalbleiter (zum Beispiel Galliumnitrid oder Siliziumkarbid) sind daher von großer Bedeutung für technische Anwendungen in der Halbleitertechnik insbesondere bei Leistungshalbleitern. Wechselrichter Ein Wechselrichter (auch Inverter genannt) ist ein elektrisches Gerät, das Gleichspannung in Wechselspannung beziehungsweise Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Wechselrichter werden zum Beispiel bei Solaranlagen eingesetzt, um die in den Solarmodulen erzeugte Gleichspannung in eine Wechselspannung zu wandeln und sie ins Netz einzuspeisen. Finanztermine Mittwoch, 31. Januar 20181 Veröffentlichung der Ergebnisse des 1. Quartals 2018 Donnerstag, 22. Februar 2018 Ordentliche Hauptversammlung 2018 (Beginn: 10.00 Uhr) ICM - Internationales Congress Center München (Deutschland) Donnerstag, 3. Mai 20181 Veröffentlichung der Ergebnisse des 2. Quartals 2018 Mittwoch, 1. August 20181 Veröffentlichung der Ergebnisse des 3. Quartals 2018 Montag, 12. November 20181 Veröffentlichung der Ergebnisse des 4. Quartals und des Geschäftsjahres 2018 1 vorläufig Besuchen Sie uns im Internet: www.infineon.com Impressum scroll Herausgeber: Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) Redaktion: Investor Relations, Accounting, Consolidation & Reporting Redaktionsschluss: 21. November 2017 Geschäftsjahr: 1. Oktober bis 30. September Abschlussprüfer: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (Deutschland) Gestaltung: HGB Hamburger Geschäftsberichte GmbH & Co. KG, Hamburg (Deutschland) Fotonachweis: Werner Bartsch, Hamburg (Deutschland): Seite 2, 6 -7 Druck: G. Peschke Druckerei GmbH, Parsdorf (Deutschland) Hinweis: Die folgenden Bezeichnungen waren im Geschäftsjahr 2017 Markennamen der Infineon Technologies AG: Infineon, das Infineon-Logo, AURIX, CIPURSE, CoolGaN, CoolMOS, CoolSiC, HybridPACK, iMOTION, OPTIGA, OptiMOS, REAL3. Mitarbeiter: Der Begriff Mitarbeiter wird im vorliegenden Geschäftsbericht für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gleichermaßen verwendet. In die Zukunft gerichtete Aussagen: Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Spezifischer Haftungsausschluss für Berichte, Daten und Informationen von IHS Markit, auf die in diesem Dokument verwiesen wird: Die Berichte, Daten und Informationen von IHS Markit, auf die hier verwiesen wird (die "IHS Markit-Materialien"), sind das urheberrechtlich geschützte Eigentum von IHS Markit Ltd. und ihren Tochtergesellschaften ("IHS Markit") und repräsentieren Daten, Forschungen, Meinungen oder Standpunkte von IHS Markit, und sind keine Darstellungen von Tatsachen. Die IHS Markit-Materialien beziehen sich auf deren ursprüngliches Veröffentlichungsdatum und nicht auf das Datum dieses Dokuments. Die in den IHS Markit-Materialien enthaltenen Informationen und Meinungen können ohne Vorankündigung geändert werden. Weder IHS Markit noch Infineon können als Folge einer solchen Änderung verpflichtet oder dafür verantwortlich gemacht werden, die IHS Markit-Materialien oder diese Präsentation zu aktualisieren. Darüber hinaus sind die hierin wiedergegebenen IHS Markit-Materialien zwar aus Quellen, die als zuverlässig gelten, jedoch wird weder für die Richtigkeit und Vollständigkeit noch für die Meinungen und Analysen, die darauf beruhen, eine Gewähr übernommen. IHS Markit und das IHS Markit globe design sind Marken von IHS Markit. Andere Marken, die in den IHS Markit-Materialien vorkommen, sind Eigentum von IHS Markit oder ihrer jeweiligen Inhaber. INFINEON TECHNOLOGIES AG scroll Hauptverwaltung: Am Campeon 1-12, 85579 Neubiberg bei München (Deutschland), Tel. +49 89 234-0 Kontakt für Anleger und Analysten: [email protected], Tel. +49 89 234-26655, Fax +49 89 234-955 2987 Kontakt für Journalisten: [email protected], Tel. +49 89 234-28480, Fax +49 89 234-955 4521 Besuchen Sie uns im Internet: www.infineon.com
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